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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 272.
Samstag, den 3. Oktober.
1914.
Der Frreug
Englands Schuld. — Eine deutliche Antwort. — Vom weſtlichen Kriegsſchauplatz. — Vor Antwerpen. — Deutſchland
und die Amerikaner. — Die Haltuug Griechenlands. Sieben engliſche Dampfer verſenkt.
Zur Belagerung von Antwerpen.
Englands Schuld.
* Kopenhagen, 2. Okt. Nationaltidende
ver=
öffentlicht folgende Aeußerungen des
Staatsſekre=
tärs des Deutſchen Auswärtigen Amtes,
Staatsminiſter von Jagow, die eine Antwort
auf die jüngſt veröffentlichte Unterredung mit dem
engliſchen Unterſtaatsſekretärs Acland darſtellen:
Unterſtaatsſekretär Acland behauptet, das Eingreifen
Englands in den Krieg ſei darauf zurückzuführen, daß
Deutſchland die Neutralität Belgiens verletzt habe. Ich
kann nicht annehmen, daß dieſem hohen Beamten des
Foreign Office unbekannt ſein ſollte, daß Sir E. Grey in
ſeiner Rede im engliſchen Unterhaus am 3. Auguſt erklärt
hat, er habe dem franzöſiſchen Botſchafter bereits am
Nachmittag des vorhergehenden Tages, alſo am 2. Auguſt,
die vollſte Unterſtützung der engliſchen Flotte für den
Fall zugeſichert, daß die deutſche Flotte gegen die
fran=
zöſiſche Küſte oder die franzöſiſche Schiffahrt vorgehe.
Erſt in der Nacht vom 3. auf den 4. Auguſt aber erfolgte
die Verletzung der belgiſchen Neutralität durch deutſche
Truppen. Ebenſo wenig kann der Unterſtaatsſekretär
ver=
geſſen haben, daß Sir E. Grey in ſeiner Unterredung mit
dem Fürſten Lichnowsky am 1. Auguſt es ausdrücklich
ab=
gelehnt hat, Deutſchland die Neutralität Englands für den
Fall zuzuſichern, daß Deutſchland die Neutralität,
Bel=
giens reſpektiere. Es handelt ſich daher um einen nicht
einmal beſonders geſchickten erneuten Verſuch, die Welt
über die Motive irrezuführen, die der engliſchen
Betei=
ligung am Kriege zu Grunde liegen. Sie beſtchen nicht
in einer altruiſtiſchen Fürſorge für die Unabhängigkeit
und Integrität Belgiens. Dieſe war nicht bedroht, wir
hatten ſie England ausdrücklich zugeſichert. Aber es iſt
begreiflich, daß ein Land, das ſeine Kolonialherrſchaft auf
den Trümmern anderer Staaten aufgebaut hat, ein Land,
das ſich wie in jüngſter Zeit noch in Aegypten ſo oft über
gegebene Verſprechen und internationale Verträge
hin=
weggeſetzt hat, dieſer Zuſicherung nicht traute. Ein
deut=
ſches Sprichwort ſagt: Man vermutet niemand hinter
einem Buſch, hinter dem man nicht ſelbſt geſeſſen hat. So
tauchte in der Phantaſie der engliſchen Staatsmänner das
Schreckgeſpenſt einer Beſetzung Antwerpens durch deutſche
Truppen auf und wie Sir E. Grey Frankreich die
eng=
liſche Hilfe ſchon für den Fall einer Bedrohung von Calais
und Cherbourg durch die deutſche Flotte zugeſichert hatte,
ſo veranlaßte ſchließlich die Beſorgnis, ein Teil der
Süd=
kuſte des Kanals könne den ſchwachen Händen Belgiens
entriſſen und zu einer Operationsbaſis für die deutſche
Flotte werden, England nicht nur ſich ſelbſt am Kriege
zu beteiligen, ſondern auch zu dem furchtbaren
Verbre=
chen, das bedauernswerte Belgien zum Widerſtand gegen
den deutſchen Einmarſch zu ermutigen.
Die Haltung Englands iſt ſomit lediglich
durch den rückſichtslojen engliſchen
Eigen=
nutz beſtimmt worden, der überhaupt für den
gan=
zen furchtbaren Krieg verantwortlich iſt. Wenn heute auf
den Schlachtfeldern des Kontinents die Söhne
Deutſch=
lands, Oeſterreichs, Frankreichs und Rußlands für das
Vaterland verbluten müſſen, ſo triſſt die moratiſche
Verantwortung dafür mit in erſter Linie die
eng=
liſche Politik, die unter der Formel der Erhaltung
des europäiſchen Gleichgewichts andauernd die
chauvini=
ſtiſchen Strömungen in Frankreich und Rußland gegen
Deutſchland ermutigt und damit einen Zuſtand der
Span=
nung auf dem Kontinent hervorrief, der ſich im
gegen=
wärtigen Krieg entladen hat. Von jeher iſt es die
eng=
liſche Politik geweſen, die Völker des Kontinents
gegen=
einander aufzureizen, um ſelbſt ungeſtört die Welt
be=
herrſchen zu können.
Eine deutliche Antwort.
* In dem nunmehr erſchienen 1. Kriegsheft der
Inter=
nationalen Monatsſchrift für Wiſſenſchaft, Kunſt und
Tech=
nik, auf das kürzlich hingewieſen wurde, wird im
An=
ſchluß an die Rede A. v. Harnacks bei der
deutſch=
amerikaniſchen Sympathiekundgebung im Berliner
Rat=
haus am 11. Auguſt ein Brief veröffentlicht, in welchem
eine Anzahl hervorragender engliſcher Theologen unter
dem Ausdruck hoher perfönlicher Verehrung und
Dank=
barkeit für Harnack und andere deutſche Lehrer ihren
Schmerz darüber ausſpricht, daß Harnack das
Ver=
halten Großbritanniens in dem
gegen=
wärtigen Kriege als das eines Verräters an
der Ziviliſation habe bezeichnen können. Die
wirk=
lichen Motipe Großbritanniens lägen in der
Notwendig=
keit, für die verletzte Neutralität Belgiens einzutreten und
ſie ſeien der feſten Ueberzeugung, daß Großbritannien in
dieſem Kampfe für Recht und Gewiſſen für Europa, die
Menſchheit und dauernden Frieden fechte. Adolf
Har=
nack antwortet darauf, daß er das Wort Verräter an der
Ziviliſation nicht gebraucht habe, daß es aber ſein Ur:
teil über das Verhalten Großbritanniens
richtig wiedergebe. In glänzender Beweisführung, in
welcher er die angebliche Verpflichtung Großbritanniens,
für die belgiſche Neutralität einzutreten, den
elende=
ſten aller Vorwände nennt, ſchreibt er u. a.:
„Nicht wir ſind es geweſen, die die Neutralität Belgiens
zuerſt verletzt haben. Belgien, wie wir befürchten
muß=
ten und wie wir jetzt, durch Tatſachen belehrt, immer
deut=
licher ſehen, war ſchon längſt mit Frankreich im Bunde
und — mit Ihnen. Frankreichs Flieger ſchwebten über
Belgien bevor wir einmarſchierten, Abmachungen mit
Frankreich haben ſtattgefunden und in Maubeuge hat man
ein Arſenal mit engliſcher Munition gefunden das vor
der Kriegserklärung dort angelegt war. Dies Arſenal —
Sie wiſſen, wo Maubeuge liegt! — weiſt auf
Verabre=
dungen Großbritanniens mit Frankreich,
bei denen auch Belgien eine Rolle geſpielt hat.
Dieſe Verabredungen liegen heute aller Welt vor;
denn der Kreis der Beweiſe iſt geſchloſſen und das
be=
trügeriſche Spiel Großbritanniens iſt
aufgedeckt. Sie haben Belgien zum Kriege gegen uns
ermutigt und verpflichtet, und daher fält auf Ihr Haupt
die furchtbare Verantwortung für all das
Elend, das dieſes arme Land getroffen hat
Vom weſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Berlin, 2. Okt. Zu der Meldung aus dem
Gro=
ßen Hauptquartier über die Erfolge nordweſtlich
von Noyon ſchreibt das Berliner Tageblatt: In dieſer
Meldung iſt mehr, als eine freudige Nachricht zu erblicken.
Geſtern noch meldete die franzöſiſche Oberleitung nach
Paris, daß der franzöſiſche Vorſtoß gegen unſeren rechten
Flügel ſich des Ortes Roye bemächtigt habe. Heute ſchon
wiſſen wir, daß wir die Höhen um Roye und Fresnoy dem
Gegner entriſſen haben. Dieſer Erfolg ſetzt uns in den
Beſitz der Linie Chaulnes=Roye=Noyon. Wenn
jetzt in der Gegend von Albert die dort liegenden
franzöſi=
ſchen und engliſchen Truppen nicht bald gegen Amiens
zurückgehen, ſo ſind ſie ſtark gefährdet.
Es geht weiter vorwärts, ſo heißt es im Berliner
Lokalanzeiger. Dann ſchreibt das Blatt: Die
Nachrich=
ten vom weſtlichen Kriegsſchauplatz ſind
außerordentlich erfriſchend. Wir ahnten zwar aus dem
Zurückweichen zahlenmäßig überlegener franzöſiſcher
Kräfte, daß die franzöſiſche Offenſive im
Zuſammen=
brechen begriffen ſei, aber daß unſere Truppen nach
17tägigen ununterbrochenen Kämpfen imſtande ſein
wür=
den, ihrerſeits die Offenſive zu übernehmen, das iſt ein
ganz außerordentlicher Beweis für die Brauchbarkeit
un=
ſerer Soldaten und für den prächtigen Kampfesmut, der
ſie erfüllt. Der Feind iſt beträchtlich zurückgedrängt
wor=
den, und was das bei einem ermatteten Feinde bedeutet.
liegt auf der Hand.
* Rotterdam, 1. Okt. (Ctr Bln.) Eine Depeſche
der Times aus Nancy vom 24. Sept. beſagt: Die
Deut=
ſchen rücken wieder vor. Sie beſetzten Domepre,
Blamont, Eirey, Badonpillers ſowie Thianeourt und
No=
meny. Der Ort Nomeny iſt dem Erdboden gleichgemacht,
ebenſo wie Gerbevilliers. Die Deutſchen rücken durch das
Vezouſetal vor.
Die deutſchen Laufgräben.
* Mailand, 1. Okt. (Ctr. Bln.) Der Secolo
ſchil=
dert heute die wundervolle Anlage der deutſchen
Lauf=
gräben. Bewunderungswürdig ſei vom militäriſchen
Standpunkt, daß das rieſenhafte Ameiſenwerk überall, wo
ſich die Deutſchen aufhielten, entſtand. Diejenigen, die
nur davon gehört haben, können ſich keinen Begriff
machen. Man muß die ausgehöhlten Laufgräben mit
eigenen Augen geſehen haben. Sie ſind noch tiefer und
verzweigter, als die an der Marne. Die Laufgräben ſind
tatſächlich in drei Teile geteilt. Der erſte ſei nur für die
nächtlichen Vorpoſten beſtimmt. 200 Meter entfernt liegen
die Hauptlaufgräben, die teilweiſe zementiert und
be=
feſtigt ſeien, um das leichte Eindringen zu verhüten oder
um das Auskundſchaften durch Flieger zu verhindern.
Hinter dieſer zweiten Linie befinden ſich nicht mehr
Lauf=
gräben, ſondern große und lange Höhlen, wo Lebensmittel
und Munition ſowie die Küche untergebracht iſt und auch
die Schlafſtätten ſind. In dieſer Höhle ſind Feldkanonen
untergebracht, während die großen Belagerungskanonen
hinter der dritten Linie auf ihrer Zementplattform ſtehen.
Kurzum, es iſt eine große beinahe unterirdiſche Stadt
mit Kreuz= und Quergängen, die ſich auf 10 Kilometer
im Tale der Aisne bis nach den Argonnen erſtrecken und
wo ſich eine Bevölkerung von Tauſenden und
Abertauſen=
den Männern ſo gut verſtecken kann daß man auf 100
Meter Entfernung ihre Gegenwart nicht ermittelt. (V. Z.)
Vor Antwerpen.
* Berlin, 2. Okt. Das Berliner Tageblatt meldet
aus Amſterdam: Es wird hierher gemeldet, daß
ge=
ſtern die Beſchießung der Forts Waelhem Wawre
und St. Cathelyne fortgeſetzt worden iſt. Auch ſollen
deutſche Truppen ſchon einen Infanterieangriff zwiſchen
Schelde und Tenne gegen die erſte Verteidigungslinie von
Antwerpen gemacht haben. Es zeigt ſich, daß die
Deut=
ſchen energiſch gegen Antwerpen vorgehen. Sie haben
Ge=
ſchütze auf den Höhen bei Heyſt op den Berg aufgeſtellt
und beſchießen von dort aus Lier. Auch wird erneute
Offenſive aus der Gegend von Dendermonde gemeldet.
Seite 2
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Nummer 272.
Der Untergang der „Hela‟.
* Ueber den Untergang unſeres kleinen Kreuzers
„Hela” geht der Neuen Zürcher Zeitung von einem
Teil=
nehmer folgender Bericht zu: „Die „Hela” war um halb
9 Uhr morgens auf dem Weg nach Hauſe, da ſie ſeit
Dienstag in See war und abgelöſt werden ſollte.
Plötz=
lich ein ſtarker Stoß, deſſen Mittelpunkt Steuerbord
achtern liegend und von der Exploſion eines großen
Sprengkörpers herrührend ſogleich erkannt wurde. Das
Schiff legte ſich achtern gleich um und lief ſchnell voll
Waſſer, da es ſchon über dem Panzerdeck aufgeriſſen
war. Der Schuß war gerade unter der Kammer des
Kommandanten durchgegangen und hatte dieſe aufgeriſſen.
Der Kommandant pflegte ſonſt um dieſe Zeit ſchon unten
zu ſein, um ſich etwas zu waſchen; in dem Moment aber
war er auf der Brücke. Es wurde natürlich noch alles
verſucht, das Schiff zu retten; aber nach 20 Minuten mußte
der Befehl gegeben werden: „Alle Mann aus dem Schiff.”
Die Haltung der Mannſchaft war tadellos. Mit drei
Hurras ſprang ſie ins Waſſer und ſangen
ſchwim=
mend patriotiſche Lieder. Der Kommandant.
blieb noch ſo lange auf der Brücke, bis er ſah, daß das
Schiff im nächßen Augenblick ſinken würde; dann ſprang
auch er mit dem Ingenieur und dem Arzt über Bord. Als
er zehn Meter entfernt war, verſank das Schiff reſtlos;
wahrſcheinlich war es in der Mitte durchgebrochen. So
ſtarb die brave „Hela”, die bis zuletzt ſo wacker ihre Pflicht
getan hatte, die in dieſem Kriege, die Auslandskreuzer
abgerechnet, vom erſten Tage an am meiſten draußen war.
Faſt die ganze Beſatzung mit allen Offizieren iſt gerettet;
drei Mann fehlen, einer ſtarb am Herzſchlag, mehrere ſind
verwundet. Der Kommandant iſt eine Stunde bei
ziem=
lich hohem Seegang im Waſſer geweſen, bis er den kleinen
Schlepper erreichte, der ſchon 130 Mann aufgenommen
hatte.”
Die Erfolge des Kreuzers „Emden‟.
* London, 1. Okt. Im Daily Telegraph ſchreibt
Archibald Kurd über den Kreuzer „Emden”: Das
Schiff hat, ein ideales Feld für ſeine Operationen
gefun=
den, weil dort eine große Anzahl von Schiffen paſſiert
und weil die „Emden” viele Buchten benutzen und ſich
vor den engliſchen Kreuzern verbergen kann. Außerdem
hat die „Emden” den großen Vorteil der Schnelligkeit;
ſie kann ſtets, wenn ſie in Gefahr iſt, flüchten. Ihre
Lei=
ſtungen erfüllen uns mit Bewunderung. Wir dürfen den
Kapitän v. Müller zu ſeinem Unternehmungsgeiſt
beglück=
wünſchen, weil er nicht nur mit Menſchlichkeit, ſondern
auch mit Rückſicht gegen die britiſche Mannſchaft verfährt.
Dieſer Seeoffizier muß als der de Wet des Meeres
bezeich=
net werden. Seine Politik iſt ganz einzigartig. In
kei=
nem Seekriege der alten und neuen Zeit hat ein feindliches
Schiff die Taktik des berühmten Guerillaführers zu Lande
verfolgt, nämlich die, von der Beute zu leben und die
Ge=
fangenen freizulaſſen. Gerade der Erfolg der „Emden”
macht es ſchwer, ſie zur Strecke zu bringen. In dieſem
Falle wird es nichts nützen, verdächtige Kohlenſchiffe zu
verfolgen. Die „Emden” kann Kohlen umſonſt bekommen,
und ſie nimmt natürlich, ſo viel ſie führen kann. Wir
be=
herrſchen die Meere, aber nicht jede Quadratmeile der
Meere. Wir benützen die Herrſchaft zur See, um uns die
Zufuhr an Lebensmitteln und Rohſtoffen zu ſichern, ſowie
zur fortſchreitenden militäriſchen Mobiliſierung. Die
Lei=
ſtungen der „Emden” können den Verlauf des Krieges
nicht ändern. Sie bleiben eine Epiſode. — Der
Man=
cheſter Guardian ſchätzt den Schaden, den der Kreuzer
„Emden” der engliſchen Schiffahrt im Indiſchen Ozean
zugefügt hat, auf eine Million Pfund Sterling (— 20
Mil=
lionen Mark). Der Tonnengehalt der zerſtörten Schiffe
betrug 50000. Das Blatt rühmt den Kapitän der
Emden” der die Bemannung der Kauffahrer ſchonte, und
bemerkt, die engliſche Marine habe in den aſiatiſchen
Ge=
wäſſern kaum ſechs Kreuzer die an Schnelligkeit der
„Emden” gleichkommen.
Aus Oſtpreußen.
* Königsberg, 1. Okt. Der Oberpräſident von
Windheim hat ſich heute in einer Kundmachung von
der Provinz Oſtpreußen verabſchiedet, in der er
allen Behörden und Beamten für die geleiſtete erfolgreiche
Unterſtützung dankt und ſagt: Ein unſerem Vaterlande
aufgenötigter Krieg hat der Provinz unſäglich ſchwere
Wunden geſchlagen. Wie es unſeren tapferen Truppen im
Oſten gelungen iſt, bisher in heldenhaften Kämpfen den
Feind aus dem Lande zu vertreiben, dürfen wir mit
Got=
tes Hilfe beſtimmt den endgültigen Sieg erhoffen. Daß
dann die Provinz Oſtpreußen ſchöner und gefeſtigter, als
ſie bisher” war, wieder aufgebaut werden wird, iſt der
heiße Wunſch, den ich bei meinem Scheiden ausſpreche
und deſſen Erfüllung Gott bald gelingen laſſen möge.
— Gleichzeitig hat der neue Oberpräſident von Batocki
ſein Amt übernommen mit einer Bekanntmachung, in
welcher es heißt: Ich trete mein Amt an in dem vollen
Bewußtſein der damit verbundenen ſchweren
Verantwort=
ung gegenüber meiner Heimatprovinz; aber auch in dem
vollen Vertrauen, daß, wenn Gott den deutſchen Waffen
weiter den Sieg verleiht, das Werk der Wiederherſtellung
der Provinz gelingen wird durch ein zielbewußtes
Zu=
ſammenwirken der Staatsbehörden und der
Selbſtverwal=
tungsorgane, ſowie durch einmütige hingebende Mitarbeit
aller Oſtpreußen, ohne Unterſchied der Partei, des
Stan=
des und Berufes.
Deutſche Verwaltung im Kreiſe Bendzin.
* Berlin, 1. Okt. (Ctr. Bln.) Aus Myslowitz
wird dem Berl. Lok.=Anz. geſchrieben: Im benachbarten
Modrzejow iſt folgender Maueranſchlag angebracht:
Nachdem Se. Exz. der Kommandierende General die
Er=
richtung einer Zentralverwaltung im Kreiſe
Bendzin, einſchließlich der Stadt Sosnowizy,
angeord=
net und mich zur Leitung derſelben beſtellt hat, habe ich
die Leitung der Zivilverwaltung am 22. ds. Mts.
über=
nommen. Der Sitz der Zentralverwaltung befindet ſich
im Rathaus. Meine Aufgabe iſt, für Ruhe und
Ord=
nung zu ſorgen, die Wiederaufnahme der friedlichen
Be=
rufe zu fördern und insbeſondere der Wiederbelebung von
Handel und Gewerbe, Induſtrie und Landwirtſchaft die
Wege zu ebnen. Ich erwarte von allen Behörden und
allen Einwohnern, daß ſie mich in dieſem Beſtreben
unter=
ſtützen und meinen Anordnungen unbedingt und
unweiger=
lich Folge leiſten. Nur ſo können die Härten der
gegen=
wärtigen ſchweren Kriegszeit gemildert werden. Bendzin,
den 24. September 1914. Der deutſche Kreischef: (gez.)
Wollenkamp, K. Pr. Landrat.
Der Krieg zur See.
* Paris, 1. Okt. Der Temps bringt einen Artikel
über die deutſchen Unterſeeboote aus dem
Lon=
doner Globe. Darin wird die völlige Ohnmacht der
eng=
liſchen Flotte gegenüber den gänzlich unſichtbaren
Unter=
ſeebooten betont, und gefordert, daß Mittel und Wege
gefunden werden müßten, um ſie zu entdecken.
* London, 1. Okt. Daily News melden aus
Waſhington: Der Senat hat heute eine Reſolution
angenommen, in der Staatsſekretär Bryan aufgefordert
wird, zu unterſuchen, ob England ſich betreffs der
Ver=
ſchiffung von Kupfer von Amerika nach Rotterdam
ein=
gemiſcht hat, und darüber Bericht zu erſtatten.
Nachrichten aus Tſingtau.
* Berlin, 1. Okt. (Ctr. Bln.) Bei der „
Branden=
burgia” Geſellſchaft für Heimatkunde der Mark
Branden=
burg, ſind, wie die Tägl. Rundſchau mitteilt, kurze
Nach=
richten aus Tſingtau eingetroffen. Am 8. Auguſt ſind
ſie von dem Mitglied der Geſellſchaft, dem an der Pekinger
Univerſität tätig geweſenen Theologen Dr. Solger und
dem Kaufmann Offermann, aufgegeben worden. Sie
tei=
len darin mit, „daß ſie ſich zur Verteidigung der
Stadt auf der Land= und Seeſeite bereit halten. Von
allen Seiten ſtrömen die Reſerviſten und Landwehrleute
herbei. Es herrſcht große Begeiſterung”.
Deutſchland und die Amerikaner.
* Berlin. 2. Okt. Unter Beteiligung ihres
Bot=
ſchafters traten geſtern die Amerik aner Berlins
im Hotel Adlon zuſammen. Auch Oberbürgermeiſter
Wer=
muth gehörte zu den Geladenen und er nahm während
des Zuſammenſeins im Kaiſerſaal des Hotels
Gelegen=
heit, den Sympathien Deutſchlands für die Amerikaner
Ausdruck zu verleihen. „In vollem Vertrauen auf ſeine
Zukunft” ſagte Exzellenz Wermuth, „wird Deutſchland
den Kampf bis zu Ende führen. Von allen Ländern der
Erde haben die Vereinigten Staaten und Deutſchland in
den Jahrzehnten des Friedens die wundervollſten
Fort=
ſchritte auf den Gebieten des Handels, des Verkehrs und
auf manchen anderen Gebieten verzeichnen können.
Möch=
ten die beiden Länder ihre Miſſionen zum Wohle der
gan=
zen Welt weiter führen können. Es geſchieht aus vollem
und aufrichtigem Herzen, wenn ich auf dieſe Fortſchritte
und auf die deutſch=amerikaniſche Freundſchaft mein Glas
erhebe‟. — Der Botſchafter Gerard ſagte: „Es iſt kein Bruch
der von den Vereinigten Staaten befolgten Neutralität,
wenn wir den Berlinern, ihrem Oberbürgermeiſter und
vor allem auch den deutſchen Banken für die Art und Weiſe
unſeren Dank ſagen, in der ſie ſich der hier weilenden
Amerikaner angenommen haben.”
In der Zuſammenkunft wurde bekannt gegeben, daß
die Damen der amerikaniſchen Kolonie in Berlin beſchloſſen
haben, während des harten Kriegswinters täglich 200
Be=
dürftige zu ſpeiſen.
Vom ſüdöſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Berlin, 1. Okt. (Ctr. Bln.) Aus dem
öſter=
reichiſch=ungariſchen Hauptquartier wird
dem Berl. Tagebl. gemeldet: Die dritte
Entwickelungs=
ſtufe des Ringens auf galiziſchem Boden hat begonnen.
In den letzten beiden Wochen konnte ſich die
öſterreichiſch=
ungariſche Armee unter dem Schutze ihrer ſtarken neuen
Poſitionen hinter der Sanlinie in Ruhe gründlich
verpro=
viantieren, die Verluſte, die bei einzelnen Regimentern
ziemlich hohe Prozente betragen, durch friſche
Mannſchaf=
ten ausgleichen und den Geſamtbeſtand durch große
Re=
ſerven erhöhen. Dank ihrer Erſchöpfung und
Munitions=
verausgabung kamen die Ruſſen währenddeſſen nicht über
die Beſetzung der freiwillig überlaſſenen Gebietsteile
Gali=
ziens und der Nordbukowina und kleinere Plänkeleien
hinaus. Ueberdies erſchwerte der wochenlange Regen die
ruſſiſchen Zufuhren und Nachſchübe. Infolgedeſſen ſetzten
die ruſſiſchen Operationen gegen das Heranziehen und
den Aufmarſch der deutſchen Truppen zu ſpät ein und
blieben wirkungslos. Es reicht nunmehr die deutſche Armee
ihre Hand der verbündeten öſterreichiſch=ungariſchen Armee,
die im Vertrauen darauf monatelang den Stoß der gegen
ſie konzentrierten, weit überlegenen ruſſiſchen Hauptmacht
aufgehalten und den geplanten Durchbruch zweimal
ver=
eitelt hat. Außerſtande, dieſe für ſie verhängnisvolle
Ver=
einigung im Nordoſten zu verhindern, ſuchten die Ruſſen
durch ſtrategiſch bedeutungsloſe Einbrüche in die
Kar=
pathenpäſſe den Südoſten Ungarns zu beunruhigen und
eine Kräftezerſplitterung der öſtereichiſch=ungariſchen
Armee herbeizuführen. Nachdem auch dies mißlungen iſt,
ſind ſie jetzt durch die eingeleitete öſterreichiſch=
ungariſch=
deutſche Offenſive gezwungen, den Kampf in dem von den
Verbündeten vorgeſehenen und vorbereiteten Gelände
auf=
zunehmen.
Die Oifenſive in serbien.
* Peſt, 2. Okt. Zur Berichtigung wiederholt. Die
Peſter Korreſpondenz meldet: Unſere Offenſive in
Serbien ſchreitet erfolgreich vorwärts. Ein Verſuch
der Serben, ſie durch einen neuerlichen Einbruch über die
Save zu ſtören, endete mit einem vollſtändigen
Mißerfolg, da unſere in der Nähe befindlichen
Grenz=
ſchutztruppen die ſerbiſche Truppe, die untergeordneter
Qualität und in minderer Anzahl war, ſofort aus dem
Lande vertrieb.
Die diplomatiſchen Niederlagen
des Dreiverbands.
* Wien, 30. Sept. Die allgemeine
Sieges=
zuverſicht in dem nunmehr beginnenden neuen
Ab=
ſchnitt des Krieges wird noch geſteigert durch die
wach=
ſende Ueberzeugung, daß die Bearbeitung der
Neutra=
len durch den Dreiverband angeſichts des Fehlſchlagens
ſeiner großſprecheriſch angekündigten Pläne und der
Ent=
larvung ſeiner lügneriſchen Berichterſtattung durch die
unerbittlichen Tatſachen gänzlich ergebnislos
ge=
blieben iſt und bleiben wird. Italien in erſter Linie
wird ſeine Neutralität nicht aufgeben. Es hat die
Wahr=
nehmung ſeiner Intereſſen als Leitgedanken ſeiner
Po=
litik erklärt, und wenn es faſt vier Jahrzehnte lang dieſe
Intereſſenpolitik am beſten im Bunde mit den beiden
Zentralmächten treiben zu können geglaubt hat, weil es
an der Stärke dieſer Mächte die denkbar wirkſamſte Stütze
fand, ſo wird es nicht jetzt ſich gegen ſie kehren wollen,
wo es immer klarer wird, daß ſie dank ihrer Stärke
im=
ſtande ſind, allein eine ganze Welt von Feinden
niederzu=
zwingen. San Giuliano hat ja denn auch entſchloſſen
Zwei Tage lang franzöſiſcher
Reſerpeoffizier.
Erlebnis eines deutſchen Flüchtlings in
Frankreich.
Am 16. Auguſt d. J. verließ ich Lyon, wo ich ſeit
eini=
ger Zeit in Stellung war, und ging zuerſt auf der
Eiſen=
bahnſtrecke Lyon-Dijon zu Fuß. An einer kleinen
Sta=
tion traf ich einen Militärtransportzug und benutzte
die=
ſen, indem ich mich in einen Ambulanzwagen verkroch.
Wir fuhren eine Nacht und einen Tag. Ich hatte die
Ab=
ſicht, den Zug in Macon reſp. in Chalons=ſur=Saone zu
verlaſſen, um von dort aus über Bourg und Nantua nach
Genf zu gelangen, verſchlief jedoch beide Stationen und
kam auf dieſe Weiſe nach Dijon, wo ich den Zug auf dem
dortigen Hauptbahnhof verließ, ohne entdeckt zu ſein. Am
18. Auguſt verſuchte ich nun Dijon zu verlaſſen, konnte
aber nicht durch die Truppenlinie kommen. Am 19. Auguſt
machte ich mich abends gegen Dunkelwerden auf den Weg
und verließ die Stadt, indem ich der Eiſenbahnlinie
Dijon-Paris folgte. Kaum 6 Kilometer weit, wurde ich
an einer Brücke von der dortigen Wache angehalten und
nach der Feſtung zurückgebracht. In der Feſtung
ange=
kommen, gab ich mich, dank meiner guten militäriſchen
Sach= und Fachkenntniſſe und meiner guten Kenntnis der
franzöſiſchen Sprache, dem dortigen wachhabenden
Offi=
zier gegenüber als Reſerveoffizier des in Lille ſtehenden
3. Infanterie=Regiments aus, was auch geglaubt wurde.
„Mein Kamerad” entſchuldigte ſich wegen meiner
Arretie=
rung und führte mich nach Abfertigung der Wache in das
Offizierſpeiſezimmer, woſelbſt ich den höheren Offizieren
vorgeſtellt und zum Eſſen eingeladen wurde. Ich habe
zu lange in Frankreich gelebt, und dadurch die ganzen
Schwächen des franzöſiſchen Heeresweſens ſowie ſeiner
Truppen kennen gelernt, weshalb ich mich auch nicht
wun=
derte, die Mannſchaften mit Damenſchuhen, teils auch mit
Damenbluſen, bekleidet zu ſehen. Bei meinem Eintritt
ins Fort ſah ich die Mannſchaften zu je 4 um eine Schüſſel
voll Waſſerſuppe mit einigen Kartoffelſtücken, einigem
Suppengrün und Brotſtücken, als Fleiſch einen anſtändigen
Knochen, ſitzen. In Frankreich hat ein jeder
Kompagnie=
chef ſeine Leute zu beköſtigen und zu kleiden; daß hierin
ſehr ſkrupellos gehandelt wird, weiß der beteiligte
Offi=
zier, wie jedes franzöſiſche Kind, denn bei meinem
Ein=
tritt in den Offizierſpeiſeſaal ſah ich, daß die Herren. un=
bekümmert um das Schimpfen und Schreien der
Mann=
ſchaften wegen deren ſchlechten Eſſens, in Wohlleben bei
Champagner und Wein ſchwelgten, mit Damen natürlich,
ſoweit man dieſe noch als Damen bezeichnen darf. Die
Truppen in Dijon waren bei Mülhauſen, Schirmeck und
Schlettſtadt im Feuer geweſen und haben, ihren Angaben
nach, vorher nur gewußt, daß ſie zum Manöver
ausrück=
ten, während ihnen erſt kurz vor dem Anrücken auf die
ge=
nannten Städte ſcharfe Munition gegeben wurde. Die
Offiziere brüſteten ſich damit, ihre Leute mit dem. Säbel
in die Front getrieben zu haben, wie eine Hammelherde
mit der Peitſche.
Am 19. Auguſt zeigte man mir die ganze Einrichtung
und Stellung in und um Dijon. Dieſe Gelegenheit
be=
nutzte ich zur Flucht, weil ich jede Minute erwarten mußte,
daß eine Ordonnanz des Gouvernements mit dem
Be=
fehle meines Weitertransportes nach Lille eintreffen
konnte. In einem günſtigen Augenblick ſprang ich von
einer hohen Fortmauer herab und verſchwand. In der
Stadt traf ich auf einen Truppentransport, der erneut auf
der Linie Beſancon-Belfort vorgeſchoben wurde. Ich
ſchloß mich dieſem an und gelangte am 21. abends nach
Beſancon. In derſelben Nacht verſuchte ich mich durch die
Poſtenkette zu drängen, dies gelang jedoch nicht; erſt am
anderen Tage konnte ich mit vorgeſchobenen Poſten mit
Umgehung der inneren Grenzlinie in die Vorpoſtenkette
zwiſchen Belfort und Altmünſterol gelangen. Die
Vor=
poſtenketten beſtehen aus je 2 Mann, von denen einer
auf=
rechtſtehend, der zweite in knieender Stellung verbleibt
während je ein dritter Mann zwiſchen den beiden
Doppel=
poſten, alſo von einem Doppelpoſten zum anderen, hin= und
hergeht, ſich auf einer Diſtanz von zirka 200 Metern mit
dem anderen beweglichen Poſten trifft, um ſich gegenſeitig
die Parole zu ſagen. Ich wartete nun ab, bis dieſe
bei=
den zu ihren feſtſtehenden Poſten zurückgingen, und ging
aufrecht dazwiſchen durch. Als ich gegen 300 Meter fort
war, wurde nach mir geſchoſſen; ich warf mich nieder und
bekam bei dieſer Schießerei nichts anderes ab, als eine
anſtändige Ladung Kartoffelacker. Allem Anſchein nach
glaubten die Poſten, mich erſchoſſen zu haben, denn es
kümmerte ſich niemand um mich. Ich kroch, ſo ſchnell ich
konnte, weiter und erreichte einen kleinen Graben, hinter
welchem Wald mit dichtem Unterholze ſchützend vor mir
lag. Aufſpringend, den Graben nehmend, flogen ſchon
wieder die Kugeln um mich herum. Ich hatte dann
Ge=
legenheit, einige von dieſen Dingern aufzuſuchen, und
ge=
wahrte dabei daß die franzöſiſchen Geſchoſſe, die, jetzt aus
Kupferkompoſition, anſtatt, wie früher, aus dem
Nickel=
ſtahlmantel beſtehend, Einſchnitte zur Spaltung des
Ge=
ſchoſſes trugen, um die damit verurſachten Wunden größer
zu reißen. Jetzt erſt kam ich auf eine Merkwürdigkeit, die
mir bei meinem Aufenthalt zwiſchen den franzöſiſchen
Truppen auffiel. Ich ſah viele Mannſchaften mit
ver=
bundenen Händen und erklärte mir dieſes als bei der
Be=
handlung der Geſchoſſe vorgekommene Verletzung, die,
durch Grünſpan, der dem Kupfer bekanntlich anhaftet,
Blutvergiftungserſcheinungen gezeitigt hat.
Nach ſtundenlangem Umherirren in dem Walde, wagte
ich aus demſelben herauszutreten und ſtieß auf eine aus
4 Mann und einem Korporal beſtehende franzöſiſche
Pa=
trouille, die ſich, wohlgemut und ohne Sorgen, daß ſie
durch den Feind aufgehoben werden könnte, ihre wunden
Füße in dem kleinen, am Gehölz entlang führenden Bache
badete. Nachdem ich den Korporal über einen Weg zur
Umgehung unſerer deutſchen Truppen ausgefragt hatte,
gelang es mir, die Patrouille mitzunehmen, ohne jedoch
eine Ahnung zu haben, den deutſchen Vorpoſten ſchon ſo
nahe zu ſein. Auf dieſem Marſche dauerte mich der Korporal
wegen ſeiner wunden Füße; er gab mir auch nach
kur=
zem Hin= und Herreden ganz ruhig ſein Gewehr, das ich
wohlgemut über meine Schulter hing. Wir waren dann
etwa einen Kilometer gegangen, als wir auf einmal einem
wie aus dem Erdboden herausgeſchoſſenen deutſchen Poſten
gegenüberſtanden. Ich hob gleich beide Hände hoch und
rief meinen Landsleuten zu, ſie möchten nicht ſchießen, ich
ſei Deutſcher und würde ihnen weitere Aufklärung geben.
Der franzöſiſche Korporal warf ſeine Schuhe, die er in den
Händen trug, fort und hob gleichzeitig mit mir ſeine Hände
hoch, während die anderen 4 Mann, die Gewehre und
Torniſter fortwerfend, davonliefen, aber eingeholt wurden.
Im deutſchen Lager angelangt, wurde ich zuerſt der
Spio=
nage verdächtigt, aber dank meiner Bekanntſchaften unter
den Reſerve= und Landwehroffizieren des Infanterie=
Re=
giments (deſſen Nummer ich aus gewiſſen Gründen nicht
nennen darf) war ich bald frei.
Der Weg von Dijon bis zu unſeren Truppen war kein
leichter; was ich in den 38 Stunden, die ich, ohne etwas
zu mir zu nehmen, durchgemacht habe, iſt daraus zu
er=
kennen, daß ich von abends 11 Uhr bis zum anderen
Nach=
mittag 2 Uhr geſchlafen habe, ohne meine Körperlage zu
verändern. Den Herren Offizieren wie den Mannſchaften
muß ich für das Wohlwollen und die bei ihnen genoſſene
gute Pflege während der 3 Tage meines Aufenthaltes
danken.
Alwin Heide, Zivil=Ingenieur.
Nummer 272.
Darmſtätder Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Seite 3.
allen äußern und innern Fürſprechern einer Schwenkung
ins Dreiverbandlager abgewinkt und ſogar die kriegeriſche
Teilnahme italieniſcher Staatsbürger auf der einen oder
andern Seite für ſtrafbar erklärt. Was Rumänien
an=
betrifft, ſo beginnt jetzt dort auch in den breiten
Volks=
ſchichten die Erkenntnis aufzudämmern, daß die von
Kö=
nig und Regierung durchgeführte Neutralitätspolitik für
Rumänien derzeit die beſte iſt. Das Liebeswerben des
Dreiverbandes um Bulgarien, das zuletzt durch den
Häuptling des Balkankomitees Buxton erfolgte, iſt elend
geſcheitert. Zudem wächſt Bulgariens Erbitterung gegen
Serbien wegen der mazedoniſchen Greueltaten beſtändig.
Die Türkei vollends ſteht mit den Mächten des
Drei=
verbands, namentlich mit England, auf geſpannteſtem
Fuße. Die Schandtaten der engliſchen Marinemiſſion,
die die türkiſchen Kriegsſchiffe unter dem Vorwand der
Reparaturbedürftigkeit durch Auseinandernehmen der
Dampfkeſſel und hinterliſtiges Vergeben der Keſſelteile an
verſchiedene Reparaturwerkſtätten unbrauchbar machte,
ſo=
wie die Ueberwachung der Dardanellen durch die engliſche
Flotte hat dem Faſſe den Boden ausgeſchlagen. (Köln. Ztg.
Die Ueberſeeverbindung Rußlands.
* Kriſtiania, 1. Okt. Tidens Tegn ſchreibt über
die augenblickliche Bedeutung von Archangelsk als
Exporthafen Rußlands nach England und
Ame=
rika für Holz: Nachdem durch die deutſche Flotte die
ruſſiſchen Oſtſeehäfen völlig abgeſperrt
ſind, iſt Archangelsk nunmehr die einzige
Ueberſeeverbin=
dung Rußlands. Die ruſſiſche Amerika=Linie hat die Fahrt
nach Neu=York mit drei Dampfern eröffnet. England
hat für die Fahrt im Weißen Meer die ſonſt ſo ſtrengen
Beſtimmungen über die Deckladungen aufgehoben. Ob es
aber möglich iſt, die Ueberſeefahrten für die Dauer
auf=
recht zu erhalten, erſcheint ſehr unwahrſcheinlich.
Die Haltung Griechenlands.
* Athen, 1. Okt. In der Kammer warf
Veni=
ſelos einen Rückblick auf die Ereigniſſe ſeit der
Unter=
brechung der Arbeiten der Kammer, wie das
griechiſch=
türkiſche Abkommen über die Behandlung der Flüchtlinge
und den Austauſch ihres Eigentums, ſowie den nicht
zu=
ſtande gekommenen Plan einer Zuſammenkunft in Brüſſel,
welche eine Verſtändigung in der Inſelfrage bezweckte.
Bezüglich der Inſeln verſicherte Veniſelos, die Regierung
betrachte die Frage als vom internationalen Standpunkt
endgültig geregelt, nicht nur durch die Verträge von
Lon=
don und Athen, ſondern auch durch den Schiedsſpruch der
Großmächte, der auf den erwähnten Verträgen begründet
war. Die Regierung erklärte nichts deſtoweniger ihre
Geneigtheit, der Türkei eine gewiſſe Genugtuung
zuzu=
geſtehen unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die von
ihr angefochtenen Inſeln auch in Zukunft in genau
derſel=
ben Weiſe beſetzt, regiert und verwaltet würden, wie die
übrigen Provinzen des Königreichs. Veniſelos ſprach
darauf von der in Bukareſt abgehaltenen Konferenz, deren
nach ihrer Meinung durch die europäiſche Lage und innere
Gründe des Reiches begründete Vertagung die Türkei
ge=
fordert habe. Auf den gegenwärtigen Konflikt zu ſprechen
kommend, erinnerte Veniſelos an die Erklärung der
Re=
gierung, daß Griechenland neutral bleibe. Er verheimlichte
aber nicht, daß Griechenland Bündnisverpflichtungen mit
Serbien eingegangen ſei. Griechenland wünſche in der
Tat, daß der Europa verheerende Brand nicht auch auf
die, Balkanhalbinſel übergreife, deren Völker nach den
jüngſten Kriegen Ruhebedürfnis hätten. Jedenfalls könne
man ſicher ſein, daß ſich der Brand nicht auf Veranlaſſung
Griechenlands ausdehnen werde.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Oktober.
* Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
Großherzog dem Pfarrer Karl Peters zu Ulfa die
evangeliſche Pfarrſtelle zu Bechtheim. Uebertragen wurde
ferner dem Stellenanwärter Karl Lömmert aus Bingen
die Stelle des Pedellen an der Oberrealſchule zu
Heppen=
heim a. d. B.
* Ernannt haben Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin den Aktuar bei dem Amtsgericht
Hom=
berg a. d. Ohm Michael Röhrig zum Aktuar bei dem
Amtsgericht Lampertheim und den Aktuariatsaſſiſtenten
bei dem Amtsgericht Alsfeld Konrad Seim zum Aktuar
bei dem Amtsgericht Homberg a. d. Ohm, beide mit
Wirkung vom 1. November 1914.
* Verliehen haben Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin dem Weichenſteller Jakob Dittewig zu
Mainz und dem Bahnwärter Heinrich Becker zu
Alsfeld, beide in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahn=
gemeinſchaft, aus Anlaß ihrer Verſetzung in den
Ruhe=
ſtand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
„Für treue Dienſte‟
Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin haben
den Gütervorſteher in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft Heinrich Weicker zu Mainz auf ſein
Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Oktober d. J. an in
den Ruheſtand verſetzt und ihm aus dieſem Anlaß das
Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen mit der Krone verliehen.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert zu
Fähn=
richen die Unteroffiziere v. Carſtanjen, Freiherr
v. Preuſchen, Degener im Garde=Drag.=Regt. Nr. 23.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
erhielten ferner: Lt. d. Reſ. Morell (Walter), Lt. d.
Reſ. Morell (Ernſt), beide im Inf.=Regt. Nr. 115, Lt.
d. Reſ. Hermann Böning im Landw.=Inf.=Regt.
Nr. 116. Zwei Brüder aus einer hieſigen Familie,
Alexander und Georg Becker, in preußiſchen
Regimen=
tern — Reſ.=Drag. Nr. 4 und Reſ.=Art. Nr. 15 — ſind
ebenfalls mit dem Eiſernen Kreuz ausgezeichnet worden.
Weiter erhielten das Eiſerne Kreuz: Lt. Fritz Nebel,
Telegraphen=Bataillon Nr. 6, Lt. Kurt Müller=
Hick=
ler, Feldart.=Regt. Nr. 27 (Oranien).
— Großh. Hoftheater. Bei aufgehobenem
Abonne=
ment und Volksvorſtellungspreiſen wird heute ein
Pa=
triotiſcher Abend veranſtaltet, deſſen erſter Teil
un=
ter Mitwirkung des Lehrerſängerchors, des
Hoftheater=
chors, der Herren Becker und Semper und der Hofkapelle
ſtattfindet. Die Vorträge des Orcheſters dirigiert
Kapell=
meiſter Richard Lert, die Chöre leitet Hofchordirektor
Ro=
bert Preuß. Den Abſchluß der Veranſtaltung bildet das
von Dr. Max Wauer geleitete, unterhaltende Zeitbild
„1. Klaſſe zur Grenze” in dem zahlreichen
beliebten Schauſpielkräften Gelegenheit gegeben iſt, ſich
ihrer Individualität entſprechend in ernſten und heiteren
Vorträgen zu betätigen. Die Dauer des Abends iſt auf
2½ Stunden berechnet. Morgen abend 6½ Uhr geht als
zweite Vorſtellung der Serie B Wagners „
Tannhäu=
ſer” in Szene.
— Das Landesmuſeum iſt bis auf weiteres
Sonn=
tags, und zwar in der Zeit von vormittags 11—1 und
nachmittags von 2—4 Uhr unentgeltlich geöffnet.
— Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie. Wie uns
von zuverläſſiger Seite mitgeteilt wird, findet die
ur=
ſprünglich auf 8. und 9. Auguſt d. J. feſtgeſetzte
Zie=
hung der 2. Klaſſe der 5. (231.) Lotterie nunmehr am
12. und 13. Februar 1915 ſtatt und werden die neuen
Ziehungstage der weiteren Klaſſen ſpäter noch
bekannt=
gegeben werden. Wie ja bekannt, behalten die Loſe der
bereits abgeſpielten 1. Klaſſe ihre volle Gültigkeit.
* Treuer Mieter! Heute ſind es 28 Jahre, daß Herr
Profeſſor Fritz bei Herrn Schreinermeiſter Bickhardt,
Kiesſtraße 91, wohnt. Ein ſelten gutes Einvernehmen!
* Krieg und Kunſt. Der Kartenverkauf zu dem
vom Darmſtädter Journaliſten= und Schriftſtellerverein
für Zwecke des Roten Kreuzes und der Kriegsfürſorge
veranſtalteten Vortrag des Herrn Hoftheater=Intendanten
Dr. Eger über „Krieg und Kunſt” der am 12. lfd.
Mts., abends 8¼ Uhr, im Kaiſerſaal ſtattfindet, hat
nun=
mehr begonnen. Den Verkauf der Karten hat die
Berg=
ſträßerſche Hofbuchhandlung übernommen. Auf einen
zahlreichen Beſuch des zeitgemäßen und intereſſanten
Vortrags iſt mit Sicherheit zu rechnen. (S. Anzeige.)
— Hypothekenzinszahlung. Der Darmſtädter
Hausbeſitzer=
verein erſucht, wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich iſt, alle
Hausbeſitzer, die infolge des Krieges in Schwierigkeiten
wegen der Hypothekenzinszahlung geraten, ſich auf der
Geſchäftsſtelle des Vereins zu melden.
— Feſtſetzung von Höchſtpreiſen. Wie wir hören,
finden zurzeit im preußiſchen Handelsminiſterium
Ver=
handlungen zwecks Feſtſetzung von Höchſtpreiſen ſtatt.
Zu dieſen Verhandlungen ſind außer dem
Landwirt=
ſchaftsrat auch aus allen Teilen des Reichs Vertreter
des Großhandels zugezogen worden. Von hier hat
die Firma H. Bodenheimer an der in den letzten
Tagen dieſerhalb in Berlin ſtattgefundenen Sitzung
teilgenommen.
* Paketeinſammlung durch die Poſt. Es iſt noch
nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzuſendende Pakete
auf Beſtellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man
braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen
Zettel — am beſten eine unfrankierte Poſtkarte — mit den
Worten: „Paket abholen bei (Name und Wohnung)”
un=
frankiert in den nächſten Briefkaſten zu werfen oder
einem Briefträger mitzugeben, und die Sendung wird
bei der nächſten Paketbeſtellfahrt gegen eine Gebühr von
10 Pfg. aus der Wohnung des Abſenders abgeholt. Das
Verfahren iſt einfach und bequem und beſonders ſolchen
Perſonen zu empfehlen, denen kein Dienſtbote zur
Ver=
fügung ſteht.
— Laſſet kein Obſt umkommen! In unſerer Gegend
iſt ein reicher Obſtſegen vorhanden. Es iſt nun wichtig,
daß dieſer für die Volksernährung richtig nutzbar gemacht
wird. Vor allem iſt Sorge zu tragen, daß alles Obſt, das
nicht für den Winter aufgehoben werden kann, zu Dauer=
ware verarbeitet wird. Zwetſchen, Aepfel und Birnen
können gedörrt werden und geben im Winter mit
Kartof=
feln oder Mehlſpeiſen ſchmackhafte Mahlzeiten. An
Dörr=
obſt wird wohl, da die Einfuhr fehlen dürfte, im Winter
Mangel entſtehen. Aus Zwetſchen und Birnen läßt ſich
vorzügliche und haltbare Latwerge herſtellen, die zum
Streichen des Brotes Verwendung finden kann. Außerdem
geben geſottene Kartoffeln mit Latwerge ein, z. B. im
Odenwald, ſehr beliebtes Abendeſſen. Wer ſeinen
Obſt=
ſegen aber für ſich nicht verwenden kann oder will, der
ſtelle ihn der Städtiſchen Hauswirtſchaftlichen
Fortbildungsſchule zur freien Verfügung. Dieſe
verarbeitet alle Obſtſorten für Zwecke der
Kriegs=
fürſorge in Dauerware. Anerbieten wolle man gütigſt
richten an die Hausw. Fortbildungsſchule,
Rundeturm=
ſtraße 11. Dort werden auch gern Steinguttöpfe
die vielleicht in manchem Haushalte nutzlos ſtehen,
ent=
gegengenommen. Sie ſollen zur Aufbewahrung von
Lat=
werge für den Winter dienen.
* Dachſtuhlbrand. Donnerstag nacht 11.34 Uhr
wurde der Feuerwache die Meldung: „
Dachſtuhl=
brand Forſtmeiſterſtraße 11‟ In dem Hauſe
(Enes Erben) war in dem Treppenhauſe Feuer zum
Ausbruch gekommen und ſetzte, von innen ſich weiter
verbreitend, den ganzen Dachſtuhl in Brand. Das Feuer
wurde erſt bemerkt, als ſtarke Flammen zum Dach
herausſchlugen. Die Nachbargebäude waren bedroht.
Das Feuer wurde von innen und außen mit drei
Schlauchleitungen angegriffen, ſo daß nach einer halben
Stunde jede Gefahr der Weiterverbreitung beſeitigt war.
Die Löſch= und Räumungsarbeiten nahmen aber noch
längere Zeit in Anſpruch. Bis zur Ankunft der
Feuer=
wache war das Ausräumen einer Wohnung von
Unbe=
fugten vorgenommen, wodurch für den Inhaber Nachteil
entſtand. Die Entſtehungsurſache des Feuers iſt noch
nicht feſtgeſtellt. Der entſtandene Schaden erſtreckt ſich
insbeſondere auf das Gebäude. Die Feuerwache kehrte
1 Uhr 45 Min. nach der Wache zurück. — Geſtern
vor=
mittag 7 Uhr 20 Min. wurde die Mannſchaft nach
Frankfurterſtraße 85 zum Heben eines geſtürzten Pferdes
gerufen.
Beigeordneter Baurat Jaeger F.
* Mit Herrn Beigeordneten Baurat Jaeger iſt nicht
nur ein Mann von ſeltener Herzensgüte und ein
jeder=
mann wohlwollender und hilfsbereiter Beamter
dahinge=
ſchieden, der durch ſein gewinnendes, vornehmes Weſen
ſich in den Beamten= und Stadtverordnetenkreiſen wie in
der Bürgerſchaft ein ehrendes Andenken geſichert hat,
ſon=
dern auch ein in der Geſchichte der Stadt Darmſtadt hoch
bedeutender und unvergeßlicher Mann, der dank ſeiner
reichen Begabungen und Kenntniſſe und in unermüdlicher
Tatkraft in ſeiner Dienſtſtellung für die Stadt
Außer=
gewöhnliches geleiſtet hat.
Er hat eine vorzügliche techniſche Vorbildung durch
mehrjähriges Studium auf der hieſigen Techniſchen
Hoch=
ſchule genoſſen. Danach hat er ſich, namentlich in der
erſten Zeit, mit architektoniſchen Arbeiten befaßt und
da=
bei ein feines Gefühl für künſtleriſches Wirken bekundet,
das auch bei ſeiner ſpäteren Tätigkeit ſtets zum Ausdruck
kam. Nachdem er ſeiner Militärpflicht im Feldartillerie=
Regiment Nr. 25 genügt und ſein Studium vollendet hatte,
beſtand er im Jahre 1877 ſeine Staatsprüfung für den
höheren Staatsdienſt im Baufach. Im Staatsdienſte fand
er alsbald Verwendung bei der Main=Neckar=Eiſenbahn,
wo er bei größeren Bauten, insbeſondere bei dem
Aus=
bau des hieſigen Main=Neckar=Bahnhofs, tätig war. Nach
kürzerer Dienſtzeit bei dem Kreisbauamt in Dieburg wurde
er im Herbſt 1887 als Sekretär in die
Miniſterialbau=
abteilung berufen und im darauffolgenden Jahr zum
Kreisbaumeiſter in Groß=Gerau ernannt. Dort hat er an
den Bauten des Kreiſes ebenſo wie im Jahre 1895 in
gleicher Eigenſchaft in Bensheim gleichfalls Gelegenheit
gefunden, ſeine reichen. Kenntniſſe und Fähigkeiten im
Baufach und in der Verwaltung praktiſch zu verwerten.
Am 29. Oktober 1896 erfolgte ſeine Wahl zum beſoldeten
techniſchen Beigeordneten der Stadt Darmſtadt mit dem
Dienſtantritt am 2. Januar 1897. In Anerkennung ſeiner
hervorragenden Verdienſte wurde ihm im Jahre 1899 der
Charakter als Großh. Baurat verliehen und die
Stadt=
verordneten=Verſammlung bekundete nach Ablauf der
zwölfjährigen Wahlzeit im Jahre 1908 ihre Hochſchätzung
durch ſeine Wiederwahl auf Lebenszeit.
Sein Wirken in der ſtädtiſchen Verwaltung während
ſeiner nahezu 18jährigen Amtszeit iſt mit der Entfaltung
des hieſigen ſtädtiſchen Bauweſens auf das innigſte
ver=
knüpft. Gerade zur Zeit ſeines Amtsantritts cröffnete
ſich auf dieſem Gebiete für ihn ein weites Wirkungsfeld.
Unter ſeiner Leitung und Mitwirkung ſind erſtanden:
Schulhausneubauten: Viktoriaſchule, Bezirksſchule in
der Lagerhausſtraße, Mittelſchule in der Hermannſtraße,
Stadtmädchenſchule in der Emilſtraße, Liebigs=Ober=
* Der Kaiſer und Prinz Oskar im Felde. Ueber die
Erſtürmung des Forts Camp des Romains gibt der
Kriegsberichterſtatter des Berliner Tageblattes
nachträg=
lich eine ſehr lebendige Schilderung, an deren Schluß er
über einen Beſuch des Kaiſers beim Prinzen
Os=
kar plaudert: Als Nachtquartier war das alte Metz
aus=
erſehen. Im Europäiſchen Hof fand ich Unterkommen.
In der zweiten Etage hatte Prinz Oskar ein Zimmer
bezogen. Seine Königsgrenadiere hatten auch am 24.
September in der Gegend von Verdun wie die Löwen
gekämpft. Wie Affen im Urwald waren die Turkos auf
den Bäumen verſteckt und ſchoſſen auf unſere Grenadiere.
Es gab ein Ringen und ein mörderiſches Kämpfen.
Un=
ſere Soldaten mußten jeden Zoll des Bodens heiß
erſtrei=
ten, denn immer und immer wieder knallte und krachte es
aus den Kronen der hohen Bäume. Der Prinz führte
ſein Regiment durch Kampf zum Sieg. Nach dem Kampf
brach der Prinz jedoch an einer akuten Herzſchwäche
zu=
ſammen. Die tagelangen Anſtrengungen und Gefechte,
das grauſame Finale, der Tod ſeiner Kameraden und
braven Soldaten, die er ſelbſt ins Feuer geriſſen und
ge=
führt hatte, das alles zuſammen drang auf ihn ein und
legte ſeine Kräfte für kurze Zeit lahm. Er fuhr nach Metz
um neuen Kämpfen und Siegen entgegen zu geneſen. Am
26. September mittags gegen 1 Uhr traf die junge
Ge=
mahlin des Prinzen in Metz ein. Sie hatte den Weg von
Köln aus im Automobil zurückgelegt. Nachmittags um
3 Uhr kam dann der Kaiſer, um ſeinen kranken Sohn zu
beſuchen. Der Zufall hatte mich in das Treppenhaus des
Hotels geführt, als der Kaiſer ſeinen Sohn aufſuchte. In
der Tür des Zimmers erſchien die blaſſe junge Gräfin,
der der Kaiſer ritterlich die Hand küßte. Als die Tür
aufging, fiel das Licht der hellen Nachmittagsſonne auf
die Züge des Kaiſers. Rechts neben der Türe ſtand das
Bett des Prinzen. Der Kaiſer ging hinein, in der Türc
die Arme ſchon ausbreitend, mit den Worten: „Junge
Junge, da biſt Du ja!” Ueber eine Stunde weilte der
sberſte Kriegsherr bei dem jungen Oberſt. Als er hin=
ausging, malte ſich Freude und Zuverſicht auf ſeinen
ernſten Zügen. Am Montag morgen erhielt der Prinz
ein Telegramm, das ihm die Verleihung des Eiſernen
Kreuzes erſter Klaſſe ankündigte. Die zweite hatte er
ſchon vorher erhalten; mitten im Felde war ſie ihm
zu=
erkannt worden. Und da kein Eiſernes Kreuz von dieſem
Eiſernen Jahr vorhanden war im Augenblick, ſo nahm
General v. Strantz ſein im Kriege 1870/71 erworbenes
Eiſernes Kreuz von der Bruſt und gab es dem Prinzen,
der in der Jugendkraft ſeiner 27 Jahre ſein Regiment
zum blutigen Siege geführt hatte.
— Die Tragweite der Waffen. Wie tiefgreifend die
Umwälzung in der modernen Kriegführung geweſen iſt,
die durch die ſtändig erhöhte Tragweite der modernen
Feuerwaffen herbeigeführt wurde, das zeigen die
Schil=
derungen, die jetzt von Mitkämpfern in Weſt und Oſt
eintreffen. Merkwürdig iſt dabei, daß der Fortſchritt auf
dieſem Gebiete kaum älter iſt als ein halbes
Jahrhun=
dert. Bis vor 50 Jahren hatte das Gewehr des Soldaten
keine höhere Tragweite als 250 Meter, und auf dieſer
Stufe war es über 200 Jahre, von 1640—1857 ſtehen
ge=
blieben! Das bedeutet, daß die Kriege Ludwigs XIV.
die Kämpfe der Revolutionszeit wie die Napoleons und
auch noch der Krimkrieg mit Gewehren ausgefochten
wurden, die in einer Entfernung über 250 Meter ihre
Wirkungskraft verloren. Es war im Jahre 1857, als das
glatte Gewehrrohr durch das gezogene erſetzt wurde, und
hierdurch ſchnellte die Tragweite ſofort auf 600 Meter
hin=
auf. Dieſes Ergebnis erſchien damals der ganzen Welt
als ein Wunder, aber ſchon im Jahre 1866 erfand ein
franzöſiſcher Hauptmann, Chaſſepot, ein Gewehr von
einem Kaliber von 15 Millimeter, das 1200 Meter weit
trug — eine Leiſtung, an die 10 Jahre früher kaum
je=
mand zu denken gewagt hätte. Dieſe Chaſſepot=Gewehre
wurden, wie in einem Aufſatz des Corriere della Sera
hervorgehoben wird, am 4. November 1867 von den
Franzoſen, die zur Beſetzung Roms und zum Widerſtand
gegen den Zug Garibaldis entſandt waren, in der Wirk=
lichkeit erprobt, und es wurde danach ſofort von dem
franzöſiſchen Heer eingeführt; aber im Jahre 1870/71
er=
wies es ſich dem preußiſchen unterlegen. Das Chaſſepot=
Gewehr wog 4 Kilogramm 300 Gramm; das Gras=
Ge=
wehr, das 1874 eingeführt wurde, hatte ein Gewicht von
4 Kilogramm 200 Gramm und eine Tragweite von 1800
Meter. In 15 Jahren war alſo die Tragweite der
Ge=
wehre um 1550 Meter geſteigert, nachdem ſie 217 Jahre
ſich auf derſelben Stufe erhalten hatte. Zu gleicher Zeit
machten auch die Gewehre, die von den Oeſterreichern,
Preußen und Italienern eingeführt wurden, Fortſchritte.
Die Repetiergewehre kamen auf, die 16 Schüſſe in der
Minute feuerten und 3000 Meter weit trugen. Heute
ha=
ben die Gewehre ein geringeres Gewicht, ſind leicht zu
handhaben und tragen 4000 Meter weit, mit einer
Ge=
ſchwindigkeit von 800 Meter in der Sekunde. Auch die
Revolver, die 1850 erfunden wurden, haben eine verbeſſerte
Tragweite, die ſich von 30 auf 100, dann auf 200 und
ſchließlich auf 1000 Meter erhöhte. Dieſen Leiſtungen
ge=
genüber mag daran erinnert werden, mit welchen
Kampf=
mitteln ſich die Alten begnügen mußten. Der Wurfſpieß
trug 25 Meter weit, die Schleuder 80 Meter, und die
Schleuderer der Balearen waren berühmt, weil ſie den
Stein 100 Meter weit ſchleudern konnten. Der Bogen, der
bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts gebraucht wurde, trug
80—100 Meter weit, die Armbruſt mit Stahlbügel 100—110
Meter, das alte Feuerrohr, das auf eine Gabel geſtützt
wurde, kam nicht über 150 Meter, die Muskete bis 180
Meter, und dann wurde das Gewehr eingeführt, mit
deſſen 250 Meter Tragweite die Welt ſich ſo lange
be=
gnügt hatte.
* Der älteſte dienſttuende Leutnant. Das
Frankfur=
ter Generalkommando teilt folgendes mit: Beim Erſatz=
Landſturmbataillon Wiesbaden tut der 71jährige
Konſul H. Rieth aus Antwerpen, ehemaliger Reſerve=
Offizier des Huſaren=Regiments König Wilhelm I.,
Rhei=
niſches Nr. 7, als Leutnant Dienſt. Er dürfte mithin wohl
der älteſte dienſttnende Leutnant der Armee ſein.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Nummer 272.
realſchule, Eleonorenſchule und Peſtalozziſchule.
Hoch=
bauten für den Betrieb der elektriſchen Straßenbahn,
Neu=
bau des Elektrizitätswerks im Dornheimer Weg und
Er=
weiterung des Elektrizitätswerks in der Schuchardſtraße.
Kleinwohnungen in der Darmſtraße. Gaswerk,
Schlacht=
hof, Oberwaldhaus, Badeanſtalten am Woog,
Erweite=
rungsbauten des Krankenhauſes, Ausſtellungsgebäude auf
der Mathildenhöhe, Hallenſchwimmbad.
Aus dieſer auszugsweiſen Zuſammenſtellung ergibt
ſch eine außerordentliche Vielſeitigkeit der ihm
zugefalle=
nen baufachlichen Aufgaben, die bei weiſer Sparſamkeit
unter Berückſichtigung einer künſtleriſchen Geſtaltung ſtets
in hervorragend zweckmäßiger Weiſe gelöſt wurden.
Aber ſeine Tätigkeit beſchränkte ſich nicht auf das
Ge=
biet der ſtädtiſchen Hochbauten, vielmehr lag ihm auch ob,
die Geſamtgeſtaltung unſeres Stadtbauweſens, die
ſtädtiſche Bodenpolitik mit der Gelände=Erwerbung und
=Verwertung, die Ausgeſtaltung des Induſtriegebietes mit
ſeinen Gleisanlagen und Bahnanſchlüſſen, wie überhaupt
die Feſtſetzung der Bebauungspläne, die in Anbetracht der
allſeitigen Eröffnung neuer Baugebiete einen großen
Um=
fang annahmen. Hierbei war nicht allein die
wirtſchaft=
liche Seite in bezug auf die Anlegung der Straßen,
Ka=
näle und Verſorgungsleitungen ſeiner Ueberwachung
un=
terſtellt, ſondern auch die äſthetiſche Geſtaltung der
Stra=
ßenführung und Platzanlage, ſowie die Anordnung der
Bauten. Seine hingebende Arbeit auf dieſen Gebieten
ſchuf in unſeren neueren Bauvierteln ein Städtebild, das
in vieler Beziehung als muſtergültig gilt und dem
Verſtorbenen Ehre macht.
Wenn der Wirkungskreis, welchen Herr Baurat Jaeger
in unſerem Städtebauweſen beſchieden war, die
Arbeits=
kraft eines Einzelnen faſt erſchöpfen mußte, ſo waren ihm
dennoch weitere Aufgaben zugefallen, die er mit gleicher
Liebe und Sorgfalt zu löſen verſtand. So konnte er ſein
tatkräftiges Wirken außerdem noch auf dem Gebiete der
Pflege unſerer ſchönen Waldumgebung, der Ausgeſtaltung
der ſtädtiſchen Gartenanlagen und der
landwirtſchaft=
lichen Verwertung ſtädtiſchen Grundbeſitzes entfalten.
Seinem ausgeprägten Sinn für die lokalen Verhältniſſe
und die Geſchichte ſeiner Vaterſtadt iſt die Errichtung
eines ſtädtiſchen Muſeums mit ſeinen wertvollen
Samm=
lungen, die ſchon einen anſehnlichen Umfang angenommen
haben, zu verdanken.
Außer ſeiner vielſeitigen amtlichen Tätigkeit war er
Vorſitzender der Gewerbeſchule und des Mittelrheiniſchen
Architekten= und Ingenieurvereins, techniſches Mitglied
im Kirchenvorſtand und langjähriges Mitglied des
Kreis=
tages.
Durch ſein weitverzweigtes Wirkungsgebiet kam Herr
Baurat Jaeger mit faſt allen Teilen der Bevölkerung in
Berührung und war eine allſeits bekannte, hochgeachtete
und beliebte Perſönlichkeit. Die Stadt Darmſtadt und
ihre Bürgerſchaft wird ihrem Baurat Jaeger daher auch
ſtets ein ehrendes Andenken bewahren und ihn mit ſeinem
leutſeligen, wohlwollenden und dabei von ſeltenem Humor
begleiteten Weſen nicht ſo ſchnell vergeſſen.
Der Hofheimer Raubmord.
-g. Vor dem Schwurgericht begann geſtern die
Ver=
handlung wegen des entſetzlichen dreifachen
Raub=
mordes in Hofheim bei Worms in der Nacht zum 13.
Juni. Angeklagt iſt der am 28. Auguſt 1884 zu
Monzern=
heim (Rheinh) geborene vorbeſtrafte Bäckergeſelle Philipp
Flörſch des dreifachen Mordes, des Mordverſuchs
in einem Fall, des Raubes und der Brandſtiftung.
Die Verhandlung, für die zwei Tage vorgeſehen ſind,
leitet Landgerichtsrat v. Pfiſter, die Anklage vertritt
Oberſtaatsanwalt Schwarz, Verteidiger iſt Rechtsanwalt
Carnier. Geladen ſind 5 Sachverſtändige und eine
Reihe von Zeugen.
Der Angeklagte, der ungefeſſelt zur Verhandlung
vor=
geführt wurde, iſt ein Mann von mittelgroßer, kräftiger
Statur, mit faſt kahlem Kopf. Er folgt anſcheinend ſehr
intereſſiert den Verhandlungen und gibt mit ruhiger, faſt
ſchüchterner Rede Auskunft über ſein Vorleben und die
einzelnen Vorgänge der Tat, ſowie über die der Tat
voraufgegangenen Ereigniſſe. Er hat in Rheinheſſen das
Bäckerhandwerk erlernt und war dann von 1904 bis 1907
in Freinsheim, wo er wegen einer Körperverletzung zu
2 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Ein hier
unter=
haltenes Verhältnis endete damit, daß das Mädchen nach
Krefeld in Dienſt ging. Flörſch reiſte dem Mädchen nach,
angeblich auf deſſen Erſuchen. Da ſie aber nichts weiter
von ihm wiſſen wollte, begab ſich Flörſch von Düſſeldorf,
wo er ſich vorübergehend aufhielt, am Morgen des 20.
März 1909 mit einem geladenen Revolver nach Krefeld
und ſuchte das Mädchen auf, das er, ohne ein Wort mit
ihm zu reden, auf der Straße durch drei Schüſſe zu Boden
ſtreckte. Er gibt an, er wollte dem Mädchen in ſeiner
Eiferſucht einen Denkzettel geben. Er wurde am 23. Auguſt
1909 vom Schwurgericht wegen Totſchlags zu 4½ Jahren
Gefängnis und 5 Jahren Ehrverluſt verurteilt, die er am
23. Oktober 1913 verbüßt hatte. Mit 230 Mark im
Zucht=
haus verdientem Gelde wurde er entlaſſen. Im Februar
dieſes Jahres fand er dann bei Back Beſchäftigung, der
mit ihm ſehr zufrieden war. Flörſch wurde wie zur
Fa=
milie gehörig behandelt. Er erhielt 9 Mark Wochenlohn
und freie Station; er führte ein ſehr häusliches Leben.
Von ſeiner Strafe hat er niemals etwas erzählt.
Da kam am 7. Juni ein Brief von der
Gerichtsſchrei=
berei in Krefeld, durch welchen Flörſch aufgefordert wurde,
innerhalb 8 Tagen 2209,46 Mark Koſten ſeiner Verurteie
lung und der Verpflegung während der Strafverbüßung
zu bezahlen. Am 7. Juni kündigte er nach ſeiner Angabe
ſeine Stellung auf und bemerkte zum Meiſter, das Gericht
finde einen auch überall. Als Back nach dem Inhalt des
Schreibens fragte, ſagte er, das ſeien Gerichtskoſten, 3000
Mark, die er ſofort bezahlen müſſe. Er habe ſeine Braut
erſchoſſen, das komme ihn auf 3000 Mark zu ſtehen.
Es wurde nun die Vernehmung des F. unterbrochen,
um das Augenſcheinsprotokoll zu verleſen. Danach
befan=
den ſich die Schlafräume der Eheleute und der Kinder Back
im Erdgeſchoß, daran anſtoßend die Backſtube. Im
Ober=
geſchoß ſchlief der Flörſch. In dem Backofenraum fanden
ſich an den Wänden Blutſpritzer und eine große Blutlache
vor, mit Mehl überſtreut. Die Leiche des Bäckermeiſters
lag im Schlafzimmer, die der Frau im halbverbrannten
Bett.
Flörſch gibt dann folgendes an: In der
Kündigungs=
zeit ſei er wiederholt mit Back in Streit geraten, da die
ſer immer etwas an ſeiner Arbeit auszuſetzen hatte. In
der Nacht zum 13. Juni wurde er wie immer geweckt. Back
habe ihm dann wieder Vorwürfe gemacht, daß er den Teig
nicht richtig hergeſtellt habe. Er habe ihm ärgerlich
er=
widert, er ſolle die Arbeit ſelbſt machen. Als ihm B.
dar=
auf etwas wie ein Schimpfwort zuſchleuderte, habe er ein
zufällig daſtehendes Handbeil ergriffen und dem Back einen
Schlag auf den Kopf verſetzt; darauf habe er noch
zwei=
mal zugeſchlagen. Er habe dann gedacht, die Frau könne
kommen, deshalb ſei er in deren Schlafzimmer eingedrun=
gen und habe auch ihr ein paar Schläge verſetzt und
dar=
auf den beiden Töchtern. Er habe darauf die Ladenkaſſe
geſucht, und als er dieſe nicht fand, ſuchte er im Hauſe
nach, angeblich, um ſein vieles Kleingeld in Gold
umzu=
wechſeln. Er habe jedoch das ganze Geld genommen, als
er einen Ruckſack gefunden hatte. Bevor er ging, hatte
er ſich gewaſchen und die Leiche des Back aus dem Back
ofenraum nach dem Schlafzimmer gebracht. Den
Ruck=
ſack mit dem Geld, 872 Mark, warf Flörſch unterwegs in
ein Getreidefeld. Nach ſeiner Angabe iſt Flörſch dann
nach Monzernheim gelaufen, um ſich einen Anzug zu
holen, da er am anderen Abend in Worms einen Bäckerball
mitmachen wollte. (!) In Gundersheim wurde er noch
am Mittag desſelben Tages feſtgenommen; der dortige
Polizeidiener hatte Verdacht auf den Fremdling gehabt,
der ſchon am Vormittag im Wirtshaus vorſprach.
Wäh=
rend Flörſch bei ſeiner erſten Vernehmung angab, er ſei
in jener Nacht gar nicht in Hofheim geweſen, da er ſich
habe vertreten laſſen, gab er ſpäter die auch jetzt noch
auf=
recht erhaltene Schilderung, wonach ſich ſeine grauenhafte
Tat nicht als Raubmord, ſondern als Totſchlag darſtellt,
den er in ſinnloſer Erregung begangen habe. Dem
wider=
ſprechen aber eine ganze Reihe charakteriſtiſcher Merkmale
und ſeine Vorſtrafen.
Als erſter Zeuge wurde ein Bäckermeiſter aus
Freins=
heim vernommen, der damals dem Flörſch den Dolch
abnahm, nachdem Flörſch einen jungen Mann durch einen
Stich verletzt hatte. Dabei ritzte ſich der Bäckermeiſter
an dem Dolch des Flörſch, der ihm ſagte, er ſolle die
Wunde auswaſchen, da er den Dolch in
Vitriol=
löſung getaucht habe. Flörſch ſtellt die Warnung
nicht in Abrede, doch habe er ſeinen Dolch niemals derart
präpariert. Der Zeuge gibt dann weiter an, daß Flörſch
immer einen Dolch und einen Revolver im Beſitz hatte
Kreisaſſiſtenzarzt Dr. Martin aus Bensheim hat die
Sektion der Leichen der Eheleute Back vorgenommen.
Nach dem Befund müſſe man beim Ehemann Back mit 4
oder 5 Schlägen rechnen, davon ſind mindeſtens zwei mit
der ſcharfen Kante geführt worden; die Schläge müſſen
mit einer ziemlichen Gewalt geführt worden ſein, denn
die Schläge haben die Schädeldecke, die an der dünnſten
Stelle 0,5 und an der dickſten Stelle 1 Zentimeter ſtark
war, vollſtändig durchſchlagen. Auch der Frau wurden
zwei Schläge mit der ſcharfen Kante verſetzt, wovon einer
eine klaffende Spalte verurſachte. Der Schädel der Frau
hatte eine Stärke von 0,8 bis 1,2 Zentimeter. Während
der Ehemann beim Ausbruch des Brandes ſchon tot
ge=
weſen ſein mußte, hat die Frau noch einige Zeit gelebt.
— Kreisarzt Medizinalrat Dr. Schiffers=Worms hat
die Sektion der 19 jährigen Tochter Auguſte vorgenommen.
Der Schädel wies eine Zertrümmerung an der rechten
Kopfſeite auf. Der Tod iſt durch die Verletzung
eingetre=
ten. Die 15jährige Anna Back, die noch nicht ganz
wieder hergeſtellt iſt, gibt an, ſie ſei plötzlich unter einem
heftigen Schmerzgefühl auf einen Moment erwacht und
habe einen Schmerzensruf aufgeſtoßen. Dann habe ſie
nur noch gehört, wie ihre Schweſter Auguſte ausrief: Was
iſt denn los? Dann ſei ſie wieder bewußtlos geworden.
Flörſch hatte angegeben, er habe erſt die Auguſte und dann
die Anna geſchlagen, jetzt ſagt er, die Angaben der Anna
Bock ſeien falſch. Die ältere Schweſter Katharina befand
ſich zufällig bei ihrer verheirateten Schweſter in
Bens=
heim zu Beſuch und entging ſo einem ſchrecklichen Tode.
Eine Reihe von Gefängnisbeamten und die
Gefäng=
nisgeiſtlichen, die mit Flörſch bisher zu tun hatten, geben
dem Angeklagten teils das Zeugnis eines leicht
erreg=
baren, jähzornigen, teils eines Menſchen, der ſich ſehr gut
zu beherrſchen weiß. Nach der Ausſage ſeines Lehrers
iſt er ein mittelmäßig begabter Schüler geweſen. Eine
Anzahl Hofheimer Einwohner ſagen über den Befund im
Hauſe des Bock nach dem Ausbruch des Feuers aus.
Nach dem Gutachten des Medizinalrats Dr.
Sie=
ben=Goddelau iſt der Angeklagte ein minderwertiger
Menſch mit nervöſen und Entartungsanzeichen. Doch iſt
er für ſeine Tat in vollem Umfange verantwortlich, da er
ſich nicht in einem Zuſtand krankhafter Störung der
Gei=
ſtestätigkeit befand, durch welchen ſeine freie
Willens=
beſtimmung ausgeſchloſſen geweſen wäre. Als
bemerkens=
wert bezeichnete es der Sachverſtändige, daß der
Ange=
klagte bei ſeiner Unterſuchung einen gewiſſen Stolz auf
ſeine Tat an den Tag legte. Dem entſpricht auch ſein
Ver=
halten während der ganzen Verhandlung, man merkte faſt
nie eine Spur von einer Erregung an Flörſch. Um ½9 Uhr
abends wurde die Beweisaufnahme abgeſchloſſen und die
Fortſetzung der Verhandlung auf heute früh 9 Uhr
an=
geſetzt.
Rotes Kreuz.
(Bureau: Rheinſtraße 36, Fernruf 25. Geöffnet
ununter=
brochen von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Bureau
der Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20.)
Das Rote Kreuz iſt das „Wahrzeichen und
Abzei=
chen des Sanitätsdienſtes der Heere‟ Es iſt, wie
viel=
leicht manchem entgangen iſt, obwohl es uns eben täglich
öfters in die Augen fällt, die Umkehrung der
ſchweizeri=
ſchen, eidgenöſſiſchen Landesfarben. Wie es ſeinen
Ur=
ſprung in einem förmlichen Abkommen der an der
Gen=
fer Konvention teilnehmenden Staaten hat, ſo iſt es ein
Abzeichen, deſſen Achtung aus guten Gründen bei Freund
und Feind ſtreng überwacht und deſſen Mißbrauch
beſon=
ders unnachſichtlich beſtraft werden muß, weil ſonſt Treu
und Glauben, die Sicherheit und Pflege kranker und
ver=
wundeter Soldaten und ihnen dienender Menſchen
gefähr=
det würden. Das Neutralitätszeichen iſt daher auch ſchon
im Frieden beſonders geſchützt. Da hierüber noch nicht
überall genügende Klarheit im Publikum herrſcht, nehmen
wir Veranlaſſung, auf das Folgende wiederholt
hinzu=
weiſen:
Das Reichsgeſetz vom 22. März 1902 zum Schutz des
Genfer Neutralitätszeichens beſtimmt: „1. Das in der
Genfer Konvention zum Neutralitätszeichen erklärte Rote
Kreuz auf weißem Grunde, ſowie die Worte „Rotes
Kreuz” dürfen, unbeſchadet der Verwendung für Zwecke
des militäriſchen Sanitätsdienſtes, zu geſchäftlichen
Zwek=
ken ſowie zur Bezeichnung von Vereinen oder
Geſellſchaf=
ten oder zur Kennzeichnung ihrer Tätigkeit nur auf Grund
einer Erlaubnis gebraucht werden. Die Erlaubnis wird
von den Landes=Zentralbehörden erteilt. 2. Wer den
Vorſchriften dieſes Geſetzes zuwider das Rote Kreuz
ge=
braucht, wird mit Geldſtrafe bis zu einhundertfünfzig
Mark oder mit Haft beſtraft. 3. Die Anwendung der
Vor=
ſchriften dieſes Geſetzes wird durch Abweichungen nicht
ausgeſchloſſen, mit denen das im § 1 erwähnte Zeichen
wiedergegeben wird, ſofern ungeachtet dieſer
Abweichun=
gen die Gefahr einer Verwechſelung vorliegt.‟ Die
Ver=
wendung ſoll nach dem Genfer Abkommen vom 6. Juli
1906 ſowohl in Friedens= als auch Kriegszeiten nur zum
Schutz und zur Bezeichnung von Sanitätsorganiſationen
und=Anſtalten, Perſonal und Ausrüſtung, die durch
dieſes Abkommen geſchützt ſind, geſtattet ſein. Wir
war=
nen alſo vor unbefugter Verwendung des Roten Kreuzes
und ſind in Zweifelsfällen gerne zu jeder Auskunft über
Berechtigung oder Verbot beleit.
In den in hieſigen Geſchäften und Reſtaurationen
aufgeſtellten Sammelbüchſen vom Roten Kreuz waren
weiter enthalten: Fa. Müller und Rühle,
Eliſabethen=
ſtraße 12,24 Mk.‟ Gebr. Rothſchild Marktplatz, 41,70 Mk.;
Verkehrsbüro, Ernſt Ludwigsplatz, 82,48 Mk.; von den
Arbeiterinnen am Proviantamt 14,47 Mark. Ferner
wur=
den, durch den Verkauf von Fähnchen, Poſtkarten uſw.,
auf den Straßen geſammelt: von Frl. Frieda
Scheuer=
mann 75,44 Mk., Frl. Giſela Buxmann und Frl.
Dingel=
dey 49,49 Mk., Frl. Emmy Sondheimer u. Gertrude Paul
52,37 Mk., Frl. Elſe Stade 53,77 Mk., Frl. Ziegenbruch
und Frl. Heyl 76,23 Mk., Frl. Lang und Frl. Ulrich 49,60
Mark, Frl. Grünewald und Frl. Schwab 57,77 Mk., Frl.
Hanny Engelbach 43,33 Mk., Frl. Logel, Hammer und
Henkel 45,88 Mk., Frl. Döhring und Lentz 20,73 Mk., Frl.
Lotte Milkau 25,73 Mk., Frl. Ziegenbruch und Heyl 64,69
Mark, Frl. Lotte Schaffner 26,52 Mk. — Hierzu laut letzter
Veröffentlichung 421,84 Mk., ergibt zuſammen 1214,28 Mk.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. „Am
Altar der Liebe” betitelt ſich der große Zweiakter, welcher
ab heute als Hauptſchlager zur Vorführung gelangt. Es
iſt ein echt deutſcher Film, den Berliner
Geſellſchafts=
kreiſen entnommen, in welchem geſchickt und äußerſt
ſpannend die Geſchichte einer großen Liebe geſchildert
wird. Die Senſation kommt in einem weiteren
Zwei=
akter „An einſamer Küſte” auf ihre Rechnung und
zeichnet ſich dieſer Film durch ſeine herrlichen
Naturauf=
nahmen der italieniſchen Küſte vorteilhaft aus. Die
allerneueſten kinematographiſchen Berichte vom
Kriegs=
ſchauplatz und das übliche Beiprogramm machen den
Spielplan zu einem äußerſt abwechſelungsreichen. Am
Dienstag kann man wieder die ſo mit Recht beliebten
Schauſpieler Wanda Treumann und Viggo Larſen in
„Motive unbekannt” bewundern. (Siehe Anzeige.)
— Union=Theater (Rheinſtr. 6). Auch das
diesmalige Programm weiſt eine Reihe hervorragender
Schöpfungen der deutſchen Filminduſtrie auf. So vor
illem das glänzende Drama „Freund der Königin” das
uns in drei Akten ergreifende Lebensſchickſale bringt. Die
Bilder ſind prächtig koloriert und in der Ausführung ganz
hervorragend. Ein zweites Drama betitelt ſich „Die Sünde
des Arztes” und wird auch dieſes den Beifall aller
Kino=
freunde finden. Zur Abwechſelung werden auch einige
Humoresken dezenten Inhalts gegeben und auch die
Na=
turaufnahmen ſind erſtklaſſige zu nennen. Den
Haupt=
anziehungspunkt dürften aber wieder die Kriegsbilder, in
denen wir Szenen vom weſtlichen und öſtlichen
Kriegs=
ſchauplatz ſehen können, bilden. (S. Anz.)
Arheilgen, 2. Okt. (Die Sterne des Tages.)
Der Arheilger Anzeiger ſchreibt: Seit mehreren Tagen
brennen die Laternen unregelmäßig. Manche davon
brennen am Tage und kaum beginnen die nächtlichen
Laternen zu ſtrahlen, erlöſchen ſie plötzlich, und in der
ganzen Umgegend tritt völlige Dunkelheit ein.
Mainz, 2. Okt. (Entlaſſung von 2000
Re=
ſerviſten in Mainz.) In Mainz wurden geſtern
gegen 2000 Reſerviſten entlaſſen, da ſie nicht mehr gebraucht
wurden. Es handelt ſich dabei um Erſatzreſerviſten. Die
felddienſtfähigen Leute werden ausgebildet, die anderen
heimgeſchickt. Verſchiedene Kompagnien wurden
auf=
gelöſt.
Nierſtein, 2. Okt. (Eine weitere
vaterlän=
diſche Liebestätigkeit) iſt hier neben den bereits
beſtehenden eingeleitet. Im Rheinhotel iſt eine
Kriegs=
nähſtube errichtet worden, in der Frauen und
Jluig=
frauen von 17 Jahren ab Hemden und Unterzeug
ſchnei=
dern. Mädchen von 14 Jahren an werden mit Stricken
von Strümpfen, Ohrenwärmern, Stauchen u. a. m.
be=
ſchäftigt. Aus den reichen Liebesgaben ſind die nötigen
Stoffe zum Verarbeiten vorhanden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Okt. Dr. Max Bauer,
als Schriftſteller unter dem Namen „Ruſticus” bekannt,
iſt im Alter von 85 Jahren geſtorben.
Cronberg, 2. Okt. Prinz Oskar von Preußen
war heute nachmittag mit ſeiner Gemahlin auf Schloß
Friedrichshof eingetroffen, um Prinz Friedrich Karl von
Heſſen einen Beſuch zu machen. Nach dem Tee fuhr das
Prinzenpaar im Automobil wieder nach Homburg.
Magdeburg, 1. Okt. In der heutigen
Stadtverord=
netenſitzung wurde dem Antrage des Magiſtrats auf
Er=
nennung des Generaloberſten v. Hindenburg zum
Ehrenbürger der Stadt einſtimmig zugeſtimmt.
Ge=
neraloberſt v. Hindenburg war früher Kommandeur des
4. Korps.
Halle (Saale), 2. Okt. Der Sohn des Deutſchenhetzers
Delcaſſé, Leutnant Delcaſſé, welcher Schüſſe durch
beide Oberſchenkel erhalten hatte und als Verwundeter
in das Lazarett in Merſeburg eingeliefert worden war,
iſt als geheilt entlaſſen und nach dem
Gefangenen=
lager Halle übergeführt worden. Er rühmt die
aus=
gezeichnete, zuvorkommende Behandlung der franzöſiſchen
Verwundeten und Gefangenen.
Leipzig, 2. Okt. In dem heute vor dem
Reichsge=
richt verhandelten Spionageprozeß gegen den
Schreiber bei der Eiſenbahndirektion Oppeln, P a u I
Czech wurde der Angeklagte wegen verſuchten Verrats
militäriſcher Geheimniſſe in Tateinheit mit Diebſtahl
unter Einrechnung einer vom Schwurgericht Oppeln gegen
ihn erkannten neunmonatigen Gefängnisſtrafe zu einer
Geſamtſtrafe von 5 Jahren 3 Monaten
Zucht=
haus, Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte auf die
Dauer von 10 Jahren und Zuläſſigkeit der Polizeiaufſicht
verurteilt. Strafverſchärfend kam in Betracht, daß der
Angeklagte Deutſcher iſt und daß er, wie er wußte, die
ge=
heim zu haltenden Pläne über Bahnhöfe und
Eiſenbahnſtrecken, die im Kriegsfalle zur
Ver=
wendung kommen ſollten, zu einer Zeit verraten wollte,
als allgemein ſchon mit dem Krieg gerechnet wurde. Wie
aus der Urteilsbegründung weiter hervorgeht, hat Czech
ſich mit ſeinem Angebot an den ruſſiſchen Militärattaché
in Berlin gewandt.
Kriſtiania, 1. Okt. Die ſibiriſche Expedition
von Lied iſt geſtern nach Hammerfeſt zurückgekehrt.
Sie war bis zur Mündung des Ob über den Geniſſei
vorgedrungen. Lieb iſt der Anſicht, daß im Sommer in
jenem Gebiet eine regelmäßige Schiffahrt möglich iſt.
Kriſtiania, 2. Okt. In der Nähe von Wilby iſt am
29. September der norwegiſche Dampfer „Veſtlandet”
geſcheitert. Von der aus 71 Mann beſtehenden
Be=
ſatzung konnten 20 in ein Boot aufgenommen werden, in
dem ſie zwei Tage lang bei Sturm und Kälte
umhertrie=
ben. Das Boot iſt geſtern abend in Hoborg angekommen.
Vier Mann waren inzwiſchen vor Erſchöpfung geſtorben.
Nummer 272.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914
Seite 5.
Erdbeben.
— Jugenheim, Erdbebenwarte, 2. Okt. Geſtern,
am 1. Oktober, abends 9 Uhr 32 Minuten, wurde ein
ſchwächeres Erdbeben aufg. zeichnet, das
vermut=
lich im Süden in einer Entfernung von einigen 100
Kilo=
metern von hier ſtattgefunden hat. (Schweiz?) Die
Auf=
zeichnung begann 9 Uhr 32 Minuten 6 Sekunden und
dauerte bis zum völligen Erlöſchen nahe 4 Minuten. Dem
Erdbeben gingen 2 ſchwache Stöße nachmittags 6 Uhr
26 Minuten und 6 Uhr 32 Minuten voraus.
* Hohenheim, 2. Okt. Geſtern wurden von den
hieſigen Erdbebeninſtrumenten drei mittelſtarke
Nah=
beben aufgezeichnet, die ein und dieſelbe Herdentfernung
von etwa 160 Kilometer haben. Das erſte Beben erfolgte
um 6 Uhr 26 Min. 10 Sek., das zweite um 6 Uhr 32 Min.
41 Sek. und das dritte um 9 Uhr 31 Min. 59 Sekunden
Neues aus dem Velten
und Oſten.
* Großes Hauptquartier, 2. Okt.,
abends. (W. T. B. Amtlich.) Von dem
weſtlichen Armeeflügel wurden erneute
Umfaſſungsverſuche der Franzoſen
abgewieſen.
Südlich Roye ſind die Franzoſen aus
ihren Stellungen geworfen.
In der Mitte der Schlachtfeont blieb
die Lage unverändert.
Die an den Argonnen vordringenden
Truppen erkämpften im Vorſchreiten
nach Süden weſentliche Vorteile.
Oeſtlich der Maas unternahmen die
Franzoſen aus Toul energiſche
nächt=
liche Vorſtöße, die unter ſchweren
Ver=
luſten für ſie zurückgeworfen wurden.
Vor Antwerpen ſind Fort Wabre
Gatherine und die Redoute Dorpweldt
mit Zwiſchenwerken geſtern nachmittag
5 Uhr geſtürmt worden. Das Fort
Wöelhem iſt eingeſchloſſen.
Der weſtlich vorgeſchobene wichtige
Schulterpunkt Termonde befindet ſich
in unſerem Beſitz.
Auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz
ſcheint der Vormarſch ruſſiſcher
Kräfte über den Njemen gegen das
Gouvernement Suwalki bevorzuſtehen.
7 engliſche Dampfer
verſenkt.
Berlin, 2. Okt. (W. T. B.
Nicht=
amtlich.) Das Berliner Tageblatt
mel=
det aus Amſterdam: Nach hier
vor=
liegenden Nachrichten hat der kleine
Krenzer „Karlsruhe” im
Atlan=
tiſchen Ozean 7 engliſche Dampfer
verſenkt.
Die Organiſation des deutſchen
Feldſanitäts=
weſens.
* Berlin, 2. Okt. Die Nordd. Allgem. Ztg. teilt
die Beobachtungen des Generalſtabsarztes und Chefs des
Feldſanitätsweſens, von Schjerning, über die
Or=
ganiſation der Kriegskrankenpflege mit, in
denen es heißt: Im Weſten — nur über dieſen kann ich
aus eigener Anſchauung urteilen — hat ſich die
Organi=
ſation und das Material durchaus gut bewährt. Es
iſt zu bedenken, daß zunächſt die Armeen in Belgien ohne
Train und ohne das Sanitätsweſen vorſchreiten mußten,
ſodann der überaus ſchnelle Vormarſch notwendig war,
ohne daß an den Ausbau der Etappen gedacht werden
konnte, dazu die vielen großen und kleinen Schlachten mit
bedeutenden Verluſten und daß es auf weit ausgedehnten
Strecken täglich viele Verwundete gab.
Die langen und heftigen Artilleriekämpfe geſtatten
nicht das Betreten gewiſſer Teile der Schlachtfelder, ſo daß
Stunden hindurch jede Hilfe, die man den Verwundeten
hätte bringen wollen, Wahnſinn geweſen wäre. Es kann
aber feſtgeſtellt werden, daß allen die erſte Hilfe nach jeder
Hinſicht geſichert werden konnte, alle Verwundeten ſind auf
dem Schlachtfeld ordnungsgemäß verbunden worden und
ſo ſicher und gut, daß bei den meiſten Verwundeten der
erſte Verband auf dem ganzen Transport liegen bleiben
konnte. Die Schwerkranken ſind ſofort in ein Zeltlazarett
und dann in ein Kriegslazarett gebracht worden. In
einer Woche ſind allein 40—50000 Leichtverwundete in die
Heimat geſchickt worden. Die Lazarettzüge reichten dazu
nicht aus, weshalb Güterzüge benutzt werden mußten; die
angerollten Wagen durften nicht zu lange ſtehen bleiben,
um Epidemien zu verhüten.
Das iſt gelungen. Der Geſundheitszuſtand
des Heeres iſt ſehr gut. Darmkatarrh und einige
leichte Ruhrkranke ſind im Abnehmen begriffen. Typhus
iſt nur vereinzelt aufgetreten. Ich betone, der
Trans=
port iſt gut gegangen. Die Soldaten wurden faſt
auf allen Stationen verpflegt. Der Dienſt auf dem
Schlacht=
feld und den Etappenhauptorten war der ſchwerſte und
erſchöpfendſte. Die Aerzte und Krankenpfleger arbeiteten
Tag und Nacht mit dem Aufgebot aller Kräfte. Ich habe
zu meiner größten Freude und Genugtuung den Dank des
Kaiſers und der Kommandoſtellen gefunden. Natürlich iſt
es dem einen oder anderen der Verwundeten nicht nach
Wunſch gegangen. Die Angehörigen können ſich nicht in
die Lage auf dem Kriegsſchauplatz finden. Der Krieg von
heute iſt rückſichtslos. Haben doch unſere Gegner ſelbſt
Verwundete in Gefangenſchaft geführt und Aerzte und
Krankenpfleger ermordet. Aber es wäre ein
großer Fehler, einzelne Fälle zu verallgemeinern.
Was die Organiſation anbetrifft, ſo haben wir jetzt
9000 Aerzte in der Armee. Ueberall ſind unter dem
Zei=
chen des Roten Kreuzes liebevolle Hände bereit, zu helfen
und Schmerzen zu lindern. Wir können ganz beruhigt
ſein, daß alles geſchieht, was möglich iſt. Die
Schwierig=
keiten des Transportes vom Schlachtfeld zur Etappe ſind
durch die Beſchaffung weiterer Transportmittel behoben.
Was das Verbandmaterial und Arzneimittelerſatz
be=
trifft, können wir zufrieden ſein.
* Bern 29. Sept. Die Zeitung Der Bund bringt
einen Artikel über das deutſche Heeres=
Sanitäts=
weſen, der die glänzende deutſche Organiſation lobt
und die Einzelbehandlung rühmend hervorhebt. Profeſſor
von Oettingens Richtlinien für die chirurgiſche Tätigkeit
in Front, Etappe und Heimat werden anerkennend
be=
ſprochen. Der Artikel ſchließt: Wenn man erwäge, daß
die deutſchen Armeen auch gegenüber jeglicher
Seuchen=
gefahr, Typhus, Ruhr, Cholera und Peſt ganz vorzüglich
gewappnet ſeien, ſo erhalte man den Eindruck einer
rück=
haltloſen, bis in die kleinſte Einzelheit durchgeführten
Organiſation, in den ſich aber auch ein klein wenig
Neid=
gefühl miſche.
Maßnahmen gegen Landesverräter.
* Straßburg, 2. Okt. Das Kriegsgericht
Neu=Breiſ ach erläßt eine
Beſchlagnahmever=
fügung über das Vermögen des Fabrikanten Johann
Haeffele, bisher in Gebweiler wohnhaft, zurzeit ohne
bekannten Wohn= und Aufenthaltsort. Es iſt gegen ihn
eine Unterſuchung wegen Landesverrats im Gange.
Haef=
fele iſt, nach der Straßburger Poſt, hinreichend verdächtig,
ſich dieſes Verbrechens dadurch ſchuldig gemacht zu haben
daß er franzöſiſchen Truppen in Gebweiler
als Führer gedient und ihnen auf dem Poſtamt die
Telegraphenapparate und Leitungen zum Zwecke der
Zer=
ſtörung gezeigt hat.
Wie dasſelbe Blatt aus Baſel berichtet, iſt der 53
Jahre alte Agent Adolf Reiſſer aus Sennheim im
Oberelſaß in der Berufungsinſtanz vom ſchweizeriſchen
Gericht wiederum zu drei Jahren Zuchth aus
ver=
urteilt worden, weil man in ſeinem Beſitz eine Bombe
gefunden hatte. Er wollte damit im Intereſſe Frankreichs
die Waldshuter Eiſenbahnbrücke in die
Luft ſprengen. In der Verhandlung wurde auch
be=
kannt, daß ein noch nicht ermittelter Täter anfangs
Sep=
tember einen Anſchlag auf die Schwarzwaldbahn bei der
Station Ortenberg verübt hat.
Die Lage auf dem ſüdlichen Kriegsſchauplatz.
* Wien 2. Okt. Das Armee=Oberkommando teilt
mit: Trotz der unausgeſetzten Niederlagen der Serben
ver=
ſucht es die ſerbiſche Preſſe durch Verbreitung
von Nachrichten über erfundene Siege und
Ueber=
treibung der Einfälle von Banden, Stimmung zu machen,
während ſie ſich ſelbſt bewußt iſt, daß dies nuk dazu dienen
ſoll, um den Zuſammenbruch Serbiens zu
ver=
ſchleiern. Auf die unwahren Behauptungen der
aus=
wärtigen Preſſe über die Lage auf dem Balkan=
Kriegsſchauplatz ſoll nur kurz und bündig erwidert
werden, daß wir nicht nur die eroberten Poſitionen öſtlich
der Drina in ſicherem Beſitz haben, ſondern daß
wir ununterbrochen an Raum gewinnen.
Die Behandlung verwundeter Ruſſen
in Oeſterreich.
* Wien, 2. Okt. Nach einer Mitteilung des Roten
Kreuzes haben die im Radetzki=Kaſernenſpital
unterge=
brachten ruſſiſchen Gefangenen an das
ruſ=
ſiſche Rote Kreuz ein Schreiben gerichtet in dem
ſie für die ihnen hier zuteil gewordene humane Pflege
ihre tiefſte Dankbarkeit ausſprechen und an das
ruſſiſche Rote Kreuz und das ruſſiſche Volk die Bitte
rich=
ten, den in ruſſiſchen Spitälern befindlichen Oeſterreichern
die gleiche Fürſorge zuteil werden zu laſſen wie den
ruſſiſchen Brüdern. In den letzten Tagen iſt bei der
Ge=
fangenen=Auskunftſtelle des hieſigen Roten Kreuzes eine
große Anzahl offener Briefe und Karten von in ruſſiſche
Gefangenſchaft geratenen öſterreichiſch=ungariſchen
Mili=
tärperſonen eingetroffen. Aus ihnen ergibt ſich, daß die
Behandlung der Kriegs gefangenen in
Ruß=
land eine durchaus humane iſt. Dasſelbe Bureau
hat auch zahlreiche Briefe von in öſterreichiſch=ungariſcher
Gefangenſchaft befindlichen ruſſiſchen und ſerbiſchen
Sol=
daten abgeſchickt, die ſich im allgemeinen über die gute
Be=
handlung mit Dankbarkeit ausſprechen. Einzelne
Be=
ſchwerden, die in ſolchen Briefen enthalten ſind, ſind ſofort
zur Kenntnis des Kriegsminiſteriums gebracht worden,
das den Wünſchen der Kriegsgefangenen in
entgegenkom=
mendſter Weiſe entſprochen hat.
Die polniſchen Legionen.
* Wien, 2. Okt. Die Politiſche Korreſpondenz
ſchreibt: Die öſterreichiſch=ungariſche
Regie=
rung hat, wie man uns mitteilt, den Regierungen der
neutralen Staaten folgende Verbalnote betr.
die polniſchen Legionen zukommen laſſen:
Der Oberkommandierende der ruſſiſchen Armee hat in
polniſchen Blättern eine Erklärung veröffentlichen laſſen,
die beſagt, daß die Mitglieder der Sokols genannten
pol=
niſchen Organiſationen in Galizien an den Kämpfen
gegen die ruſſiſchen Truppen teilnehmen und
Exploſiv=
kugeln mit abgeſchnittener Spitze verwenden. Daran
knüpfte der Oberkommandierende die Weiſung, die Sokols
und andere Vereine dieſer Artnicht als
Kriegführende anzuerkennen und gegen die
Mit=
glieder mit aller Strenge des Heeresgeſetzes vorzugehen.
Die öſterreichiſch=ungariſche Regierung ſtellt demgegenüber
in aller Form folgendes feſt: Mit der erwähnten
Bezeich=
nung Sokols und andere Vereine” können offenbar nur
die polniſchen Legionen gemeint ſein, die zum Teil aus
Mitgliedern ſolcher Vereine
zuſammenge=
ſetzt ſind. Dieſer Umſtand kann aber inbezug auf die
Qualifizierung der polniſchen Legionen hinſichtlich des
Kriegsrechts in keiner Weiſe in Betracht kommen. Die
Legionen wurden auf eine ſolche Art gebildet, daß ſie nicht
nur allen Bedingungen entſprechen, die im erſten Artikel
des Reglements, betreffend die Geſetze und Bräuche des
Landkrieges, vorgeſchrieben ſind, ſondern ſie bilden auch
einen Teil der öſterreichiſch=ungariſchen Armee, mit der ſie
durch ein organiſches Band verknüpft ſind. Ihre
Mitglie=
der haben den Fahneneid geleiſtet, die Unterabteilungen
werden von öſterreichiſch=ungariſchen Offizieren
komman=
diert und haben an der Spitze einen öſterreichiſch=
ungari=
ſchen General, der ſelbſt unter dem Befehl des
Armeekom=
mandos ſteht. Was die angebliche Verwendung von
Ex=
ploſivkugeln mit abgeſchnittener Spitze durch die polniſchen
Legionen anbelangt, erklärt die öſterreichiſch=ungariſche
Regierung, daß weder dieſe Legionen noch irgend ein
anderer Teil der öſterreichiſch=ungariſchen Armee ſich
ſol=
cher Projektile bedient. Angeſichts dieſes Standes der
Dinge würde jede Handlung Rußlands, welche die
Nicht=
anerkennung der polniſchen Legionen als Kriegführende
enthielte, offenbar eine flagrante Verletzung der Haager
Beſtimmungen bilden, gegen die die öſterreichiſch=
unga=
riſche Regierung auf das entſchiedenſte Proteſt erhebt.
Die franzöſiſchen Drohungen gegen Norwegen.
* Kriſtiania, 2. Okt. Norges Handels og
Schoef=
fahrtstiding nimmt heute Stellung gegen die im The
Globe und dem Temps gegen Norwegen
gerichte=
ten Angriffe. Das Blatt drückt ſeine Verwunderung
darüber aus, daß Blätter dieſer Größe Berichterſtatter
nach Kriſtiania ſenden, die nichts von den norwegiſchen
Verhältniſſen verſtänden. Die Behauptung, daß
Skan=
dinavien Gewehre und Pulver an Deutſchland liefere, iſt
eine bloße Erfindung. Was die Frage der von Frankreich
geliehenen Gelder angehe, ſo habe Skandinavien dieſe
immer nur als Geſchäft und als nichts weiter betrachtet.
Was dieſe Anleihen angehe, ſo habe Skandinavien
ſeine Verpflichtungen ſtets bis auf den letzten Oer
erfüllt, was nicht von allen Geldleuten Frankreichs geſagt
werden kann. Wenn man uns erwieſene Barmherzigkeit
als Undank anrechnet, ſo können wir nur bedauern, daß
wir nicht ſchon früher darauf aufmerkſam gemacht worden
ſind. Skandinavien wollte gerne Geſchäfte mit Frankreich,
gleichviel ob mit Geld oder Waren, machen; aber Almoſen
nähme Skandinavien nicht an.
England und die neutralen Staaten.
* Kriſtiania, 2. Okt. (Nichtamtlich.) Der
Lon=
doner Korreſpondent des Morgenbladet telegraphiert
ſei=
nem Blatte, ihm ſei amtlich mitgeteilt worden, daß die
engliſche Regierung ihren Standpunkt in der Frage, ob
Eiſenerz zur Kriegskonterbande gehöre,
noch=
mals genau prüfen werde. England täte alles, um das
Wohlergehen und die Sicherheit der neutralen Länder zu
ſtützen und die unbehagliche Wirkung des Krieges zu
mil=
dern. Die ſchwediſchen Blätter träfen aber nicht den Kern
der Frage, wenn ſie nur von der Londoner Deklaration
des Jahrs 1900 ſprächen.
* Kriſtiania, 2. Okt. (W.T. B. Nichtamtlich.) Die
norwegiſche Reederei Wrangel, welcher der in
Phila=
delphia zurückgehaltene Dampfer „Fram” gehört,
bezeich=
net die geſtrige Depeſche des Reuterſchen Bureaus in
Lon=
don, daß die Zurückhaltung auf Erſuchen der engliſchen
Regierung durch die Regierung in Waſhington geſchehen
ſei, als eine Entſtellung. Genau wie im Falle der
Sommerſtad” habe die Reederei Anweiſung zur
Zurück=
haltung gegeben, da die amerikaniſchen Verfrachter, die das
Schiff in Timech arter hatten, wahrſcheinlich die
Schiffsladung für ein Kriegsſchiff einer kriegführenden
Partei beſtimmt hatten. Die Reederei habe, wie alle
nor=
wegiſchen Reedereien, das größte Intereſſe daran, daß
ihre Schiffe auch im Timecharter nicht gegen die
Neutra=
litätsgeſetze gebraucht würden, da die Reeder keinen
grö=
ßeren Verdienſt hätten, aber das größte Riſiko durch eine
derartige Verfrachtung auf ſich nähmen, wie der
vorlie=
gende Fall zur Genüge zeige. Es iſt bedauerlich, ſchreibt
das Blatt Tidens Tegn, daß ſich das Reuterſche Bureau
dazu hergibt, Norwegen derartig zu verdächtigen, da die
norwegiſchen Reeder ihre Pflicht getan haben, ohne
Ein=
miſchung von England oder der amerikaniſchen Regierung.
Der Krieg zur See.
* Hartlepol, 2. Okt. Der Dampfer Selby” mit
mehr als 3000 Tonnen Kohlen von Shields nach
Ant=
werpen unterwegs, iſt geſtern nacht in der Nordſee auf
eine Mine geſtoßen und geſunken. Die 20 Mann
ſtarke Beſatzung rettete ein Boot eines Loweſtofter
Küſten=
ſchiffes, das in Loweſtoft landete.
* London, 2. Okt. Der holländiſche Dampfer „Agda”
von Rotterdam iſt bei Kap Taron auf ein Wrack
ge=
ſtoßen und geſunken. Ein Teil der Beſatzung iſt
gerettet worden.
Der Krieg in den Kolonien.
* Pretoria 2. Okt. Das Reuterſche Bureau
mel=
det amtlich: Südafrikaniſche
Truppenabtei=
lungen überraſchten zwei deutſche Poſten, den einen bei
Grasplatz in der Nähe von Lüderitzbucht, den zweiten
bei Anichab, 25 Meilen nördlich von Lüderitzbucht.
Fünf Deutſche ſind gefangen genommen worden,
davon iſt einer tödlich verwundet.
Die Beſteuerung der Ausländer in der Türkei.
* Konſt antinopel, 2. Okt. Der
Finanz=
minfſter hat an die Behörden des Reiches ein
Rund=
ſchreiben mit genauen Weiſungen bezügl. der
Gewerbe=
ſteuer der Ausl änder gerichtet, die heute in Kraft
treten ſoll. In dem Rundſchreiben werden auch Ratſchläge
betr. die den Ausländern gegenüber zu beobachtende
Hal=
tung erteilt. Es heißt darin, man dürfe nicht vergeſſen,
daß der Handel der gewerbetreibenden Ausländer zu der
wirtſchaftlichen Entwicklung der Türkei in großem Maße
beitrage, und daß man den Ausländern Vertrauen zu den
Geſetzen des Landes einflößen müſſe.
* Berlin 2. Okt. Der Hilfslazarettzug der
Kronprinzeſſin Cecilie, der vom Verein vom
Roten Kreuz in Wilmersdorf und Schöneberg ausgeſtattet
wurde, iſt von ſeiner erſten Fahrt vom weſtlichen
Kriegs=
ſchauplatz in Dresden angekommen. Er brachte 320
Ver=
wundete, größtenteils Sachſen. Profeſſor von Oettingen
teilte mit, daß ſich die Einrichtungen des Zuges
ausge=
zeichnet bewährt haben. Er erzählte, daß es ihm gelungen
ſei, während der Fahrt Operationen auszuführen. Keiner
der Verwundeten iſt unterwegs geſtorben. Der Zug bleibt
bis heute nachmittag in Dresden und wird dann wieder
zum weſtlichen Kriegsſchauplatz abgehen.
* Berlin, 2. Okt. (Amtlich.) Nach einer amtlichen
Mitteilung der ruſſiſchen Regierung ſind in Rußland
Priſengerichte in Kronſtadt, Sebaſtopol und
Wla=
diwoſtok eingerichtet worden.
* Berlin, 2. Okt. Wir hatten, ſo ſchreibt die Nordd.
Allg. Ztg., bald nach Ausbruch des Krieges Anlaß zu der
Mahnung, man möge chineſiſche
Staatsange=
hörige nicht beläſtigen, ſondern ihnen überall mit
der=
jenigen Rückſicht begegnen, die wir den Angehörigen des
neutralen befreundeten Landes ſchuldig ſind. Die gleiche
Mahnung gilt ſelbſtverſtändlich auch für das Verhalten
gegen die im Deutſchen Reich lebenden Siameſen, wie
überhaupt gegen alle neutralen Fremden. Es iſt keine
Erklärung mehr für unhöfliche oder rückſichtsloſe
Behand=
lung von neutralen Ausländern, wenn angegeben wird,
man habe ſie mit Japanern verwechſelt. Denn japaniſche
Staatsangehörige befinden ſich nicht mehr auf deutſchem
Boden. Wir wollen in den neutralen Ländern keinen
Zweifel darüber aufkommen laſſen, daß ihre Bürger in
Deutſchland unter dem Schutze unſerer Geſetze und unſerer
Kultur unangefochten leben.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Nummer 272.
2 Wien, 2. Dt. Der Kaiſer hat laut
Handſchrei=
ben vom 26. Sept. dem Kapitänleutnant Weddigen,
Kommandanten des „U 9‟, das Ritterkreuz des
Leo=
poldordens mit der Kriegsdekoration verliehen.
* Paris, 2. Oktober. Die zweite Nummer von
Clemenceaus neuer Zeitung Homme en
chaine wurde in Bordeaux beſchlagnahmt.
* Paris, 2. Okt. Der Figaro erſcheint ſeit dem 28.
September wieder in Paris.
* Lyck, 2. Okt. Björn Björnſon, der Sohn des
Dichters, iſt kürzlich, von mehreren Offizieren begleitet,
hier eingetroffen, um ſich durch perſönlichen Augenſchein
von den von den Ruſſen verübten
Greuel=
taten zu überzeugen.
* Sofia, 2. Okt. Das bulgariſche Rote
Kreu z hat für das öſterreichiſche und das ungariſche
Rote Kreuz je 25000 Lei geſtiftet.
Darmſtadt, 3. Oktober.
— Der Krieg und unſere Flotte. Ueber dieſes Thema
hielt geſtern abend auf Veranlaſſung des hieſigen
Gar=
tenbauvereins Herr Kontreadmiral Weſtphal im
„Kaiſerſaal” vor einem zahlreich erſchienenen Publikum
einen ſehr intereſſanten Vortrag. Der Redner ging von
der Tatſache aus, daß England ſeit Jahren in der ganzen
Welt zum Kriege gegen Deutſchland gehetzt hat, weil nach
ſeiner Anſicht der politiſche Einfluß unſeres Vaterlandes
zu groß wurde, und weil vor allen Dingen die Deutſchen
dem engliſchen Handel eine immer ſtärker werdende
Kon=
kurrenz machten. Er zeigte dann weiter, wie der Krieg
ein kaufmänniſches Rechenexempel von Sir Edward Grey
ſei, bei dem ſich der engliſche Miniſter allerdings recht
bedeutend verrechnet habe, denn viele ſeiner Maßnahmen
zur Aushungerung Deutſchlands ſchädigen ſein eigenes
Land. An einer Reihe von Beiſpielen zeigte dann der
Redner, wie England gegenwärtig nach dem Sprichwort
handle: Gewalt geht vor Recht. Es kümmere ſich weder
um das Seerecht, noch um irgend welche internationalen
Vereinbarungen. Beim Vergleich der Seeſtreitkräfte zeigte
ſchon die Gegenüberſtellung der Friedensſtärke, daß wir
es mit England mit einem bedeutend überlegenen Gegner
zu tun haben. Trotzdem hat dieſer ſeine Aufgaben als
ſolche, nämlich die Vernichtung der feindlichen Flotte,
und die Blockierung aller feindlichen Seehäfen, keineswegs
erfüllt, geſchweige denn, ſeine prahleriſch auspoſaunten
Drohungen wahr gemacht, das Nordſeegeſchwader in den
Grund und Boden zu ſchießen, bevor noch die Deutſchen
an eine Mobilmachung denken könnten. Die Verzögerung
der Entſcheidung aber könne für Deutſchland nur erwünſcht
ſein, weil es dann ſeine Aufgaben um ſo beſſer bewältigen
könne und weil das jetzt einſetzende neblige Wetter
ſol=
chem Kleinkriege günſtiger ſei. — Nach einer Beſprechung
über die bisherige Tätigkeit unſerer Heimat= und
über=
ſeeiſchen Geſchwader zeigte der Redner an ſehr guten
Bei=
ſpielen (Lichtbildern) den Bau und die Armierung bei
den einzelnen Schiffstypen, ſchilderte die Gefechtsweiſe
der Kriegsſchiffe und beleuchtete insbeſondere die
Bedeu=
tung der deutſchen Tauchboote, welche durch die kühne
Heldentat unſeres „U 9” großes Aufſehen erregt haben.
Der Redner erwarb ſich mit ſeinen Darbietungen
ſtürmi=
ſchen Beifall. Die Anweſenden ſangen ſtehend:
Deutſch=
land, Deutſchland über alles und ſtimmten begeiſtert in ein
Hoch auf unſer Vaterland ein.
Feldpoſtſendungen.
* Um die Verſendung kleiner Bekleidungsſtücke und
Gebrauchsgegenſtände an die Angehörigen des Feldheeres
zu erleichtern, wird zunächſt verſuchsweiſe auf die Dauer
einer Woche, vom 5. Oktober bis einſchl. 11. Oktober, das
Meiſtgewicht der Feldpoſtbriefe von 250 g auf 500 g
er=
höht. Wenn die Verhältniſſe es geſtatten, wird die
Zu=
laſſung der 500 g=Briefe bald wiederholt werden. Die
Gebühr für die Feldpoſtbriefe über 250 bis 500 g beträgt
20 Pfg. Gleichzeitig wird die Gebühr für die
Feldpoſt=
briefe über 50 bis 250 g dauernd auf 10 Pfg. ermäßigt.
Die Sendungen mit Wareninhalt (
Liebesgaben=
päckchen) müſſen ſehr dauerhaft verpackt ſein. Nur ſtarke
Pappkartons, feſtes Packpapier oder dauerhafte
Lein=
wand ſind zu verwenden. Für die Wahl des
Ver=
packungsſtoffes iſt die Natur des Inhalts maßgebend;
zerbrechliche Gegenſtände ſind ausſchließlich in ſtarken
Kartons nach vorheriger Umhüllung mit Papier oder
Leinwand zu verpacken. Die gebräuchlichen
Klammer=
verſchlüſſe ſind faſt durchweg ungeeignet. Die Päckchen,
auch die mit Klammerverſchluß verſehenen, müſſen
all=
gemein mit dauerhaftem Bindfaden feſt umſchnürt
werden, bei Sendungen von größerer Ausdehnung in
mehrfacher Kreuzung. Streichhölzer und andere
feuer=
gefährliche Gegenſtände, insbeſondere Taſchenfeuerzeuge
mit Benzinfüllung, ſind von der Verſendung durch die
Feldpoſt unbedingt ausgeſchloſſen.
Die Aufſchriften ſind auf die Sendungen
niederzu=
ſchreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu befeſtigen
und müſſen deutlich, vollſtändig und richtig ſein.
Sendungen, die den vorſtehenden Bedingungen nicht
entſprechen, werden von den Poſtanſtalten unweigerlich
zurückgewieſen.
Der Staatsſekretär des Reichs=Poſtamts.
Kraetke.
Unterkleider für unſere soldaten.
Für die nahende kalte Jahreszeit wäre es der
Es=
adron in hohem Maße erwünſcht, in den Beſitz warmer
Unterkleider für die im Felde ſtehenden Unteroffiziere und
Mannſchaften zu kommen, als da ſind wollene Weſten,
Hemden, Unterhemden, Strümpfe,
Leib=
wärmer, Pulswärmer, Handſchuhe
Ohren=
ſchützer uſw. Auch wäre die Eskadron für
elek=
triſche Taſchenlampen mit Erſatzbarterien,
Feldſtecher, Tabakspfeifen und Tabak (nicht
Zigarren) ſehr dankbar. Die Angehörigen der im
Regi=
ment dienenden Unteroffiziere und Mannſchaften werden
daher gebeten, dem ausgeſprochenen Wunſch nach
Mög=
lichkeit Rechnung tragen und Sendungen, deren
Beför=
derung von hier aus erfolgt, der Eskadron mit genauer
Adreſſe des Empfängers zukommen laſſen zu wollen.
Erſatz=Eskadron Leib=Drag.=Regts. Nr. 24.
Verluſtliſte (Nr. 38).
Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115, Darmſtadt.
Rancourt am 27. und 28. Auguſt.
I. Bataillon.
Leib=Kompagnie: Gard. Wilhelm Wendland,
Rumpenheim, t.; Gard. Philipp Vetter,
Burggräfen=
rode, ſchv.; Gard. Robert Kuntzmann, Kolmar, lv.;
Gard. Clemens Meyer I., St. Pilt, vw.; Gard. Johann
Winkelmann, Steele, vw.; Reſ. Heinrich Glück,
Bürſtadt, vw.; U=O. Otto Lampmann, Büdingen,
t.: Gefr. d. Reſ. Jakob Müller, Egelsbach, vw.; Gard.
Wilhelm Sitzius, Bretzenheim, vw.; Einj.=Freiw. Heinr.
Schmidt, Echei, vw., Gefr. d. Reſ. Wilheim
Rein=
hardt, Frankfurt a. M., vm.; Tambour Chriſtopl
Franke, Mühlhauſen i. Th., lv.; Gefr. d. Reſ. Johann
David Rühl, Seligenſtadt, vw.; Reſ. Johann Kunz,
Seligenſtadt, vw.; Gefr. d. Reſ. Peter Chatt,
Seligen=
ſtadt, vw.: Reſ. Johannes Groh, Urberach, vw.; Reſ.
Johann Muſel, Offenbach, t.; Einj.=Freiw. Konrad
Erwin Jakob Gibfried, Worms, lv.; Gard. Wilhelm
Meuſer, Büdingen, vw.; Reſ. Eduard Schäfer,
Offenbach, vw.; Reſ. Friedrich Schmuck Klein=
Steinheim, vw.; Gefr. Walter Rupp, Duisburg,
vw.; Gardiſt Karl Schück, Helmhof, vw.; Reſerviſt
Adam Junker, Glattbach, vw.: Reſ. Lorenz
Mühlum, Bensheim, vw.; Reſ Adam Groh,
Brens=
bach, vw.; Reſ. Karl Saufaus Dreieichenhain, t.; Reſ.
Heinrich Grünewald, Eberſtadt, vw.; Gard. Heinrich
Schwinn, Rothenberg, vw.; Reſ. Karl Beck,
Schönder=
ling, vw.; Reſ. Friedrich Gerhold, Oberrad, vw.; Reſ.
Leonhard Michel, Darmſtadt, lv.; Gard. Karl Hahn,
Alsfeld, vw.; U.=O. Heinz Heberer, Frankfurt a. M.
lv.; Reſ. Johann Schwerdt, Roth, vw.: Gard. Emil
Bommert, Wiſchlichhofen, vw.; U.=O. Michael
Witt=
ling, Schiffweiler, vw.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.
Stab und II. Bataillon.
Izel am 23., Yoncg am 28., Mouzon am 28., La Berliere
am 31. Aug. und Revigny am 6. Sept. 1914.
Stab: Oberſtlt. u. Kommandeur v. Weſtrell, vw.;
Oberlt. u. Adjutant v. Reckow, vw.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Bernheim, Saales
im Unterelſaß, lv.: Lt. Müller, Mainz, t.; Reſ. Philipp
Grünewald, König, t.; Reſ. Peter Hofferberth,
Mümling=Grumbach, t.; U.=O. d. Reſ. Adam Zimbrich,
Eſchollbrücken, ſchv.; U.=O. d. Reſ. Ludwig Weißmann,
Viernheim, lv.; U.=O. d. Reſ. Karl Rumpf, Darmſtadt, vw.;
U.=O. d. Reſ. Ludwig Sauer, Steinbach, lv.; U.=O. d. Reſ.
Philipp Groh, Niederfelden, vw.; U.=O. d. Reſ. Wilhelm
Schmucker, Michelſtadt, vw.: Reſ. Wilhelm Weber,
Hummetrot, vw.; Reſ. Peter Weidmann, Haſſenroth,
vw.; Wehrm. Karl Wetter, Unterſchönmattenwag, vw.;
Reſ. Johannes Reitz, Hetſchbach, vw.; Reſ. Michel
Brenner, Höchſt, vw.; Wehrm. Heinrich Kumpf,
Beerfelden, vw.; Reſ. Peter Dingeldein, Reichelsheim,
vw.; Reſ. Georg Ehrhardt, Steinbach, vw.; Reſ. Adam
Menges, Güttersbach, vw.; Reſ. Johann Dietrich,
Würzberg, vw.; Reſ. Eugen Schmitt, Münchhauſen, vw.;
Reſ. Georg Spreitzer, Weiſenau, vw.; Reſ. Leonhard
Buchhammer, Pfirſchbach, vw.; Reſ. Leonhard
Spatz, Erbach, vw.; Reſ. Georg Peter Spatz, Erbach,
vw.; Reſ. Georg Körber, Bullau, vw.; Reſ. Philipp
Erhardt, Winterkaſten, vw.; Reſ. Heinrich Heckler,
Viel=
brunn, vw.; Reſ. Johann Adam Berger, Hüttenthal, vw.;
Reſ. Johann Dingeldein, Steinbach, vw.; U.=O. d. R.
Valentin Löſch, Hofheim, vm.; Reſ. Jakob Holſchuh,
Unterſensbach, vm.; Reſ. Wilhelm Holſchuh, Unterſensbach,
om.; Reſ. Ernſt Schneider, Heppenheim, vm.; Reſ.
Johann Georg Emmerich, Kordelshütte, vm.; Reſ.
Wilhelm Friedrich, Lützel=Wiebelsboch, vm.: Reſ.
Georg Konrad Lenz, Oberfinkenbach, vm.; Reſ. Johann
Bickelhaupt, Reichelsheim, vm.; Reſ. Heinrich Neff,
Unieroſtern, vm.: Reſ. Ignaz Zulka, Zakrzewo, vm.;
Reſ. Leonhard Müller, Erlenbach, vm.; Reſ. Adam
Löw. Erlenbach, vm.; Reſ. Richard Franz Henning,
Neudamm, vm.; Reſ. Philipp Kautz, Böllſtein, vm.;
Gefr. d= Reſ. Adam Gölz, Lauerbach, vm.; Reſ. Georg
Heilmann, Schönnen, vm.; Reſ. Peter Völker,
Rothenberg, vm.; Reſ. Ludwig Reith, Cham in Bayern,
vm.; Reſ. Salomon Roſenthal Beerfelden, t.; Reſ.
Franz Riſch, Neubrunn, t.: Reſ. Wilhelm Reeg=
Birkert, t.; Reſ. Wilhelm Schäfer, König, t.; Reſ.
Peter Lang, Erlenbach, t.; Reſ. Jakob Weyrich,
Vielbrunn, t.: Gefr. d. Reſ. Leonhard Hofferberth,
König, t.; Reſ. Jakob Leiß, Vielbrunn, ſchv.; Reſ. Phil.
Seemann, Vielbrunn, vw.; Reſ. Joh. Seibert, Könia,
vw.; U.=O. d. R. Strobl, Kirchberg, lv.; Gefr. d. R.
Ferdinand Schneider Lauerbach, lv.; Reſ. Adam
Vogt, Höchſt, ſchv; Reſ. Andreas Weiß, Frensdorf,
vw.; Reſ. Georg Kunz, Wembach, vw.
6. Kompagnie: Hauptm. Franz Külp
Darm=
ſtadt, ſchv.; Lt. d. R. Angenete, Herford, ſchv.;
Wehrm. Georg Eiſenhauer Waldmichelbach, t.;
Wehrm. Jakob Rudolph, Hainſtadt, t.; Wehrm.
Hein=
rich Schäfer, Beerfelden, ſchv.; Wehrm. Georg Schott,
Günterfürſt, t.; Wehrm. Philipp Schweitzer, Kirch=
Brombach, t.; Wehrm. Peter Beyſel, Rothenberg, t.;
Gefr. d. Landw. Georg Willemann, Mümling=
Crum=
bach, t.; Vizef. d. R. Offiz.=Stellvertr. Georg Wolf,
Mainz, lv.; Wehrm. Chriſtian Martin, Seckmauern,
ſchv.; Wehrm. Georg Leitz, Vielbrunn, lv.; Wehrm.
Michael Berres, Vielbrunn, vw.; Wehrm. Georg
Sattler, Weitenbrunn, vw.: Wehrm. Georg Heß,
Seckmauern, ſchv.; Gefr. d. R. Ludwig Karl Bär,
Lampertheim, ſchv.; Wehrm. Heinrich Grimm, Nieder=
Klingen, lv.; Reſ. Johann Müller, Mommert, ſchv.;
Wehrm. Leonhard Arras Kimbach, lv.; U=O. d.
Landw. Wilhelm Glenz, Erbach, lv.; Wehrm. Wilhelm
Koch, Sandbach, vw.; Wehrm. Leonhard Fornoff,
Haingrund, vw.; Wehrm. Karl Schulze, Kirch=
Beer=
furth, vw.; Wehrm. Wilhelm Marquardt, Sandbach,
vw.; Wehrm. Leondard Degius, Pfaffen=Beerfurth,
vw.; Reſ. Jakob Keil, Steinbach, lv.; U.=O. d. Reſ.
Jakob Wetterich, Reichelsheim, vw.; Wehrm. Max
David, Reichelsheim, vw.: Reſ. Auguſt Gebhardt,
Erbach, vw.; Wehrm. Wilhelm Thomasberger,
Gutersbach, lv.; Wehrm. Martin Mathias Rhein,
Heppenheim, lv.; Wehrm. Leonhard Schneider,
Etzen=
geſäß, vw.; Wehrm. Johannes Uhrig, Michelſtadt, vw.;
Wehrm. Johannes Göttmann, Michelſtadt, vw.; Reſ.
Leonhard Wohlgemuth, Waldmichelbach, vw.; U.=O.
d. Landw. Arthur Kimmer, Chemnitz, ſchv.; Wehrm.
Heinrich Joſeph Heß, Seckmauern, vm.; Wehrm.
Fried=
rich Wilhelm Beeg, Zell, vm.: Wehrm. Adam
Schweitzer, Stockheim, vm.: Wehrm. Leonhard
Menges Gittersbach, vm.; Wehrm. Philipp Hener,
Haingrund, vm.; Wehrm. Jakob Weihrauch
Erlen=
bach, vm.; Wehrm. Georg Grünewald, Lützel=
Wiebels=
bach, vm.; Wehrm. Georg Heckmann, Birkenau, vm.;
Wehrm. Heinrich Kaffenberger, Unter=Moſſau,
vm.; Wehrm. Georg Ph. Kredel, Ober=Oſtern, t.;
Wehrm. Joh. Georg Bartmann, Raubach, t.; Wehrm.
Netzer, Vielbrunn, t.; Wehrm. Karl Theodor
Lei=
ninger, Ober=Moſſau, vm.; Wehrm. Adam Klein,
Fürſtengrund, vm.; Wehrm. Johann Nikolai,
Birke=
nau, vm.; Wehrm. Georg Philipp Reichert,
Würz=
berg, vm.
7. Kompagnie: Oberlt. Sieger, Cöln, vm.;
Reſ. Franz Bräuer, Erbach, lv.: Reſ. Johann
Fried=
rich, Hummetroth, t.: Reſ. Philipp Steinmann,
Mitlechtern, t.; Reſ. Auguſt Müller, Viernheim, t.;
Reſ. Johann Lanz, Viernheim, lv.: Reſ. Friedrich
Eckert, Lützel=Wiebelsbach, lv.; Reſ. Georg
Edel=
mann, Hirſchhorn, lv.; Reſ. Konrad Treiber,
Heppenheim, lv.; Reſ. Jakob Helfrich, Viernheim,
lv.; Reſ. Adam Rothenhauſen, Neuſtadt, lv.; Reſ.
Adam Kiß, Viernheim, lv.; Gefr. d. Reſ. Georg Vetter,
Ellenbach, lv.; Reſ. Philipp Bauer, Viernheim, lv.;
Reſ. Heinrich Wenner, Crumſtadt, lv.; Reſ. Michael
Klee, Biernheim, lv.; Reſ. Georg Klee, Viernheim,
lv.; Reſ. Georg Bauer, Hammelbach, lv.; U.=O. d.
Reſ. Jakob Bartmann, Mörlenbach, lv.; U.=O. d.
Reſ. Leonhard Helbig, Viernheim, lv.; Reſ. Adam
Oberle, Lörzenbach, lv.; Reſ. Franz Fiſcher, Fürth,
lv.; Reſ. Adolf Lenz, Mannheim, lv.; Gefr. d. Reſ.
Friedrich Ullmann, Viernheim, lv.; Reſ. Georg Kolb,
Fürth, lv.; Reſ. Georg Umhauer, Erbach, vm.; Reſ.
Lorenz Bauer, Erbach, vm.; Reſ. Johann Lutz,
Heppen=
heim, vm.: Reſ. Heinrich Heß, Hirſchhorn, vm.; Reſ.
Peter Rehberger, Dorsberg, vm.; Reſ. Peter Bauer,
Fürth, vm.; Vizef. Baum, Wien, lv.; Vizef.
Diefen=
bach, Auerbach, lv.; U.=O. Michel, Habitzheim, vm.
8. Kompagnie: Hptm. d. Reſ. Weſternacher,
Lindheim, lv.; Lt. Meyer, Reichelsheim, ſchv.; Wehrm.
Jacob Burkard, Hirſchhorn, lv.; Gefr. Peter Schmitt,
Unterflockenbach, t.; Wehrm. Adam Weber, Birkenau,
t.; Wehrm. Nicolaus Schmidt, Bonsweiher, t.; Wehrm.
Jacob Fiſcher. Viernheim, t.; U.=O. Johannes
Kautz=
mann, Groß=Rohrheim, ſchv.; U.=O. Konrad Pfau,
Wimpfen, lv.; U.=O. Karl Klenk, Hüffenhardt, ſchv.;
U.=O. Wilhelm Nicklas, Kirchbrombach, lv.; U.=O.
Georg Michel, Rimbach, lv.; Gefr. (Tambour) Peter
Steinmann, Mittershauſen, lv.; Gefr. Wilhelm
Brix=
ner, Schwetzingen, lv.; Wehrm. Michael Schütz,
Rim=
bach, lv.; Wehrm. Heinrich Wolf, Wimpfen, lv.;
Wehrm. Karl Mandel, Viernheim, lv.; Wehrm. Franz
Schmidt, Mackenheim, lv.; Wehrm. Sebaſtian
Ball=
mann, Unter=Schönmattenwag, lv.; Wehrm. Wilhelm
Pojatti, Neckarhauſen, lv.; Wehrm. Joh. Kandler,
Mettendorf, lv.; Wehrm. Johann Krug, Viernheim,
lv.; Wehrm. Adam Joſt, Birkenau, vm.; Wehrm.
Karl Staudt, Hohenſtadt, vm.; Wehrm. Johann
Kadel, Niederliebersbach, vm.; Wehrm. Johannes
Krauß, Birkenau, vm.; Wehrm. Joh. Adam Arnold,
Affolterbach, vm.; Wehrm. Adam Jochum,
Affolter=
bach, vm.; Wehrm. Adam Schäfer, Rimbach, vm,;
Wehrm. Karl Bergmann, Wimpfen, vm.;
Offizier=
dienſttuer Beaufort, Bad Dürkheim, lv.; Wehrm.
Albert Förſchle, Wimpfen, t.; Wehrm. Georg Bickel,
Ober=Mombach, lv.; Wehrm. Adam Held,
Heppen=
heim, lv.: Wehrm. Leonhard Mergenthaler,
Rothenberg, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 137, Hagenau.
Geiſtkirch am 15., Vergaville am 20., Seranvillers am 25.
und Moyen am 28. und 29. Auguſt 1914.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: U.=O. Jakob Wohn, Ebersheim, t.
12. Kompagnie: Musk. Adam Eiſenhauer,
Waldmichelbach, ſchv.; Musk. Ferdinand Emmerich,
Offenbach, vm,
Feldartillerie=Regiment Nr. 61.
Sermaize am 8. und Auderney am 10. Sept. 1914.
I. Abteilung, Darmſtadt.
1. Batterie: Kan. Hermann Baier, Löbernitz, lv.;
Kan. Georg Erbeldinger, Groß=Bieberau, vw.
2. Batterie: Gefr. Wilhelm Schäfer, Gambach,
t.; Kan. Adolf Blecher, Heſſelbach, t.; Kan. Anton
Konvalski, Deutſch Krone, ſchv.; Gefr. Wilhelm Lehr,
Eckardtshauſen, ſchv: Gefr. Johann Röhrig,
Unter=
hambach, lv.; Kan. Balthaſar Müller, Langenhain, ſchv.
Verwundete in Mainzer Lazaretten.
Inf.=Regt. 117: Reſ. Karl Schneider, 2. Rekrutendepot.
— Inf.=Regt. 118: Wehrm. Adam Wiegand. — Reſerve=
Inf.=Regt. 118: Reſ. Joh. Friedrich. — Landwehr=Inf.=
Regt. 118: Wehrm. Georg Schilling; Unteroff. Ferdinand
Titon. — Feldgendarmerie, 18. Armeekorps: Unteroff. Joh.
Lahr. — Inf.=Regt. 117: Unteroff. Jakob Emrich; Musk.
Georg Fornoff; Musk. Peter Pongratz. — Inf.=Regt. 118:
Reſ. Albert Greder; Unteroff. Gg. Groskopf. — Landwehr=
Inf.=Regt. 118: Feldw.=Ltn. Joſ. Munſch; Feldw.=Ltn.
Ferd. Kreyer.
Auswahlsendungen bereitwill=
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Anfertigung nach Mass in kürzester Zeit.
(19312fs
Familiennachrichten.
Statt Karten.
Allen Denjenigen, die uns aus Anlaß unſerer
Silbernen Hochzeit erfreut haben, ſagen wir
(B19383
hiermit unſeren
herzlichſten Dank.
Juſtus Becker u. Frau.
Statt Karten!
Die Geburt eines JUNGEN
zeigen hiermit an
Gustav Vroome u. Frau
Frieda, geb. Ohnacker.
Darmstadt, den 2. Oktober 1914. (19397.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds
Herrn Friedrich Jaeger, Beigeordneter,
findet am 3. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom
ſtädtiſchen Friedhof Nieder=Ramſtädterſtraße
aus, ſtatt.
(19393
Wir erſuchen alle Kameraden, ſich dort zu
verſammeln.
Der Vorſtand.
Heute iſt mein lieber Mann, unſer guter
(19398
Vater und Schwiegervater
Fabrikant
Statt beſonderer Anzeige.
HermannHeinmüller
nac
kurze
ebensjahre
59.
ver
im
ſchieden
Zinterbliebenen.
trauernden
ie
Oktober
1914.
den
Stille
ſtatt
aller
Die
Beerdigung
findet
Krankheit
Den Heldentod fürs Vaterland
erlitt unſer geliebter Sohn, Bruder,
Enkel, Neffe und Vetter
Dizefeldwebel und Offizier-Stellvertreter
im Infanterie-Regiment Nr. 171
Dr. jur. Erich Walter
Referendar bei der Regierung zu Wiesbaden.
Er fiel am 13. Auguſt in einem Vorpoſten=
Gefecht am Weißen See bei Urbeis, Ober=Elſaß.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Baurat Felix Walter
und Frau Helene, geb. Würth
z. Zt. in Klingenberg a. M.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei unſerem namenloſen
Schmerz danke ich im Namen aller
Verwandten.
(19415
Frau Luiſe Jaide, geb. Dingeldei.
Z. Zt. Darmſtadt, den 2. Okt. 1914.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Dankſagung.
Für die uns erwieſene herzliche
Teilnahme beim Ableben unſeres
lieben, unvergeßlichen Mutterchens
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn
Pfarrer Storck für die troſtreiche
Grab=
rede, wie auch der lieben Schweſter
der Martinsgemeinde für die gütige
Pflege, unſeren innigſten Dank.
Die Tieftrauernden:
*6455) Greta u. Eliſabeth Bauer.
Darmſtadt, den 2. Oktober 1914.
Tageskalender.
Samstag, 3. Oktober.
Großh. Hoftheater, Anfang 8 Uhr, Ende gegen
10½ Uhr: Vaterländiſcher Abend.
Nummer 272.
Darmſtädter Tagbiatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Statt beſonderer Anzeige.
Am 13. September erlitt den Heldentod
unſer guter, innigſtgeliebter Sohn, Bräutigam,
Bruder, Schwager und Onkel
Architelt
Haus Bohländer
Leutnant der Reſerve im Niederrheiniſchen
Füſilier-Regiment Nr. 39, Büſſeldorf
vorgeſchlagen zum Eiſernen Kreuz für ſein
tapferes Verhalten vor Maubeuge. (19419
In tiefem Schmerze:
Heinrich Bohländer,
Marie Bohländer, geb. Lehr,
Elſe Wochinger, als Braut,
Ernſt Bohländer,
Erna Bohländer, geb. Saeng,
Fritz Bohländer,
Emma Bohländer, geb. Geiger,
Familie Wochinger.
Darmſtadt, Traunſtein, Wilhelmshaven.
Nachruf.
Den Heldentod fürs Vaterland fand unſer
verehrter Chef
(*6387
Herr
Auguſt Jacobi
Oberleutnant der 4. Landſturmbatterie.
In ihm verlieren wir einen humanen und
guten Vorgeſetzten.
Die Arbeiterſchaft
der Firma Auguſt Jacobi.
Am 15. September erlitt den Heldentod
fürs Vaterland unser innigstgeliebter, teurer,
ältester Sohn, Bruder, Schwager u. Onkel
Dr. Dnl. Lndwig Honmann
Offizierstellvertreter im Landw. -Infant.-
Regiment 116.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Anna Hoffmann Witwe,
Marie Hoffmann,
Heinz Hoffmann, cand. med.,
Aenne Voltz, geb. Hoffmann,
Dr. med. E. Voltz, z. Zt. Oberarzt
im Felde.
Giessen u. Darmstadt-Arheilgen,
2. Oktober 1914.
(*6448
Aus den Reihen unserer Angestellten starben den Tod für das Vatérland:
am 24. August der Beamte unserer Filiale in Frankfurt a. M.
Alezander Scherer
Vizefeldwebel d. R. und Offiziersaspirant im Grossherzoglich Mecklenburgischen Jägerbataillon Nr. 14,
am 28. August der Beamte unserer Hauptniederlassung
Heinrich Schaffnit
Leutnant d. R. im Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr. 115,
am 6. September der Beamte unserer Depositenkasse Hardenbergstrasse
Fritz Dessin
Gefreiter d. R. im Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3,
am 8. September der Beamte unserer Depositenkasse Leipzigerstrasse
Karl Wagner
Vizefeldwebel d. R. und Offizierstellvertreter im Infanterie-Regiment Graf Schwerin Nr. 14,
am 8. September der Beamte unserer Hauptniederlassung
Hans Henken
Leutnant d. R. im Oldenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 91,
am 15. September der Beamte unserer Filiale in Mainz
Julius Schloss
Unteroffizier d. R. im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 118,
am 19. September der Beamte unserer Hauptniederlassung
Waldemar Zielcke
Vizefeldwebel d. L. im Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 12.
Ehre ihrem Andenken!
Berlin, den 30. September 1914.
(19344
Direction der Disconto-Gesellschaft,
Für Deutschlands Ruhm und Ehre fand
den Heldentod in Feindesland unser
Vor-
standsmitglied
Herr Fabrikanr
August Jacobi
Oberleutnant d. L. des Art.-Regts. Nr. 25
Inhaber des Eisernen Kreuzes.
Der Verstorbene hat an den
Bestre-
bungen unseres Vereins zur Hebung von
Darmstadts Handel und Industrie stets
regen Anteil genommen und wir beklagen
den Verlust eines eifrigen
Vorstandsmit-
gliedes. Sein Andenken wird bei uns stets
in Ehren bleiben.
Der Vorstand
des Handelsvereins E. V.
Darmstadt.
19361)
Am 25. Auguſt erlitt den Heldentod fürs
Vaterland unſer lieber, unvergeßlicher Sohn,
Bruder, Neffe und Vetter
(19391
Karl Sieger
Poſtbote
Landwehrmann der 1. Erſatz-Batterie des
Großh. Heſſ. Feldart.-Regts. Nr. 25.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Georg Vogel, Poſtſchaffner,
und Frau, geb. Eidenmüller,
nebſt Kindern.
Darmſtadt, den 2. Oktober 1914.
Rhönring 73.
Seite 8.
Darm tädter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Nummer 272.
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fürſorge der Stadt Darmſtadt und des Allgem. Deutſchen
Muſiker=Verbandes
im Großherzoglichen Hoftheater.
Dirigenten: Generalmuſikdir. Felir v. Weingartner
Geheime Hofrat W. de Haan
Hofrat Paul Ottenheimer.
Konzerttage: Montags, abends ½ 8 Uhr
19. Oktober, 16. November, 7. Dezember,
4. Januar, 8. Februar, 8. März.
Abonnement.
Schriftliche Beſtellungen ſind zu richten an: Kammermuſiker
A. Diedrich, Kiesſtraße 47 I., oder Hof=Muſikalienhandlung von
Gg. Thies Nachf. (Leopold Schutter), Eliſabethenſtr. 12.
Perſönliche Beſtellungen werden am Montag, den 5. Oktober,
vormittags von 11—1 Uhr, im Muſikſaal des Großh.
Hof=
theaters (Eingang beim Portier) entgegengenommen.
Die Abonnementskarten können vom 12. bis 18. Oktober gegen
Entrichtung des Betrages abgeholt werden in der Pianoforte= und
Muſikalienhandlung von Gg. Thies Nachf. (Leopold Schutter),
Hoflieferant, Eliſabethenſtr. 12. (Daſelbſt ſind auch Hauptprobekarten
à Mk. 1.50 zu haben.)
Die nicht abgeholten Karten ſind am 1. Konzerttage (19. Oktober)
nur an der Hoftheater=Tageskaſſe erhältlich.
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Samstag, 3. Oktober 1914,
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Vaterländiſcher Abend.
Mitwirkende: Die Großh.
Hof=
kapelle, der Sängerchor des
Darm=
ſtädter Lehrervereins, der Großh.
Hoftheaterchor, die Herren
Hof=
opernſänger Georg Becker u. Otto
Semper, die Herren Hofſchauſpieler
Hans Baumeiſter, BrunoHarprecht,
Johannes Heinz, Herm. Knispel,
Paul Peterſen u. Kurt Weſtermann.
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Dirig. d. Männerchöre: Rob. Preuß.
Vortragsfolge:
1. 3. Sinf. (Eroica), 1.
Satz . . . . . . . . L. v. Beethoven
2. Sechs altniederld.
Volkslieder aus d.
Samml. d.
Adria=
nus Balerius vom,
Jahre 1626 . . . Ed. Kremſer
a)Klage, b)
Wilhel=
mus von Naſſauen
(Otto Semper)
e)Kriegslied, d) Ab=
ſchied (Gg. Becker),
6) Berg op Zoom,
4) Dankgebet.
3. a) Quv. zu, Rienzil Rich. Wagner
b Gebetd.=Rienzi
(Georg Becker).
Pauſe.
4. Ouvertüre über d.
„Deſſauer Marſch' Fr. Schneider
5. 2 Lied. f. Bariton:
a) Mit Trommeln
und Pfeifen. . . . Phil. Gretſcher
b) Deutſches Sol=
. . Eug. Lindner
datenlied .
6. Drei Männerchöre
a eapella:
a) Gebet während
der Schlacht . . . . Fried. Himmel
b) Prinz Eugen
(Volksweiſe),
c) Hymne an
Neu=
deutſchland . . . J. W. Borngäſſer
z. Preußiſch
Lapfen=
ſtreich eingericht v. H. Saro.
Erſter Klaſſe zur Grenze
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Spielleiter: Dr. Max Wauer.
Perſonen:
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Reſerviſt. . . . . . K. Weſtermann
Ein Berliner Frei= Johs. Heinz
Ein Bayer ½ will. H. Baumeiſter
Ein Mädchen . . . . FriedaHerbach
Ein Sachſe, Freiw. =B. Harprecht
Ein Hamburger,
Matroſe . . . . . . Paul Peterſen
Ein Darmſtädter,
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(Nachdruck verboten.)
51)
Erasmus atmete tief.
Und anders war’s nöd, Vater?
Der Alte ſchüttelte ſich, als wollte er etwas von ſich
abwerfen.
Na — anders nöd! Aber kaasweiß is der Lerch im
Gſicht gweſen — und nöd anſchau’n hat er mich können
— und ſo ausg’ſchaut hat er, als ob er an Schwindel
kriegen tät — der Lerch, weißt — der ſeiner Lebtag noch
nie nöd ſchwindlig worden is! — No ja — und da haben
wir halt nachher abiſteigen müſſen — mir zwei — der Lerch
und ich!
Erasmus packte mit der Fauſt die Schulter des Alten,
und ſeine Augen öffneten ſich weit.
Und da — Vater, da mußt doch ſchon g’wußt haben . ..
Als der Alte das Entſetzen des Sohnes gewahrte,
verging auch ihm die erzwungene Ruhe. Seine Stirn
bekam Zornfalten und er ballte die Fäuſte.
Nix hab’ ich g’wußt, nix, nix, nix! Was ſoll ich denn
ſelbigsmal g’wußt haben?
Er ſpuckte aus.
Erſt am andern Tag’ — wie’s geheißen hat, der Lerch
wär’ krank und tät nix reden können — oder nir reden
mögen — und wie d’ Schandarm kommen ſind und haben
ſo dumm und g’ſpaßig umanandg’fragt weißt, Bub’,
da is mir auf amal ſo a Gedanken ins Hirnkaſtl
auffig’fah=
ren, daß . daß ich mich ſchamen hab’ müſſen vor mir
ſelber. Schlecht denken von ander Leut’ — was
miſerabli=
gers gibt’s ja nöd! Und was hab’ ich denn g’wußt?
Nix, nir, nix!
Eine Weile gingen die beiden ſtumm nebeneinander
her.
Aber wie’s mich nachher davongejagt haben als
Füh=
rer — und wie ich Zeit zum Nachdenken g’habt hab’ —
in die Wirtsſtuben, weißt — da is allweil wieder was
aufg’ſtiegen in mir! So lang’ ich halbwegs nüchtern
g’we=
ſen bin, hab’ ich mir’s allweil wieder ausg’redt. Aber der
Rauſch — weißt, wann der Rauſch in mir ang’fangt hat
da hab’ ich ſichtige Augen kriegt — und alles hab’ ich
g’ſehen, wie’s war — und reden hab’ ich müſſen — im
Rauſch. Und was ich am Schanktiſch hören hab’ müſſen
— von die andern, weißt — das hat mich hell g’macht.
Und eins iſt zum andern kommen — daß er nöd hinſteigen
hat mögen zum ſelbigen Platzl wo der Winter gllegen
is — und daß er ſich krank g’ſtellt hat . und daß er den
andern nöd hat anſchau’n können, wie’s ihn bracht haben.
Und daß er mir ausgwichen is — und daß er ſich allweil
gröber g’ſtellt hat gegen mich — und hat mir ſo ſeine eis=
kalten Augen herg’macht — eins is zum andern kommen,
Bub’! Und a halbs Jahr ſpäter, in der Nacht amal — da
hab’ ich mich aufſetzen müſſen im Bett — und da hab'
ich’s gradaus vor mich hinſagen müſſen: Umbracht hat
er ihn!
Vater, Vater! keuchte Erasmus. Und Du haſt
g’ſchwie=
gen, Vater! — Um’s lieben Heilands willen, Vater warum
haſt denn nöd g’redt?
Warum nöd? Unter dieſen ſchrillenden Worten
be=
wegte der Alte die zuckenden Fäuſte, als hätte er einen
Unſichtbaren an der Bruſt gefaßt, um ihn niederzureißen
und zu erwürgen. Weil ich nix g’wußt hab’ nix. nix,
nix! Und ſo hab’ ichs acht Jahr lang umtragen in mir —
und jahrlang hat ſich oft nix mehr g’rührt in mir — und
über Nacht war’s wieder da und hat mich plagt und hat
mich umtrieben — bis ich ſaufen hab’ müſſen — daß ich
wieder ſchlafen hab’ können weißt! Aber jetzt, am Gamseck
droben, wie ich den andern g’ſehen hab’, den Jungen, —
da is d’ Wahrheit auf amal dag’ſtanden vor mir, daß ich
drauf ſchwören kann. Und derweil ’s Greterl krank in
der Wiegen gllegen is — da hab’ ich mir g’ſagt: Wann’s
Kindl am Leben bleibt, ſo muß ich ’s ander einſperren in
mir für alle Zeit — wann aber ’s Kindl ſterben ſollt, ſo
hab’ ich a Zeichen, daß ich reden muß.
Erſchrocken machte Erasmus mit dem Arm eine
weh=
rende Bewegung.
Und tonlos, wie ein Betrunkener taumelnd, raunte der
Alte vor ſich hin:
G’ſtorben is’s!
Sie ſprachen kein Wort mehr.
Als ſie ſchon faſt bis Naßwald gekommen waren,
ſahen ſie das Haus über die Schneewieſen herüber grüßen,
das ſeit zwei Tagen ärmer geworden war um ein
ſchla=
gendes Herz. Und da erwachte in den beiden wieder der
Gedanke an die Gegenwart und verwiſchte das dunkle
Bild, das halb verſchollen lag im weiten Walde der
Ver=
gangenheit.
Erasmus blieb ſtehen.
Vater, ſagte er, jetzt laß Dir a paar Tag’ lang Zeit!
Und ſchau, daß D' a Ruh’ kriegſt in Dir. Und nachher gehſt
hin zum Herrn Winter und ſagſt ihm d’ Wahrheit. Ein
müder Seufzer. Es ſcheint, unſer Herrgott will’s haben.
Und d’ Wahrheit — es is ſchon wahr — die hat allweil
an graden Weg.
Der Alte nickte.
So, Vater! Und komm — jetzt ſchauen wir eini zur
Lieſel. Das arme gute Weiberleut wird a hart’s Stünd’l
durchg’macht haben.
Sie traten in das kleine ſtille Haus. Und Erasmus
nahm auf der Schwelle den Hut herunter — auf jene
ſcheue, fromme Art, wie gläubige Bauern beim Eintritt
in eine Kirche den Kopf entblößen.
21.
Das war ein ſüßer Spätherbſtmorgen.
Seit zwei Tagen war der Schnee ſchon wieder aus dem
Tal verſchwunden. Nur auf dem Gottesacker zu Kapellen
war noch ein langer, kalter weißer Streif im Schatten der
Mauer geblieben.
Und nun war Sonne überall, Sonne in dem
entlaub=
ten Gebüſch, Sonne auf den blätterüberſtreuten Wegen.
Nur nicht auf den Wangen und im Herzen deſſen, der leiſe
das Tor des Friedhofes von Kapellen öffnete und es noch
leiſer hinter ſich wieder ſchloß.
Tobias Wilder ging vorſichtig und langſam, als trüge
er einen Stachel im Herzen, der ſich bei jedem Schritt, den
er tat, tiefer einbohrte. Doch er ging nicht lange. Auf dem
Friedhof in Kapellen wohnten die Toten nicht als
zahl=
reiche Gäſte — da war ein neuer Hügel lange zu erkennen,
ehe daneben ein anderer kam, der ſich noch friſcher anſah.
Auch ſtand auf dem eiſernen Kreuz zu leſen, wer da
ſchlum=
merte: Frau Forſtrat Amalia Wilder.
Tobias blieb ſtehen. In der Mitte des kleinen
Toten=
ackers ſtand ein großes Holzkreuz mit dem Bilde des
Er=
löſers. Das ſah auf ihn herab, als wollt’ es ihn grüßen.
Dahinter aber ſtieg wie ein ungeheurer, ferner Wall das
Maſſiv der Rax empor, übergoſſen von dem kühlen Lichte
der Spätherbſtſonne, auf der Höhe ſchimmernd in ſilbriger
Weiße. Deutlich zeichnete ſich das wilde Gamseck in den
ſtahlblauen Himmel, der wie ein Vorhang dahinter zur
Erde fiel, um vor den Augen der Menſchen das Ewige zu
verhüllen.
Lange ſah Tobias da hinauf. Immer weiter wurden
ſeine Augen. Dann warf er ſich ungeſtüm vor dem
ſchwar=
zen Hügel zu Boden.
Mutter! Ich ſterbe daran!
Tobias hob den Kopf. Und wieder hing ſein
verſtör=
ter Blick dort oben auf dem fernen, ſteilen Grat. Erasmus!
Mich haſt Du erhalten können, an Deinem derben Seil und
mit Deinen treuen Händen. Aber mein Herz iſt
hinunter=
gerollt. Und das wird keiner retten — als nur ich ſelbſt.
Die Tiefe, in der es liegt, iſt finſter. Ich will für mein
Herz einen Weg zu heller Höhe ſuchen! — Wer führt mich?
Lautloſe Stille war um ihn her.
Tobias ging aufrecht, als er den Gottesacker von
Kapellen verließ. Doch ſeine Augen ſchienen blind
ge=
worden. Er ſah nicht Bäume und Mauern, nicht Häuſer
und Dächer, nicht Wieſen und Wald — und ſah die beiden
Männer nicht, die nahe da drüben auf der Straße ſtanden
und ſich wunderlich betrachteten, als hätte der Zufall des
Augenblicks ſie unerwartet ſo voreinander hingeſtellt:
Ber=
kens, der nach Altenberg wollte, und Karl von der Tenne,
der nach der Prein unterwegs war. (Fortſetzung folgt.)
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Nummer 272,
Paunelircher Vorm. um 10 Uhr:
Hauptgotes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Sann. — Vorm. um 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Sann. — Mittwoch,
den 7. Okt., abends um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarr=
aſſiſtent Sann.
Evang. Gemeinde in Eberſtadt: Sonntag, den 4. Oktober,
vorm. um ½10 Uhr. — Um 11 Uhr: Militärgottesdienſt.
— abends um 6 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Paul.
Evang. Gemeinde in Nieder=Ramſtadt: Sonntag, den
4. Oktober, vorm. um ½ 10 Uhr: Gottesdienſt.
Pfarr=
verwalter Weit.
Evang. Gottesdienſt in Fraiſa: Sonntag, den 4. Okt.,
nachmittags um 2 Uhr: Gottesdienſt im Rathausſaal.
Pfarrverwalter Weik.
Stablmiſſton (Mühlſtraße 24): Sonntag, den 4. Oktober,
vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. —
Nach=
mittags um 3 Uhr: Predigt. Herr Pfarrer Correvon.
Jahresfeſt der Stadtmiſſion. — Dienstag, den 6. Okt.,
abends um 8½ Uhr: Blaukreuzbibelſtunde und
Gebets=
vereinigung. — Donnerstag den 8. Oktober, abends um
8½ Uhr: Bibelſtunde und Gebetsvereinigung. — Zweig
der Stadtmiſſion (Beſſungerſtraße 88, Hth.).
Sonn=
tag, den 4. Okt., vormittags um 11¼ Uhr:
Kindergottes=
dienſt. — Freitag, den 9. Oktober, abends um 8½ Uhr:
Bibelſtunde und Gebetsvereinigung.
Epangeliſche Gemeinſchaſt (Kiesſtr. 54): Dienstag,
den 6. Oktober, abends 8½ Uhr: Gottesdienſt. Prediger
Berner=Frankfurt a. M.
Gottesdienſt der Neuapoſloliſchen Gemeinde (
Lagerhaus=
ſtraße 4): Sonntag, nachmittags um 4 Uhr. —
Mitt=
woch, abends um 8½ Uhr.
Gemeinde gläubig getauſter Ehriſten (Waptiſten),
Mauer=
ſtraße 17: Sonntag, den 4. Oktober, vormittags um
9½ Uhr: Predigt. Prediger Winhold. — Um ¾11 Uhr:
Sonntagsſchule. — Nachmittags um 4 Uhr: Predigt.
Prediger Winhold. — Abends um 6 Uhr: Jugendverein.
— Mittwoch, den 7. Oktober, abends um 8½ Uhr:
Kriegs=
gebetſtunde.
Methodiſtengemeinde (Taunusſtraße 53): Sonntag,
den 4. Okt., nachmittags um ¾3 Uhr: Sonntagsſchule.
— Um 4 Uhr: Predigt. — Freitag, den 9. Oktober, abends
um ½ 9 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde.
Katholiſche Gemeinden
18. Sonntag nach Pfingſten, den 4. Oktober 1914
Roſenkranzfeſt
St. Ludwigskirche: Samstag, den 3. Oktober,
nach=
mittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit
zur heil. Beichte. — Um 8 Uhr: Roſenkranzandacht.
Sonntag, vorm. von ½ 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. — Um 6 Uhr: Erſte heil. Meſſe und
Roſen=
kranzandacht. — Um 7 Uhr: Austeilung der heil.
Kom=
munion. — Um 8 Uhr: Militärgottesdienſt mit Predigt.
— Um ½ 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. — Um 11 Uhr:
Letzte heil. Meſſe. — Nachmittags um 3 Uhr: Roſenkranz=
Bruderſchaftsandacht mit Predigt und ſakramentaliſche
Prozeſſion. — Abends um ½7 Uhr: Roſenkranzandacht.
— Von Montag an beginnt die werktägige Frühmeſſe
um ½7 Uhr. — An allen Werktagen, abends um 8 Uhr:
Roſenkranzandacht.
Kapelle der Marmüerzigen Schweſtern: Sonntag, vorm.
um ½ 7 Uhr: heil. Meſſe. — Nachm. um 2 Uhr:
Roſen=
kranzandacht.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonntag, vormittags um
7 Uhr: heil. Meſſe. — Nachm. um 4 Uhr: Verſammlung
der kath. Dienſtmädchen.
Kapelle zu Nieder=Ramſtadt: Sonntag, vorm. um
9 Uhr: Singmeſſe mit Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, den 3. Oktober,
nach=
mittags um ½5 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegen=
heit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. — Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr:
hl. Meſſe mit Predigt. — Um ½ 10 Uhr: Hochamt und
Predigt. — Nachm. um 2 Uhr: Andacht und Segen. —
Montag, Mittwoch und Freitag, abends um 8 Uhr:
Kriegsandacht.
Kapelle zu Arheilgen: Sonntag, vorm. um ½10 Uhr:
Amt und Predigt.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Samstag, den
3. Okt., nachm. um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegen=
heit zur heil. Beichte.
Sonntag, vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur
heil. Beichte. — Um ½7 Uhr: hl. Meſſe. — Um ½9 Uhr:
Amt mit Predigt. — Nachm. um ½3 Uhr:
Roſenkranz=
andacht. — Mittwoch, abends um 8 Uhr: Kriegsgebet.
— An allen Werktagen Roſenkranzmeſſe.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, den 3. Okt., nachm.
um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
Sonntag, vormittags um ½6 Uhr: Beichte.
Um ½7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. — Um
½ 10 Uhr: Hochamt,Predigt und Gebet für unſere Krieger.
— Nachm. um ½2 Uhr: Chriſtenlehre. — Um 2 Uhr:
Andacht. — Werktags um ¼8 Uhr: Singmeſſe mit heil.
Kommunion und Kriegsbetſtunde; vorher
Beichtge=
legenheit.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt bei
Eberſtadt: Während der Kriegszeit an allen
Donners=
kagen, nachm. um 4 Uhr: Kriegsbetſtunde und Predigt.
Kapelle zu Pſungſtadt: Sonntag, vorm. um 7 Uhr:
Beichte. — Um ½8 Uhr: Amt, Predigt und Gebet für
unſere Krieger. — Nachmittags um ½2 Uhr: Andacht.
— An allen Wochentagen, nachm. um 4 Uhr: Andacht
zur Erflebung der göttlichen Hilfe und Erbarmung in
der gegenwärtigen Kriegszeit.
Getaufte, Getraute und Beerdigte.
Getaufte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Lukasgemeinde: 27. Sept.: Dem Kaufmann Karl
Friedrich Wilhelm Schmuck, T. Luiſe Eliſabeth, geb. 25. Juli.
1. Okt.: Dem Schaffner und Wagenführer Leonhard
Fornauf, S. Karl, geb. 9. Sept.
Schloßgemeinde: 23. Aug.: Dem Weißbinder
Johannes Müller, S. Georg Jakob, geb. 29. Juli. 26. Aug.:
Dem Maſchiniſten Wilh. Gotttieb Knapp, T. Eliſabeth,
Frieda, geb. 29. Juni. Unehel. Sohn Kurt, geb. 18. Juli.
6. Sept.: Dem Kaufmann Ludwig Paul Schömbs, S.
Karl Theodor, geb. 3. März 1913. 3. Sept.: Dem Kellner
Heinrich Lorenz, S. Otto Lorenz, geb. 4. Juli. 18. Sept.:
Dem Taglöhner Georg Hch. Hönig, T. Anna Eliſabeth
geb. 28. Aug. 21. Sept.: Dem Kellner Johann Auguſt
Walrafen, S. Eugen Ludwig, geb. 24. Juli.
Kaplaneigemeinde: 27. Sept.: DemFabrikarbeiter
Johann Heinz, T. Frieda, geb. 26. Aug.
Johannesgemeinde: 27. Sept.: Dem Pedell
Johannes Schellhaas, Zwillingstöchter Emilie und
Jo=
hanna, geb. 13. Sept.
Martinsgemeinde: 24. Sept.: Dem Poſtſchaffner
Georg Köbler, S. Georg, geb. 10. Sept. Ein unehelicher
Sohn, Willy Konrad, geb. 15. Sept. 27. Sept.: Dem
Unterzahlmeiſter Richard Oppelt, T. Margarethe, geb.
15. Aug. Dem Ingenieur Johann Floeth, S. Hermann,
geb. 11. Sept.
Petrusgemeinde: 27. Sept.: Dem Kaufmann
Georg Denger, S. Georg Hugo Helmut geb. 8. Sept.
27. Sept.: Dem Bäcker Peter Engel, T. Maria Eliſabeth,
geb. 14. Sept.
Paulusgemeinde: 20. Sept.: Dem Bäcker
Lud=
wig Heiſt, T. Eliſe, geb. 27. Aug. 1. Okt.: Dem
Stuk=
kateur Karl Enk, S. Ernſt, geb. 24. Aug.
Getraute bei den evangeliſchen Gemeinden.
Kaplaneigemeinde: 29. Sept.: Johann Georg
Weidmann, Spengler und Inſtallateur, zur Zeit
Erſatz=
reſerviſt, und Margarete Groß.
Schloßgemeinde: 11. Aug.: Tapezier Richard
Hahn und Erna Thieraus, beide aus Darmſtadt.
Martinsgemeinde: 26. Sept.: Kaufmann Jo.
hann Heinrich Möſer, Witwer hier und Anna Barbara
Baumann, geb. Eckhard Witwe in Frankfurt a. M.
Beerdigte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Lukasgemeinde: 29. Sept.: Kanzleirat Peter
Schäfer, 84 J. alt, ſtarb 27. Sept. 30. Sept.: Privatmann
Wilhelm Eckhard, 61 J. alt, ſtarb 27. Sept. 2. Okt.:
Karl Schwägerle, S. des Schuhmachermeiſters Kurt
Schwägerle, 17¾ J. alt, ſtarb 30. Sept.
Petrusgemeinde: 27. Sept.: Landgeſtütsdiener
i. P. Johann Juſtus Schaffner, 81 J. alt, ſtarb 24. Sept.
Martinsgemeinde: 18. Sept.: Kätha Schäfer, T.
des Schloſſers Martin Schäfer, alt ½ J., ſtarb 16. Sept.
26. Sept.: Marie Schmidt, T. des Gärtners Peter Schmidt,
alt ¾ J., ſtarb 24. Sept. Wilhelmine Pfannenſchmid.
geb. Linck, Witwe des Kaufmanns Heinrich
Pfannen=
ſchmid, alt 69 J., ſtarb 23. Sept.
Beerdigte von auswärts: 30. Sept.: Eleonore
Fiſcher, geb. Klipſtein, Ehefrau des Geh.
Regierungs=
rates Karl Fiſcher zu Wiesbaden, 70 J. alt, ſtarb 27. Sept.
Trauungen auswärtiger Paare: Pfarrer Vogel.
Beerdigungen auswärts Verſtorbener: Pfarrer
Kleberger.
Feimnent u der Snerne der bemtliſen Feilins
geſellſchaft.
Sukkaus Feſt.
Montag, den 5. Okt. Vorabend 5 Uhr 45 Min.
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr 30 Min.
Abends 6 Uhr 40 Min.
Dienstag, den 6. Okt. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Feſtesausgang 6 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 15 Min.
Nach=
mittags 5 Uhr 30 Min.
Salmiak-Terpentin-Seife in heissem Wasser gut aufgelöst,
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Geöffnet an Wöchentagen von 9 — 12 Uhr vorm. und
B—5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur jür
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 24. Sept.: dem Großh. Bürgermeiſter
Georg Peter Bauer in Hammelbach, Kr. Heppenheim,
hier Lagerhausſtraße 24, ein S. Georg Wilhelm. Dem
Zahnarzt Karl Nachtigall, Waldſtraße 1, ein S. Otto
Heinrich Leonhard. Am 27.: dem Schmelzer Philipp
Wolf, Feldbergſtraße 92, ein S. Franz. Am 25.: dem
Sergeanten und Hoboiſten im Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115
Guſtav Robert Greilich, Ruthsſtraße 24, ein S. Erich
Georg Wilhelm Ludwig. Dem Eiſenbahnoberſekretär
Wilhelm Simon, Lichtenbergſtraße 60, ein S. Heinrich
Rudolf Wilhelm. Am 24.: dem Buchbindermeiſter
Chri=
ſtian Nübling, Mühlſtraße 24, ein S. Karl Viktor. Am
26.: dem Fuhrmann Julius Oppermann Geiſtberg 2,
eine T. Frieda. Am 30.: dem Kaufmann Otto Jahn,
Zimmerſtraße 5, ein S. Heinz Otto Karl Wilhelm.
Aufgebotene. Am 25. Sept.: Artiſt Theodor Auguſt
Ferdinand Ott, Schuchardſtraße 11, mit Artiſtin Marie
Sophie Louiſe Muntermann, Schuchardſtraße 11. Am
28.: Apotheker und Nahrungsmittelchemiker Dr. phil.
Her=
vard Kurt Richard Lillig, hier, mit Berta Emma
Erne=
ſtine Auguſte Frieda Brandes, Braunſchweig. Am 29.:
Schloſſer Johann Rothermel II. in Eberſtadt mit Köchin
Agnes Rick, hier. Am 30.: Schloſſer Georg Chriſtian
Hermann Preuſch, Schwanenſtraße 33, mit Verkäuferin
Katharina Wilhelmine Großkurth, Frankfurt a. M.
Geſtorbene. Am 27. Sept.: Paul Johannes Illgen,
Kaufmann, z. Zt. Unteroffizier im Feldart.=Regt. Nr. 32,
24 J., ev., Grafenſtraße 9. Wilhelm Eckhard,
Hilfs=
diener, 61 J., ev., Erbacher Straße 25. Am 29.: Karl
Buchinger, Sohn des Bierbrauers, 9 Mte., ev.,
Lieb=
frauenſtraße 85. Am 30.: Karl Wilhelm Schwägerle,
Sohn des Schuhmachermeiſters, 17 J., ev., ohne Beruf.
Heinrichſtraße 66. Margaretha Maria Weisrock, Tochter
des Kaminfegers, 3 Mte., kath., Kranichſteiner Straße 13.
Am 29.; Albert Reigner, Schneider, z. Zt. Soldat im
franzöſ. Inf.=Regt. Nr. 27, 21 J., kath., ledig,
Grafen=
ſtraße 9. Am 30.: Sophie Reubold, Privatin, 70 J.
ev., ledig, Dieburger Straße 20. Eva Hochſtaetter, geb.
Schmitt, Witwe des Tapetenfabrikanten, 74 J., kath.,
Eli=
ſabethenſtraße 29. Am 1. Okt.: Peter Kern, Landwirt,
59 J., ev., aus Zwingenberg a. d. B., hier Grafenſtraße 9.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden
17. Sonntag nach Trinitatis, den 4. Oktober 1914
Erntedankfeſt
Hoſſirche: Samstag, den 3. Okt., abends um 6 Uhr:
Beichte. — Sonntag, den 4. Okt., vorm. um ½10 Uhr:
Beichte und Anmeldung zur heil. Kommunion in der
Sa=
kriſtei. — Vorm. um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier
des heil. Abendmahls. Kollekte für die evang. Gemeinden
in Oeſterreich. — Mittwoch, den 7. Oktober, abends um
6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Vogel. —
Vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Velte. — Abends um 6 Uhr: Pfarrer Velte. —
Mitt=
woch, den 7. Oktober, abends um 8½ Uhr:
Kriegsbet=
ſtunde. Pfarrer Beringer.
Stadtkapelle: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Beringer.
Feier des hl. Abendmahls mit Vorbereitung.
Militärgemeinde (Stadtkirche): Vorm. um 8 Uhr:
Pfarrer Memmert. — Vorm. um 10¼ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt (Steinſtraße 24, Muſikſaal).
Johanneskirche: Kollekte für die Kleinkinderſchule. —
Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Marx. — Vormittags um
11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. — Mittwoch, den 7. Okt.,
abends um 8 Uhr: Andacht. Pfarrer Dingeldey.
Martinskirche: Vormittags um 10 Uhr:
Pfarrver=
walter Storck. Kollekte für das Eliſabethenſtift. —
Vor=
mittags um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den
Oſt=
bezirk. Pfarrverwalter Storck. — Nachm. um 2 Uhr:
Kindergottesdienſt für den Weſt bezirk. Pfarrer D. Waitz.
— Nachmittags um 4 Uhr: Betſtunde im Martinsſtift.
Pfarrer Veller. — Abends um 6 Uhr: Pfarrer D. Waitz.
— Mittwoch, den 7. Okt., abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrverwalter Storck.
Pfründnerſaus: Vormittags um 10 Uhr: Pfarrer
D. Waitz.
Herberge zur Heimat: Vormittags um 8 Uhr: Pfarrer
Memmert.
Gliſabethenſtiſt: Vorm. um 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Hickel. — Vorm. um 11¼ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. — Freitag, den 9. Oktober, abends um
8¾ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vormittags um
10 Uhr: Pfarrer Wagner. Feier des hl. Abendmahls
mit vorausgehender Beichte. Anmeldung von ½10 Uhr
ab in der Sakriſtei. — Mittwoch, den 7. Oktober, abends
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrer Wagner.
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Nr. 143.
Samstag, 3. Otober.
1914.
Bekanntmachung.
Wie uns Großh. Miniſterium des Innern mitteilt, hat das Auswärtige Amt
in Verlin ſich durch Vermittelung der neutralen Botſchaften in Berlin mit den
feind=
lichen Mächten zwecks Aufſtellung und Austauſch von genauen Liſten der in den
einzelnen Staaten zurückbehaltenen Gefangenen und Verwundeten nach dem
Prinzip der Gegenſeitigkeit in Verbindung geſetzt.
Etwaige Anfragen wegen deutſcher Gefangenen oder Verwundeten, von denen
man annimmt, daß ſie in feindlichem Gewahrſam ſind, wollen von Angehörigen,
die im Kreiſe Darmſtadt wohnen, an uns ſchriftlich unter Angabe von Namen,
Geburtsort und =Tag, Militärverhältnis und Truppenteil, Ort der letzten Nachricht,
oder Angabe des Gefechts, in dem die Gefangennahme oder Verwundung ſtattfand,
gerichtet werden.
Wir bemerken noch, daß über Verwundete, deren Aufenthaltsort unbekannt
iſt, die ſich aber vorausſichtlich im Inlande befinden, das Zentralnachweiſebüro
des Kgl. Preuß. Kriegsminiſteriums in Berlin NW. 7, Dorotheenſtraße 58/59,
auf Anfrage Auskunft erteilt und daß Poſtkartenformulare mit Rückantwort für
ſolche Anfragen bei den Poſtämtern erhältlich ſind.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1914.
(19378sid
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Nachdem die Kriegsgefangenen in einem, auf dem nordweſtlichen Teile des
Truppenübungsplatzes neu errichteten Lager untergebracht worden ſind, wird die in
unſerer Bekanntmachung vom 14. September d. Js., Amtsverkündigungsblatt Nr. 131,
me e
Barackenlager und den Truppenübungsplatz, ſowie für das Gelände, das im Norden
von dem Reiterpfad, im Weſten von dem Beckerweg, im Süden von dem
Truppen=
übungsplatz und im Oſten von dem Truppenübungsplatz und dem Barackenlager
be=
grenzt wird. Die übrigen Teile des ſeither abgeſperrten Geländes ſind wieder zugänglich.
Außerdem bleibt es dem Publikum verboten, bei dem Transporte von
Kriegs=
gefangenen auf Straßen neben, vor oder hinter dem Transport zu marſchieren. e
Uebertretungen der vorſtehenden, auf Grund des Art. 65 der Kreis= und
Pro=
vinzialordnung erlaſſenen Verbote werden mit Geldſtrafe bis zu 90 Mark beſtraft.
Auch werden Zuwiderhandelnde feſtgenommen und zur Feſtſtellung ihrer Perſönlichkeit
auf die Kommandantur gebracht.
Die Poſten und Gendarmeriemannſchaften ſind mit ſtrenger Durchführung
der Abſperrung beauftragt und mit ſcharfer Munition verſehen.
Darmſtadt, den 29. September 1914.:
(19372sid
Großh. Kommandantur
Großh. Kreisamt Darmſtadt.
des Truppenübungsplatzes.
v. Lyncker.
Fey.
Bekanntmachung.
Am 3. und 5. Oktober ds. Js., jedesmal von 12 Uhr mittags bis 6 Uhr
nachmittags, findet Schießen mit ſcharfer Infanterie=Munition auf dem
Truppenübungs=
platz ſtatt. Die Abſperrung erſtreckt ſich bis zum Landgraben.
(18910a
Darmſtadt, den 21. September 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 ſchwarzer Herrenſchirm mit gebogenem Griff.
goldene Vorſtecknadel mit Namenszug und Krone. 2 gedrucke
Liederhefte. 2 kleine Schlüſſel mit Doppelkamm. 1 Damenſchirm.
1 rotledernes Portemonnaie mit über 1 Mk. Inhalt. 1 Stock
Strick=
nadeln. 1 Taſchentuch mit einem Geldſtück. 1 Brille. — Zugelaufen:
1 gelber ruſiſcher Windhund. 1 kleines graues Kätzchen mit weißer
Bruſt. — Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.
(19337
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(19360
Sonntagsruhe in den Apotheken. Am Sonntag, den 4. Okt.,
ſind nachmittags in der Zeit von 1 bis 9 Uhr abends folgende
Apotheken geöffnet: Hof=Apotheke, Ballonplatz, und Adler=Apotheke
Wilhelminenplatz. Alle übrigen Apotheken ſind von 1 Uhr ab
geſchloſſen.
Bekanntmachung,
betreffend die Maß= und Gewichtspolizei und die Durchführung
der Nacheichung in der Stadt Darmſtadt.
Die in zweijähriger Wiederkehr geſetzlich vorgeſchriebene
Nach=
eichung der im eichpflichtigen Verkehr befindlichen Meßgeräte
(d. ſ. Längen= und Flüſſigkeitsmaße, Meßwerkzeuge für Flüſſigkeiten,
Hohlmaße, Gewichte und transportable Handelswagen bis
aus=
ſchließlich 3000 kg) ſoll in der Stadt Darmſtadt demnächſt
beginnen und nach dem unten ſtehenden Verteilungsplan durchgeführt
werden. Eichpflichtig ſind nicht nur die im öffentlichen Verkehr
be=
findlichen Meßgeräte, ſondern auch diejenigen des Handelsverkehrs,
wenn er nicht in offenen Verkaufsſtellen ſtattfindet, ſowie diejenigen,
die in fabrikmäßigen Betrieben zur Ermittelung des Arbeitslohnes
dienen. Die Beſitzer ſolcher eichpflichtiger Meßgeräte ſind bei
Mei=
dung der geſetzlichen Strafe verpflichtet, ihre Meßgeräte auch wenn
ſie ſchon geeicht und noch richtig ſind, dem Großh. Eichamt
Darm=
ſtadt, Woogſtraße 4, zur Nacheichung vorzulegen. Ausgenommen
ſind ganz aus Glas hergeſtellte Meßgeräte und alle diejenigen welche
bereits das eichamtliche Jahreszeichen 13 oder 14 tragen. Alle ſchon
geeichten Gegenſtände, die noch kein Jahreszeichen oder das
Jahres=
zeichen 12 oder ein älteres Jahr tragen, ſind vom 1. Januar 1915 an
im eichpflichtigen Verkehr nicht mehr zuläſſig und müſſen vorher
nachgeeicht werden. Die Nacheichung macht den Beſitzern nur
uner=
hebliche Koſten, ſofern nicht Reparakuren nörig ſind. Beim Großh.
Eichamt werden ſolche Reparaturen nicht mehr ausgeführt. Es muß
den Intereſſenten überlaſſen bleiben, ſie anderweit bei geeigneten
Fachleuten ausführen zu laſſen.
Jeder Einlieferer hat dem Eichamt zur Vermeidung von
Ver=
luſten und Verwechslungen ein mit ſeinem Namen verſehenes
Stücke=
verzeichnis mit einzureichen. (Vordrucke ſind beim Eichamt koſtenlos
erhältlich.) Die Rückgabe erfolgt gegen Barzahlung der fälligen
Eich=
gebühr. Die dabei erhaltenen Eichſcheine ſind ſorgfältig
aufzube=
wahren und bei der nachfolgenden polizelichen Maß= und
Gewichts=
reviſion vorzuzeigen.
Um eine gleichmäßige und raſche Abwicklung des
Nacheichungs=
geſchäfts zu erzielen, werden für die Nacheichung folgende Zeiten
feſtgeſetzt:
Für das 1. Polizeirevier vom 5. bis 7. Oktober,
„ 19. bis 24. Oktober,
„ 26. bis 31. Oktober,
„ 3. bis 10. November,
„11. bis 16. November,
„ 17. bis 24. November,
6.
„ 26. bis 30. November.
In gleicher Reihenfolge und angemeſſenem Abſtande iſt
die polizeiliche Maß= und Gewichts=Reviſion
vorgeſehen.
Den Intereſſenten wird empfohlen, die den einzelnen Revieren
zugeteilten Friſten zu benutzen und ihre Gegenſtände tunlichſt zu
Anfang der einzelnen Zeitabſchnitte, und zwar an den
Vormit=
tagen einzuliefern; Nichteinhalten der Friſten hat verzögerte
Ab=
fertigung zur Folge.
Solche Meßgeräte, die wegen ihrer Größe oder Befeſtigung am
Aufſtelungsort oder aus ähnlichen Gründen nicht zum Eichamt
gebracht werden können, werden auf Antrag an ihrem
Aufſtellungs=
ort nachgeeicht. Hierfür ſind folgende Taue in Ausſicht genommen:
Für das 1. und 2. Polizeirevier der 23., 24., 26. Oktober,
„ 2., 3., 4. November,
,, 3. „ 4.
„ 5., 6. und 7 Polizeirevier der 26., 27, 28. November.
Für Eichung am Aufſtellungsort wird als Zuſchlag an dieſen
Tagen nur eine Ganggebühr von mindeſtens 1 Mk. erhoben,
wäh=
rend an anderen Tagen der geſetzlich vorgeſchriebene Zuſchlag von
mindeſtens 5 Mk. erhoben werden muß. Auch geht der Transport
der Eichnormale auf Koſten des Antragſtellers.
Außer den vorgenannten Gegenſtänden bedürfen bis längſtens
31. Dezember 1914 auch folgende der Nacheichung:
a) Die dem faßweiſen Verkauf dienenden Vierfäſſer, die nicht
das Jahreszeichen 13 oder 14 tragen;
b) die dem faßweiſen Verkauf dienenden Wein= oder
Obſt=
weinfäſſer, die nicht das Jahreszeichen 1912, 13 oder 14
tragen;
c) alle ortsfeſten Wagen und alle diejenigen von mehr als
3000 kg höchſter Tragkraft, wenn ſie nicht das
Jahres=
zeichen 1912, 13 oder i4 tragen.
Für dieſe Arten von Gegenſtänden gilt die Einteilung in
Po=
lizeirevieren nicht. Es bleibt den Beſitzern überlaſſen, die rechtzeitige
Nacheichung zu veranlaſſen.
e ee e
niſteriums des Innern vom 5. Zuk 1912 werden der beſonderen
Beachtung empfohlen.
Darmſtadt, den 29. September 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Vorſchriften für die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte.
§ 1. Die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte ſind verpflichtet:
1. dieſe Meßgeräte, ſofern ſie noch nicht geeicht ſind,
unverzüg=
lich eichen zu laſſen:
2. dafür zu ſorgen, daß die Meßgeräte, ſolange ſie im
eich=
pflichtigen Verkehr angewandt oder bereit gehalten werden,
innerhalb der Verkehrsfeblergrenzen richtig ſind und, ſobald
ſie dieſe Fehlergrenzen überſchreiten, aus dem eichpflichtigen
Verkehr entfernt werden;
3. dieſe Meßgeräte, auch wenn ſie geeicht und richtig ſind, in
den durch § 11 der Maß= und Gewichtsordnung beſtimmten
Friſten nacheichen zu laſſen, inſoweit ſie nicht von der
Nach=
eichungspflicht ausgenommen ſind.
§ 2. Die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte haben dieſe zum
Zweck der Neueichung oder Nacheichung an eine Amtsſtelle der
Eich=
behörden zu bringen und nach beendigtem Eichgeſchäft wieder daſelbſt
in Empfang zu nehmen. Die Rückſendung der vorgelegten
Meß=
geräte durch die Poſt oder Eiſenbahn kann nicht gefordert werden.
Geſchieht ſie trotzdem, ſo geht ſie, ebenſo wie die Verpackung der
Meßgeräte, auf Koſten und Gefahr des Beſitzers.
§ 3. Die Beſitzer haben ihre eichpflichtigen Meßgeräte zur
Eichung gehörig hergerichtet und gereinigt, ſowie mit den
erforder=
lichen und vorſchriftsmäßigen Stempelſtellen (Zinntropfen,
Eich=
pfropfen) verſehen, vorzulegen. Bei eichamtlichen Geſchäften
außer=
halb der Amtsſtellen haben die Antragſteller dafür zu ſorgen, daß
Eichmittel (Belaſtungs=, Prüfungsmaterial) und Arbeitshilfe
recht=
zeitig zur Verfügung des Eichbeamten ſtehen, und daß der
Auf=
ſtellungsort leicht gefahrlos zugängig und ſowohl räumlich wie in
anderer Beziehung ſo beſchaffen iſt, daß er für die ordnungsmäßige
Ausführung der Unterſuchung geeignet erſcheint. Bei Nichterfüllung
dieſer Verpflichtungen hat der Antragſteller keinen Anſpruch auf
eich=
amtliche Erledigung.
§ 4. Die Beſitzer nacheichpflichtiger Meßgeräte haben die ihnen
von den Eichbehörden ausgeſtellten Eich= und Befundſcheine bei
poli=
zeilichen Maß= und Gewichtsreviſionen, ſowie beim Nacheichtermin
vorzuzeigen.
Zu dieſem Zweck, ſowie auch zur Vermeidung von wiederholter
Anforderung eichamtlicher Gebühren ſind die genannten Scheine
ſorg=
fältig bis zur Nacheichung der darauf bezeichneten Meßgeräte
auf=
zubewahren.
§ 5. Es iſt verboten, an geeichten Meßgeräten nachträglich
Maße oder Teilungen oder Nebeneinrichtungen anzubringen, die die
ordnungsmäßige Anwendung und Wirkſamkeit beeinträchtigen können
und deren früheres Vorhandenſein die Eichung unzuläſſig gemacht
haben würde.
Solche Meßgeräte werden als ungeeicht betrachtet und
be=
handelt.
§ 6. Um die Weiterbenutzung unrichtiger, nicht mehr
berich=
tigungsfähiger Meſſinggewichte auszuſchließen, ſind die Eichämter
er=
mächtizt, ſolche Gewichte mit Zuſtimmung des Beſitzers gegen bare
Vergütung des Altmetallwertes zu dem vom Miniſterium des Innern
beſtimmten Sätzen einzubehalten. Ueber dieſe einbehaltenen Gewichte
iſt eine beſondere Nachweiſung zu führen, die zugleich die Luittung
(19262dfs
des Beſitzers über den Geldbetrag enthält.
Liſte der deutſchen Gefangenen.
Das Auswärtige Amt in Berlin hat ſich durch Vermittelung
der neutralen Botſchaften in Verlin mit den ſeindlichen Mächten
zwecks Aufſtellung und Austauſch von genauen Liſten der in
den einzelnen Staaten zurückbehaltenen Gefangenen und
Ver=
wundeten nach dem Prinzip der Gegenſeitigkeit in Verbindung geſetzt.
Etwaige Anfragen wegen deutſcher Gefangenen oder
Verwun=
deten, von denen man annimmt, daß ſie in feindlichem Gewahrſam
ſind, wollen an Großh. Kreisamt dahier (Neckarſtraße 3) unter
An=
aabe von Namen, Geburtsort und =Tag, Militärverhältnis und
Truppenteil, Ort der letzten Nachricht oder Angabe des Gefechts,
in dem die Gefangennahme oder=Verwundung ſtattfand, gerichtet
werden
(19119gik
Darmſtadt, den 24, September 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Impftermin.
Mittwoch, den 7. Oktober, ſowie an den beiden folgenden
Mittwochen, nachmittags von 2 bis 4 Uhr, finden in dem
Mädchenſchulhauſe Beſſunger Straße 67 öffentliche und
unentgelt=
liche Impf= und Nachſchautermine für die Kinder des Beſſunger
Stadtbezirks ſtatt.
Impfpflichtig ſind alle im vorigen Jahre geborenen, ſowie die
aus früheren Jahrgängen mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen
Kinder.
Ich mache noch beſonders darauf aufmerkſam, daß aus einem
Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Krupp, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen
oder die natürlichen Pocken herrſchen, die Impflinge zum allgemeinen
Termin nicht gebracht werden dürfen, und daß die Kinder zum
Impftermin mit reingewaſchenem Körper und mit reinen Kleidern
gebracht werden müſſen.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
(19379a
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 16. bis 30. September 1914:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 25.— bis 26.—
Korn
22.— „ 23.−
Gerſte
„ 21.50 „ 23.−
Hafer
23.− „ 24.−
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 11 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.50
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.-=
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.—
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 2. Oktober 1914.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Die Zahlung der rückſtändigen
Beträge für erſteigertes Heu= und
Futtergras von der ſtädtiſchen
Pallaswieſe, den früheren Beſſunger
Wieſen und verſchiedenen anderen
ſtädtiſchen Grundſtücken aus den
Verſteigerungen vom 4. Mai,
19. Mai, 4./5. Juni und 21.
Sep=
tember 1914 hat bei Vermeidung
des koſtenpflichtigen
Zwangsvoll=
ſtreckungsverfahrens bis längſtens
10. Oktober an den Werktagen
vor=
mittags von 8½ bis 12½ Uhr hier=
(19086a
her zu erfolgen.
Darmſtadt, 25. Seplember 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Mahnung
der Gemeindeſteuer.
Das Ende September ds. Js.
fällig geweſene 3. Ziel der
Ge=
meindeſteuer für 1914 iſt bis zum
10. ds. Mts. hierher zu bezahlen.
Geſchieht dies nicht, dann wird
das koſtenpflichtige
Zwangsvoll=
ſtreckungsverfahren eingeleitet und
es werden vom 12. Oktober ab
Pfandkoſten erhoben.
Dieſe öffentliche Mahnung tritt
mit Genehmigung Großh.
Mini=
ſteriums des Innern für die Dauer
der Kriegszeit an Stelle der
ſeit=
herigen Zettelmahnung.
Darmſtadt, 2. Oktober 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (19381a
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter A
wurde heute bei der Firma Ph.
Heil Söhne in Eberſtadt
folgen=
des eingetragen;
Die offene Handelsgeſellſchaft iſt
ſeit 1. Auguſt 1914 aufgelöſt.
Ge=
ſchäft und Firma iſt mit Aktiven
und Paſſiven übergegangen auf
den ſeitherigen Geſellſchafter Auguſt
Heil, Papierfabrikant in
Darm=
ſtadt. Dieſer führt das Geſchäft
unter der ſeitherigen Firma als
Einzelkaufmann weiter. (19407
Darmſtadt, 30. September 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Dunger=Verſteigerung.
Dienstag, 6. Oktober 1914,
vormittags 9½ Uhr,
wird auf dem Hofe der neuen
Trainkaſerne in der Eſchollbrücker=
(19345
ſtraße die
Matratzenſtreu
der 4. Eskadron meiſtbietend
ver=
ſteigert.
Train=Erſatz
Abteilung 18.
Dünger u. Pfuhl
jedes Quantum, zu ermäßigten
(18618a
Preiſen.
Schlachthof.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Nummer 272.
Einquartierung.
Eine etwaige Vergütung für geleiſtete Quartiere ſowie für
Verpflegung einquartierter Mannſchaften (Offiziere verpflegen ſich
auf eigene Koſten) wird ſpäter nur dann gewährt, wenn die
Quartier=
ſcheine innerhalb der nächſten 10 Tage nach Abgang der
Mann=
ſchaften dem ſtädtiſchen Einquartierungs=Ausſchuß, Stadthaus,
Zim=
mer Nr. 23, zur Anerkennung vorgelegt werden.
Umquartierung von Mannſchaften, die länger als 8 bis
10 Tage in einem und demſelben Quartier lagen, wird auf
Nach=
ſuchen und Vorlage des Quartierſcheines durch den vorſtehend
bezeichneten Ausſchuß vorgenommen.
Darmſtadt, den 7. September 1914.
(18431a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Offenlegung der Urliſte für die Wahl der
Schöffen oder Geſchworenen.
Die Urliſte derjenigen in der Stadt Darmſtadt
wohn=
haften Perſonen, die zu dem Amte eines Schöſſen oder
Ge=
ſchworenen berufen werden können, liegt vom 5. Oktober d. J.
an eine Woche lang während der gewöhnlichen Geſchäftsſtunden
im Stadthauſe, Rheinſtraße 16/18, Zimmer Nr. 21, offen. In der
angegebenen Zeit kann jedermann die Liſte einſehen und gegen die
Richtigkeit oder Vollſtändigkeit derſelben ſchriftlich oder zu Protokoll
(19705sd
Einſprache erheben.
Darmſtadt, den 2. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahreswechſel bringe ich
nachſtehen=
des Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis. Wenn nicht anderes
ver=
einbart iſt, iſt für die Dauer der ſtatutariſchen Räumungsfriſten
Mietzins an den bisherigen Vermieter nicht zu entrichten.
Darmſtadt, den 29. September 1914.
(19270dfs
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach
An=
hörung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J. 37271
folgendes Ortsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in Kraft
treten.
§ 1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
vierteljahres, ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
durch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des
folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des
folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
beendet ſein.
§ 2. Die im §1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
der Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und
et=
waigem Zubehör beſtehen, zwei Zimmer,
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr
mit=
tags, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Miet=
verhältniſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen,
ſo finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
ver=
tragsmäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2
bezeich=
neten Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§1, 2 die Räumung
ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
-
Lieferung
von Weißzeug, Bettwerks= und Kleiderſtoffen, Wolle uſw. für
das ſtädt. Pfründnerhaus u. das ſtädt. Armenhaus zu Darmſtadt.
Es ſollen die nachverzeichneten Gegenſtände auf dem
Verdingungs=
wege angeſchafft werden, nämlich:
100 m weiß. Leinen zu Bettüchern 50 m Baumwollſtoff zu Schürzen
50 „
60 „ Wergleinen
„ Windeln
100 „ blaugeſtreiftes Leinen zu 100 „ Oxfordſtoff zu Nachtkitteln
Bettbezügen
100 „ Oxfordſtoff zu Hemden
100 „ rotkar. Baumwollſtoff zu 75 „ Druckzeug zu Frauenkleid.
Bettbezügen
150 „ graues Köperfutter
50 „ weißes Gebildleinen zu 150 „ Schocktuch zu Putzlumpen
Handtüchern
50 „ Baumwollſtoff zu
Männer=
kleidern
75 „ Werggebildleinen zu
Hand=
tüchern
36 Paar Unterhoſen für Männer
6 Dutz. Taſchentücher f. Männer
50 „ graues Gebildleinen zu
Küchenhandtüchern
6 Dutz. Taſchentücher für Kinder
50 „ Moltonſtoff zu Unterlagen 15 kggraue Wolle zu Strümpfen.
50 „ blaues Leinen zu Schürzen
Wir laden Lieferungsluſtige ein, ihre mit Aufſchrift verſehenen
Angebote verſchloſſen am Mittwoch, den 14. Oktober 1914, bei
dem unterzeichneten Amt, Waldſtraße 6, Zimmer 13, einzureichen.
Muſterſtücke ſind bei dem Oberverwalter der ſtädt. Armenanſtalten,
Frankfurterſtraße 35, abzugeben, der jede gewünſchte Auskunft erteilt,
auch Muſter uſw. vorlegen wird.
Die Preiſe ſind nur in dem Angebot und nicht auf den
einzu=
reichenden Muſterſtücken anzugeben.
Die Muſterſtücke ſollen mit einem Zeichen verſehen ſein, das
auch in dem Angebot enthalten ſein muß. Das Zeichen darf nicht
ſo gewählt werden, daß aus ihm die anbietende Firma erkennbar iſt.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1914.
Städtiſches Armen= und Fürſorgeamt.
J. V.: Hopp.
(19395sd
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Vom 7. Oktober d. J. an müſſen die im Stadtwald geleſenen
ausgereiften braunen Saat=Eicheln bei den ſtädtiſchen Forſtwarten
Herrn Lehr (Klappacherſtraße 84) und Hofmann (Hirſchköpfe) gegen
Vergütung von 10 Pfg. pro Kilo abgeliefert werden. Die
Erlaub=
nisſcheine zum Leſen ſind bei den genannten Forſtwarten unent=
(19338sm
geltlich zu haben.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Danchaeasttuck UndSndnse &
Zndgraf Philinn=Anlage6
Wilhelminenstrasse 74
Wir übernehmen die Aufbewahrung und Verwaltung
von Wertpapieren aller Art in offenen Depots
(Vermögensverwaltungen).
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Stets in grosser
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wahl vorrätig:
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von den einfachsten bis
zu den besten.
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Sämtliche Zubehörartikel.
Matratzen, Deckbetton,
Kissen, Federn, Halbdaunen,
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Ware. (10458a
Minderwertige Ware führe ich nicht.
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am Rathaus
Telephon 711 — Markt 10
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
Getragene Uniform=
und Ausrüſtungsſtücke
insbeſondere Mäntel, Revolve
und Ferngläſer, für bedürftige
Landſturmleute, werd. als
Liebes=
gaben dankend entgegengenommen
von der
* (19259ds
Kaſſenverwaltung des Landſturm=
Inf.=Bataillons II Darmſtadt.
Sadelloſer Anzug u. Ueberzieher
für Jüngling v. 15-17 Jahren;
Bett, Nachttiſch, Schränkchen
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billig abzugeben.
Eckhardtſtraße 5, 3. Stock.
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Gehackte Koteletts und gerollten
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vorrätig. Täglich frisch:
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gekröse, Lungen, Leber, Herzen etc.
Im Beſchlagen von Pferden
geübte Zivilſchmiede (19371
wollen ſich dem Erſatz=Pferdedepot XVIII. Armee=Korps — neue
Trainkaſerne — gegen gute Bezahlung zur Verfügung ſtellen.
Erſatz=Pferdedepot XVIII. Armeekops.
Verſteigerungs=Anzeige.
Dienstag, den 6. Oktober, nachmittags 4 Uhr, verſteigere
ich im Pfandlokal Ludwigshöhſtraße 4 meiſtbietend gegen gleich
bare Zahlung:
1. Eine Doppelflinte für Schrot und Kugel nebſt einem
Doppelſchrotlauf extra;
2. eine Schrotflinte mit Doppellauf.
(Beide Gewehre ſind noch ſehr gut erhalten.)
Darmſtadt, 2. Oktober 1914.
Nelle, Pfandmeiſter.
19336)
Darmstädter Pädagogium.
Vorbereitung zum Einjährigen=, Primaner=,
Fähnrichs= und Abiturienten=Examen
Bis jetzt beſtanden: 75 Abiturienten, 60 Primaner,
63 Einjährige u. v. a.
(B18786
M. Eliss, Herdweg 56½.
Nächhllfe=Schule
Hermannſtraße 6
Arbeitsſtunden ℳ X X Nachhilfe=Kurſe.
Für Sextaner — Oberſekundaner (einſchl.) aller hieſigen höh. Schulen.
— Beſter Erſatz für teuere Privatſtunden. —
Die Schüler werden nicht nur einfach überwacht. Nichtverſtandenes
durch Fachlehrer erklärt. Erziehung und Gewöhnung zu ſelbſtändigem
Arbeiten (Arbeitsprinzip).
Beginn: 15. Oktober.
Näheres durch den Leiter.
(B1930
Köbelſeminar Heidelbergerſtraße 43.
Zur Ausbildung von Erzieherinnen und
Jugend=
leiterinnen, Abſchlußprüfungen unter Leitung eines
ſtaatlichen Prüfungskommiſſars. Haushaltungsſchule,
Kindergarten. Penſion im Hauſe. Näheres durch die
B19001)
Leiterin E. Klenner.
Pensionat Ross
Friedrichſtraße 13, I.
nimmt noch einige Damen auf.
Nach Wunſch gewiſſenhafter Unterricht in ſämtlichen Lehrfächern.
Für die Kriegsdauer
(19094a
auch vorübergehende Aufnahme von Penſionärinnen.
Kurhaus Michelstadt 1. O.
für Nervöse und Erholungsbedürftige
bleibt geöffnet.
Prospekt verlangen.
(18819a
Hausbeſitzer!
Wir erſuchen hiermit alle Hausbeſitzer
(Mitglieder und Nichtmitglieder), denen
Schwierigkeiten bei der
Hypothekenzins=
zahlung durch Ausbleiben der
Mietein=
gänge infolge des Krieges entſtehen, und die
eine gütliche Einigung mit ihren
Hypotheken=
gläubigern nicht erzielen, ſich an unſere
Ge=
ſchäftsſtelle, Wilhelminenſtraße 19, zu
wenden.
(19365
Darmſtädter Hausbeſitzer=Verein, E. 9.
Nummer 272.
Darmſtadter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Seite 13.
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Anzeiger
erſcheint 2mal wächentlich in der Auflage von 17200 Exemplaren,
bietet ſomit die größte Gewähr für erfolgreichſte Bekanntmachung von Vermietungs=Anzeigen. — Für den Wohnungs=Anzeiger beſtimmte Anzeigen müſſen ſtets tagsvorher
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Nummer 272.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914.
Seite 15.
Stimmen aus dem Publikum.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
kinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
* Die Belagerungsarmee vor Antwerpen, bei der ſich
auch viele Heſſen befinden, bittet ſehr, einen Auto=
Liebes=
dienſt zu organiſieren, der zweimal wöchentlich Briefe und
kleinere Sendungen von der Heimat bringen könnte. Vor
Antwerpen liegen auch Crefelder Truppen, für die infolge
einer Aufforderung in der Crefelder Zeitung viele
Liebes=
gaben eingegangen ſind. Es wäre dies hier vielleicht
auch möglich.
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Preiſe: 1. Qual. pro 50 Kilogramm Schlachtgewicht 66
Mk., 2. Qual. 65 Mk., 3. Qual. 64 Mk. Marktverlauf:
Mäßig; Ueberſtand. — Kälbermarkt am 2. Okt. Auftrieb
73 Kälber, 1 Schaf, 2 Ziegen. Preiſe 1. Qual. pro 50
Kilogramm Lebendgewicht 64 Mk., 2. Qual. 62 Mk.,
3. Qual. 60 Mk. Marktverlauf: Lebhaft.
— Frankfurt a. M., 1. Okt.
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hof=Marktbericht. Auftrieb: Rinder 125,
(Ochſen 29, Bullen 7, Kühe 89), Kälber 669, Schafe 289,
Schweine 1420. Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht
(Schlachtgewicht) in Mark: Kälber a) 58—62 (96—103),
b) 52—56 (88—95), c) 48—52 (81—88). Schafe a) 41—44
(90—93), b) 34—35 (80—83). Schweine a) 51—58 (66—68)
b) 51½—53 (65—67), c) 52—54 (65—68), d) 52—54 (65—68)
Marktverlauf: Kälber, Schweine lebhaft, Schafe ruhig,
wird geräumt.
— Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Neue Zugänge.
Antin, Vom Ghetto ins Land der Verheißung. Le 33.
Bonde, Fräulein Kapitän. b 308/2. Bunſen, Im
Ru=
derboot durch Deutſchland. Cd 237. Cacciatore, Dir
zum Gruß. Hiſtor. Roman aus dem Elſaß. e 88.
Ca=
ſtelli, Aus dem Leben eines Wiener Phäaken. Le 40
Deſſauer, Die Fauſt am Pickel. Cd 209. Dumbrava, Der
Pandur, Geſchichte des rumäniſchen Volksaufſtandes 1821.
d 150/3. Enking, Ach ja, in Altenhagen. e 45/4.
En=
king, Matthias Tedebus, der Wandersmann. e 45/3.
Ethel, Vierzig Jahre im Dienſte der Kunſt. Le 28.
Feuer=
bach, Henriette, Ihr Leben in Briefen. Le 79/3.
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ricke, Meeresfiſche. Dz 229. Frey, Die Jungfer von
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Der große Krieg in Deutſchland. h 128/4—5.
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frau. Bk 16. Meinhold, Wilhelm II., 25 Jahre Kaiſer
und König. Lw 123. Naumann, Das blaue Buch von
Vaterland und Freiheit. Fo 9/2. Niemann, Die Muſik
ſeit Richard Wagner. Kt 211. Oberländer, Herbſtblätter.
Dz 755. Puttkamer, Gouvernementsjahre in Kamerun.
Cf 242. Rohrbach, Die Geſchichte der Menſchheit. B 172.
Schmoller, Charakterbilder. L. 95. Simmel, Goethe, Lg
108. Storm, Gertrud, Theodor Storm. Ein Bild ſeines
Lebens. Lſ 191/2. Trierenberg, Togo, die Aufrichtung
der deutſchen Schutzherrſchaft und die Erſchließung des
Landes. Cf 245. Vogelſang, Der junge Flugzeugbauer.
Ev 88/1—2. Voßberg=Rekow, Die Revolution in China,
ihr Urſprung und ihre Wirkung. Ca 217. Weber, Carl
Maria, Ein Lebensbild. Lw 116/2. Weinel, Johann
Gottlieb Fichte. R 4/10. Werner, im Boot auf dem
Ozean. w 147/3. Wette, Wunderliche Heilige. w. 23/4.
Wygodzinski, Wandlungen in der deutſchen
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ſchaft. Fn 116. Zimmermann, Neu=Kamerun. Ef 244.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 3. Oktober 1914
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