Darmstädter Tagblatt 1914


Nr. 38., Sonntag, den 29. März.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die hentige Nummer hat 32 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der bayeriſche Landtagsabgeordnete Abreſch, der in
Mannheim verhaſtet wurde, iſt aus der Haft ent=
laſſen
worden.
Der Zug, mit dem der König von Belgien von
Brüſſel nach Oſtende reiſte, erlitt einen Unfall;
durch die Geiſtesgegenwart des Maſchiniſten wurde eine
Entgleiſung des Zuges verhindert.
In einer Gummiwarenfabrik von Prowodnik, in der
die Arbeiter einer Abteilung ausſtändig ſind, legten
bisher 3800 Mann die Arbeit nieder.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Politiſche Wochenſchau.

** Bis zum 28. April hat ſich der Reichstag in
die Oſterferien begeben. Seine Tätigkeit nach dem
Wiederzuſammentritt im Januar galt faſt ausſchließlich
der zweiten Etatsleſung, die von Jahr zu Jahr eine
immer größere Ausdehnung annimmt, was beſonders bei
dem Etat des Reichsamts des Innern der Fall iſt. In=
folge
der Redfeligkeit bei der Etatsberatung iſt eine recht=
zeitige
Erledigung des (Reſichshaushalts geradezu unmög=
lich
geworden und während früher die Nichtverabſchie=
dung
des Etats wor dem 1. April zu den Ausnahmen ge=
ſchörte
, iſt ſie jetzt ſchon zur Gewohnheit geworden. Man
bellagt übrigens nicht nur die lange Dauer der Beratungen
im Plenum, ſondern auch in der Budgetkommiſſion, und
es erſcheint immer dringender nötig, daß ein Wandel
ſtattfindet. Die Gründlichkeit der Etatsberatung darf
natürlich nicht leiden, aber das braucht ſie auch nicht, wenn
die Redner mehr Maß halten und insbeſondere nicht auf
Gegenſtände, die der Tagesordnung mehr oder weniger
fernliegen, abſchweifen. Wohin es führen ſoll. wenn auf
dem blsherigen Wege fortgeſchritten und die Redeluſt nicht
beſchränkt wird, mögen die Götter wiſſen. Ueber die
zweite Leſung des Etats des Reichsamts des Innern
haben wir ſeinerzeit ſchon zuſammenfaſſend berichtet. Auch
der Etat des Reichsjuſtizamts gab zu ausgedehnten Er=
örterungen
Anlaß, wobei das Irrenweſen, die Schmutz=
literatur
, der Kampf gegen die Unſitlichkeit, der Fall
Hamann und das maßloſe Anwachſen der Privatklagen
Gegenſtand der Debatte waren. Die Regierung hatte die
Genugluung, daß das Plenum den von der Kommiſſion
geſtrichenen ſechſten Reichsanwalt bewilligte. Für den
von den Sozialdemokraten ausgeſprochenen Wunſch, die
Richter möchten durch freie Volkswahl berufen werden,
hatte der Reichstag natürlich kein Verſtändnis. In zwei=
ter
Leſung wurden noch die Etats des Reichseiſenbahn=
amts
, der Poſt= und Telegraphenverwaltung und der Kolo=
nien
erledigt. An ſonſtigen Ergebniſſen haben die Reichs=
tagsverhandlungen
außer einer großen Zahl von kleinen
Anfragen, Wahlprüfungen und Petitionserledigungen die
definitive Verabſchiedung des Poſtſcheckgeſetzes und des
Duellantrages aufzuweiſen. Daneben wurden die Beſol=
dungsnovelle
, das Geſetz über die Sonntagsruhe, die No=
velle
zum Militärſtrafgeſetz, das Gesetz wegen der För=
derung
des Baues von kleinen Wohnungen für Beamte
und das Luſtverkehrsgeſetz an Kommiſſionen verwieſen.
Die zweite Veraung der Vorlage über die Konturrenz=
klauſel
wurde infolge der Erklärung der Regierung, daß
für ſie einzelne Kommiſſionsbeſchlüſſe unannehmbar ſeien,
vertagt. Die Stimmung, welche bis gegen Ende Januar
wegen der Zabern=Debatten oft äußerſt ſtürmiſch war, iſt
wieder ruhiger geworden, was in weiteſten Kreiſen Ge=
nugtnung
hervorgerufen hat. Hoffentlich hält dieſe Stim=
mung
nach den Oſterferten an.
Die Reichstagsſtichwahl in Borna hat lei=
der
mit einem ſozialdemokratiſchen Siege geendet, weil
eine erhebliche Anzahl freiſinniger Wähler nicht der natio=
nalliberalen
Loſung ſolgte, ſondern ſich durch die Fort=
ſchrittliche
Partei, deren weitere Exiſtenz von den
Sozialdemokraten abhängt, bewegen ließ, gegen den Frei=
konſervativen
von Liebert, als einen Angehörigen des
ſchwarzblauen Blocks. zu ſtimmen. Wird durch dieſes
Abſchwenken des Freiſinns ins ſozialdemokratiſche Lager
die Kluſt zwiſchen dem Liberalismus und den Konſerva=
tiven
von neuem erweitert. ſo dürſten letztere nach dem
Verluſt des Mandats von Vorna doppelte Anſtrengungen
machen, bei der Reichstagserſatzwahl in Oſterburg=
Stendal, die infolge der in der Geſchichte des Reichs=
tags
einzig daſtehenden Ungültigkeitserklärung der Wahl
des Abg. Hoeſch notwendig geworden iſt, den konſerva=
tiwen
Beſitzſtand zu behaupten.
Auf der Reiſe nach Korfu iſt Kaiſer Wilhelm
in Wien mit dem greiſen Herrſcher Oeſterreich= Un=
garns
, in Venedig mit dem König von Italien zuſam=
mengetroffen
. Dieſe Begegnungen der Monarchen der
Dreibundſtaaten ſind vom Pariſer Temps mit erfreulicher
Unbefangenheit als Beweiſe der Feſtigkeit des Dreibundes
beurteilt worden. Gerade weil hieran nicht zu zweifeln
iſt, haben ſich deutſchſeindliche Kreiſe in St. Petersburg
des Rußkoje Slowo bedient, um durch Auſwärmung der
Aneldote von einem deutſch=ruſſiſch=franzöſiſchen Bündnis
Argwohn in Oeſterreich=Ungarn zu erregen. Daß wie=
derum
der Pariſer Temps es iſt, der auf die Haltloſigkeit
iener Ausſtreuungen hinweiſt, kann ebenfalls mit Befrie=
digung
verzeichnet werden. Erblickt der Demps in der
Koxfureiſe des Kaiſers als ſolcher ein Zeichen für die Auf=

hellung des internationalen Horizonts, ſo darf man ihm
auch hierin beipflichten.
Die unbefangene Würdigung der erwähnten Vor=
gänge
durch ein gewiß nicht deutſchfreundliches Pariſer
Blatt hängt ohne Zweifel mit dem Ruhebedürfnis zu=
ſammen
, das Frankreich wegen der Folgen des
Falles Caillaur am Vorabend der Kammerwahlen
empfindet. Der zur Unterſuchung des Rochette=Handels
geräuſchvoll eingeſetzte Kammerausſchuß hat keinerlei
Klarheit über die Umſtände ermittelt, unter denen der
Prozeß gegen den Millionenſchwindler ſeinerzeit ver=
ſchoben
wurde Es ſteht jedoch feſt, daß dieſe Verſchiebung
möglich wurde, weil die Staatsleitung, nämlich der da=
malig
: Miniſterpräſident Monis und der damalige Fi=
nanzminiſter
Caillaux, in die Rechtspflege eingriff, um zu
verhüten, daß in der Prozeßverhandlung unliebſame
Dinge öffentlich erörtert wurden. Für die franzöſiſche
Demokratie bedeutet dieſe mangelnde Teilung der Ge=
walten
, die in der Einmiſchung der Abgeordneten in die
Verwaltung ihr Gegenſtück findet, die ſchwerſte Bloß=
ſtellung
. Dafür hat die ſchweizerſiſche Nachbarrepu=
blik
Frankreichs das vollſte Verſtändnis gehabt und durch
führende Organe der ſchweizeriſchen Demokratie unum=
wunden
bekundet.
Aber was will die Bloßſtellung der franzöſiſchen
Demokratie in einem Augenblick beſagen, wo das gelobte
Land des parlamentariſchen Syſtems, Großbritan=
nien
, durch den Streik der iriſchen Offiziere in eine ge=
fährliche
Kröſis geſtürzt iſt? Die zur ofſenen Auflehnung
gegen Parlamentsbeſchlüſſe und Regierung geſteigerte
Parteinahme des Offizierkorps für die Oppoſition in
Ulſter erſcheint im Lichte einer langen engliſchen Geſchichte
als ein unerhörtes Geſchehnis. Die Beilegung des Offi=
zierſtreiks
aber ſieht einer Unterweiſung der Regierung
unter das Offizierkorps verzweiſelt ähnlich, weil der
Kriegsminiſter ſchriftlich die Zuſicherung gab, daß die
Offiziere nicht zur Niederwerfung der Ulſtermänner wür=
den
befehligt werden. Allerdlmgs hat Kriegsminiſter Seely
dieſe Zuſicherung angeblich ohne Wiſſen des Geſamtmini=
ſteriums
erteilt und deshalb ſein Abſchiedsgeſuch einge=
reicht
. Jedoch die Ablehnung des Abſchiedsgeſuchs be=
weiſt
, wie ſehr das Mniſterium eine ilare Stellungnahme
gegenüber dem Oiſizierkorps vermeidet und wie wenig es
zu energiſchem Einſchreiten gewillt iſt. Auch die Verab=
ſchiedung
der an ſder Beilegung des Streiks mitbeteiligten
höchſten Offiziere, des Generalſtabschefs French und des
Generalleutnants Ewart, könnte an dieſer Auffaſſung
nichts weſentliches ändern. Welche Rückwirkung die Auf=
lehnung
des Offizierkorps auf die parkamentariſche Be=
handlung
der Homerulefrage, auf die Lage des liberalen
Kabinetts und die etwaige Auflöſung des Unterhauſes
haben wird, iſt gegenwärtig nicht zu überſehen. Ebenſo=
wenig
läßt ſich ſagen, welchen zerſetzenden Einfluß der
Streik des Offizierkorps auf die ohnehin nicht glänzende
Manneszucht der engliſchen Soldaten ausüben wird.
Schon allein unter letzterem Geſichtspunkte gehört der
Streik der Offiziere zu den bedenklichſten Erſcheinungen,
die Großbritannien ſeit langer Zeit erlebte.
Englands japaniſcher Verbündeter befindet ſich
gleichfalls in einer ernſten inneren Kriſis. Das Parlament
iſt auf beinahe ein Jahr vertagt worden, ehe es den
Staatshaushalt erledigte, bezw. weil es durch die ſtärkſte
Beſchneidung des Marineetats ihn im Gegenſatz zur Re=
gierung
geſtalten wollte. Die hierdurch hervorgerufene
Minſterkriſis iſt zur Stunde noch nicht gelöſt.
Sind die neueſten Nachrichten aus Mexiko zuver=
läſſig
, dann haben die Truppen Huertas endlich einen
ernſthaften Erfolg über die Aufſtändiſchen davongetragen.
Obwohl die Einlöſung der demnächſt fälligen Kupons der
merkkaniſchen Staatsanleihen ſichergeſtellt iſt, werden die
europäiſchen Gläubiger Merikos in dem Wunſche über=
einſtimmen
, daß den Bundestruppen bald der endgültige
Sieg beſchieden ſei. Ob die Haltung der Vereinigten
Staaten dieſen Wunſch nicht durchkreuzt, iſt immer noch
eine offene Frage.

Rußland und Rumänien.

* Die Roſſija begrüßt in einem Artikel die An=
kunft
des rumäniſchen Thronfolgerpaares
und des Prinzen Carol in Petersburg und
wünſcht, daß der Beſuch die freundſchaftlichen Beziehun=
igen
zwiſchen Rußland und Rumänien, die auf überein=
ſtimmenden
politiſchen Intereſſen und ruhmreichen Er=
innerungen
beruhten, befeſtigen möge. Die friedliche Po=
litik
Rumäniens habe die Hauptrolle bei der Löſung der
Balkankriſis geſpielt, deren Fortdauer ernſte Gefahren
für den Frieden und die Ruhe Europas mit ſich gebracht
hatte. Durch die Einberufung der Konferenz in Bukareſt
habe Rumänien den Abſchluß des Friedens zwiſchen den
Balkanſtaaten gefördert, der für alle in gleicher Weiſe not=
wendig
geweſen ſei. Eine Annäherung in der Politik
Rußlands und Rumäniens dürfe keine Schatten werfen
auf die Auffaſſung Europas; dieſe Annäherung finde
ihren Ausdruck in der Gemeinſamkeit der Anſchauungen
in den Fragen der internationalen Politik der beiden Län=
der
, die ſich vornehmlich für die Erhaltung des Friedens
und des politiſchen Gleichgewichts auf dem Balkan ver=
wendeten
. Es würde geradezu ſeltſam ſein, wenn bei
den zwiſchen Rußland und Rumänien beſtehenden Ban=
den
gemeinſamer Erinnerung an eine ruhmreiche Ver=

gangenheit und der Religionsgemeinſchaft nicht herzlichere
Beziehungen beſtänden als die der guten Nachbarſchaft.
Das Blatt drückt ſchließlich die feſte Ueberzeugung aus,
daß der fürſtliche Beſuch vornehmlich dazu beitrage, die
Entwicklung und die Feſtigung der Freundſchaftsbande zu
fördern, die die beiden Länder umſchlöſſen.

Deutſches Reich.

Die Sonntagsruhe. Der Berliner Lokal=
anzeiger
meldet aus Berlin: In einer Maſſenkundgebung
gegen die Beſchlüſſe der 24. Reichstagskommöſſion, die die
Einführung der völligen Sonntagsruhe in Erwägung ge=
zogen
hat, wurde eine Reſolution einſtimmig angenom=
men
, in der hervorgehoben wird, daß ein erheblicher Teil
der Detailliſten eine dreiſtündige ſonntägliche Verkaufs=
zeit
, die die Regierungsvorlage vorſieht, für nicht aus=
reichend
hält. Für das Bedürfnisgewerbe ſei unter allen
Umſtänden eine längere Verlaufszeit nötig.
Zu den Verhandlungen wegen der
Vereinheitlichung der Dienſtvorſchriften
über den Waffengebrauch erfährt die Tägl.
Rundſchau aus guter Quelle eine Reihe intereſſanter Ein=
zelheiten
. Danach iſt niemals über eine Aenderung oder
Vereinheitlichung der militäriſchen Dienſtvorſchriften in
den preußiſchen und den ſüddeutſchen Heereskontingenten
verhandelt worden. Es handelt ſich nur um eine Verein=
heitlichung
der Vorſchriften über den Waffengebrauch für
die in den Reichslanden ſtehenden Bundestruppen. Da
der jeweilige Garniſonälteſte in Elſaß=Lothringen in allen
Fällen preußiſcher Ofſizier und den zuſtändigen preußi=
ſchen
Korpskommandos unterſtellt iſt, ſo können, da unter
ſeinem Befehl auch bayeriſche, ſächſiſche und württembergi=
ſche
Truppenteile ſtehen, vorkommendenfalls Unſtimmig=
keiten
in bezug auf den Waffengebrauch ſich ergeben, die
nun durch eine Vereinheitlichung der Waffengebrauchs=
vorſchriften
für alle in Eliaß=Lothringen ſtehenden deut=
ſchen
Truppen unmöglich gemacht werden ſollen. In der
Vorwoche haben in Berlin Verhandlungen zwiſchen der
preußiſchen und Vertretern der ſüddeutſchen Kriegsver=
waltungen
ſtattgefunden, und das Ergebnis dieſer Ver=
handlungen
iſt, daß man ſich über eine gemeinſame For=
mel
geeinigt hat, die nun dem Kaiſer und den ſüddeut=
ſchen
Kontingentsherren zur Beſtätigung unterbreitet wer=
den
muß. Nachdem die Zuſtimmung der Kontingents=
herren
eingetroffen iſt, wird die neue Vorſchrift in gleich=
lautenden
Erlaſſen den Kontingentsherren und den in
Elſaß=Lothringen ſtehenden Truppen mitgeteilt werden.
Sonſtige Aenderungen der Dienſtvorſchriften ſind nicht
in Ausſicht genommen.
Die Nationalliberalen und die Wahl
in Borna. Die Altnationalliberale Reichskorreſp.
ſchreibt: Es wird, wie jede andere, ſo auch die National=
liberale
Partei vor die Frage geſtellt, ob es ihr möglich
ſein wird, von dem Freiſinn Garantien zu erlangen, die
für künftige Wahlkämpfe den bürgerlichen Charakter der
Fortſchrittspartei wiederherſtellen und ſichern. Erweiſt
ſich das als unmöglich, dann wird Klarheit darüber zu
ſchaffen ſein, daß eine prinzipiell antibürgerliche Partei
für jede andere bürgerliche Partei die Bündnisfähigkeit
einbüßt.
Deutſchland und San Franzisko. Die
Voſſiſche Zeitung meldet aus Neu=York: Der Reichskanz=
ler
hat an den Vizepräſidenten des Deutſch=Amerikaniſchen
Nationalbundes, Sutro, ein Schreiben folgenden Inhalts
gerichtet: Ich beſtätige gern, daß die Reichsregierung bei
ihrer Entſchließung, der Weltausſtellung von San Fran=
zisko
fern zu bleiben, ſich nicht von politiſchen Geſichts=
punkten
leiten ließ. Sie drückten die Beſorgnis aus, daß
die kulturellen Bande zwiſchen Deutſchland und Amerika
ſich nicht der gleichen Beachtung erfreuen würden wie
bisher. Seien Sie verſichert, daß dieſe Beſorgnis unbe=
gründet
iſt. Insbeſondere wird das ſympathiſche Inter=
eſſe
an den kulturellen Beſtrebungen der Deutſch= Ameri=
kaner
auch weiterhin erhalten bleiben.

Ausland.

Schweiz.
Schaffung eines Nationalparkes. Der
Nationalrat erklärte ſich mit 107 gegen 3 Stimmen für die
Errichtung eines Naturſchutzparkes. Der Nationalpark
wird ein Gebiet von 200 Quadratkilometern in romanti=
ſcher
Berglandſchaft auf dem Gemeindegebiet von Zernetz
im Unter=Engadin umfaſſen. Die Annahme der Vorlage
im Ständerat gilt als ſicher,

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Nummer 88.

Frankreich.

Das Mülitärflugweſen. Bei der Interpel=
lation
über den Stand des Militärflugweſens erklärte
Gtrod in der Kammer, daß ſich Frankreich gegenüber
Fragen der Militärluftſchiffahrt ablehnend verhalte, wäh=
rend
Deutſchland ſeine planmäßigen Bemühungen auf
dieſem Gebiete fortſetze und bereits Erfolg erzielt habe,
die Frankreich gefährlich ſeien. Ferner führte Girod
Klage über die Ablehnung der Kredite ſeitens der Kam=
mer
; die Gelder hierfür ſeien niemals ſchlecht angelegt.
Der Kriegsminiſter unterbrach den Redner und erklärte:
Gegenwärtig haben wir viele mobiliſierbare Geſchwader.
Girod wies auf das Fehlen einer Zentralſtelle für das
Flugweſen und auf den Mangel an Material hin, ſchloß
jedoch ſeine Rede mit dem Ausdruck des Vertrauens, das
die Kammer dem Miniſter entgegenbringe und drückte
die Hoffnung aus, daß unter ihm das franzöſiſche Flug=
weſen
eine Frankreichs würdige Entwickelung nehmen
möge.
Das Budget. Peytral, der Vorſitzende der Fi=
nanzkommiſſion
des Senats, hat dem Miniſterpräſidenten
im Namen der Kommiſſion mitgeteilt, daß es ihm un=
möglich
ſei, das Budget noch vor den Wahlen am 26.
April im Senat zur Abſtimmung zu bringen, da die Kam=
mer
es ihm noch nicht habe zugehen laſſen.
England.
Die innere Kriſis. Die Vorgänge der letzten
Tage werden jetzt auf Mißverſtändniſſe zurückgeführt
deren Wiederholung die Regierung durch einen neuen Ar=
meebefehl
vorbeugen will.
Asquith gab im Unterhauſe weiterhin bekannt, daß
Feldmarſchall French und Generalleutnant Ewart nicht
um ihre Entlaſſung gebeten hätten, weil zwiſchen ihnen
und der Regierung eine Meinungsverſchiedenheit hinſicht=
lich
der Bedingungen beſtanden habe, unter welchen die
Armee dient oder unter welchen ſie zur Unterſtützung der
Zivilgewalt verwandt werden ſollte, ſondern weil die
beiden Offiziere glaubten, um ihre Entlaſſung bitten
zu müſſen, da ſie die dem General Gough übermittelte
Erklärung unterzeichneten. Die Regierung drückte ihnen
den Wunſch aus, ſie möchten, da keine Meinungsverſchie=
denheiten
über prinzipielle Fragen vorhanden ſeien, nicht
auf ihrem Entlaſſungsgeſuch beſtehen, das die Regierung
als einen ernſten Nachteil für die Armee und den Staat
anſehen würde. Die Regierung erwarte noch ihre end=
gültige
Antwort. Es ſei klar, daß tatſächlich nur Miß=
verſtändniſſe
vorlagen. Um die Wiederholung ſolcher
Mißverſtändniſſe zu vermeiden, hat der Heeresrat, in deſ=
ſen
Sitzung Feldmarſchall French und Generalleut=
nant
Ewart zugegen waren, einſtimmig einen neuen Ar=
meebeſehl
erlaſſen, der erſtens feſtſetze, daß in Zukunft
kein Offizier oder Soldat von den vorgeſetzten Offizieren
befragt werden ſolle, welche Haltung er einnehme, zalls
er aufgefordert würde, dem Befehle zu gehorchen, der
von zukünftigen oder hypothetiſchen Möglichkeiten ab=
hänge
; zweitens, daß jedem Offizier oder Soldaten in
Zukunft unterſagt iſt, bezüglich der Befehle, zu deren Be=
folgung
er aufgefordert werden könnte, Zuſicherungen zu
verlangen; drittens, daß es insbeſondere die Pflicht eines
jeden Offiziers und Soldaten iſt, allen geſetzmäßigen Be=
fehlen
zu gehorchen, die ihm durch die zuſtändigen Stel=
len
gegeben werden, um das Staatseigentum zu ſchützen
oder die Zivilgewalt in der regelmäßigen Ausführung
ihrer Pflichten zu unterſtützen, oder um das Leben und
Eigentum der Bewohner im Falle einer Störung des öſ=
fentlichen
Friedens zu ſchützen. Asquith ſchloß: Dies
iſt der Befehl, durch welchen für die Zukunft das Ver=
halten
und die Diſziplin des Heeres geregelt wird Gänz=
lich
unwahr iſt, daß die Regierung oder einzelne ihrer
Mitglieder beabſichtigten, in Ulſter tatſächliche Maßnah=
men
aggreſſiver Art zu ergreifen oder irgendwelche Maß=
nahmen
, die gegenwärtig oder in der Zukunſt der Armee
irgendeine Pflicht auferlegen würden, die ſich nicht völlig
im Rahmen des neuen Armeebefehls hielte. Ich habe
nur noch hinzuzufügen, daß die Regierung an allen Er=
klärungen
, die abgegeben worden ſind, feſthalten wird.
Der Oppoſitionsführer Bonar Law machte keine Einwen=
dung
gegen den neuen Armeebefehl, erklärte aber, dem

unglaublichen Unverſtand der Regierung und des Kriegs=
miniſters
ſei es beizumeſſen, daß ein ſolches Verfahren
nötig gemacht worden ſei. Bezüglich der Verſicherungen
des Premierminiſters hinſichtlich Ulſters ſagte Bonar
Law, es ſei von der Reglerung oder einigen Miniſtern
mehr beabſichtigt geweſen als zugegeben worden ſei.
Schweden.
Die Neuwahlen zum Reichstag. Die
Teilnahme an den Wahlen in Stockholm, mit denen die
Neuwahlen zum aufgelöſten Reichstag eingeleitet wurden,
zeigen die erwartete bedeutende Vermehrung des Inter=
eſſes
für die Reichstagswahl. Aus den bis jetzt vorliegen=
den
Zahlen geht hervor, daß von den 56000 Stimmberech=
tigten
der Hauptſtadt 43 500 wählten, alſo ungefähr 80
Prozent. Bei den Wahlen von 1911 wurden nur 35500
Stimmen abgegeben. Die Wahlen nahmen überall einen
ruhigen Verlauf.
Balkanſtaaten.
Die Inſelfrage. Die Voſſiſche Zeitung meldet
aus Rom: Die Redigierung der Antwortnote auf die Note
Griechenlands, betreffend die Friedensgarantien für die
Aegäiſchen Inſeln und die albaniſche Südgrenze, iſt fertig=
ggeſtellt
, ſo daß die Uebergabe in nächſter Zeit erfolgen
dürfte. Die von Griechenland erbetene Korrektur der
Grenzlinie um Koritza und Agyrocaſtro ſoll gewährt wor=
den
ſein.
Der Metalka=Zwiſchenfall. In Cetinje
wurde am Freitag die Antwortnote der öſterreichiſchen Re=
gierung
auf den Proteſt Montenegros wegen des Metalka=
Zwiſchenfalls überreicht. Das von den öſterreichiſchen
Truppen. beſetzte Gebiet bezeichnet die Note als öſterrei=
chiſches
, aber ſie erklärt zugleich, es werde wegen jener
Vorfälle eine Unterſuchung eingeleitet werden. Dieſe
Antwort hat die offiziellen Kreiſe nicht befriedigt.
Eine Zirkularnote Albaniens. Die Al=
baniſche
Korreſpondenz meldet aus Durazzo: Die Regie=
rung
von Albanien hat eine Zirkularnote an die Groß=
mächte
gerichtet, in der es heißt: Die griechiſche Regie=
rung
zieht die Truppen aus den zu räumenden Gebieten
zurück, ſendet aber Komitatſchibanden wieder dorthin,
die von den griechiſchen Behörden organiſierk und mit
Waffen verſehen werden. Die Lage in Epirus wird täg=
lich
bedrohlicher. Die griechiſche Regierung habe die Er=
richtung
einer proviſoriſchen Regierung geduldet, was der
ſtärkſte Beweis dafür iſt, daß die Athener Regierung mit
dem Vorgehen einverſtanden iſt. Angeſichts des bevor=
ſtehenden
Ablaufs des Räumungstermins erſucht die Re=
gierung
von Albanien die Großmächte, ihren Einfluß bei
der griechiſchen Regierung wegen einer Beendigung der
bedauerlichen Lage geltend zu machen. Die albaniſche Re=
gierung
würde nur ungern Maßnahmen treffen, welche
unliebſame Rückwirkungen auf die Lage im Balkan her=
vorrufen
könnten. Sie lehnt die Verantwortung für dieſe
neue Wendung der Dinge ab.
Vereinigten Staaten.
Bei der Abſtimmung über die neue
Panamakanalbill Wilſons im Repräſentanten=
hauſe
haben die Anhänger des Präſidenten trotz heftiger
Oppoſition den Sieg davongetragen. Das Haus hat mit
207 gegen 176 Stimmen beſchloſſen, in der Beratung der
Bill, welche die Gebührenfreiheit amerikaniſcher Küſten=
ſchiffe
im Kanal aufhebt, fortzufahren. Aus dem Er=
gebnis
der Abſtimmung wird geſchloſſen, daß die An=
hänger
der Bill auch bei der endgültigen Abſtimmung
die Mehrheit haben werden.

Zeitungsſchau.

Zu der Ungültigkeitserklärung der Reichstagswahl in=
Oſterburg=Stendal ſchreibt die Poſt: Die Klagen über Un=
zulänglichkeiten
, die den Beſchlüſſen des Wahlprüfungs=
ausſchuſſes
anhaften, ſind ſo alt wie der Reichstag ſelbſt.
Noch niemals aber haben die Beſchwerden ſoviel innere
Berechtigung gehabt, wie in den letzten Jahren. Eine=
Wahlprüfung ſoll, wie ſich von ſelbſt verſteht, eine reine
Rechtsfrage ſein und darf nicht mit Machtgelüſten irgend=
welcher
Art verquickt werden. Seitdem uns aber der Tag
von Philippi einen Reichstag beſcherte, in dem die Demo=
kratie
den Ton angibt, iſt die Rechtsfrage immer mehr
zu einer Machtfrage herabgeſunken. So war es bei der
Ungültigkeitserklärung der Wahl des Abgeordneten von
Oertzen, ſo war es in vielen anderen Fällen, ſo war es
auch am Donnerstag, als die Reichstagsmehrheit den
deutſch=konſervativen Abgeordneten Hoeſch in das Schat=
tenreich
hinabſtieß und nur die Rechte, das Zentrum und
ein vereinſamter Nationalliberaler den Mut beſaßen, vor
den ungeheuerlichen Konſequenzen des geſtern beliebten
Verfahrens zu warnen. Mit der Auffaſſung, als prüfe‟
das Plenum des Reichstages die Mandate ſeiner Mit=
glieder
nach den Prinzipien einer idealen, über den Par=
teien
ſchwebenden Gerechtigkeit, hat der geſtrige Tag
gründlich aufgeräumt. Ueble Erfahrungen hatten bewirkt,
daß ſolche Auffaſſungen nur noch ein rudimentäres Da=
ſein
führten; geſtern iſt ſelbſt dieſes erloſchen. Daß der
geſtrige Tag die Strömungen verſtärken muß, die einen
beſonderen Gerichtshof für die Wahlprüfungen anſtreben,
kann nicht ernſtlich bezweifelt werden. Die Berl. N.
Nachrichten ſchreiben: Die Frage der Gültigkeit des kon=
ſervativen
Mandats von Oſterburg=Stendgl hat eine
Löſung gefunden, die einen förmlichen Skandal in der par=
lamentariſchen
Geſchichte darſtellt und die nationalliberal=
konſervativen
Beziehungen durch nationalliberale Schuld
auf eine ſchwerlich noch reparable Art vergiften muß. Die
ſozialdemokratiſch=nationalliberal=freiſinnige Intereſſen=
gemeinſchaft
hat, um das Mandat unter allen Umſtänden
zu kaſſieren, eine unverhüllte Rechtsbeugung begangen,
ſofern bei dem parlamentariſchen Mandatsprüfungs=
verfahren
von einem Recht überhaupt noch die Rede
ſein kann, ſeit die Linksmehrheit die Szene beherrſcht.
Bisher (noch im Falle des Abgeordneten von Kröcher)
waren dem ſiegreichen Kandidaten zwar die ſämtlichen
Stimmen ſolcher Wahlbezirke abgezogen worden, deren
Wähler als beeinflußt gelten konnten, weil die betref=
fenden
Amtsvorſteher, Bürgermeiſter uſw. Wahlaufrufe
mit ihrer Amtsbezeichnung unterſchrieben hatten; wohl
aber waren die Stimmen der Unterzeichner ſelbſt ange=
rechnet
worden, weil dieſe ſich doch nicht gut ſelbſt terro=
riſieren
können. Geſtern zum erſten Male hat die oben
erwähnte, erſt durch die Nationalliberalen hergeſtellte
Mehrheit weil es um ein konſervatives Mandat ging
die Abſurdität für Recht erkannt, daß auch derjenige
geſetzwidrig beeinflußt iſt, der ſelbſt einen Wahlaufruf
unterzeichnet hat. Allein mit Hilfe ſolcher Rechtsfin=
dung
bei welcher dem Abgeordneten Hoeſch über tau=
ſend
Stimmen abgezogen wurden, die ihm gehörten, war
ſchließlich die Herausrechnung einer Minderheit für das
konſervative Mandat möglich?
In bezug auf den vielerörterten Kaiſerbrief an die
Landgräfin von Heſſen erfährt die Tägl. Rundſchau, daß
ſchon ſeit Jahren im deutſchen Epiſkopat die Tatſache be=
kannt
iſt, daß ein Brief des Kaiſers an die Landgräfin,
der ſich mit dem Uebertritt beſchäftigt, vorhanden war.
Es wird ferner zugegeben, daß der Kaiſer in dieſem Brief
ſeinen Unwillen über den beabſichtigten Uebertritt zum
Ausdruck gebracht hat, daß aber der Satz: Die Religion,
zu der Du übertreten willſt, haſſe ich nicht in dem Brief
ſteht. Der verſtorbene Kardinal Kopp hat ſelbſt mit ſei=
nen
nächſten Vertrauten niemals über den Kaiſerbrief ge=
ſprochen
. Trotzdem wußten Kopps Vertraute, daß im
Jahre 1901 die Landgräfin in großer Aufregung bei Kopp,
dem damaligen Biſchof von Fulda, erſchienen ſei und
den Biſchof mit dem Inhalt des Briefes vertraut gemacht
habe. In dieſer Unterredung hatte die Landgräfin den
Biſchof gebeten, den Brief an ſich zu nehmen, damit er
niemals in unrichtige Hände fallen könne. Es erſcheint
daher glaubhaft, daß Geheimrat Porſch, der Nachlaßver=
walter
Kopps, auf eine Anfrage der preußiſchen Regierung
erklären konnte, daß der fragliche Brief in Kopps Nachlaß
ſich nicht vorgefunden hat. Die Kölniſche Volkszeitung
erklärt: Der Brief wurde ſeinerzeit dem Kardinal Kopp
übergeben zu dem Zwecke, ihn dem Kaiſer zu übergeben

Fertig oder unfertig!

C) Es gibt fertige Menſchen, die mit unfehlbarer
Sicherheit auftreten und den Eindruck vollkommen in ſich
abgeſchloſſener Charaktere machen, die nichts mehr zu ler=
nen
haben. Wir begegnen ihnen auf allen Gebieten, auf
dem der Religion, wo ſie ein fertiges Syſtem mit ſich
herumtragen, auf dem der Politik, wo ſie ihren völlig kla=
ren
Standpunkt haben, in der Geſellſchaft, wo ſie ſtets
mit runden Urteilen aufwarten und durch ihr beſtimmtes
und ſelbſtſicheres Weſen verblüffen.
Neben ihnen ſtehen die unfertigen Naturen, die immer
ſchwanken und zweifeln, die ſich nicht feſtlegen wollen und
mit innerer Sehnſucht auf einen Zuſtand hoffen, da auch
ſie zur Ruhe kommen, die ſich aber im Stillen ſelbſt ſagen,
daß ſie niemals volles Genügen finden werden, daß ihr
ganzes Leben ein Experiment und taſtendes Suchen
bleibt.
Welche von beiden ſind die wertvolleren? Die ferti=
gen
Menſchen haben den Vorzug, daß ſie ſtets geſammelt
und leiſtungsfähig ſind. Ihr Geiſt iſt ſtets in Ordnung,
alle ihre Gedanken und Kräfte liegen ihnen parat. Sie
brauchen bloß zuzugreifen. So können ſie, wenn auch auf
einem beſchränkten Gebiet, viel ausrichten und vollbrin=
gen
. Aber ihre Gefahr iſt die Oberflächlichkeit und Selbſt=
genügſamkeit
, die mit dem leicht Erworbenen zufrieden iſt
und nicht das Bedürfnis nach Wachstum hat.
Die Unfertigen ſind wachtumsfähig und ſie haben alle
Möglichkeiten der Bereicherung. Immer neue Anregungen
ſtrömen in ſie ein und wollen verarbeitet werden, immer
neue Gedanken können in ihnen Wurzel faſſen, immer
neue Taten ſich ihnen anſetzen. Aber werden ſie wirklich
zum Handeln kommen? Bleibt nicht ihr Leben ein un=
vollendetes
Bauwerk, ein großes Fragment, eine Frage,
die niemals Antwort findet?
Wir müſſen offenbar beides zu vereinigen ſuchen:
Die Fähigkeit, uns von dem Leben bereichern zu laſſen,
und die Feſtigkeit, die doch alle Zerſtreuung und Taten=
ſchwäche
ausſchließt. Wir brauchen ein Ideal, das in ſich
ganz klar und ſcharf iſt, und das wir in unſer Leben al
organiſierenden Mittelpunkt aufnehmen. Und wir brau
chen ein Ideal, das doch niemals verwirklicht iſt, der
wir mit ſtarken Schritten immer nur entgegengehen, wi

bei wir alles Große und Schöne mitnehmen, was an unſe=
cem
Wege blüht. So werden wir durch Wachſen reich
werden. Aber in unſerer Entwickelung wird eine klare,
einheitliche Richtung ſein.

Das Rätſel der Oſterinſel
und ſeine Löſung.

() Die einſame Oſterinſel im Stillen Ozean hat
der Wiſſenſchaft ſo manches Rätſel aufgegeben, über die
man ſich lange den Kopf zerbrochen hat. Man ſah in
dieſem Eiland die Reſte eines früheren Kontinents oder
zum mindeſten ein wichtiges Bindeglied zwiſchen Poly=
neſien
und Südamerika und man ſtaunte die geheimnis=
vollen
koloſſalen Steinbilder an, die auf hoher
Mauer über die Inſel gewaltig emporragen. Um die Ro=
mantik
dieſer Rätſelinſel noch zu erhöhen, kam der Um=
ſtand
dazu, daß die Zahl der Bewohner immer mehr zu=
ſammenſchmolz
und man ein Ausſterben der Bevölke=
rung
befürchtete. Durch ſyſtematiſche Erforſchung hat
nun Dr. Walter Knoche Licht in dieſes vielfache Dunkel
gebracht und berichtet über die von ihm gewonnenen Re=
ſultate
in einem Auſſatz der Umſchau.
Die Zahl der Bewohner hat jetzt wieder zugenommen;
während ſie vor 30 Jahren nur wenig über 100 betrug, iſt
das Eiland heute von 228 Menſchen bewohnt und auch die
Zahl der Frauen, die damals nur ein Viertel der Geſamt=
bevölkerung
ausmachte, iſt heute wieder auf die Hälfte der
Einwohner angewachſen. Die Oſterinſel, die früher eine
faſt zehnmal ſo große Menſchenzahl wie jetzt ernährte, iſt
durch die grauſamen Verwüſtungen veruaniſcher Seeräuber
ſowie durch Krankheiten wie Pocken und Lepra, dezimiert
worden. Die heutigen Einwohner ſind nach Sprache und
Körperbau zweifellos reine Polyneſier. Da noch eine zu=
ſammenhängende
hiſtoriſche Tradition vorhanden iſt ſo
kann man aus den Erzählungen einen ungefähren Schluß
auf die Zeit der Einwanderung ziehen. Etwa 30 Häupt=
lingsgeſchlechter
haben auf der Inſel geherrſcht, und je
nachdem man die Regierungszeit mit 10 oder 20 Jahren
annimmt, kommt man dann auf das Jahr 1600 oder 1300
n. Chr. als die Zeit, da die Ozeanier in zwei großen
Kanoes unter dem Häuptling Hot=Matua die Inſel be=
ſiedelr
haben.

Die ferſten ſeuropäiſchen Beſucher dieſes einſamſten
bewohnten Punktes der Erde waren 1712 der Reiſende
Roggeveen und ſein Begleiter, der Deutſche Behrends. Mit
Polyneſien oder Südamerika hat die Oſterinſel nie in
einem geographiſchen Zuſammenhang geſtanden; ſie iſt
rein vullaniſchen Urſprunges und über einem relativ alten
Meere emporgeſtiegen. Jedenfalls waren die polyneſiſchen
Beſiedler nicht die Erbauer jener berühmten Monumente,
die von den Eingeborenen Moais genannt werden. Auch
zur Löſung dieſer Frage kann die noch heute auf der Inſel
erhaltene Ueberlieferung Aufſchlüſſe bieten. Danach war
das Giland bei der Ankunft der Polyneſier von den Lang=
ohren
beſiedelt die die Denkmäler erbauten. Die Neu=
ankömmlinge
, die Kurzohren mußten ihnen bei der Ar=
beit
helfen und zwar war ihnen die Ausführung der
Sockel für die Moais übertragen. Als die Kurzohren ſich
aber ſehr vermehrt hatten da empörten ſie ſich gegen die
Urbewohner der Inſel, beſiegten ſie und rotteten ſie aus,
indem ſie die Unterlegenen in einer Grube verbrannten.
Außerdem ſtürzten ſie auf Befehl ihrer Königin die Stand=
bilder
, die zweifellos Ahnenbilder über Familiengräbern
waren herunter. Die Behauptung, daß die Moais durch
ein plötzliches vulkaniſches Ereignis zu Fall gebracht wer=
den
ſeien, und dadurch in ihrer unvollendeten Form blie=
ben
, iſt abzulehnen, weil der heutige Zuſtand der Inſel=
vulkane
gegen eine Tätigkeit in jüngerer Zeit ſpricht. Die
Erbauer der Rieſenſteinbilder, die Langohren ſind
jedenfalls von Weſten her gekommen; der Name ſchreibt
ſich von der Dehnung der Ohrläppchen her die ihnen bis
auf die Schultern herabhingen. Die Kurzohren haben
dieſe Sitte ſpäter übernommen, und noch heute trägt eine
einzige Greiſin auf der Inſel dieze Schmuckform einer ſer=
nen
Vergangenheit. Die erſten Bewohner der Oſterinſel
werden wohl einer Raſſe angehört haben, die weiter von
Weſten kommend die oſtpazifiſche Inſelwelt bevölkerte; ſie
entwickelten dann auf dem an Hilfsmitteln überaus armen
Inſelchen eine eigenartige Kultur ſo daß man von der
Robinſonade eines Völkchens ſprechen kann. Ein Rät=
ſel
beſteht allerdings noch heute auf dieſem von ſo vielen
Geheimniſſen umwobenen Eiland. Man hat hier Schrift=
tafeln
mit einer höchſt ausgebildeten Bilderſchrift gefun=
den
, deren Hieroglyphen, ſo die Schlangenbilder, nicht der
Inſel entſtammen können, da es auf ihr keine Schlangen
gibt, und die deshalb in ihrem Urſprung unerklärt bleiben
müſſen.

[ ][  ][ ]

Nummer 88.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Seite 3.

oder zu vernichten. Eines von beiden dürfte geſchehen
ſein. Im übrigen hat ſich Kaiſer Wilhelm mit der Land=
gräfin
von Heſſen ſchon vor einiger Zeit wieder aus=
geſöhnt
.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 29. März.
D Stadtverordneten=Verſammlung. Zur 1. Sitzung
der Stadtverordneten=Verſammlung am Donnerstag, den
2. April, nachmittags 3½ Uhr, iſt folgende Tages=
ordnung
feſtgeſetzt: 1. Mitteilungen. 2. Voranſchlag
für 1914.
Vom Hoftheater. Heute abend erſcheint Bizets
Oper Carmen in ſzeniſcher und koſtümlicher Neuge=
ſtaltuna
und faſt durchweg neuer Beſetzung wieder im
Spielplan. Die Einſtudierung fand unter der Ober=
leitung
des Intendanten ſtatt, Dirigent iſt Paul Otten=
heimer
Regiſſeur Otto Nowack. Die um 7 Uhr begin=
nende
Vorſtellung fällt der Serie A zu. Der morgige
Bunte Abend, der bei aufgehobenem Abonnement
ſtattfindet und außer Geſangs=, Inſtrumental= und Tanz=
nummern
ſzeniſche Aufführungen der Bachſchen Kaffee=
kantate
und des Moliéreſchen Luſtſpiels Die Gezier=
ten
bringt, begegnet wie ſeine Vorgänger regem Inter=
eſſe
; den Vorverkauf der Eintrittskarten zu Volksvorſtel=
lungspreiſen
beſorgt die Tageskaſſe des Hoftheaters, ſo=
wie
das Bureau des Verkehrsvereins. In der Vorſtel=
lung
Arda am Dienstag ſingt Georg Becker den Rha=
dames
Franziska Callwey die Titelpartie. Das Schau=
ſpiel
bereitet zurzeit eine Neueinſtudierung des Lear
vor, die für Freitag, den 3. April, angeſetzt iſt.
L. Dienſtjubiläum. Am 1. April feiert Herr Karl
Offenbächer. Lehrer an der Mädchenſchule III, Darm=
ſtadt
, ſein 50jähriges Dienſtjubiläum und
tritt an dieſem Tage in den wohlverdienten Ruheſtand.
Herr Offenbächer, der ſeit mehr denn 30 Jahre hier ge=
wirkt
, hat es ſtets verſtanden, ſich nicht nur die Herzen
ſeiner Schülerinnen zu gewinnen, ſo daß ſelllt längſt ver=
heiratete
Frauen ſich bemühen, ihren alten Lehrer begrü=
ßen
zu können, ſondern er kann ſich auch durch ſeinen
ſchlichten und ehrbaren Lebenswandel der Hochachtung
aller Bewohner, insbeſondere des ſüdlichen Stadlteils
(Beſſungen), erfreuen. Möge es ihm vergönnt ſein, nach
einer ſo ſegensreichen Tätigkeit einen langen und ſchönen
Lebensabend zu genießen.
Jung=Darmſtadt. Geſtern nachmittag konnte im
Beiſein des Herrn Bürgermeiſters Mueller, des Herrn
Oberbürgermeiſters a. D. Schäfer und den Führern
Jung=Darmſtadts in der Kranichſteinerſtraße 34
eine Jugendherberge ihrer Beſtimmung übergeben
werden. Ein heller, freundlicher Raum mit acht Belten,
Koch= und Badegelegenheit ſteht den jugendlichen Wan=
derern
Jung=Deutſchlands gegen geringes Entgelt zur
Verfügung; einem langgehegten Wunſche und Bedürfnis
iſt ſomit genügt worden; hoffentlich entſteht bald aus
Kleinem Großes. Herr Bürgermeiſter Mueller dankte
dem Verein im Namen des Junadeutſchlandbundes und
wünſchte der Einrichtung eine glückliche Zukunft. Eine
Beſichtigung der Herberge durch Freunde und Gönner
kann heute Sonntag, den 29. März, zwiſchen 2 und 6 Uhr
nachmittags, erfolgen.
* Vaterländiſche Bismarckfeier. Für die von der
Nationalliberalen Partei am Dienstag, den 31. März,
im Kaiſerſaal veranſtaltete öffentliche Bismarck=
feier
zeigt ſich in weiteſten Kreiſen großes Intarſſe.
Der Name des Feſtredners Profeſſors Dr. Her man
von der Königl. Akademie in Poſen bürgt für e
dankenreiche und ſtimmungsvolle Feier. Da der feſtlich
geſchmückte Saal nur mit Stuhlreiyen gefüllt wird, und
der Reſtaurationsbetrieb an dieſem Abend wegfällt,
wird ein zahlreicher Beſuch von raterländiſch geſinnten
Männern und Frauen aus allen Kreiſen erwartet.
Phonola=Klavierabend Man ſchreibt uns: Herr
Richard Lamp aus Leipzig, der auch diesmal die Phonola
in dem am 2. April im Arnoldſchen Muſikſaal, Ecke Er=
bacher
Straße, ſtattfindenden Konzert ſpielen wird,
hat folgendes Programm für dieſen Abend ausgewählt:
1. Mozart: Zauberflöte=Ouvertüre; 2 Beethoven: Andante
in F nach dem Originalſpiel von Grünſeld; 3. Schumann:
Arabesque (Originalſpiel Artur Schnabel); 4. Liſzt: Un=
gariſche
Rhapſodie Nr. 2 (mit Originalkadenz von Cor=
tot
); ferner werden Kompoſitionen von Rubinſtein, Go=
dard
, Schütt und Gounod zum Vortrag kommen, von
letzterem Komponiſten, der von unſeren einheimiſchen
Pianiſten Backhaus ſchon oft hier geſpielte Fauſtwalzer.

. Mozarkverein und Inſtrumentalverein Nachſtehend
bringen wir das Programm des von den beden Vereinen
inter Mitwirkung der Kammerſängerin Frau Anna
Heinfeſt aus Frankfurt a. M. am nächſten Dienstag,
den 31. ds. Mts. im Saalbau gemeinſam zu veranſtalten=
den
Konzertes: 1. Ouvertüre Zur Weihe des Hau=
ſes
von Beethoven; 2. Arie der Donna Anna aus Don
Juan von Mozart; 3. zwei Chöre von Fr. Schubert:
Der Gondelfahrer und Widerſpruch 4. drei Lieder
mit Klavier: Die Forelle von Schubert, Solvejys Lied
von Grieg, Von ewiger Liebe von Brahms; 5. drei
Tangoſtücke für Orcheſter von Grety=Mottl; 6. zwei Chöre
mit Orcheſter: Frühlingsnetz von Goldmark, Land=
erkennung
von Grieg; 7. drei Lieder mit Klavier: Der
Gärtner (H. Wolf), Wiegenlied (d’Albert), Die wan=
delnde
Glocke (Arn. Mendelsſohn); 8. Chor mit Orche=
ſter
: Das Lied vom treuen Kanzler (Arn. Mendels=
ſohn
). Im übrigen ſei auf die heutige Anzeige verwie=
ſen
und insbeſondere die Mitglieder des Inſtrumental=
vereins
darauf aufmerkſam gemacht, daß das Konzert
pünktlich um 8 Uhr beginnt.
Bezirkeverein Martinsviertel. Infolge Amts=
niederlegung
des bisherigen Vorſitzenden des Bezirks=
vereins
Martinsviertel, Herrn Kaufmann Möſer, iſt
eine Neuwahl erforderlich geworden. Der Bezirksverein
hält deshalb am Montag, den 30. März, abends 8½ Uhr,
im Gollingſchen Saal, Pankratiusſtraße 29, eine außer=
ordentliche
Hauptverſammlung ab. Auch andere das
Viertel berührende Fragen werden noch zur Beſprechung
kommen, ſo der Ausbau der Elektriſchen, Martins=
markt
, Beleuchtung des Herrngarten=Durchgangs u. a.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Ex=
pedition
(Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu aus=
geſtellt
: Kaiſer Wilhelm II. in Venedig. Die Einweihung
der Königlichen Bibliothek in Berlin. Zum drohenden
Bürgerkrieg in England.

* Konzerte. Ludwigshöhe. Ein vielſeitiges
Programm liegt dem heutigen Sonntagskonzert der Ka=
pelle
des Art.=Regts. Nr. 61 wiederum zu Grunde. Außer
Fr. v. Flotow, R. Wagner Gg. Bizet, Siegfried May und
Jean Gilbert wird der Meiſter der Odenwaldlieder, Herr
A. Neff=Pfungſtadt mit ſeinem neueſten Opus 80 Eine
Odenwälder Kerb in der guten alten Zeit Tongemälde
für großes Orcheſter, welches beim Dekorierungsfeſt des
Odenwaldklubs am 14. d. M. unter großem Beifall des
Rieſenpublikums ſeine Erſtaufführung erlebte, vertreten
ſein. Die Hauptſchlager der Operette Die Kino=Königin
werden das Programm ergänzen. Miſſiſſippi heißt der
neueſte Pariſer Schlager, ein Two Step mit ſchmeicheln=
den
Melodien. (Siehe Anzeige.)
Schützenhof. Wie im Anzeigenteil erſichtlich, fin=
det
in den Kellerlokalen heute von abends 7½ Uhr ab vor
Oſtern das letzte Konzert ſtatt, worauf hier nochmals be=
ſonders
hingewieſen wird.

Verwaltungsgerichtshof.

g. Der Verwaltungsgerichtshof beſchäf=
tigte
ſich in ſeiner geſtrigen Sitzung mit zwei Vorentſchei=
dungen
. Die erſte Entſcheidung betraf den Pfarraſſiſten=
ten
Hamburger in Gimbsheim (Kreis Worms).
Gegen dieſen war Strafantrag wegen Körperverletzung
geſtellt worden, das Verfahren jedoch ſpäter von der
Staatsanwaltſchaft eingeſtellt. Der Aktenvermerk hierüber
iſt jedoch verſchwunden und der jetzige Staatsanwalt hatte
in Unkenntnis der Einſtellung das Verfahren weiter ge=
führt
. Es mußte deshalb der Verwaltungsgerichtshof
eine Vorentſcheidung in der Sache treffen, obgleich der
Geſchädigte erklärt hat, für ihn ſei die Sache erledigt.
Der Pfarraſſiſtent hatte dem 13jährigen Sohn des Wein=
gutsbeſitzers
Karl Philipp Klemm am 26. Auguſt zur
Strafe, weil er am Sonntag vorher den Gottesdienſt
nicht beſucht hatte, aufgegeben, die zwei Eingangslieder,
die am 24 Auguſt in der Kirche geſungen wurden, ſechs=
mal
abzuſchreiben. Der Junge ſchrieb jedoch andere Lie=
der
ab und wurde deshalb vom Pfarraſſiſtenten mit dem
ſpaniſchen Rohr gezüchtigt. Die vernommenen Schüler
ſagen ſehr verſchieden über die Zahl der Schläge aus, nach
der einen Ausſage waren es 18, nach der anderen 50
Schläge. Pfarraſſiſtent Hamburger hat angegeben, daß
ihm auf dem Predigerſeminar die Inſtruktion erteilt wor=
den
ſei, er habe das Recht, zu ſtrafen, welches Recht dem
Religionslehrer nicht zuſtehe. Nach den Ausführungen
des Vertreters des Staatsintereſſes beſteht aber kein

Zweifel, daß auch dem Pfarrer ein ſolches Recht nicht zu=
ſteht
. Fraglich ſei hier nur, ob gezüchtigt wurde, wie es
der Beſchuldigte angibt, weil ihn der Junge belogen habe,
oder weil er den Gottesdienſt nicht beſuchte. Von dem
Jungen wird zur Entſchuldigung angegeben, daß er nicht
erfahren konnte, welche Lieder geſungen wurden; da habe
er auf Vorſchlag der Mutter zwei Lieder gewählt. Der
Verwaltungsgerichtshof erkannte dahin, daß ſich der Be=
ſchuldigte
einer Ueberſchreitung ſeiner Amtsbefugniſſe
nicht ſchuldig gemacht hat. Der zweite Fall, der zur Ver=
handlung
kam, ſpielte in das bekannte Entmündigungs=
verfahren
gegen den Grafen von Dunten und Dalwigk=
Lichtenfels hinein. Der Graf, ein geborener Darmſtädter,
dem durch Erbfolge große Güter in Livland, unter ande=
rem
ein Majorat, zugefallen ſind, läßt ſein Vermögen
durch einen Generalbevollmächtigten verwalten. Es wurde
nun gegen den Grafen bereits einmal ein Entmündi=
gungsantrag
von der Schweſter geſtellt, das Amtsgericht
Darmſtadt erklärte ſich jedoch nicht für zuſtändig und das
Verfahren wurde eingeſtellt. Die Koſten fielen der Staats=
kaſſe
zur Laſt. Als nun abermals von der Schweſter der
Antrag auf Entmündigung geſtellt wurde, ſchloß ſich die
Staatsanwaltſchaft mit einem ſelbſtändigen Antrage an,
da der Staat eventuell wieder mit den Koſten des Ver=
fahrens
belaſtet werden kann. In dieſem Antrag der
Staatsanwaltſchaft wurde u. a. ausgeführt, um die völlige
Geſchäftsunfähigkeit des Grafen darzulegen, daß der bis=
herige
zuverläſſige, ſachkundige Verwalter v. Zenger ent=
laſſen
und ein mit den Verhältniſſen nicht vertrauter Ver=
walter
angeſtellt worden ſei. In dieſer Redewendung
erblickt der betreffende Verwalter, Otto Eders in
Nurmis eine Beleidigung und klagt gegen den Ober=
ſtaatsanwalt
Dr. Schwarz auf Unterlaſſung. Der
Verwaltungsgerichtshof erkannte dahin, daß ſich der
Oberſtaatsanwalt Dr. Schwarz einer Ueberſchreitung ſei=
ner
Amtsbefugniſſe nicht ſchuldig gemacht hat.

Provinzialausſchuß.

g. Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich geſtern
mit der Klage der Firma Georg und Heinrich
Bauer I. zu Groß=Steinheim gegen einen Polizeibefehl
des Kreisamts Offenbach vom 6. Dezember 1913.
Die Klägerin hat im Sommer 1913 in der Gemarkung Heu=
ſenſtamm
eine Reihe von Grundſtücken im Geſamtumfang
von 40 Morgen erworben zum Zwecke der Gewinnung
von Sand und Kies, da ſich die Firma verpflichtet hat, für
den Bahnhofs=Umbau Offenbach 450000 Kubikmeter
zu liefern. Gegen die Gewinnung von Kies und Sand
gebietet nun ein Polizeibefehl des Kreisamtes Einhalt
und zwar aus hygieniſchen Gründen. Durch die Ausbag=
gerungen
müſſe zweifellos ein abflußloſer Grundwaſſer=
teich
entſtehen, deſſen Waſſer in kurzer Zeit notwendiger=
weiſe
durch allerlei Einflüſſe verderben muß. Die Ent=
fernung
der Ausſchachtung von den nächſten Brunnen des
Offenbacher Waſſerwerkes beträgt nur 120 Meter. Es iſt
daher wahrſcheinlich, daß bei dieſer geringen Entfernung
das faulige infizierte Waſſer in der Baggergrube durch die
zum Teil ſehr groben und daher nur wenig filtrierenden
Erdſchichten in die Brunnen des Waſſerwerkes hinein=
gezogen
wird und das Waſſerwerk hierdurch in die Gefahr
der Verſeuchung gerät.
Im geſundheitlichen Intereſſe der Bewohner Offen=
bachs
legte deshalb das Kreisamt gemäß Artikel 66 der
Kreis= und Provinzialordnung der Firma die Bedingung
auf, daß die Ausbaggerungen nur in einer Entfernung
von mindeſtens 300 Meter von der nächſten Waldgrenze
und bis zu einer Tiefe von höchſtens 5 Metern vorgenom=
men
werden. Für jeden Fall der Zuwiderhandlung wur=
den
90 Mark Strafe angedroht und evtl. Zwangsmaßregeln
zur Verhinderung weitergehender Maßnahmen der Firma.
Die Firma führt aus, daß ſie finanziell ſchwer geſchä=
digt
würde, wenn ſie daran gehindert werde, die Verpflich=
tungen
gegen den Eiſenbahnfiskus zu erfüllen. Ferner
beſtreitet ſie, daß eine Gefährdung der Waſſerverſorgung
eintreten könne. Die Erdſchichten ſind 6 Meter feiner
Sand, 1 Meter Letteſchicht und darunter 12 Meter Kies.
Der nächſte der 16 Brunnen iſt in einer Entfernung von
120 Metern von der Eigentumsgrenze, und in einer ſolchen
Entfernung ſei durch die Erdſchichten das Waſſer derartig
filtriert, daß tadelloſes Trinkwaſſer geliefert werde. Wenn
eine Gefährdung vorliegt, ſo hätte die Stadt bei Erricht=
tung
des Waſſerwerkes einen entſprechenden Schutzſtreifen
kaufen ſollen. Der Grundwaſſerſtrom führe auch nicht von
dem Grundſtück der Klägerin fort, ſondern zu dem Grund=
ſtück
hin. Im übrigen liege ein privatrechtlicher Streit
zwiſchen Stadt und der Firma Bauer vor. Schließlich

Feuilleton.

** Scheffel über ſeinen Ekkehard. In der neuerſchei=
nenden
von Dr. Hans Walter herausgegebenen Monats=
ſchrift
Frankenland veröffentlicht Archivrat Dr. Joſef
Kaufmann bisher unbekannte Briefe Scheffels an
ſeinen Vater Alexander Kaufmann, zu dem der Dichter des
Trompeters in literariſche und perſönliche Beziehungen
ge’reten war. Mitten in der Arbeit am Elkehard ſchreibt
er an Kaufmann, der ihn zur Mitarbeit an einem Pracht=
werk
aufgefordert hatte, am 22. März 1855: Leider ſitze
ich ſcit Jahr und Tag in hiſtoriſche Studien vertieft und
habe zurzeit keine Arbeit zur Verfügung, die für
ihre Zwecke paſſen würde; ich habe in der
Ueberzeugung, daß unſere deutſche Dichtung wie=
der
ſtofflicher, umfaſſender und praktiſcher werden
muß, wenn ſie nicht der Selbſtvernichtung verfallen ſoll,
mich auf das Gebiet des hiſtoriſchen Romans begeben und
bin eben im Begriff, die letzte Hand an einen ſolchen zu
legen, der ein kulturhiſtoriſches Bild des zehnten Jahr=
hunderts
entwerfen ſoll. In dieſem iſt auch das Einzige
einverwebt, was ich ſeit dem Trompeter poetiſch gethan
oder geſündigt, eine freie Uebertragung des Heldengedichts
Waltharius und Aquitanien.
Als er dann am 19. November Proben ſeiner Dichtung
an den Adreſſaten ſendet iſt er über den künſtleriſchen
Wect ſeiner Arbeit ſehr im Zweifel: Ich bin begierig,
Näheres über das Werk zu hören und empfehle die über=
ſandten
Stücke Ihrer Sorge. Wenn Sie mir gelegentlich
als Hiſtoriker und Poet Ihr Urtheil über den Ekkehard
mittheilen wollen, natürlich offen und ungeſchminkt, ſo
werden Sie mir eine große Freude machen. Ich traue mir
ſelber noch nicht recht, ob ich durch dieſe Verbindung von
hiſtoriſchem Ernſt und ſchweifender Phantaſie nicht einen
äſthetiſchen Wechſelbalg zu Tage gefördert. In einem
ſpäteren Briefe ſpricht ſich dann der Dichter über En
lange erwogenes und ſchließlich nicht ausgeführtes Werk
aus, auf das er durch ſeine Italienreiſen hingelenkt wurde
und das das Venedig der Hochrenaiſſance zum Hintergrund
haben ſollle: Ich ſelber habe mir im vorigen Jahr einen
ähnlichen Stoff ins Auge gefaßt das künſtleriſche und
belletriſtiſche Getriebe zu Venedia in der Mitte des 16.
Jahrhunderts wobei wie überall damals in Italien
auch die dichtenden Damen nicht fehlen und habe mich bei
jener Gelegenheit gewundert, daß man dieſer Epoche,

worin Italien zweifelsohne den Höhepunkt künſtleriſcher
und literariſcher Kultur in Europa einnimmt verhältnis=
mäßig
ſo wenig Aufmerkſamkelt im Detail ſchenkt. Die
Damen jener Zeit, insbeſondere Vittoria Colonna, Vero=
nica
Gambara, die ſpaniſche Hofmalerin Sofoniſbe An=
guisciola
und meine liebliche Schülerin Titians, die früh=
entſchlafene
Irene von Spielberg ꝛc. würden insgeſamt
verdienen, der neugierigen, der Barbarei entgehenden
Welt des 19. Jahrhunderts wieder nah gerückt zu werden.
Durch die Cholera von meinem ſtillen Winkel in der Mar=
kusbibliothek
vertrieben, habe ich aber ſeither nichts zur
Vervollſtändigung jener Studien thun können und bin
noch lang nicht orientiert genug um etwas Abgerundetes
der Welt mitzutheilen.
** Der Schutz des Schlachtfeldes von Waterloo. Aus
Brüſſel wird berichtet: Einen Schnelligkeitsrekord
in der Durchſetzung eines intereſſanten
Geſetzentwurfes hat die belgiſche Regierung mit
einer Vorlage erziel, deren Zweck es iſt, das Schlachtfeld
von Waterloo in ſeinem urſprünglichen Zuſtande zu be=
laſſen
und alle baulichen und landwirtſchaftlichen Arbeiten.
die den Landſchaftscharakter verändern könnten, unmög=
lich
zu machen. Das Geſetz wurde am Vormittag der Kam=
mer
eingebracht, kam nach viertelſtündiger Kommiſſions=
beratung
vor das Plenum war nach 5 Minuten ohne Dis=
kuſſion
genehmigt und wurde ſofort zum Senat gebracht,
der ebenſo ſchnell ſeine Zuſtimmung gab. Der Zweck dieſer
geſetzgebenden Hetzjagd war die Verhinderung von Boden=
ſpekulationen
. Das Geſetz verbielet auf dem Schlachtfelde
von Waterloo ſowohl alle Anpflanzungen von größeren
Baumgruppen wie auch den Bau oder die Anlage von
Häuſern und Höfen, ferner die Ausnutzung von Stein=
brüchen
und die Vornahme von Erdarbeiten. Die Re=
gierung
wird ermächtigt, den Grund und Boden des
Schlachtfeldes von Waterloo aufzukaufen und die Eigen=
tümer
, denen die Ausübung ihrer Eigentumsrechte durch
das neue Geſetz verboten iſt, aus der Staatskaſſe zu ent=
ſchädigen
.
C.K. Koſtbares Silber. Aus London wird berichtet:
Der zweite Tag der Verſteigerung der berühmten Silber=
ſammlung
Aſhburnham bei Chriſtie brachte wahre Rekord=
preiſe
. Zwei achteckige Jardiniéren aus der Zeit Georg I.,
mit eingraviertem Wappen Sir Robert Walpoles und Sir
John Shorters wurden Gegenſtand eines heißen Kampfes.
Die beiden kleinen Gefäße, die nur etwa 20 Zentimeter

hoch ſind und 1716 von der Meiſterhand William Lukins
gefertigt wurden erzielten bei einem Silbergewicht von
245 Unzen die ſtattliche Summe von 73680 Mark; die
Unze Silber wurde alſo mit 300 Mark bezahlt. 1842 er=
zielten
dieſelben beſden Stücke bei der Verſteigerung der
Walpolesſchen Silberſchätze 4160 Mark. Allein den höch=
ſten
Preis für ſein Silbergewicht erzielte ein kleines Silber=
becherchen
aus der Zeit der Königin Anna, 1703 von George
Walker aus Aberdeen gefertigt; der Becher, der wenig über
5 Unzen Silbergewicht hat wurde für 1627 Mark zuge=
ſchlagen
, ſo daß die Unze Silber 310 Mark erzielte. Ein
großer Weinbehälter aus der Zeit Georg I., faſt einen Meter
lang und ungefähr 45 Zentimeter breit, eine Arbeit des
Gabriel Sleath aus dem Jahre 1720, wurde mit 38686
Mark bezahlt, während eine flache Henkelvaſe aus dem
Jahre 1661, wahrſcheinlich urſprünglich Eigentum des
Präſidenten der Aerzteſchule, für 4883 Mark fortging. Da=
gegen
wurden für eine große ovale Bowle mit Deckel, eine
reichgravierte Arbeit von Nicholas Sprimont aus dem
Jahre 1747 nur 6156 Mark bezahlt, 12 Mark für die Unze
Silbergewicht. Der Geſamterlös des zweiten Verſteige=
rungstages
erreichte annähernd eine Viertel Million Mark.
B.B. 12 426 Tiere aller Art wurden im vergangenen
Jahre in das Tierdepot des Deutſchen Tierſchutz=Vereins
in Berlin teils als gefunden oder zugelaufen, teils zur
Tötung eingeliefert. Außer Hunden und Katzen waren
dies 5 Pferde, 2 Pferde mit Wagen 1 Zebra, 9 Füchſe,
18 Affen 1 Ziege, 1 Eichhörnchen. 4 Igel, 1 Frettchen,
12 Meerſchweinchen, 121 weiße Mäuſe, 9 Kaninchen, 1
Schildkröte, 1 Schwan, 1 wilde Gans, 117 Hühner, 9 Tau=
ben
, 31 Kanarienvögel, 11 Papageien, 4 Kakadus, 1 Habicht,
1 Dompfaff. 1 Faſan. 1 Grasmücke, 1 Wellenſittich, 1 Laub=
froſch
(!) und 1 chineſiſcher Wolf.
* Die Schnelligkeit der Bureaukratie. Ein hübſches
Geſchichtchen wird dem Dresdener Anzeiger aus einem
weſtböhmiſchen Bezirke berichtet Ein Vater der ſich wei=
gerte
, ſein Kind in den Religionsunterricht zu ſchicken,
legte gegen eine Aufforderung des Bezicksſchulrats Rekurs
ein, wobei die Sache bis an das Unterrichtsminiſterium
ging. Vor kurzem fiel nun die Entſcheidung und der Be=
zirksſchulrat
wurde beauftragt dem Vater des Kindes
vorzuhalten, daß er das Kind in die Religionsſtunde
ſchicken müſſe. Der Bezicksſchulrat hat auf dieſen Auftrag
geantwortet, daß dies nicht mehr möglich ſei, da das Kind
ſich inzwiſchen verheiratet habe.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. Marz 1914.

Nummer 88.

beträgt die Breite jenes Grundſtücks nur 150 Meter, ſo
daß alſo überhaupt nicht gebaggert werden könnte.
Landesgeologe Dr. Klemm führt aus, daß tiefer
als fünf Meter nicht gebaggert werden könne, ohne die
Verſeuchung zu ermöglichen. Beſonders wenn im Sommer
der Grundwaſſerſtand falle, werde das Waſſer auch aus
größerer Entfernung herangezogen. Beſonders ſchwer ſei
das Waſſer zu reinigen, wenn einmal Typhuserreger
in das Grundwaſſer geraten ſind. Der Provinzialausſchuß
gab der Klage teilweiſe ſtatt und änderte den
Polizeibefehl dahin ab, daß in einem Umkreiſe von 400
Metern Baggerungen überhaupt ausgeſchloſſen und im
übrigen nur bis zu einer Tiefe von fünf Metern zuläſſig
ſind, wie im Polizeibefehl feſtgeſetzt. Die Koſten fallen zu
zwei Dritteln der Klägerin, zu einem Drittel der Stadt
zur Laſt.
Der Ortsarmenverband Halle a. S. klagte gegen den
Ortsarmenverband Sprendlingen auf Er=
ſatz
von Pflegegeld in Höhe von 38 Mark, die durch Ver=
pflegung
des unehelichen Kindes Otto Deinhardt erwach=
ſen
ſind. Die verſtorbene Mutter hatte den Unter=
ſtützungswohnſitz
in Sprendlingen und dieſes hat ihn
auch anerkannt, lehnt jedoch den Erſatz ab, weil der Pflege=
vater
vom Ortsarmenverband zur Stellung eines Unter=
ſtützungsantrages
veranlaßt worden ſei. Der Provinzial=
ausſchuß
weiſt die Klage ab.

Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs.

Hauptverſammlung.
* Die Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwald=
klubs
hielt am Freitag abend im Fürſtenſaal ihre
Hauptverſammlung ab, die ſehr gut beſucht war.
Der Vorſitzende der hieſigen Ortsgruppe, Herr Bürger=
meiſter
Mueller, gab auch in ſeiner Begrüßungs=
anſprache
ſeiner Freude über den guten Beſuch der Ver=
ſammlung
Ausdruck.
Den Jahresbericht erſtattete der Schriftführer, Herr
Schrauth. Dieſer führte u. a. aus: Die Zahl der Klub=
mitglieder
hat weiter zugenommen, ſie iſt von 1220 auf
1503 geſtiegen. 12 gemeinſame Wanderungen wurden
unternommen, an denen ſich durchſchnittlich 125 Klub=
genoſſen
beteiligten; an der 1½=Tagestour nahmen 24
teil. 7300 Schüler führten 329 Wanderungen aus, das
ſind 120 mehr als im vorigen Klubjahr. Dieſe Wanderun=
gen
erforderten einen Zuſchuß von 924 Mark. Von den
Türmen der hieſigen Ortsgruppe ſchauten 10000 Menſchen
ins Land. Die Volksſchüler, denen freier Zutritt geſtattet
iſt, ſind hierbei nicht mitgerechnet. Der Schneemeldedienſt
hat ſich gerade in dieſem Jahre bewährt. Vorträge hiel=
ten
dieſen Winter Herr Dr. Vix und Herr Geh. Forſtrat
Kullmann. Zwei weitere angekündigte Vorträge mußten
ausfallen. Ferner beteiligte ſich der Klub an einem Vor=
trag
der Kolonialgeſellſchaft. Auf Einladung der Städti=
ſchen
Muſeums wurde die dortige Rodenſteinausſtellung
beſichtigt. An der Pflege der Geſelligkeit nahmen die jetzt
eingerichteten Bierabende im Klublokal einen hervorra=
genden
Anteil. Das bedeutendſte Ereignis im Vereins=
jahre
war das Dekorierungsfeſt, die Kerb im Odenwald
Der Redner gab dann eine ausführliche Schilderung des
Feſtes und erwähnte hierbei, daß nur 150 Fremdenkarten
ausgegeben worden waren. Sämtlicher Mitwirkenden
wurde nochmals gedacht und ihnen herzlich gedankt. Der
Odenwaldklub iſt dem Heſſiſchen Verein für ländliche
Wohlfahrts= und Heimatpflege als Mitglied beigetreten.
Im Berichtsjahre iſt die Klubzeitſchrift Die Dorflinde‟
zum erſten Male erſchienen, die den Mitgliedern koſtenlos
zugeſtellt wird. Weitere Ausführungen des Redners be=
trafen
die guten Beziehungen zu den anderen Orutsgrup=
pen
, die Jahrhundertfeier, die durch ein Freudenfeuer auf
der Neunkircher Höhe gefeiert wurde, ſowie die Hilfs=
aktion
für Nieder=Modau. Bis jetzt ſind 85 Geſuche er=
ledigt
und 7300 Mark zur Linderung der Not aufgewen=
det
worden. Der Vorſtand hat in 10 Sitzungen 40 Gegen=
ſtände
erledigt. Warme Worte der Anerkennung widmete
der Berichterſtatter dem jetzt aus Geſundheitsrückſichten
ausſcheidenden langjährigen Vorſtandsmitgliede Herrn
Major Maaß.
Herr Bürgermeiſter Mueller ſprach hierauf noch=
mals
einige Punkte des Jahresberichts durch, kam u. a.
auch auf das Dekorierungsfeſt zu ſprechen und wies eben=
falls
darauf hin, daß der Vorwurf, zu viele Fremde ſeien
bei dem Feſte zugegen geweſen, unberechtigt wäre; es
ſeien ja nur 150 Karten an Auswärtige abgegeben worden.
Herr Löwe erſtattete hierauf den Kaſſenbericht.
Die Geſamtſumme der Einnahmen beträgt 9526,20 Mark,
die der Ausgaben 9163,31 Mark. Die Rechnung wurde
ohne Debatte genehmigt und dem Kaſſierer durch lebhaf=
ten
Beifall gedankt. Den Voranſchlag trug ebenfalls Herr
Löwe vor. An Einnahmen ſind 7792,89 Mark und an
Ausgaben 6800 Mark vorgeſehen. Herr Bürgermeiſter
Mueller betonte, daß der Voranſchlag diesmal ſehr gün=
ſtig
ſei. Herr Schembs meinte, der Klub müſſe etwas
dagegen tun, daß die Ruine Rodenſtein nicht weiter ver=
falle
. Herr Dr. Köſer erklärte darauf, daß der Klub ſich
alle erdenkliche Mühe gegeben habe, um die Zuſtände zu
beſſern. Aber alle Maßnahmen ſeien an dem Widerſtande
des Beſitzers, des Freiherrn von Gemmingen, geſchei=
tert
, der auch jeden Zuſchuß zu Ausbeſſerungsarbeiten ab=
gelehnt
habe. Die Ruine ſtehe bereits unter Denkmalſchutz,
trotzdem könne nichts weiter geſchehen. Herr Löwe be=
merkte
, daß Herr v. Gemmingen dem Klub ſo gegenüber=
getreten
ſei, daß mit ihm nicht mehr direkt verhandelt wer=
den
könne. Herr Bürgermeiſter Mueller gab dem Wunſche
Ausdruck, daß Landtagsabgeordneter Wünzer einmal die
Angelegenheit im Intereſſe des Heimatſchutzes im Land=
tag
zur Sprache bringt und auf den unwür=
digen
Zuſtand der Ruine hinweiſt. Der Voranſchlag
wird hierauf genehmigt.
Der nächſte Punkt der Tagesordnung war der Wan=
derplan
für 1914/15, den Herr Bürgermeiſter Mueller
erläuterte. Der Wanderplan wurde wie folgt feſtgeſetzt:
1. 26. April: Mainz-Mombach-Stadtwald- Leniaberg=
turm
-Schloß Waldhauſen-Heidesheim-Rabenkopf-
Steige-Ober=Ingelheim-Mainz. (Führer: Dr. H. Kolb=
Mainz und Racke.) 2. 17. Mai: Hauptverſammlung in
Bensheim; Bickenbach-Melibokus-Auerbacher Schloß-
Bensheim. (Führer: R. Meiſel und Weygandt.) 3. 7. Juni:
Darmſtadt Ober= Ramſtadt Lichtenberg Fränkiſch=
Crumbach. (Führer: P. Kunze und A. Winkler.) 4. 5. Juli:
Darmſtadt-Erbach. (Führer: K. Pietz und G. Schmitt.)
5. 16. Auguſt: Hetzbach-Beerfelden-Rothenberg- Eber=
bach
. (Führer: B. Zentner und A. Schäfer.) 6. 6. Sep=
tember
: Lengfeld Otzberg Breuberg Waldhaus
Obernburg. (Führer: Schuh und Wehnert.) 7. 11. Oktober:
Darmſtadt-Park-Dreieichenhain Grafenbruſh Offen=
bach
. (Führer: R. Bergmann und K. Pietz.) 8. 29. No=
vember
: Erfelden Schwedenſäule Knoblochsaue
Oppenheim-Landskrone--Galgenberg-Nierſtein. ( Füh=
rer
: Völker und Stumpf.) 9. 6. Dezember: Darmſtadt-
Gundernhauſen-Münſter-Dieburg. (Führer: K. Wey=
gandt
und J. Beck.) 1915. 10. 10. Januar: Darmſtadt-
Neutſch-Seeheim. (Führer: H. Schäfer und H. Retzer.)

11. 7. Februar: Eppſtein-Fiſchbach-Königſtein- Feld=
berg
-Kronberg. (Führer: Fiſcher und W. Notti.) 12.
7. März: Weinheim-Birkenau-Rohrbach- Schnorren=
bach
-Lorbach- Tröſel Oberflockenbach Heiligkreuz
Großſachſener Hütte-Großſachſen. (Führer: R. Wünzer
und W. Koch.) 13. 19. und 20. September: 1½=Tages=
Ausflug: Kailbach-Schloſſau-Mudau-Buchen- Bu=
chen
=Amorbach-(Bahn Miltenberg) Engelsberg-Klein=
Heubach. (Führer: Bergmann und Klump.) 14. 17.19.
Juli: Bei genügender Beteiligung und mit Damen Aus=
flug
nach Rothenburg a. d. Tauber. (Führer: R. Klump
und Th. Schneider.)
Es iſt außerdem beabſichtigt, Halbtagestouren
in die Umgegend von Darmſtadt zu machen.
Herr Lehrer Krapp forderte die Klubmitglieder auf,
ſich am 25. Oktober an der Kirchweihe in Groß=Bieberau
zu beteiligen. Im Anſchluß hieran gab Herr Dr. Köſer
dem Wunſche Ausdruck, weitere Vorſchläge für kleinere
Wanderungen an den Bierabenden im Klublokal zu
machen. Außerdem empfahl der Redner, die Beziehungen
gerade zu den benachbarten Ortsgruppen zu pflegen.
Nach den Vorſchlägen von Herrn Direktor Daub wur=
den
folgende Herren in den Vorſtand gewählt: Böcher
Zentner (wieder), Wünzer, Heinrich Schäfer und Rob.
Bergmann (neu). Den ausſcheidenden Mitgliedern, ins=
beſondere
Herrn Major Maaß, dankte der Vorſitzende für
ihr unermüdliches Wirken im Intereſſe des Klubs.
Es folgte nun eine längere Ausſprache über innere
Klubangelegenheiten, an deren Schluß auf Vorſchlag von
Herrn Schembs dem Vorſtand und dem Klubdichter,
Herrn Dr. Köſer, für ihre Mühewaltung bei dem Deko=
rierungsfeſt
herzlicher Dank ausgeſprochen wurde. Der
Vorſitzende ſchloß die Hauptverſammlung, worauf dann
noch die Anweſenden auf Vorſchlag von Herrn R. Berg=
mann
durch Erheben von den Sitzen Herrn Bürgermeiſter
Mueller den Dank für die Führung der Geſchäfte aus=
ſprachen
.

Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 28. März 1914.

Butter, ½ kg 1,351,40 M.
in Part., ½ kg1,20-1,30 M.
79 Pf.
Fier, Stück
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück . 410 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,50-3,00 M
Kumpf (10 Liter) 5055 Pf
. 4 Pf
½ kg
Mäuschen ½ kg. 1214 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 1225 Pf.
Zitronen, Stück . 45 Pf
Apfelſinen, Stück 57 Pf
Birnen, ½ kg . 2030 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 1518 Pf.
Endivien, St. 612 Pf
kg . 00 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 89 P
5 Pf
Rettiche, Stück
Meerrettich, Stück 1025 Pf.
Roterüben, ½ kg . 10 Pf
Zwiebeln ½ kg 1618 Pf
Tomaten, kg . 50 Pf
Spinat, ½ kg . 2022 Pf
Weißkraut, Stück 830 Pf
Rotkraut, Stück 1030 Pf.
Blumenkohl, Stück 1030 Pf
Wirſing, Stück . . 00 Pf.
Grünkohl, Stück 56 Pf
Roſenkohl, ½ kg 3035 Pf
Gelberüben, ½ kg 56 Pf.

Schwarzwurz, ½ kg 20-30 Pf.
Gurken, Stück . . 60 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg 8590 Pf.
Enten, Stück 3,004,00 M
Hahnen, Stück 2,5)3,00 M.
Hühner, Stück 2,503,00 M
Tauben, 2,503,00 Pf
Haſen, Stück 0,000,00 M
Lapins, Stück 1,101,20 M.
Zicklein
2,504 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . 0,901 M.
1 M.
Aal, ½ kg
.70 Pf
Karpfen, ½ kg
Andere Rheinfiſche,
. 3560 Pf
, kg.
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf
Schollen, ½ kg . . 50 Pf.
Kabeljau ½ kg. . 30 Pf
Schellfiſche ½ kg 3035 Pf.
Bratſchellfiſche ½ kg 25 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg . 66 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 80 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
86 Pf.
kg
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
. 70 Pf.
kg
Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf.

Offenbach, 28. März. (Die gefärbten Aus=
ſtellungstauben
.) Ein hieſiger Taubenzüchter war
auf eine Anzeige in der Geflügelbörſe mit dem Tauben=
züchter
Friedrich Karl Klaus aus Brunndöbra in Sachſen
in Verbindung getreten der darin erſtklaſſige Lahoretau=
ben
zum Preiſe von 8, 10. 12 und 20 Mark für fehlerfreie
Fremplare angeboten hatte. Dem hieſigen Züchter war
es um ein Paar Prima=Exemplare zu tun, und Klaus
ſandte auf eine Beſtellung das gewünſchte Taubenpaar,
deſſen Preis er auf 30 Mark erhöhte. Es ſtellte ſich bald
heraus, daß die Tauben ſtark verſchönert waren.
Die weißen Flügelſchwingen, die rot ſein müſſen hatte
er täuſchend ähnlich gefärbt, doch hatte die Farbe nicht
ſtandgehalten. Außerdem hatte er eine Anzahl Federn,
die das Gefieder verunſchönten, herausgeriſſen. Da der
Verkäufer die gefärbten Tauben nicht wieder zurücknehmen
wollte, kam die Sache zur Anzeige. Das Schöffengericht
hielt auf Grund der Zeugenvernehmung und der Aus=
ſagen
des Sachverſtändigen den Züchter des Betrugs für
überführt und verurteilte ihn zu einer Geldſtrafe von
50 Mark. (Kirchenräuber) drangen am Freitag
in die katholiſche Kirche zu St. Paul in der Kaiſerſtraße
ein. Sie hatten es auf die Opferſtöcke abgeſehen, deren
Inhalt ſie mit Leimruten zu entleeren verſuchten. Als
dann die Küſtersfrau hinzukam, ergriffen die beiden Bur=
ſchen
die Flucht und entkamen unerkannt.
Mainz, 28. März. (Kein ſozialdemokrati=
ſcher
Einſpruch gegen die Stadtverord=
netenwahlen
.) Durch Plakate gibt die Sozialdemo=
kratie
bekannn daß ſie gegen die Entſcheidung des Provin=
zialausſchuſſes
keinen Einſpruch beim Verwaltungsgerichts=
hof
erheben werde. Das Schickſal der Wahlanfechtung iſt
damit noch keineswegs entſchieden, da ſehr wohl die Mög=
lichkeit
beſteht, daß ſeitens der Stadtverwaltung ein wei=
teres
Rechtsmittel eingelegt wird. ( Arbeiterlohn=
regelung
.) In der geſtrigen Sitzung der Depu=
tation
für ſozialpolktiſche Angelegenheiten hat der Ober=
bürgermeiſter
den Mitgliedern eine Vorlage zur Neurege=
lung
der Löhne der ſtädtiſchen Arbeiter übergeben, die
eine Erhöhung der Geſamtlöhne um rund 85000 Mark
vorſieht. Die Beratung der Vorlage iſt auf Wunſch der
Deputation bis zur nächſten Sitzung vertagt worden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 27. März. Die Kron=
prinzeſſin
wird, wie die Danziger Allgemeine Zeitung
meldet, 1012 Tage in ihrer Villalin Zoppot bleiben. Geſtern
nachmittag wohnte ſie in Neufahrwaſſer der Begrüßung des
ungeſchützten kleinen Kreuzers Kondor bei. Die Aus=
ſchmückungskommiſſion
des Reichstags hat
den Ankauf des alten Gobelins im Gräflich Rantzau=
Baudiſſinſchen Fideikommiß aus Mitteln des Ausſchmück=
ungsfonds
beſchloſſen, nachdem die Subkommiſſion zux

Beſichtigung des Gobelins nach Rantzau bei Plön gefah=
ren
war und in günſtigem Sinne berichtet hatte. Der
Gobelin ſoll nun aber nicht im Reichstagsgebäude ſon=
dern
in der Präſidialwohnung ſeinen Platz finden. Er
muß jedoch erſt ausgebeſſert werden. Ein Gegenſtück dieſes
Gobelins befindet ſich übrigens im Königlichen Schloß.
Waiter iſt kürzlich ein Bildnis des Reichskanzlers Caprivi
von der Ausſchmückungskommiſſion abgenommen worden,
Es iſt von Profeſſor Scherenberg gemalt und für das Bun=
desratszimmer
des Reichstags beſtimmt, wo bereits Len=
bachs
Bismarck und Laszlos Fürſt Hohenlohe hängen.
Ein Diebesſpezialiſt, der ſich zu ſeinen Opfern die
Aerzie Groß=Berlins auserkoren hat, treibt gegenwärtig
in den weſtlichen Vocorten ſein Unweſen. Der Gauner
arbeklet am Fernſprechgr. So hat der Gauner geſtern
abend einen Arzt in der Schlüterſtraße empfindlich ge=
ſchädigt
. Abends gegen 8½ Uhr wurde bei dem Arzt an=
gerufen
. Da Dr. C. mit ſeiner Gattin ausgegangen war,
ſo fragte die Stütze, wer da ſei. Sie erhielt den Beſcheid,
daß es ein guter Bekannter des Arztes ſei, der ihn unbe=
dingt
ſprechen müſſe. Das junge Mädchen teilte dem
Fragenden mit, wo Dr. C. zu finden ſei worauf der Un=
bekannte
erwiderte, daß er ſeinen Freund ſofort aufſuchen
werde. Um 9 Uhr erſchien dann ein Meſſenger Boy in
der Wohnung, gab an, daß er von Dr. C. komme, der das
Fräulein bitte, ihm durch den Boten das Mikroſkop zu
ſchicken. Ahnungslos händigte die Stütze das wertvolle
Inſtrument aus, und der Bote entfernte ſich damit. Als
der Arzt heute morgen das Mikroſkop benutzen wollte, er=
fuhr
er zu ſeinem Schrecken, daß ſeine Angeſtellte einem
Schwindler zum Opfer gefallen war.
28. März. Oberſtleutnant Veit, Kommandeur des
Ulanen=Regiments Nr. 14 in St. Avold, iſt der Rote
Adlerorden dritter Klaſſe mit Schleife am Bande der
Rettungsmedaille verliehen worden in Anerken=
nung
ſeines dritten Rettungsaktes, bei dem er im Bos=
porus
eine Dame vom Tode des Ertrinkens
mit eigener Lebensgefahr rettete. Gleich=
zeitig
wurde ihm vom König von Rumänien das Kom=
mandeurkreuz
des Sternordens von Rumänien mit
Schwertern für Verdienſte im Balkankriege und vom Sul=
tan
der Türkei aus dem gleichen Anlaß die goldene und
ſilberne Verdienſtmedaille für Treue und Tapferkeit ver=
liehen
.
Wiesbaden, 28. März. (Die Schnellbahn Frank=
furt
-Wiesbaden.) In der Angelegenheit der elek=
triſchen
Schnellbahn Frankkurt-Wiesbaden ſind heute die
Verhandlungen mit dem hieſigen Magiſtrat, die wegen
deſſen Entſcheidung für das Projekt einer Dampfvollbahn
zwiſchen beiden Städten über Kriftel eingeſtellt wurden,
wieder im vollen Umfange aufgenommen worden. Beide
Projekte ſollen nebeneinander fortan verfolgt werden.
Homburg, 28. März. (Der Kaiſer= Jubiläums=
park
.) Die Arbeiten zur Umwandlung der 60000 Qua=
dratmeter
großen dicht an den Homburger Kurpark gren=
zenden
Auden=Wieſen in einen Park, der wie ſelnerzeit
gemeldet, aus Anlaß des Regierungsjubiläums des Kai=
ſers
von der Stadt Bad Homburg errichtet wird und die
Bezeichnung Kaiſer Wilhelm II.= Jubiläums=
park
erhielt, ſind ſo weit gefördert, daß der neue Park
noch in dieſer Saiſon ſeiner Beſtimmung übergeben wer=
den
kann. Nach einer dem Oberbürgermeiſter Lübke in
Bad Homburg zugegangenen Entſcheidung des Kaiſers
ſoll der Denkſtein für den Jubiläumspark als architek=
toniſch
behauener Stefn aus rotem Mainſandſtein herge=
ſtellt
werden und die Porträtplakette des Kaiſers erhalten.
wie ſie nach einer Zeichnung dem Monarchen vor=
gelegen
hat.
Mannheim, 28. März. (Haftentlaſſung
Abreſchs.) Wie die Neue Badiſche Landeszeitung er=
fährt
, iſt der Abg. Abreeſch heute vormittag kurz nach
10 Uhr aus der Haft entlaſſen worden. Der Grund für
die Haftentlaſſung ſcheint der zu ſein, daß das Gericht den
Aufenthaltsort des im Mittelpunkt der Angelegenheit
ſtehenden Fräuleins Ilſe v. Harder ermittelt hat, und daß
deshalb von einer weiteren Verhängung der Unterſuch=
ungshaft
abgeſehen werden konnte.
Mannheim, 28. März. (Vermißt) werden drei
Söhne angeſehener Bürgen Schüler von Mittelſchulen, von
denen einer aus der Kaſſe ſeines Vaters 6000 Mark mit=
nahm
. Man glaubt, daß ſie ſich nach Frankreich gewandt
haben, um Dienſte in der Fremdenlegion zu nehmen.
Oberhauſen, 28. März. (Verſchüttet.) Auf der
Zeche Oberhauſen wurde durch fallendes Geſtein zwei
Bergleuten der Ausweg abgeſchnitten. Der eine wurde
lebend geborgen, der andere iſt noch in der Erde einge=
ſchloſſen
. Er gibt zeitweiſe Lebenszeichen nach außen.
Dirſchau, 28. März. (Durch Kalk verbrannt.)
Zwei Bäckerlehrlinge hatten ungelöſchen Kalk in
eine Flaſche getan und Waſſer darüber gegoſſen. Sie be=
obachteten
nun die verſchloſſene Flaſche. Plötzlich zer=
ſprang
dieſe; die Jungen wurden durch die ätzende Flüſ=
ſigkeit
ſo ſchwer verbrannt, daß ſie ins Krankenhaus ge=
bracht
werden mußten. Beide ſind auf Lebenszeit er=
blindet
.
Poſen, 28. März. (Unter dem Verdachte der
Brandſtiftung) und der Ermordung ſeiner
Frau wurde in Ulrichtal im Kreiſe Mogilno der Grund=
beſitzer
Maciejewski verhaftet. Man fand die halb
verkohlte Leiche der Frau in dem Keller des niedergebrann=
ten
Hauſes.
Paris, 28. März. (Mord und Selbſtmord.)
In einem Zimmer eines Hotels in der Avenue Lowen=
dal
erſchoß heute morgen eine junge Frau Juliette Duſſo=
nais
ihren Freund Maurice Auriol, den 27jährigen Sekre=
tär
des Generalgouverneurs von Indochina, und tötete
ſich dann ſelbſt durch einen Schuß in die Schläfe. Auriol
erhielt drei Kugeln in den Kopf.
Marſeille, 28. März. (Beerdigung Miſtrals.)
Geſtern wurde der Dichter Miſtral in ſeinem Heimatort
Maillane beigeſetzt. Ungefähr 2000 Perſonen gaben dem
Toten das letzte Geleit. Präſident Poincaré hat den
Oberſten Penelon zu ſeiner Vertretung nach Maillane
entſandt, und vor dern Sarge verlas der Unterſtagts=
ſekretär
der Schönen Künſte einen Nachruf des Unterrichts=
miniſters
Viviani.
Madrid 28. März. (Selbſtmord.) Einer der be=
kannteſten
Großkaufleute von Madrid, Salvator Lopes,
ſtieg geſtern auf die höchſte Spitze des Turmes der Kathe=
drale
und ſprang von dort herab. Der Körper fiel auf
einen Leitungsdraht der elektriſchen Straßenbahn, wo=
durch
ihm der Kopf buchſtäblich abgeriſſen wurde. Grund
der Tat ſind verfehlte Spekulationen.
Montreal, 28. März. (Feuersbrunſt.) Das Ge=
bäude
mit dem Warenlager der Hudſon=Company in Fort
William iſt durch Feuer vollſtändig vernichtet
worden. Der Schaden beläuft ſich auf über 1200000 M.

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Nummer 88.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Seite 5.

Der Bahnbau Bensheim-Lindenfels.

Das Projekt der Rheiniſchen Schuckert=Werke.

St. Reichenbach i. O., 29. März.
Im Gaſthaus Zur Traube fand geſtern nachmittag
auf Veranlaſſung des Herrn Finanzminiſters eine Ver=
ſammlung
ſtatt, in der das neue, von den Rheiniſchen
Schuckert=Werken vorgelegte Projekt der Erbauung einer
elektriſchen Bahn Bensheim=Lindenfels eingehend be=
ſprochen
wurde. An der Verſammlung nahm der Finanz=
miniſter
, Vertreter der Eiſenbahnabteilung, Kreisrat und
die Bürgermeiſter der in Frage kommenden Gemeinden,
ſſowie ſonſtige Intereſſenten teil. Auch Fürſt zu Erbach=
Schönberg und Prinz Viktor zu Erbach=Schönberg waren der
Einladung gefolgt. Vertreten waren u. a: Kreisamt
Dieburg, Kreisamt und Kreisausſchuß Bensheim, die
Bürgermeiſtereien Bensheim, Lindenfels, Brandau, Lau=
iern
, Elmshauſen, Wilmshauſen, Erbach, Schönberg, Ga=
(dernheim, Kolmbach,=Reichenbach, Breitenwieſen, Schlier=
bach
. Winkel, Beedenkirchen, Jugenheim uſw. Auch die
Lardlagsabgeordneten Dr. Oſann, Präſident Köhler, Wie=
igand
, Mergell, Auler, ſowie als Vertreter der Eleonoren=
theilſtätte
, Chefarzt Dr. Sell, waren erſchienen. Abg.
Wünzer hatte ſich wegen plötzlicher Erkrankung an Knie=
gelenkentzündung
entſchuldigen laſſen müſſen.
Kreisrat Eckſtein,
der die Verſammlung leitete, begrüßte die Erſchienenen
jund wies darauf hin, daß die Verſammlung den Zweck
haben ſolle, die Vorſchläge, die die Rheiniſche Schuckert=
Weſellſchaft zu dem Projekt zu machen hat, entgegenzuneh=
imen
. Das Schmerzenskind ſei nunmehr in ein neues
Stadium eingetreten, und es ſei dringend zu hoffen, daß
ies dieſes Stadium nunmehr günſtig durchläuft und der
Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft die Möglichkeit gibt,
dem Lautertal nunmehr endlich die Baſhn zu geben, auf
die es ſeit Jahrzehnten wartet. Der Vorſitzende begrüßt
dann beſonders den Fürſten zu Erbach=Schönbberg, den
PPrinzen Viktor zu Erbach=Schönberg, den Finanzminiſter
Dr. Braun, Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde, Finanzrat
Ulrich, Amtsgerichtsrat Röll als Vertreter des Amtsge=
richts
Bensheim, den Oberbürgermeiſter Präſident Köh=
ler
, den er lieber als Bürgermeiſter von Worms als wie
als Abgeordneten begrüße, weil er hoffe, daß die Stadt
Worms ebenfalls einen Zuſchuß bewilligen wird, ſerner
die Landtagsabgeordneten, Bürgermeiſter und Vertreter
der Gemeinden. Endlich als Vertreter der Schuckertwerke
die Herren Baurat Schöberl, Direktor Bühring, Ober=
ingenieur
Hotoph.
Finanzminiſter Dr. Braun
verbreitete ſich eingehend über die Geſchichte des Projekts,
die gleichzeitig eine Leidensgeſchichte des Bahnbaues ſei.
Im einzelnen könne er nicht eingehen auf das, was hinter
(uns liegt. Hierüber ſind amtliche Darlegungen in der
Oeffentlichkeit Ende Oktober und um Weihnachten vori=
gen
Jahres und in der Zweiten Kammer auf Inter=
ſpellation
Auler Ende vorigen Monats gegeben worden.
Es darf aber daran erinnert werden, wie nach verſchie=
denen
Vorſchlägen ſchon im Nebenbahngeſetz von 1899 das
Projekt aufgenommen war, und wie der urſprünglich vor=
geſehene
Staatszuſchuß durch das Geſetz von 1905 auf 30
Prozent der jetzigen Baukoſten, aber ausſchließlich der Ge=
ländeerwerbskoſten
, erhöht worden war. Im Laufe der
Jahre, oder richtiger Jahrzehnte, haben ſich außer der
Heſſiſch=Preußiſchen Betriebsgemeinſchaft mehrere Privat=
geſellſchaften
für das Unternehmen intereſſiert. Die Koſten=
ſanſchläge
ſtiegen von rund 3½ Millionen auf 5 Millionen.
(Schließlich iſt auch das letzte Projekt geſcheitert, an deſſen
Stelle aber ſofort dasjenige einer elektriſchen Bahn ge=
treten
iſt, mit dem wir es heute allein zu tun haben.
Der Herr Finanzminiſter behandelte dann die Frage:
I. Was erwarten wir von dieſem neueſten Projekt? Das
iſt im weſentlichen dahin zu beantworten: 1. Den Vorzug
einer elektriſchen Verbindung mit angenehmerem Betrieb
im Perſonenverkehr (größere Ruhe, Rauchfreiheit, beſſeres
Anſchmiegen an die landſchaftliche Umgebung mit gerin=
gerer
Störung des Landſchaftsbildes). 2. Die Möglich=
keit
der raſcheren Wagenfolge, ein= oder zweiſtündig,
igegen höchſtens viermal täglich mit der Dampfbahn, und
damit beſſere Berückſichtigung des rein lokalen Verkehrs
(z. B. eigentlicher Straßenbahnverkehr in Bensheim und
inach Schönberg). 3. Vielleicht geringere Betriebskoſten
durch die Möglichkeit des Bezugs der Triebkraft von einer
Elektrizitätsgeſellſchaft. 4. Weſentliche Verbilligung der
Anlagekoſten, insbeſondere der Grunderwerbskoſten zu=
gunſten
der Gemeinden durch Mitbenutzung der Straßen
ſund im Zuſammenhang hiermit den Wegfall zahlreicher
Kunſtbauten (Tunnel, Brücken, Durchläſſe uſw.). Redner
behandelte dann II. die noch vorhandenen Bedenken, über
die namentlich die anweſenden Vertreter der Rheiniſchen
(Schuckertgeſellſchaft um Auskunft gebeten werden: 1. Läßt
ſſich in der Tat durch Mitbenutzung der Straße Bensheim=
LLindenfels die Linie weſentlich kürzer entwickeln und da=
mit
der Grunderwerb zugunſten der Gemeinden erheblich
verbilligen? 2. Was kann geſagt werden über den Fort=
beſtand
der Schwierigkeiten, die ſeither ſo hemmend
waren, d. h. im einzelnen: a) Ausfahrt aus Bahnhof
Bensheim und Umgehung der Stadt. Sie hätte geradezu
eine Verkehrsſchädigung für Bensheim bedeutet, wurde
laber als nötig angeſehen wegen der Schwierigkeit, vom
Bahnhof Bensheim in das Schönberger Tal zu kommen.
b) Die Durchfahrt durch Schönberg? e) Die Durchfahrt
durch Elmshauſen? d) Die Durchfahrt durch Reichen=
bach
? e) Die Durchfahrt durch Gadernheim? 3. Die Frage
der Zufahrtsmöglichkeit zu den Halteſtellen, insbeſondere
wegen der Güter=(Stein=)Transporte? 4. Die Frage des
Umladens auf Bahnhof Bensheim oder des umladefreien
Güterverkehrs auf die Staatsbahn und von ihr auf unſere
Linie. Dieſe Frage iſt von größter Wichtigkeit zu der
Frage der Spurweite und damit des Verhältniſſes zur
Staatsbahn, die einen Krümmungsradius von 180 Me=
tern
vorſchreibt, und des elektriſchen Bahnver=
kehrs
längs der Bergſtraße, ſowie mit Darmſtadt, Worms,
Heidelberg und Mannheim und des dadurch ermöglichten,
namentlich für die Steininduſtrie ſo wichtigen Waſſer=
frachtverkehrs
. Laſſen ſich eventl. nicht Einrichtungen für
einen elektriſchen Kranverkehr auf Bahnhof Bensheim
treffen? Weiter führte Redner aus, für die Rheiniſche
Schuckertgeſellſchaft ſei die Notwendigkeit raſcheſten Baues
von ſelbſt gegeben. Sie müſſe gewiſſermaßen dadurch den
Befähigungsnachweis für die Erbauung ſonſtiger elek=
triſcher
Linien in Heſſen erbringen. Unverändert laſſe
man vorerſt den Finanzierungsplan, trotz entgegenſtehen=
der
Bedenken. Endlich verbreitete ſich der Herr Finanz=
miniſter
über die Frage: Was kann zur Vorbereitung des
Grunderwerbs geſchehen in juriſtiſcher und ſonſtiger Hin=
ſicht
? (Bauerlaubnis, vorläufige Verkaufsakte, Schätzung
von Häuſern uſw. durch die Geländeerwerbskommiſſion,
Tätigkeit des Notars wegen Feſtſtellung vorhandener Be=
faſtungen
uſw.) Er empfahl zum Schluſſe bei der gro=

ßen Zahl von Fragen, die zu erledigen ſind, vorerſt die
Zurückſtellung von Sonderwünſchen. Ein einheitlicher
Wille zu geſchloſſenem Vorgehen auf der ganzen Linie
und in allen Punkten, der Wille zur Tat, allein
könne das Projekt zur Durchführung bringen.
Baurat Schöberl:
Wir beſchäftigen uns heute mit einem Projekt, an
dem bereits eine ganze Generation gearbeitet hat. Schon
dieſe Tatſache weiſt darauf hhin, daß es ſich um ein Un=
ternehmen
handelt, das in finanzieller und techniſcher
Hinſicht ſchwierig iſt. Die techniſchen Schwierigkeiten be=
ruhen
vor allem in der Enge des gewundenen Tales,
ferner in der Größe der Steigung, die auf einer Länge
von 14 Kilometern 340 Meter beträgt. Dazu kommt, daß
die Mündung des Tales durch die Stadt Bensheim voll=
ſtändig
abgeſchloſſen iſt. Eine Dampfbahn konnte die
Schwierigkeiten des Geländes nur überwinden, indem ſie
ſich am Abhange des Tales hinzieht und ſeinen Ausbuch=
tungen
folgt. Vom Bahnhof Bensheim aus mußte in
einem weiten nach Süden führenden Bogen die Höhe
gewonnen werden. Die Benutzung der Straße bezw. die
Anlehnung an die Straße kam für das Dampfprojekt nicht
in Betracht, weil man auf keinen Fall die Ortſchaften des
Tales durchfahren konnte. Die finanzielle Schwierigkeit.
hervorgerufen durch die techniſche, iſt aus der Höhe des
Anlagekapitals zu erkennen, das bei dem letzten, am
gründlichſten bearbeiteten Dampfprojekt mehr als 5 Mil=
lionen
Mark betrug. Dieſes allzu große Anlagekapital
hätte auf alle Zeiten eine Rentabilität der Bahn unmög=
lich
gemacht, wenn aber die Bahn keine Ausſicht auf Ren=
ſtabilität
hatte, ſo mußte der Zuſchuß des Kreiſes alle=
zeit
gegeben werden. Die Bahn, die am Bergabhang ent=
lang
führt, hat aber auch noch andere Nachteile, weil ſich
die meiſten induſtriellen Betriebe, die unten im Tal an
der Straße liegen, keine Anſchlußgleiſe erhalten können.
Auch die Anforderungen des Perſonenverkehrs könnte die
Bahn nicht erfüllen, weil ſie täglich mur drei= bis viermal
hin= und zurückfährt. Ich möchte unter dieſen Umſtänden
ſagen, daß es ein Glück war, daß das Dampfprojekt nicht
zur Ausführung kam Eine elektriſche Bahn löſt die Auf=
gabe
am beſten. Sie kann vor allem mit erheblich gerin=
gerem
Anlagekapital gebaut werden, damit entſteht für
den Kreis die Ausſicht, von ſeinem ZZuſchuß in abſehbarer
Zeit entlaſtet zu werden, unter Umſtänden iſt es ſogar
möglich, daß die Bahn in ſpäterer Zeit einmal direkt
rentabel wird. Die elektriſche Bahn kann dem Talweg
folgen und ſich auf den Hauptteil der Strecke an die
Straße anlehnen. Die Straße liegt noch nicht feſt. weil
wir uns erſt ſeit drei Wochen mit ddem Projekt beſchäfti=
gen
. Nur ſoviel kann heute geſagt werden: wir wollen
bis Schönberg an der Straße bleiben. Oberhalb Schön=
berg
ſoll die (Straße verlaſſen werden. Es iſt gedacht,
hinter den Orten Wilmshauſen, Elmshauſen und viel=
leicht
auch Reichenbach herzufahren. Die Bahn liegt dort
in der Hauptſache am Wieſengelände, etwa auf glleicher
Höhe mit dem Straßenniveau. Oberhalb Reichenbach
iſt gedacht, die Bahn wieder auf die Straße zu führen
und ihr dann bis Lindenſels zu folgen. Dieſe Straße
iſt ein Kunſtbau erſten Ranges, der die Schwierigkeiten
des Geländes ſehr vollkommen überwindet. Die Schwie=
rigkeiten
des Dampfprojektes innerhalb der Gemarkung
Bensheim treten bei dem Projekt der elektriſchen Baſhn
zurück, ſie kann auf der breiten Straße von der Einmün=
dung
des Schönberger Tales bis zum Bahnhof laufen und
dort in der Nähe des alten Güterſchuppens auf das Ni=
veau
der Main=Neckarbahn anſteigen. Daß die Straße
für die Führung der elektriſchen Bahn breit achrig iſt, zeigt
der elektriſche Betrieb in viel engeren ſtädtiſchen Straßen,
wie zum Beiſpiel in der Karlſtraße in Darmſtadt. und in
vielen Straßen in Mainz. Für Bensheim hat dieſe Li=
nienführung
den Vorteil, daß die Bahn nicht in weitem
Bogen um die Stadt herumfährt, ſondern der Verkehr aus
dem Lautertal unmittelbar in die Stadt hineingeleitet
wird Innerhalb der Gemarkung Bensheim hat die Bahn
den Charakter und die Annehmlichkeiten einer ſſtädtiſchen
Straßenbahn. Ich choffe, daß das im Beitraa der Stadt
Bensheim in entſprechender Weiſe zum Ausdruck kommt.
(Beifall. Heiterkeit.) EEs wird vielleicht eingewandt
werden, daß auch die Güter die ſtädtiſchen SStraßen paſ=
ſtieren
müſſen. Dieſe GGüter fahren aber bereits auch heute
über die Straße, nur viel lärmvoller in einzelnen von
Pferden beſpannten Wagen, während ſpäter der Güter=
transport
ruhia auf Schienen, an beſtimmte Zeiten ige=
bunden
, vor ſich gehen wird. Für die induſtriellen Be=
triebe
im Dal hat die geplante Linienfühhrung den Vor=
teil
, daß alle Betriebe in einſacher Weiſe ein Anſchluß=
gleis
erhalten können. Die elektriſche Bahn wird den
Verkehr in der ganzen Gegend, beſonders den Perſonen=
verkehr
. außerordentlich beleben, ein Touriſtenſtrom aus
den großen SStädten kommt bis Lindenfels, der Perle
des Odenwaldes.
Nun muß ich eine Frage berühren, die für die Aus=
führung
, der Bahnanlaige von weſenklicher BBedeutung
iſt. Es ſcheint mir richtia und notwendig, jetzt ſchon
dgrüber zu ſprechen, obwohl die Frage ihre endgültige
Löſung noch nicht gefunden hat. Es handelt ſich um die
Frage der Spurweite. Wenn die Bahn Bensheim= Lin=
denfels
gebaut wird, muß ſie ſich nach einem der beiden
Bahnſyſteme richten. Das eine iſt die Staatsbahn, die
ſchon beſteht und Normalſpur hat. Das andere iſt die elek=
triſche
Bahn, die in wenigen Jahren an der Beraſtraße
entlang laufen wird. Sie erhält unter allen Umſtänden
die (Schmalſpur. Auch das Gleisdreieck Mannheim=
Heidelbeng=Weimheim iſt mit Schmalſvur verſehen. Würde
die Bahm Bensſhelim=Lindenfels Schmalſvur erhalten, ſo
könnte in abſehbarer Zeit an einen durchgehenden elek=
triſchen
Verkehr von Darmſtadt=Worms=Heihelbera= Mann=
heim
=Weinheim bis Lindenfels gedacht werden Für den
Perſonenverkehr iſt demnach die Schmalſpur keinesſalls
ein Nachteil Nun handelt es ſiich um den Güterverkehr.
Dabei iſt zu prüfen, ob wir mit der Normalſpur das er=
reichen
, was wir erreichen wollen. Man kann die Nor=
malſpur
ſauf derſelben Trace ausführen, die für die
Schmalſpur vorgeſehen wird. Das bringt keine nennens=
werten
Mehrkoſten mit, aber deſe Ausführung genüat
der Vorſchrift des Nebenbahngeſetzes nicht, nach welchem
der kleinſte Krümmungsradius 180 Meter betragen muß,
ſofern die Wagen der Staatsbahn auf die Nebenbahn
übergeleitet werden ſſollen Ob es möglich iſt. durch Ver=
ſhandlungen
beim Reichseiſenbahnrat in Berlin eine Ml=
dderung
dieſer (Vorſchrift zu erreichen, ſteht dahin. Sicher
iſt jedoch, daß man bei der Balfmtrace, die im Tale ver=
läuft
, einen kleinſten Krümmungsradius von 180 Meter
nicht einhalten kann. Es iſt ſogar zweitelhaft, ob man
die Bahn im Tale ſo anlegen kann, daß ſie auch ſtark ge=
milderten
Vorſchriften hinſichtlich des Krümmungsradius
genügt. Wenn wir aber wegen der Krümmungsverhält=

niſſe den Talweg verlaſſen, ſo kommen wir wieder an=
nähernd
auf die Trace des alten Dampfprojektes mit ſei=
nen
allzu hohen Anlagekoſten und ſeinen ganz ungünſti=
gen
Rentabilitätsausſichten. Wenn aber die Bahn im Tal
verläuft, ſo muß man, gleichviel ob ſie Normalſpur oder
Schmalſpur erhält, in Bensheim umladen, ſſoweit nicht
die Güter auf den anſchließenden ſchmalſpurigen Bahnen
zu den Häfen in Worms und Mannheim geleitet werden.
Ich erwähne auch noch, daß die Wagen dieſelben Abmeſ=
ſungen
erhalten, gleichviel, welche Spurweite gewählt
wird.
Sie können dies an den neuen Wagen der Heſſiſchen
Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft in Darmſtadt erkennen.
Wenn wir die Vor= und Nachteile der größeren und klei=
neren
Spurweite abwiegen, ſo geſchieht es, um Sie in
die Ueberlegungen einzuführen, die wir im Intereſſe der
Zweckmäßigkeit und Rentabilität der Bahn anzuſtellen
verpflichtet ſind. Eines darf ich erklären: mein Kollege,
Direktor Bühring, und ich ſind feſt entſchloſſen, die Bahn
zu bauen. Herr Ingenieur Hafemann iſt für die Vor=
arbeiten
und die Bauleitung beſtellt, er errichtet bereits
in der nächſten Woche das Baubureau in Bensheim. Wir
rechnen natürlich darauf, daß wir am Kreis und den Ge=
meinden
den genügenden Rückhalt finden, vor allem in
finanzieller Hinſicht. Für die Energie, mit der wir die
Arbeiten betreiben, richten wir uns nach dem Beiſpiel,
das uns Se. Exzellenz der Herr Finanzminiſter gibt.
(Lobhaftes Bravo.)
Oberbürgermeiſter Köhler=Worms:
Schon wiederholt hatte ich Gelegenheit, mich mit die=
ſem
Projekt zu befaſſen, und habe daher ein großes Inter=
eſſe
daran. Unbedingt notwendig iſt, und das werden
Sie alle mit mir hhoffen, daß das Projekt nunmehr in
möglichſt kurzer Zeit zur Verwirklichung gelangt. (Wir
ſind oft enttäuſcht worden, da an jedes neue Projekt dieſe
Hoffnung gelnüpft wurde. Schwieriger als die techniſche
Frage halte ich die finanzielle. Die techniſchen Schwierig=
keiten
werden unſere Ingenieure ſpielend überwinden.
Am den finanziellen Schwierigkeiten aber iſt auch das letzte
Projekt, das ſo viel Ausſicht aus Erfolg bot, geſcheitert.
Es war gut, daß man das Projekt ſchnellſtens tot machte,
und ſo den Weg für ein neues frei belam. Es iſt ſreu=
dig
zu begrüßen, daß der Herr Finanzminiſter heute ſſo
erſchöpfende Auskunft über den wahren Stand des Pro=
jektes
gegeben hat. Das neue Projekt unterſcheidet ſich von
den früheren ſehr weſentlich, beſonders dadurch, daß die
ggroßen finanziellen Schwierigkeiten, Die dem alten Pro=
jekt
entgegenſtanden, jetzt nicht mehr vorhanden ſind.
Herr Baurat Schöberl hat eine Frage behandelt, die auch
ich nicht unberührt laſſch möchte, die der Spurenweite.
Ich habe immer auf dem Standpunkt geſtanden, daß nur
eine normalſpurige Bahn das richtige iſt. Es handelt ſich
nicht darum, nur eine Bahn für Spaziergänger und Tou=
riſten
zu bauen, ſondern die Bahn ſoll vor allem der
wirtſchaftlichen Erſchließung des Tales dienen. (Bravo.)
Wenn geſagt wird, daß die (Baſön mit den anderen
Schmalſpurbahnen in ſpäterer Zeit zuſammenlaufen ſoll.
ſo iſt das doch vorerſt nur Zukunftsmuik und es handelt
ſich bei dieſer Bahn doch nur um Perſonenverkehr, wäh=
rend
unſere Bahn doch nur Zukunft hat, wenn ſie normal=
ſpurig
gebaut wird und ſo direkt mit der Staatsbahn
verbunden werden kann. Nur ſo kann die Bahn den be=
rechtigten
Intereſſen des Tales gerecht werden. (Sehr
richtig!) Wir hören heute von einer neuen Botſchaft, da
wird mancher wieder denken, mir ſehlt (der Glaube. Ich
meine aber, man ſollte dieſem neuen Projekt doch mit grö=
ßerer
Zuverſicht begegnen. ſchon weil die Koſten erheblich
geringer ſind, als bei der Dampfbahn. Sie können wei=
ter
die Garantie haben, daß die Vertreter in der Kam=
mer
dafür ſorgen werden, daß es zur Tat wird, was Sie
von den Vorrednern gehört haben, nämlich, daß man
mit aller Energie jetzt das Projekt verwirklicht. ( Leb=
hafter
Beifall.)
LLandtagsabgeordneter Wiegand:
Das wichtigſte iſt, ob die Bahn ſchmalſpurig oder nor=
malſpurig
gebaut wird. Daß ſie uns einen direkten An=
ſchluß
an das Waſſer oder die Häfen bringt, halte ich
für bedenklich, weil das den Verkehr nach Baden ablen=
ken
würde. Wir haben aber doch das größte Intereſfe
daran, daß der Verkehr im Gegenteil in Heſſen hinein=
getragen
wird, alſo etwa nach Worms geleitet wird.
Das iſt aber nur möglich durch eine normalſpurige Bahn
im Anſchluß an die Bahn Bensheim=Worms. Auch für
die Bahn Fürth=Heppenheim wird das von Bedeutung
ſein.
Baurat Schöberl:
Wir waren uns bewußt, daß der Frage der Spur=
weite
von der Verſammlung große Bedeutung beigelegt
wird. Darum haben wir die Frage heute ſofort ange=
ſchnitten
. Ich habe in alademiſcher Weiſe die Vor= und
Nachteile von beiden Spurweiten abgewogen. Ihre An=
regungen
nehmen wir gerne entgegen und werden ſie
berückſichtigen, ſoweit es möglich iſt. Redner erläutert
hierauf nochmals die wichtigſten Gedanken, hebt insbe=
ſondere
den Einfluß der Linienführung auf Anlagekapital
und Rentabilität hervor.
Bürgermeiſter Löslein=Bensheim
ſpricht zunächſt dem Herrn Finanzminiſter Dank für die
eifrige Förderung des Projektes aus und teilt dann mit,
daß die Stadtverordneten=Verſammlung von Bensheim
einſtimmig beſchloſſen habe, die gleichen Laſten, wie frü=
her
zugeſagt, zu übernehmen. Unerläßlich ſcheint mir
aber dabei, daß wir unbedingt eine Normalſpurbahn er=
halten
. Wird eine Schmalſpurbahn gebaut, wird die
Folge ſein, daß wieder alle Güter mit der Achſe befördert
werden. Wir wollen aber nicht, daß die Bahn lediglich
dem Perſonenverkehr dient. Die Stadt Bensheim känn
den großen Zuſchuß nur leiſten mit einer Sckuererhöhung.
ſie muß daher darauf beſtehen, daß die aufgewendeten
Mittel auch Früchte tragen. Wenn alſo die Bahn nor=
malſpurig
gebaut wird, ſind wir bereit, den Zuſchuß auf=
recht
zu erhalten. Wir wwerden dann auch mit aller Energie
an die Löſung der Fragſe herantreten.
Schloßhauptmann Baur=Betaz:
Die Bahn ſoll doch nicht allein um der ſchönen Augen
der Lindenfelſer erbaut werden, ſondern um dem Lauter=
tal
ſeine Induſtrie zu erhalten. Das muß doch nochmals
betont werden. Der Herr Finanzminiſter hat ausgeführt,
daß das Projekt erheblich billiger werden ſoll, als das
alte Andererſeits ſollen wir aber an den alten Zuſchüſſen
feſthalten, Das iſt mir eigentlich nicht klar. Lindenfels
hält zwar auch an ſeinen Zuſchüſſen feſt, doch wäre eine
Herabſetzung für unſere immerhin nicht ſehr wohlha=
bende
Gemeinde ſehr erwünſcht. (Im übrigen bietet die
heutige Verſammlung ein ganz anderes Dild, als die Frü=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Nummer 88.

heren Verſammlungen, das läßt uns ſchon mit beſſeren
Hoffnungen in die Zukunft blicken.
Kreisrat Eckſtein
bittet dann auch die übrigen Gemeinden, ſich bezüglich
der Zuſchüſſe zu erklären. Es iſt den beteiligten Gemein=
den
eine Verpflichtung folgenden Wortlautes unterbreiter
worden:
Mit der Kontinentalen Eiſenbahngeſellſchaft und ihrer
Rechtsnachfolgerin iſt eine Einigung wegen des Baues
und Betriebes einer normalſpurigen, mit Dampf zu be=
treibenden
Nebenbahn Bensheim=Lindenfels nicht zu=
ſtande
gekommen. Es beſtehht nunmehr die Abſicht, eine
normalſpurige elektriſche, dem Perſonen= und vollen =
terverkehr
dienende Bahn von Bensheim nach Lindenfels
durch die Rheiniſche Schuckert=Geſellſchaft erbauen zu
(aſſen.
Die Gemeinde verpflichtet ſich, diejenigen Verpflich=
tungen
, insbeſondere die wegen der Geländeſtellung, der
Beteiligung an der Aufbringung des Anlagekapitals und
der Teilnahme am Rückverſicherungsverband, die ſie ( bis=
her
und namentlich auf Grund der Verfügung des Großh.
Kreisamtes vom 16. Mai 1913 übernommen hatten, zur
Ausführung des jetzt beſchloſſenen Unternehmens in vol=
lem
Umfange aufrecht erhalten.
Dieſer Verpflichtung ſtimmten zu die Gemeinden:
Bensheim. Schönberg. Elmshauſen, Gadernheim, Linden=
ſels
, Reichenbach, Winterkaſten (unter Vorbehalt), und
Lautern (teilweiſe), während ſich mehrere weiter abgele=
gene
(Gemeinden ablehnend verhalten.
Baurat Schöberl:
Bei dem Dampfprojekt müßten die Steine an der Be=
triebsſtätte
aufgeladen und zu dem höher gelegenen Bahn=
hof
gebracht werden. Bei der elektriſchen Bahn wird
unter Umſtänden ein Umladen auf dem Bahnhof Bens=
heim
notwendig ſein. Dies könnte mit einem elektriſch
angetriebenen Kran geſchehen, der die Steine aus einem
Wagen heraushebt und in einen anderen Wagen ſetzt.
Hierbei handelt es ſich für die Steininduſtrie in der Haupt=
ſache
darum, wieweit die Umladekoſten von der Bahn oder
vom Abſender zu tragen ſind. Faſſen wir nochmals kurz
zuſammen: für den Perſonenverkehr ſind die beiden Spur=
weiten
ſo gut wie gleich, im Güterverkehr hat der elektriſche
Betrieb den Vorteil des Aufladens an der Arbeitsſtelle,
wahrſcheinlich aber den Nachteil des Umladens am Bahn=
hof
Bensheim, ſofern die Bahn auf der Talſole verläuft.
Verlaſſen wir die Talſole und ſchlagen die Linie des
Dampfprojektes ein, ſo ſteigen damit die Anlagekoſten,
dementſprechend fallen die Ausſichten auf Rentabilität und
damit die Ausſicht auf Ausführbarkeit überhaupt. Das
Entſcheidende muß doch die Baufähigkeit des Projektes
ſein.
Landtagsabgeordneter Auler tritt ebenfalls für eine
Normalſpurbahn ein und Finanzminiſter Dr. Braun
erklärt, daß auch für die Regierung nur eine Normalſpur=
bahn
in Betracht kommen kann.
Auch Chefarzt Dr. Sell tritt für eine Normalſpur=
bahn
ein. Sanitätsrat Dr. Weißmann bedauert, daß
ſich noch einige Gemeinden ablehnend verhaltan.
Abg. Mergell bittet um Auskunft über die Koſten.
Wenn auch noch keine beſtimmten Zahlen genannt wer=
den
können, ſo haben die Gemeinden doch ein Intereſſe
daran, zu hören, wie im günſtigſten und wie im ungün
ſtigſten Falle die Bahn gebaut werden kann.
Baurat Schöberl:
Wir behandeln das Projekt erſt ſeit drei Wochen; es
ſcheint mir ſehr gefährlich zu ſein, im gegenwärtigen
Augenblick Zahlen zu nennen, die ganz unſicher ſind, an
die ſich aber ſpäter der eine oder andere doch hält. Wir
wollen erſt Zahlen nennen, wenn wir dieſe vertreten und
verantworten können.
Fürſt zu Erbach=Schönberg:
möchte ebenfalls der Regierung Dank ſagen auch im Namen
ſeines Bruders dafür, daß ihnen die Teilnahme an dieſer
intereſſanten Verſammlung ermöglicht wurde. Der Fürſt
verſicherte, daß es ihnen ſehr am Herzen liegt, das Pro=
jekt
zur Verwirklichung bringen zu helfen. Die Frage, ob
Normal= oder Schmalſpur ſei eigentlich lediglich finan=
zieller
Natur. Eine Normalſpur=Bahn würde aber auch
den Vorteil bringen, daß ſie nach Reinheim-Reichelsheim
weitergeführt werden könnte. Intereſſant wäre mir, zu
erfahren, wie die Führung durch Schönberg gedacht iſt.
Baurat Schöberl:
Die Durchfahrt durch Schönberg iſt nicht ganz einfach,
die Schwierigkeiten werden ſich jedoch überwinden laſſen.
Die Verhältniſſe werden jetzt unterſucht. Ich möchte noch

erwähnen, daß auch wir die Normalſpur, im ganzen ge=
nommen
, für wünſchenswert halten, die Frage iſt nur, ob
ſie ſich wirtſchaftlich durchführen läßt, das müſſen wir noch
prüfen.
Nach einer weiteren Debatte über die Führung der
Bahn durch Schönberg führt
Bürgermeiſter Schnellbächer=Lindenfels
aus, die Hauptſache ſei, daß die Bahn endlich gebaut
werde. Wir verſteifen uns keineswegs auf eine Normal=
bahn
, wir wollen nur eine Bahn, die unſeren Intereſſen
dient und nicht allzu teuer iſt. Wir begrüßen es mit
Freuden, daß das Projekt nun eine ſo energiſche För=
derung
erfährt. Ob ſie normalſpurig oder ſchmalſpurig ge=
baut
wird, das wollen wir ruhig den Technikern überlaſſen.
Nach weiteren Ausführungen der Herren Oberamts=
richter
Dröll und Finanzminiſter Dr. Braun über die
Frage des Geländeerwerbs ſpricht
Kreisrat Eckſtein
das Schlußwort. Er teilt vorbehaltlich der Genehmigung
des Kreistages mit, daß auch der Kreis alle ſeine Ver=
pflichtungen
aufrecht erhalte. Auf der Nationalbank in
Bensheim liegen 1½ Millionen für die Geländeerwerbs=
kommiſſion
zur Verfügung. (Lebhaftes Bravo.) Mit der
Hoffnung, daß es nunmehr recht bald gelingen werde,
von Bensheim nach Lindenfels und umgekehrt zu fahren
mit der elektriſchen Bahn, ſchließt er ſodann die Ver=
ſſammlung
.

Konzerte.

mm. Das zweite Winterkonzert des Sängerchors
des Darmſtädter Lehrer=Vereins nahm am Sams=
tag
abend im Städtiſchen Saalbau einen ſehr ſchönen
Verlauf. Die Chöre mit Klavierbegleitung, Landerken=
nung
von Edvard Grieg und Nachtgeſang im Walde‟
von Franz Schubert, kamen unter Mitwirkung von Herrn
Auguſt Niebergall am Klavier und (der erſtgenannte)
unter ſoliſtiſcher Beteiligung von Herrn Kammerſänger
Alfred Stephani, dem ausgezeichneten und beliebten
Baſſiſten, vortrefflich zur Ausführung und gaben ein
rühmliches Zeugnis von dem fleißigen Studium des Ver=
eins
unter der ſicheren und ſachkundigen Anleitung ſeines
Dirigenten, Herrn W. Borngäſſer. Von den gleichfalls
insgeſamt exrakt und rein wiedergegebenen Chorliedern
(ohne Begleitung) gefielen uns am beſten Schuberts Kom=
poſition
Die Nacht und die Vertonung von Nietzſches
Dichtung Nach neuen Meeren von Karl Bleyle, dem noch
jugendlichen Komponiſten, der ſich auf dem Gebiete des
Männerchorſatzes raſch einen geachteten Namen erworben
hat. Weiter enthielt das (faſt zu reichhaltige) Programm
drei von L. Thuille, Kremſer und Georg Schumann bear=
beitete
Volkslieder und die Ballade Jane Grey von
Hermann Hutter, eine dem düſteren geſchichtlichen Stoff
entſprechende charakteriſtiſche Kompoſition. Im Mittel=
punkt
des Intereſſes ſtanden die Darbietungen der Soli=
ſten
, der vielverſprechenden jungen Pianiſtin Fräulein
Betty Goldſchmidt aus Dortmund, die auf einem
klangvollen Steinwayflügel Beethovens 32 Variationen
ſehr gediegen und poeſievoll und drei Stücke von Chopin,
Etüde (E), Berceuſe und Ballade, zum Vortrag brachte,
und die Liedervorträge von Herrn Stephani. Es iſt
immer wieder ein neuer Genuß, genannten Künſtler im
Konzertſaal zu hören, denn er weiß auch bekannten Lie
dern durch ſeine geiſtvolle Vortragskunſt ſtets neues In=
tereſſe
abzugewinnen. Außer dem Zyklus Dichterliebe‟
von Schumann (nach H. Heine) waren es außerdem vier
ſehr gediegen gearbeitete und ed=l empfundene Lieder
aus dem Abend (nach Worten von R. G. Binding)
von Wilhelm Borngäſſer, die, vom Komponiſten
meiſterhaft begleitet, ſtarken Beifall auslöſten und von
der gediegenen kompoſitoriſchen Durchbildung und dem
guten Geſchmack des wackeren Dirigenten das beſte Zeug=
nis
gaben.

Gerichtszeitung.

* Zabern 28. März. Wegen eines Artikels Der
geohrfeigte Hauptmann und die Offiziersehre in der
Nummer vom 13. Januar ds. Js. des Zaberner An=
zeigers
hatten ſich heute der Herausgeber und Redak=
teur
H. Wiebecke, 53 Jahre alt, und deſſen Sohn
Auguſt Wiebecke, und zwar wegen Vergehens gegen die
Paragraphen 47, 186 und 192 des Reichsſtrafgeſetzbuches,
ſowie gegen § 20 des Preßgeſetzes vor der hieſigen
Strafkammer zu verantworten (Offizialklage). Da einige
der Zaberner Richter ſich im Hinblick auf die bekannten
Zaberner Vorgänge als befangen erklärten, mußte der
Gerichtshof durch izwei auswärtige Richter ergänzt wer=
den
. Major Ude, der ſich durch den Artikel als beleidigt
erachtet, iſt als Nebenkläger zugelaſſen. Beim Eintritt in
die Verhandlung lehnte der Angeklagte Wiebecke, Vater,
trotzhem er das Blatt verankwortlich zeichnet, die Ver=
antwor
hkeit ab, weil er keine Kenntnis von dem Ar=
tikel
hatte und an dem betreffenden Tage abweſend ge=
weſen
ſei. Der Angeklagte Wiebecke, Sohn, den der Va=
ter
als den Verſaſſer des Artikels bezeichnete, erklärte, daß
er nicht der Verfaſſer ſei. In der Vormittagsverhand=
lung
kamen erſt vier Zeugen und Major Ude zur Ver=
nehmung
. Gegen Mittag wurde die Verhandlung auf
nachmittags 3½ Uhr vertagt.

Die Stichwahl in Borna=Pegau.

* Berlin 28. März. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Die Stichwahl von Borna- Pe=
gau
hat mit dem Siege des Sozialdemokraten über den
isherigen Vertreter des Wahlkreiſes, dem Freikonſer=
vatven
v. Liebert, geendet, ein Ergebnis, das in allen
nationalen Kreiſen bedauert werden muß. In der Haupt=
wahl
waren für v. Liebert 8640 und für den naticnal=
liberalen
Kandidaten etwa 6500, im ganzen alſo über
15000 bürgerliche Stimmen, gegenüber etwa über 12.000
ſozialdemokratiſchen Stimmen abgegeben worden, und da
die Nationalliberalen den überwiegenden Teil jener 6500
Stimmen geſtellt hatten und ſofort eine entſchiedene Stich=
wahlparole
zugunſten v. Lieberts ausgaben, und offenbar
auch befolgten, hätte es kaum mehr als einer bloßen
Stimmenthaltung des freiſinnigen Reſtes bedurft, um dem
bürgerlichen Kandidaten zum Siege zu verhelfen. Nicht
einmal hierzu hat ſich die freiſinnige Wählerſchaft ver=
ſtehen
können, ſondern ſie iſt ihrer großen Mehrzahl nach
aktiv für den Umſtürzler eingetreten; nur hierdurch kann
der Zuwachs von etwa 2250 Stimmen, den dieſer erhalten
hat, erklärt werden. Zurückzuführen iſt dieſes Verhalſten
auf die Winke, die von dem parteioffiziöſen Berliner
Blatte, alſo doch wohl von der Berliner freiſinnigen Par=
teileitung
, ausgegangen ſind. Der Gegenſatz zwiſchen
Rechts und Links bei den bürgerlichen Parteien muß da=
durch
eine verhängnisvolle Verſchärfung erfahren. Es
kann nicht wundernehmen, daß die Organe der Rechten
dem Freiſinn jede Wahlhilfe für die Zukunft aufkündigen,
und daß ſie ihn ein= für allemal mit der Sozialdemokratie
in einen Topf werfen wollen. Wenn die Volkspartei die
Unterſtützung der Umſtürzler zur ſtändigen Wahlparole
zu machen gedenkt, ſo hört vom Standpunkt der ſtaatser=
haltenden
Politik in der Tat jedes Intereſſe daran auf
die Fortſchrittler und Sozialdemokraten im Wahlkampf
unterſchiedlich zu behandeln. Für die Folgen mag ſich
dann der Freiſinn bei der eigenen Parteileitung bedan=
ken
. Daß er dabei Gefahr läuft, immer mehr zu einem
Anhängſel der ſozialdemokratiſchen Partei zu werden, liegt
uf der Hand. Wie ſich die in den Richterſchen Traditionen
groß gewordenen fortſchrittlichen Politiker mit dieſer
Entwickelung abfinden wollen, warten wir ab. Die hoch=
mütige
, oft geradezu geringſchätzige Behandlung ihrer
Partei durch die ſozialdemokratiſche Preſſe zeigt ihnen faſt
täglich, daß ſie nicht mehr viel Zeit zu verlieren haben.

Der Kaiſer in Miramare.

* Miramare 27. März. Ueber den Aufent=
halt
des Kaiſers in Miramare werden noch fol=
gende
Einzelheiten berichtet: Zum Empfang des deutſchen
Kaiſers entfaltete die Bucht von Trieſt all ihre Schönheit.
Schon am Tage vorher waren unſere Eskaders, Reſerve=
kaders
und die Torpedoflottille unter dem Kommando des
Admirals Löffler in den Gewäſſern von Trieſt eingetcoffen.
Nach den vorangegangenen Regentagen war heute ein herr=
lich
ſchöner Tag. Zum Beſuche des Kaiſers auf dem
Dreadnought Viribus Unitis iſt zu bemerken daß der
Kaiſer mit beſonderem Intereſſe und Kennerblick unter
Führung des Thronfolgers das Schlachtſchiff beſichtigte.
Der Kaiſer ſprach am Schluſſe der Beſichtigung nicht nur
ſein volles Lob über die zweckmäßigen und mächtigen Ein=
richtungen
des Schiffes ſondern auch insbeſondere über
die tadelloſe Haltung, die Strammheit und das gute Aus=
ſehen
der Schiffsbemannung aus. Ins Schloß zurückge=
kehrt
, geleitete der Thronfolger ſeinen erhabenen Gaſt in
ſeine Gemächer. Kurz darauf fand im Feſtſaale des
Schloſſes ein Dejeuner dinatoire zu 33 Gedecken ſtatt.
Nach dem Dejeuner hielt der deutſche Kaiſer Cercle, wor=
auf
der Thronfolger ſeinen kaiſerlichen Gaſt zu einer
Wagenſpazierfahrt im Schloßpark einlud, um ihm die
ſchönſten Plätze dieſes prächtigen Fleckes Erde zu zeigen.
Terraſſenförmig ſteigt der Park an der felſigen Küſte em=
por
und bildet ein wahres Zauberland in dem ſonſt ſo
öden Karſtgebiet. Alsbald verließen die höchſten Herren
den Wagen und ſetzten den Rundgang im Park zu Fuß
fort. Die Beete prangten im ſchönſten duftigſten Blumen=

ſchmuck und fanden die lebhafteſte Bewunderung des
deutſchen Kaiſers. Und ſo verging nur zu raſch die für
den Aufenthalt beſtimmte Zeit bis zur Abfahrt, die der
deutſche Kaiſer auf 5 Uhr nachmittags feſtgeſetzt hatte,
Nach ungemein herzlichem Abſchied von dem Erzherzog=
Thronfolger und der Herzogin von Hohenberg ſchiffte ſich
Kaiſer Wilhelm auf der Hohenzollern ein. Erzherzog
Franz Ferdinand eilte mittlerweile auf das Schiff Viri=
bus
Unitis um von der Kommandobrücke, im Verein mit
dem ganzen Eskader, dem deutſchen Kaiſer welcher ſeine
Jacht zwiſchen der äußeren und mittleren Kolonne durch=
fahren
ließ, das Lebewohl zuzuwinken. Der Beſuch in
Miramare bildete den harmoniſchen Abſchluß des diesjäh=
rigen
Wiederſehens des deutſchen Kaiſers mit ſeinen
treuen Freunden und Bundesgenoſſen, unſerem erhabenen
Monarchen und dem Erzherzog=Thronfolger.

Aus Korfu.

* Korfu, 28. März. Zur Begrüßung des Kaiſers
trafen geſtern nachmittag, von Athen kommend, König
Konſtantin von Griechenland, Königin So=
phia
und Kronprinz Georg auf dem griechiſchen
Kreuzer Aweroff hier ein. Miniſterpräſident Venizelos
und der Miniſter des Aeußern, Dr. Streit, werden in etwa
acht Tagen hier erwartet. Der deutſche Geſandte in Athen,
Graf Quadt der neue Präfekt Prinz Ypſylanti, der frühere
preußiſche Handelsminiſter v. Möller weilen ſchon ſeit
einigen Tagen hier. Die im vorigen Jahre begonnenen
Ausgrabungen auff der Halbinſel Kephali im Nordweſten
von Korfu, wo mykeniſche Reſte gefunden wurden wer=
den
jetzt fortgeſetzt. Die Ausgrabungen leitet, wie früher,
ſo auch jetzt wieder Profeſſor Dörpfeld. Dieſer iſt wegen
ſeiner Verdienſte um die Altertumswiſſenſchaft, die durch
die Ausgrabung korfiotiſcher Altertümer eine mächtige
Förderung erfahren hat, zum Ehrenbürger von Korfu er=
nannt
worden. Der Beſuch des Fürſten von Albanien und
des Reichskanzlers von Bethmann=Hollweg werden dem
Aufenthalte des Kaiſers eine beſondere Note verleihen.

Luftfahrt.

* Johannisthal, 28. März. Pegoud iſt heute
nachmittag zu zwei Flügen ohne und zu zwei mit einem
Paſſagier geſtartet Pegoud führte die bekannten Flüge
aaus. Das Wetter war ſchlecht der Beſſuch ſchwlach.
* Freiburg i. B., 28. März. (Als erſter =
litärflieger
gelangte heute nachmittag ein (hieſiger
Offizier auf einem Doppeldecker auf den Feldberg
und zurück.
* Paris, 27. März. Der Lenkballon Mont=
golfier
der heute morgen 7,30 Uhr in Maubeuge
aufgeſtiegen war, erlitt mittags auf der Rückfahrt
unweit ſeines Hafens eine Havarie am Ventilator und
ſignaliſierte, daß er nicht landen könne. Um 4 Uhr
nachmittags trat eine Havarie der Steuerbordſchraube
ein. Von 5 Uhr nachmittags an trieb das Luftſchiff der
belgiſchen Grenze entlang 25 Soldaten der Luftſchiffer=
abteilung
verfolgen den Lenkballon in Automobilen. Alle
Vorbereitungen ſind in Maubeuge getroffen, um eine
eventuelle nächtliche Landung des Luftſchiffes zu ermög=
lichen
.
* Maubeuge, 28. März. Das wegen Havarie ab=
getriebene
Luftſchiff Montgolfier kehrte
mit eigener Kraft nach der Halle zurück. Die Geſchwin=
digkeit
betrug 15 Kilometer. Das Luftſchiff landete bei
normalen Umſtänden. Außer der Einbuße eines Viertels
der Gasvorräte ſcheint es nicht gelitten zu haben.
* Paris 28. März. Der Flieger Garraix hat
auf dem Flugplatz Chartres mit 8 Fluggäſten eine Höhe
von 1580 Metern erreicht und damit eine neue
Höchſtleiſtung aufgeſtallt.

Schnee und Hochwaſſer.

* Gieſen 28. März. Im Vogelsberg iſt bei
5 Grad Kärte wieder ſtarker Schneefall eingetre=
ten
. Auf dem Hohenrodskopf und dem Oberwald liegt die
Schneedecke 15 bis 20 Zentimeter hoch.
* Berlin, 28. März. Bei 2 Grad Wärme trat
heute morgen gegen 8 Uhr ein heftiger andauernder
Schneefall ein.
* Königſtein i. T., 28. März. Wie das Feldberg=
obſervatorium
mitteilt, iſt auf dem Feldbera bei 3 Grad
Hälte wiher ſtarker Schneefall einactreten. Die
Schneedecke weiſt eine Höhe von 12 Zentimeter auf.
* Karlsruhe 28. März. Im Hochſchwarzwald
erreicht die Schneedecke zwei Meter Höhe, den höch=
ſten
Stand ſeit Jahren.
* Duisburg. 28. März. Der Rhein iſt ſeit
geſtern um 39, die Ruhr um 35 Zentimeter geſtiegen.

Schiffsunfälle.

* Kopenhagen, 28. März. Das deutſche Se=
gelſchiff
Luiſe Helene iſt bei Bornholm ge=
ſtrandet
und völlig wrack geworden. Man glaubt, daß
die Mannſchaft ertrunken iſt.
* London, 28. März. Aus Thameshaven wird
gemeldet, daß der Paſſagierdampfer Perſia‟
der Peninſular and Oriental Company, der von Bombay
nach London ging, auf der mittleren Blythe=Sandbank
aufgelaufen iſt und feſtſitzt.

Der Rochetteausſchuß in Frankreich.

* Paris 28. März. Die Rochette= Kommiſ=
ſion
hat beſchloſſen, keine neuen Zeugen mehr zu ver=
nehmen
. Sie wird nunmehr in die Beratung des ihr
vorliegenden Materials eintreten, die geheim geführt
wird. Der Bericht der Kommiſſion wird der Kammer im
Laufe der nächſten Woche zugeſtellt werden.
Obgleich der Rochette=Ausſchuß beſchloſſen hat. ſeine
Verhandlungen bis zur Fertigſtellung ſeiner Schlußfolge=
rung
geheim zu halten, ſind die Blätter doch in der Lage,
über die geſtrige Sitzung des Ausſchuſſes mancherlei Ein=
zelheiten
zu veröffentlichen. Der Antrag Leſévre, daß der
Ausſchuß eine Reihe von Fragen einfach mit ja oder nein
beantworten möge, rief eme lebhafte Erörterung hervor.
Schließlich wurde der Antrag Jaurés, der Kammer die
Ergebniſſe der Arbeiten des Ausſchuſſes in einer ein=
gehenden
Darſtellung vorzulegen, mit 19 gegen 6 Stimmen
angenommen. Das von Jaurés ausgearbeitet Expoſé, das
an vierzig Seiten umfaſſen ſoll, wurde ebenfalls lebhaft
diskutiert. Es heißt, daß der erſte Satz dieſes Expoſés
folgendermaßen lauten ſoll: Es iſt erwieſen, daß Monis
auf Erſuchen Caillaux’ dem Oberſtaatsanwalt den Wunſch
undgegeben hat, einen Aufſchub des Rochette=Prozeſſes
zu erlangen. Mehrere Ausſchußmitglieder namentlich Le=
fevre
und Barrés, erhoben gegen den Ausbruck Wunſch
heftigen Einſpruch und verlangten, daß dieſes Wort durch
Befehl erſetzt werde. Doch wurde ſchließlich der von
Jaurés vorgeſchlagene Wortlaut angenommen. Der von
Rochette an Jaurés gerichtete Brief hat

[ ][  ][ ]

Nummer 88,

Darmſtädter Tagblatt, Sonntax, den 29. März 1914.

Seite 7.

allgemein lebhaftes Erſtaunen hervorgerufen. Man fragt
ſich bisher vergeblich, zu welchem Zweck Rochette, von
dem man allgemein annahm, daß er ſich in Mexiko in
vollſter Sicherheit befinde, ſich durch ſein Schreiben der
Gejahr ausſetzte, die Pollzei auf ſeine Spur zu bringen.
Allerdings lauten die Meldungen über den gegenwärtigem
Aufenthalt Rochettes ſehr widerſpruchsvoll. Die einen
behaupten, daß er ſich in London befinde, die anderen wol=
len
ihn in Brüſſel, die dritten bei Paris geſehen haben.
Aus Luzern, dem Aufgabeorte des Briefes, wird ge=
meldet
, daß von Rochelte dortſelbſt nicht die geringſte
Spur vorhanden ſei. Es wird übrigens erzählt, daß der
Matin den Brief durch die Vermittelung der Frau Rochet=
tes
erhalten habe.
* Paris, 28. März. Der Rochette=Ausſchuß
trat heute vormittag zu einer Sitzung zuſammen, um die
Schlußfolgerungen zu erörtern. Es entſpann ſich eine
lebhafte Debatte mit lechaften Zwiſchenfällen, da meh=
rere
Redlier einzelne Satzteile fortgelaſſen oder hinzuge=
fügt
wiſſen woll en. Mehrere Redner forderten die Ver=
nehmung
des Verfaſſers eines Artikels, der in einem
Blatte des Departements Oſtpyrenäen erſchienen iſt und
Beſchuldigungen gegen eine Anzahl politiſcher Perſönlich=
keiten
wegen dieſer Angelegenheit enthält. Jaurés prote=
ſtierte
gegen jeden G.banken einer Vertagung, die denn
auch bei der Abſtimmung abgelehnt wurde. Der Depu=
tierte
Delahaye verließ die Sitzung mit der Erklärung,
daß er aus der Kommiſſion austrete.

Das Attentat der Frau Caillaux.

* Paris, 27. März. Der Unterſuchungsrich=
ter
verhörte heute den Direktor des Intranſigeant,
Bailby, der mit Calmette befreundet war. Nachdem
auch er verſichert hatte, daß er nichts von einem Brief
Caillaux’ wiſſe, erzählte er folgendes, was ihm Calmette
mitgeteilt hätte: Vor ungefähr zwei Monaten wären zwei
frühere Miniſter bei Calmette geweſen, um ihn zu bitten,
von der Veröffentlichung diplomatiſcher Schriftſtücke ab=
zuſehen
. Calmette habe ihnen den Bericht Fabres gezeigt
und zwei diplomatiſche Schriftſtücke, ſogenannte grüne
Dokumente deren Inhalt, wie er ſagte, von vernichtender
Deutlichkeit für Caillaux geweſen ſei. Man habe deren
Veröffentlichung für unmöglich erklärt auf Grund ihrer
Quellen. Calmette habe ſie wieder in die Taſche geſteckt
mit den Worten: Man kann niemals wiſſen, was vor=
kommt
. Er habe ihm noch erzählt, daß er zwar verſprochen
habe, den Bericht Fabres nicht herauszugeben, daß er ſich
jedoch bemühe, ſein Wort zurückzuerhalten vor dem Diens=
tag
, an dem die große Debatte in der Kammer ſtattfand.
* Paris, 27. März. Vor dem Unterſuchungsrichter
erklärte der Dramatiker Bernſtein, die Ausſagen der
Frau Eſtradere, Calmette habe ihr 30000 Francs ange=
boten
, damit ſie ihn mit Frau Gueydan, der erſten Frau
Caillaux’, in Verbindung ſetze, ſei vollkommen unglaub=
würdig
.

Aus Mexiko.

* Juarez, 27. März. Es wird erklärt, daß Gene=
ral
Huerta mit 4000 Mann in Torreon von Oſten
her eingerückt ſei und ſich durch die Straßen der Stadt
bis zur Stierkampfarena durchgekämpft habe. Nach einer
Meldung des Generals Villa haben ſich die Regie=
rungstruppen
in den weſtlichen Befeſtigungswerken der
Stadt zuſammengezogen. Drei Generale der Regierungs=
truppen
, Pona, Reyna und Anaya, ſind gefallen. Gene=
ral
Ozaranza wurde verwundet.
* Juarez. 28. März. Nach einem Telegramm des
Generals Villa wird der Kampf um den Beſitz von
Torreon mit größter Erbitterung fortgeſetzt.
* Neu=York 28. März. Ein geſtern morgen
aufgegebenes Telegramm aus Gomez Palazio gbt
eine Schilderung der Einnahme von Gomez Pa=
lazio
durch die Aufſtändiſchen. In dem Telegramm
heißt es, daß nach einem wierſtündigen Kampf und einem
dreimaligen Sturm gegen die Stadt Villa in Gomez
Palazio eindrang und jetzt ſein Hauptquartier an einer
Stelle aufgeſchlagen hat, von wo er das drei Meilen ent=
fernte
TTorreon überblicken kann. Villa habe noch nicht
die Verluſte feſtſtellen laſſen, doch ſſeien dieſe ſehr ſchwer
geweſen. Die Verwundeten hätten ſchrecklich unter Durſt
zu leiden, viele ſeien wegen Mangels an Waſſer und Feh=
llens
ärztlicher Behandlung geſtorben. Viele Tote haben
die Straßen bedeckt. In dem Telegramm heißt es weiter,
daß nach dem Bombardement durch die Artillerie, Kaval=
lerie
und Infanterie in die Straßen eindrangen. Die
Rebellen waren mit Gewehren, Meſſern, Piſtolen und
Handgranaten bewaffnet. Es entſpann ſſich alsbald ein
Kampf an hundert verſchiedenen Stellen in den engen
Straßen. Alte Soldaten erklärten, daß ſie niemals eine
en’ſetzlichere Schlacht mitgemacht hätten. Villa rüſtet ſich
jetzt zum Angriff auf Torreon, das er bald einzunehmen
gedenkt. General Villa gab ſſeiner Verwunderung für
die Männer Ausdruck, die unter dem Befehl des Generals
Welasco Gomez Palazio verteidigten.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 28. März. Der Reichsanzeiger veröffent=
licht
eine Bekanntmachung vom 26. März, betreffend die
Aufwandsentſchädigungen an Familien
für im Reichsheere, der Marine oder den Schutztruppen
eingeſtellte Söhne.
* Berlin, 28. März. Die Nordd Allgemeine Zeitung
ſchreibt: Ueber die Gehaltsaufbeſſerung der
einzelnen Beamtenklaſſen iſt bei der Beratung
der Beſoldungsnovelle in der Budgetkommiſſion des
Reichstages eine Verſtändigung bisher leider nicht erzielt
worden. Auch die in der Tagespreſſe verbreitete Nach=
richt
, es ſtehe zwiſchen der Reichsleitung und den Parteien
des Reichstages eine Einigung auf der Grundlage in
Ausſicht, daß die verbündeten Regierungen der Aufbeſſe=
rung
der gehobenen Unterbeamten zuſtimmen würden, und
daß der Reichstag dagegen die übrigen Beſchlüſſe der
Kommiſſion rückgängig machen werde, entſpricht nicht
den Tatſachen. Daß die verbündeten Regierungen
bemüht ſind, Härten auszugleichen und berechtigte Wünſche
der Beamten zu erfüllen, haben ſie durch die Einbringung
der Novelle bewieſen. Es iſt aber zurzeit für ſie nach
Lage der Sache ganz ausgeſchloſſen, über die in der No=

volle gezogenen Grenzen hinauszugehen. Eine jede Aende=
rung
der Beſoldungsordnung über die nach eingehendſter
Prüfung als notwendig erkannten Vorſchläge hinaus,
würde für die Bundesſtaaten und die Gemeinden weitere
Folgerungen verurſachen, die zurzeit ganz unüberſehbar
ſind. Sollen daher die in der Novelle berückſichtigten Be=
amten
noch im Lauſe des Rechnungsjahres 1914 in den
Genuß der ihnen zugedachten Bezüge gelangen, ſo iſt die=
ſes
nur möglich wenn ſich der Reichstag die gleiche Be=
ſchränkung
auferlegt, wie es die verbündeten Regierungen
getan haben.
* Mannheim, 28. März. Die Haftentlaſſung
des bayeriſchen Landtagsabgeordneten Eugen Abreſch
erfolgte laut N. B. L. ohne jede Begründung und ohne
Stellung einer Kaution, iſt alſo eine bedingungsloſe.
Abreſch hat ſich nach Neuſtadt a. d. H. begeben und wird
wegen der gegen ihn unternommenen Maßregel den
Klageweg beſchreiten.
* Oberhauſen, 28. März! Als heute auf der Eiſen=
hütte
II der Gute=Hoffnungshütte drei Arbeiter mit
dem Reinigen des Gasſtaubers beſchäftigt waren, brach
der Staubdeckel ein und begrub die Arbeiter.
Zwei konnten nur als Leichen geborgen werden, der dritte
wurde ſchwer verletzt.
* Leipzig, 28. März. Der Zentralvorſtand des
Guſtav=Adolf=Vereins beſchloß heute, für
die auf der diesjährigen Hauptverſammlung in Frei=
burg
i. B. zur Verteilung kommende große Liebes=
gabe
die Gemeinden Athen, Hermagor in Kärnten
und Neiße in Schleſien zur Erbauung einer evangeliſchen
Kirche vorzuſchlagen. Die deutſche evangeliſche Gemeinde
in Athen iſt durch den Tod des Königs Georg der bis=
her
benutzten Schloßkapelle verluſtig gegangen und muß
jetzt ein eigenes Gebäude errichten. Hermagor ſoll ſtatt
des abgelegenen Dorfes Wattſchik der Kirchort für das
obere Gailtal werden. In Neiße handelt es ſich um den
Neubau einer Kirche anſtelle der alten, nicht mehr ausrei=
chenden
. Die große Liebesgabe des Guſtav=Adolf= Ver=
eins
pflegt ungefähr 25000 Mark zu betragen.
* Paris. 28. März. Das Schwurgericht ver=
urteille
die Anarchiſten Noury und Ybarez, die das Poſt=
amt
Bezons überfielen und die Ehefrau des Poſtverwal=
ters
töteten, zu lebenslänglicher Zwangs=
arbeit

* Chamonix, 28. März. Eine gewaltige Lawine ging
geſtern vom Col Montets nieder und zerſtörte mehrere
Häuſer des Dorfes Trilechamp. Eine zweite Lawine, die
von Aiguille Verte 4000 Meter hoch kam, riß zahlreiche
Tannen um, zerſtörte drei Sennhütten und beſchädigte
ein Haus des Dorfes Lawoſiere. Menſchen wurden nicht
verletzt.
* Brüſſel, 28. März. Die Polizei verhaftete heute
nachmittag den Kammerdiener Mahé, der in Paris in
der Nacht vom 12. auf 13. März einem Bankier Hortog,
während dieſer mit ſeiner Frau ſich in der Oper befand,
für 150000 Francs Schmuckſachen geſtohlen hatte.
Der größte Teil des geſtohlenen Gutes wurde in ſeiner
hieſigen Wohnung vorgefunden.
* Brüſſel, 28. März. In die Tongrube bei Andoy,
unweit Namur, drang heute nachmittag Waſſer ein. Drei
Arbeiter hatten keine Zeit mehr zur Rettung gefunden
und ertranken.
* London, 28. März. Miniſterpräſident Asquith
und einige andere Miniſter verließen London am Ende
der Woche und begaben ſich aufs Land. Dieſe Tatſache
wird als Anzeichen für die Entſpannung der
innerpolitiſchen Lage betrachtet. Carſon traf in
London ein, um an den Montagsverhandlungen des
Unterhauſes teilzunehmen.
* Athen, 28. März. Wie das Blatt Patris meldet,
ſind die Bemühungen der griechiſchen Regierung, die
Abberufung des Generals Eydoux, des Lei=
ters
der franzöſiſchen Militärmiſſion, rückgänaig zu
machen, erfolglos geblieben. Die franzöſiſche Re=
gierung
erklärt, daß die gegenwärtige Abberufung durch
militäriſche Intereſſen Lledingt ſei. General Eydouxr wird
in etwa drei Wochen abreiſen.
* Neu=York, 28. März. (Infolge eines nach dem jüng=
ſten
ſchweren Schneeſturm eingetretenen Tauwetters
ſind in den Staaten Neu=York, Pennſylvania und Ohio
die Flußtäler überſſchwemmt worden. Es iſt
bereits großer Sachſchaden entſtanden.
* Kapſtadt, 28. März. Bei der Wahl zum Provinzial=
rat
für das Kapland hatte die Arbeiterpartei einen
bemerkenswerten Erfolg zu verzeichnen, dem
um ſo größere Bedeutung beizumeſſen iſt, als er ſich dem
Erfolg der Arbeiterpartei in Transvaal anſchließt.
* Peling. 28. März. Nach Berichten von Miſſionaren
aus Kingtzelwan nimmt das Räuberweſen eine
fremdenfeindliche Haltung an. Die Räuber
hätten es auf den Tod aller Fremden und auf ldie Zerſtö=
rung
ihres Eigentums abgeſehen. Juanſchilai teilte den
Tutus von Honan. Anhui, Hupeh und Schenſi telegra=
phiſch
mit, daß ſſie perſönlich für Ausſchreitungen von
Räubern gegen Fremde verantwortlich gemacht würden.

Berlin, 28. März. Der Ingenieur Ber=
liner
, der bekanntlich am 10. Februar von Bitterfeld
aus im Freiballon aufſtieg und nach einer Fahrt von 3180
Kilometern im Gouvernement Perm in Rußland landete
und damit einen Weltrekord ſchuf, wird dort noch immer
wegen Spionageverdacht mit ſeinen Begleitern
feſtgehalten. Er hat jetzt einen neuen Hilferuf nach
Deutſchland gerichtet.
Ein deutſcher Ausſtellungspavillon in Venfdiß.
* Berlin, 28. März. Die Verhandlungen wegen des
ſtändigen deutſchen Kunſtpavillons zu Aus=
ſtellungszwecken
in Venedig ſind abgeſchloſſen.
Die Verhandlungen, die unter dem Miniſterialdirektor
Lewald im Reichsamt des Innern ſtattfanden und an de=
nen
außer einem Vertreter Venedigs der Bildhauer Pro=
feſſor
Ludwig Manzel als Vertreter der Allgemeinen
deutſchen Kunſtgenoſſenſchaft, und der Maler Profeſſor
Graf Leopold v. Kalckreuth als Präſident des deut=
ſchen
Künſtlerbundes teilnahmen, hatten das Ergebnis,
daß jetzt auch Deutſchland wie andere Länder für Kunſt=
ausſtellungszwecke
in Venedig einen eigenen Pavillon hat.
Es handelt ſich um ein Haus, in dem von Jahren einmal
die Bayern im Ausſtellungsgebäude Giardink Publici
ihre Kunſt ze gten An dem Beſitz ſind die beiden gro=
ßen
deutſchen Künſtlerorgan ſationen, die allgemeine deut=

ſche Kunſtgenoſſenſchaft und der Deutſche Künſtlerbund
gleichermaßen beteiligt. Die Koſten für das Haus wur=
den
von privater Seite aufgebracht. Die Unterhaltungs=
koſten
übernimmt das Reich. Die erſte Ausſtellung wird
im Rahmen der großen internationalen Kunſtausſtellung
in dieſem Frühjahr abgehalten.

Erdbeben.
* Hohenheim, 28. März. Heute mittag verzeichnete
die hieſige Erdbebenwarte ein mäßig ſtarkes Fern=
beben
. Die Hauptſtöße wurden 12,25 Uhr verzeichnet.
Der Herd des Bebens liegt in einer Entfernung von zirka
8000 Kilometern.
Unfall des belgiſchen Hofzuges.
* Brüſſel, 28. März. Als geſtern König Albert
nach Oſtende reiſte, brach an der Schnellzugsmaſchine
kurz vor dem Einlaufen des Zuges eine Kurbelſtange.
Durch die Geiſtesgegenwart des Maſchiniſten wurde eine=
Entgleiſung des Zuges verhindert. Nach
der Auswechſelung des Zuges in der Station konnte die
Reiſe mit einer kleinen Verſpätung fortgeſetzt werden.
Das Kronprinzenpaar von Rumänien in Rußland.
* Zarskoje Sſelo, 28. März. Das Kronprinzen=
paar
von Rumänien und Prinz Karl ſind heute
nachmittag hier eingetroffen und wurden am Bahn,
hof vom Kaiſerpaar, ſowie den anweſenden Großfürſten
und Großfürſtinen ſehr herzlich begrüßt. Sie wohnen im
Palais Alexandrowski.

Kämpfe in Libyen.
* Benghaſi, 28. März. General Cantare, der
Kenntnis davon erhalten hatte, daß die Gegend von Ma=
raua
im Oſten von Teknis von ſtarken Abteilun=
gen
der Aufſtändiſchen beſetzt ſei, rückte am
23. März mit einer gemiſchten Kolonne vor und griff am
24. März den Feind an, der, 900 Mann ſtark, darunter 400
Mann reguläre Truppen, ſich auf den Anhöhen ſtark ver=
ſchanzt
hatte und über vier Geſchütze verfügte. Die ita=
lieniſchen
Truppen rückten ſchnell vor und bedrohten im
Süden die Rückzugsſtraße der Aufſtändiſchen. Dieſe ver=
ließen
, von einer Panik ergriffen, ihre Stellung und flüch=
teten
in Unordnung, 15 Kilometer weit von den Ita=
lienern
verfolgt. Einige Lager wurden in Brand geſteckt,
zahlreiche Gewehre, Munition und Materialien erbeutet
und viele Aufſtändiſche gefangen genommen. Der Feind
hatte 90 Tote und zahlreiche Verwundete. Auf ſeiten der
Italiener wurden ſechs Askaris verwundet. Am 25. März
rückte dann die italieniſche Kolonne bis Kasba Harguba
vor und fand in den von dem Feinde verlaſſenen Lagern
viel Vieh, Materialien und Lebensmittel. Darauf kehrte
die Kolonne nach Maraua zurück. Infolge dieſer Aktion
haben ſich zahlreiche Oberhäupter der Dorſa
unterworfen.
Eine Panik beim Stapellauf.
* Tokio, 28. März. Nach dem Stapellauf des Schlacht=
ſchiſfes
Fuſo brach ein ſchweres Unwetter aus. Bek
der dadurch entſtehenden Panik wurden mehrere Per=
ſonen
getötet und etwa 20 bis 30 verletzt.

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Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Nummer 88.

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nach Neu=York. Elbe von Savanna kommend
27. März 4 Uhr morgens in Hamburg. Graf Walder=
ſee‟
, von Neu=York kommend, 27. März. 7 Uhr 25 Min=
morgens
auf der Elbe. Imperator, von Neu York
kommend, 27. März 3 Uhr 45 Min. morgens Schllyl
paſſiert. Kaiſerin Auguſte Victoria nach Neu=York,
26. März 10 Uhr 30 Min. morgens Cuxhaven paſſiert.
Rugia, von Philadelphia kommend. 27. März 3 Uhr
30 Min. Biſhop Rock paſſiert. Weſtindien, Mexikon
Bavaria. von Mexiko kommend, 26. März 11 Uhr
morgens Dover paſſiert. Dania nach Havanna und
Mexiko, 26. März 7 Uhr morgens von Bilbao. Nieder=,
wald 26. März von St. Thomas direkt nach Hamburg,
Sachſenwald nach Weſtindien, 27. März 6 Uhr 30 Min=
morgens
Dover vaſſiert. Sarnia 26. März 10 Uhr
morgens von Rotterdam nach Jamaika. Savoia‟
Weſtindien, 26. März 12 Uhr mittags in Antwerpen.
Steigerwald 26. März von Veracruz, ausgehend,
Venetia, von Weſtindien kommend, 27. März 1 Uhr=
50 Min. morgens Lizard paſſiert. Weſterwald 25. Mätg=
von
Progreſo, ausgehend. Oſtaſien: Andaluſig
26. März 4 Uhr nachm. von Marſeille nach Hapre,
heimkehrend. Bermuda 26. März 6 Uhr morgens von
Singapore nach Sabang. Brisgavia 27. März von
Saban nach Penang. River Clyde nach Sibirien,
27. März 5 Uhr morgens von Hamburg nach Antwerpen.
Spezia 24. März nachm. von Singapore nach Penang.
Verſchiedene Fahrten: Cleveland Orient= u. Indien=
fahrt
, 26. März von Port Said. Markomannia, von
Perſien kommend, 26. März 5 Uhr nachm. Gibraltar
paſſiert.

Amtlicher Vetorbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet über dem Feſtlande zieht weiter
oſtwärts ab. Ihm folgt von Weſten ein Hochdruckrücken
nach, der ſich von Island bis zu den Alpen ausdehnt.
Ueber Irland iſt ein neues Tief erſchienen, ſo daß wir
heute zunächſt unter dem Einfluß des hohen Druckes=
meiſt
heiteres trockenes Wetter, ſpäter jedoch erneute
Trübung zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, den 29. März=
Zunächſt meiſt heiter und trocken, ſpäter bei wechſeinder
Bewölkung erneute Trübung.

Tageskalender.
Sonntag, 29. März.

Großh. Hoftheater. Anfang 7 Uhr, Ende gegen
11 Uhr (Ab. A): Carmen
Vortrag von Profeſſor Lenhart um 8 Uhr im Kon=
kordiaſaal
(Voltsverein für das katholiſche Deulſch=
land
).
Bibliſcher Vortrag um 5 Uhr im Reſtauran
Kaiſerſaal
Konzert um 11 Uhr im Konfervatorium für Muſik
(Mühlſtraße 70).
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Hotel Heß um
4 Uhr. Bürgerkeller um 4 Uhr. Café Metropole um
4 und 8 Uhr. Perkeo um 4 und 8 Uhr. Münchner
Kindl um 4 Uhr Rummelbräu um 4 und 8 Uhr.
Schützenhof um 7½ Uhr. Reſt. Schweizerhaus zu
Eberſtadt um 4 Uhr.

Verſteigerungskalender.
Montag, 30. März.

Marktſtandplätze=Verſteigerung um 9 Uhr
in der Turnhalle am Woogsplatz.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der Ar=
tillerie
=Kaſerne (Regt. Nr. 61).
Druck und Verlant z. . Pitichſiſe Heſtuchbendhn.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Mar Htreeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbei auen und Mittelungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Itriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen: nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

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Nummer 88.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Seite 9.

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Chemnitz, Sachsen 32.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Nummer 88.

Bankfürflang.
ändgraf Philinn=Anlage6

Gntu.sſtausu C
Wilhelminenstrasse 14

Aktienkapital und Reserven 192 Millionen Mark.
111 Zweigstellen in Deutschland
(darunter 30 Depositenkassen und Wechselstuben in Berlin und Vororten).
Ausführung aller bankmässigen Geschäfte.
Unsere Bank ist laut Ministerialerlass
Hinteriegungsstelle für Mündelgelder.

Hessische

Rrchenſchaſtb=Brricht drs N. Mſädechen=Bereig
der drei Konferenzen St. Ludwig, St. Eliſabeth und St. Martin
vom 1. Januar 1913 bis 1. Januar 1914.
Einnahmen.

Die Konferenz=Vorſtände:
Fink, Pfarrer.
Dr. Elz, Domkapitular.
Singer, Pfarrkurat.
Freifr. v. Biegeleben. Frau M. Lechner. Frl. B. v. Bothmer.
Für den Verwaltungsrat des St. Eliſabethen=Vereins:
Dr. Elz, Domkapitular. Frau Maria-Coelestina Freytag.
Wir empfehlen den Verein dem Wohlwollen unſerer Mitbürger, mit der Bitte um gütige Zu=
wendungen
von Gaben, Legaten u. dergl., ſowie auch Geſchenken an Bett= und Leibwäſche, Kleidungs=
8210
ſtücken, Schuhen uſw.

Geſant=
St. Ludwig St. Eliſabeth St. Martin einnahmen
*4
-
4
(*4
Kaſſenbeſtand 1. Januar 1913 . . .
754.81
784.70
820.28
Durch die Büchſe in den Sitzungen
41.03
263.95
88.40
Durch die Kollekte der außerordentl. Mitglieder
280.
278.
58.50
Gaben von beſond. Wohltätern
105.69
221.47
Aus dem Ertrag der Verloſung 1912 (nachträgl.)
121.80
261.65
243.60
Aus dem Ertrag der Verloſung 1913.
580.50
567.
202.25
Durch Kirchenkollekten
76.27
91.50
254.96
Aus dem Vermächtnis des Herrn Major
50.
Gerlach
135. 115.
Schenkung der Frau Gräfin Spee .
50.
10.
Beſondere Weihnachtsgaben
28.
36.90
178.68
Gaben für Erſtkommunikanten
20.80
Gaben für Erziehungszwecke
122.40
24.26
Gaben für weißes Brot .
Gaben für Arbeitslohn
18.60
11.
Aus dem Legat Heinz
11.
21.27
Zinſen von der Sparkaſſe
37.22
zuſammen
3186.44 1965.44
1393.61
7045,49

Ausgaben.
Geſamt=
St. Ludwig St. Eliſabetl St. Martin
ausgaben
4
4
4
4
Regelmäßige monatliche Geldgaben an alte
arbeitsunfähige Perſonen
319. 237.
67.
Unregelmäßige Geldgaben an bedürftige Fa=
milien
und Einzelperſonen .
87.40
157.85
25.
Für Kohlen und Briketts . .
38.
31.46
27.90
Für Lebensmitteß
537.88
347.68
161.58
a) Brot
11.58
18.40
34.95
b) Kartoffeln
68.02
c) Fleiſch und Fett
175.56
107.15
d) Reis, Hülſenfrüchte, Mehlwaren . . . .
95.81
107.42
76.49
150.92
81.81
e) Eier, Milch, Wein und Kakao
63.89
156.70
73.40
f) für Kaffee
62.90
14.
106.90
Für Erziehungszwecke
208.94
402.91
Koſten der Weihnachtsbeſcheerung 1913 . . .
297.12
Sonſtige Weihnachtsgaben . .
35.44
30.
7.60
Für bedürftige Erſtkommunikanten Anzüge
250.05 1 73.-
und Stiefel .
69.18
Für Bett= und Leibwäſche, Schuhe und Schuh=
62.77
17.
reparaturen
13.20
21.10
Für Arbeitslohn.
10.05
5.
33.50
22.
Div. kl. Ausgaben, Sammlerin .
Beitrag zur ſtädt. Fürſorge . .
zuſammen 2579.34 1 1484.91 941.26 1 5005.51

Darmstädter

Sprach-und Handelsschule

Leiter: Emil Held Hieron. Schneider
10 Luisenstrasse 10
Ausbildung in allen kaufmännischen Fächern
in vollen Tageskursen, Abend- und Einzelstunden
Maschinenschreiben Stenographie Fremden Sprachen, besonders Handeiskorrespondenz.
Für Fortbildungsschüler: Besondere Klassen, deren Besuch von der Pflichtscule befreit.
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Neue Kurse beginnen am 15. April.
Kostenſose Au-kun kschtr 1. u. mundt

Weinflaſchen
in nur größeren Partien kauft zu
den höchſten Preiſen. Offerten mit
Angabe des Quantums u. B 62
an die Expedition d. Bl. (*8417sgo

Bekanntmachung.

Der von dem Gemeinderat durchberatene Voranſchlag der
Gemeinde Waſchenbach (Gemeinde und Waſſerwerk) liegt vom
31. März bis einſchließlich 6. April d. Js. auf dem Bürgermeiſter=
büro
zur Einſicht der Beteiligten offen.
Während der Offenleaungsfriſt können Einwendungen ſchrift=
lich
oder zu Protokoll des Bürgermeiſters vorgebracht werden. Be=
merkt
wird, daß die Erhebung einer Umlage beſchloſſen wurde, zu
der auch die Ausmärker herangezogen werden.
Nieder=Ramſtadt mit Waſchenbach, den 28. März 1914. (8194
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Appel.

Lumpen
Flaschen, Alteiſen, Metalle,
kauft und holt ab
(*8385sg
Zwickler, Schwanenſtraße 12.
Poſtkarte genügt.

(umpen, Papier, Alteiſen, Me=
talle
, Flaſchen ꝛc. kauft zu
höchſten Preiſen bei pünktlicher
Abholung S. Still, Schwanen=
ſtraße
12. Poſtk. genügt. (7968a

Für Uniformen
Reitſtiefel, Sattelzeug u. Treſſen
zahle ich gewünſchte Preiſe. Off.
unter B 18 an die Exp. (7969a

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Kleidern, ſow. guter Wäſche u
dergl. bei reeller Bezahl. Schriftl.
Off. u. H 100 an die Exp. (7986sgi
(Beſtellung. n. f. Donnerstags.)
Lauarienhähne u. Zuchtweibch.
b. z. verk. Pankratiusſtr. 26, I. (*

Malideistenanstatt
Fernspr. 923. Darmstadt. Rheinstr.6
Unterricht in allen Handelsfächern durch beste,
langjährig bewährte Lehrkräfte.
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tages-
unterricht
.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den
kaufmännischen Beruf.
Das Sommersemester beginnt Donnerstag, den 16. April, vorm. 8 Uhr
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Diplom=
Handelslehrer Willl. Siederslesen

gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.
(4752a)

Wohere Bribarſchare Darmſtabt.
Grüner Weg 19. Inh. u. Leiter H. Rupp. Fernſpr. 1512.
Die Anſtalt bereitet in kleinen Gruppen zur Einj.=, Prim.=,
Fähnrichs= und Reifeprüfung, ſowie zum Eintritt in eine höhere
ſtaatl. Anſtalt vor. Beſchränkte Schülerzahl (höchſtens 40 Schüler);
daher durchaus ſorgfältiger, perſönlicher Unterricht. Die Anſtalt er=
zielte
ſtets ſehr gute, überraſchende Erfolge; man verlange Proſp.
u. Prüfungsergebniſſe. Mit der Anſtalt iſt eine von den beſten Kreiſen
vorzüglich empfohlene Familienpenſion verbunden. Anmeldungen
werden täglich von 121 Uhr und von 35 Uhr nachmittags in der
Anſtalt vom Vorſteher oder deſſen Vertreter, Herrn Lehramtsaſſeſſor
Michel entgegengenommen.
(B8043
Der Vorſteher: H. Rupp.

Martinstrasse
Darmstädter Pädagogium,
34
Staatlich konzessioniert und beaufsichtigt. Sexta bis Ober-
prima
aller Schulen. Vorbereitung auf Einjährigen-, Primareife-
und Abiturienten-Prüfung.
(B8232
Wie fast stets, so bestanden auch im Herbst 1913
sämtliche Kandidaten die Abiturienten- Prüfung.
Bisherige 68 Abiturienten, 60 Primaner, 145 Einjährige;
Erfolge: ausserdem bestanden 72 Schüler die Aufnahme-
prüfung
für andere Klassen.
Anmeldungen: Kiesstraße 95, Telephon 2501.

Hormanlnisches Istitar.
10klaſſige höhere Mädchenſchule
verbunden mit Sprachſeminar.
Die Anmeldung neuer Schülerinnen für Oſtern 1914 nimmt
wochentäglich zwiſchen 121 Uhr entgegen
die Vorſteherin:
Anne-Marie Tube
Neckarſtraße 5.
3526a)

Städt. subv. unter Staats-
aufsicht
stehende
Höhere

Handelsschule Landau (Pfalz).
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I. Hannelsrealschule 1912/13 2e Einjährige.
zur kaufm. Ausbildung für junge
I. Halhjähr. Handelskurse Leute von 1590 Jahren.
Schul- und Pensionatsräume In Imposanten Neubauten.
Gewissenhafte Beaufsichtigung; anerkannt gute Verpflegung.
Ausführliche Prospekte versendet Direktor A. Harr.
Neuaufnahme
20. April 1914.
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Wohltat für Angehörige. Defekt nicht mehr bemerkbar.
heilt Dir. F. Baum,
Wilhelminenstr. 35,
Ecke Hügelſtr. (2977a
Kein unnützer Apparat zur Selbſtheilung, wovor in Zeitungen
gewarnt wird; empfohlen durch die oberſte Schulbehörde.

Stottern

Bekanntmachung.

In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Kaufmanns
Robert Blum, Inhaber der
Firma Ludwig Schwab in Darm=
ſtadt
, wird nach dem Ableben des
ſeitherigen Konkursverwalters
Wolff der Kaufmann und Agent
Friedrich Sparſchneider in Darm=
ſtadt
zum Konkursverwalter er=
nannt
.
Zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder
die Wahl eines anderen Verwal=
ters
wird eine Gläubigerverſamm=
lung
auf
Montag, 6. April 1914,
vormittags 11 Uhr,
Zimmer Nr. 217, berufen.
In dieſem Termin ſollen auch
die nachträglich angemeldeten For=
derungen
geprüft und die Gläu=
bigerverſammlung
über die den
Mirgliedern des Gläubigeraus=
ſchuſſes
zu gewährenden Vergütung
(8184
gehört werden.
Darmſtadt, 21. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.

Bekanntmachung.

Das Verfahren in dem Konkurs
über den Nachlaß des Gaſtwirts
Heinrich JakobyVIII. und deſſen
Ehefrau Philippine, geb. Beſt, zu
Darmſtadt, wird wegen Unzuläng=
lichkeit
der Maſſe eingeſtellt. Die
Vergütung für den Verwalter iſt
auf 285,11 Mark unter Vorbe=
halt
des Abzuges der noch nicht
gedeckten Verfahrenskoſten feſtge=
(8185
jetzt.
Darmſtadt, 21. März 1914.
Großberzogliches Amtsgericht I.

Rolf v. St. Wendel=Nahe.
SZ. 21519, verſchiedentlich mit 2. u.
Ehrenpreiſen prämiiert, geſund u.
kräftig, im Freien gezogen. Her=
vorragender
erſtkl. Rüde, gelbgrau
gewolkt, wundervoller Schäfer=
hundausdruck
, mächt. Gebäude, ſ.
gutes Gangwerk, ungeh. Ausdauer
u. feuriges Temperament, ſteht
zum Decken frei,
evtl. billig zum Verkauf. Nach=
weisb
. beſte Vererbung. Zucht=
bewertung
ſtets Vorzüglich.
Näh. in der Exped. (*8056mgm

[ ][  ][ ]

Nummer 88.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Seite 11.

Wochenmarkt=Ordnung für die Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt.

Auf Grund der §§ 64, 66, 69 und 149 Abſatz 1 Ziffer 6
der Reichsgewerbe=Ordnung und des § 103 der Aus=
führungsverordnung
hierzu vom 20. März 1912, ſowie des
Artibels 129b Abſatz II Ziffer 1 der Stadteordnung vom
8. Juli 1911 wird im Einverſtändnis mit der Stadtver=
tretung
und mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des
Innern vom 25. März 1914 zu Nr. M. d. J. III 3396, die
folgende Wochenmarktordnung für die Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt erlaſſen:
§ 1.
Die Wochenmarkt=Ordnung regelt den Verkehr mit
Marktwaren auf den Marktplätzen und zwar ſowohl an
den allgemeinen Wochenmarkttagen wie an den übrigen
Tagen.
§ 2.
I. Gegenſtände des Wochenmarktverkehrs ſind:
1. rohe Naturerzeugniſſe mit Ausnahme des
größeren Viehes,
2. Fabrikate, deren Erzeugung mit der Land= und
Forſtwirtſchaft, dem Garten= und Obſtbau oder
der Fiſcherei in unmittelbarer Verbindung ſteht,
oder zu den Nebenbeſchäftigungen der Landleute
hieſiger Gegend gehört oder durch Taglöhnerarbeit
bewirkt wird mit Ausſchluß der geiſtigen Getränke,
3. friſche Lebensmittel aller Art.
II. Zum Verkauf werden auch Töpfer= und Steingut=
waren
zugelaſſen.
III. Ferner iſt einheimiſchen Verkäufern der Verkauf von
Zucker=, Kammacher=, Korbmacher= und Schuhwaren ge=
ſtattet
. Auswärtige Verkäufer dieſer Waren werden nicht
zugelaſſen.
§ 3.
I. Die Beſtimmung der Wochenmarktplätze und ihre
Benutzung für die verſchiedenen Marktwaren iſt der über=
ekdſtimmenden
Feſtſetzung des Großh. Polizeiamts und
des Oberbürgermeiſters überlaſſen
II. Für beſtimmte Gegenſtände können beſondere Märkte
eingerichtet werden. Auf dieſe finden die Beſtimmungen
der Wochenmarktordnung entſprechende Anwendung.
§ 4.
I. Die Wochentage an welchen Markt auf allen Markt=
ſtänden
und in allen Marktwaren ſtattfindet allgemeine
Wochenmarktage ſowie die Marktzeit, d. h. die Ver=
kaufsſtunden
, ſowohl für den allgemeinen Wochenmarkt
wie für den übrigen Markt, werden von dem Großh.
Polizeiamt im Einvernehmen mit dem Oberbürgermeiſter
feſtgeſetzt. Für die einzelnen Marktplätze können verſchiedene
allgemeine Wochenmarkttage feſtgeſetzt werden.
AI. Fällt ein allgemeiner Wochenmarkttag auf einen
gefetzlichen Feiertag, ſo findet dieſer Markt in der Regel
am Werktage vorher ſtatt.
III. Die Inhaber der ſtändigen, für alle Wochentage be=
ſtimmten
Plätze dürfen ohne weiteres auch an anderen
Werktagen als den allgemeinen Wochenmarkttagen auf den
Marktplätzen Marktwaren verkaufen. Andere Verkäufer
können hierbei nach Entrichtung des Marktſtandgeldes
gleichfalls nach Bedarf zugelaſſen werden. Die Beſtim=
mungen
der Wochenmarktordnung finden entſprechende An=
wendung
.
§ 5.
An Sonn= und Feiertagen dürfen auf den Marktplätzen
nur ſolche Waren verkauſt werden, deren Feilbieten auf
öffentlichen Wegen, Straßen. Plätzen oder an anderen
öffentlichen Orten an dieeſn Tagen von Großh. Kreisamt
allgemein erlaubt iſt, und zwar nur in dem von dieſer
Behörde allgemein geſtatteten Umfang.
§ 6.
I.Vor Beginn und nach Schluß der Märkte darf auf
den Marktplätzen nichts feilgeboten und verkauft werden.
II. Die Waren können bereits eine halbe Stunde vor
Beginn der Märkte auf die Verkaufsplätze gebracht wer=
den
. Eine halbe Stunde nach Schluß der Märkte müſſen
die Plätze von Waren und Gerätſchaften aller Art geräumt
ſein.
§ 7.
Die Vergebung der einzelnen Verkaufs=
plätze
erfolgt nach näherer Beſtimmung des Oberbürger=
meiſters
und nach Maßgabe eines beſonderen Planes auf
folgende Weiſe:
1. die ſtändigen für alle Wochentage be=
ſtimmten
Plätze, deren Zahl von Jahr zu
Jahr dem Bedürfnis entſprechend bemeſſen wird,
werden alljährlich auf die Dauer eines Jahres ( Ver=
waltungsjahr
) öffentlich verſteigert.
2.die übrigen Plätze werden für jeden ein=
zelnen
Wochentag durch den ſtädtiſchen Markt=
meiſter
freihändig vergeben.
§ 8.
Für die Benutzung der Verkaufsplätze hat jeder Ver=
käufer
, vor Bezug des Platzes ein beſonderes Markt=
ſtandgeld
nach Maßgabe der Beſtimmungen dieſer
Marktordnung, ſowie nach den von dem Oberbürgermeiſter
dieſerhalb zu erlaſſenden Vorſchriften nebſt Tarif zu ent=
richten
.
§ 9
I. Der Steigpreis für die feſten Plätze wird nach
den Verſteigerungsbedingungen bezahlt.
II. Das Standaeld für die Tagesplätze iſt nach den
Beſtimmungen des Tarifs durch Löſung von Marktſtand=
ſcheinen
zu entrichten. Dieſe Scheine haben nur für den
Löſungstag Gültigkeit; ſie ſind nicht übertragbar und
müſſen während der Marktzeit zur Erleichterung der Kon=
trolle
ſichtbar getragen werden.
III. Die Zahlung des Steigpreiſes und des Stand=
geldes
iſt den Aufſichtsbeamten während der Marktzeit auf
Verlangen jederzeit durch Vorzeigung der Quitungen
oder Scheine nachzuweiſen.

§ 10.
I. Die einzelnen Plätze werden den Verkäufern
durch den ſtädtiſchen Marktmeiſter in der
Art zugewieſen daß die Waren gleicher Gattung
ſich tunlichſt in denſelben Reihen befinden.
II. Kein Verkäufer darf ohne Genehmigung des
Marktmeiſters den ihm zugewieſenen Platz weitervermie=
ten
, oder mit einem anderen vertauſchen.
III. Die Inhaber von Tagesplätzen haben keinen An=
ſpruch
darauf, daß ihnen ſtets der gleiche=Platz zugewieſen
wird.
§ 11.
I. Das Aufſtellen von feſten und überdachten
Ständen und von großen Marktſchirmen hat nach
näherer Anweiſung des ſtädtiſchen Marktmeiſters zu er=
folgen
. Die Stände und Schirme ſind ſtets in ſauberem,
guten Zuſtand zu erhalten.
II. Die Durchgänge zwiſchen den einzelnen Stän=
den
und Verkaufsreihen ſind für den Verkehr des Pu=
blikums
von Waren und Gerätſchaften vollſtändig freizu=
halten
. Ebenſo die Zugänge und Zufahrten zu den an
die Verkaufsplätze angrenzenden Hofreiten.
III. Bei dem Aufbauen und Aufeinanderſtellen von
Waren darf die Höhe eines feſten Standes (etwa 1,25 m)
nicht überſchritten werden.
IV. Kochapparate dürfen nur in Kaffeebuden und
geſchloſſenen Metzgerbuden aufgeſtellt und benutzt werden.
§ 12.
I. Das Befahren der Marktplätze, ſoweit
ſie für den Markwverkehr benötigt werden, und der Durch=
gangsreihen
mit Wagen, Kinderwagen, Fahrrädern uſw.
iſt während der Marktzeit verboten. Ausgenommen iſt
das Befahren des Kartoffel=und Krautmarktes mit Markt=
fuhrwerken
.
II. Die leeren Wagen uſw. dürfen nur auf den hierzu
beſtimmten Plätzen aufgeſtellt werden.
§ 13.
Das Mitbringen und Umherlaufenlaſſen von Hun=
den
auf den Macktplätzen während der Marktzeit iſt ver=
boten
.
§ 14.
I. Die zu Markte gebrachten Gegenſtände dürfen nicht
bloß zum Schein ausgeſtellt werden. Der Verkäufer muß
ſich bei der Ware befinden, jedem Käufer auf Verlangen
die Preiſe angeben, und ihm die Ware gegen Zahlung des
vereinbarten Preiſes käuflich überlaſſen.
II. Als Verkäufer oder deren Gehilfen dürfen nicht
verwendet werden:
1. Kinder unter 14 Jahren,
2. ſchmutzig gekleidete, oder mit einer anſteckenden oder
abſchreckenden Krankheit behaftete Perſonen.
III. Jedes laute Anpreiſen, ſowie das Ausrufen und
öffentliche Verſteigern von Waren und Gegenſtänden aller
Art iſt den Verkäufern unterſagt.
IV. Bei jedem Verkaufsſtand iſt ein Korb bereitzuhal=
ten
, in welchem die beim Marktgeſchäft entſtehenden Abfälle
geſammelt werden müſſen.
§ 15.
I. Die zum Verkauf beſtimmten Lebensmittel ſind bei
der Beförderung, dem Aufbewahren und dem Feilbieten
mit der größten Reinlichkeit zu behandeln und gegen
Verunreinigungen ausreichend zu ſchützen. Es iſt
unterſagt, ſich auf die Lebensmittel zu ſetzen, oder ſie mit
unſauberem Material zuzudecken.
II. Friſches Fleiſch, Fiſche. Wild, Geflügel, Wurſt=,
Back= und Zuckerwaren, dürfen nur auf reinen Tiſchen aus=
gelegt
werden, Obſt, Butter, Eier und Käſe dürfen ebenſo,
dürfen aber auch in reinen Körben gelagert werden. Alle
anderen Marktwaren dürfen, ſoweit keine Markttiſche oder
Körbe verwendet werden nicht auf den Boden gelegt, ſon=
dern
müſſen auf reinen Tüchern ausgelegt werden. Dem
Großh. Polizeiamt bleibt es überlaſſen, im Einvernehmen
mit dem Oberbürgermeiſter, in beſonderen Fällen oder
dauernd das Auslegen von weiteren einzelnen Markt=
waren
auf reinen Tiſchen anzuordnen.
III. Die Fiſchwaren dürfen nicht in der Sonne aus=
gelegt
werden. Seefiſche müſſen auf Eis gelagert werden.
Die ausgelegten Fiſch= und Fleiſchwaren und insbeſondere
das Hackfleiſch, müſſen zugedeckt oder ſonſt in ſicherer Weiſe
vor der Verunreinigung durch Schmutz, Fliegen und der=
gleichen
geſchützt ſein.
IV. Die Tiſche, auf welchen die Fleiſch= und Fiſch=
waren
ausgelegt werden, müſſen mit gutverzinntem Blech
überzogen ſein, damit ſie abwaſchbar und gut zu reinigen
ſind. Die bei dem Verkauf ſich ergebenden Abfälle uſw.
ſind während der heißen Jahreszeit in Eisbehälter zu ver=
bringen
und ſpäter zu beſeitigen.
§ 16.
I. Es dürfen nur geſunde, reine friſche und
unverfälſchte Waren auf den Markt gebracht
werden.
II. Unreifes, zum Einmachen beſtimmtes Obſt,
darf nur unter der deutlich ſichtbaren Bezeichnung Un=
reifes
Obſt ſeilgehalten werden. Solches Obſt darf an
Kinder unter 14 Jahren nicht verkauft werden.
III. Kunſtbutter und Miſchbutter ſind von
Naturbutter getrennt zu halten und als ſolche durch
eine Tafel mit entſprechender Aufſchrift, ſowie weiter da=
durch
kenntlich zu machen, daß Gefäße und Umhüllungen,
in denen ſie feilgehalten und verkauft werden, an einer in
die Augen fallenden Stelle die entſprechende Bezeichnung
deutlich und unverwiſchbar tragen.
IV. Für den Verkauf von Margarine gelten die
Vorſchriften des Reichsgeſetzes vom. 15. Juni 1897.
W. Unreine, verfälſchte, verdorbene
oder geſundheitsſchädliche Waren werden

unbeſchadet der verwirkten Strafe eingezogen und un=
ſchädlich
gemacht.
§ 17.
I. Das Betaſten der unverhüllt zum Verkauf ausliegen=
den
Lebensmittel, die ihrer Art nach ein ſofortiges Ver=
zehren
zulaſſen, ebenſo das Ueberſchreiten der auf
dem Boden ausgebreiteten Waren iſt nicht geſtattet und
darf von dem Verkäufer nicht geduldet werden.
II. Butter und Schmierkäſe darf nur mit kleinen,
reinen, zu keinem anderen Zweck vorher gebrauchten Holz=
ſtäbchen
gekoſtet werden. Dieſe Stäbchen ſind von dem
Verkäufer bereit zu halten und müſſen von dem Probe=
nehmer
nach jeder Einzelprobe vernichtet werden.
§ 18.
Beim Verpacken von Nahrungs= und Genußmitteln
darf im allgemeinen nur reines Papier auch Zeitungs=
papier
verwendet werden. Zum Verpacken ſolcher Nah=
rungs
= und Genußmittel, die nicht völlig trocken ſind, oder
eine auch nur teilweiſe fette oder überzuckerte Oberfläche
haben, darf nur ſauberts und ungebrauchtes Papier, das
weder bedruckt noch beſchrieben iſt verwendet werden.
Zuläſſig iſt jedoch der Aufdruck der Firma auf der Außen=
ſeite
des Papiers.
§ 19.
Das Aufſtellen von lebendem Geflügel darf nur in ge=
ſchloſſenen
Transportkörben, Käfigen oder anderen luftigen
und feſten Behältern geſchehen. Dieſe müſſen ſo geräumig
ſein, daß die Tiere nebeneinander Raum haben, nicht über=
einander
ſtehen oder liegen und nicht gepreßt werden. Das
Zuſammenbinden der Füße einzelner Tiere darf nur mit
Stroh und nicht in tiergäleriſcher Weiſe geſchehen. Das
Zuſammenbinden mehrerer Tiere iſt unterſagt.
§ 20.
Das Schlachten, Rupfen und Ausnehmen
von Federvieh, ſowie das Abziehen und Ausnehmen
von Haſen und Kaninchen uſw. iſt verboten.
§ 21.
I. Jeder Verkäufer hat ſich des geſetzlichen Maßes
und Gewichtes zu bedienen. Er haftet insbeſondere
für das richtige Maß und Gewicht von Waren, die gewöhn=
lich
auf Treu und Glauben verkauft werden (z. B. Butter
in Teilen von ½, ½ kg.); er iſt verpflichtet, auf Verlangen
des Käufers jede Ware vorzuwiegen. Wünſcht der Käufer
das Vorwiegen auf einer ſtädtiſchen Wage, dann iſt der
Verkäufer zur Benutzung einer ſolchen auf Koſten des Ver=
langenden
verpflichtet.
II. Für das Benutzen der ſtädtiſchen Wagen iſt
eine Gebühr nach Maßgabe der von dem Oberbürger=
meiſter
hierüber zu erlaſſenden Vorſchriften nebſt Tarif zu
entrichten.
III. Das Aufſtellen von Dezimalwagen iſt den Ver=
käufern
nur mit Genehmigung des Oberbürgermeiſters
geſtattet.
IV. Den Verkäufern iſt nicht geſtattet, auf ihren Privat=
wagen
fremde Waren zu verwiegen.
§ 22.
I. Für den Großverkauf von Marktwaren wird
an den allgemeinen Wochenmarkttagen ein beſonderer Platz
durch den ſtädtiſchen Marktmeiſter bereit gehalten.
II. Der Großverkauf auf dem beſonderen Platz beginnt
eine halbe Stunde vor Eröffnung des allgemeinen Marktes
und dauert 1½ Stunden.
III. Im Großverkauf dürfen Marktwaren nur korb=,
kiſten= und ſackweiſe feilgehalten werden.
§ 23.
An den allgemeinen Wochenmarkttagen iſt auf den
Marktplätzen (einſchließlich der anliegenden Straßen, inſo=
weit
ſie gemäß § 3 Abſatz 1 als Teile des Marktplatzes be=
zeichnet
ſind) während der Marktzeit jeder Hauſie=
handel
mit Waren aller Art und das Verteilen von
Reklamezetteln verboten.
§ 24.
Alle Abmachungen unter den Verkäufern zum Zwecke
der Steigerung der Preiſe für einzelne Waren ſind ver=
boten
.
§ 25.
I. Käufer und Verkäufer haben auf den Marktplätzen
jede Störung der Ruhe und Ordnung zu ver=
meiden
.
II. Niemand darf einen anderen durch Zurückdrängen
oder auf eine andere ungehörige Weiſe im Handel ſtören.
§ 26.
I. Dieſe Marktordnung und die Markt=
polizei
überhaupt, wird unter der Oberleitung des
Großh. Polizeiamts durch ſeine Organe gehandhabt.
II. Die Handhabung der Platzordnung,
insbeſondere die Zuteilung der Plätze an die Verkäufer
und die Kontrolle der Zahlung des Marktſtandgeldes liegt
dem ſtädtiſchen Marktmeiſter und dem ihm zu=
geteilten
Aufſichtsperſonal ob.
III. Den Anordnungen der Polizeiorgane und des
ſtädtiſchen Marktmeiſters iſt bei Meidung der Wegweiſung
vom Markte unbedingt Folge zu leiſten.
§ 27.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Marktordnung
werden, ſoweit nicht andere Straſporſchriſten Anwendung
finden, mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark und im Falle des
Unvermögens mit Haft bis zu 8 Tagen beſtraft.
§ 28.
Dieſe Marktordnung tritt am 1. April 1914 in Kraft.
Mit dem gleichen Zeitpunkt gilt die Marktordnung vom
30. Oktober 1894 als aufgehoben.
Darmſtadt, den 27. März 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
(8169goi
Gennes.

Bekanntmachung,

Am Mittwoch, den 1. April ds. Js., werden unſere Geſchäfts=
räume
von Waldſtraße 19 nach
Frankfurterſtraße 29
(Gaswerks=Verwaltung) verlegt. Die Fernſprech=Nummer
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bleibt 83.
Darmſtadt, den 28. März 1914.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung Darmſtadt.
Rudolph.

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Dienstag, den 31. März, von 90 Uhr vormittags ab,
wird auf dem hinteren Hofe der alten Kavalleriekaſerne am Marien=
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Die Verſatzzeit der im April 1913 verſetzten Pfänder (rotes
Pfandſchein=Formular) Nr. 1 bis einſchl. Nr. 2829 iſt nunmehr
erneuern zu laſſen.
Wir fordern die Pfandſchuldner zur Erneuerung der Verſatzzeit
mit dem Bemerken auf, daß dieſelbe von jetzt ab bis zu dem betr.
Verfalltage ſtattfinden muß. Nach Ablauf dieſer Friſt können die
verfallenen Pfänder nur noch ausgelöſt werden.
Darmſtadt, den 1. März 1914.
Die ſtädtiſche Leihamtsverwaltung.
Paul.
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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

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fragte Mama Arnolds Aelteſte und fühlte merkwürdiger=
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ihre vorhin entſtandene Reizbarkeit ſchwinden.
Eine glückliche Erinnerung? wiederholte der Vetter
John Kaſimir grimmig, und im Gegenſatz zu ſeiner vor=
hin
gezeigten Zurückhaltung ſchien er jetzt von einem leb=
haften
Mitteilungsbedürfnis überkommen. O ja, wäh=
rend
der kurzen Verlobungszeit erwartete ich alle Wun=
der
von meiner Zukunft. Und dann: eine Frau für mich
und eine trauliche Häuslichkeit glaubte ich mir gewonnen
zu haben und hatte eine prächtige Salonpuppe gefunden,
die innerlich ſo hohl war wie eine taube Nuß und für die
mein Haus nur der Platz und die Gelegenheit war, ſtän=
dig
Bewunderer um ſich zu verſammeln und vor ihnen zu
glänzen. Ein Haus hatte ich und doch kein Daheim, und
ſelbſt das Kind war ihr in Wirklichkeit nur im Wege.
Sie hat wahrhaftig keine Mutter verloren, meine kleine
Lizzi. Mit Güte und Liebe, mit Ernſt und Strenge habe
ich’s verſucht, ſie, die doch nun einmal meine Frau war,
mir zu dem zu bilden, was ich mir erhofft und erſehnt
hatte das Reſultat waren Achſelzucken oder Szenen,
bis ſie mir endlich mit ihrem vielbewunderten, klingen=
den
Lachen ins Geſicht lachte, daß ein ſolches Leben eben
ihr gutes Recht ſei; denn nur um es führen zu können,
hätte ſie mich als den zufälligerweiſe am beſten ſituierten
ihrer Bewerber geheiratet. Nur meiner pekuniären Lage
verdankte ich das Glück, ſie zu beſitzen! Von da an habe
ich ſie gewähren laſſen. Aber Sie werden begreifen,

ee
Erinnerungen aufzuwecken.
Ja, o ja! ſagte Thea mit lebhafter Zuſtimmung. War
doch auch in ihr an Stelle der ehemaligen Neigung all=
mählich
ein förmlicher Widerwille emporgewachſen gegen
die Erinnerung an das, was ſie durch den ſchönen Ober=
lehrer
erlebt und durchlitt. Die Augen hätte ſie am lieb=
ſten
gegen ihn geſchloſſen bei der nahen Begegnung vor=
hin
. Und ſie begriff noch mehr: Dieſe Gleichartigkeit ihrer
inneren Erlebniſſe war auch ſicherlich der Grund, aus dem
John Eckardt und ſie ſelber allenthalben einander ſo
wunderbar gut verſtanden und ſich meiſt zuſammenfan=
den
. Beide trugen ſie an einer ſchweren Enttäuſchung,
beide hatten ſie abgeſchloſſen mit einem Gefühl, das ihnen
ſo häßlich gelogen und kein Glück gebracht hatte.
Ja, ja, ich begreife es, wiederholte ſie mit Lebhaftig=
keit
. Ich verſtehe Sie vollkommen und empfinde ganz
wie ſie, Vetter John. Nach einer ſolchen Erfahrung hat
man genug, will man nichts mehr wiſſen von Liebe und
Ehe. Das Leben bietet noch genügend anderes, um es
voll auszufüllen, wenn man einen gern geübten Beruf
hat. Und Sie haben dazu noch Ihr Kind, das Sie lie=
ben
. Da braucht’s Ihnen wahrhaftig nicht nach neuer
Enttäuſchung zu gelüſten.
Aber die ſoeben noch von der Arnoldsälteſten kon=
ſtatierte
Uebereinſtimmung ſchien nun faſt im ſelben Mo=
ment
verſagen zu wollen. Der Vetter John Kaſimir
ſchwieg eine ganze Weile. Und dann endlich ſagte er lang=
ſam
und mit Betonung: Es muß ja doch nicht gerade
wieder eine Enttäuſchung ſein, Kuſine Thea!
Was habt ihr denn hier für Geheimniſſe? erkundigte
ſich die hinzukommende Mizzi neugierig.

Licht, noe Sie deſonans mneſen wicde, An=
ſinchen
!
Oho, mich intereſſiert alles! Heraus damit, was ha=
ben
Sie der Thea ſo leiſe und wichtig anvertraut?
Daß mein jüngſten Kuſinchen ein ſehr hübſches Mäd=
chen
iſt.
Das dürfen Sie auch alle Tage laut ſagen, Vetter
John, lachte und ſchmollte Mizzi ein wenig kokett, Sie
könnten immer noch ein bißchen galanter ſein, neckte ſie
und hing ſich keck an den Arm des großen Amerikaners.
Mizzi, Du genierſt den Vetter John! ſagte Thea. Ihr
Ton klang plötzlich wieder gereizt.
Pah, dann wird er mir’s ſchon ſelber ſagen, verſetzte
Mizzi ungerührt, ſich noch ein bißchen feſter einhängend.
Geniere ich Sie, Vetter John? blitzte ſie ihn luſtig mit
den Braunaugen an.
John Kaſimir Eckardt lächelte behaglich. Wollte ich
wirklich mit einem Ja antworten, ſo wüßten Sie ja doch,
daß es nicht wahr wäre, Kuſinchen.
Da ſiehſt Du’s, Thea, triumphierte Mizzi.
Ja, ich ſehe! kam es kurz zurück. Und ich wundere
mich ja auch gar nicht!
Es war ein ſo ſcharfer Klang, wie er ſeit der neu=
hergeſtellten
Einigkeit zwiſchen den Schweſtern ſich kein=
mal
ereignet hatte, und er fand ſpäter noch eine Wieder=
holung
, als ſie ſich in ihrem gemeinſamen Schlafzimmer
zur nächtlichen Ruhe rüſteten. Erregt trat Thea an die
Jüngſte heran, die vor dem Spiegel ihr dunkles Kraus=
haar
mit der Bürſte glättete.
Ich muß Dir ſagen, daß Du Dich an Vetter John
in einer Weiſe herandrängſt, deren Du Dich wirklich ſchä=
men
ſollteſt!

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Nummer 88.

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Mizzi blinzelte ein wenig ſpöttiſch durch die über
ihr Geſichtchen herabhängenden Haarſträhne. Meinſt Du?
Allerdings! bekräftigte Thea in ſteigender Erregung.
Was glaubſt Du denn, welchen Begriff er von Dir bekom=
men
wird?
Aber die Arnoldsjüngſte zeigte ſich wieder einmal
jeder heilſamen Beeinfluſſung unzugänglich.
O, einen ſehr netten, verſicherte ſie, mit ihrem Spie=
gelbilde
liebäugelnd. Mein Herandrängen, wie Du es
nennſt, gefällt ihm doch augenſcheinlich recht gut.
Und demnach gedenkſt Du dies Benehmen alſo fort=
zuſetzen
?
Mizzi antwortete nicht gleich. Sie betrachtete ſich
erſt aufmerkſam die flammenden Augen und heißen Wan=
gen
der über ihr Benehmen ſo außerordentlich erzürnten
Schweſter, und in ihren Braunaugen blitzte es plötzlich
ſchelmiſch auf.
Ja, warum ſollte ichs nicht fortſetzen? ſagte ſie mit
einer unbekümmerten Luſtigkeit, die Thea bis ins Innerſte
ertpörte. Wenn wir beide, Vetter John und ich, doch un=
ſeren
Spaß daran haben! Kein Menſch macht Dich ver=
antwortlich
für das, was ich tue. Du brauchſt alſo wirk=
lich
nicht zu ſchelten und Dich darüber aufzuregen, Thea.
Aber Thea ſchalt und regte ſich doch auf, ſo oft Mizzi
dies kecke Benehmen gegen den Vetter John Kaſimir wie=
derholte
. Mehr und mehr ſteigerte ſich bei ihr dieſe Reiz=
Ekeit, die der unartigen Mizzi noch beſonderes Ver=

gnügen zu machen ſchien. Nicht die mindeſte Rückſicht
nahm ſie darauf, ſondern lachte oft noch dazu wie ein Ko=
bold
. Stürmend, wie es ihre Art war, kam ſie eines
Mittags in das Wohnzimmer geſtürzt, in dem Thea zu=
fällig
allein weilte.
Du, Vetter John läßt grüßen. Er hätte Billette für
die Tannhäuſer=Vorſtellung heute abend. Er will euch
abholen, und ich komme vom Geſchäft aus dorthin nach.
Eben hat er mirs geſagt. In der Königſtraße habe ich
ihn getroffen, und er iſt ein Stück mit mir gegangen.
Wie konnteſt Du ihn denn in der Königſtraße treffen?
fragte Thea mit ſich zuſammenziehenden Brauen. Da iſt
doch gar nicht Dein Weg!
Na, ich bin eben hindurchgegangen, um ihm zu be=
gegnen
. Dort ſteht doch ſein Hotel, erklärte Mizzi unge=
duldig
, weil ſie gerade überlegte, ob die einſtmals von
Herrn Gotthold Zänglein erhandelte Bluſe noch gut
genug für heute abend ſein würde.
Bis in die Königſtraße biſt Du ihm nachgelaufen?
rief Mama Arnolds Aelteſte empört. Schämen ſollteſt
Du Dich!
Das ſagſt Du mir alle Tage! konſtatierte Mizzi mit
Genugtuung und Gemütsruhe.
Und ich werde es Dir auch weiterhin jeden Tag ſagen,
wenn
Aber Mizzi war es jetzt plötzlich eingefallen, daß ſie
an der Bluſe eine Kleinigkeit zu ändern haben würde.
Das nahm ihr die Geduld zum Weitertreiben des Spiels,

und in ihrer ſchnippiſchen Art von früher fiel ſie Thea
ins Wort: Ja, ja, meinetwegen! Beruhige Dich nur; Du
brauchſt überhaupt gar keine Angſt zu haben; ich denke
in Wirklichkeit gar nicht daran, Dir John Kaſimir weg=
zunehmen
! Damit war ſie aus der Tür.
Mizzi! Außer ſich hatte es die Arnoldsälteſte rufen
wollen, aber ſie rief es nicht. Als wäre ein Geſpenſt
vor ihr emporgeſtiegen, drückte ſie die Hände gegen die
Augen und glitt auf einen Stuhl herab. Denn Mizzi,
die ſchnippiſche, leichtlebige und doch ſo furchtbar ſcharf=
ſehende
Mizzi, die hatte ja recht! Die hatte erkannt, was
ſie ſelber bis zur Minute noch nicht gewußt hatte: all
ihre Reizbarkeit war nichts anderes geweſen als die
Angſt, die neckiſche, pikante Schweſter könnte John Eckardt
für ſich gewinnen. Sie, Thea Arnold, die kaum erſt durch
eine bitterſchmerzliche Erfahrung hart belehrt worden
war und die ſich’s zugeſchworen hatte, von nun ihren
Lebensweg ſtolz und ſicher allein zu gehen ſie war im
Begriff, ſich eine zweite Demütigung zu holen! Zum
zweiten Male hatte ſie ſich in ein Glück hineingeträumt,
von dem ſie erkannt hatte, daß es nichts anderes bedeutete,
als eine kurze, blendende Lüge!
Aber ſie wollte nicht abermals ihr Herz einer Torheit
öffnen, die ſie dann ſo hart zu büßen haben würde
ſie wollte nicht! Noch war ihr früh genug die Erkenntnis
der neuen Gefahr gekommen und ſie konnte ſich nun da=
gegen
und gegen ſich ſelber wappnen!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 88.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

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Nr. 88,

Sonntag, 29. März.

1914.

Berliner Stimmungsbilder.
Von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verboten.)

Stadt und Umgebung. Längs der Spree. Ihre
Opfer. Auf dem grünen Raſen. Innerhalb der Stadt=
geenzen
. Der Ausklang der Saiſon. In der Ru=
mäniſchen
Geſandtſchaft. Ein Feſt zu Ehren des ru=
mäniſchen
Thronfolgerpaares. Mitternachtszauber,
Modenſchauen. Das zwölfnächtliche Künſtlerfeſt. Aus
dem Theaterleben.
Die Zeit iſt nun wieder gekommen, in der Stadt
und Umgebung um die Gunſt des weltſtädtiſchen
Publikums ſtreiten. Blitz und blank wird alles in den zahl=
loſen
Vergnügungsſtätten längs unſerer heimiſchen Ge=
wäſſer
, der Spree und Havel ſowie ihrer Seen, gemacht
und man bereitet ſich auf den großen Frühjahrsauszug der
Berliner vor, der bei Wettergunſt an freien Tagen in hellen
Scharen erfolgt. Das Leben im Freien hat ja Jahr um
Jahr auch bei uns größere Geltung gewonnen in enger
Verbindung mit der ſtets wachſenden Ausdehnung des
Sports. Schon ſeit Wochen durchfurchen die flinken Ruder=
und Segelboote vielfacher ihre eigenen Klubhäuſer be=
ſitzenden
Vereinigungen die Wellen der Spree, die dieſer
Tage leider durch das Fährbootsunglück nahe Köpenick ſo
viele Opfer gefordert; nicht weniger wie acht blühende
Menſchenleben kamen in den Fluten um, die ihnen ſo ver=
traute
waren, die ſie ſo oft und gefahrlos auf ſchirmendem
Fahrzeug durchquert.
Wie das Waſſer, ſo lockt jetzt auch der grüne
Raſen die Sportluſtigen aus dem bekannten Steinmeere
der Weltſtadt heraus. Die Berliner Rennſaiſon begann
am letzten Sonntag ſehr flott in Strausberg wohin eine
ganze Zahl von Sonderzügen viele Tauſende unſerer Be=
völkerung
gebracht. Ein beträchtlicher Teil von ihnen be=
kümmert
ſich freilich weniger um die Pferde und deren
Reiter, als um die Wetten, deren Ertrag ja von nun an
durch das neue Wettgeſetz recht hübſch beſchnitten werden

Setet, t. lg.
mit denen unſere Behörden genug Scherereien haben,
tüchtig zu Leibe und regelt den Verkehr mit don ſtaatlich
konzeſſionierten Buchmachern nicht minder, auf anderer
Grundlage, die Abgaben des Totaliſators. Ob aber trotz
noch ſo genauer Beſtimmungen und erhöhter Strafen die
Auswüchſe des Turfs ganz beſeitigt werden können, iſt
eine andere Frage; es bleiben auch hier einige Hinter=
türchen
offen, die gewiß auch in Zukunft häufig benützt
werden dürften. Während die bunten Farben der
Herrenreiter und Jockeis auf flüchtigen Roſſen über das
waldumſäumte Gelände getragen werden, übt der Reit=
ſport
auch innerhalb der Stadtgrenzen ſeine große An=
ziehungskraft
aus wie es der ſtarke Beſuch des Reit=
Turnders im Sport=Palaſt bewies. Eine gewählte
Zuſchauerſchar mit dem Kronprinzen und ſeinem Bruder
Eitel=Friedrich, ſowie anderen Prinzen des Königlichen
Hauſes an der Spitze hatte ſich hier mehrere Tage hindurch
eingefunden und verfolgte mit geſpannteſtem Intereſſe die
Vorführungen, hauptſächlich unſerer Offiziere die gin=
dringlich
zeigten, mit welcher Hingebung und welchem Ver=
ſtändnis
der Reitſport in unſerer Armee gepflegt wird.
Aber auch unſere Damen kam zu ihrem Recht, eine Zahl
forſcher Reiterinnen bewies daß ihnen, wie vielleicht auch
ſonſt im Leben, das Hindernisnehmen keinerlei Mühe
und Sorge bereitet!
Auch ſonſt braucht man ſich hier keine Sorgen zu
machen, wie man ſeine Stunden am Tage am Abend und
in der Nacht, ſelbſt am frühen Morgen, verbringt. Gerade
die mählig verlaufende Saiſon nimmt noch einmal all'
ihre Kräfte zuſammen, um zu zeigen, was ſie in dieſer
Uebergangszeit zum Frühling zu bieten vermag, und um
die Müden und Saumſeligen in beſonderer Weiſe zu
feſſeln. Selbſt unſerer Hofgeſellſchaft, für die ja die Ab=
reiſe
des Kaiſers nach Korfu und die damit verbundene
Auflöſung des kaiſerlichen Hauptquartiers im hieſigen
Schloſſe den Schluß der offiziellen zeſtlichen Veranſtal=
tungen
bedeutete, ward in den letzten Tagen noch Gelegen=
heit
zu geſelügem Beiſammenſein geboten. Zunächſt an
einem Geſellſchaftsabend in der Ruſſiſchen Botſchaft, bei
welchem das jetzt hier gaſtierende Ruſſiſche Ballett ver=
ſchiedene
Tänze aufführte und dann in der Rumäni=
ſchen
Geſandtſchaft in deren ſchönen Räumen
eine glänzende feſtliche Veranſtaltung zu Ehren des hier
weilenden Rumäniſchen Thronfolgerpaares
das von ſeinem Sohne, dem im 1. Garde=Regiment zu Fuß
dienſttuenden Prinzen Carol begleitet war, ſtattfand.
Es war gewiſſermaßen die Verabſchiedung der rumäni=
ſchen
fürſtlichen Gäſte vor ihrer Fahrt nach St. Peters=
burg
, und das Feſt bildete einen würdigen und ſtimmungs=
vollen
Abſchluß des hieſigen Aufenthaltes des Thronfolger=
paares
. Etwa 150 Einladungen waren ſeitens des Ge=

ſandten A. Beldiman, der nun ſchon ſeit 18 Jahren
ſein Heimatland hier in wirkſamſter Weiſe vertritt und
ſehr viel zu den guten deutſch=rumäniſchen Beziehungen
beigetragen hat, und ſeiner Gemahlin ergangen, und nach
der Fülle der Erſchienenen waren ſichtlich wenige Abſagen
erfolgt, obgleich am ſelben Abend auch bei dem Miniſter
des Innern ein Empfang ſtattfand. Farbenfrohe und an=
ziehende
Bilder boten die Säle und Gemächer dar, deren
Mittelpunkt der zahlreiche rumäniſche Erinnerungen ber=
gende
Salon bildete, in welchem die liebenswürdige Haus=
frau
, der Prinzeſſin Maria, von deren wegen der
Trauer gewähltem dunklem Gewande ſich ein wunder=
volles
großes, funkelndes Diamantkreuz in griechiſcher
Form abhob und auf deren ſchönen blonden Haaren ein
koſtbares Diadem ſchimmerte, viele der Erſchienenen vor=
ſtellte
. Die Prinzeſſin rechtfertigt noch immer den Ruf.
zu den ſchönſten fürſtlichen Damen zu gehören, ſie hat ſich
ihre Anmut und Weichheit zu bewahren gewußt, und auch
die gewinnende Freundlichkeit in ihrem ganzen Weſen
und Sichgeben. Prinz Ferdinand, lebhaft und an=
regend
wie immer, zog viele der Herren, von denen ihm
ſchon ein beträchtlicher Teil perſönlich bekannt war, ins Ge=
ſpräch
mit einzelnen von ihnen mancherlei feſſelnde Er=
innerungen
austauſchend an gemeinſame Erlebniſſe auf
deutſchem und rumäniſchem Boden. Zu den ſämtlichen
hier anweſenden Botſchaftern mit ihren Gemahlinnen ge=
ſellte
ſich der neuernannte bulgariſche Geſandte, General=
leutnant
P. Markow, mit deſſen Namen ja ruhmvolle
Waffentaten der bulgariſchen Armee eng verknüpft ſind,
und der hier eine ſehr warme Aufnahme gefunden, dann
die Geſandten Belgiens und Dänemarks, ſowie die Ge=
ſchäftsträger
Griechenlands und Serbienf) ferner eine
Reihe hochgeſtellter ausländiſcher und einheimiſcher
Diplomaten. Neben dem Reichskanzler von Beth=
mann
Hollweg waren der Staatsſekretär von Ja=
gow
und Unterſtaatsſekretär Zimmermann erſchie=
nen
, die Marine vertrat Großadmſral von Tärpitz und
die Armee Generalfeldmarſchall von der Goltz neben
anderen hohen Offizieren. Auch Angehörige unſerer ein=
heimiſchen
Fürſtenhäuſer tauchten auf, in der Begleitung
des Herzogs vonRatibor befand ſich ſeine anmutige
jugendliche Tochter, ſodann bemerkte man die Fürſtenpaare
Henckel=Donnersmarck und von Hatzfeldt,
ſowie ſonſtige Mitglieder unſeres hohen Adels. Aus der
Umgebung des Kaiſers war der frühere Oberhofmarſchall
Graf Eulenburg und der ehemalige Hausminiſter
von Wedel aus jener der Kaiſerin die Oberhof=
meſſterin
Gräfin von Brockdorff und die Hof=
ſtaatsdame
Fräulein von Gersdorff, aus der des
Kronprinzen der Hofmarſchall Graf von Bismarck=
Bohlen erſchienen. Die Parlamente vertraten der
Präſident des Abgeordnetenhauſes, Graf von Schwerin=

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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Nummer 88.

Löwitz, der Präſident des Herrenhauſes von Wedel, und
der Vizepräſident des Reichstages Profeſſor Dr Paaſche.
Auch fehlte es nicht an bekannten Erſcheinungen aus
unſerer hohen Finanz, ebenſowenig an Vertretern von
Kunſt und Literatur, zu denen der Wirkl. Geh. Oberhofbau=
rat
von Ihne zählte. Die Uniformen verſchiedener ru=
mäniſcher
Offiziere und jene ihrer in preußiſchen Dienſten
ſtehznden Landsmänniſchen Kameraden vervollſtändigten
das anziehende, maleriſche an ſchönen Frauenerſchei,
nungen und charakteriſtiſchen Perſönlichkeiten reiche Bild.
Für erleſene künſtleriſche Gaben war durch das ruſſiſche
Trio Sorge getragen worden, beſtehend, aus Frau Vera
Maurina Preß, ihrem Gatten Profeſſor Joſef Preß und
deſſen Bruder. Teils einzeln, teils in harmoniſch=
ſeelenvollem
Zuſammenklang von Geige Cello und Flügel
brachte das hervorragende künſtleriſche Dreigeſtirn, das in
Berlin längſt Geltung erlangt, Kompoſitionen von Tſchai=
kowski
Gluck, Mozart, Schumann, Schubert uſw. zum
Vortrag und feſſelte über eine Stunde die geſpannte Auf=
merkſamkeit
der in dem weißſchimmernden Feſtſaal ver=
einten
Zuhörerſchar die zum Schluß reichen Beifall ſpen=
dete
, an dem ſich auch die fürſtlichen Gäſte beteiligten. Nach
dem Konzert wurde in den verſchiedenen Räumen an
kleinen Tiſchen ſoupiert. Noch längere Zeit blieb man in
lebhaft=zwangloſer Unterhaltung beiſammen, bis ſpät nach
Mitternacht das rumäniſche Thronfolgerpaar ſich mit
ſeinem Sohne, dem Prinzen Carol, verabſchiedete, worauf
ſich auch die übrigen Reihen lichteten. Für die genuß=
reichen
Stunden wurde den liebenswürdigen, unausgeſetzt
um ihre Gäſte bemühten Gaſtgebern ebenſo aufrichtiger wie
warmer Dank geſpendet.
Da die Tages= und Abendſtunden nicht mehr aus=
reichen
, um all den Vergnügungen und Abwechſelungen
gerecht zu werden, müſſen jetzt auch, wie ſchon oben er=
wähnt
, die Nächte zu Hilfe genommen werden. Das
Neueſte ſind Modenſchauen, die uns mit den Ge=
heimniſſen
der allerjüngſten Schöpfungen der launiſchſten
aller Göttinnen vertraut machen ſollen. Das war auch der
Zweck einer Frühjahrsmoden=Soiree, die zum Beſten der
Oſtſee=Ueberſchwemmten kürzlich von Mitternacht an im
Hotel Eſplanade ſtattfand und trotz des 15 Mark=Preiſes

der Karten eine große Anziehungskraft ausgeübt hatte.
Im guterfundenen Rahmen einer Hochzeitsreiſe nach Co=
lombo
zogen allerhand gefällige Szenen an uns vorüber,
von der Stunde der Vermählung an bis zur Landung auf
der Wunderinſel, wodurch Gelegenheit geboten ward, in
buntem Wechſel uns die Koſtümvorſchriften dieſes gerade
begonnenen Frühlings zu weiſen, die ebenſo abwechſlungs=
voll
ſind, wie die Lenzestage ſelbſt. Aber wie man bei
ihnen ſeine Auswahl trifft, ſo wird es auch bei den Klei=
dungen
der Fall ſein, und man wird ſich im allgemeinen
wenig um die geſtrengen Vorſchriften kümmern, die ſich
ſogar jetzt ſchon auf die Garderobe der Säuglinge er=
ſtrecken
!
Eine Modenſchau anderer Art bot die Nachtvor=
ſtellung
des Bühnen=Klubs dar, die das Metro=
poltheater
bis zum letzten Plätzchen gefüllt hatte, von der
Mitternachtsſtunde an bis gegen 3 Uhr morgens. Eine
unendliche, durcheinander flimmernde und alle Töne einer
Malerpalette aufweiſende Farbenſymphonie zeigte der
glänzend erhellte Zuſchauerraum, in deſſen Logen man
Stern neben Stern gewahrte; allerdings Sterne, die mit
Wallenſteins Wort die Nacht gebrauchen zu ihrem Glanze
und die nicht ſo unerreichbar ſind, wie die ſchimmernden
Gefährten am Himmelszelt. Es war in der Tat eine der
von ſo vielen erſehnten Berliner Senſationen, auch auf der
Bühne, auf der unter Leitung von Richard Strauß man
denke, dieſer Komponiſt im Metropol! Franz v. Suppés
Schöne Galathee zur Aufführung gelangte. Und in
welcher Beſetzung! Jadlowker, der gefeierte Tenor unſerer
Königlichen Oper, als Pygmalion, und Moiſſi, der nicht
minder bewunderte Liebhaber des Deutſchen Theaters,
als Ganymed und zu ihnen fügten ſich Marianne Alfer=
mann
und Julius Lieban, während Reinhard die Inſze=
nierung
leitete. Na, wenn man dabei nicht glückſelig iſt,
dann muß man überhaupt auf Derartiges für immerdar
verzichten!
Auf unſer Nachtpublikum rechnen natürlich auch die
Veranſtalter des Künſtlerfeſtes Maske und Palette‟,
das die Bühnengenoſſenſchaft im Verein mit dem Wirt=
ſchaftlichen
Verband bildender Künſtler vom 25. März bis
5. April in den Zoo=Ausſtellungen ſtattfinden läßt. Die

Bezeichnung als Künſtlerfeſt iſt nun ſelbſt eine Mas=
kierung
, und auch die Sache mit der Palette iſt krampfhaft
herbeigeholt worden, denn mit der Kunſt hat das Ganze
herzlich wenig zu tun. Es iſt mehr ein Maſſenbetrieb, wie
er ja leider in Berlin beliebt iſt, eine mit allen Mitteln
herbeigebrachte Anfammlung von Unterhaltungen, die man
gern unter einen Hut bringen möchte, geſucht Originelles
neben Witzigem und Hergebrachtem. Am drolligſten iſt die
Sieges=Allee der Berliner Theaterdixektoren, aber es
gehört, wie bei ſo vielem bei uns, das bewußte Berliner
Verſtändnis dazu, um den Ulk richtig würdigen zu können;
die Fremden werden mit merkwürdigem Lächeln die Köpfe
ſchütteln und werden vielleicht ihre Doppelkrone bedauern,
die ſie am erſten Abend als Eintrittsgeld opferten. Und
das ſoll zwölf Nächte hindurch gehen der Gedanke iſt
furchtbar!
Unſer Königliches Opernhaus wollte uns
mit einer Neuheit, mit Wolf=Ferraris zweiaktigem
muſikaliſchem Luſtſpiel Der Liebhaber als Arzt
erfreuen; es blieb aber leider bei der guten Abſicht. Der
Komponiſt, der uns in ſeinen erſten Operngaben, ſeinen
Neugierigen Frauen und Vier Grobianen ſo Gutes
und Vielverſprechendes geboten, verſagt diesmal faſt
gänzlich; das meiſte iſt verſchwommen und unintereſſant,
nur ſelten klingen einzelne friſche Melodien durch, die
man in der Einöde wie ein wahres Labſal begrüßt. Von
der Aufführung der Goetheſchen Iphigenie im
Leſſing=Theater laßt uns lieber ſchweigen! Das
war ein rechtes Seitenſtück zum Tell der Sozietäre des
Künſtlertheaters! Den Darſtellern jener beiden Bühnen
mangelt jegliche Empfindung für Goetheſche und Schiller=
ſche
Größe und Wahrheit; ſie bringen uns, wenn ſie ſich an
jene Werke wagen, nur Parodiſtiſches, und dazu ſind uns
die Weimarer Großen doch zu gut!

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[ ][  ][ ]

Zeit 2

Darmſrädter Tagblatt, Sonntag, den 29. Marz 1914.

Nummer 88.

Frankfurter Aarsverich. Von Ze. Aarz 1914.

Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)

(21.
Staatspapiere.
Dt. Reichsschatzanw.
4 (100,10
9850
Dt. Reichsanleihe v. 1918
98.70
do. . . . . p. 1925 .
do. .. . . . . . . . .
86,35
78,35
do. . . . . . . . . . .
10000
Preußische Schatzanw.
Staffelanleihe.
4 90,70
3½ 86.,50
Consols . .
do. . . . . . . .
78.25
Badische Staats-Anleihe‟ 4 96.70
do. v. 92/94 .
3½ 89,70
do. . .
.13
Baverische Ablös.-Rente
96,90
97,10
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906
do. unkdb. p. 1918 .
97,10
do. unkdb. p. 1920 . . .
97,30
E.-B.- u. Allgem. Anl.
unkdb. p. 1930 . . . . 4 97,30
do. Anleihe . . . . . . .3½ 84,90
do. . . . . . . . 3 1 75,60
Hamburger Staats-Anl. . 4 96.60

do, v. 1887/94 . . . . . .
79,20
do. . . . . . . . . . . . . .
Hessische Staats-Anleihe
97,10
do. unkdb. p. 1921 . . . 4 97,25
do. . . . . . . . . . . . . .3½l 84,50
do. . . . . . . . . . . . . . 3 74,40
Sächsische Staats-Rente 3 77,70
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). . . . 4 97,25
do. v. 79/80 . . . . . . .3½
76,50
(0. .. .... . . . . .
Bulgarische Gid.-Anl. . . 5
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6
do. V. 1887 Monopoll13/ 51,70
Italienische Rente . . . .
Osterr. Staats-R. v. 1913 .4½ 92.50
do. Silber-Rente . . . .4½ 86,10
do, Papier-Rente . . .4½ 86,00
do. Gold-Rente . . . . . 4 87,10
do. einheitl. Rente . . 4 I 82,50
Fortug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 96,80
do, inn. amort. 1905 . 41/
do, unif. Serie I .
3% 61,70
do.
III. 3
do. Spézial Titel. . .
9,50
Rumänen v. 1903.
99,65
do. Gold v. 1913.
4½ 91,20
do. Schatzsch. v. 1913 4½1100,00
do. conv.
4 85,40
do. v. 1890
4 94,00
do. v. 1891
4 870
85,30
do. v. 1905
4 86,50
do. v. 1908
do. V. 1910
8500
Russische St.-A
98,30
86,75
do. kons. v. 18
do. Gold v. 1890
89,90
do. v. 1902 .
Schweden v. 1880,
do. v. 1896

Schweden v. 1890. . .

Serben steuerfrei . . . . . 4½ 86,70
78,60
do. amort. v. 1895 . . .
Türk. Egypt. Tribut . . .
85,00
do. kons. steuerfreie .
76,30
do. Admin, v. 1903 . .
do. unif. v. 1903. . . . .
do. v. 1905. . . . . . . . 4 72,80
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . .4½ 90,35
Ungar. Staatsk.-Scheine!
v. 1913 . . . . . . . . . . . .4½100,00
83,00
do. Gold-Rente . . . . .
81,50
do. Staats-Rente 1910.
do. . Kr. 4 82,00
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1897
5 99,00
do. äußere v. 1890 . .
4½ 94,90
do. innere v. 1888 .
do. äußere v. 1888 . . . 4½
do. v. 1897 . .
Chile Gold-Anl. v. 1911. I 5 91,70
do. v. 1889 . . . . . . . .4½
do. v. 1906 . . . . . . . .4½
Chines. St.-Anl. v. 1895. . 6
do. v. 1896 . . . . . . . . 5
do. Reorg. Anl.. . . . . 5
do. v. 1898 . . . . . . . . 4½ 89,80
Japaner . . . . . . . . . . .4½ 89,10
62,70
Innere Mexikaner. .
Außere do. v. 1899
84,50
67,20
Mexikan. Gold v. 1904 .
42,50
do. cons. . . . . . .
69.50
do. Irrigat.-Anleihe
64½
Buenos-Aires Prov. .
-78
Tamaulipas . . . .
90,50
Sao Paulo L.-B. ..
5 96,50
do. v. 1913 . . . .
Siam v. 1907. . . . . . . . .4½ 95,50
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
84,50
v. 1895/97
82,10
v. 1904)3
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
93,95
Darmstadt.
Nordd. Lloyd-Obligat. . .4½
Donau-Dampfschiff. v. 82) 4 92.00
Elisabethbahn . .
4 91,25
Franz-Josef-Bahn.
487,60
4 1 83,00
Kaschau-Oderberger
Prag-Duxer .
72,60
Osterreich. Staatsbahn
89,00
do. . .
75,00
do.
. . ...,
97,95
do. Südbahn (Lomb.)
71,60
do.
do.
51,60
do. do.
77,50
Raab-Oedenburg
87,50
Kronprinz Rudolfbahn .
. . . 4 84,10
Russ. Südkwest .

Moskau-Kasan .
41
85,50
do. . . . . .
Wladikawkas. .
85,50
86,10
Rjäsan-Koslow . .
66,10
Portugies. Eisenb. v. 1886
4
do. . . .
. .
69,50
Livorneser
6250
Salonique Monastir..
47840
Bagdadbahn .
Anatolische Eisenbahn .4½ 90,10
Missouri-Pacie I..
4 60,30
do. do. v. 1905
495.10
Northern-Pacific . .
4 1 92,00
Southern-Pacific . .
St. Louis & San Franci
-
Tehuantepec . . . .
Ungar. Lokalbahn . . . . 5 98,50
Provinz-Anleihen.
96,20
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
3½ 86,30
do, Em. 10 . . . . . . . . 3 83.30
do. 9. . . . . . . . .3½)
Posen Prov. . . . .. . . .
4 95.80
Westfalen Prov. V. . .
Hess. Prov. Oberhessen 1 4 95,50
do. Starkenburg. .. 3½ 86,00
Städte-
Obligationen.
95,00
Darmstadt. .
3½ 86,30
do. . . ..
4% 96,40
Frankfurt . . . .
3½ 89,00
do. . . . . . . . ..
4 94,50
Gießen . . . . .
3½ 86,60
do. . . .. .
95,00
Heidelberg . . .
5,30
do. . . . .
95,50
Karlsruhe .
87,20
(o. . . . . ..
Magdeburg .
95,10
Mainz . . . . . .
3½ 87,00
do. . . . . . .
4* 95,00
Mannheim . . . . . ..
3½
do. . . . . . . .
96,75
München . . . .
3½ 87,50
Nauheim . .
49.,20
Nürnberg .
3½ 86,20
do. . .
Offenbach .
4 94,00
do. v. 1914 .
do, . ..
3½
Wiesbaden.
do. . .
Worms . . .
do. . . . . . . .
Lissabon v. 1888 . .
93.60
Moskau v. 1912 . . . .
:
Stockholm v. 180 ..
Wien Komm. . . . . . . . . 5
Wiener Kassenscheine
98,70
Zürich v. 1889 . . . . . . . .
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6

Pfandbriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. . . 4½100,00
9500
do. unkäb. 1918..
9875
1919:
do.
94,25
1921.
do.
96.50
1922.
do.
83,50
do. .
. . ,
do. Komm.-Obl. unk. 1918 4 95,25
9500
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910
96,00
1915 .. ..
do.
96,50
1920 .
do.
86,40
dc. Ser. 1219.
Kommunal-Oblig. Ser. 1.
. . . 3½ 86,50
unkdb. 1910
Frankt. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Ser. 1542
do. . . . . . . 4849) 4 94.90
96,00
do. unk. 1922 52
88,001
do. 1913. . . . .
86,50
do. Ser. 45
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,90
Sor. 12, 13, 16
96,90
14, 15, 17
do. . .
97,40
do. unkdb. 1920 . . . .
97.50
1923 . .. .
do.
do. Ser, 1, 2, 68 . . . . 3½ 84,20
84.00
do. 35 . . . . . .
81,10
do, kündb. 1915 . .
96,90
do. Komm. unk. 1913
96.0
do.
1914
97,10
1916 4
do.
6740
1920
do.
1925 4 97.50
do.
do. verlosb. u. kündb.. 3½ 84,20
unkdb. 1915 31/ 84,10
d0.
94,50
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
95,80
do. uhkdb. 1922. ..
..3½ 86,00
do. .
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,00
unkdb. 1917
94,0
1919
do. . . . . .
94,20
1021
do. . . .
1924
96,20
do.. . . ..
85,00
do. . . . . . . . .
95,20
do. Komm. unk. 1923
96,00
do.
1924
96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
do. . . .
3½ 88,00
Bank-Aktien.
Bank für elektr. Unter-
nehmungen
Zürich . . 10 (194,30
Berg.-Märkische Bank.
Sſgltes o
Berliner Handelsges.:
6½ 1123,00
Darmstädter Bank . .
Deutsche Bank. . . . . . .12½ 262,00
Deutsche Vereinsbank. . 6 117,00
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1118,40
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 (197.40
Dresdner Bank . . . . . . . 8½ 1158,60

een
Frankf. Hypothek.-Bankl 10 (210,00
do. do. Kred.-Ver. l8½ 1153,50
Mitteldeutsche Kred.-Bk.6½ (116,90
(105
Nation.-Bank f. Deutschl.
128,50
Pfälzische Bank . . . . .
Reichsbank . . . . . . . . . 8.42 135.20
132,70
Rheinische Kredit-Bank.
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver. . 3 (102.50
Wiener Bank-Verein . . . 8 1139,50
Aktien von Trans-
port
-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1140,25
8 122,80
Norddeutscher Lloyd. .
Frankfurt. Schleppschiff. 4 116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 129,00
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½ 116.00
6901
Baltimore .
10 209½
Canada ..
7½ 140,40
Schantung.
8
Prinz Henry
0 215/
Lombarden .
6 (113,60
Pennsylvania . . . . .
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 1673.00
Chem. Fabrik Griesheim 14 1269,00
Farbwerke Höchst . . . . 30 16710o
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 339,00
Zement Heidelberg . . 10 1155,90
Chemische Werke Albert! 30 448,50
Holzverkohl. Konstanz . 15 314,00
.. . . . . . . 6 127,50
Lahmeyer
Schuckert, Nürnberg. . . 8 150,00
12 1217,75
Siemens & Halske. .
123,00
Bergmann Elektr. . . .
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 247,80
25 1344,00
Hagen Akkum. . . .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11
0 80,0
Gummi Peter . . . . .
Adler-Fahrradwerke . . . 25 333,00
115,50
Maschinenfabr. Badenia.
Wittener Stahlröhren . . 0
Gasmotoren, Oberursel .8½ 116000
Gasmotoren, Deutz . . . . 9 1121,50
Siemens Glas-Industrie . 15 1238,00
23 316,00
Enzinger Filter . . .
Steaus Romana . . . . . . 10 146,00
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 (225,25
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83/217,90
87.0
Neue Boden-Aktien-Ges.:
Süddeutsche Immobilien 0 59,30
Bergwerks-Aktien.
12 160,50
Aumetz-Friede .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 223,25
Leonhard, Braunkohlen. 9 (1575af
23 (366/00
Konkordia Bergbau
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1131,25
16 (2935
Eschweiler . . . . . . . .

Gelsenkirchen Bergw. . . 11 1193,75
Harpen Bergbau. . . . . .11 1182,00
Kallwerke Aschersleben .10
Kaliwerke Westeregeln .13 (208,50
Königin Marienhütte . . 6 1 86,00.
Laurghütte . . . .
85,00
Oberschles. Eisenbed. .
67,50
Oberschl. Eisen-Industrie
18 238,60
Phönix Bergbau ..
Rheinische Braunkohlen 10 22400
Riebeck Montan . . . . . . 12 1.16,50
South West.-Afr. Shares I 5 1119½
Verzinsliche
Anlehenslose. (Zf.
Badische . . . . . TIr. 100 4 177,60
Cöln-Mindener . TIr. 1003½142,50
Holländ. Komm. . f. 100 3
Madrider . . . . . Frs. 100 3
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 1139,80
Osterreicher 1860er Lose . 4 (180,00
Oldenburger . . . . TIr. 40l 3 128,30
Raab-Grazer . . . . H. 1502½
Unverzinsliche
Mk.
ſp. St.
Anlehenslose.
A.7
Augsburger
TIr. 20 (202,00
Braunschweiger
Ps. 45
Mailänder
Fs. 10 44,00
do.
. A. 7 36,90
Meininger .
Osterreicher v. 1864 . A. 100
do. v. 1858 . A. 100 555,00
A. 100 439,00
Ungar. Staats .
Fs. 30 80,00a
Venediger
Fs. 400 169,00
Türkische
Gold, Silber und
Banknoten.
20,45
Engl. Sovereigns.
16,25
20-Franks-Stücke ..
Amerikanische Noten .
4,20½
2046
Englische Noten . . . .
81,20
Französische Noten. .
169,15
Holländische Noten .
81,00
Italienische Doten
Osterr.-Ungarische Noten. . 85,25
Russische Noten . .
81,10
Schweizer Noten. . . . . .
Reichsbank-Diskont .
do. Lombard Zsf. . .
Tendenz:
Stillest.

Handel und Verkehr.

Frankfurt a. M., 28. März. (Börſe.) Nied=
rigere
amerikaniſche Notierungen im Verein mit anhal=
tend
unbefriedigenden Meldungen aus der heimiſchen In=
duſtrie
ließen die heutige Börſe in ſchwächerer Tendenz
eröffnen. Während die Hüttenaktien ihre Kurſe ziemlich
behaupten konnten, ſchwächten ſich Harpener Bergbau um
zirka 1 Prozent ab, wozu wohl außer Glattſtellungen zum
Ultimo die Unſicherheit mit beiträgt, welche noch betr.
der Kohlenſyndikatserneuerung beſteht, wenn man auch
an der Hoffnung feſthalten zu können glaubt, daß eine
Verſtändigung über kurz oder lang doch erzielt werden
wird. Von Transportwerten konnten Schantung bei etwas
lebhaſterem Geſchäft ihre Steigerung fortſetzen. Im üb=
rigen
lag die Börſe wie ſchon oben bemerkt ſehr ſtill trotz
der guten Stütze, die der flüſſige Geldmarkt auch heute
wieder bot. Der Kaſſamarkt war ruhig bei nahezu un=
veränderten
Kurſen. Höher notierten Anilinfabrik 4 Pro=
zent
, Akkumulatoren ca. 1 Prozent, Daimler 1½ Prozent.

WB Hamburg, 27. März. In der Generalverſamm=
lung
der Norddeutſchen Bank wurde die beantragte
Erhöhung des Kommanditkapitals um 10 Millionen Mk.
auf 60 Millionen Mk. angenommen.
* Rio de Janeiro, 27. März. Franzöſiſche Ban=
ken
haben beſchloſſen, dem braſilianiſchen Staate einen
Vorſchuß von 1500000 Pfund Sterling zu gewähren
auf eine Anleihe, die einen Mindeſtbetrag von 20 Mill.
Pfund Sterling haben ſoll.

Landwirtſchaftliches.

* Berlin, 28. März. (Wöchentlicher Saaten=
ſtandsbericht
der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Lckndwirtſchaftsrats.) Der Stand
der Winterſaaten von Weizen und Roggen iſt in der letzten
Woche allgemein befriedigend geblieben. Doch hat die an=
dauernde
Näſſe die Entwicklung der Saaten beſonders
auf den ſchweren und tieferen Böden mehrfach gehindert.
Auch während der letzten Woche herrſchte in Deutſchland

überwiegend trübes und regneriſches Wetter. Die an=
fangs
geringen und im weſentlichen auf das weſtliche Bin=
nenland
beſchränkten Niederſchläge nahmen an Ausdeh=
nung
und Stärke bald wieder zu. Die Temperaturen über=
ſchritten
in den Mittagsſtunden, beſonders am Anfang
und gegen Ende der Berichtswoche, an vielen Stellen
10% C. Auch die Nächte blieben, abgeſehen von wenigen
Orten, in denen das Thermometer unter den Gefrierpunkt
herabging verhältnismäßig mild jedoch leiteten zuletzt
etwas friſchere nordweſtliche Winde in Weſtdeutſchland
eine neue Abkühlung ein. Die Schäden durch Schnecken=
und Mäuſefraß ſind größtenteils ausgeheilt; man hofft,
daß die Näſſe im Frühjahr die Tiere vernichtet hat. Um=
pflügungen
werden mit Ausnahme weniger Gebiete vor=
ausſichtlich
nur in ganz geringem Umfange ſtattfinden.
Hin und wieder wird berichtet, daß Umpflügungen der
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Nummer 88.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Seite 23.

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Seite 24.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

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Nummer 88.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Seite 25.

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Seite 26.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Nummer 38.

Briehinkels Sunndags=
Noochmitdags=Bedrachtunge.

E paar Vers iwwer weils heitzudag ſo raſch in de Zei=
dung
ſteht. Zu was mer de Dellegraf un die Preſſe net
benitze ſoll. Ebbes iwwer Verbrecher, Grimmenahl=
bſiſchologe
un ſo. Grimmenahlbſiſchologiſche Gudachte
verderwe die Karakder. Un deß is mir net aanerlaa.
Die Fraa Kailaucks in Darmſtadt. Awwer Gott=
ſeidank
, mir hawwe ja die Audomobillſchbritz.
Ach Gott, wos war es doch ſo ſchee,
Einſt in de alte Zeite,
Als noch kaa Eiſebah’ dhat geh,
Ringsdicherum ins Weite;
Als noch kaan Dellegraf es gab
Un aach kaa Dellefohne,
Waaß Gott, ihr liewe Leit, ich glaab,
Die Zeite warn net ohne.
Is domols wos baſſiert im Land,
Erfuhr mer’s heechſt verſchbedicht,
Un wann’s emal im Blättche ſtand,
War’s meiſtens ſchun erledicht;
Un zu ſeim Stammdiſch is gedabbt,
Dann jeder deitſcher Schbießer,
Un hott ſei Weisheit do verzabbt,
Als echter Kannegießer.
Ja wann ſich damals ärjendwo
Die Velker mol verebbelt,
Gab’s Mord un Dodſchlag hie un do,
Word weiß mer’s ganz verdrebbelt;

Doch heit? Heit geht des Blitz un Schlag
Is wo wos los geweſe,
Sofort kann mer e Stund denach
Die Dellegramme leſe.
Der Dellegraf umſchbannt die Welt
Un geht dorch alle Zohne,
Jed Nachricht ſchwirrt vun Belt zu Belt
Per Draht un aach als ohne.
Jed Neiichkeitche, noch ſo fad,
Geht ſchnellſtens dorch die Leidung,
Un gleich druff ſteht es dick un braad
Aach ſchun in jeder Zeidung.
So dhun aach jetzt mer beiſchbielsweis,
In alle Aanzelheide,
De Kaiſer uff de Korfureis
Uff Schritt un Dritt begleide,
Jed Klaanichkeitche, wunnerſchee,
Deß krieje mer zu leſe,
Un wer zum Lönſch, Dinnee, Subbee
Gelade is geweſe.
Wem freundlichſt er die Hand gedrickt,
Un ins Geſchbräch gezoge,
Un wer valleicht en Orden krickt,
Erfahrn mer ungeloge.
’s fehlt net des Dibbelche vum J,
Als wann’s aam gor net nei weer,
Macht mer die Raas mit ohne Mieh,
Wie wann mer ſelbſt debei weer.
Doch all deß lieſt me werklich gern,
Un weern’s aach zehe Seite,
Jedoch den ganze annern Zwerrn,
Vun dene Neiichkeite:

Raub, Ei= un Eh’bruch, Meineid, Mord,
Vun ausgemachte Lumbe,
Muß mer do däglich fort un fort
De Leit die Nas druff ſtumbe?
Do will mer in de Liddraduhr,
Dem Schund e End bereite,
Un dobei bringe Zeidung’ nur
Mit Vorlieb Schlechdichkeite;
Ausfiehrlich lieſt mer Zeil um Zeil,
Wie ſich de Hobf benumme,
Bis zum Momend, wo unners Beil
Er mit ſeim Kobb is kumme.
Wie iwwerrickſe Weiwer ſich
In Engeland benemme,
Vernimfdche Menſche, ſicherlich,
Konnt deß doch blos befremme;
Aach wann, vun wege ihre Ehr,
Wie’s jingſt is vorgefalle,
Uff rickſichtsloſe Redakdehr
Miniſterweiwer knalle.
Ich maan, ’s mißt uns zu ſo’me Zweck
Der Dellegraf zu gut ſei,
Un aach jed’ Zeidung, vor dem Dreck
Sollt ſtets ſie uff de Hut ſei;
Des Elend is an ſich ſchun groß,
Die Welt werd ſtets verdrackter,
So Nachrichte verderwe blos
De Menſchheit ihrn Karackder!
Alſo, Sie hawwe jedenfalls geglaabt, ich dhet die
Woch iwwer des Sauwädder losſchlage, iwwer des
undsmiſſeraweliche, des wo nu werklich die ſtaawenackiſch
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Nummer 88.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Seite 27.

ſicht gehatt, awwer do ſin mer die Woch die verſchiedene
Adickel unner die Hend kumme vum Hobf ſeine Hinrich=
dung
, un vum Schullehrer Wagner, der wo voriges Johr
die Morderei enn groß bedriwwe hott, un aach vun dere
Barieſer Miniſtersfraa, die wo im Eifer den Redackvöhr
iwwer’n Haufe geſchoſſe hott. Un do is mer dermaße de
Giggel geſtiehe, daß ich mer net helfe konnt, ich mußt
abſolud un unner alle Umſtend raſch e paar Vers mache.
Jetzt werrn Se awwer aach verſtehe, wos ich mit meim
Gedicht will, wo ich vum Dellegraf ſchbrech, un daß mer
ewe alles im Handumdrehe in de Zeidung lieſt, eh’s nor
richdich baſſiert is; ja ſogar als ſchun vorher, ſo ſchnell
geht’s. Un Sie werrn mer aach zugewe, daß de Dellegraf
un die Zeidung doch net blos defor do is, daß mer wie
de Blitz iwwer jed Verbreche un ſo uff’s Genauſte unner=
richt
werd, un Sie werrn mer aach glaawe, wann ich ſag,
daß derardiche Neiichkeite blos den Karackder vum Volk
verderwe. Un wann Se’s net glaawe, gut, ich kann for
mei Behaubdung de Wahrheizbeweis adrete.
Alſo ich will dene Grimmenahlbſiſchologe dorchaus net
ins Handwerk puſche, awwer ich ſag blos ſoviel: Ver=
breche
ſin wie die Maſern, ſie ſchtecke a; un wann mer aach
bei de Maſern ſage kann, der, der wo ſe mol gehatt hatt,
der krickt ſe net mehr, ſo is des beim Verbreche doch mei=
ſtens
’s Gegedaal de Fall, nemlich der, der wo aamol
was verbroche hott, verbricht noch mehr. Un dodegege
hilft kaa Imbfe, un kaa Sannadogehn, un kaa Duhnſalb,
un kaa Heilzehrum. Un wann de Adam ſeelig damals im
Baradies net den Borsdorfer gefreſſe hett (geſſe kann mer
in dem Fall ſchun net mehr gut ſage), dann weern mer
heit allmitnanner noch lade= un ſtuwerein un de Staats=
anwalt
kennt Bankrott mache, wann er wollt.
Nu hotts domols, zu Adams Zeite, aach noch kaan
Dellegraf gewe un kaa Zeidunge, ſundern wann ſich do
ganer e Verbreche geleiſt hott, hott mer worde miſſe, bis
mer’s uff de Meß im Guckkaſte naduhrgetrei abgebild
geſehe hott. Deß Verbreche hott alſo net ſo uff die Maſſe
wirke kenne, wie heit, wo’s, wanns noch warm is, ſchun
ausfiehrlich in alle Blätter ſteht, un zwar ſo ausfiehrlich,
daß die Indianerbicher, die wo die Buwe verbodde hawwe
krickt, die reinſte Drackdähdcher degege ſin. Derardiche Ver=
brecherberichte
wirke awwer ſchun uff alte Eſel aſteckend,
wie ſtehts do erſt mit unſere Jugend, for die mer ſich doch
ewe mit Recht ſo ſehr ins Mittel legt, damit ſe geſund
und kräfdich werrn an Leib un Seel; die Gewidderößer
lerne awwer ſo Verbrecherſache ſchneller auswenig, wie
ihr Geſangbuchvers. Un wann’s jetzt ſo viel jugendliche
Schinnerhanneſe gibt, dann braucht mer ſich net zu wun=
nern
. Ei die Verbreche werrn ewe in de Zeidunge ſo ge=

nau beſchriewe, daß jeder Verbrecher, der wo in de
ganzlinge Dricks noch net ganz firm is, beim nechſte mol
genau waaß, wie er’s zu mache hott. Un wann ſeit em
Fall Hobf halb Eiroba noch net die Kollerah hott, ſo
is des e rein Gliſkſach zu nenne.
Zu Adams Zeite hott’s aach noch kaa Aexperde gewe
un kaa Grimmenahlbſiſchologe, die wo ſich ſofort ver=
nemme
loſſe, un kumme mit ihre neumols Weisheit, wann
gaaner wos päxiert hott ſunſt weer de Adam ſicher uff
Grund vum Barragraf aans= odder zwaaunfuffzig vum
bergerliche Geſetzbuch freigeſchbroche worrn, dann die freie
Willensbeſchtimmung war bei dere Abbelfreſſerei ſicher=
lich
ausgeſchloſſe. Awwer den ganze Umſtand mit em
Geiſteszuſtand un ſo hotts domals noch net gewe, do hotts
aafach gehaaße: Aag um Aag, Zoh um Zoh, ab un en
Walzer.
Awwer heit, heit kumme die Grimmenahlbſiſcho=
loge
her un mache aus jedem Mörder en Märdierer, un
aus jedem Lausbub e Indifidualidähd: jeder Lumb is e
ſcharf umriſſe Perſeenlichkeit, jeder Flabſch is en Karack=
der
und jeder Dreckſacke Orſchinahl. Un die Profeſſor,
die wo des Gutachte iwwer den Maſſemörder Wagner ab=
gewe
hawwe, die hawwe aus dem Scheiſahl en Held ge=
macht
, der wo ſo, un abſelud net annerſter hannle konnt.
Ja, der aane vun dene Profeſſor helt jetzt iwwere den
Kannuf aach noch Vorleſunge, un alleritt ſteht e Adickelche
iwwern in de Zeidung, un daß der Wagner eigentlich e
bedeidender Menſch weer, bei dem mer blos net wißt,
wo es Schenie uffheert un die Verricktheit afängt. Mich
wunnerds blos, daß ſen net wege ſeim Kabidahlsver=
breche
un wege ſeim Werk iwwer Weltverbeſſerung un
ſo, zum Dockdor honoris kauſa gemacht hawwe.
Alſo, wie geſagt, vun de Grimmenahlbſiſchologie ver=
ſteh
ich ungefehr ſoviel, wie e Kuh vum Sunndag, awwer
ſo viel kann ich ſage, daß derardiche Gudachte un Ardickel
iwwer ſo Verbrecher dorchaus net bildend wirke, ſun=
dern
ganz im Gegedaal, wann die aaner lieſt, der wo vun
ſich aach glaabt, er wer e Peſſimiſt un ſo, dann kann do
nor es greeßte Unheil entſteh. Ei, wohie ſoll dann des
fiehrn, wann ſich jeder eibilde derf, er wer de Wagner un
mißt die Welt verbeſſern, un ſchießt dann ſei ganz Um=
gegend
iwwer’n Haufe? Ei, wann die Kerl verbeſſern
wolle, dann ſolle ſe mal gefälligſt an ſich afange, awwer
möglichſt raddikahl. Jedenfalls ſoll mer awwer ihr Un=
tate
net alle Dag in de Blätter rumſchmiern, damit ſich
unreife Perſohne net de Kobb dorchenanner mache kenne.
Dodefor is uns de Dellegraf un die Zeidung zu gut, un
mir perſeenlich mei Lewe zu lieb.
Dann offe geſtanne, daß ich heit iwwerhaubt noch leb,
deß wunnert mich blos, noochdem ich deß mit de Fraa

Kailaucks odder wie des Mövche haaßt, geleſe hab, die
wo in Baries den Redackdehr dodgeſchoſſe hott. No Gott,
wie’s ſo is, mer hott aach ſchun emol wos geſagt iwwer
ergende heechere Perſeenlichkeit, zum Beiſchbiel iwwern
Stadtrat un ſo, obgleich ich’s ja immer gud gemaant hab.
Awwer wer birſcht mir defor, daß net emol ſoe Fraa
Stadtrat des Gegedaal glaabt, un geht her un maggiert
die Fraa Kailaucks un ſchießt mer en geladene Rawullier
dorch de Bauch. Deß weern mer ſcheene Geſchichte. No,
Gottſeidank, mir hawwe jo noch die Automobillſchbritz,
un unſer Bollezei is uff em Damm un waaß ſich zu helfe.
Und do ſtellt ſich aach noch aaner im Landdag hie,
un ſeegt, ſo un ſo un die Darmſtädter Bollezei kennt niſcht
mit; der ſoll ſe nor emol nexe, nadierlich außerhalb vum
Landdag, dann ſoll er mol ſehe, wos die ſo ſchnell mobill
is; ſogar automobill. Un ich ſag mer blos ſoviel: kann
mer gegen ausſchieriche Idalljano per Automobillſchbritz
vorgeh, dann kann mer ſich domit jedenfalls auch e rawi=
jadd
Weibsbild vum Leib halte. Un des is nor e Glick,
ſunſt weer mer am hellichte Dag ſeines Lewens net mehr
ſicher. Jano, deß is ſo, wie’s is, un wer e ſchebb Maul
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hott, hott e ſchebb Gebiß, un ſo.

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Gäſte; darum dürfte manchem Leſer das nachſtehende Re=
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Sirup, den man ſich durch Auflöſung von einem halben
Pfund reinem geſtoßenen Zucker in einem viertel Liter
heißen Waſſers herſtellt. Man verrührt das gut, bis alles
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halben Liter ausgezeichneten Huſtenſirup, der ſich gut hält
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ein bis zwei Teelöffel voll viermal täglich; die lindernde
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der Hand. Er wirkt leicht abführend und hat auch eine
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

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[ ][  ][ ]

Nummer 88.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Seite 29.

Restadane bamelbl aufee 6l.
Sonntag, den 29. März ds. Js.
Von 47 Uhr-
Kaffee-Konzert! Eintritt frei.
Abends 8 Uhr:
Grosses Dovpel-Konzert! Eintritt 19 Pfg.
der Kapelle des Grossh. Artillerie-Corps. Leitung: Obermusikmeister Mickley
(8159
und des Wilh. Etzoldschen Männer-Quartetts: Leitung: Wilh. Etzold.

Sonntag, den 29. März, abends 7½ Uhr,
in den Keller-Lokalen
Grosses Konzert
einer Abteilung des Feld=Art.=Regts. Nr. 61
Obermusikmeister Weber.
Eintritt frei.
Eintritt frei.
(*8460)
Ludwigshöhe.
Heute Sonntag, den 29. März, nachm. 4 Uhr
Militär-Konzert
Kapelle des Grossh. Hess. Artill.-Regts. Nr. 61
Leitung Obermusikmeister Weber.
Im Programm: Fr. v. Flotow, Ouvertüre zu Martha.
R. Wagner Szenen aus Lohengrin. Gg. Bizet, Introd. und
Chor aus Carmen. A. Neff (Pfungſtadt), Klänge aus dem Oden=
wald
: Walzer. Paris neueſter Schlager: Miſſiſſippil, Two Step.
Siegfr. May’s Graf Zeppelin, Marſch.
Eine Odenwälder Kirchweih in der guten alten Zeit,
Tongemälde für großes Orcheſter von A. Neff. Erſtaufführung beim
Dekorierungsfeſt des Odenwaldklubs am 14. März 1914 im Saalbau.
Eintritt 30 Pfg. Ausführlicheres Programm an der Kasse.
Obere Räume sind für Nichtkonzertbesucher reserviert.
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Martinsbrauerel Harktheidenfeld (Bayern)

Neckarstraße 4.

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Preis per ¼ Flasche 25 Pfg.
Sonntag nachmittag ab 4 Uhr
Freikonzert
im Spezial-Ausschank.
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Münchner Kindl, Neckarstr. 4.

ſalrtentie rir eleie.
Als nächſte Volksvorſtellung iſt vorgeſehen:
Samstag, den 4. April, abends 7½ Uhr:
Die Fledermaus‟.
Vorausbeſtellungen für dieſe Vorſtellung können bei dem
Verkehrsbüro und den betreffenden Vereinsſtellen von Sonntag vorm.
bis Dienstag 12 Uhr gemacht werden. Der allgemeine Karten=
verkauf
beginnt Mittwoch vormittags.
Verkehrsverein.
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Muskalisches
Wettrennen
Grosses lustiges
Potpourri.
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Die Lieheslaube
Vire Tamour
Laternchen-
Mariechen
Vogerl Aiegst
Aalongo vom. Kongs.
Schattenspiele
Niggergir!
Nachtinft
in der Nacht
Kind ich schlafeso schlecht
Eriari II
Dingerchen
Melodien-Rennen.
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100 000 Mk. Vermög., wünſcht
bald. Heirat, auch nach Ausland
oder Kolonien. Heren, (a. ohne
Vermögen) wollen ſich melden u.
S. W. 8550 Annoncen-Büro, Berlin,
Lelpalgerstr. 31/32. (II,704

Sonntag, den 20. März
vormittags von 11¼ Uhr auf dem
Paradeplatz Konzert der Kap.
des Großh. Art.=Regts. Nr. 61.
Programm:
1. Kriegsmarſch und Schlacht=
hymne
aus der Oper Rienzit von
Rich. Wagner. 2. Mozartiana‟,
Fantaſie über W. A. Mozartſche
Opern von H. Kling. 3. Dorf=
kinder
, Walzer aus der Oper Der
Zigeunerprimas von Kälmän.
4. Frühlingslied von Chr. Gounod.
5. Angereihte Stücke aus Hof=
manns
Erzählungen von J. Offen=
bach
. 6. Zwei Liedermärſche:
a) Vogelhochzeitslieder: b) In
der Heimat, da gibt’s ein Wieder=
ſehn
von W. Lindemann.

Mozart-Verein und
Instrumental- Verein.
Dienstag, den 31. März 1914, abends 8 Uhr:
Gemeinschaftliches
Konzert
im Saalbau
unter Mitwirkung der Kammersängerin
Frau Anna Kämpfert aus Frankfurt a. M.
und unter Leitung des Vereinsdirigenten
Herrn Grossh. Kapellmeister Fr. Rehbock
und Herrn W. Schmitt, Direktor der
Akademie für Tonkunst. (8230

. Den Mitgliedern
Eintrittsbestimmungen: des Instrumental-
vereins
werden für diesen Abend besondere Ein-
trittskarten
zugestellt; für die Mitglieder des Mozart-
vereins
behalten die in deren Besitz befindlichen
Jahreskarten für 1913/14 ihre Eintrittsgültigkeit. Ein
Verkauf von Karten an Nichtmitglieder fndet
für diese Veranstaltung ausnahmsweise nicht statt, da-
gegen
können die Mitglieder der beiden Vereine unter
Vorlegung ihrer Karten und gegen eine Aufzahlung von
60 Pfg. für jede Karte numerierte Plätze bis Diens-
tag
, mittags 12 Uhr, in der Hofbuch- und Kunsthand-
lung
von Müller & Rühle, Elisabethenstr. 5, erhalten.

Perkeo-Saal.
Monat März täglich abends 8 Uhr
(5652a
Carellos 8 Kometen.
Best existierendes Musik-, Gesangs- und Tanz-Ensemble.

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Son ntag, 29. März, nachm. 4-6 Uhr
horrl.
MESs
Kaffee-Konzert
8198)
Künstler-Orchester Aronadi,
Aus der Vortragsfolge:
Vorzüglichen
Kaffee. Kuchen Ouvertüre z. Oper Oberon‟ v. Weber. Fantasie
und Torten. Rigoletto v. Verdi. Waſters Preislied v. Wagner
für Violin-Solo. Herr Kapellmeister Aronadi.
* A
Z

Großherz. Hoftheater.
Sonntag, den 29. März 1914.
141. Abonnem.=Vorſtellung. A 36.
In neuer dekorativer u. koſtüm=
licher
Ausſtattung.
Neu einſtudiert:

Carmen.
Große Oper in 4 Akten
von Georges Bizet.
Perſonen:
Carmen. . . . Franz. Callwey
. Aug. Globerger
Don Joſé .
Escamillo, Stier=
fechter
. . . . Robert Perkins
Zuniga, Leutnant Alfr. Stephani
Moralés, Serg. . Hans Bertram
Mieasla, ein
Bauernmädchen . G. Geyersbach
Lillas Paſtia, In=
haber
e. Schänke Kurt Schüppel
Danatro,
Schmuggler . . Otto Thomſen
Remendado,
Schmuggler . . Karl Bernhardt
Frasquita, Zigeu=Marg. Beling=
nermädchen
. .1 Schäfer
Mercédes, Zigeu=
nermädchen
. . Hede Schaub
Offizier
.Emil Kroczak
Chöre: Robert Preuß.
Die vorkommenden Tänze u. Evo=
lutionen
, arrangiert von Hedwig
Ehrle, werden ausgeführt von
Adelheid Croneberg, Louiſe Rehr,
Frieda Lederer, Eliſabeth Müller,

Gara höhne, Margarihe Lücke,
Frieda Goetzmann und den Damen
des Corps de Ballet.
Nach dem 1. u. 3. Akte findet je
eine Pauſe von 20 Min., nach dem
2. Akte eine ſolche v. 15 Min. ſtatt.
Krank: Annemarie Liſchke, Sybille
Huber. Beurlaubt: Charl. Pils.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.13. Reihe
4.20 , 14.20. Reihe 3.40 ,
Parterre: 1.5. Reihe 2.90 ,
6.8. Reihe 2.35 , Proſzeniums=
loge
620 , Mittelloge 620 ,
Balkonloge 5.20 1. Rang 4.70 ,
2. Rang: 1.6. Reihe 2.70 , 7. u.
8. Reihe 2.15 , 1. Galerie 1.35 ,
2. Galerie 0.75 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 10½ bis
1½ Uhr und eine Stunde vor Be=
ginn
der Vorſtellung: im Verkehrs=
büro
von 9 bis 1 Uhr. (Im Ver=
kehrsbüro
werden auch telephoniſch
Karten=Beſtellungen entgegenge=
nommen
. Tel. Nr. 1582.)
Anf. 7 Uhr. Ende gegen 11 Uhr.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Montag, 30. März. Außer Ab.
Vorſtellung zu Volksvorſtellungs=
preiſen
. Bunter Abend. An=
fang
8 Uhr. (Vgl. beſ. Anzeige.)
Dienstag, 31. März. 142. Ab.=
Vorſt. A 37. Alda‟. Gew.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 1. April. 143. Ab.=
Vorſt. B35. 777: 10. Gew.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.

[ ][  ][ ]


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Mitglied des Verbandes südd. Mandolin- und Gitarre-Vereine
gegründet 1911.
(*8529
Bringen hiermit zur Kenntnis, daß wir am 1. bezw.
15. April I. J. einen Anfängerkursus für Mandoline und Gitarre
eröffnen. Anmeldungen bittet man schriftlich einzureichen.
Vereinslokal: Restauration Zum Treffpunkt‟, Ecke
Gutenberg- und Heinheimerstraße. Uebungsstunden finden
Dienstags und Freitags abends 9 Uhr statt, in welchen auch
nähere Auskunft über den Anfängerkursus erteilt wird.

Protektor: Se. Königl. Hoheit der
eereeeeenenenene etetetnt
Samstag, den 4. April 1914
abends 9 Uhr
Nunde
Fortsetzung der
Hauptversammlung
vom 21. März 1914.
Zahlreicher Besuch erwünscht
(8228
Der Vorstand.

Bezirksverein Martinsviertel.
Außerordentliche Hauptversammlung
am Montag, den 30. März 1914, abends 8½ Uhr
im Saale von Golling, Pankratiusſtraße 29.
Tagesordnung:
1. Wahl eines erſten Vorſitzenden; 2. Ergänzungswahl des Vorſtandes;
3. Anträge (u. a.: Gegen den Martinsmarkt); 4. Verſchiedenes.
Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung werden die Mitglieder
um zahlreiche Beteiligung gebeten.
Der Vorſtand.
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[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Seire 31.

Turnen, Spiele und Sport.

Der Sport des Sonntags.
sr. Im Turf geht es bereits recht lebhaft zu. In erſter
Linie intereſſiert die Eröffnung der Grunewaldbahn,
die diesmal mehrere Wochen früher als ſonſt ihr raſch er=
worbenes
Stammpublikum zu Gaſte lädt. Allerdings liegt
die Regie diesmal nicht beim Berliner Rennverein, ſon=
dern
der Verein für Hindernisrennen hat für dieſen einen
Tag ſein Domizil von Karlshorſt nach Grunewald verlegt,
um auf der eigenen Bahn ungeſtört die notwendig gewor=
denen
Neubauten fortſetzen zu können. Das gänzlich dem
Hindernisſport gewidmete Programm bringt als Haupt=
konkurrenz
den Frühjahrs=Preis, ein mit 12000 Mark
ausgeſtattetes Jockei=Jagdrennen. Aus der ſtattlichen Be=
werberzahl
haben ſich Gerolſtein, Maharaja, Hammerſchlag,
Fromme Helene und Nicht doch bereits mit Erfolg in der
neuen Saiſon verſucht, während nach vorjähriger Form
Grace und Pfeffermünz zu den ausſichtsreichſten Kandida=
ten
gehören. Hammerſchlag, Maharaja und Gerolſtein
ſollten das Ende unter ſich ausmachen. Einen internatio=
nalen
Anſtrich erhält der Renntag durch die Teilnahme
des im Beſitz des Monſ. Pfizer befindlichen Franzoſen
Ekwanok, der im Bievre=Jagdrennen unter Dr. Rieſe
ſtartet und von ſeinen Gegnern höchſtens ſeine früheren
Landsleute Radis Rouge und Galiax zu fürchten hat. In
den übrigen kleineren Konkurrenzen iſt auf die Chancen
von Gefa, Baby, Hacklers Beauty, Margarete und Schön=
brunn
hinzuweiſen. Im Gegenſatz zu Grunewald brin=
gen
am Sonntag die drei anderen Meetings in Dresden,
Dortmund und München bereits die erſten Flachrennen zur
Entſcheidung. Unter den Konkurrenzen in der ſächſiſchen
Hauptſtadt ragt der Preis von Grung hervor, welchen
Gernot, ein Spezialiſt für den Dresdener Kurs, gegen
Fantaſie und Adamant gewinnen ſollte. In Frankreich
wird die bisher ziemlich eintönig verlaufene Hindernis=

Kampagne in Auteuil fortgeſetzt. Im Radſport iſt
als erſtes großes Ereignis auf offenen Bahnen das 80=
Kilometerrennen in Köln zu verzeichnen, das Saldow,
Günther, Linart und Huybrechts beſtreiten. Saldows
Partner bei dem Siege im letzten Berliner Sechstage=
Rennen, Willy Lorenz, ſtartet in Paris, wo er im Flieger=
Criterium von Europa auf Bailey, Friol und van Bever
ſtößt. Bailey, der langjährige Amateurweltmeiſter, geht
mit dieſem Rennen in das Lager der Berufsfahrer über.
Im Straßen=Rennſport iſt der Große Straßenpreis von
Hamburg zu nennen, der von der Alſterſtadt über Kiel
nach Rendsburg und zurück nach Hamburg führt, und in
Frankreich die Fernfahrt Paris-Tours, die erſte der vie=
len
franzöſiſchen Straßenradrennen. Die Leicht=
athletik
wartet mit einer eigenartigen Propaganda=
Veranſtaltung auf, da nach dem Muſter des bekannten
Grunewaldlaufes an 248 Orten in Deutſchland der Wert
des Querfeldeinlaufens bekannt werden ſoll. Die Fuß=
ballſpiele
ſtellen weitere Entſcheidungen um die ein=
zelnen
Landesmeiſterſchaften in Ausſicht. Der Berliner
Hockey=Klub hat in der Reichshauptſtadt den Leipziger
Sportklub mit drei Mannſchaften zu Gaſte. Auch die
Damen=Mannſchaften der beiden Vereine werden ſich wie=
der
begegnen. Im Schwimmſport iſt das Natio=
nale
Schwimmfeſt des Schwimmklubs Poſeidon-Hellas in
Hamburg hervorzuheben.

sr. Pferdeſport. Sunloch Ueberraſchungs=
ſieger
in der Grand National‟ Die Grand
National Steeple Chaſe, das berühmteſte Hindernisrennen
der Welt, wurde am Freitag in Liverpool gelaufen und
endete mit dem Ueberraſchungsſiege von Mr. T. Thylers
Sunloch. Trotzdem Sonnenſchein und Regen abwechſelten,
war der Beſuch ein glänzender. Könkg Georg V war
diesmal nicht erſchienen, und auch ſein Vertreter, der in
den Vorwetten ſtark unterſtützte Twelfth Lancer, lief nicht.

Zwanzig Pferde wurden für das mit 80000 Mark aus=
geſtattete
Jagdrennen geſattelt, darunter auch die beiden
Franzoſen Lutteur III und der Schimmel Trianon III
des Herrn H. v. Mumm, der Sieger des Großen Berliner
Jagdrennens. Trianon, der im Vorjahre in der Grand
National geſtürzt war, und Lutteur, der ſie ſchon im Jahre
1909 gewonnen hatte, liefen ein hervorragendes Rennen,
wurden aber von dem 37 Pfund weniger tragenden Sun=
loch
zuletzt geſchlagen. Sunloch zog, ſeine leichte Bürde
ausnützend, ſofort in Front und führte vor Bloodſtone,
Rory OMoore und Delight. Während Bloodſtone im
Hintergrund verſchwand, ſchoben ſich Trianon III, Covert=
coat
und Lutteur III auf der letzten Meile mit nach vorn,
Die beiden Franzoſen überholten auch alle Gegner bis auf
Sunloch, dem ſie nichts anzuhaben vermochten. Der von
W. E. Smith geſteuerte Engländer ſiegte leicht mit acht
Längen gegen Trianon III (Hawkins), während nach der
gleichen Entfernung Lutteur III (A. Carter) als Dritter
folgte. Dann kamen Rory OMoore, Bahadur, Couvrefeu,
Great Croß und der vorjährige Sieger Coverteoat. Unter
den Geſtürzten befanden ſich Jacobus, Regent, Ilſton und
Ballyhackle. Wetten 100:6, 100:8, 10:1.

Heſſiſche Erfinder. (Mitgeteilt von Dipl.=Ing.
Klemens Herszberg & Co., Patent= und Ingenieur=Bureau,
Darmſtadt, Rheinſtr. 19.) Patent=Erteilungen:
35b. 272868. Fernſteuerung für Zweimotorenlaufkatzen.
Carl Schenck, Eiſengießerei und Maſchinenfabrik, Darm=
ſtadt
, G. m. b. H., Darmſtadt, 28. 2. 13. Sch. 43 233. 79b.
272967. Klebvorrichtung für Zigarrenmaſchinen mit zwei
einander berührenden Walzen, von denen die eine in einen
Klebſtoffbehälter taucht. Anton Fritz, Darmſtadt, Stein=
ackerſtraße
14. 30. 3. 13. F. 36 238. Gebrauchs=
muſter
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für epileptiſche und unruhige Kranke. Otto Backhaus,
Nieder=Ramſtadt bei Darmſtadt. 23. 2. 14. B. 68 317.

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Hierdurch beehre ich mich ergebenst anzuzeigen,
dass ich ab 30. März Ifd. Js. mein Schuhmass-
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Indem ich für das mir seither geschenkte Vertrauen
bestens danke, bitte ich, mir dasselbe auch in Zukunft
entgegen zu bringen.
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Meiner werten Kundschaft, sowie Nachbarn, Freunden
und Bekannten die ergebene Mitteilung, dass ich von
Mittwoch, den 1. April ab die
Brot- u. Feinbäckerei von Heinrich Hauf Wwe.
übernommen habe. Es wird mein eifrigstes Bestreben
sein, nur prima gute Ware zum Verkauf zu bringen
bezw. zu liefern und bitte, das meiner Vorgängerin in
so grossem Masse entgegengebrachte Wohlwollen auch
auf mich zu übertragen.
Um geneigten Zuspruch bittend zeichnet
Hochachtungsvoll
Peter Dölp, Bäckermeister

[ ][  ]

Seite a.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 29. März 1914.

Nummer 88.

Die auf meiner letzten Einkaufsreise gekauften Riesenposten
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sind nunmehr sämtlich eingetroffen, und enthält mein Lager mömentan mehr a
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