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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 8 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Statthalter Fürſt Wedel, der ſich für den Reſt des
Monats beurlauben ließ, und Fürſtin Wedel
ver=
laſſen kommenden Samstag dauernd Straßburg und
ſiedeln nach Berlin über.
Der Flieger Ehrmann iſt auf dem Flugplatz Allelick
aus 600 Meter Höhe abgeſtürzt. Er war ſofort tot.
(Letzte Nachrichten ſiehe Seite 4.)
König Karl von Rumänien
vollendet an dieſem Montag ſein 75. Lebensjahr.
Faſt ein halbes Jahrhundert iſt verfloſſen, ſeit der
Hohen=
zollernprinz dem Rufe der rumäniſchen Nation folgte, ihr
ein Führer zu ſein im kulturellen und wirtſchaftlichen
Auf=
ſtieg. Dieſe Aufgabe hat der heute an der Stufe des
Grei=
ſenalters ſtehende Fürſt im vollen Maße erfüllt, und er
blickt auf ein Lebenswerk zurück, das zwar viel
Aufopfe=
rung und Selbſtverleugnung koſtete und einen ganzen
Mann erforderte, aber auch reich an Erfolgen war.
Als zweiter Sohn des Fürſten Karl Anton von
Hohenzollern am 20. April 1839 in Sigmaringen geboren,
war Prinz Karl 1857 in die preußiſche Armee eingetreten
und mit in den Krieg gegen Dänemark gezogen. Im
April 1866 wurde er zum Fürſten Rumäniens gewählt,
und er nahm den Ruf an trotz aller Bedenken, die ſeine
Familie und namentlich auch der preußiſche Hof dagegen
äußerten. König Wilhelm von Preußen erteilte ſeine
Genehmigung zur Annahme der Fürſtenkrone mit den
Worten: „Du nimmſt es auf Deine eigene Kappe!” Aber
der Prinz vertraute ſeinem Stern, die Aufgabe, die ihm
winkte, war ihm doch zu verlockend, als daß er den
Be=
denken nachgegeben hätte, und nach Ueberwindung
man=
cher Schwierigkeiten und Fährniſſe, die in den damaligen
politiſchen Verhältniſſen Europas begründet waren, zog
er am 22. Mai 1866 in Bukareſt ein, von der Bevölkerung
begeiſtert empfangen.
An der Entwicklung Rumäniens zum Kulturſtaat hat
der Jubilar den regſten perſönlichen Anteil. Im
Früh=
jahr 1881 wurde er durch den Willen der Nation König
und als ſolcher alsbald von den Mächten anerkannt.
Kein anderer Balkanſtaat hat ſich ſo emporgeſchwungen
wie Rumänien, und unter den europäiſchen Fürſten, deren
Charakter in dem Drängen und den Wirren
ſchwerwiegen=
der politiſcher Ereigniſſe ſich bewährte, muß dem König
Karl eine der erſten Stellen eingeräumt werden. Ihm
perſönlich iſt es zu danken, daß Rumänien auf dem
Bal=
kan ein Fels des Friedens blieb, daß ſeine auswärtige
Politik eine ſtetige und allen Abenteuern abholde war,
daß die Beziehungen des Königreichs zum Auslande
an=
dauernd die beſten blieben. Während der letztverfloſſenen
Jahre vermochte König Karl ſein Lebenswerk zu krönen.
Als die ganze Balkanhalbinſel in Aufruhr begriffen war
und der von den Mächten ängſtlich gehütete Statusquo
erſchüttert wurde, erwies ſich Rumänien als rocher de
bronce, und erſt als alles drunter und drüber ging, griff
es aktiv ein und übte ſeinen Einfluß und ſeine Macht zur
Wiederherſtellung des Friedens aus. Daß es die
Ge=
legenheit benutzte und zur Abrundung ſeiner Grenzen
langgehegte Wünſche zur Erfüllung brachte, konnte ihm
niemand verdenken. Im Gegenteil, man erkannte an, wie
maßvoll es in ſeinen Forderungen gegenüber Bulgarien
blieb und in welch beſcheidenem Grade es ſeinen Vorteil
wahrnahm.
König Karl ſteht als Herrſcher und Menſch im
höch=
ſten Anſehen. Viel bemerkt wurde ſeine vor einiger Zeit
erfolgte Ernennung zum ruſſiſchen Feldmarſchall und die
Entſendung eines Großfürſten zur Ueberreichung des
Feldmarſchallſtabes. Man nimmt an, daß die beiden
Herrſcherhäuſer demnächſt auch in nähere
verwandtſchaft=
liche Beziehungen treten. Beſonders herzlich iſt das
Ver=
hältnis der Königsfamilie zum deutſchen Kaiſerhofe, das
rumäniſche Thronfolgerpaar iſt ſehr häufig in Berlin zu
Gaſte, und der künftige Thronfolger gehört bekanntlich
ſeit kurzem der preußiſchen Armee an. Daß König Karl
ſich an einer Koalition beteiligen wird, deren
Tendenz eine deutſchfeindliche iſt, wie man ab und
zu ing auswärtigen Blättern meldet, glauben wir
nicht, dazu fühlt er ſich noch heute zu ſehr als deutſcher
Fürſtenſproß. Möge dem Jubilar auch ferner ein ſchöner
Lebensabend beſchieden ſein!
Die Hafenſtadt Tampieo.
** Die mexikaniſche Hafenſtadt Tampico, die
ſo plötzlich in den Vordergrund der politiſchen Ereigniſſe
in dem unglücklichen Mexiko gerückt iſt, iſt ein lebendiges
Beiſpiel für die Romantik modernen induſtriellen
Auf=
ſchwunges. Ein ausgezeichneter natürlicher Waſſerweg,
der durch das Herz einer der fruchtbarſten Regionen der
Erde führt, gab der Stadt von Anfang an den Vorteil,
den Handel und den Verkehr des Staates Tamaulipas auf
ſich zu lenken. Die Unternehmungen weitblickender Eiſen=
bahnſpelulanten brachten ſchnell den Beweis dafür, wie
klug es war, die Stadt durch einen Schienenſtrang mit dem
Hinterland zu verbinden, von dem mit Recht ſo vieles
erhofft wurde.
Aber der große Aufſchwung Tampicos kam im
Zu=
ſammenhang mit den Petroleumbohrungen und dem
Pe=
troleumhandel. Seit 10 oder 12 Jahren begannen
die Bohrungen, die die beſten Ergebniſſe hatten, und
ſo=
fort tauchten auch die Kapitaliſten auf, die die große
Zu=
kunft dieſes Teiles von Mexiko erkannten und bereit
waren, ihr Geld dort anzulegen. Wie groß dieſes
Ver=
trauen war und wie großzügig die Kapitaliſten vorgingen,
erhellt vielleicht am deutlichſten aus der Tatſache, daß im
Laufe der letzten Jahre in Tampico und ſeinem
Hinter=
land nicht weniger als rund eine Milliarde Mark
inveſtiert wurde. Im Vordergrunde ſtehen dabei wohl
die Amerikaner, jedoch im ſcharfen Wettbewerb mit
den Briten, deren Intereſſen in jener Gegend auf über
300 Millionen Mark beziffert werden. Obgleich der größte
Teil dieſes Milliardenſegens in Schürf= und
Bohrungs=
rechten ſowie in Landpachtungen angelegt wurde, konnte
naturgemäß ein gewaltiger Aufſchwung des Handels und
der Induſtrie nicht ausbleiben. Nur ein Beiſpiel: Noch
1907 betrug die Petroleumernte rund eine Million Fäſſer;
1913 war die Ziffer bereits auf 16 Millionen
empor=
geſchnellt. Und dabei iſt die Ausnutzung der mexikaniſchen
Petroleumſchätze noch in ihren Anſängen.
Tampicos Zukunft iſt unlösbar mit der
Weiterentwicklung der Petroleuminduſtrie verknüpft, aber
die Stadt verfügt noch über andere unabſehbare
Hilfs=
quellen. Sie liegt etwa 6 engliſche Meilen von der
Mün=
dung des Panucofluſſes entfernt, an einer Stelle, wo
Schiffe von mehr als 7 Meter Tiefgang Einfahrt haben.
Das weiter ſüdlicher liegende Tuxpan bietet größeren
Schiffen nicht entfernt die gleichen Möglichkeiten. Der
Hafen voo Tampico iſt wettergeſchützt, und ſo konnte es
nicht ausbleiben, daß er in kurzer Zeit den größten Teil
des Küſtenhandels an ſich zog. Die ſchnell zunehmende
Bevölkerung der Stadt enthält eine unverhältnismäßig
hohe Anzahl engliſch ſprechender Einwohner; in der Tat
iſt der Prozentſatz anſäſſiger Amerikaner und Engländer
nirgends ſo groß wie in dieſer Gegend Mexikos. Ueber
den Hafen von Tampico läuft der ganze Export der
Nach=
bargegenden, die ungewöhnlich fruchtbar ſind und Zucker,
Kaffee, Kautſchuk, Kupfer und Erze ausführen. Die
gün=
ſtigen Bodenverhältniſſe machen für die nächſten Jahre
das Aufblühen eines großen Obſt= und Gemüſehandels
zur Sicherheit. Hierbei kommt die Schiffbarkeit der
Waſſerwege der Stadt zugute.
Der Sieg des Herzens.
Roman von Otto Elſter.
(Nachdruck, verboten.)
16)
Hans räuſperte ſich laut. Raſch drehte ſich der
Ham=
burger um und ſchloß das Fenſter.
Ich wollte etwas friſche Luft ſchöpfen, ſprach er ruhig.
Es herrſcht da drinnen eine erſtickende Hitze. — Sie ſpielen
nicht mehr, Herr von Ballhauſen?
Nein.
Wohl genug gewonnen? fuhr Martenſen fort, und
wieder huſchte das ſpöttiſch=malitiöſe Lächeln über ſein
Geſicht.
Hans zündete ſich eine Zigarette an und nahm in
einem Seſſel Platz, ohne jenem zu antworten.
Martenſen entfernte ſich, aber nicht in das
Spiel=
zimmer, ſondern durch die Tür, welche direkt auf den
Korridor führte. Hans blieb in Gedanken verſunken ſitzen;
er hatte die Entfernung des Hamburgers kaum bemerkt.
Plötzlich fuhr er erſchreckt aus ſeinem Sinnen empor.
Im Nebenzimmer ertönte lauter Lärm — Stühle wurden
heftig gerückt und ſtürzten polternd zu Boden. Erſchreckte
Stimmen, Flüche und Drohworte — dann mit einem
Male lautloſe Stille, als ob ein jäher Schrecken alle
An=
weſenden überſallen, und eine ſcharfe Stimme durchſchnitt
dieſe lautloſe Stille:
Im Namen des Geſetzes fordere ich Sie auf, meine
Herren, ſich zu legitimieren oder mir zur Wache zu folgen!
Hans eilte in das Spielzimmer. Da ſah er denn
ſtraff emporgerichtet Herrn Martenſen an dem Spieltiſch
ſtehen, die Hand auf die Karten und das Geld des
Bank=
ſhalters gelegt und mit blitzenden Augen die Geſellſchaft
der Spieler fixierend, die ſich ſcheu von dem Tiſch
zurück=
gezogen hatten.
Mehrere Stühle waren umgeſtürzt, Goldſtücke und
SScheine lagen zerſtreut auf dem Boden; eine Flaſche
Rot=
wein, welche auf einem Nebentiſch geſtanden, war umge=
inten und engeß ihen duntelteter Sufait auf den
ei=
baren Teppich.
Niemand achtete darauf. Auf allen Geſichtern herrſchte
die Beſtürzung und der bleiche Schrecken.
Nur Rautheim bewahrte ſeine ſtolze Haltung und
trotzige Miene.
Mit welchem Recht ſtören Sie unſer Spiel, mein
Herr? fragte er trotzig.
Meine Legitimation als Kriminalbeamter iſt wohl
Antwort genug, verſetzte der angebliche Herr Martenſen
ruhig.
Sie haben ſich in meine Privatwohnung unter
fal=
ſchem Namen eingeſchlichen, fuhr Rautheim ſtolz fort. Sie
beſitzen nicht das Recht, unſere Privatunterhaltung zu
ſtören — dieſe Herren da ſind meine Gäſte — ich
prote=
ſtiere gegen Ihr Vorgehen, Herr!
Proteſtieren Sie, ſoviel Sie wollen, Baron
Raut=
heim, das wird Ihnen wenig nützen. Wir beobachten Ihr
Treiben ſchon längere Zeit und ſind zu der Ueberzeugung
gekommen, daß Sie das Spiel gewerbsmäßig betreiben,
daß Sie unerfahrene Leute zum Spiel verführen, daß
Sie — kein redliches Spiel treiben ..
Herr?!
Es ſchien, als ob ſich Rautheim auf den Beamten
ſtür=
zen wollte, drohend erhob er ſeine Fauſt.
Da fiel ihm der Bauunternehmer und
Terrainſpeku=
lant in den Arm.
Ruhig Blut, Herr Baron, ſagte er. Wir werden ſchon
für Sie eintreten. Nur keine Beamtenbeleidigung!
Er drückte den Erregten in einen Seſſel, wo
Raut=
heim, finſter vor ſich hin blickend, ſitzen blieb. Er wußte,
daß das Gebäude ſeines Lebens, das er auf
ſchwindel=
hafter Grundlage errichtet, zuſammenbrechen mußte.
Alſo, Herr Kommiſſar, wandte ſich der
Bauunter=
nehmer an den Beamten, Sie wollen unſere Namen
wiſſen?
Ich muß Sie erſuchen, ſich zu legitimieren.
Die denen manmten ie Amnen unß biſen Der
Beamte notierte ſich dieſelen.
Wir werden uns erkundigen, ob Ihre Namen
ſtim=
men, ſprach er. Einſtweilen muß ich Sie erſuchen, mir
zur Wache zu folgen.
Machen wir ooch, meinte der Bauunternehmer, der
ſeinen guten Humor wiedergefunden hatte. Es ſoll uns
ein großes Vergnügen ſein.
Baron Rautheim! rief der Kommiſſar.
Rautheim fuhr auf.
Was wünſchen Sie noch? Ich habe doch wohl nicht
nötig, mit zur Wache zu gehen? Sie kennen mich doch
ge=
nügend.
Freilich kennen wir Sie, meinte der Beamte lächelnd.
Dennoch erſuche ich Sie und jenen Herrn da — dabei
wies er auf Hans — mir zu folgen.
Weshalb?
Die Herren ſind meine Arreſtanten.
Rautheim ſchreckte zurück, Hans erbleichte.
Der Beamte ſchritt zur Tür, die er öffnete; zwei
Schutzleute traten ein.
Mit welchem Recht verhaften Sie uns? fragte
Raut=
heim, ſich gewaltſam zur Ruhe zwingend.
Wegen dringenden Verdachts des gewerbsmäßigen,
ja des falſchen Spiels!
Das iſt nicht wahr! ſchrie Hans und trat entſchloſſen
vor.
Sie, Herr voon Ballhauſen, fuhr der Beamte ruhig
fort, wegen Verdachts der Beihilfe.
Das iſt ſchändlich — das iſt Lug und Trug!
Machen Sie keine Schwierigkeiten, meine Herren! Es
ſollte mir leid tun, wenn ich andere Mittel ergreifen
müßte. Ich habe mehrere Droſchken beſtellt.
Na, dann vorwärts, mit friſchem Mut! ſang der
Bauunternehmer. Kommen Sie, Baron ich begleite Sie
aufs Kriminal.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. April 1914.
Nummer 108.
Politiſche Tagesneuigkeiten.
Deutſchland.
— Die Reiſe des Schatzſekretärs Kühn.
Reichsſchatzſekretär Kühn unternimmt zurzeit wieder eine
Reiſe zu den einzelnen Bundesſtaaten. Der Münchener
Vertreter der Täglichen Rundſchau iſt darüber zu
folgen=
der Mitteilung ermächtigt: Die Beſürchtungen, daß die
Reiſe des Reichsſchatzſekretärs aus finanzpolitiſchen
Grün=
den geſchehe, kann als völlig grundlos bezeichnet werden.
Es handelt ſich um folgendes: Wohl war der
Reichsſchatz=
ſekretär im jetzigen Jahre bei den einzelnen Bundesſtaaten
aber da damals wegen des Wehrbeitrages jede Minute
ausgenutzt werden mußte, ſo war es ihm nicht möglich,
gleichzeitig mit den Beratungen der einzelnen
bundesſtaat=
lichen Finanzminiſter auch ſeinen Beſuch bei den einzelnen
Landesherren zu machen. Dies wird jetzt in der
Oſter=
pauſe nachgeholt. Das iſt der einzige Grund und Zweck
der jetzigen Reiſe des Reichsſchatzſekretärs.
Oeſterreich=Ungarn.
Die bosniſch=herzegowiniſchen Kre
ditoperationen. Gegenüber der in der Preſſe
auf=
getauchten irrtümlichen Auffaſſung, daß der gemeinſame
Finanzminiſter verpflichtet geweſen ſei, für die
bosniſch=
herzegowiniſchen Kreditoperationen die vorherige
prinzi=
pielle Zuſtimmung beider Regierungen und nachträgliche
Genehmigung beider Finanzminiſter einzuholen, wird von
zuſtändiger Seite erklärt, daß ein ſolches Vorgehen nicht
vorgeſchrieben war. Dagegen lag dem gemeinſamen
Finanzminiſter allerdings ob, die beiden
Finanzverwal=
tungen nicht durch ſeine Anleiheoperationen zu ſtören und
den Markt nicht zu beunruhigen. Deshalb ließ er den
großen öſterreichiſchen und ungariſchen Anleihen den
Vor=
rang und hielt den bereits vollzogenen Abſchluß der
bos=
niſch=herzegowiniſchen Anleihe bis zum Subſkriptionstage
der öſterreichiſchen Anleihe geheim und bemühte ſich, zur
Schonung des inländiſchen Marktes die bosniſch=
herzego=
winiſche Anleihe im Auslande zu kontrahieren.
Schweden,
Die Wahlen. Von den 230 Reichstagsmandaten
ſind jetzt 201 bekannt. Davon gehören der Rechten 75
(Gewinn 18), dem Freiſinn 59 (Verluſt 26), der
Sozial=
demokratie 67 (Gewinn 8).
Griechenland.
Kaiſer Wilhelms Intereſſe für
Grie=
chenland. Der Miniſterpräſident Venizelos und der
Miniſter des Aeußern Streit ſind von Korfu nach Athen
zurückgekehrt mit ausgezeichneten Eindrücken von der
Be=
gegnung mit dem deutſchen Kaiſer, der fortfahre, ſeine
Fürſorge und ſein Intereſſe für Griechenland zu
bewei=
ſen und alle ſchwebenden Fragen mit beiden Miniſtern
durchgeſprochen habe. Der Kaiſer ſei entzückt von dem
Aufenthalt in Korfu und von dem Empfang, den die
Ein=
wohner ihm bereiteten.
Türkei.
Deutſch=türkiſche Beziehungen. Der
Fi=
nanzminiſter erklärte die Nachricht eines Lokalblattes,
Ver=
treter deutſcher Banken kämen demnächſt wegen der
wirt=
ſchaftspolitiſchen Verhandlungen zwiſchen Deutſchland und
der Türkei nach Konſtantinopel, für irrig. Der Miniſter
erkennt an, daß der Türkei mehr als Deutſchland an der
Wiederaufnahme der Verhandlungen zwecks eines
bal=
digen wirtſchaftlichen Uebereinkommens zwiſchen
Deutſch=
land und der Türkei liegen müſſe, da einerſeits die
In=
kraftſetzung des türkiſch=franzöſiſchen Abkommens von dem
Abſchluſſe des deutſch=türkiſchen Abkommens abhänge,
andererſeits der deutſch=türkiſche Handelsvertrag demnächſt
ablaufe. Jedoch ſeien die Verhandlungen noch
unent=
ſchieden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. April.
— Vom Hoftheater Nachdem die Friſt für das
Vor=
beſtellungsrecht der Abonnenten zur zweiten
Feſtſpielauf=
führung „Don Juan” abgelaufen iſt, beginnt morgen
der allgemeine Vorverkauf zu den üblichen Kaſſenſtunden.
Die von den Abonnenten vorbeſtellten Karten werden am
Dienstag und Mittwoch nachmittags von halb 4 bis 5
Uhr abgegeben. Da die Proben für die Neueinſtudierung
und Neuinſzenierung dieſes Werkes unter
Generalmuſik=
direktor Leo Blech dem Opernenſemble ungewöhnlich
ſchwierige Aufgaben ſtellen, herrſcht im Spielplan der
lau=
fenden Woche das Schau= und Luſtſpiel vor. Heute abend
findet die erſte Aufführung von „Filmzauber” zu
Volksvorſtellungspreiſen ſtatt; morgen wird der
erfolg=
reiche Schwank „777: 10‟ in der bekannten Beſetzung
wiederholt. Der Mittwoch bringt im Rahmen des
Shake=
ſpeare=Zyklus die eigenartig wirkungsvolle Neugeſtaltung
des „König Lear” auf der dreigeteilten Shakeſpeare=
Bühne, während für Donnerstag die erſte Wiederholung
der neu in den Spielplan aufgenommenen Strausſchen
Operette „Ein Walzerkraum” angeſetzt iſt. Der
Freitag bringt als dritte Vorſtellung im Shakeſpeare=
Zyllus das in dieſem Jahre ebenfalls neu inſzenierte
Trauerſpiel „Romeo und Julia‟
* Hoflieferant. Prinz Heinrich der
Nieder=
lande hat den Hotelbeſitzer Herrn Adolf Reuter, Hotel
„Zur Traube” hier, zu ſeinem Hoflieferanten ernannt.
* Abgeſtiegen ſind im Britannia=Hotel
Generalmuſik=
direktor Leo Blech und Gemahlin.
x. Orpheum. Das unter der Leitung des bekannten
Münchener Schriftſtellers und Regiſſeurs Manz ſtehende
Enſemble „Pariſiana=Kammerſpiele und
Künſtler=Kabarett” ſetzt im Orpheum ſein
erfolg=
reiches Gaſtſpiel fort. Am Samstag war
Programmwech=
ſel und wartet das Enſemble, das ſich ſchnell in die
Her=
zen der Darmſtädter hineingeſungen, geſpielt und getanzt
hat, jetzt mit einem völlig neuen, reizvollen Programm auf.
Den Anfang macht ein pikanter Schwank in einem Akt
Das Loſungswort” von Charles Rouvier, inſzeniert von
Richard Manz, in dem die Damen Margot Béru und
Friedl Gallenkamp, ſowie die Herren Richard Manz und
Walter René mitwirken. Das Stück ſpielt, wie alle dieſe
Genres, in Paris und hat den Vorzug guter Dialoge. Den
Beſchluß macht ein ähnliches, mehr groteskes Stück, die
Poſſe in einem Akt „Ein Teufelskerl” deutſch von Fritz
Lunzer. Hier wirken die Damen Fritzi Gella und Margot
Béru, ſowie die Herren Otto Vasco und Walter René
mit. Beide Poſſen fanden lebhaften Beifall. Im
Bun=
ten Teil gibt Walter René einige neue Proben ſeines
Repertoirs am Flügel. Fritzi Gella, die
temperament=
volle feſche Wienerin, erfreute durch ihren
herzerfriſchen=
den, ſprudelnden Humor und gab als Zugabe nach
wieder=
holten Hervorrufen einige trefflich vorgetragene
Schnada=
hüpfel. Richard Manz trägt einige neue Sachen aus
eigener Werkſtatt vor und erntete wieder, beſonders mit
ſeinem die Charaktere trefflich kennzeichnenden Münchener
und Berliner Dialektvortrag, verdienten Beifall. Margot
Béru zeigte ſich als Kabarett=Diva im vorteilhafteſten
Lichte, und auch das moderne Tanzduett Occi und Ly
mit den modernen Tänzen, beſonders der Furlang, werden
lebhaft applaudiert. Den Beſchluß des Bunten Teils
machte der beſtens bekannte Humoriſt am Flügel
Ferdi=
nand Seiler. — Das vorzügliche Programm wird
ſicherlich ſeine Zugkraft bewähren trotz des lockenden
Frühlingswetters.
S. Weiterſtadt, 19. April. (Bei der geſtrigen
Bürgermeiſterwahl), die ſich in einem heißen
Kampf abſpielte, zwiſchen zwei Kandidaten, erhielt der
ſeitherige Beigeordnete Martin Meinhardt 207 Stimmen
gegen den ſeitherigen Bürgermeiſter M. Becker welcher
ſich mit 187 Stimmen zufrieden geben mußte Mithin iſt
Herr Martin Meinhardt als gewählt zu betrachten.
(*) Gießen, 18. April. (Fliegerlandung.) Eine
Flugmaſchine der Darmſtädter Fliegerſtation landete heute
abend 7.40 Uhr auf der Fahrt von Kaſſel nach Darmſtadt
auf dem Felde zwiſchen hier und Klein=Linden. Schon um
8 Uhr erhob ſich der Doppeldecker mit den beiden Fliegern
wieder und nahm die Richtung nach dem Exerzierplatz
„Trieb” wo die Landung erfolgte. Die Flieger werden
Sonntag die Fahrt fortſetzen. Eine große Menſchenmenge
von hier und Klein=Linden hatte ſich eingefunden.
Reich und Ausland.
Frankfurt, 19. April. (Nationalliberale
Jugend=Tagung.) In der heute hier abgehaltenen
Sitzung des Geſamtvorſtandes des Reichsverbandes
der Vereine der nationalliberalen Jugend
war man einig in dem lebhaften Bedauern darüber, daß
der Zentralvorſtand ſchon nach kurzen zwei Jahren
wie=
derum gegen den Reichsverband ſich wendet, obwohl der
Reichsverband erſt im Jahre 1912 der Einigkeit in der
Partei große, damals allſeitig anerkannte Opfer gebracht
hat. Die unmittelbar nach geſchloſſenem Frieden entgegen
deſſen Sinn erfolgte Gründung des Altnationalliberalen
Reichsverbandes könne unmöglich als ein Grund zum
Vorgehen gegen die im Reichsverbande vereinigten
jung=
liberalen Vereine angeſehen werden, zumal er ſich genau
an den Geiſt der Beſchlüſſe des Parteitages von 1912 und
das Programm der Partei gehalten habe. Das Ziel der
jungliberalen Bewegung, immer von neuem die
herän=
wachſende Jugend zur politiſchen Mitarbeit
heranzu=
ziehen, kann ohne den Reichsverband nicht erreicht
wer=
den. Der Reichsverband iſt für die Fortexiſtenz und
jeg=
liche Mitarbeit auch der einzelnen Vereine völlig
unent=
behrlich und damit auch für die Geſamtpartei, die gerade
in letzter Zeit noch die durch nichts zu erſetzende Tätigkeit
der Jugendvereine von leitender Stelle erkannt hat. Wenn
jetzt ſchon wieder an dem, dem Reichsverbande vor zwei
Jahren gewährten Rechtsbeſtand ſo von Grund aus =
ge=
rüttelt werde ſo liege die Befürchtung nahe, daß das nächſte
Mal auch die Landesverbände und die Vereine zerſtört
werden ſollen, eine Befürchtung, die durch verſchiedene
Aeußerungen von altnationalliberaler Seite ſehr erheblich
genährt wird. Demnach hielt der Geſamtvorſtand es für
ſeine Pflicht, gerade auch gegen die nationalliberale
Par=
tei, nicht in Verhandlungen über die Auflöſung des
Reichs=
verbandes einzutreten. Er war der Ueberzeugung, daß
ſich bei ruhiger Beurteilung auch die Geſamtpartei
die=
ſem Gedankengange nicht verſchließen könne und erkennen
werde, daß der Beſchluß des Zentralvorſtandes am 29.
März zur Herbeiführung eines gedeihlichen Friedens in
der Partei ungeeignet ſei. Im übrigen ermächtigt der
Geſamtvorſtand gemäß ſeiner ſtets beobachteten
Partei=
treue ſeinen geſchäftsführenden Ausſchuß, ſobald die
Lei=
tung der Geſamtpartei einen derartigen Wunſch kundgibt,
mit dieſer Beſprechungen zu führen, die unbeſchadet der
Erhaltung des Reichsverbandes in allen ſeinen
weſent=
lichen Funktionen auf die Schaffung eines dauerhaften
Friedens in der Partei abzielen.
Paris, 18. April. (Verhaftung wegen
Spio=
nageverdachts.) Von den in Neubreiſach unter
Verdacht der Spionage verhafteten drei
Franzo=
ſen iſt einer der Advokat Cachet aus St. Etienne, der zweite
ein Sohn des Präſidenten der St. Etienner
Anwaltskam=
mer Berry, der dritte ein Pariſer Student namens Deville,
Den Blättern zufolge ſoll das franzöſiſche Miniſterium des
Aeußern ſich zugunſten der Verhafteten verwendet haben;
doch ſei dieſer Schritt bisher vergeblich geweſen. — Die
Staatsanwaltſchaft von Reims hat nunmehr auch das
Verfahren gegen den jüngſt verhafteten deutſchen Arbeiter
Schoß eingeſtellt, da die Unterſuchung ergeben hat, daß
er ebenſo wenig wie der bereits in Freiheit Geſetzte einen
Soldaten zur Deſertion verleiten wollte.
Reims, 19. April. (Freilaſſung eines
Deut=
ſchen.) Bekanntlich wurden vor einiger Zeit zwei
Deut=
ſche, namens Schaff und Waſſerboos verhaftet, die einen
Dragoner des 16. Regiments in einem Café zur Deſertion
verleitet haben ſollten. Nachdem Waſſerboos bereits vor
mehreren Tagen aus der Haft entlaſſen wurde, wurde
geſtern auch der andere Deutſche freigelaſſen, da ſich die
Anſchuldigungen als gänzlich unbegründet erwieſen.
Der Beſuch des badiſchen
Großherzogs=
paares in München.
* München, 18. April. Unmittelbar nach der
ge=
meldeten Anſprache des Königs Ludwig bei der Tafel
erhob ſich der Großherzog, um zu erwidern: Euere
Majeſtät und Ihre Majeſtät die Königin bitten die
Groß=
herzogin und ich, unſeren ehrerbietigſten und wärmſten
Dank für den uns geſtern gebotenen, ſo ehrenvollen,
herz=
lichen Empfang und die gütigen Worte der Begrüßung
annehmen zu wollen, die Eure Majeſtät an uns ſoeben zu
richten die Gnade hatten. Mit Bewegung gedenken
wir=
jenes wunderbaren Julitages vor ſechs Jahren, da
Euerer Majeſtät erlauchter Herr Vater, der in Gott
ruhende Prinz=Regent Luitpold, uns in einer zu Herzen
gehenden Weiſe an dieſer Stelle willkommen hieß und uns
ein ebenſo warmer und eindrucksvoller Empfang wie der
geſtern erlebte von allen Seiten zu Teil wurde. Die
Tat=
ſache, daß Euren Majeſtäten die Karlsruher Tage des
ver=
gangenen Jahres in freundlicher Erinnerung ſtehen, Tage,
die uns ſelbſt unvergeßlich bleiben, beglückt uns ſehr.
Eure Majeſtät geruhten die zahlreichen Wechſelbeziehungen
zu erwähnen, in denen das bayeriſche Volk zum badiſchen
ſteht, und den regen Anteil, den es an unſeren
wirtſchaft=
lichen Fortſchritten nimmt. Auch ich und mein Land
be=
gleiten, wie es bei dieſen hiſtoriſch begründeten
Be=
ziehungen nicht anders ſein kann, mit der lebhafteſten
Sympathie das Blühen und Gedeihen des ſchönen
Bayern=
landes. Wir verfolgen mit Freude die fruchtbare
Ent=
wickelung, die es unter Führung ſeines auf allen Gebieten
anregenden und die Wege weiſenden Herrſchers nimmt.
Mit Eurer Majeſtät weiß ich mich eins in der Kaiſer und
Reich gewidmeten vaterländiſchen Ueberzeugung, der Eure
Majeſtät ſo beredten Ausdruck verliehen. Die Blüte
unge=
rer Länder iſt in der Tat nur denkhar und weiter
entwicke=
lungsfähig unter dem ſtarken Schutz unſeres geeinten
Reiches. Der Segen des Errungenen wurde unſeren
dankbaren Herzen erneut durch die vaterländiſchen Feiern
des verfloſſenen Jahres bewußt und einen bedeutſamen
Merkſtein bildete der herrliche Kelheimer Tag, den Eurg
Dabei faßte er Rautheim unter den Arm. Willenlos
folgte ihm rieſer, indem er murmelte: Ich proteſtiere —
ich beſchwere mich!
Darf ich bitten? wandte ſich der Kommiſſar an Hans
Stolz erhobenen Hauptes folgte Hans den
Schutz=
leuten. Die Schmach dieſer Stunde ſollte ihn nicht
er=
drücken, wenn ſie auch ſein Herz mit Bitterkeit erfüllte.
Seit zwei Tagen hatte Edith Hans nicht geſehen.
Sie konnte es ſich nicht erklären, weshalb er nicht zu
dem Morgenſpazierritt gekommen war, und heute, da er
wieder ausgeblieben, wollte ſie ihm ſchreiben. Mißmutig
erſchien ſie an dem Frühſtückstiſch, wo ihre Mutter ſchon
wartete, während ihr Vater ſchon in ſein Geſchäft
ge=
gangen war. Mutter und Tochter nahmen das erſte
Früh=
ſtück erſt um zehn Uhr, der Kommerzienrat verließ aber
ſchon um neun Uhr das Haus, um meiſtens erſt abends
ſechs Uhr heimzukehren.
Miß Newman bereitete den Tee. Die
Kommerzien=
rätin ſah ſchläfrig und grämlich vor ſich hin; ſie war am
Morgen ſtets ſchlechter Laune, wie ein Kind, das nicht
ausgeſchlafen hat.
Wo bleibſt Du denn ſo lange? fragte ſie Edith, die
ſich etwas verſpätet hatte.
Edith zuckte ſchweigend die Schultern; ſie hielt es
nicht der Mühe wert, zu antworten. Sie ſetzte ſich an
ihren Platz und ergriff die Morgenpoſt; als ſie keinen
Brief für ſich unter den Poſtſachen fand, warf ſie ſie
un=
geduldig auf den Tiſch zurück.
Sie hatte beſtimmt auf einen Brief von Hans
ge=
rechnet.
Der Diener trat ein und meldete, daß der Herr
Kom=
merzienrat telephoniſch angeklingelt habe; er möchte die
gnädige Frau oder das gnädige Fräulein ſprechen.
Geh nur, ſagte Frau Magnus zu Edith, Du kannſt
beſſer mit dem Telephon umgehen wie ich.
Edith begab ſich zu dem Telephon im Hausflur.
Biſt Du noch da, Papa? fragte ſie.
Ja — biſt Du es, Kind? — Haſt Du die Zeitung
ſchon geleſen?
Nein.
Es ſteht da eine merkwürdige Nachricht über
Raut=
heim, die die Mama gewiß ſehr intereſſieren wird. Das
iſt eine ſehr unangenehme Geſchichte! Hoffentlich klärt ſie
ſich zu ſeinen Gunſten auf. Die Nachricht ſteht in dem
lokalen Teil. Mama ſoll ſich nicht zu ſehr darüber
auf=
regen. Ich komme nach der Börſe heim. Alſo, auf
Wieder=
ſehen — adieu!
Das Geſpräch war zu Ende. Edith begab ſich wieder
in das Speiſezimmer.
Nun, was wollte Papa? fragte Frau Magnus.
Warte einen Augenblick, entgegnete Edith und
er=
denn er war geſperrt gedruckt. Eine glühende Röte
flammte in ihren Wangen empor.
griff die Zeitung. Raſch hatte ſie den Artikel gefunden,
Das iſt ſchändlich! ſtieß ſie hervor.
Was iſt denn geſchehen?
Edith warf ihrer Mutter das Blatt zu.
Da — lies ſelbſt! — Da ſteht etwas über Deinen
Freund, den Baron Rautheim. O, ich habe dieſem
Men=
ſchen niemals getraut! Er iſt ein Schwindler — ein
Hochſtapler —
Edith — ich bitte Dich!
Ja, höre nur, was man über Deinen Freund ſchreibt!
Und ſie las mit erregter Stimme:
Aufhebung eines vornehmen Spielklubs. Geſtern
abend hat die Kriminalpolizei einen vornehmen Spielklub
aufgehoben, der in der Wohnung eines Barons von
Raut=
heim ſich etabliert hatte. Die Polizei beobactete ſchon
ſeit längerer Zeit das Treiben dieſes Herrn von
Raut=
heim, der eine bekannte Perſönlichkeit in der Berliner
Lebewelt iſt. Der Verdacht des gewerbsmäßigen
Glücks=
ſpiels und Falſchſpiels verdichtete ſich immer mehr, und
geſtern abend ſchritt man zur Aufhebung des Klubs und
zur Verhaftung des Barons. Die Mitglieder der
Geſell=
ſchaft wurden ebenfalls ſiſtiert, aber nach Feſtſtellung ihrer
Perſönlichkeit wieder entlaſſen. Auch ein Herr von B., der
mit Herrn von Rautheim gemeinſame Sache gemacht
haben ſoll, wurde verhaftet, ſoll aber wieder auf freien
Fuß geſetzt ſein.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 108.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. April 1914.
Seite 3.
Majeſtät zu einem uns allen unvergeßlichen Tage
deut=
ſcher Einigkeit zu geſtalten gewußt haben. Indem wir
Euren Majeſtäten für alle uns in dieſen ſchönen Tagen in
ſo reichem Maße entgegengebrachte Güte von Herzen
dan=
ken und Eurer Majeſtät warme Segenswünſche für uns
und unſſer Land aufs innigſte für Eure Majeſtäten, das
Königshaus und das Bayernvolk erwidern, bitte ich um
die Erlaubnis, dieſen Gefühlen Ausdruck verleihen zu
dürfen durch den Ruf: Eure Majeſtäten der König und
die Königin hoch, hoch, hoch!
* München, 19. April. Das
Großherzogs=
paarvon Baden wohnte mit dem Gefolge und dem
Ehrendienſt heute vormittag dem Gottesdienſt in der
Lukaskirche bei und begab ſich ſodann zum Frühſtück zum
Kronprinzen Rupprecht. Um 1¾ Uhr traten die badiſchen
Herrſchaften die Rückreiſe nach Karlsruhe an. Zum
Ab=
ſchied waren am Bahnhof erſchienen das Königspaar, der
badiſche und der bayeriſche Geſandte ſowie der
Ehren=
dienſt, ferner der Stadtkommandant und der
Polizeipräſi=
det. Die Verabſchiedung war ſehr herzlich.
Der Statthalterwechſel in Elſaß=
Lothringen.
* Der neue Statthalter von Elſaß=Lothringen,
Niko=
laus Michael Louis Hans von Dallwitz, wurde am
29. September 1855 in Breslau geboren. Nach beendetem
Studium in Bonn, Straßburg und Leipzig wurde er
Re=
gierungsaſſeſſor in Königsberg, ſpäter in Liegnitz und
ver=
waltete 1886—99 das Landratsamt in Lüben. Im Jahre
1899 wurde er wegen ſeiner Abſtimmung im preußiſchen
Abgeordnetenhauſe gegen die Kanalvorlage zur
Dispogi=
tion geſtellt, 1900 wieder angeſtellt als Regierungsrat beim
Poſener Oberpräſidium. Im gleichen Jahre noch wurde er
Hilfsarbeiter, dann vortragender Rat im Miniſterium des
Innern. 1902 ſchied er aus dem preußiſchen Staatsdienſt
aus und wurde 1903 anhaltiſcher Staatsminiſter. 1909
kehrte er als Oberpräſident von Schleſien in den
preußi=
ſchen Staatsdienſt zurück und wurde 1910 Miniſter des
Innern.
Friedrich Wilhelm von Loebell wurde am 17.
September 1855 in Lehnin im Kreiſe Zauch=Belzig als
Sohn des preußiſchen Majors a. D. Robert v. Loebell
ge=
boren. Er erhielt ſeine Erziehung auf der Ritterakademie
Brandenburg a. H., ſtudierte in Straßburg und Leipzig,
wurde 1877 Gerichtsreferendar und 1878
Regierungsrefe=
rendar. Im Jahre 1883 zum Regierungsaſſeſſor ernannt,
wurde er 1885 Landrat des Kreiſes Neuhaus und
1889 Landrat des Kreiſes Weſthavelland. Im Jahre 1910
wurde er zum Generaldirektor der Landfeuerſozietät der
Provinz Brandenburg und 1904 unter dem Fürſten Bülow
zum Chef der Reichskanzlei ernannt.
Ehrungen des Fürſten Wedel.
* Straßburg, 19. April. Fahnenſchmuck in den
Straßen und ein nachmittags von Stunde zu Stunde ſich
ſteigernder Verkehr in der inneren Stadt und vom
Bahn=
hof her kündigten ſchon frühzeitig etwas Außerordentliches
an. Vier von der Bahnverwaltung eingelegte Sonderzüge
und das prächtige Wetter eines einzigſchönen
Frühlings=
tages wirkten fördernd auf den Zuzug aus Elſaß und
den Nachbarländern ein. Bereits eine Stunde vor Beginn
der dem ſcheidenden Statthalterpaar von der
Bür=
gerſchaft und den Vereinen aus Stadt und Land
zugedach=
ten Ehrung großen Stils nahm das Menſchengewoge in
den dem Statthalterpalais nahegelegenen Straßen,
namentlich am Kaiſerplatz und Lezay=Marneſia=Staden,
einen beängſtigenden Umfang an. Vortrefflich organiſiert
— ein Werk des Feſtleiters, Rechtsanwalts Dr. Zenner
ging die Aufſtellung der gegen 10000 Teilnehmer am
Fackelzug in vier geſonderten Gruppenlinien,
zuſam=
men 16 Gruppen umfaſſend, von 8 Uhr ab vor ſich und
punkt halb 9 Uhr ſetzte ſich von der Pioniergaſſe aus die
erſte Marſchſäule in Bewegung, den Lezay=Marneſia=
Sta=
den entlang, am Statthalterpalais, der alten Präfektur
vorbei, wo von der Baluſtrade des Gartens aus Fürſt und
Fürſtin Wedel die impoſante Huldigung entgegennahmen.
Hier, gegenüber dem Statthalterpalaſt, war auf
Veranlaſ=
ſung des Direktors Loewe vom Elektrizitätswerk eine
großartige Beleuchtung der Nachbarſchaft zugerüſtet: In
gewaltiger Ausdehnung, von der Theaterbrücke bis zur
Hohenlohebrücke, erſtrahlten von der gegenüberliegenden
Stadenmauer viele Tauſende buntfarbiger Glühlampen,
zu Feuergirlanden, Strahlenbündeln und Kronen
geord=
net; eine Flammenfront, wirkungsvoll und ein
Meiſter=
werk der Beleuchtungstechnik. Der Zug, der größte
Fackel=
zug, den Straßburg wohl geſehen hat, wurde eröffnet von
einer Gruppe Alt=Straßburger Pompiers,
Feuerwehr=
leuten mit Raupenhelm und Steinſchloßflinten, dahinter
die Feuerwehrveteranen von 1870, an welche ſich die
popu=
läre Pompiers=Kapelle anſchloß. Eine hübſche Gruppe,
zwei Elſäſſerinnen und zwei Lothringerinnen, ſowie junge
Straßburger Damen in Tracht, folgten. Die nächſte Gruppe
wurde von den Abordnungen auswärtiger Elſaß=
Lothrin=
ger Vereine eröffnet, darunter Vertreter der Berliner,
Frankfurter, Münchener und Saarbrückener
Landsmann=
ſchaften. Bemerkenswert aus der weiteren Folge des
Zuges ſind die Gruppen der Studentenſchaft, dieſe meiſt
in Wichs und teils beritten, mit Pechfackeln, während die
übrigen Teilnehmer des Zuges Lampions in den Landes=
und den Stadtfarben, weiß und rot, trugen. Die Muſik=,
Geſang= und Sportvereine der großinduſtriellen Firmen
(Elſäſſiſche Maſchinenbaugeſellſchaft Illkirch=Grafenſtaden,
Adler und Oppenheimer, Aktiengeſellſchaft L. Ungemach)
und die große Gruppe der Kriegervereine. Den Schluß
des Zuges, deſſen Vorbeimarſch nahezu zwei Stunden in
Anſpruch nahm, bildeten 36 Geſangvereine von Straßburg
und Umgebung, die ſich alsbald gegenüber dem
Statt=
halterpaar zur Serenade formierten. — Fürſt und Fürſtin
Wedel — der erſte in einfachem ſchwarzen Gehrock —
dankten unermüdlich und ſichtlich bewegt mit
liebenswür=
digem Lächeln und ſich verneigend für die ununterbrochene
Reihe der Huldigungen, die in kräftigen Hochrufen und
Hüteſchwenken der vorübergehenden Gruppen ſich äußerten.
Die ſich gegen 10 Uhr anſchließende Serenade
be=
ſtand aus zwei Muſikvorträgen und drei
Geſangsnum=
mern, darunter das Elſaßlied von Wiltberg=
Col=
mar. Den gewaltigen Sängerchor, wohl 400 Sänger,
di=
rigierte wirkungsvoll der kaiſerliche Muſikdirektor K.
Frodl, der Dirigent des Straßburger
Männergeſangver=
eins. Dann hielt der Präſident des elſaß=lothringiſchen
Sängerbundes, Rechtsanwalt Dr. Zenner, eine Anſprache
an das Statthalterpaar. Er gedachte der ſympathiſchen
Perſönlichleiten des Statthalterpaares die „heute noch
ein=
mal ihre verſöhnende und einigende Kraft gezeigt und uns,
die wir allen Schichten der Bürgerſchaft entſtammen, in
einer bisher noch nie geſehenen großen Zahl zu dieſer
ein=
mütigen, gern und frei gebotenen Huldigung verbunden.
Zum letztenmal grüßen wir Euer Durchlaucht und Ihre
Durchlaucht in Ihrem gaſtfreundlichen Heim zu Straßburg
in aufrichtiger und dankbarer Verehrung. Wir werden Sie
aber nicht vergeſſen; in unſeren Herzen, in der Geſchichte
des Landes iſt Ihren Perſönlichkeiten und Ihrem Wirken
die ehrenvollſte Erinnerung geſichert.”
Der Redner gab dann der feſten Ueberzeugung aller
im Lande Ausdruck, daß Graf Wedel „mit uns empfand,
daß er für uns ein Herz gehabt, und daß er nach beſtem
Können ſtets entſchloſſen geweſen iſt, alle Intereſſen des
Landes, ſeine Würde und Freiheit zu wahren.” Mit
fei=
nem Takt und ſtaatsmänniſcher Klugheit, betonte der
Red=
ner, habe Graf Wedel gewiſſe unvermeidliche Konflikte in
dieſem Lande zu verringern gewußt und deren Folgen
weiſe und wirkungsvoll auszugleichen verſtanden. Auch
den ſchönen Sitten und Gebräuchen der Heimat ſei Graf
Wedel in ſteter Hochachtung begegnet. Redner gelobte in
dieſer Erinnerung: „In Treue wollen wir feſthalten an
der Eigenart des Landes, wollen die alten Erinnerungen
ehren und die Pflichten der Gegenwart loyal erfüllen im
engen feſten Anſchluß an Kaiſer und Reich!” Dann wandte
ſich Redner der Fürſtin Wedel zu und ſprach: „Als Fremde
kamen Sie, durchlauchtigſte Fürſtin, vor ſieben Jahren in
unſer Land, als echte Landesmutter haben Sie in dieſen
ſieben Jahren an der Seite des Herrn Statthalters
gewal=
tet; als liebe als geliebte Freundin der Heimat ſcheiden
Sie von hier.‟ Der Redner gedachte noch der
vorneh=
men und liebenswürdigen Gaſtfreundſchaft der Gräfin
Wedel, die ſie in ihrem Heim gepflegt, und der
ſympathi=
ſchen und freundlichen Beziehungen, die gleichmäßig die
Frau des Beamten wie die des Bürgers umfaßten.
Be=
ſonders feierte ſchließlich Dr. Zenner die Fürſtin Wedel
als die gewandte Veranſtalterin der Straßburger
Wohltä=
tigkeitsfeſte: „Die Armen und Notleidenden der Stadt und
des Landes werden ihre ſtille Wohltäterin in dankbarem
Gedächtnis behalten.” Redner ſchloß mit herzlichen
Ab=
ſchieds= und Dankesworten an das ſcheidende
Statthalter=
paar. In das Hoch auf das allverehrte Statthalterpaar
ſtimmte die vieltauſendköpfige Menge ein.
Nach Schluß der Serenade waren die Vorſitzenden der
Verbände und Vereine, die an dem Fackelzug teilnahmen,
ſowie die Präſidenten der Kammer des Landtages im
Pa=
laſt zum Empfang gebeten, wobei das Statthalterpaar
Ge=
legenheit hatte, mit ſeinen Elſaß=Lothringern einen letzten
Händedruck zum Abſchied auszutauſchen.
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 19. April.
Frühlingsfeſtſpiele.
Erſter Abend.
W-l. Mit einer glänzenden Aufführung von Richard
Wagners „Meiſterſingern” wurden heute abend bei
vollbeſetztem Hauſe die Frühlingsfeſtſpiele eröffnet.
Muſi=
kaliſcher Leiter der Aufführung war Herr
Generalmuſik=
direktor Leo Blech aus Berlin, die Regie hatte Herr
Regiſſeur Nowack. Dank dem vorbildlichen
harmoni=
ſchen Zuſammenwirken aller künſtleriſchen Kräfte und den
hervorragenden Leiſtungen im einzelnen geſtaltete ſich die
Aufführung zu einer Muſtervorſtellung.
In erſter Linie möchten wir heute des Orcheſters
ge=
denken, das ſich, wie bei der Triſtan=Aufführung unter
Nikiſch in voriger Saiſon, unter der künſtleriſchen
Inſpira=
tion des Herrn Blech auf die Höhe einer erſtklaſſigen
Künſtlerkapelle erhob und wundervoll ſpielte. Wie der
Dirigent mit feinem muſikaliſchem Empfinden das Orcheſter
in den geſanglich dominierenden Partien diskret
zurück=
treten läßt und jenen dadurch zu einer erhöhten und
ſchö=
neren Wirkung verhilft, die nicht ſelten neu und
über=
raſchend war, ſo iſt er andererſeits Meiſter in der
Her=
ausarbeitung inſtrumentaler Steigerungen und klanglicher
Effekte, und dann erhob ſich das Orcheſter zu hinreißendem
Schwung. Hand in Hand mit dieſem dramatiſchen
Pa=
thos, das der Richard Wagnerſchen Muſik eigen iſt, ging
eine wundervolle Abtönung der Inſtrumente in
nicht=
dramatiſchen Stellen, wie zum Beiſpiel in dem herrlichen
Vorſpiel zum dritten Akt und in dem Anfang dieſes Aktes.
Selten hat man es wohl ſo empfunden, welch eine
wun=
derbare Töneharmonie die Meiſterſinger=Partitur
durch=
fließt, wie an dem heutigen Abend.
Gerade die Einheitlichkeit und das harmoniſche
Zu=
ſammenwirken aller künſtleriſchen Faktoren, der
künſtleri=
ſche Geiſt, der das Ganze beherrſchte, verlieh der
Auffüh=
rung den Charakter einer Ausnahmeleiſtung. Daneben
waren es auch die Einzelleiſtungen, welche die Vorſtellung
auf eine ſolche künſtleriſche Höhe hoben. Und da muß
zu=
eerſt der ſtimmlich und geſanglich glänzende Walther des
Herrn Kammerſängers Walter Kirchhoff aus Berlin
genannt werden, der mühelos und ſieghaft und mit einer
Stimme von Glanz und ſtrahlender Schönheit ſich den
Preis erſang, den ihm am Schluſſe nicht nur Evchen,
ſon=
dern auch das Publikum zuerteilte. Der Eindruck ſeiner
Geſangsleiſtung wurde verſtärkt durch die aller
Effekt=
haſcherei und allem Stimmenprotzentum abholde
Natür=
lichkeit, mit der er ſang und die in der Traumphantaſie
ſich am ſchönſten offenbarte.
An Stalle Soomers, der abgeſagt hatte, ſang Herr
Hans Bahling aus Mannheim den Hans Sachs. Wenn
anfangs die kehlige Tongebung etwas befremdete, ſo
wurde dieſer anfänglich weniger günſtige Eindruck in den
beiden letzten Akten durch die ſouveräne künſtleriſche
Be=
herrſchung und ſtilvolle und intelligente Durchführung
ſeiner Aufgabe und ſein ganz hervorragendes geſangliches
Können wieder ausgeglichen. Ein vortrefflicher David iſt
Herr Hermann Schramm aus Frankfurt, der die Partie
mit vielem ſtimmlichen Aufwand ſang und bewies, daß
man ſie auch ſchön ſingen kann, und im Spiel viel
natür=
lichen Humor entfaltete. Er gehört zweifellos zu den
beſten Vertretern dieſer Partie, die wir hier gehört haben.
In der übrigen Beſetzung war keine Aenderung
ein=
getreten. Sehr ehrenvoll behauptete ſich wieder Herr
Schützendorf, deſſen temperamentvoller, ſcharf
akzen=
tuierter und pointierter, daneben ſtimmlich hervorragender
Beckmeſſer eine charakteriſtiſch intereſſante Leiſtung
dar=
ſtellt. Fräulein Geyersbachs herrlich geſungenes
Evchen ließ ſchmerzlich empfinden, daß es wohl das letzte
Mal war, daß ſie dieſe Partie hier geſungen hat. Daß
das wegen ſeiner geſanglichen Schwierigkeiten gefürchtete
Quintett des dritten Aktes heute ſo gut gelang, war nicht
zum wenigſten ihr Verdienſt. Ein prächtiger Pogner
war wieder Herr Stephani. Die Partien des Kothner
und der Magdalena wurden von Herrn Semper und
Fräulein Jacobs mit gutem Erfolge geſungen.
Das Publikum war von der herrlichen Aufführung
wahrhaft begeiſtert. Nach dem erſten und zweiten Akte
mußte der Vorhang je ſechs= bis ſiebenmal und am Schluß
zwölfmal wieder aufgehen. Der Dirigent, Herr
General=
muſikdirektor Blech, wurde mit den Künſtlern nach den
beiden letzten Akten ebenfalls mehrere Male hervorgerufen.
So haben die diesjährigen Frühlingsfeſtſpiele einen
viel=
verheißenden Anfang genommen.
Luftfahrt.
Unfälle Stöfflers.
* Marſeille, 19. April. Der deutſche Aviatiker
Stöffler erlitt geſtern abend zwei Unfälle. Bei ſeinem
Aufflug von Marſeille zum Wettbewerb um den
Schnei=
der=Pokal funktionierte der Motor nicht, ſo daß der
Flie=
ger in ſeine Schaluppe zurückkehren mußte. Am
Nach=
mittage ſtieg er erneut mit einem Paſſagier auf. Auf dem
Meere wollte er ſteil aufſteigen, als eine rieſige Welle
ſeinen Apparat umſtürzte. Beide Inſaſſen fielen heraus.
Glücklicherweiſe konnten ſie aus dem naſſen Element durch
ein in der Nähe befindliches Motorboot gerettet werden.
Der Apparat ging vollſtändig in Trümmer.
* Wien, 19. April Heute morgen begann der Start
zum Schichtflug durch Oeſterretch=Ungarn mit
der erſten Etappe Wien-Prag-Thereſienſtadt-Brünn-
Aſpern 722 Kilometer, mit Zwangslandung in Prag,
The=
reſienſtadt und Brünn. Sechs Flieger ſtarteten, darunter
Reiterer=Berlin. Der Start war um 7 Uhr beendet.
Frankfurter Pferderennen.
Sonntag, den 19. April.
* Die landſchaftlichen Schönheiten der Frankfurter
Rennbahn kommen nie mehr zur Geltung, als an einem
ſchönen, ſonnigen Frühlingstage, wenn die Bäume im
duftigen Blütenſchnee prangen und das friſche Grün des
Raſens über die weite Rennbahn leuchtet. Das
konſta=
tierte am Sonntag wieder tout Franckort, als die
Star=
terglocke die diesjährige Rennkampagne für die
Nieder=
räder Bahn einläutete. Tatſächlich ſchien ſich ganz
Frank=
furt dort ein Stelldichein gegeben zu haben. Die
Tri=
bünen boten das gewohnte vornehme Bild. Die Damen
konnten an dem ſonnigen Tage ihre neueſten
Frühjahrs=
toiletten zur Schau ſtellen, und die Männerwelt konnte,
da bei einigen Rennen noch ganz „dunkle‟ Pferde an den
Start gingen, ihren „Pferdeverſtand” leuchten laſſen.
Da=
bei blieb auch ihnen noch genug Zeit zur Bewunderung
der Toilettenpracht und der neueſten Damenhüte, die aus
einer blumengarnierten Hutkrempe beſtehen, während das
Haar durch dünnen Tüll vor dem Wind geſchützt iſt. Der
gebotene Sport entſprach auch hohen Erwartungen. Der
Starter konnte bei einzelnen Rennen recht gut beſetzte
Felder auf die Reiſe ſchicken. Und es fehlte auch nicht an
den üblichen Ueberraſchungen. So zahlte der Toto im
Jagdrennen um den Preis von St. Georgen, den Frau
Eduard von Grunelius gegeben hatte und den Marder
heimbrachte, das 16fache Geld. So lohnte der alte Hengſt
das Vertrauen derer, die auf ihn gewettet hatten,
trotz=
dem er beim Oktoberrennen völlig verſagt hatte. Von
den beiden Pferden, die der deutſche Kronprinz zur
Er=
öffnung des dreitägigen Meetings nach Frankfurt entſandt
hatte, konnte nur Baby im Preis von Reinheim den
dritten =Platz belegen, während der viel gewettete
Schim=
melwallach King’s Love im Preis von Friedrichshof aus
dem Rudel ſich nicht freimachen konnte. Das einzige
Flach=
rennen des Tages gewann Oberleutnant von Moſch. Der
Inhaber des vorjährigen Championats, Leutnant von
Moßner, konnte hier Dr. Rieſes Knillhorn trotz ſeines
ſchneidigen Angriffs in der Geraden nur auf den zweiten
Platz bringen Im Suermondt=Jagdrennen belegte er mit
H. Suermondts Räppe den dritten Platz. Der Stall des
Herrn Karl Hartmann ſchoß mit zwei Siegen im
Jagd=
rennen den Vogel ab. Die Ergebniſſe der Rennen, die
ohne Unfall verliefen, ſind:
Eröffnungs=Flachrennen. 2000 Mk.
Her=
renreiten. 1400 Meter. 1. Graf Stauffenbergs Salier
(Oblt. v. Moſch), 2 Dr. Fr. Rieſes Knillhorn (Lt. v
Moß=
ner), 3. Lt. Gerekes Union Hall (Frhr. Zorn v. Bulach).
Ferner: Jota (Lt. de Oka), Natty (Lt. Hermann),
Gros=
ſmith (Lt. Kriea), Corinna (Lt. Meckelburg), Peruſia (H.
v. Schmidt=Reiſig).§ 63:10; 18, 15, 18:10.
Ermunterungs=Hürdenrennen. 2000 Mk.
2500 Meter. 1. P. Mecklenburgs Dichtung (Kreiſel),
2. S. Schmitts Criſtal (Unterholzner), 3. Rittm.
Duncklen=
bergs Corfu (Somatzſch). Ferner: Renaiſſance (
Wort=
mann), Orchidée (Barleben). 28:10; 16, 19110.
Preis von St. Georgen. 3000 Mk.
Jagd=
rennen. 3500 Meter. 1. E. Fahrs u. V. Weiß'
Mar=
der (Lt. Hermann), 2. A. v. Schilgens La Bourſe (Frhr.
v. Bonnet), 3. Lt. Gerteis Comus II (Lt. Graeff).
Fer=
ner: Sea Sick (Lt. Graf Bredow), Mir (Oblt. v. Moſch),
Orator II (Rittm. Graf Hardenberg), Sunbath (H.
Lud=
wig), Corolla (H. v. Schmidt=Reiſig). Aman (H.
Repe=
laer), Litoun (Lt. Goeſchen), Cypris II (Lt. v. Moßner),
Zobten (Frhr. v. Waldenfels). 168:10; 49, 34. 60110.
Preis von Friedrichshof. 3000 Mk.
Jagd=
rennen. 3000 Meter. 1. K. Hartmanns Etrick (Fries),
2. Geſtüt Ludwigsfelds Secouſſe (Unterholzner), 3. Em.
Müllers Yucca (Shoffield). Ferner: Sauchrie (Kiesling),
Wiſe Tom (Lüder). Scotch Nugget (Kreiſel), Flora Fina
(Schuller) Donatello (Wesberg), King’ Love (Somatzſch),
Blakulla (Aſchenbrenner). 31:10; 17, 22, 27110.
Suermondt=Jagdrennen. 3000 Mk.
Her=
renreiten. 3000 Meter. 1. Lt. Frhrn. v. Bonnets In
Dubio (Beſ.). 2. Lt. Mayers Fatum (Lt. Graeff), 3. H.
Suermondts Räppe (Lt v. Moßner). Ferner:
Treffel=
ſtein (Oblt. v. Moſch), Sonnenblick (H. v. Schmidt=Reiſig),
Felſenkirſche (Repelaer).
Preis von Rleinheim. 3000 Mk. Jagdrennen.
3500 Meter. 1. K. Hartmanns Park Hair (Fries),
2. Em. Müllers Melilla (Kreiſel), 3. Oberſt Kronprinz
Wilhelm von Preußens Baby (Somatzſch). Ferner:
Cac=
tus (Lüder), Halcyon Days (Schuller), Mon Fillen
(Aſchenbrenner), Thermometer (Unterholzner). 21110;
12. 13, 19110.
Vermiſchtes.
— Veteranenhilfe. Die Arbeit des „
Reichs=
verbandes zur Unterſtützung deutſcher
Veteranen” iſt im Jahre 1913, trotzdem ſie erſt zu
Oſtern des vergangenen Jahres aufgenommen werden
konnte, von einem ſehr anerkennenswerten und erfreulichen
Erfolge begleitet geweſen. Iſt es doch gelungen, in der
erſt ¾jährigen Tätigkeit ein Reinvermögen von 200000
Mark zu ſammeln und laufende Einnahmen in einer Höhe
von 40000 Mark ſicherzuſtellen. Dieſe Erfolge haben
den Verband veranlaßt, ſchon zu Weihnachten des
ver=
gangenen Jahres 30000 Mark zur Unterſtützung von rund
1500 hilfeſuchenden Veteranen bereitzuſtellen. Dieſe
Unter=
ſtützungen wurden zur Behebung vorübergehender
Not=
lagen teils einmalig gegeben, teils erfolgten ſie
ent=
ſprechend den Grundſätzen des Verbandes als laufende
Unterſtützungen von monatlich meiſt 10 Mark. Wieviel
Not und Elend dadurch gelindert wurde, beweiſen die
zahlreichen, von zittrigen Veteranenhänden geſchriebenen
Dankesbriefe die als die ſchönſte Genugtuung für die
geleiſtete mühevolle Arbeit dem Verbande zugingen. Eine
wertvolle Arbeit für den weiteren Ausbau der Organi=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. April 1914.
Nummer 108.
ſation des Reichsverbandes iſt ſodann im Jahre 1913
durch Veranſtaltung einer ſtatiſtiſchen Umfrage bei den
deutſchen Städten geleiſtet worden, durch die feſtgeſtellt
wurde, welche Fürſorgevereine in den einzelnen Städten
des Reiches beſtehen, wie ihre Vermögensverhältniſſe
liegen und unter welchen Bedingungen die Unterſtützungen
erfolgen. Der Reichsverband hat auf dieſe Weiſe ein
brauchbares Material bekommen, das für die Arbeit rr
lokalen Organiſationen, inſonderheit ſoweit es ſich um die
Herbeiführung des Zuſammenſchluſſes reſp.
Zuſammen=
arbeitens der einzelnen Fürſorgevereine handelt, von
be=
ſonderer Bedeutung werden dürfte. Dem Reichsverband
zur Unterſtützung deutſcher Veteranen ſind im Jahre 1913
beigetreten rund 5000 Mitglieder, ferner zeichneten einen
einmaligen Beitrag gleichfalls rund 5000 Damen und
Herren. Unter den Mitgliedern reſp. einmaligen Gebern
befinden ſich: 166 Städte 197 Offizierkorps,
Bezirks=
kommandos und Offizierklubs, 31 Innungen, 29
wiet=
ſchaftliche Vereine und Verbände.
Der Jahresbeitrag für ordentliche Mitglieder des
Reichsverbandes beträgt 6 Mark, für außerordentliche
Mit=
glieder 1 Mark. Beitrittserklärungen oder auch einmalige
Spenden nimmt entgegen: Herr Apolhekenbeſitzer
R. Szamatolski, Frankfurt a. M., Große
Friedberger=
ſtraße 46, oder auch der Reichsverband zur Unterſtützung
deutſcher Veteranen, Berlin W. 9. Potsdamerſtraße 126,
direkt.
Literariſches.
— Die Fälſchung von Altertümern lautet die
Ueber=
ſchrift einer feſſelnden Abhandlung Dr. Albert
Neubur=
gers, der zu unſeren erfahrenſten Kennern auf dieſem
Ge=
biete gehört. Wir finden dieſen lehrreichen Aufſatz in dem
neueſten 14. Heft der vornehm illuſtrierten Zeitſchrift
Moderne Kunſt (Verlag von Rich. Bong, Beclin
W. 57. Preis des Vierzehntagsheftes 60 Pfg.), deren
Kunſtbeilagg auch diesmal wieder Reproduktionen nach
hervorragenden Gemälden in dem neuen
Tiefdruckverfah=
ren enthält, das ſo ſchöne Helldunkeltöne erzielt. Wic
heben ferner Georg Buß” Aufſatz über den Dresdener
Zeichner und Radierer Richard Müller hervor, deſſen
Kunſtblätter ein vortreffliches Illuſtrationsmaterial
bil=
den. Für Unterhaltungslektüre beſten Stils ſorgt die
Fort=
ſetzung von Klaus Rittland (Eliſabeth Heinroth) Romans
„Die Ehen des Herrn von Brenkhuſen”. Aus dem
text=
lichen Teil des Heftes ſeien noch Dr. Oskar Anwands
„Theaterneuheiten‟ Dr. Ludwig Stabys „Moderne
Tier=
vertilger” und die mit zahlreichen Abbildungen verſehenen
Beiträge „Vollendung des Panama=Kanals”, ſowie
„Trachtenbilder aus Kärnten” genannt. Der Zick=Zack und
die Beilage führen auch diesmal in Wort und Bild eine
reiche Anzahl aktueller und origineller Perſönlichkeiten und
Begebenheiten aus der Welt des Theaters und des Sports
dem Leſer in anſchaulicher und anregender Weiſe vor
Augen.
Aus Mexiko.
* Waſhington, 18. April. (Amtlich.) Wenn
Huerta der an ihn geſtellten Aufforderung nicht
baldmöglichſt nachkommt, werden Tampico und Veracruz
und 20 Meilen Eiſenbahn von Mexiko nach Veracruz ohne
weiteren Notenaustauſch von Seeſtreitkräften, die ſich
augenblicklich in den mexikaniſchen Gewäſſern befinden,
und denen mitgeteilt wurde, daß ſie ſich zu
ſorforti=
gem Einſchreiten bereit halten ſollen, beſetzt. Aus
dem Weißen Hauſe wird bekannt, daß der Kongreß
auf=
gefordert wird, am Montag eine Sitzung abzuhalten, falls
Huerta nicht bis Sonntag abend um 6 Uhr nachgibt.
* Cleveland, 18. April. Der Sekretär der Marine,
Daniels, der hier Vorträge hielt, hat aus Waſhington
ein Telegramm erhalten, das ihn erſucht, ſich zur
Rück=
kehrnach Waſhington bereit zu halten. Der
Staats=
ſekretär erklärte, daß in dem Telegramm bemerkt werde,
Präſident Wilſon befürchte, daß es unmöglich ſein werde,
den Frieden zu wahren.
* Tampico, 18. April. Wie gemeldet wird, ſind
geſtern die Pläne für die Sicherheit der Fremden in
einer Konferenz angenommen worden, die zwiſchen den
Befehlshabern der fremden Schiffe vor Tampico und
dem Rebellengeneral Caballero ſtattfand. Dieſer hat
ver=
ſprochen, das Feuer ſo einzurichten, daß es die Gebäude
der Fremden nach Möglichkeit nicht berühre.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 19. April. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: In
fünſtägigem intimem Beiſammenſein hatten Graf
Berch=
told und di San Giuliano Gelegenheti, die
ſchwe=
benden politiſchen Fragen eingehend durchzuſprechen. Die
heute beim Abſchluß der Begegnung veröfſentlichte
Mit=
teilung hat in nachdrücklichſter Form die völlige
Ueber=
einſtimmung in den Anſichten der Leiter der auswärtigen
Politik Oeſterreich=Ungarns und Italiens feſtgeſtellt. Das
glückliche Ergebnis der Beſprechungen in Abbazia wird,
wie bei unſeren Verbündeten, ſo auch in Deutſchland mit
aufrichtiger Genugtuung zur Kenntnis genommen werden.
Die Verhandlungen der Mächte über die
Beantwor=
tung der griechiſchen Note zur ſüdalbaniſchen
Frage und zur Inſelfrage haben durch geſtern
er=
folgte Mitteilung des Standpunktes der Dreibundmächte
zu dem von der engliſchen, franzöſiſchen und ruſſiſchen
Regierung vorgelegten Antwortentwurf einen weiteren
Fortſchritt gemacht. Die Dreibundmächte äußerten ſich in
der Sache zuſtimmend und ſchlugen nur einige
redaktio=
nelle Aenderungen des Antworttextes vor. Auf die
bal=
dige Mitteilung der gemeinſamen Antwort in Athen darf
gerechnet werden.
* München, 19. April. Staatsſekretär Kühn iſt heute
mittag nach Stuttgart abgereiſt.
* Korfu, 19. April. Der Kaiſer hielt vormittags
in der Schloßkapelle Gottesdienſt ab, welchem auch die
Königin der Hellenen und der Reichskanzler beiwohnten.
Zur Mittagstafel waren u. a. die Königin der Hellenen
und Botſchafter v. Wangenheim geladen.
* Rom, 19. April. Reichskanzler von Bethmann
Hollweg telegraphierte an Marcheſe di San Giuliano:
Wollen Sie meinen beſten Dank für Ihr liebenswürdiges
Telegramm entgegennehmen, das Sie und Graf
Berch=
rold ſoeben an mich gerichtet haben. Indem ich Sie auf
das wärmſte zu dem glücklichen Ergebnis
beglück=
wünſche, das Ihre Unterredungen in Abbazia hatten,
lege ich Wert darauf, mich dem Gefühle der Befriedigung
anzuſchließen, das Sie darüber empfinden. Es iſt mir
ein großes Vergnügen, Ihnen bei dieſer Gelegenheit den
Ausdruck meiner aufrichtigſten Freundſchaft zu erneuern.
* Abbazia, 19. April. Von Nabreſina
telegra=
phierte di San Giuliano an den Grafen Berchtold
und dankte ihm für die in Ahbazia gemeinſam verbrachten
ſchönen Tage herzlichſt. Graf Berchtold erwiderte in
einem in herzlichen Worten abgefaßten Telegramm, in
dem er ſeine lebhafte Freude über den Beſuch di San
Giulianos ausdrückte.
* Waſhington, 19. April. Vor der
Senats=
kommiſſion für interozeaniſche Kanäle
erklärte der frühere Generalſtaatsanwalt Bonapart e,
im Kriegsfalle würde die Konſequenz von den
Ver=
einigten Staaten erfordern, den Panamakanal den
feind=
lichen Schiffen zu öffnen. Im Kriegsfalle mit
Deutſch=
land müßten die amerikaniſchen Truppen ruhig zuſehen,
während die deutſchen Schiffe den Kanal durchfahren,
um San Francisco wegzunehmen. Das Ergebnis der
Aufwendung von 125000000 Dollars für den Kanalbau
wäre, daß die amerikaniſchen Küſten verwundbarer
wür=
den als früher.
* Montevideo, 19. April. Die Paſſagiere des
„Highland Piper” ſind ungefährdet an Land
ge=
bracht worden.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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„Stollbier” nennt ſich ein neues, ſeit kurzem in
den Handel gebrachtes Bier, welches ſich vor anderen
Bie=
ren bei geringem Alkoholgehalt durch beſonders hohen
Nährwert, große Haltbarkeit und würzigen Geſchmack
aus=
zeichnet. Dabei iſt der Preis dieſes Bieres bedeutend
niedriger, als derjenige für andere der bekannten
ſoge=
nannten Nährbiere, und da die ſchädlichen Folgen des
Alkohols bei dem „Stollbier” nicht in Betracht kommen,
ſo iſt dasſelbe als angenehmes Kräftigungsmittel allen
Rekonvaleszenten, Blutarmen, Wöchnerinnen, ſtillenden
Müttern, Nervöſen und Herzleidenden ganz beſonders zu
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Grossmutter
(10159
Frau Marie Desch
Witwe des Ingenieurs August Desch
im Alter von 70 Jahren.
Darmstadt, 18. April 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Regierungsbaumeister A. Desch in Breitenhain i.Schl.,
Johanna Schwarz, geb. Desch, in Darmstadt,
Oberjustizrat W. Schwarz in Darmstadt,
und ein Enkel.
Auf Wunsch der Verstorbenen findet die Beerdigung in aller Stille statt.
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 6 Uhr ſtarb unſere
ge=
liebte, ſchwer leidende Mutter. Schwiegermutter,
Großmutter, Urgroßmutter und Tante
Margarete Dietrich
nach Empfang des heiligen Sterbeſakramentes,
im Alter von 83 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Familie Köligen, Schuhmachermeister.
Darmſtadt, den 18. April 1914. (10157
Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. April,
nachmittags 4 Uhr, vom Friedhofe aus, ſtatt,
Tageskalender.
Montag, 20. April.
Großh. Hoftheater Anfang 7½ Uhr, Ende 10¼ Uhr
(Volksvorſtellung): „Filmzauber”
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Sitzung des Kreistags um 10½ Uhr im Saalbau.
Hauptverſammlung des Vereins „Daheim” um
8½ Uhr im „Kaiſerſaal”
Parſifalvortrag von Hofrat Hugo Edward um
8¼ Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (
Vortragsver=
band).
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht „Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt
Pſungſtadt”
Kaninchen=Ausſtellung im „Heſſiſchen Hof”.
Für die bewieſene herzliche
Teil=
nahme bei dem uns betroffenen ſchweren
Verluſte ſagen wir hiermit Allen,
ins=
beſondere Herrn Pfarrer Waitz für
ſeine tröſtende Grabrede, den Schweſtern
der Martinsgemeinde für die liebevolle
Pflege, dem Eiſenbahn=Werkſtätten=
Arbeiterverein, ſowie für die zahlreichen
Blumenſpenden unſeren aufrichtigen
Dank.
(10158
Darmſtadt, den 20. April 1914.
Familie Jakob Keller.
Ausſtellung des Kath. Paramenten=Vereins
Wilhel=
minenplatz 10 (geöffnet: von 11—1 Uhr und 3—6 Uhr)
Bilder vom Tage (Auslage unſerer Expedition,
Rheinſtraße 23): Vom Aufenthalt des Kaiſers in Korfu
— Beſuch des Erzherzogs Franz Ferdinand in München
— Vom 25jährigen Regierungsjubiläum des Fürſten
von Monaco — Das neue Univerſitätsgebäude in
Zürich.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripts
werden nicht zurückgeſandt.
Nummer 198.
Abhanden gekommene
Sparkaſſenbücher.
Die vermißten Einlagenbücher
Nr. lautend auf den Namen
111472 Robert Jakob Bock,
163797 Johann Adam
Dingel=
dein,
167615 Albert Lorenz,
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
werden nach deren Satzung § 24
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht
innerhalb drei Monaten
bei dieſer Kaſſe vorgezeigt werden.
Darmſtadt, 10. März 1914.
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haben faſt alle Milben, welche
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ſehr gefährlich ſind; ſie
verur=
ſachen das Ausfallen der
Fe=
dern, Kakarrhe, Abzehrung der
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oder vorzubeugen durch
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Engros: L. C. Kahl,
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Römerberg 20/22.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. April 1914.
Nummer 108.
Abonnenſents Ennddung!
Die Künstlerkolonie-Ausstellung
Darmstadt 1914
wird am 16. Mai eröffnet und am I1. Oktober geschlossen.
Der KASSEDIENST am Portal beginnt vormittags 9½ Uhr.
Die AUssTELLUNGS-GEBAUDE werden vorm. 10 Uhr geöffnet und abends
7 Uhr, bei früherem Eintritt der Dunkelheit entsprechend zeitiger, geschlossen.
Das AUsSTELLUNGS-RESTAURAIT befindet sich im Platanenhain,
wo-
selbst (ausgenommen bei ungünstiger Witterung) täglieh nachmittags von
4½—6½ Uhr und abends von 8—11 Uhr KONZERTE stattfinden.
Das ABONNEMENT, zu dem wir hiermit einladen, berechtigt zum dauernden
Eintritt in die Ausstellung und ihr Restaurant. Die Abonnementskarten
werden auf den Namen des Inhabers ausgestellt und sind nicht
übertrag-
bar. Familienkarten werden nur an Ehegatten und ihre in häuslicher
Gemeinschaft mit ihnen lebenden Kinder, Eltern und Geschwister erteilt.
Ein AUsSTELLUNGS-ABONNEMEIT kostet:
für eine Person . . . . . . . 12ℳ für jede weitere Familien-Beikarte 4 ℳ
für die I. Familien-Beikarte 6 „ für Studenten u. Einj.-Freiwillige 6 „
Bis zum9. Mai gelten für den Abonnements-Vorverkauf folg. ermäßigte Preise:
Hauptkarte
10 ℳ 1 weitere Beikarten je . . . . . . . . 3 ℳ
erste Beikarte .
5 „ Studenten- u. Einj.-Freiwill.-Karten 5 „
Der Verkauf der Abonnementskarten findet von heute bis zum 9. Mai
durch das Verkehrsbüro auf dem Ernst-Ludwigsplatz und vom 16. Mai ab am
Ausstellungsportal statt.
(8491a
Darmstadt, den 1. April 1914.
Die Ausstellungs-Leitung.
Römheld.
Rabatt-Spar-Verein Darmstadt
(Rechtsfähiger Verein)
Einladung zur Hauptversammlung
Dienstag den 21. April, abends 9 Uhr, Restaurant Christ, Grafenstrasse
Kaufmännisches Vereins-Zimmer
Die Tagesordnung sowie Jahresbericht und Abrechnung gehen den
Mitgliedern in den nächsten Tagen zu. — Anträge der Mitglieder
zur Hauptversammlung müssen bis spätestens Dienstag den 14. April
beim Vorstand eingereicht werden.
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Der Vorstand: Kalbfuß. Schmidt.
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Zweites
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Drittes 1 Tipp= Elſa Daniel
Viertes fräulein Evelyn Moore
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Jg. Kaufmann
Zweites Bild.
„Napoleon
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Cordula, ſ. Frau Sofie Doſtal
Adalbert
Muſen=
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FränzePapendieck Käthe Gothe
Max Rademacher Frz. Schneider
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Maria Geſticulata Eliſabeth Horn
Eufemia Breit= 1 Minna
Müller=
ſprecher . . .
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fleiſch
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(In der Filmaufnahme: Die
Völ=
kerſchlacht bei Leipzig.)
Napoleon (
Muſen=
fett) .
Br. Harprecht
Müllerstochter
(Fränze)
. Käthe Gothe
Marketenderin 1 Minna Müller=
(Eufemia) .
Rudolph
Der meldende
Offizier.
Heinrich Geyer
Der Spion .
. Fr. Jachtmann
Drittes Bild:
„Hab’n wir uns nicht ſchon
mal kennen gelernt ?‟
Geheimrat Papen=
Heinrich Hacker
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Eufemia Breit= 1 Minna
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ſprecher .
Rudolph
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Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
Fränze Papendieck Käthe Gothe
Friedrich Auguſt
Käſebier
. . Adolf Jordan
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Max Rademacher Frz. Schneider
Wanda Hammer=
. Hede Schaub
ſchmidt .
v. Klemczinski . Rich. Jürgas
Eufemia Breit= 1 Minna
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Rudolph
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Nummer 108.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. April 1914.
Seite 7.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. April 1914.
Nummer 108.
Darmſtadter Hausbeſtzer=Verein, C. 9.
Einladung zur
Hauptverſammlung
am Mittwoch, den 29. April 1914, abends ½9 Uhr,
im Gartenſaal des ſtädtiſchen Saalbaues.
Tagesordnung:
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1. Bericht des Vorſtandes, der Geſchäftsſtelle, des Kaſſierers und
der Reviſoren. Feſtſetzung des Beitrags und Voranſchlag
für 1914/15.
2. Neuwahl des Vorſitzenden und Ergänzungswahl des Vorſtandes.
Etwaige Anträge ſind bis ſpäteſtens den 27. April beim Vorſtand
einzureichen. — Wir erſuchen um Beteiligung ſeitens unſerer ſämt=
Der Vorstand.
lichen Mitglieder.
Orisgemerbuerein Darmsfadf.
Einladung zur ordentlichen Hauptverſammlung
am Freitag, den 24. April 1914, abends 8½ Uhr
im Reſtaurant Sitte (gelber Saal), Karlſtraße.
Tagesordnung:
1. Bericht über die Tätigkeit des Vorſtandes, der Kommiſſionen
und der Gewerbeſchule.
2. Rechnungsablage des Ortsgewerbevereins für 1913/14 und der
Eckhardtſtiftung für 1913.
3. Neuwahlen des Vorſtandes. — Es haben ſatzungsgemäß
aus=
zuſcheiden und ſind wieder wählbar: die drei Vorſitzenden
(Sames, Werner und Kraus), ſowie 6 Vorſtandsmitglieder
(Engelbach, Mahr, Siemenſen, Sonne, Wallauer und Weiler).
4. Verſchiedenes (Vorſchläge und Wünſche zu den diesjährigen
Exkurſionen ꝛc.)
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