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177. Jahrgang
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turen. Anzeigenexped. des In= und Auslandes. Bei
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Wie aus Korfu gemeldet wird, iſt Staatsminiſter von
Dallwitz zum Statthalter von Elſaß=
Lothringen auserſehen.
Das Militärwochenblatt meldet die Ernennung des
Oberſtleutnants von Lettow=Vorbeck zum
Kom=
mandeur der Schutztruppe in Deutſch=
Oſtafrika und die Ernennung des Majors
Zim=
mermann in der Schutztruppe für Kamerun zum
Kommandeur dieſer Schutztruppe.
Das Infanterie=Regiment Nr. 99 iſt geſtern in
Zabern eingezogen.
In dem Dorfe Zenbrezyce bei Sucha (Galizien)
wur=
den durch eine Feuersbrunſt 200 Häuſer
einge=
äſchert. 14 Perſonen wurden verletzt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Politiſche Wochenſchau.
** Die Oſterpauſe der Parlamente fällt mit
diploma=
tiſcher Geſchäftigkeit zuſammen. Der Reichskanzler iſt
jauf Korfu eingetroffen, wo er mit den leitenden
Staats=
männern Griechenlands in zwangloſe Berührung kommt,
und in Abbazia waren die führenden Diplomaten
Oeſterreich=Ungarns und Italiens zu mehrtägigen
Be=
ſprechungen vereint. Mitteilungen über den Inhalt dieſer
diplomatiſchen Verhandlungen ſind nicht gemacht
wor=
den, man darf aber mit Sicherheit annehmen, daß dabei
der ganze Kreis der Balkanfragen in erſter Linie erörtert
wurde. Je mehr die öſterreichiſch=italieniſche
Einmütig=
keit im nahen Orient ſich befeſtigt, um ſo beſſere
Ausſich=
ten hat das junge albaniſche Staatsweſen, das immer noch
auf die erwünſchte Löſung der epirotiſchen
Schwierigkei=
ten warten muß. An den albaniſchen Angelegenheiten
nicht ſo unmittelbar wie ſeine Verbündeten beteiligt, wird
Deutſchland trotzdem die albaniſche Politik Oeſterreich=Un.
garns und Italiens nach Kräften unterſtützen, weil dieſe
der Erhaltung des Gleichgewichtes im nahen Orient am
beſten dient.
Die amtliche Erklärung, daß des Kaiſers Brief
an die Landgräfin von Heſſen keinerlei Aus
ſprüche über den katholiſchen Glauben enthalten habe, iſt
im Wiesbadener Zentrumsblatt von einem katholiſchen
Geiſtlichen beſtätigt worden, der den Wortlaut jenes
Brie=
ſes kennt. Wenn trotzdem von der Köln. Volksztg. die
Veröffentlichung des ganzen Briefes gefordert wird, weil
nur dadurch das Mißtrauen gegen das amtliche Dementi
vollſtändig beſeitigt werden könne, ſo bedeutet dieſer
Man=
gel an Achtung vor privaten Aeußerungen — grundſätzlich
betrachtet — einen Freibrief für politiſche Skandalmacher
und muß deshalb zurückgewieſen werden.
Die vollſtändige Veröffentlichung der neuen
Beſtim=
mungen über den Waffengebrauch des
Mili=
tärs hat die Folge gehabt, daß die getroffene Neuerung
auf der äußerſten Rechten als die Preisgabe ſtaatlicher
Hoheitsrechte, auf der äußerſten Linken als militariſtiſche
Volksbedrückung beurteilt wird. Der Gegenſatz dieſer
Auffaſſungen darf unbefangene Beurteiler in der
Bereit=
willigkeit beſtärken, die Neuregelung als eine Reform zu
begrüßen, die nach den Zaberner Vorgängen einerſeits
notwendig war, andererſeits ausreichend erſcheint.
Das Zuſammengehen Oeſterreich=Ungarns und
Ita=
liens in der Balkanpolitik iſt Frankreich ein Dorn
im Auge, weil es ein ſtarkes Hindernis auf dem Wege
zur Vormachtſtellung bildet, die Frankreich im Orient
an=
ſtrebt. Sein Anleihevertrag mit der Türkei hat es
dieſem Ziele ein beträchtliches Stück näher gebracht. Denn
Frankreich erhält für ſein unter ſchweren Bedingungen
geliehenes Geld nicht nur eine lange Reihe wertvollſter
Konzeſſionen, ſondern hat den Türken auch die harte
Ver=
pflichtung auferlegt, von der 500=Millionen=Anleihe
nicht den kleinſten Bruchteil zur Vorbereitung eines
An=
griffskrieges zu verwenden. Den übrigen Balkanſtaaten,
die von Frankreich Anleihen teils ſchon erhalten haben,
teils noch erhalten werden, bleibt die Uebernahme einer
ähnlichen Verpflichtung gemäß den antitürkiſchen Zielen
der Orientpolitik Frankreichs erſpart.
Trotz ſeiner unſtreitig großen Erfolge am Balkan
kommt der Qugi d’Orſay nicht zur Ruhe. Er hat
viel=
mehr die Diplomatenbegegnung in Abbazia als
willkom=
mene Gelegenheit benützt, mit geſteigertem Eifer für den
Ausbau des Dreiverbandes zu einem
vollgültigen Bündnis Stimmung zu machen.
Den Pariſer Machthabern genügt die bisherige Form des
Dreiverbandes nicht, ſie wollen dem franzöſiſch=ruſſiſchen
Bündnis einen gleichartigen Vertrag ſowohl zwiſchen
Frankreich und Großbritannien, wie zwiſchen
Großbritan=
nien und Rußland an die Seite ſtellen. Die hierauf
ge=
richteten Bemühungen haben ſich wegen des
bevorſtehen=
den Beſuches, den der König von England in Paris
ab=
ſtatten wird, verdoppelt. Schwerlich aber wird bei dieſer
Gelegenheit die von Poincearé erhoffte Ankündigung
er=
folgen, daß das herzliche Einvernehmen zwiſchen
Frank=
reich und Großbritannien in ein Bündnis umgewandelt
ſei. Sir E. Grey hat ſchon vor Monaten im Unterhauſe
abgewint, und das erneute Werben des
Geſchichtsfor=
ſchers Laviſſe ſand in den Times keine Gegenliebe. Wird
jetzt, kurz vor der Pariſer Reiſe König Georgs. mitgeteilt.
daß ein engliſches Geſchwader öſterreichiſch=ungariſche
Häfen anlaufen, ſoll, ſo liegt auch hierin ein Anzeichen der=
Entſchloſſenheit Englands, ſich nicht an die Kette des
Zweibundes ſchmieden zu laſſen.
Die europäiſchen Fragen traten einen Augenblick
hin=
ter die kritiſche Zuſpitzung zurück, die das Verhältnis der
Vereinigten Staaten zu Mexiko deswegen
annahm, weil Huerta ſich urſprünglich weigerte, wegen der
unſtatthaften Verhaftung amerikaniſcher Matroſen in
Tampico der amerikaniſchen Flagge Salut erweiſen zu
laſ=
ſen. Klüglich einlenkend, hat Huerta auch durchgeſetzt, daß
die amerikaniſchen Schiffe den von Meriko zugeſtandenen
Salut erwidern. Damit iſt den Vereinigten Staaten der
Vorwand zu kriegeriſchen Maßregeln gegen Meriko
ge=
nommen. Zweifelhaft jedoch bleibt es, ob ſie nun
freund=
lichere Saiten gegen Mexiko aufziehen oder nach einem
neuen Vorwande zum bewaffneten Eingreifen ſuchen
wer=
den. Die Nachricht, daß trotz der Nachgiebigkeit Huertas
die amerikaniſchen Flottenſtreitkräfte in den Gewäſſern
Mexiko verſtärkt werden ſollen, nötigt zum Mißtrauen.
Der jüngſte republikaniſche Großſtaat, China, iſt
ohne viel Geräuſch von ſeinem Präſidenten Juanſchikai
zur autokratiſchen Regierungsform zurückgeführt worden.
Juanſchikai fährt zwar einſtweilen fort, den
Präſidenten=
titel zu tragen, aber feine Macht erſcheint nach den jüngſt
vorgenommenen Verfaſſungsänderungen kaum minder
be=
ſchränkt, als die der früheren Kaiſer, Ob dieſer Umſchwung
ohne bewaſnteten Widerſtand, namentlich im Süden
Chinas, hingenommen wird, bleibt abzuwarten. Für den
Augenblick ſtellt ſchon die Notwendigkeit eines Feldzuges
gegen die Räuberbanden des „Weißen Wolſes” ſtarke
An=
forderungen an die militäriſche Leiſtungsfähigkeit der
Pe=
kinger Regierung.
Der franzöſiſche Chauvinismus
und die Kunſt.
C Bildhauer Benzner hat darauf verzichtet, die
von ihm geſchaffene Büſte des Kaiſers im Pariſer
„Salon” auszuſtellen, weil die Ausſtellungsleiter die
Befürchtung äußerten, daß die Ausſtellung einer Büſte des
deutſchen Kaiſers in Paris chauviniſtiſche Kundgebungen
hervorrufen könne. Wenn der genannte Künſtler unter
derartigen Umſtänden auf die Ausſtellung ſeines Werkes
verzichtete, handelte er ohne Zweifel ſachgemäß, und nicht
minder ſachgemäß verfuhren die Pariſer
Ausſtellungs=
leiter, als ſie ihre Beſorgniſſe zum Ausdruck brachten. Haß
die Oeffentlichkeit von dieſen Beſorgniſſen erfuhr, braucht
vom deutſchen Standpunkte nicht bedauert zu werden; für
die öffentliche Meinung Deutſchlands iſt es im Gegenteil
ſehr lehrreich, auf ſolche Weiſe einen tiefen Blick in die
franzöſiſche Volksſeele werfen zu können. Verſtändnis
freilich wird eine derartige Regung des franzöſiſchen
Chauvinismus in Deutſchland ganz und gar nicht finden.
Gelangten beiſpielsweiſe in Berlin Dutzende von Büſten
zur Ausſtellung, die das Oberhaupt der franzöſiſchen
Re=
publik verkörpern, dann würde ſicherlich keine einzige
da=
von eine chauviniſtiſche Kundgebung deutſcher Beſchauer
herbeigeführt haben. In Berlin zweifelt auch niemand
daran, daß der ehemalige franzöſiſche Stabsarzt, der
jüngſt in der Siegesallee eine Anzahl Denkmäler
be=
ſchädigte, geiſtig nicht geſund iſt; die Annahme, er habe
aus Haß gegen Deutſchland oder das Haus Hohenzollern
die Denkmäler beſchädigt, liegt uns vollſtändig fern.
Daran ändert auch die Tatſache nichts, daß nach der
An=
ſicht ſachkundiger Beurteiler eine Büſte des deutſchen
Kai=
ſers in Paris nicht ausgeſtellt werden kann, ohne
chauvi=
niſtiſche Kundgebungen befürchten zu laſſen. Aber als ein
Zeichen der franzöſiſchen Volksſtimmung
müſſen wir die Quelle jener Beſorgnis nach Gebühr
be=
achten. Das Wüten gegen Stein und Erz liegt, wie die
Geſchichte der franzöſiſchen Revolutionen von 1789 bis
1871 lehrt, im Nationalcharakter der Franzoſen: vor allem
können die Bauwerke und Denkmäler der Stadt Paris
davon erzählen! Hat ſchon der Parteigeiſt unſere
weſt=
lichen Nachbarn zu ſolchen Ausſchreitungen hingeriſſen, die
uns als barbariſche Ueberbleibſel längſt verfloſſener
Jahr=
hunderte erſcheinen, ſo dürfen wir uns ſchließlich nicht
darüber wundern, daß der Nationalhaß franzöſiſcher
Chauviniſten von ihren eigenen Landsleuten ähnlicher
Ausſchreitungen gegen die Büſte des Oberhauptes eines
immer noch gehaßten Volkes für fähig gehalten wird.
Dieſe geiſtige Verfaſſung der Franzoſen bedeutet zunächſt
einen Mangel an Ziviliſation. Außerdem aber hat ſie
für uns noch den praktiſchen Wert, nachträglich einen
Bei=
trag zur Begründung der deutſchen Heeresreform von
1913 zu liefern.
Deutſches Reich.
Zwei Erlaſſe des Kaiſers. Eine
Sonder=
ausgabe des Armeeverordnungsblattes bringt folgende
Kabinettsorder:
An mein Heer! Zum 50. Male haben ſich die Tage
verjährt, in denen der Kampf um Deutſchlands
Nord=
marken entfacht wurde. Heute vor 50 Jahren erlag
Düp=
pel, das feſteſte Bollwerk des Feindes, dem unwiderſteh=
lichen Sturm meines tapferen Heeres. Es folgte der
Ruh=
mestag von Alſen, die Eroberung der frieſiſchen Inſeln.
Erreicht war damit das erhabene Ziel: Lange von dem
gemeinſamen Vaterland getrennt geweſene Stämme, die
die Bitterniſſe fremder Herrſchaft hatten erdulden müſſen
und doch im Fühlen und Handeln deutſch geblieben
wa=
ren, für Preußen und damit für Deutſchland wieder zu
gewinnen. Ein Werk von weltgeſchichtlicher Bedeutung
war vollbracht, für Preußen eine neue Zeit angebrochen
Nach vielen Jahren der Schwäche war Preußen ſich der
in ihm ruhenden gewaltigen Kraft jetzt wieder bewußt
geworden. Geſtützt auf ſein in allen Kämpfen zu Lande
und zu Waſſer bewährtes, von berechtigtem Stolz und
Selbſtvertrauen erfülltes Heer, durſte Preußen ſich allen
weiteren, auch den größten Aufgaben gewachſen fühlen und
dieſe Zuverſicht iſt in Erfüllung gegangen. Aus der
Mor=
genröte der Tage von Düppel und Alſen iſt nach ſchweren
blutigen Kämpfen als Siegespreis die lang erſehnte
Eini=
gung Deutſchlands erblüht, Kaiſer und Reich erſtanden.
Heute allen denen meinen königlichen Dank zu verkünden,
die vor einem halben Jahrhundert Leben und Blut für
Preußens Größe und Ehre eingeſetzt haben, iſt meinem
Herzen ein tiefempfundenes Bedürfnis. Die Taten der
Väter leben im Gedächtnis der Söhne und Enkel. Ich
weiß, daß dieſe es jenen in treuer Hingebung an mich
und das Vaterland gleich tun werden, wenn jemals
Fein=
deshand das mit ſo teuren Opfern Erreichte antaſten
ſollte. Achilleion (Korfu), 18. April. gez. Wilhelm.
Der Kaiſer erließ ferner aus Korfu folgenden
Ma=
rinebefehl:
Die Fünfzigjahrfeier der Ereigniſſe von 1864 läßt mich
dankbar auch der Dienſte gedenken, welche die kleine
pren=
ßiſche Marine damals dem Vaterlande leiſtete. Einer
mehrfachen Uebermacht gegenüberſtehend, hat ſie doch keine
Gelegenheit verſäumt, dem Gegner Abbruch zu tun. Der
17. März, der Tag von Jasmund, wird immer ein
Ehren=
tag der preußiſchen Marine bleiben und damit auch der
deutſchen Marine, die aus ihr hervorgewachſen iſt. Dieſe
ſchneidige Waffentat ſowie das tapfere Verhalten des
Aviſos „Grille” und der Kanonenboote haben den Feind
gezwungen, ſtarke Streitkräfte für den Blockadedienſt zu
verwenden und ſo dem Zuſammenwirken mit der Armee
zu entziehen. Aber über dieſen militäriſchen Erfolg
hin=
aus haben die Männer, welche 1864 auf den
Kommando=
brücken und hinter den Kanonen unſerer Schiffe
ſtanden, die Marine dem Herzen ihres Königs und des
ganzen deutſchen Volkes näher gebracht und damit den
Grund gelegt. auf dem ſich die ſtarke Flotte des Deutſchen
Reiches aufgebaut hat. Indem ich dieſen Männern heute
erneut meinen kaiſerlichen Dank ausſpreche für die vor 50
Jahren geleiſteten treuen Dienſte, blicke ich vertrauensvoll
auf die jetzige Marine, welche mit größeren Mitteln
Größe=
res leiſten wird, wenn ſie wieder einmal zu einer
Waffen=
entſcheidung angerufen wird.
Die weitere Behandlung des
Renn=
wettgeſetzentwurfs. Der Rennwettgeſetzentwurf
wird ſchon am Dienstag, den 21. d. M., im Bundesrat
mit den neu vorgeſchlagenen Abänderungen zur
Durchbe=
ratung kommen und vorausſichtlich am folgenden
Don=
nerstag in der erſten Plenarſitzung des Bundesrats nach
der Oſterpauſe zur Verabſchiedung gelangen, ſo daß er
dem Parlament bei ſeinem Zuſammentritt bereits
vor=
liegen würde. Es iſt beabſichtigt, den Entwurf nach der
Beſchlußfaſſung durch den Bundesrat in ſeiner
endgül=
tigen, vom Bundesrat beſchloſſenen Form zu
veröffent=
lichen. Der Geſetzentwurf wird vorausſichtlich noch Ende
des Monats im Reichstage zur erſten Leſung gelangen, ſo
daß der Hoffnung Raum gegeben werden kann, daß noch
eine Verabſchiedung des Entwurfs vor der Vertagung
des Hauſes oder Schluß der Seſſion ſich wird ermöglichen
laſſen. Auf Grund der Beratungen, die vor kurzem im
Reichsſchatzamt unter Hinzuziehung von Sachverſtändigen
aus den Kreiſen des Rennſports ſtattgefunden haben,
ſcheint man ſich entſchloſſen zu haben, die ausländiſchen
Wetten ebenſo wie die inländiſchen Wetten zu feſten
Prei=
ſen zu beſteuern. Ferner wird von einer Staffelung der
Gewinnſteuer Abſtand genommen.
— Die Vorlage der Reichsregierung
über die Neuregelung der Bezüge der
Alt=
penſionäre und Althinterbliebenen ſoll im
Bundesrat in der laufenden Woche verabſchiedet werden,
ſo daß dem Reichstag zum Beginn der Beratungen alle
Beſoldungsgeſetze und die Deckungsvorlage vorliegen
würden.
Aus den Kolonien.
Verſtärkte Pflege der deutſchen Sprache
in Samoa. Gouverneur Schultz hat in einem vom
Samoaniſchen Gouvernementsblatt veröffentlichten
Rund=
ſchreiben den Miſſionen des Schutzgebietes ſeinen Dank
dafür ausgeſprochen, daß die Miſſionen beim Unterricht
der Eingeborenen in der Sprachenfrage das ihnen
be=
wieſene Vertrauen gerechtfertigt und erfreuliche Erfolge
erzielt haben. Im Anſchluß hieran bezeichnet der
Gou=
verneur es als geboten, auf dem eingeſchlagenen Wege
fortzuſchreiten und den Lehrplan auf Grund der
inzwi=
ſchen gewonnenen Erfahrungen weiter auszubauen. Hier=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
Nummer 107.
über wird der Gouverneur mit den Miſſionen alsbald in
einen Meinungsaustauſch eintreten. Offenbar handelt es
ſich dabei um eine verſtärkte Pflege der deutſchen Sprache
in den Miſſionsſchulen für die Eingeborenen. Der neue
Etat hat die hierfür zur Verfügung ſtehenden Mittel von
5000 auf 7000 Mark erhöht, und die Begründung kann
ſich darauf berufen, daß die Eingeborenen der deutſchen
Sprache ein wachſendes Intereſſe entgegenbringen.
Ausland.
Frankreich.
Der Prozeß Caillaux. Der
Unterſuchungs=
richter Boucard vernahm den Mitarbeiter des Figaro
Glaſer, der ausführte, daß Calmette, als er das Fakſimile
des von ihm veröffentlichten „Ton Jo=Briefes” herſtellen
ließ, alle Vorſichtsmaßregeln getroffen habe, um die
in=
timen Stellen dieſes Briefes geheim zu halten. Dies ſer
ein neuer Beweis dafür, daß Calmette gegen Caillaux eine
ausſchließlich politiſche Fehde geführt habe.
Frankreichs Intereſſen in Mexiko. Zum
Beweiſe für die großen Intereſſen, welche Frankreich in
Mexiko beſitze, hebt der Gaulois hervor, daß in Frankreich
für ungefähr 2350 Millionen mexikaniſcher Werte
unter=
gebracht ſeien. Hiervon entfielen auf Staatspapiere gegen
870 Millionen, auf Eiſenbahnobligationen, Bank= und
Bergwerksaktien 1080 Millionen und der Reſt auf
ver=
ſchiedene Induſtriepapiere.
Spanien.
Das Statut von Tanger. Der Miniſter des
Aeußern erklärte mehreren Berichterſtattern, daß die
Unterhandlungen Spaniens mit Frankreich und England
über das Statut von Tanger ſehr bald zu einem
endgül=
tigen Einvernehmen führen dürften.
England.
Der Führer der Ulſter=Rebellen Sir
Edward Carſon trat in ſeiner Rede in Derry, wo 5000
Freiwillige vor ihm paradierten, noch herausfordernder
gegen die Regierung auf als je zuvor. Carſon machte
ſeinen Anhängern klar, daß es kein „Zurück” gebe, die
Re=
gierung müſſe auf die Knie gebracht werden und der Kampf
ſei unausbleiblich. Er ſei ſich ſeiner ſchweren
Verant=
wortung voll bewußt, Keine Stunde des Tages verlaſſe
ihn der Gedanke an das, was kommen werde, und raube
ihm die Nachtruhe. Aber er ſei der erſte, der ſich für
Ulſter opfern werde. Die Beſetzung gewiſſer ſtrategiſcher
Punkte durch die Truppen der Regierung bezeichnete
Car=
ſon als verdammtes Komplott gegen das Volk. Die
Re=
gierung glaube, Großes mit dem Schüren zu einem
Auf=
ruhr geleiſtet zu haben, der ihr Gelegenheit geben würde,
die Volksmaſſen niederzuknallen. „Aber mich wagen ſie
nicht anzugreifen. Warum beginnen ſie nicht mit mir,
der ich alle Verantwortung auf mich nehme?” ſo fragte
der neue Cromwell.
Türkei.
Der türkiſch=deutſche Handelsvertrag.
In einer vor einigen Tagen an die deutſche Botſchaft
ge=
richteten Note ſchlägt die Pforte die proviſoriſche
Ver=
längerung des am 26. Juni ablaufenden türkiſch=deutſchen
Handelsvertrages auf ein Jahr vor.
DK6 Eine neue Kolonialſchule. In
Mil=
tenberg a. Main ſoll mit dem beginnenden
Sommerhalb=
jahr eine Kolonialſchule ihre Tätigkeit einleiten, deren
Grundlage die bisher in Imgenbroich bei Aachen
betrie=
bene Forſt= und Kolonialſchule des Oberförſters Thyen
darſtellt. Die Schüler ſollen eine Ausbildung erhalten,
die ſowohl für die Pflanzertätigkeit in den Kolonien
vor=
bereitet, wie auch inſtand ſetzt, in europäiſchen
Forſtbe=
trieben eine Stellung auszufüllen. Das Königlich
Bayeri=
ſche Miniſterium beaufſichtigt die Anſtalt. Die Inſpektion
der Schule hat Generalmajor Lehr, Wilhelmshöhe ber
Kaſſel, übernommen. Mitdirektor iſt Herr Richard Deeken,
ehemaliger Plantagendirektor auf Samoa. Der Unterricht
erſtreckt ſich auf alle Gebiete der tropiſchen Landwirtſchaft,
der forſtlichen Diſziplinen ſowie auf die Anfangsgründe
der Pflanzenphyſiologie und =pathologie. Fremde
Spra=
chen und Buchführung werden ebenfalls gelehrt. Neben
dem theoretiſchen Unterricht geht eine gründliche praktiſche
Ausbildung, wozu die großen Forſten der Stadt
Milten=
berg gute Gelegenheit bieten. Im allgemeinen wird für
die Aufnahme das Einjährigenzeugnis verlangt. Es wird
hiervon abgeſehen, wenn der Bewerber eine erfolgreiche
praktiſche Tätigkeit in der Forſt= und Landwirtſchaft oder
verwandten Berufen nachweiſen kann. Als Lehrer für den
Fachunterricht ſollen nur erfahrene Pflanzer und
Forſt=
leute Verwendung finden.
* Die Tarifverhandlungen im
Ber=
liner Braugewerbe ſind beendet. Der
Tarifver=
trag iſt am Freitag bezw. Samstag von den
vertrag=
ſchließenden Parteien unterzeichnet worden. Der
Ver=
trag gilt auf die Dauer von vier Jahren bis zum 31. März
1918, ſo daß während dieſer Zeit der wirtſchaftliche Friede
im Berliner Braugewerbe erhalten bleibt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. April.
Schutz der Waldungen.
* Ein weiter Kranz von Wäldern umſchließt unſere
Stadt. Sie ſind der Stolz des Darmſtädters in ihnen
ergeht er ſich, von den Strapazen des Berufes Erholung
ſuchend. Tauſende ziehen an Sonntagen hinaus in den
Wald, dieſer Stätte der Erfriſchung und des
Natur=
genuſſes, die ſich einer beſonderen Pflege durch unſere
Forſtverwaltung erfreut. Soll der Wald dauernd ſeine
große Aufgabe erfüllen, ſo bedarf er des Schutzes, nicht
allein des Schutzes durch beſonders dafür beſtellte Beamte,
ſondern des Schutzes durch die Geſamtheit.
Jeder wahrhafte Naturfreund wird darüber empört
ſein wenn er jetzt, wo es allerwärts zu grünen und blühen
anfängt, beobachten muß, wie rückſichtslos vorwiegend das
weibliche Geſchlecht und Kinder Bäume und Sträucher
plündern, Blumen mit den Wurzeln ausreißen!
Nament=
lich Sonntags kommen ſie ſcharenweiſe mit Armen voll
abgeriſſener Zweige aus dem Walde zurück. Wie ſchnell
werden die Blumen meiſt achtlos beiſeite geworfen! Und
welch häßlichen Eindruck macht es, wenn man, an einem
hübſchen Ausſichtspunkt angelangt, ſich auf eine Ruhebank
niederläßt und in der Umgebung maſſenhaft
Einwickel=
papier, leere Flaſchen, Eier= und Orangeſchalen
herum=
liegen ſieht. Eltern und Lehrer könnten und müßten da
mehr belehrend eingreifen! Jeder Waldbeſucher ſollte
folgende Regeln beobachten: Laß den Gewächſen des
Waldes ihre Zweige, Blätter und Blüten; ſie ſind der
Schmuck des Waldes, ſollen noch viele erfreuen und neues
Leben bilden. Abgeriſſen welken ſie raſch, dienen niemand
mehr zur Freude, werden meiſt bald weggeworfen, das
beſchädigte Gewächs aber verkümmert. Betritt keine
jun=
gen Anpflanzungen locken dich auch die ſchönſten Beeren
und Blumen, denn du ſiehſt die jungen Pflanzen nicht, die
zu Bäumen heranwachſen ſollen. Die Zerſtörung, die dein
Fuß dort anrichtet, iſt noch nach Jahren kenntlich. Laß
Zeitungen, Frühſtückspapiere und ſonſtige Abfälle nicht
auf Wegen und Ruheplätzen herumliegen; balle ſie
zu=
ſammen und wirf ſie in Dickungen oder vergrabe ſie in
Moos oder Laub; zerſchlage keine ausgetrunkenen
Flaſchen, ſondern lege ſie beiſeite in den Wald. Denn
was iſt häßlicher, als wenn einzelne Stellen im Walde
ausſehen wie Sammelplätze für Abfälle? Gehe mit Feuer
und Zigarren recht vorſichtig um. Bei trockenem Wetter
kann jede brennende weggeworfene Zigarre und jedes
glimmende Streichholz einen Waldbrand verurſachen.
Störe die Tiere des Waldes nicht; alle fürchten den
Men=
ſchen als ihren größten Feind. Die Berührung durch
Menſchenhand kann die Mutter veranlaſſen ihr Junges
oder ihre Eier zu verlaſſen und ſo dem Verderben zu
weihen. Nimm deshalb auch deinen Hund an die Leine,
wenn du nicht ganz ſicher biſt, daß er keinerlei Jagdluſt hat.
* Empfänge. Der Großherzog empfing am
Samstag den General der Infanterie v. Kathen,
Gouver=
neur von Mainz, den Generalleutnant z. D. Clifford
Kocg v. Breugel, den Oberſt v. Bodelſchwingh,
Komman=
deur der 25. Kavallerie=Brigade (Großh. Heſſ.), den
Ritt=
meiſter Loebbecke beim Stabe des Garde=Dragoner=
Regi=
ments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Leutnant Weber von
der Reſerve desſelben Regiments, den Förſter Kratz von
Bensheim, den Profeſſor Hölſcher, den Hoflieferanten
David von Düſſeldorf, den Profeſſor Dr. Eck, Geh.
Kirchenrat und Rektor der Landesuniverſität in Gießen;
zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald, den Vorſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld.
Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem
Bohrmeiſter Wilhelm Ohr zu Heidelberg die Erlaubnis
zur Annahme und zum Tragen der ihm von Ihrer
Königl. Hoheit der Großherzogin von Luxemburg
ver=
liehenen bronzenen Medaille des Großherzoglich
Luxem=
burgiſchen Ordens der Eichenkrone erteilt.
Ernennungen. Der Großherzog hat den
Gerichts=
ſchreibergehilfen Wilhelm Ludwig zu Gießen zum
Rechner am Landeszuchthaus Marienſchloß, mit Wirkung
vom 20. April 1914, und den Gerichtsaſſeſſor Emil
Hoffmann in Darmſtadt zum Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Ulrichſtein, mit Wirkung vom 1. Mai 1914,
ernannt.
Schulperſonalien. Uebertragen wurde dem
Schul=
amtsaſpiranten Johannes Dapper aus Nieder=
Saul=
heim, Kreis Oppenheim, eine Lehrerſtelle an der
Volks=
ſchule zu Nieder=Roden, Kreis Dieburg; dem Lehrer
Peter Ochs zu Wolfskehlen, Kreis Groß=Gerau, eine
Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Rüſſelsheim, in
dem=
ſelben Kreiſe. — In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Lehrer Johannes Kraus zu Undenheim, im Kreiſe
Oppenheim, auf ſein Nachſuchen wegen geſchwächter
Geſundheit.
* Erledigt ſind An der Oberrealſchule zu Gießen
die Stelle eines Zeichenlehrers, der den Unterricht in
allen Klaſſen übernehmen kann. Meldungen ſolcher
Bewerber, die ſich im praktiſchen Dienſt ſchon bewährt
haben, ſind bis zum 1. Mai bei der Abteilung für
Schul=
angelegenheiten einzureichen. Bewerber mit
Univerſitäts=
bildung werden bevorzugt. — Die mit einem
evan=
geliſchen Lehrer zu beſetzende zweite Lehrerſtelle an
der Volksſchule zu Lützel=Wiebelsbach, Kreis
Erbach. Das Präſentationsrecht ſteht dem Herrn Fürſten
zu Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg und dem Herrn
Fürſten und Grafen zu Erbach=Schönberg zu. — Eine
mit einem katholiſchen Lehrer zu beſetzende
Lehrer=
ſtelle an der Volksſchule zu Ockenheim, Kreis
Bingen, mit der Organiſtendienſt verbunden iſt.
2 Verwaltungsgerichtshof. Durch die Errichtung des
Lehrerſemiyars in Bensheim mußte die zu
dieſem führende Kaiſer=Withelm=Straße über ihren
ſeit=
herigen Endpunkt an der Kreuzung der Kirchbergſtraße
bis zur Seminarſtraße verlängert werden. Die Stadt legte
auf dieſer Strecke eine chauſſierte Fahrbahn und zu
bei=
den Seiten Trottoirs aus Kleinpflaſter an. Damit wurde
zu dem Seminar und den in gleicher Richtung liegenden
Grundſtücken ein direkter Zugang aus den ſüdlich
ge=
legenen Stadtteilen geſchaffen. Auf der Weſtſeite beſitzt
Bauunternehmer Grün ein unbebautes Gartengrundſtück,
das ſeinen Ausgang nach dem nördlich vorbeiziehenden
Feldweg hat, der ſpäterhin als Verbindungsſtraße
zwi=
ſchen Kaiſer=Wilhelm=Sſtraße und Fehlheimer Straße
ausgebaut werden wird. Südlich daran grenzt ein
zwei=
tes Grundſtück und der Bauplatz der Firma Ehrhardk
u. Cie. Zwiſchen dieſen drei Grundſtücken und dem neu
ausgebauten Teil der Kaiſer=Wilhelm=Straße liegt ein
freier Platz, der Eigentum der Stadt Bensheim und ca.
15 Meter breit iſt. Dieſer grenzt ſüdlich an die Kaiſer=
Wilhelm=Straße und nördlich an den oben erwähnten
Feldweg. Die Stadt Bensheim verlangt nun von Grün
als Anteil an den Koſten der Straßenherſtellung 547,75
Mark und von der Firma Ehrhardt u. Cie. 237,18 Mark.
Die beiden Genannten beſtreiten, abgeſehen von 6,66 Mark
bezw. 64,05 Mark, ihre Beitragspflicht, da ihre
Grund=
ſtücke nicht unmittelbar an die Kaiſer=Wilhelm=Straße
angrenzten, ſondern durch den freien Platz der Stadt
Bensheim von dieſer Straße getrennt ſeien und ſie
außer=
dem von der Straße keinerlei beſondere wirtſchaftliche
Vorteile hätten. Die Stadt ſtützt ihre Anforderungen
auf das Ortsbauſtatut, indem ſie die Kläger als Angrenzer
betrachtet und behauptet, daß der freie Platz zwiſchen dem
Gelände der beiden Kläger und der Kaiſer=Wilhelm=
Straße ebenſo wie der Bürgerſteig dem öffentlichen
Ver=
kehr diene und lediglich als eine Verbreiterung des
Bür=
gerſteiges anzuſehen ſei. Der Provinzialausſchuß erkannte
dahin, daß die Kläger Karl Grün II. und Firma J.
Ehr=
hardt u. Cie, in Bensheim nicht verpflichtet ſind, die ihnen
angeforderten Koſten der Herſtellung des Bürgerſteiges,
mit Ausnahme der von Grün anerkannten 6,66 Mark und
von Ehrhardt anerkannten 64,05 Mark, zu zahlen; im
übrigen wird die Klage abgewieſen. Von den Koſten
des Rechtsſtreites einſchließlich der beiderſeitigen
An=
waltskoſten, entfallen bezüglich der Klage Grün je die
Hälfte den Parteien, bezüglich der Klage der Firma
Ehr=
hardt der Klägerin ein Viertel und der Beklagten
drei Viertel zur Laſt. Der Verwaltungsgerichtshof hatte
ſich geſtern mit der Berufung des Grün und der Stadt
Frühling.
C2) Es iſt Frühling geworden. Die kleinen Gräſer
arbeiten ſich mit aller Macht aus der Erde und wollen
das Licht ſehen. Die Bäume, die geſtern noch
gräm=
lich in die kalte Luft ſtarrten, haben ein zartes Blütenkleid
angetan; der Wald träumt ſeinen ſchönſten Traum und
ſpinnt ſich in ein Gewebe von Sonne und Duft. Das
Herz aber ſpürt etwas von der heimlichen Gewalt, die
allen Schmerz löſen will. Auf dem müdeſten Geſicht liegt
ein goldener Glanz, und in den herbſten Falten iſt ein
heimliches Leuchten. Es iſt Frühling, wie ſollten wir
nicht fröhlich ſein!
Im Frühling können wir Gott erleben. Das Volk
Iſrael ſah ihn zuallererſt im Gewitter und der
vulkani=
ſchen Feuerſäule. Unſere Vorfahren ahnten ihn im Sturm
und im heiligen Brauſen der Eichen. Mancher Dichter
erkannte ihn im blutroten Tod des Herbſtes. Heute
ſpüren wir ihn in der jugendlichen Kraft des Frühlings.
Was iſt Gott? Iſt er nicht Schöpferkraft und Liebe?
Wann aber fühlen wir inniger den ewigen Lebensſtrom
der Natur, der aus Gott quillt, als jetzt, da der Saft in
die Bäume ſteigt, die Knoſpen brechen und der Hauch
der Schöpfung die Wipfel umwittert? Und wann können
wir größere Liebeskraft aus der Wirklichkeit ſchöpfen als
jetzt, da die Herzen den Ueberſchwang der Freude fühlen,
da ſie ſich weit auftun mit den Blüten da draußen und die
edlen Regungen keimen wie die jungen Halme?
Aber freilich: Gott iſt größer als der Frühling. Wir
können ihn nicht bloß ſuchen in den Liedern der
Sing=
vögel und in den Sonnenſtrahlen, die ſich von Zweig zu
Zweig ſpinnen. Denn alles das iſt ja nur ein kurzes
Märchen der Schönheit, das bald verklungen ſein wird.
Gott muß dem Menſchen aufgegangen ſein als eine Macht
die ſich geiſtig offenbart und in Perſönlichkeiten auswirkt.
Der erſt, der die göttliche Liebe aus reineren Quellen
ge=
trunken hat, kann in dem Murmeln der Quellen und
dem Schimmern der Buchenblätter ein Abbild göttlichen
Lebens ſehen. Und der erſt, der mit anderen Menſchen
etwas verſpürt hat von einer Kraft, die über Raum und
ZZeit iſt, kann ſich mit der Lerche jubelnd erheben und
ſprechen: O Welt, du biſt ſchön
Die Werkbund=Ausſtellung
in Köln.
Eine Vorſchau.
Von Paul Weſtheim.
Gewiß iſt es ein Umweg, zur Kölner Werkbund=
Aus=
ſtellung über Paris zu fahren. Aber ein Umweg, der in
mancher Hinſicht nicht ganz unlohnend ſein dürfte. Wenn
man friſchweg aus Frankreich kommt, ſteht man auf
ein=
mal in einem ganz anderen Verhältnis zu dem, was das
deutſche Kunſtgewerbe mit ſolchen Kundgebungen will,
wie der Werkbund eben eine in Köln vorbereitet. Sie
erſcheinen bedeutſamer und zugleich auch ſehr viel
weſen=
loſer — wie man die Dinge zu nehmen geneigt iſt.
Paris weiß ja nichts von all den Ausſtattungskünſten,
denen wir Deutſchen uns rückhaltslos verſchrieben haben.
Paris ſcheint nichts zu ahnen, ſcheint ſorglos
vorbeizu=
tändeln an dieſer Modernität, die bei uns jedes Stück und
jedes Stückchen — von der rieſenhaften Eiſenbahnhalle
bis zur ſchnell vergänglichen Zigarettenſchachtel — ergreift.
Billiger Stuck, abgelebte Ornamentik, zweifelhafte
Qua=
lität umgibt den Franzoſen, wo immer er hintritt. Der
Boulevard kennt das nicht anders. Er hat keinen Sinn für
dekorative Aeußerlichkeiten, er ſieht darüber hinweg, läßt
ſich durch die ſtilvolle Aufmachung weder ſtören noch
fan=
gen. Und hat mit dieſer Gleichgültigkeit gegen Dinge,
die ſchließlich nur Rahmen, nur Hintergrund ſein ſollten,
doch wohl nicht ganz ſo unrecht! Mit Tapetenzeichnern,
mit Plakatmalern, die, wenn ſie auch noch eine Tango=
Meiſterſchaft aufzuweiſen haben, ſich bei uns berühmter
vorkommen dürfen als ein Slevogt oder Gaul, gibt man
ſich da nicht eine Sekunde ab. Aus dieſer Kleingeiſtigkeit
der deutſchen Kunſtgewerbelei, aus dieſer Ueberſchätzung
des Kleinen und Kleinlichen einmal herauszukommen, iſt
immerhin recht wohltuend. Ein bischen von dieſer
Non=
chalance werden wir wohl auch annehmen müſſen; vor
einer brauchbaren Kaffeekanne oder einem beſtickten Kiſſen
werden wir, wenn wir nach Köln kommen werden, nicht
in allzu heftige Ekſtaſen geraten dürfen.
Aber gerade wenn man von Paris kommt, ſieht man,
wie verzeihlich derlei Ekſtaſen ſind. Die Nonchalance des
Boulevard dieſen neuen Zeitideen gegenüber gibt ſich
zwar als eine Art geruhiger Ueberlegenheit; in
Wirklich=
keit aber iſt es doch eine gewiſſe Schläfrigkeit, ein
Verken=
nen von Kräften, die ſich einfach durchſetzen werden, weil
ſie nicht nur einer künſtleriſchen Laune, ſondern techniſchen
und wirtſchaftlichen Notwendigkeiten entwachſen ſind. Was
wir als moderne Gewerbekunſt erſtreben, das iſt
gegen=
über den früheren Erzeugniſſen zweckvoller und ſachlicher.
Wir müſſen, wie die anderen Länder, auch mit der
Ma=
ſchine arbeiten. Das läßt ſich nicht mehr vermeiden. Aber
von dem Augenblick an, da wir das einſahen, war es unſer
Ziel, mit dieſen Maſchinen ſo rationell wie möglich zu
arbeiten, die Geräteformen, ſoweit es nur denkbar iſt,
ihren Arbeitsformen anzupaſſen. Unſer Ehrgeiz wurde
es, bei der Herſtellung wie beim Gebrauch der Dinge —
beim Löffel, beim Stuhl, beim Haus, bei der Stadtanlage
— möglichſt wenig Energien unnütz zu verlieren. Und aus
dieſem Trieb zur zweckvollſten Organiſation, aus Geboten,
wie ſie das Zeitalter des Verkehrs, der Technik, der
Maſſenarbeit diktiert, iſt wie ein Zweckgebilde dieſer neue
Stil entſtanden, der, wenn man über die weſtliche Grenze
hereinkommt, ſo ganz eigen, ſo ganz deutſch erſcheint.
Um das in ſeinem ganzen Umfange abſchätzen zu können,
ſitzen wir in Deutſchland viel zu nahe an den Dingen.
Wir ſehen jeden einzelnen Ruck der ſogenannten „
Be=
wegung” ſehen jedes Detail, ſehen auch, daß es nicht mehr
ganz mit dem Elan weitergeht, wie er in den erſten
Jah=
ren vorhanden war. Deshalb können wir auch nicht den
frappanten Eindruck von der Kölner Werkbundſchau haben,
den ſie etwa auf unſere weſtlichen Nachbarn machen wird.
Auf ſie muß das alles wirken als eine ungeheuere
Ein=
heitlichkeit, als ein kühner Verſuch deutſchen
Organiſa=
tionsgeiſtes, denn hier in Köln hat man es ſogar fertig
gebracht, Kunſt und Künſtler einheitlich zu organiſieren.
So wenigſtens iſt der Eindruck, den man einen guten
Monat vor Eröffnung der Ausſtellung hat. Die Bauten
ſind bis auf einen kleinen Teil im Aeußeren ſo ziemlich
vollendet. Man ſieht, was die von der Werkbund=Leitung
herangezogenen Architekten: die Mutheſius,
Beh=
rens, Paul, Hoffmann, Fiſcher, Kreis,
Eber=
hardt und wie ſie alle heißen, diesmal zu bieten haben.
Und dieſer erſte Eindruck iſt überraſchend — gerade für
den, der über all die gegenſätzlichen Strömungen inner=
Nummer 107
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
Seite 3.
Bensheim gegen dieſes Urteil zu befaſſen. Beide
Be=
rufungen wurden als unbegründet zurückgewieſen. Jede
Partei trägt die Koſten ihres Rechtsmittels.
g Strafkammer I. Der vorbeſtrafte 34jährige
Ar=
beiter Johann Adolf Grieſinger aus Sprendlingen
hat ſich hier, in Sprendlingen, Groß=Gerau und Wörrſtadt
durch raffinierte Schwindeleien Geld zu verſchaffen
ge=
wußt. In den meiſten Fällen operierte er mit
gefälſch=
ten Briefen. Ein Fall iſt beſonders frech angelegt
ge=
weſen. Er hatte in der Zellenſtrafanſtalt Butzbach einen
jungen Mann kennen gelernt und von dieſem die näheren
Familienverhältniſſe. Dieſe Kenntniſſe benutzte
Grie=
ſinger dazu, von dem Vater des jungen Mannes Geld zu
erpreſſen. Insgeſamt hatte er 35 Mark ergaunert. Die
Strafkammer verurteilte den Angeklagten zu 1 Jahr
1 Woche Gefängnis und 3 Jahren Ehrverluſt;
6 Wochen der Unterſuchungshaft wurden ihm in
An=
rechnung gebracht. — In einem weiteren zur
Verhand=
lung kommenden Falle ermäßigte die Strafkammer die
in der erſten Verhandlung erkannte Gefängnisſtrafe von
9 Monaten auf 4 Monate, nachdem das Reichsgericht die
Sache zur nochmaligen Verhandlung zurückverwieſen
hatte. Es handelt ſich um einen in Not geratenen
Mül=
ler, der für einen Kollegen Fuhren an ſeine eigenen
frühe=
ren Kunden übernommen und das Mehl als eigenes
ver=
kauft hatte. Dabei machte er ſich auch der ſchweren Ur=
Jundenfälſchung ſchuldig.
— Vom Hoftheater, Für die heutige erſte
Feſtauf=
führung „Die Meiſterſinger von Nürnberg”
mußte eine Beſetzungsänderung vorgenommen
werden. Kammerſänger Walter Soomer, der ſich
ſchon ſeit einigen Tagen unwohl fühlte, jedoch immer noch
glaubte, rechtzeitig wiederhergeſtellt zu ſein und hier ſingen
zu können, mußte ſeine Mitwirkung telegraphiſch
ab=
ſagen. An ſeiner Stelle wurde der ausgezeichnete Hans
Sachs der Mannheimer Hofbühne, Hans Bahling,
ge=
wonnen, der dieſe Partie in den letzten Jahren an
zahl=
reichen großen Bühnen, ſo erſt vor kurzem mehrmals am
Hoftheater in München, mit ungewöhnlichem Erfolge
ge=
ſungen hat. Dieſe glückliche Löſung iſt um ſo erfreulicher,
aals die Frage des Erſatzes gerade am heutigen Tage
an=
fänglich beſonders kompliziert erſchien, indem Feinhals
Bender, van Rooy und Weil auf Gaſtſpielreiſen im
Aus=
lande ſind und faſt alle erſtklaſſigen Sachsdarſteller der
großen deutſchen Theater außer Bahling durch die
Spiel=
plankonſtellation nicht disponibel waren. Bahling konnte
bereits geſtern abend zur Hauptprobe unter Blech hier
eintreffen und hat ſchon dabei durch ſeine prächtige
Lei=
ſtung bewieſen, daß er die durch die Abſage Soomers
eentſtandene Lücke vollauf auszufüllen in der Lage iſt. Die
Vorſtellung beginnt, wie bekannt, um 5 Uhr und findet
bei feſtlich beleuchtetem Hauſe ſtatt. Die nächſten Tage
bringen Wiederholungen von „Filmzauber” als
Volks=
vorſtellung und von „777:10‟ als Abonnementsvorſtellung.
— Heute läuft das Vorbeſtellrecht der Abonnenten für die
zweite Feſtſpielaufführung „Don Juan” ab; der
allge=
meine Vorverkauf beginnt am Dienstag, den 21. April.
— Künſtler=Kolonie=Ausſtellung Darmſtadt 1914. Wir
rmachen nochmals auf die wiederholt in unſerem
Anzeigen=
tteil erſcheinende Einladung zum Abonnement auf die
Künſtler=Kolonie=Ausſtellung aufmerlſam und bemerken
zugleich, daß die Ausſtellungsleitung die von den
Abonne=
rmentskarten zu entrichtende ſtädtiſche Billettſteuer auf die
AAusſtellungskaſſe übernommen hat. Der Betrag dieſer
AAbgabe iſt ſonach in den bereits bekannt gegebenen
AAbonnements=Preiſen enthalten.
* Verſicherungspflicht für kaufmänniſche Lehrlinge.
Da über die Verſicherungspflicht kaufmänniſcher Lehrlinge
anſcheinend noch Zweifel obwalten, ſei darauf
hinge=
wieſen, daß kaufmänniſche Lehrlinge nicht
verſicherungs=
ppflichtig im Sinne des Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte
ſind, wenn mit denſelben ein kaufmänniſcher Lehrvertrag
ſabgeſchloſſen wirs. Es unterliegen jedoch dieſe Lehrlinge
rdann den geſetzlichen Beſtimmungen über die
Invaliden=
verſicherung
* Im Silberkranz. Heute am 19. April begeht Herr
Georg Petermann. Kaſſenbote, mit ſeiner Ehefrau
geborene Kimpel, Kahlertſtraße 25, das Feſt der Silbernen
Hochzeit.
Die Odenwälder Hartſtein=Induſtrie, Aktien=
Geſell=
ſchaft, hielt geſtern vormittag hier ihre
Generalverſamm=
lung ab. Es waren 1053 Stimmen vertreten Den
Vor=
ſitz führte Herr Bankier Moritz Bonte=Berlin. Die Bilanz=,
Gewinn= und Verluſtrechnung wurden genehmigt und
die Verteilung einer Dividende von 7½ Prozent
gut=
geheißen. Weiter wurde eine Aenderung der
Geſellſchafts=
ſtatuten gutgeheißen, die die Erhöhung der Bezüge des
Aufſichtsrates betrifft. Die Ausſichten für das laufende
Geſchäftsjahr wurden von dem Vorſitzenden als gut
be=
zeichnet.
* Der Verband der Erwerbs= und
Wirtſchafts=
genoſſenſchaften der Provinzen Starkenburg und
Ober=
heſſen hält am Samstag, den 9. Mai, und Sonntag, den
10. Mai, in Seligenſtadt a. M. einen Verbandstag ab. An
den Verhandlungen wird Anwalt Prof. Dr. Crüger
teilnehmen. Für die erſte Verſammlung am Samstag.
den 9. Mai, nachmittags 4 Uhr, in der Hofbierbrauenei
Appelmann u. Co., iſt folgende Tagesordnung aufgeſtellt:
Aufſtellung der Teilnehmerliſte, Feſtſetzung der
endgül=
tigen Tagesordnung. Rechnungsablage für 1913/14,
Be=
richt der Rechnungs=Prüfungskommiſſion, Entlaſtung
des Verbandsdirektors. Wahl des Verbandsreviſors und
ſeines Stellvertreters; Genehmigung des mit dem Reviſor
abgeſchloſſenen Vertrages. Feſtſtellung des Voranſchlags
für 1914/15. Aufſichtsratskurſe gelegentlich der
Verbands=
reviſion (Berichterſtatter: Juſtizrat Profeſſor Dr. Crüger=
Charlottenburg). Bericht über die in 1913 und 1914
vor=
genommenen Reviſionen. Beſprechung der
Reviſions=
berichte und ſonſtige Mitteilungen der
Abgeord=
neten aus ihren Vereinen. Für die zweite
Ver=
ſammlung am Sonntag, vormittags 9 Uhr, im
Gaſt=
haus „Zum Schützenhof” iſt folgende Tagesordnung
auf=
geſtellt: Ergänzung der Teilnehmerliſte. Bericht über das
Verbandsjahr 1913/14 (Berichterſtatter: Verbandsdirektor
Stein=Darmſtadt). Fortſetzung der Beſprechung der
Re=
viſionsberichte und ſonſtige Mitteilungen der
Abgeord=
neten aus ihren Vereinen. Die Schultze=Delitzſchſchen
Grundſätze im deutſchen Genoſſenſchaftsweſen und die
Bedeutung des Schulze=Delitzſchſchen Verbandes für den
Staat (Berichterſtatter: Profeſſor Dr. Crüger). Wahl des
Verbandsdirektors und deſſen Stellvertreters. Wahl der
Abgeordneten zum Allgemeinen Deutſchen
Genoſſen=
ſchaftstage in Mainz und zum nächſtjährigen Verbandstag
des Mittelrheiniſchen Verbandes. Wahl des Ortes für
den nächſten Verbandstag.
St. Die diesjährige Tagung der Niederwöllſtädter
Konferenz ſoll am 29. April im Basler Hof zu Frankfurt
am Main ſtattfinden. Sie beginnt vormittags 10 Uhr
und wird, im Unterſchied zu der ſeitherigen Ordnung,
nach dem gemeinſchaftlichen Mittageſſen fortgeſetzt
wer=
den. Nach Eröffnung mit Geſang und Gebet wird Pfarrer
Eßlinger=Auerbach die Beſprechung über Luc. 15, 1—7
einleiten. Es folgt dann ein Vortrag von Pfarrer
Kalb=
henn=Ober=Mockſtadt über: „Das Rätſel des Leidens”.
Nach Tiſch werden zunächſt die mehr geſchäftlichen
Ange=
legenheiten erledigt. An ſie ſchließt ſich ein Referat von
Pfarrer Hill=Dalsheim an: „Was predigen wir den
mo=
dernen Menſchen?‟ Eine Denkſchrift deren Herausgabe
aus Anlaß des 50jährigen Beſtehens der Konferenz auf
der letzten Tagung beſchloſſen wurde, ſoll unter die
Mit=
glieder verteilt, kann aber auch anderen, die ſich dafür
intereſſieren, zugänglich gemacht werden. Gäſte ſind
will=
kommen.
Ausſtellung. Im Schaufenſter von Herrn
Hof=
vergolder Sonnthal in der Eliſabethenſtraße iſt zurzeit
ein von Fräulein Martha Velte, hier, gemaltes
Oel=
bild einer jungen hieſigen Dame ausgeſtellt, das
erheb=
liches künſtleriſches Intereſſe beanſpruchen darf. Das Bild
iſt ſprechend ähnlich und, in der kräftigen, modern=lockeren
hunden Technik gemalt, im Kolorit reif und ſchön. Es iſt
übrigens von vorzüglicher Charakteriſierung, alſo die
Schöpfung eines den Durchſchnitt weit überragenden
Talents.
* Bezirk Darmſtadt Gabelsberger Stenographen. Am
3. Mai hält der Bezirk ſeine Tagung in Langen bei
Darmſtadt ab. Es beteiligen ſich die Gabelsberger
Steno=
graphenvereine in Arheilgen, Beerfelden. Biſchofsheim,
Darmſtadt. Dieburg. Dornheim, Dreieichenhain,
Eber=
ſtadt, Erbach. Gernsheim, Ginsheim, Götzenhain,
Gries=
heim, Groß=Gerau, Groß=Umſtadt, Groß=Zimmern,
Gun=
dershauſen. Guſtavsburg, Höchſt, Kelſterbach. König,
Kirchbrombach, Langen. Langenbrombach, Michelſtadt,
Mümling=Grumbach, Nauheim, Ober=Ramſtadt.
Rein=
heim. Rüſſelsheim, Sandbach. Traiſa. Sprendlingen,
Walldorf. Zell. Für das Wettſchreiben ſind zwei
Schul=
häuſer vorgeſehen, die aber kaum ausreichen werden, da
die Zahl der Anmeldungen die Erwartungen übertrifft.
Das Wettſchreiben gilt als Vorprüfung für das große
Bundeswettſchreiben, es wird deshalb genau ſo wie
die=
ſes durchgeführt. Den Siegern winken ſchöne
Ehren=
preiſe. Auch der Protektor des Bezirks Seine Durchlaucht
Fürſt Alexander zu Erbach=Schönberg hat einen ſolchen
ge=
ſtiftet, ferner wurden vom Stadtrat und vielen Bürgern
Langens Ehrenpreiſe zur Verfügung geſtellt. Alle Freunde
der Gabelsbergerſchen Stenographie können an dem
Be=
zirkstage teilnehmen.
Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats März
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 141
Ochſen, 7 Bullen, 263 Kühe, 14 Jungrinder, 899 Kälber,
2668 Schweine, 93 Schafe, 9 Ziegen und 19 Pferde —
Beanſtandet wurden: 100 Ochſen, 5 Bullen, 186 Kühe,
5 Jungrinder, 31 Kälber, 510 Schweine, 16 Schafe
und 3 Pferde. — Minderwertig wurde erklärt
das Fleiſch von: * Ochſen, 8¾ Kühen, 1
Jung=
rind, 2 Kälbern und 8¼ Schweinen. — Bedingt
tauglich war das Fleiſch von: 1½ Ochſen,‟ Kühen
und 1¼ Schweinen. — Untauglich waren: 2 Kühe,
1 Jungrind und 5 Schweine, 1617 Organe, 233 kg
Fett und 219 kg Fleiſch von 856 Tieren. — Auf
Trichinen unterſucht wurden: 2668 im Schlachthaus
geſchlachtete und 1 von Privaten geſchlachtetes
Schweine, ſowie 5672 kg für hieſige Metzger
ein=
geführtes friſches Fleiſch Cvon 264 Schweinen und
1 Sendung Wurſt. — Der Nachunterſuchung unter=
zogen wurden: 995 Sendungen eingeführtes Fleiſch,
enthaltend: 12098 kg Rindfleiſch, 5008 kg
Schweine=
fleiſch, 652 kg Kalbfleiſch, 1888 kg Hammelfleiſch, 1208 kg
Ziegenfleiſch und 26 kg Pferdefleiſch.
Entgleiſter Straßenbahnwagen. Freitag abend
9,40 Uhr entgleiſte der Straßenbahnwagen Nr. 40, Ecke
Beſſunger= und Ludwigshöhſtraße. Derſelbe geriet auf
den unmittelbar neben dem Gleiſe liegenden Gehweg
und ſtieß mit der vorderen Plattform die Scheibe des
dort befindlichen Weißwarengeſchäftes von Rudolf Fey
ein. Nachdem das Hereinholen des Wagens durch das
Werkſtättenperſonal der Straßenbahn um 10,30 Uhr
er=
ledigt war, konnte der durchgehende Betrieb bis zur
Landskronſtraße wieder aufgenommen werden. Die
Entgleiſung des Wagens iſt vermutlich auf zu ſchnelles
Fahren des Wagenführers zurückzuführen.
§ Geiſteskranker. Ein aus der Heil= und
Pflege=
anſtalt Philippshoſpital entwichener Geiſteskranker iſt
am Freitag abend gegen 8 Uhr in der Rheinſtraße hier
von einem Schutzmann angehalten und in das Städtiſche
Krankenhaus verbracht worden.
§ Zimmerbrand. Am Freitag abend kurz nach
8 Uhr fand im Hauſe Hinkelsgaſſe Nr. 7 ein
Zimmer=
brand ſtatt, welcher durch die Hausbewohner alsbald
gelöſcht wurde. Die herbeigerufene Feuerwehrwache
hatte nicht mehr in Tätigkeit zu treten.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu
aus=
geſtellt: Vom Aufenthalt des Kaiſers in Korfu — Beſuch
des Erzherzogs Franz Ferdinand in München — Vom
25jährigen Regierungsjubiläum des Fürſten von Monaco
— Das neue Univerſitätsgebäude in Zürich.
Die Streikklauſel im Bauvertrag.
(Nachdruck verboten.)
js. In Bauverträgen wird wohl regelmäßig
eine vom Bauunternehmer an den Bauherrn zu zahlende
Vertragsſtrafe für den Fall verſpäteter
Fertigſtel=
lung des Baues feſtgeſetzt. Andererſeits ſuchen ſich die
Bauunternehmer durch Aufnahme einer
Streikklau=
ſel in den Vertrag dagegen zu ſchützen, daß ſie auch
dann, wenn der Bau infolge Streiks verzögert wird, auf
die Vertragsſtrafe in Anſpruch genommen werden können.
Nur laſſen dieſe Streikklauſeln nicht ſtets die
wünſchens=
werte Klarheit darüber erkennen, für welche Fälle ſie
Gel=
tung haben ſollen. Es iſt dann Sache der Auslegung der
Gerichte, über die Bedeutung der Klauſel zu befinden. In
einem jetzt vom Reichsgericht entſchiedenen Streitfalle iſt
der Begriff der „Arbeitseinſtellung” (dieſer
Aus=
druck iſt in dem betreffenden Vertrage gebraucht)
ausdeh=
nend dahin ausgelegt worden, daß darunter auch die vom
Arbeitgeberverband beſchloſſene und vom
Bauunterneh=
mer durchgeführte Ausſperrung der Arbeiter
fällt. Der Sachverhalt des Rechtsſtreites war folgender:
Die Architekten= und Bauunternehmerfirma Gebr. M. in
Mainz übernahm durch Vertrag vom 28. Januar 1910 für
die Geſellſchaft für Wohnungsbau in Mainz die
Her=
ſtellung eines Gebäudes im Rohbau für 52200 Mark. Der
Rohbau ſollte ſpäteſtens bis zum 31. Mai 1910 zur
polizei=
lichen Abnahme fertig ſein; bei Ueberſchreitung dieſer
Friſt ſollten die Unternehmer eine von der Bauſumme zu
berechnende Vertragsſtrafe zu zahlen haben. Im § 6 des
Vertrages war aber weiter beſtimmt, daß, falls
Arbeits=
einſtellungen in einzelnen Gewerben eintreten würden,
die die rechtzeitige Einhaltung des Termins der
Fertig=
ſtellung unmöglich machen ſollten, der Termin um
ent=
ſprechende Zeit verlängert werden ſollte. Tatſächlich iſt
der Rohbau auch erſt 56 Tage nach dem feſtgeſetzten
Ter=
min, nämlich erſt am 26. Juli 1910, fertig geworden, und
zwar deshalb, weil vom 15. April bis 22. Juni 1910 die
geſamten Arbeiter im Maurergewerbe vom
Arbeitgeber=
verband Mitteldeutſchlands, dem auch die Firma Gebr. M.
angehörte, ausgeſperrt geweſen ſind. Mit einer gegen die
Geſellſchaft für Wlohnungsbau erhobenen Klage verlangt
die Firma Gebr. M. die Zahlung einer Reſtforderung aus
dem Bauvertrage. Hiergegen rechnet die beklagte
Geſell=
ſchaft mit einem Betrage von 11600 Mark als
Vertrags=
ſtrafe für die verſpätete Fertigſtellung des Baues auf. Die
Klägerin meint aber, die Beklagte könne keine
Vertrags=
ſtrafe verlangen, weil die Ausſperrung der Arbeiter als
Arbeitseinſtellung im Sinne des Vertrages aufgefaßt
wer=
den müſſe.
Landgericht Mainz und Oberlandesgericht
Darmſtadt erkannten zugunſten der Klägerin: die
Be=
klagte wurde zur Zahlung des Reſtes der Bauſumme
ver=
urteilt und mit ihrem Anſpruch auf die Vertragsſtrafe
ab=
gewieſen. In ſeinen Entſcheidungsgründen führt das
Oberlandesgericht aus: Nach dem Wortlaut des Vertrages
allein würde nur eine Arbeitseinſtellung, die die
recht=
zeitige Einhaltung des Termins zur Fertigſtellung des
Baues unmöglich machte, die Klägerin zur
Hinausſchieb=
ung des Termins berechtigen. Es iſt auch richtig, daß
zwi=
ſchen Arbeitseinſtellung und Ausſperrung an ſich zu
unter=
ſcheiden iſt. Aber die rein wörtliche Auslegung des
Ver=
trages kann nicht entſcheidend ſein. Der Vertrag iſt
viel=
mehr nach § 157 Bürgerlichen Geſetzbuches ſo auszulegen,
wie Treu und Glauben mit Rückſicht auf die Verkehrsſitte
halb unſeres neueſten Kunſtgewerbes einigermaßen
Be=
ſcheid weiß. Es ſtand zu befürchten, daß dieſe erſte
Werk=
bund=Ausſtellung auch angekränkelt ſein würde von der
Verflachung, der viele unſerer Architekten und
Gewerbe=
künſtler auf einmal wieder verfallen ſind. Bei der Abſicht,
aus der Gradlinigkeit des einmal eingeſchlagenen Weges
herauszukommen, ſind, wie man weiß, viele bei
kunſt=
loſen Kapnzinaden angelangt. Um nicht mehr puritaniſch
zu erſcheinen, haben ſie plötzlich Dinge gemacht, die weder
neu, noch eigen, noch irgendwie künſtleriſch waren. Nur
mit Mißbehagen genoß man dieſe in den letzten Jahren
allzu häufig angeſtellten Experimente. Die Werkbund=
Leitung hat angeſichts dieſer Situation ſehr klug
gehan=
delt, indem ſie, den Ausſtellungsbauten nach zu urteilen,
auf Unterlaſſung aller weitgehenden Experimente
hin=
wirkte. Man hat beim Abſchreiten dieſer Baukomplexe
das Gefühl, als ob den Baumeiſtern unaufhörlich
nahe=
gelegt worden wäre, von allem eigenwilligen
Ueber=
ſchwang abzuſehen und ſich ſachlich einem großen
Geſamt=
plan einzuordnen. Das klingt etwas nach Reſignation,
iſt es wohl auch angeſichts der Tatſache, daß man in Köln
ſchließlich die beſten unſerer Baumeiſter aufgeboten hat
Aber wenn man ſich damit abgefunden hat, daß
künſtle=
riſche Ekſtaſen an dieſen Ausſtellungsarchitekturen nicht zu
erleben ſind, iſt das Ganze in ſeiner modernen Sachlichkeit
und ſeiner Einheitlichkeit imponierend. Gewiß geht dieſe
Einheitlichkeit nicht bis zur Unterdrückung der einzelnen
Perſönlichkeiten. Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich, daß man
einen Behrens neben einem Paul, einen Hoffmann neben
Mutheſius und Fiſcher, die Leſſow und Kühne gegenüber
einem Gropius durchſpürt; aber wenn dieſe Bindung der
Individualitäten auch kein Zeichen von Kraft und
Selbſt=
bewußtſein war, ſo war es für den Werkbund doch das
Mittel, vor Peinlichkeit bewahrt zu bleiben.
Die Lage der Ausſtellung auf ehemaligem
Feſtungs=
gelände am Rheinufer iſt ſelten günſtig. Den Strom
ent=
lang zieht ſich eine Terraſſenſtraße mit Wein= und
Bier=
reſtaurants, Caféhäuſern uſw., die von Bruno Paul,
Peter Behrens, Adalbert Niemeyer ihre Ausſtattung
er=
halten haben. Der Geſamtplan iſt vielleicht nicht ſo
über=
ſichtlich aufgeteilt, wie es ſonſt auf Ausſtellungen der Fall
zu ſein pflegt. Dafür ſind räumlich geſchloſſene
Kompar=
timente, Straßen und Platzanlagen entſtanden, die in
ihrer harmoniſchen Geſtaltung angenehm wirken. Eine
große Achſe, umſäumt von den Verkehrshallen von
Eberhardt und dem von Mutheſius gebauten Haus der
Farbenſchau, hat ihren Blickpunkt in einem
Tee=
häuschen von Kreis, das ſich hoch oben auf einem
Stück der alten Feſtungsmauer erhebt. Eine zweite Achſe
führt von dem Verwaltungsgebäude, das der Kölner
Architekt Moritz mit ein paar dickbäuchigen Türmen
ausſtattete, durch eine lange Ladenſtraße, deren
Schaufenſter unter Regie des Hageners Oſthaus
ſtehen werden. Sie beginnt bei einem ſehr fein
geform=
ten Haus von Ludwig Pfaffendorf und endet bei
em öſterreichiſchen Haus, das einem Joſeph
Hoffmann ſeine hohen künſtleriſchen Qualitäten
ver=
dankt. Gegenüber dieſem öſterreichiſchen Haus erhebt ſich
ſehr feierlich, ſehr pathetiſch, die Feſthalle von
Beh=
rens, der auch nach Köln etwas von ſeiner Schinkel=
Nach=
folge zu bringen verſucht hat. Dieſe Bauten umſchließen
einen Platz, der ſich nach dem Rhein zu öffnet. Auf der
anderen Seite wird er abgeſchloſſen durch die
Haupt=
halle Theodor Fiſchers, deren Kuppel im Innern
ſehr fein emporſtrebt. An der Faſſade ſind Fresken von
dem Stuttgarter Hölzel vorgeſehen, mit denen aber
bis jetzt noch kaum angefangen iſt. In dieſer Abteilung
wird vermutlich die ganze Aufmerkſamkeit ein Bureau=
haus von Walter Gropius auf ſich lenken: Ein
Zweckbau von verblüffender Eindringlichkeit. Gropius hat
ſich in dem Bureauhaus das Problem ſo geſtellt, daß nach
dem Platz zu die Korridore gelegen ſind, während die
Arbeitsräume ſich durch rieſige Fenſter auf den ruhigeren
Hof hin öffnen. Nach der Straßenſeite zu ſind ganz
ſchmale, vertikale Lichtöffnungen in die vertikal orientierte
Faſſade eingeſchnitten. Dieſe Art der Fenſterführung,
das Schwarz=Weiß dieſer Kalkſandſteinfaſſade, der
ge=
ruhige Geſimsabſchluß machen den Bau zu einem
Monu=
ment aus einem Guß, das, wie zu hoffen iſt, in unſeren
Großſtädten Schule machen wird. Als heimatliche
An=
regung für die weſtlichen Bezirke iſt, hier anſchließend,
das Niederrheiniſche Dorf gedacht, das unter
Leitung des in Eſſen vielfach bewährten Metzendorf
entſtanden iſt und das in Bauernhäuſern, Viehſtällen,
einem Dorfgaſthaus und einer Dorfkirche veredelte
Hei=
matkunſt darbietet.
Zwei Bauten, die künſtleriſch ſehr intereſſiert hätten:
das Glashaus von Bruno Taut und das
Thea=
ter von van de Velde, ſind leider noch nicht über die
Anfangsſtadien hinaus. Man betritt den Theaterraum
und ſieht da an den Fundamentmauern ſchon die
eigen=
artigen Linienzüge des Mannes, der einſt mit dem Pathos
ſeiner Predigten dieſe ganze Bewegung entfachte und
ent=
flammte. Sie iſt hier in Köln bei einer großen, vielleicht
allzu großen Einheitlichkeit gelandet. Hoffen wir, daß
der Inhalt dieſer Halle die Erwartungen nicht Lügen
ſtra=
fen wird, die die Anſtändiskeit dieſer Bauten weckt.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
Nummer 107.
es erfordern. Von dieſem Standpunkte aus iſt aber der
Begriff „Arbeitseinſtellung” im weiteren Sinne zu
ver=
ſtehen: jede Nichttätigkeit der Arbeiter überhaupt, mag
ſie auf Arbeitseinſtellung oder auf Ausſperrung beruhen,
ſollte die Klägerin im Sinne des Vertrages berechtigen,
den Fertigſtellungstermin hinauszuſchieben. Tatſächlich
blieben auch die Arbeiter nach Bekanntgabe der
Ausſper=
rung kurzerhand von der Arbeitsſtelle weg. Die Klägerin
war gar nicht in der Lage, den Bau rechtzeitig
fertigzuſtel=
len. Sie mußte ſich dem Ausſperrungsbeſchluß des
Ar=
beitgeberverbandes, dem ſie angehörte, unbedingt fügen,
wenn ſie ſich nicht moraliſch und geſchäftlich ruinieren
wollte. Die Vertragsſtrafe kann deshalb von der
Beklag=
ten nicht verlangt werden.
Das Reichsgericht hat dieſes Urteil des
Ober=
landesgerichts beſtätigt und die Reviſion der
Beklag=
ten zurückgewieſen, weil, wie kurz bemerkt wurde,
es ſich lediglich um die Auslegung des Vertrages handelt
und dieſe Auslegung einen Rechtsirrtum nicht erkennen
läßt.
Kriegsgericht.
g. Wegen umfangreichen Unterſchlagungen
und Betrügereien ſtand geſtern der aus
Rainrod (Kreis Schotten) ſtammende
Vizewacht=
meiſter Auguſt Schmidt vom Train=Bataillon Nr. 18,
vor dem Kriegsgericht. Schmidt, dem dienſtlich
das Zeugnis guter Führung ausgeſtellt wurde,
iſt ſeit 1909 mit einer Unterbrechung Rechnungsführer des
Offizierkaſinos. Die ſämtlichen von ihm begangenen
Ver=
untreuungen konnten nicht feſtgeſtellt werden. Entgegen
den dienſtlichen Vorſchriften hat Schmidt ſelbſtändig
Lieferungsverträge mit verſchiedenen Firmen auf
Rech=
nung des Kaſinos abgeſchloſſen, um alsdann die
erhal=
tenen Zigarren und Zigaretten in und außerhalb des
Kaſinos auf eigene Fauſt zu verkaufen, ohne die
einlaufen=
den Rechnungen zu begleichen. Durch die Verfehlungen
iſt eine Anzahl Firmen aus Hamburg. Dresden.
Mün=
chen um ungefähr 2400 Mark geſchädigt. Bei einer
Reviſion im Februar legte Schmidt eine gefälſchte
Quit=
tung über 190 Mark vor, um zu verdecken, daß er den zur
Zahlung erhaltenen Betrag für ſich verbraucht hatte.
Im Auguſt 1913 ſollte Schmidt eine Aufſtellung der
Ausſtände des Offizierkaſinos geben. Angeblich, um
ver=
ſchiedene Offiziere nicht zu ſchädigen, fälſchte er in der
Aufführung eine ganze Anzahl erheblicher Poſten. Die
von Schmidt unterſchlagenen, ihm anvertrauten Gelder
betragen nachweislich 1200 Mark, doch iſt der Betrag
an=
ſcheinend weit höher, was jedoch nicht mehr feſtzuſtellen
iſt. Weiter wird dem Angellagten zur Laſt gelegt, daß er
ein ihm zur Aufbewahrung übergebenes Sparkaſſenbuch
über 500 Mark abgehoben und für ſich verbraucht hat. Er
bezahlte damit Warenſchulden. Schließlich hat Schmidt
Beſtellungen von Poſtkarten gemacht, die er ſelbſt
ver=
kaufte, aber auf Rechnung des Kaſinos beſtellte. Entdeckt
wurden die Unterſchlagungen dadurch, daß eine hieſige
Zigarrenfirma ſich direkt an das Regiment wandte um
Anerkennung einer Rechnung von 1040 Mark. Als
Schmidt nun danach gefragt wurde, von wem das Kaſino
die Zigarren und Zigaretten beziehe, nannte er eine ganze
Anzahl Firmen, aber die fragliche Firma, die um
Aner=
kennung ihrer Rechnung erſuchte, war nicht darunter. Auf
ausdrückliches Befragen gab Schmidt dann zu, daß auch
dieſe Firma geliefert habe. Rechnungen oder Belege
kannte er nicht beibringen. Als noch verhandelt wurde,
kam eine andere Rechnung über 250 Mark. Schmidt wurde
verlegen und erklärte dem Offizier, er werde die Summe
zahlen, er ſei momentan in Verlegenheit geweſen, da er
für ein uneheliches Kind Abfindung bezahlen mußte.
Nach dieſem Vorkommnis wurde eine eingehende
Re=
viſion vorgenommen, die die Verfehlungen ans Tageslicht
brachte. Die Verfehlungen waren durch eine völlig
unzu=
reichende Buchführung und mangelhafte Kontrolle
ermög=
licht. Zu den Reviſionen wurden die Belege nicht
vorge=
legt, da ſämtliche Rechnungen von Schmidt vernichtet
wur=
den, ſo daß die Reviſionen völlig zwecklos waren. Weiter
hatte Schmidt den Schlüſſel zum Weinkeller und konnte
nach Belieben entnehmen. Er nahm auch die Gelder
ent=
gegen und rechnete nur monatlich ab. Weil die
Buchfüh=
rung vollſtändig unzureichend iſt, kann auch der Umfang
der Verfehlungen nicht mehr annähernd feſtgeſtellt werden.
Das Geld brachte Schmidt in weiblicher Geſellſchaft durch.
Der Vertreter der Anklage beantragte gegen
Schmidt 1 Jahr 6 Monate Gefängnis Verſetzung in
die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes und Degradation.
Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Betrugs
in 10 Fällen und Unterſchlagung in 11 Fällen, Erſtattung
einer falſchen dienſtlichen Meldung und ſchwerer
Urkunden=
fälſchung zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis Ver=
ſetzung in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes und
De=
gradation.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 18. April 1914.
Butter, ½ kg1,35—1,40 M. Schwarzwurz, ½kg 25-30 Pf.
in Part., ½ kg1,25-1,30 M. Gurken, Stück . 50—60 Pf.
Eier, Stück
—8 Pf. Rhabarber ½ kg . 30 Pf.
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück . 4—10 Pf. Geflügel, Wildbret:
Kartoffeln, Ztr. 2,50-3,00 M. Gänſe, ½ kg . 00—00 Pf.
Kumpf (10 Liter) 45—50 Pf. Enten, Stück 3,00—4,00 M.
—5 Pf. Hahnen, Stück 2,50—3,50 M.
½ kg
Mäuschen ½ kg. 12—14 Pf. Hühner, Stück 2,50—3,00 M.
Tauben
. 65—70 Pf.
Obſt u. dergl.:
Lapins, Stück 1,00—1,20 M.
Aepfel, ½ kg. . 12—25 Pf. Zicklein
2,50—4 M.
Zitronen, Stück . 4—5 P
Fiſche:
Apfelſinen, Stück 6—7 Pf.
Birnen, ½ kg . 20—30 Pf. Hecht, ½ kg . 0,90—1 M.
1 M.
Salat, Gemüſe uſw.:Aal, ½ kg
Kopfſalat, Stück 15—16 Pf. Karpfen, ½ ko 70 Pf.
Kohlrabi, neue 12—15 Pf. Andere Rheinfiſche,
. . 35—60 Pf
½ kg.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf. Rotzungen, ½ kg 60 Pf
Radieschen, Bündel 2—3 Pf.
„ 10—20 Pf. Schollen, ½ kg . . 50 Pf.
Rettiche,
Stück . . 15 Pf. Kabeljau, ½ kg 30 —35 Pf.
Meerrettich, Stück 10—25 Pf. Schellfiſche, ½ kg 30—35 Pf.
Roterüben, ½ kg . 10 Pf. In den Fleiſchſtänden:
Zwiebeln ½ kg 18—20 Pf. Rindfleiſch, ½ kg . 66 Pf.
Tomaten, ½ kg 70—80 Pf. Hackfleiſch, ½ kg . 70 P
Spinat, ½ kg 16—18 Pf. Rindsfett, ½ kg . 56 Pf
Weißkraut, Stück 8—30 Pf. Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Rottraut, Stück 10—30 Pf. Schweinefleiſch, ½ kg 80 Pf.
Blumenkohl, Stück 30—80 Pf. Geſalzenes und Koteletts,
½ kg . . . 86 Pf
Spargel I. Sorte
80—90 Pf. Schwartemagen und
kg.
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Spargel II. Sorte
50 Pf. Leber= und Blutwurſt,
kg
70 Pf
Roſenkohl, ½ kg 30—35 Pf. ½ kg
Gelberüben, ½ kg 5—6 Pf. Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf.
H. Lampertheim, 17. April. (Leichenländung.)
Auf dem ſogenannten Eisberg im Altrhein wurde heute
früh eine unbekannte männliche Leiche gefunden, die bei
dem letzten Hochwaſſer anſcheinend dort angeſchwemmt
wurde. Nach dem Ausſehen der Leiche zu urteilen, ſcheint
dieſe ſchon längere Zeit im Waſſer und an der Fundſtelle
gelegen zu haben. Bei dem Ertrunkenen, der Mitte der
30er Jahre zu ſtehen ſcheint, wurde außer deutſchem auch
ſchwerzeriſches Geld gefunden. Die Bergung der Leiche
geſtaltete ſich äußerſt ſchwierig.
Mainz, 18. April. (Automobilverbindung
Mainz-Erbenheim.) Geſtern nachmittag fand in
Wallau eine Verſammlung ſtatt, die ſich mit der Schaffung
einer Automobilverbindung Wallau-Erbenheim und
Erbenheim-Mainz befaßte. Beſchloſſen wurde die
Ein=
richtung einer zweimaligen täglichen Fahrt Erbenheim-
Mainz, ſowie einer fortgeſetzten Verbindung Erbenheim-
Wallau mit Anſchluß an alle von Niedernhauſen bezw.
Wiesbaden eintreffenden Züge. Am Montag, den 27.
April, ſoll die Fahrt ihren Anfang nehmen. Der Preis
für die Fahrt Erbenheim-Wallau beträgt 40 Pfg. Die
Verbindung wird beſorgt durch ein von den Höchſter
Farb=
werken geſtelltes Auto.
Büdingen, 18. April. (Tödlicher Unfall.) In
dem Breitenborner Baſaltwerk iſt der verheiratete Arbeiter
K. Schwab aus Rinderbügen tödlich verunglückt. Ein
ab=
ſtürzender Baſaltblock verletzte den Mann ſo ſchwer, daß
er auf dem Transport ſtarb.
Trais=Horloff, 18. April. (Raufhändel
zwi=
ſchen Vater und Sohn.) Im benachbarten
Inhei=
den kum es zwiſchen Vater und Sohn der Familie R. zu
heftigen Streitigkeiten, die zuletzt in eine Schlägerei mit
Meſſer und Axt ausarteten. Alle Bemühungen der
Nach=
barſchaft, die Kampfhähne zur Ruhe und zur Verſöhnung
zu bringen, waren vergeblich. Einer der Nachbarn wurde
in den Arm geſtochen. Der Bürgermeiſter ſah ſich
ſchließ=
lich gezwungen, die Gendarmerie telephoniſch aus Hungen
herbeizurufen, welche die beiden Unholde in
Polizei=
gewahrſam nahm.
Der Verein Braunshardter Heim
hielt im Neuen Gerichtsgebäude ſeine
Mitgliederverſamm=
lung ab, der u. a. auch Fürſtin Marie zu Erbach=
Schönberg, die Vorſitzende des Vereins, beiwohnte.
Generalſtaatsanwalt Dr. Preetorius leitete die
Sitz=
ung. Er begrüßte die Anweſenden und wies auf die
Schwierigkeiten hin, die dem Verein im letzten Jahre
er=
wuchſen, vor allem auf die Kalamität der Waſſerverſorg=
ung des Heims. — Dann erſtattete der Geſchäftsführer,
Hofprediger Quack, den Bericht für das Jahr 1913. Er
führte aus: Es war ein Jahr der Sorge. Nur ein kleiner
Kreis hat Intereſſe an der Arbeit des Vereins, und ſo hält
es ſchwer, die Mittel zu einer erfolgreichen Arbeit
aufzu=
bringen. Eine Reihe alter und neuer Freunde verſuchte
durch Spenden über die finanziellen Schwierigkeiten
hin=
wegzuhelfen. So gab u. a. J. M. die Kaiſerin von
Ruß=
land 300 Rubel. Das Heim iſt überfüllt. Es müſſen oft
Mädchen aufgenommen werden, für die die Wohltaten des
Vereins urſprünglich nicht beſtimmt ſind. Die Verbindung
mit dem Aſyl der Frau Walter iſt aufgehoben worden.
Man trat an die Stadt Darmſtadt heran zur Errichtung
eines Aſyls. Die Stadt lehnte dies ab, uberwies dem
Verein aber Plätze im Arbeitshaus; die Räume wurden
von der Vorſitzenden, J. Durchl. der Fürſtin Marie
beſich=
tigt und für einwandfrei gefunden. Jedes Mädchen, das
im Heim Aufnahme findet, ſoll aus geſundheitlichen
Gründen eine Nacht im Krankenhaus untergebracht
wer=
den. Die Aſylfrage wird wohl durch den guten Willen der
ſtädtiſchen Behörden in erſprießlicher Weiſe gelöſt werden.
Im Heim ſelbſt bereitete die größte Sorge die Trink= und
Waſchwaſſerfrage. Da der Wäſchereibetrieb 3000 Mark
ausmacht, ſo iſt die Waſſerfrage von höchſter Wichtigkeit.
Es wurde unter großen Koſten eine Brunnenanlage
ge=
baut, die jetzt zwar reichlich Waſſer liefert, aber von
mangelhafter Beſchaffenheit iſt. Es muß alſo ein Filter
aufgeſtellt werden. Weiter war es nötig, eine neue
Trocken=
halle zu erbauen und die Waſchküche in ein Nebengebäude
zu verlegen. Die Pflegerinnen, Schweſtern des
Eliſabethen=
ſtifts ſind dieſelben geblieben, trotz der mühſeligen Arbeit,
Die Art der aufgenommenen Mädchen dagegen hat ſich
ge=
ändert. Die Zahl der wirklichen Strafgefangenen tritt
zu=
rück. Die Mädchen finden Arbeit, ſcheuen wohl auch däs
Leben in der Anſtalt. An Stelle der freiwillig
aufgenom=
menen traten ſolche, die geſchickt wurden. Die Schützlinge
haben fleißig gearbeitet; ſie ſind gut genährt, der
Geſund=
heitszuſtand iſt ein guter. In dem Heim waren 34
Mäd=
chen, 17 davon vom Vorjahr. Einige entwichen aus der
Anſtalt, einige wurden entlaſſen, ein Mädchen mußte
ent=
mündigt werden und kam in eine Pflegeanſtalt, ein
Zög=
ling wandte ſich der Krankenpflege zu. Ein längerer
Aufenthalt in der Anſtalt wäre erwünſcht. Den Höhepunkt
des inneren Lebens im Heim bildete die Weihnachtsfeier.
Der Geſchäftsführer dankte allen denen, die dem Verein
hilfreich zur Seite geſtanden haben, er dankte vor allem
den Schweſtern und wünſchte, daß ſie im Vorſtand
ver=
treten ſein möchten.
Generalſtaatsanwalt Dr. Preetorius beſprach im
Anſchluß daran die zukünftige Geſtaltung des Afyls in
Darmſtadt, das eine Zwiſchenſtation bilden und momentan
unterkunftsbedürftigen weiblichen Perſonen Aufnahme
ge=
währen ſolle, während der Aufenthalt im Marienhof”
mindeſtens für ½ Jahr erfolge. Dem von Schatzmeiſter
Baur erſtatteten Rechenſchaftsbericht iſt zu entnehmen,
daß die Koſten der Geſamthaushaltung ſich auf 8132 Mark
ſtellten, während die Summe aller Ausgaben 11243 Mark
betrug. Die Einnahmen beliefen ſich auf 13905 Mark,
dar=
unter die Jahresbeiträge auf 4400 Mark und
außerordent=
liche Beiträge für die Errichtung einer Trockenhalle und
Brunnenanlage 1045 Mark. Die Koſten für die notwendige
neue Brunnenanlage ſind auf 4500 Mark berechnet. Der
Voranſchlag balanziert in Einnahme und Ausgabe mit
12 157 Mark.
Bei der erfolgten Vorſtandswahl wurden die
ſeitherigen Mitglieder wiedergewählt; anſtelle dreier
aus=
geſchiedener Damen wurden gewählt: Frau Dr. Repp=
Darmſtadt, Frau Dr. Schapiro=Mainz und Herr
Pfarrer Hickel vom hieſigen Eliſabethenſtift, das auch
jeweils die führende Schweſter im Heim ſtellt. Als letzter
Punkt der Tagesordnung war die Aufnahme eines
Dar=
lehens zwecks Durchführung der neuen Brunnenanlage
verzeichnet. Da die Fürſtin Marie jedoch die Hoffnung
ausſprach, daß es gelingen werde, die dafür erforderlichen
Mittel durch freiwillige Spenden aufzubringen, ſo wurde
dieſer Punkt nicht weiter behandelt. Nach einer näheren
Ausſprache über die vielſeitigen Leiſtungen der Inſaſſinnen,
beſonders auf dem Gebiet der Wäſcherei, ſchloß der
Vor=
ſitzende die Verſammlung mit Dankesworten an alle, die
das humane Unternehmen bisher unterſtützten.
Feuilleton,
* Der Diner=Erlaß des Kaiſers. Der Berliner
Bericht=
erſtatter des Londoner Standard weiß zu berichten, daß
Kaiſer Wilhelm unmittelbar vor ſeiner Abreiſe nach Korfu
eine Verfügung erlaſſen hat, die die Geſtaltung der Diners
betrifft, denen er beiwohnt. Ueber den Inhalt des
Er=
laſſes wird mitgeteilt, daß der Kaiſer die
Abendmahlzei=
ten, an denen er teilnimmt, nicht über die Dauer von
drei=
viertel Stunden ausgedehnt zu ſehen wünſcht. Ferner
wendet ſich der Erlaß gegen eine Sitte, die ja leider im
deutſchen Geſellſchaftsleben ſehr eingeriſſen iſt, und von
der nach dem Worte des Dichters der Bruch mehr ehrt,
als die Befolgung. Es iſt dies jene Sitte, daß nach
be=
endeter Mahlzeit der männliche und der weibliche Teil der
Geſellſchaft ſich voneinander ſcheidet und die Herren ſich
zur Zigarre und zum Likör zurückziehen, während die
Damen ſich ſelbſt überlaſſen bleiben. Das will der Kaiſer
vermieden ſehen. Sein Wunſch iſt, daß Männer und=
Frauen den Kaffee gemeinſam einnehmen und daß den
Herren das Rauchen von Zigaretten in der Gegenwart der
Damen geſtattet werde. Sind die Mitteilungen des
Lon=
doner Blattes zutreffend, ſo darf geſagt werden, daß der
Erlaß des Kaiſers einen berechtigten Rückſchlag gegen die
ausgedehnten Diners, wie ſie in der Berliner Geſellſchaft
neuerdings üblich geworden ſind, und gegen manche damit
verbundene Unſitte darſtellt.
CK Das Feſt im unterirdiſchen Palaſt. Die Freunde
und Pächter des Herzogs von Portland haben in dieſen
Tagen ein ſeltſames Schauſpiel genießen können: ſie
nahmen an einem prunkvollen Feſte teil, das der Herzog
zur Feier der Großjährigkeit ſeines Sohnes in dem
unter=
irdiſchen Schloſſe von Welbeck Abbey gab. Weit über
100 Millionen hat der 1879 verſtorbene fünfte Herzog von
Portland für dieſe Verwirklichung ſeines phantaſtiſchen
Traumes geopfert. Wie Semiramis ihre hängenden
Gär=
ten hatte, ſo ſtand der Sinn des Herzogs auf ein
unter=
irdiſches Schloß und auf einen unterirdiſchen Garten; ſein
unermeßlicher Reichtum geſtattete es dieſem engliſchen
Ariſtokraten, ſich ſeine Sonderlingslaunen zu erfüllen,
ohne ſeine Erben fühlbar zu beeinträchtigen. Und ein
Sonderling war der fünfte Herzog von Portland, ein
Original. Abgeſchloſſen vonsder Welt lebte er in Welbeck
Abbey, oder richtiger unter Welbeck Abbey, ſein
Einſiedler=
leben. Nie hat er geheiratet, klein war die Zahl ſeiner
engeren Freunde. Der Herzog wollte mit ſeinen
Gedan=
ken allein ſein, und ſo begrub er ſich in den rieſenhaften
und prunkvoll eingerichteten unterirdiſchen Räumen, in
denen er zu ſeiner Zerſtreuung auch eine der koſtbarſten
Gemäldegalerien Englands unterbrachte. Der jetzige
Her=
zog von Portland, ſeines Namens der ſechſte, hat wohl die
Beſitztümer und die Millionen des Maulwurfes von
Wel=
beck Abbey” geerbt, aber nicht deſſen abſonderliche
Neig=
ung; er iſt verheiratet, iſt Familienvater, und zur Feier
des 21. Geburtstages ſeines Sohnes, des Marquis von
Titchfield, lud er alle Freunde des Hauſes und alle ſeine
Pächter in das unterirdiſche Schloß. Welche Räume hier
unter der Erde ſich dehnen, mag man daraus ermeſſen, daß
im Gemäldeſaal 1400 Gäſte ſoupierten und daß in dem
großen Ballſaal vor Jahren einmal Chamberlain vor
einer Hörerſchaft von 5000 Menſchen eine Rede hielt.
Tauſendundeinenacht: Unter der Erde konnten die Gäſte
hier Spazierfahrten unternehmen, ausfreiten oder
luſt=
wandeln, wiewohl die meiſten ſicherlich nur ſtaunend von
Gemach zu Gemach eilten; aus dem unterirdiſchen Garten
in die unterirdiſchen Feſträume und weiter in die lange
Flucht intimer Gemächer. Hier fanden die Damen die
ent=
zückendſten Boudoirs, die Herren die gemütlichſten
Rauch=
zimmer; und über allem lag ein mildes roſiges Licht,
das den Lärm und das Treiben der Welt vergeſſen laſſen
konnte. Denn am Tage empfangen dieſe unterirdiſchen
Räume und Galerien ihr Licht durch mattgedämpfte
Ober=
lichtſcheiben, die kunſtvoll zwiſchen den Büſchen des
ober=
irdiſchen Gartens verborgen ſind. Am Abend aber
flam=
men die Tauſende und Abertauſende von Lichtern auf und
tauchen dieſe Behauſung unter der Erde, dieſes
unterirdi=
ſche Schloß, in ſtrahlendes, helles Licht.
* Der dankbare Bettler. Vor einigen Wochen ſtarb in
Paris ein Mann, der Jahrzehnte an der Porte Saint
denis als Bettler geſtanden hatte. Der Mann war im
Jahre 1870 im Feldzug Invalide geworden. In den
Som=
mermonaten konnte man den gebrechlichen Bettler ſchon
des Morgens gegen 5 Uhr an ſeinem Platze ſehen; in den
Wintermonaten von 7 Uhr an. Ein Deutſcher (
Familien=
vater), der täglich auf ſeinem Gange nach dem Bureau an
dem Armen vorüberkam, ſchenkte ihm jedesmal 1 oder 2
Sous. Als nun jüngſt nach kurzem Krankenlager der
Bett=
ler ſtarb, war der Deutſche nicht wenig erſtaunt, als ihm
eines Tages durch die Behörde eröffnet wurde, daß er und
ſeine Familie, die ſich gerade nicht in den roſigſten
Ver=
ältniſſen befanden, von dem alten Bettler aus
Dankbar=
keit, täglich eine kleine Gabe von ihm erhalten zu haben,
zum Univerſalerben ſeines aus 62000 Francs beſtehenden
Vermögens eingeſetzt worden war.
ml. Die beiden Schwindler in der Kompagnie. Von
einem bekannten franzöſiſchen Humoriſten erzählt eine
Pariſer Zeitung eine hübſche Anekdote, die ſich während
ſeiner Militärzeit zugetragen hat. Selbſtverſtändlich war
Herr T. der Spaßmacher der ganzen Kompagnie. Seine
Witzeleien floſſen in endloſem Strome. Eines Tages
er=
hielt er nun die Einladung eines guten Freundes zum
Diner. Urlaub mußte er unter allen Umſtänden haben,
aber wie ihn bekommen? Er meldete ſich bei ſeinem
Haupt=
mann: „Herr Hauptmann! Ich bitte um 48 Stunden
Ur=
laub. Meine Schweſter zieht um und hat mich erſucht, ihr
zu helfen!“ — „Ausgeſchloſſen! Gibt’s nicht! Uebrigens
hat Ihre Schweſter ſoeben telegraphiert, ſie behielte ihre
alte Wohnung.” Verdutzt ſteht mein Soldat da, ſchaut
den Hauptmann an, um deſſen Mundwinkel es verdächtig
zuckt und will dann abtreten; als er ſich plötzlich ein Herz
faßt und ſpricht: „Herr Hauptmann verzeihen! Ich muß
Ihnen mitteilen, daß es in Ihrer Kompagnie 2
Schwind=
ler gibt.” — „Nanu!” entgegnet der Hauptmann; „und
wer ſind dieſe?” — „Der eine bin ich, denn ich habe gar
keine Schweſter . . .‟ Der Hauptmann war entwaffnet.
Er brach in lautes Lachen aus und gewährte den
ge=
wünſchten Urlaub.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 18. April. Ein naher
Ver=
wandter des Kaiſers, Graf Friedrich von
Hohenau der Mitbeſitzer des Schloſſes Albrechtsburg
bei Dresden, iſt auf ſeinen ſchleſiſchen Gütern geſtorben.
Er war 1857 in Albrechtsburg als Sohn des Prinzen
Albrecht, eines Sohnes des Königs Friedrich Wilhelm III.
von Preußen, alſo eines Bruders Königs Wilhelm I. von
Preußen, geboren. Seine Mutter war eine Tochter des
Nummer 107.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. Apra 1914.
Seite 3.
Generals v. Rauch, mit der der Prinz morganatiſch
ver=
mählt war und der der Herzog von Meiningen den Titel
einer Gräfin von Hohenau verlieh. Graf Friedrich von
Hohenau, der mithin ein Vetter zweiten Grades des
deut=
ſchen Kaiſers iſt, brachte es in der militäriſchen Laufbahn
bis zum Major, in der Diplomatie bis zum Attachee in
der preußiſchen Geſandtſchaft in Dresden. Seit ungefähr
15 Jahren lebte er auf ſeinen ſchleſiſchen Gütern im
Ruhe=
ſtand. — Im Falle Berliner und Genoſſen wurde der
Anwalt der in Rußland gefangen gehaltenen Luftſchiffer
davon benachrichtigt, daß die Anklageſchrift behufs
Zuſtel=
lung an die Angeklagten beendet worden iſt. Die
Gerichts=
verhandlung ſoll am 30. April in Perm ſtattfinden.
Heute nacht ereignete ſich in dem Hauſe Treptowerſtraße 1
in Nieder=Schönhauſen eine Gasexploſion, bei der
die Frau des Zahntechnikers Hoffmann getötet wurde.
Der Ehemann Hoffmann kam um Mitternacht nach Hauſe
und wollte Licht anſtecken. In dem Augenblick, als ſich das
Feuerzeug entzündete, gab es eine laute Exploſion. Ein
Gashahn in der Wohnung war offen geblieben und die
Wohnung hatte ſich mit Gas angefüllt. Hoffmann erlitt
leichte Brandverletzungen. Die Polizei beſchlagnahmte die
Leiche der Frau. — Nunmehr iſt auch die letzte Leiche der
bei dem Bootsunglück Umgekommenen, nämlich die
des Fräulein Heidebrecher, aus dem Waſſer geborgen
worden.
18. April. Dem Berliner Magiſtrat liegt nunmehr
der endgültige Abſchluß für die 1. Einfuhrperiode
ruſſiſchen Fleiſches vor, und zwar von Oktober
1912 bis Juni 1913. Eingeführt wurde Fleiſch von 11383
Rindern, 29 242 Schweinen und 5271 Kälbern mit einem
Geſamtgewicht von 6134283 Kilogramm. Der wirkliche
Zuſchuß der Stadt Berlin betrug nicht, wie früher
ver=
lautete, 150000, ſondern nur 20 340 Mark.
Frankfurt 18. April. (Blutige
Ausſchreitun=
gen.) Vergangene Nacht kam es in einer Wirtſchaft, Alte
Mainzer Gaſſe 36, zwiſchen Zigeunern,
Korb=
machern und Arbeitern zu einem Wortwechſel, der
auf der Straße in Tätlichkeiten ausartete. Nach der
Schlägerei wurde vor einem benachbarten Hauſe der 23 Arbeiter Ludwig Wolf aus der Schönſtraße von
Paſſanten mit ſchweren Stichwunden an der linken Schläfe
und am linken Handgelenk bewußtlos aufgefunden. Die
alarmierte Rettungswache konnte nur den bereits
einge=
tretenen Tod infolge Verblutung feſtſtellen. In
dem Hinterhaus Alte Mainzer Gaſſe 36 fand die
Rettungs=
wache den 27jährigen Korbmacher Michael Engel aus
Otterberg in der Pfalz, der zurzeit hier bei ſeiner
Schwe=
ſter auf Beſuch weilt, mit verſchiedenen Stichwunden am
ganzen Körper in einer großen Blutlache liegend und
brachte ihn nach Anlegung von Notverbänden ins
Kran=
kenhaus. Ein dritter Verletzter, der ebenfalls mehrere
Stichwunden erhalten hatte, ergriff beim Herannahen der
Polizei die Flucht. Die inzwiſchen verſtärkte Polizei
um=
ſtellte hierauf das erwähnte Haus, in dem ſie drei
Per=
ſonen, einen Zigeuner, einen Korbmacher und einen
Ar=
beiter, feſtnahm.
Oeſtrich. 18. April. (Tödlicher Unfall.) In
einer chemiſchen Fabrik ſtürzte der Arbeiter Marck aus
Geiſenheim in einen mit Schwefelſäure angefüllten
Bot=
tich. Er ſtarb an den erlittenen Brandwunden.
Uerdingen, 18. April. (Wegen
Urkundenfäl=
ſchung und Unterſchlagung von 60000 Mk.)
bei der hieſigen Zweigniederlaſſung des Barmer
Bank=
vereins wurde der am 1. April ausgetretene frühere
Pro=
kuriſt Paul Janſen und der ſchon im vorigen Jahre
entlaſſene frühere Bankkaſſierer Walter Trappen
ver=
haftet. Beide haben das veruntreute Geld durch
Spe=
kulationen verloren. Sie verdeckten die Unterſchlagungen
durch gefälſchte Quittungen.
Sonderburg, 18. April. (Düppelfeier.) Heute
vor=
mittag vereinigten ſich hier die hieſigen Schulen,
Abord=
nungen des hieſigen 3. Bataillons des Füſilier=Regiments
„Königin” Nr. 86 und der Marine, die patriotiſchen
Ver=
eine und die ſtädtiſchen Kollegien mit einer Anzahl hier
weilender Veteranen zu einem impoſanten Feſtzug nach
dem Düppel=Denkmal. Hier hielt Gymnaſialdirektor
Dr. Spanuth=Flensburg eine Anſprache, in der er an die
glorreichen Ereigniſſe vor 50 Jahren erinnerte und, an die
Jugend gewendet, dieſe aufforderte, das ſchwer errungene
Gut für alle Zeiten zu bewahren. Hierauf folgte eine
Be=
kränzung des Denkmals und der Kriegergräber. Von nah
und fern waren prächtige Kranzſpenden von Behörden,
Korporationen und den Regimentern eingetroffen, die 1864
an dem Sturm auf Düppel beteiligt waren. Mittags trafen
mehrere hundert Veteranen aus Berlin und der Mark
Brandenburg auf einem Extradampfer von Kiel kommend
in Sonderburg ein.
Dresden, 18 April. (Verurteilte
Duellan=
ten.) Die Studenten Trotz von Hannover und
Linde=
mann von Reichenau wurden heute wegen eines in einem
Dresdener Gaſthofe ausgefochtenen Säbelduells vom
hieſi=
gen Landgericht zu je drei Monaten Gefängnis
ver=
urteilt.
Breslau, 18. April. (200 Häuſer eingeäſchert.)
In dem Dorfe Zenbrezyce bei Sucha wurden durch eine
von ſpielenden iKndern verurſachte Feuersbrunſt 200
Häu=
ſer eingeäſchert; 14 Perſonen haben Brandwunden
er=
litten.
Oſterode (Oſtpreußen), 18. April. (Großfeuer.)
In dem nahegelegenen Orte Bergfriede brach geſtern
Großfeuer aus, bei dem 6 Gehöfte mit 8 Wohnhäuſern
und zehn Wirtſchaftsgebäuden vollſtändig niederbrannten.
Rom, 18. April. (Unruhen der Weinbauern.)
Zu ſchweren Unruhen iſt es unter der weinbautreibenden
Bevölkerung von Cerignola gekommen, weil in den
dorti=
gen Weinbergen ausländiſche Arbeiter beſchäftigt wurden.
Auf das Verlangen der Winzer hatten die Weinbauern
ein Manifeſt erlaſſen, nach welchem ſie keine ausländiſchen
Arbeiter mehr einſtellen wollten. Trotzdem hatten die
bei=
den Beſitzer Biſama und de la Rochefoucould wieder
Aus=
länder in Dienſte genommen. Infolgedeſſen begaben ſich
3000 Winzer, mit Dreſchflegeln und Heugabeln bewaffnet
zu den Gehöften der beiden Beſitzer und forderten die
Ent=
laſſung der ausländiſchen Arbeiter. Die Beſitzer
verſpra=
chen dies, um den drohenden Ausſchreitungen ein Ende zu
machen.
Mailand, 18. April. (Streik.) 1100 Arbeiter, die am
Südende des im Bau begriffenen zweiten Simplontunnels
beſchäftigt ſind, haben geſtern unter der Forderung
bedeu=
tender Lohnerhöhung die Arbeit eingeſtellt.
Paris, 17. April. (Die Büſte Kaiſer
Wil=
helms.) Der Bildhauer Benzner hat infolge der
Aus=
führung einiger Blätter beſchloſſen, auf Grund des ihm
ſatzungsmäßig zuſtehenden Rechtes, die Büſte des Kaiſers
auszuſtellen.
Paris, 18. April. (Straßenraub.) Der
Stadt=
vertreter eines bedeutenden hieſigen
Bijouterie=
hauſes, der die Kundſchaft in Begleitung eines
An=
geſtellten mit einem Handwagen zu beſuchen pflegte in
dem ſich zuweilen Bijouterien im Werte von einer Million
Francs befanden, hatte in letzter Zeit bemerkt, daß ihm
verdächtige Perſonen folgten und benachrichtigte davon die
Polizei. Als nun geſtern auf dem Vendöme=Platz der
Angeſtellte, der den Wagen ſchob, ihn zum Scheine
außer=
acht ließ, ſprengte eine der verdächtigen Perſonen das
Schloß und ergriff die Taſche, die Bijouterien für 400000
Francs enthielt. Der Mann wurde ſofort verhaftet und
ebenſo fünf Mitſchuldige, die ſeine Bewegungen zu decken
verſucht hatten. Unter den Verhafteten befindet ſich der
1869 in Berlin geborene Graf Montgelas und ſein
1882 ebenfalls in Berlin geborener, angeblicher Sekretär
Breuer. Die Frau des Grafen Montgelas geborene
Berta Brüggemann, wurde kurz darauf verhaftet. Graf
Montgelas war wegen im Ausland begangener Diebſtähle
ſchon Gegenſtand zahlreicher polizeilicher
Ermittelungs=
verfahren. (Das Gräfliche Taſchenbuch weiſt einen
Grafen Maximilan Mongelas auf, 1869 in Lichtenrade
ge=
boren und 1911 in London mit Berta Sonja Meyer=
Brüggemann verheiratet.)
Petersburg, 18. April. (Räuber.) Geſtern abend
drangen drei bewaffnete Räuber in eine Bäckerei auf
dem Suworow=Proſpekt ein und beraubten die Kaſſe. Bei
ihrer Verfolgung wurde ein Räuber getötet, ein zweiter
und der Hausknecht verwundet, ein Räuber entkam.
Odeſſa, 18. April. (Eiſenbahnunfall.) Unweit
Shitamir ſtieß ein Perſonenzug mit einem Wagen
zuſam=
men. 17 Perſonen, darunter der Gouverneur des
Gou=
vernements Wplhynien, wurden zum Teil ſchwer
ver=
letzt.
Riga, 18. April. (Straßenkundgebungen.)
Geſtern veranſtalteten hier Arbeiter Straßenkundgebungen.
Wie amtlich gemeldet wird, wurde ein Polizeibeamter durch
einen aus der Menge geworfenen Stein verwundet. In
der Marienſtraße feuerten die Demonſtranten Schüſſe ab,
worauf auch die Polizei feuerte, doch wurde niemand
ver=
letzt. 25 Demonſtranten, darunter ſechs Frauen, wurden
verhaftet.
Gerichtszeitung.
* Leipzig, 18. April. Wegen Beleidigung des
In=
habers des bekannten Modehauſes Auguſt Polich=
Leipzig, begangen durch Verbreitung des Gerüchtes, daß
die genannte Firma in Zahlungsſchwierigkeiten ſei, iſt
vom Amtsgericht Berlin=Mitte die Verurteilung des
Ver=
breiters jenes Gerüchtes zu 50 Mark Geldſtrafe
erfolgt. Die Strafe iſt nach den Urteilsgründen nur
des=
halb ſo milde ausgefallen, weil der Angeklagte ernſtlich
bemüht geweſen iſt, ſein Unrecht wieder gutzumachen und
den Privatkläger zur Zurücknahme der Privatklage zu
veranlaſſen,
Luftfahrt.
Spionage?
— Mainz, 18. April. Wie nachträglich bekannt wird,
landete am erſten Oſterfeiertage in einem abgelegenen Teil
des Taunus ein franzöſiſcher Freiballon unter auffallenden
Umſtänden. Die beiden Inſaſſen hatten vor der Landung
verſchiedene Utenſilien, darunter franzöſiſche
Gene=
ralſtabskarten, aus dem Ballon geworfen,
dann den Bauern einen Betrag für Rückſendung des
Bal=
lons nach Paris übergeben und ſich ohne weiteren
Aufent=
halt entfernt. Der Ballon ſei, wie gemeldet wird, vom
Gouvernement Mainz beſchlagnahmt worden.
* Wien, 17. April. Der Berliner Flieger Reiterer,
der auf dem Fluge zur Teilnahme an dem
Schichtwett=
bewerb unterwegs war, und heute abend 6 Uhr 35 Min.
in Obergerſpitz bei Brünn aufſtieg, iſt um 7 Uhr 38 Min.
in Aſpern gelandet.
* Mailand, 18. April. Die Flieger Pégoud und
Dalmiſtro haben heute einen Vergleich unter
zeichnet. Pégoud zahlt an Dalmiſtro 55000 Lire,
wo=
von 36000 Lire den Schadenerſatz und 19000 Lire die
Rückerſtattung des Kaufpreiſes für den Apparat darſtellen,
den er zurücknimmt.
* Paris, 18. April. Dem Petit Pariſien zufolge
hat das Kriegsminiſterium über die Landung des
franzöſiſchen Militärfliegers Hauptmann
Fort bei Rezonville bisher nur ein Telegramm
erhal=
ten, in dem der Name des Fliegers nicht enthalten war.
Das Kriegsminiſterium habe ſofort einen ausführlichen
Bericht verlangt. Man ſei der Anſicht, daß der Offizier,
da er den bedauerlichen Irrtum begangen habe, vor ſeinem
Rückflug die Ankunft der deutſchen Behörden hätte
ab=
warten müſſen.
* Rabat, 18. April. Die über den Tod der
Flie=
ger Herve und Rocland angeſtellten Nachforſchungen
ergaben, daß das Flugzeug in dem Gelände zu hart
landete, wo eine Eingeborenen=Abteilung mit nicht
völlig unterworfenen Stämmen in Kampf geraten war.
Die Aufſtändiſchen flohen zunächſt, während ſich die
Flie=
ger zu Fuß nach Norden wandten. Sechs Mann von den
Aufſtändiſchen kehrten zurück und griffen den Hauptmann
und den Unteroffizier an. Dieſe verteidigten ſich tapfer,
wurden jedoch überwältigt und verſtümmelt.
Unterſuchungsbeamte fanden bei verſchiedenen Stämmen
den Revolver Herves und den Karabiner Reclande ſowie
einige andere Gegenſtände.
Erdbeben.
— Jugenheim, 18. April. Die Erdbebenwarke
meldet: Heute früh 6 Uhr 17 Min. 44 Sek. begann die
Aufzeichnung eines nahen Erdbebens, deſſen Aus
gang vermutlich wieder die Rauhe Alb iſt. Die
Stärk=
des Bebens war viel geringer als bei dem ſüddeutſcher
Erdbeben am 20. Juli 1913. Es kann ſich nur um ein
ſchwaches Erdbeben und um ein engbegrenztes
Schütter=
gebiet handeln.
* Hohenheim, 18. April. Heute früh regiſtrierter
die Inſtrumente der Erdbebenwarte ein mäßig
ſtar=
kes Nahbeben, deſſen Herd etwa 100 Kilometer von
Kunſthalle am Rheintor.
Die gegenwärtige Ausſtellung in der Kunſthalle am
Rheintor iſt in ihrer erfriſchenden Natürlichkeit, als
Gan=
zes genommen, ein Labſal im Genießen ehrlicher Kunſt;
wird als Labſal wenigſtens von all denen empfunden
wer=
den, die es ablehnen, wahres Kunſtgenießen darin zu
finden, daß ſie ihr Hirn zermartern nach einigermaßen
einleuchtender Begründung, dies oder jenes Bild ſchön
und modern zu finden, das beim beſten Willen nichts
ande=
res enthält, als ein paar mehr oder weniger geſchickt
neben=
einander geſetzter Farbflecke, möglichſt verzerrte Figuren
und unmögliche Farben, die Impreſſion und
Neo=
impreſſion, Kubismus und Futurismus in der Landſchaft
ſehen wollen. Ein Gebildeter darf ja beileibe nicht ſagen,
daß er dieſe Bilder eigentlich gar nicht ſchön ſindet, daß er
ſie eigentlich gar nicht mag. Jegliches Maß von
Kunſt=
verſtändnis würde ihm ohne weiteres abgeſprochen
wer=
den, und Banauſe wäre der mildeſte Ehrentitel, den er
einſtecken müßte. Wohin ſind wir gekommen mit der
Wahrheit der Ueberzeugung? Solche Qualen bereitet
die gegenwärtige Ausſtellung nicht. Selbſt die einzige
vorhandene Vertreterin der modernen (franzöſiſchen)
Schule hat ſich ſo weit kultiviert, daß ihre Blumen= und
Stilleben genießbar ſind. Sonſt herrſcht überall eine
er=
freuliche und erfriſchende Klacheit und Wahrheit des
Wollens, das wir darum nie und nimmer niedriger
ein=
ſchätzen wollen, weil es von der Modernen ſich oft recht
weit entfernt. Ein offener klarer und ehrlicher Charakter
wird immer einen größeren Kreis von Menſchen finden,
denen er und die ihi ſympathiſch ſind als ein
kompli=
zierter und geſucht gerierter, den in den weitaus meiſten
Fällen der Mangel an eigener Kraft, oder, was viel
ſchlimmer, aber auch zahlreicher, das Streben, über einen
erheblichen Mangel an Können hinwegzutäuſchen,
zwin=
gen, ſich kompliziert zu geben. Darin ſoll und darf
natür=
lich nicht eine Herabſetzung der ganzen modernen Richtung
geſehen werden, unſere Leſer wiſſen, daß wir ehrlichem
Wollen und wahrem Können ſtets Gerechtigkeit und wo
immer angängig auch Förderung zu Teil werden laſſen.
Das darf uns aber nicht hindern, der Leitung des
Kunſt=
vereins ehrlich Dank dafür zu ſagen, daß ſie uns nach den
langen Wochen der „Komplizierten” nun auch wieder
ein=
mal Künſtler zeigt, die offen und ehrlich ihre Meinung
ſagen, die einzig die Schönheit als wahren Grundſatz allen
Kunſtſchaffens aneckennen, die keine Rätſel zu löſen auf=
geben da, wo man doch ſo gern ſich reinem ethiſchen
Ge=
nießen hingeben möchte, und dazu ſchließlich doch auch
ein Recht hat.
Georg Hering=Edam.
In dem Holländer Georg Hering=Edam tritt uns ein
Heimatkünſtler im wahren Sinne des Wortes entgegen.
So vielſeitig ſein Schaffen iſt, es wurzelt tief in der
Hei=
mat. Nur wer ſeine Heimat ſo kennt, wer ſie ſo liebt, kann
ſie ſo überzeugend ſchildern, ſo trefflich und klar
charak=
teriſieren. Das maleriſche Können und die Kraft der
Darſtellung, die im weſentlichen in einer meiſterhaften
Be=
heerſchung der Zeichnung wurzelt, ſtempelt Hering zu
einer weit über den Durchſchnitt ſtarken künſtleriſchen
Po=
tenz. Wie die Volkstypen, die er ſchildert klar, ehrlich und
kernhaft, mit der ganzen konſervativen Zähigkeit ihre
völkiſche Eigenart ſich wahren, ſo mutet ſeine Malerei
ehr=
lich, klar und kernhaft=friſch an. Mag er ſich nun die
Hol=
länder Schiffertypen ausſuchen nach ihren von der Seeluft
und dem Groggenuß geröteten von ſcharfen Furchen
durchzogenen Geſichtern, mag er ſie ſcheinbar unbeobachtet
in ihrem beſcheidenen Heim mit ihren Familien malen
oder mag er das verſchmitzte Lachen eines kleinen
hollän=
diſchen Fiſcherbuben, oder die Friſche und Farbigkeit der
Mädchen im Sonntagsgewand zum willkommenen Objekt
für ſeinen Pinſel wählen, immer erſtehen ernſte, durch das
Kolorit aber harmoniſierte Gemälde, reich an Inhalt der
Darſtellung, an maleriſchen Reizen und an
Charakteriſie=
rungskunſt. Das gleiche gilt von den Landſchaften,
eben=
falls faſt ausſchließlich heimatliche Motive die er
beſon=
ders in feinen Radierungen, ſeltener auch in Holzſchnitten
feſthält. Bei dem großen Umfang der Kollektion iſt es
nicht möglich, auf Einzelheiten einzugehen. Doch mag
be=
ſonders auf die im Ehrenſaal hängenden großen
Ge=
mälde, auf den ganz meiſterhaft gemalten Fiſcher im
Treppenhaus und auf die Kollektion Radierungen
hinge=
wieſen ſein die wahre Schätze der Nadelkunſt enthält.
Auch die leider nur wenigen Blumenſtücke des Künſtlers
ſeien erwähnt. Sie ſind voll Duft und Leben.
Franz Türcke=Berlin=Friedenau
iſt von gleicher künſtleriſcher Vielſeitigkeit. Er teilt mit
wenigen Künſtlern das Glück, Schönheiten auch da zu ſehen
wo die Natur nicht aus dem Füllhorn ihre Gaben
aus=
ſchüttet, wo ſie ſpärlicher damit umgeht, aber auf
empfin=
dende Gemüter um ſo tiefer wirkt. Er hat erkannt, daß
auch die weiten Flächen der Mark, die Moorländer und
Sandwüſten, die Wieſen und die weiten wogenden
Korn=
felder von großem Schönheitsreiz ſein können und er iſt
zum Mittler dieſer ſeltenen Schönheiten geworden. Wie
vielſeitig dieſe Schönheit ſein kann für den, der ſie zu
ver=
ſtehen ſich bemüht beweiſt die große Mannigfaltigkeit
ſeiner Vorwürfe. So groß die Kollektion der Gemälde
und kleinen Paſtelle des Künſtlers auch iſt, es iſt keine
Einſeitigkeit, weder in der Darſtellung des Vorwurfes
noch in der künſtleriſchen Löſung ſeiner Aufgaben. Ein
Meiſterwerk in ſeiner Art iſt das Halligenland nach der
Flut, eine köſtliche Charakteriſierung der herben
Schön=
heit der Landſchaft. Auch „Allerſeelen” iſt ein Bild von
reichem Stimmungsgehalt. Der Ernſt in der Darſtellung
des kleinen Dorffriedhofes wird durch die
Farbenfreudig=
keit der dahinterliegenden Berglandſchaft in wunderſamer
Weiſe harmoniſch verſchönt.
Adolf Mangold=Darmſtadt
iſt mit leider nur drei kleinen Landſchaften vertreten, deren
künſtleriſche Qualitäten aber entſchädigen für den Mangel
an Mehr in der Zahl. Es ſind Winterlandſchaften nach
Motiven aus der Umgegend von Darmſtadt,
außer=
ordentlich reich an Stimmungsgehalt. Es mag mir
ver=
ſtattet ſein, hier einen perſönlichen Freund des Künſtlers
zu zitieren mit der ausdrücklichen Feſtſtellung, daß ich mich
gern mit ſeinem Urteil identifiziere: Mangold iſt
einer der Unfrigen geworden, kann man ruhig ſagen.
Nach dem Tode ſeines Sohnes, der hier in Darmſtadt in
der Blüte der Jahre geſtorben iſt, war Mangold wieder
5 Jahre weg von hier, teils in Holland, teils in Brüſſel,
aber obgleich er die Sonne Indiens (auf Java iſt er
ge=
boren und groß geworden und in Stellung geweſen) und
ſeine tropiſche Pracht kennen gelernt und Hollands feine
Stimmungen ſtudiert und im Bild verwertet hat, hat es
ihn wieder hierher gezogen nach Darmſtadt.
Die=
paysage intime, der Wechſel der Stimmungen, die
ſchönen Gegenſätze der Jahreszeiten haben es ihm
ange=
tan. Das fühlt man auch bei ſeinen Studien, und ihre
Anzahl iſt ſehr groß, denn er iſt ein fleißiger Arbeiter im
Weinberg der Kunſt. Neben Hermann Schlegel iſt er
wohl heute derjenige, der Darmſtadts Umgebung immer
vieder neue Reize abgewinnt und ſeine Impreſſionen in
glücklichſter Weiſe zur Leinwand bringt. In dieſer
klei=
nen Ausſtellung zeigt er ſich als Impreſſioniſt — nicht in
dem richtungdenkenden Sinn des Wortes — die Bilder
ind draußen im freien Atelier der Natur empfunden und
gemalt, und dementſprechend die ſpartoſe Technik eine
Not=
wendigkeit, und eine feine Differenzierung in den
Stim=
nungen der einzelnen Sujets iſt der Effekh: lauter
Kabinettſtücke und keine Schablonenarbeit.”
M. St.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914
Nummer 107.
hier entfernt liegt. Der erſte Vorläufer wurde um 6 Uhr
17 Minuten 34 Sekunden verzeichnet. Der ſtärkſte
Aus=
ſchlag erfolgte um 6 Uhr 18 Minuten.
* Paris, 18. April. In Fort de France auf
Martinique wurde geſtern ein ſtarkes Erdbeben
verſpürt. Irgend ein Unglücksfall wurde bisher nicht
gemeldet.
Der Beſuch des badiſchen Großherzogs=
Daares.
* München, 17. April. Heute abend um 8 Uhr fand
im Königl. Reſidenztheater in Gegenwart des
Großher=
zogs und der Großherzogin von Baden eine
Feſtvor=
ſtellung ſtatt. Gegeben wurde „Ariadne auf Naxos”
von Richard Strauß. Das Großherzogliche Paar wurde,
als es mit dem König und der Königin die große
Hof=
loge betrat, mit lauten Hochrufen begrüßt. Die Hofkapelle
ſpielte die Nationalhymne. In den Logen unmittelbar
neben der Hofloge ſaßen die Töchter des Königspaares,
in der Proſzeniumsloge im erſten Rang rechts der
Kron=
prinz und die Kronprinzeſſin, Prinz und Prinzeſſin
Leo=
pold; links Prinz Karl, Prinz und Prinzeſſin Alfons; in
den Parterreproſzeniumslogen die älteren Mitglieder der
Königlichen Familie. Ferner waren im Theater anweſend
die Mitglieder der ſtandesherrlichen Häuſer, das
diplo=
matiſche Korps, die oberſten Hofchargen, die Miniſter, das
Gefolge der Fürſtlichkeiten, ſowie die General= und die
Flügeladjutanten.
* München, 18. April. Heute mittag 1 Uhr empfing
das Großherzogspaar von Baden in der
Reſi=
denz die Chefs der hier beglaubigten fremden Miſſionen
mit ihren Damen und nahmen um ½2 Uhr an dem von
dem badiſchen Geſandten und Freifrau v Reck gegebenen
Frühſtück teil, zu dem außer dem Gefolge und dem
Ehrendienſt geladen waren: Staatsminiſter des Aeußern
Graf v. Hertling, Oberzeremonienmeiſter Graf von
Moy und der bayeriſche Geſandte in Karlsruhe Graf
von Moy. Es empfing dann den Vorſtand des
Badi=
ſchen Hilfsvereins und beſuchte um 4 Uhr nachmittags mit
dem Königspaar das Nationalmuſeum zu einer
eingehen=
den Beſichtigung.
* München, 18. April. Heute abend fand zu Ehren
des Großherzogspaares von Baden im
Reſi=
denzſchloß Galatafel zu 145 Gedecken ſtatt. Daran
nahmen teil außer den Majeſtäten und hohen Gäſten die
in München anweſenden Prinzen und Prinzeſſinnen des
Königshauſes, das Gefolge, Prinzeſſin Friedrich von
Hohenzollern, Fürſt von der Leyen, der Ehrendienſt, die
oberſten Hofchargen, die Generaladjutanten, der
Staats=
ſekretär des Reichsſchatzamtes Kühn, die Staatsminiſter
mit dem Miniſterpräſidenten an der Spitze, die früheren
Staatsminiſter Graf Podewils und Pfaff, Vertreter des
Reichsrats und der Abgeordnetenkammer, ſowie Vertreter
der Stadt, der Polizeipräſident und der
Regierungsprä=
ſident.
Bei der Galatafel hielt König Ludwig
fol=
gende Anſprache: Es iſt Mir und der Königin eine
Ehre und Freude, Eure Königlichen Hoheiten in Meinem
Lande zu begrüßen. Die ſchönen Tage, die Wir an Eurer
Königlichen Hoheiten Hofe verleben durften, ſtehen Uns
in freundlichſter Erinnerung. Wir ſind daher glücklich,
durch die Herzlichkeit Unſeres Empfanges bekunden zu
können, mit welch aufrichtiger Befriedigung Wir Unſeres
Beſuches im blühenden badiſchen Lande gedenken. Von
verehrungsvoller Sympathie erfüllt, hat Bayern mit
leb=
hafter Freude der Ankunft Eurer Königlichen Hoheiten
entgegengeſehen. Mit dem badiſchen Volke durch
zahl=
reiche Erinnerungen hiſtoriſcher Art, durch mannigfache
wirtſchaftliche Wechſelbeziehungen, durch die
gemein=
ſamen Ueberlieferungen einer in die älteſten Jahrhunderte
deutſcher Geſchichte zurückreichenden Kultur verbunden,
nimmt das bayeriſche Volk regen Anteil an der froh
auf=
wärtsſtrebenden Entwicklung, die ſich auf allen Gebieten
des öffentlichen und wirtſchaftlichen Lebens des
Großher=
zogtums bemerkbar macht.
In edlem Wettbewerb mit den übrigen deutſchen
Bundesſtaaten den Bahnen folgend, die Euer Königlichen
Hoheit unvergeßlicher Vater ſeinem Lande gewieſen hat,
ſteht Baden in Treue zu Kaiſer und Reich, und es ſetzt
mit Erfolg ſeine reichen Kräfte ein zum Wohle des großen
Ganzen für die Ehre und den Glanz des gemeinſamen
Vaterlandes. Wie unſere Völker, ſo ſind auch wir
über=
zeugt, daß die Stärke, die dem geeinten Deutſchland, die
dem in ſich geſchloſſenen Reiche innewohnt, nicht zu
beu=
gen und nicht zu bezwingen iſt. Dieſe Stärke Deutſchlands
ſetzt ſich zuſammen aus den Kräften, die in den
Einzel=
ſtaaten wirken und ſchaffen. Wer dieſe vielgeſtaltigen
Kräfte ſtört, ſtört die Macht des geſamten deutſchen
Volkes.
Eines Sinnes mit Eurer Königlichen Hoheit in der
Auffaſſung der Pflichten, die von uns in vertrauensvollem
Zuſammenwirken zu erfüllen ſind, widme ich der
Wohl=
fahrt des badiſchen Volkes und dem Glück ſeines
erlauch=
ten Herrſcherhauſes meine innigſten Segenswünſche. Den
Ausdruck dieſer Wünſche faſſe ich zuſammen in die Worte:
Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die
Groß=
herzogin von Baden leben hoch, hoch, hoch!
Statthalterwechſel in Elſaß=Lothringen.
* Korfu, 18. April. Wie ſoeben gemeldet wird, hat
der Kaiſer nach dem Vortrage des Reichskanzlers das
Abſchiedsgeſuch des Statthalters von Elſaß=
Lothringen, Grafen v. Wedel, unter Erchebung in
den Fürſtenſtand mit Wirkung vom 1. Mai d. J.
angenommen. Zum Nachfolger des Grafen von
Wedel iſt Staatsminiſter v. Dallwitz auserſehen,
wo=
gegen Wirkl. Geh. Rat v. Loebell das Miniſterium des
Innern übernehmen ſoll.
Aus Korfu.
* Achilleion, 18. April. Das Kaiſerpaar,
der Reichskanzler und das Gefolge machten geſtern
nachmittag eine Automobilfahrt über Benizza und
den Hagidheka. Zur Abendtafel war die Königin der
Hellenen geladen. Nachher ſahen die Majeſtäten, die
Kö=
nigin der Hellenen und der Reichskanzler im Dorfe
Ga=
ſturi eine große Prozeſſion der Dorfbewohner. Heute
früh machte der Kaiſer mit dem Reichskanzler einen
Spa=
ziergang. Zur Mittagstafel waren geladen Freiherr von
Wangenheim und Graf Quardt zu Wykradt und Isny.
Nachmittags wurde der Tee in Koulura genommen, wohin
ſich der Kaiſer und der Reichskanzler nebſt Gefolge im
Automobil, die Kaiſerin, die Königin der Hellenen und
eine Reihe anderer Gäſte auf dem Sleipner” begeben
hatten. Das Wetter iſt ſchön und heiß.
Die Miniſterbegegnung in Abbazia.
* Abbazia, 18. April. Das Wiener Korr.=Bureau
ſchreibt: Der Gegenbeſuch, den der italieniſche
Miniſter des Aeußern ſeinem öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Kollegen abſtattete, hat den Staatsmännern von
neuem die erwünſchte Gelegenheit gegeben, einen längeren
eingehenden Gedankenaustauſch ſowohl über die
allge=
meine politiſche Lage als auch über jene Fragen zu
pfle=
gen, welche die Beziehungen Oeſterreich=Ungarns zu
Ita=
lien beſonders berühren. In den Unterredungen zwiſchen
dem Grafen Berchtold und San Giuliano trat abermals
jene völlige Uebereinſtimmung in ihren Anſichten zutage,
welche ſtets die Intereſſen der beiden verbündeten Mächte
forderten und in der letzten Balkankriſe zu einer
fried=
lichen Löſung der aufgeworfenen Probleme beitrug. In
der Erkenntnis der befriedigenden Erfolge dieſer Politik
und erfüllt von dem vollkommen gegenſeitigen Vertrauen
ſind die beiden Miniſter entſchloſſen. in Uebereinſtimmung
mit Deutſchland an ihrer gegenwärtigen Richtlinie feſt
zuhalten und gemeinſam darauf hinzuarbeiten, daß ſich
die Sympathien, welche die öffentliche Meinung den
in=
timen Beziehungen der beiden Regierungen
entgegen=
bringt, immer lebhafter geſtalten.
* Abbazia, 17. April. Marcheſe di San
Giu=
liano und Graf Berchtold machten einen
Automobil=
ausflug nach dem Staatsgeſtüt Lipizza und kehrten abends
nach Abbazia zurück. Sie nahmen das Diner gemeinſam
ein und wohnten einem von der Kurkommiſſion
veran=
ſtalteten Feſtkonzert bei.
* Abbazia, 18. April. San Giuliano und
Graf Berchtold hatten heute vormittag eine mehr als
zweiſtündige Beſprechung, an der auch die Botſchafter,
Herzog von Avarna und Merey von Kapos=Mére, ſowie
Sektionschef Graf Forgach teilnahmen. Die Beſprechung
wird nachmittags fortgeſetzt.
* Abbazia, 18. April. Bei dem Abſchluß der
Ver=
handlungen richteten Graf Berchtold und di San
Giuliano an den Reichskanzler ein
Tele=
gramm, in welchem ſie ihn ihrer vollſtändigen
Uebereinſtimmung in der Friedenspolitik
verſichern, die der Dreibund verfolgt, ſeitdem er
beſteht.
* Abbazia, 18. April. Der Gegenbeſuch, den
der italieniſche Miniſter des Aeußern ſeinem
öſterreichiſch=
ungariſchen Kollegen abſtattete, hat den Staatsmännern
von neuem die erwünſchte Gelegenheit gegeben, einen
län=
geren, eingehenden Gedankenaustauſch ſowohl über die
allgemeine politiſche Lage, als auch über jene Fragen zu
pflegen, welche die Beziehungen Oeſterreich=
Un=
garns zu Italien beſonders berühren. In den
Unterredungen zwiſchen dem Grafen Berchtold und di
San Giuliano trat abermals jene völlige
Ueberein=
ſtimmung in ihren Anſichten zutage, die ſtets die
Inter=
eſſen der beiden verbündeten Mächte förderte und in der
letzten Balkankriſe zu einer friedlichen Löſung der
auf=
geworfenen Probleme beitrug. In der Erkenntnis der
befriedigenden Erfolge dieſer Politik und erfüllt von dem
vollkommenen gegenſeitigen Vertrauen ſind die beiden
Miniſter entſchloſſen, in Uebereinſtimmung mit
Deutſch=
land an ihrer gegenwärtigen Richtlinie feſtzuhalten und
gemeinſam darauf hinzuarbeiten, daß ſich die Sympathien,
die die öffentliche Meinung den intimen Beziehungen der
beiden Regierungen entgegenbringt, immer lebhafter
ge=
ſtalten.
* Abbazia, 18. April. San Giuliano mit
dem Botſchafter Herzog von Avarno und den Herren der
Begleitung iſt heute nachmittag 5.20 Uhr nach Rom
abgereiſt.
Vom Balkan.
* Rom, 18. April. Die Agenzia Stefani
veröffent=
licht folgende Meldung: Unterſtaatsſekretär
Borſa=
relli brachte heute in Abweſenheit des Miniſters des
Aeußern den Botſchaftern Englands und Rußlands,
ſo=
wie dem franzöſiſchen Geſchäftsträger einzeln die
Zu=
ſtimmung der Regierung zu den
Vorſchlä=
gen der Tripelentente für die Antwort
der Großmächte auf die griechiſche Note vom 21.
Fe=
bruar zur Kenntnis Einige nicht weſentliche
Abänderun=
gen werden zu dieſem Entwurf vorgeſchlagen, über die
ſich die Mächte des Dreibundes geeinigt haben. Eine
gleichlautende Mitteilung wird heute in Berlin und Wien
den Vertretern Frankreichs, Großbritanniens und
Ruß=
lands gemacht werden.
* London, 18. April. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, erwartet man keine Schwierigkeit
hin=
ſichtlich der vom Dreibund vorgeſchlagenen Aenderungen
zu den Vorſchlägen des Dreiverbandes, betreffend die
Be=
antwortung der griechiſchen Note.
* Bukareſt, 18. April. Die albaniſche
Ko=
lonie hat die Ausrüſtung eines
Freiwilligen=
korps zur Unterſtützung der Albaner im Kampfe gegen
die griechiſchen Banden beſchloſſen. Bisher haben ſich 200
Freiwillige gemeldet.
Aus Mexiko.
* Waſhington, 17. April. Der letzte
Zwiſchenfall in der mexikaniſchen Lage
ſcheint darin beſtanden zu haben, daß General Huerta
Mr. OShaugneſſy mitteilte, er fürchte, daß, wenn der
mexikaniſche Salut nicht gleichzeitig von den Amerikanern
erwidert würde, er vielleicht überhaupt nicht erwidert
werden würde, und daß ſomit die mexikaniſchen Truppen
in einer demütigenden Poſition gelaſſen würden. Nach
dem Kabinettsrat bezeichnete Staatsſekretär Bryan die
Verhandlungen als ausſichtsvoll, wenn auch nicht als
ab=
geſchloſſen. Es wird erklärt, daß Kontreadmiral Mayot
dem mexikaniſchen Kommandeur die Wahl überlaſſen habe,
die amerikaniſche Flagge entweder auf dem Kanonenboote
„Delphin” oder auf dem Lande zu ſalutieren.
* Mexiko 17. April. Der Miniſter des
Aus=
wärtigen erklärte, daß die Regierung die Erwiderung
des Saluts durch die Amerikaner als eine ſtillſchweigende
Anerkennung der Regierung Huertas anſehen würde.
* Waſhington, 18. April. Huerta hat die
Aufforderung erhalten, baldmöglichſt der
For=
derung der Vereinigten Staaten nachzukommen. Sollte
dies nicht geſchehen, würde Tampico und Veracruz, ſowie
20 Meilen Eiſenbahn von Veracruz ohne Notenaustauſch
von Streitkräften beſetzt werden. Im Weißen Hauſe wird
bekannt, daß der Kongreß aufgefordert wurde, am Montag
eine Sitzung abzuhalten, falls Huerta bis Sonntag abend
6 Uhr keine Erklärung abgegeben hat.
* Waſhington, 18. April. Nach einer Meldung
der Neu=York Times hatte Huerta zuerſt auf die
For=
derung Wilſons eine Kriegserklärung entworfen,
doch treten ſeine Ratgeber dafür ein, daß er keinen
Ge=
brauch davon machen, und die amerikaniſche Flotte ſalu=
tieren ſolle. Huerta ſoll jedoch ſeinen Entſchluß, die Würde
und Ehre Mexikos zu wahren, nicht aufgegeben haben.
* Waſhington, 18. April. Huerta erneuerte
ſeinen Gegenvorſchlag eines gleichzeitigen
Salutes Schuß um Schuß mexikaniſcher= und
nord=
amerikaniſcherſeits. Wilſon erwiderte, die Vereinigten
Staaten hielten an der urſprünglichen Forderung des
Konteradmirals Mayo feſt, die ſofort anzunehmen ſei.
* Waſhington, 18. April. Die Regierung ließ
geſtern durch ihren Geſchäftsträger OShaugneſſy
Huerta die Warnung zugehen, daß ſie ſich auf keine
weiteren Argumente einlaſſen werde. Die
Verweigerung des Saluts werde ernſte Folgen nach ſich
ziehen. Huerta habe die urſprüngliche Forderung des
Konteradmirals Mayo bedingungslos anzunehmen. Eine
Friſt wurde Huerta nicht geſtellt. — Das Kabinett hatte
geſtern abend eine dreiſtündige Beſprechung über die Lage:
* Tampico, 18. April. Der amerikaniſche
Trans=
portdampfer „Hancock” iſt mit 950 Marineſoldaten
ein=
getroffen.
Das Attentat in New=Vork.
* Neu=York, 18. April. Der Mann der auf den
Bürgermeiſter Mitchell geſchoſſen hat, iſt von dem
Be=
zirksſtaatsanwalt verhört worden. Er gab ſeinen Namen
als Michael Mahoney und ſein Alter auf 70 Jahre an.
Da=
er ſeit Jahren ohne Arbeit geweſen ſei, habe er ſich um ein
Interview mit dem Bürgermeiſter bemüht. Als ihm das
abgeſchlagen wurde, habe er ſich entſchloſſen, Mr. Mitchell
zu töten. Den Anſchlag ſoll er ſchon am Mittwoch geplant
und vorher eine anarchiſtiſche Verſammlung beſucht haben,
die gegenüber dem Rathauſe ſtattgefunden hatte Mr. Folk
liegt im Hoſpital. Die Kugel hat ihm die Kinnlade
durch=
löchert und mehrere Zähne ausgeſchlagen.
* Neu=York 18. April. Zu dem Attentat auf den
Bürgermeiſter wird dem Berliner Lokal=Anzeiger noch
ge=
meldet, daß die Verletzungen des Syndikus Folk ſchwerer
ſind, als man zuerſt angenommen hatte, jedoch werden ſie
als nicht lebensgefährlich betrachtet. Die Kugel drang in
den linken Mundwinkel.
* London, 18. April. Nach Meldungen der
Zeitun=
gen aus Neu=York iſt das Attentat auf den
Bürger=
meiſter die Tat eines Geiſtesgeſtörten.
Vermiſchtes.
CK. Vogelſchutz in aller Welt. In
Eng=
land iſt die Vogelſchutzbewegung in dieſem Frühjahr
wieder beſonders lebendig; man verlangt dort dieſelben
weitgehenden Schutzgeſetze und Einfuhrverbote, wie in
Amerika; auch bei uns dringt der Gedanke, die lieblichen
Bringer und Freunde unſeres Frühlings vor der
Men=
ſchen Gewalttat zu bewahren, immer mehr durch, und ſo iſt
es in aller Welt. Die imponierenden Reſultate, die man
bereits errungen, ſtellt L. Gardiner in einem umfaſſenden
Aufſatz der Fortnightly Review zuſammen. In England
trat ſchon im Jahre 1869 Profeſſor Newton im Namen
der Wiſſenſchaft und der Menſchlichkeit gegen das
Hin=
ſchlachten der Vögel und ihre Ausbeutung für den
Han=
del auf und gab damit den Anſtoß zu einer Geſetzgebung,
die die heimiſchen Vögel ſchützte. Die Federjäger zogen
ſich dann allmählich nach den Ländern zurück, wo es keine
derartigen Verbote gab, nach Florida, Indien, China,
Neuguinea, in die Wälder Südamerikas und auf die
In=
ſeln des Stillen Ozeans. Nunmehr erhoben die
Gelehr=
ten gegen die Vernichtung der ausländiſchen Vögel ihre
Stimmen; in England nahm ſich beſonders der der Mode
zum Opfer gebrachten Vögel die von Frauen begründete
königliche Geſellſchaft für Vogelſchutz an. Das
Hinſchlach=
ten der koſtbaren Tiere dauert aber trotzdem fort und
kann nur durch ein Einfuhrverbot in durchgreifender Weiſe
eingeſchränkt werden. Andere Staaten wurden durch mehr
praktiſche Erwägungen zum Vogelſchutz gezwungen; ſo
wuchſen in Britiſch=Indien und in den Südſtaaten der
Union die Inſekten ungeheuer an Zahl, da man ihre
natürlichen Feinde, die Vögel, vernichtete, und richteten
großen Schaden an. Die indiſche Regierung verbot im
Jahre 1902 die Ausfuhr von Federn; Auſtralien
unter=
ſagte nicht nur die Ausfuhr der Federn von einer großen
Zahl für „nützlich” erklärter Vögel, ſondern verbot auch
die Einfuhr des Gefieders dieſer Tiere. In den
Ver=
einigten Staaten waren die Audubon=
Vogelſchutzgeſell=
ſchaften eifrig tätig, und 1903 erließ die amerikaniſche
Re=
gierung ein Geſetz, durch das jede Einfuhr von Gefieder
nach der Union verboten wurde. Auch bei uns in
Deutſch=
land kämpft man heute für ähnliche Ziele, und die deutſche
Vogelſchutzbewegung offenbarte ſich in imponierender
Weiſe auf dem ornithologiſchen Kongreß in Berlin 1910
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* München, 18. April. Der König hat heute
vor=
mittag den Staatsſekretär des Reichsſchatzamtes, Wirkl.
Geh. Rat Kühn, in einer längeren Audienz empfangen.
* Rom, 18. April. Durch ein Motuproprio des
Papſtes wurde in Rom ein Kollegium zur Fortbildung
italieniſcher Prieſter errichtet, die zu Seelſorgern für die
ausgewanderten Italiener in fremden Ländern beſtimmt
werden.
* Rom, 18. April. Das Perſonal der ſtaatlichen
Tabakfabriken forderte eine wirtſchaftliche
Beſſer=
ſtellung und ſprach ſich für den Streik in den
Werk=
ſtätten in Rom, Bologna, Neapel und Modena aus. Die
Arbeiter und Arbeiterinnen legten heute vormittag die
Arbeit nieder. Sie halten Verſammlungen ab. Bisher
haben ſich keine Zwiſchenfälle ereignet.
* Haag, 18. April. Der frühere Gouverneur von
Niederländiſch=Indien, Weſtenenk, den die Pforte zum
Generalinſpektor von Anatolien ernannt hat, reiſt in der
nächſten Woche nach Konſtantinopel ab.
* Paris, 18. April. Wie aus Bar le Duc gemeldet
wird, brach in Thirille zwiſchen italieniſchen
Ar=
beitern und Soldaten des 3. Geniebataillons ein
Raufhandel aus, bei dem zwei Soldaten ſchwer
ver=
wundet wurden.
* Brüſſel, 18. April. Der große Rat der
interparla=
mentariſchen Union hielt heute eine Sitzung ab. Nachdem
der Präſident, Lord Weardale, Bericht erſtattet hatte über
die unternommenen Bemühungen zwecks Einberufung
der dritten Friedenskonferenz wurde der
Be=
richt des Generalſekretärs und des Schatzmeiſters
geneh=
migt, ſowie die Arbeitsordnung für das Bureau für das
Jahr 1914 feſtgeſtellt. Die nächſte Sitzung beginnt in
Stockholm am 19. Auguſt d. J. Auf der Tagesordnung
ſtehen u. a. Referate über den Luftkrieg, über die Frage
der Neutralität und über die Mittel und Wege, welche
ge=
troffen werden können, um falſchen Preſſenachrichten, die
den Frieden ſtören können, entgegenzutreten.
Nummer 107.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
Seite 7
* Brüſſel, 18. April. Die wegen
Depotunter=
ſchlagungen verhafteten beiden Börſenmakler heißen
Auguſt Collet und Viktor de Coen. Die unterſchlagenen
Summen ſollen 3 Millionen Francs
über=
ſteigen. Die Geſchädigten gehören zumeiſt dem
bel=
giſchen Hochadel an.
* London, 18. April. Die Brandſtiftungen
nahmen einen außergewöhnlichen, faſt epidemiſchen
Umfang an. Geſtern ſind dreizehn, heute ſechs Brände
ausgebrochen, davon drei in London ſelbſt. Es wird
vermutet, daß bei einigen Anhängerinnen des
Frauenſtimmrechts als Täterinnen in Frage
kommen
* Stockholm, 18. April. Das heute vormittag
ver=
öffentlichte Bulletin lautet: Die Beſſerung im
Be=
finden des Königs dauert an, ſo daß der König heute
kurze Zeit außerhalb des Bettes ſitzend zubringen konnte.
Der Appetit nimmt zu. Temperatur 36,9, Puls 56.
Petersburg. 18. April. Der bei dem geſtrigen
Ueberfall auf die Bäckerei verwundete Räuber nannte bei
ſeinem Verhör den Namen ſeines entkommenen Komplizen.
Als dieſer nunmehr verhaftet werden ſollte, gab er zwei
Revolverſchüſſe auf den Poliziſten ab und vergiftete
ſich ſodann mit Zyankali. Der geſtern bei der
Verfolgung erſchoſſene Räuber iſt ein lang geſuchter
Re=
volutionär, doch trägt der Ueberfall den Charakter eines
gemeinen Verbrechens. Die beiden anderen Teilnehmer
an dem Ueberfall ſind Arbeiter hieſiger Fabriken.
* Konſtantinopel, 18. April. Der ägyptiſche Major
Abdul Aſis Ali, der ſchon vom Tode zu 15 Jahren
Zucht=
haus begnadigt worden war, iſt heute völlig
begna=
digt worden. Er ſoll noch heute entlaſſen werden,
doch muß er ſich ſofort außer Landes begeben.
* Tokio, 18. April. Iwahara, der im
Zuſammen=
hang mit der Marinebeſtechungsangelegenheit verhaftet
worden war, iſt gegen Bürgſchaft freigelaſſen worden.
Der Einzug der 99er in Zabern.
* Zabern, 18. April. In die ſchöne Vogeſenſtadt an
der Zorn brachten die heutigen Nachmittagsſtunden ein
reges Leben. Die halbe Stadt war auf den Beinen, um
dem Wiedereinzug des Infanterie=
Regi=
ments Nr. 99 beizuwohnen. Um 4 Uhr 47 Minuten
traf, vom Truppenübungsplatz Oberhofen mit der Bahn
kommend. ein Bataillon mit dem Regimentsſtab und der
Muſik hier ein und rückte durch die Hauptſtraße nach der
Kaſerne, begrüßt von einem reichen Flaggenſchmuck in
den deutſchen und den elſäſſiſchen Farben und manchem
frohen Zuruf. Auf dem Schloßplatz wurden ſogar von
einem Hotelbalkon Freudenſchüſſe abgefeuert. Unter
klingendem Spiel brachte die Fahnenkompagnie die
Feld=
zeichen nach der Schloßkaſerne, um dann nach den
Kaſerne=
ments abzurücken. Ein Zwiſchenfall hat ſich nicht ereignet.
Großfeuer.
* Merchingen (Amt Adelsheim), 18. Apeil. Seit heute
nachmittag wütet hier ein Großfeuer dem bereits
ſieben Wohnhäuſer und drei Scheunen zum Opfer
gefallen ſind. Der Brand brach, im „Gaſthaus zum
Lamm” aus. Durch ſtarken Sturm ſind die Löſcharbeiten
äußerſt erſchwert, ſo daß an ein Eindämmen des Feuers
bis jetzt noch nicht zu denken war Der Schaden wird
bisher auf über 100000 Mark geſchätzt. Die
Entſtehungs=
urſache des Brandes iſt noch unbekannt.
Kronprinz Ferdinand von Rumänien erkrankt.
— Bukareſt, 18. April. Kronprinz Ferdinand iſt
er=
krankt. Ein heute herausgegebenes ärztliches Bulletin
beſagt, der Kronprinz leide an Influenza mit
Erſchei=
nungen leichter Lungenkongeſtion. Er müſſe einige Tage
das Bett hüten.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Bei der ſoeben in Speyer zu Ende gegangenen
Frühjahrsprüfung zum einjährig=freiwilligen
Militär=
dienſt haben ſich ſechzehn Kandidaten mit Erfolg der
wiſſenſchaftlichen Prüfung unterzogen. Von dieſen
Kandidaten waren vierzehn Schüler der Höheren
Handelsſchule Landau (Pfalz).
Rindfleiſchrouladen. Von einem gut
ab=
gelegenen Keulen= oder Lendenſtück ſchneidet man
un=
gefähr 1½—2 cm dicke Scheiben, klopft dieſelben ganz
leicht und belegt ſie mit in dünne Scheiben geſchnittenem,
friſchen Speck, den man mit feingehackten und in Butter
gedämpften Küchenkräutern (Zwiebel, Peterſilie, Gurken)
dünn beſtreicht und die Schnitte dann zuſammenrollt.
Dieſe Rollen werden dann mit weißem Faden leicht
um=
bunden und in ziemlich Butter ringsum aufgebraten,
etwas Waſſer dazu gegoſſen und langſam weich
ge=
dünſtet. Wenn fertig, werden die Rollen ausgehoben, die
Brühe entfettet und mit den mit kaltem Waſſer bereits
an=
gerührten Rotti=Capern=Saucen=Würfeln 10—15 Minuten
verkocht. Währenddem hat man von den Rollen
den Faden entfernt, dieſelben angerichtet und übergießt
ſie nun mit der fertigen Sauce.
Die Werbekraft von Warenzeichen. Es iſt
eine allgemein bekannte Tatſache, daß eingetragene
Waren=
zeichen das geeignetſte Mittel ſind, einen Gegenſtand kurz
zu kennzeichnen, denn das Publikum gewöhnt ſich
verhält=
nismäßig leicht daran, den Begriff des Warenzeichens mit
den Eigenſchaften der benannten Ware als gleichbedeutend
anzuſehen. Ein intereſſantes Beiſpiel für einen ſolchen
Fall bietet das Wort „Osram” Von der Auer=Geſellſchaft
für die allgemein rühmlichſt bekannte Glühlampe erfunden
und verwandt, bedeutet es gewiſſermaßen eine Gewähr
für beſte Qualität und ſparſamſten Verbrauch. Man
ver=
ſteht daher, daß Firmen mit ganz anderen Fabrikaten ſich
den guten Ruf des Wortes zunutze gemacht haben, und bei
einer Durchſicht des Warenregiſters findet man zum
Bei=
ſpiel Osram=Strumpfwaren, Osram=Wäſche, Osram=
Krawatten, Osram=Hoſenträger, Osram=Handſchuhe, Osram=
Fahrräder, Osram=Nähmaſchinen, Osram=Sprechapparate,
Osram=Pneumatiks, Osram=Zigarren, =zigaretten, Osram=
Rauch= Kau= und Schnupftabake. — Die Wirkung eines
olchen Namens erſtreckt ſich aber auch noch weiter: In
Südafrika hat vor kurzem ein Neger, der vermutlich unter
ſeinen Stammesangehörigen als beſonders großes Licht
gelten wollte, den Namen „Osram” angenommen. Ob er
dabei auch die Eigenſchaften der Osram=Lampe, nämlich
ihre ſtrahlende Helle, ihre Sparſamkeit und ihre
Wider=
ſtandsfähigkeit erworben hat, entzieht ſich unſerer
Kenntnis.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Hamburg” von Neu=York nach Neapel
und Genua, 16. April 1 Uhr nachm. von Algier. „Kaiſerin
Auguſte Victoria” von Neu=York kommend, 17. April
12 Uhr 25 Min. morgens Lizard paſſiert. Moltke‟
16. April 5 Uhr nachm. von Neu=York über Madeira,
Algier, Gibraltar und Neapel nach Genua. „
Pennſyl=
vania” von Neu=York kommend. 16. April 10 Uhr abends
in Hamburg. „Prinz Oskar” nach Philadelphia, 17. April
2 Uhr morgens Dover paſſiert. — Weſtindien, Mexiko:
„Georgia” von Weſtindien kommend, 17. April 3 Uhr
morgens in Have. „Kronprinzeſſin Cecilie” nach
Ha=
anna und Mexiko, 16. April 6 Uhr abends in Havre.
„Sachſenwald” 15. April in Pto Columbia. — Oſtaſien:
Aleſia” 16. April 6 Uhr morgens von Hongkong nach
Manila. „Aragonia” 16. April 2 Uhr nachm. von Cebu
nach Boſton und Neu=York. „Brisgravia” 16. April
mitiags von Schanghai nach Moji. „Emden” 10. April
8 Uhr 45 Min. abends Dungeneß paſſiert, ausgehend.
Iſtria” 16. April morgens Perim paſſiert, ausgehend.
„Markomannia” 16. April 2 Uhr nachm. von Liverpool
nach Hamburg. „Sachſen” 15. April nachm. von Saigon
nach Sabang. „Sambia” 15. April nachm. Perim
paſſiert, ausgehend. „Scandia” 16. April in Colombo,
eimkehrend. Sithonia” 16. April morgens von Port
Said nach Marſeille. „Spezia” 16. April morgens von
Port Said nach Havre. Suevia” 16. Aril 4 Uhr nachm.
von Marſeille nach Hamburg. — Verſchiedene Fahrten:
Edea” 16. April in Lagos. Vergnügungsdampfer
„Meteor” vierte Mittelmeerfahrt, 16. April 7 Uhr morg
ſon Baſtia. „Nordmark” 16. April in Colombo, aus.
gehend. „Numantia” von Perſien und der
Malabar=
küſte, 15. April 10 Uhr abends Gibraltar paſſiert.
„Windhuk” nach Afrika, 16. April in Antwerpen.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 14. April vorm. in Neu=York angekommen.
„Nieuw Amſterdam” 10. April vorm. in Rotterdam
ein=
getroffen. „Noordam” 7. April vorm. von Neu=York
abgegangen mit 60 Kajüts= und 225 Paſſagieren
3. Klaſſe. „Ryndam” 14. April vorm. von Neu=York
abgegangen mit 50 Kajüts= und 225 Paſſagieren 3. Klaſſe.
Potsdam” 12. April 1 Uhr nachm. Scilly paſſiert.
Seite 9.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
Nummer 107.
Todes
Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebe Frau, unſere Mutter, Schweſter,
Schwägerin, Tante und Nichte
(B10153
Frau Clara Werres
geb. Horn
heute morgen nach langem Leiden,
wohlvor=
bereitet mit den hl. Sterbeſakramenten, zu ſich
abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Christian Werres,
Neue Niederſtraße 11.
Darmſtadt, den 18. April 1914.
Die Beerdigung findet Montag, den 20. April,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofes aus ſtatt.
Danksagung.
Für die vielen Beweise
herz-
licher Teilnahme bei dem Tode
un-
serer lieben Mutter, Schwiegermutter,
Grossmutter und Tante sagen wir
unsern innigsten Dank.
Darmstadt, den 17. April 1914.
(10095
Bäcker=Innung Darmſtadt.
Am Freitag verſchied nach kurzem Leiden
unſer langjähriges Mitglied, der Kollege
Herr Peter Wenner
Die Beerdigung findet am Sonntag,
nach=
mittags um 4 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus ſtatt.
(10119
Wir bitten die Kollegen, dem
Dahinge=
ſchiedenen die letzte Ehre zu erweiſen.
Der Vorſtand.
Zuſammenkunft der S. am Portale des
Friedhofes.
Todes=Anzeige.
Geſtern abend entſchlief ſanft nach langen,
ſchweren Leiden meine liebe Frau, unſere
gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Schweſter, Tante und Schwägerin (10133
Frau lda Herrmann.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ernst Herrmann.
Darmſtadt, den 18. April 1914.
Soderſtraße 77.
Die Beerdigung findet Montag, den 20. April,
11¼ Uhr vormittags, von der Friedhofskapelle
aus ſtatt. Einſegnung ¼ Stunde vorher.
Gewerbemuſeum (Neckarſtraße 3). Täglich geöffnet
von 11—1 Uhr; bei Sonderausſtellungen auch werktags
nachmittags von 3—5 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Wetterlage hat ſich nur wenig verändert Der
hohe Druck hat ſich etwas verſtärkt und bewegt ſich
lang=
ſam weiter nach Oſten. Wir dürften noch mit Fortdauer
der beſtehenden Witterung zu rechnen haben.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, 19. April:
Fortdauer der beſtehenden Witterung, etwas wärmer,
ſüdöſtliche bis ſüdliche Winde.
Tageskalender.
Sonntag, 19. April.
Großh. Hoftheater Anfang 5 Uhr, Ende 10 Uhr
(außer Abonnement): „Die Meiſterſinger von
Nürn=
berg”
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Konfirmanden=Abend um 8 Uhr im
Gemeinde=
haus, Kiesſtraße 17 (Frauenverein der Schloßgemeinde):
Beſichtigung der Gewächshäuſer im
Orangerie=
garten durch den Gartenbauverein um 3½ Uhr.
Tanzkränzchen der Geſellſchaft „Fidelio” um 4 Uhr
im „Schwanen” zu Eberſtadt.
Wanderung des Vogelsberger Höhenklubs nach
Klingenberg (Abfahrt 6.59 Uhr).
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. — Hotel Heß um
4 und 8 Uhr. — Bürgerkeller um 4 Uhr. — Perkeo um
4 und 8 Uhr. — Hugenſchütz’ Felſenkeller um 4 Uhr.
Münchner Kindl. — Reſtaurant Schweizerhaus zu
Eber=
ſtadt um 4 Uhr.
Ausſtellung des Kath. Paramenten=Vereins
Wilhel=
minenplatz 10 (geöffnet: von 11—1 Uhr und 3—6 Uhr).
Kaninchen=Ausſtellung im „Heſſiſchen Hof”.
Verſteigerungskalender.
Montag 20. April.
Butterknet= und Butterform=Maſchinen=
Verſteigerung um 6 Uhr Schuchardſtraße 14.
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Gräfenhäuſer Gemeindewald (
Zuſammen=
kunſt am Erzhäuſer Weg an der Appelbach am
Ein=
gang des Waldes).
Beſichtigung des Großh. Reſidenzſchloſſes
(Holbeinſche Madonna) an jedem Wochentag von 3—4
Uhr. Sonntags von 11—1 Uhr. (Eintritt 50 Pfg., drei
Perſonen 1 Mk.)
Großh. Porzellanſammlung im Prinz=Georgs=
Palais (Schloßgartenplatz). Geöffnet Sonntags von
11—1 Uhr. Eintritt 50 Pfg.
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
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zahlbar in bar ohne Abzug von M.
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Nummer 107.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
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Verstärkte Tilgung und Gesamtkündigung vor
dem 1. August 1919 ausgeschlossen
eingeteilt in
4000 Teilschuldverschreibungen Lit. A über je M. 2000.− Nr. 1—4000,
4. Die Abnahme der Stücke hat gegen Zahlung des Preises bei
derjenigen Stelle, bei der die Anmeldung erfolgt ist, in der Zeit vom
8. bis 22. Mai a. c. zu geschehen.
(I,10100
Berlin, Essen, Cöln, Luxemburg, im April 1914.
Bank für Handel und Industrie Direetion Disconto-Gesellschaft
Dresdner Bank
Nationalbank für Deutschland
A. Schaaffhausen’scher Bankverein Essener Credit-Anstalt
Rheinische Bank
Sal. Oppenheim jr. & Cie.
Internationale Bank in Luxemburg.
12000
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„ C „ „ „ 500.− „ 16001—26 000.
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0.— „ 4 001- 16 000,
Die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- u. Hütten-
Aktiengesellschaft zu Bochum hat zwecks Ablösung ihrer
Bank-
schulden und Verstärkung ihrer Betriebsmittel mit Genehmigung ihres
Aufsichtsrats eine 5% Anleihe von M. 25000000.− aufgenommen.
Die Anleihe ist sichergestellt durch Eintragung einer
Sicherungs-
hypothek auf der Zeche Kaiser Friedrich sowie auf den Mülheimer
Werken der Friedrich Wilhelms-Hütte. Der Buchwert der letzteren
beträgt M. 16650 488.— Ueber die Zeche Kaiser Friedrich liegt bei
den Zeichnungstellen eine Taxe des Bergschuldirektors Professor
Heise in Bochum vom 31. März 1913 mit Nachtrag vom 31. März 1914
zur Einsichtnahme aus, die mit einem Werte von M. 17211012.—
abschliesst. Die beiden Pfandobjekte sind insgesamt mit M. 2613672.19
vorbelastet. Diese Vorbelastungen werden bis auf ca. M. 280000.−
bis zum 1. Oktober d. J. zurückgezahlt sein, so dass die
Sicherungs-
hypothek dann bis auf den genannten Betrag von M. 280000.— überall
an erster Stelle stehen wird.
Die Teilschuldverschreibungen lauten auf den Namen der Bank
für Handel und Industrie, die auch als Vertreterin für die jeweiligen
Gläubiger im Sinne des § 1189 des Bürgerlichen Gesetzbuches bestellt
ist, sind auf Order gestellt und mittels Blankogiro übertragbar. Die
Bank für Handel und Industrie wird späteren Gläubigern aus den
Teilschuldverschreibungen nicht verhaftet. Die
Teilschuldver-
schreibungen werden nach Massgabe eines jedem Stück aufgedruckten
Tilgungsplanes vom 1. August 1917 bis 1. August 1941 auf Grund von
Auslosungen zum Nennwerte zuzüglich 3 vom Hundert zurückgezahlt.
Es ist der Gesellschaft gestattet, vom 1. August 1919 ab die Auslosung
beliebig zu verstärken oder auch die jeweilige Restanleihe mit
drei-
monatlicher Frist, frühestens zum 1. August 1919, zur Rückzahlung
zu kündigen.
Den Teilschuldverschreibungen sind halbjährliche Zinsscheine per
1. August und 1. Februar beigegeben; der erste Zinsschein ist am
1. August 1914 fällig. Die Zinsen sind gleich wie die rückzahlbaren
Stücke bei der Kasse der Gesellschaft, sowie bei
der Bank für Handel und Industrie,
„ Direction der Disconto-Gesellschaft,
„ Dresdner Bank,
„ Nationalbank für Deutschland,
dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein,
der Rheinischen Bank,
„ Essener Credit-Anstalt
und deren sämtlichen Niederlassungen,
dem Bankhause sal. Oppenheim jr. & Cie.,
der Internationalen Bank in Luxemburg,
Banque Internationale de Bruxelles,
Banque de Bruxelles
zahlbar.
Alle auf die Anleihe bezüglichen Bekanntmachungen erfolgen
ausser im Deutschen Reichsanzeiger in mindestens zwei Berliner und
einer Frankfurter Zeitung.
Die Anleihe ist auf Grund eines bei den Zeichnungsstellen
erhält-
lichen Prospekts an den Börsen von Berlin und Frankfurt a. M.
zuge-
lassen worden. Die Zulassung an den Börsen von Hamburg und Essen
soll demnächst beantragt werden.
Auf diese Anleihe werden Zeichnungen
bis Donnerstag, den 23. April 1914,
bei der Bank für Handel und
In-
in Berlin
dustrie,
Direction der Disconto-
Ge-
sellschaft,
Dresdner Bank,
Nationalbank für
Deutsch-
land,
„ dem A. Schaaffhausen’schen
Bankverein,
A. Schaaffhausen’schen Bank-
„ Cöln
„,
verein,
„ „ Bankhause Sal. Oppenheim jr.
& Cie.,
Essen„ der Direction der Disconto-
Gesell-
schaft Filiale Essen,
Rheinischen Bank,
Essener Credit-Anstalt,
Filiale der Bank für Handel und
„ Frankfurt a. M.
Industrie.
Direction der Disconto-
Gesell-
schaft,
Dresdner Bank in Frankfurt a. H.,
Bank für Handel und Industrie
„ Hamburg
Filiale Hamburg,
Dresdner Bank Filiale Hamburg,
Internationalen Bank in Luxem-
„ Luxemburg
burg
während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstunden auf Grund des
daselbst erhältlichen Anmeldeformulars unter nachfolgenden Bedingungen
entgegengenommen:
1. Der Zeichnungspreis ist auf 99%% zuzüglich 5% Stückzinsen
vom 1. Februar 1914 ab sowie Schlussnotenstempel festgesetzt.
2. Bei der Zeichnung ist auf Verlangen eine Kaution von 5% des
gezeichneten Nennbetrages in bar oder marktgängigen Wertpapieren
zu hinterlegen.
3. Die Zureilungen, deren Höhe dem Ermessen der Zeichenstellen
überlassen bleibt, werden nach Schluss der Zeichnung sobald als
möglich schriftlich erfolgen
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
Nummer 107,
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daher durchaus ſorgfältiger, perſönlicher Unterricht. Die Anſtalt
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werden täglich von 12—1 Uhr und von 3—5 Uhr nachmittags in der
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Michel entgegengenommen.
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Nummer 107.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
Seite 11.
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Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir hierdurch in
Erinnerung.
Darmſtadt, den 16. April 1914.
(9950sg
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung
das Reiten und Fahren über den Exerzierplatz zu Darmſtadt
betreffend.
§ 1. Das Fahren und Reiten von Zivilperſonen auf dem
Exerzierplatz zu Darmſtadt iſt verboten. Nur in Ausnahmefällen
kann dasſelbe geſtattet werden. Die Erlaubnis iſt bei der Großh.
Kommandantur nachzuſuchen und wird eintretenden Falles durch
eine auf Namen lautende Karte ſchriftlich und nur für die Perſon des
Nachſuchenden auf Widerruf erteilt.
§ 2. Der betreffende Reiter bezw. Wagenführer muß die
Karte beim Betreten des Exerzierplatzes bei ſich führen und auf
Verlangen nicht nur den Exekutivbeamten der Polizeibehörde,
ſon=
dern auch den zur Aufſicht beſtimmten Militärperſonen bezw.
Be=
amten der Militärverwaltung vorzeigen.
§ 3. Fuhrwerke und Reiter, welche ihren Weg von der
Darm=
ſtadt=Griesheimer Staatsſtraße auf den Exerzierplatz und umgekehrt
pehmen, dürfen hierzu nur den nächſt der ſtädtiſchen Anlage
herge=
ſtellten, gepflaſterten Uebergang benutzen.
§ 4. Zuwiderhandlungen gegen obige Vorſchriften werden,
inſoweit nicht § 366 pos. 10 des Strafgeſetzbuchs zur Anwendung
gelangt, mit einer Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
Darmſtadt, den 20. Februar 1886.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Verloſung von Schuldverſchreibungen der
Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt
Darmſtadt ſind nachſtehende ſtädtiſche Schuldverſchreibungen auf den
Inhaber des 3½prozentigen Anlehens, Buchſtabe L. von 1902 zur
Rückzahlung auf den 1. Oktober ds. Js. berufen worden, nämlich:
Abt. I. zu 2000 Mk. Nr. 11, 165, 196, 209, 223, 272, 350, 426,
594, 636, 703, 858, 921.
II. zu 1000 Mk. Nr. 17, 21, 49, 58, 110, 246, 264, 278,
301, 305, 369, 405, 428, 629, 892, 899, 954, 959, 966,
973, 1009, 1035, 1111, 1348, 1412, 1463, 1476, 1597, 1652,
1762, 1819, 1963.
„ III. zu 500 Mk. Nr. 118, 174, 231, 256, 389, 409, 446, 688,
702. 853, 882, 898, 958, 1053, 1156, 1193, 1512, 1608,
1650, 1655, 1673, 1699, 1807, 1856, 1869, 1912, 2079,
2084, 2100, 2178, 2391.
„ IV. zu 200 Mk. Nr. 92, 123, 171, 213, 530, 638, 682, 816,
825, 948, 975, 1027, 1045. 1156.
Die Einlöſung geſchieht bei der Stadtkaſſe Darmſtadt, ſowie
bei der Bank für Handel und Induſtrie zu Darmſtadt und
Berlin und deren übrigen Niederlaſſungen, bei der Preußiſchen
Zentral=Genoſſenſchaftskaſſe in Berlin, der Pfälziſchen Bank in
Ludwigshafen und deren Niederlaſſungen in Frankfurt a. M.
und Worms.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört vom 1. Oktober
ds. Js. an auf.
Darmſtadt, den 14. April 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
(10072sg
Dr. Gläſſing.
Arbeitsnachweis.
Die Geſchäfte des öffentlichen Arbeitsnachweiſes werden vom
17 laufenden Monats an im ſtädtiſchen Hauſe Waldſtraße 19/21
geführt.
Eingang zur Abteilung für männliche Perſonen (parterre),
Waldſtraße 21.
Eingang zur Abteilung für weibliche Perſonen (I. Stock),
Waldſtraße 19.
Fernſprecher für beide Abteilungen Nr. 371.
Arbeitsamt.
(9856fs
Mueller, Bürgermeiſter, Vorſitzender.
Verſteigerungs=Anzeige.
Montag, den 20. April 1914, nachm. 6 Uhr,
verſteigere ich im Lagerraum des Hauſes Schuchardſtraße 14
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Butterknet= und 1 Nutterformmaſchine
(10134
und zwar beſtimmt.
Kapp, Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt
Begleichung ſtädt. Gefälle
für das Rechnungsjahr 1913.
Mit Rückſicht auf den
Bücher=
ſchluß der Stadtkaſſe und der
ſtädtiſchen Nebenkaſſen ſind alle
Rückſtände für das abgelaufene
Rechnungsjahr nunmehr
unver=
züglich an uns zu entrichten.
Friſt=
geſuche können nicht berückſichtigt
werden.
(10136a
Darmſtadt, 16. April 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
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Mittwoch, den 22. April 1914,
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Fahrbahn= und Fußſteigbefeſtigungen.
In dem durch die Stadtverordneten=Verſammlung feſtgeſtellten
ſtädtiſchen Hauptvoranſchlag für 1914, der vom 14. April d. Js. ab
während der Friſt von einer Woche auf dem Stadthaus, Zimmer 39,
in den Dienſtſtunden offen liegt, ſind die unten verzeichneten
Fahr=
bahn= und Fußſteigbefeſtigungen aufgenommen, die im Laufe des
Geſchäftsjahres zur Ausführung gelangen ſollen. Wir empfehlen den
Anliegern dieſer Straßenzüge, etwa beabſichtigte Anſchlüſſe ihrer
Grundſtücke an den Straßenkanal, an die Verſorgungsrohre oder an
die Fernſprech= und Lichtkabelleitung unter Beachtung der hierüber
gültigen Beſtimmungen baldigſt herſtellen zu laſſen.
Zu Aufbrüchen der neuen Fahrbahn= und Fußſteigbefeſtigungen
wird in den nächſten Jahren die Zuſtimmung der Stadtverwaltung
nur dann erteilt werden, wenn die Geſuchſteller der Stadt gegenüber
die Verpflichtung übernehmen, für alle infolge des Aufbruches
ver=
anlaßten Schädigungen der Straßenbefeſtigung, insbeſondere auch
für die nachträglich etwa eintretenden Senkungen des Untergrundes,
aufzukommen und hierfür entſprechende Kaution hinterlegen.
Darmſtadt, den 14. April 1914.
(9903sg
Städtiſches Tiefbauamt
Keller.
Ord.=
Bezeichnung
Straßenſtrecken
Nr.
der auszuführenden Arbeiten
A. Fahrbahnbefeſtigungen.
Neuer Bahnhofsplatz
Auspflaſterung der
Autohalte=
ſtelle.
Untere Beſſungerſtraße vom Ueberpflaſterung der chauſſiert.
Haus 106 b. Donnersbergring Fahrbahn mit Kleinpflaſter.
3 1 ObereLiebfrauenſtraße zwiſch.1 Chauſſierung der Fahrbahn.
1 Dieburgerſtr. u. Hohler Weg
Pankratiusſtraße zwiſchen 1 Verbreiterung der Fahrbahn.
Arheilgerſtraße u. Haus Nr. 7
5 1 Schloßgartenplatz vor den Erſatz der chauſſierten Fahr=
Anweſen Nr. 2—4
bahn durch Hartbaſaltpflaſter
Speſſartring zwiſch. Kranich= Chauſſierung der Fahrbahn.
ſteiner= und Gutenbergſtraße
B. Fußſteigbefeſtigungen.
Feldbergſtraße zwiſchen Wei= Zementſtrichfußſteig auf der
terſtädter= u. Landwehrſtraße Weſtſeite.
Gutenbergſtraße vor den Zementplattenfußſteig.
Häuſern Nr. 66 und 68
Mathildenplatz zwiſchen Zeug=1 Erneuerung des
Asphaltfuß=
haus= und Wieſenſtraße
ſteigs auf der Oſtſeite.
10 1 Olbrichweg zwiſchen Lucas=1 Zementplattenfußſteig auf der
Nord= bezw. Oſtſeite.
und Fiedlerweg
Ruthsſtraße zwiſch. Arheilger= Zementſtrichfußſteig u. Rand=
und Pankratiusſtraße
ſteinverſetzung auf d. Nordſeite.
Ruthsſtraße zwiſch. Arheilger= Zementſtrichfußſteig auf der
Nordſeite.
und Schloßgartenſtraße
Neuer Stirnweg vom Dorn=1 Zementplattenfußſteig auf der
13
heimer Weg bis zum Anſchluß Weſtſeite.
an den Fußſteig vor dem
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
Nummer 107.
Kongreſſe und Verbandstage.
B. Hauptverſammlung des Keplerbundes
in Frankfurt a. M.
* Am Freitag trat der im November 1907 in
Frank=
furt a. M. begründete Keplerbund zu ſeiner 8.
Haupt=
verſammlung wiederum in unſeren Mauern
zuſam=
men. In ſechs Jahren eifriger Arbeit iſt die Zahl ſeiner
Mitglieder aus den gebildeten Schichten der deutſch
reden=
den Welt auf mehr als 8000 angewachſen, die in dieſer
ausgedehnten Organiſation vereinigt ſind. Der
Kepler=
bund will die Forderung der Naturerkenntnis unſerem
Volke vermitteln, wobei der Grundſatz im Vordergrunde
ſteht: Gebt der Naturwiſſenſchaft, was der
Naturwiſſen=
ſchaft, und der Religion, was der Religion gebühret. Die
diesjährige Haupttagung findet im Saal der Loge
Einig=
keit, Kaiſerſtraße, ſtatt und ſind dafür drei Tage
vorge=
ſehen. Die Tagung wurde in Vertretung des
verhinder=
ten Vorſitzenden von Herrn Prof. Rimbach mit einer
kur=
zen Begrüßung eingeleitet. Nach alter Gewohnheit wird
die Hauptverſammlung mit wiſſenſchaftlicher Arbeit
ver=
bunden. Dieſen Grundſatz berückſichtigte daher auch die
Feſtrede des Herrn Prof. Dr. Dennert=Godesberg über
„Die Bedeutung der Naturerkenntnis für das Geiſtesleben
unſerer Zeit‟ Dem mit lebhaftem Beifall
aufgenomme=
nen Vortrag folgte eine Anzahl Begrüßungen. Dr.
Schmidt=Frankfurt begrüßte darauf namens der
Orts=
gruppe Frankfurt die Hauptverſammlung des Bundes in
ſeiner Gründungsſtadt. Die heutige Zeit zeigt eine
außer=
ordentliche Verwirrung der Ideen, wobei alles
durchein=
anderfließt. Die Analyſierung des menſchlichen Geiſtes
iſt ſeither vergeblich verſucht worden. Naturanſchauung
und ſoziale Gedanken haben die religiöſe Gedankenwelt
ziemlich erdrückt. Die Arbeit der Jetztzeit muß auf die
Vermählung der naturwiſſenſchaftlichen, ſozialen und
reli=
giöſen Anſchauungen gerichtet ſein. — Seitens der
Ver=
ſammlung wurde dem Vorſtande die Ermächtigung zur
Abſendung eines Telegramms an den deutſchen Kaiſer
und eines weiteren an den am Erſcheinen verhinderten
Fürſten zu Salm=Horſtmar erteilt. Prof. Dr. Dennert=
Godesberg berichtete über die literariſche Arbeit des=
Bundes.
Der von Herrn Direktor Teudt=Godesberg erſtattete
Jahresbericht gab zunächſt einen Ueberblick über die
jetzt ſechsjährige Tätigkeit des Bundes. Die Grundſätze
des Bundes haben im Denken unſeres Volkes, bis hin in
die Reihen der Gegner, immer mehr Boden gewonnen.
Sowohl in den populären Veröffentlichungen als auch in
den Vorträgen und ſonſt wird die vom Bunde geforderte
Unterſcheidung von Naturwiſſenſchaft und
Naturphiloſo=
phie ſorgfältiger beobachtet, und ſeltener als früher
be=
gegnet man der üblen Vermiſchung von
naturwiſſenſchaft=
lichen und religiöſen Fragen. Bewährt hat ſich auch das
Zuſammenwirken der verſchiedenen politiſchen und
kirch=
lichen Richtungen, ſowie der Konfeſſionen auf dem
Ar=
battsgebiete des Keplerbundes, welches inmitten der
Zer=
riſſenheit unſeres geiſtigen Lebens noch einen gemeinſamen
Boden darſtellt. Der Bund hat beſonders innerhalb 39
Ortsgruppen eine lebhafte Vortragstätigkeit entfaltet.
Sein Verlag gibt zwei naturwiſſenſchaftliche Zeitſchriften
heraus, die eine in einer Auflage von 9500 Exemplaren
für Gebildete, die andere mit einer Auflage von 12000
Exemplaren für die Jugend und breitere Kreiſe. Neben
41 größeren und kleineren Broſchüren weiſt der
Verlags=
katalog nunmehr auch ein größeres Werk: „Moderne
Na=
turkunde”, eine populäre Darſtellung der geſamten
Natur=
wiſſenſchaften, auf. Der Umſatz der Schriftenabteilung
betrug 1913 24864 Mark, der Lehrmittelabteilung 13 392
Mark, der Geſamtumſatz aller Zweige 166006 Mark. Die
Arbeit wird in einem eigenen Hauſe von 13 angeſtellten
Kräften geleiſtet. Die Beziehungen zur Preſſe wurden
durch beſondere Artikel ſowie durch eine von etwa 300
Zei=
tungen benutzte Zeitungskorreſpondenz gepflegt. An den
beiden Kurſen des Jahres in Godesberg nahmen 96
Kur=
ſiſten teil, wodurch die Geſamtzahl der Teilnehmer an 14
Kurſen auf 950 ſtieg. Außerdem wurde von der Berliner
Ortsgruppe ein Kurſus mit 255 Hörern und in Auſſee ein
ſolcher mit 45 Hörern gehalten. Die Einrichtungen des
Bundes zur Abhaltung wiſſenſchaftlicher Kurſe ſind unter
dem Namen „Inſtitut für volkstümliche Naturkunde”
zu=
ſammengefaßt. Die Anſammlung eines Kapitalfonds für
dieſen Zweck hat bis jetzt Zeichnungen in Höhe von 161 677
Mark aufzuweiſen. Dem Bunde ſind im Jahre 1913
970 neue Mitglieder beigetreten; ſeine Mitgliederzahl
be=
trug am 1. Januar d. J. 8210.
Evangeliſch=Sozialer Kongreß.
Nürnberg, 17. April. Zu Beginn der
heu=
tigen letzten Hauptverſammlung des Evangeliſch=
Sozialen Kongreſſes erſtattete der
General=
ſekretär Pfarrer Lic. Schneemelcher den
Jahres=
bericht, wobei er u. a. ausführte: Wir treten nicht
irgendwie ſcharfmacheriſch gegen die Sozialdemokratie
auf, wir ſehen es aber als unſere Pflicht an, als
evan=
geliſche Chriſten die Sozialdemokcatie zu bekämpfen.
Jedoch wollen wir nicht, wie es jetzt vielfach geſchieht,
lediglich gegen das rote Tuch anſtürmen. Der Kongreß
könne für ſich in Anſpruch nehmen, daß er ſtets das Salz
auf ſozialem Gebiete geweſen ſei.
Der Vorſitzende, Profeſſor D. Baumgarten ergriff
hierauf das Wort und erklärte, es ſei ihm mitgeteilt
wor=
den, daß man an den Ausführungen Schneemelchers
Aer=
gernis genommen habe. Wir dürfen aber nicht die
So=
zialdemokratie als den Orientierungspunkt für jede
Stel=
lungnahme unſererſeits anſehen Er perſönlich ſtehe im
Leben ſtändig im Kampf gegen die Sozialdemokratie, doch
dürfe aus der Zugehörigkeit zum Kongreß keine
Gebun=
denheit in der politiſchen Stellungnahme gefolgert
wer=
den. Freiherr v. Pechmann=München führte hierzu
aus: In der Frage der Sozialdemokratie gibt es nur ein
Entweder=Oder. Entweder bin ich der Ueberzeugung,
daß zur Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden die
Durchführung des ſozialdemokratiſchen Programms
ge=
hört. Dann ſetze ich mich mit meiner ganzen Perſon für
dieſes Programm ein und trete der ſozialdemokratiſchen
Partei bei und niemand ſoll mich in der Treue zur Partei
übertreffen. Oder aber ich erblicke in dem
ſozialdemo=
kratiſchen Programm nicht die Morgenröte der
aufgehen=
den Wahrheit, ſondern ein volksverheerendes Irrlicht.
Dann aber iſt mein Platz in der Reihe der entſchiedenen
und entſchloſſenen Gegner der Sozialdemokratie. Die
Sozialdemokraten ſind zu ernſte Gegner, als daß man mit
Redensarten vom roten Tuch und anderen
Oberflächlich=
keiten auskommen könnte. Lic. Schneemelcher verwahrt
ſich gegen den Vorwurf der Oberflächlichleit in ſeinem
Referat. Der Vorſitzende macht ſchließlich der Debatte ein
Ende. Der Kongreß nahm dann eine Reſolution zur
Sonntagsruhe an, in der eine vollſtändige Sonntagsruhe
gefordert wird. Die Durchführung der vollen
Sonntags=
ruhe, ſo heißt es in der Reſolution, erwartet der Kongreß
nicht von der geſetzlichen Regelung allein, ſondern auch
von der Stärkung des ſozialen Verantwortlichkeitsgefühls,
das den Einzelnen hindern muß, am Sonntag über das
zuläſſige Maß hinaus fremde Zeit und Arbeitskraft für
ſich in Anſpruch zu nehmen. Profeſſor Waldemar
Zimmermann=Berlin behandelte als letztes Thema:
„Zwang und Freiheit im Organiſationsleben‟. Er
be=
zeichnete es als eine der vornehmſten und kulturellen
Aufgaben des nächſten Menſchenalters, die ſittliche und
bürgerliche Einzelperſönlichkeit vor der Zerreibung durch
Organiſationszwang oder Zwangsorganiſation zu
be=
wahren. In der Diskuſſion bezeichnete es
Rechts=
anwalt Mexner=Nürnberg als erfreulich, daß der
Kon=
greß ſich auf den Boden des Koalitionsrechts geſtellt habe,
ferner ſei erfreulich, daß der Referent den Koalitionszwang
gepredigt habe. Bei Beläſtigungen von Arbeitswilligen,
die aus ehrenhaften Motiven weiterarbeiten können, müſſe
aus Billigkeitsgründen neben Gefängnisſtrafe auch die
mildere Geldſtrafe angewendet werden können. Die
Exzeſſe bei Streiks ſeien notwendige Erſcheinungen,
da=
her ſollte der Geſetzgeber nicht mit ſo harten Strafen
kom=
men. Jedenfalls ſei die Sozialdemokratie die
Lehr=
meiſterin dafür, was an Opferwilligkeit aus einem
Men=
ſchen herauszuholen ſei. — In ſeinem Schlußwort
er=
klärte der Referent, daß er die gelben Gewerkſchaften für
eine Verirrung der Arbeiter halte.
Die Arbeiten des Kongceſſes waren damit erledigt
und der Vorſitzende ſchloß die Tagung mit den üblichen
Dankesworten. Der nächſte Kongreß wird wahrſcheinlich
in Berlin abgehalten werden.
Handel und Verkehr.
WB. Montreal, 17. April. Die
Bruttoein=
nahmen der Kanada=Pacific=Eiſenbahn
betrugen in der zweiten Woche des Monats April 2 234000
Dollar, das bedeutet gegen die entſprechende Zeit des
Vorjahres eine Abnahme von 411000 Dollar.
Landwirtſchaftliches.
F.C. Frankfurt a. M., 17. April. (Heu= und
Stcohmarkt.) Man notierte: Heu 2,80—3,20 Mark,
Stroh=
fehlte. Alles per 50 Kilo. Geſchäft: flott. Die Zufuhren
waren aus den Kreiſen Friedberg, Dieburg und Hanau,
* Berlin, 18. April. Wöchentlicher
Saaten=
ſtandsbericht der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats. Nach den
reichlichen Niederſchlägen der Vorwoche war der kurz vor
dem Oſterfeſte eingetretene Umſchwung zu freundlichem,
trockenem Wetter ſchon ſehr willkommen, um die
unter=
brochene Frühjahrsbeſtellung fortführen zu können. Aber
auch für die Winterſaaten waren die zuletzt herrſchenden
Witterungsverhältniſſe von um ſo größerem Nutzen, als
die übermäßige Näſſe auf ſchweren Böden und in
beſon=
ders feuchten Lagen ſtellenweiſe bereits eine
Verſchlechte=
rung des Standes verurſacht hatte. Im allgemeinen hat
die Entwickelung der Winterſaaten in den letzten acht
Tagen ſehr befriedigende Fortſchritte gemacht. Die
Pflan=
zen werden meiſt als geſund und kräftig geſchildert;
häu=
fig iſt in den Berichten ſogar von üppigem Wachstum die
Rede. Auch in den weſtlichen Landesteilen, wo die Saaten
unter der vorangegangenen naßkalten Witterung gelitten
hatten, iſt eine weſentliche Beſſerung feſtzuſtellen, wenn
der Stand dort auch nicht ſo einheitlich beurteilt wird, wie
in den übrigen Berichtsgebieten. Sehr günſtig lauten die
Nachrichten über die Futterpflanzen, die ſich nach
genügen=
der Feuchtigkeit und darauffolgender Wärme kräftig zu
entwickeln beginnen. Der Klee hat zwar vielfach durch
Mäuſefraß gelitten, bietet aber ebenſo wie die Luzerne
ſehr günſtige Ausſichten. Die Wieſen und Weiden zeigen
guten Anſatz; in verſchiedenen Gegenden iſt der Gras
wuchs bereits ſo weit vorgeſchritten, daß das Jungvieh
zur Weide getrieben werden kann. Die wegen der lang
andauernden Feuchtigkeit unterbrochene
Frühjahrsbeſtel=
lung konnte nach dem Oſterfeſt flott gefördert werden.
Vielfach iſt die Körnerſaat bereits untergebracht und mit
der Rüben= und Kartoffelbeſtellung der Anfang gemacht.
Auf ſchweren Böden, die etwas länger zum Abtrocknen
brauchen, ſind die Arbeiten noch im Rückſtande,
ſtellen=
weiſe erſt in Angriff genommen.
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It
reinigt man am besten wie folgt: Man löst
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dieser handwarmen Lauge etwa ¼ Stunde. Nach gutem Ausspülen drückt
man sie (nicht wringen!) aus. Das Trocknen darf an nicht zu heißen
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Pankratiusstraße 23; Math. Becher, Kirchstraße 17; Georg Hof,
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Nachfolger, I. Scheuermann, Gr. Ochsengasse 27, Georg Schüler,
Hofstallstrasse 10, sowie in allen durch Plakate kenntlich
gemachten Verkaufsstellen.
Man hüte sich vor Nachahmungen mit ähnlichen
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Nachdruck verboten.)
15)
Baron Rautheim bewohnte die Hälfte des erſten
Stock=
werks, von der drei Zimmer nach der Straße hinaus
lagen, ein großes zweifenſtriges Mittelzimmer und zwei
ſeitwärts von dieſem liegende kleinere Stuben.
Die Wohnung war bequem, doch ohne großen Luxus
eingerichtet. Namentlich war keine Einheitlichkeit in der
Einrichtung zu bemerken. Man ſah, daß die Möbel nach
und nach zuſammengekauft waren, je nachdem ſich das
Bedürfnis für dieſes oder jenes Stück eingeſtellt hatte.
Es war ein ziemlich buntes Durcheinander von oft
wert=
loſen und oft ſehr wertvollen Stücken. Nur die Teppiche
waren erſter Güte, und das nach hinten liegende
Schlaf=
zimmer war ſogar mit raffiniertem Luxus ausgeſtattet.
In der Mitte des großen Vorderzimmers ſtand ein
großer runder Tiſch, um den ſich ein Dutzend mit Leder
überzogener Stühle gruppierte. Ein Diwan und mehrere
Seſſel vervollſtändigten die Einrichtung. Den runden
Tiſch überſtrahlten einige elektriſche Birnen.
In dem Seitenzimmer rechts war ein kaltes Büfett
errichtet, das Seitenzimmer links war als Trink= und
Rauchzimmer ausgeſtattet.
Als Hans eintrat, fand er ſchon die Geſellſchaft
voll=
zählig beiſammen. Rauchend, trinkend und eſſend ſaßen
und ſtanden etwa zwölf Herren umher, während
Raut=
heim von einer Gruppe zur anderen ging und den
liebens=
würdigen Wirt machte:
Hans kannte die meiſten der Herren bereits, die öfter
bei Rautheim zuſammen kamen, um ihrer
Spielleiden=
ſchaft zu fröhnen. Sie gehörten den verſchiedenſten
Krei=
ſen an — nicht immer den erſten, aber Rautheim war
durchaus nicht exkluſiv, eine Geſellſchaft zum Zweck des
Spiels um ſeinen großen runden Tiſch zu verſammeln
Da war ein Bauunternehmer, ein großer, robuſter
Mann, der draußen in Wilmersdorf umfangreiche
Ter=
rainſpekulationen betrieb. Man ſah es ihm an, daß er
ſich von unten heraufgearbeitet hatte. Sein Benehmen
war protzenhaft, großtueriſch; eine ſchwere goldene
Uhr=
kette ſchmückte ſeinen Bauch; wertvolle Brillantringe
ſteck=
ten auf ſeinen dicken Fingern.
Da war ferner ein Geldmann — Bankier, wie er ſich
nannte —, ein ſchlanker, gebückt gehender Herr mit einem
blaſſen Geſicht mit lauerndem Ausdruck. Man ſagte von
ihm, daß er der Geldvermittler ariſtokratiſcher Kreiſe
ſei. Er war ganz in Schwarz gekleidet und machte den
Eindruck eines Miſſionars.
Ein bekannter Theaterſchriftſteller, der jedes Jahr für
ein großes Varieté eine Ausſtattungspoſſe verfaßte,
unter=
hielt ſich mit einem Major außer Dienſt, der einen
be=
rühmten, althiſtoriſchen Namen trug. Sein rotes,
gedun=
ſenes Geſicht zeigte, daß er dem Alkohol durchaus nicht
abgeneigt war.
Mehreren Herren wurde Hans vorgeſtellt; er achtete
kaum auf ihre Namen — nur ein fremder Herr fiel ihm
auf, ein ſchlanker, weltmänniſch ausſehender Herr mit
einem klugen, ſcharf geſchnittenen Vogelgeſicht und
ſchar=
fen, beobachtenden Augen. Er wurde Hans als ein Herr
Martenſen, Großkaufmann aus Hamburg, vorgeſtellt.
Sie ſind fremd hier? ſagte Hans, um nur etwas
zu ſagen.
Ein leiſes, ſpöttiſches Lächeln ſchien die ſchmalen
Lip=
pen des Herrn Martenſen zu umzucken.
O — Berlin kenne ich ſeit langen Jahren, entgegnete
er, die Hände in den Taſchen ſeines Beinkleides
verſen=
kend. In dieſen Kreis komme ich freilich zum erſtenmal,
obgleich ich auch ſchon von ihm gehört habe, ſetzte er
hinzu, ſich langſam in den Hüften wiegend und ſein
ſchar=
fes Auge über die Geſellſchaft ſchweifen laſſend.
Baron Rautheim iſt Ihr Freund? fragte er dann
weiter.
Ja.
Ein vortrefflicher Freund für einen jungen Herrn,
meinte Herr Martenſen ſpöttiſch.
Hans ſah ihn erſtaunt an.
Was wollen Sie damit ſagen?
O, Verzeihung — nichts von Bedeutung. Herr von
Rautheim kennt das Leben — hm, ja — und iſt gewiß ein
guter Führer der Jugend auf den Pfaden der — hm —
der Tugend.
Hans zuckte die Schultern. Er wandte ſich ab. Die
Art und Weiſe des fremden Herrn war ihm unſympathiſch.
He, lieber Ballhauſen, rief Rautheim in dieſem Augen
blick. Kommen Sie einmal her! Helfen Sie mir den
Spieltiſch arrangieren — und dann ſorgen Sie wohl
da=
für, daß die Herren zu trinken bekommen. Jeder muß
ſich ſelbſt helfen, Diener ſind mir unbequem.
Als Hans mit Rautheim den Spieltiſch zurecht machte,
fragte er leiſe: Wer iſt dieſer Hamburger?
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 19. April 1914.
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Pſt — eine große Nummer, entgegnete Rautheim
ebenſo Schwerreicher Kerl! Wollen ſehen, ob wir ihn
nicht etwas erleichtern können.
Nehmen Sie ſich in acht, Rautheim!
Wieſo? — Weshalb?
Der Hamburger ſcheint das Leben zu kennen. Er
macht nicht den Eindruck, als wenn er ſich übertölpeln
ließe.
Was iſt das für ein Ausdruck, Freundchen? — Hier
wird niemand übertölpelt — es geht alles mit rechten
Dingen zu.
Ich will es hoffen, entgegnete Hans trockenen Tones
und trat von dem Spieltiſch zurück.
En avant, Messieurs! Faites votre jeu! rief
Raut=
heim und von allen Seiten kamen die Herren herbei, um
ſich um den Tiſch zu gruppieren.
Ein jeder hatte ein Häufchen Goldſtücke oder
Bank=
noten vor ſich liegen. Rautheim hielt die Bank — das
Spiel begann und bewegte ſich bald in recht hohen Sätzen.
Herr Martenſen beteiligte ſich jedoch nur mit
klei=
neren Einſätzen an dem Spiel. Beobachtend flog ſein
ſcharfer Blick von einem Spieler zum andern; oft weilte
ſein Auge lange auf dem Bankhalter.
Hans bemerkte es, und eine heimliche Scheu hielt ihn
ab, ſich am Spiel zu beteiligen.
Weshalb ſetzen Sie nicht, Ballhauſen? rief ihm
Raut=
heim zu, die Karten zu einer neuen Taille miſchend.
Grand noble jeu, lieber Freund — nicht wahr, Herr
Mar=
tenſen? — Aber Sie ſcheinen mir auch ein ſehr vorſichtiger
Herr zu ſein, meinte er lachend.
Ich richte mich nach meinen Mitteln, Herr Baron,
entgegnete der Hamburger.
Dann können Sie ſchon dreiſt einen blauen Lappen
wagen, ſagte Rautheim lachend. Es kann auch ein
brau=
ner ſein — es wird Sie nicht ruinieren. Ich halte jeden
Satz — allez, Messieurs! Faites votre jeu!
Und das Spiel nahm ſeinen Fortgang.
Während einer Pauſe zwiſchen den einzelnen Spielen
flüſterte Rautheim Hans zu:
Animieren Sie doch den Hamburger etwas! Er iſt
ja der reine Stockfiſch! Kalt wie ine Hundeſchnauze!
Ich ſagte es Ihnen ja, gab Hans achſelzuckend zurück.
Er läßt ſich nicht hinreißen.
Der Menſch kommt mir allmählich verdächtig vor,
murmelte Rautheim. Trinken Sie mit ihm eine Flaſche
Champagner, vielleichte kommt er dann in Stimmung.
Aber Sie ſind heute abend auch wie naſſes Stroh.
Ich habe an Ernſteres zu denken.
Pah — ſeien Sie kein Froſch! Das arrangiert ſich
alles. Ich werde mal mit Frau Magnus ſprechen.
Schul=
den ſind keine Haſen, die weglaufen!
Er wandte ſich der Geſellſchaft wieder zu, und das
Spiel begann von neuem, das jetzt unter dem Einfluß
des reichlich genoſſenen Weins immer größere
Dimenſio=
nen annahm.
Auch Hans beteiligte ſich jetzt am Spiel, und
merk=
würdigerweiſe war ihm das Glück außergewöhnlich hold;
er gewann faſt jeden Satz.
Höher und höher ward das Spiel. Es ſtanden
Tau=
ſende auf den Karten. Rautheim ſchien ſtark im Gewinn
zu ſein; das Gold= und das Papiergeld häufte ſich vor
ſeinem Platze. Er blieb jedoch ganz ruhig; nur zuweilen
zuckte ein verſtecktes Lächeln über ſein hageres Geſicht,
und feſter drückte er dann das Monokel in das Auge.
Hans lehnte ſich in ſeinen Stuhl zurück. Er mochte
nicht mehr ſpielen; in Gedanken verſunken, ſpielte er mit
den Goldſtücken, die vor ihm auf dem Tiſch lagen. Oft
ſchon hatte er an dieſem Tiſch geſeſſen und ſein Glück im
Spiel verſucht. Zuweilen war es ihm gelungen, einen
guten Gewinn davonzutragen; dann hatte er wieder alles
verloren. Es war ein ewiges Auf und Ab — wie
ge=
wonnen, ſo zerronnen — und nur der Ekel, der
Wider=
willen gegen dieſes Treiben, das nur auf den glücklichen
Zufall aufgebaut war, blieb zurück.
Dieſer Widerwillen hatte ihn heute abend beſonders
gepackt. Die Unterredung mit Eva hatte ihn doch tiefer
getroffen; es war, als wenn ihn die Worte des Mädchens
einem wüſten Traum entriſſen, als wenn ſie ihm einen
gähnenden Abgrund gezeigt, in den er zu ſtürzen drohte.
Noch niemals war ihm ſein Leben ſo troſtlos, ſo
nichtig, ſo öde erſchienen wie heute, und ſelbſt der
Ge=
danke an Edith, die Erinnerung an ihre leidenſchaftlichen
Zärtlichkeiten ward ihm zur Qual.
Er fühlte ſich tief unglücklich und zerriſſen in ſeinem
Innern. Und all das Unglück hatte jener Mann
verſchul=
det, der ihm da gegenüber ſaß mit einem kalthöhniſchen
Lächeln auf dem hageren Geſicht, und mit ſeinen mageren
wohlgepflegten Händen die Karten umſchlug, das Geld
ein=
ſtrich oder auszahlte, wie gerade die Karten fielen.
Und mit einem Male tauchte die Frage in ihm auf:
Wovon lebte dieſer Mann eigentlich? Vermögen oder
ſonſtige Einkünfte beſaß er nicht. Das Spiel konnte ihm
wohl dann und wann eine größere Summe einbringen,
aber davon allein konnte er ſein luxuriöſes Leben nicht
beſtreiten, denn Hans hatte ihn auch ſchon größere
Sum=
men im Spiel verlieren ſehen. Er mußte noch andere
Quellen haben, und es fielen Hans die geheimnisvollen
Worte Ediths wieder ein von den egoiſtiſchen Plänen
Rautheims, von der Abhängigkeit ihrer Mutter von
Raut=
heim — und ein Gefühl der Scham für dieſen Mann, für
diefe Frau ſtieg brennend in ſeinem Herzen empor. Und
ſich ſelbſt fühlte er mitſchuldig; er verachtete ſich ſelbſt,
daß er ſich in die Abhängigkeit dieſer Menſchen begeben,
daß er ſein Leben mit dem Leben dieſer Menſchen ſo eng
verbunden hatte, ſo daß eine Befreiung kaum möglich
erſchien.
Gequält von ſolchen Gedanken, erhob er ſich und trat
in das Nebenzimmer. Da ſah er Herrn Martenſen ſich
aus dem geöffneten Fenſter beugen; er ſchien mit
jeman=
den draußen auf der Straße zu ſprechen.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 107.
Darmſtadter Tagolatt, Sonntag, den 19. April 1914.
Seite 15.
II,882
Das Zimmeraquarium.
B. Freunden der Natur, des Pflanzen= und
Tier=
lebens bietet das Aquarium, das ſich ein jeder mit
ver=
hältnismäßig geringen Mitteln im Zimmer herſtellen
kann, eine intereſſante, reiche Freude gewährende
An=
regung. Namentlich iſt die jetzige Jahreszeit für die
An=
legung eines ſolchen geeignet. Darum ſei es uns geſtattet,
im Nachſtehenden eine kurze Beſchreibung des
Zimmer=
qaquariums zu geben:
Die Gefäße ſind jetzt allenthalben ſchön und
geſchmack=
voll zu haben, ſo daß man darüber nichts zu ſagen braucht;
im allgemeinen berückſichtigt man bei der Wahl eines
ſol=
chen zu allererſt das Zweckmäßige. Dazu gehört vor allem
klares, weißes, nicht gefärbtes Glas und am beſten eine
runde, und zwar möglichſt gleichmäßige, Form. Letztere
iſt von Wichtigkeit wegen des Pflanzenwuchſes. An allen
im Zimmer gehaltenen Topfgewächſen kann man nämlich
leicht die Beobachtung machen, daß ſie mit allen ihren
Teilen mehr oder minder dem Lichte zuſtreben, wodurch
die Pflanze einen ſchiefen Wuchs bekommt. Dieſem
Uebel=
ſtande iſt nur dadurch abzuhelfen, daß der Topf von Zeit
zu Zeit umgedreht wird, ſo daß die Pflanzenteile nun in
entgegengeſetzter Richtung wiederum dem Lichte
zu=
wachſen, wodurch das Gleichgewicht hergeſtellt wird. In
gleicher Weiſe läßt ſich ein rundes Aquariumgefäß ohne
große Mühe regelmäßig ſo dem Lichte zu drehen, daß dies
auf alle ſeine Teile gleichmäßig einwirken oder ihnen
entzogen werden kann.
Der Platz der Aufſtellung iſt ebenfalls nicht
gleich=
gültig. Am zweckmäßigſten wird ein ſolcher gewählt, auf
dem es Sommer und Winter hindurch ſtehen bleiben kann.
Die unmittelbare Nähe eines von der Morgen= oder
Mittagsſonne beſchienenen Fenſters iſt der geeignetſte
Ort. Hier erhält es ein möglichſt praktiſches Geſtell,
Tiſch=
chen Ständer oder dergleichen, auf denen aber erſt noch
ein Polſter oder Kiſſen, mit Sand, Moos oder Heu gefüllt,
als Unterlage liegen muß, damit das vielleicht ungleich
oder zu hart aufſtehende Glas nicht zerdrückt werde.
Die Füllung iſt natürlich als Hauptſache zu
betrach=
ten, denn von ihr hängt ja von vornherein das Leben und
Gedeihen der ganzen Bewohnerſchaft, der Tiere und
Pflanzen zugleich, ab. Beim Süßwaſſer=Aquarium wird
der Boden des Glaſes mit einer 4 bis 5 Zoll hohen Schicht
von reiner, guter Moorerde von irgend einer modrigen
Wieſe, einem Teichrand oder Sumpfe bedeckt. In
Er=
mangelung ſolcher kann man auch aufgeweichten Torf
nehmen. Darüber kommt ungefähr ein Zoll hoch reiner
Fluß= oder Bachſand, der freilich auch durch ſorgfältig
gewaſchenen und geſchlemmten Stubenſand erſetzt werden
kann. In die Mitte des Gefäßes wird als grotesker
Fel=
ſen ein kegelförmiges Stück Metallſchlacke, Lava uſw.,
jedoch gut geſäubert, geſetzt; auch kann man aus kleinen
Flußſteinchen den Felſen ſich ſelbſt aufbauen, doch müſſen
ſie hohl eingerichtet ſein, daß es für das kleine Getier
die nötigen Schlupfwinkel bietet.
Bei der demnächſt folgenden Anpflanzung halte man
den Grundſatz feſt: möglichſt verſchiedene Pflanzenarten,
von jeder aber möglichſt wenige Exemplare einzubringen;
leicht könnte ſich ſonſt der Pflanzenwuchs auf Koſten des
Tierlebens zu breit machen. Auch würde jedenfalls durch
eine zu üppige Pflanzenwelt die Beobachtung des Lebens
und Webens zu ſehr erſchwert werden. Hornblatt,
Tau=
ſendblatt, Armleuchter und dergleichen zierliche
Waſſer=
pflänzchen, in möglichſt geſchmackvoller Anordnung und
mannigfaltiger Abwechſelung, dann auch größere
Stau=
den, wie Vergißmeinnicht, Waſſerfenchel, Minze, Ampfer
u. a. werden mit Vorſicht gepflanzt, daß ſie keinen zu
gro=
ßen Raum fortnehmen. Es iſt ſogar zu raten, ein kleines
Stück der ſo verſchrienen „Waſſerpeſt” mit hineinzuſetzen,
denn bei ſorgfältiger Ueberwachung, damit ſie nicht zu
übermäßig wuchern, bietet die zierliche Pflanze einen
ſchönen Anblick.
Bei dem Einſetzen aller dieſer Pflanzen hüte man ſich
aber, den Grund ſo aufzurühren, daß die Moorerde
empor=
gebracht werde, und wo dies geſchehen ſein ſollte, decke
man ſorgfältig wieder Sand darüber. Dann wird der
ganze Boden mit einer dünnen, gleichmäßigen Schicht
kleiner, etwa erbſengroßer, reingewaſchener Steinchen aus
dem Bache überſchüttet; dies iſt notwendig, um das
Auf=
wühlen des Bodens zu verhindern, das Gedeihen der
Pflanzen und die Erhaltung des Waſſers zu ſichern.
Die Bevölkerung des Süßwaſſeraquariums mit
Tie=
ren ſchließlich erheiſcht noch größere Sorgfalt — und auch
etwas naturgeſchichtliche Kenntniſſe, wenn man ſich eben
vor Schaden bewahren will. Das kleinſte Getier liefert
uns der erſte beſte Graben. Aus ſeinem ſchlammigen
Grunde ſchöpft man an einem kühlen Tage einige Hände
voll in eine flache Schüſſel mit reinem Waſſer. Hier zeigt
ſich bald eine Fülle mannigfaltiger Geſtalten, die man
mit kleinen Gazenetzen herausfiſcht oder gleich mit dem
Waſſer ins Aquarium gießt. Was an größeren Tieren
hineingeſetzt werden ſoll, hängt natürlich ganz vom Ge=
ſchmack des Beſitzers ab; Waſſerkäfer, Würmer, Schnecken,
Fiſche uſw. bilden die gewöhnliche Bewohnerſchaft; höchſt
intereſſant ſind diejenigen Waſſertiere, die Verwandlungen
durchmachen, von den Libellen und Mückenlarven hinaus
bis zu den Salamandern und Molchen.
Sorgfältige Beobachtung des vielgeſtaltigen
Tier=
lebens im Aquarium lehrt ſehr bald die gegenſeitigen
Freunde und Feinde kennen, öffnet das Auge für
auf=
merkſame und ſinnige Naturanſchauung und wird in jedem
Falle zu einer Quelle reicher Belehrungen, ſtiller Freuden
und Genüſſe.
In betreff des Waſſers iſt keine große Sorge nötig.
Reines Fluß= oder Landſeewaſſer iſt freilich am beſten;
aber auch Brunnenwaſſer iſt brauchbar, denn es nimmt
ſehr bald von der Moorerde und den Pflanzenſtoffen die
für die kleinen Weſen notwendige Nahrung auf.
Die Mkertiere und Pflanzen ſind heute leicht zu
be=
ſchaffen. Unter den Meertieren nehmen von vornherein
die Seeanemonen das Intereſſe, auch des Laien, am
mei=
ſten in Anſpruch. Dieſe köſtlichen, blumenartigen Gebilde
prangen in allen Farben; dieſe mit goldigen Punkten,
jene ſcharlachrot mit gelben Streifen, dieſe purpur mit
weiß, jene einfach orange oder kaſtanienbraun uſw. Bei
allen erhebt ſich auf einem feſtgeſaugten Fuße ein Stiel,
deſſen oberes Ende eine Scheibe mit einer Menge
regel=
mäßig geordneter Scheiben trägt. Bei jeder Berührung
zieht ſich die Strahlenſcheibe zuſammen und das Tier
bildet alsdann einen geſtaltloſen Klumpen; jetzt zeigt es
die Form eines Glaſes, jetzt die einer Palme, jetzt ſchnürt
ſich’s zuſammen, jetzt blüht ſich’s auf — kurz, ſo oft wir
hinblicken, gewähren uns die Seeanemonen neue,
rei=
zende Bilder. Andere Seetiere leben in ſelbſtverfertigten
Gehäuſen und ſtrecken ihre Fangarme hervor, noch andere
erheben ihre überaus zierlichen roten, blauen,
orangefar=
benen Fäden, Strahlen uſw. aus den Oeffnungen der
Kalkſteine. Auſtern, echte Seemuſcheln, Strandmuſcheln
und dergleichen bilden die übrige Bevölkerung; auch die
räuberiſchen Purpurſchnecken laſſen ſich leicht ziehen.
So gewährt uns nun jedes Aquarium ein reich und
mannigfaltig wechſelvolles Leben. Geſtalten erſtehen und
vergehen, täglich faſt erſcheinen neue Formen und die alten
müſſen Platz machen. Es iſt eine einfache und wenig
koſt=
ſpielige Naturanſtalt, die jedem ſinnigen Gemüte ein
un=
erſchöpfliches Beobachtungsfeld voll reicher Freuden bietet.
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auch meinem Nachfolger zuteil werden zu lassen und mir für
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Meue lebenlut und Sehulteusteſt.
Ich war ſeit Mitte Oktober ſehr krank, der Arzt ſtellte
Nervenſtörung feſt und empfahl mir zur Kräftigung Ihr
Bioſon. Schon nach 14 Tagen ſah ich wieder beſſer aus
und, während ich vorher ſehr elend, appetitlos,
nieder=
geſchlagen war u. kaum gehen konnte, bin ich jetzt
lebens=
luſtig, arbeitsfreudig und verſorge meinen Haushalt wie
früher. Frau E. Heß, Stuttgart, Senefelderſtr. 67.
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ſchrift beglaubigt: 8. 1. 14, Gerichtsnotar Joos. Bioſon,
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furt (Main) Gratisprobe und Broſchüre.
III,10110
Turnen, Spiele und Sport.
Der Sport des Sonntags.
sr. Der Flachſport hat auch diesmal wieder ſein
Do=
mizil in der Provinz aufgeſchlagen und bringt am
Sonntag und Montag in Köln eine Reihe wertvoller
Rennen. Wenn auch das Große Kölner Frühjahrs=
Handikap aus ſeiner früheren bevorzugten Stellung als
Eröffnungsereignis der deutſchen Flachrennſaiſon längſt
verdrängt und an die vierte Stelle hinter Hannover,
Magdeburg und Grunewald ggrückt iſt, ſo bringt man
dem 26000 Mark=Rennen doch immer noch weitgehendſtes
Intereſſe entgegen. Dies geht auch aus derſſtarken
Be=
ſetzung hervor, denn nicht weniger als 20 Pferde ſollen
ſich am Ablaufpfoſten dieſes Meilenrennens einfinden.
Unter den Kandidaten befinden ſich auch Vertreter der
ausländiſchen Zucht, nämlich der dem belgiſchen
Renn=
ſtallbeſitzer Ed. Ribaucourt gehörende Sirius (Lyne), der
entſprechend ſeiner guten Klaſſe das Höchſtgewicht zu
tra=
gen hat, ferner ſein Landsmann Montalto des Monſ. P.
Mathieu und der ſchon ſeit einigen Wochen in
Deutſch=
land weilende Munſter des ungariſchen Sportsmannes
E. v. David. Von den deutſchen Kandidaten ſind in dieſer
Saiſon Blumenſegen, Giddy Girl, Balagan und Rainbow
Trout bereits erfolgreich geweſen. Gut gelaufen iſt auch
Mac Intyre in Magdeburg. Der Ausgang des ſehr
ſchwer zu beurteilenden Rennens ſollte zwiſchen
Blumen=
ſegen, Mae Inthre, dem von Archibald geſteuerten
Rienne=
va plus und dem in der Arbeit ſehr befriedigenden
Leichtgewicht Chateauguay liegen. In den übrigen
Ren=
nen iſt auf die Chancen von Kupfernagel, Ben Trovato,
Dekoration, Black Swan, Coracle und Ardington
hinzu=
weiſen. Das im Mittelpunkt des Montagsprogramms
ſtehende Ard Patrick=Handikap ſollte Diamant und
Ba=
ſalt II in Front ſehen. In Berlin nimmt die
Hinder=
niskampagne auf der Grunewaldbahn ihren Fortgang.
Die Hauptnummer, das mit 12000 Mark ausgeſtattete
Stern=Jagdrennen über 4000 Meter, wird nur ein ſehr
kleines Feld am Start ſehen. Der von Dr. Rieſe
ge=
ſteuerte Ekwanok ſteht vor keiner allzu ſchweren Aufgabe.
In den übrigen Konkurcenzen ſind Delila, Hallack, The
Sinner, La Turbie, Pfeil und Sprühfeuer in Front zu
erwarten. In der ſächſiſchen Hauptſtadt ſteht die „
Dres=
dener Armee”, ein mit einem Ehrenpreis des Königs von
Sachſen und 6200 Mark ausgeſtattetes Offizier=
Jagdren=
nen, auf dem Programm. Paſſing Fair (Lt. v. Egan=
Krieger) und Haſchiſch (Lt Martins) müßten das Ende
unter ſich ausmachen. Weitere Rennen finden in
Bres=
lau, Frankfurt a. M., Kottbus Frankfurt a. O und
Schwelm ſtatt. Die Trabrennſaiſon nimmt in Altona-
Bahrenfeld und München-Daglfing ihren Fortgang.
In Paris-Longchamps bildet der Prix Hocquart,
eine mit 30000 Francs ausgeſtattete klaſſiſche
Dreijäh=
rigen=Prüfung über 2400 Meter, den Clou.
Den Freunden des Radſports bringt die
Ber=
liner Olympia=Bahn vorzüglich beſetzte Dauerrennen. In
drei Läufen über 30 Kilometer begegnen ſich Janke, Demke,
Stellbrink, Didier und Linart. In einem Rennen mit
Tandemführung über 30 Kilometer werden die beiden
be=
kannten Straßenfahrer Bauer und Aberger zeigen, wie ſie
gegen gute Bahnfahrer wie Pawke und Techmer
abſchnei=
den. Bei den Eröffnungsrennen in Breslau ſtarten
Mi=
quel, Dickentman, Günther und Thomas im Großen
Früh=
jahrspreis über 80 Kilometer. In Hannover wird der
Weltrekordmann Nettelbeck mit Gegnern wie Schipke und
Kölling keinen ſchweren Stand haben. Für Straßburg
ſind Böſchlin, Gruber, Mathis und Reinlein verpflichtet.
Im Auslande ſind die Dauerrennen auf der Pariſer
Prin=
zenparkbahn und in Antwerpen zu verzeichnen. Auf der
Landſtraße ſpielt ſich, wie ſchon zu Oſtern, eine große
Amateurfahrt ab, nämlich das über 200 Kilometer
füh=
rende Rennen Dresden-Leipzig-Dresden das als
Olym=
pigausſcheidungsfahrt vom Gau 215 des Deutſchen
Rad=
fahrer=Bundes ausgeſchrieben iſt. Die 64 gemeldeten
Amateure ſtarten nicht in einer Gruppe, ſondern in
Ab=
ſtänden von je einer hälben Minute, was den Teilnehmern
ihre Aufgabe ſehr erſchwert. Die beſten ausländiſchen
Straßenfahrer begegnen ſich in der Fernfahrt Paris-
Tours.
Der Fußballſport dürfte von den verſchiedenen
noch ausſtehenden Meiſterſchaften nunmehr diejenige des
Südoſtdeutſchen Landesverbandes bringen. Außerdem
finden zwei große internationale Spiele ſtatt, nämlich
zwiſchen Norddeutſchland und Nord=Holland in
Ham=
burg und zwiſchen Weſtdeutſchland und Oſtholland in
Enſchede (Holland). In Heidelberg finden anläßlich des
20. Deutſchen Rugby=Tages das Entſcheidungsſpiel um die
Deutſche Rugby=Meiſterſchaft zwiſchen dem Norddeutſchen
Meiſter Odin=Hannover und dem Fußballklub Heidelberg=
Neuenheim ſtatt. Auf waſſerſportlichem Gebiete iſt das
Schwimmfeſt des I. Hannoverſchen S.=C. 92=Delphin zu
erwähnen.
* Der Sportverein Seligenſtadt (Heſſen), Mitglied des
Verbandes ſüddeutſcher Fußballvereine veranſtaltet am
24. Mai ein großes Sportfeſt, verbunden mit olympiſchen
Spielen. Dieſe beſtehen aus: 100 Meter=Lauf für
An=
fänger, 100 Meter=Lauf für Junioren. 200 Meter=Lauf,
1000 Meter=Lauf 400 Meter=Stafettenlauf, Kugelſtoßen,
Dreikampf (Weitſprung, 100 Meter=Lauf, Kugelſtoßen),
Schleuderball, Fußballweitſtoß, Fauſtball. Die Kämpfe
ſind frei für Fußballvereine, Turnvereine,
Militärmann=
ſchaften und Einzelperſonen.
sr. Magdeburger Reit=Turnier. (Zweiter Tag.) Am
Freitag begann ſchon früh morgens vor 7 Uhr das Leben
und Treiben auf der Magdeburger Rennbahn, wo die
Konkurrenten zum Geländeritt, einem Nebenwettbewerb
der „Prüfung des Militärpferdes”, entlaſſen werden ſollten.
Pünktlich um 7 Uhr wurde der erſte Teilnehmer auf die
zirka 50 Kilometer lange Reiſe geſchickt. Es waren
zu=
nächſt in der Umgebung der Magdeburger Rennbahn zirka
15,0 Kilometer zurückzulegen. Daran ſchloß ſich ein Galopp
über die Sprünge der Bahn an, worauf dieſe wieder
ver=
laſſen wurde und der eigentliche Teil des Geländeritts
begann, Für Abwechfelung ſorgten 15 zum Teil ſehr
ſchwere Hinderniſſe. Wie ſchwierig einzelne von dieſen
waren, geht daraus hervor, daß von den 14 Teilnehmern
nicht weniger als 6 unterwegs ausſchieden. Der
ausſichts=
reichſte Kandidat für den Sieg dürfte die ausgezeichnete
„Pepita” des Rittmeiſters von Oeſterley fein, die als
ein=
zige den ganzen Weg fehlerlos zurücklegte. Am
Nachmit=
tag wurden die Konkurrenzen mit der Jagdpferdeſchau
fortgeſetzt. Auch hier wurden recht erhebliche
Anforde=
rungen an das Geh= und Springvermögen der Pferde
ge=
ſtellt und eine ſcharfe Ausleſe gehalten. Die Dreſſurpferde=
Ermunterungs=Reitprüfung bot ein ſehr hübſches Bild.
Der Sieg von Glimmer unter Oberleutnant v. Zobeltitz
löſte großen Beifall aus. Im Inländer=Jagdſpringen
einigten ſich die beiden Sieger, Graf Grothe und Herr
Paul Heyl, welche fehlerlos geſprungen waren, und
teil=
ten den Geldpreis. Die Schlußnummer des Tages, ein=
Dreſſuer üfung für eigene Pferde, war mehr eine interne
Sache für das 4 Armeekorps. Die Reſultate waren:
Jagdpferdeprüfung: Klaſſe VII: 1. Oberlt v. Chappius'
Germane (Beſ.) 2 Lt. v. Bülows Markgraf (Beſ.), 3.
Hrn. Br. Bancks Puppchen (Beſ.). — Klaſſe VIII: 1. Lt.
Weinſchenks Duttine (Beſ.), 2. Oberlt. v. Haugks Alf
(Rittm. v. Minckwitz), 3. Oberlt. Neides Heidſick (Oberlt.
Schneider). — Klaſſe IX: 1. Hrn. R. Haberlands
Welfen=
könig (Beſ.) 2. Rittm. v. Günthers Walthavi (Beſ.), 3.
Generalmajor v. Stumpffs Gambrinus (Oberlt. Teitz).
Ermunterungs=Reitprüfung (Dreſſur=Prüfung). 1. Oberlt.
Fritz v. Zobeltitz) Glimmer (Beſ.) 2. Oberlt v. Haugks
Alf (Beſ.), 3. Oberlt. v. Chappins” Liebling (Beſ.);
14 Konkurrenten. — Inländer=Jagdſpringen. 1. Graf
Grotes Toni (Beſ.), —1. Hrn. O. Kochs Hubertus (Hr.
Heyl) 3. Hrn. S. M. Baers Bravo (Beſ.), 4. Prinz
Fried=
rich Sigismund von Preußens Dohna (Beſ.); 17
Konkur=
renten. — Dreſſurprüfung für eigene Pferde. 1 Rittm.
Glahns Gallnus (Beſ.) 2. Rittm. v. Lützows Olaf (Beſ.),
3. Lt. Lemelſens Lieſelotte (Beſ.); 5 Konkurrenten.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 dez
Preßgeſetzes in vollemn Unfange der Einſender verantwortlich.
— Auf das Eingeſandt in Ihrem geſchätzten Blatte
Nr. 105 möchte ich auch etwas beitragen: Vor mehreren
Jahren war auch ich auf der Suche nach einer Wohnung.
Nachdem ich ſchon ganz Beſſungen abgefragt hatte, waren
auch meine drei Kinder immer der Hemmſchuh, daß ich
unverrichteter Sache weitergehen mußte. Nun war mir
eine Wohnung in der Wittmannſtraße bei Herrn
Zeichen=
lehrer Sch. empfohlen worden. Ich fragte ihn, ob er eine
Wohnung zu vermieten habe? „Ja, ich habe eine
Vier=
zimmerwohnung leer, aber erſt die Frage: Haben Sie
Kin=
der?” Ich konnte vor Zorn im Augenblick gar nicht
ant=
worten, bis ich endlich in der Aufregung hervorſtieß: Ja,
drei!” Gut”, ſagte der Herr, „ſo können Sie die
Woh=
nung haben; ohne Kinder hätte ich ſie Ihnen n icht
vermietet, auch mit einem Kinde nicht, das iſt meiſtens
verwöhnt.” Ich war erſtaunt über die Zuſage, was er
mir im Geſicht auch ableſen konnte. ... „Es iſt ſo, wie ich
ſagte, ich hatte in der Wohnung zwei Fräuleins wohnen,
die hatten jeden Tag eine andere Klage vorzubringen;
bald wollten ſie einen Glasabſchluß extra wegen ſtarkem
Wind. bald war das Kloſett nicht nach ihrem Geſchmack,
und ſo brachten ſie jeden Tag neue Klagen vor; hätten
ſie Familie mit Kindern gehabt, ſo hätten ſie keine Zeit
ſich mit derartigen Sachen zu befaſſen. Die Eltern mit
Kindern geben ſich die größte Mühe, die Kinder zu
beauf=
ſichtigen, daß Klagen nicht entſtehen und ſie ihre Wohnung
behalten können; deshalb habe ich Eltern mit Kindern
lieber, als ohne Kinder.‟ — Ich habe mit dem Hausherrn
und den anderen Hausbewohnern glücklich gelebt und
werde die aute Geſinnung dieſes Herrn, trotzdem er ſchon
lange tot iſt, auch über das Grab in Ehren halten.
— In dem Eingeſandt betr. der am 1. Mai in Kraft
tretenden Marktordnung über getrennten Groß= und
Klein=
verkauf in Obſt und Gemüſe auf dem hieſigen Marktplätz
haut der Einſender in ſeiner Kritik in Nr. 103 des
Tag=
blattes ſo ſtark daneben, daß man gut glauben könnte, der
Einſender ſei ſelbſt eine ſogenannte Marktgröße. Wer die
hieſigen Marktverhältniſſe nur einigermaßen kennt, muß
den zweiten Satz im Eingeſandt als unhaltbar
zurück=
weiſen. Es wird behauptet: Einige Obſt= und
Gemüſe=
händler verfolgen durch dieſe Neueinführung (getrennter
Groß= und Kleinverkauf) einſeitige Intereſſen zum großen
Schaden und Nachteil der Bevölkerung, indem ſie den bis=
her beherrſchten Markt nun ganz an ſich reißen und
be=
herrſchen und dann notabene der ganzen Stadt den Preis
diktieren und das Publikum zwingen, nur größere Poſten
zu kaufen (Einmachzeit), natürlich mit einem ungeheuer
großen Verdienſt. Wem will denn der titl. Einſender
die=
ſen Roman im 20. Jahrhundert noch aufbinden? Die
ganze Sache iſt die: Darmſtadt beſitzt zwei bis drei
Groß=
händler, wenn ich ſo ſagen darf die ihre Waren an Obſt,
Südfrüchten und Gemüſe (ausländiſche Ware), nicht etwa,
wie dem größten Teil von Kleinhändlern und dem
Publi=
kum weißgemacht wird, direkt von Italien, Frankreich,
Algier, Holland oder gar Spanien beziehen, o nein, auch
bei dieſen gilt das Sprichwort: Was willſt du in die Ferne
ſchweifen, ſieh, das Gute (Frankfurt) liegt ſo nah’! Jahre
hindurch iſt hier der Mißſtand feſtgeſtellt, daß ſogenannte
Groſſiſten den Kleinhändlern ihre Waren zu den
höchſt=
möglichen Preiſen abgeben, die in gar keinem Einklang
zum Preiſe in anderen Nachbarſtäten ſtehen und ihnen
nachher durch den gleichzeitig erlaubten Kleinverkauf in
den Rücken fallen, indem ſie nicht ſelten im Detail billiger
verkaufen, wie an die Händler im Engros. Auf Grund
deſſen ſtehen die ganzen Kleinverkäufer des Obſt= und
Gemüſemarktes in ihrem guten und unbeſtrittenen Recht,
wenn ſie darauf beſtanden, den Engros=Verkauf vom
De=
tail=Verkauf zu trennen; in ihrem eigenen und nicht
zu=
letzt im Intereſſe der Allgemeinheit, denn durch die kurz
bemeſſene Zeit des Großmarktes können die Großhändler
nicht willkürlich dem Publikum die Preiſe diktieren.
Des=
halb gehen auch ſehr viele Ladeninhaber von Obſt= und
Gemüſegeſchäften, ſowie Marktverkäufer nach Frankfurt
in die Großmarkthalle, um dort ihren Bedarf beſſer und
billiger zu decken, um für ihre Arbeit und Mühe auf die
Rechnung zu kommen. Wenn ich, was ich nicht glaube,
in dem Einſender einen Marktbeſucher oder eine =beſucherin
vor mir habe, ſo möchte ich ihnen den guten Rat geben, den
ganzen Sommer von früh morgens bis abends Schluß,
bei Regen oder Sonnenhitze, das emſige, fleißige
Markt=
volk arbeiten, laufen und haſten zu ſehen. dann werden Sie
von ſelbſt, ſtatt der Worte, wie einſeitiges Intereſſe der
Händler zum Schaden der Bevölkerung, die Worte ſetzen:
Geſucht wird ein guter großer Geldonkel zur Stiftung
von einer Million zur Erbauung einer großen Markthalle
in Darmſtadt.
Albert Stier.
Literariſches.
— J. C. Lobe: Katechismus der Muſik,
durchgeſehen und bearbeitet von Hugo Leichtentritt. 156 S.
8‟. Geheftet 1 Mk., gebd. 1,50 Mk. Verlag von Breitkopf
& Härtel in Leipzig. Ein wertvolles Büchlein für junge
und alte Muſikfreunde. Dieſer kleine Katechismus der
Muſik wurde bereits vor einigen Jahrzehnten von ſeinem,
Verfaſſer J. C. Lobe, der ſich durch ſeine zahlreichen
theo=
retiſchen Schriften einen großen Ruf erworben hat,
ver=
öffentlicht. Das Büchlein hat ſich ſeinen Weg durch die
Welt gebahnt und iſt eines der beliebteſten Lehrbücher der
elementaren Muſiklehre geworden, für deſſen Brauchbarkeit
Dutzende von Auflagen ſprechen.
— Das beſte billige Schulden=
Ein=
ziehungs=Verfahren. Unter dieſem Titel iſt
ſo=
eben eine Sammlung von 40 gebrauchsfertigen
Formu=
laren nach Dr. jur. E. Karlemeyers Großes Handbuch
des geſamten Mahn= und Klageweſens (300 Seiten, 25.
Tauſend) und „Außenſtände ohne Koſten einzuziehen”
erſchienen, die ſich nach den Empfehlungen der Handels=
und Handwerksorganiſationen zum ſchnellen und
erfolg=
reichen Eintreiben von ausſtehenden Forderungen beſtens
bewährt haben. Die Sammlung iſt zum Preiſe von 90
Pfennig (Porto 10 Pfg.) in der Verlagsanſtalt E. Abigt,
Wiesbaden erſchienen.
Die Hebung unſeres Körpergewichts.
Von einem Spezialiſten.
Die meiſten Mageren nehmen täglich vier bis ſechs
Pfund ſolide, fettproduzierende Nahrung zu ſich, und ihr
Körpergewicht und Umfang ändern ſich nicht im
gering=
ſten, während andererſeits runde und „umfangreiche‟
Per=
ſonen nur ganz leichte Eſſer ſind und dabei immer mehr
unehmen. Es iſt Unſinn, zu behaupten, das läge ſo in der
Natur des betr. Individuums. So ein Zuſtand iſt kein
natürlicher. Magere Leute bleiben mager, weil ihr
Stoff=
wechſel defektiv iſt. Sie abſorbieren gerade genug von der
eingenommenen Nahrung, um das Leben und den
An=
ſchein von Geſundheit und Stärke zu erhalten. Da hilft
auch kein Stopfen, und von zwölf Mahlzeiten im Tag
bleibt kein Pfund bei ihnen. Alle fettproduzierenden
Elemente der Nahrung paſſieren unbehelligt den
Verdau=
ungskanal und gehen unverbraucht wieder ab; eine
rich=
tige Verſchwendung. Solche Leute brauchen etwas, was
dieſe Elemente aſſimilieren hilft, daß ſie ins Blut
über=
gehen und vom Blutkreislauf aus den dürftigen
Zellen=
geweben zugeführt werden, etwas, was die roten
Blut=
körperchen vervielfältigt und die Verteilung der
Nährſub=
ſtanzen durch das Blut anregt, fördert. Für dieſen Zweck
empfehle ich immer folgendes Rezept: 15 gr
Cardamomm=
tinktur, 60 gr Salrado comp. und 90 ar einfachen
Zucker=
ſtrup, dazu genügend deſtill. Waſſer zum Auffüllen einer
250=Gramm=Flaſche. Das Rezept kann in jeder Apotheke
zuſammengeſtellt werden; nehmen Sie davon 20 Minuten
vor jeder Mahlzeit regelmäßig 1—2 Eßlöffel ein, die
Ge=
wichtszunahme iſt oft ganz erheblich und nimmt von Woche
zu Woche zu. Seine verdauungsfördernden, kräftigenden
Eigenſchaften kommen bei Entkräftung ſehr zu ſtatten und
geben zumal älteren Leuten neue Lebenskraft und Energie.
Wenn Ihr Körpergewicht unter dem Normal iſt, wenn
Ihr Verdauungs= oder Nervenſyſtem nicht ſo funktioniert,
wie es ſollte, verſuchen Sie das genannte Rezept und Sie
werden ſehen, wie ſchnell es hilft.
(VIII, 10137
Darkaſa
Es ſind Bouillon=Würfel im Handel, deren Verpackung derjenigen
von Maggi’s Bouillon=Würfeln täuſchend nachgeahmt iſt. — (IX,10098
Wer ſicher ſein will. Maggi’s Bouillon=Würfel zu erhalten, verlange ausdrücklich
dieſe und achte auf den Namen „Magai” ſowie die Schutzmarke — Kreuzſtern.
Maggi=Gesellschaft.
[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Sountag, den 19. April 1914.
Nummer 107.
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A. Männliche (gewerbl. und landwirtſchaftl.) Abteilung.
I. Hauptſtelle: Waldſtraße 19/21, parterre, Fernſprecher 371,
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ſchäftszeit im allgemeinen von 8—½1 und von ½3—7 Uhr (für
das Transportgewerbe von 9—10 Uhr vormittags).
Unentgeltlicher Nachweis offener Stellen und gelernter,
ſowie ungelernter Kräfte für Landwirtſchaft, Handel und
Gewerbe, mit Ausnahme der folgenden Berufszweige, für die
die betreffenden Nebenſtellen unter a bis e und die
Fachabtei=
lungen zuſtändig ſind. Im Holzgewerbe findet auch
Vermitt=
lung im Hauſe Bismarckſtraße 19 ſtatt.
a) Nebenſtelle für das Bäckergewerbe (Abteilung der
Bäcker=
innung): Landgraf Georgſtraße 36, Fernſprecher 2510,
Ge=
ſchäftszeit von 4—6 Uhr nachmittags.
b) Nebenſtelle für das Metzgergewerbe (Abteilung der
Metzgerinnung): Frankfurterſtraße 69 (Schlachthof),
Fern=
ſprecher 542, Geſchäftszeit von 8½ Uhr vorm. bis 6 Uhr
nachmittags.
c) Nebenſtelle für das Wirtsgewerbe (Abteilung des
deut=
ſchen Kellnerbundes, Zweigverein Darmſtadt):
Pankratius=
ſtraße 1½ Fernſprecher 1745, Geſchäftszeit von 8 Uhr vorm.
bis 12 Uhr mittags und von 2—7 Uhr nachmittags.
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lerntes männliches Perſonal wird in der Hauptſache von
der Hauptſtelle vermittelt (ſ. oben unter I), weibliches
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ſonal von der Dienſtbotenabteilung (ſ. B II).
d) Wanderernachweis: in der Hauptſtelle Waldſtraße 19,
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ſprecher 371, von 5—7 Uhr nachmittags und in der
Neben=
ſtelle: Herberge zur Heimat, Große Ochſengaſſe 8,
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ſprecher 2583, von 8 Uhr vorm. bis 9 Uhr abends.
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(auch für kaufmänniſche Berufe) in der Hauptſtelle:
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ſtraße 19, Fernſprecher 371, von 8 Uhr vorm. bis ½1 und
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gewerbe: Waldſtraße 19, parterre, Fernſprecher 371,
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zeit von 11 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags.
III. Fachabteilung für das Gewerbe der Polſterer, Tapezierer
und Dekorateure: Waldſtraße 19, parterre, Fernſprecher 371
Geſchäftszeit von 8—9 Uhr vormittags.
B. Weibliche Abteilung.
I. Nachweis für gewerbliche und landwirtſchaftliche Berufe
für gelernte und uugelernte Kräfte: Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit von 9 Uhr vorm. bis 12 und
von 3—6 Uhr nachmittags.
II. Dienſtboten=Nachweis. a) Hauptſtelle: Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit von 8 Uhr vorm. bis ½1 und
von ½3—6 Uhr nachmittags. b) Nebenſtelle: im Marienheim,
Barmherziges Schweſternhaus, Nieder=Ramſtädterſtraße 30,
ohne Fernſprecher (Abteilung des Katholiſchen
Mädchenſchutz=
vereins), Geſchäftszeit von 3—5 Uhr nachmittags.
III. Hausbeamtinnen=Nachweis — auch Auslandsvermittlung
(Abteilung des Internationalen Vereins der Freundinnen
junger Mädchen, Gruppe Darmſtadt): Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit: Montags, Mittwochs und
Frei=
tags von 11—12 Uhr.
IV. Nachweis und Sprechſtunde für kaufmänniſche weibliche
Berufe (Abteilung der Ortsgruppe Darmſtadt des Allgemeinen
Deutſchen Frauenvereins): Waldſtraße 19, 1. Stock, Fern
ſprecher 371, Geſchäftszeit: Dienstags, Donnerstags und
Sams=
tags von 11—½1 Uhr und Montags, Mittwochs und Freitags
von 4—½6 Uhr.
V. Frauenberufsberatung (für alle Stände) und
Lehrſtellen=
vermittlung (Abteilung der Ortsgruppe Darmſtadt des
All=
gemeinen Deutſchen Frauenvereins): Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit wie bei IV. Sprechſtunden für
muſikſtudierende Frauen: Mittwochs von 3—4 Uhr nachm.
Die Dienſtſtellen des Arbeitsamts können von jedermann,
ohne Rückſicht auf religiöſe, politiſche oder organiſatoriſche
Zu=
gehörigkeit, in Anſpruch genommen werden. Die
Inanſpruch=
nahme iſt grundſätzlich koſtenlos.
Nur in der weiblichen Abteilung (Dienſtboten= und
Haus=
beamtinnenabteilung) müſſen zur teilweiſen Deckung der mit der
Vermittlungstätigkeit verbundenen beſonderen Koſten, aber nur von
den Dienſtherrſchaften, geringe Gebühren erhoben werden (für das
Einſchreiben 20 Pfg., für die Vermittlung 1 Mk.) Dienſtnehmer
zahlen auch bei der weiblichen Abteilung nichts.
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Hauptverſammlung
am Mittwoch, den 29. April 1914, abends ½9 Uhr,
im Gartenſaal des ſtädtiſchen Saalbaues.
Tagesordnung:
(10122goi
1. Bericht des Vorſtandes, der Geſchäftsſtelle, des Kaſſierers und
der Reviſoren. Feſtſetzung des Beitrags und Voranſchlag
für 1914/15.
2. Neuwahl des Vorſitzenden und Ergänzungswahl des Vorſtandes.
Etwaige Anträge ſind bis ſpäteſtens den 27. April beim Vorſtand
einzureichen. — Wir erſuchen um Beteiligung ſeitens unſerer
ſämt=
lichen Mitglieder.
Der Vorstand.
Steinkohlenbezugsverein „Merkur‟‟
Unſere geehrten Mitglieder werden hiermit dringend zum
Beſuch der
Hauptverſammlung
auf Montag, den 27. April d. Js., abends 8 Uhr,
im „Perkeo”, Alexanderſtraße 12,
Tagesordnung:
eingeladen.
1. Rechnungsablage.
2. Jahresbericht des Vorſitzenden.
3. Vorſtandswahl.
Die Rechnung für 1913/14 liegt 8 Tage lang im Geſchäfts=
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Der Vorstand.
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Montag, den 20. April 1914,
abends 8½ Uhr,
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Goldſchmied . Alfred Stephani
KunzVogelgeſang,
Kürſchner . . . Otto Thomſen
Konrad
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gall, Spengler . Adolf Klotz
Sixtus
Beck=
meſſer, Schreiber L. Schützendorf
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Bäcker
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Zinngießer
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Würzkrämer . . A. Fleiſchmann
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Brauerei-Ausschank
Zumsanader iser
Heinheimerstrasse 8 — Mauerstrasse 7
Heute Sonntag, den 19. April, im großen Saale
grosses
Tanskransenen
wozu Jedermann höflich eingeladen iſt.
(*10446
Anfang 4 Uhr.
Eintritt frei.
leckarstr. 4.
Malchner Kilalg
(10070
Sonntag, den 19. April:
Iiiktar Feikonzert.
aus der Martinsbrauerei,
ſſ. Bayrtſch Bier Markt=Heidenfeld.
Für gute Küche iſt beſtens geſorgt.
Augenschutz Feisenkeiter
von heute ab jeden Sonntag von 4—11 Uhr
Militär-Konzert
Eintritt frei.
10129)
Eintritt frei.
Hans Todt.
Herrſchaft welche ein Pferd in
gute Hände abgeb. will, wird
um Off. u. G 81 gebeten. (*15273sg
Pferdeverkauf.
Habe ein Pferd zu
S
verkaufen (von zwei die
Auswahl). Georg Vögler I.,
Pfungſtadt, Kaiſerſtr. (9860fsg
Ein Saugfohlen
(10131go
zu verkaufen
Christoph Schamber III.
Weiterſtadt.
Hahn u. 5 Hühner zu verkau
Saſtmeiſttrits 20. (*10408go
Leghühner 1913er
garantiert beſte Eierleger abzugeb.
*10403)
Darmſtr. 33a, part.
Glucke m. 6 Kücken u. Legehühn.
zu verk. Weinbergſtr. 40. (*10389
Kalat= u. Frühgemüſepflanzen
abzugeben.
(*10414
Glöckner, Pfarrwieſenweg 19.
billig zu ver=
Ein Bett kaufen
Näh. in der Exped. (*10413gm
Beſtfalenrad, ſehr guterh., 25 M.
u. kleine Drehbank 15 M., z. vk.
B. Bund, Schuchardſtr. 11. (*1938i