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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Zur Erinnerung an die Opfer der im Jahre 1913 bei
Helgoland untergegangenen Schiffe „S. 178‟.
„G. 171‟ des Hebefahrzeuges „Unterelbe” und des
Ma=
rineluftſchiffes „L. 1” wurde geſtern auf Helgoland ein
Gedenkſtein enthüllt.
Von den bei dem Kaſernenbrand verunglückten
Matroſen des Kreuzers „Goeben” ſind
geſtern drei ihren Verletzungen erlegen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Politiſche Wochenſchau.
** Der Reichstag iſt nicht vertagt, ſondern
ge=
ſchloſſen worden. Damit ſind alle unerledigten
Re=
gierungsvorlagen und Anträge beſeitigt. Bedeutet dies
einen nutzloſen Aufwand an parlamentariſcher
Arbeits=
kraft, ſo kann der reine Tiſch, der für den nächſten
Ta=
gungsabſchnitt geſchaffen wurde, doch ſein Gutes haben,
wenn es endlich gelingt, die parlamentariſche Mühle
plan=
mäßiger arbeiten zu laſſen. Das gilt nicht nur für die
Regierung, die den geſetzgeberiſchen Arbeitsſtoff ſorgſamer
abwägen muß, ſondern auch für den Reichstag ſelbſt, deſſen
Redieligkeit dringend der Zügelung bedarf. Daß
prak=
tiſche Arbeit auch in kurzer Zeit geleiſtet werden kann,
beweiſen die Verhandlungen der letzten Tage, wo das
RRuhebedürfnis verhältnismäßig ſchnell Kompromiſſe über
wwichtige Streitfragen herbeiführte Iſt dieſem Umſtande
die Verabſchiedung der
Militärſtrafgeſetz=
movelle mit zu verdanken, ſo ſind in der Beſolg
dungsnovelle die ehemaligen Blockparteien vom
Zentrum leider nicht genügend unterſtützt worden. Die
beteiligten Beamtengruppen müſſen infolgedeſſen
min=
deſtens ein Jahr auf die Verbeſſerung ihrer Bezüge,
war=
ren. Den agitatoriſchen Vorſtoß der Sozialdemokratie,
für die Landbrieſträger eine Gehaltserhöhung im Etat
einzuſtellen, haben die bürgerlichen Parteien mit Recht
nicht mitgemacht, weil die Regierung darin eine
Erwei=
erung des parlamentariſchen Etatsrechtes erblickt, der ſie
unter keinen Umſtänden zuſtimmt. Für dieſe Haltung des
Bundesrats darf man um ſo mehr Verſtändnis haben,
ze klarer im vorliegenden Falle die Umwerbung einer
be=
ſcimmten Wählergruppe durch eine Partei iſt. Die
So=
ialdemokratie beſchränkte ſich zuguterletzt jedoch nicht auf
jenen agitatoriſchen Vorſtoß, ſondern ließ es ſich auch
an=
gelegen ſein, den Ausgang der Reichstagsverhandlungen
krit einem Knalleffett inſofern zu begleiten, als die
Reichs=
tags=,Genoſſen” beim Hoch auf den Kaiſer ſitzen blieben,
enſtatt wie früher den Saal zu verlaſſen. Es war dies
wohl mehr ein Racheakt gegen den freiſinnigen
Präſiden=
ien, der den ſozialdemokratiſchen Ausfällen während der
Etatsberatungen Zügel angelegt hatte; kurz vor Schluß
des Reichstags konnte der Präſident ungeſtraft beleidigt
werden.
Während der Reichstag nach Hauſe gegangen iſt, wird
das preußiſche Abgeordnetenhaus noch einige
Leit zuſammen bleiben, um die wichtigſten Aufgaben zu
Uerledigen. Zu dieſen gehört ein Entwurf nicht, den man
verſchiedentlich gern geſehen hätte, eine Wahlreform. Als
Herr von Loebell berufen wurde, die Nachfolgeſchaft des
Herrn von Dallwitz im Miniſterium des Innern zu über=
Anehmen, ſah man hier und da in ihm den Mann, der allem
Amſchein nach beſtimmt wäre, die Rechte für einen der=
Martigen Plan zu gewinnen. Wer das glaubte, hatte
gerrn von Loebell aber falſch taxiert, und ſein erſtes Auf=
Mitreten inſeiner neuen Eigenſchaft mußte daher auf der
MLinken einige Enttäuſchung bringen. Der Miniſter
ver=
ſtrat den Standpunkt, wie ihn auch Herr von Bethmann
Hollweg in dieſem Hauſe darlegte, indem er erklärte, daß
m geſichts der Zuſammenſetzung des Abgeordnetenhauſes
Unan nach den gemachten Erfahrungen nicht daran denken
örine. vorläufig mit einer Wahlreform zu kommen. und
Adaß dieſe Erwägung unter den obwaltenden Umſtänden
Auch jetzt noch maßgebend ſei. Andererſeits wird man
richt verkennen dürfen, daß Herr von Loebell mit ſeiner
Bangjährigen parlamentariſchen Tätigkeit geeignet ſein
Apird, eine kräftige Stütze der Regierung abzugeben, wie
benin ſein offenes und dabei doch konziliantes Auftreten
ei ſeinem Debut auch bei der Oppoſition im großen und
erizen Anerkennung ſand
Während in Mexiko die Ungewißheit über die
Stellung und Abſichten Huertas ſowie über den Gang der
Alusgleichsverhandlungen fortdauert, iſt Albanien
Mlurch die Verhaftung Eſſad Paſchas mit einem Schlage
biederum der Mittelpunkt aller öffentlichen Erörterungen
eworden. Nach den aus Durazzo ſtammenden Meldun=
Aen, war Eſſad Paſcha im Aufruhr gegen den Fürſten be=
Maiſen. Beſtreitet Eſad jetzt jede Schuld, ſo ſpricht nicht
ur die Bedrohung Durazzos durch aufſtändiſche Albanier
And ſeine höchſt verdächtige Vergangenheit gegen die
Mbrubwürdigkeit ſolcher Verſicherungen, ſondern auch die
ier ſönlichkeit des Fürſten Wilhelm und die erprobte
Zu=
rläſſigkeit der holländiſchen Offiziere. Fürſt Wilhelm
ltürde die aufſehenerregende Maßregel der Verhaftung
Dund Verbannung Eſſad Paſchas unter Anrufung öſter=
Wllichiſch=italieniſcher Hilfe ſicherlich nicht getroffen haben,
Ulenn ſie nicht unbedingt notwendig geweſen wäre. Die
AAffaſſung italieniſcher Blätter, daß das Vorgehen wider
Allſad Paſcha nur ein öſterreichiſches Ränkeſpiel ſei,
er=
heint angeſichts der Haltung, die der italieniſche Schiffs=
kommandant an Ort und Stelle beobachtete, ganz
unglaub=
würdig und iſt wegen der Rückwirkungen zu bedauern. die
ſolche Preſſeause nanderſetzungen zugunſten der
Trei=
bereien gewiſſer Blätter des Dreiverbandes nur zu leicht
haben können.
Der Pariſer Temps hat bereits Lärm geſchlagen,
ließ ſich dabei freilich wohl in der Hauptſache von der
An=
ſicht leiten, dem Miniſterium Doumergue, deſſen
Präſident Rücktrittsabſichten hat, Schwierigkeiten zu
ver=
urſachen. Jedenfalls iſt zur Stunde nichts Beglaubigtes
bekannt, was die Beſorgnis rechtfertigte, daß aus dem
Eſſad=Zwiſchenfall internationale Verwicklungen
ent=
ſpringen könnten. Dagegen iſt die Antündigung eines
engkiſchen Flottenbeſuches in Kiel, während
der Kieler Woche und die Teilnahme Churchills an
letz=
terer ein neues Zeichen der fortſchreitenden
engliſch=
deutſchen Annäherung. Daß dieſe gleichzeitig der
Erhaltung des Weltfriedens in hohem Maße zugute
kommt, bedarf kaum einer beſonderen Hervorhebung=
Vielleicht wirkt in derſelben Richtung der Gegenſatz, der
zwiſchen der Duma und dem Miniſterium
Gore=
mykin beſteht und durch ein Dumavotum in feierlicher
Form öfentlich feſtgeſtellt worden iſt. Veratungen am
kaiſerlichen Hoflager zu Livadia haben vermutlich den
Schwierigkeiten dieſer inneren Lage Rußlands gegolten.
Die Kammerwahlen in Belgien.
*⁎* Am heutigen Sonntag finden in Belgien die
Wahlen zur Deputiertenkammer ſtatt, und
zwar auf Grund eines Wahlrechts, welches eines der
ver=
wickeltſten aller Länder iſt und das Proportionalſyſtem
mit dem Mehrſtimmenrecht verbindet. Auch gilt noch
die Beſtimmung, daß bei vierjähriger Legislaturperiode
die Hälfte der Kammerſitze alle zwei Jahre erneuert wird.
Da vor den Wahlen 1912 die Anzahl der Kammerſitze
von 166 auf 186 erhöht worden war und im ganzen Lande
Wahlen ſtattgefunden hatten, ſo wählen an dieſem
Sonn=
tag nur vier Provinzen — Lüttich, Hennegau, Oſtflandern
und Limburg — 88 Abgeordnete. Im Gegenſatz zu 1912,
wo eine gewaltige Agitation betrieben worden war, weil
die zu einem Kartell zuſammengeſchloſſenen Liberalen und
Sozialdemokraten die ſeit drei Jahrzehnten am Ruder
befindliche klerikale Mehrheit ſtürzen zu können glaubten,
bewegte ſich diesmal die Wahlkampagne in ruhigeren
Bahnen. Der damalige Mißerfolg — die Klerikalen
er=
fuhren nämlich eine Verſtärkung anſtatt einer Schwächung
— hat deprimierend auf die Linke gewirkt, da vor zwei
Jahren die Chancen für einen Sieg weit beſſer waren
als jetzt.
Die in den oben genannten Provinzen ausſcheidenden
Abgeordneten verteilen ſich auf die Parteien
folgender=
maßen: 43 Klerikale, 19 Liberale, 25 Sozialiſten und ein
chriſtlicher Demokrat. Nennenswerte Verſchiebungen
wer=
den nicht vorkommen, da Oſtflandern eine Hochburg des
Klerikalismus und der Hennegau mit ſeiner
Arbeiter=
bevölkerung eine feſte Stütze der Sozialdemokratie iſt; die
Liberalen können froh ſein, wenn ſie ihre 19 Sitze
be=
haupten. Da das mit den Sozialiſten vor zwei
Jahren eingegangene Kartell ſich nicht bewährt hat, weil
viele liberale Wähler den Sozialiſten nicht ihre Stimme
geben wollten, ſo gehen die Parteien der Linken jetzt
ge=
trennt vor und hoffen, ebenſogut abzuſchließen. Auf eine
erheblichere Schwächung der klerikalen Mehrheit rechnen ſie
aber, wie ſchon geſagt, von vornherein nicht, und ſo wird
denn letztere weiter in Belgien ausſchlaggebend ſein,
nachdem ſie aus taktiſchen Gründen in einzelnen Fragen,
wie in der Schul= und der Militärfrage ſowie in der
Ar=
beiterfürſorge, den neuzeitlichen Anforderungen einige
Konzeſſionen gemacht hat.
Die Hoffnung der Linken, den Klerikalismus im
Par=
lament in den Hintergrund zu drängen, beruht nur noch
auf einer Abänderung des Wahlrechts. Ein im Frühjahr
1913 inſzenierter Generalſtreik ſollte die Wahlreform mit
dem Ziele des allgemeinen Wahlrechts durchſetzen helfen,
aber Regierung und Kammermehrheit beugten vor, und
erſtere verſicherte, die Beſchlüſſe einer zur Prüfung des
kommunalen und provinzialen Wahlrechts einzuſetzenden
Kommiſſion ſollten auch für die Grundlinien des
Parla=
mentswahlrechts maßgebend ſein. Damit war die
Ver=
faſſungsreviſion behufs Einführung des allgemeinen
Stimmrechts in die Wege geleitet, und der Generalſtreik
wurde beigelegt, nachdem auch die Kammermehrheit der
Erklärung der Regierung zugeſtimmt hatte. Die erwähnte
Kommiſſion, die aber nur aus unverantwortlichen
Privat=
perſonen zuſammengeſetzt war, hat ſich für eine
demokra=
tiſche Wahlrechtsreform ausgeſprochen, jedoch iſt
vorläu=
fig an eine Realiſierung der Vorſchläge nicht zu denken,
vielmehr wird die Reform früheſtens nach den Neuwahlen
des Jahres 1916 in Angriff genommen werden.
Deutſches Reich.
Ein Nahrungsmittelgeſetz. Schon ſeir
längerer Zeit ſind die zuſtändigen Stellen mit den
Vor=
bereitungen zur Abänderung des Nahrungsmittelgeſetzes
beſchäftigt. Das Ziel des Geſetzes ſoll ſein, vollkommene
Klarheit über die Beſchaffenheit von Nahrungsmitteln zu
erzielen, die heute nicht beſteht. Infolgedeſſen ſind die
Gerichte bei ihren Entſcheidungen ſtets auf die Gutachten
von Sachverſtändigen angewieſen, die ſich häufig
wider=
ſprechen. Es erſcheint jedoch unmöglich, Beſtimmungen
über die Beſchaffenheit der Lebensmittel geſetzlich
feſtzu=
legen, weil auf dieſem Gebiet durch die fortſchreitende
Ent=
wickelung der Technik häufige Veränderungen eintreten.
Infolgedeſſen dürfte die geſetzliche Regelung dahin gehen,
daß dem Bundesrat die Ermächtigung erteilt wird,
Ver=
ordnungen über die Beſchaffenheit von Nahrungsmitteln
zu erlaſſen. Vom kaiſerlichen Geſundheitsamt ſind bereits
als Vorbereitung für das Geſetz eine Reihe von
Entwür=
fen zu Feſtſetzungen über einzelne Gruppen von
Nahrungs=
mitteln veröffentlicht worden, um allen Beteiligten
Ge=
legenheit zu geben, Stellung dazu zu nehmen.
— Für eine Sammlungspolitik der
bürgerlichen Parteien gegen die
Sozial=
demokratie tritt der Abgeordnete Erzberger im Tag
mit großem Nachdruck ein, indem er unter anderem ſagt:
Das größte Problem, das der inneren Politik des
Reiches zur Löſung geſtellt iſt. iſt die Zertrümmerung der
gewaltigen Macht der Sozialdemokratie; hinter dieſer
Kernfrage des innerpolitiſchen Lebens ſtehen alle anderen
zurück. Die Pflicht zu dieſem Kampfe legt ſchon der Blick
auf die 111 Sozialdemokraten im Reichstage und die 4¼
Millionen ſozialdemokratiſcher Stimmen nahe. Wenn die
Sozialdemokratie im Tempo der Vergangenheit weiter
zu=
nimmt, dann erlebt die heutige Generation noch den Tag,
an dem die Mehrheit der Reichstagswähler den roten
Zettel abgibt, und aus der Mehrheit werden dann 60 und
75 v. H. Dies ſind keine Uebertreibungen, ſondern es
wäre das ſicher zu erwartende Reſuktat der Entwickelung
der Gegenwart. Was aber ein ſolcher Zuſtand für unſer
nationales und kulturelles Leben, für unſere
Wirtſchafts=
politik und Weltmachtſtellung bedeutet, weiß jedes
poli=
tiſche Kind. Alle Streitfragen, welche die bürgerlichen
Parteien in ihrer Mehrheit heute trennen, ſind von ganz
untergeordneter Bedeutung gegenüber dem, was bei
wei=
terem Erſtarken der Sozialdemokratie auf dem Spiele
ſteht. Kein allgemeines bürgerliches Sammelſurium ſoll
entſtehen; jede Partei ſoll unerſchütterlich feſt auf ihrem
Programm ſtehen, aber die rechte Aufgabe der praktiſchen
Tagespolitik muß doch für alle heißen: ſchärfſter Kampf
gegen die Sozialdemokratie! Das iſt keine unmögliche
Aufgabe, ſondern nur der beſte parteipolitiſche Gewinn
für alle beteiligten Parteien. Es braucht nur der klare,
feſte Wille zu einer ſolchen Tat vorhanden zu ſein; wenn
dieſer wie im Zug durch das Reich geht, iſt er
unbeſieg=
bar. Die Kleinarbeit des politiſchen Tages darf die
gro=
ßen Aufgaben nicht in den Hintergrund treten laſſen.
Ge=
ſchickt und klug angefaßt. gibt es heute keine zugkräftigere
Parole als: Kampf um die Exiſtenz des Bürgertums gegen
den Machthunger und Terrorismus der Sozialdemokratie!
— Rückgang der ſozialdemokratiſchen
Gewerkſchaften. Nach dem vorliegenden
Jahresbe=
richt der ſozialiſtiſchen Gewerkſchaften iſt in München die
Mitgliederzahl dieſer Gewerkſchaften im letzten Jahre um
5600 zurückgegangen. Für ganz Bayern beträgt der
Rück=
gang über 21000.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Finanzlage Ungarns. Im
un=
gariſchen Magnatenhauſe äußerte ſich bei der
Etatsdebatte Miniſterpräſident Tisza über die Finanzlage.
Er ſagte: Die Regierung übernimmt volle Garantie, daß
der Voranſchlag eingehalten und die vorläufigen
Ein=
nahmen einlaufen werden. Es iſt allerdings mißlich, daß
wir genötigt waren, den Geldmarkt in ſo hohem Maße
für die Militärausgaben in Anſpruch zu nehmen, doch
taten dies auch andere Staaten. Wir befinden uns dabei
in guter Geſellſchaft und es ſteht feſt, daß wir imſtande
ſind, einen großen Teil der Inveſtitionen aus den
Ueber=
ſchüſſen des ordentlichen Etats zu decken, da die
Schluß=
rechnungen alljährlich durchſchnittlich einen Ueberſchuß
von 75 Millionen gegenüber dem Voranſchlag aufweiſen.
Es iſt unrichtig, daß unſer Kreditſyſtem als ein
krankhaf=
tes darzuſtellen iſt. Es bewährte ſich im Gegenteil
wäh=
rend der Kriſe der letzten zwei Jahre vortrefflich und
be=
wahrte unſere Volkswirtſchaft vor Erſchütterungen.
Kleinmütigkeit iſt daher nicht am Platze.
Frankreich.
Die Rücktrittsabſichten des
Miniſter=
präſidenten. Wie verlautet, wird Doumergue dem
Nummer 141.
im nüächſten Dienstag ſtatſtndenden Miniſernat ſeine
An=
ſicht über die durch die Kammerwahlen geſchaffene Stel
lung der Regierung bekannt geben. Auſh die
finan=
zielle Lage werde eingehend erörtert werden. Dem Echo
de Paris zufolge hält es die Regierung für unabweislich
den Budgetſchwierigkeiten baldigſt durch eine große
An=
leihe abzuhelfen.
Spanien,
Die Marokkodebatte in der Kammer
Die Kammer ſetzte die Marokkodebatte fort.
Der frühere Miniſterpräſident Maura erklärte, die
Verantwortlichkeit für den von ihm mit Frankreich
ge=
ſchloſſenen Vertrag in die Marokkopolitik von 1907 bis
1900 zu übernehmen und proteſtierte gegen die
gugenblick=
lich dort verfolgte Politik. Im Jahre 1904 hat Spanien
nur an der Konferenz von Algeeirgs teilgenommen und
keine vertraglichen Verpflichtungen übernommen. Er
könne aber nicht die Verantwortung für alle Ereigniſſe
in Melilla übernehmen; weil Melilla in den Kämpfen
zwiſchen dem Sultan Roghi zu leiden hatte, mußte er
1909 eingreifen. Man müßte jetzt der Mehrheit der
Spa=
nier den Irrtum benehmen, als würde in Marokko eine
Froberungspolitik verfolgt. Man müſſe die
Gewohnhei=
ten und die Regierungsform der Marokkaner reſpektieren
und ſich auf die Wirkſamkeit der Zivilgewalt unter den
Schutze der Armee beſchränken und ſich die Freiheit deg
Handelns bewahren. Demgegenüber iſt die angenblickliche
Politik dort verhängnisvoll und unbegreiflich, denn für
die friedliche Aufgabe ſind dort zu viel Teuppen, für eine
kriegeriſche Unternehmung dürfte man die Mobilmachulnig
der Armee nicht unterlaſſen. Dieſe Politik könne nicht ſo
weitergehen. Der Redner bekämpfte die Schaffung einer
Kolonialarmee und befürwortete eine oberſte
Zivilbe=
hörde für Marokto. Zum Schluß erklärte er, er nähme
eine Unterſichungskommiſſion an und ſprach die Hoffnung
aus daß die Regierung die Meinung der ganzen Kammer
in Marokko in die Tat umſetzen und die Politik ändern
werhe,
England.
Die Ulſterkriſis. Die Freiwilligen im
Land=
diſtrikt von Ulſter erhielten Anweiſung, ſich bereit zu
hal=
ten, da die Feindſeligkeiten innerhalb der nächſten
vier=
zehn Tage ausbrechen würden. Das Hauptquartier der
königlichen iriſchen Konſtablerſchaft erhielt Befehl, alle
Urlaube aufzuheben, und die Mannſchaften zum
ſofor=
tigen Abmarſch bereit zu halten. Man fürchtet, daß die
dritte Leſung der Homerulebill das Signal zum Ausbruch
des Sturmes bilden werde.
Dänemark.
Die Verfaſſungsvorlage. Die Linke, die
radikale Linke und die Sozialdemokraten, welche die
Mehrheit in beiden Kammern bilden, haben ſich in
Ver=
bindung mit der Verfaſſungsvorlage, über die bereits
von ihnen eine Einigung erzielt wurde, über die
Wahl=
gefetzvorlage geeinigt. Daher wird die
Verfaſſungsvor=
lage wahrſcheinlich binnen kurzem vom Reichstag
ange=
nommen werden.
Balkanſtadten.
Ghenadiews Rechtfertigung. In der
bulgariſchen Sobranje gab der frühere MMiniſter
Ghena=
diew eine geſchichtliche Darſtellung der Streitpunkte mit
Rumänien, das den Abſchluß eines Bündniſſes mit einer
kleinen Grenzberichtigung angeboten habe, mit Serbien
das niemals den ruſſiſchen Schiedsſpruch auf der
Grund=
lage des Pertrages angenommen habe, und mit
Griechen=
land, deſſen Anſprüche phantaſtiſch geweſen ſeien.
Ghe=
nadiew, deſſen Rede drei Sitzungen der Sobranje
aus=
füllte, ſchloß ſeine Ausführungen mit dem Hinweis au
die Notwendigkeit einer unparteiiſchen Unterſuchung.
Um die bulgariſche Anleihe. Soffoter
Depeſchen deu Matin zufolge ſoll man in dortigen
offi=
ziellen Kreiſen lebhafte Unruhe empfinden über die Be=
dingungen der Anleihe, die die bulgariſche Regierung mit
der Diskonto=Geſellſchaft in Berlin abſchließen will. Im
Namen der Führer der Oppoſitionsparteien hatte der
ehe=
malige Miniſterpräſident Malinow eine Unterredung mit
dem gugenblicklichen Miniſterpräſidenten Radoslawow,
in welcher er ihn fragte, ob die Regierung aus politiſchen
Gründen die Anleihe in Berlin aufzunehmen gedenke, und
ob die Regierung ſich nicht auch an den ehemaligen
Gläu=
biger Bulgariens, an Frankreich gewendet hätte.
* Wien 23. Mai. Die Korreſpondenz Wilhelm
veröffentlicht heute vormittag folgende Mitteilungen: Da
die Erſcheinungen des Katarrhs in den Bronchien
nun=
mehr gering, das Allgemeinbefinden, Kräfte und Appetit
des Kaiſers vollkommen zufriedenſtellend ſind und der
Kaiſer geſtern einen dreiviertelſtündigen Spaziergang im
Freien ohne Nachteil machte, werden ab heute keine
weiteren Bulletins über das Befinden des
Kai=
ſers ausgegeben,
* Bukareſt, 23. Mai. Anläßlich der Anweſenheit
einer Deputation des preußiſchen
Drago=
ner=Regiments (König Karl I. von Rumänien) Nr. 9
fand abends bei dem König ein Diner ſtatt, an dem
der Fürſt zu Waldeck=Pyrmont teilnahm. Der König hielt
folgende Anſprache: Mit aufrichtiger Genugtnung
begrüße ich die Anweſenheit einer Deputation meines
Dragoner=Regimentes die mich um ſo mehr erfreut da
mir dieſelbe einen willkommenen Ankaß bietet, die
Ver=
ſicherung meiner treuen Freundſchaft, die ich für Kaiſer
Wilhelm hege und meine Dankbarkeit für die warme
Sympathie, die allerhöchſt derſelbe mir ſtets betundete,
zu ernenern. Dieſelbe war beſonders während der
gro=
ßen Ereigniſſe auf der Balkanhalbinſel von unſchätzbarem.
Wert für mein Land und hinterließ einen tiefen und
blet=
henden Eindrück, welcher dazu beiträgt, die innigen
Be=
ziehungen, die Rumänien ſeit langen Jahren mit
Deutſch=
land verbinden, noch enger zu knüpfen. Mit den beſten
Wünſchen für den Kaiſer, in welche ich Eure Durchlancht
als Bundesfürſten einſchließe, für ſeine ruhmreiche Armee
und beſonders für mein Dragoner=Regiment erhebe ich
mein Glas auf den allerhöchſten Kriegsherrn, es lebe der
Kaiſer und König Wilhelm!
Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. Mai.
* Vom Hofe. Der Fürſt zu Solms=Lich nebſt
Prin=
geſſinnen=Töchter und Prinzeſſin Marſe zu Solms=Lich,
ſowie Burggraf und Burgaräfin zu Dohna=Schlobitten
ſind Freitag nachmittag 5 Uhr 23 Min. zum Beſuch im
Neuen Palais eingetroffen. Prinz Johann Georg
von Sachſen iſt abends 10 Uhr 25 Min. mit Gefolge
abgereſſt. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Der Großherzog empfing am
Samstag den Oberſt Doerr, Kommandeur des Füſilier=
Regiments Fürſt Karl Anton von Hohenzollern (
Hohen=
zöllernſches) Nr. 40, Raſtatt, den Generalarzt Dr. Walther,
Korpsarzt des 18. Armeekorps, Frankfurt a. M., den
Hauptmann v. Scholten, Batteriechef im Großh. Artillerie=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiments Nr. 25,
den Rittmeiſter Riebeſel Freiherrn zu Eiſenbach im Leib=
Dragoner=Regiment (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, kommandiert
zur Dienſtleiſtung bei Sr. Königl. Hoheit dem
Groß=
herzog, die Leutnants v. Frankenberg und Ludwigsdorf
und Graf von Rechteren=Limpurg, beide im Leibgarde=
Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den
Seminardirektor Frenzel von Alzey, den
Kreisſchul=
inſpektor Profeſſor Pfaff, die Kammermuſiker Duras,
Omnus, Spohr, Adam, Stetefeld, Kreß und Winkler,
den Revierkommiſſär i. P. Bär, den Vorſtand des
Geſang=
vereins „Sängerluſt” von Dieburg: Uebel, Braunwarth
ſind Petermann, die Profeſſoren Herzog, Schaum und
Shmidt von Gießen, den Oberrealſchuldfrektor Dr. H.
Schnell von Gießen, den Realſchuldirektor Dr. K. Zimmer
von Bad Nauheim, den Poſtagenten Treuſch von Pfaffen=
Beerfurth, den Sächſiſchen Generalkonſul v. Metzler von
Frankfurt a. M.; zum Vortrag den Staatsminiſter
p. Ewald, den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des
Kabi=
netts Wirkl. Geheimerat Römheld Exz.
Charakterverleihungen. Der Großherzog hat
dem Regierungsbaumeiſter Clemens Behle, Mitglied
der Eiſenbahndirektion in Erfurt, und dem
Regierungs=
baumeiſter Ludwig Pfaff, Vorſtand des
Eiſenbahn=
betriebsamts in Lauterbach, den Charakter als
Regie=
rungs= und Baurat verliehen.
*Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Lengfelder aus Nieder=Beerbach, Kreis
Darmſtadt, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Rimbach, Kreis Heppenheim.
*Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher mit dem
Amtsſitze in Beerfelden Valentin Bangert zum
Gerichtsvollzieher mit dem Amtsſitze in Nieder=Olm mit
Mirkung vom Tage des Dienſtantritts ſeines Nachfolgers.
* Militärdienſtnachrichten. Zum Oberleutnant
beför=
dert: der Leutnant der Reſerve Kaus des 5. Großh. Heſſ.
Inf.=Reg’s. Nr. 168 (II Berlin). Der Abſchied bewilligt:
dem Hauptmann Hoeſe der Reſ. des Inf.=Leib=Regts.
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117 (Halle a. S.).
Zu Oberleutnants befördert; der Leutnant der Reſerve
Reitz des 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168 (Mainz);
die Leutnants Linkenheld (II Darmſtadt) der Landw.=
Inf. 1. Aufgeb., Schneider, Gros der Landw.=Feldart.
1 Aufgeb (I Darmſtadt). Zu Leutnants der Reſerve
be=
fördert: die Vizefeldwebel bezw. Vizewachtmeiſter Haub
(1 Frankfurt a. M.), Schmidt (1. Darmſtadt) des
Leib=
garde=Inf.=Regts (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Faller
(Mainz), des Inf.=Regts. Heſſen=Homburg Nr. 166, Weiſe
(I1 Frankfurt a. M.) des Garde=Drag.=Regts. (1. Großh.
Heff.) Nr. 23. Der Abſchied bewilligt: den Oberleutnants
Krug der Reſ. d. 9. Lochr. Inf.=Regts. Nr. 173 (III
Darm=
ſtadt), Pfeiffer der Landw.=Inf. 1. Aufgeb. (I
Darm=
ſtadt), den Leutnants Koch (II Darmſtadt), Keil (
Gie=
ßen) der Landw.=Inf. 2. Aufgeb. Zum Oberleutnant
be=
fördert: v. der Malsburg. Lt. d. Reſ. des Großh. Art.=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr 25 (
Saar=
brücken) Der Abſchied bewilligt; dem Hauptmann
Rex=
roth der Reſ. des Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168 (
Saar=
brücken), m. d. Erlaubnis z. Tr. d. Landw.=A.=Uniform.
Zum Leutmant der Reſerve befördert: der Vizefeldwebel
Wiegand (I Darmſtadt) des 1. Naſſ. Pion.=Bats. Nr.
21. Zum Aſſiſtenzarzt befördert: der Unterarzt der
Re=
ſerve Gaydonl (I Darmſtadt).
g. Provinzialausſchuß. In einer den ganzen
Vor=
mittag währendem Verhandlung wurdert geſtern
aber=
mals die gegenſeitigen Standpunkte der beiden Parteien
in der Enteignungsſache zur Erbauung einer zweiten
Schiffahrtsſchleuſe bei Koſtheim dargelegt.
Es handelt ſich um Gelände des Krapp, auf dem deſſen
Haus ſteht, das zum Bau der Schleuſe bezw. den
Damm=
anlagen benötigt wird. In der letzten Verhandlung war
ein Termin an Ort und Stelle beſchloſſen worden, der
inzwiſchen ſtattgefunden hat. Der Provinziglausſchuß
be=
ſchloß, das Urteil am Freitag, den 29. Mai, nachmittags
6 Uhr, zu verkünden. — Der Schuhmacher Johann Heeg
in Bieber beſchäftigt in ſeinem Betrieb ſeinen 15
jähri=
gen Sohn, den er nicht zur Lehrlingsrolle der
Handwerks=
kammer angemeldet hatte, jedenfalls, um die Gebühr von
2 Mark zu erſparen. Er wurde aufgefordert, den Eintrag
nachträglich vollziehen zu laſſen, welcher Aufforderung er
jedoch nicht nachkam. Er wurde deshalb in eine
Ord=
nungsſtrafe von 5 Mark genommen; hiergegen verfolgte
er Rekurs, der geſtern vor dem Provinzialausſchuß zur
Verhandlung kam. Er führte zur Begründung an, daß
ſein Sohn nicht Lehrling ſei, ſich auch gar nicht für des
Schuhmacherhandwerk eigne. Der Provizialausſchuß
ver=
warf den Rekurs als unbegründet und verurteilte den
Rekurrenten in die Koſten des Verfahrens.
In der 4. Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung am Donnerstag, den 28. Mai 1914, nachmittags 3½
Uhr, iſt folgende Tagesſordnung zu erledigen:
1. Mitteilungen. 2. Geſuch um Geſtattung einer
Aus=
nahme von der Beſtimmung in § 5 des
Ortsbauſtatuts für ein Bauvorhaben an der
Süd=
ſeite der Roßdörfer Straße nächſt dem Wald.
3. Geſuche um Befreiung von baulichen Beſtimmungen:
a) in § 32 des O 9. St. für ein Bauvorhaben
Saalbau=
ſtraße 40, b) in §§ 63 und 69 der A. V. zur A. B.O. für die
Hofreite Lichtenbergſtraße 82, c) in § 34 der
Baupolizei=
ordnung für die Einfriedigung der neuen Trainkaſerne
an der Eſchollbrücker Straße. 4. Geſuch um
Genehmi=
gung zum Umbau des Daches auf dem Hauſe Roßdörfer
Straße 20. 5. Geſuch um Geſtattung einer Ausnahme
Gott.
C2) Die alten Theologen haben ein ganzes Syſtem von
Eigenſchaften Gottes aufgeſtellt. Wir erkennen heute am
deutlichſten zwei Wahrheiten: Gott arbeitet und liebt. Gott
arbeitet an ſeiner Welt. Er wirkt mit ſeiner ſchöpferiſchen
Kraft in dem Kelch der Waldblume und in dem
Sternen=
nebel, der ſich im Univerſum bildet. Er lebt in dem heißen
Herzen der Propheten und in dem ſtillen Lächeln des
Kindes. Er webt die Schickſale der Völter und hat die
Haare auf deinem Haupte gezählt. Deshalb nennt ihn
die Schrift einen gewaltigen Gott. Er iſt unerhärte Kraft
Das Rauſchen der Meerflut, der Gang des Gewitters, das
Beben der Berge ſind nur ſchwache Abbilder für dieſe
Kraft, die alles im Innern zuſammenhält und trägt. Da
bei iſt es keine Kraft, die ſich anſtrengen müßte, deren
Ken=
chen manch hörte Es iſt meiſterliche Kraft des Schöpfers
der mit gewaltiger Hand die Dinge formt, und deſſen
Werk ein vollendetes Gebilde iſt. Wir ſpüren die
Schop=
fertätigkeit Gottes nicht, weil er mit der höchſtgeſteigerten
Genialität die Wirklichkeit ins Daſein ſtellt, wobei es für ihn
kein Mühen und Plagen, keine Widerſtände und keine
Fehl=
griffe gibt. Er ſpricht, ſo geſchiehts. Er ſieht ſeine Welt
an, und ſiehe, ſie iſt ſehr gut.
Und dieſe Kraft iſt Liebe. Das iſt das zweite. Die
gättliche Kraft ſteht im Dienſt der göttlichen Liebe. Gott
arbeitet nicht aus Ehrgeiz oder Vergnügen, ſondern aus
Liebe. Er will Geiſter erzengen, mit denen er Gemeinſchaft
haben könnte. Er will Herzen erziehen, mit denen er eins
werden könnte. Dazu hat er die Welt gemacht und die
große Arbeit auf ſich genommen. Und alles, was geſchieht,
alle großen Taten Gottes verfolgen dieſes Ziel. Das iſt
der Menſchheit immer deutlicher geworden. Einſt war er
nur der erhabene Herrſcher. Aber ſchon Elias erkannte:
Gott iſt nicht im Sturmwind, nicht im Erdbeben und
Feuer, ſondern im ſtillen, ſanften Sauſen. Und Jeſus
Chriſtus, der Sohn, hat ihn uns als den Vater offenbart.
Gott iſt die Liebe. Das iſt das letzte, das unüberbietbare
das wir von ihm ausſagen kännen.
Wir ſelbſt ſind göttlicher Art und wir ſind beſtimmt
zu Arbeit und Liebe. In dieſen beiden Worten erſchöpft
ſich ein Menſchenleben. Wer arbeiten und lieben kann
fühlt ſich eins mit Gott. Er weiß, daß er mit Gott geht,
und daß ſeine Lebenslinie in Einklang iſt mit der großen
Entwicklung der Welt. Er trägt dasſelbe Ziel im Herzen,
das ſich Gott geſteckt hat. Und dieſe Gemeinſchaft iſt
Re=
ligion.
Ein Schatzfund in der Pyramide
von Lahun.
*„Den größten Schatz von altägyptiſchem
Schmuck der auf uns gekommen iſt,” nennt der berühmte
britiſche Archäologe Prof. Flinders Petrie den Fund, den
er bei ſeinen Arbeiten in der Pyramide von Lahun
gemacht hat, und über den er die erſten ausführlichen
Mit=
teilungen in einem ſoeben in London gehaltenen Vortrage
bietet. Etwa 60 engliſche Meilen ſüdlich von Kairo erhebt
ſich am Eingang der Wüſte, die in das Fayum führt, die
hohe dunkle Maſſe der Ziegelpyramide die Senuſert III
ums Jahr 3400 v. Chr. erbaute. Seit der 12. Dynaſtie
hatta man ja die ältere Gewohnheit, die Pyramiden aus
maſſivem Stein zu bauen, anfgegſeben und war zu der
raſcheren Methode übergegangen, den Kern aus ſchwarzen
Ziegeln aufzuführen und ihn dann mit einer Schicht von
großen Blöcken aus feinem weißen Kalkſtein zu umgeben
Die Pyramide von Lahnn, deren Erforſchung Flinders
Petrie ſeit langem eifrig verfolgt, iſt das am beſten
erhal=
tene Beiſpiel dieſer jüngeren Form des Pyramidenbaues.
Bereits vor einem Vierteljahrhundert hatte der
Archäologe den verſteckten Zugang zu der Pyramide
ge=
funden, und im vergangenen Winter nahm er nun, von der
britiſchen Schule für ägyptiſche Archäologie unterſtützt,
die völlige Freilegung der Pyramide in Angriff, durch die
er zu überraſchenden Funden geführt wurde. Die
Pyra=
mide, die nicht nun die vollſtändigſte unter den ſpäteren
Pyramiden iſt, ſondern auch das größte Intereſſe in allen
Einzelheilen der Architettur beanſprucht, iſt jetzt in ihrer
ganzen Oberfläche aufgedeckt, alle alten Anlagen und
Ein=
gänge ſind feſtgeſtellt, jeder Riß im Mauerwerk
wurde unterſucht, ſodaß Flinders Petrie ſagen
kann, kein Denkmal der altägyptiſchen Baukunſt ſei ſo
ge=
nau durchforſcht worden. Die ganze Anlage war von einer
wenigſtens 12 Fuß hohen Steinmauer umſchloſſen. Und
hinter dieſer Umfriedung befanden ſich die Gräber der
Familie des Pharaos von denen 14 entdeckt
wor=
den ſind. Eines der bemerkenswerkeſten ſtellt einen großen
unterirdiſchen Gang dar, in dem man auf Stufen 50 Fuß
tief herunterſteigt; von dieſem Haupttunel zweigt ſich ein
anderer ab, der zu einem zweiten Grabe führt. Ein
dril=
tes Grab hat eine ſteinerne Falltür im Boden, durch die
der breiteſte Zugang zu der Ppramide vermittelt wurde.
Auf dieſem indirekten Wege muß auch der Granitſarkophag
Senuſerts in ſeine Grabkammer gebracht worden ſein, da
der direkte Zugang zu eng iſt.
In einem dieſer Gräber wurde nun die überraſchendſte
Entdeckung gemacht, die wohl je in der an Ueberraſchungen
ſo reichen Geſchichte der ägyptiſchen Archäologie gelungen
iſt. Eins dieſer königlichen Familiengräber war
augen=
ſcheinlich ſchon vor langer Zeit geöffnet worden und ſtand
ſeitdem offen, den Unbilden der Witterung ausgeſetze, die
allmählich die Höhlung mit Staub und Schmutz ausfüllten.
Nachdem man 20 Fuß etwa herabgeſtiegen war, ſtieß man
auf die Grabkammer einer Prinzeſſin, die einen
granitenen Sarkophag enthielt. In den Deckel war ein
Loch gebohrt und der ganze Inhalt war verſchwunden.
Niemand hätte hier noch viel erwartet, denn die alten
Grabräuber pflegten ganze Arbeit zu tun, und es war
mehr zufällig, daß ein Arbeiter den Auftrag erhielt, eine
kleine etwa 3 Fuß breite und 5 Fuß liefe Niſche in der
Seitenmauer des Durchganges zu der Grabkammer vom
Schmutz zu reinigen. Auch dieſe Niſche war völlig
offen=
geweſen und allmählich hatte ſich eine dichte Schmutzſchicht
in ihr gebilder. Nichts konnte weniger verſprechen; aber
ſchon nach einigen Schlägen mit der Hacke rollten mit dem
Schmutz zugleich ein paar röhrenförmige Goldperlen
her=
aus, und nun ging man recht vorſichtig zu Werke: in
fünf=
tägiger, mit höchſter Sorgfalt durchgeführter Arbeit wurde
der wundervolle Schmuckſatz dieſer
altägyp=
tiſchen Prinzeſſin ans Licht gebracht. Der erſte
große Gegenſtand, den man nach einer großen Menge von
Goldperlen fand, war das Diadem, ein Reif von
po=
liertem Gold, über einen Zoll breit, groß genug, um den
ganzen Kopf zu umſchließen. Vorn iſt das Diadem durch
eine eingelegle Brillenſchlange geſchmückt, den königlichen
lräus, das Symhol der Pharaowürde. Rings um den
Reif ſind 15 Roſetten angebracht, jede aus vier Blumen
und vier Blämern von feinſter durchbrochener Arbeit
he=
ſtehend; ſie zeigen ein ganz neues Muſter, dem am
ähn=
lichſten, das an der Nefert=Statue gemalt iſt. Hinter der
Krone ſtanden hohe goldene Federn empor; hinten und an
den Seiten hängen goldene Bänder herab. Die ganze
Krone, die ſich jetzt im Muſeum von Kairo befindet. iſt
mehr als 1 Fuß hoch. Sodann zog man aus dem
Schmutz der Niſche herrlichen Bruſtſchmuck hervor aus
Gold und mie eingelegen Steinen, Halsketten von höchſten
Anmut der Zeichnung, die aus großen Goldperlen und
Doppelköpfen ven Löwen in Gold beſtehen. Manche dieſer
Schmückſachen zeigen noch das Wappen Senuſerts
ſaunon alſd angenſcheinlich aus der Jugendzeit
Nummer 141.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Mai 1914.
Seite 3.
von der Beſtimmung in § 4 der Ortsbauſatzung über die
Anlage und Benutzung der Vorgärten für die Hofreite
Heidelberger Straße 126. 6. Aenderung der §§ 34 und
38 des Ortsbauſtatuts. 7. Geſuch um Genehmigung zur
Benutzung ſtädtiſchen Fußſteiggeländes auf der Weſt= und
Südſeite des Hotels Stirnweg 12 zu Wirtſchaftszwecken.
8. Bewilligung der 3. Baurate für die neue
Friedhofs=
anlage. 9. Erweiterung des Kredits für die
Fuhrleiſtun=
gen für die Feuerwache. 10. Erhöhung des
Konto=
korrent=Kredites des Leihamſts bei der Sparkaſſe.
11. Oktroi für Brennholz. 12. Krankenverſicherung der
weiblichen Bedienſteten und Dienſtboten im
Pfründner=
haus und Armenhaus. 13. Geſuch um Bewilligung eines
Beitrages zu den Koſten einer Frühobſt= und Gemüſe=
Ausſtellung im Saalbau. 14. Geſuch des Vereins für
Be=
ſchaffung von Arbeitsgelegenheit für Blinde um eine
ein=
malige Unterſtützung. 15. Unterhaltung der Turngeräte
in den ſtädtiſchen Schulen.
— Vom Hoftheater wird uns geſchrieben: Heute abend
findet im Abonnement D eine Aufführung vom
Humper=
dincks „Königskinder” ſtatt. Die Vorſtellung beginnt um
7 Uhr. Mit „Gabriel Schillings Flucht” wird am Montag
der Gerhart Hauptmann=Zyklus beendet — dieſe
Vorſtel=
lung iſt zu kleinen Preiſen angeſetzt und beginnt um 7½ Uhr.
Dienstag, den 26., wird „Figaros Hochzeit” wiederholt.
Es iſt dies die letzte Oper von Mozart, die in dieſer
Sai=
ſon zur Aufführung gelangt. Sie wird noch einmal von
Geh. Rat de Haan dirigiert Fräulein Geyersbach ſingt
zum letztenmal die Gräſin. Für Mittwoch iſt der letzte
Klaſſiker=Abend dieſer Saiſon angeſetzt. An dieſem Tage
geht nach längerer Pauſe Leſſings ſo beliebtes Luſtſpiel
„Minna von Barnhelm” oder „Das Soldatenglück” in
Szene. Das Publikum wird Gelegenheit haben, Fräulein
Pils als Minna in einer neuen Rolle kennen zu lernen,
den Tellheim ſpielt Herr Baumeiſter. Die übrigen Rollen
liegen in den Händen der Damen Gothe, Doſtal, ſowie
der Herren Heinz, Jordan, Knispel, Weſtermann. Die
Vorſtellung wird von Regiſſeur Hacker geleitet und
be=
ginnt um 7½ Uhr.
* Jahrhundert=Ausſtellung deutſcher Kunſt 1650—1800.
Man ſchreibt uns: Die Leitung der Jahrhundert=
Ausſtel=
lung deutſcher Kunſt teilt uns mit, daß ſie ſich auf
viel=
fachen Wunſch hin entſchloſſen hat, zu den Dutzendkarten
auch noch Dauerkarten ſpeziell für einheimiſche und
kunſtintereſſierte Beſucher der umliegenden Städte
heraus=
zugeben. Die Dauerkarten koſten: die Hauptkarte 12 Mk.,
jede weitere Beikarte 5 Mk. (Vergl. Anzeige.)
V. V. Generalmuſikdirektor Felix v. Weingartner und
Gemahlin haben jetzt, nach mehrwöchigem Beſuche in der
Villa Oſtermann, unſere Stadt verlaſſen und ſich zunächſt
gnläßlich ihrer Mitwirkung in einigen
Opernaufführun=
gen nach Paris begeben. Sie werden im nächſten Monat
pvorübergehend zurückkehren, um dann im September d. J.
ihren ſtändigen Wohnſitz hier zu nehmen.
* Rote Kreuz=Sammlungen. Die Sammlungen ſollen
Mitte dieſer Woche abgeſchloſſen werden. Da Haus=
Sammlungen nicht mehr ſtattfinden, richtet der
Ortsaus=
ſchuß an alle diejenigen, die noch die Abſicht haben, das
echt volkstümliche Werk durch eine Spende zu unterſtützen,
die herzliche Bitte, ihre Beiträge alsbald an die Bank
für Handel und Induſtrie oder an Bürgermeiſter Mueller
obzuführen. Letzterer wird in einer für Donnerstag, den
28. Mai, einberufenen Schlußſitzung des Ortsausſchuſſes
das endgültige Ergebnis verkünden.
Photographiſche Exkurſion nach Hirſchhorn.
Einem Anſchlag am Schwarzen Brett der Hochſchule ent=
Inehmen wir, daß Herr Profeſſor Dr. Limmer am
2. Mai eine photographiſche Exkurſion nach Hirſchhorn
lam Neckar unternehmen wird. Intereſſenten werden
auf den Anſchlag verwieſen.
* Der Fürſorgeverein für Krüppel hielt am
1. Mai in der Epileptiſchen Anſtalt bei Nieder=Ramſtadt
lunter dem Vorſitz des Herrn Geheimen Regierungs=
Arates Dr. Dietz eine Ausſchuß=Sitzung ab, bei der auch
das Krüppelheim unter Führung des Herrn Dr. Wolſ
bſichtigt wurde. Die ſtete Ueberfüllung des
Krüppel=
heims und die in jeder Hinſicht unzureichenden
Räum=
lſichkeiten erheiſchen dringend die Errichtung eines
be=
ſonders für die Zwecke des Krüppelheims eingerichteten
Abebäudes leider kann aus Mangel an Mitteln voretſt
Ain. die Errichtung eines Krüppelheims nicht gedacht
Averden. Der Herr Vorſitzende referierte über die im
Worjahr beſchloſſenen Erhebungen über die im vor=
Nchulpflichtigen Alter befindlichen Krüppel und von
Ver=
lrüppelung bedrohten Kinder, die vorerſt im Kreiſe und
n der Stadt Worms verſucht worden ſind. In der
adt Worms haben dieſe Ermittelungen, obwohl von
Abroßh. Bürgermeiſterei ſämtliche Aerzte mit den
erfor=
erlichen Fragebogen verſehen waren, zu keinem be=
ſonderen Erfolg geführt. Im Laufe der Diskuſſion
zeigte ſich Uebereinſtimmung darüber, daß die Rhachitis
als eine Haupturſache der Verkrüppelung der Kinder
mit allen Mitteln zu bekämpfen ſei, daß aber der
Für=
ſorgeverein bei ſeinen vorerſt nur ſehr beſcheidenen
Mitteln zur Bekämpfung der Rhachitis vorerſt wenig
beitragen könne.
Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule der
Stadt Darmſtadt. Abendkurſe im Kochen,
Einmachen und Einkochen von Früchten und
im Nähen, Flicken und Stopfen ſollen jetzt
wieder in der Hauswirtſchaftlichen
Fortbil=
dungsſchule beginnen. Dieſe Kurſe werden ſchon
ſeit Jahren in den drei Abteilungen der Schule in der
Rundeturm=, Lagerhaus= und Hermannſtraße abge‟
halten und erfreuen ſich bei den erwachſenen Mädchen
und jungen Frauen, die keine Zeit zum Beſuche der
Tageskurſe haben, immer mehr ſteigender Beliebtheit. Im
verfloſſenen Jahre waren ſie von 213 Teilnehmerinnen
beſucht, von denen 47 bereits verheiratet waren. — Das
Schulgeld beträgt für den ganzen Kurſus 2 Mk. Es
ſoll bei der Anmeldung entrichtet werden. Alle
Anmel=
dungen für die Rundeturm= und Lagerhausſtraße müſſen
Montag, den 25. Mai, abends von 7—8 Uhr, in der
Fortbildungsſchulküche Rundeturmſtraße 11 und für
Beſſungen Dienstag, den 26. Mai, abends von
7—8 Uhr, in der Küche Hermannſtraße 21 erfolgen.
(Näheres ſiehe Anzeige in unſerer heutigen Nummer.)
* Generalappell ehemaliger 118er. Der mit der Feier
der Fahnenweihe des Vereins ehemaliger 118er und dem
Haſſiabezirksfeſt verbundene Generalappell ehemaliger
Angehöriger des 4. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiments
Prinz Karl Nr. 118 findet am 28. Juni um ¾12 Uhr im
Garten (bei ungünſtiger Witterung im ſtadtſeitigen Foyer)
der Stadthalle zu Mainz ſtatt. Die
Anmeldun=
gen hierzu haben ſchon eine ſtattliche Zahl erreicht und
mehren ſich noch täglich. Außer faſt allen heſſiſchen Orten
haben beſonders auch aus den umliegenden preußiſchen
Städten uſw. eine Menge früherer Angehöriger des
Re=
giments ihr Erſcheinen zugeſagt. Bei dem Appell wird
kompagnieweiſe angetreten; auch bei dem ſich
anſchließen=
den gemeinſchaftlichen Mittageſſen ſoll möglichſt
kompag=
nieweiſe Platz genommen werden Eine hübſche
Feſt=
poſtkarte ruft die Erinnerung an die Erſtürmung von
Schloß Chambord zurück. Zu dem Feſt haben bis jetzt
62 Vereine mit zirka 50 Fahnen ihre Beteiligung
ange=
meldet. Am Vorabend des Feſttages, am 27. Juni,
ver=
einigt ein zwangloſes Zuſammenſein die ehemaligen
118er mit den ſämtlichen Mainzer Militärvereinen im
Brauhauskeller „Zum Rad” auf dem Käſtrich. Den
Sonntag nachmittags 2½ Uhr durch die Hauptſtraßen
nach der Stadthalle gehenden Feſtzug werden die
Mili=
tär= und Zivilbehörden, ſowie die Veteranen am
Gou=
vernement an ſich vorüberziehen ſehen. Die Weihe der
Fahne bei dem ſich in der Stadthalle anſchließenden
Feſt=
akt wird der Kommandeur des Regiments, Oberſ.
Mün=
ter, vornehmen. Hieran reiht ſich dann die
Engegen=
nahme der dem Verein zugedachten Ehrungen. Arends
iſt großes Feſtkonzert mit darauffolgendem Tanz in der
Stadthalle. Ueber alle den Generalappell, ſowie das feſt
betreffende Fragen gibt der geſchäftsführende
Vr=
ſitzende, Redakteur Wilh. Schneider, Mainz. Auskurſt.
* Im Internationalen Lawn TennisTurnier auf der
Spielplätzen am Böllenfalltor werden heute Sonntag d
Schlußrunden geſpielt. Das Turnier hatte ſich bei der
herrlichen Spielwetter außerordentlich lebhafter Beteilig
ung zu erfreuen, und es wurde den zahlreichen Beſuchtrn
ganz vorzüglicher Sport geboten.
Deutſche Turner im Auslande. Die Riege de
Deutſchen Turnerſchaft, beſtehend aus 16
de=
beſten Turner Süddeutſchlands, hatte beim
großen italieniſchen Bundesturnfeſt in
Genua glänzende Erfolge. Sie errang den 1:
Aus=
landpreis, beſtehend in einem großen, von der Stadt
Genua geſtifteten Bronzeguß. Auch im Einzelwetturnen
errangen Turner der deutſchen Riege hervorragende
Preiſe, darunter Gratzmüller=München den erſten Sieg.
Walter Hermanny, der Turnwart der
Turn=
gemeinde Darmſtadt, der ſich zur Ehre rechnen
durfte, der entſandten Riege anzugehören, iſt nunmehr
zurückgekehrt. Aus ſeinem Berichte entnehmen wir, daß
den deutſchen Turnern von den bundestreuen Italienern
ein überaus herzlicher Empfang bereitet wurde. Die
ſchweren, aber exakten Vorführungen der Deutſchen
wur=
den mit einem brauſenden Beifall, der während des
Um=
zuges der deutſchen Riege durch das ſchöne Genuaer
Sta=
dion anhielt, aufgenommen. Die deutſche Riege hat
ſo=
mit unter der zielbewußten, energiſchen Leitung ihres
Führers, Herrn Schulrat Schmuck= Darmſtadt, dem
in Genua vorherrſchenden hohen Anſehen der Deutſchen
einen weiteren Grad verliehen. Die Deutſche
Turner=
ſchaft kann daher ſtolz ſein auf ihre von den Italienern
und den anderen Ausändern ob ihres tadelloſen
Verhal=
tens und ihres ſchneidigen Auftretens bewunderten
Genua=Riege. Eine weitere Riege von 16 Turnern, unter
denen ſich wieder ein Turner der 1. Riege der
Turn=
gemeinde Darmſtadt, und zwar der Turner Georg
Haber, befindet, wird im Juli in Luxemburg den
Aus=
ländern, beſonders aber unſeren weſtlichen Nachbarn,
die dort, wie auch in Genua, in großer Zahl erſcheinen
werden, deutſche Turnkunſt und Diſziplin vor Augen
führen.
Der Militärwohnungsanzeiger iſt ſoeben
er=
ſchienen. Das Büchelchen hat eine textliche Erweiterung
erfahren, indem ſämtliche in Darmſtadt anſäſſigen
Reſerve=
offiziere, Offiziere a. D., z. D. und à la suite aufgeführt
ſind. Der Anzeiger iſt auf der Kommandantur, in den
Buchhandlungen Bergſträßer und Müller & Rühle,
ſo=
wie in der Expedition des Tagblatts zu haben.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition (Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu
aus=
geſtellt: Kaiſertage in Wiesbaden. — Die Eröffnung der
Werkbundausſtellung in Köln. — Zu den letzten
Ereig=
niſſen in Albanien. — Vom Krieg der Vereinigten Staaten
von Amerika mit Mexiko.
* Konzerte uſw. Schützenhof. Mit einem Opern=,
Operetten= und Wiener Volksmuſikabend wird Sonntag,
24. Mai, abends, die Kapelle des Großh. Heſſ. Feld=Art.=
Regts. Nr. 61 auftreten. Herr Obermuſikmeiſter Weber
leitet das Konzert ſelber und dürfte daher jeder Beſucher
in gewohnter Weiſe auf ſeine Rechnung kommen. (Näh.
ſiehe Anzeige.)
Rummelbräukonzerte. Heute Sonntag, den
24. Mai konzertiert die Kapelle des Großh, Art.=Korps.
Herr Obermuſikmeiſter Mickley wird zur Erinnerung an
den Geburtstag Rich. Wagners (22. Mai) einige
Kom=
poſitionen des Meiſters, darunter Gralsritter aus „Parſifal”,
ſowie Lied der Senta und Ballade aus „Der fliegende
Holländer” zum Vortrag beingen. Ferner wird das
Pro=
gramm die neueſten Vortragsſtücke in bezua auf heitere
Muſik enthalten. (Siehe Anz.)
Verwaltungsgerichtshof.
g. Der Verwaltungsgerichtshof hatte ſich in ſeiner
geſtrigen Sitzung mit zwei Streitſachen zu beſchäftigen:
Bei der erſten drehte es ſich in dieſer Inſtanz lediglich
darum, wer die Koſten des Verfahrens zu tragen hatte.
Im Jahre 1906 hatte die Gräflich Görtz von Schlitzſche
Verwaltung den Gemeinden Pfordt, Niederſtoll und
Utz=
hauſen mitgeteilt, daß ſie beabſichtige, die
Weideberechti=
gungen abzulöſen. Daraufhin wurde von den
Gemein=
den erwidert, ſie ſeien geneigt, auf eine Ablöſung
einzu=
gehen, doch müſſe gleichzeitig die Ablöſung der Weide=
und Hirtenberechtigung erfolgen. Auch wurde Einſpruch
gegen die Höhe der angebotenen Ablöſungsſumme
er=
hoben. Die Gräfliche Verwaltung erklärte ſich auch
grundſätzlich zur Ablöſung dieſer Gerechtſame bereit. Mit
dieſer Sache hatten ſich nun der Kreisausſchuß Lauterbach
und der Provinzialausſchuß beſchäftigt, bis dann der
Verwaltungsgerichtshof in der Klage wegen der
Streu=
ablöſung dahin erkannte, die Sache iſt an den
Kreisaus=
ſchuß zurückzuverweiſen, da die Höhe der Entſchädigungen
noch ſtrittig ſei, die die ordentlichen Gerichte zu
entſchei=
den hätten. Die Klage wegen der Weideablöſung war
bis zum Provinzialausſchuß gelangt, als dies Urteil ge=
De
fällt war. Dort beantragte nun der Vertreter, Der=
Ge=
meinden, ſinngemäß auch dieſe Klageän den
Kreisaus=
ſchuß zurückzuverweiſen, da auchhier die Entſchädigungs=
Lage ſtreitig war. Demgemäß erkannte denn auch der
Hovinzialausſchuß. Die Koſten wurden der Gräflichen
Retkammer auferlegt.
Der Provinzialausſchuß vertrat den Standpunkt, da
die Käfliche Verwaltung den Antrag auf Ablöſung der
Streuerechtſame ſtellte, habe ſie auch gleichzeitig den
An=
trag a Ablöſung der Weiderechte beantragt, da nach
Artikel 2 des Geſetzes vom 24. Juli 1899 der Berechtigte
ſich die Alblöſung nur gefallen zu laſſen braucht, wenn die
Ablöſuſg iler ihm in derſelben Gemarkung zuſtehenden
Rechte ſerlangt wird. Mit dieſem Antrag ſei aber nun
ein unſtläſſiger Rechtsweg beſchritten worden, alſo ſei
die Grtliche Verwaltung die unterlegene Partei, der auch
die Kohn zur Laſt zu fallen haben. Demgegenüber
be=
tonte ? Vertreter des Grafen, der Rekurs beim
Ver=
waltunfgerichtshof verfolgte, daß nicht von ſeiner Seite
der Anag geſtellt wurde, ſondern von den Gemeinden,
alſo mien dieſen auch die Koſten des Verfahrens auf=
zeinzeſſin, während andere Gegenſtände mit dem Wappen
mienemhats III. der Fürſtin in ihrem reiferen Alter
ge=
ſchenkt wurden. Solch ein ſpäterer Schmuck ſind z. B. ein
kaar Armbänder von denen jedes aus 6 breiten
Gold=
äben beſteht, die feingefügte Reihen aus Goldperlen,
karneolen und Amazonenſteinen (grüner Feldſpat)
von=
in ander trennen. Ein ſilberner Spiegel mit dem Kopf
e: Hathor aus Gold hat einen Handgriff aus glattem
diſſidian, in den Goldſtreifen und Blätter aus Karneol
inggelegt ſind. Andere Toilettengegenſtände zeigen daß
ſie Prinzeſſin, deren Name uns auf einem Kaſten als „des
önngs Tochter Sat=Hather=ant” angegeben wird,
Schön=
ſeitsmittel nicht verſchmähte und, obwohl mit dem
hindem der Göttin geſchmückt, doch menſchlich genug
emp=
ind, um ihre Augen mit „Kohle” zu bemalen. Die Zahl
r kleineren Schmuck= und Toileitengegenſtände, die dieſen
lſchätzefund vervollſtändigen, iſt ſehr groß; ſo allein über
000 Goldperlen, Karneole und Lapislazuliſteine, die zu
als= und Armbändern gehörten.
Daß dieſe koſtbare Grabausſtattung den Händen der
ſämber entging, mutet wie ein Wunder an. Natürlich ſind
ſe Schmuckſachen nicht urſprünglich in dem Schmutz
ver=
ſaben worden, wie man ſie fand, ſondern ſie lagen in
ſpolzkiſten, die allmählich in Stücke zerfielen und ſo mit
Reub und Schmutz zu einer Maſſe verſchmolzen. Wie
Iit die Räuber, ſo ſind auch nachher Unzählige
ahnungs=
san dieſer offenen Niſche vorbeigegangen, die einen
un=
hraleichlich wertvollen und geſchichtlich intereſſanten Schatz
brg; aber ihn zu heben, gelang erſt der Socgfalt und
mauen Forſchung des britiſchen Archäologen.
Feuilleton.
O. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vgl. Nr. 110 dieſes
hattes vom 22. April.) Der verfloſſene April war im
all=
ne inen ſonnig, warm und trocken. Die Monatsmittel
Temperatur ſchwanken zwiſchen 12,6 Grad Celſius in
Minz und 9,4 Grad in Michelſtadt. Das Darmſtädter
Atel von 12,2 Grad war gegenüber dem langjährigen
brchſchnitt um 2½ Grad zu hoch und wurde in den letzten
PJahren nur dreimal übertroffen, den höchſten Thermo=
meterſtand mit 25,1 Grad meldete ſeltſamerweiſe das ſonſt
ſo kühle Lauterbach, während in Schotten das
Thermo=
meter nicht über 22,5 Grad ſtieg (Darmſtadt 24,1). Außer
Lauterbach wies noch Worms einen ſogenannten
Sommer=
tag auf. Die meiſten Stationen meldeten zwiſchen dem 15.
und 17. Fröſte, die in Lauterbach mit 3,6 Grad am
ſtärk=
ſten auftraten, während in Mainz das Thermometer nicht
unter 2,8 Grad über Null fiel (Darmſtadt: 1,2 am 17.). Die
meiſten Froſttage (7) kamen in Michelſtadt vor, dem
Lau=
terbach mit 6 folgte. Die Bewölkung war faſt durchgängig
gering und blieb z. B. in Darmſtadt mit 42 Prozent um
volle 16 Prozent hinter dem Durchſchnitt zurück. Den
niedrigſten Prozentſatz notierte Neunkirchen mit 32 (13
heitere Tage), den höchſten Bad=Nauheim mit 54 (nur 6
heitere Tage). Die Niederſchlagsmengen blieben, wie
er=
wähnt, überall hinter dem langjährigen Durchſchnitt, und
zwar teilweiſe ſehr erheblich, zurück. Am trockenſten war
Wimpfen, wo nur 8,8 Millimeter verzeichnet wurden,
worauf Gernsheim mit 9 Millimeter folgt. In Darmſtadt
wurden 25 Millimeter notiert, eine Summe, die nur 60
Prozent des 10jährigen Mittels beträgt. Die höchſten
Werte kommen im nordöſtlichen Oberheſſen vor, wo
Mei=
ches (Kr. Schotten) mit 51,6 Millimeter die
niederſchlag=
reichſte Station war. Schneefälle traten im allgemeinen
nur im Vogelsberg und nur an einem Tage auf, während
Hagel= und Graupelſchauer etwas häufiger waren. Von
Gewittern blieben nur 6 Stationen verſchont; in
Seligen=
ſtadt, Ober=Rosbach und Schlitz erreichte deren Zahl 4.
Die Mittel der Waſſerſtände lagen beim Rhein als
Folge der Regenperiode im erſten Monatsdrittel ſehr
er=
heblich über dem 60jährigen Aprildurchſchnitt. In Folge
der vorwiegend warmen, ſonnigen und trockenen
Witte=
rung verlief die Baumblüte im größten Teile des Landes
ſehr günſtig und am Monatsſchluſſe war die Vegetation
gegenüber dem langjährigen Durchſchnitt um 10 bis 14
Tage vorausgeeilt.
** Neue Briefmarken. Die neuen von der Schweiz
vorbereiteten Briefmarken mit hohen Wertbezeichnungen
werden im kommenden Juni zur Ausgabe bereit ſein.
Es ſind neue 3, 5 und 10 Francs=Marken. Die Entwürfe
hat Graſſet geſchaffen. Die 3 Francs=Marke zeigt eine
Anſicht von Brunnen, im Hintergrund den großen Mythen,
die 5 Flucs=Marke Grütli mit den Alpen von Uri und die
10 Frafs=Marke die Helvetia mit dem Wappen des
Schweizl Bundes. Außerdem hat die Schweiz drei
wei=
tere neu Marken ausgabefertig: neue 10=, 12= und 15=
Centimeldie eine Darſtellung des Wilhelm Tell nach dem
Entwurſpon Dr. Kiſtling aus Zürich zeigen. — Auch die
Vereiigten Staaten von Nordamerika beſcheren
den Sanlern neue Gaben. Die neuen bereits zur
Aus=
gabe gekimenen Wertzeichen ſind eine ſchwarze 7 Cent,
eine roſirbene 19 eine kaſtanienbraune 12 Cent, eine
blaue 20id eine zinnoberrote 30 Cent=Marke. Alle dieſe
neuen Weeichen tragen, die 7 Cent=Marke
ausgenom=
men, dasrofil Benjamin Franklins, während auf der
ſchwarzen Cent das Profil George Waſhingtons
er=
ſcheint. Ayneuen Marken ſind auf dem einfach
geſtreif=
ten Waſſeichenpapier gedruckt, das die Buchſtaben
„USPs” igt Mit Spannung warten die Sammler
amerikaniſd Marken darauf, ob der Krieg mit Meriko
offiziell erklwird, denn dann ſtänden, wie beim
ſpaniſch=
amerikaniſch Kriege, beſondere Kriegsmarken in
Aus=
ſich!. Jedeils ſteht feſt, daß bereits dieſer Tage in
Veracruſne amerikaniſche Poſtagentur eröffnet wird;
es iſt noch teſtimmt, ob die dort zur Ausgabe
kommen=
den amerikahen Marken einen beſonderen Aufdruck
er=
halten oder tt.
C.K. Rwvelts Abenteuer und Leiden. Nach einem
Zug durch fUrwaldwildnis Braſiliens iſt Rooſevelt
nun in Neunk eingetroffen, alle im Hafen liegenden
Schiffe begrit ſeine Einfahrt mit heulenden
Sirenen=
klängen, und wimmelte von Photographen und
Vex=
tretern der kiatographiſchen Geſellſchaften, die von
kleinen Dampffen und Booten aus nicht müde wurden,
den auf der Knandobrücke ſtehenden Expräſidenten auf
Film und Pl(zu verewigen. Die Bekannten aber, die
ihn begrüßteninten im erſten Augenblick ihr Erſtaunen
über ſein veräſtes Ausſehen kaum unterdrücken.
Rooſe=
velt, der Unerliche der ſo vielen als ein Urbild der
Geſundheit unmerikaniſcher Kraft gilt, iſt von den
Leiden und Enrungen ſchwer mitgenommen, iſt ſo
ab=
gemagert, daß Kleider um ſeine Glieder ſchlottern, tief
liegen ſeine Alund ſchmal und knochig erſcheint das
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Mai 1914.
Nummer 141.
erlegt werden. Der Verwaltsgerichtshof erkannte dahin:
Auf den Rekurs Sr. Erl. des Grafen von Schlitz, gen.
von Görtz, wird das Urteil des Provinzialausſchuſſes
in=
ſoweit aufgehoben, als dem Rekurrenten die Koſten
auf=
erlegt wurden. Die Koſten fallen den Berechtigten zur
Laſt. Die Koſten der gegenwärtigen Inſtanz,
einſchließ=
lich des Anwalts des Rekurrenten, haben die Berechtigten
zu tragen.
Die zweite Sache, die zur Verhandlung kam, betraf
die Gemeinderatswahl in Ginsheim.
Gins=
heim und Guſtavsburg bilden eine Gemeinde. Bis
zum Jahre 1907 wurde der bis dahin aus 9 Mitgliedern
beſtehende Gemeinderat von den beiden Orten
gemein=
ſchaftlich gewählt. Durch Ortsſtatut vom Auguſt 1907
wurde beſtimmt, daß die Gemeinden Ginsheim und
Guſtavsburg räumlich abgegrenzte Wahlbezirke bilden
ſollen. Es wurde vom Gemeinderat beſchloſſen, daß
künftighin auf den Wahlbezirk Ginsheim 9 und auf
Guſtavsburg 3 Mitglieder entfallen ſollen. Bei der
vor=
jährigen Gemeinderatsergänzungswahl ſollten erſtmals
Ginsheim 3 und Guſtavsburg 3 Mitglieder wählen, in
Zukunft jedoch alle drei Jahre zu Ginsheim 3 Mitglieder
und zu Guſtavsburg 1 Mitglied infolge Ausſcheidens
er=
ſetzt werden. Bei der vorjährigen Ergänzungswahl
hat=
ten 4 Mitglieder auszuſcheiden, und zwar 2 Mitglieder
aus dem Bezirk Ginsheim und 2 aus dem Bezirk
Guſtavs=
burg. Inzwiſchen hatte ſich auch die Zahl der
Wahlberech=
tigten, die in 1907 in Ginsheim 383 und in Guſtavsburg
171 betrug, auf das Verhältnis von 470:315 verſchoben.
Daher beantragte der Bürgermeiſter im Gemeinderat im
Juni vorigen Jahres daß im Bezirk Ginsheim 1 und im
Bezirk Guſtavsburg 3 Mitglieder gewählt werden
möch=
ten. Dieſer Antrag wurde mit Stimmengleichheit
abge=
lehnt. Das Kreisamt und der Kreisausſchuß Groß=Gerau,
denen die Sache zur ſchiedsrichterlichen Entſcheidung
vor=
gelegt wurde, ſtimmten dem Antrag des Bürgermeiſters
zu, worauf nunmehr der Gemeinderat mit 8 gegen 6
Stim=
men der Beteiligung ebenfalls zuſtimmte. Gegen die
hiernach ſtattgefundene Wahl haben 4
Gemeinderatsmit=
glieder, die damals in der Minderheit blieben,
Einwen=
dung erhoben. Die Einwendungen wurden vom
Kreis=
ausſchuß und vom Provinzialausſchuß verworfen. Der
Streitwert wurde auf 500 Mark feſtgeſetzt.
Gegen dieſes Urteil verfolgten die Reklamanten, die
durch Landtagsabgeordneten Raab vertreten wurden,
Reviſion beim Verwaltungsgerichtshof aus materiellen
Gründen. Der Vertreter der Gewählten erhob Beſchwerde
gegen die Feſtſetzung des Streittvertes. Der
Verwal=
tungsgerichtshof erkannte dahin: 1. Die Reviſion gegen
die Entſcheidung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg wird zurückgewieſen, die Koſten des
Verfah=
reus fallen den Reviſionsklägern zur Laſt, einſchließlich
der anwaltlichen Vertretung der Gewählten. 2. Die
Be=
ſchwerde gegen die Feſtſetzung des Streitwertes wird als
unzuläſſig auf Koſten des Beſchwerdeführers verworfen.
Der Streitwert der Beſchwerde wird auf 28 Mark, der des
eigentlichen Objektes auf 2000 Mark feſtgeſetzt.
Bismarck im Film.
* Es darf ohne weiteres uneingeſchränkt anerkannt
werden, daß es ein hohes Verdienſt iſt, der Gegenwart
und Zukunft die Zeiten und Bilder ins Gedächtnis
zu=
rückzurufen an den größten Deutſchen, an unſeren
Bis=
marck, deſſen Heldengeſtalt wohl immer mehr zu
ſagen=
hafter Größe emporwächſt, die aber darum gerade für die
kommenden Generationen das Perſönliche, das
Zugehö=
rigkeitsgefühl verliert. Und dieſes Perſönliche uns
wie=
dertefehen, erhalten zu haben, iſt zweifellos ein Verdienſt
auf das die deutſche=Kinokunſt mit Recht Stolz ſein darf
„Unſer Bismarck im Film” hat nun ſeine Reiſe durch di
Kinotheater angetreten und nach der geſtrigen
Sondervor=
führung im „Kaiſerſaal” dürfen wir ehrlich wünſchen, deß
ſie zu einem Siegeszuge werden möge. Alle bekan=ken
Bilder aus Bismarcks Leben ſind, liebevoll ſtudiert=und
von einer tüchtigen Regie ausgebaut, zu einem
erſchpfen=
den Lebensbild zuſammengeſtellt. An der ausgezeihneten
Maske Bismarcks, die wirklich ein Höchſtmaß va
Nach=
ahmungskunſt darſtellt, ſieht man die unſäglice Mühe,
die man ſich hier gegeben hat. Es werden lediglich
geſchicht=
liche Bilder aus dem Leben Bismarcks gegeben,dit er alle
ſelber erzählt hat. Der bekannte Schriftſteller Richard
Schott hat ſie geſchickt für den Film bearbeitet. (s iſt ein
großer Apparat für den Film aufgeboten woren, der
ſelbſt auf einen ſehr nüchternen Beſchauer ſeinepackende
Wirkung übt und in weiten Volkskreiſen Begeiſteung
er=
regen wird. Die Szenen aus dem franzöſiſche Kriege,
die Zuſammenkunft mit Napoleon, die Proklattion in
Verſailles, die Reichstagsſitzung mit Bismarcks iede „Wir
Deutſchen fürchten Gott, ſonſt nichts in der Welt” mit den
vielen bekannten Parlamentariergeſichtern, ſchließlich ſein
Abſchied im Mauſoleum von Charlottenburg, alles das iſt
überraſchend wirkſam auf die Leinwand gebannt.
Der Schöpfer des Hamburger Bismarck=Denkmals
ſchreibt über den Film: Berlin, 6. Januar 1914. Gerne
bin ich bereit, Ihnen zu ſagen, daß mich der
Bismarck=
film außerordentlich intereſſiert hat. Namentlich die
Schilderungen aus den jungen Jahren Bismarcks hinein
bis in das reife Mannesalter wirken zum größten Teil
ſehr ſchön und wahrheitsüberzeugend. Dieſer Film wird
bei dem deutſchen Publikum ſicher eine warme Aufnahme
finden. Hochachtungsvoll gez. Prof. Dr. Hugo Lederer.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 23. Mai 1914.
Butter, ½ kg 1,30—1,40 M
in Part.½ kg 1,20-1,25 M
7—8 Pf
Eier, Stück
Schmierkäſe, ½ Lit. 20 Pf
Handkäſe, Stück 4—10 P
Kartoffeln, Ztr. 3,75-4,00 M.
Kumpf (10 Liter) 60—70 P
5—6 Pf
½ kg
Mäuschen ½ kg . 15 Pf.
Malteſer, ½ kg 12—18 Pf
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 12—25
Zitronen, Stück . 5—7Pf
Apfelſinen, Stück 5—8 Pf
Ananas, ½ kg 1,10—1,50 Pf.
Kirſchen, Italiener,
. 30—40 Pf.
½ kg
Unreife Stachelbeeren
. 25 Pf
½ kg
Bananen, ½ kg . . 40 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 8—12 Pf
. 10—20 Pf
Kohlrabi
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 2 P
Rettiche, Stück . 5—10 Pf.
Meerrettich, Stück 10—25 Pf
Roterüben, ½ kg . 10 P
Zwiebeln, ½ kg 20—22 P
Spinat, ½ kg . 12—15 P
Weißkraut, Stück . 40 Pf
Römiſch=Kohl, Stück 3—4 P
Blumenkohl, Stück 20-60 Pf
40 Pf.
Wirſing,,Stück
Zuckerezöſen, ½ kg 45-50 Pf
40 Pf
Erhſen”½ kg
Rhabzber ½ kg 10—15 Pf.
Bohren, ½ kg 55—60 Pf.
Gelbtüben, ½ kg 30—35Pf.
Karotten, Bündel . 20 Pf.
Schwarzwurz, ½kg 25-30 Pf.
Spargel I. Sorte
. 50 Pf.
½ kg.
Spargel II. Sorte
40 Pf
½ kg
Gurken, Stück . 20—50 Pf
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg
Enten, Stück 3,50—4,50 M
Hahnen, Stück 3,00—3,50 M.
Hühner, Stück 2,50—3,00 M
Tauben . . . .. 65—70 Pf
P
Haſen
Lapins, Stück 1,00—1,20 M
2,00—3,00 M.
Zicklein
Fiſche:
Hecht, ½ kg 1,00—1,20 M.
1 M.
Aal, ½ kg
Karpfen, ½ kg . . 70 Pf.
Andere Rheinfiſche,
½ kg . . . . 35—60 Pf.
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf.
Schollen, ½ kg . . 50 Pf.
Kabeljau, ½ kg . 30 Pf
Schellfiſche, ½ kg 30—35 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg 66—70 Pf
Hackfleiſch, ½ kg . 70
Pf
Rindsfett ½ kg .
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf
Schweinefleiſch, ½ kg 76 Pf
Geſalzenes und Koteletts,
84 Pf
kg
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg70-76 Pf
Leber= und Blutwurſt,
. 66 Pf
½ kg
Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf.
Kunſtnotizen.
über Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Anläßlich der Uraufführung von
Otten=
heimers Operette „Hans im Glück” ſieht man
mt ganz beſonderem Intereſſe dem Gaſtſpiel Max
Lallenbergs, der dem Darmſtädter Publikum noch
unbekannt iſt, entgegen. Pallenberg iſt die perſonifizierte
Komik — betritt er die Bühne, ſo löſt er beim Publikum
ſofort jene behagliche Stimmung aus, die den ganzen
Abend anhält, ſich immer wieder zu lauten
Heiterkeits=
ausbrüchen ſteigert und das Publikum bedauern läßt, daß
nach dem letzten Akt nicht noch einer kommen kann. Den
noch jungen Schauſpieler holte Direktor Jarno für das
Joſephſtädter=Theater in Wien, und bald zählte er hier
zu den populärſten Komikern. Wiederholt erhielt
Pallen=
berg Anträge an das Burgtheater, war auch kurze Zeit
am Deutſchen Volkstheater in Wien, wo es ihn aber nicht
lange hielt, und nach kurzer Zeit ſehen wir ihn an der
Stätte der größten Operettenerfolge: Theater an der
Wien. Max Reinhardt verpflichtete den Künſtler an das
Münchener Künſtlertheater für ſeine Neuinſzenierung der
Schönen Helena” und „Mikado”, und wer ihn bei
die=
ſer Gelegenheit zum Beiſpiel als König Menelaus
ge=
ſehen hat wird nie ohne Lachen an dieſes Erlebnis
rüh=
rendſter Komik zurückdenken. Pallenbergs Spezialität
liegt in der Darſtellung des bedingungs= und hem=
mungsloſen Schwachſinns, der Borniertheit aller
Spiel=
arten. Mit ſeiner Komik, der oft eine intereſſante Note
des Grotesken nicht fehlt, bezwingt er das Publikum
vom erſten bis zum letzten Augenblick ſeiner Rolle.
Da=
bei iſt es ſehr intereſſant, zu beobachten, wie dieſer
ſel=
tene Künſtler den ihm vom Autor gebotenen Text nur
als Gerüſt für ſeine ſchöpferiſche Kunſt benützt. Eine
Fülle von Wortwitzen, Zwiſchenrufen und komiſchen
Nüancen kniſtert wie ein buntes Feuerwerk und erweckt
im Verein mit ſeinem Mienenſpiel und ſeinen ſo
unſchul=
dig dreinſchauenden Augen ununterbrochen ſchallendes
Ge=
lächter im Zuſchauerraum. Man lacht Tränen über allen
Unſinn, den er ſchwatzt, bewundert eine Komik, deren
In=
tenſitätsgrad heute kaum von jemandem überboten wird.
und iſt Max Pallenberg dankbar, der auch den
mißmutig=
ſten Theaterbeſucher mit lachendem Geſicht den
Zuſchauer=
raum verlaſſen läßt.
Gernsheim, 23. Mai. (Mit einer Unterbilanz
von über eine Viertel Million Mark) und
zwar 266 230,13 Mack ſchließt das Geſchäftsjahr 1913 der
Gernsheimer Spar= und Darlehnskaſſe ab. In der
letzten ordentlichen Generalverſammlung der Kaſſe kam es
daher teilweiſe zu recht heftigen Auftritten. Der
Verſamm=
lung wohnten Staatskommiſſar Finanzrat Dr. Michel=
Darmſtadt bei, ferner die Direktoren der Zentralkaſſe Dr.
Gottſchemer und Direktor Mager=Darmſtadt, der
geſchäfts=
führende Direktor der heſſiſchen Genoſſenſchaften, Dr.
Fit=
ting=Darmſtadt, und als Vertreter einer Anzahl von
Ge=
noſſen Juſtizrat Dr. Löb=Darmſtadt. Den
Geſchäfts=
bericht erſtattete der Direktor der Kaſſe, Kaufmann Dionys
Medicus. Da 50 Mitglieder ausgeſchieden ſind und die
Auseinanderſetzung mit dieſen Mitgliedern auf Grund der
Bilanz vom 31. Dezember 1913 erfolgt, müſſen die Aktiven
einer ſtrengen Durchſicht unterzogen werden, um die
blei=
benden Mitglieder vor Schaden zu bewahren. Die Bilanz
ſieht deshalb auf uneinbringliche oder zweifelhafte Aktiven
eine Abſchreibung von 264000 Mark vor. Zur Deckung
ſchlagen der Vorſtand und Aufſichtsrat eine Erhöhung der
Geſchäftsanteile von 300 Mark auf 800 Mark vor. Für die
Einzahlung ſoll unter Umſtänden Erleichterung geſchaffen
werden. Die vorgeſchlagene Genehmigung der
Jahres=
cechnung und Bilanz führte zu ſtürmiſchen und höchſt
er=
regten Debatten. Die Bilanz wurde ſchließlich genehmigt;
zur Deckung des Verluſtes wurde eine Erhöhung der
Ge=
ſchäftsanteile von 300 Mark auf 800 Mark beſchloſſen.
Dem Vorſtande wurde keine Entlaſtung erteilt. Es
wurde vielmehr eine Kommiſſion zur Prüfung der
Regreß=
anſprüche gebildet. In den Vorſtand wurden Bernh.
Jungblut wieder= und Lehrer Müller neugewählt. In
den Aufſichsrat wurden Nik. Mergler, Joh. Draut wieder=,
Ph. Schneider neugewählt. Anſtelle des bisherigen
Rech=
ners Friedrich wurde Kaufmann Dionys Medicus zum
ſechner gewählt, der in Gemeinſchaft mit dem Reviſions=
Aſſiſtenten Raiß=Darmſtadt die Geſchäfte führen wird.
Trebur, 23. Mai. (Riedbahn.) Morgen findet im
Saale des Gaſthauſes zum Heſſiſchen Hof hier eine
Ver=
ſammlung der Intereſſenten der Riedbahn unter
Be=
teiligung des Herrn Kreisrats Geh. Rat Wallau, der
Bür=
germeiſter und Gemeindevertreter und mehrerer
Land=
tagsabgeordneter ſtatt, um die Durchführung des ſchon ſo
lange ſchwebenden Bahnprojekts zu betreiben. An der
Verſammlung wird auch eine Deputation des Vereins
Mainzer Kaufleute teilnehmen. Wie verlautet, ſoll die
Bahn als elektriſche Vollſpurbahn mit ſtaatlicher
Unters=
ſtützung demnächſt erbaut werden.
Offenbach, 23. Mai. (Verhaftet) wurde der 40 Hausburſche Georg Hopp aus Darmſtadt,
der für ein Darmſtädter Auskunſtsbureau 400 Mark auf
der Poſt abgeholt hatte und damit flüchtig gegangen war.
Das Geld verjubelte er in Frankfurter Animierkneipen
und begab ſich darauf nach Offenbach, wo ihn das Geſchick
erreichte. — (Plötzlich tobſüchtig geworden)
iſt der Hilfsarbeiter Johann Gold aus der Querſtraße 8,
der auf der Straße aufgegriffen wurde. Er kam ins
Kran=
kenhaus. — (Aus Unvorſichtigkeit.) Der
verhei=
rate Arbeiter Knoth aus dem Stadtteil Bürgel brachte ſich
aus Unvorſichtigkeit beim Spatzenſchießen einen Schuß
ins rechte Knie bei und mußte ebenfalls in Krankenhaus
gebracht werden.
Oppenheim, 23. Mai. (Noch eine neue
elek=
triſche Bahnlinie) ſoll in der Provinz Rheinheſſen
erbaut werden. Es handelt ſich um die Errichtung
einer=
normalſpurigen elektriſchen Bahn mit Güterverkehr und
Perſonenbeförderung von Oppenheim über Wald=
Uelvers=
heim nach Hillesheim=Dorndürkheim. Der Gemeinderat
Wald=Uelversheim faßte auf Befürwortung durch Herrn
Kreisrat Wolff und Kreisbauinſpektor Rothamel einen
Geſicht. Auf einen Stock geſtützt, ſcheitt er an ind denn
der Heilungsprozeß ſeiner Beinwunde iſt noch icht
been=
det. Nicht weniger als 65 Pfund ſeines Leibgewichtes
hat er Braſilien geopfert. — Aus den Erzähngen der
mit ihm heimgekehrten Fahrtgenoſſen gewin man ein
Bild der Strapazen und Entbehrungen, die ür die
Ex=
pedition hereinbrachen und zeitweiſe ſo groß urden, daß
alle an der Möglichkeit einer Heimkehr in zitiſierte
Ge=
genden verzweifelten. Die ſchlimmſten Tagkamen bei
der Reiſe auf dem von Rooſevelt entdeckten 1
kartogca=
phiſch aufgenommenen Duvida=Fluß, der übrens bereits
umgetauft iſt und fortan Rio Rooſevelt heiß ſoll. Ein
großer Teil der Nahrungsmittel war von d
eingebore=
nen Ruderern geſtohlen worden; dann
kanMunitions=
mangel und damit die Unmöglichkeit, durch e Jagd die
verloren gegangenen Vorräte zu erſetzen Die
Tages=
rationen mußten auf ein Minimum herakſetzt werden
die Teilnehmer genoſſen täglich nur noch 5iskuits.
Da=
bei verlangſamten die ſchwer überwindbin Waſſerfälle
den Marſch, eine Woche lang kam man llich nur 3—5
Kilometer vorwärts unter glühender Trenſonne. Am
Morgen des 26. April wurde die Situationdlich kritiſch:
Rooſevelt wurde das Opfer eines Fieberalles. Er war
kaum imſtande, ſich auf den Beinen zu hat, weigerte ſich
aber hartnäckig, zu raſten, da er wußte, jbei der Lage
der Expedition eine weitere Verlangſam, der
Fortbe=
wegung das Leben aller in Frage ſtelleyéßte. So ging
es denn alſo weiter Rooſevelt wankte y f, ſank alle 30
oder 50 Schritte erſchöpft nieder, raffte'Aber mit zäher
ßleilte fort. Als
Willensanſtrengung zuſammen und es
ermattet und
endlich die Nacht kam, war er vollklnen
ttete ihn, ſein
begann im Fieber zu phantaſieren. ſchidas Fieber à
Sohn Kermit ſuchte mit kalten Umſtwmtt der
Morgen=
bekämpfen, das 40½ Grad erreicht hatz
dämmerung verſchwanden die Fiebe‟ aſien, und trotz
onſevelt auf der
ſeines erſchöpften Zuſtandes beſtander halten, werden
Fortſetzung des Marſches. „Wenn nut
wir hier alle ſterben,” ſagte er. 5
ſig über litt er
furchtbare Qualen, und als endlich Neite Abend kam
und mit ihm die Raſt, ſtellten diiede bei Rooſevelt
eine krampfhaft beſchleunigte Her
§ feſt. Rooſevelt
biß die Zähne aufeinander. „Ich’‟ weitergehen, bis
ich falle. Wenn ich nicht mehr: umen kann, will
ich hier im Urwald bleiben und allein ſterben. Ich habe
von uns allen noch die kürzeſte Zeit zu leben.” Und indem
er ſeinem Sohn auf die Schulter klopfte erklärte er: „Wenn
irgend einer ſtirbt, muß ich das ſein.‟ Das Fieber ſtieg
in der Nacht; Rooſevelt ſagte zu Dr. Cajaziera: „Es ſieht
aus als ſollte es mit mir zu Ende gehen; wenn es ſein
muß, ſchadet es nichts: Sie müſſen nur dafür ſorgen, daß
die anderen nicht Halt machen und zurückbleiben.‟ Es war
eine ſchwere Nacht, aber mit der Morgenkühle ließ das
Fieber nach die Kriſe war vorüber, und Rooſevelt
mar=
ſchierte weiter. „Ich dachte mir ſchon, daß ich es diesmal
noch ſchaffen würde,” ſagte er mit einem Lächeln. Täglich
mußten ihm die Beulen und Geſchwüre, die ſein Bein
be=
deckten. vom Arzt geöffnet werden. Dabei hatte man
unter den Inſektenſtichen zu leiden, beſonders durch eine
Art von Fliegen, die ſaſt die Größe von Horniſſen haben.
Als die Expedition endlich die Grenze des Urwaldes
er=
reicht hatte, waren die Lebensmittel bis zum letzten Biſſen
erſchöpft. Zwei Tage mehr und es wäre zu ſpät geweſen.
Ein braſilianiſches Kanonenboot nahm die Reiſenden auf.
Am 18. März wurde der von Rooſevelt entdeckte Rio
Du=
vida in Rio Rooſevelt umgetauft und ein Seitenfluß
er=
hielt den Namen Rio Kermit. Am Dienstag erſtattet
Rooſevelt der geographiſchen Geſellſchaft von Waſhington
den erſten genaueren Bericht über den von ihm
aufgefun=
denen Fluß.
** Koſtbare Blumen. Daß unter den koſtbaren Blumen
die Orchideen mit den höchſten Preiſen bezahlt werden,
iſt bekannt, für eine ſeltene Spezialität legte ein engliſcher
Orchideenſammler vor einiger Zeit ſogar 43375 Francs
an. Daß aber auch Blumen, die äußerlich kaum etwas
Exotiſches an ſich haben, bisweilen mit Märchenpreiſen
be=
zahlt werden, wird nur wenigen Laien bekannt ſein. Für
eine Viktoria Regia ſind in einem Falle bereits 15000
Francs bezahlt worden. Erſt kürzlich aber erhielten 10
Tulpenzwiebeln einen Rekord= und Phantaſiepreis: 12000
Gulden. Das Journal des Fermes et Chateaux, das
hier=
über berichtet, erzählt auch von einer einzigartigen
Roſen=
züchtung, der „Frau W. J. Grant=Roſe” für die ein reicher
Züchter aus Dublin 25000 Francs anlegte und ein
an=
derer Roſenſtock, eine Varietät der Helen Gould, erzielte
ſogar 35000 Francs. Allein den Rekord hält doch eine
Tulpe, sie 39500 Gulden erzielte, und ein Nelkenſtock, der
einzigartig ſchöne Blumen von je 13 Zentimeter
Durch=
meſſer trägt. Um dieſes unvergleichliche Exemplar eines
Nelkenſtockes zu beſitzen, hat ein amerikaniſcher
Multi=
millionär 170000 Francs geopfert.
C) Der Bettler mit dem Scheckbuch. Daß Mitgefühl
und Wohllätigkeit bisweilen auch einen klingenden Lohn
finden können, hat in dieſen Tagen ein armes
Arbeiter=
ehepaar in Sunbury in Pennſylvanien erfahren dürfen.
Anfang Mai klopfte ein alter obdachloſer Bettler bei dem
Arbeiter George Smith an und bat um Obdach, da er
krank ſei und keinerlei Freunde habe. Der Alte ſah
ſo=
elend und kraftlos aus, daß das Ehepaar Smith in einer
Anwandlung von Mitleid dem Bettler ſein Bett — das
einzige des Hauſes — überließ; Smith und ſeine Frau
ſchliefen auf der Erde. Sie erklärten dem Bettler, der
John Fell hieß, daß er willkommen ſei und daß ſie gern ihr
Weniges mit ihm teilen wollten, beklagten es aber, ihm
nicht die Wohltat eines Arztes erweiſen zu können, da ſie
dafür zu arm ſeien. Allein am nächſten Tage zog John
Fell ein ſchmutziges Scheckbuch aus ſeiner Taſche und
ſchrieb einen Scheck über 50 Dollar. Smith glaubte, der
Alte ſei geiſtesgeſtört, aber zu ſeinem Erſtaunen wurde der
Scheck bei der Northumberland=Bank eingelöſt. Nun nahm
das Ehepaar an, das Geld ſei das ganze Vermögen des
armen Alten. Fells Zuſtand verſchlimmerte ſich; er ſtarb
am letzten Freitag. Vorher aber ſetzte ee ein Teſtament
auf, in dem er ſein ganzes Eigentum dem Ehepaar George.
Smith hinterließ, als Dank für ihre „Güte und
Selbſt=
aufopferung‟. Nun ſtellte ſich heraus, daß der alte
Bett=
ler bei verſchiedenen Banken ein Vermögen von nahezu
32000 Mark hinterlegt hatte. Die Summe wird demnächſt
an George Smith und deſſen Frau ausgezahlt.
B.B. Feſtmahl=Steuer. Eine wirklich praktiſche Steuer
iſt von der Stadtverwaltung in Labiau beſchloſſen worden.
Die neue Luſtbarkeitsſteuerordnung ſieht nämlich auch eine
Beſteuerung der Feſteſſen vor, die in öffentlichen Lokalen
durch Einzelperſonen, Vereine oder Geſellſchaften
veran=
ſtaltet werden. Die Höhe der Steuer richtet ſich nach der
Zahl der Gedecke und nach dem Preis für das einzelne
Gedeck. Die Geränke bleiben unverſteuert.
Nummer 141
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Mai 1914.
Seite 5.
einſtimmigen Beſchluß. Mit dem Elektrizitätswerk
Oſt=
hofen ſoll alsbald in Unterhandlung getreten werden.
Gaulsheim, 23. Mai. (Feuer.) In der letzten Nacht
entſtand in dem gewaltigen Holzlager der Gebr.
Him=
melsbach, unweit vom hieſigen Orte, ein mächtiges
Feuer. Dieſes war in einem Haufen von Sägemehl
aus=
gebrochen und hatte ſich auf Brennmaterial, Kohlen uſw.
verbreitet. Glücklicherweiſe gelang es den Feuerwehren
von hier und des benachbarten Kempten, den Brand auf
ſeinen Herd zu beſchränken. Noch geſtern tagsüber brannte
das Feuer weiter.
(*) Gießen, 22. Mai. (Bruch mit Wieſeck.) Es
iſt jetzt wegen der elektriſchen Straßenbahn zum Bruch
mit Wieſeck gekommen. Der Gemeinderat Wieſeck hat
be=
ſchloſſen: Wir betrachten die Verhandlungen mit Gießen
als abgebrochen und ſenden künftig alle Schreiben der
Stadt Gießen unbeantwortet zurück. Auf die nächſte
Tagesordnung iſt die Anſchaffung eines anderen
Ver=
kehrsmittels — Kraftwagen — geſetzt.
W. Bad=Nauheim, 23 Mai. Die „Nauheimer
Woche” vom 1.—7. Juni wird eine Serie auserwählter
Darbietungen aufweiſen. Neben Doppelkonzerten auf der
Terraſſe und beſonderen Veranſtaltungen im
Kurhaus=
theater, iſt es namentlich das Sommernachtfeſt auf
dem Inſelteich am 3. Juni, das durch reiche Abwechſelung
der Ausführungen lebhafte Anziehungskraft ausüben
dürfte. Am 4. Juni findet großes Künſtlerkonzert
der Kurkapelle unter Mitwirkung von
Ma=
dame Charles Cahier, welche unter Mahler der
Wiener Hofoper angehörte und auch ſeit längerer Zeit im
Metropolitan=Opera=Houſe in Neu=York als Gaſt wirkt,
ſtatt. Der 5. Juni iſt großer Verkehrstag mit
Schaufenſter=Wattbewerb ſämtlicher
Gewerbe=
treibende des Bades. Der 6. Juni bietet Feen= und
Blumentänze, ſowie Pyramidenſtellen und
Keulenſchwingen der Turner und Turnerinnen auf der
bengaliſch beleuchteten großen Wieſe vor dem Kurhaus.
Den Schlußtag, Sonntag, den 7. Juni, krönt die bisher
in keinem Kurort gehörte 9. Sinfonie von Beethoven mit
der Kurkapelle und Teilen der Darmſtädter Hofkapelle,
dem Muſikverein in Darmſtadt, dem
Sänger=
chor des Darmſtädter Lehrervereins und den
Soliſten Hofopernſängerin Anna Jacobs, Konzertſängerin
Schmidt=Illing, Kammerſänger Stephani, Hofopernſänger
Globerger. Die Leitung des großen Feſtkonzertes liegt
in den Händen von Prof. Arnold Mendelsſohn=Darmſtadt
und Prof. Hans Winderſtein=Bad=Nauheim.
Rockenberg, 23. Mai. (Zwei Kinder
ver=
brannt.) Geſtern nachmittag brach in dem Hauſe des
ehemaligen Gaſtwirts Klöß ein Brand aus, der größere
Dimenſionen annahm. Nachdem der Brand gelöſcht war,
fand man bei den Aufräumungsarbeiten zwei
Kinder=
leichen eines Bewohners des Hauſes. Die Kinder haben
anſcheinend in Abweſenheit ihrer Eltern mit Feuer
ge=
ſpielt und dadurch den Brand verurſacht, der ihnen das
Leben koſtete.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 22. Mai. Bei dem
Ab=
ſchiedseſſen der engliſchen Arbeiter geſtern abend
gab im Namen der engliſchen Gäſte Miſter Marrow
Cad=
bury der Verſicherung Ausdruck, daß ſeine Landsleute
das gaſtfreundliche Berlin ſtets in beſter Erinnerung
be=
halten werden. Graf Poſadowsky ſprach den engliſchen
Güſten ſeine Freude aus, daß ſie in einer Zeit gekommen
ſeien, die als gefährlich bezeichnet werde. Er bezeichnete
den Frieden als eine politiſche und ökonomiſche
Notwen=
digkeit, da im Falle eines Krieges beide Länder zu viel
zu verlieren hätten. — In Dahlem iſt geſtern das
neue Pflanzen=Phyſiologiſche Inſtitut der
Univerſität eingeweiht worden. Der Kultusminiſter mit
einer großen Anzahl Räten und eine große: Anzahl
hervorragender Gelehrter wohnten dem
Einweihungs=
akte bei. Der Direktor des Inſtituts, Geheimrat
Haber=
land, ſchilderte die hiſtoriſche Entwickelung der
Pflan=
zen=Phyſiologie. Der Miniſter dankte dem Redner und
ſprach den Wunſch aus, daß die pflanzen=phyſiologiſche
Forſchung in dem neuen Heim ſich günſtig weiter
ent=
wickele. — Ein Raubanſchlag auf einen
Geld=
briefträger iſt heute vormittag in der Gegend des
Nollendorfplatzes verübt worden. Dort wurde in einem
Hauſe ein Geldbriefträger von einem jungen Mann auf
der Treppe geſtellt. Der Briefträger wollte ausweichen,
der Mann ſtellte ſich ihm jedoch in den Weg und warf ihm
eine Hand voll Pfeffer in die Augen. Dann verſuchte er
ldem Beamten die Geldtaſche zu entreißen. Der
Brief=
tträger rief um Hilfe. Hausbewohner eilten herbei und
verfolgten den Täter, der nach kurzer, aufregender Flucht
ffeſtgenommen und der Polizei übergeben wurde. Auf
dem Polizeirevier wurde der Täter als der 18 Jahre alte
Arbeiter Schulz feſtgeſtellt, der ans Ludwigsdorf im
Kreiſe Görlitz ſtammt.
23. Mai. Die engliſchen Arbeiter und
Ange=
stellten verließen heute mittag Berlin. Zum Abſchied
auf dem Bahnhof hatten ſich Vertreter der Berliner
natio=
malen Arbeiterverbände eingefunden.
C Weinheim a. d. B., 22. Mai. Das Feſtpräſidium
ftür die W. S.=C.=Feierlichkeiten, das diesmal in
Händen des Corps Chattige=Darmſtadt liegt, iſt heute hier
ſingetroffen, ebenſo Prof. Wienkoop=Darmſtadt, unter
weſſen Aufſicht das Burginnere eine künſtleriſche
Aus=
ſcchmückung erfährt. Farbige Glasmalereien wurden nach
Zeichnungen von Prof. Wienkoop durch den
Hofdekora=
tionsmaler Endner=Darmſtadt ausgeführt. An der
von Kommerzienrat Kleyer=Frankfurt a. M. geſtifteten
Rhenanenecke des Wirtſchaftsbetriebes iſt ein Wandbild
von Alt=Darmſtadt durch Kunſtmaler Nover=Darmſtadt
gemalt worden. Der neuhinzugetretene Münchener S.=C.
hat in der Ehrenhalle der Burg für ſeine im Kriege
gefal=
lenen Kommilitonen eine Bronzetafel anbringen laſſen
Toer Feſtſaal enthält die Wappenfrieſe des Corps der
Tech=
niſchen Hochſchulen. Jedes Corps zahlt für einen ſolchen
Feries 1200 Mk., ſo daß die Geſamtſumme einen
anſehn=
liachen Beitrag zur Deckung der Baukoſten der Burg bildet.
Ueber die Ausſtattung des Kapitelſaales, wo zukünftig der
A.. H. V. ſeine Sitzungen abhält, wird nächſte Woche
Be=
ſchluß gefaßt werden.
Bad Homburg v. d. H., 22. Mai. (Die
Einwei=
hrung des ſiameſiſchen Tempels.) Heute
mit=
tag fand in Gegenwart des Bruders des regierenden
Kö=
nigs von Siam. Prinz Mahidol. und des ſiameſiſchen
AGgeſandten in Berlin, Prinz Traidos, ſowie der Spitzen
Ader ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden die feierliche Ein=
An eihung des ſiameſiſchen Tempels ſtatt.
Tas intereſſante Bauwerk iſt ein Geſchenk des verſtorbe=
Anen Königs Chulalongkorn von Siam, der 1907 hier zur
Kur weilte. Das Kunſtwerk iſt in Bangkok hergeſtellt und
fand auf beſonderen Wunſch des deutſchen Kaiſers auf den
Akenniswieſen im Homburger Kurpark Aufſtellung. Mit
der Aufſtellung des Bauwerk konnte erſt Anfang 1913
be=
lomnen werden, da mehr als die Hälfte der überſandten
Biegel durch den Transport beſchädigt waren, und es lan=
ger Verhandlungen bedurfte, ehe ſich eine deutſche
Ziege=
lei bereit fand, die fehlenden Ziegel von derſelben
Beſchaf=
fenheit herzuſtellen. Der Tempel ſtellt einen Wert von
über 100000 Mark dar.
Oberjosbach, 21. Mai. (Grundſteinlegung
eines Kaufmanns=Erholungsheims.) Hier
fand heute die Grundſteinlegung des
Kauf=
manns=Erholungsheims ſtatt. Ein Feſtzug von
weit über 1000 Perſonen ſtellte ſich hier auf und trat unter
klingendem Spiel den Weg nach dem Grundſtück an, nachdem
zuvor der geſamte Gemeinderat, der Turn= und
Krieger=
verein, ſowie eine ſtattliche Anzahl feſtlich geſchmückter
Ehrenjungfrauen von Oberjosbach den Feſtgäſten ihr
Willkommen entboten hatten. Im Feſtzuge waren vor
al=
lem die Verbandsangehörigen des Rhein=Maingaues ſtark
vertreten, darunter beſonders Frankfurt a. M., Mainz,
Wiesbaden, Wetzlar, Offenbach, Darmſtadt, Worms,
Koblenz uſw., aber auch die Kreisvereine Berlin,
Braun=
ſchweig, Leipzig, Dresden, die Gaue Nord= und
Süd=
bayern, Württemberg, Baden u. a. hatten Abordnungen
mit ihren Bannern entſandt. Auf luftiger Bergeshöhe am
Saume eines Kiefernhochwaldes ſoll nach dem Entwurf
des Architekten Wünſchmann=Leipzig das neue Heim mit
einem Koſtenaufwand von rund ¼ Million errichtet
wer=
den. Verbandsvorſteher Beckmann=Leipzig begrüßte die
anſehnliche Feſtverſammlung. Der Redner ſchloß mit
einem Hoch auf den Kaiſer. Nachdem die Kaiſerhymne
und das Lied der Deutſchen verklungen waren, hielt
Reichstagsabgeordneter Marquart=Leipzig die Weiherede.
Architekt Wünſchmann=Leipzig übergab dann mit herzlichen
Glückwünſchen den Grundſtein an den Vorſitzenden des
Stiftungsausſchuſſes Ehrich=Leipzig, der die umfangreiche
Stiftungsurkunde zur Verleſung brachte. Eine kupferne
Kaſſette, die außer der Urkunde noch die Reichsmnüzen,
die Verbandsabzeichen und Verbandsſchriften und
ver=
ſchiedene Tageszeitungen enthielt, wurde dann unter den
Klängen der Muſik eingemauert. Ein Hoch wurde dann
noch dem Grafen Zeppelin ausgebracht, auf deſſen
Veran=
laſſung die Deutſche Luftſchiffahrt=Aktiengeſellſchaft
Fried=
richshafen eine Freifahrt zur Verloſung geſtiftet hatte. Der
Reingewinn der Verloſung fiel dem Baufonds anheim.
Gebweiler (Oberelſaß), 23. Mai. (Großfeuer.)
Geſtern abend ½7 Uhr brach in der Spinnerei
Bou=
chart Fils u. Co. Feuer aus. Binnen 1½ Stunden
war die Feinſpinnerei vollſtändig eingeäſchert. Es
ver=
brannten ungefähr 20 Maſchinen mit 20000 Spindeln.
Hundert Arbeiter ſind dadurch arbeitslos geworden. Der
Schaden wird auf 500000 bis 600000 Mark geſchätzt.
Stuttgart, 23. Mai. (Die Königin von
Würt=
temberg) ſtattete heute vormittag der Stuttgarter
Aus=
ſtellung für Geſundheispflege einen längeren Beſuch ab.
Am Eingang der Haupthalle wurde ſie von
Oberbürger=
meiſter Lautenſchlager und Ausſtellungsdirektor Dr.
Ingel=
finger empfangen. Die Königin beſichtigte die einzelnen
Abteilungen mit größtem Intereſſe.
Stultgart, 23. Mai. (Auf das
Begrüßungs=
telegramm des Jungdeutſchlandbundes)
iſt vom Kaiſer an den Generalfeldmarſchall v. d. Goltz
folgende Antwort eingelaufen: Ich erſuche Sie, dem
dort tagenden Jungdeutſchlandbund meinen herzlichſten
Dank für die freundliche Begrüßung auszuſprechen. In
verhältnismäßig kurzer Zeit iſt es treuer Mitarbeit
gelun=
gen, den Jungdeutſchlandbund zu einem beachtenswerten
Faktor im deutſchen Volksleben zu machen und die Jugend
mit nationaler Begeiſterung und kraftvollem Empfinden
für die eigenen künftigen Pflichten für das Vaterland zu
erfüllen. Mein lebhaftes Intereſſe und meine wärmſten
Wünſche für eine weitere ſegensreiche Entwickelung
wer=
den den Jungdeutſchlandbund allezeit begleiten.
Pots=
dam. Wilhelm I. R.
Musbach (Pfalz), 23. Mai. (Mordverſuch und
Selbſtmord.) Der 26jährige Fabrikarbeiter Johann
Anton gab im Verlauf eines Streites mit ſeiner
Schwie=
germutter auf dieſe und ſeine Frau einige Revolverſchüſſe
ab und brachte ſich dann ſelbſt einen Schuß in die Schläfe
bei, der ſeinen Tod zur Folge hatte. Die beiden Frauen
fanden im Krankenhaus Aufnahme, doch ſind ihre
Ver=
letzungen, wie die Blätter melden nicht lebensgefährlich.
Köln, 23. Mai. (Verunglückte
Streckenarbei=
ter.) Auf der Strecke Kaſſel-Köln iſt heute vormittag
zwiſchen Altenbeken und Neuenbeken ein Eilzug in eine
Schar Eiſenbahnarbeiter hineingefahren. Zwei
Ar=
beiter wurden getötet und zwei ſchwer verletzt.
Salzwedel, 23. Mai. (Mord im
Eiſenbahn=
zug.) In dem geſtern früh hier eingetroffenen
Ber=
liner Perſonenzuge wurde in einem Abort vierter
Klaſſe ein Reiſender erſchoſſen aufgefunden.
Er hatte Ausweispapiere bei ſich, die auf den Namen
Emil Witt aus Lichtenberg bei Berlin lauteten und aus
denen hervorgeht, daß er zuletzt Pfleger in der
Irren=
anſtalt Herzberge bei Berlin war.
Leipzig, 23. Mai. (Der verkannte
Lieb=
haber.) Als hier der Zimmermann Karl Ehring nachts
vom Dach aus in die Kammer ſeiner Geliebten ſteigen
wollte, hielten ihn Beobachter für einen Dieb und es
entſpann ſich über die Dächer eine wilde Jagd hinter
dem fliehenden Liebesbedürftigen. Als einer ſeiner
Ver=
folger, der Dachdecker Weinheimer, ihm zu nahe kam, ſchoß
Ehring dieſen nieder und verletzte ihn ſchwer. Als er
ſchließlich keinen Ausweg ſah, erſchoß er ſich.
Kottbus, 23. Mai. (Ein Großfeuer) in Sielow
hat 10 Wirtſchaften mit 18 Gebäuden
ver=
nichtet.
Königsberg i. Pr., 23. Mai. (Im Moor erſtickt.)
Als geſtern abend der Gutsvorſtand Dannappel aus
Con=
tienen bei Königsberg mit dem Betriebsingenieur Schäfer
eine ſeichte Stelle an einem Nebenflüßchen der Pregel
paſ=
ſierte, verſank Schäfer plötzlich im Moor. Dannappel ſank
ein und erſtickte bei den Rettungsverſuchen, während
Schä=
fer ſich rettete.
Innsbruck, 23. Mai. (Leichenfund.) In einer
Almhütte bei Birnlücke (Zillertaleralpe) wurde eine von
Tieren zerfreſſene Leiche eines Unbekannten gefunden.
Sie iſt wahrſcheinlich die eines Hochſchülers der im
Früh=
winter 1913 von Ahrntale über Birnlücke gehen wollte und
anſcheinend in einen Schneeſturm geraten und
verhun=
gert iſt.
Rom, 23. Mai. (Ein wertvoller Fund.)
Bei militäriſchen Erdarbeiten in der Nähe von Oyrene
(Oſtlibyen) wurde an dem Orte des einſt berühmten
Apollotempels eine lebensgroße meerentſteigende
haar=
trocknende Amphytrite in Marmor gefunden. Das
Bildwerk ſtammt aus dem 4. vorchriſtlichen Jahrhundert
Genua, 23. Mai. (Ausſtellungseröffnung.)
In Gegenwart des Königs und der Königin hat heute die
feierliche Eröffnung der internationalen
Aus=
ſtellung für Marineweſen und
Marine=
hygiene verbunden mit einer Ausſtellung der
italieni=
ſchen Kolonien, ſtattgefunden.
Catania, 22. Mai. (Das Erdbeben.) Profeſſor
Ricco, der Direktor des Obſervatoriums in Catania
teilt mit, daß das letzte Erdbeben einen ſehr
be=
ſchränkten Umkreis hatte. Es ſeien nur ländliche Gebiete
in Mitleidenſchaft gezogen worden. Die eingeſtürzten
Bauernhäuſer ſeien durchweg ſchlechter Bauart geweſen.
Catania ſelbſt, das auf Lavaboden mit ſehr ſolidem
Ma=
terial erbaut ſei, habe keinen Schaden erlitten und hätte
auch keinen erleiden können. Die Inſtrumente des
Obſer=
vatoriums ſeien nur wenig in Unordnung gekommen.
Paris, 23. Mai. (Die Temperatuc) iſt in ganz
Frankreich außerordentlich hoch und hat auch ſchwere
Ge=
witter zur Folge. In der Gegend der Oiſe von Neaumont
von Enghien war ein Gewitter geſtern nachmittag ſo ſtark,
wie man es ſeit zwanzig Jahren nicht erlebt hat.
Hagel=
ſchloßen in der Größe von Taubeneiern vernichteten ganze
Strecken von Saaten und Obſtbäumen.
Briſtol, 23. Mai. (Durch giftige Gaſe
be=
täubt.) Auf dem deutſchen Segelſchiff „Elfrieda” das
eine Weizenladung führt, wurden acht Perſonen durch
gif=
tige Gaſe betäubt; mehrere wurden ins Hoſpital gebracht.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung
über die Arbeiten des Reichstags.
* Berlin, 23. Mai. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Der Reichstag iſt am 20. Mai
ge=
ſchloſſen worden. Damit iſt nach mehr als zweijähriger
Dauer eine Seſſion beendigt, in der wichtige
Ge=
ſetze zuſtande gekommen ſind; an erſter Stelle iſt
die Verſtärkung unſerer Rüſtungen zu nennen.
Der Reichstag hat hierzu die erforderlichen Mittel zur
Verfügung geſtellt, nicht zuletzt durch die Annahme des
Geſetzes über den einmaligen Wehrbeitrag, eines Geſetzes,
durch welches die Opferfreudigkeit des Volkes und die
Bereitwilligkeit, für die Verteidigung des Reiches mit
vollen Kräften einzuſtehen, ins hellſte Licht gerückt wurde.
Beim Schluß der Seſſion hat der Reichstag dem Geſetz
gegen den Verrat militäriſcher
Geheim=
niſſe zugeſtimmt und damit weſentlich zu einem
er=
höhten Schutze der militäriſchen Errungenſchaften gegen
die Auskundſchaftung beigetragen; auch auf zahlreichen
anderen Gebieten hat der Bundesrat und der Reichstag
in der rerfloſſenen Sitzungsperiode wertvolle
geſetzgebe=
riſche Arbeit geleiſtet. Leider iſt die von der Regierung
beabſichtigte weitere Aufbeſſerung der
Beam=
tengehälter nicht zuſtande gekommen. Iſt das
Ar=
beitsergebnis der Seſſion ſomit nicht gering, ſo
hinter=
ließ doch der ſchleppende Gang der Verhandlungen,
namentlich in der letzten Arbeitsperiode, viel Mißmut.
Die von der Einführung der kleinen Anfragen
er=
wartete Entlaſtung der Etatsverhandlungen iſt nicht
ein=
getreten; ein Schulbeiſpiel der beklagenswerten
Uebel=
ſtände bildete eine endloſe Behandlung der
Za=
berner Vorgänge.
Zur Beſſerung der Verhältniſſe kann beitragen, daß
durch die Schließung mit allen unerledigten Arbeiten
auf=
geräumt wurde. In den letzten Jahren ereignete es ſich
häufig, daß der Reichstag wegen der Wichtigkeit der
vor=
liegenden Geſetze nicht geſchloſſen, ſondern vertagt wurde.
Infolge der Häufigkeit der Vertagungen iſt das Gefühl
aufgekommen, daß nicht die Schließung, ſondern die
Ver=
tagung ein regelmäßig von der Verfaſſung gewollter
Zu=
ſtand ſei. Das Gegenteil iſt der Fall. Die Verfaſſung
rechnet mit der Gliederung der Legislaturperiode in
meh=
rere Seſſionen von einjähriger Dauer, was ſowohl im
Intereſſe der Regierung, wie des Reichstags liegt. Die
parlamentariſchen Geſchäfte leiden darunter, wenn nicht
ab und zu der Zeitpunkt kommt, bis wohin die
Vor=
lagen irgendwie erledigt werden müſſen. Ohne die
Schließung ſammelt ſich erfahrungsgemäß ein ſolch
un=
geheurer geſetzgeberiſcher Stoff an, daß die Ueberſicht
ver=
loren geht. Planloſigkeit und Arbeitsunluſt entſtehen.
Die in letzter Zeit viel bemerkte und beklagte
Ueberlaſt=
ung des Reichstags mit Beratungsſtoff rührt
größten=
teils daher, daß in dem jetzt beendigten Tagungsabſchnitt
eine Menge unerledigten Materials früherer Jahre
über=
nommen werden mußte. Hat hierin der Seſſionsſchluß
einen Wandel geſhaffen, ſo iſt andererſeits zu beklagen,
daß ein Teil der geleiſteten parlamentariſchen Arbeit
nicht zu Ende geführt werden konnte. Immerhin ſind
die meiſten, jedenfalls wichtigſten Vorlagen. zu Ende
be=
raten worden, bei den anderen ſind die Verhandlungen
ſchon ſo weit gediehen, daß ein bei einer ſpäteren
Ge=
legenheit verwertbarer Kommiſſionsbericht vorliegt.
Schließlich liegen einige Geſetzentwürfe vor, über
welche eine alsbaldige Verſtändigung zwiſchen
den verbündeten Regierungen und dem Reichstag nicht
zu erwarten war, z. B. die Geſetze über die
Errich=
tung eines Koldnialgerichtshofes und den Verkehr mit
Leuchtöl. Daß der Verſuch unternommen wurde, den
Ge=
fahren vorzubeugen, welche durch das Privatmonopol
der Standard Oil Company für den deutſchen
Verbrau=
cher und den deutſchen Petroleumhandel erwachſen,
ent=
ſprach den Forderungen des Reichstages und wurde
all=
gemein gebilligt. Wenn auf dem vorgeſchlagenen Wege
zur Schaffung einer eigenen Vertriebsgeſellſchaft bisher
ein Ziel nicht erreicht wurde, ſo iſt dies weſentlich auf
die Meinungsverſchiedenheiten der Parteien über die
zweckmäßigſte Form der Organiſation zurückzuführen.
Die Notwendigkeit eines Eingreifens, ſowie die
Durch=
führbarkeit des geplanten Unternehmens ſteht feſt. Wenn
auch zuzugeſtehen iſt, daß ſeit der Einbringung des
Mo=
nopol=Geſetzentwurfes die Verhältniſſe im deutſchen
Pe=
troleumverkehr eine gewiſſe Beſſerung erfuhren und die
Tochtergeſellſchaften der Standard Oil Co, ſich in der
Preisbemeſſung eine Zurückhaltung auferlegten, ſo beſteht
doch keine Gewähr, daß dieſe Beſſerung der Zuſtände
an=
dauert. Für die Regierung kann daher die
Angelegen=
heit nicht für erledigt gelten. Welche Maßnahmen ſie
nunmehr trifft, um zum Ziel zu gelangen, hängt von den
Ergebniſſen der unabläſſia fortzuſetzenden Beobachtung
der Verhältniſſe auf dem Mineralölmarkt ab.
Wenn der Reichstag im Herbſt wieder zuſammentritt,
wird er ſich nach der Wahl des Präſidiums nur mit dem
Material zu beſchäftigen haben, welches ihm alsdann
zu=
geht. Dann werden die Vorteile in die Erſcheinung
tre=
ten, welche ſich aus der Schließung der Seſſion für die
Erlediaung der parlamentariſchen Geſchäfte ergeben. Der
Reichskanzler iſt geneigt, dem vielfach geäußerten
Wunſch, daß bei Beginn der neben Tagung ein
Ar=
beitsplan zwiſchen ihm und dem
Senioren=
konvent des Reichstages vereinbart
wer=
den ſoll, nach Möglichkeit zu entſprechen. Die letzte
Sitzung des Reichstages iſt von der ſozialdemokratiſchen
Fraktion zu einer Kundgebung gegen das
Ober=
haupt des Reiches ausgenutzt worden, über welche
nicht mit einem Achſelzucken hinweggeſehen werden kann.
Es handelt ſich um mehr als ſchlechte Manieren; es liegt
eine woblüberlegte Demonſtration der
monarchiefeind=
lichen Geſinnungen der Sozialdemokratie vor, deren
regel=
mäßige Wiederholuna zu erwarten iſt, wenn der
Reichs=
tag nicht ein Mittel findet, in ſeinem Hauſe dem
Kaiſer=
tum, mit dem zugleich er ſelbſt geboren iſt, gebührende
Achtuna zu ſichern. Die bürgerlichen Parteien im
Reichs=
tag ſtellen ſich hiermit für die nächſte Seſſion eine
Auf=
gabe, die ſie, wie wir hoffen, mit feſter Hand in Angriff
nehmen werden.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Mai 1914.
Nummer 141
Kongreſſe und Verbandstage.
* Berlin, 22. Mai. Heute abend fand hier die
erſte Hauptverſammlung des
Schutzver=
bandes für deutſchen Grundbeſitz ſtatt. Unter
den zahlreichen Anweſenden befanden ſich auch viele
Par=
lamentarier, beſonders viele Mitglieder des preußiſchen
Abgeordneten= und Herrenhauſes. Nach einer
Begrüßungs=
anſprache des ſtellvertretenden Präſidenten,
Landtagsab=
geordneten Grafen Spee, ſprach Verbandsdirektor
Pro=
feſſor Dr. von der Borght über die Beſtrebungen des
Schutzverbandes. Der Schutzverband der aus allen
Schichten der Bevölkerung, naturgemäß unter Ausſchluß
der Sozialdemokratie, beſtehe, umfaſſe ſowohl
ſtandes=
herrliche wie Bauernvereine, ſtädtiſchen Grundbeſitz und
induſtrielle Korporationen. Allen bürgerlichen Parteien
ſei der Verband dienſtbar und verfolge gemeinſam mit
ihnen als oberſten Grundſatz den Schutz des privaten
Eigentums an Grund und Boden. Das Privateigentum
erſcheine gefährdet durch den Sozialismus der
eine Verſtaatlichung der Produktions= und Verkehrsmittel
fordere, und durch die Bodenreform, die zwar idealiſtiſche
Ziele verfolge, deren Urſprung aber doch im Sozialismus
liege. Dieſe Richung verlange, daß die Steuern immer
mehr auf den Bodenbeſitz gelegt werden als eine Steuer
auf die reine Bodenrente. Dieſe bedeutet aber nichts
an=
deres als die Beſeitigung des privaten Grundeigentums,
das ſchon heute mit mehr als vier Milliarden Mark
ſteuer=
pflichtig belaſtet ſei, welche Summe ſich immer noch in
aufſteigender Linie befinde. Gegen den Sozialismus
kämpfe der Verband nicht als Gegner der Sozialpolitik
überhaupt an, ſondern als Gegner einer ungeſunden
So=
zialpolitik, die nur die Forderung einzelner Klaſſen in
Furcht vor der Maſſe vertrete. Der Verband ſei ein
Ver=
beſſerer des Wohnungsweſens. Der Verband trete an alle
Steuerfragen ohne Voreingenommenheit heran. Es ſei
un=
zuläſſig, den Bodenbeſitz zu überlaſten; deſſen Exiſtenz
müſſe geſichert ſein. Abgelehnt werden müſſen alles, was
konfiskatoriſche Tendenzen zeige. Die Grenze zwiſchen der
Reichsbeſteuerung und derjenigen der Einzelſtaaten dürfe
nicht verwiſcht werden. Zur Wohnungsreform gehöre auch
eine Reform des Bauordnungsweſens und eine
vernünf=
tige innere Koloniſation. Durch die Errichtung einer
Aus=
kunftsſtelle ſeien bereits zahlreiche Mißſtände im
Bauge=
werbe ausgeſchaltet und den unſoliden Bauhandwerkern
und Lieferanten das Handwerk gelegt worden. Der
Schutz=
verband ſei nichts anderes als eine Zuſammenfaſſung des
ſſoliden, bodenſtändigen Beſitzes, der für die großen
Inter=
eſſen des Vaterlandes notwendig ſei.
Geheimer Staatsrat a. D. Budde ſprach über die
Grundſätze unſerer Bodenbeſteuerung und ſchilderte die
fortgeſetzte Steigerung der Grundlaſten, die ſchließlich zur
Kommunierung führen müſſe. Die ehemals klaren
Grund=
ſätze der Steuerpolitik ſeien im Laufe der Jahre immer
mehr verwiſcht worden. Die Kommunen forderten für
ihre Leiſtungen ſtets Gegenleiſtungen und legten dieſe
ent=
weder vollſtändig oder doch wenigſtens zum allergrößten
Teil dem Grundbeſitze auf. Verwerflich ſei die
Beſteue=
rung nach dem gemeinen Wert und nicht nach Maßgabe
der Erträge. Die Heranziehung zur Steuer nach dem
ge=
meinen Wert ſei allein zurückzuführen auf die Agitation
der Bodenreformer. Die Folge davon ſei eine
Verſchul=
dung des Grundbeſitzes, Verkäufe um jeden Preis und
eine ungeſunde Spekulation. Es müſſe daher die
Forde=
rung geſtellt werden, die Grundbeſteuerung wieder auf
einen geſunden Boden zu ſtellen. Eine vernünftige
Er=
tragsbeſteuerung mit Rückſicht auf die Leiſtungsfähigkeit
der Beſitzer müſſe wieder eingeführt werden. Das ſei die
Forderung des Schutzverbandes, deren Berechtigung
nie=
mand beſtreiten könne.
* Stuttgart, 23. Mai. Heute früh nahmen die
Beratungen des Jungdeutſchland=Kongreſſes
über das Jugendwandern und die
Jugendher=
bergen ihren Fortgang. Nach der Erörterung ſprach
Oberſt v. Hoff=Sturtgart über die Entwickelung des
Jungdeutſchlandbundes im Königreich Württemberg,
welcher mit 300 Ortsgruppen und 16000 Mannſchaften
ar=
beitet. Er gedachle am Schluß des Grafen Zeppelin, der
in engſter Fühlung mit dem Bunde ſtehe. Die
Verſamm=
lung nahm einen Antrag an, in dem ſie der Notwendigkeit
Ausdruck gibt, daß bei den Jungdeutſchlandbeſtrebungen
die Körperhärte und Marſchhygiene, ſowie die Wohn= und
Schlafhygiene, ſoweit ſie für die Jungdeutſchlandübungen
in Betracht kommen, mehr als bisher theoretiſch und
prak=
tiſch behandelt werden. Frhr. v. Seckendorff ſprach.
whrend ſich die Anweſenden von ihren Sitzen erhoben,
dem Generalfeldmarſchall Frhrn. v d. Goltz den
wärm=
ſten Dank der Verſammlung für ſeine reiche Mühewaltung
aus. Auf Anregung des Redners wurde ein Antrag
an=
genommen, nach welchem das Waffentragen der an
Jung=
deutſchland angeſchloſſenen Verbände mit den Aufgaben
der Jugendpflege als nicht vereinbar erachtet wird. Von
faſt ſämtlichen Bundesfürſten ſind Begrüßungstelegramme
eingelaufen. Der Reichskanzler hat telegraphiſch für das
Großherzogliches Hoftheater.
Das Nachtlager in Granada. — Les petits Riens.
Samstag, den 23. Mai.
W.l. Im Rahmen einer Volksvorſtellung fand heute
abend zum Beſten des Hoftheater= und Hofmuſik=
Pen=
ſionsfonds eine Aufführung von Kreutzers romantiſcher
Oper „Das Nachtlager in Granada” ſtatt. Die einer
melo=
dienſchaffenden und melodienfreudigen Zeit der
Gefühls=
romantik entſtammende Oper ſtellt den Sängern dankbare
Aufgaben, wenn ſich die Muſik bisweilen auch ins
Tri=
viale verliert und von Spöttern wohl als Liedertafelmuſik
bezeichnet wird. Die ganz lyriſch gehaltene Partie des
Jägers ſang Herr Semper mit vielem ſtimmlichen
Aufwand und verſtändnisvoller geſanglicher Nüancierung.
Frau Beling=Schäfer als Gabriele hätte ſtimmlich
mehr aus ſich herausgehen können, im übrigen aber nahm
ſie ebenſo ſehr burch ihren ſauberen Vortrag als durch
ihr intereſſant pointiertes und allerliebſtes Spiel für ſich
ein. Herr Thomſen, der die kleine Partie des Gomez
ſang, ſchien indisponiert zu ſein. Die drei Hirten waren
durch die Herren Stephani, Schützendorf und
Bernhardt entſprechend vertreten. Die Chöre hielten
ſich gut und verdienen noch ein beſonderes Lob. Herr
Hans Oppenheim leitete die Aufführung mit
fri=
ſchem Temperament und beſtem Erfolge.
Die Ballettpantomime „Les petits Riens” von
Emma Grondana, eine graziöſe Rokokotändelei im Stile
der Schäfer=Liebesſpiele, der ſich die leichtbeſchwingte
Mozartſche Muſik ſehr gut anpaßt, machte den Beſchluß.
Mitwirkende waren die Damen Croneberg, Rehr
und Müller und Herr Jürgas und die Damen des
Ballettkorps. Das Arrangement der Ballettmeiſterin
Frau Ehrle war dezent und hübſch und das Ganze
machte in ſeiner eleganten Aufmachung und leichtgraziöſen
Ausführung einen ſehr gefälligen Eindruck. Muſikaliſcher
Leiter war Herr Hans Oppenheim.
ihm überſandte Begrüßungstelegramm ſeinen herzlichſten
Dank ausgeſprochen mit der Verſicherung, daß er die
Ar=
beiten des Bundes mit den wärmſten Wünſchen begleite.
Nachmittags fanden Vorführungen der Jungmannſchaften
der Ortsgruppe Stutlgart und Umgebung im Rudern.
Schwimmen, Turnen und Spielen ſtatt.
Gerichtszeitung.
* Paris, 23. Mai. Im Prozeß gegen die
deutſchen Ordensſchwindler wurde geſtern nach
mehrwöchigen Verhandlungen das Urteil gefällt. Der
Führer der Geſellſchaft, Moſer wurde des verſuchten
Schwindels für ſchuldig befunden und zu vier Monaten
Gefängnis verurteilt, ſeine Geliebte Zell erhielt zwei
Mo=
nate, der Franzoſe Clementi, der aus Tanger nach Paris
ausgeliefert worden war, erhielt ebenfalls zwei Monate
Gefängnis.
* Sheerneß, 23. Mai. Das Marinekriegsgericht
verurteilte den Signalgaſt Hutton vom Kriegsſchiff
„Queen” zu vier Jahren Zuchthaus, weil er
das Flottenſignalbuch von dem Schiffe verſchwinden ließ.
Er ſoll das Buch am 23. Februar über Vliſſingen nach
dem Feſtlande geſandt haben.
Der Prinz=Heinrich=Flug 1914.
Der Aufklärungsflug.
* Hamburg, 23. Mai. Zu den ſtrategiſchen
Flügen ſtarteten heute morgen von 4½ Uhr ab bis
etwa 6 Uhr vierzig Flieger. Einer der erſten,
Haupk=
mann v. Detten mit Begleiter Hauptmann v.
Falken=
hayn, ſtürzte kurz nach dem Abfluge aus geringer Höhe
auf der in unmittelbarer Nähe liegenden Groß=Borſteler
Rennbahn ab. Der Apparat wurde ſtark beſchädigt und
wird abmontiert. Der Begleiter Hauptmann v.
Falken=
hayn, ein Neffe des Kriegsminiſters, trug leichte
Ge=
ſichtsverletzungen davon. Es kehrten zurück
Leut=
rant Behrge wegen Kühlerdefektes Oberleutnant Geyer
und Leutnant Wimmer wegen Heißlaufens des Motors.
Oberleutnant Ladewig mußte eine Notlandung wegen
Motordefektes vornehmen. Die Abflüge erfolgten bei
ſtar=
kem böigen Winde.
Offiziell ſind in Hamburg insgeſamt 37
Flug=
zeuge geſtartet, davon ſechs außer Wettbewerb; zehn
ſind wegen Motordefektes zurückgekehrt oder machten
Not=
landungen. Prinz Heinrich iſt auf dem
Flug=
platz in Münſter eingetroffen.
Hantelman iſt um 4.33.55 Uhr im Munſterlager
abgeſtürzt. Apparat zertrümmert, abmontiert.
Ober=
leutnant Joly, Start fraglich, erſt zurück wegen
Heißlau=
fens des Motors, 8.58 Uhr in Minden gelandet; Oberlt.
Kaſtner ſtartete 4.44.35 Uhr; Oberlt. Ladewig 4.36.10 Uhr,
Notlandung bei Hannſtadt; Leutnant Pfeiffer 4.34.44 Uhr;
Oberlt. v Beaulieu 4.39.25 Uhr; Leutnant Bonde 4.41.44
Uhr; Oberlt Geyer 4.47.10 Uhr zurück: Leutnant von
Hiddeßen 4.49.54 Uhr; Leutnant Schlemmer 454.35 Uhr,
Hannover gelandet, um Benzin einzunehmen, wieder
ge=
ſtartet; Leutnant Frhr. v. Thüna 5.01.39 Uhr in Minden
gelandet; Mühlig=Hofmann 5.03.25 Uhr in Minden
gelan=
det; Friedrich 5.19 Uhr; Krumſiek 4.51.48 Uhr; Paſchen,
Start unbekannh Rotlandung bei Rotenburg.
Von den Fliegern, die heute in Hamburg zum
Auf=
klärungsfluge ſtarteten, traf als erſter um 8.45 Uhr der
Zivilflieger Schauenburg auf der Minder Heide
ein. Es folgten in kurzen Abſtänden Leutnant Bonde,
Oberlt, Freyberg, Oberlt. Joly und Leutnant Frhr. von
Thüna. Bis 9½ Uhr waren zehn Flieger auf der hieſigen
Flugſtation gelandet. Bis 10 Uhr vormittags ſind auf der
Minder Heide 18 Flieger gelandet letzter war
Dipl. Ing. Thelen. Zum Weiterflug iſt nur Schauenburg
aufgeſtiegen, der um 9.45 Uhr ſtartete.
* Münſter 23. Mai. Prinz Heinrich hatte um
2 Uhr nachmittags wegen ſtarker Gewitterbildungen den
Start vorläufig unterſagt.
* Köln, 23. Mai. In Münſter ſind heute
nach=
mittag zehn Flieger geſtartet: Frhr. v. Thüna um 5,50
Uhr, v. Hiddeßen um 5,51 Uhr, Lt. Blume um 5,57 Uhr,
Krumſiek um 5.59 Uhr. Oberlt. Joly um 6.05 Uhr, Frhr.
v. Freyberg um 6.10 Uhr, v. Beaulien 6,46 Uhr, und Lt.
Clemens und Lt. Bonde gleichzeitig um 6,48 Uhr, Thelen
6,49 Uhr, Schauenburg wird wahrſcheinlich erſt morgen
fliegen. Lt. Wentſcher iſt wieder an Stelle von Mühlig=
Hofmann getreten.
* Köln 23. Mai. Heute abend 8 Uhr 26 Minuten
iſt als erſter Teilnehmer am Aufklärungsflug
Ober=
leutnant Joly vom 3. Fliegerbataillon in Köln hier
ein=
getroffen. Thelen landete 8 Uhr 38 Minuten, Leutnank
v. Hiddeßen 8,45 Uhr.
Zwei Flieger tödlich verunglückt.
* Osnabrück, 23. Mai. Bei Wellendorf iſt
aus 1400 Meter Höhe im Gewitterſturm das Flugzeug des
Leutnants Böder Begleiter Leutnant Bernhardt,
abgeſtürzt. Beide ſind tot.
* Villendorf, 23. Mai. Der Fliegerunfall
ereignete ſich bei dem Gute Haushagen. Kurz nach 2 Uhr
gingen die Flieger aus 1450 Meter Höhe im Gleitfluge
nieder. Es geriet beim Landen gegen einen
Baum und überſchlug ſich, die Inſaſſen unter ſich
be=
grabend. Beide erlitten komplizierte Schädelbrüche. Einer
der Verunglückten lebte noch einige Minuten, der andere
war ſofort tot.
Luftfahrt.
* Eſſen (Ruhr), 23. Mai. Der franzöſiſche
Sturzflieger Chevilliard iſt heute vormittag
9 Uhr auf dem Fluge nach Düſſeldorf in der Nähe der
Villa Hügel abgeſtürzt. Er und ſein Begleiter Wulfen
wurden ſchwer verletzt, das Flugzeug wurde zertrümmert.
Turnen, Spiele und Sporf.
Die Rennen des heſſiſchen Reitervereins.
* Am heutigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr, finden auf
dem hieſigen Truppenübungsplatz die diesjährigen
Früh=
jahrsrennen des Heſſiſchen Reitervereins ſtatt. Der
Ver=
ein hat 4 Jagdrennen und eine Jagd=Springkonkurrenz
zur Ausſchreibung gebracht, zu denen zahlreiche
Nennun=
gen eingelaufen ſind. Als erſtes kommt das
Loewen=
ſtein=Jagdrennen zur Entſcheidung, zu dem Se.
Durchlaucht Prinz Wilhelm von Loewenſtein=Wertheim=
Freudenberg einen Ehrenpreis für den Sieger geſtiftet hat.
Weitere Ehrenpreiſe, je nach Beteiligung, gegeben vom
Ver=
ein. Zu dem Rennen liegen 8 Nennungen vor. Den
Sie=
ger ſuchen wir in dem Erwählten des Stalles des Leut=
nant Freiherrn von Waldenfels, dem zunächſt wir
Dona=
tello nennen mögen, der jüngſt in Haßloch einen 2. Platz
be=
legen konnte. Weiter haben zu dieſem Rennen gemeldet
Major Frhr. von Bellersheim „Pretty Swift”, Leutn.
Prinz zu Waldeck und Pyrmont „Muley Hafid”
Rittmei=
ſter von Kummer „Pulver”, Oblt. Frhr. Heyl zu
Herrns=
heim „Itford” Herr W. C. Oſterrieth „Va ten”
Als zweites kommt das Reitpferd=
Jagdren=
nen zur Entſcheidung, zu dem 4 Nennungen vorliegen und
in dem wiederum das Pferd des Leutnant Freiherrn von
Waldenfels „Eugen” kaum zu ſchlagen ſein wird. Es
wird ſich gegen Hptm. von Morenhoffens „Greif”
Ober=
leutnant Fehrs „Faveur” und Oberleutnant Frhrn. Heyl
zu Herrnsheims „Harold” zu verteidigen haben. Als
dritte Nummer folgt die Jagd Spring=
Konkur=
renz, zu der 18 Nennungen vorliegen. Hierbei den
Sie=
ger herauszufinden, dürfte bei der großen Zahl der
Nen=
nungen recht ſchwer ſein, obwohl auch hier einige bewährte
Springer aus der großen Zahl hervortreten, wie z. B.
„Timper=Toper” „Thekla” und „Peach” des
ſchweizeri=
ſchen Oberleutnants Fehr, „Himmelskönig” des
Rittmei=
ſter Freyer und „Royal=Fluſh” des Oberleutnant von
Werneburg. — Das Karlshof=Jagdrennen, zu
dem Freifrau von Oetinger einen Ehrenpreis für den
Sie=
ger zur Verfügung geſtellt hat, wendet ſich an Chargen und
aktiven Offizieren geſtellte Dienſtpferde. Zu dieſem
Ren=
nen liegen 4 Nennungen vor.
Hieran ſchließt ſich als 5. eine Jagd mit
Aus=
lauf, die über eine Diſtanz von 4000 Meter führt. Sieger
in dieſer Konkurrenz dürfte Pas de quatre” des Grafen
Bredow werden, der bekanntlich dem Oppenheimſchen Stall
entſtammt. In allen Konkurrenzen ſind
Nachnennun=
gen geſtattet und dürfte wohl hiervon noch der eine oder
andere Beſitzer Gebrauch machen, ſo daß ſich aller
Voraus=
ſicht nach noch weitere Pferde am Pfoſten einfinden
wer=
den. Hoffen wir, daß recht viele den Weg auf den
Renn=
platz heute antreten werden, damit der Verein auch einen
Lohn für ſeine Mühe hat und in der Lage ſein wird, noch
weitere und größere Konkurrenzen im Hinblick auf die
Olympiade 1916 auszuſchreiben.
Exploſion in einer Sprengſtoff=Fabrik.
* Düren, 23. Mai. Heute vormittag ereignete ſich
in der Schießbaumwollefabrik der Deutſchen
Sprengſtoffgeſellſchaft an der Gürzenicher Straße in der
Nähe des Stadtparkes eine furchtbare Exploſion.
Zwei kurz aufeinander folgende Schläge
erſchütter=
ten faſt die ganze Stadt Düren. Zahlreiche
Spiegelſcheiben wurden zertrümmert und von mehreren
Häuſern die Dächer abgedeckt. Die Exploſion erfolgte im
Lagerſchuppen der Fabrik infolge Losgehens einer
Pa=
trone. Die Fabrik ſelbſt mit den Erdwällen und Mauern
iſt zum größten Teil eingeſtürzt. 8 bis 10
Ar=
beiter wurden ſchwer verletzt und eine gleiche Anzahl
leichter.
* Düren, 23. Mai. Nach einer ſpäteren Meldung
ſind bei der Exploſionskataſtrophe in der
Sprengſtoffabrik 21 Perſonen verletzt
wor=
den, drei davon ſchwer.
* Düren, 23. Mai. Bei den
Aufräumungs=
arbeiten der Schießbaumwollfabrik wurden noch
zwei Tote und zwei Schwerverletzte
gefun=
den. Zwei werden vermißt, ein Schwerverletzter iſt im
Krankenhaus geſtorben.
* Düren, 23. Mai. 5 Uhr nachmittags wurde noch
ein Toter aufgefunden. 15 Verletzte wurden nach dem
Verbinden aus dem Krankenhauſe entlaſſen.
Kaſernenbrand.
* Pera, 22. Mai. Der deutſche Kreuzer „
Gö=
ben” ſetzte zur Mitwirkung bei der Löſchung des
Bran=
des der Kaſerne von Taſchkiſchla 300
Unter=
offiziere und Matroſen unter Führung von 15 Offizieren
an Land. Die Mannſchaften zeigten große Tapferkeit.
Zwei Unteroffiziere und drei Matroſen erlitten ſchwere
Brandwunden und wurden ins deutſche Spital gebracht;
ihr Zuſtand iſt ernſt. Der Kriegsminiſter erſchien
perſön=
lich im Spital, um ſich nach ihrem Befinden zu erkundigen
und ihnen ſeine Sympathie auszudrücken. Der deutſche
Botſchafter nebſt Gemahlin ſowie Konteradmiral
Sou=
chon waren ebenfalls im Spital erſchienen. Das
Stations=
ſchiff „Loreley” welches nach Galatz abfahren ſollte, bleibt
der verletzten Matroſen wegen hier. Konteradmiral
Sou=
hon wohnte dem heutigen Selamlik bei. Journaliſten
beſichtigten auf Einladung, von Offizieren geführt, alle
Einzelheiten des „Göben‟ Der Kreuzer fährt morgen
früh ab.
* Konſtantinopel, 22. Mai. Während des
Brandes der Taſchkiſchla=Kaſerne explodierte die
in einem kleinen Pulvermagazin untergebrachte kleine
Mu=
nitionskiſte. Außer einem deutſchen Matroſen wurden
zwei Offiziere und ſechs Sappeure der türkiſchen
Feuer=
wehr und ein ruſſiſcher Matroſe ſchwer verletzt.
* Konſtantinopel, 23. Mai. Von den geſtern
bei dem Kaſernenbrande verunglückten Matroſen
des Kreuzers „Göben” ſind drei heute nacht
ihren Verletzungen erlegen.
* Konſtantinopel, 23. Mai. Die türkiſchen Zeis
tungen äußern ſich ſehr anerkennend über die hel= Haltung der Matroſen des
Panzerkreuzers Göben” bei den Löſcharbeiten
der Kaſerne von Taſchkiſchla. Sie erklären. die Ottomanen
würden das nie vergeſſen, drücken ihr Beileid anläßlich
der Verwundung von 5 Matroſen aus und wünſchen
bal=
digſte Geneſung. Ferner drücken die Journaliſten
ihren Dank für die geſtattete Beſichtigung und ihre
Be=
wunderung für die Vollkommenheit dieſes Schiffes aus.
— „Taswiri Efkiar” bringt Bilder des Schiffes und des
Admirals Souchon und ſchreibt: Dieſer ſchuf ſich durch
ſeine Höflichkeit und ſeine hervorragenden Eigenſchaften
allen Kreiſen, mit denen er in Berührung kam, ein
gu=
tes Andenken. Er ſelbſt werde zweifellos von der
Gaſt=
freundſchaft, die er gefunden habe, angenehm berührt ſein.
Die Rüſtungsmaßnahmen Schwedens.
* Stockholm, 23. Mai. Dem Reichstag iſt
eine Regierungsvorlage, betr. die Reform der Lan=, zugegangen. Danach
um=
faßt die Wehrpflicht die Zeit vom 20. bis zum 42.
Lebens=
jahre, während ſie nach dem gegenwärtigen Geſetz vom
21. bis zum 42. Lebensjahre beſteht. Die Uebungszeit der
Infanterie iſt auf 340 Tage feſtgeſetzt. Die
Kriegsbereit=
ſchaft wird verſtärkt. Reſerveabteilungen werden in
gro=
ßer Ausdehnung organiſiert. Die Flotte wird aus 8
Pan=
zerſchiffen vom Typ des Panzerſchiffes „Sverige” und 16
Torpedobootszerſtörern beſtehen. In Hernoeſond wird
ein Stützpunkt für die Küſtenverteidigung des nördlichen
Schwedens errichtet. Die Geſamtausgaben werden auf
Nummer 141,
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Mai 1914.
Seite 7.
3 Mill. Kronen für die Verteidigung zu Lande und 30
Mil=
lionen für die Verteidigung zur See geſchätzt. In
die=
ſem Jahre ſollen 55 Millionen bezw. 30 Millionen
gefor=
dert werden. Es iſt eine erſtmalige Wehrſteuer auf große
Vermögen geplant, die zirka 75 Millionen einbringen ſoll.
Saſonow über Rußlands auswärtige
Politik.
* Petersburg, 23. Mai. In der Reichsduma
begann heute die Beratung des Budgets des
auswärtigen Amts. Zu Beginn der
Verhandlun=
gen ergriff der Miniſter des Aeußern, Saſonow das
Wort und führte aus: Ehe man in die Erörterung des
Budgets eintrete, wolle er mit Ermächtigung des Kaiſers
in den Grenzen des Möglichen ein Bild von den
Ar=
beiten der ruſſiſchen Diplomatie in der
letz=
ten Zeit zu geben verſuchen. Der Miniſter konſtatierte
mit Befriedigung, daß nach den Erſchütterungen im
Orient eine ruhigere Periode begonnen habe. Man ſpüre
keine Spannung mehr, die begründeten Beſorgniſſen Raum
gebe, obwohl manche Dinge noch zu erörtern blieben. Die
zutage getretene Solidarität der Mächte der Tripel=
Entente habe beträchtlich zu der Löſung der Kriſe
beige=
tragen. Rußland fahre fort, ſeine auswärtige Politik
auf das unerſchütterliche Bündnis mit Frankreich, ebenſo
auf ſeine Freundſchaft mit England zu gründen. 20 Jahre
lang habe das franzöſiſch=ruſſiſchg
Bünd=
nis genug Beweiſe ſeiner Fruchtbarkeit gegeben. Die
Ueberzeugung von ſeiner Notwendigkeit ſei tief in das
Bewußtſein der beiden verbündeten Nationen
eingedrun=
gen. Der Beſuch des Präſidenten Poincaré werde eine
neue Gelegenheit bieten, die Gefühle gegenſeitiger
Herz=
llichkeit zwiſchen Rußland und Frankreich kundzugeben.
In Erinnerung daran, daß die Uebereinſtimmung der
politiſchen Richtung eine weſentliche Bedingung für die
Feſtigkeit und Fruchtbarkeit des Bündniſſes bilde, hielten
ſich die beiden Regierungen in ſtändiger Fühlung zur
Er=
örterung aller ſie intereſſierenden Fragen. Die feſten
Bande gegenſeitiger Freundſchaft zwiſchen Frankreich und
England und andererſeits zwiſchen England und
Ruß=
land hätten eine Erweiterung dieſes Kontaktes und die
Teilnahme Großbritanniens an den Beratungen
ge=
ſtattet, was der Sache des Friedens in einem ernſten
Augenblick ſchon einen wirklichen Dienſt geleiſtet habe.
Das habe Rußland und Frankreich beſtimmt, ihre
Ver=
treter in London zu beauftragen, gemeinſam mit dem
eng=
liſchen Miniſter des Auswärtigen eine Reihe von Fragen
zu erörtern, die ſich auf die endgültige Löſung der jüngſten
Verwickelungen beziehen. Dieſer Geſchäftsmodus habe
einen notoriſchen Vorteil gebracht, indem die
Beſprechun=
gen zwiſchen den Mächten der Tripel=Entente beſchleunigt
und vereinfacht worden ſeien. So ſeien letzthin Gerüchte
von der Umwandlung der Tripel=Entente in ein Bündnis
in Umlauf gekommen. Der Miniſter meint, daß man die
Wichtigkeit dieſer Formfrage übertreibe. Man könne ſich
ein formelles Bündnis vorſtellen das nicht auf eine
wirk=
liche Gemeinſamkeit der Intereſſen gegründet und nicht
von der gegenſeitigen Sympathie der Völker geſtützt werde;
auf der anderen Seite gebe es ganz natürliche politiſche
Gruppierungen der Mächte auf Grund der Einheit der
Zwecke. Im letzteren Falle ſei die ſolidariſche Verfolgung
dieſer Zwecke verbürgt, unabhängig von der Form und der
Ausdehnung der geſchriebenen Konventionen. Das
fran=
zöſiſch=ruſſiſche Bündnis und die engliſch=ruſſiſche
Freund=
ſchaft genügten vollauf dieſer Bedingung, weil beide
fort=
führen, ſich zu befeſtigen und ſich zu entwickeln, indem ſie
dadurch ihre Lebenskraft bewieſen. Der Miniſter glaubt,
die Tripel=Entente die darin die Geſchichte des
Dreibun=
des wiederhole, laſſe jedes Unruhegefühl in bezug auf ſie
verſchwinden, denn gänzlich frei von jedem Angriffsgeiſt
trage ſie lediglich zur Erhaltung des europäiſchen
Gleich=
gewichts bei und ſei immer bereit, mit dem Dreibund
zur Erhaltung des Friedens zuſammenzuarbeiten.
Der Miniſter ſtellte ſodann fgſt, daß die ruſſiſche
Diplo=
matie ſich bemühe, die Beziehungen traditioneller
Freund=
ſchaft mit Deutſchland zu unterhalten. Dieſe alte
Freund=
ſchaft und der Wunſch beider Regierungen, ſie zu erhalten,
hätten dazu beiggtragen, neuerdings gewiſſe Zwiſchenfälle
beizulegen, welche die guten Beziehungen zu
beeinträch=
tigen ſchienen. Leider fänden die Bemühungen der
Re=
gierungen in dieſer Richtung nicht immer die
Unterſtütz=
ung der Preſſe beider Länder, trotz der in Erregung eines
ſchlecht begründeten Alarms liegenden Gefahren. Der
Miniſter ſprach den nachdrücklichen Wunſch aus, daß die
unnütze Polemik der deutſchen und der ruſſiſchen Blätter
aufhören möge, und lud ſie zu einer ruhigeren Erörterung
der Fragen der gegenſeitigen Beziehungen ein, zumal
an=
geſichts des vorſtehenden Abſchluſſes des neuen
Handels=
vertrages der nur Früchte bringen könne, wenn er den
ge=
rrechten Forderungen der vertragſchließenden Teile
ange=
kpaßt ſei. (Beifall rechts.) Um dieſes Ziel zu erreichen, ſei
ges unerläßlich, daß die Verhandlungen ſich in ruhiger
Altmoſphäre vollzögen und nicht geſtört würden von dem
Wärm andauernder Vorwürfe und Verdächtigungen, die
ggegenſeitige Gereiztheit und Mißtrauen ſchüfen.
Saſonow gab ſodann der Uebereinſtimmung der
An=
ſtichten zwiſchen ihm und dem Grafen Berchtold Ausdruck,
Der in ſeiner letzten Rede vor den Delegationen den
freund=
ſchaftlichen Charakter der öſterreichiſch=ungariſchen
Bezieh=
ungen bezeugt habe. Das berechtige zu der Hoffnung,
waß die öſterreichiſche Regierung es nicht zulaſſe, daß die
ſeindſelige Bewegung, die neuerdings unter gewiſſen
ruſſophilen Elementen Galiziens in die Erſcheinung träte
mnd auf die Schaffung von Schwierigkeiten in den an
Rußland angrenzenden Provinzen abziele, die
Beziehun=
eien guter Nachbarſchaft zwiſchen den beiden Ländern ſtöre.
Das Verhältnis zu Italien ſei voll Sympathien. Was
die Orientlage anbetrifft ſo erklärte der Miniſter, den
Schriftſtücken des Orangebuches wenig hinzufügen zu
kön=
men. Man dürfe die noch nicht geheilten Wunden und die
noch nicht beſchwichtigten Leidenſchaften nur mit Vorſicht
berühren. Die Rolle Rußlands ſei Pazifikation, ſeine
Uleberlieferung unparteiiſches Wohlwollen gegen alle
Bal=
kanſtaaten und Unterſtützung eines jeden unter ihnen
natürlich unter der Bedingung gegenſeitiger Aufrichtigkeit
und gegenſeitigen Vertrauens. Es ſei zu hoffen, daß die
Valkanregierungen im Verfolg ihrer Aufgabe friedlicher
Arbeit in den neu erworbenen Gebieten es verſtehen
ler=
nen, daß es zur Angliederung der neuen Gebiete nicht
ge=
nüge, Länder zu erobern, daß man vielmehr die
Zunei=
gung und das Vertrauen der neuen Mitbürger gewinnen
Amüſſe. (Sehr richtig! links.) Das ſei die unerläßliche
Be=
dingung, in gleicher Weiſe für die innere Pazifikation, wie
für die gegenſeitige Annäherung der Balkanſtaaten, die
notwendig ſei, in ihrem eigenen Intereſſe und der
fried=
lichen Entwickelung und Unabhängigkeit auf Grund der
Leeviſe: Der Balkan den Balkanvölkern, einer Deviſe, die
ihmen allen verſtändlich und vertraut ſei. Der Miniſter er=
Swäihnte den jüngſten Beſuch der rumäniſchen
Fürſtlich=
lkeiten in Petersburg und ihren warmherzigen Empfang,
der die aufrichtige Freundſchaft Rußlands gegenüber Ru=
mänien ebenſo wie die Achtung vor ſeinem weiſen Herrſcher
bezeugt habe. (Beifall rechts.)
Die Lage in Albanien.
* Wien, 22. Mai. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Durazzo: Aus Tirana wird berichtet: Ein Teil
der Familie Toptani, die gegen Eſſad Paſcha war, iſt
von Aufſtändiſchen in Tirana umzingelt worden. In
Sukei nördlich von Schiak gab es ſcharfe Kämpfe mit
Auf=
ſtändiſchen. Nach Schiak und Tirana ſind 300 Freiwillige,
vier Maſchinengewehre und zwei Geſchütze unter der
Lei=
tung holländiſcher Offiziere abgegangen, um dort die Ruhe
wiederherzuſtellen.
* Neapel, 23. Mai. Eſſad Paſcha wurde geſtern
im Auftrag des Miniſters des Innern von Legationsrat
Biancheri amtlich vernommen. Biancheri ſchärfte
Eſſad Paſcha ein keine Interviews zu gewähren.
* Wien, 23. Mai. Nach einem Radiotelegramm
des „Szigetvar” haben die Aufſtändiſchen Durazzo
angegriffen.
Vom Balkan.
* Berlin, 22. Mai. Der hieſigen griechiſchen
Geſandtſchaft iſt ein amtlicher Bericht über
die Verfolgungen zugegangen, denen
unge=
achtet der Verſprechungen der türkiſchen Regierung die
griechiſche Bevölkerung in der Türkei und
beſonders in Thrazien ausgeſetzt iſt. In dem Dorfe
Achourkioi ſind fünf griechiſche Einwohner infolge von
Mißhandlungen geſtorben. In dem Dorfe Aghiosma
wurden die beiden Töchter des Landwirts Stefanski mit
ihrer Erzieherin entführt und erſt gegen ein Löſegeld von
zweihundert türkiſchen Pfund freigelaſſen. In
verſchie=
denen Ortſchaften des Bezirkes Kaſſani wurden
insge=
ſamt etwa 60 Notable verhaftet und auf ein Schiff
ge=
bracht, ohne daß man bisher weiß, wohin ſie geſchafft
wurden. Zahlreiche Dörfer des Bezirkes Ypſalla ſind
von den Einwohnern völlig verlaſſen worden, die auf das
Gerücht von einem geplanten Angriff von Schrecken
er=
faßt worden und geflohen waren. In Begendikioi
wur=
den zahlreiche Häuſer niedergebrannt, Kirchen entweiht,
Frauen vergewaltigt und Männer gefoltert, um von ihnen
Geld zu erpreſſen. Aehnliche Nachrichten kommen aus
zahlreichen anderen Ortſchaften, ſogar aus ſolchen, die
ganz nahe bei Konſtantinopel liegen. Die
Auswande=
rung der Griechen aus dieſen Gebieten nimmt daher
immer zu, und Tauſende ſchicken ſich an, ſich nach
Grie=
chenland einzuſchiffen.
* Saloniki, 23. Mai. Die Polizei verbot die
Maſſenauswanderung der Mazedonier
Die Behörden ſind angewieſen, das maſſenhafte
Zuſtrö=
men auswanderungsluſtiger Mohammedaner nach
Salo=
niki zu verhindern.
* Athen, 23. Mai. Die Kammer hat im
Prin=
zip mit 87 gegen 26 Stimmen die Abtretung der
Inſel Saſſenow an Albanien beſchloſſen.
Vermiſchtes.
* Ueber den Umfang des
Zeitungs=
weſens im Deutſchen Reich und anderen Ländern
laſſen ſich genaue Berechnungen nach der Zahl der
gedruck=
ten Exemplare kaum aufſtellen. Einigen Anhalt bieten
aber die Angaben der Poſt über die von ihr vermittelten
Abonnements und Nummern. Nach einer neuen
Aufſtel=
lung von 1912 ſind im Deutſchen Reich über 2300½
Mil=
lionen Zeitungsnummern durch die Poſt bezogen
wor=
den. Sie verteilen ſich auf 44 856 090 Abonnements. Gegen
das Jahr vorher bedeutet dies eine Zunahme vön etwa
78 Millionen Nummern und über 2½ Millionen
Abonne=
ments. Noch vor 10 Jahren betrug die Zahl der
bezoge=
nen Nummern kaum zwei Drittel, nämlich 1364¾
Millio=
nen im Jahre 1902. Das deutſche Poſtzeitungsweſen
übertrifft auch bei weitem ähnliche Einrichtungen in
ande=
ren Ländern, ſoweit Angaben vorliegen. In vielen
Län=
dern beſteht bekanntlich kein beſonderer Poſtzeitungsdienſt.
So kommt es, daß an zweiter Stelle Italien mit 481½
Millionen Exemplaren erſcheint. Es folgt unmittelbar
Rußland mit 474½ Millionen, dann die Schweiz mit 204½
Millionen, Schweden 198, Dänemark 150½, Norwegen 107,
Belgien 101½, Luxemburg 6½. Aus anderen Ländern
lie=
gen keine oder nur unbedeutende Angaben vor. Die
Zah=
len der Abonnements werden außerdem noch mitgeteilt
von Norwegen mit 16 Millionen, ohne die
Zeitungs=
pakete Rußland mit 5½ Millionen und Dänemark mit
5 Millionen.
Literariſches.
* Heſſiſche Chronik. Monatsſchrift für
Fa=
milien= und Ortsgeſchichte in Heſſen und Heſſen=Naſſau.
Begründet von Dr. Herm. Bräuning=Oktavio.
Heraus=
gegeben von Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl. Dritter
Jahrgang. Heft 5, Mai 1914, hat folgenden Inhalt:
Regierungsaſſeſſor Paul Strack: Die Nachfahren des
Prä=
zeptors Johannes Strack in Gießen (1672—1722). Rudolf
Schäfer: Von den Humboldtianern. (Friedrich Gottlieb
Welcker, Karoline Welcker, Karl Ferdinand Schulz.) Dr.
Cätjen: Das Kloſter Haina in Heſſen (Zum 700jährigen
Jubiläum.) Mit zwei Abbildungen. Dr. Wilhelm
Lin=
denſtruth: Die Vorgänge in Großen=Buſeck am 7. und am
8. März 1561, der Anlaß des 15jährigen
Reichskammer=
gerichtsprozeſſes der Ganerben des Buſecker Tals wider
Heſſen, III. Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Ein
inter=
eſſantes Flugblatt aus dem Jahr 1848. Kleine
Mitteilun=
gen: Staatsrat Wilhelm Wilbrand, Seite 158. — Georg
Schäfer †. Bücherſchau: Aus Zeitſchriften. Austauſch.
Auskünfte: Umfragen. Familientage. Der Bezugspreis
beträgt vierteljährlich 1,50 M., jährlich 6 M., Preis des
Einzelheftes 60 Pf. Beſtellungen wolle man richten an
den Verlag, den Herausgeber oder an jede beſſere
Buch=
handlung, durch die auch Probehefte erhältlich ſind.
Ver=
lag der L. C. Wittichſchen Hofbuchdruckerei in Darmſtadt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telege. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 23. Mai. Der Reichsanzeiger veröffentlicht
folgenden aus Wiesbaden vom 14. Mai datierten Erlaß
des Kaiſers an den Reichskanzler: Aus Ihrem
Bericht habe ich mit großer Befriedigung entnommen, daß
zahlreiche Deutſche des In= und Auslandes freiwillige
Beiträge zu den Koſten der Verſtärkung der Wehrmacht
geleiſtet haben. Es iſt mir ein Herzensbedürfnis, allen,
die durch ſolche Beiträge ihren vaterländiſchen Opferſinn
in rühmlicher Weiſe betätigt haben, meine Anerkennung
und meinen Dank auszuſprechen. Dieſer Erlaß iſt zur
öffentlichen Kenntnis zu bringen.
* London, 23. Mai. Zwei Suffragetten
beſchä=
digten eine Kiſte, in der eine Mumie lag, mit der Axt.
* London, 23. Mai. Die Polizei nahm in dem
Zentralbureau der Suffragetten eine
Haus=
ſuchung vor.
* Balfron, 23. Mai. Heute morgen fand der
Wäch=
ter bei einem Rundgang zwei Bomben mit
halbver=
brannter Lunte. Sie waren in die Waſſerleitung,
die vom Katrineſee nach Glasgow führt, gelegt worden.
Die Exploſion hätte halb Glasgow von der
Waſſerver=
ſorgung abſchneiden können. In der Nähe der Fundſtelle
wurden Suffragettenſchriften gefunden.
* Konſtantinopel, 23. Mai. Die Regierung hat der
Kammer 542 Geſetze unterbreitet, die
proviſo=
riſch in Kraft geſetzt wurden, darunter 162 Geſetze
betref=
fend Ergänzungskredite. Für fünfzehn
Vor=
lagen, darunter die Geſetze betreffend die Immobilien,
die Wilajetsverwaltung, die Reviſion der Verfaſſung, die
Verwaltung des Wilajets Adrianopel und das
Militär=
geſetz, beantragt die Regierung dringliche Behandlung.
Die Kammer erkannte mit großer Majorität dieſen
Vor=
lagen Dringlichkeit zu.
* Waſhington, 23. Mai. Die Meldung, daß
eine Bande Mexikaner bei Nacorazi einen
Amerika=
ner deutſcher Abſtammung namens Richaxd
Ur=
ban erſchoſſen habe, wird vom Staatsdepaktement
beſtätigt. Nach einer Blättermeldung aus Tampico
iſt der dortige beutſche Konſul an Bord des Kreuzers
„Dresden” nach Veracruz zu einer Beſprechung mitedem
deutſchen Geſandten von Hintze gefahren.
* Tokio, 23. Mai. Die
Ratifikationsurkun=
den des Schiedsgerichtsvertrages” zwiſchen
den Staaten der Union und dem Kaiſerreich Japan ſind
ausgetauſcht worden.
Enthüllung eines Gedenkſteins auf Helgoland.
* Helgoland, 23. Mai Heute wurde feierlich der
Gedenk=
ſtein zur Erinnerung der Opfer der im Jahre, 1913
bei Helgoland untergegangenen Schiffe
„S. 178‟, „G. 171‟ des Hebefahrzeugs „Unterelbe” und
des Marineluftſchiffes „L. 1‟ enthüllt. Die Feier
begann mit dem Abſchreiten der Ehrenkompagnie durch
den Kommandanten von Helgoland, Admiral
Jacpb=
ſon, und des Kapitäns Fuchs. Die Weiherede hielt P.
Hellwig=Helgoland. Die Muſikkapelle der fünften
Ma=
troſenartillerie ſpielte einen Choral. Die Feſtrede hielt
der Vorſitzende des Rheiniſchen Marinevereins, Simeon=
Aachen, der beſonders des tapferen Aushaltens der Opfer
gedachte. Bürgermeiſter Friedrich=Helgoland übernahm
den Gedenkſtein im Namen der Gemeinde. Prinz
Adal=
bert legte einen Kranz nieder. Aus allen Teilen des
Reiches ſind Kranzſpenden in übergroßer Fülle
einge=
gangen. Die Feier ſchloß mit einem Kaiſerhoch, das von
Admiral Jacobſon ausgebracht wurde.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
* Berlin, 23. Mai. In der heutigen Vormittags=
Ziehung der Preußiſch=ſüdd. Klaſſenlotterie
wurden keine größeren Gewinne gezogen. Je 3000 Mark
fielen auf die Nrn. 13073 34952 39807 41983 47754 53949
57711 71433 72839 94366 93055 101729 107569 120676 123008
126320 130330 132018 132159 142746 144734 146082 153720
161506 166517 178811 180723 194415 195125 204578 212196
216225 217457 218357 224120 225888. — In der.
Nach=
mittags=Ziehung fielen 100000 Mark auf Nr. 9196, 30000
Mark auf Nr. 194921, 15000 Mark auf Nr. 6647, 10000
Mark auf Nr. 2539, 5000 Mark auf Nrn. 11783 13173
193689, 3000 Mark auf Nrn. 1321 10770 11844 13290 27631
28192 39780 45132 50141 56506 67845 69812 76290 77621
78514 78800 79450 79576 88812 95099 95325 104069 134718
141258 143243 149097 153169 168225 173442 177761 190577
198862 214284 223987 und 231137. (Ohne Gewähr.)
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K. N. Der Preis von 1,20 Mark für die Stunde kann
als angemeſſen bezeichnet werden, da er den hier üblichen
Mindeſtſatz von 1 Mark nur wenig überſteigt. Die letzte
Stunde, die nicht abbeſtellt war, muß vergütet werden,
da Sie Ihre Dienſtleiſtung zur Verfügung gehalten haben.
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Familiennachrichten.
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Allen Verwandten und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß unſer lieber Vater,
Schwiegervater und Großvater
(B12681
Herr Karl Schaaf
heute morgen 9 Uhr ganz plötzlich im 71.
Lebens=
jahre ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Valt. Hartmann,
K. Schaaf
und Fr. Schaaf.
Darmſtadt, den 23. Mai 1914.
Die Beerdigung findet am Montag,
nachmit=
tags 4 Uhr, vom Beſſunger Friedhof aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die traurige Mitteilung, daß heute vormittag
meine innigſtgeliebte Frau, unſere gute Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Tante, Schweſter
und Schwägerin
(12694
Frau Marie Emrich
geb. Müller
nach langem Leiden ſanft entſchlafen iſt.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Emrich, Schreinermeiſter,
nebſt Kindern u. Schwiegerſohn.
Darmſtadt, den 23. Mai 1914.
Dieburgerſtr. 18.
Die Beerdigung findet am Montag,
nachmit=
tags 3 Uhr, vom Beſſunger Friedhof aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die überaus zahlreiche und herzliche
Teil=
nahme an dem ſchweren Verluſt meines lieben
Gatten, unſeres Vaters, Schwiegervaters,
Groß=
vaters, Bruders, Schwagers und Onkels (12680
Herrn Rudolf Pauly
ſagen wir unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Rosa Pauly und Kinder.
Darmſtadt, den 23. Mai 1914.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft nach längerem
Leiden unſere liebe, gute
(12693
Lotte
im Alter von 7 Jahren.
Um ſtilles Beileid bitten
Ludwig Abel und Frau,
geb. IIlig.
Darmſtadt, den 23. Mai 1914.
Die Beerdigung findet Montag, den 25. Mai,
nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus
Eckhardt=
ſtraße 15 aus ſtatt.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Bosnia” 18. Mai 5 Uhr 30 Min. nachm.
von Boſton nach Hamburg. „Corcovado” Neu=York=
Levante=Dienſt, 18. Mai nachm. von Odeſſa. „
Ham=
burg” 19. Mai 5 Uhr nachm. von Neu=York über
Gibraltar und Neapel nach Genua. „Preſident Grant”,
von Neu=York kommend, 20. Mai 12 Uhr 30 Min.
morgens Dover paſſiert. „Prinz Oskar” von
Phila=
delphia kommend, 19. Mai 12 Uhr nachts Dover
paſſiert. — Weſtindien, Mexiko: „Niederwald” nach
Weſtindien, 19. Mai Ponta Delgada paſſiert. „
Oden=
wald”, von Weſtindien kommend, 16. Mai 8 Uhr abends
in Havre. — Südamerika, Weſtküſte Amerikas: „
Be=
thania”, von der Weſtküſte Amerikas kommend, 19. Mai
11 Uhr 30 Min. abends in Hamburg. — Oſtaſien:
„Belgravia” 19. Mai in Colombo, heimkehrend. „
Dort=
mund” nach Sibirien, 19. Mai 7 Uhr morgens in
Liver=
pool. „Friſia” 19. Mai in Port Said, ausgehend.
„Preußen” 19. Mai morgens Perim paſſiert, ausgehend.
Sachſen” 19. Mai 3 Uhr morgens Gibraltar paſſiert,
heimkehrend. „Scandia” 19. Mai 6 Uhr abends von
Havre über Bremerhaven nach Hamburg. Segovia”
19. Mai von Sabang nach Penang. „Uckermark”
19. Mai morgens in Singapore, heimkehrend —
Ver=
gnügungsdampfer „Meteor”, fünfte Mittelmeerfahrt,
19. Mai 6 Uhr 30 Min. abends von Oporto.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das feſtländiſche Hochdruckgebiet hat ſich oſtwärts
verlagert, während tiefer Druck von Weſten her
vorge=
drungen iſt, an deſſen Vorderſeite wir geſtern meiſt
wolkiges Wetter mit Gewittererſcheinungen und ſehr
hohen Temperaturen hatten. Unter dem Einfluß des
tiefen Druckes, der ſich oſtwärts weiter ausbreiten
dürfte, haben wir heute wolkiges, etwas kühleres Wetter
und Gewitter zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, den 24. Mai:
Wolkig, leichte Regenfälle, etwas kühler, nordweſtliche
Winde, vielfach Gewitter.
Tageskalender.
Sonntag, 24. Mai.
Großh. Hoftheater. Anfang 7 Uhr, Ende nach 10
Uhr (Ab. D): „Königskinder”
Generalverſammlung der Krankenkaſſe für
Ge=
werbetreibende, Kaufleute und Beamte um 2 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Rennen des Heſſiſchen Reitervereins um 3 Uhr auf
dem Truppenübungsplatz.
11. Internationales Tennis=Turnier auf
dem Sportplatz am Böllenfalltor.
Stiftungsfeier des Krieger= und Militärvereins
Graf v. Haeſeler um 4 Uhr im „Konkordiaſaal”.
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. — Waldfriede um
4 Uhr. — Chauſſeehaus um 8 Uhr. — Rummelbräu um
8 Uhr. — Schützenhof um 8 Uhr. — Café Metropole um
4 und 8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr. — Reſt.
Schweizer=
haus zu Eberſtadt um 4 Uhr.
Tanzkränzchen um 4 Uhr in der „Stadt Pfungſtadt”,
Verſteigerungskalender.
Montag, 25. Mai.
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Druk und Beragt z. 6. Wiliſiſe Soſtuchunſtent,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren,
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
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Herausgegeben von D. Dr. Wilh. Diehl
Dritter Jahrgang:: Heft 5, Mai 1914
Inhalt: Regierungsaſſeſſor Paul Strack: Die Nachfahren des Präzeptors
Johannes Strack in Gießen (1672—1722). — Rudolf Schäfer: Von den
Humboldtianern. (Friedrich Gottlieb Welcker, Karoline Welcker, Karl
Ferdinand Schulz.) — Dr. Gätjen: Das Kloſter Haina in Heſſen. (Zum
700jährigen Jubiläum.) Mit zwei Abbildungen. — Dr. Wilhelm
Lindenſtruth: Die Vorgänge in Großen=Buſeck am 7. und am 8. März
1561, der Anlaß des 15jährigen Reichskammergerichtsprozeſſes der
Ganerben des Buſecker Tals wider Heſſen. — Profeſſor D. Dr. Wilhelm
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Nummer 141.
Darmſtädter Tagblätt, Sonntag, den 24. Mai 1914.
Seite 11.
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Polizeiverordnung
füber den Verkehr mit Laſtautomobilen in den Straßen an der
Hochſchule zu Darmſtadt.
Auf Grund des Artikels 129b der Städteordnung vom 8. Juli
1911 und des § 23 der Bekanntmachung des Bundesrats über die
Regelung des Verkehrs mit Kraftfahrzeugen vom 3. Februar 1910
wird nach Anhören der Stadtverordnetenverſammlung und mit
Ge=
niehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 11. Mai 1914
zu Nr. M. d. J. 8990 verordnet:
§ 1.
Für den durchgehenden Verkehr von Laſtautomobilen
werden geſperrt:
a) die Hochſchulſtraße in ihrer ganzen Länge,
b) die Schloßgartenſtraße von der Ruthsſtraße bis zur
Hoch=
ſchulſtraße,
c) die Arheilger Straße von der Ruthsſtraße bis zur
Schloß=
gartenſtraße,
d) die Pankratiusſtraße von der Ruthsſtraße bis zur
Schloß=
gartenſtraße.
§ 2.
Zuwiderhandlungen werden nach § 366 Ziffer 10 des
Reichs=
ſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu
184 Tagen beſtraft.
§ 3.
Dieſe Polizeiverordnung tritt in Kraft mit dem Tage ihrer
egſtmaligen Verkündigung im Darmſtädter Tagblatt.
Darmſtadt, den 20. Mai 1914.
(12692gim
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Wetreffend: Hundefuhrwerke.
Nach der Bekanntmachung Großh. Kreisamts Darmſtadt vom
Mai 1914, in Nr. 127 des Darmſtädter Tagblatts vom 9. Mai
huben die Beſitzer von Zughunden bis zum 15. Juni ds. Js. die
Erneuerung der polizeilichen Erlaubnisſcheine zu erwirken.
Sämtliche Beſitzer von Hundefuhrwerken werden daher
auf=
fordert, alsbald auf den zuſtändigen Polizeirevieren die amtlichen
Zeugnisformulare abzuholen, demnächſt ihre beſpannten
Hunde=
fuhrwerke einem beamteten oder praktiſchen Tierarzt vorzuführen
und bis ſpäteſtens zum 5. Juni die von dieſen ausgefüllten
Zeug=
niſſſe bei dem zuſtändigen Polizeirevier einzureichen, mit dem Antrag
uuf Erteilung der polizeilichen Erlaubnis zum Fahren mit dem in
dem Zeugnis näher beſchriebenen Hunde. Nur die von den
Re=
vieeren erhältlichen amtlichen Zeugnisformulare haben Gültigkeit.
Darmſtadt, den 18. Mai 1914.
(12553sg
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
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Aeleſen vom Munde, hierdurch der Menſchheit wiedergegeben.
Wohltat für Angehörige. Defekt nicht mehr bemerkbar.
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gewarnt wird; empfohlen durch die oberſte Schulbehörde.
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Die diesjährige Grasſamenernte aus Domanial= und
Staats=
waldungen ſoll unter den üblichen Bedingungen in Submiſſion
ver=
geben werden, und zwar:
1. am 30. Mai d. Js., vorm. 11 Uhr, in Darmſtadt
durch die Großh. Oberförſterei Darmſtadt
für die Oberförſtereien in Starkenburg und Rheinheſſen;
2. am 3. Inni d. Js., vorm. 11 Uhr, in Nidda
durch die Großh. Oberförſterei Nidda
für die Oberförſtereien Bingenheim, Düdelsheim, Eichelsdorf,
Feldkrücken, Grebenhain, Hoch=Weiſel, Konradsdorf, Nidda,
Schiffenberg und Schotten;
3. am 10. Inni d. Js., vorm. 11 Uhr, in Alsfeld
durch die Großh. Oberförſterei Alsfeld
für die Oberförſtereien Alsfeld, Burg=Gemünden, Eudorf,
Grünberg, Homberg, Kirtorf, Nieder=Ohmen, Romrod=Nord,
Romrod=Süd, Storndorf, Ulrichſtein und Wahlen.
Gebote für die Oberförſterei Wahlen ſind für Domanial=
und Staatswald getrennt abzugeben.
Die Bieter erkennen die Submiſſionsbedingungen durch
Ein=
reichung ihrer Gebote als rechtsverbindlich an und ſind 14 Tage an
dieſe gebunden.
Nähere Auskunft erteilen die betreffenden Oberförſtereien.
Schriftliche Gebote ſind — unter Bezeichnung der Oberförſterei und der
Walddiſtrikte mit der Aufſchrift „Grasſamen=Submiſſionsverkauf”
ſpäteſtens bis zu dem den Submiſſionsterminen vorhergehenden Tage
bei den Oberförſtereien Darmſtadt, Nidda oder Alsfeld einzureichen.
Darmſtadt, den 14. Mai 1914.
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Ab=
a) teilung A, wurden folgende
Ein=
träge vollzogen:
Am 14. Mai 1914.
Neu eingetragen die Firma:
Bahnhofshotel Otto
Baumgarten, Darmſtadt.
Inhaber: Otto Baumgarten,
Hotelier in Darmſtadt.
Hotelier Otto Baumgarten
Ehe=
frau, Julie, geborene Dietz, in
Darmſtadt iſt zur Prokuriſtin
be=
ſtellt.
Am 15. Mai 1914.
Hinſichtlich der Firma:
Lorenz Bäcker, Darmſtadt,
Anna Bäcker iſt am 13. Mai 1914
volljährig geworden und ſomit die
Vertretungsbefugnis des Heinrich
Jäckel in Darmſtadt für ſie
er=
loſchen.
Am 19. Mai 1914.
Neu eingetragen die Firma:
Georg Keil,
Elektrotech=
niſches Inſtitut,
Lehrmit=
telanſtalt und
Inſtalla=
tionsgeſchäft, Darmſtadt.
Inhaber: Georg Keil,
Elektro=
techniker in Darmſtadt.
Georg Keil, Elektrotechniker
Ehe=
frau Wilhelmine, geb. Fey, in
Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin
be=
ſtellt.
Hinſichtlich der Firmen:
1. Frommann & Bünte,
Darm=
ſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Kaufmann Otto Bünte in
Darmſtadt übergegangen.
Die Prokura der Georg
Her=
mann Bünte Ehefrau und des
Otto Bünte, Kaufmann in
Darmſtadt, iſt erlöſchen.
2. Heinrich Sonnthal,
Darm=
ſtadt.
Die Prokura des Friedrich
Weimar, Kaufmann in
Darm=
ſtadt, iſt erloſchen.
3. Karl Kämmerling,
Darm=
ſtadt.
Die Niederlaſſung iſt nach
Eberſtadt verlegt. (12673
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Seite 12.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Mai 1914.
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(Nachdruck verboten).
Auch der Herr vom Fiskus äußerte ſich in dieſem
Siinne, nachdem er den Kaufvertrag flüchtig überflogen.
Ja, mein lieber Herr Rasmuſſen, was wollen Sie denn
eiggentlich? Das mit dem Verkauf hat doch ſeine
voll=
lnertige Richtigkeit.
Nein! ſchrie Rasmuſſen, am ganzen Leibe zitternd, auf.
hat’s herausſpioniert, wo der Bahnhof hinkommt, er
ſt ein ganz gemeiner Schuft!
Ein Achſelzucken des Herrn Rats. Es ſchien ſagen
u ſollen: Das geht uns alles nicht an. Und wir haben
net Dir nichts mehr zu erledigen. Und aus Juſtus
Ehren=
bergs Mund ſchwirrte ein höhniſches Lachen als
Beglei=
unig auf. Mit den „Schuſt” überleg' Dir das man noch,
Aasmuſſen. Ich laſſ” es mir ſonſt von Gerichts wegen
teſtier’n, daß ich keiner nich bin. Verſtehſte? Un für
Aber könnte ne Kleinigkeit abfall’n von wegen Beleidi=
Purnig.
Das Auditorium ſchwankte noch, auf weſſen Seite es
iche ſtellen ſollte.
Als Rasmuſſen aber dann im nächſten Augenblick mit
linem wuterfüllten Schrei auf ſeinen Gegner zuſtürzte,
en= Tiſch beiſeite ſchiebend, daß er polternd umſchlug, und
ſie auf ihm ſtehenden Gläſer unter ſich begrub, nahm man
Nlämniglich für Juſtus Ehrenberg Partei.
Ehe der Bauer noch dazu kam, den zurückweichenden
Arager mit den krampfig geballten Fäuſten zu bearbeiten,
Aiſſen ihn drei, vier zurück. Er ſchlug wie raſend um ſich.
nebelt den Hund! ſchrieb Lorenz Baas. Er haut uns
ſe Knochen kaput. Ein wüſter Lärm füllte den Raum.
Der Regierungsrat und ſeine Begleiter riſſen ihre Ak=
An an ſich und drückten ſich kopſichüttelnd gegen die
Wand. Sie waren davon überzeugt, ſo etwas noch nicht
erlebt zu haben.
Nach wenigen Minuten hatte man Timm Rasmuſſen
überwältigt und zu Boden gerungen. Dort lag er nun
ſtöhnend. Die Augen quollen ihm blutunterlaufen aus
den Höhlen, und vor ſeinem Mund ſtand Schaum. Laßt
mich los! brüllte er wie raſend. Los, ſage ich! Los!
Schmeißt ihn raus! kommandierete Ehrenberg aus
dem Hintergrunde. Faß an, Baas, Du kriegſt ’n Schnaps!
Im nächſten Augenblick fühlte ſich Timm Rasmuſſen
von einem halben Dutzend gewalttätiger Arme in die
Höhe gehoben und unter dem wüſten Geſchrei eines ſich
um ihn drängenden Haufens zur Tür geſchleppt. Seine
Stimme, die noch einmal zu wahnſinnig=wildem
Ein=
ſpruch aufflammen wollte, verrann in einem gurgelnden
Stöhnen. Und über ſeine Sinne legte ſich etwas wie
bleiernde Betäubung.
Als er ihrer wieder Herr ward, ſah er ſich allein im
Straßenſtaube vor Juſtus Ehrenbergs Tür.
Er ſprang jach in die Höhe, ſtieß beide Fäuſte vor
und knirſchte in ohnmächtiger, maßloſer Wut: Warte, Du
verflu . .. Hund! Das „.. das . . . . Du . . . Du
. . . Warte . . . war . . .
Er ſpie gegen die Tür. Das Waſſer trat in ſeine
bren=
nenden Augen und miſchte ſich mit dem Blut, das ihm
aus der Naſe quoll.
Taumelnd wandte er ſich ab und wankte wie ein
Trunkener heim.
Sie haſteten beide dicht nebeneinander die Treppen
zum Fernbahnſteig des Bahnhofs Friedrichſtraße hinan:
die junge Dame im ſilbergrauen Reiſemantel, das juchtene
Handtäſchchen in der Linken, elegant, geſchmeidig, ſchic
und graziös in jeder Bewegung, und der etpas gebückt
gehende junge Mann mit dem bleichen, vergeiſtigten Ge=
ſich uns der brenende deiſten ügen, hie
bareſton=
der Notiz zu nehmen.
An der Sperre überließ er ihr den Vortritt und hatte
während der nächſten Minute Gelegenheit, ſie flüchtig zu
muſtern. Blitzartig kam ihm die Erinnerung an einen
Spaziergang vor faſt ſechs Jahren, als er einem blonden
Mädle mit angſtverzerrtem Geſicht und ſtieren,
weitgeöff=
neten Augen dicht am Trebnitzer Park, hart vor einem
An=
prall gegen das Wildgatter, den mit dem Dogcart
durch=
gegangenen Gaul zum Stehen gebracht hatte . . . Ganz
ſicher: das junge Mädchen vor ihm war Erika von
Lind=
ſtedt.
Sie ging ſchon den Bahnſteig hinab, ſah nach der
Uhr und wandte ſich kurz vor der Auslage eines
Zei=
tungshändlers wieder um. Unwillkürlich blieb ſie hart
ſtehen und heftete ihre Augen auf das Geſicht des ihr
lang=
ſam entgegenkommenden jungen Mannes. Ihre
Gedan=
ken ſprangen haſtig in die Vergangenheit, ſuchten ſich
zu=
recht und wußten nun ohne allen Zweifel: Das dort iſt
Jürgen Rasmuſſen.
Er trat zur Seite und wollte an ihr vorüber. Aber
ſie ließ es nicht dazu kommen. Sie ſtreckte ihm lächelnd
die Hand hin und rief: Das nenne ich ſtolz ſein, mein
Herr Lebensretter. Oder kennen Sie die kleine Lindſtedt
wirklich nicht mehr?
Ich habe nicht vergeſſen, gnädiges Fräulein,
entgeg=
nete er etwas ſchwerfällig, während über ſein Geſicht ein,
verbindlicher Zug glitt.
Und doch beabſichtigten Sie eben, mich einfach zu
ſchneiden? tadelte ſie ſchmollend. Das iſt gar nicht nett
von Ihnen, Herr Rasmuſſen. . . . Und eine Entgegnung
von ihm nicht abwartend, plauderte ſie ſo friſch und
na=
türlich weiter, als hätte ſie einen lieben, alten Bekannten
wieder getroffen. Ich kann mich noch ganz deutlich
er=
innern, obwohl unſer letztes Zuſammentreffen nun ſchon
fünf Jahre zurückliegt.
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, 2
infolge des lärmenden Heranbrauſens des Zuges erheben
mußte, um ſich ihr noch verſtändlich zu machen. Sie
ha=
ben entſchieden Pech, gnädiges Fräulein. Der erwartete
zangenehme Reiſegefährte” muß Ihnen zu ſeinem
Be=
dauern ſagen, daß er die vierte Wagenklaſſe benutzt.
Sie ſah ihn ganz entſetzt an. Im erſten Augenblick
glaubte ſie an einen Scherz. Aber als er ſich dann
ver=
abſchiedend verbeugte, war ſie von der Wahrheit ſeiner
Mitteilung überzeugt. Sie kam kaum noch dazu, ihm ein
flüchtiges „Auf Wiederſehen!” zuzurufen, da der
fau=
chende Train bereits hielt und die Schaffner ihr „
Friedrich=
ſtraße, eine Minute!” riefen. Jürgen Rasmuſſen war
ſchon im Menſchenſtrom untergetaucht, und ſie mußte ſich
in haſtender Eile nach einem Abteil umſehen.
Als ſie glücklich in den Polſtern ſaß, wirklich wieder
allein, fuhr der Zug ſchon an. Sie begann darüber
nach=
zudenken, warum Jürgen Rasmuſſen wohl vierter Klaſſe
fahre, und ärgerte ſich über ihn. Das war doch nur ein
Beförderungsmittel für Leute niederen Standes. . . . Und
er war doch Student . . . . Tat er es nur, um ihrer
Ge=
ſellſchaft zu entgehen? Sehr erfreut ſchien er über das
Zuſammentreffen mit ihr ſo wie ſo nicht geweſen .
Nun, ſie würde auch ohne ihn die beiden letzten Stunden
herumkriegen. Mochte er fahren! Sie nahm ſich vor,
überhaupt nicht mehr an ihn zu denken. Und als ſie ſich
nun zurücklehnte, warf ſie die Lippen geringſchätzig auf,
und über ihrer Naſenwurzel ſtand eine tiefe Falte der
Mißſtimmung.
Der verhaltene Trotz gab Erika Lindſtedts
feinge=
ſchnittenem Geſicht einen eigenen Reiz. Und wohl
man=
cher hätte ſich glücklich geſchätzt, ihr gegenüber ſitzen zu
dürfen, um der ſo ungern allein reiſenden jungen Dame
ein unterhaltſamer Reiſegefährte zu ſein.
Jürgen Rasmuſſen dachte kaum noch an ſie. Er hatte
in dem mäßig beſetzten Wagen einen Platz am Fenſter ge=
ſunden und der Bruſtaſche ſeines nicht mehr neuen Rockes
einen ziemlich umfangreichen Packen engbeſchriebenen
Blätter entnommen, in deren Inhalt er ſich vertiefte.
Eine ganze Weile las er, ohne aufzuſehen. Endlich
ließ er die Bogen mit einer müden Bewegung ſinken und
ſtarrte, die Stirn gefurcht und die Lippen herb geſchloſſen
durch das gegenüberliegende Fenſter in den regengrauen
Maitag. Das war auch ſo einer wie er. Am Morgen
chend, ſonnenfroh, als gäbe es nur erfüllungsgewiſſe
Hoff=
nungen auf der Welt. Und nun ſchon trübe, matt in Licht
und Farbe, keines Lächelns mehr fähig.
War es anders, wenn er ſich und ſein Leben beſahe
Ach, wohl kaum! Die rechte Sonne hatte ihm ſchon von
jeher gefehlt. Er dachte ſeiner Jugend daheim. Ganz
froh, ganz glücklich war er ihrer nie geworden. Immel
hatte es wie ein unerklärlicher Druck auf ihr gelaſtet, wal
ein Schatten über ſie hingedunkelt, der ſich nicht wegwiſchen
ließ. Der Vater . . . . Ja, von ihm ging der Schatten
aus. Nie hatte ihm von ſeinen Lippen ein freundliches
Wort gegolten, nie war ein freundlicher Blick aus ſeinen
Augen gekommen. Warum nur?
Dann die Ferne, die Fremde mit ihrem ſtändigen
Antrieb, mit ihrem fordernden, gebieteriſchen „Lerne,
ſtrebe, eile Dich, damit Du Dein Ziel erreichſt!‟ Er hatte
ſich treiben laſſen, ohne recht zu wiſſen, warum, umenün
plötzlich, nicht mehr fern vom Ziel, einen anderen Weg
einzuſchlagen, damit zum erſten Male im Leben ein reines,
ſtarkes Frohgefühl empfindend, das nun auch ſchon wieder
im Sterben lag. Denn die Hinderniſſe auf dieſem Wege
waren zu ſchier unüberwindbaren geworden.
Das war ſein Leben: ein einziges Unbefriedigtſein
ein ſtändiges Suchen nach Klarheit. War er ein
Schwäch=
ling oder einer, der das Leben nicht verſtand? Oder
ver=
ſtand ihn das Leben nicht!
(Fortſetzung folgta
Billigste
Sechs, gnädiges Fräulein, berichtigte Jürgen.
Sie dachte einen Augenblick nach und ſuhr dann
leb=
haft fort: Sie haben recht. Ich war damals zwölf Jahre
alt . . . . Die Situation, in der ich mich befand, hätte böfe
auslaufen können, wenn Sie mich nicht vor dem
Schlimm=
ſten bewahrt hätten. Wiſſen Sie noch, wie ich
hochaufge=
richtet im Dogcart ſtand, ſchrie und Sie in meiner
Auf=
regung „Du” nannte?
Jürgen nickte. Ich weiß noch alles ſehr genau.
Es war ein Erlebnis, das einem unvergeßlich bleibt.
Seitdem haben wir uns kaum geſehen. Sie waren wohl
ſelten zu Hauſe. Ich komme von Genf, aus der ſchrecklichen
Penſion, und freue mich unbeſchreiblich, in wenigen
Stun=
den in Trebnitz zu ſein. Und Sie? Sie ſah ihn fragend
an und wußte nicht ſo recht, was ſie aus ſeinem unentwegt
ernſt bleibenden Geſicht machen ſollte.
Ich habe das gleiche Ziel, erwiderte er kurz.
Das iſt nett, freute ſie ſich. Da können wir die
lang=
weilige Bahnfahrt ſchön verplaudern. Es iſt abſcheulich,
wenn man ſo ſtill in einer Ecke ſitzen und mit ſeinen
Ge=
danken Fangeball ſpielen muß . . . . Von Baſel bis=
Frankfurt ging es mir ſo. Ich bin vor lauter Langeweile
beinahe geſtorben . . . Nachher geſellte ſich mir ein
jun=
ges Ehepaar zu. Ich hoffte, daß ich nun Entſchädigung
finden würde Leider, leider! Die beiden erzählten
nur immerfort von ihrer Hochzeitsreiſe und beachteten
mich kaum. Es iſt wirklich nett, daß ich nun wenigſtens
für den letzten kleinen Reſt der ewig langen Fahrt einen
angenehmen Reiſegefährten gefunden habe. Wie vom
Schickſal herangeweht . . . . Sehen Sie, da fährt unſer
Zug ſchon ein.
Jürgen lächelte. Es war das erſte Lächeln, das ſie
während ihres Zuſammenſeins auf ſeinem Geſicht
beob=
achtete. Ein ganz eigentümliches Lächeln. Es deuchte ſie
faſt ein ſpöttiſches. So klang auch ſeine Stimme, die er
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[ ← ][ ][ → ]Vertreter: Haas & Bernhard, Darmstadt, Rheinstr.
Turnen, Spiele und Sport.
Der Sport des Sonntags.
sr. Im Rennſport beginnt jetzt die Hochſaiſon. Schlag
auf Schlag folgen ſowohl auf der Hindernisbahn wie auf
der Flachen die großen Ereigniſſe und eine Senſation
jagt die andere, bis die Anſpannung aller Kräfte mit dem
Derby ihren Höhepunkt erreicht. Am Sonntag und
Mon=
tag gehen die beiden Schlußtage des erſten Frühjahrs=
Meetings in Hoppegarten vor ſich. Den Mittelpunkt bildet
am Sonntag der Jubiläums=Preis. Durch die Begegnung
des Derbyfavoriten Ariel mit dem Hanielſchen Paare
Ter=
minus und Talmie ſowie dem Graditzer Cyanit erhält
das 30000 Mark=Rennen einen beſonderen Reiz. Die
Pferde des Freiherrn von Oppenheim befinden ſich
ſämt=
lich in ſo guter Kondition, daß mit einem Siege von Ariel
ſtark zu rechnen iſt. In den übrigen Rennen iſt auf die
Chancen von Rübezahl, Trumpf=Aß, Nebelkappe,
Tria=
rion, Royal Blne und Pfalzgraf hinzuweiſen. — Am
Montag bildet das Fels=Rennen die wertvollſte
Entſchei=
dung. Auch hier ſollte der durch Royal Blue und Odaliske
vertretene Stall Oppenheim ein ernſtes Wort mitſprechen.
Neben Hoppegarten müſſen die Meetings im Reiche an
Bedeutung zurücktreten In Wiesbaden ſollte
Cam=
bronne, wenn er ſich bereits am Platze befindet, das
Frankfurter Handikap gegen Induſtrie und Predictor
ge=
winnen. — Weitere Rennen finden in Leipzig, München,
Königsberg i. Pr. Burgſteinfurth, Militſch, Mfilheim=
Ouisburg, Poſen, Quedlinburg, Saarbrücken, Schleswig=
Lönigswill und Soldin ſtatt. In Paris ſind die beiden
Brix La Rochette, zwei 30000 Francs=Rennen für
drei=
jährige Hengſte und Stuten, zu nennen.
Im Radſport kommen die Amateure im
deutſchen Stadion zu Worte. Der Gau XX des Deutſchen
Padfahrer=Bundes veranſtaltet neben anderen
Bahn=
tennen die 50 Kilometer=Meiſterſchaft von Berlin.
Neben=
her laufen internationale Amateurringkämpfe, an denen
ſich Ringer aus Deutſchland, Schweden und Dänemark
beteiligen. Auch auf der kleinen Treptower Bahn begegnet
ſich eine Reihe guter Dauerfahrer wie Demke, Dickentman,
Ahomas. Ryſer, Schulze und Timmermann in einem
Tauerrennen „Die Hundert” genannt. Für den Großen
Smbiläums=Preis in Köln, über 100 Kilometer, wurden
Saaldow. Stellbrink, Günther und Miquel verpflichtet. In
Enfurt beſtreiten Janke, Shepherd, Leviennois und Weiß
das Goldene Rad Sonſt ſind noch die Radrennen in
Wörtmund und Paris zu nennen. Ein weiteres Rennen
n Bedeutung iſt der Große Straßenpreis von Sachſen.
Für die 252 Kilometer lange Fernfahrt befinden ſich Start
lind Ziel in Leipzig. Die jetzt ihrem Ende
entgegen=
ichende Fußballſaiſon bringt den Städtekampf
bamburg-Leipzig in Hamburg. Ein neues Stadion wird
n Amſterdam eingeweiht. Unter den Teilnehmern der
leichtathletiſchen Wettkämpfe befinden ſich Buchgeiſter (S.C.
Uearlottenburg) und verſchiedene weſtdeutſche
Svorts=
ſeuzte. Ferner iſt das internationale leichtathletiſche
Ahleeting in München zu nennen. Der Schwimmklub
Läpſia” veranſtaltet in der „Bugra” in Leipzig ein
grionales Schwimmfeſt.
Mierurſchen
— Organiſation und Buchführung in
Inſtallationsgeſchäften. Von Otto Schinze.
Preis geb. 3,60 Mk. (Leipzig, Dr. Max Jänecke,
Verlags=
buchhandlung.) Der Verfaſſer des Leitfadens ein in der
Praxis ſtehender Kaufmann, hat hier ſeine reichen
Erfah=
rungen überſichtlich, kurz und leichtverſtändlich
niederge=
ſchrieben. Ec läßt keinen Zweig, der für
Inſtallations=
geſchäfte in Frage kommt, unberückſichtigt und in den
Ab=
ſchnitten Dezentraliſation, Abteilung= und Unkoſten=
Kon=
ten, Lager, Werkſtatt, Inſtallationsabteilung,
Lieferungs=
ableilung. Laden, Buchhaltung, Baubureaus für
Ueber=
landzentralen, Statiſtik, Arbeitsſyſtem und Verſchiedenes
iſt alles behandelt was auf dieſem Gebiete in Frage
kommt. Zu den Vorzügen des Inhalts geſellen ſich eine
anſprechende Ausſtattung und ein billiger Preis, ſo daß
das Buch nur empfohlen werden kann.
— Hilfe in Zahlungsſchwierigkeiten.
Unter dieſem Titel erſchien ſoeben von Dr. jur. Karlemeyer,
dem Verfaſſer des großen Handbuches (320 Seiten) für
das geſamte Mahn= und Klageweſen bei der
Verlags=
anſtalt Emil Abigt. Wiesbaden 35, ein praktiſches
Hilfs=
buch. Es koſtet 4,80 Mk. und enthält alle Ratſchläge, die
hier in Frage kommen, alle geſetzlichen Mittel und warnt.
vor den untauglichen. Das Buch weiſt nach, welche
Geld=
quellen erſchloſſen werden können und wie, welches die
Machenſchaften der Darlehensſchwindler ſind, die noch die
Notlage ausbeuten und wie man ſich gut Kredit beſchaffen
kann. Ferner wird dargelegt, wie man Zahlungsaufſchub
erlangt, ſich vergleicht und dem Konkurs entgehen kann,
mit allen Formularen und geſetzlichen Beſtimmungen.
— Das Eröffnungsheft des ſiebenten Bandes der als
einziges Organ für politiſche Forſchung in Deutſchland
weitbekannten Zeitſchrift für Politik (Berlin,
Karl Heymanns Verlag) enthält wiederum eine Fülle
von Beiträgen, die nicht nur jeden Staatsmann und
pub=
liziſtiſch arbeitenden Gelehrten ſondern auch für jeden
politiſch Intereſſierten — und welcher Denkende wäre das
heute nicht? — höchſt leſenswert ſind Das Heft wird
ein=
geleitet durch eine ausführliche Dakſtellung der Methoden
der franzöſiſchen Politik bei der Erwerbung Tuneſiens von
Dr Hans Plehn. London. Hierauf behandelt Profeſſor
Wilhelm Hasbach aus eigener im Lande gewonnener
Kenntnis heraus die neuere Verfaſſungsentwickelung in
den Vereiniglen Staaten. Ueber „Ständetum und
Kon=
ſtitutionalismus” ſpricht Prof. Konrad Bornhak; übec
„Die Städtepolitik der weſteuropäiſchen Staaten und ihre
geſchichtlichen Grundlagen” der Barmer Beigeordnete
Markull. Mehr die Fachgelehrten geht an der Aufſatz von
Privatdozent Dr. Karl Kormann: „Die Landeshoheit in
ihrem Verhältnis zur Reichsgewalt” und die ausführliche
Darſtellung von Dr. Arved London: „Die
Selbſtverwal=
tung in Frankreich” ꝛc. ꝛc. Von beſonderer Reichhaltigkeit
iſt wie ſtets der Rezenſionenteil, der eine Reihe von
Be=
ſprechungen bringt, die völlig Form und Umfang
ſelbſt=
ſtändiger Artikel haben.
— Tafeln und Tabellen zum ſchnellen
Beſtim=
men von Querſchnitt, Spannungs= reſp. Leiſtungsverluſte,
Gewicht, Abmeſſungen. Widerſtand und zuläſſiger
Be=
laſtung elektriſcher Leitungen. Von Theodor Vaillant.
Ausgabe A für 110 Volt, Ausgabe B für 220 Volt. Preis
geb. je 1,20 Mk. (Leipzig. Dr. Max Jänecke,
Verlagsbuch=
handlung), Für den projektierenden Ingenieur, der ſchnell
eime elektriſche Leitungsanlage zu berechnen hat ſowie für
die, die eine derartige Anlage prüfen müſſen, alſo für alle
diejenigen, die mit elektriſchen Leitungsberechnungen zu
tun haben, bieten die vorliegenden Tafeln und Tabellen
ein viel Zeit und Mühe erſparendes Hilfsmittel. Das
prakliſche handliche Taſchenbuch kann allen Intereſſenten
nur empfohlen werden.
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Vömel, Darmſtadt, Darmſtraße 69. 10. 9. 13.
Seite 15.
Gewinnanszug
der
4. Drenßiſch-Süddentſchen
(230. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
5. Klaſſe 12. Ziehungstag 22. Mai 1914
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Nachdruck verboten)
(öhme Gewähr 1. St.l. f. 30)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
10 Gewinne zu 5000 Mk. 50300 179569 205400 216957
228997
70 Gewinne zu 3000 Mk. 3894 4881 8761 11461
13496 13632 14791 34608 46777 47427 50666 55198
79915 85110 92207 93022 95245 100082 107562
112854 120955 125358 136349 147667 150626 152673
156643 157453 159192 174469 177754 193514 208360
220382 228044
150 Gewinne zu 1000 Mk. 2560 10566 22034 24745
26895 26992 28828 34295 37452 47709 48053 48977
49850 56408 58718 59372 60447 61538 63319 67661
72693 73509 74739 74888 76243 80637 82547 83931
88383 88832 89611 90332 93221 94875 100392 102083
102373 106683 111026 114751 114774 114868 117384
119653 129988 140768 142186 143439 143846 146692
147037 149256 150808 151461 158863 159857 163019
167364 173561 174294 161235 183683 186964 188001
191847 193663 196226 197785 202120 205272 214004
215305 224029 224797 227618
204 Gewinne zu 500 Mk. 548 2604 8144 8547
8696 8892 9710 10735 11608 12896 13013 15053
18282 20318 22667 23910 27066 28786 31198 32004
33671 33739 34555 39984 42029 42596 43449 44208
45066 47371 48526 50388 53308 56088 56251 59371
61154 63545 65261 65530 67414 68701 70480 72697
73376 77464 78197 79492 81678 87499 88554 90627
92784 95359 98035 102972 103552 103618 112638
113472 113600 115134 115256 115988 125449 126379
132414 136952 137315 137317 137716 138608 151872
152893 154731. 158392 164041 169047 171286 171727
176977 179506 184287 185189 187469 193595 194706
196906 198274 199236 199351 208381 208762 210476
210831 211767 213126 213253 215092 216615 216430
221252.
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 5000 Mk. 74753 2187301
84 Gewinne zu 3000 Mk. 2511 4401 23926 25466
26231 26660 30374 32978 37342 38582 41041 52267
54099 61980 63295 63465 71964 73940 79536 81665
89105 91881 95463 102907 106051 113998 117451
132501 140879 154927 155632 165938 175574 179263
165257 186219 198203 198585 199659 229557 230868
231785
154 Gewinne zu 1000 Mk. 749 2617 2704 7612
8427 10986 12279 12534 15037 19409 28958 29648
39469 45909 48714 58005 59441 62293 63816 70337
73221 78857 79863 80721 82750 82859 84431 85857
92499 98269 100065 102831 105395 106261 107502
109603 109992 116223 117685 133507 134018 135382
138235 139348 140499 141758 144832 145708 145727
146729 148938 150633 152002 154996 155458 158517
159115 162072 163242 170113 173498 175036 175939
182545 182704 182904 197627 200917 203308 207003
209370 217314 219877 221861 229933 230297 238487i
182 Gewinne zu 500 Mk. 1361 10006 10311 10358
11430 12147 13492 16215 18103 18548 22996 26386
27668 31855 32267 35068 38273 39432 39551 39892.
50105 52458 53933 54238 59510 61708 63875 65090,
65951 80607 82719 90898 94311 95570 99520 105442
106264 107411 108672 108995 112063 112702 114907
118199 119390 121729 122996 123338 132874 136714
187656 139399 140110 143783 148727 149345 150396
151085 155740 156831 158381 159477 159842 166712
168254 168404 172587 172976 173648 175209 175649
176416 177035 183501 186961 188006 191328 191366
195809 197458 205359 207551 211038 214585 218192
220900 221128 221568 229384 231651 233516
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[ ← ][ ][ → ]Nr. 141.
Sonntag, 24. Mal.
1914.
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Briehinkels Sunndags=
Noochmitdags=Bedrachtunge.
Der Schtudent, wo ſei Schulde immer ſo pinktlich net
be=
zahlt hott un ich. — Wege Maſſeadrang vun Stoff gibt’s
laa Gedicht. — Wos alles los war. — Die Flugwoch.
E Flugmaſchin is laa Kanohn. — Die Stramblern als
Retterin in der Nod. — Die Notlandung, mei Staarösche
un der Mann vum Ordnungsausſchuß. — Eigange,
awwer grindlich.
Ich hab emol en Schtudend gekennt, wann der vun
ſeim alte Herr ſein Monatswexel geſchickt hot krickt, dann
hot er net gleich e Dutt gemacht un hott’s ganze
Gäärſchtche, verpulwert, ſundern ganz im Gegedaal. e
war ſehr ordnungsliewend un hott ſich genau beſunne,
wem daß er als Geld ſchuldich is, un hott Hoifcher
ge=
macht un hott geſagt: So, alſo deß krickt die Loſchiefraa,
deß krickt de Schuſter, deß krickt de Schneider un deß
krickt der un deß krickt der — no, un wos bleibt do
mir? — Ach wos, ’s krickt kaaner wos! Un domit hott
er mit ere hereroiſche Handbewegung de ganze Kitt
widder eigeſtriche..
An den Schtudend hab ich denke miſſe, wie ich mer
iwwerlegt hab, uff wen mer die Woch e Gedicht mache
kennt. Nemlich mir Reſſedenzler hawwe die vergange
Woch ſo viel erlebt un mitgemacht un eigewaaſcht, daß
es ſicherlich for gut dreiverdel Johr gelangt hett, wann
mer nor e klaa bische ſchbarſamerer mit gehauſt hette.
Awwer na, wie mir in Darmſtadt emol ſin, wann mir
e bische wos druff hawwe, noochher werd net ehnder
geruht, bis de ganze Kram verbuddert is; genau wie
die klaane Kinner, wann die e Dutt voll Guzel odder
Bawweljodde hawwe, dann werd aach net eher geruht,
bis ’s all vernaſcht is, noochher ſchtehn ſe da un lutſche an
de Finger. — Nemlich kaum daß mer des Rote Kreizfeſt
glicklich iwwerſtanne hatte, do hott aach ſchun widder am
Freidag die Flugwoch eigeſetzt, am Samstag war
Kinſtler=
kolonieausſtellungeiweihung, am Sunndagmorjend Brinz
Heinrichflug, am Sunndagawend Kain un Abel=
Bre=
miehre, am Mondag Weingartners
Schennerahlmuſick=
diräkdersernennung un daß er hierher ziggt, un am
Dinnſtag Retroſchbäckdiefe
Johrhunnerdsausſtellungereff=
nung im Schloß. — Wos weern mir valleicht ’s nechſte
Friehjohr ſo froh, wann mer noch e bische was dodevo
e eeen
un zuggeln uns an de Finger.
Daß ich awwer iwwer den ganze Kram net uff amol
e Gedicht mache kann, deß werrn Se eiſehe; ich bin doch
kaa Bellachinie, daß mer’s gaſach aus em Aermel ſchiddelt.
Oh, Kondrollehr, im Gegedaal, wann mer ſich heit noch
dorch die diferſe Feſtlichkeite dorchworſchtele will, dann
muß mer ſchun de geborene Schärrlock Hollmäß ſei, un
ſelbſt do hellt’s aam ſchwer. Deſſentwege will ich aach
ganz redroſchbäckdiefiſch zu Werk geh un bedräffs der
Veraſtaltunge ganz vorne vum allerforderſte A’fang a
vun vorne afange.
Alſo: Die Flugwoch. Do kenne mer vun Glick ſage,
daß die for’s gewehnliche Bubligumm bloß knabbs zwaa
un en vertels Dag gedauert hott, ſunſt weer noch die ganz
Reſſedenz aus em Gerick kumme. Awwer dadellos
funk=
zioniert hott ſe, die Flugwoch. No freilich, ſie hawwe jo
gach e ſchee Baddie Ausſchiß dazu verbraucht.
Wenig=
ſtens nooch dene Leit zu urdaale, die wo do allmitnanner
ſo en bundige Selſtbinder um de Rockärmel hatte. Do
hott mer weiße geſehe, un griene, un rote, un gelwe, un
weil die Farwe net all gelangt hawwe, hawwe ſe ſe noch
emol mitnanner muldibliziert un difidiert, un uff die
Art hawwe ſe als widder e nei Farwezuſammeſtellung
eraus krickt for en friſche Ausſchuß. No, un deß hott
werklich großardich ausgeſehe, wann die Leit mit dene
farwiche Selbſtarmbinder uff em Grieſemer rumgange ſin,
odder ſie ſin im Audomobill uff de Schoſſee hie un her
gefahrn. Freilich ’s Wetter hett aach e biſſelche
freund=
licher ausſehe derfe, awwer der Ooſebarromeder hott mit
konſtanzer Boßheit als uff em vorderſte Fau vum
Ver=
änderlich geſtanne, als wann er druff abonnemiert weer.
Nadierlich ſin dodorch verſchiedene Leit net uff ihr
Rech=
nung kumme, indem ſie in ihre fußfreie Schillerhemder un
in ihre angkehrmeßige Friehjohrsklaadcher mordsmeßig
gefrorn hawwe; annerſeiz ſin dodorch aach widder die
Wert net uff ihr Koſte kumme, un wann gach hie un do ſo
en Zuſchauer mit Dodesverachtung en Becher Bier in ſich
enei geſchidd hott. als wie wann’s Kammilletee weer, ſo
hott doch die Muſick ihr Konzert vor leere Diſch un Stiehr
veraſtalt, un ’s Bubligumm is uff de Flugzuſchauerplätz
hie un her gedabbt. Annern hawwe ſich aach widder ohne
Regeſcherm uff de Flugplatz gewagt, weil ſe gedenkt
hawwe, wann verzich Flugzeig uff amol mit Haut un
Hoor iwwern Grieſemer erumflieje, dann derf’s regene
wies will, do is mer ſo gut wie unner me Mackſcherm.
Awwer diejeniche, wo ſo unvorſichdich geweſe ſin, die ſin
am Flugſamſtagmitdag eklich eigange, indem do ſo
ſchluck=
ſeſiefe immer blos aaner in die Luft enuff is, heechſten
Falls zwaa; no, un do hott’s ſelbſtverſtendlich
dorchge=
regend. — Aach is driwwer reſſeniert woorn, weil’s am
Samsdag ſchtatts um drei erſt um fimf losgange is mit
dem Fliege. Nadierlich war do aach die ſaumiſſerawel
e
Menſche vun Zuſchauer kenne deß nadierlich net eiſehe, un
wann ich perſönlich aach noch ſo wenig vun de
Flug=
madderihe verſteh, ſoviel waaß ich awwer doch, daß mer
bei „Veränderlich” net flieje kann. E’ Flugmaſchien is
doch ſchließlich kaa Kanohn, daß mer eifach kommandiert:
Ganzes Baddaljohn maſch! un noochher geht’s los un
wann’s Stiwwelknecht rejend. Deſſentwege glaab ich
aach, daß die Elektriſch immer noch ihr Zukunft hott
gegen=
iwer vun de Flugmaſchiene, un wann’s gach valleicht
bische langſamer geht, dodefor geht’s aach ſicherer.
Aller=
dings vorausgeſetzt, daß ſe Schtrom hott, ſunſt is es aach
Eſſig. Awwer ſelbſt wann ihr mol de Schtrom ausgeht,
wie die vorvorich Woch, dann ſin mer immer noch net
ge=
britſcht indem daß mer jo dann immer noch die
Stramb’=
lern in Päddo hawwe, die wo die Elektriſch fortſchuwe
kann.
Ja. die Stramblern! Deß verläſterte, verſchboddede
un in den Schtaub gezogene Mädche vor alles, deß hott
ſich neilich, als die Elektriſch ohne Schtrom uff de Gaß
gelege hott, wie e gemeht Krotf, do hott ſich die
Stramb=
lern widder mol glenzend bewährt. Un erſt an de
Flug=
däg. Do hott ſe die reinſte Orchideje gefeiert for lauter
Fraad, daß mer immer noch uff ſie algewieſe ſin, un ſtolz
wie e Schbannjern is ſe uff de Grieſemer Schoſſee
rum=
gegondelt, un wann ſe gach kaan Selbſtbinder um de
Arm hatt, ſo hott ſe ſich doch net ſchlecht geſchbannt. Ja,
am Sunndagmorjend, beim Abflug, die Menſchenmeng zu
bewäldiche, deß wor kaa Klaanichkeit. Mir un meine
Fa=
milch is es jo an dem Morjend leider e bische komiſch
gange, awwer dodra is halt ſicher mei Brifadbech ſchuld.
Loſſe Se ſich’s erzehle. Alſo erſtensmal ham mer gleich
am Sunndagmorjend e bische verſchlofe, un zweitensmal
hott’s ſo lang gedauert, bis mei Weibsleit ihr ſchläächte
Schnecke in de Reih hatte. Nemlich die drage ewe gach
die nei Frieſuhr mit dene gedrehte Schnecke uff de Ohrn.
Nochher wie mer beinoh am Rheidohr warn, hatt mei
Settche ihr Gebiß vergeſſe. Ich hab zwar zu ihr geſagt,
du werſt kaan vun dene Flieger freſſe wolle, awwer ſie
hatt kaa Ruh. ich mußt haam un mußt die Zahraffel
hole. Endlich ham mer dann noch den letzte „Eilzug mit
verminderter Zuverläſſigkeitt verwiſcht un ſin enunner
geſchowe In dere drangvoll ferchterliche Eng hatt awwer
ganer mit ſeiner Kammerah ſo wedder meim Settche ihrn
Leib gedrickt daß ſe nochher im Wald ſchläunigſt emol zu
ere Notlandung niedergeh hott miſſe. No, ſo e halb Stund
lang e Kammerah uff em Bauch, deß helt ſchließlich kaa
Gaul aus.
Wie mer noochher uff de Flugplatz kumme ſin, is mer
grad ſo ganer mit ere Bind um de Arm in die Hend
ge=
laafe. No hab ich gedenkt, du kimmſt mer wie gerufe,
un do hab ich ganz freundlich zu em geſagt: „Attiköh!”
hab ich geſagt. „Heer, Mann, ſeid ihr valleicht zufellich
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Mai 1914.
Nummer 141.
in ernentſante uir u enr er uig
als gbtterſprich, was grawwelt do, un hott uf ſein
Selbſt=
binder gedidde un hott mich agekriſche als wann ich daab
weer un hott gerufe: Sehe ſe nir, ich bin im
Ordnungs=
ausſchuß!” No, ich hab gedenkt, er weer ſchwerheerich,
weil die Schwerheriſche als meiſtens e bische laut kreiſche,
un deßhalb hab ich noch lauter gekriſche: „So, ihr ſeid
im Ordnungsausſchuß, no, deß is noch beſſer, do bin ich
jo grad an de richdiche Schmidd, meine Fraa ihrn Mage
is nemlich net in Ordnung, deßhalb ſorje Se mol
ſchläu=
nigſt for en gute Kunnjack mit Objumm!” No, un weil
er mich dodruff hie ganz värrblex ageguckt hott, der Mann
vum Ordnungsausſchuß, do hob ich dadſächlich geglaabt,
er weer ſchwerheerich, un hab em deshalb nooch emor
ausenanner poſſamendiert, wos ich wollt, awwer dißmol
noch e bische lauter, un hab gekriſche wie e Stier: „Sie,
wann ſie beim Ordnungsausſchuß ſin, dann hawwe ſe gaach
for die Ordnung zu ſorſe, un meine Frag ihr Mage is net
in Ordnung, un wann deß net in Ordnung kimmt, dann
peif ich uff die ganz Ordnung mitfamſt em
Ordnungsaus=
ſchuß, un wie kann mer Ihne dann in Ordnungsausſchuß
dhu, wann ſe nir heern, deß is doch net in Ordnung!”
Un dodebei hab ich en in de Uffregung am Arm krickt, wo
er den Selbſtbinder dra hatt; awwer do hott der mit alle
Zeiche des Entſetzens gekriſche: „Hilfe! Hilfe! Feierwehr!
Audomnobilloritz!. Do is ganer iwwergeſchnabbil Hie,
Hilfe, Hilfe!‟ — Nadierlich hott’s gleich en Mordsufflaaf
gewe, un dodebei war gach en Schendarm. Der hott ſich
erkundicht, wos los weer, un do hab ich em die Sach
verglickert un hab em geſagt, der Mann mit dem
Selbſt=
binder weer im Ordnungsausſchuß un meine Frag ihrn
Mage wer net in Ordnung, un dodeſer wer der doch
verantwortlich, un wann meine Fraa ihrn Mage net
gageblicklich in Ordnung kemt, dhet ich de ganze Brinz
Heinrichflug verklage un wollt mei Eidrittsgeld widder,
dann vun eme gewiſſe Ort aus kennt mei Fraa die Flieger
net fortfliege ſehe un ſo. Do hott der Schendarm gelach:
un hott geſagt, ich braicht mich net uffzurege, dann der
Mann mit dem Selbſtbinder weer bloß e gewehnlicher
Poſtkaddeverkaifer, un im iwwriche kennt ſich mei Frag
jetzt uff em Haamwähk ihrn Mage ſelbſt in die Reih
mache, die Dann weer groß genug, un ſie kennt ſich ruhig
Zeit dazu nemme, verſäume dhet ſe nix, dann de letzte
Flieger weer vor ere halwe Stund fortgefloge.
Jetzt war awwer die Reih an mir, ich war noch
pärr=
blärer wie der anner vorhint, un hab geſagt. deß
kenn=
net ſei, ’s weer doch erſt halb ſex un um fimf ſoll’s doch
erſt losgeh, und geſtert hette ſich die Flieger doch gach erſt
zwag Stund kang beſunne, ob ſe fliege wollte odder net,
un e akademiſch Vertel weer doch iwwerall uhſuß un ſo.
i in in een nint en et mene en
war’s umgekehrt, die Flieger hawwe ausnahmsweis frie.
her agefange. Awwer dreeſte ſe ſich,” hott er geſagt un
hott mer freundlichſt uf die Schulder geklobbt, „es ſin
noch mehr zu ſchbet kumme, die hawwe gach nix geſehe!‟
Un domit hott er widder ſei Dienſtmien uffgeſeßt un hott
mich ageſchnorrt: „Weiter gehn hier!” un hott gedho, als
hette mer uns im Läwe noch net geſehe, der Protz, der
eigebilde.
Iwwrigens hott mei Staarösche kaan Obiumm mehr
gebraucht. Wie ſe geheert hott, daß unſer Nachruh un
die ganz Uffregung for die Gens war, hott ſich ihr Mage
vor lauter Zorn widder vun ſelbſt uff die altgewohnte
Bedriebsordnung eigeſtellt. Mir ſin haam, hawwe uns
ausgeſchlofe un ſin de Noochmitdag uff die Künſtlerkolonie
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Seite 23.
Mannurter Karsbericht Von 2o.Aarfel-.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Staatspapiere.
100,20
Dt. Reichsschatzanw.
Dt. Reichsanleiho P. 1918: 4 98,60
do. . . . . p. 1925 .
86,80
do. . . . . .
. ,
77,45
do. . .. ... . .. ..
4 10030
Preußische Schatzanw.
91,30
Stoffelanleihe. .
86,80
Consols . .
77,55
do..
Badische Staats-Anleihe: 4 97,20
3½ 88,40
do,-V. 92/94 .
dos
::3
Baverische Ablös.-Rente . 4- 97,10
E.-B.-Anl. kdb. ab1906 4 98,40
do. unkdb. p. 1918 . . . 4 98,40
98,40
do. unkdb. p. 1920 . .
E.-B.- u. Allgem. Anl.
98,40
unkdb. p. 1930 .
85,10
do. Anleihe .
3 7650
do.
98,00
Hamburger Staats-Anl.
88,25
do. v. 1887/54
do.
3 79,20
Hessische Staats-Anleihe! 4 97.10
do. unkdb. p. 1921 . .
4 97,80
do. .. ..
3½ 84,90
do. . . . . . . . . . . . . . 3 74,75
Sächsische Staats-Rente
77,50
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). . . .
98,60
do. v. 79/80 . . . .
37.50
do.
. . . . . . . .
77,80
Bulgarische Gld.-Anl.
95,50
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6 56,50
do. v. 1887 Monopol1
51,80
Italienische Rente. .
Osterr. Staats-R. v. 1913 .
90,60
do. Silber-Rente .
85,20
do. Papier-Rente . .
do. Gold-Rente . . . . .
84,90
do. einheitl. Rente
4Stoſ
Portug. Tab-Anl. 1891
4½ 98,10
do. inn. amort. 1905 . . 4½ 73,50
do. unif. Serie I
61,80
do.
III.
64,75
do. Spezial Titel. .
9,30
Zumänen v. 1903 . .
(100,10
do. Gold v. 1913. .
91,15
do. Schatzsch. v. 1913. 4½100,00
do. conv.
4 85,00
do. v. 1890
494.00
do, v. 1891
4 87,50
do. v. 1905
4 85,00
do. v. 1908
4 85,80
do, v. 1910
4 85,00
Russische St--Anl. v.
½ 97,80
do. kons. v. 1880
do. Gold v. 1890
do. v. 1902
Schweden v. 1880.
do. v. 1850
G
Schweden v. 1890. . . . . .3½ 88,20
Serben steuerfrei . . . . . 4½ 87,00
do. amort. v. 1895 . .
7830
Türk. Egypt. Tribut
do. kons. steuerfreie .
do. Admin. v. 1903. .
76,50
do. unif. v. 1903. .
do. v. 1905. . . .
72,40
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 98,50
Ungar. Staatsk.-Scheine
v. 1913. . . . . . . . . . . . 4½ 98,60
do. Gold-Rente.
81,30
do. Staats-Rente 1910.
80,10
do. ,
Kr. 4 80,30
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887 5.
do. äußere v. 1890 .
5 99,70
do, innere v. 1888
4½
do. äußere v. 1888
do. v. 1897 . . . . .
80,20
Chile Gold-Anl. v. 1911.
93,50
do. v. 1889
do. v. 1906 .
88,00
Chines. St.-Anl. v. 1
do. V. 1896 .
100,00
do. Reorg. Anl.
87,50
do. v. 1898 !
Japaner ..
90,30
Innere Mexikaner
66,60
Außere do.
35,00
Mexikan. Gold v. 190
67,50
do. cons. . . .
. „
44,40
do. Irrigat.-Anleihe . 4½ 68,40
Buenos-Aires Prov.
3½ 63,65
Tamaulipas . . .
68,50
Sao Paulo L.-B.
. v. 1913 .
98,70
Siam v. 1907. .
..4½ 95,00
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/97zu.
84,30
, „ v. 19043½
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
Darmstadt.
. . . . 4 93,85
Nordd. Lloyd-Obligat. . .
Donau-Dampfschift. v. 82
Elisabethbahn . . . . . .
9030
Franz-Josef-Bahn. .
Kaschau-Oderbergerv. 8.
Prag-Duxer .
71,60
Osterreich. Staatsbahn
101,70
do. . . .
do.
do. Südbahn (Lomb.).
98,00
do. do.
70,80
do. do.
50 60
Raab-Oedenburg .
76,70
Kronprinz Rudolfbahn .
Russ. Südwest . . . . . . . 4 85,00
Moskau-Kasan . .
do. . . . . . .
Wladikawkas. . .
85,30
Rjäsan-Koslow . .
63,30
Portugies. Eisenb. v. 188
86,50
ao. . . ..
69,30
ivorneser . . . . . ..
60,60
Salonique Monastir.
75,60
Bagdadbahn .
Anatolische Eisenbahn 4½ 90,25
Missouri-Pacitic I.
90,20
54.10
do. Ao. 7. 105
94,60
Northern-Pacific. ..
Southern-Pacific. . . . .
4 92,30
St. Lonis & San Francisco
44,00
—
Tehuantepec . . . .
Ungar. Lokalbahn . . . . 5 98,50
Provinz-Anleihen.
97,00
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
3½ 87,00
do. Em. 10 .
3 84,50
do. „ 9. .
3½, —
Posen Prov..
4 96,00
Wostfalen Prov. V.:
4. 95,25
Hess. Prov. Oberhessen
do. Starkenburg.
Städte-
Obligationen.
Darmstadt.
4 1 94,50
do. . .
3½
Frankfurt
97,00
do.
3½ 88,50
Gießen
94,50
do. . . .
3½ 87,00
Heidelberg
4 94,00
do. . . .
3½
Karlsruhe
4—
do. . ..
3½ 86,90
Magdeburg
Mainz . .
Flan
do. . . ..
3½
Mannheim .
4 95,00
do. .. .
—
3½
München .
4* 96,20
Kauheim.
3½,—
Nürnbers
95,00
do.
3½ 86,10
Offenbach
4 95,50
do. v. 1914
4
do. . . .
3½
Wiesbaden.
do. . .
Worms
94,50
do. .
87,00
Lissabon v. 1888
73,00
Moskau v. 1912 .
93.50
Stockholm v. 1830 . .
92,00
Wien Komm. . . . . . . . .
Wiener Kassenscheine
98,70
Zürich v. 1889 . .
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6192.00
Pfandbriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. 4½100,00
93,60
do. unkdb. 1918. . . . .
93.71
1919. . . . .
do.
94,71
do.
1921.. ..
25.75
do. „. 1922. ..
84,30
do. . . . .. . . „ .
9500
do. Komm.-Obl. unk. 1918
9500
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910
96,00
1915 .. ..
do.
96,50
1920 ...
do.
86,40
dc. Ser. 12—19. . . . .
Kommunal-Oblig. Scr. 1.
86,50
unkdb. 1910 . . . „
Frankt. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Scr. 15—42
94.90
do. . . . . . . „ 48—49
96,00
do. unk. 1922 „ 52
88,60
do. „ 1913. . . . . .
3½ 86,50
do. Scr. 45 . . . .
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,00
Ser. 12, 13, 16
96,90
14, 15, 17
do. . . . .
97,40
do. unkdb. 1920 . .
97.50
do.
1923 . . ..
3½ 84,70
do. Ser, 1, 2, 6—8 . . .
3½ 84.50
do. „ 3—5 . . . . . .
3½I 84,60
do. kündb. 1915.
2650
do. Komm. unk. 1913
96,90
19141
do.
97,10
do.
„ 1915
„ 1920 4 97,40
do.
„ 1923 4 97,50
do.
do. verlosb. u. kündb. .3½ 84,70
unkdb. 1915 3½ 84,60
do.
5460
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
95,80
do. unkdb. 1922. . . . .
3½ 86,00
do.
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,00
unkdb. 1917
94,00
1919)
do. . . . ..
94,00
1921
Go. . . . . .
do. . . . .. „ 1924) 4 96,20
3½ 84,60
do. . . . . . . .
do. Komm. unk. 1923 4 95.20
1924 . 4 96,00
do.
97,50
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 88,10
Bank-Aktien.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 1194,75
Berg.-Märkische Bank. .
Berliner Handelsges.. . . 8½ 151,25
Darmstädter Bank . . . . 6½ 116,40
Deutsche Bank . . . . . . .12½1240,10
Deutsche Vereinsbank. . 6 118,40
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk.l 6 1112,00
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 (187,45
Dresdner Bank.
. . .8½ 149,50
Frankf. Hypothek.-Bankl 10 214,50
do. d6. Kred.-Ver 8½ (155.50
Mitteldeutsche Kred.-Bk.6½ 116,00
Nation.-Bank t. Deutschl. 6 (111.00
1275
Pfälzische Bank . . . . . .
843 (137.50
Reichsbank . .
,
126,0
Rheinische Kredit-Bank.
109,20
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver..
129,5
Wiener Bank-Verein . . .
Aktien von
Trans-
vort-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1128.50
§ 1200
Norddeutscher Lloyd.
Frankfurt. Schleppschiff. 4 116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch.. 6½ 1130,00
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½ (113180
6 92½
Baltimore .
10 1951
Canada
½ 1138,75
Schantung.
(156,00
Prinz Henry.
20,50
Lombarden
6 1111,00
Pennsylvania.
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 (655,25
Chem. Fabrik Griesheim 14 250,00
30 (591,75
Farbwerke Höchst . .
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20
10 1148,00
Zement Heidelberg . .
Chemische Werke Albort! 30
Helzverkohl. Konstanz 15 307,75
6 (127,60
Lahmeyer . . . . . . . . .
Schuckert, Nürnberg. . . 8 1145.50
Siemens & Halske. . . . . 12 2121:
Bergmann Elektr. . . . .
5 1117,00
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 1244,00
25 308,00
lagen Akkum. . .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (176,50
0 80,00
Gummi Peter . . . . .
Adler-Fahrradwerke . . . 25 133500
Maschinenfabr. Badenis: 6 1127,00
Wittener Stahlröhren . . O
Motoren, Oberursel . . . 8½ 1154,00
Gasmotoren, Deutz . . . .
9 (12200
Siemens Glas-Industrie . 15 1220,00
Enzinger Filter . . . . . . 23 286,00
Steaua Romana. . . . . . . 10 141,75
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 1169,00
Bad. Zucker-Waghäusel.12,83/221,00
Neue Boden-Aktien-Ges..
82,50
Süddeutsche Immobilien 0 60,00
Bergwerks-Aktien.
Aumetz-Friede . .
12 1157,00
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 220,75
Leonhard, Braunkohlen. 9 159,00
Konkordia Bergbau .
23 358,00
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 4127.25
Eschweiler . . . .
10 27
e
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 (182,25
Harpen Bergbau. . . . . .11 178,40
Kaliwerke Aschersleben .10 10
Kaliwerke Westeregeln . 13 204,60
Königin Marienhütte .
6 1 81,00
Laurshütte
781—
Oberschles, Eisenbed.
4 1 82,50
Oberschl. Eisen-Industrie 3 69,00
Phönis Bergbau .
18 234,50
Rheinische Braunkohlen 10 236,50
Riebock Montan
12 188,00
South West.-Afr. Shares . 5 (115,00
Verzinsliche
Anlehenslose. (Zf.
Badische . .
TIr. 100 4 (184,20
Cöln-Mindener . TIr. 1003½142.50
Holländ. Komm. . H. 100 3115,50
Madrider
.. Frs. 100 3 76,00
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 (141,40
Osterreicher 1860er Lose . 4 (180,80
Oldenburger.
.Tlr. 40 3 127,20
Raab-Grazer . . . . H. 1502½
Unverzinsliche
Mk.
ſp. St.
Anlehenslose.
A. 7 —
Augsburger
TIr. 20 (202,90
Braunschweige
Ps, 45 —
Mailänder
Fs. 10 —
do.
.. A.7 40,10
Meininger .. . . .
210
Osterreicher v. 1864 . H. 100
do. v. 1858 . A. 100 (530,00
A. 100 452,00
Ungar. Staats
.Fs. 30
Venediger
Fs. 400 165,80
Türkische . .
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns.
20,45
16,26
20-Franks-Stücke . .
Amerikanische Noter
4,18½
20,50
Englische Noten.
Französische Noten.
81,45
169,10
Holländische Noten
Italienische Noten
81,00
Osterr.-Ungarische Ne
84,95
2
Russische Noten.
Schweizer Noten..
81,40
Reichsbank-Diskont
— do. Lombard Zsf.
Tendens:
Still.
Handel und Verkehr.
— Frankfurt 23. Mai. (Börſe.) Die beſſere
Stimmung an der geſtrigen Börſe konnte ſich auf den
heu=
igen Verkehr übertragen, doch hielten ſich die Umſätze in
den engſten Grenzen. Die Spekulation hält ſich im
Hin=
olick auf die unſichere, ſchwankende Haltung der
auslän=
diſchen Börſen von neuen Engagements zurück. Der
Montanmarkt zeigte etwas beſſere Haltung, wozu
haupt=
ſächlich die geſtern ſchon erwähnten günſtigeren Ausſichten
der Syndikats=Verhandlungen im Zuſammenhang mit
beſſeren Preiſen beitrugem Sehr ſchwach lagen heute
wieder ruſſiſche Werte und erlitten die in letzter Zeit
ſtark ſchwankenden ruſſiſchen Naphtha=Aktien einen neuen
Fursſturz von zirka 14 Prozent. Schiffahrtswerte waren
nverändert wie geſtern. Der Kaſſamarkt der
Induſtrie=
ſapiere wies ebenfalls nur ſehr wenige Veränderungen
teei minimalem Geſchäft auf und ſind hier überwiegend
Ueine Kursabſchwächungen zu verzeichnen. Außer den
iben erwähnten Naphtha=Aktien ſind noch Scheideanſtalt,
Daimler=Motoren und Akkumulatorenfabrik mit 3
Pro=
zent Kursabſchlag zu erwähnen. Die übrigen
Kursver=
ärderungen gehen nicht über den Rahmen von 1 Prozent
Ahrnaus. Zum Schluß bröckelten die Kurſe bei
anhälten=
der Geſchäftsſtille weiter ab. Tendenz ſtill.
— Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G.
An.. b. H., am 30. April 1914. Aktiva. 1. a) Kaſſa,
Corten und Kupons M. 100 829.52; b) Guthaben bei der
Reichsbank und dem Poſtſcheckamt M. 21 400.34. Zuſ.
DMr. 122 229.86. 2. Wechſel= u. Deviſen=Konto M. 353 008.18.
z. Bankverkehr=Konto M. 1044 060.25. 4. Lombard=Konto
Mr. 371936.92. 5. Effekten=Konto M. 513 116.49. 6.
UKonto=Korrent=Konto (ſämtlich gedeckt) M. 2915339.52.
7. Vorſchuß= und Vorſchußwechſel=Konto M. 689 666.39.
8. Haus= und Immobilien=Konto M. 305 972.99. 8a.
Be=
eiligung am Schutzverein für Nieder=Modau M. 3000.—.
t9. Mobilien=Konto M. 28.—. 10. Schrankfächer=Konto
M. 1.—. 11. Haus= und Immobilien=
Unterhaltungs=
koſten=Konto M. 844.27. 12. Verwaltungskoſten=Konto
M. 24 270.93. Sa. M. 6 343 474.83. — Paſſiva. 1.
Ge=
ſchäftsanteil=Konto M. 1 429 838.02. 2. Reſervefonds=
Konto I M. 368 327.66. 3. Reſervefonds=Konto II,
Im=
mobilien=und Effektenreſerve M. 117903.32. 4. Delkredere=
Konto M. 50000.—. 5. Penſions= u. Unterſtützungsfonds=
Konto M. 203080.09. 6. Darmſtädter Volksbank=
Stiftungs=
fonds=Konto M. 12 500.—. 7. Darmſtädter Volksbank=
Stiftungsfonds=Zinſen=Konto M. 166.65. 8. Hypotheken=
Konto M. 66000.—. 9. Akzeptationen= und Aval=Konto
M. 91945.70. 10. Bankverkehr=Konto M. 5 139.94. 11.
Konto=Korrent=Konto M. 116075.70. 12. Sparkaſſen=
und Scheck=Konto M. 3834 120.01. 13. Dividende=Konto
M. 11008.83. 14. Zinſen=Konto M. 33 988.88. 15.
Ver=
ſchiedene Beiträge und Vergütungen M. 3 380.03. Sa.
M. 6 343 474.83. Umſchlag im April M. 6131 261.22.
Zahl der Mitglieder 1973.
* London, 22. Mai. Ueber den vom
Marinemini=
ſter Churchill in der Sitzung des Unterhauſes erwähnten
Vertrag mit der Engliſch=Perſiſchen
Oel=
geſellſchaft erfährt das Reuterſche Bureau, daß der
Vertrag zwiſchen der Regierung und der Geſellſchaft für
die mehrjährige Lieferung einer großen Menge Heizöl
abgeſchleſſen iſt. Die Regierung wird2 Millionen Pfund
Sterling Aktien und 200000 Pfund Obligationen
zeich=
nen, ſobald die parlamentariſche Genehmigung erteilt iſt.
Das Kapital iſt beſtimmt für beträchtliche Erweiterungen
der Röhrenleitungen und der Raffinerien, um der
Geſell=
ſchaft die Ausführung des Vertrages zu ermöglichen.
— Poſtſcheckverkehr. Zum „Verzeichnis der
Konto=
inhaber bei den Poſtſcheckämtern im Reichs=Poſtgebiet”,
Ausgabe 1914, erſcheint in den nächſten Tagen der
1. Nachtrag nach dem Stande vom 1. Mai. Er iſt bei
allen Poſtanſtulten für 40 Pf. käuflich. Das Verzeichnis
ſelbſt (Stand vom 1. Januar) koſtet 2 M. Den
Kontoin=
habern wird der Preis für Verzeichnis und Nachtrag auf
Verlungen vom Konto abgebucht; auch können ſie ſich den
regelmäßigen Bezug des Verzeichniſſes, ſowie der im
Laufe des Jahres erſcheinenden beiden Nachträge durch
einmalige Beſtellung bei ihrem Poſtſcheckamt ſichern.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 22. Mai. (
Schlachkvieh=
markt.) Amtlicher Bericht. Auftrieb: 63 Rinder,
dar=
unter 20 Ochſen, 43 Färſen und Kühe, 868 Kälber, 64
Schafe, 708 Schweine. Marktverlauf: Kälber und Schafe
langſam, geräumt; Schweine rege, Ueberſtand. Kälber.
1. Feinſte Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 62
bis 67 Mark Lebendgewicht, 103—112 Mark Schlachtgewicht
für 1 Zentner. 2. Mittlere Maſt= und gute Saugkälber
56—60 (95—102). 3. Geringere Saugkälber 50—55 (85
bis 91). 4. 45—50 (76—85). Schafe. 1. Maſtlämmer
und jüngere Maſthammel 41—43 (90—94). 2. Aeltere
Maſt=
hammel und gut genährte Schafe 35—37 (82—88).
Schweine. 1. Fettſchweine über 3 Zentner
Lebend=
gewicht 47—50 (62—64). 2. Vollfleiſchige Schweine über
2½ Zentner Lebendgewicht, 47—49 (60—63). Vollfleiſchige
Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 47—50 (60—63).
4. Vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht
47—50 (60—63).
waschen nur mit
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Seite 24.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 24. Mai 1914.
Nummer 141.
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