Darmstädter Tagblatt 1914


ſr. 128., Sonntag, den 10. Mai.

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1777. Jahrgang
(mit Ill. Unterhaltungsbl.) monatl 60 Pfg.,
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as Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

ſe heutige Nummer hat 22 Seiten.

ſas Wichtigſte vom Tage.

heichstag ſetzte geſtern die zweite Leſung des
A itäretats fort.
Budget=Kommiſſion des Reichstages
limte der Enteignung der Duala=Neger
ſraachdem ein Telegramm des Gouverneurs von Auf=
ſſnds
gelüſten der Eingeborenen Mitteilung
ſtlacht hatte.
raunſchweig fand geſtern in Anweſenheit des
ſerpaares, des deuſſchen Kronprinzenpaares und
lſir Fürſtlichkeiten die Taufe des am 18. März ge=
lenen
Erbprinzen von Braunſchweig ſtatt.
Aatania fand am Freitag abend ein Erdbeben
t durch das das Dorf Linera faſt vollſtändig zer=
t
und andäre Ortſchaften am Fuße des Aetnas ſtarr
hdhädigt und viele Perſonen getötet wurden.
Siehe auch Letzte Nachrichten.

Politiſche Wochenſchau.

Zentaum und Sozialdemokratie, die,
men 111 Sozialdemokraten, in dem gegenwärtigen
(Mllsrage die Mehrheit haben, haben am Freitag das
Müſſereferat für das Kriegsminiſterium:
Mlleont. Wie ſagte doch kürzlich der Staatsminiſter
eick? Sie werden mir darin zuſtimmen, daß man
Whmal den Eindruck hat, als wenn man nirgends ſo
Atz Verſtändnis hätte für die Erfolge und die Ent=
Püllung unſeres Vaterlandes als im Deutſchen Reichs=
f
Man wird ihm darin zuſtimmen. Zugleich hat
ter Reichstag das Vertrauen des Reichsverbandes
Mdirutſchen Preſſe zu deſſen Wohlwollen und Ver=
äties
für die Bedürfniſſe der Preſſe nicht gerecht=
Ot Die Ablehnung, die den Kriegsminiſter treffen
ſſchädigt nur die vaterländiſchen Intereſſen. Dem
Aemminiſterium ſelbſt aber, das dieſe Intereſſen beſſer
enen hat als der gegenwärtige Reichstag, gebührt der
ider nationalgeſinnten Preſſe für ſein verſtänd=
Abes Entgegenkommen. Hoffentlich wird das Kriegs=
Aſin rium das Preſſereferat in dem bisherigen Sinne
Anühren und ſich durch den Beſchluß der Mehrheit
Mneichstages, die die Mehrheit der national geſinnten
üe nicht hinter ſich hat, nicht beirren laſſen. Zugleich
illeſer Beſchluß aber wieder ein Beweis daß durch
Arermehrung der ſozialdemokratiſchen Mandate der
Pielliche Liberglismus nicht unterſtützt, ſondern nur
Mütrricht wird und an Einfluß verliert.
Aln bezug auf die Konkurrenzklauſel, das
onagegeſetz und die erweiterte Sonntags=
flle
hat man ſich auf einer mittleren Linie geeinigt.
Wen hiermit auch nicht alle Forderungen der beteilig=
ällkt
eiſe erfüllt, ſo iſt doch ohne Zweifel ein dankens=
Müiet Fortſchritt erzielt. Die Beſoldungsvor=
Aſe ffür mehrere Gruppen von Reichsbeamten war vom
ellage ſchon bisher einmütig mit gewiſſen maßvollen
Meirerungen angenommen worden. Aber die verbün=
t
Regierungen ſperren ſich gegen jede Erweiterung,
Mlein droht infolgedeſſen das Scheitern der an ſich not=
Mlingen Gehaltsaufbeſſerungen wenn nicht bis zur
Ar Leſung doch noch ein Einvernehmen hergeſtellt
All. Hat der Reichstag ſeinem Verdruß über die Hal=
des
Bundesrats in der Beſoldungsfrage deutlich
Mühruck gegeben, ſo begrüßte er mit großer Genug=
Wiz. was Kriegsminiſter v Falkenhayn über die
Mcführung der Heeresreform berichtete.
rſche Bewältigung der durch die Heeresverſtärkung
Alendigen Maßnahmen ſtellt der Leiſtungsfähigkeit des
miniſteriums das günſtigſte Zeugnis aus. Noch
Muſicher jedoch iſt es, daß trotz der erheblich größeren
Musenaushebung noch 38 000 Taugliche überzählig
ien und daß der außergewöhnlich gute Geſundheits=
Alroe des Heeres beweiſt, wie wenig daran gedacht
Ahen iſt, die Anforderungen an die Tauglichkeit herab=
Wundern.
AEine Ironie des Schickſals hat es gefügt, daß der
Piidgnt des Reichstags als Vorſitzender des Aelte=
Miollegiums der Berliner Kaufmann=
Eitl die üblen Folgen bureaukratiſchen Verfahrens
Mhloſten muß. Hat doch die unverfälſcht bureaukrati=
Mlrzt, in der das Aelteſtenkollegium einem Lehrer ſei=
Handelshochſchule, dem Prof. Jaſtrow, den An=
Mllngsvertrag kündigte, ſowohl den Lehrkörper der Ber=
Handelshochſchule wie deren Studenten erbittert.
Streik, der infolgedeſſen an der Handelshochſchule
rich, bewog die Aelteſten, die eingeleiteten Ver=
Wlungen zum Stillſtand zu bringen. Es erſcheint des=
inaglich
, ob ohne das Eingreifen der Aufſichtsbehörde,
Mbreußiſchen Handelsminiſters der Friede an der
iner Handelshochſchule wiederhergeſtellt werden konn
tie Mitteilungen des Kriegsminiſters über die Durch
Mſtng der letzten Wehrvorlage haben in Frankreich
Aeiſlliches Unbehagen hervorgerufen. Man macht dort
aus der Not eine Tugend, indem man dieſe Mit=
inggen
dazu benutzt, für die bevorſtehende Kammer=
ſäpalhl
Stimmung gegen diejenigen Kandidaten zu
Mien die einer Beſeitigung der dreijährigen Dienſtzeit
Wort reden. Noch offenkundiger betätigte ſich die
Aimiſtiſche Stimmungsmache durch die Ausſprengung

des leeren Gerüchtes, daß die in Elſaß=Lothringen leben=
den
Franzoſen ausgewieſen werden ſollten. Zu ſolchen
Treibereien paßt die künſtlich geſchürte Aufregung wegen
der Agitation, die bei uns höchſtberechtigterweiſe gegen
die franzöſiſche Fremdenlegion eingeſetzt hat.
Frankreichs ruſſiſcher Verbündeter hat mit
Schwierigkeiten in der Duma zu tun. Der neue Miniſter=
präſident
Goremykin wurde mit ſo ſtarkem Lärm empfan=
gen
daß der Ausſchluß von faſt zwei Dutzend Dumamit=
gliedern
für längere Zeit unter Umſtänden erfolgte, die
das Einſchreiten der bewaffneten Macht notwendig wer=
den
ließen. Die hierdurch hervorgerufene Erregung hat
in einem Demonſtrationsſtreik von 50 000 Petersburger
Arbeitern einen bemerkenswerten Niederſchlag gefunden.
Iſt im engliſchen Unterhauſe die Erregung über
di Ulſterfrage geringer geworden, ſo iſt das parlamen=
tariſche
Leben Englands doch noch weit von der Ruhe
entfernt, die bei uns demnächſt eintritt Denn eben erſt
hat der Schatzſekretär Lloyd George ſein Budget ein=
gebracht
, das, ſo günſtig es ausſehen mag, ohne Steuer=
erhöhungen
nicht ins Gleichgewicht gebracht werden
kann. Sir E. Greys Erklärung über das Kaperrecht
kündigt zwar an, daß England auf der nächſten Haager
Konſerenz nicht mehr als Vorkämpfer des Kaperrechts
auftreten will, macht aber die Zuſtimmung zur Ab=
ſchaffung
des Kaperrechts von Bedingungen abhängig,
die ſo tiefgehende internationale Meinungsverſchieden=
heiten
berühren, daß es einſtweilen ein verfrühter Opti=
mismus
wäre, von der dritten Haager Konferenz die
Beſeitigung des Kaperrechtes zu erhoffen. Die beiden
dunklen Punkte am Horizont, Epirus und Meriko,
haben immer noch keine freundlichere Färbung ange=
nommen
. In Epirus ſchuf die formelle Zurückziehung
der griechiſchen Truppen anſcheinend nur eine Gelegen=
heit
für Griechenland, im Trüben zu fiſchen. Das Ein=
greifen
der internationaken Kommiſſion ſetzt hoffentlich
dieſem Treiben ein Ziel, ohne daß Großmächte ſich mit
bewaffneter Hand einmiſchen. In Mexiko haben zwar
die ſüdamerikaniſchen A.=B.=C.=Staaten zwiſchen der
Union und Mexiko einen Waffenſtillſtand zuſtande ge=
bracht
, aber der Kampf der Rebellen gegen Huerta geht
weiter, und über den Beginn der eigentlichen Verhand=
lungen
zwiſchen Nordamerika und Meriko verlautete
bisher nichts. Da die Rebellen angeblich Fortſchritte
machen, geht wohl die Rechnung der Union auch jetzt
noch dahin, daß Huerta vertrieben und durch einen ihr
willfährigeren Präſidenten erſetzt wird.

Graf Berchtold über die aus=
wärtige
Politik.

* Im Ausſchuß der öſterreichiſchen Delegation für
auswärtige Angelegenheiten ergriff Graf Berchtold das
Wort und führte aus:
Er gebe gerne zu, daß ein Grundton des Opti=
mismus
durch ſein Expoſe gehe, der vielleicht mit der
momentanen Stimmung in der Monarchie nicht ganz im
Einklang ſtehe. Er hege die Hoffnung, mit ſeinem Opti=
mismus
nicht zu irren. Er verſchließe bei allem Opti=
mismus
die Augen nicht vor den Gefahren der heutigen
europäiſchen Lage; doch ſcheine kein Grund vorhanden
zu ſein, in einen ungeſunden Peſſimismus zu verfallen.
Auf die Anfragen bezüglich Albaniens erklärte der
Miniſter, daß übereits vor und während der Londoner
Reunion ein vertraulicher Gedankenaustauſch zwiſchen
ihm und der italieniſchen Regierung bezüglich der Orga=
niſation
verſchiedener Zweige der Landesverwaltung Al=
baniens
ſtattgefunden habe. Die Ausſichten hinſichtlich
der praktiſchen Einführung der ſtaatlichen Organiſation
könnten nicht als ungünſtig bezeichnet werden. Die epi=
rotiſchen
Unruhen bildeten derzeit eine ernſte Sorge für
das albaniſche Staatsweſen, doch erblicke er in den Ver=
handlungen
zwiſchen der Kontrollkommiſſion und Zogra=
phos
einen Schritt zur Pazifizierung des Landes. Es
ſei ſelbſtverſtändlich, daß er die weitere Entwicklung auf=
merkſam
verfolgen und ſein Vorgehen einvernehmlich mit
der italieniſchen Regierung den weiteren Vorgängen an=
paſſen
werde. Die Delegierten, welche den Wert Alba=
niens
für die Monarchie gering einſchätzten, überſehen
vollkommen die große Bedeutung, die die gewiß mit vie=
len
Unannehmlichkeiten verbundene albaniſche Politix
Oeſterreich=Ungarns einerſeits für die Aufrechterhaltung
des Gleichgewichts in der Adria und die Freiheit ſeiner
maritimen Stellung, andererſeits für ſein Verhältnis zu
Italien und dadurch für den europäiſchen Frieden habe
Was die Orientbahnfrage anlange, ſo könne der
Miniſter in dem gegenwärtigen Stadium keine konkreten
Erklärungen abgeben, doch bitte er zur Kenntnis zu neh=
men
, daß er es als oberſte Aufgabe betrachte, in der wei=
teren
Behandlung der Angelegenheit einerſeits die Rechte
der Betriebsgeſellſchaft zu ſchützen, andererſeits die ver=
kehrspolitiſchen
Intereſſen der Monarchie zu ſichern und
vor einer Benachteiligung zu bewahren.
Den Ausführungen des Delegierten Bärenreither be=
tiglich
Rumäniens daß es verſehlt wäre, gewiſſe
Neußerungen einer unverantwortlichen Preſſe mit den
Anſchauungen der Volitiker in Rumänien zu identiſt=
zieren
, ſtimme er vollkommen zu. Die Pflege vertrauens=
voller
und freundſchaftlicher Beziehungen zu Rumänien
werde auch weiterhin die ernſte Aufgabe der Regierung
bilden. Auf die Anfrage, welche gemeinſamen Pfade
Oeſterreich=Ungarn mit Italien wandle, ant=
wortete
der Miniſter, es bedürfe wohl keiner näheren
Beleuchtung, daß bei der Identität der beiderſeitigen

Anſchauungen über die Notwendigkeit, Albanien ſelbſtän=
dig
und ungeteilt zu erhalten, dieſe gemeinſame Arbeit
einen Kitt bildet, der der Feſtigkeit des Bündniſſes nur
förderlich ſein kann. Bezüglich der Anfrage, ob Oeſter=
reich
=Ungarn Verpflichtungen gegenüber Italien im öſt=
lichen
Mittelmeer übernommen habe, könne der Mi=
niſter
die beruhigende Mitteilung machen, daß Oeſter=
reich
=Ungarn gar keine neuen Verpflichtungen gegenüber
dem römiſchen Kabinett eingegangen ſei. Der bei dem
Expoſé des Miniſters hervorgehobene, dem vertrauens=
vollen
Bundesverhältnis entſprechende Verlauf der Zu=
ſammenkunſt
in Abbazia enthebe den Miniſter der Not=
wendigkeit
, allen falſchen Berichten Dementis entgegen=
zuſetzen
. Die Stelle über das freundſchaftliche
Verhältnis zu Rußland habe mehrere Delegierte
zu Hinweiſen auf die ſpeziell in Galizien von jenſeits
der Grenze betriebene ſtaatsfeindliche Agitation veran=
laßt
. Dieſe Agitation werde von der Behörde pflicht=
gemäß
mit Aufmerkſamkeit verfolgt. Die ruſſiſche Re=
gierung
aber habe wiederholt die Erklärung abgegeben,
daß ſie einer ſolchen Agitation fernſtehe. Der Miniſter
wies ſodann auf die kürzlichen Vereinbarungen der Tür=
kei
mit Deutſchland, Frankreich und Eng=
land
hin. Die Regierung könne die ökonomiſche Auf=
ſchließung
des türkiſchen Länderbeſitzes von welcher auch
eine politiſche Konſolidierung der Türkei zu erwarten ſei,
nur freudig beguüßen und ſei bereit, die öſtepreichiſchen
und ungariſchen Unternehmerkreiſe, die ſich an dieſer Auf=
ſchließung
beteiligen wollen, zu unterſtützen

Deutſches Reich.

Der Entwurf über die Gewährung
von Beihilfen an Altpenſionäre und Alt=
hinterbliebene
, der dem Reichstage zugegangen iſt,
beſtimmt, daß den Altpenſionären auf Antrag im Falle
des Bedürfniſſes Penſionsbeihilfe zu gewähren iſt, die
bei Penſionen bis 1500 Mark 20 Prozent, von 1500 bis
3000 Mark 15 Prozent, bei über 3000 Mark 10 Prozent
beträgt. Penſion und Beihilfe dürfen zuſammen nicht
über 6000 Mark betragen. Den Witwen und Waiſen iſt
auf Antrag der Hinterbliebenen eine Beihilfe von 20 oder
15 oder 10 Prozent des Witwen= und Waiſengeldes zu
gewähren, je nachdem dieſes bei Witwen bis 600, von
600 bis 1200 oder über 1200 Mark beträgt, bei Vollwaiſen
bis 200, von 200 bis 400 oder über 400, bei Halbwaiſen
bis 120, von 120 bis 240 oder über 240 Marl beträgt.
Das Witwengeld und die Beihilfen dürfen nicht über 2400
Mark, das Waiſengeld und die Beihilfe nicht über 800
Mark für die Vollwaiſen und 480 Mark für die Hald=
waiſen
betragen. Ein Vorhandenſein des Bedürfniſſes
iſt anzunehmen, wenn der Penſionär verheiratet oder
Angehörige kraft des Geſetzes zu unterhalten hat und
wenn ſein jährliches Geſamteinkommen 3000 Mark und
bei Unterbeamten 1500 Mark nicht überſteigt.
Die Rüſtungskommiſſion. Im Reichs=
tage
fand unter dem Vorſitz des Direktors im Reichsamt
des Innern Lewald eine Beſprechung des geſchäftsleiten=
den
Ausſchuſſes der Kommiſſion zur Prüfung der
Rüſtungslieferungen ſtatt. Nach dem Ergebnis der Be=
ſprechung
ſoll die Kommiſſion vom 8. bis 10. Juni tagen,
um unter Hinzuziehung von Sachverſtändigen die geſamte
Beſchaffung der Bewaffnung und Munition für Infan=
terie
, Feld= und Fußartillerie ſowie für Marinegeſchütze
zu erörtern. Im Anſchluß hieran ſoll eine Beſichtigung
der Spandauer Militärwerkſtätten ſtattfinden. Die Fort=
ſetzung
der Verhandlungen iſt für die erſte Hälfte des
Monats November in Ausſicht genommen.
Nach der Ablehnung der Nachrichten=
ſtelle
im Kriegsminiſterium drücken verſchie=
dene
Berliner Blätter die Erwartung aus, daß dieſer
Beſchluß bei der dritten Leſung rückgängig gemacht wird.
Erweiterung der Immunität? Auf
die anläßlich der Verhaftung des Abg. Abreſch von dem
Reichstagsabgeordneten Dr. Müller=Meiningen geſtellte
Anfrage iſt folgende ſchriftliche Antwort erteilt worden:
Eine Klarſtellung der Frage, ob die Immunität der Mit=
glieder
der einzelnen Landesvertretungen (abgeſehen vom
Falle des § 11 des R.=Str.=G.) in ſämtlichen Bundes=
ſtaaten
anzuerkennen iſt, würde nur im Wege der Reichs=
geſetzgebung
unter entſprechender Aenderung des Ein=
führungsgeſetzes
zur Str.=P.=O. vom 1. Februar 1877
herbeigeführt werden können. Eine Aenderung der Vor=
ſchrift
während der Verhandlungen über die Reform des
Strafprozeßrechts iſt von keiner Seite angeregt worden.
Die Frage wird auch nur im Rahmen der künftigen Re=
form
des Strafprozeſſes gelöſt werden können. gez.
Delbrück.
Die bayeriſche Arbeitsloſenver=
ſicherungsvorlage
endgültig gefallen. Da=
Finanzausſchuß der bayeriſchen Kammer hat einſtimmig

[ ][  ][ ]

beſchloſſen, dem Reichsratsbeſchluß nicht beizutreten, der
die Verwendung der von der Regierung zur Unterſtützung
der gemeindlichen Arbeitsloſenverſicherung geforderten
75000 M. ablehnt und dieſes Geld lediglich zur Förde
rung der gemeindlichen Arbeitsvermittelung, gemeind=
licher
Rechtsauskunftſtellen für Zwecke der Bekämpfung
der Arbeitsloſigkeit und dergleichen in den Etat einge=
ſtellt
wiſſen will. Es iſt ſicher, daß das Plenum der Ab=
geordnetenkammer
den Beſchluß des Ausſchuſſes ſanktio=
nieren
wird. Damit iſt die Regierungsvorlage endgültig
geſcheitert, da keine geſetzliche Möglichkeit beſteht, ſie etwa
zu nochmaliger Entſcheidung in die obere Kammer
zurückzuverweiſen.
Für den Arbeitswilligenſchutz. Von
70000 ſächſiſchen Arbeitern und Angeſtellten iſt dem
Reichstage eine Petition überreicht worden, in der wirk=
ſame
Maßnahmen zur Verhütung des Mißbrauchs von
Tarifverträgen verlangt werden. Zur Begründung der
Petition wird angeführt, daß die Sozialdemokraten die
Arbeitertarifverträge und in Verbindung damit den Ar=
beitsnachweis
mißbrauchen, um ſie für die organiſierten
ſozialdemokratiſchen Arbeiter zu monopoliſieren und die
anderen Arbeiter aus den tariftreuen Betrieben fernzu=
halten
. Es geſchehe dies durch einen unerhörten Terro=
rismus
. Da eine Einigung über die Forderung der Pe=
tition
betreffs Verhinderung des Mißbrauchs von Tarif=
verträgen
zwiſchen den bürgerlichen Parteien einerſeits
und den Sozialdemokraten andererſeits als ausſichtslos
erachtet wurde, ſah die Kommiſſion von einer eingehen=
den
Behandlung der Petition ab und überwies die
Eingabe, ſoweit ſie den Mißbrauch des Tarifvertrages
betrifft, dem Reichskanzler zur Erwägung.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Die Orientbahn=Frage. Die Blätter mel=
den
übereinſtimmend, daß Oeſterreich=Ungarn die Gegen=
vorſchläge
Serbiens in der Orientbahnfrage als unan=
nehmbar
bezeichnet hat, wodurch der Plan der Inter=
nationaliſierung
geſcheitert erſcheint. Oeſterreich=Ungarn
verlangt Rückſtellung der Orientbahnlinien an die Qrient=
bahngeſellſchaft
. Miniſterpräſident Paſitſch erklärte dem
öſterreichiſch=ungariſchen Geſandten, er werde die Mit=
teilung
des Wiener Kabinetts dem Miniſterkat vorlegen,
der weitere Beſchküſſe faſſen würde.
Frankreich.
Vermehrung der Offiziersaſpiranten.
Die France Militaire meldet, daß infolge der Erhöhung
des Soldes der Offiziere die Zahl der Bewerber um die
Zulaſſung zu den Offiziersſchulen beträchtlich größer ge=
worden
ſei. So ſei namentlich die Zahl der Kandidaten
für die Militärſchule von St. Cyr in dieſem Jahre gegen=
über
1913 um 350 geſtiegen.
Belgien.
Das Geſetz für Alterspenſion, das von
der belgiſchen Kammer angenommen wurde, ſichert den
Arbeitern, die das 65. Lebensjahr überſchritten haben,
eine Maximalpenſion von 290 Francs pro Jahr, die ſich
verringert, wenn nicht mindeſtens 49 Jahre Beiträge ge=
leiſtet
werden. Das Geſetz gegen Krankheit gewährleiſter
den Arbeitern eine tägliche Vergütung von 1 Francs für
die Dauer von drei Monaten. Nach dieſer Zeit wird der
Kranke für invalid erklärt und erhält dieſelbe Vergütung.
Portugal.
Die wirtſchaftliche Entwickelung der
Provinz Angola. Der Kolonialminiſter hat in der

Kammer einen Geſetzentwurf eingebracht, wonach ein be=
ſonderer
Fonds zur Deckung der Koſten geſchaffen werden
ſoll, welche durch die Studien für die zur wirtſchaftlichen
Entwickelung der Provinz Angola erforderlichen Arbeiten
verurſacht worden ſind. Die Arbeiten machen einen
Koſtenauſwand von 40 Millionen erforderlich und wer=
den
von dem Verwaltungsrat der Häfen und Eiſenbahnen
Angolas geleitet. Das Projekt umfaßt den Bau von
Eiſenbahnen bis zu den Grenzen der benachbarten frem=
den
Kolonien.
Rußland.
Die ruſſiſche Reichsduma hat in geheimer
Sitzung die Kredite für die zeitweilige Vermehrung des
Beſtandes der höheren Militärſchulen, für die Vervoll=
ſtändigung
der Materialreſerve der Artillerie und für die
Vervollkommunng der nationalen Verteidigung ohne
Debatte angenommen. Auch der Geſetzentwurf, betreffend
die Rekrutenziffer der Jahresklaſſe von 1914, wurde nach
kurzer Debatte angenommen. Die Duma wandte ſich
dann der Beratung des Antrages der Kadetten zu, eine
Kommiſſion zu ernennen, die innerhalb dreier Tage eine
Geſetzesvorlage über die Unverantwortlichkeit der Abge=
ordneten
für ihre Reden in der Duma einbringen ſolk.
Mit erdrückender Stimmenmehrheit wurde gegen einige
Stimmen der äußerſten Rechten der Antrag angenommen,
eine Kommiſſion zu ernennen, die einen Bericht binnen
ſieben Tagen vorlegen ſoll.
Serbien.
Die Skupſchtina iſt wieder zuſammengetreten.
Die regierungsfreundlichen Abgeordneten Trifunowitſch
und Jankowitſch richteten an den Miniſterpräſidenten eine
Interpellation, in der auf die unter den Offizieren herr=
ſchende
Mißſtimmung hingewieſen wird, die durch eine
neue Verordnung hervorgerufen iſt, wonach auch in den
neuen ſerbiſchen Gebieten den Zivilbehörden vor den Mi=
litärbehörden
der Vorrang zuerkannt wird.

* London, 8. Mai. Heute nachmittag fand bier
die Jahresverſammlung der britiſchen Abteilung der
Vereinigung britiſcher und deutſcher
Kirchen zur Förderung freundſchaftlicher
Beziehungen der beiden Völker ſtatt. Der
Erzbiſchof von Canterbury führte den Vorſitz. Unter
den zahlreichen Anweſenden befanden ſich Kardinal
Zourne, der deutſche Botſchafter Fürſt Lichnowsky, der
Biſchof von Hereford, Lord Kinnaird, Lord Reav. Gene=
ralſuperintendent
D Lahuſen=Berlin, Direktor Spiecker=
Berlin u. a. Der Erzbiſchof von Canterbury nahm in
einer Anſprache auf die Erfolge Bezug, die der Bewe=
gung
zuteil geworden ſeien und erwähnte, daß die All=
gemeine
Kirchenvereinigung in immer höherem Maße Un=
terſtützung
fand und daß König Georg und Kaiſer Wil=
helm
der Bewegung ihr Intereſſe entgegenbrächten. D.
Lahuſen ſſagte, er empfinde freudigſt, daß die Mißver=
ſtändniſſe
zwiſchen England und Deutſchland aus dem
Wege geräumt ſeien und daß beide Länder ſich jetzt beſſer
verſtünden als je zuvor.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 10. Mai.
Rote Kreuz=Sammlung.
Außer den Feſtveranſtaltungen am Samstag finden
heute Sonntag wie folgt Konzerte ſtatt:
1. Kapelle des Großh. Leibgarde=Inf.=Regts. Nr. 115:
vormittags von 11½1 Uhr auf dem Schloßgartenplatz,
nachmittags von 3½6 Uhr im Beſſunger Orangeriegarten
bei Kaffee und Kuchen.
2. Kapelle des Großh. Feld=Artillerie=Regts. Nr. 61:
vormittags von 11½1 Uhr vor dem Café Oper und nach=
mittags
von 2½4 Uhr auf dem Riegerplatz.

3. Kapelle des Großh. Dragoner=Regts. Nr. 23: v.
mittags von 11½1 Uhr auf dem Marktplatz und naah
mittags von 3½4¼ Uhr auf dem Kapellplatz und naah
mittags von 4½5 Uhr auf der Inſel (Altſtadt).
4. Kapelle des Großh. Dragoner=Regts. Nr. 24: vrr
mittags von 11½1 Uhr auf dem Wilhelminenplatz, nauß
mittags von 3 Uhr ab Kaffeekonzert in der Reſtauratiil
Heiliger Kreuzberg
5. Kapelle des Großh. Feld=Artillerie=Regts. Nr. D
vormittags von 11½1 Uhr auf dem Luiſenplatz undna
mittags von 4½6 Uhr vor dem neuen Bahnhof.
6. Kapelle des Großh. Train=Bataillons Nr. 18: nan
mittags von 3½5 Uhr auf dem Luiſenplatz.
Bei den Konzerten werden Fähnchen zum Anſtede
Poſtkarten, Abzeichen, Blumen und Kinderfähnchen g=
kauft
. Alle Gegenſtände koſten 10 Pfg., die Kinderfähnch
20 Pfg. Der Erlös kommt den Sammlungen zugute.
Die ganze Stadt wird am Sonntag, den 10. Mah
Zeichen des Roten Kreuzes ſtehen, auf allen Plätzen
den die Weiſen unſerer Militärkapellen ertönen, währen
junge Mädchen Abzeichen, Poſtkarten uſw. zugunſtend
edlen Zweckes verkaufen. Eine der ſchönſten Veranſtalti
gen dieſer Art wird unſtreitig das Konzert im Beſſum
ger Orangeriegarten ſein, da hier die Naturd
einen Rahmen bietet, wie er lieblicher in der ganzen
nicht gefunden werden kann. Selbſt wenn die Sonnenc
vorſommerlich ſcheint und das Bedürfnis nach kühlen
Schatten daher nicht ſo groß ſein ſollte, ſo bietet doch
Pracht der Natur zurzeit in dem Orangeriegarten
Auge ein Bild, das allein genügen kann, den Gartenat
zuſuchen. Kommen dazu noch die gebotenen beſonder
Genüſſe Konzerte unſerer beliebten KapelleHa
Büfett für Kaffee und Kuchen zu mäßigen Preiſen
arf die berechtigte Hoffnung gehegt werden, daßt
ſtadts Bevölkerung heute in Scharen nach dem Orang
garten ſtrömt. Das Konzert begint um 3½ Uhr.
Die Veranſtaltungen im Orangerie
ten finden bei ungünſtiger Witterung im Orangen
haus ſelbſt ſtatt.
Ein Kaffee=Freikonzert wird
achmittag auf dem Heiligen Kreuz aus Anlaß
Sammlungen zum Beſten des Roten Kreuzes ſtattfin
Die Kapelle der weißen Dragoner unter Obermuſikmei
Rühlemanns Leitung wird das Konzert ausführen,ſ
rend junge Mädchen den Verkauf von Poſtkarten U
ibernommen haben. Zu bemerken iſt noch, daß vor
ſichtlich im Saal auch zum Tanz aufgeſpielt werden
So iſt denn wohl anzunehmen, daß, gutes Wetter vor
geſetzt, das Heilige Kreuz heute ein Hauptanziehnn
punkt für die Rote Kreuz=Veranſtaltungen ſein wird=
Namhafte Spenden für die Rote Kreues
Sammlung haben weiterhin überwieſen: Herr Kon
merzienrat J. P. M. Göbel, Martinspfad 72, Frau Lans
gerichtsdirektor Stephan. Herr Ober=Landesgerichtsrat
Berchelmann Herr Siegfried May. Herr Geh. Ober= Juſtiß=
rat
von Heſſert, Frau Wilhelm Diefenbach geb. Römeh
Frau Gottfried Schwab und eine größere Zahl junge
Leute vonJung=Deutſchland aussammelliſten des Beſſun
ger Stadtteils. Der Ortsausſchuß quittiert darüber m
erbindlichſtem Dank und bittet um weitere Zuweiſungen
an das Konto Rote Kreuz=Sammlung Darmſtadt19
bei der Bank für Handel und Induſtrie oder an Bürgen
meiſter Mueller.
* Empfänge. Der Großherzog empfing an
Samstag den Oberſt Foerſter, Kommandeur des In
Regts. Nr. 174 in Forbach, den Oberſtleutnant z.
Krauſe, 2. Stabsoffizier beim Landw.=Bezirk I Dam
ſtadt, den Oberleutnant Geppert vom 2. Großh.
Feldart.=Regt. Nr. 61, den Geh. Rat Heiligenſtodl
Präſident der Königl. Preuß. Zentralgenoſſenſchaftskaſſe
von Berlin, den Kammerherrn Frhrn. v. Oetinger,
Regierungs=Baumeiſter Wolfskehl, den Beigeordneigt
Dr. Heß von Wiesbaden, den Direktor Schott vend
Taubſtummenanſtalt in Bensheim, den Direktor Kall
fleiſch von der Realſchule in Butzbach, den Muſeu
direktor Dr. Heusler in Dresden, den Profeſſor
Hammann, den Profeſſor an der Techniſchen Hochſchül
Dipl.=Ing. Eberhardt, den Realſchuldirektor Zörb von
Iſenburg, den Realſchuldirektor Hertſch von Schottel
den Oberlehrer Krausmüller von Gießen, den Noil
Braden von Bingen. Zum Vortrag den Staatsminiſte
Dr. v. Ewald, den Finanzminiſter Dr. Braun,di
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtall
des Kabinetts Geh. Rat Römheld.

Selbſtändigkeit.

6 Kann ein Menſch ſelbſtändig ſſein? Iſt es nicht eine
Illuſion, in dem ungeheueren Getriebe des Seins zu be=
haupten
: ich bin eine Größe, die ihr eigenes Geſetz in ſich
birgt? Wird nicht jedes einzelne Stück der Wirklichkeit ge=
ſchoben
, gehemmt, hin= und hergerückt, umgeſtaltet, bis in
die Wurzeln hinein bedingt von dem rieſigen Zuſammen=
hang
des Geſchehens, den wir das Schickſal nennen? Jedes
Sandkorn im Fluß muß treiben und lagern, wie es der
Strom will. Sind wir mehr als Sandkörner inmitten der
bewegenden Kräfte? Iſt es nicht Anmaßung oder im
beſten Falle Selbſtbetrug zu ſagen: hier ſteh ich, hier bin
ich, hier behaupte ich mich? So können wir nicht ohne
weiteres ſein. Wir können nicht ſo ins Volle greifen und
uller Wirklichkeit den Stempel des eigenen Weſens auf=
prägen
. Wir haben nicht die ſchöpferiſche Wucht des in
ſich ruhenden Genies, dem alles zur Befruchtung gedeiht.
Aber wir haben doch alle eine geiſtige Form in uns, die
wir bewahren ſollen. Gott hat jedem ſeiner Menſchen=
kinder
einen beſonderen Charakter eingepflanzt, der nicht
verkümmert werden darf. Deshalb iſt die große Aufgabe:
ſich ſelbſt treu bleiben dem idealen Ich, das in der Tiefe
ruht und ſich immer mehr durchſetzen will, die Treue hal=
ten
. Wer das kann, wer das Bild ſeines Weſens reſtlos
verwirklicht, der erfüllt ſeine Beſtimmung. Er ſchafft ſich
ſelbſt ſein eigenes Glück und iſt, ob groß oder klein, im
tiefſten ſittlichen Sinn, frei und ſelbſtändig.
Und doch, wenn wir die großen Menſchen, die Helden
unſeker Geſchichte, die ſchöpferiſchen Perſönlichkeiten, an=
ſchauen
, dann ſehen wir: ſie ſind auch mitten im Strom, ſie
werden von allen Seiten beeinflußt, Kräfte gehen durch ſie
hindurch, aber ſie werden nicht weggeſchwemmt, ſondern ſie
beharren. Inmitten des allgemeinen Treibens ſtehen ſie
da und geſtalten die Dinge nach ihrem Willen. Die Welle
des Lebens bringt ihnen tauſend Möglichkeiten entgegen.
Sie nehmen ſie und machen ſie fruchtbar für ſich. Die
feindlichen Mächte wollen ſie verdrängen, aber ſie bleiben an
ihrem Ort und greifen gebietend in den Gang des Ge=
ſchehens
. Das ſind die Männer, die unverrückt wachſen,
auch wenn der Sturm ſie umbrauſt, weil ihr inneres
Lebensgeſetz ſich allen Widerſtänden zum Trotz unzerſtör=
bar
auswirkt.

Berühmte Brieffälſchungen.

** Nicht geringes Aufſehen erregte in letzter Zeit der
Streit um die Echtheit der Briefe der Marie Antoi=
nette
, die der ſchwediſche Kammerherr von Heidenſtam
in dem entlegenen ſchwediſchen Schloſſe zu Löfſtad zuſam=
men
mit ſolchen von Ferſen entdeckt haben ſollte. Prof.
Glagau hatte durch einen eingehenden Vergleich dieſer
Briefe mit den bekannten authentiſchen die Unechtheit zu
beweiſen verſucht, der Entdecker hat ihre Echtheit energiſch
verteidigt, und die Gelehrten haben nun zu entſcheiden, auf
weſſen Seite das Recht liegt. Man wäre vielleicht verſucht,
die Möglichkeit einer ſo umfangreichen Fälſchung zunächſt
überhaupt von der Hand zu weiſen, aber ein Blick in die
Geſchichte zeigt, wie blühend das Handwerk der Fälſcher
auf dieſem Gebiete zu allen Zeiten geweſen iſt. Gerade an
den Namen der Marie Antoinette knüpfen ſich verſchiedene
Geſchichten von ſolchen Fälſchungen. Auch wenn man von
der berüchtigten Halsbandaffäre abſieht, bei der eine ge=
fälſchte
Unterſchrift der Königin die Hauptrolle ſpielt, ſo
arbeiteten ihre Gegner ſchon zu ihren Lebzeiten mit ge=
fälſchten
Briefen, und es ſcheint ihr Schickſal zu ſein, daß auch
nach ihrem Tode die Fälſchungen von Dokumenten, die für
oder gegen ſie ſprechen ſollen, nicht aufhören. Der Graf
von Hunolſtein veröffentlichte 1864 nicht weniger als 132
angebliche Briefe Marie Antoinettes, von denen die Kritik
nur zwei als echt erkannte. Selbſt der berühmte Auto=
graphenſammler
Feuillet de Conches ließ ſich düpieren, und
zahlreiche Geſchichtsdarſtellungen benützten ſeine gefälſchten
Dokumente.
Wie über die Briefe der Marie Antoinette, ſo wird
auch über die Echtheit der berühmten ſogenannten Kaſſetten=
oder
Schatullenbriefe Maria Stuarts noch heute ge=
ſtritten
; feſt ſteht jedoch, daß, als Maria in Eliſabeths Ge=
fangenſchaft
war, ein gewiſſer Wharton ſeiner Regierung
den Vorſchlaa machte, Briefe der Schottenkönigin zu ihrem
Schaden zu fälſchen und in Umlauf zu beingen. Im Ber=
liner
Kriminalmuſeum befinden ſich neben einer ſehr in=
tereſſanten
Sammlung von Mordwerkzeugen und Diebes=
gerät
auch drei Bücher aus dem 16. Jahrhundert, die an=
geblich
von Martin Luther an Freunde geſchenkt und
mit eigenhändigen Widmungsſchreiben und Eintragungen
des Reformators verſehen ſind. Sie waren von dem nach
ärztlichen Gutachten halb idiotiſchen Hermann Kyrieleis
und ſeiner Frau gelälſcht, die 1898 in Berlin wegen dieſes

Betruges verurteilt wurden; namhafte Antiquare, Luthe
Forſcher und Bibliothekare hatten aber die Handſch
Luthers für echt gehalten. Ein König der Fälſcher
der franzöſiſche Bauernſohn Vrain=Denis=Suſas, der
en Jahren 18611870 dem Sammler Michel Chas
einem Aſtronom und Mathematiker von Weltruf,nch
weniger als 27320 gefälſchte Briefe für 140000 bar
zahlte Francs verkaufte. Darunter befanden ſich nicht
27 Briefe von Shakeſpeare, 3000 von Galilei, 1745 vo
Paskal, 622 von Newton uſw., ſondern auch Epiſteln von
Plinius, Pompejus, Plato, von Kleopatra an Cäſar,
von Lazarus an Petrus und von Maria Magdalena
Lazarus und es bedurfte erſt einer offiziellen Prüfung
durch die Akademie, um den ungeheuerlichen Betrug aufe
zudecken. Wieviel gefälſchte Briefe Lord Byrons und
Shelleys im Umlauf waren und wahrſcheinlich noch ſind
iſt auch eine offene Frage.
Im Sommer 1848 kam eine junge Dame zu dem Buch=
händler
White in Pall Mall und bot ihm einige Brief
Lord Byrons an, die ihrer älteren kränklichen Sche
ſter gehörten, mit der ſie zuſammen in St. Johns Woch
wohnte. Die Schweſter wünſchte ſie, wie Farrers ſchön
Eſſays, eine Hauptquelle für literariſche Fälſchungenh
erzählen, zu verkaufen, um eine augenblickliche Geldve
egenheit beſeitigen zu können, in die ſie durch die Unter
ſchlagungen eines Agenten gebracht worden war. Die
Schweſtern waren die Töchter eines unlängſt verſtorbenen=
Wundarztes, der den Diener Lord Byrons, Fleicher, in
ſeiner letzten Krankheit behandelt und von ihm verſchiedene
Bücher und Briefe erhalten hatte, die der Dichter ſeinem
treuen Bedienten als letzte Gabe eines Sterbenden ver=
macht
hatte. Die Sache klana romantiſch, aber glaubhafte
die Damen ſchienen hübſch, ſchlicht und aufrichtig, und ſo
erwarb White nach und nach 47 Briefe Byrons, die er bald
darauf an den großen Verleger Murray für 123 Pfund
Sterling 2469 Mark verkaufte. Murray war eines
wiegter Geſchäftsmann, der Byrons Werke herausgegeben
hatte und des Dichters Handſchrift genau kannte den=
noch
waren die Schriftſtücke gefälſcht, ebenſo wie eine An=
zahl
Briefe Shelleys, die aus derſelben Quelle ſtammten
und 1850 bei Sotheby für 115 Pfund Sterling verauktios
tiert wurden. Der Fälſcher war wahrſcheinlich George
Gordon Byron, ein illegitimer Sohn des Dichters, den die
Wechſelfälle eines abenteuerreichen Lebens auf die Bahn
des Betruges brachten; völlig aufgeklärt iſt die Sache aber
bis auf den heutigen Tag nicht,

[ ][  ][ ]

WWon der Hofkapelle. Der Großherzog hat
Kammermuſikern Joſef Duras und Wilhelm
Abr us das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
inps des Großmütigen verliehen, die Hofmuſiker
Aſawv Adam, Guſtav Spohr, Julius Winkler,
Stetefeld und Georg Kreß zu Kammer=
Aikrrn ernannt.
Perſonalveränderungen in den Kreisſchulkommiſ=
Ain. Der Großherzog hat den Kreisſchulinſpektor
Uhder Kreisſchulkommiſſion Worms Profeſſor Joſeph
e y zum Kreisſchulinſpektor bei der Kreisſchulkom=
Aliem Darmſtadt, den Oberlehrer an dem Seminar für
echullehrerinnen zu Darmſtadt Profeſſor Eduard
if zum Kreisſchulinſpektor bei der Kreisſchulkommiſ=
armſtadt
unter Belaſſung des Charakters Profeſſor
Werreisſchulinſpektor bei der Kreisſchulkommiſſion Als=
Schulrat Georg Eck zum Kreisſchulinſpektor bei der
sdchulkommiſſion Worms, den Hauptlehrer an der
chule zu Darmſtadt Georg Huff zum Kreisſchul=
ſkror
bei der Kreisſchulkommiſſion Alsfeld ernannt.
Schulperſonalien. Der Großherzog hat den
Plehrer an dem Gymnaſium zu Offenbach Profeſſor
Steinmetz auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung
hr langjährigen, treuen Dienſte mit Wirkung vom 1.
ſil914 an in den Ruheſtand verſetzt und ihm die Krone
ſt Mitterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
erroßmütigen verliehen.
ileebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
ſlEpplé aus Flonheim, Kreis Alzey, eine Lehrer=
an
der Volksſchule zu Nieder=Roden, Kreis Dieburg;
Schulamtsaſpiranten Heinrich Lichtenſtein aus
he=Weſel eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Grebe=
Kreis Alsfeld: dem Schulamtsaſpiranten Auguſt
linig aus Stockſtadt, Kreis Groß=Gerau, eine Lehrer=
an
der Volksſchule zu Groß=Eichen, Kreis Schotten;
cöchulamtsaſpirantinnen Mathilde Berberich aus
ſtögen und Anna Winter aus Dieburg Lehrerinſtellen
ſer Volksſchule zu Mühlheim, Kreis Offenbach.
Entlaſſen aus dem Staatsdienſt wurde der
ſtelbgehilfe bei dem Finanzamt Oſthofen Georg
Eder zu Oſthofen vom 15. Mai d. J. an auf ſein
ſtſuchen.
Erledigt ſind: Eine mit einem evangeliſchen
ſte zu beſetzende Schulſtelle zu Kelſterbach, Kreis
tzWerau. Eine mit einem evangeliſchen Lehrer
Allſeetzende Schulſtelle zu Erfelden, Kreis Groß=
nn
. Mit der Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden.
mit einem evangeliſchen Lehrer zu beſetzende
külttelle zu Dudenhofen, Kreis Offenbach. Mit
AEetelle iſt die Hälfte des Organiſtendienſtes ver=
ſem
. Eine mit einem katholiſchen Lehrer und eine
herner katholiſchen Lehrerin zu beſetzende Schulſtelle
Albeeuſenſtamm, Kreis Offenbach. Eine mit
Aim evangeliſchen Lehrer zu beſetzende Schulſtelle
Mlein=Steinheim, Kreis Offenbach. Eine
h hiner katholiſchen Lehrerin zu beſetzende Schul=
zzu
Zellhauſen, Kreis Offenbach. Eine mit
An katholiſchen Lehrerin zu beſetzende Schulſtelle
Mkllein=Welzheim, Kreis Offenbach. Eine
Mil iner katholiſchen Lehrerin zu beſetzende Schul=
M zu Klein=Auheim, Kreis Offenbach. Die
ui einem evangeliſchen Lehrer zu beſetzende erſte
Altelſtelle zu Burg=Gräfenrode, Kreis Fried=
Mei Mit der Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden.
Präſentationsrecht ſteht dem Herrn Grafen zu
is=Rödelheim in Aſſenheim zu.
8 Strafkammer I. Der 38jährige Lackierer Georg
Azller aus Reinheim hat als Abonnentenakquiſiteur in
t Darmſtadt und anderen Orten im Januar und Fe=
Ahridieſes Jahres 79 Beſtellſcheine gefälſcht und ſich da=
24,40 Mark Proviſion erſchwindelt und 90,19 Mark
Aſierte Abonnementsgelder für ſich behalten. Ferner
ler eine Mietsquittung über 25 Mark gefälſcht. Die
Affhammer verurteilte ihn geſtern wegen Urkunden=
Afhumg und Unterſchlagung zu 2 Monaten Ge=
Aſigin is.
Zigarettenſteuer. Im Intereſſe unſerer zahi=
Allen Leſer, die mit Waren Handel treiben, welche
Ahsiigarettenſteuer unterliegen, machen wir an dieſer
Alle auf die einſchneidende Beſtimmung in § 15 des
ſhriettenſteuergeſetzes beſonders aufmerkſam, wonach
ſind ge, der ſich gewerbsmäßig mit dem Verkauf
Zigaretten, Zigarettentabak, Zigarettenhülſen und
ttichen befaſſen will, dies vorher der Steuerbehörde
Allei igen hat. Die Anmeldung hat bei dem zuſtän=
In Steueramte bezw. Hauptſteueramte zu erfolgen.
ibeachtung dürfte um ſo mehr erforderlich ſein, als
ſileerhandlungen gegen die betreffenden geſetzlichen
ſahrriften mit beſonders hohen Strafen (bis zu
-k.) geahndet werden.
Vom Hoftheater. Heute läuft die Friſt für das
Abbertellungsrecht der Abonnenten zur Uraufführung von

Kain und Abelab, die am Sonntag, 17. Mai, unter
Leitung des Komponiſten ſtattfindet und zahlreiche illuſtre
Gäſte nach Darmſtadt führen wird. Der allgemeine Kar=
tenverkauf
zu dieſer Vorſtellung beginnt am Dienstag.
Heute abend 7 Uhr geht als dritte Feſtſpiel=Vorſtellung
Mozarts Entführung aus dem Serail in der
Originalausſtattung und =beſetzung der Stuttgarter Hof=
oper
unter Leitung von Max von Schillings und Emil
Gerhäuſer in Szene. Im Schauſpiel beginnt am Dienstag
der Gerhart Hauptmann=Zyklus mit dem Märchen=Drama
Die verſunkene Glocke die zweite Vorſtellung, Hanneles
Himmelfahrt findet am Freitag ſtatt. Mittwoch und
Donnerstag ſind der Oper gewidmet, und zwar wird am
Mittwoch Butterfly unter Leitung von Hofkapellmeiſter
Ottenheimer, am Donnerstag Fidelio unter Leitung
von Geh. Hofrat de Haan wiederholt.
** Dem Andenken Ludwig Wagners. Geſtern jährte
ſich der Todestag von Hofſchauſpieler Wagner. In treuem
Gedenken an ihren allgemein beliebten und hochverehrten
Kollegen ließen die Solomitglieder des Hoftheaters durch
eine Abordnung aus ihren Reihen einen Kranz am Grabe
des verewigten Künſtlers niederlegen.
Kunſtausſtellung. In dem neuen Ausſtellungsraum
der Firma J. Glückert, Hofmöbelfabrik, wurde geſtern
mittag eine neue Ausſtellung von Kunſt= und kunſtgewerb=
lichen
Gegenſtänden (antiken und modernen) eröffnet. Der
erſte Beſucher der Ausſtellung war Se. Kgl. Hoheit der
Großherzog.
* Ein Unterrichtskurſus über Gymnaſtik wird im
Naturheilverein durch Herrn E. Sommer aus
Frankfurt a. M. vom nächſten Montag ab abgehalten
werden, worauf wir unter Hinweis auf die Anzeige auch
an dieſer Stelle aufmerkſam machen wollen.
* Gartenbauverein Darmſtadt. Aus der Zahl der ge=
ſchäftlichen
Mitteilungen, mit welchen die letzte Monatsver=
ſammlung
eingeleitet wurde, ſei erwähnt, daß die Ver=
anſtaltung
einer Ausſtellung von Frühobſt und Früh=
gemüſe
nunmehr durch den Kreisobſtbauverband definitiv
beſchloſſen ſei und ſehr wahrſcheinlich ſchon Ende Juni ab=
gehalten
wird. Die Vorarbeiten ſind bereits im Gange.
Ferner wurde darauf hingewieſen, daß das Spritzen von
Reben und Obſtbäumen zur Bekämpfung der Schädlinge
wegen der raſchen Blütenentwicklung verſchoben werden
mußte und nun demnächſt von ſachkundiger Hand unter
Aufſicht des Herrn Kreisobſtbautechnikers Dorſch ausge=
führt
wird. Auch wurde bekanntgegeben, daß der Ver=
ſuchsgarten
am Heinrichwingertsweg jeden Samstag nach=
mittag
von 46 Uhr den Mitgliedern zur Beſichtigung
offen ſteht. In den nächſten drei Monaten werden keine
Sitzungen abgehalten. Dafür aber werden verſchiedene
Gärten in Darmſtadt und in der Villenkolonie bei Eber=
ſtadt
gemeinſam beſichtigt. Möglicherweiſe kommen auch
noch ein Ausflug nach Buchſchlag und ein Beſuch der Gar=
tenbauausſtellung
in Mainz und Wiesbaden zur Ausführ=
ung
. Das Nähere wird in den Tagesblättern veröffent=
licht
. Außerdem ſteht den Mitgliedern frei, ſich an den
Veranſtaltungen des Kreisobſtbauverbandes, Beſichtigung
der Gemüſetreibereien in Griesheim, der Landwirtſchaft=
lichen
Verſuchsſtation in Darmſtadt und der Verſuchsfelder
in Ernſthofen, zu beteiligen. Der Hauptteil des Abends
war ſtofflich ſehr reichhaltig. Zunächſt wurden die Mit=
glieder
mit einem höchſt einfachen Konſervierungsver=
fahren
von Bohnen bekannt gemacht. Eine Flaſche wird
zwei Finger hoch mit Waſſer gefüllt; dann werden die ge=
ſchnittenen
, friſchen Bohnen mittelſt eines Hölzchens ein=
gebracht
, bis die Flaſche voll iſt. Nötigenfalls füllt man
noch etwas Waſſer nach. Die Flaſche bleibt einen Tag
offen und wird dann mit einem guten Kork feſt ver=
ſchloſſen
. Wie aus den Kreiſen der Zuhörer beſtätigt wurde,
ſollen ſich derartig behandelte grüne Bohnen jahrelang hal=
ten
. Es folgten nun Lichtbildervorführungen. Die
Herren Apotheker Wernher und Oberprimaner Walter
hatten es meiſterhaft verſtanden, farbige Naturobjekte,
(blühende Pfirſichbäume, Blumenarrangements. Garten=
anlagen
und Landſchaften) auf dem Wege des Autochrom=
verfahrens
im Bilde feſtzuhalten und wiederzugeben. Herr
Lehrer Preſſer zeigte an einigen charakteriſtiſchen Auf=
nahmen
, wie zu tief gepflanzte Bäume aus reinem Selbſt=
erhaltungsbetrieb
ſogen. Notwurzeln bilden die unter den
Einfluß der größeren Wärme an der Oberfläche recht ſtark
werden und die Verkümmerung der urſprünglichen Wur=
zeln
herbeiführen und meiſt zur Unfruchtbarkeit des
Baumes oder auch zu Froſtplatten Anlaß geben. Herr
Profeſſor Völſing behandelte dann eingehend an der Hand
von Tabellen und photographiſchen Aufnahmen, wie durch
Anwendung der Wagnerſchen Nährſalze der Ertrag im
Gemüſebau geſteigert und damit eine größere Rentabilität
erzielt wird. An weiteren Bildern bot ſich Gelegenheit,
über die Bewurzelung von Pflanzen in Torfmull und über
zwei Schädlinge (Apfelblütenſtecher und Ringelſpinner)
nähere Erklärungen zu geben. Zum Schluß zeigte Herr
Grimm Abbildungen von Neſtern aus Ton, welche zur

Verminderung der Sperlingsplage beitragen ſollen,
und eine leicht anzufertigende Vogelſcheuche aus Spiegel=
glasſcheiben
, womit man läſtige Gäſte von Obſtbäumen,
friſchen Saaten uſw. fernhalten kann.
* Mandolinenkranz. Man ſchreibt uns: Am Sonntag,
den 17 Mai, findet, wie alljährlich, im Saale und Garten
der Reſtauration zum weißen Schwanen in Arheilgen das
Frühlingsfeſt des Mandolinenkranzes Darmſtadt, beſtehend
in Konzert, Geſangs= und humoriſtiſchen Vorträgen, ſowie
Tanz und Tombola, ſtatt. Es iſt dies das erſte Konzert,
welches unter Leitung des neuen Dirigenten Herrn Ernſt
Hinz ſtattfindet. Ein ſchönes abwechſelungsreiches Pro=
gramm
wird jedem Beſucher des Feſtes zur Freude gerei=
chen
. Auch Herr Richard Hinz, zurzeit in Mainz, hat ſeine
Mitwirkung zugeſagt. Herr Richard Bernhardt wird die
Anweſenden mit einem Violinkonzert beehren. Den humo=
riſtiſchen
Teil hat Herr Kilian übernommen, außerdem
wird Herr Zennetti einige bayeriſche Lieder zu Gehör
bringen. Die Tombola iſt ſehr reichhaltig: 1. Gewinn wie
üblich eine Gitarre. Dieſelbe iſt in dem Muſikhaus von
Mar Gerbert, Ecke Rhein= und Grafenſtraße, ausgeſtellt.
Eine gutbeſetzte Tanzmuſik wird die Jugend auf ihre
Koſten bringen.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expedi=
tion
(Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu ausgeſtellt:
Vom Eiſenbahnunglück in Nieder=Saulheim. Die Er=
öffnung
der Bugra (Weltausſtellung für Buchgewerbe
und Graphik in Leipzig). Kronprinz Georg und Prinz
Friedrich Chriſtian von Sachſen vor dem Denkmal der 1870
bei St. Privat gefallenen Kämpfer des XII. ſächſiſchen
Armeekorps. Zur Verurteilung deutſcher Luftſchiffer
in Rußland.

Darmſtädter Wochenmarkt.

Marktpreiſe am 9. Mai 1914.

Butter, ½ kg 1,301,35 M
in Part.½ kg 1,20-1,25 M
Eier, Stück
78 Pf
Schmierkäſe, ½ Ltt. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück 410 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 3,50-4,00 M.
Kumpf (10 Liter) 5560 Pf.
½ kg . . 58 Pf.
Mäuschen ½ kg 1415 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg 1225 Pf.
Zitronen, Stück 48Pf.
Apfelſinen, Stück 58 Pf.
Birnen, ½ kg 2530 Pf.
Bananen, ½ kg . . 40 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 1015 Pf.
15 Pf.
Kohlrabi
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 2 Pf.
8 Pf.
Rettiche, Stück
Bündel . 8 Pf.
Meerrettich, Stück 1025 Pf.
Roterüben, ½ kg . 10 Pf.
20 Pf.
Zwiebeln, ½ kg
Tomaten, ½ kg 7080 Pf.
Spinat, ½ kg . 1415 Pf.
Weißkraut, Stück 820 Pf.
Rotkraut, Stück 1030 Pf.
Blumenkohl, Stück 25-70 Pf.
60 Pf
Wirſing, Stück
Gurken, Stück . 4050 Pf.
Rhabarber ½ kg 1015 Pf.
Gelberüben, ½ kg 56 Pf
Bündel 2030 Pf.
Schwarzwurz, ½kg 25-30 Pf.
Spargel I. Sorte
6570 Pf.
kg
Spargel II. Sorte
4045 Pf.
½kg
Spargel III. Sorte
30 Pf.
½ kg

Geflügel, Wildbrete
Gänſe, ½ kg
. Pf.
Enten, Stück 3,004,00 M.
Hahnen, Stück 2,503,50 M.
Hühner, Stück 2,503,00 M.
Tauben
70 Pf.
Haſen
Pf.
Lapins, Stück 1,001,10 M.
Zicklein
3,004 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . 0,901 M.
1 M.
Aal, ½ kg . .
Karpfen, ½ kg . . 70 Pf.
Andere Rheinfiſche,
. 3560 Pf.
½ kg.
60 Pf.
Rotzungen, ½ kg
50 Pf.
Schollen, ½ kg
30 Pf.
Kabeljau, ½ kg
Schellfiſche, ½ kg . 30 Pf.
Bratſchellfiſche
25 Pf.
½ kg .
Fleiſch:
Kalbfleiſch mit Bei=
80 Pf.
lage, ½ kg
Kalbfleiſch ohne Bei=
lage
, ½ kg . 1,10 Mk.
Rindfleiſch mit Bei=
66 Pf.
lage, ½ kg
Rindfleiſch ohne Bei=
lage
, ½ kg 8090 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 76 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
84 Pf.
kg
Dörrfleiſch, ½ kg . 90 Pf.
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
60 Pf.
½ kg
Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

* Jagdfilm=Vorführungen. Vom 15. d. M.,
ab wird der Afrikareiſende Robert Schumann an
drei Tagen Jagdfilmaufnahmen aus Afrika vorführen.
Robert Schumann, der acht Jahre im ſchwarzen Erdteil
kreuz und quer gereiſt iſt, iſt ein ebenſo weidgerechter
JJäger, wie treuer Naturbeobachter. So gewährten
ſeine kinematographiſchen Films, hauptſächlich afrikani=
ſche
Jagd= und Tierſtudien ſie wurden erſt unlängſt
dem Kaiſerpackre vorgeführt den zahlreichen Hörern
hohen Reiz. Wir ſehen, wie der Reiſende ſich mit den
Eingeborenen zur Jagd auf das Flußpferd, das in ſump=
figer
Niederung hauſt, rüſtet, wie feine Hunde ſich damit
abmühen, ſoleh einen Bullen von 50 Zentnern, nachdem
er von der tödlichen Kugel getroffen iſt, zu apportieren
Wir folgen dem Vortragenden in die Hochſteppen Oſt=
afrikas
, wo eigenartige Dornbäume (eine Akazienart)
die charakteriſtiſche Vegetation bilden. Unter großen Müh=
ſeligkeiten
gelangt man zu den Stellen, wo die Elefanten
wechſeln, dann geht es wieder zu dem Natronſee, woher
die Eingeborenen ihr Salz holen. In großen Stücken
wird es gebrochen, in Heubündel verpackt und dann der
Malrſch zum heimiſchen Dorfe angetreten. Fünf Tage
dauert gewöhnlich eine ſolche Reiſe, und große Freude
herrſcht bei der Rückkehr. Eine Art afrikaniſcher Tango
wird zum Beſchluß der beſchwerlichen Reiſe getanzt, dann
geht es an das Sortieren der Salzſtücke, die freilich einem
europäiſchen Magen nicht ſonderlich behagen. Nicht bloß
auf Elen, Antilopen, Nashorn, Flußpferd und Elefanten
wird gejagt, auch das Gnu ſucht man einzufangen. In
Herden von Zehntauſenden ziehen dieſe Tiére oft durch
die Steppe, geſchickt weiß der Eingeborene und Schu=
mann
hat ihnen ihre Künſte abgelauſcht mit einem
Laſſo die jungen Kälbchen einzufangen, die dann von den
Eingeborenen mit Kuhmilch großgezogen werden. Die
Maſſai die zwar große Viehräuber, aber auch ſehr tüchtige
Viehzüchter ſind, verſtehen ſich ausgezeichnet auf dieſe
Aufzucht. Szenen aus dem Familienleben der Einge=
borenen
, charakteriſtiſche Bilder aus dem Tierleben
Afrikas, u. a. brütende Rieſenſchlangen, bilden eine
wertvolle Beigabe des Vortrages.
* Union=Theater (Kunſtlichtſpiele, Rheinſtr.
Nr. 6). Eine lebhafte Agitation gegen die Fremdenlegion
hat gegenwärtig eingeſetzt. Die Preſſe bringt täglich Ar=
tikel
und Notizen, in denen ſie abenteuerluſtige junge
Leute davor warnt, Werbern Gehör zu ſchenken, die ſie
nach Algier und den anderen franzöſiſchen Kolonien ver=
ſchleppen
. Es iſt deshalb ganz beſonders zu begrüßen.
daß man jetzt auch die Filminduſtrie dazu benutzt, vor den

Feuilleton.

) Eine neue Schnellbahn. Aus London wird dem
Lokalanzeiger gemeldet: Vor vielen Fachleuten wurde
Ahn euartige Schnellbahn, eine Erfindung des
Aizoſen Bachelet, vorgeführt, die 800 engliſche
Ailen in der Stunde zurüchgelegt und mit der
Iin diie Strecke Paris-Petersburg in zehn Stunden (!)
Aſtfhren kann. Die Bahn hat keine Gleiſe ſondern an
m Stelle dienen als Spur nebeneinander ſtehende Alu=
Ahunnklötze, die alle ſieben oder acht Meter von einem
Uihrllichen Magneten unterbrochen werden. Ueber die=
Aikllötzen und unter dieſen Toren ſchwebt ein Stahl=
Ader in der Form der Zeppelingondeln, der eigentliche
Die Fortbewegung beſteht darin daß die elektro=
mneniſchen
Gewinde im Innern der Aluminiumklötze bei
ſchaltung des elektriſchen Stromes den Zug von ſich
Aſinen und in der Luft halten, während die großen tor=
ſenn
Magneten ihn zu ſich ziehen. Der Direktor einer
Amen: Geſellſchaft übernahm den Bau einer Probeſtrecke
BMltumdon.
EeKK. Rouſſeaus Brief an Friedrich den Großen. Durch
Aſhor einem halben Jahrhundert erfolgte Ausgabe des
ifnoechſels Jean Jacques Rouſſeaus hat der Brief Be=
Aiitheit erlangt, den Rouſſeau am 1. November 1762 an
drlich den Großen richtete und in dem er eine Ein=
ng
.;, die der große Preußenkönig ihm geſandt hatte,
hntt. In den Annales de J. J. Rouſſeau führt der be=
Mutte Genfer Gelehrte und Univerſitätsprofeſſor Bourien
llintereſſanten Nachweis, daß die bisher bekannt gewor=
Al;Faſſungen jenes Rouſſeau=Briefes nicht dem Wort=
ldes
wirklich an Friedrich den Großen abgeſandten
Alles entſpricht. Rouſſeau hat den Brief unzählige
le eentworfen, ſkizziert und wieder geändert zögerte,
Ahab zuſenden, änderte von neuem und auf Grund
ür Entwürfe hatte man in Frankreich den Originaltert
Würuiert und veröffentlicht. Durch die Vermittelung

Dr. Konrad Walters publiziert nun Bouvier den wirk=
lichen
Wortlaut des Briefes, den Friedrich der Große von
Rouſſeau erhielt; das Originalmanuſkript iſt im
königlichen Hausarchiv in Berlin verwahrt. Das
Schreiben lautet in der Ueberſetzung: Sire, Sie ſind mein
Beſchützer und mein Wohltäter, und ich beſitze ein Herz.
das zur Erkenntlichkeit geſchaffen iſt: ich möchte mich Ihnen
dankbar erweiſen, wenn ich es vermag. Sie wollen mir
Brot geben: gibt es unter Ihren Untertanen keinen, dem
es mangelt? Legen Sie vor meinen Augen jenen Degen
ort, der mich blendet und mich verletzt. Er hat nur allzu
gut ſein Werk verrichtet, und das Szepter iſt verlaſſen.
Die Laufbahn von Königen Ihres Stoffes iſt groß; Sie
ſind noch weit vom Ziele. Aber die Zeit drängt, und um
das Ziel zu erreichen, bleibt Ihnen kein Augenblick, der
verloren werden darf. Erforſchen Sie Ihr Herz, o Fried=
rich
! Können Sie ſich entſchließen, zu ſterben, ohne der
Größte der Menſchen geweſen zu ſein! Könnte ich doch
Friedrich den Gerechten und den Gefürchteten ſeine Staa=
ten
mit einem glücklichen Volke, dem er Vater ſei, bevöl=
kern
ſehen; und Jean Jacques Rouſſeau, der Feind der
Könige, würde vor Freude an den Stufen ſeines Thcones
ſterben. Mögen Eure Majeſtät geruhen, den Ausdruck
meiner Dienſtbefliſſenheit und meines ſehr tiefen Reſpek=
tes
entgegenzunehmen. J. J. Rouſſeau. Der Brief iſt
vom 1. November 1762 von Motier=Travers datiert.
g. Der Zug der Zeit. Es war in einer ſüddeutſchen
Garniſonſtadt. Bei einem Gang durch ein ſonſt ruhiges
Stadtviertel klangen mit einem Male luſtige Tanzweiſen
an mein Ohr, die mir ziemlich rätſelhaft erſchienen, da
ein Tanzlokal nicht in der Nähe war und ein Tanz am
frühen Morgen nicht zu den Alltäglichkeiten gehört. Im
tächſten Augenblick wurde mir Aufklärung. Um die Ecke
bog eine Militärkapelle, die unentwegt und bieder ihr:
Wo ſteht denn das geſchrieben, Du ſollſt nur einen lie=
ben
ꝛc. ertönen ließ, und dahinter ritten vergnügt ſchmun=
zelnd
und wenn es die Diſziplin erlaubte, wohl auch mit=

ſingend, die braven Reiter . . .

[ ][  ][ ]

Gefahren zu warnen, die den jungen Leuten drohen, wenn
ſie ſich der Fremdenlegion anſchließen. So wird gegen=
wärtig
im Union=Theater ein hochintereſſanter Film ge=
zeigt
, der ſich Die Schrecken und die Opfer
der Fremdenlegion betitelt und in der eindring=
lichſten
Weiſe und was kann wohl eindringlicher ſein
als das lebende Bild dem Beſucher Szenen aus den
Wüſteneien Afrikas bringt, wie ſie realiſtiſcher nicht ge=
dacht
werden können. Es ſpielt ſich vor unſeren Augen
eine jener gewaltigen Tragödien ab, wie wir ſie ſchon
ſo oft in der Tagespreſſe geleſen. Im Mittelpunkt der=
ſelben
ſtehen zwei junge Deutſche, die der Fremdenlegion
izum Opfer fielen und ſchließlich ihr Leben laſſen müſſen.
Verſäume deshalb niemand, dem Union=Theater einen
Beſuch abzuſtatten, um ſo mmehr, als auch das übrige Pro=
gramm
erſtklaſſig iſt. Die Künſtlerkapelle iſt wieder volk
beſetzt, worauf noch beſonders aufmerkſam gemacht ſei.

Pfungſtadt, 9. Mai. (Von den Behörden.)
Aus Sparſamkeitsrückſichten gehen vom 15. ds. Mts. ab
die Dienſtgeſchäfte der Untererhebſtelle Pfungſtadt auf
das hieſige Steueramt über, Auch die Untererhebſtellen
Eberſtadt, Eſchollbrücken und Hahn werden von dieſem
Tage an von der Bezirkskaſſe Zwingenberg abgetrennt
und dem Steueramt Pfungſtadt unterſtellt. (Der Ge=
meinderat
) hat den Ortslohn in folgender Weiſe
feſtgeſetzt: Für männliche Perſonen über * Jahre: 3,50
Mark, für weibliche: 1,80 Mark, für Perſonen von 16 bis
21 Jahren, männliche: 2,80 Mark, weibliche: 1,80 Mark
und für Perſonen unter 16 JJahren, männliche: 1,80 Mark,
weibliche: 1,40 Mark.
Heppenheim a. d. B., 9. Mai. (Ein Hundert=
jähriger
.) Am 14. Mai kann der Privatier Abraham
Sundheimer in Heppenheim a. d. B. auf 100 Lebens=
jahre
zurückblicken. Der jetzt noch körperlich und geiſtig
rüſtige Greis iſt 1814 in Groß=Rohrheim bei Gernsheim
a. Rh. geboren. Seine Frau ſtarb vor 30 Jahren. Damals
gab er ſeine Landwirtſchaft, ſeinen Vieh= und Getreide=
handel
in Groß=Rohrheim auf und nahm ſeinen Wohnſitz
in Heppenheim. Täglich lieſt er noch regelmäßig ohne
Brille ſeine Zeitung; denn nicht nur die lokalen Niuig=
keiten
, ſondern auch die politiſchen Welthändel intereſſieren
den Hundertjährigen noch immer ſehr. Wenn man ihn
fragt, wodurch er ſo alt geworden und dabei ſo jugend=
friſch
geblieben ſei, antwortet er: Arbeitſamkeit und
Mäßigkeit haben mich jung erhalten!
* Offenbach, 9. Mai. (Auf Einladung der
griechiſchen Regierung) begibt ſich der heſſiſche
Architekt Profeſſor Hugo Eberhardt, Direktor der Tech=
niſchen
Lehranſtalten in Offenbach, nach Athen, um den
griechiſchen Staat bei der Erbauung und der Organiſa=
tion
neuzugründender Gewerbeſchulen zu beraten.
Offenbach, 9. Mai. (Einen Selbſtmordver=
ſuchdurch
Vergiften) verübte der Portefeuiller Reitz
von hier. Er wurde geſtern in ſchwer verletztem Zuſtande
ins StädtiſcheKrankenhaus gebracht, wo er in bedenklichem
Zuſtande daniederliegt. Das Motiv zur Tat ſoll in miß=
lichen
Verhältniſſen zu ſuchen ſein. (Einerohe Tat)
verübte der Arbeiter Georg Hogl aus Neu=Iſenburg, als
er mit Reparaturarbeiten an der dortigen Turnhalle be=
ſchäftigt
war. Einem Schulknaben, der zum Fenſter hin=
ausgeſchaut
hatte, warf er eine Hand voll Kalk ins Geſicht
wodurch der Knabe zum Glück keine ernſteren Verletzungen
erlitt. Das Offenbacher Schöffengericht diktierte ihm heute
für ſeine rohe Tat eine Gefängnisſtrafe von einer Woche
zu, während der Amtsanwalt nur 40 Mk. beantragt hatte.
* Langen, 9. Mai. (Emaillediebſtahl.) In
der Anthesſchen Liegenſchaft hier fand vor einigen Ta=
gen
ein Wanderverkauf in Emaillegeſchirr ſtatt. Das
Wanderlager erſtreckte ſich auf mehrere Tage. Die in dem
Hauſe des Eigentümers bedienſtete Haushälterin wurde
nun beſchuldigt, von dieſem Wanderlager eine größere
Partie Emaillegeſchirr ſich rechtswidrig angeeignet und zu
ihrem Bruder in Frankfurt a. M. einen Teil verbracht zu
haben. Auf Veranlaſſung der Kriminalpolizei Frankfurt
a. M. fand geſtern nachmittag durch die hieſige Polizei
eine Durchſuchung der Räume des Dienſtherrn der Haus=
hälterin
ſtatt. Man fand in verſchiedenen geſchloſſenen
Räumen eine große Anzahl Emaillegeſchirr vor, doch er=
klärte
der anweſende Hauseigentümer, Gaſtwirt Schuh=
mann
, daß ihm von der Herkunft dieſes Emaillegeſchirrs
nichts bekannt geweſen ſei. Die Polizei hat ſämtliches
Emaillegeſchirr in Verwahrung genommen und auf das
Rathaus verbracht. Von der Kriminalpolizei Frankfurt
iſt die Haushälterin gelegentlich eines Beſuchs bei ihrem
Bruder in Frankfurt a. M. feſtgenommen worden und
befindet ſich dort in Haft.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 8. Mai. Ueber Thor=
mann
=Dr. Alexander werden jetzt die unglaub=
lichſten
Nachrichten verbreitet. So ſoll u. a. die Unter=
ſuchung
materiell ruhen, weil Thormann die Kösliner
Richter für befangen erklärt und abgelehnt habe. Es iſt
einfach unbegreiflich, wie einige Zeitungen ſo etwas wie=
dergeben
können. Ein Angeklagter kann erſt ablehnen,
wenn er vor einem ordentlichen Gericht ſteht, aber nicht
ſchon wähnend der Unterſuchung! Das Gegenteil der
Behauptungen iſt denn auch richtig: das ſtaatsanwalt=
ſchaftliche
Ermittelungsverfahren iſt beendet und gegen
Thormann iſt die gerichtliche Unterſuchung eröffnet wor=
den
. und zwar auf Grund der Paragraphen 154, 164, 263,
268, 269, 270, 271 und 360 des Strafgeſetzbuches, da ihm
zur Laſt gelegt werden ſchwere Urkundenfälſchung, Ge=
brauch
gefälſchter Urkunden, Bewirkung falſcher Eintra=
gungen
, falſche Beſchuldigungen, Abgabe falſcher eides=
ſtattlicher
Verſicherungen, Betrug und ſchließlich Führung
eines falſchen Namens. Falſch iſt weiter die Nachricht,
Thormann habe die Stadtkaſſe Köslin untär Klageandro=
hung
aufgefordert, ihm das rückſtändige Gehalt vom 1.
bis 18. April zu überweiſen. Thormann hat bereits bis
zum 1. Juni Gehalt bezogen! Ganz erklärlich dürfte es
ſein, daß verſchiedene durch Thormann Geſchädigte ſein
Gehalt mit Arreſt belegen ließen. Thormann befindet ſich
übrigens auch nicht in Unterſuchungshaft ſondern ver=
büßt
die über ihn verhängten 400 Taige Gefängnis, und
aus der Strafhaft erſcheint er vor dem Unterſuchungs=
richter
. In der Budgetkommiſſion des Abgeordneten=
hauſes
ſprachen ſich ſowohl der Miniſter der öffentlichen
Arbeiten als auch der Finanzminiſter heute für das
Hoffmannſche Projekt des Opernhaus=
Neubaus aus. Die geſamten Koſten belaufen ſich auf
26½ Millionen Mark. Nach Abzug des Zuſchuſſes der
Krone und der Verwertung von Grundſtücken des alten
Opernhauſes bleiben noch 9,4 Millionen Mank von dem
Fiskus zu decken. Die Konſervativen beantragten, vor=
läufig
nur 500000 Mark für die Vorbereitung der Aus=
führung
des Projekts zu bewilligen. Die Regierung be=
hielt
ſſich vor, bis zum Dienstag zu dieſem Antrag Stel=
lung
zu nehmen. Die Bewilligung der erſten Rate wurde
bis dahin ausgeſetzt. In der Handelshochſchul=
angelegenheit
ſcheint nach der Voſſiſchen Zeitung

AAusſicht auf eine baldige Verſtändigung vorhanden zu
ſein. Es ſollen unter der Hand gegenſeitige Zugeſtänd=
niſſe
gemacht worden ſein, die es den Dozenten ermög=
lichen
, die Vorleſungen wieder aufzunehmen. Inzwiſchen
vorſtärken ſich die Bemühungen, die darauf gerichtet ſind,
Profeſſor Jaſtrow der Handelshochſchule zu erhalten.
9. Mai. Wegen des Attentatsaufdas Kaiſer
Friedrich=Denkmal in Charlottenburg wurde
heute auch noch der Metalldreher Paul Roſſenberg aus
Charlottenburg verhaftet. Die Recherchen werden
fortgeſetzt. Heute früh 5¼ Uhr fand eine Schutzmanns=
patrouille
auf der Luiſeninſel im Tiergarten die Leiche
eines 23jährigen Mannes der ſich erſchof=
ſen
hatte. Die Leiche war ſämtlicher Wertſachen,
wie auch des Revolvers beraubt worden. Es
handelt ſich um den Schloſſer Kuikiewiez aus Hannover,
der Am Weidendamm 33 wohnte und ſich das Leben nahm,
weil er nicht als Schloſſergeſelle durchs Leben gehen
wollte. Geh. Hofrat Julius Taegen vom Chiffrier=
bureau
des Auswärtigen Amtes iſt heute im Alter von 63
Jahren auf Korfu am Schlaganfall geſtorben.
Spandau, 9. Mai. (Vom Auto überfahren
und getötet.) Das Arbeiter=Ehepaar Knoche aus
Spandau iſt bei einer Radpartie auf der Döberitzer Heer=
ſtraße
von einem Kraftwagen überfahren worden. Die
Frau wurde getötet, der Mann nur leicht verletzt.
Wiesbaden. 8. Mai. (Ein Opfer des Impf=
zwanges
.) Prediger Welker von Wiesbaden iſt nicht
gerade grundſätzlich Gegner derZwangsimpfung. Eines
ſeiner Kinder iſt aber ſeiner Ueberzeugung nach infolge
der Impfung erkrankt und leidet heute, nach acht Jahren,
noch an den Folgen. Er iſt nebenbei auch der Meinung,
daß ein geſetzlicher Impfzwang in Preußen nicht zu
Recht beſtehe, weil das Reichsgeſetz einen ſolchen Zwang
nicht kenne und die Landesgeſetze nicht im Widerſpruch
ſtehen dürften. Mehrfachen Aufforderungen, den Nach=
weis
für die Impfung eines ſeiner Kinder zu erbringen
leiſtete er keine Folge. Er wurde deshalb in Strafe ge=
iommen
, auch das jedoch half nichts, und es erſchien da=
her
eines Tages bei ihm ein Polizeiſergeant zu dem
Zweck das Kind zwangsweiſe zum Impftermin vor=
zuführen
(!). Welker ſah darin eine Ungeſetzlichkeit. Er
rief dem Beamten zu, daß er auf ihn ſchießen würde, ſo=
fern
er auf der Ausführung ſeines Auftrages beſtehe und
veranlaßte ihn dadurch, auch unverrichteter Dinge wieder
abzuziehen. Auf Grund dieſes Tatbeſtandes ſtand Wel
ker unter der Anklage des Widerſtandes gegen die Staats=
gewalt
vor dem Schöffengericht, wo er im Sinne der An=
klage
zu 50 Mark Geldſtrafe verurteilt wurde. Das Ge=
richt
nahm das tatſächliche Beſtehen eines Impfzwanges
für Preußen als erwieſen an.
Straßburg, 9. Mai. (Ein Großfeuer,) welches
gſtern um Mitternacht in der Stearinkerzenfabrik von Hael
Cie, in der Rupprechtsau zum Ausbruch kam, richtete
großen Schaden an. Der mit leicht brennbaren Stoffen
gefüllte Hallenbau iſt vollſtändig niedergebrannt. Es ge=
lang
aber, das Keſſelhaus und das Oellager zu retten.
Brandenburg, 9. Mai. (Das Opfer einer
Wahrſagerin.) In das Städtiſche Krankenhaus
wurde geſtern die 17jährige Arbeiterin Kelz eingeliefert,
die in ſelbſtmörderiſcher Abſicht Salmiak getrunken hatte.
Kurz vor der Tat erzählte ſie einer Freundin, daß ſie ſich
vor der Ankündigung einer Wahrſagerin
fürchte, die ihr prophezeit habe, daß ſie innerhalb acht
Tagen ſterben müſſe. Es beſteht wenig Hoffnung, das
Mädchen am Leben zu erhalten. Die Perſönlichkeit der
gewiſſenloſen Kartenlegerin iſt noch nicht feſtgeſtellt.
Wien, 8. Mai. (Brand in einer Oelfabrik.)
Heute abend geriet in der an der Nordbahn gelegenen
Florisdorfer Mineralölfabrik eine Tankgrube mit
20 Waggon Rohöl in Brand. Zahlreiche Dampflöſch=
züge
der Feuerwehr rückten aus, um eine Exploſion des
in der Grube lagernden Rohöls und ein Umſichgreifen des
Brandes zu verhüten. Der Zugverkehr auf der Nordbahn
erlitt eine kurze Störung. Der Brand war heute früh
gelöſcht. Ein Grubenaufſeher wird vermißt; er iſt wahr=
ſcheinlich
verbrannt.
Paris, 9. Mai. (Deutſche Spione?) Einer
Blättermeldung zufolge hat die Polizei die Identität der
vor einigen Wochen in Rambouillet unter der Beſchuldi=
gung
der Spionage feſtgenommenen Deut=
ſchen
ermittelt. Danach wären die beiden Verhafteten
der 23 Jahre alte Robert Habricht aus Heidelberg und der
21 Jahre alte René Pfeiffer aus Nürnberg.
Cherbourg, 9. Mai. (Stapellauf.) Das Unterſee=
oot
Nerſide iſt heute glücklich vom Stapel gelaufen.

Parlamentariſches.

* Der Kammer ſind zugegangen: Antrag der Ab=
geordneten
Urſtadt und Genoſſen, betreffend Däuer der
Ferien an den Volksſchulen. Regierungsvorlage, be=
treffend
Abänderung des Feldſtrafgeſetzes vom 13. Juli
1904. Regierungsvorlage, betoeffend Reviſion der Ge=
ſetze
über die religiöſen Orden und ordensähnlichen Kon=
gregationen
.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 9. Mai. Präſident Dr. Kaempf eröff=
net
die Sitzung um 2,20 Uhr. Die zweite Beratung des
Militäretats
vird fortgeſetzt bei der geſtern abgebrochenen Debatte über
das Kapitel Militärjuſtizverwaltung. Abg. Kunert
(Soz.): Es iſt nicht richtig, was geſtern vom Regierungs=
iſch
behauptet wurde, die Soldatenmißhandlungen hätten
abgenommen. Wohl trifft es zu, daß die Prozeſſe wegen
Soldatenmißhandlungen abgenommen haben. Der ſtrenge
Arreſt iſt eine geſetzlich geſtattete Folter. Anſtatt ihn auf=
zugeben
, wie wir es verlangen, ſucht der Bundesrat die
Anwendung dieſer Strafe noch zu vermehren. Oft wird
der ſtrenge Arreſt noch verſchärft durch Aufhängen des
Delinquenten an den gefeſſelten Händen, ſo daß er nur mit
den Fußſpitzen den Fußboden berührt. Wir verlangen
die Ausdehnung der Kolonialſtatiſtik auf Heer und Ma=
rine
. Alle Freiheitsſtrafen, Haft= und Diſziplinarſtrafen
müſſen in ihr berückſichtigt werden, ebenſo die Fälle, in
denen bei Gerichtsverhandlungen die Oeffentlichkeit aus=
geſchloſſen
wurde.
Generalmajor Frhr. v. Langermann und Er=
lenkamp
: Die geſtern von mir über die Strafſtatiſtik
gebrachten Zahlen ſind vollſtändig authentiſch. Mit der
Reform des Militärſtrafrechts müſſen wir warten bis das
neue Zivilſtrafrecht fertig iſt. Eine Abtrennung von Mi=
litär
= und Zivilſtrafſachen iſt nicht denkbar. Der ſtrenge
Arreſt als Diſziplinarſtrafe kann nicht entbehrt werden.
Er wird nur vollzogen nach ärztlicher Unterſuchung.
Abg. Weinhauſen (Fortſchr. Vpt.): Ein in meinem
Wahlkreis anſäſſiger ehemaliger Chinakämpfer, der wegen
eines Vergehens mit Gefängnis beſtraft, aber wegen
Krankheit entlaſſen worden war, bekommt immer noch Zu=
ſchriften
unter der Adreſſe: An den ehemaligen Militär=
gefangenen
. Das zieht ſich ſchon 9 Jahre hin und iſt da=

her eine unglaubliche Gewiſſensgrauſamkeit. Krigg
miniſter v. Falkenhayn: Ich weiß nicht, wie in
Bureaus die Sache gehandhabt wird. Billigen könntes
ein ſolches Verfahren nicht. Ich wäre für das Maten
dankbar geweſen, dann könnte ich dem Vorredner ſe
heute mitteilen, daß ich eingegriffen hätte. (Bravohl
Nach nochmaligen kurzen Ausführungen des Abg. Kum
(Soz.) wird das Kapitel bewilligt. Es folgt das Kapog
Höhere Truppenbefehlshaber. Abg. Schmidt=
ßen
(Soz.): In Sachſen wird der Militärboykott imm
noch aus politiſchen Rückſichten über Gaſtwirtſchaften
hängt. Redner trägt eine Reihe von einzelnen Beiſpies
dafür vor, wie die Zivilbehörden die von der Militätt
waltung geforderten Verbotstafeln an den Lokälen
bringen laſſen. (Vizepräſident Dr. Paaſche erſuch
Riedner, ſich kürzer zu faſſen, zumal noch 49 Redner
der Rednerliſte ſtänden, obgleich nur etwa 40 Abgeo
im Hauſe ſeien.) Der Militärboykott iſt eine der häßln
ſten Maßnahmen im politiſchen Kampfe. Zur Aufrech
haltung der Diſziplin iſt er nicht notwendig. Er muß
ſeitigt werden. Sächſiſcher Generalleutnant Freih
Leuckart v. Weißdorf: Das Militärverbot
verhängt von den militäriſchen Befehlshabern, dieün
Diſziplin in der Truppe verantwortlich ſind, lediglichm
diſziplinariſchen Gründen. Ob es dauernd oder nu
einige Zeit verhängt wird, darüber entſcheidet der
tärbefehlshaber, geſtützt auf Berichte der Polizei
dieſer Handhabung des Militärverbots halten wirfe
Intereſſe der Diſziplin. Auf die vom Vorredner
führten einzelnen Fälle gehe ich nicht ein, da ſie zum
aus größten Teile vor das ſächſiſche Miniſteriume
nern gehören. (Beifall rechts.) Abg. Keil (Soi
ſchwert ſich über einzelne Fälle der Verhängung des
tärverbots in Württemberg. Württembergiſcher
ralleutnant v. Grävenitz: Ob ein Verein, der diel
ſache des Militärverbots bildet, ein ſozialdemokra
iſt oder nicht, darüber zu entſcheiden iſt nicht Sach
Militärbehörde, ſondern der Polizeibehörde, auf
Bericht hin das Militärverbot ausgeſprochen wird
Abg. Schöpflin (Soz.): Ich frage den
miniſter, ob er bereit iſt, mit den Kommandierenden
neralen auf eine mildere Handhabung des Militärve
hinzuwirken. Wenn hier geſagt wurd, daß die Fällem
Militärverbots Sache des Miniſteriums des Innern
ſo muß darauf hingewieſen werden, daß das Militä
bot doch von der Militärbehörde erlaſſen wird.
ralleutnant Frhr. Leuckart v. Weißdorf: Esiſ
tig, daß die Militärbehörde das Verbot erläßt.
Hinweis auf das Miniſterium des Innern bezog ſſichſt
die Fälle, wo es ſich um das Verhalten der Zivilbehörm
andelt. Abg. Schmidt=Meißen (Soz.): Das Milll
verbot geht doch von der Militärbehörde aus.
präſident Dove: Das hat der Herr Bundesratshe
mächtigte ſchon zugegeben. Generalleutnant
Leuckart v. Weißdorf: Der Abg. Schmidt iſt ſei
zeit zu mir gekommen und beſchwerte ſich, daß dase
tärverbot in zu ſchroffer Weiſe gehandhabt werde
bin ihm entgegengekommen und ließ mir von ihm
Material geben, um den Beſchwerden nachzugehen. Uch=
gens
iſt uns die Sozialdemokratie in bezug auf das
bot entgegengekommen. Alle 4 Wochen erläßt ſie inhn
Zeitung eine Aufforderung, daß alle Sozialdemokraten fum
in einem beſtimmten Gaſthofe verkehren möchten.
neralmajor Wild v. Hohenborn:: Wir nehmentt
Dank Kenntnis davon, daß die Sozialdemokraten niche
völlige Beſeitigung des Militärverbots fordern, ſon
nur um Milderung erſuchen. Ich kann erklären, daßk
reits ſeit einiger Zeit eine mildere Handhabung
treten iſt. Abg. Schmidt=Meißen (Soz.) wideſſſich
den Ausführungen des Generalleutnants Frhr.Lalan
. Weißdorf, da ſie den Tatſachen nicht entſpräche
Abg. Schöpfl in (Soz.): Es iſt Tatſache, daß in
ßen das Militärverbot für das ganze Jahr beſteht,n
auch nur einmal in einem Lokal eine ſozialdemokra
Verſammlung ſtattgefunden hat. Generalleutnant
Leuckart v. Weißdorf: Was ich geſagt habe
ſpricht den Tatſachen. Abg. Schmidt=Meißen (Soz
aber nicht wahr! (Heiterkeit.) Das Kapitel wird beſin
ligt. Kapitel 20 Gouverneure, Kommandanten und
majore wird angeſichts der ſchwachen Beſetzung des
ſes und der vorliegenden wichtigen Anträge abgeſe
Kapitel 21 Generalſtab und Landesvermeſſungsweſen
Abg. Zimmermann (natl.): Die bei der Lan
aufnahme beſchäftigten Kupferſtecher ſind durch Be
zung des Akkordſyſtems erheblich geſchädigt worden
Verkauf der Karten ſollte den Buchhandlern wieder
geführt werden Generalmajor v. Schöler: Bei
alten Arbeitsbedingungen mögen die Kupferſtecher
geſtanden haben. Heute beſteht ein kombiniertes Syſe
zwiſchen Beamtenſtellung und Akkordſyſtem. Nach
gen weiteren Bemerkungen der beiden letzten Redner
das Kapitel bewilligt. Die Abſtimmung über eined
vorliegende Refolution erfolgt ſpäter. Kapitel
verpflegung der Truppen Abg. Held (Hoſp. der Nallſſ
Die Lage der Offiziere in den Grenzgarniſonen iſt beid
ohen Mietpreiſen und den großen Unkoſten für die
ererziehung eine äußerſt ſchwierige. Generd
major Wild v. Hohenborn: Die Nachteile der
nen Grenzgarniſonen verkennen wir nicht. Eine regeſund
ßige Verſetzung in dem Offizierkorps iſt aber nicht möglich
weil dadurch der Zuſammenhang im Korps und damitd
Tradition zerſtört würde. Es iſt aber ſchon in dieſer
ziehung viel getan worden. Für den Train ſind die mäl
nigfachſten Maßnahmen getroffen, insbeſondere duch
kriegsmäßige Waffenausbildung und Wehrfähigkeit dieſer
wichtigen Truppe, um ihr Anſehen zu heben. Seinen
Namen wird der Train behalten, da er auf ihn aus
letzten Feldzügen ſtolz ſein kann.
Kapitel 24 Titel 3 Beſoldung der Beamten und
teroffiziere‟. Abg. Ponſchab (Ztr.): Die Waffenl
meiſter ſollten in Beamtenſtellung kommen. Dabei müß
ihnen unterſagt werden, den Privathandwerkern Koa
renz zu machen. Generalmajor Wildv. Hohenborla
Mir wären gehobene Unterbeamten durchaus ſympathiſch
Die feſte Beſoldung wird bei Gelegenheit in Angriff=
nommen
werden. Feſte Zuſagen ſind heute nicht möglich
Titel Offiziere uſw. des Beurlaubten= und Inaktiven=
ſtandes
. Abg. Pauly=Cochem (Ztr.): Die Einberufung
von Mannſchaften zu Uebungen während der Weinerne
ſollte möglichſt unterbleiben. Für das, was bisherge=
ſchehen
iſt, ſind wir dankbar. Abg. Schwabach (natl)
In den Kreiſen Memel und Heydekrug ſollte die Zähl
der Garniſonen vermehrt werden. Generalmajol
Wild von Hohenborn: Auf die Weinbezirke wird
bei den Uebungseinberufungen beſonders Rückſicht gerom=
men
. Die Geſtellungsbefehle ſollen möglichſt früh ergehen.
Im äußerſten Falle könnten die Weinbauern ja telegra=
phieren
: Reblausgefahr, bitte Sohn ſchicken! (Heiterkeit)
Der Hauptmann wird dann ſchon einſichtig ſein. Die Wün=
ſche
Littauens werden wohlwollend in Erwägung gezo=
gen
werden. Der Titel wird bewilligt. Es folgt der
Titel Mannſchaften Abg. Zubeil (Soz.): Die Kla=
gen
über die Konkurrenz der Militärmuſiker beſtehen im=
mer
noch. Sie bezahlen keine Steuer und nehmen den

[ ][  ][ ]

hirmuſikern den Verdienſt weg und laſſen ſich dazu
ſae die Steuerzahler ernähren. Die Sache iſt ſehr ernſt.
gandelt ſich um tauſende von Exiſtenzen, die mit Za=
ien
die Zukunft blicken. Wir werden durch Anträge im
hrten Jahre den Reichstag veranlaſſen, mitzuwirken,
ßidie Exiſtenz der Zivilmuſiker ſichergeſtellt wird.
Weneralmajor Wild v. Hohenborn: Wir haben
ſſiriſo wie der Vorredner ein warmes Herz für die Zii=
unutſiker
. Wir haben deshalb ſchon ſo viele Einſchrän=
ſieen
erlaſſen, daß wir nicht weiter gehen können. Vor
ſolen Jahren ſind die Militärmuſikerkorps um 893 Köpfe
hi indert worden, während ſich doch das muſikbedürftige
zweifellos gehoben hat. Wenn die Zivilmuſiker nicht
nagend Beſchäftigung finden, ſo iſt wohl eine gewiſſe
Gerfüllung des Standes daran ſchuld. Miniſtergehäl=
beziehen
unſere Kapellmeiſter nicht, wenn auch die Ber=
Kapellmeiſter gute Gehälter beziehen. Um eine Eini=
u
über den Tarif der Militärmuſiker mit den Ziol=
lſeern
in Berlin hat ſich das Generalkommando große
ſine gegeben. Die Bemühungen ſcheiterten bis jetzt
em, daß ein Teil der Berliner Zivilmuſiker nicht mit
ſlbrigen mittun wollte. Wir wollen aber weiterhin auf
Generalkommando einwirken, daß der Friede zuſtande
hurnt, denn die Verhältniſſe liegen derart, wie ſie uns
y wünſchenswert erſcheinen. Auf die vom Abg. Zubeil
Efführten einzelnen Fälle will ich nicht eingehen, weil
r das Material nicht bekannt iſt. Eine große Anzahl
ſkkleinen Städten haben um Garniſonen, aber mit Mu=
gebeten
. Die Forderung, daß Muſik unter 15 Mann
Mruns nicht gegeben werden ſoll, kann nicht erfüllt wer=
ſt
. as geht nicht. Im Weſten würden die Kapellen
exiſtieren können. Der Stellenverkauf von Muſikmei=
ſiſeellen
darf unter keinen Umſtänden ſtattfinden. Ein=
l
iſt dies geſchehen; der Mann iſt beſtraft worden. Im
igen Jahre wurde auf Wunſch des Muſikerverbandes
ſcaordnet, daß es unerwünſcht ſei, über 1 Uhr hinaus
lttärmuſik zu veranſtalten. Jetzt wird es nur
12 Uhr verlangt. Das geht ſchließlich das
mse Ziffernblatt herum. (Große Heiterkeit.) Der Ge=
hrisebetrieb
iſt für die Kapellen notwendig, wenn ſie auf
Höhe bleiben ſollen. Das Volk will es. Auch ſind ſie
gutes Bindeglied zwiſchen Volk und Militär und für
DDienſt, bei Märſchen, im Biwak und bei den Uebun=
n
runentbehrlich, nicht am wenigſten auf dem Schlacht=
ſſd
wo die Muſiker ev. als Hilfskrankenträger den Kame=
ſben
beiſpringen und ſchließlich noch ein Heil Dir im
ſeuerkranz und Nun danket alle Gott über das
ſlrachtfeld erklingen laſſen. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Gunßer (Fortſchr. Vpt.): Ich ſtehe den For=
ſtumg
der Zivilmuſiker, ſoweit ſie berechtigt ſind, außer=
ſbentlich
iympathiſch gegenüber, aber man muß auch den
drren Teil hören. Die Forderunge des Allgemeinen
ſtucſchen Muſikerverbandes nach einem generellen Ver=
ſſtides
Privaterwerbs für die Militärmuſik geht zu
ſtit- Man muß nicht nur die Berliner Verhältniſſe, ſon=
ſn
auch die Verhältniſſe auf dem Lande berückſichtigen.
in generelles Verbot der privaten Tätigkeit der Militär=
ſſhalle
würde auf dem Lande und in den kleinen Städten
ſſſe kulturelle Verödung zur Folge huben. In dieſem
narellen Verbot wäre für die Zivilmuſiker ein Monopol
ſſchaffen. In Eingaben des Deutſchen Gaſtwirteverban=
fst
wird die Befürchtung ausgeſprochen, daß die Forde=
lnnen
der Zivilmuſiker bei einem Monopol zu hoch wer=
ſn
würden. Es iſt eine Uebertreibung, wenn behauptet
hr, daß die Militärkapellen den Zivilmuſikern viel Kon=
ſtrenz
machen. Ich bin vielmehr der Anſicht, daß, wie es
neral Wild von Hohenborn auch ausgeführt hat, die
nährliche Konkurrenz weit eher von den ausländiſchen
ſſütiikern ausgeht. Militärkapellen ſind ſehr wichtige
Kkoren für unſer militäriſches und außermilitäriſches
ſibrn und nicht zu entbehren. Ich glaube, daß die Mili=
lſtkapellen
den berechtigten Forderungen, die man an ſie
ſlan muß, entſprechen werden. Abg. Zubeil (Soz.):
it iſt nicht zu widerlegen, daß bei öffentlichen Konzerten
Militärkapellen durch die Zivilmuſiker verſtärkt wer=
in
. Wir haben nichts gegen die Exiſtenz der Militärka=
Millan an ſich, ſondern wir wenden uns nur gegen ihren
Amerbebetrieb im Umherziehen. Die Gaſtwirte ſind na=
ſrlch
mehr für die Militärkapellen, weil ſie billiger ſind
ud weil ſie die Verſicherung ſparen. General Wild
eohenborn bleibt dabei, daß die gefährliche Kon=
ſtrenz
für die Zivilmuſiker in Berlin die zahlreichen
ſisl ändiſchen Kapellen ſeien. Die Diskuſſion ſchließt.
ſa Belzer (Ztr.) beklagt die Zurückziehung der Kom=
lſgnie
von der Burg Hohenzollern, wo nur wenige Mann
ſrruckgeblieben ſeien. Die Stadt Hechingen habe keinen
ltſetz bekommen. General Wild v. Hohenborn:
war bisher eine Kompagnie dort. Indes nahm man
ühmand von der Kompagnie und beließ nur ein Wachkom=
ſſün
do dort. Der König hat es genehmigt, er hat wohl
In erſten ein Urteil darüber. Hechingen ſteht auf der
lſſt: der ſich um eine Garniſon bewerbenden Städte.
ſſtroße Heiterkeit.)
)Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Nächſte
ſitzlung: Monntag 11 Uhr: Fortſetzung. Schluß gegen
urhr.
t* Berlin 9 Mai. In der heutigen Sitzung der
ſſuld getkommiſſion des Reichstags, in wel=
r
die Duala=Angelegenheit beſprochen wurde,

machte der Vorſitzende von einem ſoeben eingelaufenen
Telegramm des Gouverneurs von Kame=
run
Mitteilung, wonach der Bruder von Duala Manga
(Rudolf Bell) den Verſuch gemacht habe, den bekannten
Häuptling von Banun, namens Jojo, und verſchiedene
andere Hauptlinge zum Abfall von der deutſchen
Herrſchaft und zum Anſchluß an England zu
beſtimmen. Jojo habe das Anſuchen abgelehnt und
dem Gouverneur durch die Vermittlung der Miſſion Mit=
teilung
von dem Verſuche gemacht. Der Referent fand
dieſen Vorgang ſehr bezeichnend und ſchlug vor, gegen den
Bruder von Duala Manga, ſoſern dies noch nicht vorge=
ſehen
ſei, ſofort die Haft zu verfügen, damit ſo ein Auf=
ſtand
und Blutvergießen vermieden würden. Ein Zen=
trumsredner
meint, das erwähnte Telegramm zeuge da=
von
, daß mit einer großen Gefahr gerechnet werden
müſſe; daher ſtimme er dem Referenten zu, die Aufwiegler
in Haft zu ſetzen. Im weiteren Verlauf der Beratungen
brachten die Fortſchrittler, das Zentrum, die National=
liberalen
und die Konſervativen folgende Reſolution
ein: Der Reichstag ſtimmt der Vorlage zu mit der Maß=
gabe
, 1., daß nicht nur für das zu enteignende Land eine
genügende Entſchädigung gewährt wird, ſondern auch für
allen den Enteigneten durch die Enteignung entſtehenden
Schaden; 2., daß das durch die Enteignung vom Fiskus
erworbene Land nur unter Bedingungen veräußert wird,
die dem Fiskus einen angemeſſenen Anteil an der künfti=
gen
Wertſteigerung des Grund und Bodens ſichern; 3., daß
mit allem Nachdruck in Kamerun jeder Agitation gegen die
von der Regierung und dem Reichstag endgültig beſchloſ=
ſenen
Enteignung entgegengetreten wird, ſobald dieſe Agi=
tation
Formen annimmt, durch welche die politiſche Ruhe
gefährdet wird. Die Regierungsvorlage wurde
angenommen, ebenſo die vorgenannte Reſolu=
tion
mit der Aenderung, daß in dem erſten Punkt die
Entſchädigung ſich nur auf alle wirtſchaftlichen Schäden
bezieht, daß in Punkt zwei das durch die Enteignung vom
Fiskus erworbene Land im Sinne der Landesordnung
von Kiautſchou zu verwalten und zu verwenden iſt und
unter Hinzufügung der Beſtimmung, daß den Eingebore=
nen
ein unmittelbarer Zugang zum Kamerunfluß in einer
ihren wirtſchaftlichen Verhältniſſen entſprechenden Breite
zu gewähren iſt. Hiermit hat die Kommiſſion ihre Ar=
beiten
beendet.
* Berlin, 9. Mai. In der Budgetkommiſ=
ſion
des Reichstags machte Miniſterialdirektor
Kriege Mitteilungen über die geſchäftliche Behandlung
von Anfragen bzw. Beſchwerden, die der niederländiſche
Geſandte, der belgiſche Geſandte, der ruſſiſche Botſchafter
und der franzöſiſche Botſchafter in Sachen der Heran=
ziehung
der Ausländer zum Wehrbeitrag
an das Miniſterium des Auswärtigen gerichtet haben. Es
erhellt daraus, daß die beteiligten Reſſorts die Angelegen=
eit
möglichſt beſchleunigen werden.

Kongreſſe und Verbandstage.

Geſellſchaft für Sozialreform.
* Berlin 9. Mai. Unter ſehr zahlreicher Beteili=
gung
von Delegierten aus allen Teilen des Reichs, von
Reichstags= und Landtagsabgeordneten aller Parteien, mit
Ausnahme der Sozialdemokraten, wurde heute in den Bi=
marckſälen
die außerordentliche Generalverſamm=
lung
der Geſellſchaft für Sozialreform
von dem Staatsminiſter a. D. v. Berlepſch mit einer kur=
zen
Begrüßungsrede eröffnet. Das Reichsamt des Innern
hatte die Geheimen Regierungsräte Siefahrt und Dr. v.
Specht, die badiſche Regierung Geh. Regierungsrat Dr.
Bittmann entſandt. Regierungsrat Siefahrt begrüßte die
Verſammlung im Auftrag des Reichsamts des Innern mit
der Verſicherung, daß das Reichsamt des Innern die Ver=
handlungen
mit lebhaftem Intereſſe verfolge. Hierauf
ſprach Profeſſor Keßler=Jena über das Koalitionsrecht.

Gerichtszeitung.

* Mannheim. 9. Mai. Das Oberlandesgericht
Karlsruhe hat der Verwerfung der Beſchwerde der Staats=
anwaltſchaft
Mannheim gegen die Aufhebung des
Haftbefehls gegen den Abgeordneten
Abreſch folgende Begründung beigegeben: Bei
dem Mangel eines Reichsgeſetzes über die Immunität
von Landtagsabgeordneten waren ſowohl der
Haftbefehl wie auch das Strafverfahren gegen Abreſch zu
Recht eingeleitet worden. Das Strafverfahren nimmt auch
auf Grund der Anzeige ſeinen Fortgang. Das Oberlan=
desgericht
iſt jedoch der Anſicht, daß Abreſch gegen den
Rechtsanwalt in Mannheim keinen Betrug verübt habe.
Wenn ein Betrug Abreſchs vorliegt, ſo kann er nach den
dem Gerichte bisher unterbreiteten Angaben lediglich an
Ilſe von Harder verübt worden ſein. Aber auch in dieſem
Falle iſt eine Aufrechterhaltung der Haft nicht geboten.
Die Beweiſe, die Abreſch gegen das Vorhandenſein eines
ſolchen Betruges beibeingen will, ſind noch abzuwarten.

Die große Darmſtädter Flugwoche.

Sonderzüge zum Prinz=Heinrich=Flug nach
Darmſtadt.
* Zu dem Prinz=Heinrich=Flug 1914 treffen die Flug=
zeuge
der gemeldeten 40 Flieger (20 Offiziere und 20 Zi=
ilflieger
) am 14. Mai ds. J. auf dem Flugplatz Trup=
penübungsplatz
Griesheim bei Darmſtadt ein. Vom 15.
Mai, nachmittags 3 Uhr ab, beginnt die Abnahme der
Flugzeuge durch die Oberleitung. Soweit die Flugzeuge
bis dahin die vorgeſchriebene Prüfung nicht erledigt ha=
ben
, iſt ſie auf dem Flugplatz abzulegen. Am 15. und
16. Mai iſt ein ſehr reger Flugverkehr auf dem Flugplatz
zu erwarten, da ſämtliche Apparate eingeflogen werden
müſſen. An dem Nachmittage des 15. ds. Mts. können
die Flugzeuge von den Inhabern I. Platzkarten beſich=
tigt
werden; die Führung und Erklärung geſchieht durch
Sachverſtändige. Der Start erfolgt am Sonntag, den 17.
ds. Mts. auf dem Truppenübungsplatz Griesheim bei
Darmſtadt. Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich
von Preußen, Seine Königliche Hoheit der Groß=
herzog
von Heſſen und mehrere andere fürſtliche
Gäſte werden an den Flugtagen auf dem Flugplatz bei
Darmſtadt anweſend ſein. Die Geſchäftsſtelle der Ober=
leitung
iſt eingerichtet im Bahnhofshotel Darm=
ſtadt
, Fernſprecher 2408.
Als Eintrittspreiſe ſind feſtgeſetzt: I. Platz:
dauerkarte 6 Mk., Vorverkauf 5 Mk., Einzelkarte 3 Mk.,
Vorverkauf 2,50 Mk.; II. Platz: Dauerkarte 3 Mk., Vor=
verkauf
2,50 Mk., Einzelkarte 1,50 Mk., Vorverkauf 1,30
Mk.; III. Platz: Dauerkarte 0,80 Mk., Vorverkauf 0,70 Mk.,
Einzelkarte 0,40 Mk., Vorverauf 0,30 Mk.; Tribüne (nur
beſchränkte Anzahl von Plätzen): Dauerkarte 12 Mk., Vor=
verkauf
10 Mk., Tageskarte 6 Mk., Vorverkauf 5 Mk.
In der letzten Sitzung des Verkehrsausſchuſſes für den
Prinz=Heinrich=Flug konnte der Vorſitzende, Großh. Po=
lizeiamtmann
Stumpf=Darmſtadt, mitteilen, daß die
Eiſenbahndirektionen Mainz und Frankfurt ſich in zuvor=
kommendſter
Weiſe bereit erklärt haben, zur Bewältigung
des für Darmſtadt zu erwartenden Verkehrs am 15. und
6 ds. Mts, alle nach Darmſtadt gehenden und von dort
kommenden fahrplanmäßigen Züge zu verſtärken, und für
die Nacht vom 16. auf 17. folgende Sonderzüge ein=
zulegen
:
I. Heidelberg ab 135 vorm., Friedrichsfeld ab 150 Wein=
eim
ab 207 Heppenheim ab 212, Bensheim ab 226, Auer=
bach
ab 232, Bickenbach ab 241, Darmſtadt=Hbf. an 256 vorm.
II. Mannheim ab 118 vorm., Friedrichsfeld an 130 vorm.,
alſo Anſchluß an den Sonderzug I.
III. Frankfurt a. M.=Südbf. ab 225 vorm., Sprend=
ingen
=Buchſchlag ab 238, Langen ab 244, Darmſtadt=Hbf.
an 300 vorm.
IV. Wiesbaden ab 210 vorm., Mainz=Hbf. ab 225.
Mainz=Süd ab 230, Groß=Gerau ab 250, Darmſtadt=Hbr.
an 306 vorm.
Am Hauptbahnhof Darmſtadt werden eine genügende
Anzahl von Droſchken und Autos ſowie zahlreiche Züge
der Dampfſtraßenbahn zur Beförderung des Publikums
nach dem Truppenübungsplatz zur Verfügung ſtehen. Auf
dem Truppenübungsplatz ſelbſt ſind durch das außeror=
dentliche
Entgegenkommen der Kaiſerlichen Ober= Poſt=
direktion
Darmſtadt beſondere Telephon=Einrichtungen ge=
troffen
worden für die Oberleitung, die Preſſe und das
Publikum. Die amtlichen Feſtpoſtkarten erhalten einen
beſonderen Poſtſtempel mit der Inſchrift Darmſtadt
Prinz=Heinrich=Flug 1914. Beſondere Briefkaſten ſind auf
dem Truppenübungsplatz aufgeſtellt. Für den Sanitäts=
ienſt
ſind die umfangreichſten Vorkehrungen getroffen.

Luftfahrt.

Zwei deutſche Offiziersflieger tödlich verunglückt.
* Stettin, 9. Mai. Auf dem Kreckower Exerzier=
platz
ſtürzten heute mittag zwei Militärflieger
ab, die ſich auf einem Uebungsflug Schwerin=Poſen be=
fanden
, und die hier eine Zwiſchenlandung vornehmen
vollten. Der Abſturz erfolgte aus einer Höhe von 200 Me=
tern
. Der Apparat wurde zertrümmert. Die Inſaſ=
ſen
, Leutnant Faber vom Infanterie=Regiment Nr. 19
und Leutnant Kurtz vom ſächſiſchen Infanterie=Regiment
Nr. 182, waren ſoſort tot.

* Kairo 9. Mai. Die türkiſchen Flieger,
welche ihr Flugzeug in Tel el Kebir ausbeſſerten, ſind
ach Kairo geflogen, wo große Kundgebungen für ſie ver=
anſtaltet
wurden.

Unwetter.

* Weinheim. 9. Mai. Geſtern nachmittag gingen
an der Bergſtraße mehrere ſchwere Gewitter mit
volkenbruchartigem Regen und ſtarkem Hagel=
ſchlag
nieder, die großen Schaden angerichtet haben. In
der Gegend von Laudenbach wurden beſonders die Wein=
berge
ſtark in Mitleidenſchaft gezogen.
* Berlin, 9. Mai. Im Werratal und in ganz
Weſt=Thüringen herrſchten in der Nacht zum Sams=

hillem de Haans Scheiden vom Hof=
theater
.

Nach mehr als fünfunddreißigjähriger überaus erfolg=
lcher
Tätigkeit am Darmſtädter Hoftheater tritt mit
ſſhluß dieſer Spielzeit Geheime Hofrat Willem
MHaan von dem verantwortungsvollen Amt zurück,
ſſs er ſo erſprießlich und ſegensreich verwaltet hat. Mit
ſiwerem Herzen ſehen die Generaldirektion und die Mit=
ſſtewer
, wie die kunſtſinnigen Beſucher des Theaters den
ſichwerdienten Künſtler ſcheiden, wenn auch der Wunſch
lich Ruhe, den de Haan ſchon wiederholt in ſeinen Dienſt=
ſſtthoebungsgeſuchen
ausgeſprochen hat, nach ſo langer auf=
Ubender Tätigkeit begreiflich erſcheinen mag.
Willem de Haan iſt in Rotterdam am 24. September
40 geboren, ſteht alſo im 65. Lebensjahr. Schon früh
iatte ſich ſeine ungewöhnliche muſikaliſche Begabung, und
erhielt er ſchon als kaum zehnjähriger Knabe vortreff=
hem
Muſikunterricht. Alsbald regte ſich auch die Luſt zu
nwonieren, und neben Märſchen und Tänzen entſtand
gar eine kleine Oper, zu der er ſelbſt den Text geſchrieben
Atte. Die Liebe zur Kunſt blieb in ihm auch dann noch
adg, als er nach Beendigung ſeiner Schulzeit in ein Spe=
ltionsgeſchäft
eintrat, da er ſich dem Kaufmannsſtand
Udinen ſollte. Der muſikaliſche Unterricht bei Nicolai und
gange wurde eifrig fortgeſetzt, und der Rat dieſer beiden
Gcyverſtändigen bewog ſchließlich de Haans Vater, den
Ainnlichen Wunſch des Sohnes zu erfüllen und ihn zum
Aufiker ausbilden zu laſſen. Es folgten Studien bei
Aolldemar Bardiel in der Kompoſition und be de Lange
Klavierſpiel und ein längerer Aufenthalt in den gro=
In Muſikzentren Deutſchlands. In Köln lernte er Hiller

und Gernsheim kennen, die ſich des jungen Kollegen an
nahmen und ihn als Leiter des Cäcilienvereins nach Bin=
gen
a. Rh. empfahlen. In Bingen, wo er ſich auch ver=
mählte
, blieb deHaan bisEnde 1875, um dann als Dirigent
des Mozart=Vereins nach Darmſtadt überzuſiedeln. Der
Aufſchwung des Chors lenkte bald die Blicke der maß=
gebenden
Perſönlichkeiten auf den jungen Künſtler, dem
bereits am 1. September 1878 die eben erledigte Stelle des
zweiten Kapellmeiſters am Großh. Hoftheater übertragen
wurde. Es erſchien dem jungen Meiſter als ein gutes
Omen, daß die beiden erſten Werke, die er zu dirigieren
hatte, Egmont und Zar und Zimmermann in ſeiner
Heimat, den Niederlanden, ſpielten, und in der Tat war
ihm das Schickſal günſtig, denn ſchon im Mai 1881 ſehen
wir den Einundreißigjährigen als Nachfolger Guſtav
Schmidts und erſten Hofkapellmeiſter an der Spitze der
Darmſtädter Hofoper. Länger als drei Jahrzehnte hat
de Haan dieſen arbeitsreichen und verantwortungsvollen
Poſten mit genaueſter Sachkenntnis und höchſter Pflicht=
treue
vorbildlich verwaltet. Im innerſten Herzen den
Klaſſikern und der Romantik zugetan, war er doch ſtets
ein eifriger Vorkämpfer für das gute Neue, das er mit
ſicherem Blick erkannte. Getreu den von Schindelmeißer
und Schmidt übernommenen Traditionen ſetzte er ſich
namentlich für Wagners Kunſt begeiſtert ein, und nicht
weniger als fünf Werke des großen Bayreuther Meiſters
erlebten unter ihm ihre Darmſtädter Erſtaufführung. Aber
nicht nur ſeine muſikaliſchen Qualitäten, ſondern auch ſeine
organiſatoriſchen Fähigkeiten und ganz beſonders ſeine
ſympathiſchen menſchlichen Eigenſchaften, die jeden feſſeln
der mit dem Künſtler in Berührung kommt, prädeſti=
nierten
ihn für ſein ſchweres Amt, das er nach dem Ur=
teile
aller ſtets als das Ideal eines Vorſtandes verwaltet

hat. Trotz ſeiner großen Arbeitslaſt und der Gewiſſen=
haftigkeit
, mit der er ſie erledigte, fand de Haan auch Zeit
zu eigenem künſtleriſchen Schaffen. Die Chorwerke aus
ſeiner Frühzeit, Der Königsſohn, Das Grab im Bu=
ſento
Harpa die Opern: Die Kaiſerstochter und Die
Inkaſöhne ſpäter wieder vom Muſikverein auch hier auf=
geführte
Meiſterwerke wie: Das Lied vom Werden und
Vergehen und Das Märchen und das Leben zu denen
er ſelbſt die tiefgründigen, in Spinoziſtiſch=Goethiſchem
Geiſte gehaltenen Dichtungen ſchrieb, daneben eine Reihe
weiterer Kompoſitionen kennzeichnen ſein Schaffen, das
uns noch reiche Früchte verheißt. Auch als ausübender
Künſtler hat ſich de Haan einen klangvollen Namen er=
worben
; ſeine pianiſtiſche Begleitung in den von ihm ge=
leiteten
Hofmuſikkonzerten, bei kammermuſikaliſchen Dar=
bietungen
und Liedervorträgen in den von ihm ins Leben
gerufenen überaus ſegensreich wirkenden Konzerten zum
Beſten der BarmherzigenSchweſtern, oder in denMatineen
der gleichfalls unter ſeiner Aegide ſtehenden Kammermuſik=
Vereinigung war ſtets eine Quelle reinſten Genuſſes für
en Hörer. Wie ſehr de Haan ſich auch der landesfürſt=
lichen
Gunſt erfreut, geht zur Genüge aus derTatſache her=
vor
, daß er zum Lehrer der Kinder Sr. Kgl. Hoheit des
Großherzogs Ludwig IV berufen und wiederholt durch
Verleihung hoher Auszeichnungen und Titel geehrt wurde.
Erſt im Vorjahre ernannte Großherzog Ernſt Ludwig ihn
zum Geheimen Hofrat.
Möge Geheimerat de Haan, dem edlen vornehmen
Menſchen und allſeits beliebten echten Künſtler, der hof=
entlich
der Generaldirektion als Freund und Berater auch
fernerhin zur Seite ſtehen wird, wenn er ſich aus der lauten
Welt des Theaters in eine ſtillere Sphäre hinübergerettet
hat, ein glücklicher Lebensabend beſchieden ſein!

[ ][  ][ ]

tag nach vorauſgegangenen ſtarken Gewittern wolken=
bruchartige
Regengüſſe, die allenthalben großen
Schaden angerichtet haben. Von den Bergen herab er=
goſſen
ſich reißende Wildbäche in die Talniederungen. Die
Felder ſind teilweiſe durch die Waſſermengen verwüſtet
worden. Die Obſtbaumblüte gilt als vernichtet. Der
Waſſerſtand der Flüſſe iſt bedeutend geſtiegen.

Der Rote Kreuztag.

** Darmſtadt, 10. MMai.
Es war ein ſinnvoller Gedanke, den Gedenktag des
ruhmvollen Frankfurter Friedens dem großen allumfaſ=
ſenden
Friedenswerk zu widmen, das wie kein anderes
letzten Endes doch ein gewaltiges Rüſtzeug für den Krieg
iſt. Es iſt und muß ſtets die edelſte Aufgabe einer Kuk=
turnation
ſein, Wunden, die der unvermeidliche Krieg
ſchlägt, zu heilen. Das iſt das hehre Ziel des Roten
Kreuzes. Unter ſeinem Zeichen ſcharen ſich in aller
Welt Länder hilfsbereite Frauen, Mädchen und Männer
zu edlem Liebeswerk. Aus freier Opferwilligkeit ent=
ſtanden
, iſt die Organiſation des Roten Kreuzes zu ge=
waltigem
Weltwerk gewachſen. Und wie in vielen, lieh
die deutſche Gründlichkeit und Gewiſſenhaftigkeit auch die=
ſſer
zunächſt freien Organiſation eine Macht und Größe,
die ſie an der Spitze aller Nationen der (Welt marſchieren
läßt. In allen Zonen, überall, wo das blutige Kriegs=
handwerk
ſeine verheerenden, ſchmerzklagenden Wunden
hinterläßt, ſind deutſche Frauen und Jungfrauen tätig,
helfend, Schmerzen lindernd, Troſt ſpendend, ſind
deutſche Aerzkte und ihre Gehilfen tätig, die Errungen=
ſchaften
der mediziniſchen Wiſſenſchaft auch auf dieſem
Wege in alle Welt tragend, Wunden heilend. Es iſt ma=
türlich
, daß eine ſo eminent wichtige Organiſation mit
dem Wachſen des Volkes, mit der Ausdehnung ſeiner
Wehrmacht ſelbſt des Ausbaues dringend bedarf. Und
es iſt ein ſchönes Zeichen des einem einzigen großen, heh=
ren
Ziel geltenden Gedankens, daß das deutſche Volk wie
eine einzige gewaltige Einheit den Mahnruf zum Ausbau
des deutſchen Roten Kreuzes aufgenommen. So wird der
heutige Tag, da hunderttauſende deutſcher Jungfrauen
und Frauen ſich in den Dienſt des Liebeswerkes ſtellen,
zu einer impoſanten Kundgebung im ganzen Deutſchen
Reich.
In Darmſtadt gingen geſtern, am Vorabend,
künſtleriſche Veranſtaltungen in den vier größten Sälen
der Stadt voraus. Sämtliche Veranſtaltungen wurden
eingeleitet durch den von Freiherrn Ermſt von Wol=
zogen
gedichteten Prolog, der in der kernhaft deut=
ſchen
Eigenart des Dichters Zweck und Ziel des Roten
Kreuztages wie folgt charakteriſiert:
Unſre Zeit iſt Männerwerk,
Glühend von Verwegenheiten.
Keuchend ſtürmt ſie auf den Berg
Unerhörter Möglichkeiten
Meißelt mit der Hammerfauſt
Sich zum Zukunftsbau die Quadern
Und das Blut der Menſchheit brauſt
Frühlingsſtark ihr durch die Adern.
Unſern Tag durchtobt der Krieg
Marſch marſch hurra! Hörner ſchallen
Niemand achtet, winkt der Sieg,
Derer, die am Wege fallen.
An der ſtolzen Guhmesbahn
Rote Wundenblumen blühen,
Und im heißen Fieberwahn
Blut’ge Kämpferſtirnen glühen.
Ueber dem Gewühl der Schlacht
Ragt, geſtützt von weißen Armen,
Eines weißen Banners Pracht
Und das Banner heißt Erbarmen.
Rotes Kreuz auf weißem Grund
Auf! Herbei! und kein Beſinnen!
Schart Euch zu dem heil’gen Bund
Froher Kreuzesträgerinnen!
Unſrer Trommel WWirbelruf
Gilt euch Mädchen auch und Frauen
Ihr, die Gott zur Luſt erſchuf,
Lernet Blut und Wunden ſſchauen.
Tränket eure Liebeskraft
Aus des Mitleids tiefem Bronnen
Tröſten, pflegen, heilen ſchafft
Süße, ſtarke Mutterwonnen.
Auch das Weib, das nie gebar,
Kann ein neues Leben ſpenden,
Denn ein Zauber wunderbar
Ruht in weichen Frauenhänden:
Wecken aus der dumpfen Ruh’
Herzen, die noch ſchlagen müſſen,
Schließen Todeswunden zu
Gleichwie Lippen müd von Küſſen.
Wenn in blindem Haß verrannt
Völker aufeinander prallen,
Tollen Wahn im Weltenbrand
Männerhekatomben fallen
Dann kommt ihr zu ſpät, zu ſpät
Mit den hilfsbereiten Herzen,
Und der große Sturm verweht
Eurer Ohnmacht Flackerkeuzen.
Ach! Es raſt durch unſre Zeit
Ein ſo friedlos wildes Wagen,
Daß wir ſchon im edlen Streit
Junger Kraft uns Wunden ſchlagen.
Warte bis (zum Kehraus nicht
Jenes grauſen Höllenballes
Heute ruft die heil’ge Pflicht:
In Bereitſchaft ſein iſt alles!
Unſere Zeit iſt Männerwerk,
Glühend von Verwegenheiten,
ind der kühne Menſchenzwerg
reckt ſein Haupt in Himmelsweiten.
eutſchland in der Welt voran!
zag war das Geſchlecht von geſtern:
Heute ſiegt der deutſche Mann
Hand in Hand mit ſeinen Schweſtern!
Städtiſcher Saalbau.
Die Feſtveranſtaltung im Städtiſchen Saalbau fand
vor anſcheinend ausverkauftem Hauſe ſtatt. Der Groß=
herzog
und die Großherzogin wohnten mit Ge=
folge
der Veranſtaltung, die einen ſchönen und feſtlichen
Verlauf nahm, bis zum Schluſſe bei. Eröffnet wurde
der Abend mit der feierlichen, von der Kapelle des Leib=
garde
=Regiments Nr. 115, unter Leitung des Herrn Ober=
muſikmeiſters
Hauske ſchön geſpielten ſinfoniſchen
DDichtung Präludien von Liſzt, worauf Herr Hofſchau=
ſpieler
Ehrle den Prolog von Freiherrn von Wolzogen
zum Vortrag brachte. 16 Damen der Geſellſchaft, die un=

längſt beim Kolonialfeſt mitgewirkt hatten, tanzten ſo=
dann
in ſchönen Koſtümen einen ägyptiſchen Tanz aus
Arda, deſſen gewandte und ſtilvolle Ausführung vielen
Gefallen fand und lebhaften Beifall erntete. Ein erhöh=
tes
Intereſſe verlieh der Veranſtaltung die Mitwirkung
der Tänzerin Madame Nofru= aus Berlin, die als
erſte Nummer einen Mänadentanz mit vieler Grazie
Leidenſchaft und vollendeter Kunſt tanzte, dem ſie ſpäter
ein Mantelſpiel folgen ließ, einen ſehr ſchwierigen,
reich nuancierten und mit wundervoller Eleganz und
Leichtigkeit der Bewegungen ausgeführten Tanz, auf deſſen
Einzelheiten einzugehen, wir uns leider verſagen müſſen.
Nach der von der Kapelle vorgetragenen Ballettmuſir
Nr. 2 aus Schuberts Roſamunde ſang Frau Elſa
Laura von Wolzogen mit bekannter Meiſterſchaft
des Vortrags vier Lieder zur Laute, nämlich: Des
Sternwirts Töchterlein (Dichtung von Gottfr. Schwab,
komp. von Frau E. L. v. Wolzogen), Der Poſtillon (aus
Schwaben), Der Fahrende vor der Himmelsdür (aus
(Franken) Morgen muß mein Schatz verreiſen ( Sol=
datenlied
), denen ſie auf den ihr geſpendeten ſtürmiſchen
Beifall hin als Zugabe: Mädle, ruck, ruck, ruck ꝛc
folgen ließ. Vielen Gefallen und herzlichen Beifall fan=
den
auch die von dem Geſangverein Lieder-
zweig
unter Leitung des Dirigenten. Herrn Kammer=
muſiker
Brückmann, prächtig geſungenen Chöre:
Wie’s daheim war von Wohlgemuth, Lied der Treue‟
von Gersbach, und Der Jäger aus Kurpfalz von Othe=
graven
.
Nach dem letzten Liede ergriff Herr Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing das Wort zu einer kurzen und markigen
Anſprache, in der er des 50jährigen Jubliäums des Roten
Kreuzes gedachte, dem Großherzog für die Förderung der
Aufgaben des Roten Kreuzes und den Allerhöchſten Herr=
ſchaften
für ihr heutiges Erſcheinen dankte. Auch im
Volke ſei das Bewußtſein für die hohen Aufgaben des
Roten Kreuzes lebendig, wie ſich in dieſen Tagen zeige,
wo Tauſende für dasſelbe werben. Mit Worten
warmen Dankes an alle, die bei dem heutigen Feſte mit=
gewirkt
, verband er die Hoffnung, daß die Feſtveranſtal=
tungen
dem Roten Kreuze und dem Vaterlande zum Se=
gen
gereichen mögen. Nachdem der Geſangverein Lieder=
zweig
noch das von Profeſſor Arnold Mendelsſohn kom=
ponjerte
Flottenlied von Gottfried Schwab geſungen, ge=
langte
als Schlußnummer eine Szene aus der Panto=
mime
: Echnaton, der Hetzerkönig Im Frauenhaus
von Nofru= zur Aufführung. Mitwirkende waren:
König: Richard Jürgas. Haushofmeiſter: Max
Proll, Nefertit: Madame Nofru=. Negerſklave:
Paul Peterſen. Sklavinnen, dargeſtellt von Damen
der Geſellſchaft. Den Mittelpunkt der Pantomime bilde=
ten
die hochintereſſanten, durch Schönheit und Plaſtik der
Bewegungen ausgezeichneten und an choreutiſchen De=
tails
reichen Tänze der Madame Nofru=. Ein orien=
taliſcher
Marſch von Johann Strauß beſchloß den ſchönen
Abend, um deſſen Gelingen ſich der Leiter der Veranſtal=
tung
. Herr Profeſſor Walter Illner, beſondere Ver=
dienſte
erworben hat. In der
Turnhalle am Woogsplatz
trug der Dichter ſelbſt mit der ganzen Wirkung ſeiner
künſtlerkſchen Perſönlichkeit den =Prolog unter dem rau=
ſchenden
Beifall all der Hunderte vor, die den großen
Feſtſaal dicht bbeſetzt hielten. Im übrigen war ein ebenſo
vielſeitiges, wie in den Einzeldarbietungen hervorragen=
des
(Programm aufgeſtellt worden. Die Ouvertüre zur
Oper Die weiße Dame geſpielt von den vereinigten
Kapellen unſerer beiden Dragoner=Regimenter unter Lei=
tung
des Herrn Obermuſikmeiſters Rühlemann leitere
das Programm ein. Dem Prolog folgte der Vortrag zweier
Chöre durch den Muſſikverein. Der trefflich geſchulte
Chor ſang unter Leitung des Herrn Kapellmeiſters Reh=
bock
Der Gondelfahrer von Fr. Schubert, und Land=
erkennung
von Grieg. Die Klavierbegleitung wurde von
Fräulein Gertrud Hahn mit reichem Verſtändnis
ausgeführt. Im weiteren (Verlauf des AAbends trua der
Mozartverein zwei, Chöre a capella vor, Morgenwande=
rung
von C. A. Mangold, und Der Jäger aus Kur=
pfalz
von A. von Othegraven. Tiefſte Wirkung =
ſſten
die vier Lieder aus dem Abend aus, ein Zyklus
von Geſängen, die Kammerſänger Alfred Ste=
phani
in künſtleriſch vollendeter Weiſe zu Gehör
brachte. Die Lieder ſind Kompoſitionen von Stadtorga=
niſt
Wilhelm Borngäſſer der darin tiefes muſi=
kaliſches
Empfinden offenbart und auch in der Form
durchaus eigenartiges und charaktervolles geſchaffen har.
Eine kurze, die Bedeutung des Tages und des gantzen
Roten Kreuzes aber treffend und erſchöpfend charakteri=
ſierende
Feſtrede, die Herr Profeſſor Kißner hielt,
unterbrach die künſtleriſchen Darbietungen ſodann. Auch
die Rede wurde mit rauſchendem Beifall aufgenommen
und das Lied Deutſchland, Deutſchland über alles ſang
die Feſtverſammlung begeiſtert mit.
Duettgeſänge der Frau Olga Kallenſee und des
Herrn Otto Semper aus Figaros Hochzeit bildeten
wirkungsvoll den Beſchluß des erſten, ernſteren Teils des
Abends, von dem Herr Leo Schützendorf mit dem
Vortrag dreier luſtiger Lieder von K. M. von Weber zu
dem zweiten, auf einen mehr heiteren Ton geſtimmten Teil
des Programms überleitete. Ihm folgte Frau Baronin
Elſa Laura von Wolzogen, die mit gewohnter
Meiſterſchaft im Vortrage vier deutſche Volkslieder zur
Laute ſang, nämlich Des Sternwirts Töchterlein eine
Dichtung von Gottfried Schwab die die Künſtlerin ſelbſt
vertont hat; dann Der Poſtillon (aus Schwaben), Der
Fahrende vor der Himmelstür (aus Franken) und Mor=
gen
muß mein Schatz verreiſen ein Soldatenlied. Für
den ſtürmiſchen Beifall dankte die Künſtlerin durch eine
Zugabe. Frau Käthe Schneider=Gothe und Herr
Bruno Harprecht brachten wieder mit durchſchlagen=
dem
Erfolg Tanzduette aus Filmzauber und bildeten
damit einen äußerſt wirkſamen Abſchluß der Vortrags=
nummern
. Den Abſchluß des Programms bildeten tur=
neriſche
Vorführungen der Turngemeinde Darm=
ſtadt
. Zunächſt führte die Damenriege unter Leitung
des Herrn Biſchof Stabübungen vor, dann brachte die
erſte Riege ausgezeichnete Uebungen am Barren unter
Leitung des Herrn Hermany. Die Schlußmuſik diri=
gierte
Herr Obermuſikmeiſter Mittelſtädt. Die Leitung
des Abends hatte Herr Kapellmeiſter Lert.
Mathildenhöhſaal.
Im Mathildenhöhſaal begann gegen 9 Uhr die Vor=
tragsfolge
mit Schuberts Roſamunde=Ouvertüre, von der
Artilleriekapelle M. Weber geſpielt, auf die der von
H. Wolf Dietrich Frhr. von Wolzogen ge=
ſprochene
Prolog folgte. Dann gab Herr Hauptmann à la
zuite Lotheißen ein kurzes Bild der Entſtehung und
Entwickelung des Roten Kreuzes und ſeiner Bedeutung in
en Kriegen 1864, 1866 und 1870 und legte den deutſchen
Frauen und Jungfrauen die Notwendigkeit der Pflege der
Verwundeten und Kranken, ob Freund, ob Feind, in ein=
dringlichen
Worten dar. Hierauf folgten die künſtleriſchen

Darbietungen, unter denen die Lieder derHofopernſängerr
Olga, Kallenſee (Fiſcherknabe, wo weilt er? ver
Liſzt, Ingrid von Kjerulf und das Wiegenlied vor
R. Strauß) und Kammerſänger Georg Weber (Liebot
feier von Weingartner, Der Sieger von Hugo Kaun, Sieen
frieds Lied aus Schumanns Oper Genoveva und deſſſ
Hidalgo), ſowie der von Hofballettmeiſterin Hedw=
Ehrle mit Anmut und Grazie unter Kapellmeiſtt
Franz Sautiers kundiger Orcheſterleitung ausg=
führte
Serpentinentanz hervorragende Kunſtleiſtungsg
waren. Letztgenanter, dem die Geſamtleitung des Aben=
oblag
, führte auch zu den Geſängen die Klavierbegleitun
ſehr dezent und fein auf dem von der Firma Kan
Arnol d unentgeltlich zur Verfügung geſtellten Flüg
durch. Starken Beifall fanden Hofſchauſpieler Ado=
Jordans mit meiſterhafter Mimik ohne Uebertreibum
gebotene Koupletvorträge, deren einzelne indes
Grenze des Erträglichen hart ſtreiften. Mit Liedern vu
Goldmark (Die Quelle), dem ſehr wohlgelungenen Stänn
chen von Brahms und F. Holländers Unterm Machandg
baum erfreute Frau Hofopernſängerin Joſephine Becke
Gerder die als Liederſängerin freilich noch einige klein
Sprachſchwierigkeiten zu überwinden hat. Unter Leitm
von Hofmuſiker Adam ſang die Liedertafel Chöreho
Podbertski, Becker und Sonnet, die zeigten, daß der
ein bei ernſtem Studium bald wieder die frühere Beder
tung und (hoffen wir) Mitgliederzahl erreichen düm
Wegen vorgeſchrittener Zeit konnten wir die Vorträgenc
zu Ende hören. Herr Semper deſſen vollendete
wir erſt kürzlich eingehend würdigten, war auf dem
gramm noch mit Liedern von Schumann und Strauß
gegeben, denen Turnen, Schlußmuſik und Tanz fol
ſollten. In der
Beſſunger Turnhalle
leiteten die Herren Hofſchauſpieler Heinrich Ha
und Kapellmeiſter Hans Oppenheim die Veran
tung des Abends, die ebenfalls außerordentlich zahln
beſucht war. Den muſikaliſchen Teil des Abends beſtr
hier die Kapellen des Großh. Artilleriekorps (F.=A.=R
unter Obermuſikmeiſter Mickley und des Trainbataill
Nr. 18 unter Chorführer Neuſchulz. Die Ouver
aus Raimond eröffnete die Vortragsfolge. Dannſp
den Prolog eindeucksvoll und tiefwirkſam Herr Hofſchhl
ſpieler Hacker. Der Lehrerſängerchor unter Leit
ſeines Dirigenten Wilhelm Borngäſſer brachtee
Chöre Landerkennung von Grieg, in dem Herr Rohe
Henry Perkins das Baritonſolo ſang, und die Dichtn
von Gottfried Schwab Deutſcher Aar in der Vertong
von Mendelsſohn zum Vortrag.
Die Feſtanſprache hielt in gewohnt poeſievoller
Heer Bürgermeiſter Mueller. Dann ſang Frl. Ann
Jacobs mit reifer Künſtlerſchaft im Vortrag drei
der: Geheimnis von Strauß, Liebesfeier von Weiſ=
gartner
und Frühlingsnacht von Schumann.
Hans Wolf Dietrich Freiherr von Wol=
zogen
, der Sohn des Dichters des Prologes, erfreue
und überraſchte zugleich durch die charaktervolle Artdes
Vortrages einiger Liliencronſcher Dichtungen, u. .
alte Spieluhr und Die Wallfahrt‟. Die Damenabteilung
der Turngemeinde Beſſungen führte eine Reihe von Stale
übungen vor, deren exakte Ausführung hohes Lob ver=
dient
. Den Abſchluß der erſten Abteilung des Programns
bildeten weitere Geſangsvorträge des Lehrerſängercho
der u. a. noch drei Volkslieder von Jüngſt und Kremſe
mit beſtem Gelingen unter Leitung des Herrn Borngäſſe
zum Vortrag brachte. Herr Robert HenryPerki
ſang Die beiden Grenadiere von R. Schumann, ein
deutſches Minnelied von Carl Bohm und Good bye
Paolo Toſt, und errang, wie auch die übrigen Künen
die ſich ſelbſtlos in den Dienſt der edlen Sache geſtell
hatten, rauſchenden Beifall. Ganz entzückend brachte
mentine Feiſtle einige ſchelmiſche Lieder zur
zum Vortrag, von denen ſie bekanntlich ſchon bemeren
werte Proben auf dem Bunten Abend im Hoftheater
gelegt. und Margarete Beling=Schäfer zwä
alle Herzen in den Bann ihrer lieblichen Geſangskun
durch den Vortrag dreier Lieder von Hildach, Pfitzner Un
Taubert. Dichtungen von Heine (Schelm von Bergei
Strachwitz uſw. brachte Herr Gg. Heinrich Hacker,u
mit urwüchſig derben Dialektdichtungen in bayeriſch
Mundart erfreute und erheiterte Herr Hans Baul
meiſter die Feſtverſammlung. Barrenturnen der ere
Riege der Turngemeinde Beſſungen beſchloſſen das
gramm. Als Schlußmuſik ſpielten die Kapellen In Trei
feſt.
In allen 4 Lokalen folgte dem künſtleriſchen Program
Tanz, dem die Jugend ergiebigſt huldigte.

Die Tauffeierlichkeiten in Braunſchweig

* Braunſchweig, 9. Mai. Am Tage dese
zugs des Kaiſerpaares, dem Tage der Tauſt
des Erbprinzen, welche unter Entfaltung großn
höfiſcher Pracht gefeiert wird, füllte bereits in den frühen
Morgenſtunden eine überaus zahlreiche Menge die feſtlich
geſchmückten Straßen. Die Morgenzüge bringen groß
Scharen von Fremden nach der Stadt. Das Wetteriſſ
ſchön. Gegen 9 Uhr erfolgte der Anmarſch der bei den
Einzug des Kaiſerpaares Spalier bildenden Verein
Schulen uſw. Die Ehrenwache zog mit klingendem Spiel
auf.
* Braunſchwe ig, 9. Mai. Als weitere fürſtlich
Gäſte zu der ſtattfindenden Tauffeierlichkeit trafen geſtern
abend 10 Uhr 30 Minuten der Kronprinz unddi
Kronprinzeſſin, Prinz Eitel Friedrich, Prin
Auguſt Wilhelm und Gemahlin und Prinz Oskarm
Gefolge auf dem hieſigen Hauptbahnhofe ein. Der Hek=
zog
und die Herzogin begrüßten ihre hohenäſten
auf das herzlichſte auf dem Bahnſteig und geleitetenſie
durch das Fürſtenzimmer zu den bereitſtehenden Automd
bilen und Galawagen. Im erſten geſchloſſenen Auto nah=
men
die Herzogin, die Kronprinzeſſin und Prinzeſſin
Auguſt (Wilhelm Platz, im zweiten offenen Auto der Kron=
prinz
und Prinz Eitel Friedrich, lwährend Prinz Auguſt
Wilhelm und (Priniz Oskar im offenen Galawagen folg=
ten
. Eine nach tauſenden zählende Menſchenmenge bes
reitete den Fürſtlichkeiten begeiſterte Ovationen.
* Braunſchweig. 9. Mai. Der Kaiſer und
die Kaiſerin mit Gefolge ſind im Sonderzug um
9 Uhr 55 Minuten hier eingetroffen. Am Bahnhofe
war großer Empfang. In den Hofgalawagen, deren Be=
dienſtete
die piſtoriſche rote Hoflivreen trugen, waren der
Hof und das Gefolge eingetroffen, darunter die Hausoffi=
ziere
in der altbraunſchweigiſchen Adjutantenuniform, der
Obarhofmarſchall des Kaiſers, Freiherr v. Reiſchach. Fer=
ner
waren verſammelt das Staatsminiſterium, die
Spitzen der Behörden der Stadt Braunſchweig und die
zum Ehrendienſt bei dem Kaiſervaar befohlenen Herren,
Das Herzogspaar traf im Automobil ein. Die Be=
grüßung
zwiſchen dem Kaiſerpaar und dem Herzogspaar
war überaus herzlich. Nach der Vorſtellung der Umgebun=

[ ][  ][ ]

übetraten die hohen Herkſchaften den Vorplatz des
Glnhofes. Hier war die Ehrenkompagnie des braun=
ſpleigiſchen
Infanterie=Regiments Nr. 92 mit Fahne und
iſl k aufgeſtellt, dabei die direkten Vorgeſetzten bis zum
Allmandierenden General des 10. Armeekorps, General
önmmich.
Um linken Flügel ſtand das Offizierkorps der Gar=
r
.. Der Kaiſer und der Herzog ſchritten die Front der
enkompagnie ab und nahmen den Vorbeimarſch ent=
heiz
. Der Kaiſer trug die Uniform der Leibhuſaren,
Herzog die Uniform der Zietenhuſaren. Die Kai=
un
trug eine lilafarbene Robe, die Herzogin blaß=
llt
. In Galawagen, à la Daumont mit je ſechs Grau=
qmmeln
, fuhren die Herrſchaften zum Reſidenzſchloß.
erſten Wagen ſaßen der Kaiſer und der Herzog, im
lhigen die Kaiſerin und die Herzogin. Eine Esladron
nraunſchweigiſchen Huſaren geleitete die Wagen. In
Straßen der reichbeflaggten Stadt hatten die Schüler,
frungen. Vereine, Kriegervereine und Jungdeutſchland=
ppoen
mit Fahnen Aufſtellung genommen. Ein vieltau=
llöpfiges
Publikum jubelte den Majeſtäten und dem
Pzogpaare zu. Die Majeſtäten nahmen im Reſidenz=
ſſſo
: Wohnung, wo ſie von den bereits verſammelten
Allem Gäſten begrüßt wurden. Das Wetter iſt kühl, aber
Un Auf dem Schloßhofe hatte eine zweite Ehrenkom=
ſinie
Aufſtellung genommen.
Der Kaiſer empfing bald nach ſeiner Ankunft im
ſieenzſchloß den neu ernannten braunſchweigiſchen Ge=
dden
am preußiſchen Hofe, den Wirkl. Geh. Legations=
I Boder, zur Ueberreichung ſeines Beglaubigungs=
Alleöbens. Um 1 Uhr war im Reſidenzſchloß Familien=
Ahhirückstafel, für das Gefolge Marſchalltafel. Der Kaiſer
ſeine Reihe von Auszeichnungen an Miniſter, Hofbeamte
ſp.! verliehen.
Oie Fahrt der Fürſtlichkeiten vom Schloß zur
Dankwarderode bot ein prächtiges Schauſpiel.
ſrauf fuhren die Hofſtaaten. In zahlreichen zweiſpän=
ter
: Prunkwagen folgten die allerhöchſten und höchſten
rochaften, von der Menge freudig begrüßt. Der Erb=
lhinit
wurde in einer Prukkaroſſe, geßogen von einem
Ehiegeſpann, zur Taufe gefahren. Gegen 6 Uhr begaben
die Fürſtlichkeiten unter großem Vortritt durch den
Abindungsgang von der Burg in den Dom am Grab=
)l Heinrichs des Löwen vorüber auf den hohen Chor.
orei gewaltigen Schiffe des alten Doms waren mit
ß Weſellſchaft aus dem Land gefüllt. Unter den Ge=
Aſſenen waren Abordnungen des Regiments der Ziethen=
aren
und des 2. Leibhuſaren=Regiments. Unter den
Alnggen der Orgel durchſchritt der Zug der Fürſtlichkeiten
Oom. Der Erbprinz erhielt in der Taufe die Namen
Ei, Auguſt, Georg, Wilhelm, Chriſtian, Ludwig, Franz,
Keoh, Nikolaus.

Erdbeben in Sizilien.

LZ. Erdbebenwarte Jugenheim, 9. Mai.
Aſktarn abend 7 Uhr 5 Min. 17 Sek. begann die Aufzeich=
Ang eines Fernbebens aus etwa 1500 Kilometer Ent=
Affrung, die ſtärkſten Bodenbewegungen waren 7 Uhr 11
ſennten. Die ganze Dauer des Bebens betrug etwa 15
ſſntrten. Nach direkten Meldungen handelt es ſich um
* (Srdbeben nahe Catania (Sizilien). Da das kata=
Aſphale Erdbeben in Sizilien im Dezember 1908 hier viel
Aſſtkare Aufzeichnungen ergeben hatte, wie die jetzt vor=
ſienden
, iſt auf ein engbegrenztes primäres Schütter=
ſict
zu ſchließen. Das an ſich nicht bedeutende Erdbeben
ſſt Uokalem Charakter hat aber offenbar in verhängnis=
ble
: Weiſe gerade eine bewohnte Gegend betroffen, wo=
ſich
ſich der gemeldete Materialſchaden und die Verluſte
Menſchenlben erklären.
* Catania, 9. Mai. Geſtern abend 7 Uhr wurden
Adſtöße bei Linguagloſſa, Viagrande, Biancavilla und
Allpaſſo, beſonders in der Nähe von Mangano, verſpürt.
von Acireale nach Mangano fahrender Zug mußte
ſealllten, da die Bahnſtrecke infolge des Erdbebens in
Aler Länge von 700 Metern beſchädigt war.
=Catania, 9. Mai. Geſtern abend hat ein Erd=
f
faſt alle Häuſer in Cerbati und Premiſo, ſowie Teile
Semeinde Acireale unbewohnbar gemacht. Die Be=
Adeen haben ſich an Ort und Stelle begeben. Man wird
ſochdachloſen Familien in Armeezelten unterbingen.
Paris 9. Mai. Nach einer telephoniſchen Mel=
d
aus Mailand ſollen durch das Erdbeben in
ziilien die Ortſchaften Linera und Santa
ſrerina zerſtört worden ſein. In Linera ſollen
hllreiche Menſchen umgekommen ſein.
=Catania, 9. Mai. Das geſtrige Erdbeben in
Aziilien war verhängnisvoller, als die erſten Meldun=
erkennen
ließen. Bereits ſind 30 Tote und 120
AAlrwundete geborgen. Von dem Dorfe Linera ſind
hr Trümmer übrig geblieben. Auch andere am
des Aetna liegende Ortſchaften ſind ſtark beſchädigt.
*: Acireale, 9. Mai. Der geſtern abend um 7 Uhr
Msangano bemerkte Erdſtoß wurde auch in anderen
ſhein Siziliens in Guardia, Linera, Piſono, Zaf=
frma
und Etnea verſpürt. Es verlautet, daß Menſchen
Hlstet und verletzt worden ſeien.
** Acireale, 9. Mai. Es beſtätigt ſich, daß das
rf Linera beinahe vollſtändig zerſtört
jirden iſt. Die Zahl der Opfer konnte noch nicht feſt=
gelllt
werden. Sieben Verwundete wurden im Hoſpital
I lAlcireale untergebracht. Allem Anſchein nach wurde
idenm Dörfern von Santa Venerina, Santa Maria Degli,
ſtmoalati, Guardia, Santa Maria Vergina. Coſentini
Poniſi nur Sachſchaden angerichtet. Der
lſiflekt von Catania und andere Vertreter der
ſthörden haben ſich mit Hilfsmannſchaften und
Mtarial zur Hilfeleiſtung nach Linera be=
ſiet
. Die Eiſenbahnverbindung von Acireale nach
Mandia iſt wegen Riſſen im Tunnel unterbrochen.
Mailand 9. Mai. Der Secolo erhält von der
Ud beben=Kataſtrophe noch folgende Einzel=
Uhen. Der Erdſtoß traf das Gebiet zwiſchen Mangano
Mlcireale, am Abhange des Aetna. Der Erdſtoß trat
ſplötzlich auf und die Gewalt war ſo groß, daß ſofort eine
ſoße Anzahl Häuſer einſtürzte. Die Bevölkerung wurde
n einer Panik ergriffen und ſtürzte unter großem Ge=
ei
auf die Straßen. In Linera ſind 40 Leute getötet
b wiele ſchwer verwundet worden. Die Verwundeten,
rahlche es gelang, zu bergen, wurden im Hoſpital Santa
Arga untergebracht. Bei Mangano wurde ein Eiſen=
Anzug durch die Gewalt des Erdbebens aus den
Pinnen geſchleudert. Die Inſaſſen erlitten zum Teil
Aweare Verletzungen. Der Schaden, der in allen Gemein=
Aim der Gegend von Catania, Acireale und Ogina an=
Aſichtttet worden iſt, iſt außerordentlich beträchtlich. Der
hſtooß, der ſich auf der Linie Catania-Meſſina fort=
Pünzte, hielt mehrere Sekunden lang an und verlief wel=
Mörrmig.
Mailand, 9. Mai. Der Pariſer Korreſpondent
Secolo erhielt auf telephoniſchen Anruf von derRedak=

tion ſeines Blattes um ½6 Uhr morgens noch weitere Ein=
zelheiten
, wonach auch die Ortſchaften San Venerina und
Zaffarana, ſowie einige umliegende Ortſchaften durch die
Kataſtrophe vernichtet worden ſind. Linera hat eine Be=
völkerung
von 700, San Venerina von 800 und Zaffarana
5470 Einwohner. Bis zur Stunde iſt es nicht möglich ge=
weſen
, nähere Einzelheiten zu erhalten, da die Nachrichten
mit erheblichen Verſpätungen eintreffen, weil alle tele=
phoniſchen
und telegraphiſchen Verbindungen der größeren
Ortſchaften in der Nähe des Erdbebenherdes geſtört ſind.
In Zaffarana ſind bereits 500 Mann der nächſtliegenden
Garniſonen eingetroffen und haben die Rettungsarbeiten
aufgenommen. Doch iſt über die Zahl der bisherigen
Opfer nichts bekannt. Die Aufregung in Italien iſt ſtän=
dig
im Wachſen begriffen, zumal heute morgen gemeldet
wurde, daß ſich gegen Mitternacht ein neuer Erdſtoß er=
eignet
hat.
* Rom, 9. Mai. Wie der Meſſagero berichtet, ſind
nach bei dem Arbeitsminiſterium eingelaufenen Depeſchen
infolge des Erdbebens etwa 100 Perſonen ge=
tötet
und 120 verletzt worden. Der telegraphiſche
Dienſt iſt im Laufe des Tages wieder hergeſtellt worden.
Der Eiſenbahnverkehr zwiſchen Mangano und Acireale
wird durch Umſteigen aufrecht erhalten. Das Kriegsmini=
ſterium
hat Truppen und Lebensmittel, ſowie Zelte und
Sanitätsmaterial in die betroffenen Gegenden abgeſchickt,
das Rote Kreuz hat ein Feldlazarett errichtet. Der Mi=
niſterpräſident
hot den Präfekten beauftragt, im Einver=
nehmen
mit den Ortsbehörden für die Unterbringung der
Obdachloſen zu ſorgen
* Rom, 9. Mai. Das Zentralbureau für
Erdbebenbeobachtung teilt mit, daß ſeit dem 25.
April. an welchem eine gewiſſe Tätigkeit des Aetna begann.
täglich Erdſtöße in der Umgebung des Berges beobachtet
wurden, beſonders auf der weſtlichen Abdachung. Am
7. Mai wurde dort ein ſehr ſtarker Erdſtoß von allen Ob=
ſervatorien
Italiens verzeichnet. Geſtern abend erreichten
die Erſcheinungen ihren Höhepunkt.
* Giarre, 9. Mai. Der Flecken Linera iſt völ=
lig
zerſtört. Bisher wurden 50 Tote gezählt. Paſſo=
pompo
und Malati ſind ernſtlich beſchädigt worden. Auch
Menſchen wurden dort getötet.
* Rom, 9. Mai. Die Blätter veranſtalten Extra=
ausgaben
, wonach der Umfang der Erdbebenkata=
ſtrophe
bedeutend größer iſt, als bisher be=
kannt
war. Die Zahl der Toten in der Provinz Catania
beträgt mehrere Hundert, die Zahl der Verwundeten ſoll
tauſend erreichen. Authentiſche Nachrichten geben für Li=
nera
und Bongiardo 150 Tote an. Die Dörfer Lima und
Acrircale ſind (zerſtört. Die Stadt Arinale iſt verſchont
worden. In Santa Vererina wurde ſchwerer Sachſchaden
angerichtet. Die Zahl der Opfer iſt gering. Telegraphen=
und Telephonmaſten ſind kilometerweit niedergelegt. Die
Eiſenbahnbrücke und der Tunnel von Guardia drohen
einzuſtürzen. Die Bevölkerung kampiert im Freien.
* Rom, 9. Mai. In der Sitzung der Kam=
mer
drückten die Mitglieder aller Fraktionen ihre Teil=
nahme
und das Mitgefühl mit dem durch das Erd=
beben
ſchwer betroffene Sizilien aus. Der
Unterſtaatsſekretär des Innern ſchloß ſich dem an und
erklärte, die Regierung werde ihre Pflicht tun und ſchnell
helfen. Am Schluß der Sitzung machte der Miniſter=
präſident
Mitteilung von den Hilfsmaßnahmen der Re=
gierung
.

Vom Balkan.

* Belgrad 9. Mai. Das ſerbiſche Preſſebureau
ſtellt die bulgariſchen Nachrichten über blutige Vor=
fälle
zwiſchen den ſerbiſchen Truppen und neuſerbiſchen
Rekruten aufs entſchiedenſte in Abrede und bezeichnet
ſie als phantaſtiſch und übelwollend. Wenn derartiges
vorgekommen wäre, hätten die ausländiſchen Preſſever=
treter
in Belgrad es längſt gemeldet.
* Athen, 9. Mai. Die Meldung aus Durazzo über
die angebliche Kreuzigung von albaniſchen
Gefangenen durch die Epiroten wird mit
Entrüſtung in Abrede geſtellt. Im Gegenſatz zu
den verleumderiſchen Behauptungen der Albaneſen ſei
feſtzuſtellen, daß die Epiroten die Gefangenen großmütigſt
behandelten.

Mexiko und die Vereinigten Staaten.

Zur Lage.
* Waſhington, 8. Mai. Kriegsſekretär Garri=
ſon
erhielt geſtern eine lange chiffrierte Depeſche von
General Funſton. Er berief darauf den geſamten Gene=
ralſtab
mit dem er eine Beſprechung abhielt, welche bis
Mitternacht dauerte. Garriſon erklärte, General Funſton
habe ihm Mitteilungen von Flüchtlingen über die Lage
in der Stadt Mexiko übermittelt. Die Flüchtlinge
erklärten der Zuſammenbruch der Herrſchaft Huertas könne
jeden Augenblick erwartet werden. Dann würde die Anar=
chie
eintreten. Wie bekannt wird, iſt das Kriegsamt dar=
auf
bedacht, in Veracruz oder auf Transportſchiffen
0000 bis 60000 Mann aufzuſtellen, welche erforder=
lichen
Falles nach der Hauptſtadt vorrücken ſollen.
* Waſhington 8. Mai. Staatsſekretär Bryan
erklärte, die amerikaniſche Regierung werde die von
Huerta vorgebrachten Beſchwerden dahin beantworten,
daß ſie keine aggreſſiven Schritte unternommen habe, wo=
durch
der Waffenſtillſtand verletzt werde.
* Waſhington, 9. Mai. Nach Berichten, welche
aus dem Hauptquartier der Rebellen hier eingetroffen
ſind hat General Carranza befohlen, die Unterneh=
mungen
gegen Tampico und Mazatlan zu einem raſchen
Abſchluß zu bringen. Verſtärkungen rücken auf die beiden
Plätze vor. Huerta hat die Vermittler in Kenntnis geſetzt,
daß ſich die mexikaniſchen Vermittler heute über Veracruz
und Key Weſt nach Niagara Falls begeben werden.
* Torreon. 9. Mai. General Carranza iſt hier
eingetroffen und hat Torreon zu ſeiner Hauptſtadt erklärt.
General Villa empfing ihn am Bahnhof und geleitete ihn
dann zu ſeinem Hauſe.
* Neu=York 9. Mai. Nach einer vom 8. Mai
datierten Meldung des auf der Höhe von Mazatlan lie=
enden
Panzerkreuzers California wurden auf Befehr
Huertas die Leuchtfeuer an der Weſtküſte
Mexikos gelöſcht, die daher in der letzten Nacht in
Dunkel gehüllt war.
Neue Operationen der Vereinigten Staaten.
* London, 9. Mai. Die Times melden aus Waſ=
ington
vom 8. Mai: Nach der Aſſociated Preß haben
dem Kabinett bei ſeiner heutigen Sitzung Pläne über die
Landung einer großen Armee in Veracruz
vorgelegen, welche in der geſtrigen Konferenz der militäri=
ſchen
Behörden fertiggeſtellt worden waren. Ein ſolcher
Plan würde die Mobiliſierung ſowohl von Miliztruppen

als auch von regulären Truppen notwendig machen. Die
Milizen von Neu=York. Chikago und Pennſylvanien,
velche zu den beſtorganiſierten der Vereinigten Staaten
gehören, ſollen bereits Befehl erhalten haben, ſich für die
Mobiliſierung bereit zu halten. Es liegt nichts vor,
woraus man auf eine Genehmigung dieſes Planes durch
die Regierung ſchließen könnte. Es wird bemerkt, daß eine
ſolche Genehmigung eine ſenſationelle Schwenkung der
bisher befolgten Politik bedeuten und leicht zu einem vor=
zeitigen
Ende des Waffenſtillſtandes und damit vielleicht
zu einem Zuſammenbruch des Vermittelungsprojektes füh=
ren
könnte

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Karlsruhe, 9. Mai. Der Großherzog von
Baden hat ſich heute abend 5 Uhr 40 nach Mannheim
begeben, von wo er kommenden Dienstag zurückkehren
wird. Die Großherzogin war wegen einer katarrhaliſchen
Erkältung verhindert, den Großherzog zu begleiten.
* Mannheim, 9. Mai. Der Großherzog von
Baden iſt mit Gefolge heute abend mit dem fahrplan=
mäßigen
Zuge um 6 Uhr 36 Minuten auf dem Bahnhofe
hier eingetroffen. Der Großherzog wird vier Tage hier
verweilen. Er wird morgen nachmittag dem Rennen
beiwohnen und abends die Feſtvorſtellung im Hoftheater
beſuchen. Für Montag und Dienstag ſind Beſichtigungen
hieſiger induſtrieller Betriebe vorgeſehen.
* Sigmaringen, 9. Mai. Am Montag begeben ſich der
Fürſt und der Erbprinz von Hohenzollern nach
England und bleiben mehrere Wochen dort Gäſte des
portugieſiſchen Königspaares. Die gehäſſigen Gerüchte
über den König und die Königin ſind erfunden und in
allen Stücken unwahr.
* Düſſeldorf, 9. Mai. Das rheiniſch=weſtfäliſche Koh=
lenſyndikat
hat der Leitung der großen Ausſtellung in
Düſſeldorf 1915 100000 Mark zum Ausbau der bergbau=
lichen
Abteilung zur Verfügung geſtellt. Hierdurch iſt die
Darſtellung der Bergbauinduſtrie auf der Ausſtellung im
großartigen Maßſtabe geſichert.
* Halle (Saale), 9. Mai. Als der Zuhälter Schoelzke
von der Strafkammer zu einem Jahr Gefängnis verur=
teilt
war, und nach Verkündigung des Urteils abgeführt
werden ſollte, ſtürzte er ſich durch das Fen=
ſter
des Sitzungsſaales in den Hof, wo er lebens=
gefährlich
verletzt liegen blieb.
* Wien. 9. Mai. Der Kaiſer hat eine gute Nacht
verbracht. Der Katarrh iſt lockerer. Das Allgemeinbefin=
den
iſt ſehr gut.
* Peſt, 9. Mai. Der Ausſchuß der öſterrei=
chiſchen
Delegation für auswärtige Ange=
legenheiten
nahm den Voranſchlag des Miniſteriums
des Aeußern für den Dispoſitionsfonds mit 11 gegen 4.
Stimmen an. Der Heeresausſchuß der öſterreichiſchen
Delegation ſetzte die Verhandlungen über das Heeres=
ordinarium
fort. Miniſterpräſident Graf Stürgkh be=
kämpfte
die wegen der Anwendung des § 14 auf die Re=
krutenvorlage
für 1914 erhobenen Vorwürfe und wider=
legte
die dagegen erhobenen verfaſſungsrechtlichen Be=
denken
. Graf Stürgkh legte die parlamentariſchen Hem=
mungen
dar, die ihn im Intereſſe des Reiches zu dieſem
Schritt zwangen, und ſtellte feſt, daß die Regierung gegen=
wärtig
in voller Tätigkeit ſei, um durch Beſeitigung dieſer
Hemmungen, die auf böhmiſchem Boden entſtanden ſeien,
die Freimachung des parlamentariſchen Schauplatzes an=
zubahnen
. Er hoffe, daß der Druck des ſtarken, großen,
gemeinſamen Intereſſes nach Betätigung im Parlament
im gegenwärtigen Zeitpunkt vielleicht eher als früher zu
einem Erfolge führen könne.
* London, 9. Mai. Das Königspaar von
Dänemark iſt hier eingetroffen. Es wurde auf dem
Bahnhof von dem Königspaar, der Prinzeſſin Mary, der
Königin Alexandra und den übrigen Mitgliedern der
Königsfamilie empfangen.
* London, 9. Mai. Eine offizielle Mitteilung aus dem
Schloſſe des Königs Manuel in Richmond bezeichnet die
Meldung, der Fürſt von Hohenzoll ern bezwecke
mit ſeinem bevorſtehenden Beſuche, ſeine Tochter nach
Deutſchland zurückzuführen, als unwahr.
Die Mitteilung fügt hinzu, die Königin lebe ſehr glücklich
mit ihrem Gemahl. Das Königspaar würde Ende Juli
oder Anfang Auguſt den Fürſten von Hohenzollern in
Deutſchländ beſuchen, gemeinſam reiſen und im Oktober
zuſammen nach England zurückkehren.
* Konſtantinopel. 9. Mai. Der Kriegsminiſter hat in
einem Interview erklärt, daß die Dauer des Mili=
tärdienſtes
auf zwei Jahre oder 20 Monate
herabgeſetzt werden würde. Durch möglichſte Ver=
ringerung
der Zahl der in Friedenszeiten unter den Fah=
nen
ſtehenden Mannſchaften, ſowie durch Verringerung
der Zahl der kommandierenden Offiziere würden ſich Er=
ſparniſſe
in Höhe von 4 Millionen Mack erzielen laſſen,
doch würden Nachtragskredite zwecks Ergänzung der Aus=
rüſtung
von Kriegsmannſchaften verlangt werden.
* Petersburg, 9. Mai. Der Reichsrat hat in der
Faſſung der Duma die Geſetzesvorlage über die Ver=
zollung
des ausländiſchen Getreides ſowie
der Erbſen und Bohnen angenommen. Der Zollſatz beträgt
30 Kopeken pro Pud brutto. Das Geſetz tritt eine Woche
nach der Veröffentlichung in Kraft. Der Reichsrat ſprach
dabei den Wunſch aus, das Handelsminiſterium möge die
Frage prüfen, ob der feſtgeſetzte Einfuhrzoll auf Mehl
Rußland in genügender Weiſe vor der. Einfuhr auslän=
diſchen
Mehles ſchützt. Der Vertreter des Handelsmini=
ſteriums
pflichtete dieſem Wunſche vollkommen bei, da
möglicherweiſe Umſtände eintreten könnten, welche die Re=
gierung
zur Erhöhung des Zolles auf Mehl zwingen wür=
den
, erklärte jedoch, es ſei gegenwärtig nicht zeitgemäß,
dieſe Frage zu erörtern.
* Petersburg, 9. Mai. Die Reichsduma hat nach
Beendigung der allgemeinen Debatten über die Budget=
vorlage
den Uebergana zu den Spezialdebatten mit 166
Stimmen der Rechten, Nationaliſten, Oktobriſten und des
Polenklubs gegen 72 Stimmen der Oppoſition ange=
nommen
.
* Petersburg, 9. Mai. Die auch von der ausländiſchen
Preſſe verbreitete Meldung des Rjetſch, ein Antrag des
Miniſters des Innern, den Vizepräſidenten der
Reichsduma, Konowalow, dafür zur Verant=
wortung
zu ziehen, weil er auf die Rede des Ab=
geordneten
Tſcheidze nicht reagiert haben, habe in der
Sitzung des Miniſterrates am 7. d Mts. keine Unter=
tützung
gefunden, wird amtlich als eine Erfindung
bezeichnet. Die Frage ſei in der erwähnten Sitzung weder
angeregt noch irgendwie berührt worden. Die Vorlage
ber die Feſtſtellung der Rekrutenziffer der
Jahresklaſſe von 1914 wurde in der geheimen Sitz=
ung
der Reichsduma von 7. Mai in einer jetzt veröffent=

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zwei Preis-Auszeichnungen, Bar-
Preis und Ziel-Preis, versehen ist.
(5138a

Oeffentliche Impfung.

Mittwoch, den 13. I. Mts., und die folgenden Mittwoche,
ſolange Bedürfnis, von 56 Uhr nachmittags unentgeltliche Impf=
termine
im Schulhaus an der Rundeturmſtraße für im Vorjahr
geborene ſowie für ältere, mit der Impfung im Rückſtande verblie=
bene
Kinder.
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der geſetz=
lichen
Strafe. Kinder, die in dieſen Terminen nicht geimpft werden,
ſind bis zum Jahresſchluß auf Koſten der Eltern impfen zu laſſen,
andernfalls im Januar k. Js. die Nachholung der Impfung binnen
kürzeſter Friſt unter Strafandrohung angeordnet wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwach=
ſene
auf ihren Wunſch und Kinder, die erſt im laufenden Jahr=
geboren
ſind, auf Wunſch ihrer Vertreter geimpft.
In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als
50 Impfungen vorgenommen.
Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen Kränk=
lichkeit
beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem
Impfarzt vorgeſtellt werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere
Benachrichtigung an die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten, wie Schar=
lach
, Maſern, Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſen=
artige
Entzündungen oder die natürlichen Pocken herrſchen, dürfen
Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht werden.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 8. Mai 1914.
(11730a
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Schmitt.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Dobermann. Die Hunde können von den Eigen=
tümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteige=
rung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
(11740
vormittags 10 Uhr, ſtatt.

Beſichtigung von Mietwohnungen u. Feuerſtätten.

Die Wohnungs= und Feuerſtätten=Beſichtigung findet gegen=
wärtig
im fünften Polizei=Revier ſtatt.
(10721ggg
Darmſtadt, den 24. April 1914.
Das Baupolizeiamt.
Steinberger.

Die Lieferung von Meſſinggegenſtänden für
das ſtädtiſche Gas= und Waſſerwerk

für das Geſchäftsjahr 1914 ſoll vergeben werden. Angebote ſind
bis zum 15. Mat lfd. Js., vormittags 10 Uhr, bei unterzeich=
neter
Verwaltung, Frankfurterſtraße 29, I., Zimmer Nr. 6, verſchloſſen
und mit entſprechender Aufſchrift verſehen, einzureichen. Daſelbſt
können auch die Lieferungs=Bedingungen eingeſehen und die Ange=
botsſcheine
in Empfang genommen werden. Nach auswärts werden
die Bedingungen und Angebotsſcheine nur gegen vorherige Einſen=
dung
von 50 Pfg. abgegeben.
(11714gms
Darmſtadt, den 7. Mai 1914.
Städtiſche Gas= und Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.

Kursus für Schwerhörige.
Ableſen vom Munde, hierdurch der Menſchheit wiedergegeben.
Wohltat für Angehörige. Defekt nicht mehr bemerkbar.
heilt Dir. F. Baum
Wilhelminenſtraße 35,
SCoOeerEcke Hügelſtraße. (11433a
Kein unnützer Apparat zur Selbſtheilung, wovor in Zeitungen
gewarnt wird; empfohlen durch die oberſte Schulbehörde.

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In unſer Handels=Regiſter, Ab=
teilung
A, wurden folgende Ein=
träge
vollzogen:
Am 23. April 1914.
Hinſichtlich der Firma:
Karl Arnold, Darmſtadt.
Georg Arnold, Klavierbauer in
Darmſtadt, iſt zum Prokuriſten
beſtellt.
(11735
Am 4. Mai 1914.
Hinſichtlich der Firma:
Albert Weicker, Darmſtadt.
Die Firma iſt durch Uebergang
auf die Firma Albert Weicker &
Cie., Geſellſchaft mit beſchränkter
Haftung in Darmſtadt, erloſchen.
Darmſtadt, 6. Mai 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

In unſer Handels=Regiſter, Ab=
teilung
B, unter Nr. 109 wurde
heute die Geſellſchaft mit be=
ſchränkter
Haftung unter der
Firma:
Albert Weicker & Cie,
Geſellſchaft mit beſchränk=
ter
Haftung und mit dem
Sitz in Darmſtadt,
eingetragen.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt
Die Fortführung des ſeither von
Albert Weicker als Einzelkaufmann
geführten Handelsgewerbes, Fabri=
kation
von Schokolade und Kon=
fitüren
umfaſſend.
Das Stamm=Kapital beträgt:
24000 Mark.
Geſchäftsführer ſind:
Karl Weicker, Kaufmann in
Darmſtadt,
Johann Schneider, Privat=
mann
in Darmſtadt.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
30. April 1914 feſtgeſtellt. Die
Geſellſchaft wird durch einen oder
mehrere Geſchäftsführer vertreten.
Sind mehrere Geſchäftsführer be=
tellt
, ſo können dieſe die Geſell=
ſchaft
nur gemeinſchaftlich ver=
treten
.
Die Geſellſchaft wird vorläufig
auf die Dauer von 5 Jahren ein=
gegangen
. Erfolgt nicht ein Jahr
vor Ablauf dieſer Zeit eine Kün=
digung
durch eingeſchriebenen Brief,
ſo verlängert ſich die Geſellſchaft
auf 5 Jahre weiter und ſo fort.
Von den Geſellſchaftern bringt
Albert Weicker, Kaufmann in
Darmſtadt, das von ihm betriebene
Geſchäft, Schokoladefabrikation, mit
allen Aktiven und Paſſiven in die
Heſellſchaft ein im Bilanzwerte
von 16666 Mark 13 Pfennig, das
ihm auf ſeine Stammeinlage mit
14000 Mark verrechnet wird.
Oeffentliche Bekanntmachungen
der Geſellſchaft erfolgen im Deut=
ſchen
Reichs=Anzeiger. (11734
Darmſtadt, 5. Mai 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

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ſovinzialtag der Provinz
Starkenburg.

St. Darmſtadt, 9. Mai.
Rathausſaal tagte heute vormittag der Provin=
Der Provinz Starkenburg unter dem Vorſitz des
Brovinzialdirektors Fey. Nach Feſtſtellung der
ſtziiſte wurden zu Urkundsperſonen die Herren
ſrachtsvorſteher Müller und Oekonomierat
ſter gewählt. Zum Gedächtnis der verſtorbenen
ſeder Heil=Habitzheim, Forſter und Grünewald=
ſarh
erhoben die Mitglieder ſich von den Plätzen.
Urwinzialdirektor Fey begrüßte ſodann die Mit=
es
Provinzialtags, des Provinzialausſchuſſes,
Adee Kreisräte der Provinz und führte ſodann fol=
aus
:
ſiſtere Provinz hat im abgelaufenen Jahre unter dem
s friedlicher und wirtſchaftlich nicht ungünſtiger
tüne erfreuliche Weiterentwickelung genommen. Die
Ausalverwaltung war bemüht, ihre Tätigkeit auf den
tenartigen ihr zugewieſenen Gebieten auszugeſtal=
ſithzeitig
aber einen einfachen Geſchäftsbetrieb unter
irung bureaukratiſcher Einrichtungen aufrecht zu er=
Die Finanzen.
ſe im vorigen Jahre ausgeſprochene Hoffnung, daß
litggen werde, auch im kommenden Jahre den ſeit=
ſUlmlagebeſtand
aufrecht zu erhalten, hat ſich erfüllt,
Mles die Aufgaben der Provinz, namentlich auch bei
Mrrung der Straßenunterhaltung und des Straßen=
alies
, ſowie bei der Fürſorge für die Wohlfahrts=
Mer und =einrichtungen der Provinz ungünſtig be=
Mit oder eingeſchränkt werden. Nach dem Vor=
ee
von 1914 beträgt der eingeſtellte reine Rech=
reſt
rund 74000 Mark, gegen 69000 Mark in 1913.
novinzialumlagen ſind, wie in 1912 und
2000 Mark vorgeſehen (1911 551000 Mark, 1910
000 Mark, 1909 542000 Mark). Da die Steuer=
fſer
Provinz durch Wachſen von Einkommen und
Aligen ſeit 1912 gewachſen iſt, ohne daß die tatſäch=
ellaſtung
der Kreiſe und Gemeinden durch Provin=

zialumlagen geſtiegen iſt, ſo dürfen wir über dieſes finan=
zielle
Ergebnis uns wohl freuen.
Die geſamten Vermögensſteuerwerte in der
Provinz im Jahre 1913 betrugen 2 Milliarden 846 Millio=
nen
Mark.
In der Verbeſſerung der Straßen, deren
Unterhaltung infolge des ſtarken Automobilverkehrs, ins=
beſondere
auch der Laſtautomobile und der Probefahrten
von 3 großen Automobilfabriken (Adler, Benz, Opel), im
Ried außerdem auch wegen des feuchten Untergrundes,
beſondere Schwierigkeiten macht, dürfen wir weitere
Fortſchritte verzeichnen
Der Ausbau der durchgehenden Verkehrsſtraßen:
Frankfurt-Darmſtadt und Darmſtadt-Heidelberg, Offen=
bach
-Darmſtadt, Offenbach-Hanau-Aſchaffenburg,
Darmſtadt-Mainz, Frankfurt-Groß=Gerau und Groß=
Gerau-Mannheim, Worms-Bensheim und Gernsheim-
Bergſtraße mit Kleinpflaſter, den die Provinzialverwal=
tung
im Verein mit den Kreiſen anſtrebt, ſchreitet rüſtig
vorwärts; wir beſchleunigen dieſen Ausbau, ſoviel es
geht es muß aber darauf geſehen werden, daß die Klein=
pflaſterungen
im beſten Material von beſonders tüchtigen
Pfläſterern hergeſtellt werden. Das bietet für die Be=
ſchleunigung
eine gewiſſe Grenze.
An Kleinpflaſteranlagen ſind für 1914 vor=
geſehen
: 1. Eberſtadt-Bickenbach einſchließlich Ortsdurch=
fahrt
Eberſtadt, und 2. Ortsdurchfahrt Eberſtadt-Seeheim
(bei letzterer eventuell Zuſchuß zu Vollpflaſter), 3. Bob=
ſtadt
-Biblis, 4. Groß=Gerau-Mainz (teilweiſe, da die
Waſſerverſorgung von Mainz zurzeit den vollſtändigen
Ausbau hindert), 5. Heppenheim-Ebersberg, 6. Neckar=
ſteinach
Ortsdurchfahrt, 7. Waldſtrecke bei Obertshauſen,
8. Baierseich-Langen, wofür ein Koſtenbetrag von
320000 Mark erforderlich iſt. Es iſt anzuſtreben, daß im
kommenden Jahre einzelne noch fehlende Strecken des
Straßenzugs Frankfurt-Heidelberg, insbeſondere die
Strecke nördlich Heppenheim, die Ortsdurchfahrt Heppen=
heim
, das Stück zwiſchen Auerbach und Bensheim und die
Teilſtrecke Langen-Sprendlingen hergeſtellt werden. In
den letzten 3 Jahren iſt für zirka 850000 Mark Klein=
pflaſter
in der Provinz hergeſtellt worden. Das Klein=
pflaſter
hat ſich bis jetzt durchaus bewährt. Es iſt die
hauptſächlichſte Straßenbefeſtigung, die dem Automobil=

verkehr Stand zu halten geeignet iſt und die den Staub
möglichſt vermindert. Die Minderung der Staubplage
wird von der Bevölkerung als eine große Wohltat
empfunden. Das Vorgehen in unſerer Provinz mit den
Kleinpflaſterherſtellungen hat vor kurzem in einer öffent=
lichen
Verſammlung zu Weinheim in Baden lebhafte An=
erkennung
gefunden. Die geſamte Straßenunterhaltung
in der Provinz verurſacht in 1914 einen Koſtenaufwand
von 1055900 Mark, wovon Provinz und Kreiſe 719000
Mark aufbringen, der Reſt wird vom Staat getragen.
In den 1055900 Mark ſind 94740 Mark für Zinſen und
Tilgung der für Kleinpflaſter aufgenommenen Kapitalien
enthalten, wobei der Staat ſich an der Kleinpflaſterher=
ſtellung
mit Beiträgen nicht beteiligt. Der Wert der
Straßen in der Provinz beträgt ungefähr 45 Millionen
Mark. Es iſt alſo ein großes Kapital, das zur Nutzung
für den Verkehr hier angelegt iſt und das auch ſo erhalten
werden muß, wie es dem geſteigerten Verkehr entſpricht.
Für folgende bereits früher genehmigte Straßen=
neubauten
, die wohl im Bau begriffen, ſind Bei=
träge
eingeſtellt: 1. Jägersburg-Biblis, 2. Erlenbach-
Seidenbach, 3. Lengfeld-Habitzheim, 4. Semd- Habitz=
heim
, 5. Lengfeld-Nieder=Klingen, 6. Zell- Langenbrom=
bach
, 7. Hembach-Kirchbrombach, 8. Obermoſſau-Spreng,
9. Worfelden-Mörfelden, 10. Juhöhe-Bonsweiher,
11. Mackenheim-Weiher, 12. Wimpfen-Heinsheim,
13. Verbreiterung der Kreisſtraße Dreieichenhain.
Folgende Straßenprojekte werden zur
Genehmigungneu vorgeſchlagen: 1. Alsbach-
Halteſtelle Hähnlein (10300 Mark), 2. Ernsbach- Eulen=
bacher
Straße (27000 Mark), 3. Erbach-Roßbach- Els=
bach
-Untermoſſau (140000 Mark), 4. Airlenbach-Olfen
(32000 Mark).
Ueberlandzentrale und elektriſche Bahnen.
Die Arbeiten zur Ausdehnung der Ueberlandzen=
trale
und zur Herſtellung elektriſcher Bah=
nen
in der Provinz wurden von der Provinzialverwal=
tung
im vergangenen Jahre möglichſt gefördert. Die
Provinzialverwaltung erblickt hierin Einrichtungen, die
den Städten, vorzugsweiſe aber auch dem flachen Lande
dienen, dieſes kräftigen, erwerbs= und kaufkräftiger geſtal=
ten
, unſere Bevölkerung und insbeſondere unſeren Arbei=
terſtand
mehr ſeßhaft erhalten, die das Gleichgewicht zwi=
ſchen
Stadt und Land herſtellen, aber auch den Städten
neue wirtſchaftliche Kräfte zuführen. Nach Mitteilung der
Direktion der Heag iſt, was die Ueberlandzentrale
betrifft, die Kabellegung Darmſtadt-Nieder=Ramſtadt
und die Hochſpannungsleitung Nieder=Ramſtadt-Groß=
Umſtadt mit 20000 Volt fertiggeſtellt. Groß=Umſtadt und
Habitzheim erhielten im Dezember und Januar Strom.
Die Hochſpannungsleitung nach Roßdorf und Gundern=
hauſen
iſt fertig. Roßdorf hat ſeit Ende April Strom.
Ebenſo iſt die Hochſpannungsleitung von Groß=Umſtadt
überRichen-Klein=Umſtadt-Langſtadt-Harpertshauſen-
Altheim bis Münſter vollendet, der Ausbau der Ortsnetze
iſt im Gange. In Angriff genommen iſt die Hochſpan=
nungsleitung
Darmſtadt Weiterſtadt Wix=
hauſen
Gräfenhauſen Erzhauſen

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nen
vorausſichtlich bis Herbſt Strom erhalten.
Die Hochſpannungsleitung durch das Modau= und Rei=
chenbacher
Tal über Ernſthofen, Gadernheim-Zell bis
Heppenheim iſt in Arbeit; auch dieſes Gebiet hofft man
bis zum Herbſt mit Strom zu verſorgen. Der fleißigen
und energiſchen Arbeit der Direktion der Heag muß man,
wenn man die Fülle der auf ihr laſtenden Arbeit, insbe=
ſondere
auch was die Elektriſierung der Darmſtädter
Dampfvorortbahnen und der Neuprojekte für elektriſche
Bahnen angeht, berückſichtigt, alle Anerkennung zollen.
Nachdem der Provinzialtag 1913 beſchloſſen hat, daß
die Provinz ſich im
Verkehrsweſen
nicht nur auf den Landſtraßenverkehr beſchränke, ſondern
als Kommunalverband auch auf dem Gebiete des Eiſen=
bahn
= und Waſſerſtraßenverkehrs eine Förderung allge=
meiner
Intereſſen in der Provinz anſtreben ſolle, iſt eine
beſondere Kommiſſion hierfür gebildet worden. Derſel=
ben
gehören an die Herren: Dr. Dullo, Oberbürgermeiſter
von Offenbach, Louis Feiſtmann, Vorſitzender der Han=
delskammer
zu Offenbach, Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter
von Darmſtadt, Kommerzienrat Jacobi, ſtellvertretender
Vorſitzender der Handelskammer zu Darmſtadt, Oekonomie=
rat
Leithiger, Generalſekretär der Landwirtſchaftskammer,
Dr. Löslein, Bürgermeiſter von Bensheim, Geh. Regie=
rungsrat
Noack=Darmſtadt, Nuß, Bürgermeiſter von
Gernsheim, Rentner Sieben, Vorſitzender des Verbandes
heſſiſcher Verkehrsvereine, Stadtverordneter Stemmer,
Vorſitzender des Verkehrsvereins Darmſtadt. Die Kom=
miſſion
hat ſich konſtituiert und eine Sitzung abgehalten.
Eine Sammlung des in der Provinz vorliegenden ein=
ſchlägigen
Materials wurde in die Wege geleitet. Es ſoll
demnächſt eine weitere Sitzung unter Zuziehung der Herrn
Kreisräte ſtattfinden. Ueber verſchiedene in dem Mate=
rial
enthaltene wichtige Fragen wurde durch die Pro=
vinzialdirektion
bereits mit den zuſtändigen ſtaatlichen Be=
hörden
verhandelt. Auf dem Gebiete der
Wohlfahrtspflege
war die Provinzialverwaltung bemüht, den allgemein
öffentlichen Arbeitsnachweis ſowie den
Lehrſtellennachweis in der Provinz auszugeſtal=
ten
und die Arbeitsämter Darmſtadt und Offenbach ſowie
die Arbeitsnachweiſe der Provinz zu einem Zuſammen=
wirken
zu veranlaſſen. Das Arbeitsamt Darmſtadt, das im
Januar 1914 eingerichtet wurde, hat nicht nur auf eine Zen=
traliſierung
des Arbeitsnachweiſes bei ſich erfolgreich hin=
gewirkt
, ſondern auch namentlich den Lehrſtellennachweis,
deir ſehr zerſplittert und ungenügend war, in die Hand ge=
nommen
. Vom Juli v. Js. bis März d. Js., alſo in 9
Monaten wurden von den öffentlichen Arbeitsnachweiſen
der Provinz 4687 Stellen beſetzt. Während 1912/13 nur 80
Lehrſtellen von den Arbeitsnachweiſen in der Provinz be=
ſetzt
wurden, waren es 1914 bis jetzt ſchon 243 und die
Tätigkeit iſt noch im Gang. Herr Bürgermeiſter Mueller
in Darmſtadt und Herr Stadtſekretär Schrauth haben ſich
hierbei anerkennenswerte Verdienſte erworben.
Bei den Arbeits= und Herbergsſtätten
für Wanderer iſt man beſtrebt die Einrichtungen zu
verbeſſern und die Zuſammenarbeit mit allen Provinzen in
Mittel=Deutſchland durchzuführen.
Die Krüppelfürſorge die Fürſorge für
Tuberkuloſe, für epileptiſche Kinder wird von
der Provinz finanziell gefördert. Die ſegensreiche und eif=
rige
Tätigkeit der Zentrale für Mutter= und
Säuglingsſchutz wird von der Provinz unterſtützt,
den Beitrag zur Zentrale haben wir für 1914 erhöht. Eben=
ſo
unterſtützen wir die Jugendfürſorgeerziehung.
Zur Unterbringung von Lupuskranken und zur Be=
kämpfung
der Infektionskrankheiten leiſtet die Provinz
Beiträge. Auch die erfolgreiche Tätigkeit des Brauns=
hardter
Heims für unterkunftsloſe Mädchen, ſowie
des Heſſiſchen Zentralvereins zur Errich=
tung
von Wohnungen für Minderbemit=
telte
erfährt eine finanzielle Beihilfe von der Provinz.
In der
Provinzialpflegeanſtalt bei Eberſtadt,
die von Herrn Direktor Dr. Textor in muſtergültiger Weiſe
geleitet wird, betätigt die Provinz eine umfaſſende Für=
ſorge
für gebrechliche, ſieche und alte, ſowie geiſtig minder=
wertige
und kranke Perſonen. Dort iſt viel Elend ver=
einigt
, das nach Kräften gelindert wird. Die Anſtalt
leiſtet der menſchlichen Geſellſchaft, aber auch den Gemein=
den
und Kreiſen ohne Zweifel hervorragende Dienſte. Ver=
pflegt
wurden 1910: 542, 1911: 588. 1912: 547 Pfleglinge.
Die Anſtalt erfordert einen Zuſchuß von 37000 Mark zu
den 198970 Mark betragenden Betriebskoſten. Die Pro=
vinzen
Rheinheſſen und Oberheſſen erhielten ſeither einen
Staatszuſchuß von 20000 Mark jährlich zu den Betriebs=
koſten
ihrer Siechenanſtalten, weil ſie ſich auch zur Auf=

nahme von Geiſteskranken in leichteren Fällen bereit
erklärt hatten. Die Provinz Starkenburg hat ſich ſeit 1908
nun auch bereit erklärt ſolche Kranke aufzunehmen und ver=
flegt
tatſächlich eine größere Anzahl von ſolchen. Großh.
Miniſterium hat deshalb der Provinz nunmehr einen Zu=
ſchuß
von 10000 Mark in Ausſicht geſtellt nachdem die bei=
den
anderen Provinzen auf je 5000 Mark verzichtet haben.
Der Zuſchuß iſt im Voranſchlag eingeſtellt.
Durch Einſtellung eines Grunderwerbs= und eines
Erneuerungsfonds haben wir die Anſtalt noch beſonders
finanziell auf eine günſtige Grundlage zu ſtellen geſucht.
Die Provinzialdirektion und der Provinzialausſchuß
waren beſtrebt, die ſo notwendige Einheit im Wirtſchafts=
leben
des Provinzgebiets als einem durch natürliche Lage,
hiſtoriſche und politiſche Entwickelung zuſammengehörigen
Bezirk herzuſtellen und aufrecht zu erhalten, ſowie tren=
nende
Beſtrebungen, die Gemeinden und Kreiſe zu ſchä=
digen
drohen, abzuhalten. Dies iſt für die Folge nur mög=
lich
, wenn die Selbſtverwaltungsrechte der Provinz, nament=
lich
auch auf dem Gebiete des Bauweſens zu deſſen Neu=
organiſation
man ſich in Heſſen anſchickt, in vollem Maße
nicht nur aufrecht erhalten bleiben, ſondern noch mehr
ausgedehnt, geſtärkt und gekräftigt werden und wenn auch
der Provinzialverwaltung überall derjenige Einfluß ein=
geräumt
wird, der ihr als einem außerordentlich wichtigen
Faktor für eine einheitliche Entwickelung der Provinz und
deren Betätigung nach innen und außen naturgemäß zu=
kommen
muß.
Hoffen wir, daß die Wünſche die wir in dieſer Richtung
hegen, zum Segen unſerer ſchönen Provinz und unſeres
lieben Heimatlandes in Erfüllung gehen. Darauf wird
in eine
Beſprechung
eingetreten. Beig. Porth=Offenbach ſtellt feſt, daß das
Steuervermögen eigentlich nur ein fingiertes iſt und
warnt, falſche Schlüſſe daraus zu ziehen. Zu den Straßen=
abnutzungen
müßten die Automobilfabriken herangezogen
werden. Kreisrat Dr. Wallau teilt mit, daß die größte
Abnutzung der Straßen durch die Einfahrwagen der Auto=
mobilfabriken
erfolgt. Die Firma Opel, die heſſiſche Auto=
mobilfabrik
, baut jetzt eine eigene Einfahrſtraße. Wenn
dieſe fertig iſt, dann kann man gegen die außerheſſiſchen
Fabriken vorgehen. (Beifall.) Kommerzienrat Göbel
macht auf das Teer=Makadam als Staubbindemittel auf=
merkſam
. Kreisbaurat Balz ſtellt dazu feſt, daß die Ver=
ſuche
mit Teer= und Aſphalt=Makadam keine günſtigen Re=
ſultate
geliefert hätten. Der Bericht wird dann genehmigt.
Man tritt dann in die
Tagesordnung
ein. Die Wahlen der Kreistage werden für gültig erklärt.
Der im Druck vorliegende Verwaltungsbericht des Pro=
vinzialausſchuſſes
und der Provinzial=Pflegeanſtalt vom
Jahre 1912 wird gutgeheißen. Zum Voranſchlag entſteht
eine längere Debatte über die Zuſchüſſe zu den Straßen=
bauten
für die Kreiſe Erbach und Heppenheim. Doch wird
die Verteilung der Zuſchüſſe ſchließlich einſtimmig geneh=
migt
. Ebenſo der geſamte, ebenfalls gedruckt vorliegende
Voranſchlag mit einigen Abänderungen. Der Betrag von
1000 Mark für die Haushaltungsſchule in Langen, der ge=
ſtrichen
war, ſoll wieder eingeſtellt werden.
Den Jahresbericht der Provinzial= Pflege=
anſtalt
bei Eberſtadt erſtattet der Direktor Dr.
Tertor. Der Bericht liegt gleichfalls gedruck vor und
wird genehmigt.
Den Schluß der Tagesordnung bilden die
Wahlen.
Neuwahl der bürgerlichen Mitglieder der Ober= Erſatz=
kommiſſion
für den II. Bezirk der 50. Infanterie=Brigade
auf 3 Jahre von 1914 bis Ende 1916. Es treten aus: als
Mitglied der frühere Stadtverordnete Möſer von Darm=
ſtadt
und als Stellvertreter Stadtverordneter Lehr von
Darmſtadt. Gewählt werden die Herren Bürgermeiſter
Boxrheimer=Lampertheim und Kaufmann Roth=
Darmſtadt.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
Nach der Sitzung fand im Saale der Vereinigten Ge=
ſellſchaft
ein
gemeinſames Mittagsmahl
ſtatt, an dem faſt ſämtliche Mitglieder des Provinzial=
tages
teilnahmen. Während des Mahles brachte der Vor=
ſitzende
, Herr Provinzialdirektor Fey, den Toaſt auf die
Provinz Starkenburg aus. Er warf dabei einen inter=
eſſanten
Rläckblick auf ſeine Reiſe nach Aegypten und be=
tonte
, wie ſehr er mit freudigem Herzen die Verhältniſſe
in Deutſchland, und beſonders im heſſiſchen Vaterlande,
wieder begrüßt habe. Wenn die Reiſe ihm auch hoch=
intereſſante
Einblicke in das Leben anderer Kulturnatio=

nen vermittelt habe, ſo habe es ihn doch außero:
freudig berührt, wie er, zutückgekehrt, Vergleiche
den ausländiſchen Verhältniſſen und denen der
angeſtellt und dieſe hoch zugunſten der heſſiſchen
eſonders der Provinz Starkenburg, ausgefallen
Im weiteren Verlaufe des Mahles gedachte
zialtagsabgeordneter Dr. Oſann in launigen
der Tätigkeit des Provinzialdirektors Fey und
nerſeits humorvolle Vergleiche zwiſchen den Verhäll
in Aegypten und Deutſchland, beſonders in
Des Redners Hoch auf den verdienten Vorſitzenh
Provinzialtages fand lebhaften und freudigen Widl

Gewinnansjug
der
4. Prenßiſch-Küddentſchen
(230. Röniglich Preußiſchen) Klaſſenlotter
5. Klaſſe 1. Ziehungstag 8. Mai 1914

Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinn
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Numm
in den beiden Abteilungen 1 und I.

(Ohn Gewchr u. St.=l. ſ. 3.)
(Rachdnuck verheſ
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne ih
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 72998
6 Gewinne zu 6000 Mk. 12303 79047 162821
66 Gewinne zu 3000 Mk. 14755 16454 16267 304
50089 58466 81769 82830 91415 101454 104
113308 131561 133106 140785 143531 113557 1560
159153 163275 165510 168711 169675 184538 188f
193185 196060 205201 207986 208642 220017 22204
227368
172 Gewinne zu 1000 Mk. 6142 6201 10641 12
15442 16116 16636 18544 22876 24654 25029 27
27568 31793 34149 34621 35026 38684 40316 48
46485 46773 56603 57814 61103 65375 65756 69
73156 74799 76401 76856 86643 93533 93608 94
96834 99870 101766 102310 102584 103004 103
107524 109338 111163 111338 111632 126701 128
128968 129442 134107 136930 138104 140828 1434
146127 147435 148468 149133 150836 151265 1645
161185 161784 165375 165482 167903 169343 1754
178509 188796 191294 191559 194546 195640 207
220563 227554 228800 228984 230649 230897 232
232010
208 Gewinne zu 500 Mk. 472 3215 3408 62
8945 15136 19437 21850 22391 26315 30043 308f
31882 32203 32266 33238 33431 36520 39836 400
41164 42163 45283 45443 50492 51508 54006 618
59629 63438 63603 65101 66824 67093 67283 61m
68456 68791 70045 71239 73570 74980 75488 765
76412 87732 90706 94343 95162 99731 106533 1143f
115366 116514 117186 118076 118986 119712 1203mm
123306 126952 132046 134310 134970 135722 1867
136090 136377 138310 142594 142900 145239 1476
150042 155106 170768 171772 174714 176322 1769a
177699 180174 180717 181419 183207 183510 1843m
189594 191363 197337 199113 201220 202325 2029m
204437 205149 210529 211330 211374 214974 2168m
217311 222777 224960
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne übe
240 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 5000 Mk. 42636 159360
66 Gewinne zu 3000 Mk. 20670 23838 38265 44
48245 60557 50569 66233 *68236 75861 83464 890
92908 109405 109552 121670 126175 145094 14
146709 147370 168023 173234 178983 179168 16
221491 229054
128 Gewinne zu 1000 Mk. 620 1258 1853
6908 11883 14090 22664 26641 27672 36060 Zif
40883 44541 46420 47650 60222 60939 61150 Gälff
66076 72961 73201 74614 75165 79573 80773 890
90472 99200 103619 104125 104987 107455 110
111171 111706 114450 114717 126194 127700 12800
131437 132248 136339 149012 153011 153090 156
158429 160713 173776 178994 184220 184358 1950f
196630 205433 208500 211221 213304 216265 2220
222942
210 Gewinne zu 600 Mk. 429 3358 4344
5649 5669 9275 12109 14054 16567 16617 178
19624 22170 22695 23600 28565 30619 31673 34m
42449 42816 43177 44238 49827 68818 62063 62
64934 66958 71308 72154 76833 76979 81736 8200
82193 82912 84890 92049 93251 97439 97627 9
98044 104817 106002 107159 109946 110409 11219
113918 116424 116516 133659 135978 137807 138m
138461 140552 140579 143134 145776 146220 1491f
151679 152063 152112 152425 156155 159307 1621
162617 165233 165995 173432 174809 176604 1610
181940 182111 184492 184631 187381 187853 1896
192418 199085 202821 203683 205202 210487 2111
211532 211956 216727 217160 218027 221356 226
226572 226839 227272 228605 229524

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Verſchloſſene Gärten.
Roman von Fritz Gantzer.

cehen Sie mal, begann er in belehrendem Tonfall,
wäre die Welt ohne die Eiſenbahnen? Handel und
Aler würden in ihrem heutigen Umfange ohne ſie gar
denkbar ſein. Unſere Vorväter haben gemeint, es
michts Beſſeres als die Poſtkutſche, und die Eiſen=
it
ſei eine Erfindung, direkt vom Leibhaſtigen ver=
eleen
. So was wie ’ne Höllenmaſchine. Na, und das
Aige Geſchlecht wird ohne die Bahn überhaupt nicht
rfertig. Und paſſen Sie auf: was Sie heute nicht
ez, das wird Ihren Kindern mal unentbehrlich ſein.
Sie haben doch Kinder?
Tiimm Rasmuſſen zuckte jäh zuſammen, wandte ſich
num Wagen zurück und hatte einen Ausdruck im Ge=
doen
man als ein Gemiſch von Erſchrecken, Zorn und
zamnloſer Trauer bezeichnen konnte.
Künder? gurgelte er heiſer. Ja, freilich, das heißt
ien freilich Kinder Er brach ab und wandte ſich
einem hellen Huſſchlag und ratterndem Wagen=
ern
um.
Abacht, Kutſcher! rief er dann in gänzlich veränder=
Lonfall. Rechts halten! Der Trebnitzer kommt. Der
t EEuch alleſamt in den Dreck, wenn Ihr nicht Das
uverſchwand als unverſtändliches Gemurmel. Der

Warner ſchob haſtig an ſeiner Mütze. in Abend, Herr!
Ich gehe rechts ab, einen Fußſteig.
Behring ſah überraſcht, wie Timm Rasmuſſen einen
Sprung ſeitwärts tat und einen ſchmalen Rain einſchlug,
ohne noch einen Blick zurückzuwerfen.
Sonderbarer Kerl! ſagte der Verblüffte kopfſchüttelnd.
Gleich darauf fuhr ein Jagdwagen hart an dem Miet=
wagen
aus Raſtenburg vorüber, daß der in Träumen ver=
ſunkene
Braune einen erſchrockenen Sprung zur Seite tat.
Den Trebnitzer ſah Otto Behring nur ganz flüchtig.
Er ſaß bequem zurückgelehnt und ſchien ſpöttiſch zu
lächeln, als er an der Mietkaleſche mit ihrem aufgeſtörten
Gaul vorbeijagte. Der Kutſcher des Mietfuhrwerks
fluchte, und Otto Behring murmelte etwas wie Rück=
ſichtsloſigkeit
. Als er dann ſeine mihm untreu gewor=
denen
Begleiter nachſchaute, ſah er ſeine Geſtalt nur noch
wie eine verſchwommene Maſſe über die Felder ſchreiten:
noch mehr gebückt denn vorhin, aber haſtig jetzt, wie von
unſichtbaren Gewalten geſchoben und gedrängt.
Wahrhaftig, ein ganz ſonderbarer Mann, dieſer
Bauer!
Trebnitz lag in ein engbrüſtiges Tal gepreßt und ge=
hörte
zu den Orten, die mit beſonderen landſchaftlichen
Reizen nicht aufzuwarten vermögen. Es war alles nüch=
tern
und ſchmucklos an dem kleinen Orte. Nur dir Feld=
ſteinkirche
, aus der Zeit vor dem großen Kriege ſchon,
auf einer mäßigen Anhöhe inmitten des Dorfes gelegen
und von weitſpannenden jahrhundertealten Linden be=

ſchirmt, verlieh dem Geſamtbilde einen leiſe an Romantik
gemahnenden Ton. Die Bauerngehöfte breiteten ſich
kranzartig, in ihrer Anordnung die wendiſche Siedlungs=
weiſe
verratend, um die Kirche her. Fachwerk und Stroh=
dach
waren vorherrſchend. Nur einzelne Wohnhäuſer
zeigten modiſche Bauart. Zu ihnen zählte auch das des
Schulzen Johann Balthaſar. Es wies an der Vorder=
front
gelbe Verblender auf und prahlte mit Sandſteinver=
zierungen
über und unter den Fenſtern. Das vierte Ge=
höft
nach rechts gehörte Timm Rasmuſſen.
Mit hängendem Kopf und ſchwerem Gang trat er
eben auf den Hof, warf einen kurzen, intereſſeloſen Blick
in den Pferdeſtall, wo der Knecht den beiden müden
Ackergäulen gerade das Futter vorſchüttete, und ging dann
in das Haus. Auf dem dunklen, engen Flur ſtockte ſein
Fuß: eine laute Frauenſtimme, in der Klangfarbe nicht
unangenehm berührend, ſchlug an ſein Ohr.
Die Geſtalt des Bauern ſtraffte ſich jäh auf. Sie
ſchien um ein gut Stück gewachſen, war plötzlich elaſtiſcher,
kraftvoller geworden. Die Rechte fuhr mit einem harten
Zugreifen nach der Türklinke.
Du, was haſt ſchon wieder mit meinem Poldi? ſchrie
er unter dem haſtigen Oeffnen.
Urſula Rasmuſſen wandte ſich langſam vom Tiſch
her, wo ſie eben die Lampe entzündet, ihrem Manne zu.
Es lag etwas von eigener Grazie in dieſer Bewegung. Die
breiten Hüften gebaren ein leiſes Wiegen, das der Frau
in jungen Jahren einen lockenden Reiz verliehen haben

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mochte. Ueberhaupt war Urſula Rasmuſſen wohl einmal
ein ſchönes Mädchen geweſen, das mehr als einem die
Blicke nach ihr locker gemacht. Die Augen tiefdunkel, wie
ſchwarze, reife Beeren leuchtend, das Haar dicht, von der
Farbe der Kaſtanie, jetzt nur wirr und unordentlich auf=
geſteckt
, aber noch keine graue Strähne in ihm. Und die
Lippen voll, feucht und rot wie Korallen. Wäre der fal=
tenreiche
Zug unter den Augen nicht geweſen, und die von
Sorgen und Mißmut überſchattete Stirn, und hätten die
Linien des Körpers mehr Weichheit geatmet, einer ge=
wiſſen
Eckigkeit entbehrt, man hätte die Fünfundvierzig=
jährige
um zwei Jahrzehnte weniger geſchätzt.
Das war ſicher: eine häßliche Figur gab die Bäuerin
nicht ab. Störend empfand man außer dem wirren Haar
nur die unordentliche Kleidung, den unſauberen, ſchlecht
ſitzenden Rock und die zerſchliſſene, halb offenſtehende
Jacke aus verwaſchenem blauen Kattun.
Sie antwortete dem Bauer nicht ſofort. Nur die vol=
len
Lippen warf ſie auf, und die Rechte fuhr unterneh=
mend
in die Hüfte. Wie verkörperter Trotz und Wider=
ſtand
erſchien ſie.
Nun, was haſt Du mit meinem Poldi? fragte Timm
Rasmuſſen erneut, noch ſchärfer denn vorhin, und das
meinem noch gewiſſer hervorhebend. So, als wolle er
ſein alleiniges Beſitzrecht an dieſem Poldi zum Ausdruck
bringen.
Seine Suppe hat er verſchüttet mit ſeinen zittrigen
Händen, mir Arbeit gemacht mit dem Wiſchen und Scher=
benaufleſen
, wo ich ſchon nicht aus noch ein weiß bei
aller Hatz von früh bis ſpät .. Ein Elend iſt’s mit
dem. Eine Laſt, eine grauſame . . . . daß man möcht'
Sie brach mitten in ihrem haſtigen, zuletzt ſchrill ge=
wordenen
Sprechen ab und ſtöhnte
Ja, ein Geſunder wie der andere iſt’s leider Gottes
nicht, Du! . . . . Und was möchteſt Du? . . . . Ihn gar

aus dem Haus jagen, vor die Tür ſetzen, daß Du es nim=
mer
ſähſt, was Dir .
Du, ſchweig! forderte die Bäuerin, ihm jäh in die
Rede fallend. Wasffällt Dir ein? . . . . Nein, ſchweig!
Sie ſtampfte mit dem Fuße auf und ſprühte Timm Ras=
muſſen
aus heißen Augen an.
Eine kurze Spanne Zeit war es ſtill zwiſchen ihnen,
nur das haſtende Keuchen ihres Atems war hörbar. Es
ſchien, als müſſe die nächſte Sekunde etwas Wundes zwi=
ſchen
ihnen an den Tag ſchreien, etwas, das wie eine Wand
ihre Seelen trennte. Aber die Sekunde verrann ſtumm.
Urſula Rasmuſſen beugte ſich tiefatmend zurück und
fuhr ſich über die glühende Stirn. Und ihr Mann tat
eine halbe Wendung zur Seite, ſank in ſſich zuſammen
und ſuchte mit einem Blick tiefgründigen Mitleids und
unſagbarer Liebe die verwachſene, krüpplige Geſtalt des
etwa Zwanzigjährigen auf der Bank am Oſen. Der eckige
Kopf mit der ſlachen Stirn und den blöden, tiefliegenden
Augen ſaß eingezwängt zwiſchen den ſchwachen, ſpitz auf=
ſtrebenden
Schultern, die von dem Höcker im Rücken ge=
ſtützt
zu werden ſchienen. Auf den ſchmalen, ſonſt immer
grauweißen Wangen glühte jetzt eine ſcharf abgezirkelte,
hektiſche Röte, und die ſpinnendürren Finger trieben ein
nervöſes Spiel an der Knopfreihe der verwaſchenen, ab=
getragenen
Jacke hinauf und hinab.
Timm Rasmuſſen trat zu ſeinem Sorgenkinde und
ſtrich ihm mit einer unwirſchen, aber doch unendlich gut
gemeinten Bewegung über das ſpärliche Blondhaar. Sei=
ner
Frau galt kein Blick mehr. Ihr ſpöttiſches Lächeln
ſtreifte die von ſcheuer Zärtlichkeit überhauchte Szene.
War das ein Getue! Und ſie war ja hier nur über=
flüſſig
.
Ehe ſie ſich abwandte, ſagte ſie: Es iſt etwas mit
der Poſt gekommen. Ein Brief. Er liegt im Geſangbuch,

da auf dem Fenſter, hinter dem Lackſtaudentopf. Sie
den Kopf mit einer ſtolzen, herriſchen Bewegungin
Nacken. Das ſah faſt königlich aus. Und mit dem
ockenden Wiegen in den breiten Hüften ging ſie zun
Der Bauer war den Worten ſeiner Frau nurmi
ber Aufmerkſamleit gefolgt. Erſt, als das von demhi
ten Schließen der Tür erzeugte Geräuſch ſich in den
keln des niedrigen Gemaches totgelaufen hatte unde
röchelnde Atmen Poldis in der Stille war, ginger
Sinn der Mitteilung nach. Auf widerſtrebendenü
zögernd bei jedem Schritt. Endlich ein wütend=ſchne
Sprung zum Ziele hin. Und dann ein paar ſchroff
vorgeſtoßene Worte: Gewiß von dem andern.Wasſolle
Was kümmerts mich? .
Er blieb wie feſtgebannt vor Poldi ſtehen und begai
ein zärtliches Erzählen. So weich und zärtlich, wie mäl
es dem Wortkargen, Zerſorgten nimmer zugetraut.
ſprach vom zähen Aushalten des Nachwinters und völl=
zagen
Fernbleiben des erlöſenden Lenzes. Aber er hall
trotzdem ſchon die erſten prallen Dickköpfe der Sumpf
dotterblume im Riedgraben geſehen und den grellen Sche
des heimgekehrten Kiebitzes auf den Bruchwieſen
nommen . .
Und doch war Timm Rasmuſſen nicht mit voller Hille
gabe bei dieſem Erzählen, das ſPoldi, ein blödes Lächell
auf dem Geſicht tragend, als etwas von ihm kaum
faßtes vernahm. Zwiſchendurch ſchwirrte immer ein Ge=
danke
an den Brief auf wie ein Vogel, der vergeblich nach
einem Platz zum Ausruhen ſucht. Bis der Erzähler end=
lich
mitten im Satze abbrach, ſich hart hochrichtete und,
mit den Zähnen knirſchend, hervorſtieß: Dieſer verfluchte
Brief!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Bann tar Hander und Maustrie.

Wir machen hierdurch bekannt, daß wir zur größeren Bequemlichkeit unserer verehrten Kund-
schaft
die Schalter in unseren Geschäftslokalen Landgraf Philipp-Anlage 6 und Wilhelminenstraße 14
von Dienstag, den 12. ds. Mts. ab an Wochentagen

ununterbrochen von 6½ Uhr vormittags bis 5½ Uhr nachmittags

(Samstags von 8½ Uhr vormittags bis 3½ Uhr nachmittags)
geöffnet halten.
DARMSTADT, den 9. Mai 1914.

(P,11767
Die Direction.

Rr 1290000Uh

ndelsichere 4½ Anleihe der Stadt Frankfurt a. M.

vom Jahre 1913.

Die Firma Hermann Wertheim, Filiale Darmstadt, macht

huint, dass sie beauftragt sei, Zeichnungen auf obige Anleihe entgegenzunehmen.
Um einer irrtümlichen Auffassung vorzubeugen, machen wir darauf auf-
Ksam, dass die vorgenannte Firma seitens der Konsortialleitung keinerlei
rag zur Entgegennahme von Zeichnungen erhalten hat.

Darmstadt, den 9. Mai 1914.

(P,11770

erant,
asse

ſie z1
au mur

einigung Darmstädter Banken und Bankiers.

rautfurter Hypothetenbank.
65

Wir haben mit der Ausgabe einer neuen
40igen Serie 2 unſerer Kommunalobligationen, zunächſt im
Höchſtbetrage von M. 5,000,000.
begonnen und für dieſe Serie ſowie für Erweiterung der früheren
wigen Serie 20 unſerer Pfandbriefe um M. 15,000,000. und der

0)ot

igen Serie 21 unſerer Pfandbriefe um M. 10,000,000.-

delle
Uh

ſſulaſſung zum Handel und zur Notiz an der Frankfurter Börſe veranlaßt.
Alle dieſe Serien ſind eingeteilt in Stücke von M. 5000 (Lit. H), M. 2000 (Lit. N),
Aiooo (Lit. O), M. 500 (Lät. P), M. 300 (Lit. R), M. 200 (Lit. C). Seitens der Inhaber
ſie Stücke unkündbar; ſeitens der Bank findet Verloſung einzelner Nummern nicht ſtatt,
ſehr können von ihr nur ganze Serien oder einzelne Jahrgänge derſelben zur Rückzahlung
drei Monaten gekündigt werden. Solche Kündigung iſt bei Serie 20 vor 1915, bei Serie 21
e20 ausgeſchloſſen; ſie muß ſpäteſtens bei Serie 20 zum 1. Januar 1965, bei Serie 21
Ml. Januar 1970, bei Serie 2 der Kommunalobligationen zum 1. Januar 1974 erfolgen
ſt in den Geſellſchaftsblättern bekannt zu machen.
Wie Stücke lauten auf den Inhaber; die Umſchreibung auf den Namen eines beſtimmten
ſhügten kann nach Maßgabe der Beſtimmungen in Art. 18 des Preußiſchen Ausführungs=
Ps zum Bürgerlichen Geſetzbuche verlangt werden und erfolgt koſtenfrei. Ebenſo erfolgt
ſln trag koſtenfrei die Kontrolle über Kündigungen.
Loie Bank beſteht ſeit 51 Jahren; ſie wurde 1863 gegründet und beſitzt ſeitdem das Privileg
ſäsgabe von Inhaberpapieren. Für ihren Geſchäftsbetrieb gelten die Beſtimmungen des
Pheekenbankgeſetzes über reine Hypothekenbanken; insbeſondere darf die Ausgabe von Pfand=
n
den 15fachen Betrag, diejenige von Pfandbriefen und Kommunalobligationen zuſammen
öfachen Betrag des eingezahlten Grundkapitals und des geſetzlichen Reſervefonds nicht
feigen.
Ende März 1914 betrugen:
. M. 22,000,000.
Grundkapital

26,290,898.97
. 514,118,000.

8,643,964.99
4,432,900.

Reſerven und Gewinnvorträge zuſammen
in das Hypothekenregiſter eingetragenen Hypotheken 533,283,435.48
umlaufenden Pfandbriefe
in das Kommunaldarlehensregiſter eingetragenen
Kommunaldarlehen
rumlaufenden Kommunalobligationen
An Dividenden ſind für die Jahre 19091911 je 9½%, für 1912 und 1913 je 10%
worden
Die Bank ſteht unter Aufſicht der Kgl. Preußiſchen Staatsregierung. Ihre Pfandbriefe
Uiammunalobligationen werden von der Reichsbank in Klaſſe 1 beliehen und ſind gemäß
Ades Geſetzes über die privaten Verſicherungsunternehmungen zur Anlage von Prämien=
en
der Lebensverſicherungsgeſellſchaften, gemäß § 220 des Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte
zinlage des Vermögens der Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte, ſowie gemäß § 26
datichsverſicherungsordnung zur Anlage des Vermögens der Krankenkaſſen, der Berufs=
gentſchaften
und der Verſicherungsanſtalten verwendbar. Im Großherzogtum Heſſen ſind
dſandbriefe zur Anlage von vormundſchaftlichen und pflegſchaftlichen Geldern zugelaſſen.
Illraußen können die Kommunalobligationen der Bank zur Anlegung von Mündelgeldern
veinſoet werden.
Pfandbriefe und Kommunalobligationen gelangen durch uns und durch unſere Verkaufs=
ſtalt
zur Ausgabe.
Frrankfurt a. M., Mai 1914.
Frankfurter Hypothekenbank.

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AEcbbes iwwer’s Wohrſage hinnenooch. Un Ebbes
lireer’s Wohrſage im voraus Mei Weißſagung in
ſtzirgnahm uff die Meß. E ſchwer Beleidichung. Ich
rmei ſtadthaisliche Beziehunge mißbrauche. Mei
ſſttche un ich im Planedeſiſtem. Die Dunellnudel=
ſiſern
mit ihre verlogene Wahrſagebrieſcher. Dem
Rote Kreiz.
Bekanntlich hawwe greeßere Ereigniſſe als die A’ge=
hhriheit
, ihrn Schadde vornenaus zu ſchmeiße, was
ffähr ſo viel haaße ſoll, als wie ſie dhun ſich im
ſtr aus alkindiche. Wenigſtens gibt’s ſo e Art Stern=
ſtter
un Wahrſager, die wos aam hinnenooch ganz
ſteru im voraus profezeie kenne, daß mer aus gewiſſe
lerche, die wo nor ihne verſtendlich ſin, ganz genau hott
ſie kenne, an welchem Dadumm deß un jenes hots
liſeern miſſe. Beiſchbielsmeßig hawwe ſich ſo uff die
taalle beriehmte Menner nooch ihre Beerdichung ihrn
d im voraus broffezeie loſſe. uft Dag un Stund.
Eilich ennern kenne ſo Wohrſager noochher aach nig=
hhm
dra, ſunſt hett de Goethe der wo zum Beiſchbiel
fſeim Dod deß gefliechelte Word ausgeſchbroche hott:
Ltock emol des Gas al valleicht noch e paar viel ge=
ſianeltere
Wörder hergeſagt. Aach de Krieg ſibbzig is
c) dem Schema noochdräglich vorausgeſagt worrn, un
Winter hott ſo e Wohrſager uff em Breißedag (des
r ſellwigsmol, wie die ganz ächte Breiße in Berlin
ſiſcmme worn) broffezeit, daß eigentlich die Breiße den
ſterg aach ohne die ſieddeitſche Schtaade gewunne hette,
ſte noochdrägliche Weißſagung nooch Es kennt jo gach
oaß ſellwigsmol korz vor ſibbzig de alte Kaiſer zum
ßmack geſagt hott: Heer, du Bißmack, mir is heit nacht
i Daſcheuhr ſteh gebliwwe, deß bedeit wos, un ich
ſtatb, mir krieje Krieg mit de Franzoſe. Bekannt is
ſta: dadriwwer nix worde, weil meines Wiſſens de alte
Aſſiter ſich net viel aus dene Weißſagunge gemacht hott.
Awwer, wie geſagt, was ſo die gewerbsmäßige Wohr=
ſten
ſin, zum Beiſchbiel Dibblomade un ſo. die wo deß
frierige Handwerk gelernt hawwe, Sache im voraus
ſage, wann ſe ſchun vorbei ſin, die hawwe de rich=
ih
Dreh raus, un es is deßhalb kaa Wunner, daß ſe
nnie verhobbaſſe kenne, un daß ihr noochdrägliche
jofffezeiunge ſtimme bis uffs Dibbelche vum I; des
lkritt. vum klaane J, dann uffs große kimmt jo gor kaa
Göpel.
Diejeniche awwer, die wo im voraus ebbes wohr=
ſte
kenne, deß wo gach noochher dadſächlich eidrifft, die
chun ſeltener, dann worum, deß is e Kunſt, die wo
jedem gewe is, do muß mer ſchun im äſchibbdiſche
ſſſhambuch dehaam ſei un muß mit e paar auslendiſche

Dimmenſſione im Verkehr ſteh, un muß mit iwwererdene
Verhältniſſe verdraut ſei, zum Beiſchbiel mit em ſiwwete
Buch Mouſes un ſo. Noochher kann mer weißſage uff
Deiwel kumm eraus. Nor is deß aanzige, daß die, wo
deß ewe los hawwe, meiſtens nir geglaabt krieje, un
iwwer die lacht mer un dhut ſe verſchbotte, awwer wann
die, dene wo wos weißgeſagt is worrn, wann die nooch=
her
drinn ſitze in de Brädullje, noochher ſage ſie: Ja, der
hott doch recht gehatt, un hett ich dem gefolgt un hett mer
die Weißſagung hinner die Ohr geſchriwvwe, dann dhet
ch jetzt net im Dreck ſitze, Awwer dann is es meiſtens
zu ſchbed, un alles Lammediern hilft nir mehr, ſie miſſe
die Soos ausdunke. So hab ich zum Bleiſchtift meim
Settche neilich weißgeſagt: Weſchniſcht, wann Meß
§ 81 Awwer ſie hott uff des dällfieniſche Oragel gepiffe
un hott ihr Weſch eigewaaſcht, un noochher hott’s gleich
druff afange zu rejene wie gemolke, un die Wolkebrich
hawwe ſich nor ſo enanner die Hand gewe. Un was dhut
die gaſchdich Fraa? Anſtatts daß ſe geſagt hett: Du hoßt
Recht gehatt, un ich weſch mei Lebzigdag net mehr, wann
Meß is, nau, do geht ſe her un ſchmeißt mer allerhand
vor un fengt a zu greine wie e Schloßhund un ſeegt, ſie
hett kaan Beſtendiche! Un wiſſe Se, was deß
Laaße ſoll? Deß iſt e Beleidichung for en ehrbare Ehe=
mann
un haaßt ſoviel als wie wann ich . . net wohr
un iwwerhaubt un ſo. Sowas muß mer ſich biede loſſe,
obgleich jeder, der wo im Wohrſage e bische bewandert
is, waaß, daß es uff de Meß regent. Ja. un deß ſcheenſte,
wie ich mei Raachſchwalb mit Mieh un Not vun de Rich=
digkeit
meiner Broffezeiung iwwerzeigt hab, do ſeegt ſe,
wann ich deß ſo genau vorher gewißt hett, do hett ich jo
uff em Stadthaus drum eikumme kenne, daß de Meß
eiſach verlegt werd, wann ſe zufellig Weſch hott, un ich
weer doch mit dene Leit un mit em Herr Owerborjer=
maaſter
ſo gut bekannt, un wann ich deß net ausnitze
dhet, dann dhet ſe uff die ganz Bekanntſchaft peife. Do
is mer’s awwer doch zu dumm worrn. Weib, was hawe
ich mit dir zu ſchaffen, hab ich geſagt, hewe dich hinweg
wun mir un ſeh. wieſte dei Weſch drucke krickſt, wege dir
dhu ich mei ſtadthaisliche Beziehunge noch lang net in
wiedernadierlicher Weis ausnutze, damit des waaßt.
Wie mer uns widder ausgeſehnt hatte ſin mer awwer
drotzalledem emol in die Meß geſtoche. Freilich, viel los
is jo net drinn, nur im Deiwelsrad do hawwe die
Leit gelacht, daß mer’s haus uff de Gaß geheert hot. No.
un weil des Lache bei mir ſo ſelte es, hab ich gedenkt, ich
kennt mich do emol jor wenig Geld geſund lache un braiche
dann valleicht morjens kaa Homborjer Salz mehr zu
drinke. Alſo ſin mer enei in die Bud, awwer deß kann
ich gleich im voraus ſage, vun wege dem Geſundlache
wor’s nix; wann ich e bische vorſichtiger geweſe weer,
bett ich mich im heechſte Fall dodlache kenne Nemlich
in dere Bud werrn die Zuſchauer in zwag Baddie ge=
daalt
, in ſolche, wo mitſchbiele un in ſoche, wos zugucke.
Deß hab ich nadierlich erſt noochher erauskrickt, dann wie
ich enei kumme bin, ſteht do aaner ganz allaa in de Mitt
vun dere Bud, un wie der mich ſieht, hott er mer gleich
gewunke. No, ich hab net annerſter gedenkt, als wie, der
wollt mer en beſſere Platz aweiſe weil ich aach zur
Preſſe geheer, die wo bekanntlich immer die beſte Plätz

krickt. Alſo ich drick mich dorch die gewehnliche Zuſchauer
(mei Settche hott ſich hinne an meim Rockflitſch gehalte)
un geh uff den Kummbeer zu, der wo mer zur Begrießung
gach noch recht freundlich ſei Hand entgege geſtreckt hott.
Awwer ich hatt kaum zwaa Schritt vorwärts gedho do
is uff aamol de Boddem unner meine Fieß eweg gefloge,
ich bin mit meim Probäller uff die Erd geſurrt, un die ganz
Welt hott ſich um mich erum gedreht. Im erſte Aageblick
hab ich geglaabt, ich weer aus Verſehe ins Planedeſiſtem
eneigeritſcht un mißt mit meim Settche als Stern zwaater
oder dritter Gied wie verrickt dorch de Weltraum kal=
lebbern
, damit aam alle Leit uff de Heidelberjer Stern=
wadd
dorchs Fernrohr beaagabbele kennte. No, un wann
mer uns im ſogenannte Weltall valleicht aach ganz gut
ausnemme dhete ich als Sadurn un mei Settche als
Feenuß , ſo war mer momendan die Sach doch net ganz
aanerlaa, un ich wollt ſchun gege die Verwendung als
Planederich proſtiduiern, do fligg ich uff aamol gege
e Bordwand, deß ich geglaabt hob Weihnachte, Oſtern,
Pingſte un ſämtliche geſetzliche Feierdäg falle uff aan
Dag, ſo hott’s en Schlag gedho
Wie ich mich in de erdene Lewensverhältniſſe widder e
bische zurecht gefunne hatt, hob ich erſt emol mei Settche
geſucht. Die is anſcheinend ſchun frieher aus dem ſchwung=
volle
Planedeſiſtem ausgeſchiede, dann ſie hott uff de
anner Seit wedder de Bordwand gelege wie e dod Radd
wann ſe vum Ebbelgeriſt runnerfellt, und hott kramfhaſt
mein Rockzibbel in de Hand gehalte. Der Flug um die
Welt hott ſe ganz aus de Faſſong gebracht, un ſie dhet
jedenfalls heit noch dort lieje, wann ich ſe net dorch en
ſambfte Kuß widder in die Wirklichkeit zurückgerufe hett.
Aach hatt ſe de Sſchbroch verlorn, un deß wor e Glick for
den Budebeſitzer, ſunſt hett der wos heern kenne; der hett
ſich im Lewe mit ſeim Deiwelsrad net mehr nooch Darm=
ſtadt
gedraut. No, ich hob ſe notdirfdich abgeſtaabt un
dann ſin mer unner dem Hohngelächter der Hölle aus
dere ungaſtliche Bud enaus.
Wie mer naus kumme ſin, hott’s nadierlich widder
geſchitt. wos vum Himmel erunner konnt. Un mer hatte
nadierlich kaan Scherm. Do kimmt grad ſo e Idalljehnern
uff uns zu, die hatt en Vogelskewich uff em Bauch henke
un hott gekriſche: O Singnorie, Makronie, duttifruddi.
ſchöni Plandie, ein Blick in die Gegenward, Vergangen=
heit
un Zukunft. Wos, hab ich geſagt, ich hab ge=
nug
Planedie, du idalljeniſch Dunellnudelfreſſern, un
wann die Wohrſagebriefcher was dauche dhete, dann mißte
ſchun lengſt wiſſe, daß de uff de Darmſtädter Meß kaa
Geſchäft mache kannſt, weil der’s in dei Proffezeiunge
rejent! Die hott awwer ſcheints kaa Deitſch gekennt, dann
ſie hott bloß geſagt: Du Rilbs! und hott ſich widder
verduft.
Freilich, es Rote Kreiz hott allerdings gach net mit
de Meß gerechent, un es kann vun Glick ſage, wann die
Vergniegunge mit eme druckene Fuß devo kumme. Awwer
deß is em Rote Kreiz ſei Sach, ich will jedenfalls net
hinne ſteh un will aach mei Scherflein dazu beidrage, un
zwar in Geſtalt vun eme Prolog. Nadierlich wie immer
in meine ordinäre Schbroch, dann wege dene poor
Leſer: die wo mei Zaicks leſe brauch ich mich net ärdra
ins Hochdeitſche zu ſtertze Un die wiſſe aach, daß mer
ſchließlich im Dialekt kaa Traumdichtunge ſchreiwe

Julius
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kann, awwer daß die Worte, die wo der Menſch im hechſte
Glick und im diefſte Laad gebraucht, daß die dorch den
Dialekt nix an ſeeliger Emfindung verliern. Die Haupt=
ſach
is, daß der Dichter deß, was er ſeim Volk zu ſage
hott ſo ſeegt, daß er verſchtanne werd. Un mei Volk
is in dere Beziehung mit mer aanig. Punkdumm, ſtreih
Sand drum! Un jetzt ſtell ich mich uffen Stuhl, rißgier
mit em linke Baa en Ausfall un ſtreck de rechte Arm in
die Luft, wie die Vickdoria uff em Kriegerdenkmal, un
leg los:

Auf! Auf!! Ihr Heiner, ſeid offee,
Un aach Ihr Heinerinne!
Eraus mit Eierm Portjuchhee
Un dhut Eich net beſinne;
Heit dreht ſich’s um e edel Sach,
Drum macht mer jo kaa Zicke,
Es derf ſich heit mit Ach und Krach
Ka Deiwel devo dricke!
Mer ſchmeißt jo ſoviel Geld eweg
For ixbeliewiche Voſſe,
Drum ſoll mer for den gute Zweck
Sich net lang bidde loſſe.
Do derf mer ach den ſchäwche Geiz
Net in ſeim Buſe hege,
Denn es gereicht des Rote Kreiz
Dem Vaterland zum Sege!
Ihr wißt jo aach, wie’s um uns ſteht;
Die Welt is voll Krawalle,
Wer waaß, wie bald die Kriegsdrumped
Dhut dorch die Lande ſchalle!
Es ſtand wie oft ſchun uff de Schnebb,
Daß bees de Wind gebloſe,
Uff aamol geht’s aach werklich ſchebb,
Dann gibt’s verriſſne Hoſe.

Zwingt mer uns in de heilge Kambf.
Dann is die Sach net ohne,
Dann ſteht die Welt im Pulwerdambf,
Es regent blaue Bohne!
Dodrinn dhun mer kaan Schbaß verſteh,
Un dhun ſe ſich erfreche
Un wolle uns an Krage geh,
Haaßt’s: Biege odder breche!
Mir wolle jo mit niemand nix,
Doch geht’s uns an die Labbe,
Verloßt Eich druff, dann gibt es Wix,
Un die ſin net vun Babbe!
Werrn mir emol zum Streit gehetzt,
Dhut ſich de Welt vergucke,
Dann unſer Säwel is gewetzt,
Des Pulwer, deß is drucke!
Jedoch, der Sieg dhut’s net allaa,
In ſchickſalsſchwerer Stunde
Drifft uns der Krieg an Mack un Baa
Un ſchlegt uns diefe Wunde.
Der Kambf is leicht die Folge ſchwer,
Dann for des Recht, des gute,
Muß drauß aach uff dem Feld der Ehr
Manch tabfrer Kämbfer blute!
Un wie’s en drifft, es is em Worſcht,
Noch kämbft er unverdroße,
Er traaß, es is for ihn geſorgt,
Un er is net verloſſe!
Muß mied un madd un kambfeswund
Im Feld er niederſtertze,
Er waaß, mer macht en gern geſund
Un lindert ihm die Schmerze.

Es kumme Engel allerſeiz,
Die dhun en dreilich flege.
Die Schweſtern ſins vum Rote Kraß
Des Krieges aanz’'ger Sege!
Sie dhun mit mild und zarter Hand
Die diefſte Wunde ſchließe,
Wann einſt for unſer Vaterland
Des deitſche Blut muß fließe!
Un daß ſe nun in Kriegesnot
Sich aach entfalte kenne,
Drum is es heit e Flichtgebot,
Sei Scherflein zuzuwenne!
Der Anfang is gemacht bereits,
Nun loßt Eich net lang ſchtumbe,
Bedenkt: es is fors Rote Kreiz,
Drum auf, loßt Eich net lumbe!

Deß is gewiß ſchee un deitlich geſagt, un hoffer=
dhut’s
ſei Werkung.
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Verlehrs= und Grenzverhältniſſe wiedergibt, ſie auch
Verfolgung der ſchon ſeit Jahren andauernden in
Unruhen und die werden, ſelbſt wenn es mit
äußeren Feinde jetzt zum Frieden kommt, nicht aufhöre
zu benutzen. Der Karte iſt eine ausführliche ſtatil
Beilage zugegebenworden. Der Preis beträgt 1

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und achte darauf, dass die Würze aus der grossen Original-Flasche gefüllt
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[ ][  ][ ]

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87,50

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I1 (1745o
100,20 do. amort. v. 1895
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MEeichsschatzanw.
85,75 Berliner Hyp.-Bk.-Pf. . . 4½1100,00 Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 1116,50Kaliwerke Aschersleben .10
98,60 Türk. Egypt. Tribut
Bjäsan-Koslow. .
do. unkäb. 1918. ..
reichsanleihe p. 1918
93.60 Nation.-Bank f. Deutschl.
111,40Kaliwerke Westeregeln . 13 201,00
do, kons. steuerfreie .
90.00
63,40
Portugies. Eisenb. v. 18.
do.
1915:
.. . . p. 1925
93,75Pfälzische Bank . . . . .
(123.00 Königin Marienhütte . . 6 81,00
86.80 do. Admin. v. 1903. .
76,50 do. . . . .
do,
1921::
6
94,75Reichsbank . . . . . . . . . 8.43 136,00 Laurahütte .
§ 140,00
77,80 do. unif. v. 1903. .
Livorneser .
6950 do.
192.
95,751Rheinische Kredit-Bank
126,90Oberschles. Eisenbed. . . 6 80,90
100,00 do. v. 1905.
72,8o1salonique Monastir.
Makische Schatzanw.
60501 do. . . . . . . . . . . .
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91,10Ungarische Staats-Rente
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nHelanleihe.
95,00Wiener Bank-Verein. .
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86,80 1913 unkdb. bis 1923 . .
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77,50Ungar. Staatsk.-Scheine
Missouri- Pacife I.
4 90,20
do.
1915
9600
Riebeck Montan .
12 192,50
96.501 Aktien von Trans-
96,80f v. 1915 . . . . . . . . . . . . 4½ 100.10
14
do. do. v. 1905
Päsche Staats-Anleihe
1920 .. ..
do.
South West.-Afr. Shares . 5
3½ 87,70
do. Gold-Rente.
81,50Northern-Paciic.
dc. Ser. 1219. . . . . . 3½ 86,40) port-Anstalten.
4 95,20
ſc. V. 92/94 . . .
do. Staats-Rente 1910.
3
80,30 1Southern-Pacifie.

4 91,40 Kommunal-Oblig. Ser. 1
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 (126,60
97,00) do. .
Kr. 4 80,35 St. Louis & San Fran
3
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Ser. 15 242
5
unkdb. p. 1918 .
94,00Südd. Eisenb.-Gesellsch.6½ 131,50Badische . . . . . Ir. 1004
5 99,80
97,601 do. äußere v. 1890 . .
: unkäb. p. 1920 .
do. . . . . . . 4849
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do, innere v. 1888 . . .4½
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do, unk. 1922 52
96,00Baltimore ..
97,85 do. äußere v. 1888 . . . 4½
110 1954.001 Holländ. Komm. . A. 100 3 115.70
Enkab. p. 1930 . .
do. 1915.. . . .
4 96,60
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93,05 do. Em. 10
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Prinz Henry.
do. 9.
98,10) do. v. 1889
Osterreicher 1860er Lose . 4 180,75
.4½
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3½
20.75
96,90 Lombarden .
4½ 88,00 Posen Prov.:.
do. v 1906
6 1111,00 Oidenburger. . . . TIr, 40) 3 127,50
ſt. v. 1881947 . . . .
14, 15, 17
do. . . . .
495,90
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Westfalen Prov. V..
Raab-Grazer . . . . H. 1502½112,70
Chines. St.-Anl. v. 1895
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Hess. Prov. Oberhessen . 4 95,80 do. unkäb. 1920 . . .
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do.
1923 . . .
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do. Starkenburg. . .
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do. Ser. 1, 2. 68 . . ..
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9,90 Darmstadt. . . . . . .
4 95,00 Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
93,85Nürnberg
96,801Siemens Glas-Industrie
236,50Französische Noten.
3140
IIIinAnen v. 1903 . .
.100,15Nordd. Lloyd-Obligat.
3½ 85,80
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 86,20Ensinger Filter
do. . . . .
.. 23 1288,001Holländische Noten .
.169,25
I3- Gold v. 1913.
4½ 91,40Donau-Dampfschiff. v. 82
4
92,00 Offenbach .
. 10 142,00 IItalienische Noten
Steaus Komana.
81,15
3 Schatzsch. v.
4½100,00 Elisabethbahn . . . . . .
9100
do. v. 1914:
15 1178,75 Osterr.-Ungarische Noten.
Zellstoff Waldhof
85,00
Mg. onv.
4 85.00 Franz-Josef-Bahn . .
5700
do. . . . .
13½ 87,80
Bank-Aktien.
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831220,50Russische Noten . . . .
IIä-. r. 1800
4 98 60lKaschau-Oderberger v. 50
4
Wiesbaden.
Neue Boden-Aktien-Ges..
82,00 Schweizer Noten. . . . . . .
81,40
d-. v. 1891
71,50
87,00 Prag-Duxer . . . . . .
Bank für elektr. Unter-
do
. . . ..
3½
Züddeutsche Immobilien 0 60,80
Id-. w. 1905
85, 00 Osterreich. Staatsbahn 5 101,55Worms .
94,30 nehmungen Zürich ..
a.. v. 1908
88,80 do. . .
85,00 do. . . . . . . .
3½ 87,20 Berg.-Märkische Bank.
Reichsbank-Diskont
Bergwerks-Aktien.
INä., v. 1910
85,00) do.
(*1152,00
Lissabon v. 1888
Berliner Handelsges.. ..
do. Lombard 2ak.:
Mistzische St--An
98,00) do. Südbahn (Lomb.)
98,50Moskau v. 1912 .
4½ 94,00 1Darmstädter Bank . . . . 6½ 1116,70Aumetz-Friede . .
12 153,50
3.. kons. v. 1880 .
do.
71,00 Stockholm v. 1880.
42 92.50Deutsche Bank. . . . . . .12½239½ Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 21829
86,30
do.
Tendenz:
Me. . Gold v. 1500
Deutsche Vereinsbank. . 6 1118,25Leonhard, Braunkohlen. 9 1159.00
50,50 Wien Komm. . . . . .
do. do.
Schwächer.
MIa.. . v. 1902 .
76,60Wiener Kassenscheine 4½ 98,90Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 112,40 Konkordie, Bergbau . . . 23 (360,20
89,301 Raab-Oedenburg
Kneden v. 1850.:
8880 Zürich v. 1889 . . .
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 187,40Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 122.50
Kronprinz Rudolfbahn
a.. v. 1866
84,70 Buenos Stadt v. 1892 . . . 6
Dresdner Bank. . . . . . .8½ 149,50 Eschweiler . . . . . . . .
½ 88 00 Russ. Südwest .:
10

Handel und Verkehr.

Frankfurt a. M., 9. Mai. (Börſe.) Im An=
Illus an die ſchwächeren Kurſe der geſtrigen Neu=Yorker
Urſe und auf Berliner Privatmeldungen, welche wiſſen
üllen, daß beſonders Wiener Abgaben an der Berliner
ie die Kursrückgänge der letzten Tage verſchuldet hät=
eröffnete
die heutige Börfe etwas unter geſtrigem
Meau. In Mitleidenſchaft gezogen wurde auch heute
der beſonders der Montanmarkt und daran anſchlie=
u
. a. die elektriſchen Werte. Schiffahrtsaktien konn=
ſich
auf dem geſtrigen erniedrigten Niveau behaupten.
Schluß geſtaltete ſich. anſcheinend im Zuſammenhang
ſt Deckungen zum Wochenende, etwas feſter, doch konnte
i der Verkehr, da eine Auregung von irgend welcher
ßite nicht kam, nicht beleben. Als feſter möchten wir
ſſih erwähnen Schantung=Bahn, die ihren Kursſtand um
Ilbe 1 Prozent erhöhen konnten. Von Kaſſewerten no=
Akten höher Scheide=Anſtalt etwa 6 Prozent, Holzver=
tlung
2½ (Prozent. niedriger Chemiſche Albert 3 Pro=
I Chemiſche Griesheim 2 Prozent, Höchſter Farbwerke
bbrozent, Anilin etwa 6 Pkozent. Die Geſamttendienz
Allſats ſchwächer zu bezeichnen.
VB. Deutſche Reichsbank. Ausweis vom
ILai 1914. Aktiva in 1000 Mark: Metallbeſtand
Ib 946 ( 951), darunter Gold 1326 761 ( 2730),
ſtiogskaſſenſcheine 68 340 (- (834), Noten anderer Banken
t1 ( 9402), Wechſelbeſtand 863 563 ( 61 180), Lom=
i
=Darlehen 66 583 ( 23 426) Effektenbeſtand 241513
§ 268), Sonſtige Aktiva 215 734 ( 3605). Paſſiva:
Iluindkapital 180000 (unverändert), Reſervefonds 74479
Ungerändert), Notenumlauf 2006 450 ( 94867), Depo=
ſin
837345 (P 12340), Sonſtige Paſſiva 64 226 (333).
Deutſche Reichsbank verfügt über eine ſteuerfreie No=
ſtrifſerve
von 288657000 Mark gegen eine ſolche von
505 000 Mark am 30. April 1914 und gegen eine Noten=
ſte
von 118 791 000 Mark am 7. Mai 1913.
Concordia Kölniſche Lebens=Verſiche=
Pugs=Geſellſchaft. In der ordentlichen Haupt=
ſammlung
der Geſellſchaft wurde die Gewinn= und Ver=
ruchnung
, ſowie die Bilanz für das Geſchäftsjahr 1913
lgslegt Die Bilanz weiſt den höchſten Reingewinn auf,
weie Geſellſchaft in einem Jahre ſeither erzielt hat Der
Megsreſerve wurden 40 138,10 Mk. (39 258,22 Mk.), der
ſtundſtücksreſerve 31 584,34 Mk. (26 953,34 Mk.) überwieſen
diden Dividendenverbänden , B=, C undR an Zinſen
389,61 Mk. (367638,68 Mk.) gutgeſchrieben. Der hier=
h
ſich ergebende Reingewinn des Geſchäftsjahres 1913
Ilt ſich auf 4 280 400,86 Mk. (3881839,35 Mk.) Von dem
der Abteilung mit Vorbehalt der Ermäßigung der
Mricherungsſumme ſich ergebenden Gewinn von 18 386,82
. verhält die Gewinnreſerve dieſer Abteilung 13 790,12
rund die Ergänzungsreſerve dieſer Abteilung 4 506,70
Mrle. Ferner werden überwieſen: der Reſerve für even=
ſill
: Verluſte und Bedürfniſſe 134511,81 Mk. (124 795,32
Uhr!), der Reſerve für Talonſtener 15 000 Mk. (15 000 Mk.),
Reſerve für die Wehrſteuer 50000 Mk. und einem zu

Scheheiſtende Wemnhaendernaltung
125000 Mk. Von dem verbleibenden Betrage von
3 937 502,23 Mk erhalten die Verbände der mit Gewinn=
anteil
Verſicherten zur ſpäteren Verteilung als Dividende
im ganzen 3 263 702,23 Mk. (3036 888,01 Mk.). Für das
Jahr 1915 wird die Dividende für den Dividendenverband
A. auf 23% der einfachen Jahresprämie gegen 22½ für
1914 feſtgeſetzt. Die Dividende der Verbände B und B=
erhöht
ſich um die gleichen Einheitsſätze wie im Vorjahre.
Die Aktionärdividende wird auf 10% (9½ %) 60 Mk.
für die Aktie feſtgeſetzt.

Landwirtſchaftliches.
* Ferkelmarkt in Eberſtadt. Mittwoch den 13. ds.
Mts. vormittags 8 Uhr, findet wiederum ein Ferkelmarkt
in Eberſtadt ſtatt.
* Berlin, 9. Mai. Wöchentlicher Saaten=
ſtandsbericht
der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats. Nachdem be=
reits
am Schluß der Vorwoche eine empfindliche Abkühl=
ung
eingetreten war, gingen die Temperaturen in den
Nächten zum 2. und 3. ds. Mts. vielfach unter den Gefrier=
punkt
herab. Die Nachtfröſte, die vielerorts bis 5 Grad
erreichten und an den Obſtkulturen zum Teil erheblichen
Schaden anrichteten, ſind für die Getreideſaaten glücklicher=
weiſe
ohne nachteilige Folgen geblieben. Seit Montag
ſind im ganzen Lande zahlreiche Niederſchläge vorgekom=
men
, die zwar nicht überall genügend Feuchtigkeit brachten,
aber trotzdem für alle Pflanzen von großem Nutzen waren.
Weniger als 10 Millimeter Regen wurden in der Provinz
Poſen, in den Regierungsbezirken Breslau, Potsdam und
Magdeburg, ſowie in Mecklenburg gemeſſen; in den übri=
gen
Gebieten überſchritten die Niederſchläge 10, in Thürin=
gen
, der Rheinprovinz und im großen Teile Süddeutſch=
lands
ſogar meiſt 25 Millimeter. Der Winterweizen
hat ſich ſeit dem Eintritt von Niederſchlägen günſtig
weiterentwickelt, ſo daß ſein Stand, von vereinzelten Aus=
nahmen
abgeſehen, nach wie vor als befriedigend bezeichnet
werden kann. Beim Roggen haben die Niederſchläge
zwar auch eine Beſſerung bewirkt und es iſt zu hoffen,
daß ſich die Folgen der Trockenheit bei günſtiger Witterung
noch mehr ausgleichen dürften, indes ſcheint der Stand
meiſt dünn zu bleiben, auch wird vielfach berichtet, daß er
zu früh Aehren anfetze. Den Sommerſaaten,
namentlich zu den zuletzt beſtellten, kam die Feuchtigkeit
ſehr zuſtatten doch ſind weitere Niederſchläge erwünſcht.
Sehr zahlreich finden ſich in den Berichten Klagen über
ſtarkes Auftreten von Unkraut auf den Haferfeldern. Bei
den in ihrem Wachstum zurückgehaltenen aber meiſt gut
ſtehenden Futterpflanzen haben Feuchtigkeit und
Wärme in den letzten Tagen eine günſtige Würkung aus=
geübt
. Ebenſo hat der Graswuchs auf den Wieſen gute
Fortſchritte gemacht. Der Aufgang der Rüben vollzieht
ſich jetzt recht befriedigend. Die Kartoffeln ſind faſt
überall im Boden; nur ſehr früh geſäte haben durch die
Nachtfröſte gelitten, ſo daß der Schaden nicht erheblich iſt.

Lurnen, Spiele und Sport.

* Fußballklub Olympia Darmſtadt 1898 Die dies=
jährigen
nationalen leichtathletiſchen Wettkämpfe finden
ſam 11. und 12. Juli auf dem Sportplatz an der Heidel=
berger
Straße ſtatt. Das Programm enthält neben den
allgemeinen Konkurrenzen diesmal auch Offizier= und Aka=,
demiker=Wettkämpfe. Wie in den Vorjahren, ſo hat auch
dieſes Jahr Se. Königl. Hoheit der Großherzog geruht,
das Protektorat über dieſe nationale Veranſtaltung zu
übernehmen. Eine ſtattliche Zahl der beſten deutſchen
Leichtathleten hat bereits ihre Beteiligung zugeſagt.
Von beſonderem Intereſſe dürfte auch diesmal die
3 X 1000 Meter=Stafette ſein. Bei dieſer Konkurrenz
hat der Fußballklub Olympia mit ſeiner Mannſchaft (von
Neuſville, Hans Schröck und Joſeph Schröck) zum dritten
Male den Wanderpreis Sr. Königl. Hoheit des Großher=
zogs
zu verteidigen. Die Vorbereitungen für das Sport=
feſt
ſind vollauf im (Gange.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
ſeinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 iches
Preßgeſehzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

In der Generalverſammlung des Verkehrsvereins
wurde die Mitteilung gemacht, daß mit denAnliegern in der
Luiſenſtraße eine Einigung getroffen iſt und die Wagen=
halle
in dem Grundſtück der Heag errichtet wird, was
jedenfalls für den Betrieb von großem Vorteil iſt. Daß
nun durch das Rangieren in dem Teil der Luiſenſtraße
zwiſchen Schuchardſtraße und Luiſenplatz eine ſtärkere Be=
laſtung
ſtattfindet, iſt nicht abzuſprechen, da auch dieWagen=
und Gepäckbeförderung uſw. des Hotels zur Traube dort
ſtattfindet und die Durchfahrt vor dem Alten Palais für
das Publikum ſehr ſtörend und gefährlich iſt. Da wirft
ſich nun die Frage auf: Iſt es nicht möglich und könnte
die Stadtverwaltung (der Herr Oberbürgermeiſter) nicht
dafür eintreten, daß man die Schuchardſtraße durch den
Palaisgarten nach der Wilhelminenſtraße und Waldſtraße
durchführt, um den Verkehr dahin zu lenken, und eine
direkte Verbindungsſtraße nach der Reformationskirche,
Feſthaus und Bahnhof ſchafft? Es würde dadurch den
Bewohnern der Ernſt=Ludwig= und Schuchardſtraße eine
neue Lebensader erſchloſſen, was hauptſächlich den Haus=
und Ladenbeſitzern ſehr zu wünſchen wäre. Man iſt über=
zeugt
, daß bei richtigem Vortrag auch an höchſter Stelle ein
Entgegenkommen erzielt werden kann, von dem Bewußſ=
ſein
getragen, für einen vollſtändig abgeſchloſſenen Stadt=
teil
geſorgt zu haben. Der dadurch frei werdende Palais=
garten
würde ſich leicht gut und rentabel verwerten laſ=
ſen
und eine Zierde inmitten der Stadt werden, auch ſchon
deshalb, weil es nur noch eine Frage der Zeit iſt, daß die
kleine Kaſerne in der Wilhelminenſtraße beſeitigt werden
muß. Hoffend, daß dieſe Zeilen dazu beitragen, die be=
treffenden
maßgebenden Behörden uſw. auf ein wirklich
nützliches, zeitgemäßes Projekt aufmerkſam gemacht zu
haben.

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[ ][  ]

Dienstag, den 12. Mai Freitag, den 15. Mai
(Fr,
nachmittags 3 Uhr.

Danklagung.

ansaasaagananaasanunaauns

Zu dem goldenen Jubiläum unſeres Vereins, das am 2. und
3. ds. Mts. unter dem uns huldvollſt gewährten Protektorate Ihrer
Königlichen Hoheit der Großherzogin Eleonore in dem Städtiſchen
Saalbau gefeiert wurde, ſind uns ſo viele Glückwünſche ausgeſprochen
und ſo viele Gaben überſandt worden, daß es uns unmöglich iſt,
den einzelnen Gratulanten und Wohltätern beſonders zu danken.
Wir beſchreiten darum den Weg der öffentlichen Dankſagung und
rufen allen, die uns mit ihren Glückwünſchen erfreut oder uns bei
der Feier unſeres Jubelfeſtes mit Gaben und durch ihre Mitwirkung
unterſtützt haben, ein herzliches Vergelts Gott! zu.
(11790
Darmſtadt, den 8. Mai 1914.
Der Verwaltungsrat des St. Eliſabethen=Vereins.
Dr. Elz, Domkapitular. Frau Hauptmann Maria Cöleſtine Freytag.

Inhaber:
Georg Brand.

Programm für Sonntag u. Montag.
DiegrossenStierkämpfe
oder der Tod in der Arena
In 2 Atten. Ein koloſſal ſpannender zim. In 2 Alren.

Armer John
Eine Kombdie.

Willzhat die Schlafkrankheit
Sümor, Ir zumf Soblachen.
Der letzte Abend
Ein Drama aus der beſſeren Welr.
Polidor der Riese
Humoriſtiſch, zum Tränen lachen.
Lolotte als Schutzengel
Gutgeſpieltes Schauſpiel.
Der glückliche Hausierer
Humoriſtiſch, von größtem Lacherfolg.
Erlaube mir verehrl. Publikum darauf aufmerkſam
zu machen, daß ich einen Teil meiner Tageseinnahme
von Sonntag, den 10. Mai, zum Beſten des Roten Kreuzes
ſüberweiſe, weshalb ich um gütige Unterſtützung bitte.
3. Platz 19 Pfg.
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weise
e. V. (Maturheilverein) Darmstadt.
Herr E. Sommer, ſtaatlich geprüfter Turnlehrer aus Frank=
furt
a. Main, der am letzten Donnerstag den mit Beifall auf=
genommenen
Vortrag über Ideale Körperbildung und wie man ſie
erlangt, gehalten hat, wird in der Zeit vom 11. bis 27. Mai einen
Unterrichtskursus über Körpergymnastik
abhalten, an dem Damen und Herren jeden Alters teilnehmen können.
Es ſind 7 Abende vorgeſehen. Die erſte Unterrichtsſtunde findet
nächſten Montag, den 11. Mai, abends von 8 bis 9 Uhr im
Turnſaal der früheren Viktoriaſchule (Ecke Eliſabethen= u. Grafen=
ſtraße
) ſtatt. Zeit und Ort der nächſten Stunden wird dabei bekannt=
gegeben
. Der Beitrag für den ganzen Kurſus von 7 Stunden
iſt für Mitglieder des, Vereins auf 5 Mk., für Nichtmitglieder auf
8 Mk. feſtgeſetzt.
(11737
Wir laden zu recht zahlreicher Beteiligung freundlichſt ein.
Der Vorſtand: L. Haeng, Vorſitzender.

Von der heutigen Tageseinnahme werde ich einen Teil
Zum Besten
vom
Ges vereins
Koten Kreuz
stiften. Ich mache meine werten Gäste auf das erstkl.
Programm aufmerksam und bitte im Interesse der
guten Sache um zahlreiche Beteiligung.
(11772
Hechachtungsvoll
W. Meyer.

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Donnerstag, 14. Mai. 166. Ab.=
Vorſt. C 42. Fidelio. Kl.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.