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177. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 334.
Freitag, den 4. Dezember.
1914.
Der Krieg.
Die zweite Kriegstagung des Reichstags. — Von den Kriegsſchauplätzen. — Die Einnahme von Belgrad. — Der türkiſche
Krieg. — Der iriſche Nationalismus. — Eine neue Art des engliſchen Lügenfeldzuges. — Die engliſchen Verluſte. —
Maßregelung des Generals Rennekamp. — Ein Proteſt der Vereinigten Staaten.
Die zweite Kriegstagung
des Reichstags.
O Einmütig iſt der zweite Milliarden=
Kredit vom Reichstage bewilligt worden. Damit hat
die deutſche Volksvertrekung den Tapferen, die zu
Lande und zu Waſſer für die Aufrechterhaltung unſeres
nationalen Daſeins freudig ihr Leben opfern, den beſten
Dank abgeſtattet; damit hat ſie auch ihrer felſenfeſten
Zu=
verſicht auf den endgültigen Sieg den wirkſamſten
Aus=
druck gegeben. Daß in dieſer Zuverſicht Regierung und
Reichstag eins ſind, geht nicht nur aus den Reden
des Reichskanzlers und des Reichstagspräſidenten,
ſon=
dern auch aus der Erklärung des für alle bürgerliche
Parteien ſprechenden Abg. Spahn und aus dem
Bei=
fallsſturme hervor, der gerade den hierauf bezüglichen
Ausführungen des Kanzlers zuteil wurde.
Zuſtim=
mungskundgebungen von ſolcher Wucht hat der
Reichs=
tag, ſolange er beſteht, nicht häufig erlebt, ſie ſpiegeln
die unerſchütterliche Entſchloſſenheit unſeres ganzen
Volkes wieder, unbedingt durchzuhalten, bis ein Friede
erkämpft iſt, der der ungeheueren an Blut und Gut
ge=
brachten Opfer wert iſt, indem er uns die Sicherheit
dafür gibt, daß wir uns als freies Volk weiter
ent=
wickeln können.
Eine ſolche Entſchloſſenheit durch Bereitſtellung der
notwendigen Geldmittel zu bekunden und gleichzeitig
die ſachlichen Vorausſetzungen für die Durchführung des
Kampfes gegen eine bewaffnete Welt zu ſchaffen, war eine
Aufgabe von ſo überragender Wichtigkeit, daß im
Ver=
gleich mit ihr alle ſonſtigen Wünſche politiſcher und
ſo=
zialpolitiſcher Natur zurücktreten mußten. Die Erörterung
derartiger Wünſche würde die Reichstagsverhandlung
nur von dem hohen Niveau herabgedrückt haben, auf dem
ſie ſich zum Wohle des Vaterlandes gehalten hat.
Des=
halb darf man es allen Parteien des
Reichs=
tages Dank wiſſen, daß ſie ſich auf die Abgabe kurzer
Erklärungen beſchränkten. Der Kriegskredit iſt wiederum,
auch von der Sozialdemokratie bewilligt worden, nur
der Abg. Dr. Liebknecht hat allein im ganzen
Reichs=
tage nicht für die Bewilligung der Kriegsänleihe
ge=
ſtimmt. Die Partei, die er bloßgeſtellt hat, hat bereits
ihr tiefſtes Bedauern darüber ausgeſprochen und den
Abg. Liebknecht verleugnet, der, wenn er Ehrgefühl
be=
ſitzt, nun kaum umhin kann, aus der Partei auszutreten
oder wenigſtens ſein Mandat niederzulegen.
Der Abſtimmung war eine wuchtige
Kanzler=
rede vorangegangen, deren Siegeszuverſicht und
kraft=
volles Bekenntnis zum Durchhalten bereits oben
er=
wähnt worden iſt. In letzterem Zuſammenhange
ge=
dachte der Reichskanzler der wertvollen Hilfe unſerer
Bundesgenoſſen und ließ nicht unerwähnt, daß die
Er=
klärung des Heiligen Krieges durch den Kalifen an die
ſchwachen Stellen des Weltreiches der verbündeten Feinde
reicht. Mit dieſem Teil ſeiner Ausführungen verband
der Reichskanzler eine ernſte Mahnung an unſere Feinde,
die Mißhandlung gefangener Deutſcher
zu unterlaſſen; er drohte die Abrechnung wegen
kultur=
widrigen Verhaltens für den Friedensſchluß an und
erntete die ſtürmiſche Zuſtimmung des Reichstages, als
er ausrief, daß niemand ungefühnt einem Deutſchen ein
Haar krümme. Der natürliche Uebergang zum
Haupt=
ſtück ſeiner Rede, zur Kennzeichnung der
Verant=
wortung Großbritanniens für den
Welt=
krieg, war hiermit gegeben. Unter Berufung auf
das engliſche Blaubuch und den von der Nordd. Allg.
Ztg. veröffentlichten Bericht des belgiſchen
Geſchäfts=
trägers in Petersburg wies der Reichskanzer nach, daß
England den Krieg unmöglich machen konnte, wenn es
in Petersburg erklärte, ſich nicht an die Seite
Frank=
reichs ſtellen zu wollen. Wäre dies geſchehen, dann
würde die Vermittelungsaktion in der ſerbiſch=
öſterrei=
chiſchen Angelegenheit gelungen ſein. Aber dasſelbe
England, das im Unterhauſe und in der Preſſe ſich
ſeiner Handlungsfreiheit wiederholt gerühmt hatte, ſagte
im revanchedurſtigen Paris ſeine Hilfe 24 Stunden eher
zu, als der deutſche Einmarſch in Belgien, der
Vor=
wand für Englands Teilnahme am Weltkriege, erfolgt
war. Auch hierfür konnte ſich der Reichskanzler auf das
engliſche Blaubuch und Greys Unterhaus=Erklärung vom
3. Auguſt berufen. Die Nichtigkeit des engliſchen
Kriegs=
vorwandes tat Herr von Bethmann Hollweg des
wei=
teren an den bekannten militäriſchen Abmachungen dar,
die England mit Belgien getroffen hat, und er deckte
im Anſchluß daran die wahre Abſicht Großbritanniens
auf, nach bewährter Praxis ſeinen ſtärkſten Gegner auf
dem Feſtlande und größten wirtſchaftlichen Nebenbuhler
niederringen zu wollen. Daß wir uns weder militäriſch
noch wirtſchaftlich vernichten laſſen, ſondern in beiden
Richtungen gerüſtet ſind, konnte der Reichskanzler
er=
freulicherweiſe mit vollem Recht feſtſtellen.
Ehe er mit der ergreifenden Aufforderung ſchloß,
das Gelübde des Ausharrens bis zum letzten Hauch
vor unſerem Volk in Waffen und vor dem feindlichen
Auslande abzulegen, warf der Kanzler einen
bemer=
kenswerten Ausblick in die Zukunft. An das Wort des
Kaiſers erinnernd: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich
kenne nur Deutſche!” — mahnte er, aus der kriegeriſchen
Gegenwart in die Friedenszeit als heiliges Erbteil den
Geiſt einmütiger Opferwilligkeit hinüberzunehmen, der
nun alle zwiſchen den verſchiedenen Volksteilen
beſtehen=
den Schranken hinweggefegt hat. Ohne die
Notwendig=
keit politiſcher Parteien in Abrede zu ſtellen, wünſcht
der Kanzler ſeinem Volk ein Parteileben, das von den
bisherigen Schlacken des wechſelſeitigen Mißtrauens
be=
freit iſt. Herr v. Bethmann Hollweg hat damit der
künf=
tigen innerpolitiſchen Entwicklung das erſtrebenswerteſte
ideale Ziel geſetzt. Dieſes Ziel muß von allen
Vater=
landsfreunden feſt im Auge behalten ſowie vor jeder
Ver=
dunkelung geſchützt werden, wenn die Stunden der
Ge=
fahr und der patriotiſchen Erhebung vorübergegangen
ſind.
* Zu der großen Sitzung des Reichstages ſagt der
Berliner Lokal=Anzeiger: Aufs neue hat die
Welt erfahren, daß das deutſche Volk einmütig hinter der
Regierung ſteht und zu allen Opfern, die von ihm
ver=
langt werden, mit Freuden bereit iſt. — Das Verliner
Tageblatt ſchreibt: Der Eindruck der erſten
Kriegs=
ſitzung des Reichstages vom 4. Auguſt iſt geſtern in
vie=
lem noch übertroffen worden. Schon das äußere Bild
war von einer überwältigenden Großartigkeit. Nicht bloß
alle Tribünen waren überfült, ſelbſt in dem
Sitzungs=
ſaal, der ſonſt auf das ſtrengſte ausſchließlich für die
Ab=
geordneten vorbehalten wird, drängte ſich eine große Anzahl
von Damen und Herren. Wie man auch ſonſt heute mit
der herkömmlichen Ordnung gebrochen, das nahm man
erſt wahr, als ſich am Schluſſe der Rede des
Reichskanz=
lers ein lang dauernder Beifallsſturm, wie Bravos und
Händeklatſchen Luft machten, an dem ſich nicht nur die
Abgeordneten, ſondern auch das Tribünenpublikum
be=
teiligte. Die Eröffnungsrede des Reichstagspräſidenten
Dr. Kaempf bedeutete einen würdigen Auftakt. Man kann
nicht wohl beſonnener und wärmer ſprechen wie er. Man
kann auch nicht mutiger und ſelbſtbewußter den
unver=
meidlichen Verluſten dieſes Weltkrieges gegenüberſtehen
wie er. Seine Anſprache klang aus in die Worte:
Weh=
ren wir uns wenn es ſein muß, gegen die ganze Weltlin
— Die Voſſiſche Zeitung ſchreibt: Jedes Auge
hing an dem Munde des Reichskanzlers, als er ſich
er=
hob, um die Vorlage über die zweiten fünf Milliarden zu
begründen. Was brauchte er viel zu begründen, wo über
die Notwendigkeit nur eine Meinung war? In der Tat,
die große Stunde fand kein kleines Geſchlecht.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 3. Dez. (W.T. B.
Amtlich.) Auf beiden Kriegsſchauplätzen hat
ſich nichts Beſonderes ereignet.
Oberſte Heeresleitung.
* Großes Hauptquartier, 3. Dez. (Amtlich.)
Der Kaiſer hatte geſtern in Breslau eine
Beſprech=
ung mit dem Oberkommandierenden des öſterreichiſch=
ungariſchen Heeres, Sr. Kaiſerlichen und Königlichen
Hoheit dem Erzherzog Friedrich, der von Seiner
K. u. K. Hoheit Erzherzog=Thronfolger Karl Franz
Joſef und dem Chef des Generalſtabs, General der
In=
fanterie Frhrn. Conrad v. Hötzendorff, begleitet war.
Später beſuchte der Kaiſer die Verwundeten in den
Laza=
retten der Stadt. Oberſte Heeresleitung.
* Petit Pariſien teilt auf Grund der Angaben eines
Bewohners mit, daß die Beſchießung von Ypern
ſeit dem 3. November ununterbrochen fortdauert. Täglich
richten die deutſchen Flieger über der Stadt mit Bomben
einen größeren Schaden an, als ſelbſt ſchwere Artillerie.
Die Waſſerverſorgung iſt geſtört. Die Stadt wird bald
von den letzten Einwohnern verlaſſen ſein.
* (Ctr. Bln.) Aus Amſterdam meldet die B. Z.: Die
Zeitung Tijd berichtet aus Calais: In Belgien ſteht
ein großer Schlag bevor. Die Deutſchen verſtärken die
Linie Oſtende-Ypern. Man ſpricht von 700000 Mann
deutſcher Truppen. Auch die Verbündeten, die über die
Verhältniſſe auf feindlicher Seite genau unterrichtet ſind,
haben große Reſerven herangezogen, ſo daß etwa 1½
Mil=
lionen Mann einander gegenüberſtehen dürften. Die
Stel=
lungen der Verbündeten ſind ausgezeichnet und faſt gar
nicht zu erkennen. Ferner ſind große Maſſen belgiſcher
Ulanen (?) eingetroffen. Das Kommando von Calais
wird von dieſer Woche ab in den Händen der Engländer
liegen. Selbſt die belgiſchen Soldaten werden mit den
engliſchen Geſchützen vertraut gemacht. Auch ſchweres
franzöſiſches Feldgeſchütz iſt angekommen. Alles weiſt
darauf hin, daß in den nächſten Tagen eine große
Feld=
ſchlacht zu erwarten iſt.
* Zu dem glänzenden Durchbruch der
deut=
ſchen Armeeteile im Oſten ſchreibt die Neue Freie
Preſſe: In dreitägigen Kämpfen durchbrachen die
Deut=
ſchen den von den Ruſſen gebildeten Ring. Wie ein
Hel=
dengedicht klingt die Meldung, daß dieſe Teile der
deut=
ſchen Armee nach Ueberwindung der Gefahr noch 12000
Gefangene und 25 Geſchütze als Beute mitnehmen
konn=
ten, ohne ſelbſt auch nur ein Geſchütz zu verlieren.
Einer Petersburger Times=Depeſche zufolge berichtet
die Zeitung Rjetſch, daß die zwei deutſchen Armeekorps,
die vorige Woche durch die neu erſchienenen ruſſiſchen
Streitkräfte bei Brzeziny mit Umfaſſung bedroht wurden,
in folgender Weiſe durchgebrochen ſind: Die Deutſchen
ſandten noch zwei Armeekorvs durch eine Oeffnung in den
ruſſiſchen Umfaſſungsring hindurch. Was für zwei Korps
gefährlich war, gelang jetzt den vier Korps. Sie brachen
durch, wenn auch unter Verluſten. Einem Telegramm
des ruſſiſchen Generaliſſimus iſt folgendes zu entnehmen:
Wir ſtießen auf vorzüglich befeſtigte Stellungen, die die
Deutſchen äußerſt hartnäckig verteidigen. Die Deutſchen
nehmen bisweilen die Offenſive wieder auf. Dadurch
entſtehen überaus wütende, grimmige Bajonettkämpfe.
Die Deutſchen wurden durch zwei Infanteriediviſionen
und eine Kavalleriediviſion friſcher Truppen verſtärkt. In
der Gegend von Klobutzko und Kaalin entdeckten wir eine
mächtig verſtärkte Stellung, die durch drei Reihen
künſt=
licher Hinderniſſe gedeckt iſt.
* Rotterdam, 2. Dez. Nach dem Urteil
militäri=
ſcher ruſſiſcher Kreiſe hat die Lage in Polen eine neue
ungewöhnliche Bedeutung gewonnen. Es gab noch kein
Ereignis, mit dem ſo große Intereſſen und ſo große
Ge=
fahren verbunden waren. Alles weiſt auf ein Fortdauern
und ſelbſt auf eine Vermehrung der gegenwärtigen
Span=
nung hin. Da die Deutſchen ihre Stellungen gegenüber
Lodz und Lowicz befeſtigen, ſo iſt es deutlich, daß der
Feind bald Verſtärkungen erwartet. Es iſt ebenfalls klar,
daß Oſtpreußen zu weit abliegt, um Gelegenheit zu einer
Gegendemonſtration zu bieten, ſelbſt wenn die Ruſſen
dort über eine überwältigende Pehrheit verfügten. Die
Strecke zwiſchen Plozk und Soldau eigne ſich außerdem
nicht zu Truppenbewegungen. — Die militäriſchen
Mit=
arbeiter der bedeutendſten Zeitungen ſagen, daß die
deutſche Offenſive fortgeſetzt werden wird.
* Saloniki, 2. Dez. Die Eiſenbahnbrücke
über den Wardar zwiſchen Strumitza und
Dewir=
kapu iſt von Banden geſprengt worden. Der
Mittelpfeiler wurde zu zwei Drittel, der nördliche
voll=
ſtändig zerſtört. Drei Brückenfelder ſind eingeſtürzt. Der
Verkehr zwiſchen Uesküb und Saloniki iſt eingeſtellt.
Die Wiederherſtellung der Brücke wird längere Zeit
be=
anſpruchen. Bei der Zerſtörung ſoll ein blutiger Kampf
zwiſchen den Banden und ſerbiſchem Militär
ſtatt=
gefunden haben. Eiſenbahnwagen mit Verwundeten
paſ=
ſierten Saloniki auf dem Wege nach Monaſtir.
* Sofia, 3. Dez. (Meldung der Agence Bulgare.)
Nach authentiſchen Mitteilungen aus Saloniki griffen,
wie bereits gemeldet wurde, mazedoniſche bewaffnete
Re=
bellen die Wache an der großen Eiſenbahnbrücke
über den Wardar zwiſchen den Stationen Gradetz
und Dewirkapu an, töteten ſie und ſprengten die
Brücke in die Luft. Sodann wandten ſie ſich gegen
die kleine Brücke über den Fluß Vodiſſie ſüdlich Gradetz,
die ſie gleichfalls mit Dynamit in die Luft ſprengten
Dieſe Anſchläge ſind das Ergebnis einer Herrſchaft der
thranniſchen Unterdrückung, die man im ſerbiſchen und
griechiſchen Mazedonien zur Anwendung bringt. Sie
werden planmäßig von den ſerbiſchen und griechiſchen
Zeitungen den ſogenannten Banden in die Schuhe
ge=
ſchoben, die angeblich aus Bulgarien gekommen ſein ſollen.
Um dieſe Behauptung zu entkräften, braucht man nur an
die von den Berichterſtattern großer ruſſiſcher Blätter ſelbſt
im Verlaufe ihrer Reiſe angeſtellten Umfragen in den
griechiſchen und ſerbiſchen Grenzgebieten zu erinnern,
woxaus hervorgeht, daß tatſächlich eine Bewegung der
mazedoniſchen Bevölkerung gegen die bulgariſche Grenze,
aber keineswegs eine ſolche gegen das Innere
Mazedo=
niens exiſtiert. So fiel letzthin eine Gruppe von
Flücht=
lingen, die aus den Bezirken Prilep und Veles jenſeits
des Wardar fortgezogen waren, um im mazedoniſchen
Ge=
biet gegen die zahlloſen Verfolgungen, denen ſie ausgeſetzt
waren, Schutz zu ſuchen, in einen ſerbiſchen Hinterhalt
nahe an der bulgariſchen Grenze. Die ſerbiſchen Soldaten
eröffneten das Feuer auf die unglücklichen Flüchtlinge.
Da aber unter dieſen einige Leute mit alten Flinten aus
der Zeit der Organiſation der Revolution bewaffnet
waren, ſchoſſen ſie zurück. Das Gewehrfeuer dauerte
meh=
rere Stunden, bis die Flüchtlinge die Grenze überſchritten
hatten. In dieſem Gefecht wurden zwei Bulgaren
ver=
letzt. Dies iſt die wahre Lage an der ſerbiſch=bulgariſchen
und griechiſch=bulgariſchen Grenze.
Die Einnahme von Belgrad.
* Budapeſt, 2. Dez. Die öſterreichiſch=ungariſchen
Truppen haben nach einer ausführlichen Meldung des
„Magyar Hirlap” geſtern abend in einem
unwiderſteh=
lichen Bajonettſturm die Weſtſeite Belgrads
genommen. Heute früh hielten die Truppen unter
ſtür=
miſcher Begeiſterung ihren Einzug.
* Wien, 2. Dez. Die bei Einbruch des Abends
bekannt gewordene Meldung über den Fall
Bel=
grads rief überall ſtürmiſche Begeiſterung hervor.
Ex=
tra=Ausgaben verbreiteten die freudige Nachricht in allen
Teilen der Stadt und alsbald erklangen die Glocken
ſämtlicher Kirchen zu harmoniſchem Siegesgeläute.
Tauſende durchzogen die anläßlich des
Thronbeſteigungs=
tages im Fahnenſchmuck prangenden Straßen und
ſtrömten in die innere Stadt, wo bald weitere
Aus=
gaben mit günſtigen Meldungen vom ruſſiſchen
Kriegs=
ſchauplatze die freudige Stimmung noch erhöhten. Bis
ſpät abends währte das bewegte Treiben, das
insbeſon=
dere vor dem Kriegsminiſterium zu lebhaften Kund=
gebungen führte. Bürgermeiſter Weißkirchner erließ
einen Aufruf, die Häuſer feſtlich zu beflaggen: Es lebe
unſer Kaiſer, es lebe unſere Armee! Der Bürgermeiſter
richtete an den Kaiſer eine Huldigungsdepeſche und ein
Glückwunſchtelegramm an den Oberkommandanten
Erzherzog Friedrich und an die Armeekommandanten
Potiorek und Frank.
* Budapeſt, 2. Dez. Der Bürgermeiſter hat
fol=
gende Bekanntmachung anſchlagen laſſen: Der
Bürger=
meiſter der Haupt= und Reſidenzſtadt meldet dem
Publi=
kum, daß Belgrad gefallen iſt. Man hat ſich gegen
uns verſchworen, hat uns hochmütig in unſerem Leben
und unſerem Recht gekränkt. Man hat den Erben unſeres
Thrones ermordet. Unſere tapferen Soldaten zeigen
jetzt, daß man uns nicht ungeſtraft beleidigen kann. Mit
Gottes Hilfe haben ſie ihre ruhmreichen Fahnen in dem
Hauptneſt der gegen uns geſponnenen Zerſtörung
aufge=
pflanzt. Mögen nun auch unſere Fahnen wehen und
unſere Fenſter ſich erhellen. Mögen Glocken ertönen und
unſere überſtrömende Freude, unſeren unbegrenzten
Stolz und unſer unerſchütterliches Vertrauen verkünden.
Es lebe das Vaterland!
* Budapeſt, 2. Dez. Die Nachricht von dem
Falle Belgrads löſte in der Stadt ungemeine
Freude aus. Die Nachricht, die gegen 4 Uhr nachmittags
hier bekannt wurde, verbreitete ſich mit Blitzesſchnelle in
der ganzen Stadt. Binnen kurzer Zeit prangte ganz
Budapeſt im Flaggenſchmuck. Sowohl die öffentlichen
wie die privaten Gebäude hißten ungariſche,
öſterreichi=
ſche, deutſche und auch türkiſche Fahnen. Gegen Abend
begannen ſämtliche Glocken zu läuten, die meiſten
Häu=
ſer ſind illuminiert. Die Menſchenmengen beſprechen
bewegt das Ereignis. Auch aus zahlreichen Orten der
Provinz treffen Meldungen über Beflaggungen aus
An=
laß der Einnahme Belgrads ein.
* Berlin, 3. Dez. Die Norddeutſche Allgem.
Zeitung ſchreibt:
Mit der Einnahme der Hauptſtadt
Ser=
biens hat das öſterreichiſch=ungariſche Heer ſeinem
ehr=
würdigen Kaiſer und König eine herrliche Gabe zum
Jahrestage ſeines Regierungsantrittes dargeboten.
Un=
ter überaus ſchwierigen Verhältniſſen, die das zerklüftete
Gelände in ſich birgt, drängten die Truppen Oeſterreich=
Ungarns den Feind in ſein Land zurück. Jetzt ſind ſie
im Beſitze eines erheblichen Teiles des alten Serbiens
Alle Hemmniſſe, die ſich der Kriegführung im fremden
Gebiete entgegenſtellten, vermochten nur den Geiſt echter
Soldatentugenden zu ſteigern und die öſterreichiſch=
un=
gariſchen Truppen zu bewunderungswürdigen
Leiſtun=
gen anzuſpornen. Die Führer haben in jedem ihrer
Untergebenen opferfreudige Helfer, die durch ihren Mut,
ihre Ausdauer und Manneszucht die Löſung der
kriege=
riſchen Aufgaben ermöglicht haben, die ſich die
Heeres=
leitung ſetzte. So reich die Geſchichte dieſer Kämpfe
an erhebenden Beweiſen unbedingter Hingabe einzelner
und ganzer Truppenteile iſt, ſo bedeutſam iſt das
Er=
gebnis, das bisher in der Eroberung Belgrads gipfelt.
Mit freudiger Genugtuung begrüßt unſer Volk die
neu=
eſte Kunde vom ſerbiſchen Kriegsſchauplatze, wie es ſeit
Kriegsbeginn den Taten des öſterreichiſch=ungariſchen
Heeres mit wärmſter Anteilnahme folgte.
Unter der Ueberſchrift „Der Doppeladlerüber
Belgrad” heißt es in der Voſſiſchen Zeitung: Ein
dop=
pelter Jubeltag für Oeſterreich=Ungarn. Opfer hat es
genug gekoſtet, bis dieſes Ziel erreicht iſt. Doch iſt es
nicht zu ſchade, ſag’ ich, nun unſere Fahnen wehen über
Belgrad. Nach 125 Jahren ziehen zum erſten Male
wieder die Oeſterreicher in Belgrad ein; Rußland hat
Serbien für ſeine Zwecke benutzt und wird es jetzt zur
Seite ſchleudern, wie eine ausgepreßte Zitrone. — Im
Berliner Tageblatt ſagt Major Morath: Serbien ſteht
vor dem Zuſammenbruch.
Die Köln. Ztg. ſchreibt: Als der Krieg, den die
ſerbi=
ſchen Umtriebe gegen das große Nachbarreich
heraufbe=
ſchworen hatten, losbrach, erwartete man vielfach den
baldigen Fall von Belgrad, deren Befeſtigungen
einer nachhaltigen Beſchießung durch ſchwere Artillerie
nicht gewachſen waren. Der Weltkrieg, in den Oeſterreich=
Ungarn an der Seite ſeines Verbündeten hineingeriſſen
wurde, mußte aber die Bedeutung des ſerbiſchen
Kriegs=
ſchauplatzes ändern. Die ſerbiſche Regierung hatte
ſchleu=
nigſt ihren Sitz aus dem Bereich der Geſchütze der Bat=
terien von Semlin und der Flußmonitore nach dem ſicheren
Niſch verlegt. Zwar iſt einmal durch den Telegraphen ein
förmlicher Sturm von Belgrad gemeldet worden; er
er=
wies ſich aber als Erfindung. Die Oberſte Heeresleitung
des öſterreichiſch=ungariſchen Heeres hatte ihr Ziel in der
Vernichtung der ſerbiſchen Armee gewählt und brach, als
der richtige Augenblick gekommen war, von Bosnien und
der Sawe her in Feindesland ein. In glänzenden
Ge=
fechten gegen einen tapferen, zähen Gegner, der in ſtark
befeſtigten Feldſtellungen immer wieder ſich ſtellte,
dran=
gen die Truppen unſeres Verbündeten unter überaus
chwierigen Verhältniſſen vor und haben jetzt eine Linie
erreicht, die von Belgrad bis nach Uſchitze läuft. Der
Feind hat gewaltige Verluſte an Menſchen und
Kriegs=
naterial erlitten, und jede Ausſicht auf Unterſtützung durch
die treuen Freunde, die ihn im Geheimen immer gegen
Oeſterreich=Ungarn aufhetzten, iſt geſchwunden. Die
heiß=
blütigen Chauviniſten, die in den Kaffeehäuſern der
Ter=
raſſia ſeit Jahrzehnten die Umtriebe gegen den Nachbar
chmiedeten, die Mörder König Alexanders und der
Kö=
nigin Draga, die ſich mit plumpen Fingern an den
Web=
ſtuhl der Politik geſetzt, ſehen alle ihre Hoffnungen
ge=
ſcheitert. Sie ſind für das furchtbare Elend
verantwort=
lich, das über das Land hereingebrochen iſt.
Milit äriſch iſt der Beſitz von Belgrad nicht ſo
bedeutſam. Es ſtellt einen Brückenkopf über die Sawe
dar; als Ausgangspunkt der Bahn nach Niſch war es im
Frieden wichtig, aber der Lauf der Strecke durch das
Bergland, mit vielen Brücken und Tunnels, gibt dem
Feinde Gelegenheit, nachhaltige Zerſtörungen
vorzuneh=
men, die eine Ausnützung der Linie als Etappenſtraße
wohl unmöglich machen werden, wenigſtens für abſehbare
Zeit. Politiſch dagegen wird auf dem ganzen Balkan
die Kunde wirken, daß die ſerbiſche Hauptſtadt von den
öſterreichiſch=ungariſchen Truppen beſetzt iſt, denn ſie war
politiſch und kulturell der Mittelpunkt des Landes. Unfer
Verbündeter empfängt aus Deutſchland die herzlichſten
Glückwünſche zu dieſem Erfolge.
Der türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 2. Dez. Unſere Truppen,
die in der Zone des Tſchorokh vorrückten, haben einen
neuen Erfolg davongetragen und heute die Stadt
Arda=
nutſch, 20 Kilometer öſtlich des Tſchorokh=Fluſſes,
be=
ſetzt.
* Konſtantinopel, 3. Dez. Der Führer der
ägyptiſchen Nationalpartei, Mohammed
Ferid, der ſeit Jahren gegen die Beſetzung
Aegyp=
tens durch die Engländer einen erbitterten Kampf führt,
und vom Ausbruch des europäiſchen Krieges an hier
weilt, erklärte in einer Unterredung, er zweifle nicht
daran, daß die osmaniſche Armee mit Leichtigkeit
und bedeutend raſcher, als man glaube, den
Suez=
kanal überſchreiten werde. Ebenſo ſtehe außer allem
Zweifel, daß die Aegypter, die die Engländer
verab=
ſcheuen, ſich erheben würden, ſobald die osmaniſche
Armee in Aegypten eindringe, nicht minder die
Sudane=
ſen, ſodaß die Engländer zwiſchen vier Feuer geraten
würden, nämlich die türkiſche Armee, die Bevölkerung
Aegyptens, die Senuſſi und die Sudaneſen.
Bruch der Disziplin.
* Berlin, 3. Dez. Der Vorſtand der ſozialde=.
mokratiſchen Reichstagsfraktion ſtellt feſt,
daß Karl Liebknecht gemäß dem alten Brauch der
Fraktion, der durch einen Beſchluß für den vorliegenden
Fall geändert wurde, gegen die Kriegskreditvorlage
ge=
ſtimmt hat. Der Vorſtand bedauert dieſen Bruch
der Diſziplin, der die Fraktion noch beſchäftigen
wird, aufs tiefſte. (Bravo!)
Hindenburgs Dank.
* Berlin, 3. Dez. Generalfeldmarſchull v.
Hin=
denburg bittet das Wolffſche Bureau um
Veröffent=
lichung folgenden Dankes: Gelegentlich meiner durch
die Gnade des Kaiſers und Königs erfolgten Ernennung
zum Generalfeldmarſchall ſind mir zahlloſe
Glück=
wünſche zugegangen. Dieſelben erfreuen mich
unend=
lich, doch bin ich leider außer Stande, ſie einzeln zu
be=
antworten. Ich bitte daher, meinen herzlichſten Dank
Röntgentechnik im Kriege.
— Bei der Behandlung der mit Schußverletzungen
heimkehrenden Soldaten haben ſich zwei höchſt erfreuliche
Tatſachen ergeben: Die Heilung geht in den meiſten Fällen
glatt und ohne ſtörende Nebenerſcheinungen vor ſich, und
die Zahl der Verletzten, bei denen Glieder amputiert
wer=
den müſſen, iſt verhältnismäßig ſehr gering. Die Gründe
dafür ſind einmal die hohe Entwickelung der ärztlichen
Kunſt in Deutſchland, zum anderen die vortreffliche
Aus=
rüſtung unſerer Lazarette, beides Dinge, von denen
Sach=
verſtändige des neutralen Auslandes viel Anerkennendes
zu ſagen wiſſen. Nicht zum wenigſten ſind die Erfolge
der Kriegschirurgie darauf zurückzuführen, daß bei der
Feſtſtellung der Art der Verletzung und bei der
Ueberwach=
ung des Heilungsvorganges die Röntgenverfahren
ver=
wertet werden, ſoweit dies irgend möglich iſt. Schon im
Frieden kann in unſerer Zeit ein Krankenhaus ohne
Rönt=
geneinrichtung nicht darauf Anſpruch machen, als gut
ein=
gerichtet zu gelten. Weder der Chirurg noch der Arzt für
innere Medizin möchte das wertvolle und bequeme
Hilfs=
mittel der Röntgenſtrahlen entbehren. Geradezu
unerſetz=
lich iſt es jedoch in der Kriegschirurgie. Die Art der
weit=
aus häufigſten Verletzung im Kriege, die Schußwunde,
bie=
tet ein weites Feld für die Anwendung der Durchleuchtung
mit Röntgenſtrahlen und des photographiſchen
Röntgen=
bildes. Handelt es ſich um ſogen. Steckſchüſſe, bei denen
das Geſchoß im Körper bleibt, ſo laſſen ſich Sitz und Form
des Geſchoſſes durch das Röntgenverfahren genau
beſtim=
men. Gleichzeitig werden Knochenverletzungen deutlich
er=
kennbar. Bei Knochenbrüchen (Schußfrakturen), die im
Gegenſatz zu gleichartigen Verletzungen in Friedenszeiten
ſehr oft ſtarke Splitterung zeigen, ſind die Schwere der
Verletzung und die Art der Verſchiebung der
Knochenfrag=
mente in allen Einzelheiten zu erkennen. Das Röntgenbild
iſt deshalb bei faſt allen Schußwunden erwünſcht, bei denen
die Richtung des Schußkanals eine Knochenverletzung
wahr=
ſcheinlich macht. Nicht ſelten zeigt dann die Röntgenplatte
eine viel ſchwerere Verletzung an, als die äußerlich erkenn=
baren Erſcheinungen vermuten ließen. Von Wichtigkeit iſt
auch die wiederholte Röntgenaufnahme zur Ueberwachung
behandelter Fälle, Bei Knochenbrüchen mit Verſchiebung der
Bruchſtellen kann man noch nach dem Anlegen eines
Gips=
oder Streckverbandes ohne weiteres erkennen, ob die
Ver=
ſchiebung genügend ausgeglichen iſt oder ob weitere
Maß=
nahmen erforderlich ſind. Es gibt alſo eine große Zahl
von Fällen, die eine Röntgendurchleuchtung oder eine
Auf=
nahme nicht nur wünſchenswert, ſondern geradezu
not=
wendig erſcheinen laſſen.
Eine Anzahl häufig wiederkehrender oder ſonſt
bemer=
kenswerter Röntgenbilder iſt in einem Heft enthalten, das
unter dem Titel „Röntgentechnik im Kriege” von dem
Wer=
nerwerk der Siemens u. Halske=A.=G. herausgegeben und
in erſter Linie für Aerzte beſtimmt iſt. Die Bilder
ent=
ſtammen dem Archiv des Vereinslazaretts Siemensſtadt
das von der Siemens u. Halske=A.=G. und den Siemens=
Schuckertwerken, G. m. b. H., im Einvernehmen mit dem
Verein vom Roten Kreuz und der Heeresverwaltung ins
Leben gerufen iſt. Es befindet ſich im Nordflügel des
neuen Verwaltungsgebäudes in Siemensſtadt bei Berlin.
In den vier Stockwerken dieſes Gebäudeteils ſind
Lager=
ſtellen für insgeſamt 400 Patienten vorhanden, die in ſieben
großen Sälen und 18 Einzelzimmern verteilt ſind. Bei
der Einrichtung des Lazarets iſt alles berückſichtigt
wor=
den, was die Pflege der Verwundeten erleichtern, die
Ge=
neſung beſchleunigen und das Wohlbefinden der Kranken
erhöhen kann. Es fehlt z. B. auch nicht an Einrichtungen
für elektromediziniſche Behandlungsarten, unter denen
namentlich das Diathermieverfahren gegen Erkrankungen
der Gelenke, der Muskeln und der peripheriſchen Nerven,
ſowie des Herzens und der Lunge immer größere
Bedeu=
tung erlangt. Eine elektriſche Fiebermeldeeinrichtung
er=
möglicht es dem dienſttuenden Arzt, die Temperaturen
einer ganzen Reihe von Kranken von ſeinem Zimmer aus
zu überwachen, ohne daß die Patienten durch das
wieder=
holte Anlegen von Thermometern geſtört oder beunruhigt
werden. Bei einzelnen Kranken kann mit
Regiſtriereinrich=
tungen der Temperaturverlauf auch dauernd aufgezeichnet
werden. Ein modern eingerichtetes, geräumiges
Opera=
tionszimmer ermöglicht die Ausführung euch großer cirur=
giſcher Eingriffe, die faſt ausnahmslos an Hand der
vor=
her hergeſtellten Röntgenaufnahmen vorgenommen werden.
Die oben erwähnte Schrift läßt erkennen, daß die
Röntgenverfahren einen hohen Grad der Vollkommenheit
erreicht haben. Für jede vorhandene Stromquelle, mag es
ſich um Gleichſtrom oder Wechſelſtrom handeln, gibt es
be=
währte Röntgeneinrichtungen von verſchiedener
Leiſtungs=
fähigkeit, mit denen allen Anſprüchen an Rötgenaufnahmen,
von der einfachſten Durchleuchtung und der Zeitaufnahme
an bis zu der in einem kleinen Bruchteil einer Sekunde
ausführbaren Einzelſchlagaufnahme, genügt werden kann.
Ebenſo waren in der Siemens=Wolfram=Röhre
Leiſtungs=
fähigkeit und Widerſtandsfähigkeit der Röntgenröhren
aufs äußerſte geſteigert und die verſchiedenen
Hilfseinrich=
tungen, wie Unterſuchungstiſche, Stative, Schutzmittel uſw.,
immer mehr vervollkommnet worden. Für die
Bedürf=
niſſe der Etappenlazarette waren Einrichtungen geſchaffen,
die ſich, in bequeme tragbare Einzelteile zerlegt und auf
Laſtautomobilen oder Tragpferden verpackt, leicht von
einem Ort zum anderen bringen laſſen. Sie enthalten als
Stromquelle einen Benzindynamo und dazu alles, was für
Durchleuchtungen und Aufnahme photographiſcher
Rönt=
genbilder erforderlich iſt, und ſind in dem Heft neben
an=
deren elektromediziniſchen und Röntgen=Apparaten auch in
Abbildungen dargeſtellt.
Was das Buch jedoch für den Azrt beſonders wertvoll
macht, das ſind die Anweiſungen, wie man bei
Durchleuch=
tungen und Aufnahmen am beſten vorgeht, wie man den
Patienten legen muß, um brauchbare Aufnahmen zu
er=
halten, wie lange man bei den verſchiedenen Körperteilen
die Platte belichten muß, welche Röhrenhärte zu wählen
iſt und wie man die Platte behandeln muß, um
brauch=
bare Bilder zu erhalten. Aus allem geht hervor, daß das
Röntgenverfahren heute wegen ſeiner Einfachheit,
Schnelligkeit und Sicherheit einer ausgedehnten
Anwen=
dung keine Schwierigkeiten entgegenſtellt. Beſonders
er=
freulich iſt aber, daß das Röntgenverfahren dem
Kran=
ken keine Schmerzen bereitet und daß es gerade aus
die=
ſem Grunde als wertvolles Hilfsmittel bei der Diagnoſe
und bei der Nachbehandlung geſchätzt wird.
allerſeits lediglich auf dieſem Wege ausſprechen zu dürfen.
v. Hindenburg.
Deutſche und franzöſiſche Gerichtsbarkeit.
* Berlin, 3. Dez. Geſtern ſtand der engliſche
Kriegsgefangene Lensdale wegen tätlichen
Angriffs gegen einen Vorgeſetzten vor verſammelter
Mannſchaft, begangen im Felde, vor dem Kriegsgericht
der Inſpektion der immobilen Garde. Derartige
Ver=
gehen beſtraft das Militärſtrafgeſetzbuch mit dem Tode,
bei minder ſchweren Fällen mit lebenslänglicher
oder mindeſtens zehnjähriger
Freiheits=
ſtrafe. Der Angeklagte, der im Döberitzer Lager
unter=
gebracht war, hatte am 9. November, als ſich die
Gefan=
genen weigerten, dem Zeichen zum Arbeitsaufbruch Folge
zu leiſten, und es daraufhin zu einem ernſtlichen
Zuſam=
menſtoß zwiſchen den Landſturmleuten und den
Gefan=
genen kam, einem Landſturmmann einen Stoß vor die
Bruſt und einen Schlag ins Geſicht verſetzt. Der
Ange=
klagte gab die Tat zu. Der Vertreter der Anklage nahm
davon Abſtand, Todesſtrafe oder lebenslängliche
Gefäng=
nisſtrafe zu beantragen. Er führte aus, daß die
deut=
ſchen Militärgerichte turmhoch über den Urteilen gegen
Deutſche in Feindesland ſtänden, die durch den Haß
dik=
tiert würden. Er beantragte das Mindeſtmaß von zehn
Jahren Gefängnis. Der Verteidiger erklärte, es liege
angeſichts der ſchamloſen Urteile, die im
feind=
lichen Ausland gefällt würden, nicht der mindeſte
Grund vor, gegen die Kriegsgefangenen in beſonders
wohlwollender Weiſe vorzugehen, aber man ſolle doch
den einzelnen nicht unnötig das Unrecht des feindlichen
Landes empfinden laſſen. Er ſchloß ſich dem
Anklage=
vertreter an und bat um Annahme eines minder ſchweren
Falles. Das Kriegsgericht erkannte dementſprechend
auf die geringſte Strafe von zehn Jahren
Ge=
fängnis.
Das deutſche Mülhauſen.
* Der Kommandant von Mülhauſen im
Ober=Elſaß hat folgende Bekanntmachung erlaſſen: „Die
noch vorhandenen franzöſiſchen und engliſchen
Firmenſchilder ſowie Geſchäftsaufſchriften ſind von den
Straßen und in den Geſchäftsräumen binnen 10 Tagen
zu beſeitigen. Die Verwendung von Briefumſchlägen,
Rechnungs= und Briefvordrucken, ſowie überhaupt die
fernere Benutzung irgendwelcher Formulare in
franzöſi=
ſcher Sprache wird verboten. Der geſamte
Geſchäfts=
verkehr iſt deutſch. Nichtbefolgungen dieſes Befehls
werden geahndet werden.”
Lügenmeldungen.
* Brüſſel, 2. Dez. Die italieniſche Kunſtzeitſchrift
Fanfulla della Domenico verbreitet die Nachricht, daß
die äußeren Flügel des berühmten Altarwerkes der
Brü=
der van Eyck von St. Bavo aus Belgien nach
Ber=
lin gebracht worden ſeien, wo ſich bereits das
Mittel=
ſtück befinde. Dieſe Nachricht iſt vollſtändig erfunden.
Der Genter Altar iſt in Gent von der biſchöflichen
Be=
hörde ſelbſt verborgen worden. Die deutſchen Behörden
halten ſich ſtreng an die Beſtimmungen der Haager
Kon=
vention, nach denen Kunſtgegenſtände in Muſeen dem
Beuterecht nicht unterliegen.
Den italieniſchen Zeitungen könnte mehr Vorſicht bei
der Aufnahme von Lügenmeldungen einmal nachdrücklich
empfohlen werden.
Der iriſche Nationalismus.
* London, 2. Dez. Die Morning Poſt ſchreibt in
einem Leitartikel: Der iriſche Nationalismus
ſcheint gegenwärtig in zwei Lager geteilt zu ſein, das
eine iſt die offizielle nationaliſtiſche Partei, welche das
Homerulegeſetz annimmt, die Regierung im Kriege
un=
terſtützt und die iriſche Rekrutierung fördert. Man
ver=
ſichert uns, daß dieſe Partei von allen unterſtützt würde,
außer von einer kleinen Minderheit. Andererſeits beſitzen
wir die beſtimmteſten Behauptungen, daß in Dublin und
einem oder zwei nationaliſtiſchen Zentren die große
Mehrheit der nationaliſtiſchen Freiwilligen den
Rekrutie=
rungsfeldzug Redmonds mit Hohn ablehnte. Die
aufrüh=
reriſche Preſſe behauptet, daß, als Asquith in Dublin war,
beſondere militäriſche und polizeiliche Maßregeln zu
ſei=
ner Sicherheit ergriffen werden mußten, da eine Maſſe
nationaliſtiſcher Freiwilliger ſtarke Gegenkundgebungen
veranſtaltete. Morning Poſt ſagt, man dürfe alles das
nicht leicht nehmen und fordert die Unterdrückung
der aufrühreriſchen Preſſe (Aha!) ſowie
an=
dere Maßregeln, um die Bewegung zu erſticken.
* London, 3. Dez. (Nichtamtlich.) Die Morning Poſt
meldet aus Waſhington vom 28. November: Einer
Chi=
kagoer Depeſche zufolge teilt Clarke, der Präſident der
Vereinigten Iriſchen Geſellſchaften Chikagos, mit, daß der
Kaiſer Sir Robert Caſement verſprochen habe, Irland
zu befreien, wenn Deutſchland ſiegreich ſei. Clarke ſagt,
er kenne die deutſchen Abſichten betreffs Irlands und
werde ſie in Maſſenverſammlungen und durch
Demon=
ſtrationen bekannt geben, die gleichzeitig an verſchiedenen
Stellen Chikagos unter den Auſpizien des deutſch=iriſchen
Bundes Amerikas ſtattfinden werden.
Eine neue Art des engliſchen Lügenfeldzuges.
* Die engliſche Regierung begnügt ſich nicht damit,
den Lügenfeldzug gegen uns durch die Zeitungen
zu führen. Sie verbreitet neuerdings unter den
deut=
ſchen Kriegsgefangenen in Frankreich und
England auch Broſchüren über die Vorgeſchichte des
Krieges und ſeine angeblichen Urſachen. Natürlich wird
dabei ganz einſeitig die Darſtellung verfochten, daß unſere
Feinde frei von jeder Schuld an dem Weltkriege ſeien.
Wenn England etwa hoffen ſollte, auf dieſe Weiſe in den
deutſchen Kriegsgefangenen neue Apoſtel für die
Verbrei=
tung dieſer bewußten Geſchichtsfälſchungen zu finden, ſo
täuſcht es ſich.
Die gewiſſenloſe Selbſtſucht, mit der man von
Lon=
don aus ſeit langen Jahren den jetzigen Vernich
tungskampf aller gegen alle vorbereitet hat, iſt durch
die eigenen Urkunden unſerer Feinde beglaubigt, und liegt
ſo offen zutage, daß der Verſuch, das Gegenteil zu
bewei=
ſen, nur bei denen Beachtung finden wird, die ihre eigene
Mitſchuld verſchleiern möchten. Deutſche Ohren
ſind gegen dieſe Einflüſterungen taub.
Die Verluſte Englands zur See.
* London, 2. Dez. Der Flottenkorreſpondent
der Times meldete, wie mitgeteilt, daß in den erſten
vier Monaten des Krieges deutſche Unterſeeboote ſieben
britiſche Kriegsſchiffe und vier Handelsſchiffe vernichteten.
Die Deutſchen zerſtörten ferner durch Kanonenſchüſſe drei
britiſche Kriegsſchiffe und 50 Handelsſchiffe. Der
Korre=
ſpondent hat ſich dabei aber zugunſten Englands
verrechnet. Schon am 26. November druckte die Times
nämlich eine Verluſtliſte der engliſchen Flotte ab, die von
der Admiralität am Abend zuvor veröffentlicht worden
war. Hiernach ſind folgende Kriegsſchiffe auf die oben
angegebene Weiſe untergegangen: „Amphion”, „Pathfin
der”, „Aboukir”, „Creſſy‟, „Hogue”, „Hawke”, die
Unter=
ſeeboote „E 3‟ und „D 5‟ „Hermes” „Good Hope‟,
„Monmouth” und der „Niger” insgeſamt alſo zwölf.
Dazu kommen noch der Bulwark, deſſen Verluſt am 25.
November, allerdings durch einen Unfall, herbeigeführt
worden ſein ſoll, und der „Audacious” deſſen Untergang
die britiſche Admiralität vorläufig noch ignoriert. Das
macht insgeſamt einen Verluſt von 14 britiſchen
Kriegsſchiffen.
Gegen Englands Militarismus zur See.
* Amſterdam, 2. Dez. Die heute hier vorliegende
Morning Poſt vom 30. November meldet aus Waſhington
vom 29. November: Die Waſhington Poſt greift
England wieder an. Man glaubt, daß dieſe
wie=
derholten Angriffe aus gewiſſen Kreiſen ein Teil eines
planmäßigen Feldzuges ſind, um Stimmung gegen Eng=
land zu machen und gewiſſe Mitgljeder des Kongreſſes zu
der Forderung zu ermutigen, daß die Regierung die
Rechte des amerikaniſchen Handels energiſcher ſchützen
möchte. Die Waſhington Poſt ſagt, der Militarismus
zur See ſei eine ſchwerere Bedrohung als der
Militaris=
mus zu Lande. Von dem europäiſchen Militarismus zu
Lande habe das amerikaniſche Volk nichts zu fürchten;
aber die Beherrſchung der Meere durch eine einzelne
euro=
päiſche Nation werde zu einer Bedrohung des Friedens
und der Sicherheit auf der weſtlichen Erdhälfte.
Die Vereinigten Staaten hätten ein
beſonde=
res Intereſſe an der Freiheit des Meeres, und
die Seeherrſchaft Englands wäre für ſie ebenſo
unerträg=
lich, wie diejenige Japans und Rußlands oder
Deutſch=
lands. Die Welt hätte keinen Vorteil davon, wenn
Deutſchland vernichtet und dafür ein anderer koloſſaler
Militarismus durch Rußland oder Frankreich errichtet
würde. Ebenſowenig würde die Welt gewinnen, wenn
der Militarismus zu Lande durch den Militarismus zur
See erſetzt würde. Wenn der Kampf in Europa nur
darüber entſcheiden ſollte, ob Deutſchland zu Lande oder
England zur See die Welt bedrohen und terroriſieren
ſolle, ſo wäre es beſſer, wenn die Armeen und Flotten
einander vernichteten. Amerika ſei auf der See ein
Neben=
buhler Englands im friedlichen Handel, und amerikaniſche
Schiffe müßten die Freiheit haben, jeden Punkt in der
ganzen Welt zu friedlichen Zwecken aufzuſuchen, ohne der
Spionage britiſcher Kriegsſchiffe und den beengenden
Vorſchriften für ihre harmloſen Handelsgeſchäfte zu
un=
terliegen.
Franzöſiſche Niederlagen in Marokko.
* Konſtantinopel, 2. Dez. Nach Mitteilungen
aus amtlicher Quelle hat im ſüdlichen Marokko in der
Schauja bei Ain Galaka zwiſchen Senuſſi und
franzö=
ſiſchen Truppen unter dem Befehl des Generals Largou
ein Gefecht ſtattgefunden. Der Führer der Schaujas,
Scheich Abdullah, fand hierbei zwar den Tod, doch
wur=
den die Franzoſen in die Flucht geſchlagen.
Die Senuſſitrugen auch in den Gegenden von Kamuem
und Wadai glänzende Siege davon.
* Madrid, 2. Dez. Die ſpaniſche Preſſe iſt der
Anſicht, daß die Niederlage der Franzoſen bei
Kenifra, worüber bisher nur kurz telegraphiſch berichtet
wurde, eine große Bedeutung habe, da ſie ein Zeichen
da=
für ſei, daß ſich Frankreich unter den gegenwärtigen
Um=
ſtänden in keiner Weiſe auf die dortigen Stämme
verlaſ=
ſen könne, und zwar um ſo weniger, wenn erſt die wahre
Lage in Europa im Innern bekannt würde. Bisher
ha=
ben es nämlich die Franzoſen verſtanden — ebenſo wie
es die Engländer mit Aegypten und Indien machen —
eine völlige Nachrichtenſperre durchzuführen und nur
große Siegesbotſchaften zu verbreiten.
Der Burenaufſtand.
* Wie die Daily Mail aus Kapſtadt verſchämt
an=
deuten, befindet ſich nunmehr faſt der ganze
ehe=
malige Oranjefreiſtaat in den Händen
der aufſtändiſchen Buren. Die
Regierungs=
truppen haben ſich auf Bloemfontein zurückgezogen, doch
glaubt man nicht, daß Bloemfontein lange wird
Wider=
ſtand leiſten können.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. Dezember.
* Perſonalwechſel in der Würde des
Evange=
liſchen Prälaten. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben am 20. November d. J. den
Ober=
konſiſtorialrat und Superintendenten der Superintendentur
Darmſtadt D. Dr. Friedrich Flöring auf Nachſuchen
der Würde eines Prälaten der Evangeliſchen Kirche
ent=
hoben und dem Superintendenten der Superintendentur
Mainz Geheimen Oberkonſiſtorialrat Ferdinand Euler
die Würde eines Prälaten der Evangeliſchen Kirche, mit
der Sitz und Stimme in der Erſten Kammer der Stände
verbunden iſt, verliehen. Ferner haben Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin dem Superintendenten
Aus Feldpoſtbriefen Darmſtädter
Soldaten.
* Ein Stimmungsbild meldet uns ein kürzlich
hier eingelaufener Feldbrief eines Offiziers, worin
mitge=
teilt wird, daß aus den feindlichen franzöſiſchen
Schützen=
gräben, die nur wenig von den unſerigen entfernt ſind
Zettel herübergelangen mit der Inſchrift: auzourd’hut
Tennemi, bientöt ami et puis la guerre contre
l'Angle-
terre. Der Gedanke kam in anderer Wendung bereits zum
Ausdruck, aber in friedlicherer Löſung, daß die Franzoſen
den Deutſchen zuriefen: „Macht bald ein Ende, damit wir
wieder heim zu Weib und Kind kommen” Und mancher
von uns Daheimgebliebenen hat ſich ſchon die Frage
vor=
gelegt, wäre es nicht das Beſte, was die Franzoſen tun
könnten, möglichſt bald mit Deutſchland Frieden zu
ſchlie=
ßen und gemeinſam dem treuloſen England einen tüchtigen
Denkzettel zu geben?
* Folgender Brief von einem Fliegerleutnant
iſt uns zur Verfügung geſtellt worden:
5 .. .. 21. 11. 14.
Lieber Vater! Beſten Dank für Karte vom 10. und die
beiden Pakete, die mich mit all den ſchönen Sachen nun
endlich erreicht haben. Es war auch höchſte Zeit, vor allem,
daß die Stiefel kamen, auf Erden heute nacht 4 Grad. Du
kannſt Dir alſo einen Begriff machen, wie es oben iſt
Unſer Dauerheim R. haben wir nun mit einem anderen
Schloß vertauſcht, wo es durch Zentralheizung recht
ge=
mütlich iſt. Ich glaube, wir feiern hier noch Weihnachten
Wir nennen dies Wetter hier, wenn es recht naß und feucht
iſt, „Inderwetter” Geſtern ſchwebte ich eine lange Viertel
ſtunde in den furchtbarſten Aengſten in 1600 Meter. Ein
feind=
liches Schrapnell war direkt unter uns krepiert, was eine
furchtbare Erſchütterung in der Maſchine gab, im ſelben
Moment arbeitet der Motor ganz unregelmäßig, und zum
Ueberfluß ſehe ich, daß an einem der Hauptbolmen die
ganze Beſpannung aufgeplatzt iſt. Nun die bange Frage,
iſt der Holm durchgeſchlagen oder nicht? Beim
Geradeaus=
fliegen heimwärts hälts noch, aber hält er den ſtärkſten
Druck beim Gleiten aus? Als ich dem Führer den Platz
zeigte und er die Maſchine zum Gleitflug ausſetzte, packte
mich doch eine verfluchte Unruhe, aber es iſt alles gut
ge=
gangen, wir waren aber froh, wie wir unten waren, es
war wirklich eine verfluchte halbe Stunde; ſolche Sachen
vergißt man wohl nie. Das Gewehr, das ich ſchickte, iſt
ein „Mannlicher”=Mehrlader, kein Militärgewehr, es iſt in
Lille in den Waffenfabriken beſchlagnahmt worden; es war
wenigſtens äußerſt billig. Ich will zuſehen, daß ich einen
engliſchen Karabiner noch bekommen kann, die engliſche
Dum=Dum=Munition habe ich ſchon, ich werde dann beides
ſenden. Gewehr und Patronen zeigen, was für V
doch die Engländer ſind. Vor drei Tagen bekamen wir
Erſatz, der heute ſeinen erſten Flug machte und nun nach
6 Stunden noch nicht zurück iſt. Banger Zweifel malt ſich
auf den Geſichtern, da beide Neulinge; hoffentlich kommen
ſie wieder. Euch allen herzlichſte Grüße Euer C.
— Onkel Sams Weihnachtsſchiff in Europa. Im
dich=
ten Nebel glitt an einem der letzten Novembernachmittage
ein großes graues Schiff faſt ungeſehen in den Hafen von
Plymouth. Es war von einer kleinen Flotte von
Torpedo=
bootszerſtörern begleitet, und kaum hatte es ſeine
reich=
bewimpelten Maſten gezeigt, als ein allgemeines Grüßen
begann. Das große düſtere Schiff, das unter ſo
kriegeri=
ſcher Begleitung in den von Kampfſchiffen ſtarrenden
Hafen fuhr, war ein Bote des Friedens und der Freude:
der amerikaniſche Dampfer „Jaſon” den die Kinder der
Vereinigten Staaten ihren kleinen Kameraden in dem vom
Kriege durchtoſten Europa geſchickt hatten. Dem
merkwür=
digen Weihnachtsmann zu Ehren hatten alle Schiffe ihr
beſtes Kleid angelegt, und nach dem Flaggenſalut dankte
der „Jaſon” mit dem ſchrillen Ton ſeiner Pfeife, worauf
ein gellendes Echo von Sirenen und Dampfpfeifen von
allen Seiten des Hafens die Erwiderung brachte.
Der Jaſon” bringt, wie ſchon früher mitgeteilt wurde,
ſeine Weihnachtsbotſchaft zunächſt nach England; von da
geht er nach Marſeille, um die franzöſiſchen Kinder zu
er=
freuen, und von dort nach Genua. Die italieniſche
Re=
gierung hat ſich bereit erklärt, die Geſchenke der
amerika=
niſchen Kinder an die deutſchen und
öſterreichi=
ſchen Kinder ſicher zu beſorgen. In Saloniki wird
dann die Weihnachtsbeſcherung für Montenegro und
Ser=
bien abgeladen. Die Rußland zugedachte Gabe iſt nicht
auf dem „Jaſon” enthalten; ſie geht geſondert über
Sibi=
rien. Die große Weihnachtsbeſcherung, die der „Jaſon”
enthält, beſteht in einer Ladung von 8000 Tonnen, die 5
Millionen verſchiedener Gegenſtände
um=
ſchließt. Da gibt es Puppen über Puppen, zahlreiche
Spiele zur Beluſtigung und zur Belehrung. Aber die
eigentlichen Spielſachen ſind in der Minderzahl. Es gibt
ſehr viel mehr nützliche Dinge, die die armen Kinder in
Europa jetzt ſehr gut gebrauchen können. Da ſind
Hun=
derttauſende von Mützen und Jacken und Beinkleidern und
Unterwäſche und Strümpfe, die beſonders den Kindern der
flüchtigen Belgier gut zu ſtatten kommen werden. Und
nicht nur der äußere Menſch, ſondern auch der innere, ſoll
gelabt werden. Ein wundervoller Geruch von Aepfeln
durchſtrömt das ganze Schiff. „Aepfel von Spokane” ſagte
ſtolz der Leiter der Unternehmung, O’Loughlin, „die beſten,
die es in der Welt gibt!” Und mit den Aepfeln ſollen die
anderen Leckereien in Güte wetteifern. O’Loughlin iſt der
Herausgeber des Chikago Herald, der Zeitung, durch die
der Gedanke zu dieſer ſchönen und ſinnreichen Kundgebung
Amerikas angeregt wurde. Raſch traten 200 andere
Zei=
tungen für die Sache ein, und die Kinder der Vereinigten
Staaten brachten ihre Gaben. Kleine Jungen brachten
ihr Taſchengeld und ihre Spielſachen, kleine Mädchen ihre
Puppen und ihren liebſten Schmuck. Ja, es ſind bereits
viel mehr geſammelt, als die 8000 Tonnen, die das
Weih=
nachtsſchiff enthält. Eg ſind gegen 100000 Tonnen
Geſchenke für die eurkpäiſchen Kinder da, für
die ſich ſpäter eine gute Verwendung finden wird. Die
engliſche Regierung bereitete dem „Jaſon” einen feierlichen
D. Dr. Friedrich Flöring anläßlich ſeiner Enthebung
von der Würde eines Prälaten der Evangeliſchen Kirche
des Großherzogtums den Charakter als Geheimerat erteilt.
Wie die Darmſt. Ztg. mitteilt, hat Superintendent
D. Dr. Flöring aus Gründen der Geſundheit um
Ent=
hebung von der Würde des Prälaten gebeten und
Superintendent D. Peterſen den Wunſch
ausge=
ſprochen, von ſeiner Perſon abzuſehen. Selbſtverſtändlich
hleibe die Stellung des biserigen Prälaten D. Dr. Flöring
als Mitglieds des Oberkonſiſtoriums und Superintendenten
der Provinz Starkenburg hierdurch unberührt.
* Ernannt haben Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin den Kreisdiener bei dem Kreisamt Groß=
Gerau Karl Eirich zum Kreisdiener bei dem Kreisamt
Schotten mit Wirkung vom Tag des Dienſtantritts ſeines
Nachfolgers ab.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin den Min ſterialkanzliſten
bei dem Miniſterium der Finanzen Johann Leonhard
Hübner zu Darmſtadt auf ſein Nachſuchen mit Wirkung
vom 1. Januar 1915 an, unter Anerkennung ſeiner
lang=
jährigen treuen Dienſte, und ihm aus dieſem Anlaß
die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert: Zum
Haupt=
mann: Oberleutnant der Landw. a. D. Schütz, zuletzt
der Landw.=Pion. 2. Aufgebots (I Frankfurt a. M.), jetzt
bei St.=Offiz. des Ingenieur= und Pionierkorps der
Feſtung Mainz; zum Oberleutnant: Leutnant der Landw.
g. D. Secker (Mainz), zuletzt d. Landw.=Pion. 2. Aufg.,
jetzt b. St.=Offiz. des Ingenieur= und Pionierkorps der
Feſtung Mainz; zum Leutnant d. Reſ.: Vizewachtmeiſter
Schreiner (Solingen), des Feldartillerie=Regiments
Nr. 61.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
erhielt für perſönliche Tapferkeit vor dem Feinde Sergt.
Heinrich Welker vom Fußartillerie=Regiment Nr. 18
Der Dekorierte iſt der Sohn des hieſigen
Oberpoſtſchaff=
ners Welker, welcher als 52jähriger
Kriegsfrei=
williger auch den Feldzug gegen Frankreich mitmacht.
Das Eiſerne Kreuz erhielt nunmehr auch der dritte Sohn
des verſtorbenen Oberbürgermeiſters Morneweg,
Vize=
wachtmeiſter Adolf Morneweg, Offizierſtellvertreter im
Reſerve=Feldartillerie=Regiment Nr. 16.
g. Schwurgericht. Das Schwurgericht beginnt am
Montag ſeine Sitzungen unter dem Vorſitze des Großh.
Landgerichtsrates Lebrecht (Stellvertreter Großh.
Landgerichtsrat v. Pfiſter). Zur Verhandlung kommt
am Montag die Anklage gegen Johann Dußmann,
Taglöhner von Offenbach a. M., wegen Mordverſuchs.
Vertreter der Anklage iſt Staatsanwalt Dr. Leoni. Die
Verteidigung hat Rechtsanwalt Dre Hoffmann II.
über=
nommen. Dienstag, den 8. Dezember, wird gegen
Kon=
rad Heinrich Amberg, Fabrikarbeiter von Augsburg,
in Groß=Krotzenburg wohnhaft, wegen Körperverletzung
mit tödlichem Erfolge verhandelt. Gerichtsaſſeſſor Dr.
Langenbach iſt Vertreter der Anklage und Dr.
Hoff=
mann II. Verteidiger. Am Mittwoch, den 9. Dezember,
und an den folgenden Tagen iſt die Verhandlung
ange=
ſetzt gegen Wilhelm Vogt, Student der Medizin, von
Darmſtadt, und Ottilie Franziska Helene
Heydrich=
geborene Schulze, von Groß=Lichterfelde, wohnhaft in
Darmſtadt. Die Anklage gegen Vogt lautet auf Mord
und Brandſtiftung und gegen Frau Heydrich auf
Anſtif=
tung, Beihilfe hierzu und Mordverſuch.
Oberſtaatsan=
walt Dr. Schwarz vertritt die Anklage; Verteidiger ſind
die Rechtsanwälte Neuſchäffer und Hallwachs.
Voraus=
ſichtlich kommt noch zur Verhandlung die Anklage gegen
die Fabrikarbeiterinnen Anna Maria Groh und
Karo=
line Frank von Urberach, ſowie gegen den Heinrich
Jo=
ſeph Wehrle, Volksſchullehrer von Ettenheim,
wohn=
haft in Engelthal, gegen erſtere wegen Meineids und
gegen letzteren wegen Anſtiftung hierzu. Staatsanwalt
Gauf iſt Vertreter der Anklage. Die Verteidigung liegt
in den Händen der Rechtsanwälte Joſeph, Neuſchäffer und
Kern. Vorausſichtlich wird ferner noch verhandelt gegen
Ludwig Seilheimer Laternenanzünder von
Boben=
heim, jetzt in Worms wohnhaft, wegen
Urkunden=
fälſchung. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Hayer,
Verteidiger iſt Dr. Kleinſchmidt.
Strafkammer. Der 17 Jahre alte Dienſtknecht
Bernhard Schulz aus Heidingsfeld hatte im Oktober
ſein Dienſtverhältnis bei einem Landwirt in Rimhorn
i. O. angeblich wegen ſchlechter Behandlung aufgelöſt.
Nach ſeinem Dienſtantritt verſteckte er ſich drei Tage lang
im Heuboden ſeines Dienſtherrn. Am 7. Oktober drang
er in Abweſenheit des Beſitzers in das Haus ein und
entwendete 200 Mark und zur Stillung ſeines Hungers
nahm er aus der Räucherkammer eine Wurſt mit. Er
wurde gleich nach dem Diebſtahl feſtgenommen und das
Geld gab er wieder heraus. Er wurde zu 2 Monaten
Gefängnis abzüglich 1 Monat der Unterſuchungshaft
verurteilt. — Der 44 jährige Taglöhner Georg De=
genhardt aus Eberſtadt war vom Schöffengericht
wegen Diebſtahls zu 3 Monaten Gefängnis
ver=
urteilt worden, wogegen er Berufung verfolgte. Er hatte
ſich am 1. Mobilmachungstage an der Dragonerkaſerne
eingefunden, um dem Ausrücken des Regiments
beizu=
wohnen. Dabei nahm er zwei Pakete mit, die ein
Feld=
webel auf die Fenſterbrüſtung legte, in der Meinung,
ſie gehörten einem draußen ſtehenden Ziviliſten. Ein
Paket enthielt einen neuen photographiſchen Apparat im
Werte von 70 Mark, das andere ein paar
Militär=
ſtiefel. Der Angeklagte gab an, die Pakete ſeien ihm
geſchenkt worden. Das Berufungsgericht ſchenkte dieſen
Angaben ebenfalls keinen Glauben und verwarf die
Berufung. — Wegen tätlicher Beleidigung und Erregung
öffentlichen Aergerniſſes wurde der 36jährige Taglöhner
Wilhelm Hofmann von hier zu 9 Monaten
Ge=
fängnis verurteilt.
— Großh. Hoftheater. In der heutigen
Auf=
führung von „Martha” gaſtiert Robert Hutt als Lyonel
Der berühmte Künſtler hat bekanntlich vor kurzem ein
Gaſtſpiel als Manrico unter außergewöhnlich ſtarkem
Beifall des Publikums abſolviert. Am Samstag
nach=
mittag findet eine Schülervorſtellung „Die Anna=Liſe‟
ſtatt. Samstag abend 8 Uhr geht als
Sondervor=
ſtellung „Der Zigeunerbaron” in Szene. Für dieſe
Vorſtellung wird eine Anzahl Karten zu
Volksvor=
ſtellungspreiſen zu den gewöhnlichen Kaſſenſtunden an
der Tageskaſſe des Hoftheaters abgegeben. Sonntag
wird zum erſtenmal in dieſer Spielzeit auf C 14 Wagners
„Walküre” gegeben. In dieſer Vorſtellung ſingen zum
erſtenmal Mizi Marx die Sieglinde und Robert Perkins
den Wotan. Anfang 6½ Uhr. Kleine Preiſe.
Die nächſte Novität des Hoftheaters iſt „Der
Feldprediger” Operette in drei Akten von Karl
Millöcker. Dieſes Werk wurde vor kurzem am
deutſchen Opernhaus in Berlin mit außerordentlichem
Erfolge gegeben, und hat von da aus ſeinen Siegeszug
über alle bedeutenden Bühnen Deutſchlands und
Oeſter=
reichs angetreten.
Generalmuſikdirektor Felix von Weingartner,
der bekanntlich anläßlich der Erſtaufführung von „Kain
und Abel” an der Wiener Hofoper in Wien weilt, kehrt
Mitte Dezember nach Darmſtadt zurück, um hier u. a.
Beethovens 9 Sinfonie zu dirigieren.
* Verwundet und nicht gefangen. Leutnant d. Reſ.
Richard Anton im Leibgarde=Infanterie=Regiment 115
war in der amtlichen Verluſtliſte als „gefangen”
aufge=
führt worden. Wir erhalten nun die Mitteilung von
ihm, daß er ſich in beſter Pflege des Städtiſchen
Kranken=
hauſes zu Darmſtadt befindet. Am 14. Oktober erhielt er
das Eiſerne Kreuz.
* Der Dank der Schleſier. Aus Schwientochlowitz
geht uns folgendes Schreiben zu: Die am 28. Nov. dort
ab=
gereiſten Oberſchleſier fühlen ſich verpflichtet, für all das
Gute zu allererſt dem Herrn Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing, der geſamten Stadtverwaltung, der
Einwohner=
ſchaft, ſowie Herrn Böttinger ihren herzlichſten Dank
auszuſprechen; jedoch hoffen wir, daß man einige traurige
Vorfälle nicht in das Schuldbuch der Allgemeinheit
ein=
tragen wird. Zum Schluß: „Ein herzlichſtes Gott
ver=
gel’s!
** Dankbarkeit franzöſiſcher Verwundeter. 24
fran=
zöſiſche Verwundete in Darmſtadt haben ihrer
Dankbar=
keit für die gute Verpflegung in folgendem Schreiben
Ausdruck gegeben, das uns in der Urſchrift vorgelegen
hat: „Zeugnis der verwundeten Franzoſen
des Krieges von 1914. Die unterzeichneten
verwun=
deten Franzoſen wollen durch dieſe Ausſage ihre
Dank=
barkeit Herrn Dr. Hof bezeugen wegen der guten Pflege,
die er ihnen hat zuteil werden laſſen, und für die
Auf=
opferung und Liebenswürdigkeit, die er ihnen gegenüber
bewieſen hat. Darmſtadt, den 1. Dezember 1914.‟ (Folgen
24 Unterſchriften.)
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Im Monat
November wurde die Leſehalle im ganzen von 3834
Per=
ſonen beſucht (im November 1913: 3730), durchſchnittlich
an jedem Tag 127 Beſucher. Aus der Bücherhalle nach
Hauſe entliehen wurden im ganzen 8077 Bände (1913:
10 293), darunter 2726 wiſſenſchaftliche und belehrende
Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April d. Js. neu
ein=
geſchriebenen Leſer ſtieg auf 3087. An Büchergeſchenken
gingen in dieſem Monat weiter ein: von Herrn Pfarrer
Franzmathes in Mölsheim ein von ihm verfaßtes Werk,
von Herrn Hofbuchdruckereibeſitzer Hohmann 2 Werke und
ein von ihm verfaßtes Werk ſeines Verlags, von Herrn
Dr. Silberbach 9 Bände und 2 Jahrg. Zeitſchriften.
Allen Gebern herzlichen Dank! Weitere Schenkungen
von Büchern, ſoweit ſolche nicht veraltet, ſind jederzeit
willkommen.
§ Feuer. Wahrſcheinlich durch ſpielende
Kin=
der verurſacht, waren in einem Stall des Hauſes
Löffel=
gaſſe 9 Hobelſpäne in Brand geraten. Der bald
am Brandort erſchienenen Feuerwache gelang es, mit
einer Schlauchleitung ein Umſichgreifen des Feuers zu
verhüten.
Beleuchtung von Einfahrten, Höfen, Treppen,
Fluren uſw.
* Das Polizeiamt weiſt wiederholt auf die den
Eigentümern von Grundſtücken obliegende Verpflichtung
hin, die Toreinfahrten, Höfe, Hausflure, Gänge und
Treppen, ſofern und ſolange ſie jedermann
zu=
gänglich ſind, während der Dunkelheit ſo ausreichend
zu beleuchten, daß für die daſelbſt verkehrenden Perſonen
keine Gefahr beſteht. Dieſe Verpflichtung liegt
nament=
lich auch den Inhabern von Fabriken, gewerblichen
An=
ſtalten und Arbeitsſtätten, von Vergnügungs=,
Ver=
ſammlungs= und Schankſtätten (den letzteren
insbe=
ſondere auch hinſichtlich der Bedürfnisanſtalten) ob.
Pflichtwidrige Unterlaſſung der
Beleuch=
tung begründet, falls hierdurch jemand zu Schaden
kommt, die Entſchädigun spflicht, ſowie die
ſtrafrecht=
liche Verantwortlichkeit. Die Verpflichtung kann durch
Vertrag auf Hausverwalter, Mieter uſw. übertragen
werden. Dies ſetzt jedoch die übereinſtimmende
Willens=
erklärung beider Parteien, des Vermieters und des
Mieters, voraus. Eine einſeitige Erklärung des
Ver=
nieters (als ſolche iſt auch der ohne vorherige
Ver=
ſtändigung mit dem Mieter erfolgende Aushang einer
„Hausordnung” zu zählen) kann die obengenannte
Ver=
pflichtung für die Mieter nicht begründen.
Um eine Einſchränkung des Verbrauchs
an Petroleum zu ermöglichen, wird dringend
em=
pfohlen, die Häuſer und Einfahrten früher als
ſonſt — etwa ſchon um 8 Uhr — zu ſchließen.
Sind die Einfahrten, Höfe, Treppen, Flure ꝛc. dem
all=
gemeinen Verkehr durch Abſchließen unzugänglich
ge=
macht, ſo entſällt auch die Verpflichtung zur Beleuchtung.
Die Heranbildung und Erhaltung des
haudwerklichen Nachwuch es.
— Von der Heſſiſchen Handwerkskammer
wird uns geſchrieben:
Dem Handwerk erwächſt in jetziger Zeit neben den
Fragen der Arbeitsbeſchaffung und damit
Aufrechterhal=
tung der Betriebe eine ſoziale Aufgabe von weittragender
Bedeutung. Es iſt dies die Sorge um die
Heranbil=
dung und Erhaltung des handwerklichen
Nachwuchſes. Mehr denn je treten die durch Abſchle
des Lehrvertrages von dem Lehrmeiſter übernommenen
Verpflichtungen in den Vordergrund. Fehlt doch in gar
vielen Fällen zu Hauſe der Vater des Lehrlings, und iſt
es dann ſittliche Pflicht des Lehrmeiſters, in väterlicher
Weiſe die Erziehung des Lehrlings zu überwachen und
ihm innerhalb und außerhalb des Berufes väterlich zur
Seite zu ſtehen.
Aber auch das allgemeine Intereſſe für das
Hand=
werk erfordert, daß dieſer Frage erhöhte Aufmerkſamkeit
gewidmet wird. Der Krieg hat einen großen Ausfall
geſchulter Arbeitskräfte im Gefolge, der ſich
nach Friedensſchluß beſonders bemerkbar machen wird.
Wie in jedem anderen Berufsſtand, ſo werden nach
Be=
endigung des Krieges auch an das Handwerk große
Auf=
gaben herantreten, die nur bewältigt werden können,
wenn ausgebildete Arbeitskräfte genügend vorhanden
ſind.
Die Lehrmeiſter ſollten daher bedacht ſein, wenn es ſich
irgend ermöglichen läßt, die Lehrlinge in dem Betriebe
zu behalten und auch nach Beendigung der Lehre weiter
zu beſchäftigen. Eine vorzeitige Entlaſſung ohne Ausſicht
auf Unterkunft in gleichartigen Betrieben bringt die
Ge=
fahr mit ſich, daß der Junge dem erlernten Berufe
ent=
fremdet, ja dem Handwerk gänzlich verloren gehen kann.
Hier beſteht für die Innungen und gewerblichen
Vereini=
gungen ein dankbares Gebiet der Betätigung im Intereſſe
des Handwerks.
Verzeichnis neu hergeſtellter
Fernſprechanſchlüſſe u d Henderungen bei
beſtehenden Sprechſtellen.
a) Neue Anſchlüſſe: 2216 Bauer, Wilhelm,
Rinds= und Kalbsmetzger, Wendelſtadtſtraße 22. (507)
Bezirkskommando II Darmſtadt, Artillerieſtraße 10. 632
Biedert, Dr., Profeſſor, Geh. Ober=Medizinalrat,
Hein=
richſtraße 66. 2491 2. Erſatz=Maſchinengewehr=Komp.,
Griesheim bei Darmſtadt, alte Schule. 810 Erſatz=
Pferde=
depot des 18. Armeekorps, Kaſerne des Leib=Dragoner=
Regiments Nr. 24, Holzhofallee 25. 1399 von Grunelius,
Oskar, Leutnant, Leibdragoner=Regiment Nr. 24,
Klap=
pacherſtraße 14. 644 Jung=Deutſchland, Heſſiſcher
Landes=
verband, Stadthaus, Rheinſtraße 16/18. 2521
Kriegs=
gefangenen=Lazarett, Truppenübungsplatz. 2309 Heſſiſches
Lehrerinnenheim, Gervinusſtraße 68. 2418 Luftſchiffhalle=
Wache, Weiterſtädter Exerzierplatz. 1885 Michel, Dr.,
Regierungsrat, Moſerſtraße 11. 1889 v. Neubronn,
Frei=
herr, Hauptmann im Generaſtab, Eichbergſtraße 15.: 574
Pabſt, Heinrich, Metzger und Kantinenwirt, Kirſchenallee
Nr. 12, Alters Möbelfabrik. 1615 Portune, Heinrich,
Atelier für kirchl. und angewandte Kunſt, Spez. Stickerei
in Vorhängen, Bleichſtraße 1a. 2445 Reſerve=Erſatz=
Eska=
dron des 18. Armeekorps, Marienplatz 1. 2547
Reſerve=
lazarettdirektor, Ballonplatz 5. 2210 Schmidt, Jean,
Metzgermeiſter, Kranichſteiner Straße 9. 1846 v.
Schroe=
der, Rittmeiſter und Flügeladjutant des Großherzogs,
Heinrichſtraße 46. 2414 Spieß, Philipp, jun.,
Zimmer=
meiſter, Bauſtelle Gefangenenlager Truppenübungsplatz.
b) Aenderungen: 2441 Deutſche Bank,
Bau=
bureau, Ernſt=Ludwigsſtraße 3, jetzt Luiſenplatz 7. 2171
Heuß, Fritz, Rheinſtraße 14, jetzt 17. 784 Hotel Stadt
Frankfurt (Inh. Geſchwiſter May), jetzt Inh. Maas,
Richard. 284 Landwirtſchaftskammerausſchuß,
Bismarck=
ſtraße 52, jetzt Allee 6. 1466 Müller, Friedrich,
Wilhel=
minenplatz 2, jetzt Ludwigsplatz 1. 1107 Roth, Georg,
Nachfl., Philipp Kolb, übertragen an Roth, Georg. 1859
Schäfer, Kammerjägerei, Blumenthalſtraße 41, jetzt
Hein=
heimerſtraße 100. 2091 Schuchmann, Adam, jetzt Nr. 507.
c) Abgebrochene Sprechſtellen: 901 Drott,
R. 1580 Eichelsheim, Karl. 2416 Jahrhundert=
Ausſtel=
lung. 599 Lazarett=Baracken=Baubureau. 495 Maurer,
Dr. 776 Ruppert, Karl. 2097 Schnitzer, Max. 1366
Spreng, E.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Reſidenz=Theater am Weißen Turm. An
dieſer Stelle ſei nochmals darauf aufmerkſam gemacht,
daß das mit ſo großem Intereſſe aufgenommene nordiſche
Filmwerk „Atlantis” von Gerhart Hauptmann heute zum
letztenmal vorgeführt wird. Morgen folgt dann der große
Empfang, dem ſich ein Bankett mit den üblichen Tiſchreden
inſchloß.
C.K. Nervöſe Kinder und der Krieg. Eine
beherzi=
genswerte Mahnung, vor Kindern manche Einzelheiten
der kriegeriſchen Ereigniſſe nicht zu ausführlich zu
behan=
deln, enthält eine Mitteilung über nervöſe Störungen bei
Kindern, die Dr. Otto Katz in der Berliner Kliniſchen
Wochenſchrift macht. Dr. Katz beobachtete eine auffallende
Häufung von ſonſt verhältnismäßig ſeltenen nervöſen
Störungen bei Kindern während der Kriegszeit. Es
han=
delt ſich um „Angſtzuſtände” deren Bild faſt völlig den
bei Erwachſenen ſo häufig beobachteten Zuſtänden gleicht.
Die Kinder waren ganz geſund und fangen nun plötzlich
an, ſchlecht auszuſehen. Sie werden blaß, ſchlapp und
zeigen einen müden Geſichtsausdruck, der zweifellos eine
leichte „melancholiſche” Beimiſchung hat. Der Appetit
fehlt; von Zeit zu Zeit hören die Kinder zu ſpielen auf,
träumen vor ſich hin oder laufen unruhig hin und her.
Dann beginnen ſie wieder ihre Beſchäftigungen; doch eins
der Kinder, ein Mädchen von 6 Jahren, das früher viel
geſpielt hatte, ſpielte jetzt überhaupt nicht mehr. In zwei
Fällen ſtellten die Eltern gleich die Vermutung auf, daß
die Kinder ſich ſehr über den Krieg erſchrocken hätten, und
auch in anderen Fällen ergab ſich dieſelbe Urſache. Es
war zwar nicht immer der Krieg an ſich, aber
Einzelhei=
ten, die ſie zu hören bekamen, hatten auf die Kinder
ge=
wirkt, insbeſondere die Erzählungen von Greueltaten.
Die Kinder ſtammen alle von „nervöſen” Eltern; bei dem
ſchwerſten Fall lag eine ernſtere Belaſtung von ſeiten der
Mutter vor. Läßt man ſich nun von den Kindern eine
genaue Schilderung deſſen geben, was in ihnen vorgeht,
ſo beſchreiben ſie ihre Eppfindungen ungefähr
folgender=
maßen: „Ich bekomme plitzlich ſolche Angſt, und wenn
das eine Weile gedauert hardann habe ich keine Angſt
mehr.” Bei der Frage, worüberhſie ſich ängſtigen, bekam
der Arzt zweimal die Antwort, ſic müßten an die und die
Greueltat denken, die ihnen erzählt worden ſei. Auf die
Frage, ob ſie denn immer daran denken müßten,
antwor=
teten ſie: „Nein, jetzt nicht mehr, jetzt weiß ich oft nicht
mehr, weshalb ich Angſt habe.” Sie ſchildern dann ein
ganz unbeſtimmtes Angſtgefühl. Unzweifelhaft hängen
dieſe Zuſtände mit pſychiſchen Störungen zuſammen, die
die Kinder durch Erzählungen vom Kriege erlitten haben.
Die Behandlung, die in erſter Linie natürlich eine
pſychi=
ſche ſein muß, hatte in faſt allen Fällen gute Erfolge, und
die Symptome verſchwanden wieder. Nur bei dem
be=
ſonders ſchweren Fall des 6jährigen Mädchens war der
Zuſtand hartnäckiger und beſſerte ſich nur ſehr allmählich.
* Ein Wiederſehen im Felde. Ein
Feldzugsteilneh=
mer ſchreibt den M. N. N.: Mit einem der letzten
Nach=
ſchübe erhielten wir einen Landwehrmann aus der
Pfaffen=
hofener Gegend, ſeines Zeichens ehrſamer Bierführer einer
größeren Brauerei. Als wir abends an die Feldküche
kamen, fiel es uns auf, daß ein Gaul fortwährend wieherte,
und zwar gerade derjenige, der nach Ausſage des „
kom=
petenten” Feldwebels immer ein Duckmäuſer war. Das
Wiehern wurde immer lauter und lebhafter, der Gaul ſtieg
und riß an den Zügeln, als wollte er ſich ledig machen. Auf
einmal ſeh’ ich, wie der Landwehrmann ſeinen
Feldkeſſel=
deckel — ſchade um das ſchöne Eſſen! — fallen läßt, auf
die beiden Gäule zueilt und ſie regelrecht umhalſt: „Jeſſ
dös ſan ja meine Roß von dahoam!‟ Dicke Zähren rollen
ihm in den bajuwariſchen Vollbart. „Da geh i jetzt
nim=
mer weg, halt’s enk nur net auf, mir bleib’n ſchon
bei=
anand!” Manchem von uns gingen die Augen über,
be=
ſonders auch unſerem Feldwebel, und ich wünſche dem
wackeren Wehrmann, daß er heute die „Gulaſchkanone” der
Kompagnie kutſchieren darf mit ſeinen kriegsſtarken
Bräu=
röſſern.
* Kriegs=Humor. In einem Feldbrief heißt es: „Es
iſt allen Truppen ſtrenger Befehl gegeben, Lebensmittel
in Feindesland nur gegen ordnungsmäßige Beſcheinigung
zu entnehmen. Heute fand ich nun auf der Weide eine
ein=
ſame Kuh, die an den Hörnern einen Zettel folgenden
In=
halts trug: „10 Liter Milch entnommen. Inf.=Regt. Nr. . .,
3. Komp.”
Detektivfilm in 3 Akten „Der Spuk im Hauſe des
Pro=
feſſors” (Stuart Webbs drittes Abenteuer). Wie immer
fehlt auch der neueſte Film vom Kriegsſchauplatz auf dem
Programm nicht. (Siehe Anz.)
* Groß=Umſtadt, 3. Dez. (
Taubſtummengottes=
dienſt.) Kommenden Sonntag, den 2. Advent,
nachmit=
tags 2 Uhr, findet im evangeliſchen Gemeindeſtift hier
Taubſtummengöttesdienſt ſtatt. Wegen
Fahr=
preisermäßigung wende man ſich ſofort an Pfarrer Loos
Worms, 3. Dez. (Erfindung.) Einem
Angeſtell=
ten einer hieſigen chemiſchen Fabrik iſt es gelungen, eine
Flüſſigkeit zu erfinden, welche an Stelle von
Pe=
troleum (?) zu verwenden iſt. Die Lampen
müß=
ten allerdings einen anderen Brenner haben. Ueber den
Preis iſt noch nichts verlautet. Die Behörden intereſſieren
ſich lebhaft für die vielleicht zukunftsreiche Erfindung.
Zornheim, 3. Dez. (Schwerer Unfall.) Beim
Einſpannen der Pferde erhielt der 45jährige Landwirt
Jakob Seeger von hier von einem der Tiere einen
hef=
tigen Hufſchlag gegen den Leib. Der Getroffene erlitt
ſchwere innere Verletzungen, die ſeine
Ueber=
führung mit dem Krankenautomobil der Mainzer
Sani=
tätswache ins Städtiſche Krankenhaus nach Mainz
not=
wendig machte.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 3. Dez. Der Verein
deutſcher Lokomotivführer, der der Kaiſerin
ſchon vor einigen Tagen den Betrag von 120000 Mark
für die Fürſorge der Verwundeten und die Linderung der
Not in den durch den Krieg beſonders heimgeſuchten
Lan=
desteilen in Oſt und Weſt zur Verfügung ſtellte, ließ
die=
ſer großartigen Spende eine weitere Gabe von
50000 Mark folgen, die, dem Wunſche des Vereins
entſprechend, von der Kaiſerin für Liebesgaben an die
Truppen in Oſt und Weſt, ſowie an die Marine beſtimmt
iſt. Dieſe großen Spenden ſind ein Beweis für die
patriotiſche Opferwilligkeit des Vereins, wie er ſchöner
nicht gedacht werden kann.
Hanau, 3. Dez. (Prinz Wilhelm von Heſſen)
iſt von ſeiner Verwundung (Bruſtſchuß) vollſtändig
ge=
neſen. Er hat ſich zu ſeinem Regiment ins Feld
zurück=
begeben.
Mittenwald, 3. Dez. (Durcheine große
Feuers=
brunſt) wurden in der vergangenen Nacht in dem durch
ſeinen Geigenbau berühmten Marktflecken 26 Häuſer
eingeäſchert. Der Schaden iſt ſehr groß.
Men=
ſchenleben ſind nicht zu beklagen. Die Abgebrannten, die
wenig verſichert waren, retteten jedoch größtenteils nur
das nackte Leben.
Die Kriegsſitzung des deutſchen
Reichstags.
* Wien, 3. Dez. Zur geſtrigen Kriegsſitzung
des deutſchen Reichstages ſchreibt die Neue
Freie Preſſe: Der Reichstag hat eine würdige Fortſetzung
deſſen erlebt, was am 4. Auguſt ſtattfand. Mit der
glei=
chen Begeiſterung und ehernen Entſchloſſenheit ſtanden
alle Parteien bei der Bewilligung weiterer 5 Milliarden
zuſammen, um dem Vaterlande in ſchwerer Not zu
hel=
fen und das ruhmvoll Begonnene ſiegreich zu Ende zu
führen. In den Worten des Reichskanzlers war eine
Muskelkraft und jenes ernſte Selbſtbewußtſein,
welches, ohne den Gegner zu verachten, und ohne die noch
zu löſende Aufgabe zu verkennen, aus dem Geiſte des
Volkes und ſeinem Siegerwillen die Hoffnungen ſchöpft
daß dem deutſchen Volke ſein Triumph über die
Bedrän=
ger gegönnt ſein werde. Die weiteren Ausführungen des
Kanzlers brachten Tatſachen vor, welch tief hineinleuchten
in die Machenſchaften, welche das Deutſche Reich
ſchwä=
chen und ihm das Leben unmöglich machen ſollten. DDer
deutſche Kanzler riß mit ſeinem einfachen, herzlichen Ton
das ganze Haus hin und verſetzte es in jene Bewegung,
welche der großen Zeit und der Größe der Opfer
ent=
ſpricht, und im Handumdrehen fünf Milliarden bewilligt.
Der 2. Dezember, der Tat der Beſetzung Belgrads, war
auch für das Deutſche Reich ein Ruhmestag.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
— Im hieſigen Artillerie=Depot iſt eine Sammlung,
teils Kriegstrophäen, teils Waffen und verſchiedene
Muni=
tionsſtücke, in überſichtlicher Zuſammenſtellung
aufge=
ſtapelt. Für jeden guten Deutſchen ſind dieſe Sachen
Reli=
quien, für die jedermann großes Intereſſe hat und als
weiteres Andenken für die große Zeit, in der wir leben,
in Erinnerung behält. Wir ſammeln
Liebes=
gaben!! Wäre es nicht möglich, für unſere braven
Trup=
pen noch extra ein Scherflein beizutragen, wenn dieſe
Sammlung, entweder durch das Rote Kreuz oder durch
eine andere Behörde für die Allgemeinheit ausgeſtellt
würde? Selbſt bei geringem Eintrittsgeld würde dieſe
Sammlung einem guten Zweck dienlich ſein.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 2. Dezember. Auftrieb: 117 Schweine. Preiſe
(Schlachtgewicht 50 Kilogramm): 1. Qual. 73 Mk., 2. Qual.
72 Mk., 3. Qual. 71 Mk. Marktverlauf: mäßig; Ueberſtand.
— Schweinemarkt am 3. Dezember. Auftrieb: 97 Schweine.
Preiſe (Schlachtgewicht 50 Kilogramm): 1. Qual. 73 Mk.,
2. Qual. 72 Mk., 3. Qual. 71 Mk. Marktverlauf: drückend;
Ueberſtand. — Kälbermarkt am 3. Dezember. Auftrieb:
158 Kälber, 2 Schafe. Preiſe (Lebendgewicht 50
Kilo=
gramm): 1. Qual. 50 Mk., 2. Qual. 48 Mk., 3. Qual. 46 Mk.
Marktverlauf: flau.
— Frankfurt a. M., 2. Dez. (Viehhof=
Markt=
bericht.) Auftrieb: 1582 Schweine. Preiſe per Zentner
Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark: a) 54—57 (69
bis 71), b) 54—56 (68—70), c) 54—57 (69—71).
Markt=
verlauf: mittel; bleibt Ueberſtand. — Kartoffelmarkt.
Kartoffel in Waggons 7—8 Mk., im Detail 8—9 Mk.; pro
200 Kilo.
Literariſches.
Der Weltkrieg 1914. Die bekannte
Zeit=
ſchrift Durch alle Welt wird den Kriegsereigniſſen
einen breiten Raum gewähren, ernſte und heitere
Epiſo=
den aus den Feldzügen in Wort und Bild, ſowie
Feld=
poſtbriefe, Auszüge aus Tagebüchern uſw. bringen und
damit den Daheimgebliebenen eine anregende Lektüre
bie=
ten und dem nach beendigtem Feldzug glücklich wieder
heimkehrenden Krieger eine angenehme Erinnerung ſein.
Der große Gratis=Handatlas verſetzt die Abonnenten in
die Lage, die Weltereigniſſe genau zu verfolgen.
— Die Handverkaufs=Artikel der Apotheken
und Drogenhandlungen Von Ph. Mr. Adolf Vomäcka.
Vierte, verbeſſerte Auflage des „Taſchenbuchs
beſtbewähr=
ter Vorſchriften” 9 Bogen. Oktav. Geh. 1,50 M., gebdn.
2,30 M. Die Vorſchriften in der vierten Auflage wurden
möglichſt vereinfacht, in den allgemeinen Bemerkungen
auch zumeiſt die Geſichtspunkte erörtert, welche man beim
Kombinieren neuer Präparate zu berückſichtigen hat,
ſo=
mit das Hauptaugenmerk auch mit darauf gerichtet, daß
man nicht nur erzeugen wird, was bereits geht, ſondern
daß man immer neues dazu nimmt. Weil nun aber
die=
ſes Buch nur ein Hilfsbuch ſein ſoll, ſo hat ſich der
be=
währte Verfaſſer darin möglichſt kurz gefaßt und deshalb
auch viele Kürzungen, gewiß nicht zum Nachteil der
Deut=
lichkeit, dafür zum Vorteil der Handlichkeit angewendet.
A. Hartlebens Verlag in Wien und Leipzig.
* Neuerſchienene Broſchüren. Die
wirt=
ſchaftlichen Folgen des Weltkrieges. Von A. Lohmann,
Präſes der Handelskammer. Druck von Karl
Schüne=
mann, Bremen. 16 Seiten 8‟. — O Deutſchland hoch in
Ehren! Neue vaterländiſche Lieder aus dem Kriegsjahre
1914. Verlag von Guſtav Otto Zehrfeld, Leipzig=R. 48
Seiten, kart. Preis 10 Pfg. — K. Wolter, Die
mili=
täriſche Vorbereitung unſerer Jugend.
An=
regungen und Winke. Verlag G. Delfs Buchhandlung
(Fritz Boegl) in Pforzheim. Preis 50 Pfg., von 10 Stück
an 40 Pfg. und von 50 Stück an 30 Pfa. Zu bezieben
durch alle Buchhandlungen zum gleichen Preis. — Ukraina
und die Ukrainer. Von Dr. Stefan Rudnyckyj,
Privat=
dozent der Geographie an der Univerſität in Lemberg.
Wien 1914. Verlag des allgemeinen ukrainiſchen
Natio=
nalrates. Druck der Mechithariſten=Buchdruckerei, Wien
VIIII. — Adolf Bartels, Der Siegespreis (Weſtrußland
deutſch). Eine politiſche Denkſchrift. Friedrich Roltſch,
Deutſchvölkiſcher Verlag und Buchdruckerei, Weimar.
Preis 60 Pfg. — Kriegskrankheiten. Wie wir uns vor
ihnen ſchützen können. Wie ſie erfolgreich behandelt
wer=
den. Berichtet von G. Martin Zſchommler. Leipzig
1914. Verlag von Oswald Mutze.
Der Krieg.
Der Kaiſer.
* Großes Hauptquartier, 3. Dez. (W. T. B.
Amtlich.) Seine Majeſtät der Kaiſer beſuchte heute
Teile der in der Gegend von Ezenſtochau kämpfenden
öſterreichiſch=ungariſchen und deutſchen Truppen.
Oberſte Heeresleitung.
Vom weſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Zürich, 3. Dez. Wie die Neue Zürcher Zeitung
aus Turin meldet, iſt nach Pariſer Berichten der
Ga=
zetta del Popolo die Lage von Reims furchtbar.
Die deutſchen Schützengräben ſind bis auf 1800
Meter an die Vorſtädte herangerückt. Von der
Be=
ſchießung iſt kein Stadtteil verſchont geblieben. Die reiche
Textilinduſtrie der Stadt iſt auf viele Jahre vernichtet.
Der bisherige Sachſchaden wird auf 350 Millionen Fres.
geſchätzt.
Vom Kriegsſchauplatz im Oſten.
* Wien, 3. Dez. Amtlich wird verlautbart: 3.
De=
zember, mittags. Unſere Situation auf dem nordöſtlichen
Kriegsſchauplatz hat ſich geſtern nicht geändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
von Höfer, Generalmajor.
* Kopenhagen, 3. Dez. Politiken gibt folgende
Meldung der Londoner Times aus Petersburg
wie=
der: Die Hauptſtadt wartet ungeduldig auf Nachrichten
aus Polen. Die vorliegenden Meldungen tragen dazu
bei, die Spannung zu erhöhen. Trotz der
klimati=
ſchen Schwierigkeiten halten die Deutſchen
ihre Stellungen bei Lodz und Lowicz und
haben den Ruſſen ſehr ſchwere Verluſte
zu=
gefügt. Jetzt erwarten ſie Verſtärkungen, aber woher ſoll
Deutſchland Verſtärkungen nehmen? (Eine ſehr müßige
Frage. D. Red.)
Maßregelung des Generals Rennenkamp.
* London, 3. Dez. Der Korreſpondent der
Mor=
ning Poſt meldet aus Petersburg: General Ren
nenkamp wurde ſeiner Stellung als
Ober=
befehlshaber enthoben, weil er in der
Konzen=
trationsbewegung zur Einſchließung der Deutſchen ſeine
Stellung zwei Tage zu ſpät eingenommen
hatte.
Vom ſüdlichen Kriegsſchauplatz.
* Wien, 3. Dez. Vom ſüdlichen
Kriegs=
ſchauplatz wird amtlich gemeldet: Das ſiegreiche
Vor=
dringen unſerer Truppen über die Kolubara hatte den
Gegner gezwungen, Belgrad, deſſen
Verteidigungs=
anlagen nur gegen Norden gerichtet ſind, kampflos
preiszugeben, um nicht die dortige Beſatzung der
Gefangennahme auszuliefern. Unſere Truppen drangen
über die Sawe und aus ſüdweſtlicher Richtung in Belgrad
ein und beſetzten die Höhen ſüdlich der Stadt. Die
öffent=
lichen Gebäude, auch die Geſandtſchaftspalais
Deutſch=
lands und Oeſterreich=Ungarns, wurden ſofort militäriſch
geſichert. An den übrigen Teilen der
Gefechts=
front kam es geſtern, da der Feind im Rückzuge iſt und
die eigenen Truppen auf den grundloſen Wegen nur lang
ſam vorwärts kommen, nurzu kleineren Kämpfen
mit feindlicher Nachhut, wobei etwa 200 Mann
ge=
fangen genommen wurden.
Die Tat eines deutſchen Unterſeeboots!
* München, 3. Dez. Die Münchener Neueſten
Nachrichten melden aus Amſterdam: Das engliſche
Dampfſchiff „Earl of Aberdeen” wurde, wie die
„Central News” berichtet, zwiſchen Aberdeen und Hull
durch ein deutſches Unterſeeboot zum
Sinken gebracht. Die Mannſchaft konnte ge=
rettet werden. (Notiz des W. T. B.: Nach anderer
Mel=
dung ſoll der Dampfer ein engliſches Unterſeeboot
ge=
rammt haben, in Hull feſtgehalten und Kapitän und
Be=
ſatzung verhaftet ſein.)
Kundgebung der Deutſchen in Neu=Vork.
* London, 3. Dez. Der Daily Telegraph meldet
aus Neu=York Tauſende von deutſchen
und öſterreichiſchen Reſerviſten befinden ſich
noch hier und veranſtalten Straßenpropaganda
gegen die Verbündeten. Während der letzten
Monate trat unter ihnen, da ſie unbeſchäftigt ſind und an
der Rückkehr nach Europa verzweifeln, große Unruhe ein.
Viele werden unzweifelhaft bereit ſein, an irgend einem
abenteuerlichen. Unternehmen an der kanadiſchen
Grenze=
teilzunehmen. Die Kanadier unterſuchen ſorgfältig die
Deutſchen, die aus den Vereinigten Staaten dort
ein=
treffen. Die Wachen auf den Brücken des Niagara=
Fluſſes ſind vermehrt worden. Patrouillen durchſtreifen
Tag und Nacht die Gegend.
Zur Einnahme Belgrads.
* Peſt, 3. Dez. Der Az Eſt bringt folgende
Einzel=
heiten über die Beſetzung Belgrads: Nach
mehrtägigem Artilleriefeuer, welches zur Folge hatte, daß
die ſerbiſche Artillerie am Avslaberg in Topſchieder und
am Banovoberg zum Schweigen gebracht wurde, erfolgte
am Mittwoch von vier Seiten ein allgemeiner
Sturm. In vier Stunden war Belgrad feſt
in unſerer Hand. Die von Obrenovac anrückenden
Truppen zogen nach Beſiegung des zähen Widerſtandes der
Serben ebenfalls in die Stadt ein. Hunderte bereits
frü=
her vorbereiteter Fähren und Kähne transportierten
un=
ſere Truppen an das andere Ufer. Die ſerbiſche Beſatzung
verſuchte bei der Eiſenbahnbrücke Widerſtand zu leiſten,
ſie wurde jedoch förmlich überrannt, ebenſo die
an=
deren ſerbiſchen Truppen, die in den Straßen Belgrads
Widerſtand zu leiſten verſuchten. Vor dem Konak ſpielte
ſich eine ergreifende Szene ab, als die ungariſchen
Trup=
pen, darunter zahlreiche Landſturmmannſchaften, die
un=
gariſche Hymne ſangen. Die Stadt hat unter der
Belage=
rung nicht ſehr geliten, obwohl ſtellenweiſe die verheerende
Wirkung der Beſchießung wahrzunehmen iſt.
* Peſt, 3. Dez. Der Peſti=Hirlap meldet aus
Sem=
lin: Die ſchweren Geſchütze unſerer Monitore
began=
nen vor einigen Tagen die Feſtung Belgrad unter
heftiges Feuer zu nehmen. Die ausgezeichnete,
energiſche Arbeit hatte bald einen entſprechenden Erfolg:
Die 28 Zentimeter=Geſchütze des Feindes, die franzöſiſchen
Urſprungs ſind, wurden zum Schweigen gebracht;
ihre Mannſchaft erlitt ſchwere Verluſte. Als der
Bericht über die vernichtende Wirkung unſerer ſchweren
Geſchütze erſtattet wurde, vollführten unſere am Semliner
Ufer ſtehenden Truppen eine Bravourleiſtung:
ſie ſetzten über die Donau, gelangten nach Eigenerie, nach
der Zigeunerinſel und von dort in die feindliche
Haupt=
ſtadt. Geſtern früh, noch während der beiderſeitigen
hef=
tigen Kanonade, begann der Uebergang unſerer
Truppen auf der Eiſenbahnbrücke, die für den
Fußverkehr wieder hergeſtellt worden war. Inzwiſchen
warfen bei der Zigeunerinſel unſere eingedrungenen
Truppen die Serben aus den nächſt dem Bahndamm
ge=
legenen Deckungen hinaus und nahmen Toptſchider
und den ganzen Weſtteil der Stadt. Zugleich drang
jener Teil der Truppen in die Stadt, der nach der
Ein=
nahme von Obrenowatſch an der Save entlang
vor=
gerückt war. Unſere Truppen begannen noch im Laufe
des Tages mit der Herſtellung einer Schiffbrücke.
Die von der Heeresleitung zur Verfügung geſtellten Schiffe
ſind von Neuſatz am Semlin unterwegs, um bei der
Ab=
wickelung der Transporte behilflich zu ſein.
* Wien, 3. Dez. Die Blätter beſprechen den Faall
Belgrads mit außerordentlicher Genugtuung und heben
das Zuſammentreffen dieſes Ereigniſſes mit dem 66
jäh=
rigen Regierungsjubiläum des Kaiſers hervor. Sie
wür=
digen die moraliſche und militäriſche Bedeutung dieſer
Tatſachen. Das Fremdenblatt ſchreibt: Am Tage des
66jährigen Regierungsjubiläums des Kaiſers ragt auf den
Zinnen Belgrads das Banner der Habsburger empor als
weithin ſichtbares, den Feinden furchtbares Zeichen für
die Unwiderſtehlichkeit unſerer glorreichen Waffen. Die
ſerbiſchen Machthaber, die die jahrelange Wühlarbeit gegen
unſere Monarchie nährten und förderten, die, von
Ueber=
hebung und Verblendung irregeführt, die hochfliegenden
Pläne auf Koſten Oeſterreich=Ungarns zu verwirklichen
trachteten, traf nun der erſte niederſchmetternde Streich des
gerechten Schickſals. Zum dritten Male innerhalb zweier
Jahrhunderte ſind nun Oeſterreich=Ungarns im Sturm
er=
probte Heere in Belgrad einmarſchiert, und bewieſen ſie,
daß in ihnen der Geiſt der Ahnen, der Geiſt des Prinzen
Eugen und des Grafen Laudan fortlebt.
* Peſt, 3. Dez. Die Blätter drücken ihre Freude über
den Fall Belgrads aus. Das Neue Peſter Journal
ſchreibt: Mit der Eroberung Belgrads wird die zweite
Etappe des ſerbiſchen Feldzuges beginnen,
deren Ziel kein anderes ſein kann als die
vollſtän=
dige Unterwerfung des Königreichs. Daß
auf dem Wege zu dieſem Ziele noch mancherlei große und
harte Schwierigkeiten zu überwinden ſein werden, und daß
das ſerbiſche Heer, ſo ſehr es auch bisher gelitten, ſich uns
doch noch mit dem Mute der Verzweiflung entgegenſtellen
wird, darüber täuſcht ſich ſchließlich niemand, aber ebenſo
gewiß ſind wir auch, daß der Heldenmut unſerer Truppen
und der unbeugſame Wille zum Siege in Verbindung mit
der Meiſterſchaft unſerer Heeresleitung aller dieſer
Schwie=
rigkeiten und aller dieſer Widerſtände Herr werden wird.
— Budapeſt Hirlap ſchreibt: Wenn Serbien nicht nach dem
zweiten Balkankriege die Beute des Größenwahns
gewor=
den und, von wilder Begehrlichkeit erfaßt, ſeine lüſternen
Blicke auf Bosnien und Albanien geworfen hätte, ſo wäre
dieſes begabte, aber von Phantasmagorien leicht verwirrte
Volk gewiß einer ſchönen Zukunft entgegengegangen. Aber
ſein Mißgeſchick hat es gewollt, daß ſeine Staatsmänner
das Heil Serbiens in der Rolle der ruſſiſchen Satrapie
er=
blicken, die ſich alle Raubgelüſte geſtatten darf.
* Wien, 3. Dez. Der Kaiſer hat dem
Kommandan=
ten der 5. Armee, General der Infanterie Liborius Frank,
in Anerkennung ſeiner hervorragenden Betätigung als
Armeeführer, das Großkreuz des Leopoldordens mit der
Kriegsdekoration verliehen.
Die engliſchen Verluſte.
* London, 3. Dez. Der militäriſche Korreſpondent
der Times gibt die Verluſteder britiſchen Armee
mit 84000 Mann an, was ungefähr der anfänglichen
Stärke des britiſchen Heeres entſpreche, als es in das Feld
rückte. Die Verluſte in den Schlachten bei Ypern und
Armentieres betragen etwa 50000 Mann, wovon
etwa 5500 auf das indiſche Korps entfallen.
Der Korreſpondent fährt fort, wir müſſen zugeben
daß die deutſchen Truppen trotz ſchrecklicher Verluſte noch
zahlreicher ſind als wir, und daß ſie ſtarke
Stel=
lungen einnehmen. Sie beſitzen die ſtärkere
Artil=
lerie, die zerſtreut aufgeſtellt und wohlverborgen iſt.
Ihr ſchweres Geſchütz hat noch die Oberhand
und begräbt beſtändig unſere Leute, indem ganze
Ab=
teilungen der Laufgräben zerſtört werden. Ihre
Scharf=
ſchützen ſind ruhig und hartnäckig, ihr Feuern verurſacht
uns ſtändig Verluſte. Obwohl ihre Aufklärung aus
der Luft ſeltener geworden iſt, erſcheinen doch noch
Tau=
ben und Albatros=Flugzeuge über uns und beobachten,
was wir tun. Die engliſchen Offiziere und Unteroffiziere
ſind zuſammengeſchmolzen. Bis jetzt haben wir faſt die
ganze reguläre Reſerve und die beſten Truppen der
Spe=
zialreſerve unſerer beſten Korps in die Front gebracht.
Wenn die Depots nicht länger im Stande ſind, guten und
regulären Erſatz zu ſchicken, würde die Armee in der
Front gern einen Teil der neuen Armee als Erſatz
be=
grüßen. Sie braucht jeden Mann, den wir finden können.
Eine engliſche Anſicht über die Kriegsdauer.
* London, 3. Dez. Die Weſtminſter Gazette ſchreibt:
Die Dauer des Krieges muß davon abhängen,
welche Friedensbedingungen wir erreichen. Wenn wir
unſere Friedensbedingungen durchſetzen und die Welt von
dauernder Bedrohung befreien wollen, dürfen wir nicht
von einem ſchnellen Friedensſchluß träumen. Es wäre
Torheit, davon zu ſprechen, daß der Krieg ſchon zu
Neu=
jahr oder im Frühjahr des nächſten Jahres beendet ſein
würde. — Die Times veröffentlichen Briefe von
Offi=
zieren an der Front. Ein Brigadegeneral ſchreibt:
Die Offiziersfrage bereitet mir Schwierig.
keiten; aber ſo geht es der ganzen Armee, denn wir
hatten ſchwere Verluſte an Offizieren. Es iſt
unmöglich, in ein paar Monaten gute Offiziere
auszubil=
den. Derſelbe Offizier ſchreibt: An einer Stelle der Front
pflegen die Deutſchen wie beim Scheibenſchießen engliſche
Treffer und Fehlſchüſſe herüber zu ſignaliſieren. In zwei
Fällen ſah man Deutſche fallen, wenn die Treffer
ſignali=
ſiert wurden.
Zur Verletzung der ſchweizeriſchen Neutralität.
* Berlin, 3. Dez. (Schweizeriſche Depeſchenagent.)
Bei Beſprechung der Verletzung der
ſchweizeri=
ſchen Neutralität durch engliſche Fliegeroffiziere
wird in einem Teil der ſchweizeriſchen Preſſe ein von
ſüd=
deutſchen Blättern gemeldeter angeblicher
Neutralitäts=
bruch, begangen durch den britiſchen Geſandten in Bern,
Grant Duff, erörtert. Es iſt richtig, daß Anfangs
No=
vember der engliſche Geſandte eine Automobilfahrt in der
ſchweizeriſchen Rhein= und Bodenſeegegend unternommen
und ſich in Romanshorn aufgehalten hat, wo er mit
Er=
laubnis des dortigen katholiſchen Pfarrers den
Kirch=
turm beſtieg. Es wird feſtgeſtellt: 1. daß an dem
betreffenden Tage nebeliges Wetter herrſchte und
Fried=
richshafen und das deutſche Bodenſeeufer, wenigſtens mit
bloßem Auge, nicht ſichtbar waren; 2. daß keiner der
drei an dem ſpäteren Fluge beteiligten Aviatiker den
Ge=
ſandten begleitet hat. Ferner iſt zu bemerken, daß der
engliſche Geſandte zur Erlangung des nötigen
Paſſier=
ſcheines dem Armeeſtab im voraus genaue Angaben über
die von ihm zu befolgende Route gemacht hat.
Anſpielun=
gen auf eine vom Bundesrat beantragte oder zu
beantra=
gende Abberufung des Geſandten entbehren ebenfalls der
Begründung.
Die verzweifelte Lage Serbiens.
* London, 3. Dez. Die Times melden aus
Pe=
tersburg: Die Lage Serbiens iſt ernſt. Die
Oeſterreicher haben dort eine halbe Million
Sol=
daten (!) einſchließlich 3000 Bayern (!!). Die Serben
haben ſehr große Verluſte erlitten. Mehrere Regimenter
haben nur noch 8 Offiziere, ſtatt 75. Die einzige
Hoff=
nung iſt die Hilfe Rußlands.
Ein Proteſt der amerikaniſchen Regierung
bei der engliſchen Regierung.
* Neu=York, 8. Dez. Der Neu=York Herald meldet
aus Waſhington: Das Staatsdepartement
hat einen allgemeinen Proteſt bei der
engli=
ſchen Regierung gegen die Inanſpruchnahme des
Rechtes erhoben, amerikaniſche Ladungen zu
beſchlagnahmen, die aus bedingter
Konter=
bande beſtehen, für neutrale Häfen beſtimmt und an
be=
ſtimmte Perſonen konſigniert ſind.
Tſingtau japaniſcher Kriegshafen.
* Berlin, 3. Dez. Die Voſſiſche Ztg. meldet: Die
Petersburger Telegraphen=Agentur berichtet aus Tokio:
Der Hafen von Tſingtau wurde zum
japani=
ſchen Kriegshafen erſter Klaſſe erklärt; den
Han=
delsſchiffen wird kein Zutritt geſtattet.
Die Verletzung der Neutralltät Chinas.
* Frankfurt a. M., 3. Dez. Von geſchätzter Seite
wird uns über die Verletzung der Neutralität
Chinas durch England und Japan
geſchrie=
ben: Nach dem Tageblatt für Nordchina führte in T’ſen=
Cheng=Juan (Beratende Kammer) Liang=Tſchi=
Tſchau, der greiſe und hochangeſehene Führer der
chine=
ſiſchen Fortſchrittspartei, am 3. Oktober u. a.
aus: Als der Krieg in Europa begann, erklärte China
ſeine Neutralität. Als Japan dann den Krieg an
Deutſch=
land erklärte, verkündeten wir unſere
Neutralitätsbeding=
ungen. Als ſchließlich die Japaner in Langkau landeten
wurden wir gezwungen, Langkau und Leitſchan als
Kriegszone einzuräumen. (Die Kriegszone wurde
alſo erſt von China beſtimmt, nachdem Japan, Englands
Bundesgenoſſe und Vaſall, durch Landung von Truppen
in Langkau Chinas Neutralität verletzt hatte.) „Es
muß doch aber eine Gren=e dieſer
Kriegs=
zone geben.‟ Der Redner führte dann mehrere
Be=
richte zuverläſſiger chineſiſcher Zeitungen an, in denen
über die begangenen Neutralitätsverletzungen, ſowie
über die Greueltaten der japaniſchen Soldaten in
Schan=
tung bitter Klage geführt wird. Dann fuhr er fort: Das
Vorrücken der Japaner weſtlich über die Kriegszone
hin=
aus iſt unberechtigt. Großbritannien kann
nicht von dem Vorwurf freigeſprochen werden,
eben=
falls unſere Neutralität verletzt zu haben,
da England und Japan verbündet ſind und im
Einver=
nehmen handeln. Großbritannien behauptet, in den
Krieg in Europa eingegriffen zu haben, um Belgiens
Neutralität zu beſchützen. Mr. Asauith kündigte dem
Parlament an, daß Englands Ziel ſei, Humanität und
Ziviliſation aufrecht zu erhalten. Ueberraſchenderweiſe
ſehen wir jetzt England ganz entgegengeſetzt
handeln. Seine und ſeiner Verbündeten Truvpen ver=
letzten jetzt unſere Neutralität in Schantung. Hat unſere
Regierung bei England Proteſt eingelegt? In dieſem
Zuſammenhange mag an das Wort des engliſcherſeits
vielbewunderten Times=Korreſpondenten Y. de P. Blond
in den Recent Covents and Preſent Politics in
Chin=
erinnert werden: „Treaties and conventions bind only
the weaker contracting party‟ Das iſt das wahre
Leit=
motiv der engliſchen Politik, dem nunmehr auch Ching,
zum Opfer fallen ſoll.
Der Aufſtand in Südafrika.
* London 3. Dez. (Reuterſches Bureau.)
Amt=
lich wird aus Prätoria gemeldet, daß Dewet
ge=
fangen genommen ſei. (?)
* Pratoria, 3. Dez. (Reuter=Bureau.)
Komman=
dant Brits berichtet, daß er am 1. Dezember Dewet
auf der Farm Waterborg, 100 Meilen öſtlich von
Mafe=
king, gefangen genommen habe. Dewet überſchritt in der
Nacht zum 21. November den Waalfluß und hetrat
Trans=
vaal, von dem Kommandanten Dutoit mit Automobilen
verfolgt; er entkam aber mit 14 Anhängern und traf auf
ein Kommando, das ſich geheim im Bezirk
Schweizer=
rencke gebildet hatte und hauptſächlich aus Buren beſtand.
Es gelang den Regierungstruppen nicht, das Kommando
zu umzingeln. Das Entkommen Dewets wurde durch
ſchwere Gewitter begünſtigt. Wegen der ſchlechten Wege
waren die Automobile nicht zu gebrauchen. Dewet
über=
ſchritt am 25. November die Eiſenbahnlinie nördlich
De=
vondale. Kommandant Brits begann die Verfolgung
von Vrijburg aus und nahm am 27. November einen
Teil des Kommandos Dewets unter dem Unterkommando
Wolmarans gefangen. Dewet hatte am Tage zuvor dieſe
Abteilung verlaſſen. Am 1. Dezember wurde Dewet auf
der Farm Waterborg umzingelt, mit ihm 52 Buren. Es
wurde kein Schuß abgefeuert. Die Geſamtzahl der von
Brits gefangenen Buren beträgt 120 einſchließlich des
Kommandanten Boſt und fünf Feldkornets.
* Johannesburg, 3. Dez. Eine Abteilung
Buren hat ſich in den Bergen des Magalies=Gebirges
im Bezirk Krügersdorp ſeſtgeſetzt und ſendet Abteilungen
us, um Pferde und Gewehre auf den Farmen zu
requirieren.
* Berlin, 3. Dez. Nach der Kreuzzeitung iſt dem
General der Infanterie Frhrn. v. Scheffer=Boyadel
der Orden „Pour le Mérite” durch folgende
Kabi=
nettsorder verliehen worden: Die ſchweren Kämpfe,
die Sie in den letzten Tagen mit dem 25. Reſerve=
Armee=
korps durchgefochten haben, werden für immer ein
ruhmvolles Blatt in der Kriegsgeſchichte
bleiben. Ich verleihe Ihnen den Orden „Pour le Mérite‟
und erſuche Sie, Ihren unvergleichlichen Truppen meine
Königliche Anerkennung und meinen Dank auszuſprechen.
Gott ſchenke Ihnen weitere Erfolge. Wilhelm I. R.”
* Berlin, 2. Dez. Zur Abſchlachtung der
durch die Flucht der Beſitzer in den Landesteilen an der
ruſſiſchen Grenze herrenlos gewordenen Rinder,
die bisher zum großen Teile nach Berlin verſchickt
wur=
den, ſind jetzt durch die Heeresverwaltung 15
Oberſchlächter mit 35 Geſellen nach dem Oſten geſchickt
worden. In der letzten Zeit ſind, wie die Allgemeine
Fleiſcherzeitung mitteilt, wöchentlich über 1000 ſolcher
Tiere in Berlin geſchlachtet worden. Naturgemäß
waren alle dieſe Tiere in vollſtändig herabgekommenem
Zuſtand. In ihren Mägen wurden vielfach die
unver=
daulichen Reſte von Baumrinde und kleine Steine
gefun=
den. Auch 2000 herrenloſe Pferde ſind in der Nähe von
Berlin untergebracht, die ebenfalls ſich in äußerſt
ſchlech=
tem Zuſtande befinden.
* Wien, 2. Dez. Die Reichspoſt meldet über Genf,
das britiſche Kriegsminiſterium habe angeordnet, daß
in=
folge der Sperre des Suezkanals durch die Türken die
weiteren indiſchen Truppentransporte über
Kapſtadt geleitet werden ſollen.
* Mailand, 3. Dez. Nach einer Petersburger
Meldung des Corriere della Sera wird die Sprache der
dortigen Preſſe immer gereizter. Die
Wet=
ſchernje Wremja warf Bulgarien und Rumänien
Undankbarkeit vor. Niemand zweifle an dem
end=
gültigen Siege Rußlands; aber es ſei notwendig, daß der
Sieg ſo bald wie möglich erfolge, und das ſiegreiche
ruſſi=
ſche Heer (!) fordere von den Neutralen eine
unver=
zügliche Entſcheidung.
* London, 3. Dez. (Reuter=Bureau.) Lord
Cur=
zon betonte in einer Rede die Freiwilligkeit der
Unterſtützung ſeitens Indiens. (?) Er ſagte, er
dürfe über die Zahl der bereits eingeſchifften Truppen
ſich nicht äußern; ſie ſei aber weit größer, als man ſich
vorſtelle.
* London, 3. Dez. Die Britiſche Rote Kreuz=
Geſell=
ſchaft hat zur Bekämpfung der
Typhusepi=
demie in Calais 10000 Pfund Sterling bewilligt.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 3. Dez. (W. T. B. Amtlich.) In der
heu=
tigen Sitzung des Bundesrates wurde der Entwurf
von Beſtimmungen über die Einlöſung beſchädigter oder
unbrauchbar gewordener, ſowie über die Vernichtung nicht
mehr umlaufsfähiger Darlehenskaſſenſcheine die
Zuſtim=
mung erteilt.
* Berlin, 3. Dez. Die freie Kommiſſion des
Reichstags beſchäftigte ſich heute den ganzen Tag an
Hand der vorliegenden Denkſchrift mit den
wirtſchaft=
lichen Maßnahmen aus Anlaß des Krieges.
Die Beratungen gelangten gegen abend zum Abſchluß.
* London, 3. Dez. Eine Lloydmeldung aus Deal
beſagt, daß der holländiſche Dampfer „Niobe” der in
Douns eingelaufen ſei, in der Nacht während eines
Stur=
mes von dem holländiſchen Dampfer „Batjan” auf der
Fahrt von Batavia nach London, angefahren wurde.
Das Vorderteil der „Niobe” ſei voll Waſſer, „Batjan” ſei
bei Douns auf den Strand gelaufen, es habe zwei Lecks
und das Schiff ſei voll Waſſer.
* London, 3. Dez. Die Times melden aus
Waſhing=
ton: Man verfolgt hier die Entwickelung der Dinge in
Mexiko mit großer Beſorgnis. Zapata beherrſcht die
Hauptſtadt, Carranza iſt in Veracruz und Villa irgendwo
nördlich der Stadt Mexiko. Es ſcheint mindeſtens drei
revolutionäre Präſidenten zu geben. Die
Preſſe unterzieht die mexikaniſche Politik Wilſons
beſonders die Zurückziehung der Truppen aus Veracruz
einer ſcharfen Kritik.
Briefkaſten.
F. W. Untauglich wegen eines Herzfehlers.
Verluſtliſte (aus Nr. 90 und 91).
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 221, Darmſtadt.
Kriegsfreiw. Johs. Johannes (6. Komp.), Pfiff.
liaheim, lv.; Musk. Heinrich Kruſt (6. Komp.), Oſthofen,
lv.; Kriegsfreiw. Nikol. Schmidt (7. Komp.), Worms,
ſchv.; Kriegsfreiw. Ludwig Diehl (7. Komp.),
Lang=
ſtadt, lv.; Erſ.=Reſ. Phil. Rothmann (7. Komp.),
Fra=
mersheim, gefallen; Kriegsfreiw. Aug. Litters (8. K.),
Hofheim, lv.
Musk. Peter Schömel (9. Komp.), Bodenheim,
ge=
fallen; Musk. Alwin Werner (9. Komp.), Kleinſatspe,
vm.: Freiw. A. Holzmeiſt er (11. Komp.), Alzenau
in Bayern, lv.
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm Nr. 116, Gießen.
Reſ. Heinrich Kehr (7. Komp.), Allendorf a. L., lv.;
Musk. Ludwig Heß (2. Komp.), Münſter, Gießen, bisher
vw., † Lazarett Lomme 26. 10. 14.
Infanterie=Leibregiment Nr. 117, Mainz,
Maiſſin am 22., Angecourt am 28. 8., Beaurepaire am 2.,
Rhein=Marne=Kanal bei Sermaize, Pargny und Maurupt
vom 6. bis 12., Orainville vom 17. bis 19. 9., Fresnoy
am 20. und 25., Franſart am 29. 10., Hattencourt am 2.
und 4. 11. 14.
I. Bataillon.
Leib=Kompagnie: Hptm. Franz Henrict, lv.;
Lt., vermutl. d. Reſ., Küßner, gef.; Lt. d. Reſ. Kraus,
lv.; Off.=Stellv. Werner Mehldau, Seeben, lv.; Serg.
Guſtav Santehauſen, Paderborn, ſchv.; U.=O.
Bern=
hard Berres, Vielbrunn, lv.; U.=O. d. Reſ. Joſeph
Geiß, Koblenz, gef.; U.=O. Wilhelm Friedrich
Beyers=
dorf, Offenbach, gefallen; U.=O. Karl Kunz,
Ober=
ſtein (Nahe), lv.; U.=O. Fritz Löffelholz, Mainz,
lv.; Musk. Heinrich Freund, Neukirchen, vm.; Gefr.
Adam Karl, Hechtsheim, gef.; Musk. Alfons Rangel,
Dachſtein, vm.; Gefr. Heinrich Schmidt, Ganterskirchen,
vm.; Musk. Heinrich Seebold, Boack, ſchv.; Musk.
Emil Wirth, Gerenth, vm.; Musk. Konrad Zimmer,
Offenthal, gef.; Musk. Philipp Bender, Frankfurt a. M.,
lv.; Musk. Heinrich Bläſer, Geinsheim, lv.; Musk.
Karl Eckhardt, Göppingen, lv.; Musk. Bruno
Her=
zog, Scherweiler, lv.; Musk. Peter Jiemenz, Dieburg,
lv.; Musk. Joſeph Jacquot, Grube, lv.; Musk. Auguſt
Konrad, Rainrod, gef.; Musk. Otto Linberg,
Ber=
lin, vm.; Musk. Joſeph Miſtler, Thannenkirch, lv.;
Musk. Friedrich Rauſch, Gaulsheim, vm.; Musk. Jakob
Schmidt IV., Mühlheim, gef.; Musk. Georg Wagner,
Lorbach, gef.; Musk. Ludwig Wintersdorf,
Pfung=
ſtadt, vm.; Reſ. Jakob App, Zeiſenhauſen, gef.; Reſ.
Joſeph Adolf Böhnlein, Biebrich, vm.; Reſ. Karl
Engel, Glashütten, vm.; Reſ. Johann Kaiſer,
Koſt=
heim, vm.; Reſ. Kaſpar Müller, Mainz, gef.; Reſ.
Philipp Veith, Finthen, vm.; Musk. Heinrich
Rad=
macher, Nieder=Flörsheim, vm.; Musk. Stanislaus
Jablonski, Kempa, lv.; Musk. Kamill Metz, Epfig,
gef.; Musk. Hugo Wulf, Sölde, gef.; Musk. Georg
Morch, Weinolsheim, vm.; Musk. Michael Reeg, Rai=
Breitenbach, vm.; Musk. Karl Schuck, Schwabenheim,
vm.; Reſ. Friedrich Becker, Langenbrücken, vm.; Reſ.
Ludwig Diefenbach, Uſingen, gef.; Reſ. Gottlob
Finkbeiner, Beyersbrunn, vm.; Reſ. Karl Gabel,
Schornsheim, vm.; Gefr. d. Reſ. Jakob Heinrich, Gau=
Odernheim, vm.; Gefr. d. Reſ. Konrad Keim,
Hechts=
heim, gef.; Reſ. Wilhelm Mille, Gemünden, gef.; Gefr.
d. Reſ. Friedrich Pabſt, St. Johann, vm.; Gefr. d. Reſ.
Karl Schmitt, Ockenheim, vm.; Reſ. Alois Schuck,
Ebersbach, vm.; Reſ. Georg Ulrich, Kreinbach, vm.;
Gefr. d. Reſ. Emil Unrath, Mainz, vm.; Reſ. Gottfried
Zangen, Bahrig=Selbenhauſen, vm.: Gefr. d. Reſ.
Hermann Wunderlich, Schierſtein, gef.; Reſ. Karl
Schmitt, Birgſtadt, vm.; Reſ. Auguſt Ziemer,
Rie=
delbach, vm.; Gefr. d. Reſ. Oskar Artur Hieber, St.
Johann, vm.; U.=O. Ernſt Gauz, Frankfurt a. M., lv.;
U.=O. Joſeph Schader, Mainz, vm.: Gefr. Albrecht
Berghüſer, Bochum, vm.; Musk. Otto Blum,
Eichel=
ſachſen, lv.; Musk. Wilhelm Biere, Witten a. d. Ruhr,
vm.; Gefr. Wilhelm Hellenkamp, Gr.=Recken, lv.;
Musk. Wilhelm Meding, Hörde, lv.; Gefr. Hermann
Röllinghoff, Milpe, vm.; Gefr. Peter Roth II.,
Lämmerſpiel, vm.: Musk. Alois Schmidtberger,
Wies, Oeſterreich, ſchv.; Musk. Joſeph Seimetz, Schalke,
gef.; Gefr. Georg Bünau, Gadernheim, ſchv; Musk.
Ludwig Adam, Eichelsdorf, vm.; Musk. Jakob Diroll,
Seidenbuch, lv.; Musk. Ludwig Hanſtein, Lindheim,
vm.; Musk. Wilhelm Heinz, Wahlheim, vm.; Musk.
Johannes Hofmann, Unter=Oſtern, vm.; Musk. Paul
Kloſe, Stralſund, gef.; Musk. Philipp Maier,
Heuſen=
ſtamm, ſchv.; Musk. Franz Maurer, Hackenheim, vm.;
Musk. Reimund Micko, Schmierlach, vm.; Musk.
Wil=
helm Schmitt V Worms, gef.; Musk. Adam Spieß,
Dittelsheim, vm.; Musk. Jakob Stickler, Pfeddersheim,
vm.; Musk. Wilhelm Wallenfels, Odenhauſen, vm.;
Reſ. Wilhelm Davids, Elberfeld, vm.; Gefr. Heinrich
Ehmer, Amöneburg, lv.; Reſ. Friedrich Wilhelm Feth,
Weiſenau, vm.; Reſ. Wilhelm Fiſchborn, Biebelnheim,
vm.; Reſ. Wilhelm Fehmer, Mainz, vm.; Gefr. d. Reſ.
Jakob Heymann, Köngernheim, vm.; Gefr. d. Reſ.
Ro=
bert Kaminski, Mainz, gef.; Gefr. d. Reſ. Nikolaus
Lutz, Haßloch, vm.; Reſ. Johann Marbeck,
Lauben=
heim, vm.; Reſ. Wilhelm Martin, Mainz, vm.; Reſ.
Karl Meckel. Mainz, lv.; Reſ. Johann Reſſel, Neiße,
vm.; Reſ. Konrad Stahlhofen, Bretzenheim, vm.;
Reſ. Auanſt Wagner, Marienborn, vm.; Serg. Philipp
Grün, Tiefenthal, vm.; Musk. Joh. Jochem,
Weinols=
heim, gef.; Musk. Karl Köhler, Hamm, gef.; Musk.
Karl Martin Strohmenger, Worms, vm.; Gefr. Erich
Mar Vetter, Stuhm, vm.; Musk. Adam Scharkopf,
Hetſchbach, vm.; U.=O. d. Reſ. Adolf Löwenſtein,
Ven=
dersheim, vm.; Reſ. Ambroſius Bauer, Dießen, vm.;
Reſ. Egid Diemer, Heinrichſtadt, vm.; Reſ. Franz
Karl Dietz, Mayen, vm.; Reſ. Heinrich Dapper.
Sör=
genloch, gef.; Reſ. Georg Theodor Beyenbach,
Dieden=
hofen, vm.; Gefr. d. Reſ. Albert Frankenbach,
Neu=
hof, vm.; Reſ. Heinrich Heß, Ober=Liederbach, vm.; Reſ.
Franz Jakobſen, Groß=Flottbeck, vm.; Reſ. Karl Adolf
Koch, Kirberg, vm.; Gefr. d. Reſ. Philipp Klippel,
Schwabenheim, vm.; Reſ. Paul Keller, Suhl, gef.;
Reſ. Ignatz Kornel y„ Gau=Algesheim, vm.; Reſ. Adam
Kraus, Lampertheim, vm.; Reſ. Geora Möbus.
Hahn=
ſtätten, vm.; Reſ Karl Schnoere, Eſſen, vm.; Reſ.
Al=
bert Strackbein. Mainz, vm.; Reſ. Sebaſtian Veith,
Hechtsheim, vm.; U.=O. d. Reſ. Adolf Weyel, Naſtätten,
vm.; Gefr. d. Reſ. Friedrich Zickelbach, Frankfurt a. M.,
lv.; Reſ. Karl Heger, Dresden, vm.; Reſ. Stanislaus
Bialkowski. Eichfelde, vm.: Musk. Heinrich
Blei=
cholda, Nußloch, vm.; U.=O. Paul Muchowski,
Schneidemühl, lv.; Musk. Kaſpar Stahlhofen.
Bretzen=
heim, lv.; Reſ. Fuhrmann. Fürfeld. vm.: Reſ. Quanz,
vm.; Erſ.=Reſ. Karl Kämpf, Tennſtädt, ſchv.
2. Kompagnie: Hptm. Guſtav Trupp, lv.; Lt.
Sümmerman, lv., zur Truppe zurück; Fahnenj. U.=O.
Auguſt Baur, Darmſtadt, gef.; U.=O. Edmund
San=
der, Nierſtein, lv., zur Truppe zurück; Musk. Philipp
Jung, Neu=Bamberg, gef.; Musk. Peter Kemmerer,
Mühlheim, gef.; Musk. Adam Maurer, Lindenfels, lv.;
Musk. Max Seuffert, Frankfurt a. M., gef.; Gefr. d
Reſ. Max Weimann, Brieg, gef.; Reſ. Richard Friebe
Hirſchberg, lv.; Reſ. Franz Werner, Mainz, lv.; Reſ.
Fritz Götze, Geringswalde, lv.; Reſ. Anton Gröſchel,
Niederſcheid, gef.; Gefr. Karl Haas Boxthal, lv.; Gefr.
Joſeph Hoffmann, Wald=Michelbach, lv.; Gefr.
Phi=
lipp Gabler, Lampertheim, gef.; Musk. Ludwig
Rup=
pert, Worms, lv.; Gefr. d. Reſ. Joſeph Wagner,
Dell=
hofen, lv.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Ruhe, Lippſpringe,
gef.; Reſ. Heinrich Sieger, Mombach, lv.; Einj.=Freiw.
Gefr. Ernſt Schäfer, Oberhauſen, lv.; Reſ. Leonhard
Luft, Erbach i. O., lv.; Reſ. Friedrich Schnabel,
Unterliederbach, lv.; Gefr. Konrad Bell, Worms, lv.;
Reſ. Georg Herdel, Groß=Bieberau, lv., zur Truppe
zurück; Reſ. Joſeph Wagner III., Schwanheim, lv.; Reſ.
Anton Ketel, Kackenberg, gef.; Reſ. Ferdinand
Sten=
ner, Hechtsheim, lv.; Reſ. Emil Köhler, Rodheim
v. d. H., lv.; U.=O. Kurt Braſelmann, Höchſt a. M.,
ſchv.; U.=O. d. Reſ. Ferdinand Reuter, Wiesbaden, lv.;
U.=O. d. Reſ. Hermann Küttner, Mangowitz, vm.; U.=O.
d. Reſ. Johann Delzeit, Planig, vm.; Gefr. d. Reſ.
Philipp Emnet, Offenbach, Landau, lv.; Reſ. Lorenz
Wehner, Thundorf, vm.; Musk. Chriſtian Glanz,
Bü=
dingen, lv.; Musk. Georg Netſcher, Ober=Ramſtadt, lv.;
Musk. Joſeph Pietrzak, Recklinghauſen, lv.; Musk.
Jakob Schneider, Gundersheim, lv.; Musk. Philipp
Weckbach, Worms, lv.; Musk. Friedrich Wirnſer,
Karlsruhe, lv.; Musk. Karl Kamps, Bismarck, lv.
Musk. Georg Schönig, Mosbach, lv.; Horn. Albin
Blum III., Neuweilnau, lv.; Gefr. d. Reſ. Friedrich
Dörr, Winzingen, lv. und vm.; Reſ. Georg Bernhart,
Stadecken, lv.; Reſ. Georg Pühler, Hahn, lv.; Reſ. Franz
Rocketti, Zwingenberg, lv., zur Truppe zurück; Reſ.
Joſeph Tiſſerand, Urbeis, lv.; Reſ. Hermann
Ar=
nold, Mainz, lv.; Reſ. Artur Schworm, Kaſtel, lv.;
Reſ. Heinrich Stumpf, Mombach, lv.; Reſ. Wilhelm
Bautz, Merenberg, lv.; Reſ. Julius Fell,
Elfershau=
ſen, lv.; Reſ. Georg Füller, Soſſenheim, lv.; Tamb.
Karl Schmidt, Homburg v. d. H., lv.; Reſ. Ludwig
Neis, Kaberg, lv.; Reſ. Adolf Velten, Merenberg, lv.;
Reſ. Peter Autenrrieder, Schönenberg, lv.; Reſ. Karl
Müller, Musbach, lv.; Reſ. Joſeph Schmidt,
Dro=
mersheim, lv.; Reſ. Adam Schmidt, Dromersheim, lv.;
Reſ. Johann Janſon, Altona, lv., zur Truppe zurück;
Musk. Albin Schmiedgen, Reichenberg, gef.; Gefr. d.
Reſ. Karl Müller, Frohnhauſen, lv.; Gefr. Heinrich
Müller I., Worms, vm.; Reſ. Franz Heller, Weiſenau,
lv.; Reſ. Kretſchmer, gef.; Musk. Joſeph Freber,
Mombach, lv.; Musk. Heinrich Frank, Gießen, lv.; U.=O.
d. Reſ. Heinrich Kilian, Weiſenau, lv.; Gefr. Tamb.
Alfred Thirion, Wölferdingen, lv.; Reſ. Karl Göbel
Lengfeld, gef.; U.=O. d. Reſ. Anton Gröninger, Mainz,
gef.; Musk. Joſeph. Rath, Wilſenroth, gef.; Musk.
Hein=
rich Scheive, Holzen, gef.; U.=O. Wilhelm Knaup
Er=
felden, gef.; U.=O. Leopold Telay, Krefeld, ſchv.; Musk.
Georg Bauer, Bieber, gef.; Erſ.=Reſ. Jakob Keinz
Griesheim a. M., lv.
3. Kompagnie: Lt. Helmuth Tellenbach,
Ber=
lin=Schöneberg, ſchv.; Off.=Stellv. Heinrich Groß, Mainz
ſchv.; Off.=Stellv. Otto Falk, Mainz, lv.; Vizef. d. Reſ.
Armand Webel, Mannheim, ſchv. und vm.; U.=O. Rich.
Günther, Plagwitz ſchv.; U.=O. d. Reſ. Robert Laue,
Limburg a. d. L., ſchv.; Reſ. Joſeph Ricker, Villmar
gef.; Reſ. Albert Lohmann, Hochſtein, gef.; Musk.
Theo=
dor Haber, Alzey, ſchv.; Musk. Bernhard
Homrich=
haußen, Wunderthaupen, ſchv.; Musk. Phil. Oehler,
Sprendlingen, Alzey, ſchv.; Gefr. d. Reſ. Max Hirſch,
Dienheim, lv.; Gefr. Karl Becker I., Bretzenheim, ſchv.;
Reſ. Anton Becker II., Ebersheim, ſchv.; Reſ. Johann
Bill, Hannover, lv.; Musk. Wilhelm Sattler, Siedels
brunn, lv., zur Truppe zurück; Musk. Valentin
Wink=
ler, Bürſtadt, lv., zur Truppe zurück; U.=O. d. Reſ. Auguſt
Nollkämper, Hollfeld, gef.; U.=O. Julius Otto Guſt.
Wendt, Köln, ſchv., in Gefangenſch.; Gefr. d. Reſ. Phil
Brüſſel, Koſtheim, ſchv., in Gefangenſch.; Gefr. Peter
Boſſert, Mainz, lv., in Gefangenſch.; Gefr. Andreas
Hommerich, Welper ,lv., in Gefangench.; U.=O. d. Reſ
Weigand Naumann, Bleichenbach, ſchv., vm.; Musk.
Ernſt Jeſſel, Diedenbach, an ſeinen Wunden geſt. Aachen
23. 9. 14; Musk. Philipp Hamm, Dorn=Dürkheim, ſchv.
und vm.; Musk. Ludwig Mauß, Gernsheim, ſchv.; Musk.
Mathäus Lulay, Erbach i. O., ſchv.; Gefr. Johann
Hö=
beler, Freien=Steinau, lv.; Reſ. Jakob Heun,
Linden=
holzhauſen, ſchv. und vm.; Reſ. Peter Schneider,
Koſt=
heim, lv.; Musk. Michel Geiger, Geiſenheim, vm.; Musk.
Adam Sparrenberger, Wendelsheim, lv.; Reſ.
Lud=
wig Preußer, Mainz, ſchv.; Reſ. Philipp Keſſel
Harxheim, ſchv.; Reſ. Wilhelm Jäger, Hechtsheim, ſchv.
Reſ. Konrad Auguſt Klatt, Kladau, ſchv.: Reſ. Philipp
Andreas, Köngernheim, vm.; Reſ. Wilhelm Georg
Deeg, Ober=Oſtheim, vm.; Musk. Heinrich Schmidt IV.,
Weinheim, vm.; Musk. Heinrich Hahn, Annenrod, vm.;
Reſ. Friedrich Haug, Trutelhof, vm.; Gefr. d. Reſ. Horn.
Otto Schmidt, Weyer, vm.; Reſ. Joſeph Gabb,
Vill=
mar, vm.; Reſ. Franz Guckel, Mainz, vm.; Reſ. Franz
Hofmann III., Koſtheim, vm.; Serg. d. Reſ. Daniel
Gröninger, Gehauß, lv.; U.=O. d. Reſ. Johann
Schuhmann, Mainz, ſchv.; U.=O. Joſeph Kaiſer,
Mainz, lv.; Reſ. Ferdinand Weidmann, Mainz, lv.;
Musk. Karl Emil Erb, Illkirch=Grafenſtaden, lv.; Musk.
Johann Zöller, Kaſtel, lv.; Reſ. Friedrich Horn,
Mainz, ſchv.; Reſ. Joſeph Merth, Mainz, lv.; Reſ. Peter
Pauly, Marienborn, lv.; Reſ. Karl Rheinganz,
Mainz, lv.; Musk. Heinrich Römhild, Frankfurt, lv.;
Musk. Peter Rübritzky, Kondy, lv.; Musk. Vinzenz
Caſper, Schweinheim, lv.; Musk. Philipp Geiß,
Alten=
ſtadt, lv.; Reſ. Karl Adalbert Spiegel, Harbach, vm.;
Reſ. Joſeph Bitz, Koſtheim, vm.; Reſ. Johann Petry
Mainz, vm.; Reſ. Friedrich Eckert, Frei=Weinheim, vm.:
Musk. Friedrich Reinemer, Herrnsheim, vm.; Reſ.
Andreas Schuhmacher, Koſtheim, vm.; Musk. Ludwig
Heinrich, Orſchweiler, gef.; Musk. Wilhelm Holder,
Offenbach, gef.; Musk. Chriſtian Grimm, Nieder=Roden,
gef.; Reſ. Nikolaus Debus, Hechtsheim, gef.; Reſ.
Hein=
rich Johann Zimmermann, Mainz, gef.; Musk.
Jo=
hann Appel, Klein=Krotzenburg, ſchv.; Musk. Emil
Birg, St. Pilt, ſchv.; Musk. Wilhelm Jackobs,
Becht=
heim, lv., zur Truppe zurück; Musk. Johann Peter
Engel, Straßburg i. E., lv.; Reſ. Peter Köhler,
Wei=
ſenau, ſchv.; Musk. Auguſtin Knoth, Höhenberg, ſchv.;
Reſ. Michael Hinkel, Mainz=Zahlbach, ſchv.; Musk. Karl
Lanz, Erbenhauſen, lv.; Musk. Wilhelm Oberſchelp,
Hunnebrock, lv., zur Truppe zurück; Reſ. Julius
Röp=
ſcher, Offenbach, ſchv.; Reſ. Guſtav Schöttler II.,
Hartnocku, ſcho.; Reſ. Crezelius, Heringen, ſchv.; Musk.
Joſeph Drill, Höchſt a. M., durch Unfall leicht verletzt;
Musk. Paul Bartels, Magdeburg, durch Unfall leicht
verletzt; Musk. Otto Eder, Sands, lv.
4. Kompagnie: Hptm. Willy Klauer lv.; Lt.
Benno Roſſi, Offenbach a. M., lv.; Lt. d. Reſ. Tyll=
mann, vermutlich Thylmann, gefallen; Off.=Stellv. Jul.
Klein, Hohenſülzen, gefallen; Feldw. Ernſt Frank
Eberſtadt, Darmſtadt, gefallen; Vizef. Philipp Fiſcher,
Lorſch, Wiesbaden, lv.; Sergt. Anton Beifuß,
Würz=
burg, gefallen; U.=O. Peter Stein, Finthen, gefallen;
U.=O. Hermann Melzer, Oſthofen, gefallen; U.=O. Guſt.
Ungerer, Pforzheim, gefallen; U.=O. Julius Pheby
Stromberger Neuhütte, gefallen: Einj.=Freiw. Alfred
Simon, Genſingen, gefallen; Gefr. Fritz
Dieſſel=
bach, Königsberg i. Pr., gefallen; Musk. Arth.
Roſen=
baum, Bielefeld, gefallen; Musk. Valentin Ofenloch,
Bürſtadt, Bensheim, gefallen; Musk. Joſeph Heilig,
Haſpelſcheid, gefallen; Musk. Wilhelm Hartig, Klein=
Welzheim, gefallen; Musk. Theobald Schieferſtein
Gaulsheim, gefallen; Musk. K. Imperial, Weiſenau,
gefallen; Musk. Arno Bamberg, Mellingen, gefallen:
Gefr. d. Reſ. Otto Ernſt, Weſterfeld, gefallen; Gefr. d. R.
Konr. Kroſt, Marienborn, gefallen; Reſ. Ernſt Sauer,
Mainz, gefallen; Reſ. Tamb. Ambroſ. Köhler, Nieder=
Ingelheim, gefallen; Reſ. Peter Weißrock, Nieder=
Olm, Mainz, gefallen; Reſ. Bernhard Leſer, Willmars,
gefallen; Reſ. Horn. Karl Betz, München, gefallen; Reſ.
Joſeph Falk, Rammersberg, gefallen; Reſ. Heinrich
Dapper, Nieder=Saulheim, gefallen; Reſ. Friedr
Weil Mannheim, gefallen: Reſ. Albert Neuchel
St. Ingbert, gefallen; Reſ. Philipp Jäger, Mainz,
ge=
fallen; Reſ. Karl Heichlinger, Tübingen, gefallen
Reſ. Gander, Rhein=Dürkheim, gefallen; Reſ. Johann
Wölfl, Bodenmais, gefallen; U.=O. Georg Müller,
Mittelgründau, lv.; Gefr. Franz Kaiſer, Groß=
Stein=
heim, Offenbach, ſchv.; Musk. Joſeph Klein, St. Gallen
Elſ.=Lothr., lv., zur Truppe zurück: Musk. Philipp
Schä=
fer, Langen, lv.; Musk. Auguſt Wollenburger,
Kerzfeld, lv.; Musk. Heinrich Wolters, Wanne, lv., zur
Truppe zurück; Musk. Wilhelm Karn, Darmſtadt, lv.;
Musk. Adolf Weber, Mainz, lv.; Gefr. Heinr. Diehl,
Langſtadt, lv.; Musk. Peter Back, Günterfürſt, vm.;
Musk. Ludwig Becker, Mannheim, lv., in der Garn.;
Musk. Heinrich Böf finger, Urberach, lv.; Musk. H
Georg Eigſtler, Rembrücken, lv., zur Truppe zurück;
Musk. Bernhard Jöſt, Gadern, lv., zur Truppe zurückz
Musk. Johann Laux, Dolgesheim, lv.; Musk. Karl
Münch, Düttlenheim, gefallen; Musk. Peter Reuter,
Bürgel, lv., zur Truppe zurück; Musk. Wilhelm
Schä=
fer, Bürgel, vm.; Musk. Johann Schmitt, Flonheim,
lv., zur Truppe zurück; Musk. Michael Sommer,
Kirch=
heim, vm.; Musk. Heinrich Wieſer, Mainz, lv.; Musk
Wilhelm Wolf 1., Vielbrunn, lv.; Musk. Pet. Wolf 2.,
Herrnsheim, lv.; Gefr. d. Reſ. Karl Körber,
Kirchheim=
bolanden, lv.; Gefr. d. Reſ. Auguſt Geiſt, Hanau, lv.
Reſ. Philipp Schell, Budenheim, vm.: Reſ. Friedrich
Ziefle, Schernbach, vm.; Reſ. Otto Plöſer,
Ehrings=
hauſen, vm.; Reſ. L. Döpfner, Mainz, lv.; Reſ. Phil
Mül ler, Darmſtadt, vm.; Reſ. Johann Matheis,
Mainz, vm.; Reſ. Nikolaus Reuter, Weiſenau, lv., zur
Truppe zurück; Reſ. Daniel Müller, Koſtheim, vm.;
Reſ. Johann Labrene: Uſſaneiten, vm.; Reſ. Johann
Laurer, Mainz, lv.; U.=O. Ernſt Fleſſar, Mainz
lv.; Gefr. Johann Brandmüller Mainz, lv.; Gefr.
Friedrich Fritz Portung, Ulm a. d. Donau, lv.; Reſ.
Johann Schmidt, Budenheim, lv., zur Truppe zurück:
Gefr. Wilhelm Mayer, Mainz, lv.; Reſ. Jakob Franz
Braun, Mainz, vm.; Reſ. Fr. Klee, Frei=Weinheim,
lv., zur Truppe zurück; Gefr. Karl Haſſenpflug,
Nie=
der=Ingelheim, vm.; Reſ. Johann Markloff, Mainz
lv.; Reſ. Franz Sarnecki, Budſin, vm.: Reſ. Adam
Klein, Hechtsheim bei Mainz, vm.; Reſ. Adam
Heſ=
ſert, Horrweiler, lv., zur Tr. zurück; Gefr. d. Reſ. Hch.
Friedrich Lampé, Hildesheim, lv., zur Truppe zurück;
Reſ. Auguſt Adamo, Büdesheim, Bingen, lv.; Reſ. Pet.
Jakob Köber, Oberhauſen, vm.: Reſ. Jakob Ernſt
Fröb Heſſeldorf, lv.; Reſ. Adam Pfeifer, Finthen,
vm.; Reſ. Peter Engelhardt, Zenzleben, vm.; Reſ.
Friedrich Wacker, Ginsheim, vm.; Reſ. Joſeph
Wag=
ner, Obermühlbach, vm.: Reſ. Albert Elſenheimer
Altenhain, vm.; U.=O. Fritz Mun dſchenk, Romhild, lv.;
Reſ. Philipp Kitz, Seulberg, vm.; Gefr. d. Reſ. Tamb.
Karl Becker, Eſchbach, vm.; Reſ. Robert Neuburg,
Freiſenburg, lv.; Reſ. Heinrich Krämer, Braubach, vm.;
Reſ. Math. Röſſel, Illerich, lv.; Reſ. Hermann Höfer
Stöckey, vm.; Musk. Eduard Boller, Oſthofen, gefallen;
Musk. Karl Herrleth, Brand=Lorenzen, lv.; Musk. R.
Bittinger, Eimsheim, ſchv.; Musk. Wilhelm Klos,
Münſter, Dieburg, lv.; Musk. Karl Ried, Königſtein,
lv.; Musk. Viktor Johann Stehle, Rothenburg a. N.,
lv., zur Truppe zurück; Reſ. Philipp Götze, Büdesheim,
lv., zur Truppe zurück; Gefr. d. Reſ. Valentin Siebert,
Mainz, lv: Musk. Leo Wertheim, Rüddingshauſen,
ſchv.; Musk. Albert Drageſſer, Pleſſenbach, lv.; Musk.
Johannes Knapp Kirſchhauſen lv:Reſ. Joſevh Adam
Kunz, Büdesheim, lv.; Reſ. Michael Dietrich, Haa
lv.; Reſ. Engel, vm.; Musk. Wilh. Fabian, Worms
vm.; Reſ. Mauersberger, vm.; Reſ. Otto Müller,
Merzhauſen, lv.; Reſ. Franz Anton
Hirſchenkrä=
mer, Büdesheim, lv.; Musk. Lorenz Wörtche, Groß=
Zimmern, lv: Musk. Georg Ott, Froſchhauſen, lv., zur
Truppe zurück; Gefr. d. Reſ. Bernhard Nolte,
Immin=
gerode, gefallen; Reſ. Valentin Trautmann,
Ocken=
heim, lv: Reſ. Ludwig Müller, Weiſenau, lv.; Reſ
Georg Giegl, lv.; U.=O. Georg Wiederſum,
Main=
lv.; U.=O. Heinrich Fröhlich, Mainz, vm.; Sergt. Jul.
Eller, Dolgesheim, gefallen; Gefr. Johann
Möſin=
gen, Auerbach, gefallen; Tamb. Gefr. Abraham
Rau=
haus, Gevelsberg, vm.; Reſ. Helfrich, lv.; Reſ.
Ge=
merich, lv.; Reſ. Debus lv.; Reſ. Heinrich Ochs,
Lauterbach, lv: Musk. Guſtav Roſe, Ketſchendorf, vm.
Musk. Georg Siegel, Neckar=Steinach, vm.; Musk. E.
Umſonſt, Undenheim, vm.; Musk. H. Kogelheide 1.
Weſtherbede, vm.; Reſ. Karl Urbann, Gersfeld, vm.;
Reſ. Adolf Wolf, Gräven=Wiesbach, vm.; Reſ. Wilhelm
Simon, vm.; Reſ. Stapp, vm.; Gefr. d. Reſ. Heinrich
Schönmehl, Mainz, vm.; Reſ. Jakob Tries, Mainz
vm.; Musk. Heinrich Will, Hainchen, vm.; Reſ. Wilh.
Wieth, Hundſtadt, vm.; Reſ. Klöppel, vm.; Musk.
Joh. Starszynski, Krotoſchin, lv.; Reſ. Auguſt
Nie=
derhäuſer, Wilhelmsdorf, lv.; Reſ. Paul Bilge tzki,
Coſel, gefallen; Musk. Adam Jäger, Jügesheim, lv.;
Musk. Richard Hinz, Darmſtadt, ſchv.; Musk. Johann
Hiemenz, Dieburg, lv.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Fach
Mainz, lv.; Musk. Johann Valentin Hoffmann
Offenbach a. M., ſchv.; Gefr. d. Reſ. Joſeph Schmitt
Budenheim, gefallen; Gefr. d. Reſ. Ludwig Leſer,
Wei=
ſenau, vm.; Musk. Adam Beck, Nieder=Ramſtadt, vm.;
Reſ. Turzik, vm.; Reſ. Semmler, vm.; Reſ. Chriſt
Reinhard, vm.; Reſ. Hermes, vm.; Reſ. May, vm.;
Musk. Karl Kerſten, Gießen, lv.; Reſ. Ph. Schürger,
Weiſenau, vm.; Reſ. Chriſt, vm.; Reſ. Philipp
Köh=
ler, Mainz=Kaſtel, lv.; Musk. Anton Bachmann,
Mainz, lv.; Wehrm. Johann Werum, Gonſenheim, lv.;
Gefr. d. Reſ. Karl Hang, Frutenhof, lv.
Geſtorben infolge Krankheit:
U.=O. Auguſt Peter Trampel (8. Komp.), † Laz.
St. Quentin 12. 11. 14; Musk. Peter Hie menz (Leib=
Komp.), † Laz. St. Quentin 13. 11. 14; Gefr. P. Mahr
(9. Komp.), 1 Laz. St. Quentin 29. 10. 14, beerdigt
da=
ſelbſt.
Berichtigung früherer Angaben:
U.=O. Konrad Hang (4. Komp.), Mainz, bisher vw.,
Laz. Köln, 14. 11. 14; Reſ. Heinrich Meyer (6. K.),
bisher vw., † Laz. Naumburg 14. 11. 14.
Gefr. Heinrich Lott (5. Komp.), Leiſelheim, ſchv.;
Reſ. Bruno Kraft (6. Komp.), Staßfurt, lv.; Reſ. Karl
Gensmann (6. Komp.), Frücht, lv.
(Gemeldet vom Infanterie=Regiment Nr. 116, Gießen):
Musk. Ernſt Hermann Schulze (12. Kompagnie),
Lindſtädt, gefallen Damery 31. 10. 14.
Reſerve=Infanteriß=Regiment Nr. 118, Darmſtadt, Erbach,
Mainz.
(Gemeldet vom Infanterie=Regiment Nr. 168):
Reſ. Weidmann (ohne Angabe der Komp.), vm.,
Bois Blanc 21. 10. 14.
Geſtorben infolge Krankheit:
Wehrm. Nikolaus Kouhn, † Lazarett Sedan 21. 10.
Berichtigung früherer Angaben:
Reſ. Franz Morgenroth (1. Komp.), Frankfurt
am Main, bisher vw., † Laz. Biebrich 13. 11; Gefr. d. R.
Heß, bisher vm., vw.; Wehrm. Schäfer bisher vm.,
zur Truppe zurück; Wehrm. Johann Hartmann,
bis=
her vm., vw.
Infanterie=Regiment Nr. 168.
I. Bataillon, Butzbach.
Leib=Kompa’gnie: Off.=Stellv. Konrad Krafk,
Angersbach, gefallen: Off.=Stellv. Karl Schneider,
Wieſeck, lv.; Off.=Stellv. Jakob Urban, Groß=Gerau, lv.;
Gefr. Georg Harbauer, Herrnsheim, lv.; Gefr. Phil.
Leitermann, Wolfskehlen, gefallen; Musk. Heinrich
Hehner, Ober=Kintzig, lv.; Musk. Ludwig Euler,
Grebenau, ſchv.; Erſ.=Reſ. Hermann Völker, Hanau,
lv.; Reſ. Ludwig Limbach, Worms, vm.; Erſ.=Reſ. Gg.
Müller, Darmſtadt, lv.; Erſ.=Reſ. Karl Georg,
Witt=
genborn, Gelnhauſen, vw: Musk. Heinrich Bitſch,
Biblis, Bensheim, vm.; Kriegsfreiw. Karl Gg. Fecher,
Offenbach, vw.; Kriegsfreiw. Albert Real, Offenbach,
verwundet.
2. Kompagnie: U.=O. Heinrich Brückmann,
Auerbach, Bensheim, lv.; Freiw. Wilhelm Schönig,
Klein=Steinheim, lv.; Musk. Karl Schultheiß,
Atjen=
heim, lv.; Musk, Georg Dietz, Zellhauſen, Offenbach,
ſchv.; Erſ.=Reſ. Rudolf Lotz, Groß=Umſtadt, vm.
4. Kompagnie: U.=O. Reinhard Seib,
Rocken=
berg, Friedberg, ſchv.; Musk. Georg Kühlwein,
Viern=
heim, Heppenheim, lv.; Musk. Valentin Schneider,
Koſtheim, Mainz, lv.: Erſ.=Reſ. Auguſt Spohn,
Heuſen=
ſtamm, lv.; Kriegsfreiw. Georg Pfeifer, Darmſtadt,
lv.; Kriegsfreiw. Jak. Stenger, Bürgel, Offenbach, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 169, Lahr, Villingen.
5. Kompagnie: Musk. Heinrich Kümmel,
Darmſtadt, lv.
Landſturm=Bataillon Mainz.
Sanitäts=U.=O. Matthias Reibel (2. Komp.),
Zorn=
heim, tödlich abgeſtürzt Mutzig 15 .11. 14.
Jäger=Bataillon Nr. 8, Schlettſtadt.
2. Kompagnie: Oberjäger Anton Beck,
Neu=
hauſen, lv.
3. Kompagnie: Einj.=Freiw. Ernſt Rappold,
Auerbach, Bensheim, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 113, Freiburg in Baden.
10. Kompagnie: Musk. Adam Pohl, Egelsbach,
leicht verwundet.
Jäger=Bataillon Nr. 6, Oels.
Radfahrer=Kompagnie: Feldw. Paul
Milde=
brath, Forſthaus Dörnburg, ſchv.
Reſerve=Jäger=Bataillon Nr. 15, Potsdam.
2. Kompagnie: Jäg. Carl Hildebrand,
Off=
ſtein, lv; Jäg. Ferd. Weißgerber, Lampertheim, lv.
Feldartillerie=Regiment Nr. 25, Darmſtadt.
Gemeldet vom Inf.=Reg. Kaiſer Wilhelm Nr. 116.
Ltn. d. Reſ. Deſch (leichte Mun.=Kol.), vm. Le Quesnoy
zwiſchen 31. Oktober und 2. November.
Feldartillerie=Regiment Nr. 27, Mainz, Wiesbaden.
Reſ. Joh. Lump (3. Batterie), Mombach, abermals lv.
II. Pionier=Bataillon Nr. 21, Mainz.
Gefr. Robert Roſt (1. Reſ.=Komp), Worms, lv.:
Gefr. Ludw. Huth (2. Reſ.=Komp.), Gernsheim, ſchv.
Gefr. Philipp Sälzer (4. Feld=Komp.), Worms=
Neuhauſen, lv.
Sanitäts=Kompagnie Nr. 3
des XVIII. Armeekorps, Darmſtadt.
Geſtorben infolge Krankheit:
Reſ. Philipp Caſpari, f Lazarett St. Quentin am
26. Oktober.
Reſerve=Lazarett Nr. 1, Darmſtadt.
Geſtorben infolge Krankheit:
Mil.=Krankenw. Heinrich Franz Haeling, † Ver.=
Laz. Darmſtadt am 3. November.
Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind ourch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet:
A — Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 3—4 Uhr nachm.
B — Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Täglich 2—4 Uhr
nachm. — C — Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der Großherzogin,
Hein=
heimerſtraße 21). Sonntags, Dienstags, Mittwochs und Freitags von
4—6 Uhr nachm. D — Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Stein
ſtraße 21. Täglich 2—5 Uhr nachm. — E — Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I)
Alexanderſtraße 27. Mittochs und Sonntags von 2—4 Uhr nachm.
P Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
3—6 Uhr nachm. G— Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24
Täglich 2—4 Uhr nachm. II — Marienhöhe (Geneſungsheim)
Täglich 10—12 Uhr vorm., 4½— 6½ Uhr nachm. — I — Schweſternhaus der
Barmherzigen Schweſtern NiederRRamſtädter Straße 30. Nachmittags von
2—4 Uhr. — K — Städtiſches Krankenhaus, Grafenſtraße 9. Werktäglich
2—3½ Uhr nachm., Sonntags 11—12 Uhr vorm. — L. — Städt. Saalbau
(ebenfalls Reſ.=Laz. I), Riedeſelſtraße 40. Mittwochs, Samstags und
Sonn=
tags von 2— 4 Uhr. — M — Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtr. 1.
Sonntags. Mittwochs und Samstags von 2—4 Uhr nachm. — N — Klinik
Dr. Ollendorff (Weberſche Augenklinik), Frankfurter Straße 42. Täglich
10—12 Uhr orm., 2—4 Uhr, nachm. O — Vereinslazarett vom Roten
Kreuz, Olbrichweg 10, „Vereinslazarett Mathildenhöhe‟ Täglich 3—4 Uhr
nachm. — P — Ererzierplatz (Reſ.=Lazarett III), Mittwochs und Sonntags
von 2—4 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang vom 27. bis 30. November:
Allebrand, Jakob, Alsheim, Feldart. 25, M — Bäcker,
Deguili, Wilhelm,
Ludwig, Meſſel, Inf.
— Deißler, Georg, Sprendlin=
Worms, Reſ.=Inf. 221/8,
gen, Ldſt.=Erſ.=Bat. 1, Darmſtadt, P — Dobert, Daniel,
Dorsheimer, Wilhelm,
Hauſen, Ldſt.=Erſ.=Bat. 1, L
Bensheim, Inf. 115/2, Erſ.=Bat., P — Ehrhardt,
Zacha=
rias, Neckargerach, Freiw. San.=Kol., I — Eiſenhauer,
Heinrich, Wallbach. Ldſt.=Bat. Erbach, P — Emig, Ludwig,
Roßdorf, Brig.=Erſ. 41/4, I — Engal, Karl, Minden, Train=
Bat. 18/1, P — Fiſcher, Heinrich, Cramberg, Art. 61/1,
Fleck, Jakob, Wichdorf, Train=Abt. 18,
Rekr.=Dep., P
Erſ.=Pferde=Dep., P — Gabelmann, Georg, Pirmaſens,
Reſ.=Erſ.=Komp. 50/1, D — Ganßmann, Philipp,
Darm=
ſtadt, Inf. 115/2, P — Glenz, Karl, Erbach, Ldſt.=Bat.
Er=
bach/4, P — Glöckner, Johann, Bürgel, Ldſt.=Erſ.=Bat. 1,
Darmſtadt, P — Golly, Johann, Pitſchn, Train=Abt. 18/2,
P — Grebe, Joſeph, Gerlingen, Reſ.=Inf. 81, Rekr.=Dep.=
P — Gremm, Johannes, Hambach, Ldſt.=Bat. Erbach/2,
P — Grünberg, Max, Weichſelburg, Reſ.=Inf. 134/5, I
— Hammann, Oto Ludwig, Darmſtadt, Art. 61, O —
Haß=
ler, Ludwig, Dietweiler, Ldſt.=Bat., M — Heinze, Otto,
Alberſtadt, Reſ.=Inf. 81, Erſ.=Bat., P — Hummel, Heinrich,
Darmſtadt, Feldart. 85, Erſ.=Abt., M — Heß, Eduard,
Darmſtadt, Pion.=Bat. 21/3, K — Heß, Ludwig,
Weiter=
ſtadt, Drag. 23/3, I — Hofmeyer, Philipp, Schwanheim,
Feld=Inf.=Bat. 70/2, P — Julius, Heinrich, Bismarck,
Ldſt.=Erſ.=Bat. 1, Darmſtadt, P — Joſt, Philipp,
Drei=
eichenhain, Ldſt.=Erſ.=Bat. 1, Darmſtadt, P — Kämmer,
Otto, Schotten, Reſ.=Inf. 118/5, D — Kehr, Johannes,
Ober=Ramſtadt, Landw.=Inf. 116/Erſ., M — Knogler,
Jo=
hann, Ippenhauſen, Drag 24, Erſ.=Esk., P — Joch,
Wil=
helm, Helberg, Reſ.=Inf. 81/5, Erſ.=Bat., P — Kohl, Peter,
Weiher, Reſ.=Inf. 118/9, I — König, Philipp, Griesheim,
Reſ.=Inf. 116/9, I — Kräuter, Ludwig, Höchſt i. O., 4. Ldſt.=
Esk. 18. A.=K., P — Kuboſch, Auguſt, Schleſiengrube, Drag.
23, Erſ.=Esk., P — Lantzſch, Bruno, Stötteritz, Reſ.=Inf. 81,
Erſ.=Bat., P — Löſer, Georg, Arheilgen, Train=Erſ.=Abt.
18/1, I — Löſing, Joſeph, Wreden, Reſ.=Inf. 219/9, P—
Nack, Auguſt, Worms, Reſ.=Inf. 221/7, P — Reinelt, Max,
Gotha, Train=Abt. 18/2 Esk., P — Renz II., Michael,
Viernheim, Train=Abt. 18, Bäck.=Kol. 1, I — Roſſe, Georg,
Dortmund, Art. 61/2, I — Rups, Anton, Chlebowo, Inf.
135/3, K — Seibert, Georg, Pfaffen=Beerfurth, Ldſt.=Bat.
Erbach, P — Schäfer, Friedrich, Bergen, Ldſt.=Erſ.=Bat. 1,
P — Scherer, Georg, Offenbach, Bäck.=Kol. 32, P — Schmid,
Alois, Haberdorf, 7. Bayer. Feldart., 1. Ldſt.=Batt., B —
Schneider, Jakob, Bachen, Train=Abt. 18/3, P — Schnepke,
Franz, Friedenshütte, Ziviliſt, M — Schweizer, Johann,
Roßbach, Inf. 118/7, K — von Schwer, Theodor, Koſel
in Schleſ., Ldſt.=Erſ.=Bat., M — Stahl, Jakob, Gau=
Bickel=
heim, Train=Abt. 18/1 Esk., B — Stork, Heinrich, Semd,
4. Ldſt.=Esk., Erſ.=Abt., P — Thomeſſen, Mathias,
Mün=
chen=Gladbach, Art. 61, 2. Erſ.=Abt., P — Toulon, Arthur,
Frankfurt a. M., Train=Abt. 18, L. — Veith, Jakob,
Lam=
pertheim, Reſ.=Inf. 81, Rekr.=Dep., P — Wagner, Eduard,
Kaſſel, Reſ.=Inf. 81, Erſ.=Bat., P — Wagener, Karl,
Frank=
furt a. M., Inf. 99/5, P — Walldorf, Johann Joſeph,
Hirſchhorn, Ldſt.=Bat. Erbach/4, P — Wick, Friedrich,
Nie=
derebbe, Ldſt.=Bat. 5, M — Winkler, Johann, Erbach, Inf.
118/6, P. — Zimmer, Philipp, Flonheim, Train=Erſ.=Abt.
18/1, P.
Aus den Lazaretten entlaſſen
vom 27. bis 30. November:
Ande, Joh., Ldſt.=Bat. 43/1, K, geſtorben. — Arras,
Friedr., Fränkiſch=Crumbach, Inf. 115, M — Baußmann,
Phil., Frei=Laubersheim, Ldw.=Inf. 118/1, I — Berning,
Franz, Klein=Dembach, Ldw.=Inf. 83/10, I — Bilgenroth,
Theodor, Neu=Lipke, Reſ.=Inf. 116/4, I — Boßler, Robert,
Rotenzimmern, Inf. 125/4, A. — Daum, Ludwig,
Müm=
ling=Grumbach, Ldw.=Inf. 118/4, I — Ebert, Franz,
Pe=
tersberg, Feldart.=Regt. 25, M — Eck, Simon, Fußart. 7/3,
K — Eiſemann, Eugen, Biſchweiler, Inf. 115, M — Elzer,
Heinr., Darmſtadt, Inf. 115/12, B — Engelhardt, Georg,
Seifersreuth, Inf. 107/12, B — Friedrich, Adam,
Brens=
bach, Inf. 115, M — Gärtner, Heinr., Lorſch, Ldw.=Inf.
116/4, I — Gieg Friedrich, Höchſt i. O., 2. Inf.=Mun.=Kol.=
Abt., B — Glöckner, Joh., Offenbach, Reſ.=Inf. 221, M —
Haupt, Paul, Zwickau, Reſ.=Inf. 133/4, I — Haas, Heinr.,
Falkengeſäß, Inf. 138, M — Hild, Georg, Ober=Ramſtadt,
Ldſt.=Bat. I Darmſtadt, B — Hippe, Albin, Eſpenfeld,
Inf. 131/7, D — Jauch, Wilhelm, Schwemmingen, Gren.
123, Maſch=Gew., K — Kann, Georg, Rumpenheim, Art. 3,
Erſ.=Abt., P — Karg, Georg, Langen, Inf. 115, Erſ.=Bat.,
M — Klemm, Franz, Seifersdorf, Inſ. 68, M — Klenk,
Wilh., Wimpfen, Ldſt.=Bat. Erbach 3, B — Kloos, Juſtus,
Reſ. Drag. 23/1, L. — Knöß, Ludwig, Gießen, Reſ. III.
Krankenwärter, P — Kreim, Auguſt, Heubach, Inf. 81, M
— Lautenſchläger, L., Lichtenberg, Reſ.=Inf. 115, M —
Limburg, Peter, Bitburg, 2. ſchwere Reſ.=Reit., K —
Lin=
zenmeier, W., Darmſtadt, Inf. 116, M — Luchmann,
Lud=
wig, Saargemünd, Inf. 115/2, Erſ., K — Löb, Wilhelm,
Weitengeſäß, Inf. 118/6, K — Mahlerwein, Jakob, Eich
bei Worms, Reſ.=Art. 25, M — Markus, Alfred, Koblenz,
Drag. 24/3, P — Mengert, Karl, Frankfurt a. M., Erſ.=
Bat. 115/2, I — Metzger, Peter, Gronau, Inf. 115, M
Meyer, Ludwig, Eberſtadt, Inf. 115, Erſ.=Bat., M
Michel, Guſtav, Wald=Michelbach, Inf. 115/9, B — Muth,
Heinrich, Erfelden, Reſ.=Inf. 116, M. — Neckel, Hans,
Gieſtrow, Inf. 115, M — Nivergall, Joh., Reſ.=Art. 21/2,
L. — Nothnagel, Wilh., Reſ.=Inf. 116/2, L. — Ollrogge,
Ludwig, Dortmund, Inf. 16, O — Paatſch, Albert Otto
Halle (Saale), Inf. 135/1, I — Pieper, Frz., Storkow,
Drag=Regt. 23, M — Rädcher, Ludw., Pfungſtadt, Inf.
116, Rekr.=Dep., M — Reinhardt, Friedr., Darmſtadt, Reſ.=
Inf. 221, M — Reinhardt, Peter, Leeheim, Reſ.=Inf.
130/12 D — Riekel, Guſtav, Mechau, Inf. 26/6, B.
Roddatz, Wilh. Oderberg, Fußart. 7/3, K — Roſſa, Emil,
Neuſtadt, Ldw.=Inf. 32/6, K — Roth, Friedr., Gernsheim,
Reſ.=Inf. 116, M — Roth, Hrch., Altheim, Erſ.=Pferde=
Dep., M — Sieben, Peter, Hähnlein, Reſ.=Inf. 116, M—
Simon, Julius, Ober=Ingelheim, Drag. 23, M —
Spa=
nier, Gg., Pfeddersheim, Art. 61, Abt. 4, Rekr.=Dep., P
Schäfer, Hrch., Butterſtadt, Inf. 115/1, B — Schäfer, Joh.,
Arheilgen, Inf. 115, M — Schmidt, Ludw.,
Frauenzim=
mern, Inf. 115, M — Schneider, Adam, Güdenroth, Inf.
60/10, D — Schweſinger, Albert, Reilnigen, Reſ.=Inf. 221,
M — Stroh, Karl, Walldorf, Reſ.=Inf. 118, M — Strunz,
Willy, Plauen, Reſ.=Inf. 33/4, I — Stumpf, Max, Unter=
Kochen, Ldw.=Inf. 124/7, I — Timaeus, Kurt, Hannover,
Inf. 65, M, geſtorben. — Vath, Moritz, Mainz, Inf. 116/1,
K — Winkler, Joh., Erbach i. O., Inf. 118, M —
Wag=
ner, Friedr., Ldw.=San.=Komp. 24, I. — Waldmann, Max,
München, Ldw.=Inf. 125/5, B Walter, Hrch.,
König=
ſtädten, Reſ.=Inf. 118, M1 — Weiß, Friedr., Kirchſchönbach,
Wcyerhäuſer, Karl, Inf
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Wetterbericht.
Die nordweſtliche Depreſſion hat ſich beträchtlich
ver=
tieft und dehnt ſich über Mitteleuropa nach Südoſten aus.
An ſeiner Südſeite haben wir bei ſüdweſtlichen Winden
trübes, regneriſches Wetter bei milden Temperaturen zu
erwarten.
Wetterausſichten für Freitag: Trüb, regneriſch,
mild, ſüdweſtliche Winde.
Tageskalender.
Freitag, 4. Dezember.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende gegen
10 Uhr (Ab. D): „Martha”
Vortrag von Pfarrer Werner um 8¼ Uhr im „
Kaiſer=
ſaal”
Handelskammerwahl für die Erwersgruppe
Groß=
handel von 10—12 Uhr Rheinſtraße 9.
Städtiſches Hallenſchwimmbad, Mühlſtraße
Nr. 33 (geöffnet an Werktagen von 8 Uhr vormittags
bis 8 Uhr abends, Samstags bis 8½ Uhr, Sonn= und
Feiertags von 8—12½ Uhr).
Familiennachrichten.
Bäcker-Innung Darmstadt
Todes=Anzeige.
Den werten Kollegen zur Kenntnis, daß
unſer langjähriges Mitglied, der Kollege
Martin Delp
aus dieſem Leben abberufen wurde.
Die Beerdigung findet Freitag, den 4. Dez.,
nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des
Beſſunger Friedhofs aus ſtatt.
Wir bitten, dem Dahingeſchiedenen die letzte
(22208
Ehre zu erweiſen.
Darmſtadt, den 3. Dezember 1914.
Der Vorſtand.
Todes=Anzeige.
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt infolge
einer Verwundung, die er in Nord=Frankreich
erhielt, unſer guter Sohn, Bruder und Schwager
deo Heyum
was wir hiermit ſchmerzerfüllt Verwandten,
Freunden und Bekannten mitteilen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Salomon Heyum.
Eberſtadt, 3. Dezember 1914.
Die Beerdigung findet ſtatt: Sonntag, 6.
De=
zember, nachm. 2 Uhr, vom Iſrael. Friedhof
Alsbach aus.
(22195
Infolge einer Verwundung erlitt in der
Blüte ſeiner Jahre den Tod fürs Vaterland
unſer langjähriger treuer Mitarbeiter und
Reiſender
Herr
Leo Heyum.
Der Gefallene war ein von uns
hoch=
geſchätzter, gewiſſenhafter, fleißiger Angeſtellter,
deſſen Wertſchätzung uns alle Veranlaſſung
gibt, ſein Andenken ſtets in Ehren zu halten.
Darmſtadt, den 3. Dezember 1914.
Plaut & Hohn.
22196)
Todes=Anzeige.
Infolge einer bei Sermaize erhaltenen
ſchweren Verwundung entſchlief am 17. Septbr.
im Lazarett zu Bordeaux unſer guter, braver
Sohn u. Bruder, mein innigſtgeliebter Bräutigam
Wiherm Mmley.
Um ſtille Teilnahme bitten:
Frau E. Luley Wwe.
Daniel Luley.
Margarete Blum.
Darmſtadt, 3. Dezember 1914.
Lauteſchlägerſtr. 42.
(*10699
Du ſtarbſt zu früh, Du mußteſt von uns geh’n,
Doch unſere Hoffnung iſt ein Wiederſeh’n.
Turngeſellſchaft
Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt nach
ſchwerer Verwundung unſer treues Mitglied
Wilhelm Luley.
Wir werden ihm ſtets ein treues
Andenken bewahren!
Der Vorſtand.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Gätten, unſeres
guten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters
Wilhelm Scholderer
ſowie für die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrers
Marx ſagt herzlichen Dank
(*10700
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Scholderer Ww., geb. Werkamm.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner
lieben Frau, unserer treubesorgten Mutter
Frau Marie Ehrhardt, geb. Keller
sprechen wir hiermit unseren tiefgefühlten Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Ehrhardt.
Darmstadt, den 4. Dezember 1914.
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Freitag, den 4. Dez. Vorabendgottesdienſt 4 Uhr
30 Min.
Samstag, den 5. Dez. Morgengottesdienſt 8 Uhr
45 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religionz=
geſellſchaft.
Samstag, den 5. Dez. Vorabend 4 Uhr. Morgens
8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbatausgang 5 Uhr
15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 6. Dez., an:
Morgens 7 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
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Met d fohn, Kantiate naren. (19014s
die neueſte Nummer der
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ochen=Chronik
monatlich 20 Pfennig
(einzelne Nummer 5 Pfennig)
iſt erſchienen. — Beſtellungen nehmen unſere Geſchäftsſtelle, unſere Trägerinnen, ſowie unſere Agenturen
und ſämtliche Poſtanſtalten entgegen, die letzteren unter der Bezeichnung Darmſtädter Tagblatt Ausgabe B.
Die neueſte Nummer enthält wiederum eine Anzahl
hochinter=
eſlanter Bilder vom weſtlichen und öſtlichen Kriegsſchauplatz.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 deutſcher Schäferhund, 1 Foxterrier, 1
Jagd=
hund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei
dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormit=
(22178
tags 10 Uhr, ſtatt.
Beleuchtung
von Einfahrten, Höfen, Treppen, Fluren uſw.
Wir weiſen wiederholt auf die den Eigentümern von
Grund=
ſtücken obliegende Verpflichtung hin, die Toreinfahrten, Höfe,
Hausflure, Gänge und Treppen, ſofern und ſolange ſie
jeder=
mann zugänglich ſind, während der Dunkelheit ſo ausreichend
zu beleuchten, daß für die daſelbſt verkehrenden Perſonen keine
Gefahr beſteht.
Dieſe Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern von
Fabriken, gewerblichen Anſtalten und Arbeitsſtätten, von
Ver=
gnügungs=, Verſammlungs= und Schankſtätten (den letzteren
ins=
beſondere auch hinſichtlich der Bedürfnisanſtalten) ob.
Pflichtwidrige Unterlaſſung der Beleuchtung begründet, falls
hierdurch jemand zu Schaden tommt, die Entſchädigungspflicht,
ſowie die ſtrafrechtliche Verantwortlichkeit.
Die Verpflichtung kann durch Vertrag auf Hausverwalter,
Mieter uſw. übertragen werden. Dies ſetzt jedoch die
überein=
ſtimmende Willenserklärung beider Parteien, des Vermieters und
des Mieters, voraus. Eine einſeitige Erklärung des Vermieters
(als ſolche iſt auch der ohne vorherige Verſtändigung mit dem Mieter
erfolgende Aushang einer „Hausordnung” zu zählen) kann die
oben=
genannte Verpflichtung für die Mieter nicht begründen.
um eine Einſchränkung des Verbrauchs
an Petroleum zu ermöglichen, wird dringend empfohlen,
die Häuſer und Einfahrten früher als ſonſt — etwa
ſchon um 8 Uhr — zu ſchließen. Sind die Einfahrten,
Höfe, Treppen, Flure ꝛc. dem allgemeinen Verkehr durch
Ab=
ſchließen unzugänglich gemacht, ſo entfällt auch die
Verpflich=
tung zur Beleuchtung.
Darmſtadt, den 2. Dezember 1914.
(22177fod
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Unter dem Pferde=Beſtand des Erſatz=Pferdedepots,
unter=
gebracht in der Reitbahn des Garde=Drag.=Regts. 23 (neben dem
Kaſino des Leib=Drag.=Regts. Nr. 24) iſt die Bruſtſeuche feſtgeſtellt
worden.
Darmſtadt, den 2. Dezember 1914.
(22198
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Standesamt I.
Der Sekretariatsvorſtand Oberſtadtſekretär Hahn iſt mit der
Wahrnehmung der Dienſtgeſchäfte des zum Heeresdienſt einberufenen
ſtellvertretenden Standesbeamten Grodhaus beauftragt und von
Großh. Amtsgericht I dahier als ſtellvertretender Standesbeamter
des Standesamtsbezirks Darmſtadt I eidlich verpflichtet worden.
Darmſtadt, den 1. Dezember 1914.
(22193fsi
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Große Mobiliarverſteigerung.
Nächſten Montag, den 7. Dezember cr.,
vormittags 9 Uhr beginnend, werden
Bismarck=
ſtraße 53, II. Stock, die aus dem Nachlaß des
Rentners P. Poth herrührenden Mobiliar= und
Haushaltungsgegenſtände, wie:
Betten, Nachttiſche, Waſchtiſche, Stühle, viereckige
Tſche, Teppiche, Vorlagen, Tiſchdecken,
Tiſch=
läufer ꝛc. ꝛc., u. a. 1 nußb. Büfett, 1
Kaſſen=
ſchrank, 1 nußb. Sekretär, Kleiderſchräuke,
Pfeiler=
ſchränke, Vertiko Spiegel, Bilder,
Bauerntiſch=
chen, Glas= und Nippſachen, Bettzeug, Weißzeug,
Kleider, Porzellan= und Glaswaren aller Art
verſteigert.
Die Gegenſtände können am Samstag
nachmit=
tag von 2—4 Uhr angeſehen werden.
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Elisabethenstr. 2 Hch. Hilsdorf
Telephon 314
Amtsgerichtstaxator.
1oss. Landesverel I. Totcheläscher ung-
Die Eröffnung des Krematoriums in Darmſtadt fand am
10. Oktober 1914 ſtatt. — Einäſcherungsgebühren: 60 Mk., für
Mit=
glieder des Heſſ. Landesvereins für Toten=Einäſcherung: 50 Mk.
Die Vereinsmitglieder erhalten unentgeltlich das Vereinsorgan
„Flamme‟ — Jahresbeitrag 3 Mk.
Letztwillige Verfügungen können bei dem Verein (Tägl.
An=
zeiger, Waldſtraße 28) hinterlegt werden; daſelbſt ſind Satzungen,
Formulare für letztwillige Verfügungen und Merkblätter zu erhalten.
Beitrittserklärungen zu richten an den Vorſitzenden: Dr. Heil,
(21858fff
Friedrichſtraße 21.
Paar Herr.-Has-1e uhe, Gr. 44,
1 wenig getr., bill. abzug. bei Gg.
Hannemann, Neckarſtr. 10, part.(
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Fst. Indlan Pekoe Nr. 3
Pfd. 3.60, ¼ Pfd. 90 Pfg.
Fst. Ceylon Orange Pekoe Nr. 4
Pfd. 4.— ½ Pfd. 140 Pfg.
Fst. Kintuck Congon Nr. 5
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Kolonialwarenhaus
Ecke Bleich-u. Kasinostr.
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In dem Konkursverfahren über
das Vermögen der Darmſtädter
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ind Mühlenbauanſtalt Geſ. m.
b. H. zu Darmſtadt, hat der neben
dem urſprünglich ernannten
Kon=
kursverwalter zu deſſen Vertretung
ernannte Verwalter Rechtsanwalt
Heyd in Darmſtadt das Amt
niedergelegt. Der Kaufmann
Lud=
wig Raab in Darmſtadt wird
zum Zwecke ſeiner Vertretung neben
ihm zum Konkursverwalter er=
(22185
nannt.
Darmſtadt, 1. Dezember 1914.
Großh. Amtsgericht I.
er übernimmt d. Fertigstellung v.
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Eine Geſchichte aus vergangener Zeit.
Von Ernſt Zahn.
(Nachdruck verboten.)
Der Einäugige höhnte: zu wem? Meine Mutter hat
mir von einem Herrgott erzählt, der allmächtig ſei und
irgendwo da oben in den Wolken wohne. Sie ſprach von
einem wundertätigen Weibe, der Gottesmutter, und wußte
von einem ganzen Heer von Heiligen zu berichten. Der
Alten lief dabei ein andächtiger Schauer nach dem andern
durch die Glieder. Aber all ihr Frommſein — was hat’s
ihr genützt? Sie iſt eines gräßlichen Todes geſtorben!
Und ihren Jungen haben die Heiligen auch nicht
gehal=
ten, als er ins Geklüft ſtürzte und ſich ſein menſchlich
Ge=
ſicht zu einer Fratze verſchnitt, ſo daß er ſein Leben lang
der Spott der Leute iſt!
Du frevelſt, ſagte der Mönch ſchwer.
Aber ein wütender Zorn überkam den Schmied. Er
hob den gewichtigen Hammer und ſchwang ihn ſpielend
in der Luft.
Schert es Euch, was ich rede! Ich hab Euch nicht
ge=
rufen! Zum Teufel mit Euerm Predigen! Ich haſſe Euer
glattes Geſicht, und Ihr könnt Euch hüten vor meinem
Neid!
Des Paters eiſerne Fauſt hatte ſich um das rußige
Handgelenk des Grollenden gelegt und zog den Arm mit
dem Hammer mit unwiderſtehlicher Kraft nieder. Seine
erherſcertruner Airſen er hterten
ſeltſamen Mann.
Dieſer ſagte laut und klingend:
Du haſt einen Teufel in Dir, Schmied, und er hat
eine unſelige Macht über Dich! Hüte Dich! Du wirſt der
böſe Geiſt der Talſchaft werden, wenn Du den
wahn=
ſinnigen Neid nicht verwindeſt, der an Dir frißt. Ich
habe Dich erkannt. Im Groll über das Ungemach, das
Dir zuſtieß, kannſt Du kein Glück mehr um Dich dulden
und gehſt auf Zerſtörung aus alles Guten und ſinnſt auf
Trüben alles Reinen! Hüte Dich, daß Du kein
ſchleichen=
des Raubtier wirſt, das zuletzt dem Meſſer des Jägers
verfällt!
Der Schmied knirſchte mit den Zähnen, als ſuche er
einer faſt übermächtigen Erregung Herr zu werden.
Müh=
ſam ziſchte er heraus:
Sie nennen Dich den Barmherzigen, Mönch! Aber Du
ſchmähſt nur und haſt kein Pflaſter für heimliche Qual!
Ein Schimmer durchſonnte des Paters Züge, daß ſie
wie heilig ſchienen.
Komme zu mir ins Hoſpiz, wenn Du guten Willens
biſt — nicht einmal nur — immer wieder! Ich will Dich
heilen!
Der Einäugige ſtarrte zu Boden. Etwas wie Wärme
kam ihm ins Herz. Aber die Regung verflog.
Ich bin nicht krank und begehre nicht geheilt zu
wer=
den, murrte er böſe.
So will ich warten, bis Du zu mir kommſt, ſagte der
Mönch ruhig. Und das Geſpräch ändernd, fuhr er fort:
Ich bin mit einem Auſtrag für Dich gekomment =
Du biſt der Talwaibel! Entbiete allen, die im Rat von
Urſern ſitzen, daß, wenn ſie meiner vor der Wahl des
Talvogts bedürfen, ich morgen mittag hier zu Hoſpental
im Hauſe der Rennerin derer warte, die zu mir kommen
wollen!
Es iſt gut, ſagte kurz der Schmied.
Sankt Gotthard mit Dir! Erinnere Dich meiner
Worte.
Pater Iſidor trat in die Lichtflut zurück, die wärmer
und voller denn vorher in den Steinpfad quoll. Dann
begann er langſam bergan zu ſteigen.
An den ſchwarzen Pfoſten ſeiner Tür gelehnt, ſtarrte
der Schmied ihm nach, das Auge mit der Rechten wider
die Sonne ſchattend. Ein leiſes Zittern lief durch ſeinen
muskelſtarken Leib. Alle Leidenſchaften tobten in ſeinem
Innern.
Hüte Dich, Pfaff, geiferte er in ſich hinein. Sein
Ge=
ſicht iſt wie ein glatter See, den kein Sturm kann wellen
machen! Wie die lebendige Ruhe geht er einher! — Hüte
Dich, Pfaff! Ich will Deine Ruhe ſtören! —
Sich zur Eſſe umwendend, faßte er mit krallenden
Finger ſeinen Hammer. Aber ohne zu arbeiten, fuhr er
fort in ſeinem Selbſtgeſpräch:
Bin ich ein Raubtier? — Feuer und Flammen! Da
innen brennt’s wie blutheiſchende Gier! Die Weiber der
Talſchaft kichern, wo ſie mich ſehen, die Männer höhnen
und ſpotten! — Krieg der Talſchaft! Ich bin Euer böſer
Geiſt, Mönchlein, ich bin es ſchon! Haha!
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Der Hammer fuhr auf und dann nieder auf ein
kal=
tes Hufeiſen, das auf der Eſſe lag. Es gab einen ſchrillen
Ton und zerſprang, und ein Mauerſtein flog aus dem
Herd, in Splitter geſchlagen.
Und wieder riß Peter die Werkſtattür auf und badete
den häßlichen wie in Fiebern glühenden Kopf in der
Morgenſonne.
Der Mönch war verſchwunden.
Eine Weile blieb es ſtill um die Schmiede.
Dann kamen aus dem Dorf herauf zwei Mäher
ge=
gangen, Felix, der Vogtsknecht, und eine dunkeläugige
Dirne, deren Geſicht im Rot der Jugend und der
Ver=
ſchämtheit ſtrahlte. Das dunkle Haar hing ihr in Zöpfen
über den Rücken. Die kräftige Geſtalt ſchritt aufrecht und
leicht und trug im Antlitz die Friſche und den Reiz des
leuchtenden Sommermorgens.
Faſt unacht, wo ſie gingen, zogen die zwei lachend
und ſcherzend und Blicke tauſchend. Nun kamen ſie an
der Schmiede vorüber und überſahen den Einäugigen, bis
ein häßliches Kichern ſie umſchauen ließ.
Was lachſt Du, Schmied? fragte der Knecht
herantre=
tend und unmutig.
Ueber Euch, erwiderte dieſer, den Mund im Spott
verzogen.
Und weswegen? brauſte Felix auf.
Weil mir ein Gedanke gekommen iſt!
So rede, was Du für luſtige Gedanken haſt!
Mir fiel nur ein, wie bald die Dirne da um einen
Gevatter wird ausgehen müſſen!
Giftiger Hund! Ich zahle Dir Deinen Spott.
Der Knecht ſtreifte die Kotzenärmel an ſeinen
ner=
vigen Armen hoch.
Komme nur, ſagte der Schmied, ein Meſſer aus dem
ſchmutzigen Hemde greifend.
Da trat die Dirne zwiſchen beide.
Keinen Streit! Männer! Komm weiter, Felix! Was
ſchert Dich der Scheele!
Und mit kräftigem Griff umfaßte ſie des Burſchen
Schulter und zog ihn, der nicht widerſtrebte, vom Hauſe
hinweg.
Es iſt Dir nicht geſchenkt, Schmied, rief der Knecht
im Fortgehen über die Achſel zurück.
Deinem Weibsbild auch nicht, brummte da Peter
fin=
ſter hinten ihnen her.
Der Scheele — ſoſo — Furger=Helmine, der Scheele!
ſprach er trocken und gehäſſig für ſich weiter, während er
im Hauſe verſchwand. Das Blut war in die Narben auf
ſeiner Stirn getreten.
4. Hausrecht.
Seit der Gräbt des Talvogts war eine Woche
ver=
gangen.
Die Furger=Vroni ruhte vom Beten und Nachtwachen
noch immer aus, ſintemal ihr ſeither keiner mehr zu Ge=
fallen geſorden war. Sie ſaßz vor ihrer Hülte, die an
Alter mit ihr ſelber wetteiferte, und ließ ſich die
Leder=
haut des Geſichtes und den dünnen, ſchneeweißen Scheitel
von der üppig ſpendenden Sonne überquellen. Mit
ſchläf=
rigen Augen blinzelte ſie über die Dächer Hoſpentals.
Die niedere Hütte, deren Bretterdach mit großen
Steinen beſchwert war, klebte zu oberſt an dem Hügel,
welcher der Reuß zur Seite aufragte, und lugte in all
ihrer Dürftigkeit herab auf den übrigen Häuſerhaufen.
Blauer Rauch ſtieg durch die Dachbalken in die heiße
glitzernde Luft. Das Herdfeuer war ſeit dem
Mittags=
mahl noch nicht erloſchen.
Aeh, gähnte die Alte auf dem Holzſtumpf, der ihr als
Sitz diente, und die ſchlaffen Lider deckten die
rotgerän=
derten Augen.
Aus der Hütte trat die Helmine, der Vroni
Urenkel=
kind. Sie hatte ſich am Herd zu ſchaffen gemacht und das
Geſicht glühte ihr. Sie löſte das Buſentuch, und ihr
Nacken ſchimmerte weiß, wo ſonſt das Tuch ihn deckte.
Die runden nackten Arme lagen läſſig am Rücken
ver=
ſchlungen. Aber ſie ſah aus, als hätte ſie Wichtiges zu
erzählen.
Geſegnete Ruhe, Aehne, ſagte ſie gedankenlos und
weckte die nickende Alte ſo jäh, daß dieſe, auffahrend,
bei=
nahe vom Holzſtumpf glitt.
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Für jede Rubrik ſind die in doppelter Ausfertigung
einzureichen=
den Koſtenrechnungen getrennt aufzuſtellen. Die bezüglichen
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ſcheine müſſen beigefügt werden.
Die nach dem obigen Termin einlaufenden Rechnungen können
erſt bei der nächſten Abrechnung Berückſichtigung finden.
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Darmſtadt, den 30. November 1914.
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