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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 287.
Sonntag, den 18. Oktober.
1914.
Der Krieg
Warſchau. — Die Einkreiſung Deutſchlands. — Deutſchland und der Friedensſchluß. — Die Ueberlegenheit Deutſchlands.
— Die Deutſchen an der Nordſeeküſte. — Der engliſche Kreuzer uHawken verſenkt. — Englands Angſt. — Kriegsbeute
in Brügge und Oſtende.
Warſchau.
Unſere Truppen ſtehen
nun vor Warſchau, und
um die alte Hauptſtadt
Polens, deren hohe
ſtra=
tegiſche Bedentung man
ſo oft betont hat, tobt der
Kampf. Inwieweit die
Befeſtigungen der Stadt,
an deren Verſtärkung man
in den letzten Wochen mit
ſieberhaftem Eifer
gear=
beitet hat, dem Anſturm
der Deutſchen widerſtehen
werden, bleibt abzuwarten.
Jedenfalls bietet die
na=
türliche Lage der Stadt
bereits eine gute Deckung.
Hoch über den trüben
gelben Waſſern der
Weich=
ſel, die ihre melancholiſch
plätſchernden Wogen von
den Karpathen her durch
das Niederland roll,
ſpringt am linken
weſt=
lichen Ufer ein Plateau
bis dicht an den Fluß
vor, um dann in ſtarker
Senkuug abzuſtürzen. An
dieſem maleriſchen und
feſten Punkte, der nicht
nur deu Stromlauf
weit=
hin nach Süden beherrſcht,
ſondern auch die
ausge=
behnte Ebene am rechten
öſtlichen Weichſelufer
be=
grenzt, liegt ernſt und
dräuend die Zitadelle, eine
Stadt mit Gräben, Wällen
und Mauern für ſich, die
das ganze Hochplateau
überblickt, auf dem das heutige Warſchau liegt. Nach der
ſächſiſchen Herrſchaft iſt Warſchau der Schauplatz
aufre=
gender Ereigniſſe geweſen. Gegen die ruſſiſche Beſatzung
erhoben ſich die Polen zu wiederholten Malen; 1794
metzelten ſie in einem Blutbade ihre Unterdrücker nieder
und mußten ſich dann dem Anſturm Suwarows ergeben.
Von 1795—1806 war die Stadt preußiſch, und die ſtets
hochgehaltene deutſche Kultur blühte von neuem auf. Dann
kam die kurze Zeit des konſtitutionellen Königreichs
Polen: und 15 Jahre ſpäter tobten hier die Stürme der
großen polniſchen Revolution, die mit der Uebergabe der
Stadt an den ruſſiſchen General Paskiewitſch endeten. Auch
1863 und 1864 war Warſchau der Mittelpunkt des
polni=
ſchen Aufſtandes, und immer noch iſt es das polniſche
Ele=
ment, das dem Charakter der intereſſanten Stadt ſeinen
Stempel aufprägt.
Die Zeitung Kurjer Varscaveki bringt die Meldung,
daß Warſchau von Flüchtlingen aus
Weſtruß=
land überflutet iſt. In der Stadt herrſcht großer
Man=
gel an Lebensmitteln, ſo daß der Ausbruch einer
Hungersnot bevorſteht. Die Lebensmittelpreiſe ſind von
ſolcher Höhe, daß die Stimmung in der Arbeiterſchaft
äußerſt erregt iſt und ein Arbeiteraufſtand täglich
erwartet wird. Die Sicherheit von Leben und Beſitz iſt
noch immer nicht hergeſtellt: täglich kommen Diebſtähle,
Näubereien und Mordtaten vor. Die Polizei iſt gänzlich
machtlos; denn die unteren Volksſchichten betrachten den
Krieg als gute Gelegenheit, ſich an den Reichen zu rächen.
Nach dem Tagesbericht der deutſchen Heeresleitung
vom Samstag dauern die Kämpfe bei und ſüdlich von
Warſchau ſort,
Die Einkreiſung Deutſchlands.
— Nachdem bereits vor einigen Tagen der Fund von
Regierungsdokumenten in Brüſſel bemerkenswerte
Ent=
hüllungen über die Abſichten Englands und Belgiens
gegen Deutſchland geliefert hatte, ſind nunmehr im
An=
ſchluß daran von der Nordd. Allg. Ztg. eine Reihe von
Berichten deutſcher Vertreter im Auslande veröffentlicht
worden, die auf die politiſchen und militäriſchen
Be=
ziehungen der Entente=Mächte vor Ausbruch des Krieges
bezeichnende Schlaglichter werfen. Ableugnungsverſuche
unſerer Gegner, wie ſie jetzt in höchſt matter Weiſe
ange=
ſichts der Brüſſeler Dokumente von engliſcher Seite
ver=
ſucht werden, dürſten ebenfalls ohne Eindruck bleiben, da
man die Hinterhältigkeit Dieſer Mächte ſetzt zur Geniten
kennt. Es würde zu weit gehen, wenn man eine
um=
faſſende Kritik der jetzt veröffentlichten Staatspapiere an=
ſtellen wollte, wie es ihre Wichtigkeit wohl verdiente. und
es ſeien daher in dieſem Rahmen nur einige wichtigere
Punkte herausgegriffen.
Von Intereſſe dürfte es ſein, daß bereits im März
vorigen Jahres zwiſchen England und Frankreich
genaue Abmachungen wegen einer Kooperation zur
See getroffen waren. Dabei zeigt ſich wieder einmal der
Charakter der Engländer die formell keinerlei
Ver=
pflichtung zu militäriſcher Hilfeleiſtung übernehmen und
die Hand frei behalten, um ſtets nur den eigenen Intereſſen
entſprechend handeln zu können. So hat es England
immer gehalten, das wahre Geſicht der Briten wird im
Ausland immer mehr erkannt, und ſo ſchreibt der
mill=
täriſche Mitarbeiter der Mailänder Zeitung „Scra” ſehr
richtig: England wollte auf anderer Leute Koſten den
wirtſchaftlichen Wettbewerb Deutſchlands zu Grunde
richten; darum will es auch, daß der Krieg folange wie
möglich dauere, während die anderen ſich aufreiben. Aus
den weiteren Veröffentlichungen geht hervor, daß
gele=
gentlich des Pariſer Beſuches des Königs von
Eng=
land im Mai dieſes Jahres in den politiſchen
Beſprech=
ungen franzöſiſcherſeits die Anregung erfolgt iſt, die
Ab=
machungen zwiſchen Frankreich und England durch ſolche
zwiſchen England und Rußland zu ergänzen. Der
Inſpirator dieſes Gedankens war der ſattſam bekannte
ruſiſche Votſchafter Iswolski, einer derienigen, die
die Hauptverantwortung für den Weltkrieg tragen. Im
Juni beſchloß der Londoner Miniſterrat, ein
Marineab=
kommen mit Rußland in die Wege zu leiten, was auch
dann geſchah. Auch Herr Saſonow, der früher ſo
friedliche, war allmählich ins kriegeriſche Fahrwaſſer
hineingetrieben. Am bedeutungsvolſten iſt die Tatſache,
daß wir auf vertraulichem Wege die Kenntnis davon
er=
halten haben, daß Rußland ſeit dem 24. Juli zum Kriege
feſt entſchloſſen geweſen iſt, obwohl in den folgenden
Tagen der Zar in ſeinem perſönlichen Depeſchenwechſel
mit Kaiſer Wilhelm von Friedensbeteuerungen
über=
triefte. In dieſer Kenntnis der Dinge haben wir denn
auch erfreulicherweiſe nicht gezögert, unſererſeits mit aller
Entſchiedenheit den erſten Schritt zu tun nud nicht noch
einige Wochen zu warten, bis unſere Gegner in ihren
Riſtungen weiter vorgeſchritten waren und dann
ihrer=
ſeits die Feindſeligkeiten eröffneten.
Die Geſinnung der Entente=Mächte gegenüber
Deutſch=
land ging nur zu deutlich aus den nach Berlin gelangten
Meldungen unſerer diplomatiſchen Vertreter
berpor, die diesmal durchaus auf dem Poſten geweſen
ſind und damit dazu beigetragen haben, daß wir vor den
Ränken der Einkreiſungspolitik des Dreiverbandes auf der
Hut waren und ihr wohlvorbereitet mit der Waffe in der
Hand entgegentreten konnten.
Deutſchland und der Friedensſchluß.
* Köln, 16. Okt. Die Kölniſche Zeitung bringt ein
Telegramm aus Berlin, in dem gegenüber dem Artikel
des Temps vom 29. September, der behauptet die
deut=
ſche Regierung habe dem Präſidenten Wilſon den
Gedanken einer Vermittelung eingegeben, feſtgeſtellt
wird, daß die erwähnte Anregung Wilſons ihm in keiner
Weiſe von deutſcher Seite nahegelegt worden iſt. Die
deutſche Regierung, überzeugt von den guten Abſichten
des Präſidenten, habe ihm ihren Dank für ſeine
Bemühun=
gen ausgeſprochen, aber darauf hingewieſen, daß
Eng=
land ſich wiederholt dahin ausgeſprochen habe, es werde
den Krieg bis zum äußerſten führen. Sie wolle im
übri=
gen keinen Zweifel daran aufkommen laſſen, daß das
deutſche Volk, das ſolche Opfer gebracht hat, nur einen
Frieden annehmen kann, der ihm Bürgſchaften
für ſeine Sicherheit in Zukunft bringt und es
vor neuen Ueberfällen ſchützt. Die von dem Temps
an=
geführten deutſchen Bedingungen ſind eine dem
Bedürf=
niſſe der Selbſttäuſchung entſprungene Erfindung.
Deutſchlands Ueberlegenheit.
* Zürich, 16. Okt. Die Neue Züricher Zeitung
be=
ſpricht in ihrem heutigen Leitartikel die Ausſichten
Eng=
lands für eine Niederzwingung der deutſchen
Flotte in ſehr peſſimiſtiſchem Sinne. Ausgezeichnete
Bedingungen für das Nordſeegeſchwader die faſt
undenk=
bare Erzwingung des Einganges in die Oſtſee, die Furcht
vor der unheimlichen Tüchtigkeit der deutſchen Tauch=
und Torpedoboote machen es den engliſchen Admiralen
unmöglich, die deutſche Flotte zum Kampf zu zwingen.
Die Ausſchiffung der Landtruppen an der deutſchen
Nord=
ſeekuſte, die bei der geringen Waſſertiefe ausgebootet
wer=
den müßten, erſcheint ebenſo undurchführbar, wie die
Be=
ſetzung von Amſterdam. Mithin ſind die Ausſichten für
die Engländer ſehr gering. Dazu kommt noch die
Ueber=
legenheit der deutſchen Mantelring=Geſchütze, die 220
Schuß abgeben können, während die engliſchen
Drahtrohr=
geſchütze bereits nach 60 Schüſſen Ausbrennungen erleiden,
ſomit ihren Wert infolge eingebüßter Trefſicherheit völlig
verlieren. Der engliſchen Induſtrie war die Herſtellung
von Mantekring=Geſchützen nicht möglich, weil ſie
außer=
ſtande war, genügend große Stahlblöcke in der
erforder=
lichen Güte herzuſtellen. Alſo auch hierin zeigt ſich
Deutſchlands unbedingte Ueberlegenheit,
wodurch die an ſich ungleiche Partie zu ſeinen Gunſten
beeinſlußt wird.
Unnütze Aufregung.
* Düſſeldorf, 16. Okt. Vom ſtellvertretenden
kommandierenden General Frhrn. v. Biſſing liegt
folgende Bekanntmachung vor:
Die Tatſache, daß es vor einigen Tagen einem
feind=
lichen Flieger gelungen iſt, die Hülle des in der
neuen Düſſeldorfer Ballonhalle befindlichen
Luftſchif=
fes mittels einer Bombe zu zerſtören, hat in gewiſſen
Kreiſen der Bevölkerung eine Stimmung ausgelöſt, die
dem energiſchen, tatkräftigen Weſen unſeres Volkes nicht
entſpricht. Der Niederſchlag dieſer Stimmung zeigt ſich
in einer großen Zahl von Zuſchriften, die dem
General=
kommando in den letzten Tagen zugegangen ſind und die
entweder Vorwürfe darüber enthalten, daß man es in
Düſſeldorf an der nötigen Wachſamkeit habe fehlen laſſen,
oder Vorſchläge bringen, wie man eine Wiederholung
der=
artiger Vorgänge vermeiden könne. Die erſtgenannten
Kritiken gehen zum größten Teil von ſolchen Perſonen
aus, die von der Sache anſcheinend ſehr wenig verſtehen
und für die darum das Kritiſieren ſehr leicht iſt. Da ſie
auch die Verhältniſſe durchaus nicht überſehen und gar
nicht in der Lage ſind, die Schwierigkeiten zu beurteilen,
mit denen hier zu kämpfen iſt, ſo machen ſie ſich die Sache
ſehr einfach, indem ſie ohne weiteres die ganze Schuld
den militäriſchen Behörden zuſchieben. Der mehrfach
er=
hobene Vorwurf. daß zum Schutz der Ballonhalle nicht
die genügenden Maßregeln getroffen ſeien, daß nichts
ge=
ſchehen ſei, das Heranfahren feindlicher Flieger rechtzeitig
zu erfahren, ja ſogar, daß die Wachmannſchaften nicht zur
Stelle geweſen wären, alles das triſt in keiner Weiſe zu.
Auch im vorliegenden Falle iſt das Herannahen des
Flie=
gers ebenſo rechtzeitig gemeldet worden, wie das
vorige Mal, wo ſein Verſuch fehlgeſchlagen war. Er iſt
daher auch diesmal ſtark unter Gewehr= und
Maſchinen=
gewehrfeuer genommen worden, wodurch aber keine
ge=
nügende Wirkung erzielt wurde, da das Flugzeug
an=
ſcheinend gepanzert war. Es geht dies aus den
vie=
len deformierten Geſchoſſen hervor, die an Ort und Stelle
aufgeleſen worden ſind. Eine auf dem Grundſtück der
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Oktober 1914.
Nummer 287.
Rheiniſchen Metallwaren= und Maſchinenfabrik
aufge=
ſtellte Ballonabwehrkanone gab mehrere Schüſſe
ab, konnte aber dann das Feuer wegen einer
Ladehem=
mung nicht in ausgiebiger Weiſe fortſetzen. Weitere
Ballonabwehrgeſchütze ſtanden nicht zur Verfügung, da
die ſehr zahlreichen Geſchütze dieſer Gattung naturgemäß
zur Front abtransportiert worden ſind, wo ſie eben noch
nötiger gebraucht werden als in der Heimat.
Infolge der großen durch unſere Heere erfochtenen
Erfolge ſind die in der Heimat Zurückgebliebenen in
gewiſſer Weiſe verwöhnt worden, ſo daß es manchem
direkt auf die Nerven fällt, wenn auch unſerem
Feinde einmal irgendwo ein kleiner
Er=
folg wie hier zuteil wird. Daß allerlei
Vor=
kommniſſe nicht ausgeſchloſſen ſind, iſt ja nur zu
natür=
lich. Es liegt aber durchaus kein Anlaß zur
Beunruhig=
ung vor und ebenſo wenig kann daraus ein Grund
her=
geleitet werden, die nach reiflicher Ueberlegung innerhalb
der Grenzen des Möglichen getroffenen Schutzmaßregeln
in einſeitiger Weiſe zu übertreiben. Der Herr
Inſpek=
teur der Fliegertruppen hat infolge des Düſſeldorfer
Un=
falls Gelegenheit genommen, die zum Schutz der
dor=
tigen Ballonhallen getroffenen Maßnahmen in
Augen=
ſchein zu nehmen. Er hat ſich mit ihnen durchaus
ein=
verſtanden erklärt und das Verhalten unſerer braven
Landſturmmannſchaften durchaus anerkannt. Von den
vielen Maßnahmen, die zur Verhütung ähnlicher
Vor=
kommniſſe vorgeſchlagen werden, kommen die meiſten
überhaupt nicht mehr in Betracht, da ſie zum größten Teil
von falſchen Vorausſetzungen ausgehen oder andere
wich=
tige Geſichtspunkte außer Acht laſſen, was dann wieder
andere Nachteile im Gefolge haben würde.
Eine beſondere Anerkennung muß ich der Preſſe
aus=
ſprechen, die im Gegenſatz zu dem Verhalten mancher
Kreiſe die Ruhe bewahrt und erſt die Beſtätigung des
be=
dauerlichen Vorfalles abgewartet hat, anſtatt mit
alar=
mierenden Nachrichten die Unruhe noch zu vermehren.
Von manchen Seiten werdn dafür Vorwürfe gegen die
Preſſe erhoben, und es wird Abhilfe dagegen verlangt.
Vorwürfe gegen die Preſſe wären aber nur dann
berech=
tigt geweſen, wenn ſie dieſelbe Aufregung und Nervoſität
gezeigt hätte, wie ſie leider bei einem großen Teil der
Düſſeldorfer Bevölkerung hervorgetreten ſind.
Die Deutſchen vor Belfort.
* Berlin, 17. Okt. Eine Züricher Depeſche der
Kölniſchen Zeitung will verſichern können, daß gegen die
von den Franzoſen öſtlich Belfort vorgeſchobenen
Stel=
lungen bereits am Dienstag ſchwere deutſche Mörſer
an=
geſetzt wurden. Die Kämpfe waren ſehr heftig. Die
deutſchen Truppen gewannen Boden, wenn auch nur
ſchrittweiſe.
Wie die Engländer in Antwerpen hauſten.
* Rotterdam, 14. Okt. Intereſſante Mitteilungen
von den auf holländiſchem Gebiet gefangen genommenen
belgiſchen Soldaten der Antwerpener Verteidigungsarmee
bringen nach der Deutſchen Tageszeitung die
Montags=
blätter. Die belgiſchen Gefangenen äußern ſich in Worten
ſchwerſter Vorwürfe gegen die Engländer,
die nach der Verſicherung des Antwerpener
Kommandan=
ten mit einem Erſatzheer von 120000 Mann ſchon vor
acht Tagen eintreffen ſollten, während kaum 25000 Mann
engliſche Truppen hereingebracht wurden. Nicht die
Bel=
gier, ſondern die Engländer hätten als erſte die Flucht
er=
griffen, als die ſchweren deutſchen Geſchoſſe eine Anlage
nach der anderen zuſammenſchoſſen. Nieuwsblad erfährt
von belgiſchen Verwundeten, daß König Albert ſchon drei
Tage vor dem Fall Antwerpens die Stadt verlaſſen hatte,
aber in Begleitung des engliſchen Kommandanten von
Oſtende nach 24 Stunden wieder in die Stadt zurückkehrte.
Die einzige Tätigkeit der Engländer habe in der
ſyſtema=
tiſchen Vernichtung aller
Lebensmittelvor=
räte Antwerpens beſtanden, ſo daß ſelbſt der
Bür=
germeiſter und der belgiſche Kommandant dagegen
Ein=
ſpruch erhoben, ohne jedoch die Engländer, die ſich weder
um die Befehle des belgiſchen Befehlshabers, noch
über=
haupt um irgend welche belgiſche Anordnungen kümmerten,
an ihrem Vernichtungswerk hindern zu können. Die
gro=
ßen Konſervenfabriken wurden von den Engländern ohne
jede Ermächtigung von belgiſcher Seite
ein=
geäſchert. Man ſchätzt, Nieuwsblad zufolge, den
Geſamt=
betrag der von den Engländern vernichteten Werte an
Lebensmitteln in Antwerpen auf etwa 200 Millionen
Franken.
Die Verſenkung des Dampfers „Gneiſenau‟.
* Bremen, 16. Okt. Nach einer bei dem
Nord=
deutſchen Lloyd von einem nach Antwerpen entſand=
ten Inſpektor eingegangenen Depeſche wurde der
Reichs=
poſtdampfer „Gneiſenau” von den Belgiern oder
Englän=
dern unterhalb Antwerpens auf belgiſchem Gebiet verſenkt.
Das Schiff liegt bei Ebbe etwa zu zwei Dritteln unter
Waſſer, ſo daß ſich vorläufig noch nicht feſtſtellen läßt,
inwieweit die Maſchinen beſchädigt ſind. Sämtliche
Boote ſind durch kleine Löcher unbrauchbar gemacht
wor=
den, ebenſo die Hoſpitaleinrichtung. Danach dürfte die
„Gneiſenau” vollſtändig verloren ſein.
Der öſterreichiſche Kriegsbericht.
* Wien 16. Okt. Amtlich wird verlautbart: 16. Ok
tober mittags: Die Kämpfe an unſerer ganzen Front von
Stary=Sambro bis zur Sanmündung dauerten auch
ge=
ſtern an. In der Marmarosgegend nahmen die
den Feind verfolgenden eigenen Abteilungen Raho in
Be=
ſitz. Im Tale der Schwarzen Byſtrzyca ziehen ſich die
Ruſſen, von unſeren Truppen bei Reſailowa geſchlagen,
gegen Zielona zurück.
Der ſtellvertretende Chef des Generalſtabs:
v. Höfer, Generalmajor.
Das ſerbiſche Schreckensregiment in Mazedonien.
* Sofia, 16. Okt. Zu den letzten Nachrichten über
das ſerbiſche Schreckensregiment in
Maze=
donien ſchreibt das Blatt Kambana: Wenn die Serben
und Griechen die Henker der mazedoniſchen Bulgaren ſind,
ſo ſind doch deren ſchrecklichſte Feinde die Ruſſen, die den
Serben und Griechen das bulgariſche Mazedonien
auslie=
ferten. Es iſt frevelhafte Verblendung, anzunehmen, daß
Rußland einmal die Einigung aller Bulgaren zugebe. Es
wäre einfältig, dem Verſprechen Rußlands
Glaubenzuſchenken, welches heute die Bulgaren zu
müßigen Zuſchauern des blutigen Dramas in Mazedonien
machen möchte. Bulgarien kann Mazedonien nur durch
die Kraft des Schwertes gewinnen. Heute iſt hier klar,
daß Rußland, der Beſchützer der Henker, welche
Mazedo=
nien gekreuzigt haben, ſeinem Untergang entgegengeht.
Auf den galiziſchen Schlachtfeldern wird das Schickſal
vie=
ler unter dem ruſſiſchen Joche ſchmachtender Völker
ent=
ſchieden werden, wie auch das Schickſal Mazedoniens.
Nach der Niederwerfung Rußlands wird für die Bulgaren
der Weg nach Mazedonien frei werden.
Ein engliſcher Kreuzer in den Grund gebohrt.
* Berlin, 17. Okt. Aus London wird amtlich
unter dem 16. gemeldet: Am 15. Oktober, nachmittags,
wurde der engliſche Kreuzer „Hawke” in der
nörd=
lichen Nordſee durch den Torpedoſchuß eines
Unterſeebootes zum Sinken gebracht. Ein
Offi=
zier und 49 Mann ſind gerettet und in Aberdeen gelandet.
Etwa 350 Mann werden vermißt. Zu gleicher Zeit wurde
der Kreuzer „Theſeus” angegriffen, aber ohne Erfolg
Wie uns von amtlicher Seite mitgeteilt wird, liegt eine
Beſtätigung deutſcherſeits nicht vor.
Der Kreuzer „Hawke” gehört zu der älteren Klaſſe
der engliſchen „großen Kreuzer” „Hawke” wurde 1892
in Dienſt geſtellt, hat eine Waſſerverdrängung von 7470
Tonnen, mißt in der Länge 109,8 Meter bei 18,3 Meter
Breite und 7,2 Meter Tiefgang. Außer den
Maſchinen=
gewehren umfaßt die Bewaffnung vier Geſchützarten,
näm=
lich 2 Stück 23,5=Zentimeter= 10 Stück 15,2=Zentimeter=,
12 Stück 5,7=Zentimeter= und 5 Stück 4,7=Zentimeter=
Ge=
ſchütze, außerdem 2 Maſchinengewehre und 2 Unterwaſſer=
Torpedorohre. Die Beſatzung beſtand aus 550 Mann.
Ein Amerikaner über das verlogene England.
* Hamburg, 15. Okt. Die Hamburger Nachrichten
bringen Ausführungen eines Amerikaners,
die dem Blatt, wie es ſchreibt, von Prinz Adalbert von
Preußen zur Verfügung geſtellt worden ſind. Der Aufſatz
bringt freilich ſtofflich nichts Bemerkenswertes, iſt aber
vegen ſeines Urſprungs und der Schlußfolgerung von
Intereſſe. Der Amerikaner ſchildert an den genugſam
bekannten Beiſpielen die Verlogenheit des
amt=
lichen Englands und ſeiner Preſſe,
angefan=
gen von Greys unaufrichtigen Erklärungen im engliſchen
Parlament bis zur Aufſtachelung Belgiens und bis zu
den Lügen= und Hetzmeldungen der Times. Der
Amerika=
er hat aus dieſem Verhalten der Engländer ſeine
Nutz=
anwendung gezogen. Er meldet zum Schluß die Lügen
über angebliche Greueltaten deutſcher Soldaten und ſchließt
ſeine Betrachtungen: Leute, die ſich der Erfindung oder
der Verbreitung ſolcher Lügenmeldungen ſchuldig machen,
ſind ja nach meiner Meinung die
verabſcheuungs=
würdigſten Verbrecher auf Erden, für die
keine Strafe hart genugiſt, da ſie nur unwiſſende
Soldaten aufreizen, Grauſamkeiten zu begehen in dem
Ge=
danken, es ſeien Akte der Vergeltung. Ich habe eine große
Anzahl engliſcher Freunde, und ich bin tief betrübt, daß
ihr Vaterland dieſen Krieg führt. Zuerſt überwog auch
bei mir das Gefühl der Sympathie, aber die oben
erwähn=
ten Anläſſe haben mich Schritt für Schritt dahin gebracht,
meinen Standpunkt völlig zu ändern.
Das großmütige England.
* Berlin, 17. Okt. In einem Bericht des Berliner
Tageblatts aus dem Großen Hauptquartier wird geſagt:
In der jetzigen Lage iſt Belgien nur noch ein
geo=
graphiſcher Begriff. England ſoll aber für Belgien
ein neues Territorium geſchaffen und der belgiſchen
Re=
gierung die Inſel Guernſey für die Dauer des
Krie=
ges abgetreten haben. Der König ſelber ſoll nach
Lon=
don geflohen ſein.
Eine vergebliche engliſche Ableugnung.
* Die kürzliche Veröffentlichung verſchiedener Doku= aus den belgiſchen Staatsarchiven
in der Norddeutſchen Allgemeinen Zeitung hat die
eng=
liſche Regierung zu einem verzweifelten, aber untauglichen
Mittel veranlaßt: Sie läßt von London aus nach den
neutralen Ländern Depeſchen verbreiten, die die
Ver=
öffentlichung als reine Erfindung hinſtellen und
behaup=
ten, die Dokumente hätten nie exiſtiert. Auch aus dem
Haag wird telegraphiert, daß der dortige
engliſcheGe=
ſandte in einer Mitteilung an die Blätter den Eindruck
zu verwiſchen ſucht, den die deutſche Veröffentlichung
ge=
macht hat. Auch er ſagt, ein engliſch=belgiſches
Abkom=
men habe nie beſtanden, gibt, aber zu, daß vielleicht „
aka=
demiſche Beſprechungen” durch Vermittelung
Barnadi=
ſtons zwiſchen Grierſon und dem belgiſchen Generalſtab
über eine etwa erforderliche engliſche Hilfe ſtattgefunden
hätten.
Alle dieſe lahmen Verſuche, ſich reinzuwaſchen, können
England nichts nützen: die Beweiskraft der
Doku=
mente, die in den Originalen im Beſitz der deutſchen
Regierung ſind, kann durch heuchleriſche Lügen nicht aus
der Welt geſchafft werden. Der Neutralitätsbruch, den
England und Belgien gemeinſam begangen haben, liegt
vor aller Welt klar zutage.
Englands Angſt.
* Berlin, 16. Okt. In London betrachtet man, wie
der Nationalzeitung berichtet wird, das Vordringen der
deutſchen Truppen zur Küſte mit ernſten
Be=
ſorgniſſen, und es erheben ſich bereits zahlreiche Stimmen,
die Vorſchläge machen, welche Maßregeln im Falle eines
deutſchen Einbruchs unternommen werden ſollen.
Trotz dieſer Beſorgnis geht aus der Haltung der Blätter,
die zum Teil eine künſtliche Zuverſicht vorſpiegeln,
her=
vor, daß man in England an eine unmittelbare Gefahr
nicht glauben will oder, beſſer geſagt, nicht glauben kann.
Es ſcheint ganz außer dem engliſchen Gedankenbereiche
zu liegen, daß das Land ſich ſelbſt verteidigen müſſe. Die
Vorſchläge, die man zur Abwehr eines Angriffes macht,
ſind größtenteils ſo phantaſtiſcher Art, daß ſie eine
ernſt=
liche Erwägung nicht verdienen. Bezeichnend aber iſt es,
daß unter der engliſchen Küſtenbevölkerung am Kanal
eine Bewegung ſich bemerkbar zu machen beginnt, die
Orte zu verlaſſen, um ſich nicht einer Gefahr auszuſetzen,
die vielleicht näher iſt, als man öffentlich zugeben will
In Dover, Folkeſtone und Ramsgate ſollen an dieEin
wohner Kundmachungen gerichtet worden ſein, in denen
„Verhaltungsmaßregeln” erteilt werden. In London
wird nachdrücklich gefordert, daß endlich die engliſche
Flotte unbedingt in Tätigkeit treten müſſe. (Köln. Ztg.)
Portugal.
* Wien, 16. Okt. Aus Liſſabon wird gemeldet:
Dem Vernehmen nach ſoll im Laufe der nächſten Woche
ein Kongreß einberufen werden, um ſich über die Frage
der Entſendung eines Expeditionskorps nach Frankreich
ſchlüſſig zu machen. Es heißt, daß nur die
republikani=
ſche Partei dafür, die Bevölkerung aber dagegen ſei.
Die Beſetzung der Schantungbahn durch
die Japaneſen.
* Berlin 16. Okt. Nach Nachrichten, die der
Schantung=Eiſenbahn=Geſellſchaft zugekommen ſind, iſt die
Schantungbahn von den Japaneſen
beſetzt=
worden. Offenbar vor der Beſetzung ſind eine große
An=
zahl Lokomotiven, anſcheinend durch die Herausnahme
wichtiger Teile, betriebsunbrauchbar gemacht worden,
Sämtliche Bergwerksſchächte ſind unter Waſſer geſetzt. Die
Beamten und die Familien, erſtere, ſoweit ſie nicht zur
Antwerpens Fall und die
Be=
deutung für Deutſchlands
Holz=
gewerbe.
* Das Zentralblatt für den deutſchen Holzhandel
ſchreibt: Antwerpen in deutſchem Beſitz! Dieſe frohe
Nach=
richt, die jedes Herz höher ſchlagen läßt, iſt über ihre
poli=
tiſche Bedeutung hinaus für das wirtſchaftliche und
indu=
ſtrielle Leben Deutſchlands, beſonders für das
Holz=
gewerbe, von größter Wichtigkeit. In Europa ſteht der
belgiſche holzgewerbliche Verkehr an der Spitze.
Ant=
werpen iſt der Schlüſſel zu ihm. Belgien iſt ein wald= und
holzarmes Land. Die Forſtwirtſchaft iſt nie zu großer
Bedeutung gekommen, weil ſie keine Aufgaben hatte, die
der Erfüllung wert geweſen wären. Hier einmal ein
kleiner Eichenforſt, dort geringe Beſtände an Nußbäumen,
vereinzelte Fichten und Tannen, überhaupt keine Kiefern.
Damit ſind die Vorräte an Holz, die das Land ſelbſt
her=
vorbringt, erſchöpft. Gewaltig iſt demgegenüber der
Be=
darf an Nutzholz. Antwerpen hat von jeher im
internatio=
nalen Holzhandelsverkehr eine führende Rolle geſpielt,
aber auch im Laufe der Jahre einen maßgebenden
Ein=
fluß auf die Ein= und Ausfuhr fertiger Holzwaren
gewon=
nen. Während der rivaliſierende holländiſche Hafenplatz
Rotterdam ſich ausſchließlich dem Durchgangsverkehr von
Hölzern aller Arten nach, vereinzelt auch von
Deutſch=
land, widmete, verſtanden es die Holzkaufleute von
Ani=
werpen und Belgien, nicht nur die Führung im Ex= und
Import an ſich zu reißen, ſondern auch einen großen Teil
der ausländiſchen Hölzer, mit denen ſie handelten, in
indu=
ſtriellen Betrieben, die ins Leben gerufen und dauernd
vergrößert wurden, ſelbſt zu verarbeiten. Kurz und gut:
Anſehen und Machtſtellung des Holzgewerbes von
Ant=
werpen und Belgien wuchſen von Jahr zu Jahr.
Nun, da wir Antwerpen beſitzen und, ſo
Gott will, behalten werden, eröffnen ſich
der deutſchen Holzinduſtrie und dem
Holz=
handel Ausſichten, die eine reiche
Entſchä=
digung für die vom Krieg geſchlagenen
Wunden bedeuten. Der belgiſche Bauholzmarkt war
bisher im großen und ganzen auf Skandinavien und
Ame=
rika angewieſen. Dieſe beiden Länder waren indeſſen für
Antwerpen und Belgien mit ihren auf= und
niederwogen=
den Preisveränderungen und der ihnen dank günſtiger
geographiſcher Lage zugefallenen Rolle als Holzverſorger
Afrikas, Spaniens, Frankreichs und Italiens wenig
zu=
verläſſige Lieferanten von Bauhölzern. Anders wird das
mit unſerer deutſchen Holzinduſtrie ſein, die in ihren
eige=
nen Forſten über große Mengen von Rohhölzern verfügen
und nach Beendigung des Krieges auch wieder mit einer
reichen Zufuhr aus Rußland und Oeſterreich über
Rotter=
dam und Oſtdeutſchland auf dem See= oder Flößereiwege
rechnen kann, die alſo das Holz auf den eigenen Werken
verarbeiten und die fertigen Erzeugniſſe verſenden wird.
Wenn die handelspolitiſchen Schranken in Belgien
ge=
fallen ſind, werden die rheinländiſchen Betriebe in der
Lage ſein, mit Dampferladungen, die baugewerbliche
Höl=
zer enthalten, den Rhein abwärts und über Rotterdam
direkt nach Antwerpen zu gehen. Aber auch auf dem
Bahnweg über Aachen wird ein erfolgreicher
Wett=
bewerb möglich ſein. In einer ebenſo günſtigen Lage
gegenüber den Holzlieferungen nach Antwerpen ſind aber
unſere nord= und oſtdeutſchen Werke. Wir ſtellen feſt, daß
die Fracht für einen Kubikmeter Nutzholz auf dem
See=
wege über Hamburg, Stettin, Kiel, Bremen oder Danzig
und Memel bis Antwerpen ſich auf 7—9 Mk. ſtellt, alſo nicht
teurer als die Bahnfracht etwa von Dresden nach Köln
oder von Frankfurt nach Bremen. Ein flüchtiger Blick
auf die Landkarte zeigt uns die mehr als dreifache
Ent=
fernung. — Was könnte uns wohl die Bedeutung
Ant=
werpens für unſer Holzgewerbe ſtärker beweiſen,als dieſe
nackte Tatſache, die für manche Gebiete der deutſchen
Holz=
induſtrie ſogar eine völlige Umwälzung im Export
herbei=
führen kann?
Iſt ſo eine Förderung unſerer Ausfuhr
unverarbei=
teter Hölzer nach Antwerpen und Belgien für Zwecke des
Baugewerbes und der Induſtrie aus natürlichen
Grün=
den beſtimmt zu erwarten, ſo müſſen wir auch das
Ge=
ſchäft in fertigen holzinduſtriellen Erzeugniſſen, in
Fabri=
katen des Möbel=, Drechſlerei= und Faßgewerbes, nach
Belgien zu heben ſuchen. Der deutſchen Ausdauer wird
das unſchwer gelingen. Gewaltig ſind die Holzmengen,
die dieſe Induſtrien Belgiens verbrauchen. Welcher
volks=
wirtſchaftliche Vorteil, wenn ſich bei uns in Deutſchland
Tauſende fleißiger Hände regen werden, um die
Holz=
waren herzuſtellen und dann zu exportieren!
Aber auch auf die Bedeutung Antwerpens als Hafen,
der ſeit altersher den Verkehr mit allen Ländern des
internationalen Holzhandelsverkehrs und Holzgewerbes
vermittelte, muß ſchließlich hingewieſen werden. Von
dort aus können wir bequemer und weſentlich billiger
als auf unſeren bisherigen Wegen uns die Holzſchätze des
Orients und der Balkanhalbinſel zuführen. Niemand wird
nach alledem beſtreiten können, daß der Fall Antwerpens
dem deutſchen Holzgewerbe unbegrenzte Möglichkeiten
er=
öffnet.
* Häckel gegen Hodler. Ernſt Häckel richtet an
Monſieur Ferdinand Hodler, Hiſtorienmaler in Genf,
einen offenen Brief der am Freitag abend im
Je=
naer Volksblatt abgedruckt worden iſt. Der Brief lautet:
„Mit tiefſtem Bedauern haben wir in Jena Ihren Namen
unter dem lügenhaften Proteſt geleſen, welchen haßerfüllte
Feinde Deutſchlands in Genf gegen unſere angebliche
Bar=
barei gerichtet haben, und in welchem die ganze
Menſch=
heit zum Kampf gegen uns aufgefordert wird. Sie
ha=
ben durch dieſe gehäſſige und verleumderiſche Erklärung
nicht nur unſer nationales Ehrgefühl auf das tiefſte
ver=
letzt, ſondern auch ſich ſelbſt in das Geſicht geſchlagen,
denn Ihr vielbeſprochenes monumentales Bild „Aufbruch
der Jenenſer Studenten 1813” welches die Univerſität
Jena um ſchweres Geld von Ihnen gekauft und in ihren
Hallen aufgeſtellt hat, ſoll ſymboliſch den Beginn der
na=
tionalen Erhebung darſtellen, durch welche das deutſche
Volk vor hundert Jahren ſich von der furchtbaren
Tyran=
nei Frankreichs zu befreien ſuchte. In gleichem Sinne
ſoll aber jetzt der ungeheure, ſeit zwei Monaten wütende
Weltkrieg, welchen England mit Frankreichs und
Ruß=
lands Unterſtützung angeſtiftet hat, Europa von der
ange=
maßten Weltherrſchaft Englands befreien. Daß Sie als
„freier Schweizer” in völliger Entſtellung der bekannten
Tatſachen dieſen in Notwehr uns aufgedrungenen
Befrei=
ungskrieg als ein barbariſches Attentat gegen die menſch=
Nummer 287.
Darmſtätder Tagblatt, Sonntag, den 18. Oktober 1914.
Seite 3.
lſiche Kultur verurteilen, zeugt ebenſo von Ihrer geringen
Urteilskraft wie von Ihrer deutſch=feindlichen Geſinnung.
Alls 80jähriger Senior der Univerſität Jena habe ich im
Werein mit gleichgeſinnten Kollegen den Vorſchlag
gemacht=
waß Ihr monumentales Bild aus den
Räu=
men der Univerſität Jena entfernt und
ſöffentl ich zum Verkauf ausgeboten wird
Der geſamte Verkaufswert ſoll dem Roten Kreuz
überwie=
hen und zur Linderung eines kleinen Teiles der Leiden
werwendet werden, welche dieſer beiſpielloſe Völkerkrieg
ſas größte Verbrechen der ganzen Weltgeſchichte, über
Millionen unglücklicher Menſchen verhängt hat. Wenn
runſer Vorſchlag angenommen wird, ſind entſprechend dem
lhohen Ankaufspreis als minimaler Verkaufspreis 10000
Mark in Ausſicht genommen. Meiſtgebote ſind bis Ende
Movember einzureichen. Je mehr, deſto beſſer! Für unſere
Tauſende von Verwundeten und Invaliden und ihre
not=
heidenden Familien!“
C.K. Die „Millionen der Bühnen=Genoſſenſchaft”.
Wiele Schauſpieler, die jetzt für ein Fixum von 125 Mark
monatlich oder, was keineswegs vorteilhafter iſt, gegen
Gewinnbeteiligung mit einer Garantie von 100 Mark
ſpie=
lgen, haben noch ein gutes Los im Vergleich zu der
Ueber=
pahl, die überhaupt nichts mehr verdienen. Angeſichts
ſeieſer großen Not wird immer wieder die Frage
aufge=
worfen, warum denn nicht die Bühnen=Genoſſenſchaft hilft
ſie doch „über Millionen verfügt” In der neueſten
Num=
nner der Schaubühne tritt Dr. Max Epſtein dieſer irrigen
Alnſicht entgegen. Er weiſt nach, daß der Verband der
verganiſierten Schauſpieler nicht über Millionen verfügt.
Mach der Bilanz des Geſchäftsjahres 1912/13 beſtand ihr
Wermögen aus insgeſamt 233688 Mk. 57 Pfg. Von dieſer
Summe iſt nur wenig verfügbar. Immerhin hat die
Ge=
ntoſſenſchaft geholfen, ſoweit ſie es konnte. Sie hat ſich an
die Höfe und Städte gewandt, um die Aufnahme des
Theaterbetriebes zu erreichen, hat eine Reihe von Mit=
Ailiedern in andere Stellungen gebracht und einen
Zei=
nungs= und Bücherverkauf eingerichtet, der vielen
Schau=
ſſpielern lohnenden Verdienſt verſchafft. Auf ihre
An=
negung wurde notleidenden Bühnenmitgliedern von
Men=
ſchenfreunden Unterkunft gewährt, Speiſemarken wurder
ſtur Verteilung gebracht und ein Notſtandsfonds wurde
giebildet. Bis Anfang September wurden 15000 Mark
kleine Unterſtützungen ausgezahlt, und für Mütter und
Säuglinge, für Kranke und Flüchtlinge wurden beſondere
Mittel aufgebracht. Die Millionen, die man der
Genoſſen=
ſchaft nachſagt, gehören nicht ihr, ſondern der
Penſions=
anſtalt, die eine völlig geſonderte Einrichtung iſt und
über deren Vermögen von 9810532 Mark nur die
ſämk=
lichen Mitglieder zuſammen mit dem Kaiſerlichen
Auf=
ſichtsamt verfügen können. Dieſe Wohlfahrtsanſtalt, die
auch nach dem Kriege ihre wichtige wirtſchaftliche
Bedeu=
tung erhält, muß in ihrer Stärke erhalten werden;
trotz=
dem hat ſie ſich an das Aufſichtsamt wegen einer anderen
Verwendung der Gelder in der Kriegszeit gewandt; doch
wurde von dem Kaiſerlichen Amt für Privatverſicherung
gewünſcht, daß das Vermögen ausſchließlich den
ſatzungs=
mäßigen Verwendungszwecken zu dienen habe. Danach
darf alſo die Penſionsanſtalt von ihren Millionen nichts
herausgeben.
* Durch ein Wunder vom Tode errettet. Ein
Offi=
ziersburſche ſchreibt uns: Mein Leutnant D der vom
Artillerie=Regiment zum Infanterie=Regiment verſetzt
wurde, wurde im Gefecht von Ch durch einen Schuß
am linken Bein verletzt. Desgleichen traf ihn auch eine
Kugel in die Herzgegend, ohne aber ernſte Folgen
nach ſich zu ziehen. Sie wurde nämlich wunderbar durch
das Zigarren=Etui abgehalten. Die Kugel
durch=
bohrte Mantel und Rock, prallte am Etui, welches mein
Leutnant ſonſt nie getragen hatte, ab und verurſachte
da=
durch nur einige Brandwunden. Ohne das Zigarren=Etuk,
das mein Leutnant gerade heute mitgenommen hatte
wäre Leutnant D. unrettbar dem Tode geweiht geweſen.
So geſchehen auch heute noch Wunder.
B.B. Das Geheimnis unter der Briefmarke. Ein in
ruſſiſcher Gefangenſchaft befindlicher deutſcher Krieger
teilte auf einer Poſtkarte einem Freunde mit, daß es ihm
gut gehe, die Verwundung ſei gering, Pflege und
Be=
handlung ließen nichts zu wünſchen übrig. Gleichzeitig
bat er, ihm doch die Briefmarke aufzuheben, die er als
Andenken aufbewahren wolle. Der Empfänger löſte die
Marke ab und fand darunter auf der Karte folgende
Worte: „Pflege und Behandlung nichtswürdig, mir ſind
beide Beine abgeſägt‟
ſrahne einberufen ſind, befinden ſich in Zahl von 106
Per=
in nen an einem neutralen Platze in Sicherheit. Wie aus
der Depeſche hervorgeht, werden die Intereſſen der Ge=
Allſchaft von Herrn Charles Bearword vertreten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. Oktober.
* Die Schlußprüfung für Schulamtsaſpiranten
ſunnd =aſpirantinnen fällt nach einer Bekanntmachung
dees Großh. Miniſteriums des Innern, Abteilung für
Schulangelegenheiten, wegen zu geringer Zahl der
Meldungen aus.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne
sareuz erhielten weiter: Reſ. Hummel, im Reſ.=Inf.=
H egt. Nr. 116; Regierungsrat Werner, Hauptmann
d. Reſ. im Reſ.=Feldart.=Regt. Nr. 25; Hans Süffert,
Leutn. im Weſtfäl. Fußart.=Regt. Nr. 7, Hans Wittich,
Leutn. im 2. Oberelſ. Feldart.=Regt. Nr. 51.
Carl von Hahn, Leutn. im Feldart.=Regt. Nr. 25,
el hielt die Heſſiſche Tapferkeitsmedaille.
D Stadtverordnetenverſammlung. Die
Tagesord=
nung zur 14. Sitzung der
Stadtverordnetenverſamm=
lung am Donnerstag, 22. Oktober,
nachmit=
uags 3½ Uhr, lautet: 1. Mitteilungen. 2. Geſuche um
Be=
frreiung von baupolizeilichen Beſtimmungen: a) in § 32,
Abſatz 6 der Baupolizeiordnung für Errichtung eines
EStallgebäudes auf dem Grundſtück Riedeſelſtraße 76;
10 in § 34 der Baupolizeiordnung für die Umwehrung
der Doppelkompagniekaſerne an der Holzhofallee; e) in
§ 32 der Baupolizeiordnung für die Hofreite Klappacher
EStraße 42. 3. Geſuch um Geſtattung einer Ausnahme
non der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts für die
Erbauung einer Futterſcheune pp. an der Eſchollbrücker
(Straße. 4. Geſuch um Befreiung von der Beſtimmung
in § 4 der Ortsbauſatzung über die Anlage und Benutzung
der Vorgärten für Bismarckſtraße 82. 5. Die Straße auf
der Oſtſeite des Alicehoſpitals von der Dieburger Straße
mach dem Nikolaiweg. 6. Einwendungen gegen den Erlaß
aines Ortsbauſtatuts für die Mathildenhöhe. 7.
Polizei=
nerordnung, betr. den Betrieb der Induſtriegleisanlage
von der Weiterſtädter Straße nach Norden bis zum
Grä=
ſenhäuſer Weg. 8. Geſuch um Bewilligung eines Beitrags
zu den Koſten der Errichtung eines öffentlichen Leſezim
uers für den Stadtteil Beſſungen. 9. Geſuch um
Erhö=
hung der Familienunterſtützung der zum Kriegsdienſt
ein=
gezogenen ſtädtiſchen Arbeiter. 10. Verfahren bei
Behand=
lung der Friſt= und Erlaßgeſuche. 11. Bewilligung eines
Beitrags zum Beſten der in Elſaß=Lothringen durch den
gerieg geſchädigten Gemeinden. 12. Gebührenordnung für
yen Hauptfriedhof.
* Landes=Verſicherungs=Anſtalt Großh. Heſſen.
Wer Verwaltungs=Bericht des Vorſtandes für
das Jahr 1913 iſt erſchienen und umfaßt 68 Druckſeiten.
Was Inhaltsverzeichnis enthält folgende Abſchnitte:
Oorganiſation, Verſichertenzahl und Quittungskarten,
Weitragsleiſtung, Ueberwachung der Beitragsleiſtung,
(flichtleiſtungen der Invaliden= und Hinterbliebenen=
Verſicherung, Berufungen und Reviſionen, Verteilung
der Leiſtungen der Invaliden= und Hinterbliebenen=
Ver=
ſtcherung, Heilverfahren, Invalidenſtationen, Sonſtige
Maßnahmen zur Hebung der geſundheitlichen
Verhält=
niſſe der Verſicherten, Förderung des
Arbeiterwohnungs=
woeſens, Kaſſen= und Rechnungsweſen. Ferner Anlage 1:
Uleberſicht über die Einnahmen und Ausgaben der
handesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen für das Jahr
1913. Anlage 2: Vermögensüberſicht nach dem Stande
wom 31. Dezember 1913. Anlage 3: Verteilung der in
1913 durchgeführten 3013 Heilverfahrensfälle auf
Krank=
heiten und die Art des Heilverfahrens; Nachweiſung
u ber die Ergebniſſe und die Koſten des Heilverfahrens,
und Anhang: Aerztlicher Bericht über die Ernſt=Ludwig=
Heilſtätte bei Sandbach i. O.
— Vom Großh. Hoftheater wird uns geſchrieben: In
wer heutigen „Carmen”=Aufführung ſingt Anna Jacobs
hie Titelpartie. Als erſte Luſtſpielaufführung in dieſer
Spielzeit geht Mittwoch auf B5 „Das
Huſarenfie=
teer” von Kadelburg und Skowronnek in Szene. Dieſes
Luſtſpiel, das ſeinerzeit ſeinen Siegeszug vom Wiener
Burgtheater aus über alle deutſchen Bühnen genommen
heat, und auch jetzt wieder in den Spielplan derſelben
aufgenommen wird, wird ſicher auch jetzt mit ſeiner
hei=
neren und an bunten Bildern reichen Handlung, die ja be
ſanntlich auf einer wahren Begebenheit beruht (das Stück
ſpielt in einer deutſchen Grenzgarniſon), ſeine Wirkung
ſnricht verfehlen. Das Luſtſpiel wird von Regiſſeur Bruno
Harprecht neu einſtudiert, in den Hauptrollen ſind
beſchäf=
ſiigt die Damen Alſen, Gothe, Hacker, Müller=Hanno und
Pils, ſowie die Herren Baumeiſter, Ehrle, Hacker,
Har=
precht, Heinz, Jordan, Jürgas und Weſtermann. Am
Donnerstag findet auf C6 die Erſtaufführung von Alfred
Kaiſers Freiheitsoper „Theodor Körner” ſtatt.
Ge=
neralmuſidirektor Felix von Weingartner trifft
un=
gefähr am 10. November in Darmſtadt ein, um einige
Pro=
ben zu den Opern, die er im November hier dirigieren
wird, zu leiten.
* Erſtes Sinfonie=Konzert der Hofkapelle. Das
am Montag, den 19. d. M., abends ½8 Uhr, im
Hof=
theater ſtattfindende erſte Hofmuſik=Konzert legt
das Hauptgewicht auf drei bekannte Orcheſterwerke
deutſcher Herkunft, die, in ihrem Stimmungsgehalte
grundverſchieden, zum Beſten zählen, was auf den
ein=
ſchlägigen Gebieten hervorgebracht worden iſt. Schuberts
wundervolle unvollendete H-moll-Sinfonie ſteht am
Anfang, Strauß’ ſinfoniſche Dichtung „Tod und
Ver=
klärung” in der Mitte und Mendelsſohns Sinfonie in
A-moll am Schluß des Programms. Die Leitung der
inſtrumentalen Aufgaben liegt in Herrn Hofrat
Otten=
heimers Händen. Eine Neuerung, die ihre Erklärung in
der Gegenwartsſtimmung findet, ſtellt die rezitatoriſche
Wiedergabe verſchiedener Dichtungen dar. In Herrn
Ernſt Wendt, dem früheren jugendlichen Helden unſeres
Hoftheaters, iſt für dieſen Zweck eine hervorragende
Kraft gewonnen worden. — Die öffentliche Hauptprobe,
zu welcher Karten in der Hofmuſikalienhandlung von
Thies Nachf. (L. Schutter) und an der
Hoftheatertages=
kaſſe erhältlich ſind, beginnt vormittags ½11 Uhr.
— Unentgeltliche Benutzung der deutſchen
Patent=
ſchriften. Bei der Bibliothek der Großh. Zentralſtelle für
die Gewerbe, Darmſtadt, Neckarſtraße 3, befindet ſich eine
Auslegeſtelle der vom Kaiſerlichen Patentamt in Berlin
herausgegebenen Patentſchriften über die ſeit dem 1. Juli
1877 erteilten Patente. Die Auslegeſtelle iſt geöffnet
werktags von 9—12½ und 3—6 Uhr (Samstag
nachmit=
tag ausgenommen) und kann von jedermann unentgeltlich
benutzt werden. Durch dieſe Einrichtung ſoll jedermann
Gelegenheit gegeben werden, ſich über den Inhalt von
Pa=
tenten zu unterrichten. Um auch auswärts wohnenden
Perſonen die Einſicht der Patentſchriften zu ermöglichen,
iſt die leihweiſe Abgabe einzelner Nummern auf kürzere
Zeit geſtattet. Die neu erſcheinenden Patentſchriften
wer=
den den Auslegeſtellen in einwöchentlichen
Zwiſchenräu=
men überwieſen und dem Publikum alsbald nach ihrem
Erſcheinen zugänglich gemacht. — Auskunft in Fragen
des Patentweſens und der Geſetzgebung auf dem
Gebiete des gewerblichen Rechts werden in den
Dienſt=
ſtunden jederzeit erteilt.
— Vibliother der Großh. Zentralſtelle für die
Gewerbe (Bibliothek, Vorbilderſammlung und
Patent=
ſchriftenauslegeſtelle), Neckarſtraße 3. Wir machen auch
an dieſer Stelle darauf aufmerkſam, daß die
Gewerbe=
bibliothek nun auch wieder nachmittags geöffnet iſt.
Die Oeffnungszeiten des Leſeſaals ſind: Werktags
von 9—12½ Uhr vormittags und 3—6 Uhr nachmittags,
außer Samstag nachmittags. Die Bibliothek
beab=
ſichtigt, Sonderverzeichniſſe, die jedesmal
die Hauptwerke beſtimmter Gruppen enthalten,
heraus=
zugeben, um den Benützern die Beſtände der
Bibliothek zugänglicher und überſichtlicher zu machen.
Das erſte dieſer Sonderverzeichniſſe, „Baukunſt und
Bauingenieurweſen” iſt vor kurzem erſchienen und
wird im Leſeſaal zum Preiſe von 30 Pfg. das Stück
abgegeben. Im Leſeſaal liegen die neueſten Hefte
der Kunſtgewerbe=, Architektur= und
Handwerkerzeit=
ſchriften auf. In Fragen des Patentſchutzes und der
Geſetzgebung auf dem Gebiet des gewerblichen
Rechts=
ſchutzes erteilt die Bibliothekverwaltung bereitwillig
Aus=
kunft. Im Vorbilderſaal und im Treppenhaus des
Dienſtgebäudes ſind für einige Wochen Abbildungen
belgiſcher Baudenkmäler ausgeſtellt (die
Rat=
häuſer von Löwen, Brüſſel, Oudenaarde, die Hallen
von Gent, Brügge, Mecheln, die Kathedrale von
Ant=
werpen uſw.)
Liebesgaben. Das Erſatz=Bataillon Infanterie=
Re=
giments Nr. 115 bittet uns um Aufnahme nachſtehender
Notiz: Für die zahlreichen Liebesgaben, die für die
im Felde ſtehende Truppe bisher beim Erſatz=Bataillon
des Leibgarde=Infanterie=Regiments
Nr. 115 aus allen Teilen der Bevölkerung abgegeben
wurden, ſagt hiermit das Kommando des Bataillons im
Namen der im Felde ſtehenden Kameraden allen Gebern
herzlichen Dank. Die Liebesgaben wurden, ſoweit dies
nicht ſchon von den Abſendern geſchah, feldmäßig verpackt,
auf 3 Bataillone, bezw. 12 Kompagnien, gleichmäßig
ver=
teilt und in gewiſſen Abſtänden nach und nach abgeſchickt.
Wenn auch ein großer Teil der Gaben bei der
Schwierig=
keit der Beförderung auf dem Etappenwege bis jetzt nicht
zur Front gelangte, ſo iſt doch die Abſendung weiterer
Liebesgaben bei Eintritt der kälteren Jahreszeit dringend
geboten. Am meiſten erwünſcht ſind Pfeifen, Tabak und
Zigarren. Von letzteren können gar nicht genug gegeben
werden, da die Nachfrage von draußen eine
außerordent=
liche iſt. Weiter kommen in Betracht: Warmes Unterzeug,
(gut ausgewaſchen, um Hautreize zu vermeiden), Strümpfe,
Hemden, Fußlappen, Leibbinden, Kopfſchützer,
Ohren=
klappen, Lebensmittel aller Art (nur in Form von
Dauer=
ware), Schreibpapier, Schreibzeug, Notlampen, Kerzen,
elektriſche Lampen, Erſatz=Batterien, Streichhölzer, guter
Wein und Kognak in kleineren Packungen, Flugblätter und
Exemplare von Zeitungen der letzten Tage uſw.
Das Bataillon richtet daher an alle Kreiſe der
Bevöl=
kerung die herzliche Bitte, ihm die weitere Verſorgung
des Leibgarde=Regiments mit Liebesgaben durch reichliche
Zuwendungen zu ermöglichen. Oben genannte Sachen
werden täglich auf dem Bataillons=Geſchäftszimmer
ge=
ſammelt und einzeln, auch unverpackt, mit Dank
ange=
nommen. Sendungen von außerhalb werden an die
Adreſſe des Erſatz=Bataillons Infanterie=Regiments
Nr. 115, Darmſtadt, mit dem Vermerk „Liebesgabe”
er=
beten. Auch Geldſpenden zum Ankauf geeigneter Sachen
ſind erwünſcht. Des Dankes unſerer braven Leibgardiſten
dürfen alle Geber im Voraus ſicher ſein.
* Frauen= und Mädchengruppe der Jugendhilfe. Man
ſchreibt uns: Indem wir einer Anregung, eine
Haus=
fammlung warmer Unterkleidung in hieſiger
Stadt zu veranſtalten — wie dies mit gutem Erfolg
be=
reits in anderen Städten geſchehen iſt — nachkommen,
machen wir darauf aufmerkſam, daß die Frauen= und
Mädchengruppe der Jugendhilfe bereit iſt, die dazu
nöti=
gen Schritte einzuleiten. Wir bitten, im Haushalt
vor=
handene, gut erhaltene wollene Unterkleider, wie Hemden,
Wämſe, Strümpfe, vor allem aber Unterbeinkleidung,
woran es beſonders fehlen ſoll, außerdem auch
Leibbin=
den, Bruſtwärmer und Ohrenſchützer zurecht zu legen und
Zahl und Art der Stücke bei uns anzumelden. Die Sachen
werden ſodann je nach Bedarf von unſeren jugendlichen
Helferinnen und Helfern abgeholt. Der Jugendhilfe war
bisher reichlich Gelegenheit geboten, für unſere
kämpfen=
den Truppen mit ſorgen zu dürfen. Für den
Etappen=
weg der Heeresverwaltung wurde eine große Anzahl
Pa=
kete für Angehörige uns zur Weiterbeförderung
überwie=
ſen. Liebesgaben zur allgemeinen Verteilung wurden
nicht nur durch die hieſige Bevölkerung, ſondern
insbeſon=
dere auch von außerhalb in großer Menge unſerer
Ge=
ſchäftsſtelle zugeführt. So hat z. B. eine beſonders
für=
ſorgliche Mutter uns mehrere Zentner Liebesgaben zur
Weiterbeförderung an ihre beiden als Offiziere in
heſſi=
ſchen Regimentern ſtehende Söhne überwieſen, zwecks
Ver=
teilung an die Mannſchaften. Zur beſonderen Freude hat
es uns gereicht, daß wir, unterſtützt durch die
Opferwillig=
keit mehrerer hieſiger Frauen, in der Lage waren, der
Bitte der 221er, denen ein großer Teil unſerer jugendlichen
Freiwilligen angehört, um warme Unterkleidung in
rei=
chem Maße nachzukommen. Weiter iſt eine größere
Sen=
dung für die Feldlazarette in Vorbereitung. Beſonders
Verbandmittel, Kompreſſen und Binden werden jetzt durch
unſere älteren Mitglieder aufs ſorgfältigſte hergeſtellt,
ſteriliſiert, in Blechbüchſen verpackt, ins Feld geſchickt. Für
unſer Landwehr=Regiment iſt eine Sendung Liebesgaben
in Vorbereitung. Dieſelbe iſt für den am 21. Oktober
abgehenden Eleonorenzug beſtimmt. An Lebensmitteln
ſind die bekannten Erfriſchungsmittel: Schokolade,
Bouillonwürfel, Teeſchnitten, gemahlener Kaffee, Tee,
kondenſierte Milch, Pfefferminz uſw. ſehr erwünſcht.
Ge=
räucherte Wurſtwaren werden ebenfalls gern
entgegenge=
nommen. Für Unterſtützung der Feldlazarette kann nicht
genug an alter Leinwand (Handtücher, Verbandbinden,
Charpie, Verbandwatte) vorbereitet werden. Daß die
Ueberlaſſung von Barmitteln ganz beſonders willkommen
iſt, bedarf keiner weiteren Erwähnung. Unſere erſte
Sen=
dung Liebesgaben an die verſchiedenen Kompagnien der
115er iſt wie wir ſoeben erfahren, gut angekommen und
mit Jubel aufgenommen worden. Die Sendung, die am
17. September auf dem Etappenweg von hier abging, iſt
am 7. Oktober eingetroffen. Allen denjenigen, welche uns
bis jetzt in unſerer Tätigkeit Unterſtützung zuteil werden
ließen und noch zuteil werden laſſen, ſagen wir hierdurch
herzlichſten Dank.
— Abendkurſe im Kochen, Backen und in
Hand=
arbeiten beginnen demnächſt wieder in der
Hauswirt=
ſchaftlichen Fortbildungsſchule. Der Beſuch dieſer Kurſe
iſt nicht nur allen Mädchen, die durch Erwerbstätigkeit
verhindert ſind, die Tagesklaſſen zu beſuchen, ſehr zu
empfehlen, ſondern auch Frauen, die früher keine
Ge=
legenheit hatten, ſich die für Führung eines Haushaltes
nötigen Kenntniſſe und Fertigkeiten im Kochen und
Nähen anzueignen. Gerade in der jetzt kommenden Zeit
iſt es von äußerſter Wichtigkeit, daß jede Hausfrau
ver=
ſteht, mit geringen Mitteln ihren Haushalt ordnungsmäßig
zu führen. Näheres über Anmeldezeit uſw. iſt aus der
Anzeige in heutiger Nummer zu erſehen.
* Stenographie. Wie ſchon bekannt, eröffnete der
Gabelsberger Stenographenverein (gegr. 1861) am
Donnerstag einen Anfängerkurſus für Damen und
Herren. Neuanmeldungen können auch noch in der
zweiten Uebungsſtunde am Montag, den 19. Oktober,
im Schulhaus am Ballonplatz entgegengenommen
werden. Der Unterricht wird von durchaus bewährten
Uebungsleitern erteilt, und iſt ſomit jedem Teilnehmer
die beſte Gelegenheit geboten, die Stenographie nach
Gabelsberger unter guter Anleitung zu erlernen.
(Siehe Anzeigeteil.)
Verzeichnis neu hergeſtellter
Fernſprech=
anſchlüſſe und Henderungen bei beſtehenden
Sprechſtellen.
A) Neue Anſchlüſſe: 2511 4. Artilleriedepotz=
Direktion, Rhönring 97. 1067 Heſſert, v. V., Frau,
Grü=
ner Weg 85. (2477) Jungenfeld, v., Frhr.,
Oberſtleut=
nant, Viktoriaſtraße 87. 618 Küchler, Emma, Frau
Mi=
niſter, Roquetteweg 10. 2077 Landau, L., Metzger und
Viehhandlung, Liebfrauenſtraße 49. 2485
Landwirtſchafts=
kammer für das Großherzogtum Heſſen, Allee 6. 216 Rotes
Kreuz, Verband= und Erfriſchungsſtelle, Hauptbahnhof.
2023 Schaefer, R. J., Dr. med., Oberarzt der chirurgiſchen
Abteilung der Ernſt Ludwigs=Heilanſtalt,
Wilhelminen=
ſtraße 48. 1612 Stein, Franz, Rittmeiſter und Eskadron=
Chef, Train=Abteilung 18, Riedeſelſtraße 74. 818 Willich=
Pöllnitz, von, Generalleutnant z. D., Wilhelminenſtraße 50.
B) Aenderungen: 653 Bruchfeld, J., jetzt Nr. 529.
1205 Eckart, Friedrich, übertragen an Jäckle, Jakob.
243 Eckler, Sebaſtian, Rheinſtraße 9, jetzt
Klappacher=
ſtraße 7. (486) Ehrhardt, Wilhelm, Witwe, Heidelberger
Straße 61, jetzt 77. 1424 Erni, Paul, Viktoriaſtraße 26,
jetzt Waldſtraße 50. (239) Garniſon=Verwaltung,
Uebungsplatz, jetzt Nr. 268. 853 Herren=Klub, jetzt Nr. 2400.
1233 Kramer, Wilhelminenſtraße 17, jetzt 19. 141
Land=
wirtſchaftskammer, Rheinſtraße 34, jetzt Allee 6. 767 Mager,
Beorg, Steinackerſtraße 1, jetzt Hobrechtſtraße 1. 1515 Nau=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Oktober 1914.
Nummer 287.
mann, Karl, jr., Beſſunger Straße 26, jetzt 11. 484
Sol=
dan, Richard, übertragen an Kröh, H. R., Profeſſor, und
jetzt Nr. 1967. 342 Spanier, Henry, jetzt Nr. 717.
1510 Wacker, Jean, übertragen an Groß, Guſtav. 2241
Wal=
baum, übertragen an Walbaum, A., Witwe.
C) Abgebrochene Sprechſtellen: 2509 Andreß,
Willy. 2216 Bauer, Wilhelm. 1339 Bäumers
Spezial=
bureau. 1979 Becker, Karl. 613 Berlitz=Schule. 1734
Beſ=
ſunger Fiſchhalle. 2020 Bönning, Felix. 1035 Büdinger,
Ferdinand. 1382 Caſtritius, Heinrich. 483 Cellarius
Auguſt. (483) Derſ. 2113 Korps Rhenania. (350)
Coß=
mann, Walther. 245 Diakonieverein, Heſſ.,
Herder=
ſtraße 10. 1471 Dohn, Karl. (243) (Eckler) derſ. 2410 Eier=
Konſumhaus, Inh. A. Herzig. (490) Eiergroßhandel,
Darmſtädter, Kaupſtraße 42, Riegerplatz. 997 Endner, Fr.
2521 Fehr. 2491 Feid, Georg. 2059 Geiß, Reinhold.
2217 Grulich, Emil. 1441 Haxhauſen, v., Frhr. 1428 Heyer,
H. (2436) Hillebrecht, H. 1031 Höfer, Georg. 1558
Hol=
ländiſches Kaffee= und Lebensmittelhaus. 2445
Hreb=
nitzky. 1905 Hüffell, Adolf. 2071 Kautter, Richard.
360 Keramiſche Manufaktur. 2234 Küchler, v. 507
Künſt=
ler=Kolonie=Ausſtellung. 1904 Luſt, Jakob. 2195
Mer=
tens, Martin. 2131 Mitteld. Fakirol=Co. 1672 Moeller,
A. 1849 Mosbacher=Spieß, G. 2085 Obſtfeld, Max
1615 Portune, H. und L. 703 Rockel, Nachf. 2131 Rohde,
Kurt. 2202 Roßbach, Aug. 1216 Schenck, Lili. 891 Schmitt,
Georg. 1977 Schmitt, Heinrich, 2248 Schwinn, Leonhard.
1549 Smiſſen, Fr. van d. (342) (Spanier), derſ. 1764 Stade,
Roſalie. 1985 Sulzmann, Wilhelm. 2526 Weſtenberger,
Margarethe. 1027 Wolters, Karl. 1244 Wolzogen, v.,
Frhr. 2240 Wronsky. 1112 Zinſel.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 17. Oktober 1914
Butter, ½ kg . . 1,30 M.
in Part. ½kg . 1,20 M
Eier Stück . . 11—12 Pf
Schmierkäſe, ½ Lit. 20 Pf
Handkäſe, Stück 5—10 Pf
Kartoffeln, Zentner
3,50—3,75 M.
Kumpf
(10 Liter) — Pf.
½ kg 4 Pf.
Mäuschen,
½ kg 9—10 Pf
Obſt u. dergl.:
Pfirſiche, ½ kg 8—10 P
Aepfel, ½ kg. . 8—20 Pf
15 P
Birnen, ½ kg
Zitronen, Stück 6—8 Pf.
Brombeeren, Schopp. 15 Pf.
Apfelſinen, Stück 6—10 Pf
Schwämme, ½ kg 25—40 Pf
Zwetſchen, Zentner 8—9 M.
—10 Pf.
kg
Nüſſe, 100 Stück 35—45 P
Quitten, ½ kg 16—18 Pf
Trauben, ½ kg 30—40 P
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 5—6 Pf
Endivien, Stück 4—7 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 P
Radieschen, Bündel 2—3 Pf.
Rettiche . Stück 4—5 Pf.
Meerrettich, Stück 10—20 Pf.
Roterüben, ½ kg 8—10 Pf.
Zwiebeln, ½ kg . 10 Pf.
Tomaten, ½ kg 18—20 Pf.
Spinat, ½ kg . 18—20 Pf.
Weißkraut, Stück 8—14 Pf.
Rotkraut, Stück 10—25 Pf
Blumenkohl, Stück 20—50 Pf
Wirſing, Stück . 5—10 Pf.
Grünkohl, Stück . . 5 Pf
Roſenkohl, ½ kg . . 20 Pf.
Gelberüben, ½ kg 4—5 Pf.
Senfgurken, Stück 6—8 Pf
Sellerie, Stück . 5—10 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 85—90 P
Enten, Stück 3,00—3,50 M.
Hahnen, Stück 1,50—2,00 M
Hühner, „ 2,00—2,50 M.
Tauben, Stück 50—60 P
Haſen, Stück . 3,80—4 M
Lapins, Stück 0,90—1 M.
Fiſche:
1 M.
Aal, ½ k
Andere Rheinfiſche,
½ kg 35—60 Pf
In den Fleiſchſtänden.
Rindfleiſch, ½ kg 70—76 Pf.
Kalbfleiſch, ½ kg 90 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 80 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 60 Pf.
Rindswürſtchen, Stück
20 Pf.
Schweinefleiſch mit
Beilage, ½ kg 90 Pf
„ ohne Beilage 1 M.
Geſalzenes und Koteletts,
½ kg 90 Pf
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg 70 Pf
-h- Von der Bergſtraße, 16. Okt. (Die
Beſtel=
lung mit Winterfrucht.) Durch den Feldzug und
den damit verbundenen Arbeitermangel, beſonders bei den
kleinen Landwirten, die ihre Feldarbeiten ſelbſt tun, wird
in dieſem Herbſt mancher Acker mit Winterfrucht nicht
be=
ſtellt werden. Die Frauen hört man vielfach ſagen, ich
kann die Aecker nicht beſtellen, da die Kraft und die Mittel
mir fehlen. Die Verwaltungsbehörde ſollte hier mit ihrer
ganzen Kraft eintreten, damit die Felderbeſtellung
möglichſt vollſtändig geſchieht. Unterbleibt die
Ausſaat der Winterfrucht nur zum Teil, ſo haben wir im
kommenden Jahre mit einem Ausfall zu rechnen, der recht
unangenehm ſein dürfte.
Klein=Gerau, 17. Okt. (Kein Unfall.) Die
gerichts=
ärztliche Beſichtigung hat ergeben, daß die Witwe des
Weichenſtellers Flauaus eines natürlichen Todes
(Schlaganfall) geſtorben iſt.
Biſchofsheim, 17. Okt. (Kriegsfürſorge.) Ein
gutes Beiſpiel, um unſeren Truppen im Felde dienlich zu
ſein, gab der Kaninchenzüchterverein der Eiſenbahner von
Biſchofsheim und Umgegend, indem er unter ſeinen
Mit=
gliedern eine Sammlung von Kaninchenfellen veranſtaltete
und 87 Felle von Kaninchen in gegerbtem und
ungegerb=
tem Zuſtande innerhalb dreier Tage erhielt. Die
Samm=
lung ging an das Rote Kreuz zur weiteren Bearbeitung
über. Die hier gegebene Anregung dürfte auch in anderen
Orten des Kreiſes Nachahmung finden.
— Lindenfels, 17. Okt. (Zur Hebung der
wirt=
ſchaftlichen Notlage.) In dankenswerter Weiſe
bemühen ſich die Regierungen der deutſchen
Bundesſtaa=
ten, die durch den Krieg verurſachte wirtſchaftliche
Not=
lage ſoweit wie irgend möglich zu bekämpfen. Neben
anderen wird als ein wirkſames Mittel die Ausführung
umfangreicher Notſtandsarbeiten in Frage kommen müſſen.
Wie berichtet wird, läßt der ſächſiſche Staat
außerordent=
lich umfangreiche Notſtandsarbeiten ausführen. Unter
anderen handelt es ſich dabei auch um die ſchleunige
Inangriffnahme bereits beſchloſſener
Bahnbauten. Auch in Heſſen verſchließt man ſich nicht
der Einſicht, daß durch Notſtandsarbeiten der Not der
Arbeitsloſen geſteuert werden muß. Ein von den
Ab=
geordneten Köhler, Korell, Dr. Schmitt, Brauer, v.
Bren=
tano, Dr. Oſann, Reh und Ulrich geſtellter Antrag fordert
ebenfalls Notſtandsarbeiten, da außerordentliche Zeiten
und Verhältniſſe außerordentliche Maßnahmen notwendig
machten. Eine Notſtandsarbeit im wahrſten Sinne des
Wortes wäre die Erbauung der Bahn
Bens=
heim-Lindenfels. Nicht nur eine große Zahl
Ar=
beitsloſer könnte Beſchäftigung und damit Erwerb finden,
auch die ſeit Jahren ſich um dieſe Bahn abmühende
Be=
völkerung des Lautertals und von Lindenfels dürfte
hof=
fen, nach Fertigſtellung der Bahn die durch den Krieg
geſchlagenen wirtſchaftlichen Wunden und Schäden
ſchnel=
ler zu heilen und zu überwinden. Die Bahn wird ja
allerdings von einem Privatunternehmer, der Rheiniſchen
Schuckert=Geſellſchaft, gebaut, und es kann ſomit von einer
durch den Staat zu betreibenden Notſtandsarbeit nicht die
Rede ſein. Aber immerhin hat die Rheiniſche Schuckert=
Geſellſchaft wohl ſelbſt ſoviel patriotiſches Empfinden, daß
ſie alles daran ſetzen wird, um den Beginn des Baues
recht bald zu ermöglichen, andererſeits iſt nicht zu
über=
ſehen, daß nach Beendigung des Krieges Arbeitslöhne und
Materialpreiſe bedeutend ſteigen werden. Die Bahn
würde alſo teuerer, die Rentabilität geringer werden.
Wir richten daher an alle beteiligten Stellen die
drin=
gende Bitte, die Ausführung des Bahnbaues Bensheim-
Lindenfels als Notſtandsarbeit nach Möglichkeit
beſchleu=
nigen zu wollen.
Wendelsheim, 17. Okt. (Für die Oſtpreußen.)
In dieſen Tagen geht an die Geſchädigten in Oſtpreußen
von hier ein Waggon Kartoffeln ab, der durch
frei=
willige Gaben unſerer Landwirtſchaft treibenden
Bevölke=
rung aufgebracht worden iſt. Die übrigen Einwohner
wer=
den eine dementſprechende Geldunterſtützung dahin fließen
laſſen. Gewiß iſt dies ſeitens unſerer kleinen Gemeinde
ein anerkennenswertes Geſchenk für die bedrängten
Volks=
genoſſen der Oſtmark.
Ruppertenrod, 17. Okt. (Krücken für
Verwun=
dete.) Der Metzgermeiſter Felſing hatte bei einem
Beſuch im Lazarett beobachtet, wie vorteilhaft für unſere
Krieger, die am Fuße verwundet ſind, eine Krücke beim
Umhergehen ſein würde. Seinen Bemühungen iſt es
ge=
lungen, daß eine ganze Partie Krücken von dazu
geeigne=
en Handwerkern im Vogelsberg hergeſtellt wurden, die er
dem Gießener Lazarett überſandte. Das Beiſpiel verdient
auch an anderen Orten Nachahmung.
Reich und Ausland.
C) Weinheim, 16. Okt. Der hieſige Gemeinderat
be=
ſchloß, bei der Oberrheiniſchen Eiſenbahngeſellſchaft A.=G.
in Mannheim wegen der verzögerten Inbetriebnahme der
elektriſchen Straßenbahn Mannheim-
Weinheim Schritte zu unternehmen. Laut Vertrag
ſollte der Betrieb unter Androhung von
Konventional=
ſtrafe ſchon am 1. Juli d. J. eröffnet werden. Die
ober=
irdiſche Drahtleitung iſt bis auf die Strecke
Viern=
heim-Käfertal ſchon fertiggeſtellt.
Karlsruhe, 15. Okt. Das Miniſterium des Innern
hat die Bezirksämter beauftragt, die Geſchäftsleute, die
an ihren Schaufenſtern geſchmackloſe, „zum Teil geradezu
in Roheit ausartende” ſogenannte Kriegs=
Ulkpoſt=
karten ausſtellen, darauf hinzuweiſen, daß in der
Aus=
legung derartiger Poſtkarten ein grober Unfug im
Sinne des § 360 Ziff. 11 R.=St.=G.=B. erblickt werden
kann, und ſie aufzufordern, die Poſtkarten, ſoweit ſie in der
angedeuteten Richtung Aergernis zu erregen geeignet ſind,
aus den Schaufenſterauslagen zu entfernen.
Straßburg, 17. Okt. Als Warnung für
Kriegs=
ſchwätzer, die mitunter die unglaublichſten Gerüchte
über die Kriegslage verbreiten, kann die exemplariſche
Strafe dienen, die der Händler Eugen Birgentzle
von hier vom außerordentlichen Kriegsgericht erhielt. In
einer hieſigen Wirtſchaft hatte Birgentzle behauptet, bei
Reims ſeien 80000 Deutſche gefangen genommen worden,
Deutſchland habe faſt keine Soldaten mehr, während die
Verbündeten nur geringe Verluſte erlitten hätten u. a.
Vor dem Kriegsgericht beſtritt Birgentzle, dieſe
Aeuße=
rungen gemacht zu haben. Dieſe Ausflüchte hatten jedoch
keinen Erfolg. Unter Berückſichtigung der zur Schau
ge=
tragenen Böswilligkeit des Angeklagten verurteilte ihn
das Kriegsgericht zu einem Monat Gefängnis. —
Das Straßburger außerordentliche Kriegsgericht hat
ge=
gen den Notar Dr. Jakob Hartmann und den
Kan=
tonalarzt Adrian Schmittbühl, früher in Schirmeck,
jetzt entflohen, eine Unterſuchung wegen
Landesver=
rats eröffnet und beider Vermögen durch Beſchluß vom
13. Oktober mit Beſchlag belegt.
Hohenheim, 17. Okt. Heute morgen verzeichneten die
Inſtrumente der Erdbebenwarte ein ziemlich
ſtar=
kes Erdbeben, deſſen Herd in einer Entfernung von
etwa 1800 Kilometer liegt (vermutlich in der Nähe von
Konſtantinopel). Der erſte Vorläufer traf hier um 7 Uhr
26 Minuten ein. 5 Minuten ſpäter folgten ſtarke
Wel=
lenbewegungen.
Rathenow, 16. Okt. (Nichtamtlich.) In der Nähe des
Bismarckdenkmals am hieſigen Weinberge ſtürzte
nach=
mittags ein Flugzeug mit zwei Unteroffizieren,
an=
ſcheinend infolge Motordefekts, ab. Die Flieger kamen
von Döberitz; der eine wurde getötet, der andere
ſchwerverletzt ins Garniſonlazarett gebracht.
Bukareſt, 17. Okt. Ein neuerliches Verhör mit
dem Attentäter ergab, daß er den Brüdern Buxton
ſchon gefolgt war, als ihre Reiſe nach Sofia feſtſtand. Er
gibt zu, daß er einer geheimen Geſellſchaft
an=
gehört, deren Aufgabe die Rettung der Türkei
ſei, als deren größten Gegner er die Brüder Buxton
an=
geſehen habe, die einen neuen Balkanbund gegen die
Tür=
kei gründen wollten. Er wollte auch nicht, daß die Türkei
unter den ausſchließlichen Einſluß Englands komme und
betätigte ſich in dieſem Sinne ſeit längerer Zeit
journa=
liſtiſch.
Marquis San Giuliano F.
* Rom, 16. Okt. Das Hinſcheiden des Miniſters
San Giuliano wird hier in weiteſten Kreiſen lebhaft
be=
dauert. Es iſt bekannt, daß Giuliano dem Dreibund
als der für Italien vorteilhafteſten Kombination
aufrich=
tig zugetan war und ihm trotz aller gegneriſchen
Einwir=
kungen bis zum letzten Augenblick ſeine Treue bewahrte.
Sein perſönliches Verhältnis zum deutſchen Botſchafter
war bis in die letzten Tage hinein beſonders
freundſchaft=
lich geblieben. Noch vor wenigen Tagen empfing er an
ſeinem Krankenbett Herrn von Flotow.
* Rom, 16. Okt. Wie die Blätter melden, wird
Miniſterpräſident Salandra interimiſtiſch das
Mini=
ſterium der auswärtigen Angelegenheiten übernehmen.
* Rom, 16. Okt. Das geſamte diplomatiſche Korps
und eine große Zahl hervorragender Perſonen haben ſich
anläßlich des Todes Giukianos auf der Conſulta
zur Teilnahmebezeugung eingeſchrieben. Der König und
die Miniſter ſandten der Familie Beileidsbezeugungen.
Nach dem Giornale d’Italia hat der Papſt einen
beſonde=
ren Segen für Giuliano geſandt. Die Blätter
veröffent=
lichen lange Gedächtnisartikel und eingehende Berichte über
die letzten Stunden des Dahingeſchiedenen.
* Rom, 17. Okt. Ein königlicher Erlaß verfügt
ge=
mäß dem Beſchluß des Miniſterrats die Beerdigung
di San Giulianos auf Staat skoſten. Ein
zweiter Erlaß beauftragt den Miniſterpräſidenten
Salan=
dra mit der einſtweiligen Führung der Geſchäfte des
Mi=
niſteriums des Aeußern.
* Rom 17. Okt. Die Leiche des verſtorbenen
Mi=
niſters di San Ginliano wurde nachts in das
Trauerzimmer übergeführt und auf einem von Blumen
und Leuchtern umgebenen Katafalk aufgebahrt.
Feuer=
wehrleute in großer Uniform und Lakaien vom
Miniſte=
rium halten die Leichenwacht. Am Vormittag begab ſich
der König zur Conſulta, um die Leiche zu beſichtigen. Er
ſprach den Töchtern und anderen Verwandten di San
Giulianos perſönlich ſein Beileid aus.
* Berlin, 17. Okt. Die Nordd. Allg. Ztg. widmet
dem verſtorbenen italieniſchen Miniſter des Aeußern di
San Giuliano folgenden Nachruf:
Als Held ſtaatsmänniſcher und patriotiſcher
Pflichter=
füllung bis zum letzten Atemzuge ſchied Italiens
Mini=
ſter des Aeußeren di San Giuliano dahin. Wir drücken
der Regierung des verbündeten Königreichs die
herz=
lichſte Anteilnahme an dem in der gegenwärtigen Lage
be=
ſonders ſchweren Verluſt aus. Auch in Deutſchland iſt die
Trauer um den edlen Staatsmann aufrichtig und tief
Perſönlich war er ein wirklicher, aufrichtiger Freund
Deutſchlands, deſſen Kultur er kannte und liebte.
Poli=
tiſch ging er in der Leitung der Geſchäfte von der
Ueber=
zeugung aus, daß für Italien Grundbedingung eine
kräf=
tig auftretende äußere Politik war und nach Möglichkeit
in einem freundſchaftlichen Verhältnis zu den beiden
Kai=
ſermächten Mitteleuropas zu ſuchen ſei. Dieſe
Ueberzeu=
gung machte ihn zum unbeirrbaren Anhängerdes
Dreibundgedankens, der auf italieniſchem Boden
in ihm den begabteſten Vertreter gefunden hat.
Von=
der Grundlage des Dreibundes aus gelang es di San
Giuliano, bahnbrechend zu wirken für die Entwicklung der
italieniſchen Intereſſen in Afrika. Mit der Eroberungi
byens bleibt ſein Name für immer verbunden. Die wähe
rend der Balkankriſis und der albaniſchen Wirren gemachs
ten Verſuche, die italieniſche Politik unter die Bevormun
dung der Weſtmächte zu bringen, ſcheiterte an dem ſtarken
Selbſtändigkeitsgefühl di San Giulianos. Die
Beziehun=
gen zu Oeſterreich=Ungarn blieben bei ihm in ſicherer
Ob=
hut. Vom Ausbruch des europäiſchen Krieges an hiel
er die klar erkannte Aufgabe von Italiens Neutralitäk
ehrlich gegen die Bundesgenoſſen und durfte noch die Ges
nugtuung erleben, das Verſtändnis für die Richtigkeit der
von ihm geleiteten Politik mehr und mehr ſich verbreiten
zu ſehen. Die Stellung Italiens unter den Großmächten
brachte er zu hohem Anſehen. Wir haben das
Ver=
trauen, daß auch nach ſeinem Tode das von ihm
begon=
nene Werk in ſeinem Geiſte fortgeführt werde.
* Wien, 17. Okt. Die geſamte Preſſe beklagt tief
das Hinſcheiden di San Giulianos, in welchem
Italien einen ſeiner bedeutendſten Staatsmänner und
Oeſterreich=Ungarn einen ehrlichen Freund
verliere. Die Blätter betonen, di San Giultano
ver=
körperte das treue, unentwegte Feſthalten am Dreibund
deſſen Befeſtigung ihm ein Lebensintereſſe war. Siel
erinnern an die wiederholten Zuſammenkünfte mit
Lei=
tern der äußeren Politik Oeſterreich=Ungarns, welche das
Verhältnis zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und Italien
im=
mer inniger geſtalteten und zu einem Einvernehmen
be=
züglich aller Balkanfragen führten. Das
Hauptverdienſt=
di San Giulianos ſei die tatkräftige Mitwirkung bei der
Erneuerung des Dreibundes. Mit
Genugtu=
ung heben die Blätter die neutrale Haltung Italiens
her=
vor, welcher der Verewigte trotz aller Gegenſtrömungen
treu geblieben iſt.
Der Tod des Königs von Rumänien,
* Bukareſt, 16. Okt. Die Berichte über die= Bei
ſetzung des Königs Carol in Curtea de Argeſch
ſchildern den gewaltigen Eindruck, den die
ſpontanee=
teiligung von mehr als 30000 Menſchen an den
Beiſetz=
ungsfeierlichkeiten gemacht hat, wozu keine Einladungen
ergangen ſind. In dieſer Beteiligung kam zum Ausduch
in wie erhebender Weiſe der Verſtorbene die Verehring
des rumäniſchen Volkes genoß, deſſen Vertreter aus allen
Landesteilen herbeigeeilt waren, um der ſterblichen Hülle
des Königs die letzten Ehren zu erweiſen. Kranzſpenden
waren eingetroffen vom deutſchen Kaiſer, den Königen von
Sachſen und Bayern, dem Großherzog und der Großherzogin
von Baden, ſowie von ſämtlichen Regimentern, deren
In=
haber der Verſtorbene geweſen iſt. Entſprechend dem
nationalen Charakter der Feier blieben das
diploma=
tiſche Korps und die Sondergeſandten fern, die
einge=
troffen waren, bevor der Wunſch des Königs Ferdinänd
übermittelt worden war, daß keine beſonderen
Abordnun=
gen entſandt werden möchten. — Das Königspaar iſt
geſtern abend nach Bukareſt zurückgereiſt. Die Königin=
Witwe, die zu angegriffen war, um an der Beiſetzung
teil=
nehmen zu können, iſt in Curtea geblieben. — Um das
Andenken des Königs Carol zu ehren, iſt ein aus Damen
und Herren beſtehender Ausſchuß gebildet worden mit
dem Zweck, eine Geſellſchaft zu gründen, die für die
Vor=
bereitung aller Ideen kämpfen ſoll, die der verſtorbene
König vertrat und als moraliſches Kapital dem Lande
hinterlaſſen hat. Dem Verſtorbenen ſoll unter Führung
der Geſellſchaft in Bukareſt ein Mauſoleum errichtet
werden.
Der Hochverratsprozeß in Serajewo.
* Serajewo 16. Okt. Im weiteren Verhör gab
der Angeklagte Vaſo Tſchubrilowitſch an, er habe
von einer perſönlichen Beteiligung an dem Anſchlag, bei
dem auch ihm eine beſtimmte Rolle zugewieſen war,
we=
gen der Anweſenheit der Herzogin Hohenberg, die er nicht
töten wollte, abgeſehen. Der Angeklagte Cojetkom
Popo=
witſch Hörer einer Lehrervorbereitungsanſtalt, gibt an
von Vaſo Tſchubrilowitſch zur Teilnahme an dem
Atten=
tat aufgefordert worden zu ſein, und von Ilitſch den
Re=
volver erhalten zu haben; im letzten Augenblick habe
ihm=
jedoch der Mut gefehlt. Auf die Frage des Verteidigers
an Tſchabrinowitſch, ob irgend eine Perſon unmittelbar
auf ihn eingewirkt habe, damit er den Anſchlag ausführe,
erklärt dieſer, er werde alles mit ſich ins Grab nehmen.
Der Angeklagte Weljko Tſchubrilowitſch gibt
eine ausführliche Schilderung ſeiner Beziehungen zu den
übrigen Verſchwörern, aus der hervorgeht, daß er als
Kommiſſar der Belgrader „Narodna Obrana”
in Bosnien tätig und um die Gründung von Sokol=
Anti=
alkoholvereinen in Bosnien und der Herzegowina eifrig
bemüht war, Vereinen, die ſämtlich den gleichen
hochver=
räteriſchen Zielen dienten, wie die „Narodna Obrana”.
Die Teilnahme der Belgrader amtlichen Kreiſe an der
revolutionären Propaganda in Bosnien ſteht nach den
ge=
nauen Angaben des Angeklagten unwiderleglich feſt,
eben=
ſo die Herkunft der Bomben und Waffen aus
ſerbi=
cher Quelle.
* Serajewo, 17. Okt. Bei der Fortſetzung
des Verhörs der Angeklagten erklärte Miſchko=
Jowanowitſch, daß er unſchuldig ſei. Als Inſpektor
des ſerbiſchen Sokolvereins und Kommiſſar der Narodna
Obrana ſei er für die großſerbiſchen Ideen tätig
ge=
weſen. Er habe von dem Anſchlage nichts gewußt.
Gleich=
wohl ſteht feſt, daß er die Waffen, mit denen der Anſchlag
gegen den Thronfolger ausgeführt wurde, aufbewahrt und
von Tuzla nach Doboj befördert hat. Der Angeklagte
ge=
ſtand, daß es ihm unter der Verwaltung der Monarchie
gut gegangen ſei, und beantwortete einen Vorhalt des
Vorſitzenden, welche Niederträchtigkeit er damit begangen
habe, daß er nach der Ermordung des Thronfolgers im
Nummer 287.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Oktober 1914.
Seite 5.
it men des Sokolvereins des Tuzlaer Kreiſes dem Kaiſer
ine Beileidsdepeſche geſandt habe, er habe im Intereſſe
Sokols gehandelt. — Cabrinowitſch erklärte frei=
Alig, er habe ſich vor dem ſerbiſchen Major Tancoſitſch
türchtet. Als dem. Angeklagten mitgeteilt wurde, daß
rncoſitſch tot ſei, war er beſtürzt. Der Präparand
buukitſch, der Cubrilowitſch mit Ilitſch zuſammenführte,
egauptet, er habe an die Ausführung des Anſchlags nicht
eglaubt. Er bedauere den Tod des Erzherzoges, glaube
ler, daß der Tod einer hohen Perſon als Zeichen des
roteſtes notwendig geweſen ſei. Der Obergymnaſiaſt
ßerin gibt zu, daß er den Mordplan aus Furcht vor
— Rache der Täter, ſowie aus Gründen der Kollegialität
iccht angezeigt habe. Der Student Forkapitſch
leug=
titte im allgemeinen, von dem Anſchlag etwas gewußt zu
ſchben, den er nicht billige. Obergymnaſiaſt Kalember.
ſer von dem Plane gewußt hatte, hat von einer Anzeige
ggeſehen, weil er an den Ernſt der Sache nicht geglaubt
ſſahbe.
räſident Havenſtein über Deutſchlands
Finanz= und Wirtſchaftslage.
* Die am 29. September ds. Js. abgehaltene Sitzung
hes Zentralausſchuſſes der Reichsbank wurde
pan dem Vorſitzenden, Präſidenten des
Reichsbankdirekto=
intms Havenſtein, mit folgender Anſprache eröffnet:
„Der deutſche Geldmarkt hat in dieſen beiden
iſten Monaten des Krieges, der den internationalen
veldmarkt völlig und die Weltwirtſchaft großenteils
aus=
chialtete und jedes Land dazu gezwungen hat, ſein eigenes
Lbben zu leben, verhältnismäßig am beſten unter allen
ändern abgeſchnitten. Die Reichsbank iſt trotz Geldpanik
tund Kreditſorge, die durch das Land ſchritten, mit einem
lskont von 6 Prozent ausgekömmen. Der Geldmarkt
verhältnismäßig flüſſig, die Banken und ſonſtigen
Kre=
itorganiſationen haben — im Gegenſatz zu England
und Frankreich — keinen Tag lang ihre Tätigkeit
ausge=
ſectzt oder die Auszahlung der Bankguthaben eingeſchränkt
ſunnd haben, geſtützt auf die Reichsbank, ihre
Kreditge=
rjährung ohne rigoroſe Einſchränkungen aufrecht gehalten
ſund ihre Guthaben bei der Reichsbank beträchtlich
ver=
ſtrirkt.
Die Reichsbank ſelbſt darf mit Genugtuung auf
dde erſten Monate zurückblicken. Die ſeit langen Jahren
vun allen beteiligten Inſtanzen durchdachte und bis zur
latzten Ausführung vorbereitete finanzielle
Mobilma=
uchtung hat ſich außerordentlich bewährt, nirgends verſagt
ſunnd nirgends eine Lücke gezeigt, wenigſtens keine, deren
Stchließung ſchon im Frieden in gleicher Weiſe hätte
vor=
brreitet werden können. Ihr ſeit Jahren verſtärkter und
durch Zuführung des verdoppelten Reichskriegsſchatzes
varmehrter Goldbeſtand und die durch die neueröffnete
Sreditquelle der Darlehenskaſſen ihrer Kreditgewährung
gübrachte Entlaſtung, durch die Darlehenskaſſenſcheine aber
vermehrte Elaſtizität hat ſie in den Stand geſetzt, nicht
nur zwei volle Monate ohne jede Schwierigkeit als
Krriegsbank des Reiches, ſondern daneben auch als der
fiſte Rückhalt des Wirtſchaftskredits und des
Wirtſchafts=
llabens tätig zu ſein und dabei ihre Kreditgewährung nicht
Unur nicht einzuſchränken, ſondern weitherzig und jedem
ge=
ſſunden und berechtigten Kreditbedürfnis entſprchend zu er=
Im eitern und gleichwohl von Woche zu Woche an innerer
Eitärke zu wachſen. Ihr Wechſelkonto ſtieg von 750
Mil=
lionen Mark am 23. Juli bis zum 15. Auguſt auf 2980
Aillionen Mark, alſo um rund 2¼ Milliarden Mark; an
Stchatzanweiſungen und Schatzwechſeln des Reichs beſaß ſie
am 23. Juli 315 Millionen Mark, am 26. September 2348
ikillionen Mark, alſo rund 2 Milliarden Mark mehr,
dienen allerdings auf dem Konto der öffentlichen Guthaben
noch ungefähr die Hälfte jenes Geſamtbeſtandes an
Schatz=
anweiſungen und Schatzwechſeln gegenüberſteht. Die
umme ihrer Kapitalanlage, die am 23. Juli 1132
Mil=
honen Mark betrug, hat am 31. Auguſt die fünfte
Mil=
luarde um 18 Millionen Mark überſchritten, und der
No=
tanumlauf wies am ſelben Tage ſeinen bisherigen
Höchſt=
ſuand von rund 4235 Millionen Mark auf. — Mit der
Ugeberwindung der Geldpanik und Zahlungsmittelnot der
cſten Wochen und mit der wachſenden Wiederbelebung
unſerer wirtſchaftlichen Arbeit ſind aber auch die
Rück=
ſüüſſe wieder in ſehr erfreuliche und normale Bahnen
engelenkt. Die Wechſelanlage hat ſeit ihrem Höchſtbeſtande
aum 15. Auguſt bereits um mehr als ½ Milliarde Mark
abgenommen und betrug am 26. September nur noch
mund 2454 Millionen Mark und iſt nur noch um 423
Mil=
laonen Mark höher als die vor dieſem Kriege je erreichte
höchſte Ziffer von 2031 Millionen Mark am 31. Dezember
1912. Bemißt man aber die Inanſpruchnahme der Bank
nach den Beſtänden an Wechſeln plus Lombards minus
Privatguthaben, ſo iſt die Inanſpruchnahme der
Reichs=
baank durch den Verkehr heute mit rund 1004 Millionen
Mark nur etwa zwei Drittel ſo ſtark wie Ende 1912, auch
menn man in Betracht zieht, daß das Lombardkonto heute
durch Ueberführung von Darlehen auf die
Darlehens=
lſiſſen einigermaßen entlaſtet iſt und die Privatguthaben
durch Vorbereitung auf Ultimo und Kriegsanleihe
eini=
germaßen verſtärkt ſind, ſo daß ſie erheblich über 1½
Milliarden Mark hinausgehen.
Auch der Goldbeſtand zeigt eine ſehr erfreuliche
Entwicklung; von den 1253 Millionen Mark, auf die er
brurch die in den letzten Jahren vor Kriegsausbruch auch
bei uns — wie allerdings in weit ſtärkerem Grade in allen
fbrigen Ländern — einſetzende Geldpanik hexabgedrückt
rourde, hob er ſich zunächſt durch Zuführung des
Reichs=
kriegsſchatzes und von Auslandsgeld bis zum 7. Auguſt
aruf 1478 Millionen Mark; mit den erſten Siegen
un=
ſteres Heeres und der bald eintretenden Beruhigung und
mfolge der ſehr dankenswerten Aufklärungsarbeit der
ge=
ſamten Preſſe und der Behörden aber begann das
ver=
ſeckte Gold allmählich wieder zum Vorſchein zu kommen
und zur Reichsbank zurückzufließen. Ueberall und in
al=
len Schichten und immer größeren Kreiſen erwachſen der
Reichsbank jetzt verſtändnisvolle Helfer auf dieſem
Ge=
biiet, und ihnen wie der Preſſe, weiß die Reichsbank Dank
hafür, daß ihr Goldſchatz und damit ihre Aktionskraft von
Woche zu Woche ſtärker wächſt; ſeit dem 7. Auguſt hat er
wadurch bereits um etwa 200 Millionen Mark, in der
letz=
ten Woche allein um 55 Millionen Mark zugenommen,
und wir erhoffen von einer tatkräftigen Fortſetzung
die=
ſer Mithilfe noch weitere ſtarke Erfolge. Infolgedeſſen
bat ſich auch die Metalldeckung der Noten von ihrem
miedrigſten Stande von 37,9 Prozent am 31. Auguſt
wie=
der auf 42,7 Prozent und ihre geſamte Bardeckung auf
96,4 Prozent gehoben. Geſtatten Sie mir, meine Herren,
an dieſen Ueberblick über den Stand der Reichsbank noch
eiinige allgemeine Bemerkungen zu knüpfen.
Der Verlauf dieſer erſten beiden Monate des Krieges
gfibt nicht nur der Reichsbank, ſondern unſerm ganzen
Volk Anlaß, mit Genugtuung auf ſie zurückzublicken und
mit ſtarkem Vertrauen in die Zukunft zu ſchauen. Wir
haben in wenig Wochen eine ſtarke Geldpanik und
Zah=
lungsmittelnot überwunden, wir haben der nach ihr
drohenden Kreditkriſis wirkſam geſteuert und haben nun=
mehr auch die Arme frei und regen ſie, um auch die letzte
Gefahr, die aus dem Weltkriege für unſer Wirtſchaftsleben
erwachſenden Schwierigkeiten und Nöte zu bannen, und
wir ſind das einzige der kriegführenden Völker, das ohne
Moratorium auskommt und ſeine wirtſchaftliche Arbeit
weiterführt und neu organiſiert. Wie ſtark die Geldpanik
und das kopfloſe Verſtecken des Geldes war, ergibt ſich
aus wenigen Zahlen: In den Tagen vom 23. bis 31. Juli
ſind der Reichsbank an Gold, Silber und
Reichskaſſen=
ſcheinen 195 Millionen Mark, an Banknoten 1019
Millio=
nen Mark, zuſammen 1214 Millionen Mark oder 1050
Mil=
lionen Mark mehr als in derſelben Zeit des Vorjahres
entzogen; ſie hat an Silber im Laufe des Auguſt etwa
300 Millionen Mark hinausgegeben und den Umlauf der
kleinen Noten von 812 Millionen Mark am 31. Juli bis
zum 31. Auguſt auf faſt 1600 Millionen Mark, alſo um
faſt 800 Millionen Mark, den der großen Noten um über
500 Millionen Mark geſteigert, und daneben ſind noch etwa
120 Millionen Mark Darlehenskaſſenſcheine bisher dem
Verkehr zugefügt. Ein Teil dieſer dem Verkehr
zugeführ=
ten Zahlungsmittel diente natürlich dem durch die
Ver=
hältniſſe ſtark vermehrten Bedarf an ſolchen, ein ganz
er=
heblicher Teil aber dem Erſatz des theſaurierten Goldes
und auch Silbers. Die Zahlungsmittelnot iſt aber
da=
durch in der Hauptſache überwunden worden und wird
in=
folge der fortgeſetzten Silberprägungen und der Ausgabe
von kleinen Darlehenskaſſenſcheinen auch da, wo ſie ſich
noch, namentlich bei Lohnzahlungen, geltend macht, in
wenigen Wochen vollſtändig überwunden ſein. Der Sorge
um den Kredit, die dann einſetzte, traten zunächſt die
ſtarke Aktionskraft der Reichsbank und die
neben ihr eröffnete zweite große Kreditquelle, die
Dar=
lehenskaſſen wirkſam entgegen, die bereits 24
Stun=
den, nachdem der Reichstag die vorbereiteten Geſetze
ge=
nehmigt hatte, an 150 Orten in Deutſchland zu arbeiten
anfingen. Heute ſind ſie auf 217 angewachſen. Wo beide
Kreditquellen nicht hinreichten, wurden und werden
über=
all durch die tatkräftige Selbſthilfe und das zielbewußte
Zuſammenarbeiten aller Faktoren, neue Organiſationen,
Kriegskreditbanken, geſchaffen, die, geſtützt auf
die Reichsbank, und von ihr in weiteſtem Maße unterſtützt,
auch alle bisher davon ausgeſchloſſenen Kreiſe an die
bei=
den großen Kreditquellen, Reichsbank und
Darlehens=
kaſſen, heranführen.
Ueberall aber hat ſich gezeigt, daß die Kreditnot
tat=
ſächlich bei weitem nicht ſo groß iſt, wie die erſte Sorge
ſie ſich vorſtellte, überall wird tatſächlich viel weniger
Kre=
dit in Anſpruch genommen, als worauf alle dieſe
Organi=
ſationen ſich eingerichtet hatten; ſelbſt die Darlehenskaſſen
haben in dieſen erſten zwei Monaten nur 320 Millionen
Mark an Darlehen auszugeben brauchen. — Dieſe
verhält=
nismäßig geringe Inanſpruchnahme für den
Wirtſchafts=
kredit hat ſie aber auch wieder befähigt, in hohem Maße
der Beſchaffung der Mittel für die Kriegsanleihe zu
die=
nen, indem ſie allen denen, die nicht nur ihre
augenblick=
lich verſügbaren Gelder, ſondern auch die von ihnen in
den nächſten Monaten zu erübrigenden für die
Kriegs=
anleihe darbringen wollten, die Möglichkeit boten, einen
entſprechenden Teil ihres alten Beſitzes an Wertpapieren
zu dieſem Zweck flüſſig machen.
(Schluß folgt.)
Stimmen aus dem Publikum.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
einerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Dienstag nach 7 Uhr abends ging ich mit meinem
Sohne an ein Schaufenſter mit Poſtkartenauslagen, um
ihm die Helden der Gegenwart zu zeigen. Drei Buben,
10—13 Jahre alt, kamen mir zuvor, indem der kleinſte
dieſer drei Heiner mich zurückdrängte, und mit Kennerblick
hatte er entdeckt, wonach er ſuchte — nicht Helden, ſondern
Karten, auf welchen gezeigt wird, wie der deutſche Soldat
ſich ſeinen Feinden gegenüber gemein benimmt, während
die Feinde ſelbſt geradezu ſchamlos gezeichnet waren. Der
beſagte Heiner fing nun an, die Karte in der
allergemein=
ſten Weiſe zu erklären; aber mit nicht wiederzugebenden
Worten. Nur eine Sekunde zögerte ich, dann verabreichte
ich dem vor mir Stehenden eine gutſitzende Ohrfeige, und
im Augenblick war das in jeder Beziehung ſchmutzige
Kleeblatt verſchwunden. Mein Handſchuh hatte an
Sau=
berkeit etwas eingebüßt.
Bemerken möchte ich: So lange wir im eigenen
Vater=
lande den deutſchen Soldaten als Barbaren darſtellen,
haben auch unſere Feinde das Recht, ihn als ſolchen zu
bezeichnen. Es gibt doch Szenen, in welchen ſich unſere
Soldaten den Feinden gegenüber opferwillig und
ſelbſt=
los zeigen; iſt dies nicht wertvoll genug, immer wieder auf
Poſtkarten feſtgeyalten zu werden? Und wie würde das
auf unſere Jugend wirken?
Landwirtſchaftliches.
* Im Verlag von J. Diemer in Mainz erſchien eine
Schrift von A. Kadel=Darmſtadt: „Was ſoll der
Landwirt beim Ankauf der künſtlichen
Düngemittel wiſſen und beachten?‟ Die
Schrift iſt durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Der
Einzelpreis iſt auf 60 Pfg. feſtgeſetzt. Bei Abnahme von
10 Exemplaren ermäßigt ſich der Bezugspreis auf 50, bei
25 Exemplaren auf 44 Pfg. ꝛc. Während die deutſche
Land=
wirtſchaft vor 25 Jahren künſtliche Düngemittel im Werte
von etwa 100 Millionen Mark jährlich verbrauchte,
wer=
den heute mehr als 600 Millionen Mark jährlich für
Han=
delsdünger ausgegeben. Dieſe koloſſale Steigerung hat,
wie die amtliche Statiſtik nachweiſt, die Erträge unſerer
Aecker und Wieſen ganz erheblich erhöht, und wir ſind
da=
durch, trotz des großen Zuwachſes unſerer Bevölkerung,
unabhängiger vom Ausland geworden. Aber die deutſche
Landwirtſchaft darf ſich damit noch nicht begnügen, denn
die jetzt geernteten Durchſchnittserträge bedeuten noch
lange nicht das Erreichbare. Es gibt noch große Flächen
unſeres deutſchen Vaterlandes, wo man nur erſt ſehr
ge=
ringe Mengen künſtlichen Düngers verwendet, und wo
in=
folgedeſſen auch noch ganz bedeutende Ertragsſteigerungen
zu erzielen ſind. Im allgemeinen volkswirtſchaftlichen
Intereſſe liegt es deshalb, den Verbrauch künſtlicher
Dünge=
mittel immer mehr zu ſteigern, um unſeren Acker= und
Wieſenflächen die höchſtmöglichen Ernten zu entziehen.
Von dieſem Geſichtspunkte aus hat der Verfaſſer unter
obigem Titel ein Schriftchen herausgegeben, in welchem
der Ankauf der künſtlichen Düngemittel beſprochen und
alle Fragen (insbeſondere die Garantie= und
Handelsver=
hältniſſe) in einer dem Landwirt verſtändlichen Form
be=
handelt ſind. Auch die Herſtellung der verſchiedenen
Düngemittel iſt kurz erwähnt. Wenn in unſerer Zeit ſo
häufig die Forderung geſtellt wird, den Landwirt „
ge=
ſchäftsfähiger” zu machen, ſo kann man dem nur
zuſtim=
men. Der Landwirt ſoll über alles, womit er bei
Aus=
übung ſeines Berufes zu tun hat, genügend vertraut ſein;
iſt er das nicht, ſo bleibt er rückſtändig, und auch ſein
Be=
trieb wird dann nicht auf der Höhe ſein. Der Bezug der
Schrift iſt durch die Landwirtſchaftsakmmer in Nr. 28 der
Heſſiſchen Landw. Zeitſchrift warm empfohlen.
— Frankfurt a. M., 15. Okt. (Viehhof=
Markt=
bericht.) Auftrieb: 129 Rinder (42 Ochſen, 87 Kühe),
397 Kälber, 317 Schafe, 1741 Schweine. Preiſe für 1
Zent=
ner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark. Kälber:
a) 67—70 (112—117), b) 63—66 (107—112). Schafe:
a) 41 (90), b) 28—34 (75—80). Schweine: nicht notiert.
Marktverlauf: Kälber lebhaft, Schafe ruhig, beide
aus=
verkauft.
Von den
Kriegsſchau=
plätzen.
* Großes Hauptquartier, 17. Okt., mittags.
(W. T. B. Amtlich.) In Brügge und Oſtende iſt
reiches Kriegsmaterial erbeutet worden,
unter anderem eine große Anzahl Infanterie=Gewehre
mit Munition, ſowie 200 gebrauchsfähige
Loko=
motiven.
Vom franzöſiſchen Kriegsſchauplatz ſind weſentliche
Ereigniſſe nicht zu melden.
Im Gouvernement Suwalki verhielten ſich
die Ruſſen am geſtrigen Tage ruhig. Die Zahl der bei
Schirwindt gefangenen Ruſſen erhöhte ſich auf 4000,
ebenſo wurden noch einige Geſchütze erbeutet. Die Kämpfe
bei und ſüdlich von Warſchau dauern fort.
Ehrungen General v. Beſelers.
* Dresden, 17. Okt. Der König ließ dem
Ge=
neral der Infanterie von Beſeler folgendes Telegramm
zugehen: Eurer Exzellenz drücke ich zu dem großen
Er=
folge meinen herzlichſten Glückwunſch aus. Ich gedenke
noch mit Freuden der Zeit, in der Sie als General=
In=
ſpekteur des Ingenieur= und Pionier=Korps in Beziehung
zu meiner Armee ſtanden. Friedrich Auguſt.
* Wien, 17. Okt. Der Kaiſer hat dem General
von Beſeler das Großkreuz des Leopoldordens mit
der Kriegsdekoration verliehen.
Die Deutſchen an der Nordſeeküſte.
* Der Kriegskorreſpondent des Nieuwe
Rotterdam=
ſche Courant, der aus Nordfrankreich kommt, drahtet von
der Grenze folgendes: Die Ueberreſte der
belgi=
ſchen Armee von Antwerpen und aus der Umgegend
von Oſtende haben ſich vergebens zu
konzentrie=
ren verſucht. Sie ſind völlig desorganiſiert abgezogen
und zwiſchen Dixmuiden und Roulers durch die
franzöſi=
ſchen Marinetruppen und einige Kavallerie unterſtützt
worden. Die Franzoſen werfen dort Befeſtigungen auf.
Geſtern nachmittag um 2 Uhr wurden dieſe Befeſtigungen
von bedeutenden deutſchen Streitkräften aller
Waffen=
gattungen angegriffen. Es iſt anzunehmen, daß dieſe
Streitkräfte die Franzoſen zurückgeworfen haben und die
Deutſchen dürften jetzt in der Gegend von Dünkirchen ſein,
das von den Verbündeten verſtärkt iſt. Der große
Ver=
bindungsweg von Brügge über Oſtende nach Niewport iſt
in der Gewalt der Deutſchen. Es ſind in der Gegend von
Dünkirchen und Boulogne bald größere Kämpfe
zu erwarten. Der Korreſpondent der Daily Mail gibt
zu, daß die Verbündeten öſtlich Gent eine ziemlich ſchwere
Niederlage erlitten haben. Schwere deutſche Artillerie
hatte ſie bei ihrem nächtlichen Rückzug aus einer Stellung
nach der anderen vertrieben.
Die Frkf. Ztg. ſchreibt: Mit Oſtende iſt der wichtigſte
Hafenplatz Belgiens an der Nordſee, einer der Stützpunkte
der engiſchen Expedition und eine ihrer Zufahrtslinien in
deutſche Hände gefallen. Antwerpen iſt ungleich
bedeu=
tender, aber es iſt unfrei wegen des holländiſchen
Mün=
dungsgebiets der Schelde, und — Oſtende iſt näher der
engliſchen Küſte. Deutſche Truppen haben von
feindlichem Boden aus am 15. Oktober wohl nicht zum
erſtenmal die Nordſeee vor ſich liegen ſehen. Schon
mancher Reiter mag bis zur Küſte geſtreift ſein und im
Nordweſten Frankreichs zogen ſich ja die Reitergefechte bis
faſt zum Meere hin. Aber zum erſtenmal hat an der
Nordſee eine ſiegreiche deutſche Armee Fuß
ge=
faßt. Wir wollen nichts prophezeien, nicht von den
mannigfachen Befürchtungen und Pantaſien reden —
mö=
gen ſie grundlos ſein oder nicht —, die London in dieſen
Tagen ſchrecken mögen. Aber man wird ſich dieſe Sorgen
nicht groß genug denken können, denn England weiß,
daß dieſer Krieg an ſeine Kehle greift. Der nächſte Zweck
der Beſetzung der Küſte gilt zwar nicht dem nahen
Inſelreich, denn die deutſchen Truppen hben im
Nord=
weſten wohl eine Aufgabe, die ſie mehr ſüdweſtlich, längs
dem Meere, führen wird, aber die deutſche Streitmacht
ſitzt dort feſt und iſt eine unabläſſige Drohung.
Aus Belgien.
* Amſterdam 17. Okt. Nieuws van den Dag
meldet aus Breda vom 15. Okt.: An der Grenze bei
Meerle fanden Scharmützel zwiſchen Deutſchen
und Belgiern ſtatt. 3 Deutſche ſind gefallen, die
Bel=
gier zogen ſich über die Grenze zurück, wo
ſie entwaffnet wurden. Alle jungen Männer zwiſchen
Meerle und Herenthals ſind geflüchtet.
Die Rückkehr nach Belgien.
* Berlin, 17. Okt. Nachdem ganz Belgien
von deutſchen Truppen beſetzt und es der
deutſchen Verwaltung gelungen iſt, nach den Kriegswirren
wieder geordnete Verhältniſſe herzuſtellen, macht
ſich bei den aus Belgien geflüchteten Einwohnern der
be=
greifliche Wunſch bemerkbar, dort die friedliche Arbeit
wieder aufzunehmen. Dieſer Wunſch wird bei dem
deut=
ſchen Generalgouvernement kräftige Unterſtützung finden.
Da aber der Bahnbetrieb Belgiens ſich bisher nur auf
Militärzüge erſtreckt, wäre es falſch, auf gut Glück die
Hin= und Rückfahrt anzutreten. Alle Perſonen, die nach
Belgien zurückkehren wollen, werden daher gut tun, ſich
an die Beratungsſtelle für deutſche Flüchtlinge aus
Bel=
gien in Köln (Regierungsgebäude, Zeughausſtraße) zu
wenden, die im Einvernehmen mit den zuſtändigen
Eiſen=
bahnbehörden und dem Generalgouvernement in Belgien
die Rückleitung der Flüchtigen in die Hand genommen
hat. Jeder Anfragende erhält an dieſer Stelle
bereit=
willig Auskunft, ob für den in Betracht kommenden Teil
Belgiens die Rückkehr bereits zuläſſig und erwünſcht iſt,
und wie er ſein Ziel am beſten erreicht.
Die neue Lage in Frankreich.
* Paris 17. Okt. Die Guerre Sociale
er=
örtert die durch den Fall Antwerpens geſchaffene
neueſtrat egiſche Lage. Das Blatt glaubt, daß die
Entſcheidung im Norden fallen werde. Die deutſche
Seite 6
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Oktober 1914.
Nummer 287,
Belagerungsarmee könne nicht ſo ſchwach ſein, wie man
Frankreich glauben machen möchte. Geſtehe denn die
belgiſche Regierung durch ihre Ueberſiedelung nach Le
Havre nicht ein, daß ſie weder in Oſtende noch in Gent
mehr ſicher ſei? Man müſſe die Dinge ſehen, wie ſie ſeien.
Die Beſetzung Antwerpens ſei für England ein
ebenſo ſchwerer Schlag wie für Belgien.
England wiſſe, daß es, wenn Antwerpen in deutſchen
Händen ſei, die Beſchießung durch Zeppeline und eine
verſtärkte Tätigkeit der Unterſeeboote
gegen die engliſche Flotte gewärtigen
müſſe.
Eine Taube über Nancy.
* Nancy, 17. Okt. Eine „Taube” überflog
Nancy am Mittwoch vormittag und warf drei
Bom=
ben herab, die auf den Bahnhof fielen. Die erſte
riß auf einem Nebengleis ein Loch, die zweite fiel auf den
Bahnſteig vor ein Bahnwärterhäuschen und durchſchnitt
die Telegraphendrähte, die dritte beſchädigte einen
Güter=
wagen. Drei Bahnbeamte wurden verletzt.
Ein franzöſiſcher Flleger in Holland gelandet.
* Amſterdam, 17. Okt. Bei Bievelet iſt ein
Zweidecker gelandet, der mit einem Franzoſen
und einem Belgier, wahrſcheinlich Militärs bemannt
war. Sie gingen wegen Benzinmangel nieder. Das
Flugzeug wurde vorläufig unter polizeiliche
Ueberwa=
chung geſtellt.
Die Zuverläſſigkeit der feindlichen
Berichterſtattung.
* Berlin, 17. Okt. Die amtliche Mitteilung der
franzöſiſchen Regierung vom 12. Oktober, 3 Uhr
nachmit=
tags, lautet: „Auf unſerem rechten Flügel in den
Vo=
geſen machte der Feind einen nächtlichen Angriff in der
Gegend nördlich St. Dié, wurde aber
zurückgeſchla=
gen.‟ Ein neuer Sieg über die Deutſchen wurde ſomit
zur Kenntnis des franzöſiſchen Volkes gebracht. Wie ſah
es nun in Wirklichkeit mit dieſem Siege aus? Um
10. Oktober fiel Antwerpen, und dieſe Siegesbotſchaft hatte
bis zum Abend des 11. Oktober ihren Weg in die
vor=
verſten Linien unſerer Truppen gefunden, dort
ſelbſtver=
ſtändlich mit einem donnernden Hurra begrüßt.
Auf dieſes Hurra hin ſetzte auf der franzöſiſchen, etwa 27
Kilometer langen Front ein äußerſt heftiges, aber
un=
ſchädliches Gewehr= und Geſchützfeuer ein,
das etwa eine halbe Stunde andauerte. So ſah in
Wahr=
heit der „amtlich verkündete Sieg von St. Dié” aus. Ein
Beiſpiel dafür, wie unſere Feinde aus begreiflicher Furcht
vor der Wahrheit ſelbſt ſolche Meldungen mundtot zu
machen ſuchen, die wir ihren eigenen Blättern
entnehmen, bieten verſchiedene ruſſiſche Zeitungen, die
ſchreiben: „Die deutſche Preſſe ſchlägt ein eigenartiges
Verfahren ein, um Nachrichten aus Rußland und
Eng=
land den Charakter großer Unglaubwürdigkeit zu
ver=
leihen. Sie läßt ruſſiſche und engliſche Blätter Dinge
ſagen, die in dieſen Blättern niemals ſtanden.‟ Es wird
hinzugefügt, daß es mit Deutſchland ſehr ſchlecht beſtellt
ſein müſſe, wenn unſere Preſſe zu ſolchen Mitteln greife.
Wenn dieſer Vorwurf wider beſſeres Wiſſen erhoben wird,
können wir ihn mit Verachtung ſtrafen; beruht er auf
gutem Glauben, ſo beweiſt er nur, daß unſere Feinde ihre
eigenen Blätter ſehr oberflächlich leſen. Bei der immer
von neuem erwieſenen Unglaubwürdigkeit ihres Inhaltes
kann man das allerdings recht gut verſtehen.
* Stockholm, 17. Okt. Nach einer Blättermeldung
aus Rotterdam iſt in Oſtende eine große
eng=
liſche Transportflotte mit neuen
eng=
liſchen Truppen angekommen. (An zuſtändiger
Stelle wird dieſe Nachricht als frech erlogen
bezeich=
net. D. Red.) Die Ausſchiffung gehe in größter Eile vor
ſich, damit die Truppen ſich mit den Trümmern des
bel=
giſch=engliſchen Heeres und mit den franzöſiſch=engliſchen
Truppen, die bis Ypern vorgedrungen ſeien, vereinigen
könnten. Die geſamte verbündete Armee an dieſem Punkte
werde dann eine Viertelmillion Mann zählen. Sie ſolle
einen ſchnellen Angriff gegen den deutſchen rechten Flügel
richten. Die Bevölkerung von Calais flüchte, von einer
Panik ergriffen, aus Furcht vor einem deutſchen Angriff.
Ein engliſches Geſchwader kreuze zum Schutze der Küſte
zwiſchen Dünkirchen und Calais.
Die Vertreibung der Ruſſen aus Ungarn.
* Peſt, 17. Okt. Aus Marmaros Sziget wird
gemeldet: Die aus Marmaros vertriebenen ruſſiſchen
Truppen, die bei Raho eine Stellung bezogen hatten,
wurden geſtern von unſeren Truppen geſchlagen. Sie
flüchteten in der Richtung auf Körösmezö, wobei ſie
von unſeren Trupepn verfolgt wurden. Eine gegen
Kö=
rösmezö fliehende feindliche Abteilung, deren Geſamtſtärke
auf etwa 4000 Mann zuſammengeſchmolzen iſt, iſt die
letzte, die ſich noch auf ungariſchem Gebiet befindet In
den Wäldern kann es höchſtens noch verſprengte
Bruch=
ſtücke der ruſſiſchen Einbruchstruppen geben, die, wo
im=
mer auch unſere Patrouillen auf ſie ſtoßen, ſich
er=
geben.
Ein unerhörter Mißbrauch des Roten Kreuzes
durch Rußland.
* Wien, 17. Okt. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Bukareſt: Die Blätter berichten von einem ſchweren
Mißbrauch des Roten Kreuzes durch
Ruß=
land. Vor etwa 10 Tagen paſſierte ein ruſſiſcher
Laza=
rettzug aus Beſſarabien, der die ruſſiſch=rumäniſche
Grenz=
ſtation umging, über Jaszy nach der ſerbiſchen Grenze.
Dem rumäniſchen Grenzbeamten fiel die überaus große
Zahl des Sanitätsperſonals auf. Auf ſeine Frage traf
aus Orſowa ein Telegramm ein, das über dieſe ruſſiſche
Expedition im Dienſt der Barmherzigkeit eine
über=
raſchende Aufklärung brachte. In dem
Tele=
gramm heißt es, daß unter dem Sanitätsperſonal des
ruſſiſchen Lazarettzuges ſich ruſſiſche Sappeure
befanden, welche nach Ablegung des Roten Kreuzes,
unter deſſen Schutz ſie Rumänien paſſierten, zwiſchen
Tuon-Sewerin, Kladowa und Orſowa Minen
legten.
Englands Verdächtigung der Neutralen.
* London, 17. Okt. Times melden: Die außer
ordentliche Nachfrage eines Teiles Skandinaviens nach
verſchiedenen Getreidearten ſteht in ſtarkem
Miß=
verhältnis zu der Nachfrage, die man normalerweite von
Nordeuropa erwarten könnte. Getreidedampfer aus
Süd=
amerika werden in der Nordſee zweifellos angehalten
wer=
den und dürfen ihre Reiſe nicht fortſetzen, bevor die Re=
gierungen der neutralen Beſtimmungsländer befriedigende
Garantien dafür abgegeben haben, daß die Ladungen
nicht weitergehen. Es iſt eine bemerkenswerte Tatſache,
daß Norwegen, Schweden und Dänemark in den letzten
ſechs Wochen mehr Dampfer befrachtet haben, als für die
normale Nachfrage notwendig iſt. Die Frachten, die
be=
zahlt werden, überſteigen weit das, was nach den gleichen
Beſtimmungen England und Frankreich bezahlen. So iſt
in London ein weit größeres Quantum Oel als jemals
früher nach Nordeuropa geladen worden. Der Export von
waliſiſcher Kohle iſt im letzten Monat faſt doppelt ſo groß
geweſen, als in dem gleichen Monat irgend eines früheren
Jahres. Einem Telegramm aus Buenos Aires zufolge
ſind dort von ſkandinaviſchen Exporteuren zwei Dampfer
mit Mais nach Schweden bezw. Norwegen befrachtet
wor=
den, von welchen einer die enorme Fracht von 2 Pfund
Sterling pro Tonne, alſo 5 bis 7,5 Schilling mehr als
jemals früher, andere 32,5 Schilling pro Tonne bezahlten.
(Dieſe Verdächtigung dürfte auf der gleichen Stufe wie
die früheren ſtehen. D. Red.)
Zur Vernichtung des engliſchen Kreuzers
„Hawke‟.
* London, 17. Okt. Ein Telegramm des Evening
Standard aus Aberdeen meldet: 48 Ueberlebende
des Kreuzers „Hawke” wurden heute früh von einem
Fiſcherdampfer gelandet. Der Kreuzer wurde geſtern von
einem Torpedo getroffen und ſank in fünf Minuten.
Der Kapitän des Fiſcherdampfers berichtet, daß er die
Ueberlebenden geſtern nacht von einem norwegiſchen
Dampfer aufnahm. Sie ſeien in einem überfüllten Boot
geflohen.
Die Angriffe gegen Churchill.
* London, 17. Okt. Der frühere unioniſtiſche
Mini=
ſter Walter Long ſendet eine Zuſchrift an die
Mor=
ningpoſt in der er den Angriffen des Blattes auf
Churchill zuſtimmt. Long ſchreibt: Als die
Nach=
richt zuerſt bekannt wurde, daß Seeſoldaten nach
Ant=
werpen geſchickt waren, herrſchte, ſoviel ich weiß,
allge=
meine und tiefe Beſtürzung. Sie wurde durch
das Ergebnis gerechtfertigt. Wir alle bewundern die
vor=
trefflichen Leiſtungen Churchills in der Admiralität ſeit
den erſten Anfängen des ſchrecklichen Krieges, und wenn
er Fehler gemacht hat, ſo ſollte er es zugeben. Das würde
im Volke die größte Genugtuung geben, da es die
Verſiche=
rung bringen würde, daß ein ähnlicher Irrtum nicht
wie=
der begangen werden wird, daß unſere Operationen außer
Landes künftig nicht durch eine einzelne Perſon, wie
glän=
zend befähigt ſie auch ſei, geleitet werden.
Der bekannte politiſche Schriftſteller Richard Webb
veröffentlicht in der Morningpoſt einen heftigen
An=
griff auf Churchill. Er erwähnt die
bombaſti=
ſche Dummheit der Worte von den „Ratten im Loch”
die jeden Engländer beunruhigt habe, der ein
nüchter=
nes Urteil über die moraliſche und
mate=
rielle Stärke des Feindes beſitze. Webb ſagt,
Churchill erwecke in ſeiner gegenwärtigen Stellung für
ſeine eigenen Landsleute größere Beſorgniſſe als für den
Feind, der ſich nur freuen könne, einen ſo mächtigen
Ver=
bündeten zu finden. Churchill ſollte ſofort durch einen
Seeofizier oder einen Politiker erſetzt werden, der es
ver=
ſtehe, ſich auf ſein Amt zu beſchränken und die ſtrategiſche
Leitung des Krieges Fachmännern zu überlaſſen.
Die Times ſchreibt, es ſei abſurd, anzunehmen, daß
eine Entſcheidung von ſolcher Bedeutung wie die
Entſen=
dung von Seeſoldaten nach Antwerpen allein von einem
einzelnen Miniſter gefaßt worden ſei, ohne volle Kenntnis
und Zuſtimmung der Kollegen. Ob es nun ein Fehler
oder ein Verdienſt ſei: das ganze Kabinett,
beſon=
ders der Premierminiſter und der Kriegsſekretär, ſeien
daran beteiligt. Das Blatt fährt dann fort, die
Zu=
ſammenſetzung und Ausrüſtung des Erſatzkorps ſei eine
andere Frage, von der man wahrſcheinlich noch mehr hören
werde. Die Morningpoſt meſſe den ſpeziellen
Verhältniſ=
ſen Antwerpens nicht genügende Bedeutung bei; die
Expe=
dition habe nicht einen Teil der weſentlichen militäriſchen
Operationen gebildet, ſie ſei vielmehr ein Verſuch geweſen,
die tiefe Sympat hie Eng lands für Belgien
darzulegen. (?)
Neue Erfolge unſerer
Ver=
bündeten.
* Wien, 17. Okt. Amtlich wird verlautbart vom
17. Oktober mittags: Sowohl die in der Linie Stary-
Sambor-Medyka und am Ufer der San entbrannte
Schlacht als auch unſere Operationen gegen den Dnjeſir
nehmen einen guten Verlauf.
Nördlich Wyszkow wurden die Ruſſen abermals
an=
gegriffen und geworfen. Bei Sinowucko forcierten unſere
Truppen den Stryffluß und gewannen die Höhen
nördlich des Ortes und nahmen die Verfolgung des
Feindes auf.
Ebenſo gelangten die Höhen nördlich von Podbus
und ſüdöſtlich von Stary das Sanufer nach hartnäckigen
Kämpfen in unſeren Beſitz.
Auch nördlich des Strwiazfluſſes ſchreiten unſere
An=
griffe vorwärts. Nördlich Przemysl gelang es uns
bereits, auf dem öſtlichen Sanufer feſten Fuß zu faſſen.
Die Zahl der während unſerer fortgeſetzten
Offen=
ſive gemachten Gefangenen läßt ſich natürlich noch
nicht annähernd feſtſtellen. Nach einigen Meldungen ſind
es mindeſtens 15000 Gefangene.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
von Höfer, Generarmajor.
Zur Beſchießung von Cattaro.
* Wien, 17. Okt. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird amtlich gemeldet: Ueber die Beſchießung der
Werke an der Bucht von Cattaro am 19.
Sep=
tember werden nachträglich folgende Einzelheiten bekannt:
Die Beſchießung wurde von zwei franzöſiſchen
Schlachtſchiff en und drei Kreuzern, die von
vier Fahrzeugen begleitet waren, vorgenommen. Um
5½ Uhr morgens wurden mehrere Schiffe geſichtet, die ſich
der Hafeneinfahrt in zwei Gruppen näherten. Sobald die
Schiffe in Schußweite gekommen waren, eröffnete unſere
Küſtenbatterie in Luſtica und eine Mörſerbatterie in Oſtro
das Feuer, worauf ſich die Schiffe in Kurs nach Weſten
ſetzten und ihrerſeits zu ſchießen begannen. Die nächſte
Diſtanz war 5000 bis 6000 Meter von der Spitze von Oſtro.
Die Schiffe kamen bald außer Schußbereich, ſo daß das
Feuer der Werke eingeſtellt werden mußte. Kurze Zeit
ſpäter eröffneten die franzöſiſchen Schiffe ein
lebhaf=
tes Feuer gegen den Meeresſpiegel, vermut=
lich gegen vermeintliche Unterſeeboote. Um 6 Uhr 50 Min.
morgens ſchwenkte der Feind gegen Südweſten und war
bald in Rauch und Nebel verſchwunden. Die Batterien
in Luſtica und Oſtro dürften je einen Treffer erzielt
ha=
ben, da die Franzoſen 200 Schüſſe aus großem und
mitt=
lerem Kaliber verfeuert haben. Das Steinfort von Oſtro
wurde an der Seitenwand ohne erhebliche Beſchädigungen
getroffen. Neun oder zehn Schüſſe gingen in die Fels= von Punta d’Oſtro, wo ſie durch Abbröckelungen
des Geſteins deutlich ſichtbare Spuren hinterließen. Das
Secfort Mamola erhielt drei Treffer mit geringer
Wir=
kung. Ein Schuß ging durch den Beobachtungsſtand des
Wachthauſes, zwei Geſchoſſe ſchlugen in der Nähe der
Funkenſtation Klinci ein. Im ganzen wurden zwei Mann
ſchwer verletzt.
Die Haltung der Indier.
* Konſtantinopel, 17. Okt. Wie Tasvir=Efkiar
erfährt, hielt die muſelmaniſche Jugend in
Bom=
bay, Haiderabad und anderen Städten Verſammlungen
ab, in denen beſchloſſen wurde, daß die Indier England,
ſolange als die von England beſchlagnahmten türkiſchen
Dreadnoughts „Sultan Osman” und „Reſchadije” der
Türkei nicht zurückgeſtellt würden, keinen Beiſtand
gewähren ſollen.
Das Schreckensregiment der Serben
in Mazedonien.
* Sofia, 17. Okt. (Agence Bulgare.) Die Miße
handlungen durch die Serben in der Gegend
von Gevgheli, Doiran, Iſtip, Bodowitſch, Malſchewo uſw.
haben einen unglaublichen Umfang angenommen
Der Türke Bedjet Tſchaouch, zwei Bulgaren aus dem Dorf
Udoovo und eine bulgariſche Frau aus dem Dorf
Sar=
wehine wurden gekreuzigt und ihre Hände
an=
genagelt; eine Tat, die nicht ihresgleichen hat, ſelbſt
in der am weiteſten zurückliegenden Zeit der türkiſchen
Herrſchaft. Außerdem zwingen ſyſtematiſche Ermordungen
und Räubereien die bulgariſche und muſemaniſche
Bevöl=
kerung, in den Bergen und in Bulgarien Zuflucht zu
ſuchen. Am 11. Oktober kamen in Struwitza 54 Flüchtlinge
aus den Dörfern Berovo und Ratovo an, darunter ſieben
Leute, die zu den größten Serbenfreunden gehören. Die
ſer Umſtand allein genügt, um begreiflich zu machen, bis
zu welchem Punkte die ſerbiſchen Behörden die
Drangſa=
lierungen treiben. Dieſe neue Auswanderung beruht
außer den ſchon angeführten Gründen darauf, daß alle
Männer bis zu 60 Jahren unter die Fahnen
gerufen ſind. Man weiß, daß die ſerbiſche Regierung
als Mittel zur Vernichtung der bulgariſchen Bevölkerung
die Verſchickung der mazedoniſchen Rekruten in die erſten
Schlachtlinien ausfindig gemacht hat. Dieſe Maßnahme
hat unter der bulgariſchen Bevölkerung eine ungeheuere
Panik hervorgerufen und zwang ſie, zu flüchten. Nach
Ausſagen dieſer Flüchtlinge beſuchten der ſerbiſche Juſtiz=
und der ſerbiſche Arbeitsminiſter in letzter Zeit das Dorf
Borovo und fragten die Bevölkerung nach den Gründen
ihrer fortgeſetzten Auswanderung. Einige Dorfbewohner
wagten, den ſerbiſchen Miniſtern zu erklären, daß der
ein=
zige Grund der Flucht die unerträgliche Herrſchaft wäre,
der ſie unterworfen ſeien. Dieſe Antwort trug den
un=
glücklichen Dorfbewohnern die ſofortige Verhaftung ein,
Die türkiſcheruſſiſchen Beziehungen.
* Wien, 17. Okt. In Konſtantinopel finden
außerordentliche Miniſterſitzungen ſtaft=
Das Archiv der ruſſiſchen Botſchaft
inKon=
ſtantinopel iſt dem Rußkoje Slowo zufolge nach Odeſſa
gebracht worden. Die als Anhänger der ruſſiſch=türkiſchen
Annäherung bekannten Politiker verließen Konſtantinopel,
da feindſelige Manifeſtationen gegen ſie
er=
folgten.
Der Burenaufſtand.
* London, 17. Okt. Das Reuter=Bureau meldet
aus Kapſtadt vom 15. Oktober: Oberſt Brits meldet,
ſeine Truppen hätten ein Gefecht bei Ratsdraai gehabt
mit einer Abteilung der Truppen des Oberſt Maritz,
Sie machten 70 Gefangene. Dieſes ſei der erſte
Zuſam=
menſtoß der Regierungstruppen mit den Burenrebellen
geweſen. (Die britiſche Politik ſcheut alſo in ihrer
Rach=
ſucht gegen Deutſchland ſelbſt davor nicht zurück, in ihre
eigenen Vaſallenſtaaten den blutigen Bürgerkrieg zu
tragen.)
* Berlin, 17. Okt. Dem Roten Kreuz und
anderen Wohlfahrtseinrichtungen ſind von ſeiten der
Turnvereine, die der Deutſchen Turnerſchaft
ange=
hören, 200000 Mark zugegangen.
* Berlin, 17. Okt. Der Miniſterialdirektor im
preußiſchen Kultusminiſterium, Dr. F. Schmidt, hat
500000 Exemplare eines Kriegsliederbuches fül
das Heer geſtiftet.
* Berlin, 17. Okt. Dem Landwehrmann Guſtab
Haufe aus Paunsdorf bei Leipzig, der am 26. Sep= das Eiſerne 2. Klaſſe erhielt, iſt am 7. Oktober für
eine außerordentliche hervorragende Leiſtung auch die
1. Klaſſe des Eiſernen Kreuzes verliehen
wol=
den. Haufe iſt Schloſſer in einer Lampenfabrik.
* Berlin, 17. Okt. Der Reichsanzeiger
veröffent=
licht eine Bekanntmachung, betreffend die
Behandlung=
feindlicher Rollgüter, und eine Bekanntmachung,
betreffend Zollerlaß für Malz.
* Berlin, 17. Okt. Der Kommandant von „U 26½
der den ruſſiſchen Kreuzer „Pallada” zum Sinken
brachte, iſt Kapitänleutnant Freiherr von Bergheim,
der Sohn des badiſchen Geſandten in Berlin.
* Berlin, 17. Okt. (W. T. B. Amtlich.) Es liegt
Veranlaſſung vor, darauf hinzuweiſen, daß Beſuche
von Angehörigen bei den im Felde ſtehenden
Trup=
pen aus militäriſchen Gründen nicht zugelaſſen
werden können. Reiſen, die zu dieſem Zweck in das
Operationsgebiet unternommen werden, ſind daher
ver=
geblich und führen nur zu einer ſchmerzlichen
Enttäu=
ſchung. Es kann deshalb nur dringend vor ſolchen
Rei=
ſen gewarnt werden.
* Berlin, 17. Okt. Es iſt zurzeit aus militäriſchen
Gründen nicht möglich, die Benutzung von gewerblichen
Unternehmungen in Belgien und dem Ausland für die
Vermittlung des Telegrammverkehrs zwiſchen
Deutſch=
land und dem neutralen Ausland zuzulaſſen. Inſerate
dieſes Inhalts ſind unzuläſſig. Hinter dieſen
gewerb=
lichen Korreſpondenzen verbergen ſich häufig unlautere
Elemente.
* Karlsruhe 17. Okt. Die Kaiſerin iſt heute
nachmittag von Homburg hier eingetroffen. Auf dem
Bahnhof war das Großherzogspaar, die Großherzogin
Louiſe und Prinz Max von Baden anweſend, die die
Kaiſerin in das Schloß geleiteten. Kurz nach 6 Uhr
ver=
ließ die Kaiſerin Karlsruhe, von den gleichen
Herrſchaf=
ten zum Bahnhof geleitet.
Nummer 287.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Oktober 1914.
Seite 7.
* Dresden, 17. Okt. Wie die Sächſ. Staatsztg.
nätteilt, begibt ſich der König morgen abend nach
Leip=
ag, um von dort am Montag früh ſeine Reiſe nach dem
reſtlichen Kriegsſchauplatz fortzuſetzen. Für die Dauer
dar Abweſenheit iſt Prinz Johann Georg zum
lettellvertreter für alle während der Abweſenheit
konerkommenden dringenden Regierungsangelegenheiten be=
Eilellt worden.
* Breslau, 17. Okt. Die Schleſiſche Volkszeitung
nseldet aus Rom: Der Rektor der deutſchen Gemeinde in
lralermo, Lennards iſt vom Papſte heute in
Pri=
ſouttaudienz empfangen worden, wobei der Papſt ſich
be=
ſtinders darüber anerkennend ausſprach, daß infolge des
Erſuchens des Kardinals von Hartmann, die gefan=
Aguenen franzöſiſchen Prieſter als Offiziere behandelt
Lnäürden.
* Wien, 17. Okt. Die preußiſche Staatsregierung
hat an den Bürgermeiſter Weißkirchner ein
Schrei=
ban gerichtet, in dem für die 20000 Kronen, die der
Eiürgermeiſter der deutſchen Botſchaft in Wien zur
Lin=
dierung der durch den Einfall der Ruſſen in Oſtpreußen
horrurſachten Not hat zugehen laſſen, namens der
preu=
ßi ſchen Staatsregierung für die hochherzige Spende der
Gemeinde Wien der wärmſte Dank geſagt wird. Die
ſriche Gabe ſei als Beweis der Anteilnahme brüderlich
uniitfühlender Herzen und treuer Bundesgemeinſchaft in
Frreud und Leid von beſonderem Wert.
*. Peſt, 17. Okt. Heute traf die für Ungarn beſtimmte
Ei ilfsexpedition des Amerikaniſchen
Ro=
btien Kreuzes zur Pflege der im Kriege Verwundeten
auf dem Bahnhof ein. Die amerikaniſche
Sanitätsabtei=
lung beſteht aus Aerzten und Pflegerinnen unter Führung
Kaarl Macdonalds; ſie wurde in Vertretung der Regierung
viom Staatsſekretär Baron Perenyi begrüßt. Zum
Emp=
funge waren erſchienen Bürgermeiſter Barczy, der
ameri=
kaniſche Konſul, Feldmarſchalleutnant Kirchner und
zahl=
riiche Mitglieder des ungariſchen Roten Kreuzes. Die
annerikaniſche Hilfsexpedition wird ihre Tätigkeit in einem
vom Roten Kreuz eingerichteten Hoſpital demnächſt
er=
öffnen.
* Paris, 17. Okt. Die letzten in Paris befindlichen
2 eutſchen und Oeſterreicher werden heute Paris
verlaſſen. Männer von 17 bis 60 Jahren werden nach
ett. Vaaſt (Departement La Manche), Frauen, Kinder
und Greiſe nach Annonay (Dep. Ardéche) gebracht.
* Châlon=ſur=Marne, 17. Okt. (W. T.
Nicht=
anntlich.) Das Kriegsgericht des Marne=
Departe=
ſiments verurteilte einen dort anſäſſigen deutſchen
Handwirt und ſeine Schweſter zum Tode,
hm eil ſie bei dem Rückzug der deutſchen Armee ſächſiſche
Goldaten in ihrem Haue verſteckt hatten. Der Bruder der
zum Tode Verurteilten und ein Knecht wurden zu fünf
Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Sämtliche Angeklagten
u aren geſtändig.
Briefkaſten.
K. H., hier. Eine direkte Benachrichtigung der
Ange=
hörigen von Gefallenen durch das Regiment läßt ſich
llider nicht durchführen. Die amtlichen Verluſtliſten
werden mit der größten Beſchleunigung herausgegeben.
G., hier. 1. Die Volljährigkeit tritt mit der
Wollendung des 21. Lebensjahres ein. 2. Keine.
Viele Mütter ſind der Anſicht,
amr Autklarung. mit dem Neſtleiſchen
Kinder=
mehl ein ausländiſches Erzeugnis zu kaufen. Dem iſt
ſalser nicht ſo. Die Neſtle’ſche Kindermehl=Geſellſchaft in
Berlin und eine Fabrik gleichen Namens in Bayern
unurden mit Schweizer Kapital gegründet, und
werden bei der Herſtellung unſeres Kindermehles deutſche
eiſtklaſſige Rohprodukte, beſonders die
voll=
riahmhaltige Allgäuer Alpenmilch, verarbeitet.
Unm alle Mütter von der Güte dieſes ſeit einem halben
Jahrhundert beliebten Nährmittels zu überzeugen, werden
vion der Neſtle=Geſellſchaft, Berlin W. 57, Gratisproben
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ſu anko verſandt.
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Verluſtliſte (aus Nr. 51 und 52).
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 116,
Darmſtadt und Gießen.
Iremblois am 24., Mouzon u. Beaumont am 28. Auguſt,
Vrabant am 7. und Binarville am 15. u. 16. September.
I. Bataillon.
1. Kompanie: U=O. Jakob Pfleghaar,
Mochen=
wangen, t.; U.=O. Otto Spohr, Rodersdorf, vw.; U.=O.
Ernſt Wilke, Lebensſtedt, vw.; Gefr. Rudolf Muth,
Gßlingen, t.; Gefr. Siegfried Roſenthal, Höchheim, t.
Rieſ. Hermann Eichhorn, Beyersthal, vw.; Wehrm.
Wilhelm Hofmann, Schwalbach, vw.; Wehrm. Franz
Geroh, Fechenheim, vw.; Wehrm. Aug. Gierſchewski,
Ailaſowo, vw.; Wehrm. Pauk Göbel, Gauaſchbach, vw.;
Wehrm. Otto Koch, Sando, vw.; Reſ. Hermann
Müller II., Gersfeld, vw.; Reſ. Georg Popp,
Bam=
berg, vw.; Reſ Eduard Schmalenbach, Brieckerfeld, vw.
Wehrm. Iſidor Theu, Leutershauſen, vw.; Wehrm.
Alois Scherbel, Weiding, t.; Reſ. Joſeph Balling,
Neuſtadt a. d. Saale, vm.: Reſ. Gottfried Emmenegger,
Barmen, vm.; Wehrm. Hermann Knüttel, Schondra,
vm.; Wehrm. Georg Wombacher, Glattbach, vm.; Reſ.
Karl Sinn, Ammertsweiler, vm.; Reſ. Paul
Stacho=
wiack, Löberitz, vm.; Reſ. Karl Wagner,
Frank=
furt a. M., vm.
2. Kompagnie: Oblt. d. Reſ Wax Waldeck,
Cor=
bach, vw.; Gefr. Franz Pilatzke, Kötenſtein, lv.; Reſ.
Gg. Oßwald Rothenbauer, lv.; Reſ. Johann Breudel,
Arnolsheim, lv.; Gefr. Karl Hillersheimer,
Mann=
heim, lv.; Gefr. Willy Götz, Monbijou, lv.; Reſ. Heinrich
Nolte, Esperde, lv.; Reſ. Emil Najel, Pforzheim, lv.;
Gefr. Robert Mroſech, Broſeletz, lv.; Reſ. Thomas
Stadelmeyer, Aiterbach, lv.; Reſ. Chriſtian Stolz,
Montabaur, lv.; Reſ. Auguſt Schmuk, Schmittweiler,
vm.; Reſ. Hermann Schmitt, Weimar i. Sa., vm.; Reſ.
R. Bomſchlegel, Roßheupten i. Bayern, vm.; Reſ. Otto
König, Hegemühle, vm.; Reſ. Jakob Oeſterle,
Schora=
dop, vm.; Reſ. Kaspar Endrich, Zellingen, vm.; Reſ.
Markus Klübert, Trimbay, vm.; Reſ. Joſef Zaudorn,
Rosko, vm.; Reſ. Jakob Röll, Rödelheim, vm.; Reſ.
Konrad Roos, Rothenacker, vm.; Reſ. Heinrich Klauker,
Friedenhorſt, vm.; Reſ. Bernhard Oberle, Laufach, vm;
Reſ. Johann Bordinsky, Mingſen, vm.; Reſ. Fritz
Eiſelt, Schweidnitz, vm.; Reſ. Paul Geiſt, Brückenau,
vm.; Reſ. Anton Kißner, Brückenau, vm.
3. Kompagnie: Hptm. Ernſt Frhr. v. Stein zu
Nord= und Oſtheim, Völkershauſen, lv.; Ltn. d. Reſ.
Willy Schärfe, Braunſchweig, lv.; Reſ. Kaſper
Hild=
mann, Mosbeck, lv.: Reſ. Taver Dirſchel, Braum=
Ernsdorf, lv: Reſ. Joſef Göthe, Ludwigshafen, lv.
Reſ. Johann Schambach, Finſteroch, lv.; Reſ. Friedrich
Tiermann, Lebbin, lv.; Reſ. Karl Nicolaus,
Hund=
ſtall, lv.; Reſ. Aug. Joh. Konr. Bretthauer,
Ellinge=
rode, lv.; Reſ. Joh. Schwing, Lieblos, lv.: Reſ. Heinr.
Baumbach, Käferthal, t.; Reſ. Philipp Landauer,
Unterfarmbach, lv.; U.=O. Adolf Trautwein, Föllingen
vm.; Reſ. Albert Szyziol, Schloß Lublinitz, vm.; Reſ.
Franz Schamberger, Cham, vm.; Reſ. Michael Weber,
Oberbrübenbach, vm.: Reſ. Wilh. Krapf, Iba
Rothen=
burg, vm.; Reſ. Wilhelm Lich, Wimsheim, vm.: Reſ.
Joh. Prediger, München, vm.; Reſ. Albert Teſchky,
Schartau, vm.; Reſ. Anton Höpfner, Freudenberg, vm;
Berichtigung: Der als vermißt gemeldete U.=O.
d. Reſ. Günther iſt in franz. Gefangenſchaft geraten;
Gefr. d. Reſ. Walther in Gefangenſchaft; Reſ. Fr. Berſch
tot; Reſ. Adam Walther verwundet; Gefr. d. Reſ. Georg
Vogler verwundet.
4. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Willy Todt,
Wetz=
lar, t.; U.=O. d. Landw. Alfred Ahrens, Münder a. D.,
vw.; U.=O. d. Reſ. Hermann Lurch, Heiligenſtadt, vw.;
Gefr. d. Reſ. Chriſtian Braun, Kreuznach, vw.; Wehrm.
Heinrich Hettinger, Adelsheim, vw.: Wehrm. Franz
Kolb, Beiertheim, vw.; Reſ. Friedrich Sauer 2.,
Frank=
furt a. M., vw.; Wehrm. Richard Kolberg, Dickſchen,
vw.; Reſ. Walter Prill, Werben (Prov. Sachſen), vw.;
Wehrm. Leo Hötzel, Hannſtetten, vw.; Wehrm. Gregor
Hofmann, Maibach (Bayern), vw.: Wehrm. Paul
Heilmann, Jaburshauſen i. Sa., t.; Wehrm. Leonhard
Emmerling, Sulzkirchen (Bayern), vw.; Wehrm. Frd.
Büchner, Weipoldshauſen (Bayern), vw: Wehrm. Frd.
Röhrig, Wiesbaden, lv.; Vizef. d. Reſ. Wilhelm Lütz,
Trotha=Halle a. S., vm.; U.=O. d. Reſ. Jakob Gerſter,
Biberach, vm.; Gefr. d. Landw. Guſtav Grafe,
Ebers=
bach, vm.; Wehrm. Philipp Cotter, Neuhaus (Bayern),
vm.; Reſ. Wilh. Kirch, Werden, vm.; Wehrm. Johann
Braun 1., Außerſyl, vm.; Wehrm. Joſ. Wagner 2.
Sausſchnabel (Bayern), vm.; Reſ. Michael Hobmeier,
Abensberg, vm.: Reſ. Joſeph Markert, Oſterburken,
vm.; Reſ. Karl Schindhelm, Sonneberg, vm.; Wehrm.
Julius Schuchard, Langenſalza, vm.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Albertus Heinricius
Adolf Dauwes, Aurich, ſchv.; Gfr. Heinrich Zulauf,
Wallenrod, lv.; Vizef. Hans Thielert, Tuchel, ſchv.;
Reſ. Joſeph Stauber, Weiler, lv.: Gardiſt Mathäus
Drechsler, Burtenbach, vm.; Füſilier Karl Lorenz,
Itzehoe i. Schlesw., vm.; Gefr. Heinrich Knau, Farm
Viktoria, Nordamerika, vm.: Wehrm Adam Böhm,
Lobenfeld, vm.; Reſ. Ferdinand May, früher 9. Komp.
Frickenhauſen, vm.
6. Komp agnie: Hptm. Theodor Bader, Lahr,
lv.; Lt. d. Reſ. Philipp Trümper, Neuhof, lv.; Lt. d. Reſ
Eduard Caſtringius, Eſſen, t.: Wehrm. Sigmund
Braymann, Mutteralterheim, vw.; Wehrm. Karl
Gö=
bel Breitenborn, lv.; Wehrm. Willi Hausmann,
Wahrburg, t.: Wehrm. Joſeph Hurny, Znyslonapar
Jynowska, t.; U.=O. Felix Klipſtein, Gent, lv.; Reſ.
Hermann Langer, Apolda, lv.; Wehrm. Gg. Strube,
Ulfen, t.; Wehrm. Karl Herderich, Uffenheim, lv.; Gefr.
Konrad Happel, Dreihauſen, vm.; Wehrm. A. Theiß,
Paris, vm.
7. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Ernſt Hoſch,
Bieden=
kopf, vw.; Reſ. Joh. Kaſpar Schnell, Eſſingen, (
Würt=
temberg), t.
8. Kompagnie: Musk. Math. Hüſch, St.
Goars=
hauſen, lv.; Musk. Friedrich Ziegler, Bernsdorf, lv.;
Gefr. Erich Sprenger, Ziegenfeld, vw.; Musk. Max
Ritſchel, Speitel, vm.
III. Bataillon.
Stab: Major Siegfried Herm. Theodor v. Buſſe,
Zſchortau, t.: Oberlt. und Adj. Erich Heinrich Hartwig
Quade, Göcken, lv.
9. Kompagnie: Hptm. Auguſt Frhr. Raitz von
Frentz, Koblenz, lv.; Lt. d. Reſ. Hans Warncke,
Gu=
densberg, vw.; Reſ. Friedrich Zimmermann,
Julien=
felde, lv.; Reſ. Georg Zirkel, Oberſtöhl, t.; Gefr.
Kon=
rad Rieger, Hutten i. Württ., vw.; U.=O. Friedrich
Müller, Wintersweiler, vw.; Feldw.=Lt. Fritz
Ner=
ger, Görlitz, vw.; Reſ. Joh. Krebs, Knetzgau i.
Unter=
franken. vw.; Reſ. Leopold Kohn, Fechem. vw.: Gefr. Fr.
Bernhardt, Biedenkopf, vw.; Gefr. Albert Böhmer,
Oberlangen, vm.; Reſ. Jakob Broy, Biersdorf, vm.; Reſ.
Hermann Baumann. Demmin, vm.; Reſ. Gg Bindl,
Metten, vm.: Reſ. Friedrich Blubm, Käſemarkt, vm.:
Reſ. Guſtav Blumhoſf, Rieſenburg, vm.; Reſ. Karl F.
Böttcher, Zörbig. vm.; Reſ. Robert Kriſtfreund,
Wiesbaden, vm.; Reſ. Andreas Eiſenbichler, Ueberſee
i. Bayern), vm.; Reſ. Georg Geis. Stralsbach in Bayern,
vm.; Reſ. Emil Goldmann, Schönau i. Sa., vm.: Reſ.
Karl Geppert. Neumarkt i. Bayern. vm.; Reſ. Oskar
Albin Voigt, Schneeberg i. Sa., vm.; Reſ. Johann
Un=
ſinn, Chaining i. Bayern, vm.; Reſ. Joh. Höppner
Wilbig, vm.: Gefr. Joſ. Hollweck, Trautmannshofen in
Bayern, vm.; Reſ. Otto Arno Werrmann, Dresden
vm.; Reſ. Ludwig Karl Schuch, Prannheim, vm.: Reſ.
Robert Sternberg, Limburg, vm.; Reſ. Heinrich Juſtus
Schaub, Elgershauſen, vm.; Reſ. Anton Herterich
Weſtheim i. Bayern, vm.
10. Kompagnie: Hptm. Albert Diehm Neu=
Ulm, t.; Lt. d. Reſ. Heinrich Boie, Erfurt. t.; Feldw.=Lt.
d. Reſ.=Guſtav Barth, Keltenheim, t.; Feldw.=Lt. d. Reſ.
Ludwig Berger. Hanau, lv.; Feldw. Emil Bera. Klütz
in Mecklbg., lv.; U.=O. d. Reſ. Auauſt Schneider.
Oſt=
heim, lv.; U.=O. Johann Andr. Kilchert, Neuhaus in
Oberfranken, lv.; U.=O. Auguſt Tröſter, Griedel, ſchv.;
U.=O. Jac. Wolf, Gambach, lv.: U.=O. Emil Diehl,
Butzbach, lv.; U.=O. Hermann Böckel, Bellersheim, lv.;
U.=L. Louis Bullmann, Gräfenwiesbach, ſchwervw.;
U.=O. Philipp Backes, Ober=Roßbach, lv.; U.=O. d. Reſ.
Ad. Loeb, Vilbel, ſchv.; Reſ. Wilh. Krämer, Friedberg,
lv.; Wehrm. Pet. Chriſt, Rockenberg, lv.; Reſ. W.
Bern=
hard Langsdorf, Bad=Nauheim, lv. Reſ. Balth.
Fried. Weiſenſtein, Klein=Karben, ſchv.; Wehrm.
Hermann Weil, Münzenburg, t.; Wehrmann Wilhelm
Sames, Trais=Münzenberg, lv.; Reſ. Gilbert
Wal=
ter Münzenberg, lv.; Wehrm. Heinrich Martin,
Kai=
chen, t.; Reſ. Valentin Remigius Scheibel, Ober=
Mör=
len, t.; Reſ. Wilhelm Gorr, Münzenberg, lv.; Reſ.
Wil=
helm Hartmann Münzenberg, lv.; Wehrm. Karl
Jung, Münzenberg, t.; Reſ. Richard Stamm II., Bad=
Nauheim, ſchv.; Wehrm. Friedrich Hinkel, Berſtadt,
lv.; Wehrm. Karl Knipp, Bad=Nauheim, lv.; Reſ. Georg
Pfeffer, Bad=Nauheim lv.; Reſ. Heinrich Wörner,
Bad=Nauheim, lv.; Tambour Georg Philipp Wien,
Holzhauſen, ſchv.; Gefr. d. Landw. Ludwig Hartmann,
parreshauſen, lv.; Wehrm. Friedrich Klein,
Lamperts=
heim, ſchv.; Wehrmann Heinrich Marx, Ober=Roßbach,
ſchv.; Wehrm. Karl Reuel, Heldenbergen, ſchv.; Wehrm.
Theodor Dönges, Ockſtadt, lv.; Reſ. Karl Merz,
Nie=
der=Florſtadt, lv.; Gefr. d. Reſ. Johannes Wall,
Holz=
hauſen, lv.; Gefr. d. Reſ. Engelbert Matthäi,
Holzhau=
ſen, lv: Reſ. Karl Kulhner, Münzenberg, lv.; Reſ.
Sally Bär Griedel, t.; Gefr. d. Landw. Heinrich
Baß=
mann, Kloppenheim, lv.; Reſ. Joſef Pfeffer,
Helden=
bergen, lv.; Reſ. Karl Hinkel, Vilbel, t.; Wehrm. Joſeph
Peppler Ober=Mörlen, lv.; Wehrm. Karl Leidner,
Raunheim, lv.; Wehrm. Hermann Bopp Griedel, lv.;
Wehrm. Philipp Müller, Berſtadt, lv.; Wehrm. Konrad
Allwohn, Wölfersheim, lv: Wehrm. Albert
Brück=
mann, Bruchenbrücken, lv.; Wehrm. Heinrich Müller,
Friedberg, lv.; Wehrm. Martin Stenner, Hechtsheim, lv.;
Wehrmann Heinrich Kopp, Ober=Erlenbach, lv.;
Wehr=
mann Rudolf Veith Heuchelheim, lv.; Wehrm. Adolf
Greif, Biſſes, lv.; Wehrm. Julius Borngäſſer,
Rodheim v. d. Höhe, t;. Gefr. d. Landw. Emil Stengel,
Rodheim v. d. Höhe, lv.; Reſ. Adolf Stern, Geiß=
Nidda, lv.; Reſ. Heinrich Wall, Rodheim v. d. Höhe,
lv.; Wehrm. Sally Roſenbaum Gambach, t.; Wehrm.
Hugo Scheib, Heuchelheim, lv.; Reſ. Karl Eichhorn,
Büdesheim, lv.; Wehrm. Wilhelm Bröder Gambach,
lv.; Wehrm. Anguſt Sulzbach, Oppershofen, t.; Wehrm.
Bernhard Bopf, Kirchgöns, lv.; Reſ. Anton König,
Ober=Mörlen, lv.; Reſ. Karl Silhardt, Büdingen, lv.
Wehrm. Karl Stamm, Bad=Nauheim, lv.; Reſ. Georg
Hinkel Büdesheim. lv.; Reſ. Heinrich Sauer,
Grie=
del, t.; Wehrm. Karl Winter Büdesheim, lv.; Wehrm.
Wilh. Schepp, Pohlgöns, lv.; Reſ. Friedrich
Moß=
bach Friedberg, t.; Wehrm. Wilhelm Klöß, Pohlgöns,
lv: Wehrm. Heinrich Ziegler Bad=Nauheim, lv.;
Wehrm. Jak. Heinr. Bingmer Reudel, lv.; Reſ.
Lud=
wig Karpf, Einardshauſen, lv.; Wehrm. Georg
Dreſ=
ſel Höchſt a. M., t.; Wehrm. Heinrich Hofmann,
Ber=
ſtadt, lv.; Wehrm Philipp. Seckinger, Schwalheim,
lv.; Wehrm. Friedr. Wilh. Angelſtein, Dortelweil,
lv.; Wehrm. Jakob Kopp, Ober=Roßbach, lv.; Reſ. Wilh.
Leiſter, Vilbel, lv.; Wehrm. Joſt Wilhelm Adami,
Hauſſen, lv.; Wehrm. Heinrich Köhler Wiſſelsheim,
lv.; Wehrm. Heinr. Karl. Salzmann, Bad=Nauheim,
t.; Reſ. Ludwig Junker Groß=Karben, lv.; Reſ. Albert
Fiſch Bad=Nauheim, lv.; Gefr. d. Landw. Peter
Bek=
ker, Ober=Rosbach, lv.; Reſ. Auguſt Opper, Staden,
lv.; Wehrm. Karl Strauch Friedberg, lv.; Wehrm.
Wilhelm Zipperheim Rodheim, lv: Gefr. d. Landw.
Wilhelm Göbel Pohlgöns, lv.; Reſ. Wilhelm
Dauer=
heim Münzenberg, t.; Reſ. (Horniſt) Heinrich Joh.
Schröder, Rodheim, lv.; Wehrm. Anton
Langs=
dorf, Pohlgöns, lv.; Wehrm. Jakob Datz, Ober=
Ros=
bach, lv.; Wehrm. Wilhelm Wend, Münzenberg, t.;
Wehrm. Phil. Wilh. Huhn Rodheim, lv.; Wehrm.
Her=
mann Schultheis, Friedberg, lv: Wehrm. Heinrich
Schäfer Butzbach, lv.; Wehrm. Wilhelm Hofmann
Rödgen, lv.; Vizef. d. Reſ. Hermann Jeckel,
Gedern, vm.; U.=O. d. Reſ. Wilhelm Kuntz, Ober=
Ros=
bach, vm.; U.=O. d. Reſ. Wilhelm Schorre Butzbach,
vm.; Reſ. Wilh. Philipp. Gräf, Klein=Karben, vm;
Wehrm. Juſtus Wilhelm Gieß Nieder=Wöllſtadt, vm.;
Wehrm. Robert Heinr. Schneider Nieder=Wöllſtadt,
vm.; Reſ. Heinrich Fritz, Ober=Wöllſtadt, vm.; Reſ.
Hermann Byrau, Holzhauſen, vm.; Wehrm. Georg
Fritz, Harheim, vm.; Wehrm. Wilhelm Schäffer,
Erbſtadt, vm.; Reſ. Jakob Dörböfer Münzenberg,
vm.; Wehrm. Heinrich Kitz, Holzhauſen, vm.; Reſ.
Lud=
wig Ohly Vilbel, vm.; Reſ. Wilhelm Lampert, Bad=
Nauheim, vm.; Wehrm. Wilhelm Mohr, Gambach, vm.;
Reſ. Emil Mörler Bad=Nauheim, vm.; Reſ. Karl
Hock Ober=Rosbach, vm.; Wehrm. Wilhelm Blecher
Ober=Rosbach, vm; Wehrm. Chriſtian Hartmann,
Bad=Nauheim, vm.; Reſ. Wilhelm Tritſch, Pohlgöns,
vm.; Wehrm. Jakob Baumann Gambach. vm.;
Wehr=
mann Albert König, Ober=Mörlen, vm.; Gefr. Heinrich
Rühl Berſtadt, vm.; Wehrm. Jakob Kitz, Büdesheim,
vm.; Wehrm. Franz Bayer, Oppershofen, vm.; Wehrm.
Andr. Phil. Kleiß, Bruchenbrücken, vm.; Reſ. Friedrich
Heil Ober=Mörlen, vm.; Wehrm. Wilhelm Alt,
Mal=
bach, vm.; Reſ. Karl Kaſpar, Nieder=Ohmen, vm.;
Reſ. Georg Eitel, Remlingen in Bayern, lv.; Reſ. Joh.
Stadtlmaier, München, t.; Reſ. Ernſt Spahmann,
Jagſtheim i. Württembg., lv.; Wehrm. Wilhelm Heugle,
Meidenheim a. d. Br., lv.; Reſ. Wilhelm Welker,
Re=
gensburg, lv.; Wehrm. Wilh. Schneider, Karlsruhe,
lv.; Reſ. Wilhelm Bayfuß, Schwebenried i. Bayern, lv.;
Wehrm. Hermann Sturm, Görbersdorf, lv.; Wehrm.
Karl Simmerock, Frankfurt a. M., ſchv.; Gefr. d. Reſ.
Johann Beck, Frankfurt a. M., lv.; Wehrm. Georg Joſeph
Krab, Frankfurt a. M., lv.; Wehrm. Wilh. Schäffer,
Erdſtadt, vm.; Wehrm. Friedrich Stolz, Weiler in
Würt=
temberg, vm.: Wehrm. Richard Lucas, Sorau, vm.;
Wehrm. Johann Fileborn, Aachen. vm.; Reſ. Daniel
Chr. Groh, Herzfeld, vm.; Reſ. Hch. Zulauf, Mainz,
vm.; Wehrm. Auguſt Brock, Gudensberg, vm.
Kaiſerliche Marine.
Marine=Diviſion.
Seeſoldat Georg Dietz, Schaafheim, t.; Gefr. Georg
Dietrich, Groß=Zimmern, t.; Gefr. Hermann Endem,
Weiſenau, t.: Gefr. Johannes Ernſt, Büttelborn, vw.;
Gefr. Horniſt Jacob Franz, Alzey, vw.; Seeſoldat
Carl Fetſch, Weſthofen, vm.; Gefr. Franz
Günde=
roth, Lampertheim, vw.; Seeſoldat Karl Höpp,
Dauern=
heim, ſchv.; Seeſoldat Karl Kümmel, Mainz, t.;
See=
ſoldat Chriſt. Küſter, Darmſtadt, lv.; U.=O. Ferdinand
Seeſoldat Heinrich Lukas,
Lindemann, Ha
Gonſenheim, vw.; Gefr. Jean Metzler, Worms, vm.;
Seeſoldat Wilhelm Roll, Neu=Iſenburg, t.; Gefr. Karl
Rühl, Darmſtadt, vm.; Seeſoldat Aug. Seip,
Beer=
felden, t.; Seeſoldat Alex Schmidt, Mainz, vm.: Gefr.
Franz Stange, Mainz, lv.; Seeſoldat Karl Vogt,
Raunheim, vw.; Seeſoldat Phil. Weiß, Ober=Ingelheim, t.
Tiefbetrübt zeigen wir den im Feldlazarett 11
des IV. A.=K. erfolgten Tod unſeres heißgeliebten
Sohnes, Bruders und Schwagers
Haus Noaaim von Linſingen
Leutnant im 4. Thüringiſchen Inf.=Regt. Nr. 72
an. Er ſtarb als Held an der tötlichen
Ver=
wundung, welche er ſich in einem Gefecht Anfang
des Monats zugezogen hatte.
von Linſingen, Oberſtleutnant, z. Z. Mainz,
Frau Sophie von Linſingen, geb. Epner,
z. Z. Darmſtadt, Hügelſtr. 79,
Rolf von Linſingen, Oberleutnant und
Adjutant im Garde=Dragoner=Regiment,
z. Z. im Felde,
Manfred von Linſingen, Landwirt, z. Z.
Vizewachtmeiſter im 3. badiſchen Feld=
Artillerie=Regiment Nr. 50 im Felde,
Maria von Linſingen,
Martha von Linſingen,
Erich von Linſingen=Geſtorf, Hauptmann
und Adjutant der 45. Infanterie=Brigade,
z. Z. im Felde.
Darmſtadt, 17. Oktober 1914.
(20173
Seinen am 28. Auguſt im Kampfe fürs
Vaterland erhaltenen Wunden erlag am 7.
Sep=
tember mein innigſtgeliebter Mann, der
treu=
beſorgte Vater ſeiner Kinder, unſer
unvergeß=
licher Sohn, Bruder, Schwager und Schwieger=
ſohn
(*7522
Philipp Berſch
Reſerviſt im Feld-Art.-Regt. Nr. 25.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Wilhelmine Berſch, geb. Sonntag,
und Kinder,
Familie Friedrich Berſch, Briefträger,
Familie Sonntag,
Familie Friedrich Berſch jr.,
Familie Carl Berſch.
Jugenheim, 17. Oktober 1914.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten und Bekannten hiermit
die traurige Mitteilung, daß unſere liebe, gute,
unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter und Tante
(20160
Frau Marie Krummeck Wwe.
geb. Baumann
nach langem, ſchwerem Leiden im 72.
Lebens=
jahre ſanft verſchieden iſt.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Johannes Krummeck,
„ Jakob Krummeck.
Die Beerdigung findet Montag, den 19. Oktober,
nachmittags ¾4 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die liebe Anteilnahme an dem
Verluſte unſeres lieben Sohnes
Wilhelm Uetz
Reſerviſt im Infanterie-Regt. Nr. 115
ſagen wir Allen, insbeſondere dem Verein
ehem. 65er in Bonn, welcher bei der
Be=
erdigung des Verſtorbenen die Fahne
ſtellte, herzlichen Dank.
*7503)
Familie Georg Netz.
Darmſtadt, den 17. Okt. 1914.
Tageskalender.
Sonntag, 18. Oktober.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende nach
10½ Uhr (Ab. D): „Carmen”
Verſteigerungskalender.
Montag, 19. Oktober.
Pferde=Verſteigerung um 4 Uhr im „Heſſiſchen
Hof”.
Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne.
Telephonruf Nr. 2425.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute verſchied im 73. Lebensjahr am
Herzſchlag mein lieber Mann, unſer treuer
Vater, Schwiegervater und Großvater
Freiherr Erwin Löw
von und zu Steinfurth
Großh. Kammerherr und Geh. Regierungsrat.
Darmſtadt, Stuttgart, Lich und Bensheim,
am 17. Oktober 1914.
Freifrau Mathilde Löw von u. zu Steinfurth
geb. Leuthner.
Mathilde Löhlein geb. Freiin Löw von und
zu Steinfurth.
Konrad Löhlein, Großh. Miniſterialſekretär.
Sophie Habich geb. Freiin Löw von und zu
Steinfurth.
Profeſſor Ludwig Habich.
Freiherr Auguſt Löw von und zu Steinfurth,
fürſtl. Solms. Kammerdirektor, z. Zt.
im Felde.
Freifrau Gertrud Löw von und zu Steinfurth
geb. Schirmer.
Freiherr Robert Löw von und zu Steinfurth
Großh. Regierungsaſſeſſor, z. Zt. im Felde,
Freifrau Emmy Löw von und zu
Steinfurth=
geb. Lorenz
und ſeine Enkel.
(20170
Wetterbericht.
Das bereits geſtern über Mitteleuropa liegende noch
ziemliche ſchwache Teiltief hat ſich weiter ausgebreitet und
verſtärkt. In ſeinem nördlichen Bereich bleiben wir unte
der Herrſchaft öſtlicher Luftſtrömungen, ſo daß das ziemlich
wolkige Wetter anhält; Niederſchläge dürften wohl kaum
eintreten.
Wetterausſichten für Sonntag, 18. Oktober: Wolkig
meiſt trocken; keine Temperaturänderung, öſtliche Winden
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für=
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
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[ ← ][ ][ → ]Ntr. 185.
Sonntag, 18. Oktober.
1914.
Bekanntmachung
Am 21. d. Mts. wird von 12 bis 6 Uhr nachmittags auf dem
Truppenübungs=
ratz mit Infanterie=Munition ſcharf geſchoſſen werden. Die Abſperrung des Platzes
nt treckt ſich bis zum Landgraben.
(20169
Darmſtadt, den 17. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
IJ. V.: von Starck.
Bekanntmachung.
Der kommandierende General des XVIII. Armeekorps hat ſeine Anordnung,
wonach für den ihm unterſtellten Korpsbezirk, mit Ausnahme des Vereichs der Feſtung
Mainz, der Verkauf von Lebensmitteln bis 7 Uhr abends an Sonn= und
Feſt=
tagen geſtattet war, zurückgenommen.
Die Sonntagsruhe iſt hiermit, mit Ausnahme des Verkaufs von
Zei=
tungen, wieder vollſtändig eingeführt.
(20062sg
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
Einäſcherungsanlage auf dem Hauptfriedhof.
Nachdem die Einäſcherungsanlage auf dem Hauptfriedhof am
. Oktober d. Js. in Benutzung genommen worden iſt, iſt die im
Unlzortlaut bereits veröffentlichte Ortsſatzung für den Betrieb der
An=
arge an dem gleichen Tage in Kraft getreten.
Darmſtadt, den 14. Oktober 1914.
(20053sg
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Einquartierung.
Eine etwaige Vergütung für geleiſtete Quartiere, ſowie für
Verpflegung einquartierter Mannſchaften wird ſpäter nur dann
ge=
nfährt, wenn die Quartierſcheine innerhalb der nächſten 10 Tage
nach Abgang der Mannſchaften dem ſtädtiſchen Einqua tierungs=
Ausſchuſt, Stadthaus, Zimmer Nr. 29, zur Aperkennung vorgelegt
merden. Es ſind von den Quartiergebern bis jetzt viele Scheine noch
ndcht zur Vorlage gekommen, und bitte ich, dieſes alsbald nachholen
z. wollen.
Umquartierung von Mannſchaften, die länger als 8 bis 10 Tage
einem und demſelben Quartier lagen, wird auf Nachſuchen und
Worlage des Quartierſcheines durch den vorſtehend bezeichneten
Ausſchuß vorgenommen.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.
(19585a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
-Banſt fürſlandel und Industrie-
Jändgraf Philinn=Anlage6
Zicelminenstrasse 74
Übernahme der Verlosungs-Kontrolle von
Wertpapieren jeder battung.
Sammlung zu Gunſten ven Bedürftigen und
Kinterbliebenen von Kriegsteilnehmern aus Darmſtadt.
Vor einigen Wochen hat der Hauptausſchuß der
Stadtverord=
ndten=Verſammiung gemeinſam mit der Stadtverwal ung einen
Auf=
ri.f erlaſſen und die Einwohnerſchaft gebeten, zur Unterſtützung von
Eſinterbliebenen hieſiger Kriegsteilnehmer, ſowie von unverſchuldet in
Not geratenen Angehörigen unſerer Stadt beizuſteuern.
Wie die kürzlich veröffentlichte 1. Quittungsliſte zeigt, iſt dieſer
Aufforderung auch bereits von allen Schichten der Bevölkerung in
richt erfreulichem Maße entſprochen worden. Die bis jetzt
einge=
gungene namhafte Summe reicht aber bei weitem nicht aus, um die
wroßen Anforderungen zu erfüllen, die in der gegenwärtigen Zeit an
die öffentliche Hilfstätigkeit geſtellt w rden.
Ich richte deshalb an die Bürgerſchaft wiederholt die herzliche
Mitte, durch Zeichnung fortlaufender oder einmaliger Beiträge weitere
Mittel für dieſe Zwecke zur Verfügung zu ſtellen. Zeichnungsliſten
ſund bei den Vereinen, Behörden, Anſtalten uſw. im Umlauf. Auch
nihmen Spenden gerne entgegen die Stadtlaſſe, Grafenſtraße 28, die
ſtädtiſche Sparkaſſe, Hügelſtraße 22, ſowie die Geſchäftsſtellen der
Darmſtädter Zeitung, Rheinſtraße 15, des Darmſtädter Tagblatts,
Rchheinſtraße 23, des Darmſtädter Täglichen Anzeigers, Saalbauſtr. 19,
dar Heſſiſchen Landeszeitung, Grafenſtraße 39, und des Heſſiſchen
Molsfreundes, Bismarckſtraße 19.
Darmſtadt, den 14. Oktober 1914.
(20130gms
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.
Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule.
Abendkurſe.
Wir beabſichtigen, auch im Winterhalbjahr 1914/15 wieder
be=
ſandere Abendkurſe einzurichten. Ihre Eröffnung ſoll Ende Oktober
kio. Js. erfolgen. In ihnen ſollen Mädchen und Frauen denen es
durch anderweitige Beſchäftigung am Tag nicht möglich iſt, ſich mit
deen Arbeiten des Haushaltes vertraut zu machen, im Kochen und
Dacken, ſowie im Nähen, Flicken und Stopfen unterwieſen werden.
Die Herſtellung von Weihnachtsgebäck findet in dieſen Kurſen
bieſondere Berückſichtigung.
Die Zahl der Unterrichtsabende iſt auf 60 feſtgeſetzt. Die
Ver=
ttälung derſelben auf die einzelnen Wochen und Tage und die
Feſt=
leigung der Unterrichtszeit erfolgen im Einverſtändnis mit den
Kurſus=
tllnehmerinnen.
Das Schulgeld für den ganzen Kurſus beträgt:
a) für hieſige Schülerinnen 2 Mk.
4 Mk.
b) „ auswärtige
Es iſt bei der Anmeldung zu entrichten.
Anmeldungen von Teilnehmerinnen aus dem Stadtbezirk
Darmſtadt werden Montag, den 19. Oktober, von 7—8 Uhr
abends, in der Fortbildungsſchulküche im Schulhaus
Rundeturm=
ſtraße 11, von ſolchen aus dem Bezirk der ehemaligen Gemeinde
Beſſungen Dienstag, den 20. Oktober, von 7—8 Uhr abends,
in: den Fortbildungsſchulräumen im Schulhaus Hermannſtraße 21
von dem Leiter der Schule entgegengenommen.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
(20084sgo
Der Vorſtand.
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Ein=
wagung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
Bäcker=
meiſters Johann Herring und deſſen Ehefrau Margarethe geb. Lang
im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Loienstag, den 10. November 1914, nachmittags 4 Uhr,
duurch das unterzeichnete Gericht, Zimmer 219, verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 7. Auguſt 1914 in das
Gerundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteigerungs=
vermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren, ſind ſie
ſpäte=
ſtens im Verſteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von
Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der
Gleläubiger widerſpricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei
der Feſtſtellung des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Vierteilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläubigers
unnd den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuſchlags
Ude Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des Verfahrens
herbet=
zuführen, widrigenfalls für das Recht der Verſteigerungserlös an die
Etelle des verſteigerten Gegenſtandes tritt.
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I Blatt 321:
Flur I Nr 263, Hofreite Nr. 26, Schloßgaſſe, 109 am.
Schätz=
ungswert 9000 Mark.
(18834a
Darmſtadt, den 15. September 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Maurekarbeilen.
Die bei Errichtung eines
Ge=
bäudes für Obdachloſe auf dem
Gelände des Armenhauſes und
die bei Errichtung eines
Geräte=
ſchuppens für den III. Zug der
freiwilligen Feuerwehr an der
Blumenthalſtraße vorkommenden
Erd= und Maurerarbeiten ſollen
vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Samstag, 24. Oktober 1914,
vormittags 10 Uhr,
(20156gi
einzureichen.
Darmſtadt, 17. Oktober 1914.
Stadtbauamt.
J. V.: Hoffmann.
Bekantimachung.
Beim Einnehmen von Vorräten
in die Keller kommt es öſter vor,
daß die dort befindlichen
Haupt=
abſperrhähne der Waſſerleitung,
ſowie die Waſſermeſſer
unzugäng=
lich werden.
Wir machen daher die
verehr=
lichen Intereſſenten darauf
auf=
merkſam, daß Haupt=Abſperrhahn
und Waſſermeſſer ſtets zugänglich
bleiben müſſen, und biten beim
Einnehmen von Vorräten hierfür
(20031fgi
beſorgt zu ſein.
Darmſtadt, 15. Oktober 1914.
Direktion der ſtädtiſchen Gas=
und Waſſerwerke.
Rudolph.
Echter Steinmarderpelz
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dernes Trauerkleid, Größe
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8½—12½ Uhr, nachmittags von 3—5 Uhr.
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Montag, 19. Oktober 5s. Js., nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Hofe des Gaſthauſes „Zum
Heſſi=
ſchen Hof” in Darmſtadt auf freiwilligen Antrag
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öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung. (20137
Wedel, Großh. Gerichtsvollzieher.
Darmſtadt, Bleichſtraße 28.
Auslegeſtelle
der deutſchen Patentſchriften.
Die Patentſchriften über die vom Kaiſerlichen Patentamt in
Berlin ſeit dem 1. Juli 1877 erteilten Patente können in unſerer
Bibliothek (Neckarſtraße 3) Werktags von 9—12½ und 3—6 Uhr
(Samstag=Nachmittag ausgenommen) von jedermann unentgeltlich
eingeſehen werden.
Auskunftserteilung in Fragen des Patentweſens und der
Ge=
ſetzgebung auf dem Gebiete des gewerblichen Rechtsſchutzes.
Darmſtadt, im Oktober 1914.
(20155
Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe.
Der Direktor des Gewerbemuſeums und der Bibliothek.
Bibliothek der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe
(Bibliothek, Vorbilderſammlung und Patentſchriften=Auslegeſtelle)
Darmſtadt, Neckarſtraße 3.
Der Leſeſaal iſt nun auch wieder nachmittags geöffnet.
Oeffnungszeiten: Werktags von 9—12½ Uhr vormittags und
3—6 Uhr nachmittags. Samstag nachmittags geſchloſſen. (20154
Die Direktion.
Kunr iche Leinbibliotnek
obere Waldſtraße 9.
Große neue Bücherſendung eingetroffen.
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Wiederbeginn der Kurſe Mitte Oktober.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Oktober 1914.
Nummer 287.
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Schulſtr.
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ſtellung zur Beaufſichtig. der
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arbeiten, übern. auch gerſie etwag
Hausarbeit. Gefl. Angeb. u. A 37
an die Geſchäftsſtelle.
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loge 6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70 ℳ,
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7. u.
z. Reihe 2.15 ℳ, 1. Galerie 1.35 ℳ,
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Eine öffentliche Warnung
In den meisten Zeitschriften und ebenso in vielen Zeitungen werden fast täglich
im ganzen deutschen Reiche von einer außerdeutschen Firma, ohne ihre
Namens-
bezeichnung, alle möglichen Mittelchen angepriesen, die nicht nur absolut wertlos sind,
sondern auch mit einem den wirklichen Wert ungewöhnlich übersteigenden Preis
bezahlt werden müssen.
Liest man die wenigen Zeilen, die stets unter der Rubrik der Stadtanzeigen,
Briefkasten, Sport etc. unauffällig gesetzt sind, so bemerkt man stets, daß niemals
ein Preis dabei steht. Man bekommt den Eindruck, wie wenn die Sachen nur wenige
Pfennige kosten würden. Unzählige gehen in die Apotheke, verlangen das eine oder
andere und sind nicht wenig erstaunt über den hohen Preis, den sie dafür zahlen
müssen, um hinterher die Erfahrung zu machen, daß das Betreffende absolut wertlos ist.
Daß diese Leute, welche solche bittere Erfahrungen gemacht haben, mißtrauisch
werden und absolut reellen Angeboten kein Vertrauen mehr entgegenbringen, ist nicht
zu verwundern.
Im Interesse der auf diese Weise Geschädigten bringen wir diese Mitteilung an
die Offentlichkeit, die zu verbreiten wir uns nichs unterstehen würden, wenn das
Gesagte nicht der Wirklichkeit entspräche.
Der Zweck dieser Zeilen ist, die Leser darauf aufmerksam zu machen, daß die
von der Firma Hans Heiss & Co. (Dunpräparate), Ges. m. b. H. in Darmstadt,
in Zeitschriften und Tageszeitungen angepriesenen Dunpräparate voll und ganz das
halten, was von ihnen gesagt wird, was von ärztlichen Autoritäten und einer Unmenge
Verbraucher der Dunpräparate durch Gutachten belegt wird.
Neuester Prospekt mit Gutachten wird einem jeden auf Wunsch kostenlos
zu-
gesandt. (Siehe heutiges Inserat „Dun‟).
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bestehend aus wollenen Strümpfen, Puls- und Kniewärmern oder
sonstigen Wollsachen wasche man, ehe sie den Kriegern ins
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Der filberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
1. Kapitel.
Jeden zweiten Mittwoch im Monat war
Regiments=
abend des Ulanenregiments „Kronprinzeſſin” im
Reſtau=
mant „Großer Kurfürſt” an der Potsdamer Brücke. Die
umaktiven Offiziere, die in Berlin und den Vororten
leb=
hen, trafen an dieſem Tage mit den Herren zuſammen.
ie nach Berlin kommandiert waren oder ſich auf Urlaub
im der Reichshauptſtadt befanden. Es hatte eine Zeit
ge=
geben, in der der „Betrieb” nicht überwältigend geweſen
war; ſeit aber Seine Exzellenz der Generalinſpekteur der
Kavallerie von Klenkow ſeines hohen Amtes waltete
en hatte als Leutnant bei den Kronprinzeſſin=Ulanen
ge=
ſnanden, das Regiment ſpäter kommandiert, kürzlich war
ihm von Seiner Majeſtät das Recht verliehen worden, die
Uniform der ruhmreichen Kronprinzeſſin=Ulanen zu
tra=
gen —, war „Zug in die Kolonne” gekommen. Wenigſtens
diie aktiven Offiziere ſtellten ſich ſtets pünktlich ein, denn
von Seiner Exzellenz wußte die geſamte Kavallerie, daß
diienſtlich mit ihr nicht zu ſpaßen war. Und der hohe Herr
ſaßte die Regimentsabende als Dienſt auf! Das heißt,
biis die Herren ſeinen Händedruck empfangen hatten; dann
alber war er der gemütlichſte Menſch auf der Welt. Es
noar kein Wunder, daß unter dieſen Umſtänden die
inakti=
wen Offiziere auch gern zu den Abenden kamen; alte
Er=
imnerungen wurden aufgefriſcht, von 8 Uhr an ſaß man
zuſammen meiſtens wurde es Mitternacht, bis man ſich
trennte. Erſchien aber ein aktiver Offizier einige Male
nicht, ſo wurde er von Seiner Exzellenz ſo impertinent
überſehen, daß man ſich dieſer Unannehmlichkeit nicht gern
zuum zweiten Male ausſetzte.
Wie immer ſaß Exzellenz von Klenkow im Ueberrock
der Kronprinzeſſin=Ulanen in der Mitte des in
Hufeiſen=
form aufgeſtellten Tiſches. Das geſunde, rotbrann
ver=
lurannte Geſicht kontraſtierte mit dem weißen Kragen, dem
grauen, vollen Haar. Ein ſtarker Schnurrbart zierte die
Oberlippe. Das breite, energiſche Kinn ſprang vor,
ſtahl=
blaue Augen blickten mit jugendlichem Feuer in die Welt.
Die gerade, ſtarke Naſe, ein tiefer Zug um den Mund, die
ſtramme Haltung zeugten von Kraft und
Selbſtbewußt=
ſein. In der Armee war es bekannt, daß Seine Exzellenz
beim Ausbruch eines Krieges die Führung einer Armee
zu übernehmen hatte. — Wie immer erhob ſich Seine
Exzel=
lenz punkt halb neun. „Meine Herren! Auf Seine
Ma=
jeſtät, unſern allerhöchſten Kriegsherrn!” Und fünf
Minu=
ten ſpäter erhob er ſich zum zweiten Male: „Meine
Her=
ren! Auf unſer herrliches Regiment!” Und dann beſtellte
ſich jeder ſein Abendeſſen; gemütlich unterhielt man ſich.
Natürlich ſaßen in ſeiner Nähe die alten Herren, die früher
mit ihm bei den Kronprinzeſſin=Ulanen geſtanden hatten.
Aber oft hob Seine Exzellenz das Glas und trank einem
aktiven, jungen Offiziere mit einem gemütlichen „Proſit”
zu. Der ſchnellte dann hoch vom Stuhle, trank in
ſtram=
mer Stellung einen herzhaften Schluck und ſalutierte,
be=
vor er ſich wieder ſetzte, mit dem Bierglaſe. Denn Seine
Exzellenz ſah es nicht gern, wenn die jungen Herren an
Regimentsabenden Wein tranken; der hohe Herr tat’s
auch nicht.
Gegen halb zehn erſchien ein blutjunger Offizier des
Regiments, der Leutnant Berchthold, ging ſofort auf Seine
Exzellenz zu und entſchuldigte ſich wegen ſeines
Zuſpät=
kommens; ein Onkel von ihm ſei in Berlin geweſen und
den habe er erſt zur Bahn bringen müſſen.
Exzellenz ſchüttelte ihm die Hand, fragte, wie ihm die
„Knochenmühle” die Militärturnanſtalt, zu der
Bercht=
hold kommandiert war, bekomme, und entließ ihn dann
mit freundlichem Kopfnicken.
Berchthold ging an das linke Ende des Tiſches, an
dem ein paar zur Kriegsakademie kommandierte
Kamera=
den ſaßen und ſagte laut:
Ja, Herrſchaften, wo ſteckt denn der ſilberne Adolf?
Lachend rief einer:
In Südweſtafrika! So annähernd ſeit anderthalb
Jahren!
Na, das weiß ich immerhin noch! Trotz des Onkels
bin ich totale nüchtern! Der ſilberne Adolf iſt heute nach=
mittag Unter den Linden in einem Automobil an uns
vorbeigeſauſt!
Der Oberleutnant von Sandberg, der der beſte Freund
des ſilbernen Adolf war, lachte hell auf.
Lieber Berchthold, Sie werden ſich verguckt haben;
denn erſtens hätte ich dann Nachricht, und zweitens
be=
kommt man keinen Urlaub nach anderhalbjähriger
Dienſt=
zeit in Südweſt, und drittens: bei der ſchätzenswerten
Konſtitution unſeres Freundes iſt Krankheit total
ausge=
ſchloſſen; zwar ſein Herz iſt mitunter ſehr empfindlich, aber
gegen das Leiden haben die Herren Doktoren noch keine
Medizin gefunden!
Sandberg, er hat mir doch zugewinkt und gebrüllt!
Zum Regimentsabend komm’ ich!
Exzellenz von Klenkow hatte zugehört, ſtrich ſich ſeinen
grauen Schnurrbart zur Seite und ſagte:
So! Alſo das freut mich! Schon, weil ich der
Ad=
jutant von Ruſtens Vater war; er hat Anfang der achtziger
Jahre unſer Regiment kommandiert. Wie ſein Sohn
neu=
lich die Simon=Kopperleute abgefangen hat, die in
Süd=
weſt eingebrochen waren, eine Leiſtung, über die Seine
Majeſtät die Gnade hatte, ſich mir gegenüber vor einiger
Zeit ſehr anerkennend zu äußern. . . . Ja, meine Herren,
ich weiß nicht, ob Sie im Bilde ſind! Alſo der Ruſten
lag mit einem Zug Kamelreiter in Kirchheim an der
Kala=
hariwüſte. Er erhielt die Meldung, daß ungefähr in einer
Entfernung von Berlin nach Stettin die Bande eine Farm
ausgeräubert hatte. Er ritt hin, weg waren ſie; mußte
einen Bogen ſchlagen, etwa von Stettin bis Hamburg —
immer durch die Wüſte — und erwiſchte ſie dann ein paar
hundert Meter von der Grenze. Sehr geſchickt ſetzte er
den Angriff an, denn was nicht fiel, nahm er gefangen.
Der Rote Adlerorden mit Schwertern am ſchwarz=weißen
Bande iſt der wohlverdiente Lohn!
Selbſtverſtändlich waren alle ſo ungefähr im Bilde.
Aber Seine Exzellenz der Herr Generalinſpekteur hatte
geſprochen, da war man den Ausführungen mit der
größ=
ten Aufmerkſamkeit gefolgt.
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