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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag erledigte geſtern Petitionen, die
dritte Leſung des Notetatsgeſetzes und
Wahl=
prüfungen. Der Duell=Geſetzentwurf
wurde in zweiter Leſung angenommen.
Der Dreiſchraubendampfer „Kap Trafalgar” mit dem
Prinzen und der Prinzeſſin Heinrich
an Bord iſt geſtern morgen 6 Uhr in Rio de Janeiro
eingetroffen.
Die Wahl des Abg. Hoeſch (konſ.) im Wahlkreiſe
Stendal=Oſterburg wurde vom Reichstag für
un=
gültig erklärt.
Der badiſche Geſandte in Berlin, Graf von
Berckheim, wird in nächſter Zeit von ſeinem Poſten
ſcheiden.
Der König von Italien iſt am Mittwoch um
11 Uhr nachts von Venedig nach Rom abgereiſt.
Ueber Riode Janeiro iſt der
Belagerungszu=
ſtand verhängt worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8 und 9.
Homerule.
— Die letzten Vorgänge in England haben
allenthalben das größte Aufſehen erregt, da ſie auf die
Verhältniſſe in England ein eigenartiges Schlaglicht
wer=
fen. Es bot ſich allerdings ein Bild, das ſehr zu denken
gibt und keine ſehr erfreulichen Perſpektiven zeigte. Mag
es auch ſchon immer bekannt geweſen ſein, daß die
Man=
neszucht in der engliſchen Armee zu wünſchen übrig läßt,
ſo mußte es doch ſeltſam berühren, daß gerade in der
Stunde der Not angeſehene Führer und Offiziere
ver=
ſagen und den Gehorſam aufkündigen. Man will nicht
gegen den „inneren Feind” kämpfen und gibt darum die
Demiſſion, alſo offene Auflehnung gegen die Anordnungen
der Regierung. Die Kunde von dieſem Vorkommnis wirkte
wie eine Sprengbombe, alles wurde von Entſetzen erfaßt,
und wohl dieſes Moment in erſter Linie iſt es geweſen,
das die Regierung zum Einſchwenken brachte. Was ſoll
man ſchließlich mit Regimentern, deren Offiziere man
nicht ſicher iſt, die möglicherweiſe im Ernſtfalle zu den
Rebellen übergegangen wären. Die Regierung ſucht ſich
vor der Oeffentlichkeit nun, ſo gut ſie kann, zu
rechtfer=
tigen, aber in den Beratungen der Miniſter ſoll es recht
llebhaft zugegangen ſein, wie ja die Demiſſion des
Kriegs=
miniſters beweiſt. Daß man ſich auf einen Bürgerkrieg
eingerichtet hatte, bewieſen die umfaſſenden militäriſchen
Maßnahmen, die geplant waren; es war ſogar ein
ge=
meinſames Vorgehen von Heer und Flotte vorgeſehen,
und nicht weniger als fünf Panzerkreuzer und eine ganze
Torpedobootflottille waren beſtimmt, im Ernſtfalle
mit=
zuwirken. Gewiß iſt es an und für ſich gut, daß es bei
dem jetzigen Stande der Dinge vorausſichtlich nicht zu
einem Bürgerkriege kommen wird und daß man ſich
be=
müht, Blutvergießen zu vermeiden; andererſeits liegt es
auf der Hand, daß die Autorität des Kabinetts Asquith
dahin iſt. Es wäre ſehr wohl möglich, daß es dem
Sturm=
laufen der Gegner nicht ſtandhält und zu Fall kommt.
Aber ſelbſt wenn es ſich vielleicht jetzt hält, von Dauer
wird es kaum ſein, und es ſteht außer Frage, daß man
in England recht bewegten Zeiten auf dem Gebiete der
inneren Politik entgegengeht.
Bei der bereits erwähnten Debatte im Unterhauſe
führte Kriegsminiſter Seely weiter aus: Der
Re=
gierung ſchien, daß die Offiziere vorbedachtermaßen den
geſetzmäßigen Beſehlen Pagets getrotzt hätten. Später
ſtellte ſich heraus, daß ein vollkommen ehrenhaftes
Miß=
verſtändnis über die Erklärung Pagets an die Offiziere
vorgekommen ſei. Dieſe glaubten, Ulſter werde als
feind=
liches Gebiet behandelt und ſollte durch Ueberrumpelung
und einen Angriff überwältigt werden. Zu dieſer
An=
nahme lag nicht der Schatten eines Grundes vor. Seely
erklärte weiter, jede Annahme, daß der König
irgend=
wie in der Angelegenheit die Initiative ergriffen habe,
entbehre durchaus der Begründung. Sodann
gab der Kriegsminiſter Einzelheiten über ſeine
Unter=
redungen mit General Gough. Dieſer habe erklärt, die
Offiziere glaubten, ſie würden dazu benutzt, um Ulſter zu
bezwingen. Seely ſagte, er habe Gough erwidert, die
Regierung müſſe auf dem Recht beſtehen den Offizieren
Befehle zu geben, die Zivilgewalt bei Ausübung ihrer
Pflicht zu unterſtützen. Die Regierung beabſichtige jedoch
nicht, das Recht, die Zivilgewalt zu ſchützen, wenn ſie
an=
gegriffen würde, dazu auszunutzen um die politiſche
Oppoſition zu brechen. Er habe dieſe Erklärung in zwei
Paragraphen bereits dem von dem Kabinett gebilligten
Dokument angefügt, und da ſie den Anſchein erweckten,
als ob die Offiziere ihre Bedingungen durchgeſetzt hätten,
nehme er den Tadel, daß er unachtſam geweſen ſei, ganz
auf ſich. Zur Zeit, als das Kabinett über das Dokument
beriet und als die Kabinettsmitglieder es für endgültig
hielten, habe er durch ſeine Handlungsweiſe ſeine
Kolle=
gen irregeführt, was ſehr zu tadeln ſei. Er habe daher
Asquith gebeten, ſeinen Rücktritt
anzu=
nehmen,
Premierminiſter Asquith führte aus: Das
Kabinett hat in ſeiner Sitzung vom 23. d. M. vom
Kriegs=
amt den Entwurf eines Brieſes an General Gough
er=
halten und über dieſen Brief beraten. Als die Veralung
beendet war, enthielt der Brief nur den erſten der drei
Paragraphen des am Mittwoch morgen veröffentlichten
Dokumentes und vermied es ſorgfältig, irgendwelche
Zu=
ſicherungen zu geben, tat jedoch dar, welches die Pflichten
der Offiziere ſeien. Wenn er fuhr Asquith fort, im
Hauſe erllärt hätte, daß die Offiziere bedingungslos
zu=
rückgekehrt ſeien, ſo ſei er von dem Zuſatz, den Seely
ge=
macht hätte, nicht unterrichtet geweſen. Er ſei der feſten
Ueberzeugung, daß es nicht recht ſei, wenn die
Re=
gierung im voraus einen Offizier frage, was er bei
Er=
eigniſſen, die noch nicht eingetreten wären, tun oder nicht
tun würde. Noch weniger ſei es für einen Offizier richtig,
ſo etwas die Regierung zu fragen, oder für die Regierung,
einem Offizier irgendwelche Zuſicherungen zu geben.
(Anhaltender Beifall bei den Miniſteriellen.) Solange
wir, fuhr Asguith fort, für die Regierung des Landes
verantwortlich ſind, werden wir nicht unſere Zuſtimmung
dazu geben, welches auch immer die Folgen ſein mögen,
daß irgendeine Gruppe von Leuten im Krondienſt, ſeien
es Offiziere oder Soldaten, im voraus von der Regierung
Zuſicherungen darüber verlangen, was ſie tun oder nicht
un ſollen unter Verhältniſſen, die noch nicht eingetreten
ſind. (Stürmiſcher Beifall bei den Miniſteriellen.)
As=
quith erklärte am Schluß: Das iſt eine neue Forderung,
und wenn wir ihr zuſtimmen würden, ſo wäre die
Re=
gierung der Gnade des Militärs ausgeliefert. Asquith
legte in ſeiner Rede mit Nachdruck gegen den
unangebrach=
ten und ungerechtfertigten Verſuch, den Namen des
Königs mit dieſer Sache in Zuſammenhang
zu bringen, Verwahrung ein. Er erklärte mit aller
Beſtimmtheit, daß vom erſten bis zum letzten Augenblick
der König in allen dieſen Dingen jede Vorſchrift beobachtet
hätte, die mit der Würde und der Stellung eines
kon=
ſtitutionellen Herrſchers im Einklang ſtände.
Im Verlaufe der Debatte ſagte Balfour.
Kriegs=
miniſter Seely habe recht daran getan, ſeine
Demif=
ſion einzureichen, aber die Regierung habe auch recht
daran getan, als ſie ſie zurücknahm, da Seely dem Lande
die Wahrheit geſagt habe. Balfour erklärte, daß die
mili=
täriſchen und maritimen Bewegungen nur Manöver
waren, um die Leute von Ulſter zu zwingen, die Offenſive
zu ergreifen. — Bonar Law ſagte, Seely ſei vor die
Wölſe geworfen worden, aber es ſei ein Handel
einge=
gangen worden, damit die Wölfe ihn nicht verſchlingen
ſollten. Bonar Law äußerte, daß die Regierung eine
große militäriſche und maritime Kundgebung geplant
habe, um Eindruck auf die Leute von Ulſter zu machen,
und der Miniſterpräſident habe nicht gewußt. was
vor=
gehe! Bonar Law wies den Einwurf zurück daß die
Unioniſten mit der Armee ein Ränkeſpiel getrieben hätten.
Er bitte die Regierung, ſich in die Lage der Offiziere zu
verſetzen, welche glaubten, daß die Regierung dies ohne
Zuſtimmung des Volkes tue. — Staatsſekretär
Grey erklärte, daß die der Regierung zugegangenen
Nach=
richten vollkommen die Vorſichtsmaßregeln gerechtfertigt
hätten. Das Kabinett habe die von Seely dem Dokument
beigefügten Paragraphen nicht übernommen, weil ſie
Be=
dingungen mit Gough einzugehen ſchienen, und dies ſei
eine Sache geweſen, welche die Regierung nicht tun konnte.
(Beiſall bei den Miniſteriellen.) Miniſterpräſident
As=
quith habe feſtgeſtellt und die Regierung halte es noch
aufrecht, daß General Gough bedingungslos auf ſeinen
Poſten zurückgekehrt ſei. — Auſten Chamberlain
er=
klärte, die Oppoſition habe getrachtet, eine Löſung zu
fin=
den, die es verhindern würde, daß ſich überhaupt die
Frage erhöbe, was Heer und Marine tun oder meinen.
Er bezeichnete den Rücktritt des Kriegsminiſters und die
Ablehnung ſeines Geſuches durch den Premierminiſter
als eine Komödie. — Churchill bat die Oppoſition, zu
erwägen, wohin ſie treibe. Wenn die aufſtändiſche
Be=
wegung eingelleitet, anerkannt, gelobt und gegen die
geſetz=
gebende Maſchine angeſtachelt würde, dann ſei es Zeit für
die verantwortlichen Leute, etwas zu tun, um die Lage
ein wenig zu beſſern.
Die Etatsvorlage, deren Ablehnung von
Bal=
four beantragt worden war, wurde ſodann in zweiter
Leſung mit 314 gegen 222 Stimmen angenommen.
Die Preſſe behandelt die Parlamentsdebatten:
Daily Chronicle ſagt: Die Veröffentlichung der
amtlichen Korreſpondenz beſtätigt die Exiſtenz einer
unerträglichen Abmachung zwiſchen dem Kriegsſekretär
und den meuternden Offizieren. Es war von ſeiten der
Offiziere ein nackter Verrat, dem Parlament durch das
Kriegsamt vorzuſchreiben, ob eine beſtimmte Bill
durch=
gehen ſoll oder nicht. Das Platt fährt fort: Wenn
Ge=
neral Gough bei ſeinen Einſprüchen bleibt, ſo müſſe er
gehen, und wenn alle Offiziere der Armee dem
Ein=
ſpruche folgen, ſo würden ſie ebenfalls gehen müſſen.
In dieſem Punkte darf keine Zweideutigkeit herrſchen
Daily News ſagt: Der Zwiſchenfall läßt die Oppoſition
in einer wenig beneidenswerten Lage. Sie hat mit der
Loyalität für die Armee für ihre Parteizwecke geſpielt,
und ſie hat das Spiel verloren. Sie hat bei ihrer
Be=
rechnung die Arbeiterſchaft und den demokratiſchen Geiſt
der Nation vergeſſen. — Morning Poſt ſchreibt: Wir
kla=
gen die Regierung an, daß ſie die Macht an die Armee
übertragen hat, wir klagen ſie an, daß ſie verſucht hat,
die ehrlichen Offiziere durch juriſtiſche Kniffe zu
verblen=
den, wir klagen ſie an, daß dieſer Verſuch fehlgeſchlagen
iſt. wir klagen ſie an, daß ſie die Homerulebill weiter
ver=
folgt, olwohl ſie ſieht, daß ſie nicht die Macht hat, ſie in
Kraft zu ſetzen. Sie hat das Oberhaus zerſtört und die
Armee an ſeine Stelle geſetzt. — Die Times ſchreiben:
Herr Asguih und ſeine Kollgen ſind immer noch lieſer
in den Sumpf geſunken, der ſich bald über ihren
Häup=
tern ſchließen muß. Es iſt ſchwer. aus einem Miniſter
einen Märthrer zu machen, deſſen Stelung ihm geſichert
war, ehe er ſeine Beichte abgelegt. Es iſt zweifelhaft, ob
die Wirkung dieſes Zwiſchenfalles der Regierung mehr
nützen als ſchaden wird. Die Regierung möge die
ehr=
lichen Paragraphen zurückziehen, die Seely auf eigene
Verantwortung dem Briefe an General Gough zugefügt
habe; aber ihre Wirkung wird fortbeſtehen, und für die
Verwendung der Armee beſtimmend ſein. Im übrigen
erweiſt die veröffentlichte Korreſpondenz und die
Ant=
worten der Miniſter in beiden Häuſern, daß ſie nicht die
wolle Wahrheit geſaat haben, obwohl ſie behaupteten, es
gelan zu haben. — Daily) Telegraph ſchreibt: Wir ſagen
mit voller Ueberzeugung, daß jedermann mit einiger
po=
litiſcher Erfahrung einen ſolchen Stand der Dinge als eine
Unmöglichkeit verlacht haben würde hätte man es ihm
vor der geſtrigen Debatte geſagt. Jedermann iſt
irrege=
führt worden, Oberſt Seely und ſeine Kollegen. Der
Premierminiſter und der Lordkanzler wurden zu
Erklä=
rungen in den Parlamenten verleitet, die mit den
Tat=
ſachen nicht im Einklang ſtanden. Das Parlament wurde
irrgeführt, die Offiziere wurden irregeführt und die
Na=
tion wurde irregeführt. In der Arme iſt eine Lage
ge=
ſchaffen, deren Ende niemand vorher ſagen kann, und dee
ſich nur als höchſt verderblich erweiſen kann.
Deutſches Reich.
Angebliche Mißgriffe der
Schutzge=
bietsbehörden. Zur Unterſuchung der bei den
Ver=
handlungen des Reichstages über den Etat von Kamerun
zur Sprache gekommenen angeblichen Mißgriffe der
Schutz=
gebietsbehörden bei der Durchführung der Trennung der
Eingeborenenſiedlungen von der Europäerſtadt in Duala
hat der Staatsſekretär des Reichskolonialamts Dr. Solf
eine Kommiſſion eingeſetzt, die ſich anfangs April nach
Kamerun begibt. Die Kommiſſion ſteht unter Leitung
des Unterſtaatsſekretärs im Reichskolonialamt Dr. Conze.
Außerdem gehört ihr Regierungsrat Dr. Volkmann an.
Der Unterſtaatsſekretär wird im Anſchluß an ſeinen
Auf=
enthalt in Duala das Schutzgebiet Togo und außerdem
Lagos beſuchen.
— Eine für ungültig erklärte
Reichs=
tagswahl. Im=Wahlkreiſe Oſterburg=Stendal erhielt
im Jahre 1912 der konſervative Kandidat Hoeſch im erſten
Wahlgang 10 512 Stimmen (bei 8621 nationalliberalen und
7434 ſozialdemokratiſchen) und wurde in der Stichwahl
mit 13 288 gegen 10995 Stimmen gewählt. Trotz dieſer
einwandfreien Mehrheit wurde die Wahl von der
Wahl=
prüfungskommiſſion mit 8 gegen 6 Stimmen für ungültig
erklärt. Der Grund für dieſen befremdenden Beſchluß iſt
nach der Frankf. Ztg. folgender:
Die konſervative Partei hat für ihren Kandidaten
einen Wahlaufruf verbreitet, der mitſamt ſeinen mehr als
2000 Unterſchriften in dem Kommiſſionsbericht abgedruckt
iſt. Es befinden ſich darunter auch zehn Amtsvorſteher
und ein Bürgermeiſter, die mit ihrem Amtstitel
unter=
zeichnet haben. Die Kommiſſion hat nun beſchloſſen, daß
als unzuläſſig beeinflußt diejenigen Bezirke gelten ſollen,
in denen mit Polizeigewalt ausgeſtattete Beamte, eben
jene zehn Amtsvorſteher und der eine Bürgermeiſter den
Wahkaufruf unterſchrieben haben. Der Berichterſtatter
hat nun das Gemeindelexikon und einige Adreßbücher
durchaeſehen und danach die zu jedem Amtsbezirk
gehört=
gen Ortſchaften ermittelt und feſtgeſtellt, daß in dieſen
Ortſchaften insgeſamt 2340 konſervative Stimmen
abge=
geben worden ſind. Wenn man dieſe 2340 Stimmen von
der konſervativen Stimmenzahl in der Stichwahl abzieht,
und die 11 Stimmen jener Amtsvorſteher und
Bürger=
meiſter als nicht beeinflußt wieder zuzählt, ſo ergibt ſich
für den konſervativen Kandidaten eine Zahl von 10959
Stimmen, während der nationalliberale Gegenkandidat
10995 Stimmen erhalten hat.
Man ſieht, wie gewiſſenhaft die
Wahlprüfungskom=
miſſion arbeitet, und wie wenig politiſche Reife ſie den
Wählern zutraut, wenn ſie annimmt, daß 2340 Wähler
ſich lediglich durch Unterſchriften von 11 Beamten zu
Konſervativen haben ſtempeln laſſen.
Die Stimmen der Rechten bei den
Er=
ſatzwahlen. Bei der Reichstagserſatzwahl in Borna=
Pegau=Rochlitz am 17. März hat die Reichspartei den
Gewinn von 1311 Stimmen buchen können. Das
An=
wachſen der Stimmen der Rechten iſt bei faſt allen
Er=
ſatzwahlen der letzten Zeit feſtzuſtellen. In Jerichow ſtie=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 86.
gen die konſervativen Stimmen um 2219, in Dresden=
Neu=
ſſtadt um 347, in Hamburg I die Stimmen der Rechten
um 744, in Waldeck die der Wirtſchaftlichen Vereinigung
um 1245, die Stimmen des Zentrums in Offenburg=Kehl
um 644, in Köln=Land um 2205. Beſonders
bemerkens=
wert iſt die Tatſache, daß in vielen Bezirken, in welchen
die Rechte und das Zentrum erſtarkten, gerade die
Natio=
nalliberalen und Fortſchrittler viele Stimmen verloren.
So gingen die liberalen Stimmen zurück in Borna um
705, in Waldeck=Pyrmont um 787, in Jüterbog um 1270,
in Jerichow um 1380, in Dresden=Neuſtadt um 1384, in
Köln=Land um 2072 und in Hamburg I um 2170.
Die Haftpflicht der Eiſenbahnen. Der
Geſetzentwurf zur Regelung der Haftpflicht der
Eiſen=
bahnen, der bereits ſeit einigen Monaten dem
preußi=
ſchen Staatsminiſterium zur Beſchlußfaſſung unterliegt,
wird jedenfalls noch vor Oſtern an den Bundesrat
ge=
langen. Mit einer Einbringung im Reichstage während
der gegenwärtigen Tagung iſt aber nicht zu rechnen, weil
an eine Durchberatung der Vorlage bei der Fülle des
vor=
liegenden Materials doch nicht zu denken iſt.
— Ergebniſſe aus dem Wehrbeitrag. In
der badiſchen Zweiten Kammer warnte der
Finanz=
miniſter Dr. Reinbold vor einer zu optimiſtiſchen
Auf=
faſſung des Ergebniſſes aus dem Wehrbeitrag. Die in
der Preſſe wiedergegebenen Reſultate hätten keinen
amt=
lichen Charakter, ſondern wären größtenteils nur
Ver=
mutungen.
Ausland.
Schweiz.
Schaffung eines Nationalparkes. Im
Nationalrat kam es bei der Frage über die Schaffung
eines Nationalparkes zu einer heftigen Debatte. Von
ſeiten einiger Abgeordneter verſchiedener Fraktionen
wurde heftig gegen einen jährlichen Bundesbeitrag zur
Schaffung und Erhaltung des Parkes opponiert.
Schließ=
lich mußten infolge der Obſtruktion der Oppofition die
Be=
ratungen über dieſen Gegenſtand in der Abendſitzung
ab=
gebrochen werden.
Frankreich.
Die Einkommenſteuer. Die
Budgetkommiſ=
ſion der Kammer nahm mit 14 gegen 11 Stimmen die
Eingliederung des vom Finanzminiſter Regnoult
einge=
brachten Entwurfes über eine Ergänzungsſteuer auf das
Einkommen in das Finanzgeſetz an.
Die Tätigkeit des Rochette=
Ausſchuſ=
ſes wird bereits von mehreren Blättern verſchiedener
Parteirichtungen ziemlich ſcharf kritiſiert.
Die gemäßigte République Frangaiſe ſchreibt: Der
Ausſchuß iſt vollſtändig unfähig, Gerechtigkeit zu üben.
Er hat ſich nicht einen Augenblick von
Parteileidenſchaf=
ten freigemacht. Er zieht die Erörterung in die Länge
und wirft Hunderte von Fragen auf, die mit der Sache
nichts zu tun haben, um jedes allzu grelle Licht
abzu=
ſchwächen oder auszulöſchen. — Die radikale France
meint, man möge doch ein Ende machen. Alle die
neben=
ſächlichen Dinge, die der Ausſchuß ſo ſorgfältig
disku=
tiere, könnten zu dem, was man bereits wiſſe, nichts
hin=
zufügen. — Die nationaliſtiſche Libre Parole ſagt:
Jau=
rés wird in der nächſten Woche der Kammer die
Schluß=
folgerungen des Unterſuchungsausſchuſſes vorlegen. Er
wird ſeine Erklärungen mit einer ſolchen Fülle von
Er=
wägungen ausſtatten, daß bezüglich der offenkundigen
Geſetzesbeugung Zweifel auftauchen werden. Nur in
einer Frage wird er ſich feſt zeigen und unerbittlich ſein
Urteil über die Schuld des ehemaligen
Miniſterpräſiden=
ten Monis fällen. Denn zur endgültigen Beilegung des
Rochettehandels bedarf man eines Sündenbockes und für
dieſe Rolle iſt Monis auserſehen. — Senator Clemenceau
ſchreibt im Lhomme Libre: Welche Form auch immer die
Intervention des Herrn Monis beim Oberſtaatsanwalt
gehabt haben mag, es werden ſie alle ehrlichen Leute
be=
klagen müſſen. Ich hätte es gerne geſehen, daß Monis
nach dem Beiſpiel von Lloyd George in der Marconi=
An=
gelegenheit ſein Bedauern darüber ausgeſprochen hätte,
daß er ohne genügende Ueberlegung gehandelt habe. Ich
will gegen ſeine Abſichten keine Anſchuldigungen erheben,
aber er hat zweifellos die Folgen ſeines Vorgehens nicht
bedacht.
Belgien.
Die Naturaliſation von Geiſtlichen.
Die oppoſitionelle Preſſe wendet ſich in ſcharfem Proteſt
gegen die überaus umfangreichen Naturaliſationen von
Prieſtern und Nonnen, die in der letzten Zeit durch die
klerikale Mehrheit in der Kammer vollzogen worden iſt.
So iſt geſtern 53 dieſer geiſtlichen Ordensſchweſtern die
große Naturaliſation bewilligt worden, dagegen iſt ſie
den meiſten Laien, die darum nachgeſucht hatten,
ver=
weigert worden.
Das Verbot des Glücksſpiels. Durch das
vor fünf Jahren erfolgte Verbot des Glücksſpiels ſind
die Städte Oſtende und Spaa in große finanzielle
Schwie=
rigkeiten geraten. Es ſoll ein Ausnahmegeſetz geſchaffen
werden, das die Wiedereinführung des Baccaratſpiels
und des Roulette vorſieht. Eine beſondere
Kammerkom=
miſſion hat ſich bereits mit dieſem Projekt beſchäftigt, in
der ſich eine Mehrheit für die Annahme des Geſetzes
ge=
funden hat.
Rußland.
Vorbbreitung zum deutſcheruſſiſchen
Handelsvertrag. Der in Kiew zur Beſprechung
des Handelsvertrages mit Deutſchland einberufene
Kon=
greß, der von Vertretern der Landwirtſchaft und der
In=
duſtrie der Südweſtgouvernements Rußlands beſchickt
worden war, iſt geſchloſſen worden. In maßgebenden
Kreiſen iſt man mit dem Reſultat des Kongreſſes nicht
zu=
frieden. Unter den Vertretern der verſchiedenen Zweige
der Induſtrie und den Landwirten herrſchte eine große
Uneinigkeit. Der am Anfang ſehr rege beſuchte Kongreß
ſchloß unter einer überaus geringen Beteiligung.
Die=
ſem Kongreß, der der erſte in ſeiner Art iſt, ſoll eine ganze
Reihe ähnlicher für die Vertreter der verſchiedenen
ande=
en Gouvernements folgen. Der nächſte Kongreß findet
in etwa einem Monat in Wilna ſtatt und ſoll die
Ver=
treter der Landwirtſchaft und Induſtrie der
Nordweſt=
gouvernements vereinigen.
Bulgarien.
Ein Appell an das bulgariſche Volk.
In einem Morgenblatte veröffentlichte der
Nationaldich=
ter Vaſow Appelle an das bulgariſche Volk, in denen
er=
ausführt, es ſei grauſam, heute den Generaliſſimus der
bulgariſchen Armee, Sawow, der Bulgarien mit Ruhm
bedeckte, vor ein Staatsgericht zu ſtellen, wo jedes andere
Volk ihm begeiſtert zujubeln würde. Er erhebe die Hand,
um für Sawow um Vergebung zu bitten. Ein Mann, zu
dem die ganze Armee mit Vertrauen aufblicke, dürfe nicht
aus kleinlicher Parteiſucht angeklagt werden.
* Beihilfe für kinderreiche Familien.
In der Sitzung des Etatsausſchuſſes teilte der Magiſtrat
der Stadt Breslau die näheren Vorſchriften zu
Familien=
beihilfen an die ſtädtiſchen Arbeiter mit. Danach fordert
der Magiſtrat nunmehr 160000 Mark. Die
Familienbei=
hilfe iſt nach den neuen Beſchlüſſen für alle ſtädtiſchen
Arbeiter mit drei oder mehr Kindern beſtimmt. Sie
be=
trägt monatlich bei 3 Kindern 9 Mark, bei vier
Kindern 11 Mark, bei fünf 12,50 Mark, bei ſechs 13,50
Mark, bei ſieben 14 Mark, für jedes weitere Kind 2 Mark
mehr. Ein Rechtsanſpruch auf die Familienbeihilfe wird
nicht zugeſichert Für die geplante Beihilfe kommen
ins=
geſamt 1142 Arbeiter mit rund 4450 Kindern in Betracht.
Der Fall Caillaux und die
ſchwei=
zeriſche Demokratie. Die Bloßſtellung der
fran=
zöſiſchen Rechtspflege im Falle Caillaux hat auf die
ſchweizeriſche Demokratie einen tiefen Eindruck gemacht.
Führende Organe der Schweiz ſehen die franzöſiſche
Rechtspflege auf der Anklagebank ſitzen, weil die
demokra=
tiſche Grundforderung der völligen Unabhängigkeit des
Richterſtandes von der Staatsleitung in der
Nachbar=
republik auf das gröblichſte mißachtet, die Teilung der
Ge=
walten durchaus nicht verwirklicht iſt. Welche
Stimmun=
gen in der ſchweizeriſchen Demokratie die feſtſtehende
Tat=
ſache, daß der Prozeß gegen den Millionenſchwindler
Ro=
chette auf das Verlangen des damaligen
Miniſterpräſiden=
ten Monis und des damaligen Finanzminiſters Caillaux
verſchoben wurde, ausgelöſt hat, veranſchaulicht die
nach=
ſtehende Auslaſſung des Berner Bund: „Daß eine ſolche
Beeinfluſſung ſtattgefunden hat und daß weder
Staats=
anwalt noch Gerichtspräſident ſich dagegen bis zum
Aeu=
ßerſten gewehrt haben — das hebt dieſen Vorfall über
alles Parteigezänk hinaus. Nicht Caillaux und Monis,
das ganze Syſtem der franzöſiſchen Rechtſprechung ſitzt
auf der Anklagebank. Die unheilvolle Tatſache, daß in
Frankreich ſo oft nicht die Güte der Sache entſcheidet,
ſon=
dern der Einfluß der Perſon, iſt hier einmal in einem
beſonders kraſſen Falle ans helle Licht gezogen worden.”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. März.
Entlaſſung aus dem Staatsdienſt. Der
Groß=
herzog hat den Oberlehrer an dem Realgymnaſium
zu Mainz Dr. Otto Schmidtgen auf ſein Nachſuchen
mit Wirkung vom 5. April 1914 an aus dem
Staats=
dienſt entlaſſen.
Ordensverleihungen. Der Großherzog hat
dem ſeitherigen Beigeordneten und ſtellvertretenden
Standesbeamten Peter Schilp IV. zu Mühlheim (Kreis
Offenbach) das Silberne Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen und dem Bahnhofsverwalter
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Wilhelm
Menger zu Griesheim aus Anlaß der Vollendung
einer fünfzigjährigen Dienſtzeit die Krone zum Silbernen
Kreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Friedrich Kaiſer aus Klein=Steinheim, Kreis Offenbach,
eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Sörgenloch, Kreis
Mainz; dem Lehrer Philipp Schröder zu Lindenfels,
Kreis Bensheim, vom Beginn des Schuljahres 1914/15
an eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Friedberg
(Stadtteil Fauerbach); der Schulamtsaſpirantin Johannette
Hofmann aus Frankfurt a. M. eine Lehrerinſtelle an
der Volksſchule zu Rüſſelsheim, Kreis Groß=Gerau; der
Schulamtsaſpirantin Katharina Spahn aus
Seligen=
ſtadt, Kreis Offenbach, eine Lehrerinſtelle an der
Volks=
ſchule zu Rüſſelsheim, Kreis Groß=Gerau.
* Erledigt iſt an der Volksſchule zu Dudenhofen
eine mit einem evangeliſchen Lehrer zu beſetzende
Lehrer=
ſtelle, mit der Organiſtendienſt verbunden iſt.
* Militärdienſtnachrichten. Verſetzt zum 1. April 1914:
Krauſe, Diviſionspfarrer der 1. Garde=Diviſion, zur
Großh. Heſſ. (25.) Diviſion nach Darmſtadt. Zum erſten
Lehrkuſus der Infanterie=Schießſchule vom 19. März bis
8. April 1914 kommandiert: Rittmeiſter Graf v.
Königs=
marck, Leib=Drag.=R. Nr. 24, Oberlt. Frhr. v.
Roten=
han, Garde=Drag.=Regt. Nr. 23, Rittmeiſter Hoegner,
Train=Batl. Nr. 18.
g. Strafkammer I. Der Arbeiter Wilhelm K. von
hier hatte einem Bekannten, der ein Grammophon
ver=
kaufen wollte, vorgeſpiegelt, er wiſſe in Griesheim einen
Käufer für das Grammophon, der 30 Mark geben wolle.
K. nahm das Grammophon auch mit, ging in eine
Wirtſchaft und machte dort Konzert und bot ſchließlich
dem Wirt den Apparat für 15 Mark an, erhielt aber
ſchließlich nur 10 Mark. Der Eigentümer wurde nicht
ge=
ſchädigt, da der Wirt ſpäter noch was drauflegte. Der
Angeklagte wird jedoch wegen Betruges, da er rückfällig
iſt, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. —
Der 31jährige Lehrer Georg Lautenſchläger aus
Lichtenberg hat als Lehrer in Groß=Bieberau ſeit 1908 ſich
Verfehlungen nach §§ 176,3 und 174,1 des
Strafgeſetz=
buches zuſchulden kommen laſſen. Er wurde zu drei
Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverluſt
verurteilt; vier Monate der Unterſuchungshaft wurden
ihm in Anrechnung gebracht.
— Vom Hoftheater. Das für heute angekündigte
Gaſtſpiel Johannes Sembachs kann wegen Erkrankung
des Künſtlers nicht ſtattfinden, der Lohengrin geht daher
mit Georg Becker in der Titelpartie in Szene. Die
Ortrud ſingt in dieſer ausnahmsweiſe dem Abonnement B
gehörigen Vorſtellung Anna Jacobs. Am Sonntag wird
im Abonnement A Bizets „Carmen” in neuer
Ein=
ſtudierung aufgeführt. Das Werk iſt nicht nur ſzeniſch
vollkommen neu ausgeſtattet, ſondern wird auch in
durchaus neuen Koſtümen geſpielt, die zum weitaus
größten Teil in den Werkſtätten des Hoftheaters
her=
geſtellt wurden. Die muſikaliſche Leitung des Abends
hat Hofkapellmeiſter Ottenheimer, die ſzeniſche Regiſſeur
Nowack. Am Montag abend 8 Uhr findet außer
Abonnement zu Volksvorſtellungspreiſen ein „Bunter
Abend” ſtatt, der in wechſelvollen Bildern die Kunſt
früherer Tage wieder aufleben läßt. Die Einleitung
bildet ein Adagio von Mozart für Flöte, Harfe und
Klavier; danach werden Frau Ballettmeiſterin Ehrle
und Herr Jürgas Tänze im alten Stil vorführen, Frau
Beling=Schäfer wird, von Frau Baum begleitet,
alt=
franzöſiſche Lieder zur Harfe ſingen, außerdem ſind
Aufführungen der humorvollen Bachſchen Kaffeekantate
mit Olga Kallenſee und Alfred Stephani in den
größeren Geſangspartien, ſowie von Moliéres
entzücken=
dem Einakter die Gezierten (Les precieuses ridicules)
vorgeſehen.
* Braunshardter Heim. Fürſtin Marie zu
Er=
bach=Schönberg bittet im Namen des Vorſtandes
des Braunshardter Heims (Marienhof) alle Freunde der
Anſtalt, dieſelbe durch Zuweiſung von Heimarbeit
unter=
ſtützen zu wollen.
* Der Heſſiſche Diakonie=Verein hielt Mittwoch, den
25. März, nachmittags ½3 Uhr im Landesſynodalgebäude
ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab. In der
geſchloſſenen Mitgliederverſammlung begrüßte zunächſt der
Vorſitzende des Vereins, Dekan Zaubitz=Bensheim, die
Aus neuen Geibel=Briefen.
** Hochgeſtimmte Bekenntniſſe Emanuel Geibels, die
den Sänger der Schönheit und des Frühlings auch als
Menſchen in einem idealen Lichte zeigen, enthalten die
Briefe des Dichters an den Freiherrn Georg von Cotta,
die Gottfried Bölſing in der Cottaſchen Monatsſchrift „Der
Greif” veröffentlicht. Cotta wurde nachdem Geibels erſte
Gedichte 1840 erſchienen waren, auf den jungen Lyriker
auf=
merkſam, machte ſeine perſönliche Bekanntſchaft und nahm
dann ſeine zweite Gedichtſammlung, die „Junius=
Lieder” in ſeinem berühmten Verlag auf. Seitdem
ſtand die zu ſo hohem Ruhm emporführende
Dichterlauf=
bahn Geibels unter den glücklichen Zeichen des Cottaſchen
Greifen. Von den Junius=Liedern, die zuerſt „Laub und
Frucht” heißen ſollten, und den verſchiedenen Auflagen,
die ſie erlebten, iſt in den Briefen hauptſächlich die Rede.
Schön charakteriſiert ſie der Dichter wenn er ihren Titel
erklärt: „Die Mehrzahl der Gedichte iſt wirklich in der
erſten hohen Sommerszeit, im Junius meines Lebens,
entſtanden. Der Mai iſt vorüber, die frühe reiche Blüthe,
die Zeit glückſeligen Schwärmens und Träumens iſt
da=
hin; nur hin und wieder macht ſie ſich geltend, aber
als=
dann als ein Vergangenes, das im Glanze der
Erinne=
rung ſteht. Auf Sturm und flackernde Glut folgt die
nach=
haltige fruchtbringende Wärme, die Gewitterſchläge der
Leidenſchaft beruhigen ſich in ernſter Betrachtung, die
Emp=
findung reift zum Gedanken. Aus dem Kampfe geht es zur
Verſöhnung, und wenn es hier und dort auch noch dunkelt
und ſchattet, ſo trägt doch zuletzt das Ewig=Heitere immer
den Sieg davon, wie das Licht zur Sommerszeit ſelbſt in
den Nächten von der Erde nicht mehr ganz losläßt.” Und
(als dann Cotta bei ſpäteren Ausgaben um neue Gedichte
für dieſe Sammlung bittet, betont er den einheitlichen Zug,
der das Ganze dieſer Lieder zuſammenhalte: „Die
Juniuslieder ſind noch entſchiedener als die beiden
ande=
ren Sammlungen aus einer einigen Stimmung
hervor=
gegangen; ſie ſind in der Tat durchweg die Erzeugniſſe
der heiteren, in ſich befriedigten Sommerhöhe meines
Lebens; während in den früheren Gedichten die ſpfelende
Leidenſchaft, die Weichheit und Schwermuth des
Jugend=
frühlings, in den ſpäteren die Fruchtreiſe, aber auch das
tiefe Vergänglichkeitsgefühl des Herbſtes vorwalten.”
Deshalb ſind ihm auch dieſe Gedichte gerade beſonders
wertvoll, denn ſie ſollen ihn von einer andern reiferen
Seite zeigen.
Ein Brief aus dem Jahre 1854 beweiſt, daß Geibel
ſchon damals unter der falſchen Einſchätzung litt, die man
ihm ſo lange hat zuteil werden laſſen: „Eine neue
Aus=
gabe der Juniuslieder würde mir um ſo erwünſchter
kommen, da durch die fortgehende ſtacke Verbreitung
meiner früheren Gedichte, deren innern Gehalt ich dem der
Juniuslieder weit nachſetzte, ſich allmählich ein durchaus
falſches und einſeitiges Urteil über meine dichteriſche
Eigenthümlichkeit beim Publikum ausbilden muß. Ich bin
keineswegs der ſanfte Liebeslyriker vom Jahr 1840; eben
die Juniuslieder, meine ich, können den Beweis liefern,
wie der ernſte Gedanke und die männliche Kraft neben dem
Schmelz der Empfindung bei mir zu ihrem Rechte
gekom=
men ſind.‟ Die Erfahrungen des „tollen Jahres” 1848
rufen in dem warmen Patcioten Geibel bitiere Gefühle
hervor. „Ach, es thut weh,” ſchreibt er aus Lübeck am 10.
Oktober 1848 an Cotta, „ſtatt eines langerſehnten Gutes,
in dem Augenblicke, da wir es zu ergreifen wähnen, nur
ſeine abſcheulichſte Caricaſtur zu empfangen; es thut weh
die Hälfte ſeines Volkes in raſender Verblendung den
Weg zum Abgrund einſchlagen zu ſehen, es thut meh, an
Männern, die wir hoch gehalten vor vielen, und auf die
wir unſer ganzes Vertrauen geſetzt, verzweifeln zu müſſen,
weil ſie in der entſcheidenden Stunde abfielen, wie dürres
Herbſtlaub Wo iſt die weiſe Mäßigung geblieben, die
wir als ein unveräußerliches Erbtheil unſeres Stammes
anſehen zu dürfen wähnten, wo die männlich feſte Treue
und das tiefeinwohnende Gerechtigkeitsgefühl, auf die wir
ſo gerne ſtolz waren? Und wo will das alles hinaus? —
Ich muß geſtehen, ich bin mit meinem Rath und meiner
Weisheit zu Ende; ja, ich würde das Hereinbrechen eines
Zeitalters der Barbarei mit Beſtimmtheit vorausſagen,
wenn ich nicht wüßte daß über den Wolken noch Einsc ſitzt,
der ſich denn doch glücklicherweiſe mit etlichen Phraſen und
Barrikaden nicht abſetzen läßt, und der jeden Augenblick
dazwiſchen fahren kann, zu retten oder zu richten.”
Aus dieſen wirren Kämpfen der Zeit flüchtet er dann
doppelt begierig in das heitere Reich der Dichtung und
er=
quickt ſich an Mörikes Gedichten, über die er ein feines
und prophetiſches Urteil abgibt: „Es iſt eine Friſche und
Klarheit, eine wohlthuende ſonnige Heiterkeit, eine
Kunſt=
vollendung in dieſen Liedern, wie ich ſie bei keinem
andern Poeten der Gegenwart gefunden habe. Außer bei
Göthe iſt mir nirgends ein ſo ſchöner und reiner
Aus=
druck des Gefühls, ein ſo liebenswürdiger Humor
vorge=
kommen. Kritik und Publikum ſcheinen mir freilich dem
Dichter noch immer nicht die gebührende Gerechtigkeit
widerfahren zu laſſen, aber er läßt ſich das hoffentlich
nicht anfechten. Der Tag einer allgemeinen Anerkennung
kann für ihn nicht ausbleiben, und ſeine Lieder werden
einſt in ihrer einfachen Schönheit ruhig daſtehen, wenn
unendlich viel Geſpreiztes und Gebeiztes, was die
ten=
denzvolle Geſchmackloſigkeit unſerer Tagespreſſe bis in den
Himmel zu erheben ſtrebt, in ſeiner inneren Nichtigkeit
längſt der Vergeſſenheit anbeimgefallen ſein wird.”
Nummer 86.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Seite 3.
zahlreich Erſchienenen, darunter beſonders den Vertreter
des Großh. Oberkonſiſtoriums Oberkonſiſtorialpräſident
D. Nebel. Nach einem kurzen Hinweis auf die Bedeutung
und Ziele des Vereins und einem ehrenden Nachrufe, den
der Vorſitzende den inzwiſchen Verſtorbenen widmete,
er=
ſtattete zunächſt der Vereinsgeiſtliche Pfarrer Schneider=
Darmſtadt, den Jahresbericht, aus dem hervorgeht, daß
die Zahl der Schweſtern bereits über hundert geſtiegen iſt.
Es folgte dann durch den Rechner des Vereins, Pfarrer
Scriba=Groß=Gerau, die Rechnungsablage für 1913. Zum
erſten Male überſchreitet der Jahrésumſatz 100000 Mark.
Die‟ Einnahmen betragen 55725 Mark, die Ausgaben
52630 Mark, ſo daß ein Betriebkapital von 3095 Mark für
das neue Rechnungsjahr bleibt. Nach der Aufſtellung des
Voranſchlags für 1914 wurden die ſatzungsgemäß
aus=
ſcheidenden Mitglieder des Vorſtandes und des
Verwal=
tungsausſchuſſes durch Akklamation wiedergewählt.
Um 4 Uhr ſchloß ſich ſodann eine öffentliche
Ver=
ſammlung an, in der Pfarrer D. Dr. Preuſchen=
Hirſchhorn einen Vortrag über „Die Bedeutung der
alt=
kirchlichen Frauenorganiſationen für unſere Gemeinden”
hielt. Der Redner zeigte zunächſt in einem kurzen Gang
durch die älteſte Geſchichte des Chriſtentums, wie gerade
die Frau ſchon von Anfang an in der chriſtlichen Gemeinde
eine große Rolle ſpielte, zunächſt als Prophetin und
Miſ=
ſionarin, dann aber auch in der ſpäteren Zeit in dem Stand
der „Witwen” und „Jungfrauen‟ Diakoniſſinnen kannte
dieſe ältere Zekt des Chriſtentums nicht, weil die
Liebes=
tätigkeit und ſoziale Fürſorge wegen der Schwierigkeit
der Arbeit von den Männern in die Hand genommen
wurde. Nach dieſer geſchichtlichen Darlegung betonte dann
der Vortragende, was die Chriſtenheit der ſpäteren
Jahr=
hunderte den Frauen jener erſten Zeit verdankt, nämlich,
die Freudigkeit und Schlagkraft, mit der das Chriſtentum
in dieſer Welt ſich durchgeſetzt hat. Bei der Frage, was
wir nun für unſere Zeit aus dieſer Bedeutung der
alt=
kirchlichen Frauenorganiſationen lernen können, zeigte der
Redner daß auch heute noch die Frau in gewiſſem Sinne
als „Miſſionarin und Lehrerin” für das Chriſtentum
wir=
ken könne, daß aber die Hauptarbeit der Frau in der
Lie=
bestätigkeit und in dem „Dienen” für die anderen liege.
Die ſehr gehaltvollen, von wiſſenſchaftlicher Tiefe
getra=
genen Ausführungen fanden den reichen Beifall der
Ver=
ſammlung, deren Dank der Vorſitzende zum Schluſſe dem
Redner mit warmen Worten ausdrückte.
* Gründung eines Guyot=Vereins. Man ſchreibt uns:
Am Mittwoch fand im Anſchluß an die Hauptverſammlung
des Diakonie=Vereins die konſtituierende Verſammlung
eines „Guyot=Vereins” für die Zwecke der
evan=
geliſchen Gemeindepflege im Großherzogtum Heſſen ſtatt.
Profeſſor Dr. A. E. Berger=Darmſtadt begrüßte
zu=
nächſt die Anweſenden und erſtattete im Namen des
vor=
läufigen Verwaltungsausſchuſſes den erſten
Rechenſchafts=
bericht über die bereits ſeit einiger Zeit beſtehende Guyot=
Stiftung, die von Freunden, Verehrern und Schülern des
am 2. Juni 1910 in Heppenheim a. d. B. verſtorbenen
Pfarrers D. Johannes Guyot zur Ehrung ſeines
Anden=
kens ins Leben gerufen worden iſt. Beſtimmung der
Stiftung ſoll ſein, die evangeliſche Gemeindepflege im
Großherzogtum Heſſen auf Grund derjenigen Gedanken
Guyots, die in ſeiner letzten Schöpfung, dem Heſſiſchen
Diakonie=Verein, zum Ausdruck gekommen ſind, zu fördern
und auszubauen. Nach Darlegung der Notwendigkeit der
Gründung eines Vereins wurden zunächſt die Satzungen
des Vereins vorgelegt und auf Antrag des Herrn Dekans
Zaubitz=Bensheim angenommen. Bei der Wahl des
Vor=
ſtandes, der aus ſieben Perſonen beſtehen ſoll, wurde zum
Vorſitzenden Pfarrer Rückert gewählt, zum
ſtellvertreten=
den Vorſitzenden Profeſſor Dr. Berger, zum Rechner
Ober=
rechnungsreviſor Haas, zum Stellvertreter desſelben
Pfar=
rer Schneider, ſämtlich zu Darmſtadt, zu Beiſitzern
Ober=
landesgerichtsrat Dr. Zimmermann=Darmſtadt, Frau
Pfarrer D. Guyot=Heppenheim und Frau Pfarrer Strack=
Birkenau. Möge der neue Verein zur Förderung ſeiner
hochherzigen Aufgabe recht viel Verſtändnis in den
evan=
geliſchen Kreiſen unſeres Volkes finden.
* Der Literariſche Verein hielt am Mittwoch im
Ver=
einsloſale ſeine ordentliche Hauptverſammlung
für das abgelaufene Vereinsjahr ab. Nach dem von dem
Vorſitzenden, Profeſſor Dr. Baur, erſtatteten
Jahres=
bericht iſt die Mitgliederzahl, die am 1. Januar 1913 179
betrug, im Laufe des Jahres auf 197 Perſonen geſtiegen.
Der Vorſtand hielt 4 Sitzungen ab, in denen die
Anſchaf=
fung von 164 Bänden der neueſten ſchriftſtelleriſchen
Pro=
duktion, ſoweit ſie literariſchen Wert hat, beſchloſſen
wurde. Die reichhaltige Bibliothek des Vereins und die
alle 14 Tage in Umlauf geſetzten Leſemappen mit den
an=
geſchafften Neuerſcheinungen gewähren den Mitgliedern
die Möglichkeit, alle Wünſche nach gutem Leſeſtoff
man=
nigfachſter Art in vollem Umfang zu befriedigen. Die von
Rechnungsrat Kalbfleiſch vorgetragene
Jahresrech=
nung ergab in Einnahme 2090 Mark, in Ausgabe 2037
Mark, ſo daß ein Kaſſevorrat von 53 Mark verblieb. Dem
Rechner wurde unter warmem Dank für ſeine
Mühewal=
tung Entlaſtung erteilt. Die zum Schluſſe vorgenommene
Wahl des Vorſtandes ergab die einſtimmige
Wieder=
wahl ſämtlicher Vorſtandsmitglieder.
* Friedens=Geſellſchaft. Im Fürſtenſaale hielt die
hieſige Ortsgruppe der Friedensgeſellſchaft eine
Verſamm=
lung ab, die Rechtsanwalt Staedel leitete und in der
Domkapitular Dr. Gießwein über den „Einfluß des
Chriſtentums auf die Friedensidee” ſprach. Der Redner
gab zunächſt einen Ueberblick über die Ziele der
Friedens=
geſellſchaft, die für eine Verbrüderung der Nationen
ein=
trete. Ausgehend von der Betonung der Einheit der
Völkerſtämme durch die chriſtliche Kirche, die der
Friedens=
beſtrebung als Grundlage diene, zeigte der Redner die
Weiterentwickelung der Friedensidee durch die
Jahrhun=
derte. Die Verſtärkung der Wehrmacht bezeichnete er unter
den gegenwärtigen Umſtänden als eine unbedingt
patrio=
tiſche Pflicht. Nur durch internationale Verſtändigung
aller Nationen ſei die Beſeitigung der ungeheuren Laſten
der Landesverteidigung zu erreichen. Es genüge nicht,
daß nur die Fürſten dem Friedensgedanken Ausdruck
ver=
liehen, die Völker vor allem müßten dieſem Gedanken
er=
geben ſein. Auch die Frauen forderte der Redner auf,
im Rahmen der Familie und der Mütterlichkeit für die
Friedensidee zu wirken. — In der Diskuſſion ſprach
zu=
nächſt Stadtv. Schupp. Niemand könne ſich der
kriege=
riſchen Ueberlegenheit rühmen, das habe der ruſſiſch=
japa=
niſche Krieg bewieſen. Weiterhin ſprachen Herr
Winkel=
mann und Herr Hütſch. Im Schlußwort wandte ſich
Dom=
kapitular Dr. Gießwein gegen die Behauptung des
letzten Redners, daß die katholiſche Kirche den Frieden
nicht förderte.
Vaterländiſche Bismarckfeier. Wiederholt ſei
auf die von der Nationalliberalen Partei am
Dienstaa, den 31. März, abends 8¼ Uhr, im Kaiſerſaal
veranſtaltete öffentliche Feier zum Gedächtniſſe
des 99. Geburtstages unſeres
Altreichs=
kanzlers aufmerkſam gemacht. Der wiſſenſchaftliche,
fehr angeſehene und redneriſch ausgezeichnete Feſtredner
Profeſſor Dr. Herrmann, Hiſtoriker an der Kgl.
Akademie in Poſen, wird über „Bismarcks Werk
und Erbe” ſprechen. Der Saal iſt feſtlich geſchmückt.
Um einer möglichſt großen Zahl von Damen und
Herren das Erſcheinen zu ermöglichen, werden die
Tiſche aus dem Saale entfernt. Die Feier, die ohne
jeden parteipolitiſchen Inhalt ſein wird, wird alle
vater=
ländiſch geſinnten Männer und Frauen zu einer
nationalen Kundgebuug vereinigen.
Kavallerie=Verein Darmſtadt. Für den
ver=
ſtorbenen 1. Vorſitzenden Herrn Lt. a. D. Monnard
wurde Herr Oberingenieur Lt. d. R.
Schimmel=
buſch einſtimmig zum 1. Vorſitzenden gewählt.
Phonola=Klavier=Abend. Die Firma Karl
Arnold, Ecke Erbacherſtraße, nächſt dem
Schwimm=
bad, veranſtaltet am Donnerstag, den 2. April, den
3. Phonola=Klavier=Abend der Saiſon. Herr
Richard Lamp aus Leipzig hat ein neues künſtleriſch
wertvolles Programm zuſammengeſtellt, das dem
ver=
ſchiedenartigen Geſchmack der Beſucher in jeder Beziehung
gerecht wird. Die Kartenausgabe beginnt Freitag, den
27. März, und zwar nur im Magazin der Firma Karl
Arnold, Ecke Erbacherſtraße, nächſt dem Schwimmbad.
Die Eintrittskarten berechtigen zum freien Beſuch des
Konzertes und werden Intereſſenten bei ſchriftlicher
Be=
ſtellung koſtenlos zugeſandt.
* In Amerika verſtorbene Heſſen. Am 24. Februar
ſtarb nach längerer Krankheit in Neu=York Herr Wender
Bieſer. Herr Wendel Bieſer wurde am 23. April 1838
als Sohn von Georg Bieſer und Katharina Bieſer, geb.
Bambach, in Wolfsheim, Großherzogtum Heſſen,
ge=
boren und landete am 18. Auguſt 1860 in Neu=York. Der
Entſchlafene war beliebt und geachtet von allen, welche
ihn perſönlich kannten. Er war einer von den Deutſchen,
welche ihren guten Namen für wertvoller halten als alle
Reichtümer. — Am 25. Februar verſtarb infolge eines
Schlaganfalls in Rockville im Alter von 79 Jahren Herr
Philipp Kramer, einer der geachtetſten Deutſch=
Ameri=
kaner dieſer Stadt. Der Verſtorbene wurde am 9. Januar
1835 in Pfungſtadt, Heſſen=Darmſtadt, geboren. — In
ihrem Heim zu Alliance ſchloß kürzlich Frau Luiſe
Bi=
ſchof, geb. Metz, die Augen zum ewigen Schlummer. Sie
war die Gattin von Chriſtian Biſchof und erreichte das
hohe Alter von nahezu 80 Jahren. Die Verblichene kam
1853 aus Heſſen nach Amerika. — Nach etwa dreiwöchigem
Krankſein iſt in Cleveland ein in weiteren Kreiſen
be=
kannter und ſeiner trefflichen Charaktereigenſchaften und
ſeines anſpruchsloſen, leutſeligen Weſens wegen allgemein
wertgeſchätzter deutſcher Pionier vom Tode abberufen
worden, Herr William Noville. Der Dahingeſchiedene,
am 27. April 1844 in Hungen, Heſſen=Darmſtadt,
ge=
boren, kam bereits als fünfjähriger Knabe mit ſeinen
Eſ=
tern nach Cleveland.
C Die Rettungswache konnte geſtern ein
bemerkens=
wertes „Jubiläum” feiern, nämlich ihre 10000ſte
In=
anſpruchnahme ſeit ihrer Gründung.
* 6. Ziel Gemeindeſteuer. Wir machen unſere Leſer
nochmals darauf aufmerkſam, daß das 6. Ziel der Ge=
meindeſteuer für 1913 bis Ende I. Mts, ohne Koſten an
die Stadtkaſſe bezahlt werden kann.
* Illuſtrierte Wochenchronik. Zu dem Drama, das
ſich in der Redaktion der Pariſer Zeitung Figaro abſpielte,
bringt die neueſte Nummer 13 unſerer Tiefdruckbeilage
Illuſtrierte Wochen=Chronik mehrere ſehr
in=
tereſſante Bilder: den erſchoſſenen Direktor des Figaro
Gaſton Calmette und ſeine Mörderin Frau
Cail=
laux, ſowie deren Gatten, den franzöſiſchen
Finanz=
miniſter, der durch das Revolverattentat gezwungen war,
von ſeinem Poſten zurückzutreten. Von Bildern vom Tage
enthält das neue Heft ferner Photographien vom Brand des
Münſters in Neuß, von den Beſchädigungen am Kaiſer
Friedrich=Denkmal in Charlottenburg, vom Rennen in
Strausberg, bei dem der Kronprinz zum erſten Male ſeine
Pferde unter ſeinen Farben ſtarten ließ, vom Bergrutſch
in Vormberg bei Baden=Baden und von der Eröffnung
des Großſchiffahrts=Kanals Berlin-Stettin. Wir nennen
außerdem die Porträts des General Suchomlinow, des
ruſſiſchen Kriegsminiſters, deſſen Erklärung in der
ruſſi=
ſchen Börſenzeitung über die Kriegsbereitſchaft Rußlands
Aufſehen erregte, und des bekannten Virtuoſen und
Kom=
poniſten Eugen d’Albert, der am 10. April 50 Jahre alt
wird. Unter der Ueberſchrift „Der Mbret zieht um” zeigt
das Heft verſchiedene ſehr amüſante Bilder aus dem
Pa=
laſt des Fürſten von Albanien, die ſein neues Heim in
ſehr eigenartigem und unvollkommenem Zuſtande wenige
Tage vor dem Einzuge wiedergeben. Von zwei
Aus=
ſtellungen, der internationalen Ausſtellung für
Buch=
gewerbe und Graphik in Leipzig und der Ausſtellung „Gut
und Böſe” in Offenbach handelt ein zweiter Artikel. Eine
in Deutſchland neue Delikateſſe gibt das Bild vom
Froſch=
ſchenkelverkauf auf dem Münchener Viktualienmarkt
wie=
der, während von einer Art Menſchenmarkt, der für unſere
Zeit der Kinderfürſorge bedauerlichen Verdingung von
Kindern auf dem Hütekindermarkt in Ravensburg, ein
anderes Bild berichtet. Auch aus der Welt der Frau bringt
das Blatt diesmal wieder verſchiedene, die Frauenwelt
beſonders intereſſierende Photographien. Textlich
be=
reichert den Inhalt der Nummer der Anfang einer ſehr
amüſanten Geſchichte aus einem der kleinen
ſüdamerika=
niſchen Raubſtaaten.
gs- Unfall. Geſtern nachmittag geriet ein
Maſchinen=
arbeiter in der Darmſtädter Möbelfabrik mit dem linken
Arm in die Fräsmaſchine ſo daß er ſchwer verletzt ins
Krankenhaus mittels Krankenauto verbracht werden mußte.
gs- Selbſtmord. Geſtern vormittag brachte ſich ein
feingekleideter Herr in der Nähe des Botaniſchen
Gar=
tens einen Schuß ins rechte Auge bei, ſo daß er mittels
Krankenauto ins Städtiſche Krankenhaus verbracht
wer=
den mußte. Der Verletzte iſt im Laufe des Nachmittags
geſtorben.
Kriegsgericht.
g. Der Dragoner Karl Kopf aus Bechtolsheim
von der vierten Schwadron des Garde=Dragoner=
Regi=
ments Nr. 23 hat am 14. März auf der Revierkrankenſtube
einem ſchlafenden Kollegen aus deſſen auf dem Bettrand
liegender Drillichhoſe die Uhr entwendet und ſie in ſeiner
Reithoſe im Spind verſteckt. Trotz wiederholten
Befra=
gens meldete ſich nicht der Angeklagte und ſtellte in
Ab=
rede, die Uhr genommen zu haben, obgleich nur wenige
Leute in Frage kamen. Auch als man die Uhr in ſeinem
Spind fand, ſtellte Kopf zunächſt noch in Abrede, daß dies
die geſtohlene Uhr ſei. Jetzt gibt er an, er habe ſich einen
Scherz machen wollen. Der Anklagevertreter beantragte
Verſetzung in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes,
ſo=
wie drei Wochen ſtrengen Arreſt. Das Gericht verurteilte
den Angeklagten zu vier Wochen ſtrengem Arreſt.
Mit Rückſicht auf die bisherige Unbeſtraftheit des
An=
geklagten wurde von der Verſetzung in die zweite Klaſſe
des Soldatenſtandes abgeſehen, doch die vorläufige
Feſt=
nahme angeordnet.
Am 16. Februar war der bei der Leib=Kompagnie des
Leibgarde=Infanterie=Regiments Nr. 115 dienende Gardiſt
Hermann Menner nach Speyer zu ſeiner Schweſter
ge=
fahren, nachdem er am Sonntag ohne Urlaub
fortge=
hlieben war. Seiner Schweſter erzählte er, daß er es
unter den fortgeſetzten Quälereien des Unteroffiziers nicht
mehr aushalten könne und deshalb in das Ausland gehen
wollte. Seine Schweſter redete ihm jedoch gut zu und
brachte ihn auch ſofort zum Regiment zurück. Später lief
dann beim Regiment ein Brief der Schweſter ein, in dem
ſie um Abſtellung der ihr von ihrem Bruder erzählten
Schikanen bat. Es wurde in dem Brief angegeben, der
Unteroffizier habe zu Menner wiederholt geſagt: „
Glau=
ben Sie nun endlich, daß Sie verrückt ſind” und „Ich an
Ihrer Stelle hätte mir ſchon längſt eine Kugel gekauft, Sie
Halbmenſch” Schließlich ſoll er dem Gefreiten, der den
Menner ausbildete, den Befehl erteilt haben, den Menner
um den Querbaum laufen zu laſſen. Nach der Angabe des
Menner mußte er über 100mal herum laufen und ſich auch
mehrmals in die Lohe legen. Die angeſtellte
Unter=
ſuchung förderte nichts zutage, was darauf ſchließen ließ,
daß Menner beſonders ſchlecht behandelt worden ſei. Der
Feuilleton.
* Das neue Buch über Ludwig II. Ueber das bereits
erwähnte neue Buch über Ludwig II. gibt jetzt die
Münchener Zeitung nähere Mitteilungen und erklärt, daß
dieſes neue Buch eine durchaus ernſthafte Veröffentlichung
darſtellen wird und mit Skandalſucht nicht das geringſte
zu tun hat. Das Anſehen des Königs ſoll durch dieſes
Buch in politiſcher Beziehung wieder hergeſtellt werden.
Es wird ſich bei dieſem Verſuche allerdings nicht vermeiden
laſſen, Schriftſtücke heranzuziehen, die man ſich früher beſſer
für das königliche Hausarchiv geſichert hätte. Darunter
werden ſich Drahtungen von hohen Hofbeamten zur
Pfingſtkataſtrophe mit ganz neuen Aufſchlüſſen befinden,
ferner Briefe von den Vertrauten des Königs, Briefſchaften
aus dem Kabinett. Auch über den Tod des Dr. Gudden,
der bekanntlich mit dem König Ludwig im Starnberger
See ertrank, ſoll eine neue Darſtellung gegehen werden.
Wei=
ter ſollen zahlreiche Briefe des verſtorbenen Prieſters Dr.
v. Troſt veröffentlicht werden, der lange Jahre der
Beicht=
vater des Königs war und ſeinerzeit einen faſt
unbeſchränk=
ten Einfluß auf den König beſaß.
* Neue franzöſiſche Kolonialmarken. Die franzöſiſch
Regierung wird noch im Laufe dieſes Jahres in ihren
Ko=
lonien neue Briefmarken herausgeben. Fürs erſte ſind
Neuausgaben in der Kolonie der Somaliküſte vorgeſehen.
Die Entwürfe hierfür zeigen einen Eingeborenen, das
Tamburin ſchlagend und eine Ziegenherde. Die zweite
Serie zeigt eine arabiſche Schönheit aus Dſchibuti und die
dritte Serie eine Anſicht des Viadukts von Obok. Die
Neu=
rusgaben für franzöſiſch Kongo, Guadelupe und
Mada=
gaskar ſollen alsbald folgen.
C.K. Das Schülertheater des Zaren. Aus Petersburg
wird berichtet: Bereſts in den nächſten Monaten wird in
der ruſſiſchen Hauptſtadt mit dem Bau eines neuen
kaiſer=
lichen Theaters begonnen, das aſtsſchließlich der ruſſiſchen
Jugend dienen wird und nur Sſchülervorſtellungen
veran=
ſtaltet. Der Vorkämpfer dieſes ſchönen Planes war
Gene=
ral Wojeikoff, der Generaladjutant des Zaren, deſſen
Vor=
ſchläge und Anregungen vom Kaiſer mit Eifer
aufgenom=
men und unterſtützt werden. Der Hauptgrund für das
Entſtehen des neuen Theaters iſt die Tatſache, daß die
kaiſerlichen Bühnen nur ſehr ſelten imſtande ſind,
Vor=
ſtellungen für die Schuljugend zu veranſtalten. Der Zar
aber will, daß ſeine Bühnen der künſtleriſchen Erziehung
der Jugend zugute kommen, und hat angeordnet, daß der
Neubau des kaiſerlichen Schülertheaters mit aller
Beſchleu=
nigung durchgeführt werde. Bereits in zwei Jahren wird
das neue Haus ſeine Pforten öffnen und Petersburg
da=
mit die erſte Stadt ſein, die ein großes, nur der Jugend
beſtimmtes Theater beſitzt.
* Was ſoll mit den Wahlweibern geſchehen? Eine
Londoner Tageszeitung hat einer Reihe von
Parlamen=
tariern dieſe Frage vorgelegt. und die Antworten darauf
zeigen, daß ſo leicht wohl keine Einigkeit darüber erzielt
werden wird. Viele Stimmen ſind für die Deportation,
wie man ſie früher angewandt hat. Ein Anhänger des
Frauenſtimmrechts erklärte, daß er dafür ſei, die „
kämpfen=
den Suffragetten” zu deportieren. Wenn dieſe
Unverbeſſer=
lichen nicht draſtiſch behandelt werden, ſcheine das Uebel
unheilbar zu werden. Er faßte ſeine Anſicht dahin
zuſam=
men, daß man die Gelder der „kämpfenden Suffragetten”
mit Beſchlag belegen und ein Geſetz durchbringen müſſe,
das alle Angehörigen der Vereinigungen kämpfender
Suf=
fragetten des Hochverrats ſchuldig erkläre Der Arm des
Geſetzes ſolle kräftig eingreifen und das Geſetz nicht
da=
durch in Mißachtung geraten, daß Frauen, die ins
Gefäng=
nis geſchickt werden ſagen dürfen, ſie werden binnen
kurzem wieder frei ſein. Die Deportation, die der
Abge=
ordnete dann vorſchlug, iſt zwar, wie er ſelbſt ſagte,
etwas Gefährliches, ſollte aber dennoch ausgeführt werden.
Ein anderer Abgeordneter iſt gleichfalls der Anſicht, daß
die gegenwärtige Lage der Dinge unhaltbar ſei und
ſchlägt vor, alle Wahlweiber, die Eigentum beſchädigen
oder ähnlichen Unfug üben, ſeien zu deportieren. Lord
Robert Cecil iſt gleichfalls ein Anhänger des
Deportie=
rungsgedankens. War St. Helena gut genug für
Napo=
leon und den Burengeneral Cronje, ſo iſt nicht einzuſehen,
warum die Inſel für die Wahlweiber nicht gut genug ſein
ſollte. Einige weitere Abgeordnete ſchließen ſich dieſer
Meinung im großen Ganzen an, aber es gibt auch andere,
die dieſe Mittel verwerfen und vor der Deportation
war=
nen. Es fehlt auch nicht an Vorſchlägen, die weiblichen
Grundeigentümern das Stimmrecht zubilligen wollen.
Aber alle ſtimmen darin überein, daß bald etwas
ge=
ſchehen müſſe.
* Der „Rausſchmeißer” — ein kaufmänniſcher Beruf
Die Eigenart vieler Unternehmungen der Großſtadt ſchafft
auch eine Fülle ſonderbarer Berufe. So trat vor die
Schranken des Kaufmannsgerichts in Berlin als Kläger
ein Hüne von Geſtalt, der dem nicht alltäglichen Beruf des
„Rausſchmeißers” nachging. Gerichtet war die Klage
gegen den Inhaber eines Caféhausunternehmens in der
Friedrichſtraße, das mehr den Namen eines „
Morgen=
cafés” als eines Nachtcafés verdiente, denn der „
Haupt=
betrieb” wickelte ſich in dieſem Unternehmen in der Zeit
von ½6 früh bis um 12 Uhr mittags ab. Während dieſer
Zeit beſtand die Hauptaufgabe des Klägers darin,
be=
trunkene Herren und Damen an die friſche Morgenluft zu
befördern. Dieſe Tätigkeit, für die der Hüne freies Eſſen
und Trinken und noch 200 Mark monatlich bekam, ſah der
letztere als eine kaufmänniſche Tätigkeit an und klagte als
„Handlungsgehilfe” vor dem Kaufmannsgericht. Dieſes
ſprach indeſſen dem „Rausſchmeißer” ſeine
Handlungs=
gehilfentätigkeit ab und kam zur Abweiſung der Klage
wegen Unzuſtändigkeit des angerufenen Gerichts.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 86.
Unteroffizier veranlaßte nunmehr die Anklage gegen
Menner wegen verleumderiſcher Beleidigung. Menner
iſt von Beruf Kaufmann und war längere Zeit im
Aus=
land; er fühlte ſich anſcheinend nicht beſonders wohl beim
Militär, beſonders wohl auch, weil er wegen Krankheit
wiederholt in das Lazarett kam und das Verſäumte dann
allein nachholen mußte. Der Unteroffizier weiß nur, daß
er vier= oder fünfmal um den Querbaum lief; der Gefreite
verweigert hierüber die Auskunft. Der Anklagevertreter
beantragte gegen Menner wegen verleumderiſcher Belei
digung zwei Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte
den Angeklagten wegen Beleidigung zu 14 Tagen
Mittelarreſt.
Der Militärbäcker Ernſt Heinrich Fuhrmann aus
Kühndorf (Kreis Weißenburg), von der Militärbäcker=
Abteilung Darmſtadt, hat am 16. März in dem
Auskleide=
raum der Bäcker einem Kameraden 2 Mk. aus dem
Porte=
monnaie genommen, das dieſer auf das Fenſter gelegt
hatte. Das Gericht verurteilte den bisher unbeſtraften
geſtändigen Angeklagten zu 14 Tagen ſtrengem
Arreſt.
Kunſtaotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Abſchiedsgaſtſpiel der „Kino=Königin”
im Saalbautheater. Heute Freitag abend
verab=
ſchiedet ſich das ausgezeichnete Neue Berliner Operetten=
Enſemble, das mit ſeinen brillanten Aufführungen
wäh=
rend ſeines hieſigen Gaſtſpiels ſo großen Beifall fand, von
dem Darmſtädter Publikum mit der überaus erfolgreichen
dreiaktigen Operette „Die Kino=Königin” von Gg.
Okonkowski und Julius Freund, Muſik von Jean Gillbert,
worauf wir hiermit hinweiſen. Daher verſäume niemand,
ſich dieſe letzte glänzende Operettenvorſtellung anzuſehen.
V.V. Am nächſten Sonntag veranſtaltet die hieſige
Sektion des Volksvereins für das katholiſche
Deutſchland im Konkordiaſaal einen
Vortrags=
abend über Alban Stolz. Es muß freudig
be=
grüßt werden, wenn dieſer Mann, der zu den beſten
Volksſchriftſtellern des vorigen Jahrhunderts gehört, dem
katholiſchen Volke wieder nähergebracht wird. Seltene
Gaben des Geiſtes, große Menſchenkenntnis und tiefes
Gemüt wirkten bei ihm zuſammen. Die friſche, herbe
Ur=
wüchſigkeit ſeiner Ausdrucksweiſe, die Lebendigkeit und
Anſchaulichkeit ſeiner Bilder und Vergleiche bieten hohen
Genuß. Seine Naturſchilderungen und Seelengemälde
gehören mit zu dem Beſten und Schönſten, was die
deut=
ſche Literatur in dieſer Art aufzuweiſen hat. Eine
Fund=
grube chriſtlicher praktiſcher Lebensweisheit bildet ſein
Kalender für Zeit und Ewigkeit. Möge es Herrn Prof.
Lenhart aus Bensheim, einem guten Kenner Stolzſchen
Geiſtes gelingen, dem großen Schriftſteller neue Freunde
zu gewinnen! (S. Anz.)
* Reſidenztheater am Weißen Turm. An
dieſer Stelle ſei nochmals darauf aufmerkſam gemacht,
daß heute das ergreifende Drama in vier Akten „Die
Sumpfblume” mit der beliebten Schauſpielerin Wanda
Treumann, zum letzten Male gezeigt wird. Morgen kommt
der vorletzte Film der Aſta Nielſen=Serie 1914, das
Luſt=
ſpiel „Zapatas Bande”, zur Vorführung. (S. Anz.)
n. Weiterſtadt, 26. März. (Bürgermeiſterwahl.)
Am 18. April findet die hieſige Bürgermeiſterwahl ſtatt;
es ſcheint ein größeres Intereſſe für dieſelbe zu herrſchen,
indem nicht weniger als vier Kandidaten genannt werden,
und zwar ſind es der Beigeordnete Meinhardt,
Gemeinde=
rechner Rieß, Chriſtoph Hirſch, Stuckateur, und der
ſeit=
herige Bürgermeiſter Becker in letzter Linie. Man ſieht
dem Ausgang der Wahl geſpannt entgegen.
Langen, 26. März. (Feſtgenommener
Schwind=
ler.) In einem hieſigen Lokal war ein Mann durch ſein
Benehmen aufgefallen, der ſich eine große Zeche leiſtete
und ſchließlich als Offizier auftrat. Er wurde unter
poli=
zeilicher Bedeckung in das Gefängnis des
Diviſions=
gerichts in Darmſtadt eingeliefert; auch hier erklärte er,
daß er Offizier ſei. Das Militärgericht veranlaßte nun
die hieſige Kriminalpolizei, den Feſtgenommenen zu
photographieren und entſprechende Körpermeſſungen an
ihm vorzunehmen, doch ſtellte ſich alsbald heraus, daß
man es mit dem Schloſſer A. Zapp zu tun hatte,
den man bekanntlich im Abort des Heidelberger
Perſonen=
zuges in Darmſtadt als tot aufgefunden hatte, der ſich
jedoch damals bald erholte. Da nichts gegen ihn
vor=
lag, wurde er wieder freigelaſſen.
sd. Bürſtadt, 26. Mäcz. (Unfall.) Geſtern
nachmit=
tag ſtürzte der Maurermeiſter Landgraf von hier aus dem
zweiten Stockwerk eines neugebauten Hauſes hinab in den
Keller und zog ſich eine ganze Anzahl Verletzungen zu.
Er hat ſich in ärztliche Behandlung gegeben und wird
wohl längere Zeit arbeitsunfähig ſein.
Lindenfels, 25. März. (
Genoſſenſchaft=
liches.) Das verfloſſene Geſchäftsjahr der hieſigen
Spar= und Darlehnskaſſe kann trotz des
Zu=
ſammenbruches der Genoſſenſchaftsbank als ſehr gut
bezeichnet werden. Der Umſatz beträgt 700000 Mark und
hat gegen die Vorjahre keinen Rückgang zu verzeichnen.
Die Kaſſe zählt 154 Mitglieder gegen 163 im Vorjahre. —
Das Fortbeſtehen der Kaſſe im benachbarten
Gadern=
heim, die bei der Genoſſenſchaftsbank einen ſehr großen
Verluſt zu erleiden hat, iſt nun auch geſichert. In der
Generalverſammlung wurde beſchloſſen, den Verluſt
da=
durch zu decken, daß jedes Mitglied ſeinen Geſchäftsanteil
von 500 Mark voll einzahlt.
(*) Friedberg, 25. März. (Am
Predigerſemi=
nar) fand heute durch Profeſſor D. Schöll die
feier=
liche Entlaſſung der Pfarramtskandidaten ſtatt.
An der Feier im Feſtſaal des Predigerſeminars nahm als
Vertreter der oberſten Kirchenbehörde Prälat D. Dr.
Flö=
ring=Darmſtadt teil. Es kamen ſieben Herren zur
Ent=
laſſung.
(*) Lauterbach, 25. März. (Silberne Hochzeit.)
Baron Hans von Riedeſel konnte mit ſeiner
Ge=
mahlin die Silberne Hochzeit feiern.
(*) Schlitz, 25. März. (Ertrunken.) In der
Fulda wurde die Leiche des italieniſchen Erdarbeiters
Kordetzki geländet, der bei dem Hochwaſſer im Januar
in der Schlitz ertrunken war.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 25. März. Für 2 426 000
Mark „Grünenthaler” ſind in den Jahren 1898 bis
Ende 1913 von der Reichsbank eingezogen und durch
voll=
wertige Noten erſetzt worden. Alljährlicht mußte die
Summe der eingelieferten „Grünenthaler” vom
Rein=
gewinn abgeſetzt werden, im Jahre 1913 waren es, wie
der Verwaltungsbericht der Reichsbank angibt, wiederum
(117 Stück Grünenthaler wurden angehalten reſp.
einge=
liefert) 117000 Mark. Die Reichsbank rechnet noch auf
Jahre hinaus mit dem Auftauchen ſolcher von dem frü=
heren Oberfaktor Grünenthal mit Hilfe von Stempeln
und Ziffern ſelbſtgeſtempelter und numerierter
Notenvor=
drucke, da angenommen wird, daß viele Sparer ſolche der
Form nach zwar echten, aber dennoch nicht gültigen
Tau=
ſendmarkſcheine entweder in ihren Treſors lagern oder ſie
in Teſtamenten bei den Gerichten niedergelegt haben.
Der frühere ruſſiſche Miniſterpräſident Kokowtzow
traf heute abend mit Gemahlin hier ein. Er reiſt morgen
nach Neapel weiter. — Heute fand an dem Ort, wo ſich
das folgenſchwere Bootsunglück ereignet hat, ſeitens
der Polizei eine Rekognoſzierung des Tatbeſtandes ſtatt.
Es wurde ein Boot gemietet, in dem die Polizeibeamten
und der Kapitän des Schleppdampfers, Max
Polzen=
hagen, deſſen Bootsmann, der 19jährige Karl Valentin,
und mehrere aus der Spree gerettete Zeugen des
Boots=
unglücks Platz nahmen. Das Boot fuhr von derſelben
Landungsbrücke dicht bei der Spindlerſchen Fabrik ab,
wie das verunglückte Boot, nahm genau denſelben Kurs,
während von der anderen Seite ein Schleppdampfer
ent=
gegenfuhr, bis ſich Schleppdampfer und Boot genau an
der Stelle begegneten, wo der Zuſammenſtoß erfolgte.
Es wurde genau demonſtriert, wie ſich Boot und
Schlepp=
ampfer begegnet ſeien, wie ſie gegeneinander fuhren und
wie der Schleppdampfer das Boot getroffen hat.
26. März. Heute morgen ereignete ſich an der
Kreu=
zung der Prinzen= und Gitſchinerſtraße ein ſchwerer
Zuſammenſtoß zwiſchen zwei Straßenbahnwagen,
wobei 12 Fahrgäſte verletzt wurden, darunter 5 ſchwer
Unter den Schwerverletzten befindet ſich der Schutzmann
Petermann. Nach Anlegung von Verbänden wurden die
Verletzten mittels Krankenwagens nach dem
Urbankran=
kenhauſe gebracht. Bei dem Zuſammenſtoß der beiden
Straßenbahnwagen an der Prinzen= und Gitſchinerſtraße,
der nach den bisherigen Ermittelungen auf das Verſagen
der Bremſe des einen Wagens zurückzuführen ſein dürfte,
iſt der Vorderperron des einen Wagens vollſtändig
ein=
gedrückt worden. Sechs Fahrgäſte wurden ſchwerverletzt
in das Krankenhaus eingeliefert. Wie weiter gemeldet
wird, befinden ſich die Verletzten nach dem Ergebnis der
ärztlichen Unterſuchung anſcheinend außer Lebensgefahr.
Von den ſechs Schwerverletzten ſind bereits vier in ihre
Wohnungen transportiert worden. — Das ſtändige
Hochwaſſerkomitee übermittelte dem
Oberpräſi=
denten von Oſtpreußen, von Windheim, für die dortigen
infolge der Ueberſchwemmungskataſtrophe Notleidenden
außer den bisher überwieſenen Summen weitere 80000
Mark.
Frankfurt, 26. März. (Vom Schlage
getrof=
fen.) Der Gaſtwirt und Metzgermeiſter Heinrich Roth
aus Stockſtadt a. Rh. wollte heute ſeine 86jährige, in
Offenbach wohnende Mutter beſuchen. Seinen
Aufent=
halt in Frankfurt benutzte er zu einem Geſchäftsgang, bei
dem er ſich jedoch etwas verſpätete. Er verſuchte den Zug
noch zu erreichen, wurde aber auf dem Wege zum Bahnhof
am Opernplatze von einem Schlaganfall betroffen, dem
er ſofort erlag.
Stuttgart, 26. März. (Einäſcherung der Leiche
Prof. Harnacks.) Die Leiche des Profeſſors Otto
Harnack wurde heute im Krematorium des Stuttgarter
Pragfriedhofes eingeäſchert. Unter den Trauergäſten
be=
merkte man u. a. den Bruder des Toten, Exz. Adolf v.
Harnack. Nach einer Anſprache des Geiſtlichen und
meh=
rerer Vertreter des Lehrkörpers der Techniſchen Hochſchule
ſprach namens der Fortſchrittlichen Volkspartei
Reichstags=
abgeordneter Haußmann.
Bad Münſter am Stein, 26. März. (Bluttat.) In
einem hieſigen Hotel gab heute morgen gegen 6 Uhr der
25jährige Eiſenbahnpraktikant Auguſt Storck aus Mainz
auf ſeine Begleiterin, die 18jährige Berta Kaltenberg aus
Mainz, mehrere Schüſſe ab, durch die das Mädchen ſchwer
verletzt wurde. Storck hat ſich dann, wie der Kreuznacher
Oeffentliche Anzeiger meldet, ſelbſt erſchoſſen. Das
Mäd=
chen dürfte kaum mit dem Leben davonkommen.
Köln, 25. März. (Die Blumenſpiele.) Die
Königin von Spanien hat nach Miteilung ihres
Hofmarſchallamts an den Vorſitzenden der Literariſchen
Geſellſchaft in Köln, Beigeordneten Dr. Lauf, das
Ehren=
präſidium der diesjährigen Blumenſpiele angenommen,
die am 3. Mai im Gürzenich ſtattfinden. Die Spiele
ſollen zu einer Gedächtnisfeier für ihren Begründer,
Hof=
rat Faſtenrath, ausgeſtaltet werden, der an dieſem Tage
ſeinen 75. Geburtstag gefeiert hätte.
Leipzig, 26. März. (Spionageprozeß.) Vor
dem zweiten und dritten Strafſenat des Reichsgerichts
begann heute vormittag der Spionageprozeß gegen den
Monteur Karl Gärtner und den Apothekergehilfen
Roth=
mann, beide aus Berlin. Gärtner iſt angeklagt, einer
Firma für Heizungsanlagen einen Plan der
Befeſtigun=
gen Helgolands entwendet und die Abſicht gehabt zu
ha=
ben, ihn zu Spionagezwecken zu verwerten. Rothmann
ſoll ihn hierbei unterſtützt haben. Zur Verhandlung ſind
11 Zeugen und ein Sachverſtändiger geladen. Die
Oef=
fentlichkeit iſt für die Dauer der Verhandlung
ausge=
ſchloſſen.
Prenzlau, 26. März. (Unglück am
ſchranken=
loſen Bahnübergang.) Geſtern abend wurde vor
dem Bahnhof Haßleben der Wagen des Bäckermeiſters
Groß aus Beenz überfahren und zertrümmert. Die
bei=
den Pferde wurden etwa 100 Meter weit mitgeſchleift;
eines geriet unter die Lokomotive und wurde völlig
zer=
malmt. Auf dem Wagen befand ſich außer dem
Bäcker=
meiſter der Viehhändler Schemel aus Haßleben. Beide
Männer wurden in ſch werverletztem Zuſtande
im Zug nach Beenz mitgenommen wo ſie im
Kranken=
hauſe eingeliefert wurden. Der Bäckermeiſter erlag bald
ſeinen Verletzungen. An der Unglücksſtelle befindet ſich ein
Bahnübergang ohne Schranke.
Elmshorn, 26. März. (Automobilunglück.)
Auf der Chauſſee von Langenlohe gerieten geſtern abend
auf einer Fahrt von Hamburg nach Elmshorn die Herren
Heinrich Arens aus Elmshorn und der Gaſtwirt
Geiß=
mann aus Barmſtedt unter ihr bei einem Zuſammenſtoß
mit einem Radfahrer zuſammengeſtürztes Auto. Beide
waren ſofort tot.
Bomſt, 26. März. (Selbſtmord.) Der
ſchwer=
kranke Gutsbeſitzer Thomiak in Kiebel kam gerade in dem
Augenblick in das Zimmer ſeiner Töchter als ſie in
er=
regter Weiſe über die zu erwartende Erbſchaft ſtritten.
Der Kranke eilte darauf in ſein Zimmer und erhängte
ſich an einem Bettpfoſten Aus Erſchütterung darüber
er=
tränkte ſich die eine Tochter.
Rom, 26. März. (Aus Rampollas Nachlaß.)
Bei der Oeffnung des Geldſchranks des verſtorbenen
Kar=
dinals Rampolla, die jetzt vorgenommen wurde, wurde
eine Summe von 400000 Lire, teils in barem Gelde,
teils in Wertpapieren, vorgeſunden. (?)
Kriſtiania, 26. März. (Spionage.) Wie ſich
herausſtellt, hat die Beſatzung des ruſſiſchen
Kanonen=
bootes „Behn” das an der nordweſtlichen Küſte
Nor=
wegens geſtrandet war und jetzt von norwegiſchen
Ret=
tungsbooten abgeſchleppt worden iſt, in der letzten Zeit
Spionage getrieben und Tieflotungen vorgenommen. Von
dem Amtmann des nahen Ortes Leka iſt hierüber ein Be=
rich” an das norwegiſche Miniſterium des Auswärtigen
übermittelt worden.
Petersburg, 26. März. (Maſſenvergiftung.)
Bei der Bereitung einer Salbe, die giftige Gaſe entwickelte,
erkrankten in der Petersburger Gummifabrik
Treu=
golnik über 200 Arbeiterinnen. Zehn von ihnen
ſind infolge der Vergiftung geſtorben. Unter den
männlichen Arbeitsgenoſſen brach daraufhin eine Panik
aus und es machte ſich eine ſtarke Erregung gegen die
Ver=
waltungsbeamten bemerkbar, welche durch die Polizei
vor=
der Wut der Arbeiter geſchützt wurden.
Stadtverordnetenverſammlung.
g. Darmſtadt, 26. März.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitz=
ung um 4 Uhr. Er bat zunächſt um Entſchuldigung,
daß der Anfang der Sitzung ſich ſo verzögert habe; es
ſei eine äußerſt wichtige Frage im Ausſchuß zu beraten
geweſen. — Stadtv. Dr. Kolb bemerkt, daß er und
an=
dere Mitglieder die Abſicht gehabt hätten, die Sitzung zu
verlaſſen, da auch ſie ihre Zeit ſich einteilen müſſen. —
Stadtv. Dr. Noellner bringt den Fall der Behand= eines Italieners mit der Automobilſpritze zur=
Sprache, und bringt zum Ausdruck, daß dieſe
Verwen=
dung unter Umſtänden gefährlich werden kann. —
Bür=
germeiſter Mueller macht hierzu eine längere
Erklä=
rung, derzufolge am Morgen des 23. März ein Arbeiter
feſtgenommen wurde, der ſich auffällig benahm und die=
Paſſanten beſchimpfte und beläſtigte. Er ſprach nur ita=, und da er eine Wunde am Kopfe hatte, wurde er
in das Krankenhaus eingeliefert. Die Wunde hatte er
erhalten, als er mit einem Paſſanten in Streit geriet.
Da von den Schutzleuten im Krankenhaus erklärt wurde,
daß der Italiener keine Waffen bei ſich habe, unterließ
man die ſonſt übliche genaue Unterſuchung. Er wurde
verbunden und dann zum Polizeiamt gebracht. Als er
vernommen werden ſollte, kam er den Schutzleuten mit
einem gezückten Meſſer entgegen, rannte mit dem Kopf
gegen die Wand und ſtieß ein irrſinniges Geſchrei aus.
Drohung mit dem Revolver machte keinen Eindruck. Wie
er zu dem Meſſer gekommen iſt, iſt rätſelhaft. Von den
Polizeibeamten ſei er auf das ſorgfältigſte unterſucht
worden. Es ſei alſo anzunehmen, daß er das Meſſer im
Stiefel oder eingenäht in der Kleidung hatte. Es blieb
nun weiter nichts übrig, als Waſſer anzuwenden. Ehe
er dann überwältigt werden konnte, brachte ſich der
Ita=
liener verſchiedene, nicht lebensgefährliche Verletzungen
mit dem Meſſer bei. Ein zugezogener Dolmetſcher
er=
klärte, daß er nur wirres Zeug rede. Der Italiener
be=
findet ſich noch im Krankenhaus und gibt jetzt an, daß er
nach Köln fahren wollte, aber mit Paſſagieren in Streit
gekommen ſei und deshalb in Darmſtadt ausgeſtiegen ſei.
Hier habe er alle für Italiener gehalten. Der=
Bürgermeiſter regte ſodann an, dem Polizeiamt nicht
vom Gebrauch des Waſſers in ſolchen Fällen, wohl aber
vom Gebrauch der Autoſpritze abzuraten.
Stadtv. Herbert regt an, bei der Direktion der
Heag dahin vorſtellig zu werden, daß die Eröffnung der
elektriſchen Linie nach Eberſtadt für den 1. Mai
ſicher=
geſtellt werde. — Beig. Ekert erwidert, daß zwar
vor=
geſehen ſei, die Linie zum 1. Mai zu eröffnen, doch ſei
die Eröffnung für dieſen Zeitpunkt nicht beſtimmt zu
er=
warten, da die Verhandlungen mit der Poſt ſich zu ſehr
in die Länge zogen. Auch der Oberbürgermeiſter
be=
merkt, daß die Direktion den Bau nach Möglichkeit
förderte.
Stadtv. Dr. Fulda ſpricht ſich dagegen aus, daß
der Saalbau jemals wieder zu einer Hundeausſtellung
her=
gegeben werde, da das Hundegeheul für die Anwohner
ganz unerträglich geweſen ſei. — Der
Oberbürger=
meiſter findet die Anregung verſtändlich, doch ergebe
ſich die Frage, welchen Raum man zur Verfügung ſtellen
ſolle. Man habe bisher den Vereinen möglichſtes
Ent=
gegenkommen bewieſen.
Stadtv. Delp legt Verwahrung dagegen ein, daß
Knaben der Arbeitsanſtalt dazu verwendet werden, um
Privatleuten für 10 Pfenig den halben Tag den Garten
herzurichten. — Der Oberbürgermeiſter verſpricht
Abhilfe, wenn ihm einzelne Fälle mitgeteilt werden.
Stadtv. Dr. Vaubel bringt die Verhandlung des
Landtags zur Sprache, in der die Frage erörtert wurde,
die Landwirtſchaftliche Verſuchsſtation nach Gießen zu
verlegen, um ſie der Univerſität anzugliedern. —
Ober=
bürgermeiſter Dr. Gläſſing teilt mit, daß er ſofort,
nachdem er von dieſer Frage durch das Tagblatt erfahren
habe, in einer Eingabe um Einzelheiten gebeten habe. —
Stadtv. Henrich unterſtützt die Anregungen des Stadtv.
Dr. Vaubel.
Stadtv. Dr. Kolb wünſcht, die Durchführung der
Straßenbahn vom Schloßgartenplatz nach dem
Rieger=
platz bei der Heag anzuregen. — Beig. Ekert teilt mit,
daß die landespolizeiliche Abnahme des Projekts der
Bahn in das Martinsviertel ſtattgefunden habe. Zwei
Einſprüche ſeien durch die Verhandlungen erledigt
wor=
den, ſo daß nur noch die formelle Zuſtimmung der
Re=
gierung zur Konzeſſion ausſtehe. — Auch Stadtv.
Stem=
mer ſpricht energiſch gegen eine Verlegung der
Ver=
ſuchsſtation nach Gießen, da dieſe ja auch an die
Hoch=
ſchule angegliedert werden könne.
Hierauf macht der Oberbürgermeiſter folgende
Mitteilungen:
Die Jahresberichte der Liebigsoberreal= und der Eleonorenſchule für 1913/14
lie=
gen vor und ſind unter die Stadtverordneten verteilt
worden.
In dem Termine für die Neuverpachtung der
mit dem Staate gemeinſchaftlich zu vergebenden
Jagd=
bezirke wurde für den Bezirk A (in den Gemarkungen
Darmſtadt, Ober=Ramſtadt und Roßdorf gelegen) ein
ge=
ringeres Gebot eingereicht, als der Abſchätzungswert und
der ſeitherige Erlös betrugen. Der Zuſchlag wurde
des=
halb nicht erteilt. In den weiteren Verhandlungen wurde
nunmehr ein Gebot erreicht, das den Abſchätzungswert
zwar nicht ganz erreicht, von der Forſtbehörde aber als
annehmbar bezeichnet wird. Im Einverſtändnis mit dem
Großh. Miniſterium hat die Oberförſterei die freihändige
Vergebung der Jagd zu dieſem Gebot empfohlen.
Die Einrichtungen und der Geſchäftsgang
der Städtiſchen Sparkaſſe ſind durch den Reviſor
des Reviſionsverbandes der heſſiſchen Sparkaſſen, dem
die Städtiſche Sparkaſſe ſich angeſchloſſen hat, in der Zeit
vom 9. Dezember 1913 bis 17. Januar 1914 einer
einge=
henden Prüfung unterzogen worden. Das
Geſamtergeb=
nis der Prüſung geht dahin, daß ſowohl die allgemeine
Geſchäftsführung, als auch die geſamte innere
Verwal=
tung in allen Teilen als recht gut bezeichnet
ſind und die Zuſammenarbeit aller Beteiligten im
höch=
ſten Maße anzuerkennen iſt.
Die Einrichtung der neuen Gewölbe im
Stadtkaſſengebäude bietet die Möglichkeit, die
ſeither im Gewölbe des Stadthauſes verwahrten Kau=
Nummer 86.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Seite 5.
tionen von Uebernehmern ſtädtiſcher Lieferungen und
Arbeiten dort unterzubringen. Aus
Zweckmäßigkeits=
gründen empfiehlt es ſich, gleichzeitig die Verwaltung der
fraglichen Kautionen fernerhin der Stadtkaſſe zu
über=
tragen. Die Verſammlung erklärt ſich hiermit
einver=
ſtanden.
Weiter ſchlägt der Oberbürgermeiſter vor, den
Vor=
anſchlag heute über 8 Tage zu beraten. Die
Verſamm=
lung ſtimmt zu.
Von dem Bezirksverein Nordoſt iſt eine Eingabe
ein=
wgangen, dagegen, daß die Martinskerb weiterhin
abge=
halten werde.
Die Verbeſſerung der
Verkehrsverhält=
niſſe am Oſtbahnhof.
Beig. Ekert führt hierzu aus: Bei der Verlegung
des Hauptbahnhofs wurde dafür Sorge getragen, daß
alle Straßen in der nächſten Umgebung der Stadt
ent=
weder unter oder über der Eiſenbahn mit beſonderen
Bauwerken hinübergeführt wurden, um die unmittelbaren
Schienenkreuzungen in den Straßen zu vermeiden. Es
entſpricht dies einem allgemein anerkannten Grundſatze
für die Regelung eines ungehinderten Verrehrs im
Weich=
bild der Städte. Hierbei ſind die Intereſſen der Stadt
ſowohl als der Eiſenbahnverwaltung in gleichem Maße
beteiligt. Nicht allein, daß dadurch die den Verkehr häufig
ſperrenden Schranken der Eiſenbahn in Wegfall kommen,
ſondern auch hauptſächlich wegen der Gefährdung der
Paſſanten und Fuhrwerke auf der einen Seite und der
einfacheren Bedienung des Eiſenbahnbetriebs und der
Be=
ſeitigung der Schutzvorrichtungen auf der anderen Seite.
Zu welchen Störungen des Verkehrs die unmittelbaren
Kreuzungen der Straßen mit den Schienenwegen der
Eiſenbahn führen und zu welchen Mißſtänden ſie
all=
mählich auswachſen können, hat zur Genüge die
Bahn=
kreuzung am Rheintor gezeigt, die trotz der
Untertunne=
lung für Fußgänger unhaltbar geworden war. Aber auch
an den anderen Straßenkreuzungen der Bahn in der
Um=
gebung der Stadt, die nun überbrückt oder untertunnelt
ſind, zeigt ſich mit Deutlichkeit, welche Vorteile mit der
Beſeitigung aller verkehrshemmenden Einrichtungen
ver=
bunden ſind.
Die einzige Straßenkreuzung mit dem Schienenwege,
die bei dem Umbau der Bahnhöfe nicht beſeitigt wurde,
iſt die Kreuzung der Erbacher Straße beim Bahnhof
Darmſtadt=Oſt. Es lag damals in der Abſicht der
Eiſenbahnverwaltung, auch hier eine ſchienenfreie
Kreu=
zung der Straße zu ſchaffen. Die Eiſenbahn hatte
beab=
ſichtigt, neben den zwei vorhandenen Gleiſen noch ein
drittes Gleis zu verlegen. Der Einſpruch der Stadt
hier=
gegen zeitigte ein Projekt der Eiſenbahnverwaltung,
wo=
näch unter Auflaſſung der unmittelbaren Schienenkreuzung
der Straße die Ueberbrückung im Zuge des
Seiterswegs durch ein neues Bauwerk erfolgen
ſollte, ſo daß der Straßenverkehr der Erbacher Straße, der
ſich zurzeit über die Bahnkreuzung am Oſtbahnhof
be=
wegt, durch die Aeußere Ringſtraße, entlang der
Roſen=
höhe, über die neue Brücke und durch den Seitersweg
nach der Erbacher Straße und umgekehrt geführt werden
könnte. Auf Wunſch der Stadt wurde auch eine kleine
Untertunnelung für den Perſonenverkehr vorgeſehen, die,
nicht mit Treppen, ſondern mit Rampen verſehen, im
we=
ſentlichen dazu dienen ſollte, für die vom Oſtbahnhof aus
abfahrenden Milchkarren den Umweg über die Brücke zu
erſparen. Hierbei war auch neben dem Umbau des
Emp=
fangsgebäudes die notwendige Erweiterung des
Betriebs=
bahnhofes mit vorgeſehen.
Das Projekt hat den ſtädtiſchen Ausſchüſſen und der
Stadtverordneten=Verſammlung im Juni 1909
vorgele=
gen, wobei gewiſſe Verpflichtungen der Stadt zur
Geneh=
migung geſtellt waren. In der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung wurden die der Stadt angeſonnenen Arbeiten
abgelehnt und verlangt, daß die Koſten der geſamten
Nebenanlagen ausſchließlich von der Eiſenbahn zu tragen
ſeien, und es wurde ſogar eine Verbreiterung der
Oden=
waldbahnbrücke in den Roßdörfer Straße bei den
Hen=
kelſchen Gärten verlangt. Das Kreisamt und das
Mini=
ſterium wurde um Befürwortung der ſtädtiſchen Wünſche
angegangen. Die Eiſenbahnverwaltung glaubte die ihr
zugemuteten Auflagen nicht übernehmen zu können und
hat daraufhin ihr Projekt derart geändert, daß bei
Wei=
terbeſtehen der Straßenkreuzung in Schienenhöhe das
dritte Gleis über die Straße in Wegfall kam, womit dann
dem Einſpruch der Stadt die Unterlagen entzogen
wa=
ren. Seitdem ruht die Angelegenheit.
Die Notwendigkeit der Verbeſſerung der allgemeinen
VVerkehrsverhältniſſe verlangt unbedingt eine Löſung im
Intereſſe der Stadt. Es handelt ſich jetzt um die Frage,
ob es ſich nicht durch Vereinfachung des Projektes
ermög=
lichen läßt, dieſe Verbeſſerungen ohne allzu große Opfer
der Stadt durchzuführen. Auch Seine Königliche Hoheit
der Großherzog hatten ſchon früher bereitwilligſt
zuge=
ſagt, das für eine etwaige Verbreiterung der Aeußeren
Ringſtraße entlang der Roſenhöhe erforderliche Gelände
koſtenlos an die Stadt abzutreten. Dem
Er=
ſuchen der Stadt entſprechend hat die
Eiſenbahnverwal=
tung nochmals eingehend die Verhältniſſe ſtudiert und das
auf anjetzt vorliegende Projekt ausgearbeitet. Die
Eiſenbahn ſchickt dabei voraus, daß ſie die
Gelegen=
heit gerne begrüße, um einige weitere
Vervollkomm=
nungen für die Güterabfertigung
vorzu=
nehmen Sie habe ausfindig gemacht, daß ihre Intereſſen
am Gleisausbau hierbei gefördert werden. Im
allge=
meinen lag die Hauptſchwierigkeit darin, die
Geſamt=
aufwendungen für den Umbau tunlichſt herabzumindern.
Dem zu entſprechen, iſt der Eiſenbahnverwaltung dadurch
gelungen, daß die Abwickelung des Milchverkehrs, die
jetzt auf der Oſtſeite des Bahnhofes erfolgt, ſo daß die
Ueberſchreitung der Bahnkreuzung nötig iſt, auf die
Weſt=
ſeite des Bahnhofes verlegt wird. Es iſt dann die direkte
Abfuhr der Milchkarren nach der Stadt hin und
umge=
kehrt ohne Behinderung möglich. Damit entfällt die
Not=
wendigkeit der Anlage der früher mit etwa 100000 Mark
Koſten vorgeſehenen Untertunnelung. Ein Tunnel für
die ſonſtigen Fußgänger iſt nach dem beſtehenden Verkehr
kein dringendes Bedürfnis. Auch ſteht es denjenigen
Fußgängern, die von außen kommen. frei, den
Schnampel=
weg und den Bahnübergang beim Botaniſchen Garten zu
benutzen, der eine Abkürzung nach der Stadt hin für
die=
jenigen ermöglicht, die den ſüdlichen Stadtteil aufſuchen
wollen. Die Fußgänger, die nach dem nördlichen
Stadt=
teil wollen, können ohne Umweg über den Seitersweg
oder Speſſartring nach der Erbacher Straße gelangen.
Für den Fuhrwerksverkehr iſt allerdings ein kleiner
Umweg über die Brücke im Zuge des Seiterswegs nötig.
der jedoch dadurch aufgewogen wird, daß durch das
War=
ten an den Schranken zu gewiſſen Zeiten ein nicht
uner=
heblicher Zeitverluſt zu verzeichnen iſt. Das Projekt der
Eiſenbahnverwaltung zeigt zunächſt den Neubau
eines Güterſchuppens mit Laderampen und
beſ=
ſeren Zu= und Abfahrten, ſowie günſtigerer Abfuhr nach
der Erbacher Straße hin. Es zeigt ferner die bereits
er=
wähnte, nunmehr weſtlich des Bahnhofes gelegene,
er=
weiterte und verbeſſerte Anlage für den Milchverladeplatz
und die Ermöglichung eines dritten und vierten Gleiſes
uf der Bahnſtrecke nach dem Hauptbahnhof zu. Bei
die=
ſem Projekt iſt der zukünftige Neubau des Empfangsge
bäudes etwas öſtlich der jetzigen Stelle nebſt den
zugehö=
rigen Anlagen zwar vorerſt noch nicht vorgeſehen, doch
iſt die Möglichkeit offengehalten. Trotz der nunmehr zu
überwindenden Bahnhöhe hat das ſtädtiſche Tiefbauamt
in einem vorgelegten Längenprofil nachgewieſen, daß ſich
ie Höhenverhältniſſe des Straßenzuges Erbacher Straße
-Odenwaldbahnbrücke-Seitersweg durch eine
Aufſchüt=
ung der Straße um 1,65 Meter bei der jetzigen Einfahr:
zur Roſenhöhe und eine Senkung der Seiterswegbrücke
um 0,83 Meter außerordentlich günſtiger geſtalten laſſen,
ſo daß auf der Strecke Erbacher Straße-Aeußere
Ring=
ſtraße bis zur Brücke nur eine Höhe von 3,66 Meter zu
überwinden iſt, wobei eine Steigung von nur 1:35
An=
wendung findet. Bei der Abfahrt von der Brücke im
Zuge des Seiterswegs nach der Erbacher Straße kann
allerdings der etwas größere Höhenunterſchied nur um
0,83 Meter ermäßigt werden.
Von ganz beſonderer Bedeutung iſt die
Ausgeſtal=
tung der Brücke im Zuge des Seiterswegs, deren
Breiten=
maße und Steigungsverhältniſſe zurzeit außerordentlich
ungünſtig ſind und nunmehr weſentlich verbeſſert werden
ſollen Hier iſt ein trapezförmiges Bauwerk (Grundriß
vorgeſehen, das einerſeits, den ungehinderten
Durch=
gangsverkehr in der Richtung des Seiterswegs und
ſeiner Fortſetzung, andererſeits einen gradlinigen
Ver=
kehr im Zuge des Olbrichwegs und der neu angelegten
Straße auf der Roſenhöhe ermöglicht. Mit Rückſicht auf
die Weiterentwickelung der Stadtteile der Umgebung und
auf die zukünftige Entwickelung des Verkehrs an jener
Stelle iſt es nur dankbar zu begrüßen, wenn hier ein
Bauwerk entſteht, das allen Anforderungen genügt. Die
Koſten des Geſamtbahnhofumbaues
wer=
den von der Eiſenbahnverwaltung auf zuſammen 250000
Mark angegeben und nach einer vertraulichen Mitteilung
der Eiſenbahnverwaltung hat ſich der Herr Miniſter der
öffentlichen Arbeiten in Berlin bereit erklärt, den
Um=
bau des Bahnhofes in den preußiſchen Etat für dieſes
Jahr einzuſtellen, unter der Vorausſetzung, daß von der
Stadt Darmſtadt ein angemeſſener Beitrag geleiſtet wird.
Die Geldaufwendung dafür wird nach dem
Gemeinſchafts=
vertrag zwiſchen Preußen und Heſſen von dem heſſiſchen
Staat aufzubringen ſein, wobei zu bemerken iſt, daß
der Zuwachs an Anlagekoſten auf die Verteilung des
Ge=
winnes in günſtigem Sinne einwirkt. Vorausſichtlich
werden ſich für die Bewilligung dieſer Koſten von ſeiten
der Regierung keine Schwierigkeiten ergeben. Der „
an=
gemeſſene” Beitrag, den die Stadt zu dem Geſamtumbau
zu leiſten haben wird, müßte auf das äußerſte
einge=
ſchränkt werden und würde darin beſtehen, daß die
Auf=
höhung der Aeußeren Ringſtraße und ihre Verbreiterung
entlang der Roſenhöhe auf 15 Meter einſchließlich der
Herſtellung einer Chauſſierung, der Fußwege und einer
Geländeeinfaſſung, ſowie der Abwäſſerung auf Koſten
der Stadt erfolgt. Dieſe Arbeiten ſind vom Tiefbauamt
veranſchlagt zu 30000 Mark. Es iſt als ein weitgehendes
Entgegenkommen der Eiſenbahnverwaltung zu betrachten,
daß ein Koſtenbeitrag zu dem Neubau der Brücke im
Zuge des Seiterswegs, des Olbrichwegs und des
Alexandrawegs nicht verlangt wird, obwohl die
Verbrei=
terung und Tieferlegung der Brücke ausſchließlich den
ſtädtiſchen Intereſſen zum Vorteil gereicht. Es wird nur
verlangt, daß die Straßendecke auf der Brücke auf Koſten
der Stadt ausgeführt wird. Nach dem Voranſchlag des
Tiefbauamtes ſind hierfür vorzuſehen 10000 Mark. Die
Geſamtleiſtungen, die die Stadt ſomit
aufzubrin=
gen hätte, betragen alſo 40000 Mark, die lediglich für
ſtädtiſche Einrichtungen aufgewendet würden, und die im
Verhältnis zu dem zu erreichenden Zweck für die Stadt
als durchaus angemeſſen bezeichnet werden können.
Es=
darf ſogar geſagt werden, daß ſich durch die neuen
Vor=
ſchläge der Eiſenbahnverwaltung jetzt eine äußerſt günſtige
Gelegenheit bietet, um die Umgeſtaltung mit den
gering=
ſten Koſten für die Stadt zur Ausführung zu bringen.
Die Angelegenheit iſt dringlich, weil die Arbeiten noch bis
zum 1. April im preußiſchen Etat vorgeſehen werden
müſſen.
Der Oberbürgermeiſter führte aus: Ich
ver=
trete die Auffaſſung, daß es unbedingt erforderlich iſt, für
den Verkehr der Gegenwart und der Zukunft am
Oſtbahn=
hof Sorge zu tragen. Die Stadtverwaltung hat mit
gro=
ßem Koſtenaufwand den Straßendurchbruch durch die
Alt=
ſtadt und die neue ſchöne Straße nach dem Oſtbahnhof
ge=
ſchaffen in der ausgeſprochenen Abſicht, den Verkehr zu
heben. Dieſes Ziel wäre jedoch nicht erreicht, wenn die
derzeitigen, durchaus unvollkommenen Verhältniſſe an
dem Oſtbahnhof erhalten blieben. Zweifellos wäre es
im Intereſſe der Stadt gelegen geweſen, wenn ſchon die
früheren Verhandlungen zu einem Abſchluſſe geführt
hät=
ten. Die Verwaltung wollte dieſen Abſchluß durch ihre
entgegenkommenden Anträge erreichen. Die
Stadtverord=
neten=Verſammlung hatte ſich aber nicht entſchließen
kön=
nen, in Uebereinſtimmung mit der Verwaltung die früher
dargebotene Verkehrsbeſſerung durchzuſetzen. Es
un=
terliegt jedoch keinem Zweifel, daß weder die
Stadtver=
ordneten=Verſammlung, noch die Bürgermeiſterei den
ge=
genwärtigen Zuſtand auf die Dauer erhalten wiſſen
woll=
ten. Eine Verantwortung in dieſer Beziehung iſt
un=
möglich.
Es war daher für die Verwaltung die Notwendigkeit
gegeben, neue Verhandlungen einzuleiten, die unter
Be=
rückſichtigung der Verkehrswünſche und der früheren
Ver=
handlungsergebniſſe zu einem Ziele führen ſollten. Die
Verwaltung hatte dabei das Ziel im Auge, ſofort Abhilfe
zu treffen, unter möglichſter Reduktion des
Koſtenauf=
wandes und unter Aufſtellung eines Projektes das die
endgültige Ausgeſtaltung der
Bahnhofs=
anlagen in der Zukunft noch ermöglicht. Die
Verwaltung der Stadt Darmſtadt muß darauf bedacht
ſein, die Hinderniſſe für den Straßenverkehr aus dem
Lande zu beſeitigen und die Entwicklung des
Bahnver=
kehrs vom Odenwald auch für die Folgezeit zu fördern.
Nimmt der Verkehr aus dem Odenwald auf der
Staats=
bahn ſtets zu, dann wird auch in Zukunft mit der
Erbau=
ung eines neuen Bahnhofsgebäudes zu rechnen ſein. Nach
den jetzt vorliegenden Geländedispoſitionen iſt die
Er=
richtung neuer Geleiſe und eines
Bahn=
hofsgebäudes auch noch für ſpäter möglich.
Hoffen wir, daß der Verkehr ſtets wächſt und demnächſt
auch ein der Bedeutung des Oſtverkehrs würdiges neues
Bahnhofsgebäude entſtehen kann. Die
Eiſenbahndirek=
tion Mainz nimmt auch in dieſer Frage für die Zukunft
bei Erfüllung der geſtellten Bedingungen eine
entgegen=
kommende Haltung ein. Ich möchte es als den größten
Vorzug des vorliegenden Projektes betrachten, daß es der
Zukunft nicht präjudiziert und im übrigen die derzeitigen
Hinderniſſe für den Fahrverkehr aus dem Wege räumt.
Ich ſtelle daher den Antrag: Verehrliche
Stadtver=
ordneten=Verſammlung wolle dem Projekt der
Eiſenbahn=
verwaltung zuſtimmen und die von der Stadt
aufzuwen=
denden Koſten im Betrage von 40000 Mark genehmigen.
Von den Intereſſenten der dortigen Gegend iſt eine
Eingabe eingelaufen, in der der Wunſch ausgeſprochen
wird, daß das Projekt nicht in der geplanten Geſtalt aus=
geführt werde. — Die techniſchen Ausſchüſſe ſind mit dem
Plan einverſtanden und haben nur den Wunſch
ausge=
ſprochen, daß mit dem Bau des Bahnhofsgebäudes baldigſt
begonnen wird. — Stadtv. Göbel führt in der
Beſpre=
chung aus, daß er urſprünglich auch gegen das Prjekt
war, doch ſei er jetzt der Ueberzeugung, daß es gar keine
beſſere Löſung gebe. — Stadtv. Dr. Vaubel ſpricht ſich
gegen einen koſtſpieligen Brückenbau aus, da der Verkehr
dort nicht ſo erheblich ſei. Er ſei ein Gegner des Projekts;
dasſelbe erklärt Stadtv. Ritſert. Wichtig ſei ihm
le=
diglich, daß der für Darmſtadt unwürdige Bahnhof bald
beſeitigt wird und einem Neubau Platz macht. Er tritt für
die Vertagung ein und möchte erſt die Vorſchläge der
Eiſenbahnverwaltung abwarten. — Der
Oberbürger=
meiſter gibt nochmals eine hiſtoriſche Darlegung der
Frage und tritt dem Vorſchlag einer Vertagung entgegen,
da die Eiſenbahnverwaltung ein brennendes Intereſſe am
Neubau des Bahnhofs nicht habe. Eine präziſe
Erklä=
rung der Eiſenbahnverwaltung über den Termin des
Bahnhofsneubaues bei Hergabe der 40000 Mark von der
Stadt biete den Erfolg, den man haben wollte und bei
Würdigung der Sachlage erreichen könne. — Stadtv. von
Heſſert ſpricht ſich gegen das Schäferſche Projekt aus,
obgleich noch mehrere Verbeſſerungen möglich wären.
Durch die Steigerung des Güterverkehrs habe ſich die
Sachlage inſoſern abgeändert, als die Eiſenbahn jetzt
ein erhebliches Intereſſe an der Aenderung der dortigen
Verhältniſſe hat, ſo daß alſo die Stadt weniger Koſten
beizutragen brauche. Auch Stadtv. Haury bittet, das
Pro=
jekt abzulehnen. Er findet es verfehlt, den
Fuhrwerks=
verkehr durch die Muthildenhöhe führen zu wollen. Es
ließe ſich leicht ein Projekt ausarbeiten, durch das der
Verkehr in die Landgraf Georg=Straße geleitet wird.
Stadtv. Henrich findet das Schäferſche Projekt zu
teuer, doch will er die jetzige Regelung nicht verzögern
und ſtimme deshalb für die Vorlage der Verwaltung.
Anregen möchte er jedoch, ob ſich die Sache nicht dadurch
vereinfachen laſſe daß der Güterverkehr auf die andere
Seite verlegt werde. Auch möchte er gern die Gewißheit
haben, daß mit den 40000 Mark alle Koſten von der Stadt
getragen ſind. — Der Oberbürgermeiſter erklärt,
daß dies der äußerſte Betrag ſei, den die Stadt leiſte und
daß auch zu den Koſten des Bahnhofsumbaues von der
Stadt nichts mehr geleiſtet werde. — Stadtv. Dr. Fulda
ſpricht ſich gegen das Projekt aus. — Stadtv. K. Laud
bittet, alle vorliegenden Projekte abzulehnen, da man erſt
abwarten müſſe, wie der neue Bahnhof gebaut werde.
Stadtv. Stemmer iſt der Meinung, daß man in den
ſauren Apfel beißen müſſe, denn ſo billig käme die Stadt
nicht wieder zu einer annehmbaren Regelung. — Stadtv.
Dr. Nöllner tritt für die Ldſung ein: Erſt den
Bahn=
hof und dann die Summe. Er ſtimme dagegen und
be=
willige die 40000 Mark für die Erbauung der Straßen,
wenn ein Bahnhofsbauprojekt vorliegt, zu dem die Stadt
nichts beizutragen hat. — Der Oberbürgermeiſter
tritt nochmals energiſch für den Antrag der Verwaltung
ein. — Stadtv. Saeng tritt für Bewilligung der
Vor=
lage ein.
Stadtv. Aßmuth u. Gen. bringen einen Antrag
ein, die Vorlage zu vertagen, bis ein einheitliches Projekt
vorliege. — Stadtv. Henrich ſtellt den Antrag, ſich
be=
reit zu erklären, die 40000 Mark zu bewilligen, ſobald der
Stadtverordnetenvierſammlung ein Geſamtplan vorliegt
und ſie demſelben zugeſtimmt hat, ſowie der Termin des
Neubaues feſtſteht. — Stadtv. Aßmuth u. Gen. ziehen
ihren Antrag zugunſten des Antrags des Stadtv. Henrich
zurück. Es ſprechen noch die Stadtv. Delp und
Nod=
nagel.
Der Oberbürgermeiſter erklärt ſich mit der Tendenz
des Antrags Henrich einverſtanden, wünſcht jedoch eine
kleine Abänderung. Der endgültige von der
Bürgermei=
ſterei genehmigte Antrag lautet folgendermaßen: Die
Stadtverordnetenverſammlung erklärt ſich bereit, unter
den von dem Herrn Oberbürgermeiſter vorgetragenen
ein=
zelnen Bedingungen einen Koſtenbeitrag zu den
Straßen=
herſtellungen in Höhe von 40000 Mark demnächſt zu
be=
willigen, ſobald das von der Eiſenbahnverwaltung
aufge=
ſtellte Geſamtprojekt über den Umbau bzw. Neubau des
Oſtbahnhofs nach der Genehmigung des Landtages in
der Stadtverordnetenverſammlung vorgelegt und eine
baldige Ausführung ſichergeſtellt iſt. — Der Antrag wird
nach weiteren Ausführungen der Stadtv. Dr. Vaubel
Dr. Fulda und Nodnagel gegen die Stimme des
Stadtv. Dr. Vaubel gegen ½8 Uhr angenommen.
Der neue Friedhof an der Allee.
Bürgermeiſter Mueller führt aus: Der neue
Fried=
hof an der Allee wird vorausſichtlich am 1. Juli in
all=
gemeine Benutzung genommen werden können. Da ſich
aber ſchon jetzt eine lebhafte Nachfrage nach
Familien=
gräbern bemerkbar macht, erſcheint es angezeigt, den
Tarif für den Erwerb dieſer Gräber alsbald
feſtzuſetzen und mit dem Verkauf zu beginnen.=Es iſt
allerdings dabei zu berückſichtigen und würde auch den
Reflektanten jewkils mitzuteilen ſein, daß bek einem
Todesfall, der vor der Eröffnung des
Fried=
hofes eintritt, die Beerdigung dort
voraus=
ſichtlich nicht erfolgen kann. In ſolchem Falle
wäre eine vorläufige Beſſetzung auf einem der alten
Fried=
höfe erforderlich. Die Ausgrabung und Umlegung der
Leiche auf den neuen Friedhof würde demnächſt von einer
Genehmigung des Kreisgeſundheitsamts abhängig ſein.
Was nun die Sätze anbetrifft, zu denen die Gräber auf
dem neuen Friedhof abzugeben wären, ſo iſt zu
berückſich=
tigen, daß dieſe Sätze auf den alten Friedhöfen im
Ver=
gleich zu denjenigen auf Friedhöfen anderer Städte
außer=
ordentlich gering geweſen ſind. Auf der anderen Seite
hat die Anlage des neuen Friedhofs der Stadt nicht
un=
beträchtliche Koſten auferlegt. Es erſcheint hiernach
an=
gezeigt, eine allgemeine Erhöhung der Sätze
eintreten zu laſſen. Bei den folgenden Vorſchlägen hat
man ſich in der Hauptſache an das Vorgehen der Stadt
Gießen angeſchloſſen.
Hiernach iſt im Hinblick auf die geſamte Anlage zu
unterſcheiden die Beiſetzung a) in Grufthallen im inneren
Säulenhalbrund, b) in Gräbern oder Urnenplätzen im
äußeren, dem Friedhof zugewandten Säulenbogen, e) in
Plätzen gegenüber den äußeren Säulenbogen, d) in Plätzen
an der Hauptallee, e) in Plätzen an Hauptwegen (Ring=
und Diagonalſtraßen) und an beſonders angelegten freien
Räumen, k) in Plätzen an Seiten= und Nebenwegen, g) in
Plätzen im Urnenhain und h in Reihengräbern. Es
werden folgende Sätze vorgeſchlagen: zu a) 6000 Mark,
wobei die Errichtung der Trennungswände und Stützen
zu Laſten des Erwerbers gehen, zu b) 4000 Mark, für
Gräber. Der äußere Säulenbogen ſoll in der Weiſe
aus=
gebildet werden, daß jeder dritte Zwiſchenraum zwiſchen
zwei Säulen als Urnenwand hergeſtellt wird. Als Taxe
für die Beiſetzung einer Urne in dieſer Wand werden
300 Mark feſtgeſetzt. Zu e) 3000 Mark, zu d) 2000 Mark.
Die Plätze zu a—d reichen aus für die Beiſetzung von
ſechs Särgen und mehreren Urnen. Die Gräber bleiben
im Beſitz der Berechtigten für einen Zeitraum bis zu 100
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 86,
Jahren und können nachher zu den gleichen Sätzen für die
gleiche Zeit wieder erworben werden. Sind keine
Berech=
tigten mehr vorhanden, dann fallen die Plätze an die
Stadt zurück, die befugt iſt, ſie nach 100 Jahren andermeit
zu vergeben. — Zu e) 200 Mark für jeden Sarg, 100 Mark
für jede Urne, wobei zu bemerken iſt, daß weniger als
2 Plätze nicht abgegeben werden. Zu f) 100 Mark für
jeden Sarg, 50 Mark für jede Urne, mit der Einſchränkung
wie zu e. Zu g) 250 Mark für jede Urne an der
Urnen=
wand, 150 Mark für jede Urne im Heckengarten, 120 Mark
für jede Urne an der Mauer, auch hier mit der
Ein=
ſchränkung, daß weniger als 2 Plätze nicht abgegeben
wer=
den. Hinſichtlich der Plätze zu e—g gilt das oben zu den
Plätzen a—d Bemerkte, mit der Maßgabe, daß ein
Zeit=
raum von 50 Jahren in Betracht kommt.
Was die Beerdigung in Reihengräbern
anbe=
trifft, ſo iſt zu bemerken, daß die Stadt Gießen neben einer
Reihe von anderen Städten auch hier eine Abgabe erhebt,
während in Darmſtadt ſeither die Reihengräber koſtenlos
abargeben wurden. Lediglich bei dem Erwerb auf weitere
25 Jahre wird eine Gebühr von 25 Mark erhoben. Es
er=
ſcheint nicht unbillig, bei Perſonen, die kein gar zu
ge=
ringes Einkommen haben, eine Taxe auch für den Erwerb
eines Reihengrabes zu erheben, um der Stadt wenigſtens
einen Ausgleich für ihre Barausgaben zu vermitteln.
Allerdings empfiehlt es ſich nicht, ſoweit zu gehen, wie es
in Gießen geſcheht, wo ſchon bei einem Einkommen des
Zahlungspflichtigen von 900 Mack jährlich eine Taxe zu
zahlen iſt.
Die Friedhofsdeputation und Finanzausſchuß haben
zugeſtimmt mit folgenden Aenderungen: Tarif zu e und f.
200 Mark bezw. 100 Mark für jeden Sarg oder für 2
Aſchen=
reſte, wobei zu bemerken iſt, daß weniger als 2 Plätze
(für 2 Särge oder 4 Aſchenreſts berechnet) nicht abgegeben
werden. Die unterſchiedliche Tarifierung für Särge und
Urnen ſoll wegfallen. Für jeden weiteren innerhalb der
Beſitzrechtszeit zur Beiſetzung kommenden Aſchenreſt wicd
eine Gebühr von 25 Mark erhoben. Tarif zu g. Die Worte
„für jede Urne” ſind zweckmäßiger in „für jeden Urnenſatz”
abzuändern. Im Sinne des Zuſatzes zu Tarif e und k
hat dann auch hier zu gelten, daß bei Beiſetzung von mehr
als 2 Aſchenreſten auf einen Urnenplatz innerhalb der
Be=
ſitzrechtszeit eine Gebühr von 25 Mark für jeden weiteren,
zur Beiſetzung kommenden Aſchenreſt erhoben wird. Tarif
für die Reihengräber: Da die von der Verwaltung
vor=
geſchlagenen Sätze auch die Gebühr für die Anfertigung
der Reihengräber einſchließen ſollen, würden Pflichtige
mit einem Einkommen unter 1500 Mark überhaupt keine
Gebühr mehr für ein Reihengrab zu zahlen haben,
wäh=
rend jetzt allgemein eine Anfertigungsgebühr von 3 und
2 Mark zu entrichten iſt. Es wird daher folgender Tarif
vorgeſchlagen: a) bei einem Einkommen des
Zahlungs=
pflichtigen unter 1500 Mark 5 Mark, für ein Kindergrab
(Perſonen unter 10 Jahren) 2,50 Mark. Die Sätze ſind
gegen die ſeitherigen Gebühren von 3 und 2 Mark etwas
erhöht, damit die höheren Selbſtkoſten annähernd gedeckt
werden; b) bei einem Einkommen des Zahlungspflichtigen
über 1500 Mark 10 Mark, für ein Kindergrab 5 Mark,
c) bei einem Einkommen des Zahlungspflichtigen über
2500 Mack 20 Mark, für ein Kindergrab 10 Mark. Ein
Unterſchied in den Gebühren für die Beiſetzung von
Sär=
gen oder Aſchenreſten (Urnen) ſoll nicht gemacht werden.
Wird die Beiſetzung ortsfremder Perſonen in einem
Reihengrab auf dem neuen Friedhof gewünſcht, dann
be=
trägt die Taxe das Doppelte der Sätze unter e, alſo 40
Mark und 20 Mark. Ueber die Reihengräber ſoll jetzt
noch nicht Beſchluß gefaßt werden.
Stadtv. Herbert findet, daß die Plätze zu e und k
zu kurz kommen, da hier nur ein Zeitraum von 50 Jahren
eingeſetzt iſt. Denſelben Punkt bemängelt Stadtv. Linck.
— Stadtv. Friedrich erklärt, für die Vorlage ſtimmen
zu wollen. Zu der Eröffnung des neuen Friedhofs
möchte er den Wunſch ausſprechen, daß gemäß dem Antrag
des verſtorbenen Stadtv. Stephan eine Beerdigungsreform
eintrete. — Die Vorlage wird ſodann angenommen.
Herſtellung am Ausſtellungsgebäude.
Für das Abdichten der Mauern in dem Raum an
dem nördlichen Teil der Terraſſe des
Ausſtellungsgebäu=
des auf der Mathildenhöhe iſt im Jahresvoranſchlag
1914 ein Koſtenbetrag von 1900 Mark vorgeſehen. Die
vom Hochbau=Ausſchuß zur Ausführung befürworteten
Arbeiten ſind dringlich und können nicht bis zur
Geneh=
migung des Voranſchlags anſtehen. Berichterſtatter Beig.
Jäger. Die Summe wird bewilligt.
Herrichtung der Räume des Eichamts.
Das Großh. Eichamt Darmſtadt reicht nicht mehr mit
den ſeitherigen Räumen in der ſtädtiſchen Hofreite,
Woog=
ſtraße 4, aus. Da die Stadt geſetzlich zur Stellung
ge=
eigneter Amtsräume für das Eichamt verpflichtet iſt, ſo
iſt beabſichtigt, auch die ſeither durch das chemiſche
Un=
terſuchungsamt benutzten, zurzeit leer ſtehenden Räume
der gleichen Hofreite, nach entſprechender Herrichtung des
geſamten Gebäudes unter gleichzeitiger Schaffung zweier
Dienſtwohnungen, dem Eichamt Darmſtadt zu überweiſen.
Die geplanten und vom Hochbau= und Finanz=Ausſchuß
gutgeheißenen Herſtellungen koſten rund 13 200 Mark. Als
Miete für das geſamte Gebäude werden im Einverſtändnis
mit Großh. Eichungsinſpektion Darmſtadt und obigen
Ausſchüſſen 2100 Mark jährlich in Anſatz gebracht.
Be=
richterſtatter Stadtv. Sames. Die Verſammlung ſtimmt
dem Vorſchlag zu.
Errichtung einer Schutzhalle.
Die derzeitige Schutzeinrichtung für die Knaben bei
Unwetter (Kaſten eines alten Eiſenbahngüterwagens) hat
ſich bei der großen Zahl der Zöglinge als unzureichend
erwieſen. Es iſt daher die Errichtung einer Schutzhalle
geboten. Die Koſten ſind auf 800 Mark veranſchlagt. Der
Oberbürgermeiſter beantragt Genehmigung zur Errichtung
der Schutzhalle und Bereitſtellung der erforderlichen
Mit=
tel aus dem Reſervefonds. Die Mittel werden nach den
Ausführungen des Stadtv. Werner bewilligt.
Die Errichtung eines
Gewerbeſchul=
gebäudes.
Der Aufſichtsrat der Gewerbeſchule hat um Erhöhung
des ſtädtiſchen Zuſchuſſes, und zwar für das Jahr 1913
um 1500 Mark, für das Jahr 1914 um 2000 Mark und für
das Jahr 1915 um 2500 Mark nachgeſucht. Die
Stadtver=
waltung hat ſich bereit erklärt, die Uebernahme der Hälfte
der erbetenen Erhöhung bei der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung zu beantragen, wenn ſich der Staat zur
Tra=
gung der anderen Hälfte bereit findet. Der Staat macht
die Erhöhung eines Zuſchuſſes von dem Vorliegen eines
Beſchluſſes der Stadtverordneten=Verſammlung darüber
abhängig, bis zu welchem ſpäteſten Zeitpunkt die
Frage der Errichtung eines neuen
Ge=
werbeſchulhauſes erledigt werden wird.
Die Verwaltung vertritt den Standpunkt, daß den
be=
ſtehenden räumlichen Mißſtänden in der Gewerbeſchule
in zweckentſprechender Weiſe nur durch die Errichtung
eines neuen Gewerbeſchulgebäudes auf Koſten der Stadt
sgegnet werden kann, und daß die Beſeitigung dieſer
Mißſtände baldmöglichſt erfolgen ſollte. Bis zu welchem
Zeitpunkt die Errichtung des fraglichen Neubaues
be=
ſtimmt möglich ſein wird, läßt ſich jetzt noch nicht
an=
geben; jedenfalls aber wird es möglich ſein, über die
Platzfrage, die Geſtaltung des Baues, ſeine Einrichtung
und Ausſtattung, ſowie über alle ſosſtigen vor der
In=
angriffnahme des Baues zu klärenden Fragen innerhalb
der nächſten 2 Jahre endgültig Beſchluß zu faſſen und den
Bau zur Ausführung zu bringen. Der Finanzausſchuß
iſt mit dieſem Standpunkt der Verwaltung einverſtanden.
Berichterſtatter Stadtv. Aßmuth.
Stadtv. Haury erklärt, daß dieſe Frage nicht vom
Flleck komme und daß man doch zu Zwangsmaßregeln
ge=
genüber der Stadt greifen müſſe. — Der
Oberbürger=
meiſter erklärt demgegenüber, daß man ſich immer in
den Grenzen des Möglichen halten müſſe. Wenn die
Stadt jetzt ſofort zu dem Neuban gezwungen werde, ſo
könne dies nicht ohne Steuererhöhung geſchehen. Nach
Ausführungen des Stadtv. Sames legt noch einmal
der Oberbürgermeiſter die gegenwärtige ſchwierige
finanzielle Lage der Stadt dar. Nach weiteren
Aus=
führungen der Stadtverordneten Pickert, Jung und
Aßmuth wird der Standpunkt der Verwaltung
gut=
geheißen.
Baudispensgeſuche.
Die Gemeinnützige Gartenſtadt=
Genoſ=
ſenſchaft bittet um Zulaſſung geringerer
Grenzab=
ſtände zwiſchen den einzelnen Häuſern auf ihrem
Bauge=
biete am Heinrich=Wingerts=Weg und um Gewährung von
Erleichterungen bei der Bauausführung bezüglich der
Stärke der Wände pp. Das Miniſterium hat dieſe
Be=
freiung von den baupolizeilichen Beſtimmungen bereits
ausgeſprochen unter der Vorausſetzung, daß die
Stadt=
verordneten=Verſammlung zuſtimmt. Die
Stadtverwal=
tung beantragt Zuſtimmung.
Eine Hauseigentümerin hat um Befreiung von den
Beſtimmungen in Ziffer 3 des Ortsbauſtatuts für die
Martinſtraße vom 20. Mai 1901, nach denen das
Bewoh=
nen von Dachräumen nicht zuläſſig iſt, erſucht. Die
Stadt=
verwaltung beantragt, das Geſuch zu befürworten unter
der Bedingung, daß die Dachräume nicht vermietet
werden. Ueber die beiden Geſuche berichtet
Stadtverord=
neter Sames. Den Vorſchlägen wird zugeſtimmt.
Das Darmſtädter Baugeſchäft will auf ſeinem, von
der Landskronſtraße Herderſtraße und
Orangerieſtraße begrenzten Gelände nach und nach
11 Gebäude verſchiedener Größe errichten, die mit
Aus=
nahme einer 3½ſtöckig, in geſchloſſener Bauweiſe
geplan=
ten Wohnhausgruppe in der Orangerieſtraße, alle
drei=
ſtöckig projektiert ſind. Zunächſt ſoll ein Doppelwohnhaus
an der Ecke Landskronſtraße=Herderſtraße ausgeführt
wer=
den. Dieſes Vorhaben verſtößt gegen die Beſtimmungen
des Ortsbauſtatuts vom 14. Auguſt 1908, die für
Oran=
gerieſtraße und Herderſtraße 2½ſtöckige Gebäude
vorſchrei=
ben. Es wird deshalb um Befreiung von dieſen
Beſtim=
nungen nachgeſucht. Bedenken gegen die Gebäudehöhe
an der Landskronſtraße beſtehen nicht, dagegen kann für
die nur 9 Meter breite Herderſtraße von den
Statutbe=
ſtimmungen nicht abgegangen werden. Die Ueberleitung
von dem 3½ſtöckigen Hauſe, Ecke Orangerieſtraße=
Moos=
bergſtraße, zu der durch Statut vorgeſchriebenen 2
½ſtöcki=
gen Bauweiſe in der Orangerieſtraße, durch Errichtung
eines 3ſtöckigen Wohnhauſes in ofſener Bauweiſe, wird
ür erforderlich gehalten. Die Genehmigung wird nach
dem Bericht des Stadtv. Hammann gemäß dieſen
Be=
dingungen erteilt.
Eine hieſige Firma beabſichtigt, in der Hofreite
Lie=
bigſtraße Nr. 15 ein Magazingebäude zu errichten. Hierzu
iſt Befreiung von den Beſtimmungen in § 32 des
Orts=
bauſtatuts und § 33 der Baupolizeiverordnung
erforder=
lich. Die Stadtverwaltung hat Ablehnung des Geſuchs
beantragt. Dies geſchieht nach dem Bericht des Stadtv.
Haury.
Punkt 9 und 10 werden vertagt.
Die Weiterführung der Riedeſelſtraße.
Der Beſitzer der Ernſt Ludwigs=Heilanſtalt
beabſich=
igt eine Erweiterung dieſer Anſtalt. Der geplante
Neu=
bau käme mit ſeiner Front an die verlängerte
Riedeſel=
ſtraße zu ſtehen, im Falle dieſe von dem Wilhelminenplatz
ab nach Oſten weitergeführt würde. Es wird deshalb
angefragt, ob die Straßenverlängerung geplant ſei. Die
Verkehrsverhältniſſe bedingen die Anlegung der Straße
nicht. Die Stadtverwaltung beantragt deshalb die
Wei=
terführung der Riedeſelſtraße von dem Wilhelminenplatz
über die Steinſtraße bis zur Karlſtraße endgültig
aufzu=
geben. Dem wird nach dem Bericht des Beig. Jäger
zugeſtimmt.
Fußſteigherſtellung.
Mehrere Bewohner der Frankenſteinſtraße
haben um Befeſtigung des Fußſteigs auf der Weſtſeite
dieſer Straße erſucht. Da dies nach Mitteilung des
Tief=
bauamts im öffentlichen Intereſſe gelegen iſt, beantragt
die Stadtverwaltung, auf der Weſtſeite der bezeichneten
Straße von der Moosbergſtraße bis zum Hauſe 63 einen
Zementplattenfußſteig auf Koſten der Anlieger
herzuſtel=
len. Berichterſtatter Stadtv. Wittmann. Es wird
zu=
geſtimmt.
Schulgeld für die Frauenſchule.
Die Frauenſchule iſt eine ſtädtiſche Anſtalt. Es liegt
daher kein Grund vor, dieſe Schule von den für die übrigen
ſtädtiſchen Schulen geltenden Beſtimmungen über die
Schulgeldermäßigungen für Geſchwiſter auszuſchließen.
Der Oberbürgermeiſter beantragt, dieſe Beſtimmungen,
wie ſolche für die Viktoriaſchule (mit Seminar), die
Eleo=
norenſchule und die Mittelſchulen beſtehen, vom Schuljahr
1913/14 ab auch auf die Frauenſchule anzuwenden. Dem
Antrag wird zugeſtimmt. Berichterſtatter Stadtv. Saeng.
Verpflegung verunglückter Flieger im
Krankenhauſe.
Der Deutſche Luftfahrerverband hat bei der ſtädtiſchen
Verwaltung nachgeſucht um Gewährung eines
ſtädtiſchen Beitrags und Entgegenkommen bei der
Verpflegung verunglückter Flieger im Stadtkrankenhaus.
Die ſtädtiſche Verwaltung ſchlägt im Einverſtändnis mit
der Krankenhausdeputation vor, eintretendenfalls bei
Be=
dürftigen die Verpflegungsſätze für Heimiſche auf
verun=
glückte, im Krankenhaus aufgenommene Flieger
anzuwen=
den. Dem wird nach dem Bericht des Stadtv, Saeng
zugeſtimmt.
Ein zweites Gleis in der Liebigſtraße.
Aus betriebstechniſchen Gründen hält die Direktion
der Heag es für zweckmäßig, in die Liebigſtraße von der
Aliceſtraße bis zur Kahlertſtraße ein zweites Gleis
einzu=
egen, damit Verſpätungen, wie ſie jetzt infolge des
ein=
gleiſigen Betriebes ſehr häufig auf der Linie 9
vorkom=
men vermieden werden. Die Direktion der Heag hat
einen Plan für die Anlage vorgelegt und bittet, mit der
Ausführung hiernach ſich einverſtanden zu erklären. Das
geſchieht. Berichterſtatter Beig. Eckert. Es wurde
an=
geregt, die ganze Strecke zweigleiſig einzurichten.
Wahlen.
In den Vorſtand der Fulda=Stiftung hat die
Verſammlung zwei Mitglieder zu wählen. Es wird
vorge=
ſchlagen, die bisherigen Mitglieder Ramdohr und Dr.
Kolb wiederzuwählen. Dies geſchieht.
Schluß der öffentlichen Sitzung 8½ Uhr.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 26. März. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 2,17 Uhr. Zunächſt werden zur
Erörterung im Plenum ungeeignete Petitionen
debattelos erledigt. — Es folgt die dritte Leſung des
Notetatsgeſetzes. Dieſes wird ohne Debatte
definitiv angenommen. Sodann folgen
Wahlprüfungen.
Die Wahl des Abg. v. Brederlow (konſ., 10.
Königs=
berg) wird einſtimmig für gültig erklärt. Es folgt die
Wahl des Abg. Höſch (konſ., Stendal=Oſterburg). Die
Kommiſſion beantragt, die Wahl für ungültig, Abg. Graf
Weſtarp (konſ.), die Wahl für gültig zu erklären.
Abg. Frommer (konſ.): Ich habe es immer für
eine ehrenvolle Aufgabe gehalten, jemand beizuſtehen,
dem Unrecht geſchehen iſt. Daß Wahlprüfungen eine
Machtfrage der Parteien ſind, meine ich nicht. Ich bin
immer noch. Idealiſt. (Lachen links. Große Unruhe.)
Redner gibt ſodann eine eingehende Schilderung der bei= Wahlgänge, aus denen Oekonomierat Höſch gegen
den nationalliberalen Generalſekretär Fuhrmann
mit=
einer Majorität von 2300 Stimmen als gewählt
hervor=
gegangen iſt. Wenn man alle gegen die Wahl Höſch
er=
hobenen begründeten Proteſte in Betracht zieht und
hier=
von die ſich ergebende Zahl von Stimmen abzieht, ſo
bleibt für den Gewählten immer noch ein Plus von über
1000 Stimmen. Ich bitte deshalb, den Beſchluß der
Wahlprüfungskommiſſion umzuſtoßen und die Wahl
Höſch für gültig zu erklären.
Abg. Schmidt=Meißen (Soz.): Auch wir
betrach=
ten die Wahlprüfungen durchaus objektiv und kommen
da=
bei zu demſelben Reſultat, wie die
Wahlprüfungskom=
miſſion, die Wahl Höſch für ungültig zu erklären. — Abg.
Stupp (Ztr.): Die Majorität, mit der Herr Höſch
ge=
wählt worden iſt, beträgt 2300 Stimmen, und da die
Pro=
teſte nicht als erheblich betrachtet werden können, ſo haben
wir keinen Anlaß, gegen die Gültigkeit zu ſtimmen. —
Abg. Bollert (natlb.): Die Vorwürfe, die der
Wahl=
prüfungskommiſſion gemacht worden ſind, daß ſie
ober=
flächlich geprüft und parteiiſch geurteilt habe, ſind nicht
ſtichhaltig. Die Kommiſſion iſt ſich auch in dieſem Fall
ihren Grundſätzen treu geblieben und hat nicht andsks
beſchloſſen, als früher. Ich bitte, es bei dem
Kommiſ=
ſionsantrag zu belaſſen. — Abg. Dr. Neumann=
Hofer (Fortſchr. Vpt.): Will man ſich ſtreng auf den
Rechtsſtandpunkt ſtellen, ſo muß man zur
Ungültigkeits=
erklärung der Wahl kommen. — Präſident Dr. Kaempf:
Von dem Abg. Grafen Weſtarp iſt namentliche
Ab=
ſtimmung beantragt worden. Dieſer Antrag wird
einmütig unterſtützt. Die Abſtimmung erfolgt heute im=
Anſchluß an die Diskuſſion. — Abg. Dr. v. Veit (konſ.):
Es liegt nicht der geringſte Anlaß vor, die Wahl für
un=
gültig zu erklären, da der Abg. Höſch immer noch einen
Vorſprung von 1000 Stimmen behält. (Beifall.) — Abg.
Dr. Arendt (Rpt.): Im Blockreichstag nahm das
Ple=
num in der Frage der Wahlaufrufe mit Amtsbezeichnung
eine andere Stellung ein, als heute (Sehr gut!), wie eine
frühere Rede des Abg. v. Payer (Hört, hört!) bei der=
Prüfung der Wahl des Abg. Blumenthal im Jahre 1904
beweiſt. (Heiterkeit.) — Abg. Dr. Neumann=Hofer
(Fortſchr. Vpt.): Ich will das Geſchäft nicht mehr lange
aufhalten. (Heiterkeit. Zuruf rechts: Geſchäft?) Die
Be=
hauptung Dr. Arendts, ich hätte durch die
Zurückverwei=
ſung der Wahl Haupts eine Verſchleppung bezweckt, muß
ich zurückweiſen. — Damit ſchließt die Debatte. Es folgt
die namentliche Abſtimmung über den Antrag des
Gra=
fen Weſtarp. Für den Antrag Weſtarp für Gültigkeit
ſtimmen von 334 Abgeordneten 149, dagegen 176
Abge=
ordnete, 9 enthalten ſich. Die Wahl iſt ſomit
ungül=
tig. — Es folgt die erſte Leſung des von einer beſonderen
Kommiſſion beantragten
Geſetzentwurfes, betr. Aenderung des Strafgeſetzbuches
(Zweikampf).
Abg. Dr. Werr empfiehlt als Berichterſtatter das
Geſetz, welches beſagt, daß, wenn der Zweikampf
frevent=
lich verſchuldet worden iſt, anſtelle der Feſtungshaft
Ge=
fängnisſtrafe von gleicher Dauer mit Nebenſtrafen zu
tre=
ten hat. — Staatsſekretär Dr. Lisco: Der
Reichskanz=
er nimmt an dem Gegenſtand der hier zu Beratung
ſteht, das lebhafteſte Intereſſe. Der Entwurf erſtrebt eine
Aenderung der ſtrafrechtlichen Beſtimmungen. Während
zurzeit die Herausforderung zum Zweikampf und deſſen
Annahme ausſchließlich mit Feſtungshaft bedroht iſt, ſoll
in Zukunft derjenige, der durch ſein Verſchulden den
Zweikampf herbeigeführt hat, mit Gefängnis beſtraft
wer=
den. Zugleich ſoll auch auf Verluſt der bürgerlichen
Ehrenrechte erkannt werden. Es iſt richtig, daß ſich
ähn=
liche Vorſchläge bereits bei dem Vorentwurf zum
deut=
ſchen Strafgeſetzbuch finden, und die
Strafrechtskommiſ=
ſion hat ſich dieſe Vorſchläge auch zu eigen gemacht. Es
kommt hier darauf an, ob die hier vorliegenden
Vor=
ſchriften in das Syſtem des jetzt geltenden
Strafgeſetz=
buches eingeführt werden können. Die verbündeten
Re=
gierungen haben bisher zu dem Entwurf noch keine
Stel=
lung nehmen können. Mit Rückſicht hierauf muß ſich auch
die Reichsleitung Zurückhaltung auferlegen. Der
Reichs=
kanzler iſt aber bereit, nach Abſchluß der heutigen
Ver=
handlungen mit den übrigen zuſtändigen Stellen in
Ver=
bindung zu treten. — Abg. Stadthagen (Soz.):
Dieſer Geſetzentwurf iſt zwar ein kleiner Fortſchritt,
ge=
nügt aber nicht vollſtändig, da das Duell geſetzlich
beſei=
tigt werden muß. — Abg. Gröber (Ztr.): Seit
No=
vember 1886 geht dieſer Kampf gegen das Duell, und
klein und beſcheiden iſt das, was wir jetzt erreichen
wer=
den. In dem Motiv zum Strafgeſetzbuch heißt es, daß
dieſe Sitte, reſp. Unſitte, ſtärker ſei, als das Geſetz.
Man=
müſſe ſich damit abfinden und in nicht allzu ſchroffen
Widerſpruch zur Gerechtigkeit treten. (Hört, hört!)
Abg. v. Brockhauſen (konſ.): Die Duellfrage iſt keine
Parteiſache. Dieſe Art Fauſtrecht iſt immer noch ehrlicher
als das ungeregelte Niederſtechen oder Niederſchießen des
Gegners. Wenn wir uns trotz unſerer Bedenken für den
Geſetzentwurf entſchließen, ſo geſchieht dies aus der
Er=
wägung heraus, daß es ſich darum handelt, dieſe
Ma=
terie nunmehr in Fluß zu bringen.
Abg. Dr. van Calker (natlb.): Die Bedeutung
des Geſetzentwurfes liegt darin, daß zum erſten Male in
dieſer Materie ein einheitlicher Beſchluß der Parteien des
Reichstages herbeigeführt worden iſt. Daran mag die
Regierung ſehen, welcher Wunſch uns beſeelt. Die
Ver=
ſchärfung dieſer Materie entſpricht den im Laufe der Zeit
veränderten Anſchauungen, und auch diejenigen Kreiſe,
die am Duell feſthalten wollen, können ihm zuſtimmen.
Nummer 86.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Seite 7.
Die Regierung mag möglichſt bald mit einer
entſprechen=
den Vorlage an uns herantreten. — Abg. Lieſching
(Fortſchr. Vpt.): Der Entwurf iſt ein gewiſſer Fortſchritt.
Durch Strafgeſetze allein läßt ſich der Duellunfug nicht
aus der Welt ſchaffen. Eine Verſchärfung der Strafe,
ſobald eine ehrloſe Geſinnung oder freventliches
Ver=
ſchulden vorliegt, iſt durchaus angebracht. Der Antrag
der Sozialdemokratie geht aber zu weit, wir lehnen ihn
deshalb ab. — Abg. Mertin (Rpt.): Den
ſozialdemo=
kratiſchen Antrag lehnen wir wegen ſeiner
Maßloſig=
keit ab. Den Kommiſſionsantrag nehmen wir an, aber
nicht in dem Sinne, daß er von heute auf morgen Geſetz
wird, da wir gegen einzelne Beſtimmungen ſchwere
Be=
denken haben. Der Begriff freventliches Verſchulden
muß genau definiert werden. Der Verluſt der
bürger=
lichen Ehrenrechte iſt bedenklich und auf ſtudentiſche
Be=
ſtimmungsmenſuren darf der Entwurf keine Anwendung
finden.
Damit ſchließt die erſte Leſung. Der Entwurf wird
in ſofortiger zweiter Leſung unter Ablehnung des
ſozial=
demokratiſchen Antrages einſtimmig
angenom=
men. (Bravo.!)
Darauf wird vertagt. Nächſte Sitzung Freitag 12
Uhr: Konkurrenzklauſelgeſetz, Petitionen. — Schluß
¼7 Uhr.
* Berlin, 26. März. Zum Schluß der heutigen
Kommiſſionsſitzung zur Beratung über die
No=
velle zum Militärſtrafgeſetzbuch erklärte der
Kriegs=
miniſter, daß das Geſetz in der Faſſung, welche es nach
den Kommiſſionsbeſchlüſſen erhalten habe, für die
Hee=
resverwaltung nicht annehmbar ſei.
* Berlin, 26. März. In der heutigen Sitzung der
27. Kommiſſion des Reichstags zur Beratung der
No=
velle zum Militärſtrafgeſetzbuch wurde der in
erſter Leſung abgelehnte fortſchrittliche Antrag, betr.
Streichung des ſtrengen Arreſtes bei minder ſchweren
Fäl=
len und unerlaubter Entfernung mit 11 Stimmen der
Fortſchrittler, Sozialdemokraten und Polen gegen neun
Stimmen in zweiter Leſung angenommen.
Reichstagserſatzwahl.
* Borna, 26. März. Im 14. ſächſiſchen
Reichs=
tagswahlkreis Borna Pegau wurden in der
heutigen Stichwahl abgegeben für v. Liebert (Reichsp.)
11946 Stimmen, für Ryſſel (Soz.) 13772 Stimmen,
ungültig waren 198 Stimmen. Ryſſel iſt ſomit
ge=
wählt. Es fehlen noch 14 Ortſchaften, die jedoch am
Ergebnis nichts ändern. Bei der Erſatzwahl am 17.
März erhielt v. Liebert (Reichsp.) 8642, Nitzſchke
(natlb.) 6512 und Ryſſel (Soz.) 12077 Stimmen.
Elſaß=Lothringiſcher Landtag.
* Straßburg, 26. März. Die Erſte Kammer
ſtimmte heute gleichfalls der Vertagung des
Land=
tags zum 17. November zu und trat dann in die dritte
Leſung des Etats ein. Das Mitglied
Blumen=
thal kritiſierte einen Erlaß des Oberſchulrats, betreffend
den Gebrauch der deutſchen Sprache in den
höheren Schulen, der im Lande Aufſehen und eine
gewiſſe Erregung hervorgerufen habe. Staatsſekretär
Graf Rödern erwiderte: Der Vorredner hat ſelbſt
er=
klärt, daß er mit dem materiellen Inhalt des Erlaſſes im
weſentlichen einverſtanden ſei. Schon das
Berechtigungs=
weſen, die Frage der Examina zwingen uns, der Praxis
der anderen Bundesſtaaten zu folgen. Es handelt ſich bei
dieſem Erlaß um ein Internum der Schulverwaltung, und
ich kann nur meinem Bedauern darüber Ausdruck geben,
daß ein ſolches Internum der Schulverwaltung anſcheinend
von höheren Beamten in die Zeitungen gebracht worden
iſt. Dieſe Uebung war mir bisher unbekannt. Wir
wer=
den uns das Recht, über das Verhalten der Lehrer
inner=
halb der Schule zu wachen, nicht nehmen laſſen. In frage
den Herrn Vorredner, aus welchen Worten des Erlaſſes
er die Folgerung zieht, daß dieſer zur Beſpitzelung der
Lehrer untereinander führen kann. Ich habe das volle
Vertrauen zu den Herrn Direktoren und Lehrern, daß ſie
den Erlaß richtig verſtanden haben und anwenden werden.
* Straßburg 26. März. In der
Nachmittags=
ſitzung der Zweiten Kammer begründeten Redner
des Zentrums, der Lothringer und der Liberalen Anträge
dahingehend, die Regierung zu erſuchen, ſie möge ſich
da=
für verwenden, daß denjenigen Elſaß=Lothringern, welche
bis zum Jahre 1890 wegen Verletzung der Wehrpflicht
be=
ſtraft worden ſind, die Strafe, ſoweit ſie nicht bereits
ver=
büßt, verjährt oder erlaſſen ſei, im Hinblick auf die
inzwi=
ſchen verfloſſene Zeit und die eingetretene Aenderung der
Verhältniſſe in Gnaden erlaſſen werde.
Die Verhaftung des Abgeordneten
Abreſch.
* Mannheim, 25. März. Die Neue Badiſche
Lan=
deszeitung berichtet: Entgegen der Meldung, daß eine
halbe Million Kaution für die Freilaſſung des
verhaf=
teten Abgeordneten Abreſch angeboten worden ſei,
er=
klären die Rechtsbeiſtände des Abgeordneten Abreſch, daß
keine Kaution angeboten worden ſei und daß Abreſch
ſelbſt wünſche, daß keine ſolche angeboten werde. Ueber
die Haftentlaſſungsbeſchwerde wird erſt morgen
nachmit=
tag beraten werden. Das badiſche Juſtizminiſterium hat
die Rechtsbeiſtände Abreſchs telegraphiſch angewieſen, den
Grund der Immunität in der Beſchwerdeſchrift wegen der
Haftentlaſſung geltend zu machen. Das iſt bereits
ge=
ſchehen.
Gerichtszeitung.
* Frankfurt, 26. März. Vor dem Schwurgerichte
fand geſtern und heute die Verhandlung gegen den 47
Jahre alten Bankier Rudolf Plaut, Mitinhaber der
Frankfurter Bankfirma Plaut, Heß u. Co., wegen
Kon=
kursvergehens und Unterſchlagung von Kundendepots ſtatt.
Der Angeklagte befindet ſich ſeit 13. Juni 1913 in
Unter=
ſuchungshaft. Er hatte ſich damals, als das Bankgeſchäft
Konkurs anmelden mußte, der Staatsanwaltſchaft geſtellt,
während ſich ſein Kompagnon, der 62 Jahre alte Bankier
Samuel Heß, erſchoſſen hatte. Bei dem Zuſammenbruch
betrug die Aktivmaſſe etwa 60000 Mark, wozu noch zirka
120000 Mark Außenſtände hinzukommen, während die
Paſſiven ſich auf 1050000 Mark belaufen ſo daß die
Gläu=
biger 5—6 Prozent erhalten werden. Seit Jahren
wur=
den von Heß und Plaut falſche Bilanzen aufgeſtellt, um
die Verluſte zu verdecken, die ſie bei eigenen
Spekulations=
geſchäften an der Börſe erlitten hatten. Das Ureil lautete
auf 2 Jahre Gefängnis. Von der Unterſuchungshaft
wer=
den neun Monate auf die Strafe angerechnet.
Luxemburg, 26. März. Geſtern iſt der Prozeß
gegen Biſchof Koppes noch nicht zu Ende gegangen.
Der ganze Tag wurde ausgefüllt mit den Plädoyers der
Rechtsbeiſtände, deren letzter heute morgen noch ſprechen
wird. Doch wird allgemein erwartet, daß die
Verkün=
digung des Urteils erſt in acht Tagen erfolgen wird. In
der geſtrigen Verhandlung kam der von der Verteidigung
eigens aus Metz geladene Rechtsanwalt Juſtizrat
Hom=
melsheim in ſeinem Plädoyer zu der Schlußfolgerung,
daß, worauf es hier einzig ankomme, der Biſchof nach
deutſchem Recht wegen ſeiner Metzer Rede überhaupt
nicht ſtrafbar ſei. Er ſtützte ſich dabei auf das Gutachten
eſines Straßburger Juriſten der mit zu den Voracbeiten
der Strafprozeßreform herangezogen iſt. Einer der
An=
wälte der Privatkläger lehnte indeß dieſe Schlußfolgerung
rundweg ab.
* Luxemburg, 26. März. Die Verhandlung gegen
Biſchof Koppes wurde heute vormittag zu Ende
ge=
führt. Das Urteil wird am 24. April geſprochen
werden.
Der Kaiſer in Venedig.
* Venedig 26. März. Der Kaiſer hörte geſtern
den Vortrag des Geſandten v. Treutler und heute
vor=
mittag die Vorträge der Chefs des Marine=, des Militär=
und des Zivilkabinetts. Heute nachmittag findet beim
Kaiſer an Bord der „Hohenzollern” Tee ſtatt, zu dem
etwa 60 Einladungen an Damen und Herren der
vene=
zianiſchen Geſellſchaft, an die Herren der deutſchen
Bot=
ſchaft und die Offiziere der deutſchen Schiffe ergingen.
Die „Hohenzollern” und die anderen deutſchen Schiffe
gehen morgen vormittag nach Miramar in See. — Der
Kaiſer verlieh dem Präfekten Ronaſanga den Roten
Adler=
orden 2. Klaſſe mit Stern.
* Venedig, 26. März. Die deutſchen Schiffe
werden morgen Venedig verlaſſen. Sie haben
ſeitens der Behörden, der Geſellſchaft und der Bevölkerung
eine ſo warme und entgegenkommende Aufnahme q„
kun=
den, wie kaum zuvor, ſo daß die deutſchen Offiziere und
Mannſchaften den Aufenthalt in angenehmſter und
dank=
barer Erinnerung halten werden. Dem Kommandanten
der „Hohenzollern” wurde ſchon bei ſeiner Ankunft am
6. März Kapitän Lubelli zur Verfügung geſtellt. Die
Feſtlichkeiten begannen am 7. März mit einem Diner für
das Offizierkorps bei dem Admiral Garelli, dem ſich
ein Beſuch des Theatro Roſſini anſchloß. In der Pauſe
wurden auf Wunſch des Publikums die italieniſche und
die deutſche Nationalhymne geſpielt, die es zu
begeiſter=
ten Kundgebungen veranlaßte. Bei ſpäteren
Theater=
beſuchen wiederholten ſich die Sympathiekundgebungen.
Es folgten ein Diner bei dem Admiral Garelli zu Ehren
des Konteradmirals Souchon, ein Diner bei dem
Kon=
ſul Rechſteiner, Empfänge bei der Gräfin Papadopulo und
der Gräſin Mocenigo, ſowie bei dem Konſul Rechſteiner,
wo die Kapelle der „Hohenzollern” ſpielte und beim
Ad=
miral Garelli. Dem Empfang bei dem Admiral Garelli
folgte ein Ball. Ferner fand eine Rundfahrt der Offiziere
ſtatt die unter kundiger Führung die intereſſanten Stätten
der venezianiſchen Induſtrie beſuchten. Infolge des
Schiffsunglücks im Hafen waren die weiteren,
urſprüng=
lich geplanten Feſtlichkeiten abgeſagt worden, darunter ein
Empfang bei dem Präfekten. Der Präfekt und der
Bür=
germeiſter hatten für die ganze Zeit ihres Aufenthalts den
Offizieren und Mannſchaften den Beſuch der ſtaatlichen
und ſtädtiſchen Sammlungen und die Benutzung der
ſtädtiſchen Dampferlinien koſtenlos freigeſtellt.
Der Rochetteausſchuß in Frankreich.
* Paris, 25. März. Caillaux erzählte, Bernard
habe ihm beſ der Zuſammenkunft verſichert er habe
durch=
aus Ruhe nötig, und würde nicht imſtande ſein, am 27.
April Rochette zu verteidigen. Er beabſichtige den
Ge=
richtspräſidenten Bidault um einen Aufſchub zu bitten, der
auf keine Schwierigkeiten ſtoßen würde, abgeſehen von
dem Widerſtande Fabres, den er fürchte. Auf eine Frage
Caillaux’ habe Bernard geantwortet, der Aufſchub würde
keinen Nachteil mit ſich bringen und hinzugefügt: Wenn
ich Monis kennen würde, ſo würde ich ihn fragen, ob die
Regierung Einwendungen machen wird. Er, Caillaux,
habe erwidert: Sie bitten mich, an Monis die Frage zu
richten, ob die Regierung gegen einen Aufſchub
Einwen=
dungen erheben wird? Nach dieſer Ausſage Caillaux
wurde Bernard von der Kommiſſion über ſeine
Unter=
redungen mit Fabre verhört. Er erklärte er habe mit
Fabre nicht von Caillaux geſprochen. Fabre verſicherte
das Gegenteil; Bernard ſtellte dem ein abſolutes Nein
entgegen und ſagte, er habe ſich bei Fabre vorgeſtellt,
nach=
dem er die Nachricht erhalten habe, daß der Aufſchub
be=
willigt ſei.
Monis gab an, Caillaux allein habe mit ihm von
der Rochette=Angelegenheit geſprochen, Staatsanwalt
Fabre habe ſich in dem Protokoll geirrt. Fabre verſicherte,
das Schriftſtück ſei nicht vordatiert. Er habe es Anfang
April Scherdling, Bloch und Laroque vorgeleſen.
Cail=
laux ſtellte darauf ausdrücklich in Abrede, von dem
Vor=
handenſein des Schriftſtückes gewußt zu haben. Woiter
erklärte Caillaux, entgegen gewiſſen Gerüchten habe er
keine Beziehung zu der Bank von Venezuela gehabt. —
Die Sitzung wurde darauf auf nachmittags vertagt.
* Paris, 25. März. In der
Nachmittags=
ſitzung erklärte Caillaux: Ich bin niemals, weder
lirekt noch indirekt, von der Staatsanwaltſchaft
benach=
richtigt worden, und ebenſowenig hielt ſie mich auf dem
Laufenden über die Finanzunternehmungen Rochettes.
Ich beſtreite, jemals Monis gegenüber Worte gebraucht
zu haben, die ihm Barthou, betreffend der Koſten der
Emiſſion, in den Mund legt. Ich beſtreite daß in der
Unterhaltung mit Barthou am Vorabend des Prozeſſes
gegen Rochette von dem Protokoll Fabres die Rede
ge=
weſen iſt. Caillaux erklärte, Briand beſchränkte ſich
dar=
auf, mir gegenüber auf die Exiſtenz eines Protokolls
an=
zuſpielen, doch habe ich den Inhalt niemals erfahren,
eben=
ſowenig daß er auf mich abzielte. Briand erklärte mir
wiederholt daß mir kein Vorwurf gemacht werden könnte.
Man hat mich niemals in den Stand geſetzt, mich zu
ver=
teidigen, da meine Vorgänger mir den Protokolltext
nie=
mals vorgelegt haben. Ich befand mich in Notwehr und
machte von dem Rechte Gebrauch, indem ich Fabre zu mir
kommen ließ. War es etwa ungeſetzlich, wenn es der
Zu=
fall wollte daß ein Zeuge unſerer Unterhaltung beiwohnen
onnte? Barthou ſtreifte die äußere Politik, ich werde
ihm auf dieſes Gebiet nicht folgen. Ich verſichere er iſt
getäuſcht worden, wenn er hier ungenau von Taten
be=
richtet, die ich während meiner Amtszeit als proviſoriſcher
Miniſter des Innern begangen haben ſoll. Caillaux
er=
klärte weiter, daß er niemals, weder von nahem noch von
weitem die Finanzgeſchäfte Rochettes gekannt habe und
fügte hinzu, daß er ſich glücklich ſchätze, bei dieſer
Ge=
legenheit ſagen zu können, daß er von ſeiner Rolle als Fi=
nanzminiſter immer die höchſte Auffaſſung gehabt zu
haben glaube. Er habe niemals irgend welche
Einmiſch=
ung von Privatangelegenheiten in Staatsgeſchäfte
gedul=
det und niemals ſei eine Börſenorder von ſeinem
Mini=
ſterium ausgegangen. Weiter ſagte er: Wenn ich Politiker
bleibe, werde ich mich nicht mehr geſchäftlich betätigen.
Meine Vermögensverhältniſſe haben ſich geändert.
Cail=
laux wunderte ſich darüber, daß man ihm Geſſchäfte
vor=
werfe, woraus man anderen Leuten keinen Vorwucf
mache weil er ein demokratiſcher Politiker ſei. Er würde
gern bereit ſein, eine Unterſuchung über den Stand ſeines
Vermögens zuzulaſſen. Caillaux ſagte, es wäre
zweifel=
los beſſer geweſen, hätte er die Aufforderung Bernards
nicht angenomen. Caillaux bat ſeine Kollegen um
Gerech=
tigkeit, auf die er heute mehr denn je berechtigt ſei.
Cail=
laur beſtätigte daß er den Vorſitz im Verwaltungsrat
nicht den Kreditgeſellſchaften verdankt habe. Er habe
immer ſeine volle Unabhängigkeit bewahrt und ſagte,
daß er auf eine Bitte des venozelaniſchen Generals als
Miniſterpräſident ſich für die Wiederherſtellung der
diplo=
matiſchen Beziehungen verwandte. Er wiſſe aber nicht,
ob hinter alledem eine Bank ſtehe. Auf eine Anfrage ſetzte
Caillaux auseinander, daß, als er Finanzminiſter wurde,
Hebrard ihn bat, in der Angelegenheit der Großen
Chartreuſe einen Aufſchub zu gewähren, der, wie er ſagte,
verſprochen worden ſei. Gemäß den Gutachten des
Di=
rektors der Domänen verweigerte er den Aufſchub.
Darauf vertagte ſich die Kommiſſion. Sie hofft, morgen
ihre Arbeiten zu beenden.
* Paris, 26. März. Staatsanwalt Lescouvé
trug die nach dem Verſchwinden Rochettes
eingegange=
nen Klagen über verſchiedene Geſchäfte vor. Dem
Unter=
ſuchungsrichter wurden vierzehn darüber eingelaufene
Informationen überwieſen. Lescouvé erklärte, es ſei
un=
zweifelhaft, daß Rochette perſönlich Leute, die ſich
vor=
bereiteten, ſeine Geſchäfte zu übernehmen, an ſeiner
Frei=
heit intereſſiert hätte. Im weiteren Verlaufe der
lan=
gen Vernehmung hielt Staatsanwalt Lescouvé ſeine
Ueberzeugung aufrecht, daß auf den Generalſtaatsanwalt
Fabre ſeitens der Regierung ein Druck ausgeübt
wor=
den ſei und daß dieſer auf Wunſch des damaligen
Finanz=
miniſters zurückzuführen ſei.
Adrien Hebrard, der Direktor des Temps,
der über ſeine Schritte bei Mitgliedern der Regierung in
der Chartreuſe=Angelegenheit vernommen
wurde, ſagte aus, man könne zwiſchen dieſen Schritten
und denen in der Rochette=Angelegenheit keine Parallele
ziehen Er habe ſich der Reihe nach ohne Ausnahme an
jeden Finanzminiſter gewandt, allein in der Hoffnung für
ſeinen 25jährigen Freund Marnier, der bei den Gerichten
kein Recht hätte finden können, die Möglichkeit eines
Schiedsſpruchs und einer Transaktion zu erlangen.
De=
lahaye. Mitglied der Kommiſſion, erkannte an, daß es
keine Beziehungen zwiſchen der Rochette= und der
Char=
treuſe=Angelegenheit gäbe. Rochette ſei ein Schwindler,
Marnier wäre ungerecht geplündert worden und habe
Klage wegen Fälſchung, beſonders gegen den
Rechtsan=
walt Bernard erhoben. Darauf wurde die Sitzung
auf=
gehoben.
Das Attentat der Frau Caillaux.
* Paris, 25. März. Der Unterſuchungsrichter hat
heute drei Angeſtellte des Figaro vernommen, die am
Abend des Anſchlages in das Zimmer drangen, wo Frau
Caillaur wartete. Wie die Angeſtellten verſichern, war
zwiſchen ihnen keineswegs von einer Veröffentlichung von
kompromittierenden Schriftſtücken Caillaux” am folgenden
Morgen die Rede, wie Frau Caillaux behauptet:
* Paris 26. März. Im weiteren Verlauf ihres
Verhörs erklärte Frau Caillaux, daß ſie nur die
Wahrheit ſage. Sie könne heute beiſpielsweiſe
behaup=
ten, daß Calmette gegen ſie Drohungen ausgeſtoßen, daß
er ſie provoziert habe, aber ſie ſähe es als ihrer
un=
würdig an, die Unwahrheit zu ſagen. Auf die Bemerkung
des Unterſuchungsrichters, daß der Vorbedacht
unzwei=
deutig aus dem Ankauf eines Revolvers und aus der
Schießübung hervorzugehen ſcheine, antwortete Frau
Cail=
laur, ſie habe keine Schießübung vorgenommen,
ſondern ſich lediglich mit der Handhabung der Waffe
ver=
traut machen wollen, da ſie vorher noch niemals mit einem
Revolver geſchoſſen hatte. Als der Angeſtellte der
Waf=
fenhandlung ihr vorgeſchlagen habe, auf eine einen
Men=
ſchen darſtellende Scheibe zu ſchießen, habe ſie keinen
Grund gehabt, abzulehnen, da ſie beim Ankauf der Waffe
erklärt habe, ſie brauche den Revolver für eine Reiſe.
Die Homerule=Kriſis.
* London, 26. März. Im Gegenſatz zu den erſten
Tagen der Woche war die Downingſtreet heute vormittag
abgeſehen von der verdoppelten Polizeimannſchaft, faſt
verlaſſen. Das Hauptintereſſe richtete ſich auf die im
Kriegsamt ſtattfindende Beſprechung, zu
der eine Anzahl Generale bereits eingetroffen iſt. Eine
große Volksmenge hatte ſich vor dem Kriegsamt in
Er=
wartung der Beſprechung angeſammelt. Als der
Kriegs=
miniſter eintraf, rief ihm einer aus der Menge entgegen:
Sie ſollten ſich ſchämen! Seely ſchenkte dem Ruf keine
Aufmerkſamkeit und begab ſich ins Miniſterium, wo er
ſein Zimmer aufſuchte.
* London, 26. März. Die Beſprechung der
Gene=
rale im Kriegsamt, an der auch General French
teil=
nahm, währte 1¾ Stunden. In der Zwiſchenzeit hatten
Asquith, der Kriegsminiſter Seely und Churchill eine
Be=
ſprechung in der Downingſtreet.
* London, 26. März. Der König und die
Kö=
nigin ſind heute nachmittag von Cheſter zurückgekehrt.
Miniſterpräſident Asquith wurde ſofort nach dem
Buckinghampalaſt befohlen.
* London, 26. März. In den Wandelgängen des
Parlaments wird vertraulich mitgeteilt, daß
Feld=
marſchall French und Generalleutnant Ewart um
ihre Entlaſſung erſuchten, welche die
Regie=
rung bewilligte.
* London, 26. März. Im Unterhaus fragte
Pole=Carew (Unioniſt), ob Feldmarſchall French
und Generalleutnant Ewart, die führenden Mitglieder
des Armeerats, um ihre Entlaſſung erſucht
hät=
ten. Schatzkanzler Lloyd George erwiderte in
Ver=
tretung Asquiths, dieſer werde am Schluſſe der Sitzung
eine Erklärung abgeben Auf die Frage Robert Cecils
(Unioniſt), weshalb der Premierminiſter nicht zugegen
ſei, antwortete Lloyd George, daß ſich Asquith nach dem
Buckinghampalaſt zum König begeben habe. Lloyd
George kündigte ferner an, die Beratung der Homerule=
Bill werde am 31. März wieder aufgenommen. (Notiz
des Wolffſchen Bureaus: Feldmarſchall French und
Ge=
neralleutnant Ewart hatten mit dem Kriegsminiſter
Seely die dem General Gough übergebene Erklärung
unterzeichnet, für deren Schlußſatz das Kabinett die
Ver=
antwortung ablehnte.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 86.
Turnen, Spiele und Sporf.
* Athletik. Der dritte Gang des Kampfes um die
deutſche Meiſterſchaft im griechiſch=
vömi=
ſchen Ringkampf zwiſchen Koch=Neuß und Eberle=
Köln wurde Mittwoch abend in Frankfurt im
Schu=
manntheater ausgetragen. Schon in der erſten Runde
wurde herzhaft zugegriffen. Die Verſuche Eberles nach
Untergriff von vorn wehrte Koch durch eine derbe
Kinn=
parade ab. In der zweiten Runde kamen die Ringer an
den Boden, wo die Chancen wechſelten und jeder einmal
in die Oberlage kam. Eberle verſuchte ſich in Nackenhebeln,
die völlig wirkungslos blieben. In der dritten Runde
verſehlte Koch einen Kopfzug, ſpäter kam der Neußer in
die Oberlage und brachte Eberle durch einen Armſchlüſſel
auch in Gefahr. Nach 39 Minuten faßte Koch Untergriff
von hinten, fiel dabei aber zu Boden und Eberle auf ihn.
Letzterer war der Situation gewachſen, wälzte ſich ſofort
auf Koch und drückte mit ſeinem Körpergewicht ſo auf
Koch, daß eine Rettung durch die Brücke unmöglich
wurde. Eberle hatte geſiegt. — Am erſten Abend ging
der Kampf mit 011 für Eberle aus, am zweiten Abend
1.1, der dritte nunmehr mit 211 auch für Eberle.
Luftfahrt.
* Wehlau, 26. März. Ein mit zwei Offizieren
in Königsberg aufgeſtiegenes Militärflugzeug
nahm heute hier eine Notlandung vor. Beim
An=
laſſen des Propellers zum Wiederaufflug wurde der
Leut=
nant Groener durch den Propeller am Kopf
ſchwer verletzt. Er erlitt einen Schädelbruch. Von
einem Automobil der Königsberger Fliegertruppe wurde
er nach Königsberg gebracht.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 26. März. (
Schlachtvieh=
markt. — Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 101 Rinder,
dar=
unter 34 Ochſen, 4 Bullen, 63 Färſen und Kühe, 867
Käl=
ber, 108 Schafe, 1225 Schweine. Marktverlauf: Kälber und
Schafe rege, geräumt; Schweine gedrückt, Ueberſtand.
Feinſte Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 64 bis
68 (Lebendgewicht), 107—113 (Schlachtgewicht), mittlere
Maſt= und gute Saugkälber 58—62 (98—105), geringere
Saugkälber 52—56 (88—95). Maſtlämmer und jüngere
Maſthammel 40—42 (88—92). Fettſchweine über 3 Ztr.
Lebendgewicht 48—51 (60—64), vollfleiſchige Schweine
über 2½ Ztr. Lebendgewicht 46—49 (58—61), vollfleiſchige
Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 47—51 (58—62),
voll=
fleiſchige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 47—50
(60—62).
Der Arbeiterausſtand in den Lenas
Goldfeldern.
* Petersburg, 26. März. In der
Reichs=
duma erklärte Handelsminiſter Timatchew auf die
Interpellation über geſetzwidrige Handlungsweiſe von
Amtsperſonen bei den Ereigniſſen auf den Lena=
Goldfel=
dern im Jahre 1912, die Regierung erkenne vollkommen
die ſchweren Arbeits= und Lebensbedingungen der
Land=
arbeiter an. Dieſe Bedingungen hätten die
Hauptveran=
laſſung der Arbeiterunruhen gegeben. Gegenwärtig ſeien
viele der früheren Mißſtände abgeſtellt. Die neue
Ver=
waltung ſorge für die Wahrung der Intereeſſn der
Ar=
beiter. Auf dem Territorium der Lena=Geſellſchaft ſei
jetzt das Geſetz der Arbeiterverſicherung in Kraft. Auf
die Frage, ob diejenigen, welche das Geſetz verletzt hätten,
zur Verantwortung gezogen würden, erklärte der Miniſter,
die Handlungsweſſe der Lena=Geſellſchaft ſei gewiß
tadelnswert; ſie falle jedoch nicht unter das Strafgeſetz.
Wenn die Lena=Geſellſchaft auch nicht zur gerichtlichen
Ver=
antwortung gezogen wurde, ſo ſah ſie ſich doch unter dem
Drucke des allgemeinen Unwillens gezwungen, die
ge=
ſamte Direktion zu wechſeln.
Im Namen des Miniſters des Innern ſprach deſſen
Gehilfe Solotarew und wies darauf hin, daß die
Ent=
fernung der Lena=Goldfelder von den Verwaltungszentren
dazu geführt habe, daß dort ein Staat im Staate
entſtan=
den ſei. Der Arbeiterausſtand, ſo ſagte er, hatte ſeinen
Grund in den wirtſchaftlichen Vechältniſſen. Er geriet
jedoch unter den Einfluß des Streikkomitees, das ſich aus
politiſch Verſchickten gebildet hatte. Die Arbeiter drangen
in die Häuſer der Polizei ein, durchſuchten Eiſenbahnzüge
und verlangten eine Lohnerhöhung von 30 Prozent. Die
Verfügung des Unterſuchungsrichters, das Streikkomitee
zu verhaften, konnte nicht ausgeführt werden. Kann man
einen ſolchen Streik als eine friedliche Bewegung
an=
ſehen? Als Militär herbeigerufen war, ſind nur diejenigen
verhaftet worden, die gerichtlich belangt werden konnten.
Das Gerichtsverfahren wird Aufklärung geben, ob es
möglich war, der Kataſtrophe vorzubeugen.
Die Reichsduma beſchloß darauf einſtimmig, ſofort
zur Debatte über die Regierungserklärung überzugehen.
Nach den Reden dreier ſozialiſtiſcher Abgeordneter, welche
die Regierung ſcharf angriffen, wurde die Verhandlung
vertagt.
Schweres Schiffsunglück.
* Honolulu, 26. März. Der den Verkehr zwiſchen
den Inſeln vermittelnde Dampfer „Mani” iſt, wie
ver=
lautet, auf der Höhe von Pearl Harbour in die
Luft geflogen. Die geſamte, zwölf Mann ſtarke
Be=
ſatzung wurde getötet. Der Dampfer hatte Exploſivſtoffe
an Bord und ging geſtern von Honolulu nach Kauai
in See.
* Honolulu, 26. März. Der Dampfer „Mani”
der auf der Höhe von Pearl Harbour explodiert iſt, ſank
ſoraſch, daß die Boote nicht ausgeſetzt werden konnten.
Man nimmt an, daß zwiſchen 30 bis 40 Perſonen, meiſt
Eingeborene, umgekommen ſind. Das Unglück wird
nach neueren Meldungen einer Exploſion des Keſſels
zu=
geſchrieben.
Vom Balkan.
* Sofia, 26. März. Die griechiſche Regierung
hat dem Vorſchlag Bulgariens zugeſtimmt, daß
der griechiſch=bulgariſche Streit über die
Grenzbefeſtigung von Okilar durch den Schiedsſpruch eines
belgiſchen Offiziers erledigt werden ſoll.
* Konſtantinopel, 26. März. Das engliſche
Mitglied der Kommiſſion zur Finanzreformen, Graves,
iſt zum Generaldirektor der Inſpekteure des Miniſteriums
des Innern ernannt worden. Der Poſten iſt infolge
einer Neuorganiſation des Miniſteriums neu gebildet
worden.
* Athen, 26. März. Die Blätter melden, daß im
geſtrigen Miniſterrate über den durch die
Vermitte=
lung Rumäniens gemachten Vorſchlag der Türkei beraten
wurde, ein direktes Abkommen über die
In=
ſelfrage abzuſchließen. Wahrſcheinlich werde der
Türkei erklärt werden, Griechenland ſei zu einem ſolchen
Abkommen bereit, falls nicht die Entſcheidung der Mächte
über die Rechte Griechenlands auf die Inſeln erörtert
werde.
* Paris, 26. März. Wie aus Athen gemeldet
wird, wird der gegenwärtige Leiter der
franzöſi=
ſchen Militärmiſſion in Griechenland, General
Eydoux, vor ſeiner Abreiſe nach Frankreich eine
Be=
ſichtigung der verſchiedenen Beſatzungen in Mazedonien
vornehmen.
Aus Mexiko.
* Neu=York, 25. März. Nach einer aus der
Stadt Mexiko in Neu=York eingetroffenen
telegraphi=
ſchen Meldung wurde ſeitens der Regierung dem Plane
beigeſtimmt, wonach das Schatzamt ermächtigt werden
ſoll, Anweiſungen in Höhe von 100
Millio=
nen Peſos auszugeben, wovon die Hälfte ſofort, der
Reſt nach Bedarf untergebracht werden ſoll. Der Zweck
der Finanztransaktion iſt die Wiederaufnahme
der Zinſenzahlungen für die ausländiſche
Schuld am 1. April und die baldige Aufhebung des
30prozentigen Zuſchlags, der auf die Einfuhrzölle erhoben
wurde. Der Finanzplan ſieht die Ausgabe von
Schatz=
noten in Höhe des noch unverkauften Betrages der im
Mai 1915 autoriſierten Anleihe vor. Die Bonds der
ge=
nannten Anleihe ſollen mit Hilfe der mexikaniſchen
Ban=
ken zu 30 Prozent des Nennwertes plaziert werden. Als
Gegenwert dieſer Noten zahlen die Banken in geſetzlicher
Währung deren Betrag beſtimmungsgemäß im
Verhält=
nis von 3 zu 1. Der Finanzplan bedarf noch der
Unter=
ſchrift Huertas, die, wie erwartet wird, in ein bis zwei
Tagen erfolgen dürfte. Im Hinblick auf die Mithilfe der
mexikaniſchen Banken verſprach Huerta, ſowohl das
Pro=
jekt bezüglich einer Bundesbank aufzugeben, als auch den
Vorſchlag bezüglich der einprozentigen Beſteuerung des
Geſellſchafts= und perſönlichen Vermögens fallen zu
laſſen.
* Paris, 26. März. Dem Matin wird aus Mexiko
telegraphiert, daß der Miniſter des Aeußern, Royas,
er=
klärt habe, Präſident Huerta werde ſich nicht zu
den Truppen begeben. Die Stadt Torreon ſei von 10000
Föderierten und ausgezeichneten Generälen verteidigt
und beſitze eine ſtarke Artillerie. Der Kriegsminiſter
Blanquet habe die Stadt als geradezu uneinnehmbar
be=
zeichnet.
* El Paſo, 25. März. Der mexikaniſche
Bundes=
konſul hat Nachrichten erhalten, nach welchen die
Rebel=
len beiTorreon zurückgeſchlagen und teilweiſe
zwanzig Meilen weit zurückgetrieben worden ſind.
* Waſhington, 26. März. Die mexikaniſche
Ge=
ſandtſchaft hat folgende Nachricht aus Mexiko erhalten:
Die Aufſtändiſchen ſind geſtern abermals bei Gomez
Palacio geſchlagen und zurückgeworfen
worden. Sie hatten ſchwere Verluſte, als ſie
verſuch=
ten, ſich zu nähern.
* Neu=York, 26. März. Ein Telegramm des
Kriegsamtes aus Mexiko beſagt, die
Aufſtändi=
ſchen ſeien am Mittwoch früh bei Torreon
ge=
ſchlagen worden. Sie hätten 2000 Mann Gefallene
und Verwundete; die übrigen hätten ſich nordwärts
zurückgezogen. Die Bundestruppen verfolgen ſie.
Es wird zugegeben, daß General Villa Lerdo beſetzte,
aber erklärt, dies ſei eine Kriegsliſt des Generals Velasco
geweſen, um ihn in einen Hinterhalt zu locken. Als die
Aufſtändiſchen im Gelände vollſtändig vorgerückt
ge=
weſen, ſeien ſie von Kavallerie und Artillerie angegriffen
worden.
* El Paſo, 26. März. Von Torreon iſt weiter
keine Nachricht eingelaufen, als die Mitteilung, daß ſich
die Ausländer wohlbefinden.
Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, 26. März.
Tosca.
W-l. Puccinis Schaueroper „Tosca” von der wir
erſt kürzlich eine vortreffliche Aufführung erlebt haben,
ging heute mit Fräulein von Schroeder=Clary als
Gaſt in der Titelpartie wieder in Szene. Die Sängerin
iſt dem hieſigen Publikum als Tosca nicht unbekannt, da
ſie ſie ſchon vor einem Jahre hier geſungen hat, im
Gegen=
ſatz zu damals aber heute die Partie deutſch ſang. Wir
können nur wiederholen, daß Fräulein von Schroeder mit
der Vornehmheit und Eleganz der äußeren Erſcheinung,
welche die Schönheit in einen eigenartigen Kontraſt zu
der brutrünſtigen Handlung ſetzt, ein hervorragendes
ſchauſpieleriſches Talent und eine vortreffliche
Geſangs=
technik vereinigt, Vorzüge, die in der großen Szene des
2. Aktes, in der ihr durchdachtes, intereſſant pointiertes
und packendes Spiel für eine Schauſpielerin vorbildlich
ſein kann, zur höchſten Steigerung und Wirkung gelangten,
Anfangs ſtimmlich offenbar nicht gut disponiert,
infolge=
deſſen die tieferen Töne etwas verſchleiert waren,
entfal=
tete ſie auch in dieſer Szene, namentlich in der Höhe, den
erforderlichen ſtimmlichen Glanz. So erzielte die ſchöne
Mörderin mit dieſen in großem Stile angelegte und
durchgeführte Szene eine tiefe Wirkung. Das Publikum
bereitete ihr eine ſehr warme Aufnahme und rief ſie nach
dem zweiten und dritten Akte mehrere Male hervor.
Die Partie des Mario ſang vertretungsweiſe Herr
Auguſt Geſſer vom Stadttheater in Mainz, der die
Nachbarbühne ehrenvoll vertrat. Er beſitzt ſchöne
ſtimm=
liche Mittel, bei deren Ausbildung er offenbar gut
be=
raten geweſen iſt, und iſt ein tüchtiger und
zuver=
läſſiger Sänger. Wir möchten ihn aber mehr als lyriſchen
Tenor anſprechen, wofür namentlich das brillant
geſun=
gene lyriſch gefärbte Duett des letzten Aktes den Beweis
lieferte. Herr Geſſer hat vielleicht eine Zukunft, und man
ſollte ſein Engagement im Auge behalten.
Den Scarpia ſang wieder Herr Weber, der die an
ihm gewohnte einheitliche und künſtleriſch ausgeglichene
Leiſtung bot. In der Beſetzung der übrigen Partien war
keine Aenderung eingetreten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Gießen, 26. März. Aus Furcht vor Strafe hat der
Musketier Eiſenbart von der 8. Kompagnie des
In=
fanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm Nr. 116 einen
Selbſtmordverſuch gemacht, indem er ſich mit
ſeinem Dienſtgewehr eine Platzpatrone in den Mund
ſchoß. Er wurde ſchwer verletzt ins Lazarett gebracht.
Sein Zuſtand iſt ſehr ernſt.
* Berlin, 26. März. In der heutigen Sitzung des
Bundesrats wurden den zuſtändigen
Ausſchüſ=
ſen überwieſen der Entwurf eines Geſetzes zur
Aen=
derung des Geſetzes über den Abſatz von Kaliſalzen vom
25. Mai 1910, der Entwurf eines Geſetzes über die
Gewäh=
rung von Beihilfen an die Altpenſionäre und
Althinter=
bliebenen und der Entwurf der Beſtimmungen über die
Wehrbeitragsſtatiſtik; die Zuſtimmung wurde
er=
teilt den vom Reichstag angenommenen Entwürfen von
den Geſetzen betreffend die Feſtſtellung des dritten
Nach=
trags zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr
1913 und des Nachtrags zum Haushaltsetat für die
Schutz=
gebiete für das Rechnungsjahr 1913 und von den Geſetzen
betreffend die vorläufige Regelung der Reichshaushalte,
der Haushalte der Schutzgebiete für das Rechnungsjahr
1914. Angenommen wurden die Vorlage, betreffend die
Aenderung des Geſetzes vom 4. Dezember 1899 über die
gemeinſamen Rechte der Beſitzer vonSchuldverſchreibungen,
die Vorlage, betreffend benachbarte Orte im Wechſel= und
Scheckverkehr, und betreffend die Orte, die im Sinne der
Paragraphen 499 und 604 Z. P. O. als ein Ort anzuſehen
ſind. Die Vorlage über die Gewährung von
Aufwands=
entſchädigungen an Familien in das Reichsheer uſw.
ein=
geſtellte Söhne.
* München, 26. März. Heute vormittag find im
Beiſein des Königspaares, ſämtlicher Prinzen des
König=
lichen Hauſes der ſämtlichen Staatsminiſter und
Vertre=
ter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden die feierliche
Eröffnung des Neubaues der
Landes=
anſtalt für krüppelhafte Kinder in München
und der ihr angeſchloſſenen Königlichen
ortho=
pädiſchen Klinik, der erſten derartigen ſtaatlichen Klinik
Deutſchands, ſtatt. Staatsminiſter Dr. v. Knilling gab
bekannt, daß der König der Landesanſtalt eine Stiftung
von 10000 Mark für Freibetten überwieſen habe.
* Paris, 26. März. Die Kammer beriet heute über
die Vorlags, welche den Kriegs= und Marineminiſter zu
einmaligen Ausgaben zur Deckung der
Bedürf=
niſſſe für die nationale Verteidigung
er=
mächtigt. Es handelt ſich um 1143 500000 Francs für die
Armee und 765 Millionen Francs für die Marine.
Hin=
ſichtlich der für Pulver und Salpeter vorgeſehenen 14
Mil=
lionen beſtand Denys Cochin auf die Notwendigkeit, die
Schießübungen mit aus Nitroglyzerin zuſammengeſetztem
Pulver fortzuſetzen und zwar aus Kanonen mit Kaliber
305 bis zur völligen Abnutzung derſelben. — Die Kammer
nahm einen Geſetzentwurf an, wodurch die Regierung von
Franzöſiſch=Arquatorial=Afrika ermächtigt wird, eine
An=
leihe von 175 Millionen für Eiſenbahnbau
aufzunehmen.
* Paris, 26. März. Der mit der Prüfung des
Geſetzentwurfes über die Spielbanken
beauf=
tragte Senatsausſchuß hat den Antrag des konſervativen
Senators Gaudin de Villaine, die Spielbanken als
Staatsmonopole zu erklären, abgelehnt.
* Paris, 26. März. In dem Zwiſt zwiſchen den
Ma=
ſchiniſtenobermaaten und der Company Meſſagerie
Mari=
times wurde heute der Schiedsſpruch geſällt. Durch
denſelben erhalten die Maſchiniſtenobermaate in acht
Punkten vollſtändige, in zwei Punkten teilweiſe
Genug=
tuung. Die übrigen fünf Forderungen wurden abgelehnt.
* Paris, 26. März. Aus Breſt wird gemeldet: Der
chileniſche Kriegstransportdampfer „Maipo” der ſich auf= See bei Belle=Isle befindet, ſandte drahtloſe
Notſignale. Der deutſche Poſtdampfer „Sierra
Cor=
doba” und ein engliſcher Dampfer ſind zur Hilfeleiſtung
abgegangen.
* Konſtantinopel, 26. März. Der bei dem Bau des
Bagtſchetunnel der Bagdadbahn beſchäftigte
deut=
ſche Ingenieur Otto Axt überfiel in einem
Wahn=
ſinnsanfall den ſchweizeriſchen Ingenieur Rettich, der
an der Bohrung des großen Taurustunnels der
Bagdad=
bahn mitarbeitet, und wurde von Rettich in der
Notwehr=
erſchoſſen. Der deutſche Konſul in Adana begab ſich
an Ort und Stelle, um eine Unterſuchung einzuleiten.
Er. veikerC
Dach
(geſetzlich geſchützt!)
Wer es kennt, gebraucht es immer,
Etwas beſſeres gibt es nimmer!
(II,7855
1 Päckchen 10 Pfg. 3 Stück 25 Pfg.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 86.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Seite 9.
2 Donban, 23. März. Iu
Verſicherungstrei=
ſen herrſcht große Beſtürzung über die wiederholten
Brände in den Baumwollagern. Hier ſind
ſeit dem großen Brand am Montag neun verſchiedene
Brände ausgebrochen. Es iſt kaum ein Zweifel möglich,
daß es ſich um Brandſtiftung handelt. Zur Verſtärkung
des gewöhnlichen Bergungskorps haben zwei europäiſche
Verſicherungsgeſellſchaften geſtern 48 Matroſen des
Li=
nienſchiffes „Swiftſure” zum Schutze der Baumwollager
eingeſtellt. Heute ſind zwei Brände ausgebrochen.
* Neu=York, 26. März. In einer Konferenz mit
vier Tabakfabrik=Geſellſchaften erklärte der
Staatsanwalt des Bundesgerichts, daß die
Geſchäfts=
methoden der Metropolitan Tobacco Company den
Be=
ſtimmungen des Antitruſtgeſetzes zuwiderliefen. Man habe
ihr bis zum 30. Mai Zeit gegeben, ihre Organiſation
ab=
zuändern.
* Rio de Janeiro, 26. März. Der Dampfer „Kap
Trafalgar” mit dem Prinzenpaar Heinrich
an Bord, iſt heute früh 6 Uhr hier eingetroffen.
* Tokio, 26. März. Das Parlament iſt bis
Dezember vertagt worden. Fuſhimi, Yamagata,
Matſukala und Oyama wurden vom Kaiſer in Audienz
empfangen, um über die Nachfolge Yamamotos zu
be=
raten.
Dementi.
* Karlsruhe 26. März. Die von dem Berliner
Korre=
ſpondenten des Neuen Stuttgarter Tageblattes verbreitete
Nachricht, der Großherzog von Baden habe dem Kaiſer
Bedenken gegen die Ernennung des Staatsminiſters von
Dallwitz zum Statthalter der Reichslande mitteilen
laſ=
ſen, beruht nach Informationen an zuſtändiger Stelle
voll=
ſtändig auf Erfindung.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Anekdole
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bedachten mich so reichlich mit
Glück-
wünschen zum 75jähr. Geburtstage.
Hierdurch möchte ich Allen meinen
herzlichsten Dank aussprechen.
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Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Barcelona” von Boſton kommend,
25. März 1 Uhr morgens in Hamburg. „Graf
Walder=
ſee”, von Neu=York kommend, 25. März 5 Uhr morgens
Lizard paſſiert. „Moltke” nach Neu=York, 24. März 1 Uhr
nachm. Cuxhaven paſſiert. „Pallanza” 23. März 4 Uhr
nachm. von Halifax nach Neu= York. Saint Nicholas”
14. März 12 Uhr mittags von Galveſton über Biemen
nach Hamburg. — Weſtindien, Mexiko: „Dania” nach
Havanna und Mexiko, 24. März 5 Uhr morgens
Queſ=
ſant paſſiert. „Kronprinzeſſin Cecilie”, von Mexiko
kommend, 24. März morg. von Havanna über Coruna,
Santander, Plymouth u. Havre nach Hamburg. „
Sachſen=
wald” nach Weſtindien, 24. März 11 Uhr morgens in
Antwerpen. „Sardinia” nach Weſtindien, 24. März
4 Uhr morgens Ponta Delgada paſſiert. „Savoia‟
nach Weſtindien, 25. März 1 Uhr morgens Cuxhaven
paſſiert. — Südamerika, Weſtküſte Amerikas: „Alexandria‟,
von der Weſtküſte Amerikas kommend, 22. März von
Las Palmas. „Habsburg‟ 24. März 9 Uhr morgens in
Bahia, ausgehend. „Hohenſtaufen” von Mittelbraſilien
kommend, 24. März 8 Uhr abends in Liſſabon. Liguria”,
von der Weſtküſte Amerikas kommend, 23. März von
Las Palmas. Salamanca”, von Mittelbraſilien
kom=
mend, 24. März 4 Uhr 20 Min. nachm Dungeneß paſſiert.—
Oſtaſien: „Altmark” 24. März von Suez nach Penang,
ausgehend. „Iſtria” nach Sibirien, 24. März 12 Uhr
20 Min. mittags von Cuxhaven nach Algier. „Sachſen”
24. März in Schanghai, heimkehrend. „Scandia‟
24. März 3 Uhr nachm. von Schanghai nach Hongkong.
— Verſchiedene Fahrten: Vergnügungsdampfer „Meteor”,
dritte Mittelmeerfahrt, 24. März 6 Uhr morgens in
Konſtantinopel. „Nicomedia” von Perſien, 25. März
12 Uhr 20 Mi.n morgens Cuxhaven paſſiert. „Rhenania‟
22. März von Sanſibar „Sparta” von Perſien
kom=
mend, 24. März 11 Uhr morgens Gibraltar paſſiert.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſres Mitglieds
und Feldzugskameraden, Herrn
Johannes Heppenheimer, Privatier
findet am Freitag, den 27. März, nachm. ½ 5 Uhr,
vom Portal des Darmſtädter Friedhofs aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Lahr bis Probſt
ſowie des 2. Bezirks ſich dort zu verſammeln.
Der Vorſtand.
8015)
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme bei dem Hinscheiden meines
lieben Gatten und Vaters sagen
innig-
sten Dank.
(7962
Frau Lina Kraus, geb. Seufert,
und Sohn Heinrich.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet im Weſten iſt in ſüdöſtlicher
Richtung vorgerückt und zeigt ein Minimum über dem
Kanal und Mitteldeutſchland. Auf der Rückſeite dieſes
oſtwärts wandernden Tiefdruckkerns haben wir heute
vorwiegend trübes, etwas kühleres Wetter und
Nieder=
ſchläge in Schauern zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 27. März:
Vor=
wiegend trüb, Niederſchläge in Schauern, etwas kühler.
Tageskalender.
Freitag, 27. März.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende nach 11
Uhr (Ab. B): „Lohengrin”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Saalbautheater, Anfang 8 Uhr: „Die
Kino=
königin‟
Vortrag von Dr. med. Oberdörffer um 8½ Uhr im
„Kaiſerſaal”
Hauptverſammlung des Odenwaldklubs um 8½
Uhr im „Fürſtenſaal”
Konzerte: Hotel Heß um 4 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Ausſtellung von Handarbeiten der Schülerinnen des
Penſionat Wagner, Neckarſtraße 10 (geöffnet von 9—6
Uhr).
Ausſtellung von Schülerinnen=Arbeiten der
Alice=
ſchule (geöffnet von 10—1 und 2—6 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Samstag, 28. März.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 8½ Uhr
Grünerweg 5.
Druck und Verlag. z. . Pilichſche Soſtuchrncket
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Itriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
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M7923
[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 86.
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Nummer 86.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Seite 11.
Bekanntmachung.
Im Friſeur= und Barbier=Gewerbe
iſt der Betrieb an Sonn= und Feſttagen wiederholt über die zuläſſige
Zeit hinaus ausgedehnt worden; Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter
ſind in dieſen Betrieben an den genannten Tagen länger als zuläſſig
beſchäftigt worden. Wir ſehen uns deshalb veranlaßt, erneut auf die
Bekanntmachung des Großherzogl. Kreisamts
Darmſtadt vom 4. Mai 1908,
die den Betrieb in dem Friſeur= und Barbiergewerbe an Sonn= und
Feſttagen, ſowie die Beſchäftigung von Arbeitern in dieſem Gewerbe
an den genannten Tagen regelt, hinzuweiſen. Nach der Rechtſprech
ung, insbeſondere des Oberlandesgerichts Darmſtadt, darf nach
Eintritt der für den Schluß des Betriebs feſtgeſetzten Stunde
(12 Uhr) auch dasjenige Publikum nicht mehr bedient werden,
welches zwar ſchon in den Ge chäftsräumen der Friſeure und
Barbiere anweſend iſt, mit deſſen Bedienung aber zu der
ge=
nannten Zeit noch nicht begonnen worden iſt. Die Bekanntmachung
betrifft auch diejenigen Friſeure und Friſeuſen, welche kein offenes
Ladengeſchaft haben. Schließlich weiſen wir die Arbeitgeber noch
auf die Beſtimmungen des § 162 Ziffer e der heſſiſchen
Aus=
führungsverordnung zur Gewerbeordnung hin, welcher beſagt:
„Wenn die Sonntagsarbeiten länger als 3 Stunden dauern, ſo ſind
die Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntag für volle 36 Stunden
oder an jedem zweiten Sonntag mindeſtens in der Zeit von 6 Uhr
morgens bis 6 Uhr abends oder in jeder Woche während der zweiten
Hälfte eines Arbeitstages, und zwar ſpäteſtens von 1 Uhr
nach=
mittags ab, von jeder Arbeit freizulaſſen. Wenn die Arbeiter durch die
Sonntagsarbeit am Beſuch des Gottesdienſtes gehindert werden, ſo
iſt ihnen an jedem dritten Sonntag die zum Beſuch des
Gottes=
dienſtes erforderliche Zeit frei zu geben.”
Zuwiderhandlungen gegen dieſe auf Grund der §§ 105 b. e
und e der Gewerbeordnung erlaſſenen Beſtimmungen, ſowie gegen
die Vorſchriften der nachſtehenden Bekanntmachung werden nach
§ 146 a Abſ. 1 der Gewerbeordnung mit Geldſtrafe bis zu 600 Mk.,
im Unvermögensfalle mit Haft beſtraft. Wer Arbeitern an
Sonn= und Feſttagen in unzuläſſiger Weiſe Beſchäftigung gibt und
bereits zweimal wegen einer Zuwiderhandlung gegen die
diesbezüg=
lichen Vorſchriften rechtskräftig verurteilt worden iſt, wird nach
§ 146 a Abſ. 2 der Gewerbeordnung, falls die Straftat vorſätzlich
begangen wurde, mit Geldſtrafe von 50 bis 1000 Mk. oder mit
(7920fs
Haft beſtraft.
Darmſtadt, den 25. März 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Betreffend: Antrag der Friſeure, Barbiere und Perückenmacher zu
Darmſtadt auf Erlaß einer Anordnung gemäß § 41b der
Reichsgewerbeordnung.
Nachdem bei der Abſtimmung ſich die Mehrheit der Beteiligten
dem ſeitens einer Anzahl von in Darmſtadt wohnhafter Friſeure,
Barbiere und Perückenmacher geſtellten Antrag (ſiehe unſere
Bekannt=
machung vom 12. März 1908, „Tagblatt‟ Nr. 64) angeſchloſſen hat,
beſtimmen wir hiermit unter Abänderung der ſeither gültigen
Beſtim=
mungen für die Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt auf Grund des
§ 41b der Gewerbeordnung und des § 85 der Ausführungsanweiſung
zur Gewerbeordnung mit Wirkung vom 15. Mai 1908 folgendes:
I. Die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern
im Barbier= und Friſeur=Gewerde iſt
1. verboten am zweiten Weihnachts=, Oſter= und Pfingſttage
mit Ausnahme der Arbeiten bei der Vorbereitung von
öffent=
lichen Theatervorſtellungen oder Schauſtellungen,
2. geſtattet an den übrigen Sonn= und Feſttagen
a) außerhalb der Betriebsſtätte bis mittags 12 Uhr,
b) innerhalb der Betriebsſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12
Uhr miktags,
e) innerhalb und außerhalb der Betriebsſtätte bei der
Vor=
bereitung von öffentlichen Theatervorſtellungen oder
Schau=
ſtellungen, ſowie in der Karnevalszeit (vom 1. Januar bis
Faſtnacht) während der Zeit von 6—9 Uhr nachmittags.
II. Ein Betrieb in dem Friſeur= und Barbier=Gewerbe darf
nur inſoweit an Sonn= und Feſttagen ſtattfinden, als eine
Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern
geſtattet iſt.
Darmſtadt, 4. Mai 1908.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Verſteigerung von Marktſtandplätzen
des Darmſtädter Wochenmarktes.
Die am 24. März ds. Js. abgehaltene Verſteigerung von feſten
Plätzen auf dem hieſigen Wochenmarkt iſt genehmigt; ebenſo ſind
genehmigt aus der Verſteigerung vom 23. März ds. Js. die Angebote
auf die Plätze Nr. 71, 76, 83, 85, 101, 102, 103, 119, 121, 122, 138,
140, 141 und 153.
Für die hiernach nicht vergebenen Plätze aus der Verſteigerung
vom 23. ds. Mts. wird wiederholte Verſteigerung auf Montag, den
30. März ds. Js., vormittags 9 Uhr, in der Turnhalle am
Woogsplatz anberaumt.
Darmſtadt, den 24. März 1914.
(7911fs
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Jaeger.
Großherzagliche Techuiſche Hochſchule.
Alle Rechnungen über Lieferungen bis Ende März 1914 ſind
in doppelter Ausfertigung bis ſpäteſtens 15. April d. Js. unter
Anſchluß der Beſtellzettel an diejenigen Dozenten einzureichen, von
welchen die Beſtellung ausgegangen iſt.
(7912
Darmſtadt, den 26. März 1914.
Der Rektor:
Müller.
Schloſſerarbeiten.
Die Herſtellung ſchmiedeeiſerner
Tore für das Stadtkrankenhaus
ſoll vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 8. April 1914,
vormittags 10 Uhr,
(7939fs
einzureichen.
Darmſtadt, 26. März 1914.
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Steuer=Erhebung.
Das VI. Ziel der
Gemeinde=
ſteuern für das Rechnungsjahr
1913 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8 bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 9. März 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (6548a
Umbau, nußbaum poliert
wie neu, 72ℳ, dazu beſſ. Diwan
zu 52 u 68 ℳ, Tiſch, eichen, 20 ℳ,
einf. Tiſch mit Wachstuch 6 ℳ,
Stegtiſch, mod. 14 ℳ, Nachtſchr.
7ℳ, Blumenkrippe 8 ℳ,
Paneel=
brett 7 u. 10 ℳ, Oelbehälterſchr.
mit Einſ. f. Kolonialwarengeſch.
15 ℳ, einige Stühle. Mederle,
Gartenſtr, 21, 1. St. (*8261
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vorm. Wienersſtr. 91, p. (*8213fod
Henkurs-Ausverkauf
Das Waren-Lager der
Firma Georg Sachs
Arheilgerstraße, a. d. Hochschule,
wird zu bedeutend herabgesetzten Preisen verkauft.
Das Lager besteht in:
Knaben-Anzügen, Arbeiter-Kleidern,
Hosen für Herren u. Knaben, Joppen
in Loden, Leinen u. Lüster; Herren-,
Damen- u. Kinder-Wäsche;
Normal-
zeuge; Damen- u. Kinder-Schürzen;
Strumpfwaren; Handschuhe, Kragen,
Krawatten, Mützen.
Der Verkauf beginnt Samstag, d. 28. März.
7926)
Der Konkursverwalter:
Ludwig Raab
n unſer Genoſſenſchafts=Regiſter
I wurde heute eingetragen
hin=
ſichtlich der Firma:
Einkauf= und
Verwer=
tungs=Genoſſenſchaft der
Bäckermeiſter von
Darm=
ſtadt und Umgegend,
ein=
getragene Genoſſenſchaft
mit beſchränkter
Haft=
pflicht, Darmſtadt. (7949
Leonhard Ludwig iſt aus dem
Vorſtande ausgeſchieden und an
ſeiner Stelle der Bäckermeiſter
Balthaſer Finger in Darmſtadt
in den Vorſtand gewählt worden.
Darmſtadt, 21. März 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a teilung A, wurden folgende
Ein=
träge vollzogen:
Am 19. März 1914.
Hinſichtlich der Firma:
Chr. Lenz, Darmſtadt.
Die Firma iſt erloſchen.
Am 23. März 1914.
Hinſichtlich der Firma:
J. G. Jacob jr., Darmſtadt.
Die Firma iſt erloſchen.
Am 23. März 1914.
Hinſichtlich der Firma:
Engel=Drogerie Heinrich
Schaub, Darmſtadt.
Die Prokura der Ludwig Netz,
Kaufmann Ehefrau, Marie, geb.
Germann, in Darmſtadt, iſt
er=
loſchen.
(7948
Darmſtadt, 24. März 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
En unſer Handets=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
ein=
getragen hinſichtlich der Firma:
Heſſiſche
Landeshypothe=
kenbank, Aktiengeſellſchaft,
Darmſtadt.
Durch Beſchluß des
Aufſichts=
rats vom 20. Dezember 1913 iſt
die Beſtimmung über die
Aus=
fertigung von Poſtquittungen durch
die Vorſtandsmitglieder
aufge=
hoben.
(7947
Darmſtadt, 21. März 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a teilung B, wurde heute
ein=
getragen hinſichtlich der Firma:
Heſſenwerke, Deka‟
Darm=
ſtädter Exhauſtoren,
Klein=
motoren und
Aparaten=
fabrik, Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung,
Darm=
ſtadt.
(7946
Das Stammkapital iſt auf Grund
des Beſchluſſes der Geſellſchafter
vom 3. März 1914 um 50000 M.
erhöht und beträgt jetzt 150000 M.
Darmſtadt, 21. März 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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in den im unteren linken Hausflur des Stadthauſes aufgehängten
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Oberverwalter Weidner im Pfründnerhaus, Frankfurter Straße 35,
einzureichen. Derſelbe wird auf Verlangen jede gewünſchte Auskunft
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Darmſtadt, den 25. März 1914.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 86.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 86.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
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Thea lächelte. Es war doch eigentlich hübſch von
John Eckardt, daß er, ohne irgendwelche Empfindlichkeit
zu zeigen, ſich ſo ſchlicht und heiter der einfachen
Um=
gebung und dem ungewohnten Ton anpaßte.
Wenn wir Ihnen alſo den Selbſtgebackenen anbieten
dürfen — — ergänzte ſie mit einer einladenden
Handbe=
wegung freundlich die Aufforderung der kleinen Mama.
Jawohl, bleiben Sie da, machte Hans Bauer von
ſenem jungen Recht als Familienmitglied Gebrauch.
Drau=
ßen gießt’s wie mit Eimern; was wollen Sie da in der
fremden Stadt herumſtiebeln und in ungemütlichen
Re=
ſtaurants herumſitzen! Lernen ſie ſtatt deſſen eine
deut=
ſche Häuslichkeit kennen.
Ja, wenn die Damen mich wirklich dabehalten
wol=
len? akzeptierte John Kaſimir Eckardt, und es war
er=
ſichtlich, daß er gern akzeptierte,
Mizzi ſtand ſchon an der „Servante” und nahm eine
der guten Beſuchstaſſen heraus. Sie fand den
amerika=
niſchen Kaſimir jetzt ſehr nett und ſeinen Beſuch eine
an=
genehme Abwechslung an dieſem Regenſonntag.
Wie ein alter Bekannter ſaß er nun zwiſchen ihnen
am Kaffeetiſch, und mit einem zierlichen Knicks bot ſie
ihm die gefüllte Taſſe. Darf ich bitten, Vetter John
Kaſimir?
Mama Arnold erſchrak. Sie war doch wirklich gar
zu keck, die Mizzi. Wenn der Amerikaner nun das übel
nahm!
Jedoch, er nahm es nicht übel, im Gegenteil! Sehr
lebhaft ging er auf den Ton ein. Aber das iſt ein Wort,
aiſiuchenf eiſ er ie ſchen ſrenderig bienten Deniſch.
Wollen wir’s nicht alle bei der verwandtſchaftlichen
An=
rede laſſen? Wir ſind doch eigentlich ganz richtige
Ver=
wandte.
Aber ein bißchen ſehr weitläufig, antwortet lächelnd
die ihm gegenüberſitzende Thea, die er bei ſeiner Frage
angeblickt hatte.
Sehr weitläufig! betonte Hans Bauer mit großem
Nachdruck und entſchieden eiferſüchtigem Klang.
Aber John Kaſimir verfocht ſeine Anſicht mit Eifer
und erfocht ſich den Sieg. Nach der erſten Taſſe
Zichorien=
kaffee war er offiziell als „Vetter John” anerkannt und
ſagte „Tante Arnold” zu der kleinen Mama, die ihn
im=
mer weniger amerikaniſch fand.
Der Deutſche in ihm kriegt die Oberhand, konſtatierte
Hans Bauer neckend, mag ſeine Mutter immerhin
eng=
liſches Blut in ihren Adern gehabt haben.
Meine Mutter war ebenfalls Deutſche, berichtigte
John Eckardt. Aber Sie haben recht, ein Deutſcher und
eine Engländer, das gibt nicht allzu oft eine gute Ehe.
Oh, woher wiſſen Sie denn das ſo genau, Vetter
John? erkundigte ſich Mizzi vorwitzig.
Meine verſtorbene Frau war Engländerin, antwortete
John Eckardt kurz und mit ſich verfinſterndem Geſicht,
das aber ganz augenſcheinlich nicht Mizzi, ſondern einem
Erinnerungsbild galt.
Sie waren ſchon verheiratet? ſtaunte Mama Arnold.
In ſo jungen Jahren ſchon?
Jung? lächelte Vetter John. Ich war
achtundzwan=
zig, als ich Ehemann wurde, und jetzt bin ich rund
drei=
unddreißig, Tantchen.
O! ſagte die kleine Frau Regiſtrator verblüfft. Sein
glattraſiertes Geſicht hatte ihn ſehr viel jünger erſcheinen
iſen, Si gneren dlichen geuaſtie ſie deim nunr
freilich feſte, energiſche Linien. Drei Jahre iſt Ihre Frau
ſchon tot? bedauerte ſie. Und Sie haben noch nicht
wie=
der geheiratet? erkundigte ſie ſich mit Neugier.
Nein, ich habe nicht wieder geheiratet, beſtätigte John
Kaſimir kurz und in hartem Ton, wobei der finſtere Zug
ſich erneut in ſein Antlitz eingrub.
Und bei Gott, Sie haben recht, Vetter! rief Thea laut,
die ihn aufmerkſam angeſehen hatte. Tun Sie’s auch in
Zukunft nicht! An einer bitteren Erfahrung kann man
genug haben für ſein ganzes übriges Leben, ſagte ſie
herb.
John Kaſimir Eckardt ſah die Arnoldsälteſte jetzt
ſei=
nerſeits aufmerkſam an, aber er antwortet nichts auf den
ihm erteilten Rat. Seine Taſſe trank er nach einem
Weil=
chen des Schweigens aus und hielt ſie Mizzi bittend
ent=
gegen.
Haben Sie noch einen Tropfen für mich, Kuſinchen?
Ich habe mein Lebtag noch keinen ſo guten Kaffee
ge=
trunken.
Mit dieſer Bemerkung hatte er ſich Mama Arnolds
ganzes Herz gewonnen. Aber da ſind Sie ja ſchrecklich
allein, bedauerte ſie ihn.
Ich bin nicht allein, widerſprach John Kaſimir. Ich
habe ja meine Lizzi. Er zog eine eingewickelte
Photo=
graphie aus der Bruſttaſche, enthüllte ſie mit Sorgfalt
und reichte ſie Mama Arnold über den Tiſch. Meine
Kleine, meine Lizzi, wiederholte er weich.
Augenſchein=
lich war er ein ſehr zärtlicher Vater.
Wie niedlich! rief Mizzi, das Bild der kleinen
Vier=
jährigen betrachtend.
Welch ein liebes Kindergeſicht! ſagte Thea halblaut.
Sie lieben Kinder, Kuſine Theg? fragte John Eckardt,
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 86.
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lä=
chelte die Arnoldsälteſte.
Ja, Thea hat eine unglaubliche Geduld für ſie übrig,
konſtatierte Mizzi. Und dabei gibt’s ſo fürchterlich
un=
gezogene kleine Kröten! Ich weiß es ganz genau, denn
ich war auch einmal ſo eine, ergänzte ſie mit ſchelmiſchem
Lachen.
Aber eine ſehr hübſche, ſagte der Vetter John
Kaſi=
mir mit deutlichem Wohlgefallen an dem pikanten
Ku=
ſinchen.
OO, Amerikaner können alſo auch galant ſein? nahm
Mizzi ſofort das Geplänkel auf.
Das will ich meinen! verſicherte der neue Vetter. Ich
werde es Ihnen von nun an recht oft zu beweiſen ſuchen,
Kuſinchen.
So gedenken Sie alſo hier längere Zeit zu verweilen?
Sagten Sie nicht vorhin, daß Sie eine Rundreiſe durch
Deutſchland beabſichtigen? fragte Lotte.
Ich hatte allerdings die Abſicht, gab John Kaſimir
zögernd zu. Aber vielleicht werde ich nun lieber ein
paar Wochen hier verbringen. Meinen Sie nicht, daß ein
andauernder Aufenthalt hier auch recht lohnend und
ge=
nußreich für mich ſein würde? wandte er ſich lebhaft an
Thea.
Aber natürlich! miſchte ſich Hans Bauer mit
lokal=
patriotiſchem Stolz ein. Erſtlich mal iſt unſere Stadt
famos, nicht zu klein, aber auch nicht zu groß für
behag=
lichen Lebensgenuß; ſo ganz die richtige Mitte. Zweitens
können Sie, Amerikämann, bei uns das deutſche
Fami=
lienleben an der Quelle ſtudieren, und drittens iſt unſere
nähere und fernere Umgebung wirklich ideal, und Ihre
neugefundenen Verwandten hier ſind mit Vergnügen er=
bäig, Sie mi den vorhandenen Aaltſchanſeien dekamn
zu machen. — Das heißt, meine Lotte hat keine Zeit,
ſchränkte er eiferſüchtig ein.
Sehr gütig! dankte John Kaſimir, wandte ſich aber
trotzdem nochmals dringend an die Arnoldsälteſte.
Mei=
nen Sie alſo, daß ich bleiben ſoll, Kuſine Thea?
Lächelnd ſah Thea in ſein geſpannt blickendes Geſicht.
Bei meiner völligen Unkenntnis Ihres Geſchmacks wäre
mir ein direktes Ja doch zu viel der Verantwortlichkeit,
Vetter John. Ich kann nur ſagen, daß es uns freuen
würde, wenn Sie blieben.
Natürlich, packen Sie nur gleich Ihre Koffer aus! rief
Mizzi mit eifrig blitzenden Dunkelaugen. Sie ſah aus der
Anweſenheit des neuen Vetters allerhand angenehme
Zerſtreuungen erwachſen. Und vielleicht war das zugleich
ein Mittel wider ihr ſchmerzhaftes Herzklopfen wegen
des verlorenen Heinrich Gruber.
Abgemacht, ich bleibe! ſagte John Kaſimir entſchloſſen
und mit unverkennbarer Befriedigung. Tantchen, nun
haben Sie mich unrettbar auf dem Hals.
Es ward demgemäß auch gleich heute in der
Wohn=
ſtube mit den alten Birkenmöbeln ein Zuſammenſein bis
zum Abend, wo der ſplendide Vetter dann ſeinerſeits
die neue Verwandtſchaft insgeſamt in das von ihm
be=
wohnte Hotel mitnahm und bei dem dort von ihm
be=
ſtellten tadelloſen Souper ſo viel und ſo anregend aus
ſei=
ner Heimat jenſeits des großen Waſſers erzählte und
zwiſchendurch Mizzi in galanter Weiſe neckte, daß ſie
wirklich einmal für eine Weile nicht an Heinrich Gruber
dachte. Auf dem ſtilleren Heimweg freilich, da kam’s doch
wieder über ſie, als ſie mit der ein wenig ſchläfrig an
ihrem Arm hängenden Mama Arnold allein dahinſchritt.
den und dene Anter hnmmelen hinte ihien
den=
ſie waren ſich ſelbſt genug — und vor ihnen her ging
Thea mit dem amerikaniſchen Vetter, der ſich’s nicht hatte
nehmen laſſen, die neuen Verwandten bis nach Hauſe
zu geleiten.
John Kaſimir Eckardt ſprach auch jetzt noch ſehr
leb=
haft, nur war es nicht mehr vorzugsweiſe ein Erzählen
oder ein Necken wie vorhin mit Mizzi, ſondern ein
ern=
ſterer, vertiefterer Meinungsaustauſch mit ſeiner
Beglei=
terin. An das ſo heftig zurückgewieſene Anerbieten, das
der urſprüngliche Zweck ſeines Beſuches geweſen war,
hatte er während der ganzen verfloſſenen Stunden mit
keinem Wort mehr gerührt, und die Arnoldsälteſte war
ihm dankbar für dieſen Beweis von Taktgefühl. Jetzt,
vor dem Abſchiednehmen, kam er nach vorhergegangenem
kurzen Verſtummen doch noch einmal etwas gedrückt
dar=
auf zurück.
Wie ein rechter Tölpel habe ich mich bei Ihnen
ein=
geführt, bin ich mit der Tür ins Haus gefallen, Kuſine
Thea! Und ich möchte mich doch um keinen Preis von
Ihnen mißverſtanden wiſſen.
Es iſt von keinem Mißverſtehen mehr die Rede,
Vet=
ter, verſicherte Thea mit voller Aufrichtigkeit und reichte
ihm bekräftigend die Hand.
Gut Nacht, Vetter Kaſimir! ſagte die hinzukommende
Mizzi mit kecker Neckerei. Heute nacht träume ich
ſicher=
lich ſchön, da träume ich von Ihnen.
Natürlich von mir, Kuſinchen, antwortete John
Kaſi=
mir Eckardt. Er ſah ſehr befriedigt aus, als er von
dan=
nen ging.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 86.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Seite 15.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 3,
Die Tilgung des Zielpreises kann jeder Käufer seinen Verhältnissen entsprechend selbst bestimmen.
Jedermann erhält ganz nach Wunsch in alter erprobter Weise Zahlungserleichterungen. — Diese
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einführung schliesst jegliche Uebervorteilung aus. — Persönliche liebenswürdige Bedienung unter
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6
28. März 1914.
Mit vorzüglicher Hochachtung
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[ ← ][ ][ → ]Nr. 86.
Freitag, 27. März.
1914.
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Zweite Kammer der Stände.
111. Sitzung.
St. Darmſtadt, 26. März.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Dr. v. Ewald,
Finanzminiſter Dr. Braun, Staatsräte Dr. Becker,
Lorbacher, Wilbrand, Miniſterialrat Dr. Kratz,
Geh. Oberfinanzräte Dr. Rohde, Seipp.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9,15
Uhr. Die Beratung des Hauptvoranſchlags für
1914 wird zu der X. Hauptabteilung, Miniſterium
der Finanzen, bei Kapitel 108 fortgeſetzt. Die
Ka=
pitel bis 113 werden bedattelos angenommen. Ebenſo
zur XI. Hauptabteilung Kapitel 114. Kapitel 115 wird
vorerſt zurückgeſtellt.
Zu Kapitel 116, Verhältnis zum Reich, liegt
folgender Antrag des Abg. Dr. Oſann vor: Ich
bean=
trage: Die Kammer wolle beſchließen, die Regierung zu
erſuchen, bei dem Bundesrat die Gewährung von
Ent=
ſchädigungen an die Bundesſtaaten für die Verwaltung
der Zölle und Reichsſteuern in ſolcher Höhe zu
bean=
tragen, daß dadurch die Aufwendungen der Bundesſtaaten
in vollem Umfang vom Reich getragen werden.
— Das Kapitel wird mit dem Antrag Oſann ohne
De=
batte angenommen. — Ebenſo die verſchiedenen
Ka=
pitel und Hauptabteilungen des Vermögensteils.
Im Verwaltungsteil des Etats werden die
Kapitel 118—135 nach den Ausſchußanträgen ohne
De=
batte erledigt. — Zu Kapitel 136,
Zentralbau=
tweſen (Miniſterium der Juſtiz) fragt Abg. Adelung
an, wann mit der Reorganiſation des Bauweſens zu
rechnen ſein wird.
Miniſterialrat Dr. Kratz: Die Vorarbeiten zur
Reorganiſation der Baubehörden ſind lebhaft im Gange,
doch iſt es ſehr unwahrſcheinlich, der
Vereinfachungskom=
miſſion noch in dieſem Landtag Vorſchläge zu
unter=
breiten.
Abg. Molthan hätte das doch gewünſcht; man
muß ſich nun leider mit der Verſchiebung abfinden. Es
dürfe wohl auf eine Vermehrung der Stellen durch die
Reorganiſation gehofft werden. — Abg. Adelung
ehe een
Darauf wird das Kapitel angenommen.
Zu Kapitel 138, Anlegung neuer
Grund=
bücher, entſteht nochmals eine längere Debatte. Abg.
Leun führt aus, er habe ſich jetzt mit dem Grundbuch
und dem Notariat abgefunden. Doch halte auch er das
alte Grundbuch für beſſer. In dieſer Beziehung müſſe
er dem Abg. Wünzer widerſprechen. Die Geometer
tei=
len ſeine Anſicht. — Abg. Senßfelder bedauert, daß
beim neuen Grundbuch die Karte fehlt. Er betont dann
nochmals die Vorzüge des alten Grundbuches.
Abg. Brauer ſchließt ſich im weſentlichen den
Aus=
führungen des Abg. Leun an Auch er habe ſich mit dem
neuen Grundbuch jetzt abgefunden. Zu ſeiner letzten
Rede, wegen der er ſo vielfach angegriffen wurde, iſt zu
bemerken, daß er, wenn er die Notare hätte perſönlich
an=
greifen wollen, dies beim Juſtizminiſterium getan hätte.
Er habe aber nur im Zuſammenhang geſprochen und
aus=
geführt, daß die Regierung jahrzehntelang Wünſche und
Forderungen vom Lande nicht in dem Maße
berückſich=
tigte, als es wünſchenswert wäre. Und in dieſem
Zu=
ſammenhang habe er auch nur die Nachteile erwähnt, die
der Landbevölkerung aus dem neuen Grundbuch und aus
dem Notariat erwachſen. Das halte er voll und ganz
aufrecht. — Abg. Wünzer meint, die gegenſätzlichen
Anſichten über Grundbuch und Notariat werden ſich
ſchwerlich beſeitigen laſſen, ſo daß die Diskuſſion
eigent=
lich überflüſſig und nur zeitraubend iſt, zumal ſie an der
Sache ſelbſt abſolut nichts ändern kann. Man ſollte die
Dinge ſich doch erſt einmal entwickeln laſſen. — Abg.
Joutz ſpricht ſich in ähnlichem Sinne aus. Er war als
früherer Ortsgerichtsvorſteher ebenfalls gegen das neue
Grundbuch. Auch der damalige Juſtizminiſter hat es
be=
dauert, daß man es einführen müſſe, weil eine
Einheit=
lichkeit im Reiche hergeſtellt werden ſollte.
Abg. Wolf=Stadecken: In bezug auf die
Wah=
rung des Gläubigerrechts iſt das neue Grundbuch beſſer,
als das alte; das iſt aber auch der einzige Vorteil. Das
alte Grundbuch hatte den Vorzug der topographiſchen
Ueberſichtlichkeit. Für Großgrundbeſitz iſt es gut, aber
für den Kleinbeſitz nicht. Es verteuert, auch das
Ver=
meſſungsweſen.
Abg. Reh rät den Grundbuchgegnern, ſich in den
Reichstag wählen zu laſſen und da ihre Beſchwerden
vorzubringen, weil ſie hier doch keinen Zweck hätten. Der
Abg. Brauer hat ſeine Rede von damals weſentlich
ab=
geſchwächt. Wenn er ſie damals in dieſer Form
gehal=
ten hätte, wären die ſcharfen Zurückweiſungen nicht nötig
geweſen.
Abg. Stöpler: Den Grundbuchgegnern geht es
wie dem Witwer, der eine zweite Frau heiratet und dann
erkennt, daß die erſte Frau doch lieb und gut geweſen iſt.
(Heiterkeit.) Das alte Grundbuch hat ſeine Vorzüge,
aber auch große Fehler gehabt. Das neue Grundbuch
hat aber entſchieden große Vorzüge. Wer in der Praxis
ſteht, ſollte danach ſtreben, daß die Mängel, die das neue
Grundbuch hat, beſeitigt werden.
Aba Brauer: Aus Privatgeſprächen habe er
ſchlie=
ßen müſſen, daß es Richter gibt, die ein Grundbuch
über=
haupt noch nicht geſehen haben, da bei den Reviſionen
Sicher ſei,
daß das neue Grundbuch den Landbewohnern viele
Um=
ſtände bereitet. Was man früher beim Ortsrichter machen
konnte, dazu muß man jetzt ſtundenlang laufen. Den
Stand der Notare habe er nicht herunterſetzen wollen.
Seine Ausführungen wegen der Verfehlungen habe er ſo
gemeint, daß die Verfehlungen des ganzen Notariats
in Heſſen dem Betrag nach höher ſind, als jemals die
durch Ortsgerichte vorgekommenen Unregelmäßigkeiten.
Darauf wird das Kapitel bewilligt.
Zu Kapitel 140, Bauweſen, fragt Abg. Wolf=
Stadecken an, wie es mit den Dammbauten in Nierſtein
ſtehe.
Miniſterialrat Dr. Kratz erklärt, daß auf Wunſch der
Gemeinde Nierſtein die Dammbauten verſchoben worden
ſeien, weil noch andere Arbeiten dabei in Frage kommen.
Die Kapitel 142—145 werden ohne Debatte erledigt.
Die Kapitel 89 und 114 ſollen nach der Pauſe erledigt
werden.
Ueber den Verwaltungsvoranſchlag der
Zweiten Kammer für das Rechnungsjahr
1914 referiert Abg. Finger. Seine Ausführungen
bleiben auf der Tribüne unverſtändlich.
Die Poſitionen 4 und 5. Beſprechung der dringlichen
Anfrage der Abgeordneten Brauer und Genoſſen, die
No=
tariatsgebühren betreffend, in Verbindung hiermit:
An=
trag des Abgeordneten Senßfelder, die Beſetzung der
No=
tariatsſtelle zu Groß=Gerau betreffend, und Beſprechung
der dringlichen Anfrage der Abgeordneten Brauer und
Genoſſen, Beurkundung von Immobiliarveräußerungen
und Verfehlungen eines Notars in Rheinheſſen
betref=
fend, werden auf Antrag des Abg. Brauer dem
Ver=
einfachungsausſchuß überwieſen.
Die Abgg. Fenchel und Genoſſen beantragen, die
Regierung zu erſuchen, die Gemeinden, bezw. Kirchen,
nicht mehr zu den Koſten für Reviſion der
Ge=
meinde= und Kirchenrechnungen heranzuziehen.
Der Ausſchuß beantragt Ablehnung dieſes
An=
trages.
Abg. Leun: Leider iſt unſer Antrag wegen der
un=
günſtigen Finanzlage durch eine Ausſchußmehrheit
abge=
lehnt worden; ein Antrag der Ausſchußminorität liegt
leider nicht vor. Wir beantragen demnach erneut, die
Gebühren für Reviſionen der Gemeinde= und
Kirchenrech=
nungen auf die Staatskaſſe zu übernehmen. Dieſer
Antrag wird nach kurzer
Geſchäftsord=
nungsdebatte angenommen.
Den dringlichen Antrag Henrich, betr. das
Wahl=
recht der Eiſenbahnbeamten und=arbeiter,
die Regierung zu erſuchen, diejenigen nichtheſſiſchen
Be=
amten, Bedienſteten und Arbeiter der heſſiſch=preußiſchen
Eiſenbahngemeinſchaft, die in Heſſen wohnen, auf ihr
Nachſuchen ohne weitere Förmlichkeiten als heſſiſche
Staatsangehörige aufzunehmen, ohne daß ihnen daraus
irgend welche Nachteile in ihren Anſtellungs= und
Beför=
derungsverhältniſſen oder auch in anderer Beziehuna,
insbeſondere auch hinſichtlich ihrer Steuervorteile,
erwach=
ſen, beantragt der Ausſchuß, abzulehnen.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer
Abg. Henrich: Der Antrag iſt heute ſo gut wie
gegenſtandslos, da er für die Wahlen doch zu ſpat kommt.
Ich hatte aber gemeint, die bloße Anregung ſollte
genü=
gen, den Wünſchen der Eiſenbahner gerecht zu werden.
Die Vorſtellung des Landesverbandes der
Bürger=
meiſter der Landgemeinden im Großherzogtum Heſſen,
die Protokollierung der
Immobiliarver=
äußerungsverträge durch die Ortsgerichte
betreffend, und die Vorſtellung des Adolf Lindt,
Rechts=
anwalt und Juſtizrat in Darmſtadt, Beſſerung der
Zuſtände im Anwaltsweſen betreffend, werden
debattelos nach den Ausſchußanträgen für erledigt
er=
klärt, einige weitere Poſitionen von der Tagesordnung
abgeſetzt.
Es folgt Beſprechung der dringlichen Anfrage des
Ab=
geordneten Wolf=Stadecken, die Tätigkeit des
Kom=
merzienrats Ihrig bei der heſſiſchen
land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsban!
be=
treffend. — Abg. Wolf=Stadecken bedauert, daß dem
Kommerzienrat Ihrig, der rechtzeitig dafür geſorgt hatte,
daß man ihn materiell nicht zum Schadenerſatz
heran=
ziehen konnte, nicht wenigſtens der Kommerzienratstitel
entzogen worden iſt. Der Rechtsſtandpunkt, daß das nicht
geſchehen konnte, weil ihm die bürgerlichen Ehrenrechte
nicht aberkannt wurden, iſt nicht ſtichhaltig. — Abg.
Korell=Ingelheim meint, das Volk draußen habe gar
kein Intereſſe daran, daß der Titel aberkannt wird, es
hätte höchſtens ein Intereſſe daran, daß es ſeine
Spar=
groſchen wieder bekommt. Im übrigen liegt es wohl nicht
um Intereſſe des Genoſſenſchaftsweſens, wenn alle die
Verfehlungen hier nochmals aufgerollt werden, über die
ja die Gerichte geurteilt haben.
Staatsminiſter Dr. v. Ewald: Was die Rechtsfrage
anlangt, ſo hätte das Gericht wohl auf die Aberkennung
des Titels erkennen können. Es hat es aber nicht getan,
weil es als erwieſen annahm daß Kommerzienrat Ihrig
ſich keinen perſönlichen Vorteil verſchafft hatte. Ob auf
dem Verwaltungswege die Aberkennung des Titels
durch=
geſetzt werden kann, iſt eine große Frage. Was nun die
Beteiligung der Großherzoglichen Kabinettskaſſe an der
Genoſſenſchaftsbank angeht, ſo dürfte doch wohl bekannt
geworden ſein, daß die Kabinettskaſſe auf jeden Erſatz
verzichtet hat.
Abg. Dr. Oſann: Nach den Erklärungen des Herrn
Staatsminiſters erübrigt es ſich die gegen die
Kabinetts=
kaſſe erhobenen Vorwürfe zurückzuweiſen. Im übrigen
hat der Abg. Wolf eine Reihe von Herren in dieſer
An=
gelegenheit in einen Topf geworfen, von denen ich vor
allem Herrn Heidenreich ausgenommen wiſſen möchte.
Dieſer hat mit der materiellen Verwaltung der
Genoſſen=
ſchaftskaſſe niemals etwas zu tun gehabt.
Abg. Dorſch: Der Gedanke von Ihrig und Haas
etwa Schadenerſatz zu erhalten, iſt ganz ausſichtslos, das
hat auch Herr von Brentano ſeinerzeit feſtgeſtellt. — Abg.
Adelung: Der Volksmeinung iſt es ganz egal, ob der
Titel aberkannt wird oder nicht. Wir ſind im Gegenteil
eher der Anſicht, daß Geadelte oder Leute mit großen
Titeln, wenn ſie Verfehlungen begangen haben, wieder zu
uns Titelloſen zurückverſetzt werden. (Heiterkeit) — Abg.
v. Brentano weiſt die ihm vom Abg. Dorſch in den
Mund gelegten Aeußerungen ſcharf zurück. Im übrigen
hält er es für wenig vornehm, daß gerade die Herren, die
früher den in Frage ſtehenden Perſonen blindlings
ge=
folgt ſind ſie heute, da ſie wehrlos oder tot ſind, ſo
herab=
ſſetzen. Früher ein Hoſianna, heute ein Kreuzige ihn.
(Sehr richtig.) — Abg. Wolf: Ich bin anderer Meinung;
das Volk verlangt, daß man Ihrig den Titel abnimmt.
Abg. Dorſch proteſtiert gegen den Vorwurf des Abg.
v. Brentano, daß er eine Unwahrheit geſagt habe. Er
wiſſe beſtimmt, daß Herr v. Brentano oder ſein Vertreter
geſagt habe in bezug auf Ihrig und Haas wo nichts iſt,
habe der Kaiſer ſein Recht verloren. — Abg. v.
Bren=
tano weiſt das nochmals zurück. — Dann ſchließt die
Beſprechung.
Nach der Pauſe wird zunächſt das Kapitel 89 und der
Antrag Oſann=Wünzer, betreffend die Schaffung von 7
neuen Stellen, beraten.
Der Finanzausſchuß beantragt neuerdings auf
den Antrag Dr. Oſann, Stephan und Wünzer: Großh.
Regierung wird ermächtigt, alsbald bis zu 7 (7
einſchließ=
lich) definitiven Stellen an den Amtsgerichten und
Staats=
anwaltſchaften zu ſchaffen und dieſe mit endgültig
anzu=
ſtellenden Beamten zu beſetzen.
Die Abg. Dr. Weber und Genoſſen beantragen: Falls
dem Antrag Oſann=Stephan=Wünzer auf Schaffung neuer
definitive Stellen in der Juſtiz von der Regierung Folge
gegeben wird, dieſen Antrag in der Kommiſſion für
Ver=
einfachung der Staatsverwaltung zu prüfen und hierbei
die Notwendigkeit der Schaffung jeder neuen Stelle von
der Regierung nachweiſen zu laſſen.
Der Antrag Weber und, der
Ausſchuß=
antrag werden angenommen.
Zu Kapitel 115 beantragt der Ausſchuß neuerdings
zu Ausgabetitel 1, 1 „Eigentliche Zivilpenſionen‟: Die
Regierung wird ermächtigt, beim Ausſcheiden eines als
Bauſchreiber verwendeten Straßenmeiſters i. P. dieſem
an Stelle der ſeitherigen eine Penſion aus dem Gehalte
zu gewähren, den er nach dem neuen Beſoldungsgeſetz
be=
ziehen würde, wenn er ſtatt als Straßenmeiſter als
Hoch=
bauaufſeher angeſtellt worden und ſeitdem als ſolcher tätig
geweſen wäre. Als penſionsfähige Geſamtdienſtzeit gilt
die penſionsfähige Dienſtzeit als Straßenmeiſter zuzüglich
der Verwendungszeit als Bauſchreiber. Hiernach iſt auch
das Sterbquartal, ſowie das Witwen= und Waiſengeld
zu berechnen.
Zu dem Kapitel liegt weiter folgender Antrag vor:
Wke beantragen, die Großherzogliche Regierung zu
er=
ſuchen, 1. die im Staatsdienſt verwendeten Geometer
2. Klaſſe von der Angeſtelltenverſicherungspflicht zu
be=
freien; 2. den Landſtänden alsbald eine Vorlage zu
machen, wonach die Vergütungen der nicht angeſtellten
Schreibgehilfen mindeſtens um den Betrag ihrer Beiträge
zur Angeſtelltenverſicherung echöht werden.
Hierüber erſtattet Abg. Molthan Bericht. Der
Ausſchuß beantragt, dieſen Antrag der Verein=,
fachungskommiſſion zu überweiſen.
Abg. Stöpler beſpricht hierzu das
Fürſorgekaſſe=
geſetz und bittet die Regierung, die von den
Gemeinde=
beamten geäußerten Wünſche zu berückſichtigen.
Abg. Henrich begründet ſeinen Antrag auf
Befrei=
ung der Geometer 2. Klaſſe von der
Angeſtelltenverſiche=
rungspflicht und auf Erhöhung der Vergütungen der
Schreibgehilfen. Für die Geometer bedeutet das die
Be=
ſeitigung eines Ausnahmezuſtandes, die Staatskaſſe werde
damit entlaſtet. Bezüglich der Schreibgehilfen ſei
feſtzu=
ſtellen, daß dieſe bei dem Beſoldungsgeſetz am ſchlechteſten
weggekommen ſind. Ihre geringe Aufbeſſerung aus 1912
von 50 und 75 Mark iſt durch die Angeſtelltenverſicherung
völlig aufgezehrt worden, ſo daß die Schreibgehilfen die
einzige Beamtengruppe bleiben, die tatſächlich leer ausgehe.
Jetzt finanzielle Gründe vorzuſchützen bei den
Geringſt=
bezahlten, nachdem nicht nur die große Ausgabe für das
Beſoldungsgeſetz gemacht worden ſei, ſondern nachträglich
große Mehrbewilligungen für andere Berufszweige
ſtatt=
gefunden haben, ſei nicht zu verſtehen. Die 25000 Mark,
die man den Lehrern abgezogen habe, könne man hier
gut verwenden. Die Ueberweiſung an den
Vereinfach=
ungsausſchuß bedeutet ein Begräbnis der Sache.
Abg. Dr. Weber und Abg. Adelung treten
eben=
falls für den Antrag ein.
Finanzminiſter Dr. Braun warnt dringend davor,
den Antrag anzunehmen, damit nicht bei Beamten, die
nicht die Rechte der Staatsbeamten haben, der Eindruck
erweckt werde, als hätten ſie rechtliche Anſprüche an den
Staat.
Abg. Uebel polemiſiert gegen die Abgg. Dr. Weber
und Stöpler zum Fürſorgekaſſegeſetz; daß die
Provinzial=
verbände ſchlechter geſtellt ſind, als die Städte, iſt nicht
richtig. Das Gegenteil ſei der Fall.
Miniſterialrat Hölzinger bleibt bei der
herrſchen=
den Unruhe auf der Tribüne unverſtändlich. Er ſagt eine
entgegenkommende Haltung zu den Wünſchen auf Reform
zu. — Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Stephan,
Henrich. Adelung, Grünewald, Molthan
ſchließt die Debatte.
Es liegt ein Antrag auf namentliche
Abſtim=
mung zum Antrag Henrich vor. Nach längerer Debatte
wird der Ausſchußantrag angenommen.
Da=
mit iſt der Antrag auf namentliche Abſtimmung hinfällig,
weil der Antrag Henrich dadurch dem
Vereinfa=
chungsausſchuß überwieſen iſt.
Damit iſt die Budgetberatung beendet.
Ueber den
Entwurf des Finanzgeſetzes für das
Etatsjahr 1914
referiert Abg. Molthan und beantragt, dem Entwurf
in der vorgelegten Faſſung zuzuſtimmen.
Eine Anfrage des Abgeordneten Köhler, betreffend:
die Erteilung von Berechtigungen für
die Abgangsprüfungen der heſſiſchen
Gewerbeſchulen, lautet: Welche Gründe hat die
Großh. Regierung, von der Erteilung von Berechtigungen
für die Abgangsprüfungen der heſſiſchen Gewerbeſchulen
bei den Meiſterprüfungen noch immer — insbeſondere auch
nach dem Vorgehen der Kgl. Bayeriſchen Regierung—
abzuſtehen?
Miniſterialrat Hölzinger: Die Frage, ob in
wei=
terem Umfange denjenigen Schülern, die eine
Abgangs=
prüfung an einer heſſiſchen Gewerbeſchule ablegen,
Er=
leichterungen auf dem Gebiet der theoretiſchen
Meiſter=
prüfung eingeräumt werden ſollen oder nicht, erfordert
eine eingehende Prüfung aller in Betracht kommenden
Verhältniſſe. Dieſe Prüfung iſt noch nicht abgeſchloſſen.
Inſolange aber das ganze Material noch nicht vorliegt,
iſt das Großh. Miniſterium nicht in der Lage, endgültig
zu der aufgeworfenen Frage Stellung zu nehmen.
Es wird Beſprechung der Anfrage und Vertagung bis
nach der Drucklegung der Antwort beſchloſſen.
Eine Anfrage des Abgeordneten Dr. Wolf=
Gonſen=
heim, betreffend: Erteilung von
Wirtſchafts=
konzeſſionen an juriſtiſche Perſonen, lautet:
Iſt es der Großherzoglichen Regierung bekannt, daß in
letzter Zeit an juriſtiſche Perſonen Wirtſchaftskonzeſſionen
erteilt worden ſind?
Miniſterialrat Hölzinger: Der Großh.
Verwal=
tungsgerichtshof iſt bei der Entſcheidung nur dem
Vor=
gang anderer höchſter Verwaltungsgerichte, wie
beiſpiels=
weiſe des preußiſchen Oberverwaltungsgerichts, des
braunſchweigiſchen Verwaltungsgerichtshofes, und des
königlich ſächſiſchen Miniſteriums des Innern, gefolgt.
Wenn mit Rückſicht hierauf die Konzeſſionsbehörden dazu
übergegangen ſein ſollten. Wirtſchaftskonzeſſionen an
ju=
riſtiſche Perſonen zu erteilen, ſo iſt die Großh. Regierung
nicht in der Lage, dies zu beanſtanden. Bemerkt ſei noch
daß in dem dem Reichstag demnächſt zugehenden Geſetz
über die Aenderung der §§ 33 ff. der Gewerbeordnung
die Frage durch ausdrückliche geſetzliche Beſtimmung
ge=
regelt werden wird.
Auch hierzu wird die Drucklegung und Vertagung
der Beſprechung beſchloſſen.
Eine dringliche Anfrage des Abgeordneten Korell=
Ingelheim, betreffend: die Bekämpfung des Heu=
und Sauerwurms durch Nikotin, lautet: Von
der Großh. Regierung und den Sachverſtändigen wurde
die Anwendung von Nikotinertrakt zur Bekämpfung des
Heu= und Sauerwurms mit Recht eifrig gefördert und
weitgehende ſtaatliche Unterſtützung in Ausſicht geſtellt.
Von den Beſtellern wird aber Barzahlung bei der
Be=
ſtellung gefordert, ſo daß ſich eine Anzahl Winzer, denen
die Zahlung jetzt, ein halbes Jahr vor der Anwendung
des Mittels, nicht möglich iſt, entſchließen mußte, auf
die Beſtellung zu verzichten. Ich richte an die Großh.
Regierung die dringliche Anfrage, ob es nicht
wünſchens=
wert erſcheint, daß recht viele Winzer das Mittel
anwen=
den und ob ſie es nicht ermöglichen will, daß die Zahlung
zu einer Zeit erfolgen kann, in welcher der Landwirt
wie=
der Einnahmen aus ſeinen Erzeugniſſen hat?
Miniſterialrat Hölzinger: Wenn es der Großh.
Regierung auch wohl wünſchenswert erſcheint, daß außer
den amtlich eingeleiteten Verſuchen noch ſolche durch
Pri=
vate angeſtellt werden, ſo kann ſie gewiſſe Bedenken
ge=
gen die allgemeine Anwendung der nikotinhaltigen Mittel,
ehe die Verſuche zum Abſchluß gekommen ſind, nicht
unter=
drücken. Der Umgang mit den ſcharf giftigen
Nikotinprä=
paraten iſt immerhin mit gewiſſen Gefahren verbunden.
Eine genügende allgemeine Unterweiſung der am
Wein=
bau beteiligten Bevölkerung hat trotz der größten
An=
ſtrengung aller Kräfte noch nicht in dem erwünſchten Maße
ſtattfinden können. Hiernach und nach dem oben Geſagten
kann es auch nicht als zweckmäßig erachtet werden, von
der Vorausbezahlung abzuſehen und nach der Abſicht der
Anfrage es zu ermöglichen, daß die Beträge für die
ge=
meinſam bezogenen Bekämpfungsmittel ganz allgemein
zu einer Zeit bezahlt werden können, in der der Landwirt
wieder Einnahmen aus ſeinen Erzeugniſſen hat. Es wird
bemerkt, daß die Obſtbauſchule einen Teil des Geldes
für Lieferung der Wurmmittel (7000 M., nämlich 45000
— 38000) den Abnehmern gegen Garantie der betreffenden
Gemeinde geſtundet hat.
Abg. Korell=Ingelheim: Es iſt dankbar zu
begrü=
ßen, daß die Regierung in der Bekämpfung mit Nikotin
die Initiative ergriffen hat, aber zu beanſtanden iſt, daß
man das Nikotin direkt bei der Beſtellung bezahlen mußte,
alſo ein halbes Jahr vor dem Bezuge des Mittels. Er
möchte doch bitten, wenn im nächſten Jahre wieder ein
gemeinſamer Bezug erfolgt, auch den kleinen Winzern die
Beträge zu ſtunden. — Abg v. Brentano ſchließt ſich
dem an. Es iſt richtig, daß hierdurch ein Unterſchied
zwi=
ſchen reich und arm gemacht wird, wenn auch abſichtslos.
Miniſterialrat Dr. Kratz: Durch den Weg. den der
Abgeordnete Korell erwähnt hat, daß die Gemeinden die
Bürgſchaft übernehmen, ſind ja die Wünſche zu erreichen.
Es ſind tatſächlich ſchon 45000 Mark geſtundet worden.
— Nach weiteren Ausführungen der Abgeordneten
Ko=
rell, v. Brentano und Schott ſchließt die
Be=
ſprechung.
Nächſte Sitzung Freitag 9 Uhr.
Schluß 1 Uhr.
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von 10—1 Uhr, ſowie Mittwochs und Sonntags von
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Samstags von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld. — Das
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Uhr, Mittwochs von 2—4 Uhr.
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11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
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Ausſtellungs=
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(Therapeutiſche Rundſchau 1908, Heft 7).
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erzengt selbst in kaltem und hartem Wasser einen prächts-weichen Schaum.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
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Lolksverein für das katholiſche Deutſchland.
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im Konkordiaſaale, Waldſtraße 33:
Hortrag
des Herrn Profeſſor Lenhart=Bensheim:
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welchen ſeiner Schriften ſollen wir anfangen ?"
Zu dieſem Vortrag werden alle Mitglieder und Freunde des
Volksvereins ebenſo freundlich wie dringend eingeladen.
Die Kolportagebuchhandlung wird die Werke von Alban Stolz
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Der Vorſtand.
7907)
Nachſten Sonntag, 5 Uhe nachmittags
im Kaiſerſaal, Grafenſtraße 18
Kaufmänniſches Vereinslokal
ſcher Vortrag.
(Direktion: WiLLV ROEMHELD)
Heute abend 8 Uhr
Abschieds-Abend!
Neues Berliner
Operetten-Ensemble
(Direktion: E. Assmy)
Die
Nur noch bis
Sonntag!
SkrnEon
389
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Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
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Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½ —1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anfang 7 U. — Ende nach 11 U.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 28. März. Auß. Ab.
35. Volksvorſtell. zu ermäß. Preiſen.
Die ſpaniſche Fliege‟
Anfang 8 Uhr. (Vorverkauf bis
einſchl. Samstag, 28. März, im
Verkehrsbüro, Ernſt=Ludwigsplatz.
Verkauf der etwa noch vorhanden.
Karten am Tage der Vorſtellung
auch an der Tageskaſſe im
Hof=
theater zu den übl. Kaſſeſtunden.)
Sonntag, 29. März. 141. Ab.=
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Frau Baum, Herr Sautier). —
2. Alter Tanz nach Gluck (Frau
Ehrle, Herr Jürgas). — 3.
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Kaffee=
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Kallenſee, Herr Kammerſänger
Stephani). — 5. Drei altfranz.
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Schäfer, Frau Baum). — „Die
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von Moliére. Anfang 8 Uhr.
Zu dem „Bunten Abend” haben
die verehrl. Abonnenten ein
Vor=
kaufsrecht in der Art, daß ſie ſich
am Freitag, 27. März, nachm. v.
3½—5 Uhr, gegen Vorzeigen ihrer
Abonnementskarten, entſprechende
Plätze an der Tageskaſſe ſichern
können. Die Plätze der Ganz=
Abonnenten bleiben am 27. März
bis nachmitt. 5 Uhr, aufbewahrt.
Der allgemeine Kartenverkauf
findet Samstag, 28. März, ſowie
an den darauffolgenden Tagen
vormittags zu den üblichen
Kaſſe=
ſtunden an der Tageskaſſe ſtatt. —
Auch im Verkehrsbüro werden an
den gleichen Tagen Karten
aus=
gegeben, bezw. telephoniſch
Be=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.
Seite-20.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 86.
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Jahrgänge (Tages= und Abendkurſe) eine beſondere Feier für
Sonn=
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Schulhauſes Rundeturmſtraße 9 geplant.
Es erſcheint aber notwendig, daß ſich alle ehemaligen
Schülerinnen, die an dieſer Feier teilnehmen wollen, vorher
an=
melden und Eintrittskarten empfangen.
Die Karten werden ausgegeben: Freitag, den 27. März,
von 8—12 und von 2—6 Uhr und Samstag, den 28. März,
von 8—12 Uhr in den Fortbildungsſchulräumen der Schulhäuſer
Rundeturmſtraße 9, Lagerhausſtraße 9 und Hermannsſtraße 21.
Ohne Karte kann der Zutritt zu der Feier nicht geſtattet werden.
Darmſtadt, den 24. März 1914.
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. März 1914.
Nummer 86.
Frankfarter Karsverleke vom 20. Narz 191.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Staatspapiere.
4 100,00
Dt. Reichsschatzanw.
98,70
Dt. Reichsanleihe p. 1918.
9650
do. .. . . p. 1925 .
86,25
do. .. . . . . . . . .
77,20
do. . . . . . . . . .
1100,00
Praußische Schatzanw.
9055
Staffelanleihe. .
86,25
Consols . . .
78,05
do. . . . . . ...
Badische Staats-Anleihe. 4 96.60
do. v. 92/94 . . . . . . .3½) 89,50
do. . . . .
. .
Baverische Ablös.-Rente
97,00
97,00
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906
49710
do. unkdb. p. 1918 . .
do. unkdb. p. 1920 . . . 4 1 97,00
E.-B.- u. Allgem. Anl.
unkdb. p. 1930 .
4197,10
do. Anleihe . . .
3½ 84,75
do.
.. . . . . . 3 75,60
Hamburger Staats-Anl. . 4 96,80
N
do. v. 1887/94 . . . . . .3½
do.
3 79,830
Hessische Staats-Anleihel 4 97,00
do. unkdb. p. 1921 .
4 97,20
3½ 84,35
do. . . . . .
(o. ..
. . 3% 74,25
Sächsische Staats-Rente
77,55
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). . . . 4 97,25
do. v. 79/90 . . . . . . . 3½ 88,0
76,50
(0. . . . . . . . . . . .
Bulgarische Gld.-Anl. . . 5 —
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6 54,80
do. v. 1887 Monopoll1¾/ 51,50
Itolienische Rente. .
Osterr. Staats-R. v. 1913 .4½ 92,30
do, Silber-Rente . . . .4½ 86,70
do. Papier-Rente . . .4½ 87,40
do. Gold-Rente . . . . . 4 87,40
do. einheitl. Rente . . 4 82,55
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 96,80
do. inn. amort. 1905 . (4½
do. unif. Serie I .
61,70
do. „
, III.,
3 64,50
do. Spezial Titel.
9,40
Rumänen v. 1908
5 (100,20
do. Gold v. 1913.
4½ 91,10
do. Schatzsch. v. 1
3 .4½100,00
do. conv..
4
do. v. 1850
4 93,50
do, v. 1891
4 87,00
do. v. 1905
4 1 85,40
do, v. 1908
4 85,60
do. v. 1910
41—
Russische St.-Anl.
954½ 97,80
4 —
do. kons. v. 1880
4 —
do. Gold v. 1890 .
do. v. 1902
89,80
Schweden v. 1880.
do. v. 1886 .
oh.
Schweden v. 1890.
3½
.4½ 86,70
Serben steuertrei
7850
do. amort. v. 1895 .
Türk. Egypt. Tribut . ..
85,00
do. kons. steuerfreie .
do. Admin. v. 1903 . .
76,50
do. unif. v. 1903. . .
72,80
do. v. 1905. . . . . . . .
Ungarische Staats-Rento
1913 unkdb. bis 1923 . .4½ 90,10
Ungar. Staatsk.-Scheine
v. 1913. . . . . . . . . . . .4½ 98,70
do. Gold-Rente . . . .
82,50
do. Staats-Rente 1910, 4 81,40
do. „ „ Kr. 4 82,00
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1897
5 99,00
do. äußere v. 1890 „
4½ 94,90
do. innere v. 1888
do. äußere v. 1888
4½
do. v. 1897 . . .
Chile Gold-Anl. v. 1911. . 5 91,75
do. v. 1889 .
4½
do. v. 1906
4½ 88,00
6
Chines. St.-Anl. v. 1891
do. v. 1896
5 99,35
5 1 87,60
do. Reorg. Anl..
4½ 89.90
do. v. 1898
Japaner
4½
61,10
Innere Mexikaner
5 84,40
Außere do.
67,20
Mexikan. Gold v.
do. cons.
425/.
4½ 69,10
do. Irrigat.-Anleihe
Buenos-Aires Prov.
3½ 65,00
Tamaulipas . .
89,20
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96,00
do. V. 1913 . ..
95,50
Siam v. 1907 . . . . . . . . . 4½
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/973½ 84,30
v. 19043½
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
93,95
Darmstadt . . . . . .
99,50
Nordd. Lloyd-Obligat.
Donau-Dampfschiff. v. 82 4% 92,00
Elisabethbahn . . . .
87,60
Franz-Josef-Bahn.
Kaschau-Oderberger v. 891 4
3 72,60
Präg-Duxer . . . . ..
Osterreich. Staatsbahn . 5 (103.50
3950
do. . . .
74,/75
do.
98,00
do. Südbahn (Lomb.)
71,60
do. do.
5155
do. do.
77,50
Raab-Oedenburg
3750
Kronprinz Rudolfbahn .
.4
84,75
Russ. Südwest .
Zt.
Moskau-Kasan . .
4½
do. . . . . . .
85,50
Wladikawkas.
Rjäsan-Koslow . .
Portugies. Eisenb. v. 1886
2n
do.
60.50
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62.50
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4 6050
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Tehuantepec
5 98,50
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3½ 86,25
do. Em. 10
3 83,30
do. . 9.:
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Posen Prov..
4 95,80
Westfalen Prov. V. .
Hess. Prov. Oberhessen 4. 95,50
3½ 86,00
do. Starkenburg.
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3½ 86,35
do. . . .
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..3½ 88,25
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3½ 85,50
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3½ 85,10
do. . . .
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3½ 87,00
do. . . . .
Magdeburg
4 95,00
Mainz . . .
3½ 86,55
do. . . . .
4½ 95,00
Mannheim
3½
do. ..
4‟ 95,60
München
3½ 87,50
Nauheim .
4 1 95,20
Nürnberg
3½ 86,20
do. .7.
Offenbach
do. v. 1914
94,00
3½ 86,10
do. . . . .
Wiesbaden.
do. . . .
Worms . .
d0. .. . ..
Lissabon v. 1888
Moskau v. 1912
Aen
Stockholm v. 1880
Wien Komm. .
Wiener Kassenscheine 4½ 98,75
Zürich v. 1889 .
Buenos Stadt v. 1852
Pfandbriefe.
100,00
Berliner Hyp.-Bk.-Pf.
930
do. unkäb. 1918..
23.7
1910:
de.
94,25
1921
do.
95,75
do.
1922. .
83,50
do. .
,
95,25
do. Komm.-Obl. unk. 1918
95,00
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910
96,00
1915
do.
96,50
1920
do.
de. Ser. 12—19. . . . . . 3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
.. . 3½ 86,50
unkdb. 1910
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Scr. 15—42
94,90
48—49
do. . . .
96,00
do. unk. 1922 „ 52
88,60
3½
do. „ 1913...
86,50
do. Ser. 45 . .
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,90
Scr. 12, 13, 16
5650
„14, 15, 17
do. . . . .
97,40
do. unkdb. 1920 . . . .
97,50
do. „
1923 . . ..
84,20
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . . .
„ 84.10
do. „ 3—5 . . . . . . .
.. .3½ 81,30
do, kündb. 1915.
do. Komm. unk. 1913) 4 96,90
„ 1914 4 96,90
do.
„ 1916 4 9.10
do. „
„ 1920) 4 97,40
do.
1923) 4 97,50
do.
do. verlosb. u. kündb. 3½ 84.35
unkdb. 1915 3½ 84,35
do=
94,50
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
95,80
do. unkdb. 1922. . . . .
3½ 86,00
do.
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
unkdb. 1917
94,00
4 5400
1919
do. . . . . .
94,20
1921
do. . . . . .
96,20
1924
do. . . .
3½ 84,40
Go. . . . .
95,20
do. Komm. unk. 1923
96,00
1924 .
do.
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Berliner Handelsges. . . . 8½ 163,00
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0 87,00
Neue Boden-Aktien-Ges.
Süddeutsche Immobilien 0 59,30
Bergwerks-Aktien.
12 161,00
Aumetz-Friede . .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 223,75
Keonhard, Braunkohlen. v (15730
23 (361.50
Konkordia Bergbau
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1130.60
Eschweiler . . . .
10 220.00
ſoet
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 1193,75
11 183,00
Harpen Bergbau. . . .
Kallwerke Aschersleben ℳ 10 (150,00
Kaliwerke Westeregeln .13 (207/75
Königin Marienhütte . . 6 8600
§ 1155,0d
Laurahütte
Oberschles. Eisenbed.
6 85,00
Oberschl. Eisen-Industrie 3 68.00
18 (2387
Phönix Bergbau . . .
Rheinische Braunkohlen 10 216,75
Riebeck Montan . . . . . . 12 196,50
South West.-Afr. Shares . 5 119½
Verzinsliche
Anlehenslose.
2t.
Badische . . . . . TIr. 100 4 (177,50
Cöln-Mindener . TIr. 1003½142,20
Holländ. Komm. . A. 100 3
Madrider . . . . . Frs. 100 3 —
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 1140,00
Osterreicher 1860er Lose
4 (180,00
Oldenburger . . . . TIr. 40) 3 128,50
Raab-Grazer . . . . H. 1502½112,40
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
p. St.
.A. 7 —
Augsburger
Braunschweiger
TIr. 20 1200,50
Fs. 45
Mailänder
do.
Fs. 10
Meininger
. A. 7 37,50
Osterreicher v. 1864 . H. 100
do. v. 1858 . H. 100 555,00
Ungar. Staats .
A. 100 437,00
Fs. 30 75,00
Venediger .
Türkische . . . . . . Fs. 400 168,50
Gold, Silber und
Banknoten.
20,45
Engl. Sovereigns. . . . . . .
16,26
20-Franks-Stücke . . . . .
4.20½
Amerikanische Noten .
20,45
Englische Noten . . . . .
81,20
Französische Noten. .
. 13915
Holländische Noten . .
Italienische Noten . . . . . . 81,00
Osterr.-Ungarische Noten. . 85.05
Russische Noten . . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . . . . 81,10
Reichsbank-Diskont
do. Lombard Zsf.
Tendenz:
Befestigt.
Handel und verkehr.
— Frankfurt a. M., 26. März. (Börſe.) Trotz
ſchwächerer amerikaniſcher Notierungen und ungeachtet
des vorliegenden ungünſtigen Wochenberichts des Iron
Age ließ die heutige Börſe gleich anfangs eine gewiſſe
Widerſtandsfähigkeit erkennen, die ſich bis zum Schluſſe
behaupten konnte, wenn auch in den einzelnen Märkten
ein lebhafterer Verkehr ſich nicht etablierte. Der Grund
für die beſſere Stimmung war anſcheinend in der
an=
dauernd günſtigen Situation des Geldmarktes zu ſuchen,
wovon auch die Kurſe der hieſigen Fonds profitieren
konnten. Die per Ultimo gehandelten Werte konnten
ihren Kursſtand im Laufe der Börſe größtenteils
behaup=
ten und ſchließen meiſt um Bruchteile eines Prozents über
den Anfangskurſen. Der Kaſſamarkt war befeſtigt. Höher
notierten auch heute wieder Anilin (5¼ Prozent), ebenſo
konnten Akkumulatoren 4 Prozent von ihrem geſtrigen
Rückgang wieder einholen. Niedriger notierten u. a.
Kleyer (2¾ Prozent), Scheideanſtalt (1½ Prozent);
Daim=
ler auf Realiſationen 1½ Prozent ſchwächer. Stimmung
befeſtigt.
* Köln, 26. März. In der heutigen
Aufſichts=
ratsſitzung der Maſchinenbauanſtalt
Hum=
boldt in Köln=Kalk berichtete der Vorſtand über den
Verlauf des erſten Semeſters des Geſchäftsjahres 1913/14.
Dasſelbe zeigt ein befriedigendes Ergebnis, ſo daß, falls
keine unvorhergeſehenen Ereigniſſe eintreten, angeſichts
des in der Höhe des im Vorjahre vorliegenden
Auftrag=
beſtandes für das laufende Jahr auf die gleiche
Divi=
dende wie im Vorjahre (8 Prozent) gerechnet werden
kann.
* Wien, 26. März. Die Einnahmen der
Oeſterreichiſchen Südbahn betrugen in der
zweiten Märzdekade 4 426 264 Kronen, d. i. gegen die
definitiven Einnahmen im Vorjahre ein Minus von
339529 Kronen und gegen die proviſoriſchen Einnahmen
ein Minus von 238 935 Kronen.
4proz. Württembergiſche
Staats=
anleihe von 1914. Wie aus dem Inſeratenteil
er=
ſichtlich, findet am 2. April d. J. die öffentliche Zeichnung
auf die neuen 12000000 Mark 4proz. bis 1. Juli 1935
unkündbaren Württembergiſchen
Staatsſchuldverſchreibun=
gen zu 96,80 Prozent für Staatsſchuldbuchſtücke und zu
97 Prozent für alle übrigen Stücke am hieſigen Platze
bei der Bank für Handel und Induſtrie, der
Deutſchen Bank, Zweigſtelle Darmſtadt, und der
Deutſchen Vereinsbank, Filiale Darmſtadt, ſtatt.
Für die Zeichner dürfte es von Intereſſe ſein, zu wiſſen,
daß der Aufwand der Württembergiſchen
Finanzverwal=
tung für die Verzinſung der Württembergiſchen
Staats=
ſchuld im Rechnungsjahre 1912/13 rund 22 Millionen
Mark betrug. Ferner wurden für Tilgung der
Staats=
ſchuld rund 7½ Millionen Mark aufgewendet. Dagegen
beliefen ſich die Einnahmen aus den hauptſächlichſten
Tei=
len des werbenden Staatsvermögens (Staatseiſenbahn,
Poſt und Telegraphen, Berg= und Hüttenwerke, Salinen,
Forſten und Domänen) im gleichen Rechnungsjahre auf
nicht weniger als rund 48¾ Millionen Mark. Die neue
Anleihe iſt beſtimmt zur Beſtreitung des Aufwandes für
die Fortſetzung des Eiſenbahnbaues und für
außer=
ordentliche Bedürfniſſe der Eiſenbahnverwaltung; ſie ſtellt
mithin eine produktive Kapitalinveſtition dar.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 25. März. Auftrieb 169 Stück. Preiſe pro 50
Kilogramm Schlachtgewicht: 1. Qual. 62 Mk., 2. Qual.
62 Mk., 3. Qual. 61 Mk. Marktverlauf rege; Ueberſtand.
— Schweinemarkt am 26. März. Auftrieb 169 Stück.
Preiſe pro 50 Kilogramm Schlachtgewicht: 1. und 2. Qual.
62 Mk., 3. Qual. 61 Mk. Marktverlauf langſam;
Ueber=
ſtand. — Kälbermarkt am 26. März. Auftrieb 180
Kälber, 1 Schaf. Preiſe pro 50 Kilogramm Lebendge=
wicht: 1. Qual. 60 Mk., 2. Qual. 58 Mk., 3. Qual. 54 Mk.
Marktverlauf lebhaft.
Turnen, Spiele und Sport.
* Pferdeſport, Trabrennen zu Hamburg=
Farmſen. Erſtes Rennen: 1. Martha (Ch. Mills),
2. Carmen II (Schlingmann), 3. Heinerle (Fiſcher). Tot.
14:10. — Zweites Rennen: 1. Paulinchen (Ch. Mills),
2. Marokko (Wiltſhire), 3. Edeldame (Oſterhoff): Tot.
42:10. — Drittes Rennen: 1. Recke (Wiltſhire), 2.
Mi=
mulus (Neuenfeld), 3. Winella (W. Lemzer). Tot.
14:10. — Viertes Rennen: 1. Tiega Boy (Maidment),
2. General Kuſer (Wiltſhire), 3. Roſegale (Ch. Mills).
Tot. 29110. — Fünftes Rennen: 1. Annona (Ch. Mills),
2. Unfug (W. Lemzer), 3. Schampus (Beſ.) Tot. 18:10.
— Sechſtes Rennen: 1. Sommerfelder (Wiltſhire), 2.
Saharet (Ch. Mills), 3. Föhn (E. Treuherz). Tot. 37110.
— Siebentes Rennen: 1. Mango (Hr. Brümmer), 2.
Patriot I (Hr. Sudrow), 3. Aſta (Stegemann). Tot.
19110.
Rennen zu Le Tremblay. Prix Martagon;
3000 Francs, Diſtanz 2300 Meter: 1. Monſ. Marg. de
Ga=
nays Iskandor, 2. Lucknow, 3. Hargicourt. Tot. 19110.
— Prix Kendal; 3000 Francs, Diſtanz 1100 Meter: 1.
Monſ. P. J. Sachs’ Chantmerle, 2. Alba Roſa, 3.
Mou=
lis II. Tot. 457:10. — Prix Rouge=Roſe; 4000 Francs,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Monſ. Deschamps Wig of Yore,
2. Roſeleaf, 3. Taormina. Tot. 99110 — Prix Doncaſter:
4000 Francs, Diſtanz 1600 Meter: 1, Monſ. H. B. Duryes'
Frizzle, 2. Ilen Veux, 3. L’Aigle d’Arvor. Tot. 66210.
— Prix Bend Or; 5000 Francs, Diſtanz 2150 Meter: 1.
Monſ. G. Sattines Rutland, 2. Horizontal, 3. Saint
Euſtache. — Prix Scarboucle; 4000 Francs: Diſtanz
1600 Meter: 1. Monſ. LOlry=Roederers Rancio II, 2.
La Merelli III, 3. Hamtchatka. Tot. 42:10.
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