Darmstädter Tagblatt 1914


Sonntag, den 11. Oktober.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Nr. 280.

Sonntag, den 11. Oktober.

1914.

Fer krreut
Antwerpens Fall. Kampf den Spionen. Die Vernichtung der deutſchen Schiffe in Antwerpen. Die Kämpfe in
Serbien. Die Lage in Mazedonien. Portugal bleibt neutral? Rieſenverluſte der Ruſſen vor Przemysl.

Antwerpens Fall.

* Großes Hauptquartier, 10. Okt., 11 Uhr
bormittags. (W. T. B. Amtlich.) Die ganze Feſtung
Antwerpen, einſchließlich ſämtlicher Forts, iſt in un=
ſerem
Beſitz.
* Die Hoffnung des deutſchen Volkes iſt glänzend er=
füllt
, die Zuverſicht ſeiner Gegner bitter enttäuſcht
worden. Antwerpen, die ſtolze Feſte, iſt gefallen.
So begrüßt die Voſſiſche Zeitung die Eroberung von
Antwerpen. Das Tageblatt ſchreibt: Ein Jubelruf wird
durch alle deutſchen Lande gehen; eines der wichtigſten
Bollwerke der Welt iſt in kaum 12 Tagen dem Feinde ent=
riſſen
worden. Der 9. Oktober iſt ein Glückstag für unſer
Heer und die Heimat geworden. Der Sieger von Ant=
werpen
, General von Beſeler, dürfe wohl neben von Hin=
denburg
geſtellt werden. Auch er iſt ein eiſerner Charak=
ter
und ein genialer Kopf. Hinter den belgiſchen Ver=
teidigern
Antwerpens ſtand England, man kann wohl
ſagen, mit erhobener Hetzpeitſche. Wo ſich der Gedanke
in belgiſche Herzen legte, dem zweckloſen Zerſtören und
Blutvergießen durch die Kapitulation vorzubeugen, da
ſprach Britannia ein Veto. Gehorchen mußten alle, auch
der König. In der Deutſchen Tageszeitung lieſt man:
Der Fall von Antwerpen iſt ein Schlag, der nicht nur Bel=
gien
niederwirft, ſondern der auch England auf das
Empfindlichſte treffen muß. Antwerpen war der Brücken=
kopf
des engliſchen Angriffes gegen unſere Flanke oder
unſeren Rücken. In Antwerpen fühlte ſich der verbündete
Belgier unter dem. Schutze der engliſchen Hilfe. Dieſe
hat ſich jedoch als völlig wertlos erwieſen. Sie vermochte
das Schickſal Antwerpens nicht einmal aufzuhalten, ge=
ſchweige
denn abzuwenden. So iſt England auch dirert
zu unſerer beſonderen Genugtuung in dieſe Niederlage
verwickelt. In den fernſten Landen wird der Nimbus
Großbritanniens einen Stoß erhalten bei der Kunde, daß
es nicht imſtande war, dem belgiſchen Hamburg wirkſam
Hilfe zu leiſten. Die Rundſchau hebt hervor, daß der
Fall von Antwerpen unſeren Sieg in Frankreich beſchleu=
nigen
werde, da er die Belagerungsarmee für den Kampf
in Frankreich frei mache. Die Kreuzzeitung unter=
ſtreicht
, daß mit Antwerpens Fall auch die Politik zuſam=
mengebrochen
ſei, die England ſeit Jahrzehnten mit Bel=
gien
und der Befeſtigung von Antwerpen verfolgt habe.
Die Frankf. Ztg. ſchreibt: Die in kurzer Zeit mit ſo
glänzendem Erfolge durchgeführte Belagerung Antwer=
pens
iſt die hervorragendſte Tat eines
Feſtungskrieges aller Zeiten. Antwerpen iſt
der Größe nach die zweitgrößte Feſtung der Welt. Paris
iſt der Ausdehnung nach noch etwas überlegen. Die
Werke von Antwerpen ſind im vollſten Sinne des Wortes
modern. Die Belgier haben unzählige Millionen hinein=
geſteckt
, um alle nur denkbare Widerſtandskraft zu ſchaf=
fen
. Während es ſich bei Antwerpen um moderne Forts
aus den letzten Jahren handelt, iſt ein großer Teil der
Forts bei Paris veraltet.
Ueber die letzten Kämpfe in Antwerpen wird
Wahres und Falſches durcheinander gemiſcht. Am 8.
Oktober mittags wurden die letzten Einwohner von der
Polizei ausgetrieben. Die Belgier hatten alle Brücken
über die Nethe und die Ruppel in die Luft geſprengt. Als
die Deutſchen am Dienstag Lier und Puers angriffen,
konnten die Belgier jedoch nicht verhindern, daß deutſche
Pioniere über die Nethe ſchwammen, ſo daß der Brücken=
bau
von beiden Seiten raſch in Angriff genommen wer=
den
konnte. Ein Korreſpondent in Rotterdam erzählt, daß
ein ganzer Waggon mit Waiſen ankam, kleine Kinder, die
meiſt noch nicht 5 Jahre alt waren und die ſich ängſtlich
und ſcheu durch die Straßen drängten. Die Züge aus
Antwerpen konnten nicht alle Leute faſſen, deshalb kamen
viele zu Fuß über die Grenze, teils in Wagen, welche, da
es an Pferden mangelte, vielfach von Frauen gezogen
wurden. Die Raubtiere in dem Zoozogiſchen Garten in
Antwerpen waren erſchoſſen worden.
* Brüſſel, 10. Okt. Das bereits am 28. September
für den Fall einer Beſchießung Antwerpens er=
gangene
Anerbieten tunlichſter Schonung der ge=
ſchichtlichen
Denkmäler iſt von der belgiſchen Re=
gierung
angenommen worden. Sie ließ durch Vermit=
telung
der amerikaniſchen Geſandtſchaft in Brüſſel am
8. Oktober abends, alſo nahezu einen Tag nach Beginn
der Beſchießung der deutſchen Zivilverwaltung ein Ver=
zeichnis
der in Frage ſtehenden hauptſächlichen Denkmäler,
ſowie einen Stadtplan, auf dem ſie beſonders hervorge=
hoben
ſind, zugehen, ſowie eine größere Anzahl von Ab=
zügen
dieſes Planes, auf dem auch die Krankenhäuſer und
Wohltätigkeitsanſtalten vermerkt ſind. Von der Zivilver=
waltung
wurden ſie umgehend dem Befehlshaber der Be=

lagerungstruppen überbracht, durch den ſie noch in der
Nacht an die Artillerieſtellungen ausgegeben wurden.
Einem Berichterſtatter des Nieuwe van den Dag ge=
lang
es, auf einer Lokomotive von Eſchen aus Antwerpen
zu erreichen. Er gibt folgende intereſſante Schilderung:
Am Donnerstag haben die Deutſchen alle ihre Kräſte gegen
die Forts bei Lier angewandt, während ſie ununterbrochen
ein ſchweres Artilleriefeuer auf die zweite belgiſche
Fortslinie ſüdlich von der Stadt unterhielten. In
dieſer zweiten Fortslinie hatten die Engländer ihr
ſchweres Geſchütz aufgeſtellt, das ſehr tapfer das Feuer
der Deutſchen beantwortete. Aber die engliſchen Kanonen
waren nicht ſo zahlreich, daß ſie auf die Dauer einen Er=
folg
gegen die ſehr zahlreichen 28=Zentimetergeſchütze der
Deutſchen erzielen konnten, zumal von deutſcher Seite im=
mer
noch neue Geſchützſtücke angebracht wurden. Alle dieſe
Stücke waren bei Boom aufgeſtellt und Tauſende von
Deutſchen waren bei heſtigem Feuer vorausgeſchoben, um
mit Bajonettangriffen die Schanzen der zweiten
Linie zu nehmen. Bei Duſſel, Waelhem, Boom und Puers
wurden zu gleicher Zeit Angriffe unternommen, um die
Aufmerkſamkeit von dem Hauptangriff bei Lier abzulei=
ten
. Die engliſchen Truppen in der zweiten Fortslinie
hatten ſchnell begriffen, daß es eine Unmöglichkeit ſei, die
allzu ſchnell begonnene Verteidigung durchzuführen.
Freitag gegen Mittag ſahen die Engländer das Hoff=
nungsloſe
einer weiteren Verteidigung ein, und es wurde
beſchloſſen, ſich zurückzuziehen. Es wurde nochmals
ein gewaltiges Feuer auf die deutſchen Truppen eröffnet,
um Zeit zu gewinnen Unter ſeinem Schutze begann der
Rückmarſch. Als die Truppen weit genug von den Forts
entfernt waren, ließ man die Forts in die Luft
ſprengen. Ich habe ſelbſt das Fort von Merem geſehen.
Es war total in die Luft geſprengt. Auf den Türmen
von Antwerpen wurden nun weiße Flaggen gehißt.
Die Engländer zogen über die Schelde und ſprengten die
Brücke hinter ſich. Auf einer belgiſchen Lokomotive bin
ich dann bis in den Hafen von Antwerpen gefahren und
konnte feſtſtellen, daß die Forts im Oſten und Süden zum
Schweigen gebracht waren. Seit heute morgen ſeuerten
ſie nicht mehr. Nur vom Weſten her kamen noch Schrap=
nells
, wo das engliſch=belgiſche Heer im Kampfe mit den
Deutſchen lag. Ich ſah den Brand von Süd=Antwerpen
und auch den Brand im Hafen. Auf verſchiedenen Plätzen
in der Ungebung ſchoſſen die Flammen hoch empor, doch
ſchien es mir, daß der Brand von Antwerpen nicht von
großer Bedeutung ſei.
Der Magsbode berichtet aus Putten (Holland): Eine
Anzahl belgiſcher Soldaten aus der inneren Fortslinie
kamen auch heute noch an. Viele verwundete Sol=
daten
wurden hierher gebracht. Die belgiſchen Soldaten
erzählten daß geſtern morgen um 3 Uhr beinahe alle
Forts, die die Deutſchen mit ihren Kanonen erreichen
konnten, zum Schweigen gebracht waren. Einige Forts
wurden mit einem einzigen Projektil vernichtet. Aus
einem Fort waren beinahe alle Mannſchaften un=
verwundet
geflüchtet; doch in einem Fort, Fort Nr. 3,
wurden ſie alle getötet. Die Feuerwehr von Ant=
werpen
war bis zu allerletzt auf ihrem Poſten geblieben
und tat ihre Pflicht bis geſtern nachmittag, als auch an
ſie die Notwendigkeit herantrat, ſo ſchnell wie möglich zu
flüchten.
* Kopenhagen, 10. Okt. Berlingske Tidende meldet
aus London: Nach Meldungen aus Antwerpen wur=
den
hervorragende Teile der Stadt von zwei Zeppe=
linen
bombardiert.

Intereſſant iſt es jetzt, die Meldungen zu leſen, welche
die engliſchen Lügenblätter vor der Einnahme Antwer=
pens
verbreiteten. Ein Bericht des Daily Chroniele vom
9. d. M. beſagte: In Antwerpen ſei man davon über=
zeugt
, daß die Deutſcher außerſtande ſein wür=
den
, die Stadt einzunehmen. Auch die Androh=
ung
des Bombardements würde nicht ernſt genommen,
ſondern nur als ein Verſuch betrachtet, die Stadt zur
Uebergabe zu veranlaſſen. Das Feuer der belgiſchen Mi=
trailleuſen
erſchwere die Eroberung der Stadt, doch haben
die Belgier durch deutſche Geſchütze ſehr gelitten. Das
Gelände um Waelhem an der Stdfront wurde unter Waſ=
ſer
geſetzt. Die Belgier ſetzten alles daran, die Verbin=
dung
mit Gent nach Süden aufrecht zu erhalten.
Unmittelbar vor der Abreiſe der belgiſchen Regierung
nach Oſtende wurde mitgeteilt, daß das Kabinett in ſeiner
letzten Veratung eine Depeſche des franzöſiſchen Miniſters
des Auswärtigen Deleaſſs erhalten habe, in der die
Ueberzeugung ausgeſprochen wird, Antwerpen würde in
letzter Stunde von den vorgedrungenen franzöſiſch= eng=
liſchen
Streitkräften entſetzt werden. Der Kriegsminiſter
Broaueville vertrat Delcaſſes Anſicht gegenüber ſeinen

Amtskollegen und ließ vor ſeiner Abreiſe der Antwer=
pener
Bevölkerung mitteilen, daß die Hilfe der Ver=
bündeten
unmittelbar bevorſtehe.

Eine Meldung darüber, wohin ſich die von Antwerpen
abgezogenen belgiſchen und engliſchen Truppen
gewandt haben, liegt noch nicht vor. Entweder ſind ſie
auf holländiſches Gebiet übergetreten und dann entwaffnet
worden, oder ſie ſind in weſtlicher Richtung entkommen,
in der Richtung nach Oſtende, um dort auf Schiffen, die
von England bereitgeſtellt wären, zu entfliehen. Sollte
bei einem ſolchen Abmarſch holländiſches Gebiet nicht be=
rührt
werden, ſo hätte der Abzug auf dem ſchmalen Raum
zwiſchen der holländiſchen Grenze und der von den deut=
ſchen
Truppen ſchon beſetzten Stadt Termonde erfolgen
müſſen. Man wird nähere Mitteilungen darüber abwar=
ten
müſſen.

Kampf den Spionen!

* Schon in Friedenszeiten haben unſere Feinde alle
Mittel angewandt, um unſere militäriſchen Geheimniſſe zu
erforſchen. Jetzt aber wird Deutſchland von Spionen
geradezu überſchwemmt. Ueberall im Inlande ar=
beiten
zahlreiche ruſſiſche, franzöſiſche und engliſche Agen=
ten
, Männer wie Frauen, um ihre Auftraggeber zu unter=
richten
. Sie kommen zu uns mit falſchen deutſchen Päſſen
oder als Angehörige neutraler Staaten Dänemarks,
Schwedens, Hollands und der Schweiz und ſie hören,
ſehen und berichten über das neutrale Ausland. Am
ſchlimmſten treiben ſie es in der Nähe der Grenzen. Aber
auch im Landesinnern ſitzen ſie in größeren Städten,
namentlich in Feſtungen, Hafenplätzen und an wichtigen
Eiſenbahnlinien. Daß uns durch dieſe Leute ſchweres
Schaden zugefügt wird, braucht nicht erſt noch bewieſen zu
werden. Wie kann man dagegen kämpfen? Nur dadurch,
daß jeder ſein Vaterland liebende Deutſche in dieſer Zeit
der Gefahr ſeine Mitwirkung nicht verſagt. Man achte
auf jeden, der ſich durch wiederholten oder längeren Auf=
enthalt
auf Bahnhöfen, in der Nähe der Kaſernen, Flug=
plätzen
, Luftſchiffhallen und Werften verdächtig macht.
Man beobachte aber ſelbſt auch Vorſicht und Zurückhaltung
in der Unterhaltung, ſowohl in der Oeffentlichkeit ( Eiſen=
bahn
, Straßenbahn, Wirtshaus), als auch im eigenen
Kreiſe. Man ſei vorſichtig in der Mitteilung von Nach=
richten
von dem Kriegsſchauplatze und aus Feldpoſtbrie=
fen
und bedenke, daß leichtfertige Mitteilſamkeit das Leben
der eigenen Angehörigen gefährden kann. Jedes unvor=
ſichtige
Wort kann den Feinden nützen, uns aber unge=
zählte
Opfer koſten und dadurch zu einer ſchweren Ver=
fündigung
am Vaterlande werden. Darum nochmals:
Aufmerkſamkeit gegenüber Verdächtigen und Zurückhaltung
im Verkehr mit anderen.

Vom weſtlichen Kriegsſchauplatz.

* Stockholm, 9. Okt. (Ctr. Frkft.) Bei Oude=
narde
wurde ein nochmaliger Verſuch belgiſcher
Truppen, zum franzöſiſchen Heer durchzubrechen, zu=
rückgewieſen
. Die Kavallerie der Deutſchen und der
Verbündeten haben die Front bis zur Nordſeeküſte weiter=
entwickelt
.

Die Vernichtung der deutſchen Handelsſchiffe
in Antwerpen.

* Bremen, 9. Okt. Von den in Antwerpen
zerſtörten deutſchen Dampfern gehören 14 nach
Bremen, nämlich ſieben der Neptun=Geſellſchaft, zwei
der Roland=Linie, einer dem Norddeutſchen Llopd. vier
der Hanſa=Dampfſchiffahrts=Geſellſchaft; zwölf gehören
nach Hamburg, nämlich: einer von der Hapag, zwei
von der Rickmers Reederei und Schiffbau=Geſellſchaft, dre:
von der Levante=Linie, vier von der Deutſch=Auſtraliſchen
Dampfſchiffs=Geſellſchaft, einer von der Bugſier= Geſell=
ſchaft
, einer von der Hamburg=Südamerikaniſchen Dampf=
ſchiffahrts
=Geſellſchaft; ferner zwei von der Oldenburg=
Portugieſiſchen Dampfſchiffs=Reederei. Drei gehören nach
Stettin, zwei nach Flensburg. Der Geſamtlade=
raum
beträgt 110 000 Tonnen Brutto.
* Berlin, 10. Okt. Zur Vernichtung der deutſchen
Handelsſchiffe im Hafen von Antwerpen ſchreibt die Poſt:
Offenbar hat man gehofft, inmitten des allgemeinen Tohu=
wabohu
Militär mit durchzuſchmuggeln, um es dann
entweder in London oder in Oſtende wieder an Land zu
ſetzen. Hier hat nun Holland einen Riegel vorgeſcho=
ben
. Es war ſich ſeiner Neutralitätspflicht
voll bewußt und hat die Durchfahrt von Militär ver=
weigert
. England und Belgien aber haben aus Rache
die zahlreichen deutſchen Dampfer, die als vorwiegend
engliſches Kapergut im Hafen von Antwerpen unterge=
bracht
waren, in die Luft geſprengt. Ob dabei Menſchen=
leben
umgekommen ſind, davon wird nichts berichtet. Die

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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Nummer 280.

ganze Altion ſcheint in erſter Linie vom Gefühl der Nache
diktiert zu ſein. Man wollte bei dieſer Gelegenheit den
Deutſchen einen empfindlichen Materialſchaden zufügen.
In Wirklichkeit haben die Belgier, die wir wohl in erſter
Linie für die Tat verantwortlich zu machen haben, eine
große Dummheit begangen, denn wir werden ſie natür=,
lich zwingen, den angerichteten Schaden auf Heller und
Pfennig zu erſetzen. Der Verluſt betrifft alſo nicht ſo ſehr
uns, als vielmehr die Belgier im Verein mit den Eng=
ländern
.
Der Generaldirektor des Norddeutſchen Lloyd, Hei=
neken
, erklärte einem Mitarbeiter des Berliner Lokal=
anzeigers
zu der Verſenkung der deutſchen Handelsſchiffe
im Antwerpener Hafen: Der Dampfer Gneiſenau iſt
Reichspoſtdampfer und ſtand bei Kriegsausbruch in Ant=
werpen
zur Fahrt nach Auſtralien bereit. Das Schiff iſt
1903 gebaut und hat etwa 8200 Regiſtertonnen Inhalt.
Es war mit deutſchen und belgiſchen Ausfuhrgütern be=
laden
. Das Schiff konnte nicht auslaufen, da die militär=
pflichtige
Mannſchaft zu den Waffen gerufen wurde. Das
belgiſche Priſengericht hatte wiederholt die Frage der Be=
ſchlagnahme
des Schiffes beraten, war aber noch zu keiner
Entſcheidung gekommen. Inzwiſchen wurde es von der
belgiſchen Regierung für Lazarett= und ähnliche Zwecke be=
nutzt
. Was die Rechtslage anbelangt, ſo kann kein Zwei=
fel
darüber beſtehen, daß Belgien bezw. die Stadt Ant=
werpen
für den völkerrechtswidrig zugefügten Schaden
aufkommen muß.

Das Luftſchiff in Düſſeldorf wenig beſchädigt.

* Köln, 9. Okt. Zum Erſcheinen eines feind=
lichen
Fliegers über einzelnen rheiniſchen Städten
meldet die Köln. Ztg.: Bei Köln hatte es der Flieger
anſcheinend auf zwei Bahnzüge abgeſehen, die in der
Nähe der Abfahrtsſtelle ſtanden, weil ſie keine Einfahrt
hatten. Bei Groß=Königsdorf warf der Flieger aus
2000 Meter Höhe eine Bombe in die Nähe der Eiſen=
bahnbrücke
. Das Geſchoß ſcheint engliſchen Urſprungs
zu ſein. Der über Düſſeldorf kreiſende Flieger war
in Düſſeldorf gemeldet worden. Wachſoldaten feuerten
auf ihn, desgleichen ein Maſchinengewehr. Der Flieger
ging plötzlich ſehr fchnell herunter und es gelang ihm,
eine Bombe auf das Dach der Luftſchiffhalle zu werfen.
Die Beſchädigungen der Halle ſind unbedeutend,
desgleichen wurde das Luftſchiff ſelbſt nicht erheblich
beſchädigt.
Die Köln. Ztg. bemerkt hierzu noch: Wir hoffen, es
möchte ein engliſcher Flieger geweſen ſein, der uns hier
beſucht hat; er könnte dann ſeinen Landsleuten erzählen,
daß Köln nicht nur nicht, wie es ſchon in die Welt hin=
ausgeſchrieen
worden war, außer dem Dom in Schutt und
Aſche liegt, ſondern daß bei uns Handel und Wandel
ihren Gang gehen wie in Friedenszeiten. Auch mag er
wahrheitsgetreu berichten, wieviele Soldaten und welch
ſtämmige Geſtalten er hier und in andern deutſchen Städ=
ten
geſehen hat, Leute, die alle danach brennen, an den
Feind zu kommen. Uebrigens wird die Beſuchskarte,
welche unſere Gegner bei uns abgegeben, nicht in Ver=
geſſenheit
geraten: unſere Flieger werden ſchon dafür ſor=
gen
, daß die Viſite, und wenns drüben über dem Waſſer
wäre, recht wirkſam erwidert werden wird.

Die Kämpfe in Serbien.

* Wien, 10. Okt. Die Südſlaw. Korr. meldet aus
Eſſex: Berichten von der Grenze zufolge dauern die
Kämpfe im Innern Serbiens, im Raume ſüd=
öſtlich
Krupanj, mit großer Heftigkeit fort. Trotz
der unleugbaren Tapferkeit der ſerbiſchen Truppen ſind
deren Verſuche geſcheitert, die von den unſerigen beſetzten,
ſtrategifch ſehr günſtigen Poſitionen wiederzugewinnen.
Wiederholte ſerbiſche Stürme wurden von uns blutig ab=
gewieſen
. In den Kämpfen, die ſich in den letzten Tagen
erneut haben, erlitten die Serben abermals ſchwere
Verluſte an Offizieren, Mannſchaften und Kriegsma=
terial
. Die Serben erweiſen ſich auch in den gegenwär=
tigen
Kämpfen als zügelloſe Gegner, deren Vorgehen un=
menſchlich
iſt.
In den letzten Tagen iſt ſchlechtes Wetter einge=
treten
. Es herrſcht Kälte. Der Geſundheitszuſtand und
die Stimmung unſerer Truppen iſt unverändert gut.
Longwy muß eine Million zahlen.
* Aus Luremburg wird dem Berl. Lok.=Anz. gemeldet:
Die Stadt Longwy wurde mit einer Million Franken

Kriegskontribution belegt, die ihr die Internätionale
Bank in Luxemburg vorſtreckte.

Deutſche Tauben über Paris.

* Paris, 8. Okt. (Ctr. Frkft.) Heute erſchien wie=
der
eine deutſche Taube über Paris und warf meh=
rere
Bomben. Eine traf den Bahnhof Saint Denis
Alle Scheiben des Gebäudes ſind geſprungen. Später
kamen von Iſſy les Moulineaux franzöſiſche Aeroplane
zur Verfolgung, worauf die Taube am Horizont ver=
ſchwand
.

Italien.

* Aus Rom, den 8. Okt., wird gemeldet: Seit eini=
gen
Tagen haben ſich in den Zeitungen Polemiken ent=
ſponnen
über Verwaltungsfragen des Kriegsminiſteriums.
Heute abend überreichte, laut der Ag. Stefani, der Kriegs=
miniſter
Grandi dem Miniſterpräſidenten ſein Ent=
laſſungsgeſuch
. Die demokratiſch=liberale Linke
nahm eine Tagesordnung an, in welcher unter Anerken=
nung
, daß die wachſame bewaffnete Neutralität den poli=
tiſchen
Forderungen des Augenblicks entſpräche, der Re=
gierung
, welche mit ſicherem Blick für die Bedürfniſſe
des Landes mit allen Mitteln die höchſten nationalen
Intereſſen zu wahren wiſſe, das Vertrauen ausgedrückt
wird.

Die Lage in Mazedonien.

* Sofia, 10. Okt. Die Agence Bulgare meldet aus
Mazedonien: Sowohl aus Serbiſch=Mazedonien
als aus Griechiſch=Mazedonien eintreffende Nach=
richten
klingen immer beunruhigender. Aus dieſer un=
glücklichen
Gegend eintreffende Informationen ſchildern
in düſteren Farben das Martyrium, das die bulgariſche
Bevölkerung infolge der Verfolgungen durch die
Griechen und Serben erduldet. Unausgeſetzt tref=
fen
Hunderte von Flüchtlingen auf bulgariſchem Gebiet
ein, die hier Zuflucht ſuchen. Auch die Muſelmanen er=
freuen
ſich keiner beſſeren Behandlung. Daher überreichte
auch der türkiſche Generalkonſul in Saloniki jüngſt dem
Gouverneur Sofoulis ein detailliertes Expoſé, das die
Ausſchreitungen zum Gegenſtande hat, die ſich die Griechen
gegenüber der muſelmaniſchen Bevölkerung in den Diſtrik=
ten
von Serres und anderen Diſtrikten zuſchulden kom=
men
laſſen. Die griechiſchen und ſerbiſchen Behörden, die
eine Revolte befürchten, verbreiten im Lande Schrecken,
indem ſie unaufhörlich zu willkürlichen Maßnahmen grei=
fen
. Dörfer werden von militäriſchen Abteilungen heim=
geſucht
, die ſie ausplündern und die Notabeln fortſchlep=
pen
, die dann von den Serben und Griechen dem Tode
überliefert oder in die Verbannung geſchickt werden. Ge=
wiſſe
Flecken und Städte werden von Truppen umzin=
gelt
, die Razzias veranſtalten. Das ganze Land iſt voll=
ſtändig
ausgeplündert. Wahrſcheinlich von dem Gefühle
geleitet, daß ſie nicht Herren dieſer Provinz werden blei=
ben
können, wollen ihre Bedrücker ſie in eine Wüſte ver=
wandeln
. Die Nachrichten rufen ganz beſondere Er=
regung
in der öffentlichen Meinung hervor, die es nicht
begreifen kann, daß die bulgariſchen Stammesgenoſſen ge=
rade
zu der Zeit, wo Serbien und Griechenland ihre
Freundſchaft gegenüber Bulgarien beteuern, einem Re=
gime
der Austilgung unterworfen ſein ſollen.
* Konſtantinopel, 10. Okt. Tanin veröffent=
licht
folgenden Bericht über die Lage in Mazedo=
nien
: Trotz des Herannahens des Winters entwickeln
die Banden eine lebhafte Tätigkeit. Die Mazedonier, die
namentlich wegen der Bedrückungen, denen ſie ausgeſetzt
ſind, unzufrieden ſind, haben Banden gebildet, die meh=
rere
Anſchläge gegen die Eiſenbahnen verübt haben. Am
30. September wurden auf der Eiſenbahnlinie Saloniki-
Monaſtir zwiſchen Vladovo und Oſtrovo und Vodena die
Eiſenbahnbrücken zerſtört, insbeſondere iſt eine Brücke in
einer Länge von etwa 1000 Metern derart beſchädigt wor=
den
, daß ihre Ausbeſſerung zwei Monate in Anſpruch
nehmen wird. Die Banden überfallen ſerbiſche und grie=
hiſche
Abteilungen aus dem Hinterhalte. Bei Sirman
(Bezirk Ghevgheli) kam es zwiſchen einer bulgariſchen
Bande und einer ſerbiſchen Abteilung zu einem blutigen
Zuſammenſtoß. Die Bande zog ſich ohne Einbuße an Leu=
ten
zurück, nachdem ſie den Serben weſentliche Verluſte
zugefügt hatte. Da Serbien gegen Oeſterreich=Ungarn den
etzten Mann aufgeboten hat, haben albaniſche Führer mit
ihren Anhängern wiederholt ſerbiſche Abteilungen ange=
griffen
, die ſchwere Verluſte erlitten. Die Lage Salonikis

iſt beklagenswert. Die zur Graeziſierung Mazedoniens
in die Umgebung Salonikis gebrachten griechiſchen Aus=
wanderer
befinden ſich in elenden Verhältniſſen. In Mo=
naſtir
iſt die Lage nicht beſſer. Dieſe Stadt, die unter otto=
maniſcher
Herrſchaft 100000 Einwohner zählte, hat jetzt
nur noch 20000. Es herrſcht dort große Not. Das ganze
unglückliche Mazedonien, das unter türkiſcher Herrſchaft
blühte, iſt in eine Wüſte verwandelt worden.

Ruß and und die Armenier.

* Konſtantinopel, 10. Okt. Tanin ſtellt feſt, daß
die im Namen des Zaren an die Armenier gerich=
tete
Proklamation, die beſagt, daß die Stunde der
Befreiung für die Armenier geſchlagen habe, auf die otto=
maniſche
öffentliche Meinung einen ſehr ſchlechten Ein=
druck
gemacht hat und daß ſie mit der von der Türkei
beobachteten, für die Kriegführenden ſo wichtigen freien
Neutralität wenig vereinbar ſei. Das Blatt erklärt, daß
die Ottomanen der Proklamation keine höhere Bedeu=
tung
zumeſſen werden als ihr gebühre; denn ſie werde kei=
nen
Eindruck auf die Armenier machen, die der Türkei
weiterhin treu bleiben werden. Nach Anſpielung auf die
von Rußland bedrückten Völker ſchließt Tanin: Wir be=
finden
uns in einem einzigen Punkte in Uebereinſtim=
mung
mit der ruſſiſchen Proklamation, daß nämlich die
Stunde der Freiheit und Unabhängigkeit für die Völker,
die ſeit langem unter abſcheulicher Tyrannei leben, bald
ſchlagen werde.

Kämpfe zwiſchen Kurden und Ruſſen.

* Konſtantinopel, 9. Okt. Wie das Blatt
Tasvir=i=Efkiar erfährt, griff der perſiſche Kurdenchef Kurt
Pak Yaniro an der Spitze von Freiwilligen die ruſſi=
ſchen
Okkupationstruppen in Mavata (?) im
Urmiagebiet an. Drei Offiziere und zahlreiche ruſſiſche
Soldaten wurden getötet, der Reſt entfloh. Die Kur=
den
kamen auf der Verfolgung der Ruſſen bis auf zwei
Stunden an die Stadt Urmia heran. Die Ruſſen entſand=
ten
Verſtärkungen mit Artillerie, zogen ſich aber zurück,
ohne irgend etwas zu unternehmen, als ſie ſahen, daß die
Kurden die die Gegend beherrſchenden Punkte beſetzt hiel=
ten
. Der berüchtigte Kurdenführer Kaid Taha, der Urhe=
ber
von Unruhen an der türkiſch=perſiſchen Grenze, hat ſich
dem türkiſchen Konſulat in Täbris unterworfen.

Portugal bleibt neutral!

* Wien 9. Okt. Auf diplomatiſche Anfragen über
die portugieſiſch=engliſchen Verhandlungen erklärte, wie
die Reichspoſt von diplomatiſcher Seite erfährt, die Liſ=
ſaboner
Regierung, daß ſie nicht daran denke, die
Neutralität Portugals aufzugeben, und daß Eng=
land
ſie nicht erſucht habe, von ihrer Neutralität abzugehen.
Die portugieſiſche Regierung hat einen Kredit von
8 Millionen zu Rüſtungszwecken gefordert.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 11. Oktober.
* Charakterverleihung. Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin haben den Kreisgeometer Adolf
Heineck in Alsfeld unter Anerkennung ſeiner lang=
jährigen
treuen Dienſte auf ſein Nachſuchen in den Ruhe=
ſtand
verſetzt und ihm aus dieſem Anlaß den Charakter
als Rechnungsrat verliehen.
* Ernannt wurde der Finanzaſpirant Ernſt Koch=
aus
Alsfeld zum Bankaſſiſtenten bei der Landes= Hypo=
thekenbank
.
* Graf Görtz F. Am Freitag iſt, wie die Darmſt.
Ztg. meldet, Emil Friedrich Graf und Herr
von Schlitz, genannt von Görtz, im Alter von
63 Jahren nach ſchwerer Krankheit im Evangeliſchen
Diakoniſſenhaus zu Frankfurt a. M. verſchieden. Der
Verſtorbene gehörte als erbliches Mitglied der Erſten
Kammer der Stände im Großherzogtum Heſſen an, als
deren Präſident er vom Jahre 1900 bis zu ſeinem Tode
wirkte. Er war Kommendator der Heſſiſchen Genoſſen=
ſchaft
des Johanniter=Ordens, Ritter, der Schwarzen
Adler=Ordens und bekleidete viele Ehrenämter. Groß=
herzog
Karl Alexander von Sachſen, deſſen Kunſtſchule zu
Weimar er lange Jahre hindurch geleitet hatte, ernannte
ihn zum Profeſſor h. e. Die Ueberführung der Leiche
nach Schlitz findet am Sonntag nachmittag ſtatt; die
Beiſetzung iſt für Dienstag, den 13. Oktober, anberaumt.

Hodlerei.

* Unter dieſer Ueberſchrift veröffentlicht Ludwig
Thoma in den Münch. N. Nachr. folgenden herzerfri=
ſchenden
Artikel:
Man verübelt es dem Herrn Hodler, daß er Deutſch=
land
verleumdet. Schön iſt es ja nicht, aber warum ihm
ſo ſchmerzlich bewegt vorhalten, daß er ſich an dem Lande
verſündigt, dem er ſeinen Ruhm verdankt? Es tut uns
wirklich nicht weh, und zudem iſt die Behauptung nicht
ganz richtig. Herr Hodler verdankt ſeine ſtark aufge=
bauſchte
Berühmtheit faſt ausſchließlich beſtimmten Ber=
liner
Kreiſen, die ſeit Jahren ſyſtematiſch bald dieſem,
bald jenem Ausländer übertriebene Marktwerte verſchaff=
ten
, während ſie mit dem Aufgebot einer phraſenreichen
Klugheit die deutſche bodenſtändige Kunſt ſchlecht machten
und heimiſchen Künſtlern das Leben erſchwerten.
Wer mit ſteigendem Ingrimm dieſe planvoll durch=
geführten
Machenſchaften verfolgt hat, kann ſich heute nur
herzlich freuen, wenn die mondänen Größen ihren deut=
ſchen
Bewunderern die Zungen herausſtrecken.
Wie iſt man über Egger=Lienz hergefallen, nur weil
er die herzloſe, öde Manier des Herrn, pardon! des
Monsieur, Hodler in ein paar ausgezeichneten Aufſätzen
feſtnagelte! Er wurde als Tempelſchänder behandelt. Wer
hat es denn noch wagen dürfen, den verehrlichen Leitern
ſtaatlicher und ſtädtiſcher Kunſtſammlungen entgegenzu=
treten
, wenn ſie jeden als genial berufenen Dreck aus dem
Ausland für ein Sündengeld herholten?
Wenn einer nur den Verſuch machte, dieſe Mode=
narrheit
, für welche Millionen deutſches Geld zum
Fenſter hinausgeworfen wurden, zu tadeln, dann wurde
er als Banauſe an den Pranger geſtellt. Und verſchiedene
alles beſſer verſtehende Schleimhuſter und Kunſtſchrift=
ſteller
, die für jedes Marktmanöver die hohen künſtleriſchen
Werte fanden und erfanden, ſchlugen ihre ſublime Ver=
achtung
an ihm ab.
Es kann einer Hodler einſchätzen, wie er mag, aber
das Geſchrei über ſein Fresko in der Uni=
verſität
zu Jena war widerlich.
Daß er der großen Volkserhebung von 1813 kalt und
fremd gegenüberſtand, bewies das Bild deutlich genug,
und heute beweiſt er es auch den Blinden, die das nicht
ſehen konnten.
Wer in der Schweiz lebt, einen immerhin deutſch
klingenden Namen führt und nicht verſtehen will. um was

es in dieſem Kriege geht, und nicht weiß, wie viel unſer
Deutſchland für die Geſittung Europas bedeutet, ja daß
die Sicherung der höchſten kulturellen Güter von unſerem
Siege abhängt, dem fehlt die innere Bildung, die den
großen Künſtler erſt ausmacht. Wir können es wirklich
ertragen, daß uns Monsieur Hodlére als Vandalen
brandmarken will, und wir dürfen ſogar aus ſeinem Ge=
ſchwätz
eine Lehre ziehen: daß man Ausländer nur
frech macht, wenn man Abgötterei mit ihnen
treibt.
Monsieur Hodlére, der ſeinen unzählige Male abge=
klatſchten
Holzfäller jedem mit der Mode gehenden Kunſt=
liebhaber
für lächerliche Summen aufgehängt hat, darf am
Ende die Lippen kräuſeln. Aber an uns iſt es, da=
für
zu ſorgen, daß mit dem Humbug ein= für
allemal aufgeräumt wird.
Vielleicht macht man damit den Anfang, indem man
das Freskobild in der Univerſität Jena verſchwin=
den
läßt, womit zugleich die Eitelkeit des Verleumders
der Deutſchen am empfindlichſten getroffen würde. Es iſt
auch zu erwarten, daß die Jenenſer Studenten in
dieſer Angelegenheit noch ein Wort deutſch reden werden.

* Eine Heldentat. Wir hören täglich die ſchlichten
Meldungen von der Verleihung Eiſerner Kreuze. Aber
nur in den ſeltenſten Fällen, wie bei Kommandant und
Mannſchaft des U 9 erfahren wir die Tat, die hinter
dieſer höchſten Ehrung ſteht. So erzählt ein Mitarbeiter
des Hamb. Frdbl.: Ich ſprach geſtern mit dem Unter=
offizier
Hans Heinemann der Garde=Fußartillerie. Er
hat das Eiſerne Kreuz beim Sturm auf Lüttich erhalten.
Ein Fünftel ſeiner Batterie war ſchon gefallen, ehe ſie
noch fünf Kilometer von Lüttich in Stellung gehen und
ſich eingraben konnte. Rings dröhnte das weite Land
vom Donner der Geſchütze. Die ſchwere Fußartillerie
der Forts von Lüttich ſchleuderte dem Angreifer ihre
zentnerſchweren Granaten entgegen. Da plötzlich es
war auf dem Höhepunkt des heißen Artilleriekampfes
fällt eines dieſer Rieſengeſchoſſe mit dumpfem
Schlag mitten in die deutſche Batterie. Der
Sand ſpritzt nach allen Seiten, und das Geſchoß liegt
offen in der Höhlung. Jede Sekunde kann es krepieren,
und die ganze Batterie würde vernichtet ſein. In dieſem
Augenblick geht mit einer faſt erſchütternden Selbſtver=
ſtändlichkeit
durch das Gehirn des Unteroffiziers der Ge=
vanke
: Lieber einer, als alle! Er ſprinat bin. rafft das

125pfündige Geſchoß von der Erde empor und ſchleppt es,
an den Leib gepreßt, im Laufſchritt aus der Batterie in
die Feuerlinie hinein, wohl wiſſend, daß er ſich damit auch
dem eigenen Feuer preisgibt. Wäre das Geſchoß in die=
ſen
Sekunden krepiert, es hätte ihn in Tauſend Stücke ge=
riſſen
. Aber es glückte. 20 Meter vor der Batterie wirft
er es von ſich und wendet ſich zurück, um eillgſt in Sicher=
heit
zu kommen; doch kaum iſt er fünf Meter geſprungen,
da war die Zeit der Granate gekommen; ſie explodierte
mit lautem Brüllen und ſpritzte ihren totbringenden Eiſen=
hagel
nach allen Seiten. Hans Heinemann aber wird wie
durch ein Wunder gerettet. Nur ein Splitter trifft ihn in
die Ferſe über dem Hacken. Sieben Stunden ſpäter fiel
Lüttich. Er hatte die Verwundung nicht beachtet, iſt mit
hineingeſtürmt und hat noch drei Stunden am Straßen=
kampf
teilgenommen, bis er zuſammenbrach und von einem
franzöſiſchen Arzt, der ſich in der Nähe befand, verbunden
wurde. Belgiſche Zeitungen haben von ſeiner Tat be=
richtet
.
* Die Kriegswut der Engländer. Eine Deutſch=
Amerikanerin, die ſich zur Zeit des Ausbruchs des
Krieges in einer engliſchen Penſion in London aufhielt
und gegenwärtig in einer Stadt im Rheinland weilt,
ſchreibt über ihre Londoner Eindrücke in einem Briefe an
eine deutſche Freundin, den die Schleſ. Ztg. veröffentlicht,
folgendes:
.. . Endlich ſind wir hier und ausgebrochen aus dem
kriegswahnſinnigen England. Seit Mai war
ich in London, Ilſe kam im Juli aus Italien dorthin, und
ſo ereilte uns dort das Geſchick, die Kriegswut der Eng=
länder
miterleben zu müſſen und ſofort abgeſchnitten zu
ſein von aller Verbindung mit der übrigen Welt. Schrei=
ben
konnten wir nicht und fort konnten wir auch nicht,
weil kein Weg offen war, durch welchen wir Reiſegeld
beziehen konnten. Nach den Berichten engliſcher Zeitun=
gen
allein mußten wir unſere Anſichten bilden. Die Be=
richte
waren ſo verzweiflungsvoll und hoffnungslos über
Deutſchland, daß uns faſt das Herz brach und wir ſchon
die Hungersnot vor jeder Tür glaubten. Es war unbe=
ſchreiblich
, und dabei die Wut und der Haß des engliſchen
Volkes im allgemeinen und der meiner Mitpenſionäre im
beſonderen. Natürlich uns konnte man nicht angreifen,
da wir amerikaniſche Staatsangehörige ſind, aber da wir
unſere Sympathie für Deutſchland nicht verheimlichten
und auch ihre Lügen und Verleumdungen offen als ſolche
bezeichneten, hätte man uns gerne Unannehmlichkeiten be=
reitet
. Aber man wirbt eben immer noch um die Gunſt

[ ][  ][ ]

Nummer 280.

Darmſtätder Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Seite 3.

Miltärdienſnachrichten. Befördert wurden: zum
Weutnant der Reſerve der Vizewachtmeiſter Heine=
mann
(I Darmſtadt) des Fußartillerie=Regiments
Nr. 3: zu Hauptleuten: die Oberleutnants d. Reſ. Wer=
mer
des Feldart.=Regts. Nr. 61 (Mainz) und Trüm=
ſpert
des Feldart.=Regts. Nr. 61 (Gießen); zu Lts, der
Landw.=Inf. 1. Aufgebots: die Vizefeldwebel d. Landw.=
Bez. II (Darmſtadt) Beaufort, Diefenbach im
Reſ.=Inf.=Regt. Nr. 118; zum Fähnrich: Unteroffizier
Mummy im Leib=Drag.=Regt. Nr. 24; zum Rittmeiſter:
OOberleutn. Böcking d. Reſ. des Drag.=Regts. Nr. 23
(Freiburg); zu Oberleutnants: die Lts. Schmitt der
Landw. a. D., zuletzt in der Landw.=Feldart. 2. Aufgebots
(I Darmſtadt), Delp der Landw. a. D., zuletzt in der
Landw.=Feldart. 2. Aufgebots (I Darmſtadt), Küchler
der Landwehr a. D., zuletzt in der Landw.=Feldart.
2. Aufgebots (I Darmſtadt); zu Leutnants der Landw.=
Fußart. 1. Aufgebots: die Vizefeldwebel Cratz (Mainz),
Buxbaum (I Darmſtadt), Kron (I Darmſtadt), Eckes,
Stellwagen, Bender, Lucius, Frühwein,
Klocke, Goebel (Mainz), Ganß (II Darmſtadt),
Schröder (Mainz); zum Leutnant der Landw.= Feld=
artillerie
1. Aufgeb.: Vizewachtmeiſter Sander (I Darm=
ſtadt
); zu Leutnants der Reſerve: die Vizefeldwebel
Kempf (Worms), Hoffmann und Man z (Mainz),
jetzt ſämtlich im Reſerve=Inf.=Regt. Nr. 88; zu Leutnants
der Landw.=Inf. 1. Aufgeb.: die Vizefeldwebel Radtke
Becker und Hein (Worms), Mohr (Mainz), jetzt ſämt=
lich
im Reſerve=Inf.=Regt. Nr. 88. Praél, Oberſtleutn
a. D., zuletzt Kommandeur des Landw.=Bezirks Barten=
ſtein
, auf ſein Geſuch mit ſeiner Penſion und der Erlaub=
nis
zum ferneren Tragen der Uniform des Inf.=Regts.
Nr. 117 zur Dispoſition geſtellt. Tefördert: zu Leutnants,
vorläufig ohne Patent: die Fähnriche Stein, Fre=
ſenius
, Röſeler im Inf.=Regt. Nr. 118; zu Leutnants
d. Reſ.: die Vizefeldwebel Groß, Klippel, Müller
Diehl (Worms) des Inf.=Regts. Nr. 118; zu Fähn=
richen
: die Unteroffiziere Schmidthals und Döhle
im Inf.=Regt. Nr. 118; Müller, Fahnenjunker im Inf.=
Regt. Nr. 118; zum Major: Hauptmann und Kompagnie=
chef
Soldan im Inf.=Regt. Nr. 168. Ein Patent ſeines
Dienſtgrades erhielt: Rittmeiſter à I.s der Armee Prinz
Wilhelm von Löwenſtein=Wertheim= Freu=
denberg
, jetzt zugeteilt dem Drag.=Regt. Nr. 24. Be=
fördert
zu Hauptleuten: die Oberleutnants Graf von
Königsdorff im Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115, Oer=
tel
im Inf.=Leib=Regt. Nr. 117, kommandiert zur Dienſt=
leiſtung
beim Großen Generalſtab, Kutzen und Mootz
im Inf.=Leibregt. Nr. 117, Kuhn im Feldart.=Regt. Nr.
25, v. Küchler im Feldart.=Regt. Nr. 25, kommandiert
zur Dienſtleiſtung beim Großen Generalſtab, v. Ilſe=
mann
und Freiherr v. Biegeleben im Feldart.=Regt.
Nr. 25, v. Prittwitz u. Gaffron im Feldart.=Regt.
Nr. 61; zum Rittmeiſter: Oberleutn. Riedeſel Frhr.
zu Eiſenbach im Leib=Drag.=Regt. Nr. 24; zu Ober=
leutnants
: die Leutnants v. Mudra im Leibgarde=Inf.=
Regt. Nr. 115, Daub im Inf.=Regt. Nr. 118, Ruppert
im Inf.=Regt. Nr. 168, Graf zu Erbach=Erbach,
à 1. s. der Armee, jetzt zugeteilt dem G.=Drag.=Regt. Nr. 23.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
1. Klaſſe erhielt Hauptmann Pabſt v. Ohain im
Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115; das Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe
erhielten Hauptmann Frhr. Gans Edler Herr zu Put=
litz
im Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115; Böckel, Leutnant
im Feldart.=Regt. Nr. 61; Wilhelm Löhe, Unteroffizier
im Stabe der 3. Kav.=Diviſion (Kraftfahrer): Dr. F.
Gros II., Darmſtadt, Oberarzt im 1. Naſſ. Pion.=Batl.
Nr. 21, Mainz; Zivilflieger Werner Landmann; Bern=
hard
Morneweg, Leutnant d. Reſ. des Großh. Art.=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 25; Mer
tens Leutnant und ſtellvertretender Adjutant im Re=
ſerve
=Feld=Art.=Regt. Nr. 25.
* Notprüfung für die mittleren Stellen im
Finanzfach. Mit Rückſicht auf den Krieg wird lt. Darmſt.
Ztg. eine weitere Notprüfung für die mittleren Stellen
im Finanzfach am Montag, den 19. Oktober l. Js.,
vormittags 9 Uhr, im Sitzungszimmer der Großh.
Landeskommiſſion für Steuerſachen (nördliches Kol=
legiengebäude
, Mathildenplatz Nr. 20) zu Darmſtadt
abgehalten. Zugelaſſen werden die Finanzgehilfen, die
1. den Vorbereitungsdienſt zurzeit vollendet haben
oder bis zur Prüfung im Frühjahr 1915 (Ende April)
vollenden würden, letztere jedoch mit der Maßgabe,
daß ſie die an dem 3jährigen Vorbereitungsdienſt bei

Beginn der Prüfung noch fehlende Zeit demnächſt noch
nachträglich ableiſten, und 2. im Heere oder in der
Marine Dienſte leiſten oder anderweit für die Zwecke
der Landesverteidigung verwendet werden. Bezüglich der
Letztgenannten bleibt es weiterer Entſchließung vorbe=
halten
, ob die Notprüfung als Staatsprüfung zu gelten
hat. Der Nachweis zu 2 iſt, ſoweit möglich, bei Be=
ginn
der Prüfung zu erbringen. Eine vorgängige
Zahlung der Prüfungsgebühr iſt nicht erforderlich.
Finanzgehilfen, die an der Prüfung teilnehmen wollen,
haben ſich dazu rechtzeitig einzufinden und von ihrer
Abſicht dem Sekretariat der Prüfungskommiſſion tun=
lichſt
vorher Mitteilung zu machen.
Großh. Hoftheater. Heute findet die Aufführung
der Meiſterſinger ſtatt, die lebhaftes Intereſſe,
auch in erſter Linie wegen der Beſetzung des Hans Sachs
mit Georg Weber, findet, der ja in dieſer Spielzeit ſeiner
militäriſchen Verpflichtungen wegen nur ganz ausnahms=
weiſe
auf der Bühne des Hoftheaters erſcheinen kann. Am
Dienstag geht der Zigeunerbaron in der Neu=
einſtudierung
und Beſetzung der letzten Spielzeit, am
Mittwoch, den 14., das öſterreichiſch=patriotiſche Konzert,
hierauf Wallenſteins Lager in Szene.
Sinfoniekonzerte der Hofkapelle. Der von der
Verwaltung der Hofmuſik=Konzerte gefaßte Entſchluß,
trotz der ernſten Gegenwart die Konzerte nicht aus=
fallen
zu laſſen, begegnet der vollen Zuſtimmung aller
derjenigen, die in der Muſik keine oberflächliche Zer=
euung
erblicken, ſondern in ihren von echten Meiſtern
ge ormten Klanggebilden ein unermeßliches Gebiet tiefen
eliſchen Erlebens erkennen, die empfinden, welcher Aus=
druckskraft
die Sprache der Töne fähig iſt, wie ſie, mehr
als irgend eine andere Kunſt, dem inneren Menſchen
Freude, Hoffnung und Troſt zu ſpenden vermag. So
werden ſich die Konzerte der Hofmuſik mit ihren ge=
diegenen
Programmen vielleicht gerade in dieſen ſchweren
Zeitläufen mehr denn je für manchen als eine Quelle
innerer Erhebung und der Befreiung von Schmerz und
Sorge geſtalten. Dieſe Auffaſſung dürfte für manchen
der zahlreichen neuen Abonnenten beſtimmend geweſen
ſein. Daß in die Leitung der Konzerte ſich die Herren
von Weingartner, W. de Haan und Paul Ottenheimer
teilen, wurde ſchon früher geſagt. Jene Notiz iſt dahin
zu berichtigen, daß Herr v. Weingartner nicht das erſte,
ſondern das zweite Konzert zunächſt dirigieren wird.
Nicht unerwähnt ſoll bleiben, daß ein Teil des Rein=
ertrags
der Konzerte der Kriegsfürſorge Darmſtadts
zugewendet werden ſoll.
Techniſche Hochſchule. Dem früheren Privat=
dozenten
an der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt
Dipl.=Ing. Dr. Johann Baerwald wurde auf ſein
Nachſuchen die venia legendi für Phyſik an dieſer
Hochſchule wieder erteilt.
Frauenhilfe im Krieg 1914 (unter dem Protektorat
Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin). Die Frauen=
hilfe
verlegt ihre Geſchäftsſtelle am 12. Oktober in das
Stadthaus, Rheinſtraße 16/18. Zimmer 26 und 44 (linker
Aufgang, 1. Stock, Fernſpr. 123). Die früheren Räume,
Waldſtraße 19, werden den Zwecken, denen ſie früher
gedient haben, wieder zurückgegeben, weil ihre Hauptar=
beitszeit
nun beginnt. Die Sprechſtunden ſind Wochen=
tags
von 91 und 37 Uhr.
Die Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule be=
ginnt
Donnerstag, den 15. Oktober, den Unterricht für das
Winterhalbjahr, und zwar in den Tagesklaſſen. Der Wer=
einer
gründlichen Ausbildung in der Hauswirtſchaft tritt
gerade in der jetzigen Zeit beſonders auffällig zutage.
Während in kaufmänniſchen und gewerblichen Betrieben
vielfach Entlaſſungen von Angeſtellten und Arbeiterinnen
durch die Kriegslage eintraten, war nach brauchbaren
Hilfskräften für den Haushalt ſtändig ſtarke Nachfrage.
Und wie wird ſich in der kommenden ſchweren Zeit die
Wirtſchaftlichkeit der Frau im eigenen Haushalt erſt
lohnen! Darum ihr Eltern, ſchickt Eure Töchter in die
Städtiſche Mädchenfortbildungsſchule, laßt ſie kochen,
nähen und flicken. Alle Anmeldungen, auch für die Her=
mann
= und Lagerhausſtraße, müſſen nächſten Donners=
tag
zwiſchen 34 Uhr nachmittag, Rundeturmſtraße 9,
erfolgen. Näheres ſiehe im Anzeigenteil.
* Im Silberkranz. Herr Michael Bränig und Frau
Eliſabeth geb. Kabey, feiern am Dienstag, den 13. Okto=
ber
, das Feſt der Silbernen Hochzeit.
W. Der Transport der erſten großen Sendung des
Roten Kreuzes für die Diviſion. Zu unſerem Bericht in
Nr. 278 des Tagblattes wird noch folgendes ergänzend
mitgeteilt: Es nahmen noch weiter an der Fahrt mit
ihren Autos teil die Herren: Dr. E. Weiß=Darmſtadt, Hof=
lieferant
A. Ober=Darmſtadt, Fabrikant Arzt=Michelſtadt,
Architekt K. Müller=Darmſtadt mit dem Wagen des Herrn
Barons von Oetinger. Ihre Autbs ſtellten mit Chauffeu=
ren
zur Verfügung: Ihre Königl. Hoheit die Großherzo=
gin
, Ihre Durchlaucht Prinzeſſin Solms=Braunfels, wohn=
haft
in Darmſtadt, Herr Fabrikant Rieth=Offenbach. Als
Begleiter fuhren noch mit die Herren: Forſtmeiſter Heß=
Michelſtadt, Kaufmann Kahlert=Darmſtadt, Kaufmann
Hoffmann=Darmſtadt. In die Führung der Kolonnen teil=
en
ſich die Herren Kommerzienrat Hickler und Herr Ritt=
meiſter
a. D. von Kuſenberg. Gerade letzterem Herrn
gelang es, durch ſeinen militäriſchen Rang beſonders bet
dem Eiſenbahntransport manches Hindernis zu beſeitigen
und manchen langweiligen Aufenthalt vor der Station
durch ſein energiſches Eingreifen abzukürzen, ſo daß die
Kolonnen doch in verhältnismäßig kurzer Zeit das Ziel
ihrer Reiſe, Nesle, zwiſchen St. Quentin und Amiens,
erreichen konnten. Intereſſieren dürfte es auch allgemein,
daß 4 Autos, die Verbandzeug in die dortigen Feldlaza=
rette
bringen ſollten. bis Roy in die Feuerlinie hinein=
gerieten
und auf dieſe Weiſe die mächtigen 21=Zentimeter=
Mörſer unſeres 4. Fußartillerie=Regiments in Tätigkeit
bewundern konnten. Die Batterie feuerte um dieſe Zeit,
am 4. Oktober, nachmittags 6 Uhr, auf zirka 5500 Meter
Entfernung. Zum Schluß ſei noch bemerkt, daß die eine
Kolonne von 6 Autos gemeinſam, unter Mitnahme von
Verwundeten aus unſeren heſſiſchen Feldlazaretten, die
Fahrt von Luxemburg nach Darmſtadt in 5½ Stunden
zurücklegte und alle geſund und munter, wenn auch mit
nancher Panne, am Mittwoch, den 7. Oktober, nachmittags
4 Uhr, wieder hier eintrafen.
* Krieg und Kunſt. Der Vortrag des Herrn Inten=
danten
Dr. Eger über das Thema Krieg und Kunſt
am Montag abend beginnt um 8½ (nicht 8½) Uhr. Die
Großherzogin hat ihr Erſcheinen in Ausſicht geſtellt.
Richard Wagner=Verein. Willy Burmeſter
wird auch in dieſem Herbſt wieder nach Darmſtadt
kommen, um hier am 2. November im Richard
Wagner=Verein ein Konzert zum Beſten des Roten
Kreuzes und der Kriegsfürſorge zu geben, eine Nachricht,
die von der großen Schar der Verehrer des Künſtlers
mit Freuden vernommen werden wird.
* Der Obſt=, Gemüſe= und Kartoffelmarkt, der, wie
alljährlich, in dieſen Tagen im Schützenhof ſtattfindet
und geſtern eröffnet wurde, hat ſich wiederum außerordent=

lichen Zuſpruchs ſeitens der Produzenten und Konſumen=
ten
zu erfreuen. Immer mehr erkennen Verkäufer wie
Käufer, daß hier Gutes geboten wird und unter einer ge=
wiſſen
Garantie, denn Verkäufer, die bei einer Beſtellung
eine nach den ausgeſtellten Proben minderwertige Ware
ſenden, werden in Zukunft von dem Markte ausgeſchloſſen.
Das Komitee ſucht immer mehr dahin zu wirken, daß
größere Proben ausgeſtellt werden, es iſt ſehr darauf be=
dacht
, daß auch auf ſorgſame Behandlung der Früchte ge=
achtet
wird, auf ſachgemäße Verpackung uſw. Auch dieſes=
mal
iſt der Markt gut beſchickt und es ſtellen ſich den Be=
ſuchern
wehre Prachtexemplare dar. Bei der geſtern vor=
genommenen
Preisverteilung wurden folgenden Ausſtel=
lern
Preiſe zuerkannt: Peter Breitwieſer, Kaiſer=
mühle
, Eberſtadt, Paul Thiele, Handelsgärtner, Groß=
Rohrheim, Gerda Weſtphal, Traiſa, Haus Tannen=
berg
, Stadtmädchenſchule I, Darmſtadt, Louis
Gruner bei Frau Selk, Philipp Stöhr Billings, Gg.
Konrad Stöhr Billings, Juſtus Stöhr, Nonrod,
Auguſt Schneider I, Eberſtadt, Wilh. Chriſt, Eber=
ſtadt
.
* Laſſet kein Obſt umkommen! Auf den Aufruf unter
gleichem Kennwort in der vorigen Samstags=Nummer
wurder der Hauswirtſchaftlichen Fortbildungsſchule in
dieſer Woche wieder ſtändig Obſtſendungen zur Verfügung
geſtellt. Das iſt überaus erfreulich und dankenswert, weil
dieſe Anſtalt Vorrichtungen getroffen hat, um größere
Obſtmengen für Zwecke der ſtädtiſchen Kriegsfürſorge ent=
weder
zu dörren oder einzukochen. Da aber viele der
freundlichen Geber nicht wiſſen, wie ſie das Obſt nach
Rundeturmſtraße 11 bringen ſollen, ſo wollen wir hier
darauf aufmerkſam machen, daß die Hauswirtſchaftliche
Fortbildungsſchule auf gefällige Benachrichtigung auch
das Obſt abholen läßt.
Einziehung von Fernſprechgebühren. Am
14. d. Mts. wird mit der Einziehung der Fernſprech=
gebühren
begonnen werden. Es empfiehlt ſich, die
fälligen Beträge bereitzuhalten.
Der Verkauf der Extrablätter des Darmſtädter
Tagblattes brachte bis jetzt 167,15 Mk. ein, die an die
Sammelſtelle für die Hinterbliebenen von Kriegsteil=
nehmern
und ſonſtigen Hilfsbedürftigen der Stadt Darm=
ſtadt
abgeliefert wurden.
Geſchützpoſtkarten. Die Hofbuchdruckerei H. Hoh=
mann
, hier, bringt die mit ſo großem Beifall aufgenom=
menen
Geſchützpoſtkarten zur bleibenden Erinne=
rung
in einem Mäppchen 6 Karten Inhalt heraus,
welches mit einer Abbildung eroberter Geſchütze am Denk=
mal
Ludwigs IV. geſchmückt iſt. Eine neue Karte dieſes
Verlags Eroberte Feſtungsgeſchütze aus einem franzöſi=
ſchen
Sperrfort wird ſicherlich lebhafteſtes Intereſſe er=
wecken
.

Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 10. Oktober 1914

1,30 M.
Butter, ½ kg
in Part. ½kg . 1,20 M.
11 Pf
Eier Stück .
Schmierkäſe, ½ Lit. 20 Pf
Handkäſe, Stück 510 Pf.
Kartoffeln, Zentner
3,504 M.
Kumpf
(10 Liter) 5560 Pf.
½ kg . 4 Pf.
Mäuschen,
½ kg . 10 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg. . 812 Pf
Birnen, ½ kg . 1015 Pf.
Zitronen, Stück . 57 Pf
Brombeeren, Schopp. 15 Pf.
Apfelſinen, Stück 68 Pf.
Schwämme, ½ kg 2540 Pf.
Zwetſchen, Zentner 56 M
kg . 67 Pf.
Nüſſe, 100 Stück 4550 Pf.
16 Pf.
Quitten, ½ kg
Pfirſiche, ½ kg 812 Pf.
Trauben, ½ kg 4050 Pf
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 56 P
Endivien, Stück 47 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 23 Pf.
Rettiche . Stück 45 Pf.
Meerrettich, Stück 1025 Pf.
Roterüben, ½ kg 610 Pf.
Bündel 3 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 810 Pf.
Tomaten, ½ kg 1518 Pf.
15 Pf.
Spinat, ½ kg
Weißkraut, Stück 815 Pf

Rotkraut, Stück 1525 Pf.
Blumenkohl . . 1550 Pf.
Wirſing, Stück . 510 Pf.
Grünkohl, Stück
5 Pf.
Roſenkohl, ½ kg 1820 Pf.
Gelberüben, ½ kg 45 Pf.
Bündel 3 Pf.
Senfgurken, Stück 68 Pf.
Gurken, Stück . 410 Pf.
Sellerie, Stück . 510 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 8590 Pf.
Enten, Stück 3,003,50 M.
Hahnen, Stück 1,502,00 M.
Hühner, 2,002,50 M.
Tauben, Stück 5060 Pf.
Haſen, Stück . 3,804 M.
Fiſche:
Aal, ½ kg
1 M.
Andere Rheinfiſche,
½ kg 4070 Pf.
In den Fleiſchſtänden.
Rindfleiſch, ½ kg 7076 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 80 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 60 Pf.
Rindswürſtchen, Stück
1520 Pf.
Schweinefleiſch mit
Beilage, ½ kg. 90 Pf.
ohne Beilage 1 M.
Geſalzenes und Koteletts,
½ kg 1 M.
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg 70 Pf.
Kalbfleiſch, ½ kg . 90 Pf.

Rotes Kreuz.

(Bureau: Rheinſtraße 36, Fernruf 25; geöffnet ununter=
brochen
von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Bureau
der Materialien=Verwaltung: Altes Palais, Fernruf 20.)
In Ergänzung der Mitteilungen über die erſte große
Sendung des Roten Kreuzes an die Heſſiſche Diviſion ſei
kurz darauf hingewieſen, daß ganz beſonderer Dank auch
denjenigen Perſönlichkeiten gebührt, die in ſelbſtloſeſter
Weiſe ihre Automobile in dieſen höchſt patriotiſchen
Dienſt geſtellt haben. Es ſind dies neben J. K. H. der
Frau Großherzogin Ihre Durchlaucht die Fran Prinzeſ=
ſin
Solms=Braunfels, Frau Gräfin Hagenburg, Kammer=
herr
von Oetinger, die Herren Fabrikant Rieth=Offenbach,
Arzt=Michelſtadt, Architekt Wagner=Darmſtadt, Herr Ober,
Herr Dr. Weiß, Herr Dr. Stahlſchmidt=Darmſtadt. Dank=
barſt
wollen wir noch hervorheben, daß die Rückfahrt lei=
der
nicht von allen, aber doch von der Mehrzahl der Auto=
mobilbeſitzer
in den Dienſt des Verwundetentrausports
geſtellt wurde. Auf dieſem Transport, der mit zwei Etap=
penſtationen
, auf welchen die Verwundeten ſorgfältige La=
zarettpflege
erhalten konnten, in insgeſamt 20 Stunden
zurückgelegt wurde, waren Schnelligkeitsrekordleiſtungen
ſelbſtverſtändlich ausgeſchloſſen. Es handelte ſich von der
Abfahrt vom Kriegsſchauplatz bis zum Eintreffen in der
Heimat lediglich darum, eine möglichſt große Anzahl von
Verwundeten in erträglichem Zuſtande in die Heimat zu
verbringen. Daß dies gelungen iſt, dürfte dem geſamten
Heſſenlande zur gleich großen Freude gereichen. Der
dritte Eleonorenzug, die ſiebente Liebesgaben=
ſendung
, ſoll am Samstag, den 17. Oktober, abgehen;
ſeine Gaben ſind der heſſiſchen Landſturmformation zuge=
dacht
. Die Führung liegt wieder in den Händen eines
Offiziers, und es darf mit Sicherheit darauf gerechnet wer=
den
, daß er ſein Ziel erreicht. Wir bitten daher, für un=
ſere
Landſturmleute beſtimmte Gaben an die Materialien=

und Hilfe der Amerikaner. Noch nie haben wir ſo lange
und ſo ſehnlich auf Geld gewartet, ja es war ſchon ſo
weit, daß ich meine Penſion nicht mehr bezahlen konnte.
Endlich kam dann vor einer Woche die Erlöſung, und
ich machte uns dann in zwei Tagen reiſefertig. Die Reiſe
ging langſam, aber ganz ohne Unannehmlichkeiten für
uns von ſtatten. Alles hat ſich auch für uns geändert und
düſter umzogen iſt die Zukunft. . . Und doch darf man
in dieſer großen Zeit ſeine perſönlichen Intereſſen nicht
in den Vordergrund ſtellen. Wir dürfen nicht klagen, und
nur bitten: Gott ſchütze Deutſchland!‟ Der Haß und die
Rachſucht der Engländer iſt ſo groß, daß an eine abſeh=
bare
, friedliche Löſung gar nicht zu denken iſt. Nur wenn
England gedemütigt werden kann, iſt ein Frieden
möglich, denn England iſt allein für dieſen Weltkrieg ver=
antwortlich
. Bis jetzt iſt aber das Volk noch ſo hochfah=
rend
, ſo durchdrungen von ſeiner Ueberlegenheit und Weli=
herrſchaft
, daß an Frieden nicht zu denken iſt, bis es ſelbſt
beſiegt iſt. Mit Freuden ſehen wir hier die ruhigen, ge=
ordneten
Verhältniſſe, die Begeiſterung, mit welcher jeder
Einzelne bereit iſt, alles zu opfern, wie maßvoll in der
Freude, wie ernſt und feſt im Handeln. Das iſt ein ſchö=
ner
Gegenſatz zu dem nervöſen Weſen der Engländer, die,
von Spionenwahnſinn befallen, ſich ſelbſt untereinander
totſchießen, dort im eigenen Lande. Es iſt dort eine ſchreck=
liche
Aufregung, die alles anſteckt, und ich bin ganz dabei
heruntergekommen. Eins nur kann ich nicht genug ein=
prägen
auf meine Erfahrung hin: Sollte Deutſchland ſeine
Macht behaupten können gegen dieſe Welt von Feinden,
dann fort mit der ewigen Rückſichtnahme und Großmu:
dem Auslande gegenüber und für immer! Es iſt ihm ſtets
als Schwäche ausgelegt worden: nur rückſichtsloſes Vor=
gehen
gewinnt ihm Achtung.
* Gerechte Strafe. Aus den Ruſſentagen in Inſter=
burg
weiß die Kreuzzeitung folgendes Geſchichtchen von
Hindenburg zu erzählen: Vor der Flucht aus Inſterburg
konnten die Ruſſen, da ſie ſich ſehr beeilen mußten, nicht
mehr alles dort derart zerſtören, wie ſie es gerne getan
hätten, und auch nicht alles mitnehmen. Blieb nur das
Unbrauchbarmachen. In beſonders gemeiner Weiſe haben
ſie ſich dann an den gewaltigen Brotvorräten vergangen.
Sie übergoſſen ſie mit Maſſen von Petroleum! Aber ſie
hatten nicht mit Hindenburgs grimmigem und gerechtem
Humor gerechnet. Auf die Meldung von dieſer Gemein=
heit
erfolgte prompt der Befehl: Ueber den Geſchmack
ſtreiten wir nicht mit den Ruſſen. Dieſes Brot iſt zur
Ernährung der ruſſiſchen Gefangenen zu verwenden, ſo=
lange
der Vorrat reicht.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Nummer 280,

abteilung im Alten Palais gelangen zu laſſen, und zwar
vor allem vor Kälte und Näſſe ſchützende Stücke, wollene
Wämſe, Unterzeug, wollene Strümpfe und Socken, Puls=
und Kniewärmer, Leibbinden, Hemden, Taſchentücher u.
a. m. Ferner Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao, Poſtkarten
und beſonders auch den bewährten Freund deutſcher Män=
ner
nicht nur in frohen, ſondern auch in ernſten Stunden,
die Zigarre, die Zigarette und Tabak in reichlicher Menge.
Wer vielleicht den Weg noch nicht zu uns gefunden
hat, den mögen ein paar kleine Züge erheben und ermun=
tern
, von denen wir heute wieder in herzlicher Freude an
ſolchem Opfermut berichten können. Ein Schuljunge aus
Darmſtadt ſammelte Eicheln, verkaufte ſie und erſtand für
das erlöſte Geld Zigarren für die Soldaten im Felde. Ein
90jähriges Mütterchen in Roßdorf ſtrickte ein Paar tadel=
loſe
Strümpfe und ſtiftete ſie den Kriegern. Eine Witwe
in Wallertheim verkaufte eine ausländiſche Ehrenmedaille
ihres verſtorbenen Mannes und verwendete das erlöſte
Geld zum Ankauf von Wolle, aus der ſie für die Truppen
beſtimmte Strümpfe ſtrickte.
Wir haben die Abſicht, in jedem der ſieben Polizei=
Reviere Darmſtadts eine Stelle einzurichten, die dazu die=
nen
ſoll, jedermann auf Verlangen Auskunft zu geben
über die richtige Adreſſierung von Paketen, Briefen und
Poſtkarten für Angehörige unſeres Heeres und unſerer
Flotte, über die beſte Gelegenheit, Pakete an die Truppen
in Frankreich zu ſchicken, über die für die Beförderung
durch die Feldpoſt geltenden Beſtimmungen uſw. Da=
men
, die ſich dieſem Zweig der Liebestätigkeit widmen
wollen, finden ſich gewiß und, wie wir hoffen, auch geeig=
nete
Räumlichkeiten. Sobald die bereits eingeleiteten
Verhandlungen zu einem guten Ergebnis geführt haben,
werden wir weiteres bekannt machen.

Bericht des Arbeitsamts über die Lage des
Arbeitsmarktes in Darmſtadt für September 1914.

* Im Monat September waren 1735 offene
Stellen vorgemerkt, davon wurden aus dem Vormonat
als unerledigt übertragen 166, neuangemeldet 1569, dar=
unter
842 für männliche und 727 für weibliche Perſonen.
Beſetzt konnten werden 1022 Stellen, darunter 613 durch
Zuweiſung männlicher und 409 durch Zuweiſung weib=
licher
Arbeitskräfte. Durch Zurücknahme der Meldung
erledigten ſich 220, infolge Streichung wegen Friſtablaufs
96 Geſuche. Es bleiben hiernach noch offen und ſind in
den laufenden Monat zu übernehmen 397 Geſuche. Die
Zahl der Arbeit= und Stellenſuchenden betrug
2812. Aus dem Vormonat waren 571 Geſuche übernom=
men
worden; im Berichtsmonat ſind 2241 Geſuche neu
vorgebracht worden, darunter 1288 von männlichen und
953 von weiblichen Perſonen. Ihre Erledigung fanden
1843 Geſuche, und zwar 1022 durch Zuweiſung von Be=
ſchäftigung
, 607 durch Zurücknahme (darunter 335 Geſuche
von Wanderern, die, wenn nicht alsbald Arbeit nachge=
wieſen
werden kann, erlöſchen) und 214 infolge Streichung
wegen Friſtablaufes, Als unerledigt wurden in den lau=
fenden
Monat 969 Geſuche (546 von männlichen und 423
von weiblichen Perſonen) übertragen.
Unter den im Berichtsmonat neu gemeldeten Stellen
(1569) befanden ſich 169 an auswärtigen Plätzen, von den
neu hinzugekommenen Stellenſuchenden (2241) waren 586
außerhalb Darmſtadts wohnhaft oder Wanderer. Die
Geſchäftsräume des Arbeitsamtes befinden ſich im ſtädti=
ſchen
Gebäude Waldſtraße 19/21; Fernruf Nr. 371. Die
Erledigung der Aufträge erfolgt grundſätzlich koſtenlos.
Gegenüber dem Vormonat iſt eine Beſſerung der Lage
des Arbeitsmarktes im allgemeinen unverkennbar. Die
Erfolge unſerer Heere haben die Zuverſicht beſtärkt und
vergrößert und infolgedeſſen dazu beigetragen, daß auch
das wirtſchaftliche Leben wieder regelmäßiger pulſiert.
Die Transportſchwierigkeiten ſind zum großen Teil be=
hoben
. Mit der Möglichkeit, Materialien herbeizuſchaffen,
fällt für eine ganze Reihe von Unternehmungen der Grund
fort, zu feiern.
In der Landwirtſchaft beſteht im allgemeinen
kein Mangel an Beſchäftigung für Arbeiter. Die bevor=
ſtehende
Kartoffelernte und die Arbeiten zur Winterbeſtel=
lung
der Felder laſſen hoffen, daß die Nachfrage nach
Leuten zunimmt, mindeſtens aber andauert. Die
Gärtnerei hatte zu tun. Auch im Oktober iſt Arbeit=
vorhanden
. Für die Landſchaftsgärtnerei fehlten Aufträge.
Das zum Militärdienſt einberufene Perſonal iſt nur zum
Teil erſetzt worden. Die vorhandenen Arbeitskräfte blei=
ben
auch künftig in Stellung. Ueber die Geſchäftslage der
Blumengärtnereien und=Geſchäfte wird ſehr geklagt. Das
Publikum hält ſich ſehr zurück.
Die Metallinduſtrie bot Anfangs September
wenig Arbeitsgelegenheit. Die Mehrzahl der größeren
Betriebe ſchränkte die Arbeitszeit erheblich ein; teilweiſe
wurde abwechſelnd ausgeſetzt; ein Betrieb ruhte. Im
Laufe des Monats trat jedoch eine Beſſerung ein. Die
Möglichkeit der Zufuhr des Materials und Aufträge, auch
ſolche der Militärbehörden, veranlaßten die Einſtellung
von Leuten. So iſt beiſpielsweiſe die Arbeitsloſenzahl
des Metallarbeiterverbandes von 295 (Anfangs Septem=
ber
) auf 135 (Ende September) gefallen. Man kann an=
nehmen
, daß die Beſſerung zunächſt anhält. In dem
Schloſſergewerbe iſt die Zahl der Arbeitskräfte
verringert worden; bis auf einige Werkſtätten, die durch
den Bau von Baracken für die Militärverwaltung Be=
ſchäftigung
hatten, war wenig zu tun. Ausſichten auf eine
Beſſerung in der nächſten Zeit ſind nicht vorhanden, weil
die Bautätigkeit ſtockt. Die Spengler und Inſtal=
lateure
behielten im allgemeinen ihre Arbeiter. Einige
Werkſtätten ſind geſchloſſen worden wegen der Einberufung
der Meiſter.
Die Beſchäftigung im Baugewerbe ließ erheblich
nach. Neue Aufträge blieben aus. Es wurden und wer=
den
nur angefangene Arbeiten fortgeſetzt. Von hieſigen
Betrieben war etwa nur ein Fünftel normal beſchäftigt.
Während die Darmſtädter Unternehmer am 1. Auguſt 680
Leute beſchäftigten, waren am 10. des Berichtsmonats nur
noch 430 Mann tätig; bis zum Ende des Berichtsmonats
iſt die Zahl auf 250 zurückgegangen. Wenn die Aufträge
weiter ausbleiben, müſſen im November und Dezember
weitere Entlaſſungen ſtattfinden. Die Schwierigkeiten der
Materialbeſchaffung ſind für das Maurerhandwerk zu=
nächſt
noch nicht in wünſchenswertem Umfange beſeitigt.
Zwei Betriebe wurden ſtillgelegt, weil die Meiſter ein=
rücken
mußten.
Die Zimmerer erfreuten ſich namentlich infolge
militäriſcher Aufträge voller Beſchäftigung. Auf die Dauer
von zirka vier Wochen wird dieſer Zuſtand noch anhalten.
Das Perſonal mußte vermehrt werden. Die Lage im
Dachdeckergewerbe war ebenfalls zufriedenſtellend.
Arbeit iſt für einige Zeit noch vorhanden. Auch die
Glaſer hatten zu tun. Sie beurteilen die Ausſichten für
die nächſte Zukunft günſtig. Die ſeitherigen Arbeitskräfte
konnten weiter beſchäftigt werden. Wenn die Zuweiſung
ſchon vorbereiteter Arbeiten erfolgt, wird dies auch im
Oktober ſo bleiben.
Die Beſchäftigung der Betriebe des Weißbinder=
gewerbes
und der Maler war im allaemeinen eine

beſſere als im Auguſt. Faſt alle haben zu tun. Die Arbei=
terzahl
mußte gegen den Vormonat erhöht werden. Durch
die fertigzuſtellenden Militärarbeiten wird ein größerer
Teil der Leute noch auf längere Zeit Verdienſt haben, vor=
ausgeſetzt
, daß auch die Witterung eine gute bleibt. Nach
Vollendung der Militärarbeiten iſt ein Abflauen zu er=
warten
. Leider haben nicht alle Betriebe die einem ein=
ſtimmigen
Beſchluß des Ortstarifamtes zufolge verkürzte
Arbeitszeit eingeführt. Die Arbeitsloſigkeit hätte ſich da=
durch
noch mehr mildern laſſen.
Im Holzgewerbe iſt die Lage weniger günſtig,
wenn auch die Arbeitsloſigkeit im Berichtsmonate
durch militäriſche Aufträge gemildet werden konnte. Die
Beſchäftigung in der Möbelinduſtrie war mäßig. Die Be=
triebe
wurden erheblich eingeſchränkt. Die Bauſchreinerei
war etwas beſſer geſtellt durch Barackenbau und Lazarett=
einrichtungen
. Dieſe Arbeiten machten eine Vermehrung
des Perſonals um 107 Leute erforderlich. Möbelinduſtrie
und Schreinerwerkſtätten beurteilen die Ausſichten für die
nächſte Zukunft ſehr ungünſtig, wenn nicht verſucht wird,
die Bautätigkeit zu heben und der Möbelinduſtrie Abſatz
zu verſchaffen. Die Vereinigung der Arbeitgeber des
Schreinergewerbes, der Möbel= und Parkett=Induſtrie hat
in Verbindung mit der Arbeitnehmerſchaft an den Herrn
Oberbürgermeiſter und die Großh. Zentralſtelle für Ge=
werbe
Eingaben wegen Beſchaffung von Arbeitsgelegen=
heit
gerichtet.
Das Tapezierer=und Polſtererhandwerk
lag bei Ausbruch des Krieges vollſtändig danieder. Mili=
täriſche
Aufträge ſorgten dann für Beſſerung. Auch die
Privatkundſchaft gewährte wieder Arbeit, allerdings in
ſehr beſchränktem Umfange. Die Arbeitnehmerſchaft teilt
mit, das Perſonäl habe zum Teil vermehrt werden müſ=
ſen
. So lange Militärarbeit vorhanden iſt, hat man teils
gute Zuverſicht. Die Innung beurteilt die Ausſichten für
die nächſte Zukunft nicht günſtig. Sie erkennt die Beſſe=
rung
im Berichtsmonat auch nur für einige Betriebe an.
Von dem Schneiderhandwerk iſt zu ſagen,
daß die Maßſchneiderei völlig brach lag; die Uniform=
ſchneiderei
ſorgte für Beſchäftigung. Dies wird in der
nächſten Zukunft noch ſo bleiben. Wenn auch einzelne Ge=
ſchäfte
, die Uniformen herſtellten, Leute annahmen, ſo iſt
doch das Perſonal im ganzen etwas verringert worden.
Die ins Feld gezogenen Leute wurden kaum erſetzt. Bei
den Zuſchneidern handelt es ſich um etwa 40 Prozent der
Leute. Die noch in Stellung befindlichen Kräfte mußten
ſich allgemein Kürzung ihres Einkommens gefallen laſſen.
In Arbeitergeber= und zum Teil auch in Arbeitnehmer=
kreiſen
hofft man, daß das Geſchäft durch Privataufträge
etwas anziehen wird, ſchon mit Rückſicht auf die bevor=
ſtehende
Jahreszeit. Das leiſtungsfähige Publikum ſollte
nit Vergebung von Arbeit nicht ſo ſehr zurückhalten.
(Fortſetzung folgt.)

Wald=Michelbach, 10. Okt. (Die Nußernte) in
den benachbarten Tälern, wo die Landwirte vernünftig
genug waren und die Nußbäume nicht maſſenhaft fällten,
liefert zurzeit reiche Erträge. Die Nüſſe werden pro
Zentner für 9 bis 10 Mark verkauft.
Gießen, 10. Okt. (Eine wohltätige Einrich=
tung
) hat die Stadtverwaltung damit getroffen, daß ſie
ſelbſt den Kartoffelverkauf in die Hand genommen hat.
Kartoffeln in Mengen bis 10 Pfd. werden zu 3 Pfg. das
Pfund abgegeben.

Rom, 10. Okt. Kardinalſtaatsſekretär Ferrata iſt
heute nachmittag 1¼ Uhr geſtorben.

Die Klagen über die Feldpoſt.
(Schluß.)

Jene mannigfaltigen Betriebshinderniſſe und Schwie=
rigkeiten
, die ſich der Feldpoſt, wie hier an verſchiedenen
Beiſpielen ausgeführt worden iſt, tagtäglich und in oft
wechſelnder Geſtalt entgegenſtellen, ſind es nicht allein,
die die glatte Abwickelung des Verkehrs bisher vielfach ſo
aufgehalten haben. Auch das Publikum hat ſein Teil dazu
beigetragen und viele ſeiner Beſchwerden ſelbſt dadurch
hervorgerufen, daß, ungeachtet der auf Betreiben der Poſt=
verwaltung
immer wieder in den Zeitungen veröffentlich=
ten
Verſendungsbedingungen für Feldpoſtbriefe, tagtäg=
lich
große Mengen davon aufgeliefert wurden, die mangel=
haft
oder falſch adreſſiert ſind oder deren Verpackung für
die weite und ſchwierige Beförderung nicht ausreicht.
In den erſten Wochen nach der Mobilmachung haben die
Poſtſammelſtellen zweifelhaft adreſſierte Sendungen, ſo=
weit
ſich nach ihrer Anſicht vielleicht doch die Möglichkeit
einer Aushändigung an die gemeinten Empfänger bot,
an die Feldpoſtanſtalten noch abgeſandt. Das geſchieht
ſeit kurzem nicht mehr, weil die Feldpoſtanſtalten außer=
ſtande
ſind, bei ihren ſchwierigen Dienſtverhältniſſen auch
noch zweifelhafte Briefadreſſen in großen Mengen zu ent=
rätſeln
. Seitdem werden alle Sendungen dieſer Art, die
die Poſtſammelſtellen notgedrungen beanſtanden müſſen
es ſind das täglich mindeſtens 50000 , an den Ab=
ſender
unter Angabe des Grundes wieder zurückgeſandt
Dies bedeutet natürlich für die Poſtſammelſtellen eine
ganz erhebliche Arbeitszugabe. Immerhin liegt das neue
Verfahren mehr im Intereſſe des Publikums, weil die
Sendungen mit mangelhafter Adreſſe jetzt nicht mehr
wochenlang im Felde umherzuirren brauchen, der Abſender
vielmehr ſchon nach 12 Tagen über ſein Verſehen auf=
geklärt
werden kann. Außerdem wird durch das neue Ver=
fahren
dem nach Möglichkeit vorgebeugt, daß Waren=
kartonbriefe
infolge unzulänglicher Verpackung unterwegs
ſich öffnen oder entzweigehen, und daß ihr Inhalt dann
verſtreut im Poſtbeutel vorgefunden wird, wenn er zur
Feldpoſtanſtalt gelangt. Aus zahlreichen Meldungen der
Feldpoſtanſtalten aus den rückliegenden Wochen geht her=
vor
, daß Feldpoſt=Schachtel= und=Kartenbriefe dort
dauernd in großer Zahl ſo beſchädigt eingegangen ſind,
daß ſich Umſchlag und Inhalt überhaupt nicht mehr zu=
ſammenbringen
ließen. Die Sendungen waren einfach
zu Abfällen geworden. Eine bayeriſche Feldpoſtanſtalt
hat ſeit Beginn ihrer Tätigkeit nicht weniger als 12 Säcke
im Geſamtgewicht von 60 Kilogramm, die nur mit derarti=
gem
Inhalt gefüllt waren, wieder heimwärts ſchicken
müſſen. Das waren alles Feldpoſtbriefe, die nach der fel=
ſenfeſten
Ueberzeugung der Abſender durch Bummelei bei
der Feldpoſt verloren gegangen ſind, während nur Nach=
läſſigkeit
der Abſender es verſchuldet hat, daß dieſe Tau=
ſende
von Sendungen ihren Empfänger nicht erreichen
konnten.
Das Publikum macht ſich eben nicht hinreichend klar,
daß Sendungen, die nach dem Felde gehen, ungleich halt=
barer
verpackt werden müſſen, als wenn ſie im Inlande
verbleiben. Und wie iſt es nun erſt mit den Briefadreſſen
beſtellt! Wie viele ſind unzulänglich oder ganz unverſtänd=
lich!
In anderen Fällen iſt die Adreſſe deshalb falſch,
weil der Abſender beſonders ſicher gehen wollte und des=
halb
nicht nur den Truppenteil, insbeſondere kleine Son=
derformationen
, bezeichnet hat, bei dem ſich der Empfän=

ger jetzt befindet, ſondern auch noch den, bei dem er in
Friedenszeiten ſtand. Der grundſätzliche Unterſchied zwi=
ſchen
Linien=, Reſerve=, Erſatz=, Landwehr= und Land=
ſturmtruppenteilen
wird vielfach völlig unbeachtet gelaſſen.
Auch geben die Abſender oft in der Adreſſe, obwohl ſie be=
ſtimmt
wiſſen, daß ſich der Empfänger in der Heimat an
einem feſten Standorte befindet, den Beſtimmungsort nicht=
an
, ſo daß die Sendungen dann erſt auf die Poſtſammel=
ſtelle
geleitet werden müſſen und dadurch um Tage in der
Ueberkunft verzögern. Ungewöhnlich groß iſt die Zahl der
mangelhaften Adreſſen bei den Feldpoſtſendungen, deren
Empfänger ſich bei ſelbſtändigen, alſo nicht im Regiments=
verbande
ſtehenden Kolonnen befinden (Stäbe, Mum=
tions
=, Etappen=, Magazinkolonnen). Dieſe Sendungen
tragen überwiegend in der Adreſſe auch noch die Angabe
des Regiments (Bataillons und der Eskadron), von dem
der Empfänger zur Kolonne abkommandiert iſt. Da aber
hier die eine Bezeichnung die andere ausſchließt, iſt da=
mit
die poſtaliſche Leitung der Sendung nach dem rich=
tigen
Zielpunkt gefährdet. Aehnliche Doppeladreſſen kom=
men
in Unmenge bei den Feldpoſtbriefen an Angehörige
von Erſatzbataillonen vor, indem noch das Regiment mit=
angegeben
wird, in deſſen Kaſerne der Landwehrmann zu=
fällig
eingekleidet worden iſt. Nicht minder ſchwierig iſt
für die Poſtverwaltung die Behandlung von Feldpoſtſen=
dungen
an ſolche Reſerve= Erſatz= und Landwehrforma=
tionen
, die eben erſt ausgerückt oder marſchbereit oder noch
in der Bildung begriffen ſind. Mit der Zuführung der
Feldpoſtſendungen an die Angehörigen dieſer zahlreichen
aus dem ſtabilen in das mobile Verhältnis übergehenden
Formationen kann bei den Poſtſammelſtellen erſt begon=
nen
werden, nachdem es der Militärverwaltung möglich
war, der Poſtbehörde den Aufſtellungsort und die Anglie=
derung
dieſer Formationen innerhalb des Armeeverban=
des
mitzuteilen. Bis dahin müſſen natürlich alle Feld=
poſtſendungen
dieſer Art bei den Poſtſammelſtellen lagern
und verſäumen infolgedeſſen in der Ueberkunft erheblich=
Den Empfängern und den Abſendern dieſer Briefe ergeht
es wie ſo vielen, vielen anderen: ſie hören u. U. wochen=
lang
von einander nichts, und ihr Unmut über die Poſt,
die hieran nach ihrer Anſicht allein nur die Schuld trägt,
wächſt von Tag zu Tag.
Der Poſtverwaltung liegt es fern, das Vorkommen
ungezählter Feldpoſtbriefe mit mangelhaften Adreſſen
allein auf die Abſender zurückzuſchieben. In einem ge=
wiſſen
Umfange iſt der Vorwurf, daß das Publikum die
Feldpoſtbriefe unvollſtändig adreſſiert und ſich deshalbe
nur allein die Schuld an Verzögerungen zuzuſchreiben hat,
durchaus berechtigt. Es kann jedoch auch wieder kein
Zweifel darüber obwalten, daß ſehr viele Abſender von
Feldpoſtbriefen die Mängel der Adreſſe gar nicht ahnen,
zumal wenn ſie ihnen von ihren Angehörigen im Felde
ſelbſt in dieſer Form mitgeteilt worden iſt. Die Truppen=
bezeichnungen
unſerer Feldarmee ſind nun einmal ſo
überaus mannigfaltig und der Allgemeinheit teilweiſe
noch ſo fremd, daß auch Heeresangehörigen bisher bei
Mitteilung ihrer Adreſſe nach der Heimat vielfach Fehler
unterlaufen ſind. Die Militärverwaltung hat deshalb
kürzlich erneut allgemein anordnen müſſen, daß die Trup=
pen
im Felde genau über die Adreſſe, die ſie ihren An=
gehörigen
anzugeben haben, belehrt werden.
Das in weiten Kreiſen des Volkes über die bisherigen
Leiſtungen unſerer Feldpoſt gefällte Urteil bedarf hiernach
doch ſehr der Berichtigung. Daß im Feldpoſtbetriebe bei
der Bearbeitung der Sendungen, die täglich einige Mil=
lionen
Stück umfaſſen, auch Sortierfehler vorgekommen
ſind, die die Ueberkunft von Sendungen verzögert haben,
und daß dies namentlich in der allererſten Zeit der Fall
geweſen iſt, wo das infolge des Abgangs von einem Viertel=
aller
Beamten und von zwei Fünfteln aller Unterbeamten
zu den Fahnen und zur Feldpoſt mit zahlreichen Neulin=
gen
durchſetzte heimiſche Perſonal ſich mit dem ihm durch=
aus
ungeläufigen und dabei ſehr ſchwierigen Feldpoſt=
ſortierdienſte
zunächſt vertraut machen mußte, ſoll hier
keineswegs beſchönigt werden. Andererſeits gehen vor=
ſtehende
Darlegungen nicht etwa darauf aus, die Poſt= zu rechtfertigen. Das Publikim ſoll viel=
mehr
durch das hier in aller Offenheit Mitgeteilte einen
Einblick in die Betriebsverhältniſſe unſerer Feldpoſt ge=
winnen
und ſich dadurch ein zuſammenhängendes Bild
von den mannigfachen und großen Schwierigkeiten ver=
ſchaffen
, die ſich als unvermeidliche Begleiterſcheinungen
der modernen Kriegsführung einer unverzögerten und
ſchnellen Poſtbeförderung entgegenſtellen. Briefverſpätun=
gen
und auch Briefverluſte ſind im Kriege unabwendbar.
Iſt es infolge der Kriegslage möglich geworden, dem
Feldpoſtbetriebe diejenige Regelmäßigkeit zu geben, auf
die das ganze Beſtreben der Poſtverwaltung unabläſſig
gerichtet iſt, ſo können plötzlich große militäriſche Aktionen,
namentlich ſolche, die mit umfangreichen Truppenver=
ſchiebungen
verknüpft ſind, jenen günſtigen Verkehrszu=
ſtand
wieder mit einem Schlage verſchlechtern. Das Pu=
blikum
muß auch bei ſeiner Kritik über die Leiſtungen
unſerer Feldpoſt das wichtige Moment immer wieder in die
Rechnung mit einſtellen, daß unſere Armeen gegen mehrere
Fronten kämpfen, und daß auch deshalb von der in
den letzten Jahrzehnten eingetretenen außerordentlichen
Steigerung des Mitteilungsbedürfniſſes und anderen Fak=
toren
ganz abgeſehen die Aufgabe der deutſchen Feld=
poſt
im jetzigen Kriege ungleich ſchwieriger geworden iſt,
als es 1870//71 der Fall war.

König Karol f.

* Bukareſt, 10. Okt. König Karol iſt heute
früh geſtorben.
In ſchwerer Zeit iſt König Karol von Rumänien aus
dem Leben geſchieden. Erſt kürzlich war gemeldet, daß er
erkrankt ſei; gleich darauf folgte aber die beruhigende Er=
klärung
, daß die Krankheit unbedenklich ſei. Genaueres
über ſeinen Tod hat man noch nicht erfahren. König
Karol war ein Sohn des Fürſten Karl Anton
von Hohenzollern und am 20. April 1839 geboren.
Er wurde durch Volksabſtimmung am 20. April 1866 zum
erblichen regierenden Fürſten von Rumänien erwählt und
am 24. Oktober als ſolcher von den Mächten anerkannt.
Am 14. März 1881 nahm er laut Beſchluß der Volksver=
tretung
den Titel König von Rumänien an. Rumänien
verdankt ſeinem König viel, unter ſeiner kraftvollen und
zielbewußten Leitung iſt das Land emporgeblüht und hat
ſich eine Achtung gebietende Stellung unter den Völkern
Europas errungen. Die Perſönlichkeit des Königs trug
in erſter Linie dazu bei, Rumänien die führende Rolle
unter den Balkanländern zu ſichern. Er war ein Wahrer
des Friedens und ein warmer Freund des Dreibundes
und hat im gegenwärtigen Kriege allen ruſſiſchen Beein=
fluſſungsverſuchen
energiſchen Widerſtand entgegengeſetzt
und ſein Land vor den Gefahren des Krieges bewahrt.
Sein Nachfolger auf dem Throne iſt ſein Neffe, der
bisherige Kronprinz Ferdinand, der am 24. Auguſt
1865 geboren. Es iſt natürlich, daß Befürchtungen

[ ][  ][ ]

Nummer 280.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Seite 5.

lrut werden, daß der jetzige König die Wege der drei=
krindfreundlichen
Politik des verſtorbenen Königs verlaſ=
ſſen
und den ruſſophilen Beſtrebungen nachgeben werde.
Ein Grund für dieſe Befürchtung beſteht nicht, auch würde
ſter König es ſich mehr als einmal überlegen, ob er ſich
autf das Lotterieſpiel eines Krieges einlaſſen ſolle, zu=
nral
in dieſem Falle auch Bülgarien und die Türkei, die
lron einem Zuſammengehen mit Rußland nichts wiſſen
peollen, ſich erheben würden. Außerdem muß der König
euich der Stimmung des Volkes Rechnung tragen und
lann den Krieg nicht allein machen. Das rumäniſche Volk
in ſeiner Mehrheit will aber den Krieg nicht. Schließlich
ſti auch noch daran erinnert, daß aus Bukareſt kürzlich
gemeldet wurde, der Kronprinz habe die ruſſenfreund=
lchen
Elemente, die darauf ausgingen, den König Karol
tr Abdankung zu treiben und mit Hilfe des Thronerben
umänien auf die Seite des Dreiverbandes zu bringen,
iet unzweideutiger Weiſe abgeſchüttelt. Er habe erklärt,
ar werde niemals den rumäniſchen Thron beſteigen, wenn
hie Treibereien der Ruſſophilen den König zum Rücktritt
veranlaßten. Damit werde das von ruſſiſchen Agenten
verbreitete Märchen hinfällig, daß der Thronerbe ſich mit
einen politiſchen Anſchauungen bezüglich der wahren
Intereſſen Rumäniens im Gegenſatz zum König befinde
und die Ruſſophilen irgend welche begründete Hoff=
nungen
auf ihn ſetzten dürften.
*
* Bukareſt, 10. Okt. Der König iſt in Sinaja
werſchieden. Der Tod trat heute früh 6½ Uhr ein.

Stimmen aus dem Publikum.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Mit Eintritt der kalten Jahreszeit iſt es dringend
notwendig, daß unſere im Feld für uns kämpfenden
Soldaten mit warmer Unterkleidung, wollenen
Hemden, Unterjacken, Unterhoſen, Strümpfen uſw. ge=
mügend
verſehen werden, damit ſie, die draußen ihr Blut
für uns vergießen und die größten Anſtrengungen und
Entbehrungen erdulden, nicht auch noch durch die Kälte
und ſonſtigen Unbilden der Witterung zu leiden haben.
Ehrenpflicht der Zurückgebliebenen iſt es nun, dafür
Sorge zu tragen, daß unſere Krieger mit allem Not=
wendigen
wohl ausgerüſtet ſind, um ſo unſere Dankbar=
keit
für unſere Helden kundzugeben und zu zeigen, daß
wir ihrer in Feindesland nicht vergeſſen. In verſchiedenen
Städten, ſo in Frankfurt, Koblenz, wurden durch den
Verein vom Roten Kreuz Hausſammlungen zur Be=
ſchaffung
von warmen Unterkleidern veranſtaltet, die einen
alle Erwartungen weit übertreffenden Erfolg zeitigten.
Es würde ſicherlich allgemeinen Anklang finden, wenn
Der Verein vom Roten Kreuz, deſſen ſegensreiches Wirken
ſa allgemein bekannt iſt, oder ein anderer Wohltätigkeits=
verein
, auch in Darmſtadt, deſſen Bewohner ſo oft ſchon
Zeugnis ihres Wohltätigkeitsſinnes bewieſen haben, der=
artige
Hausſammlungen zum Beſten der Krieger
unſerer Heſſiſchen (25.) Diviſion veranſtalten wollte. Bereit=
willige
Damen, die ſich dieſer Aufgabe gern unterziehen
würden, fänden ſich ſicher in genügender Anzahl. Der
Dank unſerer auf dieſe Weiſe mit warmer Winterkleidung
werſehenen Soldaten würde den Veranſtaltern nicht aus=
Sleiben. Es bedarf wohl nur dieſes Hinweiſes, um die
Setr. Vereine zu veranlaſſen, dieſer Anregung recht bald
Näher zu treten.
D.

Vermiſchtes.

Zur Stützung der Kreditfähigkeit der
Unternehmer, Lieferer und Handwerker
twährend des Krieges ſind für den Bereich der Reichs=
Poſt= und Telegraphenverwaltung durch einen
Erlaß an die Kaiſerlichen Oberpoſtdirektionen weitgehende
EErleichterungen angeordnet worden. Um den Beteiligten
fſchnell zu ihrem Gelde zu verhelfen, iſt die Prüfung und
Bezahlung der Rechnungen nach Möglichkeit zu beſchleu=
inigen
und Abſchlagszahlungen im zuläſſigen Höchſtbetrag
zu leiſten. Den Hinterlegern von Sicherheiten aus Lei=
ſtungs
= und Lieferungsverträgen wird auf Antrag durch
Rückgabe der Sicherheiten Entgegenkommen bewieſen.
die Rückgabe wegen der Anſprüche des Reiches nicht an=
gängig
, ſo kann den Unternehmern uſw. durch Umtauſch
der hinterlegten Wertpapiere gegen eigene Wechſel unter
Abſtandnahme vom Erfordernis der Unterſchrift und Bürg=
ſchaft
einer anderen Perſon geholfen werden. Iſt die
Rückgabe der ganzen Sicherheit nicht möglich, ſo ſoll die
Rückgabe eines Teiles in Betracht gezogen werden. Bei
neuen Verträgen über Leiſtungen und Lieferungen darf
ferner unter beſtimmten Vorausſetzungen auch bei einer
höheren Vertragsſumme als 10000 Mark von dem Ver=
langen
, Sicherheit zu ſtellen, abgeſehen werden. Bei Gene=
ralpfändern
wird auf Antrag der Hinterleger geprüft, ob
der Betrag der Sicherheit ermäßigt oder die hinterlegte
Sicherheit umgetauſcht werden kann.

Literariſches.

Darmſtadt im Weltkrieg 1914 iſt der
Titel der erſten Fortſetzung des allſeitig mit ſo großem
Beifall aufgenommenen Heftes Darmſtadt in den Tagen
der Mobilmachung 1914 Das zweite Heft iſt geſchmückt
mit einem Bilde der Großherzogin, einer Reproduktion
nach dem bekannten Gemälde des einheimiſchen Malers
Herrn Hans Pellar, der Artikel Das Rote Kreuz von
Herrn Profeſſor Dr. Bader ſtellt einen erſchöpfenden Be=
richt
dar über die geſamte Tätigkeit dieſer Organiſation.
Von größtem Intereſſe dürfte außerdem eine Zuſammen=
ſtellung
aller derjenigen heſſiſchen Krieger ſein, die bis
jetzt mit dem Eiſernen Kreuz ausgezeichnet wurden. Alle
anderen Artikel geben ein genaues Bild der Zuſtände und
Vorgänge in unſerer Stadt während dieſer bedeutungs=
vollen
Zeit, ſo daß das Heft für alle ſpäteren Zeiten uns
und ſolchen, die in dieſen Wochen abweſend waren, die
lebhafteſte Rückerinnerung an alles wachrufen kann.
Das Gouvernement Suwalki, das unſere tapferen
Truppen beſetzt haben, iſt zwar noch keine geheiligte ruſſiſche
Erde,, wie George Cleinow im Leitartikel des neueſten
Heftes (39) der altbekannten politiſchen Wochenſchrift Die
Grenzboten (Verlag der Grenzboten, Berlin SW. 11) ſagt,
doch hate die lange Ruſſenherrſchaft dem Lande einen
unverkennbaren Stempel aufgedrückt. Die ſehr anſchaulichen
Cleinowſchen Ausführungen bieten recht intereſſante Streif=
lichter
auf Land und Leute.
Wasmußman vom deutſchen Kriegsheer
wiſſen? (Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. Gr.,
Preis 30 Pf.) Der militäriſch Nichtſachverſtändige erhält
hier über die Kriegsgliederung unſeres deutſchen Volks=
heeres
, über die Eigenart der vielen verſchiedenen Waffen=
gattungen
, über ihre Sonderaufgaben, ihre Einteilung
und Stärke, ihre Bekleidung, ihre Bewaffnung, Waffen=
kwirkung
und ihren Munitonserſatz, ihren Marſch=, Auf=
klärungs
=, und Felddienſt, ihre Taktik uſw.

Der Fallvon Antwerpen.

* Großes Hauptquartier, 10. Okt., abends
(W. T. B. Amtlich.) Nach zwölftägiger Belagerung iſt
Antwerpen mit allen Forts in unſere Hände
gefallen. Am 28. September fiel der erſte Schuß gegen
die Forts der äußeren Linie. Am 1. Oktober wurde das
erſte Fort geſtürmt. Vom 6. zum 7. Oktober wurde
der ſtark angeſtaute, meiſt 400 Meter breite Netheabſchnitt
von unſerer Infanterie und Artillerie genommen. Am
7. Oktober wurde entſprechend dem Haager Abkommen die
Beſchießung der Stadt angekündigt und nachdem der Kom=
mandant
erklärte, die Verantwortung für die Beſchießung
übernehmen zu wollen, begann um Mitternacht vom 7
zum 8. Oktober die Beſchießung der Stadt. Zu gleicher
Zeit ſetzte auch der Angriff gegen die innere Forts=
linie
ein.
Schon am 9. Oktober früh waren zwei Forts der in=
neren
Linie genommen. Am 9. Oktober, nachmittags,
konnte die Stadt ohne ernſthaften Widerſtand
beſetzt werden. Die vermutlich ſtarke Beſatzung hat
ſich anfänglich tapfer verteidigt, doch iſt ſie dann, da ſie
ſich dem Anſturm unſerer Infanterie und Marinediviſion,
ſowie der Wirkung unſerer gewaltigen Artillerie ſchließlich
nicht gewachſen fühlte, in voller Auflöſung ge=
flohen
.
Unter der Beſatzung befand ſich auch eine unlängſt
eingetroffene engliſche Marine=Brigade. Sie
ſollte nach engliſchen Zeitungsberichten das Rückgrat
der Verteidigung bilden.
Der Grad der Auflöſung wird durch die Tat=
ſache
bezeichnet, daß die Uebergabeverhandlun
gen mit dem Bürgermeiſter geführt werden
mußten, da keine militäriſche Behörde aufzufinden war.
Am 10. Oktober wurden die Bedingungen von dem bis=
herigen
Gouverneur von Antwerpen beſtätigt.
Die letzten noch nicht genommenen Forts ſind nun=
mehr
ebenfalls in unſeren Händen.
Die Zahl der Gefangenen läßt ſich noch nicht
überſehen.
Viele belgiſche und engliſche Soldaten
ſind nach Holland geflohen, wo ſie interniert wer=
den
. Gewaltige Vorräte aller Art wurden
erbeutet.
Die letzte belgiſche Feſtung, das uneinnehm=
bare
Antwerpen, iſt bezwungen. Die angreifenden Trup=
pen
haben eine außerordentliche Leiſtung vollbracht, die
Seine Majeſtät dadurch beſonders lohnte, daß ihrem
Führer, dem General der Infanterie von Beſeler, der
Orden Pour le mérite verliehen wurde.

Tauſende von Belgiern entwaffnet.

* Amſterdam, 10. Okt. (Ctr. Frkft.) Der Nieuwe
Rotterdamſche Courant meldet aus Vliſſingen: Die
Nachhut der Engländer und Belgier iſt bei St.
Nicolas abgeſchnitten, und wahrſcheinlich ſind viele
Gefangene von den Deutſchen gemacht worden. Ueber
die holländiſche Grenze ſind 3200 Belgier und 800
Engländer gedrängt worden, die ſofort interniert
wurden. Der Telegraaf meldet: Die Belgier verließen
am Donnerstag abend und Freitag morgen die Forts und
zogen durch den Norden von Flandern. Bei Moerker=
ken
wurde ihnen der Weg durch die Deutſchen ver=
ſperrt
, die bei Schoonaerde über die Schelde gezogen
und weiter nach dem Norden vorgerückt waren. Tau=
ſende
von belgiſchen Soldaten wurden auf hol=
ländiſches
Gebiet gedrängt und entwaffnet.
* Haag, 10. Okt. Nachrichten aus Antwerpen zu=
folge
haben die Engländer, die etwa 60000 Mann
ſtark aus Oſtende in Antwerpen anlangten, das Fort
St. Anne in die Luft geſprengt, um es für die
Deutſchen unbrauchbar zu machen. (Die Meldung be=
zieht
ſich auf Vorgänge vor dem Fall von Antwerpen.)
* Berlin, 10. Okt. Der Berl. Lokalanzeiger meldet
aus Rotterdam: An zahlreichen Punkten der hollän=
diſchen
Grenze begeben ſich engliſche und belgiſche
Soldaten auf holländiſches Gebiet, um ſich
entwaffnen und internieren zu laſſen. Bei
Bath wurden 2000 Engländer, bei Putten 520 belgiſche
Artilleriſten interniert. Aus Terneuzen wird gemeldet,
daß geſtern den ganzen Tag aus der Richtung von der
Bank von Shouven Kanonendonner hörbar geweſen iſt.
Nach einer Meldung aus Antwerpen fand vor der
Räumung der Stadt durch die Beſatzung noch in der
Vorſtadt Berchem ein heftiger Bajonettkampf
zwiſchen den deutſchen und den engliſchen Truppen ſtatt.
Geſtern dauerten die Brände in der ganzen Stadt an.
* Stockholm 10. Okt. Die Oeffentlichkeit ſteht
ganz unter dem Eindruck des Falles Antwerpens.
Der Leitartikel in Stockholms Dagblad hebt das Artil=
lerieduell
hervor, das wieder die unhemmbare deut=
ſche
Ueberlegenheit zeigte. Während die Stadt, der Ha=
fen
und die Feſtungsbeſatzung unzweifelhaft in deutſche
Hände geraten ſeien, wiſſe man noch nicht, was aus der
belgiſchen Feldarmee geworden ſei. Svenska
Dagblad betont, wie ſehr die Schreckniſſe des Krieges ge=
gen
früher zugenommen hätten. Luftſchiffe hätten Bom=
ben
über die belagerte Stadt geworfen und Entſetzen ver=
breitet
. Die Engländer hätte in einer halben Stunde im
Antwerpener Hafen eine ganze ſtolze Handelsflotte im
Werte von hunderten von Millionen zerſtört.
* London, 10. Okt. Nach einer Meldung der Ti=
mes
aus Roſendaal ſandte das holländiſche Oberkom=
mando
1200 Soldaten, die mit Lebensmitteln für die bel=
giſchen
Flüchtlinge verſehen ſind, an die Grenze.

Die Kämpfe an der Scheldelinie.

* London, 10. Okt. In dem Bericht des Korre=
ſpondenten
der Daily Mail in Gent über die Kämpfe
an der Scheldelinie heißt es: Ich habe Furchtbares
erlebt. Drei Tage lang und einen großen Teil der Nächte
donnerten die Geſchütze von einem Ufer zum andern en
dem 15 Meilen langen Kanal. Zwiſchen Termonde
und Wetteren hatten die belgiſchen Truppen große

Anſtrengungen auszuhalten. In tiefen Laufgräben lie=
gend
, waren ſie oft ſtundenlang dem Schrapnellfeuer aus=
geſetzt
. Die Ambulanzen hatten täglich viel Arbeit. Be=
ſonders
groß iſt die Zahl der gefallenen Offiziere. Die
Nerven der Soldaten wurden bis zum äußerſten ange=
ſpannt
. Weiter ſüdlich kam ich in die Nähe des heftig=
ſten
Artillerieduells. Dort glückte es dem Feinde kurz nach
Tagesgrauen, eine Pontonbrücke zu ſchlagen und einige
Kompagnien Infanterie herüberzubringen. Als die belgi=
ſchen
Feldgeſchütze Aufſtellung genommen hatten, ſchoſſen
ſie die Brücke ſofort kurz und klein. Das Geſchützfeuer
war ſo heftig, daß die über die Brücke Gekommenen
ſich nur durch Flucht vor der Vernichtung retten konnten.
Die Belgier ſetzten ihr Feuer fort, bis am Nachmittag
plötzlich die deutſchen Geſchütze zu antworten begannen,
und zwar mit ſo furchtbarer Treffſicherheit und Heftigkeit
daß derjenige, der es miterlebte, es niemals vergeſſen
kann. Die Genauigkeit des deutſchen Feuers
war erſchreckend. Die Granaten verwandelten die
Stellen, die uns kurz vorher zur Deckung dienten, in ein
Chaos.

Freude unſerer Verbündeten.

* Wien, 10. Okt. Die Blätter begrüßen den Fall
Antwerpens als ein hochbedeutſames militäriſches
und politiſches Ereignis, das die ganze Kriegslage gün=
ſtig
beeinfluſſen werde. Das Fremdenblatt ſchreibt: Die
Kataſtrophe von Antwerpen wird in der britiſchen Ge=
ſchichte
ſtets ein Denkmal der Schande bleiben und ein
warnendes Beiſpiel für die Völker, die auf England hof=
fen
und vertrauen. Der neue Erfolg der deutſchen Waffen
wird auch bei uns mit freudiger Genugtung begrüßt wer=
den
. Die Neue Freie Preſſe bezeichnet die Eroberung
als das größte Ereignis in dieſem Kriege.
Mit dem Fall Antwerpens habe Deutſchland ein Beiſpiel
aufgerichtet, damit jeder ſehe, wie England und Frank=
reich
die Freunde, die ſich ihnen anvertrauen, ins Ver=
derben
locken. Das Neue Wiener Journal ſagt: Bel=
gien
fällt als erſtes Opfer Greys, des Teſtamentsvoll=
ſtreckers
Eduard VII. von England. Vielleicht wird es
Frankreichs und Rußlands Machthabern noch klar wer=
den
, daß ſie nichts anderes ſind als die Opfer der perfiden
engliſchen Politik.

Die Deutſchen im feindlichen Ausland.

* Berlin, 10. Okt. Die vor kurzem erfolgte Auf=
forderung
zur Anmeldung von Auslandsdeut=
ſchen
durch die Deutſche Bank ſcheint vielfach zu falſchen
Auffaſſungen Anlaß gegeben zu haben. Die Aufforde=
rung
hat mit Schadenserſatzanſprüchen nichts zu tun, ſie
bezweckt vielmehr lediglich die Feſtſtellung der Zahl aller
in Rußland, England und Frankreich zurückgehaltener
und von dort nach Ausbruch des Krieges zurückgekehrter
Reichsdeutſchen. Die Anmeldung iſt ſchriftlich und mit
genauer Adreſſe bei der Deutſchen Bank, Berlin W. 8.,
Auslandsdeutſche einzureichen und ſoll ſich auf folgende
Angaben beſchränken: Namen, Alter, Beruf, Militärver=
hältnis
, letzter feſter Wohnſitz in dem betreffenden Land,
und jetziger Aufenthaltsort. Die Anmeldenden haben
ebenfalls ihren Namen und Wohnort anzugeben. Bei
der großen Zahl der eingehenden Anmeldungen iſt es
ganz unmöglich, auf Anfragen irgend welcher Art zu ant=
worten
oder auf Wünſche Rückſicht zu nehmen.

Deutſch in Elſaß=Lothringen.

* Straßburg, 10. Okt. Die Saarbrücker Zeitung,
die bisher zweiſprachig (deutſch und franzöſiſch) erſchien,
veröffentlicht folgende Bekanntmachung in franzöſiſcher
Sprache: Laut Verfügung der Etappenkom=
mandantur
wird der Gebrauch der franzöſiſchen
Sprache verboten. Demzufolge wird die Saarbrücker
Zeitung nur in deutſcher Sprache erſcheinen.

Vom Kriegsſchauplatz in Frankreich.

* Paris, 10. Okt. (W. T. B. Nichtamtlich.) Das geſtern
abend 11 Uhr veröffentlichte amtliche Communi=
qué
lautet: Es iſt nichts Neues zu melden, außer von
einem heftigen Kampfe bei Roye, wo wir an zwei Tagen
600 Gefangene machten.
* Paris, 10. Okt. (W. T. B. Nichtamtlich.) Wie der
Temps meldet, haben die Deutſchen das Bombarde=
ment
von Reims wieder aufgenommen.

Zwei franzöſiſche Torpedoboote geſunken.

* Paris, 10. Okt. Der Temps meldet aus Toulon:
Die Torpedoboote 338 und 347 ſind geſtern auf
hoher See zuſammengeſtoßen und ſofort geſun=
ken
. Die Beſatzungen ſind gerettet, ein Matroſe iſt ſchwer
verletzt worden. Da die Torpedoboote in 300 Meter Tiefe
liegen, iſt es unmöglich, ſie zu heben.

Die Beſchießung von Papeete.

* Bordeaux, 10. Okt. Marineminiſter Augag=
neur
hat vom Gouverneur von Franzöſiſch=Ozeanien
die Beſtätigung der Nachrichten über die Beſchießung
von Papeete durch die deutſchen Kreuzer Scharn=
horſt
und Gneiſenau erhalten. Die Behörden ver=
brannten
, um die Verproviantierung des Feindes zu ver=
hindern
, die Kohlenvorräte und ſuchten durch verſchie=
dene
Maßnahmen die Einfahrt in den Hafen unmöglich
zu machen. Die Deutſchen konnten nur das vorher ab=
gerüſtete
Kanonenboot Zeloe verſenken. Sie gaben
150 Schuß ab. In der Stadt iſt das Handelsviertel
in Brand geraten. Nur Materialſchaden iſt angerichtet
worden.

Die Folgen des Kriegs in England.

* London, 10. Okt. Nach einem Bericht der Times
weilt Sir Charles Macara im Intereſſe der Baum=
wollinduſtrie
zurzeit in London. Keine In=
duſtrie
in England hat durch den Krieg ſoſchwer
gelitten, wie gerade die Baumwollinduſtrie.
Viele Fabriken in Lancaſhire ſtehen ſtill; die geſamte In=
duſtrie
wird den Betrieb in wenigen Wochen einſtel=
len
müſſen, wenn die Regierung nicht helfend ein=
greift
. Nach in den Mancheſter Evening News veröffent=
lichten
Mitteilungen des Sekretärs der Gewerkſchaft der
Baumwollſpinner zahlt die Gewerkſchaft den arbeitsloſen
Mitgliedern wöchentlich 15000 Pfund Sterling Unter=
ſtützungsgelder
aus. Der Sekretär befürwortet den direk=
ten
Ankauf von Baumwolle in den amerikaniſchen Süd=
ſtaaten
unter Ausſchaltung des Zwiſchenhandels der
Liverpooler Baumwollfirmen. Die ganze Baumwoll=
induſtrie
Englands liege brach, weil einer geringen An=
zahl
von Spekulanten in Liverpool und Neu=York Speku=
lationen
in Baumwolle in rieſigem Umfange mißlungen
ſind.

Engliſche Betrachtungen.

* London, 10. Okt. Die Morningpoſt ſchrieb vor=
geſtern
in ihrem Leitartikel: Indem die Deutſchen un=
geheure
Maſſen ins Feld warfen, gewannen ſie ſofor=
tige
Vorteile, deren Neutraliſierung die Verbündeten
ſchreckliche Anſtrengungen und viele Men=
ſchen
koſten wird. Lüttich, Namur, Antwerpen und

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Nummer 280.

Maubeuge, alle müſſen zurückerobert (?) werden.
Bevor dieſes verſucht werden kann, müſſen die deutſchen
Heere zurückgeſchlagen werden. Dieſe Schläge hätten ver=
mieden
werden können, wenn die Verbündeten den Feld=
zug
mit größeren Truppenmaſſen hätten beginnen können.
Die Heeresſtärken, die zur Verteidigung Belgiens und der
franzöſiſchen Grenze ausgereicht hätten, werden nicht ge=
nügen
, um die Deutſchen aus den beſetzten Gebieten zu
vertreiben, ſo daß die Verſäumniſſe aus der Friedenszeit
größere Anſtrengungen, größere Verluſte und größere
Koſten verurſachen werden, als bei mehr Vorausſicht not=
wendig
geweſen wäre. Ein Kriegskorreſpondent der
Morningpoſt ſchreibt: Ein junger engliſcher Soldat ſagte
mir: Man erzählte uns, die Deutſchen könnten nicht kämp=
fen
; aber auf mein Wort, ſie haben in der Schlacht an der
Aisne wie die Löwen gekämpft. Die Stimmung des
Feindes iſt im ganzen nicht ſchlecht; wir können ſeine In=
fanterie
in den Verſchanzungen ſingen und Har=
monika
ſpielen hören. Ein grimmiger Humor
liegt in dieſen Fällen. Ein militäriſcher Berichterſtatter
der Morningpoſt ſchreibt: Woher die Deutſchen die Trup=
pen
nehmen, um ihre Linie ſo weit verlängern zu können
während ſie öſtlich der Maas ihre Gegenangriffe ausfüh=
ren
, iſt ein Geheimnis das gegenwärtig nicht gelöſt
werden kann. Man muß ſich notwendig vergegenwärtigen,
daß die militäriſchen Kräfte Deutſchlands noch lange
nicht völlig erſchöpft ſind. Hinter den ausgebil=
deten
Truppen der erſten und zweiten Linie und den alten
Soldaten des Landſturms befinden ſich etwa 100000 halb
ausgebildete und fünf Millionen unausgebildete Leute, die
dem Alter nach im Notfalle dienſtpflichtig ſind.

Eine ruſſiſch=engliſche Konvention.

* Wien, 10. Okt. Die Wiener Allg. Ztg. veröffent=
licht
einen Artikel des ruſſiſchen Publiziſten Brjanca=
niow
, eines nahen Verwandten des ruſſiſchen Botſchaf=
ters
in Konſtantinopel, Giers, der zu den beſtunterrich=
teten
Publiziſten Rußland gehört. In dem Artikel, der
am 11. Juli in der Nowoe Iwene erſchienen iſt, heißt es:
Mit dem Gefühl tiefer Freude können wir unſeren Leſern
eine Nachricht mitteilen, deren ungeheure internationale
Bedeutung keines Kommentars bedarf. Wie wir aus un=
zweifelhaften
Quellen erfahren haben, wurde in London
zwiſchen den verantwortlichen engliſchen Perſönlichkeiten
und dem Grafen Benkendorff eine engliſch=ruſſiſche
Marine= und Militärkanvent ion unterzeich=
net
. Ihr Text iſt von Konteradmiral Bitti (nach Lon=
don
?) gebracht und übergeben worden, dem deshalb auch
die unerhörte Ehre zuteil wurde, den Monarchen zu der=
ſelben
Zeit perſönlich zu geleiten, während in Cherbourg
ein feierlicher Gottesdienſt anläßlich der Ermordung des
Erzherzogs Franz Ferdinand ſtattfand.
Wie uns mitgeteilt wird, ſieht die Konvention nicht
nur eine Defenſive vor, ſondern auch die Landung
von Engländern in Holland. Kraft der Kon=
vention
tritt die ruſſiſche baltiſche Flotte im Kriege unter
das Kommando des Kommandanten des engliſchen Ge=
ſchwaders
, deren Aufenthalt in Norwegen vor=
geſehen
iſt, damit ſie, geſtützt auf die freundſchaftliche Neu=
tralität
Dänemarks, ſofort nach der Eröffnung der mili=
täriſchen
Operationen, oder genauer geſagt, vor dieſen, in
den baltiſchen Gewäſſern erſcheine, und gemeinſam mit
der ruſſiſchen Flotte unſere vorläufig noch ungeſchützten
Ufer ſchütze. Selten waren wir in der Lage, die ruſſiſche
Regierung zu einem Erfolge zu beglückwünſchen, aber
jetzt ſind wir ſo glücklich, das tun zu können. Das un=
geheure
erſtklaſſige Verdienſt gebührt dem Botſchafter v.
Benkendorff, deſſen Autorität und Popularität in England
und Rußland der Entente dieſen unvergleichlichen Er=
folg
eingetragen haben. Jetzt können wir, geſtützt auf
die engliſche Flotte, unſere endlich vollkommen bereite
Armee zu dem Ende jener Politik der Abhän=
gigkeit
von Berlin forcieren, die unvereinbar ſo=
wohl
mit unſerer Würde als auch mit unſerer internatio=
nalen
Haltung iſt.
Die Wiener Allg. Ztg. bemerkt dazu: Die Ausführun=
gen
Brjancaniows, der erklärt, kein Dementi zu fürchten,
ſind wohl geeignet, nicht bloß die Politik in die richtige
Beleuchtung zu rücken, ſondern auch den Neutralen,
um deren Seele von der Tripelentente ſo eifrig ge=
kämpft
wird, die Augen zu öffnen.

Rieſenverluſte der Ruſſen.

* Wien, 10. Okt. Der Kriegsberichterſtatter der
Reichspoſt meldet: Am Dienstag haben die Ruſſen
einen heftigen Angriff auf einen Teil des äuße=
ren
Fortgürtels von Przemysl unternommen. Die
Verteidiger ließen den Feind auf 800 Meter herankom=
men
und eröffneten erſt dann ein ſtarkes Geſchütz=, Ma=
ſchinengewehr
= und Infanteriefeuer. Die Wirkung des
plötzlichen Feuers war entſetzlich. Gegen 10000 Ruſſen
waren zu dieſem Angriffe angeſetzt und bis auf ge=
ringfügige
Ueberreſte ſind alle tot oder
verwundet am Platze geblieben. Der ruſſiſche
Angriff war hier völlig in ſich zuſammengebrochen.

Der Zar als Oberkommandierender.

* Peſt, 10. Okt. Ueber Rumänien wird gemeldet:
Die Petersburger Telegraphen=Agentur gibt bekannt, daß
der Zar das Oberkommando über die Armee mit
dem Hauptquartier in Breſt und Litowsk übernommen
hat. Kriegsminiſter Sſuchomlinow fungiert als General=
adjutant
des Zaren. Großffirſt Nikolaus Nikolajewitſch
hat den Oberbefehl über die Nordarmee übernommen.
* Petersburg, 10. Okt. Der Zar iſt von ſeinem
Beſuche des aktiven Heeres nach Zarſkoje Sſelo zu=
rückgekehrt
. Während des Aufenthaltes auf dem Kriegs=
ſchauplatze
nahm der Zar die Berichte des Großen Gene=
ralſtabes
entgegen, ſowie der Armeeführer Rußki und
Iwanoff. Außerdem beſuchte der Zar die Städte Rowno,
Breſtlitowsk, Bjeloſtok, Wilna und die Feſtung Oſſowiec.
In Rowno und Wilna beſuchte der Zar die Verwundeten
in den Lazaretten.

Verſprechungen des Zaren.

* London, 10. Okt. Der Mancheſter Guardian mel=
det
aus Paris unterm 4. Oktober: In Kreiſen, die die
liberalen Erklärungen des Zaren ernſt genom=
men
haben, erregt die Verhaftung und Gefangenſetz=
ung
des ruſſiſchen Politikers Burzew Aufſehen, der im
Vertrauen auf die Proklamation des Zaren nach Peters=
burg
zurückkehrte, um als Freiwilliger in die Armee ein=
zutreten
. Die ſozialiſtiſche Partei hat ſich dagegen erklärt,
daß Burzew die Proklamation des Zaren annahm. Sie
erklärte, daß Burzew nicht die Partei vertrete, die den
Zaren ebenſo entſchieden bekämpfe, wie vorher. Es wird
ferner bekannt, daß die ruſſiſche Regierung die Freilaſſung
zahlloſer politiſcher Gefangener verweigert hat und ſeit
dem Ausbruch des Krieges mehrere bedeutende Sozialiſten
verhaftet und das letzte ſozialiſtiſche Blatt in Rußland
unterdrückt hat. Guſtav Herve beabſichtigte aeſtern einen

an den ruſſiſchen Botſchafter gerichteten Leitartikel in dem
Guerre Soziale zu veröffentlichen, in welchem er dahin
drängte, ſeinen Einfluß zur Freilaſſung Burzews zu be=
nutzen
. Der Artikel iſt vom Zenſor unterdrückt worden.

Rußland und Perſien.

* Paris, 10. Okt. Die Agence Havas meldet aus
Petersburg: Blättermeldungen zufolge hat Rußland
die Forderung Perſiens abgelehnt, die ruſſi=
ſchen
Truppen aus Aſſerbeidjan zuruckzuziehen, mit der
Angabe, daß die ruſſiſchen und die anderen ausländiſchen
Intereſſen nur durch die ruſſiſche Beſetzung gewährleiſtet
werden könnten. Rußland wiederholte übrigens, daß es
nicht beabſichtige, ſich irgend welches perſiſches Terri=
torium
anzueignen.

Vom Balkan.

* Sofia, 10. Okt. (Agence Bulgare.) Der bul=
gariſche
Geſandte in Niſch hat letzthin bei dem
ſerbiſchen Miniſterpräſidenten Schritte unternommen
wegen der unhalt baren Zuſtände, unter denen die
Bulgaren Mazedoniens ſeufzen. Seine Bemühungen
werden gewiß durch die unleugbaren Tatſachen unterſtützt,
über die ſich unſere Preſſe leider täglich äußern muß. Wie
man aus den Kommentaren der ſerbiſchen Preſſe entneh=
men
kann, fand der ſerbiſche Miniſterpräſident weder den
Ton noch die überzeugenden Gründe, um die Vorſtellungen
des bulgariſchen Geſandten zu entkräften oder ihm Genug=
tuung
zu geben. Die ſerbiſche Preſſe ſetzt allen berechtig=
ten
Klagen und Proteſten Bulgariens die Fabel von an=
geblich
von der bulgariſchen Regierung unterſtützten Ban=
den
entgegen.
* Sofia, 10. Okt. (Agence Bulgare.) Die Mel=
ung
des in griechiſcher Sprache in Saloniki erſcheinen=
den
Blattes Macedonia, wonach ſich italieniſche Agenten
n Sofia befinden ſollten, um ein italieniſch=bulgariſches
Abkommen über ein gemeinſames Vor=
gehen
abzuſchließen, iſt in allen Teilen erfun=
den
.

Amerika und die Japaneſen.

* Stockholm, 10. Okt. Den Blättern wird aus
Neu=York gemeldet: Faſt die ganze Flotte der
Vereinigten Staaten im Stillen Ozean iſt
nach den Philippinen abgegangen. Seit der Beſetz=
ung
der Marſchall=Inſeln durch die Japaner hat ein ſehr
lebhafter Depeſchenwechſel zwiſchen den Regierun=
gen
in Waſhington, London und Tokio ſtattgefunden.

* Wien, 10. Okt. Wie die Reichspoſt meldet, ſind
die öſterreichiſch=ungariſchen Truppen ge=
gen
die Cholera geimpft worden. Die Schutz=
impfung
hat ſich im Balkankriege auf griechiſcher Seite
ſehr bewährt. Die Griechen haben infolge deſſen viel
weniger unter der Cholera gelitten, als die anderen Bal=
kanvölker
.
* Wien, 10. Okt. General Auffenberg iſt bei=
nahe
von ſeiner Krankheit wiederhergeſtellt und geht dem=
nächſt
wieder an die Front.
* Krakau, 10. Okt. Wie die Blätter melden, traf
die Statthalterei Vorkehrungen zur Wieder=
aufnahme
der Amtstätigkeit der Bezirkshaupt=
mannſchaften
Tarnobrzeg, Nisko, Kopoyce, Sanok und
Lisko. Der bei der erſten Beſetzung von Ruſſiſch=Polen
im Auguſt eingeführte Automobilverkehr Krakau-Kielce
iſt am 8. Oktober wieder aufgenommen worden.
* Amſterdam, 10. Okt. Der Nieuwe Rotterdamſche
Courant erhielt die Ueberſetzung eines arabiſchen Verſes
aus einer arabiſchen Zeitung in Beirut zugeſandt.
Das Blatt ſchreibt dazu: Bemerkenswert iſt in dem Verſe
der Haß gegen Frankreich und der Jubel über
die Siege der Deutſchen, die unſere wohlgeſinn=
ten
Brüder und Brüder des Sultans genannt werden
* Neu=York 9. Okt. In der vergangenen Woche
wurden 112000 Dollars Gold und 115000 Dollars Silber
eingeführt; ausgeführt wurden 313000 Dollars
Gold nach London und 135000 Dollars nach anderen
Stellen ſowie 703000 Dollars Silber.

Soldatenſtrümpfe.

* Die Kriegsfürſorge teilt uns mit: Es iſt
die Meinung verbreitet, daß für Soldatenſtrümpfe,
die jetzt nicht reichlich genug geſtrickt werden können,
grau= und braunmelierte Farben das allein geeignete
Material ſeien, während ſchwarze und andere einfarbige
Töne irgend welche Gefahr bei Verwundungen mit ſich
brächten. Der Konſum in grauen und braunen Farben
hat ſich dadurch ſo ſehr geſteigert, daß die Fabrikanten
in der Lieferung nicht nachkommen können. Hierzu
tritt noch der empfindliche Mangel an auſtraliſcher Roh=
wolle
, der der Fabrikation in Wollſtrickgarnen große
Schwierigkeiten bereitet, ſo daß bald ein fühlbarer
Mangel an Strickwolle überhaupt eintreten kann. Die
Bedenken, die der Verwendung ſchwarzer und ein=
farbiger
Wolle entgegenſtehen, ſind haltlos. Die Woll=
waren
werden heute alle giftfrei gefärbt, und es em=
pfiehlt
ſich darum, da bei Groß= und Kleinhändlern
größere Mengen in ſolchen Tönen vorhanden ſind, als
in grau und braun, dieſe Farben zu kaufen und im
Intereſſe unſerer Truppen reichlich zu verarbeiten.

Verluſtliſte (aus Nr. 45 und 46).

1. Garde=Regiment, Potsdam.
II. Bataillon.
Gefechte im Weſten vom 7. bis 16. Sept.
5. Kompagnie: U.=O. Adam Lang, König, ſchv.;
Königin Auguſta Garde=Grenadier=Regiment Nr. 4,
Berlin.
La Ronneric, Velaine und Auvelois am 21., 22. u. 24.,
Florennes am 24. und 25., Grand=Caieux, St. Pierre,
La Capelle und Franqueville am 30. Auguſt.
II. Bataillon.
7. Kompagnie: Gren. Theodor Martin, Darm=
ſtadt
, lv.; Gren. Franz Werner I., Langen, lv.
8. Kompagnie: Gren. Ludwig Breithaupt,
Michelſtadt, t.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 80, Höchſt.
Neufchäteau am 22. Auguſt.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Reſ. Johann Grein, Kirdorf, lv.
11. Kompagnie: Wehrm. Johann Schott, Kaſtel, t.;
Wehrm. Heinrich Noß, Biſſes, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 91, Oldenburg.
II. Bataillon.
8 Kompagnie: Reſ. Anton Müller, Smyrna, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 92, Braunſchweig.
Roſelies am 22., Namur am 23. und 24. und St. Quentin
vom 28. bis 30. Auguſt.
I. Bataillon.
2. Kompagnie: Hauptm. Wilhelm v. Birckhahn,
Mainz, In

III. Bataillon.
9. Kompagnie: Gefr. d. Reſ. Konrad Hettinger,
Darmſtadt, ſchv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 109,
Karlsruhe und Bruchſal.
Donon, St. Michel, Schirmeck, St. Remy, La Bourgonc
und Nompatelize vom 18. Auguſt bis 10. September.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: U.=O. Albert Brauch, Hems=
bach
, lv.
2. Kompagnie: Wehrm. Joſef Schneider,
Kaſtel, vw.
3. Kompagnie: Wehrm. Heinrich Ruppel, Ilben=
ſtadt
, vw.; Vizef. Karl Georg Ullrich, Lauterbach, vw.
Infanterie=Regiment Nr. 117, Mainz.
(Botterdingen am 15. und 17., Meſſimes am 22. Bertrit
am 24. 8. Vigny am 3., Maurupt am 10. und Rhein=
Marne=Kanal am 9. und 10. 9. 14).
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Vizef. Heinrich Mander, Vöhl,
t.; Reſ. Ferd. Klüber, Mainz, vw.; Musk. Balthaſan
Rubeck, Hanweiler, lv.; Musk. Jacob Eberhardt
Dexheim, lv.; Musk. Ludwig Reith, Mainz, lv.; Musk
Heinrich Neumer, Frieſenheim, lv.; Reſ. Jacob Veit
Finthen, lv.; Reſ. Thomas Hch. Steilen, Finthen, vw.
Reſ. Philipp Wilh. Braun, Mainz, lv.; Reſ. Guſtayn
Krämer, Wörrſtadt, lv.; Musk. Wilh. Köhler, Gun=
tersblum
, lv.; Reſ. Michael Lang, Hirſchau, lv.; Reſe
Karl Seebald, Bockenheim, lv.; U.=O. Johann Kente=
mich
, Dortmund, lv.; Reſ. Sebaldus Maurer, Gries=
heim
, t.; Gefr. d. Reſ. Emil Haub, Hanau, lv.; Reſ. Lud=
wig
Hahn, Weiſenau, lv.; Reſ. Adolf Schäfer, Niſter,
lv.; Reſ. Karl Hendorf, Holzhauſen a. Heide, lv.; Reſ
Heinrich Timmerbeil. Lüdenſcheid, lv.; Reſ. Heinrich
Freund, Läſtel, lv.; Reſ. Linus Söhngen, Aſtert, lv.;
Musk. Karl Heuß, Langen, lv.; Musk. Aug. Scheeren
Worms, lv.; Musk. Rudolf Vetter, Engelſtadt, lv.
Reſ. Philipp Beſt, Stadecken, lv.; Reſ. Peter Schich=
tel
, Fiſchbach, lv.; Reſ. Karl Schmittlein, Mainz, lv.;
Musk. Philipp Schneider, Biſchofsheim, vm.; Musk,
Johann Held, Stadecken, vm.; Reſ. Ludwig Molz=
berger
, Schwabenheim, vm.; Gefr. d. Reſ. Gebhard
Vopper, Hauſen, vm.; Reſ. Hch. Joſef Blumenfeld,
Wackernheim, vm.; Gefr. d. Reſ. Peter Metz, Mainz, vm.;
Musk. Johann Lohmann, Mörſtadt, vm.; Gefr. d. Reſ.
Paul Schmidt, Lüdenſcheid, vm.; Reſ. Karl Schürg,
Illfurt, vm.; Reſ. Auguſt Schmidt, Herkholzhauſen, vm.;
Reſ. Friedrich Berthel Wagner, Kaſtel bei Mainz, vm.;
Reſ. Ottmar Burbach, Hornberg, vm; Musk. Georg
Herz, Helmersheim, vm.; Gefr. d. Reſ. Auguſt Weſten=
dorf
, Schmadebeck, vm.; Gefr. Joſef Wolber, Mainz,
vm.; U.=O. d. Reſ. Künſtler, Mainz, vm.
10. Kompagnie: Lt. D’heil, Nürnberg, t.; Lt.
d. Reſ. Klapproth, ſchv.; Vizef. Richard Schulz,=
Berleburg, lv.; Vizef. d. Reſ. u. Off.=Stellv. Donath,
ſchv.; U.=O. d. Reſ. Georg Trautmann, Darmſtadt,
ſchv.; Einj.=Freiw. Gefr. Otto Meides, Wiesbaden, lv.;
Gefr. Alois Henn, Hardheim, lv.; Reſ. Theodor Worf,
Ebersheim, ſchv.; Reſ. Heinrich Mülhaupt, Ofteringen,
ſchv.; Musk. Theodor Kanert, Bocholt, lv.; Musk. Fer=
dinand
Kuhn, Mainz, ſchv.; Musk. Anton Schulte
Altendorf, lv.; Gefr. Heinrich Hirſch, Berkach, lv.; Musk
Heinrich Krämer, Müſen, ſchv.; Reſ. Gerhard Sauen
Mainz, lv.; Reſ. Bernhard Weber, Nieder=Olm, lva
U.=O. Jakob Ziegler, Pfiffligheim, lv.; Musk. Jakob
Geil, Bechtheim, lv.; Reſ. Tambour Karl Hartmann,
Mainz, lv.; Sergt. Ernſt Stähler, Rermeroth, ſchv.;
U.=O. d. Reſ. Mayer, Rüdesheim, ſchv.; Musk. Franz
Giel, Seligenſtadt, lv.; Musk. K. Bettinger, Ingsss=
heim
, ſchv.; Musk. Wilhelm Soſtemeier, Heeßen, lv.
11. Kompagnie: Hptm. Felik Wichert, lv.; Lt=
Max Eichel, ſchv.; Vizef. Auguſt Buſch, Bolzum, ſchv.;
Musk. Joſef Pfeiffer, Haſſelbach, lv.; Musk. Auguſt
Bolten, Mülhauſen, lv.; U.=O. Adam Frei, Rimbach,
t.; Gefr. Adam Dahlen, Mombach, t.; Musk. Jakob
Gernsheimer, Hochheim, t.; Gefr. Peter Schmidt,
Kaſtel, t.; Musk. Pankraz Kerz, Hechtsheim, t.; Musk.
Johann Maag, Mannheim, t.; Musk. Wilhelm Illian,
Hahnheim, t.; Musk. Wilhelm Hoffmann, Langen=
ſchwarz
, t.; Musk. Georg Böhm Kerzenbach, t.; Musk.
Ludw. Schilling, Finthen, ſchv.; Musk. Pet. Schnei=
der
, Haßloch, ſchv.; Musk. Rudolf Schreiner, Ulrich=
ſtein
, lv.; Musk. Hermann Odenwäller, Oberwöll=
ſtadt
, ſchv.; Musk. Georg Mayer, Ober=Ingelheim, ſchv.;
Musk. Adolf Reitz, Mausbach, lv.; Musk. Adam San=
der
, Nierſtein, lv.; Musk. Joſef Rees, Crausberg, ſchv.;
Musk. Otto Mayer, Böblingen, ſchv.: Gefr. Auguſt
Vollbrecht, Osnabrück, lv.; Musk. Valentin Hoſti,
Artolsheim, ſchv.; U.=O. Ludwig Frey, Alsheim, t.;
Musk. Julius Köhler, Bornheim, ſchv.; Musk. Johann
Lamberth, Ludwigshöhe, t.; Musk. Jakob Lang,
Wiebelsbach, ſchv.; Musk. Paul Roth, Colmar, ſchv.;
Musk. Georg Späth, Dietzenbach, ſchv.; Musk. Emil
Theodor Sturm, Mülhauſen i. E., ſchv.; Musk. Ludwig.
Wenzel, Oberau, ſchv.; Musk. Johann Zimmer=
mann
, Offenbach, ſchv.; Reſ. Valentin Volk, Koſtheim,
ſchv.; Gefr. d. Reſ. Anton Veith, Mainz, ſchv.; Musk.
Peter Weimer, Mainz, ſchv.; Vizef. d. Reſ. Otto Mül=
wert
, Mainz, ſchv.; U.=O. d. Reſ. Jakob Emrich, Mom=
bach
, ſchv.; Musk. Adam Waldorf, Bell, ſchv.
12. Kompagnie: Reſ. Otto Kaeß, Mainz, t.;
Reſ. Jakob Koch, Groß=Rohrheim, t.; Reſ. Joſef Bier=
mann
, Mainz, lv.; Reſ. Johann Scherer, Frankfurt
a. M., lv.; U.=O. d. Reſ. Joſef Keller, Hohenheimburg,
lv.; Musk. Philipp Wacker, Gimsheim, lv.; Reſ. Peter
Fiſcher, Ruppertsheim, lv.; Reſ. Anton Maria Franz,
Koſtheim, lv.; Musk. Karl Lanio, Bad Ems, lv.; Wehrm.
Friedrich Pabſt, Frankfurt a. M., ſchv.; Reſ. Johann
Fritz, Gernsheim, lv.; Reſ. Peter Pangratz, Mün=
chen
, lv.; Reſ. Louis Meyer, Trigleben, lv.;
Musk. Heinrich Nieß, Aßlar, lv.; Musk. Rich. Arthur
Sabiſch, Breslau, lv.; Gefr. d. Reſ. Kurt Weißmül=
ler
, Mainz, lv.; Musk. Otto Hechler, Bickenbach, lv.;
Einj.=Freiw. U.=O. Fritz Roſenthal, Frankfurt a. M.,
ſchv.; Reſ. Seb. Krollmann, Bretzenheim, ſchv.; Reſ.
Auguſt Heuſing, Mainz, ſchv.: Reſ. Rudolf Koob,
Weillershauſen a. Saar, vw.; Horniſt Hückele, Viern=
heim
, vw.; Reſ. Hilker, Lage, vw.; Reſ. Wilhelm,
Bretzenheim, vw.; Reſ. Raaß, Zornheim, vw.; Feldw.
Erdmann Hapelt, Talbendorf, t.; Gefr. d. Reſ. Paul
Schmitt I., Höchſt a. M., ſchv.; Off.=Stellv. Ditt, lv.;
Musk. Mitter, Wiesbaden, vm.; Reſ. Adam Müller,
Darmſtadt, vm.; Reſ. Chriſtian Voltz, Bierſtein, vm.;
Reſ. Heinrich Volker, Strötzbach, vm.; Reſ. Heinrich
Veth, Bretzenheim, vm.; Musk. Otto Lorenz, Volk=
ſtedt
, vm.; Musk. Auguſt Schwarzenbeck, Speckhorn,
vm.; Musk. Friedrich Mühlenhaupt, Bralitz, vm.;

[ ][  ][ ]

Nummer 280.

Darmſtedter Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Seite 7.

Musk. Chriſtian Seebold, Lorſch, vm.; Musk. Friedrich
Runkel, Dürkheim, vm.
Munitions=Kolonne: Lt. Achim Roters,
ſchv.; U.=O. Karl Mehnert, Nauheim, t.; U.=O. Johann
Eberle, Nieder=Hilbersheim, ſchv.; U.=O. Alb. Karl
Auguſt Acker, Bechtheim, ſchv.; Schütze Emil Beau=
grand
, Bitſch, ſchv.; Schütze Karl Brenner, Zornheim,
ſchv.; Schütze Wilhelm v. Diecken, Bochum, ſchv.; Gefr.
EEmil Michel, Straßburg, ſchv.; Schütze Joſef Sehr=
Brock, Lünen, vm.; Schütze Wilhelm Kunkel, Baben=
Hauſen, t.; Schütze Heinrich Rotenberger, Griesheim
ſchv.; Reſ. Joh. Georg Eſchenfelder, Mainz, t.; Reſ.
Jakob Chriſtoph Kaiſer, Mainz, vm.; Gefr. d. Reſ. Gg.
Rudhof, Koſtheim, t.; Reſ. Balthaſar Schützöder,
Mombach, ſchv.; Reſ. Joſef Wutz, Weiher, t.; Sanitäts=
Wizef. Heinrich Ernſt Abich, Nordheim, t.
Infanterie=Regiment Nr. 168
AGefechte im Weſten am 7. und 8., bei St. Thomas am 14.,
La Mave aux Bocufs und Servon am 15. 9. 14).
I. Bataillon, Butzsach.
Leibkompagnie: Gefr. d. Reſ. Kienzler, t.:
Reſ. Richard Hermes, t.; Reſ. Fritz Voß, t.; Musk.
Philipp Beſant, t.; Reſ. Wilhelm Schmidt, t.; Reſ.
Fritz Schneider, t.; Reſ. Hermann Meckel, t.; Reſ.
Erwin Lehnhof, t.; U.=O. d. Reſ. Grupe, t.; Reſ.
Bernhard Schneider, t.; Reſ. Wilhelm Harnich=
nnacher
, lv.; Reſ. Anton Tillmann, lv.; Reſ. Fritz
Brück, lv.; Gefr. d. Reſ. Otto Flick, lv.; Musk. Guſtav
Wendel, ſchv.; Reſ. Emil Roth, lv.; Reſ. Hermann
Wrebe, lv.; Reſ. Paul. Judt, lv.; Reſ. Wahl, lv.;
Reſ. Irle, lv.; Musk. Bathe, ſchv.; Gefr. d. Reſ. Weil,
ſſchv.; Reſ. Stötzel, vw.; Reſ. Molitor, vw.; Reſ.
Kurth, vw.; Horniſt Leo Dnegulla, ſchv.; Musk.
Weorg Bonifer, lv.; Musk. Peter Rettig, lv.; Musk
Wudwig Brunner, lv.; Gefr. d. Reſ. Karl Heimann,
ſſchv.; Gefr. d. Reſ. Brück, lv.; Gefr. d. Reſ. Roth, lv.;
Wefr. d. Reſ. Krüger, ſchv.; Reſ. Ueef, lv.; Reſ. Hütt=
mann
, ſchv.; Gefr. d. Reſ. Henſchel, vw.; Reſ. Honi=
wer
, ſchv.; Reſ. Stecher, lv.; Reſ. Volpert, vw.;
Reſ. Schäfer, vw.; Reſ. Bruch, vw.; Musk. Duſt=
mann
, vw.; Musk. Sprauel, vw.; Musk. Wieler,
ſſchv.; Musk. Stein, ſchv.; Musk. Burger, vw.; Gefr.
dd. Reſ. Kremer, vw.; Gefr. d. Reſ. Weinhold, vm.
Reſ. Schmieß, vm.; Musk. Zöbel, vm.; Reſ. Auguſt
Schneider, vm.; Reſ. Ernſt Menn, vm.; Reſ. Auguſt
Pfeifer, vm.; Reſ. Albert Schütz, vm.; Reſ. Georg
Danterich, vm.; Musk. Koch I., t.
2. Kompagnie: Gefr. d. Reſ. Hinkel, lv.; U.=O.
id. Reſ. Zeppenfeld, lv.; Reſ. Kerſting, ſchv.; Reſ.
Ber.g,lv.; Reſ. Wehn, vm.; Gefr. d. Reſ. Klein, vm.;
Wefr. Sambs, ſchv.; Musk. Kropp, lv.; Musk. Wal=
Uenfels, ſchv.; Gefr. Schneider, t.; Musk. Kleine,
ſt.; Musk. Jung, lv.; Reſ. Brüggemann, lv.; Reſ.
Woß, lv.; U.=O. Voltz, lv.; Gefr. d. Reſ. Langenbach,
Av.; Gefr. d. Reſ. Schmeck, vm.; Reſ. Wurm, lv.; Reſ.
Steinbrück, vm.; Reſ. Hoffmann, t.; Musk. Spaar
Av.; Musk. Sander, ſchv.; Gefr. Beilmann, lv.; Gefr.
Franz, vm.; Reſ. Blumberger, ſchv.; Reſ. Hoof,
ſſchv.; Reſ. Jung, vm.; Reſ. Neuhaus, vm, Reſ.
Leyener, lv.; Reſ. Gräbener, lv.; Reſ. Dahlen=
kamp
, lv.; Reſ. Vierſchilling, lv.; Reſ. Burg=
haus
, vw.; Musk. Becker, lv.; Gefr. d. Reſ. Heck, lv.;
Musk. Jüngel, vm.; Musk. Zimmermann, lv.;
MMusk. Metz, lv.; Musk. Buſſon, vm.; U.=O. Rumpf.
Av.; Reſ. Aſe, lv.; Reſ. Vith, lv.; Reſ. Wolf, lv.; Gefr.
d. Reſ. Stein, vw.; Gefr. d. Reſ. Schmidt, vw.; Musk.
Flajolet, lv.; Musk. Sehrt, ſchv.; Musk. Seibert,
vm.; Musk. Bellhäuſer, vm.; Musk. Dauer, vm.;
Wizef. Joſt, t.; Reſ. Hartmann, vm.; U.=O. d. Reſ.
Hirſch, ſchv.; Reſ. Rudolf Aſe, ſchv.; Reſ. Kaiſer,
ſſchv.; Reſ. Quaſt, vm.; Reſ. Becker, ſchv.; Musk. Fi=
ſſcher
I., vm.; U.=O. d. Reſ. Spannhaus, ſchv.; Gefr.
d. Reſ. Krämer, ſchv.; Reſ. Höfer, t.; Reſ. Lorhoff.
wm.; Gefr. d. Reſ. Flamme, vw.; Musk. Veith, lv.;
Musk. Fiſcher III., vm.; Gefr. Tambour Debus, lv.;
Musk. Oſt, lv.; Reſ. Knieling, lv.; Reſ. Ernſt
Schmidt, vm.; Reſ. Krämer, t.; Reſ. Meuſer, lv.;
MMusk. Weidner I., vw.; Musk. Reiß II., vw.; Musk.
Woerner, ſchv.; Musk. Wenzel, lv.; Reſ. Stähler,
ſſchv.; Reſ. Göbel, vm.; Reſ. Werdermann, lv.; Reſ.
Wölfinger, lv.; Musk. Müller, lv.; Musk. Bie=
ber
, lv.; Musk. Reiß II., vw.; U.=O. Möller, vm.;
Wefr. d. Reſ. Albert Solbach, Döningen, vw.; Gefr.
PPeter Dornſeifer, Olpe, lv.; Reſ. Wilhelm Joſef
Dettmer, Neuenklausheim, lv.; Gefr. Wilhelm Gils=
dorf
, Welgesheim, lv.; Gefr. Friedrich Tayme, Gau=
Algesheim, lv.; Reſ. Heinrich Schmidt, Tieringhauſen,
ww.; Horniſt Reſ. Joh. Joſef Weſel, Tieringhauſen, lv.;
Reſ. Joſef Ernſt, Altenvenden, lv.; Musk. Karl Marff,
Kreuznach, lv.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Korn, Wenden, lv.
Musk. Eugen Friedrich Schweizer, Eslingen, lv.; Reſ.
Wilhelm Höfer, Bühl, t.; Reſ. Joſef Jonas, Marmke,
tt.; Gefr. d. Reſ. Karl Heinrich Argut, Großmaſſow, lv.
Wefr. Daniel Sternberg, Oedingen, ſchv.; Musk. Gg.
Oſt, Alsbach, ſchv.; Reſ. Albert Friedhoff, Altenhun=
den
, ſchv.; Musk. Heinrich Rieths, Egelsbach, ſchv.;
M.=O. Ludwig Kerſchbaum, Marſchhäuſer, lv.; Reſ.
Otto Bonk, Weittmar, lv.; Musk. Friedrich Mühlber=
ger
, Neubamberg, lv.; Vizef. Richard Kleine. Buckau,
lv.; Tambour Gefr. d. Reſ. Karl Sturm, Eiſerfeld, lv.;
RReſ. Albert Becker II., Grund, t.; Reſ. Adalbert Bie=
Aer, Strutbütten, ſchv.; Reſ. Heinrich Heitze, Rüders=
dorf
, ſchv.; Reſ. Albert Stahl, Hainchen ,lv.; Reſ. Aug
With, Felgersdorf, lv.; Reſ. Joſef Tillmann, Dün=
ſſchede
, t.; Reſ. Ernſt Klappert, Ober=Fiſchbach, lv.;
Reſ. Ernſt Bach, Langenholdinghauſen, ſchv.; Musk. Gg.
Humbel, Schlettſtadt, lv.; Musk. Jakob Landua,
Köngernheim, ſchv.; Musk. Erwin Höhne, Görlitz, ſchv.
Musk. Auguſt Stülper, Altenhunden, t.; Musk. Karl
Wendland, Oberohmen, t.; Musk. Emil Knieper
Kamen, lv.; Musk. Heinrich Wunderlich, Glashütte,
ſſchv.; Musk. Albert Prinz, Heidenau, lv.; Gefr. d. Reſ.
Heinrich Langenbach, Siegen, ſchv.; Reſ. Reinhard
Meurer, Olpe, t.; U.=O. d. Reſ. Fritz Oſterhoff
Landhauſen, lv.
3. Kompagnie: Off.=Stellv. Fiſcher, vw.; Off.=
Stellv. Schönlau, vw.; Vizef. Sann, vw.; U.=O.
Willwohl, vw.; Musk. Lahr, t.; Reſ. Becker, vw.;
Reſ. Schmitt, vw.; Reſ. Caſſau, vw.; Reſ. Graf
vw.; Musk. Kanth, vw.; Reſ. Bibighäuſer, vw.:
Musk. Keller, vw.; Musk. Brand, vw.; Musk
Pryzybilski, vw.; Musk. Clauſen, vw.; Reſ
Kleindopp, vw.; Musk. Jung, vw.; Musk. Oehl,
vw.; Gefr. Schmitt, vw.; Musk. Müller IV vw.;
Reſ. Weißing, vm.; Reſ. Hennemann, vm.; Reſ.
Höfer, vm.; Musk. Rauſch, vm.; Musk. Velten,
vm.; Musk. Fordtrau, vm.; Musk. Mauer, vm.;
Musk. Liebmann, vm.; Reſ. Heldmann, vm.; Reſ.
Irle, vm.; Reſ. Weber, vm.
4. Kompagnie: Hptm. Fr. Wilh. Deiß, lv.;
Vizef. Waldemar Otten, lv.; Sergt. Heinrich Nau=

mann, lv; U.=O. Derſt, ſchv.; U.=O. Hüter, lv.; U.=O.
d. Reſ. Benfer, lv.; U.=O. d. Reſ. Hoffmann, lv.
U.=O. d. Reſ. Schleicher, lv.; U.=O. Baron, lv.; Gefr.
Bonn, lv.; Gefr. Heß, ſchv.; Gefr. Schwab, lv.; Gefr.
Horniſt Schwenzel, lv.; Gefr. Fiſcher, lv.; Musk.
Grugel, lv.; Musk. Michel, vm.; Musk. Meuths
lv.; Musk. Schnabel, lv.; Musk. Schneider, vm.;
Musk. Trinkaus, t.; Musk. Wahllentner, lv.;
Musk. Palzer, lv.; Musk. Adamt, lv.; Musk. An=
dreas
, lv.; Musk. Becker ,lv.; Musk. Bloch, lv.; Musk.
Bugert, vm.; Gefr. d. Reſ. Fuchs, lv.; Gefr. d. Reſ.
Hahn, lv.; Reſ. Stahl, lv.; Reſ. Höffer, lv.; Reſ.
Stumpf I., lv., Reſ. Bohn, t.; Reſ. Steinkamp,
lv.; Reſ. Stahl, lv.; Reſ. Nickolei, lv.; Reſ. Lütecke
lv.; Reſ. Böcking, lv.; Reſ. Stuff, lv.; Reſ. Mohme,
lv.; Reſ. Roos, t.: Cloudepirre, t.; Musk. Gröhl,
lv.; Musk. Hettinger, lv.; Musk. Langemann, vm.;
Musk. Löbig, lv.; Musk. Rang, lv. u. vm.; Musk.
Renner, vm.; Musk. Schäfer, lv.; Musk. Wag=
ner
III., lv.; Musk. Zang I., vm.; Reſ. Schwarz, lv.;
Reſ. Klappert, lv.
Garde=Dragoner=Regiment Nr. 23, Darmſtadt.
(Gefechte im Weſten, Orte und Tage nicht angegeben).
4. Eskadron: Gardedrag. Joſef Hacke, t.
5. Eskadron: Lt. Sieveking, lv.; Gardedrag.
Philipp Adrian, vw.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 88.
(Marne=Kanal und Vaſſincourt vom 7. bis 10., Sermaize
am 7. und Bouconville am 16. 9. 14.)
I. Vataillon, Hanau.
1. Kompagnie: Wehrm. Ferdinand Leis, Bind=
ſachſen
, vw.; Gefr. d. Reſ. Karl Kohl, Finthen, vw.
2. Kompagnie: Musk. Johannes Hechler,
Reichenbach, t.; Füſ. Georg Krämer, Ober=Gerſprenz,
t.: Musk. Hch. Scharmann, Ober=Rohmen, t.; Füſ.
W. Weber, Butzbach, vm.: Musk. Hch. Stenger,
Offenbach, vm.; Gefr. Karl Schaffner, Worms, vm.;
Musk. Joſ. Specht, Seckmauern, vm.
II. Bataillon, Worms.
5. Kompagnie: Oberlt. d. Reſ. Muhle, Katto=
witz
, t.; Lt. d. Reſ. Ratenbacher, Weimar, vw.; Reſ.
Reng, Mendelfeld, t.; Reſ. Trapp Worms, t.; Adam
Weinmann, Ibersheim, vw.; Wilhelm Bühring,
Pfeddersheim, vw.; Joh. Horn, Worms, vw.; Jafob
Andreas, Dolgesheim, vw.; Andreas Reichert, Nier=
ſtein
, vw.; Johann Stapf, Dexheim, vw.; Jakob
Junker, Colgenſtein, vw.; Joh. Lörch, Framersheim,
vw.; Karl Sierum, Mühlheim, vw.; Georg Conrad,
Herrnsheim, vw.: Emil Schneider, Frankfurt, vw.;
Carl Mann, Walheim, vw.; Eduard Magerkurth,
Worms, vw.; Karl Gutzler, Weinsheim, vw.: Friedrich
Götz, Worms, vw.; Reſ. Auguſt Menſch, Rülesheim,
vw.: Gefr. Joſeph Götz, Mühlhauſen, vw.; Georg
Naab, Nierſtein, vw.: Jacob Schöneberger,
Nierſtein, vw.; Kirch, Bodenheim, vw.; U.=O. Jakob
Feickert, Worms, vw.; Wilhelm Walz, Auerbach,
vw.; U.=O. Johann Friedrich, Heimersheim, vw.;
Leonhard Beck, Dittelsheim, vw.; Eugen Clady,
Zillesheim, vw.; Alfred Schmitt, Mühlhauſen, vw.;
Adolf Eberhardt, Worms, vw.; Joh. Hartmann,
Nackenheim, vw.; Auguſt Köhler Budenheim, vw.;
Joh. Sitz, Oberſchwarzey, vw.; U.=O. Blum, Kam=
berg
, vm.; U.=O. Windecker Imsweiler, vm.; Reſ.
Schmohl Worms, vm.; Naas, Worms, vm.;
Gradwohl, Albisheim, vm.; Lehmann, Altenach,
vm.: Weber Dierersheim, vm.; Joh. Baas Neu=
hauſen
, vm.; Offizierdienſttuer Fuchs, Frankenthal, vm.
6. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Jakob Kabel
Darmſtadt, vw.; Wehrm. Karl Bausmann, Frei=
Laubersheim, t.; Wehrm. Friedrich Kurz, Soeſthofen,
t.; Wehrm. Joh. Ernſt Eich, t.; U.=O. d. Reſ. Heinrich
Döß, Worms, lv.; Jul. Mengis Bürmenach, vw.
J. Martin, Nieder=Michelbach, vw.; J. Hilbert, Hegen=
heim
, vw.; Ph. Sterb, Selzer, vw.; J. Muſſel, Eichloch,
vw.; Knies, Neuhauſen, vw.; Philipp Jung, Neu=
Bamberg, vw.; Karl Stzger, Offenbach, vw.; Heinrich
Weimer, Worms, ſchv.; Jakob Hiegelin, Franken,
vw.; Emil Zorgula, St. Ludwig, vw.; Friedr. Homuz,
Stadecken, vw.; Joh. Steiner, Bermersheim, vw.;
Joſef Kempf, Wimmingen, vw.; Jakob Schmahl,
Weſthofen vw.; U.=O. d. Reſ. Neidig, Worms, vm.;
Joh. Ernſt, Eich, vm.; Friedrich Sperb, Mettenheim,
vm.; Juckel, vm.; Boſenbecker, Kreuznach, vm.;
7. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Lucius, t.; U.=O.
Joh. Kern, Horrweiler, t. Wehrm. Joh. Schmitt,
Gabtheim, t.; Wehrm. Heinrich Butterfaß, Neuhauſen
t.; U.=O. Jakob Büchmann, Kettenheim, vw.; U.=O
Barny, Pfuffſtadt, vw.; U.=O. Jakob Müller, Boſen=
heim
, vw.; Wehrm. Mühl, Gau=Köngernheim, vw.;
Wehrm. Phil. Schultheiß, Schumbsheim, vw.; Wehrm.
Joh. Michel, Gau=Bickelbeim, vw.; Wehrm. Wilhelm
Türſchmann, Leiſelheim, vw.; Wehrm. Gg. Wald,
Offſtein, vw.; Wehrm. Adam Rettig, Pfiffligheim, vw.;
Wehrm. Math. Huß, Worms, vw.: Reſ. Gg. Wetzel,
Blotzheim, vw.: Wehrm. Ludwig Littig, Worms, vw.;
Wehrm. Jak. Arnold, Worms, vw.; Wehrm. Karl
Weiß, Worms, vw.: Wehrm. Martin Riemenſchneider,
Worms, vw.; Wehrm. Jak. Lunkenheimer, Gau=
Bickelheim, vw.; Wehrm. Jakob Heß, Weiſenheim am
Berg, vw.; Wehrm. Oskar Chriſtmann, Mülhauſen,
vw.: Wehrm. Heinrich Löſch, Mölsheim, vw.; Wehrm.
Chriſtian Pfeiffer, Abenheim, vw.: Wehrm. Fuchs,
Ottenſchweiler, vw.; Wehrm. Adam Kiefer, Dalsheim,
vw.; Gefr. Heymann, vm.; Wehrm. Jak. Schreiber,
Abenheim, vm.; Wehrm. Johann Ehret, Pfiffligheim,
vm.; Wehrm. Johann Kuhn, Rhein=Dürkheim, vm.;
Wehrm. Heinr. Roos, Sprendlingen, vw.; U.=O. Viktor
Höfflinger, Oberſteinbaum, vw.: Reſerviſt Joſef
Müller, Blotzheim, vw.: Wehrm. Phil. Bork, Pfifflig=
heim
, vw.; Wehrm. Karl Maurer, Wallertheim, vw.;
Wehrm. Peter Scharf, Wernsheim, vw.; Wehr=
mann
Ferdinand Appelshauſer, Pfiffligheim, vw.;
Reſ. Albert Heckly, Grävenatten, vw.; Reſ. Keller,
vm.; Wehrm. Fritz Althammer, Worms, vm.;
Wehrm. Peter Dörner, vm.; Wehrm. Hermann May,
Wöllſtein, vm.; Wehrm. Heinrich Seifert, Poſen, vw.;
Wohrm. Hartmut Melius Worms, vw.; Wehrm.
Alberter, Worms, vw.; Wehrm. Jürn Blaß, Ven=
dersheim
, vw.; Wehrm. Philipp Meyer Alzey, vw.;
Wehrm. Jak. Leick, Alzey, vw.; Wehrm. Jakob Deiſt,
Pfiffligheim, vw: Wehrm. Joſef Nuefer Wahlbeck,
vm.; Wehrm. Deichtmann, vm.; Wehrm. Karl Böſel,
Gundersheim, vm.; Reſ. Franz Hofe, Mainz, vw.;
U.=O. Franz Diehm, Abenheim, vw.
8. Kompagnie: Oberlt. Fell, Worms, vw.;
Gefr. d. Landw. Falger, Gimbsheim, t.; Wehrm.
Kronauer, Herrnsheim, t.; Wehrm. Friedrich,
Lörzweiler, vw.; Gefr. d. Landw. Freidel, vw.; U.=O.
d. Landw. Straub, Undenheim, vw.; Wehrm. Wein=
ſchütz
, Oppenheim, vw.; Wehrm. Nöhrbaß, Wein=
heim
, vw.: Wehrm. Hammes, Framersheim, vw.;
Wehrm. Hunsdorf, Framersheim, vw.: Wehrm.

Hunsdorf, Worms, vw.: Wehrm. Röhrig, Gun=
dersheim
, vw.; U.=O. d. Reſ. Decker, Leiſelheim, vw.;
Wehrm. Fritz Gernsheimer, Worms=Hochheim, vw.;
Gefr. d. Reſ. Spittler, St. Ludwig, vw.; Wehrm.
Heinz, Bechtolsheim, vw.; Wehrm. Bottelberger,
Bechtheim, vw.; Reſ. Wurmes, Sachſenhauſen, vw.;
Wehrm. Bunn, Heßloch, vw.; Wehrm. Metz, Hangen=
weisheim
, vw.; Wehrm. Mertens, Kriegsheim, vw.;
Wehrm. Kiefer, Nieder=Flörsheim, vw.: Wehrm.
Herrmann, Mölsheim, vw.; Wehrm. Oswald,
Worms, vw.; Wehrm. Wind, Weſthofen, vw.; Reſ.
Schubnell, Reichweiler, vm; Wehrm. Stieb, Möls=
heim
, vm.; Wehrm. Fritz Zimmermann, Eſſelborn,
vm.; Wehrm. Hörr, Worms=Neuhauſen, vm.; Wehrm.
Metzger, Worms, vm.; Wehrm. Eckert, Mons=
heim
, vm.
III. Bataillon, Hanau.
9. Kompagnie: Horniſt Karl Heinrich Nau=
mann
, Bergheim, vw.; Wehrm. Chriſtian Fiſcher,
Homberg, vm.
11. Kompagnie: Wehrm. Auguſt Hartmetz,
Daubringen, vw.; Reſ. Ludwig Beck, Langen, lv.
Füſilier=Regiment Nr. 37.
Les Auglecourt Feme, Courcelles, Chaumont u. Veauzée
am 9. und 10. September.
III. Bataillon, Jarotſchin.
10. Kompagnie: Reſ. Heinr. Bauer, Rixfeld, vw.
Infanterie=Regiment Nr. 71.
Sechserben am 9. und Sidlack am 11. September.
I. Bataillon, Sondershauſen.
1. Kompagnie: Reſ. Johannes Jöckel, Höchſt, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 81, Meſchede.
Siegen und Wetzlar.
Gefechte im Weſten vom 23. Auguſt bis 19. September.
Orte nicht angegeben.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Hauptm. Frhr. v. Nordeck zur
Rabenau, Frankfurt a. M., t.

Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.

Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet.
A Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 34 Uhr nachm.
B Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag, Diens=
tag
, Freitag 34 Uhr nachm. C Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21) Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr,
nachmittags von 46 Uhr, Dienstags, Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. D Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen). Steinſtraße 21. Täg=
lich
25 Uhr nachm. E Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I), Alexander=
ſtraße
27. Mitt och, Samstag und Sonntag 24 Uhr nachm.
F Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
45 Uhr nachm. G Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 24 Uhr nachm. H Marienhöhe (Geneſungsheim).
I Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags von 24 Uhr. K Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 1. Werktäglich 23½ Uhr nachm., Sonntags 1112 Uhr
vorm. L Städt. Saalbau (Reſ=Laz. III), Riedeſelſtraße 40. Täglich
25 Uhr nachm. M Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1.
Sonntags, Mittwochs und Samstags von 24 Uhr nachm. N Dr.
Weberſche Augenklinik (Dr. Ollendorff), Frankfurter Straße 42. Täglich
1012 Uhr vorm., 36 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang vom 9. Oktober:
Arnold, T., Flonheim, Inf. 115, E Cullmann, W.,
Groß=Zimmern, Reſ.=Art. 25/1, A. Diefenbach, G.,
Eſchollbrücken, Art. 61, Erſ., L. Dörſam, G., Unter=
Schönmattenwag, Inf. 115/1, Erſ.=Bat., E Ehrhardt,
Ph., Winterkaſten, Inf. 115/12, I Gerhard, A., Drei=
eichenhain
, Inf. 115/11, B Heim, H., Krenzburg, Reſ.=
Jäg. 20/4, I Heß, O., Hiltersklingen, Reſ.=Inf. 221/3,
E Ihrig, H., Eberſtadt, Reſ.=Inf. 116/4, H Kather,
F., Lichtwalde, Reſ.=Art. 48, L. Keim, G., Sprendlin=
gen
, Inf. 115/2, Erſ.=Bat., E Kleber, K., Lampertheim,
Inf. 117/2, Landſt.=Bat., L. Knell, P., Brandau, Inf.
116/4, B Kolb, G., Babenhauſen, 50. Feſt.=Komp., L.
Meurer, J., Reckenthal, Train 18, Erſ., E Milten=
berger
, E., Eichenbühl, Inf. 114/1, B Oberheim, S.,
Frankfurt, Train 18, Erſ., L. Offermann, W., Krögis,
Inf. 116/4, B Rathgeber, K., Oppenheim, Inf. 115/8,
K Ritzert, W., Fehlheim, Train 18, Feld=Laz. 5, L.
Schön, G., Wiesbaden, Inf. 115, Erſ.=Bat., L. Schüpp=
hans
, F., Lichtendorf, Reſ.=Art. 48/3, L. Schwöbel, M.,
Hornbach, Reſ.=Inf. 221/9, E Tammen, M., Varel,
Inf. 115/4, I von Weſternhagen, Th., Benrad, Inf.
115, Stab, K Winter, A., Klein=Welzheim, Inf. 115/1,
Erſ.=Bat. E.
Aus den Lazaretten entlaſſen
am 9. Oktober:
Arbogaſt, K., Inf. 115/7, L. Bender, A., Reſ.=Inf.
221/11, L. Briele, E., Erſ.=Pferde=Dep., 18. A.=K., E
Bufe, H., Inf. 10/5, K Denker, L., Inf. 115/2, K
Eckert, F., Reſ.=Inf. 118/7, L. Fröhlich, H., Reſ.=
Inf. 221/5, E Heck, J., Inf. 67/4, K Heilmann, 6.
Reſ.=Inf. 118/5, L. Hoffmann, W., Drag. 24/3, L
Kröhler, P., Weſthofen, Erſ.=Pferde=Dep., 18. A.=K., E
Müller, A., Schwalbach, Train=Erſ. 16/1, F Müller, P.,
Inf. 60/5, K Müßigmann, L., Etappen=Fuhrpark=Kol.,
18. A.=K., K Poſt, E., Inf. 10/11, K Ruths, Ph.,
Inf. 115/12, L. Schlömer, H., Mühlendorf, Reſ.=Inf.
99/7, A. Schrottmaier, B., Inf. 115/11, A., Privat=
pflege
Darmſtadt Schürmann, P., Inf. 172/4, K
Seipel, F., Reſ.=Inf. 221/1, E Stutzenſtein. E., Glogau,
Art. 61. 2. Rekr.=Dep., I Willwohl, J., Hirſchhorn,
Art. 1/9, L.

Deutſches Natur=Produkt.
25jähriger Erfolg.
Bei allen Erkrankungen der Luft-
und Atemwege, bei Huſten, Heiſer-
keit
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züglich
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Bequem in der Anwendung, vortrefflich
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überall erhältlich. Rann jedem Feld-
poſtbrief
leicht beigefügt werden.
(III,19822

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Nummer 280.

Leipziger Lebensverſicherungs=Geſellſchaft a. 6.
(alte Leipziger).
Lebensverſicherungen unter Einſchluß der Kriegsgefahr.
Landſturmpflichtige ohne Extraprämie.
(B19422
Vertreter: G. Beyſer, Darmſtadt, Bruchwieſenſtr. 4, I.
Viele Mütter ſind der Anſicht,
Zur Aufklärung. mit dem Neſtleiſchen Kinder.
mehl ein ausländiſches Erzeugnis zu kaufen. Dem iſt
aber nicht ſo. Die Neſtle’ſche Kindermehl=Geſellſchaft in
Berlin und eine Fabrik gleichen Namens in Bayern
wurden mit Schweizer Kapital gegründet, und
werden bei der Herſtellung unſeres Kindermehles deutſche
erſtklaſſige Rohprodukte, beſonders die voll=
rahmhaltige
Allgäuer Alpenmilch, verarbeitet.
Um alle Mütter von der Güte dieſes ſeit einem halben
Jahrhundert beliebten Nährmittels zu überzeugen, werden
von der Neſtle=Geſellſchaft, Berlin W. 57, Gratisproben
franko verſandt.
(I,19584

Ausführung
elekt. Anlagen
jeder Art.
Beleuchtungskörper
Koch- und Heiz-
Apparate.
L. Lange
Elektrot. Institut, Gr. Hofliefer.
DARMSTADT
Schulstr. 6. Telephon 399.
(62535

Trauer= und Winterhüte
in großer Auswahl.

Anna Weiner
Schulſtraße 10, 1. Stock. (18260a

Leldpoſt=Beſtellungen
auf das
Darmſtädter Tagblatt
werden in unſerer Geſchäftsſtelle ſowie von
jeder Poſtanſtalt entgegengenommen.
Darmſtädter Tagblatt.
Familiennachrichten.
In Erfüllung ſeines Berufes fiel in Frank=
reich
im Kampfe für das Vaterland am 24. Sep=
tember
mein treuer Sohn, unſer lieber Bruder,
Schwager und Onkel
(19806
Ernſt Maurer

Major und Bataillonskommandeur im
137. Inf.-Regt., Hagenau i. Elſ.
Darmſtadt u. Berlin, 10. Okt. 1914.
Marie Maurer, geb. Wernher,
Admiralitätsrat Dr. Hans Maurer,
Amalie Dietert, geb. Maurer,
Marie Maurer,
Hidonie Maurer, geb. Maurer,
Hans Dietert.

Den Heldentod fürs Vaterland erlitt in
Frankreich mein lieber, unvergeßlicher Gatte,
unſer Schwager und Schwiegerſohn
Adam Kart Pavſt

im 24. Lebensjahre.
Es bitten um ſtille Teilnahme

(*7043

die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Babette Pabſt
Familie Lorenz.

Darmſtadt, den 10. Oktober 1914.
Langgaſſe 41.

Seit unserem letzten Nachruf starben von unseren Beamten ferner den Tod
für das Vaterland die Herren:

Leonhard Dimmler, Berlin
Unteroffizier der Reserve
Leo Gierich, Breslau
Leutnant der Reserve
Josef Kowalski, Berlin
Musketier
August Kraus, Mannheim
Unteroffizier der Reserve
Max Meyer, Berlin-Zehlendorf

Oberleutnant der Reserve
Friedrich von Simson, Breslau
Hauptmann der Landwehr
Martin Woigt, Berlin
Einjährig-freiwilliger Unteroffizier.
(I,19803
Auch ihrer werden wir stets ehrend gedenken.
Berlin, im Oktober 1914.
Die Direktion der Bank für Handel und Industrie.

Am 7. Oktober 1914, abends 9 Uhr, erlitt
in Bonn den Heldentod fürs Vaterland in=
folge
einer ſchweren Verwundung unſer unver=
geßlicher
, berzensguter Sohn, Bruder, Onkel
und Bräutigam
(*7037
Willt Letz.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Georg Netz,
Jamilie Schmidt.
Darmſtadt, Pfungſtadt, den 10. Oktober 1914.

Nachruf.
Den Heldentod erlitt unſer langjähriger
Schützenbruder
(*7055
Herr Ludwig Werkmann.
In demſelben verlieren wir mit Bedauern
ein eifriges und treues Mitglied und werden
wir ihm ſtets ein ehrendes Andenken bewahren.
Schützengeſellſchaft Waidmannsheil

Den Heldentod fürs Vaterland erlitt am
26. September mein innigſtgeliebter, guter
Mann, unſer treubeſorgter Vater, Schwiegerſohn,
Bruder, Schwager und Onkel
(*7023
Philipp Herling
Unteroffizier der Landwehr
Trainbataillon Nr. 18
im 32. Lebensjahre.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Minna Herling, geb. Rentz
und Kinder.
Darmſtadt, den 10. Oktober 1914.

Statt beſonderer Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß unſer lieber, treubeſorgter
Vater, Großvater, Bruder, Schwager u. Onkel
Karl Hof, Schreinermeiſter
heute ſanft verſchieden iſt.
(B19819
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Ruppert,
Familien Hof.
Darmſtadt, Gedern.
Hermannſtr. 9.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. Okt.,
nachmittags 4 Uhr, vom Beſſunger Friedhof
aus, ſtatt.

Für die wohltuenden Beweise herzlicher
Teilnahme beim Verlust meines innigst-
geliebten
Mannes Sagt tiefgefühlten Dank.

Freifrau von Ungern-Sternberg.
(19837

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme bei dem uns betroffenen
ſchweren Verluſte ſagen wir Allen
unſeren herzlichen Dank.
(19824
Familie Wagner und Petri.
Weiterſtadt, den 10. Oktober 1914.

der ganzen deutſchen Armee liegen
Die Verlustlisten ſämtlich von der erſten erſchienenen
Liſte bis zu den neueſten Liſten in unſerer Geſchäftsſtelle
zur Einſichtnahme auf.
Gotiesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Schlußtage des Laubhüttenfeſtes.
Sonntag, den 11. Okt. Vorabendgottesdienſt 5 Uhr
30 Min.
Montag, den 12. Okt. Morgengottesdienſt 8 Uhr
45 Min. Abendgottesdienſt 6 Uhr 30 Min.
Dienstag, den 13. Okt. Morgengottesdienſt 8 Uhr
45 Min. Schluß des Feſtes 6 Uhr 25 Min.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben
: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

Tageskalender.

Sonntag, 11. Oktober.
Großh. Hoftheater, Anfang 6 Uhr, Ende nach 11
Uhr (Ab. C): Die Meiſterſinger von Nürnberg.
Berichte mit Lichtbildern von Kommerzienrat
Hickler und Profeſſor Zimmer über ihre Fahrten mit
Liebesgaben um 8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz.
Obſt= und Gemüſe=Ausſtelluna im Schützen=
hof
.

Verſteigerungskalender.

Montag, 12. Oktober.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Rat=
haus
zu Pfungſtadt.
Großh. Hofbibliothek geöffnet: Montag bis
Freitag von 91 Uhr und 24 Uhr, Samstags von
91 Uhr.

[ ][  ][ ]

Nr. 130,

Sontag, 1. Stiober.

1914.

An die
Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.

Obwohl Futter für die Viehbeſtände reichlich zur Verfügung ſteht, ſo iſt es doch
ein Gebot der Vorſicht, nicht nur mit dem Vorhandenen ſorgfältig hauszuhalten,
ſondern auch Mittel und Wege aufzuſuchen und zu gebrauchen, die geeignet ſind, noch
mehr Futtervorräte für künftigen Bedarf aufzuſpeichern. Da auch Kraftfuttermittel,
ſoweit ſie vom Auslande bezogen werden, während des Kriegs nur in ſehr beſchränkten
Mengen zur Verfügung ſtehen, ſo empfiehlt es ſich auch deshalb, hierfür geeigneten
Erſatz zu ſchaffen.
Als ſolche Erſatz= und Ergänzungsfuttermittel kommen gewiſſe Walderzeugniſſe
und in dieſem Jahre beſonders die in einzelnen Gegenden reichlich anfallenden Eicheln
in Betracht. Es iſt deshalb wichtig, daß in den Gemarkungen, in denen Eichenbeſtände
vorhanden ſind, geeignete Maßnahmen zum Sammeln der Eicheln und zu ihrer
Verwendung als Futtermittel getroffen werden.
Soweit Domanialwaldungen in Betracht kommen, hat Großb Miniſterium
der Finanzen, Abteilung für Forſt=und Kameralverwaltung, die Großh. Oberförſtereien
angewieſen, gegenüber den Wünſchen der Viehhalter, beſonders auch der Beſitzer von
Kleinvieh, weitgehend entgegenzukommen. Hinſichtlich der Gemeindewaldungen
wollen die Großh. Bürgermeiſtereien alsbald entſprechende Beſchlüſſe nach Benehmen
mit den Großh. Oberförſtereien veranlaſſen.
Zum Sammeln der Eicheln können in erſter Linie Schulkinder u tter Aufſicht
von Lehrern verwendet werden. Es dürfte ſich aber auch, falls für die geſammelten
Eicheln eine angemeſſene nach den örtlichen Verhältniſſen feſtzuſetzende Vergütung
gewährt wird, die Möglichkeit zu mäßigem Arbeitsverdienſt für Bedürftige ergeben.
Ueber die Behandlung und Verwendung der Eicheln als Futtermittel iſt das
Wichtigſte nachſtehend zuſammengeſtellt.
Sie wollen das weiter Erforderliche hiernach alsbald veranlaſſen und über das
Veranlaßte bis zum 15. ds. Mts, berichten.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1914.
(19812gim
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Behandlung und Verwendung der Eicheln als Futtermittel.

Die Eicheln ſind, wenn ſie nicht unmittelbar verfüttert werden, nach dem Sammeln
entweder im Freien oder in einem trockenen, luftigen Raume (Schuppen, Tenne,
Speicher) flach aufzuſchütten und abwelken zu laſſen. Für längere Aufbewahrung
müſſen ſie alsdann getrocknet werden. Dies geſchieht entweder in Backöfen oder
Darren oder durch dünnes Ausbreiten auf luſtigen Böden und öſteres Wenden.
Am einfachſten und vorteilhaſteſten laſſen ſich die Eicheln durch Eintrieb der
Schweine in die Waldungen zur Zeit des Abfalls der Eicheln als Futter verwerten.
Die Schweine verzehren hierbei auch anderes Zufutter. Es braucht deshalb vor dem
Austrieb und nach der Rückehr nur noch wenig Futter verabreicht zu werden.
Für die Stallfütterung werden die Eicheln am beſten getrocknet und durch
Schlagen von den Schalen befreit (enthülſt). Die Schalen enthalten viel Holzfaſer.
Deshalb ergeben die enthülſten Eicheln beſſere Futterwirkungen. Die Eicheln ſind
eiweißärmer als die Körner der Getreidearten. Deshalb iſt namentlich bei Stall=
fütterung
auf eine entſprechende Zufuhr an Eiweiß im übrigen Futter zu achten.
Durch friſche (abgewelkte) Eicheln kann etwa ein Viertel des ſonſt zu verabreichenden
Geſamtfutters erſetzt werden. Bei Einſtellung von Eicheln in die Fülterung der


Wirkung der Eicheln ausgleicht. Die gedörrten und enthilſten Eicheln verabreicht
man am beſten in Schrotform, und zwar im Gemenge mit anderem Futer in dick=
breiger
Zubereitung. Von trockenen Eicheln rechnet man etwa 1 bis 1½, Pfund auf
das Tier täglich, zu welcher Menge aber nur allmählich angeſtiegen werden darf.

Verlin NW. 7, den 30. September 1914.
Stellvertretender
Reichstagsgebäude.
Militär=Inſpekteur der frei=
willigen
Krankenpflege.
Geſch.=Nr. M. 3118
Solange die Zufuhr freiwilliger Gaben an die Truppen auf dem durch die
Ziffern 102 ff. D. fr. Kr. vorgeſchriebenen Wege infolge zwingender militäriſcher Rück=
ſichten
unterbunden war, haben ſich unter den Vereinigungen vom Roten Kreuz und
bei anderen Organiſationen der freiwilligen Krankenpflege in durchaus verſtändlicher
und anerkennenswerter Weiſe Beſtrebungen geltend gemacht, um die als erwünſcht
bezeichneten Bedarfsgegenſtände mittels Kraftwagen oder anderer privater Beförde=
rungsmöglichkeiten
unmitelbar an die Front, vielfach ſogar an beſtimmte Truppen=
teile
heranzubringen. Bei dem Umfange, den dieſe Transporte in letzter Zeit ange=
nommen
haben, ſind ſowohl im Etappengebiete als auch in der Heimat Unzuträg=
lichkeiten
zu Tage getreten, welche nicht nur den Erfolg der beabſichtigten beſchleunigten
Verſorgung der kämpfenden Truppen in Frage ſtellen, ſondern auch geeignet ſind, die
auf die Dauer allein nachhaltig wirkſame, amtlich geregelte Sammlung und Zufüh=
rung
von Liebesgaben zu beinträchtigen.
Ich mache daher zunächſt darauf aufmerkſam, daß es ſich bei derartigen ſelbſt=
ſtändigen
Einzelunternehmungen höchſtens darum handeln kann, unter Uebergehung
der im Bezirk jedes Armeekorps eingerichteten Abnahmeſtellen (Ziffer 102 D. fr. K.) die
Liebesgaben an die Güterdepots der Sammelſtationen (Ziffer 103 a. a. O.) zu be=
fördern
. Hier treten die Transporte unter die Kommandogewalt der Militärverwal=
tung
und dürfen nur mit deren Zuſtimmung, regelmäßig unter militäriſcher Be=
deckung
und in Begleitung geeigneter Mitglieder der freiwilligen Krankenpflege, weiter=
geleitet
werden, wobei nichts im Wege ſteht, bezüglich des Zieles Wünſche zu äußern.
Ein eigenmächtiges Vordringen der Transporte in das Etappengebiet jenſeits der
Sammelſtation iſt unzuläſſig und kann die unangenehmſten Folgen nach ſich ziehen.
Ich ſehe mich ferner zu der Anordnung veranlaßt, daß jede ſolche von der frei=
willigen
Krankenpflege ausgerüſtete, direkte Liebesgabenſendung der Genehmigung
des für den Abgangsort zuſtändigen Territorialdelegierten bedarf. Die Herren Teri=
torialdelegierten
bitte ich, Genehmigungen dieſer Art nur ausnahmsweiſe und im
Falle dringenden Bedürfniſſes zu erteilen, im übrigen jedoch darauf zu halten, daß
das durch die geltenden Beſtimmungen geordnete Verfahren beobachtet und die gebe=
freudige
Bevölkerung mit ihren Spenden für die Truppen auf die Abnahmeſtellen
verwieſen wird. Dieſelben ſind, nachdem die Oberſte Heresleitung nunmehr die
Eiſenbahnen für die amtlich abgefertigten Liebesgabentransporte freigegeben hat, jetzt
durchaus in der Lage, ihrer Aufgabe zur Uebermittelung ihrer Beſtände an das Feld=
heer
gerecht zu werden.
Es kann daher nur empfohlen werden, mit den in ſo erfreulicher Menge zu=
ſammenſtrömenden
freiwilligen Gaben zur Sicherung ihrer gleichmäßigen Verteilung
die Abnahmeſtellen zu bedenken, deren Adreſſen von den Herren Territorialdelegierten
in wiederkehrenden Zeitabſtänden durch die Preſſe bekannt zu geben ſein werden.
Fürſt von Hatzfeldt.
(19809

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 2 Pinſcher, 1 Borer. 1 Dalmatiner, 1 deut=
ſcher
Schäferhund, 1 Kriegshund (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags 10 Uhr. ſtatt.
(19807

Einquartierung.

Eine etwaige Vergütung für geleiſtete Quartiere, ſowie für
Verpflegung einquartierter Mannſchaften wird ſpäter nur dann ge=
währt
wenn die Quartierſcheine innerhalb der nächſten 10 Tage
nach Abgang der Mannſchaften dem ſtädtiſchen Einquartierungs=
Ausſchuß, Stadthaus, Zimmer Nr. 23, zur Anerkennung vorgelegt
werden. Es ſind von den Quartiergebern bis jetzt viele Scheine noch
nicht zur Vorlage gekommen, und bitte ich, dieſes alsbald nachholen
zu wollen.
Umquartierung von Mannſchaften, die länger als 8 bis 10 Tage
in einem und demſelben Quartier lagen, wird auf Nachſuchen und
Vorlage des Quartierſcheines durch den vorſtehend bezeichneten
Ausſchuß vorgenommen.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.
(19585a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.

Strohlieferung.

Die Lieferung von 200 Zentnern Kornſtroh (Maſchinendruſch)
und 15 Zentnern Gerſtenſtroh (Maſchinendruſch) für verſchiedene ſtädt.
Verwaltungen ſoll vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen während der Geſchäfts=
ſtunden
im Stadthaus (Zimmer Nr. 39) zur Einſicht offen.
Angebote ſind, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bis
Dienstag, den 13. Oktober 1. Js., vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
Darmſtadt, den 6. Oktober 1914.
(19683fs
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.

Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Kaſſenſtunden an allen Wochentagen vormittags von
812½ Uhr, nachmittags von 35 Uhr.
(17152a
(Samstags nachmittags geſchloſſen.)

he Ero. e ſahaite, e nner, Lachprier,
Klemoner=, Schniede= und Eiſenarbeiten für den Neubau einer Rauh=
futterſcheune
für 600 t mit Wiegehaus für das Proviankamt zu
Darmſtadt ſollen vergeben werden.
Die Bedingungen und Zeichnungen liegen im Geſchäftszimmer
des Militär=Neubauamtes, Eſchollbrückerſtraße (Akaziengarten), wäh=
rend
der Dienſtſtunden von 812 vormittags und von 36 Uhr
nachmittags zur Einſicht offen und können daſelbſt die Verdingungs=
unterlagen
, ſolange der Vorat reicht, gegen poſt= und beſtellgeldfreie
Einſendung von:
1. für die Erd=, Maurer=, Aſphalt=, Zement= u. Stakerarbeiten 1,80 Mk.
.0,90 Mk.
2. für die Zimmerarbeiten
1.00 Mk.
3. für die Dachdeckerarbeiten .
. 0,90 Mk.
4. für die Klempnerarbeiten
. 0,70 Mk
5. für die Schmiede= und Eiſenarbeiten
bezogen werden.
*Die ausgefüllten Angebote ſind verſiegelt und mit entſprechen=
der
Aufſchrift verſehen bis zum
*

Donnerstag, den 22. Oktober 1814
für die Erd=, Maurer= pp. Arbeiten vormittags 10,00 Uhr
10,15
für die Zimmerarbeiten
10,30
für die Dachdeckerarbeiten
10,45
für die Klempnerarbeiten
11,00.
für die Schmiede= und Eiſenarbeiten
en das vorgenannte Geſchäftszimmer einzuſenden.
(19799
Die Zuſchlagsfriſt beträgt 14 Tage.
Militär=Neubauamt Darmſtadt.

Bekanntmachung.

Mittwoch, 11. November I. J.,
vormitags 10 Uhr,
ſoll die Liegenſchaft der Firma
Harres & Barth dahier:
Ftur Nr. am
IV 782 238 Hofreite Hügel=
ſtraße
65,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
(K58/14
werden.
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, wird Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 9. Oktober 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII, 19801

Bekanntmachung.

Mittwoch, 11. November I. J.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die Liegenſchaft des Schreiner=
meiſters
Karl Pfaff dahier:
Flur Nr. qm
15 91 1507 Hofreite Kirſchen=
alle
Nr. 11,
15 91¾10 66 Grasgarten, Vor=
garten
daſ.,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
werden.
(B38/14
Darmſtadt, 9. Oktober 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII, 19800

Bekanntmachung.

Mittwoch, 28. Oktober 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des Franz
Fehrer gehörigen Grundſtücke:
Flur Nr. am
22 139 705 Acker am Ludwigs=
weg
,
37. 75 1154 Acker am Sand=
hügel
,
zwecks Aufhebung der Erbengemein=
ſchaft
in unſerem Bureau, Grafen=
ſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe ver=
(B82/14
ſteigert werden.
Darmſtadt, 24. September 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,19127

Bekanntmachung.

Laut Beſchluß der Geſellſchafter=
Verſammlung vom 31. Auguſt d.
J. iſt die Wartburg=Buchhandlung
G. m. b. H. in Darmſtadt aufge=
löſt
. Die Gläubiger der Geſell=
ſchaft
werden hiermit aufgefordert,
ſich innerhalb 6 Wochen bei der
Geſellſchaft zu melden. (19682fsg
Darmſtadt, 7. Oktober 1914.
Wartburg=Buchhandlung
18
1. Liqu.

Pflügen
übernimmt bei bill. Berechnung
Peter Walter, Alter Arheilger
Weg. Fernſpr. 2222. (*6811dg

Bekanntmachung.

Der Kranz der alten Pflegerinnen aus dem Jahr 1870/71, der
in dem Schulhaus in der Hermannsſtraße (Mittelſchule II) eine
Arbeitsſtube unterhält, bittet um Zuwendung von getragenen Kinder=
kleidern
, damit ſie für hieſige arme Kinder hergerichtet werden können.
Die Bitte der alten Pflegerinnen wird hiermit angelegentlichſt empfohlen.
Darmſtadt, den 6. Oktober 1914.
(19818gim
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.

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Donnerstag, den 15. Oktober 1914, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Städtiſchen Lagerhauſe (Neuer Güter=
bahnhof
) öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
100 Sack Alopecurus (Grasſamen).
Darmſtadt, den 10. Oktober 1914.
(19808gi
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher
Bleichſtraße 9.

Danklagung.

Dem Bataillon ſind ſo zahlreiche Liebesgaben zugegangen,
daß es leider nicht möglich iſt, jedem einzelnen Spender für die
hochherzigen Gaben zu danken.
(19815
Das Bataillon ſpricht allen Spendern ſeinen wärmſten Dank aus.
Darmſtadt, den 10. Otober 1914.
v. Wurmb,
Oberſtleutnant und Kommandeur 1. Bataillon Reſerve=
Infanterie=Regiments 221.
Herzliche Wite.
Für mehrere bedürftige Landſturmmänner, die ſich gegen Näſſe
und Kälte ſchützen möchten, werden gebrauchte ꝛc. Militärmäntel
geſucht.
Karl Helfmann, Unteroffizier
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Darmſtadt.
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Darmſtadt 6. Oktober 1914.
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[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Nummer 280.

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Der Ertrag der Veranſtaltung wird zum Beſten einer
weiteren Liebesgabenſendung verwandt. (19838
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abends an der Kaſſe. Außerdem Karten zu M. 3. und
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Um zahlreichen Beſuch bitten:
Der Landesverein
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[ ][  ][ ]

Nummer 280.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Seite 11.

Mehr denn je heißt es in heutiger Zeit, durch weises Wirtschaften die zur Verfügung
Hausfrauen!
stehenden Mittel so wenig wie möglich schwächen! Gerade im Haushalt gibt es viele
Dinge, bei denen gespart werden kann, ohne daß die Lebensführung darunter zu leiden braucht. So z. B. bildet eine stets
wiederkehrende nicht unbeträchtliche Ausgabe die Reinigung der Wäsche.
Die Rosten hierfür lassen sich wesentlich verrinsern,
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das selbsttätige
Waschmittel
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und zwar allein ohne Zutat von Seife, Seifenpulver usw. gebraucht wird.
Ein einmaliges etwa ½—½ stündiges Kochen genügt, um die schmutzigste Wäsche
ohne Reiben und Bürsten vollkommen sauber zu machen; sie ist dann blütenweiß,
wie auf dem Rasen gebleicht, und besitzt einen frischen, würzigen Geruch!
Besonders ist die Anwendung von Persil auch
wichtig für Kranken- und Verwundetenwäsche sowie Verbandstoffe,
die durch das Waschen gleichzeitig desinfiziert werden. All diese Vorzüge in Verbindung mit der großen Ersparnis an
Zeit und Arbeit zeigen zur Genüge die Uberlegenheit und
Billigkeit des PERSII.-Gebrauchs
gegenüber dem alten mühevollen und kostspieligen Waschverfahren. Deshalb sei die Losung für jede Hausfrau:
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Von Zdenko von Kraft.
(Nachdruck verboten.)
58)

Mit einem Verſuch, zu lachen ſagte Daniel: Ach ſo?
Ihr Märchen wird auch noch tragiſch?
Nein, Herr Lerch! Nur traurig. Heinrich wandte ſich
an Elſe. Verzeihen Sie die kleine Unterbrechung! Wo
blieb ich ſtehen? Habe ich ſchon erzählt, daß der große,
ſtarke Chriſtian Eigner zitterte, als er das kleine Männ=
chen
ſah? Und da ſprach der Zwerg mit freundlicher
Stimme zu ihm: Ich bin der König von Allesland; in
meinem Reiche wachſen die edlen Steine; mein ſind die
Berge, der Wald und das Wild, und mir gehorchen ſo viel
Untertanen als Sterne am Himmel ſtehen; ich habe Deinen
Wunſch gehört; und weil ich meinen einzigen Sohn ver=
loren
habe, will ich Dich an Sohnes Statt nehmen, und
Du ſollſt mein Erbe ſein; zuvor aber mußt Du ſieben
Jahre in meinem Lande reiſen um zu lernen, wie man
ein Volk und ſich ſelbſt beherrſcht; nimm meine goldene
Krone; für ſieben Jahre will ich ſie Dir anvertrauen;
zeige, daß Du meines Vertrauens würdig biſt; und wenn
die ſieben Jahre vergangen ſind, dann ſehen wir uns in
dieſem Walde wieder, wo Du mir meine goldene Krone
zurückerſtatten wirſt, bis ich ſie Dir in Liebe ſchenken werde
für immer. Ein Donnerſchlag wie das in den Mär=
chen
ſo iſt. Und Chriſtian Eigner war allein. Und ehe er
ſich’s verſah, waren die ſieben Jahre in Rauſch und Tau=
mel
dahingegangen, und er ſtand an der gleichen Stelle
des Waldes vor dem alten Männlein, das ein König der
Güte war. Der Greis betrachtete ihn ernſt und ſprach:
Gib mir meine goldene Krone wieder, Chriſtian Eigner!
Du haſt ſie nicht getragen, wie ich es hoffte. König von
Allesland, kannſt Du nicht werden, denn Du lernteſt nur
befehlen über ſchwache Knechte, nicht herrſchen über Dich
ſelbſt. Gib zurück, was ich Dir einſt zu Lehen gab, und
lern’ es in Jahren ſchwerer Arbeit verdienen.
Draußen, im Kies des Gartens, knirſchte ein raſcher
Schritt und noch zn anderer, der ſchwer und langſam
war. Heinrich Lüdvorg blickte verſtummt zum Fenſter.

K
ſchlagene Scheibe. Doch dieſer ſchleiernde Flockenſall in
der ſinkenden Dämmerung machte alle Dinge grau da
draußen. Heiſer fragte Lerch: Wer kommt da?
Nur zwei, die mich holen! ſagte Heinrich. Und wäh=
rend
Elſe ſich jäh erhob, mit blaſſem Geſicht und ratloſen
Augen, begann Lüdborg wieder zu erzählen, in raſchen
und harten Worten: Als der Greis ſo geſprochen hatte,
funkelte ein böſer Gedanke in den Augen des Chriſtian
Eigner. Er dachte: Soll ich nun entbehren, was ich ſo
lange beſaß? Soll ich zum Bettler werden, ich, der ich
Herr war? Dieſer Greis iſt alt und ſchwach. Und nie=
mand
ſieht, was ich tue?
Da drehte ſich Daniel vom Fenſter weg, langſam,
ſteif, den ganzen Körper drehend, wie eine lebensgroße,
hölzerne Marionette.
Und Chriſtian Eigner erſchlug den alten, gütigen
König und warf den Leichnam in eine tiefe Schlucht der
Berge.
Mit beiden Fäuſten umklammerte Daniel Lerch das
Falzbein. Herr Lüdborg! Ihr Märchen iſt wenig ſpaß=
haft
. Seine Stimme war wie verroſtet. Wenn Ihre
Fabel noch nicht zu Ende ſein ſollte, können Sie ſich den
Schluß erſparen. Ich bin kein Freund von Räuber=
geſchichten
.
Es wird ſo lange Räubergeſchichten geben, ſo lang'
es Räuber gibt, ſagte Lüdborg mit einer Stimme, die voll
innerlicher Kraft war, obwohl ſie faſt leiſe blieb. Und
Räuber gibt es auch heute noch Herr Lerch genau ſo
wie zu den Zeiten des Chriſtian Eigner, der eine goldene
Krone ſtahl. Er trug ſie vor allen Leuten, die ſich beug=
ten
vor ihm, weil ſie glaubten, er wäre ein Königsſohn.
Auch eine junge, ſchöne Prinzeſſin glaubte das, und wurde
ſeine Braut.
Ein Geräuſch im Flur. Und eine Stimme. Heinrich
ſtreckte ſich. Und jetzt verließ ihn ſeine eiſerne Ruhe.
Mit einer Stimme, die ſchrill war und vor Erregung
bebte, rief er gegen die Tür: Fritz! Hier bin ich! Komm!
Elſe tat einen Schritt auf ihn zu und ſtammelte: Herr
Lüdborg

Da hatte er ſeine Ruhe wieder. Er ſah zum Fenſter
hinüber, wo Daniel Lerch mit grauem Geſicht und bren=
nenden
Augen ſtand. Dann ſagte er: Verzeih’n Sie,
Fräulein Elſe! Einen Augenblick vergaß ich, wo ich bin.
Man holt mich ab. Meine Zeit iſt um. Und nun wird
mein Märchen ohne Schluß bleiben wie Herr Lerch es
wünſchen mußte. Sonſt hätt’ ich noch erzählt, daß einer
die Tat des Chriſtian Eigner geſehen hat ein Mut=
loſer
, der lange nicht zu ſprechen wagte, weil Chriſtian
Eigner eine goldene Krone trug und ein großer Herr
war. Doch eines Tages kam zur Berghütte dieſes
Schweigſamen ein fahrender Spielmann
Fritz Winter trat mit dem alten Roth in die däm=
merdunkle
Stube.
Der Graue beim Fenſter drüben machte eine lang=
ſame
, müde Bewegung. Dann ſtand er wie verſteinert.
Von den beiden, die da gekommen waren, redete
keiner. Sie blieben bei der Tür ſtehen, die Augen auf
Daniel Lerch gerichtet.
Verſtört und mit erloſchenen Lauten ſagte Elſe: Guten
Abend, Herr Winter! Wollen Sie Platz nehmen, ich
bitte
Fritz blickte auf wie ein Erwachender. Ich danke,
Fräulein Berkens! Wir werden nicht bleiben. Ich bin
nur gekommen
Um mich abzuholen, fiel Lüdborg haſtig ein. Ja,
Fritz! Ich gehe mit Dir! Gleich. Ich habe hier
weißt Du, ein Märchen hab’ ich erzählt. Herrn Lerch hat
dieſes Märchen nicht gefallen. Er will nicht zugeben, daß
es heutzutage noch einen Menſchen geben kann der um
Geld zum Mörder wird. Roth? Was meinen Sie dazu?
Der Alte gab keine Antwort. Er drehte nur das Ge=
ſicht
von Lüdborg wieder zu Daniel Lerch hinüber.
So ſtill war’s in der Stube, daß man den keuchenden
Atem Daniels hören konnte, der mit verzerrtem Geſicht
die drei Männer anſtarrte. Sein Blick flog wie gehetzt
von einem zum andern und blieb an Friedrichs Augen
hängen, in denen eine ſtumme Frage glühte.
(Fortietzung folat.)

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[ ][  ]

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Oktober 1914.

Nummer 280.

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