Darmstädter Tagblatt 1914


Freitag, den 9. Oktober.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Nr. 278.

Freitag, den 9. Oktober.

1914.

Der Krieg.
Vom kolonialen Kriegsſchauplatz. Ein deutſches Torpedoboot geſunken. Die Belagerung von Antwerpen. Vom
öſtlichen Kriegsſchauplatz. Das verratene Frankreich.

Das Schutzgebiet von Kiautſchou.

Nebenſtehende Karte
unſeres Schutzgebietes
von Kiautſchou, das
lietzt gegen die Angriffe
der überlegenen Eng=
ſländer
und Japaneſen
heldenmütig verteidigt
wird, gibt einen Ueber=
blick
über das Kampf=
gebiet
. Das Schutzge=
biet
umfaßt 552 alrm
und zählte 1913 192000
farbige und 4470 weiße
Einwohner. Die Deut=
ſchen
ſind entſchloſſen,
die Stadt Tſingtau,
um die ſich der Kampf
konzentriert, bis zum
letzten Blutstropfen zu
verteidigen. Aus allen
Teilen des chineſiſchen
Reichs ſind die Deut=
lſchen
nach Tſingtau ge=
ſtrömt
. Sämtliche Ge=
ſandtſchafts
=Wachen,
wie Peking, Tientſin,
ſindmit Geſchützenund
Maſchinengewehren
dorthin geſchafft. Die
Chineſen haben Tſing=
ſtau
in hellen Scharen
mit Hab und Gut ver=
laſſen
. Der Erfolg, den
die heldenmütige Schar
gegen die überlegenen
Feinde bei dem erſten
Angriff auf Tſingtau=
ſerrungen
hat, hat all=
gemeine
Bewunderung
ierregt.

Vom kolonialen Kriegsſchauplatz.

* Berlin, 7. Okt. Aus Tokio wird amtlich gemeldet:
Eine Marineabteilung beſetzte Jaluit, den Sitz der Re=
gierung
der Marſchallinſeln, ohne Widerſtand zu
finden, und brachte die Befeſtigungswerke, Waffen und
Munition in ihren Beſitz. Für die engliſchen Kaufleute
wurde die Einfuhr freigegeben. Die Marineverwaltung
erklärt, die Landung ſei eine rein militäriſche Handlung
geweſen. Eine dauernde Beſetzung ſei nicht beabſichtigt.
Befeſtigungswerke eriſtieren in Jaluit nicht. Hinſicht=
lich
der Waffen und Munition kann es ſich nur um ge=
ringfügige
Beſtände handeln.
Was die Kämpfe in Kamerun anbetrifft, ſo
wird an zuſtändiger Stelle angenommen, daß Engländer
und Franzoſen an den beiden möglichen Einbruchsſtellen
der nigeriſchen Grenze in unſere Kolonie Kamerun Vor=
ſtöße
verſucht haben. Es ſind dieſes der Eintritt des
Benue und des Croß=Fluſſes in nigeriſches Gebiet. Die
Namen der für das Vaterland Gefallenen laſſen vermuten,
daß im Norden bei Garug die 7. Kompagnie unter ihrem
Hauptmann Freiherrn von Crailsheim einen Angriff der
wahrſcheinlich von Yola und Mongono gemeinſchaftlich
vorrückenden Engländer und Franzoſen abgewieſen hat.
Bei dieſer Kompagnie ſtanden die Oberleutnants v. Roth=
kirch
und Milbrat und der Sergeant Joſt. Bezirksam: Rauſch verwaltete den Bezirk Dſchang. Er war
erſt im vorigen Jahre als Hauptmann aus der Schutz=
truppe
ausgeſchieden und zur Verwaltung übergetreten.
Dſchang liegt etwas ſüdlich des Croß=Fluſſes. Rauſch
wird ſich mit ſeiner Polizeitruppe den Engländern, welche
wohl am Croß=Fluß heraufmarſchierten, entgegengeworfen
haben und dabei mit dem Zollamtsvorſteher Glock und
dem Landmeſſer Lyhne in ſiegreichem Gefecht den Helden=
tod
geſunden haben.

Ein deutſches Torpedoboot geſunken.

* Berlin, 8. Okt. (Ctr. Bln.) Wie mitgeteilt wird.
iſt am 6. d. M. nachmittags das Torpedoboot S116
während des Vorpoſtendienſtes in der Nordſee durch den
Torpedoſchuß des engliſchen Unterſeebootes E 9 das
ſchon die Hela zum Sinken gebracht hat, verloren
gegangen. Faſt die ganze Beſatzung konnte ge=
rettet
werden.
§ 116 war ein altes Boot vom Jahre 1902 und be=
reits
geſetzlich erſatzpflichtig. Es hatte 420 Tonnen Waſ=
ſerverdrängung
und 60 Mann Beſatzung. Die Ueber=
lebenden
konnten von eigenen Streitkräften aufgenommen
werden.
Der Oftmarkenverein ſtellf ſeine Tätigkeit ein.
* Angeſichts des lobenswerten Verhaltens der Polen
in der jetzigen Kriegszeit hat, wie der Pr. Lehrerztg. mit=

geteilt wird, der aus den Oſtprovinzen verſtärkte Haupt=
vorſtand
beſchloſſen, die Vereinstätigkeit einzuſtellen; denn
nach den Satzungen iſt die Aufgabe des Vereins als been=
det
anzuſehen, wenn die polniſche Bevölkerung einer
deutſchfeindlichen Agitation entſagen und mit den übrigen
Bewohnern ihres deutſchen Heimatlandes beſtrebt ſein
werde, an den Segnungen deutſcher Kultur teilzunehmen
und ihre nicht zu verkennende Befähigung und Tatkraſt in
den Dienſt derſelben zu ſtellen. Die geſamte Organiſation
des Vereins wird in den Dienſt des Roten Kreuzes ge=
ſtellt
, dem als erſte Rate 25000 Mark überwieſen wurden
neben einer Spende von 5000 Mark für Oſtpreußen. Hof=
fentlich
iſt eine Wiederaufnahme der Tätigkeit nach dem
Kriege nicht erforderlich.

Die Belagerung von Antwerpen.

* Zu der Ankunft engliſcher Hilfst ruppen
in Antwerpen läßt ſich das Berl. Tageblatt aus
Antwerpen melden: Seit drei Tagen geht ein ununterbro=
chener
Zug von engliſchen Soldaten mit Geſchützen durch
die Stadt. Die engliſchen Hilfstruppen werden von der
Bevölkerung mit Begeiſterung empfangen und begrüßt
Die Leute ſchätzen die Zahl der Engländer auf 30 000 bis
40 000. (2) Ein Blatt hält dieſes jedoch für übertrieben.
Der Gemeinderat von Antwerpen hat einer
Meldung des Berl. Lokalanz. zufolge in geheimer Sitzung
den Entſchluß gefaßt, der Miltärbehörde ſein volles Ver=
trauen
auszuſprechen und ſich damit einverſtanden zu er=
klären
, daß bis zum Aeußerſten Widerſtand geleiſtet wird
und lieber zuzulaſſen, daß die Stadt beſchoſſen wird, als
zu kapitulieren. Der Milit ärkommandant von
Antwerpen betont in einem Aufruf an die Bevöl=
kerung
von Antwerpen die Notwendigkeit zu einer Ver=
ſtärkung
des Heeres. Demnach werden alle wehrfähigen
Männer von 18 bis 30 Jahren aufgefordert, ſich als
Kriegsfreiwilige zu melden. Ein belgiſcher Pionier, der
über die holländiſche Grenze kam, erzählte, der Voſſ. Ztg.
zufolge, ſein Truppenteil habe die Aufgabe gebabt, die
Kirchtürme in die Luft zu ſprengen, um die Deutſchen
wichtiger Zielpunkte zu berauben. Bei Lier war er von
ſeinem Truppenteil abgeſchnitten worden.
* Köln, 8. Okt. Der Köln. Ztg. zufolge müſſen nach
Berichten von Flüchtlingen in Antwerpen bereits
Granaten eingeſchlagen ſein.

Vom öſtlichen Kriegsſchauplatz.

* Wien, 8. Okt. Amtlich wird gemeldet: Unſere
Offenfive hat auch geſtern da und dort unter kleineren
Gefechten überall ihre Ziele erreicht. Laut einer=
Meldung eines von einem kühnen Fluge nach Przemysl
zurückgekehrten Generalſtabsoffiziers wird die Verteidi=
gung
der Feſtung von der kampfgewohnten Beſatzung mit

der größten Tätigkeit und Umſicht geführt. Mehrere Aus=
fälle
haben die feindlichen Linien zurückgedrängt und zahl=
reiche
Gefangene gemacht. Alle Angriffe der Ruſ=
ſen
ſind unter furchtbaren Verluſten im Feuer der
Feſtungswerke zuſammengebrochen. In den
Karpathen weſtlich des Wyszkower Paſſes iſt kein
Feind mehr. Der bei Marmaros=Sziget eingetroffene
Gegner iſt geſchlagen. Die Stadt iſt vergangene Nacht in
unſeren Beſitz zurückgelangt.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
von Höfer, Generalmajor.
* Peſt, 7. Okt. (Ctr. Bln.) Der Einbruch der Ruſſen
in das Karpathengebiet hat mit ſchweren Nie=
derlagen
der ruſſiſchen Truppen geendet. Der Vorſtoß
hat auf ruſiſcher Seite weit über 10 000 Opfer ge=
fordert
. Die Aktion zur Vertreibung der Ruſſen aus dem
Marmaroſer Komitat wurde geſtern nachdrücklich aufge=
nommen
. Nach unbedeutenden Geplänkeln zwiſchen Tecſö
und Marmaros=Sziget kam es geſtern abend in der Nähe
von Hosſzumezö zu einer Schlacht, die mit dem völli=
gen
Rückzug der Ruſſen bis nach Nagy=Boeſto
endete. Damit war Marmaros=Sziget wieder in unſeren
Beſitz gelangt.
Nach amtlichen Meldungen ſind bei den Kämpfen um
den Udzoker Paß in den letzten Tagen viele tauſend
Ruſſen gefallen. Der Angriff unſerer Truppen war ſo
überwältigend, daß die Ruſſen einen Teil ihrer Geſchütze
in die Theiß warfen.
* Peſt, 7. Okt. (Ctr. Bln.) Die einlangenden amt=
lichen
und privaten Meldungen über unſeren Sieg bei
Marmaros=Sziget beſtätigen, daß der Rückzug der
Ruſſen in eine panikartige Flucht ausartete. Erſt
bei Nagy=Bocſko, 17 Kilometer oberhalb Marmaros=Sziget,
kamen die Ruſſen zum Stillſtand. Sie ſehen einer Kata=
ſtrophe
entgegen. Kleinere Koſaken=Abteilungen wurden
in das benachbarte Beſztercze=Naszoder Komitat abge=
drängt
, wo ſie von Gendarmerie und Miltär verfolgt
werden.

Serbiſche Meuterei.

* Sofia, 7. Okt. Die Zeitung Utro meldet: Unter
der Mannſchaft des 17. ſer biſchen Infanterie=
Regiments kam es zu einer Meuterei. Die Solda=
ten
erſchoſſen den Brigadekommandanten Budonowics der
ſich gerade bei dem Regiment aufhielt. Auch der Regi=
mentsoberſt
Malevies und zahlreiche Offiziere wurden er=
ſchoſſen
. Die gegen das meuternde Regiment entſandten
Mannſchaften konnten nichts ausrichten.

Die grenzenloſe Bewunderung‟ Rußlands.

* Köln, 8. Okt. Die Kölniſche Zeitung meldet von
der holländiſchen Grenze: Es iſt eine Adreſſe des
ruſſiſchen Parlaments an das belgiſche
Parlament eingegangen, in welcher es heißt, ganz
Rußland verfolge mit grenzenloſer Bewunderung den
heldenhaften Kampf, den das kapfere belgiſche Heer gegen
einen frevleriſchen und unerbittlichen Feind führe. Mit
der größten Spannung lauſche es auf die Berichte über
die Selbſtverleugnung des tapferen belgiſchen Volkes.
Euere Taten, ſo heißt es, bringen die Taten Euerer Vor=
päter
in Erinnerung: Euer heldenhaftes Verhalten iſt
das erſte und größte Opfer, das gebracht werden mölſe,
um die Welt von dem blinden Angriff deutſcher Wut
und deutſchem Wahnſinn zu erlöſen. Ehre den Helden!
Es lebe der tapfere belgiſche Löwe! Möge Euer Wappen=
ſpruch
: Duneon kalt le kore! den Sieg behalten, dann
wird auf den Trümmern des zuſammengeſtürzten Bau=
werkes
an Stelle der allgemeinen Vorherrſchaft Deutſch=
lands
die angeſtrebte Freiheit, Gleichheit und Brüderlich=
keit
herrſchen. Die Kölniſche Zeitung bemerkt dazu:
Die Ruſſen haben von Anfang des Krieges an die
lächerlichſten Aeußerungen von ſich gegeben die eben
erwähnte ſchließt ſich den ſonſtigen Flunkereien der
Moskowiter würdig an. Wären die Zeiten nicht ſo ernſt,
würde eine Lachſalve der ganzen Welt die Antwort
ſein, wenn man hört, daß gerade von der Newa her
Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit die Herrſchaft an=
treten
ſollen.

Ruſſiſche Spionage im Großen.

* Krakau, 8. Okt. Im Frühjahr wurde hier, wie
die hieſigen Blätter berichten, ein Konſortium gebil=
det
, an deſſen Spitze Graf Monjeau ſtand, um ein an der
galiziſch=ungariſchen Grenze gelegenes Naphtater=
rain
anzukaufen, deſſen Preis mit 20 Millionen feſt=
geſetzt
wurde. Zwei Millionen wurden als Anzahlung
erlegt, eine Million für Proviſion und Speſen veraus=
gabt
. Der Reſt der Kaufſumme ſollte im Juli gezahlt
werden. Franzöſiſche Ingenieure nahmen das geſamte
Gebiet karlographiſch auf. Nunmehr ſtelle ſich heraus,
daß es ſich bei dem ganzen Unternehmen nur um Spio=
nage
handelt, welche den Ruſſen den jüngſten Einbruch
über die Karpathen ermöglichte.

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Oktober 1914.

Nummer 278.

Das verratene Frankreich.

* Daß man in Frankreich nach dem Verräter ſchreit
iſt die unausbleibliche Folge geſtörter Siegesträume. Wir
erwähnten bereits, ohne ihr übertriebene Bedeutung bei=
zumeſſen
, eine in Frankreich heimlich verbreitete Broſchüre
mit dem Titel: Nous ſommes trahis! Beachtenswerter
iſt ſchon die Tatſache, daß das franzöſiſche Mißtrauen be=
reits
den Weg in die große, einflußreiche Preſſe findet.
Eines der geleſenſten Abendblätter von Paris, die um die
Erhaltung und Pflege des chauviniſtiſchen Revanchege=
dankens
beſonders verdiente Liberté des Geſchäfts=
journaliſten
Berthoulat, der auch den wirtſchaftlichen
Kampf gegen Deutſchland mit großer Vorliebe geführt hat,
veröffentlicht einen ſehr offenherzigen und freimütigen
Leitartikel über Frankreich und ſeine Verbündeten, in
dem es u. a. heißt:
Als Frankreich, der friedliebende Staat, ſich zum
Kriege entſchloß, kannte es genau ſeine militäriſche Kraft
und war nur unter der Vorausſetzung und in der Hoff=
nung
zu dieſem aggreſſiven Schritt zu bewegen, daß ſeine
Verbündeten ihren Bundespflichten in vollem
Maße entſprechen würden. Rußland iſt der Erfüllung
ſeiner Bundespflichten zumindeſt zeitlich ausgewichen, als
es ſich im Intereſſe Serbiens damit es einen Teil der
drohenden Uebermacht Oeſterreich=Ungarns von dieſem
Lande abwende mit der ganzen Wucht ſeiner Armee
auf Oeſterreich=Ungarn warf. Rußland hat die Exiſtenz
Frankreichs dem Intereſſe ſeiner Raſſenverwandten unter=
geordnet
. Sollte Rußland nicht in der allerkürzeſten Zeit
dem Bundesvertrage entſprechend vorgehen, ſo müſſen wir
den Bundesvertrag als gebrochen anſehen! Es iſt eine
Todſünde, daß die franzöſiſche Regierung unter ſolchen
Verhältniſſen unter dem Einfluſſe Englands in den
Vertrag über einen gemeinſamen Friedens=
ſchluß
eingewilligt hat. Damit hat ſie dem franzöſiſchen
Volke die Möglichkeit eines anſtändigen Rückzuges genom=
men
(Sehr richtig!) und gleichzeitig haben Rußland und
England anſtatt Taten noch immer nichts als Ver=
ſprechungen
gegeben und damit ihren Bundespflichten
entſprochen zu haben geglaubt. Obwohl gewiſſe Kreife
mit Berufung auf die Intereſſen Frankreichs ſich bei un=
ſerem
Blatte ins Mittel gelegt haben, damit man uns
davon abhalte, unſeren Zweifeln an der Richtigkeit dieſes
Regierungsaktes Ausdruck zu geben, konnten wir uns
dennoch nicht enthalten, unſere Meinung offen auszuſpre=
chen
, denn die Gründe, die uns zu dieſer Stellungnahme
zwingen, ſind ſo gewichtig, daß ſie für die ganze künſtige
Entwicklung Frankreichs verhängnisvoll ſein können.

Die Humanité gegen die Lügenpreſſe.

* Zürich, 6. Okt. Die Humanité wendet ſich
ſcharf gegen den Lügenfeldzug, der von einigen
franzöſiſchen Blättern betrieben wird. Wir hat=
ten
uns vorgenommen, ſchreibt das Blatt, während des
Krieges kein Wort zu kritiſieren. Doch die regktionäre
Preſſe nimmt es zu leicht mit der Wahrheit in der Abſicht,
die öffentliche Meinung zu beeinfluſſen. Das Blatt er=
innert
daran, daß die Meldung, Krupp habe ſchon vor
drei Jahren bei Maubeuge Landankäufe gemacht, ſchon
1911 entſchieden widerrufen worden iſt. Das Land wurde
von einem belgiſchen Geldmann mit Unterſtützung fran=
zöſiſcher
Banken gekauft. Wenn alſo dort die Unterlagen
für ſchwere Artillerie gebaut worden wären, ſo wären
dieſe franzöſiſchen Bankiers des Verrats mitſchuldig.
Wir rufen, ſchreibt das Blatt, der reaktionären Lügen=
preſſe
von der Action Francaiſe bis zur Liberté und dem
Matin zu: Verſchont uns mit dieſen Senſationsmeldun=
gen!
Unſere Arbeiterfamilien leiden ſchon zu ſehr dar=
unter
, daß ſie ohne Nachricht von ihren Angehörigen blei=
ben
. Wir wollen nicht zu ihren gegenwärtigen Aengſten
noch andere hinzufügen, die ſie in ſchlimmſte Abgründe
des Haſſes und der Rachſucht ſtürzen, jetzt, wo unſere
Kameraden für die Verteidigung des Vaterlandes in den
Tod gehen. Seid doch ſo anſtändig, daß ihr nicht ſo
unverſchämt lügt und Erzählungen von Verrat er=
findet
.

In England wird man bedenklich.

* Berlin, 7. Okt. Ein Londoner Brief der Gazetta
del Popolo berichtet, wie das Berliner Tageblatt mitteilt,
daß die Engländer angeſichts der koloſſalen

Geldopfer, die der Krieg verlangt, ſtutzig zu werden
anfangen. Zu den ungeheuren Aufwendungen für die im
Felde ſtehende Armee komme die Löhnung für die neu
angeworbenen Rekruten, ſodann die Penſion für die Sol=
datenfamilien
, endlich noch die Ausgaben für die Marine
die jene des Heeres noch überſteigen. All dieſe Ausgaben
aber ſind nichts ſchreibt der Berichterſtatter, im Ver=
gleiche
mit anderen, die in keiner Statiſtik figurieren. So
hat allein die Kataſtrophe der drei Kreuzer England auf
einmal über 70 Millionen Franken gekoſtet, und ebenſo
hat das Stocken des Handels in den erſten vier Kriegs=
wochen
einen Zollausfall von mehr als 50 Millionen er=
geben
, wie andererſeits die engliſchen Arbeiter infolge der
Lohnherabſetzungen im Monat etwa eine halbe Million
weniger als ſonſt eingenommen haben. Alle Englän=
der
leiden im Stillen. Keiner denkt daran, ſich
laut zu beklagen; das hindert aber nicht, daß England
durch den Krieg jahrelang geſchwächt ſein wird.

Die Zeppelinfurcht in England.

* Berlin, 8. Okt. Bezeichnend für die Furcht,
die in London vor den Zeppelinen herrſcht, iſt eine
Verordnung, die der Miniſter des Innern erlaſſen har,
wonach vorläufig bis zum 1. November alle Lichter und
Laternen in London, welche von oben herab ſichtbar ſind,
womöglich an der oberen Seite abgedeckt, die Beleuchtung
der Läden eingeſchränkt, ununterbrochene Lichtreihen teil=
weiſe
gelöſcht und in unregelmäßigen Zwiſchenräumen
angezündet werden müſſen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 9. Oktober.
* Ernannt haben Ihre Königl. Hoheit die Groß=
herzogin
den Regierungsbaumeiſter Guſtav Koehler
zu Eſſen zum Vorſtand eines Eiſenbahnbetriebsamtes
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft und
den Finanzaſpiranten Heinrich Erb aus Darmſtadt zum
Buchhalter bei der Staatsſchuldenverwaltung.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert: zum Haupt=
mann
: Klein, Oberlt. d. Landw. a. D. (I Darmſtadt):
zum Oberleutnant: Böning, Lt. d. Reſ. des Leibgarde=
Inf.=Regts. Nr. 115 (Wiesbaden); zu Leutnants der Re=
ſerve
: die Vizefeldwebel Chriſtmann, Spielmann
(1 Darmſtadt); zu Leutnants d. Landw.=Inf. 1. Aufgebots:
die Vizefeldwebel Hahn, Kolb (I Darmſtadt), Schnei=
der
, Otterbein, Lober, Uſinger (Gießen), Gaß=
ner
, Metzger, Henke, Roth, Brandt, Baur=
henn
Kreyes, Rupp, Müller (Wilhelm), Degen,
Reiß, Köhler, Göbel, Schlismann, Alexan=
der
(Mainz); zu Oberleutnants: die Leutnants Sie=
gert
d. Reſ. des Feldart.=Regts. Nr. 76 (Gießen),
Gaſtell d. Landw.=Kav. 1. Aufgebots (Mainz); zum
Oberleutnant: Krenzien, Lt. d. Landw. a. D., zuletzt
d. Landw.=Pion. 2. Aufgebots (Gießen).
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
erhielten Stadtbauinſpektor Heinrich Petry in Halle a. d.
S., Oberleutnant und Kompagnieführer im Reſerve= In=
fanterie
=Regiment Nr. 36; Philipp Störtzel, Feldwebel
der 11. Kompagnie des Leibgarde=Infanterie=Regiments
Nr. 115, aus Hetſchbach im Odenwald; Dr. Ludwig Opel,
Leutnant der Reſerve im Leib=Drag.=Regt. Nr 24; Fritz
Opel aus Rüſſelsheim, Mitglied des Deutſchen Frei=
willigen
Automobil=Korps; Oberltnt. Albert Schnei=
der
Führer des Diviſionsbrückentrains 25: General=
major
von Helldorf (bis zur Mobilmachung Kom=
mandeur
des Leibgarde=Inf.=Regts.) jetzt Führer der 25.
Reſerve=Diviſion, hat das Eiſerne Kreuz 1. und 2. Klaſſe
erhalten, außerdem die heſſiſche Tapferkeitsmedaille.
Großh. Hoftheater. Heute Freitag bleibt das Hof=
theater
geſchloſſen. Morgen Samstag findet als zweite
Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen eine Aufführung
von Trompeter von Säkkingen in der bekann=
ten
Beſetzung ſtatt. Unter Hofrat Ottenheimers Leitung
gehen am Sonntag als 16. Abonnementsvorſtellung (C 5)
Die Meiſterſinger von Nürnberg in Szene.
Eine Aufführung dieſes beſten muſikaliſchen Luſtſpiels
Deutſchlands mit ſeinen mit dichteriſchem Empfinden und
Liebe durchgeführten echt deutſchen Geſtalten bedeutet ge=
rade
in dieſer großen Zeit einen beſonders ſchönen und

erhebenden Abend. Am Montag findet keine Vorſtellung
ſtatt, für Dienstag iſt Der Zigeunerbaron von Johann
Strauß angeſetzt.
Generalmuſikdirektor Felix von Wein=
gartner
wird Mitte November hier eintreffen und eine
Anzahl von Opernabenden, ſowie ein Hofmuſik=
Konzert dirigieren.
* Der Heldentod des Oberhofmarſchalls Freiherrn
v. Ungern=Sternberg. Für die vielen Freunde und Ka=
meraden
des auf dem Felde der Ehre gefallenen Großh.
Oberhofmarſchalls und Majors a. D. Frhrn. v. Ungern=
Sternberg dürfte es von Intereſſe ſein, Näheres über
ſeinen Tod zu erfahren. Ein Augenzeuge ſchreibt der
Darmſt. Ztg.: Wir lagen am 8. September in ſtarken
Schützengräben ſüdlich . . . und bekamen am Abend des=
ſelben
Tages den Befehl, am nächſten Morgen die ſtarken
Stellungen des Feindes bei . . . ., denen wir ſchon 1½
Tage gegenübergelegen hatten, anzugreifen. Am Morgen
des 9. um 3 Uhr, bei tiefſter Dunkelheit und ſtrömendem
Regen, trat das Leibgarde=Infanterie=Regiment, rechts
das Garde=Füſilier=Bataillon, unter ſeinem Führer Major
Freiherr v. Ungern=Sternberg, links das erſte Bataillon,
dahinter das zweite Bataillon, zum Sturm auf . . . . an.
Damit keiner ſchießen konnte, um den Angriff nicht zu ver=
raten
, mußten die Schlöſſer aus den Gewehren genommen
und in die Hoſentaſchen geſteckt werden. So ging es mit
aufgepflanzten Seitengewehrn in lautloſer Stille, mit
engſter Fühlung, auch die Schützen, auf unſeren Richtungs=
punkt
, den Kirchturm von . . . ., der von Zeit zu Zeit noch
von den brennenden Trümmern des Dorfes beleuchtet
war, los. Kurz vor dem Dorf erhielten wir heftiges
Feuer, ſtürzten uns mit Hurra auf den Feind und ſtießen
bis zum jenſeitigen Rand des Dorfes durch. Das Garde=
Füſilier=Bataillon traf hierbei am Südweſtausgang des
Dorfes auf eine feindliche Feldwache; der Poſten rief:
Qui est la? und ſchoß ſofort lebhaft. Das Feuer wurde
ſofort von der ganzen Feldwache eröffnet, wodurch der an
der Spitze des Bataillons befindliche Major Freiherr von
Ungern=Sternberg, ſofort zu Tode getroffen, niederſtürzte.
Um ihn herum fielen 30 mit dem aufgepflanzten Seiten=
gewehr
niedergeſtoßene Franzoſen. Das Regiment drang
bis . . . vor und blieb dort bis zum Abend zum Schutze
der Artillerie ſtehen. Als es mittlerweile hell geworden
war, beſchoß die franzöſiſche Artillerie die Stelle, wo die
franzöſiſche Feldwache gelegen hatte, mit Granaten. Bei=
dieſer
Gelegenheit erhielt Major Freiherr v. Ungern=
Sternberg, der, wie bereits oben geſagt, ſchon gefallen war,
noch einen Granatſplitter durch die Kehle. Hauptmann
Pabſt v. Ohain, Chef der 4. Kompagnie Leibgarde=Inf.=
Regts., ließ ihn aus dem Granatfeuer herausholen und
beſtattete ihn am Südweſtausgang des Dorfes dicht hinter
der Stelle, an der er den Heldentod erlitt.
H. Die erſte große Sendung des Roten Kreuzes an die
Diviſion, beſtehend aus einem kompletten und einem faſt
kompletten Eiſenbahnwagen mit über 400 Kiſten, Säcken
und Paketen ging am Mittwoch voriger Woche ab. Die
Führung hatte Herr Kommerzienrat Hickler übernom=
men
, der mit den Herren Aſſeſſor Zimmer und Profeſſor
Zimmer, Herrn Lenner und dem Chauffeur Harff,
den dritten Liebesgabenzug nach Frankreich zu unſeren
Truppen brachte. Herr Stadtverordneter Wagner und Dr.
Stahlſchmidt machten mit ihren Autos auch die zweite
Fahrt mit. Außerdem waren noch von anderer Seite
Autos zur Verfügung geſtellt; im ganzen elf, Dieſe Autos
wurden beladen mit der Eiſenbahn mitgenommen. Die
militäriſchen Begleiter waren die Herren Rittmeiſter von
Kuſenberg und Rittmeiſter=Rautenſtrauch; als
Johanniter war Herr Baron von Oetinger mit.
Die Fahrt ging über Aachen, Lüttich, Namur,
Maubeuge, St. Quentin nach Nesle. Leider wurden die
intereſſanten Plätze immer zufällig in voller Nacht paſſiert,
ſo daß ſo gut wie nichts zu ſehen war. Die Eiſenbahn=
fahrt
dauerte von Mittwoch früh bis Sonntag nachmittag.
Die Heizung des Zuges hörte gleich nach dem erſten Tage
auf. Zuletzt wurde auch der Mannſchaftswagen für Trup=
pen
gebraucht. Das Gas war auch ausgegangen und die
Lebensmittel waren manchmal ſehr knapp geworden. In
Nesle mußte der Zug ſtehen bleiben, da wenige Kilometer
von da der Feind ſteht. Bei Ankunft des Zuges war in
nächſter Nähe ein heftiger Artilleriekampf im Gange. Zwei
Tage vorher hatten unſere Regimenter, die übrigens jeden
Tag zu kämpfen haben, ein großes ſiegreiches Gefecht. Sie

Deutſche Kriegsbriefe.
Von Paul Schweder.
Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt am 3. 10. 1914.
Großer Generalſtab des Feldheeres.
(Nachdruck verboten.)
XVII.

Wiees im Großen Hauptquartier ausſieht
Großes Hauptquartier, 4. Oktober 1914.
Zu Beginn des Krieges ſind vielfach die abenteuer=
lichſten
Geſchichten über das Leben und Treiben im Gro=
ßen
Hauptquartier und beſonders über Wohnung, Unter=
kunft
und Verpflegung des Kaiſers erzählt worden, ſo daß
es angezeigt erſcheint, darüber etwas Authentiſches zu
hören. Zunächſt iſt beſonders dem Mythus entgegenzu=
treten
, als ob der Kaiſer ſozuſagen unter freiem Himmel
ſchlafe oder auch nur gezwungen ſei, in einem beſonders
mitgeführten Wohnhauſe zu übernachten. Frankreich iſt
nicht Rußland, und je weiter wir nach Weſten und Süden
vordringen, um ſo beruhigter können wir wegen der kaiſer=
lichen
Unterkunft und damit auch unſerer Truppen ſein.
Denn hier haben nicht wie drüben in Belgien Franktireurs
gewütet und damit unſere Truppen zu Strafgerichten über
ganze Städte und Dörfer gezwungen. Und was der Krieg
ſelbſt zerſtörte, kommt kaum in Betracht, ſoweit es ſich um
die Unterbringung des Großen Hauptquartieres und des
größten Teiles unſerer Truppen handelt. Die letzteren
müſſen allerdings zurzeit, wo es ſich ſchon wochenlang um
einen Kampf mit kaum wechſelndem Schauplatz handelt,
mit Quartieren in zerſchoſſenen Städten und Dörfern,
teilweiſe auch in befeſtigten Stellungen und auf freiem
Felde, vorlieb nehmen, aber für das Große Hauptquar=
tier
, das immer an die 50 Kilometer und mehr hinter der
Front zu bleiben gezwungen iſt, ſpielt die Wohnungs= und
Verpflegungsfrage vorläufig wenigſtens noch keine
Rolle. Gegenwärtig befindet es ſich in einer Stadt Frank=
reichs
, die an die 20000 Einwohner zählt und ſehr wohl=
habend
iſt. Das beweiſen die reichen Kaufläden, zahl=
reiche
Juwelier= und elegante Damenmodengeſchäfte und
ſchließlich mehrere Filialen großer Pariſer Banken. Aller=
dings
iſt der größte Teil dieſer Geſchäfte von ihren In=
habern
verlaſſen, wie denn auch viele gutſituierte Ein=
wohner
törichterweiſe beim Anmarſch unſerer Truppen
geflohen ſind, weil der Bürgermeiſter in einer noch an den
Straßenecken klebenden Bekanntmachung die eilige Flucht
den Einwohnern nahegelegt hatte. Aber nachdem ſie ge=
hört
haben, wie friedlich und ruhig hier alles zugeht und

was für gute Geſchäfte die zurückgebliebenen Kaufleute mit
den zirka 1500 Mitgliedern des Großen Hauptquartiers
machen, kehren ſie mehr und mehr zurück und bald wird
die Stadt ihr gewöhnliches Ausſehen wieder angenotnmen
haben. Die Anweſenheit des Oberhauptes des Deutſchen
Reiches in ihrer Stadt iſt natürlich den Einwohner be=
kannt
und ſo finden ſie ſich täglich neugierig in der Um=
gebung
des Quartiers ein, das vom Oberhofmarſchall=
amt
unter dem Befehl des Oberhofmarſchalls Freiherrn
von Reiſchach für den Kaiſer hergerichtet worden iſt.
Hier ſteht Sr. Majeſtät alles zur Verfügung, was er für
ſeine perſönlichen Bedürfniſſe nötig hat, denn es handelt
ſich um das lururiöſe Heim eines alten Patriziers, der
Haus und Garten geradezu fürſtlich ausgeſtattet hat. Mit
allen Dienſtſtellen in der Stadt ſteht der Kaiſer in direkter
telephoniſcher Verbindung, da unſere Feldpoſtverwaltung
es als ihre vornehmſte Aufgabe betrachtet hat, zunächſt
die teilweiſe zerſtörten Telephon= und Telegraphenleitun=
gen
wieder herzuſtellen. Auch iſt Waſſer, Gas und ſogar
elektriſches Licht vorhanden und ein täglicher Autorelais=
dienſt
über Luxemburg=Köln bringt die Couriere innerhalb
von drei Tagen nach Berlin und zurück. Außerdem be=
ſteht
ſelbſtverſtändlich eine direkte Telegraphen= und Tele=
phonverbindung
mit der Reichshauptſtadt.
Im Gefolge des Kaiſers befinden ſich neben dem Ge=
neraloberſten
von Pleſſen die Generalleutnants von Gon=
tard
, von Chelius und Freiherr von Marſchall, ferner
Oberſt von Mutius, Oberſtleutnant von Hahnke und die
Majore von Caprivi, Graf von Moltke und von Hirſch=
feld
. Drei Aerzte, und zwar der Generalarzt Dr. von
Ilberg, Oberſtabsarzt von Niedner und Stabsarzt Dr.
Wezel haben den Kaiſer ins Große Hauptquartier beglei=
tet
, und den Beſchluß des perſönlichen Gefolges bilden
der Oberſt Prinz Schoenburg und Oberſtleutnant Fürſt
von Pleß.
In dem ſchönen Geſchäftshauſe des Credit Lyonnais
wo ſonſt fleißige Bankbeamte die Einzahlungen der Kun=
den
entgegennahmen und ein reger Verkehr in Wechſeln
und Effekten vor ſich ging, hat das Militärkabinett
ſeinen Sitz aufgeſchlagen. Ihm gehören an neben ſeinem
Chef, dem General Freiherrn von Lyncker, der Oberſt
Freiherr von Marſchall, der Oberſtleutnant von Langen=
dorff
. die Majore von Hake, von Wehrs, Hoffmann und
der Hofrat Steller. Auch das Marinekabinett hat hier eine
Zweigniederlaſſung begründet, und zwar durch den Admi=
ral
von Müller und den Geh. Hofrat Maßmann. Das
Zivilkabinett vertritt deſſen langjähriger Chef. Wirkl. Geh
Rat von Valentini, und es gehören ihm außerdem an der
Geh. Reg.=Rat Abb und der frühere Geſandte von Treut=

ler. Als Feldprediger des Großen Hauptquartiers fun=
giert
der Geh. Kirchenrat Dr. Goens. Der Kaiſerliche
Marſtall hat ein kleines Heerlager von Reit= und Wagen=
pferden
, ſowie Wagen und Automobilen ins Große Haupt=
quartier
entſandt.
An das Kaiſerliche Hauptquartier ſchließt ſich unmittel=
bar
der Große Generalſtab des Feldheeres
an. Er hat ſein Quartier in der ſchönen alten und ſehr ge=
räumigen
Präfektur aufgeſchlagen, die natürlich nur gegen
einen beſonderen Ausweis zugänglich iſt, denn hier wer=
den
ununterbrochen die allerwichtigſten Entſcheidungen
über die Bewegungen unſerer Truppen im Felde getroffen,
und hier iſt deshalb auch Ruhe die erſte Bürgerpflicht.
Hier waltet ſeines ſchweren Amtes der Chef Exzellenz
von Moltke. In einem größeren Hotel iſt das Kriegs=
miniſterium
untergebracht. Neben zahlreichen höheren
Offizieren aller Waffengattungen arbeiten hier auch die
Militärbevollmächtigten der größeren deutſchen Bundes=
ſtaaten
, und zwar für das Königreich Bayern Ritter von
Wenninger, für Württemberg Generalleutnant von Graeve=
nitz
und für das Königreich Sachſen Freiherr von Leuckart.
Oeſterreich=Ungarn iſt im Großen Hauptquartier durch den
Feldmarſchalleutnant Grafen Stürgkh und den Oberſtleut=
nant
Freiherrn von Bienerth vertreten. Als Chef des
Feldſanitätsweſens fungiert der Generalarzt der Armee,
Profeſſor Dr. von Schjerning. Auch die Reichsmilitär=
juſtiz
iſt vertreten, und zwar durch den bekannten Kriegs=
gerichtsrat
Dr. Selle. Die ebenfalls in einem ſchönen
Patrizierhaus der inneren Stadt untergebrachte Reichs=
kanzlei
leitet natürlich der Reichskanzler Herr von Beth=
mann
Hollweg perſönlich in dieſer für das Schickfal des
Reiches wichtigſten Zeit. Er wird hier als Generalleut=
nant
geführt und in ſeinem Gefolge befinden ſich der
Botſchaftsrat von Mutius und der Legationsſekretär Graf
Zech. Das Auswärtige Amt iſt durch Herrn von Jagow
vertreten, den der preußiſche Geſandte von Stumm und
der Legationsrat von Radowitz hierher begleitet haben.
Die Rolle des Feldoberpoſtmeiſters, die 1870 der unver=
geßliche
Stephan ſpielte, hat hier der Geh. Oberpoſtrat
Somizlaff übernommen, während das Amt des Chefs der
Feldtelegraphie Generalmajor Balk vom Großen General=
ſtabe
verſieht. Die Leitung der politiſchen Polizei liegt
in den Händen des Polizeirats Kuntze, die der Zentral=
feldpolizei
in denen des Polizeidirektors Bauer aus Straß=
burg
im Elſaß.
Das Kaiſerliche Freiwillige Automobilkorps befehligt
Prinz Waldemar von Preußen. Sein Stabschef iſt der be=
kannte
Geh. Kommerzienrat Büxenſtein aus Berlin. Da=
neben
weilen im Großen Hauptquartier noch die Chefs

[ ][  ][ ]

Nummer 278.

Darmſtätder Tagblatt, Freitag, den 9. Oktober 1914.

Seite 3.

ehen anſcheinend franzöſiſchen Elitetruppen gegenüber,
ie jede Ortſchaft zu einer kleinen Feſtung umwandeln
Ind die um jeden Fuß Landes hartnäckigen Widerſtand
leiſten; ſie werden langſam, aber ſicher immer weiter zu=
tückgedrückt
. Der Großherzog, der ſein Quartier etwa 10
Kilometer von Nesle in Ercheu hatte, wurde ſofort beſucht
nd im beſten Wohlſein angetroffen. Derſelbe beſtimmte,
baß am nächſten Morgen mehrere Laſtautos mit je 100
Zentner Tragfähigkeit zu unſerem Zug geſchickt werden
wllten, um die Liebesgaben nach Balatre zu fahren, wo
m nächſten Tag die Proviantausgabe an ſämtliche Regi=
menter
der Diviſion ſtattfand. Das mitgebrachte ganze
Lazarettmaterial, das in der Hauptſache noch von der
weiten Hicklerſchen Fahrt übrig geblieben war, weil die
wamals mitgenommenen 14 Autos nicht imſtande waren,
lle die an Herrn Hickler auf ſeinen Vortrag hin zugekom=
menen
Liebesgaben zu faſſen, gingen von der Bahn aus
nach Ercheu, wo ein großes Spital eingerichtet iſt. In
Srcheu ſteht auch der oberſte Leiter des Sanitätsweſens der
Diviſion, Herr Geh. Rat Rehn, dieſer wird die Vertei=
rung
des Materials vornehmen.
Am letzten Montag kurz nach Mittag war die Ent=
hadung
der Waggons und die Ablieferung des ganzen Ma=
verials
beendigt. Es wurden dann die verſchiedenen Autos
u den Lazaretten geſchickt und dort 16 Verwundete zur
Rückfahrt nach hier aufgenommen. Am Abend erreichten
vie Autos nach ſtrammer Fahrt noch Creſſy und Hirſon,
wo übernachtet wurde. Am Dienstag ging es über =
ziéres
, Charville und Sedan nach Luxemburg. Am Mitt=
woch
nachmittag traf die ganze Kolonne wohlbehalten in
Darmſtadt ein. Auch die Verwundeten hatten die Auto=
jahrt
gut vertragen. Das von Herrn Aſſeſſor Zimmer ge
Lenkte Auto des Prinzen Schaumburg, das von Sr. Durch=
aucht
ſchon zum zweiten Male zur Verfügung geſtellt wor
Den war, legte den Weg Luxemburg-Darmſtadt in 4¾
Stunden zurück. Herr Kommerzienrat Hickler und Herr
Profeſſor Zimmer werden in den nächſten Tagen über ihre
zweite und dieſe dritte Fahrt berichten. Der Kaſſenertrag
wird zugunſten einer weiteren Liebesgabenſendung ver
wwandt.
* Im Silberkranz. Herr Friedrich Becker, Neue
Niederſtraße 19, und Frau Eliſabeth, geb. Müller, feiern
am Sonntag, den 11. Oktober d. J., das Feſt der Silber=
men
Hochzeit.
Rotes Kreuz und Kriegsfürſorge. Das Rote
Kreuz und die weitere Kriegsfürſorge, wie ſie nämlich
in der von der Stadt Darmſtadt eingeleiteten Hilfe=
ätigkeit
für die Angehörigen und Hinterbliebenen der
Krieger ſich verkörpert, ſind die Hauptpole, in denen ſich
Die pflichtbewußte Mildtätigkeit unſeres Volkes konzen=
priert
. Beide verfolgen das Beſtreben, die Wunden, die
Der Krieg den einzelnen körperlich und wirtſchaftlich
chlägt, zu heilen. Beide ergänzen ſich gegenſeitig und
Heide bedürfen der Teilnahme der Bevölkerung im
weiteſten Maße. Ihnen ſoll daher auch vor allem der
Reinertrag aus dem vom hieſigen Journaliſten= und
Schriftſtellerverein veranſtalteten Vortrag zukommen,
Den Herr Intendant Dr. Eger über Krieg und
Runſt am nächſten Montag, den 12. Oktober, abends
½9 Uhr, im Kaiſerſaal halten wird. Wie der Karten=
worverkauf
zeigt, findet die Veranſtaltung von der
Weitung des Roten Kreuzes wie von der Städtiſchen
Kriegsfürſorge und überhaupt von der geſamten
Bevölkerung die regſte Unterſtützung.
Alice=Frauen=Verein. für Krankenpflege. Der
ſeit 1871 beſtehende Frauen=Verein zu Ober= Ingel=
heim
hat einſtimmig ſeinen Anſchluß an den Alice=
Frauen=Verein für Krankenpflege beſchloſſen. Auch in
Langen iſt ein Zweigverein des Alice=Frauen=Vereins
gegründet worden.
* Aus der Johannesgemeinde. Mit dem in dieſen
Tagen zu unſeren im Felde ſtehenden Truppen abgegange=
men
Eleonorenzuge iſt u. a. auch eine reichhaltige
Sendung von Liebesgaben aus der Johannes
gemeinde, beſonders von Arbeiten des in der genann=
tten
Gemeinde eingerichteten Kriegsnähkranzes be=
ffördert
worden. Weitere derartige Sendungen werden
worbereitet, wozu auch die Vereinigungen der konfirmier=
tten
Mädchen der Johannisgemeinde Arbeiten liefern.
Profeſſor Ph. Schmittſche Akademie für Ton=
Kunſt. Das 64. Schuljahr beginnt am Donnerstag, den
115. Oktober. Trotz der Kriegslage hat die Direktion den

Betrieb ohne jede Einſchränkung aufrecht erhalten, ſowie
alle Freiſtellen und Ermäßigungen, die immer in größerer
Anzahl bedürftigen Schülern gewährt werden, beſtehen
laſſen. Mit Beginn des neuen Schuljahres werden
wieder Kurſe für Ausbildungsſchüler und Anfänger ein=
gerichtet
. Anmeldungen werden vormittags von 11 bis
12½ Uhr entgegengenommen.
* Für die Oſtpreußen. Wer Gebrauchsgegenſtände für
die Notleidenden in Oſtpreußen ſpenden will, kann dieſe
an die Kriegsfürſorge: Bureau I, Theaterplatz 14,
Frankfurt a. M., ſenden.
C. Die Trockenheit in der zweiten Hälfte des Auguſt
und im erſten Septemberdrittel hat die Folge gehabt, daß
die heurige Pilzernte recht mittelmäßig ausfällt.
Höchſtens von Paraſolſchwämmen findet man anſehnliche
Exemplare; dagegen ſind gerade die wertvollen Röhren=
pilze
recht ſelten.
* Paketannahme bei der Etappenkommandantur.
Um erfolgloſe Gänge zu vermeiden, macht die Etappen=
kommandantur
III bekannt, daß die Annahme für Pakete
Wochentags pünktlich abends 6 Uhr und Sonntags
½12 Uhr geſchloſſen wird. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Obſt= Gemüſe= und Kartoffelmarkt im Schützenhof.
Auf den Obſt=, Gemüſe= und Kartoffelmarkt, verbunden
mit Obſt= und Gemüſe=Ausſtellung, der vom 10. bis 12.
Oktober 1914 in den Saal= und Gartenräumen der Braue=
rei
Zum Schützenhof ſtattfindet, ſei nochmals aufmerk=
ſam
gemacht, da Gelegenheit geboten iſt, dort gute und
preiswürdige Produkte gut und zu annehmbarem Preiſe
einzukaufen. Der Obſtmarkt nebſt Ausſtellung insbeſon=
dere
bezweckt, das Intereſſe am Obſtbau, Obſtgenuß und
an der Obſtverwertung zu fördern und ſolches
in weitere Kreiſe auch der ſtädtiſchen Bevölkerung
zu tragen. Der Obſt=, Gemüſe= und Kartof=
felmarkt
umfaßt: a) ſortiertes Tafelobſt, b) gepflücktes
Wirtſchaftsobſt, e) gewöhnliches Wirtſchafts= und Moſt=
obſt
, d) gedörrte und eingekochte Obſtfrüchte, Obſt= und
Beerenwein, Obſtbranntwein, Obſtlikör, Mus, Marmelade,
Gelee uſw., e) Speiſekartoffeln (insbeſondere auch Salat=
kartoffeln
), Händler ſind ausgeſchloſſen, 5) gedörrtes
Obſt, g) Gemüſe (friſch), h) getrocknetes Gemüſe, i) Ge=
genſtände
zur Verpackung und Aufbewahrung von Obſt
und Obſtkonſerven. Verkäufer, welche nach Probe beſtellte
Produkte nicht probemäßig liefern, werden zu ſpäteren
Märkten nicht mehr zugelaſſen, wie dies laut Komiteebe=
ſchluß
vom 10. Auguſt 1903 bereits mit einem Händler
aus Rheinheſſen geſchah. Der Markt beginnt am 10. Okto=
ber
, vormittags 10 Uhr, am 11. und 12. Oktober, vormit=
tags
9 Uhr, und dauert bis nachmittags 5 Uhr. Am Sonn=
tag
, 11. Oktober, findet ein Verkauf nur während der zu=
gelaſſenen
Verkaufsſtunden ſtatt. Die Obſt=Ausſtellung
umfaßt: I. Obſt: 1. Ausgewählte Tafelfrüchte,
und zwar: a) Winteräpfel, b) Winterbirnen,
c) Nüſſe. 2. Obſtſortimente: a) Winteräpfel,
b) Winterbirnen, e) Nüſſe, d) Trauben. 3. Verpackte
Früchte: Früchte aller Art in Körbchen, Kiſten uſw. für
den Verſand tadellos verpackt. II. Obſtprodukte. a)
Apfelwein, b) Apfelſchaumwein, e) Beerenwein, d) Frucht=
ſäfte
, Obſtgelee und Marmeladen, e) Obſtkonſerven, F1
Obſtbranntwein, g) getrocknetes bzw. gedörrtes Obſt.
III. Gemüſe, einſchließlich Kürbiſſe. Einzelne Gemüſe=
ſorten
, Kollektionen von Gemüſe, getrocknetes
Gemüſe, Gemüſekonſerven. IV. Geräte und Hilfs=
nittel
. a) für Obſtbaumpflege, b) für Obſtverwer=
tung
, e) für Obſtaufbewahrung, d) für Gemüſeverwertung.
Anmeldeformulare für Ausſteller und Verkäufer ſind von
dem Schriftführer Herrn F. Röth, Wienersſtraße Nr. 66,
zu beziehen.
* Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im Monat
September ergaben die fortlaufenden Reviſionen der
Nachtwachbeamten folgende Fälle: 272 offene Haustüren
und Tore vorgefunden, 62mal brannte Licht in Ge=
ſchäfts
= und Bureaulokalitäten, Kellern und Bodenräumen
bzw. wurde vergeſſen, dasſelbe zu löſchen, 18 defekte
Schlöſſer und Türen ſowie ſteckengebliebene Schlüſſel wur=
den
vorgefunden, 7 offene Parterrefenſter ermittelt und
12 Hausbewohnern, die ihre Schlüſſel vergeſſen hatten,
wurde geöffnet.

Rotes Kreuz.

(Bureau: Rheinſtraße 36, Fernruf 25. Geöffnet ununter=
brochen
von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Bureau
der Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20.)
Wir können gar nicht oft genug betonen, von wie gro=
ßem
Wert eben die Zuwendung von warmen Klei=
dungsſtücken
aller Art an unſere im Felde ſtehenden
Truppen iſt. Immer wieder hören wir, wie ſehr die Leute
unter der Kälte und Näſſe leiden müſſen; wir wiederholen
daher unſere ſchon ſo oft geäußerte herzliche Bitte, unſerer
Materialien=Abteilung wollene Kleidungsſtücke zukommen
zu laſſen. Wir bitten ferner, für die Lazarette auch mög=
lichſt
dichte Papierkörbe, ferner Aſchenbecher und Blumen=
vaſen
zu ſtiften und im Alten Palais abzugeben. Auch
andere Liebesgaben ſind dort nach wie vor willkommen,
um ſo mehr, als jetzt die Gewißheit beſteht, daß die
Gegenſtände ſicher und ſchneller als ſeither an die mit ihnen
Bedachten gelangen. Der zweite Eleonorenzug, die
ſechſte Liebesgabenſendung, ging Mittwoch,
den 7. Oktober, ins Feld ab, und zwar an die Heſſiſche
Reſerve=Diviſion. Führer iſt Seine Durchlaucht der Fürſt
zu Erbach=Schönberg. Der Zug beſteht aus zwei bedeckten,
vollbeladenen Güterwagen und aus neun beladenen
Autos, die auf offenen Güterwagen bis zur Endſtation
der Eiſenbahn und von dort zu den Truppen fahren.
In den erſten Wochen des Krieges wurde die Liebes=
tätigkeit
der Freunde des Roten Kreuzes in Anſpruch ge=
nommen
und als Gegengabe konnte ihnen damals höch=
ſtens
das Bewußtſein gelten, der Sache unſeres lieben
Vaterlandes und ſeiner Verteidiger gedient zu haben.
Jetzt, wo wir erfreulicherweiſe wieder in geregelteren
Verhältniſſen leben, ſtellt man ſchon künſtleriſche Leiſtun=
gen
aller Art als Gegenwert in unſeren Dienſt. Faſt
jede Nummer der Zeitungen bringt aus dem Reich und
aus Heſſen Berichte über Vorträge, Konzerte und vater=
ländiſche
Feierſtunden zum Beſten des Roten Kreuzes,
Wir danken den Veranſtaltern und den dabei ſelbſtlos mit=
wirkenden
Künſtlern recht herzlich und hoffen, daß ihr
Beiſpiel Andere zur Nachahmung aneifern möge, in den
Erträgen von Kirchen= und weltlichen Konzerten, Vorträ=
gen
u. a. m. unſerer Verwundeten und Kranken zu geden=
ken
. Auch Seine Königliche Hoheit den Großherzog
und ſein Hoftheater ſchließen wir in dieſen Dank ein,
da dort allabendlich verwundeten Offizieren und Mann=
ſchaften
Stunden edler Erholung und künſtleriſchen Ge=
uuſſes
geboten werden. Schon aus dieſem Grunde hoffen
auch wir, daß die regelmäßige Fortdauer der Vorſtellun=
gen
unſeres Theaters geſichert bleiben möge.
Daß neben ſolchen ſchönen Beweiſen der allerorten
etätigten Hilfe für das Rote Kreuz auch von häßlichen
Dingen, wie von betrügeriſcher Ausbeutung des Opfer=
mutes
durch unberechtigte Sammlungen berichtet werden
muß, iſt beklagenswert, aber ſchließlich nur eine bekannte
Nebenerſcheinung des Krieges. Es muß aber ausdrück=
lich
vor Hausſammlungen zugunſten der durch den Krieg
Geſchädigten in Oſt und Weſt und vor unberechtigten
Sammlungen zum Beſten des Roten Kreuzes
gewarnt werden. Speziell für Darmſtadt erteilen wir
grundſätzlich keine Erlaubnis zu derartigen Sammlungen.

S Griesheim, 8. Okt. Seit Beginn des Krieges
hat unſere Gemeinde Einquartierung. Welch an=
genehmes
Verhältnis zwiſchen Soldaten und Quartier=
gebern
, ſowie der ganzen Bevölkerung beſteht, zeigt die
öffentliche Dankſagung der Leute an ihre Quartiergeber:
Für die uns in ſo reichem Maße gewährte Gaſt=
freundſchaft
ſagen wir herzlichen Dank. Die ſchönen
Stunden, die wir hier verlebt haben, werden wir nicht
vergeſſen. Bei den in den letzten Tagen im hieſigen
Lager eingetroffenen franzöſiſchen Gefangenen
befanden ſich etwa 180 Zivilperſonen, darunter
auch Pfarrer und Bürgermeiſter eines franzöſiſchen
Ortes, die durch Zeichen und Telephon den feindlichen
Truppen die deutſchen Stellungen verraten haben ſollen.
Sie ſehen ihrer Aburteilung durch das Darmſtädter
Kriegsgericht entgegen.
k. Erzhauſen, 7. Okt. (Unſere Helden.) Geſtern
nachmittag bewegte ſich hier ein gewaltiger Leichenzug,
an dem ſich faſt die ganze Gemeinde beteiligte nach dem
Friedhof. Es wurde der einzige Sohn der Adam
Wannemacher Eheleute, der auf dem Felde der Ehre

des Feldeiſenbahnweſens, der Fußartillerie, des Feld=
rmunitionsweſens
, der Generalintendantur und der Stad
ider Marine, deren höchſte Spitze in der Perſon des Groß=
radmirals
von Tirpitz ſelbſtverſtändlich auch im Großen
Hauptquartier vertreten iſt. Schließlich iſt auch der Chef
ldes Ingenieur= und Pionierweſens, die Leitung der Frei=
twilligen
Krankenpflege im Kriege, das Häuflein der aus=
ländiſchen
Militärattachés und das Fähnlein der Kriegs=
lberichterſtatter
im Großen Hauptquartier anweſend. Die
lletzteren ſind diesmal in einem fürſtlich eingerichteten
Schloſſe der Umgegend, dem Chateau Olympe unter=
gebracht
. Doch davon ein andermal!
XVIII.
Von St. Privat nach Sedan.
Die große Heeresſtraße von St. Privat bis Sedan
iſt ſeit dem Kriege von 1870/71 die Via Appia deut=
ſchen
Heldentums. Aber auch in dieſem Kriege iſt ſie faſt
in ihrer ganzen Ausdehnung von den deutſchen Heeres=
ſäulen
, zum Teil in hartem Kampfe, überſchritten worden,
und eine nachdenkliche Wanderung auf ihr muß dem Deut=
ſchen
mindeſtens ſo unvergeßlich ſein, wie ein Frühlings=
oder
Herbſtausflug auf der alten römiſchen Gräberſtraße.
Schon gleich hinter Metz beginnt die heroiſche Landſchaft.
Wir hatten die ſtolze Feſte am grünen Moſelſtrand in aller
Morgenfrühe verlaſſen, um uns zunächſt die angeblich
ſchon von Druſus angelegte, 24 Kilometer lange Waſſer=
leitung
in dem Dorfe Jouy=aux=Arches am rechten Moſel=
ufer
näher anzuſehen, die, bei Gorze beginnend, über die
Moſel weg das Waſſer nach Metz leitete und von der noch
17 Bogen gut erhalten ſind. Sie verſtärken den gewaltigen
Eindruck, den die ganze Gegend auf den zu den Ruhmes=
ſtätten
unſerer Väter Wandernden macht, und bilden ge=
wiſſermaßen
das antike Eingangstor zu den Schlachtfel=
dern
von 1870/71, der Via Triumphalis der großen Zeit,
auf der nun auch das Blut der Helden von 1914 gefloſſen
iſt. Schon gleich hinter den fruchtgeſegneten Weinbergen
des Moſeltales beginnen die kriegeriſchen Zeichen unſeres
eiſernen Jahres. Ueberall in den Dörfern diesſeits und
jenſeits der nahen Grenze wimmelt es von Landwehr=
und Landſturmleuten, Proviant= und Munitionskolonnen,
und als wir bei Amanweiler, der letzten deutſchen Eiſen=
bahnſtation
, die Grenze überſchreiten, merken wir deutlich
daß unſer Etappenſchutz, wie überall an der Weſtgrenze,
ſo auch hier, ſehr ſcharf gehandhabt wird. Er gilt vor
allem Metz, das 1870 durch uns berannt wurde und das
in den letzten Oktobertagen vor 44 Jahren mit 180000
Mann, 600 Kanonen und 800 Feſtungsgeſchützen kapitu=

lierte. Seit dieſer Zeit haben wir es zu einem ganz un=
einnehmbaren
Platz gemacht, an den ſich unſere Gegner denn
auch in dieſem Kriege überhaupt nicht herangewagt haben.
Trotzdem iſt natürlich nichts außer Acht gelaſſen worden,
um Metz gegen jede Ueberraſchung zu ſchützen, und ſo kann
heute weder jemand in die Stadt hinein, der nicht einen
beſonderen Ausweis hat, noch war es Leuten, die nicht
länger als ſechs Monate darin gewohnt hatten, geſtatter,
nach der Mobilmachung in ihren Mauern zu verbleiben.
So kam es denn auch, daß damals etwa 25000 Metzer
ausgewandert ſind und daß dadurch in vielen Betrieben
ein Leutemangel entſtanden iſt. Auf der anderen Seite
iſt aber auch einer großen Anzahl von Geſchäftsleuten
die ſchwere Sorge für ihr überzähliges Perſonal abge=
nommen
worden, das draußen in Altdeutſchland anſtelle
der Eingezogenen nötig gebraucht wurde. Mit den Un=
anſäſſigen
haben aber auch eine ganze Menge Eingebore=
ner
Metz verlaſſen. Es waren das die weniger gut ſituier=
ten
Kreiſe, die bei einer Belagerung alsbald der Stadt=
verwaltung
zur Laſt gefallen wären. Sie ſind deshalb
nach der Lahngegend abgeſchoben und hier ſehr freundlich
aufgenommen worden.
Von Amanweiler aus durchquerten wir den nörd
lichen Teil des Schlachtfeldes vom 18. Auguſt 1870 und
kamen zunächſt in das hochgelegene Dorf St. Privat, das
damals von den Garden und den Sachſen in blutigem
Sturmangriff genommen werden mußte, weil ſich die
Franzoſen in langer Front hinter jedem einzelnen Hauſe
verſchanzt hatten. Zwei prächtige Denkmäler, von denen
vor allem das Löwenmonument des 2. Garde=Regiments
auch künſtleriſch hervorragend iſt, erinnern an die Helden=
taten
der Preußen und Sachſen von 1870. Heute iſt das
Dorf angefüllt von deutſchen Truppen, die nun ihrerſeits
den Sturm auf die Höhe abwenden ſollen. Aber es herrſcht
eitel Friede. Denn der Feind hat längſt die ſchützenden
Forts von Verdun zwiſchen ſich und die Deutſchen von
1914 gelegt und erwartet ſie zum größten Teil ſogar erſt
hinter den blauen Bergen der Cote Lorraine, da, wo
Aisne und Oiſe ſeit Wochen bereits unſere Feldgrauen
umrauſchend, ſie immer weiter zum Weſten locken, bis nach
Paris hinein. Damit iſt ein neuer Sturm auf St. Privat
ausgeſchloſſen, und beruhigt fahren wir gen Norden wer=
ter
. Kurz hinter Mance hat unſer Automobil eine Panng,
und eine Weile ſcheint es, als müſſe Erſatz aus Briey be=
ſchafft
werden, und ſo wandere ich mit unſerem Führer
ins nächſte Dorf hinein, nicht ohne den Revolver vorher
geſpannt zu haben. Allein unſere Vorſicht iſt ganz unbe=
gründet
. Wir ſind in Anoux, wo uns jede Auskunft gerne

erteilt wird und es ſich zum Schluß herausſtellt, daß faſt
die ganze Bewohnerſchaft deutſch ſpricht. Auch ein 88
Jahre alter Schäfer ſtellt ſich ein und erzählt mir, daß
er aus Lützelburg ſtamme und ſchon 1870 nicht gegen
Deutſchland mehr zu marſchieren brauchte, weil er damals
bereits nicht mehr militärpflichtig war. Mit erſtaunlicher
Klarheit ſchildert er mir die Vorgänge von 1870 in Anoux,
ebenſo wie die von 1914, und fügt unaufgefordert hinzu,
daß er damals und auch jetzt wieder von unſeren Sol=
daten
ſofort mit größter Liebenswürdigkeit behandelt wor=
den
ſei, als er ſie deutſch angeſprochen und ihnen Aus=
kunft
über das Dorf gegeben habe. So wenig wie damals
iſt auch jetzt die Einwohnerſchaft in irgend einer Weiſe
behelligt worden, und man bietet uns ſchließlich ſogar
einen Schoppen Landwein an, mit dem wir dem alten
Manne Beſcheid tun. Inzwiſchen haben ſich ein paar
Schulknaben mit ſchwarzen Augen und ſchwarzem Haar
zu uns geſellt und unterhalten ſich. Aber nicht franzö=
ſiſch
, ſondern italieniſch, und es ſtellt ſich heraus, daß ſie
aus dem nahegelegenen Bergwerksdorfe Moncieulles ſtam=
men
, wo nach ihrer Verſicherung faſt nur Italiener leben. Und
ſo kommt es, daß, als wir ſchließlich zu unſerem inzwiſchen
reparierten Auto zurückkehren, die kleinen Italiener und
ich im Verein mit dem Kollegen aus Wien und aus
Peſt den Dreibund repräſentieren, der durch einige
Schokoladentafeln und Anſichtskarten eine ſolidere Grund=
lage
erhält, als mancher andere. Den Kollegen, die nicht
mit von der Partie waren, haben wir unſer Schäfer=
ſtündchen
in Anoux natürlich etwas anders geſchildert.
Aber im Kriege iſt ja manche Liſt erlaubt.
Auf der Weiterfahrt kamen wir dann durch Longuyon,
dem ſchönen Städtchen im induſtriereichen Tal der Chiers,
von deſſen faſt völliger Zerſtörung ich ſchon früher berich=
tet
habe. Aber auch hier blüht bereits neues Leben aus
den Ruinen, denn die Eiſenbahnverbindung nach Longwy=
Luxemburg iſt ſeit Mitte September wieder hergeſtellt,
und ſo kann Bauholz und Eiſen aus dem neutralen Länd=
chen
bezogen und der Anfang zur Erneuerung der Stadt
gemacht werden. In naher Zukunft wird die Stadt dann
ſogar ein wichtiger Punkt für unſere Eiſenbahner wer=
den
, denn hier kreuzen ſich die Linien nach Luxemburg
und Metz. Nun geht es mit voller Kraft Montmédy
zu, wo unſere braven Württemberger zur Zeit meines
erſten Beſuches hauſten und ihre Pioniere und unſere
Eiſenbahntruppen wichtige Aufgaben zu erfüllen hatten.
Auf der ganzen Strecke ſind die Bauern mit der etwas
ſehr verſpäteten Einbringung der noch brauchbaren Ernte=
reſte
beſchäftigt, und deutſche Landſturmleute ſind ihnen

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Oktober 1914.

Nummer 278.

gefallen, zur letzten Ruhe gebracht. Derſelbe war nach der
Schlacht von Reims, von fünf Kugeln ſchwer verletzt, in
das Lazarett nach Lüttich gebracht worden, wo er ver=
ſtarb
. Herr Pfarrer Schäfer hielt eine ergreifende Grab=
rede
, bei welcher kein Auge tränenleer blieb. Der
Kriegerverein ſchoß drei Ehrenſalven über das Grab.
Dem Unteroffizier Hans Bender, Sohn des Pfläſterer=
meiſters
Wilh. Bender, iſt wegen ſeines beſonders tapferen
Verhaltens das Eiſerne Kreuz zuerkannt worden.
Heppenheim a. d. B., 8. Okt. (Ein heſſiſcher
Pfarrer in franz öſiſcher Gefangenſchaft.)
Hier wird ſeit einigen Tagen erzählt, Pfarrer Metzger in
Alzey, ein geborener Heppenheimer, ſei auf der Rückreiſe
von einer Wallfahrt nach Lourdes in franzöſiſche Gefan=
genſchaft
geraten, da während dieſer Reiſe der Krieg aus=
gebrochen
iſt. Wie das M. J. aus ſicherſter Quelle erfährt,
hat dieſe Sache inſofern nur ihre Richtigkeit, daß fragliches
Mißgeſchick nicht Pfarrer J. Metzger in Alzey, ſondern
Pfarrer Gg. Metzger in Kelſterbach=Rüſſelsheim wider=
fahren
iſt.
Worms, 8. Okt. (Von der Straßenbahn über=
fahren
und getötet) wurde geſtern nachmittag 1¾
Uhr das 2¼jährige Kind Hans des Telegraphen=
arbeiters
Valentin Feik. Im Stadtteil Hochheim wollte
das Kind von der Binger Straße nach der Dreibornmühl=
gaſſe
über die Straße ſpringen. Es rannte hierbei in den
Wagen, der ihm beide Beine abfuhr, ſo daß der Tod bald
eintrat. (Betrüger.) Feſtgenommen wurde ein aus
Wehlau gebürtiger 45jähriger Kaufmann, der während
ſeines vorübergehenden Aufenthaltes hier mehrfache Be=
krügereien
verübt hat. Er hat von Familien, deren
Angehörige im Kriege ſind, Geldbeträge erſchwin=
delt
unter dem Vorgeben, mit den betreffenden Angehöri=
gen
im Felde zuſammen geweſen zu ſein. Nach den in
ſeinem Beſitz gefundenen Notizen ſcheint er es beſonders
auf jüdiſche Familien abgeſehen zu haben. Er gibt zu,
daß er zuletzt fünf Jahre Zuchthaus verbüßt hat.
Gau=Algesheim, 8. Okt. (Eine hochherzige
Kriegsſpende) ſtiftete die Firma Gg. Preſſer
Kohlenhandlung, hier. Der Inhaber der Firma, Herr
Wilhelm Preſſer, ſtiftete 300 Zentner Kohlen für die Fa=
milien
, deren Ernährer im Felde ſtehen.

Reich und Ausland.

Berlin, 8. Okt. Der Kaiſer ſprach dem Staatsſe=
kretär
Kraetke zu ſeinem 50jährigen Dienſtjubiläum
in huldvollen Worten telegraphiſch ſeine Glückwünſche
aus. Der Literarhiſtoriker an der Berliner Univerſität
Prof. Richard M. Meyer iſt heute morgen plötzlich
geſtorben.
Braunſchweig, 8. Okt. Geſtern abend iſt infolge Selbſt=
entzündung
der Elevatoranlage im neuerbauten Getreide=
ſilo
der Braunſchweiger Roggenmehl=Aktiengeſellſchaft
Feuer ausgebrochen, dem der ganze Silo zum Opfer
fiel. Etwa 3050000 Zentner Roggen ſind ver=
nichtet
. Der Geſamtſchaden an Gebäuden und Korn
beläuft ſich auf zirka dreiviertel Millionen Mark. Die übri=
gen
Mühlenanlagen ſind unverſehrt; der Betrieb iſt nicht
geſtört.
Freiburg i. Br., 8. Okt. Der badiſche Landtagsabge=
ordnete
für Donaueſchingen, Dr. Wagner, iſt bei Metz
vom Pferde geſtürzt und den hierbei erlittenen Ver=
letzungen
erlegen. Dr. Wagner gehörte der national=
liberalen
Partei an und ſtand im 45. Lebensjahre.
Wien, 8. Okt. Von dem Sanitätsdepartement des
Miniſteriums des Innern wird mitgeteilt: Am 7. Oktober
ſind je ein Fall aſiatiſcher Cholera in Wien und
Graz, zwei Fälle in Mähren, Groß=Niemtſchitz, Bezirk
Auſpitz, je ein Fall in Jägerndorf und Teſchen ſowie in
Schleſien und Galizien, zwei Fälle in Piatkowa, Bezirk
Neuſandec, bakteriologiſch ermittelt worden. In Wien
Graz, Jägerndorf ſowie Groß=Niemtſchitz handelt es ſich
um Perſonen, die vom nördlichen Kriegs=
ſchauplatz
eingetroffen ſind. Ferner ſind nach
einem am 6. Oktober angelangten Bericht in Gorlice
(Galizien) 20 Fälle bei Militärperſonen durch bakterio=
logiſche
Unterſuchung feſtgeſtellt worden.

Bagdad, 8. Okt. Die Teilſtrecke von Iſtabulat
nach Sawarra iſt dem Verkehr übergeben worden.
Die durchgehende Verbindung von Bagdad nach der durch
ihre großartigen Ruinen berühmten ehemaligen Kalifen=
ſtadt
Samarra iſt hierdurch auf einer Länge von 120 Kilo=
meter
hergeſtellt.

Die Klagen über die Feldpoſt.
(Fortſetzung.)

Als die erſte Feldpoſt am 14. und 15. Auguſt von den
Poſtſammelſtellen abging in Bayern war dies aus mili=
täriſchen
Rückſichten erſt drei Wochen nach der Mobil=
machung
möglich , brauchte ſie, da damals ausſchließlich
die langſam fahrenden Militärzüge verkehrten, zur Ueber=
kunft
bis an die Grenze allein vier Tage; die erſten Feld=
poſtſendungen
kamen alſo dort faſt drei Wochen nach der
Auflieferung an. Nicht minder groß war die Verzögerung
für alle die Feldpoſtſendungen, die die mobilen Truppen
in der erſten Zeit nach der Mobilmachung während des
Aufmarſches an ihre Angehörigen auflieferten. In wie=
derholten
Bekanntmachungen des Generalquartiermeiſters
v. Stein iſt darauf hingewieſen worden, daß dieſe Sendun=
gen
auf Anordnung der oberſten Heeresleitung zurückge=
halten
worden ſind, um den Auf= und Vormarſch unſerer
Armeen dem Feinde gegenüber zu verſchleiern. Die Poſt=
verwaltung
ihrerſeits war natürlich nicht befugt geweſen,
über dieſe Briefſperre, die ſich teilweiſe bis auf drei Wochen
erſtreckte, etwas zu veröffentlichen. Inzwiſchen war bereits
in weiteſten Kreiſen des Publikums, ſowie bei den Trup=
pen
im Felde ein allgemeiner Unwille über das Ausbleiben
der Feldpoſt zum Ausbruch gekommen. Die zur Beruhi=
gung
der Gemüter ergangenen Bekanntmachungen des
Generalquartiermeiſters hatten aber beim großen Publi=
kum
nur eine vorübergehende Wirkung, weil jedermann
annahm, daß nunmehr mit einem Schlage der gewohnte
geregelte Betrieb der Poſtverwaltung bei ihrer Feldpoſt
einſetzen würde. Dieſe Annahme wäre berechtigt geweſen,
wenn die Poſt nunmehr ihren Betrieb unabhängig und
unter geſicherten Verhältniſſen hätte durchführen können;
das war jedoch keineswegs der Fall. Obwohl ausgerüſtet
mit allen Beförderungsmitteln und dem Perſonal, das
nach der zwiſchen Poſt= und Militärverwaltung vereinbar=
ten
Feldpoſt=Dienſtordnung für den Krieg vorgeſehen iſt,
war es der Feldpoſt infolge der Geſtaltung der Kriegslage
zunächſt nicht möglich, ausſchließlich mit ihren Fahrzeugen
die rieſigen Mengen von Feldpoſtſäcken, die am Anfange
der Etappenſtraßen auf ſie übergingen, unverzögert den
Feldpoſtanſtalten entgegenzuführen. Die Feldpoſt= Dienſt=
ordnung
berückſichtigt zwar auch ſolche außergewöhnlichen
Verhältniſſe, indem der militäriſche Etappenkommandeur,
dem der Betrieb auf der Etappenſtraße ausſchließlich unter=
ſtellt
iſt, in ſolchen Fällen der Feldpoſt aus ſeinem militä=
riſchen
Fuhrpark die nötigen Aushilfsfahrzeuge zur Ver=
fügung
ſtellen ſoll. Tatſächlich waren jedoch die Trans=
portleiſtungen
, die den Etappenbehörden unmittelbar nach
unſeren erſten Siegen zu rein militäriſchen Zwecken ob=
lagen
, ſo außerordentlich groß, daß es in der Hauptſache
bei dem guten Willen der Etappenbehörden, der Feldpoſt
auszuhelfen, verbleiben mußte. Die Reichspoſtverwaltung
brachte nunmehr aus der Heimat eine weitere und ſeitdem
dauernd vermehrte Zahl an Fahrzeugen heran, in erſter
Linie zahlreiche Kraftwagen. Allein über 250 Kraftfahr=
zeuge
, die die Reichspoſtverwaltung, um die militäriſchen
Etappenbehörden von Poſttransporten zu entlaſten, ins
Feld ſandte, nehmen jetzt am Poſtbeförderungsdienſt mit
teil. Der Kraftwagen iſt jedoch für die Feldpoſt auch nicht
das Hilfsmittel, das ſie über alle Hinderniſſe hinwegbringt.
Auch er iſt vom Zuſtande der Straßen und Brücken und
von der Sicherheit der Gegend abhängig; denn er fährt
durch Feindesland, ſtößt auf unpaſſierbare, weil durch
Artillerie ſtark beſchädigte Wege und zerſtörte Brücken, oder
er darf überhaupt nicht verkehren, weil die Etappenſtraße
unterbrochen oder ſogar durch feindliche Truppen in ihrem
Rücken gefährdet iſt. Poſtkraftwagen ſind bereits im Krieg
mit großer Ladung (300 ſchwere Briefſäcke) verbrannt
oder auch vom Feinde überfallen worden, wobei die
Mannſchaft erſchoſſen wurde. Was ein ſolcher Poſtwagen
im einzelnen an Briefen enthielt, wer ſoll das wiſſen?
Kommen aber die Feldpoſtbriefe nicht an, ſagt das Publi=
kum
: die Feldpoſt hat wieder einmal verſagt. Feldpoſten

gehen im Kriege aber nicht bloß dann verloren, wenn ſie in
vie Hände des Feindes geraten; ſie können auch zeitweilig
auf Wochen verſchwinden, bis die ganze Ladung, nachdem
das Publikum voll Aerger die zahlreichen Briefe bereits
auf das Verluſtkonto der Feldpoſt geſchrieben hat, plötz=
lich
an irgend einer Stelle wieder auftaucht. Solche Fälle
ſind im jetzigen Kriege beiſpielsweiſe in Oſtpreußen bei
der Invaſion der Ruſſen vorgekommen, wo umfangreiche
Poſten, die den Truppen von den Ortspoſtanſtalten ge=
ade
ausgehändigt werden ſollten, infolge plötzlicher Alar=
mierung
verſteckt werden mußten, damit ſie nicht in dier
Hände der Ruſſen fielen. Erſt, als nach unſeren großen
ſiegreichen Schlachten die Ruſſen wieder das Feld geräumt=
hatten
, kamen dieſe Säcke mit Feldpoſtbriefen, die inzwi=
ſchen
Wochen alt geworden waren, von neuem ans Tages=
licht
. In anderen Orten Oſtpreußens haben unſere deut=
ſchen
Poſtbeamten, als die Ruſſen einfielen, auf Befehl=
der
Militärbehörden die Feldpoſten verbrennen müſſen,
weil kein ſicherer Verſteck mehr gefunden werden konnte,
Auch iſt es vorgekommen, daß ſich die Ruſſen deutſcher
Poſten bemächtigten, die jetzt nachträglich, teilweiſe be=
raubt
, von unſeren Truppen in Rußland wieder gefunden
werden. In anderen Fällen läßt ſich im Kriege der Ver=
bleib
eines Feldpoſtverſandes in Feindesland überhaupt=
nicht
nachweiſen. Iſt der Feldpoſt militäriſcherſeits eine
Etappenſtraße zeitweilig in der Richtung nach der Armee
geſperrt, um Stockungen für dringende Munitions= und
Verpflegungstransporte zu vermeiden, ſo bemüht ſie ſich=
ſelbſtverſtändlich
, wenigſtens einen Teil der Poſtſachen bez
den ins Feld fahrenden Verpflegungskolonnen noch mit
unterzubringen, damit dieſe die Feldpoſtbeutel an den
ihnen von der Feldpoſt bezeichneten Stellen unterwegs
abgeben. Daß nun die Abgabe in jedem Falle auch an der
richtigen Stelle geſchieht, daß keine Verſehen unterlaufen
oder Verluſte, zumal wenn ſolche Kolonnen unterwegs
unter feindliches Feuer geraten, dafür kann niemand die
Feldpoſt verantwortlich machen; es iſt auch nicht möglich,
den Fall nachher mit aller Peinlichkeit zu unterſuchen. Dazu
gebricht es im Kriege an Zeit; auch fehlt, wenn die Etap=
penſtraße
inzwiſchen ſich geändert hat, oft jede Möglichkeit
dazu. Aber auch dann noch, wenn die Feldpoſten den
mobilen Poſtanſtalten am Ende der Etappenſtraßen zuge=
gangen
ſind, iſt damit die Sicherheit für eine richtige und
unverzögerte Zuſtellung der Feldpoſtbriefe an die Empfän=
ger
keineswegs gewährleiſtet. Zahlreiche Feldpoſtanſtal=
ten
ſind ſchon im jetzigen Kriege unter feindliches Infan=
terie
= und Artilleriefeuer geraten. Feindliche Flieger haben
ſie mit Bomben beworfen. Daß ſich unter ſolchen Verhält=
niſſen
nicht jeder Feldpoſtbrief in ſo guter Obhut befinden
kann wie bei der Poſt bei uns daheim, wird einleuchten.
Wie kommen nun die Feldpoſtbriefe aus den Händen
der Feldpoſtanſtalt in die der Truppen? Eine Beſtellung
der Briefe durch die Poſt im Felde gibt es nicht, weil das
undurchführbar wäre. Die Sendungen werden mit Ein=
ſchluß
der Poſtanweiſungen durch die Ordonnanzen bei
den Feldpoſtanſtalten im allgemeinen bataillonsweiſe ab=
geholt
. Eine Ordonnanz empfängt alſo die für das ganze
Bataillon beſtimmten Briefe als eine Ladung, die oft eine
Zahl von Säcken umfaßt. Lediglich Sache des Truppen=
teils
iſt es dann, dieſe im übrigen bereits in der Heimat
bei der Feldpoſtſammelſtelle nach Bataillonen uſw. ab=
gebundenen
Briefſendungen den Empfängern zukommen zu
laſſen und auch die Poſtanweiſungen an ſie auszuzahlen.
Nun denke man dabei einmal an ſolche Truppen, die auf
Vorpoſten ſtehen, oder die als Kavalleriſten Erkundigungs=
ritte
ausführen; oder man vergegenwärtige ſich das Schick=
ſal
ſo mancher von den Truppenteilen noch nicht ausge=
gebenen
Feldpoſtbriefe, wenn plötzlich Alarm geblaſen wird
und alles zu den Gewehren eilt. Nach der Vorſchrift ſollen
die Truppenteile die Poſt ſtets pünktlich abholen. Aber
wie läßt ſich eine ſolche Vorſchrift dann durchführen, wenn
einzelne Truppenteile, wie Fuhrpark= und Bäckereikolonnen,
ſowie namentlich die Lazarette, 50 Kilometer und mehr
von der Feldpoſtanſtalt, die beſtimmungsgemäß bei dem
Diviſionsſtabe mitmarſchiert, entfernt liegen, oder wenn
dieſe Truppenteile bei dem unaufhaltſamen Vorwärtsgehen
der Stäbe und Generalkommandos, wie es in dieſem
Kriege bis vor kurzem die Regel gebildet hat, den Stand
des Diviſionsſtabes zeitweilig überhaupt nicht ermitteln
können? Dann müſſen eben die Feldpoſten bei der Feld=
poſtanſtalt
ſo lange lagern, bis die Truppenteile Zeit und

dabei behilflich. Denn auch wir müſſen fouragieren und
erſparen beim Kaufe hier Zeit und Geld. Am Spätnach=
mittag
kommen wir nach Bazeilles, wo 1870 von der das
Dorf verteidigenden franzöſiſchen Marineinfanterie der
letzte Schuß gegen die heranſtürmenden Bayern abge=
feuert
wurde. Mit der derniére Cartouche die auf
einem Gemälde des berühmten franzöſiſchen Schlachten=
malers
Alphonſe de Neuville in dem damals allein ſtehen
gebliebenen Dorfwirtshaus verewigt iſt, brach das Napo=
leoniſche
Kaiſertum zuſammen, denn am nächſten Tage
begannen die Kapitulationsverhandlungen von Sedan, die
uns die ganze franzöſiſche Armee mit 39 Generalen, 236
Stabsoffizieren, 2600 Subalternoffizieren und 83000 Mann
mit ſämtlichen Waffen, Geſchützen uſw. in die Hände lie=
ferten
, dazu den Kaiſer ſelbſt. Welch eine Wendung
durch Gottes Fügung!, ſo iſt man auch heute noch verſucht
auszurufen, wenn man durch das hiſtoriſche Gelände dieſer
großen Tage wandert. Wir beſichtigen zunächſt das
Bayerndenkmal im Dorfe, das außerdem ein ſchönes Mo=
nument
für die gefallenen Franzoſen und die Dorfbewoh=
ner
enthält, welch’ letztere in den Kämpfen um Sedan zum
großen Teil als Franktireurs tätig geweſen ſind, dann
geht es hinüber nach Sedan ſelbſt, das heute eine wohl=
habende
, behäbige Provinzſtadt am Fuße der hier ſanft
anſteigenden Vorhöhen des Ardennerwaldes mit etwa
20000 Einwohnern iſt. Wie nach der Uebergabe Anno
1870, ſo halten auch heute wieder deutſche Soldaten an
den Toren der früher ſo wichtigen Grenzfeſtung (nach Ber=
gien
hin) die Wacht. Zu Füßen des Bronzeſtandbildes
von Marſchall Turenne, der hier in Sedan geboren wurde,
ruhen ſich deutſche Landſturmleute von dem ſchweren Dienſ
des ſonnigen Herbſttages aus, und vor dem Hotel de ville
ſpazieren ebenfalls deutſche Landſturmmänner als Wacht=
poſten
auf und ab. Zwiſchen den Bewohnern und den
vielfach ſchon ganz grauen Leuten unſerer Truppe herrſcht
anſcheinend das beſte Einvernehmen. Die Geſchäfte ſind
faſt ſämtlich geöffnet und überall ſieht man die Feldarauen
Lebensmittel und kleine Bedürfniſſe für den Tag einkaufen.
Aber während in Sedan kein einziges Haus zerſtört iſt
ſieht es in dem unmittelbar vor ſeinen Toren nach Weſten
zu gelegenen Dorfe Donchery ſchlimm genug aus. Hier
ſind die Brücken über die Maas zerſtört worden, und es
hat ein heftiger Kampf zwiſchen den über Sedan hinaus
vordringenden deutſchen und den franzöſiſchen Truppen in
den heißen Auguſttagen dieſes Jahres ſtattgefunden. Da=
bei
iſt der Ort in Brand geraten und faſt zu Dreivierteilen
zerſtört worden. Nur das kleine Schlößchen Bellevue, in
deſſen Räumen Graf Moltke und der franzöſiſche Genera
v. Wimpffen am Abend des 1. September 1870 mit den Ka=
pitulationsverhandlungen
begannen, die dann am 2. vor=

mittags mit der Unterzeichnung des Uebergabeprotokolls
ihre großartigen Ruinen berühmten ehemaligen Kalifen=
kanntlich
in demſelben Schloſſe zwiſchen König Wilhelm I.
und Napoleon eine Zuſammenkunft ſtatt, nach welcher ſich
der geſtürzte Kaiſer unter preußiſcher Eskorte über Belgien
nach Wilhelmshöhe begab. Und ich muß in dieſem Augen=
blick
an den Tag zurückdenken, da wir Kriegsberichterſtatter
Kaſſel paſſierten und Wilhelmshöhe zu uns herübergrüßte.
Und noch ein anderes Bild ſtellt ſich vor mein geiſtiges
Auge: das jenes kleinen Häuschens in Donchery, vor dem
ein toter Schimmel und ein umgeſtürzter Gartenſtuhl die
Stützen für die Bank bildeten, auf der der alte Kaiſer,
Bismarck und Moltke die Kapitulationsverhandlungen be=
ſprachen
. Langſam iſt hinter den Ardennen die Sonne
untergegangen, und aus den Wieſen, die mit dem Blur
der Kämpfer nicht nur von 1870, ſondern auch von 1914
gedüngt ſind, ſteigen weiße Nebelſchwaden auf, während
in der Ferne der Kanonendonner von Verdun langſam
verhallt. Wann und wo wird in dieſem Kriege die Ent=
ſcheidung
fallen, die vor 44 Jahren hier aus dem dritten
Kaiſerreich die Republik machte, mit der wir nun in heißer
Fehde liegen?
F. Die Feldpoſt. Unterm 25. Auguſt 1870 ſchrieb die
damalige Erbgroßherzogin Alice von Heſſen über den
Kanal: . . Seit 10 Tagen iſt Louis (ihr Gemahl) weder
in einem Bett noch unter Dach und Fach geweſen. Sie
haben kein Waſſer, es wird für die Verwundeten aufge=
ſpart
, und wenig zu eſſen, aber er iſt ganz wohl. Es iſt
ſchwer, Nachrichten zu erhalten; die ich ihm ſchicke
braucht 10 Tage, bis ſie ihn erreicht. Dieſe Worte
aus dem Munde einer Fürſtlichkeit ſind ein neuer
Beweis dafür, daß auch vor 44 Jahren die Poſt mit gro=
ßen
Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, die auch da durch
die Kriegslage bedingt wurden. Nun vergleichen wir die
Verhältniſſe von heute mit denen von 1870. So gern uns
Briefe und Karten unſerer Lieben willkommen ſind, ſo
gern wir ſie vor dem Winter mit allen nötigen Bedürf=
niſſen
verſorgt zu ſehen wünſchen, aber Unmögliches
wollen wir ſelbſt von unſerer Reichspoſt nicht verlangen
Zudem mags ſeine eigenen Schwierigkeiten haben, ſo einen
reichs=, ja ſogar weltumſpannenden Friedensapparat in
ein Maſchinenkriegsinſtrument bei dem Millionenheere um=
zuwandeln
.
C. K. Menſchenfang in England. Die Engländer be=
treiben
jetzt den Menſchenfang, den ſie ſtets zur Rekrutie=
rung
ihres Heeres angewandt haben, im Großen. Die
lächerlichſten und unwürdigſten Mittel müſſen dazu her=
halten
, um junge Leute anzulocken. Auf welche Weiſe
dies gewöhnlich geſchieht, zeigt eine anſchauliche Schilde=

rung einer ſolchen engliſchen Anwerbung, die die Umſchau
einem Aufſatz der Oeſterreichiſchen Rundſchau entnimmt.
An der Mauer lehnen grellfarbige Plakate, die naive junge
Menſchen durch den Reiz bunter Uniformen feſtbannen
ſollen. Da iſt ein Gardereiter aufgemalt mit ſilbern ſchim=
merndem
Küraß und hohen weißen Stulpenhandſchuhen,
oder ein ſchottiſcher Reiter mit Bärenmütze und Lanze,
oder ein martialiſcher Huſar. Vor dieſen ſchreienden Bil=
dern
ſpaziert ein Sergeant in der kleidſamen Kakhiuniform
auf und nieder, das Käppi ſchief auf dem glatten blon=
den
Scheitel, und am Kinn das Sturmband aus ſchwar=
zem
Lack, einen dünnen Reitſtock in der Hand. Der Mann
iſt ein guter, ein bewundernswürdig ſcharfſichtiger Men=
ſchenkenner
. Mit unfehlbarem Blick hat er an dem ſchlan=
ken
, ärmlich gekleideten Burſchen, der eben das Plakat be=
trachtet
und auf den Sergeanten einen verſtohlenen Blick
wirft, das gewiſſe Etwas erkannt, das ihm Erfolg ver=
ſpricht
. Behaglich ſchlendernd, ohne jede Eile, nähert er
ſich dem Opfer und ſpricht es ruhig und freundlich an. Er
muſtert den Jüngling, er ſcheint ihm etwas Schmeichelhaf=
tes
dabei zu ſagen, denn über das ernſte Geſicht des Bur=
ſchen
fliegt ein Lächeln. Nun reckt ſich der Werber einen
Zoll höher; er zieht den kurzen Spenzer herunter, um Ge=
ſtalt
und Uniform beſſer zur Geltung zu bringen; dann
redet er auf den Jungen dringlich ein. Einige Paſſanten
bleiben neugierig ſtehen und blicken mitleidig, wohl auch
ſpöttiſch, auf die Gruppe. Der junge Mann wendet ſich
ſcheu ab, damit man ſein Geſicht nicht ſehe. Ein zukünfti=
ger
Vaterlandsverteidiger, der ſich ſchämt? Der Sergeant
packt ihn am Arm und zieht ihn in die Tür neben dem
Plakat. . . Was drinnen im Werbelokal vor ſich geht, ent=
zieht
ſich zwar unſerem Blick, aber man weiß es auch ohne
das. Das Opfer, als das der Angeworbene allgemein
im Volke betrachtet wird, erliegt den Ueberredungskünſten,
muß den Eid leiſten und wird mit einem hübſchen Hand=
geld
entlaſſen. Ein Zettel gibt ihm Tag und Ort an, wo
er ſich zu ſtellen hat. Das Verwunderlichſte bei dieſem uns
wie ein Bild aus fernen Jahrhunderten anmutenden
Vorgang iſt das Vertrauen, das man in das Wort des An=
geworbenen
ſetzt. Aber die Strafe, die den trifft, der ſich
der übernommenen Verpflichtung entzieht, iſt ſo hart, daß
nur ganz wenige auszukneifen wagen.
* Flüchtige Bekanntſchaft. Der Bohemia wird von
einem Leſer folgender Hindenburg=Vierzeiler geſandt:
Sind denn ward Hindenburg gefragt,
Die Ruſſenfeldherrn tüchtig?
Ich weiß nicht, hat der Held geſagt,
Ich kenne ſie nur flüchtig!

[ ][  ][ ]

Nummer 278.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Oktober 1914.

Seite 5.

Möglichkeit haben, ſie abzuholen. Nicht minder groß ſind
die Verzögerungen in der Aushändigung der Feldpoſt,
wenn ein Gefecht ſtattfindet; dann ruht die Poſtausgabe
überhaupt. Denn im Rücken der kämpfenden Truppen
gehören die Straßen ausſchließlich dem Meldeverkehr, dem
Munitions= und Verpflegungsnachſchub, ſowie der ſchleu=
nigen
Rückbeförderung der Verwundeten. Jedes Fahrzeug
der Feldpoſtanſtalt hat 20 bis 30 Kilometer hinter der
Schlachtlinie zu halten, weil es die Kriegshandlung emp=
findlich
ſtören würde. Die Feldpoſt kann hier nur inſo=
fern
ſich in den Dienſt der fechtenden Truppe ſtellen, als
reitende Feldpoſtillone, mit großen Taſchen verſehen, oft
ſelbſtverſtändlich unter Lebensgefahr, verſuchen, während
einer Pauſe des Gefechts unter den Truppen Feldpoſtkarten
zur Abſendung einzuſammeln. Nach der Schlacht iſt der
erſte Ruhetag, den die Truppen haben, für die Feldpoſt=
anſtalt
, die bis dahin von früh bis ſpät mitmarſchiert war,
dieſelben Entbehrungen mit den Truppen geteilt hatte, und
die immer erſt ſpät abends, zumeiſt im Biwak, ihre eigent=
liche
Arbeit aufnehmen konnte, ein Tag ganz beſonderer
Anſtrengung. Jetzt ſtrömen an die Feldpoſtanſtalt alle,
die von den Truppen vor der Schlacht noch nicht aus=
gegebenen
Poſtſendungen zurück an inzwiſchen Gefallene,
Verwundete oder Vermißte. Welche Irrfahrten ſtehen
zahlreichen der Sendungen an Verwundete nunmehr be=
vor
, weil niemand der Feldpoſtanſtalt ſagen kann, wo der
Empfänger verblieben iſt, d. h. welches Lazarett ihn auf=
nehmen
wird oder bereits aufgenommen hat! Während
der Schlacht hatten ſich ganze Truppenteile aus ihrem
Verbande ausgelöſt und ſind anderswohin geraten. Soll
es die Poſt etwa wiſſen, wo ſie ſtecken? Anderſeits melden
ſich plötzlich Ordonnanzen zur Empfangnahme der Poſt=
ſachen
für Truppenverbände, die zum Geſchäftsbereich der
Feldpoſtanſtalt bisher überhaupt nicht gehört haben. Wo
kommen ſie her? Es ſtellt ſich heraus, daß ſie eigentlich
Teile der Kriegsbeſatzung einer Feſtung bilden, die vor
der Schlacht ſchleunigſt mit geheimem Marſchziel heran=
gezogen
worden ſind und die nun ſchon ſeit einer ganzen
Reihe von Tagen ſich im Felde befinden. Ihre Poſt lagert
ausſchließlich in der Feſtung bei der dortigen ſtabilen Orts=
poſtanſtalt
, weil dieſe von dem Ausmarſche des Truppen=
verbandes
und auch ſpäterhin von ſeiner weiteren Be=
wegung
militäriſcherſeits aus irgend welchen Gründen, die
die Poſt natürlich nichts angehen, nicht benachrichtigt wor=
den
iſt. Die Abſender der Briefe an die Truppen dieſes
Verbandes aber warten und warten und erhalten keine
Antwort, oder dieſe lautet dahin, daß die Briefe den
Empfängern nicht zugegangen ſeien. Selbſtverſtändlich
mißt das Publikum in Unkenntnis ſolcher Verhältniſſe nur
der Poſt die Schuld bei, wenn ſich die Feldpoſtbriefe oft
ſo erheblich verſpäten oder wohl gar überhaupt nicht an=
kommen
.
Ein anderer wichtiger Umſtand, auf den in Beſchwer=
den
an die Poſtbehörde jetzt vielfach hingewieſen wird
und der dem Publikum nicht ohne weiteres einleuchten
will und auch nicht kann, iſt der, daß die Briefe von der
Armee ſchneller laufen als die zum Heere. Die Erklärung
hierfür liegt einmal darin, daß die militäriſchen Trans=
porte
nach dem Felde zum Teil weſentlich zahlreicher und
dringender ſind als in umgekehrter Richtung, ſo daß die
Poſtwagen, Poſtautomobile, Bahnpoſt= und Eiſenbahn=
poſtwagen
, die die bei den Feldpoſtanſtalten aufgelieferten
Sendungen nach der Heimat zu befördern, viel mehr freiere
Bahn haben als die ihnen entgegenkommenden Trans=
porte
, Sodann aber iſt die Abſendung der Poſt von der
Feldpoſtanſtalt zum nächſten Etappenhauptorte ungleich
einfacher zu bewerkſtelligen als die Zuführung der Poſt
von dieſem Orte zur Feldpoſtanſtalt. Die Feldpoſtanſtalt
weiß genau, wo dieſer Ort an der Etappenſtraße liegt.
Dagegen iſt die mobile Feldpoſtanſtalt, wie wir geſehen
haben, oft tagelang unter den bisherigen Verhältniſſen
der Kriegslage für die Etappenpoſtbehörde einfach un=
auffindbar
. Feldpoſtbriefe aus Sachſen und Schleſien
brauchen gegenwärtig, wenn unterwegs keine Stockungen
in der Beförderung der Eiſenbahnpoſtwagen und in dem
Gange der Feldpoſtautomobile auf den Etappenſtraßen
eintreten, 1014 Tage, bis ſie bei mancher mobilen Feld=
poſtanſtalt
des weſtlichen Kriegsſchauplatzes eintreffen
können. Beſonders ſchwierig iſt die Beförderung der
Feldpoſt, die für Belgien beſtimmt iſt oder über Belgien
hinaus ihren Weg nach Frankreich nimmt. Auf den Weg
durch Belgien bis an die franzöſiſche Grenze ſind im all=
gemeinen
34 Tage zu rechnen, weil die Eiſenbahnen
hier außerordentlich belaſtet ſind. Es iſt in der erſten
Hälfte des September vorgekommen, daß auf einer nur
40 Kilometer langen Eiſenbahnſtrecke in Belgien gleich=
zeitig
127 Züge gelegen haben. Tagtäglich gingen beim
Reichs=Poſtamt von den Ober=Poſtdirektionen und Armee=
Poſtdirektoren telegraphiſche Meldungen darüber ein, daß
Bahnpoſtwagen mit Feldpoſten nach der Armee, nament=
lich
auf der Strecke Köln-Aachen-Herbesthal und dar=
über
hinaus, infolge dringender militäriſcher Verſande

vorläufig nicht weiter befördert werden durften. Ver=
mag
die Poſtverwaltung eine ſolche Stockung irgendwie
vorauszuſehen, ſo ſucht ſie ſelbſtverſtändlich die ein= oder
mehrtägige Verzögerung, die die Eiſenbahnpoſtwagen
ſonſt erleiden würden, durch deren Umleitung über andere
zwar längere, aber minder belaſtete Strecken möglichſt zu
verringern. In anderen Fällen aber ſitzen Eiſenbahnpoſt=
wagen
, manchmal zu einem Dutzend und mehr an der
Zahl, alſo mit mehreren tauſend Feldpoſtſäcken beladen,
ſo feſtgekeilt in den Zugreihen, daß jede Umleitung aus=
geſchloſſen
iſt.
(Schluß folgt.)

Handel und Verkehr.

* Berlin, 7. Okt. Bank für Handel und
Induſtrie. In der heutigen Aufſichtsratsſitzung der
Deutſch=Luxemburgiſchen Bergwerks= und
Hütten=Aktiengeſellſchaft wurde der Jahres=
abſchluß
vom 30. Juni 1914 vorgelegt. Der Bruttogewinn
einſchließlich des Vortrages beträgt 24923 449,84 Mk. gegen
29 456 591,51 Mk. im Vorjahr. Nach Abſchreibung von
16000000 Mk. (i. V. 16113 222,67 Mk.) wird der auf den
24. November ds. Js. nach Eſſen einzuberufenden Ge=
neralverſammlung
vorgeſchlagen werden, den verfügbaren
Gewinn von 8923 449,84 Mk. (i. V. 13 343 368,84 Mk.)
wie folgt zu verwenden: 500000 Mk. zu Rückſtellungen für
die Talon= und Wehrſteuer; 126000 Mk. als Mindeſt=
vergütung
an den Aufſichtsrat; 1324371,18 Mk. zur gänz=
lichen
Abſchreibung des Kursverluſtes und der Unkoſten
der 25 Millionen=Anleihe; 6 500000 Mk. zu Rückſtellungen
infolge des Kriegsausbruches und 473078,66 Mk. zum
Vortrag auf neue Rechnung. Mit Rückſicht auf die krie=
geriſchen
Verwicklungen erſcheint es richtig, den zur Zah=
lung
einer mäßigen Dividende unter normalen Verhält=
niſſen
ausreichenden Gewinn zur gänzlichen Abſchreibung
der Koſten der Anleihebegebung und zu einer Rückſtellung
von 6500000 Mk. zu verwenden, um außergewöhnliche
Kriegsverluſte, ſei es bei den Werken, ſei es an den For=
derungen
, insbeſondere an das feindliche Ausland zu
decken.

Landwirtſchaftliches.

Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
markt
am 7. Okt. Auftrieb: 317 Schweine. Preiſe pro 50
Kilogramm Schlachtgewicht in Mark: 1. Qualität 74,
2. Qualität 73, 3. Qualität 73. Marktverlauf mäßig;
Ueberſtand. Schweinemarkt am 8. Okt. Auftrieb: 230
Schweine. Preiſe pro 50 Kilogramm Schlachtgewicht in
Mark: 1. Qualität 74, 2. Qualität 73, 3. Qualität 73.
Marktverlauf rege; Ueberſtand. Kälbe rmarkt am
8. Okt. Auftrieb: 109 Kälber. Preiſe pro 50 Kilogramm
Lebendgewicht in Mark: 1. Qualität 65, 2. Qualität 64,
3. Qualität 63. Marktverlauf lebhaft.
Frankfurt a. M., 7. Okt. Viehhofmarkt=
bericht
. Auftrieb: Rinder 1151 (Ochſen 422, Bullen 65,
Kühe 664), Kälber 242, Schafe 134, Schweine 1906. Preis
pro Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark:
Ochſen a) 5360 (97102), b) 4951 (9095), c) 4648
(8589). Bullen a) 4850 (8083), b) 4347 (7481).
Kühe a) 4650 (8389), b) 4448 (8286), c) 4145
(7987), d) 3842 (7078), c) 3337 (6674), f) 2732
(6173). Kälber a) 6468 (107113), b) 6063 (102 bis
107). Schafe 4142 (9092). Schweine a) 5557½
(7074), b) 5455 (6971), c) 55½—57½ (7074), d)
5557½ (7074). Marktverlauf: Rinder, beſte Ochſen
lebhaft, ſonſt ruhig; Kälber feſt, Schafe ruhig, Schweine
rege. Rinder und Schweine Ueberſtand. Kartoffel:
Im Großen 5½—6, im Kleinen 6½—7½.

Literariſches.

Wie ſorgt der Staat für die Hinterbliebenen ge=
fallener
Krieger? Die Frage iſt in dieſer Zeit Gegen=
ſtand
beſonderen Intereſſes. Es dürfte deshalb angebracht
ſein, darauf hinzuweiſen, daß das geſamte Militär=
Hinterbliebenengeſetz für nur 80 Pf. im Druck zu
haben iſt (Verlag Gerhard Stalling in Oldenburg i. Gr.)
und zwar mit klaren Erläuterungen und Beiſpielen nach
den kriegsminiſteriellen Ausführungsbeſtimmungen ver=
ſehen
. Das Geſetz gibt in ſeiner Abteiluna Kriegsver=
ſorgung
ausführlich Beſcheid, führt u. a. für jeden ein=
zelnen
Dienſtgrad, vom General und Admiral bis zum
Gemeinen, für die Heeresbeamten, die anf den Kriegs=
ſchauplätzen
verwendeten Perſonen der freiwilligen Kran=
kenpflege
uſw. die Rente auf, die der Staat den Witwen
und Waiſen unſeren den Heldentot geſtorbenen Vater=
landsverteidigern
gewährt.
Vater, ich rufe Dich! Lieder und Gebete für
Feldſchlacht und Beiwacht, iſt der Titel eines ſoeben
im Brandſtetterſchen Verlag in Leipzig erſchienenen na=
tionalen
Liederbuchs, das eine Sammlung der beſten
deutſchen Freiheits= und Kriegslieder aus der Vergangen=
heit
ſowohl wie aus den letzten ſchickſalsſchweren Tagen
enthält. Das Heft (Preis 15 Pfg.) iſt zur Maſſenvertei=
lung
beſtimmt; der Reinertrag wird dem Roten Kreuz
überwieſen. Die Großherzogin von Heſſen hat ein Exem=
plar
des Liederbuches entgegen genommen. Aus der
Großherzoglichen Kanzlei ging beim Verlag folgendes
Schreiben ein: Die hohe Frau hat ſich mit warmer An=
erkennung
über die glückliche Zuſammenſtellung des In=
halts
dieſes Büchleins ausgeſprochen und uns beauftragt,
Ihnen für die aufmerkſame Vorlage den beſten Dank zu
ſagen. Indem wir dieſer Weiſung hierdurch nachkommen,
beſtellen wir zugleich im Höchſten Auftrage 500 Stück
des Heftchens

Die Kriegslage.

* Großes Hauptquartier, 8. Okt.,
abends. (W. T. B. Amtlich.) Vom weſt=
lichen
Kriegsſchauplatz ſind Ereigniſſe
von entſcheidender Bedeutung nicht zu
melden.
Kleine Fortſchritte ſind bei St.
Mihiel und im Argonnenwalde gemacht.
Vor Antwerpen iſt das Fort
Breendonck genommen. Der Angriff
auf die inneren Forts und damit die
Beſchießung der dahinterliegenden Stadt=
teile
hat begonnen, nachdem der Komman=
dant
der Feſtung die Erklärung abge=

geben hatte, daß er die Verantwortung
übernehme.
Die Luftſchiffhalle in Düſſeldorf
wurde von einer von einem feindlichen
Flieger geworfenen Bombe getroffen.
Das Dach der Halle wurde durchſchla=
gen
und die Hülle eines in der Halle
liegenden Luftſchiffes zerſtört.
Im Oſten erreichte eine von Lomſcha
anmarſchierende ruſſiſche Kolonne Lyck.

Die Beſchießung der
Sfadf Antwerpen.

* Brüſſel, 8. Okt. (W. T. B. Nichtamtlich.) Gemäß
§ 26 des Haager Vertrages, betr. die Geſetze des Land=
krieges
, ließ General v. Beſeler, der Befehlshaber der
Belagerungsarmee von Antwerpen, durch Vermittelung
der in Brüſſel beglaubigten Vertreter der neutralen Staa=
ten
geſtern nachmittag die Behörde von Antwerpen von
dem Bevorſtehen der Beſchießung benachrichti=
gen
. Die Beſchießung hat um Mitternacht
begonnen.
* Kopenhagen, 8. Okt. Politiken meldet aus
Antwerpen: Blättermeldungen zufolge hat die Regie=
rung
erwogen, der Stadt das Bombardement zu
erſparen. Die weiße Flagge ſollte gehißt werden, ſo=
bald
die zweite Feſtungslinie geſprengt ſei. Aber die Be=
völkerung
ſcheine die Verteidigung der Stadt bis zum
letzten Haus zu verlangen. (?) Es ſollen ziemlich viel
Bomben von deutſchen Flugzeugen geworfen
worden ſein.
* Köln, 8. Okt. Die Köln. Ztg. meldet von der hol=
ländiſchen
Grenze: Die Beſchießung von Ant=
werpen
dauerte die ganze Nacht. Das Feuer war ſo
heftig, daß in Rooſendal die Häuſer zitterten. Tauſende
von Flüchtlingen ſind hier angekommen und werden noch
erwartet. Während der ganzen Nacht konnte man eine
Feuersglut hier wahrnehmen. Die Petroleumbehälter
am Hafen ſcheinen in Brand zu ſtehen. Der Südbahn=
hof
brennt ebenfalls. Der Hauptbahnhof hat ſehr ge=
litten
. Die Regierung hat befohlen, alle Eiſenbahnzüge
zur Beförderung der Verwundeten und der Flüchtlinge
bereit zu halten.
* Amſterdam, 8. Okt. Handelsblad meldet: Das
heftige Schießen in der letzten Nacht verurſachte in
der Bevölkerung eine ſtarke Panik, beſonders unter
den niederen Klaſſen der Bevölkerung. Der Bahnhof
wurde geſtürmt. Die Züge nach der holländiſchen Grenze
ſind mit Flüchtlingen überfüllt. Die Deutſchen erzwangen
den Uebergang über die Nethe. Lierre und Contich
ſind in Brand geſchoſſen. Die Deutſchen drangen
durch die Lücke zwiſchen Lierre und Contich auf Vieux=
Dieu vor und beſchießen die innere Forts=
linie
.
* Amſterdam, 8. Okt. (Ctr. Frkft.) Der Maas=
bode
meldet aus Putte, daß die Deutſchen in der ver=
gangenen
Nacht und heute früh auch über das Fort Broe=
chem
anrückten; eine andere Heeresabteilung marſchierte
über Weſtmalle auf Fort Wyneghem, das in weni=
gen
Stunden vernichtet war. Fort Wyneghem iſt
das erſte Fort des inneren Feſtungsgürtels.
Fort Schooten vom äußeren Feſtungsgürtel, nordöſtlich
von Antwerpen, ſuchte den Einmarſch aufzuhalten, wurde
aber raſch zum Schweigen gebracht. Bei dieſem gewalti=
gen
Anrücken war das belgiſche Heer gezwungen, uber die
Schelde zurückzuweichen.
Der Antwerpener Berichterſtatter des Amſterdamer
Handelsblad meldet aus Rooſendal: Mitten im Gedränge
ſei in Antwerpen der königliche Kraftwagen mit dem
König und der Königin erſchienen. Er ſei über die
militäriſche Schiffbrücke auf die andere Seite der Schelde
gefahren und war bald außer Sichtweite gekommen.
Aus Sas van Gent meldet das Dias=Bureau: König
Albert iſt heute morgen 9 Uhr in Selzaete an der
holländiſchen Grenze auf belgiſchem Gebiete angekommen.
* Amſterdam 8. Okt. Telegraaf meldet aus
Roſendaal vom 7. Oktober: Das diplomatiſche
Korps hat Antwerpen verlaſſen und ſich auf
einem Regierungsdampfer nach Oſtende begeben. Die
Bürgergarde iſtentwaffnet. Roſendaal gleicht
einem großen Flüchtlingslager, den ganzen Tag über ka=
men
Züge aus Antwerpen an, bis nach Mitternacht
ſchätzungsweiſe 18000 Belgier, namentlich Frauen und
Kinder, die in Kirchen, Lichtbildtheatern, Eiſenbahnſchup=
pen
und Privathäuſern untergebracht wurden.
* Rotterdam, 8. Okt. Der Nieuwe Rotterdamſche
Courant meldet: Der König der Belgier ſoll nach
einer bisher unbeſtätigten Mitteilung leicht verwun=
det
ſein.
* Mailand, 8. Okt. Nach einer Depeſche des Cor=
riere
della Sera aus Rom laſſen die letzten Nachrichten
annehmen, daß der Widerſtand Antwerpens
nicht mehr lange dauert, Man hält es für möglich, daß ſich
belgiſche Truppen nach Englandeinſchiffen,
um von dort auf einem anderen Punkte des Kriegsſchau=
platzes
wieder aufzutauchen.

Das Ergebnis der Kriegsanleihe.

* Berlin, 8. Okt. Das Ergebnis auf die Zeich=
nung
der Kriegsanleihen läßt ſich nunmehr im
einzelnen überſehen. Die Geſamtleiſtung von
4 460 701 400 Mark beſteht aus 1177235 Einzelzeichnungen.
Hiervon entfallen auf Einzelbeträge von 100 bis
2000 Mark 926059 Zeichnungen mit einer Summe von
733 775 400 Mark, auf Einzelbeträge von 2100 bis 20000
Mark 233342 Zeichnungen mit einer Summe von
1336 738 700 Mark, der Reſt beſteht aus Zeichnungen von
über 20000 Mark. Das deutſche Volk wird aus dieſen
Ziffern mit Freude erſehen, wie die Zeichnungen auf alle
Schichten der Bevölkerung gleichmäßig verteilt ſind, wie
Arm und Reich, jeder nach ſeinen Kräften, dazu beigetra=
gen
haben, den überaus glänzenden Erfolg der Kriegsan=
leihen
zuſtande zu bringen. Die baren Einzahlungen
haben nach den bis heute vormittag vorliegenden Nach=
weiſungen
den Betrag von 2420 Millionen Mark erreicht.
Das ſind 54,26 Prozent der gezeichneten Summe und 636
Millionen Mark oder 14,26 Prozent mehr, als bis zum
5. Oktober fällig waren. Tatſächlich ſind die eingezahlten
Beträge noch höher, weil von einem Teil der entfernter
gelegenen Reichsbankanſtalten die Angaben noch nicht in
Berlin eingetroffen ſind. Es dürfte dieſes die größte

Großherzogliches Hoftheater.

Wl. Der Fauſt=Zyklus, der auch diesmal auf
vier Abende berechnet war, ging geſtern abend zu Ende.
Die Vorſtellungen nahmen den gewohnten Verlauf, am
beſten beſucht war der zweite Abend; die Balkonloge und
der erſte Rang waren durchſchnittlich ſchlecht beſetzt. In
der Beſetzung der Rollen war faſt keine Veränderung ein=
getreten
. Für den erſten Teil hatte man diesmal die
Laſſenſche Muſik ganz fallen gelaſſen, während ſie für den
zweiten Teil unentbehrlich iſt. Ueberraſchend war, daß
man am zweiten Abend die Walpurgisnachtſzene, bekannt=
lich
eine ſzeniſche Meiſterleiſtung unſerer Bühne, geſtrichen
hatte. Es können dafür nur techniſche Gründe maßgebend
geweſen ſein; es verdient ohnehin ſchon Anerkennung,
daß das Hoftheater in jetziger Zeit, in der das techniſche
Perſonal beſchränkt iſt, den Fauſt=Zyklus herausbringen
konnte. Der zweite Teil, der die höchſten Anforderungen
an die techniſche Leiſtungsfähigkeit einer Bühne ſtellt,
ſtand auch diesmal in ſzeniſcher Hinſicht auf der Höhe
und gipfelte in der prachtvollen Schlußſzene, in der ſich
Wort und Muſik zu ergreifender Wirkung vereinigen.
Auf die Leiſtungen im einzelnen können wir heute
nicht wieder zu ſprechen kommen. Ueber alle erhoben ſich
die mit künſtleriſcher Intelligenz und Energie durchge=
führte
Mephiſto=Rolle des Herrn Weſtermann, die
als Ganzes eine grandioſe Leiſtung war und Herrn Bau=
meiſters
Fauſt, der für ſeine vielgeſtaltige und ſchwie=
rige
Aufgabe edle Begeiſterung und hervorragendes
ſchauſpieleriſches Können erfolgreich einſetzte. Die beiden
weiblichen Hauptrollen waren wieder Frau Meißner
(Gretchen) und Frl. Pils (Helena) zugefallen. Um die
Geſtaltung des Bühnenbildes haben ſich die Herren Hof=
theatermaler
Kurt Kempin und Maſchineriedirektor
Schwerdtfeger in hervorragender Weiſe verdient ge=
macht
. Die Tänze und Gruppierungen, die zur Belebung
des Bühnenbildes im 2. Teile ſehr weſentlich beitragen,
waren von Frau Ballettmeiſterin Ehrle einſtudiert.
Den muſikaliſchen Teil der beiden letzten Aufführungen
leitete Herr Kapellmeiſter Kleiber.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Oktober 1914.

Nummer 278.

Zahlung ſein, die jemals von einem Volke in ſo kurzer
Zeit geleiſtet worden iſt.

Das Geheimnis der deutſchen Erfolge.

* Kriſtiania, 7. Okt. Der norwegiſche Schrift=
ſteller
Hjalmar Chriſtenſen ſchreibt im Morgenbladet:
Fragt man nach den Urſachen, wie die Deutſchen ſo ge=
waltige
Taten ausführen konnten, wie ſie ſie in dieſen
Tagen tatſächlich ausgeführt haben, ſo muß man vor
allen Dingen ihre glänzende Adminiſtration
nennen, die militäriſche, wie die zivile. Jeder Mann
und jedes Ding ſteht auf ſeinem Platz. Jeder kennt ſein
Amt und die Verantwortung. Jeder weiß, wer zu befeh=
len
und wer zu gehorchen hat. Keiner hat Furcht, ge=
gebenenfalls
die eigene Macht zu gebrauchen. Wenn es
darauf ankommt, kann er auf eigene Fauſt handeln.
Diſziplin, Tüchtigkeit und Handeln gehen zuſammen.
Dies iſt ſelbſtverſtändlich das Ergebnis vieljähriger
Uebung. Die Maſchinerie iſt gründlich geprüft; die Men=
ſchen
haben es gelernt, ſtrenge Anforderungen an ſich zu
ſtellen.

Der Neid des Auslandes um unſere Brummer.

* London, 8. Okt. Daily Chronicle meldet aus
Petersburg, daß an den Kämpfen an der Memel
(Njemen) auf ruſſiſcher Seite Mörſer eines neuen
Modells von den Putilowwerken teilgenommen hätten,
die ein ſehr großes Kaliber beſäßen und gleichzeitig ſehr
beweglich wären. Artillerieſachverſtändige erklärten, daß
das neue Geſchütz dem, was auf deutſcher Seite bisher
an der Oſtgrenze an Geſchützen gezeigt worden ſei, voll=
kommen
gleichwertig ſei. (?) Andererſeits ſollen
die Engländer Angebote von amerikaniſchen Mörſern er=
halten
haben. Wie Daily Telegraph aus Neu=York meldet,
werden in dieſer Woche drei hervorragende amerikaniſche
Ingenieure in London eintreffen, um dem Kriegsmini=
ſterium
das Modell eines Mörſers anzubieten, der an
Leiſtungsfähigkeit den deutſchen großen Haubitzen gleich=
kommen
ſoll.

Erbeuteter Kohlendampfer.

* Stettin, 8. Okt. Die Stettiner Neueſten Nach=
richten
erfahren aus abſolut zuverläſſiger Quelle: Geſtern
vormittag brachte ein deutſches Torpedoboot den
norwegiſchen Dampfer Modih auf, der un=
gefähr
1800 Tonnen Kohlen an Bord hatte. Der
Dampfer befand ſich auf der Reiſe von England nach
Rußland in der Oſtſee; er wurde von dem Torpedo=
boot
nach Swinemünde eingeſchleppt.

Von den Engländern gekapert.

* Berlin, 8. Okt. Der holländiſche Dampfer
Maartensdyk der Holland=Amerika=Linie gehörend, von
Neuyork nach Rotterdam unterwegs, iſt von den Eng=
ländern
aufgebracht und am Montag nach
Queenstown geſchleppt worden.

Die Erfolge unſerer Verbündeten.

* Berlin, 8. Okt. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt zu
dem amtlichen öſterreichiſchen Bericht: Daß zahlreiche ruſſi=
ſche
Angriffe auf Przemyſl erfolgreich zurückgeworfen
wurden, wird durch die heutige Meldung beſtätigt; ebenſo,
daß in Galizien und in den Karpathen die öſterreichiſch=
ungariſchen
Truppen ſich in ſtetem Fortſchreiten befinden
Auf ungariſchem Gebiete vorgedrungene Ruſſen wurden
unter großen Verluſten zurückgewieſen. Auch daß in der
Feſtung Przemyſl, die, zu tapferer Verteidigung gezwun=
gen
, die Feſtungsbeſatzung bei ihren Ausfällen, die feind=
lichen
Linien zurückzudrängen in der Lage war und zahl=
reiche
Gefangene zu machen vermochte, alles das ſind
Zeichen, daß es den öſterreichiſch=ungariſchen Truppen mit
ihrer Opferbereitſchaft, ihrer entſchloſſenen Kampfluſt und
ihrem Heldenmut an den gewünſchten Erfolgen nicht feh=
len
wird.

Die Kämpfe in den Karpathen.

* Peſt 8. Okt. Nach Blättermeldungen hat Mar=
maros
=Sziget während der Invaſion der
Ruſſen keinen beſonderen Schaden gelitten.
Die Ruſſen hielten auf ſtrenge Diſziplin. Es war den
Koſaken verboten, zu plündern. Offenbar
wollten die Ruſſen die Sympathien der rumäniſchen und
rutheniſchen Bevölkerung gewinnen, die ſich jedoch nicht
in ihrem Patriotismus wankend machen ließ, ſondern be=
müht
war, die öſterreichiſch=ungariſchen Truppen durch
Rauch= und Feuerſignale zu unterſtützen. Zurzeit befin=
den
ſich nur noch unbedeutende Gruppen ruſſiſcher Trup=
pen
im Beſzterozer Komitat; ſie verſuchen unbemerkt über
die Grenze zu gelangen.

Die öſterreichiſche Offenſioe in Serbien.

* Wien, 8. Okt. Das Neue Wiener Journal meldet
aus Sofia: Der bulgariſche Militärattaché
ſandte aus Niſch an ſeine Regierung einen ausführlichen
Bericht über den Zuſtand des ſerbiſchen Heeres
ein, in dem er bemerkte, daß die durch die neue Offenſive
der öſterreichiſch=ungariſchen Armee bewirkten Kämpfe
in der Umgebung von Konpanj noch an=
dauern
. Die öſterreichiſch=ungariſche Armee ſei be=
müht
, die ihr gegenüberſtehenden Kräfte, welche die
Hauptmaſſe des ſerbiſchen Heeres bilden, entſcheidend
zu vernichten. Die Serben kämpfen ſehr tapfer; be=
ſonders
die Offiziere zeichneten ſich durch Tapferkeit aus.
Die Verluſte der Serben ſeien ſehr groß. Die Offenſive
der öſterreichiſch=ungariſchen Armee ſei geeignet, gegen die
Serben einen entſcheidenden Schlag zu führen.

Ein kühner Flug öſterreichiſcher Flieger.

* Wien 8. Okt. Wie die Kriegskorreſpondenten der
Blätter melden, flog ein öſterreichiſches Flugzeug am
1. Oktober bei günſtiger Witterung vom Oberkommando
in einſtündigem Fluge, von ruſſiſcher Artillerie heftig be=
ſchoſſen
, ſo daß das Traggeſtell an drei Stellen durchbohrt
wurde, nach Przemysl, wo es glatt landete. Ein
mitfahrender Hauptmann des Generalſtabs überbrachte
wichtige mündliche Befehle, Briefe und Zeitun
gen. Auf der Rückfahrt, die wegen der ungünſtigen
Witterung erſt am 6. Oktober erfolgte, wurde das Flug=
zeug
von ruſſiſchen Schrapnells beſchoſſen, wobei die Trag=
flächen
8 unſchädliche Treffer erhielten. Als der
Apparat in einen Schneeſturm geriet, brach das Druck=
rohr
, worauf der Beobachter die Lücke mit den Händen
zu verſtopfen ſuchte. Infolge des ſtarken Gegenſturmes
dauerte die Rückfahrt 4 Stunden. Der Beobachter über=
brachte
dem Oberkommando wichtige Informationen, die
der Feſtungskommandänt dem Funkentelegraphen nicht
anvertrauen wollte.

Das entführte Unterſeeboot.

* Wien, 8. Okt. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Mailand: Die nach Spezia zurückgekehrten beiden Teil=
nehmer
an der Fahrt des entführten Untereſeebootes,
der zweite Kommandant Ingenieur Rochi und der Elek=
triker
Vaſallo, ſind verhaftet worden,

Die Kämpfe in Frankreich.

* Paris, 8. Okt. Das amtliche Commu=
niqué
von geſtern nachmittag 3 Uhr beſagt: Auf un=
ſerem
linken Flügel dauert die Schchlacht mit gro=
ßer
Heftigkeit an, die einander gegenüberſtehenden
Heere reichen bis in die Gegend Lens und Labaſ=
ſée
: ihre Fortſetzung bilden Kavalleriemaſſen, die bis in
die Gegend von Armentieres miteinander kämpfen. Von
der Front zwiſchen der Somme und Maas iſt
n ichts neues zu melden. In Woevre verſuchte der
Feind von neuem, unſere Fortſchritte aufzuhalten; aber
ſeine Angriffe ſind wieder geſcheitert.
* London, 7. Okt. Ein Communiqué des Preſſe=
bureaus
zollt dem Mut und Elan der franzöſi=
ſchen
Truppen in den heftigen Kämpfen nördlich der
diſe und bei Lens Anerkennung und bezeichnet die all=
gemgine
Lage als befriedigend. Hinzuge=
ügt
wird, daß die Deutſchen vor Antwerpen ungeachtet
des ſtarken Widerſtandes der Garniſon ihre Stellungen
vorgeſchoben haben.
* Kopenhagen, 8. Okt. National Tidende meldet
aus London: Alle vorliegenden Nachrichten ſtimmen
arin überein, daß dieſe Woche die Entſcheidung
fallen muß. Die Kämpfe auf dem linken Flügel wer=
en
mit einer ſelbſt in dieſen blutigen Zuſammenſtößen
isher unbekannten Heftigkeit fortgeſetzt.
die Deutſchen ſuchen mit einer Hartnäckigkeit, von der man
ſich keine Vorſtellung machen kann, ſich der gegneriſchen
Stellung zu bemächtigen. Die Kämpfenördlich der
Somme haben einen derart furchtbaren Charakter, daß
ſie unmöglich lange anhalten können.
* Rom, 8. Okt. Giornale d’Italia ſchreibt in dem
heutigen Situationsbericht u. a.: Ganz gewiß iſt der Ge=
neraloberſt
v, Kluck der wahre Held des Krie=
e
,s, weil ihm die ſchwerſte Aufgabe anvertraut wurde
und er es verſtand, ſie mit einer Geſchicklichkeit und Ge=
nialität
zu löſen, die auch die Feinde anerkennen. Tat=
ſächlich
iſt es ihm gelungen, der von überlegenen feind=
ichen
Kräften umzingelt werden ſollte, vorgeſtern ſelbſt
den Feind mit Umzingelung zu bedrohen und ihn zu
zwingen, an verſchiedenen Punkten zurückzugehen. Ge=
neral
Joffre eilte ſofort herbei, um die Sache wieder
gut zu machen. Geſtern wurde das Gleichgewicht wieder
hergeſtellt. Es iſt aber noch nicht geſagt, daß der deutſche
tapfere General nicht noch Chancen habe, um die
Sicherheit des ihm gegenüber ſtehenden franzöſiſchen
Heeres in Frage zu ſtellen.

Frankreichs letzte Anſtrengungen.

* Zürich, 8. Okt. Aus Lyon wird gemeldet, daß
Frankreich gegen die deutſche Armee die
letzten Anſtrengungen macht. Von der italieni=
ſchen
Grenze werden nunmehr alle Truppen zurückgeholt,
die nicht direkt für die Aufrechterhaltung der inneren Ord=
nung
notwendig ſind.

Poincarés Beſuch im Haupfquartier.

* Paris 8. Okt. Poincaré war in Begleitung
der Miniſter Viviani und Millerand ſowie des
Generals Duparge im Großen Hauptquartier
eingetroffen, hatte am Montag vormittag mehrſtündige
Beſprechungen mit dem Generaliſſimus Joffre und
begab ſich nach dem engliſchen Hauptquartier,
vo er ſich mit dem Feldmarſchall French beſprach. Am
dienstag beſichtigte der Präſident zwei franzöſiſche Ar=
meen
. Er und die Miniſter erkundigten ſich nach dem
Funktionieren der Verpflegung und Poſt, des Sanitäts=
dienſtes
und des Abtransportes der Verwundeten. Am
Mittwoch vormittag beſichtigte er in Begleitung Mille=
ands
und des Generals Gallieni das befeſtigte Lager
von Paris und traf am Abend wieder in Paris ein.
* Paris 7. Okt., abends. Nach dem Beſuch bei
den Armeen richtete Präſident Poincaré an den
Kriegsminiſter Millerand einen Brief, in dem er ſagt,
der Beſuch habe ihn tief bewegt. Der Anblick der pracht=
vollen
Truppen und dieſes lobende Zuſammenwirken der
tationalen Energie habe in ſeinem Geiſt die glorreichſten
Erinnerungen der franzöſiſchen Geſchichte erweckt. Die
Truppen wüßten, daß der Sieg nicht ein Preis für die
Tapferkeit, ſondern auch für die Beharrlichkeit und Feſtig=
keit
ſei. Zahlreiche Erfolge, die ſie davongetragen hätten,
lößten ihnen die berechtigte Zuverſicht auf den endgültigen
Erfolg ein. Nach einem Lobe für die Generale und Offi
ziere fügt Poincaré hinzu, die Methode und Standhaf=
tigkeit
des Generaliſſimus ſeien ein Gegenſand der Be=
vunderung
für alle, die ihn am Werke ſehen. Poincaré
bittet ſchließlich Millerand, dem Generaliſſimus, den Kom=
nandanten
der Armeen und der Korps, ſowie den Offi=
zieren
und Soldaten ſeine neuen, ſehr lebhaften Glück=
wünſche
zu übermitteln.
Kriegsminiſter Millerand überſandte einen Brief,
in dem, wie er ſagt, Poincaré die einſtimmigen Gefühle
Frankreichs ausdrückt; der Generaliſſimus fügte ſeine ver=
önlichen
Glückwünſche hinzu. Nach einem Beſuch des
befeſtigten Lagers von Paris richtete Poincaré durch Ver=
mittlung
Millerands einen Brief an Gallieni, in dem
r ſagt. der Beſuch habe ihm geſtattet, die ausgezeichne=
en
Maßnahmen zu ſehen, die ergriffen wurden, um eine
eventuelle Verteidigung der Hauptſtadt aufs vollkom=
mendſte
zu ſichern. Auch Millerand hat Gallieni ſeine
perſönlichen Glückwünſche übermittelt.

Poincaré wieder im ſicheren Bordeaux.

* Bordeaux, 8. Okt. Poincaré, Viviani
und Millerand ſind am Donnerstag zurückge=
ehrt
. Der Miniſterrat hat beſchloſſen, die Beſtimmun=
gen
über Aufſchiebung der Fälligkeit von Mietzahlungen
ſollen auf diejenigen Elſaß=Lothringer angewendet wer=
den
, welchen die Berechtigung zum Aufenthalt in Frank=
reich
gewährt iſt.

Churchills Reiſe nach Antwerpen.

* Stockholm, 8. Okt. Sydsvenska Dagbladet
vom 7. Oktober berichtet: Churchills Reiſe nach
Antwerpen galt der Beratung über eine etwaige
Flucht des Königs Albert nach England.
Nach dem Stockholmer Aftenbladet ſoll die Beſatzung Ant=
werpens
auf Transportdampfern, die auf dem Fluß ver=
ankert
liegen, nach England und von dort nach anderen
Teilen des Kriegsſchauplatzes gebracht werden.

Englands Zuckernot.

* Cardiff, 8. Okt. Wie die Weſtern Mail erfährt,
hat die Regierung anläßlich des Zuckermangels
ſelbſt 900000 Tonnen Rohzucker für 20 Pfund Sterling
pro Tonne angekauft. Der Zucker kommt aus Java,
Mauritius, Batavia und anderen Stellen.

Auf eine Mine geraten.

* London, 8. Okt. Der britiſche Fiſchdampfer
Billing geriet geſtern in der Nordſee auf eine
Mine und ſank. Von der Mannſchaft ſind 7 Perſonen
imgekommen.

Der Papft und der Weltkrieg.

* Rom, 8. Okt. Der Oſſervatore Romano hebt in
ſeinem Leitartikel hervor, daß der Heilige Stuhl in
den Streitigkeiten der Mächte und den ſich
daraus ergebenden blutigen Konflikten ſtets die vollſtän=
digſte
und unbedingte Unparteilichkeit be=
obachten
wolle, weil er die Miſſion des Friedens
und der Nächſtenliebe unter allen Völkern der Erde ohne
Unterſchied der Raſſe und der Religion über jedes andere
Intereſſe ſtelle. Deshalb dürften beſonders die Prieſter
nicht vergeſſen, daß man das allgemeine Intereſſe der
Kirche an der Menſchlichkeit immer über das berechtigte
Streben der Vaterlandsliebe ſtellen müſſe. Dieſe Grund=
ſätze
müßten ſie beſonders ſtets bei Ausübung ihres Am=
tes
und bei Anſprachen an das Volk ſich gewärtig halten
und über den an ſich berechtigten Wunſch nach einem Siege
ihres Landes den weit menſchlicheren und chriſtlicheren
eines allgemeinen Friedens ſtellen. Sie dürften daher ge=
gen
die Feinde nicht Worte der Verachtung und des Haſſes
gebrauchen, ſondern eine Sprache, wie ſie die Nächſten=
iebe
eingebe.

Die Hultung der Türkei.

* Wien, 8. Okt. Die Nachricht, daß die Dreiver=
bandmächte
der Türkei wegen der Dardanellenſperre ein
Ultimatum geſtellt haben, iſt, wie die Reichspoſt
meldet, unrichtig. Richtig iſt dagegen, daß England
die Türkei zuerſt durch Verſprechungen und darauf aber
durch Drohung beſtimmen wollte, eine dem Drei=
verband
genehmere Haltung einzunehmen. Wie
der Pforte naheſtehende Kreiſe verſichern, haben die eng=
liſchen
Vorſtellungen keinerlei Erfolg gehabt. Man wiſſe
in der Türkei allgemein, daß England jedem offenen
zwieſpalt mit der Türkei aus dem Wege
zu gehen ſuche, da es zu ſchwach iſt, um den Kampf mit
dem Kalifat aufzunehmen. Den von engliſcher Seite ge=
hegten
Wunſch der Demobiliſierung werde die Türkei nicht
erfüllen.

Die Kämpfe in Mazedonien.

* Sofia, 8. Okt. Ueber die Kämpfe in Maze=
donien
wird weiter berichtet: Am 2. Oktober ſand bei
dem Orte Gradetz im Kreiſe Tikweſch ein heftiger Kampf
zwiſchen einer Anzahl eingeborener bewaffneter Muſel=
manen
, die infolge der Bedrückung durch die Serben
in das Gebirge flüchteten, und einer Bande des berüch=
tigten
ſerbiſchen Komitatſchis Babunski ſtatt. Der Kampf
dauerte einen Tag, 20 Mann der Bande, darunter der
Führer, fielen. Die Türken hatten einen Toten und drei
Verwundete. Seitdem führten die ſerbiſchen Truppen
und Komitatſchis eine Schreckensherrſchaft in den bul=
gariſchen
Dörfern der Umgebung von Gradetz.
* Sofia, 8. Okt. Die Blätter melden aus Stru=
nitza
, daß drei bulgariſche Dörfer im Gebiet
Tikweſch zerſtört und deren Bewohner getötet wor=
den
ſeien. Der Ortsälteſte des Dorfes Koreſchnik ſei ſamt
dem Gemeinderat ebenfalls erſchlagen worden. Der Kreis=
präfekt
von Negotin habe allen Bauern im Gebiet von
Tikweſch neue Zwangsſteuern auferlegt, die pro Kopf
5 bis 500 Frs. betragen.

Die Republik Portugal.

* Liſſabon, 8. Okt. Der franzöſiſche Panzerkreu=
zer
Dupetit=Thouars welcher an der Jahresfeier
der Proklamation der Republik teilnehmen
ſoll, iſt hier eingetroffen. Die Beſatzung wurde von der
Bevölkerung begeiſtert begrüßt. 1 Der Miniſter
es Aeußern hat den franzöſiſchen Geſandten erſucht, der
Regierung den Dank für die Sympathiekundgebung zu
übermitteln.

* Berlin 8. Okt. (Amtlich.) In der heutigen
Bundesratsſitzung wurde zugeſtimmt dem Ent=
wurf
einer Bekanntmachung über die Ladung zur Geſell=
ſchafterverſammlung
einer Geſellſchäft mit beſchränkter
Haftung, dem Entwurf einer Bekanntmachung über das
Mindeſtgebot bei der Verſteigerung ge=
pfändeter
Sachen dem Entwurf eines Beſchluſſes
betreffend den Zollerlaß für Malz, der Vorlage betref=
fend
den Betrieb von Anlagen der Großeiſeninduſtrie,
den Vorlagen betreffend die Ergänzung der Militärtarife
auf den Eiſenbahnen.
* Berlin, 8. Okt. (W. B. Amtlich.) Der Geſchäfts=
kreis
des mit der Erörterung belgiſcher Gewalt=
tätigkeiten
gegen Deutſche betrauten Reichskommiſ=
ſars
, Miniſterialdirektors a. D. Juſt, iſt dahin erweitert
worden, daß er auch die in den übrigen feindli=
chen
Ländern gegen deutſche Zivilperſonen verübten
Gewaltätigkeiten zu erörtern hat. Er führt jetzt die Be=
zeichnung
Reichskommiſſar zur Erörterung von Gewalt=
tätigkeiten
gegen deutſche Zivikperſonen in Feindesland‟
Die Geſchäftsſtelle iſt, wie bisher, im Reichsamt des In=
nern
, Berlin W. 8, Wilhelmſtraße 74.
* Dresden, 8. Okt. Der König gedenkt im Laufe
des Monats eine Reiſe zum Kaiſer in das
Große Hauptquartier anzutreten und von dort
aus ſich zu allen bei der jetzigen Kriegslage erreichbaren
ſächſiſchen Truppen des weſtlichen Kriegsſchauplatzes zu
begeben.
* Kopenhagen, 8. Okt. Nach einer der National
Tidende zugegangenen Meldung ſollen auf der Inſel Auck=
land
(Auſtralien) 5000 Deutſche, die in Neu=Seeland
anſäſſig waren, kriegsgefangen gehalten werden.
* London 8. Okt. Ein amtliches Commu=
niqué
erhebt Einſpruch dagegen, daß bereits vor dem
Beginn des Krieges engliſche Munition in Mau=
beuge
vorhanden geweſen ſei, und daß dieſes Englands
Abſicht beweiſe, Belgiens Neutralität zu verletzen. Alle
engliſche Munition, die in Maubeuge gefunden worden
ſei, ſei nach dem Beginn des Krieges dorthin geſandt
worden.
* Petersburg, 8. Okt. Der Große General=
tab
teilt mit: An der Grenze Oſtpreußens ſetzen die
Deutſchen, welche Verſtärkungen aus Königsberg erhalten
haben, ihren hartnäckigen Widerſtand in der Linie zwi=
ſchen
Wladislawow und Ratſchki fort, indem ſie
die Engpäſſe zwiſchen den Seen und Sümpfen des Fluß=
gebiets
Tſchernoganſha ausnutzen. Jenſeits der Weichſel
wurden Vorhutgefechte aus den Gegenden von Opatow
und Sandamir gemeldet. In den Karpathen iſt weſtlich
des Fluſſes Sanok eine öſterreichiſche Abteilung geſchla=
gen
worden. Maſchinengewehre und Gefangene wurden
ihr abgenommen. Bei Szolyva, 20 Kilometer nordöſtlich
von Munkacs, haben wir zahlreiche Wagenkolonnen ge=
nommen
.
Saloniki, 8. Okt. Die bisher von den Serben
in Gewgeli gefangen gehaltenen deutſchen Land=
virte
ſind freigelaſſen worden; ſie ſind in Sa=
oniki
eingetroffen.

[ ][  ][ ]

Nummer 278.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Oktober 1914.

Seite 7.

Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet.

A Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 34 Uhr nachm.
B Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag, Diens=
tag
, Freitag 34 Uhr nachm. C Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21) Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr,
nachmittags von 46 Uhr, Dienstags, Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. D Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt DDr. Loſſen), Steinſtraße 21. Täg=
lich
25 Uhr nachm. E Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I), Alexander=
ſtraße
27. Mitt och, Samstag und Sonntag 24 Uhr nachm.
F Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
45 Uhr nachm. E Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 24 Uhr nachm. H Marienhöhe (Geneſungsheim).
I Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags von 24 Uhr. K Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 1. Werktäglich 23½ Uhr nachm., Sonntags 1112 Uhr
vorm. L Städt. Saalbau (Reſ=Laz. III), Riedeſelſtraße 40. Täglich
25 Uhr nachm. M Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1.
Sonntags, Mittwochs und Samstags von 24 Uhr nachm. N Dr.
Weberſche Augenklinik (Dr. Ollendorff), Frankfurter Straße 42. Täglich
1012 Uhr vorm., 36 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang am 7. Oktober.
Bühr, H., Mörſtadt, Art. 61/4, Erſ., E Berth. Ad.,
Darmſtadt, Train=Erſ. 18/3, L. Bopp, A., Rittmeiſter,
Wien, 4. Ldtm.=Schwadron, 18. A.=K., K Brückmann,
P., Frankenthal, Landſt.=Bat., Inf. 115, E Fell, L.,
Hammelburg, Erſ.=Inf. 116/4, L. Fließ, W., Eberſtadt,
Reſ.=Inf. 40/9, L. Funk, K., Darmſtadt, Inf. 116/9, A.
Gerhard, J., Dieburg, Inf. 115/4, L. Gunkel, J., Roß=
dorf
, Inf. 115/11, L. Babler, F., Bensberg, Drag. 24/4,
F Hahn, J., Ober=Modau, Inf. 87/1, B Henſel, A.,
Bruchſal, Inf. 118/12, L. Hild, G., Ober=Ramſtadt, Inf.=
Landft.=Bat., B. Horcher, J., Halbſtadt, Leib=Inf.=Regt.
München, L. Kaiſer, G., Dieburg, Art. 25, Stab, L.
Kindinger, H., Nauheim, Inf. 115/5, N Krollmann, J.,
Mainz, Inf. 115/12, C Kröll, K., Reinrod, Inf. 115/3,
I Michel, R., Habrich, Reſ.=Jäg. 8/1, B Mies, J.,
Limbach, Train 18/1, Erſ., E Möller, A., Hochheim,
Reſ.=Inf. 224/1, L. Neumann, G., Flörsheim, Inf.
115/7, D Peter, J., Ober=Beerbach, Inf. 115/1, L
Pietſch, W., Darmſtadt, Art. 25, Erſ., L. Rettig, A.,
Elmshauſen, Inf. 115/3, I Reinhardt, E., Hammelbach,
Inf. 198/7, I Scharf, J., Eppertshauſen, Inf. 115/2,
Schäffer, K., Magdeburg, Reſ.=Inf. 221/10, E—
Schiatti, G., Raſtatt, Art. 61/2, Erſ., E Schiller, P.,
Nieder=Ramſtadt, Inf. 115/7, A. Schindler, A., Choren=
Toppſchadel, Inf. 115/12, L. Schmitt, A., Ober=Olm,
Inf. 115/3, I Schmitt, P., Hähnlein, Inf. 115/2, I
Schrod, H., Ober=Roden, Inf. 115/2, Erſ., L. Supper,
Ph., Flexburg (Elſ.), Inf. 115/2, C Umſonſt, E., Nak=
kenheim
, Inf. 117/4, L. Völger, L., Erzhauſen, Inf.
115/1. N Walz, H., Lich, Art. 61/3, Erſ., E Wartens=
leben
, M., Ober=Ramſtadt, Inf. 115/11, K.

Aus den Lazaretten entlaſſen.
Abgang am 7. Oktober.

Adams, F., Ohligs, Reſ.=Inf. 20/4, E Becker, A.,
Griesheim, Inf. 115/9, D Braun, A., Train 13, K—
Büren, K., Inf. 137/7. Egnes, K., Inf. 115/2, K
Freitag, Ph., Leipzig, Inf. 181/3, I Gölz, J., Watten=
heim
, Inf. 18/4, D Griebſtein, E., Teichwolframsdorf,
Inf. 105/4, I Kehres, L., Erzhauſen, Reſ.=Inf. 116/4,
N Knecht, P., Gräfenrath, Reſ.=Inf. 20/4, E Koch,
W., Wixhauſen, Inf. 115/5, A. Lehmann, R., Pirna,
Inf. 103/2, I Lemp, W., Inf. 118, Reſ., E Lütter,
H., Inf. 116/2, K Hirte, G., Jäg.=Bat. 111/9, K
Löpelt, O., Art. 28/2, K Mühlberger, F., Inf. 168/2,
K Ritzenthaler, G., Münſter (Elſ.), Inf. 115/5, C
Ruths, H., Inf. 168/2, K Sauer, Ph., Bons, Erſ.=Train
16/3, E Schäfer, J., König i. O., Reſ. 116/4, C
Scheffler, K., Altenburg, Inf. 197, Erſ.=Brig. 64, B
Schmidt, W., 4. Mun.=Kol., 18. Arm.=Korps, K Schreck,
Ph., Darmſtadt, Inf. 115/2, A Steffen, J., Lampertheim,
Inf. 115/1, A. Stein, G., Ldw.=Inf. 116, L. Stettner,
G., Inf. 124/2, K Wagner, H., Siegelberg, Inf. 115/11,
E Weigelt, G., Art. 25, Erſ., E Wilhelm, R., Inf.
71/9, K Willenbücher, H., Beerfelden, Inf. 115/5, C.

Verwundete in Mainzer Lazaretten.

Inf.=Regt. 115: Reſ. Phil. Bender. Wehrm. Friedrich
Lulay. Inf.=Regt. 116: Schütze Adam Hebel. Landw.=
Inf.=Regt. 116: Landwehrm. Georg Dippel. Inf.=Regt.
117: U.=O. d. Reſ. Otto Almendinger. Reſ. Wilh Altmann.
Adam Bieber. U.=O. Joſ. Böhm. U.=O. Julius Buckler.
Landwehrmann Johann Deutzer. Gefr. Hermann Haas.
Musk. Otto Henrich. Landwehrm. Karl Hermann. U.=O.
Adam Insler. Reſ. Karl Jumel. Reſ. Heinr. Jungblatt.
Reſ. Adam Georg Korn. Musk. Georg Lutz. U.=O. d. R.
Kaſpar Maſt. Gefr. Heinrich Mellis. Musk. Jakob Naab.
Musk. Philipp Rebſcher. Musk. Adam Röder. Reſ. Joſ.
Sperber. Reſ. Karl Schmidt. Gefr. d. Reſ. E. Schneider.
Musk. Georg Ernſt Stark. Gefr. d. Reſ. Karl Adam Ulm.
Inf.=Regt. 117 (Erſatz=Batl. 3): Erſ.=Reſ. Konrad Gar=
tenbach
. Inf.=Regt. 118: Musk. Johann Baldeuf. Reſ.
Karl Huwert. Reſ. Paul Midreich.

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Abonnement

auf das

Darmstädter Tagbiart
pro Oktober 60 Pfennig.

Familiennachrichten.

Den Heldentod fürs Vaterland erlitt am
22. Auguſt in dem Gefecht bei Auloy unſer
innigſtgeliebter, unvergeßlicher Sohn, unſer
herzensguter Bruder
(19694
Karl Muner
Poſtaſſiſtent,
Einj.-Gefr. im Leibg.-Inf.-Regt. Nr. 115,
im 24. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Friedr. Müller u. Familie.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1914.
Grafenſtr. 37.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abſehen zu
wollen.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld
ertragenem Leiden entſchlief heute morgen mein
herzensguter Mann, der treue Vater ſeiner
Kinder, unſer lieber Bruder, Onkel und Schwager
Herr Proſeſſor
Kart Wißner
Oberlehrer am Großh. Realgymnaſium.
Im Namen der tief=
trauernden
Hinterbliebenen:
Dorchen Wiſter,
Hermane Wißner,
Willi Wißner.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1914. (19717
Die Einſegnung und Einäſcherung findet Sams=
tag
, den 10. Oktober, nachmittags 4 Uhr, auf
dem hieſigen Waldfriedhof ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitte abſehen zu wollen.

Statt beſonderer Anzeige.

Geſtern abend 11½ Uhr erlöſte Gott der
Herr von ſchwerem Leiden durch einen ſanften
Tod unſere liebe Tochter, Schweſter, Schwägerin
(19697
und Nichte
Hedwig Blaul
in ihrem 28. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1914.
In tiefer Trauer
im Namen der Hinterbliebenen:
Pfarrwitwe Eliſe Blaul,
geb. König.
Die Beerdigung findet in aller Stille ſtatt.

Nachruf.
Am 14. September erlitt den Heldentod
fürs Vaterland unſer treuer Freund (*6905
Valentin Waqner
m hoffnungsvollen Alter von 21 Jahren.
Wir werden ihm ein treues Andenken alle=
zeit
bewahren.
Weiterſtadt, den 9. Oktober 1914.
Sein Freundeskreis.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſeres
innigſtgeliebten Kindes ſagen wir auf dieſem Wege
unſeren herzlichſten Dank.
(*6879
Familie Marl Zimmer,
Reſ.-Lokom.-Führer.

Dankſagung.
Herzlichen Dank Allen, die beim Ableben
meines lieben Gatten, unſeres guten Vaters,
Sohnes, Bruders und Schwagers
(19701
Franz Rieger
Gaſtwirt
uns ihre Anteilnahme bekundeten.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen.

Für die vielen Beweiſe warmer
Teilnahme ſagen herzlichſten Dank
Familie Karl Tenner,
Familie Erlenmeyer,
Familie Friedrich Tenner.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1914.
(*6884

Dankſagung.
Für die uns bewieſene Teilnahme deim Ab=
leben
unſerer lieben Schweſter, Schwägerin u. Tante
Fräulein
Philippine Bernhard
(19707
ſagen herzlichen Dank.
Darmſtadt,
Frankfurt a. M., 8. Oktober 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen.

Für die zahlreichen Beweiſe auf=
richtiger
Teilnahme an meinem ſchweren
Leid ſage ich Allen herzlichen Dank.
Darmſtadt, 7. Oktober 1914.
Tilla Baumgarten,
geb. Issmer.
(*6902

Wetterbericht.

Ein kräftiges Teiltief der nördlichen Depreſſion be=
einflußt
mit ſeinen ſüdlichen Randwirbeln Nord= und
Oſtdeutſchland. Doch ſcheint ſich das über dem weſtlichen
Mitteleuropa liegende Hoch zu behaupten und noch an
Ausdehnung zu gewinnen, ſo daß eine Aenderung des
Wetters wohl nicht eintreten wird.
Wetterausſichten für Freitag: Ziemlich trocken,
tagsüber mild, nachts kalt, in höheren Lagen Nachtfroſt,
ruhig, vielfach Morgennebel.

Verſteigerungskalender.

Samstag, 10. Oktober.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 10 Uhr Wil=
helminenſtraße
29.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Dra=
goner
=Kaſerne (Regt. Nr. 24).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben
: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Nr. 145.

Freiag, 5. Htiober.

1914.

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit die zurzeit geltenden Beſtimmungen über die Einfuhr
von Klauenvieh (Maßnahmen gegen die Einſchleppung der Maul= und Klauen=
ſeuche
) nachſtehend zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
I. Klauenvieh (Rindvieh, Schafe, Ziegen, Schweine), das aus verſeuchten nicht=
heſſiſchen
Gebieten (ſ. Ziffer VIII) oder von nicht heſſiſchen Viehmärkten kommend in
den Kreis Darmſtadt zu Zucht= und Nutzwecken eingeführt wird, iſt
a) tunlichſt ſchon vor der Einfuhr, jedenfalls aber vor der Einſtellung dem zu=
ſtändigen
beamteten Tierarzt und der Polizeibehörde des Einſtellungsortes anzumel=
den
; anmeldepflichtig iſt jeder, der die Tiere einführt oder einführen läßt, einerlei,
ob dies für eigene Rechnung oder Rechnung anderer oder im Auftrag anderer geſchieht;
b) ſofort auf die Dauer von 9 Tagen in einem mit Klauenvieh nicht beſtellten
Gehöft abzuſondern;
a) nach Ablauf dieſer 9tägigen Abſonderungsfriſt durch den zuſtändigen beamteten
Tierarzt zu unterſuchen;
4) die unter b unde angeordnete Abſonderungsdauer iſt mit 9mal
24 Stunden voll einzuhalten.
II. Der gleichen Maßnahme wie unter Ziffer I unterliegt das aus den nach
§ 168 der Bundesratsvorſchriften innerhalb des Großherzogtums Heſſen gebildeten
Schutzbezirken eingeführte Klauenvieh.
III. Soll zu Nutz= und Zuchtzwecken beſtimmtes Klauenvieh aus nicht heſſiſchen
Gebieten, auch wenn dieſe nicht als verſeucht gelten, mit der Eiſenbahn auf heſſiſchen
Eiſenbahnſtationen verladen oder in das Großherzogtum eingeführt werden, ſo ſind
folgende Beſtimmungen zu beachten:
a) das Verladen, Umladen und Umexpedieren iſt auf heſſiſchen Eiſenbahn=
ſtationen
nur nach vorausgegangener amtstierärztlicher Unterſuchung und, wenn dieſe
keine Beanſtandung ergeben hat, geſtattet;
b) vor dem Entladen hat eine amtstierärztliche Unterſuchung ſtattzufinden. Iſt
dieſe innerhalb der Entladefriſt nicht angängig, dann ſind die Tiere vorläufig abge=
ſondert
in einem dem Einführenden zur Verfügung ſtehenden, mit Klauenvieh nicht
beſtellten Gehöft einzuſtellen. Eine anderweite Einſtellung und Verteilung der Tiere
in verſchiedene Gehöſte darf erſt ſtattſinden, wenn bei der amtstierärztlichen Unter=
ſuchung
feſtgeſtellt worden iſt, daß die Tiere nicht nach Ziffer Ib abgeſondert werden
müſſen;
c) der Zeitpunkt des Verladens, Umladens, Umexpedierens und Entladens iſt
ſtets rechtzeitig vorher dem beamteten Tierarzt mitzuteilen. Zu dieſer Anzeige ver=
pflichtet
ſind ſowohl die Beſitzer, Einführer oder Begleiter der Tiere, als auch, ſoweit
es ſich um Umladen, Umexpedieren oder Entladen handelt, die Bahnhofsvorſtände.
IV. Rindvieh, Schafe und Ziegen (nicht aber Schweine), die aus unverſeuchten
Kreiſen (Bezirksamts=, Oberamts=, Amtsbezirken), welche zu Regierungs= (oder ähn=
lichen
Verwaltungs=)bezirken gehören, die an das Großherzogtum angrenzend und

nach Ziſſer VIII als verſeucht
könnent von dem zuſtändigen beamteten Tierarzt von der Abſonderung (Iifer I9)
freigegeben werden, wenn
a) die Herkunft der Tiere aus den vorgelegten Begleitpapieren und den nicht
über 1 Woche alten Urſprungszeugniſſen einwandfrei feſtzuſtellen iſt;
b) die Seuchenfreiheit des Herkunftskreiſes durch eine vom beamteten Tierarzt
unmittelbar bei dem beamteten Tierarzt ienes Kreiſes (Bezirksamts=, Oberamts=,
Amtsbezirks) einzuholende telegraphiſche Auskunft nachgewieſen iſt die Koſten der
Telegramme hat der Antragſteller zu vergüten;
c) kein Verdacht beſteht, daß die Tiere vor der Einfuhr auf einem nicht heſſi=
ſchen
Viehmarkt aufgetrieben waren.
V. Die Abſonderung der Tiere iſt aufzuheben, wenn die Unterſuchung (Ziffer Ic)
ergeben hat daß die Tiere nicht ſeuchenverdächtig ſind.
VI. Bis dahin darf das Gehöft, abgeſehen von Notfällen, nur vom Beſitzer der
Tiere, deſſen Vertreter, den mit der Wartung und Pflege betrauten Perſonen und von
Tierärzten unter den notwendigen Vorſichtsmaßregeln (Reinigung, Desinfektion) be=
treten
werden.
CII. In Einzelfällen kann von uns ausnahmsweiſe geſtattet werden, daß das
abzuſondernde Vieh in ein Gehöft eingeſtellt wird, in dem noch anderes Klauenvieh=
untergebracht
iſt. Dieſe Genehmigung wird jedoch nicht erteilt, wenn das Gehöft mit
mehr als 5 Stück Klauenvieh, worunter ſich wiederum nicht mehr als 3 Stück Rindvieh
befinden dürfen, beſtellt iſt.
VIII. Als verſeuchte nichtheſſiſche Gebiete haben zunächſt zu gelten alle in dem
Reichsanzeiger, der Darmſtädter Zeitung oder ſonſtwie als verſeucht bekannt gegebenen
nicht heſſiſchen Regierungs= (oder ähnliche Verwaltungschbezirke.
IX. Das Abſchlachten von abgeſondertem Vieh kann von uns jederzeit nach den
für Beobachtungsvieh geltenden Vorſchriften (§ 166 der Bundesratsvorſchriften) ge=
ſtattet
werden.
tel Begs wird noch ausdrücklich hervorgehoben, daß die Einfuhr von Klauenvieh=
zu
Nutz= und Zuchtzwecken im Sperrbezirke verboten iſt
XI. Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Beſtimmungen werden unnach=
ſichtlich
auf Grund der §§ 74 bis 77 des Reichsviehſeuchengeſetzes zur Anzeige gebracht.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

An die Ortspolizeibehörden und die Gendarmerien des Kreiſes.

Auf die vorſtehende Bekanntmachung weiſen wir Sie ganz beſonders hin. Die
Großh. Bürgermeiſtereien des Landkreiſes wollen die Anordnungen wiederholt orts=
üblich
bekannt machen laſſen und außerdem die im Orte wohnenden Biehhändler noch
beſonders darauf hinweiſen.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1914.

Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

(19716

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 2 Spitzhunde, 1 Pinſcher. 1 Dogge, 1Pinſcher, 1 Kriegs=
hund
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei
dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
(19695
10 Uhr, ſtatt.,

Bekanntmachung
den Schutz der Angeſtellten in offenen Verkaufsſtellen gegen
Geſundheitsgefährdungen, insbeſondere die Einrichtung aus=
reichender
Sitzgelegenheit betreffend.

Die Inhaber von offenen Verkaufsſtellen ſind zufolge § 62,
Abſ. 1 des Handelsgeſetzbuches verpflichtet, die Geſchäftsräume ſo ein=
zurichten
und den Geſchäftsbetrieb ſo zu regeln, daß die Angeſtellten
gegen eine Gefährdung ihrer Geſundheit, ſoweit die Natur des
Betriebes es geſtattet, geſchützt ſind.
Zum Zwecke der Durchführung dieſes Grundſatzes hat der
Bundesrat auf Grund des § 139h der Gewerbeordnung folgende
Beſtimmungen über die Einrichtung von Sitzgelegenheit für
Angeſtellte in offenen Verkaufsſtellen erlaſſen. (Bekanntmachung
des Reichskanzlers vom 28. November 1900):
1. In denjenigen Räumen der offenen Verkaufsſtellen, in welchen
die Kundſchaft bedient wird, ſowie in den zu ſolchen Verkaufs=
ſtellen
gehörenden Schreibſtuben (Kontoren) muß für die
daſelbſt beſchäftigten Gehilfen und Lehrlinge eine nach der
Zahl dieſer Perſonen ausreichende, geeignete Sitzgelegenheit
vorhanden ſein. Für die mit der Bedienung der Kundſchaft
beſchäftigten Perſonen muß die Sitzgelegenheit ſo eingerichtet
ſein, daß ſie auch während kürzerer Arbeitsunterbrechung
benutzt werden kann.
Die Benutzung der Sitzgelegenheit muß den bezeichneten
Perſonen während der Zeit, in welcher ſie durch ihre Be=
ſchäftigung
nicht daran gehindert ſind, geſtattet werden.
2. Unberührt bleibt die Befugnis der zuſtändigen Behörden,
im Wege der Verfügung für einzelne offene Verkaufsſtellen
(§ 139 g der Gewerbeordnung) oder durch allgemeine An=
ordnung
für die offenen Verkaufsſtellen ihres Bezirks
(§ 139h, Abſ. 2 a. a. O.) zu beſtimmen, welchen beſonderen
Anforderungen die Sitzgelegenheit in Rückſicht auf die Zahl
der Perſonen, für welche ſie beſtimmt iſt, ſowie hinſichtlich
ihrer Lage und Beſchaffenheit genügen muß.
Allgemeine Anordnungen zur Ausführung dieſer Bundesrats=
vorſchriften
im Sinne der Ziffer 2 ſind bis jetzt nicht erlaſſen.
Es iſt darum Sache der Polizeibehörde, im einzelnen die zur
Durchführung der Bundesratsvorſchriften ſowie überhaupt des § 62,
Abſ. 1 des Handelsgeſetzbuches erforderlichen Anordnungen zu erlaſſen.
Zu dieſem Zweck werden wir eine zeitweilige Beſichtigung
der offenen Verkaufsſtellen und der zu ſolchen gehörenden
Schreibſtuben (Kontorc) während der Geſchäftsſtunden durch
unſere Beamten vornehmen laſſen. Hierbei vorgefundene Zuwider=
handlungen
gegen die erwähnten Bundesratsvorſchriſten werden ge=
mäß
§ 147 Abſ. 1 Ziffer 4 der Gewerbeordnung Beſtrafung des ver=
antwortlichen
Geſchäftsinhabers mit Geldſtrafe bis 300 Mark, im
Unvermögensfalle mit Haft zur Folge haben.
Darmſtadt, den 6. Oktober 1914.
(19689
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Bekanntmachung
das Aufſtellen der Kehrichtgefäße betreffend.

Das Aufſtellen der Kehrichtgefäße vor den Hofreiten auf
der Straße iſt verboten. Offene Kehrichtgefäße dürfen innerhalb
der Hofreiten an den Eingängen nicht ſo aufgeſtellt werden, daß ihr
oft widerwärtiger oder Ekel erregender Inhalt von der Straße aus
geſehen werden kann. Zum Aufbewahren des Hauskehrichts eignen
ſich am beſten die mit Deckel verſehenen Kehrichtgefäße, wie ſie von
hieſigen: Firmen in den Handel gebracht werden. Dieſe runden
Kehrichteimer mit Tragbügel und daran befeſtigtem Deckel
verhindern das Herausſcharren und Verſchleppen des Kehrichts durch
Hunde, erleichtern das Entleeren der Behälter bei der Abfuhr und
ſind, wenn ſie, wie vorgeſchrieben, innerhalb der Hofreiten an den
Eingängen aufgeſtellt werden, für das Straßenbild nicht mißſtändig.
Darmſtadt, den 6. Oktober 1914.
(19660df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Stärkwäſche z. Büg. wird angen.
6744df) Heidelbergerſtr. 23, III.I.

Sprungſ.=Matr. u. ov. Tiſch zu verk.
Ibrgug
Stiftſtr. 89, part.

Preſe ſir Fleſch un Brat
in der Stadt Darmſtadt
am 5. Oktober 1914.

(Mitgeteilt von der Großh. Zentral=
ſtelle
für die Landesſtatiſtik.)
Häufigſter Preis in 4 pro Pfund
Ochſenfleiſch mit Beilage . . 100
90
Rindfleiſch ,
.80%)
Kuhfleiſch
Kalbfleiſch
. 100
Hammelfleiſch
. 100
Schweineileiſch,
Leberwurſt gewöhnliche
Biutwurſt,
Geräucherter Speck
. 10
Schweineſchmalz, inländiſches
Brot I. Sorte
Brot,II. Sorte
*) Durchſchnittspreis.
Die Erhebung erſtreckte ſich auf
45 Metzgereien, und zwar auf 25,
in denen Ochſen=, Kuh= od. Rind=
fleiſch
, auf 17, in denen Kalbfleiſch,
auf 6, in denen Hammelfleiſch und
17, in denen Schweinefleiſch ver=
kauft
wurde; ferner für Brot auf
18 Bäckereien und 4 ſonſtige Läden.
Die von der Bäckerinnung feſt=
geſetzten
Mindeſtpreiſe für Brot:
I. Sorte, Weißbrot 2½ Kilo 84 Pf.
42
II. Sorte, Schwarzbrot2 64
32

Bekanntmachung.

Für den Verkauf des Holzes auf
dem Holzhofe dahier ſind bis auf
weiteres folgende Preiſe pro Rm.
feſtgeſetzt:
Buchen=Scheiter I. Kl. 12 Mk.
II. Kl. 10
Kiefern=Scheiter I. Kl. 10
8
Knüppel
Scheiter II. Kl. beſtehen aus auf=
geſpaltenem
Knüppelholz.
Die Holzbeſtellungen haben bei
Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt II
(19691
zu erfolgen.
Darmſtadt, 8. Oktober 1914.
Großh. Holzmagazins=Verwaltung.
Heinemann, Geh. Forſtrat.

Bekanntmachung.

Laut Beſchluß der Geſellſchafter=
Verſammlung vom 31. Auguſt d.
J. iſt die Wartburg=Buchhandlung
G. m. b. H. in Darmſtadt aufge=
löſt
. Die Gläubiger der Geſell=
ſchaft
werden hiermit aufgefordert,
ſich innerhalb 6 Wochen bei der
Geſellſchaft zu melden. (19682tsg
Darmſtadt, 7. Oktober 1914.
Wartburg=Buchhandlung
i. Liqu.

Feldstecher
in Aluminium,
vorzügliches leichtes Glas,
für Militär geeignet, preis-
wert
zu verkaufen.
Näh. Geschäftsstelle. (19533t

Beleuchtung von Einfahrten,
Höfen, Treppen, Fluren uſw.

Wir weiſen wiederholt auf die den Eigentümern von Grund=
ſtücken
obliegende Verpflichtung hin, die Toreinfahrten, Höfe,
Hausflure, Gänge und Treppen, ſofern und ſolange ſie jeder=
mann
zugänglich ſind, während der Dunkelheit ſo ausreichend
zu beleuchten, duß für die daſelbſt verkehrenden Perſonen keine
Gefahr beſteht.
Dieſe Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern von
Fabriken, gewerblichen Anſtalten und Arbeitsſtätten, von Ver=
gnüg
ungs=, Verſammlungs= und Schankſtätten (den letzteren ins=
beſondere
auch hinſichtlich der Bedürfnisanſtalten) ob.
Pflichtwidrige Unterlaſſung der Beleuchtung begründet, falls
hierdurch jemand zu Schaden kommt, die Entſchädigungspflicht,
ſowie die ſtrafrechtliche Verantwortlichkeit.
Die Verpflichtung kann durch Vertrag auf Hausverwalter,
Mieter uſw. übertragen werden. Dies ſetzt jedoch die überein=
ſtimmende
Willenserklärung beider Parteien, des Vermieters und
des Mieters, voraus. Eine einſeitige Erklärung des Vermieters (als
ſolche iſt auch der ohne vorherige Verſtändigung mit dem Mieter
erfolgende Aushang einer Hausordnung zu zählen) kann die oben=
genannte
Verpflichtung für die Mieter nicht begründen.
Darmſtadt, den 6. Oktober 1914.
(19661df
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Strohlieferung.

Die Lieferung von 200 Zentnern Kornſtroh (Maſchinendruſch)
und 15 Zentnern Gerſtenſtroh (Maſchinendruſch) für verſchiedene ſtädt.
Verwaltungen ſoll vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen während der Geſchäfts=
ſtunden
im Stadthaus (Zimmer Nr. 39) zur Einſicht offen.
Angebote ſind, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bis
Dienstag, den 13. Oktober I. Js., vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
Darmſtadt, den 6. Oktober 1914.
(19683fs
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.

Bekanntmachung.
(Leſeholzuntzung.)

In den Waldungen der Oberförſtereien Beſſungen, Darmſtadt
und Kranichſtein dürfen ſchon vom 1. Oktober l. J. an die zum Leſe=
holzſammeln
zugelaſſenen Perſonen außer Mittwoch auch Samstag
Leſeholz in der Gemarkung Darmſtadt unter den bekannten, für
dieſe Nutzung erlaſſenen Vorſchriſten ſammeln.
(19177a
Darmſtadt, den 26. September 1914.
J. A.:
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Lieferung von Lebensmitteln.

Die für das Wirtſchaftsjahr 1914/15 in der Küche der Erſatz=
Abteilung Feldartillerie=Regiments Nr. 61 erforderlichen Kartoffeln,
Gemüſe, Hülſenfrüchte und ſonſtigen Beköſtigungsmittel, ſowie die
Abgabe der Küchenabfälle (Spülicht) ſollen vergeben werden Die
Lieferungsbedingungen können täglich auf Zimmer 33 im Stabs=
gebäude
der Kaſerne am Beſungerweg eingeſehen werden.
Schriftliche Angebote mit der Aufſchrift Lieferung von Lebens=
mitteln
und Proben ſind bis zum 15. Oktober 1914 an die Er=
ſatz
=Abteilung des Feldartillerie=Regiments Nr. 61 verſchloſſen ein=
zureichen
.
(19655df
Darmſtadt, im Oktober 1914.
Die Erſatz=Abteilung Feld=Art.=Regts. Nr. 61.

Bekanntmachung.

Die Etappen=Kommandantur macht bekannt, daß an den
Wochentagen die Annahme für Pakete pp. um 6 Uhr nachmittags
pünktlich geſchloſſen wird.
An Sonntagen können Pakete in der Zeit von 8 bis 11½ Uhr
(19677
vormittags aufgeliefert werden.
Etappen=Kommandantur 3 Darmſtadt.

[ ][  ][ ]

Nummer 278.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Oktober 1914.

Seite 9.

Die Arbeiten und Lieſerungen für die Erbauung eines Dienſt=
wohngebäudes
für vier mittlere Beamte auf Bahnhof
Kranichſtein ſollen nach Loſen getrennt vergeben werden.
Los I umfaßt die Erd= und Maurerarbeiten,
Los II die Zimmerarbeiten.
Verdingungsanſchläge ſind bei dem unterzeichneten Amte wäh=
rend
der Dienſtſtunden Werktags von 812 und von 2½—6 Uhr
einzuſehen, und können für Los I zum Preiſe von 0,90 Mk., für
Los II zum Preiſe von 0,70 Mk. bei porto= und beſtellgeldfreier Ein=
ſendung
des Betrages in bar, bezogen werden.
Angebote mit entſprechender Aufſchrift ſind bis Dienstag, den
20. Oktober 1914, vormittags 100 Uhr, bei dem unterzeichneten
Amte einzureichen.
Zuſchlagsfriſt: 4 Wochen.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1914.
(J,19709
Großh. Eiſenbahn=Betriebsamt 1.

Bekanntmachung.

Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß in Darmſtadt
vom 1. Oktober ds. Js. ab der Strompreis für Beleuchtungszwecke
auf 45 Pfg. für jede Kilowattſtunde feſtgeſetzt wird.
§ 7 A der Tarifbeſtimmungen vom 25. Mai 1912 wird hiermit
aufgehoben und erhält folgende Faſſung:
§ 7.
Strompreiſe
für den Verbrauch in einem Verwaltungsjahr, das am 1. April
beginnt und am 31. März endigt.
A. für Beleuchtungszwecke
für jede Kilowattſtunde 45 Pfg.
Die unter B aufgeführten Tarifbeſtimmungen vom 25. Mai
1912 bleiben unverändert.
(19291dof
Darmſtadt, im September 1914.
Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft.

Verſteigerungs-Anzeige.

Samstag, den 10. Oktober 1914, vorm. 10 Uhr,
werden im Hauſe Wilhelminenſtr. 29, II., rechts, die noch übrig
gebliebenen Gegenſtände:
4 Ladenſchränke, Geſtelle, Tiſche, 1 gr. Trumeauxſpiegel,
Damen= und Kinderhüte, Sofas, Schränke, 1 vollſt. Bett,
Schließkorb, Glas u. Porzellan, Lampen, Lüſter u. a. m.
durch den Unterzeichneten beſtimmt verſteigert.
(19716
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.

Große Mobiliar=Verſteigerung

im Hauſe Eliſabethenſtraße 53
Nächſten Freitag, den 9. Oktober cr., vorm. 9 Uhr,
Aus einem Nachlaß: Kleiderſchränke, Betten, Nachttiſche, Kom=
moden
, Stühle, Kameltaſchen=Diwan, Weißzeug ꝛc., Küchen=
ſchrank
, Anrichte, Nähmaſchine ꝛc. ꝛc..
Ferner aus dem Konkurs Hebermehl: 1 faſt neues Pianino
(Fabrikat Arnold), verſchied. Reſtbeſtände der Geſchäftsein=
richtung
, Fäſſer, Lampen, Kontorſtuhl, Warenſchränke, eine
(19637df
Partie Lampenzylinder ꝛc. ꝛc.
Hch. Hilsdorf, Amtsgerichtstaxator
Darmſtadt, Eliſabethenſtr. 2, Telephon 314.

Pensionat Wagner
10 Neckarſtraße 10.
An dem Handarbeits=Unterricht, ſowie ſonſtigen
Fächern meiner Penſionärinnen können noch einige
Schülerinnen teilnehmen.
(19541a
Beginn Mitte Oktober.
Mäßiger Preis.

Empfehle:

Hirschbraten im Ausschnitt
Vorderschlegel per Pfund 80 Pfg.
per Pfund 1.00 Mk.
Ziemer
per Pfund 1.20 Mk.
Keulen
Wildſchweinrima60-.
Rehbraten in allen Größen
Haſen (auch geteilt)
Lapins, Wild=Ragout
Faſanen von Mk. 1.50 an
Feldhühner, Rhein-Wildenten,
feinstgemäst. Gänse, Enten, Hahnen,
Junge Tauben, Ragout-Hühner.
einrich uriin
(19696
Hoflieferant.
NB. Auf Wunsch werden die Wildbraten auch gespickt geliefert.

Unter hohem Protektorat Ihrer Durchlaucht der Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg, Prinzessin von Batteserg.
Frer Pil. Schmntt Sche Anddene Tur Fenkanst
zugleich Gesangschule für Konzert, Oper und Haus.

Fernsprecher 2482

Gegründet 1851

Elisabethenstr. 36

Das Wintersemester beginnt Donnerstag, den 15. Oktober.
Kunstschule: Vollständige Ausbildung in allen Fächern der Musik.
Dilettantenschule: Vom ersten Anfang bis zur höchstmöglichen Ausbildung.
Elementar-Klavier- u. Violinschule: Für Kinder unter 10 Jahren zu ermäßigtem Honorar.
Einzel- und Klassenunterricht je nach Wunsch.
Schriftliche oder mündliche Anmeldungen an die Direktion,
Elisabethenstraße 36, erbeten.
(19684a
Sprechstunden: Vormittags von 1112½ Uhr.
Prospekte kostenfrei durch die Direktion, die Musikalienhandlungen u. das Verkehrsbüro.
Die Direktion: Wilhelm Schmitt, Willy Hutter.

ie Unterzeichnete bittet um Zu=
wendung
von
Liebesgaben
für das Regiment Nr. 131
(Mörchingen)
bis ungefähr den 18. Oktober zur
Weiterbeförderung an das Rote
Kreuz.
(B19706
Freifrau Schaeffer von Bernſtein
geb. von Kopp.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1914
Schießhausſtraße 67.

Nächste Verlösungen:
Geldlotterie zur Bekämpfung der
Tuberkulose das Los Mk. 3.
Ziehung am 20. und 21. Okt. cr.
Prinz-Heinrichflug Geldlotterie
das Los Mk. 1., Zieh. am
4. Nov. cr., empfiehlt und
verſendet
(19523a
Philipp J. Schmidt,
Königl. Preuß. Lotterie= Ein=
nehmer
, Darmstadt, Rhein=
ſtraße
33, Tel. 1734.
Obſtzüchterei Emmelinenhütte
Hermannſtraße 51
empfiehlt billigſt (*6863fs
Kanada=Renette
Ananas=Renette
Goldparmänen
Metäpfel, Schafnaſen
Diels Butterbirnen
Bergamottbirnen
Napoleons=Butterbirnen
Paſtorenbirnen
200 100
3 Liter=Weinfäſſer 50 Ltr.

Alle Sort. gute Tafelbirnen
10 Pfd. à 12 Pfg., gr. Katzenköpfe,
ſowie ein groß. Poſten beſte Butter=
birnen
per Pfd. 8 Pfg., zum ſofort.
Genuß. Wirtſchaftsäpfel. (*6832
C. Wacker, Rhönring 35, III.

Birnen

baumweiſe zu verkaufen
Wiener, Sensfelderweg (*6854
Birnen
Hofrat und Diel’s Butter
12½ Pfund 1 Mk.
Wiener, Sensfelderweg. (*6853
Goldparmänen per Ztr. 8 u. 10 Mk.
Späte Kochäpfel per Ztr. 68 Mk.
Essäpfel per Ztr. 8 Mk.
Ess- u. Tafelbirnen per Ztr.
8 u. 10 Mk.
Kochbirnen per Ztr. 57 Mk.
Proben können jederzeit ein=
(*6741fo
geſehen werden.
Pitthan, Carlshof.
Aepfel
Zentner von 8 M. an, Flaſchen=
birnen
Zentner 7 M., Kürbiſſe
6 Pf. p. Pfd. Gutenbergſtr. 60. (*6871
Freitag
Metzel-
ſuppe
.
Morgens Wellfleiſch
Fritz Hedderich Wiw.
Bleichſtraße 25. (*6360
Großherz. Hoftheater.
Freitag, den 9. Oktober 1914.
Keine Vorſtellung.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 10. Okt. Außer Ab.
Zweite Volksvorſtellung zu er=
mäßigten
Preiſen. Der Trom=
veter
von Säkkingen. An=
fang
7½ Uhr. (Vgl. beſ. Anz.)
Sonntag, 11. Okt. 16. Ab.=Vſt.
C 5. Die Meiſterſinger
von Nürnberg‟ Gewöhnl.
Preiſe. Anfang 6 Uhr.
Montag, 12. Okt. (Keine Vorſt.)

Obſt=Gemüſen. Kartoffelmarkt
verbunden mit
Obſt= und Gemiſe=Ausſtellung
am 10., II. und 12. Oktober
in den Saal= und Gartenräumen
der Brauerei zum Schützenhof
Eintrittspreis 10 Pfg. (19679fs) Loſe zu 30 Pfg.
Nächhilſe-Schule, Vermannſtr. 0
Arbeitsſtunden Nachhilfe=Kurſe.
Für Sextaner - Oberſekundaner (einſchl.) aller hieſigen höheren Schulen.
Beſter Erſatz f. teuere Privatſtunden. Kein Schulwechſel mehr nötig.
Die Schüler werden nicht nur einfach überwacht. Nichtverſtandenes
durch Fachlehrer erklärt. Erziehung und Gewöhnung zu ſelbſtändigem
Arbeiten (Arbeitsprinzip). Beginn 15. Oktober.
(B19306
* Auswärtige Schüler erhalten vorzügliche Vollpenſion.
Aolliz: Solche aus der Umgebung Darmſtadts können als Halb=
penſionäre
(Mittageſſen Vesper Arbeitsſtunde) aufgenommen
werden, um abends zu ihren Eltern zurückzukehren. Der Leiter.
Darmstädter Pädagogium.
Vorbereitung zum Einjährigen=, Primaner=,
Fähnrichs= und Abiturienten=Examen
Bis jetzt beſtanden: 75 Abiturienten, 60 Primaner,
163 Einjährige u. v. a.
(B18786
M. Elias, Herdweg 56½.

Hessische
Handelslehranstalt
Fernspr. 923. Darmstadt. Rheinstr.6.
Schulmäßiger Klassenunterrie i in allen Fandelsfächern.
Das Wintersemester beginnt Dienstag, 6. Oktober.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch (18204a
Diplomhandelslehrer Wilh. Siedersleben,
gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.

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Friedrichſtraße 13, I.

nimmt noch einige Damen auf.
Nach Wunſch gewiſſenhafter Unterricht in ſämtlichen Lehrfächern.
Für die Kriegsdauer
(19094a
auch vorübergehende Aufnahme von Penſionärinnen.

Nach 17jähriger erfolgreicher Wirksamkeit
und Ausübung einer umfangreichen Praxis in der
gesamten spezial-ärztlichen Chirurgie habe ich die
ärztliche Leitung der chirurgischen Ab-
teilung
an der
Ernst-Ludwig-Heilanstalt
übernommen.
Ich übe ausserdem konsultative Praxis aus
und habe meine Sprechstunden in der Anstalt von:
1012 Uhr vorm. und 25 Uhr nachm.
(ausgenommen Samstags-Nachmittags u. Sonntags).
Darmstadt, 8. Oktober 1914.
(19692
Dr. med. R. J. Schaefer
Spezialarzt für Chirurgie.

etete h
Gvon 1415 Jahren bill. zu vk.
*6858) Gutenbergſtr. 58, part.

Winderwagen, gut erhalt., billig
zu verkaufen
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Rheinſtr. 47, Hths., III., lks.

[ ][  ][ ]

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Tausende Betten, sowie riesige Quantitäten Dreile,
Daunen-Köper, Federn und Daunen kaufen vier grosse
Spezialgeschäfte der Firma Buchdahl
gemeinschaftlich ein.

Daher beste Qualitäten zu billigsten Preisen.
Ein Besuch meines modernen Spezial-Hauses überzeugt
Sie von den grossen vorteilen.
Einige Preisangaben:
Eisenbetten
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Stahlbetten . Mk. 42. 39. 34. 29. 25. bis 18.50
Holzbetten
Mk. 56. 48. 29. 23. bis 15.50
Hessingbetten
. Mk. 98. 79. 72. bis 55.
Kinderbetten
. Mk. 36. 29. 27. 21. bis 8.75
Matratzen:
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Seegras-Füllung
. Mk. 17.50 14. bis 6.50
Wollfüllung
Mk. 27. 24. bis 22.50
Kapok-Füllung
. Mk. 55. 48. bis 39.
Haar-Füllung
. Mk. 125. 95. bis 65.
Beckbetten und Kissen, Patentmatratzen. Steppdecken, Koltern.
Betten-
Markt 11
Spezial-Haus Buckaufar Tel.2iss

Meiner werten Kundſchaft zur Kenntnis, daß ich
dieſes Jahr wieder mit
prima Tafel= und Wirtſchaftsobſt
auf dem Obſtmarkte Darmſtadt, Schützenhof,
ſein werde, und bitte um geneigten Zuſpruch. (19624dfs
Kaisermühle
Peter Breitwieser, Eberstadt b. D.

Bin heute mit einem Transport von 22 Stück
2jährige, 3 jährige bis 5 jährige
(*6865
belgischer Pferde
eingetroffen. Darunter 1 Geſpanp. Rappen, ein Ge=
ſpann
Füchſe und gute Einſpänner.
Liebfrauenstrasse 49,
Landau, Darmstadt, relephon 2077.

Loſe für den Obſt= und Kartoffelmarkt
ſind à 30 Pfg. in den bekannten Verkaufsſtellen
zu haben.
Die Verloſungskommiſſion.
19680fs)

Sehr gut und ſauber gehaltenes
Bett ſofort zu verk. (*6645mf
Mollerſtr. 34, 3. St.

Täglich
friſches Kommißbrot
Neue Ireneſtr. 10½. Schütz. (18497a

Tobias Wilders Weg zur Höhe.
Von Zdenko von Kraft.
(Nachdruck verbot
56)

Der alte Roth trat in die Stube. Lüdborg ſah ihn
verwundert an. Und Friedrich Winter erblaßte jäh. Und
fragte mit erloſchener Stimme: Was wollen Sie? ?
Den Hut zwiſchen den Händen drehend, mit kummer=
vollen
Augen, tat der Alte einen ſchweren Atemzug. Was
ich muß!
. Was?
Reden halt.
Ein erwürgter Laut. Doch Lüdborg faßte den Arm
des Freundes und mahnte: Ruhe, Fritz! Laß den Mann
erſt ſagen, was er zu ſagen hat. Er ſtellte dem Alten einen
Seſſel hin. Sprechen Sie, Roth! Ohne Sorge. Wir
wiſſen, daß Sie keine Schuld zu bekennen haben.
Na, Herr, g’wiß nöd als bloß die einzige, daß ich
a biſſ’l gar lang gmeint hab, ich müßt’ ’s Maul halten,
weil weil ich nir weiß.
Faſt eine Stunde ſaßen die drei zuſammen. Nur der
Alte ſprach, langſam und leis. Die beiden anderen unter=
brachen
ihn mit keiner Frage. Und ſie ſchwiegen noch
immer, als der alte Roth ſchon das letzte Wort geſagt
hatte: So war’s, Herr; und mehr weiß ich nöd.
Fritz Winter erhob ſich und preßte das bleiche Geſicht
in die zitternden Hände.
Das iſt alles ein Mögliches! ſagte Lüdborg ernſt. Ba=
wieſen
iſt nichts.
Mit brennenden Augen richtete Winter ſich auf. Den
Beweis will ich mir holen. Noch heute.
Fritz? Was willſt Du?
Abrechnen!
Der alte Roth zog die Schultern auf und hatte einen
flehenden Blick.
Winter bot ihm die Hand, in die der Führer nur
zögernd einſchlug faſt ſo als wär’s die Hand jenes
Toten.

Nein, Roth! Abrechnen will ich wohl aber nicht
mit Ihnen. Sie haben an dieſem begreiflichen Schweigen
hart getragen. Ich weiß es. Sie ſind ohne Schuld. Aber
er er! Winter faßte den Alten an der Schulter. Roth?
Was, Herr?
Sind Sie bereit, alles, was Sie uns da geſagt haben
vor Daniel Lerch zu wiederholen?
Der Alte zögerte mit der Antwort. A hart’s Stückl,
Herr! Aber wann’s ſein muß in Gottes Namen! Unſer
Herrgott hatt’s ja eh haben wollen, daß ich red’.
Gut! Kommen Sie, Roth! Friedrich griff nach ſeinem
Hut. Willſt Du mir helfen, Heinz?
Lüdborg nickte ſtumm, von einer wühlenden Erregung
befallen.
Schweigend taten die drei den kurzen Gang zu Daniel
Lerch. In Lüdborgs Seele ſtand ein feſter, heiliger Ent=
ſchluß
: dieſen Menſchen aus Elſes Leben hinauszuſchleu=
dern
wie eine freſſende Raupe aus dem Blumenbeet. Er
hatte längſt erkannt, daß nur eine ratloſe oder mitleids=
volle
Stunde aus ihr die Braut dieſes anderen gemacht
haben konnte, und daß nur Pflichtgefühl und Selbſttreue
ſie zwangen, ihr Wort nicht zu widerrufen. Denn ihr
innerſtes, klingendes Leben hatte nichts gemein mit dieſem
Menſchen.
Roth, der voranging, blieb verſchnaufend ſtehen. Sie
hatten das Haus des Herrn erreicht. Mit zorniger Ent=
ſchloſſenheit
zog Winter an der Glocke. In dem ſtillen
Hauſe hallte ein ſchöner Ton.
Die Haustür wurde von innen aufgeriegelt und es
kam ein junges Dienſtmädchen, das mit hübſchen Augen
ſehr unluſtig dreinſchaute.
Der Herr iſt nicht zu Hauſe.
Wo iſt er?
Bei Aus den hübſchen jungen Augen redete etwas
gallig Verdroſſenes. Er wird wohl wieder da drüben
ſein bei Herrn Berkens.
Die Haustür wurde zugedrückt.
Friedrich Winter wollte den Weg, den ſie gekommen
waren, in Haſt zurückeilen. Aber Lüdborg hielt ihn am
Arme feſt.

Bleib, Fritz! Dir reißt es zu ſehr am Herzen. Warte,
bis Du ruhiger wirſt. Auch will ich nicht, daß dieſes
Fürchterliche bei Berkens in das ſchöne, friedliche Haus
hereinfällt wie ein ſtürzender Berg, der alles erdrückt. Laß
mich vorausgehen verſtehſt Du? Dann magſt Du mit
Roth nachkommen. Und wenn Du mich bei Berkens nicht
im Garten ſiehſt, dann komme ins Haus!
Er hatte ruhig geſprochen. Und nun ging er feſten
Schrittes davon, ohne etwas von der martervollen Er=
regung
zu verraten, die an ſeiner Seele rüttelte.
Sein ganzer Weg durch das Grau dieſes trüben
Abends wurde ein Sturm von ſuchenden Gedanken.
Bei Berkens blieb er vor der Gartenpforte ſtehen und
zögerte in ſeiner ratloſen Qual. Doch es mußte ſein. Nur
noch dieſer eine Abend lag in ſeinen Händen, nur dieſe
Stunde bis zur Nacht gehörte noch ihm. Dieſe letzte
Spanne Zeit mußte er nützen. Er durchſchritt den Garten,
in dem nun alle Roſenbäume ſchon ihre Winterhülle tru=
gen
. Und trat ins Haus. Niemand kam ihm entgegen.
Aus dem Muſikzimmer drang Daniels zornige Stimme.
Dann wieder Elſes bebende Entgegnung ſo leis, daß
die Worte unverſtändlich waren. Was Daniel Lerch er=
widerte
, war verſtändlich, ohne daß man zu lauſchen
brauchte:
Das muß ein Ende haben! Du kennſt mich, Elſe! Ich
bin nicht zum Narren geboren. Und wenn ich etwas er=
griffen
habe, verſteh’ ich mich darauf, es feſtzuhalten.
Eine kurze, erloſchene Antwort. Dann wieder die
glasharte Männerſtimme.
Schon gut. Jetzt laſſen wir das. In meinem Hauſs
werde ich mir den Frieden einmal zu wahren wiſſen. Gäſte,
wie Ihr ſie habt, paſſen mir nicht. Und wenn
Lüdborg pochte und trat in das Zimmer. Es war
ſchon dämmerig in der Stube. Dennoch ſah er die tiefe
Röte auf Elſas Wangen und den Zorn in Daniels grauen
Geſicht. Wortlos beugte ſich Heinrich über Elſes Hand—
dann ſah er zu Lerch hinüber. Die Blicke der beiden
Mäinner trafen einander wie zwei ſcharfe Klingen.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

p. D.

Nummer 278.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Oktober 1914.

Seite 11.

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Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Oktober 1914.

Nummer 278,

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