Darmstädter Tagblatt 1914


Donnerstag, den 22. Oktober.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Nr. 291.

Donnerstag, den 22. Oktober.

1914.

Der Krieg.

Portugal und England. Die Ausſchreitungen gegen die Deutſchen in London. Der Krieg zur See.
Oeſterreichiſcher Kriegsbericht. Ein engliſcher Dampfer verſenkt. Aus Südafrika. Von den
Kriegsſchauplätzen. Der Raubzug der Japaneſen.

Portugal und England.

Es kann einer Nation kein größeres Unglück wider=
eren
, als wenn ſie von ihren eigenen Leidenſchaften nicht
er in Bewegung geſetzt wird. Alsdann iſt es um ihre
otitiſche Macht geſchehen. Man könnte glauben, daß
ae Sätze aus dem politiſchen Teſtament des Marquis
Pombal, des bedeutendſten Miniſters Portugals ſeit
Pertehen des Staates, erſt heute für die Portugieſen
Bevergeſchrieben worden ſeien, und nicht ſchon im acht=
hnten
Jahrhundert. Gerade in dieſen Tagen ſind jene
zorte Pombals von beſonderer Bedeutung, da es den
mſchein hat, daß die portugieſiſche Regierung den engli=
hin
Einwirkungen nachgibt, ihre Neutralität zu Gunſten
Triple=Entente aufgibt und hiermit das Ende der
koritiſchen Unabhängigkeit Portugals offen zugeſteht.
war war die Bewegungsfreiheit der äußeren Politik
artugals ſtets, ſelbſt in der kurzen Zeit jener ungeſunden
utwicklung zur Kolonialgroßmacht eine beſchränkte, aber
Offenſichtlich iſt die Arbeit unverantwortlicher britiſcher
iſſeure noch niemals in Erſcheinung getreten wie im
genwärtigen Angenblick, wo das mit ſeinen innerſten
utereſſen völlig unbeteiligte portugieſiſche Volk in den
tropäiſchen Krieg mit hineingeriſſen werden ſoll, nur weil
brutale engliſche Intereſſenpolitik es verlangt.
Der Vortugieſe weiß nichts von einer Feindſchaft ge=
das
Deutſche Reich, die man ihm in letzter Zeit mit
lan Mitteln freventlich einzureden verſucht. Hiergegen
rschen am deutlichſten die von Jahr zu Jahr zwiſchen
leiden Völkern ſich ſtets inniger geſtaltenden Handelsbe=
etzungen
, deren Entwicklung dazu angetan war, Portugal
Annählich von der Hegemonie des engliſchen Handels
no ſeines Ausbeutungsſyſtems zu befreien. Es iſt nichts
grürlicher für die ſkrupelloſe engliſche Politik, als durch
nen argliſtigen Schachzug dieſe Beziehungen zu vernich=
n
, um die Beſorgniſſe des engliſchen Kaufmanns gegen
unbequemen Konkurrenten aus der Welt zu ſchaffen.
Man iſt ſeit Jahrhunderten gewohnt, Portugal als
nen engliſchen Vaſallenſtaat zu betrachten, als eine eng=
ſche
Domäne, auf der der Brite unbeſtraft Raubbau
aben durfte, zumal das induſtriell unentwickelte Land
ieſer engliſchen Gepflogenheit einen wirtſchaftlichen
Iderſtand nicht entgegenzuſetzen vermochte. Dazu ka=
er
noch die verworrenen politiſchen und finanziellen
ierhältniſſe Portugals, die den Engländern die Verwirk=
chung
ihrer Abſichten leicht machten. Die Uranfänge
ieſer eigenartigen engliſchen Freundſchaft zu dem kleinen
Pertugal gehen bereits bis in das 12. Jahrhundert zu=
ic
, wo neben burgundiſchen Rittern auch engliſche für
Selbſtändigkeit des Landes gegen die Mauren und
Oater gegen die Kaſtilier kämpften und man ſich als Lohn
it die tatkräftige Unterſtützung bereits vorteilhafte Hau=
elsverträge
ſicherte. Aber dasſelbe England machte ſich
varter kein Gewiſſen daraus, die der beiſpielloſen kolonig=
n
Ausdehnung folgende Zeit der politiſchen Ohnmacht
artugals unter der vorübergehenden ſpaniſchen Herr=
Ptaſt zu benuten und unter dem Vorwand der Schädi=
ung
Spaniens die wertvollſten portugieſiſchen Beſitzungen
ii Aſien als willkommene Beute einzuheimſen. An der
azamloſigkeit dieſer Politik ändert auch nichts die Tat=
ice
, daß man nach erreichter Abſicht Geld und Hilfs=
ppen
in Bewegung ſetzte, um Portugal wieder von
anien zu trennen, und ſich das Haus Braganza ver=
ſachtete
, dem mant zum Throne verhalf und deſſen letzter
roß, der Exkönig Manuel, heute wiederum für ſeine
unaſte auf Englands Hilfe rechnet. Von dieſer Zeit an
b Portugal völlig im engliſchen Fahrwaſſer. Man
ate es bei Gelegenheit gegen Spanien und Frankreich,
atlz nach dem Belieben der engliſchen Politik, wenn die=
der
eine oder der andere Gegner der Schwächung für
befunden wurde. Den Gipfel der wirtſchaftlichen Aus=
eitung
ſtellte im Anfang des 18. Jahrhunderts der be=
ichtigte
Methuen=Vertrag dar, durch welchen ſich England
ei geſamten portugieſiſchen Außenhandel unter Ausſchluß
Auslandes verſchreiben ließ und den das portugieſiſche
Pilk, das durch ſeine Großmannsſucht und die ihr ent=
Pringende unſelige Kolonialpolitik ſeine beſten Kräfte ver=
raucht
hatte willenlos hinnahm. Pombal ſagte bitter
Alar dieſen Vertrag, daß er England das Recht gegeben
aie Portugal zu Grunde zu richten und daß gleichzeitig
Vortugals in den Kolonienen erworbenes Gold England
i: Mitter gäbe, eine glänzende Figur in Europa zu ſpie=
Leider ſah ſich dieſer Miniſter damals noch allein
ſeiner Erkenntnis, das portugieſiſche Volk ſtand allzu=
r
unter dem Eindruck enttäuſchter kolonialpolitiſcher
boffnungen, wozu noch die gleichmütige Schwerfälligkeit
er geiſtig noch völlig unentwickelten Maſſen trat, ſo daß
en engliſchen Abſichten die notwendige politiſche Einſicht
Lityt entgegen geſetzt werden konnte.
Erſt als anfangs der neunziger Jahre des letzten
Fahhrhunderts England unter wenig ſtichhaltigen Vor=

wänden Portugal zwang, ihm wertvolle Teile ſeines Ko=
lonialbeſitzes
abzutreten, öffneten ſich dem Volk die Augen
und man erkannte in England den ſchrankenloſen Egoiſten,
der nicht davor zurückſcheute, das letzte wertvolle Kolonial=
gut
Portugals in ſeinen unerſättlichen Taſchen verſchwin=
den
zu laſſen. Die Volksmeinung erregte ſich damals ſo
heftig, daß eine Reviſion des von König Carlos bereits
gebilligten Vertrages mit England vorgenommen werden
mußte, um das Land vor einer Revolution zu bewahren.
Aber das Mißtrauen gegen England blieb von dieſer Zeit
an beſtehen, da die engliſchen Abſichten nun jedermann
klar geworden waren. Es kam daher den Engländern
zum mindeſten nicht ungelegen, daß gelegentlich durch die
Preſſe Mitteilungen von einem deutſch=engliſchen Geheim=
vertrag
über die zukünftige Teilung des portugieſiſchen
Kolonialbeſitzes gingen, die die Volksleidenſchaft durch
die Verdächtigung, Deutſchland plane ſich auf Koſten
Portugals zu bereichern, während es ſich lediglich in dem
Vertrage um die Abgrenzung von Intereſſenſphären han=
delte
, vorübergehend gegen Deutſchland aufbrachte. Um
aber allen Widerſprüchen zum Trotz ſelbſt außerhalb einer
Verdächtigungskampagne zu ſtehen, proklamierte die eng=
liſche
Regierung um die letzte Jahrhundertwende zur
Ueberraſchung der geſamten Welt ein Bündnis mit Por=
tugal
, in welchem u. a. dem portugieſiſchen Vaſallenſtaate
die Erhaltung ſeines Kolonialbeſitzes durch England
garantiert wurde.
Nach dem Sturz der Dynaſtie Braganza im Herbſt 1912
beſchönigte Grey dieſes Abhängigkeitsverhältnis mit der
nichtsſagenden Phraſe einer Allianz der Völker. An
Stelle der allezeit willigen Dynaſtie war jetzt das portu=
gieſiſche
Volk getreten, das man durch billige auf die
Eitelkeit berechnete Liebenswürdigkeiten zu gewinnen
und ſich den Jahrhunderte alten Einfluß auf das portu=
gieſiſche
Volk zu bewahren ſuchte. Der Erfolg dieſer
abgefeimten Berechnungen zeigt ſich heute in der Deutſch=
land
feindſeligen Haltung der portugieſiſchen Regierung,
die bei Beginn des jetzigen europäiſchen Krieges wohl
unter engliſchem Druck erklärt hat, daß man ſich vorerſt
noch neutral verhalten werde, im übrigen aber ſeiner
Bündnispflichten eingedenk ſei. Daß Portugal aus ſei=
ner
Neutralität heraustreten und ſich unſeren Feinden
anſchließen wird, iſt noch nicht zur Tatſache geworden,
aber in greifbare Nähe gerückt. Zwar haben kürzlich die
Sozialiſten und Radikalen in den Cortes eine gemein=
ſame
Kundgebung für die ſtrengſte Neutralität Portugals
erlaſſen, was die republilaniſche Regierung zur Vorſicht
mahnen muß, zumal ſie die radikale Partei mehr fürchtet
als die Monarchiſten, aber auf dem Tejo ankern ſeit eini=
ger
Zeit engliſche und franzöſiſche Kriegsſchiſfe, deren
drohende Geſchütze auf die Entſchließungen des Miniſter=
präſidenten
Affonſo Coſta und ſeiner Anhänger nicht ohne
Einfluß bleiben werden. Trotzdem werden der portugie=
ſiſchen
Regierung die monarchiſtiſchen Umtriebe zu denken
geben müſſen, die in dieſen Tagen wieder in England
Unterſtützung finden und bereits mit einer Rückkehr =
nig
Manuels rechnen. Das neueſte Ziel der engliſchen
Politik in Portugal ſcheint der Einzug des Königs an
der Spitze eines ſiegreichen portugieſiſchen Heeres in die
Hauptſtadt ſeines Landes zu ſein. Man würde zwei
Fliegen mit einem Schlage treffen, die militäriſche Unter=
ſtützung
durch das portugieſiſche Volk erhalten und ſich
gleichzeitig wieder eine zu Dank verpflichtete Dynaſtie
ſchaffen. Auf die Anwendung eines größeren oder klei=
neren
Maßes perfider Mittel wird es England hierbei
nicht ankommen, der Zweck wird auch hier nicht um ein
moraliſches Mäntelchen verlegen ſein. Im Intereſſe der
ungeſtörten Entwicklung Portugals vor allem iſt es zu
hoffen, daß die republikaniſche Regierung im letzten
Augenblick noch von ihrer eigenen Einſicht in Bewegung
geſetzt wird und ſelbſt einer ſtarken engliſchen Preſſion
Widerſtand leiſtet. Anderenfalls iſt es, um mit den
Worten des Marquis de Pombal zu reden, mit der poli=
tiſchen
Macht Portugals vorbei. Und diesmal gründ=
lich
und wohl für immer!
W. G.

Die Ausſchreitungen gegen die
Deutſchen in London.

* Am Sonntag abend, ſo berichtet die Times, ſind
durch eine aus Frauen und Männern beſtehende Volks=
menge
etwa zwölf deutſche Läden angegriffen und zum
Teil zerſtört worden. Die Menge war ſo groß, daß 200
Mann Polizei, darunter Berittene, nicht imſtande waren,
ſie zu bezwingen, es waren noch 350 Mann Militär nötig,
um die Ordnung wieder herzuſtellen. In den Vierteln
Southwark und Camberweil ſind in kleinerem
Maße Unruhen dieſer Art vorgekommen. Am Sonntag
abend wiederholten ſich die Ausſchreitungen in Depi=
ford
. Sie begannen mit einem Ueberfall des =

bels in einer Schenkwirtſchaft, deren Beſitzer,
Richard Ingleden, als Oeſterreicher angeſehen wurde, ob=
wohl
ſein engliſcher Stammbaum zwei Jahrhunderte um=
faßt
. Nachdem der Haufen zunächſt alle Fenſter eingewor=
fen
hatte, drang er in das Haus und zerſtörte den Schank=
tiſch
. Die Polizei vermochte die Leute nicht zu bewälti=
gen
. Darauſhin wurden 400 bis 500 Mann Truppen
herbeigeholt, die zwar eine Unterbrechung in dem
Treiben verurſachten, das dann aber aufs neue begann.
Ein Ladenbeſitzer in der Churchſtreet, der einen öſterreichi=
ſchen
Namen führt, mußte die Wut des Pöbels verſpü=
ren
. Die Fenſter wurden eingeſchlagen und in dem
Laden wurden Kannen mit Petroleum umgeſtoßen und
zur Entzündung gebracht. Die Feuerwehr wurde herbei=
gerufen
; der Laden war ſchwer beſchädigt. Danach wur=
den
noch mehrere Läden angegriſſen, weil die Beſitzer
Deutſche oder Oeſterreicher waren oder als ſolche galten.
Ein Polizeibeamter iſt bei einem der Angriff, den die
Mannſchaften unternahmen, ernſtlich verletzt worden.
Daily Chronicle gibt folgende Darſtellung von
den Pogroms des Londoner Pöbels auf die
Deutſchen: Der Urſprung des Angriffs iſt unbekannt,
aber die Planmäßigkeit des Ueberfalls wird durch die
Tatſache wahrſcheinlich, daß der Pöbel gleichzeitig in
Southwark, Camberwell und Deptford in
Aktion trat. Nach einem Bericht wurde die Menge in
Deptford durch eine Bemerkung verwundeter Soldaten auf=
geregt
, die, an mit Kunden gefüllten deutſchen Läden vor=
überkommend
, ausriefen: Haben wir dafür gekämpft?
Nach einer andern Lesart erregte der Anblick einer großen
Zahl belgiſcher Flüchtlinge in Deptford die Wut der
Menge gegen die Deutſchen. Jedenfalls begann ein orga=
niſterter
Angriff auf die Hightſtret in Deptſord. Am
Samstag um 10 Uhr abends wurde ein Hagel von Stei=
nen
und Ziegeln auf die Schaufenſter des Schweine=
metzgers
Pfiſter geſchleudert. Die Menge ſtürmte
den Laden, warf die Fleiſchwaren weg, zertrampelte
ſie und demolierte das Mobiliar der Privatwohnung. Die
Menge, die jetzt einige Tauſend Mann zählte, bewegte ſich
nun die Hightſtreet aufwärts und ließ ihre Wut an allen
deutſchen Läden, meiſt Fleiſchern und Bäckern, aus. Die
Schaufenſter wurden zertrümmert die Lebensmittel ver=
nichtet
und die Möbel aus den Fenſtern auf die Straße
geworfen. Die 200 Mann ſtarte Polizei war nicht im=
ſtande
, die Menge zu zügeln. Erſt mit Hilfe von 350 her=
beigerufenen
Trainſoldaten wurde die Ordnung wieder
hergeſtellt. Der Aufruhr dauerte drei Stunden an. Aehn=
liche
Angriffe, obwohl kleineren Umfangs, ſanden gleich=
zeitig
in Southwark und Camberwell ſtatt. Zahlreiche
Verhaftungen wurden vorgenommen.
Die zu einem gemeinen Hetz= und Lügenblatt herab=
geſunkene
Times benutzt die Gelegenheit nicht zu einer
Ermahnung zur Nuhe und Anſtand, ſondern zu einer
Fortſetzung der Verhetzung. In einem Aufſatz
über Feindliche Fremde in unſerer Mittet ſchreibt ſie,
die Gegenwart irgend eines ſeindlichen
Fremden bei einem Ort von militäriſcher Bedeutung
ſei eine Urſache der Gefahr, und die Forderung der
Oeffentlichkeit, daß nachdrücklichere Maßregeln zum
Schutze der Allgemeinheit getroffen werden ſollen als die
bisherigen, ſei gerechtfertigt und dringend. Die Times
fügt noch hinzu, daß die Lage nicht beſſer, ſondern nur noch
läſtiger werde, wenn Ruheſtörungen wie die vom Sams=
tag
abend vorkämen. Die blöde Vernichtung von Läden
mit deutſchem Namen ſei lediglich eine Nachahmung der
Taten, welche die Deutſchen begangen hätten und
für die ſie durch die geſittete Welt gehörig zur Verantwor=
tung
gezogen worden ſeien. Schaden könnten Auftritte
wie die erwähnten inſofern anrichten, als die Forderung
nach einer geregelten Aufſicht über ſämtliche Ausländer,
die England durch ihre Anweſenheit Schaden zufügen
könnten, in den Augen mancher an Gewicht verlieren
möchte.
In perfider Weiſe hetzt auch die Daily Mail, die
ſchreibt: Wir haben keinerlei Sympathie mit den heftigen
Angriſſen, die in Depford und anderwärts auf die Läden
geſchehen ſind, deren Beſitzer deutſche Namen tragen. Wir
vertrauen darauf, daß die Behörden Schritte ergreifen
werden, um eine Wiederholung ſolcher Vorkommniſſe zu
verhindern, aber wir vertrauen auch darauf, daß ſie ſich
erinnern werden, daß die Herrſchaft des Pöbels ſtets in
Kraft tritt, wenn die Regierung zu weit hinter der öffent=
lichen
Meinung zurückbleibt. Das Volk war über die
Maßen gereizt durch die Gleichgültigkeit, die Beamte
gegenüber Deutſchen und Oeſterreichern in unſerer Mitte
zeigen. Die Regierung glaubt, daß von ihnen nichts zu
fürchten ſei. Die Anſicht des Volles iſt, daß nach der
mächtigen Warnung durch die Ereigniſſe in Frankreich
und Belgien leichtherzige Toleranz nicht angebracht und
gefährlich iſt. Der Inſtinkt des Mannes auf der
Straße iſt unſeres Erachtens weit geſün=

[ ][  ][ ]

Dampfer gehört der King=Linie; er faßt 3664 Tonnen und
iſt 1906 gebaut. Er war dem Anſchein nach mit Kohlen
beladen.

Die deutſchen Schiffe in Antwerpen.

* Hamburg, 20. Okt. Ueber die im Hafen von
Antwerpen liegenden deutſchen Schiffe ſind bis jetzt ſchon
einige vorläufige telegraphiſche Berichte der
dorthin entſandten Reedereivertreter eingetroffen. Dieſe
Berichte lauten nicht einhellig. Einige ſprechen davon,
daß die Engländer die Zylinder der Maſchinen, teilweiſe
auch die Keſſel, geſprengt hätten, daß aber eine Ausbeſſe=
rung
ohne beſondere Schwierigkeiten, wenn auch unter
Vorbereitungen durch zu entſendende Techniker und Werk=
zeuge
, möglich ſei. Dies trifft z. B. auf die Dampfer
der Rickmers=Linie und der Levante=Linie
zu. Andere Berichte ſagen, daß verſchiedene Dampfer ſehr
ſchlimm zugerichtet ſeien und in Antwerpen ſelbſt voraus=
ſichtlich
nicht ausgebeſſert werden könnten. Die Reederei=
vertreter
verweiſen aber auf ihre endgültigen ſchriftlichen
Berichte, die noch ausſtehen. Auch ſind inzwiſchen verſchie=
dentlich
noch techniſche Fachleute entſandt worden, um
die Maſchinen eingehend zu prüfen und Gutachten über
die Ausbeſſerungsfähigkeit zu beſchaffen.

Die Kunſtdenkmäler in Belgien.

* Brüſſel, 20. Okt. Da Brügge ebenſo wie
Gent ohne Kampf von den Deutſchen genommen wurde,
ſo erlitten die Gebäude und Kunſtſammlungen
von Brügge keinerlei Schaden. Aus Kirchen und Muſeen
wurden alle Bilder berühmter Meiſter und andere beweg=
liche
Kunſtwerke erſten Ranges ſchon im September ver=
borgen
, als ein Bombardement befürchtet wurde. Aus
der Frauenkirche wurde auch Michelangelos Mutter=
gottes
entfernt, während die Gräber Karls des Kühnen
und ſeiner Tochter in der Kirche verblieben. Aus dem
Johannisſpital wurden ſämtliche Bilder entfernt. Die ver=
borgenen
Schätze befinden ſich in der Stadt, nicht in Eng=
land
.

Oeſterreichiſcher Kriegsbericht.

* Wien, 20. Okt. Amtlich wird verlautbart: 20. Okto=
ber
mittags: Die Schlacht in Mittelgalizien,
namentlich nördlich des Strwiazfluſſes, hat noch an Hef=
tigkeit
zugenommen. Unſer Angriff gewinnt ſtetig Raum
nach Oſten. Um einzelne beſonders wichtige Höhen wird
von beiden Seiten mit äußerſter Heftigkeit gekämpft. Alle
Verſuche des Feindes, uns die Magiera wieder zu ent=
reißen
, ſcheiterten, dagegen eroberten unſere Truppen die
vielumſtrittene Baumhöhe nordöſtlich von Tyskowice.
Südlich der Magiera wurde der Gegner aus mehreren
Ortſchaften geworfen. In dieſen Kämpfen wurden wie=
der
viele Ruſſen, darunter ein General, gefangen genom=
men
. Auch Maſchinengewehre wurden erbeutet. Die Ge=
fangenen
berichten von der furchtbaren Wirkung unſeres
Artilleriefeuers ſüdlich der Strwiaz; wo unſere Front über
Stary=Sambor verläuft, ſteht die Schlacht. Stryj, Koe=
roesmezös
und Sereth ſind von unſeren Truppen nach
Verteidigung durch den Feind in Beſitz genommen worden.
Ueber die Ereigniſſe an der Adria wurde
dem Armeeoberkommando berichtet: Am Morgen des 17.
Oktober fand ſeewärts von der Spitze von Oſtro ein Schar=
mützel
ſtatt zwiſchen einzelnen Torpedo= und Unterſee=
booten
nebſt einem Luftfahrzeug und dem franzöſiſchen
Kreuzer Waldeck=Rouſſeau. Trotzdem der Kreuzer un=
ſere
Einheiten heftig beſchoß, rückten dieſe unverſehrt ein.
Auch das Leuchtfeuer an der Spitze von Oſtro wurde von
dem franzöſiſchen Kreuzer beſchoſſen, jedoch nur an der
Galerie unbedeutend beſchädigt. Das weiter ſeewärts
beobachtete franzöſiſche Gros verließ nach Sichtung un=
ſerer
Torpedoboote ſchleunigſt unſere Gewäſſer. Die eige=
nen
Torpedofahrzeuge unternahmen in den frühen Mor=
genſtunden
des 18. Oktober einen Angriff auf den Hafen
von Antivari und zerſtörten aus nächſter Nähe einige Ma=
gazine
und beladene Waggons durch Geſchützfeuer.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
v. Höfer, Generalmajor.

Eine deutliche Antwort.

* Rom, 20. Okt. Die Zeitung Vittoria antwor=
tet
auf einen Artikel der Saturday Review, worin ge=

der, als der Inſtinkt des Beamtentums. (!)
Jeder in Großbritannien befindliche Deutſche und
Oeſterreicher iſt eine Bedrohung unſerer Sicher=
heit
und ſollte ſofort der Möglichkeit, uns zu ſchädigen,
beraubt werden. Das iſt der einzige ſichere und ver=
nünftige
Weg, und wenn die Regierung nicht energiſch
handelt, fürchten wir ſehr, daß es ſehr ſchwer, wenn nicht
unmöglich ſein wird, Volksausbrüche zu verhindern.
Die Daily News zeigt ſich im Gegenſatz zur
Times und Konſorten als ein anſtändiges Blatt. Sie läßt
ſich in einem Aufſatz über die Pogrommacher mit Ent=
rüſtung
über die deutſch=feindlichen Handgreiflichkeiten aus.
Der Schaden, der den Opfern dieſer abſcheulichen
Ausſchreitungen zugefügt werde, ſei bedeutend,
allein er ſei ſehr gering im Vergleich zu der Schande,
den ſolche Handlungen auf den guten Namen Eng=
lands
in den Augen der Außenwelt würfen. Es ſei
nicht zweifelhaft, auf wen die Verantwortung für dieſe Eng=
land
angetane Schande falle; ſie ruhe nicht auf der un=
wiſſenden
Menge, ſondern auf dem Teil der Preſſe,
der Tag für Tag hartnäckig darauf bedacht
geweſen ſei, alle grauſamen Leidenſchaf=
ten
, die durch frevle Hintergedanken geweckt und zu nied=
riger
Rachſucht entflammt werden könnten, gegen unglück=
liche
Fremdlinge aufzuhetzen, die im Lande weilten.
Wie lange noch werde das Miniſterium des Innern dul=
den
, daß dieſer Feldzug der rohen Verhetzung
der Maſſen, der dahin gehe, daß ſie ſich die behörd=
liche
Gewalt anmaßten, fortgeſetzt werden dürfe, ſagt das
Blatt weiter, wiſſe es für ſeinen Teil nicht. Die Folge
dieſer Bewegung ſei klar. Man könne ſich unmöglich da=
mit
zufrieden geben, daß lediglich die irregeleiteten Toren
ſich wegen der unverantwortlichen Handlungen der An=
ſtifter
zu verantworten hätten.
Das demokratiſche Blatt Star meldet, es ſei die Er=
findung
verbreitet, die Deutſchen hätten dort eine Nieder=
lage
von Benzin zum Angriff durch Luftſchiffe ein=
gerichtet
. Das Gelände wurde eifrig nach einem unter=
irdiſchen
Behälter abgeſucht. Dieſe Erzählung hängt mit
anderen über die Anlage von Zementunterlagen für die
Aufſtellung von deutſchen Mörſern in Edinbourgh und
Willesden London zuſammen. Wir können es auch mit
den törichten Märchen zuſammenbringen, die wir
aus Frankreich zu verzeichnen haben, und feſtſtellen,
daß die größten und einſt angeſehenſten
Blätter des britiſchen Reiches niederträch=
tig
genug ſind, um dieſe Dinge aufzugreifen.

Eiſenbahner nach Belgien.

* Nachdem ſchon am 27. September eine Bau= und
Betriebskolonne von 425 Eiſenbahnarbeitern
und Beamten aus dem Direktionsbezirk Berlin
nach Belgien abgeſandt worden iſt, hat, der Voſſi=
ſchen
Zeitung zufolge, Präſident Rüdlin jetzt eine zweite
gleich ſtarke Kolonne, die ebenfalls für Belgien beſtimmt
iſt, entlaſſen. Da der Dienſt in Feindesland beſondere
Sicherheitsmaßnahmen erfordert, wurde die Kolonne von
der Militärverwaltung mit Gewehren und Munition aus=
gerüſtet
. Die gedienten Mannſchaften von ihnen treten in
ein militäriſches Verhältnis ein, während die ungedienten
als Reichsbeamte geführt werden.

Der Krieg zur See.

* London, 20. Okt. Der Kreuzer Undaun=
ted
und die vier Zerſtörer, die am 18. Oktober in
Harwich ankamen, berichteten über den Kampf in der
Nordſee: Wir verließen Harwich am Samstag zu einem
Patrouillendienſt. Es gelang uns, die deutſchen Schiffe
zum Kampf zu zwingen, die tapfer gegen die Uebermacht
fochten. Die großen Geſchütze der Undaunted eröffneten
das Feuer auf fünf Meilen Entfernung. Der Kreuzer,
der durch die Begleitſchiffe gegen Torpedoangriffe ge=
ſchützt
wurde, richtete das Feuer gegen zwei feindliche
Boote, während die britiſchen Zerſtörer die zwei anderen
beſchäftigten. Die deutſchen Torpedoboote ſanken nachein=
ander
, bis zuletzt tapfer kämpfend. Das Gefecht dauerte
anderthalb Stunden.
* Rotterdam, 20. Okt. Wie der Rotterdamſche
Courant meldet, behauptet der Kapitän des norwegiſchen
Schiffes Drottnig Sophia deutlich geſehen zu haben,
daß auch ein engliſcher Zerſtörer durch einen
Torpedo getroffen wurde und daß eine Dampf=
wolke
aus dem Innern aufſtieg, woraus der Kapitän auf
eine Keſſelexploſion ſchließen will.
* London, 20. Okt. Der britiſche Dampfer
King John der Durban am 1. Oktober mit der Be=
ſtimmung
nach Mauritius verließ und wegen deſſen be=
reits
Befürchtungen in England ausgeſprochen worden
ſind, gilt jetzt als nicht mehr verſicherungsfähig. Der

ſagt iſt, wenn Italien die Achtung Europas bewahren
wolle, ſo müſſe es unverzüglich ſeine Abſichten erklären.
denn man könne ein Land nicht achten, welches abwarts
um je nach den Ereigniſſen Stellung zu nehmen. Dil
Vittoria ſtellt feſt, daß nach vielerlei ſchmeichelhaften undt
verführeriſchen Reden England nun endlich eine klar
Sprache führt, die Sprache des ſchlecht verhehlten Zor=
nes
. Jetzt würden die Illuſionen, die man ſich in Italien
über England gemacht habe, zerſtört. Englands
Schwäche werde jetzt vorzeitig enthüllt. Da es niche
gewagt habe, ſeinen gefährlichen Nebenbuhler Deutſche
land allein anzugreifen, habe es Rußland, Frankreichd
Belgien, Jevan und gar noch die Farbigen ſeiner Kolo= in den Kampf geſchickt. Es ſei der wahre An= dieſes Krieges und wolle über Haufen vom
Leichen ſchreiten, um allein die Früchte des Sieges zu ern=. Da bisher ſeine Söldnerbanden nicht ausreichten:
ſo treibe es Portugal in den Krieg und ſuche durchh
Drohungen Holland und Italien zu gewinnen. Aben
Englands Krieg ſei nicht der Krieg Italiens. England
ſolle ſeinen Krieg nur allein führen und ſiegen, wenn es
könne!

Die Angriffe gegen Churchill.

* London, 20. Okt. Die Morning Poſt ſchreibt zu
der Botſchaft Churchills an die Royal=Naval= Divi=
ſion
: Wir wünſchen Churchill beſonders klar zu macheng
daß dieſe harte Lektion ihn lehren ſollte, daß er kein Naes
poleon, ſondern ein Miniſter der Krone iſt, der keine Zeitk
hat, Armeen zu organiſieren oder ſie ins Feld zu führen=
Die Nation würde weitaus mehr Vertrauen in die Leis=
tung
der Geſchäfte haben, wenn ein Seeman oder ein
wirklicher Fachmann im Seekriege an die Spitze der Adm
ralität geſtellt=würde. Wir glauben, daß, wenn dies nicht
geſchieht, das Empfinden der Unſicherheitein
der Nation mit dem Fortſchreiten des Krieges eher
wachſen als abnehmen wird, da ſie vielleicht beſſer als
die Regierung einſieht, daß dieſer Krieg eine Lebensfrage
iſt, wobei ein Mißerfolg die abſolute Vernichtung bedeuteh
* Berlin, 21. Okt. Um Churchill zu verteid
gen, der wegen des Falles von Antwerpen ſcha
angegriffen worden war, wird in den engliſchen Blättem
geſagt, es ſei von engliſcher Seite mit Frankreicheem
Uebereinkommen getroffen geweſen, um eine Trup=
penmacht
von 50000 Mann über Gent zu ſchicken,e
Deutſchen vor Antwerpen abzulenken, die Feſtung zu en=
ſetzen
, gleichzeitig die deutſche Verteidigungslinie zu durch
brechen und, wenn möglich, dem deutſchen rechten Flüge
in den Rücken zu fallen. England hätte ſeinen Anteil an
der Truppenmacht fertig gehabt, aber Frankreid
hätte im letzten Augenblick ſeine Pflich
nicht erfüllt.

Ein engliſcher Dampfer verſenkt.

* Kriſtiania, 21. Okt. (Ctr. Bln.) Aus Stavangel
wird telegraphiert: Zwölf Seemeilen von der norwegſ
ſchen Küſte wurde der engliſche Dampfer Gritre
der Salveſen=Leith=Linie zugehörend, von einem deutſchen
Unterſeeboot in den Grund gebohrt, nachdem
zuvor die Mannſchaft in Sicherheit gebracht worden wal=

Die Vorbereitungen Portugals.

* Genf, 20. Okt. (Ctr. Frkft.) Nach Meldungena
Gibraltar liegen dort ſechzehn Transportſchiffe bereit zur
Abfahrt nach Portugal behufs Einſchiffungder
dortigen Truppen. Der Gouverneur von Gihraltax
nahm eine Revue über die Territorialbataillone ab die
zugleich mit den portugieſiſchen Truppen eingeſchifft wer=
den
ſollen. Nach einer Verordnung der portugieſiſchen
Regierung haben ſich alle Reſervemannſchaften des altis
ven Heeres, die vom Dienſt ausgenommen waren, einer
neuen Reviſion zu unterziehen. In offiziellen Kreiſen
Liſſabons glaubt man, daß Portugal die Kriegserlli
rung damit begründen werde, daß die Deutſchen unter
dem Vorwande der von den Eingeborenen hervorgerufe=
nen
Unruhen in das portugieſiſche Gebiet von Njaſſa ein=
gedrungen
ſeien und dort einen Unteroffizier und vier ein=
geborene
Soldaten erſchoſſen hätten. (Frkf. Ztg.)

Aus Südafrika.

* Das Reuterſche Bureau verbreitet folgende Meldung
aus Kapſtadt, 18. Okt., die natürlich den engliſchen
Standpunkt vertritt: Daß General Hertzog es abge=
ehnt
hat, den Oberſten Maritz zu verurteilen und ſich
ſelbſt endgültig auf die Seite der Regierung zu ſtellen, hat
allgemeine Entrüſtung erregt. Der Schriftwechſel zwiſchen=
Botha und Hertzog läßt die Haltung Hertzogs in einem
noch ungünſtigeren Lichte erſcheinen. Botha hatte geſchries
ben, daß eine Unterhandlung mit dem Führer der Rebel=

Deutſche Kriegsbriefe.
Von Paul Schweder.
(Nachdruck verboten.)

XXII. (Schluß.)
Großes Hauptquartier, 16. Okt.
Von der Maas zum Scheldeſtrand.
Antwerpen.
(Unſere Antwerpener Kriegsbeute. Die wieder=
erwachende
Stadt. Eine Anſprache an die Bevölkerung,
In der älteſten Druckerei der Welt. Abſchied von
Antwerpen.)
Schneidige deutſche Militärmuſik weckt mich am nächſten
Morgen. Ein Regiment Infanterie marſchiert die Avenue de
Keyſer und die Place de Meir entlang nach dem van Dyck=
Kai am Scheldeufer hinab, von wo aus es nach der gegen=
über
gelegenen Station Du Pays de Waes neben dem
von den Engländern und Belgiern bei ihrem Abzuge aus
Antwerpen zerſtörten Fort de la Téte de Flandre über=
geſetzt
wird. Von der Station führt die direkte Bahn=
linie
über Sankt Nikolas, wo zurzeit noch gekämpft wird,
nach Gent, Brügge und Oſtende. Der Truppentransport
vollzieht ſich, als wenn er nicht auf der mächtigen breiten
Schelde im fernen Belgien, ſondern in Friedenszeiten
irgendwo am Elbufer ſtattfände. Je drei lange Pontons
ſind durch mächtige Balken untereinander und mit zwei
anderen gleichartigen Stegen verbunden. Dieſe neun Pon=
tons
faſſen einige Hundert Soldaten mit Pferden und
Wagen und werden von einem Hafendampfer in ſchneller
Fahrt ans jenſeitige Ufer gebracht. Dort ſind bereits die
Böſchung hinauf feſte Laufſtege geſchaffen, die ſogar, um
das Ein= und Ausſteigen beſſer regeln zu können, mit
Schlagbäumen verſehen ſind. Erſt wenn eine Abteilung
abmarſchiert iſt, wird der Schlagbaum für die nächſte ge=
öffnet
und die Erſten ſitzen bereits im Zuge, wenn die
Letzten den Schlagbaum paſſiert haben. Das alles geht mit
einer Selbſtverſtändlichkeit und Ruhe vor ſich, über die
man immer wieder ſtaunen muß. Auf dem Rückwege
bringen die Fähren bereits einen Teil der Kriegsbeute

mit, die drüben bei der eiligen Flucht den Belgiern und
Engländern abgenommen wurde und die vor allem in
zahlreicher Munition, in Kiſten und Kaſten voll Lebens=
mitteln
, in reizenden kleinen Eſelsfuhrwerken und einer
Unzahl ſchwerer belgiſcher Arbeitspferde beſteht. Die In=
tendantur
hat alle Hände voll zu tun, die eingelieferte
Beute zu ordnen und einzutragen, denn daheim möchte man
doch möglichſt bald und genau wiſſen, was die reiche
Scheldeſtadt bei unſere Ankunft noch an Schätzen enthielt.
Aus den offiziellen Telegrammen her weiß man bereits,
welche Fülle von Kriegsmaterial, aber auch von Lebens=
mitteln
, Fourage, Weizen, Kaffee, Hopfen, Flachs, Tabak,
Fellen, Petroleum, wertvollen amerikaniſchen Hölzern und
vor allem Wolle in unſere Hände gefallen iſt. Auch 400
wertvolle Automobilkaroſſerien und 180, allerdings teil=
weiſe
zerſtörte, Automobile ſind in unſere Hände gefallen.
Ein Teil davon iſt jedoch von deutſchen Arbeitern ſofort
in Angriff genommen worden und wird einen wertvollen
Beſtandteil unſeres automobilen Kriegsmaterials bilden.
Eine beſondere Freude aber hatten unſere Feldgrauen an
einem langen Eiſenbahngüterzug, der auf der Kaibahn
ſtand und über den Gare du Sud nach Oſtende geleitet
werden ſollte. Der Leitvermerk ſteht noch an den einzel=
nen
Wagen und ebenſo die genaue Inhaltsangabe. Da
nun im letzten Augenblick eine Bombe in den Südbahnhof
fiel, mußte der ganze Zug zurückbleiben, und die lachen=
den
Erben fanden neben Kanonen, Maſchinengewehren
und Munition auch Lebensmittel und Uniformen, ja ſo=
gar
Muſikinſtrumente und Tambourmuſik für ein ganzes
Regiment. Schon ſeit den frühen Morgenſtunden iſt man
mit der Inventur beſchäftigt, und ein Hannoverſcher Zei=
tungsverleger
ſchreibt ſich faſt die Finger wund, um die
von ſeinem Vorgeſetzten angeſagten Beſtände aufzu=
nehmen
.
Neugierig ſieht draußen vor den Gittern der Kaianla=
gen
eine immer größer werdende Schar von Antwerpener
dem eigenartigen Schauſpiele zu. Die Stadt beginnt lang=
ſam
ihr früheres Ausſehen wieder anzunehmen. Alle
Augenblicke geht der Rolladen eines Schaufenſters hoch,
und in den Lebensmittelgeſchäften ſtehen hier und da be=
reits
wieder blonde, roſige Meisjes in weißer Schürze

und bedienen den Fremdling in vlämiſcher Sprache. Vor
den Lagerſchuppen der Canada=Pacific=Railway, der
American=Expreß=Company und der Nippon=Juſen=Kaiſha==
Linie am Tavernier=Kai und denen der Deutſchen Oſt=
afrika
=Linie, des Norddeutſchen Lloyd und der Bremer
Roland=Linie, ſowie der Hamburg=Amerika=Linie und der
Peninſular=and=Oriental=Linie an den Plantin=Van Dyc=
und Jordaens=Kais ſammeln ſich zahlreiche Schauerleufe
und andere Hafenarbeiter an, in der vorläufig freilich
noch trügeriſchen Hoffnung, nach dem Abſchluß der Be= Antwerpens alsbald wieder Arbeit zu erhalten,
Dazwiſchen lungern zweideutige und unzweideutige Weibs=
perſonen
aus dem unteren Hafenviertel, die mit gierigen
Augen die von dem Hafenpöbel bei der Plünderung der
Norddeutſchen Lloyd=Schuppen wahllos umhergeſtreuten
Sachen, beſonders Wäſche, Kleidungsſtücke, Leckereien und
Schmuckſachen, betrachten. Aber ein paar ſtramme, hoch=
gewachſene
Matroſen mit aufgepflanztem Seitengewehr
halten ſie und das ihnen naheſtehende Geſindel in reſpekt=
voller
Entfernung. An der Stelle, wo in Friedenszeiten
das Harwich=Boot von Antwerpen nach England unter
Uebernahme der aus Weſt= und Süddeutſchland, ſowie aus
Frankreich und Belgien herankommenden Londonreiſenden
abfuhr, ſteht ein ſchweres engliſches Marinegeſchütz, das
offenbar im letzten Augenblick nicht mehr über die belgiſch=
engliſche
Pontonbrücke über die Schelde kam, die dann,
als der letzte Mann herüber war, geſprengt wurde. Ihre
Trümmerreſte liegen mitten im Fluß und behindern die
Durchfahrt größerer Schiffe. Um den Uebergang zu ſichern,
iſt das Straßenpflaſter aufgeriſſen und ein großer Draht=
verbau
erbaut. Unter der Aufſicht eines höheren Marine=
offiziers
wird jedoch die Straße ſchon wieder neu gepfla=
ſtert
, und innerhalb weniger Stunden iſt auch hier das
gewohnte Straßenbild wieder hergeſtellt. Drüben in Ho=
voken
, wo noch immer Rauchwolken aus den zerſtörten
Petroleumtanks aufſteigen, weht das amerikaniſche Ster=
nenbanner
über den wenigen intakt gebliebenen Tanks.
Auch einige Benzintanks ſind übrigens bei dem großen
Brande gerettet worden und ihr Inhalt iſt gerade in dieſer
Zeit, wo das Benzin eine geſchätzte Ware geworden iſt,
ſofort von den Unſeren beſchlagnahmt worden. Vor den

[ ][  ][ ]

Mummer 291.

Darmſtätder Tagblatt, Donnerstag, den 22. Oktober 1914.

Seite 3.

unmöglich ſei und daß es den erwünſchten Ausgang
eentlich fördern würde, wenn Maritz durch Hertzog und
n anderen in dem Ultimatum von Maritz genannten
erſonen ſofort öffentlich abgeſchüttelt würden.
Es iſt ſehr erfreulich, daß außer Maritz noch mehr
furrenführer den Mut haben, der verräteriſchen Politik
rſthas entgegenzutreten.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 22. Oktober.

* Ernannt wurde der Gefangenwärter am Landes=
lcthaus
Marienſchloß Georg Bär zum Gefangenauf=
her
an dieſer Anſtalt. Ihre Königl. Hoheit die
roßherzogin haben den Oberſteuerkontrolleur
imanzaſſeſſor Karl Hanack zu Nidda zum Finanz=
nitmann
ernannt.
* Ordensverleihungen. Ihre Königl. Hoheit die
oßherzogin haben den Bahnwärtern Jakob
chöne zu Lich und Heinrich Harth zu Nidda, dem
Beichenſteller Jakob Niederhöfer zu Worms und
emn Wagenwärter Peter Gräf zu Darmſtadt, ſämtlich
der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft, aus
nllaß ihrer Verſetzung in den Ruheſtand das Allge=
iaine
Ehrenzeichen mit der Inſchrift Für treue Dienſte‟
eilliehen.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
hielten weiter: Leutnant Hilderich Maaß vom Großh.
lütilleriekorps, Leutnant der Reſ. im Fußart.=Regt. Nr. 10
Walther Winkelmann, Regierungs=Aſſeſſor in
ald Nauheim, Leutnant der Reſ. W. Hämmerle,
oump.=Führer im Inf.=Regt. Nr. 81, Großh. Forſtaſſeſſor.
ein Hauptmann und Adjutanten der 41. Inſanterie= Bri=
abse
(Mainz) Eduard Bornhauſen iſt das Eiſerne
neuz 1. Klaſſe verliehen worden, nachdem er vor vier
Loechen auf dem Schlachtfelde im Weſten ſchon mit dem
ii ernen Kreuz 2. Klaſſe ausgezeichnet worden iſt. Ober=
ui
ſikmeiſter W. Schulz vom 1. Ulanen=Regiment (frü=
* Obermuſikmeiſter bei dem Leibgarde=Dragoner= Regi=
nant
Nr. 23) erhielt das Eiſerne Kreuz.
Die heſſiſche Tapferkeitsmedaille erhielten: Fritz
ſonn Zangen, Oberleutnant in der Fliegerabteilung 18
Armeekorps), und C. Wagner, Leutnant im Feldart.. Nr. 61.
Die Synode des Dekanats Darmſtadt tagte
ehtern hier unter dem Vorſitz des Dekans Schneider=
Vleiterſtadt. Nach einer religiöſen Anſprache von Pfarrer
ſtarx=Darmſtadt beſchäftigte ſie ſich im weſentlichen
Wahlen zur Landesſynode und wählte
ierbei die Herren Pfarrer Dingeldey und Haupt=
hrer
Kaßlick hier zu Abgeordneten für die
Lundesſynode und die Herren Pfarrer Kleberger
no Finanzrat Stroh hier zu deren Stellvertretern.
g. Strafkammer. Der 17jährige Arbeiter Heinrich
Derner aus Offenbach hat ſeiner Tante mittels Nach=
tilüſſels
mehr als 60 Mark geſtohlen. Er wurde geſtern
2 Monaten Gefängnis, abzüglich 1 Monat der
Ir terſuchungshaft, verurteilt. Eine harte Strafe trat
en 20jährigen Gelbgießer Karl Beier von Neu= Iſen=
urg
, der aus einem verſchloſſenen Schranke eines Haus=
emoſſen
ein Paar Stiefel entwendete und dieſe für 4
Nark verſetzte. Da er rückfällig iſt, wird er zu 1 Jahr
Gefängnis verurteilt, ein Monat der Unterſuchungs
att wird ihm angerechnet. Der 30jährige Packer Adolf
to Bentler von Offenbach hat ſich von Offenbach
nffernt, ohne ſeinem Logisgeber Wohnung und Koſt für
iye Woche bezahlt zu haben. Unter Einrechnung einer
iher erlittenen Strafe von 1 Jahr Gefängnis wird er zu
JJahr 2 Monaten Gefängnis verurteilt.
dur frühere Hafenwärker der Stadt Gernsheim, der noch
nbeſtrafte 47jährige Dammwärter Eberhard Junker
us Nackenheim in Rheinheſſen hatte ſich in den letzten
Jahren erhebliche Unterſchlagungen zuſchulden kommen
ſen. Seinen Dammwärterdienſt hatte er ſeit 1899 gut
eführt. Als ihm im Jahre 1909 die Stelle eines Hafen=
varrters
übertragen wurde, eignete er ſich von den verein=
achmten
Kran= Lager= und Werftgebühren, die er an
Gemeindekaſſe abzuführen hatte, fortdauernd Beträge
n, ſo daß nach Entdeckung der Unterſchleife eine Fehl=
umme
von über 7000 Mark feſtgeſtellt wurde. Das
eringe Erträgnis des Hafens war zuletzt aufgefallen
ndd hatte mehrere Prüfungen veranlaßt. Der Angeklagte
hreute ſich allgemeiner Achtung. Da er die Stelle des
dcffenwärters nur als Nebenbeſchäftigung verſah und
hine eidliche Verpflichtung, liegt ein amtliches Vergehen
ſccht vor. Er wird zu 1 Jahr 3 Monaten Gefäng=
üs
verurteilt, worauf ihm 3 Monate 2 Wochen der
in terſuchungshaft angerechnet werden.

Nachtrag zur Sitzung der Stadtverordneten= Ver=
ſammlung
am 22. Oktober 1914: 13. Zuſammenlegung von
Gelände an der Heidenreichſtraße.
C. Militärſeelſorge. Dank der Bemühungen des
katholiſchen Feldpropſtes der Armee ſind kürzlich zwei
Militärgeiſtliche hierher berufen worden, denen aus=
ſchließlich
die Seelſorge der verwundeten und kranken
Krieger übertragen wurde.
Großh. Hoftheater. Die heutige Erſtaufführung
der vaterländiſchen Oper Theodor Körner beginnt
um 7 Uhr, die Titelpartie ſingt Georg Becker, die Toni
Adamberger Mizi Marx, die Karoline Piehler Anna
Jacobs und als Chriſtine Hofer wird Clementine Feiſtle
zum erſtenmal in dieſer Spielzeit in einer großen Partie
vor das Publikum treten. Freitag, den 23., findet zu klei=
nen
Preiſen auf D. 7 eine Aufführung von Schillers
Wilhelm Tell ſtatt. In den Hauptrollen ſind be=
ſchäftigt
die Herren Baumeiſter, Ehrle, Hacker, Heinz,
Knispel, Weſtermann, ſowie die Damen Alſen, Hacker
und Pils. Werni, den Jäger, ſingt Herr Schützendorf;
Kuoni, den Wirt, Herr Peterſen; Jenni, den Fiſcherkna=
ben
, Frl. Schreber. Sonntag, den 25. Oktober, veran=
ſtaltet
das Hoftheater auf Allerhöchſten Befehl ein Pa=
triotiſches
Konzert, deſſen muſikaliſcher Leiter Herr
Robert Preuß iſt. Die Großh. Hofkapelle bringt die
Ouvertüre von der Jahrhundertfeier der Schlacht bei Leip=
zig
von Bleyle, ſowie die Ouvertüre über Ein’ feſte Burg
iſt unſer Gott von Raff zum Vortrag. Franz Schneider
ſpricht ein Gedicht Vae vietis von Anton Wildgans,
einem der bekannteſten öſterreichiſchen Lyriker der Gegen=
wart
. Anna Jacobs wird drei Lieder ſingen (Gebet
von Hugo Brückler, Verklärung von Schubert und
Ruhe, ruhe, meine Seele von Richard Strauß). Leo
Schützendorf wird Kriegers Ahnung von Schubert, Der
Geworbene von Jürgens, und Nach Paris! von Ed.
Kühn zum Vortrag bringen. Das letzte Lied iſt ein altes
deutſches Kampflied, das in den Befreiungskriegen 1813
entſtanden, dann ſpäter im Jahre 1870 und jetzt neuerdings
in dieſer großen Zeit von den deutſchen Truppen mit Be=
geiſterung
aufgenommen wurde. Der Vortrag dieſes
Liedes wird daher wohl beſonderes Intereſſe erwecken.
Das Programm dieſes Konzerts umfaßt außerdem noch
drei Männerchöre und als Abſchluß des Abends die Erſt=
aufführung
von Omptedas 1870er Kriegsſzenen Wörth,
unter der Spielleitung von Bruno Harprecht. Der Kar=
tenverkauf
zu dieſer intereſſanten Veranſtaltung beginnt
Donnerstag, den 22. Oktober, zu den üblichen Kaſſenſtun=
den
an der Tageskaſſe des Hoftheaters. Ein Teil des
Reinertrages dieſes Patriotiſchen Konzerts iſt zum Beſten
der Provinz Oſtpreußen beſtimmt.
* Kriegsfürſorge der Landesverſicherungsanſtalt
Großh. Heſſen. Der Ausſchuß der Landesverſicherungs=
anſtalt
Großh. Heſſen bewilligte in ſeiner Sitzung
gemäß dem Antrag des Vorſtandes für Zwecke der
Kriegsfürſorge für 1914 150000 Mk., für 1915
500 000 Mk. mit der Maßgabe, daß dieſe Mittel nötigen=
falls
auf den Geſamtbetrag von 1500000 Mk
erhöht werden können. Für Ausrüſtung der
Heſſiſchen Diviſion mit warmem Unterzeug wurden
bereits 15000 Mk. verausgabt. Um die Kreisverwal=
tungen
und Gemeinden durch Darlehen zu unter=
ſtützen
, wurden vorerſt 3000000 Mk. bereit geſtellt zum
Zinsfuße von 5%, über 2 200000 Mk. wurden bisher
ſchon in Anſpruch genommen, ſo daß der Betrag wohl
weiter erhöht werden muß. Da die Landesverſicherungs=
anſtalt
dieſe Darlehensmittel ſich ſelbſt erſt durch Lombard
bei der Darlehenskaſſe beſchaffen und dieſer zurzeit 6½
Zinſen zahlen muß, legt ſie bei dieſen Darlehen 1½
jährlich zu, um es. zu ermöglichen, daß die Kommunal=
verwaltungen
bei Auszahlung der Unterſtützungen der
Angehörigen unſeres Heeres nicht durch Mangel an
Barmitteln gehindert ſind, und um ihnen die Fort=
führung
kommunaler Arbeiten zu ermöglichen. An der
Kriegsanleihe beteiliate ſich die Landesverſicherungs=
anſtalt
mit 1500000 Mk. und überwies dem heſſiſchen
Landesverein des Roten Kreuzes beim Kriegsausbruch
ſofort 10000 Mk. Um den Transport der Ver=
wundeten
aus der Front nach den Laza=
retten
zu erleichtern und zu beſchleunigen, wurden
Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin 30000 Mk.
ſeitens der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
zum Ankauf und zur Ausſtattung zweier Autos zur
Verfügung geſtellt. Die Firma Opel rüſtet dieſe Autos
ſchleunigſt zweckentſprechend aus, damit ſie ſchon in
den nächſten Tagen der Heſſiſchen Diviſion zu Dienſten
ſtehen.
gs. Unfall. Geſtern nachmittag gegen 4 Uhr ſcheute
das Pferd eines Kohlenfuhrwerks und ging durch. Der
Fuhrmann ſtürzte vom Wagen, wurde überfahren und

eine Strecke nachgeſchleift. Er erlitt einen doppelten
komplizierten Oberſchenkelbruch. Nach Anlegung von Not=
verbänden
wurde er durch die Rettungswache nach dem
Städtiſchen Krankenhaus gebracht.

Verleihung von Ehren=Urkunden an unſelbſts
ſtändige Perſonen des Handwerkerſtandes.

Die Handwerkskammer zu Darmſtadt wird, wie
in früheren Jahren, an unſelbſtändige Perſonen des
Handwerkerſtandes, Geſellen, Gehilfen uſw., welche min=
deſtens
25 Jahre in ein und demſelben Betriebe ununter=
brochen
tätig geweſen ſind, als Anerkennung für die treue
Arbeit Ehren=Urkunden verleihen.
Bei dem wirtſchaftlichen Aufſchwung, den eine große
Zahl Berufsgruppen in den zwei letzten Jahrzehnten ge=
nommen
hat, iſt ein öfterer Wechſel in dem Perſonal wie
früher zu verzeichnen. Ein Aushalten von 25 Jahren bei
ein und demſelben Meiſter gehört immerhin ſchon zu den
Seltenheiten und ſetzt Treue, Fleiß, Ehrlichkeit und recht=
ſchaffenen
Sinn voraus. Dieſen Perſonen zur Anerken=
nung
und anderen zur Aneiferung dienend, ſollen die vor=
genannten
, einfachen, aber in ihrer Ausführung künſtleriſch
gehaltenen Ehren=Urkunden nach folgenden Verleih=
ungsbeſtimmungen
verliehen werden:
1. Die Verleihung erfolgt an Weihnachten.
2. Die Anträge zur Verleihung ſind von der gewerb=
lichen
Korporation, welcher der Arbeitgeber angehört, bei
der Handwerkskammer zu Darmſtadt bis ſpäteſtens am
1. November Ifd. Js. einzureichen.
3. Den Anträgen iſt ein ausführlicher Lebenslauf
des zur Auszeichnung Vorgeſchlagenen, ſowie ein von dem
Betriebsinhaber ausgeſtelltes, ortspolizeilich beglaubigtes
Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25 jäh=
rigen
ununterbrochenen Dienſtzeit in ein und demſelben
Betriebe enthalten muß, ſowie ein von der Polizeibehörde
ausgeſtelltes Leumundszeugnis beizuſchließen.

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nache
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Willy Burmeſter gibt hier, wie bereits kurz
mitgeteilt, am 2. November, ein Konzert, deſſen
Reinertrag dem Roten Kreuz und der Kriegs=
fürſorge
überwieſen werden wird. Es iſt dieſes das
achte einer großen Tournee von Konzerten, die Herr
Burmeſter zum Beſten des Roten Kreuzes in Deutſch=
land
wie in Oeſterreich zu geben gedenkt. Für 40 Abende
hat Herr Burmeſter bereits abgeſchloſſen; doch wird ſich
die Anzahl noch ſteigern. Gewiß ein hochherziges Unter=
nehmen
unſeres einzigen deutſchen Geigers von Weltruf.
Hoffen wir, daß das Darmſtädter Publikum das Konzert
bis auf den letzten Platz füllen wird, um hierdurch einer=
ſeits
dem Künſtler für ſeine Opferwilligkeit zu danken
und andererſeits dem Roten Kreuz und der Kriegsfür=
ſorge
wiederum einen namhaften Beitrag zuführen
zu können.
Ueber Friulein Lonny Epſtein, die am Mon=
tag
zum erſten Male vor das Darmſtädter Publikum tritt,
ſchreibt die Rheiniſche Muſik= und Theater=Zeitung: Die
Künſtlerin hat eine erſtaunlich wohldiſziplinierte und
warmherzige Art, zu muſizieren, dabei eine beſondere, ganz
perſönliche Grazie im Spiel. Wohltuend empfindet man,
wie das alles ohne Prätenſion in ſchlichter Natürlichkeit
gegeben wird, wie ein reiner Kunſtwille ſich hier offen=
bart
, wie nirgends Eigenwilligkeit und Extravaganz ſich
breit machen, die Bach, Beethoven, Chopin gegenüber wirk=
lich
unangebracht ſind. Es kommt hinzu, daß die Technik
der Künſtlerin ganz hervorragend und wundervoll ausge=
glichen
iſt. Kurz und gut, ſeit langem hat mich kein Kon=
zert
ſo reſtlos befriedigt; die Wiedergabe von Schuberts
herrlicher A=Dur=Sonate ſei der Künſtlerin beſonders
gedankt.
Groß=Umſtadt, 21. Okt. (Auszeichnung.) Als
erſter der in Groß=Umſtadt geborenen Krieger hat der Ge=
freite
Karl Brenner (Bierbrauereibeſitzer) das Eiſerne
Kreuz erhalten; er wurde gleichzeitig zum Unteroffizier
befördert.
Erbach, 21. Okt. (Ein Heſſebei der deutſchen
Verwaltung in Suwalki.) Zur deutſchen Zivil=
verwaltung
in dem ruſſiſch=polniſchen Gouvernement Su=
walki
gehört auch ein geborener Odenwälder, Landesbau=
inſpektor
Georg Häuſel in Breslau. Er wurde zum Chef
der Wegebauverwaltung mit dem Sitze in Czenſtochau er=
nannt
.

lanklagern ſtehen einige Eiſenbahntankwagen mit der
ufſchrift Antwerpen=Kiel.
Ich komme mit einigen Reedern und Großkaufleuten,
ie nach dem Zuſtande ihrer Kontore und Lagerſchuppen
ehen wollen, ins Geſpräch. Sie verſichern mir, daß der
rößte Teil der Antwerpener eine wahre Wut gegen die
inggländer im Herzen trage, weil die um beinahe acht Tage
erllängerte Beſchießung der Stadt und die damit verbun
ente Zerſtörung pieler Werte ihnen allein zu danken iſt.
Naan ſieht ein, daß es durchaus in Englands Intereſſe ge=
egen
hätte, wenn Antwerpen durch die deutſchen Rieſen=
eſtchütze
in Grund und Boden geſchoſſen wäre, da ſich die
uſſtrebende Handelsſtadt an der Schelde mehr und mehr
u einem Pfahl im Fleiſche des engliſchen Handels en:
olkelt hatte. Die Antwerpener waren daher auch für die
lewbergabe der Stadt und glaubten bis zum letzten Augen=
lil
=k nicht, daß man nach dem Fall der äußeren Forts=
ünttel
noch weiter kämpfen werde. Aber dann hätten ſich
ie Engländer förmlich zu Herren der Stadt aufgewor=
und keinen Widerſpruch gegen ihre Anordnungen ge=
kuldet
. In dieſem Augenblick wird überall an den
traßenecken eine mit der Schreibmaſchine hergeſtellte Be=
ſamnntmachung
des deutſchen Oberbefehlshabers der Anz=
ſpoerpen
beſetzenden Truppen und des deutſchen Komman=
karnten
der Feſtung Antwerpen angeſchlagen. Es heißt
Manein:
Der unterzeichnete Komandant der Feſtung An: beſcheinigt, daß nichts der Rückkehr der Ein=
wohner
von Antwerpen in ihre Wohnung in Antwerpen
emtgegenſteht. Keinem wird ein Leid geſchehen und
Wrivateigentum wird geſchont, vorausgeſetzt, daß man
ſolch jeder Feindſeligkeit enthält. Die Mitglieder der
Garde eivique, wenn entwaffnet, werden nicht als
Kriegsgefangene angeſehen und können ruhig wieder=
lehren
. gez. Generalleutnant Freiherr v. Schultz.
Der Oberbefehlshaber der deutſchen Truppen macht
ekrannt: Das deutſche Heer betritt Eure Stadt als Sie=
ler
. Keinem Eurer Mitbürger wird ein Leid geſchehen,
no Euer Eigentum wird geſchont werden, wenn Ihr Euch
der Feindſeligkeit enthaltet. Jede Widerſetzlichkeit da=
llegen
wird nach Kriegsrecht beſtraft und kann die Zer=
ſlönung
Eurer ſchönen Stadt zur Folge haben. Alle

die dieſe Sätze leſen, gehen mit einem Seufzer der Erleich=
terung
von dannen. Wir wandern weiter am Schelde=
ufer
entlang und ſuchen die angeblich von den Belgiern
und Engländern bei ihrem Abzuge zerſtörten 32 deutſchen
Schiffe zu ermitteln. Es ſtellt ſich jedoch heraus, daß ſie
bis auf die Gneiſenau friedlich hinter der erſten Strom=
biegung
liegen und daß nur ihre Maſchinen unbrauchbar
gemacht worden ſind. Dahei ſtoßen wir überall an den
Kaimauern auf Bekanntmachungen des belgiſchen Kriegs=
miniſteriums
, in denen die Truppen an der Hand von
Zeichnungen auf die deutſchen Flugzeugtypen aufmerkſam
gemacht und über ihre zweckmäßige Beſchießung unter=
richtet
werden. Hinter Hoboken ſehen wir die Wirkungen
der gewaltigen Exploſionen der brennenden Petroleum=
tanks
. Dort liegt ein ganzer Kieszüg, von dem ſtarken
Luftdruck zur Seite geworfen. Die Lokomotive ſteht nahezu
auf dem Kopf. Noch einmal gehe ich in die alte, ſchönc
Stadt ſelbſt hinein, um mich langſam auf den Abſchied
von ihr vorzubereiten. Denn wie unſere Truppen, ſo
ſind auch die Kriegsberichterſtatter gezwungen, alles im
Fluge zu ſchauen und dann weiter zu eilen, noch größeren
und wichtigeren Aufgaben entgegen. Auf der Place de
Meir verteilt bereits die Feldpoſt die Briefſchaften für das
Seebataillon. Auf dem Bock eines der Begleitwagen ſitzt
ein fröhlicher Poſtillon und ſpielt auf ſeiner Ziehharmo=
nika
: Sei gegrüßt in weiter Ferne, teure Heimat ſei ge=
grüßt!

Mich ziehts in das Haus des berühmten Buchdruckers
Chriſtoph Plantin, der 1549 hier in Antwerpen eine der
erſten Druckereien der Welt begründete, die im alten Zu=
ſtand
bis auf unſere Tage dadurch erhalten wurde, daß
man aus dem Hauſe ein Muſeum machte, und das vor
allem dadurch eine Sehenswürdigkeit erſten Ranges dar=
ſtellt
, weil die Druckerei zu ihren Mitarbeitern Peter Paul
Rubens zählt und weil ſie neben zahlreichen Arbeiten von
Rubens, van Dyck, Jordaens und anderen auch die auf
anderthalb Millionen geſchätzte ſechsunddreißigzeilige
Gutenberg=Bibel enthält, von der überhaupt nur noch
einige Exemplare vorhanden ſind. Gleichzeitig gewährt
das Haus ein ganz einzigartiges Bild einer altvlämiſchen
Patrizierwohnung. Die Plantinſchen Drucke, darunter
zwei Bände der berühmten Biblia regia von 156873, ſind

in einer vollſtändigen Sammlung vorhanden, ebenſo viele
geſchnittene Holzſtöcke und geſtochene Kupferplatten nebſt
alten Abdrücken. Von unſchätzbarem Werte aber ſind vor
allem die von Jakob de Wit gefertigten Aquarelle, die Ko=
pien
nach Rubens Gemälden für die Jeſuitenkirche in
Antwerpen darſtellen. Denn dieſe Kirche iſt ſeinerzeit
mitſamt den Rubensſchen Bildern verbraßnt. Auch ſonſt
haben die Antwerpener die in ihrem Beſitz befindlichen
Kunſtſchätze nicht immer ſehr ſorgfältig behandelt. Ließ
man doch noch vor einigen Tagen unten am Hafen das
große Hanſahaus verbrennen, das die der alten deutſchen
Hanſa angehörigen Städte durch Cornelius de Vriendt
von 176484 hatten erbauen laſſen und als Lagerhaus
der Hanſa benutzten, bis es 1863 für die Ablöſung des
Scheldezolls an Belgien abgetreten wurde. An dieſem
Hauſe waren die Namen aller deutſchen Hanſeſtädte in
Goldſchrift verzeichnet und ſie galten den deutſchen Han=
delsherren
ſtets als ein Zeichen der inneren Zuſammen=
gehörigkeit
der zweitgrößten Handelsſtadt Europas mit
den Handelsintereſſen des Deutſchen Reiches. Als ich
auf dem Heimwege ins Hotel an dem Prachtbau der
Flämiſchen Oper auf dem Place de la Commune vorüber=
komme
, hängt daran ein Schild mit der Aufſchrift: Ein=
tritt
verboten! Geheimrat von Falcke‟. Vierundzwanzig
Stunden nach dem Einzug der deutſchen Truppen alſo
haben bereits unſer berufenen Kunſtwächter ihre ſchützende
Hand über ein Heim Thalias gebreitet, das zugleich der
Erhaltung eines wichtigen Sprachgebietes des niederdeut=
ſchen
Volksſtammes dient. Drüben an der anderen Seite
des Platzes marſchiert ein Trupp Matroſen vorüber, und
eine junge Mutter, die mit ihrem Kinde auf dem Arm
gerade ihren Weg kreuzt, beſchleunigt ihren Schritt. Als ſie
aber wie zum Schutze das lächelnde Kind den Männern von
der Waſſerkante entgegenhält, lachen ſie alle die Aengſtliche
freundlich an, während einer von ihnen das roſige Patſch=
händchen
des Kindes zu haſchen ſucht. Das war das letzte
und ſchönſte Bild zugleich, das ich in der Stadt der Rubens,
Van Dyck, Tenier und Jordaens ſah, und ein Friede ver=
heißendes
Symbol zugleich für die Zukunft der ebrwür=
digen
Stadt am Scheldeſtrand.

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Oktober 1914.

Nummer 291.

Gießen, 21. Okt. (Eine beſondere Freude)
wurde den im Siechenhaus untergebrachten Verwun=
deten
dadurch bereitet, daß die Geſangsabteilung des
Evangel. Arbeitervereins dort einen Beſuch machte und
mehrere Geſangsvorträge zu Gehör brachte. Die einzelnen
Darbietungen, die für die Verwundeten eine angenehme
Abwechſelung boten, fanden allgemeinen Beifall.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 21. Okt. Staatsminiſter a. D.
Graf v. Zedlitz=Trützſchler iſt in der vergangenen
Nacht in Charlottenburg geſtorben. v. Zedlitz war
am 8. Dezember 1837 in Freienwalde a. O. geboren und
wurde nach reger Tätigkeit in der Kreis= und Provinzial=
verwaltung
Schleſiens Regierungspräſident in Oppeln,
Mitglied des Staatsrats, Oberpräſident der Provinz Po=
ſen
und Präſident der gleichzeitig gegründeten Anſied=
lungskommiſſion
. 1891 wurde er zum preußiſchen Kultus=
miniſter
ernannt. Er nahm bereits im nächſten Jahre
ſeinen Abſchied. 1898 kehrte er in den Staatsdienſt als
Oberpräſident von Heſſen=Naſſau zurück. 1903 wurde er
zum Oberpräſidenten von Schleſien ernannt. Bei Be=
ginn
des Krieges beauftragte der Kultusminiſter die
Kommiſſion für das kaiſerliche Volksliederbuch mit
der Ausarbeitung eines den Bedürfniſſen des Heeres ent=
ſprechenden
Kriegsliederbuches. Etwa eine halbe
Million Exemplare des jetzt fertiggeſtellten Büchleins ſind,
wie man erfährt, dem Heere ſoeben aus den Mitteln des
Miniſteriums überwieſen worden. Der Graphiker
Ismael Gentz, Söhn des Orientmalers Wilhelm
Gentz, iſt im Alter von 54 Jahren geſtorben. Das Mu=
ſeum
von Antwerpen bewahrt von ihm zehn Bleiſtift=
porträts
bekannter Perſönlichkeiten auf. Auch mehrere
deutſche Muſeen enthalten graphiſche Arbeiten von ihm.
Frankfurt, 21. Okt. Das Generalkommando
gibt bekannt: Beim Generalkommando ſind vielfach Kla=
gen
darüber erhoben worden, daß Geſchäftsinhaber nach
Kriegsausbruch die Gehälter und Löhne ihrer An=
geſtellten
in erheblichem Maße gekürz t haben. Es iſt
Pflicht der Geſchäftsinhaber, als der durchweg wirt=
ſchaftlich
Stärkeren, auf die Lage der Angeſtellten in der
jetzigen Zeit doppelte Rückſicht zu nehmen, und es muß
als verwerflich bezeichnet werden, wenn die gegenwärtige
Notlage vieler Angeſtellter zu Lohndrückereien benutzt
wird. Wenngleich nicht verkannt werden ſoll, daß auch
manche Geſchäftsinhaber unter den augenblicklichen wirt=
ſchaftlichen
Verhältniſſen leiden, ſo gewinnt es doch den
Anſchein, als wenn die Lohnherabſetzungen in einzelnen
Fällen in einer Weiſe erfolgen, die durch die Verhältniſſe
der Geſchäftsinhaber nicht begründet ſind. Das General=
kommando
will in die Vertragsfreiheit der Geſchäftsin=
haber
inbezug auf die Abſchließung der Anſtellungsver=
träge
zunächſt nicht eingreifen, gibt aber hiermit bekannt,
daß alle diejenigen Geſchäfte, bei denen in unzuläſſiger
Weiſe eine Kürzung des Gehalts oder Lohnes der An=
geſtellten
erfolgt, von jeglicher Militärlieferung
ausgeſchloſſen werden.
Stuttgart, 21. Okt. Der Liederkomponiſt Ludwig
Wallbach, Ehrenmitglied des Stuttgarter Hoftheaters
iſt im Alter von 82 Jahren geſtorben.
Leipzig, 21. Okt. Das Reichsgericht verwarf die
Reviſion des Agenten Samuel Lubelski, der vom
Landgericht Beuthen am 2. Juli 1914, unter Freiſprechung
von der Anklage wegen Mädchenhandels, wegen Kuppelei,
Beſtechung und Vergehens gegen das Auswanderergeſetz
zu einer Geſamtſtrafe von drei Jahren ſechs Monaten
Gefängnis und 12000 Mark Geldſtrafe verurteilt worden
war. Das frühere Urteil, laut dem der Angeklagte wegen
der genannten Verbrechen, außerdem wegen Mädchen=
handel
zu 9 Jahren Zuchthaus und 12000 Mark Geld=
ſtrafe
verurteilt worden war, hob das Reichsgericht am
15. Mai 1914 auf.
Bukareſt, 21. Okt. Der frühere Miniſterpräſident
Sturdza iſt im Alter von 81 Jahren geſtorben.
Bukareſt, 21. Okt. Der Gerichtshof in Ilfov be=
ſtätigte
den Haftbefehl gegen Haſſan Tahſin,
der den Anſchlag auf die Brüder Buxton verübt hat. Die
Beſſerung in dem Befinden der beiden Verwundeten
ſchreitet fort.
London, 21. Okt. In Sheerneß brach rorgeſtern
Feuer aus, welches eine Anzahl Gebäude, darunter die
Heilanſtalt für Seeleute, vernichtete.
London, 21. Okt. Nach einer Lloyd=Meldung iſt der
den Panamakanal ſperrende Erdrutſch ſo=
weit
aufgeräumt, daß die Durchfahrt möglich iſt.

Landwirtſchaftliches.

Frankfurt a. M., 19. Okt. (Vieh hof=
Marktbericht.) Auftrieb: Rinder: 1382 (385 Ochſen,
38 Bullen, 959 Kühe), Kälber: 278, Schafe: 98, Schweine:
2558. Preiſe pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark:
Ochſen: a) 1. 5156 (Schlachtgewicht 95100), 2. 4750,
(8590), b) 43845 (7983). Bullen: a) 4750 (7883)
b) 4146 (7080). Kühe: a) 4650 (8389), c) 1. 40

bis 44 (7785), 2. 3943 (7280), d) 3236 (6472)
e) 2630 (5967). Kälber: b) 6065 (100108),
c) 5659 (95100). Schafe: a) 4142 (9092).
Schweine: a), b) e) und d) 6264 (7880). Markt=
verlauf
: Gedrückt, Rotvieh und Schweine Ueberſtand.
Kartoffeln: en gros 67 Mark, en detail 7,50
bis 8 Mark.
H. Frankfurt a. M., 21. Okt. ( Fruchtmarkt=
bericht
.) Am Wochenmarkte herrſchte recht feſte Ten=
denz
in Erwartung der Höchſtpreiſe. Für Landweizen und
Landroggen waren die Abgeber zurückhaltend und die
Forderungen weſentlich erhöht. Doch erfolgten auch zu
dieſen Preiſen vereinzelte Abſchlüſſe. Die Lager von aus=
ländiſchem
Getreide ſind geräumt. Braugerſte und Hafer
ebenfalls beſſer bezahlt. Mais war fehlend.
An der Berliner Produk tenbörſe war die
Tendenz feſt; der Verkehr aber ruhig. Auf Käufe weſt=
licher
und Hamburger Häuſer entwickelte ſich ſpäter eine
Aufwärtsbewegung für Brotgetreide insbeſondere, da
auch das Angebot ganz geringfügig war. Die Proviant=
ämter
traten nur wenig als Kaufer auf.
Hier notieren die Lokopreiſe pro 100 Kilogramm:
Weizen, hieſiger und Wetterauer 28.0528.30, Kurheſſiſcher
28.1028.30; Roggen, hieſiger und Pfälzer 24.2525; Ha=
fer
, hieſiger 23.3023.50; Gerſte, hieſige 2424.50; Weizen=
kleie
1616.25, Weizenſchalen 1717.25, Roggenkleie 15.75
bis 16.25; Weizenmehl, hieſiges Baſis 0 40 Mk. ab Mühle,
Nr. 1 38 Mk., Nr. 3 35 Mk.; Roggenmehl, hieſiges Baſis 01
34 Mark.

Stimmen aus dem Publikum.

Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktlon
einerlei Verantwortung für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zur Kartoffelverſorgung.
Augenblicklich hat ſich die Kartoffelverſorgung der
Städte zu einer wahren Kalamität ausgewachſen. Nicht
etwa, weil es vielleicht nicht genügend Erdäpfel gegeben
hätte, ſondern weil der feſtgelegte Höchſtpreis der Stadt=
verwaltungen
mit dem Verkaufspreis der Landwirte in
keinen rechten Einklang zu bringen iſt. Wem an der gan=
zen
Sache die Schuld beizumeſſen iſt, ſoll hier nicht zur
Erörterung ſtehen. Wie iſt nun dieſem momentanen Miß=
ſtand
abzuhelfen? Unſere Hausfrauen müſſen ſich näm=
lich
dieſes Jahr einmal von dem alten hausväterlichen
Standpunkt freimachen, daß es nur Weihnachten werden
kann, wenn der Keller voller Kartoffeln liegt. Derſelbe
Sturm, der zur Zeit der Mobilmachung auf die Kolonial=
warengeſchäfte
einſetzte, wird jetzt in gleicher Weiſe auf
die Kartoffel gelaufen. Kein Wunder, daß der Preis=
treiberei
wieder Tür und Tor geöffnet wird. Dieſe etwas
eindämmen helfen, muß jeder Hausfrau Aufgabe dadurch
ſein, daß man im Einkauf des ganzen Winterbedarfs et=
was
Zurückhaltung übt, indem man vorerſt oder überhaupt
nicht ſeinen ganzen Winterbedarf einlegt. Man behilft
ſich einſtweilen mit einem Zentner. Regelt vorerſt ſeinen
jeweiligen Bedarf nach Berliner und Münchener Muſter
mit zentnerweiſen Bezügen. In einigen Wochen wird
ſich der Preis ſchon drücken, zumal wenn Holland ſein
Ausfuhrverbot wieder aufhebt. Bis zum
Frühjahr dürfte es ſich dann zeigen, daß die Landwirte
nach Oeffnen ihrer allzu reichlich angelegten Mieten von
ſelbſt ihre Ware anbieten und zwar zu einem Preis, der
weſentlich unter dem Herbſtpreis liegt. Dem Konſumen=
ten
erwächſt aber dadurch noch der weitere Vorteil, daß
ihm keine Kartoffeln eingetrocknet noch verfault ſind.
Es liegt daher lediglich an dem Publikum ſelbſt, wenn es
den momentanen Preistreibereien der Landwirte durch
ein etwas beſonnenes Zurückhalten einen Riegel vor=
ſchiebt
.
N.
Wir ſtehen allem Anſchein nach am Beginn eines
Kartoffelkrieges, denn den Kartoffelverkäufern
fällt es gar nicht ein, die Kartoffeln zu dem von der
Stadt feſtgeſetzten Höchſtpreiſen zu verkaufen. Sie ziehen
einfach mit ihren Kartoffeln wieder heim, wie dies ge=
ſtern
auf dem Markt auf dem Riegerplatz geſchah. An
einem einzigen Stand waren Kartoffeln zu haben.
Wenn es den Zwiſchenhändlern möglich iſt, den Zentner
Kartoffeln für 3 Mark und 3,50 Mark zu liefern, dann
muß es den Produzenten, die doch meiſt auf die Märkte
kommen, erſt recht möglich ſein, wenn ſie wollen, aber
daran ſcheint es eben zu mangeln. Es iſt ihnen anſchei=
nend
nicht klar, welches Unglück ſie durch ihr Verhalten
über manche brave Familie bringen, die nur auf die
kärgliche Kriegsunterſtützung angewieſen iſt.
m.
Villenkolonie Ludwigshöhe bei Eberſtadt.
Bei herannahendem Winter und dadurch früh herein=
brechender
Dunkelheit macht ſich die abgelegene Hal=
teſtelle
der Elektriſchen‟ Ludwigshöhe
wieder ſehr unliebſam bemerkbar. Man ſteht beim Aus=
ſteigen
auf der ſtockfinſteren Chauſſee und muß dann noch
ein Stück durch den ganz dunklen Wald gehen. Im In=
tereſſe
der ſchulbeſuchenden Kinder und der Bewohner des
Villenviertels (namentlich alleinſtehender Damen) wäre

es ſehr zu wünſchen, wenn eine Halteſtelle etwa an dert
Moltkeſtraße errichtet würde, da dort eine Laterne ſtehn
und die Villen von da alle gut zu erreichen ſind. Möchtet
doch die Direktion der Heag, die ja gerne berechtigtem
Wünſchen des Publikums entgegenkommt, hier baldigſt
Wandel ſchaffen.

Der Hochverratsprozeß in Serajewo,

* Serajewo, 21. Okt. Aus dem weiteren Zeugen=
verhör
iſt die protokollariſche Ausſage des ſeitdem ver= Zeugen Milanitſch hervorzuheben, welchern
während ſeines Aufenthalts in Belgrad die Verſchwörern
wiederholt beobachtet hat. Als er jedoch ſeine Mitteilun=
gen
dem öſterreichiſch=ungariſchen Generalkonſul mitteilenn
wollte, wurde er verhaftet und von Kerker zu Kerkerr
geſchleppt. Schließlich wurde er zu dem Polizeikommiſſa=
riat
geführt, wo ihm der Polizeipräfekt triumphierendo
einen Zeitungsausſchnitt über den Thronfolgermord zeigtes
mit den Worten: Du wollteſt es verhindern, aber wir warenn
pfiffiger als Du; jetzt kommt die Reihe an Oeſterreich==
Ungarn, wir werden es zertrümmern! Sodann wurdent
mehrere Broſchüren über die Tätigkeit der Narodna Od= und der Sokolvereine verleſen, aus denen ſich als;
Ziel der Vereinstätigkeit die Losreißung der ſüdſlapt
ſchen Länder von der Monarchie und die Vorbereitung
eines Krieges gegen die Monarchie ergibt. Bei der Ver=
leſung
einer Belgrader Broſchüre, welche das Attentat
Zerajitſch auf den früheren Landeschef Vareſanin verhen=
licht
, rief Princip: Hoch Zerajitſch! Auch ſonſtebe
nahmen ſich die Hauptangeklagten herausfordernd
Viele Zeugen, darunter ein ſerbiſcher Staatsbeamter, gaben
eingehende Aufklärungen über die Tätigkeit der Narodna
Odbrana und der Sokolvereine.

Vermiſchtes.

Schickt deutſche Zeitungen ins neutrale
Ausland! Welchen Schaden durch den unerhött
perfiden Lügenfeldzug gegen uns der deutſche Gedankel
in der Welt leidet, iſt nicht zu ſagen. Man meint wohll
daß ſchließlich die Wahrheit ſich doch durchſetzen werde
Aber es iſt doch ernſtlich zu erwägen, ob das Unheil, dos
Woche für Woche angerichtet wird, nicht ſchließlich größen
wird, als daß es noch rechtzeitig gut gemacht werden
könnte. Darum gilt es, alle Kräfte anzuſpannen,un
dieſen Lügen gegenüber der Wahrheit ſo raſchas
möglich zum Siege zu verhelfen. Mit der ſittlichen
Entrüſtung allein iſt es eben hier nicht getan. Auch voll
unſerer Seite muß planmäßig und unaufhörlig
gearbeitet werden, daß die Wahrheit im Ausland
breitet wird. Dabei können diejenigen, die irgendwelcht
perſönlichen Beziehungen zum neutralen Auslande haben
etwa dort Verwandte oder Freunde beſitzen, dem Vate
lande beſondere Dienſte erweiſen. Freilich das genügt
nicht, daß man gelegentlich einmal einen Brief
ſchreibt oder ein paar Zeitungsausſchnitte hinſenden
Es gilt vielmehr, ſie dauernd auf dem Laufendenzu
erhalten über die Verhältniſſe, Stimmungen und Vor=
gänge
in unſerem Volke und über die wirklichen Kriegs=
begebenheiten
. Das aber geſchieht wohl am beſten und
zweckmäßigſten dadurch, daß man für ſie auf elne
deutſche Zeitung abonniert, und wärees
zunächſt nur ein Viertel= oder Halbjahr. Der Verlag
wird gern bereit ſein, dieſelbe täglich an die ange=
gebene
Adreſſe zu ſenden. Das Porto für ein Viertel=
jahr
beträgt etwa 4,50 Mark, dazu das Vierteljahrs=
abonnement
. Das Opfer, das der einzelne für eineſo
wichtige Sache bringt, iſt alſo verhältnismäßig gering.
Dagegen kann, wenn auf dieſe Weiſe durch viele Kanäle=
die
Wahrheit ins neutrale Ausland dringt, es nicht mehr.
lange dauern, bis auch das Ausland erkennt, in wie
grober Weiſe es von unſeren Feinden belogen und bs
trogen iſt, und es wird mit gerechteren Augen auf unſer
Volk ſchauen und uns etwas mehr Sympathien entgegen=
bringen
, als es bisher durchſchnittlich noch geſchehen iſt=
Wer unſern Kriegern Freude machen will, ſchicke
ihnen mit der Feldpoſt die ſoeben im Türmer=Verlag in
Stuttgart erſchienene, durch alle Buch= und Papierhand=
lungen
zu beziehende Künſtler=Poſtkarte Er lebt
noch! die Bismarck im Sachſenwalde in farbiger Aus= nach dem Gemälde von Ludwig Fahrenkrog dar=
ſtellt
. Preis 10 Pfg., 12 Stück für 1 Mark. Den Rein=
ertrag
haben Künſtler und Verlag dem Roten Kreuzzu
gedacht.

Literariſches.

Wenn man das Oktoberheft der Deutſchen
Kunſt und Dekoration (Verlag Alexander Koch=
Darmſtadt) durchblättert, ſo ſieht man: dies iſt kein Heſt
von ſogen. Kriegsſtärke‟ Denn Kriegsſtärke bedeute
bei den Zeitſchriften, umgekehrt wie beim Heere, nur eben
die Hälfte des normalen Beſtandes, im Gegenteil, dieſe
Oktobernummer iſt mit großer Freigebigkeit ausgeſtattet
enthält ſie doch beiſpielsweiſe die ungewöhnlich hohe An=
zahl
von 12 Beilagen, darunter drei köſtliche farbige, die

* Sven Hedin über Deutſchlands Kraft. Das Syd
ſvenska Dagbladet veröffentlicht einen Brief Sven Hedins
an einen Freund. Wir entnehmen dem Schreiben einige
intereſſante Stellen: Du weißt, daß ich von dem erſten
Tage des Krieges an nicht einen Tag an dem Ausgange
gezweifelt habe. Jeder mußte einſehen, daß es eine harte
und langwierige Arbeit werden würde, eine derartige
Uebermacht zu überwinden. Jetzt aber, nachdem ich mit
eigenen Augen ſo viel geſehen habe und mich ganz im
Mittelpunkte der Geſchehniſſe befinde, verſtehe ich klarer
als jemals, daß das deutſche Volk, das jetzt für ſein
Daſein kämpft, ſiegen muß. . . Auf den unzähligen
Etappenwegen marſchieren ununterbrochen neue
Truppenmaſſen an die Front. Wo man ſich auch
befindet, wimmelt es von jungen, geſunden, kräftigen,
wohlausgebildeten und ausgerüſteten Soldaten. Es iſt
eine Völkerwanderung, die die Welt nie geſehen
hat; es iſt der Zug der Germanen gegen den We=
ſten
, um für das eigene Daſein, die Zukunft und die
Größe zu kämpfen. Ueberall in dem ganzen Etappen=
gebiet
, durch Nächte und Tage ſiedet und pulſiert das Le=
ben
unausgeſetzt nach der Front. Dieſe Flutwelle ger=
naniſchen
Blutes iſt ohne Ende. Man merkt keine Er=
mattung
; wo ein Mann auf ſeinem Poſten gefallen iſt
wird ſein Platz von zwei oder drei anderen ausgefüllt.
Statt daß die deutſchen Reihen bei dem furchtbaren
Artilleriefeuer des modernen Krieges ſich lichten, ge=
ſchieht
das Gegenteil, ſie werden dichter und dichter. Eine
Mauer von Männern, Eiſen und Feuer dringt langſam
auf der unglücklichen Erde Frankreichs vorwärts, und
dieſe Mauer iſt faſt 300 Kilometer lang. Hoffnungslos
erſcheint auch dieſer Kampf für die Gegner Deutſchlands,
wenn man ſieht, wie leicht Deutſchland eine einheimiſche
Anleibe von faſt fünf Milliarden aufnimmt. Deutſch=

land iſt ungeheuer reich; es ſchließt nicht dieſen Krieg
bevor es an allen Fronten geſiegt hat.
Ich möchte den neutralen Staaten dazu raten, mit
Kritik und Verſtändnis den Mitteilungen der Zeitungen
über den Verlauf des Krieges zu folgen. Die Welt hat
noch nie ſolche Helltomben von Lügenberichten wie über
dieſen Krieg geſehen. Deutſchland iſt der Gegenſtand der
Verleumdung und eines ſyſtematiſch geordneten Lügen=
verkehrs
. Man zögert nicht, ſich über die Perſon des
Kaiſers in der ſchändlichſten Weiſe zu äußern. Ich habe
den Kaiſer hier geſehen und weiß, daß er auf ſeinem
Poſten ſteht, wie ein Beiſpiel für ſein ganzes Heer, und
ich weiß, wie er von ſeinen Truppen vergöttert wird. Ich
weiß und kann bei meiner Ehre beteuern, daß der Kaiſer
bis zum äußerſten alle Mittel, die menſchenmöglich ſind,
verwendet hat, um dieſen Krieg abzuhalten.
sh. Eine Stiftung der Familie Weddigen. In der letz=
ten
Sitzung der Stadtverordneten in Herford teilte der
Erſte Bürgermeiſter mit, daß die Geſchwiſter Weddigen
aus Anlaß der Ehren, die die Stadt ihrem Bruder, dem
tapferen Führer des Unterſeebootes U 9 Kapitänleur=
nant
Weddigen, hat zuteil werden laſſen, der Stadt eine
Stiftung von 30000 Mark überwieſen haben. Die Stif=
tung
ſoll nach dem verſtorbenen Vater des Seehelden,
einem ehemaligen Ratsherrn von Herford, den Namen
Eduard Weddigen=Stiftung erhalten. Ihr Ertrag ſoll in
den nächſten 20 Jahren für bedürftige Hinterbliebene von
Kriegern verwandt werden und dann zu anderen wohl=
tätigen
Zwecken Verwendung finden.
* Einen offenen Brief an Saint=Saéns richtet, wie
aus Düſſeldorf gemeldet wird, der Vorſtand der Geſell=
ſchaft
der Muſikfreunde am Rhein und in Weſtfalen in
der Muſ. Rundſchau. In dem Schreiben heißt es: Mit

Erſtaunen und Entrüſtung vernehmen wir die Nachricht
daß Sie ſich nicht ſcheuten, in den gehäſſigen Ton der fran=
zöſiſchen
Verleumder deutſcher Kunſt mit einzuſtimmen,
Als wir Ihnen vor Jahresfriſt unſere Ehrenmitgliedſchaft
antrugen, geſchah es in aufrichtiger Verehrung für Ihr
muſikaliſches Wirken und Können, das uns, da es ſich
an die deutſchen Meiſter Bach und Beethoven, an die For=
men
unſerer Klaſſiker anſchloß, beſonders naheſtehen
mußte. Wir bewunderten in Ihren Werken eine ſeltene
Vereinigung von germaniſchem Inhalt mit romaniſcher
Form. Wir ſehen unſeren Irrtum ein, daß wir im Künſt=
ler
auch das Ideal eines Menſchen erblickten. Doppelt
herb iſt unſer Irrtum, da nicht ein Junger, Unerfahre=
ner
uns ſchmäht. Haben Sie vergeſſen, daß jenes Werk,
das Ihren Ruhm begründete, Ihr Samſon und Dalila,
in einer deutſchen Stadt, in Weimar, im Jahre 1877 ſeine
Erſtaufführung erlebte? Wurde Ihnen nicht hier in dem
geläſterten Deutſchland die höchſte Auszeichnung, der preu=
ßiſche
Pour le mérite, verliehen? Empfing Sie nicht noch
im vorigen Jahre der Kaiſer der Barbaren. Wil=
helm
II., im Schloſſe zu Berlin in der liebenswürdigſten
Weiſe? Nun denn, wenn Sie dieſes alles vergeſſen haben,
ſo wollen wir auch Ihr Bild aus unſerem Gedächtnis
tilgen. Die Ehrfurcht vor Ihren weißen Haaren iſt da=
hin
. Hiermit entheben wir Sie Ihrer Ehrenmitglied=
ſchaft
.
S. Ein ſehr gelungenes und treffliches Wortſpiel ent=
nehmen
wir dem Selbſtgeſpräche Kiekebuſchs (wir wür=
den
ſagen Briehinkels) in der Deutſchen Warte (Berlin)
vom 29 d. M., worin es heißt: Den Krieg führt: Der
Deutſche mit Mut, der Oeſterreicher gleich gut, der Fran=
zoſe
mit Wut, der Ruſſe mit de Knut, der Engländer mit
de Schnut!

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Nummer 291.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Oktober 1914.

sechniſch hervorragend gelungen ſind. Ein Bericht über
ſeie Münchner Sommer=Sezeſſion leitet das Heft ein; er iſt
wegleitet von zahlreichen Abbildungen nach Werken von
Püttner, Nieſtlé, U. Hübner, Schramm=Zittau, E. Wolff,
Sgger=Lienz, Habermann, St. Lentz, Samberger, Leo
Putz, E. R. Weiß, Buri, Vahrenhorſt, Tooby, Kupſch,
Maillol, Wenck. Daran ſchließt ſich eine geiſtvolle Unter= über Linie und Form von Dr. Storck, anläßlich
wer Mannheimer Ausſtellung von Werken neuzeitlicher
Bildhauer. Auch dieſer Aufſatz iſt mit über 20 der ſchön=
iten
Illuſtrationen ausgeſtattet. Es folgen ausgezeichnete
Photographien von E. Waſow, dem begabten Nachfolger
won Frank Eugene Smith, ferner Goldſchmiede=Arbeiten
won Lettré und E. Pfeiffer, ein Gutshof von E. v. Seidl
und entzückende deutſche Spitzen und Stickereien, uter
oenen beſonders die der Spitzenſchulen Tiefenbach, Plauen
und der Wiener Kunſtgewerbeſchule hervorzuheben ſind:
Erwähnung verdient noch eine ſehr luſtige Kiſſenſtickerei
von Herta Koch. Damit aber noch nicht genug; es folgen
moch entzückende Keramiken und Bucheinbände von Prof.
JJ. Hoffmann, C. O. Czeſchka und Klablena=Lang. Einen
ehr hübſchen Ausſchnitt aus der großen Werkbund= Aus=
tellung
dieſes Jahres bietet das Niederrheiniſche Dorf
argeſtellt in Einzelobjekten der Architekten Metzendorf,
Mattar u. Renard, Schreiterer u. Below. Schließlich
ommt auch die Gartenkunſt zu Wort in Abbildungen nach
feizvollen Motiven der Gartenbau=Ausſtellung Altona
11914. Im tertlichen Teil beanſpruchen die Stimmen und
Anregungen zur Frage einer Deutſchen Mode das
größte Intereſſe aller beteiligten Kreiſe; es ſei hiermit
machdrücklich auf dieſe fachmänniſchen Aeußerungen auf=
nmerkſam
gemacht. So leitet dieſes mit 112 Abbildungen
nund 9 prächtigen Beilagen ausgeſtattete Oktoberheft den
18. Jahrgang der verdienſtvollen Darmſtädter Kunſt=
Beitſchrift würdig ein. Der Preis des Heftes beträgt wie
gewöhnlich 2,50 Mark.
In eine Kriegs=Leſe hat ſich die volkstümliche
Zeitſchrift Die Leſe umgewandelt, und die wöchentilch
erſcheinenden, zeitgemäß ausgeſtatteten Hefte geben für
oie Gegenwart und für künftige Geſchlechter eine genaue
Chronik des großen Krieges. Probenummern gegen Ein=
hendung
von 15 Pfg. vom Verlage, Stuttgart, Schloß=
traße
84.
Von unſerem Heer betitelt ſich eine Samm=
ung
von 10 Heften, die ſoeben bei J. J. Arnd in Leip=
ig
erſchienen ſind, und deren Inhalt gegenwärtig von allge=
meinſtem
Intereſſe iſt. In volkstümlicher Darſtellung
wird in einer Reihe von Bändchen von meiſt aktiven
oohen Offizieren die Ausbildung und Kampfesweiſe der
verſchiedenen Waffengattungen unſeres Heeres geſchildert.
Sehr anſchaulich wird gezeigt, wie die Infanterie, die
Artillerie, die Kavallerie, die Pioniere ſich in den Schlachten
er Gegenwart verhält, wie im Angeſicht der Feinde
Brücken geſchlagen, wie heute Feſtungen erobert, wie der
geſchlagene Feind verfolgt wird. Andere Bändchen er=
izählen
davon, wie ſich unſere wunderbar organiſierte
Mobilmachung vollzog, wie für die Ernährung unſerer
Draven Soldaten geſorgt iſt. Wieder andere ſchildern
wie Kriegführung zur See uſw. Der Preis des einzelnen
Heftchens je nach Umfang 20 45 Pf.

Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 21. Oktober.

Huſarenſieber.
W-l. Daß das Publikum in ernſter Zeit auch heiteren
Eindrücken zugänglich iſt, bewies der verhältnismäßig
Zahlreiche Beſuch der heutigen Aufführung des Luſtſpiels
Huſarenfieber das ſeine Entſtehung der Geſchichte von
den Krefelder Tanzhuſaren verdankt. Im ganzen war die
Aufführung auf einen friſchen und flotten Luſtſpielton
rgeſtimmt, und auch die Einzelleiſtungen waren derart, daß
ſſie der durch das harmloſe Stück von den ſieghaften
HHuſaren erweckten heiteren Stimmung völlig gerecht wur=
en
. Auch die Huſarenuniform ſtand ihren Trägern vom
OOberſten bis zum Fähnrich recht gut, und ſie bewegten ſich
iin ihr mit der Sicherheit und Schneid gedienter Militärs.
Recht ſympathiſch war der Oberſt des Herrn Heinz, flott
rund jovial der Leutnant von Brentendorpf des Herrn
Harprecht, jugendlich und friſch der Leutnant v. Kehr=
überg
des Herrn Ehrle und der Fähnrich des Herrn
Kroczak, während der Pillkallener Burſche des Herrn
Jürgas die Ordonnanz ſtilvoll repräſentierte.
Vom Zivil war Herrn Jordan als antimilitariſti=
ſſcher
Margarinefabrikant die dankbarſte und erfolgreichſte
Rolle zugefallen; auch Herr Hacker als Stadtrat Bröck=
mmann
verriet ein an ihm bisher wenig entdecktes Talent
fffür das Feinkomiſche, während ſich Herr Baumeiſter
iin der Rolle des Kommerzienrats weniger behaglich zu
ffühlen ſchien. Von den Damen ſeien Frl. Alſen als
FFrau von Fahrenholz, Frl. Pils als Frau Lambrecht
nund Frl. Gothe als Roſe erwähnt. Die übrigen Rollen
ſſſind untergeordneter Art.
Das Stück fand ſehr beifällige Aufnahme, namentlich
bei dem onweſenden zahlreichen Militär,

Zuſammentritt des Reichstags.

* Berlin, 21. Okt. Wie verlautet, wird der
Reichstag Anfang Dezember zu einer kurzen Be=
ratung
zuſammentreten,

Von den Kriegsſchau=
plätzen
.

* Großes Hauptquartier, 21. Okt. (W. T. B.
Amtlich.) Am Yſerkanal ſtehen unſere Truppen noch in
ſcheftigem Kampf. Der Feind unterſtützt ſeine Artillerie
vom Meere nordweſtlich Nieuwport aus. Ein engliſches
Torpedoboot wurde dabei von unſerer Artillerie kampf=
unfähig
gemacht.
Die Kämpfe weſtlich Lille dauern an. Unſere Trup=
ſpen
gingen auch hier zur Offenſive über und warfen den
Feind an mehreren Stellen zurück. Es wurden etwa 2000
Engländer zu Gefangenen gemacht und mehrere Maſchi=
mengewehre
erbeutet.
Auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz iſt keine Entſchei=
wung
gefallen.
Der amtliche franzöſiſche Kriegsbericht
om 20. Oktober, 11 Uhr abends, meldet: Der Tag war

charakteriſiert durch ein Vordringen der Deutſchen
auf allen Teilen der Front.

Die Getreidevorräte in Antwerpen.

H. Mannheim, 21. Okt. Die Rhenania hat aus
Antwerpen einen Bericht erhalten, nach dem die Ge=
treidevorräte
völlig intakt ſind. Die Schiffahrt ſei
allerdings noch durch die verſenkten Schiffe geſtört, doch
werde dieſes Hindernis ſchon in nächſter Zeit behoben ſein,
ſo daß in etwa 10. Tagen die Schiffahrt in Antwerpen
wieder frei ſei.

Ein Torpedoangriff auf ein däniſches Unterſee=
boot
.

* Kopenhagen, 21. Okt. Geſtern nachmittag
feuerte im internationalen Gewäſſer zwiſchen Nakke=
hoved
und dem Kullenleuchtfeuer ein vorher nicht bemerk=
tes
Unterſeeboot zwei Torpedos gegen das
däniſche Unterſeeboot Havmanden ab, das
mit fünf Knoten Geſchwindigkeit über Waſſer fuhr. Kein
Schußtraf. Das däniſche Unterſeeboot führte die däni=
ſche
Nationalflagge. Das Unterſeeboot, unbekannter
Nation, wurde am Nachmittag vom Nakkehoveder Leucht=
feuer
aus geſehen. Heute früh trieb am Strande von
Nakkehoved ein Torpedo an, das dort explodierte. Den be=
teiligten
kriegführenden Mächten wurde dieſer Vorfall zur
Kenntnis gebracht mit dem Erſuchen, in Zukunft größere
Achtſamkeit zu zeigen.
Zu dem Vorfall ſchreibt die Nationaltidende: Das
Unterſeeboot befand ſich ein gutes Teil außerhalb des
däniſchen Hoheitsgebietes, als der Kommandant plötzlich
einen weißen Streifen erblickte. Er war ſich ſofort darüber
klar, daß dieſer von einem Torpedo herrühre. Da ſich der
Kurs des Unterſeebootes mit der Richtung des Torpedos
kreuzte, und das Boot nur mit fünf Meilen Geſchwindig=
keit
lief, konnte der Kurs nicht ſo ſchnell geändert wer=
den
. Die Beſatzung war aufs Schlimmſte gefaßt. Glück=
licherweiſe
ging der Torpedo unter dem Kiel des Bootes
durch, ſo daß ein Zuſammentreffen nicht erfolgte. Wenige
Minuten ſpäter ſah der Kommandant wieder den ver=
dächtigen
Schaumſtreifen auf dem Waſſer, aber dieſes
Mal befand man ſich nicht in dem Kurs des Torpedos.
Das Unterſeeboot begab ſich ſofort in die däniſchen
Hoheitsgewäſſer zurück und hielt ſcharf Ausſchau, jedoch
war nichts von dem fremden Unterſeeboot zu entdecken.
Zu dieſer Zeit wurde ein Unterſeeboot, deſſen Nationali=
tät
nicht erkennbar war, von dem Nakkehoveder Leucht=
feuer
aus geſehen.
(Notiz des W. T. B.: Wie wir von amtlicher Seite er=
fahren
, ſind die beiden Schüſſe nicht von einem deutſchen
Fahrzeug abgegeben.)

Auf der Suche nach dem Schuldigen für den
Fall von Antwerpen.

* London, 21. Okt. Der militäriſche Mitarbeiter
der Times ſpricht die Anſicht aus, daß der Entſatz
Antwerpens ausführbar geweſen wäre und
er nicht an einem Fehler von engliſcher Seite geſcheitert
ſei, ſondern an einer derjenigen Enttäuſchungen, die in
der Leitung der Operationen der Koalitionsmächte nur zu
häufig einträten. Wenn 40000 bis 50000 Verbündete von
außerhalb in der Lage geweſen wären, die Belagerer etwa
auf der Linie Gent-Mecheln anzugreifen, ſo hätte
man einen großen Erfolg erwarten können. Wenn die
Expedition gebilligt worden ſei, habe Churchill offenbar
mit voller Zuſtimmung ſeiner Kollegen gehandelt, und
dieſe wiederum mit der Zuſtimmung der Verbündeten.
Wir waren bereit, fährt der Schreiber des Artikels fort,
an der Operation teilzunehmen, und wir verfügten über
die notwendigen Truppen. Wenn die anderen uns im
letzten Augenblick nicht helfen konnten, ſo beſtanden un=
zweifelhaft
gute Gründe dafür. Es iſt mit höheren In=
tereſſen
unvereinbar, daß die Verbündeten voneinander
Rechenſchaft verlangen. Wenn Kitchener oder Churchill
im Parlament oder anderwärts aufgefordert werden, das
Fiasko von Antwerpen zu erklären, ſo können ſie
mit vollem Recht jede weitere Erklärung verweigern.
Das ſind nicht weniger als vier Wenn die das
Fiasko von Antwerpen hinterher bemänteln ſollen. Der
hochbefähigte militäriſche Mitarbeiter der Times ſollte
auf alle Fälle Kriegsminiſter werden.

Rückkehr der belgiſchen Flüchtlinge.

* Amſterdam, 21. Okt. Telegraaf meldet aus Ber=
gen
op Zoom von geſtern: Die Rückkehr der Bel=
giern
nimmt einen rieſigen Umfang an. Geſtern
reiſten über 8000 Flüchtlinge ab. Die erſten vier Züge,
die heute früh abgingen, nahmen weitere 8000 mit.
* Amſterdam, 21. Okt. Das Blatt Tyd veröffent=
licht
eine Unterredung mit dem Kardinal Mer=
cier
in Antwerpen, in der dieſer den dringenden Wunſch
ausſpricht, daß die belgiſchen Flüchtlinge heim=
kehren
möchten, da keinerlei Gefahr beſtehe. Zugleich
widerſprach der Kardinal den Gerüchten, daß er ſelbſt ge=
flüchtet
ſei.

Der König der Belgier.

* Rotterdam, 21. Okt. Der Nieuwe Rotterdamſche
Courant meldet aus Havre vom 19. d. M.: Das =
nigspaar
der Belgier und der Miniſterpräſident be=
finden
ſich in der Nähe der belgiſchen Armee.

Die Kriegslage im Oſten.

* Wien, 21. Okt. Zu den letzten Ereigniſſen
auf dem galiziſchen Kriegsſchauplatz ſchreibt
der militäriſche Mitarbeiter des Neuen Wiener Tagblatts:
Das feindliche Oberkommando wollte Przemysl offen=
bar
unter allen Umſtänden nehmen, um vom ſüdlichen
Kriegsſchauplatz möglichſt viel Kräfte nordwärts in das
von den anrückenden Armeen der Verbündeten bedrohte
Gebiet von Warſchau ziehen zu können. Wenn man ein=
mal
im Beſitze des ſtärkſten Zentralpunktes Galiziens ſei,
ſo war man überzeugt, dieſes Gebiet auch mit einer gerin=
gen
Truppenmacht halten zu können. Nun hat der Sieger
von Kirk=Kiliſſe, General Radko Dimitrief, Przemysl
nicht nur nicht eingenommen, ſondern dort eine ganz
furchtbare Niederlage erlitten, deren Folgen ſich
bereits nicht allein im Gebiet der Feſtung ſelbſt, ſondern
vielmehr auch an wichtigen anderen Punkten der Stellun=
gen
ſich fühlbar machte. Unter dem unaufhaltſamen Druck
unſerer ſiegreich vordringenden Truppen in Galizien ſind
auch die Angriffe gegen die ruſſiſche Stellung ſüdlich von
Staraſol erfolgreich geweſen, und auch unſere über Cly=
row
angreifenden Truppen haben die ſtark befeſtigte Höhe

im Zentrum der feindlichen Stellung geſtürmt, nachden
am Sonntag der Schlüſſelpunkt Myzimieck nach vorheri
ger Beſchießung durch ſchwere Artillerie mit Bajonettan
griffen genommen worden war. Somit iſt der ganze Raun
ſüdweſtlich der Feſtung Przemysl, öſtlich und nordöſtlick
Medyka und das rechte Sanufer in unſerem Beſitze. Di
einzelnen Gefechte haben ſich nun zu einer rieſigen, au=
einer
150 Kilometer breiten Front abſpielenden Schlach
entwickelt, die alle ruſſiſchen Kräfte in Gali
zien feſthält.
* Genf, 21. Okt. Der ruſſiſche Generalſtab gibt unter
dem 19. Oktober bekannt: Man meldet keine weſent
liche Veränderung. Die ruſſiſchen Truppen ſind
teils in engſter Fühlung mit dem Feind, teils im Kamp,
auf der Front von Stryi bis Oſtpreußen.
* Wien, 21. Okt. Die Reichspoſt meldet aus Buka
reſt: Journal des Balcans, das ſonſt ausſchließlich die
Intereſſen des Dreiverbandes vertritt, ſtellt feſt, daß die
Lage der ruſſiſchen Armeen einigermaßen zwei
felhaft ſei. Es ſei wahr, daß die Ruſſen Ungarn ver
laſſen und ſich auf die Hauptmacht ihrer Armee zurück
ziehen mußten. Die Ruſſen hätten angekündigt, daß ſie
einige Zeit hindurch Stillſchweigen über die Bewegungen
ihrer Truppen beobachten werden. Die Deutſchen und
Oeſterreicher haben dagegen Siege und den Marſch gegen
Iwangorod und Warſchau angekündigt. Es ſcheine, daß
die Telegramme der Deutſchen und Oeſterreicher die
Wahrheit ausdrückten.

Die Sorgen der Pariſer.

* Baſel, 21. Okt. Die Nat.=Ztg. veröffentlicht einen
Pariſer Brief, in dem es heißt: Der Befehl des
Kriegsminiſters, betreffend den Schutz vor den deut=
ſchen
Flugzeugen, beruhigt die Bevölkerung nicht
mehr als die fortwährenden amtlichen Siegesnachrichten,
welche durch Erzählung Verwundeter und durch Briefe
im Felde Stehender beträchtlich abgeſchwächt
werden. Was Wunder, wenn anſtelle der Auguſtbegeiſte=
rung
Enttäuſchung und Mißmut getreten ſind.
Meldungen der Blätter, welche immer wieder dartun,
daß die Armeeverwaltung nicht mit allem Nötigen ver=
ſehen
ſei, vermehren natürlich die Sorgen um die
Soldaten. Bei den Pariſern kommen noch Nahrungs=
ſorgen
und die ungeheuere Arbeitsloſigkeit hinzu. Infolge
des Moratoriums und des dadurch bedingten Geldman=
gels
wird die Kriſis auch in den Kreiſen der Begüterten
ſehr empfunden. Die Zufuhr war vermindert, immerhin
iſt ſie aber zurzeit noch genügend. In Paris ſind die But=
terpreiſe
von 2,40 auf 4 Francs geſtiegen; ebenſo ſind die
Preiſe für Gemüſe und Obſt ſtark in die Höhe gegangen.
Eine amtliche Mitteilung behauptet zwar, daß die Ge=
treideernte
genüge, ſtreift aber doch am Schluß die Mög=
lichkeit
, amerikaniſches Getreide einführen zu müſſen;
Hungersnotpreiſe ſeien jedoch nicht zu befürchten. Be=
ruhigt
hat dies die ohnehin mißtrauiſch gewordenen Pa=
riſer
keineswegs.

Die Franzoſen kapern einen rumäniſchen
Dampfer.

* Wien 20. Okt. Die Reichspoſt meldet aus Bu=
areſt
: Die franzöſiſche Flotte hielt im Mittelländiſchen
Meer den rumäniſchen Dampfer Juil mit Bauholz an
und brachte ihn nach Algier, wo er ausgeladen wurde.
Den Wert der Ladung bezahlten die Franzoſen nachträg=
lich
. Es ſtellte ſich heraus, daß der Dampfer für ein
deutſches Schiff gehalten worden war, weil der Kapitän
Aſchinger heißt.

Italiens Neutralität.

* Bologna, 21. Okt. Die Parteileitung der
geeinigten Sozialiſten, die hier zuſammen tagt,
hat geſtern die internationale Lage erörtert. Der Direk=
tor
des Avanti, Muſolini, brachte eine Tagesordnung
ein, in der er erklärte, die von der Partei bisher verkün=
dete
Formel abſoluter Neutralität ſei zu verbindlich und
dogmatiſch gegenüber der internationalen Lage, die immer
verwickelter und reicher an unvorhergeſehenen Ereigniſſen
werde. Die Partei müſſe ſich daher vorbehalten, bei einem
eventuellen Kriege die zukünftige Handlungsweiſe der
Partei auf der Grundlage da Ereigniſſe feſtzuſetzen. Die
Tagesordnung Muſſolinis wurde von keinem Mitglied
der Parteileitung angenommen, welche ihre früheren Be=
ſchlüſſe
beſtätigte, in dem Erlaß an die Arbeiter ihre Ab=
neigung
gegen den Krieg und den entſchiedenen Willen,
in der erklärten Neutralität feſtzubleiven,
von neuem betonte. Infolge der Ablehnung des Antrages
iſt Muſolini von der Leitung des Avanti zurückge=
treten
.

Valona von Italienern beſetzt!

* Der Mailänder Secolo will aus Rom melden kön=
nen
, daß Valona von einer italieniſchen Ma=
rinekompagnie
beſetzt ſei. Beſtätigung dieſer Mel=
dung
bleibt abzuwarten.
* Rom, 21. Okt. Die Beſetzung Valonas
durch die Italiener iſt bisher nochnicht vollzogen.
Vorläufig wird Italien eine ſtärkere Flottenabteilung vor
die Bucht von Valona und die albaniſche Küſte ſenden.
Die Regierung will, ſo lange keine beſonderen Ereigniſſe
ſie dazu zwingen, Valona nicht beſetzen, ſondern die =
ſung
der geſamten Adriafrage im großen
europäiſchen Friedensſchluß abwarten.
Unterdes beeilt ſich die griechiſche Geſandtſchaft, zu er=
klären
, daß Griechenland weder Abſichten auf Va=
lona
hat noch die epirotiſchen Abſichten darauf unterſtützt.
Es iſt intereſſant, daß Italien anſängt. gegen ſeinen bis=
herigen
Freund Eſſad Paſcha mißtrauiſch zu werden. Der
Grund liegt darin, daß Eſſad am 6. Oktober einen Aufruf
erlaſſen hat, in dem als das Ziel ſeiner Bewegung die
Angliederung an die Türkei oder die Thronbeſteigung eines
ottomaniſchen Fürſten bezeichnet war. Seit jeher haben
aber die Italiener die Jungtürken bekämpft, die der Cor=
riere
della Sera als Inſtrument der deutſchen Politik be=
zeichnet
. Merkwürdig iſt, daß der Abgeordnete Torre,
der Leiter der auswärtigen Politik des Corriere, der ſeit
Beginn des europäiſchen Krieges Italien zum Angriff auf
Deutſchland und Oeſterreich verleiten will, ſich mit wenig
Konſequenz von ſeinem Standpunkte aus darüber beklagt,
daß Deutſchland eine wenig freundliche Politik gegen
Italien treibe, indem es in Albanien und Libyen durch
Begünſtigung der iſlamitiſchen Intereſſen Italien Schwie=
rigkeiten
bereite.

England und die Neutralen.

* Kriſtiania, 21. Okt. Die britiſche Geſandtſchaft
läßt durch das Norsk Telegrammbureau erklären: Die An=
griffe
engliſcher Blätter gegen Neutrale,
die dort als Lieferanten von Konterbande an Kriegfüh=
rende
hingeſtellt werden, entſprächen nicht der Auffaſſung,
die innerhalb der engliſchen Regierung herrſche. Der=
artige
Zeitungsäußerungen gingen auf eigene Rechnung
der betreffenden Blätter oder ihrer Berichterſtatter.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Oktober 1914.

Nummer 291.

Ein engliſches Flugzeug erbeutet.

* München, 21. Okt. Vom 1. Bayeriſchen Armee=
korps
wird bekannt gegeben, daß ein engliſches Flug=
zeug
erbeutet wurde, welches zunächſt der Flieger=
Erſatzabteilung in Oberſchleißheim überwieſen wird. Mit
dem Flugzeug iſt auch der engliſche Oberſt Grey,
der Führer des engliſchen Fliegerkorps, und ein Unter=
offizier
in Gefangenſchaft geraten.

Die Haltung Portugals.

* Wien, 21. Okt. In der N. Fr. Preſſe erklärt
Herzog Miguel von Braganza, die einzig
vernünftige Haltung Portugals wäre die
ſtrikteſte Neutralität. Seine Ueberzeugung ſei,
daß Portugal, wenn es ſich in dieſem Weltkonflikt als teil=
nehmende
Partei erklären ſollte, es die Partie ſpielen
würde bei der es nur alles verlieren, aber nichts gewin=
nen
könnte. Er halte den Krieg Oeſterreich=Ungarns und
ſeines Verbündeten für außerordentlich gerecht.
Es würde ihm daher doppelt ſchmerzlich ſein, wenn ein
großer Teil ſeiner Landsleute, geführt von unverantwort=
lichen
Perſönlichkeiten, ſich für die Sache der Gegner er=
klärte
.

Die Türkei und der Dreiverband.

* Wien, 21. Okt. Die Polit. Korreſp. meldet aus
Konſtantinopel: Die ruſſiſchen, engliſchen und fran=
zöſiſchen
Untertanen in der Türkei ſollen von den
Konſulaten dieſer Staaten die vertrauliche Wei=
ſung
erhalten haben, ſich der Gewerbeſteuer nicht
zu unterwerfen und gegenüber den türkiſchen Beam=
ten
, die zur Eintreibung dieſer Steuer ſich bei ihnen ein=
finden
ſollten, auf ihrer Weigerung zu beharren.
* Konſtantinopel, 21. Okt. Das franzöſiſche
Blatt Stambul, das als Organ der franzöſiſchen Botſchaft
gilt, und einen heftigen Feldzug gegen Oeſterreich=Ungarn
und Deutſchland für die Tripel=Entente führt, wurde von
der Militärbehörde auf unbeſtimmte Zeit ſus=
pendiert
. Die Mitteilung der Militärbehörde wurde
damit begründet, daß das genannte Blatt Artikel ver=
öffentlicht
habe, wodurch die Gefühle der Bekenner des
Iſlams beleidigt würden und daß es der Anordnung der
Militärbehörde zuwidergehandelt habe, da ein Blatt,
welches die Intereſſen der einen Gruppe der Kriegführen=
den
vertrete, keine ironiſchen Bemerkungen
über die Armeen deranderen Gruppemachen
dürfe.

Serbien und Bulgarien.

* Sofia, 21. Okt. Der bulgariſche Geſandte
in Niſch, der ſich in den letzten Tagen wiederholt über
die immer ſchlechter werdende Lage der Bulgaren in den
neuen Gebietsteilen Serbiens mit einem Vertreter des
Miniſteriums des Aeußern unterhielt, ſchlug die Einſetz=
ung
eines gemiſchten ſerbiſch=bulgariſchen Unter=
ſuchungsausſchuſſes
für den Bezirk Strumitza
vor, um feſtzuſtellen, wieweit die Klagen der neuen Flücht=
linge
berechtigt ſeien. Die ſerbiſche Regierung verhält ſich
gegenüber dieſer Forderung ablehnend. Die Ableh=
nung
kennzeichnet die Haltung Serbiens zur Genüge.

Der Raubzug der Japaneſen.

* London, 21. Okt. Das Reuter=Bureau meldet
aus Tokio vom 20. Okt.: Das Marine=Miniſterium gibt
bekannt, daß die Marſchall=, Mariannen= und
Karolineninſeln aus militäriſchen Gründen be=
ſetzt
worden ſind.

* Berlin, 21. Okt. Der Kreistag des Krei=
ſes
Nieder=Barnim hielt heute die zweite Kriegs=
ſitzung
ab und genehmigte eine Anleihe im Betrage
von 1 Million Mark für Notſtandsarbeiten
und eine Anleihe bis fünf Millionen Mark für
Familienunterſtützungen.
* Berlin, 21. Okt. Perſonen, die ſich mit ſchrift=
lichen
Anliegen an die Stellen des auswärtigen
Reichsdienſtes (Botſchafter, Geſandtſchaften, Konſularbe=
hörden
) wenden, werden im Intereſſe der ſchnelleren Be=
handlung
ihrer Zuſchriften erſucht, dieſe nur an die be=
treffende
Behörde, nicht an die Perſon eines Beamten
zu richten.
* Dresden, 21. Okt. Der König iſt am 20. Ok=
tober
glücklich im Großen Hauptquartier angekommen.
Er frühſtückte beim Kaiſer und beſichtigte am Nachmittag
ein erobertes Fort ſowie ein Lazarett, in dem ſich viele
Sachſen befanden.
* Hannover 21. Okt. Rektor und Senat der
Techniſchen Hochſchule Hannover haben auf einſtimmigen
Antrag der Abteilung Maſchinen= und Ingenieurweſen
den ſiegreichen Belagerer Antwerpens, General Beſeler,
zum Dr.=Ing. ehrenhalber ernannt.
* Breſt, 21. Okt. Der Panzerkreuzer Flan=
dern
der 25000 Tonnen Rauminhalt hat, iſt vom
Stapel gelaufen.
* Amſterdam, 21. Okt. Das Handelsblad meldet
aus Tilburg: Wenn das Ausfuhrverbot Eng=
lands
auf Wolle, Sajet uſw. aufrecht erhalten bleibt,
dann werden die Fabriken für Wollſtoffe etwa in vier bis
ſechs Wochen wegen Mangels an Rohmaterialien ihre
Fabrikation einſtellen müſſen. Ein Vorſchlag
der Großinduſtriellen, das Verbot unter der Bedingung
aufzuheben, daß von hier nichts ins Ausland, beſonders
nach Deutſchland, geliefert werde, iſt der engliſchen Regie=
rung
zur Erwägung übermittelt worden.
* London 21. Okt. Der Befehl, daß alle auslän=
diſchen
Flüchtlinge binnen einer Woche die Stadt
Dover zu verlaſſen haben, iſt, wie angenommen
wird, durch die Vermutung veranlaßt worden, daß mit
der großen Zahl von Flüchtlingen auch Spione nach
Dover übergeſetzt worden ſind.

Letzte Nachrichten.

* Wien, 21. Okt. Die Reichspoſt meldet aus Bu=
kareſt
: Nach dem Tode des Königs Karol hat die Re=
gierung
, wie es Brauch iſt, dem neuen König ihren Rück=
tritt
angeboten. Der König erſuchte jedoch das Kabi=
nett
, die Geſchäfte bis auf weiteres fortzuführen.
* Bukareſt, 21. Okt. Der Gerichtshof in Ilfov beſtä=
tigte
den Haftbefehl gegen Haſſan Tahſin, der
den Anſchlag auf die Brüder Buxton verübt hat. Die Beſ=
ſerung
in dem Befinden der beiden Verwundeten ſchreitet
fort.

Briefkaſten.

M. 21. Sie werden jedenfalls in dieſem Jahre noch
eingezogen.

Handſchuhe Strickarbeit.

Man beginnt am unteren Rande mit einem Anſchlag
von 60 Maſchen, ſtrickt 40 Touren zwei rechts, zwei links
dann drei Touren ganz rechts. In der 44. Tour hat man
für den Daumenkeil aus der zweiten und vorletzten Ma=
ſche
je zwei Maſchen abzuſtricken. Außerdem hat man in
dieſer Tour die 3 Rippen für auf dem Handteil durch
3 links zu ſtrickende Maſchen zwiſchen je 4 rechts geſtrickte
Maſchen bis zur 80. Tour zu markieren. Das Zunehmen
für den Daumen ſetzt ſich bis zur 59. Tour fort, und zwar
in der dem Keil zunächſt liegenden Maſche. Nach dem letz=
ten
Zunehmen hat man die 24 Maſchen des Keils auf
beſondere. Nadeln zu nehmen, 5 Maſchen neu aufzuſtrik=
ken
und mit dieſen 25 Touren zu ſtricken, wobei in der
2. und 4. dieſer Touren von den 5 neu aufgeſtrickten Ma=
ſchen
an den Seiten je eine Maſche abzunehmen iſt. In
der 6. Tour werden beide Abnehmen zuſammengeſtrickt.
Nach den 25 Touren wird der Daumen ſpitz zugeſtrickt und
der Faden vernäht. Nach Beendigung des Daumens
arbeitet man den Handteil mit Hinzunahme der 5 neuen
Maſchen des Daumens, von welchen in der 3. und 5. fol=
genden
an jeder Seite eine Maſche zuſammengeſtrickt wer=
den
muß, dann noch 23 Touren weiter. Dann beginnt der
Zeigefinger mit den 8 letzten und 8 erſten Maſchen des
Handteils und Hinzunahme von 5 neu aufgeſtrickten Ma=
ſchen
, von denen 25 Touren zu ſtricken ſind und gleich dem
Daumen zugeſtrickt. Mit den 5 Randmaſchen des An=
ſchlags
vom Zeigefinger, 8 Maſchen des hinteren und
8 Maſchen des vorderen Handſchuhs, ſowie 5 neue Maſchen
ſtrickt man für den Mittelfinger, 32 Touren und gleich
den anderen Fingern zugeſtrickt. Den nächſten Finger
ſtrickt man wie den vorigen, jedoch nur 27 Touren und
gleich den anderen Fingern zugeſtrickt. Für den kleinen
Finger ſtrickt man mit den 5 letzten neu aufgeſtrickten
Maſchen des vorigen Fingers und den noch vorhandenen
Maſchen 22 Touren und gleich den anderen Fingern zu=
geſtrickt
. (Fertiges Muſter kann Bismarckſtraße 55, I
angeſehen werden.)

Verluſtliſte (aus Nr. 55).

Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115, Darmſtadt.
Anloy am 22., Raucourt und Haraucourt am 28. 8.,
Maurupt=le=Montois am 8. und 10., Sermaize les Bains
vom 7. bis 18., am Marne=Kanal am 17. und Reims am
18. 9. 14.
Stab: Oberlt. und Adjutant Erich Leopold Guſtav
v. Küchler, Schloß Philippsruhe, t.
I. Bataillon.
Leibkompagnie: Vizef. Heinrich Schmidt,
Oberſchönmattenwag, t.; U.=O. Friedrich Pfersdorff
Darmſtadt, vw.; U.=O. d. Reſ. Franz Adler, Gerns=
heim
, t.; U.=O. d. Reſ. Adolf Lehn, Langenthal, vw.;
U.=O. d. Reſ. Franz Adam Credé, Frankfurt a. M., t.;
Gardiſt Johann Grenz, Steinbuch, vw.; Gardiſt Hch.
Bopp, Appenheim, vw.; Reſ. Jakob Bung, Mainz,
vw.; Reſ. Adam Leinert, Oberklingen, t.: Reſ. Gg
Kohlbacher, Lengfeld, vw.; Reſ. Wilhelm Dammel,
Königſtädten, vw.; Reſ. Joſef Sterkel, Dieburg, vw.;
Reſ. Johann Schleicher, Fechenheim, vw.; Gefr. d.
Reſ. Wilhelm Schuch, Eberſtadt, vw.; Gardiſt Philipp
Bambach, Bermersheim, vw.; Gardiſt Johannes Geiſt,
Helpershain, vw.; Reſ. Georg Metzger, Ingenheim,
vw.; Horniſt Heinrich Wienold, Maar, vw.; Horniſt
Karl Scharf, Gießen, t.; Horniſt Wilhelm Knörzer,
Darmſtadt, vw.; Vizef. Philipp Leißler, Darmſtadt, t.;
Reſ. Gottlieb Müller, Ortenburg, t.; Gardiſt Peter
Münd, Siedelsbrunn, t.; Gardiſt Otto Vöhl, Eichels=
dorf
, vw.; Reſ. Joſef Eckrich, Groß=Steinheim, vw.
Gardiſt Heinrich Faſſelt, Wulfen, vw.; Gardiſt Rud
Köſters, Gelſenkirchen, vw.; Gardiſt Joh. Straube,
Rüdesheim, lv.; Gardiſt Peter Schmidt, Klein= Stein=
heim
, vw.; Reſ. Martin Major, Diedesheim, vw.; Gar=
diſt
Karl Molz, Merzlich=Karthaus, vw.; U.=O. Wilhelm
Becker, Stumpertenrod, vw.; Reſ. Philipp Leon=
hardt
, Sprendlingen, vw.: Gardiſt Ehrhardt Gei=
meier
, Elmshauſen, vw.; Gardiſt Heinrich Boden=
bender
, Trais, vw.; Gardiſt Ernſt Steeg, Elpenrod,
vw.; Gardiſt Hermann Wirth, Wallernhauſen, vw.; Reſ.
Joh. Hörbert, Böllſtein, vw.; Gardiſt Karl Schnei=
der
, Eifa, vw.; Gardiſt Heinrich Schmehl, Schwelm,
vw.; Reſ. Johannes Göckes, Götzenhain, vw.; Reſ. Pet.
Rettinger, Seligenſtadt, vw.; Reſerviſt Heinrich
Bellhäuſer, Egelsbach, vw.; Reſ. Joſef Sattler,
Klein=Steinheim, vw.; U.=O. d. Reſ. Johann Ritter,
Seligenſtadt, vw.; Wehrm. Friedrich Petri, Ueberau,
vw.; Wehrm. Joſef Kaiſer, Horben, vw.; Gefr. Wilh.
Sensfelder, Worfelden, vw.: Gefr. d. Reſ. Adam
Beiſinger, Dieburg, vw.; Horniſt Ludwig Schaff=
ner
, Wolfskehlen, vw.; Reſ. Leonhardt Huber, Groß=
Umſtadt, vw.; Reſ. Philipp Schneider, Königſtädten,
vw.; Gardiſt Auguſt Stoos, Obenheim, vw.; Vizef. Wilh.
Treſſer, Offenbach, vw.; U.=O. Wilhelm Bartmann,
Finkenbach, vw.; Wehrm. Karl Streib, Aglaſterhauſen,
vw.: Wehrm. Jakob Adam, Groß=Steinheim, vw.; Wehr=
mann
Joſef Heinrich Bergmann, Groß=Auheim, vw.:
Wehrm. Joſef Jörg, t.; Gefr. Georg Ziegert, Har=
heim
, vw.; Reſ. Peter Becker, Schwanheim, vw.; Gardiſt
Heinrich Löffler, Darmſtadt, vw.; Gardiſt Ferdinand
Bürger, Wünneberg, ſchv.; Reſ. Eduard Schäfer,
Offenbach, vw.; Reſ. Auguſt Hofmann, Ober=Ramſtadt,
vw.; Reſ. Ludwig Medert, Lampertheim, vw.; Gardiſt
Karl Adrian, Meerholz, vw.; Gardiſt Mich. Leiſt I.,
Weinsheim, vw.; Gardiſt Ludwig Bachmann, Worms,
vw.; Gefr. d. Reſ. Richard Jung, Holzheim, vw.; Reſ.
Franz Adolf Hofmann III., Offenbach, vw.; Reſ. Joh
Burkard, Seligenſtadt, vw.; Gefr. Fritz Meier, Darm=
ſtadt
, vw.; Reſ. Guſtav Leonhardt, Sprendlingen, vw.;
Reſ. Peter Körper, Hainſtadt, vw.; Reſ. Lorenz Sei=
bold
, Offenbach, ſchv.; Reſ. Jakob Bertſch, Groß= Gum=
pen
, t.; Reſ. Georg Ganſer, Lampertheim, vm.; Gardiſt
Friedrich Scheffler, Hohenlimburg, vm.; Reſ. Anton
Winter, Klein=Auheim, vm.; Reſ. Bernhard Jakob,
Bürſtadt, vm.; Reſ. Auguſt Helmſtädter, Ober=Kinzig,
vm.; Gardiſt Ludwig Uhrig, Dorf Erbach, vm.: Gardiſt
Ernſt Engel, Merbitz, vm.; Gardiſt Georg Traut=
mann
, Groß=Zimmern, vm.; Reſ. Peter Plöſſer
Hoxhohl, vm.; Gardiſt Theodor Schimpf, Offenbach
vm.; Gardiſt Wilhelm Göttmann, Vilbel, vm.; Gardiſt
Wilhelm Haas, Ober=Lais, vm.: Einj.=Freiw. Heinrich
Schäfer, Darmſtadt, vm.; Reſ. Guſtav Reeſe, Witten,
vm.; Reſ. Friedrich Törge, Groß=Bieberau, vm.; Reſ.
Theodor Seibold, Unterjeſingen, vm.; Reſ. Peter =
nig
, Hainſtadt, vm.; Reſ. Georg Deißler, Sprend=
lingen
, vm.: Reſ. Karl Langendorf, Gräfenhauſen,
vm.; Reſ. Adam Wolff, Ober=Olm, vm.; Gefr. d. Reſ.
Jakob Müller, Egelsbach, vm.; Reſ. Philipp Johannes
Wagner, Hochſtadt, vm.; Reſ. Otto Fuchs, vm.; Reſ.
Otto Hoch, vm.; Reſ. Karl Schmelz, Lauterbach, vm.;
Reſ. Ludwig Kraft, Auerbach, vm.; Wehrm. Langen=
egger
, Neuſtadt, vm.; Gardiſt Theobald Arnold, Flon=

heim, vm.; Gardiſt Hermann Mitſch, Heppenheim, vm.;
Reſ. Martin Schaaf, Eberſtadt, vm.; Wehrm. Franz
Niederhöfer, Dammheim, vm.; Wehrm. Adam Bolz,
Klein=Rohrheim, vm.; Wehrm. Ludwig Kraft, Mons=
heim
, vm.; Gardiſt Joſef Federlen, Colmar, vm.;
Reſ. Jakob Munk, Eberſtadt, vm.; Reſ. Karl Bechtold,
Ginnheim, vm.; Reſ. Konſtantin Chudzinski, Mün=s
chen, vm.
2. Kompagnie: Lt. Peter Stoll, Bremerhaven,
lv.; Gardiſt Wilhelm Stroh I., Sprendlingen, lv.; Gar= Johannes Löw, Zeilhardt, lv.; Gardiſt Karl Küh=
nel
, Gera, lv.; Gefr. Hans Schütz, Offenbach, lv.; Gardiſt
L. Funk, Veitersheim, t.; Gardiſt Gg. Schmidt III.,
Ohnenheim, t.; Reſ. Wilhelm Fiſcher, Nieder= Ram=
ſtadt
, t.; Reſ. Triedrich Schäfer, Lamporthen, t.; Reſ.
Michael Wunderle, Viernheim, t.; Gardiſt Karl Kall,
Villingen, t.; Gardiſt Johann Schrod, Oberroden, lv.;
Gefr. d. Reſ. Ludwig Laun, Kelſterbach, lv.; Reſ. Hch.=
Vogel, Leuſel, lv.; Gardiſt Georg Leinberger, Uſen=
born
, lv.; U.=O. Joſef Stoppel, Habitzheim, vm.; Gardiſt
Georg Winkler, Lindenfels, vm.; Gefr. Joh. Müller
Urberach, vm.; Gardiſt Aug. Fey, Mainsbach, vm.; Gefr.
Adam Müller, Dieburg, lv.; Gardiſt Joh. Willand
Babenhauſen, lv.; Gardiſt Fritzins, Heubach, lv.; Reſ.
Wilhelm Reichert, Darmſtadt, lv.; Gardiſt Chriſtian
Mater, Roßdorf, lv.; Gardiſt Georg Springen
Landshut, lv.; Gardiſt Adam Baureis, Viernheim,t.
Sergt. Ludwig Reubold, Stockheim, lv.; U.=O. d. Reſ.
Schuckmann, lv.; Reſ. Karl Berger, Offenbach,l
Reſ. Max Schilling, Rüſſelsheim, lv.; Reſ. Kühl=
mayer
, Gernsheim, lv.; Reſ. Johann Küchler, Duden
hofen, lv.; Reſ. Valentin Hartnagel, Bürſtadt,lv
Reſ. Joſef Fiſcher, Seligenſtadt, lv.; Reſ. HeinrichKau
rach, Offenthal, lv.; Reſ. Alfred Seidel, Schönheiden
lv.; Reſ. Bernhard Reiſing, Gronau, lv.; Reſ. Nikolaus=
Mayer, Hauſen, lv.; Reſ. Ludwig Denker, Griesheim,
lv.; Reſ. Karl Kirſchner, Langenſelbold, vm
Wilhelm Schmitt, Oppenheim, lv.; Reſ. Joſef Fried=
rich
, Offenbach, lv.; Reſ. Auguſt Heßler, Offenbach,
Reſ. Peter Jung, Rüſſelsheim, lv.; Reſ. Karl Benden
Neu=Iſenburg, lv.; Reſ. Arthur Schmitt, Langenſalzm
lv.; Reſ. Martin Gröhl, Jugenheim, lv.; Reſ.Erſ
Schicke, Leipzig, lv.; Reſ. Robert Schmitt, Groß=Stein
heim, vm.: Gardiſt Heinrich Boſſert, Monsheim,
U.=O. Emil Michalski, Schalke, lv.: U.=O. Dayid
Renker, Angersbach, lv.; Reſ. Heinrich Rüll, Damm=
ſtadt
, vm.; Reſ. Joſef Super, Flecksburg, vm.;Reſ
Rotenhelfer, Lorſch, vm.; Reſ. Dewald, Lorſch
vm.; Reſ. Schmall, Bieber, vm.; Reſ. Johann Pau
Weißkirchen, vm.; Reſ. Richard Fiſcher, Arheilgen, vml
Reſ. Auguſt Kalbiz, Offenbach, vm.; Reſ. Georg Kohll
Offenthal, vm.; Reſ. Georg Arnold, Trebur, vm.; Reſ
Georg Helfmann, Egelsbach, vm.; Reſ. Johann u
ley, Erbach, vm.; Reſ. Heinrich Hahn, Darmſtadt,vm
Reſ. Philipp Morgenrot, Griesheim, vm.; Reſ. Wilh
Schäfer, Wolfskehlen, vm.; Reſ. Heinrich Pa uly, Allen=
dorf
, vm.; Reſ. Guſtav Roſenbitt, Offenbach, vmz
Reſ. Heinrich Heißt, Bensheim, vm.; Reſ. Joh. Weiß
Offenbach, vm.; Reſ. Wilhelm Netz, Darmſtadt, vm
Reſ. Heinrich Dorn, Heppenheim, vm.; Reſ. Jakohl
Kilian, Bürſtadt, vm.; Reſ. Keinz, Bürſtadt, vmz
Reſ. Peter Benz, Wittarb, vm.; Reſ. Peter Bertz, Offen=
bach
, vm.; Reſ. Markus Sticklein, Mühlheim,m
Reſ. Karl Spring, Langen, vm.; Reſ. Kaver Schmitt
Gneuheim, vm.; Reſ. Heinrich Klein, Walzheim,um
Reſ. Johann Eitelloht, Offenbach, vm.: Reſ. Hermann
Krükelt, Lüchtringen, vm.; Reſ. Anton Michel, Rum=
penheim
, vm.; Reſ. Rudolf Dell, Rumpenheim, vmd Reſ.
Franz Breitenſchuh, Büre, vm.: U.=O. JoſefRRech=
ner
, Groß=Steinheim, vm.; Reſ. Gg. Schröder, Heim=
ſtadt
, vm.; Reſ. Ludwig Lautenſchläger, Lichten=
berg
, vm.; Reſ. Paul Hoffmann II., Wolfskehlen,u
Reſ. Peter Henche, Dieburg, vm.; Reſ. Franz Miſchen
Wiehr, vm.; Reſ. Philipp Andeß, Egelsbach, vm.Reſ
Johann Köhler, Offenbach, vm.; Reſ. Wilhelm Hilde
brandt, Roßdorf, vm.; Reſ. Georg Wolf, Gonden=
heim
, vm.; Reſ. Friedrich Baum, Rotenditmold, vm
Reſ. Johann Will, Trais a. d. L., vm.
3. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Fehrer, t.; Geft
Adam Fiſcher, Sandbach, vw.; Gardiſt Wilhelm Dör
Klein=Steinheim, vw.; Reſ. Karl Römert, Frankfull
a. M., vw.; Reſ. Karl Röth, Darmſtadt, vw.; Reſ. Kall
Schäfer, Frankfurt a. M., t.; Gefr. d. Reſ. Friedrich
Schaffrath, Klein=Steinheim, vw.; Vizef. Ludwigl
Mulch, Darmſtadt, lv.; U.=O. Karl Stumpf, Reis
kirchen, vw.; U.=O. Leonhard Siefert, Vielbrunn, vſ
Gardiſt Wilhelm Eckweiler, Sprendlingen, verwunden
Gardiſt Wilhelm Erzgräber, Arheilgen, t.: Gardiſt
Georg Lochmann, Groß=Gerau, vw.: Gardiſt Adam
Seibert, Worms, vw.; Gardiſt Joſef Scheibling
Keſtenholz, vw.; Gardiſt Wilhelm Wehn, Mainzlar, v
Gefr. d. Reſ. Chriſtof Jung I., Hainſtadt, vw.; Gefr.d
Reſ. Joſef Jung II., Hainſtadt, vw.; Reſ. Jak. Walle
wein, Hochheim, vw.; U.=O. d. Reſ. Karl Simon
Darmſtadt, lv.; Reſ. Heinrich Schaffner, Groß=Gerau
vw.; Gardiſt Hermann Engel, Birklar, Kr. Gießen, vw.
Gardiſt Peter Wacher, Nackenheim, lv.; Gardiſt Ambro=
ſius
Neuſius, Birkenhof, ſchv.; Gardiſt Jakob Kühnn
Eppelsheim, vw.; Gefr. Martin Frieß, Groß=Umſtadt
vw.; Reſ. Ludwig Stier, Beſſungen, vw.; Reſ. Peter
Noſtadt, Ober=Ramſtadt, vw.; Reſ. Ludwig Diehl
Schaafheim, vw.: Gefr. d. Reſ. Georg Wenzel. Hain=
ſtadt
, vw.; Gardiſt David Frankenberg, Menden
vw.: Gardiſt Karl Rodenſtein, Schlettſtadt, v
Gardiſt Georg Schäfer II., Zwingenberg, vw.; Reſ=
Heinrich Opper, Ober=Beerbach, vw.; Reſ. Rich. Heu=
ſer
, Grenzhauſen, vw.; Gardiſt Friedrich Reichenbach,
Großenhain, vw.; Reſ. Joſef Kraus, Neuhauſen, t
Reſ. Chriſtian Ebert, Dietzenbach, vw.; Reſ. Ludwig
Wurm, Dietzenbach, vw.; Reſ. Jakob Münzenber=
ger
, Lampertheim, vw.; Reſ. Kopp. vw.; Wehrm. Götz
Hergershauſen, vw.; Gardiſt Hch. Flach, Groß=Gerau,
vw.; Gefr. Hermann Röck, Stuttgart, ſchv.; U.=O. Heinrich
Albert, Gundernhauſen, lv.; Gardiſt Wilhelm Rahn,
Altenhain, vw.; Gefr. d. Reſ. Philipp Friedrich, Bib=
lis
, lv.; Gardiſt Philipp Hunkel, Sprendlingen, vw.
Gardiſt Peter Leiſenheimer, Vendersheim, ſchv.;
Reſ. Karl Meininger, Manchenheim, ſchv.; Reſ. Hch=
Walter, Dudenhofen, lv.; Gardiſt Felix Schloczek,
Erle, ſchv.: Reſ. Jakob Ludwig, Bobſtadt, vw.; Reſ.
Franz Weber, Dieburg, vm.: Reſ. Adam Selzer
Kleeſtadt, vm.; Reſ. Anguſt Fleck, Schönau, vm.; Reſ=
Joſeph Kurſchenties, Neuhof, vm.; Reſ. Paul Both,
Unterliezheim, vm.; Gardiſt Heinrich Gebauer, Bis=
marck
, vm.; U.=O. Hans Wagner II., Darmſtadt, vm.;
Reſ. Gadhoff, vm.; Reſ. Geiß, Odernhauſen, vm.;
Reſ. Wilhelm Stroh, Sprendlingen, vm.; Reſ. Franz
Wiedekind, Groß=Zimmern, vm.; Reſ. Wörtche,
Groß=Zimmern, vm.; Wehrm. Eggel, vm.: Wehrm.
Rudolf Rückemeſſer, Hannover, vm.; Wehrm. Als=
pert
, vm.; Wehrm. Peter Maßoth, Lorſch, vm.; Reſ.
Wilhelm Flath, Wald=Amorbach, vm.; Reſ. Heberer,
vm.: Reſ. Kornelius Volz. Gräfenhauſen, vm.; Reſ.

[ ][  ][ ]

ſlchelm Bärſch, Abenheim, vm.; Reſ. Friedrich Köſt=
, Lampertheim, vm.; Gefr. d. Reſ. Philipp Kölſch,
harſtadt, vm., Reſ. Beſt, Bobſtadt, vm.; Gefr. d. Reſ
II Joſ. Schäfer, Darmſtadt, vm.
*4. Kompagnie: Fähnrich Julius v. Bernuth,
ſeis, vm.; Gefr. Ludwig Sattler, Steinbruch, t.; Reſ.
ſen ander Scholl, Frankfurt a. M., t.; Gardiſt Georg
ck, Bechtolsheim, t.; Reſ. Friedrich Helfmann,
ſiggen, t.; Reſ. Martin Weyand, Lampertheim, t.; Reſ.
alchias Simon, Zellhauſen, t.; Gefr. d. Reſ. Ernſt
ſichhorn, Alsbach, t.; Reſ. Wilhelm Rober, Stamm=
hant
, lv.; U.=O. Georg Kiſtinger, Eſchollbrücken, ſchv.;
gödiſt Wilhelm Müller IV., Schömen, ſchv.; Reſ.
illipp Pfeifer, Nieder=Beerbach, ſchv.; Gardiſt Paul
ſäichert, Uckendorf, lv.; Gardiſt Johann Köhler
rsfeld, lv.; Reſ. Philipp Knippel, Neu=Iſenburg,
v:; U.=O. Wilhelm Müller, Magdeburg, lv.; Reſ.
l Ulrich, Münſter, ſchv.; Reſ. Philipp Bildſtein,
ſü ſtadt, ſchv.; Gardiſt Konrad Heinze, Butzbach, ſchv.
aa diſt Konrad Ortwein, Stockhauſen, lv.; Wehrm.
mnann Beſt, Egelsbach, lv.; Gardiſt Wilhelm Klin=
Fr.=Crumbach, lv.; Feldw.=Lt. Wilhelm Pipkorn,
uptow, t.; Reſ. Friedr. Stenger, Bürgel, t.; Wehrm
beph Treu, Neuſtadt, ſchv.; Reſ. Konrad Rößler,
ſſünth, lv.; Gardiſt Hermann Leibner, Darmſtadt, lv.;
diſt Wilhelm Mann, Berchum, lv.; Gardiſt Wilhelm
chneider II., Ziegenburg, lv.; Gardiſt Max Jäniſch
fturt, lv.; Gardiſt Valentin Adam, Gau=Odernheim,
; Gefr. d. Reſ. Ludwig Ritzert, Fehlheim, lv.; U.=O.
ehchior Spannenberger, Stocken, lv.; U.=O. Andr.
jeßßler, Göttingen, ſchv.; Reſ. Georg Völger, Arheil=
lv
.; Wehrm. Wilhelm Krauſch, Offenbach, lv.:
as diſt Rudolf Meckel, Mainz, lv.; Gardiſt Johannes
trauß, Worms, lv.; U.=O. d. Reſ. Kaſpar Kaiſer,
Klüchlheim a. M., lv.; Reſ. Karl Petermann, Groß=
anſtadt
, vm.; Reſ. Franz Gerfelder, Zellhauſen, vm.;
Ludwig Krämer, Darmſtadt, vm.; Reſ. Joſeph
icch, Groß=Steinheim, vm.; Gardiſt Karl Schönholz,
eſſches, vm.; Reſ. Philipp Degen, Fehlheim, vm.;
f.-. Karl Dietſchi, M.=Gladbach, vm.; Gefr. d. Reſ.
irrich Schilp, Mühlheim, vm.; Reſ. Jakob Müller,
ſtadt, vm.; Reſ. Jakob Göttmann, Werſau, vm.;
Anton Röder, Mühlheim, vm.; Reſ. Johann
hmann, Mühlheim, vm.; Reſ. Joh. Winter, Mühl=
ſiz
, vm.; Gardiſt Karl Kümmel, Wehlau, vm.; Reſ.
hhann Waldmann, Erzberg, vm.; Reſ. Heinrich
zeip II., Gammelsbach, vm.; Reſ. Ludwig Müller,
r=Berbach, vm.; Reſ. Karl Möhrlein, Mainz, vm.;
Heinrich Stephan, Steeden, vm.; Gefr. d. Reſ.
uard Nolte, Offenbach, vm.; Reſ. Leonh. Schmitt
uttern, vm.; Reſ. Philipp Schmitt, Zell, vm.; Reſ.
Dileph Schaab, Kleinhauſen, vm.; Reſ. Heinr. Anthes,
ringenberg, vm.; Gardiſt Johann Höveker, Düſſel=
r
., vm.; Reſ. Adam Dracker, Alsbach, vm.; Reſ.
eunhard Vogel, Nauheim, vm.; Wehrm. Raimund
itz, Oehrberg, vm.; Horniſt Friedrich Hanfgarn,
ewelsberg, vm., Reſ. Johannes Hahl, Lampertheim
Gardiſt Ludwig Kurz, Darmſtadt, vm.: Gardiſt
ull Stinus, Volrheim, vm.: Reſ. Joſeph Beyer
ün esheim, vm.; Reſ. Heinrich Gütlich, Nauheim, vm.;
euerm. Adam Frohmuth, Oberklingen, vm.; Gardiſt
entin Kimpel, Groß=Gerau, vm.; Wehrm. Valentin
cilling, Büttelborn, vm.; Wehrm. Heinrich Wal=
Lengfeld, vm.; Gefr. d. Reſ. Heinrich Ahl, Groß=
bi
rheim, vm.
II. Bataillon.
S. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Erich Morell, Darm=
, lv.; Lt. Albrecht v. Wachter, vw.; Lt. d. Reſ.
erolf, t.; Reſ. Heinrich Lüdken, Oppenheim, lv.;
ndiſt Franz Wacker, Neſſelried, ſchv.; Reſ. Georg
ei mreich,- Heubach, lv.; Gardiſt Heinrich From=
ershäuſer
, Groß=Rohrheim, lv.; Gefr. Phil. Göl=
leuchter
, Büttelborn, ſchv.; Reſ. Ludwig Wag
Zeilhardt, lv.: Gefreiter Philipp Weiß
omau, ſchv.; Reſ. Johann Beſendörfer, Kirch=
ömbach
, lv.; Reſ. Heinrich Appel, Offenbach, lv.; Gefr
eſ. Heinrich Frieß, Groß=Umſtadt, lv.; Gefr. d. Reſ.
Waldmann, Darmſtadt, lv.; Gefr. Jakob Gott=
hll
, Eick, lv.; Gefr. Tambour Heinrich Geßner
iigründau, lv.; Gardiſt Heinrich Fladderich, Hor=
lv
: Gardiſt Karl Hillgärtner, Keſſelbach, lv.;
Adam Millmann, Klein=Zimmern, lv.; Reſ
ic drich Weilmünſter, Dietzenbach, lv.; U.=O. d. Reſ.
hurrad Brommer, Darmſtadt, lv.; Vizef. Adol
riaef, Weſthofen, lv.; Reſ. Euſebius Helm, Klein=
Arlſoſtadt, lv.; Gefr. Wilhelm Billeb, Höchſten, ſchv.;
d. Reſ. Joſeph Kreutzer, Kriegshaber, lv.; Reſ
ſcph Kümmel, Offenbach, lv.; Reſ. Adam Sattig
Leheurg ,ſchv.; Gardiſt Karl Roth, Vadenroth, ſchv.;
.d. Reſ. Karl Schubert, Seligenſtadt, lv.; Reſ.
mtin Deiß, Dietesheim, vw.; Reſ. Heinrich Knodel
nzingen, lv.; Gardiſt Peter Vierſchilling, Dahl,
w;; Reſ. Philipp Kobb, Herkershauſen, ſchv.; Reſ.
iipp Dörr, Herkershauſen, lv.: Einj.=Freiw. Gefr.
dwig Starck, Hahn, lv.; Einj.=Freiw. Gefr. Heinrich
eis, Aulendiebach, lv.; Reſ. Auguſt Buſſer, Froſch=
ub
en vw.; Gardiſt Wilhelm Specht, Straßburg, lv.;
udiſt Johann Berg, Budenheim, lv.; Reſ. Karl Jung
liehesheim, lv.; Gardiſt Johann Matheis, Neu= Bam=
rg
, lv.; Gardiſt Guſtav Comby, Pfungſtadt, lv.; Reſ.
ipp Knieriem, Höchſt, lv.; Reſ. Wilhelm Schae=
Sprendlingen, vw.; Gardiſt Franz Bergmann
leuenheim, t.; Gefr. Theodor Craß, Glauberg, t.; Gar=
Wilhelm Benz, Arheilgen, t.; Gardiſt Heinr. Dörr
wums, t.; Gardiſt Karl Hillgärtner, Keſſelbach, t.;
Eni.=Freiw. Gefr. Friedrich Hartmann, Groß=Bie=
Frau, t.; Gardiſt Philipp Göckel, Dietzenbach, t.; Reſ
Ullentin Fröhlich, Groß=Zimmern, t.; Gardiſt Adam
t:, Klein=Auheim, t.; Gardiſt Wilhelm Specht, Straß=
ry
, t.; Reſ. Auguſt Jung, Dietesheim, t.; Gefr. d. Reſ
hrmann Scharf, Darmſtadt, lv.; Reſ. Adam Albert
irdorf, lv.; Reſ. Wilhelm Hubert, Darmſtadt, lv.;
troiſt Joſeph Behr, Offenbach, lv.; Reſ. Sebaſtian
ſle in III., Froſchhauſen, lv.; Reſ. Heinrich Dammel
uſheim, lv.; Reſ. Peter Wolz, Klein=Krotzenburg, lv.;
Julius Kahn, Mörfelden, vw.; Gefr. d. Reſ. Joh
ſenrner, Froſchhauſen, vw.; Vizef. Ludwig Geb=
dt
, Harreshauſen, lv.; Reſ. Ludwig Wagner, Zeil=
ritt
, lv.; Gefr. d. Reſ. Friedrich Miltenberger
hrendlingen, lv.; Reſ. Robert Müller, Dudenberg
Gardiſt Guſtav Barth, Biſchheim, lv.; Gardiſt Otto
mer, Darmſtadt, lv.; Vizef. Anton Stein, Mümling=
urmbach
, lv.; Gardiſt Heinrich Birx, Glauberg, vm.;
troiſt Franz Maurer, Darmſtadt, vm.; Vizef. Kon=
nd
Melle, Martinhagen, vm.; Gefr. Hugo Topp, Iſer=
vm
.; Gefr. d. Reſ. Joſeph Schmied, Blaubeuren
Gefr. Wilhelm Hüsken, Oſterfeld, vm.; Gardiſt
hhann Splindler, Dolgesheim, vm.; Reſ. Jakob
ſſotrnung, Dieburg, vm.; Reſ. Karl Rödler, Die
rg, vm.; Reſ. Karl Henkel, Mainflingen, vm.; Reſ
aniz Weiland II., Nieder=Roden, vm.; Reſ. Auguſt
h r. Dietzenbach, vm.; U.=O. d. Reſ. Karl Hau, Darm=

ſtadt, vm.; Gardiſt Friedrich Denniger, Hirſchhorn,
vm.; Einj.=Freiw. Gefr. Wilhelm Clever, Karlsruhe,
vm.; San.=Gefr. Karl Rodemer, Lauterbach, vm.;
San.=Gefr. Peter Phil. Oelſchläger Reichenbach, vm.:
Gefr. Wilhelm Lied, Darmſtadt, vm.
6. Kompagnie: Hptm. d. Reſ. Markert, vw.;
Lt. d. Reſ. Haub, lv.; Gardiſt Georg Kehres, Peters=
berg
, vw.; Gefr. d. Reſ. Herm. Hillebrand, Bürgel,
vw.; Gardiſt Camil Ritter, Engenthal, vw.; Gardiſt
Jakob Eifert, Frankfurt, vw.; Reſ. Chriſt. Liebig,
Pfungſtadt, vw.; Reſ. Georg Huxhorn, Pfungſtadt, vw.
Gefr. d. Reſ. Ludwig Steinmetz, Pfungſtadt, vw.;
Gardiſt Rudolf Köhne, Schiltigheim, t.; Reſ. Georg
Henninger, Crumſtadt, vw.; Gefr. d. Reſ. Hermann
Henninger, Stockſtadt, t.; Gefr. Anton Maslanka,
Idnay, t.: Reſ. Johann Bechner, Schammelsberg, vw.:
Gefr. Karl Forcher, Wendelsheim, vw.; Gardiſt Jakob
Lotz, Erzhauſen, vw.; Reſ. Lorenz Heiſer, Auerbach,
vw.; Reſ. Nathan Appel, Dietersheim, vw.; Gardiſt
Jakob Körner, König, vw.; Gardiſt Johann Schaff=
ner
, Wolfskehlen, vw.; Gardiſt Johannes Schuchert,
Geblar, vw.; U.=O. Adam Weimar, Reichelsheim, lv.;
Gardiſt Karl Armbruſt, Vilbel, vw.; Horniſt Joh. Lu=
kowski
, Slavoszew vw.; Reſ. Friedrich Hunkel,
Sprendlingen, vw.; Gefr. d. Reſ. Adam Helfmann,
Kelſterbach, vw.; Reſ. Leopold Weiß, Bonn, vw.; Gefr.
Peter Fiedler, Wixhauſen, t.; Gardiſt Ludwig Zecher,
Daubingen, vw.; Gardiſt Paul Althof, Buer i. W., vw.;
Gardiſt Wilhelm Weigold, Ludwigshafen, vw.; Reſ
Heinrich Bickert, Gundernhauſen, vw.; Gardiſt Karl
Schmidt III., Armsheim, t.; Reſ. Martin Hohen=
berger
, Leſten, t.; Gardiſt Valentin Backes, Alzey,
vw.; Vizef. d. Reſ. Bayer, vw.; Reſ. Heinrich Baille,
Groß=Gerau, vw.; Reſ. Adam Geil, Geinsheim, t.;
Gefr. d. Reſ. Theodor Giſſel, Steinbach, vw.; Reſ
Martin Götz, Fränkiſch=Crumbach, vw.; Reſ. Johannes
Griesmer, Sprendlingen, vw.; Reſ. Georg William,
Sprendlingen, t.; Gardiſt Johannes Bock, Habitzheim,
vw.; Gefr. Wilhelm Mayer, Nierſtein, t.; Vizef. Anton
Stein, Steinbach, vw.; Reſ. Chriſt. Hahnengrad,
Hoplau, vm.; Gardiſt Moritz Vath, Mainz, vm.; Gardiſt
Adam Krichbaum, Reichenbach, vm.; Reſ. Heinrich
May, Pfungſtadt, vm.: Gardiſt Rudolf Rack, Ober=
Lais, vm.; Reſ. Georg Kappel, Sprendlingen, vm.; Reſ
Karl Krämer, Sprendlingen, vm.; Reſ. Emil Hol
zinger, Straßburg, vm.: Gardiſt Heinrich Stroh,
Wismar, vm.; Reſ. Georg Crößmann, Pfungſtadt
vm.; Reſ. Jakob Arnold, Pfungſtadt, vm.; Reſ. Jakob
Nickel, Pfungſtadt, vm.; Reſ. Adam Weingärtner,
Pfungſtadt, vm.; Reſ. Martin Müth, Dieburg, vm.;
Reſ. Jakob Bender, Schneppenhauſen vm.; Reſ. Albert
Baumbach, Fechenheim, vm.; Gardiſt Joſeph Be=
ninger
, Druſenheim, vm.; Gefr. Hermann Möller
Altenſchlirf, vm.; Gardiſt Heinrich Vinz, Mainz, vm.;
Gardiſt Heinrich Schröder, Worms, vm.; Reſ. Karl
Sperfeld Eberswalde, vm.; Gardiſt Joh. Diemert,
Mammolsheim, vm.; Reſ. Karl Bierbaum, Geinsheim
vm.; Reſ. Karl Kraft, Stockſtadt, vm.; Gefr. d. Reſ.
Heinrich Seip, Reiſen, vm.; U.=O. Georg Keil, Darm=
ſtadt
, vm.; Gardiſt Adam Zengel, Groß=Oſtheim, vm.;
Reſ. Emil Pieper, Wulflatzke, vm.; Gardiſt Heinrich
Schmitt II., Frankfurt a. M., vw.; Gardiſt Heinrich
Klinkler, Großen=Buſeck, vw.; Einj.=Freiw. U.=O. Gg.
Fritzſching, Fürſtenau, vw.; Reſ. Ludwig Reiſing,
Bürgel, vw.; Gefr. d. Reſ. Heinrich Engelhardt,
Pfungſtadt, vw: Gardiſt Georg Hammann Pfung=
ſtadt
, vw.; Reſ. Jakob Melchior, Leeheim, vw.; Gardiſt
Karl Linker, Rüddingshauſen, vw.; Gardiſt Otto Gün=
ther
, Klings, vw.; Reſ. Fridolin Seufert, Obern=
hauſen
, vw.; Gardiſt Adolf Kern, Nieder=Mockſtadt, vw.
7. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Peterſen, lv.; Reſ.
Johannes Bauer, Bierſtadt, lv.; Gefr. d. Reſ. Karl
Joh. Schanz, Arnsheim, ſchv.: Gardiſt Anton Albert
Trilling, Straßburg, lv.; Gefr. Heinrich Schwer=
mann
, Wattenſcheid ſchv.: Gardiſt Ludwig Binck,
Kuzniera, ſchv.; Gardiſt Anton Schmitt, Dromersheim
t.; Reſ. Peter Fay, Soſſenheim, t.; Reſ. Wilh. Kraus,
Oppenheim, ſchv.; Gardiſt Paul Schmalzel, Hechts=
heim
, lv.; Gardiſt Hermann Schuch, Kehl, lv.; Gardiſt
Philipp Sensfelder, Groß=Gerau, lv.; Gefr. d. Reſ.
Wilh. Schäfer, Langen, lv.; Reſ. Abraham Revioll,
Waldorf, lv.; Reſ. Karl Schmidt, Nauheim, ſchv.; Gar=
diſt
Karl Flick, Rambach, ſchv.; Reſ. Georg Schnei=
der
, Reichenbach, vw.; Reſ. Ludwig Schott, Nieder=
Modau, vw.; Reſ. Karl Teuber, Darmſtadt, lv.; Reſ.
Friedrich Büttel, Offenbach, lv.; Reſ. Ludwig Kraft,
Stockſtadt, lv.; Gardiſt Johannes Groß, Kella, lv.; Gar=
diſt
Karl Arbogaſt, Königshofen, lv.; Gefr. d. Reſ.
Auguſt Brod, Würzburg, lv.; Reſ. Franz Kuhn,
Neu=Iſenburg, lv.; Gardiſt Johannes Matter, Zutzen=
dorf
, lv.; Gardiſt Joh. Tracht, Darmſtadt, lv.; Reſ
Philipp Geiß, Mörfelden, ſchv.; Reſ. Philipp Mühlum,
Offenbach, ſchv.; U.=O. d. Reſ. Ludwig Moter, Darm=
ſtadt
, lv.; Reſ. Bernhard Meyer, Brühl, lv.; U.=O. d.
Reſ. Karl Hferonymus, Traiſa, lv.: Gardiſt
Chriſtoph Sehering, Langen, lv.; Reſ. Heinrich
Jungmann, Mörfelden, lv.; Reſ. Ernſt Gräßlin,
Schochheim, lv.; Einj.=Freiw. U.=O. Theod. Philipps,
Biedenkopf, lv.; Reſ. Auguſt Braun, Klein=Steinheim,
lv.; Reſ. Jokab Löw, Offenbach, ſchv.; U.=O. d. Reſ.
Jakob Germann, Darmſtadt, lv.; Reſ. Robert Wolf,
Mülhauſen i. E., lv: Gardiſt Max Schultze, Fürſten=
walde
, t.; Gefr. d. Reſ. Martin Bauer, Bieber, lv.; Reſ
Emil Schmidt, Offenbach, lv.; Reſ. Johann Reis
Darmſtadt, lv.; Gardiſt Leonhard Dikert, Hartershau=
ſen
, lv.; Gardiſt Joſ. Kalk, Lingolsheim, lv.; Reſ. Adam
Maul, Ober=Beerbach, lv.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Krei=
ter
, Darmſtadt, lv.; Gardiſt Guſtav Lange, Haſpe
ſchv.; Gardiſt Adolph Wolff, Stuttgart, vw.: Gardiſt
Friedrich Becker, Stumpertenrod, lv.; Reſ. Georg
Härtling, Rüſſelsheim, lv.; Gardiſt Friedrich Fried=
rich
, F.=Geißwieſe, vm.; Reſ. Johannes Haas, Neu=
Iſenburg, vm.; Horniſt Wilhelm Schmalz, Hörde i. W.
vm.; Reſ. Johannes Dehn, Neu=Iſenburg, vm.; Reſ
Peter Müller, Somborn, vm.; Gardiſt Guſtav Bie=
denkapp
, Holms=Ilsdorf, vm.; Gefr. d. Reſ. Johann
Kaufmann, Groß=Umſtadt, vm.; U.=O. Joſeph Held,
Hockenheim, vm.; Gardiſt Otto Weber, Offenbach a. M.
vm.; Gardiſt Wilhelm Arlen, Arlenweiler, vm.; Reſ.
Chriſt. Adolph Wirth, Michelbach, vm.; Gardiſt Konrad
Klos, Dalsheim, vm.; Gardiſt Hermann Wolf, Biele=
feld
, vm.
8. Kompagnie: Hptm. Hans v. Oertzen, t.;
Lt. Erich Morell, lv.; Lt. Werle, t.; Lt. Anton,
ſchv.; Gardiſt Johannes Biedenbänder, Obermodau,
t.; Tambour Heinrich Bergerhoff, Wetter, lv.; Tamb.
Friedrich Wilh. Bergermann, Hagen, lv.; Horniſt
Heinrich Weyrauch, Würzberg, t.; Gefr. Karl Adam,
Groß=Steinheim, ſchv.; Gefr. Heinrich Fiſcher, Schaf=
heim
, ſchv.; Gardiſt Johann Herget, Offenbach, lv.:
Gardiſt Konrad Johannes Heinz, Hainſtadt, lv.; Gardiſt
Bernhard Göbel, Groß=Bieberau, t.; U.=O. Hermann

Schönberger, Rodau, t.; Gardiſt Philipp Runkel,
Dorn=Dürkheim, t.; Gardiſt Peter Kümmel, Gräfen=
hauſen
, t.; Gardiſt Andr. Schnellbächer, Werſau, t.;
Gardiſt Leonhard Bangert, Fränkiſch=Crumbach, ſchv.;
Vizef. Georg Weichel, Eberſtadt, lv.; Gardiſt Jakob
Roth, Groß=Bieberau, vw.; Gardiſt Chriſtian Weiß,
Cronau, ſchv.; Gardiſt Hermann Zimmermann,
Darmſtadt, lv.; U.=O. Ernſt Böhm, Darmſtadt, lv.; Gefr.
Friedrich Brand, Gernsheim, vw.; Gardiſt Friedrich
Habermehl, Allendorf, lv.: Gardiſt Ernſt Schucker,
Karlsruhe, lv.; Gefr. Heinrich Weber, Gräfenhauſen,
lv.; Gefr. Jakob Reinſchild, Oberhiltersklingen, lv.;
Gardiſt Joh. Gemünde, Bornheim, lv.; Gardiſt Otto
Poſſehl, Roſtock, ſchv.; Gardiſt Stefan Joh. Schmitt,
Hersbrück, ſchv.; Gardiſt Heinrich Hirzinger, Stein=
heim
, vw.; Gardiſt Adam Vetter, Eſchollbrücken, vw.;
Bardiſt Peter Kehr, Ober=Ramſtadt, ſchv.; Gardiſt Jak.
Beck II., Birſtein, t.; Gardiſt Wilhelm Nanz, Calbach,
t.; Gardiſt Paul Warnſtedt, Barleben, t.: Gardiſt
Friedrich Lenz, Allendorf, lv.; Gardiſt Adam Lortz,
Klein=Bieberau, lv.; Gardiſt Wilhelm Geiger, Kriegs=
heim
, ſchv.; Gardiſt Heinrich Koch, Queck, vw.; Gardiſt
Johann Weidmann, Zell, lv.; Gardiſt Georg Beck I.,
Waldernbach, lv.; Gardiſt Ludwig Weiß, Mülben, lv.;
Gardiſt Joſef Anton Schindling, Höchſt a. M., lv.;
Gardiſt Friedrich Henkel, Hohenlimburg, ſchv.; Gardiſt
Ludwig Boenapfel, Plobsheim, lv.; Gardiſt Wilh.
Schrimpf. Nieder=Wöllſtadt, ſchv.; Gardiſt Ludwig
Müller I., Türkheim, vw.; Gefr. Wilh. Hartmann,
Brandau, lv.; U.=O. Theodorich Glock, Darmſtadt, lv.;
Gardiſt Joh. Frdr. Hofmann II., Zwingenberg, lv.;
U.=O. Wilhelm Diehl, Nordheim, lv.; Gardiſt Johann
Schreiber, Marburg, ſchv.; Gefr. Georg Wedel, Ober=
Ramſtadt, lv.; Gardiſt Friedrich Felde, Mainzlar, ſchv.
Gardiſt Chriſt. Lämmle, Sindelfingen, ſchv.; Gardiſt
Friedrich Schaffner, Berkach, lv.; U.=O. Johann
Thomas, Wöllſtein, ſchv.; Gardiſt Heinrich Gaubatz,
Groß=Bieberau, ſchv.; Gardiſt Martin Arnold, Tern=
breitenbach
, ſchv.; Gefr. Karl Friedrich Kueller, Hei=
delberg
, lv.; Gardiſt Wilhelm Krug. Bünninghauſen,
vm.; Gardiſt Heinrich Rindfrey, Traiſa, vm.; Gardiſt
Georg Hillebrand, Bürgel, vm.; Gardiſt Chriſt. Fried=
rich
Haas Herrenberg, vm.; Gefr. Heinrich Schaff=
ner
Berkach, vm.; Gardiſt Karl Reuter Jugenheim,
vm.; Gardiſt Martin Schuhmann, Aſſelſchwang, vm.;
Gardiſt Johann Naſſauer, Darmſtadt, vm.: Gardiſt
Joſef Maſſing, Heuſenſtamm, vm.: Gardiſt Wilhelm
Engel Nieder=Rodenbach, vm.; Gardiſt Georg Kölſch,
Eberſtadt, vm.; Gardiſt Camille Schmidt I., Böſen=
bieſen
, vm.; Gefr. Peter Eduard Buſſer Froſchhauſen,
vm.; Gardiſt Ludwig Adolf Malzi, Darmſtadt, vm.;
Gardiſt Peter Göttmann Eberſtadt, vm.; Gardiſt Jo=
hann
Klenk Klein=Bieberau, vm.; Gardiſt Peter Ger=
big
, Klein=Gerau, vm.; Gardiſt Adam Mink, Landenau,
vm.; Gardiſt Johannes Beckerle, Biblis, vm.; Gardiſt
Leonhard Ammann Werſau, vm.; Gardiſt Georg Zie=
mer
Wiebelsbach, vm.; Gardiſt Georg Günther,
Schafheim, vm.
Stab der 25. Infanterie=Diviſion, Darmſtadt.
Outrecourt am 28. Aug.
U.=O. Heinrich Fleiſcher, Wiesbaden, geſtorben
infolge Verwundung am 29. Aug.
Grenadier=Regiment Nr. 7, Liegnitz.
Vaux vom 24. bis 29., Cötes vom 25. bis 29.
und Verdun am 24. und 30. Sept.
II. Bataillon.
7. Kompagnie: Vizef. Erich Schrimier, Mainz
ſchwer verw.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 49, Oſſenbach.
Toul am 1. Okt.
1. Kompagnie: Wehrm. Joh. Selbert, ſchv.;
Wehrm. Johann Becker, ſchv.; Gefr. Wilhelm Schnee=
berger
, lv.
4. Kompagnie: Feldw. Johannes Schaßberger,
lv.; Wehrm. Wilh. Nolte, lv.; Wehrm. Franz Taupp,
lv.; Wehrm. Eduard Schmidt, lv.; Reſ. Karl Speizer,
lv.; Gefr. Karl Böhm, t.; Wehrm. Adam Kullmann, t.
Infanterie=Regiment Nr. 70, Saarbrücken.
Cremery am 24. u. 25. und Liancourt vom 24. bis 27. Sept.
III. Bataillon.
11. Kompagnie: Musk. Heinrich Kuhmünch,
Gießen, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 70,
Bitſch und Saargemünd.
Pierre Allamont und Celles vom 20. Sept. bis 2. Okt.
I. Bataillon.
4. Kompagnie: Wehrm. Theodor Zobel, Die=
burg
, vm.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 77, Hildesheim.
Marbaix und Namur am 23. Aug.
Maſchinengewehr=Kompagnie: U.=O. Philipp
Schupp, Egelsbach, vw.
Infanterie=Regiment Nr. 130, Metz.
Epinonville und Very vom 22. bis 24. Sept.
I. Bataillon.
4. Kompagnie: U.=O. Wilhelm Habermann,
Mombach, vw.
Infanterie=Regiment Nr. 154.
III. Bataillon, Striegau.
Cötes=Lorraines vom 24. bis 29. Sept.
10. Kompagnie: Musk. Hch. Jung, Eberſtadt, vw.
Dragoner=Regiment Nr. 6, Mainz.
Gemeldet vom Infanterie=Regiment Nr. 115, Darmſtadt.
Ohne Angabe der Eskadron: Drag. Wilh. Herget,
Offenbach, bei Sermaice am 10. Sept: vermißt.
Reſerve=Feldartillerie=Regiment Nr. 7.
1. Abteilung, Magdeburg.
Wambaix am 26. Aug., Monthyon am 5. und Nouvion
vom 16, bis 22. Sept.
1. Batterie: Kan. Otto Marſteller, Grüningen,
ſchwer verw.
Feldartillerie=Regt. Nr. 63, Frankfurt a. M. u. Mainz.
Bertrix am 22., Matton am 23. und 24., Euilly am 26.,
Etrepy am 28. Aug., Orainville vom 7. bis 27. und Pargny
vom 8. bis 12. Sept.
I. Abteilung.
Stab: Hauptm. Emanuel Schenck, ſchv.; Kan.
Heinrich Köhler, Aſſenheim, ſchv.
1. Batterie: Kan. Wilhelm Berſcheid, Horrweiler,
lv.; Kon. Jakob Michel, Affolterbach, lv.
2. Batterie: Gefr. Heinrich Ambron, Nieder=
Wöllſtadt, lv.
II. Abteilung.
4. Batterie: Kan. Philipp Walther, Mainz, lv.;
Kan. Hans Imhof, Mainz, ſchv.
6. Batterie: Gefr. Jacob Gundlach, Oberhilbers=
heim
, t.; Kan. Adolf Raabe, Gießen, lv.
Fußartillerie=Regiment Nr. 7, Cöln.
Pontgivart am 13. und 14., Merlaut am 15., Orainville
am 16., Condé und Guigmicourt am 20. und Tahure
am 25. und 26. Sept.
Stab: Oberlt. Kaiſer. Darmſtadt, ſchv.

[ ][  ][ ]

Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.

Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet:
A Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 34 Uhr nachm.
B Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag, Diens=
tag
, Freitag 34 Uhr nachm. C Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21). Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr.
nachmittags von 46 Uhr, Dienstags. Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. D Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Steinſtraße 21. Täg
lich 25 Uhr nachm. E Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I), Alexander=
ſtraße
27. Mittwoch, Samstag und Sonntag 24 Uhr nachm.
P Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
45 Uhr nachm. G Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 24 Uhr nachm. H Marienhöhe (Geneſungsheim).
I Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags von 24 Uhr. K Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 1. Werktäglich 23½ Uhr nachm., Sonntags 1112 Uhr
vorm. L. Städt. Saalbau (Reſ.=Laz. III), Riedeſelſtraße 40. Täglich
25 Uhr nachm. M Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1.
Sonntags, Mittwochs und Samstags von 24 Uhr nachm. N —Dr.
Weberſche Augenklinik (Dr. Ollendorff), Frankfurter Straße 42. Täglich
1012 Uhr vorm., 36 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang vom 20. Oktober:
von der Aue, H., Eberſtadt, Inf. 116/6, K Bären=
fänger
, W., Inf. 115/1, M Bernhardt, M., Art. 25/6,
Mun.=Ko, L. Bitſch, Ph., Brandau, Art.=Reg. 25/1, B
Brandt, H., Reſ.=San.=Komp. 48, L. Bretſch, M.,
Drag. 23/5, Mühlſtr. 18 Brunner, G. H., Inf. 137/4, L.
Burger, G., Ober=Ramſtadt, Inf. 116/1, I Dörr, B.,
Rimbach, Art. 25/5, K Drott, G., Inf. 115/3, M Dutine,
H., Inf. 115/2, M Emrich, Chr. Inf. 2, M. Engel=
hard
, J. W., Landſt.=Bat., 50. Brig., K Fehr, H., Helm=
hof
, Landſt.=Bat. Erbach, 2. Komp., I Geiß, J., Heppen=
heim
, Inf. 115/9, B Geſſer, K., Inf. 115/1, L. Glock,
H., Art.=Rekr.=Dep., L. Göbel, Chr., Inf. 118/8. M
Grünewald, Chr., Eberſtadt, Inf.=Reg. 115/3, D Günz=
ler
, Dr. H., Inf. 116/7, Parcusſtr. 4 Haas, H., Inf. 138,
M Helbing, F., Inf. 118/4, Alsbach Heckler, A., Inf.
115/2, M Holzderber, M., Inf. 115/2, M. Jonas, W.,
Güldengoſſa, Reſ.=Inf. 106/9, D Karg, G., Inf. 115/1,
M Kauſch, B., Feldflieg.=Abt. 5, M Köhler, J., Hers=
feld
, Inf.=Erſ. 115/1,E Kräcker, N. G., Münſter, Inf.=
Erſ. 15/1, E Lautenſchläger, L., Inf. 115/2, M Lorenz,
F., Train 18, K Menzert, K., Frankfurt a. M., Erſ.=Bat.
115/2, I Meiſinger, J., Kirch=Brombach, Landw.=Inf.
118/7, B Mink, G., Reichenbach i. O., Inf.=Erſ. 115/1,
E Mohrenweiſer, Fr., Feld=Flieg.=Abt. 5, M Moritz,
F., Ulanen=Regt. 6, L. Moldauer, Ph., Reſ.=Reg. 118/2,
Goddelau Müller, A., Altenburg, Reſ.=Drag. 4/3, D
Otto, H., 3. Landft.=Eskadr. L. Riedeſel, H., Frhr. z.
Eiſenbach, Stockhauſen, Huſ.=Regt. 14/2, A. Rohmann,
K., Inf. 118/6, M Seltz, A., Mülhauſen i. Elſ., Erſ.=
Flieg.=Abt. 3, E Simon, E., Drag.=Reg., Reſ., L.
Schlang, G., Nieder=Saulheim, Inf.=Regt 115/2, B
Schmidt, K., Train 18, L. Schnauber, G., Inf. 116/1,
L Schweizer, E., Landft.=Bat., 3. Komp., L. Stein=
feld
, B., Gelsdorf b Roſtock, Flieger=Bat. 3, 3. Komp., B
Stöckl, F., Landft.=Inf., 4. Komp., L. Thierolf, W.
Unteroffizier, Höchſt i. O., Inf. 115/6, N Tempel, W.,
Alzey, Inf. 115/4, C Uhrig, H., Inf. 115/2, D Wick
J., Inf. 118/3, A. Wienold, Ph., Inf. 116/3, L.

Aus den Lazaretten entlaſſen
am 20. Oktober:

Antoni, Emil, Alsbach, Inf. 126 Becker, Georg,
Darmſtadt, Feldart. 161 (ab zu Privatpflege). Benz,
Peter, Arheilgen, Inf. 115/9 (ab Arheilgen).
Berg=
mann
, Heinrich, Art. 25/5, L. Birkhofer, Joh., Inf.
67/6, G Bonifer, Wilh., Drag. 23/4, M Buſſer, Ed=
ward
Peter Froſchhauſen, Inf. 115/8, B
Büchner,
Albin, Langen, Inf. 133/6. Dango, Walter, Lüdenſcheid,
Reſ.=Inf. 102/12, C Diehl, Wilh., Inf. 118/8,
Dingeldein, Chriſt., Michelſtadt, Inf. 115/2 (ab zum Trup=
penteil
) F Diſtel, Eugen, Molsheim (Elſ.), Inf. 221/10,
Eich,
E Döß, Joh., Monzernheim, Art. 25/2, B
Hubert, Inf. 99/6, A. Engert, Ludwig, Drag. 24/3, M.
Erb, Gottlieb, Parsdorf, Inf. 70, Maſchinengewehr=Kop.,
B Fickert, Wilhelm, Langen, Inf. 133/3. Fink, Fritz,
Inf. 115/6, L. Frieß, Heinrich, Inf. 115/5, L. Görbig,
Groß=Gerau, Inf. 116/3, Musk. Gerſtenmeyer, Herm.,
Darmſtadt, L.=Inf.=Regt. 116/9, A. (geſtorben). Götz,
Joh., Mühlheim, Inf. 115/4, D Grimm, Joſ., Inf.
221/10, K Gritzbach, Heinrich, Inf. 224/12, M Hahl,
Max, Wiesbaden, Landw. 80/5, D Hahn, Joh., Ober=
modau
, Inf. 87/1, B Hahn, Phil., Bauſchheim, Art.
25/4, F (zum Truppenteil). Heim, Hermann, Kreuz=
burg
, Reſ.=Jäger=Bat., 4. Komp., I Heinrich, Aug.
Stieglitz, 2. Rekr.=Dep.=Erſ.=Bat. 115. Herdel, Adam,
Stettbach, Reſ.=Inf. 221/3, E Heß, Phil., Inf. 116/2,
L Jahn, Eduard Inf. 221/12, M Jähne, Willi,
Alsbach, Inf. 133, Reſ. Honas, Willi, Güldengoſſa,
Reſ.=Inf. 106/9 (verlegt nach Loſſen vom Vereinslaz. der
Großherzogin). Kalbitz, E., Erſ.=Bat.=Inf., L. Kaufhold.
Joh., Reſ.=Feldbäckerei, Kol. 23, K Kern, Georg, Inf.
116/2, L Kipp, Karl, Art. 61, E Kleber, Wilh., Erſ.=
Pferde=Dep. 18. A.=K., M Klenk, Joh. Phil., Klein=
Bieberau, Inf. 118/8, B Koch, Joh., Reſ.=Inf. 118/6,
K Koelle, Wilh., Sondheim, Inf. 124/2, D Kra=
mer
, Joh., Inf. 138/9, M Kroll, Herm., Inf. 181/6, K
Küchler, Ludw., Inf. 115/6, M Kuhlmann, Inf. 20
D, Loſſen (Landwehrmann). Künne, Otto, Bencha,
Reſ.=Inf. 106/9, B Kümmelberg, Kurt, Halle a. S., Inf.
107/5, C Lautenſchläger, Ad., Laudenau, Landw.=Inf.
116/1, B Leinhaas, Chriſt., Drag. 23/4, E Benz,
Paul, Inf. 136/3, K Mall, Karl, Inf. 118/3, L.
Metz, Raimund, Ohrberg, Inf. 115/4, B Metzger, Gg.,

Alsbach, Inf. 115, Erſ. Michel, Rud., Habrich, Reſ.=
Jäg. 8/1, B Müller, Heinr., Semd, Art. 61/9, D
Müller, Leonh., Elsbach, Inf. 118/5, B Poque, Wilh.,
Erſ.=Flieg.=Abt. 3, E Rebmann, Joſ., Inf. 125/4, M.
Reuter, Fritz, Inf. 221/12, M Ritz, Georg, Uetzhau=
ſen
, Inf. 4, Mun.=Kol. A.=K., A. Ros, Max, Ummer=
ſtadt
, Inf.=Regt. 224/1, 3, E Sattler, Fritz, Art. 25, E
Sieber, Jak., Wiesbaden, Landw.=Reg. 80/2, D
Spitzner, Rud., Inf. 133/7, K Schäfer, Gerh., Inf.=
Bat. 2, M Scheerer, Friedr., Traiſa, Landft.=Inf.=Regt.
118/2, I Schiatti, Guſt., Art. 61/2, Depot, E Schildge,
Wilh., Art. 25, E Schlitz, Georg, Inf. 221/12, K
Schmidt, Georg, Drag. 23/2 (Eberſtadt, Landheim).
Schneider, Ernſt, Heppenheim, Reſ.=Art. 25/4, C Schrod,
Heinr., Inf. 115/2, L. Schröder, Georg, Spachbrücken,
Inf. 115/2, 8. Schwalbe, Emil, Gersdorf, Inf. 181/1, I
Schweizer, Ad., Inf. 118/5, L Schwinn, Peter, Inf.
118/6, M Schwöbel, Adam, Inf. 118/1 (Eberſtadt, Land=
haus
). Störtzel, Gg. Phil., Hetſchbach, Inf. 115/11, B
Uebel, Ludw., Erſ.=Flieg.=Abt. 3, E Vetter, Adam,
Inf. 115/8, M. Waldmann, Peter, Inf. 118/2 (Dieburg).
Wanna, Joh., Jäg. 4/7 (Bückeburg). Weber, Jak.,
Hohenſtadt, 50. Inf.=Brig., 5. Komp., D Weber, Mus=
ketier
, Inf. 116/2 (Groß=Gerau). Wiedemann, Alfons,
Hüttenheim, Inf. 132/11, I Wiegartner, M., Inf. 116/4,
M Wild, Heinr., Reſ.=Inf. 116, M Wolferſtädten,
Pr., Sprendlingen, Inf. 110/3, D Zwick, Ernſt, Inf.
115/11, M.

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Einzelverkauf zu Engrospreisen.

8. Quittung.

In der Sammelſtelle des Darmſtädter Tag=
blatts
wurden für die Kriegsnotleidenden in Elſaß=
Lothringen folgende Beträge abgegeben:
A. Dehn 5 M., R. L. Wittich 50 M., F. Fink 20 M.,
E. Friedrich 20 M., Lehrer Pfeiffer 10 M., W. D. 2 M.,
Max Stern 50 M., C. P. 100 M., M. Keller Witwe 10 M.,
Zimmermeiſter K. 10 M., Frl. K. 2 M., Frl. L. D. 20 M.,
Apotheker G. Schmitt 15 M., K. F. 10 M., Dr. Spiegel
100 M., aus evang. Pfarrei Gundernhauſen (ein Drittel
Erntedankfeſtkollekte in Gundernhauſen) 20 M. Zuſammen
444 M., hierzu die bereits veröffentlichten 1329 M.,
insgeſamt
1773 Mark.

23. Quittung.

In der Sammelſtelle des Darmſtädter Tag=
blatts
wurden für Kriegsnotleidende in Oſtpreußen
weiter folgende Beträge abgegeben:
A. Dehn 5 M., Landwirt Friedrich Noldt 100 M.,
M. O. 1 M., M. D. 2 M., Ungenannt, Meſſel, 10 M.,
E. W. 2 M., K. F. 10 M., aus evang. Pfarrei Gundern=
hauſen
(zwei Drittel Erntedankfeſtkollekte in Gundern=
hauſen
) 40 M., von ungenannten Gebern 3, 5, 10 M.,
zuſammen 18 M. Zuſammen 188 M., hierzu die bereits
veröffentlichten 8847.57 M., insgeſamt
9035.57 Mark.

Berichtigung zur Quittung 22: Hch. Krug 5 M.

Wetterbericht.

Ueber Mitteleuropa iſt der Luftdruck gefallen, ſo daß
das Tief ſich etwas nach Norden zu ausgedehnt hat; die
Luftdruckverteilung iſt heute morgen in dieſen Gebieten
ziemlich ungleichmäßig. Eine Aenderung der Witterung
iſt nicht zu erwarten, jedoch dürften Niederſchläge in grö=
ßerer
Verbreitung zu erwarten ſein.
Wetterausſichten für Donnerstag: Trüb und
regneriſch, Temperatur unverändert, wechſelnde Winde.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben
: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

Am 27. September fiel auf dem Felde
der Ehre bei einem Sturmangriff auf dem
weſtlichen Kriegsſchauplatz unſer lieber A. H.
Diplom-Ingenieur
Fritz Sonnenburg

Leutnant der Reſ. im Garde-Pionier-Bataillon

Am 19. Oktober iſt unſer lieber A. H.
Ingenieur
Mar Bohnſtädt
(1901)
Leutnant der Landwehr im Landwehr-Infant.=
Regt. Nr. 80
(20303
ſeiner am 5. Oktober im Kampfe für das
Vaterland erhaltenen Verwundung erlegen.
Corps Rhenania zu Darmſtadt.

Statt beſonderer Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden u. Bekannten die
traurige Mitteilung, daß unſere liebe Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
(B20311
Frau
Katharina Grünewald Ww.
geb. Wittmann
nach langem, ſchwerem Leiden im 63. Lebens=
jahre
ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Philipp Grünewald,
Rudolf Grünewald, z. Zt. im Felde,
Martha Laux, geb. Grünewald,
Marie Grünewald, geb. Geiger,
Karl Laux.
Darmſtadt, Caſtrop i. W., Bingen a. Rh.
den 20. Oktober 1914.
Die Beerdigung findet Freitag, den 23. Okh
nachm. 2½ Uhr, vom Sterbehaus Heidelberger=
ſtraße
106 aus, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt=

Den Heldentod fürs Vaterland
erlitt am 6. Oktober mein Packer
Reſerviſt
Carl Daupert
im 26. Lebensjahre.
Dem leider ſo früh Verſtorbenen
wird meine Firma ein dauerndes An=
denken
bewahren.
(20277
Darmſtadt, Oktober 1914.
Joſeph Trier,
Hofmöbelfabrik.

Tageskalender.
Donnerstag, 22. Oktober:

Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende gegen
10 Uhr (Ab. C): Theodor Körner.

Für dieſe Woche
(20307
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liegen und bitte, dieſelbe geg. gute
Belohnung im Verkehrsbüro ab=
geben
zu wollen.
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halt in der Rheinſtraße.
Stirnweg 25. Marquardt.

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(*7781

G

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braune Mancheſter= Mädchen=
mütze
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Entgelt abgeg. Als Gegenleiſtung
Dienſt als Empfangsdame in
Praceis verlangt. Achtbare Witwe
mit kl. Fam. bevorzugt. Ang. unt.
B 8 an die Geſchäftsſt. (20308

[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

Am 23. ds. Mts., von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags, wird auf dem
enppenübungsplatz Scharfſchießen der Feldartillerie ſtattfinden. Die Abſperrung
ſareckt ſich über das ganze Abſperrgelände.
(20302
Darmſtadt, den 21. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Die Kreisſtraße von Darmſtadt nach Griesheim, von der Brauerei zum Felſen=
illeer
bis vor Griesheim (km 5,5 bis 6,5) iſt wegen Ausführung von Kleinpflaſter

von Moutag, den 26, d. Mks. ab auf eu. 3 Wochen für ſamtliches Fuhrwert
(Geſpanne, Automobile, Motorräder uſw.) geſperrt.
Der Durchgangsverkehr hat während der Dauer der Kleinpflaſterherſtellung den
aufgeſtellten Tafeln entſprechend zu erfolgen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der Polizei=
verordnung
vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
Darmſtadt, den 19. Oktober 1914.
(20270a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.

rer bie der itrehetw 1n 5. ber 5 ſ wiegen Mtihrug

Polizeilich eingefangene und zugelanſene Hunde: Zil polzei=
äder
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
noen
ſich: 1 Dalmatiner, 1 Jagdhund (zugelaufen). Die Hunde
imnen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
eirden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(20289
llſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.

Wir ſehen uns veranlaßt in Erinnerung zu bringen, daß das
Unsklopfen, Ausſchütteln, Abkehren uſw. von Bettwerk, Tep=
ſichen
, Kleidungsſtücken, Staubtüchern und dergleichen Gegen=
ſtümden
nach Straßen, öffentlichen Plätzen und Vorgärten hin
Lnnäß § 366,8 Str.=G.=B. und Artikel 292 Pol.=Str.=G. unſtatthaft
ino mit Strafe bedroht iſt.
Die Schutzmannſchaft iſt zur genauen Ueberwachung angewieſen.
Darmſtadt, den 19. Oktober 1914.
(20290df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Feldſchutz.

Auf Grund des Art. 129b II. 1 der Städteordnung wird nach
Uncörung der Stadtverordneten=Verſammlung und mit Genehmigung
e Großh. Miniſteriums des Innern vom 8. d. Mts. allen Per=
ſünen
das Betreten der offenen und eingefriedigten Grundſtücke in
r Feldgemarkung Darmſtadt mit einbrechender Dunkelheit unterſagt.
Zuwiderhandlungen werden mit Polizeiſtrafe bis zu 90 Mark
lahndet; im gegebenen Falle kann nach den geſetzlichen Beſtim=
jungen
auch auf eine höhere Strafe erkannt werden.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1914.
(20280dd
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.

Strohlieferung.

Die Verdingung am 13. d. Mts. iſt nicht genehmigt. Es wird
iher zur Abgabe von Angeboten für die Lieferung von 200 Zentner
Konnſtroh (Maſchinendruſch), 40 Zentner Kornſtroh (Handdruſch) und
Zentner Gerſtenſtroh (Maſchinendruſch) für die ſtädt. Verwaltungen
n: Friſt bis Montag, den 26. ds. Mts., vormittags 10 Uhr,
ſtgeſetzt.
Die Lieferungsbedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer
39, während der Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 19. Oktober 1914.
(20275df
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.

Aufgebot.

Rechtsanwalt Dr. Geßner hier hat als Pfleger des Karl
ſenlhelm Müller und des Guſtav Müller, Söhne des hier wohn=
f
geweſenen und verſtorbenen Kriegskanzleiſekretärs Karl Heinrich
üliller und deſſen Ehefrau Julie Wilhelmine, geb. Froſch, be=
Putragt, die beiden erſteren wegen Verſchollenheit für tot zu erklären.
ie bezeichneten Verſchollenen werden aufgefordert, ſich ſpäteſtens in
nt auf
dh enstag, den 6. Juli 1915, vormittags 10 Uhr,
Zimmer Nr. 219,
Ihr dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebotstermin zu
leiden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird.
Alle, die Auskunft über Leben oder Tod der Verſchollenen zu
teälen vermögen, werden aufgefordert, ſpäteſtens im Aufgebots=
rmin
dem Gericht Anzeige zu machen.
(20291
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.

Streulaub=verſteigerung.

Montag, den 26. d. Mts., vormittags 9 Uhr, ſoll am
Potſthaus Böllenfalltor das Streulaub von Wegen und Schneiſen
l: den Diſtrikten Böllenfalltor und Beſſunger Forſthaus in 19 Loſen
uteigert werden.
Nähere Auskunft erteilen der Großh. Förſter Klipſtein
Wöllenfalltor und Forſtwart=Aſpirant Blum dahier, Wie=
lurſsſtraße
75.
Darmſtadt, 20. Oktober 1914.
(20278
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Daab.

Werſteigerungs=Anzeige.

Udannerstag, den 22. Oktober 1914, nachm. 4 Uhr,
tertſteigere ich an Ort und Stelle zwangsweiſe gegen Bar=
Mihlung:
18000 gebrannte Backſteine.
Zuſammenkunft der Steigerer Ecke Kranichſteinerſtraße
nd Kaſtanien=Allee.
Darmſtadt, den 21. Oktober 1914.
(20309
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher
Bleichſtraße 9.

Pferde=Verſteigerung.

onnerstag, den 22. Oktober 1914, nachm. 4 Uhr,
rſtzeigere ich auf freiwilligen Antrag in der Landgraf Philipp=
Unltage, zwiſchen Rhein= und Waldſtraße.
3 zugfeſte Laufpferde
20304
ſſeittbietend gegen Barzahlung.
Kapp, Gerichtsvollzieher
zu Darmſtadt, Georgenſtr. 1.

Verkauf von
Matratzenſtreu.

Am Samstag, den 24. Oktober,
wird die Matraßzenſtreu einer
Eskadron auf dem Hofe der Ka=
vallerie
=Kaſerne an der Holzhof=
allee
verſteigert.
(20312
Der Verkauf beginnt um 9 Uhr
30 Minuten vormittags.
Erſatz=Eskadron Leib=
Dragoner=Regiments Nr. 24.

Den gütigen Gebern von
Liebesgaben (B20274

für das II. Lothringiſche In=
fanterie
=Regiment Nr. 131 ſage
ich meinen herzlichſten Dank.
Frfr. Schaeffer von Bernſtein.
Darmſtadt, Schießhausſtr. 67.

Ziehung. 4. November 1914.
Geld-Lotterie
zum Besten des
Prinz Heinrich-Flugs‟
1295 Geldgewinne im Betrage von
16200 Mk.
I. Hauptgen
6000 Mk.
winn
2000 Mk.
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(20189a
Porto u. Liste
Lose à 1 Mk., 25 Pfg. extra,
bei allen Loseverkaufsstellen oder
direkt durch:
L. F.Ohnacker, Darmstadt.

91, 15. 10. 1914.
Stellvertretendes Generalkommando
XVIII. Armeekorps.

IIIh. Nr. 2427.
Beim Generalkommando ſind vielfach Klagen darüber erhoben
worden, daß Geſchäftsinhaber nach Kriegsausbruch die Gehälter und
Löhne ihren Angeſtellten in erheblichem Maße gekürzt haben. Es
iſt Pflicht der Geſchäftsinhaber als der durchweg wirtſchaftlich
Stärkeren, auf die Lage der Angeſtellten in der ſetzigen Zeit doppelte
Rückſicht zu nehmen, und es muß als verwerflich bezeichnet werden,
wenn die gegenwärtige Notlage vieler Angeſtellter zu Lohndrücke=
reien
benutzt wird. Wenngleich nicht verkannt werden ſoll, daß auch
manche Geſchäftsinhaber unter den augenblicklichen wirtſchaftlichen
Verhältniſſen leiden, ſo gewinnt es doch den Anſchein, als wenn die
Lohnherabſetzungen in einzelnen Fällen in einer Weiſe erfolgen, die
durch die Verhältniſſe des Geſchäftsinhabers nicht begründet ſind.
Das Generalkommando will in die Vertragsfreiheit der Ge=
ſchäftsinhaber
in Bezug auf die Abſchließung der Anſtellungsverträge
zunächſt nicht eingreifen, gibt aber hiermit bekannt, daß alle die=
jenigen
Geſchäfte, bei denen in unzuläſſiger Weiſe eine Kürzung des
Gehalts oder Lohnes der Angeſtelten erfolgt, von jeglicher Militär=
lieferung
ausgeſchloſſen werden.
(20293
Der kommandierende General:
gez.: Freiherr von Gall,
General der Infanterie.

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Geſchäftsſtelle ds. Blattes. (*7759

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Die Arbeiten zur Verlängerung der Bahnſteigüberdachung auf
Bahnſteig I und die Ueberdachung auf Bahnſteig II ſollen öffentlich
vergeben werden. Die Arbeiten umfaſſen die Anlieferung und Auf=
ſtellung
der Eiſenkonſtruktionen zu dieſen Bahnſteigüberdachungen im
Geſamtgewicht von ca. 26,4t Fluß= und Gußeiſen. Zeichnungen und
Bedingungen ſind auf Zimmer 100 unſeres Verwaltungsgebäudes in
Mainz, Rhabanusſtraße 1, III., vormittags von 912 Uhr einzuſehen,
können auch, ſolange der Vorrat reicht, gegen poſt= und beſtellgeldfreie
Einſendung von Mk. 0,60 für die Zeichnungen und Mk. 1,00 für das
Verdingungsheft durch unſer Zentralbureau, Zimmer 51, hier bezogen
werden.
Die Angebote ſind verſchloſſen mit der Aufſchrift:
Ueberdachung der Vahnſteige auf Bahnhof Nieder=Walluf
bis zum Eröffnungstermin, welcher am Mittwoch, den 4. November
1914, vormittags 11 Uhr, in Gegenwart etwa erſchienener Bieter
im Zimmer 72 unſeres Verwaltungsgebäudes hier abgehalten wird,
poſtfrei einzuſenden.
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ches
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Oktober 1914.

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Der ſilberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)

Alſo ſo ſprach ſie, wie der. Das heißt, eigentlich ſang
ie und ziemlich wörtlich ſo: Herr von Ruſten, mein Bru=
der
, der Oberleutnant Plunk, iſt Ihnen entgegengerit=
lein
, ſcheint Sie aber verfehlt zu haben. Er iſt nämlich
mit einem Hallzug vom Kamelreiterkorps hierher kom=
mandiert
worden auf Ihre Meldung! Ich bin ſeine
Schweſter, und da ich nun einmal in Südweſt bin, hab'
d ihn begleitet. Toll, nicht wahr? Aber lange werden
vur Ihren Frieden nicht ſtören! Mein Bruder ſoll zum
ſtuorps zurückkehren, ſobald Sie hier wieder eingetroffen
ind und die Lage nicht bedrohlich erſcheint! . . . . Du
emnſt mich ja! Ich hab’ ein Herzlich Willkommen ge=
miüllt
und ganz leiſe gebeten: Herrgott, laß die Lage
udch ein bißchen länger bedrohlich erſcheinen, Mord und
Luotſchlag brauchts ja nicht gerade zu geben! . . . Ich
dett ihr ritterlich den Arm und führte ſie ins Haus und
agte dabei, was ein Ritter ohne Furcht und Tadel in
ohcher Situation zuſammenfaſelt Sandberg, wie ſah
nſeine Räuberhöhle aus! Wie ein Schmuckkäſtchen! Fräu=
einn
Plunk lachte und meinte, meine zurückgebliebenen
Luute hätten ſich geradezu darum geriſſen, Ordnung zu
machen! Schön geſchmunzelt werden die Kerls haben,
väril ſie um eine ſo bildhübſche Marjell herumſcharwenzeln
urften! Und dann hab’ ich ein Eſſen bekommen, ſo gut
hatt mir’s nie bei Hiller oder Dreſſel geſchmeckt. Von
llüdigkeit natürlich keine Spur! Erſt lange nach Mitter=
rhcht
kam Plunk mit ſeiner Patrouille zurück, wir
lie und ich ſaßen in Mänteln vor dem Hauſe beim
Slühwein, denn die Nächte ſind elend friſch da unten!
Ger und ſie! Was haben wir gelacht Und als
Uin übernächſten Tage die Meldung kam, Plunk ſolle bis
luff weiteres noch in Kirchheim bleiben, da haben wir
em Freudenbecher geſchwungen! Sie und ich wenigſtens.
der Plunk tat nämlich nicht mit. Der nahm mich beiſeite
ud redete ſo was von armem Mädel, fünfundzwanzig
Amülle, Eltern tot, Vater war Landgerichtsdirektor in
Aſlleln! Ich hab’ mir aber die Freude am kummervollen
LLebben nicht ſtören laſſen!
Und vierundzwanzig Stunden ſpäter warſt Du natür=
icg
verlobt!

Ja, Sandberg! Und Gott ſei Dank!
Ein kurzes Lachen des Freundes.
Nur weiter! Nur weiter! Denn das dicke Ende
kommt doch wohl erſt nach, ſilberner Adolf!
Der rieb ſich verlegen ſeine große Naſe und wollte
nicht recht mit der Sprache heraus.
Na ja! . Alſo der Plunk, Ihr Bruder, als der da=
von
erfuhr, vor Freude hat er nicht geſtrahlt! Weiß der
Teufel, woher er ine Ahnung hat, daß ich auf den Tod
von nem alten Onkel warten muß!
Sandberg ſchüttelte den Kopf und ſtöhnte dazu.
Du biſt und bleibſt doch der harmloſe Geſell! . . . Ihr
habt wahrſcheinlich einige Zeit ſchon vor dem Kirchheimer
Renkontre zuſammengeſtanden? . . Du nickſt! . . . Na
alſo! . . . Du, ausgerechnet Du, wirſt den Mund halten
können!
Leichtſinnig ſchlug der ſilberne Adolf mit der Hand
durch die Luft.
Bitte, alter Kerl! Vielleicht iſt mir mal der Schnabel
durchgegangen! Aber was hat das denn zu ſagen?
Kurz und gut, ich hab’ nicht gerade auf meine Verdienſte
gepocht, aber an den Kommandeur der Schutztruppe ein
Briefchen geſchrieben vertraulich etwa folgenden
Inhalts: Mein Onkel, Chriſtoph Ruſten, iſt ein alter
Mann, ich muß nach ſeinem Tode in Hinterpommern die
Klitſche übernehmen, will von Berlin aus meinen Ab=
ſchied
einreichen na, da hat er mich laufen laſſen!
Und Fräulein Plunk?
Hat ’ne Freundin, die Gattin des Bezirksrichters in
Lüderitzbucht. Bei der bleibt ſie und harrt der erfreulichen
Dinge, die da kommen ſollen!
Dein Onkel Chriſtoph weiß natürlich noch kein Ster=
benswörtchen
von Deinen Plänen?
Die verſetz ich ihm perſönlich! Der hätt’ doch ſonſt
zweihundert Worte an das Oberkommando der Schutz=
truppen
in Berlin telegraphiert. Und ich leckte mir noch
in Kirchheim für einige Zeit die Lippen!
Was für Dich das Allerbeſte geweſen wäre!
Da aber brauſte der ſilberne Adolf auf.
Erlaube mal! Du kennſt meine Braut nicht.
Sandberg winkte energiſch mit der Hand ab.
Vor allem brüll’ nicht ſo, ſilberner Adolf, Du biſt hier
nicht bei Deinen Kamelen! . Ich hab’ doch die Ehre
und das Vergnügen, Deinen alten Onkel Chriſtoph zu
kennen! Vor Deiner Abfahrt hatteſt Du nämlich, wenn

Du Dich entſinnen willſt, noch einige Rechnungen auf
Lager, die Du Deiner Frau Mutter nicht gern in die Hand
drücken wollteſt! Im allerletzten Augenblick fiel Dein
grenzenloſes Vertrauen auf mich! Wunſchgemäß hab’ ich
ſie Deinem Onkel Chriſtoph in die Hand gedrückt es
war ein reines Vergnügen, mein lieber Junge!
Der ſilberne Adolf rollte nervös eine Zigarette zwi=
ſchen
den Fingerſpitzen hin und her, zuckte ein paarmal
krampfhaft mit den Schultern.
Dafür dank ich Dir auch von Herzen! Du biſt ja
überhaupt ein rührender Kerl! Ohne Dich hätt’ ich noch
über viel mehr Hinderniſſe hinwegſtolpern müſſen!
Sandberg ging aufs ganze.
Wenn Du das einſiehſt, ſilberner Adolf, dann mußt
Du mir auch erlauben, mit Dir zu reden, wie mir der
Schnabel gewachſen iſt! Du ſagteſt vorhin, morgen
wollteſt Du Dein Abſchiedsgeſuch malen!
Ja, ich hab’ mich heute nachmittag beim Oberkom=
mando
der Schutztruppen erkundigt, wie das Geſuch aus=
ſehen
muß!
Und man hat Dir nicht abgeraten?
Hab’ nur einen Feldwebel gefragt!
Sage mal, haſt Du Dir nicht durch den Kopf gehen
laſſen, was Deine Mutter und der Onkel Chriſtoph
dazu ſagen werden? Gerade mit dem iſt ſchlecht Kirſchen
eſſen, ich weiß doch das aus Erfahrung!
Deshalb will ich ihn eben vor eine vollendete Tat=
ſache
ſtellen!
Und was ſoll dann werden?
Ich heirate und lern’ bei ihm die Landwirtſchaft!
Siebenundachtzig iſt er, das Gut bekomm’ ich nach ſeinem
Tode, man muß ſich doch in einen neuen Beruf einarbeiten!
Da rang Sandberg die Hände.
Weißt Du, was Dein Onkel ſagen wird? Das könnte
mir gerade paſſen, daß ich einen auf dem Hals habe, der
auf mein Sterben wartet! Und der alte, kräftige Hage=
ſtolz
und eine junge Frau! Alſo, ſilberner Adolf, ſie
könnte mir leid tun! Lieber hetzte ich hinter den Simon=
Kopperleuten ohne Waſſer bei vierzig Grad im Schatten
auf Kamelen hinterher!
Ich hab’ meiner Braut ſchon geſagt, ein reines Ver=
gnügen
wird es nicht! Aber ſie hat mich ausgelacht! Du,
die wickelt den Monſieur um die Finger!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ]

Täglich friſch eintreffend:
Prima Hell. Schellfische
Frima Holl. Cabliau
Iu Seehecht
im Ausſchnitt (20306
Brat-Schellfische
Merlan
Steinbutt
Lachsforellen
Seezungen
Blat
chen

Wir bitten höflichſt, die für
Freitag beſtimmten Aufträge
bis Donnerstag abend in
unſeren Beſitz gelangen zu laſſen,
Annahmen durch TeiephonNr. 40
bis 9 Uhr abends.

Räucherwaren, Marinaden.
Gebrüder Mösinger
Hoflieferanten
Nur Grafenstr. 19

Geschäft Elisabethenstr.
ist geschlossen.
Nur Telephon 40.

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von 3,50 Mk. an, feinſt gemäſtete
Gänſe und Enten, junge Hähne
von 1,20 Mk. an bis 2.50 Mk.,
Suppen= und Frikaſſeehühner
von 1,50 Mk. an, letztere weit über
100 Stück vorrätig, junge und
alte Tauben billigſt. Verkauf
täglich.
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Schröder, Karlſtraße 22.

Jeden Donnerstag
Prima junges Ziegenſleiſch
per Pfund 50 Pfg. frei ins Haus
geliefert. Poſtkarte gen. Stern,
Pfungſtadt.
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Gute Tafelbirnen, 10 Pfd. 80 Pfg.,
Pastoren-Birnen, 10 1,00 Mk.,
Herberts Reinetten, 10 1,20
Gold-Parmänen, 10 1,50
hat abzugeben (*7714
Philipp Lang, Eberſtadt
Heidelbergerſtr. 41/10

Fallbirnen
und gute Eßbirnen u. Kochbirnen
pfund= und zentnerweiſe abzugeben
*7765) Magdalenenſtr. 21, part.

verkauft waggon= und
fuhrenweiſe
(19834a
Georg Vögler I.
Pfungſtadt Tel. 223.

fferiere prima Pferde= Gelbe=
rüben
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ins Haus, auch im Zent. (*7702dsi
Adam Stephan, Pfungſtadt.

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kauft zu (B20281
5 Pfg. per Kilo
Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerſtr. 28.

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Induſtrie=Kartoffeln
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billigſten Tagespreiſen geliefert
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Bleichſtraße 45, Laden.

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1.75 1.25
1.20 1.00
1.80 1.50
1.50 1.00
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Hemdenflanelle und kariert . . . . . . . Meter 65 50 33
Kleider-Biber in hübschen Dessins . . . . Meter 85 65 45
Rockflanelle hell und dunkel gemustert . . . Meter 75 65 55
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Sporiflaneile für Blusen waschecht . . Meter 60 33

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Herrenunterhosen gefüttert
.Stück 1.80 1.50 1.10
Unterjacken für Damen und Herren
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Kinderanzüge Leib und Seel‟
Stück anfangend 95
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Gestrickte Westen
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ſtelle dieſes Blattes

Richard Wagner-Verein Darmstadt.
Montag, 26. Oktober 1914., abends 3 Uhr, im Festsaale der Turngemeinde:
Deutscher Abend
von Frl. Lonny Epstein aus Cöln und Herrn Walter Janssen,
Mitglied des Schauspielhauses in Frankfurt a. M.
Programm: Stücke für Klavier von Bach, Beethoven u. Schumann,
Dichtungen von Kleist, Liliencron, Richard Dehmel,
Rudolf Binding, Emil Claar u. A.
Der Ibach-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma Hof-
lieferant
Heinrich Arnold (Mühlstrasse 13).
(20294
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Saalkarten zu 2.50 Mk., Numerierter Balkon zu 2 Mk., Galerie
zu 1 Mk., Studentenkarten zu 75 Pfg. und Schülerkarten zu 50 Pfg.
bei Heinrich Arnold, im Verkehrsbüro und abends an der
Kasse. (Die städtische Billetsteuer wird von der Vereinskasse
getragen.) Beitrittserklärungen für den Rest des Vereins-
Jahres, die noch vor dem obigen Konzerte erfolgen, be-
rechtigen
zu dessen freiem Besuche. Der Beitrag für
den Rest des Jahres 1914 (5 Abende) beträgt 5 Mk., für einen Sperr-
sitz
platz 9 Mk.
Der Vorstand.

erteilt Nachhilfeſtunden
Lehrerin oder überwacht die Auf=
gaben
. Angebote u. B 11 an
die Geſchäftsſtelle ds. Bl. (*7761

Wer erteilt deutſche Literatur=
ſtunden
und zu welchem
Preis? Angebote u. B 9 an die
(*7750
Geſchäftsſtelle ds. Bl.

Brauereiausschank
zum Grünen Laub
Darmstadt, nächst der Marktplätze.
Bier- u. Speisewirtschaft. Schiesstand,
Stallung, Raum zum Einstellen f. Händl.
Fernsprecher 1249. (19649a

ürgerlichen Mittagstiſch.
2 Luiſenſtr. 10, part. (19197a

Morzügl. Privatmittagstiſch g
für beſſ. Herren und Damen
Hölgesſtr. 1, 1. St. (17930a

Guten Mittagstiſch
zu 55 Pfg. bei Arheilger,
zum Gambrinus, Schuchard=
(20192a
ſtraße 10.

utenPrivat=Mittag=u. Abend=
tiſch
können beſſ. Damen und
Herren erhalten Aliceſtr. 20, I. (18289a

zut. bürg. Mittagstiſch. Nied.=
Ramſtädterſtr. 31, I. (*7707df

elterer Herr ſucht in gebildeter
Familie Mittagstiſch zum
Preiſe v. 1,20 Mk., Nähe d. Dampf=
ſtraßenbahn
erwünſcht. Gefl. Ang. u.
93 an die Geſchäftsſt. (*7725

Deutſcher, ſeit 10 Jahrem
in Belgien anſäſſig, in dem
nächſten Tagen nach Ant=
werpen
zurückkehrend, über= Wahrung privater u.
geſchäftl. Intereſſen. Angeb.
u. A 97 an d. Geſchäftsſt. (*7730

Ier würde einem Wehrmann, der
Win d. nächſt. Tag. fort muß, ein
Glas für 5 Mk. auslöſen ? An=
geb
. u. A 91 a. d. Geſchäftsſtelle.

Großh. Hoftheater.
Donnerstag, den 22. Oktober 1914.,
22. Abonnements=Vorſtellung. C6.
Zum erſten Male:
Theodor Körner
Vaterländiſche Oper in einem
Vorſpiel und 4 Bildern
von Alfred Kaiſer.
Muſikal. Leiter: Richard Lert,
Spielleiter: O. Nowack.
Keine Ouvertüre!
Perſonen des Vorſpiels:
Antonie Adam=
berger
, Mitglied
vom Burgtheater Mizi Marx

Ihre Tante

Minna Müller=
Hanno

Karl Theodor
Körner
. Georg Becker=
Karoline Pichler Anna Jacobs=
Chriſtine Hofer . Clement. Feiſtſe
Joſeph vonArneth Otto Semper
Friedrich Frieſen,

Student
Demoiſelle
Lefépre,
Maximilian
Korn,

Alfred Stephani

2 Lucia Redding.
Karl Krüger, S S Paul Peterſen
Anna Krüger, . 2 Marg. Schrehe
Koberwein, 1S SFritz Lang
S Karl Buchfel)
Adelshofer, Haus=
meiſter
.
. Emil Kroczaf
Perſonen der Oper:
Antonie Adam=
berger

. Mizi Marx

Ihre Tante

Minna Müller=
Hanno

Karl Theodor
Körner
Karoline Pichler Anna Jacobs
Chriſtine Hofer Clement. Feiſtle
Joſeph vonArneth Otto Semper
Major Lützow . Frz. Herrman
Der Pfarrer . . Robert Perkins
Friedr. Frieſen, 8 Alfred Stephan
Alexander
von Herl,8 Aug. Globerger
Heinrich
Krämer
CO Otto Thomſen
Friedrich Lud=
wig
Jahn
(Vater Jahn), 8 L. Schützendorf

. Georg Becker

Hugo Helfritz /2 Lud. Kleinböhl
Ludwig Wenzel

Ferdin. Zenker, Hans Debus
Anton Probſt=
hahn

Schimunek, Wirt
Zum Heurigen Emil Kroczak
Mitzi, Kellnerin . Käthe Gothe=
Grün, 1 Polizei= Jean Sautier
Koberl, ſchergen Adolf Klotz=
Schauplätze:
1. Bild: (Vorſpiel). Im Burg
theater in Wien, 17. Auguſt 1812
2. Bild: Zimmer im Landhausvol
Karoline Pichler in Döbling=
3. Bild: Garten in Schimuneks
Wirtshaus Zum Heurigenin
Döbling.
4. Bild: Das Innere einer Kirche
5. Bild: In Gottesgabe, unwell
Schwerin, 26. Auguſt 1813,
Chöre: Robert Preuß=
Nach dem 3. Bilde findet eine
längere Pauſe ſtatt.
Krank: Käthe Meißner.
Preiſe der Plätze (Gewöhn
Preiſe): Sperrſitz: 1.12. Reihe
4.20 , 13.19. Reihe 3.40
Parterre: 1.5. Reihe 2.90
6.8. Reihe 2.35 , Proſzeniumsl
loge 6.20 , Mittelloge 6.20
Balkonloge 5.20 , 1. Rang 4.70 ,
2. Rang: 1.6. Reihe 2.70 ,7, U.
8. Reihe 2.15 , 1. Galerie 1.35
2. Galerie 0.75 .
Kartenverkauf: an der Tages
kaſſe im Hoftheater von 91
Uhr und eine Stunde vor Beginn=
der
Vorſtellung.
Anfang 7 Uhr. Ende gegen 10 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen.
Freitag, 23. Okt. 23. Ab.=Vſt.
D 7. Neu einſtudiert: Wil=
helm
Tell. Kleine Preiſe. An
fang 7 Uhr.
Samstag, 24. Okt. Außer Ab.
Dritte Volksvorſtellung zu ermäß=
Preiſen. Martha‟ Anfan
7½ Uhr. (Vergl. beſ. Anzeige)
Sonntag, 25. Okt. 24. Ab.=Vſt.
A. 6. Auf Allerhöchſten Befehl:
Patriotiſches Konzert.
Hierauf, z. erſtenmale: Wörth‟
Achtzehnhundertſiebziger Kriegs=
ſzenen
von Georg v. Ompteda.
Gew. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Montag, 26. Okt. Keine Vorſt.
Anmeldungen auf Abonnements
werden noch fortwährend von der
Hoftheater=Hauptkaſſe in den Kaſſe=
ſtunden
vormittags von 1012½
Uhr entgegengenommen.