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1777. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Das Großherzogspaar wird ſich am Mittwoch, den
3. Juni, nach München begeben, um dem bayeriſchen
Königspaare einen Gegenbeſuch abzuſtatten. Die
Rück=
kehr erfolgt am Freitag.
Die Stadtverordneten=Verſammlung
be=
willigte geſtern als Zuſchuß zu den
Frühlingsfeſt=
ſpielen 10000 Mark.
*Das Ergebnis der Rote=Kreuz=Sammlungen
in Darmſtadt beträgt 13187 M. 35 Pfg.
Der Kaiſer ließ ſämtliche Paraden in Potsdam,
Berlin und den Vororten abſagen.
In Aichach wurde geſtern die Achthunde
rtjahr=
feier der Burg Wittelsbach begangen.
In der geſtrigen Sitzung der griechiſchen Kammer erklärte
der Miniſter des Aeußern, daß Griechenland
niemals daran gedacht habe, die ägäiſchen
Inſeln preiszugeben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Die Wahl des Fürſtbiſchofs
von Breslau und die
Gewerk=
ſchaftsfrage.
Die Wahl des Biſchofs Bertram von
Hil=
desheim zum Fürſtbiſchof von Breslau wird ſtellenweiſe
als ein Sieg der Kölner gegenüber den Berlinern
aufgefaßt, weil der Hildesheimer Biſchof ein Freund der
rinterkonfeſſionellen Gewerkſchaften ſei, und vatikaniſche
Berichterſtatter von wenig erprobter Zuverläſſigkeit
mel=
aden, daß der Papſt im Kardinals=Konſiſtorium eine An=
Sſprache gehalten habe, worin er erklärte: die bisher
ge=
rduldeten interkonfeſſionellen Gewerkſchaften ſollten
künf=
tig erlaubt ſein. Wer ſich an die Kundgebung der Köl=
Ener Biſchofskonferenz vom 14. Februar ds. Js.
Terinnert, die auch der Biſchof von Hildesheim
unterzeich=
net hat, wird das Ergebnis der Breslauer Biſchofswahl
Fmit etwas mehr Zurückhaltung beurteilen. Denn, jene
* Kölner Kundgebung hat nochmals ſcharf hervorgehoben,
„daß die interkonfeſſionellen Gewerkſchaften „geduldet” ſeien
jund gleichzeitig die alleinige Zuſtändigkeit des Papſtes
(zur authentiſchen Auslegung der Gewerkſchafts=Enzyklika
Lausdrücklich anerkannt. Die einſchlägigen Stellen der Köl=
Uner Biſchofskundgebung lauten wörtlich:
„Wo katholiſche Arbeitervereine die zugleich den
ge=
werkſchaftlichen Intereſſen der arbeitenden Klaſſen dienen,
mit einem zum Schutz der wirtſchaftlichen Intereſſen
ge=
nügenden Erfolge eingeführt ſind oder friedlich eingeführt
werden können, da wäre es in keiner Weiſe zu billigen,
daß katholiſche Arbeiter ſich interkonfeſſionenen
Gewerk=
ſchaften anſchlöſſen. Wo dies nicht der Fall iſt, hat der
Heilige Stuhl in wohlwollender Berückſichtigung der
ört=
lichen und der allgemeinen Verhältniſſe die Duldung
und Erlaubtheit der Mitgliedſchaft von Katholiken
zu den in Deutſchland beſtehenden chriſtlichen
Gewerkſchaf=
ten unter jenen beſonderen Vorſichtsmaßregeln
ausgeſprochen, die der Stellung und Pflicht des
Hirten=
amts entſprechen. Von allen Katholiken erwarten wir,
daß ſie dem Heiligen Vater dankbar ſind für die
autorita=
tive Feſtſtellung dieſer Vorſichtsmaßregeln, und daß ſie
ſich jedweder Aeußerung enthalten, die mit dem Gehorſam
eines treuen Katholiken unvereinbar wäre, In derfelben
Ehrſurcht und Dankbarkeit erkennt auch der Epiſkopat an,
daß dieſelbe höchſte Autorität, die ſolche Normen
aufge=
ſtellt hat. zur authentiſchen Auslegung derſelben allein
zu=
ſtändig iſt.
Es iſt nicht anzunehmen, daß der Papſt in einer
kur=
zen Spanne Zeit von der hier nochmals bekräftigten „
Dul=
dung” der interkonfeſſionellen Gewerkſchaften dazu
über=
gehen werde, ſie zu „erlauben‟. Die Wahl des
Hildes=
heimer Biſchofs zum Nachfolger Kardinal Kopps bedeutet
jedoch trotzdem ein gewiſſes Entgegenkommen des
Vati=
kans in der Gewerkſchaftsfrage. Denn dieſe Wahl, die
bekanntlich der päpſtlichen „Konfirmation” bedarf, bezeugt
die Geneigtheit der Kurie, auf dem Breslauer
Biſchofs=
ſſitze nicht länger einen Gegner der interkonfeſſionellen
Ge=
werkſchaften, wie Kardinal Kopp es war, ſehen zu wollen.
Das iſt ſicherlich ein bemerkenswerter Vorgang. Hat doch
Kaplan Graf Strachwitz in der großen Verſammlung der
„Berliner” vom 17. Februar ds. Js. öffentlicht mitgeteilt,
daß Kardinal Kopp ſeine Zuſtimmung zu der von Biſchof
Schulte abgefaßten Erläuterung der Gewerkſchafts=Enzy=
klika „im Einvernehmen mit dem Herrn
Kardinalſtaats=
ſekretär in Rom”, und „in Uebereinſtimmung mit dem
Heiligen Vater” zurückgezogen habe. Verzichtete alſo der
Vatikan darauf, einen Gewerkſchaftsfeind wie Kardinal
Kopp die Leitung der Diözeſe Breslau übernehmen zu
laſ=
ſen, ſo lenkte er damit in der Gewerkſchaftsfrage ohne
Zweifel ein. Ueber den Grund dieſes Einlenkens gibt die
Haltung des ſchleſiſchen Klerus Aufſchluß, der ſich während
der letzten Wochen ſeiner überwältigenden Mehrheit nach
gegen die Berliner ausgeſprochen hat. Angeſichts einer
derartigen Haltung der ſchleſiſchen Geiſtlichkeit hat der
Va=
tikan es offenbar für ratſam gehalten, den Umſtänden
Rech=
nung zu tragen. Man braucht dieſes Einlenken nicht zu
unterſchätzen, aber man wird es auch nicht überſchätzen,
wenn man ſich die Kundgebung der Kölner
Biſchofskon=
ferenz vom 14. Februar ds. Js. vor Augen hält.
Beginnende Klärung.
** Die amtlichen Mitteilungen, die in der
öſter=
reichiſchen Delegation und in der
italieni=
ſchen Kammer über die albaniſchen Vorgänge
gemacht worden ſind, haben die Klärung des neueſten
Abſchnittes der albaniſchen Frage eingeleitet. Das gilt
weniger von dem Aufſtande ſelbſt und ſeinen
unmittel=
baren Folgen, als von der Politik der nächſtbeteiligten
beiden Großmächte. Für die Geſtaltung der
internatio=
nalen Lage iſt aber letzteres die Hauptſache. Darum muß
es mit ungeteilter Genugtuung begrüßt werden, daß aus
den Erklärungen Oeſterreich=Ungarns und Italiens der
feſte Wille hervorgeht, den Sturz Eſſad Paſchas nicht zum
Ende der Einigkeit beider Mächte in der albaniſchen Frage
werden zu laſſen. Hierauf hatte es eine chauviniſtiſche
Zeitungshetze in Durazzo nicht minder abgeſehen, als
Eſſad Paſcha nach ſeinem Sturze ſelbſt. Indem die
Regie=
rungen der beiden verbündeten Mächte dieſem Treiben
ſchnell und energiſch ein Ziel ſetzen, erleichterten ſie dem
europäiſchen Konzert die Fortſetzung einer auf Erhaltung
des Weltfriedens gerichteten Politik, wie ſie ſich im
Ver=
lauf der Balkankriſis bisher bewährt hat.
Es kann den Eindruck der fortdauernden
öſterreichiſch=
italieniſchen Einmütigkeit nur verſtärken, wenn ſie nicht
bloß in allgemeinen Wendungen betont, ſondern auch durch
die Bekanntgabe der einzelnen Ergebniſſe des
beiderſeiti=
gen Meinungsaustauſches veranſchaulicht und bekräftigt
wurde. An der Spitze dieſer Ergebniſſe ſteht das
Bekennt=
nis zu dem Entſchluß, die Feſtigung des albaniſchen
Staates und der Autorität des Fürſten wie bisher zu
wün=
ſchen. Der Erreichung dieſes Zieles ſoll grundſätzlich kein
militäriſches Eingreifen dienen; vielmehr will man die in
Durazzo gelandeten Schutzwachen möglichſt bald
zurück=
rufen und ſie durch eine Abteilung der in Skutari
ſtehen=
den internationalen Truppen erſetzen, falls die anderen
Mächte damit einverſtanden ſind. Endlich ſoll die
inter=
nationale Kontrollkommiſſion, die an der friedlichen
Lö=
ſung der Epirusfrage wirkſam mitgearbeitet hat, die
alba=
niſche Regierung auch bei den jetzigen Schwierigkeiten
unterſtützen.
Dieſes albaniſche Programm Oeſterreich=
Ungarns und Italiens bezeugt von neuem, daß
beide Staaten einerſeits die augenblickliche Kriſis in
Al=
banien nicht zur Erlangung von Sondervorteilen
aus=
nützen, daß ſie aber andererſeits auf der Erhaltung
Al=
baniens als ſelbſtändigen Staates unbedingt beſtehen
wollen. Marcheſe di San Giuliano hat letzteren
Geſichts=
punkt mit beſonderem Nachdruck betont und es als ein
Lebensintereſſe Italiens bezeichnet, das
gegen=
wärtig in der Adria beſtehende Gleichgewicht gegenüber
jeder großen oder kleinen Macht zu erhalten. Dieſe
deut=
liche Warnung ſollte überall da beherzigt werden, wo die
Neigung beſteht, die jetzige Kriſis zu einer Erſchütterung
des mühſam geſchaffenen Gleichgewichts in der Adria zu
benutzen, mögen nun die, die anläßlich der obwaltenden
Wirren im Trüben fiſchen wollen, in Konſtantinopel oder
anderwärts ſich befinden. Die Warnung des Marcheſe di
San Giuliano darf ſodann auch von den aufſtändiſchen
Mittelalbaniern nicht überhört werden, die von einer
Rück=
kehr zur ottomaniſchen Herrſchaft oder von einer
Inter=
vention Europas gegen den Fürſten träumen. Haben ſich
die Aufſtändiſchen bisher bei den Verhandlungen mit dem
Fürſten anſcheinend ſehr unzugänglich gezeigt, ſo lag dies
wohl hauptſächlich daran, daß ihre verborgenen Führer
auf die Uneinigkeit Oeſterreichs und Italiens und die mit
einer ſolchen verbundenen Erſchütterung des europäiſchen
Konzerts rechneten. Die Erkenntnis, ſich darin getäuſcht
zu haben, führt hoffentlich ebenſo zur Beſonnenheit
zu=
rück wie die Erwägung, daß die eigene Freiheit weder
ohne Opfer an Gut und Blut noch ohne Unterordnung
unter den Träger eines einheitlichen Staatswillens
be=
hauptet werden kann.
Deutſches Reich.
— Künftige Reichstagsaufgaben. Es
dürfte vorausſichtlich erſt nach den großen
Bundesrats=
ferien ein Entſchluß darüber gefaßt werden, welche von
den Vorlagen, die durch den Seſſionsſchluß in die
Verſen=
kung verſchwunden ſind, wieder dem Reichstage vorgelegt
werden ſollen. Wie verlautet, beſteht aber darüber kein
Zweifel, daß das Geſetz über die Altpenſionäre und das
Rennwettgeſetz dem Reichstag ſofort nach ſeinem
Wieder=
zuſammentritt vorgelegt werden wird. Dagegen dürfte die
Beamtenbeſoldungsnovelle nicht ohne weiteres eingebracht
werden. In dieſer Frage dürfte wohl erſt ein
Meinungs=
austauſch zwiſchen Regierung und Seniorenkonvent
ſtatt=
finden, ehe ein Entſchluß darüber gefaßt wird, in welcher
Form der Entwurf dem Reichstage wieder zugehen ſoll,
da man unter allen Umſtänden vermeiden will, daß ſich
die Vorgänge aus der ſoeben beendigten Seſſion
wieder=
holen. Von weiteren wichtigen Vorlagen, die
vorausſicht=
lich dem Reichstag in ſeiner nächſten Tagung zugehen
werden, iſt in erſter Linie das Reichsbewirtſchaftungsgeſetz
zu nennen, das auch während der diesjährigen
Etatsbe=
ſprechung von den Rednern mehrerer Parteien
nachdrück=
lichſt verlangt wurde, und das Geſetz über die Aenderung
der Zollverwaltungskoſten der Bundesſtaaten.
Der Arbeitswilligenſchutz. Der neue
preußiſche Miniſter des Innern von Loebell ſprach im
preu=
ßiſchen Herrenhaus über den Arbeitswilligenſchutz und den
Kampf gegen die Sozialdemokratie. Herr von Loebell wies
auf den Beſchluß des Hauſes vom 12. März 1912 hin, der
die Regierung erſucht, alle Maßnahmen zum Schutz der
Ar=
beitswilligen zu treffen. Der Berichterſtatter hatte dann
noch ausgeführt, daß die Geſetzgebung nur als ultima
ratio in Frage käme. Am 10. Dezember vorigen Jahres
habe der Reichskanzler darauf hingewieſen, daß Abhilfe
geſchaffen werden könne, einmal durch Haftbarmachung
der Koalitionen und dann durch Verſchärfung des
Straf=
geſetzes. Ein verſchärfter Schutz ſei eine Notwendigkeit
aber gerade die Feſtſtellung des Begriffs „Terrorismus‟
werde die größten Schwierigkeiten bereiten; der Boykott
in den Werkſtätten würde nicht zu faſſen ſein; um ſo mehr
ſei es Pflicht, die beſtehenden Geſetze unnachſichtlich zur
Anwendung zu bringen und in erſter Linie dafür Sorge zu
tragen, daß bei Ausbruch von Streiks genügend
Polizei=
kräfte an Ort und Stelle gebracht werden; deshalb wurde
bereits in den großen Induſtriebezirken, wie in Eſſen uſw.,
die kommunale Polizei in die königliche umgewandelt.
So=
dann ſeien alle Vorbereitungen getroffen, um nach einem
bis in die Einzelheiten durchgearbeiteten Plan dafür
Sorge zu tragen, daß bei Ausbruch von Streiks ſofort aus
den nicht betroffenen Gegenden in die gefährdeten Bezirke
die nötigen Polizeikräfte geworfen werden können. Dieſe
Maßregeln hätten ſich bei dem großen Ruhrkohlenſtreik
bewährt. Der Miniſter führte weiter aus:
Es iſt nötig, darauf hinzuweiſen, daß Sitz und Kern
des Uebels nicht ſowohl in den Ausſchreitungen, die bei
Streiks entſtanden, zu ſuchen iſt, ſondern in der
fortgeſetz=
ten Agitation, die in den Fabriken und Werkſtätten von den
ſozialdemokratiſch organiſierten Arbeitern ausgeübt wird
Dort muß vor alln Dingen von den Arbeitgebern darauf
gehalten werden, daß der Terrorismus verhütet und ein
wirkſamer Schutz für die Arbeiter gegeben wird. Dieſe
Agitation wird meiſtens nicht mit ſogenannten geiſtigen
Wafſen geführt, ſondern mit ſehr fühlbaren körperlichen
Mitteln in Anwendung gebracht. Ich will darauf
hin=
weiſen, daß in letzter Zeit ein Großinduſtrieller, Herr
Freeſe, gerade darauf hingewieſen hat, daß die Arbeitgeber
der Sozialdemokratie viel zu früh das Feld geräumt haben,
und daß es an einem wirkſamen Schutz fehle. Mein
Amts=
vorgänger hat im Abgeordnetenhaus mit vollem Recht
darauf hingewieſen, daß der eigentliche Kampf um die
Seele und das nationale Empfinden des nichtverhetzten
Arbeiters in der Werkſtatt vor ſich gehe. In dieſem Kampf
einzugreifen, iſt Pflicht der Arbeitgeber, die ſich bisher
dem Kampf gegen die Sozialdemokratie ferngehalten
ha=
ben. Je mehr die Gefahr der Sozialdemokratie wächſt —
und daß ich ſie als eine ſchwere Gefahr anſehe, bedarf kaum
einer Verſicherung — je anſpruchsvoller ſie auftritt, um
ſo mehr iſt es Pflicht, daß ſich alle Kreiſe der bürgerlichen
Geſelſchaft zuſammenſchließen, um den Kampf
aufzuneh=
men, der uns letzten Endes nicht erſpart bleibt. Mit
bei=
ſpielloſem Geſchick hat die Sozialdemokratie es verſtanden,
bisber alle Organiſationen, auf die ſie Einfluß ausüben
konnte, ſich dienſtbar zu machen. Demgegenüber iſt die
bür=
gerliche Geſellſchaft erſt langſam zu einem Verteidigungs=
zuſtande übergegangen. Aber trügen die Zeichen der Zeit
nicht, ſo iſt doch gerade in neuerer Zeit die Ueberzeugung
von der Notwendigkeit des Kampfes, von der
Notwendig=
keit der Verteidigung in weite Kreiſe gedrungen, die
bis=
her noch in paſſiver Haltung bleiben zu ſollen geglaubt
haben. Dieſer Kampf kann nicht nur geführt werden nur
vom Staate, nicht allein durch Geſetze, nicht allein durch die
Polizei, ſondern er muß getragen werden von dem Willen
aller Kreiſe, die in unſerem Staatsleben unſerer
Mon=
aarchie, unſerer Religion die höchſten Güter ſehen, für die
zu kämpfen Pflicht jedes Staatsbürgers iſt. In dieſem
notwendigen Kampfe werden wir ſiegen, weil unſere Sache
gerecht, unſere Waffen rein und ſcharf ſind, und weil wir
für Ideale kämpfen, die noch immer unſerem Volke zum
Siege verholfen haben.
Gusland.
Ceſterreich=Ungarn.
Die öſterreichiſche Delegation nahm das
Heeresordinarium an. Im Laufe der Debatte fragte der
Abgeordnete Dr. Kramarc den Kriegsminiſter, ob die
Mel=
dung eines Peſter Blattes richtig ſei, daß das Miniſterium
militäriſche Vorbreitungen treffe, weil Serbien an der
Grenze Albaniens gewiſſe Vorbereitungen getroffen habe.
Kriegsminiſter Krobatin erwiderte, ihm ſei von
Vorberei=
tungen militäriſcher Natur nichts bekannt. Dieſe Meldung
ſei vollkommen aus der Luft gegriffen.
Kußland.
Die Budgetkommiſſion der
Reichs=
duma hat in geheimer Sitzung mehrere geheime
Geſetz=
entwürfe, darunter ſolche für Kredite zum Bau von
Torpe=
dobooten, für Verkehrsweſen und Luftſchiffahrt ange
nommen.
Serbien.
Die außerordentlichen Heereskredite.
Bei der Beratung der Geſetzesvorlage über die
außer=
ordentlichen Heereskredite in der Skupſchtina erklärte der
Finanzminiſter, es ſei unerläßlich, die dringenden
Heeres=
bedürfniſſe zu befriedigen. Die internationalen
Geldver=
hältniſſe ſeien indeſſen derart, daß zu einer neuen
Staats=
anleihe derzeit nicht geſchritten werden könne. Deshalb
müſſe bis zu einer Beſſerung des Geldmarktes für eine
proviſoriſche Deckung der Kredite geſorgt werden. Der
Kriegsminiſter Stefanowitſch verwies darauf, daß die
Ab=
gänge an Kriegsmaterial während der beiden Kriege
er=
ſetzt und Neuanſchaffungen gemacht werden müßten, da die
Armee infolge der Vergrößerung des Staatsgebietes
aus=
geſtaltet werden müſſe. Die Friedenskaders würden im
Laufe des nächſten Jahres auf 12 Diviſionen erhöht
wer=
den. Die Skupſchtina nahm in erſter Leſung die
Geſetzes=
vorlage mit 87 gegen eine Stimme an. Sodann wurden
die Geſetzesvorlagen über die Nachtragskredite für 1912
und 1913 angenommen.
Türkei.
Die Kammer nahm eine Reihe von Geſetzen an,
die bereits vorläufig in Kraft getreten waren,
insbeſon=
dere die Amneſtie für die Bevölkerung der zwölf Inſeln,
wie ſie ſchon im Vertrage von Lauſanne vorgeſehen war,
ferner die Aufhebung des Zollzuſchlags, der während des
Krieges gegen die Balkanſtaaten verfügt worden war.
Weiter bewilligte die Kammer drei proviſoriſche
Budget=
zwölftel. Die geſamten Ausgaben betragen 8 774 123
tür=
kiſche Pfund, von denen 2169198 Pfund für die Armee
und Marine beſtimmt ſind.
* Braunſchweig, 28. Mai. Das
Herzogs=
ſpaar wird am 5. Juni abends nach München zu einem
ſoffiziellen Beſuch des Königspaares von Bayern reiſen.
Am 7. Juni im Verlaufe des Nachmittags reiſen der
Herzog und die Herzogin nach Gmunden, woſelbſt ein
mehrwöchiger Aufenthalt in Ausſicht genommen iſt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. Mai.
Das Ergebnis der Rote Kreuz=Sammlungen
in Darmſtadt.
St. Im Sitzungsſaale des Stadthauſes fand geſtern
vormittag die Schlußſitzung des
Ortsausſchuſ=
ſes für die Sammlungen des Deutſchen Roten Kreuzes
1914 ſtatt. Den Vorſitz führte Herr Bürgermeiſter
Muel=
ler, der nach herzlicher Begrüßung der Erſchienenen vor
allem nochmals allen, die an den Sammlungen und
Ver=
anſtaltungen mitgewirkt haben, herzlichſten Dank
aus=
ſprach und beſonders die außerordentliche Hingabe,
Energie und Freudigkeit hervorhob, mit der die Damen
ſich den umfangreichen Arbeiten hingegeben haben. Die
Dankſagung wurde im einzelnen bereits veröffentlicht.
Der Vorſitzende verbreitete ſich dann über das
Er=
gebnis der Rote Kreuz=Sammlungen in Darmſtadt.
Danach ſtellt ſich das Geſamtergebnis wie folgt:
.. 15 028,25 Mk.
Die Einnahmen betragen
Die Ausgaben betragen
1840,90 „
ſomit Ergebnis 13187,35 Mk.
Im einzelnen dürfte folgendes intereſſieren:
Aus Eintrittsgeldern bei den Saalveranſtal=
3081,20 Mk.
tungen ſind eingegangen
Aus den Sammelbüchſen ſind eingegangen 6904,59 „
Aus Zeichnungen, kleineren Sammlungen uſw. 3795,44 „
Aus der Veranſtaltung im Orangeriegarten 1247,02 „
815,—
Die Ausgaben für Material betrugen
die Ausgaben bei den Saalveranſtaltungen 872.90
Die Ausgaben für Druckkoſten und
Abſchreib=
arbeit
. 169,—
Herr Miniſterialrat Dr. Kratz nahm danach
Gelegen=
heit, dem Leiter der ganzen Organiſation der
Samm=
lungen, Herrn Bürgermeiſter Mueller, für ſeine große
Arbeit herzlichſten Dank namens des Roten Kreuzes
aus=
zuſprechen. Damit war die Sitzung beendet
* Dementi. Vom Hofmarſchallamt wird der
Darmſt. Ztg. mitgeteilt, daß am hieſigen Hofe von
einem im Auguſt dieſes Jahres bevorſtehenden
Be=
uch des Zarenpaares in Darmſtadt nichts
bekannt iſt.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem vormaligen Mitglied der
Königlich Preußiſchen und Großherzoglich Heſſiſchen
Eiſenbahndirektion zu Mainz, Regierungsrat Johannes
Lorenz, aus Anlaß ſeines Ausſcheidens aus dem
genannten Eiſenbahndirektionsbezirk das Ritterkreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen und dem Oberbriefträger Friedrich Hartmann
in Lauterbach die Erlaubnis zur Annahme und zum
Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer,
König von Preußen, verliehenen Allgemeinen
Ehren=
zeichens in Silber erteilt.
* Schulperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Lehramtsaſſeſſor Matthäus
Mühleiſen aus Mainz zum Oberlehrer an der
Real=
ſchule zu Wimpfen, den Lehramtsaſſeſſor Heinrich
Scheerer aus Nieder=Breidenbach zum Oberlehrer an
der Oberrealſchule zu Alsfeld und den Lehramtsaſſeſſor
Guſtav Grimm aus Zellhauſen, Kreis Offenbach, zum
Oberlehrer ernannt. Uebertragen wurde dem Lehrer
Auguſt Beikler zu Zellhauſen, Kreis Offenbach, eine
Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Bieber, Kreis
Offen=
bach; dem Schulamtsaſpiranten Friedrich Peter Beltz
aus Frankfurt a. M. eine Lehrerſtelle an der Volksſchule
zu Ober=Beerbach, Kreis Bensheim.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Ergänzungsrichter Karl Auguſt Barthel
in Mainz zum Handelsrichter und den Kaufmann Lorenz
Eismayer in Mainz zum Ergänzungsrichter an der
bei dem Großh. Landgericht der Provinz Rheinheſſen
gebildeten Kammer für Handelsſachen mit dem Sitz in
Mainz für die Zeit bis zum 31. Dezember 1915.
* Konſulatsdienſt. Der zum mexikaniſchen
Vize=
konſul in Mainz ernannte Herr Bernhard Sauerwein,
dem namens des Reichs das Exequatur erteilt wurde, iſt
zur Ausübung konſulariſcher Verrichtungen im
Groß=
herzogtum zugelaſſen worden.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Gefangen=
aufſeher am Landeszuchthaus Marienſchloß Joſef
Hain=
ſtadt auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Juni
1914 an.
* Erledigte Stellen. Die mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Nieder=Seemen,
Kreis Schotten. Mit der Stelle iſt Organiſten= und
Vor=
leſedienſt verbunden. Dem Herrn Fürſten zu Stolberg=
Roßla=Ortenberg ſteht das Präſentationsrecht zu.
Die mit einem evangeliſchen Lehrer zu beſetzende
Lehrerſtelle zu Betzenrod, Kreis Schotten. Mit der
Stelle iſt Organiſten= und Vorleſedienſt verbunden. —
Die Stelle eines Steueraufſehers bei Großh.
Hauptſteuer=
amt Mainz. — Die Stellen zweier Steueraufſeher bei
Großh. Hauptſteueramt Worms.
* Zum Beſuch des Großherzogspaares in
München teilt die „Bayeriſche Staatszeitung”
folgen=
des Programm mit: Der Großherzog und die
Groß=
herzogin von Heſſen, die am Mittwoch, den 3. Juni,
nachmittags 3 Uhr 15 Min. zum Beſuche Ihrer=
Majeſtäten des Königs und der Königin in München
eintreffen, werden am Bahnhofe vom König und der=
Königin, den Prinzen des Königlichen Hauſes, ſowie
den Spitzen der Behörden feierlich empfangen. Eine
Ehrenkompagnie des Inf.=Leib=Regts. erweiſt auf dem
Bahnſteig die militäriſchen Ehren. In der Kgl.
Reſidenz werden die Prinzeſſinnen die hohen Gäſte
em=
pfangen. Dieſe werden die Gemächer im Königsbau
be=
wohnen. Um 6 Uhr findet Familientafel beim
König und der Königin in den Reichen Zimmern, um
8 Uhr eine Feſtvorſtellung („Der Liebhaber als
Arzt” von Wolff=Ferrari) im Kgl. Hof= und
National=
theater ſtatt. Am Donnerstag um 12¼ Uhr wird der
Großherzog dem Rathaus einen Beſuch abſtatten. Um
1 Uhr iſt Frühſtückstafel bei Sr. Königl. Hoheit dem
Kronprinzen Rupprecht, um 8 Uhr abends Galatafel
im Hofballſaale der Kgl. Reſidenz. Die Abreiſe der
Großherzoglichen Herrſchaften erfolgt am
Freitag mittags 12 Uhr 45 Min. Im Gefolge des
Großherzogs und der Großherzogin werden ſich
be=
finden: die Hofdamen Freiin von Nordeck und Freiin
von Bellersheim, Generaladjutant Generalleutnant von
Hahn, Oberhofmarſchall Freiherr von Ungern=Sternberg
und Oberhofmeiſter Freiherr von Leonhardi. Zum
Ehrendienſte beim Großherzog ſind General d. Inf.
von Brug, Chef des Ingenieurkorps, und Oberſt Steiner,
Kommandeur des 5. Inf.=Regts. Großherzog Ernſt
Ludwig von Heſſen” bei der Großherzogin Palaſtdame
Freifrau von Würtzburg und Kgl. Kämmerer Major a. D.
Heinrich Freiherr von Soden befohlen.
g. Strafkammer I. In der Nacht zum 17. Februar
kam es in der Alexanderſtraße zwiſchen Paſſanten und
ruſſiſchen Studenten zu einem Streit, bei dem der
Haus=
burſche Friedrich Maul einen Studenten mit einem
Gummiknüppel mißhandelte. Nachdem dieſer Vorfall
er=
ledigt war, verfolgte Maul die Studenten und verſetzte
einem zweiten Studenten von hinten wuchtige Schläge
über den Kopf, wobei ein Auge in Mitleidenſchaft gezogen
wurde. Das Schöffengericht hatte wegen der beiden
Vor=
älle auf eine Geſamtſtrafe von 3 Monaten 2 Wochen
Ge=
fängnis gegen Maul erkannt. Auf ſeine Berufung ſprach
ihn die Straſkammer im erſten Fall frei, da Notwehr
an=
genommen wurde. Wegen des zweiten Falles blieb es,
da M. vorbeſtraft iſt, bei den 3 Monaten
Gefäng=
nis — Im Oktober vorigen Jahres wurde der Wirt=
Müller von Lützel=Wiebelsbach vom Schwurgericht wegen
fahrläſſigen Falſcheids zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt,
der 49jährige Landwirt Johann Blitz der der Verleitung
des M. angeklagt war, wurde freigeſprochen. Infolge
jenes Schwurgerichtsurteils wurde nun geſtern vor der
Strafkammer im Wiederaufnahmeverfahren gegen Blitz
wegen Diebſtahls verhandelt. Der Sachverhalt iſt kurz
folgender: Der Angeklagte Blitz hatte im April vorigen
Jahres eine dem Gaſtwirt Müller gehörige Taſchenuhr
geſtohlen. Als er nach 14 Tagen zur Rede geſtellt wurde,
leugnete er zunächſt, brachte die Uhr jedoch noch am Abend
zurück. Er gab dem M. 100 Mark Schweigegeld, um die
Sache nicht zur Anzeige zu bringen, ein guter Freund
ſorgte aber, daß die Angelegenheit doch zur Kenntnis der
Behörden kam. In der Schöffengerichtsverhandlung in
Höchſt gegen Blitz wegen Diebſtahls beſchwor der Gaſtwirt
Napoleons erſte Gemahlin.
Zum hundertjährigen Todestage von Joſephine
Beauharnais (geſt. 29. Mai 1814).
Von Otto Richter=Blenkendorf.
(Nachdruck verboten.)
Vor einem Jahrhundert — im Frühlingsglanze des
Pfingſtfeſtes — erloſch ein Menſchenleben, das einen
unge=
ahnten Gipfel des Glückes erſtiegen hatte dann aber
herabgeſtoßen worden war von dieſer Höhe. Die einſt
von vielen beneidete ſtarb als eine von allen bedauerte
Frau. Solons Weisheitsſpruch, daß niemand vor ſeinem
Tode glücklich zu preiſen ſei, hatte ſich an ihr in
fürchter=
licher Weiſe bewahrheitet.
Joſephine Marie Roſe, Tochter des Hafenkapitäns
Taſcher de la Pagerie, war am 3. Juni 1763 auf der Inſel
Martinique geboren, und nichts ſchien bei ihrer Geburt
darauf hinzuweiſen, daß ſie einſt eine weltgeſchichtliche
Perſönlichkeit werden könnte. Mit fünfzehn Jahren war
ſie aus der Kolonie nach Paris gekommen und hatte dort
im folgenden Jahre ihren Landsmann, den Vicomte
Alexandre Beauharnais, geheiratet. Doch war die Ehe
nicht ſonderlich glücklich, wenn man auch der Frau
nach=
ſagen durfte, daß ſich ihre Gattentreue während der
Schreckenszeit der Revolution bewährt hatte, während
welcher ſie alles aufbot, ihren vor das Tribunal
gezoge=
nen Gatten zu befreien, ſo daß ſie ſelbſt infolge ihrer
ge=
wagten Schritte ins Gefängnis geworfen wurde.
Und während ſie, fern von ihren Kindern, im
Ge=
fängnis ſchmachtete, ward ihr Gatte hingerichtet. Sie
in=
deſſen erhielt ihre Freiheit zurück, ja ſogar einen Teil ihrer
Güter, da ſich Barras für ſie verwandte, der die ſchöne
Witwe und ihre Kinder in ſein Haus und ſeinen
beſonde=
ren Schutz nahm.
Dort lernte General Napoleon Bonaparte ſie kennen,
der ihr auf Barras Veranlaſſung einen Heiratsantrag
machte. Barras erkannte, daß Napoleon durch die
Hei=
rat mit einer reichen, in der Geſellſchaft bereits
eingeführ=
iten Dame Karriere machen könnte, und glaubte, auch
Jo=
ſſephine, die des Schutzes bedurfte, dieſen in der Ehe mit
dem tüchtigen Korſen am beſten gewähren zu können.
Und am 9. März 1796, an demſelben Tage, an dem
izwei Jahre zuvor ihr erſter Gemahl, der Vater ihrer Kin=
der, das Schafott beſtiegen hatte, wurde ſie Napoleons
Weib.
Es iſt zweifellos, daß Napoleon Joſephine ſehr
ge=
liebt hat. Aus Italien, wohin er bald nach ſeiner
Ver=
mählung ziehen mußte, ſchrieb er ihr liebeglühende Briefe
um ſie dann bald nachkommen zu laſſen, da er ſie nicht
mehr entbehren zu können vorgab. Aus der Beute, die
er in Italien gemacht, kaufte er ihr im Jahre 1797 Schloß
Malmaiſon, und dort weilte ſie dann, als Napoleon ſeinen
Kriegszug nach Aegypten machte. Dort ſoll freilich
Jo=
ſephine ſehr vergnügt gelebt haben, und Napoleon war
gewillt, ſich von ihr ſcheiden zu laſſen, als er aus Afrika
heimgekehrt war. Nach Meinung mancher freilich ſoll er
ſich nur ſo empört der Oeffentlichkeit gegenüber gezeigt
haben, ein Fußfall Joſephines vor ihm beſchwichtigte ihn
nur allzu ſchnell.
Napoleon wußte nur zu gut, daß Joſephines
geſell=
ſchaftliche Talente ihm noch ſehr förderlich ſein konnten.
Sie ſollte ihm noch den Weg zum Konſulat bahnen. Ihre
Feſte im Palais Luxembourg, zu denen ſich alle Welt
rängte, erwarben ihr und Napoleon die Gunſt der
Vor=
nehmen; ihre verſchwenderiſche Freigebigkeit verſchaffte
ihr die Liebe des niederen Volkes.
Und ſo galt ſie als guter Engel Napoleons, der des
Korſen glänzenden Aufſtieg begleitete. Die letzte Staffel
dieſes Aufſtiegs war keineswegs nach ihrem Wunſch. Sie
ſuchte den Gemahl von dem Streben nach der Kaiſerkrone
abzubringen, denn ſie war klug genug, ſich zu ſagen, daß
dieſes Ziel nicht zu ihrem eigenen Vorteil ſein konnte,
daß der Kaiſer an die Begründung einer Dynaſtie würde
denken müſſen, und daß ſie ihm dann im Wege ſtehen
würde.
Sie konnte es nicht hindern: am 2. Dezember 1804
ſetzte Napoleon ihr die Krone eigenhändig aufs Haupt,
und damit war das Glück ihres Lebens vorbei. Die letzten
zehn Jahre ihres Lebens waren trotz des anfänglichen
höchſten Glanzes, der auf ihren Scheitel gefallen, nicht die
freudvollſten ihres Daſeins.
Trotz ſeiner Liebe zu ihr ſuchte Napoleon nach
Grün=
den zu einer Scheidung und ſtellte ſchließlich die
Forde=
rung an ſie, ſie ſelbſt möge die Löſung der Ehe fordern.
Da ſie ſich entſchieden weigerte, dies Opfer zu bringen,
ließ er einfach durch Kabinettsbeſchluß die Löſung der
Ehe herbeiführen.
So zog Ende des Jahres 1809 Joſephine als
Ent=
hronte wieder in Schloß Malmaiſon ein, das ſie einſt
als Pfand jungen Eheglücks bezogen hatte. Die Liebe
Napoleons nahm ſie mit dorthin — er ſchrieb ihr die
zärt=
lichſten Briefe —, aber auch ein gut Teil ſeiner
Popula=
rität. Joſephine beſaß die Liebe des Volkes, das nach
Napoleons Scheidung Spottlieder auf ihn ſang.
Napo=
eon, der dieſe Popularität Joſephines kannte, war klug
genug, ſie öffentlich zu preiſen und ſie ihrer Nachfolgerin
als Vorbild darzuſtellen.
Joſephine aber trug ihr Schickſal mit Würde und
Klugheit. Sie hielt offen zu Napoleon, beſchäftigte ſich
in den erſten Jahren mit dem Ausbau und der
Verſchöne=
rung des Schloſſes Malmaiſon, und als der Stern
Na=
poleons verblichen und ſeine Gemahlin, die ſtolze
öſter=
reichiſche Kaiſertochter, ihn verlaſſen hatte, erbat ſie ſich
die Gunſt, den Gefallenen nach Elba zu begleiten, was
hr verwehrt ward.
Und die Beſieger Napoleons benahmen ſich voller
Achtung gegen die von ihm Verſtoßene. Sie empfing in
Malmaiſon „ganz Europa” Fürſten und Diplomaten, denn
ſie ſuchte aus dem Sturze für ihre Kinder und Enkel zu
etten, was möglich war.
Beſonders war es Zar Alexander I., den ſie, ohne ihm
zu ſchmeicheln, durch ihr wundervolles Benehmen
gefan=
gen nahm. Er erwirkte für Joſephines Tochter Hortenſe,
die entthronte Königin von Holland bei Ludwig XVIII.
ie Ernennung zur Herzogin von Saint=Leu, und ſicherte
o ihre Zukunft.
Glänzende Tage ſah in jener Zeit Schloß
Malmai=
ſon, nicht zwar übermütig luſtige Feſte, wie in der erſten
Zeit, da Joſephine auf Malmaiſon reſidiert hatte, aber
Tage, an denen man mehr mächtige Fürſten auf dieſem
Schloſſe ſah, als ſonſt irgendwo vereint waren. Aber mit
dieſen mächtigen Herren kam auch der machtvollſte
Herr=
ſcher der Erde zugleich: Seine Majeſtät der Tod. Bei
einem Gaſtmahl, das Joſephine dem Zaren gegeben, hatte
ſie ſich eine Halsentzündung zugezogen, und am 29. Mai
1814, einem Pfingſtſonntag, ſtarb ſie. Ihre Leiche ward
von einer ruſſiſchen Ehrengarde nach Rueil geleitet, wo
ſie in der Kirche beſtattet ward.
Das Schickſal hat es ihr erſpart, den fürchterlichſten
Sturz Napoleons mitzuerleben.
M., daß ihn Blitz vorher gefragt habe, ob er nicht einmal
tie Uhr für kurze Zeit bekommen könne. Daraufhin wurde
B. freigeſprochen, mußte jedoch 7 Wochen
Uneerſuchungs=
ſlaaft verbüßen, da gegen ihn nun wegen Verleitung zum
Meineid verhandelt wurde. In der erneuten
Verhand=
lung wegen Diebſtahls ſprach das Schöffengericht den Blitz
wiederum frei, weil es annahm, daß B. ſinnlos betrunken
Alvar. Der Angeklagte hat ſeinen Streich bereits ſchwer
tüüßen müſſen. Er nimmt es anſcheinend mit dem
Eigen=
ttmsbegriff nicht ſehr genau, denn wiederholt ſoll er ſich
im fremdem Eigentum vergriffen haben, obwohl er ſehr
teermögend iſt. Die Strafkammer erkannte auf 1 Woche
Gefängnis. — Der Hausburſche und frühere Techniker
Friedrich Pfeiffer von Eberſtadt wollte ſich Möbel
laufen und ließ ſich zu dieſem Zweck von einem Freund
tEnen Wechſel von über 500 Mark ſchreiben und den
ſamen eines Eſchollbrücker Händlers querſchreiben.
Der Schreiber, der angeblich die Bedeutung des
querge=
ſchriebenen Namens nicht kennen will, obgleich er ſich
Haufmann nennt, und eine kaufmänniſche Schule beſucht
hat, wird freigeſprochen, Pfeiffer erhält 4 Monate
Gefängnis.
— Vom Hoftheater. Am Pfingſtſamstag und
Pfingſt=
ſonntag bleibt das Hoftheater geſchloſſen, am Montag
irt auf Allerhöchſten Befehl eine Aufführung von Verdis
Aida” anberaumt, die ihren Feſtſpielcharakter durch die
Berufung Arthur Nikiſch’ als Dirigenten, durch die
Be=
ſetzung der Hauptrollen mit Ottilie Metzger=Lattermann
alls Amneris Gertrud Geyersbach als Arda, Charles
Dal=
niores als Rhadames und durch die vollſtändige
Neuaus=
ſtattung erhalten wird die in dekorativer Hinſicht von
Durt Kempin in koſtümlicher Hinſicht von Hans Müller
Hickler geſchaffen worden iſt. Am Dienstag läuft das
Vor=
beſtellungsrecht der Abonnenten für die Uraufführung von
Ottenheimers „Hans im Glück” ab Zu dieſer Premiere
legen aus der deutſchen Theaterwelt bereits zahlreiche
Unmeldungen vor, und auch das Publikum von Darmſtadt
und Umgebung bringt dem bedeutungsvollen Ereignis
ieges Intereſſe entgegen. Der Komponiſt wird ſein Werk
ſelbſt dirigieren, die ſzeniſche Leitung hat Regiſſeur
Har=
recht. Neben den weltberühmten Gäſten Mizzi Günther,
Mimi Marlow, Hubert Mariſchka und Max Pallenberg,
die bereits dieſer Tage zu den letzten Enſembleproben hier
fintreffen, wirken die erſten Soliſten unſerer Bühne, die
Oamen Gothe Müller=Rudolph, und die Herren Harprecht,
Baumeiſter, Jordan, Jürgas, Bertram und andere in
kleineren Rollen bereitwilligſt mit. Da auch die heutige
12. Auführung der Poſſe „Filmzauber” ſchon ſeit
einigen Tagen bis auf wenige Plätze ausverkauft iſt, hat
die Generaldirektion eine letzte Wiederholung dieſes Werks
zu Volksvorſtellungspreiſen auf den 3.
Pfingſt=
feiertag — Dienstag, den 2. Juni, angeſetzt, den
Vor=
verkauf hat bis zum Tage der Vorſtellung das
Verkehrs=
bureau.
Rh. Von der Techniſchen Hochſchule. Für das
Stu=
dienjahr 1914/15 ſtellt die Abteilung für
Architek=
ur an der hieſigen Techniſchen Hochſchule folgende
inter=
iſſſante Preisaufgabe für die ein Preis von 140
Mark (einſchließlich 40 Mark aus der Diehl=Stiftung)
wewährt wird. Auf dem Marienplatz in
Darm=
ſradt ſoll eine evangeliſche Garniſonskir che
mit einem Glockenturm erbaut werden. Die Kirche iſt für
1500 feſte Sitze einzurichten, von denen 500 bis 600 auf
Emporen untergebracht werden dürfen. — Die
Preisauf=
abe der Ableilung für Ingenieurweſen für das
Studienjahr 1914/15 (Preis 100 Mark) lautet: Zur
Herab=
utinderung des Verſchleißes an den
Schienenbefeſtigungs=
teilen beim Oberbau auf Holzſchwellen ſoll eine Trennung
der Befeſtigung einerſeits zwiſchen Schiene und
Unter=
lagsplatte, ſowie andererſeits zwiſchen Unterlagsplatte
und Schwelle angeſtrebt werden. Gleichzeitig ſoll eine
ſſtere Verbindung der Schienen mit den ausreichend zu
beemeſſenden Unterlagsplatten erzielt werden. — Die
Ab=
reilung für Maſchinenbau hat folgende
Preis=
aufgabe geſtellt (Preis 100 Mark): Unter Anwendung auf
ein beſtimmtes Beiſpiel ſollen die Beanſpruchungen der
Pleuelſtangen eines neueren ſchnellaufenden
Automobil=
motors genau unterſucht werden. — Für die
Pfingſt=
ferien ſind folgende Termine feſtgeſetzt: Freitag, den
29. Mai, Schluß, und Dienstag, den 9. Juni, Wiederbeginn
der Vorleſungen und Uebungen. Während der Ferien
wird die Hochſchule um 8 Uhr vormittags geöffnet und
abends um 7¼ Uhr pünktlich geſchloſſen. Am Samstag,
den 30. Mai, wird das Portal der Hochſchule um 1 Uhr
geſchloſſen.
Jubiläum. Am zweiten Pfingſtfeiertage begeht
Herr Hochbauaufſeher Creter ſein 25jähriges
Jub=
läum als Lehrer an der Handwerkerſchule (Annaſtift
Zeſſungen.
* Beerdigung. Unter zahlreicher Beteiligung fand
am Mittwoch nachmittag auf dem Beſſunger Friedhofe die
Beſtattung der irdiſchen Hülle der in weiten Kreiſen
unſe=
ver Stadt bekannt und beliebt geweſenen Handelslehrerin
Clara Eppert ſtatl. Die Verblichene erwarb ſich
durch ihr ſtets freundliches, liebevolles und hilfsbereites
Weſen die Zuneigung und Verehrung ihrer in den langen
Jahren der Tätigkeit gehabten Schüler und Schülerinnen.
War ſie es doch, die am hieſigen Platze die Gabelsberger
Stenographie ſeit längeren Jahren unter den Damen
ein=
geführt hat. Daraus erfolgte dann die Gründung des
„Gabelsberger Damen=Stenographen=Vereins” zu deſſen
Ehrenvorſitzende ſie ſpäter ernannt wurde. Ebenſo hat die
Verſtorbene durch die Erteilung von
Schreibmaſchinen=
unterricht ſowohl ſtaatlichen Behörden als auch
kauf=
männiſchen Betrieben ſchätzenswerte Kräfte zugeführt.
Bei Veranſtaltung von Vereins=Feſtlichkeiten hat
Fräu=
lein Eppert ſtets gerne mitgewirkt und ihre Kräfte zur
Ver=
ſchönerung zur Verfügung geſtellt. Die Einſegung erfolgte
durch den ſeit kurzer Zeit hier tätigen Prediger der „
Ge=
meinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten)” Herrn
Winhold, der in zu Herzen gehenden Worten zu den zur
Beerdigung Erſchienenen ſprach. Vom Vorſtande dieſer
Gemeinde, ſowie vom Jugendvereine derſelben wurden
Kranzſpenden niedergelegt. Namens des Gabelsberger
Stenographenvereins von 1861 und des Gabelsberger
Damen=Stenographenvereins ſprach deſſen erſter
Vor=
ſitzender, Herr Kochenburger einen warmen Nachruf under
Niederlegung zweier Kränze. Weiter wurden der
Ent=
ſchlafenen vom „Verein Heſſiſches Lehrerinnenheim” von
der „Kaufmänniſchen Stenographengeſellſchaft
Gabels=
berger” und vom „Verein Heſſiſcher Waiſenſchutz”
pracht=
volle Kranzſpenden verehrt.
— Feier zum Beſten des Bismarck=
National=
denkmals. In dem Anzeigenteil der heutigen Nummer
iſt ein Aufruf enthalten, der zur Unterſtützung einer
zum Beſten des Bismarck=Nationaldenkmals
auf der Eliſenhöhe bei Bingen geplanten größeren
Feier auffordert. Die Feier wird von der
Stadtver=
waltung im Verein mit dem Ortsausſchuſſe für das
Bismarck=Nationaldenkmal und dem Allgemeinen
Studentenverband veranſtaltet und am 20. Juni d. Js.
im Saalbau ſtattfinden. In liebenswürdigſter Weiſe
haben auch zahlreiche Damen ihre Mitwirkung zugeſagt.
Ihre Exzellenz Frau Miniſter des Innern von Hombergk
zu Vach hatte die Güte, den Vorſitz in dem Damen=
Komitee zu übernehmen. Im Mittelpunkt der Feier
wird ein Feſtvortrag des bekannten Architekten,
Pro=
feſſors Wilhelm Kreis in Düſſeldorf, des Schöpfers des
Denkmals, ſtehen. Auf den Aufruf wird hiermit
be=
ſonders hingewieſen.
Ober=Ramſtadt, 28. Mai. (Feuer.) Geſtern abend
brach in den Anweſen von Simmermacher und Jakobi,
Darmſtädterſtraße 62, 64, ein Brand aus der durch
ſpie=
lende Kinder verurſacht wurde Obwohl durch das
tat=
kräftige Eingreifen der Feuerwehr die weitere Verbreitung
des Feuers abgewendet werden konnte, wurden doch zwei
Scheuern mit wertvollem Inhalt eingeäſchert. Der
Scha=
den wird auf 10000 Mark geſchätzt.
Offenbach, 27 Mai. (Theaterſubvention.)
Dem Hanauer Theaterdirektor Steffter wurde für die
kom=
mende Winterſpielzeit im Offenbacher Interimstheater
die ſeither übliche Beihilfe von 50 Mark für jede
Vor=
ſtellung, insgeſamt aber nicht mehr als 1200 Mark für die
ganze Saiſon, bewilligt.
Offenbach, 28. Mai. (Zur Frage der
Beſchaf=
fung zweiter Hypotheken) hat die Stadt ihre
Unterſtützung im Prinzip zugeſagt und ihre Haltung
da=
hin präziſiert, daß die Stadtverordneten=Verſammlung
ſich prinzipiell bereit erklärt, unter noch näher
feſtzuſtellen=
den Bedingungen die Bürgſchaft für die vom Offenbacher
Haus= und Grundbeſitzerverein beliehenen Hypotheken zu
übernehmen, ſobald dieſer die Rechtsfähigkeit erlangt und
die Genehmigung zur Ausgabe von Inhaber=Schuldver=
ſchreibungen erhalten hat. Die Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung hat ferner eine Spezialkommiſſion zu wählen,
beſtehend aus zwei Mitgliedern der Bürgermeiſterei und
drei Stadtverordneten, die mit der weiteren Bearbeitung
der Frage und ev. Vorlegung der mit dem Offenbacher
Haus= und Grundbeſitzerverein zu vereinbarenden
Be=
dingungen, unter denen von der Stadt Offenbach die
Bürgſchaft übernommen werden könnte, beauftragt iſt.
— Dudenhofen, 28. Mai. (Dekanatsfeſt.) Am
Sonntag Exaudi fand hier bei zahlreichem Beſuch von
nah und fern das Dekanatsfeſt für Innere
Miſ=
ſion des Dekanats Offenbach ſtatt, das mit der
Feier des 10jährigen Beſtehens der hieſigen
Diakoniſſen=
ſtation verbunden war. Im Vormittagsgottesdienſt
pre=
digte der erſte Geiſtliche des Eliſabethenſtiftes, Pfarrer
Hickel, über 1. Petr. 4, 10; der Ortsgeiſtliche, Dekan
Schu=
ſter, hielt eine der Bedeutung des Tages entſprechende
Anſprache und die in dieſem Jahre Konfirmierten erfreuten
die Feſtgemeinde durch Geſang. Im
Nachmittagsgottes=
dienſt predigte Pfarrer Memmert, der Vereinsgeiſtliche
des Heſſiſchen Landesvereins für Innere Miſſion, über
Epheſ. 4, 15. Geſänge des Kirchengeſangvereins
verſchön=
ten dieſen Gottesdienſt. Um 4 Uhr fand im Hofe des
Schweſternhauſes und der Kinderſchule eine Nachfeier ſtatt,
die durch Geſang des Kirchenchors und eine
Begrüßungs=
anſprache des Ortsgeiſtlichen eröffnet wurde. Pfarrer Laut,
Dietzenbach, erſtattete dann den Jahresbericht über den
Stand der Inneren Miſſion im Dekanat und Geſänge des
Kirchengeſangvereins und des Jungfrauenvereins, ſowie
ein Gedicht einiger Schulmädchen, die in der Sprache der
Blumen die Not ſo manch’ armer, nach Licht und Liebe
hungernder Kinder ſchilderten, wechſelten ab mit
Anſpra=
chen von Pfarrer Hickel und Memmert. Die Kollekte, welche
in den Gottesdienſten und bei der Nachverſammlung
er=
hoben wurde, ergab 80 Mark, die je zur Hälfte dem
Eliſa=
bethenſtift und dem Landesverein für Innere Miſſion
über=
wieſen wurden.
* Mainz, 28. Mai (Als Tag der großen
Truppenſchau) des 18. Armee=Korps auf dem Großen
Sand bei Mainz wurde der 21. Auguſt beſtimmt. —
(Mangel an Spargel.) Infolge der naßkühlen
Witterung haben die Spargelfelder in ihren Erträgen ſehr
nachgelaſſen. Auf den Spargelmärkten zu Ingelheim,
Heidesheim und Nauheim kamen geſtern und vorgeſtern
nur geringe Mengen zum Angebote, wodurch die Preiſe
für die erſte Sorte auf 60—62 Pfg. und für die zweite auf
30—35 Pfg. pro Pfund geſtiegen ſind.
Marienborn, 27. Mai. (Umfangreichen
Spar=
geldiebereien) iſt man hier auf die Spur gekommen.
Da die Diebe allabendlich den Bahnſteig per Rad
paſſier=
ten und ſich regelmäßig auf dem Ständer zugebundene
Körbe befanden, ſtellte ſich der Feldſchütze ins
Bahnwärter=
haus und ließ, als die Diebe ſich auf dem Rückwege
be=
fanden und gerade das Gleiſe paſſieren wollten, die
Schranken ſperren ſo daß die Diebe auf friſcher Tat
er=
tappt wurden. Es handelt ſich um zwei Bretzenheimer
Einwohner.
Friedberg, 27. Mai. (Eine Räuberhöhle.) Ein
richtiges Räuberidyll hatten zwei den Strafbehörden
wohl=
bekannte „Stromer” der von Birklar ſtammende
Johan=
nes Müller und der Gelegenheitsarbeiter Karl Ullrich von
Friedberg, am Fuße des Winterſteins in einem verlaſſenen
Steinbruch geſchaffen. Nicht allein, daß die Höhle
ge=
trennte Schlafzimmer beſaß, auch eine Küche war
eingerich=
tet und mit allerlei Geräten ausſtaffiert, ſo daßſes an
nichts fehlte. An Lebensmitteln war kein Mangel,
ins=
beſondere waren Kartoffelvorräte auf lange Zeit
aufge=
ſtapelt. Dieſe Nahrungsmittel waren natürlich
ge=
ſtohlen, ebenſo wie die ganze Kücheneinrichtung. Die
Bei=
den lebten in ihrem Tuskulum ſchon lange Zeit und hätten
auch noch länger die Umgebung gebrandſchatzt, wenn nicht
der einſame Luftkurort plötzlich durch die, Friedberger
Gendarmerie zerſtört worden wäre. Nachdem dieſe von
dem Schlupfwinkel der beiden Herren Kenntnis erhalten
hatte, beſchloß ſie, ſich dieſe Anlage auch von innen einmal
näher anzuſehen. Man war ſogar ſo unhöflich, zu
nacht=
ſchlafender Zeit dort einzudringen und das Neſt
auszu=
heben. In der Höhle hatte man noch mehrere geſuchte
Perſönlichkeiten vermutet, leider wurden aber nur die
bei=
den Erwähnten vorgefunden.
Feuilleton.
CK. Die Venus von Cyrene. In der Cyrenaika haben
die italieniſchen Genietruppen an der Stätte des
Apollo=
tempels, der ſich bei der berühmten Quelle Cyre erhob,
ein prachtvolles Standbild der Venus Anadyomene
a ufgefunden, ein ungewöhnlich ſchönes Werk aus pariſchem
Marmor. Die Geſtalt der Göttin weiſt eine Höhe von
,60 Metern auf. Die Götin, die unbekleidet dargeſtellt
iſſt, ſteht aufrecht neben einem Delphin, der das Meer
ſymboliſiert und teilweiſe von den Falten eines
Gewan=
des bedeckt iſt, das die Venus anzulegen im Begriffe ſtand.
Der Kopf und die Arme des Standbildes fehlen, aber
grotzdem läßt ſich die urſprüngliche Gebärde und
Körper=
haltung rekonſtruieren: die Göttin hat die Arme erhoben,
dem ihre vom Meere noch naſſen Haare zu trocknen. Das
errgibt ſich aus der aufgefundenen Hand zwiſchen deren
Finger die Locken des Haares noch deutlich zu erkennen
ſrnd. Profeſſor Lucio Mariani, der die Oberaufſicht über
die archäologiſchen Arbeiten in den italieniſchen Kolonien
fhrt, hat die Statue als ein Werk aus der erſten Hälfte
d es 4. vorchriſtlichen Jahrhunderts beſtimmt. Die Ar=
Häologie hat vielfach angenommen, der Typus der Venus
Anadyomene ſei die Wiedergabe eines berühmten
Gemäl=
des des Apelles. Wenn die Datierung Marianis zutrifft,
iſt dieſe vielfach verteidigte Hypotheſe erſchüttert. Die
Selehrten und Künſtler die bisher Gelegenheit hatten,
ie neuentdeckte Venus=Statue zu ſehen, ſprechen ſich über
die Schönheit des Werkes in ſehr enthuſiaſtiſchen Worten
aus. Vorausſichtlich wird das Standbild noch im Laufe
des kommenden Monats im Thermen=Muſeum in
Rom ſeine Stätte finden.
Künſtliche Höhenſonne als Heilmittel gegen
Tuber=
kutloſe. Im Laue der letzten Zeit hat man mehr und mehr
won den Erfolgen gehört, welche in Hochgebirgsorten mit
der Sonnenbeſtrahlung bei der Behandlung von
Knochen=
ſund Gelenktuberkuloſen, beſonders im Kindesalter, er=
Uzielt worden ſind. Das Bedeutſamſte darüber hat man
ſaus der Anſtalt des Dr. Rollier in Leyſin (Schweiz)
ge=
hört. Jahrealte Geſchwüre und Eiterungen
verſchwan=
den durch die Sonnenlichtbeſtrahlungen, Fiſteln
ver=
ſchloſſen ſich, Abſzeſſe heilten zu. Das Studium der
Strah=
llenwirkung lehrte, daß es vornehmlich die kurzwelligen
jultravioletten Strahlen des Sonnenſpektrums waren, die
ſeine lebhafte Reaktion in dem beſtrahlten Organismus
hervorriefen, Aber nur in der Höhe des Hochgebirges
iſt eine derartige Wirkung zu erzielen, denn hier ſtrahlt
das Licht mit voller Kraft, je weiter es talwärts ſtrömt,
werden einige ſeiner Beſtandteile — vor allem die
ultra=
violetten Strahlen — von dem Staub und der
Feuchtig=
keit der Luft abſorbiert. Die Sonne der Ebene iſt alſo
für Heilwirkungen dieſer Art nicht mehr tauglich. Es
galt, dieſem Mangel auf irgendeine Weiſe abzuhelfen,
und für die vielen, die in abſehbarer Zeit nicht in der
Lage ſein werden, eine langanhaltende Kur im
Hoch=
gebirge durchzumachen, einen Erſatz zu ſchaffen. Einen
ſolchen liefert uns die Elektrotechnik durch die
Herſtel=
lung von elektriſchen Lampen, die das Sonnenlicht an
Zu=
ſammenſetzung und Intenſität imitieren. Zunächſt dient
eine beſondere Konſtruktion von Bogenlampen dazu,
deren Licht, durch Hohlſpiegel konzentriert, auf den zu
Be=
ſtrahlenden fällt. Das Bogenlicht eignet ſich vor allem
dann, wenn man auf tuberkuloſe Herde, die auf oder unter
der Haut lokaliſiert ſind, einwirken will. Während die
ultravioletten Strahlen, die in dieſem Bogenlichte ſehr
reichlich ſind, hauptſächlich die an der Oberfläche liegenden
Herde beeinfluſſen, nicht aber in die Tiefe dringen,
beſor=
gen dies andere, langwellige Strahlen. Eine andere Form
der Anwendung, die „künſtliche Höhenſonne”
ge=
nannt, iſt die an ultravioletten Strahlen überreiche
Quarzlampe, deren Pole durch Queckſilberfäden
ge=
bildet werden. Durch eine geeignete Verbindung zweier
ſolcher Lampen kann man den Patienten von allen
Sei=
ten beſtrahlen. Die künſtliche Höhenſonne kommt überall
dort zur Anwendung,, wo man eine Allgemeinbeſtrahlung
des Körpers beabſichtigt. Die Beſtrahlung mittels dieſer
künſtlichen Lichtquellen ſteht, wie neuere Unterſuchungen
aus der Vulpiusſchen Klinik in Heidelberg zeigen, in
kei=
ner Weiſe der Sonnenſtrahlung nach. Die Reaktionen der
Haut und des Körpers ſind die gleichen, und auch die
Heilerfolge lauten vielverſprechend. Natürlich bildet die
Strahlentherapie tein Allheilmittel gegen die
Tuber=
kuloſe. Allein bei vorſichtiger Auswahl paſſender Fälle
dürfte es gelingen, zahlreichen Kranken Geneſung zu
bringen.
** Zum Verkauf der Kunſtſchätze Pierpont Morgans
wird aus Neu=York berichtet, daß die formelle
Ankündi=
gung des Verkaufes erſt im Sommer oder im Herbſt
er=
folgen ſoll. Es ſteht feſt, daß es nicht zu einer öffentlichen
Verſteigerung kommt. Der Verkauf wird vielmehr,
ähn=
lich wie bei der Sammlung Kann, einem Syndikat von
Kunſthändlern übertragen, das die einzelnen Stücke unter
der Hand oder direkt an die Sammler und Muſeen
ver=
äußern wird. Man will damit der Gefahr eines plötz=
lichen Kursſturzes der Kunſtwerke vorbeugen. Am
inter=
eſſanreſten iſt die Nachricht, daß der Verkauf nicht in
Ame=
rika, ſondern in London zur Durchführung kommt; man
nennt bereits die bekannten engliſchen Kunſthändler
Brü=
der Duveen als die Führer der Händlergruppe, die den
Verkauf übernehmen. Der Neu=York Herald teilt mit,
daß nicht etwa die ganzen Sammlungen Morgans
ver=
äußert werden, ſondern nur jene Kunſtgegenſtände, die
leicht verkäuflich ſind und einen guten Marktwert haben,
vor allem Gemälde und Kunſtgegenſtände aus dem 18.
Jahrhundert. Die berühmte Sammlung chineſiſcher
Por=
zellangegenſtände, früher Bronzen und Gläſer kommt nicht
zum Verkauf und wird wahrſcheinlich dem Metropolitan=
Muſeum als Morgan=Sammlung verbleiben. Mit
Span=
nung wird man abwarten, ob die Hauptſchätze der
Mor=
ganſchen Gemäldeſammlung beim Verkauf höhere Preiſe
erzielen, als Morgan angelegt hat, und welche Stücke die
großen europäiſchen Muſeen ſich ſichern können.
Mor=
gan ging bei ſeinen Käufen bekanntlich außerordentlich
großzügig vor und bezahlte bisweilen wahre
Märchen=
preiſe, die indirekt der Anlaß zu der gewaltigen
Wert=
ſteigerung alter Kunſtwerke wurden, die der Kunſtmarkt
in den letzten Jahren verzeichnen konnte. Unter den
Mor=
ganſchen Gemälden ſeien nur hervorgehoben: die berühmte
Raffaelſche Madonna di San Antonio, für die, Morgan
2 Millionen bezahlt hat, dann die wundervollen
dekora=
tiven Panneaus von Fragonard — „Der Roman der Liebe
und der Jugend” für die Morgan 1300000 Mark
an=
legte, Gainsboroughs berühmte „Herzogin von
Devon=
ſhire” und „Thomas Linley mit ſeiner Schweſter Eliſa”
(Morgan bezahlte das Werk mit 4 Millionen), ſowie ſeine
Rembrandts, van Dycks und Rubens, die faſt durchweg
für Millionenpreiſe angekauft wurden. Auch Holbeins
bekanntes Porträt „König Heinrich VIII.” gehört heute
der Morgan=Sammlung. Für die prachtvollen gotiſchen
Tapiſſerien aus Aygalades bei Marſeille hat Morgan 2
Millionen bezahlt, für ein Limoges=Triptychon von
Nar=
don Penicault bezahlte er 400000, für die bekannte
Gut=
mannſche Sammlung von Goldſchmiede= und
Silber=
arbeiten entrichtete Morgan 1200000 und für eine Gruppe
Sévres=Vaſen, Roſe=Dubarry, 300000 Mark. Ob auch
die großen Sammlungen von Miniaturen und alten
Handſchriften, die der verſtorbene Milliardär
zuſammen=
gebracht hatte, von den Verkaufsabſichten betroffen
wer=
den, ſteht noch nicht feſt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 27. Mai. Als Glanz=
Ehren=
rolle für den Tag ihres 25jährigen Jubiläums als
Mit=
glied des königlichen Schauſpielhauſes hatte Frau Roſa
Poppe Grillparzers „Sappho” gewählt. Das
dichtbe=
ſetzte Haus benutzte die Gelegenheit zu begeiſterten
Huldigungen für die hervorragende Künſtlerin. — Wie
die Tägliche Rundſchau hört, iſt im Befinden des
Für=
ſten Eulenburg eine bedenkliche Verſchlimmerung
eingetreten. Die Spazierfahrten im Park ſind ſchon ſeit
einiger Zeit eingeſtellt, da der Fürſt von häufigen
bedroh=
lichen Anfällen heimgeſucht wird. Die Aerzte des Fürſten
weilen ſtets in ſeiner Nähe. Uebrigens iſt der Fürſt vor
einiger Zeit auch wieder amtsärzilich unterſucht worden,
da bei den Leſungen des Juſtizetats im Reichstag und
Landtag gewöhnlich Anfragen über ſein Befinden geſtellt
werden. — Das Berliner Aquarium hat kürzlich eine
brütende Rieſenſchlange erworben. Das Tier,
eine ſogenannte dunkle Tigerſchlange, war mit anderen
Artgenoſſen vor 2 Monaten aus Kalkutta eingeführt
wor=
den und hatte ſich am 3. Mai zum Eierlegen angeſchickt,
worauf es ſofort Vebrütung begann. Um die Schlange
bei der Ueberführung von der Alexanderſtraße nach ihrem
neuen Heim möglichſt wenig zu ſtören, wurde ſie mit ſamt
ihrem Behälter in das Rieſenſchlangen=Terrarium
ge=
bracht. Die brave Mutter hat ſich in ihrem Brutgeſchäft
nicht ſtören laſſen, ſo daß Hoffnung beſteht, daß die jungen
Schlangen in etwa 5 Wochen die Eihüllen ſprengen.
28 Mai. In einem Hotel in der Mittelſtraße, iſt ein
aus Braſilien zugereiſter Gaſt an Lepra erkrankt.
Er wurde in das Virchow=Krankenhaus gebracht.
Vor=
ſichtsmaßregeln ſind getroffen.
Kaſſel, 28. Mai. (Todesfall.) Der Lehrer an der
königlichen Kunſtgewerbe= und kunſtgewerblichen
Zeichen=
ſchule Profeſſor Hotzfeld iſt in einer Pauſe während der
Unterichtszeit an einem Herzſchlag geſtorben.
Kreuznach, 27. Mai. (Die Ebernburgſtiftung.)
Am 2. Februar 1914 hatte ſich hier ein Ausſchuß gebildet,
um eine Stiftung zum Zwecke des Ankaufs und der
Erhaltung der Ebernburg ins Leben zu rufen.
Tatkräftigen Anteil hat neben anderen Einzelperſonen und
Organiſationen, beſonders der Evangeliſche Bund an
die=
ſer Sicherung der „Herberge der Gerechtigkeit” der
Stamm=
burg Sickingens und des Zufluchtsortes Ulrichs von
Hut=
ten, für die deutſche Oeffentlichkeit genommen. Nunmehr
hat die Ebernburgſtiftung durch Allerhöchſten Erlaß die
landesherrliche Genehmigung erhalten. Damit iſt die
Erhaltung der „Wartburg des Weſtens” eines der
bedeut=
ſamſten Denkmäler aus der Werdezeit der
Reformations=
kirche, endgültig auch amtlich gewährleiſtet.
Karlsruhe 28. Mai. (Schneeim Mai.) Im
Hoch=
ſchwarzwald fällt bei einem Grad Kälte ſeit geſtern Schnee
und zwar auf den Bergen vom Belchen nach dem
Her=
zogenhorn und Feldberg bis nach Todtnau hin. Auch
heute ſchneit es in den Vogeſen weiter.
Stuttgart, 28. Mai. (Eine Abordnung des
6. öſterreichiſchen Huſaren=Regiments),
deſſen Inhaber ſeit 1814 jeweils der württembergiſche
König iſt, traf heute ein, um König Wilhelm zu dieſem
Jubiläum zu beglückwünſchen. Die Abordnung wird
mor=
gen vom König empfangen werden.
Hamburg, 28. Mai. (Das neue Inſtitut für
Schiffs= und Tropenkrankheiten) wurde im
Beiſein des Staatsſekretärs Dr. Solf eingeweiht. Die
Feſtrede hielt Senator Dr. Mumſſen der über die
Einrichtung, das Ziel und den Zweck des Inſtituts ſprach
und das Inſtitut dem Direktor Obermedizinalrat Profeſſor
Dr. Hocht übergab, der mit einigen Worten das Inſtitut
übernahm Ein Rundgang durch die Räume beendete die
offizielle Feier.
Poſen, 28. Mai. (Großfeuer.) Geſtern abend
brach in der in dem Vororte Glowno gelegenen, den
Ge=
brüdern Lewin in Poſen gehörenden Karlsbrunner
Walz=
mühle durch Selbſtentzündung von Mehlſtaub Feuer aus.
Die geſamten Anlagen bis auf das Speichergebäude
wur=
den vernichtet. Der Betrieb iſt lahmgelegt. Dec
Brand=
ſchaden beträgt annähernd 250000 Mark.
Paris, 27. Mai (Die „Meiſterſinger” in
Paris.) Geſtern abend fand im Théätre des Champs
Elyſées die erſte Aufführung von Richard Wagners
„Meiſterſinger” in deutſcher Sprache unter Leitung des
Generalmuſikdirektors Felix v. Weingartner ſtatt.
Weingartner und die deutſchen Darſteller wurden von dem
zahlreich erſchienenen internationalen Publikum
außer=
ordentlich gefeiert.
Paris, 28. Mai. (Baron Henry de Neufville)
und deſſen Neffe Robert de Neufville, die Leiter des vor
kurzem zahlungsunfähig gewordenen Bankhauſes
de Neufville u. Co., wurden geſtern abend im
Auf=
trage des Unterſuchungsrichters Drioux unter der
Be=
ſchuldigung des Betruges und Vertrauensbruches in
Haft genommen. Nach dem Ergebnis der
bisheri=
gen Unterſuchung betragen die Paſſiven der Bankfirma
13 bis 15 Millionen, denen ein Aktivum von kaum 3
Mil=
lionen gegenüberſteht. Baron Henry de Neufville, welcher
der eigentliche Chef des Hauſes war, hatte ſich an ſeine
in der hieſigen Bankwelt ſehr angeſehenen Brüder um
Hilfe gewandt. Dieſe war ihm auch zugeſagt worden.
Als jedoch erkannt wurde, daß der Bankrott nicht in
un=
glücklichen Spekulationen, ſondern in einem unzweideutig
ſtrafwürdigen Vorgehen ſeine Urſache habe, wurde jeder
Beiſtand verweigert. Einem Blatte zufolge ſoll Baron
Henry de Neufville, um die durch ſeine Börſengeſchäfte
in Paris, London und Neu=York entſtandenen Schulden
zu decken, die Gelder und Wertpapiere ſeiner Einleger
veruntreut haben. Durch den Zuſammenbeuch werden
insbefondere zahlreiche Perſonen der Pariſer Geſellſchaft,
bei welcher die alte Bankfirma einſt in großem Anſehen
ſtand, in Mitleidenſchaft gezogen. Der Gründer des
Bank=
hauſes Sebaſtian de Neufville war vor etwa 80 Jahren
aus Frankfurt hierher übergeſiedelt. Er
entſtammte einer franzöſiſchen Refugiésfamilie, die ſich im
Jahre 1665 in Frankfurt niedergelaſſen und daſelbſt ein
weitverzweigtes Bankhaus errichtet hatte.
London, 28. Mai. (Die Suffragetten.) Eine
ältere Frau, anſcheinend eine Suffragette warf von
der Straße Steine in das Fenſter der Nationalgalerie und
zertrümmerte drei Fenſterſcheiben. Weiterer Schaden
wurde nicht angerichtet.
Petersburg, 28. Mai. (Sechs Perſonen
er=
trunken.) Sieben junge Leute der höheren Geſellſchaft
fuhren geſtern abend auf der Jacht des akademiſchen
Jachtklubs auf den finniſchen Meerbuſen hinaus. Die
Jacht wurde durch den ſtarken Wind auf die Seite gelege
und füllte ſich mit Waſſer. Die Inſaſſen klammerten ſich
an die Maſten an und hielten ſich in dieſer Lage die ganze
Wacht über Waſſer. Am nächſten Morgen wurden ſechs
von den Fluten weggeſpült, der ſiebente wurde von
Fiſchern gerettet.
Odeſſa, 28. Mai. (Mord.) In einem Perſonenzug
erſchoß bei Samara aus unbekannter Urſache der
Leut=
nant Gulajew die Opernſängerin Drein, deren
Bekannt=
ſchaft er im Zuge gemacht hatte.
Stadtverordnetenverſammlung.
4. Sitzung.
St. Darmſtadt, 28. Mai.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitz=
ing um 4 Uhr. Bürgermeiſter Mueller macht der
Ver=
ammlung einige
Mitteilungen.
Im nächſten Jahr findet wieder eine Ausſtellung
der Freien Vereinigung Darmſtädter
Künſt=
ler ſtatt. Die Stadt ſtellt das Ausſtellungsgebäude zur
Verfügung.
Die Vereinigung zur Förderung der
Künſtein Heſſen hat ſich aufgelöſt und iſt in dem
Ver=
band zur Förderung der Künſte in Heſſen und im Rhein=
Main=Gebiet aufgegangen. Es wird beantragt und
be=
ſchloſſen, die bisher gewährten Jahresbeiträge dem
Verband weiter zu gewähren.
Stadtv. Saeng führt wiederholt Klage darüber,
daß die Ferien und der Schulſchluß vor den Ferien in den
höheren und Volksſchulen verſchieden gehandhabt werden.
Der Vorſitzende erwidert, daß wiederholte Erſuchen
um einheitliche Regelung bisher ohne Erfolg geblieben
ſind. — Stadtv. Nodnagel teilt mit, daß die
einheit=
iche geſetzliche Regelung der Ferien noch Gegenſtand
der Verhandlungen iſt.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten.
Baudispensgeſuche.
Für ein Neubauprojekt an der Roßdörfer Straße
zwi=
ſchen der Gärtnerei Nau und dem Darmbach wird um
Ge=
ſtattung einer Ausnahme von der Beſtimmung in § 5 des
. B. St. nachgeſucht. Es wird Ablehnung empfohlen, da
die Aufnahme des Geländes ſüdlich der Roßdörfer Straße
in den Bebauungsplan in abſehbarer Zeit nicht beabſichtigt
iſt. Nach dem Referat des Stadtv. Haury war der
Hoch=
bauausſchuß einſtimmig für Ablehnung. Die
Ver=
ammlung ſchließt ſich dem an.
Der Beſitzer des Hauſes Saalbauſtraße 40 beabſichtigt,
auf ſeinem Hofgelände eine kleine Werkſtätte zur
Erweite=
rung ſeines Geſchäftsbetriebes zu errichten. Da der
Zu=
gang zum Hof den Vorſchriften in § 32 des Ortsbauſtatuts
licht entſpricht, iſt Befreiung von dieſer Bauvorſchrift
er=
forderlich. Die Stadtverwaltung befürwortet das Geſuch,
das angenommen wird nach dem Referat des Stadtv.
Delp.
Ein Metzgermeiſter beabſichtigt, da alle ſeitherigen
Verſuche, eine wirkſame Rauchabführung aus ſeiner
Wurſt=
küche zu erzielen, erfolglos waren, den Kamin ſeines
Wurſtküchenanbaues in den Kamin des Nachbarhauſes zu
führen. Hierzu iſt die Befreiung von den Beſtimmungen
er §§ 63 und 69 der Ausführungs=Verordnung zur
all=
gemeinen Bauordnung erforderlich. Die Stadtverwaltung
befürwortet das Geſuch. Nach dem Referat des Stadtv.
Hammann wird demgemäß beſchloſſen.
Das Projekt der Umwehrung der neuen Trainkaſerne
an der Eſchollbrücker Straße ſteht mit den Beſtimmungen
in § 34 der Baupolizeiverordnung inſofern im
Wider=
ſpruch, als ein größerer Teil der Einfriedigung aus einer
geſchloſſenen Mauer beſteht. Es iſt daher Befreiung von
dieſen Beſtimmungen erforderlich. Die Sadtverwaltung
beantragt, das Geſuch zu befürworten. Auch hierzu erfolgt
gleichlautender Beſchluß. Referent: Stadtv. Sames.
Das Geſuch um Genehmigung zum Umbau des Daches
auf dem Hauſe Roßdörfer Straße 29 ſteht im Widerſpruch
nit § 48 des Ortsbauſtatuts. Es wird deshalb Ablehnung
beantragt. Nach dem Referat des Stadtv. Sames
er=
folgt dahingehender Beſchluß.
Vorgarten=Wirtſchaft.
Der Inhaber der Wirtſchaft in dem Hauſe Heidelberger
Straße 126 beabſichtigt, den Wirtſchaftsbetrieb auf den
Vorgarten dieſes Hauſes auszudehnen. Hierzu iſt
Be=
freiung von der Beſtimmung in § 4, Abſatz 1 der
Orts=
bauſatzung über die Anlage und Benutzung der Vorgärten
vom 26. Oktober 1907 erforderlich. Die Stadtverwaltung
beantragt, das Geſuch zu befürworten.
Ein Gaſthofbeſitzer am Hauptbahnhof hat um
Geneh=
migung zur Benutzung ſtädtiſchen Fußſteiggeländes zu
Wirtſchaftszwecken nachgeſucht. Die Stadtverwaltung
be=
antragt, das Geſuch zu genehmigen. Beiden Geſuchen
vird nach dem Bericht des Stadtv. Sames entſprochen.
Vom neuen Friedhof.
Die Stadtverordneten=Verſammlung hat ſeinerzeit bei
Genehmigung des Projektes des neuen Friedhofs
be=
ſchloſſen, die auf rund 650000 Mark veranſchlagten
Bau=
koſten auf drei Jahre zu verteilen und die Mittel für die
inzelnen Bauperioden jeweils auf Anfordern zu
verwilli=
gen. Jetzt ſoll mit den für die dritte Bauperiode
vorge=
ſehenen Bauten, die u. a. die Einſegnungshalle,
Leichen=
halle uſw. umfaſſen, begonnen werden. Der
Oberbürger=
neiſter beantragt die Verwendung der hierfür bewilligten
Reſtmittel von 223 200 Mark. Der Antrag wird
ange=
nommen. Referent: Stadtv. Markwort.
Für die Feuerwache.
Nach Indienſtſtellung der Autoſpritze glaubte man,
eines der beiden Pferdegeſpanne bei der Feuerwache ſowie
den Kutſcher entbehren zu können. Das Polizeiamt
ſo=
wohl wie der Branddirektor erachten jedoch zur Sicherung
der Brandhilfe die vorerſtige Belaſſung beider Geſpanne
bis zur Anlieferung der beſtellten Autoleiter für geboten,
Da Kredit hierfür im Voranſchlag nicht enthalten iſt, ſoll
jetzt ein Kredit von rund 3000 Mark unter
Inanſpruch=
nahme des Reſervefonds nachbewilligt werden. Die
Ver=
ſammlung ſtimmt dem zu. Referent: Stadtv. Aßmuth.
Pfandhaus=Angelegenheit.
Die Leihamtsverwaltung ſucht um Erhöhung eines
hr bei der Städtiſchen Sparkaſſe eingeräumten
Vorlage=
kredits von 18000 Mark auf 25000 Mark nach. Es wird
dies mit Zunahme des Pfänderverſatzes und mit der
ein=
geführten Verzinſung des Darlehnswertes des
Lagerbe=
ſtandes an die Stadtkaſſe begründet. Stadtverwaltung und
Finanzausſchuß ſind miſ der Krediterhöhung
einder=
tanden. Die Verſammlung beſchließt entſprechend.
Re=
ferent: Stadtv. Henrich.
Oktroi für Brennholz.
Hieſige Wagner und Küfer ſuchen um teilweiſe
Rück=
vergütung des Oktrois für zu Werkzwecken verwandtes
Brennholz nach; ebenſo bittet ein hieſiger Holzhändler
um Oktroi=Rückvergütung für ausgeführtes Brennholz.
Die Verwaltung beantragt Genehmigung. Nach dem Re=
erat des Stadtv. Dr. Noellner wird der Antrag
an=
genommen.
Die Dienſtboten im Pfründner= und
Armenhaus
ſollen, ebenſo wie die Dienſtboten im Krankenhaus, auff
Grund der §§ 435, 418 der Reichsverſicherungsordnung
von der Krankenverſicherungspflicht befreit werden.
Es=
wird entſprechender Antrag geſtellt und nach dem Referatz
des Stadtv. Ramdohr angenommen.
Für die Frühobſt= und Gemüſe=
Ausſtellung.
Der Obſt= und Gartenbauverband für den Kreis
Darm=
tadt plant für die zweite Hälfte des Monats Juni eine
Frühobſt= und Gemüſe=Ausſtellung im Saalbau und bittet
um eine Ermäßigung der durch die Benutzung des Saal= entſtehenden Koſten. Nach dem Referat des Stadtv.
Dr. Noellner wird beſchloſſen, einen Zuſchuß von
150 Mark zu den Koſten zu bewilligen.
Arbeitsbeſchaffung für Blinde.
Der Verein für Beſchaffung von Arbeitsgelegenheit
für Blinde, der ſich kürzlich hier bildete, ſucht darum nachg
ihm für das erſte Jahr einen einmaligen Zuſchuß von
180 Mark zur Deckung der Miete für die eingerichtete
Ar=
beits= und Vermittelungsſtätte zu gewähren. Dem Geſuch
wird entſprochen. Referent: Stadtv. Dr. Noellner.
Unterhaltung der Turngeräte.
Das Stadtbauamt hat einen mit Sattlermeiſter K
Schad und Schreinermeiſter J. Bickhardt abgeſchloſſenen
Vertrag über die Unterhaltung der Turngeräte in den
ſtädtiſchen Schulen im Rechnungsjahr 1914 zur
Genehmi=
gung vorgelegt. Die Genehmigung des Vertrages wird
beantragt. Der Schulausſchuß hat dieſem Antrage
zuge=
ſtimmt. Das gleiche geſchieht durch die Verſammlung nach
dem Referat des Stadtv. Nodnagel.. — Ueber die
Einführung von Taxameterdroſchken
berichtet Stadtv. Saeng. Die Einführung der
Taxa=
meter ſoll probeweiſe beſchloſſen werden, um
Streitig=
keiten mit Fahrgäſten zu vermeiden und die Droſchken
gegen die Automobile konkurrenzfähig zu halten. Die
Ein=
führung wird beſchloſſen.
Zuſchuß zum Hoftheater.
Stadtv. Dr. Noellner referiert über das Geſuch
der Generaldirektion des Hoftheaters, auch zu den
dies=
jährigen Frühlingsfeſtſpielen einen Zuſchuß zu
be=
villigen. Nach der Rechnung des Intendanten betragen
die Koſten 50 000 Mark, von denen 20000 Mark als
Defi=
zit zu betrachten ſind. Der Finanzausſchuß beantragt,
einen Zuſchuß von 10000 Mark zu bewilligen. —
Stadtv. Dr. Oſann ſpricht der Generaldirektion des
Hof=
theaters und dieſem ſelbſt für ihre außerordentlich hoch zu
bewertenden künſtleriſchen Leiſtungen, beſonders in den
Frühlingsfeſtſpielen, die gekrönt wurden durch die
Ver=
pflichtung des berühmten Dirigenten Felix v.
Wein=
gartner, höchſtes Lob und Anerkennung aus und
bean=
tragt Zuſtimmung zu dem Antrage des Finanzausſchuſſes.
— Stadtv. Aßmuth iſt vorerſt gegen das Geſuch, weill
ihm die Rechnung des Generalintendanten lückenhaft ersg
ſcheint und weil die Zuſage, auch im Rahmen der
Volks=
vorſtellungen Sinfoniekonzerte uſw. zu geben, noch nicht
gehalten wurde. Er bittet, die Sache nochmals
zurückzu=
ſtellen. — Stadtv. Dr. Noellner befürwortet nochmals
das Geſuch. Ebenſo der Oberbürgermeiſter, der u. a.
darauf hinweiſt, daß ein Stifter 70000 Mark aus
ſeiner Taſche zu den Frühlingsfeſtſpielen gegeben hat=
Demgegenüber erſcheint der Zuſchuß der Stadt gering.
Den Wünſchen bezüglich der Volksvorſtellungen hat
Inten=
dant Dr. Eger weiteſtgehend zu entſprechen zugeſagt.
Stadtv. Saeng befürwortet ebenfalls das Geſuch, das
nach weiterer Debatte angenommen wird gegen die
drei Stimmen der Stadtvv. Aßmuth, Friedrich und Delp.
Bismarckfeier.
Stadtv. Dr. Noellner berichtet über die für Ende
Juni vorgeſehene Bismarckfeier im Saalbau, die in
größe=
rem Rahmen zum Beſten des Bismarckdenkmals auf der
Eliſenhöhe ſtattfinden ſoll. Zu dem Feſt, das erhebliche
Koſten verurſacht, hat die Studentenſchaft 1500 Mark
ge=
ſtiftet. Es wird beantragt, die Koſten für den Saalbau
mit 820 Mark zu bewilligen. — Stadtv. Delp iſt
prin=
zipiell gegen den Zuſchuß, der gegen die Stimmen der
Sozialdemokraten bewilligt wird. — Stadtv. Saeng
möchte feſtſtellen, daß am Tage des Feſtes eine Tagung der
Freiſinnigen hier ſtattfindet, die nicht etwa als gegen dieſes
Bismarckfeſt gerichtet zu betrachten iſt.
Der Deutſche Städtetag
wird nach einer Mitteilung des Oberbürgermeiſters vom
14. bis 17. Juni in Köln ſtattfinden. Es wird
be=
ſchloſſen, daß die Herren Dr. Gläſſing, Mueller
und die Stadtvv. Dr. Bender, Dr. Noellner,
Hen=
rich und v. Heſſert als Vertreter des
Hausbeſitzer=
ſtandes den Städtetag offiziell beſuchen. — Stadtv. Lehr
bittet, mit den Diäten ſparſam zu ſein. — Stadtv. Jung
iſt für die Delegierung der Mitglieder des
Finanzaus=
ſchuſſes, meint jedoch, den Vertreter des Hausbeſitzes ſollte
der Hausbeſitzerverein ſelbſt delegieren. Den gleichen
Standpunkt vertritt Stadtv. Bormet. Stadtv. Haury
hält es für im Intereſſe der Stadtverwaltung liegend, wenn
Herr v. Heſſert delegiert wird, da er beſonders den
Real=
kredit beherrſcht, über den dort verhandelt werden ſoll.
Stadtv. Friedrich meint, man müßte dann ſchließlich
auch einen Vertreter des Mietervereins delegieren. — Nach
weiterer längerer Debatte wird beſchloſſen, die genannten
Herren mit Ausnahme des Herrn v. Heſſert zu delegieren.
Mitteilungen uſw.
Stadtv. L. Lautz teilt mit, daß Herr Profeſſor
Kif=
ſinger nach ſeiner Ernennung zum Direktor der
Eleo=
norenſchule aus dem Vorſtande der Hauswirtſchaftlichen
Fortbildungsſchule ausgeſchieden iſt. Dafür iſt Profeſſor
Pfaff eingetreten.
Stadtv. Dr. Noellner führt Beſchwerde über das
ſehr veraltete Syſtem unſerer Telephonanlagen und bittet
den Oberbürgermeiſter, für Beſſerung einzutreten. —
Stadtv. Herbert teilt mit, daß das mit der Frage der
Räumlichkeiten des Poſtamtes zuſammenhängt, die noch
nicht geregelt iſt. Uebrigens ſind die Mißſtände vielfach
bei den Teilnehmern begründet und darin, daß ſo
verſchie=
dene Apparate zugelaſſen ſind uſw.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
Gerichtszeitung.
* Wiesbaden, 28. Mai. In dem umfangreichen
tuor der hieſigen Strafkammer verhandelten
Juwelen=
t iebſtahlsprozeß gegen die Ehefrau des
Magi=
fratsſekretärs Meißner und die Ehefrau des ſtädtiſchen
tachniſchen Reviſionsbeamten Kolberg wegen fortgeſetzter
int den Jahren 1911 bis 1913 bei Juwelieren in
Wies=
leaden, Mainz, Darmſtadt, Frankfurt und Hanau
began=
gener Juwelendiebſtähle im Geſamtwerte von 7000 Mark
wurde erkannt gegen die Ehefrau Meißner auf ein Jahr
Gefängnis wegen 26 derartiger Diebſtähle und gegen die
Ehefrau Kolberg wegen 19 Diebſtähle auf zwei Jahre
Gefängnis.
* Kiel. 28. Mai. In dem Beſtechungsprozeß,
der ſich im Anſchluß an den früheren Kieler
Werftpro=
jeß entwickelte, wurde heute nacht 2 Uhr das Urteil
t erkündet. Das Gericht hat alle Angeklagten bis auf den
Kaufmann Neugebauer für ſchuldig geſprochen. Dem
frü=
heren Gefängnis=Oberaufſeher Hieſtermann und dem
frü=
heren Gefangenenaufſeher Rolf wurden mildernde
Um=
ſände verſagt. Hieſtermann erhielt drei Jahre Zuchthaus
und Rolff zwei Jahre Zuchthaus, außerdem wurde gegen
jeden auf fünf Jahre Ehrverluſt erkannt. Der angeklagte
frühere Hausvater Wohlers erhielt vier Monate
Gefäng=
wis, der frühere Hilfsaufſeher Grieſe ebenfalls vier
Mo=
wate Gefängnis, der Kaufmann Frankenthal zweieinhalb
Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverluſt, Käthe
Fran=
jenthal und Diplom=Ingenieur Heinrich je 300 Mark
Geld=
ſrafe, Neugebauer wurde freigeſprochen. Die
Verurteil=
ten haben ſämtlich bis auf Wohlers die Annahme des
Ur=
teeils abgelehnt. Alle bisher in Haft Geweſenen wurden
dem Gefängnis wieder zugeführt. Der Andrang des
Bublikums zu der Verhandlung war außerordentlich ſtark
ſp daß verſchiedentlich polizeiliche Hilfe notwendig war,
um die Ordnung im Gerichtsgebäude aufrecht zu erhalten.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Kaſſel, 27. Mai. Unter dem Vorſitze der
Für=
rin Marie zu Erbach=Schönberg und unter
Beteiligung zahlreicher Deputierter aus ganz Deutſchland
tagte hier die Mitgliederverſammlung des Vereins der
Freundinnen junger Mädchen. Die Tagung
wurde mit einer Begrüßungsanſprache des
Generalſuper=
lintendenten Moeller eröffnet und behandelte ſodann eine
Keihe für die Mädchenwelt und deren Schutz wichtiger
Fragen. Beſonders berückſichtigt wurden die Fürſorge
für die immer zahlreicher in die Großſtädte flutenden
minderjährigen Mädchen, die Kellnerinnenfrage, das
Stellenvermittelungsweſen, die Zuſtände in manchen
aus=
ländiſchen Mädchenpenſionaten und die Warnung an
ellein ins Ausland reiſende Mädchen und Frauen.
* Friedrichshafen, 28. Mai. Die Teilnehmer
un der Sommerverſammlung der
Schiffbautechni=
ſchen Geſellſchaft trafen heute vormittag 11 Uhr
m Sonderzug von Stuttgart hier ein, um die
Werftan=
hage des Luftſchiffbaues Zeppelin zu beſichtigen. Graf
Zeppelin übernahm ſelbſt die Führung. Das Delag=
Zuftſchiff „Viktoria=Luiſe” lag zu verſchiedenen Aufſtiegen
vereit, an denen trotz des ſchlechten Wetters Damen und
Herren der Geſellſchaft teilnahmen. Nach der Beſichtigung
der geſamten Anlage hielt Graf Zeppelin einen
Vor=
trag über die Entwickelung und den Bau
der Zeppelin=Luftſchifffe. Ingenieur Dornier
hielt einen weiteren Vortrag, worauf die
Tagungstezl=
nehmer einer Einladung des Grafen Zeppelin zu einem
Imbiß folgten. Graf Zeppelin und Geheimer
Regierungs=
nat Bußley wechſelten Trinkſprüche. Heute abend
fin=
den Schauflüge des Flugzeugbaues Friedrichshafen ſtatt,
denen ein Feſteſſen im Kurgartenhotel folgt.
* Köln, 28. Mai. Die deutſche Geſellſchaft zur
Rettung Schiffbrüchiger hielt in Köln ihre 48.
Sauptverſammlung ab, der die Spitzen der Militär= und
Zivilbehörden Kölns beiwohnten. Die 64 Bezirksgruppen
der Geſellſchaft waren nahezu vollſtändig vertreten. Den
Vorſitz führte der ſtellvertretende Vorſitzende Nebeltau=
Bremen. Regierungspräſident Steinmeiſter begrüßte
die Geſellſchaft namens der königlichen Regierung. Von
den drei Medaillen der Prinz Heinrich=Stiftung wurde die
goldene dem Vormann Rahrs=Norderney, die ſilberne
Medaille dem Vormann Horſt=Prerow verliehen. Die
Eupferne Medaille kam dieſes Jahr nicht zur Verleihung
da kein geeigneter Fall vorlag.
Luftfahrt.
* Erfolg der Darmſtädter Flugzeug=
Induſtrie. Der Doppeldecker Gnöme der
Darm=
ſtädter Sommer=Flugzeugwerke S 16. mit
Hem Flugzeugführer Schröder ſich erfolgreich am Prinz=
Heinrich=Flug beteiligte, wurde mit dem von einigen
Bürgern der Stadt Speyer geſtifteten Ehrenpreis
ausgezeichnet. Der Beobachter, Pilot Schäfer, erhielt
einen Preis von der Oberleitung.
* Hamburg, 28. Mai. „L. 3‟ landete um 2.36
Uhr glatt auf dem Fuhlsbütteler Flugplatz und wurde in
Die Halle gebracht.
* Paris 28. Mai Das deutſche Generalkonſulat
hat dem Flieger Leth Jenſen am 27. Mai zu einem
Fluge mit einem Eindecker den er vom 3. bis 16. Juni
nach Lüttich- Krefeld-Münſter-Bremen-
Hamburg-Lübeck und weiter auszuführen
beab=
ſichtigt, einen Reiſeſchein ausgeſtellt.
* Udſchda, 28. Mai. Das aus acht Flugzeugen
be=
ſtehende Sahara=Geſchwader, das am 6. Mai von
Tunis abging, iſt geſtern in Taza angekommen. Heute
morgen flog es weiter und kam am Nachmittag in Udſchda
in. Demnächſt wird es nach den Oaſen der Sahara
auf=
brechen.
Deutſche Offizierflieger in Rußland gelandet.
* Petersburg, 27. Mai. Die Petersburger
Tele=
graphenagentur meldet aus Rypin (Gouvernement Plozk)
daß geſtern in der Nähe von Rypin ein mit deutſchen Offie
zieren bemannter Aeroplan niedergegangen ſei.
Die Offiziere wurden feſtgenommen. Der Aeroplan wurde
an der Grenze beſchoſſen und beſchädigt.
* Graudenz, 28. Mai. Der Graudenzer Geſellige
teilt mit, daß der in Rußland niedergegangene
Flugapparat verſuchte, auf dem
Truppenübungs=
platz Wapno niederzugehen, wurde dabei aber von
einem Gewitterſturm über die Grenze getrieben.
* Berlin, 28. Mai. Zu der gemeldeten
Notlan=
dung deutſcher Flieger bei Rypin in
Ruß=
land erfährt das W. T. B. an zuſtändiger Stelle, daß es
ſich um ein Flugzeug der Fliegerſtation
Graudenz handelt, das am 26. Mai durch einen
Gewitterſturm über die Grenze getrieben worden iſt.
Führer des Flugzeuges war Hauptmann Schmöger
vom Infanterieregiment 125, Beobachter Oberleutnant
Paul, vom Infanterieregiment Nr. 52. Die beiden
Offi=
ziere werden von den ruſſiſchen Behörden
feſtgehalten. Weitere Einzelheiten ſind noch nicht
bekannt.
800 Jahrfeier der Burg Wittelsbach.
* Aichach, 28. Mai. Heute vormittag fand in
Ge=
genwart des Königspaares die 800 Jahrfeier
der Burg Wittelsbach ſtatt. Die Feier begann mit
einem Feſtgottesdienſt, der durch den Biſchof von
Augs=
burg abgehalten wurde. Darauf hielt König Ludwig
auf dem Burgplatz eine Anſprache, in der er betonte,
wenn auch die Burg die Zeit nicht überdauert habe, ſo
doch das Geſchlecht, das aus ihr hervorgegangen ſei. Der
König fuhr fort: Das Haus Wittelsbach herrſcht ſeit mehr
als 700 Jahren in Bayern und der Pfalz. Dies iſt
er=
klärlich, weil die Wittelsbacher Bayern entſtammen. Seit
undenklichen Zeiten ſtanden die Wittelsbacher Herrſcher
und das Volk zuſammen. Der König erinnerte ſodann an
das Wort König Ludwigs II. „Ich fühle mich eins mit
dem Volk‟ Er gehe weiter und ſage, „das bayeriſche Volk
fühlt ſich eins mit dem König.” Wie es viele Jahrhunderte
war, ſo ſoll es viele Jahrhunderte bleiben. Das walte Gott!
Der König verlieh anläßlich der Jubelfeier eine Reihe von
Auszeichnungen. Auch wurde ein Gnadenakt des
Kö=
nigs zur Kenntnis gebracht, durch welchen die
Gefange=
nen der Strafanſtalt Aichach begnadigt
werden. Darunter befindet ſich eine Frau, die vor 30
Jahren zum Tode verurteilt, dann aber zu lebenslänglichem
Zuchthaus begnadigt wurde.
Erdbeben.
— Erdbebenwarte Jugenheim, 28. Mai,
11½ Uhr vorm. Unſere Meldung eines Erdbebens vom
26. d. abends im ſüdöſtlichen Teile Europas wird
beſtä=
tigt durch Nachrichten über Erderſchütterungen in den
ſüd=
lichen Abhängen der Karpaten, aus 1000 Kilometer
Ent=
fernung, die größeren Schaden nicht anrichteten.
Heute früh 4 Uhr 63 Minuten begann die
Aufzeich=
nung eines Fernbebens aus 9000 Kilometer Entfernung.
Geſtern zu gleicher Zeit fand ein ganz ſchwaches
Fern=
beben ſtatt.
— Jugenheim, Erdbebenwarte, 28. Mai, 1,30 Uhr
nachmittags. Soeben wurde innerhalb 3 Tagen das 5.
Erdbeben aufgezeichnet. Der Einſatz erfolgte 12,32 Uhr,
das Maximum war 12,43 Uhr, das Ende nach 1 Uhr. Die
Epizentral=Entfernung beträgt 2500 Kilometer, alſo liegt
der Herd nicht mehr in Europa.
* Hohenheim, 28. Mai. Heute früh 4 Uhr 36
Mi=
nuten 10 Sekunden begannen die Erdbebeninſtrumente ein
mäßig ſtarkes Fernbeben aufzuzeichnen. Der
Herd liegt etwa 9000 Kilometer entfernt, alſo in
gerin=
gerer Entfernung wie das geſtern gemeldete ſchwere Beben,
deſſen Herd in etwa 13—14000 Kilometer zu ſuchen iſt
wahrſcheinlich auf der Inſelwelt des Großen Ozeans. Die
ſtärkſten Ausſchläge des heutigen Bebens erfolgten
zwi=
ſchen 5 Uhr 5 Minuten und 5 Uhr 15 Minuten.
* Colon, 28. Mai. Geſtern wurde hier ein 30
Se=
kunden dauernder Erdſtoß der ſtärker war, als
irgend=
ein ſeit Oktober vorgekommener, verſpürt. Vom
Panama=
kanal ſind keine Beſchädigungen gemeldet worden.
Badiſcher Landtag.
* Karlsruhe, 28. Mai. In der heutigen Sitzung
er Zweiten Kammer antwortete der Finanzminiſter
Reinbold ausführlich auf die geſtrige Anfrage des
nationalliberalen Abgeordneten Rebmann. Er gab
zunächſt eine Darſtellung der Vorgänge, die ſich in der
Rheinſchiffahrt in den letzten Jahren abgeſpielt
aben und verwies vor allen Dingen darauf, daß dadurch,
daß der preußiſche Bergfiskus ein Optionsrecht an der
Aktienmehrheit der Mannheimer
Dampfſchiffahrtsgeſell=
ſchaft und der Mannheimer Lagerhausgeſellſchaft, die zu
er erweiterten Rhein= und Seeſchiffahrtsgeſellſchaft in
Köln umgeſtaltet wurde, ausübte, in beteiligten
Mann=
heimer Kreiſen lebhafte Beunruhigung entſtanden ſei, weil
man befürchte, daß auch die anderen bisher noch
unab=
hängigen Mannheimer Schiffahrtsgeſellſchaften unter
ußerbadiſchen Einfluß gelangten und ſo erhebliche
Nach=
teile, insbeſondere auch für den Platz Mannheim bringen
könnten. Auch für die badiſche Eiſenbahnverwaltung wäre
eine ſolche Entwicklung ſehr unerwünſcht, und zur
Be=
eitigung einer ſolchen Gefahr hätte das badiſche
Finanz=
miniſterium die Rheiniſche Kreditbank in Mannheim unter
Gewährung eines niedrig verzinslichen Darlehens aus
den Mitteln der Amortiſationskaſſe veranlaßt, die Aktien
der beiden größten noch unabhänggen Mannheimer
Schiff=
fahrtsgeſellſchaften zu erwerben und für beſtimmte Zeit
im Beſitz zu halten. In dem Vertrage hat ſich das
Finanz=
miniſterium für die Dauer des Vertragsverhältniſſes das
Optionsrecht der Mehrheit zu einem im voraus
beſtimm=
en Preiſe vorbehalten. Der Vertrag ſieht ausdrücklich
vor, daß der Zweck der Aktion ſei, die
Unabhängig=
keit der badiſchen
Schiffahrtsunterneh=
mungen auf dem Rhein gegenüber außerbadiſchen
zu ſichern und die von der Rheinſchiffahrt berührten
Intereſſen des badiſchen Fiskus wie der badiſchen
Volks=
wirtſchaft zu ſchützen unter billiger Berückſichtigung
be=
rechtigter Anſprüche der linksrheiniſchen deutſchen
Ge=
biete.
Nach Bekanntwerden dieſer Vereinbarung trat die
bayeriſche Regierung, die wegen ihrer linksrheiniſchen
In=
tereſſen vollſtändig grundlos beunruhigt war, mit der
ba=
diſchen Regierung ins Benehmen. Letztere erklärte ſich
grundſätzlich bereit, mit der bayeriſchen
Eiſenbahnver=
waltung wegen Wahrung ihres bisherigen Beſitzſtandes
an dem Umſchlagsverkehr der im badiſchen Konzern
ver=
einigten Schifffahrtsgeſellſchaften eine Vereinbarung zu
treſfen. Bevor dieſe Verhandlungen zum Abſchluß
ge=
langten, erfolgte im September v. J. unter Mitwirkung
des bayeriſchen Staates die Bildung eines bayeriſchen
Schiffahrtskonzerns, worüber die badiſche
Re=
gierung alsbald von der bayeriſchen verſtändiat wurde
Im übrigen verwies dann der Miniſter Reinbold auf die
Verhandlungen in der bayeriſchen Kammer der
Abgeord=
neten vom 14. Mai und insbeſondere auf die
Ausführun=
gen des bayeriſchen Verkehrsminiſters v‟ Seidlein, daß
Bayern weit entfernt ſei, das friedliche Zuſammenwirken
ller für die Hebung der Rheinſchiffahrt tätigen Kräfte
irgendwie ſtören oder zum Zwecke berechtigter
außerbaye=
riſcher Intereſſen Einfluß nehmen zu wollen. Es gebe
nſtreitig eine Reihe wichtiger, die geſamte
Wirtſchafts=
volitik berührender Tarif= und Verkehrsfragen, in denen
ſogar ein gemeinſames Zuſammenwirken der drei
ſtaat=
lichen Schiffahrtsgruppen erſprießlich und nützlich
wer=
den könne. Einer dahin abzielenden Verſtändigung würde
Bayern gegebenenfalls nicht abgeneigt ſein. Hierzu
be=
merkte der Miniſter Reinbold, daß auch Baden einer
ſolchen Verſtändigung, die von Anfang an in der
Abſicht der badiſchen Regierung gelegen habe, nicht
ab=
geneigt ſei und daß ſie ein Zuſtandekommen im
Ver=
eien mit der Rheiniſchen Kreditbank begrüßen würde.
Die Lage in Albanien.
* Durazzo, 28. Mai. Die
Kontrollkom=
miſſion hat ſich geſtern nach Tirana begeben, um mit
den dortigen Aufſtändiſchen und den in Kawaja, die einen
mohammedaniſchen Fürſten verlangen, zu verhandeln.
Vorausſichtlich wird am 2. Juni in Schiak eine
Verſamm=
lung der Delegierten der verſchiedenen Stämme
ſtattfin=
den, um die der Kontrollkommiſſion vorzulegenden
For=
derungen aufzuſtellen.
* Durazzo, 28. Mai. Der öſterreichiſch=ungariſche
Geſandte hat den italieniſchen Admiral Trifari
benach=
richtigt, daß ein von Malta kommendes
öſterreichi=
ſches Geſchwader in Valona eintrifft und
am 2. Juni zu kurzem Aufenthalt Durazzo anlaufen wird.
* Darazzo 28. Mai. Die Aufſtändiſchen
ſammeln ſich am Skumbi um Aziz Paſcha Vrioni
Wider=
ſtand zu leiſten, der mit regierungstreuen Albaneſen ſich
im Anmarſche befindet. Infolgedeſſen hat die
Kontroll=
kommiſſion in Kawaja außer Mufti Paſcha keine führende
Perſönlichkeiten vorgefunden.
* Köln, 28. Mai. Der „Kölniſchen Zeitung” wird
aus Berlin gemeldet: Zur Reiſe des
Hofmar=
ſchalls des Fürſten von Albanien von Trotha
nach Berlin wird uns beſtätigt, daß ſie auf keinen
politi=
ſchen Auftrag zurückzuführen iſt. Trotha iſt der
Ueber=
bringer gewiſſer perſönlicher Wünſche des
Für=
ſten, die mit der politiſchen Behandlung der albaniſchen
Frage nicht im Zuſammenhang ſtehen.
* Wien, 28. Mai. Das Wiener Korr.=Buregu
mel=
det aus Durazzo: Die Kontrollkommiſſion
erhielt geſtern bei ihrer Anweſenheit in Kawaja ſeitens
der Wortführer der Aufſtändiſchen und der an der
Be=
wegung teilnehmenden Bevölkerung die Verſicherung, daß
ſie ſich von den Aufklärungen und Zuſagen der
Kontroll=
kommiſſion perſönlich befriedigt fühlten, daß
ſie aber vor der endgültigen Abrüſtung
noch einen Meinungsaustauſch mit den
Vertretern der übrigen an der Bewegung
be=
teiligten Landſchaften pflegen möchten Allerdings
hat in Kawaja eine Anzahl Fanatiker in
prä=
ziſer Form den Wunſch nach der Wiederherſtellung der
türkiſchen Herrſchaft ausgeſprochen, indeſſen haben, wie
geſtern in Kawaja, die Erklärungen der
Kontrollkom=
miſſion auch heute in Tirana, wohin ſie ſich begeben hat,
beruhigend gewirkt und dürften ihren Eindruck ſicherlich
nicht verfehlen. Hervorzuheben iſt, daß die religiöſen
Chefs von Tirana, nämlich der Mufti und der Ulema,
ge=
meinſam mit der Kontrollkommiſſion ſich bemühten, die
Vertreter der unzufriedenen Landſchaften von der
Unzu=
läſſigkeit einiger ihrer Forderungen zu überzeugen.
In=
deſſen konnte bemerkt werden, daß ein ziemlichſtarker
religiöſer Fanatismus geweckt und auch dort
unter den Unzufriedenen die Forderung nach
Ernen=
nungeines mohammedaniſchen Fürſten laut
geworden iſt. Wie in Kawaja erklärten in Tirana die
Führer, daß vorerſt den Delegierten aller in Betracht
kom=
menden Landſchaften Gelegenheit zur Ausſprache zu geben
ſei, die in einer Verſammlung der nächſten Woche erfolgen
ſoll. Daran hätte auch die Kontrollkommiſſion
teilzu=
nehmen.
Großherzogliches Hoftheater.
Donnersstag, den 28. Mai.
Frühlings=Feſtſpiele.
5. Abend.
Carmen.
W-l. Unter der Leitung des Herrn Profeſſors Arthur
Mikiſch ging am heutigen fünften Abend der
Frühlings=
ffeſtſpiele Bizets „Carmen” in Szene. Das Haus war
ausverkauft, ein Beweis, daß es gelungen war, für dieſe
wielauſgeführte Oper neues Intereſſe beim Publikum zu
erwecken. Eine Neubelebung erfuhr ſie allerdings durch
Mikiſchs geniale muſikaliſche Leitung, während es in der
von Sopraniſtinnen, Altiſtinnen, Koloraturſängerinnen
und Soubretten in allerlei Schattierungen geſungenen
und darſtelleriſch abgehetzten Rolle der Carmen kaum noch
möglich iſt, etwas Neues zu bringen. Die Gefahr, bei der
Darſtellung dieſer Rolle zum Nachteil der geſanglichen
Ausgeſtaltung das Hauptgewicht auf Aeußerlichkeiten zu
legen und durch ſie zu wirken, iſt ſehr groß. Die
Auf=
faſſung der Rolle als Ganzes und die künſtleriſche Ueber
einſtimmung in Spiel und Geſang geben auch hier den
Maßſtab für eine richtige Beurteilung der Leiſtung ab. In
der heutigen Aufführung ſang Frau Marquerite Sylva
von der Komiſchen Oper in Paris die Titelpartie. Die
vorher von ihr verbreiteten Abbildungen hatten eine falſche
Vorſtellung von ihrer Erſcheinung erweckt, was nicht in
ihrem Vorteil lag. Die nüancenreiche und intereſſante,
von einer einheitlichen Auffaſſung getragene darſtelleriſche
Durchführung der Rolle der weißen Zigeunerin als eines
dämoniſchen, ſinnlichen und leidenſchaftlichen Weibes war
glänzend, die geſangliche zeugte trotz einer gewiſſen,
ei es beabſichtigten oder unbeabſichtigten Nonchalance
m Vortrag von einer ſouveränen künſtleriſchen
Be=
herrſchung ihrer Aufgabe. Herrn vom Scheidt vom
Opernhauſe in Frankfurt, der den Escamillo ſang,
be=
reitete das der Baritonſtimme unbequem liegende Torero=
Lied Schwierigkeiten, während im 3. Akte ſeine Stimme
beſſer zur Geltung gelangte.
Den ſtimmlichen und geſanglichen Höhepunkt des
Abends bezeichnete Frl. Geyersbachs unvergleichlich
ſchön geſungene Micaéla. Auch das Duett mit Herrn
Globerger als Joſé im 1. Akte, der beſonders gut
disponiert war und prächtig ſang, war eine der
beſtge=
lungenen Nummern des Abends. Die übrige Beſetzung
war dieſelbe wie bei den beiden erſten Aufführungen der
Oper in dieſer Saiſon.
Die Aufführung als Ganzes war dank dem
harmoni=
ſchen Zuſammenwirken der muſikaliſchen und ſzeniſchen
Leitung hochbefriedigend. Herr Profeſſor Nikiſch flößte
ihr neues Leben ein und führte die Kapelle zu neuem
Siege. Rhythmiſche Straffheit, Entfaltung beſtrickender
Tonpracht und ein genialer künſtleriſcher Schwung
zeich=
neten ſchon die Ouvertüre, aus der ganz neue tonliche
Nüancen herausklangen, aus. Die prachtvollen
Ton=
ſchattierungen und Klangſteigerungen, namentlich aber
die ſein abgetönte Begleitung der Singſtimmen, in der
Nikiſch Meiſter iſt. brachten dem, der die Partitur der
Oper zu kennen glaubt, neue Ueberraſchungen.
Der Beifall nach den Aktſchlüſſen wollte kein Ende
nehmen. Doch wäre diesmal weniger mehr geweſen, da
man öfters, namentlich nach dem 1. Akte, den Eindruck
hatte, daß er künſtlich gemacht war.
Vom Balkan.
* Athen, 28 Mai. In der heutigen Sitzung der
Kammer gab der Miniſter des Aeußern. Streit,
fol=
gende Erklärung über die Aegäiſchen Inſeln
ab: 1. Griechenland hat der Türkei niemals einen
Vor=
ſchlag wegen Anerkennung eines Kondominiums oder
Zu=
laſſung von Beamten gemacht, deren Beſugniſſe eine Art
von Kondominium oder Souveränität der Türkei über die
Aegäiſchen Inſeln bedeuten würde. 2. Die jetzige
hel=
leniſche Regierung hat niemals daran
ge=
dacht, die Aegäiſchen Inſeln preiszugeben,
die nicht nur durch die ſiegreichen Waffen Griechenlands
wiedererobert, ſondern auch angegliedert wurden durch die
Entſcheidung der Mächte, die ſich auf die im Londoner
Vertrage beſtehenden unbeſtreitbaren für Griechenland wie
für den Nachbarſtaat gemeinſamen Rechtstitel, ſtützt. Das
Recht Griechenlands auf dieſen Inſeln iſt dergeſtalt
unbe=
ſtreitbar, daß Griechenland keineswegs daran denkt, ſich
ihren zu entäußern, Ich bitte das Haus. die Debatte nichd
auf andere Inſeln auszudehnen; denn ich glaube, daß eine
derartige Erörterung nicht in den Rahmen der
gegenwär=
tigen Debatte gehört Tatſächlich iſt ſeitens der Mächte
noch keine Enſcheidung bezüglich dieſer Inſeln erfolgt,
obwohl der Londoner Vertrag vorſieht, daß ſie darüber
entſcheiden.
Vermiſchtes.
— Die diesjährige (61.) Verſammlung
mittel=
kheiniſcher Aerzte findet Sonntag, den 7. Junt,
in Wiesbaden ſtatt. Die wiſſenſchaftliche Sitzung im
kleinen Konzertſaal des Kurhauſes begnnt um 1 Uhr; es
ſchließt ſich daran um 4 Uhr ein gemeinſames Eſſen im
Gartenſaal des Kurhauſes an.
— Reiſen nach Ruſſiſch=Zentralaſien.
In letzter Zeit iſt es wiederholt vorgekommen, daß deutſche
Reichsangehörige, die ſich zu Geſchäfts= oder
Vergnü=
gungsreiſen nach Ruſſiſch=Zentralaſien begeben wollten,
beim Eintreffen dort an der Weiterreiſe verhindert
wor=
den ſind, da ſie nicht im Beſitze der erforderlichen
Erlaub=
nis der ruſſiſchen Regierung zum Betreten des Landes
waren. Sie mußten ſich dann meiſtens von Baku aus
telegraphiſch an die deutſche Botſchaft in St. Petersburg
um Erwirkung der Reiſerlaubnis wenden und unter
gro=
ißem Zeit= und Geldverluſt abwarten, bis die Mitteilung von
der Erteilung der Erlaubnis eintraf. Zur Beachtung
ſeitens der beteiligten Kreiſe werden deshalb die ruſſiſchen
Beſtimmungen über Reiſen von Ausländern nach Ruſſiſch=
Zentralaſien im nachſtehenden erneut in Erinnerung
ge=
bracht: Ausländer bedürfen für Reiſen nach Rufſiſch=
Zentralaſien einer beſonderen Erlaubnis der ruſſiſchen
Regierung die für Deutſche durch Vermittelung der
deut=
ſchen Volſchaft in St. Petersburg nachzuſuchen iſt. Die
Erledigung der Geſuche um Erteilung der Reiſerlaubnis
erfordert ebenſo wie diejenige von Geſuchen um
Geſtat=
tung der Waffeneinfuhr und der Führung von Waffen
in Rußland fünf bis ſechs Wochen von dem Zeitpunkt an,
wo die Geſuche der ruſſiſchen Regierung zugegangen ſind.
Die an die deutſche Botſchaft gerichteten Anträge um
Er=
wirkung der Erlaubnis ſind zweckmäßig durch das
Aus=
wärtige Amt zu leiten. Wird der Antrag unmittelbar bei
der Botſchaft geſtellt. ſo empfiehlt es ſich, eine behördliche
Beſcheinigung beizufügen, daß der Erwirkung der
Erlaub=
nis keine Bedenken entgegenſtehen. In beiden Fällen
werden die Reiſenden gut tun, die Anträge ſo frühzeitig
zu ſtellen, daß noch für etwaige Rückfragen Zeit bleibt.
In den Geſuchen um Erteilung der Reiſeerlaubnis iſt
Zweck, Zeit und Ziel der Reiſe genau anzugeben; die
Ge=
ſuche um Geſtattung der Waffeneinfuhr und der
Mitfüh=
rung von Waffen müſſen deren genaue Beſchreibung,
ſo=
wie Angabe über ihre Anzahl und ihren Zweck enthalten,
auch das ruſſiſche Grenzzollamt bezeichnen, über welches
die Einfuhr ſtattſinden foll. Die Einfuhr von Gewehren
mit gezogenen Läufen iſt verboten. Der Waſſenpaß koſtet
2.25 Rubel. Die Reiſeerlaubnis für Ruſſiſch=Zentralaſien
erſtreckt ſich keinesfalls auf eine Reihe von Oertlichkeiten,
die aus militäriſchen Rückſichten nicht betreten werden
dürfen und deren weſentlichſten die folgenden ſind: Die
Pamirs, Kuſchk, Termez, Kerki und die Zollſtationen
auf=
wärts am Amu Darja, Tſchlichtiar, Tſchaty, die
Mill=
tärpoſten am Atrek und auf der Linie von Kuſchk nach
Akrobat ſowie die Eiſenbahn von Merw nach Kuſchk. Die
Paßvorſchriften werden durch Vorſtehendes nicht berührt.
Der von einem ruſſiſchen Konſul viſierte Reiſepaß muß
indeſſen an jedem Aufenthaltsort in Zentralaſien
unver=
züglich der Polizeibehörde vorgewieſen werden. Im
übri=
gen iſt den Reiſenden in ihrem eigenen Intereſſe
anzu=
raten, ſich beim Beſuche von Taſchkent und Askahabad mit
den dortigen diplomatiſchen Beamten in Verbindung zu
ſetzen, die dem Generalgouverneur von Turkeſtan und dem
Chef der transkaſpiſchen Provinz beigegeben ſind. Dieſen
Beamten hat die ruſſiſche Regierung in dem Beſtreben,
den. Reiſenden den Aufenthalt in Ruſſiſch=Zentralaſten
möglichſt zu erleichtern zur Pflicht gemacht den Fremden
zur Erreichung ihres Reiſezwecks und insbeſondere auch
bei etwa entſtehenden Schwierigkeiten zu unterſtützen.
Literariſches.
Die neue Rangliſte der Königlich
Preußiſchen Armee und des 13. (Königlich
Würt=
tembergiſchen) Armeekorps für 1914 mit den
Dienſtalters=
liſten der Generale und der Stabsoffiziere und einem
An=
hange, enthaltend das Reichsmilitärgericht, die Marine=
Infanterie die Kaiſerlichen Schutztruppen und die
Gen=
darmerie=Brigade in Elſaß=Lothringen, iſt ſoeben im
Ver=
lage von E. S. Mittler u. Sohn, Berlin SW. 68, erſchienen
(Preis 7,50 Mark, in Leinwandband 9 Mark). Sie wird
bekanntlich als einzige amtliche Ausgabe in der Geheimen
Kriegskanzlei redigiert und ſchließt in dieſem Jahre mit
dem Stand vom 6.Mak ab. Ihr Unſang iſtauf125
Seſ=
ten geſtiegen. Gleichzeitig liegt die im Marinekabinett
redigierte neue Ranglſte der Kaiſerlich Deutſchen Marine
für das Jahr 1914 (511 Seiten ſtark, 2,75 Mark, in
Lein=
wandband 3,50 Mark) vor. Nicht nur bei der Armee und
Marine, ſondern auch im öffentlichen Verkehr und
ge=
ſchäftlichen Leben befinden ſich dieſe wichtigen
Nachſchlage=
bücher, die durch ihre Zuverläſſigkeit und Ueberſichtlichkeit
wie durch vorzügliche Druckausſtatung vorteilhaft bekannt
ſind, tagtäglich in Benutzung. Sie ſeien bei ihrem
Neu=
erſcheinen wieder aufs beſte empfohlen.
— Griebens Reiſeführer, Band 36: Der
Schwarzwald 18. Auflage. Mit 10 Karten und
einem Panorama. (2,50 Mk.) Verlagsbuchhandlung
Albert Goldſchmidt, Berlin W. 35. In 18. Auflage erſchien
ſoeben in der rühmlichſt bekannten Sammlung der „
Grie=
ben” der wohl Bewährte Führer durch den Schwarzwald.
Dabei erfuhr der reichhaltige Stoff eine ſorgfältige
Neu=
bearbeitung von einem guten Kenner des ganzen
Gebie=
tes, der auf alle ſeine Veränderungen Rücſicht nahm.
Eine wertvolle Bereicherung erhielt das ſorgfältig
revi=
dierte Kartenmaterial in der Neuaufnahme der „Karte
des mittleren Schwarzwaldes” und des „Panoramas vom
Merkurturm”. So ausgerüſtet, kann die neue Auflage
allen an ſie von Beſuchern des Schwarzwaldes geſtellten
Anforderungen aufs beſte entſprechen. Als Auszug von
obigem Führer erſchien Band 37, die „kleine Ausgabet
zum Preiſe von 1,20 Mk., die für einen kurzen Aufenthalt
im Schwarzwald ausreichend ſein dürfte.
— Das ſoeben erſchienene neue Heft der „Wiener
Mode” bringt zeitgemäß eine reiche Anzahl vorzüglicher
Rezepte zu Spargel= und Kohlgerichten, deren Beſitz jeder
Hausfrau am Herzen liegen muß. Da dieſes Heſt auch
ſonſt eine Fülle wichtiger und pratiſcher Anregungen auf
jedem Gebiete bringt, verfehle man nicht, dieſes Heſt zu
kaufen. Man bekommt es in jeder Buchhandlung zum
Preiſe von 60 Hellern (60 Pf.)
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 28. Mai. Die für Morgen angeſetzte
Pa=
rade der Garniſon Berlin und Vororte
findet auf Befehl des Kaiſers nicht ſtatt.
Ob die anläßlich der Parade angeſagten Feſtlichkeiten
aus=
fallen, iſt noch nicht beſtimmt.
* Straßburg, 28 Mai. Fünfzehn Offiziere des
Großen Generalſtabs in Berlin, darunter ſechs
Generale trafen geſtern vormittag hier ein und nahmen
im Palaſthotel „Rotes Haus” Wohnung. Der
Kron=
prinz der bereits heute morgen erwartet wurde, iſt im
Automobil heute nachmittag kurz nach 3 Uhr von der
Generalſtabsreiſe nach dem Münſtertal kommend, hier
ein=
gekroffen und im Hotel Stadt Paris abgeſtiegen.
* Peſt, 28. Mai. Am Schluß der geſtrigen Sitzung
der ungariſchen Delegation erklärte der
Mini=
ſterpräſident, er erachte es als ſeine Pflicht, ſofort
gegen die Beſchuldigungen zu proteſtieren,
welche Graf Michael Karolyigegen Deutſchland
gerichtet, und auch gegen den Ton, den er dieſem
Bun=
desgenoſſen Oeſterreich=Ungarns gegenüber angewendet
habe Allen dieſen Beſchuldigungen und Angriffen
gegen=
über verweiſe er auf die Ausführungen der Grafen Andraſſy
und Apponyi.
* Rom, 28. Mai. Nach der geſtrigen Barettaufſetzung
fand im Vatikan mit dem üblichen feierlichen Zeremoniell
im Saale der Segenserteilung das öfentliche
Konſiſto=
rium zwecks Hutaufſetzung für die neuen
Kar=
dinäle ſtatt. Der Feier wohnten mehrere in Rom
an=
weſende Kardinäle, das diplomatiſche Korps beim
heili=
gen Stuhl, Angehörige des Maltheſerordens und des
Adels, eine große Anzahl von Biſchöfen, von Verwandten
und Freunden der neuen Kardinäle ſowie zahlreiche
Ge=
ladene bei. Nachdem die neuen Kardinäle in der
Pauls=
kapelle den Eid geleiſtet hatten, wurde der Papſt auf der
sedia gestatoria in den Saal der Segenserteilung
ge=
tragen, während die Verſammlung folgte. Der Papſt nahm
auf dem Throne Platz und ſetzte den Kardinälen den Hut
auf. Beim Einzug des Papſtes wurde er mit dem Geſange
„Tu es Petrus” begrüßt, der von den Sängern des
Vati=
kans unter Leitung von Peroſi geſungen wurde, die dann
mehrere Motetten vortrugen. Der Papſt kehrte darauf in
ſeine Gemächer zurück. Die neuen Kardinäle begaben ſich
in die Sirkiniſche Kapelle, wo ſie ſich vor dem Aktar
nieder=
warſen, während einer der älteſten Kardinäle das Gebet
super ereatos cardinales ſprach. Zum Schluß erfolgte
das geheime Konſiſtorium, bei welchem der Papſt die
Zeremonie der Mundſchließung und =öffnung an den neuen
Kardinälen vornahm und ihnen ihre Titel zuerkannte.
* Paris, 28. Mai. Wie aus Tanger gemeldet wird.
wurden zur Beſtrafung der an der Entführung des
franzöſiſchen Journaliſten Monnier
betei=
ligten Andjeka=Leute eine Infanterie=Kompagnie und
zwei Kavallerie=Abteilungen unter der Führung des
Ma=
jors Boulat nach dem) Dorfe Kreb entſendet. Dieſelben
nahmen vier Eingeborene feſt und brachten dieſe, obgleich
drei von ihnen ſich auf ihre deutſche, engliſche und
portu=
gieſiſche Schutzgenoſſenſchaft beriefen, nach der Kasbah
von Tanger.
* London, 28. Mai. Die Abſtimmung der
Bau=
arbeiter ergab 21017 Stimmen gegen und 5824 für die
Beilegung des Streikes. Der Streik der
nun=
mehr bereits 18 Wochen andauert und großes Elend über
die Arbeiterfamilien gebracht hat, dauert alſo ſort.
* Wellingborough, 28. Mai. In einem Waggon eines
von London angekommenen Güterzuges wurde eine
Bombe, beſtehend aus Pulver und Sprenggelatine mit
Eiſenbolzen aufgefunden. Man nimmt an, daß ſie von
Suffragetten niedergelegt worden iſt.
lhet 7 nt. 3. ſihfe mnaer an
maine ſchreibt: Talaat Bey wird Bukareſt am
Donnerstag verlaſſen. Sein kurzer Aufenthalt
wird genügen, um den ottomaniſchen Staatsmann über
die wahren Gefühle der rumäniſchen Regierung
gegenüber=
der Türkei zu unterrichten. Talaat hatte Unterredungen
mit dem Miniſterpräſidenten und dem Miniſter des
Aeußern. Die Türkei iſt für das Gleichgewicht im euro=”
päiſchen Oſten notwendig. Außer ihrer Rolle als
Balkan=
faktor hat die Türkei noch eine andere wichtige Miſſion von
europäiſchem Charakter nämlich als Schützerin
der Meerengen. Dieſe Frage iſt mit den Intereſſen
erſter Ordnung der Länder am Schwarzen Meer verknüpft,
Es gibt einen ſchwarzen Punkt in der ottomaniſchen
Po=
litik, das iſt die Inſelfrage die den
türkiſch=
griechiſchen Beziehungen einen unruhigen Charakter
auf=
drückt Wir wünſchen, daß die beiden Länder eine Löſung
finden, die alle Intereſſen wahrt, auch jene des Friedens=
Wir glauben, daß bei beiderſeitigem gutem Willen und vern
ſöhnlichem Geiſte eine Formel für die Verſtändigung
ge=
funden wird Was Rumänien betrifft, ſo wünſcht dieſes,
treu ſeiner Aktion in der Kriſe von 1913, zu dieſem
glück=
lichen Ergebnis beizutragen Wir hegen aufrichtige
Wün=
ſche für dien Sieg der Verſtändigungspolitik.
* Athen, 28. Mai. Der auf Einladung der griechiſchen
Regierung in Athen weilende deutſche Architekt Profeſſor
Hugo Eberhardt, Direktor der großherzoglich heſiſchen
techniſchen Lehranſtalten in Offenbach a. M., inſpizierte
wiederholt die Induſtrieſchulen von Athen und
dem Piräus. Eberhardt hat bereits einige Vorträge vor
den Miniſtern für Nationalökonomie und für den Kultus
gehalten und hatte mehrfache Beſprechungen mit der
Prin=
zeſſin Alice, einer eifrigen Förderin der für die
wirtſchaft=
liche Entwicklung Griechenlands ungemein wichtigen
Frage. Eberhardt wurde heute vom Miniſterpräſidenten
Venizeelos in längerer Audienz empfangen.
* Smyrna, 28. Mai. Die Einwohner des Dorfes
Ma=
ratho=Tampos auf Samos haben ſich gegen die
grie=
chiſche Herrſchaft empört. Die zur Unterwerfung
abgeſandten Truppen ſind zu den Aufſtändiſchen
überge=
gangen.
* Eagle Paß (Texas), 28. Mai. Die
mexikani=
ſchen Rebellen haben fünf Kohlenbergwerke
beſchlagnahmt, die in der Nähe von Sabine liegen
und Eigentum von Amerikanern und Franzoſen ſind. Sie
gelten als die größten in Mexiko. Die Rebellen erklärten,
ſie hätten auf direkten Befehl Carranzas gehandeſt
* Buenos Aires, 28. Mai. Der Vizepräſident der
Republik eröffnete das Parlament mit einer Botſchaft,
die beſagt, die Republik unterhalte freundſchaftliche
Be=
ziehungen mit den andern Nationen. Die Unionſtaaten
hätlen durch die Errichtung einer Botſchaft in Buenos
Aires den Beweis von Freundſchaft gegeben, und auch
ein Abkommen zwecks Schaffung einer Internationalen
Kommiſſion vorgeſchlagen, welche die Streitpunkte
zwi=
ſchen Aegentinien, Chile und Braſilien regeln ſolle. Die
Finanzlage ſei zufriedenſtellend. Die Einnahmen
hälten zur Deckung der Ausgaben ausgereicht. Die
Staats=
ſchuld habe ſich während des abgelaufenen
Rechnungs=
jahres um 8521 420 Goldpiaſter und 3604600
Papier=
piaſter vermindert. Die Einfuhr habe im erſten Semeſter
1914 217101 295 Goldpiaſter betragen. 302 Auswanderer
ſeien angekommen. Die angebaute Kullurfläche betrug
24 401797 Hektar Ferner erwähnt die Votſchaft, daß die
argentiniſche Flotte die Oelfeuerung eingeführt-habe, und
ſchließt, ein Foriſchritt in der Induſtrie und eine Zunahme
des Volksvermögens ſeien trotz der augenblicklichen
Kriſis, die ſich bemerkbar mache, feſtzuſtellen.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
* Berlin, 28. Mai In der heutigen
Vormittags=
ziehung der Preußiſch=ſüddeutſchen
Klaſſen=
lotterie fielen Gewinne von 15000 Mark auf die
Nummern 3076 5041, 1000 Mark auf die
Num=
mern 55705 102181, 5000 Mark auf 99118, 3000 Mark
auf 724 16081 16502 19344 43018 80917 90347 91514 109593
113409 121010 123434 127826 129420 140455 158662 159164
169618 171959 192848 202008 211869 228359 und 230986. —
In der Nachmittagsziehung fielen 10000 Mark auf die
Nummern 100829 und 109599. 5000 Mark auf die Nummern
100393 135105 152807. 3000 Mark auf die Nummern 14794
25370 34859 39833 48041 53126 54501 54557 54675 62937
66727 70539 70836 73889 87087 94127 101014 105857 110175
113026 116440 118799 120994 132239 148272 149078 154344
164136 168154 169431 179338 187480 193491 198341 199362
204963 210618 und 220500. (Ohne Gewähr.)
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Ein Mahnruf an alle Eltern.
Meine jetzt dreijährige Tochter, ſchwer erkrankt, nahm
kein Eſſen mehr zu ſich und erbrach fortwährend. Ich ſah
kaum eine Möglichkeit, ihren Kräfteverfall aufzuhalten und
nahm auf Anraten meine Zuflucht zu Bioſon, das mir
den untrüglichen Beweis erbrachte, daß es für Kinder
nichts Verläßlicheres geben kann. Ich freue mich über
meinen Liebling, daß er heute wieder ſo munter, pausbäckig
und bei vorzüglichem Appetit iſt, er hat ſich brillant erholt
und das nach dem Gebrauch von nureinem Paketzu 3 Mk.
aus unſerer Nachbarapotheke W. Hoffmann, Radebeul
b. Dresden, Serkowitzerſtraße 13. Unterſchrift beglaubigt:
23. 12. 1913. Walter, Kgl. Notar.
(III,12977
Geſchäftliches.
Die Jungmädchenkrankheit, Bleichſucht genannt, wird
erfolgreich bekämpft durch längere oder kürzere Trinkkuren
mit dem bewährten Kräftigungsmittel Kaſſeler Hafer=
Kakao, dem außer ſeiner Bekömmlichkeit auch beſonderer
Wohlgeſchmack nachgerühmt werden darf.
Für die Pfingst-Feiertage!
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Beſtellungen hierauf nehmen die bekannten Verkaufsſtellen, ſowie die Brauerei ſelbſt (Tel. 385) entgegen.
ächte Sodener Mineral-Pastillen sind seit fast
Faus 3 Jahrzehnten bewährt bei Husten, Heiserkeit,
Katarrh der buftwege etc.
ächte Sodener Wineral-Pastillen — und nur
Faus diesel — werden aus den bekannten, von alters
her zur Kur verordneten Gemeinde-Heilquellen
No. 3 u. 18 des Bades Soden a. Taunus gewonnen.
ächte Sodener Dineral-Pastillen müssen. Sie
Faus verlangen, wenn Sie die wirksamen Salze der
genannten Heilquellen haben wollen.
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D. Faix&Söhne.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Auf der öſtlichen Seite des Hochdruckgebietes, das von
der isländiſchen Depreſſion etwas ſüdoſtwärts gedrängt
worden iſt, und ſich im Weſten verſtärkt hat nehmen bei
uns Regenfälle und Bewölkung ab. Wir haben heute auf
der Rückſeite der langgeſtreckten öſtlichen Tiefdruckfurche
noch meiſt wolkiges, doch vorwiegend trockenes, etwas
wär=
meres Wetter zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 29. Mai:
Wechſelnde Bewölkung, meiſt trocken, etwas wärmer,
nördliche Winde.
Familiennachrichten.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute nachmittag 5 Uhr entſchlief ſanft
nach kurzem Leiden unſer innigſtgeliebter
Vater, Bruder, Schwiegervater, Großvater,
Schwager und Onkel
(13012
Herr Georg Brücher
Landwirt und Spezereihändler
im 71. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Arheilgen, den 27. Mai 1914.
Die Beerdigung findet am Samstag,
nachmit=
tags 3 Uhr, vom Trauerhauſe Dieburgerſtr. 41
aus ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Nach langem, ſchwerem Leiden entſchlief
heute mittag ſanft mein innigſtgeliebter,
treu=
ſorgender Mann, unſer guter Schwiegervater,
Großvater, Schwager und Onkel (B12980
Herr Wilhelm Otto
Ratsdiener i. P.
Dies zeigen an
die Hinterbliebenen:
Sophie Otto geb. Kaiser.
Heinrich Merkel u. Kinder.
Darmſtadt, den 27. Mai 1914.
Karlſtraße 103.
Die Beerdigung findet Freitag, den 29. Mai,
nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des
Darm=
ſtädter Friedhofes aus ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Mittwoch nachmittag 3 Uhr entſchlief ſanft
nach langem, ſchwerem Leiden unſere liebe
Mutter, Großmutter und Schwiegermutter
Susanna Laut
(*14993
im 67. Lebensjahre.
Darmſtadt, Pfungſtadt, Eimsheim,
den 28. Mai 1914.
Johannes Reiß und Familie,
Ludwig Laut und Familie,
Georg Laut und Familie.
Die Beerdigung findet am Samstag,
nachmit=
tags 3 Uhr, vom Beſſunger Friedhof aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Hinſcheiden unſeres lieben Vaters,
Schwieger=
vaters und Großvaters
(B12990
Herrn Karl Schaaf
ſprechen wir Allen, beſonders Herrn Pfarrer
Adolph für die troſtreichen Worte am Grabe,
unſeren herzlichen Dank aus.
Familie Hartmann,
Friedr. Schaaf,
Karl Schaaf.
Darmſtadt, den 28. Mai 1914.
Dankſagung.
Für die beim Hinſcheiden von
Fräulein Clara Eppert
erwieſene Teilnahme und die zahlreichen
Blumen=
ſpenden ſpreche ich auf dieſem Wege den
herz=
lichſten Dank aus.
Wilhelmine Johé.
Darmſtadt, den 28. Mai 1914.
Karlſtr. 26.
(B12988
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
und reiche Blumenſpende bei dem Hinſcheiden
unſerer lieben, guten, unvergeßlichen
(12987
Lotte
ſagen wir allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten, insbeſondere den kath. Schweſtern des
Martinviertels, Herrn Pfarrer Waitz, ſowie der
Lehrerin der 8. Klaſſe der Mädchenmittelſchule
Frl. Follenius und deren Schülerinnen, unſeren
innigſten Dank.
L. Abel u. Frau, geb. Illig.
Darmſtadt, den 28. Mai 1914.
Eckhardtſtr. 15.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 29. Mai: Vorabendgottesdienſt 7 Uhr
30 Min.
Samstag, den 30. Mai: Morgengottesdienſt 8 Uhr
80 Min. Sabbatausgang und Beginn des Wochenfeſtes
9 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 30. Mai: Vorabend 7 Uhr 40 Min.
Morgens 7 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr.
Schowuaks=Feſt:
Sonntag, den 31. Mai: Vorabend 9 Uhr 20 Min.
Morgens 7 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr. Abends
9 Uhr 20 Min.
Montag, den 1. Juni: Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Feſtesausgang 9 Uhr 25 Min.
Wochengottesdienſt von Dienstag, den 2. Juni, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteikt von dem
Ver=
treter: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Corcovado”, Neu=York=Levante=Dienſt,
26. Mai 10 Uhr morgens in Galata. „Frankfurt” von
Kanada kommend, 26. Mai 10 Uhr morgens Lizard
paſſiert. „Moltke” von Genua, 25. Mai 11 Uhr abends
in Neu=York. „Pennſylvania”, von Neu=York kommend,
27. Mai 1 Uhr morgens auf der Elbe. „Vaterland‟
26. Mai mittags von Neu=York über Cherbourg und
Southampton nach Hamburg. — Weſtindien, Mexiko:
„Antonina”, von Mexiko kommend, 25. Mai von
Havanna über Las Palmas, Teneriffa und Vigo nach
Hamburg. „Venetia”, von Weſtindien kommend, 27. Mai
2 Uhr morgens Dover paſſiert. „Ypiranga” 26. Mai
in Pto. Mexiko. — Südamerika, Weſtküſte Amerikas:
„Habsburg” nach Mittelbraſilen, 26. Mai 6 Uhr morgens
in Liſſabon. „Perſia” 24. Mai in Rio Grande do Sul. —
Oſtaſien: „Südmark” 24. Mai in Vancouver. —
Ver=
ſchiedene Fahrten: „Cheruskia” nach Perſien, 25. Mai
morgens von Dibouti. „Oſtmark” nach Antwerpen,
27. Mai morgens von Hamburg. „Rhenania” nach
Afrika, 26. Mai 9 Uhr 40 Min. morgens Cuxhaven paſſiert.
Tageslalender.
Freitag, 29. Mai.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½
Uhr (Volksvorſtellung): „Filmzauber”
Konzerte: Bürgerkeller um 8 Uhr. — Perkeo um
8 Uhr. — Café „Metropole” um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 30. Mai.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr auf dem
Pferdemarktplatz.
Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne,
Telephonruf Nr. 2425.
Deuk und Veriag. z. 6. Pilichſche Hoſtuchemänck.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen:
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Statt besonderer Anzeige.
Unser geliebtes Kind, meine liebe Schwester
Marianne
ist am Mittwoch nach langem Leiden im Alter von 15½ Jahren erlöst worden. Um stille Teilnahme bitten:
Richard Unger,
Julie Unger geb. Gollmer,
Darmstadt, den 28. Mai 1914.
Fritz Unger.
Beerdigung findét statt: Freitag nachmittag ½6 Uhr, vom Sterbehause Roquetteweg 4 aus. Einsegnung ¼ Stunde vorher.
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Spielleiter: Bruno Harprecht.
Muſikaliſcher Leiter: Erich Kleiber.
Perſonen:
Erſtes Bild.
„Franz und Fränze”.
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
Fränze Papendieck Käthe Gothe
Max Rademacher Frz. Schneider
Wanda
Hammer=
ſchmidt .
Hede Schaub
Eufemia Breit= Minna
Müller=
ſprecher .
Rudolph
Anaſtaſius
v. Klemczinski
. Paul Peterſen
. Rich. Jürgas
Maria Geſticulata Charlotte Pils
Erſtes
Zweites
Fünftes
Sechſtes)
Drittes ( Tipp= Elſa Daniel
. Paul Peterſen
. . Adolf Klotz
. Br. Harprecht
Marketenderin 1 Minna Müller=
. Käthe Gothe
Der Spion . . Fr. Jachtmann
Clement. Feiſtle
Louiſe Kümmel
Viertes (fräulein Evelyn Moore
L. Sturmfels
Jg. Kaufmann
Zweites Bild.
„Napoleon
und die Müllerstochter”.
Friedrich Auguſt
Käſebier
. Adolf Jordan
Cordula, ſ. Frau Sofie Doſtal
Adalbert
Muſen=
fett
. Br. Harprecht
Fränze Papendieck Käthe Gothe
Max Rademacher Frz. Schneider
Wanda
Hammer=
ſchmidt .
. Hede Schaub
Maria Geſticulata Charlotte Pils
Eufemia Breit=1 Minna
Müller=
ſprecher
Rudolph
Anaſtaſius .
Thomas
Rind=
fleiſch
(In der Filmaufnahme: Die
Völ=
kerſchlacht bei Leivzig.)
Napoleon(
Muſen=
fett) .
Müllerstochter
(Fränze)
(Eufemia) . . Rudolph
Der meldende
Offizier . . . . Heinrich Geyer
Drittes Bild:
„Hab’n wir uns nicht ſchon
mal kennen gelernt?‟
Geheimrat Papen=
Heinrich Hacker
dieck .
Fränze, ſ. Tocht. Käthe Gothe
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
Friedrich Auguſt
Käſebier . . Adolf Jordan
Wanda
Hammer=
ſchmidt .
Hede Schaub
Max Rademacher Frz. Schneider
v. Klemczinski . Richard Jürgas
Eufemia Breit=1 Minna
Müller=
ſprecher .
Rudolph
Viertes Bild:
„Otto der Faule‟.
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
Fränze Papendieck Käthe Gothe
Friedrich Auguſt
Adolf Jordan
Käſebier
Cordula Käſebier Sofie Doſtal
Max Rademacher Frz. Schneider
Wanda
Hammer=
ſchmidt .
. Hede Schaub
v. Klemczinski . Rich. Jürgas
Eufemia Breit=1 Minna
Müller=
ſprecher
Rudolph
Thomas
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. Adolf Klotz
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. Ellen Widmann
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ſitz: 1.—13. Reihe 1.65 ℳ, 14.—19.
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loge 2.15 ℳ, Balkonloge 2.15 ℳ,
I. Rang 2.15 ℳ, II. Rang 1.15 ℳ,
I. Galerie 55 ₰, II. Golerie 45 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½ —1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im
Verkehrs=
büro bis kurz vor Beginn der
Vorſtellung. (Im Verkehrsbüro
werden auch telephoniſch Karten=
Beſtellungen entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582).
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Vorverkauf für die Vorſtellungen:
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Sonntag, 31. Mai. Keine Vorſt.
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Chevreau-
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Schuh . . . .
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schwarzem Lackblatt. . .
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Schnallenverschluss . .
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besatz, beige Nubuck-
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Darmſtadt, den 27. Mai 1914.
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ſtellv. Gerichtsvollzieher des G.=V. Thüre,
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In neuen Ausgaben ſind ſoeben erſchienen:
Rangliſte der Königlich Dreußiſchen Armee und
des XIII. (Königlich Württembergiſchen)
Armee=
korps für 1914.
Mit den Dienſtaltersliſten der Generale und Stabsoffiziere.
Redaktion: Kriegsminiſterium, Geheime Kriegs=Kanzlei.
Preis Mk. 7.50, in Leinwandband Mk. 9.—
Rangliſte der Kaiſerlich Deutſchen Marine für
das Jahr 1914.
(12970
Redigiert im Marinekabinett.
Preis Mk. 2.75, in Leinwandband Mk. 3.50.
Für die Gemeinde Pfungſtadt ſind für das Rj. 1914 ca. 1000 Ztr.
Anthrazit= und ca. 500 Ztr. Nußkohlen I anzuliefern. Die Vergebung
der Lieferung erfolgt auf dem Submiſſionswege und ſind bis zum
Donnerstag, den 11. Juni 1914, vorm. 11 Uhr, Offerten bei
uns einzureichen. Bedingungen liegen bei uns zur Einſicht offen.
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Pfungſtadt, den 26. Mai 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Verlag der Königl. Hofbuchhandlung E. S. Mittler & Sohn,
Berlin SW. 68.
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Sonntagsruhe an Pfingſten
im Handelsgewerbe und im Gewerbebetrieb der Bäcker,
Friſeure und Photographen.
Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung des Großh.
Kreis=
ſtts Darmſtadt vom 27. Dezember 1907 bringen wir die für die
hrimenden Feſttage auf Grund des § 105e der
Reichsgewerbeord=
furig für die nachſtehend aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen
orſchriften über die Sonntagsruhe zur allgemeinen Kenntnis:
I. An den beiden Pfingſtfeiertagen darf im Handelsgewerbe
u Grund der Beſtimmungen des Ortsſtatuts vom 6. September 1907
cider eine Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern,
ſoch ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsſtellen ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung
nd nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Pfingſtfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5 bis
9 Uhr und 11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr;
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr
und von 11 bis 12 Uhr mittags;
4. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9½ Uhr. (
Zei=
tungs= und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen
ohne Zeitbeſchränkung.)
B. Für den zweiten Pfingſtfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 bis nachmittags
1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nachmittags 3 Uhr:
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von
vor=
mittags 6 Uhr bis 11 Uhr;
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis 1 Uhr nachmittags und von 6 bis 8 Uhr
nachmittags;
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 7 Uhr bis
9 Uhr und von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags;
6. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr;
7. für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr
bis 9½ Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriftenverkauf an den
Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
II. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
ion Gehilfen und Lehrlingen im Friſeurgewerbe iſt am erſten
Wſngſtfeiertag geſtattet
a) außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b) innerhalb der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr
mittags.
Am zweiten Pfingſtfeiertag iſt jeglicher Gewerbebetrieb
ein=
tlließlich desjenigen der Friſeuſen unterſagt.
An den beiden Pfingſtfeiertagen iſt, wie an allen
Sonn=
lnd Feſttagen, ein Gewerbebetrieb der Friſeure und die
Beſchäf=
ik ung von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb und außerhalb der
Alerkſtätte in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmittags bei der
Vor=
ereitung von öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen
e tattet.
III. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten
Pringſtfeiertag jeglicher Gewerbebetrieb unterſagt. Am zweiten
ringſtfeiertag iſt die Ausübung des Gewerbebetriebes und die
Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern in den
photo=
taphiſchen Werkſtätten geſtattet ausſchließlich zum Zweck der
Auf=
nilhme von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags.
IV. Wenn die Sonn= und Feiertagsarbeiten länger als 3
Stun=
ei dauern, ſo ſind die Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntag
für volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag mindeſtens in
Der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder in jeder Woche
pährend der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und zwar ſpäteſtens
om 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu laſſen. Wenn.
ie Arbeiter durch die Sonntagsarbeit an dem Beſuche des Gottes=
Dienſtes verhindert werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten Sonntag
Die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft mit ſtrengſter Ueberwachung
der richtigen Einhaltung der vorſtehend bekannt gegebenen
Beſchäf=
igungs= und Verkaufszeiten beauftragt und werden Uebertretungen
Aunnachſichtlich zur Anzeige bringen laſſen.
Darmſtadt, den 16. Mai 1914.
(12731ids
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Ausnahmetage vor Pfingſten.
Als Ausnahmetage im Sinne des § 139d Ziffer 3 der
Reichs=
ſwerbeordnung (Ueberbeſchäftigung von Gehilfen ꝛc.), ſowie im Sinne
Ies § 139e Abſatz 2 Ziffer 2 der Reichsgewerbeordnung (
Verlänge=
ung der Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen bis
110 Uhr abends) werden hiermit beſtimmt:
die zwei letzten Werktage vor Pfingſten.
Hiernach dürfen am 29. und 30. Mai lfd. Js. ſämtliche offene
Verkaufsſtellen in hieſiger Stadt bis 10 Uhr abends für den
geſchäft=
ſichen Verkehr geöffnet ſein. An den gleichen Tagen finden die
Beſtimmungen über die Mindeſtruhezeit und Mittagspauſen der
Abehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen Verkaufsſtellen keine
Awendung.
Darmſtadt, den 16. Mai 1914.
(12707omf
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Die nachſtehenden Vorſchriften der Polizeiverordnung über den
Woog bringen wir erneut zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 22. Mai 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
den Woog betreffend.
(„Darmſtädter Taglatt” Nr. 212 vom 9. September 1908.)
Auf Grund des Art. 56 Abſ. 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städte=
ondnung betreffend, vom 15. Juni 1874, wird nach Anhörung der
Ettadtverordnetenverſammlung der Haupt= und Reſidenzſtadt
Darm=
ſtadt mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern
Avo m 21. Auguſt l. J. zu Nr. M. d. J. 14409, verordnet, was folgt:
Die polizeiliche Aufſicht über den Woog ſteht dem Großh.
Polizeiamt zu, das ſie durch die ihm unterſtellten Organe,
insbe=
ſcmdere auch durch den als Polizeiaufſeher zu beſtellenden Pächter
der ſtädtiſchen Badeanſtalten am Woog ausübt.
Den zur Aufrechterhaltung der Sicherheit, Ruhe und Ordnung
an und auf dem Woog ergehenden Anordnungen und Weiſungen
Ades Großh. Polizeiamts Darmſtadt oder der dienſthabenden Polizei=
Abeamten hat jedermann Folge zu leiſten.
Unterſagt iſt jeder Unfug im Waſſer, an den Ufern, in den
Badehäuſern und in den Anlagen des Woogs; jede Beſchädigung
Ader Dämme, Uferwerke, Badehäuſer, Nachen, Bäume, überhaupt aller
lan und auf dem Woog befindlichen Anlagen und Einrichtungen;
ferner das Anhängen an die unter den Duſchebrücken befindlichen
Waſſerleitungsröhren, das Betreten der Grasflächen, ſowie aller nicht
Abeſtimmungsgemäß den Badenden für immer oder zeitweiſe zur Be=
Anutzung überlaſſenen Wege, Treppen und Anlagen, ſchließlich das
eigenmächtige Oeffnen oder das Ueberſteigen der Einfriedigungen.
In den Anlagen des Woogs müſſen Hunde an der Leine
geführt werden.
Das Mitnehmen der Hunde in die Badehäuſer und an die
öffentlichen Badeplätze, ſowie die unmittelbar am Waſſer
herführen=
den Wege an der Weſt= und Südſeite des Woogs iſt nicht geſtattet.
Das Fahren und Reiten auf dem über dem weſtlichen
Woogs=
damm führenden Weg iſt unterſagt. Ausgenommen von dieſem
Verbot ſind leichte durch menſchliche Kraft bewegte Fahrzeuge, z. B.
Fahrräder, Kinderwagen.
Während der Badezeit iſt das unbefugte Betreten des
Frauen=
bades durch männliche Perſonen mit Ausnahme von Knaben bis zu
5 Jahren unterſagt.
Ebenſo dürfen weibliche Perſonen während der Badezeit die
für Männer beſtimmten Badeanſtalten, Badeplätze und die
unmittel=
bar am Woog herführenden Wege an der Weſt= und Südſeite nicht
unbefugt betreten.
Das Baden im offenen Woog iſt des Schwimmens nicht
kundigen Perſonen nur an der ſogenannten „Inſel”, ſowie an den
durch Einfriedigungen und durch Anſchlag hierfür beſonders kenntlich
gemachten Stellen geſtattet.
Ganz unterſagt iſt das Baden und das Fahren mit Nachen in
der hinter der Militärſchwimmanſtalt gelegenen (nordweſtlichen) Ecke
des Woogs, ſowie für männliche Perſonen jenſeits der nach den
Frauenbädern zu durch Fäſſer bezeichneten Grenze.
Das Aus= und Ankleiden darf nur unmittelbar am Ufer,
dagegen nicht an oder auf den Dämmen geſchehen.
Ebenſo iſt das Betreten der Dämme und Anlagen in
entklei=
detem Zuſtande, ſowie das Abſpringen von den Landungsbrücken
verboten.
Die Badenden haben ſich, falls ſie nicht in einer geſchloſſenen
Zelle baden, der Badehoſen oder Badeanzüge zu bedienen.
Die Benutzung von Seife, das Waſchen von Kleidungsſtücken,
ſowie jede ſonſtige Verunreinigung des Waſſers, der Badezellen
und=Hallen, der Ufer und Dämme, ſowie das Einwerfen von Steinen
und ſonſtigen Gegenſtänden in das Waſſer iſt verboten.
Hunde oder andere Tiere dürfen in dem Woog weder gewaſchen
noch gebadet werden.
Die Benutzung der Badehäuſer iſt nur nach Entrichtung der
von Großh. Bürgermeiſterei feſtgeſetzten Gebühr und nach Löſung
einer Badekarte geſtattet. Die Badekarte iſt ſowohl den
Polizei=
beamten als auch dem Woogspächter und ſeinen Beauftragten auf
Verlangen vorzuzeigen.
Innerhalb der Badeanſtalten, mit Ausnahme des Kaſſenraums,
iſt das Rauchen verboten.
Von Einbruch der Dunkelheit bis 5 Uhr morgens iſt das
Baden unterſagt. Der Schluß der Badezeit wird durch ein
Glocken=
zeichen angegeben.
Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
werden, inſofern nicht andere ſtrafgeſetzliche Beſtimmungen Platz
greifen, mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
Außerdem haben Zuwiderhandelnde gegebenenfalls die
zwangs=
weiſe Wegweiſung vom Woog zu gewärtigen.
Dieſe Polizeiverordnung tritt am 15. I. Mts. in Kraft; von
dieſem Tage an iſt die Polizeiverordnung, den Woog betreffend,
vom 7. Juni 1885, außer Kraft geſetzt.
Darmſtadt, den 7. September 1908.
(12901df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Verloſung von Schuldverſchreibungen der
Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt
Darm=
ſtadt ſind nachſtehende 3½%ige Schuldverſchreibungen auf den
In=
haber durch Verloſung zur Rückzahlung berufen worden, nämlich:
I. Rückzahlbar am 1. September 1914.
Buchſt. V Abt. I zu 2000 Mk. Nr. 91, 188, 228, 260, 307, 367, 398,
476, 523, 577, 626, 687, 698 und 794.
II zu 1000 Mk. Nr. 48, 83, 98, 125, 160, 172. 354
427, 451, 729, 765, 767, 770 und 796.
III zu 500 Mk. Nr. 76, 126, 163, 182, 238, 275, 338,
362, 405, 438, 455, 483, 527 und 658.
IV zu 200 Mk. Nr. 7, 146, 175, 225, 361, 405, 435,
440, 489, 501, 515, 670, 699, 888, 893, 908, 948
und 958.
II. Rückzahlbar am 1. November 1914.
Buchſt. J Abt. I zu 2000 Mk. Nr. 82, 102, 140, 184, 205, 267, 320,
359, 419, 538, 666, 698, 722 und 732.
II zu 1000 Mk. Nr. 1, 26, 77, 259, 273, 284, 287,
326, 334, 359, 426, 501, 621 und 671.
„III zu 500 Mk. Nr. 46, 76, 102, 113, 144, 180, 182,
398, 509, 716, 880, 911, 930 und 939.
IV zu 200 Mk. Nr. 71, 120, 142, 176, 347 und 434.
Die Einlöſung geſchieht bei der Stadtkaſſe Darmſtadt, ſowie
bei der Bank für Handel und Induſtrie in Darmſta dt und Berlin
und deren übrigen Niederlaſſungen. Die Verzinſung der
Schuldver=
ſchreibungen hört mit den obengenannten Verfallterminen auf.
Die nachverzeichneten Schuldverſchreibungen ſind bereits gekündigt,
aber noch nicht zue Einlöſung gekommen, und zwar:
auf den 1. September 1907
Buchſt. V Abt. IV zu 200 Mk. Nr. 392
auf den 1. Februar 1912
II Abt. IV zu 200 Mk. Nr. 436
auf den 1. September 1912
V Abt. IV zu 200 Mk. Nr. 399
M „ III „ 500 „ „ 1021
auf den 1. Oktober 1912
L. Abt. IV zu 200 Mk. Nr. 32
auf den 1. September 1913
V Abt. III zu 500 Mk. Nr. 787
II „ 1000 „ „ 1002 und 1049
M
M „ III „ 500 „ „ 662 und 1545
auf den 1. Oktober 1913
L. Abt. II zu 1000 Mk. Nr. 98
1782
L. „ III „ 500
A (Gaswerksſchuldverſchreibung) zu 200 Mk. Nr. 711,
1052 und 1061
auf den 1. November 1913
Abt. I zu 2000 Mk. Nr. 494
„ 817
J „ III „ 500
„ 451
J. „ IV „ 200
auf den 1. Februar 1914
H Abt. III zu 500 Mk. Nr. 325
812 und 1147
2000
N
296, 312, 807, 1009, 1257,
II „ 1000
N
2629 und 2693
552, 1326, 2053 und 2264.
500
II
140 und 320.
200
Die Verzinſung dieſer Schuldverſchreibungen hat von den an=
(12724id
gegebenen Tagen ab aufgehört.
Darmſtadt, den 23. Mai 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
Mueller.
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Abbrucharbeiten.
Die Niederlegung des
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gebäudes in der Hofreite Beſſunger
Straße Nr. 48 ſoll vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Freitag, den 29. Mai 1914,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(12488
Darmſtadt, 19. Mai 1914.
Stadtbauamt.
Bekanntmachung.
Freitag, den 5. Juni l. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Jakob Gebhardt
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 1220 118 Hofreite Neue
Ireneſtr. 3,
II 1229 37 Grabgarten
da=
ſelbſt,
35 Grasgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K66/14
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 27. April 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,11029
Bekanntmachung.
Freitag, den 5. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Georg Philipp VolzII.
zu Groß=Bieberau, im Grundbuch
hieſiger Gemarkung zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 481 260 Hofreite
Eckhardt=
ſtraße
III 481¾/10 151 Grasgarten,
Vor=
garten,
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K4/13
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das
einge=
legte Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 28. April 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,11028
Bekanntmachung.
Freitag, den 5. Juni I. Js.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die dem Kaufmann Johann
Georg Wolf dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IX 96 59 Grasgarten,
Vorgarten,
IX 96¾/10 345 Hofreite
Soder=
ſtraße 101,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K1/14
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das
einge=
legte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, 29. April 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,11027
Bekanntmachung.
Freitag, den 5. Juni I. Js.,
vormittags 10¼ Uhr,
ſollen die den Philipp Meiſinger
Eheleuten dahier zugeſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 245 588 Hofreite
Bleich=
ſtraße 47,
IV 246 426 Hofreite
Bleich=
ſtraße 45,
IV 247 148 Grabgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II, zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K42/14
Darmſtadt, 28. April 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,11030
Der
Militär=
Wohnungsanzeiger
Sommer 1914
iſt erſchienen
und zum Preiſe von 30 Pfg. in
der Geſchäftsſtelle des
Darm=
ſtädter Tagblatts erhältlich.
(12647t
große, lederne Reiſetaſche,
wie neu, billig zu verkaufen;
daſelbſt eine Partie leere
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renkiſtchen abzugeben.
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Roman von Fritz Gantzer,
(Nachdruck verboten).
Jürgen Rasmuſſen hatte es verſtanden, ſie zu
pſycho=
legiſcher Feinheit zu vertiefen und die grauſige Tragik
ur vollen Wirkung zu bringen. Dazu hatte er ſeinen
Aflüſſigen Stil in merklich feſter Hand. Er verſtand es,
Uhm dem jeweilig zu berichtenden Geſchehnis ſtreng
anzu=
paſſen. Geradezu wunderſam war ihm dies bei der
Lie=
besſzene zwiſchen Törris und Jolinde gelungen.
Rhyth=
mus und Klangfarbe des Ausdrucks hatten eine ſo
feinge=
timte Behandlung erfahren, daß man die beiden Menſchen
in jeder Bewegung vor ſich zu ſehen glaubte und ihren
Geſichtsausdruck im Bilde feſtzuhalten imſtande geweſen
häre.
Erikas Augen hingen gebannt an den Lippen des
Vor=
leſenden. Der Stoff an ſich und die Form, in der er
dar=
geſſtellt war, feſſelten ſie ſchon. Dazu kam, daß Jürgen
über eine gute Vortragsweiſe verfügte. Geradezu
faſzi=
nierend aber wirkte es auf ſie, daß ſie die Geſchichte an
dem Orte vernahm, den die Erzählung in ihrem
Höhe=
punkte zum Schauplatze hatte, daß ſie auf einem der
Blutſteine” der Sage ſaß.
Mit trockener Kehle und heißem Atem, die Augen
brennend und weit geöffnet, ſaß ſie Jürgen gegenüber.
Ihre Hände ruhten krampfig verſtrickt in ihrem Schoße.
Mitunter war es, als ränne ein Zittern über ihren jungen
Leib . . . .
Und im Waldwinkel zwiſchen den Birken, deren grün=
Aberſchleierte Hängekronen den weißen, leuchtenden Leib
Ader Stämme wie gelöſtes, wehendes Haar ſchöner Frauen
miſtilte wer 65 fofit is ſcheie Serülſchaufder
Welt ſchier geſtorben. Nur ein verträumtes, zages Geigen
m Graſe verſteckter Zikaden und der aus weiter, weiter
Ferne kommende verſchwommene Ruf des Kuckucks trafen
die Stille und berührten ihre glühenden Wangen wie das
behutſame Streicheln zarter, weicher Hände.
Erikas Seele war wie auf einer anderen Welt, der Zeit
und dem Raum entrückt. Eine unbewußte Sehnſucht nach
ungekannter Seligkeit ſpann ſich um ſie wie weiße, duftige,
ſchleierartige Tücher. Sie fühlte das lachende Verlangen
in ſich, ſie ganz hinwegzunehmen, um klar ſehen zu können
und ſtand unter dem ſtärkeren Einfluſſe einer mahnenden,
heißen Angſt, die ſie davon abhielt . . . . Und ſo kam es,
daß ihr dieſe Stunde noch die Binde vor den Augen ließ.
Und Jürgen Rasmuſſen wandte Blatt um Blatt, an
die zwei Stunden faſt, und kam eben zu Ende.
Ganz=
langſam las er, leiſe, wie als grüble ſeine Seele den=
Worten nach:
.. . Und der Märzſturm fährt wie einſt über das
Land der Mark, über ſeine weiten, blachen Felder, auf
denen die Saat nach dem Frühling hungert, über ſeine
düſteren, kahlen Wälder, in deren Baumrieſen der Saft
des Triebes und des Emporquellens harrt, und über
ſeine grauen, ſumpfreichen Wieſen, denen die Waſſer des
ſterbenden Winters Not und Angſt machen. Und der
Wandervogel ſchreit wie einſt in heimwärtstreibenden
Unraſt, ſucht den alten Ort und verlangt nach der
mit=
niſtenden Gefährtin. Und die grauen, ſchweren Wolken
ziehen tief und regenſchwanger, vom Märzſturm
ge=
trieben. Sie ziehen über die blachen Felder und die
düſteren Wälder und die ſumpfigen Wieſen des Landes,
das die Mark heißt. Und ſind wie arme Seelen, wie
Tonte Rnders Seiſe ehte ſt die nuch der Hehnes
ſucht, daß ſie ihm friedſame Heimkehr ſchenke.
Seine Stimme war verklungen. Er ließ das
Manu=
ſkript mechaniſch ſinken, hielt es in ſchlaffen Händen, die
ein leiſes Zittern beben machte, und ſuchte mit
weitgeöff=
neten, faſt ſtarren Augen das Geſicht ſeiner Zuhörerin.
Sie fand ſich langſam in die Wirklichkeit zurück, löſte
ihre Blicke von dem ſilbrigen Weiß der Birkenſtämme,
auf dem ſie zuletzt, wie von einer Viſion gebannt, geruht
hatten, und atmete tief.
Sie mußte ſich Gewalt antun, um ihre trockene Kehle
zum Sprechen gefügig zu machen. Ihre erſten, mühſam
hervorgeſtoßenen Worte klangen heiſer, ſchienen nicht ihr
Selbſt.
Was ſoll ich Ihnen ſagen? Ein banales Wort der
Anerkennung, wie es die landläufige Kritik jetzt bei der
Hand haben würde, vermag ich nicht über meine Lippen zu
bringen. Das würde allen Zauber, den die Poeſie Ihrer
Dichtung über meine Seele gegoſſen hat, vernichten,
hin=
wegſchwemmen. Laſſen Sie uns eine Weile noch nichts
reden. Die Stille wird den Zauber vertiefen, zu einem
unverlierbaren machen.
Und als ſie beobachtete, daß er trotz ihrer Bitte Worte
fordern wollte, wohl in Abwehr ihres Lobes, das ſie ihm
ungewollt doch geſagt, geplant, erhob ſie beſchwichtigend
die Hand und ſah ihm zwingend in die Augen.
Da ſchwieg er. Und das Schweigen blieb lange
zwi=
ſchen ihnen. Nur der Frühlingswind wob ein leiſes
Wehen in die grünen Hängekronen der Birken und
be=
wegte ſie im traumhaft leiſen Spiel wie ein ſüßes
Er=
zählen, und aus weiter, weiter Ferne klang verloren der
Ruf des unermüdlichen Vogels.
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Die Sonne war bereits um ein gut Stück
hinabge=
rückt und hatte die „Blutſteine” im Schatten gelaſſen. Die
ganze Lichtung lag ſchon im Schatten, wie von
Geheim=
niſſen überſchüttet, die rätſeltief und unlösbar ſind.
Ein leiſer Schauer rann über Erikas jungen Leib
und ein heimliches Grauen zwang ſie, ſich von dem
Blut=
ſtein jäh in die Höhe zu richten.
Es iſt mir, als wenn die düſtere Sage ringsum zum
Leben erwacht, ſtieß ſie, ſich zum Sprechen zwingend, her
aus. Ich wähne, Törris und Jolinde zu ſehen, und
glaube, ein Klagen und Rufen zu hören. Etwas wie
Furcht kriecht in mir hoch.
Laſſen Sie uns gehen, riet Jürgen, ſich gleichfalls
er=
hebend. Ich mache mir Vorwürfe, daß ich Sie
hierher=
führte.
Nein, nein, lächelte ſie nun. Dazu liegt gar kein Anlaß
vor. . . . Und ich vergeſſe über meine Torheit die
Haupt=
ſache: ihr Buch. Es muß gedruckt werden. Sie müſſen
damit an die Oeffentlichkeit.
Sie wiſſen doch
Ja, gewiß, unterbrach ſie, mit einer entſchiedenen
Handbewegung abwehrend. Wollen Sie mich morgen zu
derſelben Stunde wie heute hier erwarten? Ich bin
über=
zeugt, Ihnen dann eine gute Nachricht bringen zu können.
Ein gewiſſes glücksgrünes Hoffen bebte durch ſeine
Seele. Leuchtend ſpiegelte es ſich in ſeinen Augen, die
dankbar auf dem Geſicht des jungen Mädchens ruhten.
Als er auch Worte des Dankes formen wollte, lehnte ſie
ſich energiſch dagegen auf: Laſſen Sie mich erſt etwas
er=
reichen, das eines Dankes wert iſt.
Ein leiſes, ſchönes Lächeln ſchmückte ſein Geſicht und
gab ſeinen dunklen Augen ein eigenes Licht. So dürfen
Sie nicht ſprechen, Fräulein von Lindſtedt, ſagte er,
träu=
meriſch in das goldverbrämte Gewand des Abendhimmels
ſtarrend, als ſei er weltentrückt. Was mir der heutige
Tag gab, iſt mehr als tauſend Worte des Dankes wert
Nun fanden ſich ſeine Augen zu den ihren hin, und im
Ton noch um eine Nüance wärmer, fuhr er fort: Ich meine
Ihr Intereſſe für meine Arbeit. Sehen Sie, nach ſolch
einem Intereſſe hungert man förmlich, nach ſolch einem
warmblütigen, aufrichtigen Intereſſe. Das hebt und trägt
hoch, ſtählt die Schwingen zu neuem Fluge. Wenn man
keinen Menſchen hat, der miterlebt, mitempfindet, ſteht das
Schaffen auf tönernen Füßen, und das ganze Leben iſt
vie der zerriſſene Klang von einer zerſprungenen Glocke.
Seine Augen brannten. Es war ihr, als zöge eine
unſichtbare Gewalt ihre Seele zu der ſeinen, als wären
feine, unendlich feine und zarte Fäden zwiſchen ihnen
aus=
geſpannt, in denen etwas wie ein elektriſcher Strom
hin=
über und herüber bebte. Sie wollte es nicht, ſie lehnte
ſich im halbklaren Bewußtſein dagegen auf — und tat
es dann doch: ſtreckte ihm die Rechte hin und ſagte:
Zäh=
len Sie immer auf mich als einen guten Kameraden, dem
Sie voll vertrauen dürfen.
Jürgen Rasmuſſen erwiderte nichts. Aber er ſpannte
beide Hände um die ſchlanke, kühle Rechte Erikas, als
nähme er ſie in dieſem Augenblick als ſein ihm
unwider=
ruflich gehörendes Eigentum in Beſitz, und empfand etwas
wie harfendes Singen in ſeiner Seele und in der Welt.
Sie gingen die ſtillen, verſonnenen und verträumten
Wege, die ſchon von langen Schatten überworfen waren,
wortlos zurück und ſtanden bald am grünbemooſten,
halb=
vermorſchten Wildgatter, über das die Vogelkirſche mit
ihren betäubend duftenden Blütentrauben ſah, von denen
die erſten weißen Blättchen wie leiſes Schneegerieſel zur
Erde ſanken.
Da geht das Sterben ſchon an, klagte ſie, auf die ſtill
verflatternde Pracht weiſend. Das Glück im Mai iſt
ſo kurz.
Es iſt das Abbild alles Glückes. Alles Schöne
ver=
rauſcht und verklingt nur zu ſchnell.
Sie nickte wehmütig und verabſchiedete ſich in ſcheuen
Haſt. Erſt von jenſeits des Wildgatters rief ſie ihm noc
ein heiteres Auf Wiederſehen morgen! zu.
Er erwiderte es, wie aus einem Traum auffahrend
und ſah ihr nach, bis ihr helles Gewand im halbdämmeri
gen Grün des Parkes wie eine Viſion verſchwand.
Langſam wanderte er dem Dorfe zu. Ging gebüch
und mit geſenktem Kopf. Ließ die Arme laſch hängen
und hatte ſo gar nichts Kraftvolles und Feſtes an ſich
Aber ſeine Seele hatte des wahrhaft Aufrechten gar viel
Ein blankes Freuen und ein lebensſtarkes Hoffen wareſ
zu feſtgegründeten granitnen Pfeilern geworden für wan
kendes, dem Einſturz nahes Gebälk. Und ſieghaft wuch
ein Drittes zu ſchlanker, blumengewindverzierter Höhe
empor: ein unſagbar glückverheißendes Empfindenün
Erika Lindſtedt: die Liebe.
Er fühlte ſie ganz gewiß, war von ihrem Vorhanden
ſein unumſtößlich überzeugt, genoß ſie in ihrer Wirkung
wie das Schaffen eines reinen, ſtrömenden Waſſers, da
über dürres, düſterndes Land quillt und aus Einödeſ
und Wüſteneien Gärten zeugt voll Blüten und Frucht.
Des glückhaften Träumens übervoll, ſchritt er durch
das vom erſten leiſen Dämmer überſponnene Dorf, kal
er an dem grauen Turm vorüber. Er hatte kein Aug
für Bettina Bachhuber, die leicht gegen die Pfortee
Vorgärtchens am Schulhauſe gelehnt ſtand und ihm en
gegenſah.
Was war das nur, das dem Licht ihrer Augendel
eigenen Schein gab? Ein gut Teil warmer Liebe gewiß
Dazu Sehnſucht. Die ſtarke Sehnſucht: Daß er dochnu
endlich zu mir den Weg fände — wie immer ſonſt. Und
Angſt auch. Zitternde Angſt: Geht er wieder vorüben
Wirklich? Wie geſtern ſchon und heute zum anderen Mal
(Fortſetzung folgt.)
e
Maarmiich.
reinigt, Kräftigt und erfrifcht
Gas Haar und die Kopfhaut.
Flaſche zu ? H. für mehrere Wochen ausrelchend.
(A9728
Kongreſſe und Verbandstage.
— Verband evangeliſch kirchlicher
ſrauenvereine im Großherzogtum Heſſen.
In Mittwoch nachmittag wurde in Darmſtadt die
dies=
hhrige Hauptverſammlung des Verbands für das Jahr
M abgehalten. Herr Pfarrer Beringer= Darmſtadt
ſöffnete in Vertretung des verhinderten Herrn Profeſſors
e mar die Verſammlung und begrüßte die zahlreich
Er=
ſienenen. Hierauf erſtattete die Schriftführerin, Frau
Pl. Wenzel, den Jahresbericht, dem wir folgendes
ſtnehmen: Dem Verbande ſind im Laufe des Jahres
reue Vereine beigetreten ſo daß er 56 Vereine umfaßt
i 37 Einzelmitglieder zählt. Von der Einrichtung des
ſerbandes, kleinen Gemeinden, die keine Krankenſchweſter
Uſolden können, Mädchen oder Frauen aus ihren
Ge=
heimden zu Nothelferinnen ausbilden zu laſſen, wurde
lter nur wenig Gebrauch gemacht. Die
Ausbildungs=
fre ſollen nunmehr auch im Winter ſtattfinden. Zum
ſbonnement auf das Verbandsorgan „Die Mitteilungen”,
denen über die Tätigkeit des Verbandes und auch der
Pereine berichtet wird, und die jährlich in 5 Nummern
tſcheinen, wurde angeregt. Sehr gut beſucht waren die
rauenkonferenzen und die beiden Vorſtände= und
Mit=
ſſiderverſammlungen, die in den Sälen verſchiedener
Ge=
geindehäuſer abgehalten wurden, weil das frühere Ver=
Aslokal, „Die Wartburg” ſich als zu klein erwies. Die
den Referaten behandelten Themen fanden großen Bei=
und löſten wertvolle Diskuſſionen aus. Der
Kaſſen=
ſtrcht wurde debattelos entgegengenommen und die
aus=
tſhiedenen Vorſtandsmitglieder einſtimmig
wiederge=
ählt.
Den Abſchluß und Höhepunkt der Tagung bildete der
rtrag des Herrn Univerſitätsprofeſſors D. Dr.
chian=Gießen über: „Die Erziehung unſerer
weib=
ſſhen Jugend zu evangeliſch=kirchlichem Bewußtſein und
r Beteiligung derſelben am kirchlichen Gemeindeleben”
Mrleitungsweiſe ſtellte der Redner die Frage: Wie
kön=
n Kirche und Gemeinde die moderne Frauenwelt dauernd
ſſeln? Die Antwort lautete: Dadurch, daß man 1. unter
kerückſichtigung der pſychologiſchen Eigenart des weib=
Ahen Geſchlechts ſeine religiöſe Anlehnungsbedürftigkeit
ſich Schaffung kleiner religiöſer Zirkel befriedigt; 2. dem
Ederen hervorſtechenden Zuge des weiblichen Charakters,
ſru Aufgehen in Hilfsbereitſchaft und im Dienen,
ent=
ſteen kommt und für geeignete Arbeit ſorgt; 3. der Frau
ſcht nur Pflichten, ſondern auch Rechte in Kirche und
lemeinde einräumt. In der Hauptſache wurden dann
großen Strichen praktiſche Geſichtspunkte gegeben:
zu=
ſääpſt, wie die weibliche Jugend ein richtiges Verſtändnis
belommen kann für die Geſchichte der evangeliſchen Kirche,
und wie ſie dieſe Kirche als auch bedeutſame Lebensmacht
in der Gegenwart verſtehen und lieben lernen kann;
ſo=
dann, wie die Jugend vom Kindergottesdienſt über
Kon=
firmandenunterricht Chriſtenlehre und Jugendvereine in
die Gemeinde hineingeführt und darin heimiſch werden
kann. Wenn es nach der Anſicht des Referenten auch
ſelbſtverſtändliche Winke und Fingerzeige waren, ſo
mach=
ten ſie doch dadurch einen tiefen Eindruck, daß ſie — unter
die im Thema angegebenen Geſichtspunkte gerückt —
auf=
fordern mußten, die Praxis danach zu revidieren. Die
dankbar aufgenommenen und durch die Diskuſſion
erwei=
terten Ausführungen haben, wie der Vorſitzende im
Schluß=
wort hervorhob, in die Tiefe geführt und das Gewiſſen
geſchärft. Mit dem gemeinſam geſungenen Lied: „Ach
bleib mit Deiner Gnade” wurde die angeregt verlaufene
Verſammlung geſchloſſen.
Turnen, Spiele und Sport.
* Fußball. Sportverein „Germania 1913‟
Darmſtadt. Auf dem Sportplatz an der Windmühle,
Pallaswieſenſtraße, treffen ſich am 1. Pfingſtfeiertag die
erſte Mannſchaft des Sportpereins „Hertha‟=Frankfurt
und die erſte Mannſchaft der Germania=Darmſtadt.
Zu=
vor ſpielen die zweiten Mannſchaften der gleichen Vereine.
Am 2. Pfingſtfeiertag wird Germanias erſte Mannſchaft
gegen die erſte Elf des F.=C. Frankonia=Heidelberg ein
Wettſpiel auf dem gleichen Platze austragen.
Am 1. Pfingſtfeiertag ſpielt die erſte Mannſchaft des
Darmſtädter Fußballvereins gegen die gleiche
Mannſchaft des Fußballklubs „Frankonia”=Heidelberg auf
dem hieſigen Exerzierplatz.
* Pferdeſport. Rennen zu Duisburg, 27. Mai.
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* London, 27. Mai. Auf der Bahn zu Epſom
kam heute das engliſche Derby zum Austrag. Das
Ergebnis iſt: 1. Mr. H. B. Duryeas Durbar II (Mac
Gee), 2. Sir E. Caſſels Hapsburg (C. Foy), 3. Peter the
Hermit (Watſon). Leicht mit 3 Längen gewonnen.
30 liefen. Wetten: 2011, 3311, 10011.
sr. Moderner Vier= und Fünfkampf bei der Armee.
Für den zum ſtändiſchen Programm der Olympiſchen
Spiele gehorenden modernen Fünſkampf, der ſeiner
Zu=
ſammenſetzung nach der gegebene Wettkampf für den
Offizier iſt, wird im deutſchen Heere eifrig vorgearbeitet.
Als Vorprüfung gelangt bekanntlich im Juni im Beiſein
des deutſchen Kaiſers im Stadion ein moderner
Vier=
kampf zum Austrag. Das Reiten fällt diesmal fort. Im
nächſten Jahre wird jedoch der volle aus Reiten, Fechten,
Piſtolenſchießen, Laufen und Schwimmen
zuſammenge=
ſetzte moderne Fünfkampf als letzte Vorprüfung für die
Olympiade 1916 vor ſich gehen doch wird man auch ſchon
bei den kommenden Kämpfen im Stadion einen Ueberblick
erhalten, welche Kräfte für 1916 zur Verfügung ſtehen.
Die Einteilung des diesjährigen Vierkampfes iſt dahin
erfolgt, daß am 3. Juni zuerſt das Piſtolenſchießen
ſtatt=
findet, bei welchem von jedem Teilnehmer 20 Schüſſe auf
25 Meter Entfernung auf eine manneshohe Scheibe mit
der Armeepiſtole abgegeben werden. Am 4. und 5. Juni
geht das vom deutſchen Hieb= und Stoßfechten weſentlich
verſchiedene Fünfkampf=Degenfechten vor ſich. Am 6. und
8. Juni folgen die Schwimm= und Laufkonkurrenzen. Bei
dem 300 Meter=Schwimmen iſt das Baſſin im Stadion
dreimal zu durchmeſſen. Das Querfeldeinlaufen führt
über 4000 Meter. Im ganzen bewerben ſich mehr als
150 Offiziere um den Ehrenpreis des oberſten
Kriegs=
herrn, der dem beſten aus den vier Wettbewerben zufällt.
Vermiſchtes.
* Ein fleiſchfreſſender Hirſch. Ueber eine ſolche wohl
noch ſelten beobachtete Abſonderlichkeit berichtet das
be=
kannte Familienjournal Das Buchfür Alle folgendes:
DerForſtmeiſter L. in Oberbayern hatte während eines
ſtrengen Winters einen etwa ein Jahr alten Hirſch
halb=
verhungert und entkräftet im tiefen Schnee liegend
gefun=
den und denſelben mit nach Hauſe genommen. Dort wurde
dem armen Tier ein Bündel duftiges Heu vorgelegt, das
es nebſt dem ihm noch gereichten Waſſer gierig verſchlang.
Hierauf erhielt es unter dem geräumigen Kachelofen ſein
Lager, auf dem es ſich bald recht behaglich fühlte. Das
junge Tier erholte ſich und gewöhnte ſich allmählich an
ſeine Pfleger, namentlich an den Forſtmeiſter, der ſich viel
mit ihm abgab. Als das Frühjahr kam, war Hans, wie
das Tier gerufen wurde, bereits ſo zahm und anhänglich,
daß er frei umherſprang und auf den Ruf folgſam
herbei=
kam, um aus der Hand des Forſtmeiſters Brot und andere
Leckerbiſſen zu erhalten. Eigentümlicherweiſe zeigte er
eine beſondere Vorliebe für Leberwurſt, und wenn er
ſolche in den Taſchen ſeines Herrn ausfindig machte,
bettelte er ſolange, bis er ein Stück davon erhielt. Später
ſogar verlor er ſeine Naturanlagen ſo weit, daß er nicht
nur Wurſt, ſondern ſogar Hirſchbraten fraß und Bier dazu
trank. Auch im übrigen änderte er ſich ſehr; ſeine
ange=
borene Scheu hat er jetzt vollſtändig abgelegt und mit den
Jagdhunden dicke Freundſchaft geſchloſſen, mit denen er
mit ſichtlichem Vergnügen herumtollt. Werden ſie
unan=
genehm, ſo nimmt er ſie nötigenfalls auch an, wobei er
ſein Geweih recht gut anzuwenden verſteht.
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breite Ware . . von 90 an.
Hess. Gardinen- und Stickerei-Manufaktur
HENRI PORTUNE, Darmstadt
Bleichstraße : G.m.b. H. Telephon Nr. 1615
Fanktarter Kursvericht vom 22. Aar 11z.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
(2
Frankf. Hypothek.-Bankl 10 1214,75 Gelsenkirchen Bergw. . . 11 18
Moskau-Kasan.
Schweden v. 1890. .
Pfandbriefe.
do. do. Kred.-Ver. 8½ 155,90Harpen Bergbau. . . . . .1117
87,70
Staatspapiere.
Serben steuerfrei
do. . . . . . .
85,40 Berliner Hyp.-Bk.-Pf. 4½1100,00 Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 1116,25 Kaliwerke Aschersleben . 10 138,80
* 79.00fwladikawkas. .
do, amort. v. 1895 . . .
4 1100,20
110,30Kaliwerke Westeregeln . 13 203,50
Dt. Reichsschatzanw.
93,60 Nation.-Bank f. Deutschl.
Rjäsan-Koslow. .
do. unkäb. 1918. . . .
Dt. Reichsanleihe v. 1918: 4 98,60 Türk. Egypt. Tribut . . .
122.90 Königin Marienhütte . . 6 8100
93,75 Pfälzische Bank . . . . ..
63,15
do. kons. steuerfreie .
Portugies. Eisenb. v.
4 99,00
1915. . ..
do.
8.43 138.50Laurahütto . . . . . . . . . 8 11429g
94,75 Reichsbank
do. . . . . p. 1925 . . .3½ 86,70) do. Admin. v. 1903 . .
76,50
4½ 86,50
do. . . . .
1921.
do.
1126.75 TOberschles. Eisenbed.
4 8200
(0. . . . . . . . . . . . .
95,75 A Rheinische Kredit-Bank
3 77,30) do. unif. v. 1903. . . . .
Livorneser . . . . . . . . . . 24w 69,10 do.
„ 1922. .
109,00 Oberschl. Eisen-Industrie 3 67,80
84,30 A. Schaaffhaus. Bk. Ver.
do. . . . . . . . . . . . . . 4 1100,20
60,60
72,30 1salonique Monastir. .
do. v. 1905. . . . . . . .
G0. . . . . . . . .
Treußische Schatzanw.
129,50Phöniz Bergbau . . . . . . 18 (23470
95,00 Wiener Bank-Verein . .
4 1 91,25 Ungarische Staats-Rente
Bagdadbahn
.. . . 4 77,40 do. Komm.-Obl. unk. 1918
Rheinische Braunkohlen 10 (236,00
Staffelnnleihe. . . .
.3½ 86,75 1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 89,20 Anatolische Eisenbahn .4½ 90,30 Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910) 4 95,00
Riebeck Montan . . . . . . 12 188,00
Consols . . .
4 96,00
4 90,00
Missouri-Pacitic I.
1915 ..
do.
do. . . . . . . . . . . . . . 3 77,30Ungar. Staatsk.-Scheine
96.50) Aktien von Trans-
South West.-Afr. Shares .1 5
do. do, v. 1905
4 1 97,20 v. 1913. . . . . . . . . . . .4½ 98,70
45400) do.
1925 ...
3½ 86.40 port-Anstalten.
Jadische Staats-Anleihe
do. Gold-Rente. . . . . 4 81,50Northern-Pacific. . . . . . 4 94,60 dc. Ser. 12—19. .
do,V. 92/94 . . . . . . . 3½
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1127,50
do. Staats-Rente 1910.
80,10Southern-Pacific . . . . . . 4 92,00 Kommunal-Oblig. Ser. 1,
Verzinsliche
do-. . . . . . . . . . . . . 3
1000
86,50 Vorddeutscher Lloyd.
. „ „ Kr. 4 80,10St. Louis & San Francisco
unkdb. 1910
Baverische Ablös.-Rente. 4 97,30
116,00 Anlehenslose. 2t.
-
Frankfurt. Schleppschiff.
Tehuantepec . . . . . . . .
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
E.-B.-Anl. kdb. ab1906 4 I 98,301 Argent. innere Gold-Anl.
94,00Südd. Eisenb.-Gesellsch..16½ 1130,00 Badische . . . . . TIr. 100 4 (184,45
v. 1887 5
— Ungar. Lokalbahn . . . . 5 98,50
4 98,30
Ser. 15—42
do. unkdb. p. 1918 .
94,90 Anatol. Eisenb. 60%-Akt.5½ 118,00Cöin-Mindener . Tlr. 1003½142,60
4 98,30 do. äußere v. 1890 . . . 5 99,55
48—49
do. . .
do. unkdb, p. 1920 . . .
06,00Baltimore .
Provinz-Anleihen.
9225Holländ. Komm. . H. 100 3'114,55
do, innere v. 1888 . . .4½ —
do. unk. 1922 „ 52
E.-B.- u. Allgem. Anl.
88,60Ganads.:
10 (198½ IMadrider
do. äußere v. 1888 .
... Frs. 100 3 7755
4 98,55
4½
Rheinprov. Obl. Em. 20/21) 4 97,00 do. „ 1913..
unkdb. p. 1930 . . .
3½ 86,50 Schantung.
½ 1138,25 Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 1140,60
do. v. 1897 . .
3½ 85,10
do. Ser. 45 .
3½ 87,00
. 4 79,80 do. Em. 10 . . . . .
do. Anleihe . . . . . .
Prinz Henry.
§ 1156,00 Osterreicher 1860er Lose. 4
3½ 83,50 Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
. . . . . . . 3 75,90Chile Gold-Anl. v. 1911. . 5 93,00) do. . 9. .
do.
96,00Lombarden
0 19½ lOidenburger. . . . TIr. 40 3 (127,50
Ser. 12, 13, 15
3½
Hamburger Staats-Anl. . 4 98,00 do. v. 1889
4½ — Posen Prov.. . . F7
96,90 Pennsylvania
do. v. 1906 .
6 112,00Raab-Grazer . . . . H. 150/2½
.4½1 87,90
4
14, 15, 17
do. v. 1887/94 . . . . . . 3½ —
do. . .
—Westfalen Prov. V. . .
3 79,20Chines. St.-Anl. v. 1895. . 6
5 99,80Hess. Prov. Oberhessen . 4 95,70 do. unkdb. 1920 . . . . 4. I 97,40
(0. ... . . . .
97,50
do. v. 1806
97,10
do.,
1923 . . ..
Hessische Staats-Anleihe
Industrie-Aktien.
5 87,40 do. Starkenburg. ..
84.90
do. Reorg. Anl..
Mk.
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . .
4 1 97,10
Unverzinsliche
do. unkdb. p. 1921 . .
84.75 1Badische Anilin-Fabrik . 28 1597,75
p. St.
..4½, 89.15
do. „ 3—5 . . . . . .
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 85,101 do. v. 1898 . .
Städte-
z½84,90 Ichem. Fabrik Griesheim 14 248,501 Anlehenslose.
3 74,901Japaner . . . .
do. kündb. 1915₰
. . . . .417 90,90) obligationen.
(0. . . . . . . . . . . . .
A. 7 35,00
30 579,25Augsburger
96,90 Farbwerke Höchst . .
Sächsische Staats-Rente 3 I 77,50Innere Mexikaner . . . . . 5 67,25
do. Komm. unk. 1913
TIr. 20 (202,50
96.90 Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20
Braunschweiger
Außere do.
v. 1899 5 84,25 1Darmstadt.
do.
„ 1914
Württembg. Staats-Anl.
Fs. 45
10 (147,75Mailänder .
97.101Zement Heidelbers
do.
98,60 Mexikan. Gold v. 1904 . . 4 67,30
.3,
do.
„ 1916
(unkdb. p. 1921). . . .
97,40 Chemische Werke Albert 30 385,001 do.
Fs. 10
do. cons. . . . . . . . . . 3 44,30Frankfurt
4 96,80 do.
„ 1920
do. v. 79/80 . . . . . . . 3½ 87,80
. 4. 7 3800
„ 1923 4 97,50 Holzverkohl. Konstanz 1 15 (306,00 Meininger
do.
do. Irrigat.-Anleihe .4½ 68,40
.. . . . .3½ 88,501 d0.
do. . . . . . . . . . . . . . 3 77.80
6 1129,20 Osterreicher v. 1864 . H. 100
84,90Lahmeyer
. . . 4 94,50 do. verlosb. u. kündb.:
Bulgarische Gld.-Anl. . . 5 95.60 Buenos-Aires Prov. . . . .3½ 63,40 Gießen
do. V. 1853 . A. 100
unkdb. 1915 3½ 84,00 Schuckert, Nürnberg. . . 8 1145½
do.
..3½ 87,00 3o.
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6) 56.501 Tamaulipas . . . . .
5 68,00
A. 100 445,00
94,60 Siemens & Halske. .
12 211½ Ungar. Staats . .
do. v. 1887 Monopol 19/ — 1Sao Pauſo E.-B. . . . . . . 5 —Heidelberg
. . . . 4 94,30Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
95,80 Bergmann Elektr. . . . . . 5 1117,00 AVenediger . . . . . . . Fs. 30
do. v. 1913 . . . . . . . . 5 98,90) do.
...3½
Italienische Rente. . .
do. unkdb. 1922. . . .
.3½ 86,00 Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 (242½ Türkische . . . . . . Fs. 400 166,40i
*4.
Oaterr. Staats-R. v. 1913 . 4½ 91,00 Siam v. 1907. . . . . . . . . 4½ 95,00 Karlsruhe .
do..
25 298,25
Hagen Akkum..
do.
do. Silber-Rente . . . . 4½ 84,50
3½ 86,70Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
Prioritäts-
93,80 1Deutsch. Übersee-Elektr. 11 175,50 Gold, Silber und
Magdeburg
4
do. Papier-Rente . . . 4½ —
unkdb. 1917
Obligationen.
0 78,00
94,00Gummi Peter . . . .
Mainz .
do. Gold-Rente . . . . . 4 1 84,85
4 94,50) do. . . . ..
1919
Banknoten.
4 94,00Adler-Fahrradwerke . . . 25 1331,80
do.
do. einheitl. Rente . . 4 81.15 Südd. Eisenb.-Gesellsch.
3½ 86,90
1921
do. . ...
20,45a
. 1924 4 96,20Maschinenfabr. Badenia . 6 123,00Engl. Sovereigns.
v. 1895/97zu
84,30Mannheim .
Portug. Tab-Anl. 1891 . . 4½ 98,30
4% 95,10 do. . . . ..
16,26
3½ 84,50) Wittener Stahlröhren .
do.
120-Franks-Stücke .
do. inn. amort. 1905 . . 4½l 74,20
„ „ v. 1904 3½ —
3½ 86,40) do. . . . . . . .
4.185/
95,20Motoren, Oberursol . . .8½ 1154,80Amerikanische Noten .
München .
do. unif. Serie I
.3 6150 Mess. Eisenb.-Akt. Ges.
4 96,75 do. Komm. unk. 1923
20,50
96,00 1Gasmotoren, Deutz .
Nauheim .
122,00 IEnslische Noten.
Oblig., gar. v. d. Stadt
do. „
3½
„ III. . 3 65,00
1924
do.
81,40%
4 96,80 Siemens Glas-Industrie . 15 220,00Französische Noten.
do. Spezial Titel. . . .
Darmstadt . . . . . . . . 4 93,85 Nürnberg
4 95,00 Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
9,80
165,10
Zumänen v. 1903 .
83,30 Enzinger Filter . . .
23 1286,00Holländische Noten
do. . .
.. 5 —Nordd. Lloyd-Obligat. . .4½ —
.3½ 86,10 do. . . . . . . . . . . . . . 3½
810
1Steaua Romana . . . . . . 10 1142,50 IItalienische Noten
do. Gold v. 1913.
14½ 91,10Donau-Dampfschiff. v. 82 4% 92.00 Offenbach
4 95,60
do. v. 1914 .
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 (172.50Osterr.-Ungarische Noten. . 84,95
do. Schatzsch. v. 1913. 4½100.00) Elisabethbahn . . . . . . . 4 90,25
4
do. conv.
Bad. Zucker-Waghäusel.12,83/217,801 Russische Noten . . . . .
do.
4 85.001 Franz-Josef-Bahn. . . . . 4 87.30
. . . . .3½ 85,70) Bank-Aktien.
Neue Boden-Aktien-Ges.:
do. v. 1850 ₰
81,00 1Schweizer Noten. . . . . . . . 81,40
Kaschau-Oderbergerv. 89 4 Wiesbaden.
...4—
4 93,90
do. v. 1951
Süddeutsche Immobilien! 0 60,50
.. . . 3½
4 1 88,001 Prag-Duxer .
3 71,401 do.
Bank für elektr.
Unter-
do, v. 1905
Osterreich. Staatsbahn . 5 (101.80Worms
.. . . . . . 4 95,00 nehmungen Zürich . . 10 194,75
4 1 85,00
do. v. 1908 .
do. .
Reichsbank-Diskont .
do. .
. . . . . . . . .3½
. . 4 88,50
Bergwerks-Aktien.
Berg.-Märkische Bank.
4 85,20
do, v. 1910
do.
do. Lombard Zsf.. .
.. 3 73,00 Lissabon v. 1888 . . . . . .. 4
Berliner Handelsges. . . . 8½ 150,60
485,10
116.45 Aumetz-Friede . .
Russische St--Anl. v.
Moskau v. 1912 . . . . . . . 4½ 93.50 Darmstädter Bank ..
12
97.80) do. Südbahn (Lomb.) . 5 I 97,50 Stockholm v. 1880 . .
do. do.
do. kons. v. 1880
92.00 Deutsche Bank . . . . . . .12½239,60 1 Bochum. Bergb. u. Gußst.! 14 1220,25
Tendenz:
„ .. 4 70,20 Wien Komm. . . . . . . .
4 86,70) do. do.
Ldo. Gold v. 1890 .
Deutsche Vereinsbank. . 6 118,40 Leonhard, Braunkohlen . 9 15000
4
Behauptet.
(*/10 50,52Wiener Kassenscheine .4½ 98,80 Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 112,30 Konkordia Bersbachler
do. v. 1902 .
Raab-Oedenburg ..
23 (356,00
89,75
76,70Zürich v. 1889 . .
Schweden v. 1880. .
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 187,00 1Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1127.00
Kronprinz Rudolfbahn .
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6
do. v. 1886 . .
Russ. Südwest.
Dresdner Bank . . . . . . . 8½ 148,50 Eschweiler . . . . .
10 226,90
4 84,80
pandel und verkehr.
— Frankfurt a. M., 28. Mai. (Börſe.) Die
heutige Börſe zeigte im Anſchluß an die feſten Neu=Yorker
Notierungen zu Beginn behauptete Kurſe; die große
Ge=
ſchäftsſtille gab jedoch Anlaß, daß die Kurſe im weiteren
Verlaufe abbröckelten. Die Verhaftung deutſcher Offiziere
an der ruſſiſchen Grenze, ſowie ſchwächere Wiener Kurſe,
an welchem Platze anſcheinend die Nachrichten aus
Alba=
nien verſtimmen, wurden ebenfalls in ungünſtigem Sinne
ausgelegt. Die Kurſe der Montanwerte bewegten ſich
auf ungefährem geſtrigen Niveau, wogegen
Schiffahrts=
werte heute ausgeſprochen ſchwach lagen auf ungünſtige
Auswandererziffern und Gerüchte über Herabſetzung der
Frachtraten. Trotzdem London heute für alle Märkte feſte
Notierungen ſandte, konnte dieſer Umſtand die
Geſchäfts=
loſigkeit der Börſe nicht beheben. Die Spekulation zeigt
auch heute die ſchon lange Zeit beobachtete Zurückhaltung.
Am Markte der Kaſſe=Induſtrie=Werte konnten
Akkumu=
latorenfabrik ihren geſtrigen Kursabſchlag von 7 Prozent
nahezu wieder einholen, auch notierten einzelne chemiſche
Werke wie Höchſter Farbwerke und Holzverkohlungs=
Aktien einige Prozent höher. Bemerkenswerte
Kursrück=
gänge ſind auf dieſem Gebiete nicht zu verzeichnen. Der
Rentenmarkt lag unverändert ſtill. Tendenz zum Schluſſe
abgeſchwächt.
W. B. Berlin 27. Mai. In der heutigen Sitzung
des Zentralausſchuſſes der Reichsbank führte
Präſi=
dent Havenſtein aus, daß ſich die Verhältniſſe im Laufe
des Monats Mai auf dem Geldmarkt nicht weſentlich
ge=
ändert hätten. Die Geldflüſſigkeit beſtehe fort. Der Bank=
ausweis vom 23. Mai ſei befriedigend obwohl er relativ
gegen das Vorjahr eine kleine Verſchlechterung zeigte.
Die Beſſerung im Beſtande der ungedeckten Noten betrug
gegen das Vorjahr am 23 März 468, am 23. April 368
und am 23. Mai 303 Millionen Mark. Nach dem
Zwi=
ſchenausweis vom 25. Mai nahm gegen den Ausweis
vom 23. Mai der Metallbeſtand um 8 Millionen gegen
2 Millionen Mark im Vorjahre zu. Die Anlagen hätten
um 4 Millionen abgenommen, während ſie im vorigen
Jahre unverändert geblieben ſeien. Die fremden Gelder
haben um 22 Millionen Mark gegen eine Million im
Vor=
jahre zugenommen. Die ungedeckten Noten hätten am
25. Mai 16 Millionen Mark betragen gegen 343 Millionen
im Vorjahre, ſo daß für dieſes Jahr eine Beſſerung von
327 Millionen ſich ergebe. Zu einer Aenderung des
Dis=
konts läge keine Veranlaſſung vor. Der Zentralausſchuß
genehmigte ſchließlich die Auszahlung der
Abſchlags=
kupons ab 15. Juni.
— Die ſoeben im Reichsgeſetzblatte veröffentlichte
Poſtſcheckordnung, die am 1. Juli 1914 in Kraft
tritt, enthält eine Reihe wichtiger Neuerungen. Für
Zahlkarten, die jetzt bis 10000 Mark lauten dücfen, iſt
kein Höchſtbetrag mehr feſtgeſetzt. Für Schecks wird der
Meiſtbetrag von 10000 Mark auf 20000 Mark erhöht.
Zahlkarten und Ueberweiſungen bis 3000 Mark können
telegraphiſch übermittelt werden. Die Höchſtgrenze für
telegraphiſche Zahlungsanweiſungen, bisher 800 Mark,
beträgt künftig 3000 Mark Der Betrag eines Schecks kann
dem Empfänger durch beſonderen Boten zugeſtellt werden
(Eilbeſtellung). Der Ausſteller einer Ueberweiſung kann
beantragen, daß das Poſtſcheckamt, bei dem ſein Konto
geführt wird, den Gutſchriftempfänger durch Brief oder
durch Telegramm unmittelbar benachrichtigt. Um die
Ueberweiſung der für den Kontoinhaber durch
Poſtauf=
trag eingezogenen Beträge auf ſein Poſtſcheckkonto weiter
zu erleichtern werden Poſtaufträge mit anhängender
Zahl=
karte eingeführt,
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweines
markt am 27. Mai. Auftrieb 194 Schweine.
Schlachtge=
wicht 50 Kilogramm. Preiſe 1. Qualität 62 Mk., 2. Qual.
61 Mk., 3. Qual. 60 Mk. Marktverlauf: mäßig,
Ueber=
ſtand. — Schweinemarkt am 28 Mai. Auftrieb 118
Schweine. Schlachtgewicht 50 Kilogramm. Preiſe 1.
Qual. 62 Mk., 2. Qual. 61 Mk., 3. Qual. 60 Mk. Markte
verlauf: lebhaft, geräumt. — Kälbermarkt am 28. Mai.
Auftrieb 254 Kälber, 1 Ziege. Lebendgewicht 50
Kilo=
gramm. Preiſe 1. Qugl. 56 Mk., 2. Qual. 53 Mk., 3. Qual.
50 Mk. Macktverlauf mäßig
— Frankfurt a. M., 27. Mai.
Schlachtvieh=
markt. (Amtl. Bericht.) Auftrieb: 1886 Schweine
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht):
Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 45½—48½
(60—62) vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebend=
gewicht 45—47 (58—60), vollfleiſchige Schweine über
2 Zentner Lebendgewicht 45—49 (59—61), vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 45—49 (59—61).
Marktverlauf: Geſchäft ziemlich rege, Ueberſtand.
Güths Kaffee
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kräftig
reinschmeckend
Pfund Mk. 1.20, 1.40,
1.60, 1.80 und 2.−.
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per Pfund 21 Pfg.
Zucker (gemahlen)
per Pfund 22 Pfg.
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per Pfund 24 Pfg.
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per Pfund 25 Pfg.
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Am 1. April 1915, dem 100. Jahrestag der Geburt unſeres
Bis=
marck, wird der Grundſtein zu dem Denkmal gelegt werden, das als
ein Sinnbild der Dankbarkeit des deutſchen Volkes für den Einiger
des Vaterlandes bei Bingen auf der Eliſenhöhe am Rhein ſich
er=
heben ſoll. Groß ſind die Mittel, die zur Durchführung des
herr=
lichen Werkes erforderlich ſind, und nur ein Teil dieſer Mittel iſt
aufgebracht. Vieles bleibt noch zu tun übrig. Das deutſche Volk hat
heute, da es die Erinnerung an die opferfreudige Zeit vor hundert
Jahren feſtlich begangen hat, ſeine Dankesflicht nicht vergeſſen und
wird die Opfer nicht ſcheuen, die die Vollendung des begonnenen
Werkes von ihm fordert.
Um die Sammeltätigkeit für das große vaterländiſche Werk auch
in unſerer Stadt aufs neue zu beleben, hat der Ortsausſchuß für die
Errichtung des Bismarck=Nationaldenkmals im Verein mit der
Stadt=
verwaltung und dem Allgemeinen Studentenverband für den 20. Juni
d. J., den Tag der Sonnenwende, eine größere Feier im ſtädtiſchen
Saalbau geplant, deren Reinertrag dem Denkmalbaufonds
zugeführt werden ſoll.
Im Mittelpunkt der in künſtleriſchem Rahmen unter Mitwirkung
aller Kreiſe, insbeſondere der Damen und des Studentenverbands
vorgeſehenen Feier ſteht der Feſtvortrag des bekannten Architekten,
Profeſſors Wilhelm Kreis in Düſſeldorf, des Schöpfers des
Denkmals. Die Einzelheiten des Programms werden ſpäter durch
die Tageszeitungen bekannt gegeben werden.
In der Ueberzeugung, daß die nationale Feier von den
all=
gemeinen Sympathien der Bürgerſchaft getragen wird, richten
die Unterzeichneten an alle Einwohner die herzliche Bitte, die
Feier nach Kräften zu unterſtützen und damit zur Vollendung
des großen Werkes beizutragen.
(12994a
Allgemeiner Studentenverband. Ammenn, Chefredakteur. Dr. Becker,
Staatsrat. Behre, Chefredakteur. Dr. Bender, Juſtizrat und
Stadt=
verordneter. Dr. G. Beſt, Staatsrat. Dr. Biermann, Profeſſor.
Bormet, Rechnungsrat und Stadtverordneter. Dr. Bopp,
Rechts=
anwalt. Dr. Dr. ing. Braun, Finanzminiſter, Exzellenz. Brink,
Bankdirektor. Bruchhäuſer, Miniſterialreviſor. Dr. Buſchmann,
Hof=
rat. Dr. Derſch, Geh. Schulrat. Dr. Dieterich, Direktor des Großh.
Haus= und Staatsarchivs. Dr. Dorfeld, Geh. Schulrat. Dr. Paul
Eger, Hoftheater=Intendant. Ekert, Beigeordneter. Dr. v. Ewald,
Staatsminiſter, Excellenz. Ewald, Präſident der
Oberrechnungs=
kammer. Fey, Provinzialdirektor. Dr. Forbach, Geh. Schulrat.
Frantz, Ortsgerichtsvorſteher, Frölich, Kommerzienrat. Gallus, Geh.
Juſtizrat u. Stadtverordneter. Gennes, Regierungsrat. Dr. Gläſſing,
Oberbürgermeiſter. Göbel, Kommerzienrat und Stadtverordneter.
Götz, Rechnungsrat. Gretzſchel, Landeswohnungs=Inſpektor,
Stadt=
verordneter. Grünewald, Geh. Juſtizrat. Hacker, Hofſchauſpieler.
Hammann, Stadtverordneter. Haury, Stadtverordneter. Dr.
Hau=
ſtädt, Landgerichtsrat. Henrich, Landtagsabgeordneter und
Stadt=
verordneter. Herbert, Stadtverordneter. v. Heſſert, Geh.
Oberjuſtiz=
rat. v. Heſſert, Stadtverordneter. Dr ing. Heydt, Dipl.=Ing. und
Stadtverordneter. Freiherr von Heyl, Generalmajor. Hickler,
Kom=
merzienrat. Hölzinger, Miniſterialrat. Hörle, Amtsgerichtsrat.
v. Hombergk zu Vach, Miniſter des Innern, Exzellenz. Hüfner,
Werkführer und Stadtverordneter. Jacobi, Kommerzienrat. Jaeger,
Baurat, Beigeordneter. Jung, Stadtverordneter. Kahn,
Stadt=
verordneter. Kalbfuß, Wilhelm, Kaufmann und Stadtverordneter.
Kaus, Karl, Dachdeckermeiſter, Dr. Keller, Senatspräſident. Kichler,
Hofbuchdruckereibeſitzer. Kiſſinger, Direktor der Eleonorenſchule. Koch,
Alexander, Hofrat. Koch, Gg. Rentner. Kolb,
Landgerichts=
direktor. Dr. Kolb, Sanitätsrat und Stadtverordneter. Dr. Kratz,
Miniſterialrat. Krug von Nidda, Wirk. Geheimerat, Excellenz.
Kull=
mann, Oberlandesgerichtspräſident. Kullmann, Geh. Forſtrat. Dr.
Lahr, Geh. Juſtizrat. Lautz, K., Obermeiſter und Stadtverordneter.
Lautz, Ludwig, Rentner und Stadtverordneter. Lehr, Heinrich,
Rentner und Stadtverordneter. Frau Profeſſor Lenz. Limmer,
Profeſſor. Linck, Seilermeiſter und Stadtverordneter. Lindt,
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rat und Stadtverordneter. Leyerzapf, Bahnbeamter i. P. Lohrbacher,
Staatsrat. Dr. Lucius, Oberſchulrat. Freiherr von Lüttwitz,
General=
leutnant und Diviſionskommandeur. Dr. Mahr, Amtsgerichtsrat.
Mangold, Geh. Schulrat. Markwort, G., Ingenieur und
Stadt=
verordneter. Dr. Merck, E. A., Medizinalrat. Dr. Merck, Willy,
Fabrikant. Meyer, Direktor der Heſſ. Eiſenbahn=A.=G. Milkau,
Oberpoſtdirektor. Möller, Direktor der Heſſ. Eiſenbahn=A.=G. von Moers,
Buchdruckereibeſitzer. Mootz, Generalleutnant z. D., Exzellenz. Mueller,
Bürgermeiſter. Müller, Geh. Hofrat, Rektor der Techn. Hochſchule.
Müller, Ortsgerichtsvorſteher. Müller, Martin, Schreinermeiſter.
Münch, Geh. Schulrat. D. Nebel, Oberkonſiſtorialpräſident. Dr.
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hart, Geh. Legationsrat. Neßling, Profeſſor. Nodnagel, Geh.
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ſchulrat, Stadtverordneter. Dr. Noellner, Sanitätsrat, Stadtverord.
Nohl, Rentner. Noack, Geh. Regierungsrat. Freiherr von Oetinger,
Kammerherr. Freifrau von Oetinger. Offenberg, Reichsbankdirektor.
Juſtizrat Dr. Oſann, Landtagsabgeordneter und Stadtverordneter.
Dr. Oſtermann von Roth, Direktor. Dr. Otto, Geh. Schulrat. Pfeil,
Wilhelm, Rentner. Pickert, Seminarlehrer und Stadtverordneter.
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Stadtkommandant. Riedeſel, Freiherr zu Eiſenbach, Oberſtallmeiſter,
Exzellenz. Ritzert, K., Diplomingenieur, Stadtverordneter. Röder,
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Schäfer, Architekt und Stadtverordneter. Schenck, Emil, Ingenieur.
Scheyrer, Eiſenbahninſpektor, Leutnant a. D. Schönberger, F.,
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verordneter. Schmidt, Beigeordneter. Schwarz, Gutspächter.
Schweisgut, Geh. Schulrat. Schupp, Rechnungsrat. Seibert,
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gerichtsrat. Sonnthal, Hofvergolder. Stein, Direktor der Volksbank.
Stemmer, Stadtverordneter. Süffert, Staatsrat. Theobald,
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gerichtspräſident. L. Trier, Kommerzienrat. Freiherr von Ungern=
Sternberg, Oberhofmarſchall. Dr. Vaubel, Profeſſor und
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verordneter. Wagner, Architekt u. Stadtverordneter. Dr. Waldaeſtel,
Chefredakteur. Waldecker, Hauptmann a. D. Dr. Weber, Geheimerat,
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Werner, Stadtverordneter. Wienkoop, Profeſſor, Direktor der Landes=
Baugewerkſchule. Wilbrand, Staatsrat. Wittich, Carl,
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