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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 304.
Mittwoch, den 4. November.
1914.
Der Krieg.
Die Türkei gegen den Dreiverband. — Von den Kriegsſchauplätzen. — Die ruſſiſche Schlachtfront. — Die Stärke der
engliſchen Hilfstruppen. — Die Stimmung in Portugal.
Die Türkei gegen den
Dreiverband.
Zur Lage.
* Konſtantinopel, 2. Nov. In der
Beſpre=
chung der Lage geben die inſpirierten Blätter zu, daß
die Zwiſchenfälle im Schwarzen Meere wohl die Form
des Krieges angenommen haben, erklären aber, daß ſie
nicht einen offiziellen Kriegszuſtand geſchaffen haben.
Obwohl die Pforte im Rechte ſei, wolle ſie doch vor der
Geſchichte und dem Gewiſſen der Menſchheit beweiſen,
daß ſie im Zuſtande gerechter Verteidigung zur See ſich
befinde. Trotz der jetzt im Schwarzen Meere erlangten
Ueberlegenheit zur See werde nicht die Türkei es ſein,
die den Krieg zuerſt erklären werde; wenn man aber den
Krieg um jeden Preis wolle, werde die Türkei ihm nicht
ausweichen. — Der Tanin meldet, daß die türkiſche Flotte
geſtern keine Bewegungen im Schwarzen Meere
ausge=
führt habe. Sie erwarte nun den Befehl, vor= oder
zurück=
zugehen. Tanin hält die Ereigniſſe im Schwarzen Meere
für einen Grenzzwiſchenfall und ſagt: Wenn Rußland
will, ſo werde man nicht weiter gehen. Der Schlüſſel zum=
Friedensproblem liege in Petersburg. Um zu beweiſen,
daß Rußland ſeit langem den Plan zum
An=
griffe vorbereitete, ſtellt man das gemeldete, in dem
Communiqué angeführte Unterſuchungsergebnis der
Tat=
ſache gegenüber, daß, wie man hier allgemein wußte, die
Botſchaften Rußlands, Englands und
Frank=
reichs ſeit mehreren Tagen den wichtigſten Teil ihrer
Archive in Sicherheit gebracht haben. — Eine aus
Sofia hier eingetroffene vertrauenswürdige Perſönlichkeit
erklärt im Tanin, daß die Ruſſophilen ſeit einigen Tagen
beſondere Nervoſität zeigten. Man habe ſogar die
An=
wendung von Gewaltmitteln gegen das Kabinett
Rados=
lawow befürchtet. Man glaube, daß Rußland durch ſeine
Aktion gegen die türkiſche Flotte eher einen Druck auf
Bulgarien und Rumänien auszuüben beabſichtigte; denn
nach der Zerſtörung des türkiſchen Geſchwaders würde
Rußland freie Hand gehabt haben, in Bulgarien eine
Re=
volution hervorzurufen. Alle dieſe Pläne ſeien jedoch dank
der Wachſamkeit der türkiſchen Flotte geſcheitert. — Ikdam
drückt ſeine Befriedigung aus über den Entſchluß
Bul=
gariens, in dem türkiſch=ruſſiſchen Konflikt neutral zu
bleiben.
* Konſtantinopel, 2. Nov. (Ctr. Frkft.) Die
Frage, ob eine Kriegserklärung der
Entente=
mächte an die Türkei oder umgekehrt zu erwarten
ſteht, beanſprucht nur noch akademiſches Intereſſe. Der
Kriegszuſtand beſteht jedenfalls nicht bloß durch den
gegenſeitigen Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen,
ſon=
dern auch durch die unleugbare Tatſache, daß engliſche und
franzöſiſche Kriegsſchiffe bei Smyrna zwei kleine türkiſche
Küſtenwachſchiffe bombardierten und daß ferner ruſſiſche
Grenztruppen im Kaukaſus geſtern mit türkiſchen
Grenz=
truppen ein Scharmützel hatten. Der in den ruſſiſchen
Schwarzmeerhäfen verurſachte Schaden wird auf achtzig
Millionen Mark geſchätzt. (Frkf. Ztg.)
Eine franzöſiſche Darſtellung.
* Aus Bordeaux meldet die Agence Havas: Die
franzöſiſche Regierung veröffentlicht eine
Er=
klärung, die daran erinnert, daß ſie ebenſo wie die
ruſſiſche und engliſche Regierung bei Beginn des Krieges
der Pforte ausdrücklich verſichert habe, daß ſie ihre
Un=
abhängigkeit und Integrität achten werde, wenn die
Türkei die Neutralität bewahre.
Unglücklicher=
weiſe ſtellte man ſeither häufig bedauernswerte
Zuwider=
handlungen gegen die Neutralität feſt, beſonders die
immer wachſende Zahl von Stellungen, die deutſchen
Offizieren anvertraut wurden, den Empfang, von
deutſchen Waffen und Munition, die der „Breslau” und
„Goeben” ſelbſt in dem Augenblick bereitete Aufnahme,
wo wir unſeren Wunſch nach einem guten Einvernehmen
durch unſere wohlwollende Haltung in der Frage der
Kapitulationen bewieſen. Die Erklärung erinnert ſodann
an die von den türkiſchen Schiffen ohne vorherige
Ankün=
digung oder Provokation begangenen kriegeriſchen Akte.
Rußland und Frankreich wollten im Einverſtändnis mit
England hoffen, daß dieſe Akte deutſchen Offizieren
zu=
zuſchreiben ſeien, und ſchlugen daher der Türkei vor, ihre
Politik von Berlin unabhängig zu machen durch
ſofor=
tige Entlaſſung aller deutſchen Offiziere.
Nach einem Zuſammentritt des Großen Rates beſchränkte
ſich die Türkei darauf, die Zurückberufung der türkiſchen
Schiffe in die Meerengen vorzuſchlagen und erklärte, ſie
wolle in Frieden mit Rußland, Frankreich und England
bleiben. Der Dreiverband war der Anſicht, daß unter
dieſen Bedingungen die Türkei ſchwerlich ihre friedliche
Haltung beibehalten könnte, denn es war klar, daß die
Deutſchen, nachdem ſie den Bruch provoziert hatten, ihn
vollkommen für ſich ausnützen würden. Ueberdies hatte
der Vorſchlag der Pforte für den Dreiverband die
glei=
chen Unzuträglichkeiten wie der offenſive Krieg, denn er
zwang ſie, einen Teil ihrer Kräfte abzuziehen und ſich
gegen Angriffe zu wahren, die man nicht mehr als eine
eingebildete Gefahr anſehen durfte. Da die Türkei es
nicht für nötig hielt, die Aufrichtigkeit ihrer Abſichten
dar=
zutun, verlangten die Botſchafter des Dreiverbandes am
31. Oktober ihre Päſſe.
Sympathiekundgebungen für die Türkei.
* Wien, 2. Nov. An der eindrucksvollen geſtrigen
Kundgebung vor der türkiſchen Botſchaft
nahmen etwa 3000 Perſonen teil. Polniſche Legionäre
in Uniform trugen große rote Fahnen mit dem Halbmond.
Bei den ſtürmiſchen Hochrufen der Menge auf die Türkei
erſchien der Botſchafter Hilmi Paſcha mit dem
Bot=
ſchaftsperſonal auf dem Balkon und winkte der jubelnden
Menge zu. Die mit begeiſtert aufgenommenen Hochrufen
auf den Sultan und die türkiſche Armee ſchließende
An=
ſprache eines Wiener Bürgers beantwortete Botſchaftsrat
Blaque im Auftrage des Botſchafters mit einer deutſchen
Anſprache. Es liege ihm am Herzen, feierlichſt zu
be=
zeugen, daß vom erſten Augenblick des Angriffes auf
Oeſterreich=Ungarn an die ganze öſterreichiſch=ungariſche
Bevölkerung eine Vaterlandsliebe und einen patriotiſchen
Opfermut gezeigt hatten, um den alle anderen Völker ſie
beneiden könnten. Dieſer Patriotismus und hohe
Tapfer=
keit, welche ſich vom erſten Augenblick an im Volke und
in der Armee kundgegeben, ſeien die ſicherſte Bürgſchaft
für den endgültigen und vollſtändigen Sieg. Die Türken
ſeien jetzt ungerechterweiſe plötzlich angegriffen worden.
Gott werde in dieſem Kampfe ebenſo mit ihnen ſein, wie
er mit Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland ſei. Der
Bot=
ſchaftsrat ſchloß mit einem tiefgerührten Dank und einem
Hoch auf Kaiſer Franz Joſef, die tapfere
öſterreichiſch=
ungariſche und die deutſche Armee. Seine Worte
ent=
feſſelten brauſenden Jubel und donnernde Hochrufe auf
die Türkei. — Der Wiener Gemeinderat erklärte, die
Wie=
ner ſeien ſchon ſeit langem Freunde der Türkei. Ganz
Wien und alle Oeſterreicher ſeien erfreut, daß auch die
Türkei jetzt zu den Waffen gegriffen habe. Der Redner
bat im Namen der Wiener, man möge dem Sultan
mit=
teilen, welcher Sympathien das türkiſche Volk und die
türkiſche Sache ſich hier erfreuten. Er ſchloß mit
Hoch=
rufen auf die Türkei, den Sultan und die türkiſche Armee.
Darauf folgte noch eine Kundgebung vor dem
Kriegs=
miniſterium.
* Trieſt, 2. Nov. Heute vormittag zogen ſtarke
Gruppen von Trieſtinern und hier anſäſſigen Deutſchen
vor das türkiſche Konſulat und veranſtalteten hier
eine Sympathiekundgebung für die Türkei. Eine
Deputation begab ſich zu dem türkiſchen Generalkonſul
und drückte ihm ihre Sympathien für die Türkei aus. Der
Generalkonſul dankte der Abordnung wärmſtens und
hielt vom Balkon herab eine Anſprache, in welcher er
er=
klärte, daß die Jahrhunderte alten Beziehungen zwiſchen
der Türkei und Oeſterreich=Ungarn in dieſer ernſten
Stunde noch mehr geſtärkt ſeien. Er ſprach die Zuverſicht
auf den Sieg aus und brachte ein Hoch auf Kaiſer Franz
Joſef und Kaiſer Wilhelm aus. Nachdem die Menge die
Volkshymne und die Wacht am Rhein geſungen hatte,
und Hochrufe auf die Monarchen von Oeſterreich=Ungarn
und Deutſchland, ſowie auf den Sultan ausgebracht hatte,
zog ſie, voran eine türkiſche Fahne, patriotiſche Lieder
ſin=
gend, durch die Straßen und veranſtaltete vor dem Palais
des Statthalters eine patriotiſche Kundgebung. Von dort
bewegte ſich der Zug nach dem deutſchen Konſulat, wo der
deutſche Konſul eine zündende Anſprache hielt, welche mit
begeiſterten Hochrufen auf die verbündeten Monarchen
und die Armeen aufgenommen wurde.
Die Balkanſtaaten.
* Sofia, 2. Nov. Der liberale Politiker Jokin
Wladikin ſchreibt in der Kambana: Die Liberalen haben
nur die Intereſſen Bulgariens und die Einigung
aller Bulgaren vor Augen. Sie würden ſelbſt mit dem
Teufel ein Bündnis eingehen, um das Ziel zu erreichen,
und daher auch nötigenfalls gegen Rußland kämpfen,
falls dieſes ſich der Einigung der Bulgaren widerſetzte.
Wladikin fährt fort: Rußland hat den Krieg der
Bal=
kanſtaaten untereinander hervorgerufen, es iſt der
größte Feind des Slawentums, weil es die
Polen geknechtet hat und heute gegen Oeſterreich kämpft,
wo jeder zweite Soldat, ein Slawe iſt. Rußland handelt
als Mörder am Slawentum, als Brudermörder.
Die Peter=Paul=Feſtung, Sibirien, Sachalin und die
ruſ=
ſiſchen Spione, ſowie die Schwarzen Hundert erfüllen die
Südſlawen und die ganze Menſchheit mit Entſetzen und
Ekel. Das ruſſiſche Regime und der Brudermord ſind
Taten, von denen wir uns mit Abſcheu abwenden.
Die Lage in Aegypten.
* (Ctr. Bln.) Die Lage in Aegypten wird von
einem Redakteur des Neapeler Blattes Mattino als ſehr
bedenklich geſchildert. Er kündigt den Aufſtand gegen
England an, an dem ſich auch der während des
Tri=
poliskrieges vielgenannte Stamm der Senuſſi beteiligen
will, der von den Engländern ſelbſt mit Waffen
ausge=
rüſtet worden iſt. Angeblich fraterniſieren die indiſchen
Truppen in Aegypten mit den Arabern. Die Meldung
iſt mit Vorſicht aufzunehmen.
Ein Berliner Kaufmann, der bisher ſeinen Wohnſitz
in Kairo hatte und unter Schwierigkeiten nach Berlin
zurückkehren konnte, berichtet im Berl. Tagebl. über die
harte Behandlung der Deutſchen und Oeſterreicher in
Aegypten. Hervorzuheben iſt aus ſeiner Darſtellung, daß
ſämtliche waffenfähige Männer dieſer Nationen mit
weni=
gen Ausnahmen in eine Verbrecherkolonie mitten in der
Wüſte, 18 Stunden von Kairo, geſchickt werden. Die
Ur=
ſache dieſer Maßregel ſieht der Erzähler in der großen
Aufſtandsgefahr, die tatſächlich in Aegypten herrſchen ſoll.
Araberunruhen hätten bereits im September
ſtattgefun=
den. In Kairo allein ſollen 15000 Mann engliſche
Trup=
pen ſtehen, im Sudan 15—20000 Mann. Die
wirtſchaft=
liche Lage des Landes wird in düſteren Farben
geſchil=
dert. Gold gibt es keines mehr und Papiergeld nimmt
der Araber gar nicht oder ungern. Man blickt, ſo ſchließt
der Verfaſſer, erwartungsvoll nach dem Goldenen Horn.
Dort iſt nun inzwiſchen das Signal gegeben worden,
und wenn die hier erwähnte Schilderung aus Aegypten
richtig iſt, dann müſſen die Folgen ſich bald bemerkbar
machen.
Aus Mytilene wird nach Athen gedrahtet, daß 15000
Türken bereits auf ägyptiſchem Boden ſtehen.
Die gegen Rußland geſtellte Heeresmaſſe der
Tür=
kei wird auf 300000 Mann geſchätzt.
Der Direktor des Meſſaggero, Egiziano aus
Alexan=
drien, erklärte, daß nicht zu weit vom aſiatiſchen Ufer des
Suezkanals ſtarke türkiſche Truppenmaſſen
konzentriert würden. Die Truppen führten mit ſich viele
Kamele und 300000 Säcke, die, mit Sand gefüllt, in den
Suezkanal geworfen werden ſollen. Gegen eine ſolche
auf dieſe Weiſe gebaute Brücke könnten die engliſchen
Ka=
nonen wenig ausrichten. Die engliſche Regierung hätte
längs des ägyptiſchen Ufers ungefähr 50000 Soldaten
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Nummer 304.
konzentriert. Die offiziellen Kreiſe ſeien ſehr peſſimiſtiſch
geſtimmt, umſo mehr, als man eine große Gärung in den
muſelmaniſchen Kreiſen bemerkt habe. Die Türken
wür=
den in Aegypten wie Befreier von der Bevölkerung
be=
grüßt werden.
* Von den rund 4500 Schiffen, die jährlich den
Suez=
kanal benützen, ſind rund 65 Prozent engliſche (rund
15 Prozent deutſche und rund 5 Prozent franzöſiſche).
Eine Sperrung des Suezkanals für engliſche Schiffe würde
daher für den engliſchen Handel noch empfindlicher ſein,
als die Sperre der Dardanellen es für den ruſſiſchen
Han=
del bereits iſt. Für England kommen aber in Aegypten
noch politiſche Sorgen von höchſter Wichtigkeit hinzu.
Ihre Quelle beſteht darin, daß von den rund 10
Mil=
lionen Einwohnern Aegyptens rund 9 Millionen dem
Iſlam angehören, der in der hohen Schule El Azhar
zu Kairo einen Hauptſitz der iſlamitiſchen Propaganda
hat. War letztere ſchon ſeit dem Beginn des Weltkrieges
für England bedenklich, ſo wird ſie, nachdem das
Kalifen=
reich in den Krieg gegen die Dreiverbandsmächte
einge=
treten, von noch weit gefährlicherer Bedeutung werden.
Denn jeder türkiſche Angriff auf Aegypten muß die
iſlami=
tiſche Bewegung unter der geſamten Einwohnerſchaft
ihre Kreiſe ziehen laſſen und im ägyptiſchen Heere die
Gärung ſteigern, die bereits vor Wochen zu blutigen
Aus=
brüchen geführt hat.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 3. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Mitteilung der oberſten Heeresleitung.: Die
Ueberſchwemmungen ſüdlich Nieuport
ſchließen jede Operation in dieſer Gegend aus. Die
Län=
dereien ſind für lange Zeit vernichtet. Das Waſſer ſteht
zum Teil über mannshoch. Unſere Truppen ſind aus dem
überſchwemmten Gebiet ohne jeden Verluſt an
Mann=
ſchaften, Pferden, Geſchützen und Fahrzeugen
herausge=
zogen. Unſer Angriff auf Ypern ſchreitet vorwärts
Ueber 2300 Mann, meiſt Engländer, wurden zu
Gefan=
genen gemacht und mehrere Maſchinengewehre
er=
beutet.
In der Gegend weſtlich von Roye fanden erbitterte,
für beide Seiten verluſtreiche Kämpfe ſtatt, die aber keine
Veränderung der dortigen Lage brachten. Wir verloren
in einem Dorfgefecht einige hundert Mann als Vermißte
und zwei Geſchütze.
Von gutem Erfolg waren unſere Angriffe an
der Aisne, öſtlich Soiſſons. Unſere Truppen nahmen
trotz heftigem feindlichem Widerſtand mehrere ſtark
be=
feſtigte Stellungen und ſetzten ſich in den Beſitz von
Cha=
vonne und Soupier, machten über 1000 Franzoſen
zu Gefangenen und erbeuteten 3 Geſchütze und 4
Maſchi=
nengewehre. Neben der Kathedrale von Soiſſons
brach=
ten die Franzoſen eine ſchwere Batterie in Stellung,
de=
ren Beobachter auf dem Kathedraleturm erkannt wurde.
Die Folgen eines ſolchen Verfahrens, in dem ein Syſtem
erblickt werden muß, liegen auf der Hand.
Zwiſchen Verdun und Toul wurden verſchiedene
Angriffe der Franzoſen abgewieſen. Die Franzoſen
tru=
gen teilweiſe deutſche Mäntel und Helme.
In den Vogeſen in der Gegend von Markirch
wurde ein Angriff der Franzoſen abgeſchlagen. Unſere
Truppen gingen hier zum Gegenangriff über.
Im Oſten ſind die Operationen noch in der
Entwick=
lung. Zuſammenſtöße fanden nicht ſtatt. Zur
Fort=
nahme einer zur Sprengung vorbereiteten Brücke trieben
am 1. November die Ruſſen (1. Sibir. Armeekorps) die
Zivilbevölkerung vor ihrer Front her.
* Berlin, 3. Nov. An der Yſer=Linie iſt nach
übereinſtimmenden Meldungen der Blätter am letzten
Ok=
tober und am 1. November auf der ganzen Front ohne
Unterlaß gekämpft worden. Obſchon die Angriffe der
Deutſchen durch die durch die Oeffnung der Schleuſen
her=
beigeführten Ueberſchwemmungen erſchwert wurden,
dringen die Deutſchen mit Todesverachtung vor und
ge=
winnen ſtändig an Raum. Längs der Küſte gelang es
ihnen, viele belgiſche Soldaten, die in Zivilkleidung
flie=
hen wollten, gefangen zu nehmen. Der Deutſchen
Tages=
zeitung wird berichtet, daß Leute, die von der belgiſchen
Grenze kamen, große deutſche Verſtärkungen
wahrgenom=
men haben, die in der Richtung Zeebrügge marſchierten.
— Ein Mitarbeiter des Berner Bund äußert, es ſei
zwei=
felhaft, wie lange die franzöſiſche Front noch dem
deut=
ſchen Druck widerſtehen könne. In den Kämpfen nördlich
von Arras iſt, Blättermeldungen zufolge, ein eben
einge=
troffenes Bataillon Senegalneger gänzlich vernichtet
wor=
den.
* London, 3. Nov. Die Times meldet aus
Am=
ſterdam: An der Yſer ſind die Verhältniſſe für die
Deutſchen durch Ueberſchwemmungen ſehr erſchwert. Es
liegt noch immer keine Entſcheidung vor. Der Rückzug
des deutſchen Heeres, von dem man geſprochen hatte, iſt
noch nicht erfolgt. Im Gegenteil ſind neue Truppen nach
der Front abgegangen. Die Stellungen an der
Küſte zwiſchen Oſtende und Knocke ſind durch Geſchütze
bei Blankenberghe weiter verſtärkt.
* Zürich, 2. Nov. Der militäriſche Mitarbeiter
des Bund beurteilt heute die Lage in Frankreich
wie folgt: „Aus allem geht hervor, daß die Deutſchen
mit einer ſtarken Armee aus öſtlicher Richtung auf
Nieu=
port=Dixmuiden und einer zweiten aus dem Raume Lille
über Mennin=Ypern vorgehen. Schwächere Kräfte bilden
die Verbindung über Roulers und ſind nun von den
Ver=
bündeten bei Paſchendeale feſtgehalten worden. Es iſt
klar, daß dieſe Verpreſſung der belgiſch=franzöſiſchen
Stellung öſtlich Ypern für die Verbündeten ſelbſt am
ge=
fährlichſten iſt.” Als bezeichnend für die Technik der
fran=
zöſiſchen Meldungen nennt der militäriſche Fachmann,
daß die Franzoſen die Einnahme von Quesnoyen
Santerre berichteten, denn daraus gehe hervor, daß
ihr linker Flügel zwiſchen Laſſigny und Albert früher
weiter zurückgedrängt worden ſei, als ſie je zugegebea
haben. (Wir haben dies bereits betont.) Er fährt fort:
„Wichtig iſt der Vorſtoß der Deutſchen nördlich der
Aisne zwiſchen Soiſſons und Verry au Bac, der die
Franzoſen um den Beſitz ihres Stützpunktes Vailly am
Nordufer der Aisne gebracht hat. Dadurch werden auch
ihre Stellungen weiter öſtlich am Plateau von Craonne
gefährdet.‟ Die Nordfront von Verdun
unter=
liege offenbar bereits ſtärkerem Druck, und die
Bewe=
gungsfreiheit der Garniſon habe auch nach Weſten und
Südoſten ſchon ſtarke Einbuße erlitten. Zuſammenfaſſend
urteilt der militäriſche Fachmann: „Im ganzen ſcheint
die franzöſiſche Front heute eine Anzahl
empfind=
licher Punkte aufzuweiſen, und es iſt zweifelhaft,
wie lange ſie noch dem allgemeinen Drucke widerſtehen
kann. Nur Glücksfälle können den Verbündeten noch
Er=
folge ſichern, welche ihnen geſtatten würden, die
Initia=
tive wieder an ſich zu reißen.”
Die deutſchen Unterſeeboote im Kanal.
* Wien, 2. Nov. Die Blätter heben die
Bedeu=
tung des Umſtandes hervor, daß es den deutſchen
Unterſeebooten gelungen iſt, bis in den
Aer=
melkanal vorzudringen und dort ein engliſches Schiff
zum Sinken zu bringen. Die „Reichspoſt” ſagt: Der
Verluſt des alten Kreuzers „Hermes” mag immerhin
ohne größere militäriſche Bedeutung ſein, wie das
bri=
tiſche Publikum vertröſtet wird; wohl aber iſt es von
großer militäriſcher Bedeutung, daß die gefürchteten
deutſchen Unterſeeboote auch ſchon den Aermelkanal der
Briten ſperren und den Truppen= und Kriegsmaterial=
Transport zu unterbinden drohen. Vielleicht nicht der
Verluſt des Kreuzers, wohl aber der Schauplatz der
Ka=
taſtrophe dürfte in England die ſchmerzlichſten
Empfin=
dungen auslöſen. — Die „Neue Freie Preſſe” betont,
daß die „Hermes” als Mutterſchiff für Luftfahrzeuge
umgebaut war. Wenn auch zweifellos der Umbau eines
anderen Schiffes für die Zwecke der Luftſchiffahrt in
ab=
ſehbarer Zeit beendet ſein kann, iſt doch in einem
Augen=
blick, wo es ſich wegen der Entſcheidung in Belgien um
Tage handeln kann, die Vernichtung der „Hermes” von
großer Bedeutung.
Zu der Verſchickung Deutſcher und
Oeſter=
reicher nach Sibirien.
ſchreibt uns ein mit den ruſſiſchen Verhältniſſen genau
vertrauter Balte: In einem Schweizer Blatt
er=
ſchien eine Richtigſtellung der ruſſiſchen
Geſandt=
ſchaft zu Bern, worin dieſe mitteilte, „daß laut
den Geſetzen des Zarenreiches nur gerichtlich dazu
Verurteilte nach Sibirien verſchickt werden‟ Dieſer
Aeußerung der Zarenvertretung trat eine der deutſchen
Geſandtſchaft in Bern naheſtehende Stelle entgegen und
führte in dem gleichen Blatte, das die ruſſiſche
Richtig=
ſtellung gebracht, neben anderem aus: „Daß nach ruſſiſchem
Geſetze nur gerichtlich Verurteilte nach Sibirien verſchickt
werden, wird wohl zutreffend ſein. Aus dieſer Tatſache
den Schluß zu ziehen, daß die deutſchen Internierten ſich
nicht auf dem Wege nach Sibirien befinden, dürfte jedem
Kenner ruſſiſcher Verhältniſſe einigermaßen kühn
er=
ſcheinen.”
Die Richtigſtellung der ruſſiſchen Geſandtſchaft zu
Bern entſpricht durchaus den Tatſachen, nur hat ſie den
einen Fehler, leicht irre zu führen. Nach den
Ge=
ſetzen des Zarenreiches können nämlich wirklich nur
Per=
ſonen nach Sibirien verſchickt werden, die das Gericht
da=
zu verurteilt hat, alſo überführte Verbrecher. Das ſind
aber unſere und unſerer Bundesgenoſſen Volksangehörige,
die das Unglück haben, jetzt in Rußland weilen zu müſſen,
doch ſelbſtverſtändlich nicht, ſondern nur Kriegsgefangene
und wie man noch ſo ſchön zu ſagen pflegt,
zurückgehal=
tene Angehörige feindlicher Staaten. Ihnen könnte alſo
demnach unmöglich Sibirien drohen. Das Geſetz aber,
das ausſchließlich den ordentlichen Gerichten und
nicht der Adminiſtration, wie es übrigens bis vor ein
paar Jahren der Fall war, das Recht zur Verhängung
der Strafe oder Maßregel der Verſchickung einräumt,
be=
zieht ſich nur auf „ruhige Zeiten”. Solche
glücklichen Verhältniſſe gibt es aber eigentlich nie in
Ruß=
land; faſt ſtändig herrſcht dort, ſchon wegen der „inneren
Feinde”, „verſtärkter Schutz” oder ſogar „Kriegszuſtand”;
in Petersburg, Polen, dem Kaukaſus und noch in
ver=
ſchiedenen anderen Gebieten immer. Dann aber iſt die
Adminiſtration allmächtig, kann ohne weiteres die
Ver=
ſchickung und ähnliche Strafmaßregeln verhängen. Daß
jetzt aber in Rußland keine ſogenannten „ruhigen Zeiten”
ſind, da ſich das Reich im Kriegszuſtand befindet, iſt
ſelbſtverſtändlich. Deshalb ſind alle dort befindlichen
Per=
ſonen und ſomit auch unſere und unſerer Bundesgenoſſen
Angehörige rechtlos und unterſtehen vollſtändig der Willkür
der Adminiſtration.
Aus Tſingtau.
* London, 3. Nov. Die Central News meldet aus
Schanghai: Die heftige Beſchießung Tſingtaus
durch die Verbündeten wird erwidert und dauert an. Die
großen Petroleumtanks im Hafen brennen.
Die ruſſiſche Schlachtfront.
* Peſt, 31. Okt. Dem Peſter Lloyd wird aus
Stockholm gemeldet: Dagblad veröffentlicht eine
Dar=
ſtellung der Verteilung der ruſſiſchen
Streit=
kräfte auf Grund der amtlichen Berichte. Danach
teilen ſich die Ruſſen in acht Armeen, deren rechter Flügel
nördlich von Kowno und deren linker Flügel ſüdweſtlich
von Lemberg ſteht. Zwiſchen dieſen beiden Punkten
erſtreckt ſich die ruſſiſche Hauptfront in einem großen
Bogen über Grodno und weſtlich der Flüſſe Narew,
Weichſel und San: die 1. Armee unter Rennenkampf
in der Gegend von Kowno, die 2. unter Schilinski
in der Gegend von Grodno, die 3. unter Mitſchenko
längs des Narew, die 4. unter Leſinsky bei Warſchau,
die 5. unter Glevew bei Lublin, die 6. unter Everth
bei Cholm, die 7. unter Dimitrijew bei Przemysl
und die 8. unter Bruſſilow bei Lemberg. Die
öſter=
reichiſch=ungariſchen Truppen haben ſich durch die
Be=
ſetzung von Sambor am obern Dnjeſter und von Stryi,
60 km ſüdlich von Lemberg, günſtige Bedingungen für
ihre Offenſive geſichert. Sie haben weiter öſtlich große
Fortſchritte gemacht und die Ruſſen aus den Karpathen
Aus dem deutſchen Antwerpen.
** Ein amerikaniſcher Berichterſtatter, der
Antwer=
pen in den letzten Stunden des Bombardements verlaſſen
hatte, iſt neuerdings in die Stadt zurückgekehrt und hat
zehn Tage lang friedlich und unbehelligt unter den
Deut=
ſchen gelebt. Seine Eindrücke im deutſchen Antwerpen
ſchildert er jetzt in einem ſehr ausführlichen Brief. Er
ſtellt zunächſt feſt, was ja bereits bekannt iſt, daß die Stadt
verhältnismäßig wenig gelitten hat. Die belgiſchen
ſtädti=
ſchen Behörden ſchätzen den Materialſchaden freilich auf
40 Millionen Mark und geben an, daß 300 Häuſer, meiſt
Wohnhäuſer, gänzlich zerſtört und 500 beſchädigt wären:
der Amerikaner glaubt jedoch, daß dieſe Zahl zu hoch
ge=
griffen iſt, wenn man nicht etwa unter den beſchädigten
Häuſern jedes mit einer zerbrochenen Fenſterſcheibe oder
ſonſt wie von Granatſplittern berührte Gebäude
mitrech=
nen wolle. Dann aber ſchildert der Amerikaner mit
eini=
ger Ueberraſchung, wie ſchnell die Stadt zu ihrem
fried=
lichen Leben zurückgekehrt iſt:
„Mit erſtaunlicher Geſchwindigkeit nimmt die Stadt
ihr gewöhnliches Ausſehen wieder an. Die elektriſchen
Straßenbahnen fahren wieder, die belgiſchen Poliziſten
ſind in die Straßen zurückgekehrt, der Bürgermeiſter und
ſeine Beamten haben ihren Poſten — unter deutſcher
Ober=
aufſicht — im Rathauſe beibehalten. Ihre Arbeit iſt
äußerſt ſchwierig geweſen und hat viel Takt erfordert, von
dem Augenblick an, als ſie an jenem Freitagmorgen zu
ihrer Verblüffung erfuhren, daß das Heer ſich
zurück=
gezogen habe, und ſie die verantwortungsvolle Aufgabe
übernehmen mußten, unter Feuer den Feind aufzuſuchen
und die Bedingung der Uebergabe feſtzulegen . . . Die
köſtlichen Kirſchtorten ſind in den Schaufenſtern der
Ku=
chenbäcker wieder aufgetaucht, billig wie immer, und
Bir=
nen und Weintrauben, ganz überraſchend wohlfeil, ſind
bei jedem Obſtverkäufer zu haben. Ueberall gibt es reich=
ich zu eſſen, wenigſtens in den Reſtaurants, und die
Preiſe ſind ſo niedrig wie gewöhnlich, d. h. ganz
be=
trächtlich niedriger als in London. Die meiſten Hotels
ſind noch geſchloſſen oder nur z. T. geöffnet oder ganz
von den deutſchen Offizieren beſetzt. Ich hatte jedoch keine
Schwierigkeit, ein Zimmer zu erhalten, und in meinem
großen Hotel an der Place de Meir war zwar das
Re=
ſtaurant nicht eröffnet, aber das Café war im Betriebe,
und es herrſchte kein Mangel an Brötchen und Butter,
Milch und Eiern. Das Waſſer iſt noch ſalzig und
er=
innert an die Schelde, aber es iſt reichlich vorhanden.
Militärautos fahren noch immer zahlreich über den Platz,
wie in den letzten drei Monaten, nur mit dem Unterſchied,
daß jetzt deutſche Offiziere in ihren blaugrauen Capes
darin ſitzen, und ſtatt der Brummlaute ertönt der helle
Dreiklang des kleinen ſilbernen Horns, auf dem eine Art
harmoniſche Serenade geblaſen wird, während der Wagen
vorüberſauſt.”
Ausführlich werden die zahlreichen, bereits bekannten
Erlaſſe in deutſcher, vlämiſcher und franzöſiſcher Sprache
geſchildert, in der der Bevölkerung die verſchiedenſten
not=
wendigen Vorſchriften gegeben werden. Die aus Brüſſel
kommenden, vom Generalfeldmarſchall von der Goltz
ge=
zeichneten, findet der Amerikaner kurz, ſtreng und treffend.
während die des Generals von Boedenhauſen und des
Militärgouverneurs Baron von Hüne mehr
auseinander=
ſetzten und freundlich zuredeten. Vor allem wird in einem
Plakat energiſch darauf hingewieſen, daß kein Belgier
ge=
zwungen würde, gegen die Ruſſen zu kämpfen, daß
viel=
mehr nur deutſche Bürger im deutſchen Heere dienen
dürf=
ten. „Abgeſehen von wenigen Sektionen Marine= und
Landſturmtruppen und einer berittenen Patrouille waren
nur wenige deutſche Soldaten zu ſehen. Die meiſten von
ihnen ſchienen ſchon im mittleren Alter zu ſtehen, wobei
allerdings die Bärte, die ſeit dem Beginn des Krieges
nicht geſchnitten ſind, dieſen Eindruck verſtärken könnten,
und es waren friedlich=, um nicht zu ſagen wohlwollende
Männer. Man ſah Soldaten mit belgiſchen Kindern
ſpie=
len, und einmal kam eine Kompagnie von Leuten, die
Schanzen gegraben hatten, von ihrer Arbeit zurück, die
Schaufeln über der Schulter und alle ſingend, als ob ſie
auf einem Ausflug geweſen wären ‟ Der Amerikaner
war in Holland ſehr gewarnt worden, er ſolle ſich ja in
Acht nehmen, da er bei der geringſten Unvorſichtigkeit ins
Gefängnis gebracht würde. Zu ſeinem Erſtaunen kam
er nun unbehelligt in die Stadt hinein mit den
Flücht=
lingen, die nach Antwerpen zurückkehren; er übt zuerſt
überall die größte Vorſicht; „aber allmählich bemerkte ich,
daß ich nicht nur nicht genau beobachtet wurde, ſondern
daß man ſich überhaupt nicht um mich kümmerte. Ich aß
in verſchiedenen Reſtaurants zu Mittag, immer in der
Nähe von deutſchen Offizieren, und einmal ſprach einer
meiner Bekannten, der lange in Antwerpen gelebt hatte
und über den Fall der Stadt ſehr erregt war, in
eng=
liſcher Sprache über das Bombardement, ohne daß er
ſeine Gefühle zu verbergen ſuchte, während am
Nachbar=
tiſch deutſche Offiziere ſaßen. Aber dieſe beachteten ihn
nicht im geringſten. Ich ging durch ganz Antwerpen und
wurde nicht einmal nach meinen Papieren gefragt; kein
Deutſcher nahm Notiz von mir außer einem Poſten, der
mich anrief und den Kopf ſchüttelte, als ich in einiger
Entfernung von ihm eine nicht explodierte Granate
unter=
ſuchen wollte. Als ich Antwerpen verließ, fragte man
nach meinen Papieren; der Poſten warf nur einen Blick
auf meinen amerikaniſchen Paß und ließ mich durch.”
Den denkbar ſtärkſten Gegenſatz zu dieſem Verhalten
der Deutſchen erlebte der Amerikaner in Folkeſtone, wo
ein amerikaniſcher Paß, verſchiedene Ausweiſe von
ame=
rikaniſchen Konſuln, ein franzöſiſcher Paß und Geleitbrief
und noch andere Papiere nicht genügten, ſondern immer
wieder ein Kreuzverhör mit ihm angeſtellt und alle ſeine
Sachen durchſucht, ſeine Briefe und Papiere geleſen
wur=
den. „Der Gegenſatz war ſeltſam und intereſſant.”
Nummer 304.
Darmſtätder Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Seite 3.
verjagt. Die Deutſchen werden eine entſcheidende Offenſive
über die Weichſel nicht früher beginnen, bevor ſie nicht
ihre Etappenlinien vollkommen geſichert haben.
Einfuhr amerikaniſcher Baumwolle.
* Berlin, 3. Nov. Die Voſſiſche Zeitung meldet;
Der hieſige amerikaniſche Botſchafter hat einem unſerer
Mitarbeiter mitgeteilt, daß nicht nur die Ausfuhr
deut=
ſcher Chemikalien und Farbſtoffe nach Amerika, ſondern
auch die Einfuhr amerikaniſcher Baumwolle
in Europa in die Wege geleitet worden iſt, und zwar auf
unter amerikaniſcher Flagge fahrenden Schiffen. Am
vorigen Dienstag iſt von Amſterdam der amerikaniſche
Dampfer „Matanzas” mit chemiſchen Produkten und
Farbſtoffen beladen, nach Neu=York in See gegangen, und
der in dieſen Tagen in demſelben holländiſchen Hafen
fällige amerikaniſche Petroleumdampfer „Sun” wird nach
Löſchung der Ladung ebenfalls mit Chemikalien beladen
und zwar mit ſolchen, die durch Abſorbierung des
Petro=
leumgeruches keinerlei Schaden erleiden. Der Dampfer
„Sun” iſt allerdings von den Engländern nach Falmouth
gebracht worden. Da er aber ſeit ſieben Jahren unter
amerikaniſcher Flagge fährt, iſt ſeine Nationalität außer
Frage, und es iſt zu erwarten, daß die Engländer das
Schiff nicht länger aufhalten. Ja, es liegt die
Wahr=
ſcheinlichkeit nahe, daß es bereits freigelaſſen worden iſt
Zur ſelben Zeit ſind drüben Vorbereitungen getroffen,
das feſtländiſche Europa, unbehindert durch England (?).
mit amerikaniſcher Baumwolle zu verſorgen.
Amerikani=
ſche Baumwollhändler haben amerikaniſche Schiffe
ge=
chartert, und ſie beabſichtigen, von jetzt ab monatlich
50000 Ballen nach Deuſchland und 25000
Bal=
len nach Oeſterreich=Ungarn zu verfrachten. Dies
würde ungefähr den Bedarf der einſchlägigen Induſtrien
der beiden Länder decken. Die amerikaniſche Regierung
erhielt von der engliſchen Regierung die Zuſicherung, daß
der Landung mit Baumwolle beladener amerikaniſcher
Schiffe in deutſchen Häfen keinerlei Hinderniſſe in den
Weg gelegt werden ſollen. (?) Die deutſche Regierung
hat ihrerſeits durch die hieſige amerikaniſche Botſchaft der
Regierung der Vereinigten Staaten die Zuſicherung
ge=
geben, daß ſie nach ruſſiſchen Häfen beſtimmte
Baumwall=
ſchiffe nicht von dem Erreichen ihres Beſtimmungsorkes
abhalten werde.
Das Eingeſtändnis Englands.
* Die Times gibt in ihrer Nummer vom 14. Oktober
die Echtheit der in Brüſſel aufgefundenen
Akten=
ſtücke, aus denen hervorgeht, daß Belgien ſchon vor
Jahren mit England und den anderen Mächten der
Tri=
pel=Entente über eine Kooperation gegen Deutſchland im
Falle eines Krieges verhandelt hat, zu. Sie wundert ſich
nur, daß die deutſche Regierung, die das alles doch
ge=
wußt habe, jetzt ſo viel Aufhebens davon mache; ſie
ſchreibt: „Die Dokumente bekräftigen die der deutſchen
Regierung längſt vor dem Krieg wohlbekannte Tatſache,
daß die Belgier ein Einvernehmen mit den Entente=
Mächten geſchloſſen hatten.‟ Dazu bemerkt die Voſſiſche
Zeitung:
Wo bleibt da die gerade in England ſo vielberufene
Neutralität Belgiens? — Zwei Tage vorher, am 12.
Ok=
tober veröffentlichte dasſelbe Blatt auf Seite 3 einen
Auszug aus einer Rede, die der High Chancellor Lord
Haldane am 10. Oktober in Newcaſtle upon Tyne
gehal=
ten hatte. Hier, im verſchwiegenen Kreiſe ſcharfdenkender
Nordengländer, wurde ein ganz anderer Grund
angege=
ben, warum England die „heilige Pflicht” (sacred duty
gehabt habe, ſich am Kriege zu beteiligen: Sonſt nämlich
— ſo habe Haldane geſagt — hätte Frankreich
zerſchmet=
tert und ſamt Belgien zu einer Provinz Deutſchlands
ge=
macht werden können; Holland hätte folgen und Rußland
gelähmt werden können; wo wären dann wir geblieben
ohne einen Freund in der Welt? Obwohl nur im Auszug
des Times=Berichterſtatters wiedergegeben, klingt dies
Ge=
ſtändnis von Sir Edward Greys vertrautem Freund
Hal=
dane, der ihn im Auguſt 1908 ſogar zeitweilig in der
Lei=
tung der auswärtigen Angelegenheiten vertrat,
entſchie=
den ſachgemäßer als die populäre und jetzt verbrauchte
Phraſe von der Fürſorge für Belgiens Freiheit.”
Die Stärke der engliſchen Hilfstruppen.
* (Ctr. Bln.) Der militäriſche Mitarbeiter des Berl.
Tagebl. beſchäftigt ſich mit der Frage, wieviel
Trup=
pen England auf den Kontinent werfen
kann. Nach engliſchen Quellen ſind bislang etwa 200000
Engländer auf dem Feſtland. Sie beſtehen aus dem
regulären Heer des Mutterlandes, das im Etat auf rund
156000 Mann angegeben iſt und durch etwa 54000 Mann
der Armeereſerve verſtärkt wird. Es bleiben alſo noch
etwa 100000 Mann Armeereſerve übrig, die auf das
Feſt=
land gebracht werden können. Von dieſer Summe von
300000 Mann ſind aber abzurechnen die bisherigen
Ver=
luſte. Nach engliſchen Quellen betrugen ſie bis etwa zum
10. Ohtober 34 420 Offiziere und Mannſchaften, und
dürf=
ten nach den jetzigen Kämpfen an der Küſte auf 70000
Mann geſtiegen ſein. Man würde alſo die bisher auf
dem Feſtland befindlichen Truppen auf den urſprünglichen
Stand von 200000 Mann bringen und 30000 Mann
zu=
rückbehalten können. Der Mitarbeiter glaubt nicht, daß
man dieſe 30000 Mann auf das Feſtland ſchicken wird,
weil man ſie dazu braucht, um neu angeworbene Truppen
abzurichten. Ebenſowenig wird man die ſogenannte
Spe=
zialreſerve, die 63000 Mann ſtark ſein ſoll, auf das
Feſt=
land ſchicken können, da ſie die Aufſtellung der
Erſatztrup=
penteile zu beſorgen hat. Die Territorialarmee hat die
Aufgabe, das Mutterland gegen Invaſionen zu ſchützen,
und außerdem beſitzt ſie einen zu geringen militäriſchen
Wert. Die Kolonialtruppen und die indiſche Armee
kön=
nen ebenfalls von dort nicht weggezogen werden, da ſie
das Rückgrat der engliſchen Herrſchaft in den Kolonien
bilden. Von dem indiſchen Eingeborenenheer, welches
160000 Mann ſtark iſt, ſind etwa 40000 Mann nach Europa
geſandt worden. Ein anderer Teil iſt in Aegypten. Es
bleiben alſo nur neue Anwerbungen übrig, und Kitchener
behauptet nun, daß er in der Lage ſei, eine halbe Million
Mann auszubilden. Wenn dies auch an ſich zutreffen
ſollte, ſo würde es doch unbedingt an Offizieren und
viel=
leicht auch an Waffen und Ausrüſtungsgegenſtänden
feh=
len, um ſo viele neue Formationen zu bilden. Der
Ver=
faſſer rechnet deshalb, daß kaum mehr als 100000 Mann
— nämlich etwa zwei Armeekorps — wirklich neu
for=
miert und ins Feld geſtellt werden können. Er kommt zu
der ſchließlichen Anſicht, daß England alles in allem ſein
Expeditionsheer in Frankreich auf ſechs bis ſieben
Armee=
korps bringen kann, deren Wert durchaus nicht einheitlich
wäre, aber auch die Zahl ſelbſt kann in einem ſolchen
Rieſenkampf nicht von entſcheidender Bedeutung ſein.
Vorausgeſetzt, daß England ſeine Truppen jetzt nicht
anderweit verwenden muß!
Die zerſchoſſene „Arethuſa‟.
* Der Köln. Volksztg. wird aus London, 27. Oktober,
gemeldet: Ein umfangreicher Bericht des
briti=
ſchen Kreuzers „Arethuſa” der am 29. Auguſt an
dem Seetreffen bei Helgoland beteiligt war
und nach den damaligen Berichten nur „leichte
Beſchädi=
gungen” erhalten haben ſollte, iſt erſchienen. Aus dem
Bericht ergibt ſich, daß der Kreuzer von den Deutſchen,
die in der Minderheit waren, in Wirklichkeit zum
Wrack geſchoſſen wurde. Eine Munitionskammer
flog durch eine deutſche Granate auf. Ein ſchwerer Brand
wütete an Bord. Der Kommandant gibt die Präziſion
es deutſchen Feuers zu, das die engliſche Flottille in
eine „etwas kritiſche Lage” brachte. Sie mußte ſich die
Hilfe von Schlachtkreuzern erbitten, um die zerſchoſſene
„Arethuſa” nicht aufgeben zu müſſen. Dieſe wurde nach
Chatham geſchleppt. Ihr trauriger Zuſtand macht
umſo=
mehr Eindruck, als ſie funkelnagelneu erſt einige
Tage zuvor dem Meere übergeben worden war.
Die Stimmung in Portugal.
* Wien, 2. Nov. Das „Neue Wiener Tageblatt”
veröffentlicht einen Brief, den der Chef eines
hoch=
angeſehenen, auch in Deutſchland vorzüglich
akkreditier=
ten portugieſiſchen Handelshauſes an einen Freund
ge=
richtet hat. Darin heißt es:
Sie kennen die überwiegend friedfertigen
Tenden=
zen unſerer leitenden republikaniſchen Kreiſe, die
wiſſen, wie dringend unſer Land gerade jetzt der
Kon=
ſolidierung aller wirtſchaftlichen Faktoren bedarf, und
wie ſehr Volk, Handel und Induſtrie — von der
Land=
bevölkerung ganz zu ſchweigen — jedem politiſchen
Abenteuer abhold ſind. Es iſt indeſſen leider nicht
voll=
kommen ausgeſchloſſen, daß trotz aller unſerer Abwehr und
Abneigung England durch ſeine ſeit Monaten
betrie=
bene Politik unerhörter Einſchüchterungen und
Drohungen einzelne, mehr perſönlichen Motiven
dienende Gruppen von politiſchen Deſperados dazu
bringt, uns in eine Aktivität hineinzudrängen, die ſeinen
und den Intereſſen der Ententemächte dienen ſoll. Ich
wäre der erſte, der dies tief beklagen würde und würde
mit dieſer Geſinnung ganz gewiß nicht allein ſtehen,
denn wir portugieſiſchen Handelsleute wiſſen, wie viel
wir ſtets dem vom Geiſte ehrlichen Entgegenkommens
getragenen deutſchen Kaufmannsweſen zu danken haben.
Viele der unfrigen, die lange Jahrzehnte hindurch unter
dem Druck des ſich uns gegenüber ſelbſtherrlich und als
bevorrechtet gebärdenden engliſchen Handels gelitten
haben, haben ihre Wiedererſtarkung dem uns ſtets
freund=
lich geſonnenen, weitausſchauenden deutſchen
Handels=
geiſt zu verdanken; und ſie wiſſen auch, daß wir dies alle
Zeit durch Bekundung warmer, freundſchaftlicher
Zu=
getanheit belohnt haben. Fabrikanten und Reiſende
aus dem mächtigen Hamburger Importgebiet, aus
Würt=
temberg, aus Barmen=Elberfeld, dem Sachſenlande und
nicht zuletzt die Ihrigen aus dem weltbekannten
Gab=
lonzer Produktionszentrum ſind uns zumeiſt Vertraute
geworden. Deshalb, was auch immer kommen möge,
ſeien Sie deſſen ſicher, daß bei uns in Portugal einem
Deutſchen oder Oeſterreicher niemals ein Haar gekrümmt
oder gar zu völkerrechtswidriger Sequeſtration ihrer
Gü=
ter und ihrer Betriebe geſchritten werden würde. Nicht
allein die hohe Achtung vor deutſcher Kultur und
deut=
ſcher Geſittung, ſondern auch die Selbſtachtung würde
uns von einem ſolchen Beginnen abhalten.
Bulgarien und Serbien.
* Sofia, 3. Nov. (Meldung der Agence Bulgare.)
Heute fand eine große öffentliche
Verſamm=
lung ſtatt. Es wurden Berichte über die
beklagens=
werte Lage der Mazedonier angehört und ein
Beſchluß angenommen, wodurch alle geſetzgebenden
Kör=
perſchaften und alle politiſchen Parteien aufgefordert
werden, gemeinſam ein Arbeitsprogramm zur ſofortigen
Befreiung der unterdrückten Brüder auszuarbeiten. Die
Regierung wird darin aufgefordert, zu dem gleichen Zweck
dringliche Maßnahmen zu treffen. Die Redner ſprachen
ſich für die ſofortige Beſetzung von Mazedonien ſowie
für eine internationale Unterſuchung durch Vertreter der
neutralen Länder über die Grauſamkeiten der Serben und
Griechen aus.
China.
* Zürich, 2. Nov. Die Rjetſch erfährt aus
diplo=
matiſcher Quelle, daß ſämtliche Proteſte
Chi=
nas gegen die Verletzung ſeiner Neutralität durch
Ja=
pan in vollſtändigem Einvernehmen mit den diplomati=
Große Verluſte durch falſche Fliegermeldungen.
Ein irrtümlicher Fliegerbeſuch war es, der die Franzoſen
bei Camp des Romains ſo ſchwer geſchädigt hat. Von
40000 Mann Verluſten war bekanntlich berichtet worden.
Um die nach dem Fall von Camp des Romains überaus
gefährdeten Stellungen im Raume Toul-Bar=le=Duc-
Chalons=ſür=Marne zu befeſtigen, vereinbarten die
Ar=
meekorpskommandanten Generale Sarrgail und
Ca=
ſtelneau, eine umfaſſende Bewegung der zwiſchen St.
Mihiel und Thiaucourt aufgeſtellten Truppen, die völlig
mißglückte. Der Kölniſchen Zeitung berichtet man
hier=
über folgendes:
Unter Védrines Führung klärten Piloten von
außer=
gewöhnlicher Kühnheit, doch ohne die notwendige
militä=
riſche Fachkenntnis die deutſchen Artillerieſtellungen auf
und berichteten nach Toul, wo ſich der aeronautiſche Stab
befindet, daß die feindlichen Streitkräfte deutlich
erkenn=
bare Lücken aufwieſen. Auf der ganzen Linie ſeien
ab=
ziehende Bataillone geſichtet worden. Beſonders die
Hö=
hen von Thiaucourt, wo ſich vor wenigen Tagen noch
verſtärkte Stellungen befunden hätten, wären teilweiſe
nur markiert und könnten einem Angriff aus der
Rich=
tung von Toul her nicht Widerſtand leiſten. Nach kurzem
Meinungsaustauſch beſchloſſen die Befehlshaber, einen
kombinierten Vorſtoß zu unternehmen. Aus
dem Hauptquartier traf eine ermutigende Meldung des
Generaliſſimus ein, in der unter anderem die
dringende Notwendigkeit betont wurde, den Feind mit
aller Kraft zu werfen und die Räumung der Punkte vor
Camp des Romains-St. Mihiel-Apremont-
Thiau=
court zu erzwingen. Infolge heftiger Gefechte bei St.
Mihiel verſchob man den Angriff um 48 Stunden, die
aber zur Heranziehung beträchtlicher Truppenteile
be=
nutzt wurden. Den Soldaten teilten die Offiziere mit,
daß der Wegnach Metz geſäubert ſei und es ſich jetzt
bloß um einen militäriſchen Spaziergang in Feindesland
handle. Nach forcierten Märſchen gelangten die
franzö=
ſiſchen Vortruppen bis Flirey ſüdlich von Thiaucourt.
Mit Ausnahme einiger Patrouillen, die ſich ſchleunigſt
vor den ungeſtüm vordringenden Franzoſen zurückzogen,
bot das Gelände nichts Beunruhigendes. Siegesgewiß
ging es vorwärts. Da kamen die erſten feindlichen
Gra=
naten. Ein ſcharfes Artilleriefeuer folgte, und im Nu
waren die gegen Eſſey aufrückenden franzöſiſchen Spitzen
weggemäht. Drei Stunden lang ſtanden die Truppen in
einem mörderiſchen Feuer. Der drakoniſchen Forderung
Joffres il kaut tenir gehorchend, wichen ſie nicht zurück,
is die Offiziere, den mißglückten Vorſtoß erken=
nend, Gefechte zur Deckung eines raſchen Rückzuges
an=
ordneten. An vielen Stellen artete die
Rückzugsbewe=
gung in eine haſtige Flucht aus, wovon ſich der
nachdrän=
gende Feind (d. h. die Deutſchen) durch die anſehnliche
Beute an Waffen und Artilleriematerial überzeugen
konnte. In Toul rief die Niederlage der als tüchtig und
ſchneidig gerühmten Truppen eine furchtbare
Enttäu=
ſchung hervor. Heftige Zornesausbrüche wegen der
Un=
zuverläſſigkeit des Erkundungsdienſtes vernahm man
aus den Reihen der Offiziere. Der Verfaſſer des Briefes
ſpricht die Vermutung aus, daß der „ſkandalöſe” Vorfall
Gegenſtand einer Unterſuchung bilden werde.
C K. Vom Leben in Reims, das nach einer der
letz=
ten Meldungen aus unſerm Großen Hauptquartier noch
immer von heftigen Artilleriekämpfen umtobt iſt,
ent=
wirft der Brief eines engliſchen Berichterſtatters aus
Eternay eine Schilderung, die den ſchweren Schaden
der Stadt und die Leiden ſeiner Bewohner kennzeichnet.
Ueber 600 Einwohner ſind während des Bombardements
bereits getötet worden und eine noch größere Zahl hat
ſchwere Verletzungen davongetragen. 300 Häuſer ſind
von den Granaten zerſtört, 150 ſind völlig niedergebrannt,
und auch viele öffentliche Gebäude haben ſchwer gelitten.
Von der Bevölkerung von Reims, die in Friedenszeiten
110000 Köpfe betrug, befinden ſich noch etwa 40000 in
der Stadt. Die übrigen haben ſich den Leiden und
Ge=
fahren des Bombardements durch die Flucht entzogen,
beſonders da der Bevölkerung auch noch die Schrecken
einer Hungersnot drohten. Tagelang haben ganze
Fa=
milien in ihren Kellern nur von Kleie gelebt, und eine
Anzahl Perſonen ſind an den Folgen der Entbehrung
geſtorben. Die Bewohner von Reims waren tatſächlich
Höhlenmenſchen geworden, die faſt jede Stunde des
Tages in ihren Kellern verlebten. Sie haben ſich darin,
ſoweit es nur möglich war, mit einigen Bequemlichkeiten
eingerichtet. Eine Photographie wurde gezeigt, auf der
einer der Keller der Firma Krug abgebildet war, den die
Proteſtanten nach der Zerſtörung ihrer Kirche zur
Ab=
haltung ihres Gottesdienſtes benutzten; aus
lee=
ren Kiſten für Champagnerflaſchen waren der Altar und
die Kirchenſtühle erbaut.
* Eine Feldzeitung für die Armee des Kronprinzen.
Von einem Kriegsteilnehmer in der Armee des
Kron=
rinzen wird geſchrieben: Damit Sie ſehen, daß wir
hier im Felde immer die neueſten Nachrichten vom
ge=
ſamten Kriegsſchauplatz leſen, ſende ich Ihnen eine
Feldzeitung, die auf Befehl des Kronprinzen ſeit vier
Wochen hier erſcheint. Die Setzer und Drucker der
Zei=
tung ſind Soldaten unſerer Armee, gedruckt wird ſie in
einer franzöſiſchen Zeitung, die wir hier gefunden und
mit Beſchlag belegt haben. Das Papier iſt ebenfalls
franzöſiſcher Herkunft; es wurde in einer franzöſiſchen
Papierfabrik requiriert. Sonſt iſt — ſogbemerkt der
Briefſchreiber voller Humor — hier alles wohl, und
wenn der Krieg und die frechen Franzoſen nicht wären,
lebten wir wie der Herrgott in Frankreich. Die
Feld=
zeitung wird an alle Kompagnien, Eskadrons und
Bat=
terien in der Armee des Kronprinzen ſoweit als möglich
regelmäßig verteilt.
Die im Original vorliegende Nummer führt
folgen=
den Titel: „A. H. Qu., den 24. Oktober 1914. Neueſte
Nachrichten Nr 26. Funkſpruch von Köln und
Nord=
deich. (Zeitungsdienſt).” Gedruckt iſt das Blatt mit
fran=
zöſiſchen Lettern. Es enthält Nachrichten, die das Große
Hauptquartier und das Wolff=Bureau an dieſem Tage
bekannt gegeben haben. Ein Drucker und
verantwort=
licher Redakteur ſind nicht angegeben. Dieſe
Kriegs=
zeitung ſtellt ein wertvolles Kriegsdokument dar. Man
ſieht daraus, daß unſer Kronprinz bemüht iſt, ſeine
Truppen in der Front mit den neueſten Meldungen vom
Kriegsſchauplatz bekanntzumachen.
Von einer anderen Feldzeitung „Der Lan dſturm”
wird uns die Nummer 3 zugeſandt. Sie bezeichnet ſich
als erſter und letzter Jahrgang, einziges deutſches
Mili=
tär=Wochenblatt auf Frankreichs Flur. Druck: 3. Komp.
des K. S. Landſturm=Bataillons Nr. 1, Leipzig. Verlag:
Vouziers, rue Chancy 1. Auch dieſe Zeitung iſt mit
fran=
zöſiſchen Lettern und auf franzöſiſchem Papier gedruckt.
Satz und Druck von der Landſturmfirma Berger, Rauch
Vogt und Ludwig, ſämtlich aus Leipzig. Die 4 Seiten
umfaſſende Zeitung enthält ein Gedicht, eine lange
Be=
ſchreibung einer Totenfeier für gefallene Soldaten, ernſte
und heitere Artikel und die amtlichen Kriegsdepeſchen.
* Der „Unterſeehund‟ Der marine=militäriſche
Mit=
arbeiter der Times erzählt folgende Geſchichte: Ein
eng=
liſcher Kreuzer berichtete, daß ein Unterſeeboot von ihm
in den Grund geſchoſſen worden ſei, was auch für
voll=
kommen zuverläſſig betrachtet wurde, bis ein getöteter
Seehund an die Küſte getrieben wurde. Man machte
dann die Entdeckung, daß man von dem Kreuzer aus die
Naſe des Seehundes für das Periſkop des
Unterſeeboo=
tes gehalten und es auch beſchoſſen hatte.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Nummer 304.
ſchen Stellen der Vereinigten Staaten erhoben worden
ſeien. Nach einer weiteren Petersburger Meldung hat
China zum Schutze ſeiner Neutralität von Schantung
außerhalb der Bahnzone ſtarke Streitkräfte unter dem
Oberbefehl des Kriegsminiſters konzentriert. Beſonders
die Küſte iſt ſtark beſetzt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. November.
Darmſtadts Induſtrie, Handel und Gewerbe.
* Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing hat eine
geſchmackvoll ausgeſtattete Schrift „Darmſtadts Induſtrie,
Handel und Gewerbe” herausgegeben, die einen kurzen
Ueberblick über den Stand von Darmſtadts Induſtrie,
des Handels und des Gewerbes gibt, ähnlich der vom
Ober=
bürgermeiſter in dem Sonderheft von Reclams
Univer=
ſum über das Darmſtädter Kunſtjahr 1914 veröffentlichten
Abhandlung. Das Heft iſt vor allem dazu beſtimmt,
de=
nen Aufſchluß über Darmſtadts Verhältniſſe zu geben, die
die Abſicht haben, ſich hier niederzulaſſen oder ein
Unter=
nehmen hier zu begründen. Zu dieſem Zweck iſt dem Heft
ein überſichtlicher Plan über Darmſtadts Induſtrie= und
Baugelände beigefügt. Die neueröffneten Bauquartiere
ſind beſonders kenntlich gemacht. Das Heftchen dürfte
auch jeden Darmſtädter intereſſieren, da in demſelben
wohl zum erſtenmale ein Geſamtüberblick des
gewerb=
lichen und induſtriellen Lebens Darmſtadts gegeben iſt.
Das Heftchen wurde von der L. C. Wittichſchen
Hofbuch=
druckerei geſchmackvoll ausgeführt.
Den einleitenden Worten des Herrn
Oberbürgermei=
ſters entnehmen wir folgendes:
Die außerhalb Darmſtadts hie und da verbreitete
Meinung, daß Darmſtadt nur eine Beamten= und
Mili=
tärſtadt ſei, bedarf der Richtigſtellung. In der Tat kann
feſtgeſtellt werden, daß von jeher die Stadt auch eine gute
geſchäftliche Bedeutung hatte. Induſtrie und Handel
ha=
ben ſich insbeſondere in den letzten Jahrzehnten eine ſtets
wachſende Stellung errungen. Alteingeſeſſene Firmen
von großer Bedeutung haben ſich in ausgezeichneter Weiſe
weiterentwickelt und neue Firmen ſind in erheblicher
An=
zahl entſtanden. Hier verdient hervorgehoben zu werden,
daß Se. Kgl. Hoheit der Großherzog in
zielbe=
wußter Weiſe durch eine fortlaufende Reihe von
Ausſtel=
lungen dazu beigetragen hat, die Möbelinduſtrie,
die Induſtrie der Innenausſtattung und die
Bauinduſtrie im allgemeinen zu fördern. Dazu
kom=
men die von der ſtädtiſchen Verwaltung eingeleiteten
Verkehrsunternehmungen, die Darmſtadt mit
ſeiner Umgebung durch elektriſche Bahnen
ver=
binden werden. Die ſtädtiſche Verwaltung iſt
be=
ſtrebt, die Steuerkraft der Stadt auch durch Begünſtigung
der Induſtrie und die Förderung neuer Unternehmungen
zu heben, ſie ſteht dieſen Beſtrebungen der Neuzeit
grund=
ſätzlich ſympathiſch gegenüber. Infolge der Verlegung
des Hauptbahnhofs iſt das Gebiet, in dem ſich ſeither
ſchon die Induſtrie angeſiedelt hat, um eine bedeutende
Fläche erweitert worden. Ein Gebiet von etwa 110
Hek=
tar wird von den Eiſenbahndämmen begrenzt. Die
ſtäd=
tiſche Verwaltung hat zum Aufſchluß dieſes Geländes
In=
duſtriegleisanlagen ausführen laſſen und iſt beſtrebt, dieſe
Gleisanlagen ſtets zu erweitern und zu vervollkommnen
im Einklang mit den Wünſchen der Induſtrie. Durch die
Gütergleisanlagen wurde zum erſtenmale in ſyſtematiſcher
Weiſe jedem Anſchluß begehrenden, vorhandenen
indu=
ſtriellen Unternehmen dieſer Anſchluß geboten und
Rück=
ſicht genommen auf den Ausbau in der Zukunft. Ein
großer Teil der Gleisanlagen wurde daher auf öffentliche
Koſten hergeſtellt. Die Stadt iſt im Begriff, eine
Haupt=
ſtätte für die militäriſche Luftſchiffahrt zu werden. Die
umfangreiche Erweiterung der Fliegerſtation, die neuen
drehbaren Hallen zur Aufnahme zweier Zeppelin=Kreuzer,
die neuen techniſchen Truppen für die drahtloſe
Telegra=
phie und die Luftſchiffahrt werden dazu führen, daß auch
neue Induſtrien dieſes Zweiges der Technik für ihre
Ver=
tretung in Darmſtadt Sorge tragen. Die Lage
Darm=
ſtadts iſt für die Anſiedlung von Fabriken zur Herſtellung
von Motoren und Luftfahrzeugen günſtig. Weite ebene
Flächen, die nach Weſten zu gelagert ſind, und billige
elek=
triſche Kraft ſtehen zur Verfügung. Die Fernverſorgung,
die von Darmſtadt aus zurzeit nach allen Richtungen hin
ausgebaut wird, ermöglicht auch den Anſchluß von
ent=
fernter liegenden induſtriellen Unternehmungen.
Die Lage der Stadt macht es möglich, die Induſtrie
und den Gewerbeſtand zu fördern und zu begünſtigen,
ohne daß der Charakter der Stadt, als einer
ſchönen Wohnſtadt in landſchaftlich bevorzugter
Umgebung, notleidet. Die Induſtriegebiete liegen in
gro=
ßer Entfernung, von dem Zentrum der Stadt aus
ge=
ſehen. Ihre nordweſtliche Lage läßt bei der
außerge=
wöhnlichen Ausdehnung der Stadt eine Beeinträchtigung
der Wohngebiete nicht gut möglich erſcheinen. Darmſtadt
hat den großen Vorzug, in ſeinem Innern Gärten und
Parkanlagen von hervorragender Schönheit zu beſitzen.
Von dieſen ſind in erſter Linie die Gärten des
Großher=
zoglichen Hauſes zu nennen. Auch die Stadtverwaltung
hat ſchöne Anlagen geſchaffen, deren Unterhaltung
jähr=
lich rund 80000 Mark erfordert. Die ſtädtiſche
Verwal=
tung wird auch in Zukunft ſtets darüber wachen, daß auf
der einen Seite die Teilung in Verkehrs= und ruhige
Wohnſtraßen, in Verkehrsviertel und ausſchließliche
Wohnviertel, erhalten bleibt, daß die Wohnbezirke vor
ſtörenden Fabrikanlagen geſichert ſind, und daß
anderer=
ſeits bei der Ausdehnung von gewerblichen Betrieben im
Intereſſe der Stadt Erweiterungsmöglichkeiten in dem
Induſtriegebiet vorhanden ſein müſſen. Nicht richtig wäre
es, der öfters vertretenen und früher u. a. auch in
Frank=
furt a. M. betätigten Auffaſſung zu folgen, die im
Stadt=
gemarkungsgebiete die induſtriellen Unternehmungen
ver=
meiden will. Abgeſehen davon, daß die Betätigung einer
derartigen Auffaſſung die Induſtrien und damit auch das
wachſende Steuerkapital den Landkreiſen zuweiſt, iſt es
bedenklich, die Zukunft einer Stadt ausſchließlich auf den
Charakter einer Wohnſtadt zu ſtellen. Ohne Zweifel iſt
die wirtſchaftliche Entwicklung der Stadt inſofern
außer=
ordentlich günſtig, als die Steuerkraft der Einkommen in
den letzten Jahrzehnten in einem erfreulichen Wachstum
begriffen iſt.
Die Vedeutung von Darmſtadts
Indu=
ſtrie und Handel geht unter anderem auch aus den
ſtark entwickelten Handelsbeziehungen
Darmſtädter Firmen zu dem Ausland hervor. Es
ex=
portieren 18 Firmen ziemlich nach allen Ländern der
Welt. Zwiſchen 20 bis 50 Firmen liefern nach der
Schweiz, Holland, Oeſterreich=Ungarn, England,
Ame=
rika, Italien, Rußland, Belgien, Frankreich, Schweden,
Norwegen und Dänemark, 8 bis 15 Firmen verzeichnen
einen Export nach Auſtralien, Spanien, Portugal,
Ser=
bien, Griechenland, Türkei, Rumänien, Bulgarien,
Argen=
tinien, Afrika, Aſien und Indien. Aehnlich verhält es ſich
mit den Importverhältniſſen. Bemerkenswert iſt hierbei,
daß der ſtärkſte Import aus Frankreich, Oeſterreich=
Un=
garn, England und Holland ſtattfindet. Es ſind z. B.
allein 70 größere Firmen, die Waren aus Frankreich
ein=
führen. Sind in dieſer Abhandlung bis jetzt nur die
lo=
kalen Maßnahmen für die Förderung des wirtſchaftlichen
Lebens dargeſtellt, ſo iſt doch andererſeits von größter
Bedeutung, daß Darmſtadt auch der Sitz der
Großherzog=
lichen Zentralſtelle für die Gewerbe im Großherzogtum iſt.
Die Zentralſtelle für die Gewerbe iſt die geſchäftsführende
Stelle für den im Jahr 1836 begründeten Gewerbeverein
für das Großherzogtum Heſſen (Landesgewerbeverein),
welchem die berufliche und wirtſchaftliche Förderung
ſei=
ner Mitglieder und des einheimiſchen Gewerbeſtandes
ob=
liegt. Zurzeit beſtehen 125 Ortsgewerbevereine in 13
Be=
zirksverbänden mit 10796 Mitgliedern, außerdem gehören
52 einzelne Mitglieder dem Landesgewerbeverein an.
* Die Tapferkeitsmedaille haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog verliehen den Wachtmeiſtern
Eichenauer und Kolb im Großh.
Gendarmerie=
korps, kommandiert zur Feldgendarmerie des mobilen
Generalkommandos 18. Armeekorps. Beide haben vor
einiger Zeit von Sr. Maj. dem Kaiſer und König das
Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe erhalten.
* Ordensverleihungen. Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin haben dem Ober=Poſtſchaffner
Lorenz Rühl in Alsfeld das Allgemeine Ehrenzeichen
mit der Inſchrift „Für langjährige treue Dienſte” am
Bande des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
und dem Ober=Briefträger Chriſtian Baumann aus
Pfungſtadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
In=
ſchrift „Für langjährige treue Dienſte” verliehen, ferner
dem ſeitherigen Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und
Standesbeamten Wilhelm Schäfer zu Eberſtadt, Kreis
Darmſtadt, das Silberne Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden folgende
Beamte in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahngemein=
ſchaft: Lademeiſter Heinrich Schornſtheimer zu
Mainz und Weichenſteller 1. Klaſſe Ludwig Volz zu
Darmſtadt.
* Militärdienſtnahrichten. Befördert: Zu Leutnants
der Reſerve die Vizefeldwebel: Rühl (Gießen) im Reſ.=
Inf.=Regt. Nr. 88, Schott, Sieger (Wilhelm),
Mül=
ler, Eidebenz, (I Darmſtadt), Siewers,
Gilbert, Jutzi (Gießen), Joſt (Offenbach),
Wahl (Friedberg) im Reſ.=Inf.=Regt. Nr. 116, Barth
(Gießen) des Pion.=Bats. Nr. 11, Moller,
Vizewacht=
meiſter (Mainz) im II. Pion.=Bat. Nr. 11; zu Leutnants
der Landwehr=Inf. 1. Aufgebots: Procop (I
Darm=
ſtadt), Gundrum, Rieger, Gröber (Gießen),
Vize=
feldwebel im Reſ.=Inf.=Regt. 116; zu Lts. der Landw.=
Feldart. 1. Aufgebots: die Vizewachtmeiſter: Geibel
(Wiesbaden) im Reſ.=Feldart.=Regt. Nr. 25, Fiſcher
(Gießen) bei der Reſ.=Art.=Mun.=Kol. 43 des 18. Reſerve=
Korps.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
erhielten: Vizewachtmeiſter Klingemann und
Unter=
offizier Behlen, ſämtlich vom Feldart.=Regt. Nr. 61.
Oberſt Frhr. v. Preuſchen, Kommandeur des 11.
Feld=
art.=Regts., früher Feldart.=Regt. Nr. 25, erhielt das
Eiſerne Kreuz 1. Klaſſe.
— Großh. Hoftheater. Heute wird bei kleinen
Preiſen auf B 7 „Lohengrin‟ Donnerstag auf C8
„Die Hochzeit des Figaro” gegeben. Die
Be=
ſetzung iſt folgende: Graf Otto Semper, Gräfin
Fran=
ziska Callwey, Suſanne Olga Kallenſee, Figaro Alfred
Stephani, Baſſilio Otto Thomſen, Doktor Bartolo Leo
Schützendorf, Marzelline Anna Jacobs, Cherubin
Mar=
garethe Belinge Schäfer, Antonio Paul Peterſen, Bärbel
Margarethe Schreber, Don Curzio Ludwig Kleinböhl.
Auch für dieſe Aufführung gelten die kleinen Preiſe,
ebenſo für die Vorſtellung des „Huſarenfieber” am
Freitag, deſſen Neueinſtudierung kürzlich lebhafteſte
Heiterkeit erregte. Samstag als Volksvorſtellung „
Kauf=
mann von Venedig”.
Der hervorragende jugendliche Heldentenor des
Frank=
furter Opernhauſes, Robert Hutt, der am Sonntag
ein einmaliges Gaſtſpiel am Hoftheater als Manrico
abſolviert, gehört heute zu den bedeutendſten Vertretern
ſeines Faches, der auch im Ausland, beſonders in London
und Paris, große Triumphe gefeiert hat. Der Künſtler
iſt hier ſehr ſelten gehört worden, ſeinem Auftreten wird
daher zweifellos größtes Intereſſe entgegengebracht
werden. Für dieſe Vorſtellung gelten ebenfalls die
kleinen Preiſe.
* Vortrag. Dr.=Ing. Heyd, der am Dienstag,
den 10. November, in der Turnhalle über Geſchautes
und Erlebtes vom Kriegsſchauplatz im
Weſten und Oſten erzählen wird, iſt kurz nach dem
Wüten der Straßenkämpfe ins Lütticher Land gekommen
und war mehrere Wochen für die Heeresverwaltung tätig.
Im Oktober war Herr Stadtverordneter Dr.=Ing. Heyd
auf den großen Oſtpreußiſchen Schlachtfeldern und bei den
Truppen in den Schützengräben an der ruſſiſchen Grenze.
g. Der Raubmörder Flörſch. Heute morgen 7 Uhr
erfolgt im Hofe des Provinzial=Arreſthauſes die
Hinrich=
tung des dreifachen Hofheimer Raubmörders, des
Bäcker=
geſellen Philipp Flörſch.
Strafkammer II.
g. In der Anklage gegen den früheren
Friedhofsver=
walter Steitz und Genoſſen von Offenbach wurde geſtern
weiter verhandelt. Intereſſant iſt daraus nur die
Aus=
ſage des Spenglers Schmitt, der zuletzt die Urnen lieferte.
Er berechnete der Stadt 10 bis 12 Mark das Stück, worin
aber eine Proviſion von 3,50 Mark für Steitz enthalten
war. Die Stadt nahm dann 15—18 Mark. Die an Steitz
gezahlten Proviſionen berechnet Schmitt auf mindeſtens
240 Mark, die auf Forderungen verrechnet wurden, die
Schmitt für gelieferte Zinkſärge an Steitz hatte. Zeuge
wird wegen Verdachts der Teilnahme nicht beeidigt. Ein
Zeuge, Fabrikant Karl Buſſe, bekundet, daß er und
ſeine Frau ſich die Sarkophage angeſehen hätten; dabei
ſeien ihnen die hohen Preiſe aufgefallen. Auf ſeine Frage
antwortete Steitz damals, das wären „die feſtgeſetzten
Preiſe‟ Dadurch ſei er in den Glauben verſetzt worden,
es handele ſich um amtlich ſeſtgeſetzte Preiſe, andernfalls
hätte er ſich auch bei andern erkundigt. Er habe dem Steitz
noch beſonders 20 Mark Trinkgeld gegeben. Die
Schwie=
germutter des Steitz gibt zu, daß ſie täglich nur etwa eine
Stunde zu tun hatte. Als ſie gefragt wird, warum ſie
dann drei Stunden anſchreiben ließ, machte ſie den
ge=
radezu klaſſiſchen Ausſpruch: „Was man kriegen kann,
das muß man nehmen‟ Der Staatsanwalt beantragte
gegen Steitz eine Geſamtſtrafe von 3 Jahren
Ge=
fängnis und gegen Holzamer eine Geldſtrafe von
50 Mark. Den Angeklagten Koch beantragte er aus
recht=
lichen Gründen freizuſprechen.
Das Gericht verurteilte Steitz wegen des
fortgeſetz=
ten Betrugs zum Nachteil der Stadt Offenbach, der Be=
ſtechlichkeit und ſieben weiterer Vergehen des Betrugs zu
einer Geſamtſtrafe von 2 Jahren 3 Monaten
Ge=
fängnis, abzüglich 1 Jahr der Unterſuchungshaft. Die
durch die Beſtechlichkeit erlangten 240 Mark verfallen der
Staatskaſſe. Holzamer wird zu 50 Mark
Geld=
ſtrafe verurteilt und Koch freigeſprochen.
Sammlung von Kriegsbriefen.
Der Inhalt unſerer Zeitungen hat ſich ſeit
Kriegs=
beginn in mehrfacher Hinſicht verändert. Zuerſt ſtanden
die diplomatiſchen Verhandlungen im Vordergrund. Dann
wurden ſie durch die mit „von Stein” gezeichneten
Berichte aus dem Großen Hauptquartier zuruckgedrängt.
Etwas ſpäter kamen die von den großen Zeitungen
ent=
ſandten Kriegsberichterſtatter zum Wort. Heute füllen in
vielen Blättern die Feldpoſtbriefe und Tagebücher
unſerer Offiziere und Soldaten den größten Raum.
Selbſt die kleinſten Gemeindeblätter bringen ſie zum
Ab=
druck. Stammen ſie gar von engeren Landsleuten oder
Ortsinſaſſen, dann können ſie, ſo ſchlicht und unbeholfen
ſie auch manchmal ſein mögen, immer auf dankbare Leſer
rechnen.
Alle dieſe Briefe, auch die einfachſten, haben neben dem
perſönlichen und örtlichen auch noch ein hiſtoriſches
Inter=
eſſe. Nicht als ob ſie viel neue Tatſachen für eine künftige
Geſchichte des Weltkrieges brächten. Unſere Kämpfer
draußen im Felde wiſſen über die Zuſammenhänge meiſt
viel weniger, als wir zu Hauſe. Weit wertvoller als die
Tatſachen ſind dem Hiſtoriker die Auffaſſungen und
Empfindungen der verſchiedenen Volksklaſſen, ſind die
Regungen der Volksſeele, von denen die Kriegsbriefe der
Feldzugsteilnehmer zeugen. Beſſer als aus irgend welchen
anderen Zeugniſſen geht aus ihnen der Geiſt hervor, der
die Heere draußen beſeelt, und die Stimmung, die unſer
ganzes Volk erfüllt.
Es erwächſt daraus für uns die Pflicht, den koſtbaren
Schatz für die Geſchichte unſeres Volkes, den die
Kriegs=
briefe darſtellen, vor Verſchleuderung und Vernichtung zu
ſchützen. Die in den Zeitungen und Zeitſchriften Heſſens
gedruckten heſſiſchen Feldbriefe und=Tagebücher heſſiſcher
Offiziere und Soldaten, Aerzte und Beamten werden ſeit
kurzem von der Heſſiſchen Nachrichtenſtelle
für das neutrale Deutſchland (Darmſtadt,
Haus= und Staatsarchiv) unter dankenswerter Beihilfe
faſt der geſamten heſſiſchen Preſſe jeder Parteirichtung
mit anderen wichtigen heſſiſchen Preſſeäußerungen zum
gegenwärtigen Kriege ſyſtematiſch geſammelt. Für die
Ueberſendung von Abdrucken heſſiſcher Kriegsbriefe, die
vielleicht an verſteckter Stelle oder in auswärtigen
Blät=
tern gedruckt ſind, wäre dieſe Stelle ſehr dankbar.
Viel größer als die Zahl der gedruckten, iſt aber die
Zahl der ungedruckten Tagebücher und Briefe. Ihre
Er=
haltung und Zugänglichmachung muß das Beſtreben der
heſſiſchen Geſchichtsfreunde ſein. Vor wenigen Jahren hat
man, wie anderwärts, auch in Heſſen damit begonnen,
die Kriegstagebücher und =briefe heſſiſcher Krieger aus
den Jahren 1866 und 1870/71 zu ſammeln. Als Sammel=
und Aufbewahrungsort iſt von der Großh. Regierung die
Großherzogliche Hofbibliothek (Darmſtadt,
Reſidenzſchloß) als Landesbibliothek beſtimmt worden.
Der Erfolg eines Aufrufs, den damals das Präſidium der
Kriegerkameradſchaft Haſſia und die Direktionen des Großh.
Haus= und Staatsarchivs und der Großh. Hofbibliothek
erließen, entſprach nicht den Erwartungen, die man auf
ihn ſetzte. Er kam um Jahrzehnte zuſpät. Weitaus
die Mehrzahl der Kriegsbriefe und=tagebücher war längſt
vernichtet oder verloren. Heute, in unſerer ſchnellebigen
Zeit, iſt die Gefahr des Verluſtes oder der Vernichtung
noch größer, als in den 60er und 70er Jahren. Da der
heutige Krieg weit mehr ein Volkskrieg iſt, als die von 1866
und 1870/71, da er bis in die Wurzeln unſeres Volkstums
greift, haben auch die Feldbriefe als unmittelbarer
Aus=
druck der deutſchen Volksſeele größere Bedeutung als die
Briefe von 1866 und 1870/71. Es gilt alſo, die Sammlung
ſo ſchnell als möglich und noch während des
Krie=
ges ins Werk zu ſetzen.
Die Urſchriften der Briefe und Tagebücher werden den
Angehörigen ihrer Schreiber, von denen ſo mancher nicht
zurückkehrt, ein teurer Beſitz ſein. Gute und zuverläſſige
Abſchriften erfüllen aber für die künftigen
Geſchichts=
ſchreiber denſelben Zweck. Die Beſitzer der Briefe werden
alſo freundlichſt gebeten, der Großh. Hofbibliothek für ihre
Sammlung von Kriegsbriefen und =tagebüchern dieſe
Ab=
ſchriften ſo bald als möglich zur Verfügung zu ſtellen.
Sind die Beſitzer ſelbſt nicht in der Lage oder willens,
ſo wird ſich wohl in jedem Orte Heſſens ein
Geſchichts=
freund finden, der Ortsgeiſtliche oder der Lehrer, der ſich
der Mühe unterzieht, auf die in ſeinem Bereich
einkommen=
den Tagebücher und Briefe zu achten und ſie — am beſten
auf Quartblättern, von denen nur eine Seite zu
be=
ſchreiben wäre — für die Hofbibliothek abzuſchreiben.
Auch iſt die Großh. Hofbibliothek bereit, Originalbriefe,
die ihr zur Verfügung geſtellt werden, abſchreiben zu
laſſen und dann dem Eigentümer wieder zuzuſtellen.
Auch jeder Hinweis auf das Vorhandenſein von
Feldzugs=
briefen iſt erwünſcht. Jeder ſchlichte Soldatenbrief, der
in einfachen Worten Empfinden und Denken des
Schrei=
bers widerſpiegelt, iſt willkommen. Selbſtverſtändlich
nimmt die Großh. Hofbibliothek auch die Urſchrift ſolcher
Schriftſtücke, ſei es als Geſchenk, ſei es als Leihgabe unter
Wahrung des Eigentumsrechts, mit Dank entgegen. Wohl
mag es manchem nicht leicht fallen, ſich von vem Beſitz zu
trennen, allein das Bewußtſein, daß dieſe ſchriftlichen
Zeugniſſe aus großer, ſturmbewegter Zeit nur auf dieſe
Weiſe erhalten bleiben, wird ihm das Opfer, das er dem
allgemeinen Nutzen damit bringt, erleichtern. J. R. D.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Reſidenz=Theater am weißen Turm. Der
intereſſanteſte bis jetzt erſchienene Kriegsfilm wird ab heute
im Reſidenz=Theater gezeigt. Dem Chef=Operateur
Ro=
bert Ulrich, welcher mit Genehmigung des Großen
Ge=
neralſtabes an der Front weilt, iſt es gelungen, unſere
großen Geſchütze in Tätigkeit bei der Beſchießung
Ant=
werpens zu kinematographieren. Der Film gewinnt noch
an Wert, da die Aufnahme von Mecheln direkt nach der
Beſchießung ſtattfand, ſo daß man den großen Brand der
Stadt ſehen kann. Von Viktor Blüthgen wird ein
gro=
ßer Dreiakter „Gendarm Möbus” gezeigt, mit Luzie
Höf=
lich in der Hauptrolle. Luzie Höflich gilt mit Recht als
die typiſch germaniſche Schauſpielerin, in ihrer
goldblon=
den Erſcheinung ſowohl wie auch in allen Möglichkeiten
ihrer reichen Empfindung; ſie hat ihre ſtarke eigene Note,
die ſie virtuos behandelt und in der ſie ihresgleichen nicht
hat. Ein orientaliſcher Roman, „Des Inders
Zauber=
macht” wird als weiterer Schlager vorgeführt, während
der übrige Teil das Programm zu einem wirklich
reich=
haltigen macht. (S. Anz.)
Nummer 304.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Seite 5.
— Jugenheim a. d. B., 3. Nov. Das Eiſerne
Kreuz erhielt Feldwebel=Leutnant Anton Pfänder
vom Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 118 für
hervor=
ragende Tapferkeit.
Michelſtadt i. O., 2. Nov. (Unfall.) Der 69 Jahre
alte Landwirt Wilhelm Göhler von hier ſtürzte beim
Heuholen von der Scheune und ſtarb bald infolge der
erlittenen Verletzungen.
A Beerfelden, 2. Nov. (Die hieſige
Jugend=
wehr) übt gegenwärtig zugweiſe je wöchentlich einmal
und Sonntags zuſammen. Die letzten Sonktage
brach=
ten Exerzieren im Freien in den Zügen und in der
Kom=
pagnie, während geſtern die erſte größere
Felddienſt=
übung ſtattfand. Die eine Partei führte Herr
Wacht=
meiſter Aßmus, die andere wurde von den Herren Lehrer
Lang und Wachtmeiſter Krüger geführt. Die
letzt=
genannte Partei erhielt unterwegs nicht vorgeſehene, aber
deſto willkommenere Verſtärkung durch die
Falken=
geſäßer Jugendwehr, die auch im Gelände übte.
Nach Beendigung des Gefechts wurde auf einer Wieſe noch
exerziert, den Schluß machte ein ſchneidiger Parademarſch
bei Turnermuſik. — Den Einzelübungsabenden iſt noch
ein gemeinſamer Abend zugefügt worden, der nur
Vor=
trägen uſw. und dem Singen entſprechender Lieder
ge=
widmet iſt.
Rüſſelsheim, 3. Nov. (Ein intereſſanter
Fund.) Beim Ausſchachten einer Dickwurzkaute ſtieß
man im ſogenannten „langen Grund” in geringer Tiefe
auf eine gut erhaltene große Knochenurne, die
außer Knochenaſche noch vier Gefäße verſchiedener Form
barg. Der intereſſante Fund wurde dem hieſigen
Hei=
matsmuſeum überwieſen.
Mainz, 3. Nov. (
Verdeutſchungsbeſtrebun=
gen.) Das Mainzer Journal erläßt eine Umfrage an
ſeine Leſer, ob ſie eine Aenderung der Bezeichnung „
Main=
zer Journal” wünſchen und welche neue Bezeichnung
vor=
geſchlagen wird. Das Amtsblatt der ſächſiſchen
Regie=
rung, das Dresdener Journal, hat bereits vor kurzem eine
Umtaufe vorgenommen und heißt jetzt Staatszeitung.
Mainz, 3. Nov. (Kartoffelpreiſe für Mainz.)
Der Oberbürgermeiſter hat für Mainz und Vororte für
Kartoffeln folgende Höchſtpreiſe feſtgeſetzt: Der
Doppel=
zentner ab Produzent 6,00 Mark, auf den Markt oder in
das Haus geliefert 6,50 Mark. Für den Großhandel 7,00
Mark. Im Kleinverkauf das Kilogramm 8 Pfg.
Mainz, 3. Nov. (Unglücksfall.) Am Samstag
vormittag kurz nach 8 Uhr ereignete ſich hier auf dem
Güterbahnhof ein bedauerlicher Unglücksfall.
Der ungefähr 28 Jahre alte Bahnbeamte Reitz aus
Wörrſtadt, wohnhaft in Mainz, fiel von der Bremſe und
kam unter den Wagen; die Räder gingen ihm über den
Leib und war der Verunglückte auf der Stelle tot;
er hinterläßt Frau und ein Kind. — Auf der Mainzer
Straße geriet ein kleines Mädchen beim Spielen unter
die elektriſche Bahn und wurde ein großes Stück
mitgeſchleift. Es iſt noch gut, nur mit
Hautabſchürfun=
gen, davongekommen.
Worms, 3. Nov. (Stiftungen.) Herr Geh.
Kom=
merzienrat W. J. D. Valckenberg hat letztwillig
fol=
gende Stiftungen gemacht: für die Valckenberg=
Boller=
mann=Stiftung 10000 Mark; für den Kaiſer Wilhelm=
Denkmalfonds 5000 Mark; für den Kaplaneifonds St.
Martin 5000 Mark; für den Kaplaneifonds Liebfrauen
5000 Mark; für die Barmherzigen Schweſtern St.
Mar=
tin 5000 Mark. Für ſeine Arbeiterſchaft hat der
Verſtor=
bene ebenfalls wertvolle Anordnungen getroffen.
Büdingen, 3. Nov. (Humor bei der
Muſte=
rung) zeigte hier ein etwas beleibter älterer
Landſturm=
mann. Auf die Frage, zu welchem Truppenteil er gern
wolle, antwortete er: „Zu der dicken Berta” Sein Wunſch
wurde erfüllt; er kam zur ſchweren Artillerie.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshanptſtadt, 3. Nov. Der Che
des Generalſtabes des Feldheeres Generaloberſt
v. Moltke, über deſſen Erkrankung kürzlich berichtet
worden iſt, bedarf zu ſeiner völligen Wiederherſtellung
eines Erholungsurlaubs. Der Kaiſer hat ihm zu dieſem
Zwecke ſein Schloß in Homburg zur Verfügung geſtellt.
Generaloberſt v. Moltke hat ſich am 1. November dorthin
begeben. Es handelt ſich um einen Rückfall des Leidens,
das den General ſchon wiederholt zum Beſuche von
Karlsbad veranlaßte.
Weinheim, 2. Nov. (Weinernte.) Die jetzt
erſt beendigte Spätleſe des Gräflich von Berckheimſchen
Weinbaubetriebes ergab zufolge großen Aufwandes zur
Bekämpfung der Rebſchädlinge einen halben Herbſt.
Die Moſtgewichte dieſes Betriebes betragen bei
Ries=
ling aus den Gewannen Kuslich und Hubberg 87 Grad,
bei Silwaner und Riesling von anderen Gemarkungen
(Lützelſachſen uſw.) etwas weniger. Wie ſich im
allge=
meinen aus der einſetzenden Gärung ſchließen läßt, fallen
die 1914er Weine recht kräftig aus.
Karlsruhe, 2. Nov. (Eine erbeutete engliſche
Kanone) mit Munitionswagen iſt heute nachmittag
auf dem hieſigen Schloßplatze aufgeſtellt worden.
Stuttgart, 3. Nov. (Eiſenbahnunfall.) Auf dem
Bahnhof Endersbach iſt heute nacht ein Güterzug
auf einen Prellbock aufgefahren. Die Maſchine ſtürzte die
Böſchung hinab. Der Lokomotivführer iſt tot und zwei
Mann ſind verbrüht.
Eybach (Oberamt Geislingen), 3. Nov. (Unfall.)
Bei einem Spaziergang iſt die im 44. Lebensjahre ſtehende
ledige Gräfin Liſelotte von Degenfeld von
einem Felſen abgeſtürzt und mit gebrochenen
Glied=
maßen tot aufgefunden worden.
Bern, 3. Nov. (Die Schweizeriſche
Landes=
ausſtellung) wurde geſtern mit einer Feier offiziell
geſchloſſen. Trotz der Kriegsereigniſſe und der
Mobilmachung der ganzen ſchweizeriſchen Armee hatte
die am 15, d. J. unter den beſten Auſpizien
er=
öffnete Ausſtellung einen vollen Erfolg zu verzeichnen.
Die erwartete Beſucherzahl von 3 Millionen iſt erreicht
worden. Bundesrat Schultheß ſpielte in ſeiner Rede auf
die Kriegsereigniſſe und die wirtſchaftliche Kriſe an und
richtete einen lebhaften Appell an die Einigkeit und an
die Mitarbeiterſchaft aller Klaſſen der Bevölkerung zur
Vorbereitung der Zukunft des ſchweizeriſchen Landes.
Vermiſchtes.
— 529 Juriſten und höhere
Verwaltungs=
beamte ſind bisher im Kriege gefallen,
darunter 3 Profeſſoren, 2 Vortragende Räte, 120 Richter,
Verwaltungsbeamte und Staatsanwälte, 85 Anwälte, 137
Aſſeſſoren, 173 Referendare uſw. Dieſe Statiſtik unter
An=
führung der Namen und der genauen Angaben iſt die
Deutſch: Juriſten=Zeitung in der Lage, auf Grund des ihr
von den Miniſterien zur Verfügung geſtellten amtlichen
Materials in der ſoeben erſchienenen 3. Kriegsnummer zu
veröffentlichen. Dieſe Verluſtliſte zeigt, wie viele Opfer
der Krieg gerade unter den Juriſten fordert.
Drei Dampfer vom Kreuzer
„Karlsruhe‟ erbeutet.
* London, 3. Nov. Wie Lloyds aus Para (
Bra=
ſilien) gemeldet wird, hat dort der deutſche Dampfer
„Aſſuncion” die Paſſagiere und Mannſchaft des
belgi=
ſchen Dampfers „van Dyck” und der engliſchen
Dampfer „Hurſtdale” und „Ganton” an Land
geſetzt. Die Dampfer ſind von dem deutſchen
Kreu=
zer „Karlsruhe” erbeutet worden.
Die deutſchen Unterſeeboote im Kanal.
* London, 3. Nov. Die Times ſchreibt: Eine
be=
zeichnende Epiſode aus den Nachrichten des
Wo=
chenendes iſt die, daß der Kreuzer „Hermes” am
Sams=
tag durch ein deutſches Unterſeeboot in der Straße von
Dover vernichtet worden iſt. Das iſt an ſich keine ſehr
ernſte Sache, aber es iſt ein gewiſſer Verluſt und es iſt
beſſer, das zuzugeben. Bemerkenswert iſt es, daß
dieſer Kreuzer ebenſo wie der „Hawke” während der
Fahrt torpiliert wurde. Von wirklicher Bedeutung
iſt es, daß deutſche Unterſeeboote ſich in der Straße von
Dover befinden und daß ſie das Minenfeld am Gehen und
Kommen nicht hindert, ſo daß wir mit ihrer fortgeſetzten
Anweſenheit rechnen müſſen. Die feindlichen
Unterſee=
boote erſcheinen jetzt auf einem neuen Plan. Sie ſind
mit aroßem Geſchick und Mut geführt. Ihre
Tätigkeit hat in gewiſſem Maße die guten
Bedingun=
gen verringert, die wir zur See zu erhalten ſtreben.
Un=
ſere Strategie zwingt uns, Schiffe auf der See zu
behal=
ten, wo ſie ſich in größerer Gefahr befinden, als man wohl
anzunehmen pflegt.
Zum Untergang der „Hermes‟.
* Kopenhagen, 3. Nov. „Berlingske Tidende‟
berichtet aus London: Nach den letzten Feſtſtellungen
ind beim Untergang des „Hermes” zwei Mann
ge=
tötet und zwei verwundet worden. Vierzig Mann
wer=
den vermißt.
Kreuz=Pfennig=Marken.
* Berlin, 3. Nov. Der deutſche Kronprinz,
der Großherzog und die Großherzogin von
Mecklenburg=Strelitz, die Großherzogin
von Anhalt, das Herzogspaar von Sachſen=
Al=
tenburg und der Herzog von Sachſen=Koburg=
Gotha haben in hochherziger Weiſe angeordnet, daß
die ausgehenden Briefe mit „Kreuz=Pfennig”=
Marken zu bekleben ſind, wie die Hofmarſchallämter
dem Roten Kreuz, Kreuz=Pfennig=Sammlung”, Reichstag
Zwiſchengeſchoß, Z. 16, mitgeteilt haben.
Eine „Taube‟ über Compiegne.
* Paris, 3. Nov. (Meldung der Agence Havas.)
Eine Taube überflog Compiegne.. Sie wurde
ver=
folgt und gezwungen, nach den deutſchen Linien
umzu=
kehren.
Die öſterreichiſchen Erfolge im Süden.
* Wien, 3. Nov. Amtlich wird verlautbart: 3.
No=
vember: Erſt jetzt läßt ſich der in der Macva
errun=
gene Erfolg voll überblicken. Die dort geſtandene
zweite ſerbiſche Armee unter General Stepanovic
mit vier bis fünf Diviſionen konnte ſich nur durch
übereiligen Rückzug, wobei ſie Vorräte aller Art
und ihre Trains im Stiche laſſen mußte und zahlreiche
Gefangene verlor, aus der bedrohlichen Situation
retten. Der Feind iſt, ohne in ſeinen vorbereiteten
rück=
wärtigen Stellungen neuerdings Widerſtand zu leiſten, in
einem Zuge bis in das Hügelland ſüdlich von Sabac
zurückgewichen. Er leiſtete nur noch bei Sabac, welches
in der Nacht vom 1. auf den 2. November von unſeren
tapferen Truppen erſtürmt wurde, hartnäckigen, aber
ver=
geblichen Widerſtand.
Potiorek, Feldzeugmeiſter.
Die Türkei und Rußland.
Die Kämpfe im Schwarzen Meer.
* Wien, 3. Nov. Die Neue Freie Preſſe erfährt von
maßgebender türkiſcher Seite: Nach hier
eingetrof=
fenen Berichten des türkiſchen Miniſteriums war der
Seekampf im Schwarzen Meer viel ernſter, als
die erſten Nachrichten annehmen ließen. Ein kleiner Teil
der türkiſchen Flotte, die Uebungen im Schwarzen Meer
machte, wurde zunächſt von ruſſiſchen Kriegsſchiffen
beob=
achtet und dann verfolgt. Die ruſſiſchen Kriegsſchiffe
gingen bald darauf zum Angriff auf die türkiſche
Flotte über. In den Kämpfen gegen die ruſſiſche
Flotte tat ſich beſonders das Linienſchiff „Torgud
Reiß” hervor.
Die Erfolge der türkiſchen Flotte laſſen ſich
folgendermaßen zuſammenfaſſen: Fünf ruſſiſche
Kriegsſchiffe wurden in Grund gebohrt und
19 Transportſchiffe verſenkt. Auf den
Trans=
vortſchiffen befanden ſich, wie die gefangenen ruſſiſchen
Marineſoldaten ausſagten, nicht weniger als 1700
Minen, die im Schwarzen Meer verſenkt werden ſollten.
Schon dieſe Tatſache beweiſt die feindſelige Abſicht der
uſſiſchen Flotte. Bei der Beſchießung der Häfen wurden
55 Speicher, die Petroleum und Getreide enthielten,
vernichtet, und zwar 50 in Sebaſtopol und
Nowo=
roſſijsk und 5 in Odeſſa.
Die türkiſch=ruſſiſchen Verhandlungen.
* Petersburg, 3. Nov. Nach einer Meldung des
Weſtnik las der ottomaniſche Geſchäftsträger
am 1. November dem Miniſter des Aeußern,
Saſo=
now, folgende Depeſche des Großweſirs vor:
„Uebermitteln Sie dem Miniſter des Aeußern
Saſo=
now den Ausdruck unſeres tiefen Bedauerns um den
Ab=
bruch der guten Beziehungen der beiden Mächte, der durch
die feindliche Aktion der ruſſiſchen Flotte herausgefordert
worden iſt. Wir können der Kaiſerlich ruſſiſchen
Regie=
rung verſichern, daß die Hohe Pforte nicht
ver=
fehlen wird, eine angemeſſene Löſung
die=
ſer Frage zu finden und ſie alle Maßnahmen
er=
greifen wird, um die mögliche Wiederholung ſolcher
Vor=
kommniſſe zu vermeiden. Schon jetzt können Sie den
Mi=
niſter des Aeußern verſichern, daß die ottomaniſche Re=
gierung beſchloſſen hai, ihrer Flotte zu verbieten, in?
Schwarze Meer zu gehen. Unſererſeits hoffen wir, dar
die ruſſiſche Flotte nicht an unſeren Küſten kreuzen wird
Zu hoffen ſteht, daß die Kaiſerlich ruſſiſche Regierung
eine gleiche Antwort geben wird wie wir, im Intereſſ
der beiden Länder.”
Nach Anhörung der Depeſche erwiderte Saſonow.
dem ottomaniſchen diplomatiſchen Vertreter, er ſtell‟
formell in Abrede, daß die Feindſeligkei
ten von der ruſſiſchen Flotte begonnen
worden ſeien. Er halte es für zu ſpät, um irgend
welche Verhandlungen anzuknüpfen. Wenn die Türkei
ſogleich alle deutſchen Beamten in der Arme=
und der Marine ausgeſtoßen hätte, würde es
möglich geweſen ſein, Verhandlungen über Entſchädigung
der Leute zu beginnen, die durch den hinterliſtigen
Angriff (!) auf die ruſſiſche Küſte gelitten
haben. Da die Erklärung des türkiſchen Geſchäftsträgers
nichts an der Lage ändere, teilte
Saſo=
now Fahreddin mit, daß er am folgenden Tage
ſeine Päſſe erhalten werde, um
Peters=
burg zu verlaſſen. (Dieſe Verhandlungen haben
unmittelbar nach der Tätigkeit der türkiſchen Flotte im
Schwarzen Meer, nach dem Bombardement von Theodoſia
und Noworoſſijsk, ſtattgefunden. Der ruſſiſche Miniſter
ſpielte da alſo trotz der Herausforderung der türkiſchen
durch die ruſſiſche Flotte immer noch den gekränkten
Di=
plomaten. D. Red.)
* Petersburg, 3. Nov. Der türkiſche
Bot=
ſchafter iſt mit den Mitgliedern der Botſchaft über
Finnland abgereiſt.
Der Abbruch der ſerbiſch=türkiſchen Beziehungen.
* Konſtantinopel, 3. Nov. Der Abbruch der
diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen der
Türkei und Serbien erfolgte auf Grund einer der
Pforte von der ſerbiſchen Geſandtſchaft überreichten
Note, in welcher mitgeteilt wurde, daß im Auftrag der
ſerbiſchen Regierung die Beziehungen abgebrochen ſeien
und für den Geſandten ſowie das Geſandtſchaftsperſonal
die Päſſe verlangt werden.
Die Beſchlagnahme der feindlichen Schiffe in
Konſtan=
tinopel.
* Konſtantinopel, 3. Nov. Es verlautet, daß
die Hafenbehörde mit der Beſchlagnahme der im
Hafen befindlichen engliſchen und franzöſiſchen
Handelsſchiffe begonnen habe.
Panik in den ruſſiſchen Städten am Schwarzen Meer.
* Wien 3. Nov. Nach der Korreſpondenz
Rund=
ſchau hat die Nachricht von dem Ausbruch der
Feindſelig=
keiten zwiſchen Rußland und der Türket in den ruſſiſchen
Städten am Schwarzen Meer eine
Panikhervorge=
rufen. In Livadia (die Sommerreſidenz des
Za=
ren) ſind ſchleunigſt alle Koſtbarkeiten von Bedeutung
von der Beſitzung des Zaren nach Moskau gebracht
wor=
den. In Yalta ſetzte eine Maſſenſlucht ein. In
Odeſ=
ſa kam es zu Unruhen unter der Bevölkerung, welche die
Banken und die Bahnhöfe ſtürmte. In Theodoſia
wurde durch das Bombardement großes Unheil
angerich=
tet. Auch hier flüchten zahlreiche Bewohner.
Die Stimmung in Konſtantinopel.
* Konſtantinopel, 3. Nov. Die Sprache der
offiziöſen Blätter iſt nunmehr gegenüber dem
früheren friedlichen Tone überaus kriegeriſch
ge=
worden. Der Tanin ſchreibt: Der geſtern erfolgte
Ab=
bruch der Beziehungen kann nunmehr nur noch den
Krieg bedeuten. Die Unterdrücker und die
Unterdrück=
ten werden ſich auf dieſe Weiſe gegenüberſtehen. Die
einen ſind verzweifelt, weil ſie den Tag der Ahndung der
ſeit Jahrhunderten begangenen Verbrechen herannahen
ſehen; aber mit dem Ausdruck des Adels im Geſicht werfen
ſich die Unterdrückten auf den Unterdrücker, um Rache zu
nehmen. Wenn wir bis jetzt Geduld geübt haben, ſo
ein=
zig in der Ueberzeugung, daß wir die Hoffnung von 300
Millionen von Muſelmanen ſind. Wir wußten den
An=
ſchein zu wahren, als ob wir mit der wie ein Alpdruck
auf der iſlamitiſchen Welt laſtenden tyranniſchen Gruppe
zufrieden waren. Wir arbeiteten aber heimlich,
um bereit uns zu zeigen. Der Zar hat recht: die Stunde
der Rettung für die Unterdrückten hat geſchlagen, unſere
Ohren können nicht mehr friedliche Worte ertragen,
des=
halb ſagen wir: Sie oder wir!
* Konſtantinopel, 3. Nov. In Konia fand
eine große Verſammlung ſtatt, in der patriotiſche Reden
gehalten und Gebete für den Erfolg der
türki=
ſchen Flotte verrichtet wurden. Die Verſammlung
beſchloß, die Regierung mit Gut und Blut zu unterſtützen.
Gleiche Kundgebungen werden auch aus anderen
Provinz=
ſtädten gemeldet.
* Konſtantinopel, 3. Nov. Der Gouverneur von
Para teilt mit, daß keine Ausländer abreiſen
dürfen, ohne dem Staat die ſchuldige Fälligkeit beglichen
zu haben. Dieſe Maßnahme zielt auf die
Staatsange=
hörigen des Dreiverbandes ab, von denen ſehr
viel geſtern abend abreiſen wollten.
Das Zuſammenwirken der Türkei mit
Deutſch=
land und Oeſterreich=Ungarn.
* Konſtantinopel, 3. Nov. In Beſprechung
des wichtigen Zuſammenwirkens der Türkei
mit den Zentralmächten ſchreibt das Blatt
Ferd=
ſchuman=i=Hakikat: Solange der gegenwärtige Krieg
dauert, werden wir an der Seite Deutſchlands und
Oeſter=
reich=Ungarns unſer Blut vergießen. Was die Deutſchen
anbelangt, ſo rückten ſie die hiſtoriſchen Geſchicke ſeit 30
Jahren der iſlamitiſchen Welt nahe. Dieſe Annäherung
iſt nicht das Werk einiger Diplomaten, ſondern es waren
eine Reihe von Ereigniſſen und ſpeziellen Verhältniſſen.
Die Neubildung des italieniſchen Kabinetts.
* Rom, 3. Nov. Die Audienz des
Miniſterpräſi=
denten Salandra dauerte von 7 bis 7½ Uhr abends.
Giornale d’Italia ſagt: Gemäß den übereinſtimmenden
Ratſchlägen der vom Könige befragten Politiker hat der
König Salandra mit der Bildung des Kabinetts
beauf=
tragt. Die Kriſe werde ſchnell überwunden ſein. Nach
der Tribuna werden Sonnino und Carcano in das
Ka=
inett eintreten.
England und Amerika.
* London, 3. Nov. Die Morningpoſt meldet aus
Waſhington: Die Vertreter der Kupferproduzenten
haben erneut Proteſt an den Staatsſekretär Bryan
gerichtet und verlangen ſicheres Geleit für
amerika=
niſche und neutrale Schiffe, die Kupfer nach neutralen
Ländern an Bord haben. Wenn ihnen dieſer Schutz nicht
Nummer 304.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
zugeſagt werde, müßten ſie die Ausfuhr einſtellen. Es
würde einen ſchweren Schlag für den amerikaniſchen
Han=
del bedeuten, da dies zur Einſtellung der
Kupfererzeu=
gung im Weſten führen würde.
* Berlin, 3. Nov. Wie ein aus St. Louis
einge=
troffener Brief mitteilt, haben die Deutſchen dort eine
Million Dollars für die deutſche Kriegsfürſorge
geſammelt. Die Deutſchen in Neu=York und Chikago
würden je die doppelte Summe aufbringen.
* Berlin, 3. Nov. Der preußiſche
Handels=
miniſter hat in der Ausführung der Verordnung des
Bundesrats über das Ausmahlen des Brotgetreides die
Herſtellung von Weizenauszugsmehl bis zu 30
Prozent zugelaſſen.
* München, 3. Nov. Der König hat beſtimmt,
daß der ihm vom Deutſchen Muſeum anläßlich der
Sitz=
ung des Vorſtandsrates zur Verfügung geſtellte Betrag
von 50000 Mark zur Ausrüſtung eines
Lazarettzuges verwendet werden ſolle. Der König
machte hiervon dem Kaiſer Mitteilung und bat ihn, wegen
der Zuteilung des Lazarettzuges an die Armee weitere
Anordnungen zu treffen.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 3. Nov. Wie der Konfektionär mitteilt, iſt
in Berlin der erſteamerikaniſche Einkäufer ſeit
dem Kriegsbeginn eingetroffen, um Damenmäntelſtoffe zu
kaufen.
* Berlin, 3. Nov. Nach den neueſten Berichten des
Kaiſerlich Statiſtiſchen Amtes über die
Arbeitsloſig=
keit im erſten Kriegsvierteljahr war Ende Oktober
be=
reits ein Nachlaſſen der Arbeitsloſigkeit eingetreten.
Briefkaſten.
K. D. D. Sie müſſen warten, bis Sie den Befehl
zum Einrücken erhalten.
Der unausgebildete Landſturm.
Alles ſteht im Feld, oder wird abexerziert, oder übt
in vorbereiteten Landſturmriegen, was zwiſchen 16 und
45 Jahren zählt und tauglich iſt, auch die Jugend rüſtet —
nur „der unausgebildete Landſturm” fehlt in
der militäriſchen Vorarbeit. Er bildet eine Lücke, eine
Lücke in der Schaffung der größtmöglichen Kriegsſtärke
und Wehrkraft unſeres ſchönen, beneideten, daher von
allen Seiten angefeindeten und angegriffenen deutſchen
Vaterlandes. Und ſind wir denn gar ſo ſicher, daß wir
nicht auch noch ſeiner bedürfen? Sei es auch nur zur
Ge=
fangenenbewachung, zum Schutze der Etappen, der
Ver=
bindungslinien des Feldheeres, zur Beſetzung der großen
Städte in dem von uns eroberten Gebiet?! Iſt dieſe
mili=
täriſche Vorbereitung des unausgebildeten Landſturmes
nicht gleich wichtig wie die Ausbildung der
Sechzehn=
jährigen? Iſt es für jeden Landſtürmer nicht ein großer
perſönlicher Vorteil, wenn er bis zur Einſtellung ſich eine
möglichſt gute gymnaſtiſche und militäriſche Fertigkeit
be=
reits angeeignet hat? Kommt dieſer Landſturm aber nicht
mehr zur Einſtellung, dann kommen dieſe turneriſch=
gym=
naſtiſchen Uebungen auf jeden Fall der Geſundung und
Kräftigung jedes Einzelnen zugute. Schaden erwächſt
keinem daraus!!
Es iſt alſo nur zu raten, daß die Angehörigen des
unausgebildeten Landſturmes in größtmöglicher
Zahl ſofort, ohne langes Beſinnen und Zögern, ſich an
die Jugendlandſturmriegen einer jeden Ortſchaft oder der
nächſten Gruppe anreihen, um entweder mit oder neben
den Jugendabteilungen körperlich und militäriſch zu üben,
ſich auf die militäriſchen Anforderungen und Leiſtungen
beſtens vorzubereiten.
Nachdem die militäriſche Jugendausbildung in Stadt
und Land, mit ganz wenig Ausnahmen, ſo erfreulichen
Anklang gefunden hat, erübrigt nur, durch moraliſche
Be=
einfluſſung auch die noch Fernſtehenden und die „
hals=
ſtarrigen” Gemeinden für die Sache, d. h. zum Mittun zu
gewinnen. Bei ſolcher Maſſenbeteiligung wird es aber
an den nötigen Geräten größtenteils mangeln.
Ver=
billigt wird die Beſchaffung, wenn an den Wänden der
Exerzierhäuſer, der Turnhallen, Turnlokale, Turnſcheunen,
der Schulgänge uſw. alle 5 bis 6 Meter Löcher in die
Mauern eingeſchlagen und mit Eiſenblech gefüttert
wer=
den, um die Reck= oder Querſtangen hineinzubringen; als
Auflage für das ander Ende der Querſtangen genügt ein
kräftiger Pfoſten mit den nötigen Einſchnitten. Wo viele
üben, müſſen viele Geräte vorhanden ſein, ſonſt wird
unnütz herumgeſtanden und nicht genug geübt, d. h. der
Zweck der Turnſtunde geht verloren, die Muskelkräftigung
bleibt aus; ſowohl bei den Armen, die doch das Gewehr
in allen Lagen und ausdauernd handhaben ſollen, wie bei
den Beinen, welche doch alle unſere Gegner zu Tode
mar=
ſchieren ſollen!! Durch Turnen, Frei=, Stab=, Hantel= und
Gewehrübungen erlangen wir aber die nötige Kraft,
Stär=
kung der Muskeln, die nötige Gewandtheit, Behendigkeit
Fixigkeit und Elaſtizität am beſten, ſchnellſten,
ſicher=
ſten und leichteſten. Was hier zum Beſten der Armee und
zur Stärkung der Wehrkraft geſchehen kann, das muß
ge=
ſchehen, und keine Stadt, keine Gemeinde und auch kein
Truppenteil darf ſich dieſer moraliſchen und tatſächlichen
Verpflichtung entziehen!! Wir können unſere Gegner
immer noch übertrumpfen!!!
Major S.
Verluſtliſte (aus Nr. 66).
Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115, Darmſtadt.
Sermaize am 6., Merlet und Reims am 17. und Roye
vom 25. 9. bis 7. 10. 14.
I. Bataillon.
Leib=Kompagnie: Lt. d. R. Luwig Wille,
lv.; Reſ. Ludwig Sulinger, Lampertheim, lv.; Vizef.
Heinrich Dietrich, Groß=Zimmern, lv.; Gard. Georg
Kneib, Undenheim, ſchv.; Gard. Rudolf Schneider
Grebenhain, lv.; U.=O. d. R. Karl Werner,
Langen=
ſchwalbach, lv.; Reſ. Adam Seibe rt, Groß=Umſtadt, lv.;
Reſ. David Hain, Seligenſtadt, ſchv.; Gard. Wilhelm
Krauskopf, Großen=Linden, lv.; Gefr. d. Reſ. Wilh.
Hebeis, Alsfeld, lv.; Wehrm. Martin Weih, Klein=
Krotzenburg, ſchv.; Wehrm. Peter Geißler, Hainſtadt,
lv.; Reſ. Robert Schließmann, Seligenſtadt, lv.; Reſ.
Philipp Baierle, Bürſtadt, lv.; Reſ. Paul Franz,
Mühlheim, vm.; Reſ. Johannes Peter, Ober=Beerbach,
lv.; Reſ. Valentin Duſſel, Darmſtadt, lv.; Gard. Karl
Köhler, Schweinfurt, gefallen; Reſ. Leonh. Büchler,
Brensbach, lv.; Reſ. Reinhard Schütz, Delherda, lv.:
Reſ. Friedrich Scheid, Seligenſtadt, lv.; U.=O. d. Reſ.
Adam Friedrich, Brensbach, lv.: Gardiſt Ludwig
Hooter, Undenheim, gef.; Gefr. d. Reſ. Hermann
Otlo, Langen, lv.; Reſ. Adam Eckrich, Groß=
Stein=
heim, lv.; Reſ. Ludwig Völger, Erzhauſen, lv.; Vizef.
d. Reſ. u. Off.=Stellv. Wilhelm Geßner, Crumſtadt,
lv.; Reſ. Jakob Klotz, Lampertheim, lv.; Gefr. d. Reſ.
Richard Jung, Holzheim, lv.: Wehrm. Philipp Heß,
Weiterſtadt, vm.; Wehrm. Joſeph Kaiſer, Horben, lv.;
Gardiſt Theodor Sauer, Lürbke, lv.; Gardiſt Peter
Leiſt II., Zell, lv.; Gardiſt Karl Röder, Grebenau,
gef.; U.=O. d. Reſ. Wilhelm Hammer, Mengsberg.
ſchv.; U.=O. d. Reſ. Heinrich Thomas, Gräfenhauſen,
ſchv.; Reſ. Johann Hix, Nieder=Mittelau, ſchv.; Reſ.
Alfred Selig, Biſchofsheim, ſchv.; Reſ. Johannes
Harth, Seligenſtadt, lv.; U.=O. d. Reſ. Ludwig
Geß=
ner, Crumſtadt, lv.; Reſ. Ludwig Kraft, Auerbach,
vm.; Wehrm. Philipp Schuhmacher, Klein=Hauſen,
v.; U.=O. d. Landw. Johannes Muntermann,
Roß=
dorf, gef.; Gefr. d. Landw. Karl Lammel, Bad
Hom=
burg, lv.; Reſ. Peter Meyer, Eberſtadt, lv.
2. Kompagnie: Lt. Ferdinand Karl Fiſchler
Graf von Treuberg, Murnau, lv.; Feldw.=Lt. Gg.
Schlamp, Nieder=Saulheim, lv.; U.=O. d. Reſ. Wilhelm
Hirſch, Roſenthal, vw.; U.=O. d. Reſ. Ferdinand Guſtav
Müller, Köln, lv.; Gardiſt Otto Heyer, Arnſtadt in
Thür., lv.; Gefr. d. Reſ. Heinrich Schickedanz,
Offen=
bach, lv.; Reſ. Ludwig Schäfer, Darmſtadt, lv.; Reſ.
Philipp Schäfer, Wolfskehlen, vw.; Gefr. d. Reſ.
Kon=
rad Körbel, Beiſeförth, vw.; Gardiſt Karl
Schnei=
der, Leihgeſtern, vw.; Reſ. Friedrich Frank, Worms,
vw.; Reſ. Daniel Wolf, Ruſſelsheim, lv.; Reſ. Jakob
Heppel, Rüſſelsheim, lv.; Reſ. Philipp Treuſch,
Gundernhauſen, ſchv.; Gardiſt Joſeph Schupp,
Offen=
bach, lv.; Reſ. Johann Engel, Rüſſelsheim, vw.; Gefr.
Johann Baptiſt Gärtner, Lorſch, vw.; Reſ. Friedrich
Kloß, Klein=Steinheim, vw.; U.=O. d. Reſ. Heinrich
Baumgärtner Offenbach, lv.; Reſ. Johann Bayer,
Offenbach, vm.; Reſ. Jakob Witzel, Offenbach, vm.;
Wehrm. Wilhelm Heldmann, Stockſtadt, vm.; Wehrm.
Wilhelm Weinhold, Bensheim, vm.; Wehrm. Adam
Gaußmann. Egelsbach, vm.: Gardiſt Johann
Mientki, Vorhalle, gef.; Reſ. Peter Schmitt,
Hähn=
lein, ſchv.; Reſ. Nikolaus Schroth, Babenhauſen, vw.;
Gefr. d. Reſ. Ad. Joſeph Sauer, Radheim, vw.; Gefr.
d. Reſ. Wilhelm Stroh, Sprendlingen, vw.; Reſ.
Chri=
ſtian Becker, Egelsbach, vw.
3. Kompagnie: Fähnrich Hans Joachim von
Müller, Potsdam, gef.; Gefr. Chriſtian Grünewald,
Eberſtadt, vw.; Gefr. Paul Löſch, Hofheim, lv.: Gefr.
Heinrich Ohl, Richen, gef.; Gardiſt Konrad Grün,
Keſſelbach, gef.; Gardiſt Karl Haber, Darmſtadt, vw.;
Gardiſt Heinrich Hausmann, Heubach, vw.; Gardiſt
Jakob Heiß, Lengfeld, vw.; Gefr. Tambour Mathias
Kopp, Heßler, lv.; Gefr. Johann Löbig, Münſter,
ſchv.; Gardiſt Leo Lukaszewski, Zaſtawien, vm.;
Gardiſt Franz Piechaczyk, Schloß Samter, vm.;
Gar=
diſt Heinrich Sehrt, Münzenberg, vw.: Reſ. Philipp
Bärenz, Langen, vw.; Gefr. d. Reſ. Heinrich Fehres,
Klein=Auheim, vw.; Reſ. Wilhelm Flanaus,
Hähn=
lein, vw.; Reſ. Johannes Held, Bürſtadt, vw.; Reſ.
Chri=
ſtoph Hofmann, Crumſtadt, vm.; Reſ. Guſtav
Rebe=
nich, Bickenbach, vw.: Reſ. Wilhelm Schröder,
Offen=
bach, vm.; U.=O. d. Reſ. Johannes Stapf, Nauheim,
vw.; Reſ. Georg Winter, Schaafheim, vw.; Reſ. Franz
Bertſch, Oberrad, vm.; Wehrm. Hermann Biſchof,
Jügesheim, vm.; Reſ. Juſtus Gallenbacher,
Offen=
bach a. M., vm.; Wehrm. Konrad Götz, Hainlein, vm.;
Reſ. Jakob Haas, Lampertheim, vm.; Reſ. Hugo
Häuß=
ler, Eningen, gef.; Wehrm. Jakob Hoppner,
Lauter=
bach, vm.; Wehrm. Philipp Lorey, Steinbach i. T., vw.;
Gefr. d. Reſ. Jakob Kaffenberger, Elmshauſen, vm.;
Wehrm. Franz Kaiſer, Dieburg, vw.; Reſ. Theodor
Klippert, Offenbach a. M., lv.; Gefr. d. Reſ. Joſeph
Kölliſch, Dieburg, vm.; Gefr. d. Reſ. Philipp Kölſch,
Eberſtadt, vw.; Gardiſt Konrad Kröll, Rainrod, vw.;
Wehrm. Adolf Kratz, Dudenhofen, vm.: Wehrm.
Wil=
helm Miſchler, Lorſch, vw.; Gardiſt Adam Rettig,
Elmshauſen, vw.: Wehrm. Joſeph Röhrig, Ober=
Roden, vw.; Wehrm. Peter Seib, Dieburg, vw.: Gefn
d. Reſ. Heinrich Spalt, Leeheim, vw.; Reſ. Philipp
Stroh, Sprendlingen, vm.; Wehrm. Wilhelm Stroh,
Sprendlingen, vm.; Wehrm. Anton Keller, Worms,
vm.; Gefr. d. Reſ. Karl Wiegand, Frankfurt a. M.
vw.; Reſ. Ludwig Mehring, Groß=Heubach, vm.;
Gar=
diß Eugen Reiß, Zabern, vm.; Wehrm. Georg Drott,
Pfungſtadt, vm.; Wehrm. Peter Eſchbach, Fürfeld, vm.;
Gardiſt Karl Göckel, Traiſa, vm.; Gardiſt Willy
Groß=
mann, Bühlau, lv.; Reſ. Georg Reinhardt,
Lee=
heim, vw.; Reſ. Wilhelm Egner, Leeheim, vw.
4. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Karl Freutel,
Altenburg i. Sa., gef.; Einj.=Freiw. Eberhard Knoog,
Gütersloh, ſchv.; Reſ. Georg Strohmenger, Ettleben,
lv.; Reſ. Georg Mergler, Remlingen, lv.; Reſ. Jakob
Bauer I., Orb, lv.; Reſ. Johs. Ludwig Schmidt,
Frauenzimmern, lv.; Serg. Nikolaus Hauſ, Viernheim,
ſchv.; Reſ. Hans Weilhammer, Nürnberg, lv.; U.=O.
Ludwig Kaiſer, Frankfurt a, M., lv.; Reſ. Jakob
Hil=
desheimer, Lampertheim, ſchv.; Reſ. Ludwig Steitz,
Langen, lv.; Reſ. Philipp Bonin, Rohrbach, ſchv:
Gar=
diſt Karl Senft, Diez, gef.; Gardiſt Tobias
Weiß=
becker, Heldenbergen, gef.; Reſ. Karl Baumgärtner,
Dagfen, gef.; U.=O. d. Reſ. Georg Eckert, Dietzenbach, lv.;
Einj.=Freiw. Friedrich Tempel, Alzey, lv.; Reſ.
Kon=
rad Greim, Höchſt, lv.; Reſ. Ernſt Hofmann,
Michel=
ſtadt, lv.; Reſ. Wilhelm Hofmann, Werſau, lv.; Reſ.
Edmund Bauer II., Stockſtadt, ſchv.; Reſ. Bernhard
Vogel, Nauheim, ſchv.; Vizef. Hermann Groß,
Bens=
ſeim, ſchv.; Gardiſt Franz Balland, Markirch, ſchv.;
Gardiſt Ferdinand Neukirchen, Sterkrade, lv.; Wehrm.
Chriſtoph Mahr, Nieder=Ramſtadt, gef.; Gefr. d. Reſ.
Guſtav Müller, Steinsfeld, lv.; Vizef. Heinrich Dörr,
Lehnheim, lv.; U.=O. d. Reſ. Georg Peter, Brandau,
ſchv.; Reſ. Ludwig Günther, Kleeſtadt, lv.; Reſ.
Phi=
lipp Popp, Büttelborn, ſchv.; Reſ. Menilius
Tam=
ien, Varel, ſchv.; Gardiſt Karl Kraft, Schotten, ſchv.;
Reſ. Georg Büttner, Arheilgen, gef.; Gardiſt Heinrich
Büttner, Arheilgen, lv.; Wehrm. Gabriel Büttner,
Arheilgen, gef.; Reſ. Otto Hilke, Kaſſel=Wolfsanger,
ſchv.; Gardiſt Friedrich von den Steinen, Hagen.
lv.; Wehrm. Chriſtian Sattler, Rembrücken, lv.; Reſ.
Johs. Herdt, Langen, ſchv.; Reſ. Johann Wein,
Dauerling, ſchv.; Gardiſt Jakob Wenz, Niederwalgern,
vw.; U.=O. d. Reſ. Richard Müller, Offenbach, ſchv.:
Off.=Stellv. Otto Sturmfels, Seligenſtadt, lv.; Reſ
Joſeph Schäfer, Mühlheim, lv.; Gefr. d. Reſ. Adam
Strubel, Lampertheim, lv.; Gefr. Heinrich
Teken=
trupp, Wiedenbrück, lv.; Gardiſt Alfred Diemer
Doſſenheim, lv: Wehrm. Heinrich Leißer, Egelsbach,
ſchv.; Reſ. Philipp Weber, Arheilgen, ſchv.; Reſ.
Lud=
wig Seibert, Arheilgen, lv.; Reſ. Heinrich
Grüne=
wald, Mühlheim, lv.; Reſ. Hermann Schäfer, Neu=
Iſenburg, lv.; Gardiſt Friedrich Erk, Glashütten, lv.;
U.=O. d. Reſ. Jakob Segel, Offenbach, gef.; Gefr. d. Reſ.
Max Kahn, Biſchofsheim, gef.; Gefr. d. Reſ. Martin
Helfmann, Langen, gef.; Reſ. Reinhard Maiſener,
Rüdenau, gef.; Reſ. Adam Scheder, Offenbach, gef.
Wehrm. Heinrich Kaiſer, Mühlheim, gef.; Reſ. Karl
Daupert, Ulrichſtein, gef.; Gardiſt Konrad Dönges,
Offenbach, lv.; U.=O. d. Reſ. Georg Vonderſchmidt,
Darmſtadt, ſchv.; Reſ. Friedrich Immiſch, Unter=
Geis=
lau, gef.; Reſ. Alfred Braun. Kreuznach, lv.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Reſ. Georg Wilhelm Hickler,
Meſſel, lv.; Gardiſt Johann Philipp Gemeinder,
Diel=
hauſen, vw.; Einj.=Freiw. Gefr. Abraham, gen. Albert,
Rothſchild, Heldenbergen, lv.; Gefr. Heinrich
Kin=
dinger, Nauheim, lv.; Gefr. d. Reſ. Georg
Kutzel=
mann, Groß=Steinheim, ſchv.; Gardiſt Philipp
Kap=
pes, Büdesheim, lv.; Vizef. Max Leo Schulz, Abbau=
Wehreßhof, lv.; Gardiſt Jakob Metz, Hangen=Weisheim,
lv.; Reſ. Franz Thomas, Dieburg, gef.; Reſ. Johann
Lotz, Offenbach, lv.; Reſ. Alfons Jaeger, Scherweiler,
v.; U.=O. Heinriſt Jakob Dieruff, Wimpfen, lv.; Gefr.
Wilhelm Johann Iſenberg, Holzwickede, lv.; Gardiſt
Georg Lutz, Nieder=Klingen, lv.; Reſ. Karl Jung,
Sprendlingen, lv.; Reſ. Karl Stroh, Sprendlingen, lv.;
Gefr. d. Reſ. Philipp Hahn, Weiterſtadt, lv.; Vizef. Adolf
Gernsheimer, Eberſtadt, lv.; U.=O. Peter
Noll=
rath, Pfaffenbeerfurth, lv.; U.=O. Wilhelm Stein,
Steinbach, ſchv.; U.=O. Wilhelm Thierolf, Höchſt i. O.,
lv.; U.=O. Georg Klepper II., Dreieichenhain, lv.; Gefr.
d. Reſ. Adam Ehresmann, Nieder=Roden, lv.; Gefr.
d. Reſ. Friedrich Lipp, Witten, lv.; Gefr. d. Reſ. Michael
Ott, Froſchhauſen, lv.; Gardiſt Friedrich Schneider,
Sandbach, lv.; Gardiſt Paul Schickedanz,
Dreieichen=
hain, lv.; Gardiſt Joſeph Karl Haeffeli, Rheinau, ſchv.;
Gardiſt Hermann Fiedler, Nieder=Gemünden, ſchv.;
Reſ. Heinrich Hofmann I., Höchſten, gef.; Reſ. Heinrich
Philipp Emmer, Worfelden, lv.; Reſ. Johannes
Neu=
mann, Worfelden, lv.; Reſ. Heinrich Bopp, Büttelborn,
lv.; Reſ. Philipp Delps, Brandau, ſchv.; Reſ. Franz
Blank, Dieburg, lv.; Reſ. Karl Wagner, Zeilhardt,
ſchv.; Reſ. Albert Schwemmler, Dietesheim, ſchv.;
Reſ. Adam Albert, Roßdorf, lv.; Reſ. Chriſtoph
Brandau, Bremen, lv.; Gardiſt Johann Friedrich
Denniger, Hirſchhorn, vm.; Gefr. d. Reſ. Karl
Feld=
mann, Griesheim, vm.; Reſ. Heinrich Fath, Offenbach,
vm.: Wehrm. Johann Adam Müller III.,
Epperts=
hauſen, vm.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Zimmer,
Nieder=
rad, vm.; Reſ. Ludwig Sprengler, Bensheim, vm.
6. Kompagnie: Reſ. Hermann Grünig,
Stock=
ſtadt, vw.; Gefr. Georg Hann, König i. O., vw.; Einj.=
Freiw. U.=O. Fritz Fink, Offenbach a. M., vw.; Gardiſt
Georg Feth, Bretzenheim, gef.; Gardiſt Heinrich Geyer,
Frankfurt, vw.: Gefr. Ernſt Kaiſer, Dieburg, vw.;
Gardiſt Mathias Kroner, Weiſenau, vw.; Gardiſt Albert
Reitz, Lauter, vw.; Gardiſt Philipp Schäfer,
Biebes=
heim, vw.; Reſ. Franz Klein, Dieburg, vw.; Reſ. Peter
Wedel, Geinsheim, vw: Reſ. Karl Müller, Hahn,
vw.; Reſ. Jakob Ries, Münſter, vw.; U.=O. d. Reſ. Peter
Joſt, Dreieichenhain, lv.; U.=O. Peter Metzger,
Gro=
nau, vw.; Gardiſt Johannes Hartmann, Lauterbach,
lv.; Reſ. Georg Alt, Sprendlingen, lv.; Reſ. Johannes
Zimmermann, Neu=York, lv.; Gefr. d. Reſ. Ludwig
Schäfer, Sprendlingen, gef.; Gardiſt Hermann Daum,
Worms, gef.; Gardiſt Hch. Endres, Rodheim v. d. H.,
vw.; Gardiſt Leo Grevis, St. Nabor vw.; Gardiſt Ludw.
Schmitt I., Hahn, vw.; Gardiſt Joſeph Wais, Mainz,
ef.; Gardiſt Adam Wittich, Kirtorf, gef.; Reſ.
Johan=
nes Bauch, Dreieichenhain, vw.; Reſ. Georg Draudt,
Pfungſtadt, vw.; Reſ. Karl Gahn, Nordheim, vw.; Reſ.
Ludwig Herbert, Hahn, vw: Reſ. Johannes
Kaffen=
berger, Elmshauſen, vw.: Reſ. Daniel Link, Hahn,
gef.; Reſ. Otto Rommel, Mühlfeld, gef.; Reſ. Chriſtian
Weiß, Gronau, gef.; Reſ. Johannes Wiegand, Klein=
Hauſen, vw.; Reſ. Johannes Benker, Zell, vw.; Reſ.
Johannes Weiland, Nieder=Roden, gef.; Reſ. Georg
Kuch, Sprendlingen, vw.; Reſ. Ludwig Schultheiß,
Sprendlingen, vw.; Reſ. Georg Spengler,
Sprendlin=
gen, vw.; Gardiſt Philipp Ganzer, Burg=Gräfenrode,
zef.; U.=O. Philipp Hilger, Pfeddersheim, lv., bei der
Truppe; U.=O. Guſtav Bube, Ginsheim, lv., bei der
Truppe; Reſ. Georg Eberlein, Klein=Hauſen, lv., bei
der Truppe; Reſ. Philipp Alt, Offenbach a. M., gef.;
Reſ. Siegmund Fleiſchmann, Sebbetarode, vw.; U.=O.
d. Reſ. Franz Emich, Zell, vw.; Gardiſt Barthol.
Mül=
ler, Merxheim, vw.; Reſ. Georg Eberlein, Klein=
Hauſen, vw.; Gefr. Franz Paſchke, Edingen vw., bei
der Trupe; U.=O. d. Reſ. Karl Lehnhardt,
Dreieichen=
hain, vw.; Gardiſt Adam Fiſcher, Eich, vw.; Gefr. d.
Reſ. Ludwig Seligmann, Schneppenhauſen, gef.; Gefr.
Erich Pfaff, Nordhauſen, gef.; Gardiſt Wilhelm
Bich=
mann, Simmern, vw.; Reſ. Philipp Stroh,
Sprend=
lingen, vw.; Reſ. Leopold Sießel, Glauberg, vm.;
Gar=
diſt Georg Henn, Groß=Blittersdorf, vm.; Reſ. Adam
Weingärtner, Pfungſtadt, vm.; Reſ. Joſeph Blank,
Dieburg, vm.; Gardiſt Anton Winter, Klein=Welsheim,
m.; Reſ. Johannes Groß, Ginsheim, vm.; Reſ. Jakob
Hechler, Groß=Zimmern, vm.; U.=O. d. Reſ. Philipp
Seibert, Eckelsheim, vm.; Reſ. Philipp Lehnhardt,
Dreleichenhain, vm.
7. Kompagnie: Hptm. Wolff v. Ditfurth, ſchv.;
U.=O. Friedrich Böcke, Auleben, gef.; Gefr. d. Reſ.
Hein=
rich Karg, Bockenheim, lv.; Gardiſt Peter Schäfer,
Gau=Algesheim, lv: Einj.=Freiw. U.=O. Eduard Kanz,
Darmſtadt, lv.; Reſ. Ferdinand Emmerich, Bürgel,
ſchv.; U.=O. Karl Schulz, Schwalbach, lv.; Reſ. Oswakd
Schiffmann, Zwenkau, lv.; Einj.=Freiw. Heinrich
Schlehenbecker, Bingen, lv.; Gefr. d. Reſ. Jakob
Schultheis, Bieber, lv.; U.=O. d. Reſ. Ludwig
Günther, Darmſtadt, gef.; U.=O. d. Reſ. Friedrich
Philipp, Bieber, gef.; Gefr. d. Reſ. Otto Niedenzu,
Thiede, gef.; Gefr. d. Reſ. Friedrich Ruder,
Trabels=
dorf, gef.; Reſ. Adolf Reviol, Walldorf, gef.; Reſ. Peter
Grohrock, Zell, gef.; Reſ. Heinrich Friſchkorn,
Sei=
denroth, gef.; Reſ. Auguſt Feuerhahn, Hary, gef.;
Gardiſt Albert Jäger, Heddernheim, gef.; Gardiſt Georg
Schäfer, Rendel, gef.: Gardiſt Kaſpar Heim
Mellrich=
ſtadt, gef.; Gardiſt Karl Gaul, Schierſtein, gef.; Gardiſt
Joſ. Theis, Mainz, gef.; Gefr. d. Reſ. Philipp Melk,
Wixhauſen, lv.; Gefr. d. Reſ. Karl Vollers, Edenbüttel,
ſchv.; Gardiſt Ludwig Bohn, Alsbach, ſchv.; Gardiſt
Karl Günther, Rebgeshain, ſchv.; Gardiſt Alfred
Marſchner, Darmſtadt, lv.; Gardiſt Hermann
Win=
ter, Klein=Auheim, lv.; Reſ. Heinrich Koch, Ober=
Klin=
gen, lv.; Reſ. Philipp Braun, Gronau, ſchv.; Reſ. Georg
Plößer, Crumbach, ſchv.; Reſ. Adam Jährling,
Allertshofen, lv.; Reſ. Peter Chriſt, Egelsbach, lv.;
Gar=
diſt Anton Umbdenſtock, Gemar, durch Unfall ſchwer
verletzt; U.=O. Hermann Fenn, Sterkrade, gef.; U.=O.
Julius Steuernagel, Storndorf, gef.; Gefr. Heinrich
Stein, Beuern, gef.; Gardiſt Guſtav Hoch, Kornſand,
gef.: U.=O. Alfred Becker, Oberſtein, vw.: U.=O. d. Reſ.
Lothar Reiner, Leipzig, lv.; Reſ. Adam Grimm,
Zell=
hauſen, ſchv: Reſ. Georg Neumann, Mörfelden, lv.;
Gardiſt Ferdinand Grimm, Mainflingen, ſchv.; Gardiſt
Georg Fehlkamm, Damersbach, lv.; Wehrm. Robert
Jaax, Oberhauſen, gef.; Wehrm. Albert Rutzen,
Kol=
berg, gef.; Vizef. Hermann Schlörb, Schotten, lv.;
Gar=
diſt Johann Metzger, Worms, lv.
8. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Krogmann, ſchv.;
Vizef. u. Off.=Stellv. Martin Schmidt, Bonnland, gef.;
Gefr. d. Reſ. Chriſtian Rau, Klein=Heubach, ſchv.; Gefr.
d. Reſ. Theodor Haas, Darmſtadt, lv.; Reſ. Wilhelm
Mahr, Traiſa, ſchv.; Gardiſt Sebaſtian Knußmann,
Nummer 304.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Seite 7.
Nierſtein, ſchv.; Vizef. Philipp Darmſtädter,
Pfung=
ſtadt, ſchv.; Einj.=Freiw. U.=G. Georg May, Groß=
Um=
ſtadt, lv.; Gardiſt Peter Vetter, Eſchollbrücken, ſchv.;
Gardiſt Rudolf Schneider I., Steinbach, lv.; U.=O.
Karl Hermann, Vadenrod, gef.; Einj.=Freiw. U.=O.
Julius Behringer, Grube Meſſel, gef.; Gefr. d. Reſ.
Anton Schmidt, Offenbach, gef.; Reſ. Adam Baltz,
Herchenrode, gef.; Reſ. Johannes Gundersdorff,
Nordheim, gef.; Gardiſt Emil Greulich, Plobsheim,
gef.; Gardiſt Camille Schmitt I., Breſenbieſen, gef.;
U.=G. d. Reſ. Georg Keil, Brandau, ſchv.; Einj.=Freiw.
U.=O. Wilhelm Seitz, Kirch=Brombach, vw.; Gefr. d. Reſ.
Philipp Hauck, Schaafheim, Dieburg, lv.; Gefr. d. Reſ.
Georg Stüber, Nieder=Beerbach, ſchv.; Gefr. d. Reſ.
Heinrich Trautmann, Klein=Bieberau, ſchv.; Gefr.
Guido Keidel, Hartha, ſchv.; Gefr. Adam Bauer,
Gräfenhauſen, ſchv.; Gefr. Ludwig Simmermacher,
Neu=Iſenburg, ſchv.; Reſ. Martin Weihrauch, Aſchbach,
vw.; Reſ. Moritz Griesbach, Ofſenbach, ſchv.; Reſ.
Mi=
chiael Stein, Strullendorf, ſchv.; Reſ. Andreas
Sell=
mann, Bürgel, lv.; Reſ. Karl Olenmutz, Darmſtadt,
ſchv.; Reſ. Franz Seip, Biblis, ſchv.; Reſ. Johann
Boh=
lander, Hanau, lv.; Gardiſt Wilhelm Küſter, Langen,
lv.; Reſ. Georg Schröde,r, Spachbrücken, lv.; Reſ. Abolf
Fiſcher, Eberſtadt, lv.; Reſ. Adam Groſch, Urberach,
ſchv.; Reſ. Adam Treuſch, Werſau, ſchv.; Gardiſt
Ferdi=
nand Buſch, Steinbrücken, lv.; Gardiſt Adolf Kempf,
Worms, ſchv.; Gardiſt Ludwig Rathgeber,
Oppen=
heim, ſchv.; Gardiſt Juſtus Vaupel, Rhünda, lv.,
Gar=
diſt Jakob Schaad, Dorn=Dürkheim, ſchv.; Gefr. Richard
Nolte, Hörde, lv.; Reſ. Johann Ofenloch, Bürſtadt,
lv.; Reſ. Adam Schneider, Reichenbach, lv.; Gardiſt
Jakob Andraſchky, Seligenſtadt, lv.; Ref. Kaſpar
Acker, Seligenſtadt, lv.; Reſ. Franz Brenner,
Bür=
ſtadt, ſchv.; Gardiſt Wilhelm Ries, Wolfsheim, ſchv.;
Gardin Wendelin Groh, Nieder=Roden, lv.; Reſ. Michael
Bonifer, Jügesheim, ſchv.; Reſ. Oskar Gutmann,
Fulda, ſchv.; Gardiſt Franz Leitſch, Nieder=Olm, gef.;
Gardiſt Bernhard Helmſchrodt, Worms, gef.; Gefr. d.
Reſ. Joſeph Obert, Karlſtadt, ſchv.; U.=O. Auguſt Neff,
Michelſtadt, gef.; Einj.=Freiw. U.=O. Wilhelm Groß,
Sickenhofen, gef.; Reſ. Peter Hartmann, Biſchofsheim,
gef.; Reſ. Adam Mayer, Hainſtadt, gef.; Reſ. Auguſt
Barth, Offenbach, gef.; U.=O. d. Reſ. Friedrich
Rohr=
bacher, Zweibrücken, gef.; U.=O. d. Reſ. Heinrich
Lan=
gendorff, Gräfenhauſen, ſchv.; Serg. Wilhelm
Gött=
mann, Eberſtadt, lv.; U.=O. d. Reſ. Martin Meffert,
Walldorf, lv.; Gefr. d. Reſ. Ludwig Bredicker, Hilders,
lv.; Gefr. d. Reſ. Philipp Marquardt, Gadernheim,
ſchv.; Gefr. Georg Artz, Nordheim, ſchv.; Gefr. Wilhelm
Fiſcher, Eberſtadt, lv.; Reſ. Jakob Becker, Hainſtadt
lv.; Reſ. Johanes Seipel, Traiſa, ſchv.; Reſ.
Chri=
ſtian Kuhnle, Bentelsbach, lv.; Reſ. Nikolaus Fuchs I.
Jügesheim, ſchv.; Reſ. Ernſt Weffert, Walldorf, ſchv.;
Reſ. Johann Brumm, Steinbach, vw.; Gardiſt Heinrich
Wegt, Traiſa, ſchv.; Gardiſt Joſeph Schmidt II.,
Hin=
termeilingen, ſchv.; Gardiſt Karl Weick, Gau=Odernheim,
ſchv.; Tambour Chriſtian Adler, Viernheim, ſchv.;
Gar=
diſt Auguſt Schneider II., Forſthaus Koberſtadt bei
Langen, lv.; Reſ. Martin Arnold, Tembreitenbach, an
ſeinen Wunden am 25. 9. 14 im Kriegslazarett Cambray
geſtorben; Reſ. Adolf Zerr, Fladungen, vm.; Reſ.
Wil=
helm Bonifer, Götzenhain, vm.; Reſ. Peter Bonifer,
Jügesheim, vm.; Reſ. Jakob Gerhardt, Groß=Gerau,
vm.; Reſ. Emil Pfeiffer, Groß=Bieberau, vm.; Reſ.
Wilhelm Monée, Rumpenheim, vm.; Reſ. Franz
Sauer, Seligenſtadt, vm.; Reſ. Andreas Schwab,
Remlingen, vm.; Gefr. d. Landw. Ludwig Gxies,
Offen=
bach, vm.; Gardiſt Heinrich Jakob, Habitzheim, vm.;
Gefr. d. Reſ. Sebaſtian Kronenberger, Dietesheim,
Offenbach, vm.; Reſ. Friedrich Beyer, Nieder=Modau,
vm.; Reſ. Bernhard Dupper, Frankfurt a. M., vm.;
Reſ. Alfred Leicht, Offenbach, vm.; Reſ. Anton
Fal=
termeier, München, vm.
Füſilier=Bataillon.
Stab: Maj. Thilo v. Weſternhagen, lv.
9. Kompagnie: Gardefüſ. Wilhelm Jelinsky,
Kl.=Lensk, gef.; Gefr. d. Reſ. Adam Müller, Nauheim,
vw.; Gardefüſ. Johann Saßmannshauſen,
Bill=
ſtein, lv.; Gardefüſ. Karl Link, Oſtwald, lv.; Ref.
Hein=
rich Seelmann, Mühlheim, lv.; Gefr. d. Reſ. Jakob
Wittmer, Sembach, Kaiſerslautern, lv.; Reſ. Ludwig
Deibert, Erzhauſen, vw.; Gardefüſ. Georg Reinhard,
Bingen, ſchv.; Reſ. Ludwig Nungeſſer, Auerbach, lv.;
Reſ. Karl Kaiſer, Dietesheim, lv.; Reſ. Georg Volz,
Arheilgen, ſchv.; Gardefüſ. Philipp Hilzheimer,
Lam=
pertheim, vw.; Gefr. d. Reſ. Friedrich Grünewald,
Neu=Iſenburg, vw.; Horniſt Friedrich Bremer,
Kirch=
hörde, lv.; Gardefüſ. Heinrich Schreiber II.,
Lämmer=
ſpiel, lv.; Gardefüſ. Guſtav Michel, Wald=Michelbach,
lv.; Reſ. Valentin Heim, Langen, lv.; Gardefüſ. Anton
Becker I., Wörth a. M., lv.; Reſ. Wilhelm Schick,
Griesheim, lv.; Reſ. Valentin Rapp, Groß=Steinheim,
gef.; Reſ. Martin Felbingen, Dietesheim, gef.; Reſ.
Heinrich Albert, Roßdorf, gef.; Reſ. Phil.
Pfanne=
müller, Langen, gef.; Gardefüſ. Anton Zwoll,
Her=
ten, gef.; Reſ. Wilhelm Gerbig, Neu=Iſenburg, gef.;
Gardefüſ. Friedrich Penſch, Daubhauſen, gef.; U.=O. d.
Reſ. Karl Hahn, Darmſtadt, lw., bei der Truppe; Gefr.
d. Reſ. Georg Weber, Ober=Ramſtadt, lv.; Gardefüſ.
Friedrich Steinkühler, Berge, vw.: U.=O. Peter
Benz, Arheilgen, lv.; Reſ. Jakob Hornö, Neu=
Iſen=
burg, lv.; Vizef. d. Reſ. Heinrich Geßner,
Pfedders=
heim, lv.; Gefr. Jakob Laun, Bauſchheim, lv.; Gefr. d.
Reſ. Georg Vogel, Neu=Iſenburg, vw.; Reſ. Adam
Keller, Neu=Iſenburg, vw.; Reſ. Friedrich Reichardt,
Neu=Iſenburg, vw.; Gardefüſ. Wilhelm Schaffner
Mörfelden, lv.; Gardefüſ. Heinrich Kleemann,
Els=
heim, vw.; Gardefüſ. Wilhelm Kunſt, Barnſtorf, vw.;
Reſ. Peter Schremſer, Bürſtadt, vw.; Einj.=Freiw.
Gefr. Rudolf Guntermann, Bensheim, lv.: Gefr.
Theodor Horſtenkamp, Buer, lv.; Reſ. Ludwig
Wie=
gand, Kelſterbach, lv.; Reſ. Joſef Wiedmann,
Heiders=
heim, vw.; Reſ. Anton Hornö, Neu=Iſenburg, vw.; Reſ.
Friedrich Kunzmann, Neu=Iſenburg, ſchv.; Reſ.
Lud=
wig Heil, Neu=Iſenburg, vw.; Reſ. Ludwig Müller,
Sprendlingen, vw.; Gefr. d. Reſ. Ludwig Zimmer,
Neu=Iſenburg, vw.; Gefr. Wilhelm Muth,
Bermuts=
hain, gef.; Gardefüſ. Heinrich Bolz, Dieburg, gef.; Reſ.
Heinrich Peth. Darmſtadt, gef.; Reſ. Johannes
Schmidt, Stafel, gef.; Gardefüſ. Bernhard
Schä=
fer II., Bracke, gef.; U.=O. d. Reſ. Jakob Hirſch,
Grä=
fenhauſen, gef.; Gefr. Martin Rupprecht, Berlin, gef.;
Wehrm. Georg Meiſter, Gr.=Gumpen, gef.; Reſ.
Jo=
hann Zauner, Mauching, lv.; Gefr. d. Reſ. Horn.
Chri=
ſtian Löſch, Trebur, ſchv.; Gardefüſ. Julius Kunze,
Boeler Heide, ſchv.; Gardefüſ. Karl Mann, Stein=
Bocken=
heim, lv.; U.=O. Philipp Wolf, Florſtadt, lv.; Serg.
Jakob Oechler, Bermutshain, ſchv.; Gardefüſ. Heinrich=
Klein II., lv.; Reſ. Philipp Bender, Bauſchheim,
vw.; Reſ. Otto Sprengard, Kaiſerslautern, vw.;
Gardefüſ. Johan Geiß, Heppenheim a. d. B., lv.; Reſ.
Heinrich Roth, Neu=Iſenburg, vw.; Reſ. Georg
Hart=
mann, Seeheim, lv.; Gefr. Paul Fiſcher, Iſerlohn,
lv., bei der Truppe; Reſ. Franz Feſer, Mainz, lv.; Gefr.
Theodor Grabski, Labiſchin, lv.; Reſ. Otto Henſel,
Boltenhagen, Schwelheim, lv.; Gardefüſ. Wilhelm
Fiſcher II., Darmſtadt, lv.; Gardefüſ. Aloys
Beckers=
jürgen, Greven, ſchv.; Gardefüſ. Georg Fried,
Neu=
ſtadt a. H., lv.; Gardefüſ. Franz Leydecker,
Buden=
heim, vw.; Gardefüſ. Auguſt Bergmann, Dietesheim,
vw.; Gardefüſ. Georg Jung, Villingen, lv.; U.=O. d. Reſ.
Albert Haumann, Neuſtadt. a. Doſſe, vw.: Wehrm.
Philipp Steigert, Arheilgen, vm.; Gefr. d. Reſ. Joſeph
Fellner, Winnweiler, vm.; Vizef. Heinrich
Alten=
dorf, Reichenbach, lv.; Reſ. Adam Becker, Neu=
Iſen=
burg, lv.; Reſ. Wilhelm Banz, Neu=Iſenburg, lv., bei
der Truppe; Gefr. d. Reſ. Heinrich Wolf, Bauſchheim,
ſchv.; Gardefüſ. Philipp Wolf, Bauſchheim, ſchv.
10. Kompagnie: Offz.=Stellvertr. Otto
Rute=
nick, Roſtock, gefallen; Garfeſüſ. Hermann
Fran=
kowski, Neidenburg, Oſtpr., gefallen; Wehrm.
Fried=
rich Bärenfänger, Walldorf, gefallen; U.=O. Rudolf
Neuloh, Kabel, gefallen; Reſ. Johann Gerhardt,
Dreieichenhain, vw.; U.=O. d. Reſ. Jakob Becker,
Wall=
dorf. vw.; Gardefüſ. Joſeph Hetzel, Wiesbaden, vw.;
U.=O. d. Reſ. Heinrich Bühler, Offenbach, vw.;
Garde=
füſ. Peter Bierach, Büttelborn, vw.; Gefr. d. Reſ.
Adam Jakob, Lorſch, vw.; Gefr. Georg Stöckel,
Hof=
heim, vw.; Gardefüſ. Heinrich Löchel, Nieder=Ofleiden,
vw.; Gardefüſ. Franz Klöckner, Arzheim, vw.;
Gar=
defüſ. Peter Euler, Dieburg, vw.; Gefr. Tambour
Ru=
dolf Brück, Wohnbach, vw.; Reſ. Chriſtoph Werner,
Langen, vw.; Gardefüſ. Joſeph Weinberger,
Ober=
ſchondorf, vw.; Gardefüſ. Heinrich Keller,
Eſchollbrük=
ken, vw.; Reſ. Heinrich Mahr, Dudenhofen, vw.;
Gar=
defüſ. Georg Müller, Straßburg vw.; Reſ. Johann
Lorenz, Egelsbach, vw.; Reſ. Franz Heberer,
Heu=
ſenſtamm, vw.; Reſ. Peter Fiſcher, Bürgel, vw.;
Gar=
defüſ. Johann Melk Arheilgen, vw: Gardefüſ. Jakob
Kniß Bruchenbrücken, vw.; Reſ. Julius Schneider,
Rüſſelsheim, vw.; Gardefüſ. Jakob (Peter) Sauter,
Klein=Welzheim, vw.; Reſ. Max Reil Wilmering, vw.;
Reſ. Joſeph Auth, Bürgel, vw.; Reſ. Jakob Falter,
Landenau, vw.
11. Kompagnie: Vizef. Ludwig Lanz,
Dannen=
rod, gefallen; Reſ. Friedrich Meyle, Heilbronn,
gefal=
len; Gardefüſ. Adam Färbert, Hähnlein, gefallen; U.=
O. Paul Böcke, Aſchersleben, lv.: Gardefüſ. Peter
Jung I., Ettinghauſen, lv.; Gardefüſ. Karl Weiß,
Weinsheim, lv.; Reſ. Johannes Angert, Fehlheim, lv.;
Reſ. Friedrich Bartel, Sprendlingen, lv.: Gardefüſ.
Richard Füßmann, Hagen, lv.; Reſ. Anton
Sen=
delbeck, München, vw.: Gardefüſ. Georg Löbig,
Münſter, vw.; Reſ. Franz Streb Neu=Iſenburg, vw.:
Reſ. Georg Hein, Roßdorf, gefallen; Feldw. Philipp
Störtzel Hetſchbach, lv.; Gardefüſ. Philipp Bauer
I., Nieder=Beerbach, ſchv.; U.=O. Karl Zins,
Bocken=
heim, lv.; Gardefüſ. Johannes Sander, Gau=
Odern=
heim, lv.: Gefr. d. Reſ. Heinrich Kaffenberger,
Elmshauſen, ſchv.; Reſ. Peter Kaffenberger,
Elms=
hauſen, v.; Reſ. Theodor Schledt Münſter, vw.;
Gardefüſ. Paul Hurſt, Schlettſtadt, lv.; Gardefüſ.
Va=
lentin Bauer III, Gimbsheim, lv.; Gefr. d. Reſ.
Kon=
rad Gruß. Frankenhauſen, lv.: Gefr. d. Reſ. Alfred
Rothſchild, Darmſtadt, gefallen: Gefr. Heinrich
Steinacker, Hemmen, gefallen; Reſ. Georg Lutz,
Amlis=
hagen, gefallen: Reſ. Georg Küſter, Langen, gefallen:
Reſ. Philipp Pra, Rohrbach, gefallen; Reſ. Joſeph
Knecht, Mainflingen, gefallen; Reſ. Jakob Schmitt,
Rüſſelsheim, gefallen; Reſ. Max Hettich, Waldkirch,
gefallen; Reſ. Auguſt Jezek, Mainflingen, gefallen;
Reſ. Balthaſ. Bopp, Büttelborn, an ſeinen Wunden an
4. 10. im Feldzat. zu Retonviller geſtorben; Serg. Peter
Dörr Leeheim. lv.; U.=O. Karl Enders, Maulbach,
lv.; Reſ. Peter Eberhard, Darmſtadt vw.; Reſ. Georg
Weber, Walgershauen, vw.; Gardefüſ. Karl Schreitz,
Ober=Florſtadt, Friedberg, lv.; Reſ. Robert
Echamül=
ler, Neu=Iſenburg, vw.; Reſ. Johann Baßler,
Rot=
tenbauer, vw.; Reſ. Gg. Gerbig, Worfelden, vw.; Reſ.
Pet. Keim, Dietzenbach, vw.: Gardefüſ. Virgil Vageli,
Artolsheim, vw.; Reſ. Philipp Schulz, Crumſtadt,
lv: Gefr. Wilhelm Göttmann, Brensbach, lv.;
Gar=
defüſ. Alexander Lammer, Viernheim, vw.; Gardefüſ.
Karl Tent, Frankfurt a. M., vw.; Gardefüſ. Karl
Wie=
gand, Dammsbach, gefallen; Gardefüſ. Johann
Bra=
tenſtein, Frauenaurach, lv.: Gardefüſ. Karl Dech,
Wieſeck. vw.: Gardefüſ. Peter Elter, Heuſenſtamm,
ſchv: Gardefüſ. Georg Knott, Eckerzell, vw.; Gardefüſ.
Emil Schneider. Straßburg, vw.; Reſ. Jakob
Gun=
tel, Roßdorf, vw.; Reſ. Friedrich Eli, Offenbach, vw.
Reſ. Friedrich Wolf, Langen. vw.; Gefr. d. Reſ. Johans
nes Nold, Langen, vw.; Reſ. Ludwig Rauſch,
Offen=
bach, vw.; Gefr. d. Reſ. Johannes Kiſſelbach,
Offen=
bach, vw.; Reſ. Johannes Wittig, Langen, vw.; Reſ.
Roman Przyſchoki, Poſen, vw.; Reſ. Wilhelm
Möf=
ſinger, Zell, lv.; Reſ. Jakob Erkert, Koſtheim, vw.:
Reſ. Stephan Ries, Münſter, vw.; U.=O. d. Reſ.
Wil=
helm Binge: Dieburg, lv.; Reſ. Jakob Gerold,
Die=
burg, vw.; Reſ. Auguſt Sandebeck, Münſter, vw.;
Ge=
freiter d. Reſ. Karl Hardt, Kelſterbach, lv.; Gefr. d.
Reſ. Johannes Pra Rohrbach, lv.; Reſ. Konrad
Halb=
ritter, Obereſchbach, vw.; Reſ. Georg Späth,
Bi=
berach, vw.; Reſ. Friedrich Schauer, Rödelheim, vw.:
Reſ. Guſtav Pankonin Kl.=Bartelſee, vw.: Reſ.
Oehlerking, Offenbach, vw.; Reſ. Georg Kremer,
Offenbach, rw.; Vizef. Wilhelm Bender,
Babenhau=
ſen, vw.;Gardefüſ. Friedrich Adam, Horrweiler, lv.;
Gardefüſ. Joſeph Lang, Bühl, Baden=Baden, vw.; Reſ.
Adam Gerhard, Dreieichenhain, lv.: Reſ. Johannes
Seib Dieburg, lv.; Reſ. Dieter Wartensleben
(geb. am 25. 6. 86), Ober=Ramſtadt, lv.; Reſ. Wilhelm
Muckenſturm Biſchheim, vw.; Reſ. Fritz Luley,
Trebur, vw.; Reſ. Heinrich Krewer, Münſter, vw.:
Gardefüſ. Konrad Wächter, Holzheim, lv. u. vm.;
Ge=
freiter d. Reſ. Heinrich Krämer, Hammelbach, an
ſei=
nen Wunden im Feldlaz. Nr. 3 geſtorben; Reſ. Philipp
Renneiſen, Rauenhim, vw.
12. Kompagnie: Gardefüſ. Hermann Elſäſſer,
Vaihingen, v.; Gefr. Horn. Friedrich Lang, Stockheim.
lv.; Reſ. Daniel Geidt, Bockenheim, lv.; Reſ. Karl
Bohl, Darmſtadt, lv.: Reſ. Heinrich Vollhardt,
Egelsbach, lv.; Gardefüſ. Adam Dietz II., Fränkiſch=
Crumbach, gefallen; Reſ. Jakob Hamm Gräfenhauſen,
lv.; Reſ. Philipp Ehrhardt, Winterkaſten, lv.; Reſ.
Joſeph Kehl, Oberrufhauſen, gefallen; Reſ. Adam
Papſt, Hohenſachſen, gefallen; Reſ. Martin Möbs
Pfaffen=Wiesbach, gefallen; Gardefüſ. Joſeph Zintel,
Hofheim, gefallen; U.=O. d. Reſ. Jakob Spalt, Seeheim,
ſchv.; U.=O. d. Reſ. Herm. Friedrich Maul, Gernsheim,
ſchv.; Reſ. Friedrich Steinmetz, ſchv.; Gefr. d. Reſ.
Guſt. Böddrich, Wangnick, ſchv.; Reſ. Moritz Mayer,
Groß=Gerau, ſchv: Reſ. Aug. Knothe, Frankenhauſen,
ſchv.; Gardefüſ. Richard Albus, Bellmuth, lv.; Gefr.
Ernſt Schmidt V Kelſterbach, ſchv.; Reſ. Valentin
Berſch, Groß=Rohrheim, ſchv.; Reſ. Georg Weber,
Groß=Zimmern, kv.; l.=D. Geora Jäger,
Ofendach=
gefallen; Reſ. Jakob Helwig, Lorſch, gefallen; Feldw.
Friedrich Meyer, Lich, ſchv.; U.=O. Fudolf Frank,
Worms, ſchv.; Reſ. Heinrich Schäfer, Langen, lv.;
Gardefüſ. Joſeph Meinrad, Illhäuſern, ſchv.; Reſ.
Pe=
ter Germann, Nieder=Modau, ſchv.; Gardefüſ.
Aman=
dus Schrody, Straßburg, lv.; Reſ. Jakob
Schnei=
der II., Biſchofsheim, ſchv.; U.=O. Wilhelm
Dille=
muth, Bermuthshain, lv.; U.=O. d. Reſ. Jakob
Kroll=
mann, Mainz, lv.: Gefr. d. Reſ. Heinrich Hamel,
Schellnhauſen, ſchv.; Reſ. Arthur Schindler, Choren=
Toppſchadel, ſchv.; Gefr. d. Reſ. Johann Volk, Zell,
Bensheim, ſchv.; Reſ. Adolf Wunderlich, Bürgel,
lv.; Reſ. Georg Hamm II., Lampertheim, lv.; Gefr. d.
Reſ. Jakob Kreis, Bieber, lv.; U.=O. d. Reſ. Heinrich
Kredel, Mittel=Kinzig, lv.: Gefr. d. Reſ. Friedrich
Hinkel, Hamm, lv.; Reſ. Georg Vogel, Semd, ſchv.;
Gardefüſ. Nikolaus Delp Ober=Oſtern, lv.; Gefr. d.
Reſ. Heinrich Stiefel, Vilbel, lv.; Reſ. Philipp
Hardt, Kelſterbach, gefallen; Gardefüſ. Johann
Metz=
ger, Gambach, gefallen; U.=O. d. Reſ. Ludwig
Wag=
ner, Langen, lv.; Reſ. Oskar Gensler, Stockheim,
ſchv.; Gardefüſ. Karl Hanſtein, Friedberg, lv.; Reſ.
Rikol. Renhard, Semd lv.; Reſ. Johann
Schrei=
ber, Worms, lv.; Reſ. Michael Haff, Gamgrund, lv.;
Reſ. Johann Fröhlich, Ober=Gleen, lv.: Gefr.
Her=
mann Bader, Frankfurt, lv.; Reſ. Georg
Feicht=
maier, Darmſtadt, lv.; Reſ. Philipp Andel,
Darm=
ſtadt, lr.; Reſ. Valentin Berſch, Groß=Rohrheim, vw.
Maſchinengewehr=Kompagnie: Offz.=
Stellv. Philipp Hattemer, Gau=Algesheim, Bingen,
ſchv.; Reſ. Peter Schneider, Weiten=Geſäß, lv.; Gefr.
Hermann Geiſel, Brauerſchwend lv.: Gefr. Georg
Werner, Bauſchheim, ſchv.; Reſ. Wilhelm Aldehoff.
Neuenrade, lv.; Reſ. Philipp Büdinger, Darmſtadt,
lv.; Reſ. Klemens Oppel, Unterebersbach, lv.;
Garde=
füſ. Friedrich Belzer, Koblenz, gefallen; Reſ. Karl
Johannes Stein, Breitenbach, gefallen; Reſ. Hermann
Wohnſiedler, Eberbach, gefallen.
Verluſte infolge Krankheit.
Reſ. Johannes Bamberger, von der 11.
Kom=
pagnie, Allenhauſen, am 5., 10. infolge Herzſchlag
geſtor=
hen; Reſ. Schmidt, am 2. 10. im Feldlazarett
Langer=
visni (Somme) geſtorben.
Berichtigung früherer Angaben.
Ltn. d. Reſ. Adolf Schad, Minden, nicht vermißt,
gefallen; Gardiſt. Ludwig Hornung, Dornheim,
bis=
her vm., gefallen; Gardiſt Jakob Holzenthal,
Lörz=
weilen, bisher vm., gefallen; Gardiſt Heinrich Meyer
(Mayer), Repertshauſen, bisher vm., gefallen; Gefr.
Karl Müller, Darmſtadt, bisher vw., geſtorben; U.=O.
d. Reſ. Herm. Guſt. Jul. Rudolf, Michelſtadt, bisher
vm., gefallen: Gardiſt Nikolaus Küchly, Hochwalſchk,
bisher vm., gefallen; Gardiſt Ludwig Wesp I.,
Raun=
heim, bisher vm., gefallen; Gardiſt Karl Winner,
Gerſtheim, bisher vw., geſtorben; Gardiſt Adolf
Con=
rad (Konrad), Schwanheim, bisher vm., gefallen;
Gardiſt Chriſtoph Herr, Zellhauſen, bisher vw.,
geſtor=
ben; Gardiſt Auguſt Hildenhagen, Marzhauſen,
bisher vw., geſtorben; Reſ. (nicht Gefr.) Georg Hutter,
Urberach, bisher vw., geſtorben; Gardiſt Johann
Kai=
ſer, Diedesheim, bisher vm., gefallen; Reſ. Damian (
Do=
miniak) Kalb (Worles) (Morleß), bisher vw., geſtorben;
Reſ. Georg Renkel, Fränkiſch=Crumbach, bisher vm.,
gefallen; Reſ. Franz Seib (Seip), Urberach, bisher
vw., geſtorben; Gefr. Hermann Spahmer (Spamer),
Darmſtadt, bisher vm., gefallen; Reſ. Emil Schnur
(Schmur), Darmſtadt, bisher vm., gefallen; Reſ. Peter
Rupp, Bieber, bisher vw geſtorben; Reſ. Viktor
No=
wakowski, bish. vm., gefallen; Gefr. Guſtav Roeſch,
Mannheim, bisher vw., geſtorben; Gefr. Karl
Weiſen=
ſee. Frankfurt a. M., bisher vw., geſtorben; Gardiſt
Karl Schreiber. Eichelsdorf, bisher vw., geſtorben;
Gardiſt Anton Wölki, Altwartenburg, bisher vw.,
ge=
ſtorben; Reſ. Friedrich Diefenbach, Laufenfetten,
bis=
her vm., gefallen; Reſ. Karl Drach, Darmſtadt, bisher
vw gefallen; Reſ. Friedrich Difflipp, Groß=Gerau,
bisher vm., gefallen; Reſ. Alfred Franke, Groß=
Obrin=
gen, bisher vw., geſtorben; Reſ. Jakob Jäger,
Langen=
brombach, bisher vm., gefallen; Reſ. Adolf Jakob,
Walldorf, bisher vm., gefallen; Reſ. Adam Keinhans
(Kleinhaus), bisher vm., gefallen; Reſ. Alfred
Mayer (Meier), Sulzbach, nicht vm., gefallen; Reſ.
Guſtav Schäfer, Duisburg, bisher vm., gefallen; Reſ.
Hermann Weidner, Offenbach, bisher vw., geſtorben;
Gefr. d. Reſ. Heinrich Krämer, Reichelsheim, bisher
vw., geſtorben; Reſ. Georg Jäger II., Neu=Ulm, bisher
vw., geſtorben; Reſ. Friedrich Rühl Ginsheim (
Geins=
heim), bisher vw., geſtorben; Reſ. Johannes Vogel.
Semd, bisher vw., geſtorben; Reſ. Peter Becker,
Schwanheim, bisher vw in Gefangenſchaft; Reſ.
Jo=
hannes Ganz, Groß=Zimmern, bisher Art des
Verlu=
ſtes nicht bekannt, in Gefangenſchaft: Gardiſt Rudolf
Rack Oberlais, bisher vm., vw.; Reſ. Karl
Leicht=
weiß (Lichtweiß), Pfungſtadt, bisher vm., vw., am
4. 9. geſtorben und am Schloß Autrecourt begraben; Reſ.
Karl Emrich, Jugenheim, bisher vm., vw.; Reſ.
Vin=
zenz Lodroner, nicht Lodwuer, vw.; Horn.
Hein=
rich Schlachter, Groß=Umſtadt, bisher vm., geſtorben;
Reſ. Willy Offermann, nicht Ottermann, vw.;
Gefr. Johannes Merker, Michelſtadt, bisher vw.,
ge=
ſtorben; Gardefüſ. Karl Heiß, Frankfurt, bisher vw.,
geſtorben; Reſ. Heinrich Körber Unter=Sensbach,
bish. vm., gefallen; Gardefüſ. Franz Rachor, nicht
Rä=
cher, vw.; Gardefüſ. Wilhelm Weber, nicht Weher,
vw.; Reſ. Bernhard Brenner, nicht Brumer, vm.;
Gefr. Julius Sefeloge, nicht Schlage, vm.; Reſ.
Michael Sperl, nicht Spert, Chameregg, vm.; Gefr.
Tamb. Philipp Dexheimer, nicht Derchenner,
Oppenheim, vw.; Reſ. Philipp Damm, nicht Daum,
Bauſchheim, vm.: Gardiſt Heinrich Birx, Glauberg,
bis=
her vm., am 24. 8. im Kriegslazarett I., Abt. 2, 18. A.=K.,
Neuſchäteau, geſtorben; Reſ. Dietrich Hottum,
Ven=
dersheim, bisher vw am 29. 8. im Feldlazarett II, 18.
A.=K., Chäteau de Roumont, geſtorben; Gefr. Heinrich
Krämer. Hammelbach, bisher vw., am 30. 8. im
Feld=
laz. II, 18. A.=K., in Chäteau de Roumont geſtorben.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 115.
Gemeldet vom Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115.
Wehrm. Becker, ohne Komp.=Angabe, lv. bei Roye
am 28. 9.
Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.
Berichtigung früherer Angaben.
Musk. Wilhelm Nieder, Meſſel, bisher vw., am 6.
9. im Kriegslazarett 8 der Etappeninſpektion des 4.
Ar=
meekorps geſtorben.
Infanterie=Regiment Nr. 168.
Gemeldet vom Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115.
Musk. Konrad Nagel von der 10. Kompagnie,
Haingründau, gefallen bei Roye am 6. 10.
Dragoner=Regiment Nr. 6, Mainz.
Gemeldet vom Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115.
Ltn. Hensgen, lv. bei Roye am 30. 9.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Nummer 304.
Z. Garde=Regiment, Verlin.
St. Quentin am 29. Auguſt, Auloy am 7., Chälons am 8,
Beigöres und Fére Champenoſe am 9., Reims am 9.,
vom 13. bis 15., ſowie am 21. und 26., Vitry les Reims
am 24. u. 26. Sept. u. Vlaireville vom 6. bis 10. Oktober.
Füſilier=Bataillon.
12. Kompagnie: U.=O. Schauermann,
Darm=
ſtadt, vm.
4. Garde=Regiment, Berlin.
Achiet le Grand und Bapaume vom 3. bis 5. und am 7.,
Biancourt am 4. u. 5. u. Gommecourt vom 3. bis 7. Sept.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Gren. Peter Dexheimer, Mainz, lv.
Brigade=Erſatz=Bataillon, Nr. 41, Mainz.
Berichtigung früherer Angaben.
Musk. Rochus Eckes, Bingen, bisher vm., im
Lazarett; Reſ. Wilhelm Griech, Eckelsheim, bisher vm.,
vw.; Reſ. Iſidor Hirſch, Bürgel, bisher vm., vw.; Gefr.
Otto Hübner, Langd, bisher vm., im Lazarett; Reſ.
Jul. Hold, Mombach, bisher vy. vw.; Musk. Franz
Herberg, Monsheim, bisher va., im Lazarett; Reſ.
Adam Kuhl, Ockſtadt, bisher vm., vw.; Gefr. Leopold
Löb, Klein=Auheim, bisher vm., vw.; Reſ. Aug. Metzler,
Ober=Olm, bisher vm., vw.; Reſ. Friedrich Orth, Mainz,
bisher vm., vw.; Reſ. Philipp Roth, Kleeſtadt, bisher
vm., vw.; Reſ. Friedrich Weber, Ober=Olm, bisher vm.,
Lw.: Wehrm. Friedrich Wolf II., Stadecken, bisher vm.,
im Lazarett.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 49, Offenbach.
Berichtigung früherer Angaben.
Wehrm. Remigius Kauffmann, bisher vm., vw.:
Wehrm. Chriſt. Heinr. Salzmann, bisher vm., vw.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 56.
Bois des Grelines am 14., Malwal am 14., 19. und 25.
bis 28. und Chivy am 26. September.
H. Bataillon, Truppen=Uebungsplatz Friedrichsfeld
bei Weſel.
6. Kompagnie: Reſ. Georg Fink, Meiches, vm.
Infanterie=Regiment Nr. 67, Metz.
Berichtigung früherer Angaben.
Musk. Heinrich Gies, Brauerſchwend, bisher vm.,
im Lazarett.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 80,
Wiesbaden, Mainz.
Berichtigung früherer Angaben.
Wehrm. Johann Diefenbach, Holzhauſen, bisher
vw., geſtorben.
Infanterie=Regiment Nr. 87, Mainz.
Berichtigung früherer Angaben.
Oberſt Friedrich Kierſtein, Poſen, bisher vw.,
ge=
ſtorben; Major Adolf Klein, Wiesbaden, bisher vw.,
geſtorben; Serg. Karl Farrenkopf, Schellerbach, bisher
vw., geſtorben; Reſ. Ernſt Link, Wogau, bisher vm.,
geſtorben.
Infanterie=Regiment Nr. 98, Metz.
Am Othain=Bach und Audun=le=Roman am 24. Auguſt,
Saint=Andé am 6., 10., 23. u. 24., Heippes am 10., Cheppy=
Véry am 22., 23. und 24., Four de Paris am 28. und la
Chalade im Argonnerwald vom 28. bis 30. September.
Stab: Oberſtlt. u. Regts.=Führ. Hermann
Machen=
hauer, Darmſtadt, ſchv.
I. Bataillon.
2. Kompagnie: Bizefeldw. d. Reſ. Adolf
Schult=
heis, Butzbach, lv.; U.=O. Ludwig Acker, Lorſch, lv.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Reſ. Andreas Adams, t.
7. Kompagnie: Lin. Hans Eberhard Willing,
Darmſtadt, ſchv.
8. Kompagnie: Ltn. Ferdinand Celarius, vermutl.
Cellarius, Alsfeld, t.
Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25, Darmſtadt.
Cremery vom 26. Sept. bis 4. u. Fresnoy am 5. u. 6. Okt.
I. Abteilung.
2. Batterie: Lt. d. Reſ. Achenbach, Frankfurt a. M.,
lv.; Kan. Schmidt, Herzhauſen, lv.; Kan. Müller,
Er=
bach i. O., t.; Gefr. Dingeldein, Reichelsheim i. O., t.
3. Batterie: Ein.=Freiw. U.=O. Curt Reiſert, Cöln,
lv.; U.=O. Wilhelm Schmidt, Dauernheim, ſchv.; Kan.
Ludwig Hartenbach, Worms, t.; Kan. Johann
Eins=
feld, Dorn=Dürkheim, t.; Kriegsfreiw. Anton
Stiefen=
berger, Weiher, ſchv.; Kan. Otto Joppen, Straßburg=
Neudorf, ſchv.; Gefr. Heinrich Scholl, Blödesheim,
lv.; Kan. Nikolaus Schaab, Mitlechtern, ſchv.; Kan.
Wilhelm Eckelmann, Guntersblum, ſchv.; Kan. Johann
Klippel, Wendelsheim, lv.; Kan. Karl Eifert, Metzlos=
Gehag, ſchv.
Leichte Munitions=Kolonne: Gefr. Heinrich
Michel, Albig, lv.
II. Abteilung.
6. Batterie: U.=O. Ludwig Kratz, Dudenhofen, lv.
Leichte Munitions=Kolonne I: Kan. Bernhard
Joſt, Birſtein, vm.; Kan. Jakob Kirchenmeyer,
Offenbach, vm.
Schutz bei Erkältungen
sowie gegen die meisten ansteckenden
Krankheiten bietet
Formamint
weil es die Ansteckungskeime (Bakterien) in
Mund und Rachen vernichtet, so daß sie nicht
ins Körperinnere gelangen können. — Mehr als
10000 Herzte haben seine vorbeugende Wirkung
bestätigt. — Näheres über Wesen und Wirkung
des Formamints enthält die für die
Gesundheits-
pflege überaus wichtige Broschüre „Unsichtbare
Feinde” die bei Abforderung durch Postkarte von
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kostenlos versandt wird. Wer Formamint noch
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auf das
Darmſtädter Tagblatt
werden in unſerer Geſchäftsſtelle ſowie von
jeder Poſtanſtalt entgegengenommen.
Darmſtädter Tagblatt.
Mitteilungen aus dem Publikum.
Kaffee=Flammeri. Zutaten: 60 g von Dr.
Oetkers Guſtin” 60g Zucker, ½ Liter Milch, 1 Taſſe
ſtarken Kaffee. — Zubereitung: Das Guſtin rührt
man mit etwas Milch an, den Reſt der Milch bringt
man mit dem Zucker zum Kochen, gibt die angerührte
Miſchung hinzu und läßt das Ganze unter Rühren
einigemal aufkochen, zuletzt miſcht man den Kaffee unter
die fertige Speiſe und füllt dieſe in eine mit kaltem
Waſſer ausgeſpülte Form.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die ſchmerzliche Nachricht,
daß unſer lieber Neffe, Bruder und
Schwager
Herr Franz Haeling
Teilhaber der Firma H. Henkel & Co.
z. Zt. Militär=Krankenwärter
als Opfer ſeiner Pflicht im Dienſte
ſeiner kranken Kameraden nach
kurzem, aber ſchwerem Leiden ſanft
entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Anna Haeling,
Carl Haeling,
Johanna Müller,
als Teilhaberin der Firma Henkel & Co.,
Ernſt=Ludwigſtraße 15.
(20825
Die Beerdigung findet ſtatt Donnerstag, den
5. November, nachmittags= 2 Uhr, vom ſtädt.
Krankenhaus aus nach dem Waldfriedhof.
Einſegnung ¾2 Uhr.
Am 16. September erlitt den Heldentod
fürs Vaterland auf Frankreichs Erde mein
geliebter Mann, unſer guter Vater, Sohn,
Schwiegerſohn, Bruder, Schwager und Onkel
Reſerviſt Adam Beſt
Infanterie=Regiment 116.
In tiefer Trauer:
Settchen Beſt nebſt Kinder,
geb. Schmitt,
Familie Beſt,
Familie Schmitt,
Familie Müller.
(20826
Darmſtadt, den 3. November 1914.
Todes=Anzeige.
Den Heldentod fürs Vaterland
erlitt am 28. Auguſt bei Mouzon
unſer innigſtgeliebter Sohn, Bruder,
Schwager und Onkel
Guſtav Jacob
im 31. Lebensjahre.
(*8696
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jacob Jacob, Eberſtadt.
Am 20. Oktober erlitt den
Helden=
tod fürs Vaterland unſer lieber
aktiver Bundesbruder
Ernſt Klepper
stud. mach.
Kriegsfreiwilliger im 24. Jägerbataillon.
(*8704)
Der Akademiſche Chor.
J. A.:
Carl Berninger.
Darmſtadt, den 3. November 1914.
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach langem Leiden
unſere innigſtgeliebte einzige Tochter und
Schweſter
Gretchen
im 21. Lebensjahre.
Die tieftrauernden Eltern und Brüder:
Georg Bert und Frau.
Philipp Bert, Lehrer, z. Zt. im Felde.
Georgi Bert,
Heinz Bert.
(*8693
Darmſtadt, den 3. November 1914.
Die Beerdigung findet auf Wunſch der lieben
Verſtorbenen in aller Stille ſtatt.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Anteilnahme bei dem Heimgange meines
in treuer Pflichterfüllung fürs Vaterland
gefallenen innigſtgeliebten Mannes,
unſeres Vaters Sohnes, Bruders,
Schwiegerſohnes, Schwagers und Onkels
Philipp Schmidt
ſagen wir allen Verwandten und
Be=
kannten insbeſondere Herrn Dekan
Schneider für ſeine troſtreichen Worte
am Grabe dem Krieger= und
Militär=
verein, dem Turnverein, dem
Geſang=
verein Frohſinn, den Feldgeſchworenen,
ſowie ſeinen Schulkameraden für die
Kranzſpenden unſeren tiefgefühlten Dank.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Eliſabethe Schmidt geb. Nickel.
Braunshardt, 3. Novbr. 1914. (20820
Tageskalender.
Mittwoch, 4. November.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende 10¾ Uhr
(Ab. B): „Lohengrin”.
Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 5. November.
Geſalzene Därme=Verſteigerung um 3 Uhr
im Güterſchuppen (Hauptbahnhof).
Gewerbebibliothek (Bibliothek,
Vorbilderſamm=
lung und Patentſchriftenauslegeſtelle) geöffnet Werktags
von 9—12½ und 3—6 Uhr, ausgenommen Samstag
nachmittags.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Nummer 304.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Seite 9.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
In zwei Gehöften in Groß=Zimmern und in je einem Gehöft
in Klein=Zimmern und Sickenhofen (Kreis Dieburg) iſt die Maul=
und Klauenſeuche ausgebrochen.
(20821
In einem Gehöft in Ueberan und in der Heydemühle,
Ge=
markung Lengfeld (Kreis Dieburg), iſt die Maul= und Klauenſeuche
ausgebrochen.
Einquartierung.
Eine etwaige Vergütung für geleiſtete Quartiere, ſowie für
Verpflegung einquartierter Mannſchaften wird ſpäter nur dann
ge=
währt, wenn die Quartierſcheine innerhalb der nächſten 10 Tage
nach Abgang der Mannſchaften dem ſtädtiſchen Einquartierungs=
Ausſchuß, Stadthaus, Zimmer Nr. 23, zur Anerkennung vorgelegt
werden. Es ſind von den Quartiergebern bis jetzt viele Scheine noch
nicht zur Vorlage gekommen, und bitte ich, dieſes alsbald nachholen
zu wollen.
Umquartierung von Mannſchaften, die länger als 8 bis 10 Tage
in einem und demſelben Quartier lagen, wird auf Nachſuchen und
Vorlage des Quartierſcheines durch den vorſtehend bezeichneten
Ausſchuß vorgenommen.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.
(19585a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Wüſche= und Kleidungsſtücke für Bedürftige.
Für den kommenden Winter wird für alle, die auf Unterſtützung
angewieſen ſind, um die Abgabe warmhaltender Wäſche und Kleider,
auch Schuhe, dringend gebeten. In der großen Mehrzahl aller
Haus=
haltungen dürften ſich Wäſche= und Kleidungsſtücke, auch Schuhe,
befinden, die nicht mehr getragen werden, die aber bei entſprechender
Herrichtung Bedürftigen noch gute Dienſte leiſten können. Neben
den Stellen, die ſchon bisher Gaben in Empfang nahmen, iſt auch
das ſtädtiſche Armen= und Fürforgeamt, Waldſtraße 6,
Fern=
ſprecher 2419, bereit, die Gaben in Empfang zu nehmen und
ord=
nungsmäßig zu verteilen. Wer die Sachen vorher ausbeſſert laſſen
möchte, wende ſich an die Geſchäftsſtelle des
Heimarbeiterinnen=
vereins, Waldſtraße 19, II. Es wird ſo Arbeitsgelegenheit für
Frauen und Mädchen geſchaffen, die auf Verdienſt angewieſen ſind.
Jede Zuwendung wird mit herzlichſtem Dank angenommen.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſiug.
(20383a
Winterſchafweide.
Die Schafweide auf den ſtädtiſchen Pallaswieſen, ca. 35 Hektare,
und den früheren Beſſunger Gemeindewieſen, ca. 60 Hektare, ſoll
verpachtet werden.
Pachtdauer bis Mitte März k. Js.
Schriftliche Angebote ſind, verſchloſſen und mit entſprechender
Aufſchrift verſehen, bis längſtens Dienstag, den 10. d. Mts.,
einſchließlich bei mir einzureichen.
Die Bedingungen liegen während der Dienſtſtunden in dem
Geſchäftszimmer Nr. 39 des Stadthauſes zur Einſicht offen. Auch ſind
dieſelben gegen Einſendung des Betrages von 20 Pfg. erhältlich.
Darmſtadt, den 2. November 1914.
(20788
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Ekert.
Stadtiſches Lethamt Darmſtadt.
Betreffend: Erneuerung der Verſatzzeit von Pfändern.
Die Verſatzzeit der ſchon zweimal erneuerten Pfänder Nr. 26019
bis 37918 (altes weißes Pfandſchein=Formular), ſowie
der in der Zeit vom 1. Mai bis 31. Auguſt 1913 verſetzten
Pfänder Nr. 2830 bis 10363 (blaues Pfandſchein=
For=
mular), ferner
der in der Zeit vom 1. September bis 31. Dezember 1913
ver=
ſetzten Pfänder Nr. 10364 bis 18786 (gelbes Pfandſchein=
Formular)
iſt jetzt noch zu erneuern.
Wir fordern die Pfandſchuldner zur Erneuerung der
Verſatz=
zeit mit dem Bemerken auf, daß nach Ablauf der betr. Verfalltage
die verfallenen Pfänder nur noch ausgelöſt werden können.
Darmſtadt, den 1. November 1914.
(20794a
Die ſtädtiſche Leihamtsverwaltung.
Paul.
Bitte um Liebesgaben für das
Brigade=Erſatz=Bataillon 50.
Um den im Felde ſtehenden Kameraden dieſes Bataillons, das
von dem Unterzeichneten aufgeſtellt worden iſt, ihren harten Dienſt
nach Möglichkeit zu erleichtern, ergeht die Bitte um Sammlung von
Liebesgaben.
Es werden vor allen Dingen dringend benötigt: Wollſachen
(Unterzeug, Leibbinden, Strümpfe, Fußlappen, Puls= und
Knie=
wärmer, Kopfſchützer), Unterweſten, Hoſenträger, Stearinkerzen,
Zigar=
ren, Tabak, Pfeifen, Dauerwurſt, Schokolade uſw.
Beilegen von Zündhölzern iſt ſtreng verboten.
Geldſpenden mit der Beſtimmung zum Ankauf erwähnter Ge=
(20823
genſtände ſind gleichfalls willkommen.
Alle Gaben (Pakete wohl verpackt) wolle man mit dem Vermerk
„Liebesgaben für Brigade=Erſatz=Bataillon 50"
richten an das Erſatz=Bataillon Infanterie=Regiments 117 Mainz,
Alice=Kaſerne.
Der großen Nützlichkeit ſolcher Gaben und des lebhaften Dankes
der empfangenden Kameraden mögen alle Geber ſicher ſein.
Erſatz=Bataillon Infanterie=Regiments Nr. 117.
J. A.: Heinrich, Oberleutnant und Adjutant.
Freihändiger Möbel etc.=Verkauf
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Infolge des Krieges beſſ. Herrſchaftsmöbel
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1 Fremdenzimmer, weiß mit dreitür. Spiegelſchrank,
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Stahl=Läufen,
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Kompl. gute Betten, eiſ. und hölz. Bettſtellen, Federbetten und
Kiſſen, Kleider= und Weißzeugſchränke, zweitür., Vertiko, ovale,
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zug= und and. Tiſche, Diwan, Chaiſelongue, Plüſch= und Ruheſeſſel,
Dipl.=Schreibtiſche, Sekretär, Chiffonier, Glasſchränke, Trumeau= und
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Nachttiſche, Kommode, Pfeilerſchränke, Flurgarderoben, Küchenſchrank
und=Bank, 1 Laden=Einrichtung für Kolonialwaren, 1 Wagen,
(20806
zweiräderig.
Johannes Krummeck, Verſteigerer und Abſchätzer.
Annahme von Verſteigerungen, Verkäufen und Abſchätzen
Schwellen=Verkauf.
Am Samstag, den 7.
Novem=
ber 1914, vormittags 9 Uhr,
werden 500 Stück alte hölzerne
Bahnſchwellen und 7 cbm
Brenn=
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meiſtbietend verſteigert. (320791
Die Bedingungen liegen bei der
Bahnmeiſterei 56 in Darmſtadt
Nord zur Einſicht offen und
wer=
den im Termin bekannt gegeben.
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wird jetzt begonnen und es gelangt in
den nächſten Tagen zur Ausgabe.
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erbitten wir ſofort.
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L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
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Kartoffelangebot.
In den nächſten Tagen treffen größere Sendungen
Kartoffeln (darunter 1 Wagen Ueberrheiner
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Vorausbeſtellungen erwünſcht.
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Fiſche werden daſelbſt ausgewogen.
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
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e
Min
1a1 ffest 1 65 I ef ſ zt fPer ſ 9f.
Stat ionen
(115
613 ffer
Kl. 2-4 2.4 3-
4 2-42.42.41.3 2.4 2-4 1-3 3 I 3 2-4 3 12.4
2-4 2-4 2-4 3-4
1-3 2-4 1-3
Aſchaffenburg
ab
447 588 645
526 430
1108
Mainaſchaft
22 810
Fos
542
235
5e=
Stockſtadt (Main)
4bs 548 654
814
238 430
145
62a
2
1122
524 558
Babenhauſen
133
248 440
612
749
927
lab
598 60s
1128 1150
1555
zer 554 450
612 (S72212 72a
720 345
Hergershauſen
922
518 610
1137
zor
57
624
ei 421
Altheim (Heſſen)
92d
522 616
114s
en
3os 502 8.— 622 l.171215s712
94.
Jan
zu 65 7as
1140
Dieburg
1s 135 F abs 31s H5of
628 (s 712715
815 9is
944
Tab
520 628 „
jise 11so
136§ 285 3u4 5io
6a8 1— 122s 720
Meſſel
812 840
94a
541 639 738
901 15 10
148
325 521
645 lan 751 8751
Kranichſtein
824
952
542 647 746
1500
156
3as 5a0 B61a 65a (3 7221 2 725
832
Darmſtadt Nord
1027 § 1124
524 65a
215 F55
1te Hos
350 595 18615 792 — 4h 2 74h
1012
an
600 650
527
hus
Darmſtadt Hbf.
11bs1221 8
152
345 541 (t622) 728 2751- 751
842) 852
1ab
1012
512 528 620
1124
20
524 1114 1205
225
40o 540 640 715
Weiterſtadt
S — 822 912 305
1028
537 641
e11oal 1r0 20
12s
125
Zu 6028621 724
Klein=Gerau
024
1022
544 648
1121
zus 1fonl
2u
1244
41s 625 2652 721
921
Jan 445
545 65a
1042
112s
54s 11se 1224
Groß=Gerau
1240)
122 611 5724 735
827) 945 922
1ab
1222
1050
has 54a 654
ßeg hto 11m 1225
425 618
Nauheim b. Groß=Gerau.
786
825 927) 922 1041 1021
558 700
1222
956 1145
122
612
742
945
512
105z. § 1222
606 711
Hor
Biſchofsheim (Heſſen)
1007 1155
445 622fs
925
Gor
112s &. an
514
808
10d
632
Guſtavsburg=Koſtheim
954
614 41m
112z
814
014
4st 65s
100a
610 723
11n5
819
Mainz Süd .
1015
450 641
8o
a
1025 944 1192 1118
8.
642
.an
852 1028 945 11o1 1112
Mainz Hbf..
10ne
04 645
822
Nab
922 1010 942 1125 1122
Wiesbaden.
922
352 1105
6en
an
§ 354
925
5
1022 1121
Wiesbaden-Mainz Hbf. —Darmſtadt Hbf. — Aſchaffenburg.
Zugsſtr. ſ 61 ſtnteſ 6u1 f eir hin
1310 eit fan
Stationen
fens Min leu 1 die
1 Mi.
ſitts 1 St
614 1 1
191 65
Kl. 2-4 1 2-4 2-4 2-4 1-3 2-4 1-3 2-4 1 2-4. 1-3
2.4
2-4 1 2-4 1-3
3 2-4 2-4 3 3-4 2-4 3-4
3-4 2-4 1-3 2-4 2-4 1-3 1 3-4 224
Wiesbaden
ges
922
Mainz Hbf.
254a
1010
1er
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145
620
980 924
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1141 12
622
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515 5554 624
9aa 10 2a
55 504 828
114
Mainz=Süd
622 734 8as 94af 10us
518 7525 625 701 756 935 929
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Guſtavsburg=Koſtheim
641 725 822) 941 1022
80a 1941
524
1051
627
807 946
813 942
105c
Biſchofsheim (Heſſ.)
642
(a
812 952
808 947
6es
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Nauheim b. Groß=Gerau
642
649
5is
820) 952
819 958
544 420
254a
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625
550
313 654. 721 824 1003 950
822 1024
Groß=Gerau
1215 1225
540 431 2
1549
72a
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2614 655 725 826 1004 951
897 1092 1057 1220l 1234
351
32
Klein=Gerau
700
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aa 755 840 101i idse 1221 1285
555
832 1010
25r 4us
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Weiterſtadt . . . .
514
842 1017
840 1018
1223 1241
705 446
2 605
115
6
524
858 1024
740 850 1028 1007
Darmſtadt Hbf.
1et
1239 1242
14 455
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6at 56ss
lab
600 914
722 214 992 1033 1115 124a 1252
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Darmſtadt=Nord . .
S 2624— 625 745
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921
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927
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101s 1148 1231
43
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2 637m 645 757.
922
551
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955
942
1258) 154
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442
95a
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Babenhauſen
624
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592
1012
835
Aſchaffenburg
1.514 640 Wc 5715 841 851 10a0
625
991
1021 — 1212
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J. Awerbuch, Wendelſtadtſtr. 47, Telephon 1422
NB. Bei Fuhren von 10 Zentnern bedeutend billiger.
Kriegsvortrag.
Dienstag, den 10. November 1914, abends 8 Uhr,
zu Darmſtadt im Saale der Turnhalle am Woogsplatz:
Während des Kriegs in Belgien, in Oſtpreußen und
an der ruſſiſchen Greuze.
Geſchautes und Erlebtes wird Stadtverordneter Dr.=Ing. Heyd
erzählen.
Eintrittspreis: Vorbehaltene Plätze 1 Mk.
Saal und Empore 50 Pfg.
Die Einnahmen ſind zur Anſchaffung von warmer
Unterklei=
dung für die Mannſchaften unſerer beiden Artillerie=Regimenter
Nr. 25 und 61 beſtimmt.
Zur Förderung des guten Zwecks bittet um zahlreichen Beſuch
20814)
Dr. Glässing, Oberbürgermeiſter.
(20808
Deutſche Luftfahrer=Lotterie
zum Beſten unſerer Flieger.
(20686a
Ziehungen am 6. und 7. November
und 28. bis 31. Dezember 1914.
Hauptgewinne im
uſw.
Werte von Mk. 60 600, 30 600, 25000, 20000 Das Los,
gültig für beide Ziehungen, à Mk. 3.— empfiehlt und verſendet:
Philipp J. Schmidt, Königl. Lotterie=Einnehmer, Rheinſtr. 33.
Reform-Restaurant
Inh.: Johnnnes Horn — Aesanderstraße 4, 1. Stock
Erstes alkoholfreies Etablissement am Platze
Fleischküche und vegetarische Küche
feinste Zubereitung, erstklassige Zutaten.
Vorzüglichen Mittags- u. Abendtisch
zu verschiedenen Preisen.
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Rauchfreie, helle Räume. Große Auswahl von
Zeitschriften. Geöffnet bis 10 Uhr abends.
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mantel für 5 Mk. zu verk.
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N mittl. Fig. preiswert zu verk.
8694)
Kirchſtraße 5, II.
Großh. Hoftheater.
Mittwoch, den 4. November 1914.
30. Abonnements=Vorſtellung. B 7.
Lohengrin.
Große romantiſche Oper in drei
Akten von Richard Wagner.
Muſik. Leiter: Paul Ottenheimer.
Spielleiter: Richard Lert.
Heinrich d. Vogler,
deutſcher König. L. Schützendorf
Lohengrin . . . Georg Becker
Elſa von Brabant Mizi Marx,
Herzog Gotkfried,
ihr Bruder A. Croneberg
Friedrich von
Tel=
ramund
. . Robert Perkins
Ortrud, ſ. Gem. Anna Jacobs
Der Heerrufer des
Königs.
. Otto Semper
. Otto Thomſen
Brabantiſche
. Fritz Lang
Grafen
. Hans Debus
. Adolf Klotz
. Marg. Beling=
Schäfer
Edel=
Marg. Schreber
knaben
.. Paula Manecke
. . Käthe Müller
Chöre: Robert Preuß.
Geſtaltung des Bühnenbildes:
Hoftheatermaler Kurt Kempin
und Maſchineriedirektor Ernſt
Schwerdtfeger.
Nach d. 1. u. 2. Akte längere Pauſen.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—12. Reihe
3.70 ℳ, 13.—19. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
17. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—11
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Anfang 7 Uhr. Ende 10¾ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen.
Donnerstag, 5. Nov.: 31. Ab.=Vſt.
C 8. „Figaro’s Hochzeit”
Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Freitag, 6. Nov.: 32. Ab.=Vorſt.
D 9. „Huſarenfieber”. Kleine
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 7. Nov.: Außer
Abon=
nement. Vierte Volksvorſtellung
zu ermäßigten Preiſen. „Der
Kaufmann von Venedig”.
Anfang 7½ Uhr. Vergl.
be=
ſondere Anzeige
Sonntag, 8. Nov.: 33. Ab.=Vorſt.
C 9. Einmaliges Gaſtſpiel Robert
Hutt vom Opernhaus in
Frank=
furt a. M. Der Troubadour”.
Manrico: Robert Hutt. Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Der Kartenverkauf zu dieſer
Vorſtellung beginnt Donnerstag,
den 11. November zu den üblichen
Kaſſeſtunden an der Tageskaſſe
des Hoftheaters.
Anmeldungen auf Abonnements
werden noch fortwährend von der
Hoftheater=Hauptkaſſe in den
Kaſſe=
ſtunden vormittags von 10—12½
Uhr entgegengenommen.
Nummer 304.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Seite 11.
Der filberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
15)
(Nachdruck verboten.)
In Köslin hielt der Zug, in Schlawe. Da lachten ſie,
ſetzten ſich fein ſittſam nebeneinander, und wenn er wieder
anzog, ſprang Karla auf den Schoß ihres Dolfs und
wühlte ihre Lippen auf die ſeinen. Immer wieder —
immer wieder.
Die Lokomotive pfiff, langſamer fuhr der Zug.
Stolp kommt, Karla. Noch gut zwei Stunden, dann
ſind wir in Danzig! Vom Bahnhofe fährt man eine
halbe Stunde bis Langfuhr mit der Droſchke!
Sie ſprang von ſeinem Schoße.
Wie haſt Du mich zerzauſt, Dolf. Schlechter Kerl!
Den Hut nahm ſie ab, die Handſchuhe flogen in eine
Ecke. Wie geſchickt die ſchnellen Hände das rote, volle
Haar wieder in Ordnung brachten. Er ſah zu und lachte
vergnügt. Schon daran erkannte er, was in ſeinem
Rot=
fuchs ſteckte. Wenn die Finger zugriffen, wurde Ordnung.
Hätte ihm Ellen Wommen in der Eiſenbahn ſo ſüß die
Zeit vertrieben? I nein! Das wär’ doch shoking geweſen!
Und wenn ſie es getan hätte, ſchön hilflos wär’ ſie
ge=
weſen. Ohne Jungfer das Haar bändigen? Das hätte
ſie nicht gekonnt. Und ſo ſchönes Haar beſaß ſie
über=
haupt nicht. Mit kurzem Ruck hielt der Zug, Karla
tau=
melte gegen ihn, nahm ſchnell noch ſeinen Kopf in ihre
beiden heißen Hände und drückte einen Kuß auf ſeine
Lipen. Daum ſetzte ſie den Hut auf, die Radein ſlogen
förmlich in die rote Fülle.
Schritte waren auf dem Gang zu hören, die Tür
wurde zurückgeſchoben, eine mittelgroße, ſehr zur Fülle
neigende junge Dame, mit recht hübſchen Geſichtszügen
und ſchön geſchwungenen Lippen betrat das Abteil.
Der ſilberne Adolf fuhr auf von ſeinem Sitze, bekam
einen roten Kopf.
Gnädige Frau — guten Tag!
Ja, Herr von Ruſten! Ein halbes Dutzend Pakete
flogen auf das Polſter, die Hand ſtreckte ſich ihm
ent=
gegen. Sie Held von den Kamelreitern, ich gratuliere!
Das dürfen Sie doppelt und dreifach, gnädige Frau.
Meine Braut, Fräulein Plunk. Ich bin ihr
entgegen=
gefahren, um ſie zu meiner Mutter zu bringen.
Nein, nein! Eine Ueberraſchung jagt ja die andere!
Karla Plunk bekam einen Kuß auf die Wange. Das
nüſſen Sie mir ſchon erlauben, ich bin nämlich Frau
Amtsgerichtsrat Solzer, früher Superintendents Lieschen!
Sie zwinkerte den ſilbernen Adolf an. Meinen Namen
haben Sie nicht genannt, vielleicht abſichtlich nicht, das
ſollen Sie auf der Stelle büßen. Denken Sie nur,
Fräu=
lein Plunk, ſchleunigſt mußte ich mich mit meinem
Amts=
richter öffentlich verloben, ſonſt wär’ ganz ſicher Ihrem
Bräutigam das Herz gebrochen, und das wär’ doch
jam=
merſchade geweſen!
Sie brachte es ſo drollig heraus, daß Karla lachen
mußte. Der ſilberne Adolf aber zog ſich wieder einmal
verlegen die Finger lang, bis die Gelente inadken. Frau
Solzer ſetzte ſich neben Karla.
Nun iſt mir wahrhaftig ein Stein vom Herzen
ge=
fallen, fuhr ſie ſcherzend fort. Auch Ihnen wünſche ich
alles erdenkliche Glück!
Danke, gnädige Frau!
Frau Solzer ſah, wie einfach Karla Plunks Kleidung
war.
Eigentlich müßt ich mich wohl nach einem anderen
Abteil umſehen, die zugezogenen Vorhänge hätten mir
ſagen können: Eintritt verboten! Na, nun bin ich einmal
hier, ſahr bloß mit bis Lauenburg, fünfzig Minuten,
dann geht’s mit der Kleinbahn weiter in ein
weſtpreu=
ßiſches Landſtädtchen. In dem iſt mein Mann einziger
Tyrann. Ja, ja, evangeliſche Paſtoren pflegen viele
Kin=
der und ſehr wenig Geld zu haben. Fünf ſind’s bis jetzt,
das heißt bei uns, und ſechs Jahre ſind wir noch nicht
einmal verheiratet. War nur möglich, weil vor einem
halben Jahre Zwillinge ankamen. Da waren wir froh,
als wir in das billige Landſtädtchen kamen. Wenig
Ar=
beit für meinen Mann und ſchöne Dienſtwohnung! Mit
nem Garten. Morgen für Morgen bummelt mein Alter
im Schlafrock mit ſeiner langen Pfeife durch den Garten,
riecht an jeder Roſe, revidiert gewiſſenhaft den
Bienen=
ſtand und hat ſeine Freude an den Kindern, ſeiner Frau
und ſeinem Beruf! Was will ein Menſch mehr, nicht wahr?
Und dann ſtimmten alle drei ein Loblied auf das
Landleben an, bis der Zug in Lauenburg hielt. . . .
reichhaltig illuſtriert,
Der Weltkrieg 1914 jedes Heſt 24 Seiten ſtart NIIr 15 P
Für jeden Deutſchen das ſchönſte Werk von
bleibendem Wert. Der Preis iſt deshalb ſo
niedrig geſtellt, weil es jedermann ermöglicht
werden ſoll, dasſelbe für ſich und ſeine Familie
anzuſchaffen. Ein großer Stab von
Mitar=
beitern iſt geſichert. Die Schriftleitung ruht in
den Händen des bekannten Schriftſtellers
und früheren Artillerie=Offiziers Jesko von
Puttkamer. Durch alle Welt — Weltkrieg
1914 iſt gleich leſenswert für den
Daheimge=
bliebenen, den heimkehrenden Krieger ſowie
für ſpätere Geſchlechter. Um die Ereigniſſe beſſer
verfolgen zu können, erhalt. alle Leſer in
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Derſelbe enthält 320 Voll= und Nebenkarten.
Wir bitten, den Beſtellſchein ausgefüll
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für die Leſer des
Beſtellſcheill „Darmſtädter Tagblatt”
An „Durch alle Welt”, Berlin=Schöneberg,
Am Park 11.
Ich abonniere „Durch alle Welt —
Welt=
krieg 1914‟ auf ¼ Jahr 13 Hefte à 15 Pf.,
Mk. 1.95 und 13 Pf. Beſtellgeld. Betrag
ſt mit dem erſten Heft nachzunehmen.
Name:. . . . . . .
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Ort u. Straße: . . . .
. . . „ „
Bitte um Liebesgaben.
Wer hat noch wollene Liebesgaben für tapferes elſäſſiſches
Feldartillerie=Regiment? Dasſelbe hat, entgegen mehrfacher
Zeitungs=
notizen, noch keinerlei warme Sachen erhalten. Zuwendungen
jeglicher Art werden dankbar entgegengenommen von:
(20776
Erſatz=Abteilung
Frau Oberſtleutnant
Feldartillerie=Regiment Nr. 31,
Collmann,
Hagenau i. Elſ.
Darmſtadt, Eliſabethenſtraße 70.
Weiblich
Schreibmaſchinſin
u. Lageriſtin ſ. Stelle. Angeb. unt.
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ſchlägerſtraße 6, 1. St., links. (*8707
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Lande ſucht ſofort Stelle
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ſtraße 53 bei Wenz (*8705
Qm Ausbeſſern von Wäſche,
Flicken und Stopfen wird
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Nummer 304:
Als die rundliche Frau Amtsgerichtsrat Solzer vom
Bahnſteig aus die letzten Abſchiedsgrüße gewinkt hatte,
nahm Karla den ſilbernen Adolf beim Ohr.
Du, Dein weites Herz mußt Du Dir aber
abgewöh=
nen! Von erſpartem Wirtſchaftsgeld kauf ich Dir einen
Schlafrock und eine lange Pfeife!
Langt nicht, meinte der ſilberne Adolf ſchmunzelnd.
Ja, was willſt Du denn noch?
In ſechs Jahren fünf Kinder und mindeſtens
ein=
mal Zwillinge.
Da ſchlug ſie ihm erſt leicht auf den Mund, rümpfte
die Lippen. Du wüſter Kerl! Im nächſten Augenblick
aber ſaß ſie ſchon wieder auf ſeinem Schoß.
In Danzig erwartete Frau von Ruſten die
Verlob=
ten. Karla Plunk beugte ſich über die Hand der alten,
vornehmen Frau. Aber die ſchloß ſie in ihre Arme.
Mein Kind! Ich bin nun Deine Mutter! Da ſind
meine Lippen! Mache meinen Jungen glücklich, ich will’s
Dir danken, ſolange ich atme!
Da beugte ſich Karla doch erſt über die Hand in
ſtum=
mer Ergriffenheit, bevor ſie die Lippen der ehrwürdigen
Frau küßte, die in aufrechter, ſtolzer Haltung daſtand,
trotz der Laſt ihrer reichlich ſiebzig Jahre.
9. Kapitel.
Eine Woche ſpäter.
Chriſtoph Ruſten wackelte mit dem Unterkiefer hin
und her, wies mit zitterndem Zeigefinger auf einen Brief,
der vor ihm lag, und ſchimpfte los.
Verrückt der Junge, Häpel! Nun hat er wahrhaftig
ſeinen Abſchied genommen und lernt die Landwirtſchaft
beim Oekonomierat Grötzig! Der Lümmel denkt, der
alte Chriſtoph Ruſten verduftet demnächſt doch von dieſer
Erde, ſolange laß ich die Daumen umeinander tanzen —
und dann wird friſch und fröhlich drauf los geheiratet!
Der Adminiſtrator drückte das Kinn an den Hals,
machte erſt einmal ein recht nachdenkliches Geſicht und
antwortete dann hübſch langſam, als müſſe er jedes Wort
ſehr ſorgſam erwäggn.
Verrückt kann ich das nun gerade nicht finden, Herr
Rittmeiſter! Ganz im Gegenteil! Von meinem
Stand=
punkt als Untergebener nämlich! Ich krieg! doch einmal
einen jungen Herrn, und ſoll der nach meiner Pfeife
tan=
zen, bloß immer ja nicken, wie der Porzellanchineſe auf dem
Tiſchchen in unſerer guten Stube? Nein, Herr Rittmeiſter,
da geht die Autorität flöten, und für die bin ich ſehr!
Häpel redete vorläufig nicht weiter. Verſchoß er alles
Pulver auf einmal, war er aufgeſchmiſſen, nach und nach
bekam er ſeinen alten Herrn ſchon mürbe. Der mußte
nur erſt entgegnen können, bis ihm der Atem ausging.
Dann kam der Schlußvers: Häpel, wenn wir reinfallen,
zieh’ ich’s Ihnen vom Gehalt ab. Und er nickte dazu und
antwortete: Jawollja, verſteht ſich! Wollen Sie’s
ſchrift=
lich haben, Herr Rittmeiſter? Dann warf ihm der eine
grobe Redensart an den Kopf. Er ging entrüſtet, und
alles war in ſchönſter Ordnung.
Chriſtoph Ruſten ſtreckte das Kinn vor.
Ja, die Autorität! Dafür bin ich auch ſehr, lieber
Häpel! Hat ſie aber mein Neffe im Leibe? Keine Spur!
Kümmert ſich in Quarck drum, was der alte Erbonkel von
ihm verlangt!
Hat alles im Leben ſeine zwei Seiten, Herr
Ritt=
meiſter! Warum erlernt er denn die Landwirtſchaft? Um
Auſen zum mindeſten auf der Höhe zu halten, das folle
Sie doch freuen! Und wenn er beim Herrn Oekonomierat
Grötzig die Daumchen umeinander tanzen läßt, wie Sie
vorhin befürchteten, alſo dann wirft ihn der Herr
Oeko=
nomierat aber poſtwendend vor die Tür! Bei dem gibt’s
nichts zu lachen, das weiß man doch in ganz
Hinterpom=
mern, Weſtpreußen und noch ein bißchen weiter! . . . Ja,
und dann, der Herr Leutnant, aus Pappe iſt er doch nicht,
das hat er doch in Südweſt bewieſen!
Er iſt aus Pappe, Häpel!
Der blies zufrieden die Backen auf. Ganz
wunder=
ſchön haſpelte ſich der Faden ab. Noch eine halbe Stunde
ſo weiter und er hatte den Rittmeiſter wieder einmal in
der Taſche.
Ich verſtehe, wegen der Heirat! Na ja, und vielleicht
fällt er gründlich rein! Und was wird er dann machen?
Auf die Weiberliebe pfeifen — und das Gut doppelt lieb
haben!
Da wackelte der Alte wieder mit dem Unterkiefer nach
rechts und nach links.
Oder er tanzt, wie ſeine Frau flötet! So hat’s meig
Bruder, ſein Vater, auch getan!
Die Schwindſucht hat er ſich dabei aber nicht
ge=
holt!. .. Wenn der Herr Rittmeiſter geſtatten, ein paar
Fra=
gen, man intereſſiert ſich doch — vor allem meine Alſche!
Iſt ſie wirklich blutarm?
Blutarm, das heißt im Geldbeutel!
So—o? Das iſt ſehr gut!
Gu-ut?
Chriſtoph Ruſten hob mißtrauiſch den nopf.
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
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Nummer 304.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Seite 15.
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Guß=
mann in Stuttgart. Der Dichter ſchuf hier das vielleicht
glänzendſte ſeiner berühmten Schlachtgemälde indem er
hier nur das Poetiſche und Maleriſche der Schlacht des
18. Juni 1815 zu einem farbenſprühenden Bilde vereinte,
ohne auf das Hiſtoriſch=Militäriſche des Feldzugs
ein=
zugehen. Umfaſſende Studien ſind hier nur in dichteriſcher
Geſtaltung eingeſenkt.
Landwirtſchaftliches.
* Abgabe von Militärpferden. Freitag,
den 6. d. M., vormittags ½10 Uhr, werden auf dem
Pferdemarktplatz in Darmſtadt einige 20
Stück Militärpferde — trächtige Stuten und 2½
bis 3jährige Fohlen — durch die Landwirtſchaftskammer
verſteigert werden. Zur Verſteigerung werden nur
Land=
wirte zugelaſſen, die ſich verpflichten, die Pferde in ihrem
Betriebe zu verwenden und ſie während der Kriegszeit
nicht zu verkaufen. Die Verſteigerung erfolgt gegen
Bar=
zahlung.
Den 9. November, vormittags 10 Uhr, finden in
Saargemünd und den 10. November, vormittags 10 Uhr,
in Zabern Verſteigerungen von Pferden der
Etappenpferdedepots dortſelbſt an Landwirte
ſtatt. Beſcheinigung wegen Zulaſſung zu dieſen
Verſtei=
gerungen erteilt die Landwirtſchaftskammer Darmſtadt
für die Landwirte des Großherzogtums auf Anfordern.
Die Geſuche um Erteilung dieſer Beſcheinigung müſſen
von der Bürgermeiſterei des Antragſtellers mit dem
Vermerk verſehen ſein, daß Letzterer Landwirt iſt und die
Pferde für ſeinen eigenen Bedarf benötigt.
* Landwirtſchaftliche
Haushaltungs=
ſchulen zu Langen und Lindheim. Die
Land=
wirtſchaftskammer Darmſtadt eröffnet am 4. Januar 1915
den erſten fünfmonatlichen
Haushaltungs=
kurſus für das Jahr 1915 an ihren
Haushaltungs=
ſchulen zu Langen und Lindheim. Der praktiſche
und theoretiſche Haushaltungsunterricht erſtreckt ſich auf
die Anleitung im ſelbſtändigen Kochen mit Rückſicht auf
die Bedürfniſſe des ländlichen und bürgerlichen Tiſches,
Zubereitung und Aufbewahrung der Speiſen, in der
Käſe=
bereitung, Federviehpflege, Gartenwirtſchaft, im Waſchen
und Bügeln, Reinhalten des Hauſes, Buchführung. Da
in dieſem Kurſus auch ein ſehr gründlicher
Handarbeits=
unterricht, in welchem das Stricken. Wäſche=
Schnittzeich=
nen, Wäſchezuſchneiden, Hand= und Maſchinennähen,
Aus=
beſſern erlernt wird, da ferner auch allgemein bildende
Fächer wie Aufſatz, Rechnen, Singen, Geſundheitslehre
und Krankenpflege gelehrt werden, iſt die Teilnahme an
dem Unterricht nicht nur Töchtern von Landwirten,
ſon=
dern auch denen des Mittelſtandes ſehr zu empfehlen.
Daß zur Erlernung eines ſo großen Lehrplanes wie des
oben angeführten ein mehrmonatlicher Lehrkurſus
not=
wendig iſt, iſt als ſelbſtverſtändlich zu betrachten. Wenn
auch in letzter Zeit vielfach kurze Wander=
Haushaltungs=
kurſe errichtet wurden, auf denen in wenigen Wochen die
Einführung in einige Obliegenheiten des Haushaltes
be=
zweckt werden ſoll, ſo muß doch jeder Vater der ſeiner
Tochter die gründliche Ausbildung in den
hausmütter=
lichen Pflichten geben laſſen will, ſeinem Kinde einen
län=
geren Unterricht zukommen laſſen. Die
Landwirtſchafts=
kammer kommt den Eltern ſehr entgegen, indem ſie den
Unterricht und Penſionspreis denkbar niedrigſt feſtgeſetzt
hat. Für Untericht und Logis ſind pro Kurſus für
Heſſinnen 25 Mk., von Nichtheſſinnen 40 Mk. zu bezahlen.
Die Koſten für Verpflegung berechnen ſich nach der
wirk=
lichen Aufwendung. Anmeldungen zur Teilnahme
an dem am 4. Januar 1915 beainnenden Kurſus ſind
als=
bald an die Ortsſchulkommiſſionen der
Haushaltungs=
ſchulen zu Langen und Lindheim zu richten, welche ebenſo
wie die Landwirtſchaftskammer ſelbſt auch ausſührliche
Programme und Anmeldebogen auf Verlangen verſendet.
Bei nach dem 1. Dezember 1914 eingehenden Anmeldungen
iſt Berückſichtigung zweifelhaft.
— Frankfurt, 2. Nov. (Viehhof=Marktbericht.)
Auftrieb: 1167 Rinder (295 Ochſen, 32 Bullen, 802 Kühe),
30 Freſſer, 217 Kälber, 164 Schafe, 2153 Schweine. —
Marktverlauf: Rinder flott, Kälber gedrückt, Schafe
ru=
hig, Schweine rege, Ueberſtand. Ochſen: a) 1. 52,.57, 95,105,
, b) 78,51, 87,93. Bullen: a) 48,50, 80,85.
b) 43,45, 76,80. Kühe: a) —
—, 0) 1.
42,46, 81,88, 2. 39,45, 72,84, d) 32,36, 64,72, e) 24,28,
55,64. Jungvieh. Kälber: a) ——
— b) 53,56, 88,93,
c) 50,55, 85,93. Schafe: a) 41,—, 90,—. Schweine: a)
59,62, 76,77, b) 58,60, 75,76, c) 59,62, 75,77, d) 59,62,
75,77.
Kartoffeln: Engros 6,50—7,50, endetail: 8,50
bis 9.—.
Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
vom 27. Oktober bis 2. November.
Der Bundesrat hat am 28. Oktober Höchſtpreiſe für
Getreide und Kleie feſtgeſetzt und gleichzeitig eine Reihe
von Maßnahmen getroffen, durch die unſere
Volksernäh=
rung mit Brotgetreide auf alle abſehbare Kriegszeit
ge=
währleiſtet wird. So wird beſtimmt, daß der Roggen
mindeſtens bis zu 72 Prozent, der Weizen mindeſtens bis
zu 75 Prozent ausgemahlen werden muß. Eine weitere
Streckung wird durch die Reinigung von mindeſtens
10 Prozent Roggenmehl bei der Bereitung von
Weizen=
brot erreicht werden. Dem Roggenbrot müſſen mindeſtens
5 Prozent Kartoffelmehl zugeſetzt werden, doch iſt auch
ein Zuſatz von 20 Prozent und darüber geſtattet, wenn das
ſo bereitete Brot beſonders kenntlich gemacht wird. Da
ſchon in normalen Jahren etwa ein Viertel der
Roggen=
ernte in den Futtertrog wandert, ſo war es notwendig,
das Verfüttern von mahlfähigem Getreide zu verbieten,
doch können die Landeszentralbehörden das Verfüttern
von ſelbſt erzeugtem Roggen im eigenen Betriebe zulaſſen.
Bei der Feſtſetzung der Höchſtpreiſe bildet der Roggen mit
220 Mk ffür Berlin die Baſis; dieſer Preis gilt für ein
Hektolitergewicht von 70 Kilogramm, wobei jedes weitere
Kilogramm mit 1,50 Mk. pro Tonne zu vergüten iſt. Der
Weizenpreis beträgt 40 Mk. mehr als der Roggenpreis;
beträgt das Gewicht mehr als 75 Kilogramm, ſo ſteigt der
Preis für jedes Kilogramm um 1,50 Mk. Den Preis für
Gerſte hat man, um das Verbot der Roggenverfütterung
leichter durchzuführen, in den Gerſte erzeugenden
Landes=
teilen um 15 Mk. und in den Verbrauchsgebieten um
10 Mk. unter dem Roggenpreiſe feſtgeſetzt. Gerſte mit
einem Gewicht von mehr als 68 Kilogramm bleibt von
den Höchſtpreiſen befreit. Ob zu dieſen Preiſen
nennens=
werte Mengen an den Markt kommen werden, iſt
aller=
dings zweifelhaft, denn die Beſitzer von Gerſte werden ſich
bemühen, das Gewicht durch Bearbeitung auf über 68
Kilogramm zu bringen, und wo das nicht geht, wird man
es vorziehen, die Gerſte in der eigenen Wirtſchaft zu
ver=
füttern. Auch die Vorſchrift, wonach der Preis für Kleie
beim Verkauf durch den Herſteller 13 Mk. nicht überſteigen
darf, iſt inſofern nicht geeignet, dem Landwirt billige
Futtermittel zu verſchaffen, als der Händler nach wie
vor zu jedem beliebigen Preiſe verkaufen darf. Für Hafer
ſind noch keine Höchſtpreiſe feſtgeſetzt, doch wird auch
hier=
bei eine geſetzliche Begrenzung auf die Dauer wohl nicht
zu umgehen ſein. — Auf den Getreidemärkten haben die
Regierungsmaßnahmen zwar einen Preisdruck ausgeübt,
im allgemeinen bewegten ſich die gezahlten Preiſe aber,
da die Verordnung erſt am 4. November in Kraft tritt,
noch weſentlich über der feſtgeſetzten Höchſtgrenze. Die
Mühlen ſind ſehr ſchwach verſorgt, und da ſie befürchten,
daß nach dem Inkrafttreten zunächſt wenig Ware
heran=
kommen wird, ſo nahmen ſie „das vorliegende Angebot
willig auf. Im allgemeinen war das Geſchäft jedoch ſehr
ſtill, denn man weiß noch nicht recht, wie ſich der Verkehr
unter der Herrſchaft der Höchſtpreiſe entwickeln wird.
Beſonders unklar ſind die Verhältniſſe im Gerſtegeſchäft.
Man glaubt nicht, daß es zu den vorgeſchriebenen Preiſen
Ware geben wird, und daher beſtand vielfach Nachfrage.
Bei Hafer ſorgten Deckungen gegen Vorverkäufe ſowie
weiterer Bedarf der Behörden für eine Befeſtigung. Es
ſtellten ſich die Preiſe für inländiſches Getreide in Mark
per 1000 Kilogramm wie folgt:
Weizen Rogen Gerſte Hafer
Berlin . . 261-264
230-236 224-233
22
Danzig . .
252
211
21
Breslau
243-253 210-215 225-235 207-212
Roſtock . .
252-258 215-220
207-210
Hamburg . 267-268 223-225 234-245 226-228
Kiel .
2580
236
250
210
Magdeburg
222-228
Leipzig .
252-257 222-225 240-250 217.223
Kaſſel
260-267½ 220-227½
225-230
Düſſeldorf. 270.282
237-240 245-250 237-240
Frankfurt M. 270-275 232-235 235-240 233.236
Mannheim
280
244
235-240
München
285-289 243-246 238-248 232-234
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.
Geöffnet an Wochentagen von 9— 12 Uhr vorm. und
6 — 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 27. Oktober: dem Rangierer Friedrich
Rapp, Landwehrſtraße 68, eine T. Eliſe. Am 29.: dem.
Landwirt Heinrich Vogel, Arheilger Straße 25, eine T.
Lydia Margarete. Am 24.: dem Forſtaſſeſſor, Leutnant
d. R. Wilhelm Scheele, zuletzt wohnhaft in Sonneberg,
hier, Heinrichſtraße 95, ein S. Am 27.: dem
Magazin=
arbeiter Friedrich Mäſer, Mauerſtraße 27, eine T. Anna
Mathilde. Am 26.: dem Kaufmann Heinrich Kircher,
Kiesſtraße 71, eine T. Hildegard. Am 29.: dem
Schrift=
ſetzer Georg Baumgärtner, Feldbergſtraße 105, ein S.
Georg Wilhelm. Am 30.: dem Lokomotivführer bei der
Staatsbahn Johann Pieper, Schwanenſtraße 30, ein
S. Friedrich Wilhelm Johannes.
Aufgebotene. Am 30. Oktober: Nationalökonom Dr.
Ludwig Will, hier, mit Eliſabeth Maria Wehſarg in
Sommerau. Graveur Philipp Berg in Bensheim mit
Karoline Meyer in Imbsheim.
Eheſchließungen. Am 26. Oktober: Schuhmacher
Jo=
hannes Stadlmaier mit Büglerin Eliſabeth Rühl,
beide hier. Unteroffizier Ludwig Fornoff mit Köchin
Margaretha Lang, beide hier Am 30.: Prinzlich
Ghika=
ſcher Oberförſter Heinrich Gaertner in Ciobanus mit
Barbara Eliſabeth Aurelie Knöpfel, hier. Ziegelmeiſter
Wilhelm Dierk mit Mathilde Driehorn, beide hier. Am
31.: Hutmacher Auguſt Schäfer mit Haushälterin
Katha=
rina Beidel, beide hier. Redakteur Jakob Andreas
Buhl mit Geſchäftsführerin Anna Margarete
Wilhel=
mine Emma Weigel, beide in Limburg. Buchhalter
Kle=
mens Pilz mit Maria Biedenkapp, beide hier.
Schuh=
machermeiſter Peter Roth mit Haushälterin Klara
Metzger, beide hier Spengler und Inſtallateur Johann
Schönbroich mit Büglerin Katharina Klein, beide hier.
Ingenieur, z. Z. Kriegsfreiwilliger, Fritz Sonnabend
in Stettin mit Eliſabeth Marr, hier.
Geſtorbene. Am 30. Oktober: Geh. Baurat a. D.
Friedrich Raupp, 83 Jahre, ev., Heinrichſtraße 82. Am
29.: Privatin Louiſe Nöllner, ledig, 83 Jahre, ev.,
Frank=
furter Straße 4. Philippine Bauer, geb. May, Witwe
des Gärtners, 80 Jahre, ev., Kirchſtraße 10. Am 30.:
Landwirt Joſef Marrot, z. Zt. Soldat im franzöſiſchen
Inf.=Regt. Nr. 259, aus Maudelien (Frankreich) 20
Jahre, kath., ledig, hier, Riedeſelſtraße 40. Am 31.:
Groß=
herzoglicher Hofſchauſpieler i. P. Jakob Friedrich Wilhelm
Schimmer 87 Jahre, ev., Stiftſtraße 91. 1. November:
Kaufmann Joh. Anton Hening. 31 Jahre, kath.,
Guten=
bergſtraße 43. Am 31. Oktober: Bahnaſſiſtent i. P. Erwin
Eindmann, 67 Jahre kath. Grüner Weg 3.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Mittwoch, den 4. November 1914.
Hofkirche: Abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Abends um 8½ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Vogel.
Johanneskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrer Dingeldey.
Martinskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrer D. Waitz.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Abends um
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Miſſionar Weismann.
Pauluskirche: Abends um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer=Rückert.
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empfehlen wir
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betrachtet. Ausserdem bringt das „Buch für Alle‟t von
Heft 2 des kürzlich begonnenen neuen Jahrgangs ab
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guter bürgerlicher Familie zwecks
ſpäterer Heirat. Anonyme
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ſchriften werden nicht berückſichtigt.
Ehrenwörtliche Verſchwiegenheit
zugeſichert. Gefl. Anerbiet., mögl.
mit Bild, werden unter D 47 an
die Geſchäftsſtelle erbeten. (*8701
Wähaiſe ſchlant,brünet, 20 Mk.
Verm., wünſchtraſche Heirat.
Herren (Vermögen Nebenſache), die
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Seite
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 4. November 1914.
Nummer 304.
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