Darmstädter Tagblatt 1914


Nr. 118., Donnerstag, den 30. April.

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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Reichstag überwies geſtern den Nachtrags=
etat
für 1914 an die Budgetkommiſſion und er=
ledigte
hierauf die Impfpetitionen.
Prinz und Prinzeſſin Heinrich von Preu=
ßen
ſind auf der Rückreiſe von Südamerika in Bou=
lognesfur
=Mer eingetroffen
Die Räumung der bisher noch von Griechenland beſetzt
gehaltenen Teile von Epirus iſt am Dienstag be=
endet
worden.
Durch eine Grubenexploſion in Beckley (Weſt=
Virginia) ſind 203 Bergleute verſchüttet. Es
beſteht keine Hoffnung, ſie zu retten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.

Die Uiſterkriſis.

Nachdem es für einige Wochen über die Ulſter=
affäre
ruhig geworden war und man hoffte, daß die Er=
regung
im Schwinden begriffen ſei, zeigte plötzlich und
unerwartet die unter eigenartigen Umſtänden bewerkſtel=
ligte
Waffenlandung erneut die Gefahr, die ſich auftut.
Man ſollte es nicht für möglich halten, daß in einem
Lande wie England organiſierte Verſchwörer denn als
etwas anderes kann man die Ulſterleute jetzt kaum noch
bezeichnen eine Gegend beſetzen und die Behörden für
einige Zeit völlig ausſchalten, um Waffen und Muni=
tionsvorräte
für alle Eventualitäten heranzubekommen.
Und nicht minder eigenartig iſt es, daß die Regierung ſich
Zeit nimmt, mit aller Energie einzuſchreiten, wo doch
ihre Autorität auf dem Spiele ſteht. Der Coup, den die
Ulſterleute ausführten, gleicht faſt einem Staatsſtreich,
en miniature und gibt einen kleinen Vorgeſchmack von
dem, was eintreten könnte, wenn es Ernſt würde. Es
hat ſich hier gewiſſermaßen ein Staat im Staate in aller
Stille gebildet, indem man vor dem Aeußerſten nicht zu=
rückſchrecken
würde, wenn die vermeintlichen Intereſſen
das erheiſchen würden. Man kann den engliſchen Behör=
den
den Vorwurf nicht erſparen, daß ſie wohl in dem Be=
ſtreben
, es nicht zum Aeußerſten kommen zu laſſen, eine
ſeltene Langmut an den Tag legten, anſtatt energiſch zuzu=
packen
. Sir Carſon, die Seele der ganzen Bewegung, ſitzt
quietſchvergnügt im Parlament, wo ihn die Oppoſition
obendrein noch bejubelt. Jetzt endlich ſcheint die Regie=
rung
ſich zu ermannen und die erforderlichen Maßnahmen
verfügen zu wollen, Militär wird bereit gehalten und auch
einige Kreuzer ſollen nach Belfaſt abgegangen ſein. Das
Miniſterium hat mehrere lange Sitzungen abgehalten
zwecks Beratung der zu treffenden Maßregeln, und der
Premierminiſter Asquith hatte in der gleichen Angelegen=
heit
mehrere Konferenzen mit dem König Georg.
All das deutet darauf hin, daß die Situation recht
ernſt geworden iſt und daß man vielleicht am Vorabend
ernſter Ereigniſſe ſteht, mögen die Ulſterleute vielleicht
nur beabſichtigt haben, mit ihrem Coup einen Druck auf
die Parlamentsverhandlungen auszuüben, ſo kennzeichnet
das ganze Verhalten doch einen Grad von Aufſäſſigkeit,
der das Aeußerſte befürchten läßt. England hat augen=
blicklich
eine ſchwere innere Kriſis durchzumachen, die
unter Umſtänden für die ganze Stellung Großbritanniens
von Einfluß und Bedeutung werden kann. Die iriſche
Kriſe hat zwar ſchon mehrfach zu ſchweren inneren Wirren
geführt, indeſſen dürfte ſie ſeit langem keine ſo große Ge=
fahr
bedeutet haben, wie es diesmal der Fall iſt. Nicht
nur die Regierung kämpft bei dieſer Gelegenheit um ihre
Eriſtenz, ſondern von dem Ausgang der jetzigen Kriſis
dürfte die weitere Entwickelung der innerpolitiſchen Ver=
hältniſſe
auf Jahrzehnte hinaus abhängen.

Im Unterhauſe warf Chamberlain einen Rück=
blick
auf die mit dem angeblichen Anſchlag gegen
u lſter zuſammenhängenden Ereigniſſe und erklärte,
die von der Regierung abgegebenen Erklärungen ſeien un=
ruchtig
in den Einzelheiten und als Ganzes unglaubwür=
dig
. Er fordere deshalb eine umfaſſende unparteiiſche ge=
richtliche
Unterſuchung. Der Erſte Lord der Admiralität
Winſton Churchill erklärte, dieſes ſei das kühnſte
Tadelsvotum und die unverſchämteſte Forderung nach einer
Unterſuchung, die jemals vorgekommen ſei. Carſon und
Graig ſeien eben erſt von ihren kriegeriſchen Heldentaten
zurückgekommen, um eine gerichtliche Unterſuchung über
Adle Haltung der Leute zu fordern, die für die Aufrecht=
Aerhaltung von Recht und Ordnung verantwortlich ſeien.
Dies ähnele ſehr einem Tadelsvotum von Verbrechern

gegen die Polizei. Churchill erklärte, er wünſche vollkom=
men
klarzuſtellen, daß die Regierung, wenn es zu einem
Aufſtande käme, dieſen niederſchlagen würde, wenn es
zu einem Bürgerkriege komme daß ſie ihr Beſtes tun
würde, ihn zu unterdrücken. (Beifall bei den Miniſteriel=
len
.) Es würde weder einen Bürgerkrieg noch einen Auf=
ſtand
geben, wenn er nicht durch Ulſter herbeigeführt
würde. (Beifall bei den Miniſteriellen.) Er bitte das=
Haus, zu verſuchen, zu einer beſſeren Löſung zu kommen.
Er lenke die Blicke des Hauſes auf die Wirkung, die ſeine
Entſchlüſſe im Auslande haben würden. In jedem
befreundeten Lande herrſche Sorge bei der Vorſtellung,
daß eine Macht, die das europäiſche Gleichgewicht dar=
ſtelle
, zeitweilig erſchüttert werden könnte. Natürlich
wüßte das Ausland nicht, daß im Falle von äußeren
Schwierigkeiten oder einer von außen kommenden Dro=
hung
alle inneren Schwierigkeiten verſchwinden würden.
Warum könnte das nicht auch geſchehen, wenn an die
Freundſchaft im Innern appelliert würde? Carſon würde
im Falle eines Kampfes große Gefahr laufen. Weshalb
will er nicht einige Gefahr um des Friedens willen lau=
fen
? Heute liegt ein ehrenvoller Frieden nicht außerhalb
des Bereiches der Möglichkeit, morgen aber kann es damit
ſchon für immer vorbei ſein. Weshalb kann nicht Carſon
tapfer ſagen: Gewähren Sie mir meinen Abänderungs=
antrag
zur Homerulebill, um die Würde und das Intereſſe
Ulſters zu wahren, das iſt der Anſchluß Ulſters.
Und zur Vergeltung will ich all meinen Einfluß und guten
Willen verwenden, um Irland zu einer vollkommenen
Einheit in einem föderativen Syſtem zu machen. Wenn
Carſon dies ſagte, ſo würde er einen großen Einfluß auf
die Geſtaltung der politiſchen Lage haben, und jedermann
würde verpflichtet ſein, ſeine Stellung in dieſen wichtigen
Dingen noch einmal zu überlegen. Wenn eine ſolche
Sprache geführt würde, ſo würde der Weg des Haſſes, den
man ſo lange vor Augen gehabt hätte, einer helleren und
ſchöneren Ausſicht Platz machen und würde anſtatt
Schande allen Beteiligten Ehre bringen.
Die Blätter melden aus Belfaſt: Die hieſigen
Unioniſten haben erfahren, daß die Offiziere der
Regimenter, die am letzten Sonntag Befehl erhielten,
nach Ulſter zu gehen, die Bedingungen zu erfahren ver=
langten
, unter denen ſie dort Dienſt zu leiſten haben wür=
den
. Sie weigerten ſich abſolut, kriegeriſche Schritte dort
zu unternehmen. Man erklärte ihnen, daß nichts geſchehen
ſolle, was die Ulſterfreiwilligen reizen könnte, und daß
alles friedlich bleiben würde, ſolange die Freiwilligen
nicht zuerſt feuern. Die Regimenter ſind bisher noch nicht
abgegangen.

Deutſches Reich.

Vertagung des Reichstags und die
Beſoldungsnovelle. Wie der Berliner Lokal= An=
zeiger
zuverläſſig hört, beabſichtigt die Regierung nicht,
den Reichstag vor Pfingſten zu ſchließen, ſondern wird
ihn bis zum Herbſt vertagen. Ueber die Novelle der Be=
ſoldung
der Reichsbeamten hat demſelben Blatte zufolge
eine Beſprechung des Reichsſchatzſekretärs mit den Füh=
rern
der bürgerlichen Parteien ſtattgefunden. Es handelte
ſich lediglich um die formelle Behandlung der Angelegen=
heit
, und es wurde vereinbart, die Novelle ſofort in der
Budgetkommiſſion wieder in Angriff zu nehmen, wenn
dieſe den Etat erledigt hat. Außerdem erklärten Re=
gierung
und ſämtliche bürgerlichen Parteien, gewillt zu
ſein, die Beſoldungsreform zu einem poſitiven Erfolge
zu bringen.
Der Fehlbetrag. Anſcheinend wird der
Fehlbetrag des Etatsjahres 1913/14 doch nicht ſo groß
ſein, wie man noch vor einigen Wochen annahm. Im
letzten Vierteljahr bezw. im letzten Monat haben ſich näm=
lich
auch noch die Einnahmen aus der Poſt= und Eiſen=
bahnverwaltung
erheblich gebeſſert. Insgeſamt betrugen
letztere 990,2 Millionen gegenüber 996,2 Millionen Etats=
anſatz
, ſo daß ſich hier ein Minus von 6 Millionen er=
gibt
. Mit dem Ergebnis der Einnahmen aus Zöllen,
Steuern und Gebühren zuſammen genommen, das 5,6
Millionen Mark Mindereinnahmen gebracht hat, ſtellt ſich
alſo der Fehlbetrag aaf 11,6 Millionen Mark. Das iſt
natürlich noch nicht die endgültige Ziffer, da zu den Ein=
nahmen
noch einige andere Poſten hinzukommen, denen
andererſeits auch wieder auf Grund der neuen Steuer=
geſetze
zu leiſtende Ausgaben gegenüberſtehen.
Die Denkſchrift über die Urſachen des
Geburtenrückganges iſt jetzt fertiggeſtellt worden
und wird vorausſichtlich im nächſten Monat dem Reichs=
tag
zur Kenntnisnahme zugehen. Ueber die Frage der
Vorausſetzungen und Folge einer Aenderung der Be=
ſoldungsreform
in der Richtung einer Berückſichtigung
kinderreicher Familien wird das zuſtändige Reſſort eine
Denkſchrift ausarbeiten, die dem Parlament vorgelegt
werden ſoll. Zu den Anregungen, die in der Frage ge=
geben
wurden, gehört ferner, daß die preußiſche Staats=

regierung der Privatinduſtrie die Anregung gibt, kinder=
reiche
Familien bei der Bemeſſung der Löhne beſonders
zu berückſichtigen.
Kein Kolonialgerichtshof. Auf Grund
einer neuerlichen vertraulichen Fühlungnahme unter den
verbündeten Regierungen iſt, wie verlautet, feſtgeſtellt
worden, daß die Mehrheit des Bundesrats auf Wunſch
Preußens dabei beharrt, die ganze Vorlage über den
Kolonialgerichtshof abzulehnen, falls der Reichstag dar=
auf
beſtünde, Hamburg als Sitz des Gerichtshofes zu be=
ſtimmen
. Die Reichsleitung hält aus grundſätzlichen Er=
wägungen
an ihrem Standpunkt feſt. Das Nichtzuſtande=
kommen
eines Kolonialgerichtshofes hätte zur Folge, daß
ein dringender Wunſch des Reichstags, die Errichtung
eines Kolonial=Oberverwaltungsgerichts, nicht zur Aus=
führung
gelangen könnte. Vorarbeiten in dieſer Beziehung
ſind ſchon im Gange. Eine Vorlage über ein Kolo=
nial
=Oberverwaltungsgericht dürfte aber dem Reichstag
nur dann zugehen, wenn über den Sitz des Kolonial=
gerichtshofes
Einigkeit erzielt iſt, da beide Gerichte räum=
lich
vereint wirken ſollen. Der Beſchluß des Bundesrats
zugunſten Berlins iſt vom Bundesrat mit großer Mehr=
heit
gefaßt worden. Preußen und die mitteldeutſchen
Staaten ſtimmten geſchloſſen für Berlin, die ſüddeutſchen
und norddeutſchen Staaten ſtimmten teils für Berlin,
teils für Hamburg. Für Hamburg ſind u. a. auch die
elſaß=lothringiſchen Stimmen abgegeben worden.
Das Sonntagsruhegeſetz. Gegen die
ſeitens der Reichstagskommiſſion beabſichtigte unterſchied=
liche
Behandlung der größeren und kleineren Gemeinden
bei der geſetzlichen Regelung der Sonntagsruhe haben die
in Hamburg in der Detailliſtenkammer verſammelten Ver=
treter
großer Verbände der ſelbſtändigen Kaufmannſchaft
aus ganz Deutſchland entſchiedene Verwahrung eingelegt.
Eine ſolche Regelung würde ungerecht ſein, weil die grö=
ßere
oder geringere Einwohnerzahl keinen Maßſtab für
das größere oder geringere Erholungsbedürfnis der Ge=
ſchäftsinhaber
oder Prinzipale abgibt, überdies der Ver=
ſchiedenartigkeit
der wirtſchaftlichen Verhältniſſe einer ein=
zelnen
Gemeinde in keiner Weiſe Rechnung trägt. Die
Verbände betonen von neuem, daß eine Regelung der
Frage nur auf der Grundlage des Regierungsentwurfes
erfolgen kann, mit der Maßgabe, daß eine Einſchränkung
oder gänzliche Unterſagung durch Ortsſtatut für alle oder
einzelne Gewerbezweige auf Antrag von einem Drittel
der Gewerbetreibenden unter Zuſtimmung von zwei Drit=
teln
zu erfolgen hat und daß gemäß den Beſchlüſſen der
Kommiſſion das Zu=Ende=Bedienen an Sonn= und Feſt=
tagen
nach Ladenſchluß zu verſtatten iſt.
Beſichtigung des Dampfers Vater=
land
durch Reichstag und Bundesrat. Im
Seniorenkonvent des Reichstages wurde die Einladung
der Hamburg=Amerika=Linie zur Beſichtigung des Damp=
fers
Vaterland vom Zentrum, der Fortſchrittlichen
Volkspartei und den Nationalliberalen angenommen. Die
Sozialdemokraten lehnten die Einladung aus grundſätz=
lichen
Bedenken ab. Der Vertreter der Konſervativen
behielt ſeiner Partei, der er die Einladung mitteilen
wollte, die Entſcheidung vor. Der Präſident des Reichs=
tages
ordnete darauf an, daß die Einladungen verſchickt
werden und erklärte gleichzeitig, er werde Gelegenheit
nehmen, im Namen des Reichstages der Hamburg=
Amerika=Linie deſſen Dank ausſprechen. Der Bundes=
rat
, der gleichfalls eine Einladung erhielt, nahm
dieſelbe an. Wahrſcheinlich wird der Staatsſekretär Dr.
Delbrück in Vertretung des Reichskanzlers an der Fahrt
teilnehmen.
Die Militäranwärter und der Poſt=
dienſt
. In ſeiner Antwort auf eine Anfrage des Abg.
Werner=Hersfeld über die Anſtellung von Militäranwär=
tern
beim Reichs=Poſt= und Telegraphendienſt erklärte der
Staatsſekretär Krätke, daß die Stellen im Bahnpoſtdienſt,
im Seepoſtdienſt, im Kolonialpoſtdienſt, Stellen, in denen
umfaſſende Kenntniſſe in fremden Sprachen oder in den
Verkehrsbeziehungen zum Auslande nötig ſind, und die
Stellen zur Bedienung verwickelter telegraphiſcher Appa=
ratſyſteme
für die Beſetzung mit Militäranwärtern nicht
geeignet ſind. Die Militäranwärter ſind bei ihrer ganzen
Eigenart und in dem vorgeſchrittenen Lebensalter, in dem
ſie zur Verwendung kommen, nicht imſtande, ſich die für
dieſe Stellen erforderliche Gewandtheit anzueignen.
Die Elektrizitätsverſorgung Bayerns.
Die bayeriſche Kammer der Abgeordneten hat die von der
Regierung eingebrachten Vorlagen, betreffend die Elek=
trizitätsverſorgung
des Landes, mit großer Mehrheit an=

[ ][  ][ ]

genommen. Nach dieſen Vorlagen werden in das ordent=
liche
Budget 20000 Mark für die Herſtellung eines allge
meinen Planes über die Elektrizitätsverſorgung Bayerns
rechts des Rheines, in das außerordentliche Budget als
erſte Rate 6 Millionen für den Bau des Walchenſee
Kraftwerkes eingeſtellt.
Reichsländiſche Finanzwünſche an
das Reich. Nach dem Amtsantritt des Statthalters
v. Dallwitz dürften, wie die Tägl. Rundſchau meldet, be=
ſtimmte
Verhandlungen, die ſchon ſeit längerer Zeit zwi=
ſchen
der Reichsleitung und der Straßburger Regierung
ſchweben, raſcher in Fluß gebracht werden. Es handelt
ſich um die Erfüllung beſtimmter finanzieller Wünſche,
die die elſaß=lothringiſche Landesverwaltung erfüllt ſehen
nöchte, um die ſchlechten Landesfinanzen zu verbeſſern
und gewiſſe Kulturaufgaben, die bisher ſtets zurückgeſtellt
werden mußten, zu löſen. Die elſaß=lothringiſchen Wünſche
ewegen ſich in der Richtung einer Beteiligung des Lan=
des
an den 20 bis 30 Millionen jährlich betragenden Er=
trägniſſen
der Landeseiſenbahnen, die bisher vollſtändig
in den Reichsſäckel gefloſſen ſind, und in einer Vermin=
derung
der Ausgaben für die Zollverwaltung, die dem
Lande rund 1½ Millionen Mehrausgaben verurſachen
und in Elſaß=Lothringen als doppelte Matrikularbeiträge
angeſehen werden. Da das Reich die indirekten Steuern
immer mehr für ſich in Anſpruch nimmt, haben ſich in
Elſaß=Lothringen finanzielle Schwierigkeiten ergeben,
da das elſaß=lothringiſche Steuerſyſtem ſelbſt auf in=
direkte
Abgaben aufgebaut iſt. Für die elſaß= lothringi=
ſchen
Landesfinanzen ſind die bevorſtehenden Verhand=
lungen
, die in Berlin geführt werden ſollen, daher von
größter Wichtigkeit. Es handelt ſich um die erſte größere
Aufgabe der neuen Männer, und das Ergebnis der Be=
ſprechungen
wird zweifellos eine ſtarke Rückwirkung auf
die Anſicht der Bevölkerung über die neue Regierung
ausüben.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Empfang der Delegationen. Bei dem
feierlichen Empfang der Delegationen in der Ofener Hof=
burg
erwiderte der Erzherzog Franz Ferdinand in Ver=
tretung
des Kaiſers auf die Huldigungsanſprachen der
beiden Delegationspräſidenten:
Majeſtät erteilten mir den ehrenvollen Auftrag, aller=
höchſtdieſelben
heute zu vertreten. Ich nahm die Verſiche=
rung
treuer Ergebenheit und Anhänglichkeit für die Per=
ſon
unſeres erhabenen Monarchen mit lebhafter Befrie=
digung
entgegen und werde nicht verfehlen, Majeſtät von
dieſer Huldigung in Kenntnis zu ſetzen. Seit der letzten
Delegationstagung erfuhr die internationale Lage eine
weitere weſentliche Entſpannung. In engſter Fühlung=
nahme
mit ihren Bundesgenoſſen iſt die Regierung Sr.
Majeſtät beſtrebt, durch die Pflege möglichſt vertrauens=
voller
Beziehungen zu allen Kabinetten auf die Erhaltung
und Befeſtigung des Friedens in Europa hinzuwirken.
Die Thronbeſteigung des Fürſten von Albanien bietet eine
Gewähr für die gedeihliche Entwicklung des neuen Für=
ſtentums
. Die beſten Wünſche Sr. Majeſtät begleiten den
erlauchten Herrſcher in ſeiner friedlichen Kulturarbeit.
Das Erfordernis der Heeresverwaltung bewegt ſich in
engen Grenzen. Angeſichts der raſchen Entwicklung der
Flotten aller Mächte wurde die Anforderung eines größe=
ren
Betrages für die weitere Ausgeſtaltung der Kriegs=
marine
unvermeidlich. Durch die Inangriffnahme des
Baues der bosniſch=herzegowiniſchen Bahnen wird den
unaufſchiebbaren ſtrategiſchen und wirtſchaftlichen Be=
dürfniſſen
Rechnung getragen. Ich bin von Sr. Majeſtät
beauftragt, Ihnen die Zuſicherung allerhöchſtſeines vollen
Vertrauens in Ihre bewährte Opferwilligkeit und Ihren
patriotiſchen Eifer zu entbieten. Ich begrüße Sie auf
das berzlichſte und wünſche Ihren Arbeiten beſten Erfolg.
Frankreich.
Die Wahlen. Nach dem Temps ſind bei den
Kammerwahlen im ganzen Lande für die unbedingte Auf=
rechterhaltung
der dreijährigen Dienſtzeit 4 644 286 Stim=
men
abgegeben worden. Für den dreijährigen Dienſt mit
Abänderungen wurden 612767 Stimmen und gegen das

Geſetz 2936041 Stimmen gezählt. Zweifelhaft ſind
133 712 Stimmen.
Bewilligte Maifeier. Nach einer Blätter=
meldung
hat der Miniſterrat beſchloſſen, den Angeſtellten
und Arbeitern der Staatsbetriebe mitzuteilen, daß ſie am
. Mai feiern können. Das Echo de Paris erhebt Einſpruch
gegen dieſen Beſchluß, durch den nur den Revolutionären
in die Hände gearbeitet werde.
Mißerfolg der türkiſchen Anleihe. Dem
Finanzblatt Cote de la Bourſe zufolge ſei die Emiſſion
der türkiſchen Anleihe von einem Mißerfolg begleitet ge=
weſen
und der mit der Anleihe betrauten Bankiergruppe
ſeien anſehnliche Mengen von Titres verblieben, welche
keinen Abnehmer gefunden hätten.
Rußland.
Rußland und die Tripelentente. Der
Petersburger Korreſpondent des Matin meldet, Saſonow
habe ihm gegenüber folgende Erklärung abgegeben: Es
iſt tief bedauerlich, daß ſo unbegründete und unberechtigte
Behauptungen über die Umgeſtaltung der Tripelentente in
einen Dreibund verbreitet werden konnten, da dieſe Frage
überhaupt gar nicht aufgerollt worden ſei. Man liefe
Gefahr, hierdurch die Eigenliebe der einen oder der an=
deren
Nation zu verletzen, wenn der zwiſchen den drei
Tripelententemächten herrſchende Einklang nicht ſo voll=
ſtändig
über dergleichen mehr oder minder tendenziöſe
Manöver erhaben wäre. Es genügt, gegenwärtig feſtzu=
ſtellen
, wie freundſchaftlich, aufrichtig, eng und innig die
Beziehungen der Tripelententemächte ſind. In drei Mo=
naten
wird Präſident Poincaré ſich davon überzeugen
können, daß, abgeſehen von ſeinem großen perſönlichen
Preſtige in Rußland, das franzöſiſch=ruſſiſche Bündnis
hier niemals volkstümlicher geweſen iſt. Die Befeſtigung
der Entente cordiale und des franzöſiſch=ruſſiſchen Bünd=
tiſſes
, welche durch den Beſuch der beiden Staatsober=
häupter
noch unterſtrichen werden, wird notgedrungen eine
allgemeine Befeſtigung der Tripelentente herbeiführen.
Türkei.
Das deutſch=türkiſche Abkommen. Von
interrichteter türkiſcher Seite verlautet, da der Finanz=
miniſter
mit den Geſchäften ſeines Reſſorts ſtark in An=
ſpruch
genommen iſt, ſetzt der Exgroßweſir Hakki Paſcha in
Berlin die Verhandlungen über das deutſch=türkiſche wirt=
ſchaftliche
Abkommen fort.
Bau neuer Schiffe. Die Vertreter der eng=
liſchen
Gruppe, bei welcher der dritte türkiſche Dread=
nought
beſtellt wurde, ſind vom Sultan in Audienz emp=
fangen
worden. Die Nachricht von dieſer neuen Beſtel=
lung
hat in türkiſchen Kreiſen lebhafte Befriedigung her=
vorgerufen
. Am Dienstag abend kam es bei einer Thea=
tervorſtellung
in Konſtantinopel zugunſten der Flotte zu
patriotiſchen Kundgebungen.
Ching.
Der Weiße Wolf iſt mit einer kleinen Bande
aus Schenſi nach der Provinz Kanſu gegangen. Die
Tätigkeit der Regierungstruppen iſt inſofern erfolgreich
geweſen, als ſie den Weißen Wolf gezwungen haben,
ſich in öde Gebiete zurückzuziehen und ſeine Anhänger in
kleine Banden aufzulöſen.

* Der Herzog von Braunſchweig und die
Welfen. Unter der Ueberſchrift Unnötige Sorge‟
ſchreibt die Braunſchweigiſche Landeszeitung: Mit einem
Eifer, deſſen Befliſſenheit oft geradezu verdächtig wirkt,
werden von einer gewiſſen Preſſe alle Vorgänge an un=
ſerem
Hofe verzeichnet und vielfach mit einer wenig wohl=
wvollenden
Kritik verſehen. Daß dabei ſehr oft aus einer
Mücke ein Elefant gemacht und eine harmloſe Begeben=
eit
zu einer Staatsaktion geſtempelt wird, dafür iſt ein
Vorgang charakteriſtiſch, der ſich vor einigen Wochen abge=
ſpielt
hat. Aus Hannover wurde auf Grund eines Ver=
ſammlungsberichts
des erſt jüngſt gegründeten welfiſchen
Vereins Viktoria Luiſe gemeldet, unſer, Herzog habe

drei Damen dieſes Vereins empfangen, ein prachtvolles
Blumenbukett mit Schleife und Widmung für die Frau
Herzogin von ihnen entgegengenommen und ſich ange=
legentlich
mit ihnen unterhalten. Dieſer an und für ſich
harmloſe Vorgang, der in dieſer Darſtellung, wie wir aus
beſter Quelle erfahren, nicht einmal der Wirklichkeit ent=
ſpricht
, iſt von einer ganzen Reihe von Zeitungen zum
Anlaß genommen worden, dem Herzog unter Hinweis auf
gegebene Zuſagen allerlei Vorwürfe zu machen und ihm
Vorſchriften zu erteilen, wie er ſich welfiſchen Deputa=
tionen
gegenüber zu verhalten habe. Zunächſt ſei dem=
gegenüber
einmal feſtgeſtellt, daß Herzog Ernſt Auguſt von
Braunſchweig mit einer peinlichen Gewiſſenhaftigkeit ſich
aller Worte und Handlungen enthält, die auch nur im
entſernteſten als eine Bevorzugung welfiſcher Perſönlich=
keiten
, Organiſationen und Beſtrebungen ausgelegt wer=
den
könnten. Korrekter als unſer Herzog kann kein deut=
ſcher
Bundesfürſt ſeine Pflicht gegen Kaiſer und Reich er=
füllen
. Zum Ueberfluß muß aber feſtgeſtellt werden, daß
jener Vorgang, der Empfang der Damen, ſich ganz anders
zugetragen hat, als der Vorſitzende des Vereins ihn zu
ſchildern für nötig befunden hatte und wie es auf Grund
dieſer Schilderung dann in der Preſſe dargeſtellt wurde.
Die Bitte jener Deputation um Audienz zur Ueberreichung
eines Buketts iſt, wie wir erfahren, abſchlägig beſchieden
worden. Infolgedeſſen verſuchte die Deputation, dem
Herzog außerhalb des Schloſſes das Bukett für die Frau
Herzogin zu überreichen, was ihr auch am Tage darauf
gelang, als ſie den Herzog, aus dem Marſtall ins Schloß
gehend, trafen. Selbſtverſtändlich konnte der Herzog die
drei Damen nicht einfach ſtehen laſſen, ſondern nahm mit
freundlichem Dank das Bukett aus den Händen der Da=
men
entgegen. Das iſt der einfache Vorgang, der einer
großen Reihe Zeitungen Anlaß gab, dem Herzog allerlei
Unfreundlichkeiten zu ſagen. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß,
wer am Wege baut, viele Meiſter bat, und daß, wer auf
den Höhen der Menſchheit wandelt, ſich gefallen laſſen
muß, in allen ſeinen Worten und Handlungen kritiſiert zu
werden. Aber in Anſpruch nehmen darf er, daß man nicht
in unfreundlicher Weiſe harmloſe Vorgänge entſtellt und
ſie dann zu einer Staatsaktion aufbauſcht.
* Boulogne=ſur=Mer, 28. April. Prinz und
Prinzeſſin Heinrichvon Preußen ſind auf der
Rückreiſe aus Südamerika an Bord des Kap Trafalgar
hier angekommen. Sie wurden an Bord des Schiffes
durch den deutſchen Vizekonſul in Boulogne und den deut=
ſchen
Marineattaché in Paris. Freiherr v. Bibra, begrüßt.
* Buenos=Aires 28. April. Zum Empfang
des deutſchen atlantiſchen Geſchwaders
aben ſich der Marineminiſter Saenz Valiente und die
Konteradmirale Dominic Garcia und Martin nach der
Marineſtation begeben. Die Behörden der Stadt haben
Feſtlichkeiten für die Beſatzungen vorgeſehen. Die argen=
tiniſchen
Marineſoldaten werden im Arſenal ein Eſſen für
die deutſchen Matroſen veranſtalten.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 30. April.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Luiſe von Battenbergeiſt
Dienstag vormittag 9 Uhr im Auto zum Beſuch im
Neuen Palais eingetroffen und nachmittags 1 Uhr=
42 Min. nach England abgereiſt. Die Großherzogin begab
ſich nachmittags 1 Uhr 50 Min. mit Gefolge im Auto
nach Bad Nauheim, wohnte daſelbſt im Kurhaus einer
Sitzung des Vereins für Mädchenſchutz bei und kehrte
abends 7 Uhr 30 Min. wieder zurück. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Mittwoch den Oberſt v. Eſtorff,
Kommandeur des Infanterie=Regiments Graf Barfuß
(4. Weſtfäl.) Nr. 17 in Mörchingen, den Oberſtleutnant z. D.
Müller, Kommandeur des Landwehrbezirks Friedberg,
den Profeſſor Eberhard von Offenbach a. M., den Ober=
landſtallmeiſter
Willich gen. v. Pöllnitz, den Bildhauer
H. W. v. Glümer von Berlin=Halenſee, den Bureau=
vorſtand
Petry beim Großh. Verwaltungsgerichtshof,
den Oberlehrer Profeſſor Dr. Heim, den Pfarrer Lehr
von Wixhauſen; zum Vortrag den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Oberjägermeiſter Freiherrn
van der Hoop, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld.
g. Strafkammer II. In der Nacht zum 10. Januar
ſtiegen der 19jährige Fahrburſche Philipp Schmitt von
Hahn bei Pfungſtadt und der 28jährige Fahrburſche Wil=
helm
Schulmeyer II. von Mörfelden in Langen in ein
Gehöft ein und entwendeten zwei Stallhaſen, die am
anderen Morgen gebraten und verzehrt wurden. Die
Strafkammer nahm Nahrungsmittelentwend=
ung
an und erkannte gegen beide Angeklagten auf je

Die Nacht von Ulſter.

* Halt! Wer da? Die regenſchwere Nacht hüllte die
Landſtraße von Belfaſt nach dem benachbarten Hafen=
ſtädtchen
Larne in ſchwarze Finſternis. Eine Gruppe von
Männern ſperrt die Straße; im weißen Schein der La=
ternen
des Automobils leuchten die weißen Armbinden
der Unbekannten. Die Ulſterleute, die Freiwilligen, ſind
auf den Beinen. Ein Scheinwerfer blitzt auf und wirft
prüfend einen Strom greller, blendender Helle auf den
Wagen. Dann verlöſcht jäh das Licht, und aus dem Dun=
kel
taucht neben dem Chauffeur eine Geſtalt auf. Bitte.
Ihren Paß! Ohne ihn können Sie nicht paſſieren. Der
Paß wird gereicht, geprüft; dann ein dankendes Nicken
des Fremden und eine Handbewegung: die Bahn iſt frei.
Raſſelnd ſetzt der Motor wieder ein, und die Nachtfahrt
geht weiter. An jeder Brücke, jeder Wegkreuzung, in Ab=
ſtänden
von wenigen hundert Metern, ſieht man im Vor=
beiſauſen
regungsloſe Geſtalten am Straßenrande ſtehen.
Als der Wagen ſie paſſiert, führen ſie grüßend die Rechte
zum Hutrand und im Laternenſchimmer ſieht man wieder
die weißen Armbinden. Die Feldwachen und die Pa=
trouillen
der Ulſterarmee haben plötzlich mit Einbruch der
Dunkelheit von allen Straßen des Ulſterlandes Beſitz er=
griffen
. Und aus allen Himmelsrichtungen keuchen und
rattern in dieſer Freitagsnacht Hunderte und Abechun
derte von Automobilen oſtwärts zur Küſte. Denn in dieſer
Nacht wagt Ulſter ſeinen großen Handſtreich. Noch wiſſen
nur wenige der Führer, was es gilt, wiewohl ganz Ulſter
ſeit Tagen wußte, daß etwas Außerordentliches geſchehen
würde.
Der engliſche Korreſpondent Pereival Philipps er=
zählt
, daß erſt am Morgen die Befehle an die Angehörigen
der Ulſterarmee ergingen. Probemobilmachung
hieß es unverfänglich. Am früheſten mobiliſierten nach
Vorſchrift ohne Waffen die nördlichen Städte und Ge=
meinden
: abends um 6 Uhr. Für andere Orte hieß die
Order 9 Uhr und im Inneren des Landes traten die
Freiwilligen gar erſt um 11 Uhr an. Bis in die gering=
ſten
Einzelheiten waren die Pläne ausgearbeitet, die hier

auf eine Nacht eine Armee von Ulſterbürgern zuſammen=
rief
. Bis auf den letzten Wachtpoſten war jeder Kom=
pagnie
, jedem Zug, jeder Gruppe genau ihre Aufgabe zu=
gewieſen
, und im Handumdrehen hatte mit Einbruch der
Dunkelheit ein wahres Spinnennetz von Poſten und Pa=
trouillen
das ganze Land überzogen. Wer gab die Be=
fehle
? Niemand ſagt es. Aber bis zum letzten Automobil
war die Abfahrtsſtunde beſtimmt, ſo daß um 9 Uhr die
Wagen ihr Ziel erreichen mußten. Im Städtchen Larne
gab es in dieſer Nacht keinen Schlaf. Um 8 Uhr abends
hatten ſich die Freiwilligen zu Herren der Stadt gemacht;
geſchloßene Trupps zogen durch alle Straßen, und drun=
ten
am Hafen war die Hauptmacht konzentiert. Kurz vor
9 Uhr tauchte in der Einfahrt das Licht eines Dampfers
auf, und als wenige Minuten ſpäter der ſchwarze Schiffs=
körper
, der in ſeinem Rumpfe 25000 Mauſergewehre und
3 Millionen Patronen barg. am Kai anlegte, ſtand alles
bereit. Ein paar begeiſterte Freiwillige wollten den Ka=
pitän
, deſſen Geſtalt ſich dunkel von der Kommandobrücke
abhob, mit einem freudigen Zuruf begrüßen, aber das
Mahnwort einiger Offiziere gebot ihnen Schweigen. Ein
Zollbeamter ſtürzte aus ſeinem Bureau und ſtarrte ent=
ſetzt
auf die langen Reihen fremder Männer, die da reg=
ungslos
ſtehen und harren. Man führt den Beamten zu
dem Kommandierenden der Freiwilligen. Aber jede Aus=
kunft
wird dem Zolloffizier rundweg verweigert. Statt
einer Antwort wird ihm kurz verboten, das Schiff zu durch=
ſuchen
. Der Beamte hat faſt Tränen in den Augen, als
er bittet, ihn ſeine Pflicht erfüllen zu laſſen. Nein. Er
bittet wenigſtens um die Verſicherung, daß das Schiff
keine Waffen berge. Nein. Er droht, die Polizei zu
alarmieren. Unbehindert läßt man ihn gehen. Das Poli=
zeigebäude
iſt umſtellt, und die 18 Konſtabler der Stadt
Larne ſind ohnmächtig. Schon erſcheinen die erſten Auto=
mobile
, die Vorhut einer endloſen Kette von 600 Kraft=
wagen
aus allen Teilen Ulſters. Auf dem Schiff iſt es
lebendig geworden, Hunderte von Händen arbeiten bei
der Löſchung. Schon treten 7 Freiwillige an das erſte
Automobil heran. Sie ſchleppen ſchwere, große, verhüllte
Bündel: Gewehre. Ein Offizier tritt hervor, nimmt einen
Zettel vom Führer des Wagens entgegen: Sieben! ſagt

er kurz. Und ſieben dieſer großen ſchweren Pakete ver=
chwinden
im Wagen. Ein Vermerk auf der Karte, dann
kommt bereits die Mahnung: Lebhaft, lebhaft! Der
Führer hat ſeine Anweiſung empfangen, er weiß, auf
welches Gut er ſeine Laſt zu führen hat. Der Motor raſ=
ſelt
, ein ſtummer Gruß: und ſchon keucht das folgende
Auto heran. Nirgends hört man einen lauten Ruf. In
der Ebene aber glitzern als harrende ſtumme Lichterſchlange
die ſich nur langſam vorwärts ſchiebt, 1200 Automobil=
laternen
. Mit erſtaunlicher Schnelligkeit vollzieht ſich das
Werk. Um 3 Uhr morgens hat der letzte Wagen ſeine
Ladung empfangen, und durch die Nacht geht ein Signal
nach Belfaſt ins Hauptquartier: Fertig! Um dieſe Zeit=
begann
in Bangor und Donaghadee das gleiche Werk.
Als der Morgen graut, iſt die Aufgabe dieſes großen Waf=
fenſchmuggels
vor Augen der ohnmächtigen Behörden be=
endet
. 50000 Freiwillige rücken ein, entfernen die Binde
von ihrem Arm und gehen ruhig an ihre Arbeit, als wäre
nichts geſchehen.
In Belfaſt hat man ſich noch das Vergnügen gemacht,
die Beamten irrezuführen. Ratlos folgten Poliziſten den
unzähligen kleinen Trupps von Freiwilligen, die ſcheinbar
ziellos durch die Straßen zogen. Aber niemand verriet
den geheimen Zweck des Treibens. Am Abend ſtreute man
aus, um Mitternacht würde ein Schiff mit geſchmuggelten
Waffen einlaufen, der Dampfer Balmarino Seine Pa=
piere
lauteten auf Kohlen. Ein ganzes Freiwilligenregi=
ment
kampierte in der Nacht am Hafenkai. Und als nach
12 Uhr der Dampfer wirklich einlief, gab es eine Komödie.
Die alarmierten Zollbeamten wollten revidieren. Ihre
Ladung? Ich bin angewieſen, zu ſagen, ſie beſtehe aus
Kohlen. Haben Sie Waffen an Bord? Müſſen Sie
den Kapitän fragen. Der Kapitän weicht ebenfalls aus.
Der Schiffsraum ſoll geöffnet werden. Gegen meine
Order, trotzt der Kapitän. Drei Stunden vergehen im
hitzigen Parlamentieren. Erwartungsvoll ſtürmen endlich
die Zöllner an Bord. Das Schiff iſt leer, in einem Bun=
ker
findet man echte ſchwarze Steinkohlen. Und während
die verdutzten Beamten zornig auf die lachenden Frei=
willigen
blicken, ſind inzwiſchen in Ulſter 25000 Gewehre
gelandet. So kommt auch der Humor zu ſeinem Recht,

[ ][  ][ ]

ſechs Wochen Haft. Der 38jährige Taglöhner Her=
mann
Greim von Trebur hatte ſich erboten, einen Tag=
löhner
in einer Gewerbegerichtsſache zu vertreten. Er er=
hielt
auch für ſeine Auslagen 3 Mark, ohne daß er ſich in
der Sache bemüht hätte. Der Angeklagte, der nur zum
Teil geſtändig iſt, wurde wegen Rückfallsbetruges zu brei
Monaten Gefängnis verurteilt. Eine weiter zur
Verhandlung kommende Sache wurde zwecks weiterer Be=
weiserhebung
vertagt, da ſich zwei unter Eid gemachte
Ausſagen direkt widerſprechen. In einem Zivilprozeß
zwiſchen dem Angeklagten Schloſſer Jourdan aus Frank=
furt
und dem heutigen Belaſtungszeugen Steinmetz Phi=
lipp
aus Frankfurt vor dem Amtsgericht Groß=Gerau
wurde ein Vergleich zugunſten des damaligen Klägers
Jourdan geſchloſſen. Die Verhandlung war am 24. Okto=
ber
1913, und am 7. Februar 1914 lief eine Anzeige bei der
Staatsanwaltſchaft ein, der jetzige Angeklagte J. habe
nach jener Verhandlung beleidigende Aeußerungen über
den Amtsrichter in Groß=Gerau gemacht. Unterſchrieben
war die Anzeige mit dem Namen eines Zeugen Zwilling,
der entſcheidend im günſtigen Sinne für den damaligen
Kläger ausgeſagt hatte. In der Verhandlung vor der hie=
ſigen
Strafkammer wegen Beleidigung des Amtsrichters
gegen Jourdan ſagte nun dieſer Zeuge Zwilling unter
ſeinem Eid aus, daß er jene Anzeige nicht geſchrieben habe
und daß auch die darin angegebenen Ausdrücke nicht ge=
fallen
ſind. Der damalige Privatbeklagte Philipp gibt
ebenfalls unter ſeinem Eide an, daß er die Aeußerung ge=
hört
habe, die der Angeklagte zu dem Zeugen Z. getan
habe. Es ſteht ſomit Ausſage gegen Ausſage, weshalb
das Gericht die Sache zur Aufklärung ausſetzte. Ein 15 Bürſchchen von Gernsheim hatte dort in der Kan=
tine
der Chemiſchen Fabrik aus einem verſchloſſenen
Schließkorb 16 Mark entwendet und auf dem Masken=
ball
verbraucht. Die Strafkammer verurteilte den Ange=
klagten
zu einer Woche Gefängnis.
Vom Hoftheater. Heute wird der Freiſchütz mit
Fräulein Geyersbach als Agathe, im übrigen in der be=
kannten
Beſetzung mit Frau Beling und den Herren
Becker und Stephani aufgeführt. Die Vorſtellung Don
Caxlos am Freitag, in der Herr Weſtermann zum
erſten Mal den Philipp ſpielt, beginnt mit Rückſicht auf
die lange Dauer des Stückes bereits um 6½ Uhr. Der
glänzende Erfolg der zweiten Feſtſpielaufführung Don
Juan, der der neuen von Kurt Kempin geſchaffenen
ſzeniſchen Ausſtattung wohl in gleichem Maße wie der
muſikaliſchen Neueinſtudierung durch Blech zu danken war,
vecanlaßt die Direktion, das Werk in der neuen Geſtalt
bereits am kommenden Sonntag, den 3. Mai, abends
7 Uhr, zur erſtmaligen Wiederholung zu bringen. Die
muſikaliſche Leitung übernimmt Hofkapellmeiſter Otten=
heimer
, die Donna Anne ſingt auch in dieſer Aufführung
Frau Berta Schelper vom Frankfurter Opernhaus. Zu
dieſer Vorſtellung gelten die gewöhnlichen Preiſe.
Man ſchreibt uns: Zum Beſten des Witwen=
und Waiſenfonds der Hofmuſik findet alljähr=
lich
eine Vorſtellung bei aufgehobenem Abonnement ſtatt,
und unſer kunſtſinniges Publikum nimmt ſtets die Ge=
legenheit
wahr, an dieſem Abend der Hofkapelle ſeine
Sympathie durch zahlreichen Beſuch der Benefiz= Vor=
ſtellung
zum Ausdruck zu bringen. In dieſem Jahr iſt eine
Aufführung von Verdis Troubadour gewählt
worden, die am Samstag, den 2. Mai, abends 7½ Uhr,
unter muſikaliſcher Leitung von Richard Lert in der anläß=
lich
des Verdi=Zyklus von Otto Nowack geſchaffenen Neu=
inſzenierung
ſtattfindet. Eine beſondere Anziehungskraft
dürfte die Vorſtellung dürch das Gaſtſpiel von Sandro
Menges ausüben, eines in Darmſtadt wohlbekannten
jungen Künſtlers, der durch ſeine prächtigen Leiſtungen
in den erſten Jahren ſeiner Künſtler=Laufbahn ſchon be=
rechtigtes
Aufſehen erregte und die Aufmerkſamkeit der
großen Theater auf ſich gezogen hat. Der junge Sänger,
der unter anderem bereits vierzehn Mal den Parſifal dar=
ſtellte
, und neben der Salvatini als Joſé und Rhadames
ſehr gefeiert wurde, hat gerade als Manrico die beſte Ge=
legenheit
, ſeine Fähigkeiten ins rechte Licht zu ſetzen. Zu
dieſer Vorſtellung gelten die Abonnementspreiſe (Sperrſitz
2,50 Mk.). Der allgemeine Kartenverkauf beginnt heute an
der Hoftheatertageskaſſe zu den üblichen Kaſſenſtunden.
Rh Von der Techniſchen Hochſchule. Die Diplom=
Hauptprüfungen der Abteilungen für Architektur, Ma=
ſchinenbau
, Papierfabrikation und Elektrotechnik begin=
nen
mit den Klauſurprüfungen, die vom 4. bis einſchl.
6. Mai dauern. An denſelben nehmen teil in Architektur
14, in Maſchinenbau 8, in Papierfabrikation 2 und in
Elektrotechnik 4 Kandidaten. Am 28. d. M. verſtarb der
Aſſiſtent am mathematiſchen Inſtitut ſowie für Orna=
mentzeichnen
Herr Alfred Gay. Die Beerdigung findet
heute nachmittag 3½ Uhr vom Portale des Darmſtädter
Friedhofes aus ſtatt. Der Ehrendoktor der hieſigen

Techniſchen Hochſchule Herr Generaldirektor Dr.=Ing.
Eyde aus Chriſtiania wird am Dienstag den 5. Mai,
nachmittags 5 Uhr, im großen Hörſaal des chemiſchen
Inſtituts einen Vortrag über die Entwicklung der nor=
wegiſchen
Salpeterinduſtrie halten. Die zweite Imma=
trikulation
, bei der neueingetretene Studierende durch
Verpflichtung auf die Diſziplinarbeſtimmungen in den
Verband der Hochſchule aufgenommen werden, findet am
Donnerstag, den 7. Mai, mittags 12¼ Uhr pünktlich, in
der Aula ſtatt.
* Photographiſches Inſtitut der Hochſchule. Wir ent=
nehmen
einem Anſchlag am Schwarzen Brett das Folgende:
Die Photographiſchen Uebungen B finden Dienstags, von
811 Uhr, ſtatt. (Beginn: Dienstag, den 5. Mai.) Die
Vorleſung: Grundlagen der Photographie wird am
Donnerstag, von ½1011 Uhr, abgehalten. (Beginn:
7. Mai, kleiner phyſik. Hörſaal.) Damen und Herren,
welche ſich an den Farbenphotographiſchen Uebungen oder
an der Vorleſung: Grundlagen der Kinematographie be=
teiligen
wollen, werden gebeten, ſich bis ſpäteſtens Don=
nerstag
, den 7. Mai, zu melden. Es wird dann je nach
Anzahl der Teilnehmer entſchieden, ob dieſe beiden Vor=
leſungen
bezw. Uebungen überhaupt ſtattfinden.
* Die Muſterkollektion. Die Städtiſche Rechts=
auskunftsſtelle
ſchreibt uns: Immer neue Tricks
erſinnen die Schwindler, um ihre Mitmenſchen zu betrü=
gen
. So ſuchen zurzeit verſchiedene Zigarrenverſand=
geſchäfte
Generalvertreter, denen ſie in hochtönenden Zei=
tungsanzeigen
eine Lebensſtellung ein glänzendes
Einkommen, dauernden Verdienſt oder ähnliches in
Ausſicht ſtellen. Die Bewerber erhalten ein mechaniſch
vervielfältigtes Schreiben, worin ihnen die Vertretung
unter folgenden Vorzugsbedingungen angeboten wird.
Sie erhalten bei einem Mindeſtmonatsumſatz von 500 Mk.
100 Mark Vergütung. Bei einem kleineren Umſatz haben
ſie dagegen Anſpruch auf die anſehnliche Proviſion von
15 Prozent. Sie müſſen aber, und darauf haben die
Schwindelfirmen es lediglich abgeſehen, einen Muſter=
koffer
nebſt einer Auswahl von Zigarren zu einem
unverhältnismäßig hohen Kaufpreis von der Firma be=
ziehen
. Es wird ihnen geſtattet, mit zahlungsfähigen Be=
ſtellern
ein Ziel zu vereinbaren. Schicken nun demnächſt
die Vertreter die geſamten Aufträge wirklich kreditfähiger
Beſteller ein, ſo erhalten ſie von ihrem Haus die gedruckte
Antwort, es ſei durch die über die Beſteller eingeholten
Auskünfte leider gezwungen, mitzuteilen, daß die über=
ſandten
Aufträge, ſowie alle künftigen nur gegen
Vorausbezahlung erledigt werden könnten. Daß ſich zu=
mal
in der Zigarrenbranche kein Abnehmer auf dieſe Be=
dingung
einlaſſen wird, bedarf keiner Worte. Die Auf=
klärung
darüber aber, inwiefern die über beſtimmte Be=
ſteller
eingeholten Auskünfte auch für zukünftige, heute
noch unbeſtimmte Beſteller maßgebend ſein können, muß
den Schwindelfirmen überlaſſen bleiben. Dem Herrn
Generalvertreter aber mag es zum Troſt gereichen, daß
durch Nichtausführung nicht nur ihm, ſondern auch ſeinem
Hauſe der Verdienſt entgeht worauf ſeine menſchen=
freundliche
Firma in ihrem gedruckten Ablehnungsbeſcheid
noch hinzuweiſen beliebt. Immer wieder muß darüber
aufgeklärt werden, daß der allergrößte Teil der hoch=
tönenden
Gewerbsangebote von zweifelhaften Firmen
ausgeht, denen die Ausplünderung der unkundigen Kreiſe
ein einträgliches Gewerbe iſt. Würde die Verdienſtmög=
lichkeit
wirklich beſtehen, ſo würden die Inſerenten ſelbſt
zunächſt damit ihr Glück verſuchen. Man erkundige ſich,
bevor man feſte Abmachungen mit einer unbekannten
Firma trifft, bei der hieſigen Kommiſſion zur Be=
kämpfung
der Schwindelfirmen. Geſchäftsſtelle
der Städtiſchen Rechtsauskunftsſtelle, Stadthaus,
Rheinſtraße. Sie gewährt auch für den Fall, daß
bereits Schädigungen vorliegen, Rat und Auskunft.
* In Amerika verſtorbene Heſſen. Frau Margaretha
Sauers, geb. Reehl, verwitwete Greenich, in Bucyrus,
O., ſtarb am 30. März infolge von Altersſchwäche. Die
Verſtorbene war 1822 in Heſſen=Darmſtadt geboren und
erreichte das hohe Alter von 91 Jahren. Im Alter von
118 Jahren kam ſie nach Amerika. Herr Kaſpar
Schmidt in Elgin, Ill., verſchied am 5. April. Er
wurde am 25. Dezember 1833 als der Sohn von Kaſpar
Schmidt, einem Weber, in Dolgesheim (Heſſen=Darmſtadt)
geboren, genoß eine gute Schule und erlernte danach das
Küferhandwerk. Im Alter von 21 Jahen kam er nach
Amerika. Am 31. März verſtarb im Manhattan=State=
Hoſpital in Neu=York City Herr Charles Wirth im
Alter von 72 Jahren. Der Dahingeſchiedene war am
11. Februar 1842 in Weckesheim (Heſſen=Darmſtadt) ge=
boren
und kam im Jahre 1859 nach Amerika. Am
9. April ſtarb in Neu=York City Frau Katharine Döp=
penſchmidt
, geb. Mahl. Die Verſtorbene erblickte in
Ilbenſtadt, Kreis Friedberg (Heſſen=Darmſtadt), das

Licht der Welt, verheiratete ſich im Jahre 1908 in Frank=
furt
a. M. mit Herrn Georg Karl Döppenſchmidt aus
letzterer Stadt und kam im Jahre 1910 nach Amerika.
* De Vertretung vor dem Reichsverſicherungsamt. Die
gemein ützigen Rechtsauskunftſtellen gewinnen für die
Pflege des Rechts und für die Wohlfahrt der minder=
bemittelten
Volkskreiſe eine immer größere Bedeutung.
Namentlich der Zuſammenſchluß der öffentlichen Rechts=
auskunftſtellen
zu dem Verbande der deutſchen gemeinnützi=
gen
unparteiiſchen Rechtsauskunftſtellen (Vorſitzender
Oberbürgermeiſter Kaiſer, Neukölln, Geſchäftsſtelle Lübeck,
Parade 1) hat viel zu dem inneren Ausbau der gemein=
nützigen
Rechtsauskunft beigetragen. Eine der bedeu=
tungsvollſten
Einrichtungen dieſes Verbandes iſt die Ver=
tretung
vor dem Reichsverſicherungsamt; ſie iſt einem
zum Richteramt qualifizierten Juriſten übertragen, der be=
ſonders
mit der Arbeiterverſicherungsgeſetzgebung in her=
vorragendem
Maße vertraut iſt. Die Vertretung vor dem
Reichsverſicherungsamt, wie auch die perſönliche Wahr=
nehmung
der Termine erfolgt unentgeltlich in allen von
den Mitgliedern des Verbandes überwieſenen Fällen. Aus
Bezirken, in denen gemeinnützige Rechtsauskunftſtellen
noch nicht beſtehen, finden auch die Bitten der Verſicherten
ſelbſt um Wahrung ihrer Sache vor dem Reichsverſiche=
rungsamt
, ſoweit angängig, Berückſichtigung. Die
Städtiſche Rechtsauskunftſtelle Darmſtadt,
Stadthaus, Rheinſtraße 18, iſt durch ihre Mit=
gliedſchaft
bei dem genannten Verbande ohne weiteres in
der Lage, ihren Auskunftſuchenden die großen Vorteile
jener Vertretung nutzbar zu machen. Dies iſt für die Ver=
ſicherten
von großem Wert, da ſie zu allermeiſt nicht ſelbſt
zum Termin fahren können, eine perſönliche Wahrneh=
mung
der Termine aber auch vor dem Reichsverſiche=
rungsamt
höchſt wünſchenswert iſt. Vorausſetzung iſt
nur, daß die Verſicherten ſich in ihren Invaliden= und
Unfallrentenangelegenheiten rechtzeitig vor Ablauf der
Rechtsmittelfriſten an die Rechtsauskunftſtelle wenden.
Dieſe Friſten ſind in den berufungsfähigen Beſcheiden,
aber nicht in den Entſcheidungen des Oberverſicherungs=
amtes
angegeben und werden daher in ſolchen Fällen er=
fahrungsgemäß
oft verſäumt.
* Der Verein ſtaatl. geprüfter Desinfektoren ( Zweig=
verein
Heſſen) hielt ſeine zweite Hauptverſammlung ab.
Der erſte Vorſitzende Herling=Darmſtadt eröffnete die
Verſammlung um 2 Uhr und hieß die Erſchienenen, welche
aus allen Teilen Heſſens gekommen waren, willkommen.
Nach Eintritt in die Tagesordnung verlas der 1. Schrift=
führer
Stroh=Darmſtadt das Protokoll der vorjährigen
Hauptverſammlung, ſowie der letzten Quartalsverſamm=
lung
in Bingen, welche beide genehmigt wurden. Der
Kaſſierer Iſinger=Bingen erſtattete dann den Rechen=
ſchaftsbericht
, welcher gegen das Vorjahr als ein recht
günſtiger zu bezeichnen war, da durch die finanzielle Unter=
ſtützung
einiger Kreisämter und Stadtverwaltungen, dar=
unter
Darmſtadt an erſter Stelle, die Kaſſe bedeutend ge=
ſtärkt
wurde, was von den Anweſenden mit großem Dank
entgegengenommen wurde. Ein Antrag des Vorſitzenden,
mit Rückſicht auf den nächſtjährigen, in Würzburg ſtattfin=
denden
Deutſchen Desinfektorentag und der damit ver=
bundenen
Koſten für den Verein, die Mitgliederbeiträge
zu erhöhen, fand einſtimmige Annahme. Von ſeiten eines
Mitgliedes wurde der Antrag eingebracht, man möge die
Desinfektoren nebenbei als Krankenkontrolleure oder Woh=
nungsaufſeher
beſchäftigen, wie es bereits in vielen Krei=
ſen
und Bezirken anderer deutſchen Staaten eingeführt iſt,
fand Annahme, und will der Verein hierzu das weitere
veranlaſſen. Weiter wurde Klage geführt, daß in einzelnen
Kreiſen vielfach Desinfektionen durch Schweſtern ausge=
führt
werden. Auch hierzu will der Verein Stellung neh=
men
; im Kreis Bensheim iſt dies bereits im Vorjahre
geſchehen und von dem dortigen Kreisamt Abhilfe geſchaf=
fen
worden. Zum weiteren Antrag, Herling=Darmſtadt,
betr. Ehrenmitglieder, wurde vorgeſchlagen: 1. Das Ehren=
mitglied
des Vereins Herrn Medizinalrat Dr. Bötticher
in Gießen als deutſches Bundes=Ehrenmitglied vorzu=
ſchlagen
. 2. Zu Ehrenmitgliedern des Heſſiſchen Vereins
wurden vorgeſchlagen die Herren: Hauptmann à la suite
Kolonnenführer der Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten
Kreuz Reinhardt Lotheißen=Darmſtadt, Kreisarzt Medizi=
nalrat
Dr. Nebel=Friedberg und Kreisarzt Medizinalrat
Dr. Walger=Erbach. Auch dieſer Antrag wurde einſtim=
mig
angenommen. Es erfolgte nunmehr Neuwahl des
Vorſtandes. Der ſeitherige erſte Vorſitzende Herling=
Darmſtadt wurde einſtimmig wiedergewählt. Ferner wur=
den
gewählt: Wößner=Romrod zum zweiten Vorſitzenden,
Stroh=Darmſtadt zum erſten Schriftführer, Müller=Erbach
zum zweiten Schriftführer, Iſinger=Bingen zum erſten
Kaſſierer, Gräber=Offenbach zum zweiten Kaſſierer. Die
Kollegen Jung, Spießheim und Harreus=Alzey zu Kon=
trolleuren
. Als Ort der nächſten Tagung wurde Bens=
heim
beſtimmt.

Feuilleton.

CK. Der Vater der modernen Reklame. Als Drei=
undſiebzigjähriger
iſt am Sonntag in London Mr. T. J.
Barratt geſtorben, der Direktor der Firma Pears, der
ſich in der Geſchichte der modernen Reklame einen Ehren=
platz
eroberte und in ſeinem Vaterlande mit vollem Recht
der Vater der Reklame genannt wurde Denn er war
es, der als erſter Geſchäftsmann in den 70er Jahren im
größten Stil und in einer damals noch völlig unbekannten
Weiſe Geſchäftsreklame verſuchte und damit in kurzer Zeit
ſſo gewaltige Erfolge erzielte, daß ſeine Methode überall
Nachahmer fand. Durch ihn ſind in England die Reklame=
mittel
der Pears Soap, der Pears=Seife, ggradezu ſprich=
wwörtlich
geworden. Der Sinn für den Wert einer geſchick=
tten
Reklame muß Barratt im Blute geſteckt haben, denn
ſſchon als kleiner Junge leiſtete er hierin ſein Geſellenſtück.
Damals ſah er am Fenſter eines Obſtladens eine Karte
mit dem Preis für Aepfel, deren appetitliches Ausſehen
dem Schuljungen den heißen Wunſch nach einem ſolchen
Leckerbiſſen erweckte. Er ging nach Hauſe, malte eine
lluſtrierte Karte, durch die die Vorzüge der Aepfel ange=
prieſen
wurden, eilte zum Laden zurück und verhandelte
nun dieſes erſte Produkt ſeines Reklameſinnes gegen
einige der Aepfel. Was er hier im Kleinen tat, verſuchte
er ſpäter, als er in die Firma Pears eintrat, im Großen
Das Haus Pears war damals die älteſte Seifenfabrik
Englands, aber trotzdem ein Unternehmen von ſehr be=
ſecheidenem
Umfang. In den 80 Jahren ihres Beſtehens
hatte die Firma alles in allem kaum 10000 Mark für
Reklamezwecke aufgewandt, ihr ganzes Kapital betrug
kaaum 140000 Mark. Von Anfang an arbeitete Barratt
wun darauf hin, in großem Stile Reklame zu machen. Er
unternahm Verſuche, die damals als unerhört galten, ent=
warf
Rieſeninſerate, die wochenlang ſtändig in allen gro=
ßen
Londoner Morgenblättern erſchienen, erfand Schlag=
worte
, verſtand es ſtets, die Alltäglichkeit des Lebens in
den Dienſt ſeiner Ziele zu ſtellen und erntete von Anfang
an unerwartete Rieſenerfolge. Eine zeitlang ließ er bei=

ſpielsweiſe in ſämtlichen Londoner Blättern ein großes,
zweiſpaltiges Inſerat erſcheinen, das immer nur die Worte
Guten Morgen, haben Sie Pears=Seife benutzt? ent=
hielt
. Niemand konnte dieſem Morgengruße entgehen,
welches Blatt man auch aufſchlug, überall leuchtete einem
der gleiche Gruß und die gleiche Frage entgegen, ſo daß
man in London eine zeitlang kaum noch guten Morgen
zu ſagen wagte, weil der andere mechaniſch erwiderte:
Haben Sie Pears=Seife benutzt? Als Erſter ſuchte Bar=
ratt
die Kunſt der Reklame dienſtbar zu machen, er kaufte
Millais’ Gemälde Bubbles für 44000 Mark und ließ
nun Millionen von Reproduktionen herſtellen. Seit ſeiner
Geſchäftsführung hat Barratt rund 60 Millionen Mark
für die Reklame der Pears=Seife ausgegeben, in einem
Jahre bisweilen über 2½ Millionen. Dafür iſt die Firma,
die früher nur 140000 Mark Kapital beſaß, heute ein Un=
ternehmen
mit einem Kapital von weit über 16 Millionen.
Pears Reklame aber iſt weltberühmt geworden, und nicht
umſonſt ſagte einſt Gladſtone im Parlament in zorniger
Debatte: Ich gebe nicht nach, und wenn Ihre Anträge
auch ſo unendlich werden wie die Inſerate von Pears=
Seife. Das war ein Ehrentag im Leben Barratts, und
er konnte ſich ſchmunzelnd die Hände reiben: es war ja
eine große und unerhört billige Reklame.
* Die ausſterbende Rieſenſchildkröte. Als Darwin
auf der durch ſeine Forſchungen zu einem Markſtein der
Geſchichte der Naturwiſſenſchaft gewordenen Weltreiſe die
Inſelgruppe der Galapagos im Stillen Ozean unweit der
Weſtküſte von Amerika beſuchte, war er überwältigt von
der Menge der Rieſenſchildkröten, die auf dieſen Eilanden
leben und ihnen auch den Namen der Schildkröteninſeln
ingetragen haben. Jetzt, nachdem faſt achtzig Jahre ſeit
ſeinem Beſuch vergangen ſind, ſind die von ihm am meiſten
bewunderten Arten ganz oder nahezu ganz ausgeſtorben.
Die Elefantenſchildkröten friſten noch ihr Daſein, aber die
von Darwin als Testudo abingdoni bezeichnete Art iſt be=
reits
gänzlich verſchwunden. Dabei machen die Galapagos
ihrem Namen inſofern immer noch Ehre, als ſie die ein=
igen
Inſeln geblieben ſind, wo man dieſe rieſenhaften
Kriechtiere überhaupt noch anzutgeffen erwarten darf.

Früher kamen ſie auch auf anderen ozeaniſchen Inſeln nicht
ſelten vor, aber der Menſch hatte ſich mit einer wahren Wut
auf dieſe unbehilflichen Geſchöpfe geworfen, die ſeine Be=
gehrlichkeit
zu ihrem Verderben in mehr als einer Hinſicht
erregten. Ein Paradies für Rieſenſchildkröten iſt früher
auch die kleine Inſel Rodrigue im Indiſchen Ozean ge=
weſen
. Nach der Ueberlieferung aber wurden im 18. Jahr=
hundert
jährlich 25000 Stück dieſer großartigen Geſchöpfe
nach der benachbarten Inſel Mauritius geſchafft, um dort
den angeſiedelten Europäern zu Leckerbiſſen zu dienen.
Es läßt ſich leicht verſtehen, daß dieſe Schildkrötenart in
wenigen Jahrzehnten völlig ausgerottet wurde. In etwas
weiterer Vergangenheit ſind ſogar Inſeln, die zum Bereich
von Europa gehören, durch ſolche Bewohner ausgezeichnet
geweſen; dieſe ſcheinen aber ſchon vor Beginn der geſchicht=
lichen
Zeit ausgeſtorben zu ſein. So iſt erſt unlängſt eine
Rieſenſchildkröte von der Inſel Minorka im Mittelmeer
beſchrieben worden. Ihre Ueberbleibſel liegen in Schich=
ten
ſo jugendlichen Alters, daß der Menſch jedenfalls mit
dieſen Tieren ſich bereits in den Beſitz der Inſeln geteilt
hat. Aber ſchon damals muß er auf ihre Erlegung erpicht
geweſen ſein, da ſie wegen ihrer Ungeſchicklichkeit und
Langſamkeit eine leichte Beute für ihn werden mußte.
* Ueber die alten Leute in Steinhude ſchreibt man
dem Hann. Kourier: Daß Steinhude ein geſunder Oct iſt,
geht wohl daraus hervor daß die hier lebende Bevölke=
rung
im Durchſchnitt ein ſehr hohes Alter erreicht. Bei
etwa 1900 Einwohnern leben hier augenblicklich 10 Per=
ſonen
, die über 80 Jahre alt ſind. Eine Ur=Ur=Großmutter
zählt bereits 93 Jahre, eine Urgroßmutter 88 Jahre und
eine andere Urgroßmutter 83 Jahre, eine Witwe 84 und
zwei andere Witwen je 83 Jahre. Der Senior der Greiſe
iſt 86 Jahre alt, und ein Fiſcher zählt ebenfalls 86 Jahre,
zwei andere Männer zählen 84 und 83 Jahre. Dieſe 10
Perſonen haben zuſammen alſo 853 Lebensjahre aufzu=
weiſen
. Leute, die zwiſchen 70 und 80 Jahre alt ſind und
ſich noch einer verhältnismäßig guten Geſundheit erfreuen,
gibt es hier über 50 an der Zahl.

[ ][  ][ ]

* Evangeliſcher Bund, Zweigverein Darmſtadt. Die
Mitglieder des Vereins ſeien auch an dieſer Stelle auf die
heute Donnerstag, abends halb 9 Uhr, im Grünen Zimmer
des Kaiſerſaals ſtattfindende ordentliche Hauptver=
ſammlung
aufmerkſam gemacht. Auf der Tagesord=
nung
ſteht u. a. ein Vortrag des Lehrers H. Krapp über:
Die Umgeſtaltung des heſſiſchen Schulgeſetzes.
Der Bauverein für die Reformationskirche hält
ſeine diesjährige Hauptverſammlung am Freitag,
den 1. Mai, abends halb 9 Uhr, im Gemeindehauſe, Kies=
ſtraße
17, ab. Sie dürfte inſofern von beſonderer Be=
deutung
ſein, als ſie zugleich Gelegenheit bietet, einen Ein=
blick
in das im Entwurf vorliegende Bauprojekt zu ge=
winnen
. Die Mitglieder des Vereins werden auf die
Verſammlung auch an dieſer Stelle hingewieſen.
§ Selbſtmord. Am Dienstag nachmittag gegen
2 Uhr hat ſich ein älterer Mann auf dem Städtiſchen
Friedhof an dem Erbbegräbnis ſeiner Eltern einen
Schuß in die rechte Kopfſeite beigebracht. An demſelben
Nachmittag zwiſchen 4 und 5 Uhr iſt der Mann in dem
Städtiſchen Krankenhaus, wohin er verbracht wurde,
geſtorben.
§ Seinen Brandwunden erlegen. Am Samstag
vormittag um 9 Uhr haben ſich zwei Kinder im Alter
von 4½ und 2¾ Jahren in der Küche ihrer elterlichen
Wohnung mit kochendem Waſſer verbrannt, worauf ſie
durch die Rettungswache mittelſt Krankenautomohils in
das Städtiſche Krankenhaus verbracht wurden. Das
älteſte Kind iſt geſtern ſeinen Brandwunden erlegen.
Der gelbe Fahrplan, gültig für das Sommer=
halbjahr
1914, liegt in gewohnter Ausſtattung der
heutigen Auflage des Darmſtädter=Tagblatts bei.

Erklärung.

In der Klageſache Grünewald-Winkler
geben wir nochmals die Erklärung ab, daß wir, wie auch
das freiſprechende Urteil des Schöffengerichts in Gießen
vom 13. Februar d. J. anerkannt und begründet hat, bei
Abdruck der Zuſchrift des Abg. Winkler weder die Abſicht
noch das Bewußtſein einer Beleidigung des Abg. Grüne=
wald
gehabt haben und der Anſicht geweſen ſind, daß der
Abg. Winkler die volle Verantwortung für ſeine Zu=
ſchrift
zu übernehmen habe. Nach dem Verlauf der
Schöffengerichtsverhandlung in Gießen vom 6. Februar
d. J. haben wir aber, gleich dieſem Gericht, die Ueber=
zeugung
gewonnen, daß der Vorwurf des Abg. Winkler:
daß der Abg. Grünewald entſchloſſen ſei, für ſeine Hand=
lungen
nicht einzuſtehen, indem er eine Forderung abge=
lehnt
habe, und daß er damit einen Akt der Feigheit be=
gangen
habe, zu Unrecht erhoben worden iſt und nicht
hätte verbreitet werden ſollen.
Redaktion des Darmſtädter Tagblatts.

Modeſchau mit Tango=Furlana.

Five o’elock-tea.
Es iſt jetzt wirklich auch für unſere verwöhnteſten
Anſprüchen in bezug auf Modeſchöpfungen huldigende
Damenwelt nicht mehr notwendig, nach Frankfurt oder
gar Berlin oder ſchließlich Paris zu gehen, um zu er=
fahren
, welches die neueſten Edikte der Tyrannin Mode
ſind und wie die entzückenden Neuſchöpfungen ſtehen
was man bekanntlich nirgends ſo treffend als am lebenden
Modell erkennen kann. Es ſoll wenigſtens nicht mehr
nötig ſein nach dem, was der geiſtige Urheber der neueſten
geſellſchaftlichen Veranſtaltung unſerer Reſidenz, Herr
Henry Laßmann, programmatiſch erklärte. Wir
haben nun auch in Darmſtadt unſere Große Mode=
ſchau
gehabt. Etwa 400 Damen und Herren waren der
liebenswürdig=dringlichen Einladung der Veranſtalter ge=
folgt
. Unſere beſten Geſellſchaftskreiſe waren vertreten,
und man bekam ſo eigentlich zwei Modeſchauen zu ſehen,
eine, die die Damen unſerer Geſellſchaft ſelbſt boten, und
eine, die die Neuſchöpfungen der kommenden Mode zeigte.
Damenmode und Tanz üben immer eine erhebliche An=
ziehungskraft
aus. Man hätte nämlich die Modeſchau
mit der Vorführung von Tänzen modernſten Genres
Tango=Furlana, Maxixe uſw verbunden. Herr Laß=
mann
hatte eine Anzahl erſter hieſiger Firmen für ſein
Unternehmen zu intereſſieren gewußt, das ſo zu einer für
unſer Geſchäftsleben neuartigen, durchaus großſtädtiſch
wirkenden Verbindung von vornehmer Reklame mit
nun mit geſchäftlichen Zwecken wurde. Das iſt in dieſer
Form ſicher nicht zu beanſtanden, ſondern im Gegenteil,
es dürfte zur Nachahmung empfohlen werden, wenn die
Aufmachung gleich vornehm bleibt wie hier.
Der Saal des Hotels Zur Traube bot ein feſſelndes
Bild mit der koſtbaren Teppichdekoration und dem Flor
ſchöner und noch ſchönerer Frauen, deren Parfüm, mit
den würzigen Wohlgerüchen der Fliederdekoration geeint,
ſich in faſt beklemmenden Duftwölkchen über das bunt=
farbige
Bild legte. Eine kurze über den Zweck der Ver=
anſtaltung
informierende Anſprache des Arrangeurs,
Herrn Henry Laßmann, leitete die Modeſchau. ein.
Dann führten Tanzvorführungen zu den Darbietungen des
Programms über. Hierzu war das Tänzerpaar Mr.
Ralff und Mme. Ferrari aus London zu einem
Gaſtſpiel gewonnen worden. Es wurde zuerſt ein
Elite=Tango getanzt, der wohl ſehr vornehm wirkte,
aber beim beſten Willen kein Tanz war. Friſcher in
ſeinen liebenswürdigen, an kindliches Spiel anklingenden
Pas war ſchon der Maxixe Braſilienne, der eine
Steigerung im ſinnlichen Ausdruck und in der Leben=
digkeit
des Tanzens in der Furlana, vor allem
aber im Boſton fand, in dem das reizende Tänzerpaar
Occi und Li aus dem Pariſiana=Enſemble aus dem Or=
pheum
ein Gaſtſpiel gab. Man ſpendete dem eleganten
Tänzerpaar reichlich Beifall. Im übrigen bot das Pro=
gramm
muſikaliſche Darbietungen, die unterbrochen wur=
den
durch die Vorführungen von Koſtümen.
Das geſchah durch eine Anzahl entzückender Manne=
quins
, und zwar lebender wie das Programm be=
ſonders
feſtſtellen zu müſſen glaubte. Die Mannequins
ſind bekanntlich möglichſt ſchöne junge Damen, deren
Lebensaufgabe es iſt, die Schöpfungen der Mode mit An=
ſtand
und Schick zu tragen, was nicht immer ganz leicht
iſt, und ihre Vorzüge ins rechte Licht zu rücken. Das
verſtanden nun die jungen Damen ganz ausgezeichnet.
Sie waren im Prunk ihrer echten Pariſer, Wiener und
Berliner neueſten Modelle ganz Vornehmheit, ganz Stil.
Eine Beſchreibung der zum Teil ganz entzückenden Ko=
ſtüme
, Roben und Mäntel zu geben, iſt auch teilweiſe‟
nicht möglich. Dazu war ihre Zahl zu groß, ihre Be=
ſchaffenheit
zu kompliziert. Es wurden wohl an drer
Dutzend Koſtüme und Mäntel und ebenſoviele Hüte ge=
zeigt
. Dazu kamen Friſuren, unter denen auch lila und
grüne nicht fehlten, Fußbekleidung u. v. a.
An den muſikaliſchen Darbietungen war hervorragend
die Firma K. Jäger mit Gramola=Vorführungen be=
teiligt
, in denen Künſtler wie Jadlowker, Frieda Hempel,
Caruſo uſw ſich hören ließen. Im Vorſaal waren inter=
eſſante
Ausſtellungen arrangiert, die von der Leiſtungs=

fähigkeit der Darmſtädter Firmen beredtes Zeugnis ab=
legten
. Die Vorführung von Modellen erfolgte durch die
Firma D. Rehfeld u. Co G. m. b. H Sämtliche vor=
geführten
Hüte der Firma A. Reith=Reinicke, Ernſt=
Ludwig=Straße 2, waren im eigenen Atelier angefertigt.
Weitere Damenhüte entſtammten der Firma Arn=
heiter
, Darmſtadt. Das geſamte Teppicharrangement
wurde von der Firma Ludwig Alter geliefert. Die
Blumendekoration wurde von der Firma Henkel arran=
giert
. Die Friſuren der Mannequins wurden von der
Firma Gg. Frz. Frank, Hoffriſeur, Eliſabethenſtraße, her=
geſtellt
. Sämtliche Schuhwaren der Mannequins ent=
ſtammten
der Firma Speiers Schuhwarenhaus
(Inh. Paul Wildau). Außerdem hatten im Vorſaale noch
ſeparate Ausſtellungen: E. Maurer Nachf., Inhaber
F. Bader, Heinrich Arnold, Hofpianofabrikant,
C. F. Erb Nachf., G. Ph. Nieder.
M. St.

Detailliſten=Verſammlung.

* Der Vorſtand des Vereins der Detail=
liſten
hatte zu einer öffentlichen Detailliſten= Verſamm=
lung
eingeladen, die ſo zahlreich beſucht war, daß das
Kaufmänniſche Vereinszimmer des Kaiſerſaales bis auf
den letzten Platz beſetzt war. Der Vorſitzende des Vereins,
Herr Stadtverordneter W. Kalbfuß, begrüßte die Er=
ſchienenen
und ging nach einigen einleitenden Worten
gleich zur Beſprechung des erſten Punktes der Tagesord=
nung
uber: Die Neuregelung der Saiſon= und Inventur=
Ausverkäufe. Auf Antrag der heſſiſchen Handelskammern
ſollen die allgemeinen Beſtimmungen über die Anmelde=
pflicht
der Ausverkäufe und über die Einreichung der
Warenverzeichniſſe in Heſſen gleichmäßig geregelt wer=
den
. Bezüglich der Inventur= und Sarſon=Ausverkäufe
will man jedoch von einer gleichmäßigen Regelung ab=
ſehen
, da die Verhältniſſe an den verſchiedenen Plätzen
verſchieden liegen undauch auf Nachbarſtädte Rückſicht ge=
nommen
werden muß. Nach einer ſehr lebhaften Aus=
ſprache
einigte man ſich faſt einſtimmig dahin, daß bean=
tragt
werden ſoll, in Zukunft ſollen Saiſon= und Inven=
tur
=Ausverkäufe nur während der Zeit vom 2. bis 31.
Januar und vom 15. Juli bis 15. Auguſt ſtattfinden.
Sodann wurde der zweite Punkt der Tagesordnung
beſprochen: Stellungnahme zum Sonntagsverkauf während
der diesjährigen Ausſtellungen. Herr Kalbfuß ging in
ſeinem Referat zurück auf die Verhältniſſe während der
Ausſtellung Der Menſch. Damals erſchienen ſtändig
Eingeſandts die den Darmſtädter Geſchäftsinhabern
Intereſſeloſigkeit vorwarfen, weil ſie die ſchöne Gelegen=
heit
, an den Sonntagen Geld zu verdienen, verpaßten.
Auch in verſchiedenen Briefen an den Vorſtand des
Detailliſten=Vereins war dieſer Anſicht Ausdruck gegeben.
Es ſollte deshalb in der heutigen Verſammlung den Darm=
ſtädter
Detailliſten Gelegenheit gegeben ſein, ſich über
dieſe Angelegenheit auszuſprechen. Die Ausſprache war
aber eine nur ſehr kurze. Es wurde die Meinung ausge=
prochen
, daß die Ausſtellungen für die Darmſtädter Ge=
ſchäftswelt
, wenigſtens an den Sonntagen, von ſo gerin=
ger
Bedeutung ſeien, daß es ſich nicht lohnen werde, die
wohlverdiente Sonntagsruhe den wenigen etwa erſchei=
nenden
Käufern zu opfern. Es wurde einſtimmig folgende
Entſchließung gefaßt:
Die heutige Verſammlung ſieht eine Notwendigkeit
für das Offenhalten der Geſchäfte an den Sonntagen
während der Ausſtellung nicht ein und beauftragt den
Vorſtand des Detailliſten=Vereins, es bei dem derzeitigen
Zuſtand zu belaſſen.
Beim dritten Punkt der Tagesordnung gab Herr
Kalbfuß einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit der
Geſchäftsſtelle der vereinigten Detailliſten. Sie hat ſich
außerordentlich bewährt und iſt heute unentbehrlich für
die Mitglieder der angeſchloſſenen Vereine, wie auch für
die Vereinsvorſtände ſelbſt. Herr Kalbfuß beſprach dann
verſchiedene Arbeitsgebiete, wie Lehrſtellen=Vermittelung,
Bekämpfung von Schwindelfirmen, Submiſſionsweſen,
Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes, geheimer
Warenhandel und anderes. Ganz beſonderes Aufſehen
erregte die Mitteilung, daß bei den hieſigen Ausſtellungen
Warenlieferungen, die ebenſo gut von Darmſtädter Ge=
ſchäftsleuten
hätten bezogen werden können, auswärts
gekauft wurden. Den Leitungen der Ausſtellungen wur=
den
aus der Mitte der Verſammlung ſchwere Vorwürfe
gemacht und die weiter beabſichtigten Maßnahmen des
Vorſtandes gutgeheißen. Sehr geklagt wurde auch über
die vielen Anzeigen Frankfurter Firmen in den hieſigen
Tageszeitungen, die eine außerordentliche Schädigung des
hieſigen Geſchäftes bedeuten.
Nachdem der Vorſitzende noch auf den am 7. Juni
hier ſtattfindenden Verbandstag des heſſiſchen Detailliſten=
Verbandes aufmerkſam gemacht hatte, wurde die äußerſt
anregend verlaufene Verſammlung nach 12 Uhr ge=
ſchloſſen
.
Offenbach, 29. April. (Eine Kindesleiche im
Main.) Heute vormittag wurde von Floßarbeitern
am Mainufer unter anderen angeſchwemmten Ab=
fällen
eine nackte Kindesleiche männlichen
Geſchlechts gefunden. Dem Ausſehen nach zu ſchließen,
hat das Kind, das anſcheinend alsbald nach der Geburt
dem Main übergeben wurde, ſchon längere Zeit im Waſſer
gelegen. (Erweiterung des Amtsgerichts=
gebäudes
.) Das Offenbacher Amtsgerichtsgebäude iſt
dem erweiterten Umfange der Geſchäfte des Amtsgerichts
nicht mehr gewachſen. Ein=Erweiterungsbau iſt beſonders
durch den Umſtand unerläßlich geworden, daß die Weiter=
führung
des Grundbuches in einem feuerſicheren Raum er=
folgen
muß, der durch einen Anbau geſchaffen werden ſoll.
Von der Notwendigkeit eines ſolchen Anbaues konnte ſich
auch geſtern nachmittag Staatsminiſter Dr. v. Ewald
überzeugen, der in Begleitung von Oberbaurat Klingel=
höffer
=Darmſtadt unter Führung von Geh. Juſtizrat
Landmann die Raumverhältniſſe des hieſigen Amtsgerichts
einer näheren Prüfung unterzog. Dieſe Prüfung ergab
denn auch die unbedingte Notwendigkeit des Anbaues, der
ſofort nach Erledigung der unerläßlichen Vorarbeiten in
Angriff genommen werden ſoll.
sd. Bürſtadt, 29. April. (Einen frechen Ein=
bruchsdiebſtahl
) verübte in der vergangenen Nacht
der aus Galizien ſtammende Arbeiter Michgel Manno=
witſch
auf dem zwiſchen hier und Lampertheim ge=
legenen
Gutshofe ſeines Dienſtherrn, des Gutsbeſitzers
Schutt. Der Dieb hieß vier Taſchenuhren, eine Anzahl
Kleider und Schuhe und eine bedeutende Summe Geldes
mitgehen. Man nimmt an, daß er nach ſeiner Heimat zu
geflüchtet iſt. Trotz großer Anſtrengungen der Polizei
konnte er nicht mehr erreicht werden.
Mainz, 29. April. (Verkannte Hochzeits=
gäſte
.) Auf der Jagd nach Mädchenhändlern machte
vorgeſtern die Mainzer Polizei keinen guten Fang. Der
Gemeindediener Scherrer in Gimbsheim feierte die Hoch=
zeit
ſeines Sohnes. Ein Teil der Hochzeitsgäſte, die in
Frankfurt wohnen, traten vorgeſtern früh gemeinſam die
Heimreiſe an. Im Mainzer Südbahnhof ſtieg die ganze

fröhliche Geſellſchaft in den Frankfurter Zug um. Doch der
Zug war noch nicht in Bewegung, als ſie von Polizei=
organen
als angebliche Mädchenhändler verhaftet wurden.
Vom zuſtändigen Kommiſſar vernommen, gelang es ihnen
ſchließlich, den Beamten zu überzeugen, daß ſie nichts
weniger denn Mädchenhändler, ſondern harmloſe Hoch=
zeitsgäſte
ſeien, ſo daß ſie freigelaſſen werden konnten.
Gießen, 29. April. (Das unvollſtändige
Stadtveerordnetten=Kollegium.) Gegen das
rteil des Kreisausſchuſſes, der die am 18. November voll=
zogene
Stadtverordnetenwahl für ungültig erklärt hat, iſt
Berufung eingelegt worden. Dadurch wird der unleidige
Zuſtand, daß hier nur ein Rumpfparlament von 21 Stadt=
verordneten
regiert, noch auf Monate hinaus herrſchen,
während man ſchon allgemein damit gerechnet hatte, daß
die neuen Wahlen in der nächſten Zeit ſtattfinden könn=
ten
. (Auf der Straße überfallen.) Der Kell=
ner
G., der geſtern vormittag verurteilt worden war, weil
er die Geſchäftsführerin E, mehrfach bedroht und miß=
handelt
hatte, fiel nach dem Verlaſſen des Gerichts=
gebäudes
trotz der kurz vorher erfolgten eindringlichen
Verwarnung durch den Vorſitzenden des Gerichtes die
Dame wiederum an und mißhandelte ſie durch Fauſtſchläge
und Fußtritte ſo ſchwer, daß ſie ärztliche Hilfe in An=
ſpruch
nehmen mußte.
Wenings, 29. April. (Verbrannt.) Geſtern kam
das 17jährige Dienſtmädchen des früheren Bürgermeiſters
Heil mit entſetzlichen Brandwunden auf die
Straße geſtürzt und verſuchte in ihrer Kopfloſigkeit eine
Scheune zu erreichen, um ſich dort zu ſchützen. Bäckermeiſter
Groth, der die Bedauernswerte zuerſt bemerkte erfaßte
das Mädchen und ſuchte mit noch anderen den Brand zu
erſticken. Der Gederner Arzt verband das Mädchen und
ordnete die Ueberführung in das Büdinger Krankenhaus
an. Zwei Herren aus Gießen, die gerade geſchäftlich mit
ihrem Auto dort waren, brachten es dorthin.

Der Mord im Vogelsberg.

* Gießen, 29. April. (Die Nachforſchungen
der Staatsanwaltſchaft in der grauenhaf=
en
Mordtat in Crainfeld) haben noch
kein ſicheres Ergebnis gezeitigt. Die erſten Unter=
ſuchungen
ſtellte der Gendarmeriewachtmeiſter Seng aus
Schlüchtern mit ſeinem Polizeihunde an. Die Arbeiten er=
wieſen
ſich als außerordentlich ſchwierig. Der Hund nahm
eine Spur auf und folgte ihr zum Dorfe hinaus. Vor dem
Dorfe fand man einen Bogen Zeitungspapier, in dem der
Täter, wie man genau feſtſtellen konnte, das Beil einge=
wickelt
hatte. Inzwiſchen waren zwei Gerichtschemiker
aus Frankfurt nach Crainfeld gekommen und hatten den
Tatort ſorgfältig abgeſucht. Man fand zahlreiche Finger=
abdrücke
und machte photographiſche Aufnahmen von dem
Tatort. Der Schutzmann Klös aus Gießen konnte erſt am
Dienstag abend mit ſeinem Hunde eine Spur aufnehmen.
Das Tier folgte zunächſt derſelben Spur, die auch der erſte
Hund verfolgt hatte, dann lief die Spur weiter einen Feld=
weg
entlang durch den Wald und endete in Nieder=
Moos. Hier wurde von Bewohnern die Mitteilung ge=
macht
, daß gegen ½3 Uhr nachts ein großer Mann mit
einer Laterne geſehen worden ſei. Die Spur führte dann
nach Freienſteinau weiter. Dort machten ſich mehrere
Leute, die vernommen wurden, verdächtig. Einen ver=
dächtigen
Fund machte man jedoch auf einem Grund=
ſtück
des Nachbardörfchens Salz. In einem Eimer wurde
ein blutiges Hemd gefunden, das eingeweicht war. Es
war offenbar verſucht worden, das Blut auszuwaſchen.
Auch eine Gamaſche mit Blutſpuren wurde gefunden.
Die weiteren Ermittelungen führten dann dazu, daß
heute morgen der Landwirt Hofmann aus Salz und
ſein 30 Jahre alter Sohn verhaftet worden ſind.
Beide ſind ſtark verſchuldet. Ueber das Befinden der
Verletzten iſt zu berichten, daß die Mutter, die älteſte
Tochter und der jüngſte Sohn derart verletzt ſind, daß
keine Hoffnung beſteht, ſie am Leben zu erhalten. Der
älteſte Sohn und die jüngſte Tochter befinden ſich außer
Lebensgefahr.
Die Verhafteten beſtreiten entſchieden, etwas mit der
Tat zu tun zu haben. Aus den Papieren und Büchern des
ermordeten Stein wurde feſtgeſtellt, daß die Hoffmanns
diem Stein Geld ſchuldeten. Es iſt durch Zeugenausſagen
ferner feſtgeſtellt worden, daß ſich Stein am Montag nach
Freienſteinau begeben hatte, um dort Geſchäfte zu er=
ledigen
. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß Stein bei dieſer
Gelegenheit die Hoffmanns zur Zurückgabe des
Geldes gemahnt hat. Die Hoffmanns beſtreiten
es allerdings. Da Vater und Sohn faſt von gleicher
Geſtalt ſind, kann die Beſchreibung, die die
jüngſte Tochter von dem Täter gab, ſowohl auf den alten
wie auf den jungen Hoffmann paſſen. Der Staatsanwalt
hat eine Belohnung von 600 Mark ausgeſchrieben
für die Zeugen, die zur Klärung der Sachlage beitragen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 28. April. Der Berliner
Bürgermeiſter Dr. Reicke iſt zum Geheimen Regierungs=
rat
ernannt worden. Dr. Georg Reicke wurde am 4. De=
zember
1902 in Berlin zum Bürgermeiſter gewählt, nach=
dem
er vorher als Regierungsrat beim Reichs= Verſiche=
rungsamt
tätig geweſen war. Der Begründer der Han=
delshochſchule
und deren erſter Rektor, Profeſſor Dr.
Jaſtrow, wird mit dem Ablauf des Sommerſemeſters
von ſeinem Lehramt zurücktreten. Der Genannte äußerte
auf eine Anfrage von ſeiten des Berliner Tageblattes vor
4 bis 5 Wochen, es ſei ihm von den Aelteſten der Kauf=
mannſchaft
ſein Lehramt ohne Angabe von Gründen zum
1. Oktober gekündigt worden. Er habe ſelbſtverſtändlich
auf dieſen ganz ungewöhnlichen Brief nicht geantwortet.
Die Angelegenheit ſei für ihn erledigt, er werde ſich vor=
läufig
darauf beſchranken, ſeine Profeſſur an der Univerſi=
tät
auszuüben. Die vor dem Einigungsamt des
Gewerbegerichtes gepflogenen Verhandlungen zwiſchen den
Vertretern des Vereins der Automobildroſchkenbeſitzer und
dem Deutſchen Transportarbeiterverband haben zu einem
Vergleich geführt. Die ſtreikenden Chauffeure
nehmen heute die Arbeit wieder auf.
29. April. Der Kaiſer richtete anläßlich des heutigen
70. Geburtstages des Großadmirals von
Köſter an dieſen eineK abinettsordre, in der er ihm
ſeinen herzlichſten Glückwunſch ausſpricht und ihm wegen
ſeiner hohen Verdienſte um die Marine, ſowie der opfer=
willigen
geſchickten Leitung des Flottenvereins das Kreuz
er Großkomture des Hausordens von Hohenzollern ver=
leiht
. Auch der Kronprinz drückte dem Großadmiral
telegraphiſch ſeinen wärmſten Glückwunſch aus. Die Stadt
Kiel ernannte den Großadmiral zum Ehrenbürger.
In der Seifenfiliale von Kaliſch, an der Ecke der
Eliſabethen= und Weberſtraße, wurde heute vormittag die
Verkäuferin Koſinowski von einem Unbekannten
niedergeſchlagen und durch Meſſerſtiche verletzt. Der
Verbrecher raubte aus der Ladenkaſſe ungefähr 50 Mark

[ ][  ][ ]

und entkam. Heute nacht hörte der Wächter Treſe=
burger
am Ufer der Britz Hilferufe und Kindergeſchrei. Als
er näher kam, fand er einen Frauenhut und zwei Kinder=
hüte
. Anſcheinend hat eine Mutter mit zwei Kin=
dern
Selbſtmord verübt, indem ſie in den Teltow=
kanal
ſprangen. Die Leichen der 5 und 7 Jahre alten
Kinder der Monteursfrau Baeldieke aus Neukölln, welche
mit ihrem Manne in Scheidung ſteht, wurden geborgen
Die Leiche der Frau ſelbſt iſt noch nicht geborgen. Wie
aus den Spuren hervorgeht, hat die Frau die Kinder an
den Kanal geſchleift und ſich dann mit ihnen in das
Waſſer geſtürzt.
Wilmersdorf, 29. April. (Vergiftung.) Geſtern
abend erkrankten der Bäckermeiſter Struck, ſeine Frau,
zwei Geſellen und eine Nichte des Bäckermeiſters unter
Vergiftungserſcheinungen vermutlich nach dem Genuß von
Schabefleiſch.
Marburg, 29. April. (Tödlicher Unfall.) Durch
die Exploſion des Benzinmotors erlitt der Beſitzer einer
Holzſchneideanſtalt in Wallau, Kreis Biedenkopf, Johann
Debus, derartig ſchwere Brandwunden, daß er in die
hieſige Univerſitätsklinik übergeführt werden mußte, wo er
denſelben erlegen iſt. Der Verſtorbene hinterläßt Frau
und Kinder.
Metz, 29. April. (Erfundener Zwiſchenfall.)
Ein Lokalblatt hat geſtern eine Darſtellung über einen
Vorfall gebracht, der ſich am Samstag abend hier in
einem Cafs zwiſchen dem Fliegerleutnant Weitzel vom
98. Infanterie=Regiment und drei Lothringern abgeſpielt
haben ſoll. Der Leutnant habe auf Lothringen und ſeine
Bewohner geſchimpft und als einer der Lothringer ſich das
verbeten habe, ſeinen Säbel gezogen. Schlimmes ſei nur
durch das Eingreifen des Wirtes verhütet worden, der den
Leutnant in ein anderes Zimmer gedrängt habe. Dem=
gegenüber
teilt der Wirt des Cafés mit, daß der Vorfall
ziemlich bedeutungslos geweſen ſei und in dieſer Dar=
ſtellung
maßlos übertrieben und tendenziös dargeſtellt
worden ſei. Er vermute einen Racheakt eines entlaſſenen
Angeſtellten. Jedenfalls treffe den Offizier an dem unbe=
deutenden
Vorfall nicht die geringſte Schuld.
München, 29. April. (Das Hofbräuhaus) kann
in dieſem Frühjahr ſein 100jähriges Jubiläum
feiern. Vor hundert Jahren genehmigte der König von
Bayern, daß das Hofbräuhaus Bier auch an Wirte, zu=
nächſt
in beſchränkter Weiſe, abgeben dürfe. Zehn Jahre
ſpäter erfolgte dann die allgemeine Freigabe des Bier=
ausſchankes
.
Hamburg, 29. April. (Der Dampfer Vater=
land
) iſt geſtern abend bei dem Feuerſchiff E 1 einge=
troffen
, wo er wegen Nebels noch ankert. Die Weiterfahrt
nach Altenbruch dürfte vorausſichtlich mittags erfolgen.
Landsberg a. d. Warthe, 29. April. (Bootsunfall.)
In der Nähe von Schweinert kenterte ein Kahn mit drei
Inſaſſen. Alle drei ertranken.
Liebenwalde, 29. April. (Automobilunfall.)
Auf der Chauſſee zwiſchen Liebenwalde und Hammer
ſtürzte geſtern das Automobil eines Ziegeleibeſitzers beim
Ausbiegen in den Chauſſeegraben, wobei der Chauffeur
getötet wurde.
Paris, 29. April. (Schließung des Odeon=
theaters
.) Der Miniſter des Unterrichts und der ſchö=
nen
Künſte Viviani hat infolge der geringen Einnah=
men
des Odeontheaters beſchloſſen, dieſes Theater
bis auf weiteres zu ſchließen. Es heißt, daß der Luſt=
ſpieldichter
Gavault zum Direktor des Odeontheaters er=
nannt
werden ſoll. Der frühere Direktor Antoine hat ge=
gen
die Regierung einen Prozeß auf Auszahlung der ihm
vom Parlament zuerkannten Unterſtützung von 125000
Francs angeſtrengt.
Petersburg, 29. April. (Meuterei im Gefäng=
nis
.) Im Gefängnis von Shitomir erſchlugen die
Zwangsſträflinge einen Aufſeher und verletzten einen
anderen ſchwer. Dann ſteckten ſie die Matratzen in Brand,
um die dadurch entſtehende Verwirrung zu benutzen und
mit den Waffen der Aufſeher zu flüchten. Militär und
Polizei nahmen das Gefängnis unter Feuer. Sechs
Sträflinge wurden erſchoſſen und einer verwundet. Die
Ordnung iſt wieder hergeſtellt.
Petersburg, 29. April. (Selbſtmord.) In Ga=
tſchina
hat der 72 Jahre alte Marinemaler Heggrow in
ſeiner Villa in einem Anfall von Schwermut Selbſtmord
verübt.
Quebeck, 28. April. (Geſtrandeter Dampfer.)
Der Dampfer Montfort aus Antwerpen iſt mit 155 Paſ=
ſagieren
bei Quebeck im Nebel auf Grund geraten. Man
erwartet, daß der Dampfer heute nacht wieder flott werden
wird.
Hongkong, 28. April. (Die Oeltanks der Stan=
dard
Oil Company) in Laichikok Kowloon gerieten
in Brand. Man ſchätzt den vorausſichtlichen Verluſt an
Oel auf 1400000 Gallonen. Eine Abteilung des 25. Pun=
ja
=Regiments leiſtete geſtern nacht Hilfe und brachte alle
Naphthavorräte aus dem Bereich der Gefahr. Es wird das
unbegründete Gerücht verbreitet, daß das Feuer auf Brand=
ſtiftung
zurückzuführen iſt, wegen des chineſiſchen Wider=
ſtandes
gegen das Abkommen der Standard Oil Companie,
welches geſtattet, daß die chineſiſchen Oelfelder durch dieſe
Geſellſchaft ausgebeutet werden. Die Feuersbrunſt iſt viel=
mehr
verurſacht worden durch eine Zuſammenziehung des
Stahldachs des Tanks, wobei wohl Funken entſtanden ſind.

Darlamentariſches.

St. Der Finanzausſchuß der Zweiten
Kammer hielt geſtern unter dem Vorſitz des Abg. Dr.
Oſann eine Sitzung ab, in der eine umfangreiche Tages=
ordnung
zu erledigen war. Der Ausſchuß nahm zunächſt
die Wahl eines Schriftführers und Stellvertreters nach der
neuen Landſtändiſchen Geſchäftsordnung vor. Zum
Schriftführer wurde der Abg. Dr. Weber, zum Stellver=
treter
der Abg. Henrich gewählt. Die Vorſtellung der
Allgemeinen Radfahrerunion, der Bürgermeiſter und des
Deutſchen Radfahrerbundes, betreffend die Beſteue=
rung
der Fahrräder welche die Kammer bereits
beſchäftigt, aber an den Ausſchuß zurückverwieſen war,
wurde dadurch erledigt, daß der Ausſchuß auf ſeinem
früheren Beſchluſſe beharrte, nach dem eine Aenderung
der derzeitigen Sätze, ſowie der veranlagten Perſonen
micht ſtattfinden ſollte, weil auch hierdurch die Eingänge
aus dem Fahrradſtempel ſich verſchlechtern könnten Die
Vorſtellung der Straßenwärter über ihre definitive
Anſtellung und Gehaltserhöhung mußte vorerſt für er
lledigt erklärt werden, weil die Neuorganiſation der Bau=
behörden
noch in Frage ſteht und mit dieſer Materie auch
die Dienſtverhältniſſe ſowohl der Straßenmeiſter, als auch
der Straßenwärter eine Neuregelung erfahren werden.
Zum Antrag von 26 Mitgliedern der Erſten Kammer, be=
treffend
die Abänderung des Gemeindeum=
Lagengeſetzes hatte die Regierung Zuſtimmung da=
hin
gegeben, daß eine Vorlage von ihr gefertigt werden
follte, in der insbeſondere die Verhältniſſe zwiſchen dem

Ertragswert und dem gemeinen Wert bei bebauten und
unbebauten Grundſtücken dargeſtellt werden ſollte. Dieſe
Vorlage der Regierung iſt im Druck und wird in etwa 14
Tagen den Kammern zugehen. Mit Rückſicht hierauf wurde
beſchloſſen, den Antrag der Erſten Kammer dann für er=
ledigt
zu erklären, wenn dieſe Vorlage von der Regierung
eingelangt ſei. Damit ſei Gelegenheit gegeben, über die
Frage der Gemeindebeſteuerung, insbeſondere über die
Frage des Ertrages des Mittel= und gemeinen Wertes, in
dem Plenum der Kammer zur Verhandlung zu kommen.
Der Ausſchuß ſtimmte weiter der Vorlage einer Staats=
beihilfe
an die Geſellſchaft Automobil=
verkehr
Weinheim-Tröſel für 1913 und 1914
mit je 2500 Mark zu. Bei der Beratung der Regierungs=
vorlage
, betreffend die Förderung von Kraftwagenlinien,
wurde die Grenze des Zuſchuſſes mit höchſtens ½ des Be=
trages
, mit dem die Betriebs= und ſonſtigen Einnahmen
in einem Jahr hinter den Betriebskoſten zurückbleiben, für
zu gering erachtet und beſchließt der Ausſchuß dieſes ½
auf ½ zu erhöhen. Auch daß nur ſolche Kraftwagenlinien,
die während des ganzen Jahres betrieben werden, der Be=
willigung
einer Staatsbeihilfe teilhaft werden ſollen, fand
Widerſpruch in dem Ausſchuß, und es wurde verlangt,
daß auch für Saiſonlinien eine Staatshilfe gewährt wer=
den
ſoll. Auch der Artikel 1 Abſatz 2 fand Widerſpruch
und es wurde beſchloſſen, über das Geſetz nochmals mit
der Regierung zu verhandeln. Der Vorſtellung der
Heſſiſchen techniſchen Lehrerinnen über die
einheitliche Regelung der Gehaltsbezüge ꝛc. der Hand=
arbeitslehrerinnen
ſteht die Regierung ablehnend gegen=
über
, weil allzu große Verſchiedenheiten in den einzelnen
Orten eine allgemeine Regelung nicht geſtatten und weil
im Jahre 1909, ſower es möglich war, die Verhältniſſe ge=
ordnet
worden ſind. Der Ausſchuß ſchließt ſich den Aus=
führungen
der Regierung an. Die Vorſtellung des Volks=
bildungsvereins
in Frankfurt um einen Zuſchuß zu den
Theatervorſtellungen des Rhein= Mcin=
verbandes
ſoll dahin erledigt werden, daß aus den
Beträgen des Fonds für öffentliche und gemeinnützige
Zwecke, die demnächſt in das Budget eingeſtellt werden
eine entſprechende Beihilfe an den Verband geleiſtet wer=
den
ſoll. Eine beſtimmte Summe konnte nicht feſtgeſetzt
werden. Nächſte Sitzung Donnerstag.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 29. April. Präſident Dr. Kaempi
eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 27 Min. In das Haus iſt
der in Schwetz wiedergewählte Abg. v. Halem (Rpt.)
eingetreten. Erſter Punkt der Tagesordnung iſt der
Nachtragsetat für 1914.
In demſelben werden unter anderem gefordert für
eine diplomatiſche Agentur und ein Generalkonſu=
lat
für Albanien, ſowie für ein Konſulat in Uesküb
37450 Mark, für drei neue Militärattachés in Athen, Bel=
grad
und Sofia 30000 Mark. Ferner wird gefordert die
Uebertragung des dem Reichsſchatzamt bewilligten Grund=
ſtückes
Viktoriaſtraße 34 in Berlin an die Heeresverwal=
tung
für den Neubau des Militärkabinetts gegen Erſtat=
tung
der vom Reichsſchatzamt aufgewendeten Koſten. Nach
einer kurzen Bemerkung des Abg. Spahn zur Geſchäfts=
ordnung
beginnt die erſte Leſung dieſes Nach=
tragsetats
.
Kriegsminiſter v. Falkenhayn: Die Materie hat
im Reichstage wie im öffentlichen Leben eine Bedeutung
bekommen, die ihr nicht zukommt. (Unruhe.) Es handelt
ſich um die Verwendung des Grundſtücks Viktoriaſtraße 34
in Berlin. Man hat behauptet, daß dies eine eminent
politiſche Frage ſei. Dagegen iſt es eine außerordentlich
nüchterne geſchäftliche Sache. Das Grundſtück iſt inzwi=
ſchen
an das Reich, ſpeziell an das Reichsſchatzamt, auf=
gelaſſen
worden. Ein Käufer hat ſich nicht gefunden. Der
eventuelle Käufer hätte das ganze Grundſtück umbauen
laſſen müſſen. Das Grundſtück würde damit jedem Drit=
ten
zu teuer werden, nur nicht für die Heeresverwaltung
wenn ſie das Grundſtück mit Genehmigung des Reichs=
tags
der Beſtimmung zuführen kann, für die es vorbereitet
iſt. Wollte man die endgültige Entſcheidung über die Be=
nützung
des Grundſtückes noch ein Jahr hinausſchieben,
dann würden die darauf errichteten Gebäude verfallen.
Die Regierung mußte alſo mit dieſer Vorlage kommen.
Trotzdem iſt behauptet worden, ſie ſei eine Beleidigung für
den Reichstag (Sehr richtig! rechts), oder bedeute eine
Machtprobe zwiſchen der Säbeldiktatur und dem Parla=
ment
. (Sehr richtig! rechts.) Wie man von einer Belei=
digung
des Reichstages ſprechen kann, iſt mir unerfindlich,
nachdem ich hier ganz offen und ehrlich den Fehler
der begangen worden iſt, zugegeben habe und
nachdem ich Ihnen jede Garantie geboten habe, daß die
Heeresverwaltung aus den bitteren Erfahrungen bei die=
ſem
Handel Lehren für die Zukunft ziehen werde, und
nachdem ich die für einen Verwaltungschef ſehr bittere
Pille heruntergeſchluckt hatte, daß das Grundſtück von
meinem Etat auf einen anderen überwieſen wurde. Fer=
ner
, wenn es der Heeresverwaltung auf eine Machtprobe
mit dem Reichstag ankäme, dann würde ſie ſich gewiß ein
beſſeres Objekt ſuchen, als ein Grundſtück in einer Neben=
ſtraße
von Berlin. (Große Heiterkeit.) Bei dieſer Vor=
lage
iſt mir maßgebend geweſen der Gedanke an die wirt=
ſchaftlichen
und dienſtlichen Intereſſen des Reiches. Das
Militärkabinett iſt jetzt in ganz unzulänglichen Räumen
untergebracht, namentlich das Unterperſonal. Dem Chef
des Militärkabinetts ſteht ebenſo eine Dienſtwohnung zu
wie dem des Marinekabinetts, dem man ein neues Dienſt=
gebäude
gegeben hat. Auf der anderen Seite hat das
Reich ein Grundſtück in der Hand, das für die Zwecke der
Militärverwaltung vorbereitet iſt. Eine andere Verwen=
dung
für dieſes Grundſtück iſt nicht vorhanden. Die dar=
auf
ſtehenden Gebäude würden zuſammenfallen, wenn ich
nicht mit der Vorlage gekommen wäre. Und ich hätte
dann nicht nur unzweckmäßig, ſondern unverſtändig und
flichtwidrig gehandelt. (Beifall rechts.)
Abg. Stücklen (Soz.): Dieſe Vorlage iſt die un=
erhörteſte
, die man dem Reichstage unterbreitet hat. (Sehr
richtig! bei den Soz.) Ich bin ſeiner Zeit für beſſere
Bureauräume eingetreten; wir müſſen aber verhindern,
daß General v. Lyncker eine Villa bekommt, die die Steuer=
zahler
jährlich mit 100000 Mark zu bezahlen haben.
(Bravo! bei den Soz.) Abg. Lieſching (Fortſchr.
Vpt.): Der Reichstag hat ausdrücklich beſchloſſen, daß das
Grundſtück Viktoriaſtraße 34 nicht für das Militärkabinett
bewilligt werde. Auch die Nationalliberalen und das
Zentrum traten dafür ein, daß unter keinen Umſtänden
das Grundſtück dem Militärkabinett ausgeliefert werde.
Jetzt ſcheint es, als ob eine ſchlimme Komödie geſpielt
worden iſt. Hier heißt es für den Reichstag prineipiis
obsta. (Sehr richtig!) Der Reichstag würde ſich, wenn er
jetzt anders votieren würde, einem Hohngelächter aus=
ſetzen
und die Regierung könnte mit ihm machen, was ſie
wolle. Wegen des Budgetrechts des Reichstages iſt dieſe
Frage eine eminent wichtige Frage, für die wir unmöglich

eintreten können. (Beifall.) Weitere Wortmeldungen
liegen nicht vor. Die Vorlage geht an die Bud=
getkommiſſion
. Darauf wird die
Beratung der Impfpetitionen
fortgeſetzt.
Abg. Thiele (Soz.): Mit ſeiner geſtrigen Rede hat
ſich Miniſterialdirektor Kirchner jeden Rechtes begeben,
ſich über den wüſten Ton ſeiner Gegner aufzuhalten. Jene
ſind Privatleute und Partei, er aber ein hoher Beamter.
Die Einſetzung einer Kommiſſion iſt notwendig, damit
einmal Klarheit über die widerſtreitenden Anſichten ge=
ſchaffen
wird.
Präſident des Reichsgeſundheitsamtes Dr. Bumm:
Gegenüber einigen geſtern gefallenen Aeußerungen muß
ich feſtſtellen, daß das Kaiſerliche Geſundheitsamt nach wie
vor in dem Impfgeſetz ein bewährtes Schutzmittel gegen
die Pockenerkrankungen erblickt. Es iſt ferner hier geſagt
worden, das Reichsgeſetz ſähe eine Zwangsimpfung nicht
vor. Das iſt richtig, aber weil das Reichsgeſetz einen
Impfzwang in ſeinen Beſtimmungen nicht enthält, des=
halb
iſt doch die Anwendung von polizeilichem Zwang zur
Erreichung der Impfung noch lange nicht ungeſetzlich. Das
preußiſche Oberverwaltungsgericht iſt nach wiederholter
eingehender und ernſter Prüfung zu der Ueberzeugung ge=
kommen
, daß in Preußen landesrechtlich die polizeiliche
Vorführung erlaubt iſt. Die Behörden müſſen zuerſt alle
anderen Mittel anwenden, die Eltern belehren und erſt als
ultimum rekugium zur zwangsweiſen Vorführung ſchrei=
ten
. Der ſozialdemokratiſche Vorwurf, daß bei den Aerz=
ten
finanzielle Rückſichten walteten, wenn ſie für die Impf=
ung
eintreten, iſt hinfällig; im Gegenteil, ſie würden bei
Pockenerkrankungen viel mehr verdienen. (Heiterkeit.) Die
Gewiſſensklauſel wäre damit zu rechtfertigen, daß man
niemandem eine Wohltat aufzwingen ſoll, wenn nicht die
Allgemeinheit damit gefährdet wäre. Daß die Gewiſſens=
klauſel
nicht ſo tief in der Ueberzeugung des Volkes ruht,
beweiſt die Tatſache, daß im Falle einer Pockenſeuche ſo=
fort
die meiſten Leute auf die Gewiſſensklauſel verzichten
und ſich und die Ihrigen der Impfung unterwerfen. Eine
beſondere Kommiſſion zur Beratung der ſtrittigen Fragen
einzuſetzen, hat gar keinen Zweck. Wir haben im Reichs=
geſundheitsrat
, der auch aus bewährten Autoritäten zu=
ſammengeſetzt
iſt, einen beſonderen Ausſchuß, der ſich ſpe=
ziell
mit der Bekämpung der Pockenerkrankungen beſchäf=
tigt
. Ich bitte Sie, die Forderung der Einſetzung einer
Kommiſſion abzulehnen, ebenſo wie die Einführung der
Gewiſſensklauſel und das Verbot des Impfzwanges.
Abg. Dr. Gerlach (Ztr.): Es kann niemand bezwei=
feln
, daß das Impfgeſetz eine hervorragende Wirkung auf
die Volksgeſundheit gehabt hat. Seit dem Beſtehen dieſes
Geſetzes, ſeit dem Jahre 1874, ſind die Epidemien und iſt
die Kinderſterblichkeit weſentlich zurückgegangen. Eine
Aufhebung des Impfzwanges wäre ein bedenklicher Rück=
ſchritt
. Abg. Neumann=Hofer (Fortſchr. Vpt.):
Es ſollte mindeſtens der Verſuch gemacht werden, eine Be=
ruhigung
der Bevölkerung in dieſer Frage herbeizuführen.
Die Einſetzung einer Kommiſſion wäre daher wünſchens=
wert
. Ich ſtimme für den Antrag der Konſervativen.
Miniſterialdirektaor Dr. Kirchner: Die Behaup=
tung
des Abg. Bock, das Impfgeſetz ſei 1874 mit zwei
Stimmen Majorität angenommen worden, iſt nicht richtig.
Es waren 183 gegen 113 Stimmen. Die Hoffnung, mit
den Impfgegnern ſich verſtändigen zu können, iſt bei mir
ſehr gering. Die Sache, die ich vertrete, iſt recht und ge=
recht
und muß Recht bleiben. (Beifall.) Abg. Graf
von Oppersdorff (Wild=Zentr.): Es iſt erwieſen,
daß der Impfſtoff, wenn er auch in geringem Umfange
einen Schaden verurſachen kann, doch in der Lage iſt,
Pockenerkrankungen zu verhindern. Es fehlt an Aufklä=
rung
dieſer verwickelten Verhältniſſe, wie ſie ſich bei
Pockenepidemien geſtalten.
Vizepräſident Dove teilt mit, daß eine Interpellation
der Sozialdemokraten eingegangen iſt auf Vorlegung
einer Verfaſſung für Mecklenburg mit Ein=
führung
des gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts.
(Heiterkeit rechts.)
Abg. Graf v. Poſadowsky (wild=freikonſ.): Der
Antrag der Petitionskommiſſion iſt geeignet, Zweifel und
Beunruhigung in der Bevölkerung hervorzurufen. Der
Impfzwang hat für die Volksgeſundheit und die Schlag=
fertigkeit
des Heeres größte Bedeutung. Abg. Bern=
ſtein
(Soz.): Die Durchführung der Forderungen der
Petitionen läßt befürchten, daß die Beunruhigung, die
durch den Streit zwiſchen den Impffreunden und den
Impfgegnern in die Bevölkerung hineingetragen wird,
eher zunehmen als verſchwinden wird. Abg. Dr.
Pfeifer (Ztr.): Die Ausführungen der Regierungsver=
treter
über den Impfzwang beruhen zum Teil
auf irrigen Vorausſetzungen. Mediziniſche Autori=
täten
ſind auch entgegengeſetzter Anſicht. Miniſterial=
direktor
Dr. Kirchner: Ich kann nicht einſehen, was
die Kommiſſion ſchaffen ſoll. Da wird jede Partei wie
hier das letzte Wort haben wollen. (Heiterkeit.) Ein
Antrag Ablaß will Uebergang zur Tagesordnung herbei=
führen
. Damit ſchließt die Debatte. Der An=
trag
Arnſtadt (konſ.) wird angenommen. Soweit ſich die
Petitionen auf Einſetzung der Kommiſſion zur
Prüfung der rechtlichen und wiſſenſchaftlichen Grundlagen
beziehen, werden ſie zur Berückſichtigung, im übri=
gen
zur Erwägung überwieſen. Die Abſtimmung über
eine Reſolution des Abg. Dr. Pfeifer (Ztr.) zur Klä=
rung
der Impffrage eine Kommiſſion einzuſetzen und das
von ihr ausgearbeitete Material in Form einer Denk=
ſchrift
dem Reichstage vorzulegen, bleibt zweifelhaft.
Sämtliche Parteien ſtimmen dabei geteilt. Der Ham=
melſprung
ergibt, daß dieſe Reſolution mit 119 gegen
119 Stimmen abgelehnt wird. (Große Heiterkeit.)
Eine Reſolution des Abg. Bock (Soz.) deckt ſich mit der
Reſolution Pfeifer, verlangt aber nicht Vorlegung einer
Denkſchrift. Die Reſolution wird abgelehnt.
Darauf wird vertagt. Nächſte Sitzung Donnerstag,
2 Uhr: Interpellation, betr. mecklenburgiſche Ver=
faſſung
, Rechnungsſachen, kleinere Vorlagen, Etats=
beratung
. Schluß 7 Uhr.

* Berlin, 29. April. Der Seniorenkonvent
des Reichstags trat heute nachmittag zu einer Be=
ſprechung
der Geſchäftslage zuſammen. Man
kam zunächſt darüber überein, die Etatsberatungen zu be=
enden
und die Beſoldungsnovelle zu erledigen. Außerdem
ſollen unter Ausſchaltung der vorliegenden Geſetzent=
würfe
die in erſter Leſung noch nicht beraten wurden,
noch erledigt werden: der Geſetzentwurf, betr. die Kon=
kurrenzklauſel
(zweite und dritte Leſung); die Anträge der
Budgetkommiſſion zur Frage der Löſung der Duellfrage
dritte Leſung); der Geſetzentwurf, betr. Bürgſchaften des
Reiches zur Förderung des Baues von Kleinwohnungen
für Reichs= und Militärbedienſtete; der Geſetzentwurf
gegen den Verrat militäriſcher Geheimniſſe (zweite und
ritte Leſung); der Geſetzentwurf betr. Aenderung der
Gebührenordnung für Zeugen und Sachverſtändige
(zweite und dritte Leſung). Die Frage, wann die Pfingſt=
ferien
beginnen ſollen, wurde nicht beraten, weil die Ent=

[ ][  ][ ]

ſcheidung von dem Fortgange der Beratungen abhängt,
ebenſowenig die Frage, ob der Reichstag vertagt
oder geſchloſſen werden ſoll, weil hierüber noch
Verhandlungen mit dem Reichskanzler ſtattfinden.
* Berlin, 29. April. Die Sitzungen der
Budgetkommiſſion ſollen künftig bereits um 9 Uhr
beginnen und bis 2 Uhr dauern. Am Samstag wird aus=
nahmsweiſe
der Beginn des Plenums auf 9 Uhr feſt=
geſetzt
.

Deutſchlands auswärtige Politik.

* Berlin, 29. April. In der Budgetkommiſ=
ſion
des Reichstages beantragte ein ſozialdemo=
katiſcher
Redner die Vorlegung einer Statiſtik über die ſeit
1900 aus den einzelnen deutſchen Bundesſtaaten erfolgten
Ausweiſungen von Ausländern und äußerte
ſich weiter über die Zuſtände in den ruſſiſchen Gefäng=
niſſen
, und die Art der Behandlung des deutſchen Staats=
angehörigen
Holzmann in Rußland, an der das deutſche
Auswärtige Amt nicht ganz ohne Schuld ſei. Ein national=
liberaler
Redner hielt die Auffaſſung des Vorredners über
den Fall Holzmann für unrichtig; Holzmann hat ſich an
dem Aufſtand in Moskau mit der Waffe in der Hand be=
teiligt
. Staatsſekretär v. Jagow wies auf die frühere
Erklärung hin, daß er in die Ausweiſungen, die von den
deutſchen Bundesregierungen gegen Ausländer verfügt
werden, nur dann eingreifen könne, wenn Reklamationen
von den betreffenden ausländiſchen Regierungen erhoben
würden. Sache des Auswärtigen Amtes ſei es, die deut=
ſchen
Staatsangehörigen im Auslande zu ſchützen. Mit den
Verhältniſſen in den ruſſiſchen Gefängniſſen ſich zu befaſ=
ſen
, ſei nicht ſeines Amtes. Auch hier komme ein Ein=
greifen
nur in Frage, wenn Deutſche in ruſſiſchen Gefäng=
niſſen
geſetzwidrig behandelt und Reklamationen deswegen
erhoben würden. Der Fall Holzmann ſei von Freiherrn
v Richthofen völlig zutreffend dargeſtellt worden. Das
Auswärtige Amt unterſtützte die Bemühungen der
Familie. Wegen der Auslieferung der Leiche ſei dem
Wunſch der Verwandten entſprechend, bereits telegraphiert
worden. Ein Referent beſprach hierauf die Urſachen der
mexikaniſchen Wirren und den Streitfall
Huerta-Wilſon. Es ſtehe feſt, daß bei den Wirren
auch deutſche Intereſſen ſchwer geſchädigt ſeien. Ein Red=
ner
fragte, was die europäiſchen Mächte, ſpeziell Deutſch=
land
, zum Schutze der eigenen Intereſſen getan hätten.
Der Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes, v. Ja=
gow
. gab einen kurzen Ueberblicküber die Vorge=
ſchichte
des gegenwärtigen Konflikts. Die
Haltung der deutſchen Regierung ſei während der ganzen
Zeit der mexikaniſchen Wircen von dem Wunſche geleitet
worden, daß im Intereſſe der in Mexiko tätigen Deutſchen
und ihrer wirtſchaftlichen Unternehmungen möglichſt bald
Ruhe und Ordnung wieder eintrete. Die deutſche Regie=
rung
hätte da, wo es angezeigt war, vorſichtig vermittelnd
gewirkt, jedoch ſich im weſentlichen auf den Schutz der
deutſchen Intereſſen beſchränken müſſen. Zum Schutzdienſt
ſeien zwei kleine Kreuzer entſandt worden. Eine Ver=
mehrung
der Schiffe erſcheine zurzeit nicht erforderlich, da
das freundſchaftliche Zuſammenwirken der Kriegsſchiffe
der verſchiedenen Mächte den erforderlichen Schutz der
Fremden ſichere. Der Geſandte in Mexiko ſei ermächtigt,
den Bedürftigen durch Gewährung von Vorſchüſſen und
Beihilſen zum Verlaſſen des Landes behilflich zu ſein.
Den im Innern lebenden Deutſchen wurde geraten ſich an
die Hafenplätze zu begeben und eventuell das Land zu ver=
laſſen
. Die Kinder und Frauen ſeien, ſoweit als tunlich,
in die Häfen geſchafft und eingeſchifft worden. Von der
Hamburg=Amerika=Linie ſeien drei Dampfer zur Verfüg=
ung
geſtellt worden und zwar für Tampico, Veracruz und
Puertomexiko. Für dieſe Hilfsbereitſchaft ſprach der
Staatsſekretär der Hamburg=Amerika=Linie ſeinen herz=
lichen
Dank aus. Völkerrechtlich ſei die Lage noch unklar,
da nach Auffaſſung des Präſidenten Wilſon ſich Amerika
nicht in einem Krieg mit Mexiko befinde, während tat=
ſächlich
doch eine Art Kriegszuſtand herrſche. Die Aktion
der großen ſüdamerikaniſchen Republiken unterſtützte
Deutſchland in Mexiko, indem der Geſandte den Auftrag
erhielt, die Annahme der guten Dienſte zu empfehlen. Der
Erfolg der Aktion werde vielfach ſkeptiſch
beurteilt. Staatsſekretär v. Jagow erklärte ferner,
die Behauptung, daß die Petroleumintereſſenten die Hand
im Spiele hätten, vermöge er nicht nachzuprüfen.
Der Staatsſekretär äußerte ſich ſodann zu der Ange=
legenheit
der Ypiranga‟ Der amerikaniſche
Kommandant verlangte zunächſt, daß der Dampſer mit den
Waffen im Hafen bleibe Die amerikaniſche Regierung
korrigierte dies ſofort; der amerikaniſche Kom=
mandant
entſchuldigte ſſich. Die amerikaniſche
Regierung präziſierte ihre Wünſche dahin, daß der Damp=
fer
entweder die Waffen an Bord behalten oder in der von
den Amerikanern beſetzten Zollſtätte entladen möge. Die
Hamburg=Amerika=Linie erteilte darauf die Weiſung, daß
das Kriegsmaterial, das übrigens zum großen Teil ameri=
kaniſcher
Herkunft iſt, von dem Dampfer zurücktranspor=
tiert
werden ſolle. Hinſichtlich der Zukunft Mexikos er=
widerte
der Staatsſekretär auf verſchiedene Anfragen, daß
nach den Erklärungen des Präſidenten Wilſon nichts gegen
die Unabhängigkeit des Landes unternommen werden ſolle.
Die Haltung Deutſchlands müſſe neutral ſein; auch andere
europäiſche Mächte hielten ſich von jeder Einmiſchung
fern. Ein einſeitiges deutſches Vorgehen komme ſelbſt=
verſtändlich
ſchon mit Rückſicht auf ungere Beziehungen zu
den Vereinigten Staaten nicht in Frage. Die deutſche Re=
gierung
würde bei der Wahrung der deutſchen Intereſſen
ſich mit den anderen Mächten in Fühlung halten und wie
überall, ſo auch in Mexiko für das Prinzip der offenen Tür
eintreten.
Hierauf wandte ſich die Beſprechung den Verhält=
niſſen
in Mexiko zu. Der Referent führte aus, daß
die Unterwerfung des Landes durch Frankreich nahezu
vollzogen ſei; die weißen Truppen ſeien nur in ſehr ge=
ringem
Maße nötig. Ein Redner ſtellte eine Anzahl von
Fragen, die ſich auf die deutſchen Handelsintereſſen be=
zogen
, ſo über die Beteiligung deutſchen Kapitals beim
Hafenbau in Tanger und bei dem Bau der Eiſenbahn von
Tanger nach Fez. Unterſtaatsſekretär Zimmermann
führte aus, die handelspolitiſche Lage in Marokko entwickle
ſich befriedigend. Die Annahme des Referenten, daß
Frankreich die Ruhe im Lande bereits ſo weit hergeſtellt
habe, daß es als Protektionsmacht über die Marokkaner
zum Zwecke der Truppenaushibung verfügen könnte, teile
er nicht. Im Süden laſſe die Lage noch manches zu wün=
ſchen
übrig. Für die baldige Oeffnung des Hafens von
Agadir trete die deutſche Regierung ein, doch ſei nach den
amtlichen franzöſiſchen Mitteil;
nach nicht an die
Oeffnung zu denken, da die Unſicherheit noch zu groß ſei,
und die zur Verfügung ſtehend Truppenmacht im Süden
zu gering. An dem Ausban des Hafens von Tanger werde
gearbeitet. Eine Reihe anderer Häfen harrte der Verbeſſe=
rung
. Der Hafen von Larraſch werde bekanntlich von der
Firma Sacger und Wörner ausgebaut. Die Bahn

Tanger-Fez ſei noch nicht in Angriff genommen. Hier
würde ein Adjudikationsverfahren Platz greifen. Eine
entſprechende deutſche Beteiligung ſei zu erhoffen. Daß
die Deutſche Orientbahn ihre Niederlaſſung in Marokko
aufgegeben habe, bedauere die deutſche Regierung lebhaft.
Dieſer Schritt ſei ohne ihr Vorwiſſen aus geſchäftlichen
Gründen erfolgt. Man hoffe, mit Hilfe einer anderen
Bank wieder zu einer deutſchen Bankvertretung in Marokko
zu kommen. Der Unterſtaatsſekretär äußerte ſich weiter
über die Gründe, weswegen die deutſche Regierung Rai=
ſuli
nicht in das deutſche Schutzverhältnis aufgenommen
habe. Es ſei nachgewieſen worden, daß Raiſuli die ſpa=
niſchen
Unruhen angezettelt habe. Der Unterſtaatsſekretär
ging noch kurz auf die Angelegenheit der Uenza=Minen ein.
Sodann machte Miniſterialdirektor Krieger eingehende
Ausführungen über das Minenreglement mit dem
die deutſchen Minenintereſſenten ſämtlich einverſtanden
ſeien. Ein nationalliberaler Redner verwies auf die Mög=
lichkeit
der Nutzbarmachung der marokkaniſchen Bergvölker
durch Frankreich im Falle eines Krieges mit Deutſch=
land
.
Auf die Ausführungen des nationalliberalen Redners
wegen der Schlafkrankheit in Neu=Kamerun,
verwies der Unterſtaatsſekretär darauf, daß nach der Aus=
ſage
von Männern, die das Gebiet aus eigener Anſchau=
ung
kürzlich kennen gelernt haben, die Schlafkrankheit
keineswegs ſo gefährlich auftrete, wie behauptet werde
Der neue Erwerb entſpräche nach ihrem Urteil den beſten
Teilen von Alt=Kamerun. Auf weitere Ausführungen be=
merkte
der Unterſtaatsſekretär daß der Poſten des Ge=
ſandten
in Tanger, aus politiſchen und wirtſchaftlichen
Gründen, bis auf weiteres beibehalten werden müſſe.
Wegen Aufhebung der deutſchen Poſt ſchwebten keine Ver=
handlungen
zwiſchen Frankreich und Deutſchland. Die
Inſtitution beſtehe und die deutſche Regierung habe nicht
die Abſicht, ſie zu beſeitigen. Hierauf beſprach der Refe=
rent
die fortſchreitende Entwicklung Chinas und hob die
kulturelle und handelspolitiſche Durchdringung der Mon=
golei
durch Rußland hervor. Redner befürwortete die Ver=
mehrung
der Berufskonſulate und der Handels= Sachver=
ſtändigen
. Der Unterſtaatsſekretär äußerte ſich über die
Lage der Mongolei im Sinne früherer Ausführungen.
Es ſei richtig, daß Belgien ſich beſonders erhebliche Kon=
zeſſionen
geſichert habe. Ob es ſich dabei nur um bel=
giſches
Kapital handle, laſſe er dahingeſtellt. Sodann habe
ſich die franzöſiſche Banque Induſtrielle de Chino für eine
Anleihe von 150 Millionen wichtige Vorverträge zu Eiſen=
bahn
= und Hafenkonzeſſionen verſchafft. Es ſei bedauer=
lich
, daß die deutſche Finanz ſich zurückhalte. Die Regie=
rung
wünſche lebhaft, daß ſie ſich an der Erſchließung
Chinas ſtärker beteilige. Es ſei jetzt neben der Deutſch=
Aſiatiſchen Bank eine zweite Gruppe in der Bildung, die
für eine weitgreifende Betätigung von Finanz und In=
duſtrie
einen Rahmen bieten würde Deutſchland ſtelle
eine ſehr erhebliche Zahl zu den ausländiſchen Beratern
der chineſiſchen Regierung.

Aus den Delegationen.

* Peſt, 29. April. Um 2¼ Uhr trat der Ausſchuß
für Aeußeres der öſterreichiſchen Delegation
zu einer erſten Sitzung zuſammen. Sofert nach Eröffnung
der Sitzung ergriff Graf Berchtold das Wort zu ſeinem
Expoſé in dem es heißt: Nach erregten Zeiten iſt unter
dem Einfluß des allgemeinen Friedensbedürfniſſes eine
Periode fühlbarer Beruhigung in den internationalen Be=
ziehungen
eingetreten, in welcher ſich der Liquidations=
prozeß
der überſtandenen weltgeſchichtlichen Ereigniſſe, wie
die daraus ſich ergebende politiſche Neuorientierung ſchritt=
weiſe
vollzieht. Die Schaffung eines ſelbſtändigen
Albaniens hat durch den Regierungsantritt des Fürſten
Wilhelm ſeine Vollendung erfahren. Die bisher ungeklärte
Lage in den Albanien zugeſprochenen Landesteilen von
Epirus iſt allerdings geeignet, den leitenden Faktoren in
Durazzo ernſte Beſorgniſſe zu bereiten. Bekanntlich war
der griechiſchen Regierung die Grenzbeſtimmung in Süd=
albanien
auf Grund des Florenzer Abkommens notifiziert
und derſelben ein Termin für die Räumung des Gebietes
fixiert worden. Griechiſcherſeits war demgegenüber gel=
tend
gemacht worden, daß es im öffentlichen Intereſſe ge=
egen
wäre, wenn angeſichts der Zurückziehung der griechi=
ſchen
Truppen aus Epirus Maßnahmen zur Sicherſtellung
von Leben und Eigentum der gutochtonen Bevölkerung
getroffen würden. Außerdem war das Verlangen noch bei
der Grenzrektifikation geſtellt worden, und zwar im Tale
von Argyrocaſtro zugunſten Griechenlands, an der Meeres=
küſte
zugunſten Albaniens. Schließlich hatte die griechiſche
Regierung gebeten, daß es ihr ermöglicht werde, die er=
regte
Bevölkerung des an Albanien gelangenden Teiles
von Epirus durch die im Namen Europas zu gebende
Verſicherung zu beruhigen, daß ihre Rechte und Freiheiten
entſprechend ſicher geſtellt werden ſollen. Wir haben ge=
meinſam
mit Italien nicht gezögert, in Athen mündlich be=
ruhigende
Mitteilungen zu machen, was von der griechi=
ſchen
Regierung dankbar quittiert wurde, und die letztere
in die Lage verſetzte, in der Kammer beſchwichtigende Er=
klärungen
abzugeben. Nach längeren Verhandlungen
zwiſchen den einzelnen Kabinetten iſt es auch gelungen,
den Text einer an Griechenland zu richtenden Note feſtzu=
ſtellen
, welche inzwiſchen in Athen überreicht und von der
griechiſchen Regierung mit der Verſicherung beantwortet
worden iſt, daß die Weiſung wegen der Evacuierung ſofort
erfolgen werde. Mit der vollkommenen Räumung von
Albanien wird aber eine weſentlich klarere Situation ge=
ſchaffen
ſein.
Geringere Sorge als die Konſolidierung der ſüdalba=
niſchen
Grenzgebiete hat bisher die Abgrenzung Nord=
albaniens
verurſacht. Die internationale Kommiſſion hat
vor kurzem ihre während der Wintermonate un erbrochene
Tätigkeit wieder aufgenommen. Um Mißverſtändniſſen
und daraus zu beſorgenden Uebergriffen vorzubeugen,
haben wir die Delegierung der Abgrenzungskommiſſion in.
die in Frage kommenden Gebiete angeregt. Die übrigen
Grenzverſchiebungen erſcheinen praktiſch durchgeführt, in
dem die neue Staatsautorität überall in Wirkſamkeit ge=
treten
iſt. Da die Neueinteilung den ethniſchen Verhält=
niſſen
zum Teil nicht gerecht geworden iſt, ſo hat ſich dieſe
Umgeſtaltung nicht ohne jene tief bedauerlichen Begleit=
umſtände
vollzogen, die auf dem Balkan erfahrungsgemäß
zu den Aktionsmitteln der nationalen Propaganda ge=
hören
. Es iſt zu hoffen, daß dieſe mit den ethiſchen
Grundſätzen eines modernen Staatsweſens unvereinbare
Weiſe des Vorgehens nicht in die neue Aera hinüber=
genommen
werde. Der von der Londoner Réunion be=
ſchloſſene
Minoritätenſchutz ſollte als warnendes Zeichen
dienen. Was die Verhältniſſe der einzelnen Staaten der
Balkanhalbinſel betrifft, ſind wir von dem größten Wohl=
wollen
für die freie und ſelbſtändige Entwicklung dieſer
uns unmittelbar benachbarten Staatsweſen beſeelt und
wir wollen der Hoffnung Raum geben, daß die friedliche
Regierungsarbeit, welcher ſie ſich nun nach dem blutigen
und verluſtreichen Kriege der jüngſten Vergangenheit hin=

geben wollen, der weiteren Umgeſtaltung unſerer Bezie=
hungen
zu denſelben förderlich ſein werde. Serbien hat
ſich während des Balkankrieges neuerdings überzeugen
können, daß wir ſeiner Entfaltung weitgehendſtes Ent=
gegenkommen
bezeigen. Im Vordergrunde der Beziehun=
gen
ſtehen gegenwärtig die Verhandlungen, welche in der
Frage der Orientbahnen mit der königlichen Regierung
vorbereitet worden ſind. Die Betriebsgeſellſchaft, in wel=
cher
das öſterreichiſche Kapital die Majorität hat, hat bet
der ſerbiſchen Regierung das Verlangen geſtellt, daß der
Betrieb der Bahnlinien, welche nach Ausbruch des Bal=
kankrieges
von der ſerbiſchen Armee okkupiert waren, der
Geſellſchaft zurückgegeben werden. Serbiſcherſeits ſind
Schwierigkeiten erhoben worden; die Belgrader Regierung
hat ſich aber bereit erklärt, über die ganze Materie in
Unterhandlungen einzutreten, welche im März d. J. er=
öffnet
wurden und jetzt voll im Zuge ſind.
Wir haben ſtets geſucht, gute Beziehungen mit un=
ſerem
montenegriniſchen Nachbarſtaate zu
unterhalten. Wir wollen hoffen, daß nun, wo die monte=
negriniſche
Regierung die Abſicht bekundet hat, die Lon=
doner
Beſchlüſſe zu reſpektieren und mit Albanien korrerte
Beziehungen zu pflegen, unſer freundſchaftliches Verhält=
nis
nicht nur keine weiteren Störungen erleiden, ſondern
ſich fortſchreitend ausgeſtalten werde. Der zweimalige
Verlauf der Sobranjewahlen hat den Nachweis geliefert,
daß Bulgarien nach der Enttäuſchung, welche der
Ausgang hinterlaſſen hat, bemüht iſt, die Schäden der
Kriegsperiode wett zu machen, was wir nur mit Sym=
pathie
begleiten können. Bei dem Beſtreben, die neu=
erworbenen
Gebiete ſich anzupaſſen und kulturell zu heben,
wird unſere tunlichſte wirtſchaftliche Unterſtützung dem
Königreich auch weiterhin nicht fehlen. Ueber ein engeres
Verhältnis in handelspolitiſchen Fragen iſt ſchon zwiſchen
den Regierungen Fühlung genommen worden. Es war
für mich von großem Werte, in dem Beſuch des Herrn
Venizelos im Februar in Wien die erhebende Beſtätigung
zu finden, daß in Athen unſere guten Dispoſitionen für
Griechenland nicht mißverſtanden und richtig be=
wertet
werden. Seither haben wir Verhandlungen mit
der griechiſchen Regierung eingeleitet, welche den Ab=
ſchluß
eines neuen Handelsvertrages, einer Schiffahrts=
und Eiſenbahnkonvention zum Gegenſtand haben. Wir
hegen den Wunſch, daß die Türkei ihren Beſitzſtand
konſolidieren werde. Unſere Intereſſen ſind ſowohl
politiſcher als auch wirtſchaftlicher Natur. Durch die Fort=
entwicklung
unſeres freundſchaftlichen Verhältniſſes zu der
Hohen Pforte werden wir unſeren wohlverſtandenen In=
ereſſen
am beſten dienen.
In Rumänien haben ſich während und nach der
Balkankriſe Strömungen wahrnehmbar gemacht, die, von
einer offenbar mißverſtändlichen Auffaſſung unſerer Hal=
tung
während der Kriſe ausgehend, zeitweilig einen un=
freundlichen
Charakter gegen die Monarchie angenommen
haben. Wenn wir auch unſere Augen vor den Vorgängen
nicht verſchließen wollen, ſo ſind wir andererſeits über=
zeugt
, daß kein ernſthafter Politiker in dem benachbarten
Königreich daran denkt, den großen Vorteil aufs Spiel zu
ſetzen, welche die bisher unterhaltenen engen und freund=
ſchaftlichen
Beziehungen zu uns dem Lande gebracht haben.
Auch die jetzige rumäniſche Regierung hat wiederholt ihr
aufrichtiges Beſtreben bekundet, den bisher vertrauens=
vollen
Charakter der gegenſeitigen Beziehungen auch in
Zukunft zu erhalten.
Auf das Verhältnis unter den Großmächten
übergehend, möchte ich vor allem betonen, daß der Drei=
bund
, welcher ſein ſeſtes Gefüge in den Wechſelfällen der
Balkankriſe neuerdings erwieſen hat, die unveränderte
Grundlage unſerer äußeren Politik bildet. Mit warmer
Sympathie ſind bei uns die Beſuche begrüßt worden.
welche Seine Majeſtät Kaiſer Wilhelm, der erlauchte
Verbündete unſeres erhabenen Monarchen, in Schönbrunn
und Miramare abgeſtattet hat, Beſuche, die der perſön=
lichen
Freundſchaft entſpringen, die aber gleichzeitig dem
innigen Bundesverhältnis zwiſchen den beiden Zentral=
mächten
den feſten Ausdruck geben. Kurze Zeit darauf
habe ich das Vergnügen gehabt, den italieniſchen
Miniſter des Aeußern in Abbazia zu begrüßen.
Die wiederholten Ausſprachen, zu welchen dieſe Begeg=
nung
Gelegenheit gegeben hat, haben mich in der Ueber=
zeugung
beſtärkt, daß die im nahen Orient eingetretenen
Wandlungen neue Intereſſengemeinſamkeiten zwiſchen den
beiden Alliierten begründet haben und daß die von jedem
Teile inaugurierte Politik uns auf die gleichen Pfade zu
gemeinſamer Arbeit zuſammenführen. Wir können in
der Haltung Englands das Beſtreben wahrnehmen, ähn=
lichen
Gefahren für die Zukunft vorzubeugen, wie die Er=
eigniſſe
der jüngſten Vergangenheit für den europäiſchen
Frieden im Schoße trugen.
Was ſpeziell unſere Beziehungen zu England an=
belangt
, ſo entſprechen dieſelben der tiefen traditionellen
Freundſchaft, die die Monarchie mit dem Königreich ver=
bindet
. Der längere Beſuch, den das engliſche Mittel=
meergeſchwader
unſeren adriatiſchen Küſtenplätzen abzu=
ſtatten
ſich anſchickt, wird uns Gelegenheit geben, dieſen
überlieferten Gefühlen Ausdruck zu leihen. Unſer Ver=
hältnis
zu Rußland trägt andauernd einen freundlichen
Charakter. In Worten tiefempfundener Bewunderung
hat kürzlich der franzöſiſche Miniſterpräſident bei der
Budgetberatung in der Kammer der hohen Weisheit ge=
dacht
, mit welcher unſer erhabener Herrſcher die Geſchicke
der Monarchie leitet. Dieſe Sympathiekundgebung hat
bei uns aufrichtige Genugtuung hervorgerufen.
Wie aus dem Vorſtehenden erhellt, ſind die Be=
ziehungen
der Monarchie zu den einzelnen Mächten durch=
aus
befriedigender Natur. Nach den Anfeindungen, welchen
wir in den heißen Tagen der ſchweren Balkankriſe wegen
Wahrung elementarer Lebensintereſſen der Monarchie von
manchen Seiten ausgeſetzt waren, hat die nüchterne Be=
urteilung
immer mehr die Oberhand gewonnen, daß die
Monarchie in einer Epoche allgemeinen Umſturzes im
nahen Orient, hart an unſeren Toren, als ſtarker konſer=
vativer
Faktor, als Element der Ordnung und Ruhe, als
Bollwerk des Friedens aufgetreten iſt. Um dieſe Stellung=
im
Herzen eines militäriſch gerüſteten und ſchlagfertigen
Europas auch weiterhin zu bewahren, ſind große Anfor=
derungen
an die Leiſtungsfähigkeit und Opferwilligkeit=
der
Monarchie geſtellt, und es wird Aufgabe der maß=
gebenden
ſtaatlichen und geſellſchaften Faktoren ſein, dieſer=
Stellung durch verdoppelte Sorge für die Fortentwicklung
aller volkswirtſchaftlichen Vorausſetzungen Rechnung zu
tragen.

Die Erkrankung des Kaiſers Franz Joſef.

* Wien, 28. April. Dem Abendbericht über das
Befinden des Kaiſers zufolge, ſind die Symp=
tome
des trockenen Katarrhs ziemlich unverändert. Die
Herztätigkeit iſt kräftig. Der Appetit und das Allgemein=
befinden
laſſen nichts zu wünſchen übrig. Der Kaiſer
brachte dreiviertel Stunden auf der kleinen Galerie zu
und empfing den Erzherzog Franz Ferdinand, den Oberſt=
hofmeiſter
Fürſten von Montenuovo und ſeine beiden
Generaladjutanten.

[ ][  ][ ]

* Wien, 29. April. Ueber das Befinden des
Kaiſers wird berichtet: Der Kaiſer hatte eine gute und
erquickende Nacht, durch die alle Krankheitserſcheinungen
heute günſtig beeinflußt worden ſind.
* Wien, 29. April. Nach dem letzten Bulletin über
das Befinden des Kaiſers ſind die katarrhaliſchen
Erſcheinungen von geſtern auf heute etwas zurückgegan=
gen
. Das übrige Befinden iſt gleichgeblieben. Der Kaiſer
hielt ſich heute etwa fünf Viertelſtunden auf der kleinen
Galerie auf.

Die Darmſtädter Flugwoche.

Prinz=Heinrich=Flug 1914.
St. Ueber die intenſive und umfangreiche
Tätigkeit des Organiſationsausſchuſſes
und der Unterausſchüſſe zur Vorbereitung des
Prinz=Heinrich=Fluges 1914 gab eine Verſammlung ein
intereſſantes Bild die am Dienstag abend im Bahnhofs=
hotel
unter dem Vorſitz des Herrn Frhrn. v. Oetinger
ſtattfand und in der die Vorſitzenden der Ausſchüſſe Be=
richt
erſtatteten. Frhr. v. Oelinger begrüßte kurz und
herzlich die Erſchienenen und gab einige Entſchuldigungen
bekannt. Den erſten Bericht über die intenſive Tätigkeit
des Organiſationsausſchuſſes erſtattete Herr Direktor L.
Baier. Er betonte beſonders, daß es ſich bei dem Prinz=
Heinrich=Fluge nicht um eine Art Luſtbarkeit handle, die
nur dem Senſationsbedürfnis der Menge dienen ſoll, ſon=
dern
um eine höchſt ernſte Sache. Der Prinz=Heinrich=
Flug ſei nur ein Glied in der Kette der Rüſtungen, zu
denen Deutſchland gezwungen ſei in der Verteidigung
und Feſtigung ſeiner Exiſtenz. Es iſt unbedingt notwen=
dig
für Deutſchland, auch auf dem Gebiete der Luftfahrt
in all ihren Zweigen zur führenden Stellung zu gelangen.
Der Prinz=Heinrich=Flug ſoll ein Bild davon geben, ob
und wie unſere Flieger und Flugzeuge im Ernſtfalle ihren
großen Aufgaben gewachſen ſind. Die Durchführung einer
ſo großen Flugveranſtaltung, deren Hauptaufgabe diesmal
Darmſtadt zufalle, erfordere erhebliche Summen. In der
richtigen Erkenntnis der Tatſache, daß Private allein nicht
in der Lage ſein können, dieſe aufzubringen, habe der
Staat auch eine Geldlotterie genehmigt. Weiter
berichtete Redner dann über Einzelheiten. Der Sport=
leitung
, d. h. der ſportlichen Etappenleitung
für Darmſtadt, gehören an die Herren Hauptmann von
Dewall, Profeſſor Eiberhardt, Hauptmann =
ſer
, Oberleutnant Keller, Frhr. v. Oetinger, fer=
ner
20 Sportgehilfen und 12 Zeitnehmer, deren Namen
noch nicht feſtſtehen. Dem Ehrenausſchuß gehören
an Staatsminiſter Dr. v. Ewald, Generaladjutant Gene=
ralleutnant
v. Hahn, Oberbürgermeiſter Dr. Gläſ=
ſing
, Generalmajor v. Randow.
Daran ſchloſſen ſich die Berichte der Einzelausſchüſſe.
Für den Automobil= und techniſchen Ausſchuß berichtete
Herr Kommerzienrat Goebel. Er teilte mit, daß ſechs
Automobile an den Haupttagen zur Verfügung ſtehen und
daß die Prüfung der An= und Abfahrtwege uſw. in den
nächſten Tagen erfolgen wird. Für den Finanzausſchuß
erſtattete Herr Direktor Lutz Bericht. Die Aufbringung
der Gelder ſoll im weſentlichen wie im Vorjahre organt=
ſiert
werden. Außer der Lotterie ſollen Sammlungen
veranſtaltet werden, Zeichnungsſtellen ſind zu errichten;
weiter ſoll der Verkauf von Poſtkarten, Reklamemarken,
Photographien, Programmen uſw. Mittel einbringen.
In der Hauptſache natürlich der Billettverkauf. Zu dieſem
ſind die Preiſe ſo niedrig gehalten, daß jeder des ſeltenen
Flugſchauſpiels teilhaft werden kann. Es wird natürlich
auf Maſſenbeſuch gerechnet. Soweit möglich, ſollen noch
Ermäßigungen eintreten, ſo auf Studenten=, Schülerkarten
ufw. Herr Goebel jun, legte Muſter für Eintrittskarten
uſw. vor. Zu beſtimmten Stunden, die noch bekannt ge=
geben
werden, ſollen Beſichtigungen der Apparate uſw.
durch Schulen unter fachmänniſcher Leitung geſtattet wer=
den
. Auch für Erwachſene ſollen ſolche Führungen ſtatt=
finden
. Längere Auseinanderſetzungen erforderte die Arr
und Weiſe der Vergebung der Filmaufnahmen.

Einen beſonders eingehenden Bericht erſtattete Herr
Hauptmann Ortmann vom Truppenübungsplatz über
die umfangreiche und wichtige Tätigkeit des Platzaus=
ſchuſſes
. Wir werden darauf eingehend zurückkommen.
Es ſollen Tribünen für 1. und 2. Platz, ferner eine Tri=
büne
für die Allerhöchſten Herrſchaften uſw. errichtet wer=
den
. Die Abſperrung des ganzen Platzes muß ſtrengſtens
durchgeführt werden. Militär wird für Aufrechterhaltung
der Ordnung uſw. Sorge tragen. Für den Preſſeausſchuß
berichtete Herr Kommerzienrat Wittich über die Ver=
gebung
der Druckarbeiten, Reklamemaßnahmen, Her=
ſtellung
von Plakaten und beſonderen Poſtkarten, zu deren
Beförderung die Poſtdirektion ſich bereit erklärt hat, einen
beſonderen amtlichen Stempel herſtellen zu laſſen uſw.
Der Preſſedienſt wird vom Hauptausſchuß aus be=
ſorgt
bis zum Flugtage. Herr Oberarzt der Reſerve Dr.
Vetter berichtete über die Aufgaben des Sanitätsaus=
ſchuſſes
. Danach ſind die umfaſſendſten Maßnahmen ge=
troffen
, um gegen alle Eventualitäten gerüſtet zu ſein. Es
ſind u. a. zwei Sanitätsſtationen eingerichtet, je mit einem
Arzt und den erforderlichen Sanitätsmannſchaften beſetzr.
Die Zelte hat die Militärverwaltung zur Verfügung ge=
ſtellt
. Krankenauto, Krankenwagen uſw. ſtehen zur Ver=
fügung
, außerdem im Bedarfsſalle das Krankenauto der
Rettungswache. Herr Branddirektor Fiſcher teilte
hierzu mit, daß auch die Firma Opel ihr Krankenauto und
eventuell ein zweites Auto zur Verfügung ſtellen wird.
Er berichtete weiter über die vorhandenen Löſchmöglich=
keiten
, die beſonders um die Hallen uſw. in ausreichen=
dem
Maße vorhanden ſind. Die Löſchmannſchaften ſtellt
Herr Hauptmann v. Dewall. Herr Direktor Baier
berichtet für die verhinderten Vorſitzenden des Verkehrs=
ausſchuſſes
und des Wirtſchaftsausſchuſſes. Erſterem iſt
von der Eiſenbahn in Ausſicht geſtellt worden, daß am
Haupttage aus allen Fahrtrichtungen Extrazüge nach
Darmſtadt geleitet werden ſollen. Auch ſonſt werden Vor=
züge
bereitſtehen, um etwaigem Andrange gewachſen zu
ſein. Die Straßenbahn wird von Darmſtadt nach dem
Flugplatz am Flugtage viertelſtündlich verkehren. Droſch=
kenautomobile
ſtehen am vorgeſchriebenen Halteplatz am
Monument zur Verfügung. Der Wirtſchaftsausſchuß
plant für den 15. Mai einen Empfangsabend im
Saalbau für die Herren der Oberleitung, Flieger und
Beobachter und Gäſte. Das Unterhaltungsprogramm
hierzu hat Herr Diplomingenieur Herszberg vorbe=
reitet
, der bereits eine Anzahl Kunſtkräfte gewonnen hat.
Beſonders wichtig iſt, feſtzuſtellen, daß der Zugang
zum Flugplatz nur von der Griesheimer
Chauſſeeaus iſt und daß die Abſperrung des Platzes
ſehr ſtreng durchgeführt werden muß.
(Mit Dankesworten für die bisher ſchon geleiſtete
große Arbeit konnte Herr Frhr. v. Oetinger gegen
Mitternacht die Verſammlung ſchließen.

Luftfahrt.

Das Luftſchiff S. L. II auf ſeiner Dauerfahrt.
* Gießen, 29. April. Das Luftſchiff S. L. II‟
paſſierte heute nacht 12 Uhr 25 Min. in ſehr mäßiger Höhe
die Stadt in nördlicher Richtung.
* Bremen, 29. April. Heute früh 3 Uhr 50 Min.
paſſierte ein Luftſchiff, von Süden kommend, in nörd=
licher
Richtung die Stadt. Wahrſcheinlich handelt es ſich
um das Luftſchiff S. L. II‟.
* Hamburg, 29. April. Das Luftſchiff
S. L. II iſt heute morgen 5½ Uhr in Hamburg ein=
getroffen
. Es kreuzte über der Luftſchiffhalle in Fuhls=
büttel
und ſetzte dann die Fahrt über Hamburg und Um=
gebung
zur Aufklärung der Wetterlage fort.
* Hamburg, 29. April. Das Luftſchiff S. L. II‟
iſt um 7½ Uhr wieder weitergeflogen. Die Richtung iſt
unbekannt, da das Luftſchiff im Nebel verſchwand.
* Berlin, 29. April. Das Luftſchiff S. L. II‟
iſt heute früh 9 Uhr 15 Min. über Berlin einge=
troffen
.

H. Mannheim, 29. April. Das Luftſchiff
S. L. II iſt nicht, wie beabſichtigt war, nach ſeiner hie=
ſigen
Luftſchiffwerft zurückgekehrt, ſondern in Leipzig
um 5 Uhr 15 Min. vor der dortigen Luftſchiffhalle glatt
gelandet. Es hat alſo die vorgeſchriebene 20 ſtündige
militäriſche Dauerfahrt beſtanden.
H Leipzig, 29. April. Das Luftſchiff L. Z. 20
hat auf ſeiner Fahrt infolge der Hitze des Tages etwa
5000 Kubikmeter Gas verloren. Es wurde
dadurch mit gezwungen, in Leipzig eine Landung vorzu=
nehmen
, die auch deshalb erfolgte, weil auf der Fahrt
nach Leipzig ſich Neigung zu Gewitterbildung zeigte. Bei
der Landung waren die Motoren in etwa 100 Metern Höhe
bereits abgeſtellt. Durch den großen Gasverluſt wurde
das Luftſchiff mit den Propellern auf den Erdboden
gedrückt, wodurch dieſe beſchädigt wurden und die
Streben zerbrachen. Auch ſonſt ſind die Beſchädigungen,
die das Luftſchiff erlitt, ziemlich erheblicher Natur. Das
Luftſchiff konnte nur mit größter Mühe in die Halle ge=
bracht
werden. Die erforderlich gewordenen Reparatur=
arbeiten
werden ſofort in Angriff genommen werden,
immerhin werden ſie etwa 4 bis 5 Tage in Anſpruch neh=
men
. Die Arbeiter mit den Materialien ſind bereits von
Mannheim nach Leipzig abgefahren.

* Wien, 28. April. Der Militärflieger Unteroffizier
Wally iſt auf dem Flugfeld Wiener=Neuſtadt abgeſtürzt.
Er war ſofort tot.

Exploſion in einer Kohlengrube.

* Beckley (Weſtvirginien), 28. April. In einem
Kohlenbergwerk in Eccles erfolgte eine Ex=
ploſion
. Es ſollen 250 Bergleute eingeſchloſſen ſein.
* Beckley, 28. April. Die Exploſion in der
Kohlengrube von Eccley ereignete ſich, als eine
volle Schicht von Bergleuten 600 Fuß unter Tage arbeitete,
Einer Rettungsmannſchaft, die ſofort zuſammengeſtellt
wurde, gelang es, das Ende eines Schachtes zu erreichen.
Sie brachte zwei Bergleute, die ſtarke Brandwunden er=
litten
hatten, an die Oberfläche. Man glaubt aber, daß
die Verletzten nicht am Leben bleiben werden. Eine zweite
Rettungsmannſaft verſuchte heute, einzufahren.
* Beckley (Weſt=Virginien), 29. April. Infolge der
Exploſion in dem Schacht der New River Company ſind
203 Bergleute verſchüttet. Es beſteht keine
Hoffnung, ſie zu retten. Vier Tote und 50 Le=
bende
wurden ans Tageslicht geſchafft; letztere haben
ſämtlich ſchwere Brandwunden erlitten.

Mexiko und die Vereinigten Staaten.

Die Vermittelung.
* Waſhington, 29. April. Hier zirkulieren beun=
ruhigende
Gerüchte über die Ausſichten der Ver=
mittelung
Südamerikas. Aus nicht offizieller,
doch guter Quelle verlautet, daß einer der Unterhändler
gar keine Hoffnung habe, daß der Vermittelungsverſuch
Erfolg haben werde.
* Montevideo, 28. April. Der Präſident von
Uruguay und der Miniſter des Aeußern haben beſchloſ=
ſen
, die Vermittelung Argentiniens, Braſiliens und
Chiles in der mexikaniſchen Frage zu unterſtützen.
* Buenos Aires, 29. April. Der Miniſter
des Aeußeren riet den Politikern, die eine Kundgeb=
ung
zugunſten Mexikos veranſtalten wollten, auf wieder=
holtes
Drängen den Plan aufzugeben. Die Regierungen
in Peru und Kuba haben ſich dem ſüdamerikaniſchen Ver=
mittelungsvorſchlag
angeſchloſſen.
* Waſhington 29. April. Die Friedensver=
mittler
waren geſtern zuſammen und vertagten ſich erſt
heute früh. Ueber das Ergebnis haben ſie ſich nicht ge=
äußert
, doch ſchienen ſie optimiſtiſch geſtimmt.

Großherzogliches Hoftheater.

Mittwoch, 29. April.
Zum erſten Male:
Helden,
Komödie in drei Aufzügen von Bernard Shaw.
W-l. Die Komödie ſpielt im Jahre 1885 nach der
Schlacht bei Sliwnitza zwiſchen Bulgaren und Serben,
in der ſich bekanntlich der ritterliche und heldenmütige
Fürſt Alexander ſeine Kriegslorbeeren erwarb. Dieſes
Ruhmesblatt in der Geſchichte Bulgariens, mit der der
Name des tapferen Battenbergers ruhmvoll verknüpft
bleibt, hat ſich der engliſche Komödiendichter leider zum
Gegenſtand einer beißenden Satire auserſehen. Zwar
entbehrt die Komödie einer ausgeſprochenen politiſchen
Tendenz, aber verletzend iſt ſie dennoch. Viel Verſtändnis
für Kriegskunde beſitzt der Verfaſſer wohl nicht, denn er
mutet, wenn es auch in dem Rahmen einer bewußten
Satire geſchieht, in der Darſtellung der bulgariſchen
Kriegsleitung ſeinem Publikum doch das Unmögliche zu.
Die Bulgaren ſind Halbbarbaren, die ſich faſt täglich
waſchen die Offiziere Troddel, Feiglinge und Vater=
landsverächter
. Die Satire dieſer Komödie iſt zu wenig
harmlos, als daß das Lachen darüber ungetrübt ſein
könnte. Das horaziſche Wort ridendo dicere verum
trifft für ſie nicht zu; es iſt doch nur ein Sichluſtigmachen
auf Koſten anderer.
Im Mittelpunkte der Handlung ſteht die Liebes=
geſchichte
der Tochter Raina des Majors Petkoff und des
ſerbiſchen Hauptmanns Bluntſchli, des Praliné=Soldaten,
dem ſie auf der Flucht vor ſeinen bulgariſchen Verfolgern
das Leben rettet und obwohl er nichts weniger denn als
Held (der Titel Helden iſt auch nur im ſatiriſchen Sinne
zu verſtehen) erſcheint, ihr Herz zuwendet. Ihrem frühe=
ren
Verlobten, dem Major Sergius Saranoff, einen
miles gloriosus, gibt ſie darauf den Laufpaß; er aber
ſchenkt ſein ritterliches Herz dem Stubenmädchen Louka
und verlobt ſich mit ihr.
Im einzelnen entbehrt die Komödie nicht der geiſt=
reichen
Paradoxe und der witzigen Satire; andererſeits
werſchmäht ſie in der Schilderung von Land und Leuten
nicht das Poſſenhafte und wirkt damit auf die Lachmus=
heln
. Die Handlung ſchreitet im ganzen langſam fort und
die Dialoge ſind zu lang ausgedehnt, infolgedeſſen die
erſten beiden Akte etwas langweilig ſind. Erſt im letzten
Akte gewinnt die Handlung an Intereſſe.
Ueber die Aufführung läßt ſich nur Gutes berichten.
Die Rolle der ſcheinbar an inneren Widerſprüchen reichen,
aber in bewußter Weiſe als witziges Problem behandel=
ten
Raina verkörperte und ſpielte Frau Meißner pikant
und feſſelnd. Den biederen, in ſerbiſche Dienſte getretenen
Schweizer Bluntſchli, der im erſten Akte die Rolle eines
charakterloſen Feiglings ſpielt und ſich ſpäter erſt ent=
wickelt
, ſtellte Herr Ehrle mit ſchauſpieleriſcher Gewandt=

heit dar; für den theatraliſchen Phraſenhelden und Poſen=
macher
Sergius war Herr Harprecht der aus ihm
eine wirkliche Rolle machte, der berufene Vertreter; die
ganz poſſenhafte Figur des Majors Petkoff verkörperte
Herr Jordan mit Humor. Von draſtiſcher Wirkung war
auch die temperamentvolle und überſchwengliche Majors=
frau
der Frau Müller=Rudolph. Die beſtgelungene
Rolle des Stückes iſt die der nach höheren Zielen ſtreben=
den
und durch Klugheit und weibliche Künſte ihren Zweck
erreichenden Dienerin Louka, die von Frau Gothe ganz
vortrefflich und mit viel Perſönlichkeit geſpielt wurde. Die
kleinere Rolle des Dieners Nicola war bei Herrn Jür=
gas
in berufenen Händen.
Die Regie hatte Herr Baumeiſter. Die Inſzenie=
rung
des Stückes war deſſen ſatiriſchem Charakter entſpre=
chend
. Der Hof mit dem eingegitterten Düngerhaufen und
der zum Trocknen aufgehängten, aus Strümpfen, zerriſſe=
nen
Unterbeinkleidern und anderen Bekleidungsſtücken
beſtehenden Wäſche, ſowie das famoſe Bibliothekzimmer
ohne Bücher, das den hohen Bildungsgrad der Familie
Petkoff darſtellen ſoll und an deſſen mächtigem Ofen
gleichfalls rieſige Strümpfe zum Trocknen hingen, zeugten
von gutem Humor der Regie.
Das Publikum nahm die Neuheit, namentlich am
Schluſſe, ſehr beifällig auf.

Konzerte.

mm Die Konzertſaiſon geht ihrem Ende entgegen.
Darbietungen höchſter vollendeter Kunſt reihten ſich, in
verſchiedenen Vereinigungen veranſtaltet, in bunter Folge
raſch aneinander. Kaleidoſkop nennt in ſchlechter Ueber=
tragung
des Begriffs ein Moderner ſeine bunten Ton=
waren
, die in loſer Aufeinanderfolge ein Klangbild
Tonfigürchen, in Gegenüberſtellung mit Thonbildern
zeichnen. Faſt alle der bisher geweſenen Konzerte dienten
der Kunſt um ihrer ſelbſt willen, dem Intereſſe der Künſt=
ler
, ihrem Bekanntwerden oder der Vermittelung neuer
Erzeugniſſe der Tonkunſt, die dem fühlbaren Mangel an
gutem Vorhandenen abzuhelfen ſucht, ob mit oder ohne
dringenden Bedarf. mag eine offene Frage bleiben. Ge=
wiß
iſt es ein ſchönes und durchaus berechtigtes Unter=
nehmen
, in dieſer Weiſe der Kunſt an ſich und den Künſt=
lern
, ausübenden wie ſchaffenden, zu dienen. Schöner
und edler iſt die Verquickung mit philanthropiſchen Be=
ſtrebungen
, die mild und treuſorgend Not lindern wollen,
eine werktätige Kunſt, die mehr wert iſt als tönend
Erz und klingendes Metall, denn ohne Edelſinn iſt auch
die vollendetſte Kunſt nichts als ein koſtbarer, allzu koſt=
barer
Lärm, wie ſie Viktor Hugo bezeichnet.
In den Dienſt ſolcher edken gemeinnützigen Be=
ſtrebungen
ſtellte Herr Otto Semper ſeinen mit Ge=
ſchick
und Geſchmack in der Programmanordnung und vor=
trefflich
durchgeführten Liederabend zum Beſten
des Frauenvereins Caritas, der unter Mit=
wirkung
der Herren Kammermuſiker Fritz Mehmel

und Otto Hauske am MMittwoch abend im Logen=
ſaale
ſtattfand. Der im allgemeinen nicht oft von
Künſtlern zu Muſikvorträgen benutzte ſolide und akuſtiſch
geeignete Saal in der Sandſtraße hat vor anderen den
unbedingten Vorteil voraus, von außen kommende Stö=
rungen
vermöge ſeiner zweckmäßigen Anlage ganz aus=
zuſchließen
. Dabei iſt er in ſeiner künſtleriſchen Aus=
ſchmückung
als eigentlicher Muſikſaal viel glücklicher als
andere, für den Gebrauch en tout cas dienende Räume.
So mußte das Konzert den befriedigendſten Eindruck
machen.
Der Veranſtalter des Konzerts, Herr Otto Sem=
per
, verbindet mit den glänzenden Eigenſchaften eines
ausgezeichneten dramatiſchen Geſangskünſtlers in ganz
hervorragender Weiſe die Fähigkeiten eines Liederſängers.
wobei ihn jene glücklich unterſtützen, ohne die abſolut
muſikaliſche, auf Mimik faſt gänzlich verzichtende, für den
Konzertſaal paſſende Vortragsweiſe zu beeinfluſſen, eine
Klippe für manche ſonſt tüchtige Bühnenſänger, die Herr
Semper nicht zu fürchten hat. Sein lebendig beſeelten
Vortrag der vier Lieder von Robert Schumann (Schöne
Wiege meiner Leiden, Der Nußbaum, Die Lotos=
blume
, Flutenreicher Ebro), die beiden letzten in ihrer
voneinander ſehr verſchiedenen Stimmung ausgeprägt
charakteriſiert und temperamentvoll geſungen, und die vier
Schubertlieder, der ernſt und ohne Uebertreibung tiefen
Seelenſchmerz ausdrückende Doppelgänger Du biſt die
Ruh Raſtloſe Liebe und das eine volle Lautenbeglei=
tung
im Klavierſatz imitierende intereſſante Lied des
Muſenſohnes waren ein laut tönendes Lob ſeiner emi=
nenten
Geſtaltungsfähigkeit im Vortrag und Modulation
des Organs. Vier Lieder von Brahms (Auf dem Kirch=
hofe
Wie Melodien zieht es mir Meine Liebe iſt
grün Salamander) und von Richard Strauß (Ruhe,
meine Seele Traum durch die Dämmerung, Du
meines Herzens Krönelein und das auf Verlangen
wiederholte Ständchen) waren weitere Spenden ſeiner
vollendeten Kunſt, für die ihm verdienter Beifall zuteil
wurde.
Herr Otto Hauske, ſein routinierter Begleiter am
Flügel, ließ ſich als feinſinniger Pianiſt ſoliſtiſch hören in
der G=Moll=Sonate (Op. 22) für Klavier, deren
Bachſche Schlußfiguren im dritten Satz auf die Ent=
ſtehungszeit
der Kompoſition zur Zeit der ausgedehnten
Bachſtudien Robert Schumanns hinweiſen, ferner
in dem Intermezzo (Op. 117, Es=Dur) und in der
Rhapſodie G=Moll (Op. 79) von Joh. Brahms
mit geiſtig ſelbſtändiger Auffaſſung und einer gediegenen,
früh begonnenen und planvoll von gewiſſenhaften
Meiſtern geleiteten muſikaliſchen Technik, die ihm freies
Geſtalten geſtattet und die Uebertragung ſeiner Empfin=
dung
in tönend bewegte Formen gleich einer lebendigen
Sprache ermöglicht. Guiſeppe Tartinis G=Moll=Sonate
mit dem Teufelstriller und das Konzertſtück Op. 22 von
C. Saint=Saéns waren die von Herrn F. Mehmel, dem
beliebten Violinkünſtler, zu dem Programm beigeſteuerten
Stücke, die er mit bekannter Routine durchführte.

[ ][  ][ ]

Die Lage in Veracruz.
* Veracruz, 28. April. Mehrere Transportſchiffe
mit Truppen unter General Funſton ſind hier an=
gekommen
. Sobald dieſe ausgeſchifft ſind, wird Admiral
Fletcher, der bisher hier die Operationen leitete, ſich
wieder auf ſein Flaggſchiff zurückziehen. Ebenſo werden
alle Matroſen wieder an Bord der Schiffe zurückkehren.
* Waſhington, 29. April. In Veracruz iſt eine
amerikaniſche Zivilregierung eingeſetzt wor=
den
. Der Amerikaner Robert J. Kerr hat die Regierung
übernommen.
Dank der amerikaniſchen Regierung an Deutſchland.
* Waſhington, 28. April. Staatsſekretär Bryan
übermittelte dem deutſchen Botſchafter zunächſt inoffiziell
den Dank der amerikaniſchen Regierung für die freund=
ſchaftliche
Haltung im Falle des Dampfers Ypi=
ranga
und die energiſche Hilfeleiſtung des Komman=
danten
und der Mannſchaft des deutſchen Kreuzers Dres=
den
bei der Rettung der Amerikaner in Tampico. Bryan
verſicherte dem Grafen Bernſtorff, es werde ihm noch ein
offizielles Anerkennungsſchreiben zugehen.
Die Ausländer in Mexiko.
* Waſhington 29. April. Wie Kontreadmiral
Fletcher meldet, ſind geſtern abend 109 Amerikaner und
28 andere Ausländer aus dem Binnenlande in Vera=
cruz
angekommen. So gut wie alle Ausländer in
der Nähe von Durango und Torreon haben das Land ver=
laſſen
. Zwei von dem beitiſchen Geſandten beſtellte Son=
derzüge
, welche die engliſche und die amerikaniſche Flagge
führten, verließen geſtern abend mit Flüchtlingen die
Hauptſtadt. Unterwegs nahmen ſie noch weitere 600
Flüchtlinge auf. Bundestruppen und ſechs Vertreter der
verſchiedenen Geſandtſchaften begleiten die Züge. Ein
britiſches Kriegsſchiff in Puerto Mexiko wird bis zur An=
kunft
der amerikaniſchen Transportſchffe den Schutz der
Flüchtlinge übernehmen. Die Hauptſtadt war geſtern ruhig.
Seit Sonntag ſind keine Kundgebungen vorgekommen.
* Mexiko, 29. April. Der engliſche Dampfer Ei=
priana
hat den Auftrag erhalten deutſche Flücht=
linge
an der Weſtküſte von Mexiko in den Häfen Man=
zanillo
, San Blas, Tepie, Colima und Guadalajara an
Bordzunehmen und nach San Franzisko zu bringen.
Ein Waffenſtillſtand zwiſchen der Union und Mexiko.
* Waſhington, 29. April. Der braſilianiſche Bot=
ſchafter
teilte Staatsſekretäo Bryan mit, daß der nächſte
Schritt der vermittelnden Mächte dahin ziele, einen
Waffenſtillſtand zu erwirken.
* Waſhington 29. April. Aus authentiſcher
Quelle wird mitgetellt, daß die Vereinigten Staaten mit
dem Waffenſtillſtand einverſtanden ſeien
falls ihnen zugeſichert werde, daß keine Ausſchreitungen
gegen Amerikaner vorkommen.
Letzte Nachrichten.
* El Paſo, 29. April. Wie aus Chihuahua berich=
tet
wird, ſind Villa und Carranza übereingekommen,
daß die Rebellen mehr Zuſchauer in den mexikaniſch=
amerikaniſchen
Wirren bleiben ſollen, außer wenn das
Gebiet der Rebellen angegriffen werde.
Darmſtadt, 30. April.
nn. Deutſcher Schutzverband gegen die Fremdenlegion.
Auf Veranlaſſung des Deutſchen Schutzverbandes gegen
die Fremdenlegion hielt geſtern abend im Kaiſerſaal der
Vorſitzende der Ortsgruppe Mainz, Herr Major a. D.
Strecker=Wiesbaden, einen hochintereſſanten Vortrag
Ueber die Fremdenlegion der von den Mit=
gliedern
der hiengen Jugendvereine und des Jungdeutſch=
landbundes
zahlreich beſucht war. Herr Bürgermeiſter
Mueller begrüßte die Verſammlung in herzlichen Wor=
ten
und gab ſeiner Freude Ausdruck, daß auch die Darm=
ſtädter
Jugend ſich zu dem Vortrag ſo zahlreich eingefun=
den
habe. Faſt täglich leſe man in der Zeitung, wie immer
wieder junge Leute nach Frankreich übergehen. Trotz
Warnungen und Vorträgen gegen dieſen Menſchenhandel
hat der Kampf gegen dieſe traurige Erſcheinung geringen
Erfolg gehabt. Dieſes liegt zum Teil daran, daß die
Werber unter dem Deckmantel eines Warners gegen die
Fremdenlegion auftreten und dadurch erſt die Luſt der
Jugend reizen, dieſen gefährlichen Weg zu betreten. Der
Redner des Abends, Herr Major a. D. Strecker= Wies=
baden
, ſtellte zunächſt feſt, daß alles, was er heute vor=
trage
, die volle Wahrheit ſei und auf urkundlichen Berich=
ten
von deutſchen Legionären baſiere. Wie kommt man in
die Fremdenlegion? Wie lebt man dort? Und wie
kommt man wieder heraus? Dies ſchilderte der Vortra=
gende
in ſehr eingehender und ſehr draſtiſcher Weiſe. Die
franzöſiſche Fremdenlegion beſteht ſchon ſeit alten Zeiten.
Im 16. und 17. Jahrhundert nannte man ſie Schweizer=
Garde. Sie hatter den Typus der Landsknechte und bil=
dete
die erſten Schutztruppen in Frankreichs Kolonien.
Im Jahre 1837 wurde eine neue Fremdenlegion beſonders
gegen die Araber gebildet. Hier waren es deutſche Män=
ner
, die ſich dazu hergaben, um deutſches Blut und Leben
für fremden Reichtum und fremde Habgier zu opfern und
ſchon damals eine Schande für Deutſchland bildeten. Nach
1870/71 wurde die Fremdenlegion neu formiert. Deutſch=
land
mußte mit ſeinen Söhnen die Hottentotten bekämp=
fen
. Frankreich ſpart das Blut ſeiner Söhne und läßt
Deutſchlands Jugend für ſeine Kolonien gegen einen
Sündenlohn kämpfen. Dieſe weißen Sklaven ſind leider
Deutſche. Verbrecher läßt ſich die Legion nicht anwerben.
Arbeitsloſe junge Handwerksburſchen auf der Walze und
mit leerem Magen, das ſind die Opfer der Fremdenlegion.
Sogar Mädchen geben ſich als Werbe=Dirnen, um deutſche
Söhne ins Unglück zu ſtürzen. Zu ſpät kommt die Reue,
und ihre Hilferufe verhallen ungehört. Die Prämie für
einen angeworbenen Legionär beträgt 150 Francs. Ueber
ganz Frankreich ſind 15 Werbebureaus verteilt, die ihre
Schlepper in Deutſchland, England, Belgien, Holland und
die Schweiz zum Opferfang entſenden. Dreivietel aller
Fremdenlegionäre ſind Deutſche. Die wenigſten der Opfer
ſehen die Heimat wieder, von dieſen die meiſten als ſeeli=
ſche
oder körperliche Krüppel. Der Redner gab dann aus
Briefen einer Anzahl aus der Legion zurückgekehrter jun=
gen
Deutſchen intereſſante Mitteilungen über den ſchweren
Dienſt in der Fremdenlegion, die Verpflegung und die
ärztliche Behandlung, die jeder Beſchreibung ſpottet. Ein=
gehend
ſchilderte er noch das Leben in den Kaſernen der
Legionäre in Sidi ben Abis, Oran und Saida, die fürch=
terlichen
Strafarten uſw., ſowie die ſchamloſe ſchlechte Be=
ſoldung
der Legionäre mit täglich 4 Pfennigen. Erſt nach
15 Dienſtjahren kann ein Anſpruch auf Penſion erfolgen.
In den Jahren 1885 bis 1910 hat die Fremdenlegion
83650 deutſche Männer aufgefreſſen. Mit einem energi=
ſchen
Warnruf an die deutſche Jugend vor dem Eintritt
in die Fremdenlegion ſchloß Redner ſeinen mit reichem
Beifall ausgezeichneten Vortrag. Auf Anregung des
Herrn Bürgermeiſters Mueller erfolgte im Anſchluß
an den Vortrag die Gründung einer Orts=
gruppe
Darmſtadt des Deutſchen Verbandes gegen
die Fremdenlegion, der zahlreiche Mitglieder beitraten.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 29. April. Die Nachricht eines hieſigen
Blattes, daß über die Novelle zur Reichsbeſol=
dungsordnung
geſtern zwiſchen der Regierung und
den Parteien des Reichstages Kompromißver=
handlungen
begonnen hätten, entſpricht, wie
die Norddeutſche Allgemeine Zeitung erklärt, nicht den
Tatſachen. Der Staatsſekretär des Reichsſchatzamts
hatte mit den Führern der bürgerlichen Parteien üben
die weitere geſchäftliche Behandlung der Beſoldungs=
novelle
eine Beſprechung, in der es von ihm nicht zwei=
felhaft
gelaſſen wurde, daß die Regierung an ihrem bis=
herigen
Standpunkt feſthalten muß. Daher iſt das Zu=
ſtandekommen
des Geſetzes nur bei Annahme der Rer
gierungsvorlage möglich.
* München, 29. April. Die Kammer der Reichsräte
hat einſtimmig den vom Abgeordnetenhauſe angenomme=
nen
Antrag, betr. die Bekämpfung der Unſitt=
lichkeit
, angenommen. In dieſem wird die Regierung
erſucht, die hauptſächlich in den Großſtädten zu=
nehmende
Unſittlichkeit mit allen Mitteln zu bekämpfen
und ferner beim Bundesrat dahin zu wirken, durch eine
Aenderung der Reichsgewerbeordnung Unterlagen zu
ſchaffen zur Bekämpfung der anſtößigen Schaufenſteraus=
ſtellungen
, der Reklame für Antikonzeptionsmittel, der
Animierkneipen, der Bars uſw. Im Laufe der Beratung
wies der Miniſter des Innern v. Soden energiſch die Be=
hauptung
des Abg. v. Cramer=Klett zurück, daß München
der Hauptherd der antichriſtlichen Agitation ſei.
* Rom, 29. April. Der griechiſche Geſandte Koro=
milas
teilte San Giuliano in einer Verbalnote mit,
daß die Räumung des Albanien zugeteilten
Teiles im Epirus durch die griechiſchen Truppen
geſtern (28. April) beendet worden ſei. Der Ge=
ſandte
teilte ferner die Aufhebung der Blockade von Santi
Quaranta mit.
* Achilleion, 29. April. Der König der Hellenen,
verlieh an das Kaiſerliche Gefolge eine Reihe von Aus=
zeichnungen
; ſo dem Geſandten v. Treutler, dem Hof=
marſchall
Grafen von Platen=Hallermund und dem Gene=
ralleutnant
v. Chelius das Großkreuz des Erlöſerordens,
dem Korvettenkapitän Frhr. Paleska das Kommandeur=
kreuz
desſelben Ordens. Zu der heutigen Abendtafel
iſt der frühere griechiſche Miniſterpräſident Theotokia ge=
laden
.
* Luxemburg, 29. April. Das belgiſche Königs=
paar
iſt heute mittag 11 Uhr 20 Min. wieder nach
Brüſſel zurückgefahren. Zur Verabſchiedung
hatten ſich u. a. die beiden Großherzoginnen und die Mit=
glieder
der Regierung eingefunden.
* London, 29. April. Im Unterhauſe fragte
Robert Cecil (Unioniſt), ob der Marineminiſter den
geſtrigen Vorſchlag mit der Ermächtigung der Regierung
gemacht habe. Premierminiſter Asquith erwiderte,
Churchill habe den Vorſchlag auf eigene Verantwortung
gemacht. (Beifall bei den Miniſteriellen.) Johnſon Hicks
(Unioniſt) fragte den Premierminiſter, ob es ſich empfehle,
daß ein Miniſter in Angelegenheiten von ſo vitaler Be=
deutung
einen Vorſchlag auf eigene Verantwortung mache.
Asquith antwortete, die Umſtände ſeien höchſt außerge=
wöhnlich
, und jeder, der zu einer friedlichen Löſung bei=
tragen
könne, ſei berechtigt, ſein Beſtes zu tun. Als Cecil
darauf fragte, ob der Vorſchlag, wenn auch das Kabinett
nicht dazu ermächtigt habe, wenigſtens die Billigung des
Kabinetts beſitze, erwiderte Asquith: Meines Wiſſens
wollte Churchill Carſon auffordern, in dem von ihm an=
gedeuteten
Sinne ein Anerbieten zu machen. Soweit dies
in Betracht kommt, hat Churchill meine herzliche Sym=
pathie
.
* Stockholm, 29. April. Es dürfte noch einige Wochen
dauern, bis der Kräftezuſtand des Königs es geſtattet,
daß die von den Aerzten empfohlene Erholungs=
reiſe
nach dem Süden angetreten werden kann. Die
Aerzte ſtellten feſt, daß der Aufenthalt in Drottningholm
und die Automobilfauslüge, die der König täglich in Ge=
ſellſchaft
der Königin in die Umgebung unternommen hat,
ihm gut getan haben. Die Mitteilung im Bulletin, daß
der König einen großen Teil des Tages im Bett zubringe,
iſt nicht ſo zu verſtehen, als ob er vollſtändig entkleidet im
Bette liege. Der König geht vollſtändig angekleidet in
ſeinen Zimmern umher, kann ſich aber naturgemäß nicht
lange bewegen, ſondern muß einen großen Teil des Tages
im Ruheſtuhl zubringen. Der Appetit iſt gut; freilich muß
ſich der König diät halten, doch verſucht man, den Speiſe=
zettel
ſo abwechslungsreich wie möglich zu geſtalten.
* Belfaſt, 29. April. Ein aus elf Schiffen beſtehen=
des
Panzergeſchwader ankerte heute früh in der
Bai von Bangor.
Die Miniſterkriſe in Gotha.
* Koburg, 29. April. Sämtliche Mitglieder des Ko=
burger
Landtages richteten ebenfalls eine Eingabe
an den Herzog, in der dieſer gebeten wird, eine Ent=
ſcheidung
zu treffen, die es dem Staatsminiſter Rich=
ter
in Ehren ermöglicht, im Amt zu bleiben. In der
Eingabe wird darauf hingewieſen, daß ſich der Miniſter
mit beſonderem Geſchick bemüht hat, die Beziehungen
zwiſchen den beiden Schweſterlanden freundſchaftlich zu
geſtalten. Ruhe und Frieden ſeien mit ihm in die Ge=
meinſchaft
der Herzogtümer Koburg und Gotha eingekehrt,
und er habe dann eine kräftige Vorwärtsbewegung im
Gedeihen aller Landesintereſſen eingeführt. Der Staats=
miniſter
erfreue ſich im Koburger Lande voller Sympathie
und des uneingeſchränkten Vertrauens der Bevölkerung.
Der Landtag hat auch den Staatsminiſter Richter zum
weiteren Verbleiben im Amte erſucht.

Briefkaſten.

O. H. Bei der Berechnung Ihres der Verſteuerung
unterliegenden Einkommens können Sie den Betrag der
Einkommenſteuer nicht abziehen.

Eine wunderbare Tatſache.
Nachdem meine Frau, die öfters an Herzkrämpfen litt, zur
Stärkung Bioſon mit überraſchendem Erfolg genommen
hatte, ſuchte ich, dadurch ermutigt, meine nervöſen Beſchwer=
den
und Nervenüberreizung durch konſequente Bioſoner=
nährung
zu meiſtern, was mir auch gelang, denn nach Ver=
brauch
einiger Pakete fühle ich mich ruhiger, zufriedener,
direkt lebensfroh, ſo daß ich nur volles Lob für Ihr Präparat
finde und es weiter empfehle. Ad. Hahn, Straßburg i. Elſ.=
Neudorf, Schmidweg 3, Unterſchrift beglaubigt: 23. 12. 13.
Ritleng, Kaiſerl. Notar. Bioſon, das Paket, mehrere Wochen
ausreichend, 3 Mk. in Apotheken, Drogerien. (III.10939
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Euthaarungs tauſendf. bewährt, 3.50, 2.50 u.
1.50. Franz Kuhn, Kronen=Parf., Nürnberg.
Hier: F. B. Grodhaus, Seifenfabr. a. weißen
Turm, ſowie in Apotheken, Drog. u. Parfüm. (IX.266

e ee
Heiserkeit. Verschleimung. influenza.
Magen,Darm, Gichk- u. Blesenlelden.
Überatl erhöltlich in Apotheken Drogen-und
Mineralwasser-Handlungeh.

Geſchäftliches.

Man ſchreibt uns: Gegenwärtig befindet ſich im
Holländ. Kaffee= und Lebensmittelhaus, Rheinſtraße 5,
eine ſehenswerte Bananenausſtellung. Das konſu=
mierende
Publikum kann ſich hiervon ein Bild machen,
welch große Rolle die Banane als Volksnahrungsmittel
ſpielt. Gleichzeitig bekommt man ein Bild von dem
rieſigen Unternehmen der Jamaika=Bananen= und Früchte=
Vertriebs=Geſellſchaft Hauptſitz Bremen, Filiale Darmſtadt.

Wer etwas für ſeine Geſundheit tun wil,
verwende einen geringen Teil ſeiner freien
Zeit zur Durchſicht des heute unſerer Stadtauflage bei=
liegenden
Proſpekts über Trinkkuren mit Lauchſtädter
Mineralbrunnen. Jetzt im Frühjahr, wo ſich draußen
die Natur wieder verjüngt und auch im menſchlichen
Körper eine Regeneration vor ſich geht, ſollte im Intereſſe
ſeines körperlichen Wohlbefindens niemand, gleichviel ob
geſund oder krank, verſäumen, eine häusliche Trinkkur
mit dem altberühmten Lauchſtädter Mineralbrunnen zu
gebrauchen. Der Brunnen wird mit geradezu hervor=
ragenden
Erfolgen bei Rheumatismus, Gicht, Zucker=
krankheit
, Nieren= und Blaſenleiden, Blutarmut, Bleich=
ſucht
, gewiſſen Frauenleiden, ſchlechter und fehlerhafter
Blutbeſchaffenheit, Nervoſität getrunken. Der Brunnen
iſt wohlſchmeckend und erfriſchend.
(11011

Familiennachrichten.

Statt Karten!
Die glückliche Geburt eines kräftigen
Jungen zeigen hocherfreut an

Jakob Fischer u. Frau
Elisabeth, geb. Schwarz.
Darmstadt, 29. April 1914.
(10984

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber
(10986
Mann
Georg Leissler
geſtern nachmittag 4¾ Uhr plötzlich verſchie=
den
iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau M. Leißler, Soderſtraße 67.
Darmſtadt, den 29. April 1914.
Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmit=
tags
4 Uhr, vom Friedhof aus ſtatt.
Blumenſpenden und Kondolenzbeſuche dankend
verbeten.

Danksagung.
Für die vielen Beweise aufrichtiger
Teilnahme bei dem Hinscheiden meines
lieben Vaters sage ich herzlichenDank.
Darmstadt, 29. April 1914.
August Tramer.
10985)

Wetter.

Vorausſichtliche Witterung in Heſſen am Donners=
tag
, 30. April: Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken, warm,
Gewitterneigung.

Tageskalender.

Donnerstag, 30. Aprik.
Großh. Hoftheater Anfang 7 Uhr, Ende 10¼ Uhr
(Ab. C): Der Freiſchütz
Vortrag von E. Sommer um 8¼ Uhr im Kaiſer=
ſaal
(Naturheilverein).
Hauptverſammlung des Evangeliſchen Bundes
um 8½ Uhr im Reſtaurant Kaiſerſaal
Generalverſammlung des Zentrumsvereins um
8½ Uhr im Konkordiaſaal
Konzerte: Hotel Heß um 8 Uhr. Bürgerkeller um
8 Uhr. Café Metropole um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 1. Mai.
Fundſachen=Verſteigerung um 9 Uhr zu Frank=
furt
, Poſtſtraße 6.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
eben
: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren,
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

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an. Kiesſtr.55, Seitenb., II. (*11434
Ja. anſtd. Frau ſucht v. morg. 8 I.
bis nachm. Beſchäftig. (*11438
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vormittags 23 Stunden (*11545
Wienersſtraße 52, Stb. p. I.

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O eingeführter Artikel. Hohes
Einkommen. Kapital 5 bis
§ 10 Mille nötig. Offerten
unter Chiffre & 1662 G
an Haaſenſtein & Vogler,
6 Frankfurt a. M. (II, 10944
gase
Tücht. Darlehnsvermittler
geſ., nur ſolche, die an reelles u.
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Bonacker & Rantz, Düssel-
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(10961
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Schuhmacher geſ.
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(10930mdf
(I,10947
Tüchtige
Kammacher
für Cellul. u. ev. auch Schildpatt,
der in allen Arbeiten, auch Ein=
ſchneiden
, doublieren u. an allen
Maſchinen vollſtändig perfekt ſein
muß, als Meiſter geſucht. Ca.
30 Arbeiter. Ausführl. Off. unter
§ 485 P. M. an Rudolf Mosse, Mannheim.
ArstKI. Nockarveiter
ſof. für dauernd geſucht. (10963
Martin Coenen, Schuchardſtr. 1.
Ja. Mann mit Führerzeugnis
für Auto, Haus= u. Gartenarbeit
nach Groß=Gerau geſucht. Offert.
mit Lohnanſpr. u. Zeugn. unter
K 59 an die Exp. (*11231id
zu 420
Fahrburſche
der auch Hausarbeit. über=
4nimmt, ſofort geſucht.
Offerten unt. L. 19 an
die Exped. d. Bl. (*11428
Heee
Ge

Ein im Stanzen von Papier
zuverl. Arbeiter, der auch ſchon an
Maſch. gearb., ſofort geſ. (*11466df
Off. m. Lohn unt. L. 29 a. d. Exp.
Junger, ſtadt=
kundiger
Hausburſche
per ſofort geſucht (10996
Th. Stemmer, Eliſabethenſtr. 14.

[ ][  ][ ]

Vertreter
geſucht, der bei der hieſigen Cafetier= und Wirtekund=
ſchaft
beſtens eingeführt iſt, von
(II,10943
tonangebender
eigarerten Fabrin.
Offerten mit bisheriger Tätigkeit, ev. mit Bild, unter
J. 14944 an Haasenstein & Vogler, A.-G.,
Frankfurt a. M.

14-15jähr. Junge
vom Lande als Hausburſche geſ.
Wilhelm Nagel,
Reſtauration u. Obſtweinkelterei,
Darmſtadt, Mauerſtr. 34. (*11403mdf

Hausburſche
J. Donges & Wiest. (10807imd

mit guten
Zeugn. geſ.

Einen füngeren, willigen, reinlich.
Hausburschen
nicht unter 18 Jahren (Radfahrer),
geſucht. Koſt und Wohnung im
Hauſe. L. Graßmann, Hofkondit.,
Wilhelminenſtr. 6.
(10915a

Junger tücht. Hausburſche zum
111. Mai=geſucht
(*11264ids
Hofmetzger Petri, Saalbauſtr. 61.

Wraver, ſauber. Burſche im Alter.
D von 1618 Jahren geſ. (*11431
Kaiſer=Automat.

Ein kräſtiger Junge kann ſofl.
eintreten. Konrad Kohl, Ofen=
ſetzermeiſter
, Parkusſtr. 8. (*11475ds

Lehrling
mit guten Schulzeugniſſen für
Delikateſſen=, Kolonialwaren= und
Früchteverſandgeſchäft gegen ſteig.
Vergütung geſucht. Offerten unt.
K 77 an die Exped. (10826imdf
Hieſiges Flalbiro einer Maſch. ſucht zu ſof. Eintritt
Lehrling
mit gut. Schulbild. f. kaufm. Abteil.
Selbſtgeſchr. Off. m. Zeugnisabſchr.
unt. K 76 an die Exp. (10828ids

Tapezierlehrling ſucht ſofort
Heinrich Heimann, Tapezier=
meiſter
, Beſſungerſtr. 90. (B10295

Schuhmacherlehrling geg. Verg.
ſofort geſucht.
(*11424
Dörr, Landwehrſtr. 17.

Lehrling
aus achtbarer Familie bei ſofort.
(10979ds
Bezahlung geſucht.
D. Faix & Söhne.

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(einzelne Nummer 10 Pfg.) nehmen unſere Expedition, unſere Trägerinnen, ſowie unſere Agenturen
und ſämtliche Poſtanſtalten entgegen, die letzteren unter der Bezeichnung Darmſtädter Tagblatt
Ausgabe B. Die Chronik iſt 8ſeitig mit reichem Bilderſchmuck in Tiefdruck und in tadelloſer
Ausführung, ſo daß ſie fortlaufend eine Illuſtrierung der hervorragenden Ereigniſſe der letzten Woche
bietet und eine Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt

(26918
e

[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs=
platz
Darmſtadt für die Zeit vom 30. April bis 11. Mai 1914 bringen wir hierdurch
zur allgemeinen Kenntnis.
(10795a
Darmſtadt, den 20. April 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.; von Starck.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. April bis 11. Mai 1914.

Die
Dauer der
Tag
Datum
Truppenteil 1 Abſperrung
Abſperrung Bemerkungen
erſtreckt ſich
von bis
Maſchinen=
Gewehr. 120 M.
1. Mai Freitag
Bis zum
9. Mai 1 Samstag
Kompagnie 112 M.
Land=
11. Mai Montag
Inf.=Regt. 120 M. 60 N.
graben
Nr. 118

Bekanntmachung.

Am 1., 4., 5., 7., 8., 11., 12., 14., 15. 18. und 19. Mai 1914, von 7 Uhr vormit=
tags
bis zum Einbruch der Dunkelheit, wird Schießen mit ſcharfer Munition von
Truppenteilen des XVIII. Armeekoros auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.

M
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches=
wieſe
-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. Seprember 1909.)
Darmſtadt, den 23. April 1914.
(10940a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.

Bekanntmachung.

Im Staatsverlag iſt erſchienen und durch alle Buchhandlungen zum Preis von
1 Mk. 20 Pfg. zu beziehen:
Die Verwaltung der Stiftungen.
amtliche Handausgabe, enthaltend die für die Rechtsverhältniſſe der Stiftungen im
Großherzogtum Heſſen geltenden Beſtimmungen; 100 Seiten, in Umſchlag broſchiert.
Darmſtadt, den 27. April 1914
(10853
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Großherzogliches Miniſterium des Innern hat dem Vorſtand des Eliſabethen=
Vereins zu Darmſtadt die nachgeſuchte Erlaubnis zur Veranſtaltung einer Gegenſtands=
verloſung
unter der Bedingung erteilt, daß am 2. Mai d. Js, bis zu 2000 Loſe
à 0,50 Mark und am 3. Mai bis zu 3000 Loſe zu 0,25 Mark das Stück ausgegeben
werden dürfen und daß bei jeder der beiden Lotterien mindeſtens 600 des Spiel=
kapitals
durch den Wert der zur Verloſung kommenden Gewinngegenſtände dargeſtellt
werden. Der Vertrieb der Loſe im Kreis Darmſtadt wird geſtattet.
(11007

Warnung
vor dem unlauteren Geſchäftsgebahren von Serienlos=
Geſellſchaften.

Schon wiederholt iſt vor dem unlauteren Geſchäftsgebahren
zahlreicher in= und ausländiſcher, beſonders niederländiſcher und
däniſcher Unternehmer, ſog. Serienlos=Spielgeſellſchaften, gewarnt
worden.
Das Weſen dieſer Unternehmen beſteht darin, daß der Unter=
nehmer
einen Anteil an Serienloſen oder die Ausſicht auf den Gewinn
aus einer größeren oder kleineren Anzahl ſolcher Loſe verkauft, und
daß die Zahlung des Kaufpreiſes in der Regel in Raten erfolgen kann.
Der Vertrieb ſolcher Geſchäfte iſt ſtrafbar. Denn handelt
es ſich um den Verkauf von Gewinnausſichten, ſo iſt dies als öffent=
liche
Veranſtaltung einer Lotterie ohne obrigkeitliche Erlaubnis an=
zuſehen
(§ 286 des R.=Str.=Geſ.=B.); werden Losanteile gegen
Teilzahlungen verkauft, ſo liegt ein Vergehen gegen §7 des Reichs=
geſetzes
, betreffend die Abzahlungsgeſchäfte, vom 16. Mai 1894
(R.=Geſ.=Bl., S. 450) vor. Der gewerbsmäßige Verkauf von Losanteilen
wird aber auch in der Regel gegen das Heſſiſche Geſetz, betreffend
den Handel mit Anteilen und Abſchnitten von Loſen zu Lotterien
und Ausſpielungen, vom 11. April 1896 (R. Bl. S. 47) verſtoßen.
Es kommt ferner das Heſſiſche Geſetz vom 14. Februar 1906
(Reg.=Bl. S. 45) in Betracht, wonach das Spielen in außerheſſiſchen
Lotterien, die nicht mit ſtaatlicher Genehmigung im Großher=
zogtum
zugelaſſen ſind, bei Geldſtrafe bis zu 600 Mark im
Großherzogtum Heſſen verboten iſt.
Wenn hiernach einerſeits derjenige, der einer derartigen Serien=
losgeſellſchaft
beitritt, nicht nur hierdurch ſich an dem ſtrafbaren Tun
des Unternehmers beteiligt, ſondern in den meiſten Fällen (ſofern es
ſich nicht ausſchließlich um im Großherzogtum Heſſen zugelaſſene
Lotterie=Loſe handeit) ſelbſt eine mit empfindlicher Strafe bedrohte
Handlung begeht, ſo iſt andererſeits hiermit für ihn in den meiſten
Fällen auch eine erhebliche Vermögensſchädigung verbunden, wie
ſich aus nachſtehendem ergibt.
Die Serienlosgeſellſchaften beruhen faſt ohne Ausnahme
auf ſchwindelhafter Grundlage. Die Beitrittseinladungen laſſen
die Natur des Geſchäfts und die den Teilnehmern zuſtehenden Rechte
nicht klar erkennen. Das Publikum wird durch die Anpreiſung, daß
jedes Los gewinnt und Nieten nicht exiſtieren, ſowie durch die fett=
gedruckten
Geſamtbeträge der Gewinne angelockt. Dabei iſt meiſt nicht
bekannt und kann auch aus den Ankündigungen gar nicht erſehen
werden, daß die Zahl der Teilnehmer an den fraglichen Geſellſchaften
unbeſchränkt iſt, die Summe der einzelnen Beiträge den von dem
Unternehmer gezahlten Kaufpreis der Loſe um ein vielfaches über=
ſteigen
und daß deshalb der auf den Teilnehmer entfallende Gewinn=
betrag
faſt ausnahmslos nur einen verſchwindenden Teil der Ge=
ſamtſumme
der gezahlten Beiträge ausmachen wird. Dazu beſteht
nicht einmal die Gewähr, daß der Unternehmer ſich im Beſitze der
Loſe befindet, an denen die Teilnehmer einen Anteil erwerben ſollen.
Zweifel der letzterwähnten Art ſind namentlich hinſichtlich der aus=
ländiſchen
Unternehmer gerechtfertigt, welche das Geſchäft in Deutſch=
land
betreiben oder durch Agenten betreiben laſſen.
Wir ſehen uns veranlaßt auf dieſe Geſichtspunkte wiederholt
hinzuweiſen, da trotz häufiger Warnungen in der Preſſe, trotz zahl=
reicher
Beſtrafungen von Unternehmern derartigen Spielgeſellſchaften,
troßz der traurigen Erfahrungen vieler Spieler ſich immer noch Leute
finden, die auf die verlockenden Anerbieten hereinfallen, namentlich
wenn die Geſchäftsunternehmer unter einer hochtrabenden Firma wie
Internationale Vereinsbank, Nationale Renten= und Kreditbank
oder dergl. auftreten.
Aus den angegebenen Gründen warnen wir auch davor, den in
letzter Zeit bieſigen Einwohnern zugegangenen Auforderungen aus=
ländiſcher
Bankfirmen zu folgen und als Vertreter dieſer Firmen
Teilnehmer für Serienlosgeſellſchaften zu werben.
Da ſowohl der Handel mit Losanteilen in der fingierten Form
des Geſellſchaftsſpiels als auch deſſen Unterſtützung ſeitens der
Zeitungen durch Aufnahme von Anzeigen und Proſpekten ſtrafbar
iſt, erſcheint es im Intereſſe der Allgemeinheit ratſam, die Auf=
nahme
derartiger Reklamen, ſowie die Verbreitung ſolcher Proſpekte
(10844md
abzulehnen.
Darmſtadt, den 24. April 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
J. V.: Stumpf.

Bereltnchung
über die Regelung des Straßenverkehrs während der
Frühjahrsmeſſe 1914.

Auf Grund von § 366 Ziffer 10 R. St. G. B., Art. 264 Pol. St. G. B.
und Art. 129 b, Abſ. 2, der Städteordnung wird wegen der Frühjahrs=
meſſe
für die Zeit vom 30. April bis 14. Mai ds. Js. ein=
Schließlich angeordnet:
1. Der zwiſchen Mühl= und Stiftſtraße liegende Teil der
Lindenhofſtraße iſt für Fuhrwerke geſperrt.
2. Auf den das Meſſe=Gelände umgebenden Straßenteilen
darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.
3. Durch die Reihen der Schau= und Verkaufsbuden darf
weder gefahren noch geritten noch geradelt werden.
(10501sd
Darmſtadt, den 23. April 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
J. B.: Stumpf

Gut erhaltener Gasherd
zu verk. Liebfrauenſtr. 73, I. (*11455

Weinſter Blütenhonig billigſt zu
½§ verkaufen. Näh. Klappacher=
ſtraße
34, 1. Stock links. (*11472

Bekanntmachung.

In unſerem Handelsregiſter A
wurde heute eingetragen die Firma
Lndwig Jäger IV. in Pfunge
ſtadt, mit dem Inhaber gleichen
Namens. Angegebener Geſchäfts=
zweig
: Frucht= und Kolonial=
warenhandlung
.
(11004
Darmſtadt, 23. April 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.

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täglich friſch, Pfd. M. 1.502.50
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20 X 1kg Briefmarken, gemiſcht,
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Feinste Zeugnisse u.
Reterenzen. Kostenlose
Aussprache an Ort u. Stelle.

Warnung.

Von einer Firma in Amſterdam, welche ſich den Namen
=Deutſche Effekten=Geſellſchaft, auch Deutſche Effektenbank beilegt,
ſowie vonderen Inhaber Hermann Johann Heinrich Wöckener und deren
Geſchäftsführer Wilhelm F. v. Peil (richtig Willem Frederik van der
Pol) werden nach Deutſchland Einladungen zur Beteiligung an der
Ausſpielung ausländiſcher, hier verbotener Lotterien verſandt. Wir
ſehen uns veranlaßt, das Publikum zu warnen, ſich auf dieſe Ein=
ladungen
einzulaſſen.
Darmſtadt, den 24. April 1914.
(10845md
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Stumpf.

Bekanntmachung.

Von Samstag, den 2. Mai ab, werden am Dienstag, Don=
nerstag
und Samstag auf der= Strecke Eberſtadt-Darmſtadt mor=
gens
55o 650, 750 ab Eberſtadt, Sonde.=Marktzüge zur Ueberbringung
gärtneriſcher und landwirtſchaftlicher Erzeugniſſe direkt bis auf den
Marktplatz in Darmſtadt befördert.
In dieſen Zügen können nur Beſucher, die mit Marktfahr=
ſcheinen
verſehen ſind, aufgenommen werden.
(10959
Darmſtadt den 29. April 1914.
Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft.
Möller.

Wiederholte Holzverſteigerung.

Montag, den 4. Mai, vormittags um 9 Uhr,
ſollen am Forſthaus Böllenfalltor aus den Diſtrikten Ludwigshöhe,
Moosberg, Herrgottsberg, Paultrinkglas, ferner Glasberg und An
der Katzenſchneiſe verſteigert werden:
Scheiter rm: 4 Eichen; Knüppel rm: 11 Buchen: Reiſig
Hdt. Wellen: 3,60 Buchen, 1,40 Eichen: Stöckerm: 3 Buchen.
Nähere Auskunft erteilen Großh. Förſter Klipſtein und Großh.
Forſtwart Kolb.
Darmſtadt, 29. April 1914.
(10995
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
Daab.

Holzverſteigerung.

Montag, den 4. Mai, vormittags 10 Uhr,
werden im Zeilharder Gemeindewald, Diſtrikt Mark, verſteigert:
A. Nutzholz
1 Kiefernſtamm 0,92 Feſtm., 1 Lärchenſtamm 0,96 Feſtm.
583 Fichten=Derbſtangen 29,13 Feſtm., 87 Reisſtangen
0,89 Feſtm.;
B. Brennholz
Scheiter rm: 1 Hainbuche, 15 Eichen, 1 Birke, 2 Erlen, 5 Kiefern,
Knüppel rm: 1 Hainbuche, 8 Eichen, 2 Birken, 9 Erlen,
28 Kiefern, 160 Fichten,
200 Wellen.
Die Zuſammenkunft iſt bei Gaſtwirt Heberer bei Station
Meſſel. Das Stammholz kommt zuerſt zum Ausgebot.
Zeilhard, den 27. April 1914.
(II,10942
Großh. Bürgermeiſterei Zeilhard.
Kühn.

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[ ][  ][ ]

Frankfurter Kursbericht vom. 28. April 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)

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do. unkäb. 1918.:..
98.50fürk. Pgppt. Tribut :
Kjäsan-Koslow:
Dt. Reichsanleihe p. 1918
1915.:::
99,20
7 1123,00 Königin Marienhütte .
do. Rons. stenerfreie
6 890
93.75 Pfälzische Bank . .
62,75 do.
Portugies. Eisenb. v. 18
do. . . . . p. 1925 .
86,80
34.75Reichsbank
do.
1921. . . ..
76,30
do. Admin. v 1908.
.. . . .8,43 /13425Laurahütte . . . . . . .
do. . ..
do. ...... . . . . .
1922. . . .
95,75Rheinische Kredit-Bank.
Tärorneser:
69,0 do.
78.00
do. unit. v. 1906.
§ 8270
7 127.50Oberschles. Eisenbed.
do. . . . . . . . ...
83.5014. Schaafhaus. Bk.-Ver. 3
100,20
do. v. 1905. .
11000 Oberschl. Eisen-Industrie 3 6450
6150l do. . . . . . . . . .
4 72,60 1Salonique Monastir.
Preußische Schatzanw.
77,40 do. Komm.-Obl. unk. 1918
§ 1130,20 Phönix Bergbau ..
5 00 Wiener Bank-Verein.:
9110Ungsrische Staats-Rente
Bagdadbahn
18 (2365½
Staffelanleihe. .
3500
Rheinische Braunkohlen 10 229,75
90,50 Frankt. Hy p.-Bk. pr. 1910
86.00 1913 unkdb. bis 1923 . .4½ 8960 Anatolische Eisenbahn
Consols :. ..
9600
1915 ...
(6.
* 78.00 1Ungar. Staatsk.-Scheine
90,00
Riebeck Montan . . . . . . 12 195,20
MMissouri-Pacike I.
do. .. . . ..
96.501 Aktien von Trans-
1920 .. ..
56,10
do.
South West.-Afr. Shares . 5 1117,00
96,75 v. 1913. . . . . . . . . . . . 4½ 98,10
do. do, v. 1905
Badische Staats-Anleihe
3½ 86,40 vort-Anstalten.
95,00
de. Ser. 1219.
4 82,00 Forthern-Pacike.
do. Gold-Rente. .
30,
do, v. 990.

91,00 Kommunal-Oblg. Ser. 1,
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 129,00
d40. Staats-Rente 1910) 4 80.50 ISoutheorn-Paeike:
do. ..
Verzinsliche
§ (113,00
97,00
unkab. 1910
.3½ 86.50 1Forddeutscher Llond.
Kr. 4 85,75 St. Louis &e San Francisco
do.
Baverische Ablös.-Rente
Anlehenslose. 2t.
Frankt. Hyp.-Kred.-Ver.
97,40Argent. innere Gold-Anl.
Frankfurt. Schleppschick. 4 (11600
Tehuantepee :.
P. B.-Anl. käb. ab 1906
v. 1887 5
Ser. 1542
97,60
598,50
94,00Südd. Eisenb.-Gesellsch. 6½ 128,20
Ungar. Lokalbahn
do. unkäb. p. 1918 .
94.80lAnatol. Lisonb. 600-Akt. 5½ 1115.00Badische . . . . . TIr. 100 4
4840
5. 99,10
97,40 do. äußere v. 1890
do. unkäb. p. 1926
do. . .
6 905 1Cöin-Mindener . TIr. 1003½143,20
1 Provinz-Anleihen.
do. innere v. 198
96,00Baltimore .
do. unk. 1922 52
E.-B.- u. Allgem. Anl.
4½
10 193.50 Holländ. Komm. . H. 100 4
do. Aubere v. 185 . . . 4½
88,60Canada . .
97,70
do. 1915..
96,40
unkdb. p. 1930
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
7½ 140 00 IMadrider . . . . . Frs. 100 3
4
do. Ser. 45 .
3½ 86,50 Schantung.
84,90 do. v. 1807
do. Anleihe :.
uigl 86.60
§ 115500 Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 (140,40
94,00 do. Em. 10 . .
76,10 Ichile Gold-Anl. v. 1911:
3 8350 Mes. Land.-Eyp.-Bk. Pf.
do.
Prins Honky.
Osterreicher 1860er Lose.
179,00
do. . 5.:
0 I215fs.
97,10
do. v. 180 . ..
Ser. 12, 13, 16
e
Hamburger Staats-Anl.
66.90kombarden:
3½, 3200
Posen Prov...
6 (110060 Moldenburger. . . . TIr. 40 3 128,40
do. v. 1906:
14, 15, 17.
do. v. 188704.
96,90 Pennsylvania.
95.90
do. . . .
4½ 89,00 (Westkalen Pror. V.::
Raab-Grazer . . . . H. 150/2½110,25
79,20Chines. St.-Anl. v. 1895. . 6
97.40
äd. .. . . . . . .
do. unkdb. 1920 . . . .
2500
5 99,50Hess. Prov. Oberhessen
97,50
1923
Hessische Staats-Anleihe
do, r. 1806 .
97.10
do.
Industrie-Aktien.
do. Starkenburg. .
5 86,50
97,50 do. Reorg. Anl.:
540
do. unkdb. p. 1921 .
do. Ser. 1, 2, 68:.
Mk.
Unverzinsliche
4½ 90,90
84,75 do. v. 1898 .
35.
do. .. . ...
do.
84.40Badische Anilin-Fabrik . 28 (631,00
Städte-
p
. St.
3½ 81,40 IChem. Fabrik Griesheim 14 (262,00 Anlehenslose.
do. kündb. 1915.
89,25
15,20 1Japaner
do. . . . . . .
obligationen.
Sächsische Staats-Rente
77,80 Innere Mexikaner.
do. Komm. unk. 1913
61.70
30 635,00Augsburger .
96.90Farbwerke Höchet
A. 7 35,80
Aubere do.
Würtembg. Staats-Aul
1914
81.50 (Darmstadt.
96,90 Ver chem. Fabr. Mannh., 20
Braunschweiger
do.
Tlr. 20 203,10
6700
98,20Mexikan. Gold v. 1904
3½, 87.50
10 14s5IMailänder
(unkab. p. 1921).
1910
97,10 Zement Heidelberg
do.
do. .
Fs. 45
do. v. 798h 1.
87.700 do. gons.
: 1920
4½ 97,00
97.40Chemische Werke Albert 30 1449,00
4200Frankfurt:
do.
do.
Fs. 10
do. . . . . . . . .
4½ 62,70
377,60
3½, 3.0
do. Irrigat.-Anleihe
1923 4 97,50Holzverkohl. Konstanz . 15 305,30 Meininger
do..
do.
. 4. 7 36,50
Bulgarische Gld.-Anl. .
6
94.90
5 95,00 Buenos-Kires Prov.
do. verlosb. u. kündb.. 3½ 84,40 Lahmeyer . . . . . . .
3½ 6400Gießen .
östereicher v. 1864: A. 105
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1.,6 54,50 Tamaulipas
§ I147,50
3½, 87.0
unkdb. 1915 3½ 84,40 (Schuckert, Nürnberg::
go. ...
do.
do. v. 1858 : H. 100 540,00
do. v. 1887 Monopoll1% 51,501Sao Pauſo E.-B.
Aleininger Hpp- Bk. Pfab.
9460 Siemene & Halake.
12 212.75 Ungar. Staats .
Heidelberg.
u. 10 2t705
Italienische Rente. . . . .3½
do. v. 1913
85,00
96,70
5 112400Venediger . . . . ..
95,80 Bergmann Elektr. .
do. Unkäb. 1922.
do. .. ..
Ps. 50
Osterr. Staats-R. v. 1913 14½ 91,10 siam v. 1907. .
94.0
4½ 9460Karlsruhe
3½ 86,00Allg. Elektr. Gosellsch. 14 244,25Türkische
do. .
: .. Fs. 400 166,00
do. Silber-Rente. . .
85,30
25 (335,00
Hagen Akkum...
87,00Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
do.
Prioritäts-
do
. Papier-Rente ..
Gree
4½ 85.10
unkdb. 1917
9400peutsch. Übersee-Blektr. 11 (175,00
Magdeburg
Gold, Silber und
85,901 obligationen.
do. Gold-Rente. . . .
94,60
0 80,00
1910
Mainz . . ..
94,001Gummi Peter . .
do. ..
Banknoten.
do. einheitl. Rente ..
570
81.65 1Südd. Eisenb.-Gesellsch.
1921
54,10Adler-Fahrradwerke .. . 25 (33450
do. .. ..
Go.: 2.
Portug. Tab-Anl. 1891 .
4, 97.o0
v. 1805/9713½
94,50
96,20Maschinenfabr. Badenia. 6 1128,00Engl. Sovereigns.
do, 7.
Mannheim .
1924
20,43
do. inn, amort. 1905
86,0
do. ...
v. 19043½ 81.50
3½ 84,70 lWittener Stahlröhren . . 0 20-Franks-Stücke:
d0s . . . . . . .
16.50
do, unik. Serie I
61,30 Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
96,40
do. Komm. unk. 1923
95,20Motoren, Oberureel
München .
8½ 156,00Amerikanische Noten
4.191.
do. III.
64,00
Oblig., gar. v. d. Stadkt
96,00 Gasmotoren, Deutz
Sauheim:
1924
do.
9 1800Englische Noten.
20,45
do. Spezial Titel. .
865
Darmstadt. . . . . . . . 4 93,95 Nürnbers
95,30 Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
9660Siemens Glas-Industrie . 15 256,50Franzbsische Noten.:
81,40
Rumänen v. 1903.
100,00Fordd. Lloyd-Obligat. . .4½100,00
5½ 8580 do. .. . . . . . . . . . . .
do. ...
23 (290 00 lHolländische Noten
8500Enzinger Fülter:
.169,35
do. Gold v. 1913.
2
4½ 91.40Donau-Dampfschiff. v. 82 4 92.00 loffenbach .
Steaus Romana
10 ſMi400litalienische Soten ...:.
8115
do. Schatzsch. v. 1914
4 9380
4½100,00IElisabethbahn . . . . . . . 4 90,70
do. v. 1914:
Zellstoff Waldhof:
15 19060 Osterr.-Ungsrische Noten.
8505
do. conv.
4
85,301Franz-Josef-Bahn:
87,80
do. . . . .
Bad. Zucker-Waghäusel.12,83222,00Russische Noten . . . . . .
Bank-Aktien.
do. v. 190
93.60 Kaschau-Oderbergerv. 89) 4
wiesbaden.
Neue Boden-Aktien-Ges.
8000 Schweizer Noten.:::::
81,35
do. v. 1891
87.60 Prag-Duxer .
31.50) do. . . .. .
Süddeutsche Immobilien 0 58,00
Bank für elektr. Unter-
-1o. v. 1905
86,00 TOsterreich. Staatsbahn . 5 102,00 Worms . ..
nchmungen Zürich .
do. v. 1908
do. .
85,60
Berg.-Märkische Bank.
do. .. . ..
Reichsbank-Diskont
Bergwerks-Aktien.
do. v. 1910
73,50Lissabon v. 1888
8520 do.
Berüner Handelsges, . Pfg 151,50
do. Lombard 2sk.:
Russische St-Ar
98,00) do. Südbahn (Lomb.)
97,70 lMoskau v. 1912
94,00Darmstädter Bank . . . . 6½ 117,75 Aumetz-Friede . .
.12
do. kons. p. 1880
70.95 Stockholm vr. 1850
do.
85,50
do.
Deutsche Bank. . . . . . .12½242,40Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 223.50
Tendenz:
do. Gold r. 1800
12½ 51,30 lWien Komm..
do. do.
beutsche Vereinsbank: 6 (118,20 Ikeonhard, Braunkohlen: 0 (15900
do. v. 1902 .
Fot.
89,55 Raab-Oedenburg
76.10Wiener Kassenscheine .
98,75Dt. Effekt.- u. Wochs.-Bk. 6 1112,75Konkordie Bergbau .. . 23 (35775
Schweden v. 1880.
Kronprinz Rudolfbahn .
1Zürich v. 1850. .
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 188,00 Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 (127.70
do. v. 1886 .
86,10 Russ. Südwest
. 4 84,30 Buenos Stadt v. 1892 . . . 6
..8½ 150,00Eschweiler . . . . . .
10 (224.50
Dresdner Bank. ..

bandel und verkehr.

Frankfurt a. M., 29. April. (Börſe.) Im
Zuſammenhange mit den feſten Tendenzberichten der weſt=
lichen
Börſen, beſonders Neu=York, eröffnete auch der hie=
ſige
Mackt zu beſſeren Kurſen. Da zuverläſſige Nachrichten
über eine baldige friedliche Löſung der mexikaniſchen
Kriſe nicht vorlagen, ſo dürfte der Grund für den Tendenz=
wechſel
der Neu=Yorker Börſe in der wachſenden Zuverſicht
zu ſuchen ſein, mit der man einer günſtigen Löſung der
Frachtratenentſcheidung entgegenſieht. An hieſiger Börſe
ſtiegen auch heute wieder in erſter Linie Montan= und
Schiffahrtswerte, die ihr Kursniveau um 12 Prozent er=
höhen
konnten. Wenn ſich auch gegen Schluß des Verkehrs
die Tendenz mangels neuer Anregungen etwas abſchwächte,
ſo blieb doch der Grundton feſt, An der Nachbörſe ent=
wickelte
ſich ausgehend vom Schiffahrtsmarkt wieder leb=
hafteres
Geſchäft bei weiter anziehenden Kurſen. Der
Kaſſamarkt war nicht einheitlich; immerhin ſind bei einer
Anzahl Aktien Kursbeſſerungen zu verzeichnen. U. a.
ſind höher Holzverkohlung 1,30. Chemiſche Griesheim 1½,
Akkumulatoren 2 Prozent, Ediſon 2¼ Prozent, Schuckert
2¼4 Prozent, Daimler 334 Prozent, Kleyer 1½ Prozent,
Motoren Oberurſel 2 Prozent. Niedriger notierten u. a.
Weſſels Porzellan 2 Prozent, Zellſtoff Waldhof 1,40 Pro=
zent
. Von feſt verzinslichen Werten erlitten 5 Prozent
St. Louis und San Franzisko, General Lien Bonds einen
Kursabſchlag von über 2 Prozent auf die Nachticht, daß
die Maikoupons nicht eingelöſt werden. Tendenz feſt.
WB. Berlin, 28. April. Die Verwaltungen der
Diskonto=Geſellſchaft und des Schaaff=
hauſenſchen
Bankvereins beſchloſſen heute die
Verbindung der beiden Inſtitute. Die Grundzüge ſind
bereits bekannt. Nachzutragen iſt, daß der bei der Durch=
führung
der Verbindung ſich ergebende Buchgewinn zu
einem Teil zur Verſtärkung der inneren Rücklagen des in
Köln neu zu errichtenden A. Schaaffhauſenſchen Bankver=
eins
A.=G., zum anderen Teile zur Vermehrung des geſetz=
lichen
Reſervefonds der Diskonto=Geſellſchaft verwendet
wird. In den Aufſichtsrat des neuen Schaaffhauſenſchen
Bankvereins treten die bisherigen Aufſichtsratsmitglieder

des alten Schaaffhauſenſchen Bankvereins, ſowie eine An=
zahl
Mitglieder der Verwaltung der Diskonto=Geſellſchaft
über Die Mitglieder des bisherigen Aufſichtsratsaus=
ſchuſſes
des Bankvereins werden zur Wahl in den Auf=
ſichtsrat
der Diskonto=Geſellſchaft vorgeſchlagen. Dr.
Fiſcher vom Bankverein wird zugleich Geſchäftsinhaber
der Diskonto=Geſellſchaft. Dr. Solmßen, Geſchäftsinhaber
der Diskonto=Geſellſchaft, wird zugleich Vorſtand des
neuen Bankvereins. Die Generalverſammlungen beider
Inſtitute werden auf den 28. Mai einberufen.
* Berlin 28. April. Der Aufſichtsrat der
Diskonto=Geſellſchaft hat die Genehmigung zur
Errichtung einer Zweigniederlaſſung in Ant=
werpen
, von der bereits früher berichtet worden war,
erteilt. Zu Leitern dieſer Niederlaſſung wurden beſtellt
unter Ernennung zu Direktoren der bisherige Desput=
Submanager der Londoner Zweigniederlaſſung, Robert
Pferdmenges und Hans Stumpf. Außerdem wurde der
ſeitherige Angeſtellte in der Londoner Zweigniederlaſſung,
Willy Redelmeier, zum Prokuriſten (Fondé de Pouvoirs)
der Antwerpener Zweigniederlaſſung ernannt.

Landwirtſchaftliches.

-h- Bensheim, 28. April. (Zuchtviehmarkt.)
Der heute vormittag auf der Städtiſchen Bleiche im
Schönberger Tal ſtattgefundene Bensheimer Frühjahrs=
Zuchtvieh=Markt war überaus gut befahren mit Bullen,
Kühen, Rindern. Ziegen und Schweinen. Prachtvolle Tiere
waren zu Markt gebracht und die Prämiierungs= Kom=
miſſionen
hatten es nicht leicht, die Prämien zu erteilen.
Eine Reihe von Gemeinden hat Zuchtbullen im Preiſe
von 400 bis 1000 Mark erſtanden. Auch der Ferkelmackt
war bald geräumt und bewegten ſich hier die Preise von
25 bis 45 Mark per Paar. Aus der ganzen Umgegend
waren Intereſſenten anweſend und hatte die Bleiche ge=
rade
ſo genügt, um die Marktbeſucher aufzunehmen. Eine
Muſikkapelle ſpielte und Wirte, Metzger und Bäcker ſorg=
ten
für die leibliche Befriedigung auf dem Markte. Heute
nachmittag findet in der Städtiſchen Turnhalle die Ziehung
der mit dem Markte verbundenen Lotterie ſtatt.

Frankfurt a. M., 29. April. Schlachtvieh=
markt
. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1587 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in
Mark: Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 4549
(5962), vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner Lebend=
gewicht
4448 (5860), vollfleiſchige Schweine über 2
Zentner Lebendgewicht 4649 (5962) vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 4649 (5962)
Marktverlauf: ziemlich rege, bleibt Ueberſtand.
F.C. Frankfurt a. M., 29. April. ( Kartoffel=
markt
.) Man notierte Kartoffeln im Waggon 4,75 bis
5,75 Mk., Kartoffeln im Detail 6,25 bis 7,00 Mk. Alles
pro 100 Kilo.

Heſſiſche Erfinder. (Mitgeteilt von Dipl.=Ing. Kle=
mens
Herszberg u Co Patent= und Ingenieur=Bureau,
Darmſtadt, Rheinſtr. 19.) Patent=Anmeldungen:
6f. N. 13 738. Selbſttätige Vorrichtung zum Reinigen,
Pichen und Entpichen von Fäſſern. E. A. Neubecker, Offen=
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a. M. 19. 10. 12. 77e. W. 43 662. Volksbeluſtigungs=
vorrichtung
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13. 11. 13. Gebrauchsmuſter=Erteilungen:
2b. 598 452. Gepäckprofil=Bodeneinſatz zum Auswechſeln
mit den Meſſern einer Fleiſchhackmaſchine. Georg Bentz,
Wachenheim. 25. 3. 14. B. 68889. Zc. 598871. Schließe
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a. M., Ludwigſtraße 142. 13.3. 14. V. 12327. 28b.
599024. Klammer zum Spannen von Häuten oder Fellen.
Joh. Philipp, Brunner, Worms. 7. 3. 14. B. 68551. 33 b.
598 572. Zuſammenziehbarer Beutel mit herausnehmbarem
Tablett, worauf ſich ein feſter Behälter zur Aufnahme eines
Opernglaſes, ſowie rings um dieſen Behälter angebracht
Toilettegegenſtände befinden. Fa. Ernſt Knipp. Offen=
bach
a. M. 19. 2. 14. K. 62 255. 37b. 598 487. Marmor=
platte
. Heinrich Philipp Hermann, Offenbach a. M., Lili=
ſtraße
17. 19.3. 14. H. 65 820. 63k. 598408. Vorrichtung
zum Anbringen eines Motoranlaſſers an alle beſtehenden
Antriebsſcheiben, insbeſondere an verſtellbare Riemen=
ſcheiben
bei Motorrädern. Konrad Ruß, Darmſtadt, Wald=
ſtraße
9. 6. 3. 14. R. 38876.

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26)

Ein feſtbegründeter Reichtum ſah ihm überall ent=
gegen
, in dem Schloſſe, im Parke, auf dem Hofe, in den
Ställen und Scheunen.
Hans ſtaunte, aber er erſchrak auch bei dem Gedanken,
daß er der Erbe von all dieſem Reichtum ſein ſollte. Er
war es ſo wenig gewohnt, aus dem Vollen zu leben, daß
er ſich von dieſem Reichtum erdrückt fühlte, daß er ſich
faſt davor fürchtete, wie vor einer dämoniſchen Macht,
die ihn mit unzerreißbaren Ketten umgeben wollte.
Er durchſtreifte den Park; der Obergärtner grüßte ihn
ehrerbietig, und die Gärtnerburſchen flüſterten hinter ihm
drein. Er begab ſich auf den alten Wirtſchaftshof; der
Oberinſpektor trat ihm mit höflichem Gruß entgegen und
fragte, ob er ihm die Ställe und Wirtſchaftsgebäude zei=
gen
ſolle die Knechte und Mägde ſtarrten ihm nach
alle ſahen in ihm ſchon den Erben, den künftigen Herrn
Hans fühlte ſich beengt und bedrückt; er dankte dem
Oberinſpektor und lehnte eine Beſichtigung der Stallungen
ab. Dann eilte er in den nahen Wald, wo ihn die Ein=
ſamkeit
der Natur umfing.
Hier atmete er wie befreit auf.
Er dachte an Eva. Er war ſich bewußt, daß er vor
eine Entſcheidung geſtellt werden würde. Er mußte wäh=
len
: hier ein reiches, ſorgenloſes Leben dort ein Leben
der Arbeit, vielleicht der Sorgen. Aber hier auch ein
Leben des Müßigganges, der innerlichen Einſamkeit, ein
Lehen, das dem Standesbewußtſein zum Opfer gebracht

wurde, ein Leben ohne Wärme, ohne Liebe dort ein
Daſein, erfüllt von Tätigkeit, von Arbeit und Weiter=
ſtreben
, ein Daſein voll innerlicher Wärme, von tiefer,
inniger Liebe durchglüht.
Er mußte wählen. Die Stimme des kühlen Verſtandes
raunte ihm zu: Sei kein Tor! Greif' nach der ſchimmern=
den
Krone des Reichtums! doch die Stimme des Her=
zens
mahnte: Gold macht nicht glücklich, Gold ſtillt nicht
die Sehnſucht des Herzens greif nach dem Kranz der
Liebe!
Unruhevoll, mit ſich ſelbſt uneins, ſtreifte er im Walde
umher. Erſt am ſpäten Abend kehrte er in das Schloß
zurück.
Hat der Herr Graf nach mir gefragt? wandte er ſich
an den Diener, der ihm im Korridor Hut und Stock ab=
nahm
.
Nein, Herr Baron. Der Herr Graf haben ſein Zim=
mer
nicht verlaſſen. Herr Graf wollen nicht geſtört ſein
und laſſen Herrn Baron bitten, allein zu Nacht zu ſpeiſen.
Und dann ſaß Hans allein in dem großen, dunkelge=
täfelten
Speiſeſaal mit dem mächtigen altertümlichen Ka=
min
und dem prächtigen Kronleuchter. Kriſtall und Sil=
ber
blitzte und ſchimmerte vor ihm auf der ſchneeweißen
Damaſtdecke des Tiſches, in deſſen Mitte ein herrlicher
Blumenſtrauß prangte. Geräuſchlos ſervierte ein Diener
ein reiches Mahl und ſchenkte purpurnen Wein in das
geſchliffene Elas.
Aber Hans vermochte kaum zu eſſen und zu trinken.
Unheimliche Geiſter ſchienen ihn geſpenſterhaft aus den
dunklen Winkeln des nur ſpärlich erleuchteten Saales an=
zuſtarren
,

Er ſchnell und trank haſtig einige Gläſer Wein.
Dann zog er ſich in ſein Zimmer zurück, um einen langen
Brief an Eva zu ſchreiben.
Während er ſchrieb, ward er ruhiger und ſicherer in
ſeinem Innern. Es war ihm, als ſchmiegte ſich die Ge=
liebte
an ſeine Schulter und ſähe mit lächelndem Auge zu
ihm auf.
Konnte er ihr nicht die goldene Krone auf das blonde
Haupt ſetzen und ihrer beiden Leben mit dem Kranze der
Liebe und des Glückes ſchmücken?
Dieſem Gedanken ſann er nach, und von dieſem Ge=
danken
waren auch ſeine Träume der Nacht erfüllt.
Nach dem Frühſtück am anderen Morgen, das Hans
wieder allein in dem großen, düſteren Speiſeſaal ein=
nehmen
mußte, erſchien der Kammerdiener des Grafen:
Der Herr Graf laſſen den Herrn Baron bitten, zu ihm
in ſein Arbeitszimmer zu kommen.
Hans traf den Grafen in einem hohen Lehnſeſſel vor
dem Schreibtiſch ſitzend; vor ihm lag eine durch das Alter
vergilbte umfangreiche Urkunde.
Des Grafen einſtmals hohe, kraftvoll=ſchlanke Geſtalt
war zuſammengeſunken; das ariſtokratiſch=ſchöne Geſicht,
von weißem Bart und Haar umgeben, war durch tiefe
Falten, die Gram und Kummer durchfurcht hatten, durch=
zogen
. Nur ſein dunkles Auge leuchtete in ungebrochenem
Stolz unter den weißen Brauen hervor.
Er war in tadelloſem, korrektem Schwarz gekleidet.
Verzeih, daß ich Dich ſitzend empfange, ſagte er mit
tiefer, dumpfer Stimme, indem er Hans die gelblich=
weiße
, hagere Hand entgegenſtreckte. Aber die Füße wollen
mick nicht recht mehr tragen.

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auf mich keine Rückſicht zu nehmen.
Setze Dich zu mir, war des Grafen kurze Antwort,
indem er auf einen Stuhl neben dem Schreibtiſch wies.
Hans nahm Platz. Eine gewiſſe Befangenheit über=
kam
ihn nun doch dieſen dunklen, ſcharfblickenden Augen
des alten Herrn gegenüber, den der plötzliche Tod ſeines
Sohnes ſo hart getroffen hatte, ohne ſeinen Stolz, ſein
Leben doch ganz zu zerbrechen. Aber auch tiefes Mitleid
ſchlich ſich in ſein Herz, wenn er die Gebrechlichkeit des
Grafen ſah, der ſich nur durch kraftvollen Willen aufrecht
zu halten ſchien.
Des Grafen Hand ſtrich über das vergilbte Dokument.
Dann ſagte er:
Dein Leben wird ſich jetzt ganz anders geſtalten. Nach
den Satzungen unſerer Geſamtfamilie biſt Du jetzt der
nächſte Anwärter auf das Familienfideikommiß Ball=
hauſen
. Du wirſt einmal nach meinem Tode, der ja nicht
allzu lange auf ſich warten laſſen wird, ein ſehr reicher
Mann werden.
Er hielt inne. Hans wußte nicht, was er erwidern
ſollte. Mit einer banalen Redensart mochte er dem ruhig
und leidenſchaftslos ſprechenden Oheim nicht kommen.
Nach einer kleinen Pauſe fuhr dieſer fort:
Du warſt die letzten Monate in einer Bank be=
beſchäftigt
?
Ja, Onkel.
Das war immerhin eine anſtändige Beſchäftigung
gegenüber Deinem früheren Leben
Lieber Onkel
Laß nur. Wir wollen darauf nicht mehr zurückkom=
men
. Ich habe den Juſtizrat Walterburg, der ſich ſchon
einmal Deiner Schulden wegen an mich wandte, beauf=
tragt
, Deine Gläubiger zu befriedigen. Das iſt alſo ab=
gemacht
.
Ich danke
lieber Ousel.

Der Enf achte ine aluchrade Handbebenne=
Du wirſt Deine Stellung in der Bank aufgeben, fuhr
er fort, da ich wünſche, daß Du bei mir bleibſt, um Dich
in der Bewirtſchaftung der Beſitzung einzuarbeiten. Meine
Verbindungen könnten Dir ja die militäriſche Laufbahn
wieder öffnen, doch wünſche ich ſelbſt nicht, daß Du dieſe
wieder einſchlägſt. Ich bin ein einſamer Mann gewor=
den
und möchte Dich um mich haben.
Was in meinen Kräften ſteht, ſoll geſchehen, lieber
Onkel, um Ihnen meinen Dank zu beweiſen.
Du biſt mir keinen Dank ſchuldig. Die Familien=
ſatzungen
, die auch für mich maßgebend ſind, legen mir
die Verpflichtung auf, für Dich als den nächſten Anwärter
zu ſorgen. Das wäre alſo abgemacht, Du bleibſt hier
für Deinen ſtandesgemäßen Unterhalt wird Sorge ge=
tragen
werden. Der Oberinſpektor wird Dich in die Wirt=
ſchaft
einführen. Du biſt doch damit einverſtanden?
Ja, lieber Onkel, entgegnete Hans zögernd und leicht
errötend, vor den dunklen Augen des Greiſes den Blick
ſenkend. Doch halte ich es für meine Pflicht, Ihnen zu
ſagen, daß ich nicht mehr ganz frei bin ich habe eine
Verpflichtung übernommen.
Ich hörte davon, unterbrach ihn der Graf. Es han=
delt
ſich wohl um Dein Verhältnis zu einem einfachen
Mädchen aus bürgerlichem Stande dieſes Verhältnis
mußt Du allerdings löſen. Kann das durch Zahlung
einer Abſtandsſumme geſchehen, ſo nenne mir die Summe,
ich werde dann meinem Anwalt die nötige Anweiſung
geben.
Hans war blaß geworden. Kalt rieſelte es ihm durch
die Adern. Der Graf ſprach von der Löſung des Verhält=
niſſes
zu Eva mit einer geſchäftsmäßigen Kälte, als ob
es ſich um etwas Selbſtverſtändliches handelte. Er machte
ihm nicht einmal einen Vorwurf, daß er dieſes Verhältnis
eingegangen war. Für ihn war es nichts mehr als die
Forderung irgend eines Gläubigers, die durch eine ein=

ſaßte Eindonbeſig eichiet weder bonte. Ein ein=
faches
Bürgermädchen! Was ſollten da große Umſtände
gemacht werden? Sie mußte froh ſein, wenn man ihr
eine reichliche Abſtandsſumme zahlte.
Wenn Hans dabei an Eva dachte, an ihre Liebe, an
ihre Uneigennützigkeit, an ihren Edelmut und ihre Opfer=
freudigkeit
, ſo empörte ſich in ihm alles gegen den Ge=
danken
, ſie durch ein ſolches Angebot in ihren tiefſten Ge=
fühlen
zu verletzen und zu beleidigen. Er raffte all ſei=
nen
Mut und ſeine Entſchloſſenheit zuſammen und ent=
gegnete
:
Sie täuſchen ſich, lieber Onkel, in der Beurteilung
meines Verhältniſſes zu dem jungen Mädchen, die das
Recht hat, ſich als meine verlobte Braut zu betrachten.
Ein ſcharfer Blick aus den dunklen Augen des Greiſes
traf ihn.
So mache Deine Verlobung rückgängig, ſagte er kalt.
Das kann ich nicht!
Ach, ſo weit haſt Du Dich eingelaſſen! Du haſt ein
Eheverſprechen gegeben das war nicht recht.
Verzeihen Sie, Onkel. Sie dürfen nicht ſchlecht über
das Mädchen denken. Ihre Ehre und Reinheit ſind un=
angetaſtet
.
Um ſo beſſer. Dann ſehe ich keinen Grund, der die
Löſung dieſes Verhältniſſes verhindern könnte.
Unſere Liebe, Onkel
Wieder die abwehrende Bewegung der hageren Grei=
ſenhand
.
Das iſt kein Grund. Du haſt jetzt an anderes zu
denken als an romantiſche Schwärmerei. Mit den neuen
Rechten ſind Dir neue Pflichten erwachſen. Ich hoffe, daß
Du das einſiehſt.
Gut aber ich ſehe nicht ein, wie meine Liebe mit
den neuen Pflichten kollidieren ſollte!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

auf Koſen der fämtlichen Steuerzahler und der Hausbe=
ſitzer
der Innenſtadt.
Die Waſſergeldfrage beſchäftigt den Vorſtand eigent=
lich
ſchon ſeit Beſtehen des Vereins. Die Verhandlungen
ſind zurzeit wieder im Gange. Die Frage der Einſchätz=
ung
nach dem gemeinen Wert oder dem Ertragswert wurde
in einer außerordentlich gut, auch ſeitens der ſtaatlichen
und ſtädtiſchen Behörden, beſuchten Verſammlung im
Kaiſerſaal in einem Vortrag des erſten Vorſitzenden be=
handelt
. Das daſelbſt vorgetragene Material hat allſeits,
nicht nur in Darmſtadt, ſondern in ganz Heſſen und dar=
über
hinaus, Beachtung und Anklang gefunden. Zu dieſer
Frage iſt noch folgendes zu bemerken: Die Steuerbehörde
iſt vorläufig nicht geneigt, den Unkoſtenabzug von (ſeither)
20 Prozent auf 35 Prozent zu erhöhen. Schuld daran iſt,
daß die Hausbeſitzer zum größten Teil über die Einnah=
men
und Ausgaben für die Häuſer nicht ordnungsmäßig
Buch führen, und infolgedeſſen den Behörden ihre tatſäch=
lichen
Ausgaben nicht nachweiſen können. Der Landes=
verband
hat deshalb neuerdings Formulare zur Buchfüh=
rung
herausgegeben. Dieſe ſtehen jedem Hausbeſitzer un=
entgeltlich
zur Verfügung. Gegen die Wiedereinführung
der Wertzuwachsſteuer richtete ſich eine weitere Eingabe,
die leider in der Zweiten Kammer Zuſtimmung nicht ge=
funden
hat. Im November verfloſſenen Jahres fand in
Berlin eine Kundgebung des Schutzverbandes für deutſchen
Grundbeſitz ſtatt, der zirka 700 000 Mitglieder zählt, an der
zwei Vorſtandsmitglieder teilnahmen. An den letzien
Stadtverordnetenwahlen beteiligte ſich der Vorſtand in
hervorragender Weiſe mit Erfolg. Neben dem dem Stadt=
verordnetenkollegium
bereits angehörenden Vorſtandsmit=
glied
wurden zwei weitere Vorſtandsmitglieder gewählt.
Der langjährige Leiter der Geſchäftsſtelle und Gründer
des Vereeins, Herr C F. Mahr, trat wegen ſeines Ge=
hörleidens
von der Geſchäftsführung zurück und wurde
dieſelbe dem jetzigen Geſchäftsführer, Herrn G. Ziegler,
übertragen. Die Anſtellung eines Geſchäftsführers hat ſich
gut bewährt. Die Mitgliederzahl hat ſich im Laufe
des Geſchäftsjahres ſtark vermehrt. Von rund 800 Mit=
gliedern
am Anfang des Geſchäftsjahres ſtieg die Zahl auf
über 1400 am Schluß des Geſchäftsjahres. Im Laufe des
Geſchäftsjahres wurden 12 Vorſtandsſitzungen
und eine Reihe Kommiſſionsſitzungen abgehalten. Der
Landesverband hielt vier Sitzungen ab, die alle von
unſeren Delegierten, die ſich an den Beratungen beteiligten
und teilweiſe Referate zu erſtatten hatten, beſucht waren.
Im Laufe des Vereinsjahres wurde mit unſerer Unter=
ſtützung
ein Hausbeſitzerverein in Eberſtadt gegründet,
der es bereits auf eine anſehnliche Mitgliederzahl gebracht
hat. Für das laufende Geſchäftsjahr iſt vorgeſehen, die
Hausbeſitzer der Bergſtraße in Vereine zuſammenzu=
ſchließen
.
Hierauf erſtattete der Geſchäftsführer des Vereins,
Herr Ziegler, den umfangreichen Jahresbericht über
die Tätigkeit der Geſchäftsſtelle. Die Ge=
ſchäftsſtelle
wurde in der Zeit vom 1. Auguſt (dem Tage

Darmſtädter Hausbeſitzer=
verein
.

* Dem in der geſtrigen Hauptverſammlung des Darm=
ſtädter
Hausbeſitzervereins im Städtiſchen Saalbau erſtat=
teten
Bericht des Vorſtandes über das Geſchäfts=
jahr
1913/14 ſei folgendes entnommen: Die allgemeine
Lage des Hausbeſitzerſtandes hat ſich gegen das Vorjahr
nicht gebeſſert. Das beweiſen am beſten die noch immer in
großer Zahl ſtattfindenden Zwangsverſteigerungen. Den
einzigen Lichtblick in dieſen trüben Verhältniſſen bietet der
langſame Rückgang des Ueberangebots an kleinen Woh=
nungen
. Obwohl ſich die Reduktion lediglich auf Klein=
wohnungen
erſtreckt, darf angenommen werden, daß hin=
ſichtlich
der größeren Wohnungen eine Geſundung auf dem
Wohnungsmarkt in abſehbarer Zeit eintritt; vorausgeſetzt,
daß ein regelmäßiger Zuzug ſtattfindet. Der Immobilien=
markt
liegt noch vollſtändig danieder. Freiwillige Ver=
käufe
finden nur in ganz geringem Maße ſtatt. Auf die
von uns geforderte Ermäßigung des Umſatzſtem=
pels
hat die Regierung eine entſprechende Vorlage in
Ausſicht geſtellt. Wenn das Wertzuwachsſteuer=
geſetz
nicht wieder zur Einführung kommt, darf von die=
ſſen
beiden Maßnahmen eine Hebung des Immobilien=
verkehrs
erwartet werden. Die Frage der 2. Hypothe=
ken
beſchäftigt den Vorſtand unausgeſetzt. Auch der Lan=
desverband
hat zu dieſer Angelegenheit wiederholt Stel=
lung
genommen, iſt aber ſchließlich zu der Ueberzeugung
gekommen, daß die Frage nur durch die einzelnen Vereine
mit Unterſtützung der einzelnen Städte gelöſt werden kann.
Das für Darmſtadt ausgearbeitete Projekt für ein Inſtitut
zur Erlangung zweiter Hypotheken wird in abſehbarer
Zeit der Oeffentlichkeit übergeben werden. Eine langjäh=
rige
Forderung der Hausbeſitzer wird demnächſt in Erfül=
lung
gehen. Es handelt ſich um die geſetzliche Sicherung
der Mieten zur Deckung der Hypothekenzinſen. Bezüglich
der Brandſteuer wurde eine Eingabe an die Regierung
gerichtet, die den Erfolg hatte, daß die Regierung eine
neue Staffelung der Prämienſätze der Kammer vorlegen
will. In der Proteſtverſammlung am 15. September v. J.
wurde Stellung genommen gegen die Eröffnung neuer
Bauquartiere und die übermäßige Erweiterung der Stadt

der Reueinrichtung der Geſchäftsſelle bis zum 31. März
1914 von 3043 Perſonen in Anſpruch genommen. Beſon=
ders
ſtark (512 Perſonen) war die Beſucherzahl im Monat
Januar, was auf die Tätigkeit der Geſchäftsſtelle bei Aus=
füllung
der Wehrbeitragserklärungen zurückzuführen iſt.
Von den oben genanten 3043 Beſuchern während der acht
Monate entfallen 1425 auf den Wohnungsnachweis. Es
wurden alſo 1425 Mietern die der Geſchäftsſtelle angemel=
deten
Wohnungen empfohlen. Die übrigen 1618 Beſucher
ſind Mitglieder, denen in allen möglichen Fragen Rat,
Auskunft und tätige Hilfe zuteil wurde. Die der Geſchäfts=
ſtelle
von ſeiten der Hausbeſitzer vorgetragenen Miet=
ſtreitigkeiten
wurden zum größten Teil ohne Inan=
ſpruchnahme
der Gerichte zur Zufriedenheit beider Teile
beigelegt. Auch von ſeiten der Mieter wurde der Rat und
die Vermittelung der Geſchäftsſtelle vielfach in Anſpruch
genommen. Der Wohnungsnachweis hat ſich wäh=
rend
des Geſchäftsjahres außerordentlich vergrößert. An
freien Wohnungen wurden bei der Geſchäftsſtelle des Ver=
eins
1068 angemeldet; davon wurden als vermietet ab=
gemeldet
865, ſo daß am 1. April noch 203 Wohnungen als
unvermietet angemeldet waren. Hierzu kommen 69 Läden
und ſonſtige Geſchäftslokale, von denen 39 als vermietet
abgemeldet wurden. Die oben angegebenen 203 leeren
Wohnungen ſind jedoch nicht alle in Darmſtadt leerſtehende
Wohnungen; dieſe Zahl bezieht ſich nur auf die bei
der Geſchäftsſtelle angemeldeten Wohnungen. Die Zahl
der in Darmſtadt überhaupt leerſtehenden Wohnungen iſt
natürlich bedeutend größer. Gegen das Vorjahr hat ſich
die Zahl der beim Wſohnungsnachweis des Vereins an=
gemeldeten
Wohnungen mehr als verdoppelt. Der ſchrift=
liche
Verkehr umfaßt 669 Sendungen in Eingang und 2043
Sendungen in Ausgang. Ferner wurden etwa 40 Miet=
zins
= und Räumungsklagen erhoben, 48 Kündigungen aus=
gefertigt
und zirka 100 Mahnſchreiben über Mietforderun=
gen
von zuſammen rund 4200 Mark erlaſſen. Eine um=
fangreiche
Tätigkeit entfaltete die Geſchäftsſtelle auf dem
Steuergebiet durch Beratungen, Aufſtellung von Steuer=
erklärungen
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[ ][  ][ ]

G

Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. April 1914.
Neu eingetroffen:
erh. Kinder-Stte- Blogewagen
ſowie verſch. Hauſierartikel, billig
abzugeben Tannenſtr. 22. (*11045sd

Nummer 118,
Mein heutiges Angebot
Rheinſtr. 8, Georg Lrevig
Hoflieferanten, A. Logel, Eliſa=
bethenſtr
., Gg. Frz. Frank, Parfüm.

[ ][  ][ ]

Turnen, Spiele und Sporf.

* Billard=Sport. Am kommenden Sonntag, den 3.
Mai, wird im Billardſaal des Hotel Heß zum erſtenmal
ein Städte=Wiettkampf zwiſchen dem Mainzer und Darm=
ſtädter
Billard=Klub ſtattfinden. Es ſpielen von jedem
Klub 3 Mitglieder je eine Kadre=Partie auf 150 Points.
Das Wettſpiel beginnt ſchon morgens 9 Uhr, zu welchem
ille Billardfreunde freundlichſt eingeladen ſind.

enſt ne. h. e
ſchreibt uns: Um dem ſportliebenden Publikum fortgeſetzt
neue und intereſſante Rennen zu bieten, beingt der Velo=
ciped
=Klub außer den fünf großen Dauer=
Rennen und vier großen Flieger=Rennen
noch eine Attraktion, nämlich den bekannten Weltrekord=
mann
und 6 Tage=Fahrer Pawke mit der neueſten Er=
findung
der Fahrradtechnik, einem ſogenannten Brenna=
bor
=Fiſch. Dies iſt ein karoſſiertes Fahrrad, das voll=
ſtändig
umhüllt iſt, und eine fiſchähnliche Form hat. Die
Erfindung hat in Sportkreiſen begreifliches Aufſehen er=
regt
, um ſo mehr, als tatſächlich eine überaus große Ge=
ſchwindigkeit
damit erzielt wird. Erſt vergangenen Sonn=
tag
fuhr Pawke gegen den Meiſterfahrer van Gent und
Böſchlin in Mainz und nach den Sportberichten gewann
Pawke das Rennen mit ſeinem Brennabor=Fiſch über=
legen
. Freunden und Intereſſenten des Radſports diene
zur Kenntnis, daß dieſer Brennabor=Fiſch im Schau=
fenſter
der Firma Möbelhaus Trier, Ecke Wilhelminen=
und Eliſabethenſtraße von heute ab ausgeſtellt iſt. Dies
Rennen dürfte zweifellos das intereſſanteſte vom Tage
bilden. Ueber die Siegesausſichten der Dauerfahrer läßt
ſich ein beſtimmtes Urteil ſchwer fällen. Böſchlin konnte
die ſchwerſten Rennen mit Erfolg beſtreiten. Er beſiegte
bereits unſere erſten Renngrößen, wie Guignard, Günther,
Janke, Stellbrink, Walthour uſw ſo daß ihm wohl die
beſten Ausſichten zuzuſchreiben ſind. Als Draufgänger iſt
Pawke aber allgemein bekannt, ſo konnte er vorigen Sonn=
tag
das in Mainz angeſetzte Rekordfahren an ſich bringen,
Böſchlin mußte ſich als geſchlagen bekennen. Mathis iſt
gleichfalls als ein ebenbürtiger Gegner zu ſchätzen. Das
Darmſtädter Sportpublikum kann wirklich intereſſante und
ſpannende Kämpfe erwarten, nicht nur bei den Dauer=
Rennen, ſondern auch bei den Flieger=Rennen. Ueber 30
Flieger kämpfen um die Ehre. Beſonders das Wander=
preisfahren
um den Ehrenpreis Sr. Kgl. Hoheit, weiland
Prinz Wilhelm von Heſſen, dürfte ein ſcharfes Rennen
geben, denn unſere bekannten Matadore wollen dem Welt=
meiſter
Rode unter allen Umſtänden den Sieg ſtreitig
machen, denn mit dieſem Rennen würde ſonſt der Preis
endgültig an Rode übergehen Ein gern geſehenes Rennen
iſt immer noch das Vorgaberennen das nur über zwei
Runden geht und bei welchem die Schnelligkeit und ein
guter Spurt triumphieren werden. Das Erſtfahren bringt
verſchiedene neue Männer mit an den Start und auch den
Fliegern iſt durch ein Ausſcheidungsfahren für genügende
Betätigung Rechnung getragen.

Zu dem Vormeldeſchluß ind
23 Meldungen eingegangen, jedoch iſt beſtimmt zu er=
warten
, daß bis zum Nachmeldeſchluß am 1. Mai wei=
tere
Nennungen erfolgen. Für die Teilnehmer der Tau=
nushöhen
=Fahrt ſtehen nunmehr 22 Ehrenpreiſe im Ge=
ſamtwerte
von über 5000 Mark zur Verfügung. Statt
ausgeſchriebener drei wird der Klub vier Preiſe zur Ver=
fügung
ſtellen, und zwar den erſten Preis im Werte von
700 Mark. Außerdem ſind von dem Kaiſerlichen Auto=
mobil
=Klub und dem Magiſtrat der Reſidenzſtadt Wies=
baden
noch von folgenden Firmen Preisſtiftungen erfolgt:
1. Deutſche Benzol=Vereinigung Bochum 2 Preiſe, Wert
450 Mark. Continental=Caoutchoue= und Gutta=Percha=
Compagnie 2 Preiſe, Wert 400 Mark. 3. Kronprinz A.=G.
2 Preiſe. 4. Deutſche Dunlop=Gummi=Cp. 1 Preis, Wert
300 Mark. 5. Auto=Mafam G. m. b. H. 1 Preis Wert 250
Mark. 6. Deutſch=Amerikaniſche Petroleum=Geſellſchaft 2
Preiſe, Wert 200 Mark. 7. Rudge=Rad G. m. b. H. 1 Preis,
Wert 200 Mark. 8. Optiſche Anſtalt C. P. Goerz 1 Preis,
Wert 160 Mark. 9. Tachometerfabrik Veigel 1 Preis. Wert
150 Mark. 10. Deuta=Werke G. m. b. H. 1 Preis, Wert
140 Mark. 11. Robert Boſch 1 Preis. Wert 80 Mark.
12. Peters Union 1 Preis, Wert 70 Mark. 13. Wood=
Milne Stahlgummi Pneumatik Co. 1 Preis. Die unter
1 und 6 genannten Preiſe erhalten diejenigen beſten Fah=
rer
, welche den Brennſtoff der betreffenden Geſellſchaft be=
nutzen
. Für die unter 2, 4, 12 und 13 genannten Stiftun=
gen
iſt Vorſchrift, daß die Preiſe an diejenigen Fahrer
fallen, welche unter Benutzung von kompletter Bereifung
der betreffenden Fabrik am beſten in der Konkurrenz
ſtehen. Dasſelbe gilt von 3, 5, 7, 8 und 10. Für den
Boſchpreis iſt Vorſchrift, daß ſowohl Zündung wie Zünd=
kerzen
der Boſchfabrik entſtammen müſſen. Die Organiſa=
tion
der Strecke wird inzwiſchen von dem Klub auf das
ſorgſamſte betrieben. So werden in den berührten Ort=
ſchaften
und im freien Gelände 500 Richtungspfeile ange=
bracht
, ſo daß auch die gemeldeten fremden Fahrer, welche
das Terrain nicht kennen, eine hinreichende Orientierung
erhalten. Ferner wurde von der techniſchen Kommiſion
eine genaue Berechnung der einzelnen Etappenzeiten für
die in Betracht kommenden Steuer=Stärken der konkur=
rierenden
Wagen ausgearbeitet und wird dieſelbe gedruckt
am Inſtruktionsabend jedem Teilnehmer ausgehändigt.
Am Ziel, auf der Platte bei Wiesbaden, wird eine Regi=
mentskapelle
konzertieren. Die Preisverteilung erfolgt ge=
legentlich
des Feſtmahles im Städtiſchen Kurhauſe am
9. Mai 1914. Jeder an der Fahrt teilnehmende Wagen er=
hält
eine künſtleriſch ausgeführte Erinnerungsplakette.

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ohne schmerzhafte Einspritzung.
Behandlung nur durch praktische Aerzte.
Chefarzt Dr. med. Coleman
Sprechstunde in Darmstadt: Rheinstrasse 12¾ jeden Mittwoch von 101 Uhr.
Bitte genau auf die Adresse zu achten.
Ausserdem finden Sprechstunden in ca. 60 Städten Deutschlands
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statt. Anfragen hierüber beantwortet bereitwilligst das Zentralbüro.
Auswärtige Patienten können sogleich nach der Konsultation die Rückreise antreten, da ein Aufenthalt in der Anstalt nicht erforder-
lich
ist. Die Anwendung des Verfahrens ist sehr einfach und erfordert täglich nur kurze Zeit. Nach Einleitung
der Behandlung sind weitere Besuche erst in grösseren Zwischenräumen erforderlich. Patienten, welche sich für die
Behandlung nicht eignen, werden beim ersten Besuche darüber aufgeklärt. Für nicht in Behandlung tretende Patienten
ist die erste Konsultation kostenlos.
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Broschüre: Die Unterleibsbrüche und ihre Behandlung‟
gratis und franko durch das Zentralbüro: BERLIN W 62, Wormser Strasse 10.

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[ ][  ][ ]

Nummer 118.

Aufruf!

Der Prinz=Heinrich=Flug 1914 nimmt Dank der Be=
mühungen
des Vereins für Luftfahrt e. V. hier ſeinen Anfang in Darm=
ſtadt
. Mit der Durchführung der lokalen Veranſtaltungen iſt der
unterzeichnete Ausſchuß betraut. Er bedarf hierzu ſehr bedeutender
Mittel, die durch Eintrittsgelder allein nicht gewonnen werden können.
Der Prinz=Heinrich=Flug iſt keine Luſtbarkeit, ſondern eine ernſte
nationale Sache, ein Glied in der Kette unſerer Rüſtungen, da bei
ihm die Leiſtungsfähigkeit der Flugapparate und Flugzeugführer er=
probt
werden ſoll. Wir wenden uns daher an die Opferwilligkeit
der hieſigen Bürger mit der Bitte um Unterſtützung durch freiwillige
Gaben. Jeder Betrag wird dankbar angenommen und öffentlich
darüber quittiert. Die Bank für Handel und Induſtrie und deren
Depoſitenkaſſe, ſowie alle hieſigen Zeitungen ſind bereit, Beiträge
entgegenzunehmen.
Prinz=Heinrich=Flug 1914.
Etappe Darmſtadt.
Ehren=Ausſchuß und Ehren=Präſidium.
Staatsminiſter Dr. von Ewald, Exzellenz; Provinzial=Direktor
Fey; Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing; Generalleutnant Freiherr von
Lüttwitz, Exzellenz; Geheime Hofrat Profeſſor Dr. Muller, Rektor
der Hochſchule; Oberſtallmeiſter Freiherr von Riedeſel, Exzellenz;
Organiſations=Ausſchuß.
Baier, Fabrikdirektor; Bernhard, Kaufmann; Brink, Bankdirektor;
Buß, Rechtsanwalt; Eberhard, Profeſſor; Emmerling, Finanzrat;
Fiſcher, Branddirektor; Göbel, Kommerzienrat; Gutermuth, Geh.
Baurat, Profeſſor; Gennes, Regierungsrat; Herszberg, Diplom=
Ingenieur; von Heſſert, Geheimer Oberjuſtizrat; Hüſer, Hauptmann;
Dr. Erasmus Kittler, Geheimerat, Profeſſor; Koch, Hofrat; Dr.
Koch, Buchdruckereibeſitzer; Klump, Hofweißbindermeiſter; Kunz,
Bürgermeiſter in Griesheim; Liman, Leutnant; Lotheißen, Haupt=
mann
a. D.; Lutz, Fabrikdirektor; Möller, Eiſenbahndirektor;
von Moers, Buchdruckereibeſitzer; Mootz, Oberſtleutnant; Müller,
Regierungsrat; Mueller, Bürgermeiſter; Ober, Kaufmann; Freiherr
von=Oetinger, Kammerherr; Ortmann, Hauptmann; von Randow,
Generalmajor; Dr. Röhm, Fabrikant: Römheld, Geheimerat;
Reinhardt, Generaloberarzt: Dr. Reinhart, Regierungsrat;
Schimmelbuſch, Ober=Ingenieur; Stemmer, Stadtverordneter;
Stumpf, Polizeiamtmann; Louis Trier, Kommerzienrat; Zimmer,
Finanzaſſeſſor.
(11008

Punkt 12 Uhr:

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Der Man ist gekommen.
Tanzsantelricht.
An einem Sommer=Kurſus können noch einige
Damen und Herren teilnehmen.
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Hohe Warte, Meſpelbrunn,
Neudorf, Aſchaffenburg.
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Stets freien Eintritt

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Zweigverein Darmſtadt.
Anläßlich der Vorſtandskonferenz des Gaues Südweſt=
deutſchland
des Deutſchen Bankbeamten=Vereins findet
Samstag, 2. Mai 1914, abends 8½ Uhr
im oberen Saale des Hotel Heß eine
Oeffentliche
2
Bankbeamten-Versammlung
ſtatt.
Tagesordnung:
1. Organiſations= und Standesfragen der Bankbeamten.
(Referent: Herr Kollege Ph. Wendel, Frankfurt a. M.)
2. Freie Ausſprache.
In der Ausſprache wird auch der geſchäftsführende Vorſitzende
des Deutſchen Bankbeamten=Vereins, Herr Kollege
Fürstenberg, Berlin
das Wort ergreifen.
(10992
Wir laden zu dieſer Verſammlung alle Kollegen ein und bitten
um zahlreiches Erſcheinen.
Der Vorstand.

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Donnerstag, 30. April
: ab 8 Uhr abends
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mit extra ausgewähltem Programm.

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Großherz. Hoftheater.
Donnerstag, den 30. April 1914.
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Der Freiſchütz.
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von Carl Maria von Weber.
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
Ottokar, böhm.
Fürſt
. Otto Semper
Kuno, fürſtlicher
Erbförſter
Auguſt Kräger
Agathe, ſ. Tochter G. Geyersbach
Aennchen, e. Ver=
wandte
.
. Marg. Beling=
Schäfer
Max, 1 Jäger= Georg Becker
Kaſpar, burſchen Alfred Stephani

Hede Schaub
Erſte
Zweite Braut= Eva Unger
Dritte jungfer Evelyn Moore,
L. Schützendorf
Ein Eremit:
Kilian, ein Bauer Carl Bernhardt
Emil Kroczak
Erſter
Zweiter 1 Jäger . Adolf Klotz
. Hans Debus
Dritter
Samiel, d. ſchwarze
. Hans Bertram
Jäger
Chöre: Robert Preuß.
Nach d. 1. u. 2. Aufz. läng. Pauſen.
Krank: Sybille Huber.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.13. Reihe
4.20 , 14.19. Reihe 3.40 ,
Parterre: 1.5. Reihe 2.90 ,
6.8. Reihe 2.35 , Proſzeniums=
loge
6.20 , Mittelloge 6.20 ,
Balkonloge 5.20 , 1. Rang 4.70 ,
2. Rang: 1.6. Reihe 2.70 , 7. u.
8. Reihe 2.15 , 1. Galerie 1.35 ,
2. Galerie 0.75 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 9½1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 81 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der Vor=
ſtellung
. (Im Verkehrsbüro wer=
den
auch telephoniſch Kartenbe=
ſtellungen
entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582.)
Anfang 7 Uhr. Ende 10¼ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 1. Mai. 158. Ab.=Vſt.
D 40. Don Carlos lin der
Neu=Inſzenierung). Kleine Preiſe.
Anfang 6½ Uhr.
Samstag, 2. Mai. Außer Ab.
Zum Beſten des Witwen=
u
. Waiſenfonds der Hof=
muſik
unter Mitwirkung von
Sandro Menges vom Stadt=
theater
im Barmen a. G. Der
Troubadour. Manrico: San=
dro
Menges. Abonnement=Preiſe.
Anfang 7½ Uhr. (Vergl. beſon=
dere
Anzeige.)
Sonntag, 3. Mai. 159. Ab.=Vſt.
C 40. In der Neu=Inſzenierung
der Frühlingsfeſtſpiele: Don
Juan‟ Donna Anna: Kam=
merſängerin
Bertha Schelper
vom Opernhaus in Frankfurt a.
Main, a. G. Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Montag, 4. Mai. Außer Ab.
38. Volksvorſtellung zu ermäßigt.
Preiſen. 777:10 Anf. 7½ U.
(Vorverkauf bis einſchl. Montag,
4. Mai, im Verkehrsbüro, Ernſt=
Ludwigsplatz. Verkauf der etwa
noch vorhandenen Karten am Tage
der Vorſtellung auch an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater zu den üblichen
Kaſſeſtunden.)

O
Caté Metropole 5 Alexanderstr. 5
Heute Donnerstag,
Großes Abſchieds=Konzert
den 30. April:
des hier ſo beliebt geweſenen Damen=Trompeter=Corps Rhenania
ſowie morgen Freitag, den 1. Mai:
Grosses Gröffnungs-Konzert
des Damen=Streich= und Blasorcheſters Erato‟
unter Leitung ihres Dirigenten Herrn W. Schröter.
Zum erſtenmal in Darmſtadt.
Anfang 8 Uhr abends.
Eintritt frei.
Vorzügliche Küche. ff. Weine und Biere. (*11525
Hotel-Penston Waldfrieden, Eberstadt
Zur Eröffnung der elektr. Bahn
Samstag, den 2. Mai, und Sonntag, den 3. Mai
von nachmittags 4 Uhr ab (*11479dfs
ausgeführt von einer Abteil.
Konzerr d. Garde=Drag.=Regts. Nr. 23
Eintritt frei!
Eintritt frei!
Vorzügliche Küche. Prima Weine. Bier aus d. Aſchaffenburger Krauerei, A=G.
Gusthaus zur Fraabe, Everstaur
(Beſitzer: Peter Dächert).
(10998df
Anläßlich der Eröffnung der elektriſchen Bahn findet
Freitag, den 1. Mai, von 4 Uhr nachmittags ab
Grosses Militär-Konzert.
ſtatt (ausgeführt von der Kapelle des Garde=Drag.=Regts. Nr. 23).
Gute Küche.
Eintritt frei.
ff. Biere.

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