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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 336.
Sonntag, den 6. Dezember.
1914.
Der Krieg.
Von den Kriegsſchauplätzen. — Der türkiſche Krieg. — Botſchafter Fürſt Bülow. — Die Beſetzung Belgrads. — Franzoſen
und Belgier. — Angriffe auf Churchill. — Die wirtſchaftliche Lage Spaniens.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 5. Dez. (W. T. B.
Amtlich.) In Flandern und ſüdlich Metz wurden
geſtern franzöſiſche Angriffe abgewieſen. Bei
La Baſſé im Argonnerwald und in der Gegend
ſüdweſt=
lich Altkirch machten unſere Truppen Fortſchritte.
Bei den Kämpfen öſtlich der Maſuriſchen
Seen iſt die Lage günſtig. Kleinere Unternehmungen
brachten dort 1200 Gefangene.
In Polen verlaufen unſere Operationen regelrecht.
Oberſte Heeresleitung.
* Vom weſtlichen Kriegsſchauplatz wird
der Deutſchen Tageszeitung über Paris aus Kopenhagen
berichtet, daß der Artilleriekampf ſüdlich Ypern fortgeſetzt
werde. — Laut Voſſiſcher Zeitung hätte am Mittwoch eine
deutſche Truppenmacht verſucht, die Yſer auf Flößen zu
durchqueren, die von Motorbooten gezogen waren.
Die Stimmung in London wird täglich nervöſer.
Den Grund zu dieſer wachſenden Beunruhigung bildet
vor allem eine Nachricht, die die engliſchen
Kriegsbericht=
erſtatter ihren Blättern gedrahtet haben und die die
ab=
wartende Haltung der deutſchen Heeresleitung erklären
ſoll. Der neue Schreckruf lautet: Die Ueberſchwemmung
in Nordflandern geht zurück! Nach den Berichten der
Be=
richterſtatter erſcheine es, als ob den deutſchen Pionieren
in aller Stille eine enorme Tat geglückt ſei, nämlich die
wenigſtens teilweiſe Wiederherſtellung der durchſtochenen
Dämme. Mit dem größten Erſtaunen haben die in der
vorderſten Front liegenden engliſchen Truppen feſtſtellen
müſſen, daß das Sumpfland, das ſich ſchützend zwiſchen
ſie und die Deutſchen gelegt hatte, täglich an Ausdehnung
abnimmt. Stellenweiſe iſt es ſogar bereits möglich, den
Moraſt trockenen Fußes zu durchſchreiten. Die engliſchen
Fachleute ſind ſich der großen Gefahr wohl bewußt, die
hierin liegt.
Hierzu iſt zu bemerken, daß in letzter Zeit allerlei
Meldungen vom Kriegsſchauplatz in Flandern verbreitet
worden ſind, deren Beſtätigung ausgeblieben iſt.
* Wien, 5. Dez. Die Korreſpondenz=Rundſchau
meldet über Kopenhagen: Die amtlichen ruſſiſchen
Communigués der letzten Tage ſind auffallend
her=
abgeſtimmt und zeigen das Beſtreben, die Bevölkerung
auf das Eintreten ungünſtiger Ereigniſſe vorzubereiten.
Die Berichte erklären, daß die ruſſiſchen Truppen im
Kampfe gegen die angreifenden Deutſchen gezwungen
worden ſeien, gegen die Bſura zurückzugehen. Dem Feinde
ſei es gelungen, ſich im Gebiete Lentſchiza=Orlow
feſtzu=
ſetzen. Gegneriſche Truppenabteilungen ſeien nach
Pi=
jontek vorgeſchoben worden. Großes Aufſehen erregt ein
Aufſatz Mentſchikows in der Nowoje Wremja, wonach
Warſchau neuerdings in die Gefahr einer ernſten
feind=
lichen Umſchließung geraten ſei.
Der türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 4. Dez. Mitteilung aus
dem Hauptquartier: Unſere Truppen haben in der
Ge=
gend am Tſchorok und bei Adſchara alle Tage neue
Erfolge. In nördlicher Richtung vorgehend, ſind ſie
in Adſchara eingedrungen und ſüdöſtlich
von Batum vorgerückt. Oſtwärts vorgehend, gelangten
ſie in die Gegend von Ardakhan. Bei einem Kampfe
weſtlich von Ardakhan erbeuteten ſie mit anderen Waffen
ein Maſchinengewehr. Die Ruſſen gingen auf Ardakhan
zurück.
Adſchara iſt der letzte größere Ort, den die
Tür=
ken auf dem Vormarſch gegen das noch 16 Kilometer
entfernte Batum zu beſetzen hatten.
* Konſtantinopel, 4. Dez. Tasvir=i=Efkiar erfährt
der engliſche General Wingate Paſcha, der jüngſt in
Aegypten eingetroffen ſei, ſei nach dem Sudan
ent=
ſandt worden, um eine gegen die Engländer gerichtete
Aufſtandsbewegung zu unterdrücken. Infolge der
Ausdehnung dieſer Bewegung habe England
be=
ſchloſſen, noch 14000 Mann dorthin zu ſenden. Dasſelbe
Blatt ſtellt feſt, daß in Aegypten keine indiſchen Truppen
vorhanden ſeien, da England ſie entfernt habe, weil ſie
ſich weigerten, gegen den Kalifen Krieg zu führen.
Botſchafter Fürſt Bülow.
* Zur Entſendung des Fürſten Bülow
nach Rom ſchreibt der Berliner
Lokalanzei=
ger: Damit iſt einer der weitaus fähigſten deutſchen
Staatsmänner auf einen der gegenwärtig ſchwierigſten
Poſten unſerer diplomatiſchen Vertretungen im Auslande
berufen. Dies wird in den weiteſten Kreiſen des
deut=
ſchen Volkes mit großer Genugtuung begrüßt worden.
Wieder hat Kaiſer Wilhelm bewieſen, daß er die
Forde=
rungen des Tages mit klarem Blick erkennt und dafür
wird er vielen Dank und Zuſtimmung in unſerer großen,
aber auch ernſten und ſchweren Zeit finden. Die
ita=
lieniſche Politik von ihrem ſoeben erſt aus berufenem
Munde erklärten geſunden Egoismus abzubringen, kann
nicht. die Aufgabe des Fürſten Bilow ſein, er kännte ſie
auch nicht erfüllen. Die politiſche Situation in
Ita=
lien iſt jetzt ſchwieriger als noch vor Wochen und wir
dürfen nicht zu viel erwarten. Jedenfalls wird es
dem ungewöhnlich geſchickten Mann gelingen, den
Trei=
bereien der in Rom beglaubigten diplomatiſchen
Ver=
treter der uns feindlich gegenüberſtehenden Staaten
wirkſam entgegenzutreten. Was er ſonſt erreichen kann,
hängt viel von dem Gange der großen hiſtoriſchen
Ereig=
niſſe ab, die ſich vor unſeren Augen abſpielen. Aber man
kann wohl eines ſagen: Was überhaupt in Rom zum
Nutzen Italiens und Deutſchlands erreichbar iſt, wird
Fürſt Bülow erreichen. — Im Berliner
Tage=
blatt ſchreibt Theodor Wolff: Fürſt Bülow ſelbſt wird
nicht wünſchen, daß an ſeine Entſendung Erwartungen
gelnüpft werden, die über, das Maß des
Erreich=
baren gehen. Auch er kann mit allen ſeinen großen
Fähigkeiten, mit all ſeiner Klugheit und diplomatiſchen
Geſchicklichkeit nicht von heute auf morgen eine Situation
unwandeln. Er hat mit dem Widerſtand derjenigen
Kreiſe zu rechnen, denen die italieniſche Neutralität nicht
genügt und denen ein aktives Eingreifen zugunſten
Eng=
lands, Frankreichs und Rußlands erwünſcht erſcheint.
Fürſt Bülow leiſtet in dieſer Stunde Deutſchland einen
Dienſt, den man ihm zu danken hat. — In den
Neu=
eſten Nachrichten wird geſagt: Fürſt Bülow geht
nach Rom, begleitet von den einmütigen Wünſchen ſeiner
Mitbürger, getragen von dem Vertrauen des Kaiſers,
aber auch geſtählt durch das ſtolze Bewußtſein, daß ein
mit dem Kaiſer einiges Volk unter ihm ſteht und den
aufgezwungenen Streit auch ohne neuen Kampfgenoſſen
zu gutem Ende führen wird. — Die
Kreuzzeitung=
hält die Entſendung des Fürſten Bülow für eine
äußerſt glückliche und iſt überzeugt, daß es den
diplo=
matiſchen Fähigkeiten des Fürſten Bülow gelingen wird,
die deutſchitalieniſchen Beziehungen in Bahnen zu
er=
halten, die den Intereſſen beider Mächte entſprechen. Daß
die Bedingungen dafür auch auf italieniſcher Seite
vor=
lägen, habe erſt jetzt wieder die Rede Salandras
bewie=
ſen. — Die Voſſiſche Zeitung ſagt: Es gibt keinen
Deutſchen, der für die amtliche Aufgabe, die er
über=
nimmt, beſſere Eigenſchaften mitbrächte und den ſeine
ganze Vergangenheit gegen Verdächtigungen entkräftet.
wie den Beſitzer der Villa Malta. —Die Deutſche
Tageszeitung meint: Der Umſtand, daß
Deutſch=
land den vorigen Reichskanzler auf den römiſchen
Poſten ſchickt, bedeutet eine Aufmerkſamkeit für
Ita=
lien, die dort gewürdigt werden wird.
Die Mittel des Roten Kreuzes und ihre
Verwendung.
Beim Zentralkomitee vom Roten Kreuz ſind
bis Mitte November im ganzen einge=
. . . . . 6 702000 Mk.
gangen
Davon ſind ausgegeben bezw. verfügt . . 5463000
. . . 1 239000 Mk.
ſo daß ein Beſtand von
bleibt. (Alles in runden Zahlen.)
Die bisherigen Ausgaben beſtanden in:
Zuwendungen an Zweigorganiſationen
und ähnliche Vereinigungen, Lazarette
645000 „
uſw.
Für Lazaretteinrichtungen, Verbandmit=
350000 „
tel, Arzneien uſw.
ot üb-uragen 985000 Mk
Uebertrag 995000 Mk.
Für Bekleidung und Ausrüſtung des zum
Kriegsdienſt verwendeten Perſonals,
ſo=
wie deſſen Ausbildung und Unterricht 2142000 „
Für Beſchaffung und Beförderung von
Wollſachen, Material= und anderen
Lie=
besgaben
, „ „
898000 „
Für die Einrichtung und den Betrieb von
Vereinslazarettzügen
658000 „
Für Angehörigen=Fürſorge .
539000 „
Anforderungen des ſtellvertretenden
Mili=
tär=Inſpekteurs der freiwilligen
Kran=
kenpflege für Wohlfahrtsmaßnahmen . 177000 „
Allgemeine Unkoſten und Aufwendungen .
54 000„
Sa. 5 463.000 Mk.
In Anbetracht der gewaltigen Anforderungen, die in
dieſer ſchweren Zeit an das Zentralkomitee vom Roten
Kreuz herantreten, ſind weitere Spenden dringend
er=
wünſcht.
Die italieniſche Kammer.
* Rom, 4. Dez. Die Kammer trat heute in die
Erörterung der Regierungserklärung ein.
Cavagnari ſtellte feſt, daß die Regierung, als ſie bei
Kriegsbeginn die Neutralität erklärte, nicht nur ihr Recht
ausübte, ſondern ihre Pflicht erfüllte. Eugenio Chieſa
von der republikaniſchen Partei wünſchte eine
Interven=
tion Iialiens in dem ungeheuren Kampfe. Italien
könne nur mit ungeheurer Sympathie auf die Sache der
Mächte ſehen, die die Grundſätze der Freiheit und der
Ziviliſation verteidigten. Vaccaro gab auch im Namen
mehrerer anderer Deputierter der Ueberzeugung Ausdruck,
daß die Erklärungen der Regierung dem Gefühl und den
Intereſſen des Landes entſprächen. Alfredo Baccelli
bil=
ligte die Haltung der Regierung und die Neutralitit.
Was die Zukunft anbeträfe, ſo würde Italien ſeine
Aufgabe erfüllen, wenn die Entwickelung der Ereigniſſe
eine neue Lage herbeiführen ſollte, die eine tätigere
Wah=
rung der Intereſſen Italiens fordern würde Inzwiſchen
müſſe man der Regierung ohne Unterſchied der Partei
die Macht und die Autorität geben, den Ereigniſſen
ge=
genüberzutreten. (Lebhaſter Beifall.) — Der Sozialiſt
Treves erklärte ſich im Namen ſeiner Parteigenoſſen für
eine Tagesordnung, die die Erklärungen der Regierung
nicht billigt. Er ſtellte feſt, daß, während die
Neutrali=
tätserklärung die einmütige Zuſtimmung des Landes
ge=
funden habe, man verſchiedener Anſicht darüber ſei, was
dieſe Neutralität alles in ſich ſchließe. Er und ſeine
Freunde ſeien Anhänger der abſoluten Neutralität. Das
brauche keine Gleichgültigkeit gegenüber dem größten der
hiſtoriſchen Ereigniſſe zu bedeuten. Sie könne und müſſe
für Italien ein Mittel ſein, ſeine große Miſſion der
Hu=
manität und Gerechtigkeit während des Krieges und auch
ſpäter auszuüben. — Der Republikaner Colajanni
er=
klärte ſich von den Erklärungen des Miniſterpräſidenten
be=
friedigt. Er iſt für ein Eingreifen Italiens in den
großen Kampf Europas. Das Volk vergeſſe nicht, daß
gewiſſe Lagen nur in Abſtänden von Jahrhunderten wie
derkehrten. — Tedesco erinnerte daran, daß die italieniſche
Regierung ſich die Notwendigkeit, die größten
Anſtren=
gungen zur Vermehrung und Stärkung von Armee und
Marine zu machen, ſtets vor Augen gehalten habe. Er
zählte die Maßregeln der letzten Jahre auf und ſchloß:
Daß Land muß der Regierung ohne Unterſchied ber ſie
bildenden Perſönlichkeiten dankbar ſein, wenn es
gegen=
über dieſem ungeheueren Kampfe gewiß Lein kann, den
ſtärkſten Schutz an Armee und Marine zu haben, (
Leb=
hafte Zuſtimmung.) Darauf vertagte ſich die Kammer.
Aus Antwerpen.
* In Antwerpen, ſo lautet ein Privatbrief der Tijd
vom 2. Dezember, beginnt allmählich mehr Leben in
ein=
zelne Betriebe zu kommen. So ſieht man z. B. die
Am=
ſterdamer Juwelenhändler ſich wieder vor der
Diaman=
tenbörſe in Antwerpen verſammeln. Das
Diamanten=
haus Fortuna iſt wieder geöffnet, indes werden noch nicht
viele Geſchäfte abgeſchloſſen. Auf der großen Keizer Lei
iſt es beinahe ſo belebt wie in früheren Zeiten. Die
Mannſchaften der Bürgerwehr laſſen ſich entſprechend der
Aufforderung der deutſchen Behörden in großer Zahl
eintragen und geben die eidesſtattliche Verſicherung ab,
daß ſie die Waffen nicht mehr gegen Deutſchland erheben
wollen. Der Eiſenbahnverkehr läßt nach allen
Richtun=
gen zu wünſchen übrig. Man braucht auf allerlei Umwe=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
Nummer 336.
gen einen ganzen Tag, um nach Brüſſel zu kommen.
In=
des hoffen die Deutſchen, die Eiſenbahnbrücke über die
Nethe bald wiederherſtellen zu können, ſo daß dann
eine geregelte Zugverbindung zwiſchen Antwerpen und
Brüſſel möglich wird.
Die Beſetzung Belgrads.
* Bukareſt, 4. Dez. Die geſamte Preſſe hebt die
Bedeutung der Beſetzung Belgrads hervor.
Vito=
rul ſchreibt: Die Beſetzung Belgrads iſt vor allem ein
ſtra=
tegiſcher Erfolg, weil damit die öſterreichiſch=ungariſche
Armee auf dem ſerbiſchen Ufer feſten Fuß gefaßt hat. Nicht
zu vergeſſen iſt der moraliſche Eindruck der Beſetzung, die
beweiſt, daß der Widerſtand der ſerbiſchen Armee im
Ab=
nehmen begriffen iſt.
* Sofia, 4. Dez. (Meldung der Agence Bulgare.)
Die Nachricht von der Einnahme Belgrads durch
die öſterreichiſch=ungariſchen Truppen macht in allen
Krei=
ſen der Bevölkerung Bulgariens Eindruck und gibt
über=
all Anlaß zu Kommentaren jeder Art. Das Ereignis
bildet auch den einzigen Geſprächsgegenſtand in den
Wan=
delgängen der Sobranje.
* Konſtantinopel, 4. Dez. Sämtliche türkiſche
Blätter drücken ihre lebhafte Freude über den Einzug
der öſterreichiſch=ungariſchen Truppen in
Belgrad aus und heben die Bedeutung dieſes
Ereig=
niſſes hervor, das das Ende des politiſchen Lebens
Ser=
biens bedeute. Serbien ſei der Herd einer Agitation
ge=
weſen, deren Wirkungen ſich in Oeſterreich=Ungarn und
Mazedonien fühlbar gemacht hätten. Die Blätter ſtellen
feſt, daß wiederum ein Bollwerk des Dreiverbandes,
ins=
beſondere Rußlands, gefallen ſei. — Tanin ſchreibt:
Die moraliſche Wirkung der Einnahme Belgrads, dieſer
großen hiſtoriſchen Stadt, durch Oeſterreich=Ungarn iſt um
vieles größer als die materielle Wirkung. Das Blatt iſt
beſonders erfreut, erklären zu können, daß die Herzen aller
Ottomanen an dem Jubel teilnehmen, den die Nachricht
in Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland hervorrufe. Das
neu beginnende Regierungsjahr des Verbündeten des
Sul=
tans fange mit ſehr glücklichen Ereigniſſen an. Es ſei der
aufrichtige Wunſch der ganzen osmaniſchen Nation und
mit ihr der muſelmaniſchen Welt, daß ihm noch viele
Jahre inmitten ſolch glücklicher Ereigniſſe beſchieden ſein
mögen. Das Blatt drückt den Wunſch aus, daß Bulgarien
ſeine berechtigten Wünſche durchſetze. — Tſcheridei
Ha=
nadis ſagt, die Meldung von der Beſetzung Belgrads
werde die Beſchützer Serbiens wie ein Blitzſtrahl treffen
— Ildam hebt den außerordentlichen Vorteil hervor, der
ſich für die Türkei und die Zentralmächte aus der
Ein=
nahme von Belgrad dadurch ergebe, daß die kürzeſte
Ver=
bindung zwiſchen beiden Teilen auf dem Wege über
Bel=
grad und Niſch bald wieder hergeſtellt werden könne. —
Der Osmaniſche Lloyd betont, daß die Sendungen von
Munition und Mundvorrat aus Rußland nach Serbien
nun nicht mehr möglich ſein würden und wünſcht, daß der
Geiſt des Prinzen Eugen und Laudons die Fahnen
Oeſterreich=Ungarns zu neuen Siegen führen möge.
Franzoſen und Belgier.
* Von der holländiſchen Grenze wird der Köln. Ztg.
berichtet: Ein Löwener Student, der wie viele andere ſeines
Zeichens als Freiwilliger eingetreten iſt, berichtet der
Tijd aus dem Truppenübungsplatz Auvours in
Frank=
reich. Es verdient bemerkt zu werden, daß der vom
25. November datierte Brief durch die militäriſche Zenſur
gegangen iſt; von welchem Staate wird allerdings nicht
geſagt. Der Schreiber, der zu Fuß nach Dünkirchen, zu
Schiff nach Calais und in zweitägiger Eiſenbahnfahrr
nach dem Lager gelangt iſt, fand dort eine größere
An=
zahl Studiengenoſſen. Die jungen Mannſchaften, deren
Zahl er auf 7000 Belgier angibt, werden in derſelben
Weiſe behendelt und verpflegt, wie die franzöſiſchen
Soldaten, nur anſcheinend ſehr karg in allen Dingen. Er
erklärt, er wolle alles Ungemach gern ertragen, wenn er
nur Gelegenheit fände, an die Front zu gelangen, um
einige Deutſche niederzuſchießen und dann über Löwen
nach Deutſchland zu ziehen. Laſſen wir ihm dieſe
Hoff=
nung und verzeichnen wir die Hauptſache aus dem
Schreiben: „Was mir hier in Frankreich beſonders
auf=
gefallen iſt, iſt die Plumpheit,
Ungebunden=
heit, Frechheit der Franzoſen
gegen=
über den Belgiern. Wir fühlen nur zu gut, daß
wir hier überflüſſig ſind, und es kommt nicht ſelten vor
— mir iſt es perſönlich widerfahren —, daß ſogar
fran=
zöſiſche Soldaten uns vor den Leuten ausſchimpften als
sales Allemands. Die Cordialité frangaise, das iſt ein
ſchönes Wort, allein die Taten ſind faſt das gerade
Gegenteil.. Wenn man ſieht, daß man einen Belgier vor
ſich hat, ſo wird er doppelt und dreifach überfordert.
Was die belgiſchen Flüchtlinge angeht, die werden hier
wie Bettler aufgenommen. Man ſieht lieber unſere
Fer=
ſen als unſere Zehen, und wer hat denn Frankreich
ge=
rettet! Wer? Wir! In England da werden wir
wahr=
haftig wie Fürſten aufgenommen, aber hier — es iſt
ſchändlich.‟ Dieſe ungeſchminkte Aeußerung dürfte vielen
Belgiern zu denken geben. Nichts in der Welt vermag
den Franzoſen den Hochmut auszutreiben, der ſie
ver=
anlaßt, jeden Angehörigen eines andern Landes und
einer anderen Raſſe als minderwertig anzuſehen. Was
gelten die tönenden Beteuerungen der franzöſiſchen
Po=
litiker, die Belgien umgaukelt und ins Unglück geſtürzt
haben, gegenüber dieſem Notſchrei aus der Volksſeele, der
deutlich erkennen läßt, wie die Volksmaſſen in Frankreich
die armen Verbündeten, die armen Verwandten
nunmehr=
von oben herab behandeln, da ſie empfinden, daß die
Belgier den Franzoſen nicht mehr nützen können. Es
ſibt nur eine Würdigung für dieſe Haltung: Geſtank
anſtatt Dank!
Angriffe auf Churchill.
* London, 4. Dez. Morning Poſt erneuert ihre
Angriffe auf Churchill. Das Blatt hofft, Asquith
werde die ernſte Gefahr erkennen, die darin liege, einen
ſolchen Dilettanten an der Spitze der Admiralität zu
be=
halten. Der Angriff des Blattes gründet ſich auf das
Schweigen der Admiralität über ein Unglück, das die
Flotte betroffen hat, nämlich das Sinken oder Stranden
des „Audacious”, das die ausländiſche Preſſe bereits
ge=
meldet hat und zu dem die Kölniſche Zeitung bemerkt
habe, die engliſche Regierung ſei offenbar der
Volksſtim=
mung nicht ſicher.
* Kopenhagen, 4. Dez. National Tidende
med=
det aus London: Preſſe und Publikum äußerten die
größte Mißſtimmung darüber, daß die
Admira=
lität den Untergang des Linienſchiffes „Audacious”
verſchwiegen habe, der jetzt doch nicht mehr zu beſtreiten
ſei, da die deutſchen Zeitungen den Unfall veröffentlicht
hätten. Wenn auch Menſchenleben nicht verloren
gegan=
gen ſeien und der Unfall einem einzigartigen Zufall
zuzu=
ſchreiben ſei (!), ſo errege das Verfahren der Admiralität
doch das größte Mißtrauen, da das Publikum nicht wiſſe,
ob mehr ſolcher Unglücksfälle verſchwiegen würden.
Mili=
täriſche Gründe für die Verheimlichung ſeien nicht
vor=
handen, alſo diene ſie nur dem Beſtreben, das engliſche
Publikum im unklaren über die Situation zu laſſen.
Ein engliſches Schlachtſchiff vermißt.
* Rom, 4. Dez. Der Marinefachmann des
Cor=
riere della Sera führte heute in einem längeren Artikel
aus, ſeit langer Zeit wiſſe die auſtraliſche Regierung
nichts mehr von ihrem Schlachtkreuzer „
Auſtra=
lia”, und es werde befürchtet, daß das Schiff auf hoher
See einer Exploſion zum Opfer gefallen ſei.
Die wirtſchaftliche Lage in Spanien.
* Lyon, 4. Dez. Le Nouvelliſte de Lyon meldet aus
Madrid: Der frühere Finanzminiſter Navaro Reverter
wurde von König Alfons in Audienz empfangen, um
über die wirtſchaftliche Lage Spaniens
Be=
richt zu erſtatten. Er erklärte, daß eine ernſte
wirtſchaft=
liche Kriſis nur zu befürchten ſei, wenn ſich der Krieg in
die Länge ziehe. Er hoffe jedoch, daß durch geeignete
Vor=
beugungsmaßregeln der Eintritt einer Kriſis vermieden
werden könne. Die Allgemeinheit teile aber dieſen
Op=
timismus Reverters nicht, da nach aller Vorausſicht die
Statiſtik über den Außenhandel Spaniens für den Monat
Oktober einen Rückgang der Wertziffer um 300 Millionen
Peſetas aufweiſen werde.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Dezember.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin den Kreisgeometer Heinrich
Battenfeld in Darmſtadt auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner treu geleiſteten Dienſte, mit Wirkung
vom 1. Januar 1915 und ihm aus dieſem Anlaß den
Charakter als Rechnungsrat verliehen; ferner wurde in
den Ruheſtand verſetzt die Lehrerin Thereſe Klink zu
Darmſtadt auf ihr Nachſuchen, unter Anerkennung ihrer
langjährigen treuen Dienſte.
* Erledigt iſt: Die mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Lehrerſtelle zu Rimbach, Kreis
Lauter=
bach. Mit der Stelle iſt Organiſten= und Lektordienſt
verbunden. Das Präſentationsrecht ſteht dem Herrn
Grafen zu Schlitz gen. von Görtz zu.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
rhielt für perſönliche Tapferkeit vor dem Feinde
Unter=
offizier Heinrich Horſt, Dragoner=Regiment Nr. 24, Sohn
des Schutzmanns Heinrich Horſt I. ferner Georg
Par=
cus, Leutnant der Reſerve im Leib=Dragoner=Regiment
Nr. 24; derſelbe erhielt auch vor einiger Zeit ſchon die
heſſiſche Tapferkeitsmedaille.
** Heute vor 25 Jahren, am 6. Dezember, hielt
unſer Kaiſer als Gaſt des Großherzogs Ludwigs IV.
ſeinen Einzug in unſere Stadt. Morgens 9/Uhr
traf der Sonderzug von Deſſau, begrüßt von dem Donner
der Geſchütze, dem Geläute der Glocken und den
jubeln=
den Rufen einer zahlloſen Menge, auf dem Main=Neckar=
Bahnhof ein, wo feſtlicher Empfang ſtattfand, worauf der
Einzug erfolgte. Am Eingang zur Rheinſtraße hielt
Herr Oberburgermeiſter Ohly eine Begrüßungsanſprache
an den Kaiſer, für die der Kaiſer dankte. Der Kaiſer
bewohnte die Aſſemblée=Zimmer im Kaiſerſaalbau des
Reſidenzſchloſſes. Das Programm der Feſttage war
folgendes: Um halb 11 Uhr Abfahrt des Kaiſers und des
Großherzogs zur Jagd nach Kranichſtein. Frühſtück im
Jagdſchloß Kranichſtein. Rückkehr von der Jagd nach
Darmſtadt um halb 6 Uhr. Abends Illumination der
Stadt und Feſtvorſtellung im Hoftheater, bei der Szenen
und Finale aus dem 2. Akte der „Zauberflöte‟, Einleitung.
und 3. Akt aus der Oper „Die Kaiſertochter” von W. de
Haan zur Aufführung gelangten. Am nächſten Tage
(7. Dezember) begaben ſich der Kaiſer, der Großherzog,
der Erbgroßherzog und Prinz Heinrich von Preußen zur
Jagd in den Groß=Gerauer Wildpark, von wo die
Rück=
ehr um 4 Uhr erfolgte. Abends 5 Uhr fand in dem
Kai=
ſerſaal des Reſidenzſchloſſes Galatafel zu 114 Gedecken
ſtatt. Das Menu (heute ſagt man: Speiſefolge) lautete:
Auſter (Chablis) — Roſſolnick=Suppe (Sherry und
Ma=
eira) — Römiſche Paſtetchen — Bachforellen mit
Kräu=
terbutter (Champagner Roederer) — Roaſtbeef —
Gans=
leberſchnitten — Friſchlingskopf mit Orangenſauce (1862
Chateau Laroſe; Kaiſer=Punſch) — Faſanenbraten mit
Kreſſen (1868 Rüdesheimer) — Cardonen mit Ochſenmark
— Maraſchino=Creme (Portwein) — Pfirſich und Vanille=
Eis (Tokayer). Abends war Vorſtellung im Hoftheater,
ei der „Krieg im Frieden” zur Aufführung gelangte;
nach dem Theater Fackelzug mit 3000 Fackeln und
Sere=
nade der Geſangvereine.
Am nächſten Tage (8. Dezember), der ein Sonntag
war, beſuchte der Kaiſer vormittags das Mauſoleum
auf=
der Roſenhöhe und dann den Gottesdienſt in der
Stadt=
kirche, wo Herr Superintendent D. Sell die Predigt hielt.
Nachmittags 3 Uhr erfolgte die Abfahrt des Kaiſers und
des Großherzogs nach Worms, die Rückkehr von dort
abends 8 Uhr. Sodann war Vorſtellung im Hoftheater,
wo „Figaros Hochzeit” gegeben wurde. Am nächſten Tage
Der deutſche Militarismus
(Ctr. Frkft.) Die Großen und die Kleinen unter den
Völkern, die in dieſem Kriege die Feindſchaft gegen das
Deutſche Reich vereint, tragen ein Schlagwort dieſer
Feind=
ſchaft voran, durch das ſie ihre Abſichten unter das
Zei=
chen einer kosmopolitiſchen Kulturtat zu ſtellen verſuchen.
Dieſes Schlagwort, das wie eine Maſſenſuggeſtion in
die=
ſen Tagen hunderte Millionen von Köpfen verwirrt, das
oft ebenſo gedankenlos wie erbittert hinausgeſchrien wird,
iſt die „Vernichtung des deutſchen Militarismus”. Die
ganze Welt am liebſten forderte man zum Kampfe gegen
dieſes Ungeheuer auf, das man als den Störenfried im
Leben der Völker bezeichnet.
Wenn die Umſtände nicht allzu ernſt wären, müßte
das Bild, das ſeine Feinde von dem deutſchen
Militaris=
mus entwerfen, auf einen Deutſchen zum mindeſten
belu=
ſtigend wirken. Man ſtellt dieſe Inſtitution am liebſten
als eine Art Polizeigewalt einer auf Kanonen und
Bajo=
nette geſtützten Militärpartei dar, die ehrgeizig und
eigen=
ſüchtig die Welt in Ketten ſchlagen und die Bewohner des
Erdballs zugleich mit der Vernichtung ihrer Kultur zu
Untertanen preußiſcher Gendarmen erniedrigen möchte.
Dieſe Expanſionsgelüſte vor allem, die man dem deutſchen
Militarismus andichtet, ſind es, die die Furcht gegen ihn
nähren. Anderenfalls müßte er als eine innere
Ange=
legenheit des Deutſchen Reiches gelten und vor allem das
Ausland unintereſſiert an ſich vorübergehen laſſen.
Und doch iſt im letzten Grunde nichts harmoniſcher
auf die Arbeiten des Friedens hin organiſiert, als der
deutſche Militarismus, obwohl er ſeine Kraft dem
erziehe=
riſchen Einfluß der Armee und der allgemeinen
Wehr=
pflicht verdankt. Nur kurzſichtige Voreingenommenheit
oder Unkenntnis ſieht in ihm die Verkörperung eines
krie=
geriſchen Chauvinismus. Nur derjenige, der die Friedens=
*) Obiger Aufſatz erſcheint in dieſen Tagen als
„Aufklärungsartikel” in der däniſchen Preſſe durch
Vermit=
telung des Profeſſors Karl Larſen. Auch in Norwegen
iſt in letzter Zeit ein anderer „Aufklärungsartikel”
desſel=
ben Verfaſſers erſchienen.
liebe des deutſchen Volkes verkennt und in ſeinem Heere
allein eine Bedrohung der Unabhängigkeit anderer
Völ=
ker erblickt, wird zu dieſem Reſultat kommen. Er
über=
ſieht aber hierbei zweierlei, die lange, 44 Jahre währende
Zeit des Friedens, die das deutſche Volk gehalten hat,
ob=
wohl ſeine Entwickelung mehr als einmal von ſeinen
Feinden bedroht wurde, und die wertvollen Werke des
Friedens, die Kulturgut der Nation wurden, an denen
jeder Einzelne aufrichtig hängt und die keiner leichtfertig
durch einen Krieg aufs Spiel ſetzen möchte. Eine
Agreſſiv=
luſt, die das Volk zum Kriege treibt, würde einem
frivo=
len Spiel mit den materiellen und ideellen Nationalgütern
gleichzuſetzen ſein, einer kurzſichtigen Mißachtung der
Ar=
beit langer Friedensjahre. Darum liebt das deutſche Volk
trotz ſeines Heeres den Frieden, den es erſt dann aufgibt,
wenn es ſeine Ehre oder die zwingende Entwickelung des
Ganzen verlangt. Eine Militärpartei allein würde es aber
niemals zu den Waffen zwingen.
Dennoch iſt der Militarismus dem deutſchen Volke in
Fleiſch und Blut übergegangen. Das mag für den
Unein=
geweihten wie ein Paradoxon klingen, aber jene Tatſache
iſt dennoch zu einem Faktor geworden, dem die Nation
ihre Friedenswerke verdankt, der ihr vor allem die Stärke
zur Leiſtung gegeben hat und täglich in ſtets ſich
erneuern=
der Weiſe gibt. Ja, der Militarismus iſt aus der
Or=
ganiſation des Kriegsweſens in die des bürgerlichen
Lebens hinübergeglitten, hat ſich dort umgewandelt und
friedlichen Verhältniſſen angepaßt und hat dabei die
Er=
innerung an kriegeriſche Zwecke völlig verloren. Der
Aus=
gangspunkt, das Heer als ſolches, iſt völlig in den
Hinter=
grund getreten, es zeugt lediglich ſymboliſch als
Organi=
ſation eines einzelnen Gebietes für die Art von
abertau=
ſend ähnlichen Organiſationen auf allen möglichen
Ge=
bieten des öffentlichen und bürgerlichen, des geiſtigen und
ſelbſt des künſtleriſchen Lebens. Das, was gewiſſe Kreiſe
des Auslandes als friedensgefährdende Einrichtung
brand=
marken möchten, der Militarismus, das iſt zielbewußte,
ſtraffe Organiſation, die ſich einem leitenden Willen
unter=
ordnet. Mag er auch ſeinen Urſprung in der erzieheriſchen
Wirkung des militäriſchen Dienſtes nehmen, er zeigt ſich
heute als Kultur= und Sozialfaktor im ganzen deutſchen
Volke.
Die meiſten deutſchen Männer trugen in ihrer Jugend
den Rock ihres Kaiſers und ſind während dieſer Zeit durch
eine geſunde Schule der Diſziplin und eines vertieften
Pflichtbewußtſeins hindurchgegangen. Sie haben hier für
das Leben gelernt, ſich einem Willen unterzuordnen, den
die Organiſation beſtimmt, und die Richtung dieſes
Wil=
lens als das Ziel ihrer Arbeit anzuerkennen. Auch der
mögliche Einwurf, daß hierdurch die Individualität des
Einzelnen vergewaltigt werde, iſt unbegründet. Jene
Unterordnung des Einzelnen unter ein größeres Ganze
vernichtet keineswegs die Individualität, ſie ordnet ſie
lediglich in das Ganze ein, macht ſie für das Ganze
frucht=
bar und beſchränkt ſie nur inſoweit, als ſie dem Einzelnen
ein Ziel auferlegt und ihn zugleich auf den ihm
zukom=
menden Platz ſtellt. Die Individualität, die als
ſchranken=
loſe Kraft lediglich zur Anarchie führen würde, lebt
inner=
halb der ihr angewieſenen Grenzen zum Wohle des
Gan=
zen weiter.
Ueberall in Deutſchland findet man dieſe dem
Einzel=
nen die möglichſte Freiheit belaſſende Unterordnung unter
eine zielbewußte, ſtraffe Organiſation, eine Unterordnung,
die der Intellektuelle vor allem nicht als willenloſe
Sub=
ordination, ſondern als gemeinſame Arbeit auf ein
ge=
meinſames Ziel betrachtet. Sie äußert ſich in gleicher
Weiſe in der Armee, wie in den Gewerkſchaften der
Ar=
beiter, in den kleinen Turnvereinen auf dem Lande, wie
in den großen induſtriellen Unternehmungen, als wertvolle
Diſziplin in der Kunſt, wie als exakte Gründlichkeit in
wiſſenſchaftlicher Forſchung. Mit einem Worte: ſeiner
militariſtiſchen Organiſation verdankt Deutſchland ſeine
aufſteigende Entwickelung und ſeine heutige Größe.
Nun aber kommen unſere Feinde und verſuchen als
ethiſches Ziel ihrer kriegeriſchen Anſtrengungen der Welt
zu erzählen, daß ſie außer den Völkern der Erde auch
das deutſche Volkvonſeinem Militarismus
befreien wollen. Das deutſche Volk lehnt
dieſe Fürſorge dankend ab, die gleichbedeutend.
mit ſeinem materiellen und ethiſchen Untergang ſein würde.
Im übrigen hat der deutſche Militarismus durch aggreſſive
Abſichten keinem fremden Volke irgend welche Nachteile
gebracht. Um wie viel mehr der engliſche „Marinismus”
der mit dem erzieheriſchen Werte des deutſchen Militarts=
Nummer 336.
Darmſtätder Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
Seite 3.
(9. Dezember) früh ließ der Kaiſer die Garniſon
alarmie=
ren. Er ſetzte ſich an die Spitze des 115. Regiments, das
nach dem Exerzierplatz marſchierte. Es fand
Felddienſt=
übung und Parade auf dem Schießplatz ſtatt, an der auch
das 118. Regiment beteiligt war. Nach der Parade ritten
der Kaiſer, der Großherzog und der Erbgroßherzog an
der Spitze des 115. Regiments bis zum Schloſſe. Die
Ab=
reiſe des Kaiſers erfolgte dann um halb 1 Uhr über
Frankfurt.
Stadtverordneten=Verſammlung. Zur 16. Sitzung
der Stadtverordneten=Verſammlung auf Donnerstag,
den 10. Dezember, nachmittags 3½ Uhr, iſt folgende
Tagesordnung feſtgeſetzt: 1. Mitteilungen. 2. Die
Vorlage der Verwaltung über die Unterſtützung
arbeits=
fähiger Erwerbsloſer in der Kriegszeit. 3. Die in
Darm=
ſtadt zugelaſſenen Brotgewichtsformen. 4. Erhebung
von kirchlichen Umlagen durch die katholiſche Gemeinde
Beſſungen für 1915. 5. Geſuch um Gewährung der
Familienunterſtützung an die zum Kriegsdienſt
ein=
gezogenen Hilfsſchutzleute. 6. Bereitſtellung weiterer
ſtädtiſcher Mittel für die V rabreichung eines warmen
Milchfrühſtücks an arme Schulkinder.
— Großh. Hoftheater. Heute wird zum erſten Male
in dieſer Spielzeit Wagners „Walküre” gegeben.
Mizi Marx ſingt zum erſten Male die Sieglinde, Robert
Perkins zum erſten Male den Wotan. Anfang halb 7
Uhr; es gelten die kleinen Preiſe. Morgen findet das
dritte Hofmuſik=Konzert unter der Leitung Geh.
Rats de Haan ſtatt. Dienstag wird das Luſtſpiel „Als
ich noch im Flügelkleide”, das auch wieder bei ſeiner
letz=
ten Aufführung wahre Stürme der Heiterkeit erweckte,
wiederholt. Mittwoch geht nach längerer Pauſe „Der
Freiſchütz” in Szene. Die Agathe ſingt zum erſten Male
Mizi Marx. Für Donnerstag, den 10. Dez., iſt eine
Son=
dervorſtellung für die Garniſon: „Huſarenfieber”,
ange=
ſetzt. — Die nächſte Erſtaufführung am Hoftheater findet
am Freitag, den 11. Dez., auf D 14 ſtatt, und zwar wird
„Der Feldprediger” von Millöcker an dieſem Abend
zum erſten Male gegeben. Das ſtimmungsvolle und
amü=
ſante Textbuch, deſſen Handlung im Jahre 1812 ſpielt,
ſo=
wie die großen Reize der Muſik, die aus echtem
Stil=
gefühl und volkstümlicher Empfindung gearbeitet iſt,
haben dieſer Operette Millöckers überall, wo ſie jetzt in
denSpielplan aufgenommen wurde, beſonders großen Erfolg
geſichert. Samstag, den 12. Dez., geht als Schüler= und
Volksvorſtellung Schillers „Kabale und Liebe”
neuein=
ſtudiert in Szene. Als Luiſe wird das neu engagierte
Mitglied Alice Hacker an unſerer Bühne zum erſten Male
eine große führende Rolle ſpielen. Am nächſten Sonntag
findet eine Aufführung von Wagners „Tannhäuſer” ſtatt.
* 50jähriges Amtsjubiläum. Am 7. Dezember
wird Herr Ober=Poſtſekretär Rechnungsrat Colin in
voller körperlicher und geiſtiger Friſche ſein 50 jähriges
Amtsjubiläum begehen. Der Jubilar iſt am
7. Dezember 1864 unter der Thurn und Taxisſchen
Poſtverwaltung in feinem Heimatsort Groß=Umſtadt
in den Poſtdienſt eingetreten, hat am 1. April 1868 als
Nachfolger ſeines Vaters die Verwaltung der
Poſt=
expedition daſelbſt übernommen und bis zum 1. April
1881, dem Tage ſeiner Verſetzung nach Darmſtadt,
ge=
führt. In Darmſtadt iſt er bis zum 1. April 1899
beim Poſtamt I als Poſtſekretär beſchäftigt geweſen
und ſodann unter Beförderung zum Ober=Poſtſekretär
zur Ober=Poſtdirektion verſetzt worden, der er jetzt noch
angehört. Während ſeiner ganzen, langen Dienſtzeit
hat Herr Colin eine vorbildliche Pflichttreue und
Be=
rufsfreudigkeit betätigt und ſich hierdurch, ſowie durch
ſeine ſonſtigen trefflichen Charaktereigenſchaften und ſeine
vorzüglichen Leiſtungen bei Vorgeſetzten, Mitarbeitern
und Untergebenen allgemeine Achtung und Beliebtheit
erworben. Auch von Allerhöchſter Seite haben ſeine
Verdienſte Anerkennung gefunden; ihm iſt im Jahre
1906 von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog
das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Philippsordens und im
Jahre 1912 von Seiner Majeſtät dem Kaiſer und König
der Charakter als Rechnungsrat verliehen worden. Möge
es dem Jubilar vergönnt ſein, ſeine verdienſtvolle
Tätig=
keit noch recht lange in der bisherigen Rüſtigkeit
aus=
zuüben.
* Die Weihnachtsausſtellung des Kunſtvereins in der
Kunſthalle am Rheintor wird Sonntag, den 6. ds. Mts.,
10 Uhr vormittags, eröffnet. Eine größere Anzahl
der ausgeſtellten Kunſtwerke iſt von dem Verein für die
Weihnachtsverloſung erworben worden. In den
unteren Räumen hat eine Reihe von Bildern Aufnahme
gefunden, deren Erlös von den Künſtlern ganz oder
teil=
weiſe dem Roten Kreuz überwieſen iſt.
* Militärlieferungen. Auf Anordnung des Königl.
Kriegsminiſteriums findet von nun ab der Ankauf
von wollenen und halbwollenen Decken
für den Kaſernen= und Lazarett=Haushalt nur durch die
ſtellvertretende Intendantur III. Armeekorps in Berlin
ſtatt. Lieferanten, die ſich durch ein Zeugnis ihrer
zu=
ſtändigen Handelskammer oder Handwerkskammer
darüber ausweiſen können, daß ſie dem betreffenden
Warenzweige angehören, leiſtungsfähig und zuverläſſig
ſind, haben mit einem ſolchen Ausweis ihre Angebote
möglichſt mit Proben, Angabe der Größe, Schwere und
des Preiſes der Decken an die genannte Intendantur zu
richten.
* Verwertung der Eicheln. In dieſem Herbſt ſind
von hieſigen Sammlern (meiſtens Frauen und Kinder)
rund 15000 Zentner Eicheln abgeliefert worden,
was bei dem Preis von 5 Mk. für den Doppel=Zentner
die Summe von 37500 Mk. ergibt, die ſich die Sammler
verdient haben.
* Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule. Die
ſeit=
herigen Unterrichtsräume der Abteilung I wurden für
militäriſche Zwecke verwendet. Deshalb mußte die
Fort=
bildungsſchule in das Schulhaus in der Rundeturmſtraße
verlegt werden. Nunmehr iſt auch die
Beleuchtungs=
anlage in den neuen Sälen fertiggeſtellt. Am nächſten
Montag ſoll darum der volle Unterrichtsbetrieb für die
Tagesklaſſen und Abendkurſe wieder aufgenommen
werden.
J. K. P. Der Evangeliſche Bund, Zweigverein
Darm=
ſtadt, eröffnete am Freitag, den 4. Dezember, abends, im
großen gutbeſetzten „Kaiſerſaal” ſeine Wintertätigkeit.
Es war Eintritt erhoben worden, deſſen geſamter Ertrag
kriegswohltätigen Zwecken überwieſen wurde. Der 1.
Vor=
ſitzende des Bundes, Herr Profeſſor Knoll, begrüßte mit
warmherzigen Worten die Verſammlung, die zum erſten
Male in dieſer heilig=ernſten Zeit tage. Ein „doppelter
Advent” ſei für uns dieſe Zeit, und daher können wir
auch im Hinblick auf den Weltkrieg die Ankunft eines
glorreichen Friedens erhoffen. „Gott war mit uns, ihm
ſei die Ehre!” klang aus dieſen echt chriſtlich=
vaterlän=
diſchen Worten. Nachdem die Verſammlung ſtehend „Ein
feſte Burg iſt unſer Gott” glaubensbegeiſtert geſungen
hatte, betrat Herr Pfarrer Julius Werner von der
hiſtoriſch=berühmten Paulskirche in Frankfurt a. M. das
Rednerpult, um ſich in nahezu einſtündiger Rede über das
zeitgemäße Thema „Weltherrſchaft und
deur=
ſcher Glaube” zu verbreiten. Es iſt wohl allgemein
bekannt, daß Herr Pfarrer Werner nicht nur ein
glaubens=
ſtarker Kanzelredner, ſondern auch ein in weiteſten Kreiſen
gern gehörter Volksredner iſt. In eindrucksvollen
Wor=
ten ſprach er über Deutſchlands Weltmachtſtellung, wie ſie
erkämpft und errungen werden mußte, nicht zuletzt auch
mit Waffen des Geiſtes; doch ſei dieſe Weltmachtſtellung
grundverſchieden von dem Weltimperium, wie es
ſeiner=
zeit die Napoleone anſtrebten. Geſchichtlich zurückgreifend
bis in die älteſten Zeiten und Völker zeigte er an gut
ge=
wählten Beiſpielen, wie ſtets die Behauptung der Welt=
Vormachtſtellung welterſchütternde Kämpfe hervorrief, und
eine ſolche Weltkataſtrophe ſei jetzt hereingebrochen. In
Zeiten ſolcher Gefahren habe uns aber Gott ſtets
tar=
kräftige Männer geſchenkt; auch heute haben wir einen
Marſchall Vorwärts, zwar nicht Blücher, aber an Taten
ihm gleich, den Feldmarſchall v. Hindenburg. Die
Zeich=
nung des ruſſiſchen Panſlawismus, der franzöſiſchen
Re=
vancheidee und der engliſchen „Scheinheiligkeit” erregte
begeiſterte Zuſtimmung und oft lebhafte Heiterkeit. Wir
ſeien ſtolz auf die deutſche Einigkeit; möge ſie ſtets ſo
bleiben, wie ſie in der denkwürdigen Reichstagsſitzung
vom 2. Dezember der Welt gezeigt wurde, dann wird
unſer Glaube ſeine Beſtätigung finden: „Der Sieg muß
uns doch bleiben!‟ Die ſchöne, weihevolle Feier ſchloß
das mit wahrer Vaterlandsliebe geſungene Lied „
Deutſch=
land, Deutſchland über alles!“
* Der Ortsgewerbeverein hat für nächſten Frei
tag, den 11. Dezember, einen zweiten
Vortrags=
abend vorgeſehen. Herr Oekonomierat W. Haug
wird hierbei über das zeitgemäße Thema: „Wie
er=
nähren wir uns während der Kriegszeit?” ſprechen.
Nähere Mitteilungen folgen noch.
* Herberge zur Heimat. Durch den gegenwärtigen
Krieg iſt die Opferfreudigkeit jedes Einzelnen ſchon ſo
viel in Anſpruch genommen worden, daß der Vorſtand
der Herberge im Zweifel war, ob er es wagen dürfe, mit
ſeiner Weihnachtsbitte an die Oeffentlichkeit zu
treten. Da aber gerade durch die Folgen des unheilvollen
Krieges manche Arbeiter und Handwerker, die nicht für
das Vaterland ins Feld ziehen konnten, arbeits= und
brotlos geworden ſind, beabſichtigt der Vorſtand, für dieſe
wie ſonſt eine beſcheidene Weihnachtsfeier zu
veranſtalten, in der Ueberzeugung, daß die Freunde der
Herberge auch in dieſem Jahre wieder ihr Scherflein
da=
zu beitragen werden. Auf die im heutigen Anzeigenteile
enthaltene Bitte um Gaben ſei daher mit dem Anfügen
empfehlend hingewieſen, daß beſonders auch warme Hem=
den und Socken erwünſcht ſind, da die in anderen Jahren
von fleißigen Händen zur Verfügung geſtellten Sachen
diesmal infolge der vor allen Dingen nötigen Verſorgung
unſerer tapferen Krieger ausgeblieben ſind.
* Darmſtädter Fahrplanbuch. Es ſei darauf
aufmerk=
ſam gemacht, daß im Darmſtädter Fahrplanbuch
die Fahrplanänderungen, die in den
Eiſenbahndirektions=
bezirken Mainz und Frankfurt a. M. am 15. vorigen
Mo=
nats eingetreten ſind, ebenſo die Aenderungen im
Fahr=
plan der Pfalzbahnen vom 20. vorigen Monats
berück=
ſichtigt ſind.
Ks. Kriegsausgabe des Adreßbuchs 1915. Das
Adreßbuch 1915 erſcheint in einigen Wochen nur als
Kriegsausgabe in gekürzter Form. Das Buch
enthält in der Hauptſache das alphabetiſche
Einwohner=
verzeichnis nach der neueſten Bearbeitung, ferner den
Teil: „Oeffentliche Stellen, Verufszweige und
Einrich=
tungen” die wichtigſten ortspolizeilichen Beſtimmungen
und einen kleinen Stadtplan. Der Subſkriptionspreis
für das gebundene Exemplar beträgt 2,30 Mk. und gilt
bis zum 1. Januar 1915. Alsdann wird der Preis auf
2,75 Mk. erhöht. Die bereits gezeichnete Subſkription
auf die frühere Ankündigung behält für dieſe
Kriegs=
ausgabe ihre Gültigkeit. (S. Anz.)
Heſſiſcher Fürſorgeverein für Krüppel.
— Am 3. Dezember hielt der Verein in Darmſtadt im
Sitzungsſaale der Landesverſicherungsanſtalt ſeine
Mit=
gliederverſammlung ab. Der Vorſitzende, Herr
Geheime Regierungsrat Dr. Dietz begrüßte die
Ver=
ſammlung und erſtattete den Geſchäftsbericht für
das Jahr 1913, demzufolge über 5200 Mark für
Unter=
ſtützungen für beſſerungsfähige Krüppel aufgewendet
wor=
den ſind. Dem Schatzmeiſter wurde für 1912 und 1913
Ent=
laſtung erteilt, und die beantragte Satzungsänderung
wurde genehmigt, damit der endgültige Eintrag des
Ver=
eins in das Vereinsregiſter erfolgen kann.
Zur Kriegsfürſorge des Vereins, dem
Hauptpunkt der Tagesordnung, teilte der Vorſitzende mit,
daß der Verein auf Veranlaſſung der Deutſchen
Vereini=
gung für Krüppelfürſorge am 27. November dieſes Jahres
eine Verſammlung einberufen habe, bei der der
Schrift=
führer der Vereinigung, Herr Profeſſor Bieſalski=
Berlin über die Frage „Wie helfen wir unſeren
Kriegskrüppeln” geſprochen habe. Unſer geſamtes
Volk hat das größte Intereſſe daran, daß für die im Kriege
Verſtümmelten, nur noch teilweiſe Erwerbsfähigen, ſofort
und wirklich in ausreichendem Maße geſorgt, ſomit die
Kriegsveteranen davor geſchützt werden,
Almoſenempfän=
ger zu werden. Hierzu iſt es in erſter Linie zu erſtreben,
daß die Verwundeten der ſpezialärztlichen Behandlung
zu=
geführt werden.
Bei der großen Menge von deutſchen Heilanſtalten für
die einzelnen ärztlichen Sonderfächer wären die
Verwun=
deten, ſobald ihr Zuſtand das geſtattet, je nach ihrem
Leiden auf die einzelnen Anſtalten zu verteilen, denn es
gibt ja wohl kaum irgend eine ſtaatliche oder private
Heil=
anſtalt, die nicht als Lazarett zur Verfügung ſtände. So
würde den einzelnen Verwundeten am beſten die
Möglich=
keit gewährt werden, daß ihr Leiden unter völliger
Aus=
nutzung des fachärztlichen Wiſſens behandelt wird.
Jeden=
falls iſt anzuſtreben, daß nicht z. B. eine Nervenklinik mit
ſchweren Verwundungen belegt iſt, während ein geſchulter
Chirurg vielleicht überwiegend Rheumatismus und
Herz=
krankheiten zu behandeln hat. Dieſer Austauſch geſchieht
am beſten durch kollegiale Vermittlung innerhalb einer
Stadt oder eines Kreiſes. Für die orthopädiſche
Nach=
behandlung kommen je nach der Art der Erkrankung und
dem Charakter der Heilanſtalt die chirurgiſchen Kliniken
der Univerſitäten und Krankenhäuſer, die chirurgiſchen und
orthopädiſchen Privatkliniken und Abteilungen der
Krüp=
pelheime, die privaten medico=mechaniſchen Inſtitute und
Abteilungen von Sanatorien in Frage. Die deutſchen
Krüppelheime haben für dieſen Zweck auf den Wunſch
Ihrer Majeſtät der Kaiſerin hin über 2700 Betten zur
Ver=
fügung geſtellt, womit ſie natürlich nur einen kleinen Teil
der hierher gehörigen Verwundeten bewältigen können.
Ebenſo haben die orthopädiſchen Privatinſtitute
nament=
lich für ambulante Behandlung ſich bereit erklärt.
Es iſt anzunehmen, daß die Militärverwaltung um
der Verwundeten ſelber willen dieſe nicht eher wieder
entlaſſen wird, als bis die höchſtmöglichſte
Hei=
lung erreicht iſt. Jedenfalls würde die Entlaſſung
in die eigene oder eine fremde Familie nur dann angezeigt
ſein, wenn Gewähr dafür vorhanden iſt, daß das ſchon
Ge=
wonnene nicht wieder vermindert wird. Bleibt eine
Er=
werbsbeſchränkung zurück, ſo iſt anzuſtreben, daß
der Mann in ſeinem urſprünglichen Berufe und in ſeiner
Heimat verbleibt. Wenn der Wille dazu vorhanden iſt,
mus nichts gemein hat, vielmehr als hemmender Druck
auf den Völkern laſtet, hat erſt in der letzten
Vergangen=
heit die gewaltſame Abſperrung der Nordſee und die
völkerrechtswidrige Behandlung neutraler Handelsſchiffe
durch England gezeigt. Davon ſchweigen aber
natürlicher=
weiſe unſere Feinde, für die es nur einen unbequemen
deutſchen Militarismus gibt. Nur dieſer allein iſt der
friedlichen kulturellen Entwickelung der Welt im Wege und
gegen ihn bieten ſie die farbigen Raſſen aller Weltteile
als Kulturkämpfer auf.
Zwar hat der Militarismus innerhalb des
öffent=
lichen und geſellſchaftlichen Lebens in Deutſchland hie und
da Auswüchſe gezeitigt, die das deutſche Volk zu
beſei=
tigen wünſcht, wie die in manchen Kreiſen hervortretende
Ueberſchätzung des Reſerveoffiziertums und gewiſſer
hier=
mit zuſammenhängender Unzuträglichkeiten. Dieſe
inne=
ren Angelegenheiten aber wird das Volk ſelbſt am beſten
zu regeln wiſſen, wenn die Zeit hierzu kommt. Sie ſind zu
unbedeutend und allzu perſönlich, als daß das Ausland
um dieſer Nebenſächlichkeiten wegen ſeine Kräfte
ver=
ſchwenden müßte. Der Militarismus als
Erziehungs=
element des deutſchen Volkes wird durch unweſentliche
Auswüchſe in ſeinem Wert nicht berührt. Er wird ſo
lange fortbeſtehen, als das deutſche Volk noch die Kraft
zur Entwickelung wertvoller Fähigkeiten beſitzt. Er iſt
allzu tief mit dem deutſchen Volkscharakter verwachſen
nicht als kriegeriſcher Geiſt, ſondern als ausgeſprochener
Sinn für zielbewußte, ſtraffe Organiſation. Das mögen
ſich unſere Feinde vor Augen halten!
Dr. Walter Georgi.
C. K. Hölzerne Notbrücken im Kriege. Bei den großen
Brückenbauten, die unſere Pioniere in dieſem Kriege ſo
trefflich ausführten, haben Berichterſtatter des öfteren an
jene große Brücke erinnert, die Cäſar im Jahre 49 v. Chr.
über den Rhein ſchlug und von der ja jeder Gymnaſiaſt in
der Schule lieſt. Dieſe Rheinbrücke iſt wirklich ein
Schul=
beiſpiel” des Kriegsbrückenbaus, und wer ihre im
Römer=
muſeum zu Mainz ausgeſtellten Ueberreſte betrachtet, wird
dies nicht ohne Bewunderung tun können. Wie
Oberinge=
nieur Kayſer in einem Aufſatz der Holzwelt ausführt,
haben ſich die Grundprinzipien des Feldbrückenbaus ſeit
jenem Meiſterſtück Cäſars kaum geändert, wenngleich
frei=
lich unſeren heutigen Armeen viel vollkommenere techniſche
Mittel zur Verfügung ſtehen, als ſie der römiſcher Pionier,
der „arbiter” der Kohorten, beſaß. Die wichtige Aufgabe
für die nötigen Brücken im Kriege zu ſorgen, fällt ja jetzt
dem Brückentrain zu, deſſen leichtbewegliche Fahrzeuge
die Brückenwagen, je ein Ponton und das zugehörige
Material an Balken, Brettern, Leinen uſw. tragen. Das
Brückenmaterial eines Armeekorps reicht aus, um bei einer
Streckenlänge von 4,50 Metern, von Mitte Ponton zu Mitte
Ponton gemeſſen, eine Flußbreite von etwa 200 Meter zu
überwinden. Da aber der Brückentrain mit Ausnahme
einiger ſogen. Bockſtrecken nur ſchwimmende
Unterſtützun=
gen mit ſich führt, ſo kann die Pontonbrücke bei großen
Stromſtärken und bei ſtarker Beanſpruchung nicht
ver=
wendet werden, zumal da einige Gewehrſalven des
Fein=
des genügen, um die Pontons zum Sinken zu bringen.
Bei größeren Brücken, die dauernde Verwendung finden
ſollen, tritt daher an die Stelle des vorbereiteten
Brücken=
materials der Behelfsbau, und es iſt die Kunſt unſerer
Pioniere, ſich alle an Ort und Stelle gegebenen Hilfsmittel
dienſtbar zu machen. Auf die denkbar einfachſte Weiſe
hat man ſo aus Tonnen, Stangen und Brettern, z. B. bei
der Belagerung von Antwerpen, Brücken improviſiert, die
nur große Laufſtege darſtellten. Ein ſolcher Brückenſteg
geſtattet aber nur den Uebergang einer Infanteriekolonne
in Reihen mit gehörigem Abſtand. Eine Brücke, die auch
den Uebergang von Geſchützen der ſchweren Artillerie
er=
lauben ſoll, muß ſtehende Unterſtützungen haben, wobei ſich
die Wahl der richtigen Konſtruktion nach dem vorhandenen
Material, nach den Uferverhältniſſen, Waſſertiefen und
anderen Umſtänden richtet. Dabei werden entweder
Brückenböcke eingebaut oder Pfahljoche eingerammt. Bei
einer Bockbrücke werden die Unterſtützungen aus
trapez=
förmig zuſammengefügten Stangen und Stämmen am
Ufer fertiggeſtellt, und dieſe von Flößen und Booten in
das Flußbett geſetzt und durch Verſtrebungen gegen Um=
fallen geſichert. Die widerſtandsfähigſte und ſicherſte aller
dieſer hölzernen Notbrücken iſt die Pfahljochbrücke, deren
Herſtellung allerdings mehr Zeit vorausſetzt. Das
ein=
zelne Joch beſteht meiſt aus fünf Pfählen, über die der
Jochbalken gelagert iſt; die Brückenbreite beträgt meiſt 3
bis 3,50 Meter. Bedeutende Maſſen von Holz ſind für
große Brücken dieſer Art erforderlich, ſo z. B. für die
über die Weichſel geſchlagene Brücke von über 600 Meter
Länge, deren Balkenmaterial die Geſamtlänge von
meh=
reren Kilometern erreicht, wobei der Bedarf für annähernd
90 Pfahljoche von über 5 Meter Jochhöhe, vom
Waſſer=
ſpiegel aus gerechnet, noch nicht in Anſchlag gebracht iſt.
* Gebratene Kartoffeln. (Aus dem Brief eines
Hon=
ved=Hauptmanns.) Nicht weit von einem Kartoffelacker
waren wir eingegraben. Es ging gegen Abend, da ſagte
auf einmal ein Unteroffizier: „Wie gut wären jetzt
gebra=
tene Kartoffeln.” Und ſiehe da, jeder von uns bekam
Sehnſucht nach gebratenen Kartoffeln. „O ja”, ſagte einer
ganz traurig, und die anderen konnten einen Seufzer nicht
unterdrücken. Kartoffeln, Kartoffeln ging es uns
beſtän=
dig im Kopfe herum. Einige Infanteriſten begannen
ner=
vös in ihrem Graben herumzurutſchen. Da ruft plötzlich
einer: „Herr Zugführer, ich hole welche.” „Ich auch”
tönts im Echo; „ich auch, ich auch” breitet ſich das Echo
fort. „Haben wir genug an einem Brotſack voll?” Erſt
kriechen zwei Infanteriſten, mit einem Spaten
bewaff=
net, aus dem Graben; ihnen folgen drei, fünf, zehn — alle
ohne Waffen. Jetzt ſind ſie nur mehr tauſend Schritt vom
Acker entfernt. Was wird nun werden? Die anderen im
Graben faſſen ihre Gewehre feſt an. Jeder ſtarrt hinüber
zu den Ruſſen. Wenn ſie ſchießen, ſtürmt alles fort.
Einige bange Minuten. Dann löſen ſich aus dem
ruſſi=
ſchen Schützengraben einige Soldaten, ebenfalls nur mit
Spaten bewaffnet, und ziehen ſich raſch gegen den Acker
zu. Und jetzt fangen an einem Rand die Unſeren zu
gra=
ben an — am andern tun die Ruſſen dasſelbe. Der
Strei=
fen wird immer ſchmäler — ſie kommen näher und näher.
Werden ſie handgemein werden? Auf einmal ſalutieren
beide Parteien, und ruhig kehrt alles heim, zu ſeinen
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
Nummer 336.
kann ein Verſtümmelter noch Verrichtungen ausführen, die
der Laie von vornherein für gänzlich ausgeſchloſſen halten
würde. Das ſchlagendſte Beiſpiel wird immer Hoeftmans
Mann ohne Hände und Füße bleiben, der trotzdem ſich
anziehen, eſſen, ſchreiben und ſich ſelbſttätig fortbewegen
kann und Meiſter einer Drechſlerlehranſtalt iſt.
In den ihm unterſtellten Lazaretten benutzt Herr
Pro=
feſſor Bieſalski jeden ärztlichen Rundgang, um ſchon
jetzt die Gedanken der Verwundeten darauf zu lenken, daß
ſie in ihrem alten Berufe wieder tätig ſein können und
müſſen. Ein Lehrer, dem der rechte Arm abgenommen
werden mußte und der zuerſt aufs tiefſte nirdergeſchlagen
war, lernt jetzt mit der linken Hand ſchreiben, und mit
jedem Tag, wo er Fortſchritte ſieht, wächſt ſein Glaube
daran, daß er wieder Lehrer ſein kann. Einen Gärtner
mit Abtragung des Unterſchenkels hat er davon
über=
zeugt, daß er wieder wird gärtnern können, einen
Land=
mann mit Verluſt einer Hand, daß er wieder wird mähen
und harken können. Ein Maurer, dem der rechte
Unter=
arm in der Mitte abgenommen wurde, lernte allmählich
begreifen, daß er trotz dieſes Verluſtes wieder wird mauern
können. Seine Befürchtung, er würde keine Arbeit finden,
wurde ihm mit der feierlichen Verſicherung genommen, daß
es gelingen wird, die deutſche Arbeitgeberſchaft dazu zu
bringen, auch erwerbsbeſchränkte Arbeiter wieder zu
be=
ſchäftigen. Verſchiedene andere Arbeiter mit drohender
Verſteifung von Gelenken und Zerreißungen von Sehnen
und Nerven wurden ihrer Verzweiflung über die Zukunft
ihrer Familie dadurch entriſſen, daß ihnen
Nachoperatio=
nen in Ausſicht geſtellt wurden, und allen zuſammen führt
Herr Profeſſor Bieſalski die geheilten und in ſeinen
Werk=
ſtätten beſchäftigten Kinder vor, um ihnen zu zeigen, was
man alles durch methodiſches Behandeln erlernen und
er=
reichen kann. Dann leuchten die Geſichter und die
nieder=
geſchlagenen Menſchen wachſen förmlich empor. Dieſe
Be=
lehrung muß möglichſt frühzeitig einſetzen, ehe bei den
Leuten der Gedanke ſich feſtgeſetzt hat, daß ſie Bettler ſeien
und von Almoſen werden leben müſſen.
Neben dem reinen Handarbeiter wird aber auch noch
eine nicht geringe Zahl von Verſtümmelungen ſolche
Krie=
ger treffen, die ihr Brot mit dem Kopfe verdienen; und
dieſe werden manchmal ganz beſonders ſchwer durch die
Erwerbsbeſchränkung betroffen ſein. Hier aber wird es
auch faſt noch mehr als bei jenen möglich ſein, neue
Ar=
beit zu beſchaffen; bei den Offizieren durch Unterbringung
in Verwaltungsbetrieben des Heeres, für viele andere
Kopfarbeiter in verwandten Berufen. Und für ſie ergeht
nicht minder als für die anderen der Ruf, insbeſondere
an die Behörden, ihnen geeignete Stellen zu öffnen, auch
wo ſie im Anfang nicht dasſelbe leiſten können, wie der
Vorgänger.
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß bei der
Ein=
mütigkeit und Opferwilligkeit des deutſchen Volkes nach
dem Kriege jeder Arbeitgeber die verletzten Krieger
wie=
der einſtellen und nachſichtig ſo lange beſchäftigen wird,
bis die Leute wieder mit genügend Schnelligkeit und
Ge=
ſchicklichkeit arbeiten gelernt haben. In der Heimat müſſen
die Leute verbleiben, weil dieſe ihnen allein den nötigen
ideellen Rückhalt gibt, um aus der ſeeliſchen Not
heraus=
zukommen, und weil auch dort die materiellen Hilfsquellen
reichlicher fließen werden, als in der Fremde. Es iſt auch
nicht wünſchenswert, daß die Verſtümmelten ſich an einem
Platze zuſammendrängen. Wenn überall das Verſtändnis
für die hier umſchriebenen Aufgaben geweckt ſein wird,
muß es möglich ſein, daß die zahlreichen Schwerverletzten
in der Maſſe des arbeitenden Volkes wieder aufgehen,
ohne daß ſie oder ihre Umgebung ſich recht bewußt
wer=
den, wie viel erwerbende Kraft brach gelegt worden iſt
So allein wird die Liebe und Dankbarkeit der
Volks=
genoſſen dem Kriegskrüppel wieder das
Be=
wußtſein beibringen können, daß er bis auf die ihm
ver=
bliebene Bewegungsbeſchränkung, die er praktiſch
allmäh=
lich zu überwinden gelernt hat, derſelbe geblieben iſt, der
er war.
Gläubigerverſammlung der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank.
-g. Im „Kaiſerſaal” fand geſtern nachmittag eine
Ver=
ſammlung der Gläubigergenoſſenſchaften der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank
ſtatt Den Gläubigergenoſſatſchaften ſollte Bericht über
die ſeitherige Tätigkeit der Verwaltung
und die jetzige Lage der Bank erſtattet werden
Auch ſollte die Verſammlung Klarheit darüber ſchaffen,
ob Geneigtheit beſteht, das am 31. Dezember ablaufende
Moratorium bis 1916 zu verlängern, ſowie zur
Ausſchüt=
tung von 15 Prozent auf die Gläubigerforderungen.
Der Vorſitzende des Vorſtandes und Aufſichtsrats,
Herr Ofenloch=Finthen, begrüßte die Erſchienenen
insbeſondere Herrn Finanzrat Dr. Michel und die
Ver=
treter des Verbandes. Er gedachte dann in ehrenden
Worten des Herrn Direktors Dr. Fitting der den
Heldentod ſtarb. Zum Gedächtnis erheben ſich die
An=
weſenden von ihren Sitzen. Der Vorſitzende wünſchte, daß
dieſe ernſte Sitzung und die gefaßten Beſchlüſſe den
Ge=
noſſenſchaften zum Segen gereichen mögen. Zu bedauern
ſei es, daß noch immer 17 Genoſſenſchaften ſich weigern,
den Verzicht auf 50 Prozent zu erklären. Es ſolle noch
einmal und zum allerletztenmal an dieſe appelliert
wer=
den, ihre ablehnende Haltung aufzugeben. Er müſſe
erklären, daß weder Vorſtand noch Aufſichtsrat daran
denken, die Forderungen dieſer 17 Genoſſenſchaften
auf=
zukaufen. Der Verwaltung war es nicht möglich, wie
ſie beabſichtigt hatte, den Genoſſenſchaften durch ein
Rundſchreiben einen Ueberblick über den Stand der
L. G. B. zu geben, da die Verhandlungen zur Uebernahme
der Reichsgenoſſenſchaftsbank erſt vor kurzem zum
Ab=
ſchluß gelangt ſind. Die Verhandlungen hierüber waren
ſehr langwierig und ſchwer. Die Verhandlungen ſtockten
eine Zeitlang, ſo daß die Konkursanmeldung nahegerückt
ſchien. Erſt dem Eingreifen des Herrn Finanzrat Dr.
Michel und des Verbandsanwalts Gennes gelang
es, die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Duxch
die Uebernahme der R. G. B. kam die Gewerkſchaft
Kur=
köln und die Ziegelei Sannerts unter die Aufſicht der
L. G. B.
Bei der Ziegelei Sannerts wurden durch
Verein=
fachung der Verwaltung große Erſparniſſe gemacht, ſo
daß eine Verzinſung von über 500000 Mark erwartet
vird. Die Liegenſchaftsgeſellſchaft iſt in Konkurs geraten,
aber wegen Mangel an Maſſe abgewieſen worden. Die
Berggerechtſame von Kurköln ließen ſich durch Verkauf
von Stahlberg für 20000 Mark zu einem kleinen Teil
ver=
werten. Bezüglich der Regreßklage gegen den früheren
Vorſtand und Aufſichtsrat wurde nichts unverſucht
ge=
laſſen. Der Verſuch einer gütlichen Einigung mißglückte.
das Wort hat jetzt das Gericht. Man wollte niemand
von Haus und Hof bringen, aber eine gerechte Sühne
müſſe ſein. Um auf jede Weiſe zu ſparen, werde der
Generalverſammlung der Vorſchlag gemacht werden, die
Zahl der Auſſichtsratsmitglieder zu vermindern.
Herr Finanzrat Dr. Michel dankte für die
Aner=
kennung; er habe aber der Kommiſſion zur Regelung des
Verhältniſſes zur R. G. B. nicht angehört, ſondern habe
ſich natürlich gern zur Verfügung geſtellt, um die
abge=
riſſenen Fäden mit der R. G. B. wieder anzuknüpfen. Er
hoffe feſt, daß die Pfandbriefſperre der
Landwirtſchaft=
lichen Hypothekenbayk wieder aufgehoben wird. Ueber
die Verwaltungs= und
Verwertungsgeſell=
ſchaft in Frankfurt ſei vom Amtsgericht für die
Dauer des Krieges die Geſchäftsaufſicht
erhängt worden. Das Schickſal der V. V. G. iſt alſo
von dem der L. G. B. abgelöſt. Was die Regreßklage
an=
angt, ſo hat man ſich bemüht, vermittelnd einzugreifen,
ohne die Verhandlungen zu Ende führen zu können, da
das Anerbieten nicht hinreichend erſchien.
Direktor Moll gab eine eingehende Darlegung über
die Lage der Bank; ein näheres Eingehen darauf erübrigt
ſich, da der Bericht den Gläubigergenoſſenſchaften gedruckt
zugeht. Die Notwendigkeit eines weiteren Moratoriums
von zwei Jahren habe ſich ergeben, da die Aktiven,
beſon=
ders auch wegen des Krieges, nicht eher flüſſig zu machen
ſeien. Schon bei Bewilligung des erſten Moratoriums
ſei es klar geweſen, daß die Abwickelung ſich nicht
inner=
halb der Zeit von 1¾ Jahren erriöglichen ließe. Herr
Direktor Moll gab eingehendes Zahlenmaterial über die
Abmachungen mit der R. G. B., ferner über die
Verhand=
lungen mit der Gewerbebank Lollar und über das
Ver=
hältnis zur V. V. G. In der Regreßklage ſtehe für den
16. Januar Termin an. Eine Bilanzaufſtellung für 1913
konnte bis jetzt noch nicht vorgenommen werden, da
17 Genoſſenſchaften die Erklärung auf Verzicht von 50
Prozent noch nicht abgegeben haben. Er hoffe
zuverſicht=
lich, daß es noch in letzter Stunde gelingt, die 17
Genoſ=
ſenſchaften zu bewegen, die Erklärung abzugeben. Am
31. März 1913 betrugen die Schulden 14 139 389,69 Mark;
davon entfallen auf die Genoſſenſchaften, die die
Erklärun=
gen abgegeben haben, 13 523 960,73 Mark, während die
17 Genoſſenſchaften, die noch keine Verzichterklärung
ab=
gaben, 615 428,96 Mark zu fordern haben. Die 15
Pro=
zent, die zur Verteilung gelangen ſollen, werden nach der
Geſamtforderung vom 31. März 1913 berechnet.
Rettig=Flonheim beantragte, den Genoſſenſchaften
den Vortrag über die Lage der Bank im Druck zugehen zu
laſſen, da ſonſt keine Ueberſicht möglich iſt. — Der
Vor=
ſitzende Ofenloch=Finthen teilt mit, daß bereits 123
Genoſſenſchaften mit 5 284000 Mark das weitere
Morato=
rium von zwei Jahren genehmigt haben. — Solms=
Nierſtein redete den noch ausſtehenden Genoſſenſchaften
noch einmal ins Gewiſſen, ſich in der jetzigen großen
Zeit auch dem großen Ganzen anzuſchließen und nicht
unzählige Familien ins Elend zu ſtürzen. Auch Graf=
Büttelborn mahnt zur Einigkeit. — Jakobi=
König=
ſtädten verlangt, daß die 17 Kaſſen genannt würden, die
die Erklärung nicht unterzeichnet hätten. — Finanzrat Dr.
Michel hält es für ratſam, wenn die 17
Genoſſenſchaf=
ten, falls ſie vertreten ſeien, ihre Meinungen äußerten,
weshalb ſie dem Verzicht auf 50 Prozent nicht zuſtimmten.
— Der Vorſitzende ſtellt feſt, daß von den 17
Genoſſen=
ſchaften fünf vertreten ſind.
Herr Direktor Mager gibt ſodann die Summe an,
mit denen einzelne der 17 Genoſſenſchaften Gläubiger
ſind. Die Spar= und Darlehenstaſſe Babenhauſen
hat eine Forderung von 43000 Mark; ſie weigert ſich, auf
die 50 Prozent zu verzichten wegen eines Streites über
einen Wechſel. Der Redner verweiſt darauf, daß dieſe
Differenzen ja ruhig ſpäter ausgetragen werden können;
mit dem Verzicht auf die 50 Prozent könne man ſich alles
andere vorbehalten. Weiter gehören zu den 17
Genoſſen=
ſchaften die zu Brensbach, Ober=Roden,
Rim=
horn, Dorheim, Erfelden. Heuſenſtamm II
hat 49000 Mark zu fordern; ein Grund für die
Verwei=
gerung des Verzichts iſt nicht bekannt. Die Spar= und
Leihkaſſe Offenbach verlangt 50 Prozent in Bar von
ihrer Forderung in Höhe von 18000 Mark. Die Spar=
und Darlehenskaſſe Wonsheim hat eine Forderung
von 218000 Mark, der Landwirtſchaftliche Konſumverein
Offenheim 290 Mark (!); die Spar= und
Darlehens=
kaſſe Burg=Gemünden 1591 Mark, von Deckenbach
15000 Mk., von Homberg 94000 Mk., Ober=
Oflei=
den 26000 Mark, die Spar= und Leihkaſſe Grüningen
39000 Mark, Spar= und Darlehenskaſſe Queckborn
13000 Mark und der Spar= und Kreditverein
Stein=
bach bei Gießen 3900 Mark; alſo ſind es acht
Genoſ=
ſenſchaften aus Starkenburg, zwei aus Rheinheſſen und
ſieben aus Oberheſſen. — Die Zentralkaſſe ſtehe
gün=
ſtig da, die Genoſſenſchaften haben ſich während des
Krie=
ges großartiger verhalten, als zu erwarten war.
Arnold=Grüningen erklärt das ablehnende
Verhal=
ten ſeiner Kaſſe; ſeinen Aeußerungen wird von
verſchie=
denen Rednern entſchieden entgegengetreten. —
Finanz=
rat Dr. Michel meint, Vorſtand und Aufſichtsrat
müß=
ten ſich entſchließen, was ſie zu tun gedenken, wenn die
17 Lenoſſenſchaften nicht verzichten. Man komme nicht
weiter, wenn man ſage, man glaube. Es müſſe Klarheit
burnter beſiehen, ob vie anderen Genoſſenſchaften ihren
Verzicht auf die 50 Prozent aufrecht erhalten, wenn die
anderen 17 nicht verzichten; ſo könnte wenigſtens eine
Bilanz aufgeſtellt werden. — Ein Vertreter wünſcht
wie=
derholt Aufſchluß darüber, wie hoch ſich die
Verwaltungs=
koſten ſtellen, ob dieſe nicht den ganzen Vorteil
verſchluck=
ten. Eine Antwort kann vom Vorſtand darüber nicht
mitgeteilt werden. Der Vorſitzende teilt nur mit, daß
Herr Direktor Moll 12000 Mark bezieht, und die zwei
Juriſten hätten ihre Forderungen auf 20000 Mark
er=
mäßigt. Es ſoll in der Generalverſammlung eine
Auf=
ſtellung über die Verwaltungskoſten gegeben werden.
Bei der Beſchlußfaſſung ſtimmen nur fünf Vertreter
gegen eine Aufrechterhaltung des Verzichts für den Fall,
daß die 17 Genoſſenſchaften ihre ablehnende Haltung
bewahren. Das Moratorium und die Ausſchüttung von
15 Prozent werden einſtimmig genehmigt. — Herr Direktor
Mager ging dann noch mit kurzen Worten auf die
Frage ein, ob die Liquidation oder die Geſchäftsaufſicht
empfehlenswerter ſei. Von der Zentralkaſſe könne
er als erfreulich bezeichnen, daß das Wechſelobligo bei der
Preußenkaſſe von 4½ Millionen auf 800000 Mark
zurück=
gegangen ſei. An Kriegsanleihe konnten 450000 Mark
gezeichnet werden. — Von einem Vertreter wird
bean=
tragt, den Herrn Finanzrat Dr. Michel in die
Verwal=
tung zu wählen und dieſen Antrag auf die nächſte
Tages=
rdnung= zu ſetzen. — Dieſer dankt für den ihn
über=
raſchenden Antrag. Er vermißt noch Aufklärungen
dar=
über, wie man ſich hinſichtlich der Bürgſchaften geſichert
habe. Seiner Anſicht nach hätte man ſich erſt mit den
Gläubigern ins Benehmen ſetzen müſſen, ob ſie mit einer
Veränderung der Bürgſchaft einverſtanden ſeien, ehe man
ſich ſtark mache, 15 Prozent zu verteilen. Dieſen müſſe es
durchaus nicht gleich ſein, ob hinter der Bürgſchaft zwei
Millionen bar Geld oder immobile Werte ſtünden. —
Herr Direktor Mager gibt zu, daß dies formell zutreffe.
Mit Dankesworten an die Erſchienenen ſchloß der
Vor=
ſitzende Ofenloch=Finthen dann die Verſammlung.
Rotes Kreuz.
(Geöffnet von 8—1 und 2—7 Uhr. Bureau der
Zen=
tral=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 25;
Krankenbe=
förderungs=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 2576;
Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20;
Liehes=
gaben=Transport=Abteilung und Kreuzpfennig=Marken:
Neckarſtraße 8, Fernruf 2421.)
Der Verein für alkoholfreie Erfriſchungsräume hat ſein
Speiſehaus in der Nieder=Ramſtädterſtr. 14 verwundeten
und geneſenden Soldaten, die ausgehen dürfen, tagsüber
zum Aufenthalt angeboten und bemerkt, es komme nicht
Schützengräben zurück. Eine halbe Stunde Ruhe,
Schwei=
gen. Jetzt geht ein wütendes Schießen aus beiden
Grä=
ben los. Die gebratenen Kartoffel ſind eben gegeſſen.
* Die Pariſer Modefarbe. In der Berlingske
Ti=
dende erzählt der däniſche Journaliſt Franz von Jeſſen
ein Erlebnis in der Pariſer Untergrundbahn. Er fuhr
abends mit einem verwundeten franzöſiſchen Offizier und
zwei Damen, die ſich über Toiletten unterhielten,
zuſam=
men. Er belauſchte dabei folgendes Geſpräch: „Ich ſage
Dir, ſie trägt denſelben Hut wie im vorigen Frühjahr.”
„Nicht möglich!” „Auf Ehrenwort! Denſelben Hut wie
damals.” „Das finde ich unglaublich!” „Uebrigens ſag
mal, da Du ſonſt ſo gut Beſcheid wußteſt, was für
Far=
ben wird man dieſen Winter tragen?” „Das läßt ſich
un=
möglich ſagen. Nichts iſt ja ſicher in dieſer Zeit.” „Ach
was! Du wüßteſt nicht, was für Farben wir tragen
wer=
den?” „Ich verſichere Dir! Das weiß keiner!‟ Der
ver=
wundete Offizier machte eine ungeduldige Bewegung.
Plötz=
lich erhob er ſich und ſagte ernſt: „Meine Damen, ich kann
es Ihnen ſagen: die Farbe wird ſchwarz.”
* Amerikaniſcher Kriegshumor. Man kann in einem
Reſtaurant nur noch ein ſpaniſches Omelett beſtellen, ohne
einen internationalen Aufruhr zu entfeſſeln. (Waſhington
Poſt.)
Als Urſache des Krieges iſt Martin Luther genannt
worden. Warum geht man mit der Suche nach der
Ur=
ſache nicht bald auf Adam und Eva zurück? (
Indianapo=
lis Star.)
Nächſtens werden die Deutſchen ſo große Kanonen
haben, daß ſie den Krieg führen können, ohne Berlin zu
verlaſſen. (Philadelphia Public Ledger.)
Die Geſellſchaft für die engliſch=deutſche Annäherung
in London hat ſich aufgelöſt, gerade in dem Augenblick
wo ſie am nötigſten wäre. (St. Louis Globe Democrat.)
Wie muß London jetzt die Eskimos um ihren ſechs
Monate dauernden Tag beneiden! (Columbia State.)
Daß die franzöſiſche Regierung ſämtliche
Autodroſch=
ken für den Dienſt des Heeres beſchlagnahmt hat, war ein
Meiſterſtreich, denn jedermann weiß, wie außerordentlich
geeignet ſie dazu ſind, furchtbare Angriffe auf Menſchen
zu machen. (Naſhville Southern Lumbermann.)
Es ſcheint, daß der ruſſiſche Kriegsplan darin beſteht
die Deutſchen immer weiter nach Rußland vordringen zu
laſſen und dann — um einen Schneeſturm zu beten. (St.
Louis Globe.)
* Gott ſtrafe England! Der Hannoverſche Anzeiger
erhält von einem Leutnant der Landwehr folgende
Zu=
ſchrift aus dem Felde: Als guter Hannoveraner ſende
Ihnen von Frankreichs Boden herzlichſte treu=deutſche
Grüße und bitte, beifolgenden Zeilen ein beſcheidenes
Plätzchen einzuräumen: „Gott ſtrafe England!“
„Er ſtrafe es!‟ Das iſt der neue Gruß unſerer
Trup=
pen. Von irgend jemand angeregt, pflanzt er ſich fort.
Wer ihn zum erſtenmal hört, ſtaunt, begreift, und weiter
macht er die Runde. Ueberall, wo bei uns ein Offizier
oder Mann ein Zimmer betritt, ſagt er nicht „Guten Tag”
oder gar beim Fortgehen „Adieu” ſondern „Gott ſtrafe
England!” und der Gegengruß: „Er ſtrafe es!” Oh, das
tut wohl für deutſche Ohren, und ſelten iſt ſo viel über
den üblichen Gruß nachgedacht worden, wie jetzt. „Er
ſtrafe es!” Jawohl, das wollen wir und darum ſind wir
Deutſchen hinausgezogen, haben unſer Heim und unſere
Familie verlaſſen, um zu ſtrafen alle, die uns den
Frie=
den raubten.
Vom Landesmuſeum.
— Im Kirchenchor des Großh.
Landes=
muſeums iſt für einige Wochen ein Altar aufgeſtellt, der
der Kirchengemeinde Schotten gehört. Er war der
Hauptaltar der Kirche und wurde erſt in den 20er Jahren
des 19. Jahrhunderts auseinandergenommen. Die einzelnen
Tafelbilder hing man in goldenen Rahmen an den
Wän=
den des Chors auf, die 3 Baldachine mit den Plaſtiken
verdarben in einer Ecke der Kirche. Auf die Schönheit der
erhaltenen Altarteile wurde von den Beamten der kunſt=
hiſtoriſchen Abteilung des Landesmuſeums öfters
hinge=
wieſen und der Wiederaufbau des Werkes angeregt. Die
Kirchengemeinde Schotten bewilligte ſchließlich die
erfor=
derlichen Mittel, zumal die Herren Gebrüder Vey,
Kunſt=
ſchreinerei in Darmſtadt, ſich erboten, die Arbeiten
aus=
zuführen und ihrer Heimatgemeinde Schotten nur ihre
Selbſtkoſten anzurechnen. Dieſer Opferwilligkeit iſt es
zu=
zuſchreiben, daß der Wiederaufbau zuſtande kam. Die
Kirche von Schotten, die in den letzten Jahren im
Aeuße=
ren wieder hergeſtellt wurde und deren innere
Aus=
ſchmückung auch in Kürze bevorſteht, wird ſo ihren alten
Altar und damit ihre Hauptzierde wieder erhalten. Sein
Aufbau iſt ebenſo einzigartig, wie ſchön; ſeine Gemälde
ſind heute noch von einer ganz erſtaunlichen Leuchtkraft
und Friſche. Wer die Bilder vor ihrer Aufdeckung, die
durch die ſchon ſo oft bewährte Hand des Kunſtmalers W.
Horſt hier erfolgt iſt, geſehen hat, wird ſie kaum mehr
wiedererkennen, da all der leuchtende Glanz des Goldes
und der hellen Farben unter dicken Schichten von Schmutz
und Firniſſen verborgen war. Ueber den Wiederaufbau
des Altars und die Wiederherſtellung der einzelnen Teile
ſoll an anderer Stelle von der Muſeumsverwaltung, unter
deren Leitung die Arbeiten vorgenommen worden ſind,
eingehender berichtet werden. Hier ſoll nur zur
Beſichti=
gung eingeladen werden. Der Altar ſelbſt ſtammt noch
aus den letzten Jahren des 14. Jahrunderts und gehört
zu den bedeutendſten Arbeiten der mittelrheiniſchen Kunſt;
er ſchiebt ſich, kunſtgeſchichtlich betrachtet, zwiſchen den
gro=
ßen Friedberger Altar und den Tafeln aus Ortenberg ein,
beide in unſerer Gemäldeſammlung.
Zu gleicher Zeit ſei noch auf eine Neuerwerbung der
Koſtümſammlung hingewieſen. Fräulein von Werner in
Bensheim hat die Feſtkleider, die ſeinerzeit auf der
Em=
pire=Ausſtellung des Gewerbemuſeums zu ſehen waren,
dem Landesmuſeum überwieſen, deſſen reiche Beſtände an
Renaiſſance= und Rokokokleidern damit aufs glücklichſte
er=
gänzt worden ſind. Der Geberin ſei auch an dieſer Stelle
für das wertvolle Geſchenk gebührend Dank geſagt.
Nummer 336.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
Seite 5.
darauf an, daß dieſe viel verzehrten, ſondern daß ſie ſich
wohl fühlten und die Zeit angenehm vertrieben. Zu
die=
ſem Zwecke ſei für Leſeſtoff, Zeitungen und Spiele geſorgt.
Auch könnten dort Erfriſchungen und einfache Koſt
genom=
men werden. Für die Bereitwilligkeit, unſeren Kriegern
„den Aufenthalt ſo angenehm als möglich” zu machen,
ſprechen wir hiermit auch auf dieſem Wege unſeren
herz=
lichſten Dank aus.
Die Schulkinder von Eppertshauſen bei Dieburg
haben für das Rote Kreuz 25 Mark geſammelt. Ebenſo
haben die Kinder der erſten Schulklaſſe zu Sandbach i. O.
15 Mark geſammelt, mit der Beſtimmung, daß dieſe
zu=
ſammen mit den dort von der Kriegsfürſorge geſammelten
100 Mark für Weihnachtsliebesgaben an ſolche Soldaten
im Felde verwendet werden ſollten, die zu Hauſe keine
Angehörigen haben. Auch dieſen jungen
Vaterlandsfreun=
den ſei recht herzlich gedankt.
Verwendet Kreuzpfennig=Marken!
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Dr. Johannes Müllers Name übt auch
dies=
mal wieder eine ſo ſtarke Anziehunskraft aus, daß die
Eintrittskarten für ſeine am 11., 14. und 16. Dezember
hier ſtattfindenden Kriegsvorträge bereits jetzt zu einem
großen Teile verkauft ſind. Aus Stuttgart wird uns
über dieſe Vorträge geſchrieben: „Hier redet der
Deut=
ſcheſten und Lebendigſten einer aus glühender, heiliger
Liebe zu ſeinem Volk heraus. Was Müller darbietet, ſind
nicht ausgeklügelte Gedankengeſpinſte; er ſteht immer
ganz nüchtern auf dem Boden der Wirklichkeit und öffnet
uns von hier aus mit wunderbarer Treffſicherheit den Blick
für das in allen äußeren Ereigniſſen und
Schickſalsſchlä=
gen verborgene, durch ſie ſich auswirkende göttliche
Wal=
ten, das auf eine Neuverfaſſung der Menſchheit und auf
eine Umgeſtaltung aller weltlichen Mächte abzielt. — Der
Saal war gedrängt voll; geſpannt folgten die Hörer dem
Vortrag, der tiefſte Eindrücke hinterließ.”
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 5. Dezember 1914
Butter, ½ kg 1,60 — 1,70 M
in Part. ½ kg 1,40-1,50 M
Eier Stück . . 12—14 Pf.
Schmierkäſe, ½ Lit. 20 Pf.
Handkäſe, Stück 5—12 Pf.
Kartoffeln, Zentner . 4 M
Kumpf
(10 Liter) 65 Pf
Mäuschen,
Kumpf 9—10 Pf.
1 kg . 9 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg. . 10— 16P
Zitronen, Stück . 6—8 P
Apfelſinen, Stück 6—10 Pf.
8—15 P
Birnen, ½ kg
Nüſſe 100 Stück . 50 Pf
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 5—6 Pf
Endivien, Stück 4—7 P
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 3 Pf.
Rettiche . Stück 4—5 P
Meerrettich, Stück 10—20 Pf
Roterüben,
10 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 12—14 Pf.
omaten,
30 Pf.
20 Pf.
inat, ½ kg
Weißkraut, Stück 12—15 Pf
Rotkraut, Stück 10—35 Pf.
Blumenkohl, Stück 20—50 Pf
Wirſing, Stück 5—10 Pf.
Grünkohl, Stück . . 5 Pf.
Roſenkohl, ½ kg . . 25 Pf.
Gelberüben, ½ kg 5 Pf.
Schwarzwurz, ½kg 26-28 Pf.
Sellerie, Stück . 5—10 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 85—90 Pf.
Enten, Stück 3,00—3,50 M.
Hahnen, Stück 1,50—2,00 M.
Hühner, „ 2,00—2,50 M.
Tauben, Stück 50—60 Pf
Haſen, Stück . 3,80—4 M.
Lapins, Stück 1,00—1,10 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg .
1 M.
Aal. ½ kg
1 M.
Andere Rheinfiſche,
½ kg 35—50 Pf.
Kabliau, ½ kg . . 40 Pf
Schellfiſche ½ kg . 40 Pf.
In den Fleiſchſtänden.
Rindfleiſch, ½ kg 70—76 Pf.
Kalbfleiſch, ½ kg 0,90-1 M.
Hackfleiſch, ½ kg . 80 Pf.
Ziegenfleiſch” ½ kg . 60 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 60 Pf.
Rindswürſtchen, Stück
15—20 Pf.
Schweinefleiſch mit
Beilage, ½ kg 90 Pf
„ ohne Beilage 1 M.
Geſalzenes und Koteletts,
½ kg 90 Pf
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
eber= und Blutwurſt,
½ kg 80 Pf.
Hammelfleiſch, ½ kg 80 Pf.
Mainz, 5. Dez. (Steuerung der
Kartoffel=
not.) Das Kreisamt ſchreibt: Nach Vermittelung durch
das Kreisamt und unter dankenswerter Beihilfe der
Bür=
germeiſterei Marienborn iſt es gelungen, größere
Kai=
toffelvorräte von dort für die Lazarettverwaltung
in Mainz zu kaufen., Es iſt ſehr zu begrüßen, daß die
Marienborner Landwirte die geſetzwidrige Zurückhaltung
der Kartoffeln aufgegeben haben, und es iſt zu hoffen, daß
dieſes Beiſpiel Nachahmung findet. Auch die Zufuhr auf
dem Markte hat ſich gebeſſert. Eine eigentliche
Kartoffelnot iſt wohl nicht mehr zu
befürch=
ten, denn es zeigen ſich jetzt die Folgen des Umſtandes
daß Heſſen zu der Zone des Reichs mit den
höchſten Höchſtpreiſen gehört. Es beginnen
nämlich erhebliche Kartoffelvorräte aus Nord= und Oſt
deutſchland nach Mainz zu fließen, ſo daß am Ende viele
Mainzer Abnehmer in die Lage kommen können, auf die
ihnen vorenthaltenen Kartoffeln aus der Provinz zu
ver=
zichten und ſogar noch einen niedrigeren Preis zu bezahlen,
wie ihn die heimiſchen Produzenten fordern. — (
Ver=
gehen gegen die feſtgeſetzten Höchſtpreiſe.)
Geſtern hatten ſich zum erſten Male vor der Strafkammer
zwei Frauen zu verantworten, weil ſie auf dem Mainzer
Wochenmarkt Kartoffeln teurer verkauften, als dies vom
Gouvernement feſtgeſetzt wurde. Sie forderten ſtatt 4 Pfg
6 Pfg. Die Angeklagten wollten die Bekanntmachung über
die Höchſtpreiſe nicht gekannt haben. Sie wurden zu 20
bezw. 30 Mark Geldſtrafe verurteilt.
Mainz, 5. Dez. (Großfeuer) entſtand geſtern
nach=
mittag im Hauſe Johannisſtraße 2. Kaminfeger, die im
Nebenhaus auf dem Dache beſchäftigt waren, bemerkten,
daß aus dem Nachbarhaus aus den Speicherluken Rauch
kam. Durch das viele Holz und das leichte Fachwerk ſtand
alsbald der ganze Dachſtuhl in Flammen. Nach
Aſtün=
digen Bemühungen gelang es den Wehren, den Brand zu
löſchen. Ein im Dachſtocke wohnender Privatmann, der
ſich in Sicherheit gebracht hatte, bezeichnete den
Kamin=
fegern die Stelle, wo er ſein Geld aufbewahrt hatte; es
gelang den Leuten, die Kaſſette mit dem Geld
herabzu=
holen und ſie dem Privatmann einzuhändigen. — (
Ueber=
fahren.) Geſtern abend fuhr ein Geſpann der 6er
Dra=
goner im gemäßigten Trab durch die Rheinallee. An der
Kaiſerſtraße entfielen dem Führer die Zügel; er kletterte
auf die Deichſel, um ſie aufzuheben. Dadurch wurden die
Pferde ſcheu, gingen durch und der bedauernswerte
Füh=
rer kam unter die Räder. Dr. Metternich eilte dem
Schwerverletzten zu Hilfe. Mit einer Tragbahre brachte
man den Aermſten in das nahe Feldberglazarett. Die
Pferde wurden durch die Begleitmannſchaft geſtellt. Der
Ueberfahrene, ein Reſerviſt Braun aus Mainz, iſt
ge=
ſtorben.
Reich und Ausland.
Ludwigshafen, 5. Dez. (Familiendrama.) In
einem Hauſe an der Bismarckſtraße wurde heute ein
ſchreckliches Familiendrama aufgedeckt. Der Milchhändler
Jakob Repp hatte ſeine Frau, ſeine beiden Kinder,
einen Knaben im Alter von 10 und ein Mädchen von acht
Jahren, ſowie ſich ſelbſt durch Oeffnung des Gashahnes
vergiftet. Da in einem hinterlaſſenen Briefe angeführt
war, daß die Familie ſtändig vom Unglück verfolgt würde,
dürfte hierin das Motiv der Tat zu ſuchen ſein.
Karlsruhe, 5. Dez. (Auszeichnung.) Die
Groß=
herzogliche Techniſche Hochſchule Karlsruhe hat dem
Be=
gründer der heutigen Weltfirma Benz u. Co., Rheiniſche
Automobil= und Motorenfabrik, Aktiengeſellſchaft in
Mannheim, Ingenieur Karl Benz in Ladenburg, in
An=
erkennung ſeiner hervorragenden Verdienſte um die
Ent=
wickelung der Verbrennungskraftmaſchinen und ſeiner
bahnbrechenden Erfindertätigkeit auf dem Gebiete des
Automobilbaues die Würde eines Dr.=Ing. ehrenhalber
verliehen.
Teltow, 5. Dez. (Eiſenbahnunfall.) Geſtern
abend gegen 9 Uhr ſtießen auf dem Güterbahnhof der
Rix=
dorf=Mittenwalder Kleinbahn zwei Güterzüge zuſammen,
wobei ein Lokomotivführer getötet und ein Heizer
ſchwer verletzt wurden.
Graz, 5. Dez. (Die Schweſter des Königs
von Serbien, Polyxene) ſtarb in dem kleinen Orte
Peggau bei Graz im Alter von 82 Jahren. Sie war
ver=
heiratet mit dem Advokaten Preſchern, von ihm aber
wie=
der geſchieden.
Neapel, 5. Dez. (Eiſenbahnunfall.) Ein von
Rom kommender Schnellzug iſt auf dem Bahnhof von
Riardo mit einem Güterzug zuſammengeſtoßen. Sechs
Reiſende wurden getötet und zahlreiche verletzt.
Kriſtiania, 5. Dez. (Sturmflut.) Die
Hafen=
ſtadtteile von Kriſtiania wurden geſtern von einer
gewal=
tigen Sturmflut heimgeſucht. Ein großer Schaden au
Waren, Schiffen und Gebäuden wurde am Kriſtianfjord
verurſacht.
Von der Kriegs=Arbeitsgemeinſchaft
im Baugewerbe.
— Der Zentralausſchuß der im Oktober aus den
deutſchen baugewerblichen Arbeitgeber= und
Arbeiterver=
bänden gebildeten Arbeitsgemeinſchaft hat zur weiteren
Förderung der Beſtrebungen, die Arbeitsloſigkeit im
deutſchen Baugewerbe während des Krieges
einzudäm=
men, an den Reichstag, Bundesrat und die Reichsämter
die Bitte gerichtet, daß die ſchon beſchloſſenen Bauten
um=
gehend ausgeführt und Mittel für weitere Bauten
bereit=
geſtellt werden. Gleiche Eingaben ſind in den letzten
Wochen an die geſetzgebenden Körperſchaften und
Mi=
niſterien der Bundesſtaaten gerichtet worden. Neben
dem Zentralausſchuß ſind nun bereits in faſt allen
Pro=
vinzen, kleineren Bundesſtaaten uſw. Bezirksausſchüſſe
der Arbeitsgemeinſchaft tätig, welche erfreulicherweiſe
vielfach bei den Behörden großes Entgegenkommen
ge=
unden haben. So ſind beiſpielsweiſe von den
Kreis=
regierungen Bayerns größere Summen zu neuen Bauten
bereitgeſtellt worden. Die Arbeitsgemeinſchaft wird ihre
Aufmerkſamkeit nun auch beſonders auf die
Wiederbe=
lebung der privaten Bautätigkeit richten und mit den
ka=
pitalkräftigen Stellen zwecks Erleichterung der
Kapital=
beſchaffung in Verbindung treten. Sie erwartet im
va=
terländiſchen Intereſſe von den Induſtriellen und
Pri=
vaten, daß ſie ihre Bauaufträge, auch ſolche für
Repara=
turarbeiten, nicht länger zurückhalten. — Auch gegen die
Heranziehung von Kriegsgefangenen zu baugewerblichen
Arbeiten aller Art wird die Arbeitsgemeinſchaft im
In=
ereſſe der arbeitsloſen Bauarbeiter bei den maßgebenden
Stellen vorſtellig werden.
Landwirtſchaftliches.
F.C. Frankfurt, 4. Dez. (Heu= und
Stroh=
markt.) Man notierte: Heu 3,50—3,80 Mk., Stroh
(Kornlangſtroh) 3,00 Mk., alles per 50 Kilo. Geſchäft
leb=
haft. Die Zufuhren waren aus Oberheſſen und dem
Kreiſe Dieburg.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktion
ſeinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
— Allgemeine Klagen werden in dem
Johannes=
viertel laut, daß der 7½=Minutenverkehr auf der
Strecke Oſtbahnhof-Schloßgartenplatz
wie=
der nicht eingeführt wird. Warum ſoll dieſer Stadtteil
auf Koſten anderer zurückgeſetzt werden? Müſſen die
Be=
wohner desſelben nicht gleiche Gemeindeſteuern zahlen?
Die Entſchuldigung kann nicht ſtichhaltig ſein, man könnte
keine Schaffner bekommen, wo ſo viele Leute arbeitslos
ſind. Man ſchaffe die verlangte Kaution ab, und es
wer=
den ſich ſchon brauchbare Männer finden. Durch den
Vſtündigen Verkehr iſt ferner ein Mißſtand entſtanden,
der ſofortige Abhilfe verlangt, denn es iſt nicht möglich,
ohne allen Schutz auf dem Ernſt=Ludwigsplatz auf den
Anſchluß zu warten. Die Stadt Darmſtadt kann unmög
lich auf die Wartehalle verzichten. Ein Laden in der
oberen Rheinſtraße, Ernſt=Ludwigsplatz, Marktplatz
könnte den Intereſſen des Verkehrsvereins genügen.
Viele Bewohner des Johannesviertels.
— In einem beherzigenswerten Merkblatt der
deut=
ſchen Staatsregierungen für die in der Heimat
Zurück=
gebliebenen, dem noch weit mehr Verbreitung zu
wün=
ſchen wäre, als es bisher gefunden hat, ſteht u. a.: „Eßt
Kriegsbrot; es iſt durch den Buchſtaben K kenntlich. Es
ſättigt und nährt ebenſogut wie anderes. Wenn alle es
eſſen, brauchen wir nicht in Sorge zu ſein, ob wir immer
Brot haben werden.” Bemühungen, in Darmſtadt K=Brot
zu erhalten, ſind bisher fehlgeſchlagen. Es wäre deshalb
wohl an der Zeit, daß unſere Regierung, wie dies die
badiſche bereits vor einiger Zeit getan hat, ſich die
Be=
ſchaffung von K=Brot durch die Bäckereien angelegen ſein
laſſen und damit ihren eigenen Rat ausführbar machen
wollte.
Vermiſchtes.
* Wie uns der Verlag von Gerhard Stalling,
Olden=
burg i. Gr., mitteilt, iſt er bereit, Anfragen nach Ber=
mißten in der Feldpoſt, der Mannſchaftsausgabe
des Deutſchen Offizierblattes, ſowie in dieſem ſelbſt zur
Veröffentlichung zu bringen. Von dieſen
Nachrichtenblät=
tern gelangen jede Woche annähernd eine Viertelmillion
Exemplare durch Vermittelung der Oberkommandos der
Armeen in direkten Wagen an die Front und werden dort
von Hand zu Hand weitergegeben. Eine uns vorliegende
Nummer der Feldpoſt zeigt die praktiſche Anordnung der
bisherigen Veröffentlichungen. Möge ſich dieſe
Einrich=
tung als wertvoll erweiſen und recht Vielen über das
Schickſal ihrer vermißten Lieben Gewißheit bringen.
* Der bekannte nationale Kunſtverlag Gerhard
Stal=
ling in Oldenburg i. Gr., der ſich bereits durch die
Aus=
gabe der vorzüglichen Kaiſer= und Heerführer=
Bildniſſe des gegenwärtigen Weltkrieges einen
Na=
men geſchaffen hat, gibt ſoeben eine prächtige Gravüre im
großen Wandbildformat 73195 Zentimeter, in einer
klei=
neren Ausgabe von 37448 Zentimeter heraus. Profeſſor
Willy Stöwer, der wahrhaft ſachverſtändige
Marine=
maler, hat darauf einen ergreifenden Moment in
treffend=
ſter Weiſe feſtgehalten: Das kleine „U 9‟ fährt in
Parade=
aufſtellung durch ein ſich gen Himmel türmendes Spalier
großer Schlachtſchiffe, deren Mannſchaften, hingeriſſen
vom Augenblick, begeiſtert der kleinen Beſatzung der
Nuß=
ſchale entgegenjubeln. Es liegt in dem ſchönen Bilde
ſo=
viel Wucht und vaterländiſcher Stolz, daß ihm ſicher
überall, zumal in ſo glänzender Gravürenausgabe, der
Ehrenplatz eingeräumt wird. Das Blatt koſtet in der
großen Ausgabe 6 Mark, in der kleinen nur 2,60 Mark,
iſt alſo im Verhältnis zum Gebotenen auch recht preiswert.
Literariſches.
— Illuſtrierte Geſchichtedes Weltkrieges1914.
Allgemeine Kriegszeitung. Wöchentlich 1 Heft zum Preiſe
von 25 Pf. Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft in
Stuttgart, Berlin, Leipzig, Wien. Aus dem Inhalt der
uns vorliegenden Hefte 3 und 4 möchten wir beſonders
hervorheben: 3. Heft: Die Geſchichte des Weltkrieges
1914. (Fortſetzung.) — Illuſtrierte Kriegsberichte:
Lan=
dung engliſcher Truppen auf dem Kontinent. Mit
dop=
pelſeitigem Kunſtblatt Landung engliſcher Truppen in
Nordfrankreich”. Nach einer Originalzeichnung von Willy
Stöwer. — Die Schlacht bei Ortelsburg und Gilgenburg.
Mit Porträt des Generalfeldmarſchalls von Beneckendorf
und Hindenburg, einer Skizze des oſtpreußiſchen
Kriegs=
ſchauplatzes und dem Bilde „Vernichtung einer ruſſiſchen
Kavalleriebrigade durch deutſche Infanterie‟. Nach einer
Originalzeichnung von E. Zimmer ꝛc. 4. Heft: Die
Ge=
ſchichte des Weltkrieges 1914. (Fortſetzung.) — Illuſtrierte
Kriegsberichte. — Prinz Friedrich Karl von Heſſen und
die 81er. — Oſtpreußiſche Flüchtlinge. Mit 2
Photogra=
phien und dem Bilde „Ruſſiſche Koſaken plündern und
brennen ein Dorf nieder.‟ Nach einer Originalzeichnung
von A. Roloff. — Die Feſtung Antwerpen. Mit einer
Photographie und einem Plan von Antwerpen und
Umgebung ꝛc. — Plan des Kriegsſchauplatzes im Süd
weſten. — Kriegsnachrichten aus aller Welt,
— Was iſt ein Unterſeeboot, was ein Torpedo und
Torpedoboot, was iſt eine Seemine? Darüber
unterrich=
ten die ſoeben erſchienenen neuen Auflagen der beiden
Nummern 289 und 290 der in der ganzen Welt bekannten
Miniatur=Bibliothek, Verlag für Kunſt und
Wiſſenſchaft Albert Otto Paul, Leipzig. Jede Nummer
koſtet nur 10 Pfg. — In demſelben Verlage erſchien ſoeben
auch mit Karten vom Kriegsſchauplatz ein Handatlas, der
hübſch und dauerhaft eingebunden, bequem in der Taſche
zu tragen iſt. Geographiſche und militäriſche Angaben ſind
dem Atlas beigefügt und machen ihn zu einem ſehr
inter=
eſſanten Nachſchlagewerk. Der Preis beträgt nur 75 Pfg.
Zur Kriegsſitzung des deutſchen
Reichstags.
* Berlin, 5. Dez. Auf die vom Präſidenten des
deutſchen Reichstages Dr. Kaempf im Namen des
Reichstages an das öſterreichiſche und das
unga=
riſche Abgeordnetenhaus gerichtete
Sympathie=
kundgebung ſind folgende Antworten eingelaufen:
Der Präſident des öſterreichiſchen
Abgeord=
netenhauſes telegraphiert: Die monumentale
Kund=
gebung des deutſchen Reichstages wird in unſerem Reiche
den tiefſten Widerhall hervorrufen. Die um die erhabene
Perſon unſeres Monarchen, der mit dem deutſchen Kaiſer
in engſter Waffenbrüderſchaft ſteht, feſt geſcharten
Völker=
ſchaften unſerer Monarchie werden in dem von böſem
Geiſt aufgezwungenen Kampfe Treue mit Treue vergelten
und unerſchütterlich ausharren, bis ein beide Reiche
be=
glückender Friede erreicht ſein wird.
Die Antwort des Vizepräſidenten des ungariſchen
Abgeordnetenhauſes lautet: Mit aufrichtiger
Freude und inniger Hochſchätzung habe ich von Euerer
Exzellenz den Ausdruck der auf Beſchluß des deutſchen
Reichstages neuerlich kundgegebenen Sympathie für die
ungariſche Nation entgegengenommen. Jene
unwillkür=
lich hervorbrechenden Offenbarungen der gegenſeitigen
Liebe und Achtung, die von unſeren rieſig kämpfenden
Völkern ausgetauſcht werden, mögen als ſicheres
Unter=
pfand unſerer den Sieg allein verbürgenden ſeeliſchen und
moraliſchen Einigkeit dienen, die ſchon bisher unſeren
Heeren zu ihren bedeutenden Erfolgen verholfen hat und
die auch nach unſerer Ueberzeugung jenen dauernden
Frieden erkämpfen wird, ohne den keine Kulturarbeit und
kein blühendes Volkstum möglich ſind. Ich werde den
edlen Gruß des deutſchen Reichstages mit freudigſten
Hochgefühlen dem ungariſchen Abgeordnetenhauſe zur
Kenntnis bringen.
Zum Botſchafterwechſel in Rom.
* Wien, 5. Dez. Faſt ſämtliche Blätter würdigen
die Bedeutung der Betrauung des Fürſten Büs
low mit der Leitung der deutſchen Botſchaft
in Rom. Das Neue Wiener Tageblatt ſtellt feſt, daß
die alte, ihn mit italieniſchen Staatsmännern verbindense
Freundſchaft den Fürſten wie kaum einen anderen
prä=
deſtiniere, abgeſehen vom Gewichte ſeiner Perſönlichkeit,
jetzt wieder die Botſchaft am Quirinal zu leiten. Die
Bedeutung der Entſendung Bülows nach Rom kann nicht
hoch genug eingeſchätzt werdsn. Man wird wohl in Rom
zu würdigen wiſſen, daß kein Geringerer als er in dieſem
Augenblick die Vertretung des Deutſchen Reiches
über=
nimmt. In der Berufung des Fürſten Bülow kann nichts
anderes erblickt werden, als das Beſtreben, die
beſtehen=
den herzlichen Beziehungen zwiſchen
bei=
den Reichen jetzt und in Zukunft gleich eng und
gleich wohltuend aufrecht zu erhalten. In dem
Augen=
blicke, wo die öffentliche Diskuſſion Italiens ſich mit dem
Programme Salandras beſchäftigt, erſcheint Fürſt Bülow
wieder in Rom, als der große Träger der Idee
des Bündniſſes das Italien Bewegungsfreiheit
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
Nummer 336.
gegeben und unter deſſen Walten es ſich ſo mächtig
ent=
wickelte. Das Blatt ſchließt: Ein Freund kommt zum
Freunde. Seine Sendung nach Rom wird bei uns nicht
weniger herzlich begrüßt als im Deutſchen Reiche. — Die
Neue Freie Preſſe hebt gleichfalls die guten
per=
fönlichen Beziehungen des Fürſten zu Italien hervor und
ſtellt feſt, daß der frühere Reichskanzler auf den
ſchwie=
rigſten Poſten der deutſchen Diplomatie
geſtellt werde. Wir begleiten die Rückkehr Bülows in die
Diplomatie mit den beſten Wünſchen. — Das
Fremden=
blatt ſtellt gleichfalls die ausgezeichneten Beziehungen
des Fürſten zu den maßgebenden italieniſchen Kreiſen feſt
und hebt ſeine Bedeutung als einer der hervorragendſten
Perſönlichkeiten und bewährteſten Staatsmänner des
Deutſchen Reiches hervor. — Die Zeit ſagt: Es iſt im
wahren Sinne des Wortes eine außerordentliche
Botſchaft, die dem ehemaligen Kanzler zuteil wird.
Seine ganze Perſönlichkeit gibt die Gewähr dafür, daß
er ſie mit Glück erfüllen werde.
* Peſt, 5. Dez. Der Peſter Lloyd beſpricht die
Ent=
ſendung des Fürſten Bülow nach Rom und ſchreibt
unter anderem: Zweifellos wird von dem italieniſchen
Volke gewürdigt werden, daß nun in das deutſche
Bot=
ſchaftspalais ein Mann einziehe, den man ruhig als die
volkstümlichſte außeritalieniſche Perſönlichkeit in Italien
bezeichnen kann. Man kann wohl behaupten, daß die
Wahl des deutſchen Kaiſers die freudige Zuſtimmung des
italieniſchen Volkes finden werde.
Der Krieg.
Ruſſiſche Berichterſtattung.
* Berlin, 5. Dez. (W. T. B. Amtlich.) Die in dem
ruſſiſchen Communiqué vom 29. November enthaltene
Behauptung, daß bei Czenſtochau ein deutſcher
An=
griff unter ſchweren Verluſten geſcheitert ſei, iſt falſch.
Wahr iſt das Gegenteil. Ein Angriff des 17.
ruſſiſchen Armeekorps, der bis auf 60 Meter an uns
heran=
kam, wurde an dem betreffenden Tage unter
außer=
ordentlich ſchweren Verluſten für die
Ruſ=
ſen abgeſchlagen. Die Ruſſen ließen eine ſehr große
Anzahl Toter und Verwundeter zurück und waren
ge=
zwungen, ihre Stellung weiter rückwärts zu verlaſſen.
(Dieſe Schwindelei des ruſſiſchen Generalſtabs iſt denn
doch zu ſtark; man iſt ja gewohnt, daß unweſentliche
Er=
eigniſſe von unſeren Gegnern zu großen Siegen
umge=
logen werden, daß man aber direkt aus ſchwarz weiß
macht und ſelbſt vor einer offenen Lüge nicht zurückſchreckt,
kann nicht ſcharf genug verurteilt werden. D. Red.)
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Wien, 5. Dez. Amtlich wird verlautbart: 5. Dez.,
mittags. In den Karpathen ereignete ſich auch geſtern
nichts von Bedeutung. In Weſtgalizien entwickeln
ſich bei Tymbark kleine, für unſere Waffen
erſolg=
reiche Kämpfe. Die Lage in Südpolen iſt
unver=
ändert. Die Schlacht in Nordpolen dauert fort.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtaps
v. Höfer, Generalmajor.
Vom ſüdlichen Kriegsſchauplatz.
* Wien, 5. Dez. Vom ſüdlichen
Kriegsſchau=
platz wird amtlich gemeldet: Die Kämpfe weſtlich und
ſüdweſtlich Arandjelovac dauern äußerſt
hart=
näckig an und ſind ſehr verluſtreich. Bisher iſt
noch keine endgültige Entſcheidung gefallen. Geſtern
wur=
den über 600 Mann gefangen genommen.
Landesverräter.
* Königsberg i. Pr., 5. Dez. Wegen
Kriegs=
landesverrates wurde der Waldarbeiter Adolf
Klein aus Bersgirren (Kr. Labiau) vom Kriegsgericht
zu 10 Jahren Zuchthaus und Ehrverluſt auf die
gleiche Dauer verurteilt. Der Angeklagte hatte beim
Ein=
bruch der Ruſſen in Oſtpreußen einem
ruſſi=
ſchen Offizier über das Verhalten eines Förſters in jener
Gegen den ruſſiſchen Truppen gegenüber eine Mitteilung
gemacht, die geeignet war, nicht nur das Leben dieſes
Förſters, ſondern auch der Kollegen dieſes Beamten zu
gefährden. Es wird ſogar vermutet, daß ſeine Mitteilung
zum Erlaß des bekannten Rennenkampfſchen Befehls,
be=
treffend die Erſchießung der oſtpreußiſchen
Förſter, mitbeigetragen hat.
Die Verſorgung Belgiens mit Lebensmitteln.
* Brüſſel, 5. Dez. Der Nieuwe Rotterdamſche
Courant vom 26. November hat eine Unterredung
des belgiſchen Miniſters des Innern, Barryr, mit dem
Vertreter der Independunce Belge verbreitet, in der von
einer von der deutſchen Verwaltung in Brüſſel
angeblich erhobenen Abgabe von 10 Francs auf
jeden Sack des von dem Comité national de Secours”
eingeführten Mehles die Rede iſt. Demgegenüber wird
ausdrücklich erklärt, daß überhaupt keine Abgabe
ſeitens der deutſchen Regierung auf dieſe Waren erhoben
wird, ſo daß dieſe Nachricht als durchaus unwahr
be=
zeichnet werden muß.
Engliſches Lob.
* Mancheſter, 5. Dez. Mancheſter Guardian ſchreibt
in einem Leitartikel, nachdem er die deutſche
Kriegs=
führung kriti ſiert: Bemerkenswerte Züge in den
Kämpfen der letzten Zeit waren erſtens das Erſcheinen
Hindenburgs als eines Generals mit wirklich
gro=
ßen, originalen Fähigkeiten im Gegenſatz zur allgemeinen
militäriſchen Bildung, deren Niveau in dieſem Kriege
ſehr hoch war zweitens die ganz unerwartet hohe
Qua=
lität der deutſchen Reſervetruppen. Dieſe Mannſchaften
ſchnitten mit ihrem Mut und Anpaſſungsvermögen an die
neuen Bedingungen ebenſogut oder noch beſſer ab als die
Truppen der erſten Linie im Anfang des Krieges. Wir
haben es nicht mehr allein mit der militäriſchen
Bureau=
kratie zu tun, wir kämpfen gegen den Patriotismus
und den intellektuellen Durchſchnitt der Deutſchen, die ſich
gefährlicher erweiſen können als die Maſchinerie der
Mili=
tärbureaukratie. Mancheſter Guardian ſagt noch,
nie=
mand glaubt, daß der Krieg drei Jahre
dauern werde oder könne.
* London, 5. Dez. Der „Augenzeuge” ſchreibt aus
dem engliſchen Hauptquartier: Die Deut=
ſchen ſind kein unwürdiger Feind. Trotzdem ſie
mit Anſtrengung den rieſenhaften Kampf nach zwei
Fron=
ten führen, ſetzen ſie ihre Attacken mit einem Mut fort,
der durch Fehlſchläge kaum geſchwächt wird. Es iſt ihnen
nicht gelungen, die Meerenge von Dover zu erreichen; aber
die neue Armee, die ſie Mitte Oktober ins Feld ſetzten,
ermöglichte ihnen, ihre Stellung zu befeſtigen und
Bel=
gien mit ſeiner wichtigen Küſtenlinie bis auf einen ganz
kleinen Teil im Beſitz zu behalten. Dieſer Krieg iſt ein
Erſchöpfungskrieg. Wenn die regulären Armgen
der Kriegführenden ihre Arbeit vollbracht haben werden,
wird ſchließlich der Erfolg von den Maßnahmen
abhän=
gen, die getroffen wurden, um die unausgebildeten
Mannſchaften zur Kriegführung vorzubereiten und zu
be=
nutzen.
Ein erfundenes Interview.
* London, 5. Dez. Das Preſſebureau erklärt, daß
das kürzlich verbreitete Interview mit Lord Kitchener
erfunden iſt.
Der Untergang des „Audacious‟.
* London, 5. Dez. Eine Zuſchrift an die Times
kritiſiert die engliſche Zenſur, die keinem engliſchen
Blatte erlaubte, das Unglück auf See zu erwähnen,
das Ende Oktober geſchehen ſein ſoll, das in
ameri=
kaniſchen und kanadiſchen Blättern — teilweiſe mit
Illu=
ſtrationen — beſchrieben und über das in der
ſchwedi=
ſchen, deutſchen und holländiſchen Preſſe berichtet worden
iſt. Jedermann wiſſe davon, und es ſei ſeit vier bis fünſ
Wochen das öffentliche Geheimnis des Krieges. Der
Ein=
ſender weiſt auf den Eindruck hin, den dieſes Verfahren
auf die öffentliche Meinung Amerikas machen müſſe, und
zitiert die Neu=Yorker Wochenſchrift Outlook, die ſchrieb:
Das heißt, das engliſche Publikum wie Kinder zu
behau=
deln; unter ſolchen Umſtänden iſt ein Vertrauen zu den
von der Admiralität veröffentlichten Berichten unmöglich.
Der Einſender unterzeichnete mit „Audax”.
Die Furcht vor der iriſchen Gefahr.
* London, 5. Dez. Die Times melden aus Dublin.
Die Zeitungsdruckereien der Iriſh Freedom, Ireland,
Iriſh Worker, Iriſh Volonteer und Leader ſind
polizei=
lich verwarnt worden, daß ſie vor das Kriegsgericht
kommen und ihre Druckanlagen konfisziert würden,
wenn ſie Artikel drucken würden, die geeignet ſind, die
Un=
zufriedenheit hervorzurufen und die Rekrutierung
zu behindern. Die Polizei handelte dabei im
Auf=
trage der Militärbehörden. Alle in Irland ankommenden
Waffen, ſowie Munition, ſelbſt ſolche für den
Sportge=
brauch, werden konfisziert. — Der Deutſche Harold
Foch=
tenberger, alias Falconer, wurde wegen Beſitzes eines
drahtloſen Apparates, für den er keine Erlaubnis des
Generalpoſtmeiſters hatte, zu drei Monaten Haft
ver=
urteilt.
Der türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 5. Dez. Die Agence Ottomane
meldet aus Baſſora: Infolge der Teilnahme des
Der=
wiſchordens von Gilani am Heiligen Krieg ließen
ſich hier alle indiſchen und afghaniſchen Mohammedaner
als Freiwillige anwerben.
Portugal.
* London, 5. Dez. Daily Mail meldet aus
Liſſa=
bon: Bei der Eröffnung des Parlaments
wur=
den hinſichtlich der Haltung der Regierung zur
auswär=
tigen Lage keine Fragen geſtellt, aber mehrere Abgeordnete
ſagten, daß ſie ſich vorbehielten, am Freitag Fragen zu
ſtellen. Es laufen Gerüchte um, daß die Regierung dann
genötigt ſein wird, zurückzutreten.
* Liſſabon, 5. Dez. Der Miniſterpräſident
Ma=
chado ſtellte in beiden Häuſern des Parlaments feſt, daß
vier Expeditionen zum Dienſt in Afrika
ausgerüſtet worden ſeien. Gleichzeitig wurde eine
Ver=
ordnung veröffentlicht, daß Vorkehrungen zur
Mobil=
machung einer Diviſion getroffen würden, die
bereit ſein ſoll, nach einem beliebigen Kampfplatz
abzugehen.
Der Aufſtand in Südafrika.
* Johannesburg, 5. Dez. (Meldung des
Reu=
ter=Bureaus.) General Dewet und elf andere Führer
ſind hier eingetroffen. Sie werden in einem Forts
unter=
gebracht werden.
* Berlin, 5. Dez. (W. T. B. Amtlich.) Mit
Rück=
ſicht auf zahlreiche Anfragen aus allen Landesteilen ſind
die Regierungspräſidenten von dem Miniſter des Innern
angewieſen worden, die Namen der in ihren Bezirken
untergebrachten oſtpreußiſchen Flüchtlinge dem
Kriegsbureau des Polizeipräſidiums Berlin
mitzuteilen. Ein entſprechendes Erſuchen iſt auch an das
Großh. Mecklenburgiſche Staatsminiſterium ergangen.
Anfragen nach dem Verbleib von Flüchtlingen können alſo
auch künftig an das Kriegsbureau des Polizeipräſidiums
Berlin gerichtet werden.
* Dresden, 5. Dez. Der König iſt heute früh
nach dem weſtlichen Kriegsſchauplatz abgereiſt.
* Wien, 5. Dez. Aus dem Kriegspreſſequartier wird
gemeldet: Se. Kaiſerliche und Königliche Hoheit, Armee=
Oberkommandant Erzherzog Friedrich, hat an
den Generaloberſten v. Woyrſch auf deſſen
telegraphi=
ſche Meldung von ſeiner geſtern erfolgten Beförderung
folgende Depeſche gerichtet: In dankbarer Erinnerung
an die beſonderen Verdienſte, die Euere Exzellenz
Schul=
ter an Schulter und im engſten Verbande der Kaiſerlichen
und Königlichen Armee, ſowie als bewährter Führer der
öſterreichiſch=ungariſchen Truppen ſich um unſere
gemein=
ſame Sache erworben haben, iſt es mir eine
Herzens=
freude, Euere Exzellenz zur Beförderung zum
General=
oberſten und dem hierdurch bezeugten beſonderen
Ver=
trauen Ihres allerhöchſten Kriegsherrn auf das wärmſte
beglückwünſchen zu können. In treuer
Waffenbrüdex=
ſchaft: General der Infanterie Erzherzog Friedrich.
* Wien, 5. Dez. In der geſtrigen Sitzung der
Ge=
ſellſchaft der Aerz te wurde einſtimmig eine
Reſo=
lution zugunſten der vom Pariſer Kriegs gericht
verurteilten kriegsgefangenen deutſchen Militärärzte
be=
ſchloſſen. Wie die Neue Freie Preſſe erklärt, ſoll dieſe
Reſolution in den nächſten Tagen den öſterreichiſch=
unga=
riſchen Aerzten bekanntgegeben, außerdem ſoll ihr Inhalt
auf diplomatiſchem Wege den franzöſiſchen und engliſchen
Aerzten mitgeteilt werden. — Die von der Geſellſchaft
der Aerzte in Wien geſtern einſtimmig angenommene
Re=
ſolution führt nach Zitierung des Wortlauts der Art.
9 und 12 des Kapitels 3 der Genfer Konvention ause
Dieſe Beſtimmungen ſind von den Vertretern Belgiens,
Großbritanniens, Serbiens, Rußlands und Frankreichs
angenommen und von den Regierungen der genannten
Reiche auch ratifiziert worden. Trotzdem werden
öſter=
reichiſch=ungariſche Aerzte, welche in Ausübung ihrer
Pflichten den Feinden in die Hände gefallen ſind, von
dieſen als Gefangene behandelt und ſeit Monaten
zurück=
gehalten. Die Geſellſchaft der Aerzte in Wien
prote=
ſtiert gegen ein ſolches Verl lten und erklärt
mit Entrüſtung, daß es ziviliſierter Staaten
unwür=
dig iſt, Abmachungen zu treffen unde dann, wann ſie
zur Geltung kommen ſollen, nicht zu eachten.
* (Ctr. Bln.) Aus Mailand wird berichtet: Dem
Corriere della Sera wird aus London gemeldet: In
der Nähe von Bradford fand vorgeſtern eine
Explo=
ſion von drei Fabriken ſtatt, die Khakiuniformen
infertigen. Die Fabriken flogen in die Luft. Ein
Ge=
bäude in der Nähe der Fabriken wurde zertrümmert und
alle Häuſer in einem Umkreis von mehreren Meilen ſehr
ſchwer beſchädigt. Da die Exploſion während des
Früh=
ſtücks ſtattfand, wurden nur zehn Perſonen getötet und
15 verwundet. Einige von dieſen arbeiteten eine halbe
Meile von dem Unglücksort entfernt.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 5. Dez. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung ſchreibt: Das Befinden des Prinzen Auguſt=
Lilhelm von Preußen, welcher vor etwa zwei
Wochen auf einer dienſtlichen Fahrt einen
Automobil=
unfall erlitt, iſt den Umſtänden nach durchaus günſtig.
Der Prinz zog ſich auf der linken Seite einen komplizierten
Unterſchenkelbruch zu. Er befindet ſich zurzeit noch im
Etappenlazarett. Nach Anſicht der Aerzte dürfte der
Transport nach Berlin zur weiteren Behandlung
dem=
nächſt nach Anlegung eines Gipsverbandes möglich ſein.
Auch ſein Adjutant, Hauptmann Freiherr von Ende,
befindet ſich erfreulicherweiſe auf dem Wege der
Beſ=
ſerung.
* Berlin, 5. Dez. Die Nordd. Allg. Zeitung ſchreibt:
Heute wurde zwiſchen Preußen und Sachſen
von=
den beiderſeitigen Kommiſſaren ein Staatsvertrag,
betreffend die Herſtellung einer Eiſenbahn von Wurzen
nach Eilenburg, abgeſchloſſen.
* Berlin, 5. Dez. Wie die Nordd. Allg. Zeitung
mel=
det, traf Generalkonſul Graf Luxburg Ende November
in Buenos Aires ein und übernahm die Geſchäfte
der deutſchen Geſandtſchaft.
Verluſtliſte (aus Nr. 90, 91 und 92).
Infanterie=Regiment Nr. 168,
Offenbach, Butzbach, Friedberg in Heſſen.
11. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Richard Klauer,
Hersfeld, gefallen; Off.=Stellv. Peter Heß, Niederhauſen,
gefallen; Off.=Stello. Auguſt Döring, Würzburg,
gefal=
len; Off.=Stellv. Ludwig Friedrich Karl Lorberg,
Mo=
ringen, lv.; Feldw. Ernſt Sonne, Gröba, gefallen; Erſ.=
Reſ. Philipp Schneider, Großenhauſen, gefallen; Msk.
Ludwig Joh. Wagner, Mainz=Kaſtel, gefallen: Gefr.
d. Reſ. Phil. Hirth, Aſſenheim, gefallen; Reſ. Friedrich=
Mohn, Lorbach, lv.; Musk. Karl Friedrichs, Waplitz,
lv.; Musk. Heinrich Köhler, Worms, lv.; Reſ. Joh. Ad.
Köbberich, Rockenſüß, lv.; U.=O. Ludwig
Stein=
hauer, Steinfurt, Friedberg, ſchv.; Musk. Johann Br.
Staniszewski, Rybno, lv.; Musk. Georg=
Brey=
meyer, Wildberg, gefallen; Musk. Karl Chriſt. Albach,
Lich, gefallen; Musk. Franz Wilhelm Duhn, Naumburg
a. d. Saale, gefallen; Musk. Phil. Aloys Schreiber,
Gundheim, ſchv.: Reſ. Wilh. König, Bergheim, ſchv.;
Gefr. d. Reſ. Wilhelm Kutt, Müchenheim, ſchv.; Reſ.
Johannes Suttner, Nieder=Eſchbach, gefallen; Gefr.
d. Reſ.=Richard Wagner, Griedel, lv.; U.=O. d. Reſ. J.
Weigel, Neuenhaßlau, lv.; Reſ. Peter Kempf,
Ro=
denbach, lv.; U.=O. Adam Baumann, Unter=
Schönmat=
tenwag, gefallen; Gefr. Johann Foterek, Weine, lv.;
Musk. Georg Spengler, Langſtadt, lv.; Musk. Otto
Engel, Friedberg, lv.; Reſ. Anton Kalbfleiſch,
Steinfurth, vm.; U.=O. Siegmund Müller, Oſterburg,
lv.; Reſ. Friedrich Kopf, Griedel, vm.; Reſ. Wilh. Roth,
Nieder=Beſſingen, vm.; Erſ.=Reſ. Philipp Schneider,
Großenhauſen, gefallen; Reſ. Kark Schäfer,
Reichels=
heim, lv.; Reſ. Chriſt. Werner, Aſſenheim, gefallen;
Reſ. Otto Wagner, Effolderbach, vm.; Reſ. Auguſt
Mihm, Lahmenhof, vm.: Reſ. Joſeph Reinhardt,
Mauerſchell, lv.; Kriegsfreiw. Franz Herkert, Gießen,
lv.; Musk. Wilh. Hansmeier, Langenberg, lv.; Gefr.
d. Reſ. Friedrich Holler, Biſſes, gefallen; Gefr. d. Reſ.
Müller, vw.
12. Kompagnie: Lt. Fritz Schmitt (ſiehe 9.
Komp.), Worms, gefallen; Off.=Stellv. Jean Engelter,
Friedberg, gefallen; Reſ. Johann Dammer,
Darm=
ſtadt, gefallen; Musk. Georg Süßenberger,
Jngen=
heim, ſchv.; Gefr. Ludwig Schmidt, Babſtadt, gefallen;
Reſ. Julius Armbruſt, Vilbel, Friedberg, gefallen;
U.=O. Adam Orth, Weinheim, Alzey, lv.; Musk. Georg
Rodemich, König i. Odw., lv.; U.=O. d. Reſ. Chriſtoph
Metzler, Eckhardroth, lv.; Musk. Julius Wilke,
Ha=
gen, lv.; Musk. Karl Gaſteyer, Biebrich, Unterlayn,
ſchv.; Musk. Valentin Lindt, Leiſelheim, lv.; Musk. E.
Lotz, Mainz, lv.; Musk. Eugen Simon, Urbeis, ſchv.;
Musk. Friedrich Hembs oder Hemts, Appenheim, lv.;
Reſ. Heinrich Wolf, Oppershofen, lv.: Reſ. Wilhelm
Koch, Fauerbach v. d. H., lv.; Wehrm. Philipp Kratz,
Dudenhofen, lv.; Reſ. Otto Leusler, Nieder=Erlenbach,
lv.; Kriegsfreiw. Albert Huttel, Frankfurt a. M., vm.;
Gefr. Auguſt Oberſt, Karlsruhe i. B., vm.; Wehrm. H.
Engelmann, Argethal, vm.; Reſ. Friedrich Perrot
oder Perott, Neu=Iſenburg, vm.; Reſ. Adolf Göbel,
Langen, vm.; Wehrm. Guſtav Holzapfel, Offenbach,
vm.; Reſ. Franz Amſter, Vilbel, Friedberg, vm.
Nachtrag zu früheren Meldungen.
Leib=Kompagnie: Musk. Karl Lamy,
Die=
dendorf, vm.; Musk. Joſeph Paul Haag, Scherweiler,
vermißt.
5. Kompagnie: Musk. Chriſtian
Rauſchen=
bach, Kleeſtadt, vw.; Musk. Auguſt Brand,
Oberſchu=
heim, vw: Musk. Chriſtoph Klees, Offenbach a. M.,
gefallen; Musk. Julius Rith, Muthau, gefallen; Musk.
Auguſt Schaup, Geckenhof, gefallen; Musk. Friedrich
Kreh, Ilsfeld, vw., bei der Truppe.
9. Kompagnie: Musk. Theodor Blöchinger,
Eberhardtsreyth, lv.; Musk. Wilhelm Philipp Deſch.
Eberſtadt, Darmſtadt, lv.; Reſ. Robert Andrä, Berka,
lv.; Gefr. d. Reſ. Franz Cuſtor, Friedberg, lv.; Reſ.
Hugo Gambach, Ober=Widdersheim, lv.; Reſ. Heinrich
Ganz, Merkenfritz, lv.; Reſ. Heinrich Gleiß,
Fried=
berg, lv.; Gefr. d. Reſ. Wilh. Hachenberger,
Fried=
berg, lv.; Reſ. Julius Kalberla, Oſtheim, lv.; Reſ.
Joſeph Leimbach, Groß=Steinheim, lv.; Gefr. d. Reſ.
Johannes Michel Gundheim, lv.: Reſ. Wilhelm
Rieß Wölfersheim, lv.; Reſ. Wilhelm Wollrab,
Friedberg, lv.: Gefr. d. Reſ. Auguſt Wörner, Oſtheim,
lv.; Musk. Wilhelm Eichler, Dreieichenhain, vw.
Infanterie=Regiment Nr. 169, Lahr.
6. Kompagnie: Musk. Ferd. Lämmersdorf,
Mainz, vm.
Nummer 336.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
Seite 7.
Infanterie=Regiment Nr. 168,
Offenbach, Butzbach, Friedberg in Heſſen.
(Berichtigung früherer Angaben):
Musk. Mar Weinhardt (10. Komp.), Helbra,
bis=
her, vm., gefallen; Reſ. Wilhelm Ditzel (10. Komp.)
Diebach, bisher vm., gefallen; Reſ. Friedrich Otto (10.
Komp.), Klein=Karben, bisher vw., gefallen; Reſ. Otto
Erck (10. Komp.), Effolderbach, bisher vm., gefallen;
Gefr. d. Reſ. Georg Heinrich Maibach (10. Komp.),
Holzhauſen, bisher vm., gefallen; Gefr. d. Reſ. Quanz
(6. Komp.), bisher vm., gefallen; Reſ. Wilh. Pfiſter
(6. Komp.), Riedlingen, bisher vm., gefallen; Reſ. Heinr.
Stark (6. Komp.), bisher vm., gefallen; Musk.
Ban=
del (6. Komp.), bisher vm., gefallen; Reſ. Hagemeier
(6. Komp.), bisher vm., vw.; Musk. Michael Hoock (9.
Komp.), Viernheim, bisher vm., gefallen;Reſ. Joſ.
Dre=
ſcher (9. Komp.), Mühlbach, bisher vm., gefallen; Reſ.
Ernſt Körmer (nicht Körner) (9. Komp.), Rathewitz
bisher vm., gefallen; Reſ. Wilhelm Reinhardt (9. K.),
Büdesheim, bisher vw., gefallen; Reſ. Friedrich Röder
(9. Komp.), Bruchenbrücken, bisher vm., gefallen; Musk.
Peter Hembs (9. Komp.), Appenheim, bisher vm., vw.;
Gefr. Heinrich Konrad (nicht Conrad), (9. Komp.)
Zutzendorf, bisher vw., zur Truppe zurück; Horn. Math,
Kopp 1. (9. Komp.), Klein=Krotzenburg, bisher vm., zur
Truppe zurück; Musk. Karl Haaß 2. (9. Komp.), Groß=
Gerau, bisher vm., zur Trupe zurück; Musk. Ldw.
Scha=
backer (nicht Scharbaker) (9. Komp.), Darmſtadt, bisher
vm., zur Truppe zurück; Gefr. Friedr. Breunig (9. K.)
Beerfelden, bisher vm., vw.; Reſ. Karl Stoye (9. K.),
Morl, bisher vm., vw.; Musk. Karl Schwalb (10. K.)
Wieſeck, bisher vw., †; Musk. Otto Harth (10. Komp.)
Ober=Mockſtadt, bisher vw., †; Musk. Auguſt Dillar
(12. Komp.), Hönheim, bisher vw., zur Truppe zurück:
Reſ. Wilhelm Dahmer (12. Komp.), Vilbel, bisher vw.,
zur Truppe zurück; Reſ. Karl Karſten Hinrich Peters
(12. Komp.), Neumünſter, bisher vm., vw.; Musk. Geokg
Bauer (12. Komp.), Arheilgen, bisher vm., zur Truppe
zurück.
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm Nr. 116, Gießen.
(Berichtigung früherer Angaben):
Einj.=Freiw. Julius Weinberg (6. Komp.),
Gers=
feld, bisher vm., vw.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 116, Darmſtadt und
Gießen.
I. Bataillon.
Vizef. Adam Krauß (2. Komp.), Groß=Umſtadt,
gefallen.
II. Bataillon.
6. Kompagnie: Vizef. Otto Lack Dorheim,
gefallen; U.=O. Wilhelm Liehr, Ober=Ohmen, ſchv.;
Wehrm. Jakob Schmidt 2., Sprendlingen, Offenbach,
gefallen; Gefr. Moritz Dobener, Hirzenhain, gefallen;
Wehrm. Konrad Fauſt, Sandlofs, ſchv.; Wehrm. Karl
Walter, Vielbrunn, ſchv.
III. Bataillon.
Wehrm. Ldw. Seher (9. Komp.), Oberſthauſen, lv.;
Wehrm. Wilhelm Weitzel 2. (10. Komp.), Gettenau, lv.;
Gefr. Hermann Keil (12. Komp.), Ettingshauſen, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.
(Gemeldet vom Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 53):
Wehrm. Wilh. Fillinger (12. Komp.), Weiſenau,
lv., Cerny 3. 11. 14.
(Berichtigung früherer Angaben):
Hptm. Heinz Teute (8. Komp.), Danzig, bisher vw.,
† Laz. Bonn 17. 11. 14; Reſ. Grimm (4. Komp.),
bis=
her vw., † Laz. Bad Homburg 5. 9. 14; Einj.=Freiw. Karl
Gärtner (7. Komp.), Hirſchhorn, bisher ow., nach frz.
Meldung † Laz. Mont de Marſan (Landes) 25. 9. 14;
Musk. Welker (4. Komp.), bisher vw., † Laz.
Düſſel=
dorf 18. 11. 14.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 118.
(Berichtigung früherer Angaben):
Reſ. Friedrich Wilh. Maaßen (9. Komp.), Mainz,
bisher vm., war vw., zur Truppe zurück; Wehrm.
Stu=
der (11. Komp.), Mainz, bisher vm., im Laz.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 118, Mainz, Worms.
I. Bataillon.
Wehrm. Peter Gry (1. Komp.), Forbach, lv.; Whrm.
Auguſt Levaux (1. Komp.), Nieder=Giningen, vm.;
Wehrm. Ferd. Franz Very (1. Komp.), Puche, lv.;
Wehrm. Hermann Dorn (2. Komp.), Weinbach, lv.
II. Bataillon.
Wehrm. Julien Francois (5. Komp.), Maiziers,
lv.; Wehrm. Eugen Walz (6. Komp.), Reutlingen, vm.;
Wehrm. Johann Werner (6. Komp.), Langen, vm.;
Wehrm. Daniel Weil (8. Komp.), Homburg vor d. H.,
ſchwer verwundet.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Wehrm. Georg Iffland,
Frankfurt a. M., ſchv.; Wehrm. Joſ. Sander, Frankfurt
a. M., ſchv.; Wehrm. Otto Vietor, Frankfurt a. M.,
durch Unglücksfall vl.
10. Kompagnie: Gefr. Phil. Süß, Volxheim,
gefallen; Wehrm. Ludwig Schwarz, Büdingen,
gefal=
len; Wehrm. Heinrich Süß, Volxheim, ſchv.; Wehrm. J.
Friedrich Zimmer, Oppenheim, ſchv.; Wehrm. Auguſtin
Frank, Ruxweiler, Diedenhofen, lv.; Wehrm. Heinrich
Schmitt 3., Viernheim, durch Unglücksfall vl.; Gefr.
Wilhelm Arm, Wonsheim, gefallen.
11. Kompagnie: Wehrm. Jul. Genois,
Bü=
dingen, Diedenhofen, durch Unglücksfall vl.; Wehrm. Mth.
Kieffer, Wallerchen, gefallen.
12. Kompagnie: Wehrm. Otto Löw, Karlsruhe,
leicht verwundet.
(Geſtorben infolge Krankheit):
U.=O. Joſ. Roth (4. Komp.), Heiligenhaus, † an
Herzſchwäche und Typhus im Feldlaz. Autry 20. 10. 14.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 222, Gießen.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Musk. Karl Wies,
Bermuts=
hain, lv.
3. Kompagnie: Musk. Hans Rinniusland,
Lauterbach, lv.; Musk. Herm. Albrecht, Düdelsheim,
ſchv.; Musk. Wilhelm Schlemm, Wetzlar, lv: Musk.
Knecht, lv., bei der Truppe; Musk. Arth. Fränkner,
Gießen, lv.; Tamb. Leonh. Berghäuſer, Niedergirmes,
leicht verwundet.
4. Kompagnie: U.=O. Auguſt Heinrich Baum
Hochheim, Wiesbaden, lv.; Gefr. Heinrich Jung, Gießen,
lv.; Musk. Walter Mauk, Gießen, lv.; Musk. Ph.
Bor=
ſchel, Steinbach, Gießen, lo.; Musk. Alfred Roth 1.,
Oehningen, lv.; Gefr. M. Katz, Großen=Buſeck, lv.; Msk.
Karl Heinrich Heberlein, Algringen, lv., bei der Tr.;
Musk. Hartmann Th. Loth, Bad Nauheim, lv.; Musk.
Ludwig Robert Döll, Gießen, lv.; Musk. Otto Streb,
Griedel, ſchv.; Musk. Karl Welſch Niederbiel, lv.;
Musk. Otto Roos, Hombach, gefallen.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Kriegsfreiw. Jak. Bocken,
Düſ=
ſeldorf, gefallen; Musk. Achilles Briswalter, Sickert,
lv.; Gefr. Emil Schäfer Wald=Auerbach, durch Unfall
lv: Erſ.=Reſ. Arthur Moſig, Taucha, gefallen;
Kriegs=
freiw. Heinrich Weifenbach, Dalheim, lv.
10. Kompagnie: Musk. Rud. Ramſeyer,
Lautenbach, Gebweiler, ſchv.; Kriegsreiw. Rh. Michel,
Mainz, lv.; Musk. Taver Frey, Tann, lv.
11. Kompagnie: Musk. Georg Hartmann,
Weiler, gefallen; Erſ.=Reſ. Joh. Feldmann,
Dorn=
heim, gefallen; Erſ.=Reſ. Adam Römer, Klein=
Schwall=
bach, ſchv.; Erſ.=Reſ. Ludw. Joh. Drayß, Lorch,
Bens=
heim, ſchv.; Gefr. Friedrich Albert, Zerbſt, lv.; Erſ.=
Reſ. Joh. Joſ. Maier, Rorſchach, lv.; Tamb. Gefr. Jak.
Geiger, Rhein=Dürkheim, ſchv.
Pionier=Regiment Nr. 25, Mainz.
I. Bataillon.
1. Feld=Kompagnie: Pion. Hermann Götz,
Nieder=Mockſtadt, lv.
1. Reſerve=Kompagnie: U.=O. Anton Frank,
Nierſtein, gefallen; U.=O. Friedrich Müller, Worms,
gefallen; Pion. Heinrich Farr, Wiſſelsheim, ſchv.; Pion.
Heinrich Braun 2., Worms, lv.; Wehrm. Wilh.
Hof=
mann 3., Alten=Buſeck, gefallen; Wehrm. Ad.
Stecken=
reiter, Nieder=Roden, gefallen;Reſ. Franz Hau, Neu=
Iſenburg, lv.; Wehrm. Karl Herbold, Woms, lv., bei
der Truppe.
2. Feld=Kompagnie: Gefr. Engelbert Kaiſer,
Diedersheim, lv.; Pion. Heinrich Schmidt,
Dieders=
heim, vw.
II. Bataillon.
Wehrm. Georg Knuſt (3. Feld=Komp.), Michelſtadt,
gefallen.
Reſerve, Infanterie=Regiment Nr. 202, Berlin.
3. Kompagnie: Tamb. Konr. Scherf, Worms,
leicht verwundet.
Stab der 49. Reſ.=Infanterie=Brigade, Darmſtadt.
Oberſt u. Brigade=Führer Friedrich Pohlmann,
Hohenaspe, lv.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 49, Offenburg.
1. Kompagnie: Wehrm. Wilhelm Wolfraum,
Offenbach, ſchv.; Wehrm. Jocob Landzettel, Groß=
Umſtadt, lv.; Reſ. Johannes Tamm, Friſchborn, lv.,
bei der Tr.; Wehrm. Gerhard Berker, Offenbach, lv.,
bei der Tr.
3. Kompagnie: U.=O. Philipp Joh. Walther
Rumpenheim, ſchv.; Gefr. Chriſtian Weilmünſter,
Dietzenbach, lv.; Reſ. Friedrich Lehmann, Bensheim,
lv.; Wehrm. Heinrich Paul Bechſtein, Friedberg. lv.;
Wehrm. Joſ. Peter Bergmann, Mainflingen, lv.;
Wehrm. Heinrich Heil, Sprendlingen, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 52, Cottbus, Croſſen.
3. Kompagnie: Fahnenj. U=O. Oswald Simon,
Darmſtadt, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 53,
Truppen=Uebungsplatz Senne.
6. Kompagnie:, Reſ. Peter Kaiſer, Mainz, t.
11. Kompagnie: Wehrm. Wilhelm Bernbeck,
Burg=Gemünden, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 57, Weſel.
2. Kompagnie: Leutn. Werner Vahrenkamp,
Mainz, vw.
5. Kompagnie: Gefr. Heinrich Lukas, Mainz, lv.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 80.
III. Bataillon, Mainz.
9. Kompagnie: Gefr. Joſef Berlenbach,
Frei=
weinheim, lv.
11. Kompagnie: Vizef. Auguſt Lemp,
Hechts=
heim, t.; Wehrm. Philipp Hochhaus, Finthen, lv.
Landwehr=Infanterie=Regt. Nr. 81, Frankfurt a. M.
Wehrm. Hermann. Maurer (3. Komp.),
Bocken=
rod, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 83.
I. Bataillon, Arolſen.
1. Kompagnie: Kriegsfreiwill. Karl Dreſſel,
Gießen, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 136, Straßburg i. E.
5. Kompagnie: Vizef. d. R. Jöckel, Darmſtadt, ſchv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 209, Stettin.
6. Kompagnie: Kriegsfreiw. Ernſt Klein, Gießen,
vermißt.
8. Kompagnie: Musk. Peter Menges,
Sievers=
heim, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 223, Frankfurt a. M.
6. Kompagnie: Musk. Wilh. Schläger,
Flon=
heim, t.; Musk. Peter Bernhardt, Reichenbach, lv.
7. Kompagnie: U.=O. Joh. Martin, Kaſtel, lv.
Feſtungs=Maſchinengewehr=Abt. Nr. 8, Mainz.
U.=O. Heinrich Beiling (Trupp 4), Wörrſtadt, vm.
Pionier=Bataillon Nr. 21, Mainz.
Berichtigung früherer Angaben.
Pion. Aram Meth (1. Reſ.=Komp.), Frieſenheim,
bish. vw., f. Laz. Guignicourt.
Pionier=Abteilung der 3. Kav.=Div., Saarbrücken.
Pion. Auguſt Oerter, Offenbach, lv., bei der Tr.
Neu!
Auf vielfache Anregung aus dem Felde
liefern wir zum Verſand als Liebesgabe
½ Flaſche Odol in einer hübſchen Metall=
Feld=Doſe die fix und fertig als Feldpoſtbrief
(10 Pfg. Porto) verpackt, in allen Apotheken,
Drogengeſchäften, Parfümerien uſw. zum
Original=Preis von 85 Pfg.‟) zu haben iſt.
*) Die Metall=Feld=Doſe wird während des
Feld=
zuges koſtenfrei geliefert. Der leichteren Mitführung wegen
haben wir die halbe Flaſche Odol für dieſen Zweck
(I,22348
gewählt.
13412a
Zum Beſten der Weihnachtsbeſcherung für unſere
Truppen im Felde gingen bei der Materialien=Abteilung
vom Roten Kreuz weiter ein: Von Ihrer Kgl. Hoheit
der Großherzogin 600 M., Profeſſor K. 100 M., Frau
Eckert in Dietzenbach 20 M., Fr. V. für Oſten u. Weſten
10 M., Frau Ella Reuling u. Hanna Arnold 50 M.,
N. N. 2 M., N. N. 20 M., Freiherr Fr. von Bellersheim
10 M., Major Maaß 10 M., Frau Direktor E. May 20 M.,
Poſtmeiſter Schmitz 10 M., Frau Panke 10 M., Rentner
Gottwald 20 M., Kaſſierer L. Bauer 10 M., Oberſt
Schmidt 20 M., Julius Muth 20 M., Dr. phil. Adolf
Koch 50 M., Dr. Köhler und Mutter in Jena 100 M.,
Fräulein Daum in Jena 20 M., N. N. aus gutem Herzen
5 M., Dr. Lorenz 10 M., Louis Waaner 2 M., Frl. Albine
Jäger 5 M, Wilh. Stromeyer 25 M., Frau Photograph
Schäfer 5 M., Privatier Joh. Pratz 40 M.,
Hochbau=
aufſeher Fiſcher (2. Gabe) 5 M., Frau von Ernſt 10 M.,
N. N. 3 M., Jagdgemeinſchaft an der Bergſtraße durch
Herrn Dr. Willy Merck 503.92 M., Thomas Lautenberger
10 M., Prof. Friedr. Schmidt 40 M., Präſident L. Ewald
50 M., Miniſter v. Hombergk Exz. 100 M.,
Kirchen=
diener W. Spaar 5 M., Frau A. Emmerling 20 M., Frau
N. N. 20 M., Frau Emich 5 M., Tapezier Albert 2 M.,
Staatsrat Lorbacher 30 M., N. N. 5 M., Privatgelehrter
Schuchardt 100 M., Dr. Schwalm 20 M., L. Strack,
Wald=
michelbach 10 M., Fräulein Anna u. Kätchen Jung 4 M.,
Frau J. Wenz 20 M., Apotheker G. Heß 10 M., Dr. Brüning.
M., Frau Schittler 2 M., Frau von Bollenſtern 10 M.,
Fräulein Heimburg 10 M., 2 Freundinnen 10 M., Karl
Oſt 15 M., Frau Geiß 50 Pf., Apotheker Ramdohr
20 M., Kirchengemeinde Königſtädten 75 M., Gemeinde
Nauheim bei Groß=Gerau 25 M., Gemeinde
Eſcholl=
brücken 32 M., N. N. 5 M., Kriegsfürſorge und den
Kindern der 1. Schulklaſſe in Sandbach 115 M., zuſammen
2491.42 M.
Weiter gingen ein: Von Wachtmeiſter Lohfink,
ge=
ſammelt bei der Geburtstagsfeier Sr. Kgl. Hoheit des
Grogherzogs unter den Unteroffizieren der Mun.=Kolonne
und Leutnant Zahn, für die Verwundeten in Darmſtadt
30 M. — Allen freundlichen Gebern herzlichen Dank!
Familiennachrichten.
Am 7. November erlitt den
Helden=
tod fürs Vaterland unſer treues
Mitglied
Wir verlieren in ihm einen treuen
Anhänger unſerer Turnſache und
eifrigſten Förderer unſerer
Turner=
ſpielleute. Wir werden ſein
An=
denken in Ehren halten!
(*10914
Turngemeinde Braunshardt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem uns betroffenen ſchweren Verluſte meines
lieben Gatten, unſeres lieben Vaters, Sohnes,
Bruders, Schwiegerſohnes, Schwagers und Onkels
Poſtſchaffner
Jakob Keller
Unteroffizier des Landw.=Inf.-Regts. Nr. 143
ſagen hiermit unſeren innigen Dank. (22341
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Babette Keller, geb. Wüſt, und Sohn.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1914.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember
Nachruf.
Am 4. I. M. verſchied in Metz infolge ſeiner
auf dem Feld der Ehre in Lothringen erlittenen
ſchweren Verwundung unſer lieber, treuer
Mit=
arbeiter an der Mittelſchule II:
Herr Schulverwalter
Karl Schul.
Liebe und Treue ſind die Grundzüge ſeines
Weſens. Dieſe Eigenſchaften ſicherten den
Er=
folg ſeines vorbildlichen Wirkens als Lehrer
und Erzieher, erwarben ihm die Liebe und
Achtung ſeiner Freunde und Mitarbeiter und
bewährten ſich im Kampf für unſer teures
Vaterland. Sein Hingang bedeutet für unſere
Schule und Schüler, für ſeine Freunde und
Mitarbeiter einen unerſetzlichen Verluſt. Sein
Andenken werden wir alle in Ehren halten.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1914.
22344)
Die Lehrer und Lehrerinnen
der Mittelſchule II.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute nachmittag verſchied ſanft nach
längerem Leiden im 64. Lebensjahre mein lieber,
herzensguter Mann, unſer lieber Vater, Bruder,
Schwiegervater und Großvater
(22357
Herr Hofkonzertmeiſter
W. Petr
Geſanglehrer an der Viktoriaſchule.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1914.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Lina Petr, geb. Kähler.
Die Beerdigung findet Montag, 7. Dezember,
nachmittags 2½ Uhr, vom Sterbehauſe,
Heinrich=
ſtraße 100, aus ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute Morgen 10 Uhr entſchlief ſanft nach
längerem Leiden mein lieber Mann, unſer
treu=
beſorgter Vater, unſer guter Schwiegerſohn,
Schwiegervater, Schwager und Onkel
Herr Georg Weber
Oberpoſtſekretär a. D.
im 70. Lebensjahre.
(B22343
Im Namen der Linterbliebenen:
Frau Wilhelmine Weber, geb. Hühn.
Darmſtadt, den 4. Dezember 1914.
Die Einſegnung findet Sonntag, 6. Dezember,
nachmittags 3½ Uhr, im Trauerhauſe,
Hoff=
mannſtraße 38, ſtatt. Die Beerdigung im
An=
ſchluß daran auf dem Beſſunger Friedhof.
Todes=Anzeige.
Den Heldentod für das Vaterland erlitt
in Frankreich mein treuer, innigſtgeliebter Gatte,
Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe
und Couſin
Johann Schneider
im Alter von 26 Jahren.
In tiefem Schmerz:
Frau Kath. Schneider, geb. Klau.
Familie Karl Schneider u. Geſchw.
Familie Blome.
Darmſtadt, 5. Dezember 1914. (*10879
Dem Auge fern,
Dem Herzen
ewig nahe.
Er war ſo lieb und gut,
Er ſtarb zu früh,
Wer ihn gekannt hat,
Der vergißt ihn nie.
Todes=Anzeige.
Heute mittag 4 Uhr entſchlief ſanft nach
kurzem Le den unſere liebe, treue Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter und Tante
Chriſſina Krickſer
geb. Stumpf
im 88. Lebensjahre.
(22364
Darmſtadt, den 5. Dezember 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Ludwig Krickſer, Weißbindermeiſter,
Familie Adam Krickſer, Hofzimmermeiſter,
Familie Karl Krickſer, Hlaſermeiſter,
Magdalene Olbert, geb. Krickſer,
Heinrich Krickſer, Kataſterzeichner.
Die Beerdigung findet Montag, 7. Dezember,
vormittags 10 Uhr, von der Wohnung,
Wenck=
ſtraße 16, auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
Blumenſpenden dankend verbeten.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß heute morgen 8¾ Uhr
meine gute Frau, unſere gute Mutter und
Schweſter
(22363
Suſanne Neuer
geb. Bohl
nach kurzem, aber ſchwerem Leiden im 62.
Lebens=
jahre ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Georg Keller.
Familie Johannes Lücker.
Fam lie Auguſt Keller.
Familie Karl Keller.
Familie Adolf Winter.
Darmſtadt (Hohler Weg 10), 5. Dez. 1914.
Die Beerdigung findet Montag, nachmittags
3 Uhr, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben Verſtorbenen
Herrn Martin Delp
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarraſſiſtent
Sann für die tröſtenden Worte am Grabe, der
Bäckerinnung, den barmherzigen Schweſtern für
die liebevolle Pflege, ſowie für die vielen
Blumen=
ſpenden unſeren innigſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Delp und Kinder.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1914.
(22318
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme:
an unſerem ſo herben ſchmerzlichen Verluſte ſagen
wir Allen unſeren aufrichtigen, herzlichen,
tief=
gefühlten Dank.
In tiefer Trauer:
Frau Marianne Ruhmann
geb. Hill
nebſt Kindern und Angehörigen.
Darmſtadt (Langgaſſe 9), Mainz, Dresden,
Radeberg, 5. Dezember 1914.
(22339
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme an dem uns ſo ſchwer
be=
troffenen Verluſte ſprechen wir hiermit
auf dieſem Wege unſeren innigſten
Dank aus.
(22319
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Wilhelm Ehrhard.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1914.
Wetterbericht.
Die nordweſtliche Depreſſion hat ſich über
Mittel=
europa ausgebreitet und das Hochdruckgebiet, das
vor=
geſtern Mitteleuropa bedeckte und uns heiteres Wetter
brachte, verdrängt Unter der Einwirkung der oſtwärts
ziehenden Wirbel behalten wir wolkiges Wetter, ohne
weſentliche Temperaturänderung bei höchſtens geringeren
Niederſchlägen.
Wetterausſichten für Sonntag: Wolkig, meiſt
trocken, keine Temperturänderung, weſtliche Winde.
Tageskaſender.
Sonntag, 6. Dezember.
Großh. Hoftheater, Anfang 6½ Uhr, Ende nach
11 Uhr (Ab. C): „Die Walküre”.
Kinderchorprobe des Geſangvereins „Liederzweig”.
um 3 Uhr in der Turnhalle im Woogsplatz.
Muſikaliſche Unterhaltung im Reſtaurant „Zum
Landgrafen”.
Verſteigerungskalender.
Montag, 7. Dezember.
Mobiliar=Verſteigerung um 9 Uhr Bismarck= 53.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an=
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
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Numme: 336.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
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2. Kaſſenbericht.
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terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
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konloge 4.70 ℳ, 1. Rang 4.20 ℳ,
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7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 10½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Anfang 6½ Uhr. Ende nach 11 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Montag, 7. Dezbr.: Drittes
Konzert der Hofmuſik. Anfang
7½ Uhr. Dirigent: Geheime
Hof=
rat Willem de Haan.
Dienstag, 8. Dezbr.: 51. Ab.=Vſt.
A 12. „Als ich noch im
Flügel=
kleide‟. Kleine Preiſe. Anfang
7½ Uhr.
Mittwoch, 9. Dez.: 52. Ab.=Vſt.
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Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 10. Dez.: Außer
Abonnement. Sonder=Vorſtellung
für die Garniſon. „
Huſaren=
fieber”. Anfang 8 Uhr.
Zu dieſer Vorſtellung findet
kein Kartenverkauf ſtatt.
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Feldprediger‟. Operette in
3 Akten von Carl Millöcker. Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 12. Dezbr.: Außer
Abonnement. Schüler= u. Volks=
Vorſtellung zu ermäßigten Preiſen.
(Neu einſtudiert). „Kabale und
Liebe.” Anfang 7 Uhr.
Sonntag, 13. Dez.: 54. Ab.=Vſt.
D 15. „Tannhäuſer” Anfang
6½ Uhr.
Nummer 336.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
richer Verwahrung und Pflege in der Hofr ite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 3 deutſche Schäferhunde, 2 Jagdhunde (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
vortſelbſt jeden Werktag, vormitta s 10 Uhr, ſtatt.
(22327.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und in den
photographiſchen Geſchäftsbetrieben an den vier
letzten Sonntagen vor Weihnachten in der Haupt=
und Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns veranlaßt, die für
die vier letzten Sonntage vor Weihnachten gültigen Vorſchriften über
die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und in den photographiſchen
Geſchäftsbetrieben nachſtehend zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
I. An den vier Sonntagen vor Weihnachten, dem 29. November
und dem 6., 13. und 20. Dezember I. Js., ſind als
Beſchäf=
tigungs= und Verkaufszeiten für die folgenden
Handels=
gewerbszweige zugelaſſen:
1. für Bäcker die Zeit von vormittags 7. Uhr bis
nachmit=
tags 5 Uhr,
2. für Konditoren die Zeit von vormittags 9 Uhr bis
nach=
mittags 7 Uhr,
3. für Metzger und Fleiſchhändler die Zeit von vormittags
7 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von 3
bis 7 Uhr.
4. für Milchhändler und Molkereien die Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 ois 8 Uhr,
5. für Blumenhändler die Zeit von vormittags 8 bis 9 Uhr
und von vormittags 11 bis nachmittags 7 Uhr,
6. für Verkäufer von Roheis die Zeit von vormittags
11 Uhr bis nachmittags 1 Uhr,
7 für alle übrigen Handelsgewerbszweige die Zeit von
vormittags 11 Uhr bis nachmittags 7 Uhr.
II. An den genannten Tagen darf im Photographengewerbe
ein Betrieb nur inſoweit ſtattfinden, als an ihnen eine
Be=
ſchäftigung von Arbeitern in photopraphiſchen Anſtalten
zuge=
laſſen iſt. Eine ſolche Beſchäftigung iſt erlaubt zum Zweck der
Aufnahme, des Kopierens und des Retuſchierens von 9 Uhr
vormittags bis 5 Uhr nachmittags.
Darmſtadt, den 24. November 1914.
(21820a
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Straßenreinigung.
Indem wir die nachſtehende Polizeiverordnung erneut
ver=
öffentlichen, empfehlen wir allen Grundſtücksbeſitzern, die mit der
Erfüllung der in den §§ 1 und 3 dieſer Polizeiverordnung feſtgeſetzten
Verpflichtungen eine andere Perſon beauftragt haben oder dies zu tun
beabſichtigen, die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt alsbald
gemäß § 8 namhaft zu machen, falls dies noch nicht geſchehen iſt.
Zur Entgegennahme ſolcher — mündlicher oder ſchriftlicher —
Er=
klärungen iſt außer uns auch das zuſtändige Polizeirevier befugt=
Im Intereſſe der Grundbeſitzer liegt es, ſelbſt dafür zu ſorgen, daß
möglichſt gleichzeitig mit dieſen Erklarungen auch die Bereiterklärungen
der verantwortlichen Vertreter eingehen.
Darmſtadt, den 3. Dezember 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
die Reinigung der Straßen betreffend.
Auf Grund des Artikel 56 Abſ. 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom
13. Juni 1874, wird nach Anhörung der
Stadtverordnetenverſamm=
lung der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 9. Dezember
1508 zu Nr. M. d. J. 20529 die nachſtehende Polizeiverordnung erlaſſen:
§ 1. Die allgemeine Reinigung der Straßen liegt den Beſitzern
(unmittelbaren und mittelbaren — §§ 854 ff. B. G. B. —) der an
grenzenden Grundſtücke ob, ſoweit nicht die ſtädtiſche
Reinigungs=
anſtalt gemäß den Beſtimmungen des Statuts vom. 14. September
1886 betreffend: „Die Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze
in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt” die Reinigung
über=
nommen hat. Die Pflicht zur Reinigung erſtreckt ſich nur auf den
Teil der Straße, der an dem Grundſtücke des Verpflichteten herzieht,
und nicht über die Mitte der Straße hinaus. Sind mehrere Beſitzer
vorhanden, ſo trifft jeden die volle Verantwortlichkeit ein Mieter oder
Pächter iſt jedoch nur dann als Beſitzer im Sinne dieſer Verordnung
anzuſehen, wenn er allein das betreffende Grundſtück benutzt.
Iſt eine Geſellſchaft, Gewerkſchaft, Genoſſenſchaft, Stiftung, ein
Verein oder eine Anſtalt oder eine ſonſtige juriſtiſche Perſon Beſitzer
des Grundſtücks, ſo liegt die Verpflichtung zur Reinigung den
Mit=
gliedern des Vorſtands ob; bei Grundſtücken, die ſich im Beſitze oder
in der Verwaltung einer ſtaatlichen oder kommunalen Behörde befinden,
trifft die Verpflichtung den Vorſtand dieſer Behörde. Der Inhaber
einer Dienſtwohnung ſteht einem Mieter gleich.
Auf die Abfuhr des Hauskehrichts finden die Beſtimmungen
der Abſ. 1 und 2 entſprechende Anwendung. Die Kehrichtgefäße ſind
von den Grundſtücksbeſitzern zur Abholung des Kehrichts durch die
Straßenreinigungsanſtalt bereit zu halten, ſie dürfen aber nicht auf
der Straße aufgeſtellt werden.
§ 2. Jede Verunreinigung der Straßen, insbeſondere auch durch
Fuhrleute beim Fahren von Bauſchutt, Dung, Sand, Lehm, Erde
und anderem loſen Material iſt verboten.
Jede Zuwiderhandlung bedingt, abgeſehrn von der verwirkten
Strafe, die Verpflichtung zur ſofortigen Reinigung der Straße=
§ 3. Den Grundſtücksbeſitzern liegen außerdem bezüglich der
Reinigung der Fußſteige von Eis und Schnee folgende
Verpflich=
tungen ob=
1. Die Fußſteige, gleichviel ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer
ganzen Breite bis zum Rande der Fahrbahn, und Fußſteige
von größerer Breite auf mindeſtens 3 Meter in der
meiſt=
begangenen Fläche ſtets von Schnee und Eis freizuhalten.
Der über Nacht gefallene Schnee iſt bis ſpäteſtens 8
Uhremor=
gens abzuräumen.
Iſt wegen andauernden ſtarken Schneefalls die völlige
Freihaltung nicht möglich, ſo muß die Abräumung in der
Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends mindeſtens alle
drei Stunden erfolgen. Der von den Fußſteigen abgeräumte
Schnee iſt auf der Fahrbahn tunlichſt nahe dem Rande
der=
ſelben zu lagern, wobei Straßenrinnen, Straßenbahngleiſe,
ſowie Hydranten und, falls anderweit Platz vorhanden iſtz
Straßenecken, Straßenausgänge und Hauseingänge freizuhalten.
ſind.
Das Lagern von Schnee, welcher von Hofreiten
abgeräumt=
wurde, iſt auf den Straßen und Plätzen unterſagt,
2. Sofern auf den Fußſteigen Glatteis oder infolge andaus
ernden Schneefalls, Froſteinwirkung oder aus anderen Urſachen
eine gefährlich zu begehende Schneedecke oder Schnee==Und=
Eis=
buckel ſich gebildet haben, oder die Fußſteige ſonſtwie ſchwer
zu begehen ſind, müſſen dieſe in einer Breite von 1,50 Meter
mit Sand, Kies, Sägeſpänen oder ſonſt geeignetem
Streu=
material ausgiebig beſtreut werden. Das Aufſtreuen iſt zu
wiederholen, ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte Stellen
entſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die
Zeit=
von morgens 7½ Uhr bis abends 8 Uhr.
Das Aufſtreuen von Abfällen oder ſonſt ungeeignetem
Streumaterial iſt verboten.
§ 4. Beſchädigungen der Straße bei der Reinigung ſind ſorgfältig
zu vermeiden, insbeſondere iſt es verboten, bei Reinigung der
Fuß=
ſteige ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel, Stoßeiſen und dergleichen zur
Entfernung des Schnees oder Eiſes zu verwenden.
§ 5. Bei Froſtwetter iſt das Ausſchütten von Flüſſigkeiten in
die Straßenrinnen unterſagt.
§ 6. Bei Froſtwetter iſt das Schleifenziehen auf den
Fuß=
ſteigen verboten.
§ 7. Das Schneeballwerfen mit naſſem oder verunreinigtem
Schnee iſt verboten.
§ 8. Der Beſitzer eines Grundſtücks kann mit der Erfüllung der
in den §§ 1 und 3 feſtgeſetzten Verpflichtungen eine andere Perſon,
wie z. B. einen Hausverwalter oder eine Geſellſchaft oder Anſtalt,
die ſich die Reinigung von Straßen zur Aufgabe geſtellt hat,
beauf=
tragen. Die Beauftragten, bei Geſellſchaften oder Anſtalten deren
Vorſtandsmitglieder, ſind für die Einhaltung der Vorſchriften
aus=
ſchließlich verantwortlich, wenn die beauftragte Perſon, Geſellſchaft
oder Anſtalt dem Polizeiamte als verantwortliche Vertreter durch
den Grundſtücksbeſitzer ansdrücklich namhaft gemacht worden ſind
dieſe zur Uebernahme der Verpflichtung ſich bereit erklärt haben und
das Polizeiamt binnen einer Friſt von 14 Tagen nach erfolgter
Namhaftmachung Einſpruch gegen die Vertretung nicht erhoben hat.
Mehrere Beſitzer eines Grundſtücks können nach Maßgabe der
Vorſchriften des Abſatz 1 die Erfüllung der Verpflichtungen auf einen
von ihnen übertragen.
§ 9. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden auf
Grund des § 366 Poſ. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 10. Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung
in Kraft.
Mit dem gleichen Tage wird das Polizeireglement vom
8. November 1856 aufgehoben.
(22306
Darmſtadt, den 9. Januar 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gewerbelegitimationskarten für 1915.
I. Nach § 44 der Reichsgewerbeordnung iſt derjenige, welcher ein
ſtehendes Gewerbe betreibt, befugt, auch außerhalb des
Gemeinde=
bezirks ſeiner gewerblichen Niederlaſſung perſönlich oder durch in
ſeinen Dienſte ſtehende Reiſende für die Zwecke ſeines
Gewerbe=
betriebs Waren aufzukaufen und Beſtellungen auf Waren zu
ſuchen. Das Gleiche gilt für Handlungsagenten, die ein ſtehendes
Gewerbe betreiben, in Anſehung der Befugnis, als Vermittler oder
Vertreter des Geſchäftsherrn den Ankauf von Waren vorzunehmen
oder Beſtellungen auf Waren zu ſuchen.
Hierzu iſt nach § 44a der Gewerbeordnung eine
Legitimations=
karte erforderlich, welche auf Antrag des Inhabers des
ſtehen=
den Gewerbebetriebs (Antrag des Reiſenden ſelbſt genügt nicht)
von der für deſſen Niederlaſſungsort zu tändigen Verwaltungsbehörde
auf die Dauer eines Kalenderjahres und den Umfang des Reiches
ausgeſtellt wird.
II. Für Gewerbetreibende, welche in Darmſtadt eine
gewerb=
liche Niederlaſſung haben, iſt das Großh. Kreisamt Darmſtadt
zu=
ſtändig. Der Antrag iſt bei dem zuſtändigen Polizeirevier zu
ſtellen.
III. Die Legitimationskarte iſt zu verſagen:
1. wenn derjenige, für den ſie beantragt wird, entweder mit
einer abſchreckenden oder anſteckenden Krankheit behaftet oder
in abſchreckender Weiſe entſtellt iſt, oder
2. unter Polizeiaufſicht ſteht, oder
3, wegen ſtrafbarer Handlungen aus Gewinnſucht, gegen das
Eigentum, gegen die Sittlichkeit, wegen vorſätzlicher Angriffe
auf das Leben und die Geſundheit der Menſchen, wegen
Land= oder Hausfriedensbruchs, wegen Widerſtands gegen
die Staatsgewalt, wegen vorſätzlicher Brandſtiftung, wegen
Zuwiderhandkungen gegen Verbote oder
Sicherungsmaß=
regeln, betr. Einführung oder Verbreitung anſteckender
Krank=
heiten oder Viehſeuchen, zu einer Freiheitsſtrafe von
min=
deſtens drei Monaten verurteilt iſt, und ſeit Verbüßung
ders Strafe drei Jahre noch nicht verfloſſen ſind, oder
wenn er
4, wegen gewohnheitsmäßiger Arbeitsſcheu, Bettelei,
Land=
ſtreicheret, Trunkſucht übel berüchtigt iſt.
Die Legitimationskarte darf außerdem verſagt werden, wenn
derjenige, für den ſie beantragt wird, wegen einer der vorſtehend
unter 3 bezeichneten ſtrafbaren Handlungen zu einer Freiheitsſtrafe
von mindeſtens einer Woche verurteilt iſt und ſeit Verbüßung der
Strafe fünf Jahre noch nicht verfloſſen ſind.
IV. Wer zum Zweck der Erlangung einer Legitimationskarte
wiſſentlich unrichtige Angaben über die für die Erteilung
der=
ſelben weſentlichen Tatſachen macht, hat Geldſtrafe bis zu
150 Mark und im Unvermögensfalle Haftſtrafe bis zu vier Wochen
verwirkt. (§ 148, 6 Gewerbeordnung.)
Die oben bezeichnete Tätigkeit darf bei Meidung der gleichen
Strafe nicht früher begonnen werden als bis der
Gewerbe=
treibende im Beſitz der Legitimationskarte iſt. (§148, 5
Gewerbe=
ordnung.)
Wer ſeine Legitimationskarte einem Anderen zur Benutzung
überläßt, hat die gleiche Strafe verwirkt. (§ 148, 5 Gewerbeordnung.)
V. Da vor Erteilung der Legitimationskarte Ermittelungen
über die Perſönlichkeit desjenigen, für welchen ſie ausgeſtellt werden
ſoll, insbeſondere über ſeine etwaigen Vorſtrafen angeſtellt werden
müſſen (dies auch dann, wenn der betreffenden Perſon im
ver=
floſſenen Jahre eine Legitimationskarte ausgeſtellt war), fordern
wir alle Beteiligten auf, ihre Anträge rechtzeitig auf dem
zu=
ſtändigen Polizeirevier zu ſtellen, da ſie es ſich andernfalls ſelbſt
zuzuſchreiben haben, wenn die Ausſtellung der beantragten
Legitimationskarten durch das Großh. Kreisamt nicht bis zu
dem gewünſchten Zeitpunkte erfolgen kann. 22321a
Darmſtadt, den 2. Dezember 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Zur Verhütung von Unglücksfällen ſehen wir uns
wieder=
holt veranlaßt, die Eigentümer und Führer von Fuhrwerken jeder
Art auf die geltenden Beſtimmungen über die Beleuchtung der
Fuhrwerke nach Eintritt der Dunkelheit, ſowie über Einhalten
der rechten Straßenſeite und Fahren in gemäßigter
Geſchwin=
digkeit hinzuweiſen.
Die Schutzmannſchaft iſt zur ſtrengen Ueberwachung und ge
gebenenfalls Anzeigeerhebung angewieſen.
(23120
Darmſtadt, den 3. Dezember 1914
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Bei einem Pferde der II. Erſatz=Abteilung Feldartillerie=
Regi=
ments Nr. 61 iſt Rotzverdacht feſtgeſtellt worden.
(22326
Darmſtadt, den 4. Dezember 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Rühl’ſche Leihbibliothek
obere Waldſtraße 9.
Große neue Bücherſendung eingetroffen. Sämt=
(20140a
liche Zeitſchriften!
Bekanntmachung.
Im Jahre 1915 erfolgen die
Ver=
öffentlichungen der Einträge:
1. aus dem Handelsregiſter in
der Darmſtädter Zeitung, im
Darmſtädter Tagblatt, ſowie
im Deutſchen Reichsanzeiger;
2. aus dem
Genoſſenſchafts=
regiſter im Deutſchen
Reichs=
anzeiger und in der
Darm=
ſtädter Zeitung. (22314
Darmſtadt, 1. Dezember 1914.
Großhe rzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
Mittwoch, 13. Januar 1915,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die Liegenſchaft der Architekt
Georg Scherer Eheleute dahier:
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IV 260 2447 Hofreite
Rhein=
ſtraße 47,
in unſerem Bureau, Graſenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
verden.
(K84/14
Darmſtadt, 4. Dezember 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,22333
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blumenvaſ., einger. Kupferſt., verſ.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 6. Dezember 1914.
Nummer 336.
Wandergewerbeſcheine für 1915.
Nach § 60 der Gewerbeordnung für das Deutſche Reich ſind
Wandergewerbeſcheine (Gewerbeſcheine zum Hauſierhandel ꝛc.) nur
für die Dauer des Kalenderjahres gültig, für das ſie erteilt worden
ſind. Unter Hinweis auf dieſe Beſtimmung fordern wir daher alle
dahier wohnhaften Intereſſenten, die den Gewerbebetrieb im nächſten
Jahre fortzuſetzen oder zu beginnen beabſichtigen, hierdurch auf, ihre
Anträge auf Erteilung eines Wandergewerbeſcheines für das Jahr 1915
alsbald bei dem zuſtändigen Revier=Polizeikommiſſär zu ſtellen.
Nach den Vorſchriften der Ziffer III Abſatz 2 und 3 der
Be=
kanntmachung des Reichskanzlers vom 4. März 1912 (R. G. Bl. S. 189)
betreffend die Ausführungsbeſtimmungen zur Gewerbeordnung, iſt
in Zukunft jedem Antrag auf Erteilung eines Wandergewerbeſcheines
die Photographie des Antragſtellers beizufügen. Bei gemeinſamen
Wandergewerbeſcheinen (§ 60 Abſatz 3 Gewerbe=Ordnung) genügt die
Photographie des Unternehmers, wenn dieſer nicht vorhanden iſt,
die eines Mitglieds. Die Photographie muß von Viſitenkartenformat,
nnaufgezogen, ähnlich und gut erkennbar ſein, eine Kopfgröße von
mindeſtens 1,5 cm haben und darf in der Regel nicht älter als
5 Jahre ſein.
Ferner ſind nach den Beſtimmungen der
Reichsverſicherungs=
ordnung vom 1. Januar 1914 ab alle im Wandergewerbe gegen
Entgelt beſchäftigten Perſonen — nicht die
Wandergewerbe=
treibenden ſelbſt — der Krankenverſicherung unterworfen.
Die=
jenigen Wandergewerbetreibenden, welche ſolche verſicherungspflichtige
Perſonen in ihrem Wandergewerbe von Ort zu Ort mit ſich führen
wollen, haben daher in Zukunft vor Stellung des Antrags auf
Er=
teilung des Wandergewerbeſcheins die verſicherungspflichtigen
Per=
ſſonen ihrer Zahl nach (nicht einzeln dem Namen nach) bei der
zu=
ſtändigen Krankenkaſſe, d. h. für Darmſtadt bei der Allgemeinen
Ortskrankenkaſſe der Stadt, anzumelden. Die Krankenkaſſe beſcheinigt
dem Anmeldenden die empfangenen oder geſtundeten Beiträge, und
dieſe Beſcheinigung iſt dem zuſtändigen Polizeirevier bei Stellung
des Antrags auf Erteilung des Wandergewerbeſcheins mit
ein=
zureichen.
Die erteilten Wandergewerbeſcheine können nicht mehr auf dem
Großh. Kreisamt in Empfang genommen werden, ſondern ſind von
den Geſuchſtellern bei dem Großh. Finanzamt I dahier abzuholen.
Bei verſpätetem Antrag haben die Säumigen es ſich ſelbſt
zuzu=
ſchreiben, wenn die Scheine nicht rechtzeitig ausgefertigt werden können.
Gründe, welche der Erteilung des Wandergewerbeſcheines
entgegenſtehen, oder entgegenſtehen können, ſind folgende:
1. wenn der Nachſuchende mit einer abſchreckenden oder
anſtecken=
den Krankheit behaftet oder in einer abſchreckenden Weiſe
ent=
ſtellt iſt:
2. wenn er unter Polizeiaufſicht ſteht;
3. wenn er wegen ſtrafbarer Handlungen aus Gewinnſucht gegen
das Eigentum, gegen die Sittlichkeit, wegen vorſätzlicher
An=
griffe auf das Leben und die Geſundheit der Menſchen, wegen
Land= und Hausfriedensbruch, wegen Widerſtands gegen die
Staatsgewalt, wegen vorſätzlicher Brandſtiftung, wegen
Zu=
widerhandlungen gegen Verbote oder Sicherungsmaßregeln
betreffend Einführung oder Verbreitung anſteckender Krankheiten
oder Viehſeuchen zu einer Freiheitsſtrafe von mindeſtens drei
Monaten — bezw. von mindeſtens einer Woche — verurteilt
iſt und ſeit Verbüßung der Strafe 3 Jahre — bezw. 5 Jahre —
noch nicht verfloſſen ſind;
4, wenn er wegen gewohnheitsmäßiger Arbeitsſcheu, Bettelei,
Landſtreicherei, Trunkſucht übel berüchtigt iſt;
5, bei Geſuchen um Wandergewerbeſcheine für Muſikaufführungen,
Schauſtellungen, theatraliſche Vorſtellungen oder ſonſtige
Luſt=
barkeiten, bei denen kein höheres Intereſſe der Kunſt oder der
Wiſſenſchaft obwaltet, ſobald einer den Verhältniſſen des Kreiſes
entſprechenden Anzahl von Perſonen Wandergewerbeſcheine
er=
teilt oder ausgedehnt ſind
6. wenn der Nachſuchende das fünfundzwanzigſte Lebensjahr
noch nicht vollendet hat. In dieſem Falle iſt dem
Nachſuchen=
den der Wandergewerbeſchein zu erteilen, wenn er der Ernährer
einer Familie iſt und bereits vier Jahre im Wandergewerbe
tätig geweſen iſt;
7, wenn er blind, taub oder ſtumm iſt, oder an Geiſtesſchwäche leidet;
8, wenn der Nachſuchende im Inlande einen feſten Wohnſitz
nicht hat;
9, wenn er wegen Verletzung der auf den Gewerbebetrieb im
Um=
herziehen bezüglichen Vorſchriften im Laufe der letzten drei
Jahre wiederholt beſtraft iſt;
10, wenn er ein oder mehrere Kinder beſitzt, für deren Unterhalt
und, ſofern ſie im ſchulpflichtigen Alter ſtehen, für deren
Unter=
richt nicht genügend geſorgt iſt.
Wer zum Zwecke der Erlangung eines Wandergewerbeſcheines
in Bezug auf ſeine Perſon, oder die Perſonen, die er mit ſich zu
führen beabſichtigt, wiſſentlich unrichtige Angaben macht, iſtſtrafbar.
Der Gewerbebetrieb im Umherziehen darf unter keinen
Um=
ſtänden eher begonnen werden, als bis der Gewerbetreibende
im Veſitze des Wandergewerbeſcheines iſt.
Zuwiderhandlungen werden nach § 148 der
Gewerbeord=
nung beſtraft.
Weiter machen wir darauf aufmerkſam, daß nach dem Geſetze
über den Urkundenſtempel vom 12. Auguſt 1899 (in der vom 1. April 1910
an geltenden Faſſung) Wandergewerbeſcheine der Stempelpflicht
unterliegen. Die Stempeltaxe beträgt 4 Mark. Außerdem müſſen
alle Wandergewerbetreibende für die Ausübung ihres
Gewerbe=
betriebes die Wandergewerbeſteuer nach Vorſchrift des Geſetzes, die
Beſteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen betreffend, vom
22. Dezember 1900, entrichten.
Darmſtadt, den 4. Dezember 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
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In einigen Wochen erscheint
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als Kriegsausgabe.
Diese enthält das alphabetische Einwohnerverzeichnis nach
neuester Bearbeitung, den Teil „öffentl. Stellen, Berufszweige‟
etc., einen Plan der Stadt und andere wichtige Bestimmungen.
Subskriptionspreis (giltig bis 1. Januar 1915) Mk. 2.30.
Alsdann wird der Preis auf Mk. 2.75 erhöht. — Die bereits
gezeichnete Subskription behält für diese Kriegsausgabe ihre
Giltigkeit. Eine andere Ausgabe erscheint für 1915 nicht.
Bestellungen erbittet
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Bekanntmachung.
Die Voranſchläge der Gemeinde und des Waſſerwerks Malchen
für 1915 liegen von Dienstag, den 8. Dezember 1914 an acht
Tage lang auf unſerer Amtsſtube zur Einſicht offen.
Innerhalb dieſer Friſt können von den Beteiligten Einwendungen
gegen den Inhalt der Voranſchläge ſchriftlich oder zu Protokoll bei
dem unterzeichneten Bürgermeiſter vorgebracht werden.
Malchen, den 5. Dezemher 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Malchen.
Walther.
(22337
Weihnachtsbitte der Herberge zurHeimat.
Obgleich die Mildtätigkeit durch die gegenwärtige Kriegsnot
allſeitig ſtark in Anſpruch genommen iſt, wagen wir doch um
Gaben für die von uns auch in dieſem Jahre in beſcheidenem
Maße geplante Weihnachtsbeſcherung für die armen
arbeits=
loſen Wanderer zu bitten. Außer Gaben an Geld ſind
beſon=
ders Kleidungsſtücke, Stiefel, warme Hemden und Strümpfe ſowie
guter Leſeſtoff erwünſcht und werden dankbar entgegengenommen
oder abgeholt durch unſern Hausvater Herrn Merdes Große
Ochſengaſſe Nr. 8 — Telephon 2583 —
(22311gss
Für den Vorſtand
Ehrhardt, Oerhofprediger.
Vktordäther bilig zu verlaufen
* Hofſtallſtraße 10. (*10864
SGeEGet
Gege
22 28
Dank.
Für die überaus großen Bemühungen, die uns der
Generalderektor der Werkzeugmaschinen-Industrie Gebr.
Buschbaum in den verflossenen Tagen erwiesen hat,
sprechen hiermit ihren herzlichen Dank aus
die drei Schlesier:
J. Schwierzy, K. Mojzisch, P. Strusik.
Darmstadt, den 5. Dezember 1914.
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Darmſtädter Tagblatt, Sountag, den 6. Dezember 1914.
St. Gotthard.
Eine Geſchichte aus vergangener Zeit.
Von Ernſt Zahn.
*7)
(Nachdruck verboten.)
5. Rechtſpruch.
Zeno, der Talvogt, ſaß, in brütendes Sinnen
ver=
ſunken, in ſeiner Schreibſtube. Er rechnete an ſeinem
eigenen Leben herum und fand, daß die Rechnung ſtimmte
bis dahin. Nun begann er in die Zukunft zu denken.
Das war ein ſchweres Exempel! Er rutſchte tiefer in dem
Lederſtuhl; ſein Kopf ſank auf die Bruſt und ſeine Brauen
trafen ſich. Der rechte Arm lag auf dem rohen Tiſchbrett;
den Gedanken folgend, ſpreizten ſich die Finger an der
braunen Hand und krallten ſich langſam zur Fauſt
zu=
ſammen, als packten ſie einen Raub. Zeno, der Vogt,
war gierig geworden, nun ihm das Glück einen Wunſch
erfüllt und ihn zum Erſten der Talſchaft erhoben hatte.
Vor den Augen des Sinnenden ſchwebte eines Weibes
Traumgeſtalt. Blondes Gelock, ein Geſicht wie Lenzbluſt,
ein jugendlich edler Leib: — mit dürſtenden Blicken
ver=
ſchlang der Vogt das Bild ſeiner Sinne.
Ein hartes Pochen jagte ihn aus ſeinem Traumland.
Wer iſt’s? herrſchte er hinaus.
Peter, der Schmied!
Der ſich genannt hatte, trat ein, ohne des Vogts
Be=
fehl abzuwarten.
Dieſer hob den Kopf und maß den Häßlichen mit
ſtechendem Blick.
Wer hat Dich gerufen? fragte er barſch.
Der Schnied krümmte den Rücen und verzog die
ent=
ſtellte Larve zu kriechender Freundlichkeit.
Verzeihet, Herr! Ich dachte — — Wollet Ihr, daß
ich gehe, ich —
Bleib! Was willſt Du, Waibel?
Der Einäugige trat von der Tür zurück und näherte
ſich dem Stuhle des Renners.
Ich bin Euer Knecht, Herr! Euer Vater brauchte
mich! Daß ich auch Euch zu dienen bereit bin, wollte ich
Euch ſagen!
Du warſt des Vogts Spion!
Des Vogts drittes Auge!
Ein ſcheeles Auge, lachte der Renner ſchallend auf,
und der Schmied ballte heimlich die Fauſt. Aber er
ver=
gaß nicht, warum er gekommen war.
Ich gedenke ohne Dich fertig zu werden, ſagte der
Vogt.
Wie Ihr wünſchet — aber Ihr werdet ſchweren Stand
haben!
Du biſt eingebildet, Narr! Rechneſt Du Dich ſo hoch?
Talvogt und Talvolk ſind zwei Mächte! Von jeher
hat ein Abſtand ſie getrennt, den Ehrfurcht oder — Furcht
ſchufen. Es braucht eine Brücke zwiſchen beiden!
Und die willſt Du ſein! Der Steg ſcheint mir wacklig!
Der Schmied achtete des Hohnes noch immer nicht.
Regieret wie Ihr wollt, Herr, das Volk wird nicht
immer mit Euch gehen!
Du wirſt aufdringlich! Ich verlange Deine Warnung
nicht!
Der Renner erhod ſch ſchwerſillg aus ſeinen Stuhl.
Seine hohe Geſtalt richtete ſich auf, bis er gebietend
da=
ſtand. Dann fuhr er fort:
Wenn ein Abſtand iſt zwiſchen Vogt und Volk, ſo
wiſſe, daß der Vogt vorangehen wird auf Wegen, die dem
Tal Nutzen und Glück bringen ſollen. Das Volk wird
nicht zaudern, ihm darauf zu folgen! Und der Abſtand
wird nicht mehr ſein!
Lauernd war der Einäugige dem ſtolzen Reden des
anderen gefolgt. Nun ſagte er wagemutig:
Der Vogt iſt ehrgeizig! Vor der Größe des Volkes
wird ihm die eigene gehen!
Schweig, Schuft!
Ihr werdet den Schuft brauchen! — Wenn es im
Volke gärt, wie wollt Ihr es wiſſen? Die Wühler und
geheimen Feinde, wie wollt Ihr ſie kennen? Ihr werdet
mich brauchen, Herr!
Langſam war der Vogt in ſeinen Stuhl
zurückgeſun=
ken. Eine Weile ſtarrte er finſter vor ſich nieder. Dann
hob er die argwöhniſchen Augen gegen den Scheelen.
Sind ſchon jetzt Unzufriedene im Dorf? fragte er in
verändertem Ton.
Der Renner=Zeno war nicht allen genehm, entgegnete
der Schmied. Hätte der Barmherzige nicht für Euch
ge=
redet, Herr — Ihr wäret ſchwerlich gewählt!
Der Stachel ſaß. Aber der Vogt brauſte nicht mehr auf.
Du haſt recht, Waibel, ſagte er ſeltſam. Ich brauche
Dich!
Ich ſagte es!
Sonntag
6. Dezember
Dienstag
Montag
8. Dezember
7. Dezember
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Nummer 336.
An der Tür ging neuerdings ein Pochen.
Sieh zu, wer ſchon wieder nach mir verlangt! befahl
der Vogt dem Schmied.
Dieſer ſteckte den Kopf aus der Tür und gab Beſcheid.
Ein Weib, mitdem ich vor Euch rechten muß, Talvogt!
Laß ſie warten!
Noch einmal ſchloß die Tür die beiden Männer ab.
Der Vogt ſetzte das Geſpräch fort:
Unſer Geſchäft iſt nicht zu Ende, Waibel! Ich
ver=
lange zu wiſſen: Was treibt Dich, mir dienſtbar zu ſein?
Ich liebe es, mich mit dem Spürhund an Schlauheit
zu meſſen.
Ein eklig Geſchäft! — — Wie zahle ich Deine Dienſte?
Erinnert Euch dieſer, wann die Zeit iſt!
In Deiner Streitſache zum Beiſpiel, Schleicher!
Du biſt ſchlau und ſchlecht. Aber ich laſſe mich nicht
bin=
den! Freie Hand muß ich haben in allen Dingen! —
Rufe Deine Widerſacherin!
Auf des Schmiedes Geheiß trat die jahrbelaſtete
Fur=
gerin ein. Ihr folgte die Helmine. Ein breites Lachen lag
um des Einäugigen Mund, als er faſt höflich die Weiber
einließ.
Der Vogt legte den Kopf an die Lehne ſeines Stuhles
und ſah die Eingetretenen an. Als er die Dirne erkannte,
lohte eine Flamme über ſeine Stirne und verſchwand.
Dann ſaß er wie aus Stein gehauen.
Streiten iſt Weiberart, ſagte er laut. Und werden
ſie hundert Jahre alt, ſie vergeſſen das Zanken nicht!
Die Greiſin näherte ſich und ſagte, ohne zu zittern:
Ich bin hundert Jahr geworden und habe nicht
ver=
geſſen, daß es eine Gerechtigkeit gab in Urſern! Achtet
auch Ihr ſie, Vogt, ſo richtet danach!
Was iſt die Klage? fragte der Starre.
Die Dirne redete vorſchnell:
Herr, der Schmied will die Aehne aus dem Hauſe
treiben!
Der Bogt runzelle die Stim.
Warte, bis Du gefragt wirſt, grollte er.
Darauf verfocht die Greiſin ihr Recht.
Die Hütte war mein zeit meines Lebens. Aber vor
fünfzig Jahren war eine böſe Zeit in Urſern. Alles Volk
hat gehungert. Und als die Not an mich kam und meine
Sippe, nahm ich eine ſchwere Gült auf mein armes Häus= Herr — meine Hütte — ich wollte ſterben dort — ich
lein. Ich habe ſie nimmer abzulöſen vermocht und ver= hatte ſie lieb — ich —
mag es heute nicht, da die Schrift in des Schmiedes
Hän=
den iſt! Doch — fraget ihn, ob ich einmal, ſeit er der
Zinsherr iſt, ihm meine Schuld auch nur einen Tag zu
ſpät entrichtet! — Nun hat er ohne Grund und Urſach die
Gült aufgeſagt und weiß, daß er mich forttreibt aus der
lieben Hütte und weiß, daß ich lebendig nicht gehen kann!
Erſchöpft hielt die Furgerin inne.
Der Schmied grinſte.
Die Gült iſt mein und ich brauche das Geld.
Recht=
zeitig habe ich gekündet! Was ſchert mich das andere!
Im Dorf iſt viel Anterkunft zu finden, wenn Ihr nur
ſuchen wollt!
Und ich ſage Euch, Ihr nehmt mir das einzige Dach,
das mich vor Wind und Wetter barg!
Erregung faßte die Alte. Mit unſicheren Händen
taſtete ſie über den weißen Scheitel, als ließen Gedanken
und Worte ſie im Stich.
Der Schmied weidete ſich an der Ohnmacht der zwei
Weiber.
Sprechet Recht, Herr, ſagte er ſiegesgewiß.
Die Dirne bäumte ſich wider den Höhnenden auf.
Wenn Ihr dem Recht gebet, verdreht Ihr das Recht,
Vogt! rief ſie außer ſich.
Der Renner hatte noch immer vor ſich hingeſtarrt.
Nun furchte ſich die Falte tiefer zwiſchen ſeinen Augen.
Die vorlaute Dirne hatte ihrer Sache geſchadet.
Der Schmied hat getan, was Rechtens war, ſprach er
laut und ſtreng. Ihr habet Euch zu fügen, Weiber!
Mit blitzenden Augen maß ihn Heinine.
Und Ihr wollet Richter ſein in Urſern! warf ſie ihm
ins Geſicht.
Da drängte die Alte heran. Als wäre etwas
Uner=
hörtes über ſie gekommen, ſtarrte ſie den Vogt ungläubig
an. Ihre Zunge lallte.
Sie ſank plötzlich wie vom Blitz getroffen zu des
Ren=
ners Füßen zuſammen. Mit einem gellen Aufſchrei warf
ſich die Helmine über ſie. Der Leib der Alten lag reglos,
als wäre die letzte Kraft darin verdorrt. Die Furgerin
war geſtorben.
Während der Wehſchrei der Dirne das Haus
durch=
hallte, warf der Vogt ſeinen Stuhl zurück und herrſchte
den Schmied an:
Rufe einen Knecht und ſchaffe mir die beiden vom
Halſe.
Dann lehnte er mit verſchränkten Armen am Fenſter
und harrte des Weggeſandten Vor ſeinen Füßen
wim=
merte die Dirne über der Toten.
Zwei Knechte folgten dem Schmied nach einer Weile.
Als ſie herantraten, die Leiche aufzunehmen, erhob ſich die
Helmine mit brennendem Geſicht. Sie wies auf die
Ge=
ſtorbene.
Das iſt Dein Werk, Schmied! Ich und ein anderer
werden es Dir gedenken! ſagte ſie und ſchüttelte die Fauſt
gegen den Einäugigen.
Der lächelte eiſig und ſchaute zu, wie die Stube ſich
leerte.
Die grollende Stimme des Vogts machte ihn
zuſam=
menfahren.
Was ſuchſt Du noch? — Geh!
Vor dem zornbebenden Geheiß ſtob er hinaus.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 16.
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2
34.
[ ← ][ ][ → ]Nr. 36.
Ein., Forpelobooft por 12 Jahren!
Von Dr. Max Koppe=Seeheim (Heſſen).
Der Verlag von Guſtav Kühn in Neu=Ruppin iſt
den älteren unter uns aus der Jugendzeit noch
wohl=
bekannt durch die ſchönen” bunten Bilderbogen, die
da=
mals, ehe unſer Geſchmack ſich den „Münchener
Bilder=
bogen” zuwandte, unſeren Kunſtſinn bilden und unſeren
Kunſthunger ſtillen mußten. Weniger bekannt dürfte aber
ſein, daß einſt in dieſem Verlage auch ein Buch das Licht
der Welt erblickte, deſſen Titel noch heute Anſpruch auf
allgemeines Intereſſe hat. Ich ſage ausdrücklich
Tittel! Man wird ſogleich ſehen, warum. Die im
Jahre 1802 erſchienene, 122 Seiten ſtarke Schrift benamſte
ſich: „Beſchreibungeiner Schwimm=Maſchine,
vermittelſt welcher man allenfalls auch
feindliche Flotten ruinieren und ganze
Armeen über Flüſſeund Meerefortbringen
könnte‟ Da das Büchlein uns ſelbſt nicht zur Hand
iſt, ſoll eine Beſprechung desſelben in der Allgemeinen
Literatur=Zeitung vom November 1803 dazu dienen, uns
von dem Weſen dieſer „Schwimm=Maſchine” einen
an=
nähernden Begriff zu geben. Man höre: „Die Boote der
Grönländer, nur für eine Perſon eingerichtet, womit ſie
ſich weit in das hohe Meer wagen, brachten den Vf.
auf dieſe Maſchine. Er läßt ein bootförmiges Geſtell von
Holz machen, nur hinten zugerundet, oben mit einem Brete
verſchloſſen und überall mit Leinwand überzogen, welche
durch Kütte und Oelfarbe waſſerdicht gemacht iſt. Damit
dieſes Boot nicht umſchlage, iſt ein Gegengewicht unter
demſelben angebracht. Auf einer ſolchen Maſchine ſoll
der Schwimmer reiten, und, um ſich fortzubewegen, giebr
er ihm große Bleche an die Füße, wodurch ſie den
Schwimmfüßen gleich werden ſollen. Der Vf. kennt den
Hauptvortheil der grönländiſchen Boote nicht, nemlich
ihre große Länge; er weiß nicht, daß ein Boot hinten
eben ſo zugeſpitzt ſeyn muß, als vorn; er bedenkt nicht,
daß ein Gegengewicht, tief unter Waſſer angebracht, den
Körper äußerſt ſchwer zu regieren macht. Er muß keinen
Begriff von Meereswogen haben, nie auf einem Schiffe
bey hohen Seen geweſen ſeyn, wenn er ſeinem
Waſſer=
reiter Schluß unter ſolchen Umſtänden zutrauet. Wie
mancher wird bey Schiffbrüchen von einem Brete, welches
er doch feſt umklammern kann, abgeſpühlt! Der Vf.,
wahrſcheinlich mitten auf dem feſten Lande, wird es dem
Bewohner einer Seeſtadt erlauben, über ſeinen Vorſchlag
zu lachen.”
* Dies die zeitgenöſſiſche Kritik der „Schwimm=Maſchine”
von 1802. Wie anders, und zumal um wieviel kunſtvoller
gebaut ſind doch die „Schwimm=Maſchinen” von 1914,
„mit denen man feindliche Flotten ruinieren und ganze
Armeen über Flüſſe und Meere fortbringen kann”!
Literariſches.
* Kriegskarten. Dietrich Reimers
Kriegs=
ſtands=Karte der deutſchen und öſterreichiſch=
unga=
riſchen Armeen, in 14tägigen Kurven zuſammengeſtellt
nach den amtlichen Berichten des deutſchen Großen
Haupt=
quartiers und des öſterreichiſch=ungariſchen Generalſtabes.
e ehet
lin SW. 48. Preis 50 Pfg. Eine vollkommen eigenartige
Kriegskarte wird mit der hier angezeigten in den
Han=
del gebracht. Neben einer guten topographiſchen
Ueber=
ſicht zeigt die Karte durch 14tägige Kurven den Stand
oder das Fortſchreiten unſerer Heere in Feindesland. —
Dietrich Reimers Generalkarte des
türki=
ſchen Kriegsſchauplatzes. Maßſtab 1:3000000.
1 Blatt in vielfarbigem Steindruck 96X125 Zentimeter
groß. Preis in Umſchlag 1,50 Mk. — Der Maßſtab iſt
ſo groß, daß alle irgendwie bedeutenden Orte verzeichner
ſind. Das Gebirge kommt auf einer beſonderen braunen
Platte zur Darſtellung. Die Karte reicht im Norden bis
Lemberg, im Süden bis zur Südſpitze der Sinai=
Halb=
inſel, im Weſten bis Sizilien und im Oſten kommt noch
der Süden Rußlands und das ganze Kaſpiſche Meer zur
Darſtellung. — Reliefkarte des
Nordweſt=
balkans. Mit jeder weiteren, von der Franckhſchen
Verlagshandlung in Stuttgart herausgegebenen
Relief=
karte vervollkommnet ſich die Technik des ausführenden
Künſtlers. Die uns jetzt vorliegende 6. Karte zeigt
die nordweſtlichen Balkanländer, Serbien, Bosnien und
Herzegowina, Dalmatien, Montenegro und Nord=Albanien.
Dieſe Karte koſtet nur 25 Pfg. und iſt durch jede
Buch=
handlung zu beziehen.
— Um den Sohn, betitelt ſich der neue Roman
von Artur Landsberger (geh. 4 Mk., geb. 5,50 Mk.),
der ſoeben im Verlag Georg Müller in München
erſchie=
nen iſt. Artur Landsberger, deſſen Bücher in dreieinhalb
Jahren etwa ſiebzig Auflagen erlebten, ſchildert in ſeinem
neuen Buche den Kampf, den eine Mutter mit der
Ge=
liebten ihres Sohnes führt. Die Liebe des Weibes zum
Manne und die Liebe der Mutter zu ihrem Kinde, beide
gleich tief, gleich ſtark, gleich ſelbſtlos, werden in dieſem
Kampfe bis zum Aeußerſten geſteigert und enden damit,
daß beide vor der Liebe der anderen kapitulieren.
Die=
ſer Kampf, der einen aus der Gefolgſchaft der Mutter
zur Geliebten und der Geliebten wieder zur Mutter
reißt, iſt Landsberger meiſterlich gelungen. Das Buch
erfüllt das, was man nach des Verfaſſers Erſtling „Hilde
Simon” von ihm erhoffte.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt i.
Geöffnet an Wochentagen von 9— 12 Uhr vorm. und
8 — 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 24. November: dem Friſeur Adam
Schwinn, Alexanderſtraße 17, e. S. Leonhard Ernſt.
Am 29.: dem Schutzmann Peter Schuch, Neue
Irene=
ſtraße 16, e. T. Ottilie Walli. Dem Former Auguſt
Hoch=
ſtätter, Große Bachgaſſe 14, e. S. Auguſt. Am 1.
Dezem=
ber: dem Fabrikarbeiter Adam Hirz, Arheilger Straße
33, e. S. Adam Johann. Am 28. November: dem Großh.
Geometer Karl Schmidt, Teichhausſtraße 36, e. T.
Hil=
degard Katharina Margaretha Eliſabetha. Am 1.
Dezem=
ber: dem Glaſer Max Schott, Fuhrmannſtraße 7, e. T.
Katharina Eliſabeth. Am 30. November: dem Lackierer
n g Erh
De=
zember: dem Althändler Georg Hönig, Erbacher Straße
45, e. T. Eliſabeth.
Geſtorbene. Am 26. September: Student, z. Zt.
Vize=
feldw. d. Reſ. im Inf.=Regt. Nr. 99, Wilhelm Büchner,
21 Jahre, ev., ledig, hier, Gervinusſtraße 59, zu Plateau
von Craame (Frankreich). Am 30. November: Anna
Ka=
tharina Klara Henriette Scheerer, geb. Hebermehl,
Witwe des Hofwagners, 83 Jahre, ev., Aliceſtraße 9. Am
18. September: Student, z. Zt. Vizefeldwebel d. Reſ. im
Inf.=Regt. Nr. 99, Guſtav Hoffmann, 23 Jahre, ev.,
ledig, hier, Kranichſteiner Straße 7, zu Hurtebiſe. Am
30. November: Kaufmann Karl Arnold Ludwig Rode,
40 Jahre, ev., Schulſtraße 3. Anna Störger, geb. Krall,
Ehefrau des Maurers, 41 Jahre, kath., aus Gr.=Zimmern,
hier, Erbacher Straße 25. Am 1. Dezember: Anna Maxia
Ehrhardt, Ehefrau des Möbelfabrikanten, 62 Jahre,
ev., Friedrichſtraße 26. Am 29. Auguſt: Unteroffizier im
Drag.=Regt. Nr. 23, Friedrich Gottfried Paul Paaſch,
23 Jahre, ev., ledig, bei Brandeville (Frankreich). Am
31. Oktober: Schloſſer, z. Zt. Musk. im Inf.=Regt. Nr. 116,
Leonhard Zapf, 22 Jahre, ev., ledig, bei le Quesnoy
(Frankreich). Am 7. September: Hauptmann im
Leib=
garde=Regt. Hans Karl Otto Friedrich Wilhelm Emil
p. Oertzen, 40 Jahre, luth., hier Wilhelminenplatz 13,
bei Sermaize (Frankreich). Am 8.: Oberleutnant und
Re=
gimentsadjutant im Leibgarde=Regt. Erich Leopold
Gu=
ſtav v. Küchler, 30 Jahre, ev., ledig, hier, Riedeſelſtraße
70, bei Sermaize (Frankreich). Am 28. Auguſt: Leutnant
im Leibgarde=Regt. Helmut Wilhelm Otto Holtz, 20
Jahre, ev., ledig, hier, Alexanderſtraße 22, bei Raucourt
(Frankreich). Leutnant und Bataillonsadjutant im
Leib=
garde=Regt. Gerhard Heinrich Chales de Beaulieu, 27
Jahre, ev., ledig, hier, Hügelſtraße 21, bei Raucourt
(Frankreich). Am 1. Dezember: Marie Dorothee Engel,
geb. Rühl, Witwe des Bäckermeiſters, 61 Jahre, ev.,
Gra=
fenſtraße 9. Am 22. Auguſt: Hauptmann im Leibgarde=
Regt. Karl Ernſt Berthold Julius Paul v. Hombergk zu
Vach, 39 Jahre, ev., hier, Heidelberger Straße 10, bei
Maiſſin (Belgien). Oberleutnant im Leibgarde=Regt.
Karl Robert Theodor v. Rode, 28 Jahre, ev., ledig, hier,
Eliſabethenſtraße 64, bei Maiſſin (Belgien). Leutnant im
Leibgarde=Regt. Ernſt Franz Karl Lothar von den
Brincken. 30 Jahre, ev., ledig, hier, Eſchollbrücker Straße 1,
bei Maiſſin (Belgien). Am 2. Dezember: Karl
Breit=
wieſer, Sohn des Poſtillons, 2 Monate, ev.,
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ſtraße 13.. Luiſe Hedwig Waſſum, Tochter des
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