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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 326.
Donnerstag, den 26. November.
1914.
Der Krieg.
Der engliſchs belgiſche Neutralitätsbruch. — Von den Kriegsſchauplätzen. — Der türkiſche Krieg. — Franzöſiſche
Verwundete an ihren Kriegsminiſter. — Niederlage der Engländer in Oſtafrika. — Erfolge unſerer Verbündeten.
Portugal mobiliſiert.
Der engliſch=belgiſche
Neutraltstebrucht,
* Berlin, 24. Nov. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt
in einem längeren Artikel „Der Neutralitätsbruch
Belgiens”:
Die engliſche Regierung hat ſich darauf
be=
ſchränkt, unſere Enthüllungen aus den Archiven des
bel=
giſchen Kriegsminiſteriums über die engliſch=belgiſchen
miltäriſchen Abmachungen aus dem Jahre 1906 mit der
Erklärung zu beantworten, daß der an deren
Ausarbei=
tung beteiligte Generalmajor Grierſen geſtorben und
Oberſt Barnardiſton Ehef der engliſchen Truppen von
Kiautſchou ſei. Es ſei wohl möglich, daß eine
akademi=
ſche Diskuſion zwiſchen den beiden engliſchen Offizieren
und den belgiſchen militäriſchen Stellen darüber
ſtatt=
gefunden habe welche Hilfe das engliſche Heer in der
Lage ſein würde, Belgien zu leiſten, falls ſeine
Neutrali=
tät von einem ſeiner Nachbarn verletzt werden ſolle.
Die belgiſche Regierung hat erklärt, es ſei
nur natürlich, daß der engliſche Militärattaché in Brüſſel
während der Algeciraskriſis den Chef des belgiſchen
Ge=
neralſtabes nach den Maßnahmen gefragt habe, daß die
Verletzung der von England gewährleiſteten
Neutrali=
tät verhindert werden ſollte. Der Chef des Generalſtabes
Ducarme habe geantwortet, daß Belgien außerſtande ſei,
einen Angriff, von welcher Seite er auch komme,
abzu=
wehren. Die belgiſche Regierung knüpft hieran die
Be=
merkung: Hat die Unterhaltung die Grenze
überſchrit=
ten und hat Oberſt Barnardiſton den Kriegsplan
darge=
legt, den der britiſche Generalſtab einzuhalten wünſchte
für den Fall, wo dieſe Neutralität verletzt werden ſollte?
Wir bezweifeln es — Indem ſie die unverkürzte
Ver=
öffentlichung des in den belgiſchen Geheimakten
aufge=
ſundenen Materials fordert, verſichert die belgiſche
Regie=
rung ſeierlich, daß ſie niemals direſt oder indirett
aufge=
fordert worden ſei ſich im Falle eines deutſch=
franzöſi=
ſchen Krieges der Tripelentente anzuſchließen.
Wie die vorſtehend ſkizzierten Erklärungen erkennen
laſſen, hat die engliſche Regierung von vornherein darauf
verzichtet, die Feſtſtellungen der kaiſerlichen Regierung zu
beſtreiten. Sie hat ſich auf einnen Verſuch beſchränkt, ſie
zu beſchönigen. Sie mag ſich wohl geſagt haben, daß bei
der brückenden Fülle des vorhandenen Beweismaterials
eine Ableugnung der Tatſachen zwecklos und bedenklich
ſein würde. Die inzwiſchen erfolgte Aufdeckung
eines engliſch=belgiſchen
Nachrichten=
dienſtes und das Auffinden der von den amtlichen
engliſchen Stellen hergeſtellten Kriegskarten von Belgien
erweiſen erneut, eine wie eingehende milität
riſche Vorbereitung der engliſch=
belgi=
ſche Kriegsplan gegen Deutſchland erfahren
hatte.
Es folgt im Fakſimile der Wortlaut des im
Kon=
zept aufgefundenen Berichtes des
Gene=
rals Ducarme an den belgiſchen
Kriegs=
miniſter vom 10. April 1906, der der belgiſchen
Regie=
rung ſchwerlich unbekannt ſein kann, da der belgiſche
Ge=
ſandte in Verlin, Greindl, in einem Bericht vom 23.
De=
zember 1912 auf ſeinen Inhalt ausdrücklich Bezug
ge=
nommen hat. Sollte der belgiſchen Regierung aber die
Erinnerung daran geſchwunden ſein, ſo dürfte ihr
Zwei=
fel über die in den Unterhaltungen des Generals
Du=
carme mit dem Oberſtleutnant Barnadiſton behandelten
Themata durch nachſtehenden Wortlaut des Berichtes
be=
hoben werden, der in einem Umſchlag mit der Aufſchrift
Conventions anglo=belges” im Kriegsminiſterium
auf=
bewahrt wurde. Der Brief des Generals Ducarme lautet
in deutſcher Ueberſetzung: Bericht an den Herrn
Mini=
ſter über die vertraulichen Unterhaltungen.
Der Bericht enthält u. a. folgende Sätze:
Oberſtleut=
nant Barnardiſton machte mir Mitteilungen von
den Beſorgniſſen des Generalſtabs ſeines Landes
hinſicht=
lich der allgemeinen politiſchen Lage und wegen der
Mög=
lichkeit eines alsbaldigen Kriegsausbruchs. Eine
Truppen=
ſendung von im ganzen ca. 100 000 Mann ſei für den Fall
vorgeſehen, daß Belgien angegriffen würde. Die
Landung der engliſchen Truppen werde an
der franzöſiſchen Küſte ſtattfinden, in der Gegend von
Dünkirchen und Calais, und zwar würden die
Truppen=
bewegungen möglichſt beſchleunigt werden. Eine
Lan=
bung in Antwerpen würde viek mehr Zeit erfordern,
weil man größere Truppentransporte brauche und
ande=
rerſeits die Sicherheit weniger groß ſei. Nachdem man
über dieſen Punkt einig ſei, blieben noch einige
verſchie=
dene andere Fragen zu regeln, nämlich die
Eiſenbahn=
transporte und die Frage der Requiſition, die die
eng=
liſche Armee machen könnte und die Frage des
Oberbe=
ſehls der verbündeten Streitträfte. Er erkundigte ſich,
ob unſere Vorlehrungen genügten, um die Verteidigung
des Landes während der Ueberfahrt der Transporte der
engliſchen Truppen, eine Zeit, die er auf etwa zehn Tage
ſchätzte, ſicher zu ſtellen. Ich antwortete, daß die Plätze Namur
und Lüttich mit einem Handſtreich nicht zu nehmen ſeien
und unſere 100 000 Mann ſtarke Feldarmee in vier
Ta=
gen imſtande ſein würde, einzugreifen. In einer
folgen=
den Unterredung kam Barnardiſton auf die Frage der
Effektivſtärke unſerer Feldarmee zurück und beſtand
darauf, daß man keine Detachements nach Namur und
Luttich abzweigen ſollte, denn dieſe Plätze hätten
ge=
nügend Garniſonen. Er bat mich, meine Aufmerkſamkeit
auf die Notwendigkeit zu richten, der engliſchen Armee
zu geſtatten, an den Vergünſtigungen teilzunehmen, die
das Reglement über die Kriegsleiſtungen vorſehe.
End=
lich beſtand er auf der Frage des Oberbefehls.
Pei einer anderen Unterhaltung prüften der
Oberſt=
leutnant Barnardiſton und ich die kombinierten
Opera=
tionen für den Fall eines deutſchen Angriffes
auf Antwerpen und unter der Annahme eines
Durchmarſches durch unſer Land, um die franzöſiſchen
Ardennen zu erreichen. In dieſer Frage erklärte mir der
Oberſt ſein Einverſtändnis mit dem Plan, den ich ihm
vorlegte, und verſicherte mir die Zuſtimmung des
Gene=
rals Grierſon, des Chefs des engliſchen Generalſtabes.
Im Laufe der Unterhandlungen hatte ich Gelegenheit,
den engliſchen Militärattaché zu überzeugen, daß: wir
willens ſeien, ſoweit wie möglich die Bewegungen
des Feindes zu hemmen und uns nicht gleich von
Anfang an nach Antwerpen zu flüchten, Seinerſeits teilte
mr Barnardiſton mit, daß er zurzeit auf eine
Unter=
ſtützung oder Intervention Hollands wenig Hoffnung
ſetze. Zugleich teilte er mir mit, daß ſeine Regierung
beabſichtige, die engliſche Verpflegungsbaſis von der
franzöſiſchen Küſte nach Antwerpen zu verlegen, ſobald
die Nordſee von allen deutſchen Schiffen geſäubert ſei.
Gleichzeitig betonte er, daß für Belgien die gebieteriſche
Notwendigkeit vorliege, ſich dauernd darüber unterrichtet
zu halten, was in dem uns benachbarten Rheinkand
vor ſich gehe.
Dieſem Bericht des belgiſchen Generalſtabschefs iſt
folgende Notiz angehängt: Als ich den General
Grier=
fon während der Manöver des Jahres 1906 traf,
verſi=
cherte er mir, daß die Reorganiſation in der engliſchen
Armee einen Erfolg herbeiführen würde, und daß nicht
nur eine Landung von 150 000 Mann geſichert ſei, ſondern
daß hierdurch auch die Aktion des Heeres in einer
kür=
zeren Zeit gewährleiſtet würde, als in Vorſtehendem
an=
genommen nurde.
Auf dem Schriftſtück findet ſich noch der folgende
Randvermerk: „Lentrée des Anglais en Belgique ne
se serait qufaprés le violation de notre neutralité par
I'Allemagne.‟ Welche Bewandtnis es hiermit hatte,
er=
hellt aus einer im belgiſchen Miniſterium des Aeußern
aufgefundenen Aufzeichnung über eine Unterredung des
Nackkalgers des Oberſtleutnants Barnardiſton und des
engliſchen Militärattachés in Brüſſel. Oberſtleutnants
Bridges, mit dem belgiſchen Generalſtabschef. General
Jungbluth. Das Schriftſtück, das vom 23. April datiert
iſt, und vermutlich aus dem Jahre 1912 ſtammt, iſt von
der Hand des Grafen van der Straten, Direktors im
belgiſchen Miniſterium des Aeußern, mit dem Vermerk
„Confidentiell” verſehen und lautet in Ueberſetzung
fol=
gendarmaßen”
Vertraulich. Der engliſche Militärattaché hat den
Wunſch ausgeſprochen, den General Jungbluth zu
ſehen. Die Herren haben ſich am 23. April getroffen.
Der Oberſtleutnant hat dem General geſagt, daß
Eng=
land imſtande ſei, eine Armee auf den Kontingent zu
ſchicken, die aus 7 Diviſionen Infanterie und 8 Brigaden
bauaſſerie insbelamt 160 000 Mann beſtehe. England
habe außerdem alles Notwendige, um ſein Inſelreich zu
verteidigen. Alles ſei bereit. Die engliſche
Regie=
rung hätte während der letzten Ereigniſſe unmittelbar
eine Landung bei uns vorgenommen, ſelbſt wenn wir
keine Hilſe verlangt häten. Der General hat eingewandt,
daß dazu unſere Zuſtimmung notwendig ſei. Der
Mili=
tärattachs hat geantwortet. daß er dies wiſſe, aber da
wir nicht imſtande ſeien, die Deutſchen abzuhalten, durch
unſer Land zu marſchieren, ſo häte England ſeine
Trup=
pen in Belgien auf jeden Fall gelandet. Was
den Ort der Landung anbelangt, ſo hat ſich der
Militär=
attache darüber nicht deutlich ausgeſprochen. Er hat
ge=
ſagt, daß die Küſte ziemlich lang ſei. Aber der Gegner
weiß, daß Herr Bridges während der Oſterfeiertage von
Oſtende aus belgiſche Beſuche in Zeebrügge gemacht
habe. Der General hat hinzugefügt, daß wir
übri=
gens volkkommen in der Lage ſeien, die
Deutſchen zu hindern, durch Belgien zu
marſchieren.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung bemerkt hierzu:
Hier iſt es direkt ausgeſprochen, daß die engliſche
Regie=
rung die Abſicht hatte, im Falle eines deutſch=franzöſiſchen
Krieges ſofort mit ihren Truppen in Belgien
einzu=
rücken, alſo die belgiſche Neutralität zu verletzen und ge=
rade das zu tun, was ſie, als ihr Deutſchland in
berech=
tigter Notwehr zuvorkam, als Vorwand benutzt hat,
Deutſchland den Krieg zu erklären. Mit einem
bei=
ſpielloſen Zynismus hat ferner die engliſche
Regierung die Verletzung der belgiſchen Neutralität
durch Deutſchland dazu verwertet, um in der ganzen Welt
gegen uns Stimmung zu machen und ſich als den
Pro=
tektor der kleinen und ſchwachen Mächte
aufzu=
ſpielen. Was aber die belgiſche Regierung betrifft,
ſo wäre es ihre Pflicht geweſen, nicht nur mit der
größ=
ten Entſchiedenheit die engliſchen Inſinuationen
zurückzu=
weiſen, ſondern ſie mußte auch die übrigen
Signatar=
mächte des Londoner Protokolls von 1839, insbeſondere
aber die deutſche Regierung, auf die wiederholten
engli=
ſchen Verſuche hinweiſen, ſie zu einer Verletzung der
ihralsneutraler Machtobliegenden
Pflich=
ten zu verleiten. Die belgiſche Regierung hat das nicht
getan. Sie hat ſich zwar für berechtigt und verpflichtet
gehalten, gegen die ihr angeblich bekannte Abſicht eines
deutſchen Einmarſches in Belgien militäriſche
Abwehrmaßregeln im Einvernehmen mit, dem
engliſchen Generalſtab zu treffen; ſie hat aber niemals
auch nur den geringſten Verſuch gemacht, im
Einverneh=
men mit der deutſchen Regierung oder mit den
zuſtän=
digen militäriſchen Stellen in Deutſchland Vorkehrungen
auch gegen die Eventualität eines
franzöſiſch=
engliſchen Einmarſches in Belgien zu
tref=
fen, trotzdem ſie von den in dieſer Hinſicht beſtehenden
Abſichten der Ententemächte, wie das aufgefundene
Ma=
terial beweiſt, genau unterrichtet war. Die belgiſche
Regierung war ſomit von vornherein entſchloſſen, ſich den
Feinden Deutſchlands anzuſchließen und mit ihnen
ge=
meinſame Sache zu machen. Da es zu dem
Verleum=
dungsſyſtem unſerer Gegner gehört, unbequeme Tatſachen
einfach abzuleugnen, ſo hat die kaiſerliche Regierung die
vorſtehend erwähnten Schriftſtücke ſakſimiliert der
Oeffent=
lichkeit übergeben und zur Kenntnis der Regierungen der
neutralen Staten bringen laſſen
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 25. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Die engliſchen Schiffe wiederholten geſtern
ihre Unternehmungen gegen die Küſte nicht. Die Lage
auf dem weſtlichen Kriegsſchauplatz iſt
unver=
ändert. Bei Arras machten wir kleine Fortſchritte.
In Oſtpreußen wieſen unſere Truppen ſämtliche
ruſſiſchen Angriffe ab.
Die Gegenoffenſive der Ruſſen aus der Richtung
Warſchau iſt in der Gegend Lowicz=Strykow=
Brzeziny geſcheitert. Auch in der Gegend öſtlich
Ezen=
ſtochau brachen ſämtliche ruſſiſchen Angriffe
vor unſerer Front zuſammen.
Oberſte Heeresleitung.
* Amſterdam, 25. Nov. Der Telegraaf erfährt
aus Sluis über die Beſchießung Seebrügges
durchengliſche Schiffe: Es war am Montag, um
2 Uhr nachmittags, das Wetter war nebelig und die
Schiffe blieben 6 Kilometer von der Küſte entfernt; ſie
eröffneten ein heftiges Feuer zunächſt auf Seebrügge,
dann auf Heyſt. Vor Heyſt richteten ſie das Feuer auf
die in den Dünen aufgeſtellten Batterien, ferner auf die
Hotels, in denen die Deutſchen einquartiert ſind. Die
Kanonade war gewaltig. Die Engländer ſchoſſen in
Seebrügge beim Hafen ein großes Gebäude in Brand,
ferner das frühere Poſtamt und die Gebäude für das
Lot=
ſenweſen, nur weil es von den Deutſchen beſetzt war.
Andere Granaten trafen das Palaſthotel, die Fabrik von
Solvay und die Gasfabrik, wo der Bau einer Brücke
über den Seekanal gelegt wurde. In Heyſt wurden zwei
Villen und die Kirche beſchädigt. Die Deutſchen bezogen
ſofort ihre Laufgräben in den Dünen und beantworteten
das Feuer.
Seire 2.
Darmſtadter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Novemver 1914.
Nummer 326
Aus Ooſtburg wird gemeldet: Vormittags wurden
die Bewohner von Seeiſch in Flandern durch heftigen
Kanonendonner aufgeſchreckt, der alles in ſeinen
Grund=
feſten zu erſchüttern ſchien. In Cadzand konnte man
durch den Nebel hindurch Feuerſtrahlen von
Kanonen=
ſchüſſen von Kriegsſchiffen ſehen, die Seebrügge und die
Küſte beſchoſſen. Soweit durch den Nebel zu erkennen
war, ſtanden der Hafen und ein großes Gebäude in
Brand. Das Küſtengeſchütz, das eine Zeitlang auf die
Schüſſe der Schiffe geantwortet hatte, ſchwieg darauf.
Ob die Schiffsgeſchütze viel Schaden angerichtet haben,
ließ ſich bei der eintretenden Dunkelheit nicht feſtſtellen.
* Haag, 24. Nov. Die Londoner Daily Mail
mel=
det aus Dünkirchen: Etwas Neues ſcheint von den
Deutſchen geplant zu werden. Sie fahren ſchwere
Ar=
killerie zwiſchen Nieuport und Dixmuiden der
Küſte entlang auf und bei Oſtende verſammeln ſie
Mo=
torboote, die mit Maſchinengewehren ausgerüſtet ſind.
Dieſe können nicht für den Gebrauch am Kanal beſtimmt
ſein, da die Kanäle hohe Ufer haben. Alſo dürfte es
ſich um eine Landung zwiſchen Nieuport und Dixmuiden
handeln. Viel neue Kavallerie iſt aus Deutſchland
an=
getroffen. Auch Infanterie, Artillerie und Ingenieure,
faſt alles junge Soldaten, kommen noch ununterbrochen.
Es wird erwartet, daß an einem nebeligen Morgen der
Verſuch eines Yſer=Ueberganges unternommen wird,
zu=
mal die Deutſchen noch vier Brücken beherrſchen.
* Berlin, 25. Nov. Der Voſſ. Ztg. zufolge melder
der Berichterſtatter des Hamburger Korreſpondent, daß
der Generalgouverneur Freiherr von der Goltz, als
er jüngſt die Truppen im Schützengraben
auf=
ſuchte, und dabei über ein freies Feld gehen mußte, von
einer feindlichen Kugel getroffen und im Geſicht
verwun=
det wurde. Der Generalgouverneur erklärte, daß die
deut=
ſchen Truppen ſich einfach wundervoll geſchlagen und die
ungeheuren Strapazen mit Begeiſterung ertragen haben.
Es gehe gut vorwärts, auch an der Yſer. Die Feinde
kämpfen mit einem Mut der Verzweiflung, denn ſie
wüß=
ten, was davon abhänge, wenn wir an der Küſte ſeien.
Aber wir würden es ſchaffen. Zu dem Eingreifen der
Türken erklärte Freiherr von der Goltz, daß wie einen
fanatiſchen und zähen Bundesgenoſſen gewonnen hätten.
Die Türken würden der Welt beweiſen, daß der Ruhm
ihrer Tapferkeit ewig beſtehen bleibt.
* Baſel, 24. Nov. Vom öſtlichen
Kriegs=
ſchauplatz bringen die Baſeler Nachrichten eine
Mer=
dung des Petersburger Korreſpondenten des
Corriere della Sera, welche die Frage
behan=
delt, was der Vorſtoß des deutſchen Generalſtabs ſüdlich
von Plozk zu bedeuten habe. Die Meldung ſchließt: Die
Deutſchen rücken gegenwärtig noch gegen Lodz und nach
Oſten auf Warſchau vor. So halten Hindenburgs
Truppen zwiſchen der Weichſel und der Warthe einen
Kreisbogen beſetzt, welcher ſich über die Linie Lodz—
Skiernewice wölbt. Aus dieſen Angaben des italieniſchen
Korreſpondenten ergibt ſich, wie die Baſeler Nachrichten
urteilen, daß es den Deutſchen gelungen iſt, einen Teil
der ruſſiſchen Armee von Warſchau und Nowogeorgijewsk
zu trennen und daß Hindenburg mit dem freien
Weich=
ſelſtrom im Rücken ſüdoſtwärts marſchiert. „Südlich von
Plozk” bedeutet alſo, daß der Plan Hindenburgs in der
letzten Phaſe der Ausführung begriffen iſt.
* Wien, 24. Nov. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird gemeldet: Bei den jetzt im Zuge befindlichen
Kämpfen in Ruſſiſch=Polen hat ſich die Wir=
kung der ſchweren Artillerie auf das glänzendſte gezeigt.
Die vielen Gefangenen ſagen aus, daß die Wirkung des
ſchweren Feuers entſetzlich und erſchütternd war. Die
einfallenden ſchweren Bomben trieben die Ruſſen wie
aus Fuchslöchern nach allen Richtungen hinaus. Es kann
ohne weiteres geſagt werden, daß der ſchweren
Angriffs=
artillerie ein weſentlicher Anteil an dem Erfolg zukam.
Der türkiſche Krieg.
* Rom, 24. Nov. Meldung der Agenzia Stefani.
Die osmaniſche Regierung hat ſofort bei Beginn
ihrer Teilnahme an dem Kriege der italieniſchen
Regie=
rung die Erklärung abgegeben, ſie verpflichte ſich, die
freie Schiffahrt im Suez=Kanal nicht zu
verletzen.
* Konſtantinopel, 24. Nov. Tanin zufolge
können die Engländer den Suezkanal nur ſchwer
verteidigen und treffen fieberhafte
Verteidigungs=
maßnahmen; ſie ließen aus England Panzertürme
kom=
men. Sie ſtellten vor dem Kanal mehrere Kriegsſchiffe
auf und errichteten vor dem Kanal Verſchanzungen aus
Eiſenbahnwagen, Sandſäcken und Stacheldraht.
* Konſtantinopel, 25. Nov. Taskir=i=Efkiar
er=
fährt von ſeinem Berichterſtatter in Muſeh, daß
kur=
diſche Kavallerie die Ruſſen angriff, die über
Dutak ſüdlich von Karakiliſſa am Murad=Fluß vorrücken
wollten. Die Kurden zwangen die Ruſſen zu eiliger
Flucht und erbeuteten einige Kanonen und ein
Maſchinen=
gewehr.
* Konſtantinopel, 24. Nov. England macht
in Perſien verzweifelte Anſtrengungen, um zwecks
politiſcher Ausbeutung eine Spaltung zwiſchen
Sun=
niten und Schiiten herbeizuführen. Da die führenden
Häupter beider Richtungen jedoch entſchieden für den
Iſlam eintreten, ſind derartige Intrigen ausſichtslos.
Die Sunniten und Schiiten ſind völlig einig im Heiligen
Krieg.
Der Kaiſer bei den Württembergern.
* Stuttgart, 25. Nov. Ein vom
Stellvertreten=
den Generalkommandos des 13. Armeekorps zur
Veröf=
fentlichung genehmigter Feldpoſtbrief im Neuen Tagblatt
bringt nähere Einzelheiten über den bereits gemeldeten
Beſuch des deutſchen Kaiſers bei den
würt=
tembergiſchen Truppen am 20. November. Der
Kaiſer, begleitet vom Kronprinzen, beſuchte am 20.
No=
vember die württembergiſchen Truppen. Bei dem erſten
Truppenteil, den der Kaiſer antraf, hielt er etwa folgende
Anſprache: Ich gratuliere Ihnen zu Ihren
Auszeichnun=
gen und freue mich, daß Sie ſo reich geſchmückt ſind.
Sie haben ſchöne Erfolge gehabt. Fahren Sie ſo fort.
Nicht nur hier, ſondern auch bei allen anderen Armeen
haben die Pioniere Großes geleiſtet. Ich habe ſchon im
Frieden viel von dieſer Waffe gehalten und für dieſe
ge=
tan. Ohne die Pioniere geht es überhaupt nicht mehr
vorwärts. Ich gratuliere Ihnen. — Sodann begab ſich
der Kaiſer in das Lager eines württembergiſchen
Gre=
nadierregiments und hielt auch dort eine kurze Anſprache,
in der er etwa folgendes ausführte: Ich freue mich, Euch
Schwaben geſehen zu haben. Ich kenne Euch als tapferen
Volksſtamm. Ihr habt Euch Eurer Väter würdig gezeigt
und ſchöne Erfolge erreicht, trotz großer Verluſte. Es
geht jetzt langſam voran, aber ſicher. Vor kurzem habe
ich die Freude gehabt, Euren Landesherrn, S. M. den
König zu ſprechen. Seiner wollen wir heute gedenken
und rufen: S. M. König Wilhelm II. hurra, hurra,
hurra!
Eindrücke von der Front.
* Auf dem Vaterländiſchen Familienabend des
Ver=
eins der Fortſchrittlichen Volkspartei in Karlsruhe
be=
richtete der Reichstagsabgeordnete Dr. Ludwig Haas
(Karlsruhe), der als Offizier=Stellvertreter im Felde ſteht
und zur Teilnahme an den Verhandlungen des
Reichs=
tages beurlaubt iſt, über ſeine Eindrücke von der
Front.
Schon im Sennelager, ſagte er nach der Frankf. Ztg.
u. a., habe er Gelegenheit gehabt, den Unterſchied zwiſchen
den franzöſiſchen und engliſchen Soldaten kennen zu ler;
nen. Den franzöſiſchen Soldaten ſehe man die Soldaten
der allgemeinen Wehrpflicht an, den engliſchen die
Söld=
ner, die ſich nicht aus den beſten Kreiſen der engliſchen
Geſellſchaft rekrutiern. Damit ſolle nicht geſagt ſein, daß
der Engländer ein ſchlechter Soldat ſei, im Gegenteil, die
Engländer ſchießen ſehr gut und das Zuſammenwirken
von Infanterie und Artillerie ſei bei den Engländern
ebenſo wie bei den Franzoſen ausgezeichnet. Die
Bil=
der der Verwüſtung und Zerſtöxung und die
verlaſſenen Dörfer und Städte, die man im Feindesland
ſieht, ſollte man jedem Deutſchen vor Augen
führen können, dann erſt würden die
Daheimgeblie=
benen fühlen, wie dankbar ſie ſein müſſen, daß
dieſer furchtbare Krieg außerhalb ihrer
Landesgrenzen geführt werde. Das deutſche
Volk habe keine Veranlaſſung, ungeduldig zu werden,
wenn nicht an jedem Tage ein Sieg gemeldet werde. Was
er draußen geſehen habe, beſtärke ihn in der Ueberzeugung,
Deutſche Kriegsbriefe.
Von Paul Schweder.
(Nachdruck verboten.)
XXx
Beidem Fürſten Albert von Monacozu Gaſt.
Großes Hauptquartier, 20. Nov.
(Die verödete Cote d’Azur. — Croupiers im Waffenrock.
— Eine Idylle in Feindesland. — Der Geldfürſt im
Bour=
bonenſchloß. — Koſtbare Bibliothekſchätze. — Die
Auto=
grammwände im Chateau Marchais. — Der rote Salon.
— 500000 Francs Kriegsentſchädigung. — „Mon ami
Guillaume!” — Die unterirdiſchen Gänge von La Bove.
— Der moderne Ariadnefaden. — Die Geheimniſſe
von Siſſonne.)
An den beiden Rivieren drunten am blauen
Mittel=
meer iſt es in dieſem Jahre ſtill und leer. Sonſt zogen
um dieſe Zeit der erſten nordiſchen Wintertage die
Er=
holungs= und Vergnügungsſuchenden in Scharen Italiens
und Südfrankreichs ſonnigen Küſten entgegen und an der
Cote d’Azur, beſonders aber im lebensluſtigen Monte=
Carlo, dem
Spielerkönigreiche
des Fürſten Albert von Monaco, herrſchte um dieſe
Jah=
reszeit eitel Luſt und Wonne. Leider waren es in den
letzten Jahren zu vier Fünfteln Deutſche, die ihr ſauer
verdientes Geld in das Miniaturfürſtentum hinunter
tru=
gen und dadurch auch einen, wenn auch nur ganz
neben=
ſächlichen, Gegner Deutſchlands in dieſem Weltkriege
unter=
ſtützen halfen.
Denn auch Fürſt Albert hat uns als guter Freund
des vor ſeinen Toren liegenden Frankreichs „den Krieg
er=
klärt” und ſchon am nächſten Tage wurden die bis dahin
gern geſehenen Deutſchen durch die über Nacht in Uniform
geſteckten Croupiers der allerfürſtlichſten Spielhölle über
die Grenze geſchafft. Auch die zahlreichen deutſchen
Hotel=
angeſtellten in Monte und Condamine, die
Empfangs=
chefs, Ober= und Zimmerkellner, ja ſogar die Kammer=,
Zimmer= und Küchenmädchen deutſcher Herkunft mußten
ins neutrale Italien hinüber und mit einem Schlage war
das Paradies an der Cote d’Azur verödet.
Die Spielſäle, in denen wegen Mangel an Gäſten das
Trente et Quarante, das Rouge et Noir und andere ſchöne
Unterhaltungsſpiele nicht mehr geſpielt werden konnten,
ſchloſſen ſchon wenige Stunden nach der Kriegserklärung
ihre Pforten, und die Croupiers, die ſonſt mit nachläſſiger
Grazie in Frack und weißer Binde ihr „Faites votre jeu,
Meſſieurs!” in die parfümg=chwrängerten Säle hineinrie=
ſen, ſind jetzt rauhe Krieger geworden und rufen höchſtens
noch: „Qui vive?” wenn ſich ein unwiſſender Fremdling
den unheiligen Hallen auf der weißen Höhe am blauen
Mittelmeerſtrand nähert. Fürſt Albert aber hat nun Zeit,
den großen Selbſtmörderfriedhof Monacos mit friſchen
Blumen zu ſchmücken und ſeinen zahlreichen Beſitzungen
im Fürſtentum ſelbſt und im benachbarten Frankreich
Be=
ſuche abzuſtatten. Nur eine wird er ausnehmen müſſen,
das iſt das ſchöne Chateau Marchais, heute eine
Idylle in Feindesland, die wir vorläufig annektiert haben.
Im Jahre 1542 erbaute der damalige Kardinal von
Lothringen auf der beherrſchenden Anhöhe von Marchais,
etwa 20 Kilometer in nordöſtlicher Richtung von dem in
den letzten Tagen heißumſtrittenen Laon entfernt, ein
Schlößchen, von dem aus er in kürzeſter Zeit den noch
heute in ganz Frankreich hochberühmten Wallfahrtsort
Notre Dame de Lieſſe erreichen konnte, der im 15. und 16.
Jahrhundert auch die Wallfahrtskirche der franzöſiſchen
Könige war. 1715 ging dann der ſtets ausgebaute und
verſchönerte Bau, zu dem auch ein herrlicher Park gehört,
in den Beſitz der Grimaldis über, und mit Hilfe des
Spiel=
pächters Blanc wurde dann unter dem Fürſten Albert
das Schlößchen ein wahres Muſeum
und mit Kunſt=, Bücher= und anderen Schätzen faſt bis
unter das Dach angefüllt. Wie koſtbar auch dem Fürſten
ſelbſt dieſer nordfranzöſiſche Beſitz bisher geweſen iſt,
er=
hellt u. a. daraus, daß kein profanes Auge jemals in die
Geheimniſſe dieſes herrlichen Beſitztums hineingeſehen hat,
ſo daß wir Kriegsberichterſtatter die erſten Ziviliſten
waren, die es nach der Beſitzergreifung durch die Unſeren
beſichtigen konnten. Auch mit den Bewohnern des
an=
ſchließenden Ortes Marchais hatte ſich der Fürſt für alle
Fälle verſtändigt und ihnen über eine Million Francs
ge=
boten für die Schonung ſeines Eigentums ſeitens der
Franktireurs, vor denen er alſo auch einen ganz heilſamen
Reſpekt zu haben ſcheint.
Was die deutſchen „Barbaren” anlangt, ſo hat der
Fürſt vor ihnen lange nicht ſo gezittert, wie vor ſeinen
Adoptivlandsleuten Er mußte ja auch auf Grund ſeiner
vielfachen Beziehungen zu deutſchen Gelehrten und
Künſt=
lein ſich ſagen, daß wir ſolche unerſetzlichen Werte, wie ſie
das Chateau Marchais beherbergt, niemals ohne Not
zer=
ſtören oder auch nur berauben würden, wie es die braven
Engländer z. B. in dieſem Kriege in den Schlöſſern und
Beſitzungen ihrer Verbündeten in Nordfrankreich ſchon zu
wiederholten Malen getan haben.
Es war daher ein törichter Streich des fürſtlichen
Schloßverwalters, die koſtbaren, von unſeren Kunſtſachver=
ſtändigen auf über eine Million geſchätzten altfranzöſiſchen
Gobelins im Treppenhauſe und die nicht minder koſtbaren
Gobelinüberzüge der Seſſel und Stühle im Schloſſe beim
Anrücken der Deutſchen eiligſt im Schloßpark zu vergraben.
Denn ſie ſind dadurch nicht ſchöner geworden, und ſo dumm
ſind wir denn auch nicht, daß wir nicht vorher ein
ungefäh=
res Inventar des koſtbaren Beſitztums in Händen hatten:
Danach iſt denn auch eine genaue Zuſammenſtellung der
Kunſtſchätze des Chateau Marchais möglich geweſen, und
wir wiſſen heute, daß neben mehreren Watteaus, einem
Rubens und vielen anderen wertvollen Gemälden das
Schloß auch die wundervollen Gobelins, eine Bibliother
mit Originalhandſchriften des Chriſtoph Columbus, eine
der ſchönſten und ſeltenſten Autographenſammlungen der
Welt und dazu ein ornithologiſches Muſeum beſitzt, das
durch die Vorliebe ſeines fürſtlichen Beſitzers für
ozeand=
graphiſche und antarktiſche Forſchungen zugleich eine der
vollkommenſten Sammlungen auf dieſem Gebiete darſtellt.
Seltſamerweiſe iſt auf den Ausbau des Schlößchens
im Innern wenig Wert gelegt worden, und man hat nur
die Erklärung dafür, daß der ſonſt an ſo viel Glanz und
Prunk gewohnte Fürſt hier in der Einſamkeit des
nord=
franzöſiſchen Hügellandes keine großen Empfänge liebte,
vielmehr ſeinen Studien und Betrachtungen leben wollte:
So fehlt trotz des reizenden und maleriſchen Schloßhofes
jede Eingangshalle, weshalb man nach dem Betreten
eines ſchmalen Korridors ſofort unmittelbar vor dem
Bibliothekzimmer des Fürſten ſteht. An einem der
Mittel=
fenſter hängt eine Glasmalerei, den Vater des Fürſten
darſtellend. Prächtig iſt die holzgeſchnitzte Decke des
Zim=
mers und die lange Reihe der mächtigen, ebenfalls ſchön
geſchnitzten eichenen Bibliothekſchränke.
Geradezu impoſant aber wirkt der große, mit
mehre=
ren Gemälden bourboniſcher Könige geſchmückte
Speiſe=
ſaal, die in irgend einer Beziehung zu den Grimaldis
ge=
ſtanden haben. Wertvolle Ledertapeten bedecken die
Wände und auch hier iſt die Decke ein Meiſterſtück der
Holzſchneidekunſt. Das Entzücken eines jeden Jägers
bildet das daranſtoßende Jagdzimmer des Fürſten, in
dem er einſt Nanſen nach ſeiner Heimkehr von der
gro=
ßen Polarfahrt empfing und durch deſſen Erzählungen
zur kräftigſten Unterſtützung der antarktiſchen
Forſchun=
gen angeregt wurde. Ein mächtiger Ebenholzſchrank
mit eingelegten ſeltenen Hölzern und vielen
Geheim=
fächern iſt das Prachtſtück dieſes Raumes.
Beſondere Sorgfalt iſt natürlich auch dem
Spielzim=
mer des Schloſſes zugewendet worden. Auch hier iſt die
holzgeſchnitzte Decke wundervoll, und hier hängt einer der
ſchönſten Watteaus der koſtbaren fürſtlichen Gemälde=
Nummer 326.
Darmſtätder Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
Seite 3.
die er von Anſang au hell, daß eine Arme wie die
deutſche überhaupt nicht überwunden werden könne. Das
deutſche Volk könne volles Vertrauen häben zu
ſeinem Heer und zu deſſen Leitung. Es herrſche bei allen
draußen der feſte entſchloſſene Wille zu ſiegen, keine
Hurra=
ſtimmung, aber tüchtiger Ernſt. Keiner komme heim in
der Stimmung des friſch=fröhlichen Krieges, deswegen
glaube er, daß dieſer Krieg unendlich viele Friedensfreunde
ſchaffen werde. Für die draußen kämpfenden Soldaten
könne gar nicht genug getan werden. Das ſollten ſich
be=
ſonders die reichen Leute merken, die vielfachen Millionäre,
die bis jetzt nicht immer ihre Pflicht getan hätten. Sie
könnten ruhig zehn Prozeut ihres Vermögens opfern,
denn wenn der Feind ins Land gekommen wäre, ſo wären
vielleicht 80 Prozent aller Vermögen verloren geweſen.
Das Ziel dieſes Krieges ſei ein Friede bis in alle Zukunft
hinein, und dieſen Frieden werden wir nach des Redners
draußen an der Front gewonnener Ueberzeugung uns
er=
kämpfen
Der Krieg zur See.
* Kopenhagen, 24. Nov. Vor dem
Seehan=
delsgericht fand heute vormittag das Verhör über
den Zuſammenſtoß zwiſchen dem däniſchen
Dampfer „Anglo Dane” und dem deutſchen
Tonpedoboot ſtatt. Der Kapitän des Dampfers
ſchilderte den Zuſammenſtoß. Der Kapitän befand ſich
im Augenblick des Zuſammenſtoßes auf der Brücke und
gab ſofort Befehl mit Vollkraft rückwärts zu fahren. Das
geſchah, bis der Dampfer vom Torpedoboot freikam. Da
dieſes zwölf waſſerdichte Schotten hatte, ſo hatte das
Ma=
nöper des Dampfers keine verhängnisvollen Folgen.
Das Torpedoboot hielt ſich nach dem Zuſammenſtoß zwei
bis drei Stunden über Waſſer. Eine halbe Stunde vor
dem Unglück hatte der Kapitän ſich überzeugt, daß die
Laternen klar brannten, was auch nach dem
Zuſammen=
ſtoß feſtgeſtellt wurde. Es war keine Zeit, Signale zu
geben. Vom Torpedoboot wurde vor der Kataſtrophe
weder gerufen noch wurden Pfeifenſignale gegeben. Erſt
nach der Kataſtrophe wurde vom Torpedoboot gerufen:
Kommet zu Hilfe, ſetzet Boote aus! Die Beſatzung des
„Anglo Dane” beſtätigte die Erklärungen des Kapitäns.
Das Verhör wurde damit geſchloſſen.
Beſchaffung von Lebensmitteln für Belgien.
* Berlin, 24. Nov. Nach Angabe engliſcher
Blät=
ter ſoll man ſich in Amerika über eine Aushungerung
Belgiens durch die Deutſchen und eine Ablehnung der
ame=
rikaniſchen Hilfe zur Beſchaffung von
Lebensmit=
teln für Belgien entrüſten. Deutſcherſeits wird
eine ausführliche Aufklärung der Angelegenheit gegeben.
Es verlohnt ſich nicht, alle engliſchen Lügen und
Ver=
dächtigungen zu widerlegen. Es heißt in dieſer Mitteilung
von deutſcher Seite:
Gegenwärtig iſt die Organiſation in weiten Teilen
des Landes im Ausbau begriffen. Um den Bedarf der
Zivilbevölkerung auch ſchon bis zu dem Zeitpunkt
ſicher=
zuſtellen, an dem eine genügende Menge Brotfrucht
her=
beigeführt iſt, was bei dem Transport von Amerika nicht
vor drei Wochen möglich iſt, hat ſich die Armee=
Inten=
dantur des Generalgouvernements bereit erklärt, den
einzelnen Gemeinden kleinere Mengen Mehl im Falle
dringenden Bedürfniſſes gegen demnächſtige
Zurückerſtat=
tung in natura durch das Komitee Centrale de Secours
et dAlimentation vorzuſchießen, ſo daß die
Lebensmit=
telfrage auch in abſehbarer Zeit zu ernſten Sorgen keinen
Anlaß gibt. Zufolge dieſes dankenswerten
Zuſammen=
wirkens aller beteiligten Kreiſe kann die Frage der
Ver=
ſorgung Belgiens mit Lebensmitteln nicht mehr als
be=
drohlich angeſehen werden, wenn auch die Kaiſerliche
Regierung angeſichts der feindlichen Bemühungen,
Deutſchland von ſeiner Zufuhr nach Möglichkeit
abzu=
ſchneiden, es nach wie vor ablehnen muß, die eigenen
Vor=
räte um der belgiſchen Bevölkerung willen in
nennens=
wertem Maße zu ſchmälern. Hiernach entbehren die
An=
griffe einiger Organe der ausländiſchen Preſſe jeder
Be=
gründung.
Franzöſiſche Verwundete an ihren
Kriegs=
miniſter.
* Während der letzten Wochen ſind zahlreiche Fälle
bekannt geworden, in denen franzöſiſche Inſaſſen
deut=
ſcher Kriegslazarette und Konzentrationslager in Briefen
nach der Heimat die gute Behandlung und Pflege
rüh=
men, die ihnen in Deutſchland zuteil wird. Neu aber,
und ganz beſonderer Beachtung wert, dürfte ein uns in
photographiſcher Wiedergabe vorliegendes Schreiben
ſein, das von den 178 mit Namen= und
Regimentsnum=
mer unterzeichneten franzöſiſchen Verwundeten des
Kriegslazaretts zu Münſter i. W. an den franzöſiſchen
Kriegsminiſter gerichtet worden iſt. In dieſem
Schrei=
ben, das wir nachſtehend wiedergeben, bitten die in
Münſter internierten franzöſiſchen Patienten den Herrn
Miniſter im Hinblick auf die ihnen in der deutſchen
Ge=
fangenſchaft gewordene aufopfernde Pflege, auch in
Frankreich dafür zu ſorgen, daß die zu ihrer Kenntnis
gelangten Mißhandlungen und Beſchimpfungen deutſcher
Gefangener und Verwundeter unterbleiben. Der Brief
lautet:
Münſter i. W., den 26. Oktober 1914.
An
den Herrn Kriegsminiſter
zu Paris.
Herr Miniſter!
Wir, die Unterzeichneten, franzöſiſche Verwundete
und Kriegsgefangene, die wir im Reſervelazarett „
Berg=
kaſerne” zu Münſter in Weſtfalen liegen, ſind ſehr
pein=
lich durch einen von dem Dr. Birrenbach gezeichneten, in
der deutſchen Zeitung „Münſteriſcher Anzeiger”
veröffent=
lichten Bericht überraſcht worden. Dieſer Militärarzt,
der ſoeben nach Münſter zurückgekehrt iſt, nachdem er in
Noiſy le Sec, Melun und Lyon als Kriegsgefangener
zu=
rückgehalten worden war, erklärt, geſehen zu haben, wie
die deutſchen Kriegsgefangenen durch die Unſeren
ge=
mißhandelt werden und er verſichert glaubwürdig, daß
auch er ſelbſt in Lyon Gegenſtand der gemeinſten
Schmä=
hungen geworden iſt. Dieſe Tatſachen haben tiefe
Er=
regungen bei dem ärztlichen Perſonal hervorgerufen, das
mit einer Aufopferung und einem Eifer in
verſchwende=
riſcher Weiſe für uns ſorgt, der des höchſten Lobes
würdig iſt. Auch die Bevölkerung hat ſich bis zum
ge=
genwärtigen Augenblick äußerſt ſympathiſch uns
gegen=
über gezeigt. Wir wollen hoffen, Herr Miniſter, daß die
Vorkommniſſe nur vereinzelt vorgekommen ſind und wir
ſind überzeugt, daß es Ihnen leicht fallen wird, dafür
zu ſorgen, daß die verwundeten und gefangenen
Deut=
ſchen mit Menſchlichkeit behandelt werden. Wenn es ſich
richt ſo verhielte, würden wir nicht ſo ſehr darum gebeten
haben, jenen das Wohlwollen der Vergünſtigung der
vorzüglichen Behandlung zu gewähren, deren wir uns
hier erfreuen. In der Höffnung, daß Sie ſich unſerer
Bitte im günſtigen Sinne annehmen werden, empfangen
Sie, Herr Miniſter, mit unſerem Dank im votaus, die
Verſicherung unſerer größten Achtung.
Die Invaſionsgefahr und das engliſche
Unterhaus.
* London, 25. Nov. (Ctr. Fkfrt.) Im engliſchen
Unterhaus hat am Montag der Abgeordnete
Wedgewood, der in der Khaki=Uniform erſchienen war,
die Regierung aufgefordert, die bürgerliche Bevölkerung
darüber aufzuklären, wie ſie ſich bei einem eventuellen
deutſchen Einfall zu verhalten habe. Wenn auch
die Möglichkeit eines Einfalles ſehr gering ſei, ſo müſſe
man dennoch dieſe Angelegenheit ins Auge faſſen. Er
war der Meinung, daß man es nicht zulaſſen dürfe, daß
die Deutſchen über die Engländer hinwegſchritten, ſondern
daß die Bürger zu kämpfen hätten. Jeder Mann und
jede Frau müßten kämpfen, wenn die Deutſchen nach
England kämen, und die Regierung müßte die
Bevöl=
kerung darüber in Kenntnis ſetzen, daß ſie ſich in keinerlei
Hinſicht den Eindringlingen unterwerfen dürften. Die
Regierung antworteie darauf daß an ſenen Mätzen,
die einem Einfall eventuell bloßſtänden, Ausſchüſſe
gebildet ſeien, deren Inſtruktionen jedoch nicht in der
Oef=
fentlichkeit beſprochen werden könnten. Heer und Flotte
würden aber, wie gehofft werden könne, imſtande ſein,
den Feind an jeder Landung zu verhindern, und, wenn
er gelandet wäre, ihn ſo raſch wie möglich in das Meer
zu treiben.
Die Dum=Dum=Geſchoſſe.
* Rom, 24. Nov. Zu der niederträchtigen
Verdäch=
tigung Lord Kitcheners, der die Deutſchen des
Ge=
brauchs von Dum=Dum=Geſchoſſen bezichtigt,
ſchreibt der Popolo Romano: Zum erſten Male ſprach
man von ſolchen hinterliſtigen Waffen im Burenkrieg.
General Botha ſelbſt war es, das jetzige Haupt der
Regie=
rung, der England wegen der Verwendung von Dum=
Dum=Geſchoſſen und wegen der berüchtigten
Konzentra=
tionslager anklagte. Merkwürdig, daß der
Befehls=
haber und Generalſtabschef der engliſchen Truppen jener
Tage gerade Lord Kitchener, der jetzige populäre
Kriegsminiſter, geweſen iſt. Wie man alſo ſehe, ſeien
jene heimtückiſchen mörderiſchen Waffen keine deutſche
Erfindung.
Niederlage der Engländer in Oſtafrika.
* Haag, 25. Nov. Der engliſche Geſandte teilt mit:
Aus den letzten Berichten aus Deutſch=Oſtafrika
geht hervor, daß der britiſchen Truppenmacht in Britiſch=
Oſtafrika gemeldet wurde, eine wichtige Eiſenbahnſtation
ſei nur ſchwach beſetzt. Sie wurde dorthin geſchickt, um
die Station zu erobern. Engliſche Truppen landeten am
2. November und rückten ſofort gegen die feindliche
Stel=
lung vor. Es ſtellte ſich aber heraus, daß dieſe ſehr ſtark
war. Es gelang zwar den engliſchen Truppen, die Stadt
zu erreichen, ſie mußten ſich jedoch zurückziehen; ihre
Verluſte betrugen jedoch 800 Mann.
Aus Perſien.
* Wien, 25. Nov. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Konſtantinopel: Die Stämme der Schachzewennen
haben Täbris beſetzt.
Engliſche Territorials für Indien.
* (Ctr. Bln.) Zu der Nachricht der Morning Poſt,
daß 9 Bataillone engliſcher
Territorialinfan=
terie und 11 Batterien in Bombay eingetroffen
ſind, bemerkt der militäriſche Mitarbeiter des Berl. Lok.=
Anz.: Dieſe Nachricht iſt von größter Bedeutung. Sie
beweiſt zunächſt, daß man an eine Entblößung Indiens
von europäiſchen Truppen nicht mehr denkt und daß man
auch von dem Verzweiflungsmittel, den Japanern die
Aufrechterhaltung der Ruhe in Indien anzuvertrauen,
Abſtand genommen hat. Daß aus dieſer Maßregel ein
Mißtrauen gegen die Indier ſelbſt zu erkennen iſt, liegt
auf der Hand. Die ſcheinbare Ruhe, mit der man
eng=
liſcherſeits die Erklärung des Heiligen Krieges
entgegen=
genommen hat, war alſo erheuchelt. Man fürchtet den
Aufſtand des mohammedaniſchen Indiens und greift zu
dem letzten Mittel, zur Verwendung der
Territorial=
truppen. Der Fachmann beſpricht dann die Licht= und
Schattenſeiten dieſer Truppe, die beſſer diſzipliniert ſei
als die Freiwilligen, deren Ausbildung aber beſonders
im Schießen recht ſchwach iſt. Im Kampf gegen Indien
wird ſie wahrſcheinlich gute Dienſte leiſten. Aber mit
den Territorialtruppen gehen die letzten für den
Konti=
nent beſtimmten Verſtärkungen in das Ausland.
ſammlung. Die Wände ſchmücken in dieſem Zimmer
wie=
der mächtige Gobelins. — Wir treten nun in das
Trep=
penhaus, das die berühmten Millionen=Gobelins
ſchmük=
ken. Sie ſind ſofort nach ihrer Bergung und Reinigung
durch unſere Truppen wieder an Ort und Stelle gebracht
worden. Ihre Farbenpracht iſt trotz der Näſſe
berau=
ſchend.
In der erſten Etage befindet ſich das Schlafzimmer
des Fürſten, das — eine ſeltſame Marotte — rings an
den Wänden mit Photographien aus aller Herren Länder
und aus den Anfängen der Daguerretophie bis auf die
heutige Zeit behängt iſt. Ueber dem Bett ſelbſt hängt ein
Bildnis der erſten Frau des Fürſten, die ſpäter eine
un=
gariſche Gräfin Feſtetics wurde. Bilder der beiden
an=
deren Frauen, von denen die eine bekanntlich eine geborene
Heine war, konnte ich nicht entdecken. Dagegen fand ich
Bilder unſeres Kaiſerpaare s,
die der Fürſt, ein eifriger Amateurphotograph, ſelber
auf=
genommen hat, ferner eine Photographie der Prinzeſſin
Heinrich mit ihrem Autogramm und die eigenhändig
un=
terzeichneten Photographien des Königs Ferdinand von
Bulgarien, des belgiſchen und des engliſchen
Königs=
paares, des Herzogs Theodor von Bayern, des Königs
Oskar von Schweden und dann unendlich vieler Leute
vom Theater, zu denen der Fürſt als Beſitzer der Oper
und des Schauſpiels in Monte Carlo noch bis in die letzte
Zeit hinein gute Beziehungen unterhalten hat. Ich ſah
u. a. Lola Beeths, Sarah Bernhardts, Maſſenets und Saint
Saéns’ Bilder und Autogramme. Auch von Darwin und
Nanſen beſitzt der Fürſt perſönlich gezeichnete
Photo=
graphien.
In dem Bücherſchrank des Schlafzimmers entdeckte
ich ein zweibändiges Werk: „Le Rouget et le Noir” eines
nicht genannten Verfaſſers und daneben den
ſtenogra=
phiſchen Bericht über den Dreyfus=Prozeß. — Die langen
Korridore des Schloſſes ſind von Käſten mit
ausge=
ſtopften Polartieren aller Art angefüllt, während ſchöne
Riviera=Aufnahmen die Wände ſchmücken. Auch ein Bild
der fürſtlichen Jacht „Hirondelle” mit der ſich der Fürſt
an den Kieler Regatten zu beteiligen pflegte, hängt hier,
ebenſo eine große Reihe Aufnahmen von der Nanſenſchen
Polarfahrt, ſowie der Spitzbergenreiſe, die der Fürſt
ſei=
nerzeit unternommen hat. Ein wahres Schmuckkäſtchen
iſt dann noch ein weiteres Schlafzimmer, das, mit
wunder=
vollen Gobelins und prächtigen Teppichen ausgeſtattet,
für die Fürſtin beſtimmt war. Alle drei Gattinnen des
Fürſten haben das Märchenſchloß im Parke von Mar=
chais geſehen, aber keine fühlte ſich in der Nähe des
ge=
lehrten Sonderlings auf die Dauer glücklich trotz des
Reichtums und Glanzes, der ſie umgab.
Ganz zuletzt betraten wir den ſogenannten „Roten
Salon” des Schloſſes. Hier wurde uns beim Scheine der
ſcheidenden Sonne durch deutſche Ordonnanzen der Tee
gereicht. Denn da Fürſt Albert uns nicht ſelbſt
empfan=
gen konnte, ſo begrüßte uns hier als ſtellvertretender
Haus=
herr ein ſchlanker, großer, deutſcher Hauptmann. Er hauſt
hier gemeinſam mit einer großen Anzahl
geneſungsbe=
dürftiger deutſcher Offiziere und Mannſchaften, die in
dem Schloſſe und ſeinen Anbauten als Leichtverwundete
untergebracht ſind.
Und alles zeigte ſich bemüht, den Prunk und Glanz
des Schloſſes nicht nur zu ſchonen, ſondern auch zu
pfle=
gen. Das ſah man ſchon in der Behandlung der
Gobe=
lins, mehr noch aber in der peinlichen Sauberkeit, die in
allen Räumen des Schloſſes herrſchte, ſowie in der
Be=
handlung der Kunſtwerke. Von der Dienerſchaft des
Schloſſes iſt ein Teil zurückgeblieben und von unſerer
Militärbehörde zur weiteren Inſtandhaltung des
Schloſſes verpflichtet worden. Neben der Kunſtkommiſſion,
welche den Wert des Schloſſes und ſeines Inventares
abſchätzte, iſt auch bereits eine ſolche zur Abſchätzung der
von Fürſt Albert zu zahlenden Kriegskontribution
zu=
ſammengetreten. Sie hat den Betrag auf 500000 Mark
feſtaeſetzt und der Fürſt hat einen Teil davon bereits
be=
zahlt, in bezug auf den Reſt jedoch erklärt, daß er
darüber mit ſeinem Freunde Kaiſer Wilhelm, „Mon ami
Guillaume” wie er ſich ausdrückte, verhandeln werde.
(ein ſcherzhafter Stabsarzt ſetzte, als wir den Roten
Salon betreten, das Pianola vor dem franzöſiſchen
Kla=
pier des Salons in Tätigkeit, und zur allgemeinen
Heiter=
keit ertönte Paul Linkes ſattſam bekanntes „Schlöſſer, die
im Monde liegen, bringen Kummer, lieber Schatz!‟ Die
Mehrzahl der Muſikſtücke war überhaupt deutſchen
Ur=
ſprunges, mit Ausnahme der „Traviata” und eines
Opernfragments von Raoul Guensbourg, des
langjähri=
gen Leiters der Oper von Monaco, der bekanntlich die
dritte Frau des Fürſten entführte.
Im Abenddämmern beſichtigten wir dann noch den
Park. Ein kleines Flüßchen durchzieht ihn und iſt zum
Teil abgeleitet, um breite Gräben damit zu füllen, die
ſich rings um das Schloß ziehen. Eine mächtige Faſanerie
und ſchön angelegte Faſanenhecken laſſen darauf ſchließen,
daß der Fürſt hier vornehmlich der Faſanenjagd
obge=
legen hat. Das ganze Gelände iſt weicher Tuffboden
der in alter Zeit zur Anlegung gewaltiger
unte rirdiſcher Gänge
benutzt wurde. Kilometerweit ziehen ſich dieſe geheimen
Gänge unter dem hügeligen Terrain hin, erweitern ſich
mehrfach zu hohen, ſaalartigen Hallen und verbinden die
Schloſſer befreundeter Beſitzer untereinander. Ein ganzes
Netz ſolcher unterirdiſcher Gänge haben wir namentlich
in dem benachbarten Schloſſe La Bove entdeckt, wo
trep=
penartige Leitergänge in die Unterwelt hinab= und faſt
bis in die feindlichen Schützengräben hineinführen ſollen.
Zurzeit ſind noch Soldaten mit einer unendlich langen
Zuckerſchnur als modernem Ariadnefaden bewaffnet,
da=
bei, die Geheimniſſe dieſer großartigen Gänge zu
er=
gründen.
Aber noch ein anderes Geheimnis hatten unſere
Trup=
pen in dieſer intereſſanten Gegend in der letzten Zeit zu
löſen, und zwar gelegentlich der Eroberung des feſten
franzöſiſchen Militärlagers bei Siſſonne. Siſſonne iſt
dadurch bekannt geworden, daß dort vor einiger Zeit ein
feindlicher Flieger eine Bombe herabwarf und die
Schweſter von Falkenhauſen und ein 10 jähriges
Mäd=
chen tötete. Als unſere Truppen nun in das Lager
ein=
zogen, ſtaunten ſie über eine Häuſergruppe, die mitten im
Lager ſteht und ſo gar nicht zu dem ſonſt dort
herrſchen=
den kriegeriſchen Leben und Treiben zu paſſen ſchien.
Es waren mehr Boudoirs ſchöner Damen, die in großer
Haſt und Unordnung von ihren Beſitzerinnen verlaſſen
waren. Inmitten der Häuſergruppe entdeckte man einen
Lichthof, nach Art eines eleganten Tanzſaales, in
dem es noch eben luſtig hergegangen zu ſein ſchien
Hätte nicht an den Häuſern geſtanden, daß es ſich hier um
militäriſches Eigentum, bezw. um eine organiſche
An=
gliederung der gargen Anlage an das Militärlager ſelbſt
handelte, ſo wären den Unſeren wahrſcheinlich die
merk=
würdigſten Gedanken gekommen. Auf alle Fälle aber.
hat man die Häuſer verſchloſſen und verſiegelt, während
das Militärlager ſelbſt zu einem Lazarett für unſere
Ver=
wundeten eingerichtet wurde.
Welcher Wertſchätzung ſich übrigens Fürſt Albert in
der ganzen Gegend erfreute, erhellt unter anderem daraus,
daß die Gemeinde des Lagers Siſſonne inzwiſchen
125000 Mark der dem Fürſten auferlegten
Kriegskontri=
bution an die Deutſchen abgeführt hat. Und wie die
deut=
ſche Militärverwaltung, ſo wird auch die Bewohnerſchaft
der Umgegend gewiß bemüht bleiben, dem Fürſten
Al=
bert, deſſen ungebetene Gäſte wir mit unſerem Beſuch
waren, ſein ſchönes Eigentum ungeſchmälert zu erhalten,
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
Nummer 326.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. November.
* Zum Zuſammentritt des Landtags. Se. Königl.
Hohelt der Großherzog haben aus Anlaß der am
16. Dezember ſtattfindenden Einberufung des XXXVI.
Landtags dem Miniſterialrat Staatsrat Wilbrand
die Funktionen eines landesherrlichen Kommiſſars bei
der Erſten Kammer übertragen und die Miniſterialräte
Staatsrat Dr. Beſt und Hölzinger zu Mitgliedern
der landesherrlichen Einweiſungskommiſſion für die
Zweite Kammer ernannt.
* Entlaſſen wurde die Lehrerin an der höheren
Mädchenſchule zu Mainz Gerda Mayrhofer auf ihr
Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Februar 1915 an aus
dem Schuldienſte.
Die Heſſiſche Tapferkeitsmedaille erhielt Hans
Thon, Rittmeiſter im Drag.=Regt. Nr. 23, Führer des
Reſ.=Drag.=Regts. Nr. 4;: Frhr. v. Schütz zu
Holz=
hauſen, Hauptmann d. Reſ. im 116. Inf.=Regt., erhielt
das Eiſerne Kreuz und die Heſſiſche Tapferkeitsmedaille.
— Vom Großh. Hoftheater wird uns geſurrieben:
Ueber das fröhliche Spiel „Als ich noch im
Flügel=
kleide‟, deſſen Erſtaufführung heute Donnerstag
ſtatt=
findet, ſchreiben das Hamburger Fremdenblatt: Der
Erfolg, den dieſes kreuzvergnügte Stück davontrug,
wark ſelbſt einem Moliére nur in ſeltenen
Gnaden=
ſtunden zu teil. Die einzelnen Vorgänge und Situationen
ſind zum Sterben komiſch — nach dem Leitſpruch: „Du
ſollſt und mußt lachen”; der Berliner Börſencourier:
Das Stück hatte einen außerordentlich herzlichen Erfolg,
gelacht wurde ſehr viel und geklatſcht, als ob ein
jugend=
licher Held Benefiz hätte, und noch viele andere Blätter
in ähnlichem Sinne. Am Freitag wird Offenbachs
phantaſtiſche Oper „Hoffmanns Erzählungen”
wieder=
holt. Am Samstag veranſtaltet das Hoftheater im
Rahmen eines Volkskonzertes eine Erinnerungsfeier für
unſere gefallenen Krieger. Das Programm umfaßt
Werke von Brahms, Mozart und Wagner. Der
Karten=
verkauf hierzu (zu Volksvorſtellungspreiſen) hat geſtern
begonnen und wird zu den gewöhnlichen Kaſſenſtunden
an der Tageskaſſe des Hoftheaters fortgeſetzt. Sonntag,
den 29., wird „Die Fledermaus” von Johann Strauß
ach längerer Pauſe wieder in den Spielplan
auf=
genommen.
* Eine weihevolle gottesdienſtliche Feier anläßlich
des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs fand
für das Militär in Beteiligung von hunderten Soldaten
jüdiſchen Glaubens in der Synagoge der Iſraelitiſchen
Religionsgeſellſchaft ſtatt. Chor und Vorſänger ſangen
abwechſelnd Feſtespſalmen. Herr Rabbiner Dr. M. Marx
hielt eine ergreifende Feſtpredigt, in welcher er unter
An=
lehnung an das Traumbild Jakobs unſeren Großherzog
als das Idealbild eines Herrſchers zeichnete, der ſeinem
Volke mächtige Impulſe gegeben, deſſen großes Streben
nach Schönheit und Kunſt ſich paare mit einer erhabenen
gütigen Menſchenſeele, der nicht nur ein Fürſt von Gottes
Gnaden, ſondern ein von der Liebe ſeines Volkes
getra=
gener Vater des Heſſenlandes ſei. Ganz beſonders hell
ſtrahle in dieſem Jahre ſein Bild, da er den Kampfplatz
mitten unter ſeinen Soldaten erwählt, um ſie zum Siege
zu führen, Freud und Leid mit ihnen teilend. Unter
hei=
ßem Gebet für den Landesfürſten mahnt zum Schluß der
Redner die Soldaten, treu und tapfer für ſolchen Fürſten
und das Vaterland zu kämpfen. Chorgeſang beſchloß die
erhebende Feier.
* Ein Geſchwaderflug des Fliegererſatzbataillons
Nr. 3 von Griesheim nach Darmſtadt (Neues Palais)
und zurück wurde geſtern mittag zwiſchen 12 und 1 Uhr
zur Feier des Tages veranſtaltet.
* Im Silberkranz. Am Montag, den 30. Novemher,
begeht Guſt. Zehl, Schreiner, mit ſeiner Ehefrau Marie
geb. Fritzel, das Feſt der Silbernen Hochzeit.
— Liebesgaben der Schülerinnen. Man ſchreibt
uns: Aus Freude darüber, und um auch andere ſich
mitfreuen zu laſſen, daß ſo viele warme Kinderherzen
und fleißige Kinderhände helfen wollen, unſeren Helden
draußen ein Weihnachten zu bereiten, ſoll mitgeteilt
werden, daß auch im Hoffmänniſchen Inſtitute die
Paket=
woche ſich bemerkbar macht. Zwar fanden ſchon im
Spätſommer einige Päckchen den Weg zu den Truppen.
Aber der Inhalt der großen und kleinen Weihnachtskiſten
und Pakete, die in jeder Klaſſe zum Verſenden bereit
lagern, macht ſicher noch mehr Freude.: Was in
uner=
müdlich frohem Eifer von Großen und Kleinen geſtrickt
wurde, liegt darin mit zahlloſen nützlichen Dingen —
alle ſelbſt ausgedacht und wohlverpackt, — im Schmuck
von Band und Tannenreis, und aus manchen
Begleit=
zeilen klingt es von Begeiſterung für die Taten unſerer
Kämpfer. So wurde denn auch die „Wacht auf der
See” nicht vergeſſen. — Den glückſtrahlenden Kindern
aber merkt man an, daß ihnen dieſe Weihnachtszeit die
tiefere Freude des ſelbſtloſen Gebens beſchert.
— Liebesgaben. Viel Rauhes hat der Krieg im
Ge=
folge, aber auch Schönes und Edles bringt er hervor. So
wird uns zufällig von einer Leſerin mitgeteilt, in welch
ſchöner Weiſe z. B. die Schülerinnen der
Mäd=
chen=Mittelſchule in der Viktoriaſtraße ſich
in den Dienſt der Menſchenliebe geſtellt haben.
Plan=
mäßig wurde in dieſer Schule unter Leitung der
Hand=
arbeitslehrerinnen und auch der Klaſſenlehrerinnen von
Kriegsbeginn an für unſere Krieger und Verwundeten
Tag für Tag geſtrickt, genäht, geflickt.
Hun=
derte, nein, Tauſende von Strümpfen, Hemden,
Kniewär=
mern, Stauchen, Kopfſchützern, Leibbinden, Handtüchern,
Bettüchern, Kopfkiſſen, Spreukiſſen uſw. wurden an die
Lazarette und an die verſchiedenſten Truppenteile
abge=
liefert. Eine Menge von Schreiben bezeugen die
Dank=
barkeit, mit der die Gaben aufgenommen wurden. Und
die Kleinſten, bei denen das Stricken noch nicht ſo recht
vorwärts geht, die zupften Wundlinnen oder brachten
Aepfel, Birnen, Blumen, Gelee für die Verwundeten.
Und nun die Weihnachtsgaben. Ein edler
Wett=
eifer entſtand unter den Mädchen. Keine Sparbüchſe blieb
verſchloſſen. Die Gaben floſſen ſo reichlich, daß faſt jede
Klaſſe mehrere große Kiſten abliefern konnte. Da ſah
man neben einer Menge von ſelbſtgefertigten Wollſachen
jeglicher Art Rauchwaren, Pfeifen, Keks, Lebkuchen,
Schokolade, Suppenwürfel, geräucherte Wurſt, Kakao, Tee,
Gewürze, Kognak, Konſerven, Schreibmaterialien,
Hoſen=
träger, Mundharmonikas, Feuerzünder, Kerzen, Leſeſtoff,
Wolldecken u. v. a. Viele Gaben hatten Begleitzeilen, ernſte
und heitere, darunter zahlreiche Gedichte, auch prächtige
ſelbſtgedichtete Verſe. Alle Gaben, die vielfach mit einem
Tannenzweig geſchmückt waren, atmeten eine Liebe und
Begeiſterung der kleinen Spenderinnen, die etwas
unend=
lich Rührendes in ſich barg. Möchten dieſe Gaben der
Liebe nicht nur unſeren tapferen Helden, ſondern auch den
Schülerinnen ſelbſt zum Segen gereichen.
* Hausſammlung der Weihnachtsgaben für die
Trup=
pen im Felde. Die von der Stadtverwaltung unter
Mit=
arbeit der Frauenhilfe und der Jugendhilfe begonnene
Hausſammlung von Weihnachtsgaben für
unſere Darmſtädter Truppen im Felde hat ein ſehr
ſchönes Ergebnis geliefert. Nicht nur ſind
reich=
liche Geldbeiträge gefloſſen, ſondern auch alle möglichen
praktiſchen Gegenſtände (Wollſachen, Eßwaren, Zigarren
uſw.) ſind eingelaufen. Die Frauenhilfe hat die Ordnung
und Sichtung der Gaben übernommen und iſt ſeit
Mon=
tag eifrig an der Arbeit. Viele Pakete, deren Inhalt durch
einen Zettel gekennzeichnet iſt, werden nicht geöffnet.
Hoffentlich bringen die nächſten Sammeltage
(Donnerstag, Freitag, Samstag dieſer Woche)
ein gleich erfreuliches Ergebnis, damit jedem Darmſtädter
im Felde, der nicht ſchon von zu Hauſe mit
Weihnachts=
gaben bedacht wird, eine ſchöne Weihnachtsſpende aus der
Heimat zugewieſen werden kann. Den Spendern von
Liebesgaben gebührt herzlichſter Dank für den erneuten
Beweis der Dankbarkeit und Fürſorge für unſere braven
Soldaten im Felde.
* Die Adreſſierung der Feldpoſtſendungen. In
ver=
ſchiedenen Zeitungen erſcheinen in letzter Zeit Artikel gegen
die Poſtverwaltung und die deutſche Feldpoſt, in denen
ohne tatſächliche Unterlagen behauptet wird, daß die
Feldpoſt mangelhaft arbeite. Dabei werden
vielfach Zuſchriften aus dem Leſerkreiſe veröffentlicht, die
dies erhärten ſollen. Die von der Poſtverwaltung ſelbſt
und insbeſondere auch von der Ober=Poſtdirektion hier
bis=
her unterſuchten Beſchwerden in Feldpoſtſachen haben
er=
geben, daß ſie in ganz überwiegender Zahl
unbegrün=
det ſind, und in der Regel von dem Beſchwerdeführer
eine unzulängliche oder fehlerhafte
Feld=
adreſſe angewandt worden iſt. Insbeſondere
ſind Klagen darüber, daß Briefe den Empfänger im Felde
Wochen hindurch bisher nicht erreicht haben, faſt immer
auf die Anwendung einer unrichtigen oder ungenügenden
Feldadreſſe zurückzuführen. Es ſei deshalb darauf
hinge=
wieſen, daß die Ober=Poſtdirektion Darmſtadt und die
Poſtſammelſtelle in Frankfurt a. M., auf die alle
Feldpoſt=
ſendungen zur Weiterſendung ins Feld von den
Poſt=
anſtalten geleitet werden, gern bereit ſind, auf
ſchriftlichen Antrag hin die angewandte
Feld=
adreſſe zu prüfen, wenn nach Mitteilungen aus
dem Felde Sendungen, die dieſe Adreſſe getragen haben,
wiederholt nicht angekommen ſeien.
* Von den Lazaretten. Es ſei darauf aufmerkſam
ge=
macht, da häufig Verwechſelungen vorkommen, daß das
Lazarett im Städtiſchen Saalbau kein ſelbſtändiges
Lazarett iſt, ſondern dem Reſervelazarett I
angeglie=
dert iſt. Das große neue Lazarett auf dem Exerzierplatz
iſt das Reſervelazarett III.
* Ueber Militärlieferungen und
Ausfuhrmög=
lichkeiten zur See ſind der Großh. Handelskammer
Darmſtadt weitere Mitteilungen zugegangen, welche auf
dem Handelskamwerbureau eingeſehen werden können.
):( Der Dampfſchöpfbagger auf dem alten
Vahnhofs=
gelände iſt noch immer in Tätigkeit. Das Erdmaterial
wird zum Anſchütten des Dammes der neuen
Umgehungs=
bahn Roſenhöhe-Oſtbahnhof nach Kranichſtein verwendet.
Die Pallaswieſenſtraße iſt an der Stelle, wo die
Frank=
furter Bahnſtrecke dieſe Straße überquerte, durch
Zuſchüt=
tung auf das Niveau der ſeitherigen Strecke gebracht,
chauſſiert, mit Randſteinen und Beleuchtung verſehen
worden.
nn. Der Bezirksverein „Südoſt” hat aus einer
Mitglieder=Sammlung und aus ſeiner Vereinskaſſe den
Betrag von 772 Mk. 50 Pfg. zur Unterſtützung von
Hinterbliebenen Darmſtädter Kriegsteilnehmer der=
Stadt=
verwaltung Darmſtadt als Weihnachtsſpende überwteſen.
* Darmſtädter Konſum=, Spar= und Produktions=
Genoſſenſchaft. In der Generalverſammlung wurde die
folgende von Herrn Prof. Dr. Staudinger beantragte
Reſolution einſtimmig angenommen: Die heutige
Gene=
ralverſammlung der Darmſtädter Konſum=, Spar= und
Produktions=Genoſſenſchaft iſt der Ueberzeugung, daß die
Kalamitäten im Bezuge von Kartoffeln und anderen
länd=
lichen Bedarfsartikeln nicht einzelnen Perſonen, ſondern
dem Mangel an Organiſation zuzuſchreiben ſind. Die
Frage läßt ſich in ſolcher Notlage wie heute nur dann
für Produzenten und Konſumenten befriedigend löſen,
wenn die öffentlichen Behörden für die vorhandenen
Vorräte Lieferungszeiten und Lieferungsbedingungen
regeln. Die Generalverſammlung bedauert weiter aufs
lebhafteſte, daß mitten in der Kriegszeit eine Maßnahme
der Polizeiverwaltung, die eine Verbilligung des
Brot=
preiſes in Darmſtadt durch bedingte Zulaſſung des
Frank=
furter Brotgewichtes für die Konſumgenoſſenſchaft
ermög=
lichte, auf Drängen der Intereſſenten rückgängig gemacht
worden iſt. Noch unverſtändlicher iſt es, daß im
Lebens=
mittelausſchuß der Stadt Darmſtadt, der für billige Preiſe
* Der Kaiſer im Hauptquartier. (Ctr. Bln.) Der
bekannte italieniſche Publiziſt Abaſino=Renda, der als Gaſt
der Reichsregierung das Deutſche Große
Haupt=
quartier beſuchte, gibt im Giornale d’Italia ein
über=
aus intereſſantes Bild über ſeine Anweſenheit im
Haupt=
quartier. Nachdem Abaſino=Renda die wunderbare
Or=
ganiſation in allen Einzelheiten geſchildert, kommt er auf
den Kaiſer zu ſprechen, der, wenn er nicht gerade
ab=
weſend iſt, den Beratungen faſt immer anwohne, ohne
aber ſeine perſönliche Anſicht irgendwie durchſetzen zu
wollen. Der Kaifer nehme an den Beratungen wie alle
anderen Generäle teil, ohne entſcheidenden Einfluß zu
beanſpruchen, nicht einmal in ſolchen Fragen, wo er
be=
ſondere Kompetenz beſitzt, wie z. B. Wilhelm II.
bekannt=
lich ein ausgezeichneter Kenner der Taktik ſei. Als
letzt=
hin in einer Sitzung des Großen Generalſtabes ein rein
taktiſches Problem erörtert und gegen die Anſicht
des Kaiſers gelöſt wurde, ſagte der Kaiſer
ein=
fach: „Ich bin anderer Anſicht, aber Taktik iſt
Mei=
nungsſache.” Sehr häufig begibt der Kaiſer ſich zu den
Truppen erſter Linie, und das ſind für ihn Tage und
Nächte voll Entbehrung, denn er nimmt nichts mit .
und reiſt wie jeder einfache General. Das Leben im Felde
bekommt dem Kaiſer ſo gut, daß er 10 Jahre jünger
ge=
worden ſcheint.
Bei dem Kriegsausbruch, ſchreibt der Korreſpondent,
ſah ich den Kaiſer in Berlin dreimal: am hiſtoriſchen
Tage des 1. Auguſt, als er von Potsdam nach Berlin
zu=
rückkehrte, dann ein paar Stunden ſpäter, als er ſeine
Rede an das Volk hielt, endlich am 16. Auguſt, als er ins
Feld reiſte. Jedesmal fiel mir der harte, ſtählerne,
tragi=
ſche Ausdruck ſeines kühnen Geſichts auf, in dem ſelbſt
bei leidenſchaftlichſter Volksbegeiſterung keine Muskel
zuckte oder auch nur das blaſſeſte Lächeln erſchien. Der
Wilhelm, den ich im Hauptquartier ſah, war ein ganz
anderer, er war der Kaiſer von früher, der Kaiſer der
guten Tage, das war der Kaiſer, der unſer Land in
Freud und Leid beſuchte, der nach der Kataſtrophe von
Adua, als die Franzoſen und Engländer das italieniſche
Heer frohlockend mit Schimpf und Hohn bedeckten, mit
feierlichem Prunk nach Rom kam, um Italien und ſeinem
Heer ſeine Achtung und ſein Vertrauen zu beweiſen. Der
Kaiſer, den die Franzoſen ſchlaflos, gealtert und
nieder=
gebrochen ſchildern, macht im Gegenteil wirklich den
Ein=
druck, als wäre er um ein Jahrzehnt verjüngt worden.
Er hat wieder ganz jugendliches Ausſehen und
zufriede=
nen Geſichtsausdruck und ein etwas ſpöttiſches Lächeln
wie ſonſt. Er muß ſich offenbar an den Krieg gewöhnt
haben.
Der Kaiſer bewohnt ein Patrizierhaus, das
der Hofmarſchall Freiherr v. Reiſchach in 24 Stunden in
eine recht bequeme Reſidenz verwandelt hat. Das
Ge=
folge des Kaiſers iſt klein, es zählt nur elf
Flügeladju=
tanten und Funktionäre, ſowie den Leibarzt Dr. v.
Il=
berg. Auch die Anzahl der Reitpferde, Wagenpferde und
Autos, welch letztere vollſtändig grau ſind, wie alle
Mi=
litärautos, iſt klein. Obſchon die kaiſerliche Villa wie der
Kaiſer ſelbſt natürlich unter ſtrengſtem polizeilichen Schutz
ſtehen, liebt es Wilhelm II., ohne Begleitung auszugehen,
als wäre er in Potsdam. So ſah ich den Kaiſer
wieder=
holt mit Kindern ſcherzen, und er war dabei ſo
aufge=
räumt wie jemals. Die nicht genannte franzöſiſche Stadt,
wo das Hauptquartier ſeinen Sitz hat, iſt in ihrer
vor=
nehmen Ruhe ein kleines Berlin geworden, wo ſich das
ganze Leben Klein=Berlins abſpielt. Aber es iſt, ſo ſchließt
der Korreſpondent, eine kleine Welt, die von düſterem
Ernſt, von unerſchütterlichem Willen, von einem Eifer
durchdrungen iſt, der nichts von den häßlichen Zügen eines
Eroberungskrieges an ſich hat, und nie habe ich deutlicher
als hier empfunden, daß die Deutſchen nach Frankreich
marſchiert ſind, um Deutſchland zu erobern.
* Wiedergeburt des Strickſtrumpfes. Unter dieſer
Ueberſchrift ſchreibt die Voſſiſche Zeitung: Die
Wieder=
geburt des Strickſtrumpfes bedeutet gleichzeitig eine
Re=
form der Geſelligkeit. Im Zeichen der allein
ſeligmachen=
den grauen Wolle (die von Tag zu Tag teurer wird) trinkt
man in dieſem Jahr ſeinen Tee und knabbert ſeine
Lecke=
reien. Unter dem ſanften Geklapper der Nadeln —
Cellu=
loid und Holz, die heute vielfach bevorzugt werden,
dämpfen das ſilberne Klipp=Klapp der guten alten
Stahl=
nadeln, mit denen unſere Großmütter arbeiteten —
ge=
nießt man die mannigfachen Darbietungen von Kunſt
und Künſtlern oder ſolchen, die es werden wollen. Der
Strickſtrumpf hat ſeinen Einzug in die Salons und
Abend=
unterhaltungen, in die Kaffeehäuſer und die Teeſtuben,
in die Hörſäle der Hochſchulen und hinter die Kuliſſen
der Theater gehalten. Und es iſt, als könne der
Strick=
ſtrumpf nimmermehr entbehrt werden, wo Menſch zu
Menſch harmlos ſich findet. In Häuſern, die vor dem
Krieg den Ehrgeiz hatten, als äſthetiſche Zirkel bekannt
und genannt zu ſein, und in denen vor dem 2. Auguſt
dieſes Jahres ein leibhaftiger Strickſtrumpf ſicher eine
Palaſtrevolution hervorgerufen hätte, entſteht jetzt eine
fühlbare Verlegenheit, wenn eine Dame ohne
Arbeits=
beutel den Kreis betritt. Sie wird mit Mißtrauen, mit
offenkundiger Geringſchätzung empfangen.
Das Strickzeug iſt — von ſeinen ethiſchen
Beweggrün=
den und Zwecken nun einmal abgeſehen — eine nicht
un=
weſentliche Erleichterung des geſellſchaftlichen Verkehrs.
Alle jene, die ohne weittragende geiſtige Intereſſen ſind.
oder auch jene, die die edle Kunſt anregenden Geſprächs
nicht beherrſchen, oder jene, die mit dem Munde weniger
gewandt ſind als mit den Fingern, kommen jetzt zu ihrem
Recht. Der Strickſtrumpf hat ewas Gleichmacheriſches.
Er iſt eben zeitgemäß und bekennt ſich zu demokratiſchen
Prinzipien. Vor ihm gibt es keine geiſtig Reichen und
geiſtig Armen. Der zündendſte Aphorismus aus dem
Munde einer bedeutenden Frau verpufft rettungslos,
wenn 75 Nadeln dazu klirren. Und die entzückendſte,
rot=
bäckigſte Dummheit eines ſüßen kleinen Mädels wird
un=
geteilten Beifall finden, wenn ihre geſchickten Finger
dazu mit rührender Befliſſenheit das ehrſame Werk eines
Leibwärmers fördern. Es läßt ſich gut ſinnen und ſpin=
nen, auch gut ſchweigen und beobachten hinter dem
unver=
meidlichen Strickzeug.
Zu den jüngſten Gebietserweiterungen der neuen
Richtung gehoren die offiziellen Stricknachmittage mit
Kunſt und Wohltätigkeit. Ein ſogenanntes kombiniertes
Verfahren. Man ſtrickt, tut wohl, hört Muſik und
Dekla=
mationen und unterhält ſich gleichzeitig. Es haben ſich
in Berlin — und beſonders in ſeinen weſtlichen Teilen
— verſchiedene leitende Damengruppen gebildet, die die
Organiſation dieſes Maſſenſtrickens mit Muſik und Poeſie
in die Wege geleitet haben. Geſchicklichkeit und Geſchmack
wirkten dabei mit, ſo daß den Unternehmungen reges
Wohlwollen ſicher ſein dürfte. Jede Teilnehmerin dieſer
Stricknachmittage entrichtet einen beſtimmten
Monats=
beitrag. Die aus ſolchen Mitgliederbeiträgen fließenden
Summen kommen lediglich als Honorare für die an
die=
ſen Nachmittagen auftretenden Künſtler — zu deren Beſten
die ganzen Veranſtaltungen ins Leben gerufen wurden —
zur Verwendung. Die Damen, die die größten Räume
— meiſt werden es wohl eigene Villen ſein — beſitzen
ſtellen ihre Wohnungen für einen beſtimmten Nachmittag
in der Woche zur Verfügung. Und an eben dieſen
Nach=
mittagen kommt es nun in dichten Scharen geflutet.
Wür=
dige alte Geheimrätinnen mit ſilbernen Scheiteln, ſüße
blonde Dichtertöchter mit verträumten Blauaugen, kleine
behäbige Bürgersfrauen, ſpaniſche Tänzerinnen mit
Bühnentemperament ohne Rampenbeleuchtung: das alles
kommt und geht und ſitzt und ſtrickt ... und nippt und
wippt ... „und reget ohn' Ende die fleißigen Hände‟.
Allen gemeinſam — den Blonden wie den Braunen, den
Seßhaften wie den Zigeunernden — iſt nur das
Hand=
werkzeug, das ſie alle mit der gleichen Hingabe, wenn
auch nicht alle mit der gleichen Uebung, führen. Gerade
das Handwerkszeug oder vielmehr die Art, wie es
be=
nutzt wird, lehrt oft die Weſensart erkennen. Raſch
findet man die guten Hausfrauen heraus, die die Nadeln
mit der ruhigen Selbſtverſtändlichkeit dazu Berufener
klappern laſſen. Sie ſtricken wie unſere Großmütter, ohne
hinzuſehen; ſie können ſicher auch im Schlafe ſtricken.
Da=
neben die Liebhaberinnen, die Dilettantinnen und die
Zufallsſtrickerinnen, die ſonſt vielleicht Feder oder Pinſel
führen und denen die Nadel noch eine ungewohnte Waffe
des Lebens bedeutet. Dazwiſchen erſchallt ein Lied, ein
Klavierſtück wird vorgetragen, junge Kehlen ſtimmen
einen reizvollen A-capella-Geſang an; zuweilen wird
auch eine Proſadichtung verleſen. Und in den Pauſen
wird munter geſchwatzt und geklatſcht, juſt ſo wie in der
guten alten Zeit. Nur mit dem Unterſchied, daß, was
damals Selbſtzweck war, heute zu gemeinnützigem Zweck
geſchieht und alſo einen moraliſchen Hintergrund hat.
* Eintrittspreis eine — Wurſt. Auf einen guten
Ge=
danken iſt ein Theaterbeſitzer in Küſtrin gekommen. Er
plant in der nächſten Woche ein Konzert zum beſten der
Soldaten im Felde. Als Eintrittsgeld ſoll von jedem
Konzertbeſucher eine Liebesgabe, möglichſt in Form einer
Dauerwurſt, von. Zigarren, einer Flaſche Rum oder
ähn=
lichen guten Sachen, entrichtet werden.
Nummer 326.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
Seite 5.
zu ſorgen hätte, eine Mehrheit die Zurücknahme
gebil=
ligt hat.
* Ausſtellungs= und Verkaufstag der
Heimarbeiterin=
nen. In einer geſtern gebrachten Notiz war geſagt, daß
die Veranſtaltung erſt heute abend ihr Ende finde. Es
wird berichtigend bemerkt, daß der Ausſtellungs= und
Ver=
kaufstag bereits geſtern abend geſchloſſen wurde. Der
Verkauf der Reſtbeſtände findet in der
Ge=
ſchäftsſtelle des Vereins, Waldſtraße 19, II, ſtatt.
(Geſchäftsſtunden: werktäglich, außer Samstags
nachmit=
tags, von 9—12 und 3—6 Uhr.) Die Freunde der
Heim=
arbeiterinnenſache werden höflichſt gebeten, von dieſer
Ge=
legenheit noch eifrig Gebrauch zu machen. Allen aber, die
durch den Beſuch der Ausſtellung ihrem Wohlwollen für
die Beſtrebungen des Vereins Ausdruck gegeben haben,
ſei an dieſer Stelle herzlichſter Dank geſagt.
nn. Heſſiſcher Bäcker=Obermeiſtertag. Im
Kaiſer=
ſaal fand geſtern ein Obermeiſtertag der
Bäcker=
innungen im GroßherzogtumHeſſen ſtatt, der
von zahlreichen Innungsvertretern beſucht war. Zur
Beratung ſtanden die hohen Mehlpreiſe und die
Feſt=
ſetzung von Höchſtpreiſen durch die Großh. Kreisämter.
Beſonders verurteilt wurden die Preistreibereien und
hohen Mehlpreiſe der Großmühlen, für die keine
be=
gründeten Unterlagen vorliegen. Von zahlreichen
Innungsvertretern wurde Klage geführt über die
Feſt=
ſetzung von Höchſtpreiſen durch die Großh. Kreisämter
und wurde der geſchäftsführende Vorſtand beauftragt,
hiergegen bei den betreffenden Behörden vorſtellig zu
werden. Den weiteren Teil der umfangreichen
Tages=
ordnung bildeten gewerbliche und Organiſationsfragen
für unſere heutige ſchwere Kriegszeit.
* Mandolinenkranz Darmſtadt. Am Sonntag findet
im großen Saale des Kaiſerſaals ein
Wohltätig=
keitskonzert zum Beſten des Roten Kreuzes ſtatt.
Ein abwechſelungsreiches Programm iſt für dieſen Abend
zuſammengeſtellt. Frl. Hertha Neuhaus (Sopran) vom
Stadttheater in Bremen hat ihre gütige Mitwirkung
zu=
geſagt. Auch die von dem Mandolinen= und Gitarrechor
zum Vortrag kommenden Stücke ſind dieſem Abend
an=
gepaßt. Karten ſind in der Hofmuſikalienhandlung von
Thies Nachf., Leopold Schutter, Eliſabethenſtraße, ſowie
an der Abendkaſſe erhältlich.
* Vogelsberger Höhenklub (Zweigverein Darmſtadt).
Aus dem Kreiſe der Mitglieder iſt mehrfach der Wunſch
geäußert worden, es möge den Mitgliedern Gelegenheit
gegeben werden, ſich wieder einmal zuſammenzufinden.
Dieſer Anregung folgend, findet am nächſten Sonntag
nach=
mittag ein gemeinſamer Gang durch den Park
nach Arheilgen ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige in der
heutigen Nummer.) Daß ſich die Veranſtaltung dem
Ernſt der Zeit anpaſſen wird, iſt ſelbſtverſtändlich. Um
den Wandergenoſſen, die den Wanderſtab mit dem Schwerte
vertauſcht haben, ein Zeichen treuen Gedenkens und
dank=
barer Bewunderung zu geben, iſt die Abſendung
von Weihnachtsp aketen mit Liebesgaben
geplant, zu deren reichlicher Ausſtattung alle
Klub=
ſchweſtern und =brüder hiermit aufgefordert werden.
Gaben, die aber recht bald geſpendet werden müſſen, nimmt
Herr Dietz (Eliſabethenſtraße) entgegen, woſelbſt auch die
genauen Adreſſen der im Felde ſtehenden Mitglieder
nie=
dergelegt werden mögen.
):( Brötchendiebe ſind wieder im Nordviertel an der
Arbeit. In einem Hauſe nahmen ſie die Brötchen ſamt
dem Weckſäckchen und die Zeitung mit.
** Maikäfer als Kriegsbeute. Drei muntere
Mai=
käfer, die ein Krieger beim Ausheben der
Schützen=
gräben in Frankreichs Boden gefunden hat, hat er
ſeinen Angehörigen nach Darmſtadt als Kriegsbeute
geſchickt. Sie ſind aut angekommen und werden
be=
ſonders liebevoll gepflegt.
* Berichtigung. In dem Eingeſandt in Nr. 325,
be=
treffend Aufforderung zur Abgabe einer
Steuer=
erklärung, iſt in der 8. Zeile richtig zu leſen: „die in
Deutſchland einen Börſenkurs haben”
Ritter des Eiſernen Kreuzes.
* Das Stellvertretende Generalkommando des 18.
Armeekorps veröffentlicht die vierte Liſte der mit
dem Eiſernen Kreuz Zweiter Klaſſe Beliehenen des
18. Armeekorps, der wir folgendes entnehmen: Es
er=
hielten das Eiſerne Kreuz Zweiter Klaſſe: 25. Infanterie=
Diviſion: Int.=Aſſ. Schamberg, Gefr. d. Landw. Roeder,
Musk. d. Ldſt. II Weinel. Infanterie=Regiment
115: Lt. v. Wenz zu Niederlahnſtein, Unteroffizier Kolb
(12. Komp.), Unteroffizier Hilger (6. Komp.), Einj.=Gefr.
Carius (4. Komp.), Horn.=Gefr. v. Hagen (8. Komp.),
Horn.=Gefr. Braten (6. Komp.), Lt. d. Reſ. Haub,
Vize=
feldwebel Off.=Stellv. Kiefer (12. Komp.), Gefr. Knieß
(M.=G.=K.), Lt. v. Wachter (A.), Lt. Brodrück (11. Komp).
Fähnr. Hölzinger (7. Komp.), Vizefeldw. Off.=Stellv.
Richter (11. Komp.), Vizefeldw. Seitz (L.), Vizefeldw.
Dröder (3. Komp.), Unteroffizier Zöller (5. Komp.),
Unter=
offizier Friſchholz (L.), Gefr. Ritzert (2. Komp.), Gefr.
Bub (4. Komp.), Oberſtlt. v. Preuſchen, Major von
We=
ſternhagen (Thilo), Lt. d Reſ. Kellner, die Ltns. d. Reſ.
Hallſtück (Feldart.=Regt. 25), Crogmann (Feldart.=Regt.
27), Lt. d. Reſ. Frhr. v. Bleul, Lt. d. Reſ. Pabſt, Sergt.
Heß (12. Komp.), Unteroffizier Sauerwald (11. Komp.),
Gefr. Iſenberg (5. Komp.). — Infanterie=
Regi=
ment Nr. 116: Hptm. v. Thümen, Hptm. Wehrheim,
Oberlt. Firmenich, Lt. Wolf, Lt. Schröder, Lt.
Dingel=
dein, Lt. Roſe, Lt. Flotho, Feldw. Bill (7. Komp.),
Vize=
feldwebel d. Reſ. Holdmann (9. Komp.), Unteroffizier
Braun (5. Komp.), Unteroff. Bauſch (8. Komp.), Hptm.
Rieck, Lt. Pieper, Lt. v. Specht, Lt. de Hardé (O. E.),
Lt. de Hardé (J.), Lt. Loerbrocks, Lt. Haagner, Unteroff.
Oſſendoth (M. G.), Musk. Harth (11. Komp.), Hptm.
Wolf, Hptm. Buchtz, die Leutnants Buchholtz, Theis,
Brendel (R), d. R. Hellwig, d. R. Malzan, d. R.
Schee=
rer, Oberlt. Kienitz, Lt. d. R. Johlen, Lt. d. R. Locher,
Lt. d. R. Schmidt, Sergt. Sänger (M. G.), Unteroff.
De=
chert (10. Komp.), Musk. Kröll (3. Komp.). —
Infan=
terie=Regiment Nr. 117: Oberſtlt. Weiz, Hptm.
Trupp, Hptm. Wichert (Felix), Oberlt. Oertel, Lt.
Sau=
vage, Lt. Sümmermann, Oberarzt Dr. Klemm, Off.=
Stell=
vertreter Donath, Off.=Stellv. Horſt, Vizefeldw. Heck (8
Komp.), Vizefeldw. Mohr (11. Komp.), Sergt. Schäfer (6.
Komp.), Unteroff. Hirſchhügel (2. Komp.), Unteroffizier
Moll (3. Komp.), Gefr. Schäfer (6. Komp.), Musk.
Rein=
hardt (9. Komp.), Hptm. v. Brandenſtein, Lt. Stendebach,
Oberarzt Dr. Weber, Off.=Stellv. Mehldan, Unteroff
Zimmer (7. Komp.), Musk. Rübeck (10. Komp.), Lt. Roſſi,
Lt. Klapproth, Off.=Stellv Bruder, Off.=Stellv. Keſſel,
Fahnenjunger Unteroff. Block, Gefr. Redling,
Fahnen=
junker Gefr. v. Tiedemann (8. Komp.), Musk. Gryczojan
(2. Komp.), Horniſt Schmitt III. (5. Komp.). —
Infan=
terie=Regiment Nr 118: die Leutnants Hahne,
Hohsfeld, d. R. Traub, Müller (Friedr.), Sieler,
Fre=
ſenius Röſeler und Stein: St.=Arzt Dr. Meinhardt, Aſſ.=
Arzt d. R. Dr. Stoenbeck, Aſſ.=Arzt d. R. Dr. Schad (
Hein=
rich), Aſſ.=Arzt d. R. Dr. Schad (Rud.), Lt. d. R. Diehl,
Feldw. Friedrich (10. Komp.), Vizefeldw. d. R. Kräger
(8. Komp.), Vizefeldw. Zaun (5. Komp.), Feldw. Brühl
(8. Komp.), San.=Vizefeldw. Ziegler (5. Komp.), Gefr.
Schöffel (8. Komp.), Reſ. Friedrich (6. Komp.), Musk.
Bitter (12. Komp.), Vizefeldw. Bohländer (11. Komp.),
Unteroffizier d. R. Kleinhans (9. Komp.), Musk. Czaja
(10. Komp.), Vizefeldw. Ballmann (4. Komp.), Unteroff.
d. Reſ. Stein (L). Gefr. Klein (12. Komp.).
Feldartillerie=Regiment Nr. 25: St. A.
Zöllner (J.=R. 117), Oberlt. de Brünn, die Leutnants d.
R. Freiherr Löw v. u. zu Steinfurth, Morneweg, Piſtor,
Plugge, Wachtm. Bleſſing (I. M=K. 1), Unteroff. Blume
(3.), Leutnant v. Schubert, Vizewachtm. Scheller (5.),
Unteroff. Ellinger, Lt. von Ilſemann, Vizew. Keßler (2.),
Lt. Bickel. — Feldartillerie=Regiment Nr. 614
die Leutnants Zühlsdorff, Hahn. Leutn. d. R. Thamling,
Sergt. Nicolai (1.), St.=A. Dr. Vetter (Tr.=A. 18), Oblt.
d. R. Baltzer, Kanonier Neumann, Stabs=Vet. Hamann,
Wachtm. Kilſch (3.), Lt. Heuer. Oblt. d. R.
Bockenhei=
mer, Lt. d. R. Woenckhaus, Wachtmeiſter Michel,
Vize=
wachtmeiſter Siegel, Sergt. Sperb, Sergt. Wörner, Sergt.
Merker, Vizew. Onimus — Rittm. d. R., Train=Abt.
18, Diſch, Oberlt. d. L. I. Train Müller, Oberlt. d. L.
I. Train Bäumer, Unteroffizier d. Reſ. Uhrig (Flieger=
Batl. 3). Major Frhr. v. Maſſenbach und Rittm. v.
Schroeder (Flügeladjutanten Sr. Kgl. Hoheit des
Groß=
herzogs von Heſſen). — San.=Komp. 1: Lt. d. R.
Kretſchmann (Feldartillerie=Regiment 61), O.=A. d. Reſ.
Dr. Reuter, Vizef. d. L. Hofmann, Vizef. Rudolf,
Train=
fahrer d. L. Henkel, Gefr. d. R. Baur.
Der Lazarettzug des Heſſiſchen Roten
Kreuzes.
g. Ein neues bedeutſames Werk der Kriegsfürſorge
iſt dank der Opferfreudigkeit des Heſſenvolkes vom Roten
Kreuz in überraſchend kurzer Zeit vollendet worden. Am
17. Oktober erſt wurde dem Heſſiſchen
Landesver=
einvom Roten Kreuz und dem während des Krieges
mit ihm vereinigten Alice=Frauenverein für
Krankenpflege vom Kriegsminiſterium die
Genehmi=
gung erteilt, einen ſogenannten planmäßigen
Hilfs=
lazarettzug auszurüſten, doch dank dem
Entgegen=
kommen der Eiſenbahnverwaltung und der tatkräftigen
Unterſtützung durch das hieſige Eiſenbahnwerkſtättenamt I
konnte der Zug planmäßig in der verhältnismäßig kurzen
Zeit von wenigen Wochen bis auf unweſentliche
Einzel=
heiten fertiggeſtellt werden. Es war beabſichtigt geweſen,
den Zug ſo rechtzeitig fertigzuſtellen, um ihn am
Geburts=
tage S. K. H. des Großherzogs, des allerhöchſten
Protek=
tors der beiden Landesvereine, dem Territorialdelegierten
der freiwilligen Krankenpflege für das Großherzogtum
Heſſen übergeben zu können. Dieſe Abſicht konnte denn
auch dank der unermüdlichen Tätigkeit aller Beteiligten
verwirklicht werden.
Vor der Uebergabe des Zuges war den Vertretern
der Preſſe geſtern nachmittag Gelegenheit geboten, unter
ſachverſtändiger Führung dieſes rollende Lazarett in ſeiner
ganzen Einrichtung zu beſichtigen. Der Zug führt amtlich
die Bezeichnung „Vereinslazarettzug T. 1” und
beſteht aus 31 Durchgangswagen 4. Klaſſe, 1
Durchgangs=
wagen 2. und 3. Klaſſe, 2 Gepäckwagen und 3
Heizkeſſel=
wagen, zuſammen 37 Wagen mit 79 Achſen.
Die Wagen ſind von der Kgl. Preußiſchen und Großh.
Heſ=
ſiſchen Eiſenbahnverwaltung für dieſen Zweck überwieſen
worden. Die innere Einrichtung und
Aus=
ſtattung iſt durch das Rote Kreuz erfolgt. Nach ihrer
Zweckbeſtimmung enthält der Zug: 23 Krankenwagen mit
je 12 Lagerſtätten für liegende Kranke, 1 Operations= und
Apothekenwagen, je einen Wagen für den Chefarzt und
zwei Aerzte, für den Johanniter und den Rechnungsführer,
für die vier Schweſtern und für einen Arzt und den
ge=
meinſamen Speiſeraum, 2 Wagen für das männliche
Krankenpflegerperſonal, das Wirtſchafts= und
Eiſenbahn=
perſonal, 1 Wagen als Küchenwagen. 1 Wagen als
Küchen=
beiwagen, 1 Wagen für Lebensmittelvorräte, 1 Wagen für
die Wäſchevorräte und 3 Heizkeſſelwagen. Ein Abteil eines
Krankenwagens muß zur Unterbringung von
Verbandvor=
räten und für andere Zwecke verwendet werden, ſo daß im
ganzen 272 Schwerverwundete und
Schwer=
kranke aufgenommen werden können.
Das Begleitperſonal beſteht aus: 4 Aerzten,
1 Johanniter, 1 Rechnungsführer. 4 Krankenpflegerinnen,
41 Krankenpflegern, 2 Köchen, 2 Küchenarbeitern. Für den
ärztlichen Dienſt haben ſich eine Anzahl heſſiſcher
Aerzte zur Verfügung geſtellt. Leitender Arzt iſt Dr. med.
Vogel=Heppenheim a. d. B.: mit ihm werden zunächſt
die Aerzte Sanitätsrat Dr. Markel=Darmſtadt. Dr.
Schmitt=Jugenheim a. d. B. und Dr. Bruch=Mainz
den Dienſt übernehmen. Zur Unterſtützung des leitenden
Arztes in Erledigung der Verwaltungsgeſchäfte wird der
Johanniter Freiherr v. Oetinger=Darmſtadt den
Zug begleiten. Das Amt des Rechnungsführers, dem die
Dienſtobliegenheiten eines Lazarettinſpektors zufallen, iſt
dem Großh. Reviſor Ludwig Meyer zu Darmſtadt
über=
tragen. Als Krankenpflegerinnen hat der Alice=
Frauenverein 4 ſeiner Rote Kreuz=Schweſtern zur
Ver=
fügung geſtellt. Die 41 Krankenpfleger ſind den
Heſſiſchen freiwilligen Sanitätskolonnen
vom Roten Kreuz entnommen. Zugführer iſt
Apo=
theker Oskar Krauß=Babenhauſen, Zugführer=
Stellver=
treter Kaufmann Neidlinger=Alzey. Für den
Küchen=
betrieb ſind 2 Köche und 2 Küchenarbeiter angenommen.
Der äußere Eindruck des langen Zuges iſt ein
über=
aus freundlicher, die Wagen ſind ſämtlich mit friſchem
An=
ſtrich verſehen. Eine beſonders praktiſche Einrichtung
er=
möglicht es, bequem von einem Wagen in den anderen zu
gehen. Die Uebergänge ſind oben und an den Seiten durch
waſſerdichte Leinwand geſchützt. Dieſe Einrichtung dürfte
ſich beſonders bei Schneefall bewähren. Für die nötige
Erwärmung des Zuges ſorgen drei beſonders eingerichtete
Heizwagen mit großen Keſſeln. Der Küchenwagen enthält
zwei Herdanlagen mit vier großen Keſſeln. Jeder Keſſel
wird für ſich befeuert, weil aus verſchiedenen Gründen das
Kochen mit Dampf nicht zuverläſſig genug erſchien. Auf
praktiſch eingerichteten Geſtellen befindet ſich das
Küchen=
geſchirr. In beſonderen Wagen werden größere Vorräte
an Lebensmitteln und Wäſche mitgeführt. Für die
Ein=
richtung des Küchenwagens war verhältnismäßig wenig
Zeit, da man urſprünglich in dem Zuge einen
Küchen=
wagen und Speiſewagen der Schlafwagengeſellſchaft
mit=
führen wollte. Inzwiſchen hatte ſich aber herausgeſtellt,
daß das Mitführen von vierachſigen Wagen beim Bremſen
Unzuträglichkeiten ergab, weshalb man ſich ſchnell zur
Ein=
richtung eines Küchenwagens entſchließen mußte.
Die Aufenthaltsräume für die Aerzte uſw. ſind
eben=
falls bei kleinem Raume äußerſt praktiſch und bequem
ein=
gerichtet. Ein beſonders „verſchwenderiſch” ausgeſtatteter
Raum mit freundlichen Gardinen und einem großen Tiſch
bildet das „Kaſino” Für die Aerzte iſt je ein abgeteilter
Schlaf= und Aufenthaltsraum vorgeſehen. Den
Sanitäts=
mannſchaften winkt in übereinanderſtehenden Betten — 12
in einem Wagen — erquickender Schlummer nach
ange=
ſtrengtem Tag= oder Nachtdienſt. Freundlich und
zweck=
entſprechend iſt auch der Apothekenwagen eingerichtet,
auch ein heller Verbandwagen, in dem auch Operationen
vorgenommen werden können, iſt im Zuge. Bei der
Ein=
richtung der Wagen für die Verwundeten hat man alle
bisher gemachten Erfahrungen berückſichtigt. Auf Grund
der Erfahrungen hat man auch davon abgeſehen, die
Trag=
bahren, wie es ſonſt üblich iſt, auſzuhängen. Es ſind an
beiden Längsſeiten des Wagens Eiſengeſtelle angebracht,
die auf ſtarken ausprobierten Federn ſtehen. Auf dieſe
Geſtelle werden die Bahren, je zwei übereinander, derart
gehängt, daß ein ſeitliches Schwanken faſt gar nicht
mög=
lich iſt. Die Stampfbewegungen des Wagens mildern die
den Ständern eingefügten Federn und auch die Elaſtizität
der Bahren ſelbſt. Ueber jeder Bahre iſt ein Handgriff,
mit deſſen Hilfe der Verwundete ſich aufrichten kann. Die
Bahren ſelbſt ſind genau nach Vorſchrift, der Verwundete
vird darauf feſtgebunden. Praktiſch iſt ein an der Bahre
anzuſchraubendes Tiſchchen. Eine ſehr ſinnreiche Einrich=
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 25. November:
Feſtvorſtellung.
Zum erſten Male:
Die Marketenderin.
Eine deutſche Spieloper in 2 Aufzügen von Robert Miſch.
Muſik von Engelbert Humperdinck.
W-l. Zur Feier des Geburtstags unſeres Großherzogs
fand heute abend Feſtvorſtellung bei feſtlich beleuchtetem und
gut beſuchtem Hauſe ſtatt. Die Großherzogin wohnte mit
ihrer Schweſter, der Prinzeſſin Dorothea zuStolberg=
Werni=
gerode, der Vorſtellung bei. Als die Großherzogin die
Hofloge betrat, brachte Herr Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing ein dreimaliges Hoch auf unſeren im Felde
wei=
lenden geliebten Landesherrn aus, worauf die
National=
hymne geſpielt wurde, die das Publikum ſtehend
an=
hörte.
Die Vorſtellung wurde mit einem von dem
Textdich=
ter der Oper verfaßten und von Herrn Baumeiſter in
der Uniform ſeiner Rolle als Gneiſenau geſprochenen
Prolog eröffnet, in dem in flammenden Worten der
ſicheren Zuverſicht auf den Sieg unſerer eiſernen
Legio=
nen und vor allem dem brennenden Haß gegen das
falſche England mit ſeinem „kalt berechnenden
Krämer=
verſtand” deſſen „Weltmacht” wir das Grab ſchaufeln
werden, Ausdruck gegeben wird.
Die zweiaktige Spieloper von Humperdinck „Die
Marketenderin” iſt ein gefälliges, auf den
patrio=
tiſchen Grundton abgeſtimmtes, muſikaliſch ſich mehr dem
Operettenſtil näherndes Werk vorwiegend heiteren
Cha=
rakters, für deſſen Handlung die Ereigniſſe des Winters
1813, und der Vormarſch Blüchers über den Rhein gegen
die Franzoſen den Hintergrund abgeben. Es iſt
begreif=
lich, daß ſich in dieſen Ereigniſſen vor 100 Jahren
viel=
fache Anklänge an die gegenwärtige Zeit finden und von
den Künſtlern noch vieles hinzugetan wird, um die
Gegen=
wartsbedeutung der Oper zu erhöhen; ebenſo begreiflich
iſt es, daß dieſe Anklänge und Anſpielungen ein
beſon=
ders empfängliches und dankbares Publikum finden.
In der Handlung ſpielt die Liebesgeſchichte der
Mar=
ketenderin aus dem Elſaß, die in Blüchers Hauptquartier
kommt, um ihren gefangenen Liebſten zu ſuchen, ihn aber,
nachdem ſie ihn wiedergefunden hat, wieder verliert und
einen anderen nimmt, nicht einmal die Hauptrolle; das
Ganze iſt mehr ein heiteres Bild aus dem
Soldaten=
leben, in deſſen Mittelpunkte die Figur des Marſchall
Vorwärts als des Vertreters des Freiheitsgedankens und
des Haſſes gegen die Fremdherrſchaft ſteht. Die
Hand=
lung iſt flott und lebendig und bedingt den Erfolg der
Oper mindeſtens ebenſo ſehr, wie die Muſik, die ſich ganz
in dem Stile der leichten Spieloper bewegt.
Der Komponiſt iſt von dem Stil der Operette nicht
unbeeinflußt geblieben, ſinkt aber nicht zur Trivialität
und Seichtheit herab. Die Geſangsnummern bilden
Soli, Duette und vereinzelt Terzette und Enſembles.
Jene werden von dem Koch des Hauptquartiers Jean
(Herr Globerger), der Marketenderin (Frau Beling=
Schäfer), und dem Feldwebel (Herr Schützendorf)
geſungen. Die beſten Nummern ſind die Duette des erſten
Aktes, bei denen auch die veredelte Form des Tanzes
nicht verſchmäht wird, das letzte Duett und das
Schluß=
enſemble des zweiten Aktes. Ob das Couplet des Herrn
Schützendorf im 2. Akte mit dem Kehrreim von dem
ma=
ſuriſchen See auch muſikaliſch als Einlage zu bewerten iſt,
entzieht ſich unſerer Kenntnis.
Trotz des leichten Stils ſind die Geſangsnummern
nicht immer leicht zu ſingen, da ſie den Stimmen nichk
immer bequem liegen. Die drei Geſangspartien wurden
von Herrn Globerger, Frau Beling=Schäfer
und Herrn Schützendorf gut geſungen, nur hätte man
gern mehr verſtanden. Am beſten gefiel uns und am
ſchänſten geſungen wurde das letzte Duett zwiſchen Herrn
Globerger und Frau Beling=Schäfer, das auch muſikaliſch
am originellſten iſt. Im Dialog fiel Herrn
Schützen=
dorf als Feldwebel Borſch, dem Luſtſpiel=Typus des
deutſchen Unteroffiziers, eine beſonders dankbare
Auf=
gabe zu, der er ſich mit Behagen und Humor unterzog
Die Rolle des Blücher, neben der vorgenannten die
dank=
barſte, ſpielte Herr Heinz, die anderen Rollen ſind
un=
tergeordneter Art.
Muſikaliſcher Leiter der Aufführung war Herr
Hof=
kapellmeiſter Ottenheimer, ſzeniſcher Leiter Herr
Re=
aiſſeur Nowack. Die von den Herren Kempin und
Schwerdtfeger geſtalteten Bühnenbilder,
Winterland=
ſchaften von Höchſt und Kaub, waren ſehr hübſch und
wirkungsvoll. Nur ſchien uns im letzten Bilde das weit
im Hintergrunde liegend gedachte Städtchen dem Auge als
zu nahe gerückt.
Die heitere Stimmung, die über der ganzen
Hand=
lung liegt, teilte ſich auch dem Publikum mit, und es nahm
die Oper ſehr beifällig auf. Ein glücklicher Zufall war es,
daß nach Blüchers zündender Anſprache an die
Landwehr=
männer, die damals wie jetzt zur Verteidigung des
Va=
terlandes ausrückten, eine ſoeben eingetroffene
Sieges=
depeſche aus Ruſſiſch=Polen verleſen werden konnte, die
das Publikum mit Jubel aufnahm, worauf die
Volks=
hymne (Deutſchland. Deutſchland über alles) geſpielt
wurde, die das Publikum ſtehend mitſang. Auch die
wirkungsvolle Schlußſzene, in der die Soldaten, damals
wie heute von der weiblichen Bevölkerung begleitet und
begrüßt, ausrücken, und das Lied „Was blaſen die
Trom=
peten? Huſaren heraus!” das Motiv abgibt für den
Schlußchor, trug zu dem ſtarken Schlußerfolg der
Auffüh=
rung weſentlich bei.
Seite 6.
Nummer 326.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
tung ermöglicht es, daß in den Wagen ſtets friſche Luft
iſt, aber keine Zugluft entſteht. Der Boden der Wagen iſt
neu mit Linoleum ausgelegt.
Sämtliche Wagen des Zuges haben Dampfheizung,
Gasbeleuchtung und Lampen fur die Notbeleuchtung. In
jedem Wagen iſt ein Fäßchen Trinkwaſſer. Alle
Erfahrun=
gen wurden bei der Einrichtung des Zuges verwendet, um
ein ſegenskeiches Wirken zu ermöglichen, ſo daß die
Da=
men und Herren des Arbeitsausſchuſſes mit Genugtuung
auf ihr Werk zurückblicken können. Die Vorbereitung des
Vereinslazarettzuges lag in den Händen eines
Arbeits=
ausſchuſſes der
Krankenbeförderungs=
abteilung des Heſſiſchen Roten Kreuzes,
beſtehend aus dem Vorſitzenden dieſer Abteilung,
Mini=
ſterialrat Dr. Kratz, als Vorſitzenden; Freiherrn und
Frei=
frau v. Oetinger, Geheimen Obermedizinalrat
Pro=
feſſor Dr. Heyl, Obermedizinalrat Dr. Balſer,
Sani=
tätsrat Dr. Markel, Prof. Dr. Eigenbrodt, Baurat
Prof. Knapp, Hauptmann à la suite Lotheißen,
Ko=
lonnenführer=Stellvertreter Vogel. Bei ſeiner Arbeit
wurde der Ausſchuß durch die Materialienabteilung des
Roten Kreuzes, beſonders deren ſtellvertretenden
Vorſitzen=
den, Stadtverordneten Stemmer, und die Hilfsdamen
des Roten Kreuz=Depots, ſowie durch die Vorſteherin des
Alice=Hoſpitals unterſtützt. Ganz beſonders gefördert
wurde die Einrichtung des Zuges durch das
Eiſenbahn=
werkſtättenamt I Darmſtadt unter der Leitung des
Groß=
herzoglichen Regierungsbaumeiſters Betz und der
tatkräf=
tigen Mitwirkung des mit der Leitung der Ausführung der
Arbeiten beauftragten Betriebsingenieurs Klopfer.
Geſtern nachmittag um 4 Uhr beſichtigte Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin eingehend den Lazarettzug und
ſprach ſich wiederholt anerkennend über die zweckmäßige
Einrichtung aus. Der Vorſitzende des Landesvereines
vom Roten Kreuz übergab ſodann namens der beiden
Ver=
eine dem Territorialdelegierten der freiwilligen
Kranken=
pflege für das Großherzogtum Heſſen, dem Herrn Miniſter
von Hombergk zu Vach, den Vereinslazarettzug, der den
beiden Vereinen den wärmſten Dank und die Hoffnung
ausſprach, der Zug möge ſeinen ſegensreichen Zweck in
vollem Maße erfüllen.
Der Zug iſt beſtimmt, Verwundete vom Schlachtfeld in
die Lazarette zu fahren. Die Einrichtung des Zuges hat
mehr als 60000 Mark gekoſtet. Er wird am 1. Dezember
der Heeresverwaltung übergeben werden. Heute wird
eine Probefahrt mit dem Zug unternommen und am
Frei=
tag und Samstag wird er in den Werkſtätten nochmals
einer genauen Prüfung unterzogen werden. Sonntag und
Montag wird der Allgemeinheit Gelegenheit gegeben
ſein, den Zug und ſeine Einrichtung zu
beſich=
tigen. Ort und Zeit wird noch bekannt gegeben werden.
Das erhobene Eintrittsgeld ſoll für den
La=
zarettzug verwendet werden.
* Traiſa, 24. Nov. (Der Odenwaldklub) hielt
am Dienstag eine Verſammlung bei Gaſtwirt
Schee=
rer ab. Es wurde beſchloſſen, den ganzen Kaſſenbeſtand
ſeinen draußen auf dem Felde ſtehenden Klubbrüdern zu
Geſchenken für Weihnachten zu opfern.
Offenbach, 24. Nov. (Die neuerrichtete
Ar=
beitswerkſtätte für arbeitsloſe Frauen
und Mädchen) iſt nunmehr in Betrieb genommen
wor=
den. Es werden dort bereits mehrere hundert Frauen
und Mädchen beſchäftigt. In der Hauptſache werden
Mili=
tärſachen, wie Hemden, Wollſachen u. dgl. angefertigt, die
von den eingeſtellten Arbeiterinnen, die in Offenbach
an=
ſäſſig und bereits das 16. Lebensjahr überſchritten haben
müſſen, nach kurzer Anlernung zu Hauſe angefertigt
wer=
den. Die Akkordlöhne ſind ſo bemeſſen, daß unter
Feſt=
legung eines Höchſtſatzes die Betreffenden ihren
Lebens=
unterhalt beſtreiten können. Die Maßnahme der
Feſt=
ſetzung des Höchſtverdienſtes wurde deswegen getroffen,
damit möglichſt viele Beſchäftigung erhalten können. Zur
Beſchaffung der erforderlichen Materialien wurden
ſtädti=
ſcherſeits 10000 Mark einſtweilen zur Verfügung geſtellt.
Die Zahl der arbeitsloſen weiblichen Arbeiterinnen beträgt
zurzeit 3000.
Wald=Michelbach, 24. Nov. (Vom Roten Kreuz.)
Unter dem Vorſitze des Geheimrates von Hahn=
Heppen=
heim fand eine gemeinſchaftliche Sitzung der
Vereine vom Roten Kreuz des Bezirkes
Heppen=
heim im nahen Weinheim ſtatt. Erſchienen waren
Vertre=
ter der Gemeinden Wald=Michelbach, Fürth, Birkenau,
Affolterbach, Lampertheim und Hirſchhorn. Den
Haupt=
gegenſtand der Tagesordnung bildete die Verſendung von
Weihnachtspaketen für unſere Truppen im Feld.
Reich und Ausland.
Hof (Bayern), 25. Nov. (Verhafteter
Mör=
der.) Der Doppelmörder Steger, der in Jodlitz am 19.
ds. zwei Frauen ermordet hat, iſt in Niederkotzen in der
Wohnung ſeiner Mutter verhaftet worden.
Hameln, 25. Nov. (Autounfall.) Geſtern abend
würde der Garniſonverwaltungs=Inſpektor Keul, der
mit drei anderen Herren in einem Automobil nach
Han=
nover fuhr, infolge einer ſcharfen Wendung aus dem
Automobil herausgeſchleudert und ſo ſchwer
verletzt, daß er kurz darauf verſchied. Die drei
an=
deren Herren ſind mit leichteren Verletzungen
davonge=
kommen.
Königsberg i. Pr., 25. Nov. (Verurteilter
Kriegsverräter.) Das Kommandanturgericht
Ra=
ſtenberg verurteilte den Händler Julius Barth aus
Für=
ſtenau wegen Kriegsverrats zu zehn Jahren Zuchthaus.
Memel, 25. Nov. (Der Dampferverkehr auf
dem Kuriſchen Haff) in Oſtpreußen wurde infolge
der Eisverhältniſſe ab heute eingeſtellt.
Landwirtſchaftliches.
Abgabe von ausrangierten
Militär=
pferden uſw. Samstag, 28. ds. Mts., vorm. 9½ Uhr,
werden auf dem Pferdemarktplatz in Darmſtadt
ca, 50 ausrangierte Pferde darunter viele
belgiſche Beutefohlen im Alter von 1—2½
Jah=
ren, durch die Landwirtſchaftskammer verſteigert.
Zur Verſteigerung werden nur Landwirte zugelaſſen, die
ſich verpflichten, die Pferde in ihrem Betriebe zu
verwen=
den, und ſie während der Kriegszeit nicht zu verkaufen.
Die Verſteigerung erfolgt gegen Barzahlung.
Dienstag, den 1. Dezember, vormittags 10 Uhr, findet
in Zabern eine Verſteigerung von Pferden des
Etappen=
pferdedepots daſelbſt an Landwirte ſtatt. Beſcheinigung
wegen Zulaſſung zu dieſer Verſteigerung erteilt die
Landwirtſchaftskammer Darmſtadt für die Landwirte des
Großherzogtums auf Anfordern. Die Geſuche um
Er=
teilung dieſer Beſcheinigung müſſen von der
Bürgermei=
ſterei des Antragsſtellers mit dem Vermerk verſehen ſein.
daß letzterer Landwirt und die Pferde für ſeinen eigenen
Betrieb benötigt.
H. Frankfurt a. M., 25. Nov. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkte war bedeutende Nachfrage
für Weizen und Roggen, wobei letzterer kaum offeriert
wurde. Die Mühlen kommen jetzt in größere
Schwierig=
keiten wegen der unbefriedigenden Getreideverſorgung
Hafer und Futtergerſte iſt in nur geringem Verkehr. — An
der Berliner Produktenbörſe blieb Getreide ſehr
ruhig, da die Zufuhren ganz geringfügig und auch das
An=
gebot unbedeutend war.
Die Höchſtpreiſe, zu welchem die verſchiedenen
Getreide=
ſorten gehandelt wurden, ſind: Weizen, hieſiger,
27,50 M.; Roggen, hieſiger, 23,50 M.; Gerſte, hieſige
und Pfälzer (nicht ſchwerer als 68 Kilo) 22 M., Gerſte
über 68 Kilo 24,50—25,— M.; Weizenmehl Nr. 0 (ab
Mühle) 41 M., Weizenbrotmehl 37,50 M.;
Roggen=
mehl (durchgemahlen) 33,50 (alles per Kaſſa mit 1
Pro=
zent Skonto); Weizenſchalen 14,50 M.;
Weizen=
futtermehl 20 M.; Weizenkleie 14,25 M.;
Rog=
genkleie 14,50 M. Brutto für Netto, frei Bahn, Mühle
prompte netto Kaſſa.
Sächſiſcher Landtag.
* Dresden, 25. Nov. Der ſächſiſche
Land=
tag trat heute vormittag zu einer
außerordent=
lichen Tagung zuſammen, die durch den
Vorſitzen=
den des Miniſterrates, Kultusminiſter Beck, namens
des Königs mit einer Rede eröffnet wurde. Der Miniſter
führte aus, der außerordentliche Landtag trete zu einem
Zeitpunkt zuſammen, wo Deutſchland in ungeahnter Kraft
ſein ſcharfes Schwert zur Abwehr heimtückiſcher
Ueber=
fälle einer ganzen Welt von Feinden erhob, die es auf
ſeine Vernichtung abgeſehen. Die faſt übermenſchliche
Aufgabe von ebenſo tiefem Ernſte wie weltgeſchichtlicher
Größe, vor die ſich das Vaterland plötzlich geſtellt ſah.
fand, Gott ſei Dank, ein großes Geſchlecht, ein einiges
Volk von Brüdern, bereit zu jedem Opfer an Gut und
Blut. Nicht als Ambos für andere Nationen, wie die
Feinde ſich dachten, ſondern zu ihrem Schrecken als
Ham=
mer von kerndeutſchem Stahl, von deſſen wuchtigen
Schlägen bald die Tore Europas erzitterten, nahm das
Volk den Kampf entſchloſſen auf. Dankbar gedachte der
Miniſter des Herrn der Heerſcharen und der genialen
Heeresleitung. Neben den Ruhmestaten des Heeres
ſtrahlt helleuchtend die Opferbereitſchaft der Bevölkerung.
Er ſei beauftragt, dem Lande hierfür den wärmſten
kö=
niglichen Dank zu übermitteln. Der Miniſter ging dann
auf die einzelnen, dem Landtage gemachten Vorlagen
ein, von denen die bedeutſamſte dazu beſtimmt iſt, für
die mit dem Kriege zuſammenhängenden Erforderniſſe des
Staatshaushaltes die ſtändiſchen
Kreditbedürf=
tiſſe zu bewilligen und durch welche das
Finanzmini=
ſterium ermächtigt werden ſoll, die Barbeſtände der
Fi=
nanzhauptkaſſe um 200 Millionen Mark zu
ver=
ſtärken. Der Miniſter ſchloß: Die Staatsregierung iſt mit
Ihnen in dem unerſchütterlichen Entſchluß eins, im
Be=
wußtſein unſerer unbeugſamen Stärke mit allen Kräften
durchzuhalten, bis wir die Feinde niedergerungen und
einen, den ungeheuren Opfern und vergoſſenen Tränen
werten Frieden errungen haben. Stürmiſcher Beifall
unterbrach die Rede wiederholt. Der Miniſter erklärte
den außerordentlichen Landtag für eröffnet. Beide
Kammern des Landtages nahmen die
Regierungs=
vorlagen einſtimmig ohne Debatte an. In
der feierlichen Schlußſitzung, drückte Staatsminiſter
Beck in einer von vaterländiſchem Geiſte durchwehten Rede
den königlichen Dank für die einmütige Bewilligung der
geforderten Mittel aus, worauf er den außerordentlichen
Landtag für geſchloſſen erklärte.
Literariſches.
— Kriegskarte als Feldpoſtbrief. Auf Grund
amtl. Materials bearbeitet von Julius Hans Forkel.
Genehmigt vom ſtellv. Generalkommando, Druck und
Verlag von C. Rembold=Heilbronn, Preis nur 30 Pf.,
in Partien billiger. So ſinnig wie das Ganze entworfen
und angeordnet iſt, iſt auch die vom Verleger getroffene
Einrichtung, wonach jeder Neudruck der Karte auf leichte
Weiſe dem Stand der neueſten Kriegsereigniſſe angepaßt
werden kann.
— Frommanns Karte vom Großherzoatum
Heſſen mit Berückſichtigung der anarenzenden Länder.
31. bis auf die Neuzeit ergänzte Auflage. Mit Anhang:
Verzeichnis ſämtlicher Gemeinden Heſſens mit
Einwoh=
nerzahl und Angabe ihrer Zugehörigkeit zu den einzelnen
Provinzen, Kreiſen und Amtsgerichten, ſowie Angabe
der Poſt=und Eiſenbahnlinien. Preis M. 2.—,
aufge=
zogen auf Leinwand: mit Holzrollen M. 3.60, in Karton
M. 3.60. Verlag von Emil Roth in Gießen 1914. Die
altbewährte Frommannſche Karte des Großherzogtums
Heſſen liegt nun bereits in 31. Auflage vor. Der beſte
Beweis dafür, daß ſie Behörden und Beamten, Offizieren,
Geſchäftsinhabern und Reiſenden noch immer als
zuver=
läſſigſtes und unentbehrliches Orientierungsmittel dient.
Eine weſentliche Bereicherung hat dieſe Karte durch den
Anhang, enthaltend das genaue Ortsverzeichnis mit
An=
gabe der Einwohnerzahl nach der neueſten Zählung und
mit den wichtigſten Zugehörigkeitsbezeichnungen, erfahren.
Der frühere Preis von M. 3. — iſt bei der neuen Auflage
auf nur M. 2. — bemeſſen.
Der Krieg.
Vom weſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Turin, 25. Nov. Nach der Gazette del Popola
beſchießen die Deutſchen ſeit dem 3. November
täglich ſechs Stunden Bethune. Die Bevölkerung iſt
geflüchtet.
* Amſterdam, 25. Nov. Telegraph meldet aus
Sluits: Das Unwetter und ein heftiges Schneewehen
machte die Operationen an der Küſte geſtern
unmöglich. Es war geſtern kein Kanonendonner
ver=
nehmbar. Die Grenze zwiſchen Belgien und Seeländiſch=
Flandern iſt nach wie vor ſtreng geſchloſſen. Deutſcher
Landſturm bewacht die Grenze. Bei Ypern hat ſich
nichts geändert. Der Froſt hat aufgehört und
der Boden iſt wieder in Moraſt verwandelt, um ſo
mehr, als es in der letzten Zeit faſt täglich geſchneit hatte.
Bei Rouſſelaire herrſcht Ruhe. Die
Truppen=
bewegungen nach der Front und die Ankunft
Verwunde=
ter dauert fort. Die Laufgräben der feindlichen Armeen
ſind an einigen Stellen nur 50 Meter voneinander entfernt,
man hört in den Laufgräben vielfach die feindlichen
Sol=
daten ſprechen. Die Soldaten haben unter dem Waſſer
viel zu leiden.
* Amſterdam, 25. Nov. Handelsblad meldet aus
London: Daily Chronicle berichtet aus Nordfrankrerich,
daß die engliſch=franzöſiſchen Armeen ſeit 48 Stun=
den von den Deutſchen mit ſtarker Macht auf
der ganzen Front von Ypern bis nach
Lom=
bartzyde angegriffen werden. Die Schlacht
gleicht dem Umfange und der Intenſität nach den
Schlach=
ten an der Marne und der Yſer. Die Deutſchen begannen
die Kämpfe mit großen Verſtärkungen und
neuen Kanonen. Die franzöſiſche und britiſche Armee
handle in direkter Kooperation. Die ſchwerſten
Ge=
ſchütze ſind in Aktion. Die engliſche Artillerie wies
bisher jede Bewegung der Deutſchen zurück. (Nach dieſer
Meldung machen unſere Truppen erneute Angriffe mit
verſtärkter Macht auf der ganzen Front. Wenn die
Eng=
länder derartige Meldungen hinausgeben, geſchah es
zu=
meiſt, um auf den eigenen Rückzug vorzubereiten.
Viel=
leicht iſt jetzt der Erfolg der deutſchen Angriffe nicht mehr
fern. D. Red.)
Eine Anſprache des Königs von Württemberg.
* Stuttgart, 25. Nov. Bei der heutigen
Trup=
penvereidigung richtete der König vor der Kirche
eine Anſprache an die Truppen. Er wies darauf hin,
daß es ihm ein Bedürfnis geweſen ſei, an dieſem
wich=
tigen Tage in der Mitte ſeiner Soldaten zu erſcheinen,
die die herrliche Aufgabe erwarte, einzuſtehen für den
Schutz und die Sicherheit unſeres geliebten Vaterlandes.
Er ſei ſicher, daß jeder ſeine Pflicht tun werde bis zum
letzten Atemzug. Er empfehle alle dem Schutz des
Aller=
höchſten, der unſerem von allen Seiten ſo ſchwer
bedräng=
ten Vaterlande den Sieg und einen dauernden Frieden
gewähren möge. Mit einem herzlichen „Gott befohlen!“
und einem dreifachen Hurra auf das Vaterland und den
Oberſten Kriegsherrn ſchloß der König. Generalleutnant
v. Scharpff erwiderte mit einem Hurra auf den König.
Unſere Kreuzer in Tätigkeit.
* London, 25. Nov. Die Times meldet aus
Montevideo: Der Dampfer „Sierra Cordoba” iſt
heute mit den Paſſagieren und der Beſatzung des
Houl=
derdampfers „Lavorentiona” und der
franzöſi=
ſchen Barke „Unione” hier eingetroffen; die Dampfer.
wurden vom deutſchen Kreuzer „Kronprinz
Wil=
helm” erbeutet und verſenkt, der erſtere am 7.
No=
vember, 270 Meilen nordöſtlich von den Loboeinſeln, der
letztere am 28. Oktober, 34 Grad ſüdlich und 52 Grad
weſt=
ich von Paris. Paſſagiere und Mannſchaft wurden auf
den „Sierra Cordoba” gebracht, der den Kreuzer begleitete.
Der Kapitän und 3 Mann der „Unione” weigerten ſich, die
Erklärung zu unterzeichnen, und mußten auf dem
Kreu=
zer zurückbleiben; alle anderen hatten die Erklärung
unter=
ſchrieben.
Die Rieſenarbeit der Feldpoſt.
* Berlin, 25. Nov. (Amtlich.) In der vergangenen
Woche, wo Feldpoſtbriefe bis zu 500 Gramm zugelaſſen
waren, wurden in der Berliner
Feldpoſtſam=
melſtelle täglich durchſchnittlich 812500 Briefe und
Karten, 70000 Zeitungsbündchen (Langholzſendungen),
478 500 Briefpäckchen, zuſammen alſo rund 1½
Mil=
lionen Sendungen bearbeitet: Außer in Berlin ſind
noch 20 Feldpoſtſammelſtellen in Deutſchland in Tätigkeit.
Die Behandlung der deutſchen Gefangenen
in Frankreich.
* Paris 24. Nov. Ein Leitartikel des Petit
Jour=
nal fordert die franzöſiſche Landbevölkerung auf, die mit
der Landarbeit beſchäftigten deutſchen
Kriegs=
gefangenen nicht zu beläſtigen und nicht zu
verhöh=
nen. Die Landbevölkerung ſolle ſich ſagen, daß jene zum
nationalen Wohlſtand beitrügen. Auch ſolle ſie
beden=
ken, daß nach den Urteilen von Neutralen die
Behand=
lung der Franzoſen in Deutſchland gut ſei.
Erfolge unſerer Verbündeten
in Ruſſiſch=Polen und Galizien.
29000 Gefangene in Ruſſiſch=Polen.
* Wien, 25. Nov. Amtlich wird
verlaut=
bart: 25. November, mittags. Das gewaltige
Ringen in Ruſſiſch=Polen dauert fort.
Bis=
her machten uuſere Truppen in dieſer
Schlacht 29000 Gefangene und
er=
beuteten 49 Maſchinengewehre, ſowie
viel ſonſtiges Kriegsmaterial.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
von Höfer, Generalmajor.
* Köln, 25. Nov. Die Köln. Ztg. meldet aus Peſt.
von geſtern: Die öſterreichiſch=ungariſchen Truppen waren
geſtern in den Karpathen in der Offenſive.
Sie ſchlugen eine Abteilung der eingedrungenen Ruſſen
empfindlich, die fluchtartig den Rückzug antraten. An
einer anderen Stelle ließen die Ruſſen 500 Tote
zu=
rück. Es zeigt ſich, daß die Ruſſen in die Falle gingen.
Unſere in den Bergen aufgeſtellte Artillerie beſchoß die
ein=
dringenden Ruſſen von zwei Seiten, wobei ein
Bajonett=
angriff folgte. Die Ruſſen hatten viele Tote und
Ver=
wundete.
* Peſt, 25. Nov. Nach Informationen eines
Mit=
glieds der Regierungspartei wurden die in das Komitat
Ung eingebrochenen ruſſiſchen Truppen
zurückgeworf en. Nach einem für ſie verluſtreichen
Gefechte befinden ſie ſich bereits wieder auf dem Rückzug
nach der Landesgrenze. Untergeordnete ruſſiſche
Kräfte ſtehen im Komitat Zemplin, doch iſt gegen dieſe
bereits eine energiſche Aktion im Zuge.
* Peſt, 25. Nov. Die Blättermeldung, daß die in das
Komitat Ung eingebrochenen Ruſſen
zurückgewor=
fen wurden, wird beſtätigt. Auch im Komitat
Zemplin wurde der Feind zum
Rückzuggezwun=
gen. Das Betriebsmaterial der in jener Gegend
ge=
räumten Bahnſtationen wurde zurückerobert.
* Wien, 25. Nov. Wie einer offiziöſen
Korreſpon=
denz aus der Bukowina berichtet wird, fanden dort ſehr
zahlreich beſuchte Verſammlungen ukrainiſcher
Huzulenſchützen ſtatt, in denen unter Kundgabe der
größten Begeiſterung für die Armee der Beſchluß gefaßt
wurde, unter dem Befehl der in der Bukowina tätigen
Truvvenkommandos in eigenen militäriſchen Formationen
an der Verteidigung des nationalen
Bo=
dens teilzunehmen.
Die Kämpfe in Serbien.
* Wien, 25. Nov. Vom ſüdlichen
Kriegs=
ſchauplatz wird amtlich gemeldet: 25. November.
Un=
ſere Truppen haben unter ſchweren Kämpfen die
ver=
ſumpfte Kolubara=Niederung
überſchrit=
ten und bereits überall im Angriffe auf die öſtlichen
Höhen Raum gewonnen. Mehrere heftige
Gegen=
angriffe der feindlichen Reſerven wurden unter
großen Verluſten des Gegners
abgewie=
ſen. — Zahlreiche Gefangene und Ueber
läufer. — Südöſtlich Valjewo haben unſere
Truppen die ſchneebdeckten Kämme des Maljen und
Su=
vobor kämpfend überſchritten. Dort wurden geſtern
neuer=
dings 10 Offiziere und über 300 Mann gefangen
ge=
nommen und drei Maſchinengewehre
er=
beutet.
Die öſterreichiſch=ungariſche
Kriegsanleihe.
* Peſt, 25. Nov. Dem Peſter Lloyd zufolge
über=
ſteigt das Endergebnis der Zeichnung auf die
unga=
riſche Kriegsanleihe unter Berückſichtigung der von
den Zeichnungsſtellen in der Provinz eingetroffenen
Be=
richte eine Milliarde Kronen.
* Wien, 25. Nov. Die Blätter ſtellen mit großer
Ge=
nugtuung feſt, daß der alle Erwartungen
über=
treffende glänzende Erfolg der
Kriegs=
anleihe einen finanziellen Sieg Oeſterreich=Ungarns
be=
deute, der nicht nur den Beweis für die vaterländiſche
Opferwilligkeit der geſamten Bevölkerung der Monarchie
erbracht hat, ſondern auch Zeugnis ablege für die
volks=
wirtſchaftliche Tragfähigkeit des Landes. — In der Neuen
Freien Preſſe beſpricht der Vizegouverneur der
Poſtſpar=
kaſſe, Leth, den großen Erfolg der
Kriegs=
anleihe und nennt das Zeichnungsergebnis ein
Be=
lenntnis zum Kaiſer, zur Armee und zum Vaterlande. Wer
dieſen Zulauf der Kleinſten, Mittleren und Großen geſehen
habe, wer beobachten durfte, wie jeder im Rahmen ſeines
Beſitzes mithelfen wollte, dem Staate die Mittel zur
Kriegführung zu geben, dem ſei es beſchieden geweſen, eines
der größten Ereigniſſe überhaupt und den gewiß größten
finanzpolitiſchen Erfolg in Oeſterreich=Ungarn erleben und
mitgenießen zu dürfen.
Portugal mobiliſiert.
* London, 25. Nov. Das Reuterſche Bureau
mel=
det aus Liſſabon vom 24. ds. Mts.: Nachdem der
Miniſterpräſident vor den Angeordneten und Senatoren
eine Erklärung abgegeben hatte, nahm der Kongr=eß
einſtimmig einen Geſetzentwurf an, durch welchen die
Re=
gierung ermächtigt wird, auf Grund des
Bünd=
niſſes mit England in dem gegenwärtigen
inter=
nationalen Konflikt in einer Weiſe zu
intervenie=
nieren, welche ihr als die geeignetſte erſcheint. Die
Regierung wird ferner ermächtigt, die hierzu
erforder=
lichen Maßregeln zu ergreifen. Nach Mitteilungen
der Preſſe wird ein Erlaß, durch welchen eine
teil=
weiſe Mobiliſierung verfügt wird, morgen oder
übermorgen erſcheinen. Zugleich wird der
Kriegsmini=
ſter einen Aufruf an das Land richten.
Die Haltung Rumäniens.
* Bukareſt 25. Nov. In der geſtern von der
Na=
tionalen Aktion einberufenen Verſammlung wurde
folgendes beſchloſſen: Die Bürger der Hauptſtadt
begrü=
ßen begeiſtert die Kämpfer der Tripelentente, die ſich für
das Recht und den Triumph des Nationalitätenprinzips
opfern. Sie drücken ihre Bewunderung für das tapfere
ſerbiſche Volk aus, mit welchem das rumäniſche Volk
ſoli=
dariſch die Beſchleunigung der Aktion zur Verwirklichung
der nationalen Ideale wünſche. — Der offiziöſe
Viito=
rul ſchreibt zu der geſtrigen Verſammlung der
Nationa=
len Aktion: Dieſes gemiſchte Publikum
veran=
ſtaltete geraume Zeit in widerſprechender Weiſe
Kund=
gebungen. Es war peinlich, zu ſehen, wie die Haltung
des rumäniſchen Staats in einer Atmoſphäre des
Skandals und der Beſchimpfung erörtert
wurde, mit einer Nebelhaftigkeit und Leerheit, welche die
meiſterhafte Mache des Politikaſters Filipescus beweiſen.
Seine elende politiſche Handlungsweiſe
verfolgt nicht eingeſtandene Zwecke und verwandelt die
große nationale Frage in eine Maskerade, weil es zu
den kleinlichen Zwecken ſeiner inneren Politik paßt.
Der türkiſche Krieg.
Amtliche türkiſche Berichte.
* Konſtantinopel 25. Nov. Ein amtlicher
Be=
richt des Hauptquartiers beſagt: Nach den Kämpfen
an der Küſte bei Baſſora (am perſiſchen
Meer=
buſen) am 19. Nov., die ſehr große Verluſte an Toten
und Verwundeten auf engliſcher Seite koſteten, erhielt
der Feind Verſtärkungen und rückte unter dem Schutze
des Feuers von Kanonenbooten langſam den Fluß
entlang vor. Unſere Truppen erwarten den Feind
in einer neuen Stellung, wo deſſen Kanonen und Schiffe
ihm nicht beiſtehen können.
Das Schiff „Nilufer” iſt infolge eines Unglücksfalles
bei Kila untergegangen.
Von den anderen Kriegsſchauplätzen
lie=
gen heute keine Nachrichten vor.
„Nilufer” iſt ein kleines Fahrzeug von 209 Tonnen
das der Kriegsmarine als Minenleger dient. Es ſoll
auf eine Unterſeemine, die vor einem bulgariſchen Hafen
ſich losgeriſſen hat, aufgelaufen ſein.
* Konſtantinopel, 25. Nov. Amtlicher Bericht
des Hauptquartiers: Die Fortdauer des ſchlechten
Wet=
ters an der kaukaſiſchen Grenze hält für den Augenblick
unſere Bewegung in der gebirgigen Gegend auf, auch
die Ruſſen halten ihre Grenzſtellungen. Unſere Truppen,
die in der Gegend des Tſchorrokh eingedrungen
wa=
reu, haben einen neuen Sieg davongetra
gen. Sie haben Morgul beſetzt und den Tſchorrokh
in der Nähe von Burtſchika paſſiert. Wir haben dieſe
Stellung erobert und bei dieſer Beſetzung
meh=
rere Schnellfeuergeſchütze, eine Ambulanz mit
allem Zubehör, zwei Autos und 100 Zugpferde,
Artil=
leriemunition, ſowie eine Menge Dynamit erbeutet.
Zuſammentritt des türkiſchen Parlaments.
* Konſtantinopel, 24. Nov. Das
Parla=
ment wird in der dritten Dezemberwoche eröffnet
werden.
Aus den Kolonien.
* London, 25. Nov. Das Preſſebureau meldet,
daß die Verbündeten Viktoria und Buea in
Kame=
run beſetzt haben. (Beſtätigung bleibt abzuwarten.)
Letzte Nachrichten.
* Genf, 25. Nov. Profeſſor Claparede hielt ge
ſtern keine Vorleſung. Zwei ausländiſche Studenten, die
vorgeſtern das Kolleg beſucht hatten, haben ſich nunmehr
mit der übrigen Studentenſchaft ſolidariſch erklärt. Die
Studenten beſchloſſen, beim Rektorat einen Proteſt
einzu=
reichen.
* Bukareſt, 25. Nov. Der öſterreichiſche Geſandte Graf
Czernyhat heute nachmittag dem König ſein
Beglau=
bigungsſchreiben überreicht.
Wetterbericht.
Mitteleuropa liegt in der ſüdlichen Randzone der
ziemlich kräftigen nördlichen Depreſſion. Bei ſüdweſtlichen
ozeaniſchen Winden werden uns die einzelnen Randwirbel
dieſer Depreſſion unbeſtändiges, etwas wärmeres Wetter
und Niederſchläge bringen.
Wetterausſichten für Donnerstag: Meiſt bedeckt,
zeitweiſe Niederſchläge, etwas wärmer, ſüdweſtliche Winde.
Verluſtliſte (aus Nr. 83 und 84).
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 221, Darmſtadt.
I. und II. Bataillon.
Aubers vom 27. bis 29. und 30. 10., und Fromelles am
31. 10. und 1. 11. 14.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Feldw.=Ltn. Heinrich Arnold,
Klein=Umſtadt, vw.
2. Kompagnie: Erſ.=Reſ. Heinrich Sattler
Offenbach a. M., vw.
4, Kompagnie: Feldw. Heinrich Karl Hamel,
Darmſtadt, lv.
Maſchinengewehr=Zug: U.=O. d. R. Richard
Bolla, Gießen, lv.; Reſ. Michael Knürr, Neuſtadt a. S.
lv.; Reſ. Adam Firſching, Opferbaum, lv.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Freiw. Karl Dittmar,
Pfifflig=
heim, lv.; Freiw. Irenius Reimund, Worms, lv.;
Freiw. Ewald Pahl, Hamburg, lv.; Erſ.=Reſ. Robert
Thomas, Heidelberg, lv.; Freiw. Adam Rühl,
Metten=
heim, lv.; U.=O. Johann Hartmann, Worms, lv.; Erſ.=
Reſ. Philipp Nagel, Viernheim, lv.; Erſ.=Reſ. Nikolaus
Schutt, Weinsheim, lv.; Freiw. Ludwig Rauh, Worms
lv.; Krankentr. Paul Spieß, Dieburg, gef.
6. Kompagnie: U.=O. Johann Krebs, Hamm,
ſchv.; Freiw. Heinrich Kuhlbach, Oſthofen, lv.: Erſ.=Reſ.
Heinrich Schindel, Frieſenheim, lv.; Erſ.=Reſ. Heinrich
Heß, Worms, lv.; Erſ.=Reſ. Wilhelm Uhl, Biblis, lv.;
Freiw. Jakob Schmitt, Heppenheim, lv.
7. Kompagnie: Oberltn. Adam Tienz,
Offen=
bach a. M., gef.; Ltu. Friedrich Breidenbent, Worms,
gef.; Erſ.=Reſ. Heinrich Fröhlich, Offenbach a. M., lv.;
Erſ.=Reſ. Wilhelm Peter Heckmann, Untermoſſau, lv.;
Erſ.=Reſ. Leonhard Rodenhauſen, König, lv.; Freiw.
Karl Bayer, Alzey, lv.; Erſ.=Reſ. Ludwig Undner,
Niederbeyen, lv.; Freiw. Eugen Behr, Worms, lv.; Erſ.
Reſ. Georg Feldner, Oehringen, lv.; Wehrm. Heinrich
Grünewald, Geiſenberg, lv.: Erſ.=Reſ. Wilhelm
Pe=
terſohn, Worms, lv.: Erſ.=Reſ. Paul Jäſchke,
Lau=
ban, gef.
8. Kompagnie: U.=O. Emil Müller,
Wallert=
heim, lv.; Freiw. Wilhelm Hahn, Elberfeld, lv.; Freiw.
Heinz v. Kenntz. Bottrop, lv.; Freiw. Heinrich Blödel,
Dahlheim, lv.: Erſ.=Reſ. Heinrich Bichler, Michelſtadt,
lv.; Erſ.=Reſ. Johann Böhm. Gadernheim, lv.: Erſ.=Reſ.
Peter Ahlheim, Schwanheim, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 118.
II. Bataillon, Erbach.
La Hoſſoie vom 20. bis 25. 10. 14.
5. Kompagnie: Hptm. Fritz Quade, Raſtatt, gef.;
Off.=Stellv. Max Lehmann, Merſeburg, gef.; Vizef.
Heinrich Roos, Roßdorf, vw.: Gefr. Karl Mathes,
Freilaubersheim, gef.; Reſ. Peter Reuter, Hetſchbach,
vw.; Reſ. Johannes Verſt, Lützelwiebelsbach, vw.; Reſ.
Adam Ludebühl, Rothenberg, vw.; Reſ. Wilhelm
Schwöbel, Günterfürſt, vw.; Reſ. Georg Leopold,
Michelſtadt, vw.; Reſ. Johannes Heid, Gumbersberg,
vw.; Reſ. Johann Georg Weidmann, Erbach, vw.;
Reſ. Adam Edelmann, Ober=Finkenbach, vw.;
Wehr=
mann Adam Bauer, Oppenheim, vw.; Wehrm. Tobias
Ebert, Mainz, vw.; Wehrm. Georg Philipp Weber
Oftersheim, pw.; Wehrm. Karl Selbert, Worms, vw.;
Wehrm. Jakob Hoffmann, Pfeddersheim, vw.; Reſ.
Adam Schäfer, Bullau, vm.; Reſ. Wilhelm
Gieben=
hain, Lauerbach, vm.
7. Kompagnie: Oberltn. Mittermaier,
Offen=
bach, gef.: Vizef. Georg Willi Babylon, Viernheim,
gef.; U.=O. Robert Thiol, Hirſchhorn, gef.; U.=O.
Hein=
rich Adler, Viernheim, vw.; Reſ. Franz Hönig,
Viern=
heim, gef.; Reſ. Auguſt Trautmann, Erbach, gef.; Reſ.
Johannes Klemm, Viernheim, gef.; Reſ. Jakob Kiß,
Viernheim, gef.; Reſ. Heinrich Ripper, Rohrbach, gef.;
Reſ. Jak. Weinz, Offſtein, gef.; Gefr. Wieland,
Viern=
heim, vw.; Gefr. Joſef Roämer, Beerfelden, vw.; Gefr.
Michael Klein, Fürth, vw.; Gefr. Rudolf Heiſt, Ober=
Kainsbach, vw.; Gefr. Wenzel Dörfler, Mitlechtern, vw.;
Reſ. Johann Adam Lautenſchläger, Olfen, vw.; Reſ.
Johann Stürzel, Hetzbach, vw.; Reſ. Georg Wolf,
Lauten=Weſchnitz, vw.; Reſ. Andreas Schork,
Hatten=
roth, vw.; Reſ. Peter Bauveiß, Viernheim, vw.; Reſ.
Martin Mitſch, Hambach, vw.; Gefr. Peter Traut
mann, Hammelbach, vw.; Reſ. Joſef Homig,
Breiten=
brunn, vw.; Reſ. Jakob Röſer, Siefersheim, vw.; Reſ.
Ludwig Heilmann, Hetzbach, vw.; Reſ. Jakob Lang,
Viernheim, vw.; Reſ. Jakob Stark, Wald=Uebersheim,
vw.; Wehrm. Joſef Willenweber, Worms, vw.; Reſ
Johann Reißdorf, Trier, vw.; Reſ. Johannes Lang
Hirſchhorn, vw.; Reſ. Joh. Bauer, Hammelbach, vw.;
Reſ. Georg Nik. Bauer, Viernheim, vw.; Reſ. Georg
Schauf, Hillersheim, vw.
8. Kompagnie: Ltn. Otto Meyer, vw.; Feldw.
Walter Schulz, Sorau, vw.; U.=O. Karl Jacob,
Rim=
bach, vw.; U.=O. Leonhard Martin, Unter=
Schönmatten=
weg, vw.; U.=O. Johann Spatz, Steinbuch, vw.;
Wehr=
mann Albert Weybrecht, Wimpfen, vw.: Wehrm.
Jo=
hann Schmitt. Birkenau, gef.; Wehrm. Philipp Mitſch,
Heppenheim, gef.; Wehrm. Philipp Wirth, Siefershein
vw.: Gefr. Ludwig Heeb, Ober=Saulheim, vw.; Gefr.
Jakob Wilhelm, Nierſtein, vm.; Gefr. Philipp
Kai=
ſer, Weinsheim, vw.; Gefr. Karl Borger, Mettenheim,
vm.; Wehrm. Georg Kiefer, Horchheim, vm.; Wehrm.
Wilhelm Böhm, Heppenheim, vw.; Wehrm. Johann
Schneider, Heppenheim, vm.; Wehrm. Leonhard
We=
ber, Michelſtadt, vm.; Gefr. Georg Schneider,
Michel=
ſtadt, gef.; Wehrm. Michael Vay, Schöllenbach, vw.;
Wehrm. Anton Lammer, Neckarſteinach, vm.; Wehrm.
Jakob Raab, Gau=Köngernheim, vm.; Wehrm. Ludwig
Kaltſchmidt, Rohrbach, vw.; Wehrm. Georg
Zech=
mann, Biberbach, vw.; Wehrm. Johann Uhl,
Herns=
heim, vm.; Wehrm. Adam Münd, Waldmichelbach, vw.;
Wehrm. Ludwig Sommerlad, Beuern, vw.: Gefr.
Heinrich Claus, Nieder=Florſtadt, vm.; Wehrm. Peter
Kling, Heppenheim, vw.; Wehrm. Nikolaus Krämer,
Affolternbach, gef.; Wehrm. Ludwig Maier, Wimpfen,
vw.; Gefr. Lorenz Reinhard, Unter=Scharbach, gef.;
Wehrm. Otto Noe, Einbach, vm.; Reſ. Peter Knapp,
Mörlenbach, vw.; Reſ. Simon Dietrich, Nieder=
Liebers=
bach, vw.; Franz Mitſch, Dienſtgrad nicht angegeben,
Heppenheim, gef.
Garde=Dragoner=Regiment Nr. 23, Darmſtadt.
Erquinghem am 11., Berthen am 11. und 13., Moorslede
am 17., Neupégliſe am 21. und Kruiſeik vom 21. bis
29. 10. 14.
Stab: Ltn., vermutlich d. R., Karl Auguſt Heinrich
Joachim Ernſt v. Michael, Schönhauſen, lv.
2. Eskadron: Fahnj. U.=O. Eberhard Degener,
Metz, gef. am 25. 10. 14, beerdigt in Kruiſeik; Fahnj. U.=O.
Hans Joachim v. Rexroth, Saarbrücken, ſchv.; Drag.
Heinrich Schrimpf, Schlechtenwegen, gef. am 26. 10. 14,
beerdigt in Kruiſeik; Gefr. Karl Luley, Darmſtadt, ſchv.;
Drag. Heinrich Kunz, Butzbach, ſchv.; Reſ. Adam
Mül=
ler, König, gef. am 28. 10. 14, beerdigt in Kruiſeik.
Eskadron: Ltn. Ernſt Heinrich Prinz zu
Stol=
berg=Roßla, Roßla a. Harz, ſchv.; Off.=Stellv.
Vizewacht=
meiſter Eduard Henry Finke, Bremen, ſchv.; Drag. Peter
Kaiſer, Hauſen, lv. und vm.; Drag. Auguſt Kempf,
Offenbach, vm.; Drag. Heinrich Meſſinger, Mainz, vm.;
Drag. Karl Gaiſert, Oetzbach, lv. und vm.; Gefr. Ernſt
Aſchener, Elberfeld, lv.; Gefr. Johann Velde,
Alten=
ſchließ, Lauterbach, lv.; Gefr. Karl Albrecht I.,
Dittels=
heim, lv.; Drag. Friedrich Schmidt III., Kreuznach, lv.;
Drag. Chriſtian Limper, Büdingen, lv.; Serg. Tromp.
Emil Braatz, Wiesbaden, gef. am 25. 10. 14, beerdigt in
Kruiſeik; Serg. Tromp. Otto Tornow, Schönbeck, lv.;
Serg. Heinrich Wieneſſen, Grebenſtein, lv., bei der
Truppe; U.=O. Wilhelm Heckmann, Unter=Moſſau, gef.
am 25. 10. 14, beerdigt in Kruiſeik; Drag. Wilhelm
Affe=
mann, Darmſtadt, gef. am 25. 10. 14, beerdigt in Kruiſerk;
Drag. Philipp Thorn, Bensheim, gef. am 25. 10. 14,
be=
erdigt in Kruiſeik; Gefr. Auguſt Reuter, Hainhauſen,
lv.; Drag. Georg Weiß, Kaichen, lv.; Drag. Karl Zorn,
Amöneburg, lv.; Drag. Friedrich Stumpf, Muſchenheim,
lv.; Drag. Johannes Herch, Bad Dürkheim, lv.; Drag.
Hermann Lämmle, Eberhardzell, lv.; Drag. Georg
Schweikhardt, Ingelheim, lv.; Drag. Karl Vonhof,
Traiſa, lv.; Drag. Ludwig Weigel, Ober=Ramſtadt, ſchv.;
Drag. Joſef Gerlach, Nieder=Marsberg, lv.; Drag.
Se=
baſtian Lukas. Mainz, lv., bei der Truppe; Drag.
Ri=
chard Golm, Malterhauſen, lv., bei der Truppe: Drag.
Joſef Görg, Montabaur, lv., bei der Truppe.
4. Eskadron: Ltn. Viktor Wolrad Friedrich Adolf
Wilhelm Albert Prinz zu Waldeck und
Pry=
mont D., Arolſen, gef.; U.=O. Heinrich Litzius,
Dotz=
heim, vm.; U.=O. Eduard Krömmelbein, Büdingen,
lv.; U.=O. Karl Hermann Zimmermann, Neudorf,
ſchv.; Drag. Georg Deibert, Erzhauſen, vm.: Drag
Philipp Preiß, Wolfskehlen, durch Unfall verletzt; Drag.
Heinrich Capeller, Gießen, lv.; Drag. Johann Eder,
Wallertheim, lv: Drag. Georg Guth, Wörrſtadr, durch
Unfall verletzt: Drag. Johann Brenner, Oſthofen,
ge=
fallen am 25. 10. 14, beerdigt in Kruiſeik; U.=O. Otto
Lu=
ders. Hamburg, gef. am 25. 10. 14, beerdigt in Kruiſeik;
Reſ. Peter Adler, Kloſter Schönau, lv.; Drag. Valentin
Weſtenberger, Koſtheim, lv.; Drag. Gg. Bayer II.,
Mainz, ſchv.; Drag. Karl Weitzel, Darmſtadt, gef. am
27. 10. 14, beerdigt in Kruiſeik; Drag. Kurt Scherfius,
Mainz, lv.; Drag. Johann Euler, Freienſteinau, lv.;
Drag. Friedrich Meinhardt, Darmſtadt, lv.; U.=O
Hans Stephan, Rhein=Dürkheim, ſchv.; Drag. Gregor
Leiſt, Wertha, lv.; Drag. Otto Vogel, Mittweida, lv.;
Drag. Georg Roß, Beedenkirchen, vm.: Drag. Johann
Glanzer, Eich, vm.
5. Eskadron: Ltn. Roger du Bois de
Duni=
lac, Neuchätel, lv.; U.=O. Friedrich Schubert,
Heidel=
berg, lv.; U.=O. Adam Eichhorn, Ober=Burbach, lv.;
Drag. Adam Strohmenger, Bensheim, lv., bei der
Truppe; Drag. Otto Lunkert gen. Sils, Altgruland,
gef. am 21. 10. 14, beerdigt in Kruiſeik: Drag. Hermann
Narz, Herbſtein, gef. am 21. 10.‟14 bei Kruiſeik, beerdigt
in Menin; Drag. Heinrich Göbel, Bochum, ſchv.; Drag.
Johann Georg Geiß, gef. am 22. 10. 14, beerdigt in
Krui=
ſeik; Drag. Jak. Jung, Leeheim, gef. am 23. 10. 14,
be=
erdigt in Kruiſeik: Drag.. Wilhelm Rodenhäuſer,
Worms, gef. am 23. 10. 14, beerdigt in Kruiſeik: Drag.
Ernſt Koch, Offenbach a. M., lv.; Drag. Adolf Braun,
Ladenburg, lv.; Drag. Geora Schäfer III., Mainz, lv.;
Drag. Gottfried Bürger, Dieburg, durch Unfall verletzt;
Serg. Franz Pieper, Storkow=Abbau, ſchv.; U.=O. Franz
Haas, Gau=Bickelheim, lv.; Reſ. Walter Johann
Dori=
wat, Hamburg, lv.: Drag. Peter Engel, Bonn, lv.;
Drag. Guſtav Bannat, Hattingen, lv.: Drag. Georg
Leonhardt. Laubenheim, lv.; Drag. Wilhelm Heinrich
Pfeiffer, Offenbach a. M., gef. am 28. 10. 14, beerdigt
in Kruiſeik: Drag. Anton Henger, Schwandorf, lv.;
Drag. Johannes Freudenberger, Ludwigshafen, lv.;
Drag. Heinrich Altmannsberger, Gießen, lv., bei der
Truppe; Drag. Heinrich Rohmann, Haingrund, vm.
Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24, Darmſtadt.
Menin am 19., America bei Werwieg vom 21. bis 23.
und Kruiſeik vom 24. bis 29. 10. 14.
Leib=Eskadron: Drag. Ludwig Schmidt,
Wimpfen, gef.; Drag. Heinrich Becker, Mannheim, ſchv.;
Drag. Karl Eiling, Haſſerode, lv.
2. Eskadron: Rittmeiſter Otto Graf v.
Königs=
marck, Oberlesnitz, lv.; Oberltn. d. R. Alfred Andreae
Frankfurt a. M., gef.; Ltn. Walter v. Iſſendorff
Bockenheim=Frankfurt a. M., lv., tut Dienſt; Ltn. Friedrich
Riedeſel Frhr. zu Eiſenbach, Darmſtadt, lv.; Ltn.
d. R. Franz v. Reden, Arnsberg, lv.; Fähnr. Wolf Frhr.
v. Malſen=Ponickau, München, ſchv.; Serg. Heinrich
Stiebing, Oberjoſſa, lv.; U.=O. Philipp Löſch,
Hof=
heim, lv.; Drag. Johann Eidenmüller, Affhöllerbach,
gef.; Drag. Peter Schrodt, Kronberg, gef.; Reſ. Gottlieb
Hauſer, Frommeren, lv.; Reſ. Karl Saame, Idſtein,
lv.; Drag. Johann Brand. Wies=Oppenheim, ſchv.; Drag.
Georg Kiefer, Friedelsheim, ſchv.; Drag. Ed. Litzau,
Kappeln=Neufeld, lv.: U. D. Karl Strack, Ruppertsburg,
gef.; Drag. Hans v. Bomsdorff, Berlin, lv.; Drag.
Kurt Pöthig, Hartha, lv.; Serg. Ant. Müller, Fulda,
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
Nummer 326,
geſ.; Drag. Joham Köhl, Oberoden, geſ. Drag.
Leon=
hard Trautmann, Ober=Kainsbach, ſchv.
4. Eskadron: Rittm. Theodor Gr. v. Limburg=
Stirum, Haag, lv.; Ltn. Max v. Eichhof, Menoux,
lv.; Vizewachtm. Konrad Göhriſch, Worms, lv.; U.=O.
Auguſt Hoock, Lengfeld, ſchv.; U.=O. Ferdinand Kolb,
Herborn, lv.; Drag. Jakob Jaeger, Mainz, lv.; Drag.
Franz Knapp, Dieburg, lv.; Drag. Friedrich Pfaff,
Kirchheimbolanden, lv.; Drag. Adam Fiſchſchneider,
Münſter, gef.; Gefr. d. R. Konrad Katzenmaier,
Ga=
dernheim, lv.; Drag. Georg Remge, Ueberau, lv.
5. Eskadron: Ltn. Werner Châlons, Mainz,
ſchv.; Serg. Auguſt v. Landenberg, Mainz, ſchv.; U.=O.
Guſtav Wolf, Utphe, gef.; U.=O. Juſtus Lämmer,
Gie=
ßen, lv.; U.=O. d. R. Georg Spatz, Klein=Umſtadt, gef.;
Einj.=Freiw. U.=O. Karl Holzſcherer, Hatten, lv.;
Dra=
goner Jakob Döbert, Bieber, gef.; Gefr. Heinrich Ketz,
Eſſen, lv.; Drag. Hermann Rieb, Nidda, ſchv.; Drag. Karl
Geiger, Heilbronn, gef.; Drag. Wilhelm Schäfer,
Airlenbach, geſ.; Drag. Ludwig Müller, Offenbach a. M.,
gef.; Gefr. d. R. Paul Kloos, Siegen, ſchv.; Reſ.
Hein=
rich Ohl, Neuſtadt, ſchv.; Drag. Karl Lemp, Herborn,
ſchv.; Drag. Karl Stauth, Worms, lv.; Drag. Heinrich
Spöhrer, Darmſtadt, gef.; Gefr. d. R. Wilhelm
Lö=
ſchengruber, Griesheim a. M., lv.; Gefr. d. R.
Chri=
ſtian Luley, Trebur, gef.; Reſ. Adam Sauerwein,
Langſtadt, lv.; Drag. Heinr. Mathes, Niedermodau, lv.
Gemeldet von der Nachrichten=Abteilung der 3.
Ka=
vallerie=Diviſion, ohne Angabe der Eskadron: U.=O.
Mat=
thäi, gef.; Gefr. Rehn, gef.
Landſturm=Bataillon Friedberg.
Markirch am 2. 11. 14.
3. Kompagnie: Landſt. Maximilian Nowicki,
Gettenau, vm.
Infanterie=Regiment Nr. 116, Gießen.
II. und III. Bataillon.
Anloy am 22., Ancoufourt am 22. und vom 27. bis 29.,
Autrécourt am 28. 8., Alliancelles am 6. und 7., Pagny
vom 6. bis 10., Mörlet am 17., Reims vom 16. bis 19. 9.,
Crémery am 25. und 27. 9. und Frésnois am 1. 10. 14.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: U.=O. d. R. Adalbert Köhler,
vw., in franz. Gef. in Limoges.
III. Bataillon.
10. Kompagnie: Musk. Fr. Hupp, Offſtein, vm.;
Musk. Fr. Schröder, Bensheim, vm.; Musk. Georg
Steiner, Effenheim, gef.; Reſ. O. Deibel, Wieſeck.
vm.; Gefr. Konrad Rühl, Bg.=Gmünden, vw.; Musk.
Friedrich Eick, Almeke, vw.; Reſ. Wilhelm Kornmann,
Deckenbach, vw.; Reſ. Ernſt Buchner, Merkenbach, vm.;
Reſ. Ernſt Hedrich, Edingen, vw.; Reſ. Otto Gemmer,
Schwabenrod, vm.; Gefr. Wilhelm Goubeaud,
Daub=
hauſen, vw.; Reſ. Ad. Gräb, Pfordt, vm.; Reſ. Heinrich
Harbach I., Großen=Buſeck, vw.; Wehrm. Joſ. Rinker,
Münſter, vw.; Wehrm. Jakob Roth, Nieder=Ohmen, vw.;
Reſ, Otto Schäfer III., Ober=Beſſingen, vm.; Wehrm.
Feuerbach, vm.; Reſ. Ph. Bock, Roßdorf, vm.; Wehrm.
Johann Schneider, Winkel, vw.
11. Kompagnie: U.=O. Spahn, Stockhauſen, lv.;
Reſ. Wilhelm Schmittberger, Oberlais, lv.; Gefr. d.
Reſ. Richard Böck, Oberlais, vm.; Reſ. Heinrich Timpe,
Amenungsbern, lv.; Reſ. Karl Friedrich, Stockhauſen,
lv.; Reſ. Daniel Keller, Freienſeen, vm.; Reſ. Heinrich
Steuernagel, Groß=Eichen, vm.; Reſ. Ernſt
Tröl=
ler, Groß=Eichen, gef.; Reſ. Guſtav Fink, Leuſel, lv.;
Reſ. Heinr. Rühl, Ehringshauſen, vm.; Reſ. Karl
Kör=
ber, Alten=Buſeck, lv.; Reſ. K. Balzer, Dorheim, ſchv.;
Reſ. Leonhard Blos, Mögelsdorf, vm.; Reſ. Albert
Schnautz, Frohnhauſen, lv.; Reſ. Oskar Krenzer,
Littfeld, gef.; Reſ. Emil Hain, Frohnhauſen, vm.; Reſ.
Johann Hinderthur, Kleinenberg, vm.; Wehrmann
Balzer, vm.; Wehrm. Rink, lv.; Wehrm.
Stein=
müller, lv.; Gefr. d. R. Benthaus, lv.
12. Kompagnie: Vizef. Willy v. d. Becke,
Darm=
ſtadt, gef.; Gefr. d. R. Karl Jöckel, Lanzenhain, gef.;
Gefr. d. R. Euler, Ober=Ohmen, gef.; U.=O. d. R. Guſtav
Seibert, Wieſeck, vm.; Musk. Heinrich Gebhardt,
Bürſtadt, gef.; Musk. Johann Mann, Soſſenheim, vm.;
Musk. Theodor Bildſtein, Schirrhain, vm.; Musk.
Heinrich Göbel I., Homberg, vm.; Musk. Karl Mary,
Barr, lv.; Musk. Damel Michlich, Dornhain, lv.;
Mus=
ketier Georg Vogler, Bromath, vm.; Reſ. Ernſt
Thö=
nert, Ottlinghauſen, gef.; Reſ. Nikolaus Thilges,
Heide, lv.; Reſ. Paul Bill, Gießen, gef.; Reſ. Heinrich
Frey. Wismar, vm.; Reſ. Karl Philipp. Steinberg,
vm.; Gefr. d. R. Karl Bechtold, Eichelsdorf, vm.; Gefr.
d. R. Wilhelm Mühlig, Vetzberg, vm.; Reſ. Wilhelm
Hofheinz, Manderbach, gef.; Reſ. Auguſt Sänger,
Hirzenhain, lv.; Reſ. Emil Eckhardt, Nanzenbach, vm.;
Reſ. Georg Müller,= Angenrod, lv.; Reſ. Schäfer,
Nanzenbach, vm.; Wehrm. Friedrich Aßmus, Pfungſtadt,
vm.; Wehrm. Adam Haſſenzahl. Pfungſtadt, vm.;
Wehrm. Konrad Schalch, Braunsfels, vm.; Wehrm.
Heinrich Rockel. Maar. vm.; Wehrm. Karl Helder,
Ohrdruf, vm.; Wehrm. Adam Leichtweis, Pfungſtadt,
vm.; Reſ. Heinrich Häuſer, Steinberg, lv.; Reſ. Konrad
Becker, Garbenteich, vm.; Wehrm. Georg Wenner,
Pfungſtadt, vm.
4. Garde=Regiment, Berlin.
Maſchinengewehr=Kompagnie: Reſ. Franz
Meckel, Bingen, lv., bei der Truppe.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 20.
I. Bataillon, Potsdam.
1. Kompagnie: Wehrm. Phil. Stroh,
Sprend=
lingen, t.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 35.
I. Bataillon, Brandenburg a. d. H.
2. Kompagnie: Wehrm. Friedrich Delp,
Darm=
ſtadt, vm.
Füſilier=Regiment Nr. 37, Krotoſchin, Jarotſchin.
10. Kompagnie: Füſ. Anton Kiſſel, Frei=
Wein=
heim, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 45.
I. Bataillon, Darkehmen.
2. Kompagnie: Musk. Otto Schäfer, Alsfeld, lv.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 81.
I. Bataillon, Frankfurt a. M.
1. Kompagnie: Wehrm. Jakob Knöß, Egelsbach,
t.; Wehrm. Joh. Lipp, Darmſtadt, lv.
2. Kompagnie: Gefr. Ludwig Kaus, Gießen, lv.
3. Kompagnie: Erſ.=Reſ. Friedrich Kahn,
Büdes=
heim, lv.: Wehrm. Otto Sprengel, Reichelsheim, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 87, Mainz.
8. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Friedrich Jakoby,
Mainz, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 234, Göttingen.
7. Kompagnie: Musk. Karl Bauer, Worms, vw.
8. Kompagnie: Musk. Kurt Beck, Offenbach
a. M., vm.
Pionier=Regiment Nr. 19, Straßburg i. Elſ.
Feld=Kompagnie: Vizefw. Hermann
Mar=
ſchall, Mainz, vw.
Wien, 1. Inni 1914. Ich komme nach
gewiſſenhafteſter Prüfung aller Umſtände
zu dem Schluß, daß der coffeinfreie Kaffee
Hag einen vollgültigen Erſatz, was
Ge=
ſchmack und Auregung betrifft, für den
gewöhnlichen Kaffee darſtellt, daß dabei
jedoch alle Schädlichkeiten . . durch den
Kaffeegenuß bedingt . . ausgeſchloſſen ſind.
Aus: „Aerztliche Erfahrungen mit coffeinfreiem
Kaffee” von Dr. Julius Neubauer, Arzt des K. K.
Rudolfsſpitals, Wien. Aerztliche Standeszeitung
(III,21821
„Die Heilkunde‟, Wien.
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Familiennachrichten.
des=Anzeige.
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt am
9. November auf dem Schlachtfelde in Belgien
beim Sturmangriff gegen Franzoſen und
Eng=
länder mein innigſtgeliebter, unvergeßlicher
Bräutigam, mein lieber, einziger Bruder, unſer
lieber Schwiegerſohn und Schwager
Friedrich Elske
Unteroffizier im Inf.-Regt. Nr. 105,
Inhaber des Eiſernen Kreuzes, der Friedrich
Auguſt-Medaille und des Königl. Sächſ.
St. Heinrichs-Ordens
im Alter von nahezu 25 Jahren. (*10119
Griesheim b. D., Darmſtadt, 25. Nov. 1914.
In tiefer Trauer:
Marg. Helfmann,
Elſe Elske,
Familie Helfmann,
Willy Döll,
Familie Fiſcher.
Kondolenzbeſuche dankend abgelehnt.
Todes=Anzeige.
Heute früh 10 Uhr entſchlief nach langem,
ſchwerem Leiden meine herzensgute Frau,
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
(21842
Frau Kanzleirat
Wilhelmine Wahl
geb. Elbertt.
Darmſtadt, den 25. November 1914.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Der trauernde Gatte.
Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Nov.,
nachmittags 2½ Uhr, von der Friedhofskapelle
am alten Friedhofe ſtatt. Einſegnung vorher.
Nachruf.
Unſer unermüdlicher II. Vorſitzender,
Herr Jacob Groh
iſt am 24. d. M. entſchlafen.
Seinen militäriſchen Tugenden, ſeiner
Pflicht=
erfüllung, Ordnungsliebe und Berufstreue
ver=
dankt er die Erfolge ſeines Lebens. Unſere
Vereinigung iſt ihm ſteten Dank ſchuldig für
ſein großes Intereſſe, das er an ihr nahm, und
durch ſeine unermüdliche Tätigkeit zu ihrem
Gedeihen. Wir werden ihm ein ehrendes An=
(21833
denken bewahren.
Die Vereinigung früh. Leibgardiſten Darmſtadt.
Die Mitglieder werden gebeten, möglichſt
zahl=
reich zu der Beſtattung, Donnerstag 3 Uhr, auf
dem Waldfriedhof zu erſcheinen.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Nachricht.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
tiefſchmerzliche Nachricht, daß unſere liebe,
herzensgute Schweſter, Schwägerin, Tante,
(21853
Nichte und Kuſine
Fräulein Anna Friedrich
nach kurzem, ſchwerem Leiden im vollendeten
52. Lebensjahre heute morgen ſanft verſchieden iſt.
Darmſtadt, den 25. November 1914.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen
Georg Friedrich,
Leonhard Friedrich.
Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Nov.,
nachmittags 2½ Uhr, vom Sterbehauſe
Die=
burgerſtraße 5 aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem ſchweren Verluſte meines guten Mannes,
unſeres treuſorgenden Vaters und Schwiegervaters
HerrnPeterReinhardt
ſagen wir innigſten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Lina Reinhardt, geb. Sperb.
Darmſtadt, den 25. November 1914. (21852
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme beim Heimgang meiner lieben
Frau, unſerer guten Muttter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
Frau Marie Wenzel
geb. Hahn
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn
Pfarrer Storck für ſeine tröſtende
Grab=
rede, ſowie für die vielen Blumenſpenden
unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
21850)
Jarob Wenzel.
Darmſtadt, den 26. November 1914.
Tageskalender.
Donnerstag, 26. November.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende gegen
10½ Uhr (Ab C): „Als ich noch im Flügelkleide‟.
Vaterländiſcher Abend um 8¼ Uhr im „
Kon=
kordiaſaal”
Hauptverſammlung des Vereins „Kunſtfreund” um
8½ Uhr im „Kaiſerſaal” (grünes Zimmer).
Generalverſammlung des Vereins „Zum
Feier=
abend” um 8½ Uhr im Vereinshaus.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 27. November.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im „Neuen
Schießhaus”.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Nummer 326.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
Seite 9.
Mützliche
Weinachis Geschenke
für unsere
Truppen im Felde.
I. Wasserdichte Battist-Umhänge
und Mäntel . . . . 20.− 22.−
2. Wasserdichte Battist-Umhänge
mit Kapuze
22.−
3. Wasserdichte Gummi-Umhänge
weite Form, mit
Seitennähten, in grau
und feldgrau . . . 30.− bis 45.−
4. Umhänge aus imprägniert.
Loden
45.−
5. Umhänge aus imprägniert.
Loden mit wasserdichter
Ein-
lage, weit über die Schulter
55.−
gehend und weite Form
6. Wasserdichte Gummi-Mäntel
42.−
mit langem Reitschlitz . .
7. Wasserd. seidene Westen
mitwarmem Wollfutter 10.75 bis 36.−
8. Wasserd.halbseidene
und seidene Westen 20.− 24.−
9. Reinwollene Westen
in allen Grössen, aus
dicker warmer Wolle 9.50 bis 15.−
10. Lederwesten Ia mit warmem
35.−
Wollfutter
II. Lederjoppen in brauner Farbe
45.−
mit Wollfutter .
12. Wasserdichte seideneUnter-
24,—
hosen
13. Unterhosen aus
Kameel-
haarwolle, besonders dick
36.−
und warm
14. Unterhosen aus Sämisch
Leder Ia mit warmem Woll-
45.−
futter
15. Reinwollene Flanellhemden
16.−
feldgrau
16. Wollene Trikothemden 3.— bis 7.—
17. Seidene Hemden mit Steh-
16.50
kragen
18. Halb- u. reinseidene
Kopfhauben . . . 1.50 bis 2.50
19.
20
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
En
28.
29.
30.
31
32.
33.
34.
35.
36
4.50
6.50
Schlauch-Mützen . . . .
Gestrickte reinwoll.
Hand-
schuhe mit Lederbesatz, in
feldgrau u. braun, für berittene
Truppen unentbehrlich . .
Gestrickte reinwoll.
Hand-
schuhe aus Leder mit
ange-
strickten Pulswärmern . .
Gestrickte Kameelhaar-
Unterziehhandschuhe 1,40 u. 3.−
Gestrickte reinwollene
Puls-
wärmer in allen Längen O.65—1.50
.Zanellahalstücher, feldgrau 1.20
3.75
Reinseid. Halstücher,
Zanella- und seid. Halsbinden
zum Schnallen und zum
Durchziehen . . . . 1.50 u. 2.50
Schals, reine Wolle, recht
4.25
lang und warm
Gummi-Hosenträger
in allen Preislagen O.80—4.50
Kniewärmer
reinwoll., maschinen- u.
handgestrickt . . . . 2.50—4.−
Leibbinden
Flanell, Trikot und ge-
1.50—3.50
strickt
Ohrenschützer . . . O.50—0.75
Brust- u. Rückenwärmer Ia 2.50
Zusammenlegbare Lampen
für Stearinkerzen . . . . . 5.50
Socken
in Halb- und Reinwolle O.85—2.50
Tabakspfeifen
zusammenlegbar in Etui . . 3.50
Luftkissen . . . . 6.00 u. 6.75
Schlafdecken . . . 13.50 u. 15.−
EBbestecke
dreiteilig u. mit Becher
in Etui
1.50—6.50
Lederne Kartentaschen, Landkartenschutztaschen zum
Um-
hängen und Anknüpfen, lederne Gürtel (Ersatz für
Feld-
binden), Brustbeutel, Tabaksbeutel, Stahl- und Aluminium-
Zigarren- und Zigaretten-Etuis, Feldflaschen und
Trink-
becher, Wäschsäcke, Mantelsäcke zum Anschnallen,
Brot-
beutel, Kompasse, Kilometermesser, rostfreie Sporen,
Vorschriftsmässige Offizierskoffern.
Sämtliche
Militär-Bedarfsartikel.
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Eschollbrückerstrasse 3.
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Weihnachtsgaben für eine baheriſche
Erſatz=Brigade
die unter Führung des Generalmajors Grafen von
Zech ſteht, ſollen ins Feld geſchickt werden. Alle,
die freundlichſt dazu beitragen wollen, werden gebeten,
zweckentſprechende Gaben
jeglicher Art oder auch Geld in der Wohnung der
Unterzeichneten baldmöglichſt abzugeben. Jede Gabe
iſt herzlichſt willkommen.
(*10140df
Gräfin Zech, Wilhelmstrasse 8.
Darmſtädter Conſum-,
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u. Produktions-Genoſſenſchaft.
Unſeren verehrlichen Mitgliedern teilen wir hierdurch höfl.
mit, daß es uns trotz der eminenten Schwierigkeiten gelungen iſt,
Große Auantitäten Schokolade
hereinzubekommen.
Solange Vorratreicht empfehlenwir für Feldpoſt u. Hausgebrauch
Beſte Qualität bittere „Moſt”=Schokolade . 50 Pfg.
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Block=Schokolade, 5teilig . . . Tafel 30 u. 35 Pfg.
Große Block=Schokolade
Tafel 1.00 Mk.
Große Crémier=Schokolade, beſte Qualität 1.00 Mk.
Kleine Crémier=Schokolade, beſte Qualität 50 Pfg.
la Haushalt=Schokololade in Tafein 30 u. 40 Pfg.
Feldpost-Schokoladen.
Prima Jamaika=Rum in Feldpoſt=Packung zu 50 Pfg.
Außerdem empfehlen wir als Beipackung zu Feldpoſtkiſtchen
(welch letztere wir zum Selbſtkoſtenpreis von 65 Pfg. abgeben):
Pfefferminzpaſtillen — loſe und in Rollen
Sanebrocken ½ Pfund 40 Pf., Huſten=Eutolbonbon in Paketen
und einzeln in Feldpoſtpackung.
Ferner Rum, Punsch-Essenzen, Liköre, Müsse, Lebkuchen
nur prima Qualitäten zu billigſten Preiſen.
Nur für unſere Mitglieder.
21812dfs)
Der Vorstand.
Von der Reise zurück, gestatte mir auf meine
heilmagnetischen Kuren n
aufmerksam zu machen. Bewährt bei allen Leiden nervöser Art,
luch Entkräftung durch Verwundung (raschere Heilung von
Wunden), Störung der Herztätigkeit und der Verdauungsorgane.
ferner bei Rheuma, Gicht, Ischias, Lähmungen, Schmerzen aller
Art usw.
Johanna Becker, Magnetopathin,
Darmstadt, Rossdörferstrasse 28. (21326a
Sprechzeit: Dienstag und Freitag 9—12 und 3—5 Uhr.
— Besuche auch im Hause der Patienten.
Vorzügliche Referenzen hiesiger Familien.
*brot.
Händler, welche den Vertrieb von
Kartoffelflocken Kartoffelwalzmehll
Kartoffelstärkemen!!
zu Zwecken der Brotbereitung aufnehmen wollen,
werden gebeten, sich an uns zu wenden.
Ein provisionsweiser Verkauf durch Agenten findet
nicht statt; desgleichen ist eine Uebertragung des
Alleinverkaufes für bestimmte Gegenden ausgeschlossen.
Berlin W. 9. Schellingstrasse 14—15. (21681id
Trockenkartoffel-
Verwertungs-Gesellschaft m. b. H.
Aadentie ate
der Ofiſiere des deutſchen Reichs=Ich ſiehe im Zelder
heeres und der Kaiſerlichen Marine,
Jahrg. 1881—86, 1888/90, 91 u. 98,
zuſammen für 10 Mk. zu verkaufen
Näh. in der Geſchäftsſt. (21739mdf
och- und Eßbirnen, Pfund
A8 und 10 Pfg., abzugeben
*10134
Maadalenenſtraße 2.
Für
Wer während meiner
Abweſen=
heit in meinem Geſchäft, das meine
Frau weiterführt, arbeiten läßt,
dient dem Vaterlande. (21500a
L. Menger, Tapeziermeister,
Polster- und Dekorationsgeschäft,
Bismarckſtr. 58. Telephon 1608.
Gelegenheitskauf!
Liebesgaben
an Verwundete empfehle
meine
dikoholfr. Weine
in den verſchiedenſten Preis=
(19462
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Johannes Horn
Reform=Reſtaurant
Alexanderſtraße 4, I
2 neue 3teilige Kapokmatratzen
nebſt Keil wegen Rückgang einer
Verlobung äußerſt billig zu verk.
Daſelbſt auch Anfertigung und
Aufarbeiten ſämtlicher Polſter=
und Dekorationsarbeiten bei
billigſter Berechnung. (*10110dg
Zu erfragen in der
Geſchäfts=
ſtelle dieſes Blattes.
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(Roste), N. Muster; preisw. zu vk.
21817a) Neue Irenestr. 61, 2 Tr. F.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
Nummer 326.
Höchlnriſe fir Geſreibe nd Klſt.
Die nachſtehenden Bekanntmachungen bringe ich
hier=
mit zur öffentlichen Kenntnis.
Darmadt, den 20. Noyember 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachungen.
Bekanntmachung über die Höchſtpreiſe für Getreide
und Kleie.
Vom 28. Oktober 1914.
Auf Grund von § 3 des Geſetzes, betreffend
Höchſt=
preiſe, vom 4. Auguſt 1914 (Reichs=Geſetzbl. S. 339), in
der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. Oktober 1914
(Reichs=Geſetzbl. S. 458) hat der Bundesrat folgende
Ver=
ordnung erlaſſen:
§ 1. Der Preis für die Tonne inländiſchen Roggens
darf im Großhandel nicht überſteigen in:
Mark
Mark
Aachen
Hamburg
237
228
Berlin
228
Hannoper
220
Kiek
Braunſchweig
227
226
Königsberg i. Pr. . 209
Rremen .
231
212
Leipzig
Breslau.
225
Magdeburg
Bromberg .
25
209
Mannheim:
Caſſel.
236
231
München
Cöin .
237
236
31
Poſen.
Danzig
212
Roſtock
21.
Dortmund: .
235
Saarbrücken .
Dresden. ..
22
225
57
Quisburg
Schwerin i. M. .
236
Stettin .
Emden . .
232
Erfurt
Straßburg i. Elſ. 237
229
Stuttgart
Frankfurt a. M. . 235
233
227
Gleiwitz . . . . . 218
Zwickau
§ 2. Beträgt das Gewicht des Hektoliters Roggen
mehr als 70 Kilogramm, ſo ſteigt der Höchſtpreis für jedes
volle Kilogramm um eine Mark fünfzig Pfennig.
§ 3. In den im § 1 nicht genannten Orten (
Neben=
orte) iſt der Höchſtpreis gleich dem des nächſtgelegenen im
§ 1 genannten Ortes (Hauptort).
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen
be=
ſtimmten höheren Verwaltungsbehörden können einen
niedrigeren Höchſtpreis feſtſetzen. Iſt für die Preisbildung
eines Nebenortes ein anderer als der nächſtgelegene
Hauptort beſtimmend, ſo können dieſe Behörden den
Höchſt=
preis bis zu dem für dieſen Hauptort feſtgeſetzten
Höchſt=
preis hinaufſetzen. Liegt dieſer Hauptort in einem
ande=
ren Bundesſtaate, ſo iſt die Zuſtimmung des
Reichskanz=
lers erforderlich.
§ 4. Der Höchſtpreis für die Tonne inländiſchen
Wei=
zens iſt vierzig Mark höher als der Höchſtpreis für die
Tonne Ragen (§8 1 und 9. Beträgt das Gewicht des
Hektoliters Weizen mehr als 75 Kilogramm, ſo ſteigt der
Höchſtpreis für jedes volle Kilogramm um eine Mark
fünf=
zig Pfennig.
§ 5. Der Höchſtpreis für die Tonne inländiſcher Gerſte,
deren Hektolitergewicht nicht mehr als 68 Kilogramm
be=
trägt, iſt in den preußiſchen Provinzen Schleswig=Holſtein,
Hannover und Weſtfalen, ſowie in Oldenburg,
Braun=
ſchweig, Waldeck, Schaumburg=Lippe, Lippe, Lübeck,
Bre=
men und Hamburg zehn Mark, in dem rechtsrheiniſchen
Bayern 13 Mark, anderorts fünfzehn Mark niedriger als
der Höchſtpreis für die Tonne Roggen (§§ 1 und 3).
.§ 6. Ein nach den §§ 1 bis 5 in einem Orte beſtehender
Höchſtpreis gilt für die Ware, die an dieſem Orte
abzu=
nehmen iſt.
§ 7. Als Großhundel im Sinne der §§ 1 bis 6 gilt
insbeſondere der Verkehr zwiſchen dem Erzeuger, dem
Verarbeiter und dem Händler.
§ 8. Der Preis für den Doppelzentner Roggen= oder
Weizenkleie darf beim Verkaufe durch den Herſteller
drei=
zehn Mark nicht überſteigen. Dieſe Vorſchrift gilt nicht für
Futtermehl (Bollmehl, Rand, Grießkleie und dergleichen).
§ 9. Die Höchſtpreiſe bleiben bis zum 31. Dezember
1914 unverändert, von da ab erhöhen ſie ſich am 1.
und 15. jeden Monats bei Getreide um eine Mark fünfzig
Pſennig für die Tonne, bei Kleie um 5 Pfennig für den
Doppelzentner.
§ 10. Die Höchſtpreiſe gelten für Lieferung ohne Sack
und für Barzahlung bei Empfang; wird der Kaufpreis
ge=
ſtundet, ſo dürfen bis zu zwei Prozent Jahreszinſen über
Reichsbankdiskont hinzugeſchlagen werden. Sie ſchließen
bei Getreide, aber nicht bei Kleie, die Koſten der
Ver=
ladung und des Transports bis zum Güterbahnhofe, bei
Waſſertrausport bis zur Anlegeſtelle des Schiffes oder
Kahnes des Abnahmeortes in ſich.
§ 11. Dieſe Verordnung tritt am 4. November 1914
in Kraft. Der Bundesrat beſtimmt den Zeitzunkt des
Außerkrafttretens.
Berlin, den 28. Oktober 1914
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück
Bekauntmachung über die Höchſtpreiſe für Hafer.
Vom 5. Nopember 1914.
Auf Grund von § 3 des Geſetzes, betreffend
Höchſt=
preiſe, vom 4. Auguſt 1914 (Reichs=Geſetzbl. S. 330) in der
Faſſung der Bekanntmachung vom 28. Oktober 1914
(Reichs=Geſetzbl. S. 458) hat der Bundesrat folgende
Ver=
ordnung erlaſſen:
§ 1. Der Preis für die Tonne inländiſchen Hafers
darf im Großhandel nicht überſteigen in:
Mart
Mart
Aachen
Hamburg
221
217
Berlin
Hannover
212
218
Kiel
217
Braunſchweig
216
219
Bremen .
Königsberg i. Pr. . 204
Breslau.
204
Leipzig
2 4
Magdeburg
Bromberg
206
216
Caſſel
Mannheim.
218
222
München
Cöln
221
220
Danzig
Poſen.
205
207
Roſtock
Dortmund:
223
210
Dresden
Saarbrücken
212
224
Duisburg
Schwerin i. M.
210
222
Emden .
Stettin
218
209
Erfurt
217
Straßburg i. Elſ. . 223
Frankfurt a. M. . . 221
Stuttgart
. 220
Gleiwitz
Zwickau .
. . 202
215
Der Höchſtpreis gilt nicht für Saathafer; das Nähere
beſtimmt der Bundesrat.
§ 2. In den im § 1 nicht genannten Orten (
Neben=
orte) iſt der Höchſtpreis gleich dem des nächſtgelegenen im
§ 1 genannten Ortes (Hauptort).
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen
be=
ſtimmten höheren Verwaltungsbehörden können einen
niedrigeren Höchſtpreis feſtſetzen. Iſt für die Preisbildung
eines Nebenortes ein anderer als der nächſtgelegene
Hauptort beſtimmend, ſo können dieſe Behörden den
Höchſt=
preis bis zu dem für dieſen Hauptort feſtgeſetzten
Höchſt=
preis hinaufſetzen. Liegt dieſer Hauptort in einem
ande=
ren Bundesſtaate, ſo iſt die Zuſtimmung des
Reichskanz=
lers erforderlich.
§ 3. Ein nach den §§ 1 und 2 in einem Orte
beſtehen=
der Höchſtpreis gilt für die Ware, die an dieſem Orte
ab=
zunehmen iſt.
§ 4. Als Großhandel im Sinne der §§. 1 bis 3 gilt
insbeſondere der Verkehr zwiſchen dem Erzeuger, dem
Verarbeiter und dem Händler.
§ 5. Die Höchſtpreiſe bleiben bis zum 31. Dezember
1914 unverändert, von da ab erhöhen ſie ſich am 1. und
15. jeden Monats um eine Mark fünfzig Pfennig für die
Tonne.
§ 6. Die Höchſtpreiſe gelten für Lieferung ohne Sack
und für Barzahlung bei Empfang; wird der Kaufpreis
geſtundet, ſo dürfen bis zu zwei Prozent Jahreszinſen über
Reichsbankdiskont hinzugeſchlagen werden. Sie ſchließen
die Koſten der Verladung und des Transports bis zum
Güterbahnhofe, bei Waſſertransport bis zur Anlegeſtelle
des Schiffes oder Kahnes des Abnahmeortes in ſich.
§ 7. Dieſe Verordnung tritt am 9. November 1914 in
Kraft. Der Bundesrat beſtimmt den Zeitpunkt des Außers
krafttretens.
Berlin, den 5. November 1914.
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Delbrück.
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[ ← ][ ][ → ]Nr. 120.
Donnerstag, 26. November.
1914.
Darmſtadt, den 25. November 1914.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ich empfehle Ihnen, die Aufſtellung der Rekrutierungsſtammrollen für 1915
umgehend vorzunehmen, ſodaß dieſelbe bis 1. Dezember lfd. Js. erfolgt iſt und die
Einſendung unfehlbar bis zum 15. Dezember lfd. Js. ſtattfinden kann. Dabei verweiſe
ich Sie auf die genaueſte Beachtung der ergangenen Beſtimmungen, namentlich des § 16
der Wehrordnung vom 22. November 1883 (Reg=Blatt Nr. 6s von 1901), umſomehr,
als alle nicht vorſchriftsmäßig aufgeſtellten Stammrollen zur Berichtigung und event.
vollſtändigen Umarbeitung, bzw. Neuaufſtellung zurückgegeben werden müßten.
Im weiteren wollen Sie für ſofortige ortsübliche Bekanntmachung der
Auf=
forderung Sorge tragen, daß in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember lfd. Js. nicht
allein die Militärpflichtigen des Jahrgangs 1915 (die im Jahre 1895
Ge=
borenen), ſondern auch diejenigen der Jahrgänge 1914 und 1913 (die im Jahre
1894 und 1893 Geborenen), ſowie üverhaupt alle Militärpflichtigen, welche eine
endgültige Entſcheidung über ihre Dienſtpflicht durch die Erſatzbehörden noch nicht
erhalten haben, ſich bei der Bürgermeiſterei desſenigen Orts zur Stammrolle anmelden
müſſen, an welchem ſie ihren dauernden Aufenthalt haben. Auf dieſe letztere
Beſtimmung des § 25, 2 der W.=O. wird um ſo nachdrücklicher hingewieſen, als es
ſchon häufig vorgekommen iſt, daß Miltärpflichtige aus anderen Kreiſen des
Groß=
herzogtums, obgleich ſie im diesſeitigen Bezirk ihren dauernden Aufenthaſt nicht hatten,
nur aus dem Grunde in die Stammrollen des Kreiſes eingetragen worden waren,
weil ſie ſich hier zu ſtellen wünſchten. Dies iſt nicht ſtatthaft. Sie wollen daher
An=
trägen, welche in dieſer Beziehung an Sie geſtellt werden ſollten, unter leiner Bedingung
ſtattgeben, die betreffenden Militärpflichtigen, bzw. deren Angehörige, vielmehr auf
die beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen verweiſen, ſowie darauf aufmerkſam machen,
daß Leute, weiche im diesſeitigen Kreiſe nach den geltenden Beſtimmungen nicht
geſtellungspflichtig ſind und ſich dennoch hier zur Muſterung ſtellen wöllen, zu
der=
ſelben nicht zugelaſſen werden würden und ſich die daraus dann entſtehenden Nachteile
ſelbſt zuzuſchreiben hätten.
Ebenſo iſt es unter keinen Umſtänden angängig, daß umgekehrt Militärpflichtige,
welche in Gemeinden des diesſeitigen Kreiſes dauernden Aufenthalt haben, die
An=
meldungen deshalb unterlaſſen, weil ſie ſich in ihren reſp. Heimatsgemeinden melden
wollen oder gemeldet haben, um ſich demnächſt in ihrem Heimatsbezirk zur Muſterung
ſtellen zu können. In Fällen dieſer Art, welhe Ihnen bekannt werden, ſind die
Betreffenden von Ihnen zur Meldung anzuhalten. Außerdem iſt eine von ſolchen
Militärpflichtigen ſpäterhin, vor Beginn der Muſterung, beabſichtigte Abmeldung nur
dann entgegenzunehmen wenn Sie ſich die Ueberzeugung verſchaft haben, daß
die=
ſelben tatſächlich außer Arbeit getreten ſind und den Ort verlaſſen werden.
Insbeſondere aber wäre darauf zu achten, daß
I. die Entgegennahme der Anmeldung zur Stammrolle ſeitens der nicht am Orte
der Anmeldung geborenen Militärpflichtigen ſtets abhängig zu machen iſt:
a) bei den Militärpflichtigen des jüngſten Jahrgangs (hier 1914) von Vorlage
eines Geburtsſcheins (Auszug aus dem Zivilſtandregiſter), Taufſcheine,
Heimatſcheine, Abmeldebeſcheinigungen, Arbeitsbücher, ſowie anderweite,
wenn auch von Amtsſtellen ausgefertigte Beſcheinigungen oder Mitteilungen
genügen nicht;
Zahrgänge (chier 1915, 1912 und even
früher) von Vorlage des Loſungsſcheines;
II. genaues Augenmerk auf die Rechtſchreibung der Namen der Militärpflichtigen
zu richten iſt, ſowie auch darauf, daß der Geburtsort richtig bezeichnet, und
der in Betracht kommende Verwaltungsbezirk (Kreis, Amtshauptmannſchaft,
Oberamt, Bezirksamt uſw.) zutreffend angegeben wird; bei mehreren Bornamen
iſt der Rufname zu unterſtreichen;
III. a) der hauptſächliche oder alleinige Beruf ſoweit angängig, genau zu
be=
zeichnen iſt, z. B. Bäckergeſelle, Zigarrenarbeiter, Handlungsreiſender uſw.;
b) bei Arbeitern und Taglöhnern derjenige Arbeits= oder Geſchäftszweig
anzugeben iſt, in welchem dieſelben ſändig oder meiſtens arbeiten ob in
Landwirtſchaft, bei Forſt=, Garten=, Bau=, Eiſenbahn=, Chauſſee=, Hafen=,
Kanalarbeiten uſw.);
c) derjenige Beruf einzutragen iſt, welcher ſeit Verlaſſen der Schule die
längſte Zeit hindurch ausgeübt wurde:
d) ſpeziell in Hinſicht der Sattler, Schloſſer, Schmiede, Schneider, Schuhmacher,
Wagner und Zimmerleute feſtzuſtellen wäre, ob dieſelben dieſes Gewerbe
ordnungsmäßig gelernt haben, ſowie jetzt noch betreiben:
e) bei allen denjenigen, deren Beruf dies annehmen läßt, insbeſodere aber den
in der Landwirtſchaft tätigen Militärpflichtigen durch Eintragung des
Vermerks „m. Pf.: (mit Pferden) oder go. Pf.; (ohne Pferde) in Spalte 8
erſichtlich zu machen iſt, ob dieſelben mit Pferden umzugehen verſtehen
oder nicht;
IV. bei den Namen derienigen Militärpflichtigen, von welchen ſich ein Bruder im
akripen Dienſt befindet oder ein ſolcher ſich gleichfalls bei der Muſterung
hier oder auswärts zu geſtellen hat, ein entſprechender Vermerk zu machen
iſt. Die Militärpflichtigen würden daher bei Anmeldung zu der Stammrolle
in dieſer Hinſicht zu befragen ſein;
V. bei den Namen derjenigen Militärpflichtigen, welche ſchon gerichtliche Strafen
erhalten haben, dieſe unter Angabe des betreffenden Gerichts und Datum des
Urteils einzutragen ſind, auch anzugeben iſt, ob die Strafe verbüßt iſt.
Indem ich Ihnen ſchließlich noch empfehle, bei der von Ihnen zu erlaſſenden
Aufforderung wegen Anmeldung zur Stammrolle zugleich auf die Strafen aufmerkſam
zu machen, welche nach § 25, 11 d. W.=O. denſenigen treffen, welcher die vorgeſchriebene
Meldung zur Stammrolle oder zur Berichtigung derſelben unterläßt, beauftrage ich
Sie, am Schluſſe der Stammrolle noch ausdrücklich zu beſcheinigen:
1. daß, bezw. wenn die Aufforderung, ſich zur Stammrolle anzumelden, erfolgt iſt,
2. daß die in derſelben eingetragenen, nicht im Orte geborenen Miltärpflichtigen
dort ihren dauernden Aufenthalt haben, bezw. in Arbeit ſtehen,
3. daß die in Ihren Gemeinden zuſtändigen, ſich iedoch daſelbſt nicht aufhaltenden
Militärpflichtigen angewieſen worden ſind, ſich bei der Bürgermeiſterei ihres
Aufenthaltsortes zur Stammrolle anzumelden.
Da das Muſterungsgeſchäft bereits am 2. Januar k. Js. beginnt, ſehe
ich der Vorlage der Stammrolle bis ſpäteſtens 15. k. Mts. unfehlbar entgegen.
Der Zivil=Vorſizende der Eeſatz=Kommifſton des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
21830ddo)
Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofrite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
findet ſich: 1 deutſcher Schäferhund (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag. vormittae § 10 Uhr., ſtatt
(21803
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und in den
photographiſchen Geſchäftsbetrieben an den vier
letzten Sonntagen vor Weihnachten in der Haupt=
und Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns veranlaßt, die für
die vier letzten Sonntage vor Weihnachten gültigen Vorſchriften über
die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und in den photogravhiſchen
Geſchäftsbetrieben nachſtehend zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
1. An den vier Sonntagen vor Weihnachten, dem 29. November
und dem 6., 13. und 20. Dezember I. Js., ſind als Beſchäf=
Ftigungs= und Verkaufszeiten für die folgenden
Handels=
gewerbszweige zugelaſſen:
1. für Bäcker die Zeit von vormittags 7 Uhr bis
nachmit=
tags 5 Uhr,
2. für Konditoren die Zeit von vormittags 9 Uhr bis
nach=
mittags 7 Uhr,
3. für Metzger und Fleiſchhändler die Zeit von vormittags
7 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von 3
bis 7 Uhr.
4, für Milchhändler und Molkereien die Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr,
5. für Blumenhändler die Zeit von vormittags 8 bis 9 Uhr
und von vormittags 11 bis nachmittags 7 Uhr,
6. für Verkäufer von Roheis die Zeit von vormittags
11 Uhr bis nachmittags 1 Uhr,
7. für alle übrigen Handelsgewerbszweige die Zeit von
vormittags 11 Uhr bis nachmittags 7 Uhr.
II. An den genannten Tagen darf im Photographengewerbe
ein Betrieb nur inſoweit ſtattfinden, als an ihnen eine
Be=
ſchäftigung von Arbeitern in photographiſchen Anſtalten
zuge=
laſſen iſt. Eine ſolche Beſchäftigung iſt erlaubt zum Zweck der
Aufnahme, des Kovierens und des Retuſchierens von 9 Uhr
vormittags bis 5 Uhr nachmitags.
(21820a
Darmſtadt, den 24. November 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Kriegsauskunftsſtelle für Arbeiter= und
Angeſtellten=Verſicherung.
Die Landesverſicherungsanſtalt Gr. Heſſen hat in ihrem
Ver=
waltungsgebäude Wilhelminenſtraße 34 für die Dauer des Kriegs
eine Auskunftsſtelle für Arbeiter= und Angeſtellten=Verſicherung
errichtet, in der allen im Großh. Heſſen wohnenden Kriegsteilnehmern,
ſowie deren Angehörigen und Hinterbliebenen koſtenlos
münd=
lich und ſchriftlich Auskunft in Angelegenheiten der Arbeiter=
(Kranken=, Unfall=, Invaliden= und Hinterbliebenenverſicherung) und
Angeſtelltenverſicherung erteilt wird.
(21811ddd
Darmſtadt, den 24. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Aufnahme der Viehbeſtände in Ausführung des
Reichsviehſeuchengeſetzes.
Die Liſte der hieſigen Beſitzer von Pferden und Rindvieh, die
nach den Beſtimmungen des Ausführungsgeſetzes zum
Reichsvieh=
ſeuchengeſetz und des Geſetzes über die Entſchädigung für an Maul=
und Klauenſeuche gefallenes Rindvieh beitragspflichtig ſind. liegt
vom 23. bis einſchließlich 28. ds. Mts., im Stadthaus, Zimmer
Nr. 50, offen. Einwendungen ſind ebendaſelbſt während der
Offen=
lage vorzubringen.
(21555sid
Darmſtadt, den 18. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.
von der
Kartoffelſchalen Landſturm=
Kaſerne, zu haben bei Becker,
Kirſchen=Allee 13, II. (*10121ds
aller Art werden über=
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beſorgt. Weber, Neue
Nieder=
ſtraße 11. Teleph. 837. (B21727
Steuer=Erhebung.
Das IV. Ziel der
Gemeinde=
ſtener für das Rechnungsjahr
1914 iſt bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Darmſtadt, 10. November 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (21152a
Schnell
erholen
sich Verwundete und an
Darmleiden Erkrankte,
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u. schlecht entwickelte
Kinder, wenn sie mit
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Hafermark
ernährt werden.
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Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt
Darm=
ſtadt ſind heute nachſtehende 3½prozentige Schuldverſchreibungen
auf den Inhaber durch Verloſung zur Rückzahlung berufen worden,
nämlich:
1. Rückzahlbar am 1. Februar 1915.
Buchſt. H. Abt. I über 2000 M.: Nr. 69, 81, 377, 491, 509, 583, 635,
723, 727 und 895.
„ H. „ II über 1000 Mk.: Nr. 5, 114, 139, 366, 437, 469,
473, 508, 513 und 561.
„ H. „ III über 500 Mk.: Nr. 160, 202, 239, 301, 390, 460,
612 und 674.
„ H. „ IV über 200 Mk.: Nr. 121, 262, 413, 456, 579, 634,
214 und 878.
2. Rückzahlbar am 1. Juni 1915.
Buchſt. U. Abt. I über 1000 Mk.: Nr. 62, 112, 137, 139, 163, 207,
241, 257, 271, 291, 419, 470, 576, 708, 732,
793 833, 856 und 900.
„ U. „ II über 500 Mk.: Nr. 123, 212, 251, 286, 364, 369,
455, 486, 505, 525, 541, 604, 668, 736, 738,
893, 936 und 951.
„. U. „ III über 200 Mk.: Nr. 35, 40, 71, 127, 135, 159, 230,
231, 298, 301, 306, 402, 419, 486, 565, 686,
753, 946 und 974.
3. Rückzahlbar am 1. Juli 1915.
Buchſt. K. Abt. I über 2000 Mk.: Nr. 194, 288, 304, 415, 505, 590,
598, 620, 658, 686, 701, 767, 844 und 864.
„ K. „ II über 1000 Mk.: Nr. 51, 160, 175, 314, 408, 501,
502, 516, 551, 620, 654 693, 883, 909, 951,
1014, 1 88, 1169, 1293, 1299, 1302, 1335,
1392, 1435. 1688, 1803, 1850, 1868, 1902,
1921 und 1987.
K. „ III über 500 Mk.: Nr. 233, 266, 338, 437, 536, 574,
653, 787, 790, 845, 940, 987, 988, 1042, 1069,
1148, 1169, 1182, 1210, 1233, 1301, 1312,
1360, 1364, 1376, 1527, 1613, 1800, 1883,
1927, 1947 und 1982.
„ K. „ IV über 200 Mk.: Nr. 105, 162, 172 208, 268, 363,
504, 507, 610, 711, 733, 752, 762, 776, 836
und 874.
Die Einlöſung aller Stücke geſchieht bei der Stadtkaſſe Darms
ſtadt, außerdem erfolgt die Rückzahlung der Schuldverſchreibungen;
des Anlehens Buchſtabe 11 bei der Dresdener Bank in Berlin
und deren Niederlaſſung zu Frankfurt a. M., bei der
Oldenburgiſchen Spar= und Leihbank zu Oldenburg
und bei dem Bankhauſe Ephraim Meyer & Sohn zu
Hannover:
des Anlehens Buchſtabe U bei der Bank für Handel und
Induſtrie zu Darmſtadt und Berlin und deren übrigen
Niederlaſſungen:
des Anlehens Buchſtabe K bei der Bank für Handel und
Induſtrie zu Darmſtadt und Berlin und deren übrigen
Nederlaſſungen, bei den Bankhäuſern Delbrück, Schickler
& Cie. zu Berlin, der Deutſchen Bank, Zweigſtelle
Darm=
ſtadt (vormals Ferdinand Sander zu Darmſtadt) und
Frankfurt a. M. und bei der Deutſchen Vereinsbank,
Filiale Darmſtadt.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit den oben
genannten Verfallterminen auf.
(21804df
Darmſtadt, den 23. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Zum Ankauf von vorſchriftsmäßiger
Bettwäſche und Handtüchern
für den Kaſernenhaushalt wird um ſofortige Vorlage
von Probeſtücken mit Preisangabe erſucht. (21828
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
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Nummer 326.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
Seite 13.
Der ſilberne Adoff.
Roman von Horſt Bodemer.
34)
(Nachdruck verboten.)
26, Kapitel.
Der ſilberne Adolf hatte ſich in Ruſten nicht
angemel=
het. Er hatte ſich einen Schlachtplan zurechtgelegt. Guten
Tag, liebes Onkelchen, wollte er ſagen, reg’ Dich nicht auf,
wir haben nämlich mit Dir Theater geſpielt, wie mir
lei=
der zu ſpät aufgegangen iſt, ein ziemlich unwürdiges, —
alſo Häpels Gouvernante und Deine Vorleſerin iſt meine
Braut, halt’ unſerer Jugend die Heimlichtuerei zugute —
und gibſt Du Deinen Segen, ſoll es uns herzlich freuen,
verweigerſt Du ihn, ſo zieh’n wir eben hinaus in die
weite Welt, irgendwo werden wir uns unſer täglich Brot
ſchon verdienen. Und wenn Onkelchen krätig wurde, nahm
er ſeinen Rotfuchs bei der Hand — was weiter kam,
über=
ließ er dem Schickſal — und ſeinen arbeitsfreudigen
Händen.
Von der kleinen hinterpommerſchen Bahnſtation
wan=
derte er im Morgenſonnenſchein nach dem etwa fünf
Kilometer entfernten Ruſten eine ziemlich ſteile, bewaldete
Anhöhe hinan. Tief zog er die Luft in ſeine Lungen.
Hier war Frieden. Die Bienen ſummten, Vögel
zwitſcher=
ten in den Zweigen der breitäſtigen Buchen. Ein Häher
warnte, im Unterholz raſchelte es, eine Bache mit
Friſch=
lingen überfiel den Weg. Ein Weidmann hatte ſeine helle
Freude in Hinterpommern. Im Herbſte ſchrie hier der
Hirſch, im Tauwind jagte der Fuchs die Fähe. . . Von
Zeit zu Zeit blieb er ſtehen. Das Herz klopfte ihm an
die Rippen. Die Entſcheidung nahte. Wenn er den Weg
wieder beſchritt — abwärts, dann war er entweder der
glücklichſte Menſch unter dieſer jetzt heftig brennenden
Sonne oder ein Mann, der hinauszog, um ſich mit dem
Leben herumzuſchlagen. Und wenn’s ſchon ſo war, der
Rotfuchs ging ja an ſeiner Seite! Der liebe, liebe Kerl,
ſan den er gutzunachen hatel. Da war der Grenſteln,
hier begann Ruſtenſches Land. Hoffentlich einmal ſpäter
ſein Land! Und dieſes Land ſah er heute mit ganz
an=
deren Augen an als ſonſt. Die Mundwinkel zuckten ihm
dabei. Man mußte es Häpel laſſen, er verſtand auch eine
Menge von der Forſtwirtſchaft. Der Unterſchied mit dem
Stande auf dem Nachbargute ſprang ſofort in die Augen.
Luft und Licht hatten die Kronen. Wie Rieſen ſtanden
die Buchen da, kein Stangenholz drängte ſich dazwiſchen.
Da, rechts, der ſteile Hügel war mit Fichten bepflanzt,
als er vor reichlich vier Jahren hier geweſen, war die
Schonung angelegt worden, weil Getreide dort nicht gut
gedieh, die Bewirtſchaftung ſchwer war. Onkelchen hatte
gebrummt, aber Häpel ſeinen Willen durchgeſetzt — und
das Reſultat war erfreulich, gut entwickelt hatten ſich die
jungen Stämmchen. Und bald würde das Gatter fallen,
das Wild zog ſich dann dort in die Deckung — und trat
auf Ruſtenſche Felder aus. Da kam der Weidmann auf
ſeine Koſten, wenn die Aecker auch ein bißchen
mitgenom=
men würden! Liſtig hatte Häpel mit den Augen
gezwin=
kert, zu ihm geſagt: Herr Leutnant, da hab’ ich an Sie
gedacht! Wenn Sie ſich mal in zehn Jahren dort auf
den Anſtand ſetzen, vielleicht ein weidgerechtes Frauchen
an der Seite, das wird ein Mordspläſier! Und haben Sie
einen guten Hirſch geſtreckt oder nen anſtändigen Keiler,
dann denken Sie vielleicht auch einmal ein Augenblickchen
an Häpel und erlauben ihm auf einen geringeren Hirſch
den Finger krumm zu machen. Denn hat man keine
Freude an ſeinem Beruf — und ein bißchen Abwechſelung,
iſt es Eſſig mit Oel! Ja, der Häpel! Wenn er in den
letzten Tagen an den gedacht hatte, war ihm nie
ſonder=
lich wohl zumute geweſen. Es war gar kein Zweifel,
immer hatte er es gut gemeint, aber beſſer wär’s doch
ge=
weſen für alle, er hatte ſeine Hand nicht in dieſes Spiel
geſteckt! Noch einmal zahlte er ſolches Lehrgeld nicht!
Ueber die Geſchichte mußte Gras wachſen — ſchleunigſt..
Nun hate er die Höhe ereicht, der Wald lichtete ſich. Zünf
Minuten ſpäter ſchritt er an Felder vorüber. Der Weizen
ſtand in Puppen. Er trat heran, nahm eine Aehre in die
Hand, nickte zufrieden. Er wußte, hier war der beſte
Boden von Ruſten, immerhin, beſſer war die Frucht auch
nicht beim Oekonomierat Grötzig ausgefallen, und dort
koſtete der Morgen Land hübſch ein paar Taler mehr.
Und dort die Kartoffeln! Wenig Unkraut dazwiſchen —
ſehr wenig. In den Ebereſchen, die zu beiden Seiten des
Weges ſtanden, lärmten die Spatzen, flogen hinüber nach
dem Weizen. Adolf Ruſten drohte mit der Fauſt — und
lachte dazu. Ihr verfluchtes Geſindel! Die Augen kniff
er klein. Rechts ſeitwärts waren Leute beim
Haferauf=
laden. Eine Frau zeigte mit ausgeſtreckter Hand nach
ihm, man hob einen Augenblick die Köpfe von der Arbeit.
Einer drehte ſich um, kam langſam auf ihn zu. Das war
ja Häpel! Je weiter er von ſeinen Leuten weg war, um
ſo größere Schritte machte er.
Guten Morgen, Herr Leutnant!
Guten Morgen, Herr Häpel!
Eine Pauſe entſtand, unſicher ſahen ſich die beiden
Männer an und drückten ſich die Hand. Und dann lachte
Häpel laut heraus. Aus Verlegenheit, Adolf Ruſten
merkte es. Alſo nun gleich angefangen, den Schaden
ein=
zurenken.
So geht’s nicht weiter! Deshalb bin ich gekommen!
Wir hätten das nicht tun dürfen! Gott, wir haben beide
das Beſte gewollt! Aber nun muß Schluß gemacht
wer=
den, länger dürfen wir meinen alten Onkel nicht hinters
Licht führen!
Häpel blies die Backen auf.
Gott ſei Dank, Herr Leutnant! Mir wurde auch
all=
mählich blümerant zumute! Wir haben uns wohl den
Verlauf ein bißchen anders vorgeſtellt. Ja, und nun iſt
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Reint Reiner Tiſch wird gemacht Ratütrlich nehm
ich alles auf meine Kappe!
Häpel ließ ſich nicht merken, daß er das Fleckchen
ent=
deckt hatte, wo der Zimmermann das Loch gelaſſen. Alſo
jetzt dem Herrn Leutnant die Sporen gegeben auf Teufel
komm raus.
Wenn es nur nicht zu ſpät iſt! Das Fräulein Braut
iſt nämlich gerade jetzt bei dem Herrn Rittmeiſter! Ja—a
wie bring ich’s nur am beſten heraus! Ich hab’ geſtern
verſucht, den Herrn Leutnant anzutelephonieren, der Herr
Oekonomierat hat mich abgefertigt! Verdammt kurz und
bündig. Es kann eine ſchöne Beſcherung geben!
Verfolgte Häpel einen gewiſſen Zweck, konnte er ſehr
geriſſen ſein. Die Fähigkeit hatte ſich im Laufe der Jahre
im Verkehr mit ſeinem Herrn herausgebildet. Er ſchwieg
alſo erſt einmal und behielt den Haupttrumpf noch in der
Hand. Er hatte ſich auch nicht verrechnet.
Ja, was iſt denn los? ſchrie Adolf Ruſten.
Der Herr Rittmeiſter will allen Ernſtes Fräulein
Plunk heiraten!
Einen Augenblick war der ſilberne Adolf ſprachlos.
Dann wurde er ärgerlich.
Reden Sie doch nicht ſolchen Unſinn!
Der Herr Rittmeiſter hat mir’s doch ſelbſt geſagt! Ich
kenn’ mich doch in ihm aus! Spaß war das nicht!
Und was ſagt meine Braut dazu? brüllte Adolf
Ruſten.
Weiß ich nicht! Ich hab’ ihr gar nichts geſagt! Was
ſollt ich auch ſagen? Sie können ſich doch denken, ſie iſt
in einer ſchönen Verfaſſung! Die Karte, die geſtern früh
ankam! Herr Leutnant, wie konnten Sie bloß .
Weiter kam er nicht. Denn Adolf Ruſten lief mit
Rieſenſchritten der Senke da drüben zu, aus der Rauch
aufzüngelte, aus der der breite Aufbau des „Schloſſes”
über die Bodenwellen hervorlugte.
Ernſt Häpel ſchob die weiße Schirmmütze in den
Nacken, ſteckte die Hände in die Hoſentaſchen und lachte
ſtillvergnügt in ſeinen langen, braunen Bart. So, er hatte
den Kopf aus der Schlinge, und wie der Familienkrakeel
im Herrenhauſe endigte, konnte er ſich ungefähr vorſtellen.
Zu trauter Harmonie kam es in der nächſten Stunde noch
ganz ſicher nicht. Hoffentlich nicht! Sonſt wurde nach
einem Prügeljungen geſucht, und die gegebene
Perſön=
lichkeit war natürlich er! Es war ſchon klüger, er verſchob
das Mittageſſen auf heute abend acht Uhr und vergnügte
ſich ſo lange bei der Hitze auf den Feldern. Und ein
Mit=
tagsſchläfchen im Walde war das Schlimmſte noch nicht.
27. Kapitel.
Als Brüchterloh in Königsberg den Zug verließ, trat
ein noch ſehr jung ausſehender General mit ſtarkem,
blon=
dem Schnurrbart an ihn heran. Große, kluge, blaue Augen
muſterten ihn lächelnd einen Augenblick.
Herr Brüchterloh, nicht wahr? General von Wettrin!
Laſſen wir den Menſchenſchwarm erſt etwas verlaufen,
ich habe nämlich von Fräulein Wommen einen Auftrag,
der erſt erledigt ſein muß, bevor ich Ihnen
Gaſtfreund=
ſchaft anbiete!
Erich Brüchterloh war das nur recht. Klarheit — und
dann? Mochte es kommen, wie es wollte, heute erſchienen
die Verkaufsanzeigen ſeiner Pferde, die Brücken waren
abgebrochen! Ein neues Leben begann. . .
Derer war der Dahnſeig geworden, der General
ſagte:
Nachdem geſtern nachmittag Ihr Telegramm
ange=
kommen war, hat Fräulein Wommen ſofort ihren Vater
in Hamburg antelephoniert, ich bin auf die Rechnung
neu=
gierig, eine halbe Stunde haben die beiden ſicher
mit=
einander geſprochen. Ja, Herr Brüchterloh, das Leben
beſteht aus Kompromiſſen! Na, ſchließlich hat Herr
Wom=
men Ja und Amen geſagt — unter einer Vorausſetzung!
Sie fahren ſofort mit Ihrer jungen Frau nach Schanghai,
arbeiten ſich dort in der Filiale des Senators ein, dem
jungen Hern Wommen ſcheint der Betrieb ein bißchen
über den Kopf zu wachſen — und haben Sie ſich dort die
Sporen verdient, wird ſich das weitere mit der Zeit
fin=
den! Alſo, wenn Sie einverſtanden ſind, dann werden
Sie erwartet, ſonſt wäre Ihre Rückreiſe nach Berlin das
Gegebene, der nächſte Zug fährt in einer knappen Stundel
Herr General — das wär’ gerade das, was ich mir
wünſche! Radikalkur! Und mit Taten würd’ ich danken!
Da drückte ihm Wettrin die Hand.
Ja, dann aber ſchleunigſt zu mir! Eine Braut läßt
man nicht warten! Und daß Sie ſich ungeſtört bis zum
Mittageſſen ausſprechen können, dafür wird geſorgt.
Meinen Glückwunſch, Herr Brüchterloh! Ein bißchen
ſchwierig mag Fräulein Wommen mitunter ſein, das liegt
nun mal ſo im Reiterblut! Feſter Wille und leichte Hand,
ſo nimmt man die Hinderniſſe! Das wiſſen wir beide docht!=
(Fortſetzung folgt.)
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Nummer 326.
Seite 15.
Robert Mlayer.
Zu feinem hundertſten Geburtstag, 25. November.
Von Joſeph Lößer.
(Schluß.)
Aber mit dem „mechaniſchen Wärmeäquivalent” iſt
Mayers Leiſtung nicht erſchöpft. Gehen wir davon aus,
daß ein Quantum Wärme eine beſtimmte Arbeit zu
leiſten vermag. Wie viele Wärmequellen aber gibt es!
Außer, dem gewaltigen „Zentralfeuer”, unſerer Sonne,
und den ſchon angeführten mechaniſchen Vorgängen,
na=
mentlich auch irdiſche chemiſche Prozeſſe, wozu ja als
beſonders auffällig das Verbrennen von Holz,
Stein=
kohlen, Gaſen, Oelen uſw. gehört. Da iſt ferner die
Elettrizität, welche das Kohlenbogenlicht hervorbringt,
ſo=
wie die ſonſtigen elektriſchen Lampen und Küchenapparate
„ſpeiſt”. Alle dieſe Wärmequellen müſſen daher auch
me=
chaniſche Arbeit in ganz beſtimmtem Verhältnis leiſten
können. Den Magnetismus dürfen wir hierbei neben die
Elektrizität ſtellen, da er auf elektriſchen Strömen beruht,
welche die Moleküle des magnetiſchen Körpers umkreiſen.
Verfolgen wir die Beziehungen an einer größeren,
tech=
niſchen Anlage. Dampf= oder Waſſerkraft vermag eine
Dynamomaſchine in Bewegung zu ſetzen, um
Magnetis=
mus und elektriſchen Strom zu erzeugen; der elektriſche
Strom wird weiter geleitet, gibt an der einen Stelle
Wärme und Licht ab, an anderer treibt er Elektromotoren,
die wieder Arbeitsmaſchinen, Wagen uſw. in Betrieb
ſetzen. Es iſt eine Kette von mechaniſcher Arbeit,
be=
ziehungsweiſe Wärme, Magnetismus, Elektrizität,
wie=
der Wärme, Licht und mechaniſcher Arbeit, und die
aufgewendeten Meterkilogramm kommen in den
ange=
gebenen Formen wieder zum Vorſchein. Führen wir
noch an, daß der elektriſche Strom auch chemiſche
Ver=
bindungen zu zerſetzen vermag (Galvanoplaſtik,
Herſtel=
tung von Akuminium aus Tonerde uſw), ſo haben wir
eine weitere Verwandlung der mechaniſchen Arbeit. Selbſt
ber Schall, das Tönen, iſt eine Verwandlungsform
der=
ſelben; ſie wird durch Bewegung von Körpern, Stäben,
Saiten und der Luft hervorgerufen. Beim Telephon wird
ja auch durch Sprechen, d. h. Bewegung der Mundteile,
und der Luft der elektriſche Strom beeinflußt und damit
der Schall an anderer Stelle wiedergegeben. Nun nennt
man die Arbeitsleiſtung oder auch die Fähigkeit, Arbeit
zu leiſten, wie ſie z. B. einer geſpannten Feder, einem
gehobenen Hammer, der Wärme, Elektrizität, dem
Mag=
netismus, dem Brennmaterial, den Exploſiv= und
ſonſti=
gen chemiſchen Stoffen eigen iſt, „Energie”, und hat
nach Mayer das Geſetz:
Eine Energie iſt in die andere überführbar; wir
haben es nur mit verſchiedenen Energieformen
zu tun; eine Energieform kann eine Reihe anderer
Energieſormen hervorbringen, wobei letztere der
erſten ganz gleichwertig ſind, ſo daß nichts an
Energie verloren geht.
Wendet man z. B. 1000 Meterkilogramm auf, ſo können
1000
— 2,342 Kalorien oder 1 Kalorie und
daraus
427
573 mkg Arbeit uſw. gewonnen werden. Unſere
Ermitt=
lung der Erwärmung des herabgeworfenen und
auf=
ſchlagenden Bleikörpers bedarf daher einer Berichtigung.
Beim Fallen bewegt er die Luft, er ſchlägt mit einem
„Schall” auf, erſchüttert den Boden, dringt vielleicht auch
etwas in denſelben ein, wechſelt alſo noch verſchiedene
andere Energieformen aus, ſo daß ſeine Temperatur etwas
weniger ſteigen wird, als berechnet worden iſt.
Es möge hier angeführt werden, daß 1 Kilogramm
Steinkohle beim Verbrennen durchſchnittlich 8000
Ka=
lorien entwickelt. Welch ungeheure Energiemenge iſt
hiernach in den Steinkohlenlagern aufbewahrt; ſie ſind
aufgeſpeicherte Sonnenwärme, ein relativ winziges
Teil=
chen der Energie der Sonne, welches die gewaltigen
Be=
ſtände an Farnen, Schachtelhalmen, Siegel= Schuppen=
und anderen Bäumen, aus denen die Steinkohlen
hervor=
gegangen ſind, zur Entwicklung gebracht hat. — Ein
Kilo=
gramm Dynamit erzeugt nur 1300 Wärmeeinheiten; weil
ſie aber gemäß ſeiner chemiſchen Beſtandteile ſehr raſch
entſtehen und daher die Gasteilchen ganz plötzlich
ausein=
andergetrieben werden, iſt die Zerſtörungskraft des
Dy=
namits ſo außerordentlich groß.
Wenn in einer Sekunde 75 Meterkilogramm
Ar=
beit geleiſtet werden, ſo nennt man dieſe Arbeit eine
„Pferdeſtärke‟. Dieſc entſpricht alſo der Erzeugung von
— 0,1756 Kalorien in der Sekunde. Die elektriſche
427
Stromarbeit wird nach „Watt” beſtimmt; es iſt gleich
Meterkilogramm in der Sekunde, das Kilowatt (1000
9,81
1000
Watt) alſo
— rund 102 mkg oder annähernd 1½
981
Pferdeſtärke. Mit der bekannten Kilowattſtunde (eine
Stunde — 60 X 60 — 3600 Sekunden) werden alſo 3600
X 102 mkg — 367 200 mkg — 860 Kalorien in der Stunde
hervorgebracht. Hiermit iſt der mathematiſche
Zuſam=
menhang zwiſchen den Energieformen Elektrizität,
mecha=
niſche Arbeit und Wärme gegeben.
Der Naturforſcher Helmholtz (1831—1894) hat im
Jahre 1847 die Energie=Lehre von Robert Mayer in den
Satz gekleidet:
Die Energie des Weltalls iſt konſtant.
Dies iſt das große Geſetz der Wirkung der Kräfte, die
Parallele zu dem Geſetz der Erhaltung der Materie,
wo=
nach nichts Stoffliches — auch nicht bei den verwickeltſten
chemiſchen Prozeſſen — verloren geht.
Nachdem der verehrte Leſer einen Einblick in die
For=
ſchungen von Robert Mayer gewonnen, wird ihn gewiß
intereſſieren, einiges über den ſeltſamen Lebenslauf
des=
ſelben zu erfahren. Geboren am 25. November 1814 in
Heilbronn, ſtudierte Julius Robert Mayer in Tübingen
Medizin und Naturwiſſenſchaften, hielt ſich dann zur
weite=
ren Ausbildung in München und Paris auf und begab ſich
im 26. Lebensjahre (1840) als Schiffsarzt auf einem
hol=
ländiſchen Dampfer nach Surabaya an der Nordoſtküſte
von Java. Bei Aderläſſen beobachtete er dort, daß das
Arm=Venenblut Eingeborener von hellerer Farbe iſt, als
bei uns, führte dies auf die durch das wärmere Klima
bedingte Lebensweiſe zurück und ſchloß, „daß zwiſchen
dem Nährſtoffverbrauch und der produzierten Wärme im
menſchlichen Körper ein feſter Zuſammenhang beſtehen
müſſe‟. In der Ernährungsfrage ſpielen ja jetzt die
Kalorien, welche die eingenommenen Nahrungsmittel
aus=
löſen — Umwandlung chemiſcher Energie in Energie der
Wärme — eine hervörragende Rolle. Von da zur
Er=
kenntnis, daß ein beſtimmtes Verhältnis auch zwiſchen
Wärme und mechaniſcher Arbeit gegeben ſei, war für
Mayer nur ein Schritt, und er ermittelte auch den
Zahlen=
wert dieſes Verhältniſſes noch in dem genannten Jahre.
Nach Rückkehr in ſeine Vaterſtadt bildete er ſeine
For=
ſchungen in den Jahren 1842 bis 1845 zu dem Geſetz der
Erhaltung der Energie aus; ſeine bezüglichen
Veröffent=
lichungen fanden aber, wie ſchon erwähnt, längere Zeit
keine Beachtung.
Die Verkennung der Wahrheit oder Bedeutung ſeiner
Entdeckungen, heiße Kämpfe um deren Anerkennung,
ließen ſchlummernde Anlagen zum Ausbruch geiſtiger
Störungen kommen. Schon in der Jugend war er leicht
erregt; als Student zeigte er auffällige Sonderbarkeiten,
zeitweiſe Furcht vor geiſtiger Umnachtung, die zu
Selbſt=
mordgedanken führte. Die Offenbarungen der Länder
und Meere auf der Reiſe nach Java, die Schönheiten
und Wunder der tropiſchen Landſchaft dieſes Eilandes
machten wenig Eindruck auf ihn; das wochenlang im
Hafen von Surabaya liegende Schiff ſoll er nur wenig
verlaſſen haben. Zu Hauſe, namentlich ſeit dem Jahre
1850, artete ſein Zuſtand auch in gewalttätige Handlungen
aus, Zorn= und Wutausbrüche kamen vor und er ſtürzte
ſich in einem ſchlimmen Anfall aus dem zweiten Stockwerk
herunter; den hierbei verletzten Fuß mußte er bis an das
Ende ſeines Lebens (20. März 1878) etwas nachziehen.
Seine Gattin, die er leidenſchaftlich liebte, hatte unter den
wiederkehrenden, heftigen Gemütserregungen ſchwer zu
leiden. Dazwiſchen lagen kürzere oder längere Pauſen
anſcheinend völliger Geſundheit.
Anfangs April des Jahres 1852 nahm ihn die Heil=
(Irren=)Anſtalt Kenningen bei Eßlingen,
württembergi=
ſcher Neckarkreis, auf, die er nach einigen Wochen mit der
Anſtalt in Göppingen, württembergiſcher Donaukreis,
ver=
tauſchte. Im Juli kam Robert Mayer nach der
Irren=
anſtalt Schloß Winnenthal bei Winnenden im Neckarkreis.
Namentlich während den letzten zwei Unterkommen traten
heftige Tobſuchtsanfälle mit blindem, wütendem Raſen
und Schreien auf, die mit Perioden düſterer und heiterer
Stimmung wechſelten. Im Jahre 1853 konnte er in ſein
Heim in Heilbronn zurückkehren, die völlige Geſundheit
erlangte er aber nicht wieder. Die letzten 25 Jahre ſeines
Lebens verliefen weſentlich ruhiger er konnte trotz
zeit=
weiliger Geiſtesſtörungen ſeinen Arbeiten wieder
nach=
gehen, für ſeine bahnbrechenden Entdeckungen
ſchrift=
ſtelleriſch tätig ſein, für ſie geeignet wirken und kämpfen.
Seine geſammelten Schriften gab er 1857 unter der
Be=
zeichnung „Mechanik der Wärme” in Stuttgart heraus.
In dieſem Jahre erhielt er auch den perſönlichen Adel.
Um die Behandlung ſeiner Krankheit, ihre Entſtehung
und Aeußerungen, entſpann ſich ein heftiger Streit. Sy
wenig erquicklich dieſer auch iſt, ſo zeigt er doch, welch
her=
vorragendes Intereſſe die wiſſenſchaftliche Welt ſpäter
doch an dieſer eigenartigen Größe genommen hat. Seine
unentwegten Anhänger Dühring und Oſtwald, die ſchon
eingangs genannten Gelehrten, und andere, gehen ſo
weit, ihn als ein Opfer der Irrenärzte und ſeiner Gegner
hinzuſtellen, die ihn von ſeinem Wahn, ein großes
Natur=
geſetz entdeckt zu haben, hätten heilen wollen. Dies trifft
nach neueren Veröffentlichungen glücklicherweiſe nicht zu.
Es darf angenommen werden, daß ſeine Behandlung der
Anlage zur Krankheit, ihrem Weſen, ihren
Begleiterſchei=
nungen, ſeinem Drange zu eigenartiger Betätigung und
zur Geltendmachung ihrer Ergebniſſe dem damaligen
Stand der Pfychiatrie entſprach. Mit dieſem Troſte wollen
wir heute, da im Weſten und Oſten auch die beſten
geiſti=
gen Kräfte des deutſchen Volkes kämpfen, des Mannes
gedenken, der eine Zierde deutſchen Geiſtes iſt, wegen
ver=
ſagter Anerkennung lange unverdient im Hintergrunde
blieb und noch bis zuletzt nicht ſeiner Größe entſprechend
gewürdigt worden iſt. Ehren wir ihn; er darf nach ſeinem
Schaffen und Schickſal mit Galilei verglichen werden;
hinſichtlich der Tiefe und Feinheit ſeiner Probleme
über=
trifft er noch den großen Sohn Italiens aus dem 16. und
17. Jahrhundert.
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Dr. Hermann
Frank, Lehrer
Eliſab. Haaſe)=
Gertrud. Kühl
Mary
John=
ſon
Stefanie
SteengrafeS
Wilhelmine
Müller
Charlotte
Jettchen
Uenzen
Katharina
Wachendorf
Gretchen
Wiehe
Selma Scholz
Vera Schmidt.
Eliſabeth Horn
K. Weſtermann
Käthe Gothe
Alice Hacker
Charlotte Pils
Ellen Widmann
„ Käthe Meißner
E7 2
Lulu Puppke S Hertha Hinken
—
Hoyerhagen Z8 Paula Manecke
Frieda Herbach
Jgd. Kaufmann
Alexand. Lauth
Alma Weber
Marie Schott
Auguſte, Mädchen
für alles bei
Iſolde Gutbier Minna Müller=
Hanno.
Rittmeiſter Kühl Br. Harprecht
PaulMitglied.
Gutbier des akad. Kurt Ehrle
HorſtGeſang=
Süßſtedt vereins Emil Kroczak
Erwin „Rhen=
Münſter) ania” Frz. Schneider
Jacob Katzenſteg,
Vereinsdiener der
„Rhenania” . . Adolf Jordan.
Ort der Handlung:
EinekleinedeutſcheUniverſitätsſtadt
Geſtaltung des Bühnenbildes:
Hoftheatermaler Kurt Kempin
und Maſchineriedirektor Ernſt
Schwerdtfeger.
Nach dem 2. Aufzuge längere Pauſe
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—12. Reihe
3.70 ℳ, 13.—19. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Anfang 7½ Uhr. Endegeg. 10½ Uhr
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 27. Nov. 45. Ab.=Vſt..
D 12. „Hoffmanns
Erzähl=
ungen”. Kleine Preiſe. Anfang
7 Uhr.
Samstag, 28. Novbr. Außer
Abonnement. Volkskonzert
zu Volksvorſtellungspreiſen. Als
Erinnerungsfeier für unſere
ge=
fallenen Krieger. Anfang 8 Uhr.
Vergl. beſond. Anzeige.
Sonntag, 29. Nov. 46. Ab.=Vſt.
P 11. „Die Fledermaus”.
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Seite 11
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. November 1914.
Nummer 326.
Spatnnd bep Waſſerrbhencheb.
In der Zeit von Samstag, den 28. November, bis Donnerstag, den 10. Dezember I. Js.
Wſrd das ſtädtiſche Waſſerrohrnetz geſpült.
Dabei läßt ſich eine Trübung des Leitungswaſſers nicht vermeiden, auch muß abteilungsweiſe in den gemäß nachſtehender
Tabelle betroffenen Straßen die Waſſerlieferung von abends 10 Uhr bis morgens 5 Uhr unterbrochen werden. Den Waſſerabnehmern wird
deshalb empfohlen, ſich rechtzeitig vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Bei den Druckrohrſpülungen wird die Waſſerlieferung nur vermindert.
Spülplan.
Hanptdruckrohr I Samstag, den 28. November
Abteilung A.
Montag, den 30. November
Abteilung B
Mittwoch, den 2. Dezember
von abends 10 Uhr ab
Abteilung C
Samstag, den 5. Dezember
Abteilung D
Montag, den 7. Dezember
Abteilung E
Mittwoch, den 9. Dezember
Hauptdruckrohr II Donnerstag, den 10. Dezember von nachmittags 3 Uhr ab
Aus dem nachſtehenden alphabetiſch geordneten Straßenverzeichnis iſt zu erkennen, zu welcher Spülabteilung (A-E) die
einzelnen Straßen oder ihre Teile gehören.
Dabei iſt zu bemerken, daß Eckhäuſer öfters zu einer andern Spülabteilung gehören als die Straße, zu der ſie zählen.
Einige Straßen müſſen teilweiſe an zwei Spülabenden ohne Waſſer bleiben, nämlich die Frankfurterſtraße, Heidelbergerſtraße,
Ludwigshöhſtraße und Wilhelminenſtraße, was aus dem Verzeichnis zu erſehen iſt.
Straßen=Verzeichnis.
Abt.
Namen
Adolf=Spießſtraße
Ahaſtraße . .
Alexanderſtraße Haus Nr. 17½,
19, 21, 23 und 25
Alexanderſtraße Haus Nr. 22
(Infanterie=Kaſerne)
Alexanderſtraße (Die andern
Häuſer ſind an das
Haupt=
druckrohr I angeſchloſſen.) . —
Alexandraweg .
B
Aliceſtraße . . .
Allee .
Annaſtraße zwiſchen Karls= und
Wilhelminenſtraße
Annaſtraße zwiſchen
Wilhelmi=
nen= und Artillerieſtraße .
Arheilgerſtraße
Artillerieſtraße
Bachgang
Große Bachgaſſe .
Kleine Bachgaſſe.
Bahnhofsplatz (Alter
Haupt=
bahnhof) . .
Bähnhofsplatz (Neuer
Haupt=
bahnhof)
Ballonplatz Haus Nr. 1, 3, 9,
10 und 11
Ballonplatz Haus Nr. 4 .
Ballonplatz (Die andern Häuſer
ſind an das Hauptdruckrohr I
angeſchloſſen.)
Beckerſtraße . . .
Beckſtraße, ausgenommen Haus
Nr. 89 und 91
Beckſtraße Haus Nr. 89 und 91 D
Beſſungerſtraße Haus Nr. 2 bis
60, jedoch ohne Nr. 1 u. 33 D
Beſſungerſtraße Haus Nr. 1 u.
33, ſowie Haus Nr. 61—140 E
Beſſunger=Weg (Artill.=Kaſerne) E
Bismarckſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 59 .
Bismarckſtraße Haus Nr. 59 . B
Bleichſtraße . .
Blumenthalſtraße
Brandgaſſe . . .
Am Breitwieſenberg . .
Bruchwieſenſtraße . . . . . D
Bruſtſtraße . . . . . . . . D
Clemensſtraße . . . . . . D
Darmſtraße .
Dieburgerſtraße Haus Nr. 18
bis 255 . .
. L
Dieburgerſtraße (Die andern
Häuſer ſind an das
Haupt=
druckrohr I angeſchloſſen.)
Döngesborngaſſe
Donnersbergring
Dornheimer=Weg
Dreibrunnenſtraße .
Eckhardſtraße . . . .
Eichbergſtraße . .
Eliſabethenſtraße zwiſchen
Lud=
wigsplatz u. Wilhelminenſtr. B
Eliſabethenſtraße zwiſchen
Wil=
helminenſtraße u. Landgraf
Philipps=Anlage . .
Emilsſtraße zwiſchen Moller= u.
Frankfurterſtraße . .
D
Emilsſtraße zwiſchen
Frank=
furter und Liebigſtraße . . B
Erbacherſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 50 . .
Erbacherſtraße Haus Nr. 50
Am Erlenberg . .
Ernſt=Ludwigsplatz .
Ernſt=Ludwigsſtraße .
Eſchollbrückerſtraße ..
Feldbergſtraße . . .
B
Felſingſtraße . . . .
Fiedlerweg . . . . .
Forſtmeiſterplatz . . . .
Forſtmeiſterſtraße . . . . . E
Frankenſteinſtraße
Frankfurterſtraße zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße
(wird 2mal geſpült)
Frankfurterſtraße zwiſchen
Bis=
marckſtraße und Arheilger
.,
B
Grenze . .
Namen
Abt.
Friedrichsſtraße
„ A
Fuchsſtraße zwiſchen Bleich= u.
Bismarckſtraße .
Fuchsſtraße zwiſchen Bismarck=
und Lagerhausſtraße
Fuhrmannsſtraße
Gardiſtenſtraße .
Gartenſtraße
Im Geißenſee .
Geiſtberg
Georgenſtraße .
Gervinusſtraße
Goetheſtraße
. . D
Gräfenhäuſer Weg .
E
Grafenſtraße
Griesheimer Weg
Groß=Gerauer Weg
Grüner Weg zwiſchen Kies= u.
Heinrichsſtraße
Grüner Weg zwiſch. Heinrichs=
und Schießhausſtraße .
Gutenbergſtraße
Heidelbergerſtraße Haus Nr. 1
bis 17½ ſowie 19, 21, 23 u. 25
(wird 2 mal geſpült) .
Heidelbergerſtraße Haus Nr. 1
bis Nr. 177
Heidenreichſtraße .
Heinheimerſtraße .
Heinrichsſtraße zwiſchen
Heidel=
berger= u. Wilhelminenſtraße A.
Heinrichsſtraße zwiſchen
Wil=
helminen= und Karlsſtraße . B
Heinrichsſtraße zwiſchen Karls=
und Heidenreichſtraße ohne
Haus Nr. 63, 69 und 136 . (
Heinrichsſtraße Hausnummer
63, 69 und 136 . . .
Heinrichwingertsweg
Helfmannſtraße ..
Herderſtraße
Herdweg .
Hermannsſtraße .
Herrngartenſtraße
Hinkelsgaſſe
Hobrechtſtraße.
Hochſchulſtraße
Hochſtraße Haus Nr. 2 bis 37 C
desgl. zwiſch. Heinrichsſtraße
und Herdweg ohne Nr. 37 D
Hoffmannſtraße zwiſchen Nied.=
Ramſtädter= u. Heinrichſtraße C
Hoffmannſtraße zwiſchen
Hein=
richs= und Hobrechtſtraße . . 1
Hofgartenſtraße .
.. E
Hofſtallſtraße .
Hoftheaterplatz Haus Nr. 1 u. 2 D
desgl. das Haus Nr. 3 (Großh.
Hoftheater) iſt an das
Haupt=
druckrohr I angeſchloſſen).
Hohler=Weg.
Hölgesſtraße
Holzhofallee Haus Nr. 11, 13, 25
und 30.
Holzhofallee Haus Nr. 1, 2, 10
und 32.
Holzhofallee Haus Nr. 8. .
Holzſtraße .
Hügelſtraße zwiſch. Karlsſtraße
und Wilhelminenplatz . ..
Hügelſtraße zw.
Wilhelminen=
platz und Landgraf=Philipps=
Anlage.
Inſelſtraße .
Ireneſtraße
Neue Ireneſtraße
Kahlertſtraße
Kapellſtraße.
Große Kaplaneigaſſe
Kleine Kaplaneigaſſe
Karlsſtraße zwiſchen Schul=und
Heinrichsſtraße.
Karlsſtraße zwiſchen Heinrichs=
und Hermannsſtraße
Kaſinoſtraße .
Kaſtanienallee . .
Kaupſtraße . . .
Kiesbergſtraße . . .
Kiesſtraße, ausgenommen Haus
Nr. 2
C
Namen
Abt.
Kiesſtraße Haus Nr. 2
B
Kirchſtraße .
B
Kirſchenallee
B
Klappacher=Straße
Kranichſteiner=Straße .
Lagerhausſtraße .
Landgraf=Georgs=Straße
Landgraf=Philipps=Anlage .
Landskronſtraße . . .
Landwehrſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 1 und 2
Landwehrſtraße, Haus Nr. 1
und 2
Langegaſſe .
Lauteſchlägerſtraße .
D
Lichtenbergſtraße.
D
Liebfrauenſtraße .
D
Obere Liebfrauenſtraße
D
Liebigſtraße.
B
Lindenhofſtraße
Löffelgaſſe
. D
Lucasweg
. D
Ludwigshöhſtraße,
ausgenom=
men Haus Nr. 11, 13, 31 u. 55 D
Ludwigshöhſtraße (wird
noch=
mals ganz geſpült) . .
Ludwigsplatz
B
Ludwigsſtraße
B
Louiſenplatz Haus Nr. 1 bis 5 A.
dgl. Haus Nr. 6 und 7
B
Louiſenſtraße zwiſch. Bismarck=
und Rheinſtraße
Louiſenſtraße zwiſchen Rhein=
und Eliſabethenſtraße .
Magdalenenſtraße .
Marienplatz (Dragonerkaſerne) A.
Marktplatz Haus Nr. 1 bis 7 B
dgl. Haus Nr. 8 bis 12 .
Marktſtraße. . .
Martinspfad .
D
5
Martinsſtraße. . . .
Mathildenhöheweg .
D
Mathildenplatz
„A
Mathildenſtraße .
. D
Mauerſtraße
Mollerſtraße
Moosbergſtraße zwiſch. Goethe=
und Ludwigshöhſtraße
Moosbergſtraße zwiſchen
Lud=
wigshöh= und Heidelberger=
Straße . .
Moſerſtraße. .
Mühlſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 12, 32 und 78 .
Mühlſtraße Haus Nr. 12, 32
und 78
Müllerſtraße
Neckarſtraße
Neugaſſe
Niebergallweg .
.D
Nieder=Ramſtädter=Straße
zwi=
ſchen Karls= und Hochſtraße
ſohne Hirſchapotheke)
Nieder=Ramſtädter=Straße
zwi=
ſchen Hochſtraße u.
Heinrichs=
ſtraße (mit Hirſchapotheke) C
Nieder=Ramſtädter=Straße
zwi=
ſchen Heinrichsſtr. u.
Böllen=
falltor
Niederſtraße
Neue Niederſtraße . .
Nikolaiweg
Obergaſſe
Große Ochſengaſſe . . .
Kleine Ochſengaſſe . . . .
C
Ohlyſtraße
. . D
Olbrichweg
D
Orangerieallee.
D
Orangerieſtraße
5
Pädagogſtraße
Pallaswieſenſtraße zwiſch.
Mol=
ler= und Frankfurter=Straße I
Pallaswieſenſtraße zwiſchen
Frankfurter=Straße und
Kir=
ſchenallee . .
Pankratiusſtraße .
Paradeplatz. .
Parkusſtraße .
Paulusplatz.
Pfründnerhausſtraße .
Abt.
Namen
Prinz Chriſtians=Weg,
ausge=
nommen Haus Nr. 2 und 4 D
Prinz Chriſtians=Weg Haus
Nr. 2 und 4
Großh. Reſidenzſchloß.
Rheinſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 2, 4, 6 und 8 .
Rheinſtraße Haus Nr. 2, 4, 6 u. 8 B
Rhönring, ausgenomm. Haus
Nr. 1
Rhönring Haus Nr. 1
Riedeſelſtraße
Riedlingerſtraße
Riegerplatz
Aeußere Ringſtraße.
Roquetteweg
Roßdörferſtraße
Rößlerſtraße
Rückertſtraße
Rundeturmſtraße
Ruthsſtraße
Saalbauſtraße zwiſchen Rhein=
und Heinrichsſtraße.
Saalbauſtraße zwiſchen
Hein=
richs= und Annaſtraße .
Sackgaſſe
Sandbergſtraße
Sandſtraße zwiſchen Steinſtr.
und Wilhelminenplatz
Sandſtraße zwiſchen
Wilhelmi=
nenplatz und Haus Nr. 42 A
Schießhausſtraße .
Schillerplatz
Schloßgarten .
Schloßgartenplatz
Schloßgartenſtraße .
Schloßgaſſe .
Schloßgraben
Schuchardſtraße
Schuknechtſtraße
Schulſtraße
Schulzengaſſe
Schuſtergaſſe
Schützenſtraße .
Schwanenſtraße
Seekatzſtraße
Seeſtraße
Seitersweg
Soderſtraße.
Speſſartring
Stadtallee
Steinackerſtraße
Steinſtraße .
Stiftsſtraße .
Stirnweg
Tannenſtraße
Taunusſtraße
Teichhausſtraße
Viktoriaplatz
„ B
Viktoriaſtraße .
, „
B
Waldſtraße .
. . A
Weinbergſtraße
E
Weiterſtädter=Weg
B
Wenckſtraße
D
Wendelſtadtſtraße,
ausgenom=
men Haus Nr. 1.
Wendelſtadtſtr. Haus Nr. 1
Weyprechtſtraße
Wienersſtraße.
Wieſenſtraße
Wilhelminenplatz Haus Nr. 1,
2, 4 und 7
Wilhelminenplatz Haus Nr. 8
bis 18 .
Wilhelminenſtr. zwiſchen
Bis=
marck= u. Heinrichsſtraße . . A.
Wilhelminenſtr. zwiſch.
Hein=
richs= u. Karlsſtraße. (Wird
2mal geſpült.) . . . . D u. E
Wilhelmsplatz .
Wilhelmsſtraße
Wingertsbergſtraße
Wingertsgäßchen
Wittmannſtraße .
Woogsplatz.
Woogsſtraße
Zeughausſtraße
1Zimmerſtraße .
(21815a
Darmſtadt, den 20. November 1914.
Direktion der Städtiſchen Gas= und Waſſerwerke.
Rudolph.
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Bl. (21738mdf
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