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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 286.
Samstag, den 17. Oktober.
114.
Der Krieg.
Ruſſiſche Flottenkundgebung im Schwarzen Meer. — Zur Vorgeſchichte des Krieges. — Letzte Arbeit in Belgien. — Die
Kämpfe in Galizien. — Aus Warſchau. — Die ruſſiſche sozialdemokratie und der Krieg. — Oſtende von den Deutſchen
beſetzt. — Der ruſſiſche Raubzug in Galizien.
Ruſſiſche Flottenkundgebung im Schwarzen Meer.
* Mailand, 15. Okt.
Der Corriere de la Sera
meldet aus Bukareſt:
Dienstag morgen 8 Uhr
fuhr die rufſiſche
Schwarze Meer=
Flotte, beſtehend aus
18 Einheiten. an Warna
vorbei, mit Richtung auf.
Burgas und
Konſtanti=
nopel. Nach dem
Uni=
verſul nimmt man in
po=
litiſchen Kreiſen an, daß
dieſe Bewegung das
Vor=
ſpiel zu Feindſeligkeiten
gegen die Türkei wegen
der Schließung der
Dar=
danellen ſei. Rumänien
ſtellte die Fahrten
Kon=
ſtanza=Konſtantinopel ein.
* Konſtantinopel, 15. Okt. Tasvir=i=Efkiar
äußert ſich zu dem Erſcheinen der ruſſiſchen
Schwarzen Meer=Flotte an den Küſten
Ru=
mäniens und Bulgariens und meint, es ſei dazu
beſtimmt die Haltung Rumäniens und Bulgariens zu
beeinfluſſen. Das Blatt glaubt aber nicht, daß die beiden
Staaten ſich durch ſolche vorübergehende Kundgebungen
beeinfluſſen und zu einem Vorgehen hinreißen laſſen
wer=
den, das geeignet iſt, ihr Sein oder Nichtſein zu
verüh=
ren. Das Mlatt fügt hinzu: Wir glauben nicht, daß
irgend eine Regierung auf dem Balkan etwas
unterneb=
men kann, ohne die Land= und Seemacht der Türkei in
Rechnung zu ziehen, es wäre denn, daß ihr Unternehmen
von der Türkei gebilligt wird. Was die Türkei betrifft,
deren Flotte nach wie vor die Freiheit des Ausganges ins
Schwarze Meer behält, ergibt ſich aus dieſem Umſtande,
daß die Kundgebung im Schwarzen Meere
nichts an ſich hat, was uns intereſſieren kann. Das
Blatt=
erklärt ſodann: Die Tatſache, daß Rußland die Haltung
ſeiner Verbündeten, die den Grund zur Schließung der
Dardanellen gegeben hat, mit Stillſchweigen überging,
läßt die türkiſcheruſſiſchen Beziehungen weiter im Dunkel
der Ungewißheit gehült. Anſtatt durch derartige
Kund=
gebungen die Haltung ſeiner Verbündeten zu billigen und
ſo die Unklarheit der Lage noch mehr zu vergrößern,
würde Rußland logiſcher handeln, wenn es jene zur
Ver=
nunft zu bringen verſuchte, die die Urſache zur
Schlie=
ßung der Dardanellen geweſen ſind. — Servet=i=Funun
iſt der Anſicht, daß Rußlands Kundgebung in den
leiten=
den Kreiſen Rumäniens und Bulgariens einen ſchlechten
Eindruck machen werde.
Zur Vorgeſchichte des Krieges.
(Schluß.)
* Die geſtern ſchon erwähnte Veröffentlichung der
Nordd. Allg. Ztg. führt weiter aus:
Hierauf folgt ein Brief Sir Edward Greys vom 22.
November 1912 an den franzöſiſchen Botſchafter in
Lon=
don. Cambon. Darin wird auf den fortdauernden,
ge=
genſeitigen Meinungsaustauſch franzöſiſcher und
engli=
ſcher Marineſachverſtändiger und Militärſachverſtändiger
hingewieſen und die Zuſtimmung dazu ausgeſprochen,
daß, wenn eine der beiden Regierungen ernſten Grund
habe, einen provozierten Angriff einer dritten Macht
oder die Bedrohung des allgemeinen Feiedens zu
erwarten, unmittelbar ein Meinungsaustauſch zwiſchen
den beiden Regierungen folgen und eine Entſcheidung
getroffen werden ſoll über die Anwendung der Pläne
der beiderſeitigen Generalſtäbe. In Beſtätigung des
Schreibens des Botſchafters Cambon vom 23. November
1912 werden die Anregungen Edward Greys angenommen.
Der Beſuch des Königs von England
in Paris.
In dem zweiten Bericht vom Mai 1914 wird
mitgeteilt, daß bei dem Beſuch des Königs von England
in Paris von franzöſiſcher Seite die Anregung erfolgte,
die beſtehenden beſonderen militärpolitiſchen Abmachungen
zwiſchen Frankreich und England durch analoge
Ab=
machungen zwiſchen England und Rußland zu
er=
gänzen. Sir Edward Grey hat den Gedanken ſympathiſch
aufgenommen, ſich aber außerſtande erklärt, ohne Befragen
des engliſchen Kabinetts irgend eine Bindung zu
über=
nehmen.
Der Empfang der engliſchen Gäſte durch die
fran=
zöſiſche Regierung, ſowie die Pariſer Bevölkerung ſoll auf
den Miniſter in hohem Grade Eindruck gemacht haben.
Es iſt zu befürchten, daß der engliſche Staatsmann, der
zum erſten Male in amtlicher Eigenſchaft im Ausland
geweilt hat, und wie behauptet wird, überhaupt zum erſten
Male engliſchen Boden verlaſſen hat, den franzöſiſchen
Einflüſſen in Zukunft in noch höherem Grade unterliegen
wird, als das bisher ſchon der Fall war.
Die Umwandlung der Entente in ein
Bündnis.
Ein dritter Bericht vom Juni 1914 beſagt: Die
Nachricht, daß von franzöſiſcher Seite anläßlich des
Be=
ſuches des Königs von England in Paris militäriſche
Abmachungen zwiſchen England und Rußland
an=
geregt wurden, wird mir beſtätigt. Die Anregung geht
auf Herrn Iswolski zurück. Der Botſchafter wünſchte,
die Feſtſtimmung zu einer Umwandlung der
Tri=
pelentente in ein Bündnis nach Analogie des
Dreibundes auszunutzen. Wenn man ſich ſchließlich in
Paris und Petersburg mit weniger begnügte, ſo ſcheint
dafür die Erwägung maßgebend geweſen zu ſein, daß in
England ein großer Teil der öffentlichen Meinung
dem Abſchluß förmlicher Bündnisverträge mit anderen
Mächten durchaus ablehnend gegenüber ſteht. Angeſichts
dieſer Tatſache hat man ſich trotz der zahlreichen Beweiſe
für den gänzlichen Mangel an Widerſtandskraft der
eng=
liſchen Polik gegen eine Entente — man darf an die
Gefolgſchaft erinnern, die noch jüngſt Rußland in der
Frage der deutſchen Militärmiſſion in der Türkei
von England erfahren hat — offenbar geſcheut, gleich mit
der Tür ins Haus zu fallen. Es wurde vielmehr die
Taktik des langſamen, ſchrittweiſen Vorgehens beſchloſſen.
Sir Edward Grey hat die franzöſiſch=ruſſiſche Anregung
im engliſchen Miniſterrat warm vertreten, das Kabinett
hat ſich ſeinem Votum angeſchloſſen. Es wurde beſchloſſen,
in erſter Linie ein Marineabkommen ins Auge zu
faſſen, und Verhandlungen in London zwiſchen der
eng=
liſchen Admiralität und dem ruſſiſchen Marineattaché
ſtatt=
finden zu laſſen. Die Befriedigung der ruſſiſchen und der
franzöſiſchen Diplomatie über dieſe erneute
Ueberrum=
pekung derengliſchen Politiker iſt groß. Man
hält den Abſchluß eines formellen Bündnisvertrages nur
noch für eine Frage der Zeit. Um dies Ergebnis zu
be=
ſchleunigen, würde man in Petersburg ſogar zu gewiſſen
Scheinkonzeſſionen an England in der perſiſchen Frage
bereit ſein. Die zwiſchen beiden Mächten in dieſer
Hin=
ſicht in letzter Zeit aufgetauchten
Meinungsverſchiedenhei=
ten haben noch keine Erledigung geſunden. Von ruſſiſcher
Seite arbeitet man vorläufig mit beruhigenden
Ver=
ſicherungen wegen der Beſorgniſſe, die in England im
Hinblick auf die Zukunft Indiens in neuerer Zeit wieder
hervorgetreten ſind.
Das ruſſiſch=engliſche Marineabkommen.
Ein vierter Bericht vom Juni 1914 lautet: Man
iſt in=Petersburg und London ſehr beunruhigt wegen der
franzöſiſchen Indiskretionen über die
ruſſiſch=
engliſche Marinekonvention. Sir Edward Grey befürchtet
Anfragen im Parlament. Marineattaché Kapitän
Wol=
kow, der einige Tage in Petersburg geweſen iſt,
vermut=
lich um Inſtruktionen für die Verhandlungen in Empfang
zu nehmen, iſt nach London zurückgekehrt. Die
Verhand=
lungen haben bereits begonnen.
Im fünften Bericht vom Juni 1914 wird auf
die Anfrage des Unterhauſes über das Marineabkommen
mit Rußland, ſowie die bekannte Antwort Greys und
die engliſchen Blätterſtimmen Bezug genommen und
hin=
zugefügt: Die Erklärungen Sir Edward Greys entſprechen
der vertraulichen Aeußerung einer Perſönlichkeit aus der
nächſten Umgebung des Miniſters: „Er könne auf das
ausdrücklichſte und beſtimmteſte verſichern, daß keinerlei
Abmachungen militäriſcher oder maritimer Natur zwiſchen
England und Frankreich beſtünden, obwohl der Wunſch
nach ſolchen auf franzöſiſcher Seite wiederholt kundgegeben
worden ſei. Was das engliſche Kabinett Frankreich
ab=
geſchlagen habe, werde es Rußland nicht gewähren. Es
ſei keine Flottenkonvention mit Rußland
ge=
ſchloſſen und es werde auch keine geſchloſſen werden.”
Ein ſechſter Bericht iſt minder wichtig.
In dem ſiebenten Bericht vom Juni 1914 heißt
es: Daß die Erklärung Sir Edward Greys im engliſchen
Unterhauſe über das ruſſiſch=engliſche Marineabkommen
von der öffentlichen Meinung in England ſo bereitwillig
akzeptiert worden iſt, hat hier und in Petersburg große
Erleichterung hervorgerufen. Die Drahtzieher der Aktion
hatten ſchon befürchtet, daß der ſchöne Traum des neuen
Dreibundes ausgeträumt ſein könne. Es fällt mir
übrigens ſchwer, daran zu glauben, daß es dem „
Man=
cheſter Guardian” allein beſchieden geweſen ſein ſollte, den
Trick zu durchſchauen, deſſen ſich Sir Edward Grey
be=
diente, indem er die Frage, ob Verhandlungen über ein
Marineabkommen mit Rußland ſchwebten oder im Gange
ſeien, nicht beantwortete, ſondern die ihm garnicht geſtellte
Frage verneinte, ob England bindende
Verpflichtun=
gen bezüglich einer Beteiligung an einem
euro=
päiſchen Kriege eingegangen ſei. Ich neige vielmehr
der Anſicht zu, daß die engliſche Preſſe in dieſem Falle
wieder einmal einen Beweis für ihre bekannte Diſziplin
in der Behandlung von Fragen der Auswärtigen Politik
gegeben und, ſei es auf ein mot d’ordre hin, ſei es aus
politiſchem Inſtinkt, geſchwiegen hat.
Imachten Bericht, ebenfalls vom Juni 1914, heißt
es: Von einer Stelle die ſich die alten Sympathien für
Deutſchland bewahrt hat, iſt mir mit der Bitte um ſtrengſte
Geheimhaltung die beigefügte Aufzeichnung über eine
Kon=
ferenz zugegangen, die am 25. Mai beim Chef des
ruſſiſchen Marineſtabs ſtattgefunden hat und in
der die Grundlagen für Verhandlungen über das
ruſ=
ſiſch=engliſche Marineabkommen feſtgeſtellt
worden ſind. Bis zu welchem Ergebnis die
Verhänd=
lungen bis jetzt geführt haben, wußte mein Gewährsmann
noch nicht, er äußerte aber ſehr ernſte Beſorgniſſe über die
Beförderung, die der ruſſiſche Nationalismus erfahren
werde, wenn das Abkommen tatſächlich zuſtande komme.
Sei man des Mitgehens Englands erſt gewiß, ſo
wür=
den die bekannten, panſlawiſtiſchen Hetzer nicht zögern,
die erſte ſich bietende Gelegenheit zu benutzen um es zum
Kriege zu bringen. Auch Saſſonow treibe zuſehends mehr
in das Fahrwaſſer der ruſſiſchen Kriegspartei. Die
An=
lage iſt datiert: St. Petersburg, 13./26. Mai 1914 und
beſagt u. a.: Die geplante Marinekonvention ſoll die
Be=
ziehungen zwiſchen den ruſſiſchen und engliſchen
Streit=
kräften zur See in allen Einzelheiten regeln. Die beiden
Marineſtäbe ſollen ſich außerdem regelmäßig gegenſeitig
Mitteilung machen über die Flotten dritter Mächte und
über ihre eigenen Flotten. Nach dem Vorbild der
fran=
zöſiſchrufiſchen Marinekonvention ſollauch zwiſchen dem
ruſſiſchen und engliſchen Marineſtab ein regelmäßiger
Meinungsaustauſch herbeigeführt werden. Das ruſſiſche
Marineabkommen mit England ſoll gleich dem
franzöſiſch=
ruſſiſchen Marineabkommen vorher vereinbarte, aber
ge=
trennte Aktionen der ruſſiſchen und engliſchen
Kriegs=
marine ins Auge faſſen. Mit Bezug auf die maritimen
Operationen im Gebiet des Schwarzen Meeres und der
Nordſee, wie mit Bezug auf den vorausſichtlichen
See=
kampf im Mittelmeer muß Rußland beſtrebt ſein, von
England Kompenſationen dafür zu erhalten, daß es einen
Teil der deutſchen Flotte auf die ruſſiſche abzieht. Im
Gebiet des Bosporus und der Dardanellen ſollen
zeit=
weilige Unternehmungen in den Meerengen als ſtrategiſche
Sperationen Rußlands im Kriegsfalle ins Auge geſaßt
werden. Die ruſiſchen Intereſſen in der Oſiſe
ver=
langen, daß England einen möglichſt großen
Teil der deutſchen Flotte in der Nordſee
feſthält. Dadurch würde die erdrückende Uebermacht
der deutſchen Flotte gegenüber der ruſſiſchen aufgehoben
und vielleicht eine ruſſiſche Landung in
Pom=
mernmöglich werden. Hierbei könnte die engliſche
Regierung einen weſentlichen Dienſt leiſten, wenn ſie vor
Beginn der Kriegsoperationen eine ſo große Zahl von
Handolsſchiffen in die baltiſchen Häfen ſchickte, daß der
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Nummer 286.
Mängel an ruſſiſchen Transportſchiffen ausgeglichen
wird.
Was die Lage im Mittelmeer anbetrifft, ſo iſt es
für Rußland höchſt wichtig, daß dort ein ſicheres
Ueberge=
wicht der Streitkräfte der Entente gegenüber der
öſter=
reichiſchen und italieniſchen Flotte hergeſtellt wird, ſonſt
würden Angriffe der öſterreichiſchen Flotte im Schwarzen
Meer möglich ſein, was für Rußland ein gefährlicher
Schlag ware. England müßte daher durch die Belaſſung
der nötigen Zahl von Schiffen im Mittelmeer das
Ueber=
gewicht der Streitkräfte der Ententemächte mindeſtens
ſo=
lange ſichern, als die Entwicklung der ruſſiſchen Marine
noch nicht ſoweit fortgeſchritten iſt, um die Löſung dieſer
Aufgabe ſelbſt zu übernehmen. Ruſſiſche Schiffe müßten
mit Zuſtimmung Englands als Baſis im öſtlichen
Mittel=
meer die engliſchen Häfen benutzen dürfen, ebenſo wie es
die franzöſiſche Marinekonvention der ruſſiſchen Marine
geſtattet, ſich im weſtlichen Mittelmeer in den franzöſiſchen
Häfen zu baſieren.
Der neunte Bericht vom Juli 1914 lautet:
Ge=
legentlich meiner heutigen Unterhaltung mit
Saſſo=
now wandte ſich das Geſpräch auch dem Beſuch
Poin=
carés zu. Der Miniſter hob die in friedfertigem Ton
gewechſelten Trinkſprüche hervor. Ich konnte nicht
um=
hin, Saſſonow darauf aufmerkſam zu machen, daß nicht
die bei derartigen Gelegenheiten ausgetauſchten Toaſte,
ſondern die daran geknüpften Preßkommentare den Stoff
zu Beunruhigungen geliefert hätten. Derartige
Kom=
mentare ſeien auch diesmal nicht ausgeblieben, wobei
ſo=
gar die Nachricht von einem angeblichen Abſchluß
einer ruſſiſch=engliſchen
Marinekonven=
tion verbreitet worden ſei. Saſſonow griff dieſen Satz
auf und meinte unwillig, eine ſolche Konvention exiſtiere
nur „in der Idee des Berliner Tageblattes und im Mond‟
Rußlands Wille zum Krieg.
Der zehnte Bericht vom Juli 1914 enthält eine
Abſchrift des Schreibens, das der Adjutant eines
ruſſiſchen Großfürſten am 25. Juli von
Peters=
burg an den Großfürſten richtete und das nach der Anſicht
des Berichterſtatters erweiſt, daß man ſchon ſeit dem
24. Juli in Rußland zum Kriege
entſchloſ=
ſen geweſen iſt. Die wichtigſten Sätze des Schreibens
lauten:
In Petersburg waren große Unordnungen unter den
Arbeitern; ſie fielen ſonderbar zuſammen mit der
An=
weſenheit der Franzoſen bei uns und mit dem
öſterreichi=
ſchen Ultimatum an Serbien. Geſtern hörte ich von dem
franzöſiſchen Militäragenten General Guiche, er habe
ge=
hört, daß Oeſterreich an den Arbeiterunruhen nicht
un=
ſchuldig ſei. Jetzt kommt aber alles raſch zu normalen
Verhältniſſen und es ſcheint, daß, von den Franzoſen
er=
mutigt, unſere Regierung aufgehört hat, vor den
Deut=
ſchen zu zittern. Es war längſt Zeit; das Ultimatum
Oeſterreichs iſt von unerhörter Frechheit, wie alle
hieſigen Zeitungen einmütig ſagen. Geſtern war eine
Sitzung des Miniſterrats, der Kriegsminiſter hat
ſehr energiſch geſprochen und beſtätigt, daß Rußland
zum Kriege bereit ſei, und die übrigen Miniſter
haben ſich voll angeſchloſſen. Es wurde in entſprechendem
Geiſt ein Bericht an den Kaiſer fertiggeſtellt und
dieſer Bericht iſt an demſelben Abend beſtätigt worden.
Die Mitteilung in dem Ruſſiſchen Invaliden, daß die
Re=
gierung aufmerkſam die Entwicklung der
öſterreichiſch=
ſerbiſchen Zuſammenſtöße verfolgt, bei denen Rußland
nicht gleichgiltig bleiben kann, wurde von allen Zeitungen
mit ſehr günſtigen Kommentaren nachgedruckt. Wir alle
ſind überzeugt, daß diesmal keine Rasputine Rußland
verhindern werden, ſeine Pflicht zu erfüllen. Deutſchland,
das Oeſterreich vorſchickt, iſt feſt entſchloſſen, ſich mit uns
zu meſſen, bevor wir unſere Flotte ausbauen und die
Balkanſtaaten haben ſich noch nicht vom Kriege erholt.
Auch wir müſſen der Gefahr ins Geſicht ſehen und nicht
unſeren Kopf verſtecken, wie während des Balkankrieges,
als Kokowzow nur an die Börſe dachte. Damals aber
wäre der Krieg leichter geweſen, da der Balkanbund voll
bewaffnet war. Aber bei uns trieb man
Straßen=
demonſtrationen auseinander, die gegen
das elende Oeſterreich gerichtet waren. Jetzt
aber würde man ebenſolche Demonſtrationen freudig
begrüßen. Ueberhaupt wollen wir hoffen, daß das
Regiment der Feiglinge (nach Art Kokowzows) und
ge=
wiſſer Schreier und Myſtiker vorüber iſt. Der Krieg iſt
ein Gewitter, mögen auch Kataſtrophen kommen, es wäre
immer beſſer, als in dieſer unerträglichen Schwüle zu
verharren.
Aus Belgien.
* London, 15. Okt. Die Neu=York World bringt
eine Beſchreibung des Einzugs der Deutſchen in
Antwerpen. Der Korreſpondent ſah ihn von dem
Balkon des amerikaniſchen Konſulats, das er nach der
Flucht des Konſuls in Beſitz genommen hatte. Er war
der einzige Zuſchauer in der ganzen Stadt. Die erſten
einrückenden Truppen waren Radfahrer. Es folgten eine
Brigade Infanterie und verſchiedene Feldbatterien. Dieſe
zogen in ſchnellem Trabe durch die Städt nach den Kais
und ſchoſſen dort mit Granaten auf die belgiſche
Nach=
hut, die auf der anderen Seite der Schelde flüchtete. Eine
Kompagnie Infanterie ging über eine Pontonbrücke, die
in der Mitte von den Belgiern geſprengt worden war.
Zwei Soldaten ſprangen ins Waſſer, ſchwammen über die
offene Stelle, kletterten auf der anderen Seite der Brücke
empor und rückten vor, um das andere Ufer aufzuklären.
Die Deutſchen ſtellten die Brücke in zwei Stunden wieder
her. Sodann zogen die Truppen in unterbrochenem Strom
hinüber. Der Hauptteil der Armee kam erſt am=Samstag
abend an. 60000 Mann wurden von General v. Schütz
und Admiral v. Schröder inſpiziert, die mit einem
glänzenden Stabe zu Pferde vor dem Königspalaſt
ſtan=
den. Die Truppen zogen 5 Stunden lang durch die
Straßen. Die verlaſſenen Häuſer klangen unter dem
kräf=
tigen Paradeſchritt wider. Kompagnie auf Kompagnie,
Regiment auf Regiment, Brigade auf Brigade rückten ein.
Die Augen begannen zu ſchmerzen beim Hinblick auf die
langen Reihen in Grau unter den glänzenden
Stahlbajo=
netten. Die Truppen ſangen „Die Wacht am Rhein” und
„Eine feſte Burg iſt unſer Gott‟ Jedem Regiment zog
ein Muſikkorps nebſt Fahne voraus. Die Truppen
beſtan=
den aus denen, die in den letzten zwei Wochen fortdauernd
im Kampfe waren und 36 Stunden lang Tod und
Ver=
derben auf die Stadt ſchleuderten. Pferde und Geſchirr
waren gut, die Geſchütze gut geputzt. Nach der Artillerie
kam Kavallerie, Küraſſiere, Huſaren und Ulanen, dann
Seeſoldaten von der Marinediviſion, eine Abteilung
dun=
kelblaue bayeriſche Infanterie, hellblaue ſächſiſche Truppen
und Oeſterreicher in Silbergrau. Eine Abteilung
Gen=
darmerie in Silber und Grün ſchloß den Zug. Alles
weiſt darauf hin, daß die deutſchen Truppen den Befehl
hatten, die Bevölkerung mit großer Umſicht zu behandeln.
* Amſterdam, 16. Okt. Der Rott. Courant
mel=
det aus Sas van Gent vom 14. Oktober: Ein Teil der
Flüchtlinge aus den belgiſchen
Grenzdör=
fern iſt zurückgekehrt, da ſie ſehen, daß ſich die
Deutſchen korrekt verhalten. Die Deutſchen ermahnen
überall die Einwohner, nicht zu flüchten. Die Truppen
haben verlaſſene Häuſer aufgebrochen, um unter Dach zu
kommen, ſie nahmen Nahrungsmittel, zerſtörten aber
nichts; ſie ließen ſogar die Bilder des belgiſchen
Königs=
paares auf ihrem Platz. Wo die Bewohner zurückblieben,
wurde alles bezahlt, kleine Beträge in bar, große mit
Bons.
* Brüſſel, 15. Okt. Der Reichskanzler hielt
geſtern mit dem Generalgouverneur Frhrn. v. d. Goltz
und dem Chef der Zivilverwaltung, Exz. v. Sandt, eine
Beſprechung ab und begab ſich heute nach Antwerpen.
Der Reichskanzler kehrt morgen in das Hauptquartier
zurück.
* Brüſſel, 15. Okt. Die vorläufige Beſichtigung
der Baudenkmäler von Gent durch Geh. Rat
v. Falke hat ergeben, daß die Stadt keinerlei
Beſchädigun=
gen erlitten hat. Nicht eine Fenſterſcheibe iſt zerbrochen
worden. Aus der Kathedrale St. Bavo iſt der Altar der
Brüder van Eyck nebſt zwei Altarbildern von Rubens und
Gerard van der Meire bereits am 3. Oktober entfernt und
nach London gebracht worden.
* Berlin, 16. Okt. Pariſer Blättermeldungen über
die troſtloſe Lage der Antwerpener Bevölkerung,
weil rieſige Vorräte von Lebensmitteln von den
flüchten=
den Armeen vernichtet worden ſeien, dürften mit Vorſicht
aufzunehmen ſein. Ein von Antwerpen nach Rotterdam
reiſender Holländer ſagt aus, daß die Stadt wiederum
auflebt. In der Stadt ſeien noch große Vorräte
an Lebensmitteln.
* Berlin, 16. Okt. Die Uhren Antwerpens wurden
bereits am Mittwoch auf deutſche
mitteleuro=
päiſche Zeit geſtellt.
Die letzte Arbeit in Belgien.
* Das Amſterdamer Handelsblad berichtet über die
Vorgänge in Belgien: Beinahe ganz Belgieniſt nun
von den Verbündeten geräumt. An der
ſüd=
lichen Grenze wird noch bei Furnes und Hazebrouck
ge=
kämpft. Die Stadt Lille iſt nach einer heftigen
Be=
ſchießung wieder in dem Beſitz der Deutſchen, nachdem in
einem Straßenkampf eine 60 Mann ſtarke Patrouille
ver=
jagt wurde. — Am Mittwoch nachmittag um 2 Uhr
er=
ſchienen deutſche Radfahrer in Brügge an dem Genter
Tor. Es fielen einzelne Schüſſe und ſofort zogen der
Bürgermeiſter, der Biſchof und die Schöffen den Deutſchen
entgegen. „Eine Stunde ſpäter zog ein deutſcher Leutnant
mit zwei Mann über den Marktplatz, dicht umdrängt von
der Menge, die im erſten paniſchen Schrecken geflüchtet
war. Auf der Landſtraße und in Courtrai wuren
die Deutſchen mit Mitrailleuſenfeuer empfangen, aber
nach einem kurzen Kampf zogen die Belgier in Eile nach
Oſtende zurück. An demſelben Tage wurde bei
Siſ=
ſeele die Bürgerwehr in Stärke von 5000 Mann durch
General de Kloot aufgelöſt. Viele von dieſen Leuten hatten
abſolut keinen Schuß abgegeben, da die Bürgerwehr nicht
eingeübt war; ſie gehen nun in allerhand Bürgerkleidern
in ihre Dörfer zurück. Starke deutſche
Truppenabteilun=
gen zogen nach Weſten, doch ſie finden nirgends
Wider=
ſtand. Sie rücken in der Richtung von Seebrügge vor=
Auf der Fahrt von Oſtende nach Sluys begegnete der
Berichterſtatter hunderten von Automobilen mit
belgi=
ſchen Offizieren, von denen der größte Teil den
Deutſchen in die Hände fiel, weil ſie von der Verbindung
mit Frankreich abgeſchnitten wurden. Sogar bei
Dün=
kirchen wird ſchon gekämpft. Die Stadt wird teilweiſe
durch Ueberſchwemmungen geſchützt. Belgien iſt nun= in der Macht der deutſchen
Truppen. Das ganze öſtliche und weſtliche Belgien
wird durch ſie von den belgiſchen Truppen geſäubert. Die
Deutſchen ſtellen überall den Straßenbahnverkehr wieder
her. In Maaseyck wurden ſämtliche Bewohner
aufgefor=
dert, Fahrräder und Motorräder abzuliefern.
* Rotterdam, 16. Okt. Der Kriegsberichterſtatter
des Nieuwe Rotterdamſche Courant meldet aus Sas van
Gent: Es ſtellt ſich heraus, daß die Verbündeten
durch die Uebergabe Antwerpens ihren
Stütz=
punkt auf dem linken Flügel verloren haben und ſich
nun=
mehr aus ganz Belgien zurückziehen. Die
Deutſchen rückten unter der Loſung: „Wir werden ſie
tot=
marſchieren” in Eilmärſchen vor. In der Richtung von
Firnes kämpfte die Nachhut der engliſch=franzöſiſch=
bel=
giſchen Armee mit den deutſchen Truppen. Sie wurde
ſchließlich geworfen. Man hörte den Donner der
Kano=
nen. Auch bei Ypern ſcheint heftig gekämpft worden zu
ſein. Aber die Deutſchen verfügen über ſtarke
Trup=
pen, die alles vor ſich hertrieben. Roubaix war
ſchon längſt von den Deutſchen umzingelt. Am Mittwoch
früh 10 Uhr fuhr ein Automobil mit deutſchen Offizieren
n die Stadt hinein, um die Beſetzung vorzubereiten.
* Vliſſingen, 15. Okt. Dem Einzug der
Deut=
ſchen in Brügge, der geſtern um 2 Uhr erfolgte, ging
ein Gefecht gegen die belgiſche Nachhut bei Syßhede=
(öſtlich von Brügge) voraus. Oſtende wird nicht
mehrverteidigt. Der Reſt des belgiſchen Heeres ſoll
in Dünkirchen eingeſchifft werden. Hunderte von Belgiern
ſind in Zivilkleidern deſertiert und bei Sluiis über die
Grenze gegangen. Die Lazarette wurden von den
Bel=
giern aufgelöſt, ohne daß man ſich um die Verwundeten
weiter bekümmert hätte. Die Bewohner von Oſt= und
Weſtflandern wandern aus. Anderthalb Millionen
Bel=
gier ſollen nun in Holland ſein.
Deutſche Flieger über Paris.
* Paris, 15. Okt. Im Journal vom 12. Oktober
ſchreibt Guſtave Tiry: Geſtern überflogen wieder
Tau=
ben Paris. Wie viel? Sicher iſt, daß ſie 20
Bom=
ben abwarfen und 17 Perſonen töteten oder verletzten,
Ebenſo ſicher iſt, daß das ſchönſte Wetter herrſchte. Genau
ſo ſicher iſt, daß die deutſchen Flieger alle
Sonn=
tage bei hellichtem Tage uns einen Beſuch machen. Auch
erhalten wir ſtets ein’Avis, wenn ſie draußen geſichtet ſind=
Ich verfolgte den Weg einer Taube, der vorbei ging an
zwei Flugdepots, wo ungefähr 10 hübſche Apparate
ſtan=
den. Oh, ich verſtehe wohl, daß man unſeren braven
Flie=
gern Sonntags Ruhe ſchenkt. Aber iſt es denn unbedingt
ötig, daß die Wächter von Paris ſich alle auf einmal
aus=
ruhen? Ausgerechnet alle Sonntage?
Der Krieg zur See.
* Wie der Nieuwe Rotterdamſche Courant meldet,
ſind die beiden deutſchen Kreuzer „Scharnhorſt”
und „Gneiſenau” nachdem ſie Papete auf Tahiti in=
Brand geſchoſſen haben, vor Apia, dem Hafen der
Samoa=Inſel, erſchienen. Die Neuſeeländer, die Apia be= haben, bereiteten ſich auf einen Angriff vor, aber die=
Kreuzer dampften nach einer Stunde wieder weg.
Offenbar wollten ſie ihre eigene Stadt nicht be=. (Ctr. Bln.)
* Wien, 15. Okt. Infolge der Intervention der
ita=
lieniſchen Regierung hat die öſterreichiſch=ungariſche
Re=
gierung den öſterreichiſch=ungariſchen Militärattaché in
Deutſche Kriegsbriefe.
Von Paul Schweder, Kriegsberichterſtatter.
Großes Hauptquartier, 5. Okt. 1914.
(Nachdruck verboten.)
XXI.
Das Grab des Kommandanten.
Eine lange, ſchnurgerade Pappelallee, die das Fort
Les Ayvelles bei Charleville=Méziéres
mit ſeiner Batterie verbindet. Drunten tief im Tale die
Maas und über alledem ein ſonniger Herbſthimmel. Und
wir wandern nachdenklich die Allee entlang, voll von den
Eindrücken, die die Beſichtigung auch dieſes von den
Unſe=
ren mit leichter Mühe zerſchoſſenen Forts in uns
hervor=
gerufen hat. Da feſſelt ein kleiner Hügel mit einem Kreuz
darauf meine Aufmerkſamkeit, und indem ich hinzutrete, leſe
ich auf der einfachen Holzlatte, die den Querbalken
bil=
det und die mit der Abbildung des Eiſernen Kreuzes
ge=
ſchmückt iſt:
Hier ruht der tapfere Kommandant!
Er vermochte den Fall der ihm anvertrauten Feſte
nicht zu überleben.
R. i. p.
Mit dieſem Holzkreuz ſchlicht
ehrt auch der deutſche Soldat
in Dir den Helden der Pflicht!
. . Landwehr=Pionier=Kompagnie Nr. . . . Sept. 1914.
Dieſes Grab hat ſeinen Roman. Und die Truppe
die das Heldentum des Feindes mit dieſer ſchlichten und
doch ſo ergreifenden Huldigung anerkannte, hat ſich damit
zugleich auch ſelbſt das ſchönſte Denkmal geſetzt. Aber
hören wir, was für eine Geſchichte dieſes Grab erzählt:
Er hat jahrelang hier oben geſeſſen, der nun in kühler
Erde ſchlummert. Zu ſeinen Füßen ſah er den grünen
Strom, den von hier aus bis nach Belgien hinein die
Luſtfahrzeuge der ſommerlichen Vergnügungsreiſenden
be=
ſtrichen, und manches Mal mögen auch romantiſch
veran=
lagte Naturen hier hinausgeſtiegen ſein, um von hier aus
die dunklen Tannenwälder der Ardennen, die
gewerbe=
fleißige Doppelſtadt im Tale und die Ebene bis hin nach
Reims, der alten Krönungsſtadt, beſſer überblicken zu
können.
Und wenn ein neugieriger Pariſer, etwa den Blick
nach Oſten lenkend, die Frage aufwarf: „Was wird
wer=
den, mon Général, wenn es die Pruſſiens gelüſten ſollte,
Les Ayvelles wieder, wie Anno 70, einen Beſuch
abzu=
ſtatten?” dann lachte er in ſeinen Knebelbart hinein und
erwiderte: „Das werden ſie bleiben laſſen, denn hier kommt
niemand durch!” Einem deutſchen Strategen freilich hätte
er dieſe Antwort nicht geben dürfen. Denn er wußte, was
in den Gußſtahltiegeln bei Krupp ſich vorbereitete. Auch
ſprach der Zuſtand der Befeſtigungen ſtark gegen die
opti=
miſtiſche Anſicht des Generals. Die ihm zur Verfügung
ſtehenden Geſchütze trugen teilweiſe noch die Jahreszahl
1842! Und auch was ſonſt die Armierung des Forts
aus=
machte, mutet uns heute wie Spielzeug an. Aber der alte
Haudegen da oben war noch ein Mann der Offenſive. Er
wollte ſich nicht auf die zum Teil mit Moos und Schorfe
überzogenen Geſchütze verlaſſen, ſondern hatte ſich ein
fri=
ſches, fröhliches Gefecht mit dem Gegner zurechtgelegt,
das dieſem auf den Anhöhen von Mézieres geliefert
wer=
den ſollte. Und das terraſſenförmige Gelände, auf dem
ſich die Stadt erhebt, das Hindernis der hier wunderlich
geſchlängelten Maas, tiefe Waldſchluchten im
Hinter=
grunde und die dominierende Pappelallee, auf der der
Alte ſeine Artillerie aufzuſtellen gedachte, — das alles gab
ihm ein Recht, ſeine Poſition nicht zu unterſchätzen —
vorausgeſetzt..
Vorausgeſetzt, daß der Elan der Truppen, mit dem er
unbedingt rechnete, im entſcheidenden Moment auch da
war. Er rechnete ſo unbedingt damit, daß er nach Paris
meldete, die Stellung bei Les Ayvelles werde den raſchen
und überraſchenden Siegeszug der Unſeren ohne weiteres
zum Stehen bringen, und man könne ſich auf ihn und ſeine
Leute unbedingt verlaſſen. Zwar im Fort ſelbſt ſtand
mutterſeelenallein ein halbverroſtetes Geſchütz in
Feuer=
ſtellung, und außer der Wachmannſchaft hatte er keine
Katze da oben gelaſſen. Aber die lange Allee hinunter
hatte er mit Kanonen gepflaſtert, und da auch von den
Schützenaräben auf den Vorhöhen des hier beginnenden
Ardennerwaldes gute Nachrichten kamen, ſo freute er ſich
wie ein Kind, als es plötzlich hieß: Die Preußen kommen!
Und ſie kamen. In unaufhaltſamem Strome fluteten
ſie=
den Anhöhen entgegen, auf denen Tod und Verderben
auf ſie lauerten. Sie ſtutzten auch einen Moment, als ein
Geſchoßhagel aus den gutangelegten Schützengräben ſie
überſchüttete und in der Pappelallee da oben ein paarmal
das Feuer der Geſchütze aufblitzte. Aber nur einen
Mo=
ment. Dann durchriß ein furchtbarer Knall die Luft und
der erſte Zuckerhut unſerer ſchweren Artillerie flog in das
Fort und zermalmte, was ihm im Wege ſtand. Ein
zwei=
ter und ein dritter folgte und plötzlich ſchlug eine
Gra=
nate heulend und dröhnend auch unter die Geſchütze
auf=
der Pappelallee ein. Ein metertiefes Erdloch
bezeich=
nete die Stelle, wo eben noch eine Batterie geſtanden
hatte, und mit angſtverzerrten Geſichtern lief die übrige
Mannſchaft auf und davon. Vergebens beſchwor der
Ge=
neral die Leute, weiter zu feuern, da ja das Schickſal der
Stadt von der Tätigkeit der Artillerie hier oben abhänge.
Schlotternd vor Furcht ſtanden ſie da und zeigten nur
immer wieder auf die Hexenkeſſel, die jeder einzelne
Schuß=
der feindlichen Artillerie in den Erdboden grub. Und
dann kam der Bürgermeiſter von Méziéres und beſchwor
den General, den verd . . . . . . Preußen doch die Stadt zu
übergeben, da unten in den Schützengräben auch die
In=
fanterie vor den Teufelsgeſchoſſen ihr Heil in der Flucht
geſucht habe und ſonſt nur noch die Stadt ſelbſt zerſchoſſen
werden würde. Und da neigte der alte Kommandant ſein
Haupt tief, bat den Maire, einen Augenblick zu warten,
und ging in ſeine beſcheidene Wohnung im Fort hinüber.
Nach wenigen Augenblicken hörte man einen Schuß; aber
der klang nur ganz leiſe und fegte nicht eine ganze
Bat=
terie hinweg. Und dem, den die Kugel traf, brachte ſie
die Erlöſung von einem als unerträglich empfundenen
Zuſtand, die Erkenntnis, daß die alte Glorie auch mit
die=
ſem Kriege dem Vaterlande nicht wieder beſchert werden
würde. Und ſo ſtarb er, um Schlimmeres nicht mehr
mit=
anſehen zu müſſen. Deutſche Soldaten aber haben ihm
ſein Denkmal geſetzt und ihr höchſtes Ruhmeszeichen
daran=
geheftet.
Nummer 286.
Darmſtätder Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Seite 3.
ſoom ermächtigt, ſich mit einem öſterreichiſch=ungariſchen
Aarineoffizier, der Sachverſtändiger in Minenfragen
, nach Venedig zu begeben, um die Umſtände zu
unter=
uichen, unter denen in der Adria Minen frei geworden
ſſimd. Dieſe Unterſuchung iſt bereits abgeſchloſſen und hat
i der Feſtſtellung geführt, daß durch unberechenbare
Zu=
flle einzelne an der öſterreichiſch=ungariſchen Küſte fix
amgebrachte Seeminen ſich von ihrer Verankerung
losge=
iſſſen und dann durch Wind und Strömung gegen die
ita=
leeniſche Küſte abgetrieben worden ſind. Die
öſterrei=
afiſch=ungariſche Kriegsmarine hat ſofort alle Maßnahmen
e griffen, die geeignet ſind, derartigen Unglücksfällen in
Aukunft vorzubeugen.
Belgiens „Neutralität‟
* Brüſſel, 15. Okt. Am 9. Oktober nahm ein
kööherer Offizier perſönlich einen bewaffneten zur
Be=
ſuatzung von Antwerpen gehörig geweſenen belgiſchen
Infanteriſten gefangen, einen Grenadier, und
eritwaffnete ihn. Das geladene Gewehr trug die
Nr. f. 82517 m. u. 1886 m. 93 manufacture dfarmes
Saint Etienne. In der Patronentaſche, die man ihm
cbnahm, befanden ſich 80 belgiſche, zu dem franzöſiſchen
(Hewehr paſſende Patronen, von denen die noch
werpackten die Aufſchrift „ars. 17. 2. 14. 8 cartouches
naodel 1886 d‟ trugen. Ein franzöſiſches Gewehr und
belgiſche dazu paſſende Patronen, der Zeitſtempel 17. 2. 14,
das dürfte auch als Material dazu beitragen, daß
FFrankreich und Belgien (ſicher ſchon im Februar
114) einig waren, nur gemeinſam zu kämpfen.
Die Kämpfe in Galizien.
* Wien, 15. Okt. Amtlich wird verlautbart: Geſtern
groberten unſere Truppen die befeſtigten Höhen von
Staroſol. Auch gegen Stary=Sambor gewannen unſere
Ungriffe Raum. Nördlich des Strwiaz haben wir eine
Reihe von Höhen bis zu der Südoſtfront von Przemysl im
Weſitz. Am Sanfluſſe abwärts der Feſtung wird ebenfalls
ekämpft. Unſere Verfolgung des Feindes über die
Kar=
nathen hat Wyszkow und Skole erreicht.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabes:
v. Höfer, Generalmajor.
* Wien, 15. Okt. Aus dem
Kriegspreſſe=
ſuartier wird amtlich verlautbart: Am 2. Oktober
wurde bei dem Feſtungskommando der Feſtung Przemysl
ſolgender an den Kommandanten der Feſtung gerichteter
Brief durch einen Parlamentär überbracht: Herr
Kom=
mandant! Das Glück hat die K. und K. Armee verlaſſen.
Die letzten erfolgreichen Kämpfe unſerer Truppen haben
mir die Möglichkeit gegeben, die Ew. Exzellenz anvertraute
Feſtung Przemysl zu umringen. Irgend welche Hilfe
für Sie von außen halte für unmöglich. Um unnützes
Blutvergießen zu vermeiden, finde ich es jetzt an der
rech=
gen Zeit, Ew. Exzellenz Unterhandlungen über die
Ueber=
gabe der Feſtung Przemysl vorzuſchlagen, da es in dieſem
Falle möglich wäre, für Sie und die Beſatzung ehrenvolle
Bedingungen bei dem Allerhöchſten Oberkommando zu
gerbitten. Falls Ew. Exzellenz die Unterhandlungen zu
weginnen wünſchen, wollen Sie unſeren entſprechend
be=
wollmächtigten Delegierten, Oberſtleutnant Wandam, ihre
Bedingungen gütigſt mitteilen. Ich benutze dieſen Anlaß,
zum Ew. Exzellenz meine Hochachtung auszuſprechen. Der
Kommandant der Przemysl blockierenden Armee, General
Radko Dimitrieff. — Die ſogleich auf dieſes Schreiben
er=
heilte Antwort lautet: Herr Kommandant! Ich finde
ſes unter meiner Würde, auf den ſchimpflichen Rat eine
nneritoriſche Antwort zu erteilen. Der Kommandant der
Beſatzung von Przemysl.
* Wien, 15.=Okt. (Ctr. Bln.) Die Ruſſen ſind
aus mehr als 80 galiziſchen Ortſchaften, die ſie
eſetzt hatten, vertrieben worden; etwa 160 Ortſchaften
ſchaben ſie freiwillig geräumt.
Aus Warſchau.
* Ein Oeſterreicher, dem es gelungen iſt, War=
Schau zu verlaſſen, ſendet der Nowa Reforma eine Schil=
Oerung der dortigen Zuſtände. Die Grundſtimmung der
Stadt iſt die Erwartung des Einzuges der
Deutſchen und Oeſterreicher. Die ruſſiſchen
Be=
ſhörden wittern in jedem Menſchen einen Spion. Unter
der polniſchen und jüdiſchen Bevölkerung, die ſich unter
erſchärfter polizeilicher Aufſicht befindet, werden
unaus=
geſetzt Verhaftungen und verſchiedentlich auch
Hinrichtun=
gen vorgenommen. Man ging in der Spionenfurcht ſo
weit, daß durch Maueranſchläge verboten wurde, in
öffentlichen Lokalen Unterhaltungen im Flüſtertone zu
führen. Die Haustore werden um 9 Uhr geſchloſſen. Die
Straßen ſind um dieſe Zeit ſchon menſchenleer. Von Zeit
zu Zeit erſcheinen deutſche Flugzeuge, welche Aufrufe an
die Bevölkerung ausſtreuen. Die Polizei hat verboten,
die deutſchen Aufrufe aufzubewahren; ſie ſind ſofort dem
nächſten Schutzmann auszuhändigen. Ein deutſcher
Flie=
ger warf auch etliche Bomben auf die Stadt. Ein Treffer
fiel auf den Bahnhof und tötete einen Offizier. Auch
die Zeppeline haben der Stadt mehrere Male einen
nächt=
lichen Beſuch abgeſtattet. Die Verſuche, ſie
herunterzu=
ſchießen, mißlangen jedesmal.
Im Falle einer Belagerung ſoll die Stadt
vertei=
digt werden. Die Befeſtigungsarbeiten ſchreiten
fieber=
haft vorwärts. Die Zeitungen dürfen von alledem nichts
bringen. Zuwiderhandelnde ſetzen ſich den härteſten
Frei=
heits= und Geldſtrafen aus. An einen ruſſiſchen Sieg
glaubt niemand mehr. Die Kunde von der ſchweren
ruſ=
ſiſchen Niederlage in Oſtpreußen iſt ſchon längſt nach
War=
ſchau durchgeſickert. Man berechnet hier die ruſſiſchen
Ver=
luſte auf eine halbe Million Mann.
Serbiens Schickſal.
* Die Südflawiſche Korreſpondenz meldet aus Niſch:
Der Narodni Liſty veröffentlicht einen von der Zenſur
ge=
nehmigten Artikel, in welchem ausgeführt wird: „Wenn
wir die militäriſche Lage auf dem Hauptkriegsſchauplatz
ins Auge faſſen, ſo müſſen wir zu dem Urteil kommen,
daß die ruſſiſche Offenſive geſcheitert iſt.
Ruß=
land hat ſich mehr zugemutet, als es leiſten konnte. Was
die verbündeten franzöſiſchen und engliſchen Armeen
an=
belangt, ſo ſind dieſe faſt vollſtändig geſchlagen. Die
un=
widerſtehliche Kraft Deutſchlands hat in dieſem Moment
Belgien ſchon ſozuſagen von der europäiſchen Landkarte
geſtrichen. Das muß uns zu denken geben. Man könnte
ſchon jetzt jene Leute feſtſtellen, die allein dafür
verant=
wortlich ſind, daß die Serben das Schickſal
Bel=
giens teilen werden.
Engliſche Kritik an Churchills Operationen.
* London, 15. Okt. Die Morning Poſt, die bereits
früher die Regierung vor der Gefahr des dilettantiſchen
Eingreifens von Zivilperſonen in militäriſche und
mari=
time Operationen gewarnt hat, kritiſiert in ihrer Nummer
vom 13. Oktober den Verſuch, Antwerpen durch eine
kleine Streitmacht von Seeſoldaten und
Marinefreiwilli=
gen zu entſetzen. Für dieſen koſtſpieligen Fehler ſei
Win=
ſton Churchill verantwortlich. Das Blatt
ta=
delt die Entſendung engliſcher Hilfstruppen in dem
Augen=
blick, in dem es für die belgiſche Armee der richtige Kurs
geweſen wäre, ſich auf eine ſichere Stellung zurückzuziehen.
Als die Engländer mit wenigem, ſchwerem Geſchütz in die
Stadt geworfen wurden, ſagt das Blatt, war bereits eine
Breſche in den äußeren Sektor der Befeſtigungen gelegt.
Die Stadt lag wehrlos den ſchweren Haubitzen
ausgelie=
fert und die rückwärtigen Verbindungen waren ernſtlich
gefährdet. Die belgiſche Armee hätte Antwerpen wenige
Tage vorher in Sicherheit verlaſſen können, als der
Rück=
zug noch kein ſo verzweifeltes Glücksſpiel war. Den
Bür=
gern Antwerpens konnte die Beſchießung erſpart werden.
Die Anweſenheit der britiſchen Truppen verzögerte und
erſchwerte den bereits zu lange hinausgeſchobenen
Rück=
zug. Wir haben Grund zu der Beſorgnis, daß die
bri=
tiſchen Verluſte beträchtlich größer ſind, als
der Staatsſekretär zuzugeben bereit iſt. Aber ſelbſt der
zugeſtandene Verluſt iſt ernſt genug, wenn man
berück=
ſichtigt, daß der Gegner keinen dementſprechenden Verluſt
gehabt hat, und daß der Verluſt der Anwendung eines
gänzlich falſchen Operationsplanes entſprungen
iſt. Es iſt nicht angängig, daß Churchill ſeine Stellung
dazu benutzt, ſeine taktiſchen und ſtrategiſchen Launen
Fachmännern aufzudrängen, die durch die natürliche
Schwierigkeit der Lage hinreichend bedrängt ſind. Wir
erfahren, daß Churchill im letzten Monat einmal im
briti=
ſchen Hauptquartier in Frankreich, einmal in Dünkirchen
und einmal in Antwerpen geweſen iſt. Dieſe
Zerſplitter=
ung der Tätigkeit, auf Gebieten, die ihn nicht eigentlich
an=
gehen, können nicht die regelmäßige Tätigkeit und
Lei=
ſtungsfähigkeit ſeines Miniſteriums fördern. Sein Platz
iſt Tag und Nacht in der Admiralität. Wir ſchlagen vor
daß Churchills Kollegen dem erſten Lord ganz beſtimmt
und endgiltig erklären, daß die militäriſchen und maritimen
Operationen unter keinen Umſtänden von ihm geleitet
werden dürfen.
Die Engländer flohen zuerſt.
* Amſterdam 15. Okt. (Ctr. Bln.) Es beſtätigt
ſich, daß engliſche Truppen zuerſt als Flüchtlinge
die holländiſche Grenze überſchritten haben. Erſt
nach einer ganzen Stunde ſind die Belgier gefolgt. Wie
die Rotterdamer Zeitungen melden, kamen die
Englän=
der in wilder Auflöſung, während die Belgier doch den
äußeren Schein von militäriſcher Würde wahrten. In
Terneuzen und Vliſſingen verweigern die belgiſchen
Offi=
ziere ihren engliſchen Kameraden den Gruß.
An den Kämpfen bei Antwerpen hat auch der Sohn
des engliſchen Premierminiſters Asquith
teilgenom=
men. Auch an der Flucht?
* Rotterdam, 14. Okt. In den engliſchen Häfen
Deal und Walmer trafen am Montag abend mehr als
5000 Mann der engliſchen Marinebrigade aus
Antwerpen unverſehrt ein. Sie wurden von Müttern,
Frauen und Bräuten lebhaft begrüßt.
Die Londoner verkriechen ſich in Kellern.
* London, 16. Okt. Der Kommandant der
Vertei=
digungswerke an der Themſe, Medway, hat eine
Be=
kanntmachung anſchlagen laſſen, worin die
Bevölke=
rung vor feindlichen Luftſchiffen und
Flugzeu=
gen gewarnt wird. Man müſſe, ſobald man ſchießen
höre, Deckung ſuchen, möglichſt im Keller oder
in Bodenvertiefungen.
Die engliſchen Freiwilligen.
* Amſterdam, 15. Okt. (Ctr. Frkft.) Auf die
Dauer wirkt es beluſtigend, wie man in der engliſchen
Preſſe darauf bedacht iſt, nur ja den Eindruck im
Aus=
lande zu erwecken, daß die Freiwilligen=
Wer=
bung den gewünſchten Fortgang nimmt. Nach dem Fall
von Antwerpen verbreitete das Reuterſche Bureau
ſofort von London aus, daß gerade der Verluſt der
Feſt=
ung Antwerpen auf die Freiwilligen anregend gewirkt
habe. Und jetzt, nachdem der Aufſtand in
Süd=
afrika große Beſorgnis erweckt hat, kommt richtig aus
London die Meldung, daß gerade dieſer Umſtand die
Freiwilligen=Werbung günſtig beeinflußt habe. Man kann
alſo aus dem angeblichen Fortgang der
Frei=
willigen=Werbung jedesmal auf ein Unglück für England
ſchließen. (Frkf. Ztg.)
Die ruſſiſche Sozialdemokratie und der Krieg.
* Brüſſel, 16. Okt. Der Vorſtand der
ruſ=
ſichen Sozialdemokratie hat an den Führer der
belgiſchen Sozialdemokraten, Vanderfelde, folgenden Brief
gerichtet: „In Rußland herrſcht die gleich ſchamloſe
Unterdrückung und grenzenloſe Ausſaugung des
Volkes, wie früher. Auch während des Krieges, wo man
abwarten konnte, daß der ruſſiſche Abſolutismus
vorſich=
tiger ſein würde, iſt er ſeiner wahren Natur treu
geblie=
ben. Alle ſozialdemokratiſchen Zeitungen ſind unterdrückt,
alle Arbeiterorganiſationen aufgelöſt worden.
Verhaf=
tungen und Ausweiſungen ohne Urteil finden andauernd
ſtatt. Deshalb kann das ruſſiſche Proletariat auf keinen
Fall und unter keinen Umſtänden einen Waffenſtillſtand
mit der ruſſiſchen Regierung ſchließen, ſondern muß ihr
jede Unterſtützung verweigern. Bei uns kann keine Rede
von einem Bruch der Treue ſein. Umgekehrt halten wir
es jetzt für unſere Pflicht, vom Standpunkt der alten
For=
derungen, die das ruſſiſche Proletariat einmütig während
der letzten revolutionären Bewegung aufgeſtellt hat, den
unverſöhnlichen Kampf gegen die
Regie=
rungfortzuſetzen. Wir halten es für unſere Pflicht,
die jetzige Lage der ruſſiſchen Regierung im Intereſſe der
ruſſiſchen Freiheit auszunützen.”
Das Attentat in Bukareſt.
* Bukareſt, 15. Okt. Der junge Türke, der den
An=
ſchlag auf die Gebrüder Buxton verübte, war in
dem Hotel „Athener Palaſt” abgeſtiegen, in dem auch die
Buxtons wohnten. Er hatte ſich als Haſſan Tabſin
Red=
ſcheb Effendi, albaniſcher Muhamedaner und Journaliſt,
in die Fremdenliſte eingetragen. Er war von Salonikt
nach Bukareſt mit einem Paß gekommen, der in
Konſtanti=
nopel im Herbſt des vorigen Jahres ausgeſtellt worden
war. Einem Berichterſtatter erklärte der Täter, er habe
die Buxtons an einer Photographie erkannt und ſich erſt
nach ſeiner vor einigen Tagen erfolgten Ankunft in
Bukareſt zu dem Attentat entſchloſſen. Er iſt etwas über
20 Jahre alt, intelligent und ruhig. Charles
Bux=
ton iſt an der Bruſt ſchwer verletzt, Noel
Bux=
ton am Kinn. Beide wurden in ein Sanatorium
ge=
ſchafft, wo ſie durch den Rektor der Univerſität, den
Chi=
rurgen Toma Jonſecu, und den Chirurgen Leonti
be=
handelt werden. Geſchow iſt leicht verletzt. Die Tat erregt
um ſo größeres Aufſehen, als ſie während der Ueberfüh=
Briefeines Darmſtädters aus Südamerika.
Roche, den 4. September 1914.
Schwere Zeiten ſind unerwartet über Deutſchland
vhereingebrochen und wir ſind hier vollſtändig von aller
Welt abgeſchnitten. Am 2. Auguſt erhielten wir hier die
verſte telegraphiſche Nachricht, daß Deutſchland den Krieg
ggegen Rußland erklärt hätte und daß mobil gemacht ſei.
Alle Deutſchen meldeten ſich natürlich ſofort auf dem
deutſchen Konſulat, jedoch war keine Möglichkeit vorhanden,
ſdie Reſerviſten nach Deutſchland oder den deutſchen
Kolo=
mien zu ſenden, da jeder Schiffsverkehr ſofort unterbrochen
twurde und die neutralen Schiffe keine Deutſchen
anneh=
amen wollten. Einige Dampfer, welche dies taten,
muß=
tten entweder die Deutſchen in einem Zwiſchenhafen
aus=
ſchiffen oder aber die an Bord befindlichen Deutſchen
twurden bei der Durchſuchung durch die Engländer als
Kriegsgefangene weggeführt. So blieb den deutſchen
Pa=
ttrioten nichts anderes übrig, als hier zu bleiben und auf
deinen guten Ausgang des Krieges zu hoffen.
In den erſten Tagen des Auguſt telegraphierte ich
ſo=
ffort an Euch, daß wir wohl ſeien und hier blieben, jedoch
twiſſen wir nicht, ob das Telegramm angekommen iſt. Wir
bezweifeln dies ſogar, da wir auf 3 Telegramme, die wir
zzu gleicher Zeit nach Berlin ſandten, keinerlei Antwort
verhielten.
Auf dem Umwege über unſere Filiale Amſterdam
er=
lhielten wir eine einzige Anfrage von Berlin, und
antwor=
tteten auch wieder an Amſterdam, welches wohl unſer Kabel
dann nach Berlin weitergab. Da in dieſem Kabel ſtand,
daß wir alle hier bleiben, nehmen wir an, daß Ihr
vielleicht auf eine Anfrage bei meiner Firma die
Nach=
richt bekommen habt, daß wir nicht nach drüben kommen
können.
Da die Poſtverbindung mit Deutſchland faſt unmöglich
iſt und wir mit Verluſten der Briefe nach Deutſchland
rechnen müſſen, ſo verſuchen wir eine Verſtändigung auf
dieſe Weiſe. Wir werden je eine Kopie dieſes Briefes
nach Darmſtadt, Stargard und Berlin geben und wollen
hoffen, daß eine Kopie vielleicht an ſeinen
Beſtimmungs=
ort gelangt. Derjenige, welcher eine Kopie erhält, wird
gebeten, nach Leſen des Briefes dieſen an die Verwandten
beider Familien weiterzugeben.
Gott ſei Dank ſcheinen ſich nach den ſpärlichen hier
eintreffenden Notizen die Verhältniſſe für Deutſchland
recht günſtig anzulaſſen, denn die Lügen, welche über
un=
ſere Niederlagen an allen Orten verbreitet werden,
glau=
ben wir nicht, und auch die hieſigen Leute fangen an, die
Siegesnachrichten der Alliierten und der Ruſſen zu
be=
zweifeln, weil immer wieder durchſickert, daß die Deutſchen
ſich immer mehr Paris nähern. Das deutſche Kabel iſt ſeit
Kriegsbeginn abgeſchnitten worden und ſo ſind wir in der
Hauptſache auf die Notizen der engliſchen und franzöſiſchen
Kabel angewieſen, und was die zuſammenlügen, iſt
un=
glaublich.
Die neueſten Nachrichten, welche geſtern eintrafen,
ſprachen von einer großen Schlacht bei Allenſtein, an
wel=
cher 3000000 Soldaten teilgenommen haben ſollen. Von
dieſen ſollen 1500000 Leutestot oder verwundet ſein, und
zwar 250000 von den Ruſſen und der Reſt von den
Deut=
ſchen und Oeſterreichern. Königsberg iſt in den Händen
der Ruſſen und dieſelben haben auch ſchon Marienburg
genommen und hoffen, innerhalb eines Monats in
Ber=
lin zu ſein. Ein zweites ruſſiſches Heer marſchiert auf
Krakau, um im „Süden” von Deutſchland einzufallen.
Der rechte Flügel der Deutſchen in Belgien iſt
voll=
ſtändig geſchlagen und der Vormarſch der Deutſchen iſt
zum Stehen gekommen. Die Deutſchen verüben die
größ=
ten Grauſamkeiten, ſchnitten 15jährigen Kindern die Köpfe
ab, pflanzten dieſelben auf die Gewehre und marſchierten
in dieſem Aufzug an den armen Eltern vorbei.
In dieſer Weiſe wird hier „Bericht” erſtattet, und
es gibt Leute, die dies auch glauben, wenn die Zahl derer
auch immer kleiner wird, da zwiſchendurch immer
Nach=
richten von Siegen unſererſeits durchſickern. Hin und
wieder erhalten wir drahtlos von Nauen nach Neu=York
und von dort — der dortigen Geſandtſchaft — über das
amerikaniſche Kabel an die deutſche Geſandtſchaft in
Monte=
video Nachrichten, welche ganz anders lauten und welche
zeigen, daß die Sache für uns ſehr gut ſteht. Dieſe
Tele=
gramme bringen die Deutſchen natürlich auch in die
Zei=
tungen, aber die wenigſten Leute glauben die für uns guten
Nachrichten, da ſie viel zu ſehr gegen uns aufgehetzt
wer=
den und als lateiniſche Raſſe natürlich viel mehr
Sym=
pathie für die Franzoſen hegen als für uns.
Es wiederholt ſich dasſelbe Bild wie 1870/71, wo
ebenfalls die Kabel in den Händen der Engländer und
Franzoſen waren und die Deutſchen im Auslande über
die Siege nichts erfuhren.
Wir wollen den Mut nicht ſinken laſſen und daran
denken, daß Gott keinen wackeren Deutſchen verläßt.
Daß die deutſchen Sozialdemokraten einſtimmig für
den Kaiſer eingetreten ſind, hat einen wunderbaren
Ein=
druck gemacht und macht den Alliierten wohl viel
Kopf=
zerbrechen, da ſie die Nachricht verbreitet haben, daß die
Redaktion des Vorwärts geſtürmt worden ſei wegen
anti=
patriotiſcher Artikel, und daß der Abgeordnete Liebknecht
ſtandrechtlich erſchoſſen worden ſei.
Nach den neueſten Notizen, welche heute früh kamen,
ſoll in Berlin alles drunter und drüber gehen und eine
Rebellion drohen. Vermutlich wohl wegen der großen
Siege, die wir bisher errungen haben.
Unſere Lage hier war nicht ſehr beneidenswert, da,
wie ich ſchon ſagte, das ganze Land zu den Franzoſen
hin=
neigt und wir daher als Feinde angeſehen wurden. Die
Demonſtrationen gegen Deutſchland und zugunſten
Frank=
reichs, welche in den erſten Tagen des Krieges
veranſtal=
tet wurden, wurden von der Regierung unterdrückt, da
die Geſtattung von Kundgebungen gegen die Neutralität
verſtößt, und ſeit dieſer Zeit iſt es beſſer geworden.
Die Zeitungen haben in den erſten Wochen ſo viel
zu=
ſammengelogen, daß kein Menſch mehr etwas glaubt, und
dann iſt auch durch das Hineinziehen der Japaner und
durch die Untätigkeit der engliſchen Flotte die Sympathie
für Deutſchland etwas gewachſen, ſo daß wir jetzt ſogar
ſchon deutſchfreundliche Leute in unſerem Bekanntenkreis
haben. Es gibt ſogar ſchon Leute, die nicht mehr an einen
Sieg der Alliierten und Ruſſen glauben, und dies will
ſchon etwas bedeuten.
Was uns nun perſönlich betrifft, ſo hatten wir auch
ſchwere Zeiten hinter uns, da wir von dem Kriege völlig
überraſcht wurden und infolgedeſſen für den Bau keine
finanziellen Vorſichtsmaßnahmen treffen konnten. Da
un=
ſere Auftraggeberin natürlich ebenſo wenig Geld hat, wie
die anderen Leute, ſo mußten wir den Bau ſofort
ein=
ſtellen und alle Leute entlaſſen.
Das Schlimme war aber, daß wir zum Zahlen der
Leute kein Geld hatten und eine Revolte drohte. Erſt nach
8 Tagen glückte es uns, das zur Zahlung der Leute
erfor=
derliche Geld aufzutreiben und die Gemüter zu beruhigen.
Ihr glaubt es aar nicht, welche Folgen der Krieg für die
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Nummer 286.
rung der Leiche des Königs ſtattfand. Von der
Bevölke=
rung wird ſie als eine Kundgebung gegen die Tätigkeit
der beiden Buxtons auf dem Balkan empfunden.
hieſigen Länder ſofort hatte. Die Länder ſind vollſtändig
auf das Geld und die Einfuhr von drüben angewieſen und
ſobald dies aus irgend einem Grunde unterbrochen wird,
geht alles drunter und drüber.
Alle Arbeiten ſind eingeſtellt und die Zahl der
Hun=
gernden beläuft ſich auf die Hunderttauſende. Alle
Lebens=
mittel ſind im Preis geſtiegen und ſteigen noch weiter,
und es ſteht zu befürchten, daß einige Notwendigkeiten,
wie Kartoffeln, Reis, Petroleum und andere Dinge, ganz
ausgehen werden, wenn der Krieg noch lange andauert.
Unſere Gehälter haben wir freiwillig um 40 Prozent
reduziert und wollen hoffen, daß wir dieſe Gehälter bis
zur Kriegsbeendigung fortgezahlt bekommen. Jetzt haben
wir noch mit der Abrechnung viel zu tun und machen wir
ein bischen proviſoriſchen Betrieb, aber wenn der Krieg
lange andauern wird, werden wir vor langer Weile nicht
wiſſen, was wir tun ſollen, zumal jetzt bald wieder der
heiße Sommer kommen wird.
Auch hier heißt es warten und hoffen, daß unſere
Auftraggeberin nicht während oder nach dem Krieg Pleite
macht und unſere ganze Proviſion verloren geht, an die
ich ſchon nicht mehr recht glaube, da wir hier mit dem Bau
zu viel Pech haben.
Geſundheitlich geht es uns gut. Hoffentlich kommt
der Brief in Eure Hände und findet Euch alle bei guter
Geſundheit.
* Der Fall Hodler. Die Köln. Ztg. ſchreibt: Wir
haben bereits berichtet, daß der ſchweizeriſche Maler
Fer=
dinand Hodler ſich dazu herbeigelaſſen hat, den Einſpruch
gegen die angeblich deutſche Barbarei zu unterzeichnen.
Das Verhalten des Künſtlers, der Deutſchland ſo viel
ver=
dankt, iſt von verſchiedenen künſtleriſchen Stellen
gebüh=
rend gewürdigt worden; auch hat ihn die Berliner
Sezeſ=
ſion aus der Reihe ihrer Ehrenmitglieder geſtrichen.
Nun=
mehr teilt Profeſſor Rudolf Eucken aus Jena dem
Ber=
liner Tageblatt mit, er habe folgendes Telegramm von
Hodler empfangen: „Wenn ich den Genfer Proteſt
unter=
zeichnet habe, war es meine Abſicht, nicht gegen
Deutſch=
land, ſondern einzig und allein gegen die Zerſtörung eines
Kunſtwerkes zu proteſtieren. Ich würde dasſelbe tun,
wenn eine andere Macht in Deutſchland ein Werk
zer=
ſtören würde. Bitte meine Unterſchrift nicht anders
aus=
zulegen. Sie kennen meine lebhafte Sympathie zu Deutſch=
land. Hodler.‟ Das iſt unſeres Erachtens gar keine
Ent=
ſchuldigung, denn ſie berührt die Tatſache gar nicht, daß
der Künſtler, den Deutſchland ſo ſehr gefördert hat, den
Deutſchen Taten der Barbarei zugetraut hat. Daß ein
Mann vom künſtleriſchen Range Hodlers eine
Einſpruchs=
erklärung nicht ohne weiteres auf die Darſtellungen
deutſchfeindlicher Zeitungen hin unterſchreiben durfte, iſt
nebenbei ſelbſtverſtändlich. Auch wenn er uns jetzt ſeiner
Sympathien verſichert: Hodleriſt für uns Deutſche
erledigt.
* Die erbeuteten Säcke. In dem Kriegsbericht
vom Donnerstag findet ſich, trotzdem ſich die
Militär=
behörde telephoniſche „Hörfehler” verbeten hat, ein
merk=
würdiger Hörfehler. Alle Blätter, die am Freitag früh
erſchienen ſind, brachten die Meldung, daß in Antwerpen
Maſſen von Säcken und Woilachs” erbeutet worden ſeien.
Erbeutete Säcke ſind ja auch ganz annehmbar; das Worr
Säcke war aber verhört aus Sätteln” Woilachs ſind
die dazu gehörigen Satteldecken. Die Sättel ſind
offen=
bar ſchon unterwegs nach Deutſchland in Säcke
verwan=
delt worden.
* Der verkannte Bierunterſatz. Bei der ruſſiſchen
Ein=
quartierung in Skaisgirren ſpielte ſich nach der
Til=
ſiter Allgem. Ztg. folgender ergötzliche Vorfall ab. Kam
da ein Sohn aus dem dunkelſten Rußland in ein hieſiges
Lokal und beſtellte ſich ein Glas Bier. Bevor ihm noch
dasſelbe gereicht wurde, nahm er von den vor ihm
lie=
genden Bierunterſätzen aus Filzpappe, die bekanntlich als
Reklame von den Brauereien geliefert werden, und
be=
gann langſam daran zu beißen. Lächelnd und ſtaunend
ließ man ihn gewähren. Als dann das Bier hinzukam,
rutſchte der ungewöhnliche Imbiß immer beſſer, und bald
hatte der ruſſiſche Soldat den Unterſatz mit dem Getränk
heruntergeſpült. Nachdem dies geſchehen, beſtellte er ſich
noch ein zweites Glas, gab aber gleichzeitig in
gebroche=
nem Deutſch zu verſtehen, daß er nichts mehr „dazu” haben
wolle. In Rußland gebe es in den Wirtſchaften zu
Schnaps und Bier auch Brot zum Zubeißen, aber das
deutſche Gebäck ſei nicht zu genießen. Erſt als andere
Gäſte hinzukamen und ihr Bierglas auf das vermeintliche
Brot ſtellten, wußte er, was das Gebäck für einen Zweck
hat.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 17. Oktober.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Grafen
zu Erbach=Fürſtenau auf die erledigte fünfte Lehrerſtelle
an der Volksſchule zu Beerfelden, im Kreiſe Erbach,
präſentierte Schulamtsaſpirant Wilhelm Arzt aus
Michelſtadt, in demſelben Kreiſe, für dieſe Stelle, und der
von dem Herrn Grafen zu Erbach=Fürſtenau auf de
erledigte zweite Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Stein=
bach, tm Kreiſe Erbach, präſentierte Schulamtsaſpirant
Lecnhard Kumpf aus Beerfelden, in demſelben Kreiſe,
für dieſe Stelle.
* Ernannt wurde durch Entſchließung Großh.
Mi=
niſteriums des Innern der Lehramtsreferendar Auguſt
Adam, z. Zt. in Schwerin i. M., zum Lehramtsaſſeſſor.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden die
Weichen=
ſteller 1. Klaſſe in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahn=
gemeinſchaft Philipp Metzger zu Groß=Gerau und
Philipp Schrimpf zu Biſchofsheim; vom 1. November
d. J. an die Bahnwärter Heinrich Grünbein zu
Trais=Horloff und Georg Nöſinger zu Klein=Gerau,
der Rottenführer Karl Schwarz zu Bad Salzſchlirf.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 36 vom 16.
Ok=
tober hat folgenden Inhalt: 1. Verordnung, die
Jagd=
waffenpäſſe betreffend. 2. Bekanntmachung, den Vollzug
des Beſitzſteuergeſetzes vom 3. Juli 1913 betreffend. 3.
Be=
kanntmachung, Aenderung der Poſtordnung vom 20. März
1900 betreffend. 4. Bekanntmachung, Anſchlußgleis der
Großh. Bürgermeiſterei Michelſtadt betreffend. 5.
Be=
kanntmachung, Anſchlußgleis der Zuckerfabrik Rheingau,
Aktiengeſellſchaft in Worms betreffend.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne
Kreuz erhielt Fähnrich Fritz Hölzinger im
Leib=
garde=Inf.=Regt. Nr. 115. Leutnant und Kompagnieführer
Otto Herbſt von hier erhielt für hervorragende
Tapfer=
keit vor dem Feinde das Eiſerne Kreuz. Er iſt
inzwi=
ſchen in Frankreich gefallen. Ferner erhielten das Eiſerne
Kreuz der Einjährig=Freiwillige Otto Carius,
Leib=
garde=Inf.=Regt. Nr. 115, zurzeit ſchwer verwundet in
Frankfurt a. M., Fr. Fabricius, Hauptmann im
Feld=
art.=Regt. Nr. 66, H. Fabricius, Feldintendant der 28.
Reſerve=Diviſion, Feldwebel d. Reſ. Ludwig Wagner
aus Langen im Reſerve=Regt. Nr. 115.
D Notreifeprüfungen. Von zuſtändiger Stelle wird
uns geſchrieben: Für die Notreifeprüfungen an
den höheren Lehranſtalten gilt nach wie vor die „
Bekannt=
machung” vom 3. Auguſt d. J. Hiernach können zu dieſen
Prüfungen unter gewiſſen Vorausſetzungen ſolche
Pri=
maner zugelaſſen werden,
die zum Dienſte im Heere oder in der Marine
ver=
pflichtet ſind oder auf freiwillige Meldung hin
herange=
zogen werden, oder die anderweit für die Zwecke
der Landesverteidigung verwandt werden.
Bezüglich der zuletzt genannten Primaner bleibt es der
nachträglichen Entſchließung der Miniſterialabteilung für
Schulangelegenheiten vorbehalten, ob die Notprüfung als
Reifeprüfung zu gelten hat.
Zur Erläuterung erließ die genannte
Miniſterial=
abteilung am 16. September ein Ausſchreiben, das ſich mit
der Frage beſchäftigte, in welchen Fällen der
Sanitäts=
dienſt auf ſpätere Aushändigung des Notreifezeugniſſes
Anſpruch gewähre. Darin wurde zunächſt auf ſpäter zu
treffende allgemeine Beſtimmungen verwieſen und weiter
geſagt:
Für jetzt beſchränken wir uns auf die Erklärung, daß
wir eine Tätigkeit in Lazaretten oder bei dem Roten Kreuz,
die nichttäglich oder dienuraneinzelnen
Stun=
den des Tages geleiſtet wird, nicht als eine ſolche
an=
erkennen können, die beſondere Erleichterungen für die
Prüfung rechtfertigen würde.
Unſere Notiz der letzten Mittwochsnummer, ſoweit
ſie hiermit im Widerſpruch ſteht, bedarf mithin der
Be=
richtigung.
— Großh. Hoftheater. Heute findet als
Sonder=
vorſtellung ein Vaterländiſches Konzert mit
Orcheſter= und Liedervorträgen, ſowie eine Aufführung
von „Erſter Klaſſe zur Grenze” ſtatt. Für dieſen Abend
findet ausnahmsweiſe ein Kartenverkauf in beſchränkter
Anzahl zu Volksvorſtellungspreiſen an der Tageskaſſe
des Hoftheaters ſtatt. Es wird darauf aufmerkſam
ge=
macht, daß dieſes Konzert 8¼ Uhr beginnt. Als Sonn=
tagsvorſtellung wird unter Hofrat Ottenheimers
muſi=
kaliſcher Leitung „Carmen” in der Neuausſtattung
der Feſtſpiele gegeben. Die Carmen ſingt diesmal
Anna Jacobs. Montag findet das erſte
Hofmuſik=
konzert ſtatt. Dienstag bleibt das Theater
ge=
ſchloſſen. In der erſten Opernnovität dieſes Jahres
„Theoder Körner” von Alfred Kayſer, ein Werk,
deſſen Reichtum an Melodien und deſſen ſtarke dramatiſche
Wirkungen in Text und Muſik von der geſamten Preſſe
gerühmt werden, ſingt die Titelpartie Georg Becker, die
Toni Adamberger, die weibliche Hauptrolle, iſt mit Mizi
Marx beſetzt. Den alten Frieſen ſingt Kammerſänger
Stephani. Der muſikaliſche Leiter iſt Richard Lert, die
Regie führt Otto Nowack.
Herr Intendant Dr. Eger iſt für einige Tage
dienſt=
lich verreiſt.
* Landes=Baugewerkſchule Darmſtadt. Der
Unter=
richt an der Großh. Landes=Baugewerkſchule Darmſtadt
findet — trotz der Kriegslage — ſtatt. Das Winterſemeſter
beginnt am Donnerstag, den 22. Oktober, vormittags 9
Uhr. Junge Leute, ſoweit ſie nicht militärpflichtig ſind,
haben infolgedeſſen gute Gelegenheit, ſich theoretiſch
aus=
zubilden und auf dieſe Weiſe die durch den Krieg
verur=
ſachte ungünſtige Geſchäftslage zu umgehen. Programme
ſind koſtenfrei durch das Sekretariat der Schule,
Neckar=
ſtraße 3, erhältlich.
* Silberne Hochzeit feiern am Dienstag, den
0. Oktober, Herr J. Krug, Schneidermeiſter, und Frau
Anna geb. Pfeffer. Gleichzeitig wohnen dieſelben
nun=
mehr über 20 Jahre im Hauſe Arheilger Straße 56.
— Einquartierung. Eine ſehr große Anzahl von
Quartiergebern hat in dankenswerter Weiſe die ihnen
zu=
ſtehende Vergütung der Stadt zur Verfügung geſtellt,
welche zugunſten der Angehörigen von Kriegsteilnehmern
verwendet wird. Die Liſten liegen zur Einſichtnahme im
Stadthaus, Rheinſtraße 16/18, Zimmer 23, offen.
g. Höchſtpreiſe für Kartoffeln. Auf die Nachricht aus
Büdingen in Nr. 284 des Tagblatts über die
Feſtſetz=
ungvon Höchſtpreiſen für Kartoffeln, Fleiſch= und
Wurſtwaren iſt uns eine ſehr große Anzahl von
Zuſchrif=
ten zugegangen, die ähnliche Maßnahmen für Darmſtadt
fordern. Die Veröffentlichung dieſer Zuſchriften erübrigt
ſich, da von der Großh. Bürgermeiſterei die Kartofſelpreiſe
erneut einer Prüfung unterzogen wurden. Nach
Anhör=
ung von Sachverſtändigen wurde feſtgeſtellt, daß
aus=
geleſene Speiſekartoffeln frei Keller im
Ein=
zelverkauf je nach Sorte höchſtens 6 Mark bis 7,50
Mark das Malter (100 Kg.) koſten dürfen. In
Waggonladung bezogen, bei weniger ſorgfältigem
Aus=
leſen, ſind niedrigere Preiſe am Platz. Beim Verkauf in
einzelnen Pfunden auf dem Markt iſt ein Verkauf zu
höch=
ſtens 7—8 Pfg. gerechtfertigt. Wer dieſe Preiſe
überſchrei=
tet oder für geringere Sorten die höchſten Preiſe verlangt,
macht ſich der Ueberforderung ſchuldig und wird
unnach=
ſichtlich zur Verantwortung gezogen. Dieſe Maßnahmen
der Bürgermeiſterei dürften geeignet ſein, die ſchlimmſten
Auswüchſe zu beſeitigen.
* Der Dank für die Liebesgaben. Mit der Bitte um
Veröffentlichung ging uns folgende Feldpoſtkarte vom 4.
Oktober zu: Für die überaus zahlreichen Liebesgaben,
die uns von ſeiten der Einwohner des Kreiſes Darmſtadt
und Offenbach freiwillig nach dem Feindesland zugeſtellt
wurden, ſprechen wir allen Gebern unſeren innigſten
Dank aus. Im Namen der Kameraden des 1.
Land=
ſturm=Bataillons, Gefr. Georg Wenzel, 1. Kompagnie.
* Briefe für deutſche Kriegsgefangene in
Eng=
land. Nach amtlicher Mitteilung der Botſchaft der
Ver=
einigten Staaten in Berlin iſt die Adreſſe der
Nach=
richtenſtelle für Kriegsgefangene: The prisoners of war
information bureau in London 49 Wellingtonſtreet,
Strand. An dieſe Adreſſe können Briefe für die
deutſchen Kriegsgefangenen in England
ge=
richtet werden.
Rotes Kreuz.
(Bureau: Rheinſtraße 34; Fernruf 25; geöffnet
ununter=
brochen von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Bureau
der Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20.)
Von Samstag, den 17. Oktober, an befinden ſich unſere
Geſchäftsräume im erſten Stockwerk des Hauſes
Rheinſtraße 34, wo uns Herr Freiherr Wambolt von
Umſtadt die ſeither von der Landwirtſchaftskammer
bewohnten Räume in liebenswürdigſter Weiſe zur
Ver=
fügung geſtellt hat. Indem wir ihm dafür unſeren
ver=
bindlichſten Dank ausſprechen, wollen wir auch der
Ver=
einigten Geſellſchaft dankbar gedenken, die uns ſeit dem
Beginn des Krieges bis heute in gleich
entgegenkommen=
der Weiſe wie 1870 beherbergt hat, und hoffen, daß wir
jetzt wieder auf eine lange Reihe von Jahren ihre bewährte
Gaſtfreundſchaft nicht in Anſpruch zu nehmen brauchen.
Aber nicht nur die Ueberlaſſung neuer Räume verdanken
wir ſelbſtloſer, freundlicher Unterſtützung, auch die
Aus=
ſtattung der zehn Zimmer mit Möbeln und der ganzen
Einrichtung fur unſere Arbeitszwecke haben uns mehrere
hieſige Firmen in opferwilliger Freundlichkeit zur
Ver=
fügung geſtellt. Es ſind dies: Georg Blum, Kaſinoſtraße 7;
Georg Ehrhardt u. Söhne, Feldbergſtraße 36; Heinrich
Elbert, G. m. b. H., Ernſt=Ludwigſtraße 9; Gebr. Fiſcher,
Alexanderſtraße 10; J. Glückert, Bleichſtr. 29; J. Kienzle,
Liebigſtraße 27: H. Lautz, Rheinſtraße 12¾; Darmſtädter
Möbelfabrik, G. m. b. H., Heidelberger Straße Nr. 129;
J. Nohl, Martinſtraße 24; L. Stritzinger, Heinrichſtraße 67z
J. Trier, Wilhelminenſtraße 25. Allen denen, die uns
unſere Arbeitsſtätte ſchufen und ſchmückten, ſagen wir herz= Dank.
Von unſerem Zweigverein in Bingen wird uns ein
Brief zur Verfügung geſtellt, den ein im dortigen
Heilig=
geiſthoſpital liegender verwundeter franzöſiſcher Soldat an
ſeine Eltern geſchrieben hat und der in annähernd wort=
und ſinngetreuer Ueberſetzung etwa folgendermaßen lautett
„Liebe Eltern! Seit dem 23. Auguſt, daß Ihr keine
Nach=
richt von mir erhalten habt, um ſehr beunruhigt zu ſein.
Aber heute verſichert Euch, daß ich ſoeben die Erlaubnis
erhalten habe, Euch ein Wort zu ſchreiben. Ihr müßt
wiſſen, daß ich leicht verwundet und in der Folge
gefan=
gen worden bin. Ich verſichere Euch, daß die Deutſchen
uns behandeln und pflegen mit einem Mut und einer
voll=
kommenen Liebenswürdigkeit; es wäre unmöglich,
Beſſe=
res zu wünſchen. Ich bin in gutem Zuſtand der Beſſerung
und hoffe, daß dies anhält. Indem ich erwarte, daß dieſe
Tage des Unglücks baldmöglichſt ein Ende nehmen,
emp=
ſangt von Euerem Kinde, das Euch immer.”
Die Bewohner von Egelsbach haben in beſonders
reichem Maße Strümpfe, andere Handarbeiten, auch Obſt
dem Roten Kreuz überwieſen. Die Gaben wurden in der
hieſigen Eleonorenſchule abgeliefert, von dort in das
Offi=
zierskaſino und in die verſchiedenen Lazarette gebracht. Das
Obſt iſt zum großen Teile für die Kinder der Eingezogenen
und Gefallenen in der Rundeturmſtraße eingekocht worden,
Die Egelsbacher wollen auch fernerhin uns mit
Liebes=
gaben bedenken. Wir verfehlen daher nicht, ihnen unſeren
herzlichſten Dank hiermit abzuſtatten für das, was ſie uns
ſchon geſpendet, und das, was ſie uns in Ausſicht geſtellt
haben.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Union=Theater (Rheinſtraße 6). Neben den
neueſten Kriegsbildern, die den Hauptanziehungspunkt des
ganzen Programms bilden, wird von morgen ab ein
wundervolles Werk, Pepita”, ein dramatiſches
Lebens=
bild in 3 Akten, zur Vorführung kommen. Der Vorwurf
zu dem hochintereſſanten Film iſt dem ſpaniſch=
amerika=
niſchen Kriege aus dem Jahre 1898 entnommen und dürft)
der Film größtes Intereſſe erwecken. Ein weiterer Film:
„Der Tod und die Mutter” gibt eine der prächtigſten
An=
derſenſchen Märchen in zwei Akten wieder und paßt
aus=
gezeichnet in die gegenwärtige ernſte und erhebende Zeit.
Hochintereſſante und künſtleriſche Naturaufnahmen,
wiſ=
ſenſchaftliche Films und einige amüſante Humoresken
ver=
vollſtändigen das Programm, ſo daß ein Beſuch
empfeh=
lenswert iſt.
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Um
der Zeit Rechnung zu tragen, führt das R.=T. ab heute
bis Montag faſt ausſchließlich Kriegsfilms, reſp. ſolche
mit kriegeriſchem Inhalt vor. Da iſt vor allen Dingen
wieder eine wohlgelungene Aufnahme vom
Kriegsſchau=
platz, dieſesmal die belgiſchen Feſtungen Huy, Nämur und
die Beſetzung der Städte Tirlemont und Charleroi zu
nennen. Der große Dreiakter „Das Vaterland ruft”
kenn=
zeichnet ſchon durch ſeinen Titel ſeinen kriegeriſchen
In=
halt. „Die Gefangennahme” beſchreibt intereſſante
Epi=
ſoden aus dem amerikaniſchen Bürgerkriege, ſpeziell
her=
vorzuheben ſind die wilden Reiterſzenen, welche
amerika=
niſche Cowboys mit der bekannten Geſchicklichkeit
vorfüh=
ren. Neben zwei herrlichen Naturaufnahmen „Der Golf
von Rapollo” und „Der Comerſee” zeigt das Programm
noch vier glänzende Humoresken, Eine tüchtige
Ordon=
nanz” „Nune”, „Die Bunkwitzer Schlemmer” und „Aus
der Rolle gefallen” auf. Jeder Beſucher muß alſo
durch=
die Vielſeitigkeit des Spielplans auf ſeine Rechnung
kom=
men. (S. Anz.)
O Griesheim, 16. Okt. (Auf der Chauſſee
Griesheim-Darmſtadt) fehlte bisher für den
letzten Kilometer (vor unſerem Orte) die
Klein=
pflaſterung. Die Ausführung dieſer Teilſtrecke ſollte
im Monat Auguſt erfolgen, ſämtliche Materialien lagern
ſchon ſeit Juli auf beiden Seiten der Straße, aber
durch=
den Krieg mußte die Arbeit auf der von Militärautos,
Militärfuhrwerken, Truppenverbänden uſw. ſeither äußerſt
ſtark benutzten Chauſſee verſchoben werden. Die
Pflaſterung ſoll nun in den nächſten Tagen beginnen.
Da nun zwiſchen Griesheim und Darmſtadt eine feſte
direkte Verbindungsſtraße nicht vorhanden iſt, dürfte der
Wagen= und Autoverkehr unſerer hieſigen Bevölkerung,
einſchließlich der des Lagers, namentlich zur jetzigen
Herbſtzeit mit ihrem ſtarken Abſatz an
landwirtſchaft=
lichen Produkten nach Darmſtadt, Frankfurt und
Offen=
bach für die Zeit der Unterbrechung mit Schwierigkeiten
verbunden ſein, was noch um ſo empfindlicher iſt, als
auch bei der Eiſenbahn die Verfrachtung noch nicht in
vollem Umfang möglich iſt. Dieſe Unannehmlichkeiten
für die beteiligten Kreiſe würden weniger in
Erſcheinung=
treten, wenn der Beſſungerweg von Griesheim nach dem
Barackenlager chauſſiert wäre, wie dies vor Jahren
ge=
wünſcht wurde. Die Militärbaubehörde hat auf dem
Gebiete der Wegeverbeſſerungen geradezu Muſtergültiges
in unſerer Gemarkung, im Lager und in der Umgebung
des=
ſelben geleiſtet. In den letzten Wochen zeigte ſich der
Wert=
aller dieſer Anlagen. Wenn auch alle dieſe mit
Kleinpflaſte=
rungen und Chauſſierungen verſehenen Straßen in erſter
Linie den Militärperſonen und den Militärübungen dienten,
ſo muß doch öffentlich anerkannt werden, daß alle
Orts=
einwohner, vor allem die Fuhrwerksbeſitzer, dauernd
ihren Vorteil an dieſen zeitgemäßen Anlagen haben.
h- Von der Bergſtraße, 16. Okt. (Die
Trauben=
leſe) iſt beendet und hat in ihrem Ertrag im
allge=
meinen ſehr enttäuſcht, denn mit kaum einem Drittelherbſt
iſt zu rechnen. Das längere naſſe Wetter im
September=
anfang brachte die Trauben zum Platzen und Faulen,
wo=
durch die Quantität ſehr beeinträchtigt wurde. Auch die
Qualität ſtand nicht auf der Höhe, die man erwartete. Das
höchſte Moſtgewicht dürfte etwa 75 Grad nach Oechsle ſein.
Bezahlt wurden die 200 Liter rauher Moſt bis zu 80
Mark. Da das Verkaufsgeſchäft ſehr ſchleppend ging,
haben die Winzer mehr wie in den ſonſtigen Jahren ihre
Kreszenz ſelbſt gekeltert und eingelegt.
Nummer 286.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Seite 5.
Klein=Gerau, 15. Okt. (Tot aufgefunden) wurde
Die Witwe des Weichenſtellers Ph. Flauaus, geb. Lotz,
*Die Frau iſt ſchon einige Zeit leidend. Die Feſtſtellungen
küber die Todesurſache ſind im Gange. Anſcheinend liegt
gein Verbrechen nicht vor.
R. Heubach, 15. Okt. (Jugendwehr.) Auch hier
ghat ſich eine Jugendwehr gebildet, der bis jetzt 35 junge
Weute beigetreten ſind. Jeden Sonntag nachmittag werden
Uebungen auf dem Turnplatz abgehalten, einmal in der
Woche findet Unterricht ſtatt. Der Unterricht, ſowie die
Leitung der Uebung liegen in den bewährten Händen des
Polizeidieners i. P. Lutz und Adam Herrmann V.,
hier. Durch dieſe Uebungen ſollen die künftigen
Vater=
llandsverteidiger für den militäriſchen Beruf vorgebildet
twerden.
A Beerfelden, 15. Okt. (Jugendwehr.) Der „
Auf=
rruf” wegen Bildung einer Jugendwehr hat auch hier ſeine
Wirkung getan. Einer Einladung in die Turnhalle
folg=
ten 94 junge Leute. Da die Zahl für die Uebungen im
geſchloſſenen Raum zu groß iſt, teilte man ſie in zwei
Ab=
teilungen, deren jede wöchentlich einen Abend in der
Turn=
halle übt, während Sonntags gemeinſam im Gelände
exerziert wird. — (Die Hausſammlung für das
Rote Kreuz) für September ergab die Summe von
366 Mark; auch ein goldener Ring wurde dem guten Zweck
geopfert.
Schlitz, 14. Okt. (Die Beiſetzung des Grafen
von Schlitz gen. von Görtz) Bei der geſtern
nach=
mittag 2 Uhr erfolgten Beiſetzung der Leiche des
verſtor=
benen Grafen Emil Friedrich von Schlitz gen. von Görtz,
auf dem Erbbegräbnisplatz der Gräflichen Familie in
Schlitz, der ein großes Trauergefolge anwohnte, war der
Kaiſer, der telegraphiſch lebhaft bedauerte, wegen des
Krieges nicht perſönlich ſeine Teilnahme ausſprechen zu
können, durch den Hausmarſchall Frhrn. von Lyncker
vertreten, der Großherzog von Heſſen durch Oberſtallmeiſter
Frhrn. Riedeſel zu Eiſenbach, die Erſte Kammer
des Großherzogtums Heſſen durch Frhrn. von Heyl zu
Herrnsheim aus Worms. Weiter bemerkte man in dem
impoſanten Leichenzuge die Miniſter v. Ewald, Braun
und v. Hombergk zu Vach. Oberpfarrer Knott=Schlitz,
der in der Kirche die Trauerrede gehalten, nahm die
Ein=
ſegnung der Leiche vor.
Reich und Ausland.
Neunkirchen, 16. Okt. Als der Lokomotivführer Bach
geſtern nachmittag in einem Schuppen ſeines Hauſes
ge=
meinſam mit ſeinem Sohn, dem Heizer Willy Bach, an
einem franzöſiſchen Artilleriegeſchoß
herum=
hantierte, das ſie auseinandernehmen wollten, um den
Mechanismus zu ſtudieren, explodierte dieſes. Beide
er=
litten furchtbare Verle tzungen. Der Sohn iſt
tot. Das Dach des Schuppens und die Inneneinrichtung
wurden völlig zerſtört, die Fenſter der gegenüberliegenden
Häuſer durch den Luftdruck zertrümmert.
Schroda, 15. Okt. Vergangene Nacht ſtürzte auf der
Chauſſee Schroda=Poſen ein Automobil des
Land=
ſturmbataillons Schroda Nr. 2 um. Dabei wurden
ge=
tötet: Der königliche Domänenpächter und
Offiziersſtell=
vertreter Sarazin aus Schneeſchütz, der Lehrer an der
hieſigen katholiſchen Schule Vizefeldwebel Voyeiethowski
und der Maſchinenfabrikant Landſturmmann Suſioki. Der
vierte Inſaſſe des Automobils, Hauptmann der Landwehr
Heuer, Gymnaſialdirektor in Jauer, kam mit leichteren
Verletzungen davon.
Stockholm, 15. Okt. Der Oberſtkommandierende der
ſchwediſchen Flotte meldet dem Marineminiſterium,
daß das Panzerſchiff „Oskar II.” in den inneren
Schä=
ren, dicht bei Stockholm, auf Grund geſtoßen ſei. Der
Grund ſei nicht gefährlich. Bergungsmaterial iſt
abge=
ſandt worden.
Stockholm, 16. Okt. Der Panzerkreuzer „Oskar II.‟
iſt heute vormittag wieder flott geworden.
Panama, 16. Okt. Ein erheblicher Erdrutſch bei
Culebra hat den ganzen Verkehr im
Kanalunter=
brochen. Einigen Schiffen iſt es unmöglich, die
Durch=
fahrt zu vollenden.
Marquis di San Giuliano F.
* Rom, 16. Okt. Der Miniſter des
Aeußern Marquis di San Giuliand
iſt heute nachmittag 2½ Uhr geſtorben.
** Im Jahre 1852 in Catania geboren, widmete
ſich San Giuliano dem Studium der Rechte und
wurde Bürgermeiſter in ſeiner Vaterſtadt, die ihn 1882 in
die Deputiertenkammer entſandte, wo er ſich der Linken
an=
ſchloß und ſich hauptſächlich mit der auswärtigen und der
Kolonialpolitik beſchäftigte. Der Regierung gehörte
erzu=
nächſt im Kabinett Giolitti als Unterſtaatsſekretär des
Ackerbaues an, darauf wurde er 1899 Poſtminiſter und in
den Senat berufen. Im Dezember 1905 übernahm er im
Kabinett Fortis die Leitung der auswärtigen
Angelegen=
heiten, um im Februar 1906 mit dem Kabinett
zurückzu=
treten. Erſt vier Jahre ſpäter, als Luzzatti die
Kabinetts=
bildung durchführte, übernahm Giuliano, der inzwiſchen
Botſchafter in London und Paris geweſen war, wieder
das Portefeuille des Aeußeren und behielt dieſes auch in
den folgenden Kabinetten Giolitti und Salandra bei, ſo
daß er jetzt viereinhalb Jahre die internationale Politik
ſeines Landes ununterbrochen geleitet hat. Dieſe Zeit
ſchließt eine für Italien und Europa höchſt wichtige Epoche
ein. Zunächſt den Krieg mit der Türkei, welcher Italien
die längſt erſehnte Herrſchaft in Tripolis brachte; und dann
die Balkankriege, an denen es lebhaft intereſſiert war.
Je=
doch zeigte Giuliano große Zurückhaltung; auch in der
albaniſchen Frage, wo er im vollen Einvernehmen mit
Oeſterreich=Ungarn vorging. Der ſeit zehn Wochen tobende
Weltkrieg ſtellte Italien vor ſchwierige Aufgaben. Es
gehört dem Dreibunde an, unterhält aber auch
freund=
ſchaftliche Beziehungen zu unſeren Feinden. Seine
Bünd=
nispflicht ging nicht, wie man erſt annahm, bis zur
akti=
ven Teilnahme am Kriege; aber daß auch ſeine Neutralität
für uns ſehr wertvoll iſt, braucht nicht beſonders betont zu
werden. Allen Lockungen des Dreiverbandes, Italien
möchte auf deſſen Seite treten, hat Giuliano entſchieden
widerſtanden, ſo daß ſein Scheiden im gegenwärtigen
Augenblick von großer Bedeutung werden könnte, wenn
nicht das Selbſtintereſſe Italiens das Feſthalten an der
Neutralität gebieteriſch verlangte.
Giuliano hat während ſeiner Miniſterſchaft auf die
Pflege der Dreibundspolitik und eines guten
Verhältniſ=
ſes zu Oeſterreich=Ungarn ſtets den größten Wert gelegt.
In Berlin weilte er im Mai 1910 und im November 1912,
und in dieſem Frühjahr war er in Begleitung des
Kö=
nigs Viktor Emanuel zur Begrüßung Kaiſer Wilhelms in
Venedig. Mit dem Leiter des öſterreichiſch=ungariſchen
Miniſteriums des Auswärtigen traf er verſchiedentlich
zu perſönlicher Beſprechung zuſammen, zuletzt vor einem
balben Jahre in Abbazia. — Jedenfalls darf der fein=
ſinnige Staatsmann, der ſich der Sympathie aller
politi=
ſchen Kreiſe Deutſchlands erfreute, eines herzlichen
Ge=
denkens ſicher ſein.
* Rom, 16. Okt. Die Leiche di San
Giu=
lianos wird übermorgen nach Catania überführt
wer=
den. Die Blätter geben der Trauer über den Tod di San
Giulianos beredten Ausdruck und heben ſeine hinge=.
bende Tätigkeit und ſeine große Vaterlandsliebe hervor.
Der Tod des Königs von Rumänien.
* Bukareſt, 15. Okt. Heute früh 7 Uhr fand in
Gegenwart der Königin, des Königs Ferdinand, der
Kö=
nigin Maria und der königlichen Familie ein
feierli=
ches Requiem ſtatt, das der katholiſche Erzbiſchof
zele=
brierte. Um 9 Uhr folgte ein Requiem des orthodoxen
Metropoliten unter Aſſiſtenz ſämtlicher Biſchöfe, an
wel=
chem außer der königlichen Familie ſämtliche Miniſter,
das diplomatiſche Korps und hohe Würdenträger
teilnah=
men. Dann wurde der Sarg unter demſelben
Zeremo=
niell wie von Sinaia auf einer Lafette durch
Truppen=
ſpaliere unter der Teilnahme einer großen
Menſchen=
menge mit Trauerfahnen nach dem Nordbahnhof gebracht.
Um 11½ Uhr fuhr der Trauerzug nach dem Kloſter
Cour=
tea ab.
* Bukareſt, 16. Okt. Der Sonderzug mit den
ſterblichen Ueberreſten des Königs Karol traf geſtern
nachmittag 3 Uhr in Courtea de Arges ein. Die
Straßen des Städtchens waren von einer überaus
zahl=
reichen Menſchenmenge erfüllt, die aus ganz Rumänien
zuſammengeſtrömt war, um dem geliebten König die
letzte Huldigung darzubringen. Im Zuge marſchierten
fünf Regimenter; in den Straßen bildeten Veteranen,
Soldaten Schulkinder, Gemeindevertretungen mit den
Bür=
germeiſtern und Vereine Spalier. Der Zug bewegte ſich
in derſelben Ordnung wie in Bukareſt. Um 5 Uhr wurde
der Sarg mit den ſterblichen Ueberreſten des Königs
in der Gruft des Kloſters zu Füßen des Sarges des
Für=
ſten Neagve Baſarab, des Gründers des Kloſters,
bei=
geſetzt. Die Kanonen ſämtlicher Forts und ſämtlicher
Garniſonen gaben um dieſe Zeit 101 Schüſſe ab. Die
Glocken aller Kirchen begannen zu läuten. Die
Eiſenbahn=
züge blieben zum Zeichen der Trauer fünf Minuten
ſtehen.
* Bukareſt, 15. Okt. Heute mittag iſt Fürſt
We=
del mit Sonderzug hier eingetroffen, um als
außer=
ordentlicher Botſchafter des deutſchen
Kai=
ſers an der Leichenfeier teilzunehmen. Ein Delegierter
des Miniſteriums des Aeußeren war ihm
entgegengefah=
ren. Auf dem Bahnhof in Bukareſt wurde der Fürſt von
dem Generalſekretär des Miniſteriums des Aeußeren
be=
grüßt. Auch der Berliner Geſandte, Beldiman, iſt
einge=
troffen. Der Fürſt, der in einem Hotel abgeſtiegen iſt,
wurde um 3 Uhr vom König. dann von der Königin
in Privataudienz empfangen. Um 5 Uhr hatte Fürſt
We=
del eine Unterredung mit dem Premierminiſter
Bra=
tianu. Er wird morgen an der Leichenfeier im Schloß
und dann an der Beiſetzung in Courtea de Arges
teilneh=
men. Die anderen Höfe ſind nur durch die in Bukareſt
reſidierenden Geſandten vertreten.
Die Kriegsmaßnahmen der
Landes=
verſicherungsanſtalten.
* Berlin, 16. Okt. (W.T. B.) Der Präſident des
Reichsverſicherungsamtes Dr. Kaufmann ſchildert die
hoch=
herzigen Kriegsmaßnahmen der deutſchen
Landesverſicherungsanſtalten. Die
gewalti=
gen Summen, die nach dem Beſchluſſe der Vertreter der
deutſchen Landesverſicherungsanſtalten in der Sitzung im
Reichsverſicherungsamte am 31. Auguſt für
Kriegs=
wohlfahrtspflege bereitgeſtellt werden ſollten,
be=
ginnen jetzt in verſchiedenen Kanälen in die Maſſe der
Be=
dürftigen zu fließen. An der Kriegsanleihe haben
ſich die Landesverſicherungsanſtalten mit 150 Millionen,
die Berufsgenoſſenſchaften mit etwa 40 Millionen Mark
beteiligt. Für Zwecke des Roten Kreuz=
Zentral=
komitees, Landes= oder Provinzſtellen, wurden bis jetzt
ſchon über 900000 Mark aufgewendet, darunter 200000
Mark für Lazarettzüge. Für warme Unterkleidung
für unſere Soldaten verausgabten die Anſtalten 500000
Mark, und zwar floſſen dieſe Summen, einer Anregung
des Präſidenten Dr. Kaufmann zufolge, den
verſchieden=
ſten Landes= und Provinzſtellen zu, um der
Arbeitsloſig=
keit im weiteſten Umfange zu ſteuern. Auch an den
Hilfs=
aktionen für die vom Feinde zerſtampften Provinzen
Oſt=
preußen und Elſaß=Lothringen ſind die
betref=
fenden Landesverſicherungsanſtalten im Verein mit
ande=
ren, durch lokale Bedürfniſſe weniger in Anſpruch
genom=
menen Anſtalten, beteiligt. So werden Elſaß=Lothringen
von der Rheiniſchen Landesverſicherungsanſtalt mehrere
Millionen darlehensweiſe zur Verfügung geſtellt. Für die
Aufrechterhaltung des Betriebes unſerer
Heilanſtal=
ten, namentlich der Heilſtätten für
Tuberkuloſebekämpf=
ung, wurden gewaltige Mittel aufgewendet. Dieſe
groß=
artigen finanziellen Leiſtungen unſerer
Landesverſiche=
rungsanſtalten auf dem Gebiete der
Kriegswohlfahrts=
pflege liefern uns den Beweis, daß unſere
Arbeiterver=
ſicherung ſich nicht bloß im Frieden, ſondern auch im
Kriege wohl bewährt, und ſie geben uns das Recht, auf
unſere Arbeiterverſicherung ſtolz zu ſein.
Stimmen aus dem Publikum.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
einerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
Meines Wiſſens beſteht eine Polizeiverordnung,
wonach vor 7 Uhr morgens Teppiche, Betten und dergl.
nicht ausgeklopft werden dürfen. Jedenfalls
dürfte ein ſolches Unterlaſſen auch ohne polizeiliche
Vor=
ſchrift ein ſelbſtverſtändliches Gebot der Rückſichtnahme
auf andere ſein. So mancher, der in die Nacht hinein noch
hat arbeiten müſſen, ſo mancher Leidende braucht die
Morgenruhe, ſo daß dieſe nicht vermeidbarer Weiſe
ge=
ſtört werden ſollte. Da dieſes aber doch häufig geſchieht,
ſo ſei hiermit bei allen, die es angeht, die Aufmerkſamkeit
hierauf gelenkt, damit ein ſolcher Uebelſtand möglichſt be=
X.
ſeitigt werde.
Landwirtſchaftliches.
— Verſteigerung von Pferden. Die
Land=
wirtſchaftskammer für das Großherzogtum Heſſen macht
die Landwirte darauf aufmerkſam, daß am 22. Oktober
in St. Avold, am 23. in Saargemünd und am 24.
Oktober in Zabern, jeweils vormittags 10 Uhr,
Ver=
ſteigerungen von für landwirtſchaftliche Zwecke noch
brauch=
baren ausrangierten Militärpferden ſtattfinden. Weitere
Auskunft erteilt der Kommandant des Etappen=Trains
in St. Remillv.
Brügge und Oſtende von
unſeren Truppen beſetzt.
* Großes Hauptquartier, 16. Okt., mittags.
(W. T. B. Amtlich.) Die Ruſſen verſuchten am 14.
Okto=
ber ſich wieder in den Beſitz von Lyck zu ſetzen. Der
Angriff wurde zurückgewieſen, 800
Gefan=
gene, 1 Geſchütz und 3 Maſchinengewehre fielen in
unſere Hände.
Brügge wurde am 14. Oktober, Oſtende am 15.
Oktober von unſeren Truppen beſetzt.
Heftige Angriffe der Franzoſen in der Gegend
nörd=
weſtlich Reims ſind abgewieſen worden.
Die Franzoſen melden in ihren amtlichen
Bekannt=
machungen, daß ſie an verſchiedenen Stellen der Front,
zum Beiſpiel bei Berry au Bac und nordweſtlich von
Reims, merkliche Fortſchritte gemacht hätten. Dieſe
Mel=
dungen entſprechen in keiner Weiſe den Tatſachen.
* Amſterdam, 16. Okt. (Ctr. Frkft.) Heute
mor=
gen von Oſtende angekommene Flüchtlinge erzählen, daß
die Stadt Oſtende in den Händen der Deutſchen ſei.
Die engliſchen Truppen ſeien beim Herannahmen der
Deut=
ſchen teilweiſe in ſüdlicher Richtung abgezogen, zum Teil
per Schiff verladen worden. Engliſche
Kriegs=
ſchiffe kreuzen in der Nordſee in der Höhe von Oſtende.
Die Zahl der engliſchen Truppen, die von Oſtende aus
nach Südweſten weiterziehen, wird auf 30000 Mann (?)
geſchätzt.
Die Operationen in Belgien.
* Amſterdam, 16. Okt. Die Zeitung Nieuws van
den Dag meldet aus Brügge vom 15. d. M.: 20000
Deut=
ſche befinden ſich in Maldeghem. Die Engländer
ziehen ſich andauernd zur ück. Belgiſche
Sol=
daten überſchreiten fortgeſetzt die Gren ze.
* Rotterdam, 16. Okt. Dem Nieuwe Rotterdamſche
Courant wird aus Sluis unterm 15. d. M. gemeldet: Die
Zahl der Flüchtlinge aus dem
nordweſt=
lichen Belgien, die hier durchkamen, wird auf
60000 geſchätzt. Ihr Zuſtand iſt unbeſchreiblich. Es
gibt für ſie keine Unterkunft, ſo daß viele die Nacht auf
der Straße zubringen mußten. Es herrſcht Mangel an
Nahrungsmitteln; die Bäckerläden ſind leer. Alle
Bauern=
wagen ſind requiriert, um Leute nach Breskens zu
brin=
gen; aber auch dort iſt alles voll. Zwanzig große Boote,
die ſonſt für die Beförderung von Zuckerrüben benutzt
wurden, waren ganz mit Flüchtlingen beſetzt.
Die Kämpfe in Frankreich.
* London, 16. Okt. Die Morning Poſt ſchreibt
über die Kämpfe in Frankreich: In der letzten
Woche machten die Deutſchen heftige Angriffe, um das
Zentrum der Verbündeten zu durchbrechen, ſie wurden
jedoch zurückgeſchlagen, aber die Kämpfe waren ſehr ernſt.
Es gibt Zeiten, wo die Deutſchen Terrain zu
gewinnen ſcheinen, aber im ganzen bleiben die
Stellungen die gleichen. In der letzten Nacht ſah ich,
be=
richtet der Korreſpondent der Morning Poſt, wie 10000
Mann franzöſiſcher Infanterie auf ſchnellen Motorwagen
von einem Flügel nach dem anderen geſandt wurden. (2)
Auf der ganzen Linie wird der Kampf fortgeſetzt, aber
nicht gleich intenſiv. Größtenteils ſcheinen ſich die
Par=
teien damit zu begnügen, den Feind an ihre Anweſenheit
in ihren Stellungen zu erinnern. Sobald
Infanterie=
bewegungen beobachtet werden, treten die Geſchütze in
Tätigkeit, beſonders abends, wenn die Ablöſungen in den
Schützengräben ſtattfinden. An manchen Stellen liegen
die feindlichen Schützengräben nur wenige hundert Meter
voneinander entfernt. Jede Bewegung iſt mit der
größ=
ten Gefahr verbunden. Zu Zeiten ſieht es aus, als ob
man gegenſeitig übereingekommen ſei, eine Kampſpauſe
zu machen. Man ſchläft, ſpielt Karten, ſpielt und ſingt.
Die Kämpfe in Galizien.
* Wien, 16. Okt. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird vom 15. Oktober amtlich gemeldet: Die
Vertrei=
bung der Ruſſen aus dem Marmaroſer
Ko=
mitat erfolgte nach einer Reihe ſiegreicher Einzelgefechte.
An dieſen Aktionen hatten auch Mitglieder der
pol=
niſchen und ukrainiſchen Legionen
hervor=
ragenden Anteil. Die Angehörigen dieſer Legionen haben
ſich durch mutiges Verhalten ausgezeichnet.
Der ruſſiſche Raubzug in Galizien.
* Wien, 16. Okt. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird amtlich gemeldet: Unſere Truppen, die auf Tarnow
über Rzeszow vorrückten, hatten Gelegenheit, ſich von dem
allen militäriſchen Bräuchen hohnſprechenden
barbari=
ſchen Vorgehen der ruſſiſchen Truppen
gegenüber der einheimiſchen Bevölkerung
zu überzeugen. Alle Ortſchaften auf der Strecke bieten
ein Bildärgſter Verwüſtung. In Dembica wurde
ein Teil der Stadt eingeäſchert. Das ſchöne Schloß
Za=
wada wurde, da ſich die einzige, mit der Aufſicht betraute
Perſon weigerte, das ihr anvertraute Eigentum
wider=
ſtandslos der Plünderung preiszugeben, vollkommen
ausgeraubt, im Umkreiſe mit Petroleum
begoſſen und angezündet. Alle Herrenhäuſer
bieten ein trauriges Bild der Verwüſtung. Die meiſten
Möbel ſind zerſchlagen, die Spiegel mutwillig zerbrochen,
Matratzen zerfetzt, koſtbare Gemälde zerſchnitten. Der
Boden iſt beſät mit Bergen von Fetzen Papieren,
Scher=
ben, kurz: ein Bild roheſten Vandalismus. Die ruſſiſchen
Soldaten gingen in allen von ihnen beſetzten Orten nach
dem gleichen, offenbar befohlenen Syſtem vor,
das mit einer ehrlichen, geordneten, ſoldatiſchen
Kampfes=
weiſe nichts gemein hat, ſich vielmehr als ein unter dem
Deckmantel militäriſchen Vorgehens
unt=
ternommener Raubzug darſtellt.
Die Bewohner wurden auf der Straße einer
Lei=
besviſitation unterzogen. Es wurde ihnen alles,
was irgend Wert hatte, abgenommen. Beſonders hatten
es die ruſſiſchen Truppen auf die Uhren abgeſehen, die
mit meiſt ſehr unſanftem Griff aus der Weſtentaſche des
Beſitzers in die Stiefelröhre eines Koſaken befördert
wur=
den. Dem Pfarrer in Mrowla wurde ſeine Beichtuhr,
welche die Zahl der abgenommenen Beichten anzeigte, aus
der Taſche gezogen. Als der Mann ſpäter erkannte, daß
ſie wertlos war, wurde ſie wieder zurückgeſtellt. Beim
Rauben von Uhren taten ſich auch die Offiziere keinen
Zwang an. So erſchien bei dem Rzeszower Uhrmacher
Nikolaus Muſokowski, ein ruſſiſcher Regimentsarzt, der
ihn beauftragte, ſeine goldene Uhr zu reparieren. Die
Uhr erkannte Muſokowski als ſein Fabrikat und wies dies
auch dem Regimentsarzt durch Vorlegung des Verkaufs=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Nummer 286.
regiſters nach, aus dem die Nummer der Uhr und der
Verkaufstag zu erſehen war.
Geraubt wurde nach einem ſehr einfachen und
prak=
tiſchen Syſtem. Die Koſaken drangen in Rudeln von acht
bis zehn Mann in Läden und Wohnungen ein und
pack=
ten unter Vorhaltung von Revolvern Kleider und Pelze,
Wäſche und Einrichtungsgegenſtände in mitgebrachte Säcke.
Der Inhalt wurde ſodann mit den Offizieren geteilt.
Die römiſch=katholiſche Geiſtlichkeit wurde unhöflich, oft
brutal behandelt. So wurde der hochbetagte
Kanoni=
kus Dembica gezwungen, die Koſaken
perſön=
lich zu bedienen und ihnen Löffel und Meſſer aus
der Küche zu bringen. Es wurde mit ihm nur in kurzem,
barſchem Tone verkehrt. Die Geiſtlichen wurden vielfach
zur Oeffnung der Kirchen gewaltſam genötigt. In einem
Spital in Rzeszow wurden zwanzig erkrankte
öſterreichiſch=
ungariſche Soldaten aus den Betten gejagt, ein Beweis
dafür, daß ſelbſt Kranken gegenüber das primitivſte
Ge=
fühl der Menſchlichkeit nicht beobachtet wurde.
In vereinzelten Fällen waren Lebensmittel bezahlt
worden. Allerdings kam der Verkäufer meiſtens nicht
auf ſeine Rechnung, da er eine Quittung über den
rich=
tigen Empfang der Geldſumme ausſtellen mußte, ohne
den beſtätigten Betrag zu Geſicht zu bekommen. Wurde
tatſächlich gezahlt, ſo war dank des hinaufgeſchraubten
Rubelkurſes, der mit 3 Kronen 30 Heller beſtimmt iſt, der
Preis auf ein Minimum herabgedrückt. Auch Verkäufe
wurden von den ruſſiſchen Soldaten durchgeführt.
Na=
mentlich geraubte Kühe wurden den Bauern der
Nach=
barorte um einen Spottpreis zum Kaufe angeboten. War
der Preis bezahlt, ſo erklärte der Verkäufer, daß er ſich
die Sache überlegt hätte, und zog mit der Kuh und dem
Gelde davon. So wurden mit einer Kuh mehrere
Ver=
käufe durchgeführt, der ſchließliche Beſitzer blieb aber
im=
mer derſelbe ruſſiſche Soldat. Beſonders zu erwähnen iſt,
daß, wie aus einzelnen Bezirken gemeldet wird, Frauen
und Mädchen vergewaltigt worden ſind.
Die Erfolge im Oſten.
* Wien, 16. Okt. Die Blätter verzeichnen mit
leb=
hafter Genugtuung die Zurückwerfung von acht
ruſſiſchen Armeek orps in der Linie Iwangorod-
Warſchau durch die deutſchen Truppen und das Erſcheinen
der Deutſchen vor Warſchau. Das Deutſche Volksblatt
ſagt: Das iſt nach Lage der Sache ein ungeheurer
Er=
folg der die gemeinſamen Operationen unſerer und der
deutſchen Armeen in außerordentlich günſtigem Sinne
be=
einfluſſen muß. Der ſieggekrönte Generaloberſt v.
Hin=
denburg hat ſich mit dieſen neuen auf einer
außer=
ordentlich ausgedehnten Front mit rieſigen Heeren
errun=
genen Siegen einen neuen unverwelklichen Lorbeer um
die Heldenſtirne gewunden. — Mit beſonderer Bezugnahme
auf die Operationen gegen Warſchau ſchreibt
das Fremdenblatt: Das große, weltgeſchichtliche Drama,
das unſer Geſchlecht jetzt mit erlebt, iſt bei einem neuen
Akt angelangt. Es heißt: Die Befreiung von Warſchau.
Warſchau iſt heute noch eine Metropole des politiſchen
Genius; es wird gewiß mit Freude die Kunde
verneh=
men, daß die Retter aus der moskowitiſchen Sklaverei vor
vor den Toren der Stadt ſtehen. Dieſe Tatſache kann nicht
verfehlen, überall tiefſten Eindruck hervorzurufen. Jetzt
winkt nun dieſer Stadt die Hoffnung, aus langer Sklaverei
befreit zu werden. Nichtruſſiſche Truppen ſtehen vor der
Hauptſtadt des ehemaligen Königreiches Polen. Der
Traum, den Generationen erfolglos träumten, ſcheint
end=
lich in Erfüllung gehen zu wollen.
Englands Furcht vor einem deutſchen Einfall
in England.
* London, 16. Okt. Der militäriſche Mitarbeiter der
Times beſpricht die Möglichkeit eines deutſchen
Einfalles in England. Er halte einen Verſuch
dazu keineswegs für unw ahrſcheinlich. Die
Deut=
ſchen ſelbſt aber dürften zugeben, daß die Ausſicht auf ein
Gelingen gering ſei. Operationen zu Lande ließen
augen=
blicklich nicht annehmen, daß ſie binnen abſehbarer Zeit
zu einer günſtigen Entſcheidung für Deutſchland führen
würden. Die deutſchen Führer müßten einen Verluſt
von 50000 Mann als Preis ſchätzen, um die Ausſchiffung
der übrigen Truppen in England zu ſichern. — In einem
weiteren Artikel heißt es: Wir müſſen erwarten, daß wir
in unſerem Heimatlande angegriffen werden. Das kann
aber nur durch eine Truppenexpedition geſchehen. Die
Seeverteidigung eines Landes wie England bietet große
Schwierigkeiten, nicht nur, weil eine große Stärke wegen
der ausgedehnten Küſte notwendig iſt, ſondern auch, weil
die britiſchen Truppen auf dem Kontinent
ſind und wegen des Mangels eines nationalen
Heeres. Die Gefahr, die die Unterſeeboote bieten, hält
oft eine große Flotte von ihren Beſtimmungsorten fern.
Die Zeppeline und die Minen legen dem Admiral Jellicoe
eine große Verantwortung auf. So lange die Deutſchen
Fortſchritte machen, beſteht die Möglichkeit, daß ſie
Trup=
pen unter dem Schutze älterer Kriegsſchiffe an Land ſetzen
können, während die Hauptflotten an anderen Orten im
Kampfe ſind. Es gibt deutſche Häfen genug, wo eine
Vier=
telmillion Mann ſchnell eingeſchifft werden kann.
Antwer=
pens Schickſal zeigt, daß Deutſchland ſich in einem Gebiet
feſtzuſetzen ſucht, von wo es einen Schlag gegen
Englandrich ten kann. Aber das iſt nicht Strategie,
fondern Abenteurerhoffnung auf Glück. Je weniger
Chancen Deutſchland auf dem Feſtlande hat, um ſo eher
bereitet es einen Vorſtoß gegen England vor; aber um ſo
weniger Wahrſcheinlichkeit beſteht auch, daß es Glück hat.
Die Angriffe gegen Churchill.
* London, 16. Okt. Die Morning Poſt ſetzt ihre
Angriffe gegen Churchill fort. Das Blatt ſagt,
die Behörden Antwerpens betrachteten die Uebergabe als
unvermeidlich, aber Churchills Beſuch veranlaßte eine
Aenderung des Planes, da er verſprach, britiſche
Trup=
pen zur Verteidigung Antwerpens zu ſenden. Er ſandte
dann aber nur eine kleine Abteilung, darunter Freiwillige
von nur wenigen Wochen Ausbildung. Die Morning Poſt
betont, Churchill treffe die Verantwortung, denn er ſei
die Seele der Expedition nach Antwerpen geweſen. Das
Blatt lobt zwar Churchills mutige Haltung bei dem
Be=
ginn des Krieges, erklärt aber, nach dem, was geſchehen
ſei, müſſe man ſagen, daß ihn ſeine Eigenſchaften in der
jetzigen Stellung zu einer Quelle der Gefahr für
die Nation machen.
England und die Neutralen.
* Amſterdam, 16. Okt. Allgemeen Handelsblad
ſchreibt: Es iſt die Pflicht der Preſſe neutraler
Länder, ſich gegen die kriegführenden Länder
unpar=
teiiſch zu erweiſen und ſich alles deſſen zu enthalten,
was dieſe beleidigen könnte. Aber dieſe Verpflichtung
belaſtet die Preſſe der kriegführenden Länder mit
der gleichen Pflicht. Es muß ihr ſchlechterdings verboten
ſein, neutrale Länder herauszufordern oder zu beleidigen.
Das Handelsblad wendet ſich darauf gegen einen Artikel
in der Saturday Review, der vorſchlägt. England ſolle
Seeland während des Krieges pachten oder kaufen
und es an Belgien geben. Dies müſſe die künftige Grenze
Hollands ſein, wenn wieder die Rede vom Frieden ſei.
Handelsblad lenkt die Aufmerkſamkeit des britiſchen
Ge=
ſandten im Haag auf dieſe ſchändliche
Beleidi=
gung eines neutralen Landes, das ehrlich
be=
müht iſt, ſeine Pflicht gegen alle Nachbarn zu tun, und
das ſeine Neutralität zu eigenem großen Verluſt mit aller
Macht feſthält und den britiſchen Schiffbrüchigen und
In=
ternierten ſicher keinen Grund zu Klagen über Hollands
Neutralität gibt. Das Blatt fährt fort: Da unſere eigene
Regierung ſo ſtreng ſorgt, daß unſere Preſſe die
Neutra=
lität gegen England nicht verletzt, ſo möchten wir fragen,
ob nicht die britiſche Regierung die britiſche Preſſe
eben=
falls mahnen kann, Holland nicht zu beleidigen und zu
be=
ſchimpfen. Kann es eine größere Kränkung geben als den
Vorſchlag, Seeland, das mit Holland das Herz der
Niederlande bildet, von England kaufen zu laſſen
und hinzuzufügen, daß dieſe Grenze doch an
Bel=
gien fallen müſſe. Handelsblad wendet ſich dann
gegen die Stelle des Artikels des Saturday Review, daß
in Kriegszeiten das Recht dem Kriegsrecht weichen müſſe,
das das Recht des Stärkeren ſei, und ſagt: Wenn
Wochen=
ſchriften wie die Saturday Reviews ſo als roheſte
Militariſten ſchreiben, entſteht die Beſorgnis,
daß die Achtung vordem Völkerrecht in
Eng=
land bereits mehr als erſchüttert iſt. Die
neu=
tralen Staaten müſſen davon Kenntnis nehmen.
Handelsblad beſchäftigt ſich ferner mit einem Artikel
des Spektators, der bedauert, daß Holland neutral
geblieben ſei und nicht Partei für Deutſchland
ergriffen habe, da die Neutralität für England keine
Hilfe, ſondern nur eine Beläſtigung ſei. Handelsblad
ſchreibt dazu: Die Neutralität iſt ein ſchwerer Harniſch,
der wenig beſchirmt, aber unſäglich drückt. Jedenfalls
dürfte der Träger eines ſolchen Harniſchs, der das Schwert
nicht gebrauchen darf, nicht obendrein beleidigt werden.
Die Flüchtlinge in Enaland.
* Kopenhagen, 16. Okt. National Tidende
mel=
det aus London: Fortgeſetzt kommen noch belgiſche
Flüchtlinge an. In England ſind nur insgeſamt
etwa 160000 Perſonen. Tauſende von Heimen
öffnen ſich ihnen. 2500 verwundete belgiſche
Soldaten ſind geſtern angekommen. König Albert will
bei der Armee bleiben. Die Königin weigert ſich, ihn zu
verlaſſen. — Während eines Beſuches des Generals
Joffre im Hauptquartier warf ein deutſches
Flugzeug eine Bombe herab, die in der Nähe Poincarés
und Joffres niederfiel. Das deutſche Flugzeug wurde
von einem franzöſiſchen verfolgt und heruntergeſchoſſen.
Engliſch=ruſſiſche Berichterſtattung.
* London 16. Okt. Die Times verbreitet aus
Petersburg die für die engliſch=ruſſiſche
Berichterſtat=
tung charakteriſtiſche Meldung, die Deutſchen, die bis 15
Kilometer vor Warſchau vorgedrungen ſeien, wären
35 Kilometer zurückgeworfen worden. Der Fall von
Przemysl ſtehe unmittelbar bevor Einige
Außen=
forts ſeien bereits im Beſitz der Ruſſen.
Das Attentat in Bukareſt.
* Wien, 16. Okt. Zu dem Attentat in
Buka=
reſt gegen die Brüder Burton ſchreibt die Neue Freie
Preſſe: Die verbrecheriſche Tat beweiſt, wie hoch die
Er=
bitterung gegen England entflammt iſt.
Mord=
taten bleiben immer verwerfliche Mittel der Politik, aber
England hat ſie dadurch geheiligt, daß es an die Seite
Rußlands trat und damit dem Verbrechen von
Sera=
jewo die Sühne verweigert. Das Attentat iſt ein
flam=
mender Proteſt der Unterdrückten und eine Warnung an
England ſowie ein böſes Vorzeichen für ſeine Zukunft.
* Berlin, 16. Okt. Aus dem bisherigen Ergebnis
der Unterſuchung in Sachen des Attentats in
Bukareſt iſt mitzuteilen, daß der Attentäter die
Brü=
der Buxton ſchon in Sofia verfolgte. Er iſt ihnen dann
nach Bukareſt nachgereiſt. Er erklärt, keine
Mitſchul=
digen zu haben. Die Unterſuchung ergab noch kein
ſicheres Anzeichen dafür, daß er Mitſchuldige hat. Der
Attentäter gibt an, daß er bedauere, daß das Attentat
ge=
rade in Rumänien erfolgte, das er ſehr liebe, die
Ver=
antwortung trage er allein. Man nimmt an, daß er das
Attentat deshalb in Rumänien verübt hat, weil man in
Rumänien die Todesſtrafe nicht kennt.
Lügennachrichten in der Türkei.
* Konſtantinopel, 16. Okt. Der ſtellvertretende
Generaliſſimus der Armee veröffentlicht folgende
Bekannt=
machung: Soeben iſt feſtgeſtellt worden, daß in der
Be=
völkerung lügenhafte Gerüchte, eine Anzahl
tür=
kiſcher Kreuzer ſei verſenkt und Truppen ſeien in Midias
gelandet worden, verbreitet ſind. Die Regierung tat,
obgleich ſie neutral iſt, alles zur Verteidigung und zum
Schutz des Landes Notwendige, Anordnungen wurden
ge=
troffen, damit die Bevölkerung ſich durch derartige
bös=
willige Gerüchte nicht täuſchen läßt, und die Verfolgung
derjenigen wurde verfügt, die ſolche Geſchichten erfinden
und weiter erzählen. Jeder Ottomane iſt im Intereſſe
ſeines Vaterlandes verpflichtet, der Regierung die
Ver=
breiter falſcher Nachrichten unverzüglich anzuzeigen.
Der Aufſtand in Mazedonien.
* Wien 16. Okt. Die Südflawiſche Korreſpondenz
meldet aus Sofia: Bulgariſche Blätter veröffentlichen
Berichte über einen entſcheidenden Sieg, den die
auf=
ſtändiſchen bulgariſchen Mazedonier bei
Köprülü gegen ſerbiſche Truppen und ſerbiſche
Komi=
tatſchis errungen haben. In dieſen Kämpfen ſei der
ſer=
biſche Bandenchef Iwan Babunsk, der Präſident der
Na=
rodno Obrana für Mazedonien gefallen.
Das Erwachen Perſiens.
* Konſtantinopel, 16. Okt. Wie die Blätter
melden, iſt der frühere perſiſche Juſtizminiſter,
Prinz Mirza Riza, hier eingetroffen. Er ſoll Urlaub
erhalten haben und wird Konſtantinopel bald verlaſſen,
um ſich nach, Monaco zu begeben. Ein türkiſches Blatt
bringt eine Unterredung mit dem Prinzen, in der dieſer
erklärt, daß Perſien unter dem gegenwärtigen Schah
der ein ſtarkes Reich ſchaffen wolle, große
Fort=
ſchritte mache. Das Budget ſei in Ordnung gebracht.
Die perſiſche Staatsſchuld belaufe ſich auf ſechs Millionen
Pfund, was für ein ſo großes Land eine unbedeutende
Summe ſei. Für Reformen in Perſien ſei vor allem Geld
notwendig. Man plane den Abſchluß einer Anleihe,
die auch dazu dienen ſolle, die alten Staatsſchulden zu
bezahlen. Die Regierung werde Steuern einführen
ähnlich denjenigen in europäiſchen Ländern, denn
gegen=
wärtig gebe es mit Ausnahme der Zölle keine Abgaben in
Perſien. Der Schah bemühe ſich ſtändig, die türkiſch=
perſi=
ſchen Beziebungen enger zu geſtalten. Ein Beweis dafür
ſei die Verleihung des höchſten Ordens an den türkiſchen
Botſchafter Aſſim, der ebenfalls eifrig darauf hinarbeite,
brüderliche Bande zwiſchen beiden muſelmaniſchen
Regie=
rungen zu knüpfen. Dank den Bemühungen Aſſims
be=
ſtänden gegenwärtig herzliche Beziehungen, und es ſei klar
daß die beiden benachbarten Länder durch Religion
und=
gemeinſame Intereſſen verbunden, in Zukunft brüderlich
nebeneinander leben würden. Perſien benötige heute vor
allem eine Armee. Gegenwärtig arbeite eine beſondere
Kommiſſion zu dieſem Zwecke. Perſien werde bald eine
reguläre Armee in Stärke von 30000 Mann haben. Das
Land werde durch den gegenwärtigen Krieg ſehr
gewin=
nen. — Ikdam hebt die Bedeutung der Erklärungen des
Prinzen Mirza Riza hervor, die von den Ottomanen als
gutes Vorzeichen für die Beziehungen zwiſchen den beiden
Ländern aufgenommen würden. Das Blatt iſt überzeugt,
daß zwiſchen der Türkei und Perßen eine unerſchütterliche
Brüderlichkeit aufgerichtet wird.
* Berlin, 16. Okt. In der geſtrigen Sitzung des
Magiſtrats und der Stadtverordneten von
Greifs=
wald wurde einſtimmig beſchloſſen, dem Eroberer von
Antwerpen, General v. Beſeler, einem geborenen
Greifswalder, das Ehrenbürgerrecht zu verleihen.
* Berlin 16. Okt. Die philoſophiſche Fakultät
der Univerſität Halle hat den General von Stein, den
früheren Generalquartiermeiſter, zum Ehrendoktor
ernannt.
* Wien, 16. Okt. Um den ſich noch immer
mehren=
den Anſprüchen an die Wehrmacht entſprechen zu können,
und um einen möglichſt großen Beſtand von ausgebildeten
Wehrfähigen zu ſchaffen, wird nunmehr die Muſterung
der Landſturmpflichtigen erſten Aufgebots in
Ausſicht genommen, welche ergeben ſoll, ob die
Betreffen=
den derzeit wehrfähig ſind, d. i. zum Landſturmdienſte
mit Waffe geeignet erſcheinen. Die Muſterung wird ſich
alſo mit wenigen Ausnahmen grundſätzlich auf die in den
Jahren 1878 bis 1890 geborenen Landſturmpflichtigen
er=
ſtrecken, die bis einſchließlich 1913 bei ihrer Stellung und
Ueberprüfung als waffenfähig befunden oder im Wege der
Nachprüfung aus dem gemeinſamen Heere, der Landwehr
oder der Gendarmerie ausgeſchieden wurden.
* Wien 16. Okt. Wie aus dem Kriegspreſſequartier
amtlich gemeldet wird, ſind die im
Kriegspreſſequartier=
vereinigten Kriegsberichterſtatter am 13. Oktober
abends in der Feſtung Przemysl eingetroffen.
* Brüſſel, 16. Okt. Der Bürgermeiſter der ſeit faſt
zehn Wochen von den deutſchen Truppen beſetzten Stadt
Wemmel hat an den Generalgouverneur v. d.
Goltz=
ein Schreiben gerichtet, in dem er das Verhalten der
deutſchen Soldaten als durchaus tadellos
bezeichnet und in wärmſten Worten die
Gerechtig=
keitsliebe und die entgegenkommende, menſchenfreundliche
Haltung des Platzkommandanten, Oberſtleutnant v. B.,
hervorhebt. Die Bevölkerung Wemmels, die durch dieſes
Vorgehen von tiefſter Dankbarkeit erfüllt ſei, ſehe deshalb
der Zukunft vertrauensvoll entgegen.
* Kopenhagen, 16. Okt. Politiken meldet aus
London: Prof. Paros von der Univerſität Liverpool,
der von der ruſſiſchen Regierung eingeladen war, dem
ruſſiſchen Heere zu folgen, ſchildert das
Hauptquar=
tier, wo die Vertreter der ruſſiſchen, franzöſiſchen und
amerikaniſchen Preſſe verſammelt ſind. Der
Generalſtabs=
chef iſt einer der jüngſten ruſſiſchen Generale. Der Beſuch
des Kaiſers auf dem Kriegsſchauplatz war eine große
Be=
gebenheit; er ritt ohne Wache durch das Hauptquartier,
beſuchte die Verwundeten und teilte Orden aus.
* Konſtantinopel, 16. Okt. Der Tasvir=i=
Ef=
kiar beſtätigt, daß der frühere Kommandant der türkiſchen
Flotte, Admiral Limpus, in der ruſſiſchen
Schwar=
zen Meerflotte Dienſte genommen hat. Die
Nach=
richt macht in türkiſchen Kreiſen einen üblen Eindruck
und trägt lebhaft dazu bei, die Verſtimmung gegen
England zu verſchärfen.
Literariſches.
Vor uns liegt ein ſoeben erſchienenes Buch mit
dem Titel: Die belgiſchen Greueltaten gegen die
Deutſchen, der Franktireurkrieg und die Verwendung
von Dum=Dum= Geſchoſſen im Kriege 1914‟ (Verlag Otto
Guſtav Zehrfeld, Leipzig=R., Preis 60 Pfg.), das ein
reichhaltiges Material über die belgiſchen Scheußlichkeiten
enthält. Es liegt im vaterländiſchen Intereſſe, durch
weiteſte Verbreitung dieſer Schrift nicht nur im Inlande
ſondern auch im Auslande dafür zu ſorgen, daß allen
die Augen darüber geöffnet werden, mit welchen Mitteln
unſere Gegner kämpfen.
Schneehaube oder Kopfwärmer.
Erford.: Etwa 75 Gramm Wolle.
Die mit weicher, ſtarker Strickwolle (etwa in der
Stärke von Zephirwolle) und kräftigen Beinnadeln ganz
einfach hin= und hergehend gearbeitete Haube, die als
Kopfwärmer vorzügliche Dienſte leiſtet wird in 2 Teilen
hergeſtellt. Sehr empfehlenswert iſt die ſogenannte
Bären=
wolle in feldgrauer Farbe. Für den hinteren Teil ſtrickt
man auf 62 Anſchlagm. etwa 40 Touren im Rippenmuſter
bis 1. M. abgeh., die letzte M. links geſtrickt, im übrigen
abw. 2 R., 2 L., hierauf 2 Touren rechts, 1 Tour links,
1 Tour rechts, 1 Tour links, 2 Touren rechts, dann für
das einfache Muſter, 1. Tour: Die 1. und letzte M. wie
zuvor, abw. 2 R., 2 L. — 2. Tour: (rechte Seite der
Ar=
beit): Rechts. — 3. Tour: Abw. 2 L., 2 R. — 4. Tour:
Rechts. Man wiederholt nun dieſe 4 Touren noch 14 mal
und ſtrickt dann für den oberen Kopfteil hingehend rechts,
zurückgehend links weiter. Hierbei ſind in der 4. Tour
ſtets abw. 6 R. und für 1 Abn. 2 R. zuſ., zuletzt 4 R. zu
ſtricken. Nach je 3 Zwiſchentouren ohne Abn. werden
dieſe Abn. wiederholt, wobei ſich die M. vor dem 1. und
zwiſchen den folgenden Abn. vermindern. Zuletzt hat man
nur Abn. zu ſtricken und die letzten M. mit dem
Arbeits=
faden zu durchziehen. — Den vorderen Teil ſtrickt man in
derſelben Weiſe auf 58 Anſchlm. Nach den erſten 4
Mſttſ=
werden die M. auf 3 Nadeln verteilt (ſeitlich je 19, in der
M. 20 M.), in der nächſten hingehenden Tour kettet man
für die Oeffnung dieſe Mittelm. ab und ſetzt die Arbeit
auf den ſeitlichen M. 7 Mſtrſ. hoch fort. In der nächſten
Tour ſind nach den erſten 19 M. 20 M. neu aufzuſtricken;
auf ſämtlichen M. arbeitet man nun, dem anderen Teil
entſprechend, weiter, näht ſchließlich beide Teile zuſammen
und umhäkelt die Oeffnung mit ſeſten Maſchen, wobei der
untere Rand etwas einzuhalten iſt.
Erklärung der Abkürzungen:
Strickarbeit: M. — Maſche, abw. — abwechſelnd, R.
— Maſche rechts, L. — Maſche links, abgeh. — abgehoben,
Abn. — Abnehmen, Mſtrſ. — Muſterſatz, zuſ. —
zuſam=
men, Arb. gew. — Arbeit gewendet. — Bismarckſtr. 55I.
kann ein Muſter angeſehen werden.
Nummer 286.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Seite 7.
Verluſtliſte (aus Nr. 51).
Leib=Grenadier=Regiment Nr. 8, Frankfurt a. O.
WWasmuel am 24., Bry am 27. und 28. Aug. und am 8.
und 9. Sept. und Oſtel vom 18. bis 27. Sept.
II. Bataillon.
7. Kompagnie: Lt. v. Weſtrell, Darmſtadt, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 17.
I. und II. Bataillon, Potsdam.
Therney en Dormois vom 16. bis 22., Maſſeng u. Paliſeul
mm 22., Maiſſin am 23., Floing am 24., Glaire am 25.,
SSedan, Noyers am 27., Angecourt am 28. und Tamrey
(am 31. Aug., Briſſon am 6. und Favreſſe vom 7. bis 10. Sept.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Wehrm. Ludwig Lang, Offen=
Abach, vw.
2. Kompagnie: Wehrm. Rudolf Hilgert, Offen=
Abach, vw.; Wehrm. Julius Alt, Offenbach, vw.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Wehrm. Phil. Konradt,
Wein=
heim, vw.; Gefr. Johann Schmidt, Bretzenheim, vw.;
U.=O. Herm, Greisler, Bingen, vw.
7. Kompagnie: Wehrm. Wilh. Siegel,
Binger=
brück, vw.; Wehrm. Bernhard Florath, Bingerbrück, vm.
Infanterie=Regiment Nr. 29, Trier.
Somme=Py und Montyon am 3., Blaci am 6. und 8.,
Vitry le Frangois vom 6. bis 10., Perthes am 15. und
Souain vom 13. bis 17. Sept.
I. Bataillon.
3. Kompagnie: Musk. Heinr. Schreiber, Mainz,
vw.; Musk. Heinrich Schreiber, Mainz, vm.
III. Bataillon.
11. Kompagnie: Musk. Jakob Weißenſtein,
Wintersheim, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 53, Cöln.
Namur am 22. und 23. Aug. und Joches bei Châlons
am 8. Sept.
III. Bataillon.
10. Kompagnie: Tambour Heinr. Heimbecher,
Grebenau, vw.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 70.
I. Bataillon, Bitſch.
Schnierlach am 2., Luvigny am 15., Veraincpurt am 17.
und Allarmont am 19. Sept.
1. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Arnold Bullerdiek,
Worms, angebl. ſchwer verw. in Gefangenſchaft geraten.
Infanterie=Regiment Nr. 87, Mainz.
Scy am 30. Aug., St. Jean am 3., Pargny vom 6. bis
8., Maurupt am 9. und Le Monteau am 10. Sept.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Einj.=Freiw. Gefr. Karl Gärtner,
Lorſch, lv.; Musk. Karl Kleſy, Mainz, lv.
2. Kompagnie: Musk. Jakob Schmidi I.,
Kelſter=
bach, lv.; Einj.=Freiw. Gefr. Max Frejer, Mainz, lv.;
3. Kompagnie: Musk. Joh. Böhn, Hainſtadt, t.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 87.
Sermaize les Bains am 7., Mogneville am 8. und 9.,
Contriſſon am 9. u. 10., Andernay am 10., Cernay am 15.
u. 17. und Ville=ſur=Tourbe am 15., 18. u. 19. Sept.
I. Bataillon, Mainz.
1. Kompagnie: Off.=St. Zickel, ſchv.; Wehrm.
Konrad Kraus, Haingründau, lv.; U.=O. Heinr.
Brei=
dert, Langen, t.; Wehrm. Johannes Weber, Neu=
Iſenburg, ſchv.
3. Kompagnie: Wehrm. Joſeph Wetterhahn,
Hetzbach, lv.; U.=O. Guſtav Kraft, Wolfskehlen, vm.
4. Kompagnie: U.=O. Hermann Wilhelm Baas,
Worms, lv.; Musk. Wilhelm Hetterich, Nonnenroth, lv.
II. Bataillon, Limburg a. L.
6. Kompagnie: Wehrm. Ludwig Coy,
Darm=
ſtadt, vm.
8. Kompagnie: Wehrm. Auguſt Baldus,
Bü=
dingen, lv.; Wehrm. Wilhelm Strunk, Erbach, vm.
III. Bataillon, Mainz.
11. Kompagnie: Reſ. Phil. Schmitt, Rödgen, vm.
12. Kompagnie: U.=O. Karl Henkel, Kirtorf, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 116, Gießen.
Brabant am 13. 9. 14.
4. Kompagnie: Musk. Edelmann, lv., bei der
8. Komp. des Reſ.=Inf.=Rgt. Nr. 116.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 116,
Darmſtadt und Gießen.
Tremblois am 24., Mouzon und Beaumont am 28. 8.,
Brabant am 7. und Binarville am 15. und 16. 9. 14.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Oberlt. d. Reſ. Friedrich
Wei=
mer, Gießen, vw.; Lt. d. Reſ. Konrad Huhn, Gießen,
vw.; Reſ. Georg Burger, Waſchenbach, vw.; Reſ. Aug.
Nicklas, Ebersberg, vw.; Vizef. Joſef. Moufang,
Offenbach, t.: U.=O. Rudolf Herzog, Heßloch, vw.;
U.=O. Friedrich Wahl., Münzenberg, vw.; Gefr. Friedrich
Sonnthal, Bockenheim, vw.; Gefr. Balthaſar Grimm,
Babenhauſen, vw.; Reſ. Peter Anthes, Arheilgen, vw.;
Reſ. Ludwig Anthes, Arheilgen, vw.; Wehrm. Wilh.
Bitter, Darmſtadt, vw.; Reſ. Chriſtoph Bärenz,
Lan=
gen, t.; Wehrm. Otto Creter, Darmſtadt, vw.: Reſ.
Philipp Dehmer, Eberſtadt, vw.: Wehrm. Heinrich
Dangemann, Gau=Odernheim, vw.; Wehrm. Johann
Hartmann, Hammelbach, vw.: Wehrm. Friedrich
Hintermeyer, Eberſtadt, vw.; Wehrm. Otto Heim,
Homberg, vw.; Reſ. Johann Heng, Mainflingen, vw.;
Reſ. Chriſtian Jockel, Wixhauſen, vw.: Reſ. Georg
Jäger, Pfungſtadt, vw.; Wehrm. Georg Kredel,
Schlierbach, vw.; Wehrm. Richard Kraft, Offenbach a.
M., vw.; Reſ. Karl Kreike meyer, Darmſtadt, vw.;
Wehrm. Auguſt Kaiſer, Mühlheim, vw.; Reſ. Franz
Knecht, Mainflingen, vw.; Reſ. Friedrich Kern,
Eber=
ſtadt, vw.; Reſ. Ludwig Kaiſer, Eberſtadt, vw.; Reſ.
Peter Kail, Groß=Bieberau, vw.; Reſ. Daniel Müller,
Eberſtadt, vw.; Gefr. Karl Meidinger, Eberſtadt, vw.;
Wehrm. Pet. Schnall, Bieber, vw.; Reſ. K. Schwarz,
Darmſtadt, vw.; Reſ. Friedrich Schönbein,
Pfung=
ſtadt, vw.; Reſ. Joſ. Wolter, Griesheim, vw.; Wehrm.
Hugo Winkler, Offenbach a. M., vw.; Gefr. Wilhelm
Ackermann. Ober=Ramſtadt, vm.; Gefr. Georg Knöpp,
Offenbach a. M., vm.; Wehrm. Richard Beſt, Darmſtadt,
vm.; Wehrm. Chriſtian Crößmann, Pfungſtadt, vm.;
Wehrm. Heinrich Feix, Offenbach a. M., vm.; Wehrm.
Karl Fritz, Offenbach a. M., vm; Wehrm. Ludw. Fuchs,
Pfungſtadt, vm.; Reſ. Georg Guthier, Darmſtadt, vm.;
Wehrm. Peter Jäger, Offenbach a. M., vm.; Wehrm.
Jakob Klein, Dorndiel, vm.; Reſ. Konrad
Kauf=
mann, Pfaffenbeerfurth, vm.; Wehrm. Georg Leiß,
Traiſa, vm.; Wehrm. Wilhelm Müller, Offenbach a.
M., vm.; Reſ. Heinrich Schröbel, Ober=Ramſtadt, vm.;
Wehrm. Friedrich Weber, Offenbach a. M., vm.; Reſ.
Ludwig Werkmann, Darmſtadt, vm.
2. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Friedrich Biſchoff,
Bensheim, vw.: U.=O. Jakob Albert, Roßdorf, lv.;
U.=O. Karl Stier, Darmſtadt, lv.; U.=O. Wolf
Süßen=
berger, Jugenheim, Kr. Bingen, lv.; Reſ. Hch.Gleißner,
Kirtorf, lv.; Reſ. Georg Roth, Eſchollbrücken, lv.; Reſ.
Otto Se lzer, Offenbach, lv.; Gefr. Eduard Acker, Lorch,
lv.; Reſ. Konrad Eichhorn, Egelsbach, lv.; Reſ.
Fried=
rich Göttmann, Darmſtadt, lv.; Gefr. Johannes
Kalb=
fleiſch, Elbenrod, lv.; Gefr. Hermann Neuſchulz,
Helmſtedt, lv.; Gefr. Alfred Heider, Born, lv.; Gefr.
Heinrich Geibel, Darmſtadt, lv.; Reſ. Philipp
Hof=
mann, Steinbuch, lv.; Reſ. Heinrich Kunz,
Schneppen=
hauſen, lv.; Gefr. Bernhard Meykemper, Alzey, lv.;
Reſ. Philipp Plöſſer, Fränkiſch=Crumbach, lv.; Gefr.
Wilhelm Simon, Darmſtadt, lv.; Reſ. Karl Klüter,
Offenbach, lv.; Gefr. Wilhelm Schneider, Neu=
Iſen=
burg, lv.; Gefr. Friedrich Köhler, Gau=Odernheim, lv.;
Reſ. Albert Pappenheimer, Dornheim, t.: Gefr.
Louis Wittich, Neu=Iſenburg, lv.; Reſ. Heinrich
Burk=
hardt, Nieder=Ramſtadt, lv.; Reſ. Ludwig Zeiß,
Roß=
dorf, lv.; Gefr. Georg Klappich, Schneppenhauſen, lv.;
Reſ. Karl Ziegler, Mainz, lv.; Reſ. Georg Schmidt,
Eifa, lv.; Reſ. Johann Geyſer, Darmſtadt, lv.; Reſ. Joſef
Büttner, Neu=Iſenburg, lv.; Reſ. Chriſtian Grimm,
Zellhauſen, lv.; Reſ. Philipp Heß, Weiterſtadt, vm.; Gefr.
Franz Adlon, Offenbach, vm.; Gefr. Philipp
Hof=
mann, Darmſtadt, vm.; Gefr. Peter Sattler,
Rem=
brücken, vm.; Reſ. Sebaſtian Gerfelder, Froſchhauſen,
vm.; Reſ. Georg Herbert, Bieber, vm.; Reſ. Heinrich
Koch, Darmſtadt, vm.; Reſ. Otto Klinkel, Offenbach,
vm.; Reſ. Johann Lahd, Erbesbüdesheim, vm.: Reſ.
Philipp Vetter, Ellenbach, vm.; Reſ. Heinrich Müller,
Neu=Iſenburg, vm.; Reſ. Heinrich Ruß
Darm=
ſtadt, vm.: Reſ. Hermann Rappold, Wimpfen,
vm.; Reſ. Ludwig Seidel, Offenbach, vm.; Gefr. Otto
Bürkel, Offenbach, vm.; Gefr. Andreas Ott,
Oberts=
hauſen, vm.; Reſ. Heinrich Traum, Darmſtadt, vm.;
Gefr. Johannes Dippel, Hergersdorf, vm.; Gefr. Auguſt
Schreiber, Partenheim, vm.; Reſ. Karl Seemann,
Darmſtadt, vm.; Reſ. Johann Werkmann, Arheilgen,
vm.; Reſ. Emil Münk, Eberſtadt, vm.
3. Kompagnie: Vizef. d. Reſ. Louis Müller
Friedberg t.; Vizef. Hermann Zeh, Ober=Ramſtadt, lv.;
U.=O. d. Reſ. Adam Moch, Darmſtadt, lv.; Reſ. Karl
Paul, Offenbach a. M., lv.; Gefr. Joſef Blech,
Darm=
ſtadt, lv.; Gefr. Herm. Hertenſtein, Frieſenheim, lv.;
Reſ. Jakob Hofmann, Ober=Ramſtadt, lv.; Reſ. Ludwig
Schwarz. Darmſtadt, lv.; Reſ. Val. Repp, Darmſtadt,
lv.; Reſ. Philipp Diefenbach, Griesheim, lv.; Reſ.
Heinrich Schecker, Griesheim, lv.; Reſ. Heinrich Bock,
Offenbach a. M., lv.; Reſ. Wilh. Odie, Offenbach a. M.,
lv.; Reſ. Joh. Georg Feick, Sickenhofen, lv.; Reſ. Phil.
Schaf, Griesheim, lv.; Reſ. Joh. Wolrab, Offenbach,
lv.; Reſ. Heinrich Lied, Darmſtadt, lv.; Reſ. Karl Rinn,
Hendelheim, lv.; Gefr. d. Reſ. Jakob Lied, Darmſtadt,
lv.; Reſ. Karl Jung, Lollar, lv.; Reſ. Heinrich Reitz,
Nieder=Ramſtadt, lv.; Reſ. Chriſtian Egly, Darmſtadt,
lv.; Reſ. Joh. Adam Hermann, Offenbach a. M., lv.;
Reſ. Konrad Mucrochs, Sprendlingen, lv.; Reſ. Phil.
Eckhard, Darmſtadt, lv.; Reſ. Ernſt Hühnergarth,
Beſſungen, lv.; Reſ. Karl Schäfer, Sprendlingen, lv.;
Reſ. Johann Blümler, Babenhauſen, t.; Reſ. Heinrich
Geriſch, Gadernheim, lv.; Reſ. Ernſt Berghauer,
Pfungſtadt, lv.; Reſ. Jakob Luisler, Pfungſtadt, lv.;
Reſ. Chriſtoph Becker, Pfungſtadt, lv.; Reſ. Joh.
Guß=
mann, Eberſtadt, lv.; Reſ. Karl Kirſchner, Eberſtadt,
lv.; Reſ. Karl Bock, Habitzheim, lv.: Reſ. Wilh.
Ger=
hardt, Sprendlingen, lv.: Reſ. Wilh. Schlapp,
Sprend=
lingen, lv.; Reſ. Georg Böhm, Wackernheim, t.; Reſ.
Ludwig Wirth, Darmſtadt, lv.; Reſ. Jakob Abel,
Darm=
ſtadt, lv.; Reſ. Karl Witzel, Offenbach, lv.; Reſ. Fritz
Roth, Gernsheim, lv.; Reſ. Peter Wolferſtädter,
Sprendlingen, lv.; Reſ. Karl Plöſſer, N.=Beerbach, t.;
Reſ. Herm. Heil, Sprendlingen, t.; Horniſt Reſ. Adam
Schnitzſpahn, Gräfenhauſen, lv.; Gefr. d. Reſ. Karl
Seibert, Darmſtadt, lv.; Reſ. Georg Handſchuh,
Roßdorf, vm.: Reſ. Karl Andretzky, Offenbach, lv.;
Reſ. Willy Joſeph, Eberſtadt, t.; Reſ. Heinrich
Drein=
cher, Roßdorf, lv.; Reſ. Ludwig Emich, Roßdorf, lv.;
Reſ. Phil. Hamm, Worfelden, lv.; U.=O. d. Reſ. Friedrich
Günther, Worms, vm.; Reſ. Joh. Glohoeker,
Obertshauſen, vm.; Reſ. Heinrich Matthes,
Sprend=
lingen, vm.; Reſ. Faß, vm.; Reſ. Friedrich Berſch,
Darmſtadt, vm.; Reſ. Karl Beck, Sprendlingen. vm.; Reſ.
Adam Hartmann, Mosbach, vm.; Reſ. Heinrich
Vo=
gel, Traiſa, vm.; Reſ. Otto Wundenberg, Darmſtadt,
vm.; Reſ. Georg Nickel, Pfungſtadt, vm.; Gefr. d. Reſ.
Peter Götz, Pfaffenberfurth, vm.; Reſ. Joſ. Schmidt I.,
Diedesheim, vm.; Gefr. d. Reſ. Peter Walther,
Michel=
ſtadt, vm.; Reſ. Adam Walter, Heringen, vm.; Reſ.
Ludwig Brand, Offenbach, vm.; Reſ. Karl
Grüne=
berg, Offenhach, vm.; Gefr. d. Reſ. Georg Vogler,
Sprendlingen, vm.; Reſ. Phil. Schwimm, Nieder=
Beerbach, vm.; Reſ. Ludwig Schlegel, Offenbach, vm.;
Reſ. Gregor Joh. Heng, Mainflingen, vm.; Reſ. Georg
Roß, Nieder=Beerbach, vm.; Reſ. Hummel, vm.
4. Kompagnie: Oberlt. Paul v. Lyncker,
Darm=
ſtadt, ſchv.; Reſ. Heinrich Hock, Dieburg, t.; U.=O. d.
Landw. Wilhelm Freund, Worms, vw.; San.=U.=O.
Ludwig Gauzert, Bickenbach, vw.; U.=O. d. Landw.
Ludwig Mampel, Arheilgen, vw.; Gefr. d. Reſ. Peter
Gründling, Seligenſtadt, vw.; Gefr. d. Landw.
Wil=
helm Gunder, Darmſtadt, vw.; Wehrm. Ludwig
Rein=
heimer, Dieburg, vw.; Wehrm. Johann Schäfer II.
König, vw.; Wehrm. Friedr. Schäfer II., Darmſtadt, vw.
Reſ. Johann Knies, Mainflingen, vw.; Wehrm. Guſtav
Jacob, Eberſtadt, vw.; Wehrm. Karl Wenz el, Leuſel,
vw.; Gefr. d. Reſ. Karl Rapp Groß=Steinheim, vw.;
Gefr. d. Reſ. Karl Buſch, Groß=Steinheim, vw.; Wehrm.
Georg Poth, Zeilhardt, t.; Wehrm. Jakob Schmidt 1.,
Arheilgen, t.; Wehrm. Karl Muche, Hering, vw.; Reſ
Sebaſtian Windholz, Lochhauſen, t.; Wehrm. Philipp
Heck 2., Erzhauſen, vw.; Wehrm. Heinrich Tempel,
Wilmshauſen, vw.; Wehrm. Gg. Vierheller,
Darm=
ſtadt, vw.; Wehrm. Georg Hübner, Darmſtadt, t.;
Wehrm. Ludw. Kirchner, Roßdorf, vw.; Horniſt Ad.
Hahn, Weiterſtadt, vw.; Wehrm. Adam Armbrüſter,
Düdesheim, vw.; Wehrm. Heinrich Krichbaum,
Lau=
denau, vw.; U.=O. d. Landw. Karl Bert, Rohrbach, vw.;
Wehrm. Georg Meiſter, Darmſtadt, lv.; Wehrm. Georg
Fiſcher 3., Darmſtadt, vw.; Wehrm. Adam May, Höchſt
i. Odw., vw.; Reſ. Heinrich Hirſch, Weiterſtadt, vw.;
U.=O. d. Landw. Peter Roth, Groß=Steinheim, vw.;
Wehrm. Valentin Schmidt 3., Hammelbach, t.; Reſ. Hch.
Bohländer, Klein=Steinheim, vm.; Reſ. Gg. Frank,
Nieder=Beerbach, vm.; Gefr. d. Landw. Georg
Schell=
haas, Darmſtadt, vm.; Reſ. Mathäus Rühl 2.,
Seligen=
ſtadt, vm.; Reſ. Heinrich Rückert 2., Klein=Krotzenburg
vm.; Wehrm. Heinrich Götz, Arheilgen, vm.; Wehrm.
Peter Volz 1., Arheilgen, vm.; Wehrm. Friedrich Repp,
Arheilgen, vm.; Reſ. Otto Maudler, Heuchelheim, vm.;
Wehrm. Philipp Roſignol, Roßdorf, vm.; Wehrm.
Karl Becker 1., Roßdorf, vm.; Wehrm. Wilhelm Kunz,
Offenbach, vm.; Reſ. Philipp Weuchel, Meſſel, vm.; Reſ.
Adam Stern, Ober=Ramſtadt, vm.; U.=O. d. Landw.
Karl Rühl 1., Darmſtadt, vm.; Reſ. Frd. Stelzer 1.,
Darmſtadt, vm.; Wehrm. Emil Neeb, Darmſtadt, vm.;
Wehrm. Ferdinand Müller 2., Offenbach, vm.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Musk. Konrad Becker, Ober=
Ofleiden, t.; Gardiſt Wilhelm Dietz, Ruppertsburg, t.;
Vizef. Eugen Fiſchbach, Gießen, t.: Musk. Wilhelm
Fölſing, Crainfeld, t.; Gefr. Karl Häuſer, Nieder=
Weiſel, t.; Reſ. Georg Muſch, Aſſenheim, t.; Gefr.
Wil=
helm Schneider, Annerod, t.; Gardiſt Georg Euler,
Gießen, lv.; U.=O. Adam Wicke, Wolfsgruben, t.; U.=O.
Karl Friedrich, Zell, lv.; Musk. Karl Gringel,
Wah=
len, lv.; Musk. Emil Hock, Gießen, lv.; Musk. Wilhelm‟
Lamp, Inheiden, t.; U.=O. Heinrich Becker, Arnshain,
ſchv.; Gefr. Lorenz Fleiſchhauſer, Nieder=Ofleiden,
lv.; U.=O. Karl Fritz, Schotten, lv.; Gardefüſ. Hermann
Neeb, Hopfmannsfeld, lv.; Gefr. Ludwig Seim,
Otter=
bach, lv., jedoch dienſtfähig; U.=O. Friedrich Rodrian,
Bechtheim, lv.; Wehrm. Ludwig Kaufmann, Büdingen,
ſchv.; Musk. Friedrich Aab, Nieder=Gemünden, vm.; Gefr.
Karl Alles, Lich, vm.; Horniſt Ludwig Balſer,
Burk=
hardshauſen, vm.; Musk. Johann Berting, Salz, vm.;
Musk. Heinrich Boß, Hopfmannsfeld, vm.; Musk. Heinr.
Diehl, Hopfmannsfeld, vm.; Musk. Heinr. Döll,
Wal=
lenrod, vm.; Musk. Georg Druleib, Salz, vm.; Gardiſt
Georg Enders, Appenrod, vm.; Musk. Georg Fehl,
Freienſteinau, vm.; U.=O. Heinrich Hofmann,
Schot=
ten, vm.; Gardiſt Friedrich Krämer, Ruttershauſen, vm.;
Gardiſt Heinrich Kromm, Schotten, vm.; Gardiſt Konrad
Möller, Udenhauſen, vm.; Musk. Georg Ochs,
Wil=
lofs, vm.; Musk. Karl Ruppel, Hopfmannsfeld, vm.;
Musk. Johannes Schäddel, Freienſteinau, vm.; Gefr.
Valentin Schenk, Nieder=Stoll, vm.; Musk. Heinrich
Schlörb, Schotten, vm.; Wehrm. Georg Kißler (fr.
9. Komp.), Nieder=Weiſel, vm.; Reſ. Wilhelm Altvater,
Stammheim, vm.; Reſ. Friedrich Vogt, Petterweil, vm.
6. Kompagnie: Wehrm. Karl Brock,
Ettinghau=
ſen, vw.; Wehrm. David Rönſel, Lauterbach, vw.; Reſ.
Georg Damm, Stangenrod, vw.; Wehrm. Karl
Dah=
mer, Kaulſtoß, vw.; Reſ. Heinrich Die tz, Metzlos=Gehag,
lv.; Wehrm. Johann Eifert, Weidmoos, lv.; Wehrm.
Konrad Eifländer, Eulendorf, lv.; Reſ. Auguſt
Ei=
fert, Metzlos=Gehag, lv.; Reſ. Heinrich Falk, Elbenrod,
lv.; Gefr. Karl Fehl, Gunzenau, lv.; Gefr. Hch. Fauſt,
Brauerſchwend, lv.; Gefr. Johannes Haber, Udenhauſen,
lv.; Wehrm. Wilhelm Hofmann, Keſſelbach, lv.; U.=O.
Ludwig Jung, Salz, lv.; Wehrm. Andreas Karl,
Ober=
moos, lv.; Gefr. Adolf Knapp, Darmſtadt, ſchv.; Wehrm.
Karl Kraft, Altenſchlirf, lv.; Wehrm. Johann Lampe,
Gau=Bickelheim, lv.; Wehrm. Karl Koch, Alsfeld, t.; Reſ.
Engelbert Leinberger, Herbſtein, lv.; Wehrm. Adam
Lotz, Betzenrod, lv.; Reſ. Fritz Lich, Londorf, lv.; Wehrm.
Heinrich Lich, Londorf, t.: Gefr. Albrecht Mehring,
Schotten, lv.; Reſ. Karl Möll, Röthges, lv.; Wehrm.
Karl Möller, Altenſchlirf, lv.; Wehrm. Friedrich
Reh=
berger, Gunzenau, lv.; U.=O. Wilhelm Rauft,
Geils=
hauſen, lv.; Vizef. Ludw. Saxer, Hochheim, lv.; Wehrm.
Johannes Schell, Bannerod, lv.: Wehrm. Ludwig
Schwahn, Alsfeld, t.; Wehrm. Hermann Tröller,
Groß=Eichen, lv: Wehrm. Benedikt Traud, Herbſtein,
lv.; Reſ. Otto Senkler, Rebgeshain, lv.; Gefr. Georg
Schieferſtein, Ober=Beſſingen, lv.; Wehrm. Heinrich
Scharf, Lollar, ſchv.; Reſ. Heinrich Schaaf, Feldkrücken,
ſchv.; Vizef. Heinrich Schmidt, Bobenhauſen, ſchv.; Reſ.
Heinrich Wolf, Allendorf, ſchv.; Reſ. Karl Wagner,
Oberſchmitten, ſchv.: Wehrmann Friedrich Wilhelm,
Alsfeld, ſchv.; Reſ. Wilhelm Wirth, Oberſchmitten, ſchv.;
Wehrm. Wilhelm Wagenbach, Heuchelheim, t.; Wehrm.
Karl Wagner, Saaſen, t.; Reſ. Heinrich Zecher,
Stau=
fenberg, lv.; Gefr. Heinrich Görnert, Queckborn, lv.;
Feldw. Heinrich Zögner, Rainrod, lv.; Wehrm. Friedr.
Völſing, Ahringshauſen, ſchv.; Gefr. Karl Herget,
Nieder=Ohmen, lv.; Wehrm. Heinrich Bach, Bollenbach, t.;
Gefr. Ad. Brummer, Fränkiſch=Crumbach, lv.; Wehrm.
Friedrich Michel, Hoch=Weiſel, lv.: Reſ. Friedrich
Eckart, Dauernheim, lv.; Reſ. Karl Heinrich Zinn,
Düdelsheim, lv.; Wehrm. Friedrich Steinmüller,
Allendorf a. d. Lahn, lv.; Wehrm. Heinrich Binz,
Allen=
dorf, vm.: Gefr. Franz Becker 1., Wolfsheim, vm.;
Wehrm. Karl Bernhard, Herchenhain, vm.; Wehrm.
Friedrich Becker, Laubach, vm.; Reſ. Ludw. Fab el,
Londorf, vm.; Wehrm. Johannes Helwig, Otterbach,
vm.; Reſ. Konrad Horſt, Sellnrod, vm.; Wehrm. Heinr.
Müller, Wetterfeld, vm.: Wehrm. Heinrich Muhl,
Queck, vm.: U.=O. Karl Peter, Odenhauſen, vm.; Gefr.
Friedrich Rockel, Schlechtenwegen, vm.; Wehrm. Hch.
Röhrig, Homberg a. d. Ohm, vm.: Wehrm. Hermann
Stumpf, Wetterfeld, vm.; Wehrm. Rich. Steller,
Laubach, vm.; Reſ. Karl Schmiermund, Rainrod, vm.;
Reſ. Auguſt Tröller, Groß=Eichen, vm.; Wehrm.
Wil=
helm. Wagenbach, Heuchelheim, tödl. verungl;. Wehrm.
G. Wahl, Gießen, vm.; Wehrm. J. Zinn, Reuters, vm.
7. Kompagnie: Gefr. Karl Martin,
Gonters=
hauſen, vw.; Reſ. Otto Eich, Ober=Lais, vw.; Wehrm.
Karl Volz, Steinberg, vw.; Ref. Wilhelm Gleis,
Mit=
telſeemen, vw.; Wehrm. Ludw. Joh. Schäfer,
Stein=
berg, t.; Wehrm. Karl Walter, Garbenteich, t.; Wehrm.
Theodor Handſtein, Appenrod, t.; Reſ. Karl
Hüh=
nergarth, Helpershain, vw.; Reſ. Georg Scharmann,
Ulrichſtein, vw.; Wehrm. Heinr. Linker, Breungeshain,
vw.; Wehrm. Heinrich Appel, Eſchenrod, vw.; Gefr. K.
Binz, Leihgeſtern, vw.; Wehrm. Georg Brück,
Leih=
geſtern, vw.; Gefr. Karl Ludwig Böcher, Atzenhain, vw.;
Reſ. Johs. Schmalbach, Rebgeshain, vw.; Wehrm.
Karl Knöß, Stumpertenrod vw.; Wehrm. Heinrich
Rauſch, Vadenrod, vw.; Wehrm. Heinrich Belloff,
Beuern, vw.; Wehrm. Hermann Schafer, Lauter, vw.;
Gefr. Wilhelm Bender, Gießen, vw.; Wehrm. Heinrich
Böck, Unter=Lais, vw.; Wehrm. Karl Reinemer,
Glas=
hütten, vw.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Seng, Atzenhain, vw.;
Reſerviſt Heinrch Fleiſchhauer Haarhauſen, vw.;
Reſ. Ludwig Hoffmann 2., Heuchelheim, vw.; U.=O. der
Reſ. Heinrich Leun, Großen=Linden, vw.; Reſ. Ludwig
Faber, Großen=Linden, vw.; Tambour G. Schmandt,
Steinberg, vw.; Reſ. Ludwig Rodemer, Lauterbach,
vw.; Gefr. Heinrich Liſtmann, Romrod, vw.; Wehrm.
Friedrich Bock, Grünberg, vw.; Wehrm. Wilhelm Rühl,
Alten=Buſeck, vw.; Wehrm. Johannes Step pler,
Uden=
hauſen, vw.; Wehrm. Louis Sommer, Staufenberg,
vw.; Wehrm. Heinrich Fiſcher, Elpenrod, t.; Reſ. Karl
Hof, Gedern, vw.; Reſ. Heinrich Falk, Udenhauſen, vw.;
Gefr. d. Reſ. Philipp Rau, Trohe, vw.; Reſ. Karl Dörr,
Storndorf, vw.; Reſ. Georg=Heinrich Schnell, Schwarz,
vw.; Wehrm. Karl Ruhl, Ehringshauſen, vw.; Wehrm.
Heinrich Georg Lang, Lardenbach, vw.; Wehrm. Otte
Reuter, Großen=Buſeck, vw.; Wehrm. Heinr. Deckert
Burg=Gemünden, vw.; Reſ. Walter Auguſt Stockfiſch,
Bad Nauheim, vw.; Wehrm. Otto Veith, Heuchelheim,
vw.; Wehrm. Wilhelm Nöthe, Friedberg, vw.; Wehrm.
Friedrich Karl Grunner, Groß=Karben, vm.; Gefr. d.
Reſ. Wilhelm Wild, Sellnrod, vm.: Reſ. Wilh. Traum,
Sellnrod, vm.; Reſ. Karl Becker, Michelbach, vm.; U.=O.
d. Reſ. Guſtav Auguſt Heinrich Weller, Wieſeck, vm.;
Reſ. Joh. Friedr. Günther, Stumpertenrod, vm.;
Ge=
freiter Johann Heß, Leihgeſtern, vm.; Reſ. Karl Lenz,
Lumda, vm.; Wehrm. Wilhelm Weber Heuchelheim,
vm.; Wehrm. Hermann Reuſchling, Heuchelheim, vm.;
Wehrm. Jakob Wilhelm Schäfer 2., Grünberg, vm.;
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Nummer 286.
Wehrm. Louis Kehl, Oppenrod, vm.; Wehrm. Heinrich
Schmidt, Ober=Seemen, vm.; Reſ. Karl Eiffert,
Schwarz, vm.; Reſ. Philipp Müller, Hauſen, vm.; Reſ.
Wilhelm Feller, Großen=Linden, vm.; Reſ. Heinrich
Well, Reuters, vm.; Reſ. Karl Wilhelm Andermann,
Klein=Linden, vm.; Reſ. Werner Ha bermehl, Schwarz,
vm.; Reſ. Heinrich Friedrich Hoffmann, Eſchenrod,
vm.; Reſ. Heinrich Boß, Rebgeshain, vm.; Reſ. Heinrich
Buchenau, Udenhauſen, vm.; Reſ. Hermann Kühl,
Gießen, vm.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Gerhard, Gießen,
vermißt.
8. Kompagnie: Gefr. Hugo Funk, Garbenteich
lv.; Musk. Karl Hamel, Zell, lv.; Musk. Wilhelm
Fel=
ſinger, Utphe, vw.; Musk. Johann Stieler,
Reis=
kirchen, lv.; Musk. Karl Schäfer, Utphe, lv.; Gefr. Otto
Blum, Ulfa, lv.; Musk. Otto Hamel, Gießen, lv.; Musk.
Ludwig Heidt, Staufenberg, lv.; Musk. Auguſt
Han=
ſtein, Bernsburg, lv.; Musk. Heinrich Grölz,
Staufen=
berg, ſchv.; Musk. Konrad Greb, Engelrod, lv.; Musk.
Auguſt Suppes, Landenhauſen, lv.; Musk. Hch. Neeb,
Heimertshauſen, ſchv.; Musk. Wilhelm Heuſer
Lan=
zenhain, ſchv.; Gefr. Wilhelm Brink, Wölfersheim, lv.;
Musk. Heinrich Lauer, Gießen, t.; Musk. Friedrich
Gießler, Gießen, lv.; Musk. Konrad Sack, Wohnbach,
vm.; Musk. Heinrich Huhn, Gießen, vm.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Oberlt. d. Reſ. Friedrich
Wei=
mer, Gießen, vw.; U.=O. Karl Gerlach, Stockheim,
t.: Gefr. Friedrich Schütz, Friedberg, lv.; Gefr. Friedr
Wilhelm Winter, Nieder=Weiſel, lv.: Reſ. Friedrich
Hillgärtner, Bad Nauheim, lv.; Reſ. Friedr. Engel
Homberg a. d. Ohm, t.; U.=O. Johann Hahn, Nieder=
Mörlen, vw.; Gefr. Johann Friedrich Kroner, Vilbel,
vw.; Gefr. Heinrich Zinn, Rentzendorf, vw.; Reſ. Karl
Veith, Reichelsheim, vw.; Reſ. Ludwig Reitz,
Stein=
furt, vw.; Reſ. Hermann Reu tzel, Burggräfenrode, vw.;
Reſ. Guſtav Lohn, Wohnbach, vw.; Feldw. Heinrich
Stork, Groß=Gerau, vw.; Vizefeldw. Georg Bingel
Gambach, vw.; U.=O. Bernhard Wack, Gießen, vw.; U.=O.
Rudolf Walther, Reichelsheim, vw.: U.=O. Ludwig
Huber, Steinfurth, vw.; U.=O. Heinr. Weidenhaus,
Grüningen, vw.; U.=O. Jakob Ohlemutz, Gambach, vw.;
U.=O. Karl Heberer, Dietzenbach, vw.; U.=O. Fritz Osk.
Anacker, Horchheim, vw.; Reſ. Karl Karter,
Maſſen=
heim, vw.; Reſ. Wilhelm Kalbhenn, Kaichen, vw.;
Reſ. Wilhelm Klippel, Nieder=Weiſel, vw.; Reſ. Wilh.
Keſter Nieder=Eſchbach, vw.; Reſ. Heinrich Stephan
Kremer, Nieder=Mörlen, vw.; Reſ. Gottfr. Kremer,
Nieder=Mörlen, vw.; Gefr. Wilhelm Krauſch, Gambach,
vw.; Reſ. Karl Koſt, Petterweil, vw.; U.=O. Jakob
Dapper, Sörgenloch, vw.; Reſ. Wilhelm Pirl,
Wöl=
fersheim, vw.: Reſ. Karl Reifkohl, Vilbel, vw.; Reſ.
Konrad Roſenbecher, Steinfurth, vw.; Reſ. Karl
Volz, Burggräfenrode, t.; Gefr. Georg Mathäus,
Langenberg, vw.; U.=O. Otto Matern, Muſchenheim, t.;
Reſ. Gg. Werner, Friedberg, vw.; Reſ. Karl
Schnei=
der, Friedberg, vw.; Reſ. Heinrich Schöhn, Berſtadt,
vm.; Reſ., Heinrich Kremer, Heldenbergen, vm.; Reſ.
Jakob Agel, Steinfurth, vm.; Horniſt Ludwig Alles,
Steinfurth, vm.; Gefr. Albert Böhmer, Oberlangen,
vm.; Tambour Eberhard Brod, Steinfurth, vm.; Reſ.
Jakob Breidert, Langen, vm.; Reſ. Georg Back, Ober=
Roßbach, vm.: Reſ. Theodor Bingel, Schwalheim,
vm.; Tambour Theodor Karl, Bellmuth, vm.; Reſ. Jak.
Deiß, Harxheim, vm.: Reſ. Karl Dickenberger,
Ilbenſtadt, vm.; Reſ. Karl Döpp, Uſenborn, vm.; Reſ.
Quirin Eberhardt, Ilbenſtadt, vm.; Reſ. Jakob
Eu=
ler, Butzbach, vm.; Reſ. Karl Faatz, Aſſenheim, vm.;
Reſ. Adolf Ernſt, Fauerbach, vm.; Reſ. Ludwig Falk,
Steinfurth, vm.; Reſ. Georg Fiſch, Offenbach, vm.; Reſ.
Heinrich Frank, Schwalheim, vm.; Reſ. Franz
Brau=
burger, Roſenheim, vm.; Reſ. Auguſt Füller, Vilbel,
vm.; Reſ. Georg Feuerbach, Klein=Karben, vm.; Reſ.
Adam Gönſch, Nieder=Eſchbach, vm.; Reſ. Karl Görtz,
Heldenbergen, vm.; Reſ. Heinrich Grieb, Gambach, vm.;
Reſ. Heinrich Grüninger, Butzbach, vm.; Reſ. Fr. Ph.
Guth, Harheim, vm.; Gefr. Karl Guth, Nieder=
Flor=
ſtadt, vm.; Reſ. Alex Gondorf, Friedberg, vm.; Reſ.
Auguſt Jacobi, Leydecken, vm.; Reſ. Heinrich Jung,
Nieder=Mörlen, vm.; Reſ. Heinrich Lotz, Uſenborn, vm.;
Reſ. Wilhelm Loſcher, Aſſenheim, vm.; Reſ. Reinhold
Loreg, Weckesheim, vm.; Reſ. Chriſtian Los, Wolf,
vm.; Reſ. Ludwig Philippi, Steinfurth, vm.; Reſ. Chr.
Preſcher, Vilbel, vm.; Reſ. Heinrich Röder,
Dor=
heim, vm.; Gefr. Konrad Reinhardt, Gambach, vm.;
Reſ. Jakob Reuhl, Gambach, vm.; Reſ. Johann Rack,
Nieder=Mörlen, vm.; Reſ. Konrad Reinhardt,
Har=
heim, vm.; Reſ. Heinrich Rieß, Wölfersheim, vm.; Reſ.
Adolf Riehl, Ober=Erlenbach, vm.; Reſ. Heinrich Roos,
Gethman, vm.; Reſ. Martin Gröninger, Ockſtadt, vm.;
Reſ. Karl Reitz, Uſenborn, vm.; Gefr. Hermann Reuß,
Echzell, vm.; Reſ. Adolf Zöll, Friedberg, vm.; Gefr.
Wil=
helm Volp, Steinfurth, vm.; Reſ. Wilhelm Vath,
Sö=
del, vm.; Reſ. Karl Macker, Ilbenſtadt, vm.; Gefr. W.
Maas, Nieder=Weiſel, vm.: Reſ. Wilhelm Hinkel,
Södel, vm.; Reſ. Karl Hirſch Nieder=Florſtadt, vm.;
Reſ. Otto Holler, Biſſes, vm.; Gefr. Heinr. Hofmann,
Mainz, vm.; Reſ. Karl Herz berger, Gettenau, vm.;
Gefr. Emil Hau ſtein, Friedberg, vm.; Reſ. Joh. Alb.
Hahn, Ober=Erlenbach, vm.; Gefr. Otto Hofmann,
Rödgen, vm.; Gefr. Wilhelm Harth, Reichelsheim, vm.;
Reſ. Philipp Wöll, Södel, vm.; Reſ. Friedrich
Weis=
becker, Heldenbergen, vm.; Reſ. Heinrich Schultheis
Nieder=Wöllſtadt, vm.; Reſ. Karl Weber
Rohr=
bach, vm.; Reſ. Wilhelm Winter, Bingenheim, vm.;
Reſ. Theodor Weller, Heuchelheim, vm.; Reſ. Karl
Werner, Bönſtadt, vm.; Reſ. Wilhelm Wolf, Södel,
vm.; Reſ. Heinrich Steinhauer, Steinfurth, vm.; Reſ
Peter Schulmeier, Ilbenſtadt, vm.: Reſ. Adam
Schultheis, Nieder=Wöllſtadt, vm.; Reſ. Karl Seitz,
Ranſtadt, vm.; Reſ. Hermann Seib, Elbſtadt, vm.; Gefr.
Jakob Schäfer, Harheim, vm.; Reſ. Gottfr. Schmidt,
Ilbenſtadt, vm.; Reſ. Adolf Stüber, Wölfersheim, vm.;
Reſ. Wilhelm Schmidt, Södel, vm.; Reſ. Adolf
Lö=
wenberger von Schönholz, Dorheim, vm.; Reſ.
Wilhelm Heinrich Stork, Schwalheim, vm.; Gefr. Karl
Schmidt, Burggräfenrode, vm.; Reſ. L. Schwimm
Steinbuch, vm.; Reſ. Heinrich Friedr. Meiß, Klein=
Kar=
ben, vm.: Reſ. Otto Mohr, Gambach, vm.; Reſ. Karl
Mohr, Gambach, vm.
Infanterie=Regiment Nr. 160.
I. Bataillon, Diez.
Souain am 19. Sept.
4. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Theodor Jäger,
Holzheim, vw.
Berichtigungen früherer Verluſtliſten.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 81, Lübeck.
Wehrm. Peter Keller, Offenbach, bish. vermißt,
war verwundet im Lazarett und befindet ſich wieder bei
der Truppe.
Feldartillerie=Regiment Nr. 25, Darmſtadt.
Reſ. Berſch, Jugenheim, bish. verwundet. iſt tot.
(18213a
Trauer-Hüte
M
Trauer-Crêpe
Trauer-Grenadine
M
Trauer-Schleier
empfiehlt in bekannt größter Auswahl
Adolf Geiger
Ecke Ludwigstraße und Ludwigsplatz.
Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet:
A — Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 3—4 Uhr nachm.
B — Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag,
Diens=
tag, Freitag 3—4 Uhr nachm. — C — Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21) Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr,
nachmittags von 4—6 Uhr, Dienstags, Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. — D — Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Steinſtraße 21.
Täg=
lich 2—5 Uhr nachm. — E — Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I),
Alexander=
ſtraße 27. Mitt och, Samstag und Sonntag 2—4 Uhr nachm.
— Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
4—5 Uhr nachm. — G — Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 2—4 Uhr nachm. — H — Marienhöhe (Geneſungsheim).
— I — Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags von 2—4 Uhr. — K — Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 1. Werktäglich 2—3½ Uhr nachm. Sonntags 11—12 Uhr
vorm. — L — Städt. Saalbau (Reſ.=Laz. III), Riedeſelſtraße 40. Täglich
2—5 Uhr nachm. — M — Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1.
Sonntags, Mittwochs und Samstags von 2—4 Uhr nachm. N — Dr
Weberſche Augenklinik (Dr. Ollendorff) Frankfurter Straße 42. Täglich
10—12 Uhr vorm., 3—6 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang am 15. Oktober:
Eidenmüller, Georg, Stierbach, Inf. 118/5, K —
Handwerk, Auguſt, Groß=Umſtadt, Reſ.=Inf. 118/3, A.—
Hebmaier, Michael, Abendsberg, Reſ.=Inf. 116/4, I
Hofmann, Chriſtoph, Crumſtadt, Inf. 115/3, K — O
mann, Valentin, Groß=Zimmern, Reſ.=Inf. 118/3, A.
Roßmann II., Philipp, Griesheim, Inf. 115/12, I — Wie
ſinger, Joh. Ludw., Berolzheim, Art. 25/4, Erſ.=Abt., B.
Aus den Lazaretten entlaſſen
am 15. Oktobert
Bergmann, Jakob, Inf. 106/2, K — Boſſe, Paul,
Inf. 30/8, K, nach Geneſungsheim Homburg v. d. H.
Bräuer, Johannes, Chemnitz, Inf. 133/12, A. —
Engel=
hardt, Wilhelm, Train=Abt. 16, K — Hallbauer, Willi,
Jäger=Bat. 13, K, nach Geneſungsheim Homburg v. d. H
— Heß, Adam, Bürſtadt, Landſt.=Bat. 1, A. — Kuhlmann,
Wilhelm, Hamm, Reſ.=Jäger=Bat. 20/1, D — Lippert,
Arthur, Inf. 181/7, K — Lotz, Heinrich, Drag. 24/4, K,
nach Geneſungsheim Homburg v. d. H. — Maiwurm,
Theodor, Inf. 132/18, K — Meiſchke, Karl, Inf. 132/9, K
— Merkle, Friedrich, Inf. 120/8, K — Metzger, Philipp
Gronau, Inf. 115/6, A. — Oeſtereich, Hermann, Art. 15,
Stab, K, nach Geneſungsheim Homburg v. d. H.
Probſt, Guſtav, Art. 84/2, K, nach Geneſungsheim
Hom=
burg v. d. H. — von Rekowski, Leo, Art. VIII/3. Batt.,
K — Schmalenbach, Eduard, Inf. 116/1, K — Steinmann
Peter, Inf. 118/8, K — Unger, Albert, Fiſchendorf,
Jäger=Bat. 13/4, A. — Weinhold, Alfred, Inf. 104/7, K —
Widmaier, Robert, Plieningen, Inf. 119/10, C
Woczigemba, Franz, Inf. 138/8, K, nach Geneſungsheim
Homburg v. d. H. — Zängerle, Philipp, Baierseich, Art.
25/3, D — Zenk, Hans, Jäger 14/4, K.
Trauer= und Winterhüte
— in großer Auswahl. —
Anna Weiner
Schulſtraße 10, 1. Stock. (18260a
Siebenundzwanzigſte Liſte der Kriegsgaben
für das Rote Kreuz.
(Wo kein Wohnort angegeben iſt, iſt Darmſtadt gemeint.)
Es gingen weiter ein:
Bei der Zentralabteitung des Roten Kreuzes:
Aus der Gemeinde Eſchollbrücken 32 M., von Profeſſor
Dr. Biermann aus zwei Vorträgen 170 M., Ungenannt
(Erlös für Schmuckſachen) 23.65 M., M. W. 4 M.,
Sammel=
ſtelle Laubach 205 M., von zwei ungenannten Geberinnen
in Guntersblum 450 M., Frl. Goldmann (2. Gabe) 50 M.,
von einem Whiſtkranz 25 M., Frl. Luiſe Eliſabeth Schnorr
10 M., Rangierbeamten der Eiſenbahndirektion Mainz
(Sitz Darmſtadt) 50 M., P. R. 5 M., durch das kath.
Pfarramt Lindenfels (Tellerſammlung bei der
Kriegs=
andacht) 20 M., von der 2. Klaſſe der kath. Schule 7.50 M.,
Ungenannt 5 M., Pfarramt Wixhauſen von Ph. Huck V.
5 M., Erlös aus einem Marſchlied von St. 20 M., Frl.
Cläre Seibt 5 M., Patienten der inneren Station,
Reſerve=
lazarett Saalbau, 3 M., von den Arbeitern der Güter=
und Eilgutabfertigung des Hauptbahnhofs Darmſtadt
70 M., Samstag=Stammtiſch bei Fink (4. Gabe) 5 M.,
zuſammen 1165.15 M.
Bei der Bank für Handel und Induſtrie und
deren Depoſitenkaſſe: Phil. Harth 20 M., Frau
Rech=
nungsrat Bauer Witwe, Auerbach a. d. B., 100 M.,
Adam Keil (2. Rate) 5 M., Gemeindekaſſe Dudenhofen
100 M., Gemeinde Wernges 101.67 M., Jak. Pfeiffer,
Eberſtadt bei Darmſtadt (2. Rate) 100 M., Frl. Klebe,
Eberſtadt bei Darmſtadt, 50 M., Sammlung der
Eiſen=
bahnbeamten Eberſtadt bei Darmſtadt 23 M., Frau
Friedrich, Eberſtadt bei Darmſtadt, 20 M., Frau Dekan
Stock, Eberſtadt bei Darmſtadt, 20 M., Hausſammlung
Eberſtadt bei Darmſtadt 784 M., von der 2.
Korporal=
ſchaft der 4. Kompagnie Landwehr=Erſatz=Bataillon Inf.=
Regt. 116, Ober=Hilbersheim (Rheinh.), 4.10 M., aus dem
Kirchſpiel Ober=Lais bei Nidda 30 M., Kriegsbetſtunde
Fürth i. O. 19.10 M., Kindergottesdienſt Furth i. O.
12.07 M., Kollekte Flomborn u. Ober=Flörsheim (Rheinh.)
156 M., Pfarrer Scriba, Rote Kreuz=Sammlung
Eichels=
dorf (Oberheſſen), 1100 M., Geſangverein Eintracht”
Breitenbrunn i. O., 20 M, Großh. Bürgermeiſterei Wald=
Uelversheim 600 M., Sammlung des Großh.
Staats=
verlags (4. Rate) 65 M., Kommerzienrat Adolph Hügel
100 M., Frau Kommerzienrat Clara Hügel 100 M.,
Kriegs=
betſtunde Gemeinde Dudenhofen 100 M., Kirchenkollekte
Gemeinde Lengfeld i. O. (3. Rate) 100 M., Gemeinde
Rimlos (Kr. Lauterbach) 95.85 M., Gemeinde Altheim
2 Sammlung) 225 M., Frl. Löſch 3 M., Dr. Walter
Beckh 40 M., Gemeinde Wembach=Hahn 76.15 M.,
Zweig=
verein des Heſſ. Landesvereins vom Roten Kreuz Ober=
Ingelbeim 800 M., Frl. A. H. 5 M., Amtsgerichtskat
Plagge 10 M., Zweigverein Jugenheim a. d. B. 150 M.,
Zweigverein Fürth i. O. 600 M., aus der
Pfennigſpar=
kaſſe Kirtorf (Oberh.) 12 M., Bezirksſparkaſſe Schotten
3000 M., Großh. Kreisamt Schotten 12000 M., Gemeinde
Ehringshauſen (Kr. Alsfeld) 15 M., Gemeinde Rülfenrodt
10 M., Kriegsbetſtundenkollekte (3. Rate) Rohrbach (Kr.
Büdingen) 24.20 M., 2. Gabe von ruſſ. Saiſonarbeitern
auf Hofgut Rohrbach 5.50 M., Kriegsbetſtundenkollekte
Londorf 50 M., 4. Hausſammlung Klein=Karben 200 M=,
zuſammen 39051.64 M.
Bei der Deutſchen Bank, Zweigſtelle Darmſtadts
N. N. 20 M., W. S. 10 M., Georg Wucherpfennig 20 M.,
Heinz & Mecht. von Bodelſchwingh 2. M., Zweigverein
vom Roten Kreuz Babenhauſen 980 M., Sammlung
Mommenheim 361 M., Sammlung Grebenhain (3.
Abliefe=
rung) 400 M., zuſammen 1793 M.
Bei der Deutſchen Vereinsbank, Filiale
Darm=
ſtadt: Georg Merck 200 M.
Bei der Darmſtädter Volksbank: Evang. Kirche
Partenheim (Rheinh.), Kirchenopfer, 10 M., Gemeinde
Hahnheim bei Selzen 406 M., von Frl. Louiſe Blum
über=
wieſen 4 M., kath. Pfarramt Hainſtadt (Kr. Offenbach)
174 M., Gemeinde Zeilhard mit Dilshofen (Kr. Dieburg)
2. Gabe 138 M., Ungenannt 10 M., Schulrat Backes für
den Kreis Groß=Gerau 1500 M., Gemeinde Münſter hei
Dieburg (geſammelt durch Bürgermeiſter Walter)
3. Sendung 100 M., Beſtimmt für die Hinterbliebenen
unbemittelter Gefallener Ergebnis einer Sammlung beſ
der Abſchiedsfeier der 3. Kompagnie Landwehr=Erſatz
Regiment Nr. 116 durch Bürgermeiſter Schmidt,
Venders=
heim (Rheinh.), 83.50 M., zuſammen 2425.50 M.
Bei Hauptſtaatskaſſedirektor Dexheimer:
Hilfs=
verein für Angehörige des Großherzogtums Heſſen in
Leipzig 500 M., Pfarrer Schneider, Babenhauſen 165 M.
Profeſſor Jobſt 334 M., A. Schreeb, Nieder=Ingelheim,
200 M., Turnverein Ilbeshauſen 70 M., Frau Oberlehrer
Hüthwohl 10 M., Oberſt Scholl (3. Gabe) 20 M., Meiſter
& Weißheimer 10.80 M., Gemeinde Wackernheim 500 M.,
Feldmagazin=Inſpektor Heyl (Beiträge beim Stab der
25. Infanterie=Diviſion geſammelt) 28 M. In der Zeit
vom 25. Auguſt bis 22. September 1914 ſind von heſſiſchen
Beamten und Lehrern außerdem bereits in einzeln
ver=
öffentlichten fortlaufenden Beiträgen durch Gehaltsabzug
weiter eingegangen 2781.45 M. Da die Geber die
Ver=
öffentlichung der einzelnen von ihnen monatlich durch
Gehaltsabzug geſpendeten Beträge, die ſie außer ihren
einmaligen Beiträgen aufbringen, nicht wünſchen, wird
künftig nur der monatliche Geſamtbetrag bekanntgegeben.
Zuſammen 4619.25 M.
Allen Gebern herzlichen Dank!
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebe, herzensgute, treubeſorgte Gattin,
unſere unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Schweſter und Tante
Frau Chriſtiane Brück
plötzlich und unerwartet aus unſerer Mitte zu
ſich zu rufen.
In tiefer Trauer:
J. Brück und Töchter,
Familie F. Brück,
„ Dubberke,
„ Alter.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914. (20129
Die Beerdigung findet Sonntag, 18. Oktober,
nachmittags 3¾ Uhr, von der Leichenhalle
des Beſſunger Friedhofs aus ſtatt.
Im Kampfe fürs Vaterland fiel am 28.
Sep=
tember unſer lieber Sohn und Bruder
Luduig Günther
Unteroffizier d. Reſ. im Inf.-Regt. Nr. 115
im Alter von 28 Jahren.
(20091
In tiefem Schmerz:
Heinrich Günther, Großh. Schloßverwalter,
Eliſe Günther, geb. Buff,
Tilla Günther.
Jagdſchloß Wolfsgarten, den 15. Oktbr. 1914.
Dankſagung.
Für die liebe Anteilnahme an dem Verluſte
unſeres unvergeßlichen Sohnes und Bruders
Karl Müller
(20106
ſagen herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Familie:
Friedrich Müller.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
Nummer 286.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Seite 9.
Am 30. September erlitt den
Heldentod unſer innigſtgeliebter,
einziger Sohn, Bräutigam, Bruder,
Schwiegerſohn und Schwager
(20124
Chriſtian Sauerwein
Reviſionsaſſiſtent bei dem Verband der
Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen
Genoſſen-
ſchaften
im Alter von nahezu 26 Jahren.
In tiefſter Trauer:
Familie Chriſtian Sauerwein,
Anna Fuchs, als Braut,
Familie Peter Fuchs,
Heinrich Kämmerer, III.
Eiſen=
bahn=Reſ.=Regt., z. Zt. im Felde.
Langſtadt, Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß heute abend mein lieber
Gatte, unſer treubeſorgter Vater, Bruder,
Schwiegervater, Großvater, Schwager u. Onkel
Philipp Schwinn I.
nach langem, ſchwerem Leiden im Alter von
61 Jahren ſanft verſchieden iſt.
Nieder=Beerbach, den 15. Okt. 1914.
20112)
In tiefer Trauer:
Familie Schwinn.
Die Beerdigung findet am Sonntag,
nachmit=
tags 2 Uhr, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten zur
Nachricht, daß unſere geliebte Mutter,
Groß=
mutter, Urgroßmutter, Schwiegermutter und
Tante
Frau Miniſterialkanzliſt
Karl Korn Witwe
Hofie Luiſe, geb. Berger
im Alter von 77 Jahren am 15. ds. Mts.
ver=
ſchieden iſt.
(20126
Die trauernden Hinterbliebenen.
St. Louis, Darmſtadt, 16. Oktober 1914.
Die Beerdigung findet am kommenden Sonntag,
nachm. 4 Uhr, vom Portale des alten Friedhofs
aus, ſtatt. — Blumen dankend verbeten.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden u. Bekannten
hierdurch die traurige Mitteilung, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, unſeren
innigſt=
geliebten, herzensguten Vater, Großvater und
Schwiegervater
(20086
Herrn.
Müller
Bauaufſeher
geſtern morgen von ſeinem ſchweren Leiden
durch einen ſanften Tod zu erſöſen.
Darmſtadt und Frankfurt a. Main,
den 16. Oktober 1914.
In tiefer Trauer:
Familie Friedrich Müller,
Werkführer, Rhönring 131,
Familie Franz Müller,
Jamilie Adam Müller.
Die Beerdigung findet ſtatt am Sonntag, den
18. Oktober, nachmittags 3½ Uhr, vom Portale
des Darmſtädter Friedhofes (Nieder=
Ramſtädterſtraße) aus.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds und Feldzugskameraden
Herrn Franz Müller, Bauaufſeher,
findet am Sonntag, den 18. Oktober,
nachmit=
tags 3½ Uhr, vom Portale des alten
Darm=
ſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Wir erſuchen alle Kameraden, ſich dort zu
verſammeln.
(20111
Der Vorſtand.
Freiwilige Fenerwehr Darmſtadt.
Zur Beerdigung unſeres Ehrenmitgliedes
Herrn Brandmeiſter Franz Müller
wollen ſich die Mitglieder der Wehr
Sonn=
tag, den 18. ds. Mts., nachm. 3¼ Uhr,
am Eingang des Darmſtädter Friedhofes
verſammeln.
(20115
Darmſtadt, den 17. Oktober 1914.
Das Rommando.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem uns betroffenen Verluſte ſagen wir Allen
unſeren herzlichſten Dank.
(*7432
Jamilie Chriſtian Baumann.
Pfungſtadt, 15. Oktober 1914.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer
betroffenen Verluſte ſagen wir innigen
Dank.
Familie Aug. Handwerk
Lisbeth Heil
Familie Jak. Heil.
Groß=Umſtadt, Darmſtadt,
16. Oktober 1914.
(20128
Allen, die uns beim Tode unſeres
lieben
Otto
und unſerer lieben
Hedwig
ſo warme Teilnahme bewieſen haben,
ſagen wir hiermit herzlichen Dank.
Frau Pfarrer Blaul Wwe.
und Familie.
*7486)
Darmſtadt, den 16. Okt. 1914.
Danklagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme an dem uns ſo ſchwer betroffenen
Ver=
luſte ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Anna Falk, geb. Becker,
Karola u. Guſtav.
Darmſtadt, im Oktober 1914.
(*7411
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Pauk Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
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Die Großh. Hofkapelle. — Der
Sängerchor des Darmſt.
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chor. — Soliſten: Georg Heinrich
Hacker. Leo Schützendorf.
Muſikal. Leiter: Robert Preuß.
I. Teil.
1. Jubel=Ouvertüre Carl Maria v.
2. a) Hymne an Neu= (Weber
deutſchland . . . J. W.
Born=
b) 3 Niederlän= lgäſſer
diſche Lieder für
Chor u. Orcheſter Ed. Kremſer
Kriegslied. Berg
op Zoom.
Dank=
gebet.
3. „Deutſchland u.
die Welt” . . . Ernſt v. Wil=
(G. H. Hacker.)
ldenbruch
4. Zwei Lieder für
Baß . . . . . . . . Ferd. Loewe
a) Prinz Eugen.
b) Fridericus rex.
(Leo Schützendorf.)
5. Rakoczymarſch . Franz Liſzt
II. Teil.
Reitermarſch von Frz. Schubert.
Erſter Klaſſe zur Grenze.
Ein Zeitbild in einem Akt.
Spielleiter: Dr. Max Wauer.
Perſonen:
Ein Hofſchauſpieler,
. K. Weſtermann
Reſerviſt
Joh. Heinz
Ein Berliner,
H. Baumeiſter
Ein Bayer,
Ein Sachſe, 258 B. Harprecht
Ein Hamburger,
Matroſe
.Paul Peterſen
Ein Darmſtädter,
Herm. Knispel
Landſturm
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Ein Mädchen
Nach dem Konzert längere Pauſe.
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Nr. 154.
Samstag, 17. Oktober.
1914.
Bekanntmachung.
Der kommandierende General des XVIII. Armeekorps hat ſeine Anordnung,
rwonach für den ihm unterſtellten Korpsbezirk, mit Ausnahme des Bereichs der Feſtung
2 Mainz, der Verkauf von Lebensmitteln bis 7 Uhr abends an Sonn= und
Feſt=
t tagen geſtattet war, zurückgenommen.
Die Sonntagsruhe iſt hiermit, mit Ausnahme des Verkaufs von
Zei=
rtungen, wieder vollſtändig eingeführt.
(20062sg
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
Ortsſatzung
betreffend die Anſtellungs= und Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten
der Gemeinde Griesheim.
Auf Beſchluß des Gemeinderats vom 24. März 1914, nach gutächtlicher Aeußerung
des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung des Großherzoglichen Miniſteriums des
Innern vom 24. Auguſt 1914, zu Nr. M. d. J. 12660, wird hinſichtlich der Anſtellungs=
und Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten der Gemeinde Griesheim auf Grund
der Artikel 15 und 138 der Landgemeindeordnung vom 8. Juli 1911 folgende Ortsſatzung
erlaſſen:
§ 1.
I. Gemeindebeamte im Sinne dieſer Ortsſatzung ſind:
1. das auf Beſchluß des Gemeinderats und nach Genehmigung und Verpflichtung
durch den Kreisrat vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte Polizeiperſonal,
einſchließlich der Feldſchützen;
2. der auf Beſchluß des Gemeinderats und mit Genehmigung des Kreisrats vom
Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte Gemeinderechner;
3. die nachſtehend bezeichneten, auf Beſchluß des Gemeinderats vom
Bürger=
meiſter ernannten und angeſtellten Gemeindebeamten:
a) Bauaufſeher,
b) Schuldiener,
c) Totengräber,
d) Faſelwärter,
e) Schweine= und Ziegenhirt,
f) Friedhofauſſeher,
8) Glöckner:
4. das vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte Bureauperſonal, einſchließlich
des Ratsdieners;
5. das von dem Gemeinderechner angenommene und von dem Bürgermeiſter
angeſtellte Bureauperſonal des Gemeinderechners.
(III. Im Falle der Errichtung weiterer Stellen bleibt dem Gemeinderat deren
Auf=
nahme in die einen weſentlichen Beſtandteil dieſer Ortsſatzung bildende
Beſol=
dungsordnung vorbehalten
§ 2.
Die Beſetzung der in § 1 dieſer Satzung verzeichneten Stellen der
Gemeinde=
beamten erfolgt, inſoweit nicht in der Landgemeindeordnung oder in § 1 dieſer Satzung
etwas anderes beſtimmt iſt und inſoweit nicht nach den Grundſätzen über die Beſetzung
der Subaltern= und Unterbeamtenſtellen uſw. mit Militäranwärtern zu verfahren iſt,
nach freiem Ermeſſen des Gemeinderats.
Soweit nach Beſchluß der Gemeindevertretung für einzelne Stellen eine beſondere
Vorbildung (Kreisamtsgehilfen=Prüfung üſw.) gefordert werden ſoll, behält es hierbei
ſein Bewenden.
Bewerber haben bei Meidung der Nichtberückſichtigung ihren Geſuchen auf
Anfor=
dern Zeugniſſe über Befähigung, ſeitherige Beſchäftigung, Führung und ihren
Geſund=
heitszuſtand beizukegen, auch bei Meidung des gleichen Nachteils auf Verlangen einer
Prüfung, ſowie einer kreisärztlichen Unterſuchung ſich zu unterziehen.
§ 3.
Die Anſtellung der Gemeindebeamten erfolgt unter Vorbehalt jederzeitigen
Wider=
rufs, ſoweit im Einzelfall nichts anderes beſchloſſen oder vertragsmäßig verabredet wird.
Hat der Gemeindebeamte ſeit der unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs
er=
folgten Anſtellung und nach Vollendung des zwanzigſten Lebensjahres ſich fünf Jahre
tadellos geführt, ſo kann, ſoweit bei der Anſtellung nichts anderes vertragsmäßig
verab=
redet iſt, die Anſtellung nicht mehr jederzeit widerruſen werden; eine Amtsenthebung
kann dann nur noch gemäß Artikel 147 und 159 der Landgemeindeordnung oder gegen
Gewährung des in den §§ 15 und 16 vorgeſehenen Ruhegehalts erfolgen.
§ 4.
Der Gemeindebeamte, deſſen Verpflichtung nicht beſtimmungsgemäß durch eine
Staatsbehörde zu erfolgen hat, wird vom Bürgermeiſter auf gewiſſenhafte Dienſtführung
durch Handſchlag in Pflicht genommen.
Ueber die Inpflichtnahme iſt ein Protokoll aufzunehmen.
Der Bürgermeiſter hat den Gemeindebeamten eine förmliche Anſtellungsurkunde
unter ausdrücklichem Hinweis auf dieſe Satzung, von der ihnen ein Abdruck ausgehändigt
werden ſoll, zuzufertigen.
Nach Ablauf der in § 3 Abſatz 2 genannten fünf Jahre iſt den Gemeindebeamten
eine entſprechende Beſcheinigung auszuſtellen.
§ 5.
Der Gemeindebeamte hat ſeine ganze Arbeitskraft und Zeit ausſchließlich dem ihm
übertragenen Amt zu widmen und iſt verpflichtet, Nebenaufträge für die
Gemeinde=
verwaltung, wenn ſie ſeinem Geſchäftskreis nicht durchaus fremd ſind, ohne beſondere
Vergütung zu übernehmen.
Auf Erwerb gerichtete Nebenbeſchäftigung, Nebenſtellen oder beſondere
Auf=
träge außerhalb der Gemeindeverwaltung, welche mit ſtändigen oder unſtändigen
Be=
zügen verbunden ſind, darf ein Gemeindebeamter nur nach zuvor eingeholter ſchriftlicher
Genehmigung des Bürgermeiſters übernehmen. Dieſe Genehmigung iſt jederzeit
wider=
ruflich. Sie kann nur mit Zuſtimmung des Gemeinderats erteilt werden, wenn nicht
der Gemeinderat den Bürgermeiſter zur ſelbſtändigen Erteilung ermächtigt hat. Einer
Zuſtimmung des Gemeinderats bedarf es nicht, wenn es ſich um das Bureauperſonal
des Bürgermeiſters oder den Ratsdiener, inſoweit er nicht zum Polizeidienſt
heran=
gezogen wird, handelt.
Für den Gemeinderechner gilt außerdem die Vorſchrift des Artikels 155 Abſatz 3
der Landgemeindeordnung.
Polizeidiener und Feldſchützen bedürfen zur Uebernahme einer auf Erwerb
gerich=
teten Nebenbeſchäftigung außer der Genehmigung des Gemeinderats weiter auch der
Genehmigung des Kreisrats.
Der Gemeindebeamte hat an ſeinem Amtsſitze zu wohnen.
§ 6.
Urlaub bis zu zwei Wochen erteilt der Bürgermeiſter, der hierbei gleichzeitig
über die Stellvertretung zu entſcheiden hat.
Für die Erteilung eines Urlaubs von längerer als zweiwöchiger Dauer bedarf
der Bürgermeiſter der Zuſtimmung des Gemeinderats. Die Zuſtimmung des
Gemeinde=
rats iſt nicht erforderlich bei dem Bureauperſonal des Bürgermeiſters und dem
Rats=
diener, inſoweit er nicht zum Polizeidienſt herangezogen wird.
§
Ueber die vermöge ſeines Amtes ihm bekannt gewordenen Angelegenheiten, deren
Geheimhaltung ihrer Natur nach erforderlich oder von ſeinem Vorgeſetzten vorgeſchrieben
iſt, hat der Gemeindebeamte Verſchwiegenheit zu beobachten, auch nachdem das
Dienſt=
verhältnis gelöſt iſt.
§ 8.
Jeder Gemeindebeamte kann aus Gründen der Verwaltung in eine andere Stelle
verſetzt werden, jedoch ohne Zurückſetzung in der Dienſtklaſſe und in dem Gehalt.
§ 9.
Die Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten werden durch die einen
weſent=
lichen Beſtandteil dieſer Ortsſatzung bildende Beſoldungsordnung beſtimmt. Dies gilt
insbeſondere für die Höhe der Beſoldungen, die Beſoldungsſtufen und die
Auf=
rückungsfriſten.
Dem Gemeinderat bleibt vorbehalten, die Beſoldungsordnung, unbeſchadet der
von den Gemeindebeamten bereits erworbenen Rechte, zu ändern und zu ergänzen. Eine
Herabſetzung der in der Beſoldungsordnung beſtimmten Beſoldungsbeträge iſt in
keinem Falle zuläſſig.
Die Vorſchriften der Artikel 138 Abſ. 2 und Artikel 157 Abſ. 2 ff. der L. G. O.
werden durch die Beſtimmungen dieſes Paragraphen nicht berührt.
810.
Die Beſoldungen ſind in monatlichen Raten nachzahlungsweiſe zu gewähren.
Bei mangelhafter Dienſtführung kann der Gemeinderat die Befoldungszulagen
ganz oder teilweiſe verſagen.
§ 11.
Die den Gemeindebeamten zuſtehenden Naturalbezüge ſind mit ihrem Geldwerte
in der Beſoldungsordnung in Anſchlag zu bringen und, inſofern dortſelbſt nichts
Gegen=
teiliges beſtimmt iſt, von der Beſoldung abzuziehen.
§ 12.
Gemeindebeamte, die in Ausführung eines ihnen von der zuſtändigen Stelle
er=
teilten Auftrages auswärtige Dienſtgeſchäfte vornehmen, haben Anſpruch auf Tagegelder
und Erſatz der Reiſekoſten in der von dem Gemeinderat feſtzuſetzenden Höhe.
§ 13.
Im Falle der durch Krankheit hedingten Arbeitsunfähigkeit eines
Gemeinde=
beamten zahlt die Gemeinde dieſem den Gehalt für die Dauer von 26 Wochen weiter.
Ein Rechtsanſpruch auf dieſe Fortzahlung des Gehalts ſteht dem Gemeindebeamten nicht
zu. Der Gemeindebeamte hat ſich damit einverſtanden zu erklären, daß ſein Anſpruch
auf Krankengeld auf die Gemeinde übergeht; die Genehmigung des Verſicherungsamtes
iſt einzuholen.
Die Koſten einer erforderlichen Vertretung trägt für die erwähnte Zeitdauer die
Gemeinde.
§ 14.
Unter Verzicht auf alle ihm etwa zuſtehenden Anſprüche kann ein Gemeindebeamter
jederzeit ſeine Entlaſſung nehmen, jedoch hat er, den Fall völliger Verhinderung
aus=
genommen und unbeſchadet der Vorſchriften des folgenden Abſatzes, wenn ihm die
Ent=
laſſung nicht früher erteilt oder nicht ein ſpäterer Zeitpunkt für ſein Ausſcheiden aus
dem Gemeindedienſt vereinbart wird, den Dienſt noch einen Monat von Einreichung
ſeines Entlaſſungsgeſuches an zu verfehen.
Rechnungspflichtigen und ſolchen Beamten die durch eigene Schuld
Arbeits=
rückſtände haben aufwachſen laſſen, wird die Entlaſſung erſt nach vollſtändiger Erfüllung
ihrer Verpflichtungen erteilt, wenn die Bürgermeiſterei nicht vorziehen ſollte, die Arbeiten
auf Koſten des Pflichtigen durch Dritte erledigen zu laſſen. Insbeſondere bleibt die
Verpflichtung des Gemeinderechners zur Stellung der Rechnung unberührt.
§ 15.
Die Anſprüche der Gemeindebeamten auf Ruhegehalt, Sterbegehalt, Witwen= und
25. Jult 1905
Waiſenverſorgung regeln ſich nach den Beſtimmungen des Geſetzes vom
18. Febr. 1911,
betreffend die Fürſorgekaſſe für die Beamten und Bedienſteten der Landgemeinden und
Kommunalverbände.
Inſoweit bei Verſetzungen in den Ruheſtand der Ruhegehalt von der Gemeinde=
20. Juli 1905
kaſſe zu tragen iſt, ſind die Sätze des Geſetzes vom
betr. Fürſorgekaſſe
18. Februar1911,
für die Beamten und Bedienſteten der Landgemeinden und Kommunalverbände
anzu=
wenden.
§ 16.
Die Anſprüche der der Fürſorgekaſſe für die Beamten und Bedienſteten der
Land=
gemeinden und Kommunalverbände nicht angehörigen Gemeindebeamten auf
Nuhe=
gehalt, Sterbegehalt, Witwen= und Waiſenverſorgung regeln ſich nach dem Dienſtvertrag
oder der Anſtellungsurkunde.
§ 17.
Auf das Forſtperſonal finden die Beſtimmungen dieſer Ortsſatzung keine
An=
wendung (ſ. Art. 141 und Art. 154 der L. G.O.).
§ 18.
Dieſe Ortsſatzung tritt einſchließlich der Beſoldungsordnung am 1. Oktober 1913
in Kraft.
Griesheim, den 2. Oktober 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Griesheim.
Kunz.
Beſoldungs=Ordnung.
Stufe 1Stufe 2 Stufe 3l Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6
Dienſtſtellung 1. 2.3. I 4.5.6. 7. 8.9. ſ10.11.12.13.14.15.16. 17.18. Bemerkungen
Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr
Gemeindebeamte nach § 1, I. 1 der Ortsſatzung.
1200
1250 ZZu Ord.=Nr. 1ſ. unt.
Polizeidiener 1000 I 1050 1100 I 1150
350 400 450
5Nachtwächter
„ 2 „
1000 1 1050 1100 1150 1200 1250
Feldſchützen
Gemeindebeamte nach § 1, I. 2 der Ortsſatzung.
Gemeinderechnerl 2000 I 2100 1 2200 1 2300 I 2400 1 2500 1 „
Gemeindebeamte nach § 1, I.3 der Ortsſatzung.
Bauaufſeher 100 1050 I 1100 1 1150 1 1200 I 1250
(Schuldiener 1000 1050 1100 1150 1200 1250
350 400 1 450
Totengräber
550 1 575 600 625 650 1 675
Faſelwärter
(Schweine= und
620
Ziegenhirt 520 545 570 595
Friedhofs=
aufſeher 500 feſtes Gehalt
400 feſtes Gehalt
Glöckner
Gemeindebeamte nach § 1, I. 4 der Ortsſatzung.
Bürgermeiſterei=
gehülfen 1300 1440 1580 1720 1860 2000 1 „ „ 12 „
Gemeindebeamte nach § 1, I. 5 der Ortsſatzung.
Gemeinde=
rechnergehülfel 800 840 880 920 960 1000
Zu Ord.=Nr. 1. Die Polizeidiener erhalten außerdem 45 Mark Kleidergeld und für
Fahrradbenuzung 15 Mark. Dieſe Beträge ſind nicht
penſions=
fähig und am Gehalt nicht in Abzug zu bringen.
Zu Ord.=Nr. 2. Dienſtkleidung im Geldanſchlag von je 35 Mark wird geſtellt, iſt
nicht penſionsfähig und am Gehalt nicht in Abzug zu bringen.
Zu Ord.=Nr. 4. Der Gemeinderechner erhält außerdem eine Bürokoſten=Entſchädigung
von 50 Mark; dieſer Betrag iſt nicht penſionsfähig und an der
Beſoldung nicht in Abzug zu bringen.
Zu Ord.=Nr. 5. Der Gemeinde=Bauaufſeher erhält außerdem als Wohnungsinſpektor
jährlich 75 Mark, die penſionsfähig und an der Beſoldung nicht
in Abzug zu bringen ſind.
Zu Ord.=Nr. 6. Der Schuldiener erhält eine jährliche Vergütung für Putzmaterial
in Höhe von 40 Mark, die nicht penſionsfähig und an der
Be=
ſoldung nicht in Abzug zu bringen iſt.
Zu Ord.=Nr. 9. Nach Erledigung dieſer Stelle findet eine Neubeſetzung nicht mehr ſtatt.
Die Stelle ſoll alsdann mit der Faſelwärterſtelle vereinigt werden.
Zu Ord.=Nr. 10. Der Friedhofsaufſeher erhält freie Wohnung im Geldanſchlage von
30 Mark und 10 Mark jährlich für Geſchirr; die Beträge ſind nicht
penſionsfähig und an der Beſoldung nicht in Abzug zu bringen.
Zu Ord.=Nr. 12. Diejenigen Dienſtjahre, die in einer anderen gleichwertigen Stelle
zugebracht worden ſind, werden in Anrechnung gebracht. (19967
Bekanntmachung.
Nachdem in einem Gehöft in Arheilgen die Maul= und Klauenſeuche
aus=
gebrochen iſt, ordnen wir hiermit auf Grund der §§ 161 der Ausführungsvorſchriften des
Bundesrats zum Reichspiehſeuchengeſetz die folgenden Maßnahmen an:
Nummer 154.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Samstag, den 17. Oktober 1914,
1. Die geſamte Gemarkung Arheigen wird zum Sberbezier erilärt.
II. Für den ganzen Bereich des Sperrbezirks werden folgende Maßnahmen
angeordnet:
1. An den Haupteingängen des Sperrbezirks ſind Tafeln mit der deutlichen
und haltbaren Aufſchrift „Maul= und Klauenſeuche=Sperrbezirk. Einfuhr und
Durch=
treiben von Klauenvieh, ſowie Durchfahren mit Wiederkäuergeſpannen verboten” leicht
ſichtbar anzubringen.
2. Sämtliche Hunde ſind feſtzulegen. Der Feſtlegung iſt das Führen an der
Leine und bei Ziehhunden die feſte Anſchirrung gleich zu achten. Die Verwendung
von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden und von Jagdhunden bei der Jagd
ohne Leine kann geſtattet werden,
3. Schlächtern, Viehkaſtrierern, ſowie Händlern und anderen Perſonen, die
gewerbs=
mäßig in Ställen verkehren, ferner Verſonen, die ein Gewerbe im Umherziehen
aus=
üben, iſt das Betreten aller Ställe und ſonſtiger Standorte von Klauenvieh im
Sperr=
bezirke, desgleichen der Eintritt in die Seuchengehöfte verboten. In beſonders
dring=
lichen Fällen kann die Ortspolizeibehörde Ausnahmen zulaſſen.
4. Dünger und Jauche von Klauenvieh, ferner Gerätſchaften und Gegenſtände
aller Art, die mit ſolchem Vieh in Berührung gekommen ſind, dürfen aus dem
Sperr=
bezirk nur mit unſerer Erlaubnis unter den von uns anzuordnenden Vorſichtsmaßregeln
ausgeführt werden.
5. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk, ſowie das Durchtreiben von
ſolchem Vieh durch den Bezirk iſt verboten. Dem Durchtreiben von Klauenvieh ſteht
das Durchfahren mit Wiederkäuergeſpannen gleich. Die Einfuhr von Klauenvieh zur
ſofortigen Schlachtung, im Falle eines beſonderen wirtſchaftlichen Bedürfniſſes auch
zu Nutz= und Zuchtzwecken, kann von uns geſtattet werden.
6. Die Ver= und Entladung von Klauenvieh auf der Eiſenbahn im Sperrbezirk
iſt verboten. Ausnahmen hiervon können von uns zugelaſſen werden. Die Vorſtände
der betr. Stationen ſind zu benachrichtigen.
II. Für alle verſeuchten Gehöfte werden folgende Maßnahmen angeordnet:
1. Ueber alle verſeuchten Ställe wird die Sperre verhängt. Die abgeſperrten
Tiere dürfen aus dem Stalle nur mit polizeilicher Erlaubnis zur ſofortigen
Schlach=
tung entfernt werden unter Beobachtung der von dem Großh. Kreisveterinärarzt
über den Transport und den Ort der Schlachtung angeordneten Maßregeln.
2. Die auf dem Gehöft befindlichen Pferde dürfen außerhalb des geſperrten
Gehöftes verwendet werden, jedoch nur unter der ausdrücklichen Bedingung, daß ihre
Hufe vor dem Verlaſſen des Gehöftes desinfiziert werden.
3. Das Geflügel iſt ſo zu verwahren, daß es das Gehöft nicht verlaſſen kann.
4. Fremdes Klauenvieh muß von dem Gehöft ferngehalten werden.
5. Milch darf aus dem Gehöft nur weggegeben werden, nachdem ſie vorher
abgekocht worden iſt.
6. Dünger und Jauche dürfen aus den verſeuchten Gehöften und Ställen nur
abgefahren werden, nachdem ſie vorher gehörig mit Kalk desinfiziert worden ſind.
7 Futter und Spreuvorräte dürfen aus dem Gehöfte nur mit polizeilicher
Er=
laubnis und nur im Einverſtändnis mit dem Großh. Kreisveterinärarzt entfernt werden.
8. Wagen und ſonſtige Fahrzeuge dürfen aus dem Gehöft nur entfernt werden,
nachdem ſie durch Fahren über eine entſprechend lange Kalkſchicht desinfiziert worden ſind.
9. Die Stallgänge der verſeuchten Ställe, die Plätze vor den Türen dieſer
Ställe und vor den Eingängen des Gehöfts, ſowie die etwaigen Abläufe aus der
Dungſtätte oder dem Jauchenbehälter ſind täglich mit einer entſprechendrn breiten und
etwa 1 cm hohen Kalkſchicht zu verſehen.
10. Die geſperrten Ställe dürfen, abgeſehen von Notfällen, ohne polizeiliche
Genehmigung nur von dem Beſitzer oder ſeinem Vertreter oder den mit Beaufſich=
tigung und Wartung der Tiere betrauten Perſonen betreten werden. Perſonen, die
in abgeſperrten Ställen verkehrt haben, dürfen erſt nach erfolgter Desinfektion das
Seuchengehöft verlaſſen; insbeſondere haben ſie ihre Schuhe in dem ausgeſtreuten
Kalk zu desinfizieren.
11. Zur Wartung des Klauenviehs im Seuchengehöfte dürfen Perſonen nicht
verwendet werden, die mit fremdem Klauenvieh in Berührung kommen.
III. Für die nicht verſeuchten Gehöfte werden folgende Anordnungen getroffen:
1. Sämtliches Klauenvieh der nicht verſeuchten Gehöfte iſt in den Ställen
ab=
zuſondern und darf aus den Gehöften in der Regel nicht herausgebracht werden.
2. Zum Schlachten darf Klauenvieh nicht außerhalb des Sperrbezirks verbracht
werden.
3. Für landwirtſchaftliche Zwecke darf Klauenvieh aus nicht verſeuchten Gehöften
mit beſonderer Erlaubnis der Ortspolizeibehörde benutzt werden.
4. Die Abſonderung der Tiere in nicht verſeuchten Ställen wird ſolange aufrecht
erhalten, bis aus allen Seuchengehöften entweder ſämtliches Klauenvieh beſeitigt oder
die Seuche abgeheilt und in allen Fällen die vorſchriftsmäßige Desinfektion erwirkt
worden iſt.
IV. Von der Bildung eines Beobachtungsgebietes wird vorerſt abgeſehen.
V. Für den ganzen Kreis Darmſtadt wird bis auf weiteres die Abhaltung von
Klauenviehmärkten (insbeſondere Ferkelmärkte) unterſagt.
VI. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen werden mit
Gefäng=
nis bis zu 2 Jahren oder mit Geldſtrafe bis zu 3000 Mk. beſtraft.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf obige Bekanntmachung hin. Sie iſt ſofort ortsüblich
bekannt zu geben. Der Befolg der angeordneten Maßnahmen iſt durch das
Polizeiperſonal ſtreng zu überwachen.
Etwa in Ihren Gemeinden wohnende Viehhändler ſind von den
Vor=
ſchriften ſogleich beſonders in Kenntnis zu ſetzen.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1914.
(20074
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Starck.
Der Hanſeatiſchen Verſicherungs=Aktien=Geſellſchaft von 1877 zu Hamburg iſt
durch Entſcheidung des Kaiſerlichen Aufſichtsamts für Privatverſicherung vom 25. Auguſt
1914 die Erlaubnis zum Geſchäftsbetriebe der Feuer=, Einbruchsdiebſtahl= und Waſſer
leitungsſchäden-Verſicherung im Deutſchen Reiche erteilt worden. Die genannte
Ge=
ſellſchaft beabſichtigt, den Geſchäftsbetrieb in dieſen Verſicherungszweigen auch im
Großherzogtum Heſſen aufzunehmen, und hat die in §115 Abſatz 1 des
Reichsgeſetzes=
über die privaten Verſicherungsunternehmungen vom 12. Mai 1901 vorgeſchriebene
Anzeige über die Eröffnung des Geſchäftsbetriebs im Großherzogtum an Großh.
Miniſterium des Innern erſtattet.
(20029
In zwei Gehöften der Gemeinde Nieder=Klingen (Kreis Dieburg) iſt die Maul=
und Klauenſeuche ausgebrochen.
(20030
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit über 10 Mk. Inhalt. 1 lila
Portemonnaie mit einigen Pfennigen. 1 kleine Stickſchere. 1
Brief=
taſche mit Wanderſchein, auf den Namen Spickner lautend. 1 ſehr
kleines Portemonnaie mit einigem Inhalt. 1 Paket, enth. Unterhoſe,
(20046
Feldflaſche mit Trinkbecher und 1 Paar Strümpfe.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
findet ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(20080
Sonntagsruhe in den Apotheken. Am Sonntag, den 18. Okr.,
ſind nachmittags in der Zeit von 1 bis 9 Uhr abends folgende
Apotheken geöffnet: Hirſch=Apotheke, Nieder=Ramſtädterſtraße, und
Apotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtr. Alle übrigen Apotheken
ſind von 1 Uhr ab geſchloſſen.
Bekanntmachung.
Im hieſigen Schlachthof wurde bei einem von Frankfurt a. M.
aus eingeführten Stück Vieh Maul= und Klauenſeuche feſtgeſtellt.
Die Abſchlachtung und Desinfektion wurde ſofort angeordnet, ſodaß
die Seuche als erloſchen betrachtet werden kann.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
(20119
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Landſturm=Muſterung.
Nachſtehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur Kenntnis
der Beteiligten.
(19942mds
Darmſtadt, den 12. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Muſterung und Aushebung der unausgebildeten
Landſturmpflichtigen.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die
Muſterung und Aushebung der militäriſch nicht ausgebildeten
Landſturmpflichtigen in der Zeit vom 15. bis 19. Oktober 1914 im
Hauſe der Turngemeinde, Woogsplatz 5, ſtattfindet.
Es haben zu erſcheinen:
Donnerstag, den 15. Oktober 1914
Vormittags ½8 Uhr: Die im Jahre 1890 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden des Kreiſes.
Nachmittags ½2 Uhr: Die im Jahre 1888 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden des Kreiſes.
Freitag, den 16. Oktober 1914
Vormittags ½8 Uhr: Die im Jahre 1894 und 1891 geborenen
Leute aus der Stadt Darmſtadt und
ſämtlichen Landgemeinden des Kreiſes.
Nachmittags ½2 Uhr: Die im Jahre 1889 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden des Kreiſes.
Samstag, den 17. Oktober 1914.
Vormittags ½8 Uhr: Die im Jahre 1893 und 1892 geborenen
Leute aus der Stadt Darmſtadt und
ſämtlichen Landgemeinden des Kreiſes,
ſowie die im Jahre 1887 geborenen
Leute aus den Gemeinden Arheilgen,
Braunshardt, Eberſtadt, Eich, Erzhauſen,
Eſchollbrücken, Gräfenhauſen, Griesheim,
Hahn, Malchen, Meſſel, Nieder=
Beer=
bach, Nieder=Ramſtadt und Waſchenbach.
Nachmittags ½2 Uhr: Die im Jahre 1887 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und den
Gemein=
den Ober=Ramſtadt, Pfungſtadt,
Roß=
dorf, Schneppenhauſen, Traiſa,
Weiter=
ſtadt und Wixhauſen.
Montag, den 19. Oktober 1914
Vormittags ½8 Uhr: Die im Jahre 1886 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden desKreiſes.
Nachmittags ½2 Uhr: Die im Jahre 1885 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden des Kreiſes.
Sämtliche vom Aufruf betroffenen Landſturmpflichtigen ſind
zur Teilnahme an der Muſterung verpflichtet und haben ſich an der
vorbezeichneten Tagen und Zeiten pünktlich im Muſterungslokal
ein=
zufinden mit Ausnahme:
1. derjenigen, welche von der Geſtellung ausdrücklich befreit
worden ſind;
2. der vom Dienſt im Heere und in der Marine
Ausge=
muſterten;
3. der Gemütskranken, Blödſinnigen und Krüppel uſw.
Die im Dienſte der Eiſenbahnen, der Poſt, der Telegraphie
und der militäriſchen Fabriken feſt angeſtellten Beamten und
ſtän=
digen Arbeiter, die von ihren Behörden als unabkömmlich anerkannt
und für die Unabkömmlichkeitsbeſcheinigungen eingereicht werden, ſind
von der perſönlichen Geſtellung gleichfalls befreit.
Wer der Geſtellung keine Folge leiſtet, hat die im
Militär=
ſtrafgeſetz und der Disziplinarſtrafordnung vorgeſehenen Strafen zu
gewärtigen.
Geſuche um Entbindung von der Geſtellung ſind unzuläſſig.
Zugleich werden diejenigen, welche der Aufforderung, ſich zur
Stammrolle zu melden, bis jetzt nicht nachgekommen ſind, nochmals
aufgefordert, dies unverzüglich zu tun und ſich zur Muſterung
einzu=
finden, ſoweit ſie den vorerwähnten Jahrgängen angehören.
Gleichzeitig werden die Landſturmpflichtigen aufgefordert, ſich
während der Muſterung im und vor dem Muſterungslokal, ſowie
auch in den Straßen der Stadt ruhig zu verhalten, andernfalls
Zuwiderhandelnde in Polizeigewahrſam genommen würden und nach
Maßgabe der einſchlägigen geſetzlichen Beſtimmungen Strafe zu
ge=
wärtigen hätten.
Wegen dringender häuslicher und gewerblicher Verhältniſſe
können Landſturmpflichtige hinter die letzte Jahresklaſſe ihres
Aufge=
bots, in beſonders dringenden Fällen auch hinter die letzte Jahresklaſſe
des zweiten Aufgebots zurückgeſtellt werden.
Derartige Geſuche ſind bei den Großh. Bürgermeiſtereien
un=
verzüglich anzubringen und aufs eingehendſte zu begründen, wenn ſie
Berückſichtigung erfahren ſollen.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1914.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des
Kreiſes Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Frauenſchule.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 16. Juli
1914 und mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern,
Ab=
eilung für Schulangelegenheiten, vom 2. Auguſt 1914 (zu Nr.
M. d. J. I. 10170) wurden die Schulgeldſätze für die mit der
Eleonoren=
ſchule verbundene Frauenſchule mit Wirkung vom 1. April 1914 ab
wie folgt feſtgeſetzt:
a) für Schülerinnen, deren Eltern oder an ihre Stelle getretene
Unterhaltspflichtige oder die ſelbſt, ſofern ſie großjährig
ſind, ihren Hauptwohnſitz im Bezirk der Stadt Darmſtadt
. 150 Mk. jährlich
haben
b) für alle anderen Schülerinnen . . . . 170 Mk.
Für Geſchwiſter in der Viktoriaſchule (mit Seminar),
der Eleonorenſchule (mit Frauenſchule) und den ſtädtiſchen
Mittelſchulen iſt wie ſeither zu zahlen: für das erſte Kind
das volle Schulgeld, für das zweite drei Viertel, für das
dritte und jedes folgende die Hälfte des Schulgeldes
der=
jenigen Anſtalt und Klaſſe, die ſie beſuchen.
Darmſtadt, den 13. Oktober 1914.
(21003sid
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Kartoffelpreis.
Nach Anhörung von Sachverſtändigen ſtelle ich hiermit feſt,
daß ausgeleſene Speiſekartoffeln frei Keller im Einzelverkauf je
nach Sorte höchſtens Mark 6—7.50 das Malter
(100 kg) koſten dürfen. In Waggon=Ladung bezogen, bei
weniger ſorgfältigem Ausleſen, ſind niedrigere Preiſe
am Platz. Beim Verkauf in einzelnen Pfunden auf
dem Markt iſt ein Preis zu höchſtens 7—8 Pfg.
für das Kilo gerechtfertigt. Wer dieſe Preiſe überſchreitet, oder für
geringere Sorten die höchſten Preiſe verlangt, macht ſich der
Ueberforderung ſchuldig und wird von mir unnachſichtlich zur
Ver=
antwortung gezogen.
(20090a
Darmſtadt, den 14. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 1. bis 15. Oktober 1914:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 26.— bis 28.—
Korn
„ 23.— „ 24.50
Gerſte
24.− „ 25.-
Hafer
„ 24.— „ 24.-
Butter ½ Kilg Mk. 1.40
Butter in Parkien Mk. 1.30
Eier per Stück 12=Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.75
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.—8
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.—
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 16. Oktober 1914.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Dünger=Verſteigerung.
Dienstag, 20. Oktober 1914,
vormittags 95 Uhr,
wird auf dem Hofe der
Train=
kaſerne, Eſchollbrückerſtraße 24,
die
Matratzenſtreu
der 1. Eskadron meiſtbietend
ver=
ſteigert.
(20051
Train=Erſatz=Abteilung 18.
Dunger u. Pfuhl
jedes Quantum, zu ermäßigten
Preiſen.
(18618a
Schlachthof.
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Nummer 286.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Seite 13.
Einäſcherungsanlage auf dem Hauptfriedhof.
Nachdem die Einäſcherungsanlage auf dem Hauptfriedhof am
10. Oktober d. Js. in Benutzung genommen worden iſt, iſt die im
Wortlaut bereits veröffentlichte Ortsſatzung für den Betrieb der
An=
lage an dem gleichen Tage in Kraft getreten.
Darmſtadt, den 14. Oktober 1914.
(20053sg
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule.
Abendkurſe.
Wir beabſichtigen, auch im Winterhalbjahr 1914/15 wieder
be=
ſondere Abendkurſe einzurichten. Ihre Eröffnung ſoll Ende Oktober
lfd. Js. erfolgen. In ihnen ſollen Mädchen und Frauen, denen es
durch anderweitige Beſchäftigung am Tag nicht möglich iſt, ſich mit
den Arbeiten des Haushaltes vertraut zu machen, im Kochen und
Backen, ſowie im Nähen, Flicken und Stopfen unterwieſen werden.
Die Herſtellung von Weihnachtsgebäck findet in dieſen Kurſen
beſondere Berückſichtigung.
Die Zahl der Unterrichtsabende iſt auf 60 feſtgeſetzt. Die
Ver=
teilung derſelben auf die einzelnen Wochen und Tage und die
Feſt=
legung der Unterrichtszeit erfolgen im Einverſtändnis mit den
Kurſus=
teilnehmerinnen.
Das Schulgeld für den ganzen Kurſus beträgt:
a) für hieſige Schülerinnen 2 Mk.
b) „ auswärtige
4 Mk.
Es iſt bei der Anmeldung zu entrichten.
Anmeldungen von Teilnehmerinnen aus dem Stadtbezirk
Darmſtadt werden Montag, deu 19. Oktober, von 7—8 Uhr
abends, in der Fortbildungsſchulküche im Schulhaus
Rundeturm=
ſtraße 11, von ſolchen aus dem Bezirk der ehemaligen Gemeinde
Beſſungen Dienstag, den 20. Oktober, von 7—8 Uhr abends,
in den Fortbildungsſchulräumen im Schulhaus Hermannſtraße 21
von dem Leiter der Schule entgegengenommen.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
(20084sgo
Der Vorſtand.
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
Zimon und Charlolte Zulda=Siſtung in Barnſadt.
Am 9. November d. Js. ſollen vergeben werden:
a) Drei Unterſtützungen mit je 40 Mk. an je eine brave
proteſtantiſche, katholiſche und israelitiſche Familie aus dem
Arbeiterſtande, dem Gewerbe= oder Handwerkerſtande, dem
Kaufmannsſtande oder handeltreibenden Stande, die durch
Krankheit oder ſonſtige Verhältniſſe in Not und Bedrängnis
geraten iſt;
b) an etwa 20 Familien oder Einzelperſonen aus dem
vor=
genannten Stande und unter den gleichen Vorausſetzungen
je zehn Zentner Kohlen oder andere Brennmaterialien
im gleichen Werte.
Bewerbungen ſind bis ſpäteſtens
Samstag, den 24. Oktober 1914,
an den Stiftungsvorſtand (Stadthaus) unter kurzer Darlegung der
Verhältniſſe zu richten. Dabei iſt noch anzugeben: Stand, Wohnung,
Konfeſſion, auf welche Art von Unterſtützung (a oder b) gerechnet
wird und ob die Kohlen oder ſonſtige Brennmaterialien in das Haus
gebracht werden ſollen oder an der Lieferſtelle abgeholt werden. In
letzterem Falle wird entſprechend dem etwa erſpart werdenden
Bringerlohn ein Mehr an Brennmaterialien gewährt.
Darmſtadt, den 14. Oktober 1914.
(20052
Der Vorſitzende des Stiftungsvorſtandes:
J. V.: Schmitt, Großh. Beigeordneter.
Das Pulverhaus am Beſſungerweg in nächſter Nähe des
Bahnhofs Darmſtadt Süd ſoll auf Abbruch verkauft werden.
Angebotsbogen ſind im Amtsgebäude, Zimmer 10, einzuſehen
und können auch gegen poſtfreie Einſendung von 0,50 Mk. in bar
durch das Betriebsamt 1 Darmſtadt bezogen werden.
Angebote mit entſprechender Aufſchrift ſind bis Mittwoch,
den 28. Oktober 1914, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
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vollsten Sinne des Wortes, und durch wirkungsvollen und
spannenden Unterhaltungsstoff die Leser zu fesseln, hat
die Redaktion des Blattes von jeher als ihre Hauptaufgabe
betrachtet. Ausserdem bringt das „Buch für Alle” von
Heft 2 des kürzlich begonnenen neuen Jahrgangs ab
zahlreiche Kriegsbilder,
und es wird unser fortgesetztes Bestreben sein, in Bild
und Wort den grossen Ereignissen zu folgen.
Tobias Wilders Weg zur Höhe.
Von Zdenko von Kraft.
(Nachdruck
63,
Mit vorgebeugtem Kopfe haſtete Gottwalt durch das
dämmerige Waldgehänge hinauf.
Hinter dem Naßkamm traf er die vier anderen.
Am Fuß der Gamsecker Wände, als ſie bei ſinkender
Nacht das Zinklicht anbrannten, höhlte Gottwalt die
Hände um den Mund und ſchrie:
— Tobby
Tobby!
Tobby
Dann Stille.
Der Regen rauſchte nimmer. Lautlos fiel der Schnee.
Und manchmal blies der Wind mit ſcharfem Ton um eine
Felsecke.
Je höher ſie kamen, deſto tiefer lag dieſe weiße Decke
die jeden Schritt zu einer Mühſal machte.
Sie ſtiegen, ſuchten und ſchrien die ganze Nacht.
Erſt ſpät am Morgen konnten ſie die Gamseckerhütte
erreichen.
In dieſer Hütte war einer über Nacht geweſen. Es
war noch Wärme in der Stube im Ofen glomm noch ein
rotes Auge der erlöſchenden Glut aus der Aſche heraus.
Vor der Hüttentür ging eine verſchwommene, noch
nicht völlig zugewehte Furche durch den Schnee. Doch
ſchon nach hundert Schritten erloſch ſie in einer weißen,
glatten Fläche.
Nach welcher Richtung ſollte man ſuchen. Bergauf?
Bergab?
Immer wieder jauchzten und ſchrien ſie — alle fünfe
— und Erasmus, der eine Piſtole mitgebracht hatte, löſte
einen Schuß. Der drang nicht weiter als die ſchreienden
Stimmen. Die Schneeluft verſchlang den matten Knall.
Und das Echo, das er wecken konnte, war nur wie ein
leiſes Murren.
Wohl drang dieſes müde Murren noch hinauf bis zu
den ſilberweiß umhangenen Graten.
Doch Tobby hörte nicht. Während er ſich langſam
durch den Schnee wühlte, der ihm bis zu den Hüften
ging, war ſein Atem lauter als das Seufzen dieſes
ver=
flogenen Widerhalles. Und wer einen Weg zu freier Höhe
ſucht, hat keine Zeit, um auf Stimmen der Tiefe zu
lauſchen.
Nun lag wie ein zu Eis erſtarrtes Wogenmeer das
Plateau vor Tobias Wilder. Während er gegen
Alten=
berg hinabſah, das der Höhennebel und das Schneetreiben
für Augenblicke freigab, ſummten die kalten Windſtöße ein
ſeltſames Lied.
Und da erfaßte er es wieder ganz: Warum er hier
auf eiſiger Höhe pfadlos irrte, warum er vertrieben war
aus dem engen Paradies dort unten.
Endlos lange ſtarrte er hinab. Gegen die ſchwarzen
Nadelhänge der jenſeitigen Bergwände ſah er das
lang=
ſam hinabziehen wie einen feinen Schleier. Das war der
leichte, feinflockige Schnee, der ſo lind und lieblich mit
den Wolken immer tiefer glitt, ſo unhörbar, ſo traumhaft
Auch um ihn herum tanzte es ſanft hernieder, dieſes
milde, weiße Wunder, auch auf ihn fiel Flocke um Flocke
Nicht dreiſt und ſtürmiſch, nicht wild und ungeſtüm. Es
war wie das Streicheln eines Kindes. Und was da
laut=
los fiel, blieb über allen Dingen liegen wie reines
Lin=
nen, durchwirkt von glitzerndem Flitter, anzuſehen wie
das Brautkleid der Erde, die ſich dem Winter vermählt.
Der Himmel kargte nicht. Er hatte genug der
flim=
mernden Kriſtalle und warf ſie mit vollen Händen herab,
immer mehr, immer dichter, immer ſchimmernder.
Ver=
loren ſtarrte Tobias empor. War da in den Lüften nicht
ganz das gleiche Gewirbel, ſeltſam und unbegreiflich, wie
drunten in der Welt? Wie Menſchen ihre Schickſale haben
— hatten dieſe irrenden Eisfunken nicht auch die ihren?
Der kurze Flug war ihr Leben. Ein Vorübergleiten an
der Welt — ein Tanz und ein Flimmern — vielleicht ein
Sonnenſtrahl — und es war zu Ende. Und wenn es an
Sonn, olehr gab, als nur einen flüchtigen Blitz aus
zer=
riſſenen Wolken, dann mußten ſie daran vergehen, dieſe
törichten, ſehnſuchtsvollen, ſüßen und vergänglichen
Sternchen.
Tobias wandte ſich zum Gehen. Kein Weg mehr.
Nur weißer, weißer Schnee.
Dort unten im Tal war ein ſchmaler Steig geweſen
zu ſeinem Glück — ein enges Steiglein voll Gefahr und
Seligkeit — und lag nun tief überdeckt vom kalten Schnee
der Entſagung. Warum ſollte hier im herben Gebirge ein
beſſeres Wandern ſein als dort unten? — Es war gut ſo.
Es mußte ſo ſein! Er brauchte keinen Pfad, er mußte
wandern lernen ins Troſtloſe. Er mußte ihn abſeits der
menſchlichen Steige finden: ſeinen eigenen, mutigen Weg
— ſeinen Weg zur Höhe.
Und er begann zu ſuchen. Müd’ und langſam watend,
den Kopf geſenkt, die ſtarrgewordenen Hände in den
Taſchen ſeiner dünnen Joppe — ſo wanderte er dahin.
Ueber ihm fiel es gleichmütig und lautlos herab und
ſchmiegte ſich in die Nähte und Falten ſeines Gewandes.
Tobias Wilder begann zu frieren. Froſt drang ihm bis
ins innerſte Herz, aus dem ein böſer Sturm den
Sonnen=
ſchein und die Wärme vertrieben hatte. Kalt und
lang=
ſam flatterte Flocke um Flocke in dieſes Herz hinein und
blieb auf einem friſchen Grabe liegen, um es verborgen
zu halten unter einer bleichen Decke.
Tobias legte den Arm über ſeine brennenden Augen.
Der lichte Glanz blendete ihn. Oben irgendwo mußte die
Sonne ſein . .. dort, wo der Nebelſchleier heller war.
Jetzt ging er weiter. Das Linnen zu ſeinen Füßen
war ein dicker, ſchwerer Teppich. Und eine eckig geformte
Schneewächte, die der Wind hinaufgeblaſen hatte über
einen mächtigen Felsblock, war anzuſehen wie ein feines,
weißes Haus. — Ein Haus? — War um das Haus herum
nicht ein Staketenzaun? Mit wilden Roſen? Und ſtand
nicht hinter dem Zaun eine liebe, junge Frau?
Röschen!
Tobias hatte den Namen laut gerufen. Er erſchrak
vor ſeiner eigenen Stimme, fuhr auf . . . wo war
Rös=
chen? . . . Und das Haus? . . . Nur Flocken tanzten um
ihn herum und drangen ihm in die Augen. Da ſchloß er
die Lider. — Wie gut das war! So ſüß wie ein Kußl
Und jemand ſprach zu ihm. Wer war es nur? Wer war
es? Deutlich verſtand er jedes Wort: Wo es eine große
Liebe gilt oder eine wahre Freundſchaft — da ſollte es
ernſt werden mit der Pflicht, und wenn es auch bitter
weh tun müßte; alles geht auf der Welt; es will nur
ver=
ſucht ſein; und wenn es gar nimmer gehen will — hier
unten
Tobias riß die Augen auf und ſtarrte mit irrer Be= ins flimmernde Reich der Schneekriſtalle. Was
war das? Hatte nicht jemand ſeinen Namen gerufen?
Tobby! Tobby!
Keuchend wollte Tobias aufſpringen, wollte dieſer
quälenden Stimme entfliehen. Aber ſeine Füße trugen
ihn nicht mehr. Er horchte und legte die Hände vor den
geblendeten Blick, um den Schall zu finden.
Da — noch einmal — ferner als zuvor:
Tobby! Tobby!
Er wollte aufweinen, aber ſeine Augen hatten keine
Tränen. Mit ſtarrer Hand ſtrich er die Flocken von den
Lidern fort.
Flocken? Waren das Flocken? War er blind geweſen?
Das waren doch
Engel waren es, kleine, ſüße Engel, die heiter durch
die Wolken tanzten und ſich rings um ihn herum wie
lieb=
liche Kinder zu tummeln begannen.
Himmelsnähe!
Darum war auch die Sonne dort oben — irgendwo
— vielleicht beim lieben Gott.
Dieſer kleinen Engel wurden immer mehr und mehr!
Und in ihrer Mitte — dort, wo es am hellſten war —
da ſtand eine heilige Frau! Sie kam und lächelte ſie
kam . Tobias Wilder breitete die Arme aus
Röschen!
Und war auf freier Höhe.
Noch einmal rief es irgendwo in treuer Sorge:
Tobby! Tobb!
Dann war alles ſtill.
Ende.
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Nummer 286.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Seite 15.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt i.
geöffnet an Wochentagen von 9— 12 Uhr vorm. und
— 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 10. Okt.: dem Friedhofsarbeiter Georg
Landzettel, Inſelſtraße 19, ein S. Wilhelm. Am 12.:
dam Stukkateur Karl Nikolaus Sitzler, Müllerſtraße 15,
Mime T. Anna Maria Magdalena. Am 7.: dem Kaſernen=
Unfärter Karl Schweizer, Wilhelminenſtraße 15, ein S.
ßriedrich. Am 8.: dem Hauſierer Peter Mahler,
Mag=
düulenenſtraße 9, ein S. Heinrich Hugo. Am 11.: dem
Poſt=
ſekretär z. Zt. Vizefeldwebel im Landwehr=Inf.=Rgt.
har. 118 Wilhelm Glenz, Soderſtraße 94, ein S. Heinrich
Priedrich Wilhelm. Am 8.; dem Hausburſchen Peter 6
beckmann, Nieder=Ramſtädterſtraße 45, eine T. Charlotte
Eertrude. Am 14.: dem Magazinarbeiter Hermann
Göckel, Marktſtraße 3, eine T. Eliſe Chriſtine Johanna.
Lm 8.: dem Kaufmann Otto Karl Schöneberg, Hohler
Aseg 11, ein S. Otto. Am 14.: dem Privatdozent an der
reechn. Hochſchule Dr. phil. Johann Baerwald, Alice=
Uſraße 13, eine T. Charlotte Helene Marie und ein S.
Aserner Richard Bruno. Am 13.: dem Oberkellner
Her=
mann Schott, Luiſenſtraße 1, eine T. Katharina. Am
1s.: dem Taglöhner Georg Kraft, Magdalenenſtr. 7,
ſeme T. Johanna Marie Karoline.
Geſtorbene. Am 12. Okt.: Karoline Bergheimer,
Ziimmerwärterin i. P., 67 J., ev., ledig, Viktoriaſtr. 59.
Aam 12.: Viktor Adolf Ganß, Taglöhner, 25 J., ev., led.,
G roße Ochſengaſſe 4. Am 6.: Franz Rüſter, Telegraphiſt,
60 J., ev., led., Pankratiusſtraße 2. Am 13.: Johannes
Schmidt Schloſſer, 25 J., ev., aus Traiſa, hier,
Grafen=
ſtraße 9. Am 14.: Friedrich Vierheller, Feldſchütz i. P.,
Mallaswieſenſtraße 119. Am 14.: Katharine Schott,
Dochter des Oberkellners, 23 St., kath., Luiſenplatz 1.
Am 15.: Franz Müller, Bauaufſeher, 65 J., ev.,
Rhön=
ung 131. Am 14.:Wilhelm Martin Franz Ackermann,
Holonialwarenhändler, 54 J., ev., Liebfrauenſtraße 47.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden
19. Sonntag nach Trinitatis, den 18. Oktober 1914
Hofkirche: Samstag, den 17. Oktober, abends um
6 Uhr: Beichte. — Sonntag, den 18. Oktober (Ernte=
Idankfeſt), vorm. um ½ 10 Uhr: Beichte und
Anmel=
duung zur heil. Kommunion in der Sakriſtei. — Vorm. um
100 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil.
Abend=
mahls. — Mittwoch, den 21. Okt., abends um 6 Uhr;
Andacht.
Stadtkirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Velte. —
Vsormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Aselte. — Abends um 6 Uhr: Gottesdienſt zur
Eröff=
nung des Konfirmandenunterrichts. Pfarrer
Zimmer=
mann. — Mittwoch, den 21. Okt., abends um 8½ Uhr:
Kriegsbetſtunde. Pfarrer Velte.
Stadtſapelle: Vormittags um 10 Uhr: Pfarrer
Aeringer. — Vormittags um 11½ Uhr:
Kindergottes=
dienſt Entlaſſung der Konfirmanden). Pfarrer
Kle=
herger.
Militärgemeinde (Stadtkirche): Vorm. um 8½ Uhr:
Coarniſonspfarrer Schäfer. — Vorm. um 10½ Uhr:
Krindergottesdienſt (Steinſtraße 24, Muſikſaal).
Johanneskirche: Kollekte für die evang. Bewegung in
Loeſterreich. — Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Marx. —
Vsormittags um 11½ Uhr: Eröffnungsfeier für den
K onfirmandenunterricht. Pfarrer Dingeldey. —
Mitt=
woch, den 21. Okt., abends um 8 Uhr: Andacht. Pfarrer
Loingeldey.
Martinskirche: Vormittags um 10 Uhr: Pfarrer
I.. Waitz. — Vormittaas um 11 Uhr:
Kindergottes=
dienſt für den O ſt bezirk. Pfarrverwalter Storck. —
Nach=
nnittags um 4 Uhr: Betſtunde im Martinsſtift. Pfarrer
Weller. — Abends um 6 Uhr: Pfarraſſiſtent
Linden=
ſt ruth. — Mittwoch, den 21. Oktober, abends um 8 Uhr:
Andacht. Pfarrer D. Waitz.
Pfründnerhaus: Vorm. um 10 Uhr: Pfarraſſiſtent
Keindenſtruth.
Herberge zur Heimat: Vormittags um 9 Uhr: Pfarrer
Memmert.
Eliſabethenſtift: Vorm. um 10 Uhr:
Hauptgottes=
mienſt (Erntedankfeſt). Pfarrer Hickel. — Vorm.
um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. — Freitag, den
283. Oktober, abends um 8¾ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Erntedankfeſt.
Ktollekte für die Kirche. — Vormittags um 10 Uhr:
Pfarr=
eſſſiſtent Sann. — Vorm. um 11½ Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Sann. — Abends um 6 Uhr:
G5ottesdienſt zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts.
(farrer Wagner. — Mittwoch, den 21. Okt., abends
8: Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarraſſiſtent Sann.
Pauluskirche: Erntedankfeſt. Kollekte für den
Ktirchenfonds. — Vorm. um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarer Rückert. — Vormittags um 11½ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrer Rückert. — Nachm. um 6 Uhr:
Gottesdienſt zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts.
Pfarrer Rückert. — Mittwoch, den 21. Okt., abends um
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrer Rückert.
Evang. Gemeinde in Eberſtadt: Sonntag, den 18. Okt.,
vormittags um ½10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Paul.
— Abends um 6 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrverwalter
Stumpf.
Evang. Gemeinde in Nieder=Ramſtadt: Sonntag, den
18. Okt. (Erntedankfeſt), vormittags um ½ 10 Uhr:
Gottesdienſt. — Nachm. um 6 Uhr: Krieger=
Gedächtnis=
feier in der Kirche. — Mittwoch, den 21. Okt., abends
um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrverwalter Weik.
Evang. Gottesdienſt in Fraiſa: Sonntag, den 18. Okt.,
nachmittags um 2 Uhr: Gottesdienſt im Rathausſaal.
Pfarrverwalter Weik.
Lutheriſcher Hottesdienſt. (Selbſtändige evang.=lutheriſche
Kirche.) Am 19. Sonntag nach Trinitatis, den 18. Okt.,
vormittags um 9½ Uhr, im „Feierabend‟, Stiftſtr. 51:
Predigt. Pfarrer Müller.
Siahtniſten Mahlſtraße 29) Sonntag, den 19. Of.,
vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. —
Nach=
mittags um 4 Uhr: Bibelſtunde. Herr Diviſionspfarrer=
Schäfer. — Abends um 8½ Uhr: Gebetsvereinigung.
— Dienstag, den 20. Okt., abends um 8½ Uhr:
Blau=
kreuzbibelſtunde und Gebetsvereinigung. — Donnerstag,
den 22. Oktober, abends um 8½ Uhr: Bibelſtunde und
Gebetsvereinigung. — Zweig der Stadtmiſſion
(Beſſungerſtraße 88, Hth.). Sonntag, den 18. Okt.,
vor=
mittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. —
Nachmit=
tags um 3 Uhr: Jugendbund für Jünglinge. — Um
4½ Uhr: Jugendbund für Jungfrauen. — Freitag, den
23. Oktober, abends um 8½ Uhr: Bibelſtunde und
Ge=
betsvereinigung.
Epangeiſche Gemeinſchaſt (Kiesſtr. 54): Dienstag, den
20. Oktober, abends 8½ Uhr: Gottesdienſt. Prediger
Berner=Frankfurt a. M.
Gottedienſt der Rengpoſalſchen Gemeinde (
Lagerhaus=
ſtraße 4): Sonntag, nachmittags um 4 Uhr. —
Mitt=
woch, abends um 8½ Uhr.
Gemeinde gläubig getauſter Chriſten (Waptiſcken),
Mauer=
ſtraße 17: Sonntag, den 18. Oktober vorm. um
9½ Uhr: Predigt. Prediger Winhold. — Um ¾ 11 Uhr:
Sonntagsſchule. — Nachmittags um 4 Uhr: Predigt.
Prediger Winhold. — Abends um 6 Uhr: Jugendverein.
— Mittwoch, den 21. Oktober, abends um 8½ Uhr:
Kriegsgebetſtunde.
Relhodiſengeneinde (Taunusſtraße 53): Sonntag,
den 18. Okt., nachmittags um ¾3 Uhr: Sonntagsſchule.
— Um 4 Uhr: Predigt. — Freitag, den 23. Oktober, abends
um ½ 9 Uhr: Vibel= und Gebetſtunde.
Katholiſche Gemeinden
20. Sonntag nach Pfingſten, den 18. Oktober 1914
St. Ludwigskirche: Samstag, den 17. Oktober,
nach=
mittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit
zur heil. Beichte. — Um 8 Uhr: Roſenkranzandacht.
Sonntag, vorm. von ½ 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. — Um 6 Uhr: Erſte heil. Meſſe und
Roſen=
kranzandacht. — Um 7 Uhr: Austeilung der heil.
Kom=
munion. — Um 8 Uhr: Hl. Meſſe. — Um ½ 10 Uhr:
Hochamt mit Predigt. — Um 11 Uhr: Letzte heil. Meſſe.
— Nachmittags um 3 Uhr: Sakramentaliſche
Bruder=
ſchaftsandacht mit Predigt. — Werktags, abends um
8 Uhr: Roſenkranzandacht. — Am Dienstag abend um
7 Uhr 40 Min.: Roſenkranz; darauf Predigt eines
aus=
wärtigen Paters über „Vaterlandsliebe”; darauf Litanei
und Segen.
Militärgemeinde (Uebungsplatz bei Griesheim):
Sonntag, vorm. um ½ 10 Uhr: Singmeſſe mit Predigt.
Kapelle der Parmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm
um ½ 7 Uhr: heil. Meſſe. — Nachm. um 5 Uhr:
Ver=
ſammlung des 3. Ordens. — Um 6 Uhr:
Roſenkranz=
andacht.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonntag, vormittags um
7 Uhr: heil. Meſſe. — Nachm. um 4 Uhr:
Verſamm=
lung der kath. Dienſtmädchen.
Kapelle zu Ober=Ramſtadt: Sonntag, vorm. um 9 Uhr:
Hl. Meſſe mit Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, den 17. Oktober,
nach=
mittags um ½ 5 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegen=
heit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur
heil Beichte. — Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr:
hl. Meſſe mit Predigt und Generalkommunion der
Sodalität. — Um ½10 Uhr: Hochamt und Predigt. —
Nachm. um 2 Uhr: Sakramentaliſche Andacht. —
Mon=
tag und Freitag, abends um 8 Uhr: Roſenkranz.
Mittwoch, abends um 8 Uhr: Kriegsandacht und Pre=
digt des Paters Göckel über das Thema: „Der große
Schlachtenlenker”.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Samstag, den
17. Okt., nachm. um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Ge=
legenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur
heil. Beichte. — Um ½ 7 Uhr: hl. Meſſe. — Um ½ 9 Uhr:
Amt mit Predigt. — Nachm. um ½3 Uhr:
Sakramen=
taliſche Bruderſchaftsandacht. — Mittwoch, abends um
8 Uhr: Kriegsgebet. — An allen Werktagen
Roſen=
kranzmeſſe.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, den 17. Okt., nachm.
um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
Sonntag, vormittags um ½6 Uhr: Beichte. —
Um ½ 7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. — Um
½10 Uhr: Hochamt, Predigt und Gebet für unſere Krieger.
— Nachm. um ½ 2 Uhr: Chriſtenlehre. — Um 2 Uhr:
Andacht. — Werktags um ½8 Uhr: Singmeſſe mit
heil. Kommunion und Kriegsbetſtunde; vorher
Beicht=
gelegenheit.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt bei
Eberſtadt: Während der Kriegszeit an allen
Donners=
tagen, nachmittags um 4 Uhr: Kriegsbetſtunde und
Predigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. um 7 Uhr:
Beichte. — Um ½ 8 Uhr: Amt, Predigt und Gebet für
unſere Krieger. — Nachmittags um ½2 Uhr: Andacht.
— An allen Wochentagen, nachm. um 4 Uhr: Andacht
zur Erflehung der göttlichen Hilfe und Erbarmung in
der gegenwärtigen Kriegszeit.
Getaufte, Getraute und Beerdigte.
Getaufte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Kaplaneigemeinde: 4. Okt.: Dem Fuhrmann
Georg Kohlbacher e. T. Frieda Elvira, geb. 24. Sept.
Petrusgemeinde: 4. Okt.: Dem
Oberleitungs=
aufſeher Valentin Gerhard II. S. Wilhelm, geb. 27. Aug.
5. Okt.: Der Telegraphenarbeiter Valentin Kropp e. T.
Agnes, geb. 23. Mai.
Martinsgemeinde: 29. Sept.: Dem Schloſſer
Alwin Max Leuſchner e. S. Otto Heinrich, geb. 19. Sept.
4. Okt.: Dem Zahntechniker Ludwig Wagner e. S. Hans
Ludwig Hermann, geb. 4. Okt. 11. Okt.: Dem Buchdrucker
Albert Nebe e. S. Johann Georg, geb. 27. Aug. 12. Okt.:
Dem Dachdecker Adolf Aßmus e. S. Artur, geb. 3. Okt.
Dem Eiſenbahnwerkmeiſter Heinrich Kerſting e. S.
Wil=
helm, geb. 4. Sept. Dem Lokomotivheizer Peter
Grüne=
wald e. T. Margarethe Wilhelmine, geb. 25. Septbr.
15. Okt.: Dem Dachdecker Georg Möſer e. T. Anna Clara.
19. Okt.: Dem Verſicherungsinſpektor Jakob Tronecker, e. T.
Gertrud, geb. 19. Sept.
Getraute bei den evangeliſchen Gemeinden.
Martinsgemeinde: 10. Okt.: Bahnformer
Wil=
heim Wittmann und Wilhelmine Hopp, beide hier. Georg
Reeg Fabrikarbeiter und Paula Vonderſchmidt. Kark
Wilhelm Hartmann, Zimmerparlier und Chriſtine Kredel
geb. Vetter. Johann Storck Goldarbeiter und Eliſabeth
Hechler.
Feerdigte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Kaplaneigemeinde: 6. Okt.:
Mineralwaſſer=
verkäufer Georg Traſer, 78 J. alt, ſtarb 3. Okt. Wilhelm
Adolf Stahl, Sohn des Kellners Adolf Emil Stahl,
11 Mte. alt, ſtarb 3. Okt. 14. Okt.: Eliſabeth Grimm,
geb. Alberth, Witwe des Litographen Joſef Grimm,
58 J. alt, ſtarb 17. Okt.
Markusgemeinde: 10. Okt.: Der Großh.
Ober=
lehrer Profeſſor Karl Wilhelm Wißner, alt 53 J. 4 M.,
ſtarb 8. Okt. (Einſegnung, Einäſcherung). 11. Okt.: Der
Privatier Chriſtian Schmidt, alt 74 J., ſtarb 8. Okt.
12. Okt.: Der stud. arch. Paul Müller, alt 26 J. 3 M.,
ſtarb 9. Okt. (Einſegnung, Einäſcherung).
Martinsgemeinde: 7. Okt.: Privatin Philippine
Bernhard, alt 67 J ſtarb 5. Okt. Barbara Flach, Witwe
des Johannes Flach, alt 80 J., ſtarb 4. Okt. 8. Okt.;
Telephoniſt Franz Rüſter, alt 60 J., ſtarb 6. Oktober.
Heinrich Grünewald, Förſter i. R., Büroaſſiſtent, ſtarb
6. Okt. 9. Okt.: Suſanne Friederich, 68 J. alt, ſtarb 6. Okt.
Petrusgemeinde: 10. Okt.: Karoline Heilmann,
Tochter des Bäckers Georg Konrad Heilmann dahier,
alt 1 Jahr, ſtarb 10. Okt. (Einſegnung). 11. Okt.:
Schreiner=
meiſter Karl Hof, alt 75 J., ſtarb 9. Okt. 14. Okt.: Chriſtine
Eckel Tochter des Maurers Georg Eckel, 2 M. alt, ſtarb
14. Oktober.
Johannesgemeinde: 14. Okt.: Lina Bergheimer,
ledig, 67 Jahre alt, ſtarb 12. Okt. 16. Okt.: Friedrich
Vierheller, Feldſchütz i. P., 75 J. alt, ſtarb 14. Okt.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.
Nummer 286.
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Hand=
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Ang. u. A 1 a. d. Geſchäftsſt. (*7385
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