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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Ergänzungswahlen zur Mainzer
Stadt=
verordneten=Verſammlung wurden geſtern
vom Provinzialausſchuß für ungültig erklärt.
Der Kaiſer traf geſtern mittag in Wien ein, wo er vom
Kaiſer Franz Joſef am Bahnhof empfangen wurde.
Nachmittags ſtattete der Herzog von
Cumber=
land dem Kaiſer einen Beſuch ab.
Der Reichstag erledigte geſtern in dritter Leſung den
Geſetzentwurf, betreffend die Verlegung der
deutſch=ruſſiſchen Landesgrenze. Der
Notetat wurde in zweiter Leſung erledigt, der
Be=
richt der Reichsſchuldenkommiſſion zur
Kennt=
nis genommen und ein Nachtragsekat für den Erwerb
des Grundſtücks Viktoriaſtraße 34 in Berlin
angenom=
men, ſodann wurde die zweite Leſung des Etats des
Reichsſchatzamts erledigt.
Die deutſche Reformpartei und die
deutſch=
ſoziale Partei vereinigten ſich zu einer Partei
unter dem Namen „Deutſchvölkiſche Parteit
Der Direktor der Nationalbank für
Deutſch=
land, Stern, iſt an einem Herzſchlag plötzlich
ver=
ſchieden.
Die Leiche des ſeit einigen Wochen vermißten Profeſſors
an der'Techniſchen Hochſchule in Stuttgart, Otto
Harnack, iſt geſtern früh im Neckar in der Nähe des
Elektrizitätswerkes von Beſigheim geländet worden,
Der Giftmörder Hopf iſt geſtern früh 7 Uhr im
Gerichtsgefngnis zu Preungesheim hingerichtet
worden.
In der Kohlengrube Graf Renard in
Sosno=
wice ſtürzte das Gewölbe eines Ganges ein. Von den
verſchütteten Arbeitern wurden vier getötet,
meh=
rere andere ſchwer verletzt.
Letzie Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.
Die Kriſis in England.
*⁎* Mit frohem Mut und großer Siegeszuverſicht
war vor zwei Jahren das Kabinett Asquith an die
defi=
nitive Löſung der iriſchen Frage herangetreten, die zu
be=
wältigen im vorigen Jahrhundert William Gladſtone
mißlungen war. Die Bill, welche die Regierung im
April 1912 dem Unterhauſe vorlegte, gewährte der „grünen
Inſel” ausgedehnte Selbſtverwaltung mit einem aus zwei
Kammern beſtehenden Parlament, deſſen Befugniſſe zwar
durch das dem Lordleutnant eingeräumte Vetorecht etwas
beſchränkt wurden, aber doch noch erheblich genug waren,
um die iriſchen Nationaliſten zu befriedigen. Da ſich
Ir=
land Jahrhunderte hindurch als das Sorgenkind der
Lon=
doner Regierung erwieſen hatte, ſo waren weite Kreiſe
froh, daß die leidige Frage aus der Welt geſchafft werden
ſſollte, glaubten ſie doch auch, der Inſel in gewiſſem Maße
zu dem ihr zukommenden Rechte zu verhelfen. Selbſt
engliſche Blätter hatten anerkannt, daß die britiſche
Herr=
ſchaft für Irland bisher nur wenig erſprießlich geweſen
ſei, daß letzteres neben einem auffälligen Rückgang der
Einwohnerzahl infolge der ſcharfen nationalen, ſozialen
und konfeſſionellen Gegenſätze einen erheblichen
wirtſchaft=
lichen und kulturellen Niedergang zu verzeichnen hatte,
was in der Tat auch nicht zu leugnen war.
Auf Widerſtand gegen die Homerulebill mußte von
vornherein ſeitens der Unioniſten gerechnet werden, aber
auch in liberalen Kreiſen gab es Gegner der Bill, wie
zum Beiſpiel Roſebery, den Führer der Liberalen im
Oberhauſe. Am heftigſten lehnten ſich aber die zum
größ=
ten Teil proteſtantiſchen Bewohner der iriſchen Provinz
Ulſter gegen die Selbſtverwaltung auf, weil ſie von der
künftigen Regierung Irlands ihre Vergewaltigung
be=
fürchteten. Alle Proteſte konnten nicht verhinden, daß die
Bill Mitte Januar 1913 vom Unterhauſe mit den
Stim=
men der Liberalen, der iriſchen Nationaliſten und der
Ar=
beiterpartei angenommen, zwei Wochen darauf jedoch im
Oberhauſe, wo die Unioniſten die Mehrheit haben, mit
bedeutender Majorität abgelehnt wurde. Die Bill verfiel
nun dem Vetogeſetze, d. h. ſie mußte in den beiden
näch=
ſten Parlamentstagungen neuerdings vom Unterhauſe
be=
raten und beſchloſſen und jedesmal auch wieder dem
Ober=
hauſe zugeſandt werden. Blieb das Unterhaus bei
ſei=
nem erſten Votum, ſo wurde die Bill trotz der Ablehnung
des Oberhauſes Geſetz. Sie kam nun demzufolge im Juni
1913 von neuem ans Parlament, das Unterhaus nahm ſie
an, und prompt wurde ſie vom Oberhauſe wieder
ver=
worfen, welches gleichzeitig einen Antrag guthieß, daß
die Bill dem Urteile der Wählerſchaft unterbreitet werden
ſolle, wozu die Regierung aber nicht geneigt war.
Der dritten, entſcheidenden Abſtimmung, durch welche
die Bill Geſetzeskraft erhielte, würde nun nichts mehr im
Wege geſtanden haben, wenn nicht die Bewohner der
Provinz Ulſter einen Kampf bis aufs Meſſer gegen die
Bill begonnen hätten. In London nahm man dieſen
Kampf wohl anfangs nicht recht ernſt, aber man ſollte
bald eines Beſſeren belehrt werden, denn die Ereigniſſe
haben ſich nach und nach geradezu zu einer Kataſtrophe
ausgewachſen, vor der das Vereinigte Königreich
augen=
blicklich ſteht. In Ulſter herrſcht offene Rebellion, man
hat eine proviſoriſche Regierung gebildet und zur
Bekräf=
tigung des Widerſtandes ſogar Truppen organiſiert, man
erklärt aber, daß dieſe Bewegung ſich nicht gegen Thron
und Verſaſſung, ſondern nur gegen das liberale
Miniſte=
rium richte. Durch ſolche Ausreden kann das Verhalten
natürlich nicht entſchuldigt werden, es hätte in jedem
an=
deren Lande genügt, Leute wie die Ulſter=Rebellen wegen
Hochverrats ins Gefängnis zu bringen. Anderswo hätte
man auch ſofort alle Mittel zur Anwendung gebracht, um
der Autorität der Geſetze Geltung zu verſchaffen, aber
das Kabinett Asquith verlegte ſich aufs Parlamentieren,
was jedoch keinen Erfolg hatte und ihm nur Spott
ein=
trug. Die Regierung befindet ſich in einer ziemlich
ver=
zweifelten Lage, da die Bill auch nicht in weſentlichen
Punkten abgeändert werden darf, ſonſt wird ſie ein neues
Geſetz, und die Prozedur der dreimaligen Erledigung im
Parlament muß von vorn beginnen. Andererſeits
wür=
den die iriſchen Nationaliſten kein zu großes
Entgegen=
kommen gegen Ulſter billigen und eventuell der Regierung
die Heeresfolge verſagen. Die Energie, welche jetzt
ent=
faltet wird, um Ulſter zum Gehorſam zu zwingen, kommt
zwar ſpät, aber es würde noch nicht zu ſpät ſein, wenn
die Regierung der Armee völlig ſicher wäre. Verſagt
dieſe, und es ſcheint etwas faul zu ſein im britiſchen
Reiche, ſo iſt die Kataſtrophe da, und die Regierung muß
vor den Rebellen kapitulieren, was ganz ungeahnte ſchwere
Folgen für Großbritannien haben würde. Auch jetzt
er=
kennt man wieder, wie Recht jener frühere britiſche
Parla=
mentarier hatte, als er ſagte, es würde ein Glück für das
britiſche Reich ſein, wenn man Irland aus den Angeln
heben und weitweg in den Ozean verpflanzen könnte.
Die Lage in Ulſter iſt nach wie vor
außerge=
wöhnlich ernſt. Im Kriegsminiſterium herrſchte den
gan=
zen Sonntag über angeſtrengte Tätigkeit. Kriegsminiſter
Seely hatte nachmittags eine längere Unterredung mit
dem Premierminiſter Asquith. Dieſer begab ſich
zuſam=
men mit Sir John French zu einer Audienz in den
Buckingham=Palaſt, um dem König über die augenblickliche
Lage Vortrag zu halten. Wie bedenklich die Situation
von den leitenden Perſönlichkeiten aufgefaßt wird, geht
daraus hervor, daß die Mitglieder des Oberſten
Kriegs=
rats, unter ihnen auch Sir John French, am Sonntag im
Kriegsminiſterium eine Sitzung abgehalten haben.
Der Berliner Lokal=Anzeiger meldet aus London:
Wie es ſcheint, beſteht bereits eine militäriſche
Depeſchen=
zenſur. Ein Blatt will wiſſen, daß die Regierung
beab=
ſichtige, ungefähr 200 Haftbefehle gegen die
Füh=
rer der Ulſterrebellen zu erlaſſen. Die
Verhaf=
tungen ſollen auf ein telegraphiſches Schlüſſelwort
aus=
geführt werden. Der Miniſter des Innern ſoll die
Druck=
legung von Wahlſchriftſtücken angeordnet haben.
Weiter meldet dasſelbe Blatt aus London: Es ſcheint
ſich zu beſtätigen, daß zwei Kompagnien des erſten
Dorſet=Regiments in Belfaſt ihre Gewehre fortwarfen und
meuteriſche Drohungen äußerten, als ſie Befehl erhielten,
nach Ormiſton, dem Schloſſe des Oberſten Chicherſton,
ab=
zugehen. Sie riefen: Wir wollen hier keine Homerule.
Wir dienen gegen Feinde des Königs und wollen keinen
Briten niederſchießen. Die Kompagnie wurde vorläufig
in der Holywold=Kaſerne untergebracht.
Die Times iſt von dem Premierminiſter zu der
Er=
klärung ermächtigt, die Bewegungen der
Trup=
pen in Irland ſeien lediglich
Vorſichts=
maßregeln; die Abſicht ſei einfach, einen
ver=
ſtärkten Schutz für die Waffen, Munition und Vorräte
zu ſchaffen, die ſich zerſtreut in der Provinz befänden. Die
ſogenannte Bewegung der Flotte beſtände einfach in der
Benutzung von zwei kleinen Kreuzern zum Transport
einer Truppenabteilung nach Carrick=Fergus, ohne daß
ſie dabei durch die Straßen von Belfaſt zu marſchieren
hätte. Weitere Truppenbewegungen ſeien nicht
beabſich=
tigt. Die Gerüchte von einem Erlaß von
Verhaftungs=
befehlen gegen die Führer von Ulſter hätten nicht die
ge=
ringſte Begründung. Die Regierung habe nie einen ſol=
chen Schritt geplant. Was die Offiziere des Lagers von
Curragh und anderwärts beträfe, ſo ſei der Eindruck
ver=
breitet, als ob die Regierung eine allgemeine
Unter=
ſuchung über die Abſichten der Offiziere geplant hätte für
den Fall, daß ſie Befehl erhielten, von den Waffen gegen
Ulſter Gebrauch zu machen. Nichts derartiges ſei
beab=
ſichtigt, und zwar ſchon aus dem Grunde nicht, weil die
Regierung hoffe, daß die Verwendung von Truppen gegen
Ulſter gar nicht ſtattfinden werde. — Ueber die
Ab=
ſchiedsgeſuche der Offiziere in Irland
berichtet die Preß Aſſociation aus Dublin:
Am Freitag früh erhielten die Offiziere der 3.
Ka=
vallerie=Brigade in Dublin die Mitteilung des
Kriegs=
amts, daß ſie, wenn ſie nicht bereit wären, unter gewiſſen
Vorausſetzungen altiben Dienſt in Ulſter zu tun, binnen
12 Stunden ihren Abſchied einzureichen hätten. Nach der
Parade fand eine Offiziersverſammlung ſtatt. Brigade=
General Gough erklärte, er habe bereits ſeinen Entſchluß
gefaßt und fordere die Offiziere auf, die Lage zu
über=
denten und ihm die Entſcheidung mitzuteilen. Offenbar
hatten ſie ſich bereits vorher entſchieden, denn ſo aut wie
alle Offiziere erklärten ſofort, ſie würden dem Beiſpiel
des Generals folgen und ihre Abſchiedsgeſuche einreichen.
Dieſes Ergebnis wurde telephoniſch dem 5. Lanciers=
Re=
giment mitgeteilt mit dem Reſultat, daß 70 von den 76
Offizieren dem Beiſpiel folgten. Bis zum Abend wurde
der Oberſtkommandierende Sir Artur Paget in Kenntnis
geſetzt, er ſetzte ſich ſeinerſeits mit: dem Kriegsamt in
Verbindung und hatte am Samstag Beſprechungen mit
den Offizieren der 4. Huſaren und der 5. Lanciere. Sir
Artur Paget erklärt, das Kriegsamt ſei bereit, das
Ab=
ſchiedsgeſuch des Generals Gough und das des
rangälte=
ſten Majors anzunehmen, die anderen Offiziere würden
dagegen die Konſequenzen zu tragen haben, d. h. ſie
wür=
den wegen Gehorſamsverweigerung arretiert und vor ein
Kriegsgericht geſtellt werden, Zugleich wurde den
Offi=
zieren mitgeteilt, daß die Truppenbewegungen in Ulſter
gegenwärtig nür den Zweck hätten, das Staatseigentum
zu ſchützen und der Polizei in der Aufrechterhaltung der
Ordnung beizuſtehen. Die Offiziere erklärten ſich unter
dieſen Vorausſetzungen bereit, nach Ulſter zu gehen,
er=
klärten aber weiter definitiv, an Feindſeligkeiten gegen
die Lohaliſten von Ulſter nicht teilzunehmen. Dieſe
Er=
klärung wurde nach London telegraphiert, worauf.
Gene=
ral Gough und die Oberſten der 16. Lanciere und der 5.
iriſchen Lanciere nach London berufen wurden
Einſt=
weilen ſind die Befehle für den Transport der Kavalkerie
nach Ulſter ſuspendiert worden. In der 13. und 14.
In=
fanterie=Brigade und in der 3. Artillerie=Brigade
herrſch=
ten ebenfalls mehr oder weniger verfahrene Verhältniſe:
dort ſind in jedem Regiment mehrere Abſchiedsgeſuche
eingereicht worden. Man erfährt indeſſen, daß die
Offi=
ziere, die ihr Domizil in Ulſter haben, keinen Beſehl zum
aktiven Dienſt erhalten würden, ſondern, daß man ihnen
die Wahl zwiſchen Abſchied oder längerem Urlaub laſſen
werde. Alle Infanterie= und Artillerie=Regimenter im
Süden von Irland ſind dem Beſehl, nach dort zu gehen,
gefolgt. General Ferguſſon vom 2. Bataillon des
Man=
cheſter=Regiments, ſagte am Samstag in einer Anſprache
an die Offiziere und Mannſchaften, ſeine und der Leute
Sympathien ſeien auf Seiten Ulſters; er hoffe, ſie
wür=
den nicht die Waffen gegen die Provinz zu ergreifen
brau=
chen, aber wenn ſie den Befehl erhielten, ſo würden ſie
als loyale Soldaten des Königs gehorchen. Die 4. Huſaren
ſind das Regiment. dem Winſton Churchill als Offizier
angehört. Die irländiſchen Zeitungen melden, daß in
Ulſter vollkommene Ruhe herrſche.
Deutſches Reich.
— Eine Einigung über den
Waffenge=
brauch des Militärs, insbeſondere über die
Gel=
tung der preußiſchen Kabinettsorder von 1820, ſollte nach
neueſten Meldungen zwiſchen den Bundesregierungen
nicht zu erzielen geweſen ſein. Wie die Tägl. Rundſchau
dagegen erfährt, iſt dieſe Einigung tatſächlich ſo gut wie
erzielt. Es dürfte ſchon in den nächſten Tagen eine
amtliche Mitteilung darüber erfolgen.
Schwie=
rigkeit machte der Satz der Kabinettsorder, der ein
Ein=
greifen der Militärgewalt aus eigenem Entſchluß für
er=
laubt erklärt, wenn die Zivilbehörde eine Aufforderung zu
ſolchem Eingreifen zu ſpät ergehen läßt. Die
Schwierig=
keit ſoll in der Weiſe beſeitigt ſein, daß dieſe Wendung
fallen gelaſſen und einfach feſtgeſetzt wird, daß das
Mili=
tär bei entſtehendem Notſtand nach den allgemeinen
amt=
lichen Beſtimmungen zum Eingreifen aus eigenem
Ent=
ſchluß berechtigt ſei.
Deutſchvölkiſche Partei. Im
Reichs=
tagsgebäude fand eine von etwa 200 Perſonen beſuchte
Vertrauensmänner=Verſammlung der beiden Fraktionen,
deutſche Reformpartei und deutſch=ſoziale Partei, ſtatt, in
der beſchloſſen wurde, die beiden getrennt beſtehenden
Fraktionen zu vereinigen unter dem Namen
deutſchvölki=
ſche Partei. Zum erſten Vorſitzenden der neuen Partei
wurde der frühere Reichstagsabgeordnete Amtsgerichtsrat
Lattmann gewählt.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Nummer 83.
— Das Reichstheatergeſetz. Von
ſozial=
demokratiſcher Seite iſt im Reichstage folgende kurze
An=
frage eingebracht worden: „Da in dem Geſetzentwurf
vom 25. Februar 1914, betreffend Aenderung der
Gewerbe=
ordnung für einen Teil theatraliſcher Vorſtellungen neue
Beſtimmungen vorgeſchlagen werden, iſt die Befürchtung
laut geworden, daß die zugeſagte Regelung des ganzen
Theaterweſens noch auf lange Zeit hinausgeſchoben ſei.
Iſt der Reichskanzler bereit, darüber Auskunft zu geben,
ob noch in dieſem Jahre der Entwurf eines
Reichstheater=
geſetzes dem Reichstag vorgelegt werden wird?”
— Dr. Kopps Nachfolger. Als Nachfolger des
Fürſtbiſchofs Dr. von Kopp ſoll nach einer Mitteilung aus
eingeweihten Kreiſen Biſchof Bertram von Hildesheim
in Betracht kommen.
— Förderung des Deutſchtums in
Nord=
ſchleswig. Der ſchleswig=holſteiniſche
Provinzialland=
tag bewilligte angeſichts der Bedrängung durch das
Dä=
nentum einſtimmig 100000 Mark zur Förderung des
Deutſchtums in Nordſchleswig.
— Ein koſtſpieliges Reſervatrecht. Der
bayriſche Poſthaushalt ergibt für die beiden letzten Jahre
einen Fehlbetrag von 1600000 Mark. Die Münchener
Abendzeitung beziffert die Geſamtkoſten für die
Aufrecht=
erhaltung des bayeriſchen Poſtreſervats in den beiden
letzten Jahren auf über 11 Millionen Mark.
Ausland.
Schweiz.
Kein Kriegsluftſchiff. Die Blättermeldung,
daß die ſchweizeriſche Regierung einen Auftrag zum Bau
eines Kriegsluftſchiffes für die ſchweizeriſche Armee nach
Deutſchland gegeben habe, iſt vollkommen unzutreffend. Die
irrtümliche Meldung mag vielleicht dadurch entſtanden
ſein, daß, wie verlautet, eine ſchweizeriſche
Luftſchiff=
fahrtsgeſellſchaft ein lenkbares Luftſchiff zu kaufen
ge=
denkt, das unter gewiſſen Vorausſetzungen zu militäriſchen
Zwecken verwendet werden ſoll. Die Frage iſt jedoch noch
nicht entſchieden.
Frankreich.
Die Kammerwahlen. In Deputiertenkreiſen
wird der Plan erörtert, die für den 26. April
anberaum=
ten Kammerwahlen zu verſchieben, da infolge der jüngſten
Vorfälle das Parlament nunmehr das Budget nicht
recht=
zeitig genug erledigen könnte, um die Erledigung des
Wahlſtatuts dem Geſetze gemäß 20 Tage vor dem
Wahl=
termin zu ermöglichen. Vielfach wird der 3. oder 10. Mai
als erſter Wahltag vorgeſchlagen. In dem Aufſchub, der
das Parlament in Stand ſetzen würde, das Budget zu
ver=
abſchieden, dürften auch die Radikalen gerne einſtimmen,
da ſie hoffen, daß der ſchlimme Eindruck, der die Rochette=
Affäre im Lande hervorgerufen hat, bis zu dem neuen
Wahltermin etwas abgeſchwächt ſein würde.
Zwiſt unter den Radikalen. In
nationa=
liſtiſchen und konſervativen Blättern wird erzählt, daß
un=
ter den Radikalen ein Zwiſt ausgebrochen ſei, da ein Teil
derſelben der Anſicht ſei, daß es für ihre Partei ſehr
be=
denklich wäre, wenn die Wahlen unter einem ſo
erſchüt=
ternden Miniſterium wie das Doumerques ſtattfänden.
Bei den geeinigten Radikalen werde deshalb der Gedanke
erörtert, das Miniſterium zu ſtürzen, und dann durch ein
Kabinett Peytral=Delcaſſé zu erſetzen. Die ſehr
phanta=
ſſiereiche royaliſtiſche Aetion Frangaiſe behauptet, daß an
die Bildung eines radikalen Verſöhnungsminiſteriums
Clemenceau=Briand gedacht werde.
England.
Auflöſung des Parlaments? Die liberale
Sonntagszeitung Reynolds News=Paper meldet, in kur
zer Zeit werde der Miniſterpräſident der Oppoſition den
formellen Vorſchlag machen, das Parlament aufzulöſen,
und in den Neuwahlen den Wählern drei
Geſetzesvor=
ſchläge über Homerule, die Trennung von Kirche und
Staat in Wales und die Abſchaffung des Pluralvotums
vorzulegen. Die Neuwahlen würden Ende Juni oder
Anfang Juli vor ſich gehen.
Griechenland.
Die Bewegung in Nordepirus. Der
mi=
litäriſche Leiter der Aufſtandsbewegung in Nordepirus
Doulis, hat die Konzentrierung der „Heiligen Bataillone‟
an drei Punkten nahe der albaniſchen Grenze angeordnet.
Wahrſcheinlich werden die Truppen zuerſt Kolonia und
dann Koritza angreifen. Koritza ſoll zur Hauptſtadt des
unabhängigen Epirus proklamiert werden. Die
Aufſtän=
diſchen verfügen auch über Artillerie.
Dank an den deutſchen Kaiſer. Eine
Ab=
ordnung angeſehener Bürger von Kawalla wird Kaiſer
Wilhelm in Korfu beſuchen, um ihm den Dank der Stadt
für ſein Eingreifen zugunſten der Zuweiſung Kawallas
an Griechenland im Bukareſter Frieden auszuſprechen.
Amerika.
Treuhandgeſellſchaften. Es ſollen
Treu=
handgeſellſchaften gewählt werden, die das Vermögen der
New=York-Newhaven and Hartford=Eiſenbahn und ihren
Beſitz an den verſchiedenen Untergeſellſchaften
überneh=
men und bis zum 1. Januar 1919 verkaufen ſollen. Die
Interſtate Commerce Commiſſion wird Beſtimmung
dar=
über treffen, ob die Geſellſchaften die Dampfſchifflinien
unter der Wirkung der Panamalkanalakte behalten dürfen.
Der Gerichtshof wurde ermächtigt, die Friſt für die
Auf=
öſung zu verlängern, falls die Eiſenbahn triftige Gründe
hierfür vorbringt.
* Berlin 23. März. Das rumäniſche
Prinzen=
paar iſt nach Potsdam übergeſiedelt, wo es noch zwei bis
drei Tage in Geſellſchaft ſeines Sohnes zubringen wird.
Von dort wird dann zu Anfang der nächſten Woche die
Reiſe nach Petersburg angetreten. Von eingeweihter
Seite wird darauf aufmerkſam gemacht, daß die Gerüchte
von einer bevorſtehenden Verlobung des
Erbprin=
zen in Petersburg den Tatſachen vorauseilen. Es
han=
delt ſich vorerſt um die erſte Vorſtellung des 20jährigen
Erbprinzen in der Familie des Zaren. Dieſe Vorſtellung
hätte ſchon im Vorjahre in Livadia ſtattfinden ſollen, iſt
aber angeſichts der damaligen ungeklärten politiſchen
Ver=
hältniſſe auf dem Balkan verſchoben worden. Die Reiſe
nach Petersburg iſt ein Höflichkeitsbeſuch, dem weder
be=
ſondere familiäre noch politiſche Abſichten zugrunde liegen.
Zeitungsſchau.
Ein konſervatives Urteil über die Reichstagsarbeit.
Die Konſervative Korreſpondenz ſtellt den bisherigen
Ar=
beiten des Reichstages aus (Gründen, die nicht weit zu
ſuchen ſind, das denkbar ſchlechteſte Zeugnis aus. Die
Be=
ratung des Etats, die zwei Monate verſpätet ſei, ſei das
einzige Erträgnis einer halbjährigen Tagung, obwohl
ge=
rade in dieſem Jahre dem Reichstag eine Reihe von
Ge=
ſetzen vorgelegt worden ſei, die, da ſie von tief
einſchnei=
dender Bedeutung für das wirtſchaftliche Leben
Deutſch=
lands ſeien, ſehr wohl verabſchiedet werden könnten. In
der Tat ſei aber noch niemals bei einer Tagung des
Reichstags ſo die Zeit vertan worden, als in dieſem
Win=
ter. Allein die zweite Beratung des Etats des Reichsamts
des Innern hat volle 20 Sitzungtage in Anſpruch
genom=
men. Die Arbeiten der Budgetkommiſſion ſeien
unge=
bührlich in die Länge gezogen worden, und alles das,
was in der Budgetkommiſſion vorgebracht und erörtert
worden ſei, ſei dann von denſelben Rednern und vielfach
mit denſelben Worten im Plenum des Reichstags erneut
vorgebracht worden. Obwohl daher für die zweite und
dritte Beratung des Etats volle 12 Wochen zur Verfügung
geſtanden hätten, ſei es nicht möglich geworden, den Etat
rechtzeitig zu verabſchieden. Auch ſonſt ſei das Ergebnis
der bisherigen Beratungen des Reichstags gleich Null.
Mit den Vorgängen in Zabern habe ſich der Reichstag
nicht weniger als dreimal beſchäftigt. Als er dann, um
aus den Vorgängen die geſetzgeberiſchen Konſequenzen
zu ziehen, eine Kommiſſion eingeſetzt habe, habe die
Ar=
beit der Kommiſſion geendet, wie das Hornberger
Schie=
ßen. Die Kommiſſionsarbeiten finden den beſonders
ſcharfen Tadel des konſervativen Organs, das ſchließlich
die Frage aufwirft: Wird der Reichstag vertagt oder
ge=
ſchloſſen? und für Schluß des Reichstags eintritt.
Zu dem Ergebnis der Erſatzwahl in Borna=Pegau
ſchreibt warnend die Altnationalliberale Reichskorreſpon=
denz: Dieſes Ergebnis, hinzugefügt dem der Jerichom
Wahl, ſcheint uns doch ein Menetekel zu ſein, das
niemandem unter uns überſehen werden dürfte.
Wahlen von Jerichow und Borna=Pegau mit dem Au
wachſen der Stimmen der bürgerlichen Rechten wie d
ſozialiſtiſchen Linken laſſen die Stellung des Liberalism
als immer gefährdeter erſcheinen. Der Liberalismus wie
dieſer Gefahr der Ausſchaltung nur begegnen könne
wenn er in den großen Lebensfragen der Nation nic
verſagt und darum die ſchärfſte Kampfesſtellung gegend
Sozialdemokratie einnimmt. Es iſt kein Zweifel, daß da
hierbei zu verzeichnende beklagenswerte Haltung der Foſ
ſchrittlichen Volkspartei bei deren bisheriger enger tal
tiſcher Verbindung mit der Nationalliberalen Partei au
dieſe in ihren Wahlausſichten geſchädigt hat. Noch mehn
würde es die Fortſchrittliche Volkspartei bei allgemein
Wahlen an ſich erfahren. Wir hoffen daher, daß dieſ
Menetekel von Borna=Pegau auch auf den Freiſinn nich
eindruckslos bleiben wird. Er wird bei der bevorſtehende
Stichwahl Gelegenheit haben, es zu bekunden. Denn nü
gilt es in dieſem gefährdeten ſächſiſchen Wahlkreiſe die ge
meinſame bürgerliche Fahne, die zugleich das vaterlä
diſche Banner iſt, zu entrollen. Die Nationalliberale Pau
tei wird, was in ihrer Kraft ſteht, tun, um Herrn von Lie
bert zum Siege zu führen.
Unter der Ueberſchrift Gmunden-Hannover ſchreibe
die Hamburger Nachrichten: Das hannöverſche Welfen
blatt veröffentlicht an der Spitze mit großer Wichtigken
ein Telegramm des Herzogs von Cumberland aus Wie
vom 18. März an einen Führer der hannöverſchen Welfen
partei, den Freiherrn von Scheele, das lautet: „Wie ſteil
bei allen bedeutungsvollen Ereigniſſen in unſerem Hauſe
iſt es mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen und allen Getreuen
in Hannover die Geburt eines geſunden Enkelſohnes in
Braunſchweig mitzuteilen. Hocherfreut und mit innigſten
Danke gegen Gott weiß ich mich der herzlichſten Anteill
nahme an dieſem frohen Ereignis bei Ihnen allen übere
zeugt.‟ Der Drahtgruß betont vor allem ſo auffällig wie
möglich die engen Beziehungen, die der Herzog von Cum
berland nach wie vor zu den Führern der hannöverſchen
Welfenpartei unterhält und augenſcheinlich der Welt wiel
der in Erinnerung bringen will. So ſind wir denn
tat=
ſächlich Zuſchauer des eigenartigen Schauſpiels, daß den
Vater eines deutſchen Bundesfürſten mit ſtaatsfeindlichen
Politikern in einem anderen deutſchen Bundesſtaat rege
freundſchaftliche Verbindungen unterhält und dieſe Leute
die einen deutſchen Bundesſtaat auseinanderzuſprengen
beſtrebt ſind, ſogar noch ſeine „Getreuen in Hannover”
nennt. Mit der Veröffentlichung dieſes Telegramms hängt
auch wohl die durch den halbamtlichen Draht verbreitete
Kundmachung zuſammen, daß Kaiſer Wilhelm
vorläufig=
nicht nach Braunſchweig fährt. . . . Der Herzog von
Cum=
berland ſah ſeinen Sohn die Tochter des Kaiſers freien,
den Herzogthron von Braunſchweig beſteigen, und jetzt
iſt ſeinem Hauſe der Erbprinz von Braunſchweig geboren.
Dieſer Freudentag hätte auch ihn zu einer hochherzigenl
Handlungsweiſe ſtimmen können, und man verſteht im
Deutſchen Reich nicht, wie er umgekehrt den Tag benutzen
mochte, um den welfiſchen Reichsfeinden in Hakinover den
Uebermut zu ſtärken. Der Verzicht des Kaiſers auf ſeine
Braunſchweiger Reiſe und die Tatſache, daß auch der
an=
gekündigte Beſuch des Herzogspaares von Cumberland in
Braunſchweig unterbleiben ſoll, wird, nach der Voſſ. Ztg.,
auf dieſes Telegramm des Herzogs von Cumberland
an den Freiherrn von Scheele zurückgeführt. Es komme
dabei in Betracht, daß zu einer Benachrichtigung der
hannöverſchen Partei von ſeiten des Herzogs um ſo wenit
ger eine Veranlaſſung vorgelegen hatte, als angenommert
werden muß, daß die Nachricht von der Geburt des Erb
prinzen den Welfen in Hannover längſt bekannt ſein
mußte, ehe noch das Telegramm des Herzogs eintreffen
konnte.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. März.
Schulperſonalien. Der Großherzog hat den
Lehramtsaſſeſſor Heinrich Metzner aus Mainz zum
Oberlehrer, den Lehramtsaſſeſſor Heinrich Becker aus
Bellersheim zum Oberlehrer an der Realſchule und dem
Progymnaſium zu Bingen, den Lehramtsaſſeſſor Ludwig
Colin aus Darmſtadt zum Oberlehrer an der höheren
Bürgerſchule zu Groß=Gerau ernannt.
* Militärdienſtnachrichten. Zu Generalmajoren
beför=
dert: die Oberſten: v. Drabich=Waechter,
Kom=
mandeur des Inf.=Regts. Landgraf Friedrich I. von
Heſſen=Kaſſel (1. Kurheſſ.) Nr. 81, unter Ernennung zum
Kommandeur der 21. Inf.=Brig., Freiſe, Kommandeur
der 25. Feldart.=Brig. (Großh. Heſſ.). Zu Oberſten
be=
fördert: die Oberſtleutnants: Tellenbach (früher 116),
beauftragt mit der Führung des 9. Bad. Inf.=Regts.
Nr. 170, unter Ernennung zum Kommandeur dieſes Re=
Shakeſpeare in neuem Licht.
— Im April dieſes Jahres wird die Welt den 350.
Geburtstag William Shakeſpeares feiern, der als
Täuf=
ling unterm 26. April 1564 in das Pfarregiſter eingetragen
wurde und demnach zwiſchen dem 21. und 24. April
ge=
boren ſein muß. Wie der Tag nicht ganz jeſt ſteht, der
der Menſchheit das größte dramatiſche Genie ſchenkte, ſo
iſt es ſogar möglich geweſen, daß man ihm den Ruhm,
die unſterblichen unter ſeinem Namen gehenden Werke
ge=
ſchaffen zu haben, überhaupt abſtritt. Seit vor mehr als
einem halben Jahrhundert die Bacon=Theorie, die den
Philoſophen Bacon als Verfaſſer der Dramen
prokla=
mierte, aufgetaucht iſt, hat die Forſchung die Sinnloſig=
(keit dieſer Behauptung durch mannigfache Beweisführung
laufgezeigt. Seltſamerweiſe iſt dabei aber eine
hochwich=
itige Tatſache unberückſichtigt geblieben, die erſt jetzt in
ſeinem bedeutſamen Buche beantwortet wird. Eins ſteht
ffeſt: der Shakeſpeare von deſſen Erdenleben uns Kunde
geworden iſt, war ein Schauſpieler und wenn ſich nun
nachweiſen läßt, daß nur ein Schauſpieler dieſe
Dramen geſchrieben haben kann, dann iſt die Autorſchaft
Shakeſpeares mit Sicherheit feſtgeſtellt. Dieſe Aufgabe
löſt Prof. Johannes E. Schmidt in einem ſoeben bei
Ernſt Hofmann u. Co, in Berlin erſcheinenden Buch
„Shakeſpeares Dramen und ſein Schauſpielerberuf”
Die Welt der Bühne und des Schauſpielers nimmt
in dem Vorſtellungskreis Shakeſpeares eine
außerordent=
lich große Rolle ein. Mehr als 70 ſeiner Vergleiche ſind
dem Theaterleben entnommen; eins ſeiner
Lieblingsbil=
der macht die Szene als Stätte des Scheins zum Symbol
der Welt, Anſpielungen auf Dinge der Bühnentechnik
liegen ihm ungewöhnlich nahe, ſo daß man ſelbſt das
Wort „Himmel” des öfteren auf den Theaterhimmel
deu=
ten muß, ſo z. B. die Stelle in „Heinrich VI.‟: „Verhängt
werde der Himmel mit Schwarz” womit die dunllen
Tücher an der Bühnenwand gemeint ſind. Häufig bricht
auch der Stolz des Dichters auf ſeinen Stand durch, ſo
in jener berühmten Deklamation des melancholiſchen
Ja=
ques, der das Treiben der ganzen Welt mit dem Tun
des Schauſpielers auf eine Stufe ſtellt während die
Ver=
achtung des Schauſpielerberufes im 111. Sonett wohl nur
auf eine vorübergehende Verſtimmung hindeutet. Auf das
Handwerk des Schauſpielers wird immer wieder Bezug
genommen, und das Merkwürdige iſt, daß auch Könige
und kriegeriſche Helden, wie Lear, Macbeth, Coriolan
und Othello deren ganzes Weſen und Sein dem
Kuliſſen=
reich unendlich fern liegt, ihre Gleichniſſe aus der
Büh=
nenwelt holen, während doch ſonſt Shakeſpeare ſeine
Men=
ſchen durchaus innerhalb des ihnen gemäßen
Vorſtel=
lungskreiſes hält. Seine Bühnenvergleiche entnimmt der
Dichter unmittelbar aus den Einrichtungen und
Zuſtän=
den der zeitgenöſſiſchen engliſchen Bühne und erweiſt ſich
hier als ein vortrefflicher Kenner; auch in dem
Theater=
repertoire jener Epoche iſt er ſehr gut beſchlagen, und
man kann ſogar bei ihm die ſonſt bei Schauſpielern ſtets
zu beobachtende Vorliebe für Reminiſzenzen und Zitate
konſtatieren; öfters zieht er irgend welche Dramen und
Situationen aus Stücken heran, in denen er vielleicht
ge=
ſpielt hat und die ihm daher beſonders lebendig in der
Erinnerung ſtanden. Eine große Anzahl längſt
verſcholle=
ner engliſcher Dramen, Pantomimen, Prologe,
Masken=
ſpiele und Mohrentänze ſind ſo mit höchſter Kunſt in das
Werk Shakeſpeares hineinverwebt, und derartige
Anſpie=
lungen ſtehen ihm ſo mühelos zu Gebote, wie es nur bei
einem mitten im Theaterleben ſtehenden Mann möglich
war. Ja, Shakeſpeare iſt von dem Gedanken an Bühne
und Publikum ſo beherrſcht, daß er verſchiedene Male
ſelbſt die Illuſion aufhebt und plötzlich ſeine Helden auf
der Bühne daran erinnern läßt, daß ſie nur im Theater
agieren. So fallen z. B. Caſſius und Brutus plötzlich
aus der Rolle und ſprechen von dem großartigen
Dra=
menſtoff, den ſie der Weltliteratur hinterlaſſen.
Shake=
ſpeare leht eben ganz in der Sphäre des Theaters, und
deshalb bringt er auch ſo häufig ein Schauſpiel im Schau=
ſpiel auf die Bretter, ſo im Sommernachtstraum, wo die
Schilderung der komödieſpielenden Handwerker und dann
des Publikums reiche Erlebniſſe aus der Bühnenpraxis
und Erfahrungen des Regiſſeurs in grotesker Form
wie=
derſpiegeln, dann in der „bezähmten Widerſpenſtigen”
und vor allem im Hamlet. Ueberhaupt liebt der Dichter
bunte Epiſoden, die wie Zwiſchenſpiele im eigentlichen
Spiel ſtehen, luſtige Intermezzi, groteske Foppereien,
Ver=
kleidungen und Maskeraden, und aus genaueſter
Kennt=
nis des Bühnenwirkſamen heraus legt er den
Schau=
ſpielern Bravourſtücke in den Mund, gibt ihnen
Gelegen=
heit zu „Einlagen” in denen ſie ihre höchſte Kunſt zeigen
können. Aus allem leuchtet hervor, daß der Schöpfer dieſer
Szenen ſelbſt eine ſtarke mimiſche Veranlagung beſaß.
Der Dichter gefällt ſich ſogar mit Vorliebe darin, eine
dramatiſche Szene in Worten nachzuſpielen. Die Figuren
ſind dann durchaus ſchauſpieleriſch geſehen in der
leben=
digſten Angabe ihrer Gebärden und Stellungen.
Man fühlt, wie Shakeſpeare all dieſe Rollen
wenig=
ſtens im Geiſte ſelbſt geſpielt hat, und daher erklärt ſich
auch ſeine Vorliebe für Schauſpielernaturen; er überträgt
die Züge ſeiner eigenen mimiſchen Begabung beſonders
häufig auf ſeinen Narren, dann aber auch auf Heuchler,
die konſequent eine Rolle ſpielen, wie Hamlet und Edgar,
Richard III. und Jago, aber auch auf einen königlichen
Komödianten wie Richard II. oder einen Bramarbas wie
Piſtol. So bringt uns das Buch zum erſten Male zum
Bewußtſein, daß Shakeſpeares Werk aus dem Urgrund
einer großen ſchauſpieleriſchen Begabung geboren iſt. Am
deutlichſten aber beweiſt das der Hamlet, dem Schmidt
eine Behandlung für ſich gewidmet hat. Wer anders als
ein Schauſpieler hätte dieſen Dänenprinzen ſchaffen
kön=
nen, der eine ſo ſtarke Liebe zum Theater, ein ſo großes
Verſtändnis für den Schauſpieler beſitzt und ſelbſt als
ge=
niale Komödiantennatur erſcheint? Nur Shakeſpeare, der
Schauſpieler, konnte zum Schöpfer dieſer Dramen werden.
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Seite 3.
giments, v. Bonin (früher 115) beim Stabe des 6.
Rhein. Inf.=Regts. Nr. 68, unter Ernennung zum
Kom=
änandeur des 7. Thür. Inf.=Regts. Nr. 96, Doerr beim
Stabe des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 115, dieſer unter Ernennung zum Kommandeur des
Füſ.=Regts. Fürſt Karl Anton von Hohenzollern (
Hohen=
zoll.) Nr. 40. Ernannt unter Stellung z. Disp. mit der
geſetzlichen Penſion: Müller, Oberſtleutnant beim
Stabe des 8. Lothring. Inf.=Regts. Nr. 159, zum
Kom=
mandeur des Landw.=Bez. Friedberg. Verſetzt: der
Oberſtleutnant und Bataillonskommandeur v. Weſtrell
m Füſ.=Regt. General=Feldmarſchall Graf Molike
(Schleſ.) Nr. 38, zum Stabe des Leibgarde=Inf.=Regts.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115. Der Charakter als
Oberſtleut=
nänt verliehen: dem Major z. D. Krauſe, kommandiert
zur Dienſtleiſtung beim Kommando des Landw.=Bez. I
Darmſtadt, unter Ernennung zum Stabsoffizier bei
die=
ſem Bez.=Kommando. Als Bataillonskommandeure
ver=
ſetzt: die Majore: v. Stockhauſen (ehemals 115), Adj.
der 17. Div., in das Oldenburg. Inf.=Regt. Nr. 91, Graf
v. Kielmannsegg beim Stabe des Inf.=Regts. Prinz
Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, zum 3. Bat. des Inf.=
Regts. Herzog von Holſtein (Holſt.) Nr. 85. Zum
Ba=
taillonskommandeur ernannt: der Major v. Kropff
(vorher 115) beim Stabe des Inf.=Regts. von der
Mar=
witz (8. Pomm.) Nr. 61. Vom 1. April 1914 ab auf ein
ferneres Jahr zur Dienſtleiſtung beim Großen
General=
ſtäbe kommandiert: der Oberleutnant Sander im Inf.=
Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116. Von dem
Kommando zur Dienſtleiſtung bei dem Großen
General=
ſtabe enthoben: v. Ditfurth im Kaiſer Franz Garde=
Gren.=Regt. Nr. 2, unter Verſetzung als St.=Hauptm. in
das Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115. Vom
April 1914 ab auf ein Jahr zur Dienſtleiſtung beim
Großen Generalſtabe kommandiert: die Oberleutnants:
Dertel im Inf.=Leib=Regt. Großherzogin (3. Großh.
Geſſ.) Nr. 117, v. Küchler im Großh. Art.=Korps,
Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25. Zum Major
beför=
dert und zum Stabe des betreffenden Truppenteils
über=
getreten: der Hauptmann und Kompagniechef
Schroe=
der im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116. Unter Beförderung zum Major verſetzt: der
Hauptmann und Kompagniechef Frhr. Röder v.
Diers=
burg im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115,
zum Stabe des Inf.=Regts. Hamburg (Hanſeat.) Nr. 76.
Der Charakter als Major verliehen: den
Hauptleu=
ten z. D. und Bezirksoffizieren: Dieckmann beim
Landw.=Bez. Friedberg, Heydemann beim Landw.=
Bez. Gießen. Zu Kompagniechefs ernannt: die
Haupt=
leute und Stabshauptleute: v. Hanneken im
Leib=
garde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Coulmann
im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116.
Als Stabshauptmann verſetzt: der überzählige
Haupt=
mann Kuhn im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.)
Nr. 118, in das 1. Naſſ. Inf.=Regt. Nr. 87. Unter
Beför=
derung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent, als
Stabshauptmann verſetzt: der Oberleutnant
Wünnen=
berg im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118,
in das Inf.=Regt. Vogel von Falckenſtein (7. Weſtfäl.)
Nr. 56. Zum überzähligen Hauptmann befördert: der
Oberleutnant Hebold im 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt.
Nr. 168, kommandiert zum Seminar für oriental.
Spra=
chen in Berlin. Kaſlweit, Fähnrich im Leibgarde=
Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, in das Jäger=Regt.
zu Pferde Nr. 10 verſetzt. v Meiß (ehem. Drag. 23),
Major im Großen Generalſtabe, unter Enthebung von
dem Kommando zur Dienſtleiſtung beim
Kriegsminiſte=
rium zum Kür.=Regt. Graf Geßler (Rhein.) Nr. 8 verſetzt
lund mit der Führung dieſes Regiments beauftragt. Als
Eskadronchef verſetzt: der Rittmeiſter Broicher beim
Stabe des Garde=Drag.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23,
in das 2. Bad. Drag.=Regt. Nr. 21. Verſetzt: der
über=
zählige Rittmeiſter Loebbecke im Magdeburg. Drag.=
Regt. Nr. 6, zum Stabe des Garde=Drag.=Regts. (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 23. Lang (ehemals 61), Oberſt und
Kom=
mandeur des 1. Weſtpreuß. Feldart.=Regts. Nr. 35, mit
der Führung der 14. Feldart.=Brig. beauftragt. Zu
Oberſten befördert: die Oberſtleutnants: Frhr. v.
Rots=
mann (ehemals 25), Kommandeur des 1. Garde=
Feld=
hart.=Regts., unter Belaſſung in dieſer Stellung und im
Verhältnis als Flügeladjutant Sr. Maj. des Kaiſers und
Königs, Eggersſ. Kommandeur des Großh. Art.=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25, v. Herff
ehemals 61). Kommandeur des 2. Rhein. Feldart.=Regts.
Nr. 23. Verſetzt: der Hauptmann Wagner im 2.
Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 61. zum Stabe des 1.
Oberelſäſſ. Feldart.=Regts. Nr. 15. v. Plönnies,
Major z. D. und Vorſt, des Art.=Dep. in Lahr, in gleicher
Eigenſchaft zum Art.=Dep. in Darmſtadt verſetzt. Zwecks
Vorbereitung für den Schutztruppendienſt vom 15. April
bis 15. Auguſt 1914 zum Seminar für orientaliſche
Spra=
chen in Berlin kommandiert: der Leutnant Roters im
Inf.=Leib=Regt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117.
In Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches mit der
geſetz=
lichen Penſion zur Dispoſition geſtellt: der Generalmajor
v. Geldern=Crispendorf (ehemals 61)
Kom=
mandeur der 14. Feldart.=Brig., unter Verleihung des
Charakters als Generalleutnant. Der Abſchied mit der
geſetzlichen Penſion bewilligt: dem Rittmeiſter v.
Pla=
ten (ehemals Drag. 24) im Jäger=Regt. zu Pferde
Nr. 13, mit der Erlaubnis zum Tragen der Regiments=
Uniform, dem Oberleutnant v. Roél (früher Drag. 24)
im Jäger=Regt. zu Pferde Nr. 12. Der Abſchied mit ihrer
Penſion und der Ausſicht auf Anſtellung im Zivildienſt
bewilligt: den Oberſtleutnants z. D.: Praél,
Komman=
deur des Landw.=Bez. Bartenſtein, mit der Erlaubnis
zum Tragen der Uniform des Inf.=Leib=Regts.
Großher=
zogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, Pampe, Kommandeur
des Landw.=Bez. Wetzlar, mit der Erlaubnis zum
Tra=
gen der Uniform des Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2.
Großh. Heſſ.) Nr. 116. Der Abſchied mit ihrer Penſion
bewilligt: den Oberſtleutnants z. D.: Brockhaus,
Vor=
ſtand des Art.=Depots in Darmſtadt, mit der Erlaubnis
zum ferneren Tragen der Uniform des Kurmärk. Feldart.=
Regts. Nr. 39, Mootz, 2. St.=Offizier beim Kommando
des Landw.=Bez. Darmſtadt I, mit der Erlaubnis zum
Tragen der Uniform des Leibgarde=Inf.=Regts (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115. Zu Leutnants mit Patent vom 23. März
1912 befördert: die Fähnriche: Gentz, Eichel im Inf.=
Leib=Regt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, Enck
im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118,
Lei=
pold im 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168, Schrader
im Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt.
Nr. 25, Eichhorn im 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt.
Nr. 61. Zum Leutnant befördert: der Fähnrich Fiſchler
Graf v. Treuberg im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115. Zum Fähnrich befördert: der
Unteroffi=
zier Haagner im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 116. Nachgenannte Kadetten der Haupt=
Ka=
dettenanſtalt in der Armee angeſtellt, und zwar: als
Leutnants, vorläufig ohne Patent: die Selektaner,
Por=
tepeeunteroffiziere: Frhr. v. Wangenheim, im
Leib=
garde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Schultze,
im 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168; als Fähnrich: der
Schüler der Kriegsſchulklaſſe II, Portepeeunteroffizier:
v. Koch, im Garde=Drag.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23;
als charakteriſierte Fähnriche: die Oberſekundaner:
Höl=
zinger, im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 115, Marquart, im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, Bickel, im 2. Großh. Heſſ.
Feldart.=Regt. Nr. 61. Im Sanitätskorps. Im aktiven
Heere. Dr. Budde, Stabs= und Bats.=Arzt des 2. Bats.
Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116,
unter Beförderung zum Oberſtabsarzt zum Regts.=Arzt
des Lehr=Regts, der Feldart.=Schießſchule ernannt.
Ver=
ſetzt: der Stabs= und Bataillonsarzt Dr. Szubinski
des Großh. Mecklenb. Jäger=Bats. Nr. 14, zum 2. Bat.
Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116.
g. Strafkammer II. Am 23. Oktober vorigen Jahres
ging der 15jährige Heinrich Kaufmann in Offenbach
zu einer Frau, von der ſeine Mutter noch 20 Mark zu
er=
halten hatte, und verlangte einen Teilbetrag. Er erhielt
jedoch die ganze Summe. In Gemeinſchaft mit 24= und
18jährigen Genoſſen wurden gleich am ſelben Abend 17
Mark in Frankfurt durchgebracht. Zwei Tage ſpäter ging
er mit einem gefälſchten Brief zu einer anderen Frau,
durch den ſeine Mutter angeblich um ein Darlehen von 6
bis 8 Mark bat. Er erhielt auch 8 Mark, die ebenfalls
verjubelt wurden. Die Strafkammer verurteilte den
An=
geklagten zu 2 Wochen Gefängnis wegen Betrugs
in 2 Fällen und ſchwerer Urkundenfälſchung. — Der
Ofenſetzer Karl Ringelmann von Würzburg hat in
Offenbach verſucht, einen ganzen Ofen zu ſtehlen. Als
r dabei war, das Diebſtahlsobjekt abzubrechen, wurde
er erwiſcht. Auch bei einem zweiten Diebſtahl in einem
Geſchäft wurde er erwiſcht. Wegen 2 Fällen des
Dieb=
ſtahlverſuchs im Rückfall verurteilte ihn die
Strafkam=
ner zu 6 Monaten Gefängnis. — Die 44jährige
Ehefrau des Friſeurs Heinrich Gleim in Fechenheim
wurde wegen der Beihilfe zum Verſuch des Verbrechens
tach § 218 des Strafgeſetzbuches in 3 Fällen zu 2
Jah=
ren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverluſt verurteilt.
3 Monate der Unterſuchungshaft wurden ihr in
Anrech=
nung gebracht.
* Die Säuglingsſterblichkeit im Großherzogtum Heſſen
während des Jahres 1913 iſt gegen die Vorjahre wiederum
weſentlich zurückgegangen. Wie der Darmſt. Ztg.
mitge=
eilt wird, ſtarben im ganzen 3003 Säuglinge (Kinder im
1. Lebensjahre). Da 32297 Kinder lebend geboren
wur=
den, ſo kommen auf 100 Lebendgeborene 9,3 geſtorbene
Säuglinge, gegen 10,1 im Jahre 1912, 12,9 in 1911, 11,3
in 1910 und 12,9 im Durchſchnitt der Jahre 1906—10. Vor
40 Jahren war die Säuglingsſterblichkeit doppelt ſo groß
wie gegenwärtig. Wäre dieſe ſo geblieben, ſo würden im
Jahre 1913 nicht rund 3000 ſondern rund 6000 Säuglinge
geſtorben ſein. Vor 40 Jahren ſtarb jedes fünfte Kind,
gegenwärtig ſtirbt erſt jedes zehnte Kind vor Vollendung
des erſten Lebensjahres. Am niedrigſten war die
Säug=
lingsſterblichkeit im Jahre 1913, wie ſchon ſeither, in der
Provinz Oberheſſen, wo die Sterblichkeit zwiſchen 5,7 und
7,5 Prozent ſchwankte. Dann folgen die Kreiſe Erbach
mit 6,9, Landkreis Darmſtadt 7,4, Dieburg 8,2 Landkreis
Offenbach 8,2 und Bingen 8,6. Am ungünſtigſten liegen die
Verhältniſſe immer noch im Kreis Bensheim mit 13,8.
Von den größeren Städten ſchneidet die Stadt Worms
nit 12,7 am wenigſten gut ab. Die Stadt Mainz hat eine
Säuglingsſterblichkeitsziffer von 11,8, Offenbach 10,8 und
Darmſtadt 7,8. Recht hoch war die Säuglingsſterblichkeit
in folgenden Gemeinden: Lampertheim 21,5 Lorſch 18,3,
Wimpfen 21,4, Dietzenbach 18,0, Klein=Krotzenburg 22,7,
Alzey 19,5. Oſthofen 16,8 Finthen 18,4. Guntersblum
24,6 und Horchheim 20,0. Zahlreich ſind die Gemeinden,
die ſich durch niedere Säuglingsſterblichkeit auszeichnen.
Nur eine ſei rühmend hervorgehoben, nämlich Hechtsheim
bei Mainz, wo im Jahre 1913 104 Kinder zur Welt kamen
und nur 3 im erſten Lebensjahr ſtarben.
— Vom Hoftheater wird uns geſchrieben: Heute
abend findet im Abonnement A 35 die Erſtaufführung
von Herbert Eulenbergs Schauſpiel „Belinde” ſtatt,
das als bedeutſame Erſcheinung in der modernen
Literatur durch die Krönung mit dem Volks=
Schiller=
preis anerkannt worden iſt und auch bei ſeiner
Wieder=
gabe auf zahlreichen deutſchen Bühnen ſtets tiefgehende
Eindrücke hinterließ. Die weitere Aufſtellung des
Spiel=
plans hat für dieſe Woche einen Austauſch der
Abonnementsſerien B und D in der Weiſe nötig
ge=
macht, daß die Mittwochs=Vorſtellung „777:10‟ als
D 36 den Freitagsabonnenten zufällt, während die
Vor=
ſtellung B 34 auf Freitag verlegt werden mußte. An
dieſem Abend eröffnet der bekannte Dresdener
Helden=
tenor Johannes Sembach ſein auf zwei Abende
be=
rechnetes Gaſtſpiel mit dem Lohengrin, dem am 31. März
der Rhadames in „Alda” folgen wird. Der Künſtler
kommt ſoeben von der Londoner Parſifal=Saiſon zurück
und begibt ſich von hier aus zunächſt nach Berlin, um
auf Einladung der Generalintendanz acht Mal im
Königlichen Opernhaus den Parſifal zu ſingen; im
April und Mai wird Sembach wieder bei den Londoner
Frühlingsſpielen tätig ſein und im Juni in Paris fünf
Wagnerrollen kreieren. Die Gaſtſpiele Sembachs fallen
dem B= und dem A=Abonnement zu. Im C=Abonnement
gaſtiert am Donnerstag, den 26. März, Eliſabeth von
Schroeder=Clary als Tosca.
* Ehrung. Wie wir hören, hat das Direktorium der
Internat. Baufach=Ausſtellung in Leipzig 1913 dem
Pro=
feſſor Dr. Kollmann von der hieſigen Techniſchen
Hoch=
ſchule eine mit prächtigen techniſchen Emblemen verzierte
Verdienſt=Urkunde überreichen laſſen. Dieſe
Ur=
kunde hebt die außerordentlichen Verdienſte hervor, die ſich
der Genannte um die Organiſation und die Durchführung
der erſten techniſchen Spezialausſtellung erworben hat.
75. Geburtstag. Man ſchreibt uns: Der Hotelier
Auguſt Hufnagel, Mitinhaber des bekannten Hotels
Hufnagel in Seeheim, wohl allen Bergſtraßebeſuchern
bekannt, feiert morgen ſeinen 75. Geburtstag. Herr
Hufnagel hat viel zur Hebung des Fremdenverkehrs
der Bergſtraße beigetragen und nimmt heute noch an
allem reges Intereſſe.
* Goldene Hochzeit. Lehrer i. P. Chr. Geißler
und Frau, wohnhaft Clemensſtraße 13, feiern Samstag,
den 28. d. Mts., das ſeltene Feſt der Goldenen Hochzeit.
Beide Jubilare erfreuen ſich voller körperlicher und
geiſtiger Rüſtigkeit.
* Die Priv. Schützengeſellſchaft hielt am Sonntag
unter ſehr reger Beteiligung ihr offizielles
Eröff=
nungsſchießen auf allen Ständen für Jagd=
Feld=
ſtand, Stand, Piſtolen und Tontauben ab. Es dürfte
Feuilleton.
P. Münchner Theater. „Röſickes Geiſt”
Ko=
mödie in drei Aufzügen von Georg Hirſchfeld fand
bei der Uraufführung im Münchner Schauſpielhaus am
21. März nach den beiden erſten Akten beifällige
Auf=
nahme; nach dem letzten Akt gab es auch lebhafte
Oppo=
ſition Röſicke iſt eine Ueberſetzung Enoch Ardens
ins Berliniſche. Der verſchollene Röſicke, der drei Jahre
keine Nachricht von ſich gegeben hat, kommt zurück und
findet ſeine Frau verheiratet. Da aber Röſicke=Enoch
Arden viel Geld aus der Fremde mitbringt und der zweite
Gatte von Frau Grete nur ſo ein „duſſeliger Uhrmacher”
iſt, ſo bringt die Frau es zuwege, wieder ihren Einſtigen
zu nehmen, ohne daß der zweie Gatte viel dagegen
ein=
zuwenden hat Dieſer wird dadurch verſöhnt, daß Frau
Greta verſpricht, einmal in der Woche zu ihm zu kommen,
ihm die Wohnung zuſammenzuräumen und ſeine
Leib=
gerichte zu kochen. Der Uhrmacher bleibt deswegen nicht
verlaſſen. Er hat einen Freund, den Spiritiſten Johannes
Salzwedel, der die aſtrologiſchen Neigungen des Alten
ſchlau unterſtützt und tapfer bei ihm ſchmarotzt. Frau
Grete iſt ein echt Berliniſches Gewächs, auch die übrigen
Typen ſind mit gutem Humor geſehen und geſtaltet. Daß
trotzdem kein voller Erfolg zuſtande kommen wollte, liegt
nur daran, daß Georg Hirſchfeld nicht ſkrupellos genug
iſt. Warum nennt er ſein Werk nicht reſolut einen
Schwank? Dem Georg Hirſchfeld von heute iſt der Georg
Hirſchfeld von einſt im Wege. Zur vollen Tantiemen
bringenden Albernheit gehört Mut. Georg Hirſchfeld
be=
ſitzt ihn nicht; denn es iſt ihm hinderlich, daß man ihn
einſt den begabteſten Schüler Gerhart Hauptmanns
ge=
nannt hat.
— Der Regen und die Schmerzen. Der vor kurzem
in Amerika verſtorbene Gelehrte und Forſcher Weir
Mit=
chell hat der Wiſſenſchaft nicht nur grundlegende Arbeiten
über die Wirkung der Schlangengifte und über die
Patho=
logie des Nervenſyſtems hinterlaſſen: Weir Mitchell
ver=
dankt die Welt auch eine Reihe eigenartiger und
wertvol=
ler Beobachtungen über den Zuſammenhang zwiſchen der
Witterung und den Schmerzen, insbeſondere den
Schmer=
zen an vernarbten alten Wunden. Während des
Sezeſ=
ſionskrieges war Weir Mitchell der Leiter eines großen
Militärkrankenhauſes und beſchäftigte ſich dabei ſpeziell
mit dem Studium der Nervenverletzungen durch Geſchoſſe
Die Früchte jener Forſchungen und Beobachtungen legte er
ſpäter in einem Werke nieder. Der Gelehrte blieb mit
vielen der geneſenen Verwundeten auch ſpäter noch im
Briefwechſel, und das führte eines Tages zu einer
merk=
würdigen Erſcheinung, die alsbald die Aufmerkſamkeit
des Forſchers erregte. An einem Tage erhielt er eine
ganze Anzahl Briefe aus Kalifornien, zwei Tage ſpäter
eine Reihe Briefe aus Denver und wiederum zwei Tage
ſpäter eine Menge Briefe aus Chikago; und in allen
die=
ſen Briefen meldeten ihm ſeine ehemaligen Patienten, daß
an ihren alten Wunden wiederum Schmerzen eingeſetzt
hätten Die Gleichzeitigkeit der Schmerzen in
beſtimm=
ten Gegenden und der Umſtand, daß die Schmerzwelle
gleichſam in einem beſtimmten Tempo und in einer
be=
ſtimmten Himmelsrichtung ſich bewegte, ließen Weir
Mit=
chell auf eine allgemeine gleiche Urſache ſchließen. Er
ſtellte Nachforſchungen an, ſetzte ſich auch mit den
meteoro=
logiſchen Stationen in Verbindung, ſammelte weiteres
Material und konnte endlich feſtſtellen, daß jede von
Weſten nach Oſten über den Erdteil hinziehende
Regen=
welle von einer Schmerzwelle begleitet war. Die
Regen=
zone und die Schmerzzone ſtimmten vollkommen überein;
aber die Schmerzzone war ſtets größer als die Regenzone.
Das Regengebiet hatte einen Durchmeſſer von rund 600
engliſchen Meilen, das Gebiet aber, in dem gleichzeitig die
Schmerzen auftauchten, wies einen Durchmeſſer von 750
und mehr Meilen auf. Es zeigte ſich, daß die alten
Ver=
wundeten das Wiedererwachen der Schmerzen bereits vor
dem Eintritt des Regens feſtſtellten: die Urſache lag in den
meteorologiſchen Veränderungen, die den wirklichen
Niederſchlägen vorausgingen. Weir Mitchell ſtellte nun
in dieſer Richtung weitere Studien und Beobachtungen
an. Sie ergaben, daß genau in derſelben Weiſe zwiſchen
dem Regen und der Kinderlähmung, wie auch dem
Veits=
tanz Zuſammenhänge beſtehen. In den Zentren der
me=
teorologiſchen Depreſſionen nahmen regelmäßig die
Veits=
tanzerkrankungen zu.
ml. Die Geheimniſſe des Krokodilmagens. Daß ſich
ein hungriges Krokodil nicht mit Kleinigkeiten abgibt,
er=
hellt aus der Liſte der Fundſtücke, die der Magen eines
Krokodils enthielt, das man in der Umgegend von Agra,
der Hauptſtadt der gleichnamigen Diviſion der Britiſch=
Indiſchen Nordweſtprovinzen, kürzlich gefangen hatte.
Der Magen beherbergte unter anderem ein Dutzend großer
Pakete, die mit Haarnadeln gefüllt waren, 68 Kieſelſteine
von 1 bis 3 Zoll Durchmeſſer, einen großen Fußring aus
Meſſing, 24 Bruchſtücke von Glasarmbändern, wie ſie die
eingeborenen Frauen tragen, 5 Fingerringe aus Bronze,
ein kleines ſilbernes Halsamulett, das aus einer
Silber=
münze und einer Kette beſtand, ein goldenes Schmuckſtück,
ein Halsband aus Glasperlen und endlich dreißig kleine
Korallen. Die Liſte der Fundſtücke bezeugt mit aller
Deut=
lichkeit, daß das Krokodil bei der Nahrungsſuche das
ſchöne Geſchlecht ausgeſprochenermaßen bevorzugt hatte.
— Die Sprengſtoff=Flaſche in der Schule. Eine
Lon=
doner Schule wäre kürzlich um ein Haar einer
Exploſions=
kataſtrophe zum Opfer gefallen, die, wäre ſie nicht
ver=
hütet worden, unter den Hunderten von Schülern
ſchreck=
liches Unheil angerichtet haben würde. Der Fall
ereig=
nete ſich während der chemiſchen Unterrichtsſtunde in einer
höheren Klaſſe. Mitten in der Stunde erhob ſich plötzlich
einer der Jungen um zu erklären: „Bitte Sir! Ich habe
eine Flaſche Nitroglyzerin mitgebracht.‟ Dabei hielt er
ſtolz ein Gefäß in die Höhe, in dem eine hellgelbe
Flüſſig=
keit ſchimmerte. Die ganze Klaſſe war vor Entſetzen ſtarr.
Der Lehrer erbleichte, was angeſichts des Umſtandes
be=
greiflich erſchien, da der Inhalt der Flaſche groß genug
war um das ganze Schulgebäude mit ſeinen
Nachbar=
häuſern in Trümmer zu legen. Mit unendlicher Vorſicht
ſetzte der Chemielehrer die verhängmisvolle Flaſche auf
das Katheder. Man kann ſich denken, daß während des
Reſtes der Stunde von Unterricht nicht mehr viel die Rede
war. Die Jungen ſchlichen nach Schluß der Stunde auf
den Zehenſpitzen heraus und verbreiteten die erſchreckliche
Neuigkeit, immer in der Angſt, daß die Schule jeden
Augenblick in die Luft ſliegen werde. Inzwiſchen
ver=
ſuchte ſich der Lehrer in der Rolle des Helden. Er ſchlich
mit der Flaſche aus dem Gebäude und ging im Zickzack,
um jeden fatalen Zuſammenſtoß mit Straßenpaſſanten zu
vermeiden, langſam heraus aus den belebten Straßen
auf die Spielplätze, wo er das Nitroglyzerin vorſichtig auf
den Boden goß.
* „Auguſt=Bebel=Zigaretten‟. Es iſt erreicht. Dem
Bebel=Schlips, der Bebel=Hoſe iſt nunmehr die Bebel=
Zigarette gefolgt. Der Vorwärts empfiehlt das Stück
zu 2, 2½, 3 und 5 Pfennig. Tüchtige Vertreter werden
gleichzeitig geſucht. Auch die Toten müſſen alſo dem
Ge=
ſchäftsſozialismus des Vorwärts zu Inſeratenauſträgen
vechelfen. — Ganz wie in dem verfaulten bürgerlichen
Kapitaliſtonſtaat.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Nummer 85.
gewiß viele Schützen intereſſieren, zu erfahren, daß die
offiziellen Preiſe um einen vermehrt wurden. Es ſoll
all=
jährlich am Schluß der Saiſon das Schießen um die
ſo=
genannte „Königskette” abgehalten werden. Dieſe Kette,
eine Stiftung von Herrn Hofbuchhändler Schlapp,
be=
ſteht aus 21 offiziellen Münzen der 17 deutſchen
Bundes=
ſchießen und wird alljährlich als Wanderpreis
heraus=
geſchoſſen, d. h. die Kette bleibt im Beſitze des Vereins,
der Gewinner iſt aber der Träger der Kette für ein Jahr=
Bedingung für die Teilnahme an dem Schießen iſt die
Mitgliedſchaft der Schützengeſellſchaft und muß der Schütze
an mindeſtens 20 offiziellen Schießen teilgenommen haben.
Die „Königskette” beſteht aus den bis jetzt bei
deut=
ſchen Bundesſchießen verausgabten Münzen und zwar
vom 1. Deutſchen Bundesſchießen in Frankfurt a. M. 1862,
2. in Bremen 1865, 3. in Wien 1868, 4. in Hannover 1872,
5. in Stuttgart 1875, 6. in Düſſeldorf 1878, 7. in München
1881, 8. in Leipzig 1884, 9. in Frankfurt a. M. 1887, 10. in
Berlin 1890, 11. in Mainz 1894, 12. in Nürnberg 1897,
13. in Dresden 1900 (2 Münzen), 14. in Hannover 1903,
15. in Münchgn 1906 (2 Münzen), 16. in Hamburg 1909
(2 Münzen), 17. in Frankfurt a. M. 1912 (2 Münzen).
Die Kette iſt künſtleriſch zuſammengeſtellt und dürfte ein
prächtiges Schauſtück für die Schützengeſellſchaft ſein.
* Odenwaldklub. Die Ortsgruppe Darmſtadt hatte
für Sonntagnachmittag zu einem Spaziergang nachGroß=
Bieberau eingeladen. Zahlreiche Mitglieder mit ihren
Damen folgten vom Böllenfalltor aus dem Führer. Die
Bequemeren traten den Fußmarſch erſt in Ober=Ramſtadt
an. Der Ausflug war von gutem Wetter begünſtigt. Von
den Mädchen und Burſchen der „Spinnſtube” freundlich
empfangen, zogen die Klubgenoſſen und=genoſſinnen mit
Geſang in Groß=Bieberau ein. Bei Freund Schönberger
wurde Einkehr gehalten. Nach Stillung des Hungers und
des Durſtes entwickelte ſich ein urgemütliches, fröhliches
Treiben. Man feierte „Nachkerb” ſo recht von Herzensluſt.
Die Begrüßungsworte ſprachen der Vorſitzende der
Orts=
gruppe Groß=Bieberau und Herr Profeſſor Kiſſinger.
Letzterer dankte den Groß=Bieberauern nochmals für ihre
Mitwirkung beim Dekorierungsfeſt und gab der Freude
Ausdruck über die guten Beziehungen zwiſchen Stadt und
Land. Er dankte auch Herrn Lehrer Krapp von dort für
ſeine wertvolle Tätigkeit im Intereſſe der Erhaltung alter
Sitten und Gebräuche und die Neubelebung des
Volks=
liedes. Alt und Jung ſchwangen das Tanzbein. Es war
eine Freude mitanzuſehen, wie die alten Tänze flott
ge=
tanzt wurden. Freilich können’s die Darmſtädter den
Groß=Bieberauern noch nicht nachmachen. Bei dem
vor=
handenen guten Willen iſt aber nicht daran zu zweifeln,
daß ſich die körperliche und rhythmiſche Gewandtheit
ver=
vollkommnen wird. Manches prächtige Lied wurde mit
heller Begeiſterung geſungen und manches frohe Wort
wurde gewechſelt, bis der Fahrplan längeres Verweilen
nicht mehr geſtattete. Ungern nahm man Abſchied. In
Darmſtadt wieder angekommen, vermochten es die
Teil=
nehmer nicht übers Herz zu bringen, ſich ſchon zu trennen.
Geſchloſſen zogen ſie noch einmal ins Klublokal. Dort hat
die Gemütlichkeit noch lange angedauert. Als man endlich
ſeiner Behauſung zuſtrebte, nahm man den Eindruck mit,
ein paar herrliche Stunden verlebt zu haben. In allen
war der Wunſch eines frohen Wiederſehens lebendig. Von
derGroß=BieberauerSpinnſtubeſindwunderſchönePoſtkarten
hergeſtellt worden. Da die Nachfrage nach dieſen Karten
eine ſehr große iſt, hat der Vorſtand beſchloſſen, ſie durch
Klubgenoſſen Bergmann, Wilhelminenſtraße 19 an
Inter=
eſſenten abgeben zu laſſen. Im Erker der Firma ſind
drei Aufnahmen der Spinnſtube in ſtarker Vergrößerung
(ausgeführt von Herrn Adolf Hof, Liebfrauenſtraße 33)
ausgeſtellt. Die Mitglieder der Ortsgruppe ſeien noch
darauf hingewieſen, daß die diesjährige
Hauptverſamm=
lung am nächſten Freitag, abends 8½ Uhr, im „
Fürſten=
ſaal” Grafenſtraße, ſtattfindet. Recht zahlreiche
Beteili=
gung iſt dringend erwünſcht.
* Hundeausſtellung. Die vom Verein der
Hunde=
freunde am Sonntag im Saalbau veranſtaltete
Ausſtel=
lung von Hunden aller Raſſen war außerordentlich
zahl=
reich beſchickt und gab eine hochintereſſante Ueberſicht über
die Zuchterfolge des letzten Jahres. Beſonders zahlreich
und in ganz ausgezeichneten Exemplaren waren
Dober=
mannpinſcher und deutſche Schäferhunde ausgeſtellt
Letz=
terer Raſſe wendet ſich neuerdings die erhöhte
Aufmerk=
ſamkeit der Züchter zu. da der deutſche Schäferhund Mode
zu werden ſcheint. Auch in Frankreich ſoll dieſe Raſſe
neuerdings ſehr beliebt ſein, wenigſtens verſichert man,
daß ein franzöſiſcher Händler über 20 Hunde dieſer Raſſe
auf der Ausſtellung erwarb, um ſie nach Frankreich
ein=
zuführen. — Ueber 600 Hunde waren insgeſamt
ausge=
ſtellt, darunter prachtvolle Ekemplare, namentlich von
Schoß= und Schäferhunden. Der Beſuch war,
insbeſon=
dere in den Nachmittagſtunden, ſehr zahlreich. Die
Prä=
miierung hatte folgendes Ergebnis: Staatsmedaille:
Stenz und Bodenhöfer für Gordon=Setter, dieſelben auch
4. Preis vom ſüdweſtdeutſchen Verband für Hundezucht
und Jagd. 1 Preis ſüdweſtdeutſcher Verband an Decker,
Wiesbaden, deutſche Schäferhunde. Ehrenpreis der Stadt
Darmſtadt: Reuter, Darmſtadt, für engliſche Windhunde:
1 großer Preis an Major von Stolzenfels für
Dachs=
hunde, 1 großer Preis an Apotheker Werle, Hötensleben,
für Griffon, 1 dito an Bürgermeiſter Sittig. Königſtein,
für Foxterrier, 1 dito an Schilling, Köln, für Spaniels,
1 dito an Müll, Mörſtadt, für Kurzhaar, 1 dito an Lendle,
Wiesbaden, für Dobermannpinſcher, 1 dito an Petry
Darmſtadt, für Dobermannpinſcher, 1 dito an Feldmann,
Crumſtadt, für Dobermanpinſcher, 1 dito an Meiſter, Zell,
für Airedale=Terrier, 1 dito an Wiederich Wiesbaden,
für Pudel, 1 dito an Schellhaas, Groß=Bieberau, für
deutſche Schäferhunde, 1 dito an Dr. Reinhardt,
Gerns=
heim, für Colliers. 1 dito an Frau Jordan für
Zwerg=
pinſcher, 1 dito an Rieſterer, Uebungsplatz für Rottweiler,
1 dito für L. Sutter, Frankenthal, für Kurzhaar, 1 dito
an Buchmann, München, Iriſch=Setter. Ingenieur
Glöckler erhielt für ſeine Griffon den Korphal=
Wander=
preis.
* Vogelsberger Höhenklub (Zweigverein
Darmſtadt). Samstag, den 21 d. M., fand im Hotel
Heß hier die Hauptverſammlung des Klubs bei ſehr
zahl=
reicher Beteiligung der Mitglieder ſtatt. Nach Erledigung
der feſtſtehenden Tagesordnung wurden die beiden
Vor=
ſitzenden, Geh. Schulrat Dr. Schweisgut und
Miniſterial=
reviſor Bruchhäuſer, durch Zuruf einſtimmig
wiederge=
wählt. Der Vorſtand wurde dem zunehmenden
Mitglie=
derſtande und dem vergrößerten Umfang der Geſchäfte
entſprechend um fünf weitere, daher im ganzen auf 15
Mitglieder ergänzt. Außerdem wurde der Wanderplan
für das Jahr 1914/15 eingehend beraten und wie folgt
feſtgeſetzt: 19. April: Odenwald: 10. Mai: Bergſtraße; 13.
und 14. Juni: Vogelsberg; 12. Juli: Taunus; 23. Auguſt:
Odenwald; 13. September: Wetterau; 27. September:
Herrenwanderung an den Rhein; 11. Oktober: Meſſeler
Park; 1. November: Odenwald; 29. November:
Berg=
ſtraße; 10. Januar 1915: Odenwald; 7. Februar 1915:
Odenwald; 7. März 1915: Odenwald.
* Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Don=
nerstag, den 26. März, abends 8¾ Uhr, wird im „Kaiſer=
ſaal” Herr Sanitätsrat Dr. Fr. Maurer ſprechen über
die Nordlandsreiſe, die er im Jahre 1912 an Bord des
norwegiſchen Dampfers „Kong Harald” unternommen hat.
Die hochintereſſante Reiſe wird uns, von Hamburg
aus=
gehend, der Weſtküſte Norwegens entlang hinaufführen
zu den Lofoten, dem Nordkap, bis in den Regionen des
Packeiſes bei Spitzbergen bei 80 Grad 20 Min.
geographi=
ſcher Breite, der nördlichſte Punkt erreicht iſt. Eine
Er=
örterung der geographiſchen und klimatiſchen Verhältniſſe
der hier in Betracht kommenden nordiſchen Gebiete wird
der eigentlichen Schilderung der Reiſe vorausgehen. Der
Vortrag, der nur Selbſterlebtes bringen und durch
zahl=
reiche, vorzügliche, von dem Herrn Vortragenden
aufge=
nommene Lichtbilder illuſtriert wird, darf wohl eines
zahlreichen Beſuches gewiß ſein. (Näheres im
Anzeigen=
teil.)
* Vorträge. In der katholiſchen Pfarrkirche St.
Eli=
abeth hält Profeſſor Meßler am Mittwoch, den
25. März, abends 8 Uhr, einen apologetiſchen
Vor=
trag über das Thema: „Die Taufe im Lichte der
mo=
dernen wiſſenſchaftlichen Forſchung”
Donnerstag abend 8½ Uhr findet im Saale des
Schützenhofes ein Vortrag über die Erlebniſſe eines hieſigen
Einwohners während ſeiner 10 jährigen Dienſtzeit in der
Fremdenlegion ſtatt.
* Lehrerſängerchor. Das am Samstag, den
28. März, ſtattfindende Konzert, in welchem der Chor
in beträchtlicher Verſtärkung auftreten wird, was
jeden=
falls in der Klangwirkung zum Ausdruck kommen
dürfte, kann wohl diesmal ein erhöhtes Intereſſe in
Anſpruch nehmen durch die im Programm
erſcheinen=
den Tonſchöpfungen ſeines Leiters Herrn Wilhelm
Borngäſſer, vier Lieder für Baß, eine Vertonung
der ſtimmungsvollen Lieder aus dem Abend” des in
der Villenkolonie Buchſchlag lebenden Dichters Rud. G.
Binding, vorgetragen von Herrn Kammerſänger
Stephani. Sowohl die zahlreichen Freunde des
Sängers, der außerdem Robert Schumanns Dichterliebe
ſingen wird, als auch diejenigen des Komponiſten ſeien
deshalb nochmals auf dieſen Abend hingewieſen.
Näheres iſt aus dem Anzeigenteil der heutigen Nummer
zu erſehen
§ Tödlicher Unfall. Ein etwa drei Jahre
altes Kind iſt am Donnerstag in der elterlichen
Wohnung in einen Topf heißen Waſſers
ge=
fallen. An den erlittenen Brandwunden iſt das Kind
am Freitag im Städtiſchen Krankenhaus verſtorben.
§ Sachbeſchädigung. Wegen Streitigkeiten in einer
Wirtſchaft in der Schwanenſtraße wurden am Samstag
abend zwei Heizer von dem Wirt aus der Wirtſchaft
hefördert, worauf beide die Glasſcheiben an der
Eingangstüre einſchlugen.
C Tobſüchtig geworden. Im Haftlokal des
Polizei=
amts in der Hügelſtraße gebärdete ſich geſtern ein aus dem
Krankenhauſe eingelieferter Italiener, der offenbar geiſtig
nicht normal iſt, als ihm ein Meſſer abgenommen
wer=
den ſollte, wie raſend, ſo daß es mehreren Schutzleuten
nicht gelang, den Mann zu feſſeln. Zwei Schutzleute
vurden dabei verwundet. Schließlich wurde die
Feuer=
wehr mit der Automobilſpritze requiriert und erſt
dieſem bekanntlich unter erheblichem Deuck ſtehenden
kal=
ten Waſſerſtrahl gelang es, den Tobenden zur Vernunft
zu bringen. Er wurde wieder dem Krankenhauſe
zu=
geführt.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc.ndereneim
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— „Die Kino=Königin” im
Darm=
ſtädter Saalbautheater! Unſere hieſigen
Muſik= und Theaterfreunde ſeien nochmals ganz
beſonders auf die Aufführung des neuen
Operettenſchlagers „Die Kino=Königin” heute,
Dienstag. 24., Mittwoch, 25., Donnerstag, 26,, und
Frei=
tag, 27. März, im Saalbautheater durch das Neue
Ber=
liner Operetten=Enſemble aufmerkſam gemacht.
Dieſe Aufführung wird ein Kunſtgenuß werden, wie er
nur ſelten in unſerer Stadt geboten wird und den
des=
halb niemand ſich entgehen laſſen ſollte, zumal dieſe
Auf=
führung nur viermal ſtattfindet. Einen ſolchen
glänzen=
den, ſtürmiſchen Erfolg, von der geſamten Preſſe
einſtim=
mig anerkannt, hat ſeit Jahren keine andere Operette mehr
gehabt. Eine einſchmeichelnde, prickelnde Muſiknummer
folgt auf die andere und der Erfolg dieſes Schlagers iſt
dementſprechend auch überall zur Senſation geworden.
„Die Kino=Königin” iſt eine Operette, die auch
verwöhn=
tere Anſprüche zu befriedigen vermag. Sie iſt bei aller
Luſtigkeit doch ſtets dezent! Das Neue Berliner
Operet=
ten=Enſemble hat mit „Kino=Königin” überall einen
glän=
zenden Sieg errungen. Man lobte überall die
ausge=
zeichneten Solokräfte, ſowie das geradezu muſterhafte
Zuſammenſpiel. Ueber 350mal iſt die Operette bereits
in Berlin aufgeführt worden und erzielt heute noch täglich
daſelbſt ausverkaufte Häuſer, eine Tatſache, die wohl
ein=
zig daſteht in der Geſchichte der Operette. Die „Kino=
Königin” iſt unbedingt eine Novität, die jeder geſehen
haben muß. Auch bei uns dürfte daher mit einem
un=
gewöhnlich großen Beſuch zu rechnen ſein. Wer ſich alſo
noch einen guten Platz ſichern will, der hole ſich
um=
gehend ſein Billett aus dem Vorverkauf im
Verkehrs=
bureau, Wartehalle am Ernſt=Ludwigs=Platz.
— Das neue Programm ab heute im
Reſidenz=
theater am Weißen Turm iſt wiederum äußerſt
reichhaltig zuſammengeſetzt und in bunter Reihenfolge
werden nahezu vauſenlos die kinematographiſchen
Pro=
duktionen vorgeführt. Den Clou des Programms bildet
ein großer Vierakter, „Die Sumpfblume” mit dem
Künſt=
lerpaar Wanda Treumann und Viggo Larſen in den
Hauptrollen. Neben dieſem Liebesdrama, das das
Prädi=
kat „ſehr gut” verdient, zeigt die weiße Wand wieder ein
großes Luſtſpiel in 3 Akten von Gaumont, und zwar Die
mondſüchtige Familie” welches durch ſeine übermütigen
Darſtellungen die Beſchauer vom Beginn bis zum Schluß
der Vorführung nicht aus dem Lachen herauskommen
läßt. Eine wunderbare Naturaufnahme, „Am Zuger
See” die intereſſante Wochenchronik mit dem
Roſen=
montagszug und ein amerikaniſches Drama „Des Vaters
Wunſch” beſchließen den unübertroffenen Spielplan.
vds. Pfungſtadt, 23. März. (Vortragsabend.)
Vergangenen Samstag fand hier ein Vortragsabend der
Ortsgruppe Pfungſtadt des Deutſchen Flottenvereins ſtatt,
dem auch Vertreter aus Darmſtadt beiwohnten.
Nach=
dem der Vorſitzende der hieſigen Ortsgruppe, Herr Dr
Frank, auf Ziel, Zweck und Notwendigkeit der deutſchen
Flotte hingewieſen hatte, hielt Herr Lehrer Saal einen
Vortrag über eine Lehrerfahrt des Deutſchen
Flottenver=
eins nach der Waſſerkante, der durch Lichtbilder wirkſam
unterſtützt wurde. Zum Schluſſe forderte der
Vortra=
gende auf zu tatkräftigem Eintreten für die Beſtrebungen
des Deutſchen Flottenvereins,
Offenbach, 23. März. (Erſchoſſen.) Ein hieſig
Jagdpächter machte geſtern vormittag in ſeinem Jag)
gebiet einen grauſigen Fund. In dem Walde nächſt den
an der Kreisſtraße Offenbach-Dietzenbach gelegen
Wirtshaus „Waldesruhe” entdeckte er in einem Fichteſ
ſchlag die Leiche eines Mannes. Sie wies eine
Schuß in der Herzgegend auf. Die Schußwafe
ein Terzerol, hielt der Tote noch in der Hand. Nachda
bei der Leiche vorgefundenen Papieren handelt es f4
um den 50 Jahre alten, zuletzt in Frankfurt a. M., Fahl
gaſſe Nr. 20, wohnhaft geweſenen Verſicherungsbeamt=
Richard Clemenz. Dieſer hat am 18 d. M. mit zwei Ai
gehörigen in der Wirtſchaft „Waldesruhe” gezecht undſü
unter Hinterlaſſung einer Zechſchuld heimlich entfern
Vermutlich hat er noch an dieſem Tage Selbſtmord ver
übt. Was ihn zu dieſem Schritt veranlaßte, konnte nich
feſtgeſtellt werden. — (Ertrunken.) Das Spielen n
Ufer des Mains, vor dem ſchon ſo oft
eindringlich=
warnt wurde, mußte am Samstag nachmittag das ſeche
Jahre alte Söhnchen Ludwig der Eheleute Heinrich
Zimmermann, Goetheſtraße 46 wohnhaft, mit den
Leben büßen. Mit noch zwei anderen, im gleichen Alti
ſtehenden Knaben ſpielte der Kleine gegenüber da
Speyerſtraße am Mainufer. Dabei kam er der
Kaimau=
zu nahe, verlor das Gleichgewicht und verſchwand vor der
Augen ſeiner Spielkameraden in den hochgehenden Wel
len. Da ſich Erwachſene nicht in der Nähe beſanden, konn
ten Rettungsverſuche nicht gemacht werden. Bis heut
konnte die Leiche noch nicht geborgen werden, die wahn
ſcheinlich von der ſtarken Strömung weit abgetriebe
wurde.
Jügesheim, 23. März. (Feuer.) Geſtern aben)
gegen 10½ Uhr brach in der Scheune des Landwirts Jo
hann Adam Appelmann Feuer aus das die Scheung
vollſtändig einäſcherte. Die Ortsfeuerwehr konnte nac
langem ſchweren Kampfe das Feuer auf ſeinen Herd be
ſchränken. Zwei unverſicherte landwirtſchaftliche Maſchi
nen wurden ein Raub der Flammen. Der Geſamtſchader
iſt bedeutend. Die Brandurſache iſt noch unbekannt.
h. Lengfeld, 22. März. (Delegiertentag.) Heute
fand hier ein Delegiertentag zu dem am 4., 5. und
6. Juli I. J. unter dem Protektorate des Großh. Geh
Regierungsrats, Herrn Kreisrats Dr. Wagner=Dieburg
abzuhaltenden großen nationalen Geſangswetta
ſtreit des Geſangvereins „Frohſinn” ſtatt
Die große Zahl der erſchienenen Sangesbrüder legte
be=
redtes Zeugnis dafür ab, welches Intereſſe man dem
goldenen Jubiläum unſeres Vereins entgegenbringt
21 wettſtreitende Vereine haben ſich zu friedlichem
Wett=
kampfe angemeldet. Ihre Delegierten und alle
Erſchie=
nenen wurden von dem Herrn Bürgermeiſter im Namen
der gaſtfreundlichen Gemeinde herzlich willkommen
ge=
heißen und von dem Vereinspräſidenten im Namen des
Vereins freundlichſt begrüßt. Zur Eröffnung der
Ver=
handlungen brachte der feſtgebende Verein einen
Begrü=
ßungschor zu Gehör. Freudig wurde von ſeiten der
Delegierten feſtgeſtellt, daß der Geſangverein „Frohſinn”
redlich bemüht war, durch hohe Preiſe ſeine
Wettgeſangs=
ordnung, ſowie ſonſtige Beſtimmungen und
Bedingun=
gen den wettſtreitenden Vereinen guten Boden zu
be=
reiten.
Mainz, 23. März. (Die Mainzer
Stadtver=
ordnetenwahlen vor dem
Provinzialaus=
ſchuß.) Vor dem Provinzialausſchuß als
Berufungs=
inſtanz begannen heute vormittag die Verhandlungen,
betreffend die Anfechtung der Mainzer
Stadtverordneten=
wahlen, die bekanntlich am 31. Januar vom
Kreisaus=
ſchuß für gültig erklärt worden waren. Es ſind 25
Zeu=
gen geladen. Vor Eintritt in die Tagesordnung bemerkte
der Vorſitzende, daß in der Preſſe Mitteilungen
erſchie=
nen ſeien, wonach die Sache bei den Verwaltungsgerichten
verſchleppt worden ſei. Er wolle daher
folgen=
des feſtſtellen: Die Sache kam am 15. Dezember 1913 an
das Kreisamt, Termin wurde feſtgeſetzt auf den 10.
Ja=
nuar 1914, hiergegen Vertagungsantrag geſtellt und dant
der 31. Januar feſtgeſetzt. Das Urteil des Kreisausſchuſ
ſes wurde zugeſtellt am 13. Februar, die Berufungsſchrift
des Vorſitzenden des Kreisausſchuſſes, Regierungsrat
Muhl, ging am 14. Februar ein, ebenſo die Berufungs
ſchriften der Rechtsanwälte Dr. Pagenſtecher und Geh.
Juſtizrat Dr. Schmitt. Zugeſtellt wurde die
Berufungs=
ſchrift am 28. Februar mit einer Erklärungsfriſt von
2 Wochen. Dr. Schmitt erklärte am 20. Februar, daß er
ſich der Berufungsbegründung des Vorſitzenden des
Kreis=
ausſchuſſes anſchließe, der Oberbürgermeiſter erklärte
unter dem 24. Februar, daß für ihn kein Anlaß zu einer=
Erklärung vorliege. Die drei Rechtsanwälte Löwenberg,
Dr. Mattes und Simon reichten unterm 28. Februar,
ein=
gegangen am 2. März, Gegenanträge wegen
Koſtenent=
ſcheidung ein. Die Akten gingen dem Provinzialausſchuß,
am 12. März ein, der am 13. März Termin beſtimmte, zu
dem die Ladungen am 14. März auf 23. März erfolgten,
da zwiſchen den Ladungen eine zehntägige Friſt liegen
muß. — Bei den eingelegten Berufungen handelt es ſich
hauptſächlich um zwei Punkte, daß am zweiten Tag, beim
Zählgeſchäft, in zahlreichen Fällen nicht mindeſtens drei
Perſonen des Wahlvorſtandes anweſend waren, die
vor=
ſchriftsmäßige Beſetzung habe zu den Ausnahmen gehört.
Ferner ſei die Zählung am zweiten Tage in der
Karme=
literſchule nicht öffentlich geweſen, da dies nicht amtlich
bekannt gemacht worden iſt. In der Berufungsſchrift
des Vorſitzenden des Kreisausſchuſſes wurde weiter
gel=
tend gemacht, daß auch das Zählgeſchäft bis zum
Abſchluß=
des Protokolls zur Wahl gehöre, die Wahl ſei nach dem
Geſetz einheitlich. Die Bekanntmachung für den zweiten
Tag hätte ganz gut durch Plakatanſchlag in und an der
Stadthalle erfolgen können. Das ſei nicht geſchehen; dies
ſei ein grober Verſtoß gegen die Wahlordnung. Die
Be=
rungsſchriften der Vertreter der bürgerlichen Parteien
ſchließen ſich der Begründung des Vorſitzenden des
Kreis=
ausſchuſſes an; ſie beantragen, die Koſten der Stadt
auf=
zuerlegen. Die Vertreter der Gewählten beantragten, die
Berufung als unbegründet abzuweiſen. — Der
Provin=
zialausſchuß erklärte die Berufung des Vorſitzenden des
Kreisausſchuſſes und der Vertreter der vereinigten
bür=
gerlichen Parteien für begründet. Die geſamten
Wahlen wurden für ungültig erklärt und
die Koſten beider Inſtanzen der Stadt Mainz auferlegt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 22. März. In der
Pau=
luskirche zu Moabit, in der ſich am vergangenen
Sonntag Ausſchreitungen polniſcher Katholiken ereignet
hatten, hatten ſich am geſtrigen Sonntag zur 8 Uhr=Meſſe
über 2000 Polen eingefunden. Ein großes
Schutzmanns=
aufgebot war zur Stelle, fand aber keinen Anlaß
einzu=
ſchreiten. — Die Beſchädigung des Kaiſer=
Friedrich=Denkmals in Charlottenburg
iſt bis auf einige Spuren, deren endgültige Beſeitigung
beim Eintritt ſonnigen Wetters vorgenommen werden ſoll,
faſt völlig behoben. Das gegen die Farbe angewandte
Bleichverfahren. Waſſer mit Soda und Chlorkalk, hat ſich=
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Seite 5.
in jeder Hinſicht bewährt. Bereits am Samstag war der
größte Teil der Schriftzeichen vollkommen beſeitigt, und
es ſind nur noch einige ſtark verblaßte und nicht
zuſam=
menhängende Spuren übrig geblieben. — Auf dem
Ge=
lände der Induſtriebahn in Tegel brach geſtern
nachmit=
ſtag ein großes Schadenfeuer aus, das den
Ma=
lſchinenraum und den Reparaturſchuppen zerſtörte und den
Waſſerturm beſchädigte. Die Tegeler Feuerwehr und die
Fabrikfeuerwehr von Borſig mußten ſich darauf
beſchrän=
lken, die weitere Ausdehnung des Feuers zu hindern.
Zeit=
weiſe war auch die nahe Humboldts=Mühle in Gefahr=
Der Schaden iſt ſehr beträchtlich. Das Feuer iſt
wahr=
uſcheinlich durch das Keſſelfeuer einer Lokomotive
entſtan=
den.
23. März. Beim ruſſiſchen Botſchafter
v. Swerbejew fand geſtern abend die erſte von dem
Bot=
ſchafter gegebene Soiree ſtatt, zu der annähernd 300
Perſonen, vornehmlich Mitglieder der Hofgeſellſchaft
er=
ſchienen waren. U. a. waren anweſend die Prinzen Eitel
Friedrich und Auguſt Wilhelm, das geſamte diplomatiſche
Korps, die Staatsſekretäre v. Jagow, v. Tirpitz und
Juſtiz=
miniſter v. Beſeler. Die Soiree trug einen ganz
beſonde=
ren Charakter durch die feſtliche Vorſtellung des gefeierten
ruſſiſchen Balletts. — Der Direktor der
National=
bank für Deutſchland, Stern iſt heute vormittag an
einem Herzſchlag plötzlich verſchieden. — In ihrer
Woh=
nung in Altmoabit wurden die Witwe Sophie Wulf und
öhre 39 Jahre alte Tochter erhängt aufgefunden.
Die beiden Frauen ſind anſcheinend ſchon vor einigen
Tagen in den Tod gegangen.
Frankfurt a. M., 23. März. (Hinrichtung Hopfs.)
Der Giftmörder Hopf iſt heute morgen um 7 Uhr im
Gerichtsgefängnis zu Preungesheim enthauptet
wor=
den. Hopf erhielt geſtern früh durch den Staatsanwalt
die Nachricht, daß das Gnadengeſuch abgelehnt worden
und die Hinrichtung auf Montag früh 7 Uhr angeſetzt
worden iſt. Es wurden ihm dann die Feſſeln
abgenom=
men, jedoch zu ſeiner Bewachung mehrere
Gefängnisauf=
ſeher in der Zelle zurückgelaſſen, ſo daß Hopf bis zur
Hin=
richtung keine Sekunde ohne Aufſicht blieb. Im Laufe des
Nachmittags ſuchte der Geiſtliche den Verurteilten auf
und blieb längere Zeit bei ihm. Am Abend kam der
Geiſt=
liche noch einmal zu Hopf. Er nahm mit der gleichen
ſtumpfen Ruhe die Verkündung der Hineichtung
ent=
gegen.
Wiesbaden, 23. März. (Falſchmünzer.) Im
Stadtwalde in der Nähe der griechiſchen Kapelle wurde,
unter einer alten Eiche verſteckt, eine
Falſchmünzerwerk=
ſtätte entdeckt. Man fand Prägeformen zur Herſtellung
falſcher Zweimarkſtücke und andere Utenſilien.
Aachen, 23. März. (Seinen Sohnerſchoſſen.)
Im Aufgang zum Bahnhof Loevenich erſchoß ein Mann,
Albert Wagner, ſeinen älteſten Sohn und ſtellte ſich ſelbſt
der Polizei.
Hamborn, 23. März. (Erſtochen.) Heute nacht ſind
in einer Wirtſchaft der Kellner Schuſter und der Muſiker
Rottweiler von Italienern erſtochen worden. Drei
Ita=
liener wurden verhaftet.
Dortmund, 24. März. (Lic. Fuchs nicht
be=
ſtätigt.) Sicherem Vernehmen nach iſt die Entſcheidung
des Evangeliſchen Oberkirchenrates im Falle des Pfarrers
Lic. Fuchs zu ungunſten der hieſigen Reinoldigemeinde
ausgefallen. Fuchs iſt nicht beſtätigt worden.
Jena, 23. März. (Ertrunken.) Zwei Knaben des
Arbeiters Riche ertranken in der hochgehenden Saale, der
ältere beim Verſuch, den jüngeren zu retten.
Dresden, 22. März. (Ausländiſche
Studen=
ten der Freiberger Bergakademie) haben ſich
geſtern wüſtee Ausſchreitungen zuſchulden kommen
laſſen. Bei einem Karpfenſchmaus in dem Nachbarorte
Kleinſchirma benahmen ſie ſich in ſittlicher Beziehung
der=
art ungehörig, daß der Wirt ſie aus dem Lokal weiſen
mußte. Darauf ertönten die gemeinſten Redensarten,
auch der Ausdruck: „Ihr deutſchen Schweine” fiel. Als
darauf die entrüſteten deutſchen Gäſte die Feſtſtellung der
Namen der Beteiligten verlangten, ſchlugen ſie plötzlich
mit Schlagringen, Gummiknüppeln und anderen
Prügel=
inſtrumenten auf die Deutſchen ein. Einige von dieſen
erlitten erhebliche Verletzungen. Gendarmerie war
in=
folge der vorgerückten Stunde in dem kleinen Orte nicht
mehr erreichbar, die Angelegenheit iſt aber angezeigt
wor=
den und wird noch böſe Folgen für die Beteiligten haben.
Danzig, 22. März. (Schiffsſtrandung.) Der
Kieler Dampfer „Franziska” der geſtern abend
10 Uhr den Hafen von Neufahrwaſſer mit Stückgütern
und Holz nach Hamburg beſtimmt, verlaſſen hatte, iſt nach
vierſtündiger Fahrt an der Außenſeite von Hela bei
Danziger Heiſterneſt geſtrandet. Die
Retlungsmann=
ſchaft von Putziger Heiſterneſt rettete zwei Paſſagiere
und ſechs Mann der Beſatzung. Der Kapitän und weitere
vier Mann der Beſatzung erklärten, an Bord bleiben zu
wollen. Die Lage des Schiffes iſt nicht ungefährlich, da
der Sturm es ſehr hoch auf den Strand geſetzt hat. Der
Kapitän lehnte die Hilfe der herbeigeeilten
Bergungs=
dampfer ab da er erſt Nachricht von ſeiner Reederei
ab=
warten will.
Göſchenen, 23. März. (Wunderbare Rettung.)
Ein Fuhrwerk wurde von einer gewaltigen Lawine in die
Reuß geſchleudert, der Fuhrmann, der ſich an einem
Strauche feſthielt, ſowie ein Pferd wurden gerettet.
Paris, 23. März. (Diebſtahl.) Dem Matin
zu=
folge verſchwand aus dem Louvremuſeum ein von einem
franzöſiſchen Gelehrten 1888 aus Egypten mitgebrachter,
22 Meter langer Papyrus.
Nizza, 23. März. (Ein wahnſinnig
gewor=
dener Barbier) überfiel auf der Straße eine Gruppe
von Spaziergängern und brachte ſieben derſelben mit
einem Raſiermeſſer mehr oder minder ſchwere
Ver=
letzungen bei. Gendarmen haben den Geiſteskranken
feſt=
genommen.
Chriſtiania, 23. März. (In Seenot.) Aus
Flekke=
fjord wird gemeldet, daß der Dampfer „Borgaa” der
Fre=
derik Olſenſchen Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft dort den
Ka=
pitän und fünf Mann des deutſchen Schoners „Femo”
gelandet hat, der am Donnerstag morgen gegen 1.30 Uhr
vor der holländiſchen Küſte von dem deutſchen Dampfer
„Kaiſer Wilhelm der Große” überrannt worden war. Der
Kapitän und fünf Mann konnten ſich in einem
Rettungs=
boot ohne Ruder retten. Die übrigen drei Mann der
Be=
ſatzung ſind wahrſcheinlich ertrunken. „Kaiſer Wilhelm
der Große, ſtoppte, konnte jedoch die umhertreibenden
See=
leute im Dunkel der Nacht nicht ſehen und ſetzte daher
die Fahrt fort. Acht bis neun Stunden trieben die faſt
unbekleideten Männer in dem Boote umher, bis ſie von
der „Borgaa” aufgenommen wurden. Der Kapitän der
„Femo” erzählte, daß er durch einen Schrei aufgeweckt
wurde. Er ſprang aus der Koje. Während er die Treppe
hinauflief, fand der Zuſammenſtoß ſtatt. Der Kapitän
be=
hauptet, daß das Unglück auf einen Manövrierfehler des
Dampfers „Kaiſer Wilhelm der Groß,” zurückzuführen ſei.
Sydney, 22. März. (Kanibalen.) Nach einer
Kabelmeldung von den Neuen Hebriden haben Ein=
geborene im Norden der Inſel Mallikolo ſechs eingeborene
Lehrer einer auſtraliſchen Miſſionsſtation ermordet
und verſpeiſt.
Bombay, 23. März. (Brand.) Heute morgen brach
in einem Baumwollager ein Brand aus, der noch heftig
fortwütet. Die Verluſte der bis jetzt vernichteten 60000
Ballen Baumwolle werden auf eine halbe Million Pfund
geſchätzt. Die Urſache des Brandes iſt unbekannt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 23. März. Präſident Dr. Kaempf
eröffnet die Sitzung um 2,18 Uhr und teilt mit, daß von
dem Herzogspaar von Braunſchweig ein
Danktelegramm eingegangen iſt für die Glückwünſche
des Reichstages zur Geburt des Erbprinzen.
Erſter Gegenſtand der Tagesordnung iſt die erſte
Be=
ratung eines Geſetzentwurfes, betreffend die
Verlegung der deutſcheruſſiſchen Landesgrenze
vom Memelſtrom bis zum Piſſekfluß. Der Entwurf wird
ohne Debatte in erſter und ſofort ohne Debatte in zweiter
Leſung erledigt. Gleichfalls ohne Debatte wird der
Ge=
ſetzentwurf über die
Folgen der Verhinderung wechſel= und ſcheckrechtlicher
Handlungen im Auslande
in dritter Leſung erledigt. Es folgt die Beratung des
Notetatsgeſetzes.
Abg. Beck=Heidelberg (natl.) begründet einen
An=
rag, der eine Reihe neuer Beamtenſtellen im Poſtetat
vorſieht. Es wäre notwendig, dieſe neuen Stellen, die
durch das Bedürfnis hervorgerufen ſeien, ſchon jetzt in
den Etat einzubeziehen. — Abg. Graf Weſtarp (konſ.)
ſtimmt dem Antrag zu und begründet einen Antrag,
be=
treffend Aufwandsentſchädigung an Familien, von denen
bereits drei Söhne durch Ableiſtung ihrer geſetzlichen
zwei=
oder dreijährigen Dienſtpflicht bei Heer und Marine als
Unteroffiziere oder Gemeine eine Geſamtdienſtzeit von
mindeſtens ſechs Jahren zurückgelegt haben, für jedes
weitere Dienſtjahr eines ſeiner Dienſtpflicht genügenden
Sohnes. Dieſe Entſchädigung müßte ſchon vom 1. April
ds. Js. ab gezahlt werden können. — Staatsſekretär
Kühn: Wir ſind mit den Anträgen einverſtanden. Der
Notetat ſchließt aber dieſe Forderungen ſchon in ſich. —
Abg. Graf Weſtarp (konſ.): Unter dieſen Umſtänden
ziehe ich meinen Antrag zurück. — Der Notetat wird mit
dem dazu geſtellten Antrag ohne weitere Debatte in
zweiter Leſung erledigt. — Der
Bericht der Reichsſchuldenkommiſſion
über die Verwaltung des Schuldenweſens des Deutſchen
Reiches und der deutſchen Schutzgebiete, über den
Hinter=
bliebenen=Verſicherungsfonds, über den Fonds zur
För=
derung des deutſchen Nachrichtenweſens, den
Reichs=
kriegsſchatz uſw., wird entſprechend dem Antrage der
Kom=
miſſion zur Kenntnis genommen und Entlaſtung erteilt.
Eine Reihe weiterer Rechnungsſachen wird ohne Debatte
erledigt. Es folgt ein dritter
Nachtragsetat.
In dieſem werden Mittel angefordert für den Erwerb
des Grundſtücks Viktoriaſtraße 34 in Berlin,
zu deſſen Uebernahme das Reich durch Schiedsſpruch
ge=
zwungen worden iſt. Die Kommiſſion empfiehlt Annahme
der Vorlage.
Abg. Stücklen (Soz.): Hier handelt es ſich um
nichts weniger als um einen Vorſtoß gegen das
Budget=
recht des Reichstages um den Verſuch, eine Verletzung
der Verfaſſung herbeizuführen. Dem Reichstag wird eine
Rechnung von weit über 5 Millionen präſentiert, nachdem
man ihn vor eine vollendete Tatſache geſtellt hat. Wür
müſſen uns entſchieden dagegen wenden, daß der
Reichs=
tag auf dieſe Weiſe hintergangen wird. (Präſident Dr.
Kaempf bittet den Redner, ſich zu mäßigen.) Das
Ge=
bäude ſollte dem Militärkabinett der Nebenregierung, von
dem aus die Befehle an das Kriegsminiſterium gehen, zur
Verfügung geſtellt werden. Das Militärkabinett iſt die
tonangebende Inſtanz und dabei unverantwortlich Wenn
das alte Gebäude in der Behrensſtraße nicht mehr
aus=
reicht, warum errichtet man das neue Gebäude nicht auf
dem Tempelhofer Feld auf fiskaliſchem Boden bei dem
Bezirkskommando? Was man nicht auf gradem Wege
er=
reichen konnte, hat man nun auf ſchiefem Wege verſucht.
(Präſident Dr. Kaempf bittet den Redner, ſich in
barla=
mentariſchen Grenzen zu halten.) Der Militärfiskus hat
ſich dann mit Herrn Winterfeld dahin verſtändigt, daß die
ganze Sache einem Schiedsgericht unterbreitet werden
ſolle. Dem Reichstag war hiervon keine Mitteilung
ge=
macht worden, nur der Herr Staatsſekretär Kühn hat in
ſeinem Finanzexpoſé eine verſteckte Andeutung hiervon
gemacht. Das Schiedsgericht hat das Urteil gefällt. Die
Folge iſt, daß das Reich um 2 bis 2½ Millionen geſchädigt
worden iſt. die Herrn Winterfeld und der Dresdener Bank
in die Taſche fließen. Es muß verlangt werden, daß der
Schuldige geſucht und mit ſeinem Vermögen haftbar
ge=
macht wird. Gegen den Grundſatz, daß bei
Tauſchgeſchäf=
ten bei Millionenobjekten der Reichstag nicht gehört zu
werden braucht, muß entſchieden proteſtiert werden, ſonſt
könnte ja auch eines Tages der Reichstag vertauſcht
wer=
den. (Heiterkeit.) Hier haben wir es wieder einmal mit
einem Machtmittel des Militarismus zu tun, der den
Reichstag ausſchalten wollte. Nur der entſchloſſene
Wider=
ſtand des Reichstages kann das Deutſche Reich vor großem
Schaden bewahren.
Abg. Schiffer=Magdeburg (natl.): Mit der
Wür=
digung dieſes Vorganges iſt der Reichstag in ſich und mit
dem Kriegsminiſter einig. Auch der Miniſter hat
rück=
haltlos anerkannt, daß der Vorgang mit dem Budgetrecht
des Reichstags nicht vereinbar ſei. Die Beamten haben
zweifellos in gutem Glauben gehandelt, haben aber ihre
Behörde ſowohl wie den Reichstag in eine mißliche Lage
gebracht. Die ſchlimmſte Seite der Frage iſt, daß das
Vertrauen zu den Behörden beeinträchtigt wird. Es muß
mit Nachdruck verlangt werden, daß die Frage des
Re=
greßanſpruches des Reichstages ſchleunigſt geprüft wird
ind daß Tauſchgeſchäfte in Grundſtücken etatsrechtlich
ebenſo behandelt werden wie Kaufgeſchäfte. Schließlich
muß die baldige Vorlegung eines Reichswirtſchafts=
Ge=
ſetzes gefordert werden. (Beifall.)
Abg. Gothein (Fortſchr. Vpt.): Jede Verdunkelung
des Budgetrechtes des Reichstages muß vermieden
wer=
den. Nach eingehendem Studium des ſchiedsgerichtlichen
Urteils kann ich ſagen, daß der Fiskus noch ganz gut
ab=
chließt. Die Wahrung des Budgetrechts iſt viel wichtiger
als ein eventueller Verluſt. In der Praxis wird der
Ver=
luſt nicht ſo übergroß ſein. Wir kommen noch einmal mit
dem blauen Auge davon. Wir müſſen aber zeigen, daß
wir nicht vor dem Militärkabinett unterliegen. Ich fürchte
nur, daß mit den Reſolutionen nicht viel erreicht wird.
Trotzdem müſſen wir ſie einmütig annehmen.
Staatsſekretär Kühn: Ich habe mich in der
Kom=
miſſion nur in grundſätzlicher Richtung geäußert. Die
Finanzverwaltung bat für ſich bisher in Anſpruch genom=
men, reine Tauſchgeſchäfte, wenn keine Zuzahlung erfolgt
und der Verwendungszweck der gleiche bleibt,
vorzuneh=
men. Bei großen Projekten wird der Reichstag damit
be=
faßt, ſobald nicht zwei Tauſchgeſchäfte daraus gemacht
werden. Ich würde es ſehr bedauern, wenn das
Ver=
trauen des Reichstages zur Regierung erſchüttert ſein
ſollte. Die Behauptung, das Kriegsminiſterium habe
ab=
ſichtlich das Budgetrecht des Reichstages umgehen wollen,
iſt unzutreffend. Ein Reſſort gegen das andere
auszu=
ſpielen, iſt nicht angebracht. Hier liegt kein reines
Tauſch=
geſchäft vor. Ein ſolches daraus zu konſtruieren war
nicht möglich. (Hört! Hört! bei den Soz.) Die
Reichs=
leitung iſt dazu gekommen, das Geſchäft an den Reichstag
zu bringen, ohne Druck von außen her, ohne daß die
Oeffentlichkeit übeerhaupt etwas davon wußte. Darin
dürfte für das Parlament die Garantie liegen, daß auch
in Zukunft ſo verfahren wird.
Abg. Ledebour (Soz.): Bei einem reinen
Tauſch=
geſchäft, bei dem alſo beide Parteien ihre Forderungen
gegeneinander ausgleichen, wäre nach Anſicht des
Staats=
ſekretärs Kühn eine Ganehmigung des Reichstages nicht
notwendig. Wir ſtehen auf dem entgegengeſetzten
Stand=
punkt. Ein ſolches Uebergehen des Reichstages wäre
gleichfalls ein Vorſtoß gegen das Budgetrecht. Wir
ſtim=
men deshalb der Kommiſſionsreſolution zu, wonach
Tauſchgeſchäfte über Grundſtücke etatsrechtlich ebenſo
be=
handelt werden ſollen, wie Kaufgeſchäfte über
Grund=
ſtücke. — Abg. Dove (Fortſchr. Vpt.): Tauſchgeſchäfte
müſſen den etatsrechtlichen Beſtimmungen in gleicher Weiſe
unterliegen wie Verkauf und Kauf gegen Barzahlung und
deshalb werden auch wir der dahingehenden
Kommiſ=
ſionsreſolution zuſtimmen.
Staatsſekretär Kühn: Wenn verſchiedene Vorredner
an meinen Ausführungen über Tauſchgeſchäfte Anſtoß
ge=
nommen haben, ſo muß ich erklären, daß meine
Ausfüh=
rungen darauf beruhen, daß in den Etat nur Ausgabben
und Einnahmen aufgenommen werden, die ſich in bar
ausdrücken laſſen. Das iſt bei Tauſchgeſchäften nicht der
Fall. Trotz dieſer grundſätzlichen Auffaſſung hat die
Fi=
nanzverwaltung der Regel nach die Zuſtimmung des
Reichstages auch zu derartigen Geſchäften einzuholen und
ſie ermöglicht es dadurch, daß ſie das Tauſchgeſchäft in
zwei Geſchäfte, Kauf und Verkauf, aufgelöſt hat.
Kriegsminiſter v. Falkenhayn: Zweifellos
han=
delt es ſich in dem vorliegenden Fall um kein reines
Tauſchgeſchäft. Jedenfalls handelt es ſich aber um ein
vorzügliches Geſchäft für das Reich und ſchließlich iſt es
auch jetzt noch ziemlich erträglich. Der Chef des
Militär=
kabinetts hat bei dem Bau ſo viel mitgewirkt wie jeder
Bauherr an einem Bau für ſeine Behörde mitwickt. Er
hat auch ein Intereſſe daran, weil man ſich überzeugt hat,
daß die bisherigen Gebäude für die Zwecke des
Militär=
kabinetts nicht genügen, aber auch nicht ausgebaut werden
können. Von einer luxuriöſen Wohnung für den Chef des
Militärkabinetts kann keine Rede ſein. Der Feſtſaal iſt
ungefähr ſo groß wie eine gute Berliner Stube. (Sehr
gut und Heiterkeit.) Dieſes nue Gebäude iſt ausgeſucht,
nur um neue Arbeitsräume zu ſchaffen.
Selbſtverſtänd=
lich mußte dort zugleich auch für eine Wohnung des Chefs
des Kabinetts Sorge getragen werden da bei der
Eigen=
art des Betriebs der Chef in ununterbrochener Verbindung
mit ſeinen Arbeitern bleiben wollte. Das Militärkabinett,
das mit allen Zentralbehörden in Berlin in Verbindung
ſteht, bei dem ein ununterbrochener Verkehr ein= und
aus=
geht, an die Peripherie Berlins zu verlegen, wäre höchſt
unpraktiſch. Dieſe Gelegenheit dürfte nicht die richtige
ſein, um das Verhältnis zwiſchen Kriegsminiſter und
Militärkabinett zu erörtern. Wie das Budgetrecht durch
die Verfaſſung feſtgelegt iſt, ſo iſt es auch hinſichtlich des
Militärkabinetts der Fall. Soll ich die Verantwortung
für das Militärkabinett übernehmen, ſo muß dier
Ver=
faſſung geändert werden. (Sehr richtig.) Im übrigen
werden wir wohl in einigen Wochen Gelegenheit haben,
auf dieſe Frage einzugehen. (Heiterkeit.) Der harte
Tadel, warum ich dieſe Verantwortung nicht auf mich
ge=
nommen hätte, war nicht berechtigt. (Bravo.)
Nach weiterer kurzer Debatte wird der
Nachtrags=
etat in der Faſſung der Kommiſſion mit der Reſolution
angenommen. Bei der darauf folgenden zweiten und
dritten Leſung wird der Nachtragsetat ſodann ebenfalls
unverändert und ohne Debatte
angenom=
men. Dabei ſtimmen auch die Sozialdemokraten dafür.
(Zuruf: Die Sozialdemokraten ſtimmen für den Etat!
Heiterkeit und Bravorufe. Andauernde Bewegung und
Unruhe.)
Es folgt die zweite Leſung des
Etats für das Reichsſchatzamt.
Die Kommiſſion, Berichterſtatter Abg. Erzberger,
be=
antragt unveränderte Annahme des Etats, ſowie eine
Re=
ſolution, eine Novelle vorzulegen auf Gewährung von
Kriegsteilnehmerbeihilfen auch für Nichtkombattanten.
Abg. Stolle (Soz.): Das Syſtem der
Einfuhr=
ſcheine ſchädigt die Intereſſen des Volkes. Sie wirken
auch auf die Lage des arbeitenden Volkes. (Vizepräſident
Dr. Dove erſucht den Redner, zur Sache zu ſprechen. Bei
ſpäterer Gelegenheit erſucht er ihn, keine Agrardebatte zu
entfeſſeln, dieſer Etat ſei nicht die Stätte dazu.) Abg.
Stolle fortfahrend: Auch auf die Finanzlage haben die
Einfuhrſcheine ihren Einſluß. Der Redner geht ſodann
wiederum auf die agrarpolitiſche Seite der Frage ein
und wird ſchließlich vom Vizepräſidenten Dr. Dove zum
letzten Male zur Sache gerufen. — Abg. Schulenburg
(natl.): Für die Unterbeamten der Finanzverwaltung
muß ſchleunigſt etwas geſchehen. Sie befinden ſich
viel=
fach in Not. — Das Gehalt des Staatsſekretärs wird
be=
willigt. Beim Titel „Allgemeine Fonds” wünſcht Abg.
Prinz zu Schönaich=Carolath (natl.) eine Erhöhung
der Veteranenbeihilfe. Die letzte Erhöhung um 30 Mark
ſei für die armen, ſiechen Veteranen nicht ausreichend. Die
Bewilligung der Beihilfen muß möglichſt weitherzig
er=
folgen. (Sehr richtig.) Bei der letzten großen Sammlung
für die Veteranen wurde dem Reichsverband zur
Unter=
ſtützung alter Kriegsveteranen die Schenkungsſteuer
auf=
erlegt. Das ſollte nicht ſtattfinden. Erhöhen wir die
Veteranenbeihilfe auf 180 Mark. Bis dat, qui eito dat!
(Beifall.)
Generalmajor Freiherr von Langermann und
Erlencamp: Das Geſetz ſpricht nicht von
Kombattan=
ten und Nichtkombattanten, ſondern von
Kriegsteilneh=
mern, und das ſind alle Perſonen des Unteroffizier= und
Mannſchaftsſtandes, die zu kriegeriſchen Zwecken die
Grenze überſchritten haben oder an ſonſtigen kriegeriſchen
Operationen teilgenommen haben. Die Regierung hat
Maßnahmen getroffen, daß Härten ausgeglichen werden.
— Abg. Baumann (Ztr.): Die Lage der
Nichtkombat=
tanten iſt vielfach derart, daß eine ſchleunigſte Beihilfe
notwendig erſcheint. Die Beihilfe muß wohlwollend und
in weiteſtem Maße bewilligt werden. — Abg. Rupp=
Baden (konſ.): Wir ſtimmen der Reſolution zu. An der
Unparteilichkeit der Beamten bei der Gewährung der
Bei=
hilfen iſt nicht zu zweifeln. Die Mißſtände ergeben ſich
aus der Unzulänglichkeit der menſchlichen Natur. Man
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Nummer 83.
muß dafür ſorgen, daß die Beihilfe nicht von kleinlichen
Geſichtspunkten aus abgelehnt wird. — Abg.
Bruck=
hoff (Fortſchr. Vpt.): Eine klare Feſtſtellung wäre
dar=
über erwünſcht, ob es richtig iſt, daß diejenigen Veteranen,
die über 600 Mark Einkommen haben, eine Unterſtützung
nicht bekommen. Bezüglich des Nachweiſes der
Erwerbs=
unfähigkeit werden den Veteranen Schwierigkeiten
ge=
macht. Hier muß eine Aenderung eintreten. Bedauerlich
iſt, daß einzelne Veteranen die Beſitztum und auch
Ver=
mögen beſitzen, die Beihilfe gewährt wird anderen
da=
gegen, die bedürftig ſind, nicht, Auch hier ſollte der
Staatsſekretär nach dem Rechten ſehen.
Staatsſekretär Kühn: Eine beſtimmte
Einkommens=
grenze, von der ab Beihilfen nicht mehr gewährt werden,
iſt nicht feſtgelegt. Es ſollen die Lebensbedingungen an
den betreffenden Wohnorten berückſichtigt werden. Nach
der politiſchen Geſinnung der Kriegsteilnehmer darf nicht
mehr geforſcht werden. Bei den Hunderttauſenden von
Unterſtützungen werden einzelne Fälle ſtets vorkommen,
in denen nicht geſetzmäßig verfahren wird. Eine
Be=
ſchwerde bei der nächſtvorgeſetzten Behörde oder bei der
Zentralinſtanz wird ſtets Abhilfe ſchaffen.
Abg. Behrens (Wirtſch. Vgg.): Wichtiger, als die
Erweiterung der Grenze derjenigen, die die Beihilfen
be=
kommen ſollen, iſt eine weitherzige Aufaſſung bei der
Ge=
währung der Beihilfen. Die unteren Organe ſollten in
dieſer Richtung angewieſen werden, das Geſetz nicht
ſtreng dem Buchſtaben nach, ſondern dem Geiſte nach
aus=
zulegen. Gegenüber den Witwen, die die nötigen
Nach=
weiſe über die Kriegsteilnahme ihrer Männer nicht mehr
beibringen können, muß wohlwollend verfahren werden.
— Abg. Dr. Südekum (Soz.): Immer wieder kommen
Klagen darüber, daß wirklich Bedürftige die Beihilfen
nicht bekommen, dafür aber Gutſituierte. Bettlägerigen
Veteranen ſollte Arzt und Apotheke bewilligt werden, wie
wir es für Invaliden der Arbeiter ebenfalls fordern. —
Abg. Bruckhoff (Fortſchr. Vpt.): An dem Wohlwollen
des Staatsſekretärs zweifele ich nicht. Tatſächlich
be=
ſteht aber doch ein Fragebogen, in dem nach der
politi=
ſchen Anſchauung des Veteranen gefragt wird. — Abg.
Dr. Arendt (Rpt.): Die Sozialdemokraten haben es
leicht, Anträge zu ſtellen, von deren Undurchführbarkeit ſie
ſelbſt überzeugt ſind. (Glocke. Präſident Dr. Kaempf ruft
den Redner zur Ordnung. Heiterkeit.)
Damit ſchließt die Diskuſſion. Die Reſolution wird
angenommen. Beim Titel „Prägekoſten” wünſcht Abg.
Dr. Arendt (Rpt.) Wiederprägung der Mansfelder
Taler und beſſere Ausgeſtaltung der Jubiläumsmünzen.
Im nächſten Jahre ſollte eine Bismarck=Denkmünze
aus=
geprägt werden. Damit ſchließt die Debatte. Der Etat
wird bewilligt. Die Tagesordnung iſt erſchöpft. Nächſte
Sitzung Dienstag 2 Uhr pünktlich: Anfragen, Kleine
Vor=
lagen, Rechnungsſachen, Etat für Kiautſchou. — Schluß
¾47 Uhr.
* Berlin, 23. März. Der Seniorenkonvent
des Reichstages trat heute kurz vor der
Plenar=
ſitzung zu einer Beſprechung der Geſchäftslage
zuſammen und beſchloß, auf die Tagesordnung für
mor=
gen Petitionen zu ſetzen. Mittwoch bleibt als katholiſcher
Feiertag ſitzungsfrei, Auf der Tagesordnung für
Don=
nerstag ſtehen Wahlprüfungen, beſi denen namentliche
Ab=
ſtimmungen zu erwarten ſind. Vor Oſtern ſoll der
Ini=
tiativantrag der Kommiſſion zur Löſung der Duellfrage
und der Geſetzentwurf, betreffend die Konkurrenzklauſel,
im Plenum beraten werden. Am Freitag dieſer Woche
beginnen die Oſterferien, die bis zum 28. April dauern.
Die Einweihung der neuen Akademie
und der Bibliothek in Berlin.
* Bei der Einweihung am Sonntag hielt der Kaiſer
eine Anſprache, in der er allen beteiligten Architekten,
Handwerkern und Arbeitern für ihre treue und treffliche
Arbeit dankte und die Akademie der Wiſſenſchaften zu
ihrem würdigen Heim und die Königliche ſowie die
Uni=
verſitäts=Bibliothek zu ihren geräumigen und ſchönen
Sammel= und Nutzungsſtätten beglückwünſchte. Sodann
gab er einen Rückblick auf die Geſchichte der Königlichen
Bibliothek und ſchloß mit den Worten: Aber was wir
ſtolz als Ueberkommenes ehren, darf nicht toter Beſitz ſein.
Der Wiſſenſchaft gilt es, den Zauberbann zu löſen,
Er=
erbtes neu zu erwerben, alles Lebende in lebensvoller
Durchdringung zu erfaſſen und auf ſicherem Grunde des
Erreichten kühn den Flug in neue Welten zu wagen. Gott
gebe, daß der deutſchen Wiſſenſchaft nie die Männer
feh=
len, die ſich ſo des Wortes bewußt bleiben, daß der
Buch=
ſtabe tötet, der Geiſt aber lebendig macht. Möge alle
wiſ=
ſenſchaftliche Arbeit, die in dieſem Hauſe geleiſtet wird,
von tiefem ſittlichen Ernſte, von treuer Pflichterfüllung
und von ſchlichter Frömmigkeit getragen ſein nach dem
Vorbilde des Herrſchers, deſſen Geburtstag wir heute
be=
gehen und deſſen warmem Intereſſe Bibliothek und
Akademie ſo reiche Förderung zu verdanken haben. Dann
wird göttlicher Lebenshauch ihr Werk durchwehen zum
Ruhme deutſchen Wiſſens und Weſens.
Gleich nach dem Kaiſer ſprach der K
ultusmini=
ſter. Er gab eine Vorgeſchichte des Baues und dankte
insbeſondere dem Kaiſer für ſeine nimmerraſtende
Für=
ſorge und richtete in bewegten Worten einen Aufruf an die
Leiter und Pfleger deutſcher Wiſſenſchaft. Nach dem
Kul=
tusminiſter betrat Geheimrat Diels das Podium. Er
ſprach für die Akademie der Wiſſenſchaften und dankte
allen, die ſich um die Errichtung dieſer neuen Stätte der
Wiſſenſchaft verdient gemacht haben. Sodann beſtieg
Ge=
neraldirektor Harnack die Rednertribüne zu einer
An=
ſprache. Harnack begrüßte den Kaiſer und dankte ihm für
ſein Erſcheinen. In kurzen Zügen berührte er ſodann
einige Gipfelpunkte aus der Geſchichte der Bbliothek. Ein
Vierteljahrtauſend iſt ſie alt. Sie iſt ein Werk des
gro=
ßen Kurfürſten. Sie beſaß zwanzigtauſend Werke und
1600 Manuſkripte, als der große Kurfürſt die Augen ſchloß.
Allmählich wuchs ſie. Freidrich der Große iſt der zweite
Stifter. Durch ihn wurde die Bibliothek eine europäiſche.
Zum erſtenmal ſei ſie jetzt mit der Akademie der
Wiſſen=
ſchaften unter einem Dach. Am Ende der
Befreiungs=
kriege betrug der Etat 26000 Mark jährlich, heute beträgt
er das Fünzigfache, die Zahl der Bücher iſt auf rund zwei
Millionen geſtiegen. Der Redner ſchloß mit einem
drei=
achen Hoch auf den hochherzigen Gönner und Förderer der
Wiſſenſchaft, auf den geliebten Vater des Vaterlandes.
Nachdem das Kaiſerhoch verklungen war, hörte die
Ver=
ſammlung ſtehend das „Salvumi fac regem‟ Der Kaiſer
zog noch den Kultusminiſter, Geheimrat Diels und
Gene=
raldirektor Harnack ins Geſpräch und dankte ihnen für die
glänzende Feier. Im Anſchluß an den Feſtakt in der
Bibliothek fand im Hotel „Kaiſerhof” ein Frühſtück zu 250
Gedecken ſtatt, an dem die hervorragendſten
Perſönlich=
keiten unter den Geladenen teilnahmen.
* Berlin 22. März. Aus Anlaß des Neubaues der
Kgl. Akademie der Wiſſenſchaften und der Kgl. Bibliothel
zu Berlin iſt dem Wirkl. Geh. Ober=Hofbaurat v. Ihne
das Prädikat Exzellenz und dem Generaldirektor der Kgl.
Bibliothek, Wirkl. Geh. Rat Prof. D. Dr. Adolf
Har=
nack der erbliche Adel verliehen worden.
Der deutſche Kaiſer in Wien.
* Wien, 23. März. Anläßlich des Eintreffens des
deutſchen Kaiſers prangen die Stadtteile in der Nähe des
Schönbrunner Schloſſes und die von dem Penzinger
Bahnhof dorthin führenden Straßen in reichem
Flaggen=
ſchmuck. Schon von früher Morgenſtunde waren viele
Tauſende hinausgeeilt und hatten ſich auf den
Zufahrts=
ſtraßen vom Bahnhof zum Schloſſe geſammelt, vor allem
auch auf dem weiten Platz vor dem Palais, um dem
ge=
liebten Herrſcher und dem erlauchten Gaſte ihre
Huldi=
gung darzubringen. Der kleine Penzinger Bahnhof war
mit Flaggen in den öſterreichiſchen und den deutſchen
Farben und mit Girlanden und Blattpflanzen aus den
kaiſerlichen Treibhäuſern in verſchwenderiſcher Fülle
be=
ſonders prächtig geſchmückt, wo auch das Kaiſerzelt, mit
koſtbarem rotem Samt ausgeſchlagen, errichtet war. Auf
dem Bahnſteige nahmen Aufſtellung: Die Ehrenkompagnie
des Infanterie=Regiments Hoch= und Deutſchmeiſter Nr. 4
mit Fahne und Muſik, ſowie Tannreiſern auf dem
Tſchako, deren direkte Vorgeſetzte bis zum
Korpskomman=
danten, General der Infanterie von Schemua, der
Stadt=
kommandant Feldmarſchalleutnant Wikulill, ferner
Bür=
germeiſter Dr. Weißkirchner und Polizeipräſident
Brze=
ſowsky. Außerdem hatten ſich die Mitglieder der
deut=
ſchen Botſchaft eingefunden, ferner der ſächſiſche Geſandte
Graf Rex, der bayeriſche Geſandte Freiherr von Tucher
mit den Herren der Botſchaft bezw. der Geſandtſchaften,
Generalkonſul von Liebig, Konſul von Vivenot und die
Vorſtände und Mitglieder der reichsdeutſchen Vereine.
Gegen 10 Uhr 30 Minuten fanden ſich vom Kaiſerlichen
Hauſe mit ihren Begleitern ein: Erzherzog Karl Franz
Joſef, Peter Ferdinand, Leopold Salvator, Franz
Sal=
vator und Karl Albrecht in ihren deutſchen Uniformen
mit Ordensbändern. Etwa gleichzeitig erſchien von
ſei=
nem dem Schönbrunner Schloſſe benachbarten Wohnſitz
der Herzog Ernſt Auguſt von Cumberland in der
Uni=
form ſeines K. K. Infanterie=Regiments Nr. 42 mit dem
Hofmarſchall Baron Grothe.
* Wien, 23. März. Der deutſche Kaiſer iſt
mittels Hofſonderzuges kurz nach 10 Uhr auf dem
Nord=
bahnhofe eingetroffen.
* Wien, 23. März. Geraume Zeit vor 11 Uhr
kün=
deten brauſende Hochrufe die Ankunft Kaiſer
Franz Joſefs an, der im offenen Wagen im
Pen=
zinger Bahnhof vorfuhr. Während die Muſik die
Volks=
hymne intonierte, betrat der Monarch, der die Uniform
eines preußiſchen Generalfeldmarſchalls trug, elaſtiſchen
Schrittes den Bahnſteig, beſichtigte die Ehrenkompagnie
begrüßte den Herzog von Cumberland, ſowie die
erſchie=
nenen Erzherzöge und hielt kurz Cercle ab. Er unterhielt
ſich beſonders mit dem Herzog von Cumberland.
In=
zwiſchen war die Ankunftszeit herangekommen. Kaiſer
Franz Joſef nahm vor der Reihe der Erzherzöge, an deren
rechtem Flügel der Herzog von Cumberland ſtand,
Auf=
ſtellung und ſalutierte in militäriſcher Haltung.
Pünkt=
lich fuhr der kaiſerliche Hofzug im Bahnhof ein. Kaum
hatte der Zug gehalten, als Kaiſer Wilhelm in der
Uniform eines öſterreichiſch=ungariſchen Feldmarſchalls
dem Salonwagen entſtieg, an deſſen Treppe Kaiſer Franz
Joſef herangetreten war. Die Monarchen begrüßten ſich
mit Innigkeit und ſchüttelten ſich mit großer Wärme und
in ſichtlicher Freude über das Wiederſehen die Hände. Die
beiden Kaiſer küßten ſich zweimal und ſprachen längere
Zeit in herzlicher Weiſe miteinander. In ebenſo
herz=
licher Weiſe begrüßte der Kaiſer den Herzog von
Cum=
berland, mit dem er einige Zeit in angelegentlichſter und
herzlichſter Weiſe ſprach. Sodann reichte er den
Erzher=
zögen die Hand und begrüßte die übrigen Offiziere. Als=
dann ſchritt er in Begleitung des Kaiſers Franz Joſef
die Front der Ehrenkompagnie ab. Hierauf ſtellten di
Majeſtäten die gegenſeitigen Gefolge vor und begaben
ſich trotz des leichten Regens im offenen Hofwagen unter
brauſenden Hochrufen der zu Tauſenden die Straßenzüg
umſäumenden Menſchenmenge nach dem Schloß in Schön
brunn. Der Herzog von Cumberland begab ſich in ſeie
Schloß zurück.
* Wien, 23. März. Auf der Brücke vor dem
Schloſſe hatte der für einige Tage zum Beſuch der
Wiener Sängervereine hier anweſende Leipzigen
Sängerchor Aufſtellung genommen, der den Maje
ſtäten lebhafte Huldigungen darbrachte. Im Schloſſe
wurde der Kaiſer zunächſt von dem Erſten
Oberſthof=
meiſter Fürſten von Montenuovo und dem Zeremonient
meiſter Grafen von Choloniewsky empfangen. Hierau
begaben ſich die Majeſtäten in das Maria Thereſia=
Zim=
mer, wo zur Begrüßung Kaiſer Wilhelms die
Erzherzo=
ginnen Zita und Maria Annunziata, ſowie die übrigen
Erzherzoginnen verſammelt waren. Kaiſer Wilhelm
be=
grüßte die fürſtlichen Damen auf das herzlichſte und
unter=
hielt ſich längere Zeit mit ihnen. Dann geleitete Kaiſes
Franz Joſef ſeinen Kaiſerlichen Gaſt in die großen Frem
denappartements, wo Kaiſer Wilhelm heute
Abſteige=
quartier nimmt. Kurz nachdem Kaiſer Franz Joſef in
ſeine Privatgemächer zurückgekehrt war, empfing er der
Beſuch Kaiſer Wilhelms. Die Monarchen blieben
ge=
raume Zeit allein im Geſpräch. Um ½1 Uhr ſtattete
der Herzog von Cumberland Kaiſer
Wil=
helm einen Beſuch ab. Hierauf empfing Kaiſen
Wilhelm den Grafen Berchtold in beſonderer Audienz
Auch Graf Tisza wird zur Audienz erſcheinen. Um ½2
Uhr war allerhöchſte Frühſtückstafel, an der außer
den Monarchen und deren Gefolge teilnahmen ſämtliche
in Wien weilenden Mitglieder des Kaiſerhauſes, der
deutſche Botſchafter von Tſchirſchky und Bögendorff und
Botſchaftsrat Prinz Stolberg=Wernigerode, ſowie die
übrigen Herren und Damen der deutſchen Botſchaft,
fer=
ner Graf Berchtold, die Miniſterpräſidenten Graf Stürkgh
und Graf Tisza und die oberſten Hofchargen. In der
Mitte der langen Tafel ſaßen die Majeſtäten
nebeneinan=
der, zur Rechten Kaiſer Wilhelms die Erzherzogin Zita,
zur Linken Kaiſer Franz Joſefs die Erzherzogin Maria
Annunziata. — Im Auftrage Kaiſer Wilhelms legte
heute vormittag der Militärttaché Graf Kageneck in der
Kaiſergruft bei den Kapuzinern an den Särgen der
Kai=
ſerin Eliſabeth und des Kronprinzen Rudolf koſtbare
Kränze nieder.
* Wien, 23. März. Bei dem Beſuche, welchen der
Herzog Ernſt Auguſt von Cumberland in
Schönbrunn abſtattete, war auch Kaiſer Franz Joſef
zu=
gegen. Vor dem Frühſtück empfing der Kaiſer außer
dem Grafen Tisza noch den Erzherzog Peter Ferdinand,
dem er den Schwarzen Adler=Orden überreichte. Ferner
wurde in Audienz empfangen der Bildhauer Profeſſor
Marſchall, welcher dem Kaiſer das Wachsmodell einer
Plakette vorlegte, die der Magiſtrat zur Erinnerung an
des Kaiſers Beſuch im Rathaus anfertigen läßt. — Der
Kaiſer begab ſich nach dem Penzinger Schloß
des Hexzogs von Cumberland. Der Beſuch,
welcher über eine Stunde dauerte, trug ein herzliches
Ge=
präge. Nach der Begrüßung fand eine längere
Unter=
haltung ſtatt, worauf der Kaiſer die wichtigenSammlungen
des Herzogs beſichtigte. Später wurde im Sakon der
Herzogin der Tee eingenommen. Hierauf kehrte der
Kai=
ſer nach Schönbrunn zurück.
* Wien, 23. März. Die Zeit der Abfahrt war
herangerückt. Während das Gefolge des Kaiſers
den Zug raſch beſtieg, geleitete Kaiſer Franz Joſef
ſei=
nen hohen Gaſt zum Salonwagen. Ebenſo wie die
Be=
grüßung bei der Ankunft war auch der Abſchied der
Sou=
veräne voneinander von größter Herzlichkeit. Mit
be=
wegten Worten dankte Kaiſer Wilhelm für die
Gaſt=
freundſchaft und insbeſondere für das Geleit Kaiſer
Franz Joſefs zum Bahnhofe. Noch einmal ſchüttelten
ſich die Majeſtäten die Hände und küßten ſich. Dann
be=
ſtieg Kaiſer Wilhelm den Wagen, aus deſſen Fenſter er
noch einmal herzliche Abſchiedsworte an Kaiſer Franz
Joſef richtete. Langſam ſetzte ſich der Zug in Bewegung.
Die Monarchen winkten einander zu, bis der Zug den
Blicken entſchwunden war. Das vor dem Bahnhof
ange=
ſammelte Publikum begleitete die Abſahrt mit
brauſen=
den Hochrufen und Tücherſchwenken. Darauf
verabſchie=
dete ſich Kaiſer Franz Joſef in liebenswürdiger Weiſe
von den Herren der deutſchen Botſchaft und zeichnete
be=
ſonders den Botſchafter von Tſchirſchky und Bögendorff
durch huldvolle Worte aus. Dann kehrte er in
Beglei=
tung ſeines Generaladjutanten Grafen Paar nach
Schön=
brunn zurück, überall vom Publikum herzlich begrüßt.
Beſuch des Königspaares
von Württemberg in München.
* Stuttgart, 23. März. Der König und die
Königin ſind heute vormittag um 9,10 Uhr im
Son=
derzuge nach München abgereiſt, um den Beſuch zu
er=
widern, den ihm im vorigen Herbſt das bayeriſche
Königs=
paar abgeſtattet hat.
* München, 23. März. Heute mittag 1,05 Uhr traf
das Königspaar von Württemberg im
Son=
derzuge von Stuttgart zum Beſuche des bayeriſchen
Königspaares hier ein. Zum Empfange auf dem
Bahn=
hof hatten ſich eingefunden das Königspaar, begleitet
von dem kleinen Dienſt, der Kronprinz, die Prinzen des
Königlichen Hauſes, Staatsminiſter Graf Hertling, der
bayeriſche Geſandte am württembergiſchen Hofe Graf
Moy, der Stadtkommandant von München, die beiden
Bürgermeiſter uſw. Als der Sonderzug in die Halle
einlief, ſpielte die Muſik die Nationalhymne, die
Ehren=
kompagnie ſalutierte. Die Begrüßung zwiſchen den
Fürſt=
lichkeiten war äußerſt herzlich. König Ludwig ſchritt mit
ſeinem Gaſte die Ehrenkompagnie ab; ein Parademarſch
der Kompagnie folgte. Darauf begaben ſich die
Herr=
ſchaften in den Königsſalon, wo Cercle ſtattfand. Die
Fürſtlichkeiten beſtiegen ſodann die bereitſtehenden Wagen
und fuhren durch die in reichem Flaggenſchmuck
prangen=
den Straßen, von dem zahlreichen Publikum auf das
leb=
hafteſte begrüßt, nach der Reſidenz, in der ſie kurz nach
1½ Uhr eintrafen. Dort erwarteten der Oberhofmeiſter
Graf Seinsheim und das kleine Gefolge die Fürſtlichkeiten
an der ſchwarzen Treppe. Im Brunnenhofe erwies die
Ehrenkompagnie des erſten Infanterie=Regiments die
militäriſchen Ehren. Die Königinnen begaben ſich in den
öſtlichen Thronſaal des Königshauſes, wo ſich die
Prin=
zeſſinen zur Begrüßung eingefunden hatten.
* München, 23. März. Heute nachmittag fand in
den Reichen Zimmern Familientafel ſtatt, an der
außer dem württembergiſchen und bayeriſchen Königspaar
ſämtliche großjährigen Mitglieder des bayeriſchen
Königs=
hauſes teilnahmen. Gleichzeitig war in den Trier=
Zim=
mern für die beiderſeitigen Gefolge Marſchalltafel. Nach=
Konzerte.
W. Das ſechſte und letzte Konzert der Großh.
Hofmuſik, das geſtern unter Leitung des Herrn
Ge=
neralmuſildirektors Fritz Steinbach ſtattfand und
von allen am zahlreichſten beſucht war, brachte nur
Orcheſterwerke unter Bevorzugung der klaſſiſchen Muſik.
Noch unbekannt dürfte die erſte Programmnummer,
Concertogrosso (D-moll) für zwei Solo=Violinen,
Solo=Violoncello und Streichorcheſter von G. F.
Hän=
del, geweſen ſein. Das vierſätzige Werk, das im Stile
ſeiner Zeit gehalten iſt, aber trotzdem wenig veraltet
an=
mutet, zeigt uns den Altmeiſter von einer
liebenswürdi=
gen Seite ſeiner Kunſt. Namentlich der zweite und letzte
Satz mit ihrer leichtflüſſigen Melodik und Geſchloſſenheit
der Form erwecken bei den Zuhörern ein inneres
Be=
hagen. Die Soloinſtrumente, von denen übrigens nur
die erſte Violine zeitweiſe die Führung übernimmt,
wurden von den Herren Hofkonzertmeiſter Schmidt,
Kon=
zertmeiſter Schnurrbuſch und Hofmuſiker Andrae geſpielt
Die Hauptnummer des Abends bildete Beethovens
grandioſe Eroica, die Herr Generalmuſikdirektor
Stein=
bach mit ganzer künſtleriſcher Hingabe und Energie und
der Genialität eines ſeine Aufgabe ſouverän
beherrſchen=
den und reſtlos erſchöpfenden Meiſters leitete. Die durch
weitere Muſiker verſtärkte Hofkapelle legte in dieſem
Kon=
zert nochmals einen Beweis ihrer hohen künſtleriſchen
Leiſtungsfähigkeit ab und übermittelte den Zuhörern das
herrliche Werk in ſo tadelloſer Ausführung, feiner
Klang=
nuancierung, künſtleriſchem Schwung und ſchlackenreiner
Schönheit, daß das Publikum ihm mit einer an Andacht
grenzenden Aufmerkſamkeit folgte und begeiſterten Beifall
ſpendete, mit dem es übrigens — was beſonders lobend
hervorgehoben ſei — bis zum Schluſſe wartete.
Eine ſehr hübſch ausgewählte und mit
ungewöhn=
lich lebhaftem Beifall aufgenommene Nummer war die
dritte, die drei kleinere Orcheſterwerke enthielt,
nämlich die reizende Gavotte aus Idomeneo von Mozart
(herausg. von Fritz Steinbach), ein lieblich Menuett aus
der D-dur=Serenade von Brahms, ein Zwiegeſpräch
zwi=
ſchen Holzblas= und Streichinſtrumenten, und die
gra=
ziöſe Ballettmuſik aus Roſamunde von Schubert. Das
innere Behagen an dieſen muſikaliſchen Kabinettsſtückchen,
das rein künſtleriſcher Art war, wurde durch die
Grotesk=
wirkung des „Till Eulenſpiegel” von Richard
Strauß abgelöſt, um deſſen immer wiederkehrendes
Grundmotiv, „eine alte Schelmenweiſe” ſich das
Töne=
gewirr herumrankt. Die Bizarrerien und komiſchen
Sprünge der Muſik ſind hier am Platze, weil ſie dem
künſtleriſchen Zweck der Kompoſition entſprechen, ſie
wir=
ken, wie Till Eulenſpiegels luſtige Streiche ſelbſt, komiſch
und fordern das Lachen heraus. Zugleich iſt das Werk
eine Art von Selbſtironie des Komponiſten, da er ſich hier
derſelben techniſchen Mittel bedient, wie in ſeinen ernſten
Werken.
Das Publikum ſpendete auch zum Schluſſe dem
Diri=
genten und der Kapelle begeiſterten Beifall.
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Seite 7.
mittags beſuchte das württembergiſche Königsvaar die
hrer wohnenden Fürſtlichkeiten.
Heer und Flotte.
* Berlin, 23. März. Wirkl. Geh. Admiralitätsrat
und Abteilungschef im Reichsmarineamt Klein iſt der
Charakter als Wirkl. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz
verliehen worden. Zum Vizeadmiral wurde
Konterad=
miral Schmidt, Inſpekteur der Schiffsartillerie, und
zu Konteradmiralen der Kapitän Tapken unter
Ernen=
nung zum 3. Admiral der Aufklärungsſchiffe, und Kapitän
Mauve unter Ernennung zum 2. Admiral des 2.
Ge=
ſchwaders befördert.
Luftfahrt.
* Frankfurt a. M., 23. März. Die Zeppelin=
Luftſchiffe werden jetzt ihre Winterquartiexe
verlaſſen und die gewohnten Paſſagierfahrten wieder
laufnehmen. Den Anfang macht das Luſtſchiff „Hanſa”
in Berlin=Potsdam, das heute zum erſten Male wieder
laus der Halle geholt wird und täglich neben den üblichen
kleineren Rundfahrten bei günſtiger Witterung weite Ziel=
und Fernfahrten von 150 und mehr Kilometern
Aus=
dehnung unternimmt.
* Baſel 23. März. Der bereits gemeldete Abſturz
des Fliegers Borrer erfolgte, als Borrer den
Schlei=
ffenſlug Pégouds ausführen wollte. Als der Flieger auf
dem Rücken lag, klappten plötzlich die Flügel des
Flug=
zeuges zuſammen und der Apparat ſtürzte zur Erde.
Bor=
rers Vater war Zeuge des Todesſturzes.
Der Rochetteausſchuß in Frankreich.
* Paris 23. März. Caillaux wiederholte ſeine
vorherige Ausſage, beharrte bei ihr und ergänzte ſie. Er
verlangte dabei, denjenigen kennen zu lernen, der dem
Advokaten Bernard geſagt habe, daß der Aufſchub
be=
willigt werden würde. Caillaux blieb bei ſeiner Ausſage
daß er Monis nur den Wunſch Bernards übermittelt.
aber niemals über die Natur der Unterredungen zwiſchen
Monis und Fabre etwas gewußt habe. Caillaux fügte
weiter hinzu, daß Bernard ihm niemals mit einem
auf=
ſehenerregenden Plaidoyer gedroht habe. Er —
Cail=
laux — habe zu Monis gelegentlich von dieſer
Möglich=
keit geſprochen. Caillaux iſt überzeugt, daß ſich der
Ober=
ſtaatsanwalt Fabre hinſichtlich des Datums ſeiner
Unter=
redung mit Monis um drei Tage irre. Folglich konnte
auch eine ſchriftliche Aufzeichnung Fabres nicht ſo ſchnell
danach erfolgen. Schließlich wiederholte Caillaux, Fabre
habe ihm beſtätigt, daß er über ſeine Unterredung keine
Aufzeichnungen gemacht habe.
Statatsanwalt Fabre, der int Gegenwirt Caillaux'
vernommen wurde, hielt ſeine Angaben über den
Zeit=
punkt der Unterredungen mit Monis und die Abfaſſung
des Protololls aufrecht und blieb ebenſo dabei, daß
Cail=
laux perſönlich ihm nichts von einem Aufſchub geſagt habe,
daß aber Monis ihm mitgeteilt habe, er wünſche den
Auf=
ſchub, um Caillaux gefällig zu ſein. Als er Monis
dar=
auf aufmerkſam gemacht habe, daß der Aufſchub es
Ro=
chette ermöglichen würde, ſeine Operationen fortzuſetzen,
brach Monis kurz die Unterredung ab. Fabre beſtritt
Caillaux im Jahre 1911 geſagt zu haben, daß er
aufge=
fordert worden ſei, vor dem erſten Unterſuchungs=
Aus=
ſchuß von der Wahrheit abzuweichen. Caillaux
wider=
ſpricht hierauf auf das entſchiedenſte.
Fabre gab zu, Caillaux, um ihn nicht zu beunruhigen,
geſagt zu haben, daß kein Protokoll vorhanden ſei, und
hielt ferner ſeine Behauptung aufrecht, daß ihm in ſeinen
Unterredungen mit Briand und Barthou nicht nahegelegt
worden ſei, über dieſen Gegenſtand Stillſchweigen zu
beobachten. Fabre erklärte auf Befragen, er habe Caillaux
gegenüber das Vorhandenſein eines Protokolls auch
des=
halb verneint, weil er den Inhalt nicht bekanntgeben
wollte. Wenn er ſeinen Stellvertretern Bloch, Laroque
und Scherdlin das Protokoll gezeigt habe, ſo ſei dies
ge=
ſchehen, um zu beweiſen, daß er kein Narr ſei. Er habe
kein Geld erhalten, wie ein Gerücht wiſſen wollte. —
Cail=
laux ſagte auf Befragen aus, er habe ſeinen Nachfolger
über die Unterredung mit Fabre in Kenntnis geſetzt.
Fabre, neuerlich befragt, erklärte, er habe es vor acht
Tagen abgelehnt, das Schriftſtück dem Juſtizminiſter zu
übergeben, er habe ihm aber deſſen Inhalt dargelegt.
Caillaux entgegnete, aus den Erklärungen des
Juſtiz=
miniſters Bienvenu Martin gehe hervor, daß Fabre ſich
auch geweigert habe, den Inhalt mitzuteilen. Am Schluſſe
der Vernehmung waren ſich Caillaux und Fabre darüber
einig, daß Fabre niemals mit Caillaux direkt noch indirekt
über die Rochette=Angelegenheit ſich unterhalten habe.
* Paris, 23. März. Die Kammer nahm die
Vor=
lage, betreffend Erteilung richterlicher Befugniſſe
an den Rochetteausſchuß, in der Senatsfaſſung an.
Jaurés behielt ſich im Laufe der Beratung vor,
erforder=
lichen Falles eine Ausdehnung der Vollmachten zu
ver=
langen.
Das Attentat der Frau Caillaux.
* Paris 23. März. Der Waffenhändler Gaſtinne
Renette bei dem Frau Caillaux ihren Revolver
ge=
kauft, erzählte einem Berichterſtatter des Petit Pariſien,
daß Frau Caillaur in der Tat auf ſeinem Schießſtande die
Waffe ausprobiert und die ſechs Kugeln, mit denen der
Revolver geladen war, abgefeuert habe. In ſeinem
Ge=
ſchäft ſei es eben üblich, daß den Käufern der Vorſchlag
gemacht werde, die Waffe zu verſuchen, damit ſie deren
Handhabung beſſer kennen lernten. Das alles ſei eine ganz
natürliche Sache. Der „Figaro” erklärt heute, er werde
gegen diejenigen Blätter, welche die Legende verbreiteren,
daß Calmette drei intime Briefe Caillaux an ſeine
gegenwärtige Gattin habe veröffentlichen wollen,
gericht=
liche Schritt unternehmen. Der Matin erzählt, der
Ver=
teidiger der Frau Caillaux, Labori, habe dem
Unter=
ſuchungsrichter Boucra eine Reihe von Zeugen namhaft
gemacht, welche beweiſen ſollen, daß Frau Caillaux in der
Tat an die Veröffentlichung dieſer Briefe glauben konnte.
Unter dieſen Zeugen befinden ſich die ehemalige Fürſtin
von Monaco, die Witwe des Malers Chartran und die
frühere Mitarbeiterin des Figaro Frau de Meſang=
Eſtradère, eine geborene Prinzeſſin de la Rocc, die erſt
vor kurzem aus der Redaktion des Blattes ausgetreten iſt.
— Die Blätter erzählen, daß unter den Häftlingen des St.
Lazare=Gefängniſſes eine große Erregung herrſche, weil
Frau Caillaux ſeitens der Gefängnisverwaltung eine
bevorzugte Behandlung erfahre. Man habe Maßnahmen
getroffen, um lärmende Kundgebungen im Gefängnis zu
verhindern.
* Paris, 23. Mäcz. Frau Caillaur wurde heute
abermals zu einem Verhör nach dem Juſtizpalaſte
ge=
bracht. Als ſie den zum Zimmer des
Unterſuchungsrich=
ters führenden Gang betrat, verſuchte ein Photograph, ſie
mit Magneſiumlicht aufzunehmen. Frau Caillaux erhob
in den heftigſten Worten Einſpruch gegen dieſes Vorgehen.
Sie wurde der Witwe des Malers Chartran
gegenüber=
geſtellt, welche erklärte der Herausgeber eines Blattes
habe ihr mitgeteilt, daß man in verſchiedenen
Redaktions=
ſtuben mehrere intime Briefe Caillaux an ſeine Gattin
recht wohl gekannt habe.
Das Schiffsunglück bei Venedig.
* Venedig 22. März. Heute vormittag fand
un=
tter großer Beteiligung die Leichenfeier für den am
19. März bei dem Schiffsunglück im Hafen umgekommenen
Marineleutnant Boſſi ſtatt. Der Marineminiſter war
durch den Kommandanten des Marinedepartements
Vizeadmiral Garelli, vertreten. Auch Konteradmiral
Souchon und der Kommandant der „Hohenzollern”,
nah=
men an der Feier teil. Eine ungeheure Menſchenmenge
bildete in den Straßen, durch die ſich der Leichenzug
be=
wegte, Spalier. Nach der kirchlichen Feier hielten
Ad=
miral Garelli und andere Anſprachen. Sodann wurde
die Leiche nach dem Bahnhofe übergeführt, um nach
Ver=
celli, dem Geburtsort Boſſis, gebracht zu werden, wo die
Beiſetzung ſtattfindet.
Vermiſchtes.
— Der Geſamteingang an Stiftungen für die
Deut=
ſche Geſellſchaft für Kaufmanns=
Er=
holungsheime im Jahre 1913 betrug 780000 Mark.
Hierfür werden zwei neue Heime erſtellt. Die feierliche
Grundſteinlegung des neuen Heimes in Bad Elſter wird
vorausſichtlich bereits im Mai dieſes Jahres erfolgen.
Bei der ungeheuren Nachfrage nach Plätzen iſt jedoch die
Erbauung weiterer Heime ein dringendes Erfordernis
und die Zuweiſung weiterer größerer Stiftungen deshalb
ebenfalls eine Notwendigkeit. Der Herſtellungspreis eines
Heimes für 150 Betten, in welcher Größe die Heime der
Geſellſchaft erbaut wurden — urſprünglich waren nur
Heime für 100 Betten in Ausſicht genommen — beträgt
nach den bisherigen Erfahrungen zirka 425000 Mark für
Bau und vollſtändige Einrichtung, der Preis pro Bett
ſo=
mit 2500 Mark, was in Anbetracht der äußerſt gediegenen
Bauweiſe und den vollkommenen hygieniſchen
Einrich=
tungen ein außerordentlich billiger genannt werden muß.
Allerdings iſt auch, ſo ſchön und behaglich die Heime ſind,
doch jeder Lurus vermieden worden. Die Heime in
Traunſtein (Oberbayern) und im Taunus (bei
Wies=
baden) ſind das ganze Jahr geöffnet, das Heim in dem
Sool= und Stahlbad Salzhauſen wird am 1. April und
das Heim in Ahlbeck an der Oſtſee am 15. April eröffnet.
Das Verſchieben von Briefen und
Poſtkarten in Druckſachenſtendungen bildet
fortgeſetzt die Urſache unliebſamer Briefverſchleppungen
und Briefverluſte. Ungeachtet wiederholter Anmahnungen
durch die Preſſe und trotz unmittelbarer Einwirkung der
Poſtanſtalten auf die Abſender werden viele
Druckſachen=
ſendungen leider immer noch in ſo mangelhafter
Ver=
packung zur Poſt eingeliefert, daß ſie leicht zu Fallen für
kleine Sendungen werden. Als beſonders gefährlich in
dieſer Beziehung erweiſen ſich, wie neue Feſtſtellungen
beſtätigen, die häufig zur Verſendung von Druckſachen
benutzten offenen Briefumſchläge, bei denen die
Ab=
ſender die am oberen Rande oder an der Seite
vorhan=
dene Klappe nach innen einſchlagen. In den dadurch
entſtehenden Spalt verſchieben ſich unbemerkt Briefe,
Poſt=
karten uſw., die dann in der Druckſache oft weitere
Irr=
fahrten machen. Im eigenſten Intereſſe des Publikums
muß eindringlich davor gewarnt werden. die Klappe ſol.,
cher Umſchläge nach innen einzuſchlagen; viel beſſer
iſt es, die Klappe über die Rückſeite loſe
überhängen zu laſſen. Als recht zweckmäßig haben
ſich Umſchläge bewährt, die an der Verſchlußklappe einen
zungenartigen Anſatz haben, der in einen äußeren Schlitz
des Umſchlages geſteckt wird. Sie ſichern den Inhalt vor
dem Herausfallen und verhindern das Einſchieben
an=
derer Sendungen; ihre möglichſt ausgedehnte
Verwen=
dung iſt im allgemeinen Intereſſe zu wünſchen.
Verhält=
nismäßig häufig verſchieben ſich auch Briefe uſw. in
Zei=
tungen, die unter Streifband verſchickt werden. Es iſt
dringend zu raten, die Streifbänder ſo feſt wie möglich
um die Zeitungen zu legen, nachdem dieſe umſchnürt
wor=
den ſind.
Die koſtbarſte Privatbibliothek der
Welt. Der amerikaniſche Millionär und Bibliophile
Henry F. Huntington wird ſich binnen kurzem rühmen
können, die koſtbarſte Privatbibliothek der Welt ſein eigen
zu nennen. Seine Schätze, die er bereits aufgeſpeichert
hat, werden nämlich nun vermehrt und gleichſam gekrönt
durch den Ankauf der berühmten Bibliothek des
Herzogs von Devonſhire, die er für vier
Mil=
lionen Mark ſoeben nach einer Meldung der Neu=
Yorker Evening Sun erworben hat. Ein Teil dieſer
groß=
artigen engliſchen Sammlung iſt bereits nach Amerika
übergeführt; die ganze Bibliothek wird bald ihre
Auf=
ſtellung in dem Palais Huntingtons in der Fünften
Avenue zu Neu=York geſunden haben. Das Glanzſtück
der Devonſhire=Bibliothek iſt die einzigartige Kollektion
ſeltener Erſtdrucke der eliſabethaniſchen Zeit; ſie umfaßt
allein 125 Shakeſpeare=Quartos, die bekanntlich
zu den geſuchteſten und teuerſten Büchern gehören, und
dann noch eine große Anzahl von Erſtausgaben Ben
Jon=
ſons, Marlowes. Greenes und anderer Zeitgenoſſen
Shake=
ſpeares. Außerdem enthält die Sammlung 26 der
koſt=
barſten Inkunabeln des erſten engliſchen Druckers
Cax=
ton, und all dieſe Herrlichkeiten verleihen der ohnehin
ſchon ſehr wertvollen Bibliothek Huntingtons den erſten
Rang unter den Privatbüchereien der Welt.
Literariſches.
Ludwig Hoffmann, 2. Sonderheft. 14.
Son=
derheft der „Berliner Architekturwelt” Text von Frtz
Stahl XVI und 104 Seiten Abbildungen ſowie 4 Tafeln.
Format 23½:31½ Zentimeter. Verlag von Ernſt
Was=
muth, A.=G., Berlin. Preis 10 Mark, Vorzugspreis für
Abonnenten 6 Mark. Dem erſten „Hoffmann=Sonderheft”
das im Jahre 1907 erſchien, folgt nun ein zweites. Es
enthält außer den neuen Schöpfungen des Meiſters auch
einen Tel ſeiner früheren Werke, welche bei dem
Er=
ſcheinen des erſten Heftes wohl ſchon geplant, aber zum
Teil noch nicht vollendet waren. Die neuen Bauten
Hoffmanns bedeuten im ganzen wieder ein Vorſchreiten
zu dem bekannten Ziel. In faſt all den Schulen,
Waiſen=
häuſern, Torgebäuden, Parkhäuschen, Feuerwachen uſw.,
die die Maſſe der neuen Werke bilden, iſt die Wirkung
ganz auf die Grundform geſtellt. Von den drei großen
Werken, die in dieſem Sonderheft gleichfalls zur
Dar=
ſtellung gelangt ſind iſt das wichtigſte das „Berliner
Stadthaus‟ Der Bau des „Märkiſchen Muſeums” iſt
zwar ſeit Jahren vollendet, zeigt aber in den trefflichen
Abbildungen das herangewachſene Grün, alſo diejenige
Vegetation, die notwendig iſt, uns die Intentionen des
Baumeiſters vollkommen zu verſtehen. Das dritte Werk,
der Märchenbrunnen am Friedrichshain, darf wohl mit
zu den ſchönſten Anlagen dieſer Art gerechnet werden.
Ferner ſei noch erwähnt, daß auch die köſtlichen Details
und Figuren des Alten=Leute=Heims in Buch in dieſem
Heſte Aufnahme fanden. Mit einem Wort, eine recht
er=
freuliche Publikation, die den vielen Freunden und
Ver=
ehrern Ludwig Hoffmanns ſehr willkommen ſein wird.
Die gute Ausſtattung dieſes Heftes möge zum Schluß noch
lobende Erwähnung finden.
— Im herrlichſten Gewand iſt die neueſte
Frühlings=
nummer des im Verlage von John Henry Schwerin, G. m.
b. H., alle 14 Tage in Großfolio=Format erſcheinenden
Modenblattes „Große Modenwelt” mit
Fächer=
vignette ſoeben erſchienen, welches Journal immer noch
zum ſelben Preiſe von 1 Mark pro Quartal erſcheint. —
Auf die Frage, wie es möglich iſt, daß trotz des
Gebote=
nen: achtſeitiges Hauptmodenblatt größten Stils für
Er=
wachſene und Kinder, farbenprächtige Modenkolorits,
Unterhaltungsbeilagen mit Romanen uſw., große
Hand=
arbeitsbeilagen uſw ſeit 22 Jahren immer derſelbe Preis
beſtehen geblieben iſt, iſt zu antworten, daß nur die
un=
geheure Verbreitung des Blattes dies ermöglicht. — Alle
14 Tage wird das Neueſte geboten auf dem Gebiete der
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lin W. 57.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Karlsruhe, 23. März. In der Zweiten
Kam=
mer wandte ſich der Miniſter des Innern Freiherr von
und zu Bodman gegen die Bemerkung des
Zentrums=
abgeordneten Dr. Schofer, daß die elſaß=lothringiſche
Regierung die Verteilung der Koſten den
Rheinregulierung dahin abändern wolle, daß ſie
ſtatt 60 nur 50 Prozent der Koſten tragen wolle. Er könne
nur bedauern, daß einer der badiſchen Regierung
befreun=
dete Regierung eine ſolche Unterſtellung gemacht werde.
Von einer derartigen Abſicht könne keine Rede ſein. Die
Ueberſchreitungen bei der Rheinregulierung rührten
da=
her, daß in Elſaß=Lothringen die Materialien teurer
waren, als angenommen wurde. — Finanzminiſter Dr.
Rheinbaben legte der Zweiten Kammer den
Vor=
anſchlag des Eiſenbahnbaugeſetzes, ſowie
den Voranſchlag der Eiſenbahnſchuldentilgungskaſſe für
die Jahre 1914/1915 vor. Nach dem Voranſchlag des
Eiſenbahnbaues werden für neue Bahnlinien in Summa
5 790000 Mark gefordert. Der Geſamtbetrag der
Forde=
rungen beläuft ſich nach Abzug der Einnahmen auf
60 985665 Mark, wozu noch der Reſtkredit mit 17 234 261
Mark tritt, ſo daß die geſamten einzuſtellenden
Deckungs=
mittel ſich auf 78 220926 Mark gegen 86 125375 Mark
be=
laufen. Die Eiſenbahnſchuld wird weſentlich erhöht,
indem ſie ſich auf über 600 Millionen Mark erhöht. Der
Voranſchlag der Eiſenbahnſchuldentilgungskaſſe ſchließt
mit 168 937957 Mark ab.
* Paris, 23. März. Der deutſche Botſchafter in Paris,
Frhr. v. Schoen, hat dem Präſidenten Poincaré,
ſowie der franzöſiſchen Regierung den Dank des
Kai=
ſers für die Glückwünſche zur Geburt des Erbprinzen
von Braunſchweig übermittelt.
* Paris, 23. März. Der Deputierte und ehemalige
Kriegsminiſter Meſſimy weiſt in ſeinem Bericht über
das Zivilbudget Marokkos darauf hin, daß das
Gleichgewicht des erſten marokkaniſchen Budgets ein recht
unſicheres ſei, da einer Einnahme von 20 Millionen
Piaſter eine Ausgabe von 34 Millionen Piaſter
entgegen=
ſtehe. Doch ſei auf Grund der Erfahrungen, die man in
den Kolonien gemacht habe, zu hoffen, daß die
Einnah=
men Marokkos in zehn Jahren ſich mindeſtens verdoppeln
würden. Man müſſe Marokko von der Beamtenplage
freihalten, deren Opfer Indochina ſolange geweſen ſei.
Das beſte Mittel würde ſein, den Eingeborenen eine
mög=
lichſt große Anzahl von Aemtern anzuvertrauen. Zum
Schluß ſeines Berichtes tritt Meſſimy mit Nachdruck
da=
für ein, daß der geſamte nordafrikaniſche Beſitz dem
Kolo=
nialminiſterium zugeteilt werde.
* Madrid, 23. März. Nach dem endgültigen
amt=
lichen Wahlergebnis wurden bei den geſtrigen
Senatswahlen gewählt: 98 Konſervative, 40 Liberale,
9 Demokratzen, 3 Republikaner, 3 Reformpartei, 4
Unab=
hängige, 6 Regionaliſten, 3 Karliſten, 1 Integriſt, 1
Katho=
lik und 1 Agrarier.
* London, 23. März. Im Unterhauſe erklärte auf
eine Anfrage der neue Handelsminiſter Burns, die
bri=
tiſche Regierung habe auf Einladung der deutſchen
Re=
gierung und entſprechend dem Gutachten der
buchgenerb=
lichen Verbände Englands beſchloſſen, an der
Inter=
nationalen Ausſttllung für Buchaewerbe
und Graphik in Leipzig teilzunehmen. Die
aus öffentlichen Mit’Aln aufzubrlngenden Geſamtkoſthn
werden auf 13000 Pfund geſchätzt.
* London, 23. März. 200 Mann
einge=
borener Infanterie ſind geſtern von Aden nach
Berbera abgegangen. Die Entſendung bedeutet keine
Verſchlimmerung der Lage im Somalilande. Sie
geſchah, weil die für das Somaliland in Indien
ausge=
bildeten Truppen nicht vor zwei Monaten in Berbera
er=
wartet werden.
* Athen, 23. März. Die Königliche Familie
wird ſich am Donnerstag nach Korfu begeben, um
Kai=
ſer Wilhelm dort zu empfangen, der am Samstag
ein=
trifft. Das Blatt Patris meldet, der König werde den
Kaiſer einladen, Athen zu beſuchen.
* Athen, 23. März. Die Blätter veröffentlichen
De=
peſchen aus Argyro Caſtro, die beſagen, nach einer
Meldung aus Leskoviki hätten zahlreiche Albaneſen
das Dorf Saleſſiangegriffen. Die Einwohner
eiſteten jedoch lebhaften Widerſtand. Nachdem die
Epi=
roten Verſtärkungen erhalten hatten, ſeien ſie zu einem
lebhaften Gegenangriff vorgegangen und hätten die
Al=
baneſen zum Rückzug gezwungen. Die Epiroten hätten die
flüchtenden Albaneſen, welche mehrere Tote und
Ver=
vundete gehabt hätten, bis Rodomitſi verfolgt.
* Saloniki, 23. März. Die Bevölkerung von
Ka=
walla beſchloß, nach der Ankunft des deutſchen
Kaiſer=
in Korfu eine Abordnung dorthin zu entſenden, die dem
Kaiſer für ſein Eintreten für das Zuſtandekommen des
Bukareſter Vertrages und die Angliederung Kawallas
an Griechenland danken ſoll.
* Neu=York, 23. März. Nach einem Telegramm aut
Mexiko erklärt das dortige Kriegsminiſterium, daß be'
Torreon die Entſche dungsſchlacht geſchlagen werder
würde. Wie bekannt gegeben wird, iſt Tlahqualila in der
Nähe von Torreon als neutrale Zone für die Ausländs
gewählt worden.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Nummer 83₰
2 Tollo, B. März,. Das Parkament hat dast
Budget nicht angenommen, infolge der
Mei=
nungsverſchiedenheiten beider Kammern hinſichtlich der
Einſchränkung des Flottenprogramms hat das Kabinett
beſchloſſen, zurückzutreten.
Zur Homerule=Kriſis.
* London, 23. März. Kriegsminiſter Seely begab
ſich vom Miniſterrate (zum Könige der ihn in
dreiviertelſtündiger Audienz empfing, und kehrte darauf
ſin den Miniſterrat zurück, der ſeine Beratungen wenige
Minuten ſpäter ſchloß.
* London, 23. März. Unmittelbar nach der
Be=
ſprechung des Generals Paget mit dem Kriegsminiſter
trat das Kabinett zu einer außerordentlichen Sitzung
zu=
ſammen.
* London, 23. März. Im Unterhaus gab Oberſt
Seelſy eine Erklärung bezüglich der Ereigniſſe
in der Armee. Dem Kriegsamt ſeien Nachrichten von
Paget zugegangen, daß einige Offiziere erklärt hätten,
unter gewiſſen Umſtänden den Weiſungen ihrer
Vor=
geſetzten nicht folgen zu können. Das Armeeamt beſtimmte
ſofort, daß die älteren Generaladjutanten ſich dem
Kriegs=
amt melden ſollten. Inzwiſchen habe ſich die Frage
dahin aufgeklärt, daß die Offiziere eine an ſie von Paget
geſtellte Frage mißverſtanden hätten. (Heiterkeit.)
* London, 23. März. Amtlich wird gemeldet, daß
der König, um in der gegenwärtigen Zeit in enger
Verbindung mit ſeinen Miniſtern ſein zu können, ſeinen
für dieſe Woche geplanten Beſuch im Weſten von England
um einige Tage abkürzen werde.
Die Panama=Kanalgebühren.
* Waſhington, 23. März. Präſident Wilſon brachte
den geſtrigen Sonntag in ſeinem Bureau zu, was ein
un=
gewöhnliches Vorkommnis bedeutet. Der Präſident
be=
ſprach dort die Frage der Panama=
Kanalge=
bühren mit den führenden Anhängern im Kongreß. Es
ergab ſich dabei, daß die ſchließliche Aufhebung der
Ge=
bührenfreiheit amerikaniſcher Küſtenſchiffe im
Panama=
kanal zwar kaum bezwelifelt werden kann, daß aber doch
gegen dieſe Maßnahme eine hartnäckige Oppoſition,
be=
ſonders im Repräſentantenhaus, entſtanden iſt. Ein
eigen=
artiges Moment der Lage beſteht darin, daß der Sprecher
Clark, der Mehrheitsführer Underwood und andere, die
ſonſt gewöhnlich die Regierung unterſtützen, in dieſem
Falle Oppoſition machen. Die Freunde des Präſidenten
geben zu, daß er diesmal auf die ernſteſte Oppoſition
ge=
ſtoßen iſt, der er bisher begegnete.
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beſtehen. Außerdem wurde auch für Perſonen, welche
weniger als eine Woche anweſend ſind, und ſomit keine
Wochentaxe zahlen, eine Tagestaxe von 80 Pfg.
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reichen Wohnungsnachfragen zu ſchließen iſt eine gute
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Neuenheim=Heidelberg, die Herbſt 1913 und
Oſtern 1914 in die Einjährigen=Prüfung eintraten,
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den alle und erhielten den Einjährigen=
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ſchein. Seit 1895: 270 Einjährige, 470 Prima und
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2 Uhr vorm. Biſhop Rock paſſiert. „Prinzeß Irene”
19. März 6 Uhr vorm. in Neu=York angekommen
„König Albert‟ 19. März 10 Uhr vorm. von Genua
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gegangen. „Caſſel” 19. März 4 Uhr 30 Min. nachm.
Dover paſſiert. „Bremen” 19. März 1 Uhr nachm.
von Neu=York abgegangen. „Hannover” 18. März
12 Uhr mittags von Boſton abgegangen. „Neckar”
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10 Uhr vorm. in Kobe angekommen. Weſtfalen‟
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gegangen. „Heſſen” 20. März 7 Uhr vorm. von
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bourne abgegangen. „Sierra Nevada‟ 19. März in
Antwerpen angekommen.. „Andromeda” 20. März von
Bremen nach Kuba abgegangen. „Eiſenach” 19. März
von Oporto nach Antwerpen abgegangen. „Würzburg”
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von Liſſabon nach Braſilien abgegangen. „Schleswig‟
19. März 5 Uhr nachm. von Caiffa abgeg. „Manila”
19. März von Amboina nach Singapore abgegangen.
Nackrul.
Am 20. März. verſchied unſer unterſtützen=
(7634
des Mitglied
Herr Heinrich Kraus
Kaufmann und Prokuriſt.
Wir verlieren in dem Dahingeſchiedenen
ein langjähriges, treues Mitglied, dem wir für
ſein ſtarles Intereſſe an unſerer Sache ein
dauerndes Andenken bewahren werden.
Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft
„Gabelsberger” (E. V.).
Dankſagung.
Für alle Beweiſe wohltuender und herzlicher
Teilnahme beim Heimgange unſerer lieben
Ent=
ſchlafenen, für die Blumenſpenden, ſowie für die
troſtreichen Worte des Herrn Pfarrer Waitz ſagen
wir im Namen der trauernden Hinterbliebenen
(7658
innigſten Dank.
Georg Bindewald und Frau.
Darmſtadt, den 23. März 1914.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Stadtkapelle. Mittwoch, den 25. März, abends
6 Uhr: 5. Paſſionsandacht. Pfarrer Kleberger.
Johanneskirche. Mittwoch, 25. März, abends
8 Uhr: 5. Paſſionsandacht. Pfarrer Dingelden.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ausläufer des Tiefdruckgebietes über der Nordſee,
das ſeit Sonntag ſeine Lage kaum verändert hat, brachten
uns zeitweiſe Trübung und Regen, in höheren Lagen
auch Schnee. Da von Weſten her ein neuer
Tiefdruck=
ausläufer ſich nähert, werden wir nach vorübergehender
Aufheiterung wieder mit dem Eintritt von Bewölkung
und Niederſchlägen rechnen müſſen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 24. März:
Wechſelnde Bewölkung, zeitweiſe Niederſchläge, etwas
wärmer, weſtliche Winde.
Tageskalender.
Dienstag 24. März.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende gegen
10 Uhr (Ab. A): „Belinde‟
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Saalbautheater, Anfang 8 Uhr: „Die
Kino=
königin”.
Vortrag von Redakteurc Anhäuſer um 8½ Uhr im
„Fürſtenſaal” (Fortſchrittliche Volkspartei).
Konzerte: Hotel Heß um 4 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 25. März.
Mobiliar= uſw. Verſteigerungen: um 10 und
3 Uhr in der „Ludwigshalle‟, — um 11 Uhr
Rundeturm=
ſtraße 16, — um 2 Uhr Wenckſtraße 38.
Butterknet= und Butterformmaſchine=
Ver=
ſteigerung um 6 Uhr (Zuſammenkunft Ecke Schuchard=
und Luiſenſtraße).
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lerie=Kaſerne (Regt. Nr. 25).
Kunſthalle am Rheinor, gebfnet Werltass von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Dnic und Veriag z. e. Mitiſe Soſbuchencterit
Verantwortlich sfür den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Itriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind!
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen:
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte:
werden nicht zurückgeſandt.
Beſtellungen auf die
Jochen=Chronik”
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monatlich 20 Pfennia
(einzelne Nummer 10 Pfg.) nehmen unſere Expedition, unſere Trägerinnen, ſowie unſere Agenturen
und ſämtliche Poſtanſtalten entgegen, die letzteren unter der Bezeichnung Darmſtädter Tagblatt
Ausgabe B. Die Chronik iſt 8ſeitig mit reichem Bilderſchmuck in Tiefdruck und in tadelloſer
Ausführung, ſo daß ſie fortlaufend eine Illuſtrierung der hervorragenden Ereigniſſe der letzten Woche
bietet und eine Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt.
(26918
[ ← ][ ][ → ]Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Seite 9.
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Rich. Schubert & Co., G. m. b. H.
Weinböhla- Dresden.
Man verlange ausdrückl. „Rino.‟
tagstisch
zahle ich für beſſere getr.
Herren=
auch Damen=Kleider. Zahle die
beſten Preiſe.
(*7474fo
I. Schnitzer, Schloßgaſſe 33.
Poſtkarte genügt. Telephon 2097.
als jeder andere, zahle ich für
ge=
tragene Sakko=, Gehrock= Frack= u
Smoking=Anzüge, Stiefel, Uniform.
Zahngebiſſe, Pfandſcheine ꝛc. (7027a
Zarnicer, Kleine Bachgaſſe 1-
—Komme auch nach auswärts.
Sch Kaufe
etr. Kleider, Schuhe, Wäſche,
Zahngebiſſe, alte Bettfedern.
Poſtkarte genügt.
(7061a
M. Speier, Schloßgaſſe 10.
Wer dort ? (7046a
hier V. Schatz, Schloßgaſſe 23.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Möbel,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
In. Obstfeid
Kleine Bachgaſſe 7, Teleph. 2085.
Wer dort?
ſo gehts den ganzen Tag fort.
Ich kaufe getragene Kleider,
Stiefel, Uniformen, alte Treſſen,
Zahngebiſſe
bis zu 20 Mark.
Poſtkarte genügt. (7547a
kaufe getr. Herren= u.
Da=
menkleider, Stiefel,
Bett=
federn Zahngebiſſe und
Waffen. Zahle die beſten Preiſe.
Poſtkarte genügt. Telephon 2097.
Schnitzer, (7328a
Schloßgaſſe 33.
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
(1736a
Preiſen.
G. Kanzler, Friſeur, Marktſtr. 3.
Kaufe gebr. Möbel
ganze Wohn.=Einricht. u. Nachläſſe
gegen ſofortige Kaſſe
Inf. Lich. Alexanderſtr. 3. (3419a
ausgekämmte und abgeſchnittene
kauft furtwährend zu den höchſten
Preiſen
(5563a
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.
kaufe
getrag. Kleider, Schuhe, Stiefel,
Zahngeb ſſe u. Bettzeug. Zahle
beſte Preiſe. Poſtk. gen. (*7844imf
W Fofer, Obergaſſe 15, Laden.
t. Zu erh. Helme, mit und
ohne Schweif, hieſig.
Truppen=
gattung geſ. Ang. m. Preisang.
t W5 an die Exp. erb. (*7845
Gebraucht. Linoleum
zu kauf. geſucht. Näh. Exp. (*7858
Bekanntmachung.
Die Kreisſtraße von Darmſtadt bis Gräfenhauſen, und zwar von km 3,0 bis 5,8,
iſt behufs Einwalzens der Fahrbahn von Montag, den 30. d. Mts. ab auf ca.
2 Wochen für Fuhrwerke, Automobile und Motorräder ꝛc. geſperrt.
Die Großh. Bürgermeiſtereien Gräfenhauſen, Schneppenhauſen und Wixhauſen
wollen Vorſtehendes in ortsüblicher Weiſe bekannt geben.
Darmſtadt, den 19. März 1914.
(7624
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
Beiehnenhinge
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppenübungs=
platz Darmſtadt bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
(7373si
Darmſtadt, den 12. März 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 23. bis 26. März 1914,
Bekanntmachung.
Am 2., 3., 5., 9., 10., 13., 16., 17., 20., 23., 24., 27., 30. und 31. März 1914, von
8 Uhr vormittags bis zum Eintritt der Dunkelheit, wird Schießen mit ſcharfer Munition
von Truppenteilen des XVIII. Armeekorps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten
werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
im Oſten: Alter Of über Milches
wieſe=Sauwieſe=Schreibertswieſe=Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
(5340a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf Artikel 33 des Geſetzes vom 24. März 1910 wird hiermit
zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Stempel:
1. für Verkaufs= oder Waagautomaten.
2. für autamatiſche Kraftmeſſer,
3. für Automaten, die zur Unterhaltung des Publikums dienen,
4. für alle in öffentlichen Wirtſchaftslokalen aufgeſtellten Klaviere oder ſonſtige
Muſikwerke,
5. für Luxuswagen und Luxusreitpferde,
deren Verſteuerung am 31. März 1914 abläuft, wenn die Abgabepflicht fortdauert,
im Monat März zu entrichten iſt.
Die Entrichtung des Stempels erfolgt an allen Wochentagen des Monats
März, vormittags von 9—12 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde im
Regierungs=
gebäude (Neckarſtraße Nr. 3, Zimmer Nr. 9) dahier. Die Entrichtung des Stempels
für Muſikwerke, die in der Stadt Darmſtadt aufgeſtellt ſind, erfolgt bei Großh.
Polizeiamt (Hügelſtraße Nr. 18).
Darmſtadt, den 2. März 1914.
(5841a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Een Vertr.: Dr. Michel.
Darmſtadt, den 16. März 1914.
Betreffend: Die Führung der Rekrutierungsſtammrollen; hier Zu= und Abgänge
Militärpflichtiger.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſien Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf die Beſtimmungen des § 46 Ziff. 13 der Wehr=Ordnung vom
22. November 1888 (Neuabdruck im Reg.=Bl. Nr. 68 von 1901) hinweiſe, nach welcher
von jeder An= und Abmeldung eines Militärpflichtigen zur bezw. von der Stammrolle
infolge Aufenthaltswechſels, behufs Berichtigung der alphabetiſchen und Reſtanten=
Liſten, hierher Mitteilung zu machen iſt, empfehle ich Ihnen die entſprechenden
An=
zeigen — bei Anmeldungen unter Vorlage des Loſungsſcheines — für jeden Mann
getrennt, alsbald zu erſtatten.
(7223a
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Schießhausſtraße zwiſchen der Orangerie=Allee und der
Klemens=
ſtraße, ſowie die Klappacher Straße zwiſchen der Wittmann= und
der Seekatzſtraße vom 23. März bis zum 18. April lfd. Js. für den
(7655
Fuhrwerks= und Radfahrverkehr geſperrt.
Telephonnummerwechſel der Rettungswache.
Ab 1. April hat die ſtändige Rettungswache, Bismarckraße 28
die neue Telephonnummer 2425 (jetzt noch 1707).
(7436a
Darmſtadt, den 18. März 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
(Die Lieferung von 60 000 Stück Briefumſchlägen mit
Auf=
druck ſoll vergeben werden.
Bedingungen und Muſter liegen im Stadthaus, Zimmer 39,
zur Einſicht offen.
Angebote nebſt Muſtern ſind bis zum 26, Ifd. Mts.,
vor=
mittags 10 Uhr, bei mir einzureichen.
Darmſtadt, den 21. März 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt, Beigeordneter.
(7579gi
Nutzholz-Verſteigerung.
Donnerstag, 2. April, vormittags von 9 Uhr an,
werden in der Turnhalle, Woogsplatz dahier, verſteigert:
1. Forſtwartei Beſſunger Forſthaus: Stämme: Eichen I. Kl.
1 St., IV. Kl. 7 St., V. Kl. 9 St. VI. Kl. 6. St.; Buchen
IV. Kl. 2 St.: Fichten IV. Kl. 5 St.; Derbſtangen: Eſchen
18 St.; Reisſtangen: Fichten 350 St.; Nutzſcheiter: Eichen
I. Kl. 23 rm geſpalten, desgl. 18.rm. rund; Buchen 8 rm
rund, Hainbuchen 3 rm rund und Eſchen 13 rm rund.
2. Forſtwartei Beſſungen (Baſſinteil): Stämme: Eichen IV. Kl.
6 St., V. Kl. 9 St., VI. Kl. 6 St.; Linden IV. Kl. 2 St.;
Kiefern II. Kl. 7 St., III. Kl. 30 St., IV. Kl. 2 St., V. Kl.
1 St. und Douglastannen V. 2 St.
3. Forſtwartei Böllenfalltor: Stämme: Eichen VI. Kl. 5 St.;
Fichten Vb. Kl. 2 St.; Derbſtangen: Buchen 35 St., Lärchen
11 St.; Nutzſcheiter: Eichen geſpalten I Kl. 7 rm, Kiefern
rund 2 rm; Nutzknüppel: Eichen 11 rm.
Nähere Auskunft erteilt Großh. Forſtwart Kolb zu Beſſunger
Forſthaus, Förſter Schimpf, Forſtmeiſterſtraße 9, und Förſter
Klipſtein Böllenfalltor
Darmſtadt, den 21. März 1914.
(7667is
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Daab.
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 25. März 1914
verſteigere ich im Verſteigerungslokale
„Zur Ludwigshalle‟ (Obergaſſe)
a) vormittags 10 Uhr, auf freiwilliges Anſtehen:
3 Betten, darunter ein beſſeres, 1 Bettſtelle. 1.
Aus=
ziehtiſch, 1 ovaler Tiſch, 1 Schreibtiſch, 2 Schränke,
2 Nachttiſche, 1 Rollwand, 1 Badeofen, ſowie
ſonſtige Hausmobilien, ferner 1 Damenfahrrad.
Hieran anſchließend an Ort und Stelle (
Zuſammen=
kunft der Steigerer in obigem Lokal):
Eine vollſtändige Ladeneinrichtung für ein
Spezerei=
geſchäft (2 große Schränke, 1 Regal, 3 Theken):
b) nachmittags 3 Uhr, in dem oben bezeichneten
Ver=
ſteigerungslokale, zwangsweiſe:
Eine Partie Schnitt= und Eiſenwaren, ſowie
Haus=
mobilien durch alle Rubriken.
c) nachmittags 6 Uhr an Ort und Stelle (
Zuſammen=
kunft der Steigerer Ecke Schuchard= und Luiſenſtraße),
ebenfalls zwangsweiſe:
Eine Butterknet= und eine Butterformmaſchine.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet
voraus=
ſichtlich beſtimmt gegen Barzahlung ſtatt.
Kapp,
Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
Georgenſtraße 1, I.
7693
Preiſe für Fleiſch
in der Stadt Darmſtadt
am 20. März 1914.
(Mitgeteilt von der Großh.
Zentral=
ſtelle für die Landesſtatiſtik.)
Häufigſter Preis in 4 pro Pfund
Ochſenfleiſch mit Beilage . . 96
Rindfleiſch „
80—90
Kuhrleiſch‟
Kalbfleiſch
100
Hammelfleiſch „
100
Schweinefleiſch,
84
Leberwurſt gewöhnliche
Blutwurſt,
Geräucherter Speck
15
Schweineſchmalz, inländiſches 80
*) Durchſchnittspreis.
Die Erhebung erſtreckte ſich auf
45 Metzgereien, und zwar auf 25,
in denen Ochſen, Rind= od.
Kuh=
fleiſch, auf 16, in denen Kalbfleiſch,
auf 8, in denen Hammelfleiſch und
17, in denen Schweinefleiſch
ver=
kauft wurde.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Ein=
träge vollzogen:
Am 13. März 1914.
Hinſichtlich der Firma:
Wilhelm Pfeil, Darmſtadt,
Die Firma iſt erloſchen.
Am 16. März 1914.
Hinſichtlich der Firma;
Auguſt Engel, Darmſtadt.
Die offene Handelsgeſelſchaft
iſt mit Wirkung vom 13. Auguſt
1913 aufgelöſt. Geſchäft und Firma
ſind auf den ſeitherigen
Geſell=
ſchafter Wilhelm Auguſt Raabe
und Kaufmann Karl Hunold
Witwe, Hedwig, geb. Kreuder, in
Darmſtadt, als perſönlich haftende
Geſellſchafter übergegangen. Die
neue offene Handelsgeſelſchaft hat
am 13. Auguſt 1913 begonnen.
Die Prokura der Karl Hunold
Ehefrau, Hedwig, geb. Kreuder,
in Darmſtadt, iſt erloſchen. (7632
Darmſtadt, 20. März 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Pferde=Verſteigerung.
Freitag, 27. März 1914,
vormittags 9 Uhr,
werden auf dem Hofe der Kaſerne
Eſcholbrückerſtraße 24
zweiund=
dreißig überzählige Dienſtpferde
öffentlich meiſtbietend gegen
Bar=
zahlung verſteigert. (7,7072
Train=Bataillon Nr. 18,
Darmſtadt.
Die
Epileptiſchen=Anſtalt
zu Nieder=Ramſtadt
bittet wiederum um getragene
Kleider, altes Weißzeug, Lappen,
ſowie Gebrauchsgegenſtände aller
Art. Die Sachen werden nach
Be=
ſtellung (telephoniſch Amt
Darm=
ſtadt 572 oder ſchriftlich in den
Briefkaſten Nieder=
Ramſtädter=
ſtraße 13) jederzeit mit herzlichem
Dank im Hauſe abgeholt.
Weimar, Pfarrer (6998a
Prachtvoll Mognetediwan, ged.
Arbeit. preiswert z. verkaufen.
F. Albert, Wilhelminenſtr. 35. (7341imd
Verdingung.
Die Anfertigung, Anlieferung und Aufſtellung der
Eiſen=
konſtruktion einſchließlich Ausarbeitung der Berechnungen und
Werk=
zeichnungen für die Ueberbauten des Bauwerks Nr. 33 (
Wegeüber=
führung bei Sarmsheim, Stützweite 30,60 m) Los I und des
Bau=
werks Nr. 39 (Ueberführung der Kreisſtraße von Gaulsheim nach
Ockenheim, in Stat. 21 — 43,12 der Anſchlußſtrecke Rheinbrücke
Ockenheim, Stützweite 19,25 m) Los II der neuen Verbindungsbahn
Rüdesheim (Geiſenheim)—Sarmsheim (Ockenheim) ſoll vergeben werden.
Die Lieferung umfaßt:
rd. 62,20 t Flußeiſen 1 Los I. Vollendungsfriſt fünf=
„ 1,10 t Flußſtahlguß ) zehn Wochen nach Zuſchlag.
„ 62,40 t Flußeiſen Los II. Vollendungsfriſt acht=
1,18 t Flußſtahlguß zehn Wochen nach Zuſchlag.
Die Verdingungsunterlagen und die Ueberſichtszeichnungen liegen
in unſerem Verwaltungsgebäude, Rhabanusſtraße Nr. 1, Zimmer 99a,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht aus, können auch gegen
gebühren=
freie Einſendung von 080 Mk. für die Bedingungen
Los I
„ 10
Zeichnung.
„0,80
Bedingungen.
Los II
1,00
Zeichnung
von unſerem Zentralbureau, ſolange der Vorrat reicht, bezogen werden.
Die Angebote ſind verſiegelt und mit der Aufſchrift.=„Angebot
auf die Eiſenkonſtruktion des Ueberbaues für Bauwerk 33 der
Ver=
bindungsbahn Rüdesheim-Sarmsheim Los I bezw. für
Bau=
werk 39 . . . . . Los II” zu verſehen, bis zum Eröffnungstage am
8. April 1914, vormittags 11½ Uhr, gebührenfrei an uns
ein=
zuſenden.
Die Eröffnung der Angebote findet auf Zimmer 72 unſeres
Verwaltungsgebäudes ſtatt.
Mainz, den 21. März 1914.
(J,7650
Königl. Preuß. u. Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 25. März 1914, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtr. 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Diwans, Kleiderſchränke,
Ver=
tikos, Spiegel, Kommoden, Schreibtiſche, Trumeauxſpiegel,
Pianino, Büfetts, ferner 1 Schreibmaſchine, Ladenſchränke,
Ladenregale, Ladenkaſſe, 1 Landauer, 2 Kaſtenwagen, 1 Pferd
(braun), 8 Fahrräder, Nähmaſchinen, 91 Bände Bibliothek
der Unterhaltung und des Wiſſens, 1 Hund (Boxer),
ſo=
wie 1 Partie Weißwaren
zwangsweiſe verſteigert.
(7691
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.
Nachlaß=Verſteigerung.
Mittwoch, 25. März 1914, nachmittags 2 Uhr,
wird der Nachlaß des verſtorbenen Fräulein Marie Nol im
Hauſe Wenckſtraße 38, freiwillig gegen Barzahlung verſteigert,
und zwar:
2 komplette Betten, 3 Kleiderſchränke,
8 Stühle, 4 Tiſche, 1 Kommode, 1 Sofa,
1 Regulateur, 2 Nähmaſchinen, 1 Spiegel,
3 Bilder (Stahlſtiche), 1 Schließkorb,
2 Waſchkörbe, 1Petroleumherd, eine Partie
Weißzeug, Frauenkleider, Stiefel,
Kar=
toffeln, Kohlen, Küchengeſchirr ꝛc.
Darmſtadt, den 23. März 1914.
Ludwig Raab, Nachlaßpfleger,
Wilhelminenstrasse 21.
Aufnahmen und Verſteigerungen werden jederzeit
über=
nommen.
(7642
od. ſchwarz. ſeid. Bluſe, Gr. 48,
Momal getr., ſehr billig z. verk.
Eckhardſtraße 7 part.
(*7264
aſchkommode u. Nachtſchränkch,
neu, bill. zu vk. Arheilgerſtr. 54. (*
Ein Sportwagen u. eine Kinder=
Eſchaukel zu verkaufen. (*866
Taunusſtraße 53, II.
artie Koffer, gebr., bill. zu verk.
*7908) Neue Ireneſtr. 17, II.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Nummer 83.
Verſteigerungs-Anzeige.
Dienstag, 24. März 1914, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Güterbahnhof dahier, Geleis Nr. 148 (
Ein=
gang Dornheimerweg) auf Antrag desjenigen, den es angeht,
ge=
mäß § 373 H. G. B. öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung:
6 Waggon Brechkots.
(7692
Darmſtadt, den 21. März 1914.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 1.
Großer freihandiger Mobel=Verkauf
im Anktions= und Möbelhaus
Telephon 1774 Bleichstrasse Nr. I Telephon 1774.
Täglich ununterbrochen geöffnet.
Im gefl. Auftrage zu Versteigerungspreisen:
hell, eich. u. nußb., m. Spiegelſchrank, 2tür., Waſch=
3 Schlaßzimmer: kommode u. Nachttiſche m. Marmor u. Spiegel.
hell u. dunkel eich., Büfett u. Kredenz, Auszug=
2 Speiſezimmer: tiſch, Umbau u. Diwan (mod.).
in verſchied. Farben gebeizt, Bücherſchrank, 3tür.,
4 Herreuzimmer: Diplomat m. engl. Zügen (mod., la Fabrikat).
und geſtrichen, Küchenſchrank u. Anrichte
4 Küchen, pitſch=pine m. Kunſtverglaſung und Linoleumbelag.
Ferner wegen Auflöſung eines Penſionats:
10 mod. eiſ. u. holz. vollſt. Betten, 10 Kleiderſchränke, 1= u.
2tür., 10 Waſchkommoden u. Nachttiſche m. u. ohne Marmor,
Kommoden, Schuhſchränke, 40 einf. u. beſſ. Stühle, Wandbretter,
Bücherregale, Schreibtiſch m. Bücherſchrankaufſatz,
Damenſchreib=
pult, Diplomat=Schreibtiſche, Bücherſchränke, Sekretäre,
Chiffo=
niere, Auszug= u. and. Tiſche, Flurgarderoben, Spiegel, 10
Diwane, Diwane mit Umbauten, Salongarnituren, Gartentiſche
und=Stühle, Gasherd mit Tiſch, Waſchmaſchine, Sitz= u.
Liege=
badewanne, Schreibpult m. Seitenſchränken, Lüſter für Gas u.
Elektriſch u. a. m.
Glasſchränke, Theken, Holzfirmenſchilder,
Laden=Einrichtungen: f. alle Geſchäfte geeignet.
Schränke, Truhen, Kommode, Stühle, Ofenſchirm,
Autike Möbel: Uhr für Diele, Pult, Oelgemälde uſw. durch
Auktionator und
Johannes Krummeck,
Taxator.
Annahme von Verſteigerungen, Verkäufen u. Taxationen,
Ia Referenzen.
(7702
Penſionat von Fräulein W. Blnme und Frau
Ober=
leutnant Weiße (vormals Danielowsky=Lange).
Geh. Medizinalrat
Dr. Happel
verreist.
Die Vertretung haben gütigſt
bernommen die Herren:
Dr. Draudt,
San.-Rat Dr. Hoffmann,
Dr. Leydhecker,
Dr. Loeb,
San.-Rat Dr. Machenhauer,
Dr. Nahm.
(7633id
HASSIA
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Nendelstadtstr. 26
Telephon 1679.
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Sohrei bmaschinen-
Arbei ten
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Tinkturen, Spirituspräparaten
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(Watfen, Gazen, Binden etc.)
ſowie ſämtlichen (6995a
Artikeln zur Krankenpflege
in der fachmänniſch betriebenen
mit Fortbildungskurſen
(3997a
in Sprachen, Deutſch, Literatur und Kunſtgeſchichte.
Privatzirkel für Latein.
Liebevolle, individuelle Behandlung. — Anmeldung für Oſtern
möglichſt bald erbeten. — Proſpekte durch die Vorſteherin
Inh. Fr. Beckenhaub
W. Blume, Darmſtadt, Sandſtraße 12.
Ecke Schul= u. Kirchſtraße
oder Wilhelminenſtraße 11,
decken.
Neugegründete
(Schwarz-weisse Rabattmarken).
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Nroßes Firmenſchild zu verkauf.
Markt 10 im Hof. (*7615sm
von Fräulein W. Blume u. Frau Oberleutnant Weiße.
Unterweiſung in allen Zweigen des Haushaltes.
Beſondere Koch=, Back= und Einmach=Kurſe.
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W. Blume und E. Weisse, Darmstadt,
landstrasse 12.
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Auswahl bill. Joh.
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mann, Kempten (Bay.)
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von Handarbeiten der Schülerinnen
Zegen Wegzug billigſt
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Kleiderſchr., 1 gr. Wäſchemangel,
Petroleum=Ofen, Einmachgläſ. u.
=Töpfe, 1 Eismaſch., 1 Spieg., verſch.
Gaslamp. Beſſungerſtr. 04. (*7862
*7950id)
Freitag, den 27., u. Samstag, den 28. März, 9—6 Uhr.
Zur Beſichtigung ladet freundlichſt ein
Pensionat Wagner
Neckarſtraße 10.
Grüne Goliath-Sohlen
echfemnEnorme.
Siegel
Haltburkell
Leich)
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Fachausstellung Leipzig 1908,
Fachaus-
stellung Plauen 1910, Bautzen 1912,
Goldene Medaille Fachausstellung
Neu-
stadt a. H.
Der kolossale Erfolg der grünen Sohlen,
Marke Goliath, hat bereits zu
minder-
wertigen Nachahmungen geführt.
Ver-
langen Sie deshalb nichtnurgrüne
Sohlen, sondern ausdrücklich die
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Mce
Marke Coliath
Zu haben in der
Schuhmacherei
Michael Fick, Holzstrasse 24,
Erhältl. bei nachstehenden Firme
Adolf Zachmann, Hauptniederlage
Georg Hübner, Karlstr. 56.
Anton Logel, Elisabethenstr. 30.
Ludwig Petri, Rossdörferstr. 5.
Friedr. Seibert, Pallaswiesenstr. 44.
Heinrich Schaub, Karlstr. 20.
H. Wagenbrenner, Bavaria-Drogerie.
Bitte Gratisprobe zu verlangen.
nächst der Stadtkirche.
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Original=Kräuter-Haarwasser bet
dünnem, ſchwachem, ſprödem Haar, bei
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Erstklassiges Atelier für nur Englische Damengarderobe
(Tailor Made).
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Auch nicht von mir gelieferte Stoffe werden verarbeitet.
Anton Lagrange, Ludwigstr. 1
Telephon 1932.
Gegründet 1900.
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Liter=Krug 55 Pfg.
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billiger als alle andere Fabrikate.
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Mk. 1.05
¼ Kilo=Doſe, bei 3 Doſen
¼ Kilo=Doſe
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Bernsten Fassboden- Glanzldch
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per ¼ Kilo=Doſe, bei 3 Doſen
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ausgiebig — hochglänzend
Mk. 1.30
Mk. 1.25
per ¾¼ Kilo=Doſe, bei 3 Doſen
per ¼ Kilo=Doſe
65 Pfg.
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per ½ Kilo=Doſe
per ½ Kilo=Doſe bei 3 Doſen
Stahlspäne
22 Pfg.
per ½ Kilo=Paket
mittel
20 Pfg.
per ½ Kilo=Paket, bei 3 Paketen
weiß,
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50 Pfg.
per Stück
45 Pfg.
per Stück, bei 3 Stück
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Weiße Kernſeife u. hellgelbe Harzkernſeife.
Prima weiße und gelbe Schmierſeife.
Silberſand, Seifenſand pro Paket 8 Pfg.
Seifenpulver . . 10 Pfd.=Sack Mk. 1.80
ſowie ſämtliche übrigen Waſch= und
Putz=
mittel billigſt.
Zuſendung frei Haus.
(7703
Emander-Fald
Kirchſtraße 1
Telephon 137.
Jedermann bekömmlich und äußerſt wohlſchmeckend ſind
freie Obst- und
Akohol-Beeren-Weine.
1. Wormſer Trauben=Nektar, weiß.
St. Petersberger, Hausmarke (Sylvaner=Riesling)
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
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Die Erbſchaft.
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(Nachdruck verboten.)
29
Ein ſehr trüber Tag war’s für Mama Arnold und
ihre drei Mädel, die zwei jüngeren wenigſtens, geweſen,
und nicht fröhlicher brach der nächſte Morgen an, wo’s
ſchon beim Frühkaffee in dem von der teilnahmsvollen
Müllern heraufgebrachten Anzeiger wirklich zu leſen
ſtand, daß die Erbſchaftshoffnungen der Regiſtratorswitwe
A, und ihrer drei Töchter leider zunichte geworden wären
und das ganze beträchtliche Vermögen an einen
Seiten=
verwandten in Amerika gefallen ſei. An welche Neuigkeit
der Redakteur noch den Ausdruck ſeines Bedauerns
knüpfte, daß deutſches Kapital auf ſolche Weiſe ins
Aus=
land verloren ging.
So, nun wiſſen ſie’s wenigſtens gleich alle
mitein=
ander, ſagte Lotte mit bitterer Befriedigung, und auch
Thea preßte die Lippen zuſammen. In der Schule würde
ſie ebenfalls heute manche höhniſche Anſpielung zu
er=
dulden haben. Beſonders von Fräulein Mertens, ihrer
Feindin, die die Neuigkeit ſelbſtverſtändlich und ganz
ſicher auch ſofort brühwarm zu Artur Helldorf tragen
und allerhand hämiſche, ſie herabſetzende Bemerkungen
daran knüpfen würde. Nun, das mußte eben
hingenom=
men werden, und durch ſein feines, abwehrendes Lächeln
würde er die Neiderin ſchon gebührend ſtrafen.
Ihre Vorausſicht erfüllte ſich, wie ſie es gedacht, und
ſie mußte ein gutes Teil Selbſtbeherrſchung zu Hilfe
neh=
men, um ihre volle Ruhe aufrechtzuerhalten gegenüber
ihrer Feindin, aus deren Worten deutlich hervorging, daß
iſie in der Tat bei Artur Helldorf den Zuträger gemacht
hate Ihn ſelder halte Then noch nicht zu ſechen
belom=
men. Er war heute nicht wie ſonſt und gleich den
übri=
gen Lehrern während der großen Unterrichtspauſe im
Veſtibül und Hof der Schule erſchienen; indeſſen mochte
ihn der Direktor wegen irgend etwas zu ſich berufen
ha=
ben, das kam zuweilen vor. Jetzt jedoch hatte er in dem
Klaſſenzimmer drüben unterrichtet und mußte nach Schluß
der Stunde über den Korridor kommen. Hinter der Schar
ihrer davonſtürmenden kleinen Schülerinnen trat ſie aus
der Tür in den breiten Gang hinaus und errötete gleich
darauf heiß und glücklich. Er kam!
Auch das Antlitz des ſchönen Oberlehrers überflog bei
ihrem Anblick ein kurzes Rot; ſeine Lippen zuckten, als
wollten ſie ſich aufeinanderpreſſen, dann trat er langſam
näher.
Guten Morgen, Fräulein Arnold!
Guten Morgen! Ein leiſes Lächeln huſchte über ihr
Geſicht: er trieb die Vorſicht wirklich ein bißchen ſehr weit.
Kein Menſch war da, der ſie ſehen und hören konnte.
Der ſchöne Artur ſtrich ſich mit der edelgeformten
Hand nervös über die Stirn, ſein Atem ging wieder kurz
und knapp, als fiele es ihm ſchwer, die Worte zu finden,
die er ſagen mußte.
Ich — ich möchte Sie um Verzeihung bitten, Fräulein
Arnold!
Um — Verzeihung? — —
Ja. Er ſah zu Boden. Die ganze Pein des edeln
Mannes, der mannhaft ein für ihn beſchämendes
Ge=
ſtändnis ablegt, widerſpiegelten ſeine Züge. Verzeihung
für mein freilich faſt unverzeihliches Benehmen am
vor=
geſtrigen Abend, durch das ich Sie zu beleidigen wagte!
Heute vermag ich es ſelbſt nicht mehr zu begreifen, wie
ich die Herrſchaft über mich ſo verlieren konnte.
Von tiefſtem moraliſchen Gedrücktſein kündeten die
gedämpften Töne ſeiner klangreichen Stimme; er ſchwieg,
wie überwältigt von ſeinen Selbſtvorwürfen, und als
er=
hoffte er ein mildes Wort, das ihn aufrichten würde.
Aber über die Lippen von Mama Arnolds Aelteſter
kam kein Laut. Sie war nur totenbleich geworden, und
ihre dunkeln Augen hafteten mit einem ſeltſamen
Aus=
druck auf dem Geſicht des ſchönen Mannes, dem ſie ihre
leidenſchaftliche Neigung gewidmet hatte.
Doktor Helldorf blickte noch immer in düſterer
Seelen=
pein zu Boden und ſeufzte endlich tief.
Ich ahnte es, daß auch eine edle Frau dergleichen
nicht vergibt und vergißt, ſagte er endlich dumpf. Sie
wiſſen ja nicht, Fräulein Arnold, wie ſtark die Macht des
Blutes ſich im Manne geltend macht — wie trotz allen
Selbſterziehung oft ein Moment genügt, um uns bei
er=
regten Sinnen zu einem Tun hinzureißen, das wir, zur
ruhigen Vernunft zurückgekehrt, aufs äußerſte und
tief=
beſchämt bereuen! Erwartungsvoll ſchwieg er wieder,
abermals jedoch kam keine Entgegnung.
Da hob er langſam das Haupt und faltete ſchmerzlich
die Brauen.
Wohl, ich erkenne es, Sie können nicht verſtehen, wie
ch—
O doch, ich verſtehe Sie, Herr Doktor Helldorf! Mama
Arnolds Aelteſte war noch immer totenblaß, aber in ihren
Augen flammte jetzt etwas, vor dem der ſchöne Artur die
ſeinen haſtig wieder ſenkte. O doch, ganz genau verſtehe
ich Sie! Und ich ſehe auch vollkommen ein: Ihnen muß
man dergleichen verzeihen!
Jetzt ſchämte er ſich doch, ſchämte ſich wirklich und
ehr=
lich, der ſchöne Artur. Fräulein Arnold — wenn ich —
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Nummer 83.
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bereit —
Aber zum zweiten Male ſenkte er den Blick vor dem,
der ihn traf aus den Augen, die bis zur Stunde ſo viel
heiße Bewunderung für ihn gehabt hatten.
Sprechen Sie kein Wort, das Sie bei ruhiger
Ver=
nunft auf’s tiefſte bereuen würden, Herr Doktor Helldorf!
warnte ihn Thea voll verächtlichen Spottes. Und
über=
haupt will ich Sie nun nicht länger Ihren Pflichten
ent=
ziehen, denen Sie ja mit ſo allſeitig anerkannter
Gewiſſen=
haftigkeit obliegen!
Fräulein Thea —
Aber unverändert der gleiche verachtende Blick, der
ihn fortwies.
Da biß ſich der ſchöne, vielverehrte und vielbedeutende
Oberlehrer hart auf die Lippen, verbeugte ſich und ging
— entlaſſen von der unbedeutenden jüngſten Lehrerin. Die
„Dummheit” war ohne ſchädliche Folgen für ihn geblieben
— allein dennoch beobachtete während der folgenden
letz=
ten Vormittagsſtunde die ganze Selekta mit Sorge an
ihrem Ideal eine gerötete Stirn und tiefe Verſinſterung
ſeiner edeln Züge.
Auch Thea erteilte ihren letzten heutigen
Vormittags=
unterricht, erteilte ihn wie immer. Nur ſehr blaß war
ſie dabei, ſo daß eine kleine Schülerin ſie ängſtlich anſah.
Sind Sie krank, Fräulein?
Krank? Thea ſchüttelte den Kopf. Nein, Lenchen,
mir iſt nur etwas verloren gegangen.
War es etwas ſehr Schönes?
Nein, es war nichts Schönes, antwortete Mama
Ar=
nolds Aelteſte herb.
Sie indiche Frngerit aine elichert auf. ch,
dann iſt’s ja nicht ſchlimm, und Sie können noch froh ſein.
Thea ſtreichelte das Blondköpfchen.
Du magſt recht haben, kleine Philoſophin. Aber das
Frohſein, ſagte ſie mit zuckenden Lippen, das werd’ ich
trotzdem erſt wieder lernen müſſen!
Mutterle Arnold und ihre beiden Jüngeren waren
ſchon im Wohnzimmer verſammelt, als die Aelteſte nach
Haus kam. Lotte warf einen raſchen Frageblick in ihr
Antlitz: Helldorf?!
Er hat ſich entſchuldigt, antwortete Thea tonlos.
Entſchuldigt?! rief Lotte laut. — Thea! ſagte ſie nach
kurzer Weile leiſer und ſuchte die Hand der Schweſter, die
nun Schmerz trug wie ſie.
Entſchuldigt! kam’s voll hitziger Empörung von
Mizzis Lippen. Da ſiehſt Du’s nun, wie ich recht hatte!
wollte ſie triumphierend folgen laſſen, aber ſie tat es nicht.
Wie ein Stich durchdrang ſie es plötzlich mit der
Erinne=
rung an das, was ſich auch für ſie nicht mehr heilen ließ,
und ſtatt des Triumphes fiel ſie der älteſten Schweſter
mit einem Aufſchluchzen um den Hals. Thea! — Ach,
Thea!
Miteinander lachen und fröhlich ſein hatten ſie
ver=
lernt in der Glückshoffnung auf die Erbſchaft; in ihrem
Leid fanden ſie ſich wieder zuſammen, die drei
Arnolds=
mädel.
Mama Arnold rannen die Tränen über das
beküm=
merte Geſichtchen. Sie wußte nicht, aber dunkel ahnte
ſie, was ſie nicht zu erfragen wagte. Ihr Traum, ihr
un=
ſeliger, prophetiſcher Traum von den drei
Schwieger=
ſöhnen! Jeder von ihnen war ja eine Dreizehn geweſen!
Aer aus die Sebſchit venleren geganten, ſo miſte
die nun auf die Kataſtrophe folgende Zeit noch ganz
un=
ter ihrem Zeichen ſtehen, wenngleich in anderer Weiſe als
zuvor, Nach Möglichkeit ſollte ja nun durch doppelte
Spar=
ſamkeit wieder eingeholt werden, was auf dem ſchrecklichen
Unkoſtenkonto an direkten und indirekten Ausgaben und
Verluſten ſtand. So viel war es: All die Sümmchen
und Summen zur Beſchaffung der Dokumente der
ſämt=
lichen Kaſimire, die teure Reiſe nach Vorberg mit den
dafür beſchafften Toilettegegenſtänden, Lottes entgangener
Verdienſt, Madame Bernards hohe Rechnung für Theas
Koſtüm und manches andere noch, zu deſſen Ankauf die
erwartete Erbſchaft den Arnoldsmädeln Mut und Anlaß
gegeben hatte — Entbehrungen an allen Ecken und Enden
hieß es ſich auferlegen, um ſo bald, wie es anging, im
kleinen wieder herbeizuſchaffen, was im großen verloren
gegangen war. Am ärgſten war es jetzt in dieſen erſten
Tagen, wo das Grübeln und Ueberlegen kein Ende nahm
und der Verzicht auf allerhand Annehmlichkeiten, ſo ſehr
gering ſie an ſich waren, doch, weil noch ungewohnt, da
und dort recht ſchmerzlich empfunden wurde. Dazu kam
der verſchwiegene Herzenskummer, mancher ihnen
wider=
fahrene Spott und bei Mizzi noch die geheime Angſt, daß
es ihr vielleicht nicht gelänge, eine neue Stellung zu
fin=
den — recht trübe Tage hatte dieſe Woche für die drei
Arnoldsmädel und die kleine Mama.
Und trüb war auch dieſer erſte Sonntagnachmittag,
an dem ſie ſtill daheim ſaßen. Keins von ihnen trug heute
Verlangen nach dem gewohnten Spaziergang, und nervös
ſchreckten ſie alle zuſammen, als im Korridor die Schelle
klang.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Seite 15.
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98,70
do. . . . . p. 1925 .
98,50
do. . . . . . .
85,95
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99,90
Staffelanleihe.
90,40
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86,15
do. . . . .
77,40
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do. v. 92104
89,50
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497,10
do. unkdb. p. 1920
4 97,10
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unkdb. p. 1930
4 97,20
do. Anleihe .
3½ 84,75
do.
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do. v. 189791
3½ 88,20
do. . . . . .
79,80
Hessische Staats-Anleil
97,20
do. unkäb. p. 1921
97,20
do. . . . .
84,30
do. . . ..
74,25
Bächsische Staats-Rentel 3 77,50
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). . .
98,10
do. v. 79/80 . . . . . . .3½ 89,00
do. . . . . . . . . . . . . . 3 76.50
Bulgarische Gld.-Anl. . . 5 950
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6) 54,80
do. v. 1887 Monopoll1s/ 51,60
Italienische Rente . . . . .
-
Osterr. Staats-R. v. 1913 .4½ 91.,80
do. Silber-Rente . . . 4½ 87.20
do. Papier-Rente . . .4½ 87,40
do. Gold-Rente . . . . . 4 88.20
do, einheitl. Rente . . 4 82.75
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 96,80
do. inn. amort. 1905 . „4½
do. unif. Serie I
3 61,80
do. „
III, . 3 1 64,60
do. Spezial Titel. . . .
9,60
Bumänen v. 1903 . . . . . . 5 —
do. Gold v. 1913.
4½ 91,00
do. Schatzsch. v. 19
.4½100,00
do. conv.:
4 85,201
do. v. 1890
4 93,40
do. v. 1891
8700
do. p. 1905
85,00
do. r. 108 :
85,70
do. v. 1910
85,30
Russische St.-Anl. v. 190514½ 97,80
do. kons. v. 1880 .
4 87,20
do. Gold v. 1890
do. v. 1902 . .
90,20F
Schweden v. 1880.
do. V. 1886 .
Schweden v. 1890. .
37.50
Serben steuerfrei
87.10
do. amort. v. 1895
79,00
Türk. Egpt. Tribut
ot.
do. kons. steuerfreie
85,00
do. Admin, v. 1903 . .
76.50
do. unif. v. 1903. .
do. V. 1905 . . . . . .
72,60
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . .
90,10
Ungar. Staatsk.-Scheine
98.60
v. 1915 . . . . . . . . . . . .
do. Gold-Rente. .
82,75
do. Staats-Rente 1910
(81,75
do.
Kr. 4 82.10
,
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887
99,00
do. äußere v. 1890 . .
do. innere v. 188
4½ 94,90
do. äußere v. 1888 . .
4½
do. v. 1897 . .
Chile Gold-Anl. v. 1911. .
*92,50
do. v. 1889 .
do. v. 1906 .
Chines. St.-Anl. v. 1895.
99,10
do. v. 1896 .
87,25
do. Reorg. Anl..
89,90
do. v. 1898 .
89,.25
Japaner . . . .
50,50
Innere Mexikaner . .
Außere! do. V.
Mexikan. Gold v. 1904 .
67,20
do, cons. . . . . . . . .
*
do. Irrigat.-Anleihe
Buenos-Aires Prov.:
65,25
Tamaulipas . . . . . . . .
Sao Paulo E.-B. . . . . . . 5 90,00
do. v. 1913 . . . . . . . . 5 1 96.−
Siam v. 1907 . . . . . . . . . 4½ 95,50
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Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/9713½ -84,20.
V. 1904/3½
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
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Darmstadt. . . . . . .
4 93,95
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Donau-Dampfschiff. v. 82 4 92,00
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90,50
Franz-Josef-Bahn . . . . . 4 1 87,70
Kaschau-Oderberger v. 89) 4
3 72,50
Prag-Duxer . . . . . . .
Osterreich. Staatsbahn . 5
89,50
do. . . .. . . . . . . . . .
7450
do. .... . . . . . . ..
do. Südbahn (Lomb.) .
do. do.
71,70
do. do.
51,60
77,60n
Raab-Oedenburg . .
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Moskau-Kasan . . . . . . . 4½ 93,80
d0.... . . . . . .
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86,25
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Portugies. Eisenb. v. 1886
66,80
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94,70
Southern-Pacifie.
St. Louis & San Francisco
Nchunntepee .
Ungar. Lokalbahn .
§ 28,50
Provinz-Anleihen.
96,30
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
8625
do. Em. 10 .
385,30
do. „ 9.
3½—
89,00Posen Prov.
95.80
Westfalen Prov. V.
4 96,00
Hess. Prov. Oberhessen
do. Starkenburg . . . .3½ 86,00
Städte-
Obligationen.
84,30 Darmstadt. .
4 94,85
3½ 87,00
do. . . . . .
41,00Frankfurt .
4. 96,50
3½ 88,00
do. . . . .
4 5450
Gießen . .
3½ 86,50
do. . . . .
Heidelberg.
.. . . 4‟ 95,00
. . . . 3½ 85,50
do. . . .
. . 4 94,80
Karlsruhe .
3½I 87,50
do. . . . . . . . . ..
Magdeburg
95,00
Maſns . . . .
86,80
do. . . .
95,30
Mannheim .
86,70
do. ..
München
96,20
2
Nauheim . .
95,20
Nürnberg
3½ 86,20
do. . . .
Offenbach
do. v. 1914:
94,00
86,10
do. . . . .
Wiesbaden.
do. .
Worms . .
do. . . .
Lissabon v. 1888 .
94.00
Moskauv. 1912 .
Stockholm v. 1880 . . . .
Wien Komm. . .
Wiener Kassenscheine
98,70
87,10 Zürich v. 1889 . .
89,30 1Buenos Stadt v. 1852 . . . 6
Pfandbriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. . . 4½100,00
95.25
do. unkäb. 4918. .
9400
1919. ...
do.
94,50
do.
1921 . . . .
95,50
do.
1922. . .
do.
.. . . . . . . 3½, 83.50
do. Komm.-Obl. unk. 1918l 4% 95.25
90,40 Frankt. Hyp.-Bk. pr. 1910) 4 1 95.00
4 1 9600
do.
1915
9630
do.
1920 ...
dc. Sor. 12—19. . . . . . 3½ 86,40
92,00Kommunal-Oblig. Ser. 1,
.. . 3½ 86,50
unkab. 1910
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Ser. 15—42
48—49
94.90
do. . . . .
96,00
do. unk. 1922 „ 52
3800
do. „ 1913.7. . .
86,50
do. Ser. 45 . .
5
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
Ser. 12, 13, 161
96,90
96,90
do. . . . . „ 14, 15,17
do. unkdb. 1920 . . . . 4 97,40
do.
1923 . . . . 4 97,50
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . . . 3½ 84,20
do. „ 3—5 . . . . . . . 3½ 84.30Badische Anilin-Fabrik . 28 (655,00
. 3½ 81,30
do. kündb. 1915 .
do. Komm. unk. 1913)
96,90
do.
„ 1914 4 96,90
1916) 4 1 97,10
do.
1920 4 97,40
do.
1923) 4 97,50
do.
. do. verlosb. u. kündb. . 3½ 84,40
do.
unkdb. 1915 3½ 84,70
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb. 4 94,50
95,80
do. unkdb. 1922. .
86,00
do. .
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,20
unkdb. 1917
1919 4 94,20
do. . . . ..
1921 4 9436
do. . . . . .
1924 4 96,20
Go. . . . .
8450
do.
95,20
do. Komm. unk. 1923 .
do.
6600
1924
96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr..
do. .
3½I 88,00
Bank-Aktien.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 1194,30
Berg.-Märkische Bank. 7½ 158,60
Berliner Handelsges.. . . 8½ 162,50
Darmstädter Bank . . . . 6½ 12500
Deutsche Bank . . . . . . .12½1259, O
Deutsche Vereinsbank. . 6 1117,00
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 118.40
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 196,70
Presdäner Bank.
8½ (158,50
Frankf. Hypothek.-Bank 10 1218,70
do. do. Kred.-Ver.8½ (153,30
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 1117.40
Nation.-Bank f. Deutschl.
116,40
Pfälzische Bank . . .
128,50
8.42 135,75
Reichsbank .
Rheinische Kredit-Bank
132,10
103,00
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
Wiener Bank-Verein . . .
139,60
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1141,10
8 1123,15
Norddeutscher Lloyd.
Frankfurt. Schleppschiff. 4 (116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 129,50
Anatol. Eisenb. 60%-Akt.5½ 1116,25
Baltimore . .
690,75
Canada . .
Schantung.
§ 1157,50
Prinz Henry.
Lombarden .
0
21,75
6 112,00
Pennsylvania
Industrie-Aktien.
Chem. Fabrik Griesheim 14 (269,50
Farbwerke Höchst . . . . 30 670,00
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 339,00
Zement Heidelberg . . .
Chemische Werke Albert 30 1450,00
Holzverkohl. Konstanz . 15 314,75
6 (127,00
Lahmeyer
. .
§ 1151,10
Schuckert, Nürnberg .
12 217,00
Siemens & Halske. .
Bergmann Elektr. .
5 (128,00 1Venediger
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 248.35
25 1348,75
Hagen Akkum. . .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (177,50
0 80,00
Gummi Peter . .
Kdler-Fahrradwerke . . . 25 (34650
Maschinenfabr. Badenia 9 120.25
Wittener Stahlröhren . . 0
Gasmotoren, Oberursel .8½ 160,00
Gasmotoren, Deutz . . . . 9 1122,40
Siemens Glas-Industrie . 15 238,00
Enzinger Filter . . . . . . 23 1321,50
Steaus Romana . . . . . . 10 146,50
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 1224,00
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831215,75
Neue Boden-Aktien-Ges..
88,00
Süddeutsche Immobilien 0 59,30
Bergwerks-Aktien.
Aumetz-Friede . .
12 163,70
Bochum, Bergb. u. Gußst. 14 (223,75
Leonhard, Braunkohlen. 9 (15750
Konkordia Bergbau . . . 23 359,00
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1133,40
Eschweiler . . . . . . . . . . 10 22100
or.
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 193,50
Harpen Bergbau: . . . . .11 184,00
Kaliwerke Aschersleben . 10 —
Kaliworke Westeregeln . 13 208,00
Königin Marienhütte . . 6 86,00
Laurahütte . . . . . . . . . 8 1155,00
Oberschles. Eisenbed.
6
Oberschl. Eisen-Industrie 3 69,50
Phönix Bergbau .
18 (239,00
Rheinische Braunkohlen 10 218,50
Riebeck Montan . . . . . . 12 (197,00
South West.-Afr. Shares . 5 1120%
Verzinsliche
Anlehenslose. Zf.
Badische . . . . . TIr. 100 4 (177,50
Cöln-Mindener . Tlr. 1003½142,50
10 (213.00Holländ. Komm. . H. 100 3
7½ 142.90Madrider . . . . . Frs. 100 3 77,00
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 140,50
Osterreicher 1860er Lose .
181,00
Oldenburger . . . . TIr. 40l 3 128,50
Raab-Grazer . . . . H. 1502½110,00
Unverziusliche
Mk.
Anlehenslose.
p. St.
Augsburger .
.A.7
Braunschweiger:
TIr. 20 (200,30
10 1153,50Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10
Meininger
.. A.7 35,00
Osterreicher v. 1864
f. 100
v. 1858 . H. 100 555,00
do.
H. 100
IUngar. Staats .
Fs. 30 74,00
Fs. 400 169,00
Türkische .
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. . . . .
20,44
120-Franks-Stücke . . . .
16,26
Amerikanische Noten .
4,20½
Englische Noten . . .
20,44
Französische Noten.
81,20
Holländische Noten
169,15
Italienische Noten .
81,00
Osterr.-Ungarische Noten.
85,00
Russische Noten . . .
Schweizer Noten. .
81,10
Reichsbank-Diskont .
do. Lombard Zsf.
Tendenz:
Befestigt.
Handel und verkehr.
— Frankfurt a. M., 23. März. (Börſe.) Die
neue Woche eröffnete mit einer ſehr ruhigen Börſe und
trug das Geſchäft den ſchon längere Zeit hindurch
anhal=
tenden unluſtigen Charakter. Neu=York hatte am
Sams=
tag in abgeſchwächter Haltung geſchloſſen und konnten die
Londoner Notierungen, die ſich etwas über Neu=Yocker
Parität ſtellten, keinen nennenswerten Einfluß auf die
Kurſe ausüben. Ungünſtig lautende Berichte aus der
heimiſchen Induſtrie, beſonders vom Eiſenmarkte, drückten
Lebenfalls das Kursniveau. Deutſch=Luxemburger
Berg=
werks=Aktien waren abgeſchwächt, ebenſo Schiffahrts=
Aktien, deren Kurſe ſich durch die Verſchleppungen der
Konferenz niedriger ſtellten. Am Markt der
Induſtrie=
papiere ſind keine nennenswerten Veränderungen zu
ver=
zeichnen und geſtaltete ſich der Schluß bei ruhigem
Ver=
kehr und anhaltender Geldflüſſigkeit etwas feſter.
Aus Amſterdam wird eine Herabſetzung des
Bank=
diskonts von 4 Prozent auf 3½ Prozent gemeldet.
Ten=
denz ruhig.
* Die erſte Klaſſe. Gegen die erſte
Wagen=
klaſſe der Eiſenbahn wird von verſchiedenen Seiten Sturm
gelaufen. Man ſchilt ſie als unrentabel und möchte am
liebſten die Zuſtände bei den Berliner Stadt= und
Vor=
ortbahnen verallgemeinern, wo man nur zweiter und
dritter Klaſſe fahlen kann. Die erſte Wagenklaſſe hat im
Jahre 1912 aber immer noch rund 20 Millionen
Mark eingebracht, obwohl ſie nur von 1,6. Millionen
Reiſenden benutzt wurde. Daraus ergibt ſich, daß die
Reiſenden erſter Klaſſe vor allem große Reiſeſtrecken
zurücklegen. Auf ſie kommen durſchnittlich 165 Kilometer,
auf de Reſalder zweier Klaſe eder nuir 8s ſicmeier
auf die dritter nur 30 und auf die vierter gar nur 25
Kilometer. Um nun eine beſſere Verteilung der
Reiſen=
den herbeizuführen, iſt — da eine Aenderung der
Fahr=
kartenſteuer nicht beabſichtigt wird — im preußiſchen
Eiſenbahnminiſterium ernſtlich erwogen worden, den
Preis für die Fahrt erſter Klaſſe zu ermäßigen um das
infolge der Fahrkartenſteuer nach der zweiten Klaſſe
ab=
gewanderte Publikum wieder zu gewinnen. Die
ſüd=
deutſchen Verwaltungen konnten ſich aber mit dem
Ge=
danken nicht befreunden, da ſie ſtarke finanzielle Einbußen
befürchteten. Auch wurde feſtgeſtellt, daß etwa 40 v. H.
der Einnahmen aus der erſten Klaſſe in Preußen durch
den Auslandsverkehr aufgebracht werden. Es ſind
in ſteigendem Maße Ausländer, die erſter Klaſſe fahren.
Daher wurde der Gedanke, den Fahrpreis erſter Klaſſe
herabzuſetzen, zunächſt fallen gelaſſen. Es wird aber
weiter erwogen, eine beſſere Verteilung des reiſenden
Publikums auf die verſchiedenen Wagenklaſſen zu
er=
zielen.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 23. März. Auftrieb durch Händler 336 Schweine.
Preiſe (Schlachtgewicht 50 Kilogramm) 1. Qual. 62 Mk.,
2. Qual. 62 Mk., 3. Qual. 61 Mk. Marktverlauf: mäßig;
Ueberſtand.
— Frankfurt, 23. März. Schlachtviehmarkt.
(Amtlicher Bericht.) Auftrieb: Rinder 1423 Stück,
darunter Ochſen 472, Bullen 86, Färſen und Kühe 865,
Kälber 395, Schafe 116, Schweine 2455. Preiſe für 1
Zent=
ner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark. 1. Rin=
der. A. Ochſen: a) vollfleiſchige, ausgemäſtete höchſten
Schlachtwertes im Alter von 4 bis 7 Jahren 47—53 (85
bis 90), b) junge fleiſchige nicht ausgemäſtete und ältere
ausgemäſtete 44—47 (80—85), c) mäßig genährte junge,
gut genährte ältere 40—43 (74—79). B. Bullen: a)
voll=
fleiſchige, ausgewachſene höchſten Schlachtwertes 43—46
(71—75), b) vollfleiſchige, jüngere 39—42 (67—72), c)
mäßig genährte junge und gut genährte ältere 36—38
(65—69). C. Färſen und Kühe: a) vollfleiſchige,
ausge=
mäſtete Färſen höchſten Schlachtwertes 46—50 (83—89),
b) vollfleiſchige, ausgemäſtete Kühe höchſten
Schlachtwer=
tes bis zu 7 Jahren 42—45 (78—81), c) 1. wenig gut
ent=
wickelte Färſen 40—44 (77—85), 2. ältere, ausgemäſtete
Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 36—40
(67—74), d) mäßig genährte Kühe und Färſen 31—37
(62—74), e) gering genährte Kühe und Färſen 21—28 (48
bis 64). 2. Kälber. a) feinſte Maſtkälber 62—64 (103
bis 107), b) mittlere Maſt= und beſte Saugkälber 56—60
(95—102), c) geringere Maſt= und gute Saugkälber 52—55
(88—93). 3. Schafe. Maſtlämmer und Maſthammel
41—42 (90—92), 4. Schweine a) vollfleiſchige Schweine
von 80 bis 100 Kg. (160 bis 200 Pfund) Lebendgewicht
48—51 (62—64), b) vollfleiſchige Schweine unter 80 Kg.
(160 Pfund) Lebendgewicht 47—49 (60—62), e)
vollflei=
ſchige von 100 bis 120 Kg. (200 bis 240 Pfund)
Lebend=
gewicht 48—51 (62—64) d) vollfleiſchige von 120 bis
150 Kg. (240 bis 300 Pfund) Lebendgewicht 48—50 (62
bis 64). Marktverlauf: Gedrückter Handel; Rinder
und Schweine hinterlaſſen Ueberſtand.
F.C. Frankfurt 23. März. (Kartoffelmarkt.)
Man notierte: Karkoffeln im Waggon 4,00—4,50 Mark,
Kartoffeln im Detail 5,50 Mark, alles per 100 Kilo.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
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Turnen, Spiele und Sport.
Der 76. Kreisturntag des Mittelrheinkreiſes.
Der 76. Kreisturntag des Mittelrheinkreiſes wurde
am 22. März in dem Feſthaus zu Bingen abgehalten.
Ihm ging am Tage vorher eine Ausſchuß=Sitzung
vor=
aus. Ueber das Schülerturnen, dem in manchen Gegenden
noch Schwierigkeiten bereitet werden berichtet der
Kreis=
vertreter, Schulrat Schmuck=Darmſtadt, daß es in Heſſen,
dank dem Entgegenkommen der Regierung, in ſehr
zu=
friedenſtellender Weiſe geregelt worden iſt. In den
an=
deren Gebietsteilen des Kreiſes muß dies mit den
betref=
fenden Regierungen geſchehen. In der Jugendpflege legt
der Kreisvertreter das Hauptgewicht auf die Bildung von
Ausſchüſſen, die für die weitere Werbung der Jugend
Sorge tragen. Zum Ankauf des Jahnhauſes in Freyburg
wird die freiwillige Sammlung durch die Gauvertreter
dringend empfohlen. Aus der Rothermelſtiftung
erhal=
ten zum Bau von Turnhallen Unterſtützungen die Vereine
Runkel, Rheinroth, St. Wendel, Lieſer und Burg. Der
Kreisturntag wurde am Sonntag morgen von 10½ Uhr,
von dem 1. Kreisvertreter, Schulrat Schmuck, mit
herz=
lichen Begrüßungsworten eröffnet. Willkommengrüße
richteten an die Verſammlung mit großen Lobesworten
auf das Turnen und die Deutſche Turnerſchaft Herr Geh.
Rat Dr. Steeg, Kreisrat des Kreiſes Bingen. Herr
Bürger=
meiſter Neff und der Vorſitzende des Turnvereins,
Stadtverordneter Schurgens.
Dem Bericht des Kreisvertreters iſt folgendes zu
ent=
nehmen: Der Kreis hat im Jahre 1913 einen ſtarken
Auf=
ſchwung genommen. Die Zahl der Vereinsorte beträgt
am 1. Januar 1914 1261 (—84 gegen das Vorjahr), die
Zahl der Vereine 1410 (——86). Der Kreis beſitzt männ=
e ee Ziſten enn
davon ſind Jugendliche bis zu 20 Jahren 49694 (- 2254),
unter dieſen Zöglinge (bis zum 17. Jahre) 28 185. An
den Uebungen nahmen teil 51070 (— 2793). Als
Turn=
warte und Vorturner wirkten 5356 (— 215) Perſonen.
zu ihrer Weiterbildung fanden 3909 Vorturnerſtunden
ſtatt. Geturnt wurde in 129494 (—7281) Turnzeiten mit
einem Geſamtbeſuch von 2544764 (—76775) Perſonen.
Die Frauenabteilungen zählen 5109 (—47) Mitglieder.
Von ihnen turnten 3810 Mitglieder in 10196 Turnzeiten
mit insgeſamt 145648 Turnbeſuchen. Kinderturnen
be=
treiben 416 Vereine mit 13 281 Knaben und 3221 Mädchen.
Nur 22 Vereine turnen im Winter nicht. Schul= und
Ge=
meindeturnhallen werden 94 benutzt. Vereinseigene
Turn=
plätze gibt es 403 (— 22) vereinseigene Hallen 203 (— 14)
In das Heer getreten ſind 5391 (— 1406) Turner. Dieſe
Zahlen reden eine deutliche Sprache über den Fortſchritt
der deutſchen Turnſache in unſerem Kreisgebiet,
beſon=
ders für diejenigen, die das Gegenteil vorhergeſagt haben.
Mit berechtigtem Stolz wirft der Kreisvertreter einen
Rückblick auf die turneriſchen Ereigniſſe des verfloſſenen
Jahres, das Deutſche Turnfeſt in Leipzig und die
Eil=
botenläufe am 18. Oktober mit ihren Maſſenaufgeboten
von Mitwirkenden, die auf der ganzen Erde Aufſehen
und Bewunderung hervorgerufen haben.
Eine Begrüßungsdepeſche erhält Dr. Goetz, der
ver=
dienſtvolle Vorſitzende der Deutſchen Turnerſchaft,
Dankes=
depeſchen erhalten für ihr wackeres Eintreten für die
deutſche Turnſache Reichstagsabgeordneter Dr. Müller=
Meiningen und Staatsrat Süffert. Von Herrn Staatsrat
Süffert ging während der Verhandlungen ein
Antwort=
telegramm ein, in welchem er ſich für die übermittelten
Grüße bedankte und den Turnern ein herzliches „Gut
Heil” ſandte.
Die Rechnungsablage ſchließt mit 19601,75 Mark
Ein=
nahme und 15858,77 Mark Ausgabe, alſo mit einem
Ueberſchuß von 3742,98 Mark ab. Von dieſem werden
überwieſen 1150 Mark für Steuern, 1000 Mark für die
Rothermelſtiftung, die ſich bis jetzt auf 6655,08 Mark
be=
läuftz und 1000 Mark für die vom Kreis zu errichtende
Unfallverſicherung für alle Mitglieder, deren Errichtung
faſt einſtimmig angenommen wird. Damit iſt ein ſehr
wichtiges Werk für den Kreis und ſeine Angehörigen
ge=
ſchaffen worden. Die Beſprechung über unſer Verhältnis
zu anderen Verbänden zeitigt das Ergebnis: Feſthalten
an unſeren alten, bewährten Grundſätzen, aber
vernunft=
gemäßer Ausbau nach neuzeitlichen Anſchauungen. Den
Anträgen des Turnausſchuſſes, und der Spielerſchaft, im
laufenden Jahr ein Kreisſpielfeſt mit Mannſchaftskämpfen
veranſtalten zu dürfen und bei Gelegenheit des
Kreis=
ſchwimmertages Wettkämpfe zu genehmigen, wird
ſtatt=
gegeben. Auch die Anträge des Gaues Frankfurt, die
Kreismeiſterſchaft im Waſſerballſpiel möglichſt alljährlich
auszuſpielen und die Auskämpfung für die deutſchen
Turnfeſte anzuſtreben, werden genehmigt.
Anweſend waren 13 Mitglieder des Geſchäfts= und
Turnausſchuſſes, 24 Gauvertreter, 10 Gauturnwarte und
398 Abgeordnete aus 265 Vereinen, zuſammen 452
Ver=
treter.
Olympiſches Propagandafeſt.
* Frankfurt, 23. März. Heute nachmittag 3 Uhr
begann im Schumann=Theater das vom Frankfurter
Aus=
ſchuß für die 6. Olympiade veranſtaltete olympiſche
Pro=
pagandafeſt, das zweifelsohne die beabſichtigte anregende
und propagandiſtiſche Wirkung nicht verfehlen wird. Eine
nach Tauſenden zählende Zuſchauermenge füllte das Haus
und folgte mit großem Intereſſe den Darbietungen auf
der Bühne. Das Feſt begann mit der Eröffnungsrede des
früheren Staatsminiſters Exz. v. Podbielski, der warme
Worte der Begrüßung an das Haus richtete und im
Na=
men der Ausſchußmitglieder den Dank für ihr Intereſſe
an der Veranſtaltung ausſprach. Worte des Dankes fand
er für die Franlfurter und insbeſondere für die
Stadt=
verwaltung, die keine Mühe und Opfer geſcheut habe, um
die ſportliche Entwickelung in Frankfurts Mauern zu
för=
dern. Sein Dank galt den Trägern der ſportlichen
Kul=
tur, den verſchiedenen Sportvereinen, deren bisherige
in=
tenſive Arbeit und unermüdliches Training ſchon manch
ſchöne Frucht gezeitigt habe. Er legte ihnen ans Herz,
in der bisberigen Weiſe fortzufahren, damit Deutſchland
bei der großen Olympiade 1916 mit allen Ehren neben den
übrigen Nationen beſtehe. Zudem ſei der Sport jeglicher
Art eines der bedeutendſten Mittel zur Erziehung des
Menſchengeſchlechts, zur Ertüchtigung und Stählung des
Körpers und damit auch zur Bildung und Feſtigung des
Charakters. Endlich trat Redner für die Vermehrung von
Spielplatzgelegenheiten in allen Städten des Reiches ein
und ſchloß mit einem Appell an Frankfurts Jugend, ſich
für den Wettkampf 1916 würdig vorzubereiten, um die
Lebhaſter Beifall
folgte den Ausführungen des Staatsminiſters. Es kam
ſodann ein längerer Vortrag des Generalſekretärs für die
6. Olympiade, Karl Diehm, der hervorhob, daß es nur
durch intenſive ſportliche Arbeit möglich ſei, den
Ameri=
kanern, die bis jetzt den Vorrang behaupten, 1916 die
Siegespalme zu entreißen. Es folgte ſodann eine Reihe
wohlgelungener turneriſcher und athletiſcher
Vorführun=
gen, die reichen Beifall fand. Zum Schluß hielt der
vom deutſchen Reichsausſchuß für olympiſche Spiele für
das Gebiet der leichtathletiſchen Uebungen verpflichtete
amerikaniſche Olympiaſieger Dr. Kränzlein eine Rede, in
der er die ſportlichen Verhältniſſe Amerikas mit denen
Deutſchlands verglich. Gegen 6 Uhr erreichte das Feſt
ſein Ende,
* Pferdeſport. Das erſte Frühjahrsturnier
des Kartellsfür Reit= und Fahrſport begann
am Samstag im Berliner Sportpalaſt. Für die Fahr=
Konkurrenz erſchienen 12 Geſpanne in der Bahn.
Inlän=
derpreis (Eignungsprüfung für Reitpferde): 1. Lt. Frhrn.
v. Bonnets 6jähr. br. W. Barbo (Beſ.) Pl. 5:2; 2.— Hptm.
Kuhlweins 7jähr. F.=W. Fridolin (Major a. D. Beck):
2.— Rittm. Frhrn. von Kirchbachs 7jähr. dunkelbr. Lord
Nelſon; 4. Dr. E. Kunheims Vaſall II (Oberlt. v. Zobeltitz,
2. G.=U.), 5.— Frau Hilda Wolffs Damaszener (Beſ.),
5.— Fahnenjunker v. Wedemeyers 6jähr. dunkelbr. St.
Lotte. 26 Konkurrenten. — Zweiſpänner (
Eignungsprü=
fung): 1. Herrn L. Kappels Geſpann, 2. Geh.
Kommer=
zienrat Jul. Vorſters Hackneys, 3. Herrn B. v. Achenbachs
Geſpann, 4. Geh. Kommerzienrat Jul. Vorſters Hackneys,
5. Frau Frieda Wichelhaus’ Geſpann. — Ermunterungs=
Dreſſurprüfung: 1. Oberlt. Wagenhoffs 6jähr. br. St.
Erika (Beſ.), 2. Prinz Eitel Friedrich von Preußens a. br.
W. Marabou, 3. Rittm. von Radowitz’ 6jähr. Sch.=W.
Bedyaros (Leutn. Heldbeck, 25. Drag.), 4.— Oberleutn.
Hecks Dietrich von Bern (Leutn. Kolbe 10. Huſ.), 4.—
Rittm. Frhrn. v. Kirchbachs 7jähr. dunkelbr. W. Lord
Nel=
ſon (Beſ.). 19 Konkurrenten. — Die Reſultate am
Sonn=
tag waren: Senior=Jagdſpringen: 1.— Oberlt. Frhrn.
Geyr v. Schweppenburgs Georgine (Oberſtlt. Kimmerle),
1.— Herrn A. Andreges Tippera (Beſ.), 1.— Oberſt
Greß=
manns Hubertus (Beſ.), 1.— Rittm. a. D. v. Lückens
Beſſy (Beſ.). 13 Konkurrenten. — Große Dreſſurprüfung;
Ehrenpreis und 2500 Mark: 1. Oberlt. Birkners Romeo II
(Beſ.) 2. Oberlt. W. Prinz zu Schaumburg=Lippes
Niko=
laus II (Rittm. O. von Zobeltitz) 3. Herrn O. v. Mauritz=
und A. v. Guſtedts Vicky II (Herr v. Guſtedt). Zehn
Kon=
kurrenten. — Tandems= Material= und Fahr=Prüfung:
1. Frau Wladimir Schmitz’ Buggy=Gig=Hackneys (Beſ.),
2. Geh. Rat J. Förſters Dandem=Cart=Hackneys (R.
Wolff), 3. H. L. Kappels Buggy=Lig (Beſ.). Acht
Konkur=
renten. — Damen=Reiten (Dreſſurprüfung): 1. Oberlt.
A. dHenglieres Chackwing (Frau dHengliere), 2. Lt.
Lauffers und Frau Mauritz’ Prunk (Frau Mauritz), 3.
Oberlt. Birkners Romeo II (Frau P. Müller). 22
Kon=
kurrenten. — Inländer=Jagdſpringen; Ehrenpreis und
1100 Mark: 1. Lt. Frhrn. von Bonnetts (1. Schw. Reiter)
Barbo (Beſ.), 2. Lt. Brems (7. Ulanen) Mandoline (
Be=
ſitzer), 3. A. R. Olſons Panſchi (Beſ.). 41 Konkurrenten.
Rennen zu Strausberg. Preis der Müggel;
2200 Mark. Diſtanz 2400 Meter: 1. Graf Weſtphalens
Or=
low (Winkler), 2. Quodlibet (Edler), 3. Kaſſala (Reith)
Tot. 24:10. — Preis von Fredersdorf; Ehrenpreis und
2400 Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Herrn R. A. Olſons
Maharajah (Lt. Graf Holck) 2. Ejjel Napal (Lt. von
Falckenhauſen), 3. Partiſan (Lt. Frhr. v. Berchem). Tot.
22110. — Preis vom Bötzſee: 2000 Mark, Diſtanz 3600
Meter: 1. Herrn M. Ekſets Hacklers Beauty (Torke), 2.
Reichsritter (Theilen), 3. Appleford (Sandow). Tot.
31:10. — März=Jagdrennen; Ehrenpreis und 2300 Mark,
Diſtanz 3600 Meter: 1. Herr v. Herfeldts Galiax (Herr
Purgold), 2. Polonäſe (Lt. v. Falckenhauſen), 3. Choiſy
le Roi (Lt. v. d. Oſten). Tot. 32:10. — Blumenthal=
Jagd=
rennen; Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 3000 Meter:
1 Herrn G. Lippas Gerolſtein (Herr Purgold), 2. Giabar
(Herr v. Platen), 3. Baskavillo (Herr Herfeldt). Tot.
31:10. — Preis vom Gartenplatz; Ehrenpreis und 2800
Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Dr. F. Wittes Silvig (
See=
liſch), 2. Hammerſchlag (Newey), 3. Maſter Bowes (A.
Reith). Tot. 78:10.
Dresdener Eröffnungs=Rennen.
Be=
grüßungsrennen; 2500 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Hrn.
R. A. Waughs Delila, . 2. Conſtuzza, 3. Scoth Proof.
Tot. 32:10. — Damenpreis=Jagdrennen; Ehrenpreis und
2800 Mark. Diſtanz 3500 Meter: 1. Lt. Graf Wedels Paſſing
Fair, 2. Hernani, 3. Peſſimiſt. Tot. 31:10. — Unionklub=
Hürdenrennen; 3000 Mark, Diſtanz 2600 Meter: 1. Herrn
M. Hirſchs Doktor, 2. Bora, 3. Exarch. Tot. 27110.
Wiederſehen=Jagdrennen; Ehrenpreis und 3000 Mk., Diſt.
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Die Notwendigkeit gründlicher Körper-Pflege
wird täglich mehr anerkannt. Anregung und Stärkung der Haut-Nerven und Haut-
Gefässe sind unbedingt notwendig zur Erlangung einer gesunden Haut und eines klaren
Teints. Eine sachgemässe Körper-Pflege lässt sich aber nur durchführen mit einer erst-.
klassigen, guten Toilette-Seife wie die ges. gesch. Lecina-Seife, die sehr mild ist und
reich und prächtig schäumt. Der spezielle Bestandteil der Lecina-Seife, das "Lecithin‟,
hat die charakteristische Eigenschaft, die Haut-Gefässe und Haut-Nerven stets zu neuer,
intensiver Tätigkeit anzuspornen. Die Blutzirkulation wird dadurch gehoben, was einen!
reinen Teint und eine zarte, weiche Haut zur Folge hat.
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46: 10.
sr. Trabrennen zu Hamburg=Farmſen.
Erſtes Rennen: 1. Biece (Grube), 2. Martha H., 3. Föhn L.
Tot. 46:10. — Zweites Rennen: 1. Eclipſe (Ch. Mills),
2. Marokko, 3. Edeldame. Tot. 17110. — Drittes
Ren=
nen: 1. Vinella (W. Lemzer), 2. Annona, 3. Alice
Wein=
ſcott. Tot. 93:10. — Viertes Rennen: 1. Friederike (Ch.
Mills), 2. Recke, 3. Mimulus. Tot. 68:10. — Fünftes
Rennen: 1. General Kuſer (Wiltſhire), 2. Tioga Boy,
3. Breton. Tot. 13:10. — Sechſtes Rennen: 1. Czar (
Knöp=
nadel), 2. Edward, 3 Miß Alentell. Tot. 67110.
Siebtes Rennen: 1. Kochel (Stegermann), 2. Lady
Elect=
wood, 3. Magdalene. Tot. 21:10.
sr. Eröffnungsrennen in Horſt=Emſcher.
Begrüßungs=Hürden=Rennen; 2000 Mark, Diſtanz 2500
Meter: 1. Herrn A. von Schmieders Felſenkirſche (
Bre=
deke), 2. Fatum, 3. Undine. Tot. 30110. — Offizier=Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3200 Meter:
1. Herrn Lt.. Halſtröms M. P. (Beſ.), 2. Irene, 3. Werde
Licht. Tot. 92110. — Preis der Mark; 2000 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Frhrn. F. von Schraders Ben Trovato
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L. Roſenkranz’ Sportsman (Hammer), 2. Pertida, 3.
Mil=
tiades. Tot. 79110. — März=Jagd=Rennen; Ehrenpreis
und 2000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn Hungers
Florimond Robertet (Lt. Knel), 2. Ardington, 3. Fighting
Pat. Tot. 29.10.
* Radſport. Gala=Saalſportfeſt zu
Offen=
bach. Das vom Offenbacher Bicyele=Klub von 1882 bei
Gelegenheit des Frühjahrsgautags des Gau 9 des
D. R.=B. veranſtaltete Saalſportfeſt brachte einen großen
ſportlichen Erfolg. Ein Begrüßungsreigen der
Offen=
bacher Jugend eröffnete das Feſt, ein elektriſcher
Licht=
ſchmuckreigen von 6 Damen und 6 Herren des
feſtgeben=
den Vereins folgte. Schöne Leiſtungen im Zweier=
Kunſt=
fahren boten die Gebrüder Stein, Mitglieder des
Offen=
bacher Bicyele=Klubs. Spannende Wettkämpfe brachten
die Radballſpiele. Die Meiſterſchaft des ſüddeutſchen
Kartells im Zweier=Radballſpiel gewann der vorjährige
Bundestagsſieger R.=Klub Oberrad überlegen, ebenſo das
Radpoloſpiel. Den Herausforderungspreis des Gau 9
im Sechſer=Kunſtreigen errang R.=Klub Zeilsheim knapp
vor „Germania”=Höchſt a. M. Nachſtehend die einzelnen
Reſultate: Achter=Jugendreigen: 1. R.=V. „Germania”=
Höchſt a. M. 8,003 P., 2. R.=Klub Oberrad 7,613 P., 3. Vel.=
Klub Darmſtadt I 7,600 P. Achter=Niederradreigen: Vel.=
Klub Darmſtadt 7,55 P. Zweier=Jugend=Radballſpiel:
Sieger Offenbacher Bicyele=Klub gegen R.=Klub Oberrad
und Vel.=Klub Darmſtadt. Zweier=Radpoloſpiel: 1. R.=
Klub Oberrad, 2. Vel.=Klub Darmſtadt. Einer=
Kunſt=
fahren: 1. H. Weller=Ludwigshafen 53,68 P., 2. L. Bechtel=
Ludwigshafen 48,65 P., 3. J. Hochheimer=Höchſt 44,08 P.
Sechſer=Kunſtreigen: 1. R.=Klub Zeilsheim 11,814 P., 2.
R.=V. „Germania”=Höchſt 11,810 P., 3. R.=V. Ginsheim
11,595 P. Achter=Schmuckreigen: 1. R.=V. „Germania”=
Frankfurt 9,229 P., 2. Vel.=Klub Frankfurt 7,449 P.
Radball für Junioren: Sieger Vel.=Klub Frankfurt gegen
Vel.=Verein Mannheim, V.=Kl. Darmſtadt, R.=
Vereinig=
ung Frankenthal, R.=V. Schweinfurt, Bicyele=Kl.
Offen=
bach, R.=V. Schierſtein, „Germania”=Frankfurt, „Schwalbe‟
Frankenthal. Senior=Radball: Sieger Offenbacher Bicyele=
Klub gegen „Germania‟=Frankfurt und R.=V.
Schwein=
furt. Radball=Meiſterſchaft des ſüddeutſchen Kartells:
Sieger Radf.=Klub Oberrad gegen Vel.=Klub Kronenburg,
Bicycle=Klub Offenbach und „Germania”=Frankfurt.
Gro=
ßer Achter=Niederrad=Kunſtreigen: R.=V. „Pfeil”=
Ilvers=
gehofen.
* Auf der Brüſſeler Winterbahn
ge=
langte als Hauptnummer ein Fliegermatch zwiſchen dem
Belgier van Bever und den Franzoſen Friol, Dupre und
Sergent zum Austrag, das mit einer großen Ueberraſchung
endete. Dem jungen Franzoſen Sergent, in dem man eine
künftige Größe erblickt, gelang es, ſeine Gegner zu
ſchla=
gen und im Geſamtklaſſement mit 16 Punkten vor Dupre
mit 12, van Bever mit 11 und Friol mit 7 Punkten zu
ſiegen. In dem Dauerrennen beherrſchte Miquel die
Situation. Im erſten Lauf über 10 Kilometer ſiegte er in
8 Minuten 35,3 Sekunden; Huybrechts blieb 5 Meter und
Bruni 230 Meter zurück. 15 Kilometer bedeckte er in 13:00,2
vor Bruni, 130 Meter und Huybrechts, weit zurück; und
20 Kilometer in 17110 vor Bruni, 530 Meter und
Huy=
brechts, weit zurück.
Die Straßburger Radrennbahn öffnete
am Sonntag mit einigen gut beſetzten Rennen ihre
Pfor=
ten, doch war bei dem zweifelhaften Wetter nur wenig
Publikum erſchienen. In den Fliegerrennen gewann der
Franzoſe Dupuy den erſten Lauf vor Ritzenthaler, 1 Länge
zurück und Polledri, und den zweiten Lauf vor
Ritzen=
thaler und dem kurz vor dem Ziel infolge Reifenſchadens
geſtürzten Polledri. Im Amateur=Hauptfahren wurde der
Hamburger Rode von Dalg geſchlagen.
sr. Fußballſport. Fußballſpiele im Reiche. Die
Fußballmeiſterſchaftsſpiele im Reiche hatten folgende
Reſul=
tate: in Stuttgart: Kickers gegen Frankfurter F.=V. 110;
in Mannheim: Verein für Raſenſpiele gegen Fürther
Spiel=Vereinigung 1:2 (damit gewinnt Spiel=Vereinigung
Fürth die ſüddeutſche Meiſterſchaft); in Karlsruhe: Phö=
nir gegen ZußballVverein 321 in Stutgart. Sporfreundel
gegen Straßburger Sportverein 111 (damit rückten die
Straßburger zur Ligaklaſſe auf); in Köln: Ballſpielkluh
gegen Düſſeldorfer Sportverein 3:2; in Duisburg: Spiel
verein gegen Preußen=Münſter 411; in Hamburg:
Eims=
bütteler Turnverband gegen Altona 93 111; in Kiel: Holll
ſtein gegen Werder=Bremen 6:0; in Hannover: Sportver
ein gegen Boruſſia=Harburg 310; in Leipzig: Spielvers
einigung gegen Rieſaer Sportverein 710, Fortuna gegen
Olympia 022, Wacker gegen Ballſpielklub 1:0; in Dresden
Ring gegen Brandenburg 3:2; in Halle: Wacker gegen
Sportverein Torgau 1111; in Magdeburg: F.=K. 1900
gegen Preußen=Burg 722; in Duisburg: Spielvereinigung
gegen Preußen=Münſter 41; in Köln: Ballſpielkluh
gegen Preußen=Duisburg 3:2.
* Darmſtädter Fußballverein. Am Sonnt
tag, 22. März, ſtand die 1. Mannſchaft des Darmſtädtet
Fußballvereins der gleichen des Turnvereins Arheilgen
gegenüber. Nach ſchönem, friedlich verlaufenem Kampf
endete das Spiel zugunſten Darmſtadts mit 3:0 Torenn
Nächſten Sonntag ſteht die 1. Elf D. F.=V. der gleichen
des Turnvereins Sprendlingen im Rückſpiel auf dem
Exerzierplatz gegenüber.
Mutter, ſchneide dies aus!
Wie man ſich einen Huſtenſirup ſelbſt macht.
Jede Mutter ſollte dieſes Rezept einmal probieren,
denn es ergibt beinahe einen halben Liter ausgezeichneten
Huſtenſirup, genug für die ganze Familie, und das für
verhältnismäßig wenig Geld. Der Sirup iſt angenehm
einzunehmen, enthält nichts Schädliches und verdirbt nie.
Er iſt unübertrefflich zur Vorbeugung von Huſten,
Erkäl=
tung, Influenza und dergl., ſein gelegentlicher Gebrauch
im Frühling ſchlägt mancher Krankheit die Tür vor der
Naſe zu. Stelle ihn heute noch ſelbſt her und halte ihn
gebrauchsfertig bei der Hand. Beſchaffe Dir in der
Apo=
theke 60 gr dreifachen konzentrierten Anſy, tue das in eine
Kanne zuſammen mit einem halben Schoppen heißem
Waſſer und einem halben Pfund reinem geſtoßenen Zucker.
Gut verrühren bis alles aufgelöſt iſt Bei Erkältung
nimmt man davon viermal täglich ein bis zwei Teelöffel
voll. Das lindert großartig rauhen Hals und Bruſt und
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(Direktion: E. Assmy)
Die
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Seite 19,
Verein der Freunde in der Not.
Ordentliche Hauptverſammlung
Mittwoch, 1. April 1914, nachm. 6 Uhr, im Stadthaus.
Tagesordnung: 1. Jahresbericht 1913.
2. Rechnungsbericht 1913.
3. Ergänzungswahl zum Ausſchuß.
Für den Ausſchuß: Kleberger.
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Lehrerſängerchor.
Samstag, den 28. März, abends 8 Uhr,
im Städt. Saalbau:
II. Winter=Konzert.
Mitwirkende: Frl. Betty Goldſchmidt, Dortmund,
Herr Kammerſänger Alfred Stephani.
Leitung: Herr Wilhelm Borngäſſer.
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an der Kaſſe. Mitglieder des Volksbildungsvereins erhalten im
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Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
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bis kurz vor Beginn der
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ſtellung. (Im Verkehrsbüro
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[ ← ][ ][ → ]Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Ditenstag, den 24. Marz 191a.
Nummer 83.
Kraftſportverein 1910 Darmſtadt.
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über ſeine
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Granat=Broſche (gleich Medaillon),
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Saal=
bau od. auf dem Wege Marienplatz,
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Abzugeben gegen Belohnung in
der Expedition ds. Bl. (*7841
Verloren
wurde Sonntag Nachmittag eine
goldene Broſche mit bläulicher
Perle. Der Finder wird
ge=
beten, dieſelbe gegen Belohnung
abzugeben. Adreſſe in der
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(*7933
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den Hausfrauen, Dienstmädchen, Hoteldienern und
Soldaten hören.
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Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. März 1914.
Seite 23.
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Kongreſſe und Verbandstage.
Gautag des Leipziger Verbandes.
* Der Leipziger Verband hielt Sonntag, den 15.
März, in Darmſtadt ſeine zahlreich beſuchte
Frühjahrs=
gautagung ab. Gauvorſteher J. Nehr=Offenbach
konnte in ſeinem Jahresbericht mitteilen, daß die
einzel=
nen Kreisvereine im Jahre 1913 eine ſehr umfangreiche
ſozialpolitiſche Tätigkeit geleiſtet haben und beſonders für
die Einführung der völligen Sonntagsruhe tätig geweſen
ſind. Faſt ſämtliche Kreisvereine haben eine erhebliche
Mitgliederzunahme zu verzeichnen. Mehrere davon haben
ſich verdoppelt. Der Kreisverein Frankfurt a. M.
er=
zielte allein im Jahre 1913 626 Neuaufnahmen.
Werbe=
preiſe erhielten: Bingen, Höchſt a. M., Wetzlar, Gießen.
Neugewählt zum Gauvorſtand wurden: als Vorſitzende:
Nehr=Offenbach und Dreßler=Mainz; als Schriftführer:
Plojetz=Offenbach; als Kaſſirer: Hörner=Hanau; als
Bei=
ſitzer: Schwarzſchild=Frankfurt a. M., Hermann=
Wies=
baden, Gibs=Worms, Weber=Biebrich. Zur
Hauptver=
ſammlung des Verbandes am 17. Mai in Leipzig
wur=
den gewählt: Möckel=Wiesbaden, Weber=Biebrich, Schacht=
Miltenberg, Bauer=Bingen, Velten=Wetzlar, Joſeph=
Hanau, Schwarzſchild, Reinbothe und Viehweg=
Frank=
furt a. M. Gaurechner Hörner=Hanau konnte mitteilen,
daß der Gau finanziell glänzend daſteht und dem
Reſerve=
fonds 800 Mark überwieſen worden ſind. Der neue
Haushaltungsplan wurde einſtimmig genehmigt. Ueber
das Tanuserholungsheim berichtete der Vorſitzende des
Stiftungsausſchuſſes, Herr Ehrlich=Leipzig. Auf
Ober=
josbacher Flur iſt ein Grundſtück von 15000
Quadrat=
metern gekauft worden. Das Heim wird ſo groß und
neuzeitlich gebaut werden, daß es allen Anſprüchen
ge=
nügt. Die Grundſteinlegung findet am
Himmelfahrts=
tage ſtatt. Unter lebhaftem Beifall gab Gauvorſteher
Nehr das vom Gauvorſtand entworfene großzügige
Feſt=
programm für die Grundſteinlegung bekannt. Als Ort
für den nächſten Gautag wurde Bad Kreuznach
be=
ſtimmt. Geſchäftsführer Geßner=Frankfurt a. M.
berich=
tete über den gegenwärtigen Stand der Sonntagsruhe
und wurde im Anſchluß daran folgende
Entſchließung
einſtimmig angenommen: „Die am 15. März 1914 zum
Gautag des Rhein=Main=Gaues im Verband Deutſcher
Handlungsgehilfen in Darmſtadt zahlreich verſammelten
Handlungsgehilfen haben mit lebhaftem Bedauern davon
Kenntnis genommen, daß die 24. Reichstagskommiſſion
die völlige Sonntagsruhe für das Handelsgewerbe
abge=
lehnt hat. Sie bitten die Kommiſſion, zu dem
Grund=
ſatze der allgemeinen Sonntagsruhe zurüzukehren, wie
er im Geſetzentwurf vom Jahre 1907 enthalten war, und
lediglich Ausnahmen für das Bedürfnisgewerbe
zuzu=
laſſen. Soweit darüber hinaus ein Verlangen nach Aus=
nahmen beſteht, muß der Nachweis der Notwendigkeit
durch eine Zweidrittelmehrheit der beteiligten
Geſchäfts=
inhaber auf dem Wege der Abſtimmung erbracht werden.
Mit dem jetzt vorgeſehenen umgekehrten Verfahren
kön=
nen ſich die Verſammelten nicht einverſtanden erklären,
weil es auf dem Grundſatze der Sonntagsarbeit beruht.
Ebenſo muß gegen die von der Kommiſſion beſchloſſene
Staffelung der Städte nach der Einwohnerzahl entſchieden
Proteſt eingelegt werden. Die Angeſtellten würden durch
eine derartige Abſtufung in zwei Lager geſchieden, und
die Tauſende von ſelbſtändigen und angeſtellten Kaufleuten
n den Orten mit weniger als 75000 Einwohnern
wür=
den wiederum auf unabſehbare Zeit hinaus der
Wohl=
taten einer wirklichen Sonntagsruhe beraubt. Die
Gegen=
ſätze zwiſchen Prinzipalen und Angeſtellten und zwiſchen
größeren und kleineren Städten würden durch eine
der=
artige Regelung nicht gemildet, ſondern verſchärft
wer=
den. Die jetzt in vielen Orten gegen die Sonntagsruhe
veranſtalteten Kundgebungen von Detailliſten entbehren
einer ſachlichen Berechtigung, denn dieſelben Detailliſten
haben früher die ortsgeſetzliche Verbeſſerung der
Beſtim=
mungen über die Sonntagsruhe mit dem Hinweis auf
die bevorſtehende reicksgeſetzliche Regelung abgelehnt und
bekämpft, gegen die ſie ſich heute wehren, indem ſie ſich
auf die „verſchiedenartigen Bedürfniſſe und Verhältniſſe‟
berufen. Dieſer deutlich erkennbar Widerſpruch beweiſt,
daß ſachliche Gründe gegen die Sonntagsruhe ſelbſt nicht
vorgebracht werden können. Auf dem bisher von der
Kommiſſion beſchrittenen Wege zur Löſung dieſer aus
kulturellen, ſozialen und ethiſchen Gründen ſo wichtigen
Frage wird nichts anderes erzielt, als die Feſtlegung der
Sonntagsarbeit auf unabſehbare Zeit, eine Regelung, mit
der weder den Prinzipalen noch den Handlungsgehilfen
gedient iſt. Die Verſammlung ſpricht die beſtimmte
Er=
wartung aus, daß die geſetzgebenden Körperſchaften dem
in den maßgebenden Kreiſen vorherrſchenden Verlangen
in höherem Maße als bisher Rechnung tragen werden:
dem Verlangen nach einheitlicher völliger Sonntagsruhe!“
Weiter berichtete Kollege Geßner, daß der Verband
am 12. März an die Ständekammer des Großherzogtums
Heſſen eine Eingabe wegen Abänderung des
Einkommen=
ſteuergeſetzes vom 12. Auguſt 1899 gemacht habe. Die
Verſammlung nahm zu dieſer Frage nachſtehende
Ent=
ſchließung einſtimmig an: „Die am 15. März 1914 zum
Gautag des Rhein=Main=Gaues in Darmſtadt
verſam=
melten Mitglieder des Verbandes Deutſcher
Handlungs=
gehilfen haben mit Befriedigung davon Kenntnis
genom=
men, daß die Verbandsleitung in einer Eingabe vom 12.
März an die Ständekammer des Großherzogtums Heſſen=
Darmſtadt wegen einer fortſchrittlicheren Geſtaltung der
§§ 12 und 15 des Einkommenſteuergeſetzes vorſtellig
ge=
worden iſt. Die Verſammelten halten die Verwirklichung
der in der Eingabe ausgeſprochenen Wünſche einerſeits
mit Rückſicht auf die ungünſtigen wirtſchaftlichen
Verhält=
niſſe der Angeſtellten, andererſeits aber auch deshalb für
eine unabweisbare Pflicht des Geſetzgebers, weil die von
der Verbandsleitung in Vorſchlag gebrachten
Beſtimmun=
gen zum größten Teile in den übrigen deutſchen
Bundes=
ſtaaten insbeſondere in Preußen — ſchon ſeit Jahren
Geſetzeskraft haben. Es kann daher nur als eine
For=
derung der Gerechtigkeit und Billigkeit bezeichnet
wer=
den, dieſe Schlechterſtellung der im Großherzogtum Heſſen
Steuerpflichtigen durch baldmöglichſte Vorlegung und
Ver=
abſchiedung eines entſprechenden Geſetzentwurfs endlich
zu beſeitigen,”
Vorträge.
Im Kaufmänniſchen Verein Darmſtadt,
e. V., ſprach Herr Otto Seipp, Bankprokuriſt, über
IIn2!
das Thema: „Die Börſe” vor einem zahlreich
erſchiene=
nen Publikum. Der Redner begann ſeine Ausführungen
mit einem kurzen Rückblick auf die Verſchiedenartigkeit
der Geldbeſchaffung in früheren Jahren gegen heute und
erbrachte ſo den Beweis, daß es ohne die Börſe heute
überhaupt nicht möglich wäre, den Rieſenbedarf an Geld
ſowohl des Staates und der Städte, wie auch der
Privat=
geſellſchaften herbeizuſchaffen. Alsdann erörterte er in
eingehender, überſichtlicher Weiſe die Einrichtungen der
Börſe ſelbſt und befaßte ſich des weiteren mit der Art
und Weiſe, wie die Geſchäfte an der Börſe gemacht
wer=
den. An Hand von treffenden Vergleichen und Beiſpielen
ſetzte er die Unterſcheidungsmerkmale zwiſchen Kaſſa= und
Termingeſchäften auseinander und erläuterte dann die
einzelnen Arten des Termingeſchäftes. Im Verlaufe der
weiteren Ausführungen wurden die wichtigſten
Börſen=
geſetze erläutert. Es ergab ſich aus dieſen
Ausführun=
gen, daß das Publikum an der Börſe in weitgehender
Weiſe gegen unlautere Manipulationen geſchützt iſt, aber
auch die Tatſache, daß die Geſetzgebung in dem
Börſen=
geſetz von der Abſicht ausgeht, die Spekulation, beſonders
von privater Seite, nach Möglichkeit einzudämmen. Ein
geſunder und ſolider Handel beruht in erſter Linie auf
Treu und Glauben; ganz beſonders gilt dies für das
Börſengeſchäft. In der ſich an den Vortrag
anſchließen=
den Diskuſſion wurden von Herrn S. Joſeph einzelne
beſonders intereſſante Punkte einer nochmaligen
Beſpre=
chung unterzogen. Der Vorſitzende dankte dem Redner
für ſeine überaus inhaltreichen, klaren und überſichtlichen
Ausführungen, deren Trefflichkeit die Verſammlung
be=
reits durch lebhafte Beifallskundgebungen anerkannt hatte.
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