Darmstädter Tagblatt 1914


Dienstag, den 6. Oktober.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Nr. 275.

Dienstag, den 6. Oktober.

1914.

DerArroat
Die Millionen des Roten Kreuzes. Aus Belgien. Die 42 Zentimeter=Mörſer. Aus Kiautſchou. Die Stimmung
in Frankreich. Peſſimismus in London. Die neutralen Staaten.

Bosporus und Dardenellen

Die Millionen des Roten
Kreuter.

* Die Rote Kreuz=Korreſpondenz (Nr. 24) veröffent=
licht
nachſtehenden Artikel, der über die Arbeit und die
Zwecke des Roten Kreuzes erwünſchte Aufklärung gibt:
Der Umſtand, daß die ſehr dankenswerten beträcht=
lichen
Einzelgaben, die ſeit Beginn des Krieges dem
Roten Kreuz zugefloſſen ſind, in verſchiedener Form in
zahlreichen Zeitungen bekannt gegeben und daher immer
wieder vor die Augen des Publikums getreten ſind, hat
bei letzterem den Eindruck hervorgerufen, als ob das Rote
Kreuz im Gelde ſchwimme und über ungezählte Mil=
lionen
verfüge. So kann man es wenigſtens jetzt alltäg=
lich
hören. Um dieſen Irrtum aus der Welt zu ſchaffen,
ſei mitgeteilt, daß die Sammlungen zugunſten der Ver=
wundeten
= und Krankenpflege beim Zentral=Komite der
Deutſchen Vereine vom Roten Kreuz und des Preußiſchen
Landesvereins vom Roten Kreuz ſeit Anfang Auguſt bis
Mitte September im ganzen 3025 442,59 Mark ergeben
haben. Dieſen Einnahmen ſtehen 2532500 Mark Aus=
gaben
gegenüber, von denen wir nachſtehend nur die
hauptſächlichſten Poſten anführen: Zuwendungen an
Zweigorganiſationen und ähnliche Vereinigungen, Laza=
rette
uſw. 313000 Mark, Lazaretteinrichtungen 166 700
Mark, Arznei= und Verbandmittel 135 600 Mark, Beklei=
dung
und Ausrüſtung von männlichem und weiblichem
Perſonal, Ausbildung und Unterricht 1119300 Mark,
Materialgaben für Oſt= und Weſtpreußen 104000 Mark,
Einrichtung von Vereinslazaretten 3030 Mark, Zuwen=
dungen
an außerpreußiſche Organiſationen 163 000 Mark,
Anforderungen des ſtellvertretenden Militär=Inſpekteurs
der freiwiligen Krankenpflege 70 00 Mark. Nach Ab=
zug
aller Ausgaben bleibt ein verfügbarer Reſt von
492942,59 Mark. Von dieſem werden in Zukunft die ſehr
erheblichen Mittel, die zur Ergänzung der Bekleidung und
Ausrüſtung der abgeſandten und noch auszuſendenden
Mannſchaften und Schweſtern in das Etappengebiet und
auch für ſolche des Heimatsgebiets erforderlich ſind, ent=
nommen
werden; außerdem ſind die Gehälter der Aerzte,
Rechnungsführer, Schweſtern, Köchinnen, Krankenpfleger
und Krankenträger der von dem Zentral=Komite aufge=
ſtellten
10 Vereinslazarettzüge, die Beihilfe für die Unter=
haltung
von Vereinslazaretten, die Koſten für die Ueber=
weiſung
von Inſtrumenten, Verbandmaterialien an die
Etappen=Sanitäts=Depots, die Aufwendungen für die Ver=
ſorgung
der Verwundeten und Kranken in den Lazaretten,
aber auch der Truppe an der Front mit Wäſche, warmen
Kleidungsſtücken, Stärkungs= und Genußmitteln daraus
zu beſtreiten. Auch die Gewährung freier Brunnen= und
Badekuren wird große Summen erfordern.
Die im Frieden aufgebrachten Gelder dienen, ſowei:
ſie nicht für die Mobilmachungsvorbereitung bereits Ver=
wendung
finden mußten, jetzt zur Fortführung aller jener

großen Wohlfahrtsunternehmungen, die ſchon im Frieden
in hohem Maße die Mittel des Roten Kreuzes und des
Vaterländiſchen Frauen=Vereins beanſpruchen. Im Kriege
ſind dieſelben erſt recht am Platze, wo ſo viel Not und
Elend urch die allgemeine Geſchäftsſtockung und die Ab=
weſenheit
der Ernährer herrſcht.
Man hat in letzter Zeit wiederholt das Rote Kreuz
getadelt, daß es nicht zur richtigen Stunde am richtigen
Platz geweſen ſei. Man ſcheint dabei überſehen zu haben,
daß der freiwilligen Krankenpflege und damit dem Roten
Kreuz doch nur ein begrenztes Tätigkeitsgebiet überlaſſen
iſt, daß der Sanitätsdienſt im Bereich der kämpfenden
Armeen im Operationsgebiet ausſchließlich dem Militär=
Sanitätsweſen vorbehalten iſt, und daß auch in das
Etappengebiet nur das Perſonal und Material gebracht
werden darf, das ſeitens des ſtellvertretenden Militär=
Inſpekteurs der freiwilligen Krankenpflege in Ueberein=
ſtimmung
mit dem im Hauptauartier weilenden Ehef des
Feldſanitätsweſens für notwendig erachtet wird.
Jede von uns geforderte Perſonal= und Material=
geſtellung
iſt nicht nur erfüllt worden, wir haben auch dar=
über
hinaus Schweſtern bis an die Grenzen der Etappen=
gebiete
vorgeſchoben, damit ſie im Bedarfsfalle raſcher zur
Stelle ſein können.
Was die Ueberweiſung von Liebesgaben anbelangt,
ſo hat mit der Ablieferung derſelben von unſeren Sam=
melſtellen
an die vorgeſchriebenen Abnahmeſtellen (2 in
jedem Korpsbezirk) das Rote Kreuz einen Einfluß auf
deren Weiterleitung und Verausgabung nicht mehr aus=
zuüben
. Es iſt dies dann ausſchließlich Sache des ſtell=
vertretenden
Militär=Inſpekteurs der freiwilligen Kranken=
pflege
. Da nun die Heeresleitung aus militäriſchen Grün=
den
angeordnet hatte, daß Liebesgaben bis auf weiteres
über die Sammelſtationen (auch in der Heimat gelegen)
nicht hinausgeführt werden ſollen, das Rote Kreuz aber
die Truppen trotdem mit ſolchen verſorgen wolle, ſo
hat es Automobilkolonnen vorbereitet, die mit belade=
nen
Automobilen und weiter verfügbaren Vorräten aller
Art, wollenen Hemden, Unterhoſen, Socken, Fußlappen.
Zigarren, Tabak uſw. Rotwein und anderen Genuß=
mitteln
, Verbandmaterial jeder Art, zumeiſt auf der Eiſen=
bahn
ſoweit wie möglich vorgeſchoben werden, um dann
auf der Landſtraße zur Truppe zu gelangen und dort ihre
Gaben zu verteilen. Nachdem ſich dieſes Verfahren im
Oſten vortrefflich bewährt hat, wurden ähnliche große
Transporte mit Automobilen nach Weſten und Oſten ge=
leitet
reſp. vorbereitet. Auf dem Rückweg von der Truppe
zu ihrem Depot im Etappengebiet zwecks Aufnahme neuer
Vorräte dienen die Autos dem Verwundetentransport.
Sobald ein Nachführen von Liebesgaben über die
Sammelſtationen hinaus wieder zugelaſſen ſein wird,
beabſichtigt das Zentral=Komitee, in möglichſt weitem
Maße Gaben aller Art zur Truppe vorzuführen.

Aus Belgien.

* Eine Proklamation des Generals de Guiſe,
des Kommandanten der Feſtung Antwerpen, lautet: Ich
halte es für meine Pflicht, der Bevölkerung Antwerpens
mitzuteilen, daß die Belagerung von Antwerpen
ſeit einigen Tagen in die aktive Periode eingetreten iſt.
Wie die Kriegsgeſchichte zeigt, kann bei der Belagerung
einer befeſtigten Stadt dieſe ſelbſt den Projektilen des Be=
lagerungsheeres
bloßgeſtellt ſein. So haben in dem jetzi=
gen
Feldzug auch die befeſtigten Städte Lüttich und Namur
zu Anfang ein Bombardement aushalten müſſen. Im
Bewußtſein der glühenden Vaterlandsliebe, von der die
mutige Antwerpener Bevölkerung erfüllt iſt, bin ich ſicher,
daß ſie dieſelbe Ruhe und Kaltblütigkeit bewahren wird,
die ſie ſeit Beginn der Feindſeligkeiten in ſo hohem Maße
gezeigt hat, und mir auf dieſe Weiſe helfen wird, die edle
mir übertragene Aufgabe zu erfüllen.
* Brüſſel, 30. Sept. Der Köln. Ztg. wird geſchrie=
ben
: Mecheln iſt zwar eine offene Stadt, die gegen
60000 Einwohner zählt. Aber da die belgiſchen
Truppen aus ihr einen feſten Stützpunkt ihrer Stellung
vor Antwerpen gegen die deutſchen Truppen gemacht hat=
ten
, ſo wurde es ſeit vierzehn Taget ſchon in den Vereich
der Kämpfe gezogen, die die belgiſchen Truppen für ihre
Durchbruchsverſuche aus Antwerpen gegen die deutſchen
Truppen unternahmen. Nachdem dieſe Verſuche von
letzteren blutig zurückgeſchlagen waren, hatte in der letzten
Woche die ſchwere deutſche Artillerie, verſtärkt durch Be=
lagerungsgeſchütze
, ihre Stellungen zwiſchen Brüſſel und
Mecheln eingenommen, um die Beſchießung der Forts von
Antwerpen zu beginnen, von denen das erſte auf dieſer
Seite, Waelhem, kaum drei Kilometer von Mecheln nord=
wärts
liegt. Da die belgiſchen Truppen, gedeckt von den
Kanonen dieſes Forts, Mecheln beſetzt hielten, ſo mußte
natürlich die deutſche Artillerie die Stadt zunächſt unter
Feuer nehmen, um die Belgier daraus zu vertreiben und
die Belagerung von Antwerpen ſelbſt in Angriff nehmen
zu können. Sie begann damit am Sonntag früh, und den
ganzen Tag hallte in dumpfen Schlägen der Donner ihrer
Geſchütze nach Brüſſel herüber, ebenſo am folgenden
Tage. Die Belgier erwiderten mit ihren Geſchützen das
deutſche Artilleriefeuer Die beiden Tage brachten auf
deutſcher Seite nur wenige Tote und Verwundete. Geſtern
abend räumten die Belgier dann Mecheln, und heute vor=
mittag
beſetzten es unſere Truppen. Sie fanden es faſt
menſchenleer. Nur aus einem einzigen Hauſe wurde dabei
noch auf die einrückenden deutſchen Truppen geſchoſſen.
Der deutſche Befehlshaber ließ es einäſchern.
Die deutſche Beſchießung, bei der der Artillerie
der ausdrückliche Befehl erteilt worden war, die Kathe=
drale
zu ſchonen, hatte zwar in verſchiedenen Stadtteilen
Verherungen angerichtet, glücklicherweiſe aber außer der
Kathedrale auch die andern Kirchen, ſowie das berühmte
Haus des großen Rates am Marktplatz und die andern
kunſtgeſchichtlich wertvollen Häuſer dieſes Platzes, ebenſo
die an der Dyle gelegenen alten Häuſer unverſehrt ge=
laſſen
. Die wertvollen Gemälde der Kathedrale und
anderer Kirchen hatten die Belgier aus Vorſicht ſchon vor=
her
daraus wegſchaffen laſſen. Kaum aber waren die
Deutſchen in die Stadt eingerückt und ihrer Herr, da er=
öffnete
heute vormittag die belgiſche Artillerie
gegen ſie ihr Feuer auf die Stadt mit Granaten und
Schrapnells aus den von ihnen rückwärts bezogenen Stel=
lungen
. Ihre Kugeln, und zwar Granaten wie Schrap=
nellkugeln
, trafen auch an mehreren Stellen die
Kathedralkirche. Sie beſchädigten namentlich das Seiten=
ſchiff
und das Chorgeſims, während das Mittelſchiff und
der Turm nichts oder nur wenig abbekamen. Im ganzen
iſt der angerichtete Schaden nicht groß, und die Beſchädi=
gungen
können unſchwer wiederhergeſtellt werden. Ganz
zerſtört ſind freilich die Fenſter der Kirche, deren Glas=
malereien
jedoch auch neuzeitlichen Urſprungs ſind. Es
ſcheint auch, daß ſie ebenſoſehr dem durch die Kanonade
verurſachten ſtarken Luſtdruck als den Schrapnellkugeln
zum Opfer gefallen ſind.
Von der deutſchen Zivilverwaltung hatten
ſich eine Anzahl Beamte, darunter der augenblicklich als
kunſthiſtoriſcher Beirat ihr beigeſellte Direktor des Kgl.
Kunſtgewerbemuſeums von Berlin, Geheimrat v. Falcke,
nach Mecheln begeben, um die Stadt in Augenſchein zu
nehmen. Sie ſelbſt ſind noch die Augenzeugen dieſer bel=
giſchen
Beſchießung der Stadt und der Kathedrale ge=
worden
und konnten als deren Beweisſtücke die belaiſchen
Granatſplitter und Schrapnellkugeln, welche die Kathe=
drale
trafen, an Ort und Stelle aufleſen. Trotzdem wird
man aber wohl alsbald von unſern Feinden das Geſchrei
ſich erheben hören, daß wieder die Deutſchen dieſe Bar=
barei
begangen haben. Inzwiſchen ſind die nächſt Ant=
wexpen
nord= und oſtwärts gelegenen Forts Waelhem
und Wavre=St. Catherine bereits zum Schweigen gebracht

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Oktober 1914.

Nummer 275.

worden, und damit iſt Mecheln dem Artilleriefeuer der
Belgier entzogen, die es lieber ganz zerſtören als die
Deutſchen darin belaſſen wollten. Dieſe ſind und bleiben
darin, bis auch Antwerpen das Schickſal Lüttichs und
Namurs teilen und genommen ſein wird. Mechelns
Kunſtwerke ſind jetzt gut verwahrt, denn der deutſche Kom=
mandant
hat überall einen Poſten davorſtellen laſſen.
* Berlin, 4. Okt. (Ctr. Bln.) Das Bureau Reuter
und die belgiſche Preſſe dürfen noch nichts vom Falle
der Antwerpener Forts melden. Für ihren Le=
ſerkreis
werden die deutſchen Angreifer angeblich
immer noch mit ſchweren Verluſten abgeſchlagen. Zuge=
geben
werden nur die Verwüſtungen in Lierre durch die
deutſche Artillerie. Dasſelbe Telegramm meldet
aus dem Haag, daß eine Taube in Antwerpen
viel Unheil angerichtet habe. Die auf ſie gerichteten
Granaten fielen teilweiſe in die Straßen und verletzten
und töteten mehrere Menſchen. Die Taube warf v. Beſe=
ler
gezeichnete Proklamationen in franzöſiſcher und
flämiſcher Sprache herab, worin den Soldaten mitgeteilt
wird, daß ſie durch die Franzoſen und Engländer betrogen
und die ruſſiſchen Siege eine Erfindung der belgiſchen
Preſſe ſeien. Die Stadt Lierre ſoll durch die Be=
ſchießung
des gleichnamigen Forts ſehr gelitten haben,
beſonders ein Gaſthaus, in dem 150 Verwundete lagen.
Zehn Soldaten und mehrere Frauen wurden getötet. Es
regnete geradezu Bomben. Die Verwundeten mußten in
Autos nach Antwerpen geſchafft werden.
Ferner wird der Voſſ. Ztg. aus Antwerpen gemeldet:
Die Verwirrung, die in den letzten Tagen hier
herrſchte, iſt unbeſchreiblich. Man erhält mitunter den
Eindruck, als ſei die bürgerliche Autorität und der mili=
täriſche
Kommandant der Lage nicht mehr gewachſen.
Montag verſchlimmerte ſich die Lage noch merklich, und am
Dienstag, als noch eine Anzahl Flüchtlinge aus Lierre
ankam, erreichte die Verwirrung ihren Höhepunkt. Schließ=
lich
wurde Befehl erlaſſen, daß kein Einwohner Antwer=
pen
mehr verlaſſen dürfe, während die Flüchtlinge binnen
24 Stunden abreiſen ſollten.
Aus Roſendaal wird dem Amſterdamer Handelsblad
berichtet: Tauſend und aber Tauſende von Bewoh=
nern
Antwerpens haben in den letzten Tagen ihre
Stadt verlaſſen, um ſich anderswo in Sicherheit zu
bringen. Angeſichts des gewaltigen Menſchenſtroms
hatte das holländiſche Militärkommando zeitweilig von den
beſtehenden Beſtimmungen abzuweichen für gut befunden,
und ſo kamen am Freitag zu Esſchen, wo der Eiſenbahn=
verkehr
mit Antwerpen abgebrochen war, drei lange Züge
von Flüchtlingen an. Gewöhnlich ging in den letzten
Tagen eine Anzahl der Flüchtlinge nach Holland. Wenn
ſie ohne Mittel daſtanden, dann ſorgte für ſie am Bahn=
hof
eine der Damen, die zur Hilfeleiſtung dort ſich bereit=
halten
, und ſie kamen dann weiter mit einer Fahrkarte,
die ihnen bis Breda gegeben wurde. Dort hatten ſie ſich
an den Unterſtützungsausſchuß zu wenden. Am Freitag
jedoch war nach Esſchen telegraphiſch Befehl ergangen, die
Flüchtlinge vorläufig ſo viel wie möglich dort zu behalten.
Die Anzahl dieſer Leute, die ſich infolgedeſſen in dem
kleinen belgiſchen Grenzort zuſammendrängte, wurde auf
5000 geſchätzt. So weit ſich kein Unterkommen für ſie
finden ließ, wurden ſie in dem großen Quarantäneſchup=
pen
untergebracht, in dem in gewöhnlichen Zeiten das
Vieh verwahrt wird, das aus Holland in Belgien einge=
führt
wird. Man verſuchte, die Flüchtlinge zur Rückkehr
in ihre Heimat zu überreden, viele zogen indes vor, in
England oder Holland ſich der gegenwärtigen Gefahr zu
entziehen. Daß die Flucht nicht immer ruhig und ordent=
lich
vor ſich ging, läßt ſich denken. Viele Väter und Müt=
ter
kommen nach Roſendaal, um zu ermitteln, ob niemand
dort etwas von ihren Kindern gehört hat, oder es wird
nach anderen Angehörigen gefragt. Auf den Bahnhöfen
werden dieſe Nachforſchungen ſogar mit einem gewiſſen
Syſtem betrieben; es iſt eine Tafel ausgehängt, auf der
angegeben iſt, wer der Suchende und die Geſuchten ſind.
In Belgien ſelbſt miſchen ſich noch unter die Flüchtlinge
ſolche, die nichts mehr von ihren Söhnen gehört haben
ſeitdem dieſe im Heeresdienſt ſind.

Heroiſche Leiſtungen im gegenwärtigen Kriege.

* Wien, 4. Okt. Die Neue Freie Preſſe ſchreibt:
Der jetzige große Krieg iſt auch darin ganz anders,
als man ſich ihn vorgeſtellt hatte, daß trotz der ungeheuren
Maſſen die einzelnen mit ihrer Tapferkeit und ihrem
Wagemut genau ſo zum Geſamterfolge beitragen können,

wie in früheren Jahrhunderten. Wir ſehen dieſe Art von
Heroismus unſerer Armeen in den langen Auf=
zählungen
all jener, die ſich unter den ſchwerſten Verhält=
niſſen
als Helden bewieſen haben, in Not und Tod den
Vorgeſetzten Beiſtand leiſteten, gegen vielfache Uebermacht
ruhig auf ihrem Poſten ausharrten und durch kühne Vor=
ſtöße
die Stellung des Feindes erkundeten. Die deutſche
Kriegsführung verzichtet trotz der ſyſtematiſchen Gründlich=
keit
keineswegs darauf, die Verwegenheit eines Leutnants
für beſondere Leiſtungen heranzuziehen. Im Gegenteil.
ging der erſte Schachzug der Armee in dem jetzigen Kriege
über eine Tat, bei welcher die Eigenſchaft des perſönlichen
Mutes im Sinne vergangener Zeiten in höchſtem Maße
erfordert wurde. Die Eroberung von Lüttich konnte
nur durchgeführt werden durch Soldaten, denen der Krieg
mehr iſt, als bloße Wiſſenſchaft und bloßes Handwerk.
Die Einnahme eines Forts von Namur iſt bekanntlich
durch die Leiſtung eines jungen Offiziers und ſeine
prächtige Geiſtesgegenwart gelungen.
Noch mehr vielleicht war zur See dieſes Element
der inneren Begeiſterung zu ſpüren. Der kleine Bäder=
dampfer
, der in der Themſemündung Minen legte, das
Unterſeeboot, das drei Kreuzer in die Luft ſprengte, die
kleinen Kreuzer Emden und Karlsruhe all das ſind
denkwürdige Beiſpiele der modernen Form von heroiſchen
Leiſtungen. Die Armeen können ſich glücklich ſchätzen, daß
n ihnen der Geiſt geblieben iſt, der allein zum Siege
führen kann, der Geiſt abſoluter Hingabe und ſelbſtloſeſter
Aufopferung.

Maßnahmen im Intereſſe der deutſchen
Zuckerinduſtrie.

* Berlin, 4. Okt. Die Norddeutſche Allg. Zeitung
ſchreibt über die Maßnahmen im Intereſſe der
deutſchen Zuckerinduſtrie:
Zweierlei kommt in Betracht. Ihr ſind durch das
Ausfuhrverbot die Wege nach dem Auslande äbge=
ſchnitten
, mindeſtens behindert, ſodann tritt ihre Aufgabe,
der Verſorgung des heimiſchen Nahrungs= und Futter=
mittelmarktes
zu dienen, während des Krieges und für die
nächſte Zeit nach dem Kriege beſonders in den Vorder=
grund
. Das alsbald nach dem Kriegsausbruch erlaſſene
Ausfuhrverbot für Zucker war um ſo notwendiger, als
regelmäßig nahezu acht Zehntel der deutſchen Zuckeraus=
fuhr
nach England gehen, und verhindert werden mußte,
daß wir die Feinde mit einem wichtigen Nahrungsmittel
verſorgen. Das Ausfuhrverbot bezweckte, die Eng=
länder
wirtſchaftlich zu ſchädigen und erreichte
dieſes durchaus; in England ſtieg der Zuckerpreis bis auf
das Doppelte. Andererſeits erwuchſen den inländiſchen
Zuckerintereſſenten naturgemäß Schwierigkeiten. Aus der
ilten Kampagne ſind noch ziemlich erhebliche Vorräte la=
gernd
, und eine recht gute Zuckerrübenernte ſteht bevor, ſo
daß ein übermäßiges, unwirtſchaftliches Anwachſen der
Beſtände zu befürchten war. Der zweite Plan rechnet
mit einer leichteren Handhabung der Ausfuhrbeſchränkun=
gen
. Schließlich erſchien es als die zweckdienlichſte =
ſung
, das Ausfuhrverbot für Zucker als ſolches zwar auf=
rechtzuerhalten
, trotzdem aber durch eine für jede Einzel=
ſendung
nachzuſuchende Erlaubnis ein Quantum zur
Ausfuhr freizugeben, welches den Bedarf der neu=
tralen
Länder in der bisherigen Höhe befriedigt und un=
ſerer
Induſtrie den gewünſchten Abſatz läßt, ſoweit dies
ohne Schädigung der Intereſſen des Inlandsbedarfs mög=
lich
erſcheint.
Im vorigen Betriebsjahre hatte Deutſchland eine
Zuckergewinnung von rund 27 Millionen Doppelzentnern,
davon werden als heute noch vorhandene Vorräte ange=
nommen
4 Millionen Doppelzentner. Schätzt man das
Erträgnis des bevorſtehenden Betriebsjahres wie das
vorjährige ein, ſo würden wir mit einem Zuckerbeſtand
von rund 30 Millionen Doppelzentnern zu rechnen haben.
Im Vorjahre ſind etwas über 11 Millionen Doppelzentner
Zucker aller Art zur Ausfuhr gebracht worden. Bleibt der
Induſtrie eine gleich große Menge zur Ausfuhr frei, ſo
würde die Induſtrie in ihrer bisherigen Bewegungsfrei=
eit
nicht beeinträchtigt, wenn natürlich auch damit gerech=
net
werden muß, daß wegen des Fortfalls der feindlichen
Märkte die Ausfuhr nicht voll zur Wirkung kommt. Außer
der in der Spezialerlaubnis begründeten Kontrolle der
Ausfuhr kommen Beſchränkungen nicht in Betracht, ſo daß
Induſtrie und Handel in den bisherigen Bahnen durch
Maßnahmen der Behörden nicht eingeengt werden. Aller=
dings
muß ſich die Regierung vorbehalten, die Aus=

fuhr zurückzuhalten, ſobald der Inlandszucker zu
den bisherigen Preiſen nicht zur Verfügung geſtellt oder=
etwa
der Zucker in unwirtſchaftlicher Weiſe dem Inlands=
konſum
, der menſchlichen Ernährung und der Verfütterung
entzogen wird. Sollte dieſer Fall eintreten, ſo wird man
nicht zurückſchrecken, die Ausfuhr zu ſperren und Höchſt=
preiſe
einzuführen.

Briefmarken für Deutſch=Belgien.

* Berlin, 4. Okt. (W. T. B. Amtlich.) Für den
Poſtverkehr im Bereich des Kaiſerlich Deutſchen
Generalgouvernements in Belgien werden Freimar=
ken
Deutſches Reich zu 3, 5, 10 und 20 Pfg., ſowie ein=
fache
Poſtkarten und Weltpoſtkarten zu 5 und 10 Pfg. mit
dem Ueberdruck Belgien und der Wertangabe 3, 5, 10,
25 Pfg., ſowie 5 und 10 Cts. verwendet werden. Dieſe
Wertzeichen werden in einigen Tagen bei der Kolonial=
wertzeichenſtelle
des Briefpoſtamtes Berlin C. 2, König=
ſtraße
61, zum Verkauf geſtellt.

ie 42 Zentimeter=Mörſer.

* Kriſtiania, 4. Okt. Ein aus Belgien heimge=
kehrter
Norweger berichtet in der Annonce Tidende in
Bergen über den Eindruck, den ihm die deutſchen
42 Zentimeter=Mörſer gemacht haben. Er habe=
in
einer Stadt in der Nähe Antwerpens gewohnt, die von
den Deutſchen beſetzt wurde. Unter der deutſchen Ar=
tillerie
, die gegen Antwerpen aufgeſtellt wurde, befänden
ſich auf den Höhen mehrere 42 Zentimeter=Mörſer. Es
war verboten, näher als bis auf einen Kilometer heran=
zutreten
. Die ganze Stadt bebte, wenn die Mörſer ihre
mächtigen Geſchoſſe in Abſtänden von einer halben Stunde
abfeuerten. Es war wie der Ausbruch eines Vulkans.

Der Kommandant der Emden‟.

* Der Kommandant des kleinen Kreuzers Emden,
Korvettenkapitän Karl v. Müller, gehört der Marine
ſeit 1891 an. Er gilt als ein ſehr befähigter, ruhiger und
energiſcher Seeoffizier. Nach 12jährigem Dienſt trat er
1903 zur Marineakademie, um ſich auf die höhere Flotten=
führung
vorzubereiten. Als Kapitänleutnant war er
Admiralſtabsoffizier der aktiven Schlachtflotte und ſpäter
der Hochſeeflotte. 1908 erhielt er ein Kommando bei dem
Reichsmarineamt und arbeitete bis zum Beginn dieſes
Jahres in der Zentralabteilung. Im April begab er ſich
nach Oſtaſien und übernahm die Führung der Emden.
Dieſer Kreuzer hatte unter ſeinem neuen Kommandanten
gemeinſam mit den Panzerkreuzern Scharnhorſt und
Gneiſenau eine Fahrt nach der Südſee im Juni und
Juli unternommen, um den Eingeborenen deutſche See=
geltung
vor Augen zu führen und der Wiederholung von
Unruhen in den deutſchen Schutzgebieten vorzubeugen.
Als der Bürgerkrieg in China ausbrach, war die oſtaſiati=
ſche
Station ſchwach beſetzt; nur Nürnberg und Leip=
zig
als größere Schiffe ſtanden zur Verfügung. Beide
gingen im Juli nach dem Jangtſe. Die Nürnberg nahm
an der Mundung, die Leipzig vor Nanking Station.
Die in der Südſee weilenden Schiffe kehrten nach China
zurück und die Emden begab ſich mit voller Ausrüſtung
von Tſingtau nach Nanking und löſte dort die Leipzig
ab. Seit dem 11. Auguſt lag ſie vor dem Hauptſtützpunkt
der Aufſtändiſchen, um jetzt eine Bergfahrt bis nach Han=
kau
hinauf anzutreten und in den Jangtſehäfen nach dem
Rechten zu ſehen. Ihr erſter Anlaufhafen ſollte Wuhu
ſein. Die Emden beteiligte ſich im Januar 1911 erfolg=
reich
an der Niederwerfung des Aufſtandes auf den In=
ſeln
Ponape und Dſchokadſch. Sie verlor zwei Mann und
hatte drei Schwer= und zwei Leichtverwundete.

Die Erſtürmung des Forts Camp des Romains.

* München, 4. Okt. Aus Anlaß der Erſtürmung
des Forts Camp des Romains hat der Kom=
mandeur
der ſechſten bayeriſchen Diviſion, Generalleutnant
v. Hoehn, folgenden Tagesbefehl erlaſſen:
Die ſechſte bayeriſche Infanterie=Diviſion mit zugeteil=
ter
preußiſcher Fußartillerie und Pionieren hat heute das
Sperrfort bei St. Mihiel im Sturm genommen. Die Fuß=
artillerie
und ein Teil der Feldartillerie haben in 30 Kampf vorgearbeitet. Die 12. In=
fanteriebrigade
mit den Pionieren 16 hat in dreiſtündigem
Kampfe Stein um Stein, Wall um Wall das Werk erobertz=
Die 11. Infanteriebrigade mit dem Reſt der Feldartillerie
hat im langen ſchweren Kampf feindliche Entſatzverſuche
abgewieſen. Fünf Offiziere, 453 unverwundete und etwa

Deutſche Kriegsbriefe.
Von Paul Schweder.
Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt. Großer
Generalſtab des Feldheeres.
XIV. (Schluß.) (Nachdruck verboten.)

Im Schrapnellfeuer von Verdun.
Großes Hauptquartier, 29. Sept.
Ein wundervoller Herbſtmorgen liegt über der ſchönen
alten Feſte am grünen Moſelſtrand. Hoch leuchtet das
dunkelgelbe, filigranfeine Turmwerk der ehrwürdigen
Kathedrale über dem Häuſermeer von Metz. Auf der
Eſplanade flaniert das Jungmädchenvolk der Stadt, wie
wenn ſie im tiefſten Frieden läge, und auf dem Kaiſer
Wilhelmplatz werden, wie immer, fleißig Rekruten ge=
drillt
. Aber ab und zu dröhnt ein dumpfes Rollen aus
der Richtung von Verdun herüber und zeigt den Bewoh=
nern
, daß der Friede auch dieſer Stadt ein trügeriſcher
iſt. Die moderne Feſtungstechnik hat es mit ſich gebracht, daß
die Städte ſelbſt faſt unberührt von dem kriegeriſchen
Leben und Treiben bleiben. Aber in der alten Soldaten=
ſtadt
Metz, wo ſchon im Frieden zirka 25000 Mann faſt
aller deutſchen Truppengattungen liegen und jetzt eine
große Einquartierung dazu kommt, iſt es ſelbſtverſtändlich,
daß jeder, auch der geringſte, Einwohner ganz im Banne
der großen Ereigniſſe lebt, die ſich faſt unterhalb der Forts
unſerer größten deutſchen Zwingburg im Weſten des Rei=
ches
abſpielen. Wie mag es jetzt ringsum auf den ſtolzen
Höhen von Metz ausſehen, auf denen die Beſatzung Tag
und Nacht auf dem Poſten ſein muß, um im Falle der Ge=
fahr
die gewaltigen Feuerſchlünde nach allen Richtungen
ſpielen zu laſſen. Hoch oben im blauen Aether zieht ein
kühner Flieger ſeine Kreiſe, um dann in faſt 2000 Meter
Höhe in der Richtung nach Verdun davonzueilen. Unſer
Automobil bahnt ſich mit Mühe einen Weg durch die
Truppenmaſſen, welche ſchon in dieſer frühen Morgen=
ſtunde
durch die Stadt marſchieren. Wir beſuchen zunächſt
das hiſtoriſche Schloß Frescaty, wo 1870, auch an einem
Septembertage, die Kapitulationsverhandlungen wegen
der Uebergabe von Metz gepflogen wurden. In dem ſchö=
nen
alten Park ſammeln ſich bereits die Vögel zur Ab=
reiſe
nach dem Süden und die luſtig zwitſchernden Schwal=
ben
ſcheinen in der kühlen friſchen Herbſtluft einen großen

Flugwettbewerb auszufechten. Ueber Ars mit ſeinen
Champagnerweinbergen und den ſtattlichen Reſten einer
mächtigen römiſchen Waſſerleitung führt unſer Weg durch
Gorze wieder nach Verdun zu. Die Franzoſen haben auch
eine große Anzahl ſchwerer Geſchütze, ſogar Marinegeſchütze,
herangeſchafft, und ſo ſind die weiteren Kämpfe, denen
wir heute wiederum beiwohnen dürfen, doppelt intereſſant
geworden. Es muß ſich nun herausſtellen, welche Artillerie
das Uebergewicht hat. Aber wir vertrauen nach wie vor
auf unſere ſchwere Artillerie, deren gewaltige Detonatio=
nen
wir ſchon auf der Fahrt über die Höhen von Gorze
gehört hatten. Die ganze Fahrt geſtattet einen tiefen Ein=
blick
in die wichtige, jahrzehntelange Arbeit des Grafen
Haeſeler um Metz herum. In den Orten, die wir paſſieren,
liegen Proviantkolonnen mit den denkbar verſchiedenſten
Gefährten aus dem ſchönen Pfälzerland. Da lieſt man
die Namen bekannter großer Firmen aus Ludwigshafen,
Kaiſerslautern, Pirmaſens, Landau, Speyer und Neu=
ſtadt
an der Haardt.
Und bei dem Gedanken an das edle Gut in den Kel=
lern
von Neuſtadt, Forſt und Deidesheim läuft einem
auch hier zwiſchen den Rebenhügeln der Cote Lorraine
das Waſſer im Munde zuſammen. Die Bayern haben
vor Verdun große Ehre eingelegt, denn ihnen iſt die Er=
ſtürmung
eines wichtigen Forts bereits gelungen, und es
iſt nur eine Frage der Zeit, wann auch die übrigen in un=
ſeren
Beſitz übergehen werden. Eine wertvolle Unter=
ſtützung
haben ſie durch unſere Flieger erfahren, die trotz
des Regens ganz wundervoll gelungene Aufnahmen von
den verſchiedenen Forts in den letzten Tagen nach Hauſe
gebracht haben. Man ſieht auf den Bildern, obwohl ſie
wegen der fortgeſetzten Beſchießung durch feindliche Trup=
pen
in großen Höhen (1800 bis 2000 Meter) gemacht wer=
den
mußten, mit aller Deutlichkeit die verderblichen Wir=
kungen
unſerer ſchweren Artillerie an den einzelnen Be=
feſtigungswerken
. Wie auf den Mondbildern die Krater
ſich beſonders ſcharf abzeichnen, ſo ſind auf dieſen Photo=
graphien
beſonders die metertiefen Höhlungen ganz deut=
lich
zu erkennen, die durch das Einſchlagen von Granaten
entſtanden ſind. Die Aufnahmen ermöglichen es alſo den
Belagerungsgeſchützen, etwaige Fehler zu verbeſſern. Auf
der Landſtraße vor einem ſtattlichen, durch unſere Truppen
beſetzten Schloſſe ſtoßen wir auf 380 Gefangene des Forts
Camp des Roumains, die gerade ihre Waffen abgelie=
fert
haben und nun nach Deutſchland transportiert wer=
den
ſollen. Mit anerkennenswerter Objektivität erzählen

uns die Bayern, daß ſich die Beſatzung außerordentlich
tapfer gezeigt habe, ſodaß man den kurz vor unſerer An=
kunft
in Automobilen abgeführten Offizieren nicht nur
die Säbel überließ, ſondern auch beim Ausmarſch der Be=
ſatzung
aus dem Fort durch zwei Bataillone mit geſenkter
Fahne die üblichen Ehrenbezeugungen erwieſen wurden.
Mit Tränen in den Augen hat der Kommandant unſeren
Offizieren das Fort übergeben, nachdem drei Tage lang
die fürchterliche Beſchießung durch die Unſeren angedauert
hatte und der weitere Aufenthalt für die Franzoſin darin
unmöglich geworden war. Wie die Franzoſen bis zum
letzten Augenblick gekämpft haben, erhellt daraus, daß
unſere Infanterie beim Sturmangriff nur wenigen kampf=
fähigen
Leuten gegenüberſtand. Die Franzoſen erklären
übereinſtimmend, daß ſchon unſere 21=Zentimeter=Mörſer
mit einer ſchrecklichen Rauchwirkung ſchießen und ihre Ge=
ſchoſſe
etwa drei Meter tief in den Boden einſchlugen,
worauf ſie dieſen auseinanderſprengten. Die Treffſicher=
heit
war großartig, und wie gut unſere Geſchütze arbeiten,
erhellt daraus, daß einer dieſer 21=Zentimeter=Mörſer ſeit
der Belagerung von Manonviller rund 2000 Schüſſe ab=
gegeben
hat, ohne daß ſich bisher auch nur ein Mangel
ergab. Auf der einen der Höhen von Cote Lorraine
hatten wir Gelegenheit, zwei unſerer 21=Zentimeter= Mör=
ſer
im Kampfezu ſehen. Die Geſchütze waren tief im
Walde verſteckt und durch verſchiedene Maßnahmen hat
es der Batteriechef erreicht, daß ſich die Franzoſen über
die Aufſtellung der Geſchütze andauernd im Unklaren be=
finden
. Ein Geſchütz gibt am Tage 4500 Schuß ab und
die Präziſion hat während des ganzen Feldzuges noch an
keinem Punkte nachgelaſſen. Während des ganzen Feld=
zuges
iſt auch erſt ein einziges dieſer Geſchütze, und zwar
bei Fontenoy, durch einen feindlichen Schuß demontiert
worden. Das Geſchoß der 21=Zentimeter=Geſchütze wiegt
nicht weniger als 240 Pfund, ohne Kartouſche. Die De=
tonation
des Schuſſes war naturgemäß eine weit ſtärkere,
als geſtern bei den 15=Zentimeter=Mörſern. Bei dieſem
Schuß war das Geſchütz auf 9400 Meter Entfernung ein=
geſtellt
, und wieder galt es einem von franzöſiſchen Trup=
pen
angefüllten Dorfe. Das ganze Geſchütz wiegt 170
Zentner und iſt von 8 bis 10 Pferden in den hohen Buchen=
wald
hineingezogen worden, in dem es heute ſteht. Es iſt
das ſchwerſte Geſchütz überhaupt, das beim Feldheere mit=
geführt
wird, und kann infolge der Kruppſchen Radgürtel
überallhin transportiert werde. Natürlich iſt es mit
Rohrrücklauf verſehen. Ringsum im Walde liegen die Be=

[ ][  ][ ]

Nummer 275.

Darmſtätder Tagblatt, Dienstag, den 6. Oktober 1914.

Seite 3.

50 verwundete Mannſchaften wurden gefangen. Der Reſt
der Beſatzung liegt tot unter den Trümmern und in den
Kaſematten des Sperrforts. Dank Euch allen, Offizieren
wie Mannſchaften, für dieſe glänzende Waffentat, die
kkeiner in der Kriegsgeſchichte nachſteht; Ehre aber auch
dem Andenken der Opfer, die wir bringen mußten. Was
wir und ſie taten, geſchah für das Vaterland, geſchah für
unſer und unſerer Kinder und Kindeskinder Glück und
Daſein.
(gez.): v. Hoehn.

Die Kämpfe im Oſten.

* Konſtantinopel, 5. Okt. Das in türkiſcher und
franzöſiſcher Sprache erſcheinende Militärblatt Defenſe
nationale bringt das Bildnis des öſterreichiſch= ungari=
ſchen
Oberkommandanten, Erzherzog Friedrich.
Betreffs der militäriſchen Lage ſtellt das Blatt feſt, daß
die bisherigen Kämpfe in Galizien danach angetan wären,
die Ruſſen zu erſchöpfen und ihnen anſehnliche
Verluſte beizubringen, die ihnen bald in beträchtlicher
Weiſe bei den weiteren Kämpfen mit Oeſterreichern und
Deutſchen behinderlich ſein müßten.

Der Krieg zur see.

* London, 4. Okt. Das Reuterſche Bureau melder
aus Valparaiſo: Der deutſche Kreuzer Leipzig=
bohrte
das engliſche Oelſchiff Elſinor am 15.
September in den chileniſchen Gewäſſern in den Grund.
Die Mannſchaft wurde in Galapagos gelandet.
* London, 4. Okt. Nach einer Lloydmeldung aus
Oſtende iſt der engliſche Dampfer Dawdon auf
der Fahrt von Hull nach Antwerpen in der Nacht vom 2.
zum 3. ds. auf eine Mine geraten und geſunken. Neun
Mann werden vermißt, acht wurden von einem Fiſcher=
boot
aufgenommen und nach Oſtende gebracht.

Aus Kiautſchou.

* London, 4. Okt. Aus Peking wird gemeldet:
Die engliſchen Streitkräfte unter General Bar=
nardiſton
ſetzen mit großer Energie den Angriff auf
Kiautſchou fort. Die deutſchen Truppen haben ſich
auf Tſingtau ſelbſt zurückgezogen, deſſen Forts Tag und
Nacht tätig ſind. Das Feuer iſt beſonders gegen die japa=
neſiſchen
Stellungen gerichtet. Deutſche Aeroplane haben
wiederholt verſucht, die japaneſiſchen Kriegsſchiffe durch
Bomben zu zerſtören. Die Engländer und Japaneſen
treffen Vorbereitungen zu einem entſcheidenden
Vorſtoß gegen Tſingtau.

Die Stimmung in Frankreich.

* Paris, 4. Okt. Der Matin vom 1. Oktober bringt
einen Leitartikel zum Verſtändnis der Schlacht an der
Marne mit einem Querſchnittbild eines deutſchen
Schützengrabens und ſchreibt: Betrachtet genau die=
ſes
Bild. Ihr werdet verſtehen, warum die Schlacht an
der Marne ſolange gedauert hat und die Schlacht an der
Aisne noch dauert. So ſehen die deutſchen Gräben aus.
Die Infanterie richtet ſich in richtigen kleinen Feſtun=
gen
ein, geſchützt vor dem Geſehenwerden und vor Kugeln.
Das Regenwaſſer fließt in den hinteren Abflußgraben ab.
Die Leute können ſitzen und ſchlafen. Weder unſere Ar=
tillerie
noch Infanterie kann die ſo eingegrabenen Deut=
ſchen
ſehen. Die Granaten ſind nur wirkſam, wenn ſie
genau in den Graben fallen. Hier wird der Angriff zur
Jagd. Die Gefahr wächſt überall aus dem Boden heraus
Bevor man den Feind beſiegt, muß man ihn ausgraben.
Bedenkt ferner, daß die deutſche Artillerie eben=
ſolche
befeſtigten Stellungen hat, von Drahtverhauen um=
geben
, daß zwiſchen den Geſchützen Maſchinengewehre
auf unſere Stürmer lauern und daß hinter den Feld=
geſchützen
ſchwere Artillerie ſteht, deren große Tragweite
jeden Rückzug mit einer Feuermauer deckt. Denkt an alles
und Ihr werdet ermeſſen können, was für Anſtrengungen
es koſtet, eine Armee, welche ſo Fuß gefaßt hat, aus ihren
Stellungen zu vertreiben.

Peſſimismus in London.

* Mailand, 4. Okt. Ein Londoner Aufſatz im
Giornale d’Italia äußert ſich über die Ausſichten der
Franzoſen im Weſten ſehrpeſſimiſtiſch. Man
halte in Londoner militäriſchen Kreiſen trotz des franzö=
ſiſchen
Heldenmutes einen großen franzöſiſchen Er=
folg
für unwahrſcheinlich; auch zweifle man
daran, daß die Franzoſen noch lange Widerſtand werden
leiſten können. Wenn aber auch Frankreich unterliege, ſo
werde dies auf die Haltung Englands keinen Einfluß
haben. England ſei entſchloſſen, alles bis zum Ende ein=

zuſetzen, um eine deutſche Vorherrſchaft in Europa zu ver=
hindern
. Inbezug auf die nächſten Kriegsereigniſſe mache
man ſich in London durchaus keine Illuſion. Man wiſſe,
daß die deutſche Verteidigung der ruſſiſchen
Grenze großartig ſei, daß die Schwierigkeiten eines
ruſſiſchen Vormarſches ungeheuer ſeien, daß die ruſſiſche
Artillerie der deutſchen ſehr unterlegen ſei. So fürchte man
in London, daß der ruſſiſche Angriffwenig Aus=
ſicht
auf Erfolg biete. Mit Sorgen ſieht man auch
der Haltung der Türkei entgegen. Zwar ſei die engliſche
Diplomatie in Konſtantinopel in der letzten Zeit etwas
vorſichtiger geworden. Man fürchtet aber dennoch eine
Entſcheiduug der Türkei für Deutſchland und fürchtet die
Folgen dieſer Entſcheidung in den engliſchen Kolonien,
beſonders in Aegypten. So iſt die Stimmung in
London recht wenig zuverſich tlich.
Inzwiſchen lügt die Times das Blaue vom Himmel
herunter.

Engliſche Heuchelei.

* London, 4. Okt. Das Preßbureau teilt mit: Der
Sekretär der Admiralität hat folgendes ver=
öffentlicht
: Die deutſche Politik des Minen=
legens
, verbunden mit der=Tätigkeit der Unterſeeboote,
zwingt die Admiralität, aus militäriſchen Gründen Gegen=
maßregeln
zu ergreifen. (!) Die Regierung hat deshalb
die Genehmigung zum Minenlegen in gewiſſen Gebieten
erteilt. Das Minenfelderſyſtem wurde ausgelegt und in
großem Maßſtabe entwickelt. Um die Gefahr für Nicht=
kämpfer
zu verringern, teilt die Admiralität mit, daß es
von jetzt ab für Schiffe gefährlich iſt, das Gebiet zwiſchen
51 Grad 15 Min. und 51 Grad 40 Min. nördlicher Breite
und zwiſchen 1 Grad 35 Min. und 3 Grad öſtlicher Länge
zu durchfahren. Im Zuſammenhang damit wird daran
erinnert, daß die ſüdliche Grenze der deutſchen Minen=
felder
in 52 Grad nördlicher Breite liegt. Obgleich die
Grenzen des gefährlichen Gebietes hierdurch beſtimmt
ſind, darf nicht angenommen werden, daß die Schiffahrt
in irgend einem Teile der Gewäſſer ſüdlich und nördlich
davon ungefährlich iſt. Den engliſchen Schiffen iſt be=
fohlen
worden, oſtwärts ſegelnde Schiffe vor den neu
ausgelegten Minenfeldern zu warnen.
Zu der vorſtehenden Bekanntmachung erfahren wir
von zuſtändiger Stelle: Die Behauptung der engliſchen
Admiralität, die deutſchen Minenfelder gingen
bis 52 Grad nördlicher Breite, iſt frei erfunden.
Deutſche Minen liegen nur an der engliſchen Küſte. Das
oben angekündigte Verfahren Englands, die internatio=
nalen
Gewäſſer der ſüdlichen Nordſee durch Minen zu
verſeuchen, iſt ein flagranter Völkerrechtsbruch. Uebrigens
wird nicht Deutſchland dadurch geſchädigt, ſondern die
Neutralen, in erſter Linie Holland.

Ruſſiſche Offiziersverluſte.

Den ruſſiſchen Verluſtliſten entnehmen die Baſ=
ler
Nachrichten, daß ſchon bis zum 24. Auguſt nicht weni=
ger
als 108 Oberſten und Oberſtleutnants getötet, ver=
wundet
oder vermißt waren. Da ſowohl die Narew= wie
die Wilnaer=Armee erſt nach dem 24. Auguſt vernichtet
wurden, kann man von dieſer Angabe auf die inzwiſchen
eingetretene Dezimierung des ruſſiſchen Offizierkorps um
ſo ſicherer ſchließen, je größer die Zahl der gefangenen
ruſſiſchen Offiziere iſt, die in deutſche Hände fielen. Dieſen
Sachverhalt darf man ſich vor Augen halten, wenn ruſſi=
ſche
Militärblätter ſo tun, als ob Rußland ſchlagfertige
Millionenheere aus dem Aermel ſchütteln könnte. Wie
gering die ruſſiſche Regierung das Leben der Hundert=
tauſende
von Mannſchaften, die für Rußland ſtarben, auch
im 20. Jahrhundert einſchätzt, veranſchaulicht die in der
ſchweizeriſchen Preſſe berichtete Tatſache, daß Verluſtliſten
von den Mannſchaften überhaupt nicht veröffentlicht wer=
den!
Da kaum bezweifelt werden kann, daß die ruſſiſche
Kriegsverwaltung wirklich in der angegebenen Weiſe ver=
fährt
, bedeutet die gegenüber den Familien der ruſſiſchen
Soldaten bewieſene Gefühlloſigkeit einen lehrreichen Bei=
trag
zur ruſſiſchen Kultur.

Japan und China.

* Tokio, 3. Okt. (Reutermeldung). Wie aus maß=
gebender
Quelle (?) verlautet, wird die japaneſiſche Re=
gierung
als Antwort auf die Vorſtellung der
chineſiſchen Regierung wegen Beſetzung der
Schantungbahn durch die Truppen der Verbündeten
erklären, daß die Linie von den Deutſchen benutzt wurde
um die Befeſtigungswerke von Tſingtau gegen die eng=
liſch
=japaneſiſchen Truppen zu verſtärken. Ferner müſſe
die Beſetzung als unbedingte militäriſche Notwendigkeit

betrachtet werden, die den Rechten Chinas nach Beendi=
gung
des Krieges in keiner Weiſe ſchaden werde.

Die neutralen Staaten.

* Kriſtiania, 5. Okt. Aftenpoſten meldet aus
Paris, dort herrſche ziemliche Aufregung, weil Nor=
wegen
Pferde an Deutſchland ausgeführt habe.
Das Blatt bemerkt dazu: Das Ausfuhrverbot iſt durch
Königlichen Erlaß zum Teil aufgehoben und die Ausfuhr
bis zu 1000 Stück geſtattet worden. Nachdem dieſe Höchſt=
ziffer
geſtern erreicht wurde, iſt das Verbot wieder voll
in Kraft getreten. Nach Deutſchland ſind überhaupt keine
Pferde ausgeführt worden, da die norwegiſchen Pferde
für die Zwecke der Deutſchen zu klein ſind. Die ganze
Ausfuhr iſt Dänemark zugute gekommen. Frankreich hat
alſo keinen Grund, ſich über Norwegen aufzuregen.
* Kriſtiania, 4. Okt. Der norwegiſche Mi=
niſter
des Aeußern hat Vorſtellungen bei der engliſchen
Regierung erhoben, um ſie zu veranlaſſen, daß die Er=
klärung
, wonach Eiſenerz als Kriegskonterbande anzu=
ſehen
iſt, zurückgenommen wird.
* Peſt, 4. Okt. Das Bukareſter Regierungskommu=
niqué
über die unveränderte Aufrechterhaltung
der Neutralität Rumäniens wird von der
Preſſe mit großer Genugtuung begrüßt. Der Peſter
Lloyd ſchreibt: Es fanden ſich in Rumänien mutige, ge=
wiſſenhafte
Staatsmänner, die unbeirrt von den Schlag=
worten
, die der rollende Rubel in Umlauf ſetzte, an der
für Rumänien einzig richtigen Auffaſſung feſtgehalten
haben, daß die Ausdehnung des ruſſiſchen Machtbereichs
bis zu den Dardanellen der Selbſtändigkeit Rumäniens
den Todesſtoß verſetzen würde.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 6. Oktober.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Stolberg=Roßla=Ortenberg auf die Lehrerſtelle an der
Volksſchule zu Nieder=Seemen, Kreis Schotten, präſentierte
Schulamtsaſpirant Georg Roeder aus Spachbrücken,
Kreis Dieburg, für dieſe Stelle.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Volksſchule zu Trais=Horloff, im Kreiſe Gießen,
Heinrich Reuhl auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte.
* Ernannt wurde Konrad Eifert zu Romrod zum
Schreibgehilfen bei den Oberförſtereien Romrod=Nord
und Romrod=Süd.
D Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 19, vom
5. Oktober, hat folgenden Inhalt: 1. Ueberſicht über die
in den Gemeinden des Kreiſes Büdingen zu erhebenden
Gemeindeumlagen für das Rechnungsjahr 1914. 2. Ueber=
ſicht
über die in den Gemeinden des Kreiſes Erbach zu er=
hebenden
Gemeindeumlagen für das Rechnungsjahr 1914.
3. Ueberſicht der für das Jahr 1914 (Rj.) genehmigten Um=
lagen
zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen
Religionsgemeinden des Kreiſes Alzey. 4. Ordensver=
leihungen
. 5. Ermächtigung zur Annahme und zum Tra=
gen
fremder Orden.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne
Kreuz erhielten: Oberleutnant B. Zimmermann im
Königs=Infanterieregiment Nr. 145, Ordonnanzoffizier bei
der 34. Infanteriediviſion (Metz); Horniſt Gefreiter Guſt.
Treuſch, bei der 10. Kompagnie des Leibgarde=Inf.=
Regts. Nr. 115.
Vom Großh. Hoftheater wird uns geſchrieben:
Heute Dienstag geht um halb 8 Uhr Mascagnis Caval=
leria
ruſticana in Szene. Hierauf folgt der Ein=
akter
1. Klaſſezur Grenze, der bei ſeiner Erſtauf=
führung
am Samstag mit ſeinen ernſten und heiteren, der
Stimmung der großen Zeit entſprechenden Vorträgen beim
Publikum ſo überaus ſtarken und begeiſternden Anklang
gefunden hat. Mittwoch und Donnerstag wird der
Fauſt=Zyklus zu Ende geführt. Die lebendigen Büh=
nenbilder
, die die vorjährige Neuinſzenierung gerade für
den zweiten Teil der Fauſt=Dichtung geſchaffen hat, der
ja für den Regiſſeur immer ein beſonders reiches und inter=
eſſantes
Arleitsfeld erſchließt, wie die Kaiſerliche Pfalz
mit ihrem buntbewegten Mummenſchanz, die wunderbare
Stimmung auslöſende klaſſiſche Walpurgisnacht, die ge=
waltige
Geiſterſchlacht uſw., werden ſicher auch diesmal das
rege Intereſſe des Publikums erwecken. Am Freitag bleibt
das Hoftheater geſchloſſen.

dienungsmannſchaften im friedlichen Mittagsſchlaf. Ein
einziger Artilleriſt iſt erforderlich, um das Geſchütz zu
richten, und immer wieder ſtaunt man über die Einfach=
heit
in der techniſchen Ausrüſtung der ungeheuren Mörſer.
Aber wir erleben noch eine weitere Steigerung der gro=
ßen
Eindrücke des heutigen Tages. Denn abermals geht
es einer unſerer größten Batterien entgegen, die nicht, wie
die geſtrige, eine unfreiwillige Gefechtspauſe hat. Mitten
in einem ſchönen Weinberge iſt der Teufelskeſſel inſtalliert
aus dem gewaltige Geſchoſſe von bisher unerhörter Wir=
kung
in hohen Bogen nach den Forts von Verdun hinüber=
ſauſen
. Eine faſt unmerkliche Neigung des Rohrs im
Augenblick des Abfeuerns lenkt das rieſige Geſchoß viele
Tauſend Meter weit an eine auf der Karte vorher genau
beſtimmte Stelle, und wie die Geſchoßwirkung iſt, haben
wir auf Givet und in Namur bereits mit Schaudern ge=
ſehen
.
Doch ſchon heißt es weiter, denn das Schönſte ſteht
uns ja erſt noch bevor. Wir ſollen ganz in die Gefechts=
linie
hineinkommen, nachdem wir ſchon geſtern die Feuer=
taufe
erhalten haben. Wenige Hundert Meter vor der
Batterie, die wir ſoeben in Tätigkeit ſahen, öffnet ſich plötz=
lich
der Wald, und vor unſeren Füßen, tief drunten im
Tale, breitet ſich das entzückende Landſchaftsbild von St.
Mihiel, einem der wichtigſten Maasſperrforts, aus, das
nun auch ſchon in unſeren Beſitz übergegangen iſt. Aber
noch tobt zwiſchen unſerer Armee und den übrigen Feſten
längs der Maas der Titanenkampf dieſer Tage, und wenn
auch das Feuer der Gegner, je weiter der Tag vorrückt,
um ſo ſchwächer wird, ſo wäre es doch unratſam, auch
nur wenige Meter weit auf der Landſtraße vorzurücken,
dorthin etwa, wo eine unſerer Batterien als die am weite=
ſten
vorgeſchobene unaufhörlich Bomben und Granaten in
einige hinter St. Mihiel belegene Schützengräben der
Franzoſen ſendet, während ſie ſelbſt mit ziemlich gut ge=
zielten
Schrapſchnellſchüſſen bedacht wird. Wir wandern
alſo querfeldein über die mit Klee bedeckte Anhöhe, bis
dicht an den Abhang heran, zu deſſen Füßen die Stadt
mit ihrer ganzen Ausdehnung ſichtbar iſt. Wir können
genau beobachten, wie eines unſerer Schrapnells in das
Dach der großen Infanteriekaſerne des Ortes einſchläg:.
Einen Augenblick, dann ſteigt ſchwarzer Rauch empor,
und es iſt kein Zweifel, daß in wenigen Minuten die
Flammen aus dem Dache herausbrechen werden. Durch
das Glas erkenne ich die Zeiger der Kaſernenuhr. Sie

zeigt genau 5 Minuten vor ¼3 und bleibt von dieſem
Moment ab ſtehen. Im gleichen Augenblick ſehe ich drü=
ben
auf der uns gegenüberliegenden Anhöhe ein kleines
weißes Wölkchen aufſteigen, und ſchon im nächſten Augen=
blick
gibt es dicht über unſeren Köpfen einen lauten, kur=
zen
Knall. Eine gelblich=braune Wolke zieht langſam
über uns hinweg. Da ein zweites Aufblitzen drüben,
und nun geht es: Hui, hui, hui! Wieder ein Schuß auf
uns, und diesmal ein Schrapnell. Mit kurzem Knall er=
plodiert
es linker Hand, aber Reſte fliegen auch zu uns
herüber. Da das Geſchieße gerade auf unſere kleine Gruppe
immer noch ſtärker wird, ſo ſchien es klar zu ſein, daß
man uns drüben entdeckt und uns für Mitglieder eines
Stabes hält. So ziehen wir es vor, den gefährlichen
Punkt bald zu verlaſſen. Wie gefährlich die Sache aber
geworden war, erfuhren wir erſt unten auf der Land=
ſtraße
. Denn da war inzwiſchen ein bayeriſches Militär=
auto
vorbeigefahren, unſere Herren hatten noch hinüber=
gegrüßt
, in demſelben Augenblick aber war auch ſchon ein
Schrapnellſtück in das Vorderteil des Wagens eingeſchla=
gen
und hatte dieſen vollſtändig zerſtört, ſo daß ein an=
derer
Wagen requiriert werden mußte. Die Franzoſen
hatten richtig kalkuliert, daß die Straße ſtark befahren
und ihre Beſchießung ſich daher wohl lohnen würde. Auf
der Rückfahrt ſahen wir die aus den beſchoſſenen Dör=
fern
flüchtenden Bewohner, und wieder packte uns der
Menſchheit ganzer Jammer an. Auch einem Transport
Franktireurs, an deſſen Spitze ſich ein an den Händen ge=
feſſelter
Pfarrer befand, begegneten wir auf der Rückfahrt
die durch die völlig ausgeſtorbene Ebene von Etain vor
ſich ging. Im Abenddunkel ſaßen unſere Feldgrauen
friedlich vor den Türen der halbzerſchoſſenen Bauern=
häuſer
, andere melkten Kühe, noch andere gruben ſich ein
paar Kartoffeln aus. Alle aber ſtreckten ſie freudig die
Hände aus, als ein ſchöner bayeriſcher Poſtillon durchs
Dorf ging und die eben angekommene Feldpoſt verteilte.
Drinnen aber in Metz ſaß um dieſe Zeit der Kaiſer am
Krankenbett ſeines Sohnes, und die Bewohner jubelten
ihm zu, als es bekannt wurde, daß der Kommandeur der
Liegnitzer Königs=Grenadiere in nicht allzu ferner Zeit
wieder an die Front gehen würde. Es hat ſich um einen
ſchweren Herzkrampf gehandelt, den der Kaiſerſohn in=
folge
andauernder Ueberanſtrengung in den Kämpfen be:
Verdun erlitten hat und bei denen er wiederholt ſelbſt
einen Zug ins Gefecht geführt hat. So iſt das Schrapnell=

feuer von Verdun für manchen mit unauslöſchlichen Er=
innerungen
verknüpft, und noch in ferner Zeit wird man,
vom Kaiſerhauſe herab bis in die ärmſte Taglöhnerhütte
hinein, gedenken der heißen Tage von Verdun.

C. K Franzöſiſche Weinernte 1914. Man hat in Bor=
deaur
jetzt anderes zu tun, als daß man ſich viel um die
Weinernte kümmern könnte, aber die Trauben reifen heran
und ſie wollen notdürftig eingebracht ſein. Ein Bild von
dieſem traurigen Weinjahr 1914, dem traurigſten wohl,
das der franzöſiſche Winzer je erlebt, gibt ein Bericht=
erſtatter
der Times. In Schweigen und Sorgen liegen?
die rebenumſponnenen, ſonnenerfüllten Hügel an der
Gironde da. Fort ſind die jungen Männer, die hier fröh=
lich
ſonſt im Herbſt die Ernte hielten, fort ſind auch die
Alten, deren luſtiger Geigenton die Füße der Winzer ſo
leicht zum Tanz machte. Traurig ſind die Mädchen, denn
alles Glück des früchteſchweren Herbſtes iſt mit den Lieben
dahingegangen. Aber die Weinberge kümmern ſich nicht
um das Leid des Menſchen; die Sonne hat ſie ſo warm
beſchienen wie je, hat ihre Trauben reifen und ſchwellen
laſſen, und nun dehnen ſie ſich in ihrer üppigen Pracht fühl=
los
und unverſchämt, mag auch die Erde mit Blut ge=
düngt
werden und das Herz ſo vieler brechen. In Bor=
deaux
erinnert man ſich daran, daß 1870 ein gutes Wein=
jahr
war. Und was den Wein anlangt, ſo wird auch
1914 nicht zurückſtehen. Die Ernte iſt zwar nicht ſehr
groß, aber verſpricht einen guten Tropfen, und das gegen=
wärtige
Wetter mit ſeinen kühlen Morgen und der war=
men
Tagesſonne bringt die letzte Reife und zugleich ein
gutes Wetter zur Ernte. Man wird es dem Wein von
1914 dereinſt nicht anmerken, unter wieviel Tränen und
Seelenweh er geerntet wurde; er wird ſeine feurige Blume
und ſchöne Farbe bewahren, wenn man von dem Elend
dieſes Krieges ſich nur noch des Abends gemütlich er=
zählt
, und die hiſtoriſche Jahreszahl wird dem Wein noch
eine beſondere Stimmung verleihen, da er als freund=
liches
Wunder erhalten blieb aus einer Zeit des Schreckens
und der Zerſtörung. Jetzt ſind die Graubärte und die
alten Frauen eifrig an der Arbeit, im ſtillen Ernſt die
ſonſt ſo laute Arbeit des Winzers zu verrichten. Es geht
langſam; die geübten Kräfte fehlen. In den einſt ſo reich=
beſetzten
Ställen blieb nur noch ein Mauleſel oder ein
Eſel, um zu helfen, denn die Pferde ſind alle mit den

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Oktober 1914.

Nummer 275.

* Kriegsmaßnahmen. Der Großh. Handelskammer
Darmſtadt gehen fortgeſetzt Nachrichten über die Aufhebung
beſtehender Ausfuhrverbote bezw. Neueinführung
derartiger Verbote zu. Es ſteht der Handelskammer ein
alphabetiſches Verzeichnis über dieſe Verbote zur Ver=
fügung
, aus welchem Intereſſenten das Wiſſenswerte er=
ſehen
können. Weiter wird die Handelskammer fortgeſetzt
über die in den einzelnen Ländern zur Einführung ge=
langenden
Moratorien bezw. moratorienähnliche Zu=
ſtände
unterrichtet. Umfaſſende Zuſammenſtellungen kon=
nen
Intereſſenten zur Einſicht auf dem Handelskammer=
bureau
zur Verfügung geſtellt werden. Endlich liegt der
Handelskammer nunmehr auch der Wortlaut der engliſchen
Maßnahmen auf dem Gebiete des Patent=, Muſter= und
Markenſchutzes, ſowie der franzöſiſchen Erſtreckung der
Friſten hinſichtlich des Schutzes des gewerblichen Eigen=
tums
zur Einſicht für Intereſſentenkreiſe vor.
* Kriegsfürſorge. Eine weitere Sammlung für Hin=
terbliebene
der zum Heeresdienſt Eingezogenen unter den
Arbeitern der Firma E. Merck hat wiederum den Betrag
von 380 Mark ergeben.
* Krieg und Kunſt, Für den Vortrag des Herrn
Intendanten Dr. Eger über das zeitgemäße Thema
Krieg und Kunſt am Montag, den 12. d. M., der
zum Beſten der Kriegsfürſorge der Stadt Darmſtadt und
des Roten Kreuzes ſtattfindet, werden auf beſonderen
Wunſch eine Anzahl Eintrittskarten für 3 Mk. (beſonderer
Sperrſitz) freigehalten, die in der Bergſträßerſchen Hof=
buchhandlung
zu haben ſind. Es empfiehlt ſich, ſolche
Karten bei Zeiten zu beſtellen.
Die freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz
tritt jeden Abend ¼9 Uhr in der Vorhalle des Kaiſer=
ſaales
zuſammen, um den Dienſt für die Nacht und den
nächſten Tag entgegenzunehmen. Am Samstag abend
hielt Herr Kolonnenführerſtellvertreter Vogel einen ein=
gehenden
intereſſanten Vortrag über die Erlebniſſe und
Eindrücke ſeiner Reiſen, die er mit dem Kolonnenarz!
Herrn Sanitätsrat Dr. Markel nach Sedan und Mez
beim Abholen Schwerverwundeter auszuführen hatte.
Zurzeit ſind hier faſt alle Krankenhäuſer mit Verwundeten
voll beſetzt, ſo daß nur die durch Abgang frei werdenden
Betten wieder belegt werden können. Im Hauptbahnhof
findet aber bei Tag und Nacht ein reger Verkehr mit Ver=
wundeten
ſtatt, die verpflegt, verbunden und verladen
werden müſſen, ſo daß die Sanitätswache verſtärkt wer=
den
mußte.
* Literariſcher Verein. In der Annahme, daß ein
gutes Buch am beſten geeignet ſein dürfte, im kommenden
Winter über trübe oder einſame Stunden hinwegzuhelfen,
ſei hiermit auf die in der heutigen Nummer befindliche
Anzeige des Literariſchen Vereins aufmerkſam gemacht.
* Berichtigung. Bei der Beerdigung des Herrn Bau=
rats
Jaeger legte Herr Weber einen Kranz im Namen
des Arbeitgeberverbandes für das Baugewerbe in Darm=
ſtadt
nieder.
D Poſtblatt. In den nächſten Tagen erſcheint eine
neue Nummer des Poſtblatts, das eine Bei=
lage
zum Reichsanzeiger bildet, aber auch für ſich be=
zogen
werden kann. Im Poſtblatt, das im Reichs=
Poſtamt zuſammengeſtellt wird, ſind die wichtigſten
Verſendungsbedingungen und Tarife für Poſtſendungen
aller Art, ſowie für Telegramme enthalten. Auf die ſeit
dem Erſcheinen der vorangegangenen Nummer (Anfang
Juli) eingetretenen Aenderungen wird in der neuen
Nummer durch beſonderen Druck (Schrägſchrift) hinge
wieſen. Das Poſtblatt kann auch neben anderen, um
fangreicheren Hilfsmitteln für den Verkehr mit der Poſt
und Telegraphie (Poſtbücher, Poſt= und Telegraphen=
nachrichten
für das Publikum uſw.) mit Vorteil benutzt
werden, weil es dieſe bis auf die neueſte Zeit ergänzt.
Der Bezugspreis des Poſtblatts beträgt für das ganze
Jahr 40 Pfg., für die einzelne Nummer 10 Pfg. Be=
ſtellungen
werden von den Poſtanſtalten entgegen=
genommen
.
Verzeichnis neu hergeſtellter Fernſprechanſchlüſſe
und Aenderungen bei beſtehenden Sprechſtellen. a) Neue
Anſchlüſſe: 2549 Baubureau der vereinigten Zimmer=
meiſter
, Truppenübungsplatz; 2477 Central=Pferdedepot,
Holzhofallee 25; 2503 Etappen=Kommandantur, immobile
Nr. 3, Stirnweg 24; 2592 Gefangenenlager, Darmſtadt,
Uebungsplatz; 1685 Koenig, Marie, Frau, geb. Gräfin
Spee, Steinſtraße 35; 599 Lazarett=Baracken, Baubureau,
Exerzierplatz; (551) Lyncker v., Generalmajor u. Komman=
dant
von Darmſtadt, Rheinſtraße 23; 1427 Sander, Rudolf
Fabrikant, Georgenſtraße 12; 1892 Wilbrand, W., Dr. jur

Rentner, Dieburgerſtraße 199; 2143 Zech, von, Graf, Ge=
neralmajor
z. D., Wilhelmſtraße 8. b) Aenderungen:
2159 Ammenn, Wilh., Viktoriaplatz 1, jetzt Darmſtr. 61;
1214 Buchhammer, H, jetzt Inh. A. Kahmann; 162 Duncan=
Schule übertragen an Gr. Kabinettsdirektion Geneſungs=
heim
Marienhöhe; 1114 Hedderich, Friedrich, Heidelberger
Straße 64, jetzt Hermannſtraße 31; (62 Kemmerzehl, Hch.,
Frankfurter Straße 12/14, jetzt Ireneſtr. 2; 1836 Kranken=
kaſſe
des Gaſtwirtevereins, Bismarckſtraße 82, jetzt d. Gaſt=
wirte
=Innung, Bleichſtraße 28; (551) Randow, v., jetzt Nr
2540 (zu ſtreichen: u. Kommandant v. Darmſtadt); (565)
Sander, Emil, Georgenſtraße 12, jetzt Bleichſtraße 30;
397 Schwab, Aug., jr., Rheinſtraße 41, jetzt 28; 690 Sehrt,
Beckſtraße 73, jetzt Roßdörfer Straße 79; 596 Wilk, Auguſt,
Schuchardſtraße 12, jetzt Schützenſtraße 7. e) Abgebro=
chene
Sprechſtellen: 2111 Ameln, Rud. v.; 2052
Brodrück; (501) Darmſtädter Pädagogium; 1534 Diehl,
Peter; 2187 Frank, Ferd.; 1852 Garniſon= Fleiſchausgabe=
ſtelle
; 904 Geiſel, K.; 2256 Gölz, F.; 2011 Iſſendorff, v.;
2011 Kamphövener, v.; 736 Kindſcher, Albert; 336 Klingen=
berg
, Paul; 2145 Kulp, Oskar; 1182 Liebigs Lackfabrik
1910 Meiſinger u. Heldmann; 1590 Mittelſtädt, Alb.; 2589
Reichenheim, Ludwig; 1400=Rühlemann, A.; 501 Sieben=
haar
; 2471 Tuppert, Fritz; (2553) Unger, Friedr. Rich.;
1958 Wedekind, Georg, Frhr. v.; 924 Weller, H.

Rotes Kreuz.

(Bureau: Rheinſtraße 36, Fernruf 25. Geöffnet ununter=
brochen
von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Bureau
der Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20.)
Die am 29. September unter Führung des Ritkmnei=
ſters
à l. s. der Armee Fürſten zu Erbach=Schönberg nach
Frankreich abgegangene Wagenkolonne hat ihre Aufgabe,
Liebesgaben zur 25. Kavalleriebrigade zu bringen,
in überraſchend kurzer Zeit gelöſt. Beide Dragonerregi=
menter
waren über die Liebesgaben außerordentlich er=
freut
und dankten ſowohl dem Führer wie den Beſitzern
und Begleitern der Wagen auf das wärmſte. Der Füh=
rer
des Leib=Dragoner=Regiments, Major von Loßberg,
hat überdies an Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin
ein Dankſchreiben gerichtet. Ebenſo iſt ein Brief eingelau=
fen
, in dem der Empfang der durch Kommerzienrat Hick=
ler
dem Kriegslazarett Abt. 1 nach Sedan überbrachten
Liebesgaben für die vielen dortigen Schwerverwundeten
mit herzlichem Dank beſtätigt wird.
Im Anſchluß an unſere kürzlich veröffentlichte Mit=
teilung
über Gebrauch und Mißbrauch des Roten
Kreuzes machen wir noch bekannt: Es iſt nur auf be=
ſonderes
Anſuchen geſtattet, daß bei Veranſtaltungen, de=
ren
Ertrag ganz oder teilweiſe zum Beſten des Roten
Kreuzes verwendet werden ſoll, in Ankündigungen oder
beim Vertrieb von Karten uſw. auf deſſen Zuſtimmung
Bezug genommen wird. Dieſe wird aber nur gegeben,
wenn es ſich um künſtleriſch einwandfreie Aufführungen
oder Darbietungen handelt, wenn die Veranſtalter Ge=
währ
für bedingungsgemäße Verwendung des Ertrags bie=
ten
, und unter der Vorausſetzung, daß ſeinerzeit Abrech=
nung
eingereicht wird. Herr Reallehrer Hans Kahl,
hier, ein bekannter Redner, iſt bereit, in Städten und Or=
ten
unſeres Landes im Rahmen eines Vaterländiſchen
Abends oder einer Patriotiſchen Feierſtunde zu ſprechen
über das Thema: Was predigt der jetzige Weltkrieg dem
deutſchen Volke? Oertliche Organiſationen des Roten
Kreuzes, die ſich der vorbereitenden Arbeit für einen ſol=
chen
Abend unterziehen wollen, werden gebeten, ſich mit
Herrn Kahl, der in freundlichſter Weiſe ſich bereit erklärt
hat, zugunſten des Roten Kreuzes auf jedes Honorar zu
verzichten, und nur den Erſatz der Reiſekoſten beanſprucht,
ins Benehmen zu ſetzen Er wohnt Darmſtadt, Heinrich=
ſtraße
146.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Crwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Ein
Kunſtwerk erſten Ranges haben die zwei beliebten Kino=
Schauſpieler Wanda Treumann und Viggo Larſen mit
dem Film Motive unbekannt geſchaffen. Der drama=
tiſche
Roman in 3 Akten kommt ab heute im R.=T. als
Hauptſchlager zur Vorführung. Wanda Treumann, die
unübertreffliche Seelenmalerin, hat hier mit feiner Künſt=
lernatur
einen Frauencharakter geſchildert, der vom erſten
Moment an feſſelt. Man muß immer wieder die präch=
tige
Künſtlerſchaft bewundern, die Wanda Treumann be=
ſitzt
, denn hier ſtellt ſie in ihrer Rolle als Olga mit der
ganzen Skala echt weiblicher Empfindungen ein Weib
dar, das als echte Evastochter mit all ihren Schwächen
und Vorzügen dem Leben abgelauſcht iſt. Das Detektiv=
drama
in 2 Akten Lichtgaſſe 17 bietet dem Auge unge=
mein
packende Szenen, die des pſychologiſchen Reizes
ſicherlich nicht entbehren. Wie der Schweizerkäſe gemacht
wird, zeigt eine intereſſante Naturaufnahme. Der Film
Die Ehre der Indianerin führt nach Wild=Weſt, einige
gelungene Humoresken vervollſtändigen den Spielplan.
(S. Anz.)

R Eberſtadt, 4. Okt. Der ausgezeichnete Geiger, Hof=
kapellmeiſter
Profeſſor Richard Sahla hat als Kriegs=
freiwilliger
die Leitung der Muſikkapelle des Bückeburger
Reſerve=Jägerbataillons übernommen, das zurzeit in
Eberſtadt in Einquartierung liegt. In voriger Woche
veranſtaltete dieſe Kapelle unter Mitwirkung von Frau
Kammerſängerin Sahla, einer hervorragenden Konzert=
ſängerin
, unter Leitung und Mitwirkung ihres Gatten,
zum Beſten des Roten Kreuzes im Saale Zum Schwa=
nen
in Eberſtadt ein Konzert, das am Dienstag, den
6. Okt., abends um ½9 Uhr, zur Wiederholung gelangt.
Auerbach, 5. Okt. Man ſchreibt uns: Das Kir=
chenkonzert
, welches der Kammermuſikverein
Auerbach am letzten Sonntag zugunſten. des Roten
Kreuzes veranſtaltete, ſtand unter dem Zeichen vollendeter
künſtleriſcher Darbietungen und war getragen von echter
vaterländiſcher Begeiſterung. Der über Erwarten gute
Erfolg für den Zweck der Veranſtaltung gibt uns Veran=
laſſung
, allen denen herzlich zu danken, die dazu beigetra=
gen
haben. Daß ernſte Kunſt dazu berufen iſt, in die
bitter ernſte Zeit, die wir durchleben, einen Lichtblick zu
werfen, das hat unſer Kirchenkonzert bewieſen. Daß mit
ihm die Herzen derer getroffen ſind, die unſer Gotteshaus
mit empfänglichem Gemüt betreten haben, deſſen wurde
man bei vielen inne. Eine weihevolle Stimmung lag
bis auf dem Letzten der Verſammlung. Dank der herz=
lichen
Anſprache, mit welcher Herr Pfarrer Eßlinger die
Veranſtaltung einleitete und dank der herrlichen Auswahl
ernſter Vorträge, die die Damen Frau Cranz=Haenlein
und Frl. Hickler, ſowie die Herren Troitzſch und Klaſſert
in künſtleriſch vollendetem Maße boten, ſteigerte ſich die
Stimmung, die auf unſerem Gotteshauſe ruhte, zum
Schluſſe zu heller, jubelnder vaterländiſcher Begeiſterung,
die in der von der ganzen Verſammlung ſtehend mitgeſun=

genen Hymne Deutſchland über Alles gipfelte. Es mag
das erſtemal geweſen ſein, daß dieſe Verſe, deren hohe Be=
deutung
uns in der jetzigen Zeit beſonders nahe geht,
in unſerer altehrwürdigen Kirche, über die ſchon mancher
Kriegsſturm hinweggebrauſt iſt, geſungen worden ſind.
Dieſer plötzliche ſtarke Gefühlsausdruck an heiliger Stätte
beweiſt, wie die Herzen ergriffen und wie tief in allen das
Deutſchland über Alles wurzelt. Unter den Klängen
des Chorals Ein’ feſte Burg iſt unſer Gott verließ die
Verſammlung unſere Kirche. Wir danken der Verwaltung
unſerer Lazarette, daß ſie ſo vielen Pflegerinnen und Ver=
wundeten
die Erlaubnis zum Beſuch des Konzerts erteilt
hatte und ſprechen auch in deren Namen unſern Künſtlern
herzlichen Dank für ihre uneigennützige Mitwirkung aus,
die uns zu dem ſchönen Erfolg verholfen hat.
Aus dem Kreiſe Heppenheim, 5. Okt. ( Gemeinde=
ſteuer
.) Nach der ſoeben veröffentlichten Ueberſicht des
Ausſchlags der Gemeindeumlagen gibt es im Kreiſe Hep=
penheim
drei Gemeinden, die über 300 Prozent
der Staatsſteuer erheben. Es ſind dies: Darsberg,
Grein und Siedelsbrunn. Alsdann folgen: Gorxheim
mit 269, Affolterbach und Hartenrod mit je 268, Albers=
bach
253, Wahlen 251, Nieder=Liebersbach 250 und Ober=
Laudenbach mit 248 Prozent. Annähernd ſo viel zahlen:
Ober=Scharbach, Unter=Abtſteinach, Unter=Flockenbach, Er=
lenbach
uſw. Am beſten daran ſind Ober=Liebersbach mit
39 und Weſchnitz mit nur 10 Prozent. Die größten Orte
des Kreiſes, Viernheim und Heppenheim, erheben 212
bezw. 173 Prozent.
Babenhauſen, 5. Okt. (Einen ſchauerlichen
Fund) machten einige mit Kartoffelausmachen beſchäf=
tigte
Kinder im nahen Mömlingen. Beim Gang durch den
Gemeindewald entdeckten ſie eine bereits in Verweſung
übergegangene männliche Leiche. Nach den bei dem Toten
vorgefundenen Papieren handelt es ſich um einen Wander=
burſchen
, den 77 Jahre alten Taglöhner Th. Heinemann
aus Enkenbach i. Pf. Wie verlautet, ſoll der Bedauerns=
werte
auf ſeiner Wanderſchaft im Walde vor dem Regen
Schutz geſucht und dabei den Tod gefunden haben.
Offenbach a. M., 5. Okt. (Mietunterſtützungen
der Stadt.) Die ſtädtiſche Kriegsfürſorge, die bisher
weit über 100000 Mark erfordert hat, deren Koſten aber
bisher in der Hauptſache von den freiwilligen Spenden
gedeckt werden konnten, wird jetzt eine weitere ſtarke Be=
laſtung
erfahren, die in der Hauptſache durch die Ueber=
nahme
eines Teiles der Mietsbeträge hervorgerufen wird.
In dringenden Fällen der Not ſind den Bedürftigen be=
reits
Geldbeträge für Mietszahlungen durch die Kriegs=
fürſorge
ausgehändigt worden. Die Stadt will hier dem
großen Mietselend dadurch entgegenſteuern, daß ſie einen
Teil der Mieten übernehmen will und zwar ſollen die
Mietsbeträge bis zu einem Drittel unter Vorausſetzung
der Zahlungsunmöglichkeit des betreffenden Mieters durch
die Kriegsfürſorge nur dann geleiſtet werden, wenn der
Vermieter auf den dritten Teil der bisherigen Miete Ver=
zicht
leiſtet. Ebenſo ſoll nunmehr den in große Not ge=
ratenen
Familien Schuhwerk verabreicht werden.
Durch alle dieſe Fürſorgemaßnahmen ſind erhebliche Mit=
tel
notwendig. Die Stadt hatte bekanntlich für die Kriegs=
unterſtützungen
vorerſt eine halbe Million bewilligt, die
bereits in Angriff genommen werden mußte.

Eltville, 4. Okt. Auf der Eiſenbahnſtrecke zwiſchen
Eltville und Erbach am Uebergang des Weges nach
Kiedrich ſtieß ein Güterzug mit einem Auto=
omnibus
, nach Eltville fahrend, zuſammen, der die
Schranke durchfahren hatte. Der 23 Jahre alte Auto=
führer
Joſ. Uhrich aus Biebrich wurde ſchwer verletzt
und ſtarb im Krankenhauſe Eltville. Ein Inſaſſe rettete
ſich durch Abſpringen.

Erdbeben.

* Konſtantinopel, 5. Okt. Nach amtlichen Tele=
grammen
iſt geſtern gegen Mitternacht in Bundur und
Sparta (Wilajet Konia, Kleinaſien) ein ſehr heftiges
Erdbeben aufgetreten. Weitere leichte Erdſtöße er=
folgten
auch im Laufe des Sonntags. Beſonders ſtark
war das Beben in Bundur und Umgebung. Die genaue
Zahl der Opfer iſt unbekannt, doch glaubt man, daß
etwa 2500 Menſchen getötet worden ſind. Die
Regierung und der Rote Halbmond haben ein Hilfs=
werk
eingeleitet.

Stimmen aus dem Publikum.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktion
einerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Das hieſige Poſtamt hat es unſeres Wiſſens un=
terlaſſen
, die eingeſchränkten Abholungszeiten
der Briefkäſten bekannt zu geben. Die alten Schil=
der
ſind unverändert geblieben, ſo daß man nur die je=
weils
nächſte Leerung ableſen kann. Man hat aber doch
wohl Anſpruch darauf, zu wiſſen, wie oft und wann am
Tage die Käſten geleert werden. Auch über die verminder=
ten
Beſtellgänge für Briefe und andere Poſtſachen werden
die amtlichen Zeitangaben vermißt.
-th.

Wir möchten hiermit die Anregung geben zur
Errichtung einer öffentlichen Strickſtelle, Lernſtelle für
Arbeiten für unſere Krieger. In Frankfurt beſteht eine
ſolche, und man kann dort unentgeltlich in den Arbeiten
und Stricken unterwieſen werden.
8.

Landwirtſchaftliches.

Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
narkt
am 5. Oktober. Auftrieb 249 Schweine. Preiſe
(Schlachtgewicht 50 Kilogramm, 1. Qual. 74 Mk., 2. Qual.
3 Mk., 3. Qual. 73 Mk. Marktverlauf: Lebhaft, geräumt.

Vermiſchtes.

Der Bund deutſcher Offizierfrauen
Berlin, Halleſcheſtraße 20, hat es ſich zur Aufgabe gemacht,
den Zurückgebliebenen der im Felde ſtehenden und den
Hinterbliebenen gefallener Offiziere eine wirkſame Stütze
zu ſein. Er gibt nicht allein Rat und Auskunft in allen
möglichen Fällen, ſondern weiſt auch in einzelnen Not=
lagen
Beſchäftigung nach. Es werden deshalb die in
Frage kommenden Behörden und Geſchäftshäuſer, die in
der Lage ſind, ſtandesgemäße Beſchäftigung oder Reprä=
ſentations
= und Vertrauensſtellungen zu vergeben, gebe=
ten
, die koſtenloſe Vermittlung des Bundes deutſcher
Offizierfrauen, Berlin, Halleſcheſtraße 20, in Anſpruch zu
nehmen.
Sammlung von Feldpoſtbriefen. Wieder
wie vor einem Jahrhundert pocht ein ehernes Schickſal
an die Tore der Welt. Wieder ſteht unſer Volk in Wehr
und Waffen gegen einen übermächtigen Feind. Wieder

Männern an der Front. Doch die Ernte wird eingebracht
werden; nicht das iſt die größte Sorge der Leute von
Bordeaux, ſondern ſie fragen ſich voll Kummer, an wen
ſie ihren Wein verkaufen ſollen. Die deutſchen Kaufleute
haben im franzöſiſchen Weinhandel eine immer wachſende
Stellung gewonnen, und ein großer Teil, ja der größte
Teil der Ernte, fand ſeinen Markt jenſeits des Rheins.
Nun fehlen die deutſchen Händler, und wer hätte ſonſt
jetzt Stimmung und Geld, um ſich den Luxus eines Wein=
einkaufes
zu gönnen? Die franzöſiſchen Weinbergbeſitzer
blicken hilfeflehend nach dem reichen England von dem
ſie ſo viel erwartet haben und auf das ſie auch in ihren
Weinſorgen hoffen. Aber John Bulls an Whisky und
andere ſtarke Getränke gewöhnte Zunge hat nie viel von
dem leichten blumigen Tropfen Frankreichs wiſſen wollen,
und der Engländer wird ſeinen Geſchmack nicht ändern,
nur um ſeinem Verbündeten zu helfen. Das ſieht ihm
wirklich nicht ähnlich.
Die große, die eiſerne Zeit eine hiſtoriſche Ko=
mödie
aus den Freiheitskriegen von Kurt Müller,
wird Mitte Oktober im Stadttheater zu Hanau ſeine Erſt=
aufführung
erleben.
* König Eduard VIII. und Marienbad. Der Einkrei=
ſungskönig
war jahrelang Marienbader Kurgaſt. Die
durch die Kur bewirkte Beſchwerdenerleichterung erhöhte
die Geberlaune des Königs und er überſchüttete die
Marienbader mit Orden und Geſchenken. Jetzt haben
die braven Marienbader alles, was von Eduard VII.
herrührt, dem Roten Kreuz überliefert, damit wenigſtens
ein kleiner Teil der Wunden, die des Königs heimtückiſche
Politik ſchlug, gelindert werden kann. Der Wert der
Eduard=Andenken kann auf mehr als 20000 Kronen ge=
ſchätzt
werden.
* Reutermeldung. Welche Beſtechlichkeit und Arm=
ſeligkeit
in der deutſchen Marine herrſcht, geht ſchon aus
der Tatſache hervor, daß neulich der Kapitän eines deut=
ſchen
Unterſeebootes drei wertvolle, funkelnagelneue Tor=
pedos
einfach an die engliſche Marine verſchleuderte und
ſchon froh war, daß er pro Stück einen Kreuzer erzielte.
* Zeitgemäßer Witz. In dem Gedichte, das Herr Bau=
meiſter
an dem Volkstümlichen Abend im Hoftheater am
Samstag vorlas, fand ſich folgendes Witz=Wortſpiel, das
weiterverbreitet zu werden verdient:
Petrograd und Petersburg müßt Ihr nun ſcheiden,
Der Zar kann nämlich hinten burg nicht leiden.=

[ ][  ][ ]

Nummer 275.

Seite 5.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Oktober 1914.

gilt der Anſturm den Zentralmächten Europas, dem Hort
des Friedens, der Freiheit und des Fortſchritts. Unſere
Söhne, Brüder und Freunde ſind hinausgezogen ins
Feld. In Gedanken weilen wir bei ihnen, ſie bei uns.
Täglich bringt die Poſt Briefe unſerer Helden, koſtbare
Ausſchnitte aus dem ereignisreichen Leben und Treiben
auf blutiger Walſtatt. Eine Sammlung ſolcher Briefe
bezweckt dieſer Aufruf. Sie ſollen geſichtet und in einer
Ausleſe gedruckt dem ganzen deutſchen Volke zugänglich
gemacht werden. An alle Beſitzer von Feldpoſtbriefen
im Deutſchen Reich und in Oeſterreich ergeht daher die
dringliche Aufforderung und ebenſo herzliche Bitte, das
patriotiſche und kulturhiſtoriſch nicht unwichtige Unter=
nehmen
durch Einſenden von Abſchriften geeigneter Feld=
poſtbriefe
, möglichſt unter Angabe von Ort und Datum,
die beim Erſcheinen der Sammlung nicht mehr verheim=
licht
zu werden brauchen, zu fördern. Auch in Zeitungen
bereits veröffentlichte Briefe ſind willkommen. Karl Frei=
herr
von Eichendorf, Major a. D., Wiesbaden, Bie=
bricherſtraße
30.

Literariſches.

Die Kriegsgeſetze des bürgerlichen Rechts
für Laien und Juriſten. Bearbeitet von Juſtizrat
Ernſt Licht, Rechtsanwalt in Köln. VI und 71 Seiten.
Broſchiert Mk. 1.. (Verlag von W. Kohlhammer, Stutt=
gart
.) Dieſe Darſtellung der Kriegsgeſetze wird wegen
ihrer Gemeinverſtändlichkeit, ihrer Klarheit und ihres
Eingehens auf alle Rechtsfragen, die der Krieg mit ſich
bringt, für jeden Laien ein ebenſo willkommener als
wertvoller Berater ſein.

Letzte Nachrichten.

* Großes Hauptquartier, 5. Okt.,
ubends. (W. T. B. Amtlich.) Vor Ant=
werpen
ſind die Forts Keſſel und
Broechem zum Schweigen gebracht
Die Stadt Lierre und das Eiſenbahn=
fort
an der Bahn Mecheln=Antwerpen
ſind geuommen.
Auf dem rechten Flügel in Frank=
reich
wurden die Kämpfe erfolgreich
fortgeſetzt.
In Polen gewannen die gegen die
Weichſel vorgehenden deutſchen Kräfte
Fühlung mit den ruſſiſchen
Truppen.
Das Gefecht zwiſchen dem Hilfskreuzer
Kaiſer Wilhelm der Große und dem engliſchen
Kreuzer Highflyer‟
* Berlin, 5. Okt. Am 26. Auguſt lag der Kaiſer
Wilhelm der Große in dem ſpaniſchen Hafen
Rio del Oro mit zwei Kohlendampfern längsſeits,
während ein dritter deutſcher Dampfer etwa 500 Meter
weiter ſeewärts vor Anker lag. Die geſamte Beſatzung
war ſeit Tagen bei der Kohlenübernahme beſchäftigt und
die Bunker noch nicht zur Hälfte aufgefüllt, als gegen
Mittag ein Schiff in Sicht kam, das ſich als der engliſche,
geſchützte Kreuzer Highflyer herausſtellte. Es hat dann
folgender Signalverkehr durch Scheinwerfer zwiſchen den
beiden Schiffen ſtattgefunden: Engliſches Kriegsſchiff
Highflyer Surrender! (Ergeben Sie ſich!) Kaiſer
Wilhelm der Große: Keine Antwort. Highflyer.
I call you to ſurrender. (Ich fordere Sie auf, ſich zu
übergeben.) Kaiſer Wilhelm der Große‟: Deutſche
Kriegsſchiffe übergeben ſich nicht. Ich erſuche Sie, die
ſpaniſche Neutralität zu achten! Highflyer: You coal
the ſecond time in this port. J call you to ſurrender.
If not. I will fire on you at once. (Sie nehmen zum
zweitenmal Kohlen in dieſem Hafen. Ich fordere Sie auf,
ſich zu übergeben! Wenn nicht, werde ich ſofort auf Sie
feuern.) Kaiſer Wilhelm der Große: Ich nehme hier
zum erſtenmal Kohlen, im übrigen iſt das ſpaniſche An=
gelegenheit
. Hyghflyer: Surrender at once! (Ergeben
Sie ſich ſofort!) Kaiſer Wilhelm der Große‟: Ich
habe Ihnen nichts mehr zu ſagen.
Hicrauf hat um 1.16 Uhr der Highflyer das Feuer
eröffnet, das vom Kaiſer Wilhelm der Große ſofort
erwidert wurde. Der Kampf wurde von dem letz=
teren
geführt, während das Schiff etwa 2000 Meter vor
der Küſte vor Anker lag, ſich alſo innerhalb der
ſpaniſchen Hoheitsgewäſſer befand. Um
unnötige Menſchenverluſte zu vermeiden, ließ der Kom=
mandant
des Hilfskreuzers das nicht auf den Gefechts=
ſtationen
gebrauchte Perſonal auf die längsſeits liegen=
den
Kohlendampfer überſteigen, ebenſo die an Bord be=
findlichen
engliſchen Beſatzungen der früher aufgebrachten
engliſchen Schiffe. Sobald die Dampfer von dem Hilfs=
kreuzer
frei waren zogen ſie ſich nach Süden zurück.
Inzwiſchen hatte Highflyer auf die beträchtliche
Entfernung von etwa 9000 Metern das
Feuer eröffnet. Es zog ſich unter gleichmäßiger
Annäherung von der Steuerbord= auf die Backbordſeite
des Hilfskreuzers hinüber, entfernte ſich jedoch wieder, als
er eine Anzahl von Treffern erhalten hatte. Nach
etwa 1½ſtündigem Gefecht kam das Feuer auf dem
Kaiſer Wilhelm der Große aus Munitionsman=
gel
ins Stocken. Gleich bei Beginn des Gefechts
hatten nämlich zwei Schüſſe den vorderen Laderaum ge=
troffen
, in welchem die Hälfte der Munition verſtaut lag,
ſo daß dieſer voll Waſſer lief und die Munitionsbeförde=
rung
vorne unmöglich wurde. Als daher die Munition
der achteren Geſchütze verbraucht war, befahl der Kom=
mandant
das Schiff, um es nicht in feindliche Hände
fallen zu laſſen, zu verſenken. Dieſes geſchah durch
12 Sprengpatronen, die ſchon vorher angebracht waren,
ſowie durch Oeffnung der Lenzſchieber.
Der deutſche Hilfskreuzer hat im ganzen 10 Treffer
erhalten, die das Schiff jedoch nicht zum Sinken ge=
bracht
hätten. Beim Verſtummen der Geſchütze ſtellte auch
der Highflyer das Feuer ein und näherte ſich langſam
bis auf 5600 Meter. Als er jetzt aus dem einzigen deut=
ſchen
Geſchütz, das noch über Munition verfügte, einer
Revolverkanone, beſchoſſen wurde, begann auch der Eng=
länder
das Feuer wieder, um es abzubrechen, nachdem
auch das Revolvergeſchütz nach Verbrauch aller Munition

hatte verſtummen müſſen. Der Munitionsverbrauch des
engliſchen Schiffes wird von dem deutſchen Komman=
danten
auf 400 bis 600 Schuß geſchätzt; die
Treffergebniſſe mit etwa 2 Prozent, gegen ein ſo großes
hohes Schiff, das noch dazu ſtill vor Anker lag, waren
alle herzlich ſchlecht.
Als Kaiſer Wilhelm der Große anfing, infolge des
eindringenden Waſſers ſich überzulegen, begab ſich die Be=
ſatzung
in die Boote. Der Kommandant verließ als
Letzter das Schiff, als dieſes ſchon mit der Seite auf dem
Grund auflag, und die Maſten mit den an den Schotten
gehißten Kriegsflaggen unter dem Waſſer verſchwunden
waren. Drei Hurras aus den Booten brachten dem ſin=
kenden
Schiff den letzten Gruß und Deutſchland,
Deutſchland über alles erſcholl ihm als Ab=
ſchiedslied
. In drei Rettungsbooten landete der Teil der
Beſatzung, der an dem Gefechte teilgenommen; außer dem
Kommandanten ſieben Offiziere, zwei Vizeſteuerleute und
72 Unteroffiziere und Mannſchaften an der ſpaniſchen
Küſte von Rie del Oro. Unter Mitnahme von zwei auf
ſchnell hergeſtellten Tragbahren mitgeführten Verwun=
deten
gelangten ſie nach 2½ſtündigem Marſche zum ſpani=
ſchen
Fort. Der engliſche Kreuzer näherte ſich inzwiſchen
dem Lande auf 3000 bis 4000 Meter und ſetzte zwei Boote
aus, welche den deutſchen Booten folgten, jedoch erſt lan=
deten
, als die deutſche Beſatzung bereits den Marſch nach
dem Fort angetreten hatte. Die engliſchen Boote kehrten
dann auf ein Signal an Bord ihres Schiffes zurück. Im
ſpaniſchen Fort wurden die deutſchen Seeleute von dem
Fortkommandanten auf das beſte aufgenommen. Sie be=
finden
ſich jetzt in Las Palmas auf den Kanariſchen In=
ſeln
. Der Kommandant des Kaiſer Wilhelm der Große‟
rühmt das ausgezeichnete Verhalten der Offiziere und der
Mannſchaften während des Gefechtes.

Das Doppelſpiel der engliſchen
Politik.

* Berlin, 5. Okt. Die Nordd. Allg. Ztg. meldet
daß der britiſche Unterſtatsſekretär Acland auf die in
der Kopenhagener Nationaltidende vom 3. Oktober wie=
dergegebenen
Aeußerungen des Staatsſekretärs v. Jagow
über Englands Spiel mit der Neutralitätsverletzung Bel=
giens
durch das Reuterſche Bureau eine Erwiderung hat
verbreiten laſſen, in welcher es heißt:
Die Bemerkung v. Jagows, England habe Belgien
zum Widerſtand angeſpornt, ſei eine Schmähung gegen
dieſe Tapferen. Die offiziellen Erklärungen der belgiſchen
Regierung laſſen keinen Zweifel daüber beſtehen, daß
Belgien ſeiner Neutralität mit allen Mitteln Beachtung zu
verſchaffen beabſichtige. Auf den Hinweis v. Jagows,
daß Deutſchland die belgiſche Neutralität nicht vor der
Nacht zum 4. Auguſt verletzte, während Grey bereits am
2. Auguſt dem franzöſiſchen Botſchafter die Unterſtützung
der britiſchen Flotte gegen einen deutſchen Angriff auf
die franzöſiſche Küſte zuſagte, erwiderte Acland, daß
v. Jagow am 31. Juli auf eine Anfrage der engliſchen
Regierung, betreffend Wahrung der belgiſchen Neutralität
durch Deutſchland, die Antwort verweigerte und ſchließ=
lich
mit Nein antwortete, während Frankreich unverzüg
lich die gewünſchte Zuſicherung gab.
Auf die Bemerkung v. Jagows, daß Grey am
1. Auguſt dem deutſchen Botſchafter gegenüber es ab=
lehnte
, die Neutralität Englands zu verſprechen, falls
Deutſchlands die Neutralität Belgiens zuſichere, weiſt
Acland auf die Erklärung Greys im Unterhaus hin, daß
dieſes nur perſönliche Anregungen des Botſchafters ſeien,
zu denen er nicht von ſeiner eigenen Regierung ermäch=
tigt
war.
Die Nordd. Allgem. Ztg. bemerkt hierzu, daß Acland
in ſeinen Bemerkungen um die Hauptſache herumging, daß
Grey nicht für den Fall der Verletzung der Neutralität
Belgiens oder eines deutſchen Vorgehens gegen Frank=
reich
die Unterſtützung Englands zugeſichert habe, ſon=
dern
vielmehr für den Fall des deutſchen Angriffs gegen
die Südküſte des Kanals. Dies ſei weſentlich, es bilde
den Beweis, daß Frankreich wie Belgien
den britiſchen Kanalintereſſen geopfert
würde. Zum Beweis, daß Belgien von England an=
geſpornt
worden iſt, verweiſt die Nordd. Allgem. Ztg.
auf Seite 155 des engliſchen Weißbuches, worin England
die belgiſche Regierung in Beantwortung einer Anfrage
aufforderte, ſich mit allen verfügbaren Mitteln einem
etwaigen Verſuch Deutſchlands zu widerſetzen, Belgien
zur Preisgabe ſeiner Neutralität zu bewegen, und worin
England gleichzeitig Hilfe verſpricht.
Zu der Frage des deutſchen Botſchafters an Grey,
ob dieſer die Neutralität Englands verſprechen könne,
falls Deutſchland die Neutralität Belgiens zuſichere, be=
merkt
die Nordd. Allgem. Ztg., daß das eine dienſtliche
Frage war, und daß die deutſchen Botſchafter in ähn=
lichen
Fällen das Sprachrohr der Regierung ſind, und
fährt dann fort: Glaubte Grey, daß der Botſchafter dieſe
Frage nur für ſich perſönlich ſtellte, ſo wäre der britiſche
Staatsſekretär bei aufrichtigem Friedenswillen um ſo
leichter in der Lage geweſen, die Zuſicherung der eng=
liſchen
Neutralität zu geben. Grey iſt aber dieſer Zu=
ſicherung
auch in der unverfänglichen Form einer perſön=
lichen
Erklärung auf eine perſönliche Frage ausgewichen.
Er wollte ſich eben in keiner Weiſe binden
und es fehlte ihm auch der Wille zu energiſchem Handeln
zur Aufrechterhaltung des Friedens. England mit
ſeiner abſichtlichen Unentſchloſſenheit iſt für den Aus=
bruch
des Krieges verantwortlich. Ein Wille
zum Frieden war bei Deutſchland. Die Angabe, daß
eine deutſche Militärpartei Deutſchland zum Kriege
getrieben, kann ein engliſcher Miniſter nur auf Grund
gänzlicher Unkenntnis deutſcher Verhältniſſe glauben.
Die Nordd. Allgem. Ztg. fährt dann fort: Nach einer
Londoner Meldung hat Asquith bei einer Anſprache in
Cardiff erklärt: Unſere Regierung richtete im Jahre 1912
eine Mitteilung an die deutſche Regierung über unſere
künftigen Beziehungen zu Deutſchland. In der Mittei=
lung
wurde erklärt, daß England Deutſchland nicht an=
greifen
, noch einen Angriff auf Deutſchland unterſtützen
werde, wenn Deutſchland ihn nicht herausgefordert habe.
Dies hat der deutſchen Politik nicht genügt. Deutſchland
wünſchte, daß wir noch weiter gehen und uns zur Wah=
rung
ſtrengſter Neutralität verpflichten ſollten für den
Fall, daß Deutſchland ſich in einem Krieg befinde. Auf
dieſes Erſuchen konnte nur eine Antwort erfolgen und
die engliſche Regierung hat ſie gegeben.
Dieſe Enthüllung Asquiths iſt zeitgemäß für den
gegenwärtigen Krieg, der nicht von Deutſchland, ſondern
von Rußland provoziert worden iſt, auch dafür, wie richtig
die deutſche Regierung die engliſche Zuſicherung einſchätzte
und die damalige Verſicherung als ungenügend anſah.
Dieſer engliſche Premierminiſter wirft auch wieder die
Behauptung auf, daß lediglich die Verletzung der bel=
giſchen
Neutralität durch Deutſchland das Eingreifen
Englands in den Krieg hervorgerufen habe. Wenn nach

den bekannten Erklärungen Greys in dem Unterhaus und
dem Fürſt Lichnowsky gegenüber Zweifel über dieſen
Punkt überhaupt noch beſtehen konnten, ſo erfährt nun=
mehr
die Welt ſelbſt aus dem Wunder der kompetenteſten
Perſönlichkeit Englands, daß die engliſche Regie
rung ſchon im Jahre 1912 entſchloſſen war,
in einem europäiſchen Kriege an der Seite
der Gegner Deutſchlands unter allen Um=
ſtänden
teilzunehmen.
* Berlin, 5. Okt. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Ein großes Hamburger Haus erhielt vor
kurzem von ſeiner Zweigniederlaſſung in Nie=
derländiſch
=Indien die briefliche Mitteilung, daß
die engliſche Kabelgeſellſchaft am 28. Juli eine von
Niederländiſch=Indien nach Hamburg aufgegebenes Tele=
gramm
des Inhalts: Drahtet Zuſtand nicht beför=
dert
habe. Dies iſt ein weiterer Beweis dafür, daß
das Hauptmittel der engliſchen Kriegführung gegen uns,
die Abſchneidung von Kabelnachrichten, ſchon Ende Juli
angewandt worden iſt, während die engliſche Kriegs=
erklärung
erſt am 4. Auguſt, nachmittags, in Berlin über=
reicht
wurde.

Die Nationalſtiftung für die Hinterbliebenen.

* Berlin, 5. Okt. Der Nationalſtiftung
für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen
ſind durch die Sammlungen der Deutſchen Reichspoſt bis
jetzt über eine halbe Million Mark überwieſen
worden. Weitere Spenden ſind dringend erforderlich.
Es werden auch gute Staatspapiere und Obligationen
entgegengenommen. Die Geſchäftsräume der National=
ſtiftung
befinden ſich in Berlin N.W. 40, Alſenſtr. 11.

Vom weſtlichen Kriegsſchauplatz.

* Paris, 5. Okt. Amtlich wird bekannt gegeben:
Seit Sonntag nachmittag iſt im Gebiet von Arras
der Kampf in vollem Gange, ohne daß bisher
eine Entſcheidung erreicht wurde. Zwiſchen dem Oberlauf
von Ancre und Somme, zwiſchen Somme und Oiſe war
der Kampf weniger heftig. Im Gebiet von Soiſſons rück=
ten
wir vor und nahmen dort feindliche Schützengräben
ein. Faſt auf der ganzen Front dauert die bereits er=
wähnte
Kampfesſtille an. In Wövre machten wir einige
Fortſchritte zwiſchen Apremont und der Maas.
* Paris, 5. Okt. Eine anſcheinend offiziöſe
Meldung des Figaro beſagt, man dürfe das Ergeb=
nis
der Schlacht erſt in vier bis fünf Tagen
erwarten. Wenn auch die Deutſchen an verſchiedenen
Stellen erſchöpft ſcheinen, ſo müſſe man doch bedenken,
daß die franzöſiſchen Führer die Truppen ſchonen wollten.
* Lyon 5. Okt. Progres veröffentlicht einen Brief
eines franzöſiſchen Artillerieoffiziers, in welchem dieſer
erklärt, daß die Franzoſen der deutſchen ſchwe=
ren
Artillerie gegenüber wehrlos ſeien, da
ſie keine Geſchütze von ſolcher Tragweite beſäßen. Die
deutſchen Flugzeuge leiſteten zur Beſtimmung der geg=
neriſchen
Stellungen die größten Dienſte. Wenn ein
deutſcher Flieger die franzöſiſche Artillerieſtellung ermittelt
habe, bleibe der Artillerie nur ein ſchneller Stellungs=
wechſel
übrig, da ſie ſonſt kurz darauf von einem dichten
Geſchoßhagel überſchüttet werde. Die Deutſchen ſeien
Meiſter in der Verwendung der Maſchinengewehre. An=
greifende
Infanterie werde durch Reihenfeuer zu=
meiſt
buchſtäblich niedergemacht.
* Lyon, 5. Okt. Progres ſchreibt: Infolge unge=
heurer
Verluſte an Offizieren mußte die fran=
zöſiſche
Heeresleitung die Offiziere anweiſen, mehr als
bisher Deckung zu nehmen und waghalſige Angriffe nur
im Notfalle zu unternehmen.

Von Antwerpen.

* Amſterdam, 5. Okt. Telegraaf meldet aus Ant=
werpen
, 3. Oktober: Die Lage iſt hier äußerſt kri=
tiſch
. Amtlich wird gemeldet, daß die äußerſte
Fortslinie gefallen iſt. Die Stimmung in der
Stadt iſt ſehr gedrückt. Eine heute erlaſſene Proklamation
ermahnt die Einwohner zur Ruhe. Man befürchtet, daß
die Waſſerzufuhr abgeſchnitten wird.
* London, 5. Okt. Die hieſige belgiſche Geſandtſchaft hat
folgendes Telegramm aus Antwerpen erhalten: Oeſt=
lich
der Senne iſt unſere Verteidigungslinie gezwun=
gen
worden, ſich vor dem heftigen Angriff der deutſchen
Artillerie auf den Nethefluß zurückzuziehen, nachdem
ſie fünf Tage lang heftigen Widerſtand geleiſtet hatte.
Unſere Stellung an dem Nethefluß iſt ſehr ſtark, die Armee
wird mit äußerſter Energie Widerſtand leiſten.

Die Kämpfe in den Karpathen.

* Peſt, 5. Okt. Der Obergeſpan des Mamaroſer
Komitats teilte in einem Telegramm mit, daß erfreulicher=
weiſe
ſich die ruſſiſchen Truppen im Rückzuge
befinden und daß keine Gefahr mehr beſtände. Die öſter=
reichiſchen
Truppen haben ſich, nachdem ſie Mamczizit ge=
räumt
hatten, in ausgezeichnete Poſitionen bei Hosſzumecoe
zurückgezogen und dort die von unſeren Seiten eintreffen=
den
Hilfskräfte abgewartet, und gingen dann zur Offen=
ſive
über. Der Schlachtbeginn war für die öſterreichiſch=
ungariſchen
Truppen günſtig.

Doincaré im Hauptquartier.

* Bordeaux, 3. Okt. Seit Beginn des Krieges
hegte Poincaré die Abſicht, die Armeen zu be=
ſuchen
und ihnen ſeine Glückwünſche auszuſpre=
chen
. Er wurde daran verhindert durch die Notwendig=
keit
, täglich im Miniſterrate den Vorſitz zu führen und
durch den Wunſch der Militärbehörden, welche den Augen=
blick
nicht für günſtig hielten. Jetzt erlauben die Um=
ſtände
dieſe Reiſe. Poincaré hat geſtern nachmittag im
Automobil Bordeaux verlaſſen und ſich zunächſt nach
dem Hauptquartier begeben. Er wird von den
Miniſtern Millerand und Viviani begleitet.

Ein engliſches Urteil über die Kriegslage.

* London, 5. Okt. Der militäriſche Mitarbeiter der
Times ſchreibt in einer Ueberſicht über die Lage auf
den Kriegsſchauplätzen: Selbſt wenn es den Ver=
bündeten
gelänge, die Deutſchen zurückzutreiben,, und die
Ruſſen im Oſten in der Lage wären, einen entſcheidenden
Sieg zu gewinnen, ſind doch noch ungeheuere Schwierig=
keiten
zu überwinden, die große Opfer koſten werden.
Deutſchland ſtehen nach wie vor im eigenen Lande ſeine
Hilfsquellen, reiche militäriſche Kräfte, in der Hauptſache
noch ungeſchwächt zur Verfügung, und ſeine Arſenale und
Werften werden noch fernerhin geſtatten, dem Heer und
der Flotte große Dienſte zu tun. Außerdem muß man
damit rechnen, daß hinter der Stellung an der Aisne noch
mehrere ähnliche Verteidigungsſtellen errichtet worden
ſind, und daß der Kampf noch mehrere Monate dauern
wird.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Oktober 1914.

Nummer 275.

Gedrückte Stimmung in Petersburg.

* Kriſtiania, 5. Okt. Im Morgenbladet erzählt
ein Norweger, der aus Petersburg heimkehrte, daß
der Sieg Hindenburgs in Oſtpreußen und die Nie=
derlage
der Ruſſen in Petersburg einen lähmenden Ein=
druck
machten. Nicht weniger groß ſei die Trauer darüber,
daß zwei Generale, auf die man die größten Hoffnungen
ſetzte, gefallen ſeien. Das Publikum wurde vorbehaltlos
über die Niederlage unterrichtet. Man gab zwar keine
Einzelheiten, erkannte aber den Umfang und die Bedeu=
tung
der Kataſtrophe an. Von dem Augenblick ab hat ſich
die Kriegsbegeiſterung in Petersburg ſtark abgekühlt. Die
ſpäteren Erfolge gegen Oeſterreich vermochten nicht, dies
ganz auszugleichen. Man ſehe jedoch der Zukunft ver=
trauensvoll
entgegen und hoffe auf den Sieg, fürchte aber
daß das Heer zu wenig Offiziere habe.

Rußland und Perſien.

* Konſtantinopel, 5. Okt. Das hier erſcheinende
perſiſche Blatt Haver enthält folgende Mitteilungen:
Perſien hat Rußland eine neuerliche Note
überreicht, bezüglich welcher noch die Verhandlungen
zwiſchen den beiden Regierungen andauern. Infolge der
Schritte Perſiens haben die Ruſſen den Häuptling des
Stammes Magu, Ikbal=es=Saltane, und deſſen Sohn
wieder freigelaſſen. Der hervorragende perſiſche General
Salah=es=Dauleh iſt mit einer Menge Waffen und Mu=
nition
in der Grenzſtadt Hasryſchirin eingetrof=
fen
, um den Ruſſen Verlegenheiten zu be=
reiten
. Die perſiſche Regierung hat den belgiſchen
Generalſchatzmeiſter Mornard und alle anderen in perſi=
ſchen
Dienſten ſtehenden Belgier abgeſetzt und eine
Kommiſſion zur Prüfung der Rechnungen Mornards ge=
bildet
. Amtlichen Nachrichten zufolge hat der Kriegs=
miniſter
den Provinzbehörden und allen Stammesober=
häuptern
befohlen, eine beträchtliche Streitkraft zu ſam=
meln
. Der Schah hat die ſchleunige Wiedereröffnung des
Parlaments angeordnet. Er hat eine Liſte aller Beamten
verlangt, die ruſſiſche Parteigänger ſind; dieſe Beamten
werden wahrſcheinlich abgeſetzt werden.
* Brüſſel, 5. Okt. Die Ausfuhr von Pfer=
den
aus Belgien, auch über Holland und Luxemburg, iſt
auf Anordnung des Generalgouverneurs für Belgien ver=
boten
worden. Zuwiderhandelnde haben Beſchlag=
nahme
und Beſtrafung zu gewärtigen. Dem Verwal=
tungschef
des Generalgouvernements, Exzellenz v. Sandt,
wurde das Eiſerne Kreuz verliehen.
* Paris, 5. Okt. Das Echo de Paris, welches be=
reits
die unhygieniſche Art der franzöſiſchen
Verwundetentransporte rügte, nimmt ſchärfſtens
dagegen Stellung, daß alle nur notdürftig geheilten Ver=
wundeten
zur völligen Wiederherſtellung nach der Heimat
geſchickt werden müßten, damit in den Spitälern für die
neu eintreffenden Verwundeten Platz geſchaffen werde.
Das Echo erklärt, die Regierung müſſe dieſem unhalt=
baren
Zuſtande, welcher eine ſchwere Sorge für das
Land ſei, ſchnellſtens abhelfen.
* Paris, 5. Okt. Das Oberkommando hat in Ver=
ſailles
durch Maueranſchlag bekannt gegeben: Jeder
Deutſche, welcher hinter der Front in Zivilkleidung
angetroffen wird, wird als Spion betrachtet. Wer Zi=
vilkleidung
geliefert hat, oder wer diefe Tatſache kannte,
ohne die Militärbehörde zu benachrichtigen, wird als Hel=
fershelfer
betrachtet. Jeder Deutſche, welcher nicht auf
den erſten Anruf ſteht, wird erſchoſſen. Jede Gruppe von
mehr als drei bewaffneten Deutſchen hinter der Front
wird als auf Verübung von Räubereien erachtet und er=
ſchoſſen
. Jede Zivil= oder Militärperſon, welche des
Diebſtahls auf den Schlachtfeldern überführt wird, wird
vor ein Kriegsgericht geſtellt.
* Genf, 5. Okt. Der Sohn des Miniſterpräſidenten
Viviani, der als Infanteriſt bei Arras mitkämpfte
wird vermißt. Vermutlich iſt er gefangen genommen
worden.
* Petersburg, 5. Okt. Meldung der Petersbur=
ger
Telegraphenagentur. Der Militärgouverneur
von Warſchau hat durch Anſchlag folgendes bekannt
gemacht: In der letzten Zeit iſt die Bevölkerung durch
abſurde Gerüchte von einer möglichen Beſetzung der
Stadt aufgeregt worden. Auf Befehl des Armeekomman=
danten
bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß Warſchau
und ſeine Umgebung wie bisher von ſeiten des Feindes
außerhalb aller Gefahr iſt. Ich bitte daher auch die Ein=
wohner
, ruhig zu bleiben und ihren Geſchäften wie im
Frieden nachzugehen.

Kriegsſterbekaſſe.

Der Allgemeine Deutſche Verſiche=
rungs
=Verein a. G. in Stuttgart hat in Er=
füllung
von zahlreichen Wünſchen aus der Mitte der etwa
160000 Mitglieder ſeiner Militär=Abteilung und mit Ge=
nehmigung
des Kaiſerlichen Aufſichtsamts für Privatver=
ſicherung
eine Kriegsſterbekaſſe eingerichtet.
Alles Nähere darüber iſt aus der Anlage zu erſehen,
auch daß der Stuttgarter Verſicherungs=Verein auf jeden
Gewinn aus dieſer Kriegsſterbekaſſe verzichtet. Der Ver=
ein
wird vielmehr im Intereſſe der guten Sache noch be=
deutende
Beträge für die Koſten zulegen.
Jeder Kriegsteilnehmer auch ſolche, die bereits in
anderen Kaſſen verſichert ſind oder ſich dort verſichern
laſſen wollen kann ohne ärztliche Unterſuchung durch
eine beliebige Anzahl von Einſätzen (bis zu 30) auf ein=
mal
oder nach und nach in die Kriegsſterbekaſſe ſich
einkaufen oder eingekauft werden. Bei einer
Einzahlung von 300 Mark darf im Kriegsſterbefalle mit
einer Auszahlung von etwa 6000 bis 9000 Mark gerechnet
werden.
Die Anmeldung kann einzeln durch Poſtkarten, oder
beſſer geſammelt auf Anmelde=Bogen erfolgen.
Jeraſcher der Beitritt erfolgt, um ſo ſiche=
rer
wird der Zweck erreicht!
Anmeldungen für die Kriegsſterbekaſſe
werden auf dem Geſchäftszimmer der Kommandan=
tur
Darmſtadt, Riedeſelſtraße 57, entgegengenommen.
Anlage.
Der Stuttgarter Verſicherungs=Verein hat mit Ge=
nehmigung
des Kaiſerlichen Aufſichtsamts für Privatver=
ſicherung
eine
Kriegsſterbekaſſe
eingerichtet, durch welche auf einfache und billige Weiſe
eine wirkſame
Kriegsfürſorge
für die Hinterbliebenen der auf dem Felde der Ehre Ge=
fallenen
ermöglicht wird.
Die Mittel werden durch Einlagen aufgebracht;
ein Einſatz beträgt 10 Mark. Für einen Kriegsteilnehmer
können auf einmal oder nach und nach bis zu 30 Einlagen

geleiſtet werden. Nach Beendigung des Krieges wird der
Geſamtbetrag des Kaſſenvermögens ohne irgend=
welchen
Abzug von Auslagen und Verwal=
tungskoſten
nach Verhältnis der für die geſtorbenen
Kriegsteilnehmer geleiſteten Einlagen verteilt.
Eine ſichere Angabe über die Höhe der Anteile läßt
ſich, da wir ganz neuen Verhältniſſen gegenüberſtehen,
natürlich nicht machen. Es iſt aber ſehr wahrſcheinlich,
daß auf einen Einſatz von 10 Mark ein Betrag von 200
bis 300 Mark entfalen wird. Für die höchſtzuläſſige Be=
teiligung
(30 Einſätze 300 Mark) darf alſo mit einer
Auszahlung von 6000 bis 9000 Mark gerechnet werden.
Eine ſolche Verwendung iſt gewiß nützlicher,
als die Verwahrung überflüſſiger Beträge im Bruſtbeutel.
Für die Mehrzahl der Fälle wird es freilich Sache der
Angehörigen ſein, von dieſer Kriegsverſicherung Gebrauch
zu machen: die Ehefrau, Eltern und Großeltern, Ge=
ſchwiſter
und ſonſtige Verwandte, aber auch Freunde und
Gönner, Dienſtherrſchaften und Arbeitgeber, Vereine
und Verbände ſollen ſich ihrer in weitgehendem Maße be=
dienen
.
Bezüglich der Art und Stellung der Kriegsteilnehmer
beſteht keinerlei Beſchränkung: die Einzahlung iſt zuge=
laſſen
für Offiziere aller Dienſtgrade wie für Mannſchaf=
ten
jeder Gattung, für Aerzte und Perſonen des Roten
Kreuzes, kurz für jedermann, der irgendwie der Kriegs=
gefahr
ausgeſetzt iſt.
Unſeren tapferen Soldaten wird ihre ſchwere Pflicht
erleichtert, wenn ſie wiſſen, daß für ihre Familien in jeder
nur möglichen Weiſe geſorgt iſt!

Briefkaſten.

R. Ihr und die anderen Eingeſandts ſind durch die
Abſetzung des Bajazzo vom Spielplan gegenſtandslos
gew
G. R., hier. 40000.
X. Griesheim. Soweit wir unterrichtet ſind, mußten
die Gefangenen bei ihrer Einlieferung das geſamte Geld
gegen Quittung abliefern. Ihre Beſorgniſſe ſind alſo
unbegründet.

Verluſtliſte (aus Nr. 39 und 40.)

Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 81, Frankfurta. M
La Tete de la Belonville und Laveline vom 1.3. Sept.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Wehrm. Valentin Bloch, Lauter=
bach
i. Heſſen, lv.
2. Kompagnie: Wehrmann Peter Falkenbach,
Mainz, vm.
4. Kompagnie: U.=O. Karl Heß, Rohrheim, lv.;
Wehrm. Heinrich Böck, Liederbach, lv.; Wehrm. Sigmund
Mayer, Marxheim, lv.; Wehrm. Georg Jimblo,
Alzey, vm.; Wehrm. Anton Vicard, Seligenſtadt, vm.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Wehrm. Philipp Blank, Dieburg,
ſchw.; Wehrm. Heinrich Fröhlich, Gr.=Zimmern, ſchw.;
Wehrm. Franz Goebel, Offenbach, ſchw.
8. Kompagnie: Wehrm. Wilhelm Ritz, Offenbach,
t.; Wehrm. Heinrich Schmidt V Nidda, lv.; Wehrm.
Joſef Blank, Dieburg, vm. Wehrm. Adam Euler,
Eppertshauſen, vm.; Wehrm. Chriſtian Günzler, Gießen,
vm.; Wehrm. Karl Herth, Eckartsborn, vm.; Wehrm.
Joſef Franz Schröck, Bensheim, verm.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Wehrm. Joſef Höhl, Mainz, lv.;
10. Kompagnie: Wehrm. Ludwig Sauer, Stangen=
rod
, t.: Wehrm. Karl Weißling, Groß=Umſtadt, t.;
Wehrm. Heinrich Oeſtreich, Stockhauſen, lv.; Wehrm.
Peter Spielmann, Rimbach, ſchw.; Wehrm. Friedrich
Landau, Mörfelden, lv.;
11. Kompagnie: U.=O. Heinrich Ullrich, Lauter=
bach
, ſchw.: Gefr. Matheus Müller, Zellhauſen, lv.,
Wehrm. Martin Groh, Urberach, ſchv.
12. Kompagnie: U.=O. Karl Ruppel, Oberros=
bach
, lv.; U.=O. Heinrich Wagner, Niederohmen, ſchv.;
Wehrm. Ludwig Kraft, Offenbach, lv.; Wehrm. Ludwig
Nelius, Reinheim, t.; Wehrm. Karl Vollrath, Erbach,
lv.; U.=O Hermann Klüh, Vilbel, lv.: Wehrm. Ludwig
Hartmann, Harheim, vm.: Gefr. Friedrich Reuter,
Niederweiſel, vm.
Infanterie=Regiment Nr. 152.
Nuhnen, Jankowitz, Beynuhnen und Gr. Waplitz
vom 26. Aug. bis 11. Sept.
II. Bataillon, Marienburg.
5. Kompagnie: Reſ. Heinrich Senf, Mombach, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 170.
St. Barbe und Ménil vom 1. bis 8. Sept.
III. Bataillon, Donaueſchingen.
9. Kompagnie: Reſ. Bernhard Schneider IV.,
Seebach, vm.
Reſerve=Jägerbalailkon Nr. 8, Schlettſtadt.
Markirch, Donon, Celles vom 9. bis 24. Auguſt.
Nompatelize und La Bourgonce vom 29. Aug. bis 7. Sept.
1. Kompagnie: Jäger Ernſt Boller, Gießen, lv.;
Oberjäger Wilhelm Eckert, Großbieberau, lv.; Jäger
Auguſt Spiel mann, Groß=Steinheim, vm.
2. Kompagnie: Oberjäger Anton Beck, Neu=
hauſen
, lv.;
3. Kompagnie: Wehrm. Nikolaus Grieſemer,
Walderlenbach, t.; Reſ. Otto Schroeder, Offenbach, t.;
Oberjäger Karl Biebel, Dornheim, t.; Jäger Auguſt
Spielmann, Groß=Steinheim, lv.; Jäger Johann Fritz
Reuter, Zellhauſen, lv.
4. Kompagnie: Gefr. Heinrich Krämer, Darmſtadt,
vw.; Jäger Georg Draisbach, Raunheim, lv.; Jäger
Ernſt Frangel, Schaffhauſen, Alzey, lv.; Oberjäger
Karl Joh. Grün, Bensheim, lv.; Oberjäger Georg Joh.
Rettig, Glattbach, lv.;
Feldartillerie=Regiment Nr. 47, Fulda.
Berg, Korklack, Eydtkuhnen, Wolfshöhe und Kibarty
vom 9. bis 14. Sept.
II. Abteilung.
4. Batterie: Kanonier Willigis Frommandi,
Ruhlkirchen, ſchv.; Kanonier Karl Schwarz, Lauden=
hauſen
, lv.
Fußartillerie=Regt. Nr. 18.
Bazian am 31. Aug. und 6. Sept.
III. Bataillon, Mainz.
8. Mörſer=Batterie: U.=O. Heinrich Weber,
Dittelsheim, t.; Obergefr. Paul Groſch, Sulzheim, lv.;
Pionier=Bataillon Nr. 8, Koblenz.
Nouzon am 25. Aug., Voncg am 1., Somme=Py am 4.,
Vitry=le=Frangois am 6. und 8. Sept.
3. Kompagnie: Hauptmann Ferdinand Kuckein,
Beſſungen, lv.
XVIII. Armeekorps.
Generalkommando Frankfurt a. M.
Trainſoldat Adam Winter, Hauſen, Kr. Offenbach,
bisher vermißt, befindet ſich wieder bei der Truppe.

Proviantkolonne Nr. 4 des XVIII. Armeekorps,
Darmſtadt.
Handwerker Karl Riemenſchneider, Klein=Gerau,
bisher vermißt, befindet ſich wieder bei der Kolonne.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 12,
Kalau, Perleberg, Berlin.
Sempſt am 25., Overdevaert am 25. und 26., Eppeghem
und Campenhout am 26. Auguſt.
I. Bataillon.
3. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Erich Jacobs, Gießen, t.
III. Bataillon.
11. Kompagnie: Hptm. Ludwig v. Kummer,
Mainz, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 29, Trier.
Biévres und Gedinne am 23., Donchery am 26. Auguſt,
Navaria und Sompuy am 3., Vitry und Blacy am 8. Sept.
II. Bataillon.
6. Kompagnie: Vizef. Gerh. Blum, Kaſtel, lv.
8. Kompagnie: Fähnrich Werner Oxe, Mainz, vw.

Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.

Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet:
A Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 34 Uhr nachm.
B Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag, Diens=
tag
, Freitag 34 Uhr nachm. C Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin Heinheimerſtraße 21) Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr,
nachmittags von 46 Uhr, Dienstags. Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. D Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Steinſtraße 21. Täg=
lich
25 Uhr nachm. E Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I), Alexander=
ſtraße
27. Mitt och, Samstag und Sonntag 24 Uhr nachm.
F Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
45 Uhr nachm. G Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 24 Uhr nachm. H Marienhöhe (Geneſungsheim).
I Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags von 24 Uhr. K Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 1. Werktäglich 23½ Uhr nachm Sonntags 1112 Uhr
vorm. L Städt. Saalbau (Reſ=Laz. III), Riedeſelſtraße 40. Täglich
25 Uhr nachm. M Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1.
Sonntags, Mittwochs und Samstags von 24 Uhr nachm. N Dr.
Weberſche Augenklinik (Dr. Ollendorff), Frankfurter Straße 42. Täglich
1012 Uhr vorm., 36 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang vom 4. Oktober.
Arzt, A., Michelſtadt, Landſt.=Art. 25, K Bauer,
A., Biber, Inf. 115, Erſ.=Bat., E Bauer, Ph., Nieder=
Beerbach, Inf. 115, G Beckenbach, W., Framersheim,
2. Erſ.=M.=G. K., 18. A.=K., E Becker, G., Geinsheim,
Reſ.=Inf. 118/4, E Birkner, A., Trögenau, Reſ.=Jäg., E
Blaß, H., Stadt=Schwarzbach, Reſ.=Inf. 221/11, E—
Bohland, A., Inf. 116/4, M Bonnifer, M., Jügesheim,
Inf. 115/8, E Bonin, Ph., Rohrbach, Inf. 115/3, Erſ.=
Bat., N Briele, E., Bad=Wildungen, Erſ.=Pferde=Dep.,
18. A.=K., E Buckershauſen, A., Pfungſtadt, Inf. 116/1,
M Deibert, L., Ershauſen, Inf. 115/1, Erſ., L Din=
geldein
, P., Reichelsheim, Reſ.=Inf. 118/5, H Eiden=
müller
, W., Darmſtadt, Reſ.=Inf. 116/3, Erſ.=Bat., L.
Emig, F., Roßdorf. Inf. 118/5, B Feldmann, K.,
Griesheim, Inf. 115, G Sreund, A., Groß=Umſtadt,
Inf. 116/3, M. Fuhry, J., Radheim, Reſ.=Art. 25/1, F
Göriſch, G., Ober=Ramſtadt, Inf. 116/12, E Grün=
peter
, K., Schwarzburg, Reſ.=Inf. 116/4, H Gunter=
mann
, Rud., Bensheim, Inf. 115/3, M. Haas, Th.,
Darmſtadt, Inf. 115/8, C Hahn, K., Nordheim, Reſ.=
Inf. 115/6, K Hahn, Ph., Weiterſtadt, Inf. 117/2, M
Hartmann, P., Erzbach, Inf. 87/7, M Heiſel, Ph.,
Ober=Ramſtadt, Inf. 116/4, K Herbert, L., Hahn, Inf!
15/6, N Herdel, A., Stettbach, Inf. 115/1, Erſ.=
Bat., E Heyer, O., Arnſtadt, Inf. 115/2, E Hickler,
G., Meſſel, Inf. 115/2, L. Hill, H., Walldorf, Drag. 23,
Erſ., E Imbeſcheidt, H., Darmſtadt, Inf. 116/2, E—
Jung, A., Wellmich, Drag. 23, Erſ., E Jung, L., Meſſel,
Inf. 116/4, L. Kaffenberger P., Elmshauſen, Inf.
116/11, B Karch, Ph., Ober=Ramſtadt, Reſ.=Art. 25/1,
H Kärbel, K., Bliſefürth, Inf. 115/1, M Kehres, L.,
Erzhauſen, Reſ.=Inf. 116/4, N Kipp, P., Darmſtadt,
Inf. 115/7, N Köhler, Ph., Weſthofen, Erſ.=Pferde=Dep.,
8. A.=K., E Leichtweiß, A., Pfungſtadt, Inf. 116/12,
I Linſemann, W., Darmſtadt, Inf. 116/3, M Mall,
K. J., Mettenheim, Landw.=Inf. 118/3, L. Mey, G.,
Spachbrücken, Inf. 117/7, N Mitzſch, J., Heppenheim,
Reſ.=Inf. 221/7, I. Neubert, W., Nordhauſen, Reſ.=
Inf. 224/1, E. Neuroth, H., Spachbrücken, 9. M.=K., 18
A.=K., C Nicklas, H., Reichelsheim, Reſ.=Inf. 118/5, B.
Petermann. J., Dieburg, Art. 25, Erſ., E Pürner,
F., Seyer, Reſ.=Inf. 221/6, L. Rack, H., Meſſel, Inf.
116, Erſ., L. Reitz, F., Darmſtadt, Reſ.=Inf. 116/1, L
Röder, H., Gräfendorf. Reſ.=Inf. 221/9, L. Rumpf. E.,
Gambach, Art. 61/1, Erſ.=Batt., N Sauer, F., Seligen=
ſtadt
. Inf. 115/8, E Särchinger, P., Pauſa, Inf. 106/7,
H Schäfer, G., Biebesheim, Inf. 115/6, E Schäfer,
L., Darmſtadt, Inf. 115/1, M Schmidt, J., Egelsbach,
2. Bayer. Jäg. 6, D Schmidt, L., Frauenzimmern, Inf.
115/1, M Schneider, E., Stierum, Inf. 171/8, H
Schröbel, F., Asbach, Inf. 115/11, N Schröder, G.,
Spachbrücken, Inf. 115/8, E Seipel, F., Darmſtadt,
Reſ.=Inf. 221/1, E Sigriſt, K., Mülhauſen i. E., Inf.
88/12, B Soltau, F., Art. 25/1, M Trappe, A Matz,
Drag. 23, Erſ., E Vetter, W., Darmſtadt, Flieg.=Truppe
Ueb.=Pl., K Warning, K., Bülzow, Reſ.=Inf. 99/12,
L. Wenner, G., Pfungſtadt, Inf. 116/12, H Wiegand,
J., Kleinhauſen, Inf. 115/6, B Wirthwein, F., Bie=
besheim
, Inf. 115/1, Erſ.=Bat., E.

Aus den Lazaretten entlaſſen.

Abgang vom 4. Oktober.
Aßmuth, K. H., M.=G.=K., 18. A.=K. L. Beck, A.,
Ludwigsburg, Inf. 121/3, H Becker, F., Inf. 115/7,
M Birnes, J., K Boos, F., Harmslagen, Reſ.=Jäg.
20, E Boßler, W., K Brendel, J., Reſ. 118/3, L
Chriſt, M., Reſ.=Inf. 118/5, L. Dörr, O., 5. Kav.=Div.,
Stab, L. Dröder, F., Göttingen, Inf. 115/3, E Ehr=
hardt
, G., Reſ.=Inf. 118/5, L. Eitel, F., Mühlheim a.
M., Landft.=Inf.=Erſ.=Bat. 1, E Eſchenbrenner, St.,
K Funke, E., K Glenz, W., Reſ.=Inf. 118/6, L.
Grünewald, K., K Guntermann, R., Bensheim, Inf.
115/9, F, nach Reſ.=Laz. II Henrich, J., Landw.=Inf.
116/4, L. Hilgers, J., K Jann, K., Saarlouis, Train
16/3, E Igel, A., K Kappes, K., Fränkiſch= Crum=
bach
, Landft.=Bat. 2, E Keß, B., Winsthal, Landft.=
Bat. 2, E Kleinen, E., K Kolb, Ph. H., Langen,
Drag. 23, Erſ., L Krämer, J., Reſ.=Inf. 118/6, L.
Kummert, P., Reſ.=Inf. 106/5, B Laufer, H., Reydt,
Jäg. 7/1, D Lerch, J., K Löhr, P., K Maier, M.,
K Menges, L., Reſ.=Inf. 118/6, L. Möſer, K., Darm=
ſtadt
, Inf. 115/12, II Müller, F., Drag. 23, L. Müller,
Chr., Inf. 124/11, E Neuhäuſer, G., Ludwigsburg,
Inf. 121/6, II Petzke, A., K Reuther, H., Inf. 120/10,
L. Riedinger, L., Ruthenfels, Inf. 109/2, I Sau=
ter
, F., K Schäfer, A., Inf. 116/10, L. Schicht, R.,

[ ][  ][ ]

Nummer 275.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Oktober 1914.

Seite 7.

Train 197, I. Schnucker, W., Reſ= Inſ. 197, I.
Schröbele, W., Inf. 120/5, L. Senftleben, P., Reſ.=Inf.
*10/8, L. Severin, F., Beckum, Reſ.=San.=Komp. 52, E
Stelzer, G., Darmſtadt, Inf. 115/3, H Trautmann,
J., Inf. 118, M Trumpa, G., Reſ.=Jäg. 20/4, L. We=
ber
, H., Frankfurt a. M., Train 18/2, Erſ., E.

36. Quittung.

In der Sammelſtelle des Darmſtädter Tagblatts
wurden für den Heſſiſchen Landesverein vom Roten
Krenz weiter folgende Beträge abgegeben:
E. T. 4 M., Frau Marie Pfarr 20 M., Schuhmacher
Jak. Eidenmllüer 5 M., P. König 2 M., S. v. G. 20 M.,
Ungenannt 10 M., Familie Lutz 10 M., Intendant Dr.
EEger 50 M, Sucher 2 M., O. L. G. R. F. (2. Gabe)
330 M., Frl. Emma Mittler 50 M., Karl Pirſch 5 M.,
Landgerichtsrat Dr. Güngerich (2. Gabe) 20 M., Blümlein
1 M., Ungenannt 5 M., Aus dem Klingelbeutel der Kirche
won Frankenhauſen 1.50 M., Ungenannt 10 M., Rekruten=
Depot, Erſ.=Bat. Reſ.=Inf.=Reg. Nr. 116, z. Zt. Gau=
Weinheim, 19 M., Ungenannt 2 M., H. Winter (3. Rate)
25 M., zuſammen 291.50 M. Hierzu die bereits veröffent=
llichten
43 771.92 M; insgeſamt
44063.42 Mark.

19. Duittung.

In der Sammelſtelle des Darmſtädter Tag=
blatts
wurden für Kriegsnotleidende in Oſtpreußen
wweiter folgende Beträge abgegeben:
Str. 35 M., W. P. 3 M., E. Aßmuth 5 M., Anna
Roth 2 M., Frau Geheimrat Stahl 10 M., Oberlandes=
gerichtsrat
Schilling=Trygophorus, 10 M., Frau P.,
Groß=Zimmern, 3 M., Thekla u. Hedwig Bormet
5 M., K. L. und A. Schulz 20 M., H. K. 13 M., Senats=
wräſident
Dr. Keller 100 M., H. Winter 25 M., A. Z. 10 M.,
Landgerichtsrat Müller 10 M., Ungenannt 3 M., zu=
ſammen
254 M hierzu die bereits veröffentlichten
7995.57 M., insgeſamt
8249.57 Mark.

4. Quittung.

In der Sammelſtelle des Darmſtädter Tag=
blatts
wurden für die Kriegsnotleidenden in Elſaß=
Lothringen folgende Beträge abgegeben:
Landgerichtsdirektor Dornſeiff 20 M., Profeſſor A=
Sengel 100 M., Oberlehrer Böning 5 M., Eiſenbahn=
berſekretär
Mahlerwein 5 M., Oberlandesgerichtsrat
Fabricius 20 M., M. Schönberger 20 M., Anna Roth 2 M.,
Landgerichtsrat Dr. Güngerich 10 M., Obermaterialien=
worſteher
Sand und Mutter 20 M., Frau Dr. P. ( Ueber=
weiſung
d. Einquartiergeldes) 5 M., H. K. 13 M., Sani=
ſätsrat
Brückner 25 M., Landgerichtsrat Lebrecht 30 M.,
Zuſammen 275 M. Hierzu die bereits veröffentlichten
00 M., insgeſamt
675 Mark.

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in großer Auswahl.

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Mitteilungen ans dem Publikum.

Bad Salzſchlixf, 18. Sept. Die zweite Hälfte
Des September wies einen regen Kurbetrieb auf.
Die Badehäuſer ſind in dieſem Jahr bis 31. Oktober
geöffnet, ſo daß man auch Anfang Oktober noch eine
Kur gegen Gicht ꝛc. in Bad Salzſchlirf beginnen kann.
Das Wetter pflegt beſonders in der erſten Hälfte des
Oktober für dieſen Zweck recht günſtig zu ſein.

Familiennachrichten.

Todes=Anzeige.
Heute nachmittag verſchied plötzlich und
unerwartet im Alter von 44 Jahren mein
lieber Mann, unſer guter Vater, Sohn, Bruder
und Schwager
Franz Nieger
Gaſtwirt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 4. Oktober 1914. (19514
Schuſtergaſſe 18.
Beerdigung: Mittwoch, 7. Oktober, nachmittags
3 Uhr, vom Portale des Friedhofs, Nieder=
Ramſtädterſtraße, aus.

Den Heldentod fürs Vaterland fand am
19. September 1914 unſer lieber ia. Cb.
cand. ing.
Otto Hugo Vorrinkk (eSed,
Offizierſtellvertreter im Königl. bayr. Reſ.=
Inf.=Regt. Nr. 4,
im 26. Lebensjahre. Er fiel auf franzöſiſchem
Boden vor La petite Fosse, nachdem er erſt
drei Tage vorher in die Front gegen den Feind
gerückt war.
(19478
Ehre ſeinem Andenken!
Corps Bbotritia zu Darmſtadt.
J. A.:
Dr. E. Schaefer S. (XXO.

Schmerzerfüllt die Nachricht, daß mein
innigſtgeliebter Gatte, der treubeſorgte Vater
meines Kindes, unſer lieber Sohn, Schwieger=
ſohn
, Bruder und Schwager
(19517
Adolf Knapp
Gefreiter der Landwehr i. Inf.-Regt. Nr. 116
den auf dem Schlachtfelde an der Maas er=
littenen
Wunden erlegen iſt.
Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Marie Knapp, geb. Klippert
Bekonom Karl Lein u. Frau
Lauterbach u. Butzbach, 4. Oktober 1914.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag in
Lauterbach (Heſſen) ſtatt.

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß unſer
liebes, gutes Kind
(*6594
Karlchen
im Alter von 4 Jahren nach kurzer Krankheit
ſanft entſchlafen iſt.
In tiefer Trauer:
Familie Karl Zimmer,
Reſerve=Lokomotivführer.
Familie Fr. Müllmerſtadt.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.
Die Beerdigung findet ſtatt: Dienstag, den
6. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Beſſunger
Friedhof aus.

Kavallerie-Verein Barmſtadt.

Todes=Anzeige.
Geſtern nachmittag 4½ Uhr verſchied unſer
lieber Kamerad
(19490
Franz Rieger.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den
7. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Portale
des Friedhofs, Nied.=Ramſtädterſtraße, aus ſtatt.
Sammlung 2½ Uhr Vereinslokal.
Um zahlreiche Beteiligung der Kameraden
wird gebeten.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.
Der Vorſtand.

Nachruf.

Den Heldentod fürs Vaterland erlitt unſer
treues, unvergeßliches Mitglied und Gründer
Valentin Waqner
im 21. Lebensjahre.
Wir werden ihm ſtets ein treues Andenken
bewahren.
(*6588
Weiterſtadt, im Oktober 1914.
Fußball=Klub Tentonia.

Verwandten und Freunden ſtatt jeder be=
ſonderen
Mitteilung die Benachrichtigung, daß
am 3. Oktober unſere liebe Schweſter und
Schwägerin
(19477
Emilie Raupp
in Eberſtadt ſanft verſchieden iſt.
Für die Hinterbliebenen:
Fr. Raupp, Geh. Baurat.
Die Beerdigung findet in Darmſtadt Diens=
tag
, den 6. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom
Portale des Friedhofs, Nieder=Ramſtädterſtraße,
aus ſtatt.

Heute früh entſchlief infolge eines Gehirn=
ſchlages
unſere gute, unvergeßliche Schweſter,
Schwägerin und Tante
Fräulein
PhilippineBernhardt
im 67. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., 5. Oktober 1914.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
3½ Uhr vom Portal des Friedhofs Nieder=
Ramſtädterſtraße aus ſtatt. (19522

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nacht unſere inniggeliebte Tochter, Schweſter,
Schwägerin, Tante und Nichte
(19505

Jula Joſep

von langjährigem, ſchwerem Leiden, das ſie mit großer Geduld und Ergebung getragen hat, durch
einen ſanften Tod zu erlöſen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Geheimer Forſtrat Carl Joſeph u. Frau Louiſe, geb. Ihrig.
Eberſtadt, 5. Oktober 1914.
Die Einſegnung findet Mittwoch, 7. Oktober, vormittags 11 Uhr, im Eliſabethenſtift in Darmſtadt
ſtatt; die Beerdigung in Eberſtadt, nachmittags 3½ Uhr, vom Portale des Friedhofes aus.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abſehen zu wollen.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Oktober 1914.

Nummer 275.

Statt beſonderer Anzeige.
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt am 4. Oktober unſer heißgeliebter, guter Sohn, Bruder,
Schwager und Onkel
Regierungsbaumeiſter und Königl. Preuß. Oberlehrer
Niberr Keker
Leutnant d. R. und Kompagnieführer im Reſerve=Infanterie=Regt. Nr. 88
im Alter von 34 Jahren. Vorgeſchlagen zum Eiſernen Kreuz, erlag er im ſtädtiſchen Krankenhaus in
(19542
Frankfurt ſeiner auf dem Schlachtfeld erhaltenen ſchweren Verwundung.
In tiefer Trauer:
Poſtſekretär Heinrich Keller und Familie,
Roßdörferſtraße 87.
Darmſtadt, Frankfurt (Main), den 6. Oktober 1914.
Die Beiſetzung findet Mittwoch, den 7. Oktober, nachmittags 4 Uhr,
vom Portale des Hauptfriedhofs (Nieder=Ramſtädterſtraße) aus ſtatt.

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die ſchmerzliche Nachricht, daß mein innigſtgeliebter, unver=
geßlicher
Gatte, unſer lieber, guter, treubeſorgter Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Heinrich Krauß, Bäckermeiſter
heute morgen ½12 Uhr nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von
(19496
52 Jahren ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſabeth Krauß, geb. Hartmann
und Kinder,
Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.
Familie Fuchs.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom
Portale des ſtädtiſchen Friedhofs, Nieder=Ramſtädterſtraße, aus ſtatt.

Nachruf.
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt unſer
treuer, unvergeßlicher und älteſter Schulkollege
Valentin Waqner
im 21. Lebensjahre.
Wir werden ihm ſtets ein treues Andenken
bewahren.
(19511
Weiterſtadt, im Oktober 1914.
Seine Schulkameraden und Kameradinnen.

Wie herrlich in der Jugend Prangen,
Zu Deiner Eltern Stolz und Freud',
Mit friſchen, roſenroten Wangen
Verlebteſt Du die Jugendzeit.
Du blühteſt heran zum Glück und Leben,
Als Kleinod Deiner Eltern Zier,
Ihr ganzes Wirken, Schaffen, Streben
Galt nur fürs Wohl von Dir.
Da plötzlich tückiſches Geſchicke,
Der Todesengel naht mit Gier,
Hat Dich von uns hinweggeriſſen,
Die Fackel ſenkte er nach Dir.
Dich mußten ſie in jungen Jahren
In Deines Lebens ſchönſter Kraft
Auf Frankreichs Erde nun begraben,
Den Heldentod dahingerafft.
Aus friſchen Lebens Glückestagen
Zogſt Du zur ewigen Heimat ein.
Uns blieb ein ſchmerzliches Entſagen,
Gar herb griff Dein Scheiden ein.
Dein männlich ſtarkes, edles Walten
Soll uns ein leuchtend Vorbild ſein;
Es ſoll vergänglich nicht geſtalten.
Der Tod war in Dir hehr und rein. D. O.

Todes=Anzeige.
Am 8. September erlitt den Heldentod
fürs Vaterland unſer lieber, treuer Sohn und
(*6580
Bruder
Oberlehrer
Dr. Georg Werle
Leutnant der Reſerve im Leibgarde-
Infanterie-Regiment Nr. 115.
Jamilie Peter Werle.
Darmſtadt, Lübeck, Oktober 1914.

Für die vielen Bezeugungen aufrichtiger Teil=
nahme
bei dem Heimgange unſerer beiden im
Kampf fürs Vaterland gefallenen geliebten Söhne
Otto und Walther Stockhaufen

ſagen wir namens unſerer ganzen Familie herz=
lichen
Dank.
(19534
Otto Stockhauſen, Kammerdirektor a. D.,
Antonie Stockhauſen, geb. Groß.
Seeheim (Heſſen), den 1. Oktober 1914.

Den Heldentod fürs Vaterland erlitt unſer
lieber A. H.
(19520
Alberl Aeller
Königl. Preuß. Oberlehrer, Reg.-Baumeiſter,
Leut. d. Reſ. im Inf.-Regt. Nr. 118, zuletzt
Kompagnieführer im Reſ.-Inf.-Regt. Nr. 88.
Wir gedenken ſeiner in Treue.
Die Turnerſchaft Merovingia‟
J. A.:
Wilhelm Hotz (X).
Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.

Dankſagung.

Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
bei dem Heimgange meines unvergeßlichen,
geliebten Gatten, unſeres lieben Vaters, Groß=
vaters
, Schwiegervaters, Bruders, Schwagers und
Onkels
Herrn Heinrich Spieß
Schreinermeiſter
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer Weik
für die troſtreichen Worte am Grabe, den Mit=
gliedern
der Sanitäts=Zweigkolonne Nieder= Ram=
ſtadt
, dem Geſangverein Sängerluſt Traiſa ſowie
den vielen Blumenſpendern unſeren innigſten Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Traiſa, den 5. Oktober 1914.
(19543

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme bei dem uns betroffenen
ſchweren Verluſte ſagen wir Allen
herzlichen Dank.
(B19532
Familien Schaffnit u. Hummel.

Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.

Tageimeander.

Dienstag, 6. Oktober.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende nach
9½ Uhr (Ab. A): Cavalleria ruſticana, hierauf Erſter
Klaſſe zur Grenze‟.

Verſteigerungskalender.

Mittwoch, 7. Oktober.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 und 3 Uhr
Wilhelminenſtraße 29.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der Ar=
tillerie
=Kaſerne (Regt. Nr. 25).

Gewerbemuſeum Neckarſtraße 3. Geöffnet täglich
von 111 Uhr; bei Sonderausſtellungen auch Werk=
tags
nachmittags von 35 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben
: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

Achtung!
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höchſten Preiſen angekauft. (*6602
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[ ][  ][ ]

Nr. 145.

Dienstag, 6. Oktober.

1914.

Bekanntmachung
betr. Aenderung der Poſtordnung vom 20. März 1900.

Vom 27. September 1914.
Auf Grund des § 50 des Geſetzes über das Poſtweſen vom 28. Oktober 1871
(Reichs=Geſetzbl. S. 347) und des § 3 Abſ. 2 des Geſetzes, betreffend Erleichterung des
Wechſelproteſtes, vom 30. Mai 1908 (Reichs=Geſetzbl. S. 321) wird die Poſtordnung
vom 20. März 1900 für die Dauer der Geltung des § 1 der Bekanntmachungen des
Bundesrats vom 6. Auguſt, 8. und 24. September 1914 (Reichs=Geſetzbl. S. 357, 399
und 413) ſowie des § 2 der Bekanntmachung des Bundesrats vom 29. Auguſt 1914
(Reichs=Geſetzbl. S. 387), betreffend Verlängerung der Friſten des Wechſel= und Scheck=
rechts
, wie folgt geändert.
1. Im § 18a Poſtproteſt iſt ſtatt des zweiten Abſ. unter v zu ſetzen:
Iſt die Zahlung der Wechſelſumme nicht zu erlangen, oder bleibt der Ver=
ſuch
, den Poſtauftrag vorzuzeigen, erfolglos, ſo wird der Poſtauftrag bei der
Poſtanſtalt zur Einlöſung bereit gehalten. Erfolgt die Einlöſung nicht, ſo
wird der Wechſel mit dem Poſtauftrag am dreißigſten Tage nach Ablauf der
Proteſtfriſt des Art. 41 Abſ. 2 der Wechſelordnung, wenn dieſer Tag auf einen
Sonn= oder Feiertag fällt, am nächſten Werktag nochmals zur Zahlung vor=
gezeigt
. Bleibt die zweite Vorzeigung oder der Verſuch zu dieſer erfolglos, ſo
wird gegen die im Poſtauftrage bezeichnete Perſon Proteſt nach den Vor=
ſchriften
der Wechſelordnung erhoben.
Proteſtaufträge mit Wechſeln, die in Elſaß=Lothringen, in der Provinz Oſt=
preußen
oder in Weſtpreußen in den Kreiſen Marienburg, Elbing Stadt und
Land, Stuhm, Marienwerder, Roſenberg, Graudenz Stadt und Land, Löbau,
Culm, Brieſen, Strasburg, Thorn Stadt und Land zahlbar ſind, werden
erſt am neunzigſten Tage nach Ablauf der Proteſtfriſt des Art. 41 Abſ. 2
der Wechſelordnung, wenn dieſer Tag auf einen Sonn= oder Feiertag fällt,
am nächſten Werktage nochmals zur Zahlung vorgezeigt. Dasſelbe gilt für
die nochmalige Vorzeigung von Poſtproteſtaufträgen mit ſolchen im Stadt=
kreiſe
Danzig zahlbaren gezogenen Wechſeln, die als Wohnort des Bezogenen
einen Ort angeben, der in Oſtpreußen oder in einem der bezeichneten weſt=
preußiſchen
Kreiſe liegt.
2. Ziffer 2 der Bekanntmachung vom 6. Auguſt 1914, ſowie die Bekanntmach=
ungen
vom 30. Auguſt und vom 8. September 1914 (Reichs=Geſetzbl. S. 357,
391 und 401) werden aufgehoben.
3. Vorſtehende Aenderung tritt ſofort in Kraft.
(19485
Berlin, den 27. September 1914.
Der Reichskanzler.
In Vertretung: Kraetke.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 2 der Kaiſerlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, betreffend
das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen, Munition, Pulver und
Sprengſtoffen, ſowie von anderen Artikeln des Kriegsbedarfs und von Gegen=
ſtänden
, die zur Herſtellung von Kriegsbedarfsartikeln dienen, bringe ich bierdurch
zur öffentlichen Kenntnis, daß nachſtehende Gegenſtände unter das Verbot der
Ausfuhr und Durchfuhr fallen:
Mechaniſch und chemiſch bereiteter Holzſtoff,
Zeitungsdruckpapier,
Maſchinen zur Herſtellung von Holzſtoff und von Papier,
Metalltücher
Papiermaſchinenfilze,
Druckwalzen für Zeitungsdruck und Walzenmaſſe,
Kaolin,
Buchdrucklettern,
Schweflige Säure,
Schwefelſäureanhydrid.
Berlin, den 26. September 1914.
*19486
Der Stellvertreter der Reichskanzlers.
Delbrück.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 2 der Kaiſerlichen Verordnungen vom 31. Juli 1914, betreffend
das Verbot 1. der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen uſw., 2. der Ausfuhr und
Durchfuhr von Rohſtoffen, die bei der Herſtellung und dem Betriebe von Gegenſtän=
den
des Kriegsbedarfs zur Verwendung gelangen, 3. der Ausfuhr von Verpflegungs=,
Streu= und Futtermitteln, 4. der Ausfuhr von Kraftfahrzeugen uſw., 5. der Ausfuhr
und Durchfuhr von Verbandmitteln uſw., bringe ich nachſtehendes zur öffentlichen
Kenntnis:
I. Es wird aufgehoben das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von
Schnellholznagelmaſchinen (Pflockmaſchinen),
Retortengraphit,

Eiſenand,
Tannin,
Liegenden Verbrennungsmotoren,
Leinenen und halbleinenen Spitzen, Bändern und Poſamenten,
Zinnfolie, die zur Verpackung von Waren verwendet iſt,
Elektriſch betriebenen Kraftfahrzeugen ohne Rückſicht auf die Steuerpferdeſtärken,
ferner wird aufgehoben das Verbot der Ausfuhr von:
Meerrettich,
Zuckerwerk,
Lebkuchen und Pfeffernüſſen.
II. Verboten iſt die Ausfuhr und Durchfuhr von:
Schwefel,
Fichtenharz,
Thoriumnitrat,
Eeriumntrat,
Oralſäure,
Ameiſenſäure,
Ameiſenſäureſalzen.
Berlin, den 27 September 1914.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers.
Delbrück.

Bekanntmachung.

Am 7. d. Mts. wird von 12 bis 6 Uhr nachmittags Scharfſchießen der Feld=
artillerie
auf dem Truppenübungsplatz ſtattfinden. Die Abſperrung erſtreckt ſich über
das ganze Abſperrgelände.,
Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.
(19506
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.; von Starck.

Bekanntmachung.

Wie uns Großh. Miniſterium des Innern mitteilt, hat das Auswärtige Amt
in Berlin ſich durch Vermittelung der neutralen Botſchaften in Berlin mit den feind=
lichen
Mächten zwecks Aufſtellung und Austauſch von genauen Liſten der in den
einzelnen Staaten zurückbehaltenen Gefangenen und Verwundeten nach dem
Prinzip der Gegenſeitigkeit in Verbindung geſetzt.
Etwaige Anfragen wegen deutſcher Gefangenen oder Verwundeten von denen
man annimmt, daß ſie in feindlichem Gewahrſam ſind, wollen von Angehörigen,
die im Kreiſe Darmſtadt wohnen, an uns ſchriftlich unter Angabe von Namen,
Geburtsort und =Tag, Militärverhältnis und Truppenteil, Ort der letzten Nachricht,
oder Angabe des Gefechts, in dem die Gefangennahme oder Verwundung ſtattfand,
gerichtet werden.
Wir bemerken noch, daß über Verwundete, deren Aufenthaltsort unbekannt
iſt, die ſich aber vorausſichtlich im Inlande befinden, das Zentralnachweiſebüro
des Kal. Preuß. Kriegsminiſteriums in Berlin dW. 7. Dorothenſtraße 58159,
auf Anfrage Auskunft erteilt und daß Poſtkartenformulare mit Rückantwort für
ſolche Anfragen bei den Poſtämtern erhältlich ſind.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1914.
(19378sid
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Feh.

Bekanntmachung.

Nachdem die Kriegsgefangenen in einem, auf dem nordweſtlichen Teile des
Truppenübungsplatzes neu errichteten Lager untergebracht worden ſind, wird die in
unſerer Bekanntmachung vom 14. September d. Js., Amtsverkündigungsblatt Nr. 131,
angeordnete Abſperrung eingeſchränkt. Die Abſperrung bleibt beſtehen für das
Barackenlager und den Truppenübungsplatz, ſowie für das Gelände, das im Norden
von dem Reiterpfad, im Weſten von dem Beckerweg, im Süden von dem Truppen=
übungsplatz
und im Oſten von dem Truppenübungsplatz und dem Barackenlager be=
grenzt
wird. Die übrigen Teile des ſeither abgeſperrten Geländes ſind wieder zugänglich.
Außerdem bleibt es dem Publikum verboten, bei dem Transporte von Kriegs=
gefangenen
auf Straßen neben, vor oder hinter dem Transport zu marſchieren.
Uebertretungen der vorſtehenden, auf Grund des Art. 65 der Kreis= und Pro=
vinzialordnung
erlaſſenen Verbote werden mit Geldſtrafe bis zu 90 Mark beſtraft.
Auch werden Zuwiderhandelnde feſtgenommen und zur Feſtſtellung ihrer Perſönlichkeit
auf die Kommandantur gebracht.
Die Poſten und Gendarmeriemannſchaften ſind mit ſtrenger Durchführung
der Abſperrung beauftragt und mit ſcharfer Munition verſehen.
Darmſtadt, den 29. September 1914.
(19372sid
Großh. Kommandantur
Großh. Kreisamt Darmſtadt.
des Truppenübungsplatzes.
Fey.
v. Lyncker.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Volizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1. Spitzhund. 1. Spitzhund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelbſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde indet dorle=
ſelbſt
jeden Werktag vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(19489

Haferlieferung.

Für die ſtädtiſchen Faſelſtallungen ſollen 120 Zentner Hafer
ungeliefert werden. Angebote und Haferproben ſind bis längſtens
Freitag, den 9. Oktober, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Bedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, zur
Einſicht offen.
Darmſtadt, den 30. September 1914.
(19435gid
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.

Impftermin.

Mittwoch, den 7. Oktober, ſowie an den beiden folgenden
Mittwochen, nachmittags von 2 bis 4 Uhr, finden in dem
Mädchenſchulhauſe Beſſunger Straße 67 öffentliche und unentgelt=
liche
Impf= und Nachſchautermine für die Kinder des Beſſunger
Stadtbezirks ſtatt.
Impfpflichtig ſind alle im vorigen Jahre geborenen, ſowie die
aus früheren Jahrgängen mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen
Kinder.
Ich mache noch beſonders darauf aufmerkſam, daß aus einem
Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Krupp, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen
oder die natürlichen Pocken herrſchen, die Impflinge zum allgememen
Termin nicht gebracht werden dürfen, und daß die Kinder zum
Impftermin mit reingewaſchenem Körper und mit reinen Kleidern
gebracht werden müſſen.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
(19379a
J V.: Schmitt.

Bekanntmachung.
(Leſeholznugung.)

Wir machen beſonders darauf aufmerkſam, daß die Freigabe
auch des Samstags zur Leſeholznutzung nur für die Waldungen
in der Gemarkung Darmſtadt gilt.
(19324fi
Darmſtadt, den 1. Oktober 1914.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Täglich
friſches Kommißbrot
Neue Ireneſtr. 10½. Schütz. (19492a

dohlen, Holz und Briketts
K empfiehlt ins Haus geliefert
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Me tee
Jlung 4, wurden folgende Ein=
träge
volzogen:
(19528
Am 26. September 1914. Hin=
ſichtlich
der Firma:
Wilhelm Guntermann,
Darmſtadt.
Die Prokura des Kaufmanns
Paul Guntermann in Chemnitz=
iſt
erloſchen.
Am 1. Oktober 1914. Neu ein=
getragen
die Firma:
Valentin Wagner, Darm=
ſtadt
.
Inhaber: Johann Chriſtian Wag=
ner
, Valentin Ludwig Wagner,
beide Bierbrauereibeſitzer in Darm=
ſtadt
. Die offene Handelsgeſell=
ſchaft
hat am 24. September 1914
begonnen.
Vierhrauereibeſitzer Valentin Lud=
win
Wagner Ehefrau, Eliſabeth,
geborene Haas in Darmſtadt, iſt
zur Prokuriſtin beſtellt.
Am 2. Oktober 1914. Hinſicht=
lich
der Firma:
Heinrich Lautz, Darmſtadt.
Die Prokura des Karl Gieſel=
berg
, Kaufmann in Darmſtadt,
iſt erloſchen.
Am 2. Oktober 1914. Hinſicht=
lich
der Firma:
K. H. Heußlein, Darmſtadt.
Die Firma iſt erloſchen.
Darmſtadt, 3. Oktober 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
an unſer Handels=Regiſter, Ab=
O teilung B, wurde heute einge=
tragen
hinſichtlich der Firma:
Raſt & Co., Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt.
Der Geſchäftsführer Leonhard
Raſt iſt ausgeſchieden; an ſeiner
Stelle iſt ſeine Ebefrau Paula,
geb. Klenk in Darmſtadt, zur Ge=
ſchäftsführerin
beſtellt. (19518
Darmſtadt, 1. Oktober 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Gaslampen (Lyra) bill.zu verk.
2 *6549) Roßdörferſtr. 23, 2. St.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 7. Oktober 1914, vorm. 11 Uhr,
und wenn nötig nachm. 3 Uhr beginnend,
werden im Hauſe Wilhelminenſtraße 29, II. rechts, wegen Geſchäfts=
aufgabe
und Auflöſung des Haushaltes die Einrichtung und Waren=
beſtände
eines Putz= und Modewarengeſchäfts, als:
4 Ladenſchränke, ſchwarz lackiert, Tiſche, Geſtelle, 1 gr.
Spiegel mit Trumeau, Ständer, Kartons. Damen= und
Kinder=Sommer= und Winterhüte, Bänder, Samt, Blumen,
Federn, ferner 1 Schreibtiſch, Sofas, Regale, 1 Pfeiler=
ſchrank
, Glasſchrank, Kupferſtiche, Oelgemälde, Kleider=
ſchränke
, Waſchkommoden, Nachtſchränke Küchenſchrank,
2 vollſt. Betten, Roßhaar= und Seegras=Matratzen, Feder=
betten
, Tiſchwäſche, Glas, Porzellan, Vorhänge, Waſch=
bütten
, Schließkörbe, Lampen, Gallerien, Stühle u. a. m.
durch den Unterzeichneten beſtimmt verſteigert.
(19516
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.

Verſteigerungs=Anzeige.

Dienstag, den 6. Oktober, nachmittags 4 Uhr, verſteigere
ich im Pfandlokal Ludwigshöhſtraße 4 meiſtbietend gegen gleich
bare Zahlung:
1. Eine Doppelflinte für Schrot und Kugel nebſt einem
.Doppelſchrolauf ertra;
2. eine Schrotflinte mit Doppellauf.
(Beide Gewehre ſind noch ſehr gut erhalten.)
Darmſtadt, 2. Oktober 1914.
Nelle, Pfandmeiſter.
19336soi)

In unſer Handels=Regiſter, Ab=
I teilung B, wurde heute ein=
getragen
hinſichtlich der Firma:
Wartburg=Buchhandlung,
Geſellſchaft mit beſchränk=
ter
Haftung, Darmſtadt.
Durch Beſchluß der Geſellſchafter
vom 31. Auguſt 1914 iſt die Ge=
(19527
ſellſchaft aufgelöſt.
Die ſeitherigen Geſchäftsführer
Theodor Weimar, Pfarrer in
Nieder=Ramſtadt, Auguſt Mem=
mert
, Pfarrer in Darmſtadt, Gott=
fried
Meiſter, Buchhändler in
Darmſtadt, ſind Liquidatoren.
Darmſtadt, 1. Oktober 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Mutrehniant.
Am Mittwoch, den 7. d. M.,
vormittags 9 Uhr,
wird auf dem Kaſernenhofe des
Feld=Artillerie=Regiments Nr. 25 die
letzte
Matratzenſtreu
meiſtbietend verſteigert. (19487
Immobile
Erſatz=Abteilung Feld=
Artillerie=Regiments Nr. 25.

[ ][  ][ ]

Richard Wagner-Verein Darmstadt.
Wir benachrichtigen unsere Mitglieder, dass für sie gegen
Vorzeigung der Mitgliedskarte zu den drei nächsten
Kriegs-Vorträgen
Karten zu ermässigten Preisen erhältlich sind, und zwar:
1. Für den Vortrag von Herrn Intendanten Dr. Paul Eger
über: Krieg und Kunst am 12. Oktober Saalkarten zu 50 Pfg.
(statt zu 1 Mk.) bei Arnold Bergstraesser (Rheinstrasse 6).
2. Für die beiden Vorträge von Herrn Privatdozenten Dr.
Ludwig Bergsträsser aus Greifswald über Dreibund und
Dreiverband am 24. und 31. Oktober Sperrsitzkarten zu je
1 Mk. (statt 2 Mk.) und Saalkarten zu je 30 Pfg. (statt 50 Pfg.) bei
Heinrich Arnold (Wilhelminenstrasse 91.
(19515
Der Vorstand.

Olympla-Theater, Rheinstr. 2
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Sittlichkeitsapostel
in 3 Akten.
II. Schlager:
Dragmar, die Brauerstochter
mit äusserst spannenden Verfolgungen.
Drama in 3 Akten.
1 Drama und Humoresken vervollständigen
das äusserst spannende Prachtprogramm.

Residenz-Theater.
Ab heute:
Wanda Treumann
und Viggo Larsen in dem Dreiakter
Motive unbekannt.
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an Samstagen
vormittags von 912 Uhr, wie an den übrigen Werktagen,
nachmittags jedoch nur von 2½—3½ Uhr
geöffnet.
(P19501
Darmſtadt, den 5. Oktober 1914.
Vereinigung
und Bankiers.
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Urania, Remington
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Cavalleria rusticana.
Melodrama in 1 Aufzug.
Muſik von Pietro Mascagni.
Muſikaliſcher Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: O. Nowack.
Perſonen:
Santuzza, e. junge
Bäuerin . . Franz. Calwey
Turriddu, e junger
Aug. Globerger
Bauer
Lucia, ſ. Mutter. Anna Jacobs
Alfio, Fuhrmann, Otto Semper
Lola, ſeine Frau. Marg. Schreber
Hierauf:
Erſter Klaſſe zur Grenze.
Ein Zeitbild in einem Akt.
Spielleiter: Dr. Max Wauer.
Perſonen:
Ein Hofſchauſpieler,
. K. Weſtermann
Reſerviſt
; Joh. Heinz
Ein Berliner,
H. Baumeiſter
Ein Bayer,
Ein Sachſe, 258 B. Harprecht
Ein Hamburger,
. Paul Peterſen
Matroſe
Ein Darmſtädter,
Landſturm . . Herm. Knispel
. Frieda Herbach
Ein Mädchen
Chöre: Robert Preuß.
Nach Cavalleria rusticana ‟findet
eine längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.12. Reihe
3.70 , 13.19. Reihe 3.20 , Par=
terre
: 1.5. Reihe 2.35 , 6.8.
Reihe 1.95 , Proſzeniumsloge
5.20 , Mittelloge 5.20 , Bal=
konloge
4.70 , I. Rang 4.20 ,
II. Rang: 1.6. Reihe 2.15 ,
7. u. 8. Reihe 1.75 , I. Galerie
1.15 , II. Galerie 65 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Für jede im Vorverkauf abge=
gebene
Karte wird eine Gebühr
von 20 Pfg. erhoben.
Anfang 7½ Uhr. Ende nach9½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 7. Okt. 14. Abon.=
Vorſt. B 3. Goethe’s Fauſt=
Tragödie. 3. Abend. Zweiter
Teil (I. Abteilung). Kleine Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Donnerstag, 8. Okt. 15. Abonn.=
Vorſt. C 4. Goethe’s Fauſt=
Tragödie. 4. Abend. Zweiter
Teil (II. Abteilung). Kleine Preiſe.
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Freitag, 9. Okt. Keine Vorſtell.
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[ ][  ][ ]

Nummer 275.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Oktober 1914.

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Tobias Wilders Weg zur Höhe.
Von Zdenko von Kraft.
(Nachdruck verboten.)
53)

Karl ſchüttelte den Kopf.
Alſo noch zwei Monate?
Auch das nicht!
Berkens begann ſeine Ruhe zu verlieren.
Verſprechen Sie es mir, Karl! wiederhorte er ein=
tringlich
.
Ich kann nichts verſprechen.
Berkens legte die Fäuſte auf den Rücken und ſchrie
in Zorn:
Dann wird Sie der Teufel holen, Herr! Und nichts
wird übrig bleiben von Ihnen nicht einmal ein Kin=
derſäbel
und eine kleine Trommel!
Er drehte ſich um und ging den Weg zurück, den er
mit Karl gekommen war.
Und Karl blieb unbeweglich ſtehen. Und ſah ihm
nach mit einem Schreck in den Augen, als hätte ihm
dieſes letzte Wort, das Berkens geſprochen, einen Stoß
iris innerſte Leben verſetzt.
Der ſchöne, leuchtende Tag verging, und die Sonne
wollte hinter den Mauern der Schneealpe verſinken. Sie
hatte jetzt mehr Wärme als am Morgen und hatte ſeit
den Mittagsſtunden bis hoch hinauf die letzten Reſte des
weichen Neuſchnees aufgeſogen. Nichts mahnte in dieſer
Stunde daran, daß der Winter ſchon ſo nahe war.
Die Geiſter des Spätherbſtes und des frühen Winters
ſt anden wie verſöhnt nebeneinander und beſprachen ihre
gemeinſame Arbeit für die nächſte Stunde. Der eine wollte
die welken Blätter zuſammenſchaufeln, der andere ein
goldenes Sonnennetz durch die Tannen weben, der dritte
hielt nur mit Mühe noch den großen, funkelnden Stern
in der Taſche zurück, der ſchon voll brennender Unraſt
auf ſeine Befreiung harrte . . . ſie alle aber waren ſich
darin einig, dieſen einen Tag noch in der ſtillen Schönheit
ſterben zu laſſen, die ringsum lag.

Auf einmal duckten ſie ſich und verſchwanden in den
Büſchen.
Denn im Schatten des Waldes ſchlich ein dunkles
Menſchenkind mit zögernden Schritten gegen die Wie=
ſen
hin.
Tobias Wilder.
Er wartete am Waldſaum, bis es finſter wurde.
Dann ſprang er über Wieſe und Weg zu Gottwalt
Hellmers Haus hinüber, huſchte in den Garten und ver=
barg
ſich in den Stauden.
So ſtand er lange und regte ſich nicht. Nur ſeine
Hände zitterten.
Am ſtahlblauen Himmel brannte ein großer, fun=
kelnder
Stern. Der hatte jetzt ſeine Freiheit gefunden.
und am Hauſe leuchteten im Dunkel die erhellten Fenſter;
ſie warfen zarte Lichtkegel in den Garten heraus und
hoben ein blaſſes, verſtörtes Geſicht aus der Finſternis
der Büſche.
Tobias ſchlich auf eines der Fenſter zu und ſpähte
in die Stube.
Wie mit einer Keule ſchlug das ſtille Bild auf ihn
los, das er ſehen mußte: Gottwalt und Röschen Seite an
Seite auf dem Sofa, nicht wie kühlgewordene, tagmüde
Eheleute am Abend, ſondern wie ein junges, glückliches
Paar in ſchöner Freude nur daß die Augen Röschens
nicht ganz ſo ruhig waren wie der glänzende, frohe Blick,
mit dem ihr Mann ſie betrachtete.
Die beiden ſprachen miteinander, ſo leiſe, daß Tobias
vor dem Fenſter kein Wort verſtehen konnte, nur manch=
mal
einen ſchwachen Klang der Stimmen vernahm.
Bei aller Marter, die er fühlte, kam immer wieder die=
ſer
dürſtende Gedanke: Hineingehen? Noch ein letztes
Mal?
Wozu?
Um Gottwalts feſte, herzliche Stimme zu hören, die
ihn tiefer ſchmerzen mußte als ihn der bitterſte Hohn und
die galligſte Verachtung hätten ſchmerzen können? Und
wenn ihm Röschen jetzt die ſchmale, weiße Hand böte
dieſe Hand, die er ſo oft geküßt das würde ihm die
Seele verbrennen. Zwiefach hatte zu dieſe Frau ver=

loren: durch ſeine eigene Schuld und durch das heilige
Geheimnis jener unheiligen Hexenſtunde da droben in
der vereiſten Felswand! Jener graue Nebeltag dort
oben auf dem Grate des wilden Gamsecks hatte ein Wun=
der
gewirkt . . . hatte leis und heimlich in Gottwalts
Herz eine Kammer aufgetan, die bisher verſchloſſen war
und hatte dieſe junge Frau aus einer Tiefe, in die ſie
zu ſtürzen drohte, hinaufgetragen zu einer ſicheren Höhe,
emporgehoben an die Bruſt dieſes feſten und ſtarken
Mannes.
Mit dem Arm vor den Augen taumelte Tobias aus
dem Garten hinaus auf die Straße.
Von den Minuten, die nun kamen, wußte er nichts
nichts mit klaren Sinnen.
Als er aus dem Sturm dieſer Qual erwachte, ſah er,
daß er daheim war, in ſeinem ſtillen, öden Hauſe in der
kühlen, finſteren Stube, in der ſeine Mutter geſtorben.
Wie lange war das ſchon her? Tauſend Jahre?
Oder ein paar Wochen nur?
Lange, lange ſaß er, von Finſternis umgeben, in dem
alten Lehnſtuhl, aus dem ſeine Mutter zum letztenmal
die Hände nach ihm gehoben hatte und immer war wie
ein feines Flüſtern und Klirren dieſes Wort in der
ſchwarzen Luft: Weg zur Höhe Weg zur Höhe Weg
zur Höhe
Eine ferne Turmuhr ſchlug. Und Tobias erhob ſich jäh.
Sein Schritt war feſt, als er die Lampe anzündete
und zur Tür ging.
Er weckte die Magd, die ſich ſchon ſchlafen gelegt
hatte, und ließ ſich einen Biſſen bringen und Tee
und eine Flaſche Wein.
Nun ſetzte er ſich an den Schreibtiſch ſeines Vaters.
Und während er und trank, begann er in Haſt zu ar=
beiten
.
Er ordnete Schriftſtücke und Briefe und machte
kleine Päcke, die er mit Schnüren zuband und in den
Laden ordnete.
Dann ſchrieb er viele Stunden lang. Und was
er geſchrieben hatte, verſchloß und verſiegelte er.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Oktober 1914.

Nummer 275.

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