Darmstädter Tagblatt 1914


Samstag, den 17. Oktober.

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1777. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Nr. 286.

Samstag, den 17. Oktober.

114.

Der Krieg.

Ruſſiſche Flottenkundgebung im Schwarzen Meer. Zur Vorgeſchichte des Krieges. Letzte Arbeit in Belgien. Die
Kämpfe in Galizien. Aus Warſchau. Die ruſſiſche sozialdemokratie und der Krieg. Oſtende von den Deutſchen
beſetzt. Der ruſſiſche Raubzug in Galizien.

Ruſſiſche Flottenkundgebung im Schwarzen Meer.

* Mailand, 15. Okt.
Der Corriere de la Sera
meldet aus Bukareſt:
Dienstag morgen 8 Uhr
fuhr die rufſiſche
Schwarze Meer=
Flotte, beſtehend aus
18 Einheiten. an Warna
vorbei, mit Richtung auf.
Burgas und Konſtanti=
nopel
. Nach dem Uni=
verſul
nimmt man in po=
litiſchen
Kreiſen an, daß
dieſe Bewegung das Vor=
ſpiel
zu Feindſeligkeiten
gegen die Türkei wegen
der Schließung der Dar=
danellen
ſei. Rumänien
ſtellte die Fahrten Kon=
ſtanza
=Konſtantinopel ein.

* Konſtantinopel, 15. Okt. Tasvir=i=Efkiar
äußert ſich zu dem Erſcheinen der ruſſiſchen
Schwarzen Meer=Flotte an den Küſten Ru=
mäniens
und Bulgariens und meint, es ſei dazu
beſtimmt die Haltung Rumäniens und Bulgariens zu
beeinfluſſen. Das Blatt glaubt aber nicht, daß die beiden
Staaten ſich durch ſolche vorübergehende Kundgebungen
beeinfluſſen und zu einem Vorgehen hinreißen laſſen wer=
den
, das geeignet iſt, ihr Sein oder Nichtſein zu verüh=
ren
. Das Mlatt fügt hinzu: Wir glauben nicht, daß
irgend eine Regierung auf dem Balkan etwas unterneb=
men
kann, ohne die Land= und Seemacht der Türkei in
Rechnung zu ziehen, es wäre denn, daß ihr Unternehmen
von der Türkei gebilligt wird. Was die Türkei betrifft,
deren Flotte nach wie vor die Freiheit des Ausganges ins
Schwarze Meer behält, ergibt ſich aus dieſem Umſtande,
daß die Kundgebung im Schwarzen Meere
nichts an ſich hat, was uns intereſſieren kann. Das Blatt=
erklärt
ſodann: Die Tatſache, daß Rußland die Haltung
ſeiner Verbündeten, die den Grund zur Schließung der
Dardanellen gegeben hat, mit Stillſchweigen überging,
läßt die türkiſcheruſſiſchen Beziehungen weiter im Dunkel
der Ungewißheit gehült. Anſtatt durch derartige Kund=
gebungen
die Haltung ſeiner Verbündeten zu billigen und
ſo die Unklarheit der Lage noch mehr zu vergrößern,
würde Rußland logiſcher handeln, wenn es jene zur Ver=
nunft
zu bringen verſuchte, die die Urſache zur Schlie=
ßung
der Dardanellen geweſen ſind. Servet=i=Funun
iſt der Anſicht, daß Rußlands Kundgebung in den leiten=
den
Kreiſen Rumäniens und Bulgariens einen ſchlechten
Eindruck machen werde.

Zur Vorgeſchichte des Krieges.

(Schluß.)
* Die geſtern ſchon erwähnte Veröffentlichung der
Nordd. Allg. Ztg. führt weiter aus:
Hierauf folgt ein Brief Sir Edward Greys vom 22.
November 1912 an den franzöſiſchen Botſchafter in Lon=
don
. Cambon. Darin wird auf den fortdauernden, ge=
genſeitigen
Meinungsaustauſch franzöſiſcher und engli=
ſcher
Marineſachverſtändiger und Militärſachverſtändiger
hingewieſen und die Zuſtimmung dazu ausgeſprochen,
daß, wenn eine der beiden Regierungen ernſten Grund
habe, einen provozierten Angriff einer dritten Macht
oder die Bedrohung des allgemeinen Feiedens zu
erwarten, unmittelbar ein Meinungsaustauſch zwiſchen
den beiden Regierungen folgen und eine Entſcheidung
getroffen werden ſoll über die Anwendung der Pläne
der beiderſeitigen Generalſtäbe. In Beſtätigung des
Schreibens des Botſchafters Cambon vom 23. November
1912 werden die Anregungen Edward Greys angenommen.
Der Beſuch des Königs von England
in Paris.
In dem zweiten Bericht vom Mai 1914 wird
mitgeteilt, daß bei dem Beſuch des Königs von England
in Paris von franzöſiſcher Seite die Anregung erfolgte,
die beſtehenden beſonderen militärpolitiſchen Abmachungen
zwiſchen Frankreich und England durch analoge Ab=
machungen
zwiſchen England und Rußland zu er=
gänzen
. Sir Edward Grey hat den Gedanken ſympathiſch
aufgenommen, ſich aber außerſtande erklärt, ohne Befragen
des engliſchen Kabinetts irgend eine Bindung zu über=
nehmen
.

Der Empfang der engliſchen Gäſte durch die fran=
zöſiſche
Regierung, ſowie die Pariſer Bevölkerung ſoll auf
den Miniſter in hohem Grade Eindruck gemacht haben.
Es iſt zu befürchten, daß der engliſche Staatsmann, der
zum erſten Male in amtlicher Eigenſchaft im Ausland
geweilt hat, und wie behauptet wird, überhaupt zum erſten
Male engliſchen Boden verlaſſen hat, den franzöſiſchen
Einflüſſen in Zukunft in noch höherem Grade unterliegen
wird, als das bisher ſchon der Fall war.
Die Umwandlung der Entente in ein
Bündnis.
Ein dritter Bericht vom Juni 1914 beſagt: Die
Nachricht, daß von franzöſiſcher Seite anläßlich des Be=
ſuches
des Königs von England in Paris militäriſche
Abmachungen zwiſchen England und Rußland an=
geregt
wurden, wird mir beſtätigt. Die Anregung geht
auf Herrn Iswolski zurück. Der Botſchafter wünſchte,
die Feſtſtimmung zu einer Umwandlung der Tri=
pelentente
in ein Bündnis nach Analogie des
Dreibundes auszunutzen. Wenn man ſich ſchließlich in
Paris und Petersburg mit weniger begnügte, ſo ſcheint
dafür die Erwägung maßgebend geweſen zu ſein, daß in
England ein großer Teil der öffentlichen Meinung
dem Abſchluß förmlicher Bündnisverträge mit anderen
Mächten durchaus ablehnend gegenüber ſteht. Angeſichts
dieſer Tatſache hat man ſich trotz der zahlreichen Beweiſe
für den gänzlichen Mangel an Widerſtandskraft der eng=
liſchen
Polik gegen eine Entente man darf an die
Gefolgſchaft erinnern, die noch jüngſt Rußland in der
Frage der deutſchen Militärmiſſion in der Türkei
von England erfahren hat offenbar geſcheut, gleich mit
der Tür ins Haus zu fallen. Es wurde vielmehr die
Taktik des langſamen, ſchrittweiſen Vorgehens beſchloſſen.
Sir Edward Grey hat die franzöſiſch=ruſſiſche Anregung
im engliſchen Miniſterrat warm vertreten, das Kabinett
hat ſich ſeinem Votum angeſchloſſen. Es wurde beſchloſſen,
in erſter Linie ein Marineabkommen ins Auge zu
faſſen, und Verhandlungen in London zwiſchen der eng=
liſchen
Admiralität und dem ruſſiſchen Marineattaché ſtatt=
finden
zu laſſen. Die Befriedigung der ruſſiſchen und der
franzöſiſchen Diplomatie über dieſe erneute Ueberrum=
pekung
derengliſchen Politiker iſt groß. Man
hält den Abſchluß eines formellen Bündnisvertrages nur
noch für eine Frage der Zeit. Um dies Ergebnis zu be=
ſchleunigen
, würde man in Petersburg ſogar zu gewiſſen
Scheinkonzeſſionen an England in der perſiſchen Frage
bereit ſein. Die zwiſchen beiden Mächten in dieſer Hin=
ſicht
in letzter Zeit aufgetauchten Meinungsverſchiedenhei=
ten
haben noch keine Erledigung geſunden. Von ruſſiſcher
Seite arbeitet man vorläufig mit beruhigenden Ver=
ſicherungen
wegen der Beſorgniſſe, die in England im
Hinblick auf die Zukunft Indiens in neuerer Zeit wieder
hervorgetreten ſind.
Das ruſſiſch=engliſche Marineabkommen.
Ein vierter Bericht vom Juni 1914 lautet: Man
iſt in=Petersburg und London ſehr beunruhigt wegen der
franzöſiſchen Indiskretionen über die ruſſiſch=
engliſche
Marinekonvention. Sir Edward Grey befürchtet
Anfragen im Parlament. Marineattaché Kapitän Wol=
kow
, der einige Tage in Petersburg geweſen iſt, vermut=
lich
um Inſtruktionen für die Verhandlungen in Empfang
zu nehmen, iſt nach London zurückgekehrt. Die Verhand=
lungen
haben bereits begonnen.

Im fünften Bericht vom Juni 1914 wird auf
die Anfrage des Unterhauſes über das Marineabkommen
mit Rußland, ſowie die bekannte Antwort Greys und
die engliſchen Blätterſtimmen Bezug genommen und hin=
zugefügt
: Die Erklärungen Sir Edward Greys entſprechen
der vertraulichen Aeußerung einer Perſönlichkeit aus der
nächſten Umgebung des Miniſters: Er könne auf das
ausdrücklichſte und beſtimmteſte verſichern, daß keinerlei
Abmachungen militäriſcher oder maritimer Natur zwiſchen
England und Frankreich beſtünden, obwohl der Wunſch
nach ſolchen auf franzöſiſcher Seite wiederholt kundgegeben
worden ſei. Was das engliſche Kabinett Frankreich ab=
geſchlagen
habe, werde es Rußland nicht gewähren. Es
ſei keine Flottenkonvention mit Rußland ge=
ſchloſſen
und es werde auch keine geſchloſſen werden.
Ein ſechſter Bericht iſt minder wichtig.
In dem ſiebenten Bericht vom Juni 1914 heißt
es: Daß die Erklärung Sir Edward Greys im engliſchen
Unterhauſe über das ruſſiſch=engliſche Marineabkommen
von der öffentlichen Meinung in England ſo bereitwillig
akzeptiert worden iſt, hat hier und in Petersburg große
Erleichterung hervorgerufen. Die Drahtzieher der Aktion
hatten ſchon befürchtet, daß der ſchöne Traum des neuen
Dreibundes ausgeträumt ſein könne. Es fällt mir
übrigens ſchwer, daran zu glauben, daß es dem Man=
cheſter
Guardian allein beſchieden geweſen ſein ſollte, den
Trick zu durchſchauen, deſſen ſich Sir Edward Grey be=
diente
, indem er die Frage, ob Verhandlungen über ein
Marineabkommen mit Rußland ſchwebten oder im Gange
ſeien, nicht beantwortete, ſondern die ihm garnicht geſtellte
Frage verneinte, ob England bindende Verpflichtun=
gen
bezüglich einer Beteiligung an einem euro=
päiſchen
Kriege eingegangen ſei. Ich neige vielmehr
der Anſicht zu, daß die engliſche Preſſe in dieſem Falle
wieder einmal einen Beweis für ihre bekannte Diſziplin
in der Behandlung von Fragen der Auswärtigen Politik
gegeben und, ſei es auf ein mot d’ordre hin, ſei es aus
politiſchem Inſtinkt, geſchwiegen hat.
Imachten Bericht, ebenfalls vom Juni 1914, heißt
es: Von einer Stelle die ſich die alten Sympathien für
Deutſchland bewahrt hat, iſt mir mit der Bitte um ſtrengſte
Geheimhaltung die beigefügte Aufzeichnung über eine Kon=
ferenz
zugegangen, die am 25. Mai beim Chef des
ruſſiſchen Marineſtabs ſtattgefunden hat und in
der die Grundlagen für Verhandlungen über das ruſ=
ſiſch
=engliſche Marineabkommen feſtgeſtellt
worden ſind. Bis zu welchem Ergebnis die Verhänd=
lungen
bis jetzt geführt haben, wußte mein Gewährsmann
noch nicht, er äußerte aber ſehr ernſte Beſorgniſſe über die
Beförderung, die der ruſſiſche Nationalismus erfahren
werde, wenn das Abkommen tatſächlich zuſtande komme.
Sei man des Mitgehens Englands erſt gewiß, ſo wür=
den
die bekannten, panſlawiſtiſchen Hetzer nicht zögern,
die erſte ſich bietende Gelegenheit zu benutzen um es zum
Kriege zu bringen. Auch Saſſonow treibe zuſehends mehr
in das Fahrwaſſer der ruſſiſchen Kriegspartei. Die An=
lage
iſt datiert: St. Petersburg, 13./26. Mai 1914 und
beſagt u. a.: Die geplante Marinekonvention ſoll die Be=
ziehungen
zwiſchen den ruſſiſchen und engliſchen Streit=
kräften
zur See in allen Einzelheiten regeln. Die beiden
Marineſtäbe ſollen ſich außerdem regelmäßig gegenſeitig
Mitteilung machen über die Flotten dritter Mächte und
über ihre eigenen Flotten. Nach dem Vorbild der fran=
zöſiſchrufiſchen
Marinekonvention ſollauch zwiſchen dem
ruſſiſchen und engliſchen Marineſtab ein regelmäßiger
Meinungsaustauſch herbeigeführt werden. Das ruſſiſche
Marineabkommen mit England ſoll gleich dem franzöſiſch=
ruſſiſchen
Marineabkommen vorher vereinbarte, aber ge=
trennte
Aktionen der ruſſiſchen und engliſchen Kriegs=
marine
ins Auge faſſen. Mit Bezug auf die maritimen
Operationen im Gebiet des Schwarzen Meeres und der
Nordſee, wie mit Bezug auf den vorausſichtlichen See=
kampf
im Mittelmeer muß Rußland beſtrebt ſein, von
England Kompenſationen dafür zu erhalten, daß es einen
Teil der deutſchen Flotte auf die ruſſiſche abzieht. Im
Gebiet des Bosporus und der Dardanellen ſollen zeit=
weilige
Unternehmungen in den Meerengen als ſtrategiſche
Sperationen Rußlands im Kriegsfalle ins Auge geſaßt
werden. Die ruſiſchen Intereſſen in der Oſiſe ver=
langen
, daß England einen möglichſt großen
Teil der deutſchen Flotte in der Nordſee
feſthält. Dadurch würde die erdrückende Uebermacht
der deutſchen Flotte gegenüber der ruſſiſchen aufgehoben
und vielleicht eine ruſſiſche Landung in Pom=
mernmöglich
werden. Hierbei könnte die engliſche
Regierung einen weſentlichen Dienſt leiſten, wenn ſie vor
Beginn der Kriegsoperationen eine ſo große Zahl von
Handolsſchiffen in die baltiſchen Häfen ſchickte, daß der

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Nummer 286.

Mängel an ruſſiſchen Transportſchiffen ausgeglichen
wird.
Was die Lage im Mittelmeer anbetrifft, ſo iſt es
für Rußland höchſt wichtig, daß dort ein ſicheres Ueberge=
wicht
der Streitkräfte der Entente gegenüber der öſter=
reichiſchen
und italieniſchen Flotte hergeſtellt wird, ſonſt
würden Angriffe der öſterreichiſchen Flotte im Schwarzen
Meer möglich ſein, was für Rußland ein gefährlicher
Schlag ware. England müßte daher durch die Belaſſung
der nötigen Zahl von Schiffen im Mittelmeer das Ueber=
gewicht
der Streitkräfte der Ententemächte mindeſtens ſo=
lange
ſichern, als die Entwicklung der ruſſiſchen Marine
noch nicht ſoweit fortgeſchritten iſt, um die Löſung dieſer
Aufgabe ſelbſt zu übernehmen. Ruſſiſche Schiffe müßten
mit Zuſtimmung Englands als Baſis im öſtlichen Mittel=
meer
die engliſchen Häfen benutzen dürfen, ebenſo wie es
die franzöſiſche Marinekonvention der ruſſiſchen Marine
geſtattet, ſich im weſtlichen Mittelmeer in den franzöſiſchen
Häfen zu baſieren.
Der neunte Bericht vom Juli 1914 lautet: Ge=
legentlich
meiner heutigen Unterhaltung mit Saſſo=
now
wandte ſich das Geſpräch auch dem Beſuch Poin=
carés
zu. Der Miniſter hob die in friedfertigem Ton
gewechſelten Trinkſprüche hervor. Ich konnte nicht um=
hin
, Saſſonow darauf aufmerkſam zu machen, daß nicht
die bei derartigen Gelegenheiten ausgetauſchten Toaſte,
ſondern die daran geknüpften Preßkommentare den Stoff
zu Beunruhigungen geliefert hätten. Derartige Kom=
mentare
ſeien auch diesmal nicht ausgeblieben, wobei ſo=
gar
die Nachricht von einem angeblichen Abſchluß
einer ruſſiſch=engliſchen Marinekonven=
tion
verbreitet worden ſei. Saſſonow griff dieſen Satz
auf und meinte unwillig, eine ſolche Konvention exiſtiere
nur in der Idee des Berliner Tageblattes und im Mond‟
Rußlands Wille zum Krieg.
Der zehnte Bericht vom Juli 1914 enthält eine
Abſchrift des Schreibens, das der Adjutant eines
ruſſiſchen Großfürſten am 25. Juli von Peters=
burg
an den Großfürſten richtete und das nach der Anſicht
des Berichterſtatters erweiſt, daß man ſchon ſeit dem
24. Juli in Rußland zum Kriege entſchloſ=
ſen
geweſen iſt. Die wichtigſten Sätze des Schreibens
lauten:
In Petersburg waren große Unordnungen unter den
Arbeitern; ſie fielen ſonderbar zuſammen mit der An=
weſenheit
der Franzoſen bei uns und mit dem öſterreichi=
ſchen
Ultimatum an Serbien. Geſtern hörte ich von dem
franzöſiſchen Militäragenten General Guiche, er habe ge=
hört
, daß Oeſterreich an den Arbeiterunruhen nicht un=
ſchuldig
ſei. Jetzt kommt aber alles raſch zu normalen
Verhältniſſen und es ſcheint, daß, von den Franzoſen er=
mutigt
, unſere Regierung aufgehört hat, vor den Deut=
ſchen
zu zittern. Es war längſt Zeit; das Ultimatum
Oeſterreichs iſt von unerhörter Frechheit, wie alle
hieſigen Zeitungen einmütig ſagen. Geſtern war eine
Sitzung des Miniſterrats, der Kriegsminiſter hat
ſehr energiſch geſprochen und beſtätigt, daß Rußland
zum Kriege bereit ſei, und die übrigen Miniſter
haben ſich voll angeſchloſſen. Es wurde in entſprechendem
Geiſt ein Bericht an den Kaiſer fertiggeſtellt und
dieſer Bericht iſt an demſelben Abend beſtätigt worden.
Die Mitteilung in dem Ruſſiſchen Invaliden, daß die Re=
gierung
aufmerkſam die Entwicklung der öſterreichiſch=
ſerbiſchen
Zuſammenſtöße verfolgt, bei denen Rußland
nicht gleichgiltig bleiben kann, wurde von allen Zeitungen
mit ſehr günſtigen Kommentaren nachgedruckt. Wir alle
ſind überzeugt, daß diesmal keine Rasputine Rußland
verhindern werden, ſeine Pflicht zu erfüllen. Deutſchland,
das Oeſterreich vorſchickt, iſt feſt entſchloſſen, ſich mit uns
zu meſſen, bevor wir unſere Flotte ausbauen und die
Balkanſtaaten haben ſich noch nicht vom Kriege erholt.
Auch wir müſſen der Gefahr ins Geſicht ſehen und nicht
unſeren Kopf verſtecken, wie während des Balkankrieges,
als Kokowzow nur an die Börſe dachte. Damals aber
wäre der Krieg leichter geweſen, da der Balkanbund voll
bewaffnet war. Aber bei uns trieb man Straßen=
demonſtrationen
auseinander, die gegen
das elende Oeſterreich gerichtet waren. Jetzt
aber würde man ebenſolche Demonſtrationen freudig
begrüßen. Ueberhaupt wollen wir hoffen, daß das
Regiment der Feiglinge (nach Art Kokowzows) und ge=
wiſſer
Schreier und Myſtiker vorüber iſt. Der Krieg iſt
ein Gewitter, mögen auch Kataſtrophen kommen, es wäre
immer beſſer, als in dieſer unerträglichen Schwüle zu
verharren.

Aus Belgien.

* London, 15. Okt. Die Neu=York World bringt
eine Beſchreibung des Einzugs der Deutſchen in

Antwerpen. Der Korreſpondent ſah ihn von dem
Balkon des amerikaniſchen Konſulats, das er nach der
Flucht des Konſuls in Beſitz genommen hatte. Er war
der einzige Zuſchauer in der ganzen Stadt. Die erſten
einrückenden Truppen waren Radfahrer. Es folgten eine
Brigade Infanterie und verſchiedene Feldbatterien. Dieſe
zogen in ſchnellem Trabe durch die Städt nach den Kais
und ſchoſſen dort mit Granaten auf die belgiſche Nach=
hut
, die auf der anderen Seite der Schelde flüchtete. Eine
Kompagnie Infanterie ging über eine Pontonbrücke, die
in der Mitte von den Belgiern geſprengt worden war.
Zwei Soldaten ſprangen ins Waſſer, ſchwammen über die
offene Stelle, kletterten auf der anderen Seite der Brücke
empor und rückten vor, um das andere Ufer aufzuklären.
Die Deutſchen ſtellten die Brücke in zwei Stunden wieder
her. Sodann zogen die Truppen in unterbrochenem Strom
hinüber. Der Hauptteil der Armee kam erſt am=Samstag
abend an. 60000 Mann wurden von General v. Schütz
und Admiral v. Schröder inſpiziert, die mit einem
glänzenden Stabe zu Pferde vor dem Königspalaſt ſtan=
den
. Die Truppen zogen 5 Stunden lang durch die
Straßen. Die verlaſſenen Häuſer klangen unter dem kräf=
tigen
Paradeſchritt wider. Kompagnie auf Kompagnie,
Regiment auf Regiment, Brigade auf Brigade rückten ein.
Die Augen begannen zu ſchmerzen beim Hinblick auf die
langen Reihen in Grau unter den glänzenden Stahlbajo=
netten
. Die Truppen ſangen Die Wacht am Rhein und
Eine feſte Burg iſt unſer Gott‟ Jedem Regiment zog
ein Muſikkorps nebſt Fahne voraus. Die Truppen beſtan=
den
aus denen, die in den letzten zwei Wochen fortdauernd
im Kampfe waren und 36 Stunden lang Tod und Ver=
derben
auf die Stadt ſchleuderten. Pferde und Geſchirr
waren gut, die Geſchütze gut geputzt. Nach der Artillerie
kam Kavallerie, Küraſſiere, Huſaren und Ulanen, dann
Seeſoldaten von der Marinediviſion, eine Abteilung dun=
kelblaue
bayeriſche Infanterie, hellblaue ſächſiſche Truppen
und Oeſterreicher in Silbergrau. Eine Abteilung Gen=
darmerie
in Silber und Grün ſchloß den Zug. Alles
weiſt darauf hin, daß die deutſchen Truppen den Befehl
hatten, die Bevölkerung mit großer Umſicht zu behandeln.
* Amſterdam, 16. Okt. Der Rott. Courant mel=
det
aus Sas van Gent vom 14. Oktober: Ein Teil der
Flüchtlinge aus den belgiſchen Grenzdör=
fern
iſt zurückgekehrt, da ſie ſehen, daß ſich die
Deutſchen korrekt verhalten. Die Deutſchen ermahnen
überall die Einwohner, nicht zu flüchten. Die Truppen
haben verlaſſene Häuſer aufgebrochen, um unter Dach zu
kommen, ſie nahmen Nahrungsmittel, zerſtörten aber
nichts; ſie ließen ſogar die Bilder des belgiſchen Königs=
paares
auf ihrem Platz. Wo die Bewohner zurückblieben,
wurde alles bezahlt, kleine Beträge in bar, große mit
Bons.
* Brüſſel, 15. Okt. Der Reichskanzler hielt
geſtern mit dem Generalgouverneur Frhrn. v. d. Goltz
und dem Chef der Zivilverwaltung, Exz. v. Sandt, eine
Beſprechung ab und begab ſich heute nach Antwerpen.
Der Reichskanzler kehrt morgen in das Hauptquartier
zurück.
* Brüſſel, 15. Okt. Die vorläufige Beſichtigung
der Baudenkmäler von Gent durch Geh. Rat
v. Falke hat ergeben, daß die Stadt keinerlei Beſchädigun=
gen
erlitten hat. Nicht eine Fenſterſcheibe iſt zerbrochen
worden. Aus der Kathedrale St. Bavo iſt der Altar der
Brüder van Eyck nebſt zwei Altarbildern von Rubens und
Gerard van der Meire bereits am 3. Oktober entfernt und
nach London gebracht worden.
* Berlin, 16. Okt. Pariſer Blättermeldungen über
die troſtloſe Lage der Antwerpener Bevölkerung,
weil rieſige Vorräte von Lebensmitteln von den flüchten=
den
Armeen vernichtet worden ſeien, dürften mit Vorſicht
aufzunehmen ſein. Ein von Antwerpen nach Rotterdam
reiſender Holländer ſagt aus, daß die Stadt wiederum
auflebt. In der Stadt ſeien noch große Vorräte
an Lebensmitteln.
* Berlin, 16. Okt. Die Uhren Antwerpens wurden
bereits am Mittwoch auf deutſche mitteleuro=
päiſche
Zeit geſtellt.

Die letzte Arbeit in Belgien.

* Das Amſterdamer Handelsblad berichtet über die
Vorgänge in Belgien: Beinahe ganz Belgieniſt nun
von den Verbündeten geräumt. An der ſüd=
lichen
Grenze wird noch bei Furnes und Hazebrouck ge=
kämpft
. Die Stadt Lille iſt nach einer heftigen Be=
ſchießung
wieder in dem Beſitz der Deutſchen, nachdem in
einem Straßenkampf eine 60 Mann ſtarke Patrouille ver=
jagt
wurde. Am Mittwoch nachmittag um 2 Uhr er=
ſchienen
deutſche Radfahrer in Brügge an dem Genter

Tor. Es fielen einzelne Schüſſe und ſofort zogen der
Bürgermeiſter, der Biſchof und die Schöffen den Deutſchen
entgegen. Eine Stunde ſpäter zog ein deutſcher Leutnant
mit zwei Mann über den Marktplatz, dicht umdrängt von
der Menge, die im erſten paniſchen Schrecken geflüchtet
war. Auf der Landſtraße und in Courtrai wuren
die Deutſchen mit Mitrailleuſenfeuer empfangen, aber
nach einem kurzen Kampf zogen die Belgier in Eile nach
Oſtende zurück. An demſelben Tage wurde bei Siſ=
ſeele
die Bürgerwehr in Stärke von 5000 Mann durch
General de Kloot aufgelöſt. Viele von dieſen Leuten hatten
abſolut keinen Schuß abgegeben, da die Bürgerwehr nicht
eingeübt war; ſie gehen nun in allerhand Bürgerkleidern
in ihre Dörfer zurück. Starke deutſche Truppenabteilun=
gen
zogen nach Weſten, doch ſie finden nirgends Wider=
ſtand
. Sie rücken in der Richtung von Seebrügge vor=
Auf der Fahrt von Oſtende nach Sluys begegnete der
Berichterſtatter hunderten von Automobilen mit belgi=
ſchen
Offizieren, von denen der größte Teil den
Deutſchen in die Hände fiel, weil ſie von der Verbindung
mit Frankreich abgeſchnitten wurden. Sogar bei Dün=
kirchen
wird ſchon gekämpft. Die Stadt wird teilweiſe
durch Ueberſchwemmungen geſchützt. Belgien iſt nun= in der Macht der deutſchen
Truppen. Das ganze öſtliche und weſtliche Belgien
wird durch ſie von den belgiſchen Truppen geſäubert. Die
Deutſchen ſtellen überall den Straßenbahnverkehr wieder
her. In Maaseyck wurden ſämtliche Bewohner aufgefor=
dert
, Fahrräder und Motorräder abzuliefern.
* Rotterdam, 16. Okt. Der Kriegsberichterſtatter
des Nieuwe Rotterdamſche Courant meldet aus Sas van
Gent: Es ſtellt ſich heraus, daß die Verbündeten
durch die Uebergabe Antwerpens ihren Stütz=
punkt
auf dem linken Flügel verloren haben und ſich nun=
mehr
aus ganz Belgien zurückziehen. Die
Deutſchen rückten unter der Loſung: Wir werden ſie tot=
marſchieren
in Eilmärſchen vor. In der Richtung von
Firnes kämpfte die Nachhut der engliſch=franzöſiſch= bel=
giſchen
Armee mit den deutſchen Truppen. Sie wurde
ſchließlich geworfen. Man hörte den Donner der Kano=
nen
. Auch bei Ypern ſcheint heftig gekämpft worden zu
ſein. Aber die Deutſchen verfügen über ſtarke Trup=
pen
, die alles vor ſich hertrieben. Roubaix war
ſchon längſt von den Deutſchen umzingelt. Am Mittwoch
früh 10 Uhr fuhr ein Automobil mit deutſchen Offizieren
n die Stadt hinein, um die Beſetzung vorzubereiten.
* Vliſſingen, 15. Okt. Dem Einzug der Deut=
ſchen
in Brügge, der geſtern um 2 Uhr erfolgte, ging
ein Gefecht gegen die belgiſche Nachhut bei Syßhede=
(öſtlich von Brügge) voraus. Oſtende wird nicht
mehrverteidigt. Der Reſt des belgiſchen Heeres ſoll
in Dünkirchen eingeſchifft werden. Hunderte von Belgiern
ſind in Zivilkleidern deſertiert und bei Sluiis über die
Grenze gegangen. Die Lazarette wurden von den Bel=
giern
aufgelöſt, ohne daß man ſich um die Verwundeten
weiter bekümmert hätte. Die Bewohner von Oſt= und
Weſtflandern wandern aus. Anderthalb Millionen Bel=
gier
ſollen nun in Holland ſein.

Deutſche Flieger über Paris.

* Paris, 15. Okt. Im Journal vom 12. Oktober
ſchreibt Guſtave Tiry: Geſtern überflogen wieder Tau=
ben
Paris. Wie viel? Sicher iſt, daß ſie 20 Bom=
ben
abwarfen und 17 Perſonen töteten oder verletzten,
Ebenſo ſicher iſt, daß das ſchönſte Wetter herrſchte. Genau
ſo ſicher iſt, daß die deutſchen Flieger alle Sonn=
tage
bei hellichtem Tage uns einen Beſuch machen. Auch
erhalten wir ſtets ein’Avis, wenn ſie draußen geſichtet ſind=
Ich verfolgte den Weg einer Taube, der vorbei ging an
zwei Flugdepots, wo ungefähr 10 hübſche Apparate ſtan=
den
. Oh, ich verſtehe wohl, daß man unſeren braven Flie=
gern
Sonntags Ruhe ſchenkt. Aber iſt es denn unbedingt
ötig, daß die Wächter von Paris ſich alle auf einmal aus=
ruhen
? Ausgerechnet alle Sonntage?

Der Krieg zur See.

* Wie der Nieuwe Rotterdamſche Courant meldet,
ſind die beiden deutſchen Kreuzer Scharnhorſt
und Gneiſenau nachdem ſie Papete auf Tahiti in=
Brand geſchoſſen haben, vor Apia, dem Hafen der
Samoa=Inſel, erſchienen. Die Neuſeeländer, die Apia be= haben, bereiteten ſich auf einen Angriff vor, aber die=
Kreuzer dampften nach einer Stunde wieder weg.
Offenbar wollten ſie ihre eigene Stadt nicht be=. (Ctr. Bln.)
* Wien, 15. Okt. Infolge der Intervention der ita=
lieniſchen
Regierung hat die öſterreichiſch=ungariſche Re=
gierung
den öſterreichiſch=ungariſchen Militärattaché in

Deutſche Kriegsbriefe.
Von Paul Schweder, Kriegsberichterſtatter.
Großes Hauptquartier, 5. Okt. 1914.
(Nachdruck verboten.)
XXI.

Das Grab des Kommandanten.
Eine lange, ſchnurgerade Pappelallee, die das Fort
Les Ayvelles bei Charleville=Méziéres
mit ſeiner Batterie verbindet. Drunten tief im Tale die
Maas und über alledem ein ſonniger Herbſthimmel. Und
wir wandern nachdenklich die Allee entlang, voll von den
Eindrücken, die die Beſichtigung auch dieſes von den Unſe=
ren
mit leichter Mühe zerſchoſſenen Forts in uns hervor=
gerufen
hat. Da feſſelt ein kleiner Hügel mit einem Kreuz
darauf meine Aufmerkſamkeit, und indem ich hinzutrete, leſe
ich auf der einfachen Holzlatte, die den Querbalken bil=
det
und die mit der Abbildung des Eiſernen Kreuzes ge=
ſchmückt
iſt:
Hier ruht der tapfere Kommandant!
Er vermochte den Fall der ihm anvertrauten Feſte
nicht zu überleben.
R. i. p.
Mit dieſem Holzkreuz ſchlicht
ehrt auch der deutſche Soldat
in Dir den Helden der Pflicht!
. . Landwehr=Pionier=Kompagnie Nr. . . . Sept. 1914.
Dieſes Grab hat ſeinen Roman. Und die Truppe
die das Heldentum des Feindes mit dieſer ſchlichten und
doch ſo ergreifenden Huldigung anerkannte, hat ſich damit
zugleich auch ſelbſt das ſchönſte Denkmal geſetzt. Aber
hören wir, was für eine Geſchichte dieſes Grab erzählt:
Er hat jahrelang hier oben geſeſſen, der nun in kühler
Erde ſchlummert. Zu ſeinen Füßen ſah er den grünen
Strom, den von hier aus bis nach Belgien hinein die
Luſtfahrzeuge der ſommerlichen Vergnügungsreiſenden be=
ſtrichen
, und manches Mal mögen auch romantiſch veran=
lagte
Naturen hier hinausgeſtiegen ſein, um von hier aus

die dunklen Tannenwälder der Ardennen, die gewerbe=
fleißige
Doppelſtadt im Tale und die Ebene bis hin nach
Reims, der alten Krönungsſtadt, beſſer überblicken zu
können.
Und wenn ein neugieriger Pariſer, etwa den Blick
nach Oſten lenkend, die Frage aufwarf: Was wird wer=
den
, mon Général, wenn es die Pruſſiens gelüſten ſollte,
Les Ayvelles wieder, wie Anno 70, einen Beſuch abzu=
ſtatten
? dann lachte er in ſeinen Knebelbart hinein und
erwiderte: Das werden ſie bleiben laſſen, denn hier kommt
niemand durch! Einem deutſchen Strategen freilich hätte
er dieſe Antwort nicht geben dürfen. Denn er wußte, was
in den Gußſtahltiegeln bei Krupp ſich vorbereitete. Auch
ſprach der Zuſtand der Befeſtigungen ſtark gegen die opti=
miſtiſche
Anſicht des Generals. Die ihm zur Verfügung
ſtehenden Geſchütze trugen teilweiſe noch die Jahreszahl
1842! Und auch was ſonſt die Armierung des Forts aus=
machte
, mutet uns heute wie Spielzeug an. Aber der alte
Haudegen da oben war noch ein Mann der Offenſive. Er
wollte ſich nicht auf die zum Teil mit Moos und Schorfe
überzogenen Geſchütze verlaſſen, ſondern hatte ſich ein fri=
ſches
, fröhliches Gefecht mit dem Gegner zurechtgelegt,
das dieſem auf den Anhöhen von Mézieres geliefert wer=
den
ſollte. Und das terraſſenförmige Gelände, auf dem
ſich die Stadt erhebt, das Hindernis der hier wunderlich
geſchlängelten Maas, tiefe Waldſchluchten im Hinter=
grunde
und die dominierende Pappelallee, auf der der
Alte ſeine Artillerie aufzuſtellen gedachte, das alles gab
ihm ein Recht, ſeine Poſition nicht zu unterſchätzen
vorausgeſetzt..
Vorausgeſetzt, daß der Elan der Truppen, mit dem er
unbedingt rechnete, im entſcheidenden Moment auch da
war. Er rechnete ſo unbedingt damit, daß er nach Paris
meldete, die Stellung bei Les Ayvelles werde den raſchen
und überraſchenden Siegeszug der Unſeren ohne weiteres
zum Stehen bringen, und man könne ſich auf ihn und ſeine
Leute unbedingt verlaſſen. Zwar im Fort ſelbſt ſtand
mutterſeelenallein ein halbverroſtetes Geſchütz in Feuer=
ſtellung
, und außer der Wachmannſchaft hatte er keine
Katze da oben gelaſſen. Aber die lange Allee hinunter
hatte er mit Kanonen gepflaſtert, und da auch von den
Schützenaräben auf den Vorhöhen des hier beginnenden

Ardennerwaldes gute Nachrichten kamen, ſo freute er ſich
wie ein Kind, als es plötzlich hieß: Die Preußen kommen!
Und ſie kamen. In unaufhaltſamem Strome fluteten ſie=
den
Anhöhen entgegen, auf denen Tod und Verderben
auf ſie lauerten. Sie ſtutzten auch einen Moment, als ein
Geſchoßhagel aus den gutangelegten Schützengräben ſie
überſchüttete und in der Pappelallee da oben ein paarmal
das Feuer der Geſchütze aufblitzte. Aber nur einen Mo=
ment
. Dann durchriß ein furchtbarer Knall die Luft und
der erſte Zuckerhut unſerer ſchweren Artillerie flog in das
Fort und zermalmte, was ihm im Wege ſtand. Ein zwei=
ter
und ein dritter folgte und plötzlich ſchlug eine Gra=
nate
heulend und dröhnend auch unter die Geſchütze auf=
der
Pappelallee ein. Ein metertiefes Erdloch bezeich=
nete
die Stelle, wo eben noch eine Batterie geſtanden
hatte, und mit angſtverzerrten Geſichtern lief die übrige
Mannſchaft auf und davon. Vergebens beſchwor der Ge=
neral
die Leute, weiter zu feuern, da ja das Schickſal der
Stadt von der Tätigkeit der Artillerie hier oben abhänge.
Schlotternd vor Furcht ſtanden ſie da und zeigten nur
immer wieder auf die Hexenkeſſel, die jeder einzelne Schuß=
der
feindlichen Artillerie in den Erdboden grub. Und
dann kam der Bürgermeiſter von Méziéres und beſchwor
den General, den verd . . . . . . Preußen doch die Stadt zu
übergeben, da unten in den Schützengräben auch die In=
fanterie
vor den Teufelsgeſchoſſen ihr Heil in der Flucht
geſucht habe und ſonſt nur noch die Stadt ſelbſt zerſchoſſen
werden würde. Und da neigte der alte Kommandant ſein
Haupt tief, bat den Maire, einen Augenblick zu warten,
und ging in ſeine beſcheidene Wohnung im Fort hinüber.
Nach wenigen Augenblicken hörte man einen Schuß; aber
der klang nur ganz leiſe und fegte nicht eine ganze Bat=
terie
hinweg. Und dem, den die Kugel traf, brachte ſie
die Erlöſung von einem als unerträglich empfundenen
Zuſtand, die Erkenntnis, daß die alte Glorie auch mit die=
ſem
Kriege dem Vaterlande nicht wieder beſchert werden
würde. Und ſo ſtarb er, um Schlimmeres nicht mehr mit=
anſehen
zu müſſen. Deutſche Soldaten aber haben ihm
ſein Denkmal geſetzt und ihr höchſtes Ruhmeszeichen daran=
geheftet
.

[ ][  ][ ]

Nummer 286.

Darmſtätder Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Seite 3.

ſoom ermächtigt, ſich mit einem öſterreichiſch=ungariſchen
Aarineoffizier, der Sachverſtändiger in Minenfragen
, nach Venedig zu begeben, um die Umſtände zu unter=
uichen
, unter denen in der Adria Minen frei geworden
ſſimd. Dieſe Unterſuchung iſt bereits abgeſchloſſen und hat
i der Feſtſtellung geführt, daß durch unberechenbare Zu=
flle
einzelne an der öſterreichiſch=ungariſchen Küſte fix
amgebrachte Seeminen ſich von ihrer Verankerung losge=
iſſſen
und dann durch Wind und Strömung gegen die ita=
leeniſche
Küſte abgetrieben worden ſind. Die öſterrei=
afiſch
=ungariſche Kriegsmarine hat ſofort alle Maßnahmen
e griffen, die geeignet ſind, derartigen Unglücksfällen in
Aukunft vorzubeugen.

Belgiens Neutralität‟

* Brüſſel, 15. Okt. Am 9. Oktober nahm ein
kööherer Offizier perſönlich einen bewaffneten zur Be=
ſuatzung
von Antwerpen gehörig geweſenen belgiſchen
Infanteriſten gefangen, einen Grenadier, und
eritwaffnete ihn. Das geladene Gewehr trug die
Nr. f. 82517 m. u. 1886 m. 93 manufacture dfarmes
Saint Etienne. In der Patronentaſche, die man ihm
cbnahm, befanden ſich 80 belgiſche, zu dem franzöſiſchen
(Hewehr paſſende Patronen, von denen die noch
werpackten die Aufſchrift ars. 17. 2. 14. 8 cartouches
naodel 1886 d‟ trugen. Ein franzöſiſches Gewehr und
belgiſche dazu paſſende Patronen, der Zeitſtempel 17. 2. 14,
das dürfte auch als Material dazu beitragen, daß
FFrankreich und Belgien (ſicher ſchon im Februar
114) einig waren, nur gemeinſam zu kämpfen.

Die Kämpfe in Galizien.

* Wien, 15. Okt. Amtlich wird verlautbart: Geſtern
groberten unſere Truppen die befeſtigten Höhen von
Staroſol. Auch gegen Stary=Sambor gewannen unſere
Ungriffe Raum. Nördlich des Strwiaz haben wir eine
Reihe von Höhen bis zu der Südoſtfront von Przemysl im
Weſitz. Am Sanfluſſe abwärts der Feſtung wird ebenfalls
ekämpft. Unſere Verfolgung des Feindes über die Kar=
nathen
hat Wyszkow und Skole erreicht.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabes:
v. Höfer, Generalmajor.
* Wien, 15. Okt. Aus dem Kriegspreſſe=
ſuartier
wird amtlich verlautbart: Am 2. Oktober
wurde bei dem Feſtungskommando der Feſtung Przemysl
ſolgender an den Kommandanten der Feſtung gerichteter
Brief durch einen Parlamentär überbracht: Herr Kom=
mandant!
Das Glück hat die K. und K. Armee verlaſſen.
Die letzten erfolgreichen Kämpfe unſerer Truppen haben
mir die Möglichkeit gegeben, die Ew. Exzellenz anvertraute
Feſtung Przemysl zu umringen. Irgend welche Hilfe
für Sie von außen halte für unmöglich. Um unnützes
Blutvergießen zu vermeiden, finde ich es jetzt an der rech=
gen
Zeit, Ew. Exzellenz Unterhandlungen über die Ueber=
gabe
der Feſtung Przemysl vorzuſchlagen, da es in dieſem
Falle möglich wäre, für Sie und die Beſatzung ehrenvolle
Bedingungen bei dem Allerhöchſten Oberkommando zu
gerbitten. Falls Ew. Exzellenz die Unterhandlungen zu
weginnen wünſchen, wollen Sie unſeren entſprechend be=
wollmächtigten
Delegierten, Oberſtleutnant Wandam, ihre
Bedingungen gütigſt mitteilen. Ich benutze dieſen Anlaß,
zum Ew. Exzellenz meine Hochachtung auszuſprechen. Der
Kommandant der Przemysl blockierenden Armee, General
Radko Dimitrieff. Die ſogleich auf dieſes Schreiben er=
heilte
Antwort lautet: Herr Kommandant! Ich finde
ſes unter meiner Würde, auf den ſchimpflichen Rat eine
nneritoriſche Antwort zu erteilen. Der Kommandant der
Beſatzung von Przemysl.
* Wien, 15.=Okt. (Ctr. Bln.) Die Ruſſen ſind
aus mehr als 80 galiziſchen Ortſchaften, die ſie
eſetzt hatten, vertrieben worden; etwa 160 Ortſchaften
ſchaben ſie freiwillig geräumt.

Aus Warſchau.

* Ein Oeſterreicher, dem es gelungen iſt, War=
Schau zu verlaſſen, ſendet der Nowa Reforma eine Schil=
Oerung der dortigen Zuſtände. Die Grundſtimmung der
Stadt iſt die Erwartung des Einzuges der
Deutſchen und Oeſterreicher. Die ruſſiſchen Be=
ſhörden
wittern in jedem Menſchen einen Spion. Unter
der polniſchen und jüdiſchen Bevölkerung, die ſich unter
erſchärfter polizeilicher Aufſicht befindet, werden unaus=
geſetzt
Verhaftungen und verſchiedentlich auch Hinrichtun=
gen
vorgenommen. Man ging in der Spionenfurcht ſo
weit, daß durch Maueranſchläge verboten wurde, in
öffentlichen Lokalen Unterhaltungen im Flüſtertone zu

führen. Die Haustore werden um 9 Uhr geſchloſſen. Die
Straßen ſind um dieſe Zeit ſchon menſchenleer. Von Zeit
zu Zeit erſcheinen deutſche Flugzeuge, welche Aufrufe an
die Bevölkerung ausſtreuen. Die Polizei hat verboten,
die deutſchen Aufrufe aufzubewahren; ſie ſind ſofort dem
nächſten Schutzmann auszuhändigen. Ein deutſcher Flie=
ger
warf auch etliche Bomben auf die Stadt. Ein Treffer
fiel auf den Bahnhof und tötete einen Offizier. Auch
die Zeppeline haben der Stadt mehrere Male einen nächt=
lichen
Beſuch abgeſtattet. Die Verſuche, ſie herunterzu=
ſchießen
, mißlangen jedesmal.
Im Falle einer Belagerung ſoll die Stadt vertei=
digt
werden. Die Befeſtigungsarbeiten ſchreiten fieber=
haft
vorwärts. Die Zeitungen dürfen von alledem nichts
bringen. Zuwiderhandelnde ſetzen ſich den härteſten Frei=
heits
= und Geldſtrafen aus. An einen ruſſiſchen Sieg
glaubt niemand mehr. Die Kunde von der ſchweren ruſ=
ſiſchen
Niederlage in Oſtpreußen iſt ſchon längſt nach War=
ſchau
durchgeſickert. Man berechnet hier die ruſſiſchen Ver=
luſte
auf eine halbe Million Mann.

Serbiens Schickſal.

* Die Südflawiſche Korreſpondenz meldet aus Niſch:
Der Narodni Liſty veröffentlicht einen von der Zenſur ge=
nehmigten
Artikel, in welchem ausgeführt wird: Wenn
wir die militäriſche Lage auf dem Hauptkriegsſchauplatz
ins Auge faſſen, ſo müſſen wir zu dem Urteil kommen,
daß die ruſſiſche Offenſive geſcheitert iſt. Ruß=
land
hat ſich mehr zugemutet, als es leiſten konnte. Was
die verbündeten franzöſiſchen und engliſchen Armeen an=
belangt
, ſo ſind dieſe faſt vollſtändig geſchlagen. Die un=
widerſtehliche
Kraft Deutſchlands hat in dieſem Moment
Belgien ſchon ſozuſagen von der europäiſchen Landkarte
geſtrichen. Das muß uns zu denken geben. Man könnte
ſchon jetzt jene Leute feſtſtellen, die allein dafür verant=
wortlich
ſind, daß die Serben das Schickſal Bel=
giens
teilen werden.

Engliſche Kritik an Churchills Operationen.

* London, 15. Okt. Die Morning Poſt, die bereits
früher die Regierung vor der Gefahr des dilettantiſchen
Eingreifens von Zivilperſonen in militäriſche und mari=
time
Operationen gewarnt hat, kritiſiert in ihrer Nummer
vom 13. Oktober den Verſuch, Antwerpen durch eine
kleine Streitmacht von Seeſoldaten und Marinefreiwilli=
gen
zu entſetzen. Für dieſen koſtſpieligen Fehler ſei Win=
ſton
Churchill verantwortlich. Das Blatt ta=
delt
die Entſendung engliſcher Hilfstruppen in dem Augen=
blick
, in dem es für die belgiſche Armee der richtige Kurs
geweſen wäre, ſich auf eine ſichere Stellung zurückzuziehen.
Als die Engländer mit wenigem, ſchwerem Geſchütz in die
Stadt geworfen wurden, ſagt das Blatt, war bereits eine
Breſche in den äußeren Sektor der Befeſtigungen gelegt.
Die Stadt lag wehrlos den ſchweren Haubitzen ausgelie=
fert
und die rückwärtigen Verbindungen waren ernſtlich
gefährdet. Die belgiſche Armee hätte Antwerpen wenige
Tage vorher in Sicherheit verlaſſen können, als der Rück=
zug
noch kein ſo verzweifeltes Glücksſpiel war. Den Bür=
gern
Antwerpens konnte die Beſchießung erſpart werden.
Die Anweſenheit der britiſchen Truppen verzögerte und
erſchwerte den bereits zu lange hinausgeſchobenen Rück=
zug
. Wir haben Grund zu der Beſorgnis, daß die bri=
tiſchen
Verluſte beträchtlich größer ſind, als
der Staatsſekretär zuzugeben bereit iſt. Aber ſelbſt der
zugeſtandene Verluſt iſt ernſt genug, wenn man berück=
ſichtigt
, daß der Gegner keinen dementſprechenden Verluſt
gehabt hat, und daß der Verluſt der Anwendung eines
gänzlich falſchen Operationsplanes entſprungen
iſt. Es iſt nicht angängig, daß Churchill ſeine Stellung
dazu benutzt, ſeine taktiſchen und ſtrategiſchen Launen
Fachmännern aufzudrängen, die durch die natürliche
Schwierigkeit der Lage hinreichend bedrängt ſind. Wir
erfahren, daß Churchill im letzten Monat einmal im briti=
ſchen
Hauptquartier in Frankreich, einmal in Dünkirchen
und einmal in Antwerpen geweſen iſt. Dieſe Zerſplitter=
ung
der Tätigkeit, auf Gebieten, die ihn nicht eigentlich an=
gehen
, können nicht die regelmäßige Tätigkeit und Lei=
ſtungsfähigkeit
ſeines Miniſteriums fördern. Sein Platz
iſt Tag und Nacht in der Admiralität. Wir ſchlagen vor
daß Churchills Kollegen dem erſten Lord ganz beſtimmt
und endgiltig erklären, daß die militäriſchen und maritimen
Operationen unter keinen Umſtänden von ihm geleitet
werden dürfen.

Die Engländer flohen zuerſt.

* Amſterdam 15. Okt. (Ctr. Bln.) Es beſtätigt
ſich, daß engliſche Truppen zuerſt als Flüchtlinge

die holländiſche Grenze überſchritten haben. Erſt
nach einer ganzen Stunde ſind die Belgier gefolgt. Wie
die Rotterdamer Zeitungen melden, kamen die Englän=
der
in wilder Auflöſung, während die Belgier doch den
äußeren Schein von militäriſcher Würde wahrten. In
Terneuzen und Vliſſingen verweigern die belgiſchen Offi=
ziere
ihren engliſchen Kameraden den Gruß.
An den Kämpfen bei Antwerpen hat auch der Sohn
des engliſchen Premierminiſters Asquith teilgenom=
men
. Auch an der Flucht?
* Rotterdam, 14. Okt. In den engliſchen Häfen
Deal und Walmer trafen am Montag abend mehr als
5000 Mann der engliſchen Marinebrigade aus
Antwerpen unverſehrt ein. Sie wurden von Müttern,
Frauen und Bräuten lebhaft begrüßt.

Die Londoner verkriechen ſich in Kellern.

* London, 16. Okt. Der Kommandant der Vertei=
digungswerke
an der Themſe, Medway, hat eine Be=
kanntmachung
anſchlagen laſſen, worin die Bevölke=
rung
vor feindlichen Luftſchiffen und Flugzeu=
gen
gewarnt wird. Man müſſe, ſobald man ſchießen
höre, Deckung ſuchen, möglichſt im Keller oder
in Bodenvertiefungen.

Die engliſchen Freiwilligen.

* Amſterdam, 15. Okt. (Ctr. Frkft.) Auf die
Dauer wirkt es beluſtigend, wie man in der engliſchen
Preſſe darauf bedacht iſt, nur ja den Eindruck im Aus=
lande
zu erwecken, daß die Freiwilligen= Wer=
bung
den gewünſchten Fortgang nimmt. Nach dem Fall
von Antwerpen verbreitete das Reuterſche Bureau
ſofort von London aus, daß gerade der Verluſt der Feſt=
ung
Antwerpen auf die Freiwilligen anregend gewirkt
habe. Und jetzt, nachdem der Aufſtand in Süd=
afrika
große Beſorgnis erweckt hat, kommt richtig aus
London die Meldung, daß gerade dieſer Umſtand die
Freiwilligen=Werbung günſtig beeinflußt habe. Man kann
alſo aus dem angeblichen Fortgang der Frei=
willigen
=Werbung jedesmal auf ein Unglück für England
ſchließen. (Frkf. Ztg.)

Die ruſſiſche Sozialdemokratie und der Krieg.

* Brüſſel, 16. Okt. Der Vorſtand der ruſ=
ſichen
Sozialdemokratie hat an den Führer der
belgiſchen Sozialdemokraten, Vanderfelde, folgenden Brief
gerichtet: In Rußland herrſcht die gleich ſchamloſe
Unterdrückung und grenzenloſe Ausſaugung des
Volkes, wie früher. Auch während des Krieges, wo man
abwarten konnte, daß der ruſſiſche Abſolutismus vorſich=
tiger
ſein würde, iſt er ſeiner wahren Natur treu geblie=
ben
. Alle ſozialdemokratiſchen Zeitungen ſind unterdrückt,
alle Arbeiterorganiſationen aufgelöſt worden. Verhaf=
tungen
und Ausweiſungen ohne Urteil finden andauernd
ſtatt. Deshalb kann das ruſſiſche Proletariat auf keinen
Fall und unter keinen Umſtänden einen Waffenſtillſtand
mit der ruſſiſchen Regierung ſchließen, ſondern muß ihr
jede Unterſtützung verweigern. Bei uns kann keine Rede
von einem Bruch der Treue ſein. Umgekehrt halten wir
es jetzt für unſere Pflicht, vom Standpunkt der alten For=
derungen
, die das ruſſiſche Proletariat einmütig während
der letzten revolutionären Bewegung aufgeſtellt hat, den
unverſöhnlichen Kampf gegen die Regie=
rungfortzuſetzen
. Wir halten es für unſere Pflicht,
die jetzige Lage der ruſſiſchen Regierung im Intereſſe der
ruſſiſchen Freiheit auszunützen.

Das Attentat in Bukareſt.

* Bukareſt, 15. Okt. Der junge Türke, der den An=
ſchlag
auf die Gebrüder Buxton verübte, war in
dem Hotel Athener Palaſt abgeſtiegen, in dem auch die
Buxtons wohnten. Er hatte ſich als Haſſan Tabſin Red=
ſcheb
Effendi, albaniſcher Muhamedaner und Journaliſt,
in die Fremdenliſte eingetragen. Er war von Salonikt
nach Bukareſt mit einem Paß gekommen, der in Konſtanti=
nopel
im Herbſt des vorigen Jahres ausgeſtellt worden
war. Einem Berichterſtatter erklärte der Täter, er habe
die Buxtons an einer Photographie erkannt und ſich erſt
nach ſeiner vor einigen Tagen erfolgten Ankunft in
Bukareſt zu dem Attentat entſchloſſen. Er iſt etwas über
20 Jahre alt, intelligent und ruhig. Charles Bux=
ton
iſt an der Bruſt ſchwer verletzt, Noel Bux=
ton
am Kinn. Beide wurden in ein Sanatorium ge=
ſchafft
, wo ſie durch den Rektor der Univerſität, den Chi=
rurgen
Toma Jonſecu, und den Chirurgen Leonti be=
handelt
werden. Geſchow iſt leicht verletzt. Die Tat erregt
um ſo größeres Aufſehen, als ſie während der Ueberfüh=

Briefeines Darmſtädters aus Südamerika.
Roche, den 4. September 1914.

Schwere Zeiten ſind unerwartet über Deutſchland
vhereingebrochen und wir ſind hier vollſtändig von aller
Welt abgeſchnitten. Am 2. Auguſt erhielten wir hier die
verſte telegraphiſche Nachricht, daß Deutſchland den Krieg
ggegen Rußland erklärt hätte und daß mobil gemacht ſei.
Alle Deutſchen meldeten ſich natürlich ſofort auf dem
deutſchen Konſulat, jedoch war keine Möglichkeit vorhanden,
ſdie Reſerviſten nach Deutſchland oder den deutſchen Kolo=
mien
zu ſenden, da jeder Schiffsverkehr ſofort unterbrochen
twurde und die neutralen Schiffe keine Deutſchen anneh=
amen
wollten. Einige Dampfer, welche dies taten, muß=
tten
entweder die Deutſchen in einem Zwiſchenhafen aus=
ſchiffen
oder aber die an Bord befindlichen Deutſchen
twurden bei der Durchſuchung durch die Engländer als
Kriegsgefangene weggeführt. So blieb den deutſchen Pa=
ttrioten
nichts anderes übrig, als hier zu bleiben und auf
deinen guten Ausgang des Krieges zu hoffen.
In den erſten Tagen des Auguſt telegraphierte ich ſo=
ffort
an Euch, daß wir wohl ſeien und hier blieben, jedoch
twiſſen wir nicht, ob das Telegramm angekommen iſt. Wir
bezweifeln dies ſogar, da wir auf 3 Telegramme, die wir
zzu gleicher Zeit nach Berlin ſandten, keinerlei Antwort
verhielten.
Auf dem Umwege über unſere Filiale Amſterdam er=
lhielten
wir eine einzige Anfrage von Berlin, und antwor=
tteten
auch wieder an Amſterdam, welches wohl unſer Kabel
dann nach Berlin weitergab. Da in dieſem Kabel ſtand,
daß wir alle hier bleiben, nehmen wir an, daß Ihr
vielleicht auf eine Anfrage bei meiner Firma die Nach=
richt
bekommen habt, daß wir nicht nach drüben kommen
können.
Da die Poſtverbindung mit Deutſchland faſt unmöglich
iſt und wir mit Verluſten der Briefe nach Deutſchland
rechnen müſſen, ſo verſuchen wir eine Verſtändigung auf
dieſe Weiſe. Wir werden je eine Kopie dieſes Briefes
nach Darmſtadt, Stargard und Berlin geben und wollen
hoffen, daß eine Kopie vielleicht an ſeinen Beſtimmungs=
ort
gelangt. Derjenige, welcher eine Kopie erhält, wird
gebeten, nach Leſen des Briefes dieſen an die Verwandten
beider Familien weiterzugeben.

Gott ſei Dank ſcheinen ſich nach den ſpärlichen hier
eintreffenden Notizen die Verhältniſſe für Deutſchland
recht günſtig anzulaſſen, denn die Lügen, welche über un=
ſere
Niederlagen an allen Orten verbreitet werden, glau=
ben
wir nicht, und auch die hieſigen Leute fangen an, die
Siegesnachrichten der Alliierten und der Ruſſen zu be=
zweifeln
, weil immer wieder durchſickert, daß die Deutſchen
ſich immer mehr Paris nähern. Das deutſche Kabel iſt ſeit
Kriegsbeginn abgeſchnitten worden und ſo ſind wir in der
Hauptſache auf die Notizen der engliſchen und franzöſiſchen
Kabel angewieſen, und was die zuſammenlügen, iſt un=
glaublich
.
Die neueſten Nachrichten, welche geſtern eintrafen,
ſprachen von einer großen Schlacht bei Allenſtein, an wel=
cher
3000000 Soldaten teilgenommen haben ſollen. Von
dieſen ſollen 1500000 Leutestot oder verwundet ſein, und
zwar 250000 von den Ruſſen und der Reſt von den Deut=
ſchen
und Oeſterreichern. Königsberg iſt in den Händen
der Ruſſen und dieſelben haben auch ſchon Marienburg
genommen und hoffen, innerhalb eines Monats in Ber=
lin
zu ſein. Ein zweites ruſſiſches Heer marſchiert auf
Krakau, um im Süden von Deutſchland einzufallen.
Der rechte Flügel der Deutſchen in Belgien iſt voll=
ſtändig
geſchlagen und der Vormarſch der Deutſchen iſt
zum Stehen gekommen. Die Deutſchen verüben die größ=
ten
Grauſamkeiten, ſchnitten 15jährigen Kindern die Köpfe
ab, pflanzten dieſelben auf die Gewehre und marſchierten
in dieſem Aufzug an den armen Eltern vorbei.
In dieſer Weiſe wird hier Bericht erſtattet, und
es gibt Leute, die dies auch glauben, wenn die Zahl derer
auch immer kleiner wird, da zwiſchendurch immer Nach=
richten
von Siegen unſererſeits durchſickern. Hin und
wieder erhalten wir drahtlos von Nauen nach Neu=York
und von dort der dortigen Geſandtſchaft über das
amerikaniſche Kabel an die deutſche Geſandtſchaft in Monte=
video
Nachrichten, welche ganz anders lauten und welche
zeigen, daß die Sache für uns ſehr gut ſteht. Dieſe Tele=
gramme
bringen die Deutſchen natürlich auch in die Zei=
tungen
, aber die wenigſten Leute glauben die für uns guten
Nachrichten, da ſie viel zu ſehr gegen uns aufgehetzt wer=
den
und als lateiniſche Raſſe natürlich viel mehr Sym=
pathie
für die Franzoſen hegen als für uns.
Es wiederholt ſich dasſelbe Bild wie 1870/71, wo
ebenfalls die Kabel in den Händen der Engländer und

Franzoſen waren und die Deutſchen im Auslande über
die Siege nichts erfuhren.
Wir wollen den Mut nicht ſinken laſſen und daran
denken, daß Gott keinen wackeren Deutſchen verläßt.
Daß die deutſchen Sozialdemokraten einſtimmig für
den Kaiſer eingetreten ſind, hat einen wunderbaren Ein=
druck
gemacht und macht den Alliierten wohl viel Kopf=
zerbrechen
, da ſie die Nachricht verbreitet haben, daß die
Redaktion des Vorwärts geſtürmt worden ſei wegen anti=
patriotiſcher
Artikel, und daß der Abgeordnete Liebknecht
ſtandrechtlich erſchoſſen worden ſei.
Nach den neueſten Notizen, welche heute früh kamen,
ſoll in Berlin alles drunter und drüber gehen und eine
Rebellion drohen. Vermutlich wohl wegen der großen
Siege, die wir bisher errungen haben.
Unſere Lage hier war nicht ſehr beneidenswert, da,
wie ich ſchon ſagte, das ganze Land zu den Franzoſen hin=
neigt
und wir daher als Feinde angeſehen wurden. Die
Demonſtrationen gegen Deutſchland und zugunſten Frank=
reichs
, welche in den erſten Tagen des Krieges veranſtal=
tet
wurden, wurden von der Regierung unterdrückt, da
die Geſtattung von Kundgebungen gegen die Neutralität
verſtößt, und ſeit dieſer Zeit iſt es beſſer geworden.
Die Zeitungen haben in den erſten Wochen ſo viel zu=
ſammengelogen
, daß kein Menſch mehr etwas glaubt, und
dann iſt auch durch das Hineinziehen der Japaner und
durch die Untätigkeit der engliſchen Flotte die Sympathie
für Deutſchland etwas gewachſen, ſo daß wir jetzt ſogar
ſchon deutſchfreundliche Leute in unſerem Bekanntenkreis
haben. Es gibt ſogar ſchon Leute, die nicht mehr an einen
Sieg der Alliierten und Ruſſen glauben, und dies will
ſchon etwas bedeuten.
Was uns nun perſönlich betrifft, ſo hatten wir auch
ſchwere Zeiten hinter uns, da wir von dem Kriege völlig
überraſcht wurden und infolgedeſſen für den Bau keine
finanziellen Vorſichtsmaßnahmen treffen konnten. Da un=
ſere
Auftraggeberin natürlich ebenſo wenig Geld hat, wie
die anderen Leute, ſo mußten wir den Bau ſofort ein=
ſtellen
und alle Leute entlaſſen.
Das Schlimme war aber, daß wir zum Zahlen der
Leute kein Geld hatten und eine Revolte drohte. Erſt nach
8 Tagen glückte es uns, das zur Zahlung der Leute erfor=
derliche
Geld aufzutreiben und die Gemüter zu beruhigen.
Ihr glaubt es aar nicht, welche Folgen der Krieg für die

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Nummer 286.

rung der Leiche des Königs ſtattfand. Von der Bevölke=
rung
wird ſie als eine Kundgebung gegen die Tätigkeit
der beiden Buxtons auf dem Balkan empfunden.

hieſigen Länder ſofort hatte. Die Länder ſind vollſtändig
auf das Geld und die Einfuhr von drüben angewieſen und
ſobald dies aus irgend einem Grunde unterbrochen wird,
geht alles drunter und drüber.
Alle Arbeiten ſind eingeſtellt und die Zahl der Hun=
gernden
beläuft ſich auf die Hunderttauſende. Alle Lebens=
mittel
ſind im Preis geſtiegen und ſteigen noch weiter,
und es ſteht zu befürchten, daß einige Notwendigkeiten,
wie Kartoffeln, Reis, Petroleum und andere Dinge, ganz
ausgehen werden, wenn der Krieg noch lange andauert.
Unſere Gehälter haben wir freiwillig um 40 Prozent
reduziert und wollen hoffen, daß wir dieſe Gehälter bis
zur Kriegsbeendigung fortgezahlt bekommen. Jetzt haben
wir noch mit der Abrechnung viel zu tun und machen wir
ein bischen proviſoriſchen Betrieb, aber wenn der Krieg
lange andauern wird, werden wir vor langer Weile nicht
wiſſen, was wir tun ſollen, zumal jetzt bald wieder der
heiße Sommer kommen wird.
Auch hier heißt es warten und hoffen, daß unſere
Auftraggeberin nicht während oder nach dem Krieg Pleite
macht und unſere ganze Proviſion verloren geht, an die
ich ſchon nicht mehr recht glaube, da wir hier mit dem Bau
zu viel Pech haben.
Geſundheitlich geht es uns gut. Hoffentlich kommt
der Brief in Eure Hände und findet Euch alle bei guter
Geſundheit.
* Der Fall Hodler. Die Köln. Ztg. ſchreibt: Wir
haben bereits berichtet, daß der ſchweizeriſche Maler Fer=
dinand
Hodler ſich dazu herbeigelaſſen hat, den Einſpruch
gegen die angeblich deutſche Barbarei zu unterzeichnen.
Das Verhalten des Künſtlers, der Deutſchland ſo viel ver=
dankt
, iſt von verſchiedenen künſtleriſchen Stellen gebüh=
rend
gewürdigt worden; auch hat ihn die Berliner Sezeſ=
ſion
aus der Reihe ihrer Ehrenmitglieder geſtrichen. Nun=
mehr
teilt Profeſſor Rudolf Eucken aus Jena dem Ber=
liner
Tageblatt mit, er habe folgendes Telegramm von
Hodler empfangen: Wenn ich den Genfer Proteſt unter=
zeichnet
habe, war es meine Abſicht, nicht gegen Deutſch=
land
, ſondern einzig und allein gegen die Zerſtörung eines
Kunſtwerkes zu proteſtieren. Ich würde dasſelbe tun,
wenn eine andere Macht in Deutſchland ein Werk zer=
ſtören
würde. Bitte meine Unterſchrift nicht anders aus=
zulegen
. Sie kennen meine lebhafte Sympathie zu Deutſch=

land. Hodler. Das iſt unſeres Erachtens gar keine Ent=
ſchuldigung
, denn ſie berührt die Tatſache gar nicht, daß
der Künſtler, den Deutſchland ſo ſehr gefördert hat, den
Deutſchen Taten der Barbarei zugetraut hat. Daß ein
Mann vom künſtleriſchen Range Hodlers eine Einſpruchs=
erklärung
nicht ohne weiteres auf die Darſtellungen
deutſchfeindlicher Zeitungen hin unterſchreiben durfte, iſt
nebenbei ſelbſtverſtändlich. Auch wenn er uns jetzt ſeiner
Sympathien verſichert: Hodleriſt für uns Deutſche
erledigt.
* Die erbeuteten Säcke. In dem Kriegsbericht
vom Donnerstag findet ſich, trotzdem ſich die Militär=
behörde
telephoniſche Hörfehler verbeten hat, ein merk=
würdiger
Hörfehler. Alle Blätter, die am Freitag früh
erſchienen ſind, brachten die Meldung, daß in Antwerpen
Maſſen von Säcken und Woilachs erbeutet worden ſeien.
Erbeutete Säcke ſind ja auch ganz annehmbar; das Worr
Säcke war aber verhört aus Sätteln Woilachs ſind
die dazu gehörigen Satteldecken. Die Sättel ſind offen=
bar
ſchon unterwegs nach Deutſchland in Säcke verwan=
delt
worden.
* Der verkannte Bierunterſatz. Bei der ruſſiſchen Ein=
quartierung
in Skaisgirren ſpielte ſich nach der Til=
ſiter
Allgem. Ztg. folgender ergötzliche Vorfall ab. Kam
da ein Sohn aus dem dunkelſten Rußland in ein hieſiges
Lokal und beſtellte ſich ein Glas Bier. Bevor ihm noch
dasſelbe gereicht wurde, nahm er von den vor ihm lie=
genden
Bierunterſätzen aus Filzpappe, die bekanntlich als
Reklame von den Brauereien geliefert werden, und be=
gann
langſam daran zu beißen. Lächelnd und ſtaunend
ließ man ihn gewähren. Als dann das Bier hinzukam,
rutſchte der ungewöhnliche Imbiß immer beſſer, und bald
hatte der ruſſiſche Soldat den Unterſatz mit dem Getränk
heruntergeſpült. Nachdem dies geſchehen, beſtellte er ſich
noch ein zweites Glas, gab aber gleichzeitig in gebroche=
nem
Deutſch zu verſtehen, daß er nichts mehr dazu haben
wolle. In Rußland gebe es in den Wirtſchaften zu
Schnaps und Bier auch Brot zum Zubeißen, aber das
deutſche Gebäck ſei nicht zu genießen. Erſt als andere
Gäſte hinzukamen und ihr Bierglas auf das vermeintliche
Brot ſtellten, wußte er, was das Gebäck für einen Zweck
hat.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 17. Oktober.

* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Grafen
zu Erbach=Fürſtenau auf die erledigte fünfte Lehrerſtelle
an der Volksſchule zu Beerfelden, im Kreiſe Erbach,
präſentierte Schulamtsaſpirant Wilhelm Arzt aus
Michelſtadt, in demſelben Kreiſe, für dieſe Stelle, und der
von dem Herrn Grafen zu Erbach=Fürſtenau auf de
erledigte zweite Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Stein=
bach
, tm Kreiſe Erbach, präſentierte Schulamtsaſpirant
Lecnhard Kumpf aus Beerfelden, in demſelben Kreiſe,
für dieſe Stelle.
* Ernannt wurde durch Entſchließung Großh. Mi=
niſteriums
des Innern der Lehramtsreferendar Auguſt
Adam, z. Zt. in Schwerin i. M., zum Lehramtsaſſeſſor.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden die Weichen=
ſteller
1. Klaſſe in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahn=
gemeinſchaft
Philipp Metzger zu Groß=Gerau und
Philipp Schrimpf zu Biſchofsheim; vom 1. November
d. J. an die Bahnwärter Heinrich Grünbein zu
Trais=Horloff und Georg Nöſinger zu Klein=Gerau,
der Rottenführer Karl Schwarz zu Bad Salzſchlirf.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 36 vom 16. Ok=
tober
hat folgenden Inhalt: 1. Verordnung, die Jagd=
waffenpäſſe
betreffend. 2. Bekanntmachung, den Vollzug
des Beſitzſteuergeſetzes vom 3. Juli 1913 betreffend. 3. Be=
kanntmachung
, Aenderung der Poſtordnung vom 20. März
1900 betreffend. 4. Bekanntmachung, Anſchlußgleis der
Großh. Bürgermeiſterei Michelſtadt betreffend. 5. Be=
kanntmachung
, Anſchlußgleis der Zuckerfabrik Rheingau,
Aktiengeſellſchaft in Worms betreffend.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne
Kreuz erhielt Fähnrich Fritz Hölzinger im Leib=
garde
=Inf.=Regt. Nr. 115. Leutnant und Kompagnieführer
Otto Herbſt von hier erhielt für hervorragende Tapfer=
keit
vor dem Feinde das Eiſerne Kreuz. Er iſt inzwi=
ſchen
in Frankreich gefallen. Ferner erhielten das Eiſerne
Kreuz der Einjährig=Freiwillige Otto Carius, Leib=
garde
=Inf.=Regt. Nr. 115, zurzeit ſchwer verwundet in
Frankfurt a. M., Fr. Fabricius, Hauptmann im Feld=
art
.=Regt. Nr. 66, H. Fabricius, Feldintendant der 28.
Reſerve=Diviſion, Feldwebel d. Reſ. Ludwig Wagner
aus Langen im Reſerve=Regt. Nr. 115.
D Notreifeprüfungen. Von zuſtändiger Stelle wird
uns geſchrieben: Für die Notreifeprüfungen an
den höheren Lehranſtalten gilt nach wie vor die Bekannt=
machung
vom 3. Auguſt d. J. Hiernach können zu dieſen
Prüfungen unter gewiſſen Vorausſetzungen ſolche Pri=
maner
zugelaſſen werden,
die zum Dienſte im Heere oder in der Marine ver=
pflichtet
ſind oder auf freiwillige Meldung hin herange=
zogen
werden, oder die anderweit für die Zwecke
der Landesverteidigung verwandt werden.
Bezüglich der zuletzt genannten Primaner bleibt es der
nachträglichen Entſchließung der Miniſterialabteilung für
Schulangelegenheiten vorbehalten, ob die Notprüfung als
Reifeprüfung zu gelten hat.
Zur Erläuterung erließ die genannte Miniſterial=
abteilung
am 16. September ein Ausſchreiben, das ſich mit
der Frage beſchäftigte, in welchen Fällen der Sanitäts=
dienſt
auf ſpätere Aushändigung des Notreifezeugniſſes
Anſpruch gewähre. Darin wurde zunächſt auf ſpäter zu
treffende allgemeine Beſtimmungen verwieſen und weiter
geſagt:
Für jetzt beſchränken wir uns auf die Erklärung, daß
wir eine Tätigkeit in Lazaretten oder bei dem Roten Kreuz,
die nichttäglich oder dienuraneinzelnen Stun=
den
des Tages geleiſtet wird, nicht als eine ſolche an=
erkennen
können, die beſondere Erleichterungen für die
Prüfung rechtfertigen würde.
Unſere Notiz der letzten Mittwochsnummer, ſoweit
ſie hiermit im Widerſpruch ſteht, bedarf mithin der Be=
richtigung
.
Großh. Hoftheater. Heute findet als Sonder=
vorſtellung
ein Vaterländiſches Konzert mit
Orcheſter= und Liedervorträgen, ſowie eine Aufführung
von Erſter Klaſſe zur Grenze ſtatt. Für dieſen Abend
findet ausnahmsweiſe ein Kartenverkauf in beſchränkter
Anzahl zu Volksvorſtellungspreiſen an der Tageskaſſe
des Hoftheaters ſtatt. Es wird darauf aufmerkſam ge=
macht
, daß dieſes Konzert 8¼ Uhr beginnt. Als Sonn=

tagsvorſtellung wird unter Hofrat Ottenheimers muſi=
kaliſcher
Leitung Carmen in der Neuausſtattung
der Feſtſpiele gegeben. Die Carmen ſingt diesmal
Anna Jacobs. Montag findet das erſte Hofmuſik=
konzert
ſtatt. Dienstag bleibt das Theater ge=
ſchloſſen
. In der erſten Opernnovität dieſes Jahres
Theoder Körner von Alfred Kayſer, ein Werk,
deſſen Reichtum an Melodien und deſſen ſtarke dramatiſche
Wirkungen in Text und Muſik von der geſamten Preſſe
gerühmt werden, ſingt die Titelpartie Georg Becker, die
Toni Adamberger, die weibliche Hauptrolle, iſt mit Mizi
Marx beſetzt. Den alten Frieſen ſingt Kammerſänger
Stephani. Der muſikaliſche Leiter iſt Richard Lert, die
Regie führt Otto Nowack.
Herr Intendant Dr. Eger iſt für einige Tage dienſt=
lich
verreiſt.
* Landes=Baugewerkſchule Darmſtadt. Der Unter=
richt
an der Großh. Landes=Baugewerkſchule Darmſtadt
findet trotz der Kriegslage ſtatt. Das Winterſemeſter
beginnt am Donnerstag, den 22. Oktober, vormittags 9
Uhr. Junge Leute, ſoweit ſie nicht militärpflichtig ſind,
haben infolgedeſſen gute Gelegenheit, ſich theoretiſch aus=
zubilden
und auf dieſe Weiſe die durch den Krieg verur=
ſachte
ungünſtige Geſchäftslage zu umgehen. Programme
ſind koſtenfrei durch das Sekretariat der Schule, Neckar=
ſtraße
3, erhältlich.
* Silberne Hochzeit feiern am Dienstag, den
0. Oktober, Herr J. Krug, Schneidermeiſter, und Frau
Anna geb. Pfeffer. Gleichzeitig wohnen dieſelben nun=
mehr
über 20 Jahre im Hauſe Arheilger Straße 56.
Einquartierung. Eine ſehr große Anzahl von
Quartiergebern hat in dankenswerter Weiſe die ihnen zu=
ſtehende
Vergütung der Stadt zur Verfügung geſtellt,
welche zugunſten der Angehörigen von Kriegsteilnehmern
verwendet wird. Die Liſten liegen zur Einſichtnahme im
Stadthaus, Rheinſtraße 16/18, Zimmer 23, offen.
g. Höchſtpreiſe für Kartoffeln. Auf die Nachricht aus
Büdingen in Nr. 284 des Tagblatts über die Feſtſetz=
ungvon
Höchſtpreiſen für Kartoffeln, Fleiſch= und
Wurſtwaren iſt uns eine ſehr große Anzahl von Zuſchrif=
ten
zugegangen, die ähnliche Maßnahmen für Darmſtadt
fordern. Die Veröffentlichung dieſer Zuſchriften erübrigt
ſich, da von der Großh. Bürgermeiſterei die Kartofſelpreiſe
erneut einer Prüfung unterzogen wurden. Nach Anhör=
ung
von Sachverſtändigen wurde feſtgeſtellt, daß aus=
geleſene
Speiſekartoffeln frei Keller im Ein=
zelverkauf
je nach Sorte höchſtens 6 Mark bis 7,50
Mark das Malter (100 Kg.) koſten dürfen. In
Waggonladung bezogen, bei weniger ſorgfältigem Aus=
leſen
, ſind niedrigere Preiſe am Platz. Beim Verkauf in
einzelnen Pfunden auf dem Markt iſt ein Verkauf zu höch=
ſtens
78 Pfg. gerechtfertigt. Wer dieſe Preiſe überſchrei=
tet
oder für geringere Sorten die höchſten Preiſe verlangt,
macht ſich der Ueberforderung ſchuldig und wird unnach=
ſichtlich
zur Verantwortung gezogen. Dieſe Maßnahmen
der Bürgermeiſterei dürften geeignet ſein, die ſchlimmſten
Auswüchſe zu beſeitigen.
* Der Dank für die Liebesgaben. Mit der Bitte um
Veröffentlichung ging uns folgende Feldpoſtkarte vom 4.
Oktober zu: Für die überaus zahlreichen Liebesgaben,
die uns von ſeiten der Einwohner des Kreiſes Darmſtadt
und Offenbach freiwillig nach dem Feindesland zugeſtellt
wurden, ſprechen wir allen Gebern unſeren innigſten
Dank aus. Im Namen der Kameraden des 1. Land=
ſturm
=Bataillons, Gefr. Georg Wenzel, 1. Kompagnie.
* Briefe für deutſche Kriegsgefangene in Eng=
land
. Nach amtlicher Mitteilung der Botſchaft der Ver=
einigten
Staaten in Berlin iſt die Adreſſe der Nach=
richtenſtelle
für Kriegsgefangene: The prisoners of war
information bureau in London 49 Wellingtonſtreet,
Strand. An dieſe Adreſſe können Briefe für die
deutſchen Kriegsgefangenen in England ge=
richtet
werden.

Rotes Kreuz.

(Bureau: Rheinſtraße 34; Fernruf 25; geöffnet ununter=
brochen
von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Bureau
der Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20.)
Von Samstag, den 17. Oktober, an befinden ſich unſere
Geſchäftsräume im erſten Stockwerk des Hauſes
Rheinſtraße 34, wo uns Herr Freiherr Wambolt von
Umſtadt die ſeither von der Landwirtſchaftskammer
bewohnten Räume in liebenswürdigſter Weiſe zur Ver=
fügung
geſtellt hat. Indem wir ihm dafür unſeren ver=
bindlichſten
Dank ausſprechen, wollen wir auch der Ver=
einigten
Geſellſchaft dankbar gedenken, die uns ſeit dem

Beginn des Krieges bis heute in gleich entgegenkommen=
der
Weiſe wie 1870 beherbergt hat, und hoffen, daß wir
jetzt wieder auf eine lange Reihe von Jahren ihre bewährte
Gaſtfreundſchaft nicht in Anſpruch zu nehmen brauchen.
Aber nicht nur die Ueberlaſſung neuer Räume verdanken
wir ſelbſtloſer, freundlicher Unterſtützung, auch die Aus=
ſtattung
der zehn Zimmer mit Möbeln und der ganzen
Einrichtung fur unſere Arbeitszwecke haben uns mehrere
hieſige Firmen in opferwilliger Freundlichkeit zur Ver=
fügung
geſtellt. Es ſind dies: Georg Blum, Kaſinoſtraße 7;
Georg Ehrhardt u. Söhne, Feldbergſtraße 36; Heinrich
Elbert, G. m. b. H., Ernſt=Ludwigſtraße 9; Gebr. Fiſcher,
Alexanderſtraße 10; J. Glückert, Bleichſtr. 29; J. Kienzle,
Liebigſtraße 27: H. Lautz, Rheinſtraße 12¾; Darmſtädter
Möbelfabrik, G. m. b. H., Heidelberger Straße Nr. 129;
J. Nohl, Martinſtraße 24; L. Stritzinger, Heinrichſtraße 67z
J. Trier, Wilhelminenſtraße 25. Allen denen, die uns
unſere Arbeitsſtätte ſchufen und ſchmückten, ſagen wir herz= Dank.
Von unſerem Zweigverein in Bingen wird uns ein
Brief zur Verfügung geſtellt, den ein im dortigen Heilig=
geiſthoſpital
liegender verwundeter franzöſiſcher Soldat an
ſeine Eltern geſchrieben hat und der in annähernd wort=
und ſinngetreuer Ueberſetzung etwa folgendermaßen lautett
Liebe Eltern! Seit dem 23. Auguſt, daß Ihr keine Nach=
richt
von mir erhalten habt, um ſehr beunruhigt zu ſein.
Aber heute verſichert Euch, daß ich ſoeben die Erlaubnis
erhalten habe, Euch ein Wort zu ſchreiben. Ihr müßt
wiſſen, daß ich leicht verwundet und in der Folge gefan=
gen
worden bin. Ich verſichere Euch, daß die Deutſchen
uns behandeln und pflegen mit einem Mut und einer voll=
kommenen
Liebenswürdigkeit; es wäre unmöglich, Beſſe=
res
zu wünſchen. Ich bin in gutem Zuſtand der Beſſerung
und hoffe, daß dies anhält. Indem ich erwarte, daß dieſe
Tage des Unglücks baldmöglichſt ein Ende nehmen, emp=
ſangt
von Euerem Kinde, das Euch immer.
Die Bewohner von Egelsbach haben in beſonders
reichem Maße Strümpfe, andere Handarbeiten, auch Obſt
dem Roten Kreuz überwieſen. Die Gaben wurden in der
hieſigen Eleonorenſchule abgeliefert, von dort in das Offi=
zierskaſino
und in die verſchiedenen Lazarette gebracht. Das
Obſt iſt zum großen Teile für die Kinder der Eingezogenen
und Gefallenen in der Rundeturmſtraße eingekocht worden,
Die Egelsbacher wollen auch fernerhin uns mit Liebes=
gaben
bedenken. Wir verfehlen daher nicht, ihnen unſeren
herzlichſten Dank hiermit abzuſtatten für das, was ſie uns
ſchon geſpendet, und das, was ſie uns in Ausſicht geſtellt
haben.

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Union=Theater (Rheinſtraße 6). Neben den
neueſten Kriegsbildern, die den Hauptanziehungspunkt des
ganzen Programms bilden, wird von morgen ab ein
wundervolles Werk, Pepita, ein dramatiſches Lebens=
bild
in 3 Akten, zur Vorführung kommen. Der Vorwurf
zu dem hochintereſſanten Film iſt dem ſpaniſch= amerika=
niſchen
Kriege aus dem Jahre 1898 entnommen und dürft)
der Film größtes Intereſſe erwecken. Ein weiterer Film:
Der Tod und die Mutter gibt eine der prächtigſten An=
derſenſchen
Märchen in zwei Akten wieder und paßt aus=
gezeichnet
in die gegenwärtige ernſte und erhebende Zeit.
Hochintereſſante und künſtleriſche Naturaufnahmen, wiſ=
ſenſchaftliche
Films und einige amüſante Humoresken ver=
vollſtändigen
das Programm, ſo daß ein Beſuch empfeh=
lenswert
iſt.
Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Um
der Zeit Rechnung zu tragen, führt das R.=T. ab heute
bis Montag faſt ausſchließlich Kriegsfilms, reſp. ſolche
mit kriegeriſchem Inhalt vor. Da iſt vor allen Dingen
wieder eine wohlgelungene Aufnahme vom Kriegsſchau=
platz
, dieſesmal die belgiſchen Feſtungen Huy, Nämur und
die Beſetzung der Städte Tirlemont und Charleroi zu
nennen. Der große Dreiakter Das Vaterland ruft kenn=
zeichnet
ſchon durch ſeinen Titel ſeinen kriegeriſchen In=
halt
. Die Gefangennahme beſchreibt intereſſante Epi=
ſoden
aus dem amerikaniſchen Bürgerkriege, ſpeziell her=
vorzuheben
ſind die wilden Reiterſzenen, welche amerika=
niſche
Cowboys mit der bekannten Geſchicklichkeit vorfüh=
ren
. Neben zwei herrlichen Naturaufnahmen Der Golf
von Rapollo und Der Comerſee zeigt das Programm
noch vier glänzende Humoresken, Eine tüchtige Ordon=
nanz
Nune, Die Bunkwitzer Schlemmer und Aus
der Rolle gefallen auf. Jeder Beſucher muß alſo durch=
die
Vielſeitigkeit des Spielplans auf ſeine Rechnung kom=
men
. (S. Anz.)
O Griesheim, 16. Okt. (Auf der Chauſſee
Griesheim-Darmſtadt) fehlte bisher für den
letzten Kilometer (vor unſerem Orte) die Klein=
pflaſterung
. Die Ausführung dieſer Teilſtrecke ſollte
im Monat Auguſt erfolgen, ſämtliche Materialien lagern
ſchon ſeit Juli auf beiden Seiten der Straße, aber durch=
den
Krieg mußte die Arbeit auf der von Militärautos,
Militärfuhrwerken, Truppenverbänden uſw. ſeither äußerſt
ſtark benutzten Chauſſee verſchoben werden. Die
Pflaſterung ſoll nun in den nächſten Tagen beginnen.
Da nun zwiſchen Griesheim und Darmſtadt eine feſte
direkte Verbindungsſtraße nicht vorhanden iſt, dürfte der
Wagen= und Autoverkehr unſerer hieſigen Bevölkerung,
einſchließlich der des Lagers, namentlich zur jetzigen
Herbſtzeit mit ihrem ſtarken Abſatz an landwirtſchaft=
lichen
Produkten nach Darmſtadt, Frankfurt und Offen=
bach
für die Zeit der Unterbrechung mit Schwierigkeiten
verbunden ſein, was noch um ſo empfindlicher iſt, als
auch bei der Eiſenbahn die Verfrachtung noch nicht in
vollem Umfang möglich iſt. Dieſe Unannehmlichkeiten
für die beteiligten Kreiſe würden weniger in Erſcheinung=
treten
, wenn der Beſſungerweg von Griesheim nach dem
Barackenlager chauſſiert wäre, wie dies vor Jahren ge=
wünſcht
wurde. Die Militärbaubehörde hat auf dem
Gebiete der Wegeverbeſſerungen geradezu Muſtergültiges
in unſerer Gemarkung, im Lager und in der Umgebung des=
ſelben
geleiſtet. In den letzten Wochen zeigte ſich der Wert=
aller
dieſer Anlagen. Wenn auch alle dieſe mit Kleinpflaſte=
rungen
und Chauſſierungen verſehenen Straßen in erſter
Linie den Militärperſonen und den Militärübungen dienten,
ſo muß doch öffentlich anerkannt werden, daß alle Orts=
einwohner
, vor allem die Fuhrwerksbeſitzer, dauernd
ihren Vorteil an dieſen zeitgemäßen Anlagen haben.
h- Von der Bergſtraße, 16. Okt. (Die Trauben=
leſe
) iſt beendet und hat in ihrem Ertrag im allge=
meinen
ſehr enttäuſcht, denn mit kaum einem Drittelherbſt
iſt zu rechnen. Das längere naſſe Wetter im September=
anfang
brachte die Trauben zum Platzen und Faulen, wo=
durch
die Quantität ſehr beeinträchtigt wurde. Auch die
Qualität ſtand nicht auf der Höhe, die man erwartete. Das
höchſte Moſtgewicht dürfte etwa 75 Grad nach Oechsle ſein.
Bezahlt wurden die 200 Liter rauher Moſt bis zu 80
Mark. Da das Verkaufsgeſchäft ſehr ſchleppend ging,
haben die Winzer mehr wie in den ſonſtigen Jahren ihre
Kreszenz ſelbſt gekeltert und eingelegt.

[ ][  ][ ]

Nummer 286.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Seite 5.

Klein=Gerau, 15. Okt. (Tot aufgefunden) wurde
Die Witwe des Weichenſtellers Ph. Flauaus, geb. Lotz,
*Die Frau iſt ſchon einige Zeit leidend. Die Feſtſtellungen
küber die Todesurſache ſind im Gange. Anſcheinend liegt
gein Verbrechen nicht vor.
R. Heubach, 15. Okt. (Jugendwehr.) Auch hier
ghat ſich eine Jugendwehr gebildet, der bis jetzt 35 junge
Weute beigetreten ſind. Jeden Sonntag nachmittag werden
Uebungen auf dem Turnplatz abgehalten, einmal in der
Woche findet Unterricht ſtatt. Der Unterricht, ſowie die
Leitung der Uebung liegen in den bewährten Händen des
Polizeidieners i. P. Lutz und Adam Herrmann V.,
hier. Durch dieſe Uebungen ſollen die künftigen Vater=
llandsverteidiger
für den militäriſchen Beruf vorgebildet
twerden.
A Beerfelden, 15. Okt. (Jugendwehr.) Der Auf=
rruf
wegen Bildung einer Jugendwehr hat auch hier ſeine
Wirkung getan. Einer Einladung in die Turnhalle folg=
ten
94 junge Leute. Da die Zahl für die Uebungen im
geſchloſſenen Raum zu groß iſt, teilte man ſie in zwei Ab=
teilungen
, deren jede wöchentlich einen Abend in der Turn=
halle
übt, während Sonntags gemeinſam im Gelände
exerziert wird. (Die Hausſammlung für das
Rote Kreuz) für September ergab die Summe von
366 Mark; auch ein goldener Ring wurde dem guten Zweck
geopfert.
Schlitz, 14. Okt. (Die Beiſetzung des Grafen
von Schlitz gen. von Görtz) Bei der geſtern nach=
mittag
2 Uhr erfolgten Beiſetzung der Leiche des verſtor=
benen
Grafen Emil Friedrich von Schlitz gen. von Görtz,
auf dem Erbbegräbnisplatz der Gräflichen Familie in
Schlitz, der ein großes Trauergefolge anwohnte, war der
Kaiſer, der telegraphiſch lebhaft bedauerte, wegen des
Krieges nicht perſönlich ſeine Teilnahme ausſprechen zu
können, durch den Hausmarſchall Frhrn. von Lyncker
vertreten, der Großherzog von Heſſen durch Oberſtallmeiſter
Frhrn. Riedeſel zu Eiſenbach, die Erſte Kammer
des Großherzogtums Heſſen durch Frhrn. von Heyl zu
Herrnsheim aus Worms. Weiter bemerkte man in dem
impoſanten Leichenzuge die Miniſter v. Ewald, Braun
und v. Hombergk zu Vach. Oberpfarrer Knott=Schlitz,
der in der Kirche die Trauerrede gehalten, nahm die Ein=
ſegnung
der Leiche vor.

Reich und Ausland.

Neunkirchen, 16. Okt. Als der Lokomotivführer Bach
geſtern nachmittag in einem Schuppen ſeines Hauſes ge=
meinſam
mit ſeinem Sohn, dem Heizer Willy Bach, an
einem franzöſiſchen Artilleriegeſchoß herum=
hantierte
, das ſie auseinandernehmen wollten, um den
Mechanismus zu ſtudieren, explodierte dieſes. Beide er=
litten
furchtbare Verle tzungen. Der Sohn iſt
tot. Das Dach des Schuppens und die Inneneinrichtung
wurden völlig zerſtört, die Fenſter der gegenüberliegenden
Häuſer durch den Luftdruck zertrümmert.
Schroda, 15. Okt. Vergangene Nacht ſtürzte auf der
Chauſſee Schroda=Poſen ein Automobil des Land=
ſturmbataillons
Schroda Nr. 2 um. Dabei wurden ge=
tötet
: Der königliche Domänenpächter und Offiziersſtell=
vertreter
Sarazin aus Schneeſchütz, der Lehrer an der
hieſigen katholiſchen Schule Vizefeldwebel Voyeiethowski
und der Maſchinenfabrikant Landſturmmann Suſioki. Der
vierte Inſaſſe des Automobils, Hauptmann der Landwehr
Heuer, Gymnaſialdirektor in Jauer, kam mit leichteren
Verletzungen davon.
Stockholm, 15. Okt. Der Oberſtkommandierende der
ſchwediſchen Flotte meldet dem Marineminiſterium,
daß das Panzerſchiff Oskar II. in den inneren Schä=
ren
, dicht bei Stockholm, auf Grund geſtoßen ſei. Der
Grund ſei nicht gefährlich. Bergungsmaterial iſt abge=
ſandt
worden.
Stockholm, 16. Okt. Der Panzerkreuzer Oskar II.
iſt heute vormittag wieder flott geworden.
Panama, 16. Okt. Ein erheblicher Erdrutſch bei
Culebra hat den ganzen Verkehr im Kanalunter=
brochen
. Einigen Schiffen iſt es unmöglich, die Durch=
fahrt
zu vollenden.

Marquis di San Giuliano F.
* Rom, 16. Okt. Der Miniſter des
Aeußern Marquis di San Giuliand
iſt heute nachmittag 2½ Uhr geſtorben.

** Im Jahre 1852 in Catania geboren, widmete
ſich San Giuliano dem Studium der Rechte und
wurde Bürgermeiſter in ſeiner Vaterſtadt, die ihn 1882 in
die Deputiertenkammer entſandte, wo er ſich der Linken an=
ſchloß
und ſich hauptſächlich mit der auswärtigen und der
Kolonialpolitik beſchäftigte. Der Regierung gehörte erzu=
nächſt
im Kabinett Giolitti als Unterſtaatsſekretär des
Ackerbaues an, darauf wurde er 1899 Poſtminiſter und in
den Senat berufen. Im Dezember 1905 übernahm er im
Kabinett Fortis die Leitung der auswärtigen Angelegen=
heiten
, um im Februar 1906 mit dem Kabinett zurückzu=
treten
. Erſt vier Jahre ſpäter, als Luzzatti die Kabinetts=
bildung
durchführte, übernahm Giuliano, der inzwiſchen
Botſchafter in London und Paris geweſen war, wieder
das Portefeuille des Aeußeren und behielt dieſes auch in
den folgenden Kabinetten Giolitti und Salandra bei, ſo
daß er jetzt viereinhalb Jahre die internationale Politik
ſeines Landes ununterbrochen geleitet hat. Dieſe Zeit
ſchließt eine für Italien und Europa höchſt wichtige Epoche
ein. Zunächſt den Krieg mit der Türkei, welcher Italien
die längſt erſehnte Herrſchaft in Tripolis brachte; und dann
die Balkankriege, an denen es lebhaft intereſſiert war. Je=
doch
zeigte Giuliano große Zurückhaltung; auch in der
albaniſchen Frage, wo er im vollen Einvernehmen mit
Oeſterreich=Ungarn vorging. Der ſeit zehn Wochen tobende
Weltkrieg ſtellte Italien vor ſchwierige Aufgaben. Es
gehört dem Dreibunde an, unterhält aber auch freund=
ſchaftliche
Beziehungen zu unſeren Feinden. Seine Bünd=
nispflicht
ging nicht, wie man erſt annahm, bis zur akti=
ven
Teilnahme am Kriege; aber daß auch ſeine Neutralität
für uns ſehr wertvoll iſt, braucht nicht beſonders betont zu
werden. Allen Lockungen des Dreiverbandes, Italien
möchte auf deſſen Seite treten, hat Giuliano entſchieden
widerſtanden, ſo daß ſein Scheiden im gegenwärtigen
Augenblick von großer Bedeutung werden könnte, wenn
nicht das Selbſtintereſſe Italiens das Feſthalten an der
Neutralität gebieteriſch verlangte.
Giuliano hat während ſeiner Miniſterſchaft auf die
Pflege der Dreibundspolitik und eines guten Verhältniſ=
ſes
zu Oeſterreich=Ungarn ſtets den größten Wert gelegt.
In Berlin weilte er im Mai 1910 und im November 1912,
und in dieſem Frühjahr war er in Begleitung des =
nigs
Viktor Emanuel zur Begrüßung Kaiſer Wilhelms in
Venedig. Mit dem Leiter des öſterreichiſch=ungariſchen
Miniſteriums des Auswärtigen traf er verſchiedentlich
zu perſönlicher Beſprechung zuſammen, zuletzt vor einem
balben Jahre in Abbazia. Jedenfalls darf der fein=

ſinnige Staatsmann, der ſich der Sympathie aller politi=
ſchen
Kreiſe Deutſchlands erfreute, eines herzlichen Ge=
denkens
ſicher ſein.
* Rom, 16. Okt. Die Leiche di San Giu=
lianos
wird übermorgen nach Catania überführt wer=
den
. Die Blätter geben der Trauer über den Tod di San
Giulianos beredten Ausdruck und heben ſeine hinge=.
bende Tätigkeit und ſeine große Vaterlandsliebe hervor.

Der Tod des Königs von Rumänien.

* Bukareſt, 15. Okt. Heute früh 7 Uhr fand in
Gegenwart der Königin, des Königs Ferdinand, der =
nigin
Maria und der königlichen Familie ein feierli=
ches
Requiem ſtatt, das der katholiſche Erzbiſchof zele=
brierte
. Um 9 Uhr folgte ein Requiem des orthodoxen
Metropoliten unter Aſſiſtenz ſämtlicher Biſchöfe, an wel=
chem
außer der königlichen Familie ſämtliche Miniſter,
das diplomatiſche Korps und hohe Würdenträger teilnah=
men
. Dann wurde der Sarg unter demſelben Zeremo=
niell
wie von Sinaia auf einer Lafette durch Truppen=
ſpaliere
unter der Teilnahme einer großen Menſchen=
menge
mit Trauerfahnen nach dem Nordbahnhof gebracht.
Um 11½ Uhr fuhr der Trauerzug nach dem Kloſter Cour=
tea
ab.
* Bukareſt, 16. Okt. Der Sonderzug mit den
ſterblichen Ueberreſten des Königs Karol traf geſtern
nachmittag 3 Uhr in Courtea de Arges ein. Die
Straßen des Städtchens waren von einer überaus zahl=
reichen
Menſchenmenge erfüllt, die aus ganz Rumänien
zuſammengeſtrömt war, um dem geliebten König die
letzte Huldigung darzubringen. Im Zuge marſchierten
fünf Regimenter; in den Straßen bildeten Veteranen,
Soldaten Schulkinder, Gemeindevertretungen mit den Bür=
germeiſtern
und Vereine Spalier. Der Zug bewegte ſich
in derſelben Ordnung wie in Bukareſt. Um 5 Uhr wurde
der Sarg mit den ſterblichen Ueberreſten des Königs
in der Gruft des Kloſters zu Füßen des Sarges des Für=
ſten
Neagve Baſarab, des Gründers des Kloſters, bei=
geſetzt
. Die Kanonen ſämtlicher Forts und ſämtlicher
Garniſonen gaben um dieſe Zeit 101 Schüſſe ab. Die
Glocken aller Kirchen begannen zu läuten. Die Eiſenbahn=
züge
blieben zum Zeichen der Trauer fünf Minuten
ſtehen.
* Bukareſt, 15. Okt. Heute mittag iſt Fürſt We=
del
mit Sonderzug hier eingetroffen, um als außer=
ordentlicher
Botſchafter des deutſchen Kai=
ſers
an der Leichenfeier teilzunehmen. Ein Delegierter
des Miniſteriums des Aeußeren war ihm entgegengefah=
ren
. Auf dem Bahnhof in Bukareſt wurde der Fürſt von
dem Generalſekretär des Miniſteriums des Aeußeren be=
grüßt
. Auch der Berliner Geſandte, Beldiman, iſt einge=
troffen
. Der Fürſt, der in einem Hotel abgeſtiegen iſt,
wurde um 3 Uhr vom König. dann von der Königin
in Privataudienz empfangen. Um 5 Uhr hatte Fürſt We=
del
eine Unterredung mit dem Premierminiſter Bra=
tianu
. Er wird morgen an der Leichenfeier im Schloß
und dann an der Beiſetzung in Courtea de Arges teilneh=
men
. Die anderen Höfe ſind nur durch die in Bukareſt
reſidierenden Geſandten vertreten.

Die Kriegsmaßnahmen der Landes=
verſicherungsanſtalten
.

* Berlin, 16. Okt. (W.T. B.) Der Präſident des
Reichsverſicherungsamtes Dr. Kaufmann ſchildert die hoch=
herzigen
Kriegsmaßnahmen der deutſchen
Landesverſicherungsanſtalten. Die gewalti=
gen
Summen, die nach dem Beſchluſſe der Vertreter der
deutſchen Landesverſicherungsanſtalten in der Sitzung im
Reichsverſicherungsamte am 31. Auguſt für Kriegs=
wohlfahrtspflege
bereitgeſtellt werden ſollten, be=
ginnen
jetzt in verſchiedenen Kanälen in die Maſſe der Be=
dürftigen
zu fließen. An der Kriegsanleihe haben
ſich die Landesverſicherungsanſtalten mit 150 Millionen,
die Berufsgenoſſenſchaften mit etwa 40 Millionen Mark
beteiligt. Für Zwecke des Roten Kreuz= Zentral=
komitees
, Landes= oder Provinzſtellen, wurden bis jetzt
ſchon über 900000 Mark aufgewendet, darunter 200000
Mark für Lazarettzüge. Für warme Unterkleidung
für unſere Soldaten verausgabten die Anſtalten 500000
Mark, und zwar floſſen dieſe Summen, einer Anregung
des Präſidenten Dr. Kaufmann zufolge, den verſchieden=
ſten
Landes= und Provinzſtellen zu, um der Arbeitsloſig=
keit
im weiteſten Umfange zu ſteuern. Auch an den Hilfs=
aktionen
für die vom Feinde zerſtampften Provinzen Oſt=
preußen
und Elſaß=Lothringen ſind die betref=
fenden
Landesverſicherungsanſtalten im Verein mit ande=
ren
, durch lokale Bedürfniſſe weniger in Anſpruch genom=
menen
Anſtalten, beteiligt. So werden Elſaß=Lothringen
von der Rheiniſchen Landesverſicherungsanſtalt mehrere
Millionen darlehensweiſe zur Verfügung geſtellt. Für die
Aufrechterhaltung des Betriebes unſerer Heilanſtal=
ten
, namentlich der Heilſtätten für Tuberkuloſebekämpf=
ung
, wurden gewaltige Mittel aufgewendet. Dieſe groß=
artigen
finanziellen Leiſtungen unſerer Landesverſiche=
rungsanſtalten
auf dem Gebiete der Kriegswohlfahrts=
pflege
liefern uns den Beweis, daß unſere Arbeiterver=
ſicherung
ſich nicht bloß im Frieden, ſondern auch im
Kriege wohl bewährt, und ſie geben uns das Recht, auf
unſere Arbeiterverſicherung ſtolz zu ſein.

Stimmen aus dem Publikum.

Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
einerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
Meines Wiſſens beſteht eine Polizeiverordnung,
wonach vor 7 Uhr morgens Teppiche, Betten und dergl.
nicht ausgeklopft werden dürfen. Jedenfalls
dürfte ein ſolches Unterlaſſen auch ohne polizeiliche Vor=
ſchrift
ein ſelbſtverſtändliches Gebot der Rückſichtnahme
auf andere ſein. So mancher, der in die Nacht hinein noch
hat arbeiten müſſen, ſo mancher Leidende braucht die
Morgenruhe, ſo daß dieſe nicht vermeidbarer Weiſe ge=
ſtört
werden ſollte. Da dieſes aber doch häufig geſchieht,
ſo ſei hiermit bei allen, die es angeht, die Aufmerkſamkeit
hierauf gelenkt, damit ein ſolcher Uebelſtand möglichſt be=
X.
ſeitigt werde.

Landwirtſchaftliches.

Verſteigerung von Pferden. Die Land=
wirtſchaftskammer
für das Großherzogtum Heſſen macht
die Landwirte darauf aufmerkſam, daß am 22. Oktober
in St. Avold, am 23. in Saargemünd und am 24.
Oktober in Zabern, jeweils vormittags 10 Uhr, Ver=
ſteigerungen
von für landwirtſchaftliche Zwecke noch brauch=
baren
ausrangierten Militärpferden ſtattfinden. Weitere
Auskunft erteilt der Kommandant des Etappen=Trains
in St. Remillv.

Brügge und Oſtende von
unſeren Truppen beſetzt.

* Großes Hauptquartier, 16. Okt., mittags.
(W. T. B. Amtlich.) Die Ruſſen verſuchten am 14. Okto=
ber
ſich wieder in den Beſitz von Lyck zu ſetzen. Der
Angriff wurde zurückgewieſen, 800 Gefan=
gene
, 1 Geſchütz und 3 Maſchinengewehre fielen in
unſere Hände.
Brügge wurde am 14. Oktober, Oſtende am 15.
Oktober von unſeren Truppen beſetzt.
Heftige Angriffe der Franzoſen in der Gegend nörd=
weſtlich
Reims ſind abgewieſen worden.
Die Franzoſen melden in ihren amtlichen Bekannt=
machungen
, daß ſie an verſchiedenen Stellen der Front,
zum Beiſpiel bei Berry au Bac und nordweſtlich von
Reims, merkliche Fortſchritte gemacht hätten. Dieſe Mel=
dungen
entſprechen in keiner Weiſe den Tatſachen.
* Amſterdam, 16. Okt. (Ctr. Frkft.) Heute mor=
gen
von Oſtende angekommene Flüchtlinge erzählen, daß
die Stadt Oſtende in den Händen der Deutſchen ſei.
Die engliſchen Truppen ſeien beim Herannahmen der Deut=
ſchen
teilweiſe in ſüdlicher Richtung abgezogen, zum Teil
per Schiff verladen worden. Engliſche Kriegs=
ſchiffe
kreuzen in der Nordſee in der Höhe von Oſtende.
Die Zahl der engliſchen Truppen, die von Oſtende aus
nach Südweſten weiterziehen, wird auf 30000 Mann (?)
geſchätzt.

Die Operationen in Belgien.

* Amſterdam, 16. Okt. Die Zeitung Nieuws van
den Dag meldet aus Brügge vom 15. d. M.: 20000 Deut=
ſche
befinden ſich in Maldeghem. Die Engländer
ziehen ſich andauernd zur ück. Belgiſche Sol=
daten
überſchreiten fortgeſetzt die Gren ze.
* Rotterdam, 16. Okt. Dem Nieuwe Rotterdamſche
Courant wird aus Sluis unterm 15. d. M. gemeldet: Die
Zahl der Flüchtlinge aus dem nordweſt=
lichen
Belgien, die hier durchkamen, wird auf
60000 geſchätzt. Ihr Zuſtand iſt unbeſchreiblich. Es
gibt für ſie keine Unterkunft, ſo daß viele die Nacht auf
der Straße zubringen mußten. Es herrſcht Mangel an
Nahrungsmitteln; die Bäckerläden ſind leer. Alle Bauern=
wagen
ſind requiriert, um Leute nach Breskens zu brin=
gen
; aber auch dort iſt alles voll. Zwanzig große Boote,
die ſonſt für die Beförderung von Zuckerrüben benutzt
wurden, waren ganz mit Flüchtlingen beſetzt.

Die Kämpfe in Frankreich.

* London, 16. Okt. Die Morning Poſt ſchreibt
über die Kämpfe in Frankreich: In der letzten
Woche machten die Deutſchen heftige Angriffe, um das
Zentrum der Verbündeten zu durchbrechen, ſie wurden
jedoch zurückgeſchlagen, aber die Kämpfe waren ſehr ernſt.
Es gibt Zeiten, wo die Deutſchen Terrain zu
gewinnen ſcheinen, aber im ganzen bleiben die
Stellungen die gleichen. In der letzten Nacht ſah ich, be=
richtet
der Korreſpondent der Morning Poſt, wie 10000
Mann franzöſiſcher Infanterie auf ſchnellen Motorwagen
von einem Flügel nach dem anderen geſandt wurden. (2)
Auf der ganzen Linie wird der Kampf fortgeſetzt, aber
nicht gleich intenſiv. Größtenteils ſcheinen ſich die Par=
teien
damit zu begnügen, den Feind an ihre Anweſenheit
in ihren Stellungen zu erinnern. Sobald Infanterie=
bewegungen
beobachtet werden, treten die Geſchütze in
Tätigkeit, beſonders abends, wenn die Ablöſungen in den
Schützengräben ſtattfinden. An manchen Stellen liegen
die feindlichen Schützengräben nur wenige hundert Meter
voneinander entfernt. Jede Bewegung iſt mit der größ=
ten
Gefahr verbunden. Zu Zeiten ſieht es aus, als ob
man gegenſeitig übereingekommen ſei, eine Kampſpauſe
zu machen. Man ſchläft, ſpielt Karten, ſpielt und ſingt.

Die Kämpfe in Galizien.

* Wien, 16. Okt. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird vom 15. Oktober amtlich gemeldet: Die Vertrei=
bung
der Ruſſen aus dem Marmaroſer Ko=
mitat
erfolgte nach einer Reihe ſiegreicher Einzelgefechte.
An dieſen Aktionen hatten auch Mitglieder der pol=
niſchen
und ukrainiſchen Legionen hervor=
ragenden
Anteil. Die Angehörigen dieſer Legionen haben
ſich durch mutiges Verhalten ausgezeichnet.

Der ruſſiſche Raubzug in Galizien.

* Wien, 16. Okt. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird amtlich gemeldet: Unſere Truppen, die auf Tarnow
über Rzeszow vorrückten, hatten Gelegenheit, ſich von dem
allen militäriſchen Bräuchen hohnſprechenden barbari=
ſchen
Vorgehen der ruſſiſchen Truppen
gegenüber der einheimiſchen Bevölkerung
zu überzeugen. Alle Ortſchaften auf der Strecke bieten
ein Bildärgſter Verwüſtung. In Dembica wurde
ein Teil der Stadt eingeäſchert. Das ſchöne Schloß Za=
wada
wurde, da ſich die einzige, mit der Aufſicht betraute
Perſon weigerte, das ihr anvertraute Eigentum wider=
ſtandslos
der Plünderung preiszugeben, vollkommen
ausgeraubt, im Umkreiſe mit Petroleum
begoſſen und angezündet. Alle Herrenhäuſer
bieten ein trauriges Bild der Verwüſtung. Die meiſten
Möbel ſind zerſchlagen, die Spiegel mutwillig zerbrochen,
Matratzen zerfetzt, koſtbare Gemälde zerſchnitten. Der
Boden iſt beſät mit Bergen von Fetzen Papieren, Scher=
ben
, kurz: ein Bild roheſten Vandalismus. Die ruſſiſchen
Soldaten gingen in allen von ihnen beſetzten Orten nach
dem gleichen, offenbar befohlenen Syſtem vor,
das mit einer ehrlichen, geordneten, ſoldatiſchen Kampfes=
weiſe
nichts gemein hat, ſich vielmehr als ein unter dem
Deckmantel militäriſchen Vorgehens unt=
ternommener
Raubzug darſtellt.
Die Bewohner wurden auf der Straße einer Lei=
besviſitation
unterzogen. Es wurde ihnen alles,
was irgend Wert hatte, abgenommen. Beſonders hatten
es die ruſſiſchen Truppen auf die Uhren abgeſehen, die
mit meiſt ſehr unſanftem Griff aus der Weſtentaſche des
Beſitzers in die Stiefelröhre eines Koſaken befördert wur=
den
. Dem Pfarrer in Mrowla wurde ſeine Beichtuhr,
welche die Zahl der abgenommenen Beichten anzeigte, aus
der Taſche gezogen. Als der Mann ſpäter erkannte, daß
ſie wertlos war, wurde ſie wieder zurückgeſtellt. Beim
Rauben von Uhren taten ſich auch die Offiziere keinen
Zwang an. So erſchien bei dem Rzeszower Uhrmacher
Nikolaus Muſokowski, ein ruſſiſcher Regimentsarzt, der
ihn beauftragte, ſeine goldene Uhr zu reparieren. Die
Uhr erkannte Muſokowski als ſein Fabrikat und wies dies
auch dem Regimentsarzt durch Vorlegung des Verkaufs=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Nummer 286.

regiſters nach, aus dem die Nummer der Uhr und der
Verkaufstag zu erſehen war.
Geraubt wurde nach einem ſehr einfachen und prak=
tiſchen
Syſtem. Die Koſaken drangen in Rudeln von acht
bis zehn Mann in Läden und Wohnungen ein und pack=
ten
unter Vorhaltung von Revolvern Kleider und Pelze,
Wäſche und Einrichtungsgegenſtände in mitgebrachte Säcke.
Der Inhalt wurde ſodann mit den Offizieren geteilt.
Die römiſch=katholiſche Geiſtlichkeit wurde unhöflich, oft
brutal behandelt. So wurde der hochbetagte Kanoni=
kus
Dembica gezwungen, die Koſaken perſön=
lich
zu bedienen und ihnen Löffel und Meſſer aus
der Küche zu bringen. Es wurde mit ihm nur in kurzem,
barſchem Tone verkehrt. Die Geiſtlichen wurden vielfach
zur Oeffnung der Kirchen gewaltſam genötigt. In einem
Spital in Rzeszow wurden zwanzig erkrankte öſterreichiſch=
ungariſche
Soldaten aus den Betten gejagt, ein Beweis
dafür, daß ſelbſt Kranken gegenüber das primitivſte Ge=
fühl
der Menſchlichkeit nicht beobachtet wurde.
In vereinzelten Fällen waren Lebensmittel bezahlt
worden. Allerdings kam der Verkäufer meiſtens nicht
auf ſeine Rechnung, da er eine Quittung über den rich=
tigen
Empfang der Geldſumme ausſtellen mußte, ohne
den beſtätigten Betrag zu Geſicht zu bekommen. Wurde
tatſächlich gezahlt, ſo war dank des hinaufgeſchraubten
Rubelkurſes, der mit 3 Kronen 30 Heller beſtimmt iſt, der
Preis auf ein Minimum herabgedrückt. Auch Verkäufe
wurden von den ruſſiſchen Soldaten durchgeführt. Na=
mentlich
geraubte Kühe wurden den Bauern der Nach=
barorte
um einen Spottpreis zum Kaufe angeboten. War
der Preis bezahlt, ſo erklärte der Verkäufer, daß er ſich
die Sache überlegt hätte, und zog mit der Kuh und dem
Gelde davon. So wurden mit einer Kuh mehrere Ver=
käufe
durchgeführt, der ſchließliche Beſitzer blieb aber im=
mer
derſelbe ruſſiſche Soldat. Beſonders zu erwähnen iſt,
daß, wie aus einzelnen Bezirken gemeldet wird, Frauen
und Mädchen vergewaltigt worden ſind.

Die Erfolge im Oſten.

* Wien, 16. Okt. Die Blätter verzeichnen mit leb=
hafter
Genugtuung die Zurückwerfung von acht
ruſſiſchen Armeek orps in der Linie Iwangorod-
Warſchau durch die deutſchen Truppen und das Erſcheinen
der Deutſchen vor Warſchau. Das Deutſche Volksblatt
ſagt: Das iſt nach Lage der Sache ein ungeheurer Er=
folg
der die gemeinſamen Operationen unſerer und der
deutſchen Armeen in außerordentlich günſtigem Sinne be=
einfluſſen
muß. Der ſieggekrönte Generaloberſt v. Hin=
denburg
hat ſich mit dieſen neuen auf einer außer=
ordentlich
ausgedehnten Front mit rieſigen Heeren errun=
genen
Siegen einen neuen unverwelklichen Lorbeer um
die Heldenſtirne gewunden. Mit beſonderer Bezugnahme
auf die Operationen gegen Warſchau ſchreibt
das Fremdenblatt: Das große, weltgeſchichtliche Drama,
das unſer Geſchlecht jetzt mit erlebt, iſt bei einem neuen
Akt angelangt. Es heißt: Die Befreiung von Warſchau.
Warſchau iſt heute noch eine Metropole des politiſchen
Genius; es wird gewiß mit Freude die Kunde verneh=
men
, daß die Retter aus der moskowitiſchen Sklaverei vor
vor den Toren der Stadt ſtehen. Dieſe Tatſache kann nicht
verfehlen, überall tiefſten Eindruck hervorzurufen. Jetzt
winkt nun dieſer Stadt die Hoffnung, aus langer Sklaverei
befreit zu werden. Nichtruſſiſche Truppen ſtehen vor der
Hauptſtadt des ehemaligen Königreiches Polen. Der
Traum, den Generationen erfolglos träumten, ſcheint end=
lich
in Erfüllung gehen zu wollen.

Englands Furcht vor einem deutſchen Einfall
in England.

* London, 16. Okt. Der militäriſche Mitarbeiter der
Times beſpricht die Möglichkeit eines deutſchen
Einfalles in England. Er halte einen Verſuch
dazu keineswegs für unw ahrſcheinlich. Die Deut=
ſchen
ſelbſt aber dürften zugeben, daß die Ausſicht auf ein
Gelingen gering ſei. Operationen zu Lande ließen augen=
blicklich
nicht annehmen, daß ſie binnen abſehbarer Zeit
zu einer günſtigen Entſcheidung für Deutſchland führen
würden. Die deutſchen Führer müßten einen Verluſt
von 50000 Mann als Preis ſchätzen, um die Ausſchiffung
der übrigen Truppen in England zu ſichern. In einem
weiteren Artikel heißt es: Wir müſſen erwarten, daß wir
in unſerem Heimatlande angegriffen werden. Das kann
aber nur durch eine Truppenexpedition geſchehen. Die
Seeverteidigung eines Landes wie England bietet große
Schwierigkeiten, nicht nur, weil eine große Stärke wegen
der ausgedehnten Küſte notwendig iſt, ſondern auch, weil
die britiſchen Truppen auf dem Kontinent
ſind und wegen des Mangels eines nationalen
Heeres. Die Gefahr, die die Unterſeeboote bieten, hält
oft eine große Flotte von ihren Beſtimmungsorten fern.
Die Zeppeline und die Minen legen dem Admiral Jellicoe
eine große Verantwortung auf. So lange die Deutſchen
Fortſchritte machen, beſteht die Möglichkeit, daß ſie Trup=
pen
unter dem Schutze älterer Kriegsſchiffe an Land ſetzen
können, während die Hauptflotten an anderen Orten im
Kampfe ſind. Es gibt deutſche Häfen genug, wo eine Vier=
telmillion
Mann ſchnell eingeſchifft werden kann. Antwer=
pens
Schickſal zeigt, daß Deutſchland ſich in einem Gebiet
feſtzuſetzen ſucht, von wo es einen Schlag gegen
Englandrich ten kann. Aber das iſt nicht Strategie,
fondern Abenteurerhoffnung auf Glück. Je weniger
Chancen Deutſchland auf dem Feſtlande hat, um ſo eher
bereitet es einen Vorſtoß gegen England vor; aber um ſo
weniger Wahrſcheinlichkeit beſteht auch, daß es Glück hat.

Die Angriffe gegen Churchill.

* London, 16. Okt. Die Morning Poſt ſetzt ihre
Angriffe gegen Churchill fort. Das Blatt ſagt,
die Behörden Antwerpens betrachteten die Uebergabe als
unvermeidlich, aber Churchills Beſuch veranlaßte eine
Aenderung des Planes, da er verſprach, britiſche Trup=
pen
zur Verteidigung Antwerpens zu ſenden. Er ſandte
dann aber nur eine kleine Abteilung, darunter Freiwillige
von nur wenigen Wochen Ausbildung. Die Morning Poſt
betont, Churchill treffe die Verantwortung, denn er ſei
die Seele der Expedition nach Antwerpen geweſen. Das
Blatt lobt zwar Churchills mutige Haltung bei dem Be=
ginn
des Krieges, erklärt aber, nach dem, was geſchehen
ſei, müſſe man ſagen, daß ihn ſeine Eigenſchaften in der
jetzigen Stellung zu einer Quelle der Gefahr für
die Nation machen.

England und die Neutralen.

* Amſterdam, 16. Okt. Allgemeen Handelsblad
ſchreibt: Es iſt die Pflicht der Preſſe neutraler
Länder, ſich gegen die kriegführenden Länder unpar=
teiiſch
zu erweiſen und ſich alles deſſen zu enthalten,
was dieſe beleidigen könnte. Aber dieſe Verpflichtung
belaſtet die Preſſe der kriegführenden Länder mit
der gleichen Pflicht. Es muß ihr ſchlechterdings verboten
ſein, neutrale Länder herauszufordern oder zu beleidigen.
Das Handelsblad wendet ſich darauf gegen einen Artikel

in der Saturday Review, der vorſchlägt. England ſolle
Seeland während des Krieges pachten oder kaufen
und es an Belgien geben. Dies müſſe die künftige Grenze
Hollands ſein, wenn wieder die Rede vom Frieden ſei.
Handelsblad lenkt die Aufmerkſamkeit des britiſchen Ge=
ſandten
im Haag auf dieſe ſchändliche Beleidi=
gung
eines neutralen Landes, das ehrlich be=
müht
iſt, ſeine Pflicht gegen alle Nachbarn zu tun, und
das ſeine Neutralität zu eigenem großen Verluſt mit aller
Macht feſthält und den britiſchen Schiffbrüchigen und In=
ternierten
ſicher keinen Grund zu Klagen über Hollands
Neutralität gibt. Das Blatt fährt fort: Da unſere eigene
Regierung ſo ſtreng ſorgt, daß unſere Preſſe die Neutra=
lität
gegen England nicht verletzt, ſo möchten wir fragen,
ob nicht die britiſche Regierung die britiſche Preſſe eben=
falls
mahnen kann, Holland nicht zu beleidigen und zu be=
ſchimpfen
. Kann es eine größere Kränkung geben als den
Vorſchlag, Seeland, das mit Holland das Herz der
Niederlande bildet, von England kaufen zu laſſen
und hinzuzufügen, daß dieſe Grenze doch an Bel=
gien
fallen müſſe. Handelsblad wendet ſich dann
gegen die Stelle des Artikels des Saturday Review, daß
in Kriegszeiten das Recht dem Kriegsrecht weichen müſſe,
das das Recht des Stärkeren ſei, und ſagt: Wenn Wochen=
ſchriften
wie die Saturday Reviews ſo als roheſte
Militariſten ſchreiben, entſteht die Beſorgnis,
daß die Achtung vordem Völkerrecht in Eng=
land
bereits mehr als erſchüttert iſt. Die neu=
tralen
Staaten müſſen davon Kenntnis nehmen.
Handelsblad beſchäftigt ſich ferner mit einem Artikel
des Spektators, der bedauert, daß Holland neutral
geblieben ſei und nicht Partei für Deutſchland
ergriffen habe, da die Neutralität für England keine
Hilfe, ſondern nur eine Beläſtigung ſei. Handelsblad
ſchreibt dazu: Die Neutralität iſt ein ſchwerer Harniſch,
der wenig beſchirmt, aber unſäglich drückt. Jedenfalls
dürfte der Träger eines ſolchen Harniſchs, der das Schwert
nicht gebrauchen darf, nicht obendrein beleidigt werden.

Die Flüchtlinge in Enaland.

* Kopenhagen, 16. Okt. National Tidende mel=
det
aus London: Fortgeſetzt kommen noch belgiſche
Flüchtlinge an. In England ſind nur insgeſamt
etwa 160000 Perſonen. Tauſende von Heimen
öffnen ſich ihnen. 2500 verwundete belgiſche
Soldaten ſind geſtern angekommen. König Albert will
bei der Armee bleiben. Die Königin weigert ſich, ihn zu
verlaſſen. Während eines Beſuches des Generals
Joffre im Hauptquartier warf ein deutſches
Flugzeug eine Bombe herab, die in der Nähe Poincarés
und Joffres niederfiel. Das deutſche Flugzeug wurde
von einem franzöſiſchen verfolgt und heruntergeſchoſſen.

Engliſch=ruſſiſche Berichterſtattung.

* London 16. Okt. Die Times verbreitet aus
Petersburg die für die engliſch=ruſſiſche Berichterſtat=
tung
charakteriſtiſche Meldung, die Deutſchen, die bis 15
Kilometer vor Warſchau vorgedrungen ſeien, wären
35 Kilometer zurückgeworfen worden. Der Fall von
Przemysl ſtehe unmittelbar bevor Einige Außen=
forts
ſeien bereits im Beſitz der Ruſſen.

Das Attentat in Bukareſt.

* Wien, 16. Okt. Zu dem Attentat in Buka=
reſt
gegen die Brüder Burton ſchreibt die Neue Freie
Preſſe: Die verbrecheriſche Tat beweiſt, wie hoch die Er=
bitterung
gegen England entflammt iſt. Mord=
taten
bleiben immer verwerfliche Mittel der Politik, aber
England hat ſie dadurch geheiligt, daß es an die Seite
Rußlands trat und damit dem Verbrechen von Sera=
jewo
die Sühne verweigert. Das Attentat iſt ein flam=
mender
Proteſt der Unterdrückten und eine Warnung an
England ſowie ein böſes Vorzeichen für ſeine Zukunft.
* Berlin, 16. Okt. Aus dem bisherigen Ergebnis
der Unterſuchung in Sachen des Attentats in
Bukareſt iſt mitzuteilen, daß der Attentäter die Brü=
der
Buxton ſchon in Sofia verfolgte. Er iſt ihnen dann
nach Bukareſt nachgereiſt. Er erklärt, keine Mitſchul=
digen
zu haben. Die Unterſuchung ergab noch kein
ſicheres Anzeichen dafür, daß er Mitſchuldige hat. Der
Attentäter gibt an, daß er bedauere, daß das Attentat ge=
rade
in Rumänien erfolgte, das er ſehr liebe, die Ver=
antwortung
trage er allein. Man nimmt an, daß er das
Attentat deshalb in Rumänien verübt hat, weil man in
Rumänien die Todesſtrafe nicht kennt.

Lügennachrichten in der Türkei.

* Konſtantinopel, 16. Okt. Der ſtellvertretende
Generaliſſimus der Armee veröffentlicht folgende Bekannt=
machung
: Soeben iſt feſtgeſtellt worden, daß in der Be=
völkerung
lügenhafte Gerüchte, eine Anzahl tür=
kiſcher
Kreuzer ſei verſenkt und Truppen ſeien in Midias
gelandet worden, verbreitet ſind. Die Regierung tat,
obgleich ſie neutral iſt, alles zur Verteidigung und zum
Schutz des Landes Notwendige, Anordnungen wurden ge=
troffen
, damit die Bevölkerung ſich durch derartige bös=
willige
Gerüchte nicht täuſchen läßt, und die Verfolgung
derjenigen wurde verfügt, die ſolche Geſchichten erfinden
und weiter erzählen. Jeder Ottomane iſt im Intereſſe
ſeines Vaterlandes verpflichtet, der Regierung die Ver=
breiter
falſcher Nachrichten unverzüglich anzuzeigen.

Der Aufſtand in Mazedonien.

* Wien 16. Okt. Die Südflawiſche Korreſpondenz
meldet aus Sofia: Bulgariſche Blätter veröffentlichen
Berichte über einen entſcheidenden Sieg, den die auf=
ſtändiſchen
bulgariſchen Mazedonier bei
Köprülü gegen ſerbiſche Truppen und ſerbiſche Komi=
tatſchis
errungen haben. In dieſen Kämpfen ſei der ſer=
biſche
Bandenchef Iwan Babunsk, der Präſident der Na=
rodno
Obrana für Mazedonien gefallen.

Das Erwachen Perſiens.

* Konſtantinopel, 16. Okt. Wie die Blätter
melden, iſt der frühere perſiſche Juſtizminiſter,
Prinz Mirza Riza, hier eingetroffen. Er ſoll Urlaub
erhalten haben und wird Konſtantinopel bald verlaſſen,
um ſich nach, Monaco zu begeben. Ein türkiſches Blatt
bringt eine Unterredung mit dem Prinzen, in der dieſer
erklärt, daß Perſien unter dem gegenwärtigen Schah
der ein ſtarkes Reich ſchaffen wolle, große Fort=
ſchritte
mache. Das Budget ſei in Ordnung gebracht.
Die perſiſche Staatsſchuld belaufe ſich auf ſechs Millionen
Pfund, was für ein ſo großes Land eine unbedeutende
Summe ſei. Für Reformen in Perſien ſei vor allem Geld
notwendig. Man plane den Abſchluß einer Anleihe,
die auch dazu dienen ſolle, die alten Staatsſchulden zu
bezahlen. Die Regierung werde Steuern einführen
ähnlich denjenigen in europäiſchen Ländern, denn gegen=
wärtig
gebe es mit Ausnahme der Zölle keine Abgaben in
Perſien. Der Schah bemühe ſich ſtändig, die türkiſch= perſi=
ſchen
Beziebungen enger zu geſtalten. Ein Beweis dafür

ſei die Verleihung des höchſten Ordens an den türkiſchen
Botſchafter Aſſim, der ebenfalls eifrig darauf hinarbeite,
brüderliche Bande zwiſchen beiden muſelmaniſchen Regie=
rungen
zu knüpfen. Dank den Bemühungen Aſſims be=
ſtänden
gegenwärtig herzliche Beziehungen, und es ſei klar
daß die beiden benachbarten Länder durch Religion und=
gemeinſame
Intereſſen verbunden, in Zukunft brüderlich
nebeneinander leben würden. Perſien benötige heute vor
allem eine Armee. Gegenwärtig arbeite eine beſondere
Kommiſſion zu dieſem Zwecke. Perſien werde bald eine
reguläre Armee in Stärke von 30000 Mann haben. Das
Land werde durch den gegenwärtigen Krieg ſehr gewin=
nen
. Ikdam hebt die Bedeutung der Erklärungen des
Prinzen Mirza Riza hervor, die von den Ottomanen als
gutes Vorzeichen für die Beziehungen zwiſchen den beiden
Ländern aufgenommen würden. Das Blatt iſt überzeugt,
daß zwiſchen der Türkei und Perßen eine unerſchütterliche
Brüderlichkeit aufgerichtet wird.

* Berlin, 16. Okt. In der geſtrigen Sitzung des
Magiſtrats und der Stadtverordneten von Greifs=
wald
wurde einſtimmig beſchloſſen, dem Eroberer von
Antwerpen, General v. Beſeler, einem geborenen
Greifswalder, das Ehrenbürgerrecht zu verleihen.
* Berlin 16. Okt. Die philoſophiſche Fakultät
der Univerſität Halle hat den General von Stein, den
früheren Generalquartiermeiſter, zum Ehrendoktor
ernannt.
* Wien, 16. Okt. Um den ſich noch immer mehren=
den
Anſprüchen an die Wehrmacht entſprechen zu können,
und um einen möglichſt großen Beſtand von ausgebildeten
Wehrfähigen zu ſchaffen, wird nunmehr die Muſterung
der Landſturmpflichtigen erſten Aufgebots in
Ausſicht genommen, welche ergeben ſoll, ob die Betreffen=
den
derzeit wehrfähig ſind, d. i. zum Landſturmdienſte
mit Waffe geeignet erſcheinen. Die Muſterung wird ſich
alſo mit wenigen Ausnahmen grundſätzlich auf die in den
Jahren 1878 bis 1890 geborenen Landſturmpflichtigen er=
ſtrecken
, die bis einſchließlich 1913 bei ihrer Stellung und
Ueberprüfung als waffenfähig befunden oder im Wege der
Nachprüfung aus dem gemeinſamen Heere, der Landwehr
oder der Gendarmerie ausgeſchieden wurden.
* Wien 16. Okt. Wie aus dem Kriegspreſſequartier
amtlich gemeldet wird, ſind die im Kriegspreſſequartier=
vereinigten
Kriegsberichterſtatter am 13. Oktober
abends in der Feſtung Przemysl eingetroffen.
* Brüſſel, 16. Okt. Der Bürgermeiſter der ſeit faſt
zehn Wochen von den deutſchen Truppen beſetzten Stadt
Wemmel hat an den Generalgouverneur v. d. Goltz=
ein
Schreiben gerichtet, in dem er das Verhalten der
deutſchen Soldaten als durchaus tadellos
bezeichnet und in wärmſten Worten die Gerechtig=
keitsliebe
und die entgegenkommende, menſchenfreundliche
Haltung des Platzkommandanten, Oberſtleutnant v. B.,
hervorhebt. Die Bevölkerung Wemmels, die durch dieſes
Vorgehen von tiefſter Dankbarkeit erfüllt ſei, ſehe deshalb
der Zukunft vertrauensvoll entgegen.
* Kopenhagen, 16. Okt. Politiken meldet aus
London: Prof. Paros von der Univerſität Liverpool,
der von der ruſſiſchen Regierung eingeladen war, dem
ruſſiſchen Heere zu folgen, ſchildert das Hauptquar=
tier
, wo die Vertreter der ruſſiſchen, franzöſiſchen und
amerikaniſchen Preſſe verſammelt ſind. Der Generalſtabs=
chef
iſt einer der jüngſten ruſſiſchen Generale. Der Beſuch
des Kaiſers auf dem Kriegsſchauplatz war eine große Be=
gebenheit
; er ritt ohne Wache durch das Hauptquartier,
beſuchte die Verwundeten und teilte Orden aus.
* Konſtantinopel, 16. Okt. Der Tasvir=i= Ef=
kiar
beſtätigt, daß der frühere Kommandant der türkiſchen
Flotte, Admiral Limpus, in der ruſſiſchen Schwar=
zen
Meerflotte Dienſte genommen hat. Die Nach=
richt
macht in türkiſchen Kreiſen einen üblen Eindruck
und trägt lebhaft dazu bei, die Verſtimmung gegen
England zu verſchärfen.

Literariſches.

Vor uns liegt ein ſoeben erſchienenes Buch mit
dem Titel: Die belgiſchen Greueltaten gegen die
Deutſchen, der Franktireurkrieg und die Verwendung
von Dum=Dum= Geſchoſſen im Kriege 1914 (Verlag Otto
Guſtav Zehrfeld, Leipzig=R., Preis 60 Pfg.), das ein
reichhaltiges Material über die belgiſchen Scheußlichkeiten
enthält. Es liegt im vaterländiſchen Intereſſe, durch
weiteſte Verbreitung dieſer Schrift nicht nur im Inlande
ſondern auch im Auslande dafür zu ſorgen, daß allen
die Augen darüber geöffnet werden, mit welchen Mitteln
unſere Gegner kämpfen.

Schneehaube oder Kopfwärmer.

Erford.: Etwa 75 Gramm Wolle.
Die mit weicher, ſtarker Strickwolle (etwa in der
Stärke von Zephirwolle) und kräftigen Beinnadeln ganz
einfach hin= und hergehend gearbeitete Haube, die als
Kopfwärmer vorzügliche Dienſte leiſtet wird in 2 Teilen
hergeſtellt. Sehr empfehlenswert iſt die ſogenannte Bären=
wolle
in feldgrauer Farbe. Für den hinteren Teil ſtrickt
man auf 62 Anſchlagm. etwa 40 Touren im Rippenmuſter
bis 1. M. abgeh., die letzte M. links geſtrickt, im übrigen
abw. 2 R., 2 L., hierauf 2 Touren rechts, 1 Tour links,
1 Tour rechts, 1 Tour links, 2 Touren rechts, dann für
das einfache Muſter, 1. Tour: Die 1. und letzte M. wie
zuvor, abw. 2 R., 2 L. 2. Tour: (rechte Seite der Ar=
beit
): Rechts. 3. Tour: Abw. 2 L., 2 R. 4. Tour:
Rechts. Man wiederholt nun dieſe 4 Touren noch 14 mal
und ſtrickt dann für den oberen Kopfteil hingehend rechts,
zurückgehend links weiter. Hierbei ſind in der 4. Tour
ſtets abw. 6 R. und für 1 Abn. 2 R. zuſ., zuletzt 4 R. zu
ſtricken. Nach je 3 Zwiſchentouren ohne Abn. werden
dieſe Abn. wiederholt, wobei ſich die M. vor dem 1. und
zwiſchen den folgenden Abn. vermindern. Zuletzt hat man
nur Abn. zu ſtricken und die letzten M. mit dem Arbeits=
faden
zu durchziehen. Den vorderen Teil ſtrickt man in
derſelben Weiſe auf 58 Anſchlm. Nach den erſten 4 Mſttſ=
werden
die M. auf 3 Nadeln verteilt (ſeitlich je 19, in der
M. 20 M.), in der nächſten hingehenden Tour kettet man
für die Oeffnung dieſe Mittelm. ab und ſetzt die Arbeit
auf den ſeitlichen M. 7 Mſtrſ. hoch fort. In der nächſten
Tour ſind nach den erſten 19 M. 20 M. neu aufzuſtricken;
auf ſämtlichen M. arbeitet man nun, dem anderen Teil
entſprechend, weiter, näht ſchließlich beide Teile zuſammen
und umhäkelt die Oeffnung mit ſeſten Maſchen, wobei der
untere Rand etwas einzuhalten iſt.
Erklärung der Abkürzungen:
Strickarbeit: M. Maſche, abw. abwechſelnd, R.
Maſche rechts, L. Maſche links, abgeh. abgehoben,
Abn. Abnehmen, Mſtrſ. Muſterſatz, zuſ. zuſam=
men
, Arb. gew. Arbeit gewendet. Bismarckſtr. 55I.
kann ein Muſter angeſehen werden.

[ ][  ][ ]

Nummer 286.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Seite 7.

Verluſtliſte (aus Nr. 51).

Leib=Grenadier=Regiment Nr. 8, Frankfurt a. O.
WWasmuel am 24., Bry am 27. und 28. Aug. und am 8.
und 9. Sept. und Oſtel vom 18. bis 27. Sept.
II. Bataillon.
7. Kompagnie: Lt. v. Weſtrell, Darmſtadt, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 17.
I. und II. Bataillon, Potsdam.
Therney en Dormois vom 16. bis 22., Maſſeng u. Paliſeul
mm 22., Maiſſin am 23., Floing am 24., Glaire am 25.,
SSedan, Noyers am 27., Angecourt am 28. und Tamrey
(am 31. Aug., Briſſon am 6. und Favreſſe vom 7. bis 10. Sept.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Wehrm. Ludwig Lang, Offen=
Abach, vw.
2. Kompagnie: Wehrm. Rudolf Hilgert, Offen=
Abach, vw.; Wehrm. Julius Alt, Offenbach, vw.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Wehrm. Phil. Konradt, Wein=
heim
, vw.; Gefr. Johann Schmidt, Bretzenheim, vw.;
U.=O. Herm, Greisler, Bingen, vw.
7. Kompagnie: Wehrm. Wilh. Siegel, Binger=
brück
, vw.; Wehrm. Bernhard Florath, Bingerbrück, vm.
Infanterie=Regiment Nr. 29, Trier.
Somme=Py und Montyon am 3., Blaci am 6. und 8.,
Vitry le Frangois vom 6. bis 10., Perthes am 15. und
Souain vom 13. bis 17. Sept.
I. Bataillon.
3. Kompagnie: Musk. Heinr. Schreiber, Mainz,
vw.; Musk. Heinrich Schreiber, Mainz, vm.
III. Bataillon.
11. Kompagnie: Musk. Jakob Weißenſtein,
Wintersheim, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 53, Cöln.
Namur am 22. und 23. Aug. und Joches bei Châlons
am 8. Sept.
III. Bataillon.
10. Kompagnie: Tambour Heinr. Heimbecher,
Grebenau, vw.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 70.
I. Bataillon, Bitſch.
Schnierlach am 2., Luvigny am 15., Veraincpurt am 17.
und Allarmont am 19. Sept.
1. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Arnold Bullerdiek,
Worms, angebl. ſchwer verw. in Gefangenſchaft geraten.
Infanterie=Regiment Nr. 87, Mainz.
Scy am 30. Aug., St. Jean am 3., Pargny vom 6. bis
8., Maurupt am 9. und Le Monteau am 10. Sept.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Einj.=Freiw. Gefr. Karl Gärtner,
Lorſch, lv.; Musk. Karl Kleſy, Mainz, lv.
2. Kompagnie: Musk. Jakob Schmidi I., Kelſter=
bach
, lv.; Einj.=Freiw. Gefr. Max Frejer, Mainz, lv.;
3. Kompagnie: Musk. Joh. Böhn, Hainſtadt, t.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 87.
Sermaize les Bains am 7., Mogneville am 8. und 9.,
Contriſſon am 9. u. 10., Andernay am 10., Cernay am 15.
u. 17. und Ville=ſur=Tourbe am 15., 18. u. 19. Sept.
I. Bataillon, Mainz.
1. Kompagnie: Off.=St. Zickel, ſchv.; Wehrm.
Konrad Kraus, Haingründau, lv.; U.=O. Heinr. Brei=
dert
, Langen, t.; Wehrm. Johannes Weber, Neu=
Iſenburg, ſchv.
3. Kompagnie: Wehrm. Joſeph Wetterhahn,
Hetzbach, lv.; U.=O. Guſtav Kraft, Wolfskehlen, vm.
4. Kompagnie: U.=O. Hermann Wilhelm Baas,
Worms, lv.; Musk. Wilhelm Hetterich, Nonnenroth, lv.
II. Bataillon, Limburg a. L.
6. Kompagnie: Wehrm. Ludwig Coy, Darm=
ſtadt
, vm.
8. Kompagnie: Wehrm. Auguſt Baldus, =
dingen
, lv.; Wehrm. Wilhelm Strunk, Erbach, vm.
III. Bataillon, Mainz.
11. Kompagnie: Reſ. Phil. Schmitt, Rödgen, vm.
12. Kompagnie: U.=O. Karl Henkel, Kirtorf, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 116, Gießen.
Brabant am 13. 9. 14.
4. Kompagnie: Musk. Edelmann, lv., bei der
8. Komp. des Reſ.=Inf.=Rgt. Nr. 116.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 116,
Darmſtadt und Gießen.
Tremblois am 24., Mouzon und Beaumont am 28. 8.,
Brabant am 7. und Binarville am 15. und 16. 9. 14.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Oberlt. d. Reſ. Friedrich Wei=
mer
, Gießen, vw.; Lt. d. Reſ. Konrad Huhn, Gießen,
vw.; Reſ. Georg Burger, Waſchenbach, vw.; Reſ. Aug.
Nicklas, Ebersberg, vw.; Vizef. Joſef. Moufang,
Offenbach, t.: U.=O. Rudolf Herzog, Heßloch, vw.;
U.=O. Friedrich Wahl., Münzenberg, vw.; Gefr. Friedrich
Sonnthal, Bockenheim, vw.; Gefr. Balthaſar Grimm,
Babenhauſen, vw.; Reſ. Peter Anthes, Arheilgen, vw.;
Reſ. Ludwig Anthes, Arheilgen, vw.; Wehrm. Wilh.
Bitter, Darmſtadt, vw.; Reſ. Chriſtoph Bärenz, Lan=
gen
, t.; Wehrm. Otto Creter, Darmſtadt, vw.: Reſ.
Philipp Dehmer, Eberſtadt, vw.: Wehrm. Heinrich
Dangemann, Gau=Odernheim, vw.; Wehrm. Johann
Hartmann, Hammelbach, vw.: Wehrm. Friedrich
Hintermeyer, Eberſtadt, vw.; Wehrm. Otto Heim,
Homberg, vw.; Reſ. Johann Heng, Mainflingen, vw.;
Reſ. Chriſtian Jockel, Wixhauſen, vw.: Reſ. Georg
Jäger, Pfungſtadt, vw.; Wehrm. Georg Kredel,
Schlierbach, vw.; Wehrm. Richard Kraft, Offenbach a.
M., vw.; Reſ. Karl Kreike meyer, Darmſtadt, vw.;
Wehrm. Auguſt Kaiſer, Mühlheim, vw.; Reſ. Franz
Knecht, Mainflingen, vw.; Reſ. Friedrich Kern, Eber=
ſtadt
, vw.; Reſ. Ludwig Kaiſer, Eberſtadt, vw.; Reſ.
Peter Kail, Groß=Bieberau, vw.; Reſ. Daniel Müller,
Eberſtadt, vw.; Gefr. Karl Meidinger, Eberſtadt, vw.;
Wehrm. Pet. Schnall, Bieber, vw.; Reſ. K. Schwarz,
Darmſtadt, vw.; Reſ. Friedrich Schönbein, Pfung=
ſtadt
, vw.; Reſ. Joſ. Wolter, Griesheim, vw.; Wehrm.
Hugo Winkler, Offenbach a. M., vw.; Gefr. Wilhelm
Ackermann. Ober=Ramſtadt, vm.; Gefr. Georg Knöpp,
Offenbach a. M., vm.; Wehrm. Richard Beſt, Darmſtadt,
vm.; Wehrm. Chriſtian Crößmann, Pfungſtadt, vm.;
Wehrm. Heinrich Feix, Offenbach a. M., vm.; Wehrm.
Karl Fritz, Offenbach a. M., vm; Wehrm. Ludw. Fuchs,
Pfungſtadt, vm.; Reſ. Georg Guthier, Darmſtadt, vm.;
Wehrm. Peter Jäger, Offenbach a. M., vm.; Wehrm.
Jakob Klein, Dorndiel, vm.; Reſ. Konrad Kauf=
mann
, Pfaffenbeerfurth, vm.; Wehrm. Georg Leiß,
Traiſa, vm.; Wehrm. Wilhelm Müller, Offenbach a.
M., vm.; Reſ. Heinrich Schröbel, Ober=Ramſtadt, vm.;
Wehrm. Friedrich Weber, Offenbach a. M., vm.; Reſ.
Ludwig Werkmann, Darmſtadt, vm.
2. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Friedrich Biſchoff,
Bensheim, vw.: U.=O. Jakob Albert, Roßdorf, lv.;
U.=O. Karl Stier, Darmſtadt, lv.; U.=O. Wolf Süßen=
berger
, Jugenheim, Kr. Bingen, lv.; Reſ. Hch.Gleißner,
Kirtorf, lv.; Reſ. Georg Roth, Eſchollbrücken, lv.; Reſ.

Otto Se lzer, Offenbach, lv.; Gefr. Eduard Acker, Lorch,
lv.; Reſ. Konrad Eichhorn, Egelsbach, lv.; Reſ. Fried=
rich
Göttmann, Darmſtadt, lv.; Gefr. Johannes Kalb=
fleiſch
, Elbenrod, lv.; Gefr. Hermann Neuſchulz,
Helmſtedt, lv.; Gefr. Alfred Heider, Born, lv.; Gefr.
Heinrich Geibel, Darmſtadt, lv.; Reſ. Philipp Hof=
mann
, Steinbuch, lv.; Reſ. Heinrich Kunz, Schneppen=
hauſen
, lv.; Gefr. Bernhard Meykemper, Alzey, lv.;
Reſ. Philipp Plöſſer, Fränkiſch=Crumbach, lv.; Gefr.
Wilhelm Simon, Darmſtadt, lv.; Reſ. Karl Klüter,
Offenbach, lv.; Gefr. Wilhelm Schneider, Neu= Iſen=
burg
, lv.; Gefr. Friedrich Köhler, Gau=Odernheim, lv.;
Reſ. Albert Pappenheimer, Dornheim, t.: Gefr.
Louis Wittich, Neu=Iſenburg, lv.; Reſ. Heinrich Burk=
hardt
, Nieder=Ramſtadt, lv.; Reſ. Ludwig Zeiß, Roß=
dorf
, lv.; Gefr. Georg Klappich, Schneppenhauſen, lv.;
Reſ. Karl Ziegler, Mainz, lv.; Reſ. Georg Schmidt,
Eifa, lv.; Reſ. Johann Geyſer, Darmſtadt, lv.; Reſ. Joſef
Büttner, Neu=Iſenburg, lv.; Reſ. Chriſtian Grimm,
Zellhauſen, lv.; Reſ. Philipp Heß, Weiterſtadt, vm.; Gefr.
Franz Adlon, Offenbach, vm.; Gefr. Philipp Hof=
mann
, Darmſtadt, vm.; Gefr. Peter Sattler, Rem=
brücken
, vm.; Reſ. Sebaſtian Gerfelder, Froſchhauſen,
vm.; Reſ. Georg Herbert, Bieber, vm.; Reſ. Heinrich
Koch, Darmſtadt, vm.; Reſ. Otto Klinkel, Offenbach,
vm.; Reſ. Johann Lahd, Erbesbüdesheim, vm.: Reſ.
Philipp Vetter, Ellenbach, vm.; Reſ. Heinrich Müller,
Neu=Iſenburg, vm.; Reſ. Heinrich Ruß Darm=
ſtadt
, vm.: Reſ. Hermann Rappold, Wimpfen,
vm.; Reſ. Ludwig Seidel, Offenbach, vm.; Gefr. Otto
Bürkel, Offenbach, vm.; Gefr. Andreas Ott, Oberts=
hauſen
, vm.; Reſ. Heinrich Traum, Darmſtadt, vm.;
Gefr. Johannes Dippel, Hergersdorf, vm.; Gefr. Auguſt
Schreiber, Partenheim, vm.; Reſ. Karl Seemann,
Darmſtadt, vm.; Reſ. Johann Werkmann, Arheilgen,
vm.; Reſ. Emil Münk, Eberſtadt, vm.
3. Kompagnie: Vizef. d. Reſ. Louis Müller
Friedberg t.; Vizef. Hermann Zeh, Ober=Ramſtadt, lv.;
U.=O. d. Reſ. Adam Moch, Darmſtadt, lv.; Reſ. Karl
Paul, Offenbach a. M., lv.; Gefr. Joſef Blech, Darm=
ſtadt
, lv.; Gefr. Herm. Hertenſtein, Frieſenheim, lv.;
Reſ. Jakob Hofmann, Ober=Ramſtadt, lv.; Reſ. Ludwig
Schwarz. Darmſtadt, lv.; Reſ. Val. Repp, Darmſtadt,
lv.; Reſ. Philipp Diefenbach, Griesheim, lv.; Reſ.
Heinrich Schecker, Griesheim, lv.; Reſ. Heinrich Bock,
Offenbach a. M., lv.; Reſ. Wilh. Odie, Offenbach a. M.,
lv.; Reſ. Joh. Georg Feick, Sickenhofen, lv.; Reſ. Phil.
Schaf, Griesheim, lv.; Reſ. Joh. Wolrab, Offenbach,
lv.; Reſ. Heinrich Lied, Darmſtadt, lv.; Reſ. Karl Rinn,
Hendelheim, lv.; Gefr. d. Reſ. Jakob Lied, Darmſtadt,
lv.; Reſ. Karl Jung, Lollar, lv.; Reſ. Heinrich Reitz,
Nieder=Ramſtadt, lv.; Reſ. Chriſtian Egly, Darmſtadt,
lv.; Reſ. Joh. Adam Hermann, Offenbach a. M., lv.;
Reſ. Konrad Mucrochs, Sprendlingen, lv.; Reſ. Phil.
Eckhard, Darmſtadt, lv.; Reſ. Ernſt Hühnergarth,
Beſſungen, lv.; Reſ. Karl Schäfer, Sprendlingen, lv.;
Reſ. Johann Blümler, Babenhauſen, t.; Reſ. Heinrich
Geriſch, Gadernheim, lv.; Reſ. Ernſt Berghauer,
Pfungſtadt, lv.; Reſ. Jakob Luisler, Pfungſtadt, lv.;
Reſ. Chriſtoph Becker, Pfungſtadt, lv.; Reſ. Joh. Guß=
mann
, Eberſtadt, lv.; Reſ. Karl Kirſchner, Eberſtadt,
lv.; Reſ. Karl Bock, Habitzheim, lv.: Reſ. Wilh. Ger=
hardt
, Sprendlingen, lv.: Reſ. Wilh. Schlapp, Sprend=
lingen
, lv.; Reſ. Georg Böhm, Wackernheim, t.; Reſ.
Ludwig Wirth, Darmſtadt, lv.; Reſ. Jakob Abel, Darm=
ſtadt
, lv.; Reſ. Karl Witzel, Offenbach, lv.; Reſ. Fritz
Roth, Gernsheim, lv.; Reſ. Peter Wolferſtädter,
Sprendlingen, lv.; Reſ. Karl Plöſſer, N.=Beerbach, t.;
Reſ. Herm. Heil, Sprendlingen, t.; Horniſt Reſ. Adam
Schnitzſpahn, Gräfenhauſen, lv.; Gefr. d. Reſ. Karl
Seibert, Darmſtadt, lv.; Reſ. Georg Handſchuh,
Roßdorf, vm.: Reſ. Karl Andretzky, Offenbach, lv.;
Reſ. Willy Joſeph, Eberſtadt, t.; Reſ. Heinrich Drein=
cher
, Roßdorf, lv.; Reſ. Ludwig Emich, Roßdorf, lv.;
Reſ. Phil. Hamm, Worfelden, lv.; U.=O. d. Reſ. Friedrich
Günther, Worms, vm.; Reſ. Joh. Glohoeker,
Obertshauſen, vm.; Reſ. Heinrich Matthes, Sprend=
lingen
, vm.; Reſ. Faß, vm.; Reſ. Friedrich Berſch,
Darmſtadt, vm.; Reſ. Karl Beck, Sprendlingen. vm.; Reſ.
Adam Hartmann, Mosbach, vm.; Reſ. Heinrich Vo=
gel
, Traiſa, vm.; Reſ. Otto Wundenberg, Darmſtadt,
vm.; Reſ. Georg Nickel, Pfungſtadt, vm.; Gefr. d. Reſ.
Peter Götz, Pfaffenberfurth, vm.; Reſ. Joſ. Schmidt I.,
Diedesheim, vm.; Gefr. d. Reſ. Peter Walther, Michel=
ſtadt
, vm.; Reſ. Adam Walter, Heringen, vm.; Reſ.
Ludwig Brand, Offenbach, vm.; Reſ. Karl Grüne=
berg
, Offenhach, vm.; Gefr. d. Reſ. Georg Vogler,
Sprendlingen, vm.; Reſ. Phil. Schwimm, Nieder=
Beerbach, vm.; Reſ. Ludwig Schlegel, Offenbach, vm.;
Reſ. Gregor Joh. Heng, Mainflingen, vm.; Reſ. Georg
Roß, Nieder=Beerbach, vm.; Reſ. Hummel, vm.
4. Kompagnie: Oberlt. Paul v. Lyncker, Darm=
ſtadt
, ſchv.; Reſ. Heinrich Hock, Dieburg, t.; U.=O. d.
Landw. Wilhelm Freund, Worms, vw.; San.=U.=O.
Ludwig Gauzert, Bickenbach, vw.; U.=O. d. Landw.
Ludwig Mampel, Arheilgen, vw.; Gefr. d. Reſ. Peter
Gründling, Seligenſtadt, vw.; Gefr. d. Landw. Wil=
helm
Gunder, Darmſtadt, vw.; Wehrm. Ludwig Rein=
heimer
, Dieburg, vw.; Wehrm. Johann Schäfer II.
König, vw.; Wehrm. Friedr. Schäfer II., Darmſtadt, vw.
Reſ. Johann Knies, Mainflingen, vw.; Wehrm. Guſtav
Jacob, Eberſtadt, vw.; Wehrm. Karl Wenz el, Leuſel,
vw.; Gefr. d. Reſ. Karl Rapp Groß=Steinheim, vw.;
Gefr. d. Reſ. Karl Buſch, Groß=Steinheim, vw.; Wehrm.
Georg Poth, Zeilhardt, t.; Wehrm. Jakob Schmidt 1.,
Arheilgen, t.; Wehrm. Karl Muche, Hering, vw.; Reſ
Sebaſtian Windholz, Lochhauſen, t.; Wehrm. Philipp
Heck 2., Erzhauſen, vw.; Wehrm. Heinrich Tempel,
Wilmshauſen, vw.; Wehrm. Gg. Vierheller, Darm=
ſtadt
, vw.; Wehrm. Georg Hübner, Darmſtadt, t.;
Wehrm. Ludw. Kirchner, Roßdorf, vw.; Horniſt Ad.
Hahn, Weiterſtadt, vw.; Wehrm. Adam Armbrüſter,
Düdesheim, vw.; Wehrm. Heinrich Krichbaum, Lau=
denau
, vw.; U.=O. d. Landw. Karl Bert, Rohrbach, vw.;
Wehrm. Georg Meiſter, Darmſtadt, lv.; Wehrm. Georg
Fiſcher 3., Darmſtadt, vw.; Wehrm. Adam May, Höchſt
i. Odw., vw.; Reſ. Heinrich Hirſch, Weiterſtadt, vw.;
U.=O. d. Landw. Peter Roth, Groß=Steinheim, vw.;
Wehrm. Valentin Schmidt 3., Hammelbach, t.; Reſ. Hch.
Bohländer, Klein=Steinheim, vm.; Reſ. Gg. Frank,
Nieder=Beerbach, vm.; Gefr. d. Landw. Georg Schell=
haas
, Darmſtadt, vm.; Reſ. Mathäus Rühl 2., Seligen=
ſtadt
, vm.; Reſ. Heinrich Rückert 2., Klein=Krotzenburg
vm.; Wehrm. Heinrich Götz, Arheilgen, vm.; Wehrm.
Peter Volz 1., Arheilgen, vm.; Wehrm. Friedrich Repp,
Arheilgen, vm.; Reſ. Otto Maudler, Heuchelheim, vm.;
Wehrm. Philipp Roſignol, Roßdorf, vm.; Wehrm.
Karl Becker 1., Roßdorf, vm.; Wehrm. Wilhelm Kunz,
Offenbach, vm.; Reſ. Philipp Weuchel, Meſſel, vm.; Reſ.
Adam Stern, Ober=Ramſtadt, vm.; U.=O. d. Landw.
Karl Rühl 1., Darmſtadt, vm.; Reſ. Frd. Stelzer 1.,
Darmſtadt, vm.; Wehrm. Emil Neeb, Darmſtadt, vm.;
Wehrm. Ferdinand Müller 2., Offenbach, vm.

II. Bataillon.
5. Kompagnie: Musk. Konrad Becker, Ober=
Ofleiden, t.; Gardiſt Wilhelm Dietz, Ruppertsburg, t.;
Vizef. Eugen Fiſchbach, Gießen, t.: Musk. Wilhelm
Fölſing, Crainfeld, t.; Gefr. Karl Häuſer, Nieder=
Weiſel, t.; Reſ. Georg Muſch, Aſſenheim, t.; Gefr. Wil=
helm
Schneider, Annerod, t.; Gardiſt Georg Euler,
Gießen, lv.; U.=O. Adam Wicke, Wolfsgruben, t.; U.=O.
Karl Friedrich, Zell, lv.; Musk. Karl Gringel, Wah=
len
, lv.; Musk. Emil Hock, Gießen, lv.; Musk. Wilhelm‟
Lamp, Inheiden, t.; U.=O. Heinrich Becker, Arnshain,
ſchv.; Gefr. Lorenz Fleiſchhauſer, Nieder=Ofleiden,
lv.; U.=O. Karl Fritz, Schotten, lv.; Gardefüſ. Hermann
Neeb, Hopfmannsfeld, lv.; Gefr. Ludwig Seim, Otter=
bach
, lv., jedoch dienſtfähig; U.=O. Friedrich Rodrian,
Bechtheim, lv.; Wehrm. Ludwig Kaufmann, Büdingen,
ſchv.; Musk. Friedrich Aab, Nieder=Gemünden, vm.; Gefr.
Karl Alles, Lich, vm.; Horniſt Ludwig Balſer, Burk=
hardshauſen
, vm.; Musk. Johann Berting, Salz, vm.;
Musk. Heinrich Boß, Hopfmannsfeld, vm.; Musk. Heinr.
Diehl, Hopfmannsfeld, vm.; Musk. Heinr. Döll, Wal=
lenrod
, vm.; Musk. Georg Druleib, Salz, vm.; Gardiſt
Georg Enders, Appenrod, vm.; Musk. Georg Fehl,
Freienſteinau, vm.; U.=O. Heinrich Hofmann, Schot=
ten
, vm.; Gardiſt Friedrich Krämer, Ruttershauſen, vm.;
Gardiſt Heinrich Kromm, Schotten, vm.; Gardiſt Konrad
Möller, Udenhauſen, vm.; Musk. Georg Ochs, Wil=
lofs
, vm.; Musk. Karl Ruppel, Hopfmannsfeld, vm.;
Musk. Johannes Schäddel, Freienſteinau, vm.; Gefr.
Valentin Schenk, Nieder=Stoll, vm.; Musk. Heinrich
Schlörb, Schotten, vm.; Wehrm. Georg Kißler (fr.
9. Komp.), Nieder=Weiſel, vm.; Reſ. Wilhelm Altvater,
Stammheim, vm.; Reſ. Friedrich Vogt, Petterweil, vm.
6. Kompagnie: Wehrm. Karl Brock, Ettinghau=
ſen
, vw.; Wehrm. David Rönſel, Lauterbach, vw.; Reſ.
Georg Damm, Stangenrod, vw.; Wehrm. Karl Dah=
mer
, Kaulſtoß, vw.; Reſ. Heinrich Die tz, Metzlos=Gehag,
lv.; Wehrm. Johann Eifert, Weidmoos, lv.; Wehrm.
Konrad Eifländer, Eulendorf, lv.; Reſ. Auguſt Ei=
fert
, Metzlos=Gehag, lv.; Reſ. Heinrich Falk, Elbenrod,
lv.; Gefr. Karl Fehl, Gunzenau, lv.; Gefr. Hch. Fauſt,
Brauerſchwend, lv.; Gefr. Johannes Haber, Udenhauſen,
lv.; Wehrm. Wilhelm Hofmann, Keſſelbach, lv.; U.=O.
Ludwig Jung, Salz, lv.; Wehrm. Andreas Karl, Ober=
moos
, lv.; Gefr. Adolf Knapp, Darmſtadt, ſchv.; Wehrm.
Karl Kraft, Altenſchlirf, lv.; Wehrm. Johann Lampe,
Gau=Bickelheim, lv.; Wehrm. Karl Koch, Alsfeld, t.; Reſ.
Engelbert Leinberger, Herbſtein, lv.; Wehrm. Adam
Lotz, Betzenrod, lv.; Reſ. Fritz Lich, Londorf, lv.; Wehrm.
Heinrich Lich, Londorf, t.: Gefr. Albrecht Mehring,
Schotten, lv.; Reſ. Karl Möll, Röthges, lv.; Wehrm.
Karl Möller, Altenſchlirf, lv.; Wehrm. Friedrich Reh=
berger
, Gunzenau, lv.; U.=O. Wilhelm Rauft, Geils=
hauſen
, lv.; Vizef. Ludw. Saxer, Hochheim, lv.; Wehrm.
Johannes Schell, Bannerod, lv.: Wehrm. Ludwig
Schwahn, Alsfeld, t.; Wehrm. Hermann Tröller,
Groß=Eichen, lv: Wehrm. Benedikt Traud, Herbſtein,
lv.; Reſ. Otto Senkler, Rebgeshain, lv.; Gefr. Georg
Schieferſtein, Ober=Beſſingen, lv.; Wehrm. Heinrich
Scharf, Lollar, ſchv.; Reſ. Heinrich Schaaf, Feldkrücken,
ſchv.; Vizef. Heinrich Schmidt, Bobenhauſen, ſchv.; Reſ.
Heinrich Wolf, Allendorf, ſchv.; Reſ. Karl Wagner,
Oberſchmitten, ſchv.: Wehrmann Friedrich Wilhelm,
Alsfeld, ſchv.; Reſ. Wilhelm Wirth, Oberſchmitten, ſchv.;
Wehrm. Wilhelm Wagenbach, Heuchelheim, t.; Wehrm.
Karl Wagner, Saaſen, t.; Reſ. Heinrich Zecher, Stau=
fenberg
, lv.; Gefr. Heinrich Görnert, Queckborn, lv.;
Feldw. Heinrich Zögner, Rainrod, lv.; Wehrm. Friedr.
Völſing, Ahringshauſen, ſchv.; Gefr. Karl Herget,
Nieder=Ohmen, lv.; Wehrm. Heinrich Bach, Bollenbach, t.;
Gefr. Ad. Brummer, Fränkiſch=Crumbach, lv.; Wehrm.
Friedrich Michel, Hoch=Weiſel, lv.: Reſ. Friedrich
Eckart, Dauernheim, lv.; Reſ. Karl Heinrich Zinn,
Düdelsheim, lv.; Wehrm. Friedrich Steinmüller,
Allendorf a. d. Lahn, lv.; Wehrm. Heinrich Binz, Allen=
dorf
, vm.: Gefr. Franz Becker 1., Wolfsheim, vm.;
Wehrm. Karl Bernhard, Herchenhain, vm.; Wehrm.
Friedrich Becker, Laubach, vm.; Reſ. Ludw. Fab el,
Londorf, vm.; Wehrm. Johannes Helwig, Otterbach,
vm.; Reſ. Konrad Horſt, Sellnrod, vm.; Wehrm. Heinr.
Müller, Wetterfeld, vm.: Wehrm. Heinrich Muhl,
Queck, vm.: U.=O. Karl Peter, Odenhauſen, vm.; Gefr.
Friedrich Rockel, Schlechtenwegen, vm.; Wehrm. Hch.
Röhrig, Homberg a. d. Ohm, vm.: Wehrm. Hermann
Stumpf, Wetterfeld, vm.; Wehrm. Rich. Steller,
Laubach, vm.; Reſ. Karl Schmiermund, Rainrod, vm.;
Reſ. Auguſt Tröller, Groß=Eichen, vm.; Wehrm. Wil=
helm
. Wagenbach, Heuchelheim, tödl. verungl;. Wehrm.
G. Wahl, Gießen, vm.; Wehrm. J. Zinn, Reuters, vm.
7. Kompagnie: Gefr. Karl Martin, Gonters=
hauſen
, vw.; Reſ. Otto Eich, Ober=Lais, vw.; Wehrm.
Karl Volz, Steinberg, vw.; Ref. Wilhelm Gleis, Mit=
telſeemen
, vw.; Wehrm. Ludw. Joh. Schäfer, Stein=
berg
, t.; Wehrm. Karl Walter, Garbenteich, t.; Wehrm.
Theodor Handſtein, Appenrod, t.; Reſ. Karl Hüh=
nergarth
, Helpershain, vw.; Reſ. Georg Scharmann,
Ulrichſtein, vw.; Wehrm. Heinr. Linker, Breungeshain,
vw.; Wehrm. Heinrich Appel, Eſchenrod, vw.; Gefr. K.
Binz, Leihgeſtern, vw.; Wehrm. Georg Brück, Leih=
geſtern
, vw.; Gefr. Karl Ludwig Böcher, Atzenhain, vw.;
Reſ. Johs. Schmalbach, Rebgeshain, vw.; Wehrm.
Karl Knöß, Stumpertenrod vw.; Wehrm. Heinrich
Rauſch, Vadenrod, vw.; Wehrm. Heinrich Belloff,
Beuern, vw.; Wehrm. Hermann Schafer, Lauter, vw.;
Gefr. Wilhelm Bender, Gießen, vw.; Wehrm. Heinrich
Böck, Unter=Lais, vw.; Wehrm. Karl Reinemer, Glas=
hütten
, vw.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Seng, Atzenhain, vw.;
Reſerviſt Heinrch Fleiſchhauer Haarhauſen, vw.;
Reſ. Ludwig Hoffmann 2., Heuchelheim, vw.; U.=O. der
Reſ. Heinrich Leun, Großen=Linden, vw.; Reſ. Ludwig
Faber, Großen=Linden, vw.; Tambour G. Schmandt,
Steinberg, vw.; Reſ. Ludwig Rodemer, Lauterbach,
vw.; Gefr. Heinrich Liſtmann, Romrod, vw.; Wehrm.
Friedrich Bock, Grünberg, vw.; Wehrm. Wilhelm Rühl,
Alten=Buſeck, vw.; Wehrm. Johannes Step pler, Uden=
hauſen
, vw.; Wehrm. Louis Sommer, Staufenberg,
vw.; Wehrm. Heinrich Fiſcher, Elpenrod, t.; Reſ. Karl
Hof, Gedern, vw.; Reſ. Heinrich Falk, Udenhauſen, vw.;
Gefr. d. Reſ. Philipp Rau, Trohe, vw.; Reſ. Karl Dörr,
Storndorf, vw.; Reſ. Georg=Heinrich Schnell, Schwarz,
vw.; Wehrm. Karl Ruhl, Ehringshauſen, vw.; Wehrm.
Heinrich Georg Lang, Lardenbach, vw.; Wehrm. Otte
Reuter, Großen=Buſeck, vw.; Wehrm. Heinr. Deckert
Burg=Gemünden, vw.; Reſ. Walter Auguſt Stockfiſch,
Bad Nauheim, vw.; Wehrm. Otto Veith, Heuchelheim,
vw.; Wehrm. Wilhelm Nöthe, Friedberg, vw.; Wehrm.
Friedrich Karl Grunner, Groß=Karben, vm.; Gefr. d.
Reſ. Wilhelm Wild, Sellnrod, vm.: Reſ. Wilh. Traum,
Sellnrod, vm.; Reſ. Karl Becker, Michelbach, vm.; U.=O.
d. Reſ. Guſtav Auguſt Heinrich Weller, Wieſeck, vm.;
Reſ. Joh. Friedr. Günther, Stumpertenrod, vm.; Ge=
freiter
Johann Heß, Leihgeſtern, vm.; Reſ. Karl Lenz,
Lumda, vm.; Wehrm. Wilhelm Weber Heuchelheim,
vm.; Wehrm. Hermann Reuſchling, Heuchelheim, vm.;
Wehrm. Jakob Wilhelm Schäfer 2., Grünberg, vm.;

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Nummer 286.

Wehrm. Louis Kehl, Oppenrod, vm.; Wehrm. Heinrich
Schmidt, Ober=Seemen, vm.; Reſ. Karl Eiffert,
Schwarz, vm.; Reſ. Philipp Müller, Hauſen, vm.; Reſ.
Wilhelm Feller, Großen=Linden, vm.; Reſ. Heinrich
Well, Reuters, vm.; Reſ. Karl Wilhelm Andermann,
Klein=Linden, vm.; Reſ. Werner Ha bermehl, Schwarz,
vm.; Reſ. Heinrich Friedrich Hoffmann, Eſchenrod,
vm.; Reſ. Heinrich Boß, Rebgeshain, vm.; Reſ. Heinrich
Buchenau, Udenhauſen, vm.; Reſ. Hermann Kühl,
Gießen, vm.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Gerhard, Gießen,
vermißt.
8. Kompagnie: Gefr. Hugo Funk, Garbenteich
lv.; Musk. Karl Hamel, Zell, lv.; Musk. Wilhelm Fel=
ſinger
, Utphe, vw.; Musk. Johann Stieler, Reis=
kirchen
, lv.; Musk. Karl Schäfer, Utphe, lv.; Gefr. Otto
Blum, Ulfa, lv.; Musk. Otto Hamel, Gießen, lv.; Musk.
Ludwig Heidt, Staufenberg, lv.; Musk. Auguſt Han=
ſtein
, Bernsburg, lv.; Musk. Heinrich Grölz, Staufen=
berg
, ſchv.; Musk. Konrad Greb, Engelrod, lv.; Musk.
Auguſt Suppes, Landenhauſen, lv.; Musk. Hch. Neeb,
Heimertshauſen, ſchv.; Musk. Wilhelm Heuſer Lan=
zenhain
, ſchv.; Gefr. Wilhelm Brink, Wölfersheim, lv.;
Musk. Heinrich Lauer, Gießen, t.; Musk. Friedrich
Gießler, Gießen, lv.; Musk. Konrad Sack, Wohnbach,
vm.; Musk. Heinrich Huhn, Gießen, vm.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Oberlt. d. Reſ. Friedrich Wei=
mer
, Gießen, vw.; U.=O. Karl Gerlach, Stockheim,
t.: Gefr. Friedrich Schütz, Friedberg, lv.; Gefr. Friedr
Wilhelm Winter, Nieder=Weiſel, lv.: Reſ. Friedrich
Hillgärtner, Bad Nauheim, lv.; Reſ. Friedr. Engel
Homberg a. d. Ohm, t.; U.=O. Johann Hahn, Nieder=
Mörlen, vw.; Gefr. Johann Friedrich Kroner, Vilbel,
vw.; Gefr. Heinrich Zinn, Rentzendorf, vw.; Reſ. Karl
Veith, Reichelsheim, vw.; Reſ. Ludwig Reitz, Stein=
furt
, vw.; Reſ. Hermann Reu tzel, Burggräfenrode, vw.;
Reſ. Guſtav Lohn, Wohnbach, vw.; Feldw. Heinrich
Stork, Groß=Gerau, vw.; Vizefeldw. Georg Bingel
Gambach, vw.; U.=O. Bernhard Wack, Gießen, vw.; U.=O.
Rudolf Walther, Reichelsheim, vw.: U.=O. Ludwig
Huber, Steinfurth, vw.; U.=O. Heinr. Weidenhaus,
Grüningen, vw.; U.=O. Jakob Ohlemutz, Gambach, vw.;
U.=O. Karl Heberer, Dietzenbach, vw.; U.=O. Fritz Osk.
Anacker, Horchheim, vw.; Reſ. Karl Karter, Maſſen=
heim
, vw.; Reſ. Wilhelm Kalbhenn, Kaichen, vw.;
Reſ. Wilhelm Klippel, Nieder=Weiſel, vw.; Reſ. Wilh.
Keſter Nieder=Eſchbach, vw.; Reſ. Heinrich Stephan
Kremer, Nieder=Mörlen, vw.; Reſ. Gottfr. Kremer,
Nieder=Mörlen, vw.; Gefr. Wilhelm Krauſch, Gambach,
vw.; Reſ. Karl Koſt, Petterweil, vw.; U.=O. Jakob
Dapper, Sörgenloch, vw.; Reſ. Wilhelm Pirl, Wöl=
fersheim
, vw.: Reſ. Karl Reifkohl, Vilbel, vw.; Reſ.
Konrad Roſenbecher, Steinfurth, vw.; Reſ. Karl
Volz, Burggräfenrode, t.; Gefr. Georg Mathäus,
Langenberg, vw.; U.=O. Otto Matern, Muſchenheim, t.;
Reſ. Gg. Werner, Friedberg, vw.; Reſ. Karl Schnei=
der
, Friedberg, vw.; Reſ. Heinrich Schöhn, Berſtadt,
vm.; Reſ., Heinrich Kremer, Heldenbergen, vm.; Reſ.
Jakob Agel, Steinfurth, vm.; Horniſt Ludwig Alles,
Steinfurth, vm.; Gefr. Albert Böhmer, Oberlangen,
vm.; Tambour Eberhard Brod, Steinfurth, vm.; Reſ.
Jakob Breidert, Langen, vm.; Reſ. Georg Back, Ober=
Roßbach, vm.: Reſ. Theodor Bingel, Schwalheim,
vm.; Tambour Theodor Karl, Bellmuth, vm.; Reſ. Jak.
Deiß, Harxheim, vm.: Reſ. Karl Dickenberger,
Ilbenſtadt, vm.; Reſ. Karl Döpp, Uſenborn, vm.; Reſ.
Quirin Eberhardt, Ilbenſtadt, vm.; Reſ. Jakob Eu=
ler
, Butzbach, vm.; Reſ. Karl Faatz, Aſſenheim, vm.;
Reſ. Adolf Ernſt, Fauerbach, vm.; Reſ. Ludwig Falk,
Steinfurth, vm.; Reſ. Georg Fiſch, Offenbach, vm.; Reſ.
Heinrich Frank, Schwalheim, vm.; Reſ. Franz Brau=
burger
, Roſenheim, vm.; Reſ. Auguſt Füller, Vilbel,
vm.; Reſ. Georg Feuerbach, Klein=Karben, vm.; Reſ.
Adam Gönſch, Nieder=Eſchbach, vm.; Reſ. Karl Görtz,
Heldenbergen, vm.; Reſ. Heinrich Grieb, Gambach, vm.;
Reſ. Heinrich Grüninger, Butzbach, vm.; Reſ. Fr. Ph.
Guth, Harheim, vm.; Gefr. Karl Guth, Nieder= Flor=
ſtadt
, vm.; Reſ. Alex Gondorf, Friedberg, vm.; Reſ.
Auguſt Jacobi, Leydecken, vm.; Reſ. Heinrich Jung,
Nieder=Mörlen, vm.; Reſ. Heinrich Lotz, Uſenborn, vm.;
Reſ. Wilhelm Loſcher, Aſſenheim, vm.; Reſ. Reinhold
Loreg, Weckesheim, vm.; Reſ. Chriſtian Los, Wolf,
vm.; Reſ. Ludwig Philippi, Steinfurth, vm.; Reſ. Chr.
Preſcher, Vilbel, vm.; Reſ. Heinrich Röder, Dor=
heim
, vm.; Gefr. Konrad Reinhardt, Gambach, vm.;
Reſ. Jakob Reuhl, Gambach, vm.; Reſ. Johann Rack,
Nieder=Mörlen, vm.; Reſ. Konrad Reinhardt, Har=
heim
, vm.; Reſ. Heinrich Rieß, Wölfersheim, vm.; Reſ.
Adolf Riehl, Ober=Erlenbach, vm.; Reſ. Heinrich Roos,
Gethman, vm.; Reſ. Martin Gröninger, Ockſtadt, vm.;
Reſ. Karl Reitz, Uſenborn, vm.; Gefr. Hermann Reuß,
Echzell, vm.; Reſ. Adolf Zöll, Friedberg, vm.; Gefr. Wil=
helm
Volp, Steinfurth, vm.; Reſ. Wilhelm Vath, =
del
, vm.; Reſ. Karl Macker, Ilbenſtadt, vm.; Gefr. W.
Maas, Nieder=Weiſel, vm.: Reſ. Wilhelm Hinkel,
Södel, vm.; Reſ. Karl Hirſch Nieder=Florſtadt, vm.;
Reſ. Otto Holler, Biſſes, vm.; Gefr. Heinr. Hofmann,
Mainz, vm.; Reſ. Karl Herz berger, Gettenau, vm.;
Gefr. Emil Hau ſtein, Friedberg, vm.; Reſ. Joh. Alb.
Hahn, Ober=Erlenbach, vm.; Gefr. Otto Hofmann,
Rödgen, vm.; Gefr. Wilhelm Harth, Reichelsheim, vm.;
Reſ. Philipp Wöll, Södel, vm.; Reſ. Friedrich Weis=
becker
, Heldenbergen, vm.; Reſ. Heinrich Schultheis
Nieder=Wöllſtadt, vm.; Reſ. Karl Weber Rohr=
bach
, vm.; Reſ. Wilhelm Winter, Bingenheim, vm.;
Reſ. Theodor Weller, Heuchelheim, vm.; Reſ. Karl
Werner, Bönſtadt, vm.; Reſ. Wilhelm Wolf, Södel,
vm.; Reſ. Heinrich Steinhauer, Steinfurth, vm.; Reſ
Peter Schulmeier, Ilbenſtadt, vm.: Reſ. Adam
Schultheis, Nieder=Wöllſtadt, vm.; Reſ. Karl Seitz,
Ranſtadt, vm.; Reſ. Hermann Seib, Elbſtadt, vm.; Gefr.
Jakob Schäfer, Harheim, vm.; Reſ. Gottfr. Schmidt,
Ilbenſtadt, vm.; Reſ. Adolf Stüber, Wölfersheim, vm.;
Reſ. Wilhelm Schmidt, Södel, vm.; Reſ. Adolf =
wenberger
von Schönholz, Dorheim, vm.; Reſ.
Wilhelm Heinrich Stork, Schwalheim, vm.; Gefr. Karl
Schmidt, Burggräfenrode, vm.; Reſ. L. Schwimm
Steinbuch, vm.; Reſ. Heinrich Friedr. Meiß, Klein= Kar=
ben
, vm.: Reſ. Otto Mohr, Gambach, vm.; Reſ. Karl
Mohr, Gambach, vm.
Infanterie=Regiment Nr. 160.
I. Bataillon, Diez.
Souain am 19. Sept.
4. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Theodor Jäger,
Holzheim, vw.
Berichtigungen früherer Verluſtliſten.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 81, Lübeck.
Wehrm. Peter Keller, Offenbach, bish. vermißt,
war verwundet im Lazarett und befindet ſich wieder bei
der Truppe.
Feldartillerie=Regiment Nr. 25, Darmſtadt.
Reſ. Berſch, Jugenheim, bish. verwundet. iſt tot.

(18213a
Trauer-Hüte
M
Trauer-Crêpe

Trauer-Grenadine
M
Trauer-Schleier
empfiehlt in bekannt größter Auswahl
Adolf Geiger
Ecke Ludwigstraße und Ludwigsplatz.

Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.

Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet:
A Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 34 Uhr nachm.
B Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag, Diens=
tag
, Freitag 34 Uhr nachm. C Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21) Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr,
nachmittags von 46 Uhr, Dienstags, Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. D Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Steinſtraße 21. Täg=
lich
25 Uhr nachm. E Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I), Alexander=
ſtraße
27. Mitt och, Samstag und Sonntag 24 Uhr nachm.
Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
45 Uhr nachm. G Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 24 Uhr nachm. H Marienhöhe (Geneſungsheim).
I Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags von 24 Uhr. K Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 1. Werktäglich 23½ Uhr nachm. Sonntags 1112 Uhr
vorm. L Städt. Saalbau (Reſ.=Laz. III), Riedeſelſtraße 40. Täglich
25 Uhr nachm. M Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1.
Sonntags, Mittwochs und Samstags von 24 Uhr nachm. N Dr
Weberſche Augenklinik (Dr. Ollendorff) Frankfurter Straße 42. Täglich
1012 Uhr vorm., 36 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang am 15. Oktober:
Eidenmüller, Georg, Stierbach, Inf. 118/5, K
Handwerk, Auguſt, Groß=Umſtadt, Reſ.=Inf. 118/3, A.
Hebmaier, Michael, Abendsberg, Reſ.=Inf. 116/4, I
Hofmann, Chriſtoph, Crumſtadt, Inf. 115/3, K O
mann, Valentin, Groß=Zimmern, Reſ.=Inf. 118/3, A.
Roßmann II., Philipp, Griesheim, Inf. 115/12, I Wie
ſinger, Joh. Ludw., Berolzheim, Art. 25/4, Erſ.=Abt., B.

Aus den Lazaretten entlaſſen
am 15. Oktobert

Bergmann, Jakob, Inf. 106/2, K Boſſe, Paul,
Inf. 30/8, K, nach Geneſungsheim Homburg v. d. H.
Bräuer, Johannes, Chemnitz, Inf. 133/12, A. Engel=
hardt
, Wilhelm, Train=Abt. 16, K Hallbauer, Willi,
Jäger=Bat. 13, K, nach Geneſungsheim Homburg v. d. H
Heß, Adam, Bürſtadt, Landſt.=Bat. 1, A. Kuhlmann,
Wilhelm, Hamm, Reſ.=Jäger=Bat. 20/1, D Lippert,
Arthur, Inf. 181/7, K Lotz, Heinrich, Drag. 24/4, K,
nach Geneſungsheim Homburg v. d. H. Maiwurm,
Theodor, Inf. 132/18, K Meiſchke, Karl, Inf. 132/9, K
Merkle, Friedrich, Inf. 120/8, K Metzger, Philipp
Gronau, Inf. 115/6, A. Oeſtereich, Hermann, Art. 15,
Stab, K, nach Geneſungsheim Homburg v. d. H.
Probſt, Guſtav, Art. 84/2, K, nach Geneſungsheim Hom=
burg
v. d. H. von Rekowski, Leo, Art. VIII/3. Batt.,
K Schmalenbach, Eduard, Inf. 116/1, K Steinmann
Peter, Inf. 118/8, K Unger, Albert, Fiſchendorf,
Jäger=Bat. 13/4, A. Weinhold, Alfred, Inf. 104/7, K
Widmaier, Robert, Plieningen, Inf. 119/10, C
Woczigemba, Franz, Inf. 138/8, K, nach Geneſungsheim
Homburg v. d. H. Zängerle, Philipp, Baierseich, Art.
25/3, D Zenk, Hans, Jäger 14/4, K.

Trauer= und Winterhüte
in großer Auswahl.

Anna Weiner
Schulſtraße 10, 1. Stock. (18260a

Siebenundzwanzigſte Liſte der Kriegsgaben
für das Rote Kreuz.

(Wo kein Wohnort angegeben iſt, iſt Darmſtadt gemeint.)
Es gingen weiter ein:
Bei der Zentralabteitung des Roten Kreuzes:
Aus der Gemeinde Eſchollbrücken 32 M., von Profeſſor
Dr. Biermann aus zwei Vorträgen 170 M., Ungenannt
(Erlös für Schmuckſachen) 23.65 M., M. W. 4 M., Sammel=
ſtelle
Laubach 205 M., von zwei ungenannten Geberinnen
in Guntersblum 450 M., Frl. Goldmann (2. Gabe) 50 M.,
von einem Whiſtkranz 25 M., Frl. Luiſe Eliſabeth Schnorr
10 M., Rangierbeamten der Eiſenbahndirektion Mainz
(Sitz Darmſtadt) 50 M., P. R. 5 M., durch das kath.
Pfarramt Lindenfels (Tellerſammlung bei der Kriegs=
andacht
) 20 M., von der 2. Klaſſe der kath. Schule 7.50 M.,
Ungenannt 5 M., Pfarramt Wixhauſen von Ph. Huck V.
5 M., Erlös aus einem Marſchlied von St. 20 M., Frl.
Cläre Seibt 5 M., Patienten der inneren Station, Reſerve=
lazarett
Saalbau, 3 M., von den Arbeitern der Güter=
und Eilgutabfertigung des Hauptbahnhofs Darmſtadt
70 M., Samstag=Stammtiſch bei Fink (4. Gabe) 5 M.,
zuſammen 1165.15 M.
Bei der Bank für Handel und Induſtrie und
deren Depoſitenkaſſe: Phil. Harth 20 M., Frau Rech=
nungsrat
Bauer Witwe, Auerbach a. d. B., 100 M.,
Adam Keil (2. Rate) 5 M., Gemeindekaſſe Dudenhofen
100 M., Gemeinde Wernges 101.67 M., Jak. Pfeiffer,
Eberſtadt bei Darmſtadt (2. Rate) 100 M., Frl. Klebe,
Eberſtadt bei Darmſtadt, 50 M., Sammlung der Eiſen=
bahnbeamten
Eberſtadt bei Darmſtadt 23 M., Frau
Friedrich, Eberſtadt bei Darmſtadt, 20 M., Frau Dekan
Stock, Eberſtadt bei Darmſtadt, 20 M., Hausſammlung
Eberſtadt bei Darmſtadt 784 M., von der 2. Korporal=
ſchaft
der 4. Kompagnie Landwehr=Erſatz=Bataillon Inf.=
Regt. 116, Ober=Hilbersheim (Rheinh.), 4.10 M., aus dem
Kirchſpiel Ober=Lais bei Nidda 30 M., Kriegsbetſtunde
Fürth i. O. 19.10 M., Kindergottesdienſt Furth i. O.
12.07 M., Kollekte Flomborn u. Ober=Flörsheim (Rheinh.)
156 M., Pfarrer Scriba, Rote Kreuz=Sammlung Eichels=
dorf
(Oberheſſen), 1100 M., Geſangverein Eintracht
Breitenbrunn i. O., 20 M, Großh. Bürgermeiſterei Wald=
Uelversheim 600 M., Sammlung des Großh. Staats=
verlags
(4. Rate) 65 M., Kommerzienrat Adolph Hügel
100 M., Frau Kommerzienrat Clara Hügel 100 M., Kriegs=
betſtunde
Gemeinde Dudenhofen 100 M., Kirchenkollekte
Gemeinde Lengfeld i. O. (3. Rate) 100 M., Gemeinde
Rimlos (Kr. Lauterbach) 95.85 M., Gemeinde Altheim

2 Sammlung) 225 M., Frl. Löſch 3 M., Dr. Walter
Beckh 40 M., Gemeinde Wembach=Hahn 76.15 M., Zweig=
verein
des Heſſ. Landesvereins vom Roten Kreuz Ober=
Ingelbeim 800 M., Frl. A. H. 5 M., Amtsgerichtskat
Plagge 10 M., Zweigverein Jugenheim a. d. B. 150 M.,
Zweigverein Fürth i. O. 600 M., aus der Pfennigſpar=
kaſſe
Kirtorf (Oberh.) 12 M., Bezirksſparkaſſe Schotten
3000 M., Großh. Kreisamt Schotten 12000 M., Gemeinde
Ehringshauſen (Kr. Alsfeld) 15 M., Gemeinde Rülfenrodt
10 M., Kriegsbetſtundenkollekte (3. Rate) Rohrbach (Kr.
Büdingen) 24.20 M., 2. Gabe von ruſſ. Saiſonarbeitern
auf Hofgut Rohrbach 5.50 M., Kriegsbetſtundenkollekte
Londorf 50 M., 4. Hausſammlung Klein=Karben 200 M=,
zuſammen 39051.64 M.
Bei der Deutſchen Bank, Zweigſtelle Darmſtadts
N. N. 20 M., W. S. 10 M., Georg Wucherpfennig 20 M.,
Heinz & Mecht. von Bodelſchwingh 2. M., Zweigverein
vom Roten Kreuz Babenhauſen 980 M., Sammlung
Mommenheim 361 M., Sammlung Grebenhain (3. Abliefe=
rung
) 400 M., zuſammen 1793 M.
Bei der Deutſchen Vereinsbank, Filiale Darm=
ſtadt
: Georg Merck 200 M.
Bei der Darmſtädter Volksbank: Evang. Kirche
Partenheim (Rheinh.), Kirchenopfer, 10 M., Gemeinde
Hahnheim bei Selzen 406 M., von Frl. Louiſe Blum über=
wieſen
4 M., kath. Pfarramt Hainſtadt (Kr. Offenbach)
174 M., Gemeinde Zeilhard mit Dilshofen (Kr. Dieburg)
2. Gabe 138 M., Ungenannt 10 M., Schulrat Backes für
den Kreis Groß=Gerau 1500 M., Gemeinde Münſter hei
Dieburg (geſammelt durch Bürgermeiſter Walter)
3. Sendung 100 M., Beſtimmt für die Hinterbliebenen
unbemittelter Gefallener Ergebnis einer Sammlung beſ
der Abſchiedsfeier der 3. Kompagnie Landwehr=Erſatz
Regiment Nr. 116 durch Bürgermeiſter Schmidt, Venders=
heim
(Rheinh.), 83.50 M., zuſammen 2425.50 M.
Bei Hauptſtaatskaſſedirektor Dexheimer: Hilfs=
verein
für Angehörige des Großherzogtums Heſſen in
Leipzig 500 M., Pfarrer Schneider, Babenhauſen 165 M.
Profeſſor Jobſt 334 M., A. Schreeb, Nieder=Ingelheim,
200 M., Turnverein Ilbeshauſen 70 M., Frau Oberlehrer
Hüthwohl 10 M., Oberſt Scholl (3. Gabe) 20 M., Meiſter
& Weißheimer 10.80 M., Gemeinde Wackernheim 500 M.,
Feldmagazin=Inſpektor Heyl (Beiträge beim Stab der
25. Infanterie=Diviſion geſammelt) 28 M. In der Zeit
vom 25. Auguſt bis 22. September 1914 ſind von heſſiſchen
Beamten und Lehrern außerdem bereits in einzeln ver=
öffentlichten
fortlaufenden Beiträgen durch Gehaltsabzug
weiter eingegangen 2781.45 M. Da die Geber die Ver=
öffentlichung
der einzelnen von ihnen monatlich durch
Gehaltsabzug geſpendeten Beträge, die ſie außer ihren
einmaligen Beiträgen aufbringen, nicht wünſchen, wird
künftig nur der monatliche Geſamtbetrag bekanntgegeben.
Zuſammen 4619.25 M.
Allen Gebern herzlichen Dank!

Familiennachrichten.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebe, herzensgute, treubeſorgte Gattin,
unſere unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Schweſter und Tante
Frau Chriſtiane Brück
plötzlich und unerwartet aus unſerer Mitte zu
ſich zu rufen.
In tiefer Trauer:
J. Brück und Töchter,
Familie F. Brück,
Dubberke,
Alter.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914. (20129
Die Beerdigung findet Sonntag, 18. Oktober,
nachmittags 3¾ Uhr, von der Leichenhalle
des Beſſunger Friedhofs aus ſtatt.

Im Kampfe fürs Vaterland fiel am 28. Sep=
tember
unſer lieber Sohn und Bruder
Luduig Günther
Unteroffizier d. Reſ. im Inf.-Regt. Nr. 115
im Alter von 28 Jahren.
(20091
In tiefem Schmerz:
Heinrich Günther, Großh. Schloßverwalter,
Eliſe Günther, geb. Buff,
Tilla Günther.
Jagdſchloß Wolfsgarten, den 15. Oktbr. 1914.

Dankſagung.
Für die liebe Anteilnahme an dem Verluſte
unſeres unvergeßlichen Sohnes und Bruders
Karl Müller
(20106
ſagen herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Familie:
Friedrich Müller.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.

[ ][  ][ ]

Nummer 286.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Seite 9.

Am 30. September erlitt den
Heldentod unſer innigſtgeliebter,
einziger Sohn, Bräutigam, Bruder,
Schwiegerſohn und Schwager
(20124
Chriſtian Sauerwein
Reviſionsaſſiſtent bei dem Verband der
Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen Genoſſen-
ſchaften

im Alter von nahezu 26 Jahren.
In tiefſter Trauer:
Familie Chriſtian Sauerwein,
Anna Fuchs, als Braut,
Familie Peter Fuchs,
Heinrich Kämmerer, III. Eiſen=
bahn
=Reſ.=Regt., z. Zt. im Felde.
Langſtadt, Darmſtadt.

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß heute abend mein lieber
Gatte, unſer treubeſorgter Vater, Bruder,
Schwiegervater, Großvater, Schwager u. Onkel
Philipp Schwinn I.
nach langem, ſchwerem Leiden im Alter von
61 Jahren ſanft verſchieden iſt.
Nieder=Beerbach, den 15. Okt. 1914.

20112)

In tiefer Trauer:
Familie Schwinn.

Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmit=
tags
2 Uhr, ſtatt.

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten zur
Nachricht, daß unſere geliebte Mutter, Groß=
mutter
, Urgroßmutter, Schwiegermutter und
Tante
Frau Miniſterialkanzliſt
Karl Korn Witwe
Hofie Luiſe, geb. Berger
im Alter von 77 Jahren am 15. ds. Mts. ver=
ſchieden
iſt.
(20126
Die trauernden Hinterbliebenen.
St. Louis, Darmſtadt, 16. Oktober 1914.
Die Beerdigung findet am kommenden Sonntag,
nachm. 4 Uhr, vom Portale des alten Friedhofs
aus, ſtatt. Blumen dankend verbeten.

Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden u. Bekannten
hierdurch die traurige Mitteilung, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, unſeren innigſt=
geliebten
, herzensguten Vater, Großvater und
Schwiegervater
(20086
Herrn.

Müller

Bauaufſeher
geſtern morgen von ſeinem ſchweren Leiden
durch einen ſanften Tod zu erſöſen.
Darmſtadt und Frankfurt a. Main,
den 16. Oktober 1914.
In tiefer Trauer:
Familie Friedrich Müller,
Werkführer, Rhönring 131,
Familie Franz Müller,
Jamilie Adam Müller.
Die Beerdigung findet ſtatt am Sonntag, den
18. Oktober, nachmittags 3½ Uhr, vom Portale
des Darmſtädter Friedhofes (Nieder=
Ramſtädterſtraße) aus.

Kriegerverein
Darmſtadt.

Die Beerdigung unſeres Mit=
glieds
und Feldzugskameraden
Herrn Franz Müller, Bauaufſeher,
findet am Sonntag, den 18. Oktober, nachmit=
tags
3½ Uhr, vom Portale des alten Darm=
ſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.
Wir erſuchen alle Kameraden, ſich dort zu
verſammeln.
(20111
Der Vorſtand.

Freiwilige Fenerwehr Darmſtadt.

Zur Beerdigung unſeres Ehrenmitgliedes
Herrn Brandmeiſter Franz Müller
wollen ſich die Mitglieder der Wehr Sonn=
tag
, den 18. ds. Mts., nachm. 3¼ Uhr,
am Eingang des Darmſtädter Friedhofes
verſammeln.
(20115
Darmſtadt, den 17. Oktober 1914.

Das Rommando.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem uns betroffenen Verluſte ſagen wir Allen
unſeren herzlichſten Dank.
(*7432
Jamilie Chriſtian Baumann.
Pfungſtadt, 15. Oktober 1914.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer
betroffenen Verluſte ſagen wir innigen
Dank.
Familie Aug. Handwerk
Lisbeth Heil
Familie Jak. Heil.

Groß=Umſtadt, Darmſtadt,
16. Oktober 1914.

(20128

Allen, die uns beim Tode unſeres
lieben
Otto
und unſerer lieben
Hedwig
ſo warme Teilnahme bewieſen haben,
ſagen wir hiermit herzlichen Dank.
Frau Pfarrer Blaul Wwe.
und Familie.
*7486)
Darmſtadt, den 16. Okt. 1914.

Danklagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
an dem uns ſo ſchwer betroffenen Ver=
luſte
ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Anna Falk, geb. Becker,
Karola u. Guſtav.
Darmſtadt, im Oktober 1914.
(*7411

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben
: Pauk Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

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[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Nummer 286.

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Samstag, den 17. Oktober 1914.
Außer Abonnement.
II. Sonder-Vorstellung.
Vaterländiſches Konzert
Mitwirkende:
Die Großh. Hofkapelle. Der
Sängerchor des Darmſt. Lehrer=
vereins
. Der Großh. Hoftheater=
chor
. Soliſten: Georg Heinrich
Hacker. Leo Schützendorf.
Muſikal. Leiter: Robert Preuß.
I. Teil.
1. Jubel=Ouvertüre Carl Maria v.
2. a) Hymne an Neu= (Weber
deutſchland . . . J. W. Born=
b
) 3 Niederlän= lgäſſer
diſche Lieder für
Chor u. Orcheſter Ed. Kremſer
Kriegslied. Berg
op Zoom. Dank=
gebet
.
3. Deutſchland u.
die Welt . . . Ernſt v. Wil=
(G. H. Hacker.)
ldenbruch
4. Zwei Lieder für
Baß . . . . . . . . Ferd. Loewe
a) Prinz Eugen.
b) Fridericus rex.
(Leo Schützendorf.)
5. Rakoczymarſch . Franz Liſzt
II. Teil.
Reitermarſch von Frz. Schubert.
Erſter Klaſſe zur Grenze.
Ein Zeitbild in einem Akt.
Spielleiter: Dr. Max Wauer.
Perſonen:
Ein Hofſchauſpieler,
. K. Weſtermann
Reſerviſt
Joh. Heinz
Ein Berliner,
H. Baumeiſter
Ein Bayer,
Ein Sachſe, 258 B. Harprecht
Ein Hamburger,
Matroſe
.Paul Peterſen
Ein Darmſtädter,
Herm. Knispel
Landſturm
. Frieda Herbach
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Nach dem Konzert längere Pauſe.
Zu dieſer Vorſtellung werden
ausnahmsweiſe Eintrittskarten zu
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ſchränkter
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Sonntag, 18. Okt. 20. Ab.=Vſt.
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Dienstag, 20. Okt. (Keine Vorſt.)
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[ ][  ][ ]

Nr. 154.

Samstag, 17. Oktober.

1914.

Bekanntmachung.

Der kommandierende General des XVIII. Armeekorps hat ſeine Anordnung,
rwonach für den ihm unterſtellten Korpsbezirk, mit Ausnahme des Bereichs der Feſtung
2 Mainz, der Verkauf von Lebensmitteln bis 7 Uhr abends an Sonn= und Feſt=
t
tagen geſtattet war, zurückgenommen.
Die Sonntagsruhe iſt hiermit, mit Ausnahme des Verkaufs von Zei=
rtungen
, wieder vollſtändig eingeführt.
(20062sg
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.

Ortsſatzung

betreffend die Anſtellungs= und Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten
der Gemeinde Griesheim.
Auf Beſchluß des Gemeinderats vom 24. März 1914, nach gutächtlicher Aeußerung
des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung des Großherzoglichen Miniſteriums des
Innern vom 24. Auguſt 1914, zu Nr. M. d. J. 12660, wird hinſichtlich der Anſtellungs=
und Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten der Gemeinde Griesheim auf Grund
der Artikel 15 und 138 der Landgemeindeordnung vom 8. Juli 1911 folgende Ortsſatzung
erlaſſen:
§ 1.
I. Gemeindebeamte im Sinne dieſer Ortsſatzung ſind:
1. das auf Beſchluß des Gemeinderats und nach Genehmigung und Verpflichtung
durch den Kreisrat vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte Polizeiperſonal,
einſchließlich der Feldſchützen;
2. der auf Beſchluß des Gemeinderats und mit Genehmigung des Kreisrats vom
Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte Gemeinderechner;
3. die nachſtehend bezeichneten, auf Beſchluß des Gemeinderats vom Bürger=
meiſter
ernannten und angeſtellten Gemeindebeamten:
a) Bauaufſeher,
b) Schuldiener,
c) Totengräber,
d) Faſelwärter,
e) Schweine= und Ziegenhirt,
f) Friedhofauſſeher,
8) Glöckner:
4. das vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte Bureauperſonal, einſchließlich
des Ratsdieners;
5. das von dem Gemeinderechner angenommene und von dem Bürgermeiſter
angeſtellte Bureauperſonal des Gemeinderechners.
(III. Im Falle der Errichtung weiterer Stellen bleibt dem Gemeinderat deren Auf=
nahme
in die einen weſentlichen Beſtandteil dieſer Ortsſatzung bildende Beſol=
dungsordnung
vorbehalten
§ 2.
Die Beſetzung der in § 1 dieſer Satzung verzeichneten Stellen der Gemeinde=
beamten
erfolgt, inſoweit nicht in der Landgemeindeordnung oder in § 1 dieſer Satzung
etwas anderes beſtimmt iſt und inſoweit nicht nach den Grundſätzen über die Beſetzung
der Subaltern= und Unterbeamtenſtellen uſw. mit Militäranwärtern zu verfahren iſt,
nach freiem Ermeſſen des Gemeinderats.
Soweit nach Beſchluß der Gemeindevertretung für einzelne Stellen eine beſondere
Vorbildung (Kreisamtsgehilfen=Prüfung üſw.) gefordert werden ſoll, behält es hierbei
ſein Bewenden.
Bewerber haben bei Meidung der Nichtberückſichtigung ihren Geſuchen auf Anfor=
dern
Zeugniſſe über Befähigung, ſeitherige Beſchäftigung, Führung und ihren Geſund=
heitszuſtand
beizukegen, auch bei Meidung des gleichen Nachteils auf Verlangen einer
Prüfung, ſowie einer kreisärztlichen Unterſuchung ſich zu unterziehen.
§ 3.
Die Anſtellung der Gemeindebeamten erfolgt unter Vorbehalt jederzeitigen Wider=
rufs
, ſoweit im Einzelfall nichts anderes beſchloſſen oder vertragsmäßig verabredet wird.
Hat der Gemeindebeamte ſeit der unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs er=
folgten
Anſtellung und nach Vollendung des zwanzigſten Lebensjahres ſich fünf Jahre
tadellos geführt, ſo kann, ſoweit bei der Anſtellung nichts anderes vertragsmäßig verab=
redet
iſt, die Anſtellung nicht mehr jederzeit widerruſen werden; eine Amtsenthebung
kann dann nur noch gemäß Artikel 147 und 159 der Landgemeindeordnung oder gegen
Gewährung des in den §§ 15 und 16 vorgeſehenen Ruhegehalts erfolgen.
§ 4.
Der Gemeindebeamte, deſſen Verpflichtung nicht beſtimmungsgemäß durch eine
Staatsbehörde zu erfolgen hat, wird vom Bürgermeiſter auf gewiſſenhafte Dienſtführung
durch Handſchlag in Pflicht genommen.
Ueber die Inpflichtnahme iſt ein Protokoll aufzunehmen.
Der Bürgermeiſter hat den Gemeindebeamten eine förmliche Anſtellungsurkunde
unter ausdrücklichem Hinweis auf dieſe Satzung, von der ihnen ein Abdruck ausgehändigt
werden ſoll, zuzufertigen.
Nach Ablauf der in § 3 Abſatz 2 genannten fünf Jahre iſt den Gemeindebeamten
eine entſprechende Beſcheinigung auszuſtellen.
§ 5.
Der Gemeindebeamte hat ſeine ganze Arbeitskraft und Zeit ausſchließlich dem ihm
übertragenen Amt zu widmen und iſt verpflichtet, Nebenaufträge für die Gemeinde=
verwaltung
, wenn ſie ſeinem Geſchäftskreis nicht durchaus fremd ſind, ohne beſondere
Vergütung zu übernehmen.
Auf Erwerb gerichtete Nebenbeſchäftigung, Nebenſtellen oder beſondere Auf=
träge
außerhalb der Gemeindeverwaltung, welche mit ſtändigen oder unſtändigen Be=
zügen
verbunden ſind, darf ein Gemeindebeamter nur nach zuvor eingeholter ſchriftlicher
Genehmigung des Bürgermeiſters übernehmen. Dieſe Genehmigung iſt jederzeit wider=
ruflich
. Sie kann nur mit Zuſtimmung des Gemeinderats erteilt werden, wenn nicht
der Gemeinderat den Bürgermeiſter zur ſelbſtändigen Erteilung ermächtigt hat. Einer
Zuſtimmung des Gemeinderats bedarf es nicht, wenn es ſich um das Bureauperſonal
des Bürgermeiſters oder den Ratsdiener, inſoweit er nicht zum Polizeidienſt heran=
gezogen
wird, handelt.
Für den Gemeinderechner gilt außerdem die Vorſchrift des Artikels 155 Abſatz 3
der Landgemeindeordnung.
Polizeidiener und Feldſchützen bedürfen zur Uebernahme einer auf Erwerb gerich=
teten
Nebenbeſchäftigung außer der Genehmigung des Gemeinderats weiter auch der
Genehmigung des Kreisrats.
Der Gemeindebeamte hat an ſeinem Amtsſitze zu wohnen.
§ 6.
Urlaub bis zu zwei Wochen erteilt der Bürgermeiſter, der hierbei gleichzeitig
über die Stellvertretung zu entſcheiden hat.
Für die Erteilung eines Urlaubs von längerer als zweiwöchiger Dauer bedarf
der Bürgermeiſter der Zuſtimmung des Gemeinderats. Die Zuſtimmung des Gemeinde=
rats
iſt nicht erforderlich bei dem Bureauperſonal des Bürgermeiſters und dem Rats=
diener
, inſoweit er nicht zum Polizeidienſt herangezogen wird.
§
Ueber die vermöge ſeines Amtes ihm bekannt gewordenen Angelegenheiten, deren
Geheimhaltung ihrer Natur nach erforderlich oder von ſeinem Vorgeſetzten vorgeſchrieben
iſt, hat der Gemeindebeamte Verſchwiegenheit zu beobachten, auch nachdem das Dienſt=
verhältnis
gelöſt iſt.
§ 8.
Jeder Gemeindebeamte kann aus Gründen der Verwaltung in eine andere Stelle
verſetzt werden, jedoch ohne Zurückſetzung in der Dienſtklaſſe und in dem Gehalt.
§ 9.
Die Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten werden durch die einen weſent=
lichen
Beſtandteil dieſer Ortsſatzung bildende Beſoldungsordnung beſtimmt. Dies gilt
insbeſondere für die Höhe der Beſoldungen, die Beſoldungsſtufen und die Auf=
rückungsfriſten
.
Dem Gemeinderat bleibt vorbehalten, die Beſoldungsordnung, unbeſchadet der
von den Gemeindebeamten bereits erworbenen Rechte, zu ändern und zu ergänzen. Eine
Herabſetzung der in der Beſoldungsordnung beſtimmten Beſoldungsbeträge iſt in
keinem Falle zuläſſig.
Die Vorſchriften der Artikel 138 Abſ. 2 und Artikel 157 Abſ. 2 ff. der L. G. O.
werden durch die Beſtimmungen dieſes Paragraphen nicht berührt.

810.
Die Beſoldungen ſind in monatlichen Raten nachzahlungsweiſe zu gewähren.
Bei mangelhafter Dienſtführung kann der Gemeinderat die Befoldungszulagen
ganz oder teilweiſe verſagen.
§ 11.
Die den Gemeindebeamten zuſtehenden Naturalbezüge ſind mit ihrem Geldwerte
in der Beſoldungsordnung in Anſchlag zu bringen und, inſofern dortſelbſt nichts Gegen=
teiliges
beſtimmt iſt, von der Beſoldung abzuziehen.
§ 12.
Gemeindebeamte, die in Ausführung eines ihnen von der zuſtändigen Stelle er=
teilten
Auftrages auswärtige Dienſtgeſchäfte vornehmen, haben Anſpruch auf Tagegelder
und Erſatz der Reiſekoſten in der von dem Gemeinderat feſtzuſetzenden Höhe.
§ 13.
Im Falle der durch Krankheit hedingten Arbeitsunfähigkeit eines Gemeinde=
beamten
zahlt die Gemeinde dieſem den Gehalt für die Dauer von 26 Wochen weiter.
Ein Rechtsanſpruch auf dieſe Fortzahlung des Gehalts ſteht dem Gemeindebeamten nicht
zu. Der Gemeindebeamte hat ſich damit einverſtanden zu erklären, daß ſein Anſpruch
auf Krankengeld auf die Gemeinde übergeht; die Genehmigung des Verſicherungsamtes
iſt einzuholen.
Die Koſten einer erforderlichen Vertretung trägt für die erwähnte Zeitdauer die
Gemeinde.
§ 14.
Unter Verzicht auf alle ihm etwa zuſtehenden Anſprüche kann ein Gemeindebeamter
jederzeit ſeine Entlaſſung nehmen, jedoch hat er, den Fall völliger Verhinderung aus=
genommen
und unbeſchadet der Vorſchriften des folgenden Abſatzes, wenn ihm die Ent=
laſſung
nicht früher erteilt oder nicht ein ſpäterer Zeitpunkt für ſein Ausſcheiden aus
dem Gemeindedienſt vereinbart wird, den Dienſt noch einen Monat von Einreichung
ſeines Entlaſſungsgeſuches an zu verfehen.
Rechnungspflichtigen und ſolchen Beamten die durch eigene Schuld Arbeits=
rückſtände
haben aufwachſen laſſen, wird die Entlaſſung erſt nach vollſtändiger Erfüllung
ihrer Verpflichtungen erteilt, wenn die Bürgermeiſterei nicht vorziehen ſollte, die Arbeiten
auf Koſten des Pflichtigen durch Dritte erledigen zu laſſen. Insbeſondere bleibt die
Verpflichtung des Gemeinderechners zur Stellung der Rechnung unberührt.
§ 15.
Die Anſprüche der Gemeindebeamten auf Ruhegehalt, Sterbegehalt, Witwen= und
25. Jult 1905
Waiſenverſorgung regeln ſich nach den Beſtimmungen des Geſetzes vom
18. Febr. 1911,
betreffend die Fürſorgekaſſe für die Beamten und Bedienſteten der Landgemeinden und
Kommunalverbände.
Inſoweit bei Verſetzungen in den Ruheſtand der Ruhegehalt von der Gemeinde=
20. Juli 1905
kaſſe zu tragen iſt, ſind die Sätze des Geſetzes vom
betr. Fürſorgekaſſe
18. Februar1911,
für die Beamten und Bedienſteten der Landgemeinden und Kommunalverbände anzu=
wenden
.
§ 16.
Die Anſprüche der der Fürſorgekaſſe für die Beamten und Bedienſteten der Land=
gemeinden
und Kommunalverbände nicht angehörigen Gemeindebeamten auf Nuhe=
gehalt
, Sterbegehalt, Witwen= und Waiſenverſorgung regeln ſich nach dem Dienſtvertrag
oder der Anſtellungsurkunde.
§ 17.
Auf das Forſtperſonal finden die Beſtimmungen dieſer Ortsſatzung keine An=
wendung
(ſ. Art. 141 und Art. 154 der L. G.O.).
§ 18.
Dieſe Ortsſatzung tritt einſchließlich der Beſoldungsordnung am 1. Oktober 1913
in Kraft.
Griesheim, den 2. Oktober 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Griesheim.
Kunz.

Beſoldungs=Ordnung.

Stufe 1Stufe 2 Stufe 3l Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6
Dienſtſtellung 1. 2.3. I 4.5.6. 7. 8.9. ſ10.11.12.13.14.15.16. 17.18. Bemerkungen
Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr
Gemeindebeamte nach § 1, I. 1 der Ortsſatzung.
1200
1250 ZZu Ord.=Nr. 1ſ. unt.
Polizeidiener 1000 I 1050 1100 I 1150
350 400 450
5Nachtwächter
2
1000 1 1050 1100 1150 1200 1250
Feldſchützen
Gemeindebeamte nach § 1, I. 2 der Ortsſatzung.
Gemeinderechnerl 2000 I 2100 1 2200 1 2300 I 2400 1 2500 1
Gemeindebeamte nach § 1, I.3 der Ortsſatzung.
Bauaufſeher 100 1050 I 1100 1 1150 1 1200 I 1250
(Schuldiener 1000 1050 1100 1150 1200 1250
350 400 1 450
Totengräber
550 1 575 600 625 650 1 675
Faſelwärter
(Schweine= und
620
Ziegenhirt 520 545 570 595
Friedhofs=
aufſeher
500 feſtes Gehalt
400 feſtes Gehalt
Glöckner
Gemeindebeamte nach § 1, I. 4 der Ortsſatzung.
Bürgermeiſterei=
gehülfen
1300 1440 1580 1720 1860 2000 1 12
Gemeindebeamte nach § 1, I. 5 der Ortsſatzung.
Gemeinde=
rechnergehülfel
800 840 880 920 960 1000

Zu Ord.=Nr. 1. Die Polizeidiener erhalten außerdem 45 Mark Kleidergeld und für
Fahrradbenuzung 15 Mark. Dieſe Beträge ſind nicht penſions=
fähig
und am Gehalt nicht in Abzug zu bringen.
Zu Ord.=Nr. 2. Dienſtkleidung im Geldanſchlag von je 35 Mark wird geſtellt, iſt
nicht penſionsfähig und am Gehalt nicht in Abzug zu bringen.
Zu Ord.=Nr. 4. Der Gemeinderechner erhält außerdem eine Bürokoſten=Entſchädigung
von 50 Mark; dieſer Betrag iſt nicht penſionsfähig und an der
Beſoldung nicht in Abzug zu bringen.
Zu Ord.=Nr. 5. Der Gemeinde=Bauaufſeher erhält außerdem als Wohnungsinſpektor
jährlich 75 Mark, die penſionsfähig und an der Beſoldung nicht
in Abzug zu bringen ſind.
Zu Ord.=Nr. 6. Der Schuldiener erhält eine jährliche Vergütung für Putzmaterial
in Höhe von 40 Mark, die nicht penſionsfähig und an der Be=
ſoldung
nicht in Abzug zu bringen iſt.
Zu Ord.=Nr. 9. Nach Erledigung dieſer Stelle findet eine Neubeſetzung nicht mehr ſtatt.
Die Stelle ſoll alsdann mit der Faſelwärterſtelle vereinigt werden.
Zu Ord.=Nr. 10. Der Friedhofsaufſeher erhält freie Wohnung im Geldanſchlage von
30 Mark und 10 Mark jährlich für Geſchirr; die Beträge ſind nicht
penſionsfähig und an der Beſoldung nicht in Abzug zu bringen.
Zu Ord.=Nr. 12. Diejenigen Dienſtjahre, die in einer anderen gleichwertigen Stelle
zugebracht worden ſind, werden in Anrechnung gebracht. (19967

Bekanntmachung.

Nachdem in einem Gehöft in Arheilgen die Maul= und Klauenſeuche aus=
gebrochen
iſt, ordnen wir hiermit auf Grund der §§ 161 der Ausführungsvorſchriften des
Bundesrats zum Reichspiehſeuchengeſetz die folgenden Maßnahmen an:

[ ][  ][ ]

Nummer 154.

Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Samstag, den 17. Oktober 1914,

1. Die geſamte Gemarkung Arheigen wird zum Sberbezier erilärt.
II. Für den ganzen Bereich des Sperrbezirks werden folgende Maßnahmen
angeordnet:
1. An den Haupteingängen des Sperrbezirks ſind Tafeln mit der deutlichen
und haltbaren Aufſchrift Maul= und Klauenſeuche=Sperrbezirk. Einfuhr und Durch=
treiben
von Klauenvieh, ſowie Durchfahren mit Wiederkäuergeſpannen verboten leicht
ſichtbar anzubringen.
2. Sämtliche Hunde ſind feſtzulegen. Der Feſtlegung iſt das Führen an der
Leine und bei Ziehhunden die feſte Anſchirrung gleich zu achten. Die Verwendung
von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden und von Jagdhunden bei der Jagd
ohne Leine kann geſtattet werden,
3. Schlächtern, Viehkaſtrierern, ſowie Händlern und anderen Perſonen, die gewerbs=
mäßig
in Ställen verkehren, ferner Verſonen, die ein Gewerbe im Umherziehen aus=
üben
, iſt das Betreten aller Ställe und ſonſtiger Standorte von Klauenvieh im Sperr=
bezirke
, desgleichen der Eintritt in die Seuchengehöfte verboten. In beſonders dring=
lichen
Fällen kann die Ortspolizeibehörde Ausnahmen zulaſſen.
4. Dünger und Jauche von Klauenvieh, ferner Gerätſchaften und Gegenſtände
aller Art, die mit ſolchem Vieh in Berührung gekommen ſind, dürfen aus dem Sperr=
bezirk
nur mit unſerer Erlaubnis unter den von uns anzuordnenden Vorſichtsmaßregeln
ausgeführt werden.
5. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk, ſowie das Durchtreiben von
ſolchem Vieh durch den Bezirk iſt verboten. Dem Durchtreiben von Klauenvieh ſteht
das Durchfahren mit Wiederkäuergeſpannen gleich. Die Einfuhr von Klauenvieh zur
ſofortigen Schlachtung, im Falle eines beſonderen wirtſchaftlichen Bedürfniſſes auch
zu Nutz= und Zuchtzwecken, kann von uns geſtattet werden.
6. Die Ver= und Entladung von Klauenvieh auf der Eiſenbahn im Sperrbezirk
iſt verboten. Ausnahmen hiervon können von uns zugelaſſen werden. Die Vorſtände
der betr. Stationen ſind zu benachrichtigen.
II. Für alle verſeuchten Gehöfte werden folgende Maßnahmen angeordnet:
1. Ueber alle verſeuchten Ställe wird die Sperre verhängt. Die abgeſperrten
Tiere dürfen aus dem Stalle nur mit polizeilicher Erlaubnis zur ſofortigen Schlach=
tung
entfernt werden unter Beobachtung der von dem Großh. Kreisveterinärarzt
über den Transport und den Ort der Schlachtung angeordneten Maßregeln.
2. Die auf dem Gehöft befindlichen Pferde dürfen außerhalb des geſperrten
Gehöftes verwendet werden, jedoch nur unter der ausdrücklichen Bedingung, daß ihre
Hufe vor dem Verlaſſen des Gehöftes desinfiziert werden.
3. Das Geflügel iſt ſo zu verwahren, daß es das Gehöft nicht verlaſſen kann.
4. Fremdes Klauenvieh muß von dem Gehöft ferngehalten werden.
5. Milch darf aus dem Gehöft nur weggegeben werden, nachdem ſie vorher
abgekocht worden iſt.
6. Dünger und Jauche dürfen aus den verſeuchten Gehöften und Ställen nur
abgefahren werden, nachdem ſie vorher gehörig mit Kalk desinfiziert worden ſind.
7 Futter und Spreuvorräte dürfen aus dem Gehöfte nur mit polizeilicher Er=
laubnis
und nur im Einverſtändnis mit dem Großh. Kreisveterinärarzt entfernt werden.
8. Wagen und ſonſtige Fahrzeuge dürfen aus dem Gehöft nur entfernt werden,
nachdem ſie durch Fahren über eine entſprechend lange Kalkſchicht desinfiziert worden ſind.
9. Die Stallgänge der verſeuchten Ställe, die Plätze vor den Türen dieſer
Ställe und vor den Eingängen des Gehöfts, ſowie die etwaigen Abläufe aus der
Dungſtätte oder dem Jauchenbehälter ſind täglich mit einer entſprechendrn breiten und
etwa 1 cm hohen Kalkſchicht zu verſehen.
10. Die geſperrten Ställe dürfen, abgeſehen von Notfällen, ohne polizeiliche
Genehmigung nur von dem Beſitzer oder ſeinem Vertreter oder den mit Beaufſich=

tigung und Wartung der Tiere betrauten Perſonen betreten werden. Perſonen, die
in abgeſperrten Ställen verkehrt haben, dürfen erſt nach erfolgter Desinfektion das
Seuchengehöft verlaſſen; insbeſondere haben ſie ihre Schuhe in dem ausgeſtreuten
Kalk zu desinfizieren.
11. Zur Wartung des Klauenviehs im Seuchengehöfte dürfen Perſonen nicht
verwendet werden, die mit fremdem Klauenvieh in Berührung kommen.
III. Für die nicht verſeuchten Gehöfte werden folgende Anordnungen getroffen:
1. Sämtliches Klauenvieh der nicht verſeuchten Gehöfte iſt in den Ställen ab=
zuſondern
und darf aus den Gehöften in der Regel nicht herausgebracht werden.
2. Zum Schlachten darf Klauenvieh nicht außerhalb des Sperrbezirks verbracht
werden.
3. Für landwirtſchaftliche Zwecke darf Klauenvieh aus nicht verſeuchten Gehöften
mit beſonderer Erlaubnis der Ortspolizeibehörde benutzt werden.
4. Die Abſonderung der Tiere in nicht verſeuchten Ställen wird ſolange aufrecht
erhalten, bis aus allen Seuchengehöften entweder ſämtliches Klauenvieh beſeitigt oder
die Seuche abgeheilt und in allen Fällen die vorſchriftsmäßige Desinfektion erwirkt
worden iſt.
IV. Von der Bildung eines Beobachtungsgebietes wird vorerſt abgeſehen.
V. Für den ganzen Kreis Darmſtadt wird bis auf weiteres die Abhaltung von
Klauenviehmärkten (insbeſondere Ferkelmärkte) unterſagt.
VI. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen werden mit Gefäng=
nis
bis zu 2 Jahren oder mit Geldſtrafe bis zu 3000 Mk. beſtraft.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf obige Bekanntmachung hin. Sie iſt ſofort ortsüblich
bekannt zu geben. Der Befolg der angeordneten Maßnahmen iſt durch das
Polizeiperſonal ſtreng zu überwachen.
Etwa in Ihren Gemeinden wohnende Viehhändler ſind von den Vor=
ſchriften
ſogleich beſonders in Kenntnis zu ſetzen.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1914.
(20074
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Starck.

Der Hanſeatiſchen Verſicherungs=Aktien=Geſellſchaft von 1877 zu Hamburg iſt
durch Entſcheidung des Kaiſerlichen Aufſichtsamts für Privatverſicherung vom 25. Auguſt
1914 die Erlaubnis zum Geſchäftsbetriebe der Feuer=, Einbruchsdiebſtahl= und Waſſer
leitungsſchäden-Verſicherung im Deutſchen Reiche erteilt worden. Die genannte Ge=
ſellſchaft
beabſichtigt, den Geſchäftsbetrieb in dieſen Verſicherungszweigen auch im
Großherzogtum Heſſen aufzunehmen, und hat die in §115 Abſatz 1 des Reichsgeſetzes=
über
die privaten Verſicherungsunternehmungen vom 12. Mai 1901 vorgeſchriebene
Anzeige über die Eröffnung des Geſchäftsbetriebs im Großherzogtum an Großh.
Miniſterium des Innern erſtattet.
(20029

In zwei Gehöften der Gemeinde Nieder=Klingen (Kreis Dieburg) iſt die Maul=
und Klauenſeuche ausgebrochen.
(20030

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit über 10 Mk. Inhalt. 1 lila
Portemonnaie mit einigen Pfennigen. 1 kleine Stickſchere. 1 Brief=
taſche
mit Wanderſchein, auf den Namen Spickner lautend. 1 ſehr
kleines Portemonnaie mit einigem Inhalt. 1 Paket, enth. Unterhoſe,
(20046
Feldflaſche mit Trinkbecher und 1 Paar Strümpfe.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
findet
ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(20080
Sonntagsruhe in den Apotheken. Am Sonntag, den 18. Okr.,
ſind nachmittags in der Zeit von 1 bis 9 Uhr abends folgende
Apotheken geöffnet: Hirſch=Apotheke, Nieder=Ramſtädterſtraße, und
Apotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtr. Alle übrigen Apotheken
ſind von 1 Uhr ab geſchloſſen.

Bekanntmachung.

Im hieſigen Schlachthof wurde bei einem von Frankfurt a. M.
aus eingeführten Stück Vieh Maul= und Klauenſeuche feſtgeſtellt.
Die Abſchlachtung und Desinfektion wurde ſofort angeordnet, ſodaß
die Seuche als erloſchen betrachtet werden kann.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
(20119
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Landſturm=Muſterung.

Nachſtehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur Kenntnis
der Beteiligten.
(19942mds
Darmſtadt, den 12. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Muſterung und Aushebung der unausgebildeten
Landſturmpflichtigen.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die
Muſterung und Aushebung der militäriſch nicht ausgebildeten
Landſturmpflichtigen in der Zeit vom 15. bis 19. Oktober 1914 im
Hauſe der Turngemeinde, Woogsplatz 5, ſtattfindet.
Es haben zu erſcheinen:
Donnerstag, den 15. Oktober 1914
Vormittags ½8 Uhr: Die im Jahre 1890 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden des Kreiſes.
Nachmittags ½2 Uhr: Die im Jahre 1888 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden des Kreiſes.
Freitag, den 16. Oktober 1914
Vormittags ½8 Uhr: Die im Jahre 1894 und 1891 geborenen
Leute aus der Stadt Darmſtadt und
ſämtlichen Landgemeinden des Kreiſes.
Nachmittags ½2 Uhr: Die im Jahre 1889 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden des Kreiſes.
Samstag, den 17. Oktober 1914.
Vormittags ½8 Uhr: Die im Jahre 1893 und 1892 geborenen
Leute aus der Stadt Darmſtadt und
ſämtlichen Landgemeinden des Kreiſes,
ſowie die im Jahre 1887 geborenen
Leute aus den Gemeinden Arheilgen,
Braunshardt, Eberſtadt, Eich, Erzhauſen,
Eſchollbrücken, Gräfenhauſen, Griesheim,
Hahn, Malchen, Meſſel, Nieder= Beer=
bach
, Nieder=Ramſtadt und Waſchenbach.
Nachmittags ½2 Uhr: Die im Jahre 1887 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und den Gemein=
den
Ober=Ramſtadt, Pfungſtadt, Roß=
dorf
, Schneppenhauſen, Traiſa, Weiter=
ſtadt
und Wixhauſen.
Montag, den 19. Oktober 1914
Vormittags ½8 Uhr: Die im Jahre 1886 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden desKreiſes.
Nachmittags ½2 Uhr: Die im Jahre 1885 geborenen Leute aus
der Stadt Darmſtadt und ſämtlichen
Landgemeinden des Kreiſes.
Sämtliche vom Aufruf betroffenen Landſturmpflichtigen ſind
zur Teilnahme an der Muſterung verpflichtet und haben ſich an der

vorbezeichneten Tagen und Zeiten pünktlich im Muſterungslokal ein=
zufinden
mit Ausnahme:
1. derjenigen, welche von der Geſtellung ausdrücklich befreit
worden ſind;
2. der vom Dienſt im Heere und in der Marine Ausge=
muſterten
;
3. der Gemütskranken, Blödſinnigen und Krüppel uſw.
Die im Dienſte der Eiſenbahnen, der Poſt, der Telegraphie
und der militäriſchen Fabriken feſt angeſtellten Beamten und ſtän=
digen
Arbeiter, die von ihren Behörden als unabkömmlich anerkannt
und für die Unabkömmlichkeitsbeſcheinigungen eingereicht werden, ſind
von der perſönlichen Geſtellung gleichfalls befreit.
Wer der Geſtellung keine Folge leiſtet, hat die im Militär=
ſtrafgeſetz
und der Disziplinarſtrafordnung vorgeſehenen Strafen zu
gewärtigen.
Geſuche um Entbindung von der Geſtellung ſind unzuläſſig.
Zugleich werden diejenigen, welche der Aufforderung, ſich zur
Stammrolle zu melden, bis jetzt nicht nachgekommen ſind, nochmals
aufgefordert, dies unverzüglich zu tun und ſich zur Muſterung einzu=
finden
, ſoweit ſie den vorerwähnten Jahrgängen angehören.
Gleichzeitig werden die Landſturmpflichtigen aufgefordert, ſich
während der Muſterung im und vor dem Muſterungslokal, ſowie
auch in den Straßen der Stadt ruhig zu verhalten, andernfalls
Zuwiderhandelnde in Polizeigewahrſam genommen würden und nach
Maßgabe der einſchlägigen geſetzlichen Beſtimmungen Strafe zu ge=
wärtigen
hätten.
Wegen dringender häuslicher und gewerblicher Verhältniſſe
können Landſturmpflichtige hinter die letzte Jahresklaſſe ihres Aufge=
bots
, in beſonders dringenden Fällen auch hinter die letzte Jahresklaſſe
des zweiten Aufgebots zurückgeſtellt werden.
Derartige Geſuche ſind bei den Großh. Bürgermeiſtereien un=
verzüglich
anzubringen und aufs eingehendſte zu begründen, wenn ſie
Berückſichtigung erfahren ſollen.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1914.

Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des
Kreiſes Darmſtadt.
Dr. Reinhart.

Frauenſchule.

Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 16. Juli
1914 und mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern, Ab=
eilung
für Schulangelegenheiten, vom 2. Auguſt 1914 (zu Nr.
M. d. J. I. 10170) wurden die Schulgeldſätze für die mit der Eleonoren=
ſchule
verbundene Frauenſchule mit Wirkung vom 1. April 1914 ab
wie folgt feſtgeſetzt:
a) für Schülerinnen, deren Eltern oder an ihre Stelle getretene
Unterhaltspflichtige oder die ſelbſt, ſofern ſie großjährig
ſind, ihren Hauptwohnſitz im Bezirk der Stadt Darmſtadt
. 150 Mk. jährlich
haben
b) für alle anderen Schülerinnen . . . . 170 Mk.
Für Geſchwiſter in der Viktoriaſchule (mit Seminar),
der Eleonorenſchule (mit Frauenſchule) und den ſtädtiſchen
Mittelſchulen iſt wie ſeither zu zahlen: für das erſte Kind
das volle Schulgeld, für das zweite drei Viertel, für das
dritte und jedes folgende die Hälfte des Schulgeldes der=
jenigen
Anſtalt und Klaſſe, die ſie beſuchen.
Darmſtadt, den 13. Oktober 1914.
(21003sid
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.

Kartoffelpreis.

Nach Anhörung von Sachverſtändigen ſtelle ich hiermit feſt,
daß ausgeleſene Speiſekartoffeln frei Keller im Einzelverkauf je
nach Sorte höchſtens Mark 67.50 das Malter
(100 kg) koſten dürfen. In Waggon=Ladung bezogen, bei
weniger ſorgfältigem Ausleſen, ſind niedrigere Preiſe
am Platz. Beim Verkauf in einzelnen Pfunden auf
dem Markt iſt ein Preis zu höchſtens 78 Pfg.
für das Kilo gerechtfertigt. Wer dieſe Preiſe überſchreitet, oder für
geringere Sorten die höchſten Preiſe verlangt, macht ſich der
Ueberforderung ſchuldig und wird von mir unnachſichtlich zur Ver=
antwortung
gezogen.
(20090a
Darmſtadt, den 14. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.

Ueberſicht

der Durchſchnittspreiſe von folgen=
den
Früchten und Verbrauchsgegen=
ſtänden
in der Zeit
vom 1. bis 15. Oktober 1914:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 26. bis 28.
Korn
23. 24.50
Gerſte
24. 25.-
Hafer
24. 24.-
Butter ½ Kilg Mk. 1.40
Butter in Parkien Mk. 1.30
Eier per Stück 12=Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.75
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.8
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 16. Oktober 1914.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.

Dünger=Verſteigerung.
Dienstag, 20. Oktober 1914,
vormittags 95 Uhr,
wird auf dem Hofe der Train=
kaſerne
, Eſchollbrückerſtraße 24,
die
Matratzenſtreu
der 1. Eskadron meiſtbietend ver=
ſteigert
.
(20051
Train=Erſatz=Abteilung 18.

Dunger u. Pfuhl
jedes Quantum, zu ermäßigten
Preiſen.
(18618a
Schlachthof.

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[ ][  ][ ]

Nummer 286.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Seite 13.

Einäſcherungsanlage auf dem Hauptfriedhof.

Nachdem die Einäſcherungsanlage auf dem Hauptfriedhof am
10. Oktober d. Js. in Benutzung genommen worden iſt, iſt die im
Wortlaut bereits veröffentlichte Ortsſatzung für den Betrieb der An=
lage
an dem gleichen Tage in Kraft getreten.
Darmſtadt, den 14. Oktober 1914.
(20053sg
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.

Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule.
Abendkurſe.

Wir beabſichtigen, auch im Winterhalbjahr 1914/15 wieder be=
ſondere
Abendkurſe einzurichten. Ihre Eröffnung ſoll Ende Oktober
lfd. Js. erfolgen. In ihnen ſollen Mädchen und Frauen, denen es
durch anderweitige Beſchäftigung am Tag nicht möglich iſt, ſich mit
den Arbeiten des Haushaltes vertraut zu machen, im Kochen und
Backen, ſowie im Nähen, Flicken und Stopfen unterwieſen werden.
Die Herſtellung von Weihnachtsgebäck findet in dieſen Kurſen
beſondere Berückſichtigung.
Die Zahl der Unterrichtsabende iſt auf 60 feſtgeſetzt. Die Ver=
teilung
derſelben auf die einzelnen Wochen und Tage und die Feſt=
legung
der Unterrichtszeit erfolgen im Einverſtändnis mit den Kurſus=
teilnehmerinnen
.
Das Schulgeld für den ganzen Kurſus beträgt:
a) für hieſige Schülerinnen 2 Mk.
b) auswärtige
4 Mk.
Es iſt bei der Anmeldung zu entrichten.
Anmeldungen von Teilnehmerinnen aus dem Stadtbezirk
Darmſtadt werden Montag, deu 19. Oktober, von 78 Uhr
abends, in der Fortbildungsſchulküche im Schulhaus Rundeturm=
ſtraße
11, von ſolchen aus dem Bezirk der ehemaligen Gemeinde
Beſſungen Dienstag, den 20. Oktober, von 78 Uhr abends,
in den Fortbildungsſchulräumen im Schulhaus Hermannſtraße 21
von dem Leiter der Schule entgegengenommen.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1914.
(20084sgo
Der Vorſtand.
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.

Zimon und Charlolte Zulda=Siſtung in Barnſadt.

Am 9. November d. Js. ſollen vergeben werden:
a) Drei Unterſtützungen mit je 40 Mk. an je eine brave
proteſtantiſche, katholiſche und israelitiſche Familie aus dem
Arbeiterſtande, dem Gewerbe= oder Handwerkerſtande, dem
Kaufmannsſtande oder handeltreibenden Stande, die durch
Krankheit oder ſonſtige Verhältniſſe in Not und Bedrängnis
geraten iſt;
b) an etwa 20 Familien oder Einzelperſonen aus dem vor=
genannten
Stande und unter den gleichen Vorausſetzungen
je zehn Zentner Kohlen oder andere Brennmaterialien
im gleichen Werte.
Bewerbungen ſind bis ſpäteſtens
Samstag, den 24. Oktober 1914,
an den Stiftungsvorſtand (Stadthaus) unter kurzer Darlegung der
Verhältniſſe zu richten. Dabei iſt noch anzugeben: Stand, Wohnung,
Konfeſſion, auf welche Art von Unterſtützung (a oder b) gerechnet
wird und ob die Kohlen oder ſonſtige Brennmaterialien in das Haus
gebracht werden ſollen oder an der Lieferſtelle abgeholt werden. In
letzterem Falle wird entſprechend dem etwa erſpart werdenden
Bringerlohn ein Mehr an Brennmaterialien gewährt.
Darmſtadt, den 14. Oktober 1914.
(20052
Der Vorſitzende des Stiftungsvorſtandes:
J. V.: Schmitt, Großh. Beigeordneter.

Das Pulverhaus am Beſſungerweg in nächſter Nähe des
Bahnhofs Darmſtadt Süd ſoll auf Abbruch verkauft werden.

Angebotsbogen ſind im Amtsgebäude, Zimmer 10, einzuſehen
und können auch gegen poſtfreie Einſendung von 0,50 Mk. in bar
durch das Betriebsamt 1 Darmſtadt bezogen werden.
Angebote mit entſprechender Aufſchrift ſind bis Mittwoch,
den 28. Oktober 1914, vormittags 11 Uhr, einzureichen. Zu=
ſchlagsfriſt
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Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

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die Redaktion des Blattes von jeher als ihre Hauptaufgabe
betrachtet. Ausserdem bringt das Buch für Alle von
Heft 2 des kürzlich begonnenen neuen Jahrgangs ab

zahlreiche Kriegsbilder,
und es wird unser fortgesetztes Bestreben sein, in Bild
und Wort den grossen Ereignissen zu folgen.

Tobias Wilders Weg zur Höhe.
Von Zdenko von Kraft.
(Nachdruck
63,

Mit vorgebeugtem Kopfe haſtete Gottwalt durch das
dämmerige Waldgehänge hinauf.
Hinter dem Naßkamm traf er die vier anderen.
Am Fuß der Gamsecker Wände, als ſie bei ſinkender
Nacht das Zinklicht anbrannten, höhlte Gottwalt die
Hände um den Mund und ſchrie:
Tobby
Tobby!
Tobby
Dann Stille.
Der Regen rauſchte nimmer. Lautlos fiel der Schnee.
Und manchmal blies der Wind mit ſcharfem Ton um eine
Felsecke.
Je höher ſie kamen, deſto tiefer lag dieſe weiße Decke
die jeden Schritt zu einer Mühſal machte.
Sie ſtiegen, ſuchten und ſchrien die ganze Nacht.
Erſt ſpät am Morgen konnten ſie die Gamseckerhütte
erreichen.
In dieſer Hütte war einer über Nacht geweſen. Es
war noch Wärme in der Stube im Ofen glomm noch ein
rotes Auge der erlöſchenden Glut aus der Aſche heraus.
Vor der Hüttentür ging eine verſchwommene, noch
nicht völlig zugewehte Furche durch den Schnee. Doch
ſchon nach hundert Schritten erloſch ſie in einer weißen,
glatten Fläche.
Nach welcher Richtung ſollte man ſuchen. Bergauf?
Bergab?
Immer wieder jauchzten und ſchrien ſie alle fünfe
und Erasmus, der eine Piſtole mitgebracht hatte, löſte
einen Schuß. Der drang nicht weiter als die ſchreienden
Stimmen. Die Schneeluft verſchlang den matten Knall.
Und das Echo, das er wecken konnte, war nur wie ein
leiſes Murren.
Wohl drang dieſes müde Murren noch hinauf bis zu
den ſilberweiß umhangenen Graten.
Doch Tobby hörte nicht. Während er ſich langſam
durch den Schnee wühlte, der ihm bis zu den Hüften
ging, war ſein Atem lauter als das Seufzen dieſes ver=
flogenen
Widerhalles. Und wer einen Weg zu freier Höhe
ſucht, hat keine Zeit, um auf Stimmen der Tiefe zu
lauſchen.
Nun lag wie ein zu Eis erſtarrtes Wogenmeer das
Plateau vor Tobias Wilder. Während er gegen Alten=
berg
hinabſah, das der Höhennebel und das Schneetreiben
für Augenblicke freigab, ſummten die kalten Windſtöße ein
ſeltſames Lied.
Und da erfaßte er es wieder ganz: Warum er hier
auf eiſiger Höhe pfadlos irrte, warum er vertrieben war
aus dem engen Paradies dort unten.

Endlos lange ſtarrte er hinab. Gegen die ſchwarzen
Nadelhänge der jenſeitigen Bergwände ſah er das lang=
ſam
hinabziehen wie einen feinen Schleier. Das war der
leichte, feinflockige Schnee, der ſo lind und lieblich mit
den Wolken immer tiefer glitt, ſo unhörbar, ſo traumhaft
Auch um ihn herum tanzte es ſanft hernieder, dieſes
milde, weiße Wunder, auch auf ihn fiel Flocke um Flocke
Nicht dreiſt und ſtürmiſch, nicht wild und ungeſtüm. Es
war wie das Streicheln eines Kindes. Und was da laut=
los
fiel, blieb über allen Dingen liegen wie reines Lin=
nen
, durchwirkt von glitzerndem Flitter, anzuſehen wie
das Brautkleid der Erde, die ſich dem Winter vermählt.
Der Himmel kargte nicht. Er hatte genug der flim=
mernden
Kriſtalle und warf ſie mit vollen Händen herab,
immer mehr, immer dichter, immer ſchimmernder. Ver=
loren
ſtarrte Tobias empor. War da in den Lüften nicht
ganz das gleiche Gewirbel, ſeltſam und unbegreiflich, wie
drunten in der Welt? Wie Menſchen ihre Schickſale haben
hatten dieſe irrenden Eisfunken nicht auch die ihren?
Der kurze Flug war ihr Leben. Ein Vorübergleiten an
der Welt ein Tanz und ein Flimmern vielleicht ein
Sonnenſtrahl und es war zu Ende. Und wenn es an
Sonn, olehr gab, als nur einen flüchtigen Blitz aus zer=
riſſenen
Wolken, dann mußten ſie daran vergehen, dieſe
törichten, ſehnſuchtsvollen, ſüßen und vergänglichen
Sternchen.
Tobias wandte ſich zum Gehen. Kein Weg mehr.
Nur weißer, weißer Schnee.
Dort unten im Tal war ein ſchmaler Steig geweſen
zu ſeinem Glück ein enges Steiglein voll Gefahr und
Seligkeit und lag nun tief überdeckt vom kalten Schnee
der Entſagung. Warum ſollte hier im herben Gebirge ein
beſſeres Wandern ſein als dort unten? Es war gut ſo.
Es mußte ſo ſein! Er brauchte keinen Pfad, er mußte
wandern lernen ins Troſtloſe. Er mußte ihn abſeits der
menſchlichen Steige finden: ſeinen eigenen, mutigen Weg
ſeinen Weg zur Höhe.
Und er begann zu ſuchen. Müd’ und langſam watend,
den Kopf geſenkt, die ſtarrgewordenen Hände in den
Taſchen ſeiner dünnen Joppe ſo wanderte er dahin.
Ueber ihm fiel es gleichmütig und lautlos herab und
ſchmiegte ſich in die Nähte und Falten ſeines Gewandes.
Tobias Wilder begann zu frieren. Froſt drang ihm bis
ins innerſte Herz, aus dem ein böſer Sturm den Sonnen=
ſchein
und die Wärme vertrieben hatte. Kalt und lang=
ſam
flatterte Flocke um Flocke in dieſes Herz hinein und
blieb auf einem friſchen Grabe liegen, um es verborgen
zu halten unter einer bleichen Decke.
Tobias legte den Arm über ſeine brennenden Augen.
Der lichte Glanz blendete ihn. Oben irgendwo mußte die
Sonne ſein . .. dort, wo der Nebelſchleier heller war.

Jetzt ging er weiter. Das Linnen zu ſeinen Füßen
war ein dicker, ſchwerer Teppich. Und eine eckig geformte
Schneewächte, die der Wind hinaufgeblaſen hatte über
einen mächtigen Felsblock, war anzuſehen wie ein feines,
weißes Haus. Ein Haus? War um das Haus herum
nicht ein Staketenzaun? Mit wilden Roſen? Und ſtand
nicht hinter dem Zaun eine liebe, junge Frau?
Röschen!
Tobias hatte den Namen laut gerufen. Er erſchrak
vor ſeiner eigenen Stimme, fuhr auf . . . wo war Rös=
chen
? . . . Und das Haus? . . . Nur Flocken tanzten um
ihn herum und drangen ihm in die Augen. Da ſchloß er
die Lider. Wie gut das war! So ſüß wie ein Kußl
Und jemand ſprach zu ihm. Wer war es nur? Wer war
es? Deutlich verſtand er jedes Wort: Wo es eine große
Liebe gilt oder eine wahre Freundſchaft da ſollte es
ernſt werden mit der Pflicht, und wenn es auch bitter
weh tun müßte; alles geht auf der Welt; es will nur ver=
ſucht
ſein; und wenn es gar nimmer gehen will hier
unten
Tobias riß die Augen auf und ſtarrte mit irrer Be= ins flimmernde Reich der Schneekriſtalle. Was
war das? Hatte nicht jemand ſeinen Namen gerufen?
Tobby! Tobby!
Keuchend wollte Tobias aufſpringen, wollte dieſer
quälenden Stimme entfliehen. Aber ſeine Füße trugen
ihn nicht mehr. Er horchte und legte die Hände vor den
geblendeten Blick, um den Schall zu finden.
Da noch einmal ferner als zuvor:
Tobby! Tobby!
Er wollte aufweinen, aber ſeine Augen hatten keine
Tränen. Mit ſtarrer Hand ſtrich er die Flocken von den
Lidern fort.
Flocken? Waren das Flocken? War er blind geweſen?
Das waren doch
Engel waren es, kleine, ſüße Engel, die heiter durch
die Wolken tanzten und ſich rings um ihn herum wie lieb=
liche
Kinder zu tummeln begannen.
Himmelsnähe!
Darum war auch die Sonne dort oben irgendwo
vielleicht beim lieben Gott.
Dieſer kleinen Engel wurden immer mehr und mehr!
Und in ihrer Mitte dort, wo es am hellſten war
da ſtand eine heilige Frau! Sie kam und lächelte ſie
kam . Tobias Wilder breitete die Arme aus
Röschen!
Und war auf freier Höhe.
Noch einmal rief es irgendwo in treuer Sorge:
Tobby! Tobb!
Dann war alles ſtill.
Ende.

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Nummer 286.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Seite 15.

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt i.

geöffnet an Wochentagen von 9 12 Uhr vorm. und
5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 10. Okt.: dem Friedhofsarbeiter Georg
Landzettel, Inſelſtraße 19, ein S. Wilhelm. Am 12.:
dam Stukkateur Karl Nikolaus Sitzler, Müllerſtraße 15,
Mime T. Anna Maria Magdalena. Am 7.: dem Kaſernen=
Unfärter Karl Schweizer, Wilhelminenſtraße 15, ein S.
ßriedrich. Am 8.: dem Hauſierer Peter Mahler, Mag=
düulenenſtraße
9, ein S. Heinrich Hugo. Am 11.: dem Poſt=
ſekretär
z. Zt. Vizefeldwebel im Landwehr=Inf.=Rgt.
har. 118 Wilhelm Glenz, Soderſtraße 94, ein S. Heinrich
Priedrich Wilhelm. Am 8.; dem Hausburſchen Peter 6
beckmann, Nieder=Ramſtädterſtraße 45, eine T. Charlotte
Eertrude. Am 14.: dem Magazinarbeiter Hermann
Göckel, Marktſtraße 3, eine T. Eliſe Chriſtine Johanna.
Lm 8.: dem Kaufmann Otto Karl Schöneberg, Hohler
Aseg 11, ein S. Otto. Am 14.: dem Privatdozent an der
reechn. Hochſchule Dr. phil. Johann Baerwald, Alice=
Uſraße 13, eine T. Charlotte Helene Marie und ein S.
Aserner Richard Bruno. Am 13.: dem Oberkellner Her=
mann
Schott, Luiſenſtraße 1, eine T. Katharina. Am
1s.: dem Taglöhner Georg Kraft, Magdalenenſtr. 7,
ſeme T. Johanna Marie Karoline.
Geſtorbene. Am 12. Okt.: Karoline Bergheimer,
Ziimmerwärterin i. P., 67 J., ev., ledig, Viktoriaſtr. 59.
Aam 12.: Viktor Adolf Ganß, Taglöhner, 25 J., ev., led.,
G roße Ochſengaſſe 4. Am 6.: Franz Rüſter, Telegraphiſt,
60 J., ev., led., Pankratiusſtraße 2. Am 13.: Johannes
Schmidt Schloſſer, 25 J., ev., aus Traiſa, hier, Grafen=
ſtraße
9. Am 14.: Friedrich Vierheller, Feldſchütz i. P.,
Mallaswieſenſtraße 119. Am 14.: Katharine Schott,
Dochter des Oberkellners, 23 St., kath., Luiſenplatz 1.
Am 15.: Franz Müller, Bauaufſeher, 65 J., ev., Rhön=
ung
131. Am 14.:Wilhelm Martin Franz Ackermann,
Holonialwarenhändler, 54 J., ev., Liebfrauenſtraße 47.

Gottesdienſtliche Anzeigen.

Evangeliſche Gemeinden
19. Sonntag nach Trinitatis, den 18. Oktober 1914
Hofkirche: Samstag, den 17. Oktober, abends um
6 Uhr: Beichte. Sonntag, den 18. Oktober (Ernte=
Idankfeſt), vorm. um ½ 10 Uhr: Beichte und Anmel=
duung
zur heil. Kommunion in der Sakriſtei. Vorm. um
100 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil. Abend=
mahls
. Mittwoch, den 21. Okt., abends um 6 Uhr;
Andacht.
Stadtkirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Velte.
Vsormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Aselte. Abends um 6 Uhr: Gottesdienſt zur Eröff=
nung
des Konfirmandenunterrichts. Pfarrer Zimmer=
mann
. Mittwoch, den 21. Okt., abends um 8½ Uhr:
Kriegsbetſtunde. Pfarrer Velte.
Stadtſapelle: Vormittags um 10 Uhr: Pfarrer
Aeringer. Vormittags um 11½ Uhr: Kindergottes=
dienſt
Entlaſſung der Konfirmanden). Pfarrer Kle=
herger
.
Militärgemeinde (Stadtkirche): Vorm. um 8½ Uhr:
Coarniſonspfarrer Schäfer. Vorm. um 10½ Uhr:
Krindergottesdienſt (Steinſtraße 24, Muſikſaal).
Johanneskirche: Kollekte für die evang. Bewegung in
Loeſterreich. Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Marx.
Vsormittags um 11½ Uhr: Eröffnungsfeier für den
K onfirmandenunterricht. Pfarrer Dingeldey. Mitt=
woch
, den 21. Okt., abends um 8 Uhr: Andacht. Pfarrer
Loingeldey.
Martinskirche: Vormittags um 10 Uhr: Pfarrer
I.. Waitz. Vormittaas um 11 Uhr: Kindergottes=
dienſt
für den O ſt bezirk. Pfarrverwalter Storck. Nach=
nnittags
um 4 Uhr: Betſtunde im Martinsſtift. Pfarrer
Weller. Abends um 6 Uhr: Pfarraſſiſtent Linden=
ſt
ruth. Mittwoch, den 21. Oktober, abends um 8 Uhr:
Andacht. Pfarrer D. Waitz.
Pfründnerhaus: Vorm. um 10 Uhr: Pfarraſſiſtent
Keindenſtruth.
Herberge zur Heimat: Vormittags um 9 Uhr: Pfarrer
Memmert.
Eliſabethenſtift: Vorm. um 10 Uhr: Hauptgottes=
mienſt
(Erntedankfeſt). Pfarrer Hickel. Vorm.
um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Freitag, den
283. Oktober, abends um 8¾ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Erntedankfeſt.
Ktollekte für die Kirche. Vormittags um 10 Uhr: Pfarr=
eſſſiſtent
Sann. Vorm. um 11½ Uhr: Kindergottes=
dienſt
. Pfarraſſiſtent Sann. Abends um 6 Uhr:
G5ottesdienſt zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts.
(farrer Wagner. Mittwoch, den 21. Okt., abends
8: Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarraſſiſtent Sann.
Pauluskirche: Erntedankfeſt. Kollekte für den
Ktirchenfonds. Vorm. um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.

Pfarer Rückert. Vormittags um 11½ Uhr: Kinder=
gottesdienſt
. Pfarrer Rückert. Nachm. um 6 Uhr:
Gottesdienſt zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts.
Pfarrer Rückert. Mittwoch, den 21. Okt., abends um
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrer Rückert.
Evang. Gemeinde in Eberſtadt: Sonntag, den 18. Okt.,
vormittags um ½10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Paul.
Abends um 6 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrverwalter
Stumpf.
Evang. Gemeinde in Nieder=Ramſtadt: Sonntag, den
18. Okt. (Erntedankfeſt), vormittags um ½ 10 Uhr:
Gottesdienſt. Nachm. um 6 Uhr: Krieger= Gedächtnis=
feier
in der Kirche. Mittwoch, den 21. Okt., abends
um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrverwalter Weik.
Evang. Gottesdienſt in Fraiſa: Sonntag, den 18. Okt.,
nachmittags um 2 Uhr: Gottesdienſt im Rathausſaal.
Pfarrverwalter Weik.
Lutheriſcher Hottesdienſt. (Selbſtändige evang.=lutheriſche
Kirche.) Am 19. Sonntag nach Trinitatis, den 18. Okt.,
vormittags um 9½ Uhr, im Feierabend‟, Stiftſtr. 51:
Predigt. Pfarrer Müller.
Siahtniſten Mahlſtraße 29) Sonntag, den 19. Of.,
vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Nach=
mittags
um 4 Uhr: Bibelſtunde. Herr Diviſionspfarrer=
Schäfer. Abends um 8½ Uhr: Gebetsvereinigung.
Dienstag, den 20. Okt., abends um 8½ Uhr: Blau=
kreuzbibelſtunde
und Gebetsvereinigung. Donnerstag,
den 22. Oktober, abends um 8½ Uhr: Bibelſtunde und
Gebetsvereinigung. Zweig der Stadtmiſſion
(Beſſungerſtraße 88, Hth.). Sonntag, den 18. Okt., vor=
mittags
um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Nachmit=
tags
um 3 Uhr: Jugendbund für Jünglinge. Um
4½ Uhr: Jugendbund für Jungfrauen. Freitag, den
23. Oktober, abends um 8½ Uhr: Bibelſtunde und Ge=
betsvereinigung
.
Epangeiſche Gemeinſchaſt (Kiesſtr. 54): Dienstag, den
20. Oktober, abends 8½ Uhr: Gottesdienſt. Prediger
Berner=Frankfurt a. M.
Gottedienſt der Rengpoſalſchen Gemeinde ( Lagerhaus=
ſtraße
4): Sonntag, nachmittags um 4 Uhr. Mitt=
woch
, abends um 8½ Uhr.

Gemeinde gläubig getauſter Chriſten (Waptiſcken), Mauer=
ſtraße
17: Sonntag, den 18. Oktober vorm. um
9½ Uhr: Predigt. Prediger Winhold. Um ¾ 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Nachmittags um 4 Uhr: Predigt.
Prediger Winhold. Abends um 6 Uhr: Jugendverein.
Mittwoch, den 21. Oktober, abends um 8½ Uhr:
Kriegsgebetſtunde.
Relhodiſengeneinde (Taunusſtraße 53): Sonntag,
den 18. Okt., nachmittags um ¾3 Uhr: Sonntagsſchule.
Um 4 Uhr: Predigt. Freitag, den 23. Oktober, abends
um ½ 9 Uhr: Vibel= und Gebetſtunde.

Katholiſche Gemeinden
20. Sonntag nach Pfingſten, den 18. Oktober 1914
St. Ludwigskirche: Samstag, den 17. Oktober, nach=
mittags
um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit
zur heil. Beichte. Um 8 Uhr: Roſenkranzandacht.
Sonntag, vorm. von ½ 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um 6 Uhr: Erſte heil. Meſſe und Roſen=
kranzandacht
. Um 7 Uhr: Austeilung der heil. Kom=
munion
. Um 8 Uhr: Hl. Meſſe. Um ½ 10 Uhr:
Hochamt mit Predigt. Um 11 Uhr: Letzte heil. Meſſe.
Nachmittags um 3 Uhr: Sakramentaliſche Bruder=
ſchaftsandacht
mit Predigt. Werktags, abends um
8 Uhr: Roſenkranzandacht. Am Dienstag abend um
7 Uhr 40 Min.: Roſenkranz; darauf Predigt eines aus=
wärtigen
Paters über Vaterlandsliebe; darauf Litanei
und Segen.
Militärgemeinde (Uebungsplatz bei Griesheim):
Sonntag, vorm. um ½ 10 Uhr: Singmeſſe mit Predigt.
Kapelle der Parmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm
um ½ 7 Uhr: heil. Meſſe. Nachm. um 5 Uhr: Ver=
ſammlung
des 3. Ordens. Um 6 Uhr: Roſenkranz=
andacht
.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonntag, vormittags um
7 Uhr: heil. Meſſe. Nachm. um 4 Uhr: Verſamm=
lung
der kath. Dienſtmädchen.
Kapelle zu Ober=Ramſtadt: Sonntag, vorm. um 9 Uhr:
Hl. Meſſe mit Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, den 17. Oktober, nach=
mittags
um ½ 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen=
heit
zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur
heil Beichte. Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. Um 8 Uhr:
hl. Meſſe mit Predigt und Generalkommunion der
Sodalität. Um ½10 Uhr: Hochamt und Predigt.
Nachm. um 2 Uhr: Sakramentaliſche Andacht. Mon=
tag
und Freitag, abends um 8 Uhr: Roſenkranz.
Mittwoch, abends um 8 Uhr: Kriegsandacht und Pre=

digt des Paters Göckel über das Thema: Der große
Schlachtenlenker.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Samstag, den
17. Okt., nachm. um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge=
legenheit
zur heil. Beichte.
Sonntag, vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um ½ 7 Uhr: hl. Meſſe. Um ½ 9 Uhr:
Amt mit Predigt. Nachm. um ½3 Uhr: Sakramen=
taliſche
Bruderſchaftsandacht. Mittwoch, abends um
8 Uhr: Kriegsgebet. An allen Werktagen Roſen=
kranzmeſſe
.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, den 17. Okt., nachm.
um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
Sonntag, vormittags um ½6 Uhr: Beichte.
Um ½ 7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. Um
½10 Uhr: Hochamt, Predigt und Gebet für unſere Krieger.
Nachm. um ½ 2 Uhr: Chriſtenlehre. Um 2 Uhr:
Andacht. Werktags um ½8 Uhr: Singmeſſe mit
heil. Kommunion und Kriegsbetſtunde; vorher Beicht=
gelegenheit
.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt bei
Eberſtadt: Während der Kriegszeit an allen Donners=
tagen
, nachmittags um 4 Uhr: Kriegsbetſtunde und
Predigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. um 7 Uhr:
Beichte. Um ½ 8 Uhr: Amt, Predigt und Gebet für
unſere Krieger. Nachmittags um ½2 Uhr: Andacht.
An allen Wochentagen, nachm. um 4 Uhr: Andacht
zur Erflehung der göttlichen Hilfe und Erbarmung in
der gegenwärtigen Kriegszeit.

Getaufte, Getraute und Beerdigte.

Getaufte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Kaplaneigemeinde: 4. Okt.: Dem Fuhrmann
Georg Kohlbacher e. T. Frieda Elvira, geb. 24. Sept.
Petrusgemeinde: 4. Okt.: Dem Oberleitungs=
aufſeher
Valentin Gerhard II. S. Wilhelm, geb. 27. Aug.
5. Okt.: Der Telegraphenarbeiter Valentin Kropp e. T.
Agnes, geb. 23. Mai.
Martinsgemeinde: 29. Sept.: Dem Schloſſer
Alwin Max Leuſchner e. S. Otto Heinrich, geb. 19. Sept.
4. Okt.: Dem Zahntechniker Ludwig Wagner e. S. Hans
Ludwig Hermann, geb. 4. Okt. 11. Okt.: Dem Buchdrucker
Albert Nebe e. S. Johann Georg, geb. 27. Aug. 12. Okt.:
Dem Dachdecker Adolf Aßmus e. S. Artur, geb. 3. Okt.
Dem Eiſenbahnwerkmeiſter Heinrich Kerſting e. S. Wil=
helm
, geb. 4. Sept. Dem Lokomotivheizer Peter Grüne=
wald
e. T. Margarethe Wilhelmine, geb. 25. Septbr.
15. Okt.: Dem Dachdecker Georg Möſer e. T. Anna Clara.
19. Okt.: Dem Verſicherungsinſpektor Jakob Tronecker, e. T.
Gertrud, geb. 19. Sept.
Getraute bei den evangeliſchen Gemeinden.
Martinsgemeinde: 10. Okt.: Bahnformer Wil=
heim
Wittmann und Wilhelmine Hopp, beide hier. Georg
Reeg Fabrikarbeiter und Paula Vonderſchmidt. Kark
Wilhelm Hartmann, Zimmerparlier und Chriſtine Kredel
geb. Vetter. Johann Storck Goldarbeiter und Eliſabeth
Hechler.
Feerdigte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Kaplaneigemeinde: 6. Okt.: Mineralwaſſer=
verkäufer
Georg Traſer, 78 J. alt, ſtarb 3. Okt. Wilhelm
Adolf Stahl, Sohn des Kellners Adolf Emil Stahl,
11 Mte. alt, ſtarb 3. Okt. 14. Okt.: Eliſabeth Grimm,
geb. Alberth, Witwe des Litographen Joſef Grimm,
58 J. alt, ſtarb 17. Okt.
Markusgemeinde: 10. Okt.: Der Großh. Ober=
lehrer
Profeſſor Karl Wilhelm Wißner, alt 53 J. 4 M.,
ſtarb 8. Okt. (Einſegnung, Einäſcherung). 11. Okt.: Der
Privatier Chriſtian Schmidt, alt 74 J., ſtarb 8. Okt.
12. Okt.: Der stud. arch. Paul Müller, alt 26 J. 3 M.,
ſtarb 9. Okt. (Einſegnung, Einäſcherung).
Martinsgemeinde: 7. Okt.: Privatin Philippine
Bernhard, alt 67 J ſtarb 5. Okt. Barbara Flach, Witwe
des Johannes Flach, alt 80 J., ſtarb 4. Okt. 8. Okt.;
Telephoniſt Franz Rüſter, alt 60 J., ſtarb 6. Oktober.
Heinrich Grünewald, Förſter i. R., Büroaſſiſtent, ſtarb
6. Okt. 9. Okt.: Suſanne Friederich, 68 J. alt, ſtarb 6. Okt.
Petrusgemeinde: 10. Okt.: Karoline Heilmann,
Tochter des Bäckers Georg Konrad Heilmann dahier,
alt 1 Jahr, ſtarb 10. Okt. (Einſegnung). 11. Okt.: Schreiner=
meiſter
Karl Hof, alt 75 J., ſtarb 9. Okt. 14. Okt.: Chriſtine
Eckel Tochter des Maurers Georg Eckel, 2 M. alt, ſtarb
14. Oktober.
Johannesgemeinde: 14. Okt.: Lina Bergheimer,
ledig, 67 Jahre alt, ſtarb 12. Okt. 16. Okt.: Friedrich
Vierheller, Feldſchütz i. P., 75 J. alt, ſtarb 14. Okt.

Trauungen auswärtiger Paare: Pfarrer Vogel.
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[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 17. Oktober 1914.

Nummer 286.

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Näh. Luiſenſtr. 16, 3. St. (*7439
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ſtelle erbeten.

Alleinſtehendes Fräulein, tücht.
in allen Zweigen des Haushalts,
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ſucht Stellung gegen geringe Ver=
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u. W95 a. d. Geſchäftsſt. (*7350fs

Beſſerer Handw. m. ſch. Hand=
ſchr
., welch. d. d. Krieg ſtellungslos
geworden, ſucht Vertrauenspoſten
als Einkaſſierer od. Bureaudiener.
Ang. u. A 1 a. d. Geſchäftsſt. (*7385

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ſucht Beſchäftigung irgend welcher
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2

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tagsüber zum 1. Nov. geſucht.
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Ludwigsplatz 6.
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[ ][  ][ ]

Nr. 286.

Samstag, 17. Oktober.

1914.

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