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1777. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Großherzog und die Großherzogin haben
des Protektorat über die Sammlungen zur
Ver=
ſtürkung der freiwilligen Kriegskrankenpflege des Roten
Kreuzes in Heſſen übernommen. In Darmſtadt
bil=
dete ſich geſtern ein Ortsausſchuß.
Das Reichsgericht verwarf geſtern die von dem
Kommerzienrat Ihrig und dem Rechner Beck wegen
ihrer in dem Nieder=Modauer Prozeß erfolgten
Ver=
urteilung eingelegte Reviſion. Das Urteil
bezüg=
lich des Angeklagten Jſaak wurde aufgehoben.
Die Kaiſerin reiſte geſtern vormittag nach Berlin ab
und wurde abends in Braunſchweig zurückerwartet.
Der Reichstag ſetzte geſtern die zweite Leſung
des Kolonialetats fort und überwies den
Nach=
tragsetat für 1913 an die Budgetkommiſſion.
Der deutſche Paſſagierdampfer „Kaiſer
Wilhelm der Große” iſt geſtern vormittag bei
50 Grad 72 Minuten nördlicher Breite und 4 Grad 5
Minuten weſtlicher Länge mit einem unbekannten
Drei=
maſter zuſam mengeſtoßen, der geſunken iſt. Er
ſelbſt iſt unbeſchädigt geblieben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.
Die Caillaux=Affäre.
* Der nationaliſtiſche Eclair beginnt eine neue
Fehde gegen den früheren
Finanzmini=
iſter Caillaux und den Marineminiſter Monis.
Das Blatt behauptet, Caillaux habe ſeinerzeit die Grün=
Edung des deutſch=franzöſiſchen Kamerun=
MKongo=Konſortiums hintertrieben, obwohl er
Pgewußt habe, daß das Scheitern dieſes Projektes, das
Ezwiſchen dem Kabinett Briand und der deutſchen
Regie=
rung vereinbart worden war, ernſte diplomatiſche Folgen
nach ſich ziehen müſſe. In der Tat ſei dem Miniſterium
Monis, dem Caillaux angehörte, wenige Tage nach deſſen
Amtsantritt am 14. März 1911 ein Bericht des Quai
dOrſay vorgelegt worden, der in ſcharfer Weiſe auf die
Gefahren hingewieſen habe, denen ſich Frankreich
aus=
ſetzen würde, falls es auf die Bildung dieſes Konſortiums
verzichte. Der Eclair veröffentlicht den angeblichen
Wort=
laut der Schlußfolgerungen dieſes bisher
geheimgehalte=
nen Berichtes, die dahin lauten, daß die deutſche
Re=
gierung in der Ueberzeugung, ſie könne Frankreich
zwingen, ſich vor ihrem Willen zu beugen, vielleicht
ver=
ſucht ſein würde, Frankreich in gebieteriſchem und
ver=
letzendem Tone an ſeine Zuſage zu erinnern. Weder
Monis noch Caillaux hätten aber dieſe Warnung beachtet
und am 1. Juli ſei die Agadirkriſe ausgebrochen.
Der Matin erzählt, Caillaux habe vor einiger
Zeit den Oberſtaatsanwalt Fabre zu ſich berufen und
ihn über den vielbeſprochenen Bericht vom Jahre 1911
Gbefragt. Fabre habe erwidert, dieſes Schriftſtück
Bexiſtiere nicht. Fabre werde vor dem Rochette=Ausſchuß
ierklären, daß er ſeinerſeits Caillaux habe beruhigen,
an=
dererſeits damit ſagen wollen, daß der Bericht, den er
in vertraulicher Weiſe dem damaligen Juſtizminiſter
Briand übermittelt habe, nicht der Oeffentlichkeit
preis=
igegeben werden ſolle. Fabre hatte zu ſeinem
perſön=
tlichen Schutz das Original des Berichtes für ſich behalten.
Der gegenwärtige Juſtizminiſter Bienvenu Martin habe
ikürzlich Fabre befragt, ob es wahr ſei, daß er Briand
eine Abſchrift des Berichtes übergeben habe. Fabre
be=
jahte, worauf Bienvenu Martin ſein Erſtaunen darüber
ausdrückte, daß dieſes Schriftſtück aus dem
Juſtizminiſte=
rium verſchwunden ſei, und Fabre erſuchte, ihm eine neue
Abſchrift davon zu geben. Fabre verweigerte dies trotz
wiederholten dringenden Erſuchens des Juſtizminiſters.
In parlamentariſchen Kreiſen hält man es für
wahr=
ſcheinlich, daß der Marineminiſter Monis, der vor dem
(Rochette=Ausſchuß erſcheinen ſoll, für die Dauer
der Unterſuchung von ſeinem Amte zurücktreten werde.
Falls die Unterſuchung ergebe, daß er ſich keines
tadelns=
werten Vorgehens ſchuldig gemacht habe, werde er
wie=
der an die Spitze des Miniſteriums treten, das inzwiſchen
proviſoriſch von einem anderen Mitglied des Kabinetts
geleitet werden ſoll. Man erinnert daran, daß ſeinerzeit
auch Bourgeois, der während der Panama=Affäre als
Juſtizminiſter im damaligen Kabinett Ribot eines
un=
korrekten Schrittes beſchuldigt worden war, ſeine
Entlaſ=
ſung gegeben hatte, um als Zeuge vor dem Schwurgericht
zu erſcheinen, und vier Tage ſpäter ſein Porteſeuille
wie=
der übernahm.
Ein Pariſer Blatt berichtet, der Advokat Labori
habe dem früheren Finanzminiſter Caillaux erklärt, er
könne die Verteidigung ſeiner Gattin nur dann
überneh=
men, wenn es als eine ausgemachte Sache angeſehen
würde, daß er das Andenken Calmettes, für den er die
vollſte Achtung bewahrt habe, aus dem Spiele laſſe.
La=
bori habe auf der Redaktion des Figaro eine ähnliche
Erklärung abgegeben. Frau Caillaux wiederholte einem
Sekretär Laboris gegenüber das Bedauern über ihre Tat.
Sie ſei über die Preßkampagne wahnſinnig aufgeregt
ge=
weſen. Sie belannte, daß ſie eine ſchwere Schuld auf ſich
geladen habe, als ſie ſich willenlos einem Augenblick
der Verwirrung hingegeben habe.
Eine Rede Greys über
Englande, ausweltighe Pollit.
* Im engliſchen Unterhauſe hielt Staatsſekretär
Grey eine Rede, in der er ausführte:
Das weſentlichſte für den Frieden Europas ſei das
Beſtehen der Mächtegruppen geweſen, und die
Rolle, welche die Mächte innerhalb dieſer Gruppe
ge=
ſpielt hätten und die ſie nicht ſo wirkungsvoll hätten
ſpielen können, wenn ſie dieſen Gruppen nicht angehört
hätten. Wir hielten, ſagte Grey, an dieſen
Verſtändigun=
gen feſt, und meinten daß ſie zu wechſelſeitigem Vorteil
dienten, ſowohl für uns ſelbſt, als für die anderen Mächte.
Ein Redner ſprach von Sonnenſchein und
Schatten in der Lage. Er meine, Schatten
war zu der Zeit vorhanden, als die Tripel=
Entente noch nicht beſtand, nämlich von 1880 bis 1905,
damals, als beſtändig zwiſchen England und einem oder
dem anderen der Länder Kriegsbeſorgnis vorhanden war,
mit denen England jetzt in ſo guten Beziehungen ſtehe.
Ein anderer Redner ſagte richtig, daß England in ſeinen
guten Beziehungen mit Frankreich und Rußland mit
be=
ſonderer Genugtuung auf die Tatſache blicke, daß das
Kriegsbeil begraben ſei. Er, Grey, erinnere gern daran, daß
das Kriegsbeil nicht nur begraben, ſondern jetzt vollſtändig
außer Sicht gebracht ſei. Wir waren beſtrebt, erklärte
Grey, das gute Einvernehmen aufrechtzuerhalten Wir
glaubten, daß es dem Frieden diene weil es ſelbſt den
Frieden ſtiftete, aber die Tatſache, daß wir unter uns
ſelbſt Frieden hielten in Dingen, die uns gegenſeitig
be=
trafen, bedeutete nicht, daß eine jede der Ententemächte
verantwortlich zu machen war für das, was die andere
in Dingen unternahm, die ihre eigenen Intereſſen
be=
trafen. Es beſtand die Neigung, anzunehmen, daß wir,
weil wir beſonders gute Beziehungen zu einer anderen
Macht in einer Angelegenheit hatten, an der wir
gegen=
ſeitig intereſſiert waren, deshalb auch ein beſonderes Recht
haben, alles zu kritiſieren, was dieſe Macht in
irgend=
einem Teile der Welt in Angelegenheiten tat, an denen
wir nicht beteiligt waren. Wenn das ſo wäre, dann würde
die Entente für die ihr angehörenden Mächte eine
uner=
trägliche Laſt ſein, und wir würden niemals daran
den=
ken, die Entente bis zu einem ſolchen Punkte auszudehnen.
Grey ging dann auf die Mittelmeerfrage ein
und ſagte. Churchills Programm könne nicht als ein
Auf=
geben des Mittelmeeres bezeichnet werden, aber England
könne nicht überall eine außerordentlich hohe
Flotten=
macht beſitzen. England könne im Mittelmeer keine allen
anderen Mächten überlegene Flotte aufrecht erhalten. Der
engliſche Standard müſſe dort ofſenbar ſo hoch ſein, daß
er jeder wahrſcheinlichen Kombination gleichkomme.
Ueber die Beziehungen der Fkottenſtärke
zur auswärtigen Politik ſagte der
Staatsſe=
kretär: Wenn Sie auf einen Standard der völligen
Ueber=
legenheit über alle anderen Mächte zuſammen hinaus
wollen, dann iſt Ihre auswärtige Politik
verhältnis=
mäßig einfach, wenn Sie aber nicht darauf hinauswollen,
muß Ihre Regierung ihre Politik ſo einrichten, daß
Eng=
land in keinem Augenblick eine Kombination gegen ſich
hat, der ſeine Flotte nicht gewachſen wäre. Ich meine,
daß wir uns weder in diplomatiſche Verwickelungen
ein=
laſſen, noch unſere Stellung durchaus von ſtarken, feſten
Bündniſſen abhängig machen ſollen, die uns ſtarke und
feſte Verpflichtungen auferlegen, die uns unſere Stärke in
einem ſolchen Maße nehmen, daß wir in Dingen, die für
uns Lebensfragen ſind, von der Unterſtützung anderer
Mächte abhängen. Das Haus muß von der Regierung
er=
warten, daß ſie die Beziehungen zu den anderen
euro=
päiſchen Mächten bewahrt und England nicht in die Lage
kommen läßt, einer Mächtekombination gegenüberzutreten,
die über eine ſtärkere Flotlenmacht verfügt.
Die Politik Englands der Türkei gegenüber
beſteht jetzt, wo der Friede hergeſtellt iſt, darin, daß wir
unſeren diplomatiſchen Einfluß brauchen, um die
Unver=
letzlichkeit des türkiſchen Beſitzes zu wahren. Die
Re=
gierung konnte nicht in die Finanziers dringen, der
Tür=
kei Geld zu leihen, und wenn die Türkei ein Anlehen
auf=
zunehmen wünſche ſo mußten die britiſchen Bankiers
darüber ſelbſt entſcheiden. Die Regierung hat von der
Türkei noch während der letzten Wochen die
ausdrücklich=
ſten Verſicherungen erhalten, daß die Türkei ihr Haus
ſelbſt in Ordnung zu halten wünſche und keine aggreſſiven
Abſichten habe, weder den Frieden zu verletzen, noch
einen Rachekrieg in Europa beginnen wolle. Ich glaube,
dieſe Verſicherungen ſtellen die aufrichtige Abſicht der
ge=
genwärtigen türkiſchen Regierung dar. Die britiſche
Re=
gierung, konnte gegen dieienigen die der Türkei Geld
vorſtreckten, keinerlei politiſche Einwendungen erheben;
dieſe Finanziers taten das in dem gegenwärtigen
Augen=
blick aus handelspolitiſchen Gründen. Auf die
Einzel=
heiten der armeniſchen Frage kann ich nicht eingehen, aber
der armeniſche Reformplan iſt ſoweit gefördert, daß ich
glaube er hat in ſeinen weſentlichſten Punkten die
Zu=
ſt mmung der Mächte und der türkiſchen Regierung
ge=
funden. Ich hoffe, daß er bald genehmigt wird. Die
kürkiſche Regierung hat erfahren, wie ſehr ſie durch ihre
ſchlechte Regierung in Mazedonien und in den verlorenen
Gebieten in Europa verlor, und wie weſentlich es wäre,
die Lehren, die ſie in ihren europäiſchen Provinzen
be=
kam, auf die aſtatiſchen Provinzen anzuwenden. Das
Abkommen über die Aegäiſchen Inſeln
iſt von Griechenland bereitwillig angenommen worden.
Solle es in der Zukunft einmal in der Türkei
feind=
lichem Sinne angewandt werden, dann würden die
Sym=
pathien Englands immer auf Seiten derjenigen
Maßnah=
men ſtehen, die zur Sicherung der Türkei gegen ſolche
Um=
ſtände getroffen werden, deren Entſtehen aus dem
Ab=
kommen der Mächte nicht beabſichtigt war.
Deutſches Reich.
— Kurze Anfrage über die Einſtellung
von Offiziers=Aſpiranten bei der
Ma=
rine. Dem Reichstag iſt eine kurze Anfrage des
fort=
ſchrittlichen Abgeordneten Hoff zugegangen, die folgenden
Wortlaut hat: Zeitungsnachrichten zufolge werden Söhne
von Volksſchullehrern — von ganz vereinzelten
Ausnah=
men abgeſehen — als Offiziers=Aſpiranten für die
Ma=
rine nicht angenommen, auch wenn ſie bezüglich der
kör=
perlichen Beſchaffenheit und ihrer Vorbildung den
ge=
ſtellten Anforderungen genügen. Iſt der Herr
Reichs=
kanzler bereit, Auskunft darüber zu geben, ob dieſe
Nach=
richten auf Tatſachen beruhen?
— Die neueſte Statiſtik der
Fehlſtel=
len im Offizierkorps. Wie Berliner Blätter
mitteilen, beziffert ſich die Zahl der Offizier=Fehlſtellen,
die am 1. März 1914 ermittelt wurden, auf 3093. Durch
die neue Wehrvorlage, welche die bisher größte
Heeres=
vermehrung brachte, wurden rund 4000 neue
Offizier=
ſtellen geſchaffen, woraus ſich die Höhe der Zahl der
Fehl=
ſtellen ohne weiteres erklärt. Der Andrang zur
Offizier=
laufbahn iſt nach wie vor ein außerordentlich großer, ſo
daß die Höhe der Fehlſtellen lediglich auf die
Neuforde=
rungen der Wehrvorlage zurückzuführen iſt. Die
Vor=
liebe für die Offizierlaufbahn hält bereits ſeit mehreren
Jahren an. Während im Jahre 1910 noch über 1000
Offizierfehlſtellen vorhanden geweſen waren,war die Zahl
der Offizierfehlſtellen im Jahre 1912 bereits auf 250
ge=
ſunken. Durch die Heeresvermehrung des Jahres 1912
wuchs die Zahl der Fehlſtellen wieder, ſo daß ſie im
Som=
mer 1913 ſich wieder auf rund 1000 bezifferte. In der
Vorausſetzung, daß der Andrang zur Offizierlaufbahn
weiter ſo anhält wie bisher, kann angenommen werden,
daß die Ausfüllung der Fehlſtellen zu Ende des
Rech=
nungsjahres 1917 etwa (alſo am 31. März 1918)
platz=
gegriffen hat.
— Die Schiffbarmachung des
Ober=
rheins. In der Zweiten badiſchen Kammer erklärte
der Miniſter des Innern Freiherr von und zu Bodman
auf eine Interpellation, betreffend die Schiffbarmachung
des Oberrheins:
Wir ſind nicht allein in der Lage, die
Rheinregu=
lierung durchzuführen. Wir befinden uns noch im
Sta=
dium der Studien, ob das Unternehmen wirtſchaftlich auch
rentabel iſt. Gewiß iſt, daß unſere Eiſenbahnen große
Verluſte erleiden würden Ein Wettbewerb für die
Schiff=
barmachung des Rheins von Baſel nach Konſtanz iſt
aus=
geſchrieben. Vorausſetzung iſt natürlich die
Schiffbar=
machung der Strecke Straßburg-Baſel. Durch die
Regu=
lierung des Rheins würden 200 000 Pferdekräfte
ge=
ſchoffen, die zwiſchen Baden und Elſaß=Lothringen zu
tei=
len wären. Der Rheinregulierung bis Konſtanz ſtehe die
elſaß=lothrinaiſche Regierung nicht ſympathiſch gegenüber
da ſie eine Schädigung der Handelsintereſſen Straßburgs
befürchte. Wir können aber keinen Pfennig für den
Groß=
ſchiffahrtsweg bewilligen, wenn er in Baſel enden ſoll,
er muß vielmehr bis Konſtanz durchgeführt werden.
Fer=
ner muß die Schweiz ihrerſeits zu den Koſten beitragen,
auch für die Strecke Baſel=Straßburg, da die Schweiz
dann direkt mit der Nordſee verbunden wird. Weſentlich
iſt ferner, daß Holland zu den Schiffahrtsabgaben ſeine
Zuſtimmung gibt. Eine Einwirkung auf die elſaß=
lothrin=
giſche Regierung ſteht uns nicht zu. In der kühlen
Sym=
pathie Elſaß=Lothringens kam immer wieder zum
Aus=
druck, daß Elſaß=Lothringen kein Intereſſe habe an einem
Waſſerſtraßenausbau, der am Elſaß vorbeiführt. Aber
den Intereſſen Straßburgs ſtehen die Intereſſen des
geſamten Landes gegenüber. Wir haben für die
Regu=
lierung des Rheins bis Straßburg große Opfer gebracht,
obwohl die Befürchtung nahe lag daß Mannheims
Ver=
kehr leiden würde. Unſere Sonderintereſſen haben wir
zurückgeſtellt, und wir dürfen deshalb erwarten, daß auch
Elſaß=Lothringen uns gegenüber freundlich handeln wird.
Der Bau einer Waſſerſtraße bis Konſtanz iſt nach Anſicht
der Techniter ausführbar. Die Schiffbarmachung des
Rheins von Breiſach bis Baſel würde 105 Millionen Mark
koſten, wobei 50 Millionen Mark auf die Schiffbarmachung
und 55 Millionen Mark auf die Anlage von
Waſſerkraft=
werken entfallen würden. — In der an die
Regierungs=
erklärung ſich anſchließenden Debatte brachten ſämtliche
Parteien der Zweiten Kammer ihre Freude über die
Einigkeit des Hauſes mit der Regierung in dieſer Frage
einmütig zum Ausdruck und erklärten, daß die
Schiffbar=
machung des Rheins bis Konſtanz und die Erſchließung
der Waſſerkräfte mit allen Mitteln zu fördern ſeien und
daß man hoffe, die beſtehenden Schwierigkeiten
überwin=
den zu können.
Ausland.
Frankreich.
Das Einkommenſteuergeſetz. Dev Senat
beriet den Entwurf des Einkommenſteuergeſetzes.
Re=
nault, der neue Finanzminiſter, unterſtützte den
Zuſatz=
antrag Michel zum Artikel 40, der abgelehnt wurde. Der
Art. 40 wurde in der Kommiſſionsfaſſung angenommen.
Der Art. 45 wurde angenommen nach Aufhebung der
Be=
ſtimmung, nach welcher auf die ausländiſchen Werte, die
nur in franzöſiſchen Banken aufbewahrt werden,
Stem=
gelgebühren erhoben werden müßten. Alsdann wurden
die letzten Artikel des Titels 2 angenommen.
England.
Die Flottenpolitik Churchills. Im
weiteren Verlaufe der Sitzung des Unterhauſes griff
Snowden (Arbeiterpartei) die Flottenpolitik der
Regie=
rung ſcharf an und erklärte, die Haltung Churchills ſei eine
Gefahr für die Sicherheit des Landes und eine Drohung
für den Weltfrieden. Snowden fragte, weshalb es
not=
wendig ſei, die Mittelmeerflotte zu verſtärken. Denn,
wenn England mehr Schiffe dorthin verlege, würden
Ita=
lien und Oeſterreich=Ungarn ihre Flotten vergrößern,
und wenn dies ſo fortgehe, ſo würde England in
weni=
gen Jahren einen Marineetat von 100 Millionen Pfund
haben. In der Abendſitzung des Unterhauſes lenkte
Aubrey Herbert (Unioniſt) die Aufmerkſamkeit auf die
politiſche und ſtrategiſche Lage im Mittelmeer und brachte
eine Reſolution ein, in der erklärt wird, die Lage im
Mittelmeer erfordere eine vermehrte Wachſamkeit der
Re=
gierung und mache die Bereitſtellung einer angemeſſenen
Flottenmacht zum Schutze des Weges nach Indien
not=
wendig. Lord Beresford (Unioniſt) bemängelte ſcharf
das Programm Churchills und erklärte, daß Churchill
einen wichtigen Punkt nicht berührt habe, nämlich den,
wie die Flotte ſtark genug gemacht werden ſolle, um der
größer gewordenen Verantwortung des Reiches in der
kritiſchſten Periode zu begegnen. Beresford verlangte die
Ernennung eines Reichsausſchuſſes von Vertretern aller
Parteien und Dominions, um einen methodiſchen Plan
für die Reichsverteidigung auszuarbeiten.
Fuhland.
Die geheime Dumaſitzung. In
diploma=
tiſchen Kreiſen wird über den Verlauf der geheimen
Dumaſitzung in der Nacht vom Samstag zum Sonntag
folgendes bekannt Der Miniſter des Aeußern Saſonow
erſtattete einen ausführlichen Bericht über die
internatio=
nale Lage, der in ſehr freundlichen Erklärungen ausklang.
Saſonow berichtete über ſeine Unterredungen mit dem
öſterreichiſchen Botſchafter Grafen Szapary, deren
Ergeb=
nis in einem Austauſch freundſchaftlicher Erklärungen
be=
ſtanden habe, wobei von beiden Seiten die Notwendigkeit
der Förderung freundſchaftlicher Beziehungen betont
wor=
den ſei. Der Kriegsminiſter ſtellte feſt, daß die ruſſiſche
Armee ſich ſchon heute einer hohen Leiſtungsfähigkeit
er=
freue, daß aber weitere Rüſtungen notwendig ſeien, um
die Kriegsbereitſchaft zu erhöhen. Der Marineminiſter
kündigte neue Forderungen für die Schwarze=Meer=
Flotte an. Der Hauptzweck dieſer geheimen Sitzung ſei
die Abſicht der Regierung, in eine regere Fühlung mit
der Duma zu treten, um die Beziehungen zwiſchen der
Reichsduma und der Regierung beſſer zu geſtalten.
Serbien.
Das Budgetgeſetz von 1914 wurde von
der Skupſchtina mit 76 gegen 40 Stimmen in erſter
Le=
ſung angenommen.
Rumänien.
Die Vſerfaſſſungsreviſion. Die Kammfr
hat in erſter Leſung in namentlicher Abſtimmung mit 100
gegen eine Stimme bei acht Stimmenthaltungen
beſchloſ=
ſen, den Entwurf über die Reviſion der Verfaſſung in
Er=
wägung zu ziehen. Das Ergebnis der Abſtimmung wurde
mit anhaltendem Beifall aufgenommen. Der Senat hat
die Antwort auf die Thronrede mit 72 gegen 5 Stimmen
angenommen.
Vereinigte Staaten.
Neue Truſtprozeſſe. Die Regierung ſtrengte
gegen die Leigh Valley=Bahn einen neuen Truſtprozeß
an mit der Behauptung, daß dieſe Bahn eine leitende
Rolle in der Korporation von Geſellſchaften habe, die
an=
geblich die pennſylvaniſche Anthrazitkohlenproduktion
kontrolliere. Mitangeklagt ſind über ein Dutzend
Kor=
porationen und Einzelperſonen. Der Generalanwalt
be=
hauptet, daß die Leigh Valley=Bahn durch die Bildung
iner Kohlenverkaufsgeſellſchaft 1912 die ſeinerzeitige
Ver=
fügung des Oberſten Gerichtshofes umgangen habe,
wo=
durch den Eiſenbahnen verboten wurde, Kohlen für ſolche
Geſellſchaften zu befördern, deren Aktien ſich in ihrem
Beſitz befinden. Es verlautet, daß auch Truſtprozeſſe
gegen andere Bahnen geplant ſind, deren Linien durch
das Anthrazitkohlengebiet Pennſylvaniens führen.
Südafrikn.
In den Wahlen zu dem Transvaal=
Provinzial=Parlament ſind bis jetzt 23
Arbei=
tervertreter gewählt worden. Die Arbeiterpartei hat
da=
ſer in dem Parlament, das 36 Mitglieder zählt, die
Majorität. Die Unioniſten haben nur zwei Sitze
ge=
wonnen.
* Die Verhaftung eines ruſſiſchen
Kapitäns in Köln, über die bereits berichtet
wor=
den iſt, wird in den Blättern viel erörtert. Der ruſſiſche
Kapitän Poljakow wurde vor einiger Zeit vom ruſſiſchen
Marineminiſterium nach Elbing geſchickt, um auf der
Schichauwerft Turbinen und andere Maſchinen für
ruſ=
ſiſche Torpedoboote, deren Lieſerung an die
Schichau=
werft vergeben wurde, zu übernehmen. Da die
Schichau=
werft nicht alle Maſchinenteile ſelbſt fabriziert, ſondern
einen Teil von ihnen weiter vergibt, ſo reiſte Poljakow
Mitte Februar nach Duisburg und Düſſeldorf. wo die
Maſchinenteile hergeſtellt werden. Einen freien Tag
zwi=
ſchen dieſer Reiſe nach Duisburg und Düſſeldorf benutzte
Poljakow, um ſich den Kölner Karneval anzuſehen.
Da=
bei wurde er verhaftet und nach elftägiger Haft wieder
freigelaſſen. Drei Perſonen hatten nämlich
übereinſtim=
mend bekundet, ſie hätten geſehen, wie der Fremde einen
Taſchendiebſtahl verübte. Auf Grund von
Zeu=
genausſagen mußte der Unterſuchungsrichter die
Unter=
ſuchungshaft anordnen. Die Kölniſche Zeitung meldet
zu der Angelegenheit jetzt: Die Verhaftung des ruſſiſchen
Korvettenkapitäns Poljakow hat nach Lage der Umſtände
erfolgen müſſen Die erwähnten drei Perſonen, die
Zeu=
gen des Vorfalles geweſen ſein ſollen, haben die der
Po=
lizei gemachten den ruſſiſchen Offizier belaſtenden
An=
gaben vor dem Vorführungsrichter in vollem Umfange
wiederholt. Der Beſchuldigte iſt nach ſeiner Vorführung
unter Hinzuziehung eines Dolmetſchers vernommen
wor=
den, wobei er zwar den ihm zur Laſt gelegten
Diebſtahls=
verſuch beſtritten und dargetan hat, daß bei den Zeugen
ein Irrtum obwalten müſſe, er hat aber das
Belaſtungs=
material nicht wegzuräumen vermocht. Dieſes ſoll
viel=
mehr ſo klipp und klar geweſen ſein, daß es Zweifel
aus=
geſchloſſen habe und der Angeſchuldigte als der Tat
drin=
gend verdächtig galt, ſo daß die Vorausſetzung für den
Erlaß des Haftbefehls vorhanden war. Es wird
noch erklärt, daß jedes deutſche Gericht auf Grund des
vorliegenden Materials genau ſo gehandelt haben würde.
Die Mitteilung in den ruſſiſchen Zeitungen, daß der
Ver=
haftete von dem Kölner Unterſuchungsrichter unwürdig
behandelt worden ſei, wird als Unwahrheit bezeichnet;
er ſei vielmehr durchaus angemeſſen und korrekt behandelt
worden, und es ſein kein ſcharfer Ton gegen ihn
an=
ſchlagen worden. Ebenſo wird in Abrede geſtellt. Oi
er vom Vorführungsrichter an der Abſendung eines Tel
gramms an den ruſſiſchen Marineattaché in Berlin voe
hindert worden ſei; wenn er einen ſolchen Antrag geſt=dl
hätte, ſo würde man ihn auch gutgeheißen haben, wie da
vohl in jedem Falle Unterſuchungsgefangenen gegenücke
geſchieht. Auch Vergünſtigungen irgendwelcher Art wet
den ihm, wenn er ſie beanſprucht haben würde, wie
jedem anderen Falle, gewährt worden ſein. Wie ven
lautet, hat der ruſſiſche Miniſter des Auswärtige
von der deutſchen Regierung noch nachträglich Aufklärun
und Beſtrafung der Schuldigen verlangt, und das alſo an
gegangene Auswärtige Amt habe ſich wegen der Sach
mit den zuſtänd gen inneren Behörden in Verbindten
geſetzt, worauf dann der preußiſche Miniſter des Im
nern die Akten über die Angelegenheit von Köln eince
fordert habe.
* Hamburg 18. März. Die Bürgerſchaff
nahm heute den Antrag des Senats auf Ausban
des Kolonialinſtituts durch die ſofortige Erri=ch
tung von drei Profeſſuren für die Sprache und Kultu
Japans, für die Kultur und Geſchichte Indiens und fſü
die Geſchichle und Kultur Rußlands, ſowie die Errichtun
einer kolonialgeſchichtlichen Abteilung am hiſtoriſchen Se
minar an. Zu den Unkoſten des Prinz=Heinrich=Fluge
1914 bewilligte die Bürgerſchaft eine Beihilfe von 4000
Mark, und zur Beſchaffung eines Ehrenpreiſes für dieſe
Flug 2500 Mark.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. März.
Erledigte Stelle. Eine Stelle für einen Obei
lehrer mit Lehrbefähigung in Mathematik und Phyſſ
an der Oberrealſchule am Stadthaus in Offenbach
Bewerbungen ſind bei dem Präſentator, dem Hern
ürſten zu Iſenburg und Büdingen in Birſtein, einzu
reichen.
g Strafkammer I. Ein hieſiger Bäckermeiſter wa
der Uebertretung der Beſtimmungen der Gewerbeordnum
über die Sonntagsruhe angeklagt, jedoch vom Schöffen
gericht freigeſprochen worden. Auf die Berufung d
Staatsanwaltſchaft hatte ſich geſtern die Strafkammer miſ
der Sache zu beſchäftigen. Der Angeklagte hatte am Hirt
melfahrtstage vorigen Jahres einen Geſellen über die gel
ſetzliche Zeit (9 Uhr) hinaus beſchäftigt. Vor der
Schöffengericht hatte nun der Meiſter angegeben, ſeiß
anderer Gehilfe habe ſchon um 8 Uhr Sonntag gemach
weil dieſer der Meinung war, die Beſtimmung lauteſt
Infolgedeſſen mußte der zweite Gehilfe länger arbeiten
damit der fertige Brotleig nicht verderbe. Das Schöfffen
gericht ſah denn auch einen Notfall als vorliegend an urſ
erkannte auf Freiſprechung. Die Strafkammer kam jedoh
aus einem anderen Grunde zur Freiſprechung. Auf den
Strafbefehl waren nämlich die Namen der beiden G
hilfen verwechſelt worden, und dieſer beſteht demnach ohm
weiteres nicht zu Recht. — Der Hausburſche Georg
von hier wurde wegen Betruges zu 3 Monate
Gefängnis verurteilt. Er hatte, nachdem er aus ſeit
ner Beſchäftigung ausgetreten war, ſich von einem Kundel
widerrechtlich ein Paar zur Auswahl geſchickter, nicht ge
kaufter Schuhe geben laſſen.
— Aus dem heſſiſchen Genoſſenſchaftsweſen. Di
Landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsbank teilt mit: Die zuf
Abwickelung der laufenden Engagements der Landw
noſſenſchaftsbank eingeleiteten Maßnahmen nehmen ihre
rüſtigen Fortgang. In der Generalverſammlung da
Landw. Genoſſenſchaftsbank vom 12. November v.
wurde, wie bekannt, beſchloſſen, gegen die früheren Min
glieder des Aufſichtsrats und Vorſtandes Regreßanſprüchk
wegen des durch den Vorſtand und Aufſichtsrat veru
ſachten Schadens zu erheben und durchzuführen. Da
Regreßanſprüche erſcheinen um ſo begründeter, als ſich
ergeben hat, daß der Aufſichtsrat bereits im Jahre 191
durch einen Reviſionsbericht auf die Mißſtände hinge
wieſen worden iſt, aber trotzdem für Abſtellung der
Miß=
ſtände nicht geſorgt hat. Nachdem die mit den frühere
Mitgliedern des Aufſichtsrates und des Vorſtandes
ge=
pflogenen üblichen Verhandlungen zu keinem Erfolg ge
führt haben, iſt nunmehr die von der
Generalverſamm=
lung beſchloſſene Regreßklage eingereicht worden, zuma
da im Hinblick auf den Ablauf der Verjährung eine weit
tere Aufſchiebung der Zuſtellung der Klage nicht möglich
war. Der Schaden, der der Landw. Genoſſenſchäftsbarl
und hiermit den heſſiſchen ländlichen Genoſſenſchaften durch
die frühere Geſchäftsführung erwachſen iſt, wird von ſacht
verſtändiger Seite auf mindeſtens 8 Millionen Mark
ge=
ſchätzt. Im Intereſſe der Koſtenerſparnis und mit Rück=
Die mörderiſchen
Geſund=
beterinnen.
Von Hermann Kienzl, Berlin.
Lange hat der Berliner Staatsanwalt gezögert. Die
Wiederholung Aufſehen erregender Fälle beſtimmte ihn
endlich gegen mehrere Geſundbeterinnen das gerichtliche
Verfahren einzuleiten. Unter den Frauen, die die
thera=
peutiſche Verwahrloſung und das frühe Sterben der
Ber=
liner Hofſchauſpielerinnen Nuſcha Butze und Alice von
Arnauld=Perriere auf dem Gewiſſen haben, befinden ſich
Damen der Geſellſchaft. Ihr Sammelpunkt iſt, nach der
Verſicherung meines Gewährsmannes, der Salon einer
amerikaniſchen Agentin, in welchem mit Vorliebe Künſtler
verkehren und viel muſiziert wird. Neben Frida
Oeſt=
reich, dieſer ſonderbaren Krankenpflegerin, die die
ratio=
nelle Krankenpflege für „Sünde” erklärt, ſehen wir um
die Schmerzenslager der Nuſcha Butze und der Alice
Ar=
nauld in geſchäftiger Bemühung Frauen, die in weiteren
Kreiſen der Stadt bekannt ſind; eine von ihnen war als
Sängerin geſchätzt. Nur Eingeweihte wußten, welcher
geheimen Leidenſchaft dieſe Frauen fröhnten. Die
Unter=
ſuchung des Staatsanwalts wird in überraſchende
Zu=
ſammenhänge Licht bringen, wenn ſie, wie man erwarten
darf, ſich nicht ſchrecken läßt vor der Möglichkeit, daß auch
hochſtehende Perſonen durch Aufdeckung des verruchten
Unfugs kompromittiert werden. Wahrſcheinlich erblickt die
Staatsanwaltſchaft im Falle Arnauld die Gelegenheit
zum Einſchreiten in der Tatſache, daß die
Geſundbete=
rinnen eine wehrloſe Kranke vergewaltigten, ihr die
per=
ſönliche Freiheit raubten. Die heiligen Frauen hielten
Fräulein von Arnauld wie eine Gefangene auf ihrem
Krankenlager, nachdem ſie ihr Opfer veranlaßt hatten, dem
bebandelnden Arzte abzuſagen. Sie ſperrten ſie von der
Berührung mit jeder profanen Menſchenſeele ab.
Nie=
mand außer den Beterinnen durfte die Schwelle ihrer
Wohnung übertreten. Hatte ſich vordem der allerdings
nicht heilbare Zuſtand der Leidenden unter der Behand=
lung ihres Arztes ſtetig gebeſſert, ſo wurde er, allen
ver=
nünftigen Anwendungen entzogen, unter den Dämpfen
und Litaneſen marternder Gebee hoffnungslos. Erſt als
die Herren, die der Generalintendant Graf Hülſen
abge=
ſandt hatte, den weiblichen Offizieren der „Chriſtian
ſcience” mit der Polizei drohten, konnten ſie ſich Zutritt
zu der Kranken erzwingen. Bezeichnend iſt, daß die
Ge=
ſundbeterinnen aus dem Krankenzimmer jeden Spiegel
entfeont hatten; ihr Opfer ſollte die Wahrheit nicht ſehen,
ſollte die Wirkungen des Wundergebets nicht im Anblick
des Verfalls erkennen! Während man ſich anſchickte,
Fräu=
lein von Arnauld in das Krankenhaus zu überführen,
ſchrie ihr die Schweſter zu: „Alſo Du willſt wirklich der
Judas ſein, der ſeinen Heiland verrät?!‟ Erſchütternde
Mitteilungen über das an ihr begangene Verbrechen
machte, ſſowie ſie in Sicherheit gebracht war die
Ster=
bende. — Einige Monate vor Alice von Arnauld war
Nuſcha Butze zu Tode gebetet worden. Doch auch, was
wenige wiſſen, mit Adalbert Matkowskys gebrochenem
Geiſt trieben die Leute von der „chriſtlichen Wiſſenſchaft”
einſt ihr frevles Spiel. Dieſes Opfer freilich, aus dem
der Genius ſo hell geleuchtet hatte, lag ſchon im Dunkeln,
als die Raben niederſtiegen. Immerhin: auf phantaſtiſche
Künſtlerköpfe iſt die Spekulation der Wahnpropheten
be=
ſonders erpicht.
Der Tod der bekannten Künſtlerinnen riß der
Oeffent=
lichkeit die Binde von den Augen. Doch ohne Zahl ſind die
Opfer, die die „Chriſtian ſcience” im Verborgenen ſeit
langem forderte. Unter den Altären, die je dem
Aber=
glauben rauchten, iſt der der amerikaniſchen Sekte einer
der bösartigſten. Ob das Strafgeſetz imſtande, ob es
be=
rechtigt iſt, gegen den Aberglauben anzukämpfen? Mit
dem Skeptiker Maximilian Harden (ſiehe das Kapitel „Das
Blumenmedium” in ſeinem Buch „Prozeſſe”) mag man
fragen, wie denn das Geſetz eine ſicheke Grenze zwiſchen
Glauben und Aberglauben ziehen könnte, und ob es nicht
gerade die Märtyrer geweſen ſeien, die allen Wahn
be=
feſtigten? „Ja, unter uns leben Leute,” ſagt Harden,
„denen die ratio, denen das vom Verſtand Meßbare
längſt nicht mehr genügt und die jeden Spukglauben dem
Poſitivismus vorziehen. In der Eisregion reinen Den=
kens erfröre ihr ſchlecht genährter Geiſt; im Fuſelrauſch
ntſchlummert er wohlig.” Harden tritt gegen die Vert
rteilung der Anna Auguſte Rothe auf, der Keſſelſchmiedst
frau, die — man ſchrieb ſchon das zwanzigſte
Jahrhun=
dert! — Geiſter aus dem Schattenreich heraufbeſchwor und
einen Blumenregen niedergehen ließ. Dieſer alberne
Schwindel habe törichten Leuten angenehme Illuſionen
gemacht und habe, da die Rothe nur kleine Münze nahm
niemandem materiell geſchadet. Blindheit und Dummheit
ſeien nicht Rechtsgüter, die das Geſetz zu ſchützen habe.
Man könnte dagegen einwenden, daß es immerhin zur
öffentlichen Wohlfahrtspflege gehören würde, wenn ein
aufgklärter Staat den Schutz der Unmündigen und
Un=
zurechnungsfähigen übernähme. Man könnte auch an dem
Honorar der Anna Rothe eine genügende Handhabe für
die Strafjuſtiz erblicken. Jedenfalls aber liegt der
Fall=
mit den Geſundbetereien der „Chriſtian ſeience”
weſent=
lich anders. Denn die Gefährdung, die Schädigung von
Leben und Geſundheit eines Nebenmenſchen iſt unter den
Paragraphen des Strafgeſetzes geſtellt. Und wenn es
auch blinde und verblendete Werkzeuge der „chriſtlichen
Wiſſenſchaft” geben ſollte, die nicht habſüchtig, nur
blöd=
ſinnig wären: ſo ſteht doch auch die Tatſache feſt, daß die
merikaniſche Sekte in Europa — und auch in
Deutſch=
and! in Berlin! — reich bezahlte Agentinnen unterhält.
Ja, es gibt ſogar Penſionen mit recht anſehnlichen
Prei=
ſen, ſogenannte Heilanſtalten, in denen als einzige
Heil=
methode das ſyſtematiſche Gebet praktiziert wird, jener
Auswuchs des urſprünglichen Bedürfniſſes frommer
Men=
chen, ihr Herz im Geheimen vor Gott zu erſchließen.
Sind die gewinnſüchtigen Abſichten demnach keineswegs
àpriori von der Hand zu weiſen, ſo iſt in dem Spiegel,
en die Geſundbeterinnen aus dem Krankenzimmer
wohl=
weislich entfernt hatten deutlich zu ſehen, daß man
dar=
auf bedacht war, dem Opfer falſche Tatſachen
vorzuſpie=
geln. Nicht erkennen ſollte Fräulein von Arnauld ihren
zunehmenden Verfall! Freundliche Illuſionen? Die
be=
trügeriſchen Geiſter der Anna Rothe mögen in der Tat
manchen Dunkelkopf getröſtet haben, und Schmerz
berei=
teten ſie eigentlich nur den Herrſchaften von der
theoſo=
phiſchen Konkurrenz, die den Geiſterſpuk „wiſſenſchaftlich”
ſicht auf die Vermögensverhältniſſe der Regreßpflichtigen
iſt die Klage jedoch nicht auf den vollen Schaden von 8
Millionen Mark, ſondern nur auf einen Teilbetrag
von 2 Millionen Mark erhoben worden.
Selbſtverſtänd=
lich ſchließt die erhobene Klage nicht aus, daß man doch
noch zu gütlichen Verſtändigungen kommt, falls ſich die
Mitglieder des früheren Aufſichtsrats und Vorſtandes zu
ängemeſſenen Leiſtungen entſchließen. Eine ſolche
güt=
liche Einigung wäre ſelbſtverſtändlich im Intereſſe
un=
ſeres heſſiſchen Genoſſenſchaftsweſens nur zu wünſchen.
Bom Hoftheater. Heute Freitag gehen neu
ein=
ſtudiert „Die luſtigen Weiber von Windſor” bei
kleinen Preiſen in Szene, wobei ebenfalls eine Reihe
von Partien in neuer Beſetzung erſcheint; ſo ſpielt Herr
Schützendorf erſtmalig den Falſtaff, Herr Bertram den
Reich, Frau Beling die Anna. Die Vorſtellung beginnt
um 7½ Uhr. Der Vorverkauf für die
Samstagsvor=
ſtellung, „Filmzauber” zu der ausnahmsweiſe bei
auf=
gehobenem Abonnement die Abonnementspreiſe (
Sperr=
ſitz 2,50 Mk.) gelten, hat an der Hoftheaterkaſſe ſehr rege
eingeſetzt; eine Vorverkaufgebühr wird für die
Eintritts=
karten zu dieſem Abend, die ausſchließlich an der
Hof=
theaterkaſſe verkauft werden, nicht erhoben. Am Sonntag
abend ſtellt ſich Walter Soomer in einer neuen
Gaſt=
partie, als Wolfram in Tannhäuſer, vor. Es wird
noch=
mals ausdrücklich darauf aufmerkſam gemacht, daß die
Vorſtellung mit Rückſicht auf die lange Dauer der Oper
pünktlich um 6 Uhr beginnt, und daß etwa zu
ſpät=
kommende Beſucher nur nach der Ouvertüre oder beim
Aktſchluß eingelaſſen werden können.
* Die Beſuchszeiten im Landesmuſeum. Die Großh.
Muſeumsdirektion bittet uns, mitzuteilen, daß vom
. April d. J. ab das Landesmuſeum an allen
Werktagen, Montags ausgenommen, vormittags von
11 bis 1 Uhr geöffnet ſein wird. Das Landesmuſeum iſt
ſonach für den allgemeinen Beſuch zugänglich: An Sonn=
und Feiertagen: vormittags von 10—1 Uhr, nachmittags
vom 1. April bis 30. September von 3—5 Uhr, vom
.Oktober bis 31. März von 2—4 Uhr, bei freiem
Ein=
tritt; Dienstags: vormittags von 11—1 Uhr, gegen ein
Eintrittsgeld von 1 Mk.; Mittwochs: vormittags von
11—1 Uhr und nachmittags vom 1. April bis 30.
Septem=
ber von 3—5 Uhr, vom 1. Oktober bis 31. März von 2—4
Uhr, unentgeltlich; Donnerstags: vormittags von 11—1
Uhr gegen 1 Mk. Eintrittsgeld; Freitags: vormittags von
11—1 Uhr unentgeltlich; Samstags: vormittags von 11
bis 1 Uhr gegen 1 Mk. Eintrittsgeld.
Ks. Fortbildungskurſus für Kriminalpolizeibeamte.
Die an das Großh. Polizeiamt Darmſtadt angegliederte
Schutzmannſchule — ein Unternehmen der Heſſiſchen
Polizeiverwaltungen mit militäriſch eingerichteter
Schutz=
mannſchaft — veranſtaltet in dieſen Tagen einen
Fort=
bildungskurſus für Kriminallpolizeibeamte. Die
Aus=
bildung der Kriminalbeamten, die zunächſt den einzelnen
Verwaltungen obliegt, ſoll durch Vorträge und eingehende
Unterweiſung über Spezialfragen aus dem
Tätigkeits=
gebiete der Kriminalbeamten gefeſtigt und ergänzt
wer=
den. Den erſten Vortrag hielt geſtern
Kriminalwacht=
meiſter Redel vom Großh. Polizeiamt Darmſtadt über
„Körpermeſſung nach Bertillon) Fingerabdruckverfahren
(Dactyloscopie) und Photographie als Hilfsmittel der
Kriminalpolizei” Kriminalwachtmeiſter Redel iſt in die=
Iſen Zweigen des polizeilichen Erkennungsdienſtes in den
Jahren 1910 und 1913 bei der Königl. Polizeidirektion
München beſonders ausgebildet worden. Seine
Darleg=
ungen und Vorführungen ſollen die Teilnehmer
vorberei=
ten auf die beiden Vorträge des Gerichtschemikers Herrn
Dr. Popp in Frankfurt a. M., der über „
Kriminalwiſſen=
ſchaftliche Unterſuchung am Tatort, Spurenkunde und
Spurenſicherung” ſprechen wird; an die Vorträge ſchließen
ſich Demonſtrationen im Kriminalmuſeum an. Im
Inter=
eſſe der gleichmäßigen Ausbildung der
Kriminalpolizei=
beamten iſt es ſehr dankbar zu begrüßen, daß auch Herr
Oberſtaatsanwalt Dr. Schwarz in Darmſtadt einen
Vor=
trag übernommen hat über „Die Aufgaben der
Kriminal=
polizei im polizeilichen Ermittelungsverfahren‟. Der
Schlußvortrag des Herrn Medizinalrates Profeſſor Dr.
Dannemann. Direktor der Heil= und Pflegeanſtalt
Phi=
lippshoſpital, über die „Urſachen des Verbrechens” ſoll
die Polizeibeamten mit populärer Pſychiatrie vertraut
machen. Zu den Vorträgen, die in einem Hörſaal der
Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt und in dem
Kriminal=
muſeum des Herrn Dr. Popp in Frankfurt ſtattfinden, ſind
etwa 70 heſſiſche Polizeibeamte und 10 Gendarmen
an=
gemeldet. Bei dem großen Intereſſe, das die
Veranſtal=
tung findet, iſt zu wünſchen, daß ihr der gleich günſtige
Erfolg beſchieden iſt wie dem erſten Fortbildungskurſus
für Kriminalpolizeibeamte im Frühjahr 1910.
* Kolonialfeſt. Der Gewinn der Verloſung (ein von
Herrn Profeſſor Illner zu malendes Porträt) fiel auf die
Nummer 9. Der Gewinner war am Feſtabend nicht
an=
weſend.
Die öffentliche Verſammlung, die von der
Nationalliberalen Partei heute Freitag, abends
8½ Uhr, im „Kaiſerſaal” veranſtaltet wird, verſpricht
von großem politiſchen Intereſſe zu werden. Herr
Land=
tagsabgeordneter Dr. Oſann wird in ſeinen
Aus=
führungen über die heſſiſche Politik alle wichtigeren
Fragen der abgeſchloſſenen Landtagsarbeiten
be=
handeln und auch die parteipolitiſchen Verhältniſſe
er=
örtern. Nationalliberale Parteifreunde von auswärts
haben ſich in größerer Zahl angemeldet. Auch die
Gegner werden wohl erſcheinen und ihren Standpunkt
in der Diskuſſion vertreten.
*Heſſiſcher Diakonie=Verein (E. V.). Die
dies=
jährige Hauptverſammlung des Heſſiſchen Diakonie=
Vereins findet am 25. März, nachmittags 2½ Uhr, im
Landesſynodalgebäude in Darmſtadt, Waldſtraße 40,
ſtatt. Wie in früheren Jahren ſchließt ſich an die
ge=
ſchloſſene Mitgliederverſammlung wieder eine
öffent=
liche Verſammlung an, zu der Gäſte willkommen
ſind und freien Zutritt haben. Pfarrer D. Dr. Preuſchen=
Hirſchhorn wird ſprechen über: „Die Bedeutung der
altkirchlichen Frauenorganiſation für unſere Gemeinden.”
Sanitätsverein „Einigkeit” Auf die am
kommenden Montag, den 23. März, im Saale „Zur
Stadt Koburg” ſtattfindende
Generalverſamm=
lung des Sanitätsvereins „Einigkeit” ſei
hiermit nochmals hingewieſen.
— Verzeichnis neu hergeſtellter Fernſprechanſchlüſſe
und Aenderungen bei beſtehenden Sprechſtellen. a) Neue
Anſchlüſſe: 2283 Beckh, Walter, Dr., Chemiker,
Her=
mannſtraße 35. (350) Coßmann, Walther, Nachf., Wirtz
und Eicke, Gartenarchitekten, Neckarſtraße 11. 2269 Creutz,
Maria, Privatiere, Kiesſtraße 101. 1534 Diehl, Peter,
Pferdeſchlächterei, Schloßgaſſe 3. 2276 Dornſeiffer, J. Ed.,
Fabrildirektor, Wendelſtadtſtraße 36. 2278 Ganßmann,
Jean, Ringfreies Tapetenhaus, Tapetenhandlung,
Schu=
chardſtraße 14. 2146 v. Gilſa, Erich, Hauptmann beim
Stabe des Großh. Artilleriekorps, Herdweg 99. 2277
Grooß, A., Eiſenbahndirektor a. D., Klappacherſtraße 9.
2433 „Jamaica” Bananen= und Früchtevertrieb, G. m.
b. H., Südfrüchte en gros, Ernſt=Ludwigſtraße 1. 2430
Kataſteramt, Großh., Zeughausſtraße 1. 2265 Mainzer,
Sally, Rinds= und Kalbsmetzgerei, Kranichſteinerſtraße 35.
2272 Mäller, Friedr. Ludw Weißbinder= Maler= und
Lackierermeiſter, Neue Niederſtraße 5. 2267 Oerterer, Fritz,
Kunſtſchmiede, Wienersſtraße 61. 2270 Rehfeld, J.,
Mode=
haus, Ludwigſtraße 15. 2275 Rinner, Fr. & Co. Elektr.
Licht= und Kraftanlagen, Pankratiusſtraße 54. 2285
Schö=
nig, Jakob, Bau= und Möbelſchreinerei,
Beerdigungsan=
ſtalt, Klappacherſtraße 78. 2268 Staudt, Ludwig,
Herren=
bekleidungsgeſchäft, Schützenſtraße 1, Ecke Ludwigsplatz.
— b) Aenderungen: 1730 Bernet, übertragen an
Wilh. Fuchs, Ingenieur. 49 Bopp, Alexander, Dr. jur.
und Schiff, Wilh., Dr. jur., Wikhelminenſtraße 14, jetzt
Grafenſtraze 12. 632 Dienſtmänner=Vereinigung,
Alexan=
derſtraße 4, jetzt Karlſtraße 30 und Nr. 1909. 939 Hufeld,
Fritz, Luiſenplatz 7, jetzt Kirchſtraße 4. (256) Jelkmann,
Franz, Saalbauſtraße 10, jetzt Neckarſtraße 9. 619
Johns=
burg=Geſ., Viktoriaſtraße 78, jetzt Eliſabethenſtraße 17.
976 Lehrbach, Wilh., jetzt Nachf., Inh. Leo Weglein. 1053
Lorey, Ernſt, Karlſtraße 56, übertragen an Herdfabrik und
Emaillierwerk, G. m. b. H. 1377 Wenner, Wilhelm, jetzt
Inh. Karl Ludwig. — e) Abgebrochene
Sprech=
ſtellen: 810 Engelbach, F. (16) Krauſe, Wilhelm. 797
v. Plüskow.
§ Milchreviſionen. Während des Monats Februar
ſind durch die hieſige Polizei 3658 Milchreviſionen
vor=
genommen worden. Hierbei wurden vier Proben teils
wegen zu geringem Fettgehalt und teils wegen
Waſſer=
zuſatz beanſtandet und dem chemiſchen Unterſuchungsamt
zur Unterſuchung übergeben. Infolge dieſer
Bean=
ſtandungen und zwecks Aufklärung des Sachverhalts
war die Erbebung von drei Liefer= und zwei
Stall=
proben erforderlich, 42½ Liter gewäſſerte Milch ſind
be=
ſchlagnahmt worden.
* Illuſtrierte Wochen=Chronik. Homerule und
Bür=
gerkrieg betitelt ſich ein Artikel in unſerer neueſten
Num=
mer 12 der Tiefdruckbeilage Illuſtrierte Wochen=
Chronik, deſſen Illuſtrationen die ſehr ernſthaft in
großem Stil betriebenen Rüſtungen der Ulſterleute für
einen eventl. Bürgerkrieg veranſchaulichen. Ein anderer,
von zahlreichen hübſchen Bildern begleiteter Artikel
be=
ſchäftigt ſich anläßlich des Gaſtſpiels des berühmten
Reor=
ganiſators des ruſſiſchen Balletts, Michael Fokin, in
Deutſchland mit dem modernen Tanz und bringt
photo=
graphiſche Aufnahmen aus der Dalcroze=Schule, von
Grete Wieſenthal, Tilla Durieux, Leopoldine Konſtantin,
Tamar Karſawina und anderen. Von Bildern vom
Tage nennen wir den italieniſchen Miniſterpräſidenten
Giolitti, der demiſſionierte, Profeſſor v. Behring,
der 60 Jahre, und Profeſſor Bernhardt, der 70 Jahre
alt wurde, Heinrich Roller, den Erfinder der Rollerſchen
Kurzſchrift, der ſeinen 75. Geburtstag feierte, und eine
Momentphotographie vom Hochwaſſer an der Elbe. Ein
Gruppenbild zeigt die Sieger im Berliner
Sechstage=
rennen, eine andere Aufnahme das in ſeiner
Gondel=
anordnung ſehr eigenartige neueſte Kriegsluftſchiff
Schütte=Lanz. In Amerika kriegsgefangene mexikaniſche
Regierungstruppen gibt ein Bild aus Texas wieder und
eine andere Photographie ſchildert den
Sportenthuſias=
mus in England, der zuweilen recht amüſante Szenen
herbeiführt. Aus der Welt der Frau bringt das neue
Heft Frau Dr. Elvira Caſtner, die bekannte und
hochver=
diente Begründerin von Obſt= und Gartenbauſchulen für
Frauen, deren 70. Geburtstag von allen berufstätigen
Frauen viel gefeiert wurde, ein Denkmal für die
be=
rühmte italieniſche Tragödin Adelaide Riſtori, das
viel=
beſchriebene, infolge der Rarität der verwendeten Steine
ſehr koſtbare Heliodorkreuz der deutſchen Kaiſerin, ſowie
mehrere Modenbilder.
— Wegwerfen von Papier auf der Straße. Da in
letzter Zeit wiederholt beobachtet und Klage darüber
ge=
führt worden iſt, daß die Straßen und Plätze der Stadt
durch weggeworfene Papierſtücke, insbeſondere
Reklame=
zettel und Programme, in erheblichem Maße und in
miß=
ſtändiger Weiſe verunreinigt werden, weiſt das hieſige
Polizeiamt in einer Bekanntmachung darauf hin, daß
ſolches Wegwerfen von Papier auf die Straße verboten
iſt und Zuwiderhandlungen mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk.
oder Haft beſtraft werden können. Die Schutzmannſchaft
iſt angewieſen, auf die Befolgung der Beſtimmungen ein
ſcharfes Augenmerk zu haben. Im Intereſſe der
Reinlich=
keit und des Ausſehens der Straßen unſerer Stadt iſt
dringend zu hoffen, daß die Bekanntmachung der Polizei
den gewünſchten Erfolg hat.
§ Einbruchsdiebſtahl. In der Nacht zum
Donnerstag wurde in das Ladengeſchäft der
Waffen=
handlung W. in der Grafenſtraße eingebrochen und eine
große Anzahl Waffen uſw. geſtohlen.
Kriegsgericht.
g. Der beim Artillerie=Regiment Nr. 84 (zurzeit auf
dem hieſigen Truppenübungsplatz) dienende Kanonier
Engelhardt war wiederholt aufgefallen, weil er nicht
ordentlich geputzt hatte. Als nun ſeinetwegen abermals
Strafputzen angeordnet war, ließ ſich der Unteroffizier
Schüler dazu hinreißen, dem Engelhardt mit der
Fauſt zweimal auf den Kopf zu ſchlagen und ihm mit dem
Knie gegen den Schenkel zu ſtoßen. Dabei ſagte er zu
ihm: Du Schwein, Du biſt allein aufgefallen mit
Dei=
nen Pferden. Das Gericht verurteilte den Angeklagten
wegen Mißhandlung eines Untergebenen und Beleidigung
zu 8 Tagen mittlerem Arreſt.
Am 20. Februar kam es auf der Handwerkerſtube
des Infanterie=Regiments Nr. 118 in Worms zwiſchen
dem Musketier Konrad Balmert und einem
Kame=
aden zu einem Streit, bei dem B. zuerſt einen Schlag
gegen die Bruſt erhielt. Im weiteren Verlaufe des
Strei=
tes ergriff B. einen eiſernen Fuß, den er zum Benageln
der Schuhe benutzte und ſchlug dem Kameraden damit
auf den Kopf. Das Gericht erkannte auf
Freiſpre=
hung, da Notwehr angenommen wurde.
Eine weitere zur Verhandlung kommende Sache
be=
traf eine ſchwere Ausſchreitung des Dragoners
Andreas Malſy von der Leibeskadron des Dragoner=
Regiments Nr. 24. Der aus Froſchhauſen ſtammende
An=
geklagte, der von Beruf Diamantſchleifer iſt, iſt
ange=
klagt des Ungehorſams gegen Vorgeſetzte,
Achtungsver=
etzung und Beharrung im Ungehorſam, ſowie der
Dro=
ung gegenüber Vorgeſetzten. Am 22. Februar (
Faſt=
nachts=Sonntag) hatte der Angeklagte Urlaub nach
Seli=
genſtadt erhalten und dort den ganzen Tag über dem
Alkohol ſtark zugeſprochen. Als er am Abend in die
Gar=
tiſon zurückkehren wollte und in den Zug Seligenſtadt-
Babenhauſen einſtieg, fand er in dem Eiſenbahnabteil
mehrere Kanoniere vom Artillerie=Regiment Nr. 61 vor,
die er alle mit Hammel anredete und ſie auch ſonſt
be=
läſtigte. Als er ſogar den Säbel zog, wurde er von einem
n dem Nebenabteil ſitzenden Unteroffizier zur Ruhe
ge=
mahnt. Er gab jedoch auch dieſem ungehörige
Antwor=
ten, er habe ihm gar nichts zu ſagen; auch duzte er ihn.
Das gleiche Verhalten zeigte Malſy gegenüber einem
an=
deren Unteroffizier und einem Gefreiten. Dabei bediente
r ſich auch beleidigender Ausdrücke. Man ließ ihn
ſchließ=
lich in Ruhe, da nichts mit ihm anzufangen war. Als
nun der Angeklagte in Babenhauſen umſteigen wollte,
ging er hinter dem einen Unteroffizier her und rief ihm
ach: Ganz gleich, Unteroffizier, Sergeant oder
Wacht=
meiſter, ein Schlag, eine Leiche. Dabei ſoll er auch nach
ſeinem Säbel gegriffen haben. In der Verhandlung vor
dem Kriegsgericht gab er an, daß er ſo betrunken
ge=
weſen ſei, daß er nichts von den ganzen Vorgängen
wiſſe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 7.
Wochen Gefängnis.
kultivieren. Was aber käme dem Entſetzen des kranken,
von den Ekſtaſen der Geſundbeter geiſtig eingelullten
Menſchen gleich, der in Sterbensnöten erwacht und
be=
greift: er habe ſein Leben der rettenden Hand des Arztes
entzogen, habe es dem Irrſinn von Fanatikern oder
Spe=
kulanten geopfert?!
Die Lehre der „Chriſtian ſcience” iſt recht einfach. Sie
geht ſchnurgerade von dem Dogma des allgütigen und
allmächtigen Gottes aus. Da Gott allgütig ſei, könne er
nicht wollen, daß ſein Geſchöpf leide; da er allmächtig ſei,
beſtehe Gottes Wille ungehemmt, — und alſo können
Krankheit und Leid nicht exiſtieren. Wer ſich leidend und
krank fühle, habe dies nur ſeiner Phantaſie zuzuſchreiben,
die mittelſt der Gedanken an Gott überwunden werde.
Zu ſolcher Ueberwindung ſind die Geſundbeter behilflich.
Sie unterſtützen den Patienten auf dem Wege zur rechten
Erkenntnis heilen ihn von der Einbildung, krank zu
ſein. Es wär gewiß lockend an der Hand dieſer Logik
zu den Vorausſetzungen, die die chriſtliche Theologie
an=
erkennt, vorzudringgn. Die Theologie hat allerdings in
den Kettenſchluß ein Glied eingeſchoben: die Lehre vom
unergründlichen Ratſchluß Gottes und von den
Prüfun=
gen, die er den Menſchen auferlegt.
Der Geſundbetſchwindel iſt übrigens keineswegs eine
Erfindung der „Chriſtian ſeience‟. Er blühte in
verſchie=
denen Zeitaltern üppig auf, längſt ehe von Amerika das
neue Heil der Welt kam. Am 22. Februar 1853 wurde in
öffentlicher Gerichtsverhandlung das „Wundermädchen
von Berlin” Luiſe Braun, die Tochter eines
Holzanwei=
ſers wegen dieſes frommen Betrugs zu neun Monaten
Gefängnis und 500 Talern Geldbuße verurteilt. Sie
wollte ſeit dem Jahre 1848 (damals war ſie ein
zwölf=
jähriges Kind) mit Gott und Chriſtus direkt verkehrt
haben; ſicher dagegen war ihr vertrautee Umgang mit
hohen und höchſten Perſonen Die weltlichen Freunde
(darunter der blinde Kronprinz, ſpätere König von
Han=
nover) ſchützten ſie lange vor Verfolgung, obwohl man
wußte, daß die heilige Luiſe ihre reichen Einkünfte in
Unterhaltungslokalen verpraßte und der Skandal ſchon
europäiſche Dimenſionen annahm. Auch Luiſe Braun
„heilte” die Kranken durch Gebet; und zwar ſo lange, bis
einige arme Teufel, die ſie um Hab und Gut betrogen und
is zum letzten Pfennig ausgebeutet hatte, die
Strafan=
zeige machten. Näheres darüber lieſt man in Norbect
Falks „Buch der ſeltſamen Geſchichten” wo ein Kapitel
us dem „Neuen Pitaval” von J. E. Hitzig und Willibald
Alexis abgedruckt iſt. Karawanen zogen in den
Herbſt=
tagen 1848 nach der kleinen, unanſehnlichen Schiffergaſſe
(wo Luiſe wohnte). Es waren ſamt und ſonders Leidende
und Neugierige, jene, die Troſt und Beiſtand ſuchten,
dieſe, die erfahren wollten, was denn eigentlich an der
Sache ſei. Stände, Alter, Geſchlechter bunt durcheinander;
unter der Maſſe der Fußgänger bewegten ſich Wagen; die
eleganteſten Equipagen ſoweit man Eleganz damals
(kurz nach der Revolution!) zu zeigen wagte, und lange
Leiterwagen mit Stroh, auf denen Bauern aus entfernten
begenden herbeigekommen waren — alle wollten das
Wundermädſchen ſehen, ſprechen, befragen. „Und die
Be=
hörde? Sie ſah jahrelang mit verſchränkten Armen zu;
denn es galt, Rückſichten zu nehmen. O ſie war nicht
loß Zuſchauerin! „Da der Andrang zu Wagen, zu Roß
und Fuß ſo groß wurde, daß die Schifferſtraße ganz
ver=
ſperrt ward, ſo ließ die Polizei entweder
Gänſemarſch=
reihe bilden, wie an den Theaterkaſſen, ſo daß nur immer
einer nach dem anderen in das Haus treten konnt= oder
ſie nahm denen, die nicht lange warten wollten, ihre
Bitt=
ſchriften und Eingaben ab und reichte ſie dem
Wunder=
mädchen packweiſe ins Haus.”
Der Fortſchritt von ſechzig Jahren iſt nun
hauptſäch=
lich der, daß heute die Geſundbeterinnen der „Chriſtian
ſcience” ihren heiligen Schwindel nicht ſo öffentlich
be=
reiben können, wie jenes geriebene Wundermädchen. Das
deutet zwar auf einen beſſeren Zeitgeiſt hin, iſt aber an
ich nicht gerade ein Vorzug. Im Gegenteil! Das
ge=
heime Getriebe hat der Gefahren noch mehr und entzieht
ſich geſchmeidiger der Nemeſis. Hoffen wir dennoch, daß
die Fackel ſich findet, in alle Schlupfwinkel der
Geſund=
beterei zu leuchten.
Feuilleton.
* Das neue Wartburgwirtshaus. Jeder, der die
herr=
liche Wartburg in früheren Jahren beſucht und in den
ehrwürdigen Räumen weihevolle Stunden verlebt hat,
wird gern auch an die trauliche alte Wartburgwirtſchaft
zurückdenken. Entſtanden in den Jahren 1860 und 1861
war ſie in ihrem ehemaligen Zuſtand eine glückliche
Schöpfung. Trotz der verſchiedenen Anbauten aber die
ſich an den Kern des urſprünglichen Gebäudes im Laufe
der Zeit anſchloſſen, genügten dieſe Räume nicht mehr
dem wachſenden Verkehr und den modernen Anſprüchen.
So mußten ſie nach dem Entſchluß des Großherzogs
Wil=
helm Ernſt vor nunmehr 1½ Jahren fallen. Der
ſtatt=
liche Neubau, der nach den Plänen des Profeſſors Bodo
Ebhardt an Stelle des alten Baues mit einer Bauſumme
von etwa einer Million Mark errichtet wurde, iſt wie die
Köln. Ztg. mitteilt, nunmehr vollendet. Die vielen
Befürchtungen zahlreicher Wartburgverehrer des In= und
Auslandes, der Neubau des viel größeren Hotels werde
das Wartburgbild verunſtalten ſind durch eine glückliche
Löſung des Baumeiſters gänzlich zerſtört; denn der
fel=
ſige Baugrund iſt um etwa 6 Meter abgeſprengt worden.
Dadurch iſt eine weſentlich umfangreichere und tiefer
lie=
gende Baufläche entſtanden. Geſehen wird der Neubau
nur von der Rückſeite der Wartburg, von den dort
liegen=
den Bergen aus, und dort reichen die hohen, alten Buchen
des Burgberges ſo dicht an den Bau heran, daß man die
Mauern des Hotelggbäudes keineswegs ſtörend empfindet.
Die Mauern ſind außerdem aus demſelben Steinmaterial
erbaut, aus dem auch die Ringmauern der Wartburg
be=
ſtehen, ſo daß der Neubau das Gepräge einer Vorburg
trägt. Dazu kommt, daß das Gebäude in allen
architek=
toniſchen Formen abſichtlich ſo ſchlicht als möglich
gehal=
ten iſt. Sie tragen den Charakter der thüringiſchen
Burg=
bauten aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Das
Ober=
geſchoß dagegen, das die Logierzimmer enthält, iſt im
thüringiſchen Fachwerksbau ausgeführt. Durch eine der=
Bildung eines Ortsausſchuſſes für die
Samm=
lungen zum Beſten des Roten Kreuzes.
g. Aus Anlaß der letzten bedeutenden
Heeresvermeh=
rung iſt auch das deutſche Rote Kreuz bemüht, die
von ihm organiſierte freiwillige
Kriegskran=
kenpflege entſprechend zu vermehren und zu
erwei=
tern. Man hat deshalb den Plan gefaßt, um die hierfür
benötigten außerordentlichen Mittel zu erhalten,
öffent=
liche Sammlungen zu veranſtalten. Dieſe Sammlung
hier in Darmſtadt zu organiſieren, wurde geſtern
vor=
mittag von Herrn Bürgermeiſter Mueller, als dem
Vorſitzenden des geplanten Ortsausſchuſſes, eine
Zuſam=
menkunft im Herrſchaftsſaale des Städtiſchen Saalbaues
veranſtaltet, die von Herren und Damen der Geſellſchaft,
ſowie Vertretern der Vereine gut beſucht war.
Herr Bürgermeiſter Mueller begrüßte herzlichſt
die Erſchienenen und erläuterte mit einigen Worten den
Zweck der geplanten Veranſtaltungen. Mit der
Erweite=
rung der freiwilligen Kriegskrankenpflege, bezw. den
Vorarbeiten hierzu, könne nicht bis zum eventuellen
Aus=
bruch eines Krieges gewartet werden, ſondern damit müſſe
ſo raſch wie moglich begonken werden. Es müſſen die
nötigen Materialien beſchafft und Pflegerinnen
ausgebil=
det werden. Dazu ſind große Mittel nötig. Es iſt nun
der Vorſchlag gemacht worden, den Ueberſchuß des
Wehr=
beitrags hierzu zu verwenden, oder man hätte den
Wehr=
beitrag entſprechend erhöhen können, um auch dieſe Mittel
beſtreiten zu können. Nun iſt aber einmal ein Ueberſchuß
des Wehrbeitrags zweifelhaft, andererſeits iſt es aber
auch unzuläſſig, den Ueberſchuß des Wehrbeitrags für
freiwillige Zwecke zu verwenden. Es bleibt demnach
nichts anderes übrig, als die Mittel durch Sammlungen
zu beſchaffen.
Die einzelnen Vereine beſitzen ja alle eigenes
Ver=
tmögen, doch wird dies benötigt, um die beſtehenden
Ein=
richtungen über Waſſer zu halten. Für eine
vorgeſchla=
gene Geldlotterie ergaben ſich verſchiedene
Schwierigkei=
ten, ſo daß dieſer Weg nicht gangbar erſcheint. Der
Ge=
danke einer öffentlichen Sammlung erſcheint deshalb
an=
gebracht, weil ein großer Teil des Volkes nichts oder
ſehr wenig zum Wehrbeitrag zahlt. Dieſem ſoll nun die
mehr oder weniger erfreuliche Gelegenheit geboten
wer=
den, auch ſeinerſeits einen entſprechenden Betrag zu
zahlen. Es wäre dies auch gewiſſermaßen eine
Jubi=
läumsgabe für das Rote Kreuz, da in dieſem Jahre
50 Jahre ſeit dem Abſchluß der Genfer Konvention
ver=
floſſen ſind. Die letzten Balkankriege haben ja am beſten
gezeigt mit ihren Schrecken und dem ungeheueren
Un=
glück, daß die Hilfe des Roten Kreuzes noch nicht
voll=
ſtändig die wichtigen Aufgaben erfüllen konnte.
Was nun die geplanten Sammlungen anlangt, ſo
ſollen dieſe in allen Bundesſtaaten ſtattfinden und an
einem Tage ihren Anfang nehmen, nämlich dem 10. Mai,
dem Jahrestag des Frankfurter Friedens. Der Kaiſer hat
den Gedanken einer öffentlichen Sammlung im
Jubi=
läumsjahre der Genfer Konvention begrüßt; auch die
Kaiſerin begrüßte den Plan. Der Reichskanzler hat
ſſeine Unterſtützung zugeſagt. Ein Aufruf, der im nächſten
Monat erſcheinen ſoll, wird die Sammlungen einleiten.
Die Ergebniſſe ſollen nicht an eine Zentralſtelle gehen,
ſondern in den einzelnen Bundesſtaaten verbleiben. Für
Heſſen haben der Großherzog und die
Großher=
zogin nach dem Vortrag Sr. Exz. des Generalleutnants
Korwan das Protektorat übernommen. Die
Herren Miniſter haben ebenfalls ihre Hilfe zugeſagt. Es
ſollen Orts= und Kreisausſchüſſe gebildet werden, und für
den Ortsausſchuß ſei Redner beſtimmt worden. Die
Sammlung am 10. Mai, einem Sonntag, ſoll nach den
Vorſchlägen durch einen Hinweis in den Gottesdienſten
der Kirchen eingeleitet werden. Im Anſchluß hieran
ſol=
len öffentliche Feiern in den betreffenden Orten
ſtattfin=
den, wie Vorträge, Hausſammlungen uſw. Die
Zentral=
ſtelle hat für dieſen Zweck Abzeichen, Poſtkarten,
Sammel=
marken, Fähnchen, Plakate und Sammelbüchſen
heraus=
gegeben, die im ganzen Reich einheitlich Verwendung
fin=
den ſollen.
Redner möchte nun vorſchlagen, für Darmſtadt
von einem Blumentage abzuſehen, da es noch andere
Mittel gibt, um den gewollten Zweck zu erreichen. Nach
ſeinem Vorſchlag wird die Stadt in ſechs Bezirke
ein=
geteilt, und mit der Genehmigung der Militärbehörden
ſollen die ſechs Militärkapellen am 10. Mai vielleicht von
halb 12 bis 1 Uhr oder nachmittags an 6 Plätzen
konzer=
tieren. Die Zugänge zu den Konzertplätzen ſollen durch
junge Mädchen abgeſperrt werden. Wer Luſt hat, bei
dem Konzert zu promenieren oder vorbei zu gehen, muß
als freiwillige Wehrſteuer ein Abzeichen erwerben oder
eine Poſtkarte kaufen. Durch dieſe Anordnung wird
der=
jenige, der nicht will, auch nicht beläſtigt. Am Abend
ſollen in verſchiedenen Lokalen, wie Saalbau, Turnhalle,
Orpheum, Kaiſerſaal, volkstümliche Unterhaltungen
ver=
anſtaltet werden. Die Plätze der erſten Reihen ſollen
etwa 2 bis 3 Mark koſten, die übrigen einen ganz geringen
Betrag, vielleicht 30 Pfg. Es ſoll aber nicht gewartet
werden, bis Karten zu dieſen Veranſtaltungen gekauft
verden, ſondern Helferinnen ſollen in die Häuſer geſchickt
werden.
Redner möchte von der vorgeſchlagenen gleichzeitigen
Hausſammlung abſehen und dieſe vielleicht auf den Herbſt
verſchieben. Hierüber wird jedoch erſt ſpäter Beſchluß
zu faſſen ſein. Zunächſt ſollen ſich in den ſechs Bezirken
Bezirksausſchüſſe bilden und die einzelnen Fragen dort
eingehend erörtert werden. Sodann entſenden die
Be=
zirksansſchüſſe drei Abgeordnete in die Zentralſtelle.
Die Verſammlung erklärte ſich mit der Bildung der
Bezirksausſchüſſe einverſtanden, und auch in der
Haupt=
ſache mit den gemachten Vorſchlägen. Wenn am 10. Mai
Regen eintreten ſollte, wird die Veranſtaltung eventuell
um acht Tage verſchoben. — Mit herzlichem Dank an die
Erſchienenen ſchloß Herr Bürgermeiſter Mueller die
Ver=
ſammlung.
Der Nieder=Modauer Bankkrach vor dem
Reichsgericht.
* Leipzig, 19. März. Das Reichsgericht
verhan=
delte heute über den Rieſenprozeß betreffend
den Zuſammenbruch des Spar= und
Kredit=
vereins Nieder=Modau. Nach zehnwöchiger
Ver=
handlung wurde am 14. Juni vorigen Jahres das Urteil
gefällt, durch welches die Angeklagten wegen Vergehens
gegen das Genoſſenſchaftsgeſetz, Hehlerei uſw verurteilt
worden waren. Die von den Angeklagten Kommerzienrat
Ihrig und Rechner Beck eingelegte Reviſion wurde
heute vom Reichsgericht verworfen, dagegen wurde
auf die Reviſion des Privatiers Moſes Jſaak, der wegen
gewerbsmäßiger Hehlerei und Beihilfe und Anſtiftung
eines Vergehens gegen das Genoſſenſchaftsgeſetz zu
Zucht=
haus verurteilt worden war, das Urteil aufgehoben,
eben=
ſo wurde aber auch auf die Reviſion der
Staatsanwalt=
chaft das Urteil gegen Jſaak aufgehoben, ſoweit dieſer von
der Anklage des § 146 des Genoſſenſchaftsgeſetzes
freige=
ſprochen worden war. Die Reviſion der
Staatsanwalt=
ſchaft, ſoweit ſie ſich gegen den Freiſpruch Ihrigs aus
§ 147 des Genoſſenſchaftsgeſetzes und von der Anklage
des Betruges herleitet, wurde dagegen verworfen.
Kunſtrotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Auf einer Vortragsreiſe durch Deutſchland wird
der päpſtliche Hausprälat, Domkapitular Dr. Alexander
Gießwein aus Peſt, am Mittwoch, den 25. März,
abends 8¼ Uhr, im Fürſtenſaal einen Vortrag über
„Chriſtentum und Friedensbewegung” halten. Herr Dr.
Gießwein iſt in ſeiner Heimat als Politiker und
Reichs=
tagsabgeordneter und weit darüber hinaus als glänzender
Redner bekannt. Der Vortrag, an den ſich eine freie
Aus=
ſprache anſchließt, wird von der neugegründeten
Orts=
gruppe Darmſtadt der Friedensgeſellſchaft veranſtaltet.
Freunde und Gegner der Friedensbewegung ſind
will=
kommen, ſowie alle die, welche über die ſchwierige Frage
ins klare kommen wollen, wie Kriegführung ſich mit den
Lehren des Chriſtentums verträgt.
* Vortrag über Parſifal. Der Jeſuitenpater
Profeſſor Hemmes aus Mainz wird, wie ſchon gemeldet
am Sonntag, den 22. d. M., im Saale der Turngemeinde
hierſelbſt einen Vortrag über Parſifal halten. Ueber dien
in Berlin mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag
berichtet die Berliner Morgenpoſt: Der
Muſik=
ſchriftſteller Profeſſor Hemmes aus Mainz hielt im
Ober=
lichtſaale der Philharmonie einen Vortrag über Richard
Wagners Parſifal. Der Saal war tatſächlich bis auf den
letzten Platz beſetzt. Mit Tertbüchern und Motivtafeln
ausgerüſtet, folgte das Publikum den Erklärungen des
Redners, der ſich als ein genauer Kenner von Wagners
Weihſpiel erwies. Durch ſeine Begeiſterung für den
Gegen=
ſtand, durch ſeine kunſtvolle, geradezu poetiſche
Deklama=
tion einzelner Textſtellen gab er eine richtig treffende und
erſchöpfende Charakteriſtik von Wagners Muſik. Der
Ken=
ner des Werkes konnte aus der Darſtellung des Vortragen=
den beinahe greifbar bildhaft alles das erkennen, was ims
Parſifal im Zauber der Szene ſo mächtig wirkt.
Der für Bieleſeld ſeitens des Regierungspräſidentent
von Minden verboten geweſene Vortrag iſt auf Grunde
Einſpruchs durch den Herrn Kultusminiſter nachträgliche
genehmigt worden. Der Vortrag wurde bereits in zirkar
zehn Orten unter großartigem Beifall der Zuhörerſchaftl
aller Kreiſe und Konfeſſionen abgehalten, ſo in Berlin,=
Hannover, Jena, Göttingen, Münſter, Quakenbrück uſw-
Nirgendwo hat ſich Gelegenheit zu einer Beanſtandungn
gefunden. Selbſt die dem Vortragenden vom politiſchent
Standpunkt gegneriſch gegenüberſtehende Preſſe: Hanno= Courier, Berliner Morgenpoſt, Deutſche Tages= u. a. m. konnten nichts gegen die Geſetze
Verſtoßen=
des aus dem Vortrag heraus entnehmen. Auf Grund des
Einſpruches gegen das Verbot des Regierungspräſidenten
von Minden wurde von der die Vorträge arrangierendent
Konzertdirektion allen in Frage kommenden Inſtanzen!
(Kultusminiſter, Reichskanzler, Oberpräſident von Weſt=) Druckexemplare des Vortrages: Richard Wagnerst
Parſifal, Aufbau und Gedankenwelt des Bühnenweihfeſt= unter Berückſichtigung der Quellen dargeſtellt von:
E. Hemmes, 8. J., zur Prüfung vorgelegt, welches
die=
anfangs erwähnte Entſcheidung herbeiführte.
Karten=
verkauf bei L. Schutter (Thies Nachflg.)
h- Jugenheim, 18. März. (Beſitzwechſeel.) Der
neue Beſitzer des Hofguts Thalhof, Herr Direktor
Som=
mer, hat das Biedenbänderſche Gut in Balkhauſen käuflich
erworben. Der Preis iſt angeblich 30000 Mark.
h- Zwingenberg, 18. März. (Obſtbau im
Großen.) Das Grilzſche früher Hartungſche Anweſen
im Braunert, zwiſchen hier und Auerbach, ging durch Kauf
an ein auswärtiges Konſortium über. Die neuen Beſitzer
beabſichtigen, wie verlautet, noch weiteres Gelände dazu
zu kaufen und Obſtbau in großem Maßſtabe zu treiben.
Die Braunertflur iſt für dieſen Zweck ganz vorzüglich
ge=
eignet, iſt doch dieſelbe gegen Nord und Oſt vollſtändig
geſchützt. Hier wächſt ein ausgezeichneter Wein, und
Apri=
koſen, Pfirſiche Kirſchen uſw. gedeihen in dieſem
geſchütz=
ten ſonnigen Tälchen ganz vortrefflich. Für eine
Obſt=
anlage unter fachmänniſcher Leitung iſt der Braunert wie
geſchaffen.
Lindenfels, 18. März. (Der Bahnbau
Bens=
heim-Lindenfels.) Das Großh. Miniſterium der
Finanzen hat im Einverſtändnis mit dem Großh.
Miniſte=
rium des Innern der Rheiniſchen Schuckert=
Ge=
ſellſchaft zu Mannheim auf die Dauer eines Jahres
die Erlaubnis erteilt, Vermeſſungen und Vorarbeiten für
eine elektriſche Bahn von Bensheim nach
Lindenfels ausführen zu laſſen. Dieſes Projekt iſt
allgemein beifällig aufgenommen worden, und ſteht zu
er=
warten, daß der Kreis und die beteiligten Gemeinden ihre
früheren Beſchlüſſe über Koſten und Geländeerwerb,
Zins garantie uſw. aufrecht erhalten, zumal ſich Bau und
Betrieb bedeutend billiger ſtellen. Nach Anſicht der
aus=
führenden Geſellſchaft kann die Bahn in zwei Jahren in
Betrieb genommen werden. Die Großh. Regierung wind
dieſes Projekt mit allen Kräften fördern. Am 28. März
findet in Reichenbach eine Verſammlung der
Gemeinde=
vertretungen und ſonſtigen Intereſſenten ſtatt.
Kelſterbach a. M., 18. März. (
Geſangswett=
ſtreit.) Kommenden Sonntag nachmittag 2 Uhr findet im
Saalbau „Zur Friedrichshöhe” der Delegiertentag für den
m 20., 21. und 22. Juni dieſes Jahres von dem
Geſang=
verein „Germania” geplanten großen
Nationa=
len Geſangswettſtreit ſtatt. Der Verein hat neben
wertvollen höchſten Ehrenpreiſen ſehr anſehnliche
Geld=
preiſe ausgeworfen. Hervorgehoben zu werden verdient,
daß die einzelnen Klaſſen mit drei, anſtatt wie üblich mit
nur zwei, Barpreiſen ausgeſtattet ſind. Ein einwandfreies
Preisgericht bürgt den teilnehmenden Vereinen für
durch=
aus reelle Wertungen ihrer Leiſtungen.
Worms, 19. März. (Stiftungen.) Geheimer
Kommerzienrat W. J. Valckenberg feiert heute ſeinen 70.
Geburtstag. Er gehört bekanntlich der Erſten
Stände=
kammer an und erfreut ſich in Worms ſehr großer
Beliebt=
heit, allgemeiner Wertſchätzung und Achtung. Aus Anlaß
ſeines Geburtstages hat er folgende Kapitalzuwendungen
zu ſeinen Stiftungen gemacht: 5000 Mk. zum Kaiſer
Wilhelm=Fonds, 10000 Mark zur Valckenberg=Bollermann=
Stiftung für Genefende (heutiger Stand 50000 Mk.),
10000 Mark an den Arbeiterunterſtützungsfonds der Firma
W. J. D. Valckenberg (heutiger Beſtand 130000 Mk.),
fer=
ner eine einmalige Schenkung von 10000 Mk. an das
In=
ſtitut St. Mariä der Engl. Fräulein in Worms. Heuts
erhalten außerdem alle in den Fabriken Beſchäftigten
Geldgeſchenke.
Oppenheim, 19. März. (Feuer.) In dem
gemein=
ſchaftlichen Anweſen Franz Herzog und Fritz Weiß
ent=
ſtand heute in der Frühe gegen 4 Uhr Feuer. Das
Feuer nahm ſchnell einen größeren Umfang an, ſo daß die
geſamten Stallungen und eine große Anzahl Geflügel
ver=
brannten. Der raſch einſchreitenden Feuerwehr gelang
es, die ſtark bedrohten Wohngebäude von Herzog und
Weiß vor dem Feuer zu bewahren.
(*) Gießen, 19. März. (Kreistag.) In der
Ver=
ſammlung des Kreistages wurde der Voranſchlag
für 1914 mit einer Einnahme und Ausgabe von 843814
Mark genehmigt. Die Umlage beträgt 3,8 Pfg. auf 100
Mark Steuerwert des Vermögens. An Neubauten von
Kreisſtraßen ſind geplant Langd-Ulfa-Rabertshauſen,
Stangenrod-Beltershain und Bersrod-Winnerod-
Reis=
kirchen, ferner wurde angeregt Lich-Nonnenroth.
Ver=
ſchiedene Straßenſtrecken ſollen Kleinpflaſterung erhalten,
z. B. Lich-Eberſtadt, Gießen-Steinbach. Hungen-
In=
heiden, Gießen-Rodheim. Für Jugendpflege wurden
300 Mark, für Krankenpflege und den Zuſammenſchluß
der Krankenpflegevereine im Kreiſe 1000 Mark bewilligt.
Anſtelle des bisherigen Kreisausſchußmitgliedes
Ober=
bürgermeiſters Mecum wurde Bürgermeiſter Keller=
Gießen gewählt.
Lauterbach (Oberh.), 19. März. (Verſammlung.)
Eine am Sonntag hier abgehaltene Verſammlung der
Vertrauensmänner der
Nationallibera=
len Partei und des Deutſchen Bauernbundes in den
Landtagswahlkreiſen Lauterbach-Schlitz und
Herbſtein-Ulrichſtein ſtellte einſtimmig für den
Landtagswahlkreis Herbſtein-Ulrichſtein den
Bürger=
meiſter Greb=Eichenrod. Mitglied des Deutſchen
Bauernbundes, als Kandidaten für die im Herbſt
ſtatt=
findende Landtagswahl auf. Die endgültige
No=
minierung des Kandidaten im Wahlkreiſe Lauterbach-
Schlitz iſt hinausgeſchoben worden, da der bisherige
Ab=
geordnete Bürgermeiſter Stöpler der den Wahlkreis ſeit
12 Jahren vertritt, eine Entſcheidung darüber, ob er
er=
neut eine Kandidatur annehmen wird, noch nicht treffen
konnte.
artige Abwechſelung iſt das Hervortreten gleichförmiger,
langer Fenſterreihen vermieden, und gerade in der
Zu=
ſammenſetzung von ganz verſchiedenen Stilarten liegt
das Geheimnis der maleriſchen Wirkung. Nach einem
ganz beſonderen Verfahren ſind auch die alten Dachziegel
hergeſtellt, ſo daß auch ſie das Gepräge des Alten tragen.
Der Wartburgneubau enthält einen Feſt= und
Kon=
greßſaal in der ſtattlichen Länge von 20 Meter. Wenn
man bedenkt, daß der Weiße Saal des Berliner Schloſſes
nur 9 Meter länger iſt, ſo ſieht man daraus am beſten,
welch anſehnlicher Raum in dem Neubau entſtanden iſt
An dieſen Saal grenzt ein mehr als halb ſo langer
Vor=
raum, der als Bierreſtaurant und ein 13 Meter langer
Saal, der als Weinreſtaurant eingerichtet iſt. Außerdem
ſind 16 Logierzimmer mit 26 Betten geſchaffen. Dazu
kommt ein geräumiges Konverſationszimmer. Daß die
innere Einrichtung und Ausſtattung des Baues eine der
altehrwürdigen Wartburg würdige iſt, bedarf keiner
wei=
teren Ausführung. Die hufeiſenförmig errichteten
Ge=
bäude umſchließen den geräumigen Wietſchaftshof, der
pollſtändig gegen Zug geſchützt iſt. Geräumige Terraſſen
an der Süd= Weſt= und Nordſeite ermöglichen dem
Be=
ſucher reizvolle Ausblicke auf die Stadt Eiſenach und ihre
Umgebung, ſowie auf den Thüringerwald und die Rhön.
ml. Briefe, die ihn doch erreichten. Eine junge in
einem großen Bureau der Londoner City angeſtellte
Sekretärin war vor einigen Wochen nicht wenig
über=
raſcht, als ſie beim Betreten des Bureaus von ihrem Cheſ
den Auftrag echielt, nach der Stadt zu gehen und ein
Sachet” des beſten franzöſiſchen Parfüms zu kaufen. Als
das Mädchen nach Erledigung des Auftrages zurückkam
und der Chef das Sachet geprüft hatte erklärte er: „Ja,
das iſt das Richtige. Jetzt ſchreiben Sie bitte, hier auf
dem eleganten Briefbogen dieſen Brief ab, und zwar
mög=
lichſt mit kaufmänniſcher, weiblicher Handſchrift. Wenn
Sie den Brief geſchrieben haben, ſtecken Sie ihn mit dem
Sachet in Ihre Handtaſche und tragen ihn ein paar Tage
mit ſich herum. Erſt dann wollen Sie ihn, bitte, zur Poſt
geben‟ Der Inhalt dieſes Briefes brachte die Erklärung
des ſonderbaren Verfahrens. Er war an den Chef einer
großen Detailfirma gerichtet, der der Großkaufmann
kürz=
llich Offerte gemacht hatte, ohne Antwort zu erhalten, obwohl.
dieſe Offerte im Preiſe ſo niedrig gehalten geweſen war,
daß ſie unweigerlich zu einem Abſchluß hätte führen müſſen.
Es blieb ſo nur die Annahme übrig, daß das
Offertſchrei=
ben von dem Geſchäftsperſonal geöffnet und beiſeite
ge=
legt worden war. „Dem gegenwärtigen Brief,” ſchrieb
der findige Geſchäftsmann, „dürfte ein gleiches Schickſal
nicht drohen, denn ich kann mir nicht denken, daß das
duf=
tende, offenkundige Billet=Dour von unberufener Hand
geöffnet werden ſollte.” Und der Schreiber behielt auch
Recht. Er bekam umgehend eine befriedigende Antwort,
die ihm den Beweis erbrachte, daß ſeine Kriegsliſt
ge=
lungen war.
* Die Sauce auf der Robe. In Neu=York fand vor
einigen Tagen eine Verſammlung der Beſitzer der
grö=
ßeren Hotels ſtatt, in der lebhaft Klage über einen neuen
Trick geführt wurde, der die Beſitzer der großen
Re=
ſtaurants und Hotels empfindlich ſchädigt. Die Detektivs der
großen amerikaniſchen Hotels haben nämlich entdeckt, daß
eine ganze Kategorie von Modedamen ſich ihre Toiletten
auf Koſten der Hoteliers und Reſtaurantsbeſitzer
ver=
ſchaffen. Dieſe ſmacten Damen kommen in recht
elegan=
en — aber trotzdem nicht ſtreng modernen Toiletten in
die Lokale und richten ſich ſo ein, daß ihnen irgend ein
armer Teufel von Kellner eine Bratenſauce, manchmal iſt
es auch die Hummer=Mayonnaiſe, über das Kleid
gießt. Ein großes Geſchrei iſt die Folge, ſämtliche
Gäſte werden aufmerkſam und der beſtürzte Hoteldirektor,
der natürlich kein Aufſehen haben will, kann die ſchwer
Gekränkte nur dadurch tröſten, daß er ein neues Kleid
verſpricht und den Scheck der endlich beſänftigten Madame
einhändigt. Beſonders Geſchickten gelingt es ſogar, ſich
die Sauce auf die Hüte gießen zu laſſen, um auf dieſen
Fall einen neuen Frühlingshut herauszuſchlagen.
Ein Hotelier führte einen Fall an, in dem eine Dame den
Trick an fünf hintereinanderfolgenden Tagen in fünf
ver=
ſchiedenen Lokalen mit Erfolg ausgeführt hatte. Die
Hoteliers haben infolgedeſſen beſchloſſen, nur effektiv in
dieſen Fällen Schadenerſatz zu leiſten, in denen die Schuld
zweifelsfrei auf ſeiten des Bedienungsperſonals liegt.
Die Hoteldetektivs ſind angewieſen, ihr Augenmerk
ſtän=
dig auf dieſe Fälle zu richten.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 18. März. Das
Kron=
rinzenpaar gab heule abend ein Koſtümfeſt in
Aeinem Rahmen, zu welchem ungefähr 90 Einladungen
rgangen waren. Unter den Geladenen befanden ſich
Prinz und Prinzeſſin Eitel Friedrich, Prinz und
Prin=
eſſin Auguſt Wilhelm, Prinz Oskar, Prinzeſſin Friedrich
Wilhelm, der amerikaniſche Botſchafter mit Gemahlin,
die Tochter des franzöſiſchen Botſchafters, Graf und
Grä=
in Sierſtorpff und weitere Mitglieder der jüngeren
Kreiſe der Hofgeſellſchaft. Das Feſt begann mit einem
Souper an kleinen Tiſchen in den unteren Räumen. Nach
der Tafel begab man ſich in die Feſtſäle im erſten
Stock=
werke, wo getanzt wurde. Die Muſik führte die
Thor=
mannſche Kapelle aus; ein eleganter Kotillon ſchloß das
Feſt ab. Während die Herren in hiſtoriſchen Uniformen
hrer Regimenter erſchienen — zum Beiſpiel kam der
Kronprinz in der hiſtoriſchen Uniform des erſten
Leib=
huſaren=Regiments von 1813 an der Spitze einer ganzen
Reihe von Danziger Huſarenoffizieren in der gleichen
Uniform, und auch die anderen anweſenden Prinzen
tru=
gen die alten Uniformen ihrer Regimenter —, ſeien von
den Damen die folgenden genannt: Die Frau
Kronprin=
zeſſin trug ein laukaſiſches, außerordentlich kleidſames
Koſtüm, die Prinzeſſin Eitel Friedrich ein ſolches nach
Wigé le Brun (Gemälde von Angelika Kauſmann), die
Prinzeſſin Auguſt Wilhelm war in Empiretracht, die
Prinzeſſin Friedrich in Rokoko erſchienen. Gräfin Lariſch
kam als Markgräfin von Brandenburg, Herzogin von
Holland (nach einem Bilde im Königlichen Schloß),
Made=
moiſelle Cambon als Hofdame der Königin Maria
An=
koinette (nach einem Gemälde alten Stils), Prinzeſſin
Hohenlohe als Geiſha, Fräulein von Bethmann Hollweg
in einem Louis XIV.=Koſtüm, Gräfin Bismarck=Bohlen
in der Tracht einer Hofdame der Kaiſerin Maria Thereſia,
Hofdame Gräfin Keyſerlingk als ſchwediſche Bäuerin,
Gräfin Fugger und Komteſſe Bismarck als Damen aus
der Zeit des 30jährigen Krieges, Frau von der Planitz
in türkiſchem Gewande. — Die Beſchwerde der Frau
Staatsanwalt Ahrens gegen ihre Verhaftung in der
Affäre des Grundſtücksſpekulanten Schiffmann iſt vom
Kammergericht als unbegründet zurückgewieſen worden.
— Ein merkwürdiges Erlebnis hatten geſtern
in ſpäter Abendſtunde die Paſſanten des Moritzplatzes.
Dort iſt an einem Haus, auf deſſen Dach ſich eine große
Lichtreklame befindet, ein Briefkaſten angebracht. Als
eine Frau einen Brief in den Kaſten werfen wollte,
er=
hielt ſie einen leichten elektriſchen Schlag. Ebenſo erging
es anderen Perſonen, die in die Nähe des Kaſtens kamen
und über die Platten, die einem Schaufenſter vorgelagert
ſind, hinwegſchritten. Bald ſtellte ſich heraus daß eine
Kabelleitung der Starkſtromleitung für die Lichtreklame
auf dem Dach defekt geworden war, ſo daß ſich der
Strom den eiſernen Platten an den Souterrainſenſtern
des Hauſes und dem Briefkaſten mitteilte. Der Platz
vor dem Hauſe war einige Zeit von Schutzleuten
abge=
ſperrt.
19. März. Der Direktor der Militäreiſenbahn,
Oberſt=
leutnant Alberti ritt heute vormittag über die
Ko=
lonnenbrücke, als ſein Pferd plötzlich ausglitt und ſich
überſchlug. Alberti erlitt ſchwere Verletzungen am Kopfe,
ruch ein Arm wurde ausgerenkt.
Duisburg. 19. März. (Der Rhein fällt.) Der
Rhein erreichte geſtern mittag mit 6,73 Meter (Ruhrorter
Pegel) ſeinen höchſten Stand. Heute früh 7 Uhr betrug
die Rheinhöhe 6,65 Meter. Die Ruhr iſt um 14
Zenti=
meter gefallen.
Hamburg, 19. März. (Zu dem Unfall bei
Ka=
wala.) Zu dem Tode des Vertreters der Deutſchen
Levantelinie in Kawala, Schlerf, wird gemeldet, daß
Schlerf eine Probefahrt mit einem Boot in Begleitung
eines Mechanikers nach der Inſel Thaſos machte. Das
Boot war ihm auf ſeine Bitte von dem Dampfer „
Par=
naſſos” übeolaſſen worden. Bei der Fahrt muß der
Mo=
tor explodiert ſein. Beide Inſaſſen erſtickten und
ver=
brannten.
Hamburg, 19. März. (In Sachen des Kieler
Werftprozeſſes) iſt auf Erſuchen des
Unterſuch=
ungsrichters in Kiel der hieſige Kaufmann
Neuge=
bauer verhaftet und dem Kieler
Unterſuchungs=
gefängnis zugeführt worden.
Hameln, 19. März. (Schwarze Pocken.) Auf der
Domäne Schieder bei Blomberg in Lippe ſind unter den
polniſchen Arbeitern die ſchwarzen Pocken ausgebrochen.
Ein Arbeiter, der geſtern geſtorben iſt, wurde ſofort
be=
erdigt Ein anderer Erkrankter, der pockenverdächtig iſt,
fand im Krankenhauſe von Detmold Unterkunft. Die
Do=
mäne iſt polizeilich geſperrt worden.
Wien, 18. März. (Muſeum für
Hochſchul=
weſen.) Der Rektor der Univerſität hat
einen Aufruf veröffentlicht, in dem der Plan für die
Gründung eines Muſeums für Hochſchulen und
ſtuden=
tiſches Leben in Wien entwickelt wird. Den Grundſtock
der Sammlung ſollen jene Gegenſtände bilden, die aus
Oeſterreich in der Leipziger Buchgewerbeausſtellung, und
zwar in der Sonderausſtellung „Der Student” ausgeſtellt
werden.
Reichenberg (Böhmen), 19. März. (Selbſtmord.)
In einem Felsgeklüfte des Stadtwaldes wurde der
Dres=
dener Rechtsanwalt Kurt Goeßner vergiftet aufgefunden.
Er hatte in ſein Reiſebuch eingeſchrieben: Ich bitte, mich
zu beerdigen gleichgiltig, wo. Er führte etwa 100 Mark
und einige Giftflaſchen mit ſich.
Trieſt, 18. März. (Eiſenbahnunglück.) Ein
aus Wien kommender Perſonenzug konnte in der
Ankunftshalle des hieſigen Bahnhofs nicht gebremſt
wer=
den und fuhr mit einer Schnelligkeit von 42 Kilometern
gegen die Puffer des Bahnhofs auf. Alle Wagen
wur=
den ſtark beſchädigt. Fünfzig Perſonen ſind verletzt. Der
Zugführer und zwei andere Bedienſtete ſowie eine Frau
erlitten lebensgefährliche Verletzungen.
Neapel. 19. März. (Tragiſcher Tod.) Profeſſor
Mercolli der Direktor des Veſuvobſervatoriums iſt
in ſeiner Wohnung in Neapel verkohlt im Bett
aufgefun=
ben worden, das ſich durch eine umgeſtürzte
Petroleum=
lampe entzündet hatte.
Luxemburg, 18. März. (Rowdytum.) Bei einem
geſtern abend vom Hofe gegebenen Diner zu Ehren des
diplomatiſchen Korps ſollten u. a. außer dem
Oberpräſi=
denten der Rheinprovinz Freiherrn v. Rheinbaben auch
mehrere deutſche Offiziere teilnehmen. Als ſich
kurz vor dem Diner drei Offiziere zu Fuß durch die
Stra=
ßen der Stadt in das Schloß begeben wollten, ſammelte
ſich plötzlich ein Trupp halbwüchſiger Jungen an, die den
Offizieren johlend und Schmährufe ausſtoßend nachliefen.
Die Marſeillaiſe wurde geſungen und auf Zabern
bezüg=
liche Rufe ertönten. Dem Einſchreiten einiger Paſſanten
und der Polizei gelang es bald, die Bubenſchar zu
zer=
ſtreuen. Der Zwiſchenfall erregt peinliches Aufſehen.
Chriſtiania. 19. März. (Amundſen), der von
Ber=
lin nach Chriſtiania zurückkehrte, erklärte, daß er ſeine
Nordpolfahrt wegen des Zuſtandes der „Fram”
vielleicht noch um ein Jahr hinausſchieben müſſe. Es ſei
zweifelhaft, ob die „Fram” in dieſen Tagen San
Fran=
zisko erreichen werde. Dort müſſe das Schiff gereinigt
werden. Falls es San Franzisko nicht bald erreichen
lönne, ſei es gewagt, die Expedition noch in dieſem Jahre
auszuführen.
Konſtantinopel, 19. März. (Blitzſchlag in der
Pforte.) Geſtern fuhr während eines Gewitterſturmes
ein Blitzſchlag in den Palaſt der Pforte und
zer=
ſtörte einen Teil der Telephonzentrale. In Galata wurde
ein Kind von einem Leitungsdraht der Straßenbahn
be=
rührt und getötet, drei Perſonen wurden verletzt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 19. März. Präſident Dr. Kaempf
eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 23 Minuten mit folgenden
Worten: Wie Ihnen allen bekannt iſt, iſt die einzige
Toch=
ter unſeres Kaiſerpaares, die Frau Herzogin von
Braun=
ſchweig und Lüneburg, geſtern von einem Prinzen
ent=
bunden worden. (Die Abgeordneten, mit Ausnahme der
Sozialdemokraten, haben ſich von ihren Plätzen erhoben.)
Ich bitte um die Ermächtigung, Seiner Majeſtät dem
Kaiſer und Ihrer Majeſtät der Kaiſerin, ſowie dem
Her=
zogspaare von Braunſchweig die Glückwünſche des
Reichstages ausſprechen zu dürfen. (Lebhafter
Beifall.) — Darauf wird die
zweite Beratung des Kolonialetats
mit dem Etat für Oſtafrika fortgeſetzt. — Abg.
Erz=
berger (Ztr.): Die in afrikaniſchen Kreiſen gegen mich
erhobene Beſchuldigung wegen meiner Ausführungen
über die Eingeborenenbehandlung iſt völlig
ungerechtfer=
tigt. Ich ſtelle feſt, daß ich von allen meinen
Behauptun=
gen, die ich über die Behandlung der Eingeborenen im
Plenum gemacht habe, kein Jota zurücknehme. Die
Be=
ſchäftigung der Eingeborenen erfolgt in den allerwenigſten
Fällen ordnungsmäßig. Ordnungsmäßige Lohnbücher
ſind ſo gut wie gar nicht vorhanden. Was ich über die
Verhältniſſe geſagt habe, hat ſchon 1908 Staatsſekretär
Dernburg beſtätigt, als er ſich dahin äußerte, daß die
Situation der Behörden in Oſtafrika durch die
fortgeſetz=
ten Forderungen der Anſiedler und Farmer erſchwert
würden. Die Eingeborenen bekämen nur einmal zu eſſen
und hätten bei der wechſelnden Temperatur ungünſtige
Lebensbedingungen. Faſt wörtlich bringt die Regierung
jetzt, im Jahre 1914, die gleichen Klagen vor. In dieſem
Zuſammenhang ſind die Proteſte der Oſtafrikaner, als
hätte ich unwahre Behauptungen aufgeſtellt, überhaupt
nicht zu verſtehen. Dernburg hat auch anerkannt, daß es
durch dieſe Verhältniſſe ſehr leicht zu einem Konflikt
zwi=
ſchen Eingeborenen, Polizei und Soldaten kommen
könnte. Die Behauptung, ich hätte die Farmer beleidigen
wollen, trifft nicht zu. Ihre Anwürfe laſſen mich kalt.
Wie ſteht es mit dem Grußerlaß des ſtellvertretenden
Gouverneurs Major v. Wrochem vom Jahre 1893, des
jetzigen Generalleutnants, der den Reichstag als eine
ge=
miſchte Geſellſchaft und Rotte bezeichnete? Iſt dieſer
Er=
laß noch in Geltung? Herr v. Wrochem hat die
Einge=
borenen und Fremden, die ihn nicht kannten, in unerhörter
Weiſe angefahren. Er hat verlangt, daß ſie aufſtehen und
eine ſtramme Haltung annähmen. Es fehlte noch, daß ſie
noch die Hand an die Hoſennaht legen ſollten. (Zuruf
und Heiterkeit.) Zuwiderhandelnde wurden beſtraft.
Dieſer Erlaß hat niemals zu internationalen
Verwick=
lungen geführt und auch keine diplomatiſchen
Verhandlun=
gen in Berlin ergeben. Bezeichnend iſt, daß ſchließlich
Herr v. Wrochem die Verantwortung für dieſen Erlaß
von ſich ab und Unbeteiligten zugeſchoben hat. (Lebhaftes
hört! hört!)
Staatsſekretär des Reichskolonialamtes Dr. Solf:
Der Erlaß des Herrn v. Wrochem iſt nicht mehr in
Gel=
tung. Er iſt nicht in die Sammlung der Verordnungen
aufgenommen worden. (Bravo!) Was die Schule in
Wilhelmstal anbelangt, deren Gründung Herr Dr. Arendt
verlangt hat, ſo kommen 27 Kinder in Frage, für die nicht
nur Schulgebäude, ſondern auch eine Penſion errichtet
verden müßte. Das würde pro Kopf einen Zuſchuß von
500 Mark ausmachen und dieſe Koſten kann die Regierung
nicht übernehmen. Ueber den Hafen von Dar=es=
Salam wird gegenwärtig ein zweites Projekt
ausge=
arbeitet, das alsbald als Vorlage an den Reichstag
kom=
men dürfte. Die Dienſtperiode in den Schutzgebieten
kön=
nen wir nicht allgemein verlängern. Für Südweſtafrika
wird es vielleicht allmählich dazu kommen können. Nun
das ſchwierige Gebiet der Hausſklaverei. Die Anklagen
und Schlüſſe des Abg. Noske, daß ein grauſamer
Sklaven=
handel in Oſtafrika beſtünde, ſind nicht zutreffend. Als
wir Oſtafrika erwarben, beſtand dort der ſcheußlichſte
Sklavenraub und Sklavenhandel. Dies iſt vollſtändig von
uns beſeitigt worden. Kommt noch Sklavenraub und
Sklavenhandel vor, ſo ſtehen ſchwere Strafen darauf,
eventuell die Todesſtrafe. Es beſtehen viele
Verordnun=
gen zugunſten der Sklaven bei Uebergang eines Sklaven
aus dem Beſitz eines Herrn in den eines anderen. Hierzu
iſt eine Urkunde nötig zugunſten des Sklaven: Der Sklave
muß ſeine Genehmigung zu dem Wechſel erteilen, muß in
demſelben Bezirk bleiben, die Familie des Sklaven darf
nicht auseinandergeriſſen werden und der Herr darf nur
Eingeborener ſein. Ich werde aber nicht unterlaſſen, dem
Gouverneur weitere Vorſchläge zugunſten der Sklaven zu
machen. (Beifall rechts.)
Abg. Keinath (natl.): Ein plötzliches Verbot der
Hausſklaverei läßt ſich nicht dekretieren. Die Bedingungen
müſſen fortgeſetzt erſchwert werden, damit die
Hausſkla=
verei allmählich verſchwindet. Die Währungsfrage muß
nochmals geprüft werden, da wir durch die
Tanganjika=
bahn bald zu einem lebhafteren Handel mit Weſtafrika
kommen dürften. Die Nordbahn muß langſam
vorgeſcho=
ben und Seitenbahnen zur Tanganjikabahn gebaut
wer=
den. Die Hoffnung iſt berechtigt, daß dieſe Bahn den
Handel aus dem Kongogebiet auf die Oſtmärkte ziehen
und ſo für die wirtſchaftliche Eroberung Zentralafrikas
für die deutſchen Intereſſen mitgewirkt wird. (Beifall.)
— Abg. Bruckhoff (Fortſchr. Vpt.): Die Koloniallehrer
müſſen an Ort und Stelle herangebildet werden. Die
Be=
ſoldung genügt nicht. Die Lehrer müſſen mindeſtens mit
den Verwaltungsſekretären gleichgeſtellt werden, und auch
die Schulinſpektoren in den Kolonien müſſen in ihrer
Stellung gefördert werden. Abg. Noske (Soz.): Auf
die Anwürfe des Herrn v. Wrochem gegen den Reichstag
will ich nicht eingehen. Es hieße dies, dem
unangeneh=
men Maulheldentum viel zu viel Ehre antun. Ich hätte
auch ein Einſchreiten des Staatsanwalts in dieſer
An=
gelegenheit bedauert. Der Reichstag ſteht viel zu hoch
als daß er durch ſolche Anwürfe beleidigt werden könnte.
Die Herren, die gegen die Ausführungen des Reichstages
wegen Mißſtänden in Afrika Proteſt erhoben haben,
ſoll=
ten dafür ſorgen, daß dieſe Mißwirtſchaft verſchwindet,
dann haben wir keine Veranlaſſung zu Klagen. Ich hoffe,
daß im nächſten Jahre für Schulzwecke größere Summen
im Etat angefordert werden. — Damit ſchließt die
Dis=
kuſſion. Das Gehalt des Gouverneurs wird bewilligt
und die zu dieſem Titel vorliegenden Reſolutionen, betr.
Beſeitigung der Hausſklaverei bis zum Jahre 1920 und
betr. eine alljährliche Ueberſicht über den Wechſel des
Be=
itzes und der Pachtverhältniſſe der Pflanzungen,
ange=
nommen. Die Hauptteile des Etats werden nach dem
Beſchluß der Budgetkommiſſion erledigt.
Beim außerordentlichen Etat tritt Abg. Dr. Arendt
für Erwerbung der Sigibahn, einer Zweiglinie der
Uſambarabahn, ein. Der Reſt des Etats wird nach den
Beſchlüſſen der Kommiſſion bewilligt. — Es folgt der
Etat für Südweſtafrika mit den Nachtragsetats.
Abg. Hoch (Soz.): Die Vorwürfe über die Art, wie
die Diamanten in den Handel gebracht werden, mußte die
Kolonialverwaltung ſchließlich anerkennen und die
Ab=
machungen mit den Antwerpener Großkapitaliſten
abän=
dern und im vorigen Jahre erſtmals die Vergebung der
Diamantenfunde öffentlich ausſchreiben. Auch dies neue
Verfahren iſt noch nicht ausreichend. Die Ergebniſſe des
letzten Jahres zeigen, daß viele, viele Millionen zum
Schaden des Reiches und der deutſchen Förderer an die
Diamantenintereſſenten verloren gegangen ſind. In die
Diamantenregie müſſen auch Vertreter der
Diamanten=
arbeiter berufen werden. Ein Preisnachlaß ſollte nur
denjenigen Diamantenſchleifereien zuerkannt werden, die
den Diamantenarbeitern die tarifmäßigen Löhne zahlen,
was meiſtenteils allerdings nicht der Fall iſt. Man hätte
erwarten ſollen, daß die Kolonialverwaltung auch der
Budgetkommiſſion Mitteilung davon gemacht hätte, was
das Antwerpener Syndikat wußte, daß nämlich von einer
unbedingten Abnahme des ganzen geförderten Quantuls,
die zunächſt vertraglich feſtgelegt war, Abſtand genommen
wurde. Durch dieſe Maßnahmen ſind die deutſchen
Inter=
eſſen außerordentlich geſchädigt worden. Wenn man zu
Anfang des nächſten Jahres zu einer Neuregelung der
Verhältniſſe kommt, dann muß etwas Dauerndes und
Beſſeres geſchaffen werden, als wir jetzt haben, damit
nicht einſeitige Intereſſen der Kapitaliſten beſorgt werden.
Staatsſekretär des Reichskolonialamtes Dr. Solf:
Wenn der Abg. Hoch ſein Stenogramm lieſt, wird er wohl
Gelegenheit nehmen, zu mir zu kommen, um ſich zu
ent=
ſchuldigen. Im vorigen und im vorvorigen Jahre habe
ich ihm Rede und Antwort geſtanden über das, was er
ſachlich vorgetragen hat. Ich habe ihm auch gedankt füt
ſein Eintreten für die Intereſſen der deutſchen Schleifer.
Auf die heutige Rede will ich nicht eingehen; ſie war
ge=
tragen und voll von Verleumdungen. (Große Unruhe bei
den Soz.) Der Abg. Hoch hat behauptet, ich hätte gewußt,
daß betrügeriſche Manipulationen in der mir unterſtellten
Regie vorgekommen ſeien; der Aufſichtsrat hätte ſeine
Hände in unſauberen Geſchäften gehabt. Das ſagte er,
trotzdem ich in der Kommiſſion das Entgegengeſetzte
be=
hauptet habe. Der Abg. Hoch hat ſich in das
Diamanten=
geſchäft hineingearbeitet, aber lediglich vom Standpunkte
der Schleifer aus. Wenn er behauptet, ich hätte in
ſchmutziger Weiſe gehandelt, ſo muß er das Geſchäft doch
noch mehr kennen. Auf dieſe Anſchuldigungen werde ich
nicht mehr antworten. (Bravo!) Ich hätte ſie nicht für
möglich gehalten, nachdem wir gemeinſam die Intereſſen
der Schleifer gefördert haben. Wir ſtehen jetzt vor dem
Abſchluß eines ſehr bedeutenden Geſchäfts, an dem die
Förderer und der Fiskus Anteil haben. Auf Einzelheiten
kann ich hier nicht eingehen, ich habe das Nötige in der
Budgetkommiſſion auseinandergeſetzt. Die Kommiſſion
hat ſich überzeugen laſſen, daß die Regierung auf dem
rich=
tigen Wege iſt. Ich gebe dem Abg. Hoch zu, daß ich mit
den Förderern einen ſehr harten Kampf gehabt habe. Wir
haben uns jetzt verſöhnt. Ich brauche nicht alle
Schwie=
rigkeiten noch einmal hier vorzutragen. Wir haben den
Weg gefunden, den der Abg. Hoch für wünſchenswert
ge=
halten hat. Er hat alſo hier offene Türen eingerannt.
Wir wollten auch einen Schleifer in die Regie
hinein=
nehmen, konnten uns aber über die Perſon nicht einigen.
Mehr möchte ich jetzt nicht ſagen, da ich noch unter dem
Eindruck der außerordentlich beleidigenden Rede des Abg.
Hoch ſtehe.
Abg. Erzberger (Zentr.): Die Diamantenfrage
ſtellt das wirtſchaftliche Rückgrat des Etats für
Südweſt=
afrika dar. Mit ihr fällt und ſteht der Etat. Es wäre
dringend wünſchenswert, daß endlich einmal mit den
Dia=
mantendebatten Schluß gemacht wird. Das Kolonialamt
und die Förderer ſind auf dem beſten Wege, ſich zu
ver=
ſtändigen und alles auf friedlichem Wege zu erledigen. Ich
glaube auch, daß die Diamantenregie, wie ſie jetzt
einge=
richtet iſt, die beſte Grundlage für eine Verſtändigung
bil=
den wird. Dem geforderten Hafenbau ſtimmen wir unter
gewiſſen Bedingungen zu, namentlich, daß die Anwerbung
von Arbeitern aus dem Ovamboland, ſowie ihre Heim=
und Rückreiſe ſtaatlichen und eingeborenen Kommiſſaren
unterſtellt werde. Um den Schaden einigermaßen wieder
gut zu machen, der dem Reich durch die Geſellſchaften
ent=
ſtanden iſt, wäre die Einführung der progreſſiven
Einkom=
men= und Vermögensſteuer notwendig. Ich hoffe, daß die
Regierung uns im nächſten Jahre mit entſprechenden
Vor=
ſchlagen kommt.
Staatsſekretär Dr. Solf: Der Herr Präſident hat
mir das Stenogramm der Rede des Abg. Hoch gegeben
und hat mich darauf aufmerkſam gemacht, daß derjenige
Paſſus, der mich zu dem Ausdruck Verleumdung
veran=
laßt hat, in hypothetiſcher Form gemacht worden ſei. Ich
hatte aber den Eindruck, auch aus der ganzen Rede des
Abg. Hoch, daß dieſe Worte poſitiv gemeint ſeien. Da aber
hier nicht die ſubjektive Anſicht, ſondern der objektive
Tat=
beſtand entſcheidet, ſo kann ich das Wort Verleumdung nicht
aufrecht erhalten.
Abg. Waldſtein (Fortſchr. Vp.): Der Auffaſſung,
als ob der Reichstag nicht der Anſicht geweſen ſei, daß die
Bankherren lediglich in uneigennütziger Weiſe die
Regie=
geſchäfte beſorgten, muß nachdrücklich entgegengetreten
werden. Wir ſind uns bewußt, daß wir weder eine
ein=
ſeitige Eingeborenenpolitik, noch eine einſeitige
Kapita=
liſtenpolitik. treiben. Wir müſſen beide Intereſſen
berückſich=
tigen, wir wollen lediglich eine deutſche Kulturpolitik
treiben. (Bravo!)
Darauf wird der Antrag auf Vertagung geſtellt.
Vorher aber erledigte das Haus auf Vorſchlag des
Prä=
ſidenten noch den im Laufe der Sitzung eingegangenen
Nachtragsetat für 1913 in erſter Leſung ohne
De=
batte. Der Nachtragsetat wird der Budgetkommiſſion
überwieſen. — Darauf wird der
Vertagungs=
antrag angenommen.
Perſönlich weiſt Abg. Hoch (Soz.) die Darſtellung des
Staatsſekretärs Dr. Solf zurück, als ob er ihm. wenn auch
nur hypothetiſch, eine ſchmutzige Handlungsweiſe
vorge=
wvorfen habe. Im Gegenteil habe er in ſeinen
Ausführun=
gen ausgedrückt, daß die Verwaltung unmöglich zu ſolchen
Manipulationen die Hand habe bieten können. Hätte er
um Entſchuldigung zu bitten, ſo hätte er ſicherlich nicht den
Umweg gewählt, den der Staatsſekretär genommen habe.
Nächſte Sitzung Freitag 2 Uhr, pünktlich. — Kurze
Anfragen. — Schluß ½7 Uhr.
* Berlin, 19. März. Zu Beginn der heutigen
Sitzung der Budgetkommiſſion des
Reichs=
tags erklärte bei der Weiterberatung der Novelle zum
Beſoldungsgeſetz Reichsſchatzſelretär Kühn, die
Re=
gierung müſſe es ablehnen, auf die Anregungen und An=
träge einzugehen, die eine erhebliche materielle Aenderung
der Vorlage bedeuteten. Das gelte beſonders von den
Anträgen, betr. Aufbeſſerung der höheren Beamten, die
einen bedeutſamen Einbruch in die Beſoldungsordnung
darſtellten. Er müſſe im Intereſſe des Zuſtandekommens
des Geſetzes dringend bitten, es hier bei dem Entwurf zu
belaſſen. Staatsſekretär Krätke ſchloß ſich dieſer
Er=
klärung an und meinte, daß es beſſer ſei, durch eine
Ver=
mehrung im Etat helfend einzugreifen. Hierdurch würde
für eine Reihe von Jahren durchgreifend geholfen. Die
noch ausſtehenden Poſitionen des Kompromißantrages
der bürgerlichen Parteien zur Beſoldungsnovelle, die ſich
auf die höheren Poſtbeamten bezieht, wurden
angenom=
men, obwohl die Regierung wiederholt bat, es bei den
Aenderungen des Entwurfs bewenden zu laſſen. Die
Budgetkommiſſion des Reichstags nahm weiter die
Er=
höhung der Gehälter für Deckoffiziere entſprechend der
Re=
gierungsvorlage an.
* Berlin, 19. März. In der
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstags wurde bei der Beratung der
Beſoldungsnovelle der Kompromißantrag
zum § 5, weil die bürgerlichen Parteien ſich ſpalteten,
ab=
gelehnt, ebenſo der § 5 der Vorlage. Es bleiben alſo
die nichtpenſionsfähigen Zuſchüſſe neben erhöhtem Gehalt
beſtehen. § 6 der Vorlage, der das Beſoldungsdienſtalter
regelt, wurde mit einem weniger bedeutenden Zuſatz
an=
genommen. Der Reſt der Vorlage wurde unverändert
angenommen. Damit iſt die erſte Leſung der
Beſoldungs=
novelle beendet.
Deutſcher Handelstag.
* Berlin, 18. März. Im Verlaufe der
Verhand=
lungen des Deutſchen Handelstages wies
Dr. Brandt=Düſſeldorf darauf hin, daß die
indu=
ſtriellen Unternehmungen im Reichstage in ſehr geringer
Zahl vertreten ſeien. Deshalb ſei es notwendig, daß die
großen Wirtſchaftsverbände induſtrielle Unternehmer als
Sachverſtändige wählten, die zu den
Reichstagskommiſ=
ſionen hinzugezogen werden müßten. Dies ſei um ſo
notwendiger, da vielfach die Reichstagsabgeordneten in
induſtriellen Fragen nicht ſachverſtändig ſeien und ihr
Handeln in gewiſſer Abhängigkeit einrichten müßten. Der
Vorſitzende Kaempf bemerkte: Ich bin in den
Grund=
zügen mit den Ausführungen und der Erklärung des
Referenten einverſtanden. Da ich aber gleichzeitig
Prä=
ſident des Reichstages bin, muß ich die Bemerkung, daß
die Reichstagsabgeordneten ihr Handeln in einer
ge=
wiſſen Abhängigkeit einrichten müßten, ganz entſchieden
ablehnen. Dr. Brandt bemerkte: Es hat mir fern
ge=
legen, die Reichstagsabgeordneten zu beleidigen, ich
halte es aber aufrecht, daß die Abgeordneten in
Abhängig=
keit gewiſſer Standesvereinigungen handeln. Der
Prä=
ſident Dr. Kaempf ſagte: Ich muß die Worte Dr. Brandts,
da ſie eine Beleidigung der Abgeordneten und des
Reichs=
tages darſtellen, entſchieden zurückweiſen.
Aus Anlaß der Vollverſammlung des Deutſchen
Handelstages fand heute im Marmorſaale des
Zoologi=
ſchen Gartens ein Feſtmahl ſtatt, zu welchem eine
große Anzahl von Ehrengäſten ſich eingefunden hatte, an
ihrer Spitze Handelsminiſter Dr. Sydow, Staatsſekretär
des Reichsjuſtizamtes Dr. Lisco, Unterſtaatsſekretär des
Reichsamtes des Innern Dr. Richter, die Direktoren Dr.
v. Körner und v. Jonquiéres, Dr. Lewald, Möller u. a.
Den Reigen der Trinkſprüche eröffnete der Präſident des
Deutſchen Handelstages und des Deutſchen Reichstages,
Dr. Kaempf, der darauf hinwies, daß es Aufgabe der
gegenwärtigen Leiter des Deutſchen Handelstages ſei,
die von ihren Vorgängern geſchaffene Einigkeit und
Ge=
ſchloſſenheit der Vertretung des deutſchen Handels und
der deutſchen Induſtrie zu wahren, unter Zurückſtellung
der Meinungsverſchiedenheiten und aller perſönlichen
Wünſche zugunſten des gemeinſamen großen Zieles.
Sein Hoch auf Kaiſer und Reich fand ſtürmiſche
Zuſtim=
mung. Geh. Kommerzienrat Vogel=Chemnitz gedachte
unter lebhaftem Beifall in humorvoller Rede der
Ehren=
gäſte. Im Namen der Ehrengäſte dankte
Handels=
miniſter Dr. Sydow, der u. a. ſagte: Wenn
Ver=
treter des Reiches und der Bundesſtaaten alljährlich
zahl=
reich bei der Tagung erſcheinen, ſo bitte ich Sie, darin
eine Anerkenntnis der hohen Stellung zu ſehen, die
Han=
del und Gewerbe in unſerem öffentlichen Leben
einneh=
men, deren Bedeutung für Deutſchlands Geltung in der
Welt immer mehr zunimmt. Ich habe nicht nur den
An=
teil im Sinn, den Sie an dem Wachſen des nationalen
Wohlſtandes haben. Ihm iſt es zu danken, daß
Deutſch=
land ſich durch ſeine wirtſchaftlichen Erfolge, wenn auch
nicht gerade die Liebe, ſo doch die Achtung des
Auslan=
des erzwungen hat. Ich denke weiter daran, welche
Be=
deutung Handel und Induſtrie für die Beſtreitung der
Koſten der kriegeriſchen Rüſtung beſitzen, zu der unſer
Vaterland durch die Lage genötigt wird. Ihr Herr
Prä=
ſident weckte heute morgen die Erinnerung an die
Be=
willigung des Wehrbeitrags. Ich kann nicht umhin,
dar=
auf hinzuweiſen, daß die Kreiſe, die Sie vertreten,
vor=
ausſichtlich ganz hervorragend an der Aufbringung
be=
teiligt ſind. Vor allem aber habe ich folgendes im Auge:
Der politiſche Wettkampf wird nur noch im äußerſten
Falle durch Heer und Flotte, gewöhnlich aber auf
unblu=
tigem Wege ausgefochten. Dank der erfolgreichen
Ent=
wickelung von Handel und Gewerbe iſt Deutſchland auf
dem Wege, ein Gläubigerſtaat zu werden, und in der
Lage, nach Befriedigung des Inlandbedarfs noch
An=
leihen an das Ausland zu geben. So werden Handel
und Induſtrie des Landes zu Vermittlern und
Förde=
rern ſeiner politiſchen Macht. Aber, meine Herren,
worauf beruht denn in letzter Linie die größere Wucht,
mit der die landwirtſchaftlichen Intereſſen ſich in der
öffentlichen Meinung durchſetzen, als die von Induſtrie
und Handel? Darin, daß die Landwirtſchaft einheitlich
und geſchloſſen auftritt. Daran fehlt es in Handel und
Gewerbe noch ſehr. Darum möchte ich den Kreiſen, deren
Intereſſe der Handelstag vertritt, zurufen: Wollen Sie
einen ſtarken Einfluß gewinnen, dann müſſen Sie viel
mehr als bisher das Ihnen Gemeinſame herausarbeiten,
und das Sie Trennende zurücktreten laſſen. Möge es
gelingen, die Gegenſätze, die innerhalb der von Ihnen
vertretenen Kreiſe beſtehen, auszugleichen und ſie immer
feſter zu einer inneren Einheit zuſammenzuſchließen.
Weitere Redner ſchloſſen ſich an. Der Reichskanzler
ent=
ſchuldigte telegraphiſch ſein Ausbleiben und ſandte dem
Handelstag ſeine Grüße und beſten Wünſche.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegertruppe.
— Am 17. und 18 d. M weilte der Inſpekteur der
Fliegertruppen, Herr Oberſt v. Eberhardt hier zwecks
Beſichtigung der Fliegerkompagnie auf dem
Truppenübungsplatz. Neben einer Beſichtigung der
tech=
niſchen Anlagen und des Exerzierens der Mannſchaften
wurden den Flugzeugführern größere taktiſche Aufgaben
geſtellt. So flog Leutnant v. Oſterroht mit Paſſagier
nach Marburg und zurück ohne
Zwiſchen=
landung. Leutnant Ihm flog mit Paſſagier nach
Karlsruhe. Er mußte dort wegen eines Magnetdefekts
niedergehen und wird nach Wiederherſtellung des
Appa=
rats nach Straßburg weiterfliegen. Oberleutnant Keller
flog mit Beobachter nach Kaſſel und landete dort glatt.
Leutnant Zahn flog am 17. nach Straßburg und kam
am 18. wieder zurück Leutnant v. Brederlow flog
nach Worms, und zwar ohne Zwiſchenlandung. Die
Ser=
geanten (Flugzeugführer) Irreck, Helm und
Zim=
mermann traten einen Geſchwaderflug nach Mainz an.
Irreck und Helm kamen zurück. Zimmermann mußte
vegen eines Motordefekts bei Rüſſelsheim eine
Notlan=
dung vornehmen. Leutnant v. Oſterroht, Leutnant Ihm,
Oberleutnant Heller und Leutnant Brederlow flogen
Aviatik=Grun=Doppeldecker, Irreck, Helm und
Zimmer=
mann Euler=Doppeldecker. Die Flugzeugführer haben
alle Aufträge glänzend gelöſt und hiermitt bewieſen, daß
ſie ihrer ſchweren Aufgabe nach jeder Richtung hin
ge=
wachſen ſind. Der Herr Inſpekteur hat ſich über die
über=
us guten Leiſtungen lobenswert ausgeſprochen.
* London, 19. März. Heute morgen iſt der Flieger
Treeby über dem Flugfelde der Grafſchaft Salisbury
tödlich verunglückt.
Erdbeben.
kühner Weiſe in Zuſammenhang gebracht wurde mit de
Schlagwetter=Exploſion auf Grube „
Mi=
niſter Achenbach” bei Dortmund. Das Unha
bare derphantaſiereichen Belarſchen Kombination iſt it
zwiſchen von vielen berufenen Seiten nachdrücklichſt beto=u
wvorden.
Schiffsunfälle.
— Erdbebenwarte Jugenheim 18. März.
Erſt jetzt treffen Nachrichten über das am 30. Januar
die=
ſes Jahres von allen deutſchen Erdbebenwarten damals
beobachtete Erdbeebn ein, die eine Angabe des
Erdbeben=
herdes möglich machen. Es hat in Chile ſtattgefunden.
in der ungeheuren Entfernung von 12300 Kilometer von
uns, ſüdlich von Valparaiſſo und Mendoza, bis
herunter nach La Conception. Am ſchwerſten betro’fen
wurde Talca, 35½ Grad ſüdlicher Breite und 71 Grad
weſtlicher Länge. Dieſes Erdbeben hatte ſeiner Zeit
Intereſſe, da es von Herrn Schulinſpektor Belar in
* Brüſſel, 19. März. Nach einer in Oſtende ein
gegangenen funkentelegraphiſchen Meldung des deutſch=
Paſſagierdampfers „Kaiſer Wilhelm die
Große” iſt dieſes Schiff heute vormittag 1.17 Uhr Bi
50 Grad 72 Minuten nördlicher Breite und 4 Grad 5
Mk=
nuten weſtlicher Länge mit einer unbekannten Gosleuzt
einem Dreimaſter uſammengeſtoßen die geſu
ken iſt. „Kaiſer Wilhelm der Große” hat bis nach 3 Uh
vormittags nach der Mannſchaft des untergegangenen
Dreimaſters geſucht und hat dann ſeine Reiſe fortgeſetzh
Er ſelbſt iſt unbeſchädigt geblieben.
* Bremen, 19. März. Zu der Kolliſiond
eutſchen Dampfers „Kaiſer Wilhelm der Große” mit deſ
Schoner wird noch mitgeteilt: „Kaiſer Wilhelm di
Große” ſtellte feſt, daß ſich die Beſatzung des angerannte
Schoners nicht mehr an Bord beſand. Nachdem de
Schoner geſunken war, kehrte „Kaiſer Wilhelm der Große
an die Unfallſtelle zurück Mit größter Wahrſcheinlichke
dürfte die Beſatzung des Schoners, da die See ruhig wal
von in der Nähe befindlichen Dampfern aufgenomme
worden ſein.
* Kuxhaven, 19 März. Die Mannſchaft de
ngliſchen Schonerbark „Balder” iſt nicht ertrunl
ken, ſondern von dem deutſchen Schlepper „Vulkan”ge
rettet und in Cowes gelandet worden.
* Venedig. 19. März. Ein italieniſches Ton
pedoboot ſtieß mit einem kleinen vom Lido kom
menden Paſſagierdampfer zuſammen. Dieſe
ſank ſofort. Nur einige Perſonen konnten gerettet wei
den. Elwa 50 Perſonen ſollen ertrunken ſein, darunte
der ruſſiſche Vizekonſul Merkanski.
* Venedig, 19. März. Es handelt ſich bei dem
Schiffsunfall um das italieniſche Torpedoboot 56 T, dal
nit einem kleinen Schiff zuſammenſtieß, welches ſofon
ank. Acht Perſonen ſollen gerettet ſein; bie
8 Uhr abends waren ſechs Leichen geborgen.
Zur Verhaftung des ruſſiſchen Kapitäns
Poljakow.
* Berlin, 19. März. Von einer hieſigen Zeitung iſ
er Fall des ruſſiſchen Kapitäns Poljakow mit den
des deutſchen Luftſchiffers Berliner in Vergleich
ge=
bracht worden. In dem Artikel finden ſich Ausfälle auf
die deutſche Regierung, die ſich in dem Kölner Falle der
ruſſiſchen Beſchwerden gegenüber beſonders willfährig ge
zeigt habe, während ſie im Schutze zu Unrecht verhafteten
deutſcher Landsleute läſſig ſei. Beide Fälle ſind abe
atſächlich und rechtlich verſchieden. Im Falle Poljakoy
hat die hieſige ruſſiſche Botſchaft ihre Beſchwerde
insbeſondere mit dem ſchwerwiegenden Vorwurf
begrün=
et, daß der in Köln verhaftete ruſſiſche Offizier entgegen
den deutſchen Geſetzen nicht unverzüglich dem zuſtändigen
Richter vorgeführt worden ſei. Daß die Prüfung einen
ſolchen Beſchwerde nicht abgelehnt werden konnte, iſt ſelbſt
verſtändlich. Die der ruſſiſchen Botſchaft zu erteilendel
Antwort hängt davon ab, welches Ergebnis die bei dem
zuſtändigen Behörden ſchwebende Unterſuchung liefern
wird. Einſtweilen ſteht nur feſt, daß die
Staatsanwalt=
ſchaft in Köln das Strafverfahren gegen den beſchuldigten
Offizier aufgrund wiederholter Vernehmungen von
Zeu=
gen eingeſtellt hat. Was den Fall des Luftſchiffers
Ber=
liner betrifft, ſo ſind die Angriffe auf die deutſche
Regie=
ung gleichfalls unbegründet. Die deutſche Botſchaft in
Petersburg iſt im Auftrage des Auswärtigen Amtes
wie=
derholt nachdrücklich bei der ruſſiſchen Regierung für die
Freilaſſung des Herrn Berliner und ſeiner Reiſegefährten
eingetreten. Eine formale Beſchwerde der deutſchen
Re=
gierung konnte um deswillen nicht in Frage kommen,
veil die deutſchen Luftſchiffer den hier veröffentlichten und
n. Luftſchifferkreiſen allgemein bekannten ruſſiſchen
Vor=
ſchriften zuwider die ruſſiſche Grenze überflogen und ſich
ſchon dadurch dem Verdacht der Spionage ausgeſetzt hatz
ten. Endlich iſt feſtzuſtellen, daß die deutſchen Herren ſich
nicht in Haft befinden. Sie wohnen in einem Hotel in
Perm, wo ſie bis zum Abſchluß der eingeleiteten Straft
unterſuchung unter polizeilicher Ueberwachung ſtehen.
Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, 19. März.
Zum erſten Male:
777: 10.
Ein Turf= und Totoſchwank in 3 Starts
von Otto Schwartz und Carl Mathern.
W-l. Ein unterhaltender und ſehr geſchickt gearbeiteter
Schwank, über deſſen ſituationskomiſche Einfälle und
un=
erſchöpfliche Witze man lachen muß und lachen kann, ohne
ſich hinterher deſſen zu ſchämen, dabei eine ſpannende und
epiſodenreiche Handlung voll Humor, Abwechſelung und
Leben. In ihrem Mittelpunkte ſteht der Sally
David=
ſohn, der Lehrling des geadelten Kommerzienrats und
Inhabers einer Inſektenpulverfabrik, deſſen mit
unver=
wüſtlichem Humor und Frechheit gepaarte Verſchlagenheit
und Spekulationsgenie ſich ſowohl in Familien= und
Liebesangelegenheiten als auch beim Wetten am
Totali=
ſator betätigen und nach dem Sprichwort, daß dem
Mutigen das Glück günſtig iſt, in allen Dingen zum Ziele
und zum Siege führen, wobei es ihm auch an klingenden
Erfolgen nicht fehlt. Als ein gemachter Mann mit einem
Gew un von 31000 Mark verläßt er den Schauplatz ſeiner
das Publikum zwei Stunden lang höchlichſt amüſierender
Taten Neben ihm ſpielt der geadelte Kommerzienrat, der
bemüht iſt, ſeine Vergangenheit zu verleugnen und ſich
ſeines neuen Germanentums würdig zu zeigen, eine
komi=
ſche Rolle. Eine unterhaltende Epiſode bildet die
Wer=
bung der beiden hochadligen Leutnants um die Tochter
des Kommerzienrats, die ihr Wappen vergolden wollen,
von dem ſchlauen Sally aber dadurch für immer in die
Flucht geſchlagen werden, daß er das Meublement des
kommerzienrätlichen Salons mit Gerichtsvollzieherſiegeln
beklebt.
Die Rolle des verſchmitzten Jünglings ſpielte Herr
Harprecht geradezu unübertrefflich. Meiſterhaft war
das auch in der Maske und im Mienenſpiel zum Ausdruck
gelangende Gemiſch von Verſchlagenheit, Humor und
Gut=
herzigkeit die für dieſe köſtlich gezeichnete Figur
charak=
teriſtiſch ſind. Da mit ihr das Stück ſteht und fällt, iſt
ſein durchſchlagender Erfolg in erſter Linie ihrer
ge=
lungenen Darſtellung durch Herrn Harprecht zu verdanken.
Die Rolle des Kommerzienrats von Löwenſtein, die in
vieler Hinſicht an „Meyers” erinnert, wurde durch Herrn
Jürgas charakteriſtiſch verkörpert und mit vielem
Hu=
mor geſpielt, der aber niemals etwas Gehäſſiges annahm.
Die übrigen Rollen ſind, wie ſchon bemerkt, mehr
epiſodiſcher Art, aber durchſchnittlich mehr als bloße
Schwankfiguren. Eine ſympathiſche Vertreterin der
mun=
teren und herzigen Hertha war Frau Meißner, deren
Zuſammenſpiel mit Herrn Baumeiſter als glücklichem
Liebhaber der in der Schlußſzene als Jockey hoch zu Roß
erſcheint, ſich durch Natürlichkeit und Friſche auszeichnete.
Die beiden abgeſchreckten Bewerber in Uniform wurden
durch die Herren Schneider und Kroczak, die
übri=
gen adligen und gräflichen Klubmitglieder durch die
Herren Jannings. Weſtermann, Hacker und
Knispel entſprechend verkörpert. Den Klubverwalter,
einen engliſchen Spion, der etwas aktuell gefärbt worden
iſt, ſpielte Herr Peterſen, ſeine als Piccolo verkleidete
„Braut” Frau Gothe. Kleinere Rollen waren Frau
Müller=Rudolph als Köchin. Herrn Jordan als
Gerichtsvollzieher und Frau Doſtal als Hausdame
zu=
gefallen.
Spielleiter war Herr Harprecht, der ſich auch als
ſolcher beſtens bewährte Die beiden Zimmer des
Renn=
klubs und des Kommerzienrats, namentlich das erſtere.
zeigten ein höchſt geſchmackvolles Interieur; originell iſt
die letzte Szene, welche die Reſtauration vor dem
Renn=
platz in getreuer Wirklichkeitskovie darſtellt.
Der Schwank hatte ſich dank der flotten Aufführung,
wie man ſich denken kann, eines durchſchlagenden
Heiter=
keitserfolges zu erfreuen.
Konzerte.
mm. Mit einem großen Konzert trat am Donnerstaa
bend der katholiſche Kirchengeſangverein „St. Ludwig”
im großen Saale des Städtiſchen Saalbaues vor die
Oeffentlichkeit. Sowohl die gediegene Auswahl der
Verke, wie die mitwirkenden Soliſten, vornehmlich
Hof=
opernſängerin Fräulein Gertrud Geyersbach und
Herr Kammerſänger Georg Weber, ließen im voraus
nur Vollendetes erwarten, und beide Künſtler waren in
beſter Dispoſition. Den erſten Teil des Konzerts nahm
das dreiteilige Karfreitags=Myſterium von Guſtav
Erle=
mann ein. Anfangs= und Schlußchor ſind vom Orcheſter
begleitet, während die übrigen Teile von der Orgel (Har=
monium, von Herrn Bankvorſteher Lechner meiſterhaft
geſpielt) begleitet wurden. Und wir meinen faſt, daß
dem Ganzen eine verſtändnisvoll durchgeführte Orgels
begleitung angemeſſener ſein dürfte, als die Mitwirkung
des Orcheſters. Der ſtattliche gemiſchte Chor unter der
Leitung von Herrn Großh. Muſikdirektor M. Klaſſert
war dabei ganz in ſeinem Element, und die altchriſtliche
antiphoniſche Form kam gut zum Ausdruck. Mit
Befrie=
digung darf auch auf die leicht aszirierte Ausſprache der
griechiſchen Worte hingewieſen werden. Machtvoll wirkt
weiter das breit ausladende Choruniſono (bezw. Oktapen)
der beſte Beweis dafür, daß nicht eigentlich die Harmonie,
ſondern eine packende Melodik, wie ſie den alten
Prae=
fationen eigen iſt, auf den Hörer wirkt. Von wahrhaft
erhebender Wirkung war der vom Soloſopran (Fräulein
Geyersbach) mit warmem Empfinden geſungene
Hymnus. — Nach der für den Chor anſtrengenden
Auf=
gabe war es nicht zu verwundern, daß man der zweiten
Chor=Nummer, „Meeresſtille und glückliche Fahrt” von
Beethoven, einige Ermüdung, wenigſtens im Pianog
anhörte; der Schluß (glückliche Fahrt) gab aber wieder
einen hohen Begriff von der Ausdauer und
Leiſtungs=
fähigkeit des Vereins. Die beiden folgenden Nummern,
Szene und Arie für Bariton mit Violinſolo und Orcheſter
aus dem „Nachtlager” von Konradin Kreutzer, und
Ada=
gio und Canzonetta aus dem romantiſchen Konzert von
B. Godard, gaben Gelegenheit, zwei unſerer beliebteſten
Künſtler, Herrn Kammerſänger Georg Weber mit
fri=
cher und markiger Stimme, und Fräulein LiliHickler,
eine feinfühlende, gediegene Violinkünſtlerin, zu hören.
Abwechſelung in das Programm brachte Herr Fredy
Wiener mit der von Orcheſter und Chor begleiteten
Rezitation „Die Kraniche des Ibykus” von Max Zenger,
einer mehr routinierten, als bedeutenden Muſik. Des
Alt=
meiſters Joſef Haydns Arie für Sopran aus der „
Schöp=
fung”: „Auf ſtarkem Fittiche” wurde von Frl.
Geyers=
bach reſtlos erſchöpft und dürfte in manchem Hörer aufs
teue Achtung vor dem Komponiſten erweckt haben.
Den wohlgelungenen Schluß bildete die Ballade
„Schön Ellen” von Mar Bruch für Soli, Chor, Orcheſter;
eine recht dankbare Aufaabe, deren autes Gelingen auch
mit entſprechendem Beifall ausgezeichnet wurde. Das
Orcheſter der Kavelle des Leibgarde=Regiments Nr. 115,
ſowie Chor und Dirigent hielten ſich wacker; die Soliſten
gaben ihr Beſtes.
Nachſpiele zum Attentat der
Frau Caillaux.
* Paris, 19. März. Der Rochette=Ausſchuß
der Kammer beſchloß, bereits morgen die früheren
Mini=
ſter Monis und Caillaux, den Oberſtaatsanwalt
gabre und den Gerichtspräſidenten Bidault de I'Isle zu
vernehmen.
* Paris, 19. März. Die Bureaus des Senats
n ählten eine Kommiſſion von neun
Mitglie=
ldern, die den Vorſchlag der Kammer, dem Rochette=
Pusſchuß richterliche Befugniſſe zu erteilen, prüfen ſoll.
* Paris, 19. März. In Verſailles fanden
leute abermals feindſelige Kundgebungen vor
liem Hauſe des radikalen Deputierten Thalamas ſtatt,
ſer gleich ſeiner Gattin das Attentat der Frau Caillaux
terherrlicht hatte.
* Paris, 19. März. Marineminiſter Monis hat
ſeine Demiſſion gegeben. Mit der Leitung des
Ma=
ſineminiſteriums wurde interimiſtiſch Kolonialminiſter
Lebrun betraut.
* Paris, 19. März. In dem Schreiben an
Dou=
nergue, mit welchem der Marineminiſter Monis ſeine
Hemiſſion gab, heißt es: Unſere gemeinſamen
Geg=
ner verfolgen mich mit ihren Intrigen und Ränken, um
dgs Kabinett zu treffen. Ich will mich aber nicht zu
die=
ſem Manöver hergeben. Einerſeits um Ihre
Bewegungs=
freiheit nicht zu hindern andererſeits um mir für meine
Verteidigung die nötige Freiheit zu ſchaffen, geſtatten Sie
mir, meine Demiſſion zu geben.
* Paris, 19. März. Wie aus Kairo gemeldet wird,
hat der Verwaltungsrat der Aegyptiſchen
Hypo=
ſthekenbank ſeinen früheren Präſidenten Caillaux
zum Ehrenpräſidenten gewählt.
Vom Balkan.
* Paris, 19. März. Der als Nachfolger von
Zo=
graphos zum Gouverneur von Epirus
er=
nannte Foreſtis erklärte dem Athener Berichterſtatter
eines hieſigen Blattes, es ſei ſeiner Anſicht nach
unerläß=
lich, daß die Großmächte die griechiſchen
Vor=
ſchläge möglichſt raſch beantworten. Die bewaffneten
Epiroten bildeten bereits eine in jeder Hinſicht
gefähr=
lliche Streitmacht. Die griechiſche Regierung ſei
jenen Offizieren gegenüber, welche ſich den Aufſtändiſchen
hätten anſchließen wollen, ſehr ſtreng vorgegangen, aber
angeſichts der Untätigkeit der Mächte könne ſie ſchließlich
dieſer Bewegung machtlos gegenüberſtehen, und ihre Lage
würde dadurch immer heikler. Die Zeit dränge, und
ſelbſt wenn der öſterreichiſch=italieniſche Schritt eine
diplo=
matiſche Unkorrektheit darſtelle, müßten die Tripel=Entente=
Mächte ihre Eigenliebe zum Schweigen bringen. Die
aufſtändiſche Bewegung würde aufhören, ſobald der
epi=
rotiſchen Bevölkerung wirkliche Bürgſchaften geboten
wer=
den; aber dieſe Bürgſchaften könnten nicht von der
alba=
niſchen Regierung gegeben werden, welche vielleicht
un=
fähig wäre, dieſelben aufrecht zu erhalten.
* Sofia, 19. März. Im Rahmen der Maßnahmen,
die zur wirtſchaftlichen Stärkung des
Lan=
des getroffen worden ſind, hat die Nationalbank
be=
ſchloſſen, den bulgariſchen Handels= und
Gewerbetreiben=
den Darlehen zu gewähren gegen Unberlaſſung von
Re=
quiſitionsbonds bis zur Höhe von 80 Prozent des
Dar=
lehnsbetrages, der nicht geringer als 5000 Francs ſein
darf. Weiterhin hat die Bank beſchloſſen, in den
annek=
tierten Gebieten 3 Filialen und 17 neue Agenturen zu
er=
richten.
Vermiſchtes.
— Verband Mitteldeutſcher
Induſtriel=
ler. Der Verband Mitteldeutſcher Induſtrieller wird
Käch=
ſten Samstag, den 21. März, in Frankfurt a. M. ſeine
zweite Generalverſammlung in den Räumen des
Palmengartens abhalten. Im Anſchluß an dieſe
Veran=
ſtaltung finden gleichfalls in den Räumen des
Palmen=
gartens zwei öffentliche
Induſtriellenver=
ſammlungen am 21. und 22. ſtatt, in denen ſprechen
werden am: Samstag, den 21. März, nachmittags 5¾
Uhr, Dr. Dietrich=Plauen, Syndikus der
Handelskam=
mer Plauen i. V., über: „Die zukünftige Geſtaltung der
deutſchen Zoll= und Handelspolitik” insbeſondere
Erörte=
rung der Frage: „Inwieweit kann die rheiniſche
Großin=
duſtrie noch weiter mit der Landwirtſchaft zoll= und
han=
delspolitiſch zuſammengehen?” Sonntag, den 22
März, vormittags 11 Uhr: Dr. Andres=Frankfurt
a. M., Syndikus des Verbandes Mitteldeutſcher
Indu=
ſtrieller, über: Die Tätigkeit des Verbandes
Mitteldeut=
ſcher Induſtrieller im vergangenen Geſchäftsjahr‟. Dr.
Streſemann=Dresden, Syndikus des Verbandes
Sächſiſcher Induſtrieller und Präſidialmitglied des Bundes
der Induſtriellen, über: „Reichs= und
Wirtſchaftsauf=
gaben” Zu ſämtlichen Vorträgen finden Diskuſſionen
ſtatt.
— 19. Kirchlich=ſozialer Kongreß. In
den Tagen vom 21. bis 23. April ds. Js., findet in
Wies=
baden der 19, kirchlich=ſoziale Kongreß ſtatt, zu deſſen
Hauptverſammlung jedermann Zutritt hat. Das
Pro=
gramm wird ſich folgendermaßen geſtalten: Am
Diens=
tag, den 21. April, ſindet nachmittags 4½ Uhr eine
ge=
ſchloſſene Vorſtandsſitzung im Hotel „Nonnenhof” ſtatt,
der abends 7 Uhr ein Feſtgottesdienſt in der Lutherkirche
folgt. Feſtprediger Profeſſor D. Pfennigsdorf=Bonn.
Um 8½ Uhr leitet Direktor Pfarrer Chriſtian im großen
Lutherſaal einen zwangloſen Begrüßungsabend. Der
Leigentliche Kongreß nimmt am Mittwoch den 22.
April, 9 Uhr vormittags, in den Räumen der
Kaſino=
geſellſchaft, Friedrichſtraße 22, mit der Hauptverſammlung
ſeinen Anfang. Die Andacht hält Generalſuperintendent
Hof= und Domprediger a. D. Ohly. Nach der Eröffnung
der Verſammlung durch Geheimrat Proſeſſor D. Dr.
See=
berg=Berlin erfolgen die offiziellen Begrüßungen. Dann
ſpricht Direktor Dr. Lepſius=Potsdam über das erſte
Hauptthema: „Bildung und Chriſtentum” Nach
gemein=
ſamem Eſſen tagt um 3 Uhr nachmittags im Hotel
„Nonnenhof” die erſte Arbeitskommiſſion (Leiter Geh.
Konſ.=Rat Pfarrer Jaeger=Bierſtadt), in der Paſtor Lic.
Mumm über „Die Austrittsbewegung” ſpricht. In der
vierten Kommiſſion, nachmittags 4½ Uhr, ebenda,
be=
handelt Paſtor Veidt=Wiesbaden das Thema: „
Groß=
ſtädtiſche Vergnügungen und Sittlichkeit” Der Tag ſchließt
mit einer großen öffentlichen Volksverſammlung abends
8½ Uhr. Am Donnerstag, den 23 April, 9 Uhr früh,
hält Profeſſor Hanßen=Herborn die Andacht, worauf in
den Räumen der Kaſinogeſellſchaft die
Generalverſamm=
lung der freien kirchlich=ſozialen Konferenz ſtattfindet, in
der Paſtor Lic. Mumm den Geſchäftsbericht gibt. In der
auf vormittag 10¼ Uhr angeſetzten Hauptverſammlung
referiert Profeſſor Dr. Dade=Berlin, Generalſekretär des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats, über das Thema: „Die
Notwendigkeit der Vermehrung des deutſchen
Bauern=
ſtandes mit Rückſicht auf die Erhaltung der Volks= und
Wehrkraft der Geſamtbevölkerung‟ Nachmittags 3 Uhr
tagt die dritte Kommiſſion (Eröffnung und Leitung Paſtor
Lic. Mumm), in der Geſchäftsführer Jul. Schellin=
Frank=
furt a. M über die „Sonntagsruhe” ſpricht. In der
7. Kommiſſion (Eröffnung und Leitung Frl. von
Knebel=
döberitz=Berlin) behandelt Frau Strohmeyer=Elberfeld
die „Weibliche Vormundſchaft” und in der 6. Kommiſſion,
nachmittags 4½ Uhr, wird über: „Fachſchulen und
chriſt=
lich=deutſches Volksleben” geſprochen. Abends 8½ Uhr
folgt eine große, öffentliche
Evangeliſationsverſamm=
lung. — Die Teilnehmerkarten für alle Tage koſten 1 Mark,
für einen Tag 50 Pfennig. Die öffentlichen
Abendver=
fammlungen finden bei freiem Eintritt ſtatt.
Literariſches.
— „Wiener Mode‟. Erſt wenn man etwas
ent=
behren muß, merkt man, wie wenig man es entbehren
kann. So iſt es Vielen mit der Wiener Mode ergangen,
die während des Deuckereiſtreikes nicht regelmäßig
erſchei=
nen konnte, nunmehr aber wieder regelmäßig erſcheinen
wird. Dieſes große öſterreichiſche Frauen= und
Moden=
blatt hat einen großen Aufſchwung genommen. Durch
ſeine überraſchende Vielſeitigkeit iſt es unſeren Frauen der
liebſte Freund geworden. Es hat ſich beſonders durch
ſeine prächtigen, farbigen Beilagen mit den wunderſchönen
Handarbeiten und den beliebten Wiener Moden die
Gunſt der Frauenwelt im Sturm erobert. Viel gerühmt
wird auch der Küchenteil mit den illuſtrierten Rezepten.
Das Wort „Wiener Küche” hat ja immer ſeinen eigenen
Klang. Die Wiener Mode iſt das Frauenblatt comme il
faut.
— Arena. Textlich und illuſtrativ auf der Höhe
ſteht, wie alle ſeine Vorgänger, auch Heft 7 dieſer
belieb=
ten, bei der Deutſchen Verlags=Anſtalt in Stuttgart
er=
ſcheinenden Monatsſchrift. Nicht weniger als 11
ganz=
ſeitige Kunſtblätter und mehr als 60 zum Teil farbige
Illuſtrationen werden, der ebenfalls mit Bildern
wohl=
ausgeſtatteten Rubrik „Kultur der Gegenwart” nicht zu
gedenken, auf etwa 160 Seiten geboten. Und Wort und
Bild ergänzen einander in würdigſter Weiſe. Schon ein
Durchblättern des mit Rückſicht auf ſeine vornehme
Aus=
ſtattung mit 1.25 Mark im Preiſe nieder bemeſſenen Heftes
iſt ein Vergnügen, und in zahlreichen Familien wird denn
auch jede neue Nummer der Arena mit Spannung
er=
wartet und mit Freuden begrüßt.
Darmſtadt, 20. März.
C Vorführungen klaſſiſcher Gymnaſtik. Auf
Veran=
laſſung des Darmſtädter Vereins für
naturge=
mäße Heilkunde fanden geſtern abend im „
Kaiſer=
ſaal” Vorführungen aus der klaſſiſchen
Gymnaſtik von Schülerinnen des Königl. Seminars
zu Kaſſel ſtatt, zu denen ſich ein ſehr zahlreiches Publikum
eingefunden hatte. Die Leiterin der Vorführungen, Frl.
Sophie Heyl, erläuterte in kurzem Vortrag die Ziele der
klaſſiſchen Gymnaſtik, die den Weg unſerer Zeit zur
Er=
ziehung des Körpers bilden. Die Darbietungen des Abends
von faſt nur Schülerinnen des Seminars in Kaſſel ſollen
kein abſchließendes Urteil über die Leiſtungen der Schule
bilden, die noch im Wachſen und Reifen begriffen iſt. Es
ſei eine traurige Tatſache, daß die wenigſten Menſchen
ihren Körper frei und ſelbſtändig gebrauchen können.
Des=
halb muß die körperliche Erziehung von zwei
Geſichts=
punkten ausgehen: 1. Ausbildung und Schulung der
natürlichen Körperanlagen als Grundlage, und 2. ihre
Anwendung, wie ſie von Kindheit an richtig gepflegt und
erhalten ſein ſollten. Daher gehen die Uebungen der
Muskel= und Nervengymnaſtik darauf aus, ein gleichmäßig
gebundenes, bewußtes Lockern und Spannen der
Muskel=
gruppen zu erzielen. Als Grundlage gilt der Aufbau
einer guten Haltung mit richtiger Schwerpunktlage und
Schulung einer normalen Atmung. Auf dieſer Grundlage
der Ausbildung beruht als zweiter Teil die Anwendung.
Hier handelt es ſich, die Arbeit der einzelnen
Muskel=
gruppen logiſch aneinander zu reihen und ſomit eine
folgerichtige Bewegung des ganzen Körpers aufzubauen
und das Gefühl für dieſe Einheitlichkeit der Bewegungen
zu ſchulen. Auf dem Boden einer ſolchen körperlichen
Er=
ziehung kann als etwas Selbſtverſtändliches eine Kunſt
erwachſen: Eine Kunſt der bewegten Formen im Raume:
Die Tanzkunſt und der Tanz! Die von den Schülerinnen
des Seminars (alle prächtig gebaute Geſtalten)
vorge=
führte Muskel= und Nervengymnaſtik zeigte zunächſt die
Schlaffmachübungen, Arm= und
Schulterblattmuskelübun=
gen, Kniebeuge und Beckenſtützung für Lenden= und
Hüft=
beinmuskel. Im zweiten Teil wurden vorgeführt:
Gegen=
bewegungen, Spiralbeuge, Armheben und eſenken und
Armkreiſen. Gang=, Lauf= und Springübungen, ferner
Keulenübungen und Ausfälle. Den Schluß der
Vorfüh=
rungen bildeten Tänze: Springtanz von Mozart, Gavotte
zu Dreien von Gluck, „Die Welle” von Schubert und ein
Tanz nach norwegiſchen Volksweiſen. Sämtliche
Vor=
führungen wurden mit reichem Beifall ausgezeichnet und
ganz beſonders wurde die Leiterin Fräulein Sophie Heyl
durch wiederholten Hervorruf geehrt. Die
Bewegungs=
ſpiele und Tänze wurden von Frl. Fikentſcher in
trefflicher Weiſe begleitet, der ebenfalls reiche Anerkennung
gezollt wurde. Dem Verein für naturgemäße Heilkunde
gebührt für das ganze Arrangement Dank und
Aner=
kennung.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 19. März. Der Kaiſer beſuchte heute
vormittag den Großadmiral v. Tirpitz, der heute ſeinen
Geburtstag feiert.
* Neuſtrelitz, 19. März. Ueber das Befinden des
Großberzogs von Mecklenburg=Streſlitz
veröffentlicht die Landeszeitung folgenden
Krankheits=
bericht: Der Zuſtand des Großherzogs iſt derart
zu=
friedenſtellend, daß, wenn keine beſonderen
Zwi=
ſchenfälle eintreten, Krankheitsberichte nicht mehr
ausge=
geben werden. gez. Bier. Schillbach.
* Berlin, 19. März. Nachdem die Wahl des
Direkto=
riums des deutſch=amerikaniſchen
Wirt=
ſchaftsverbandes in der letzten
Mitgliederverſamm=
lung — vorbehaltlich weiterer Zuwahlen — vollzogen
worden iſt und von einer großen Zahl der gewählten
Her=
ren die Zuſage für ihre Mitwirkung vorliegt, wird eine
Direktoriumsſitzung vorausſichtlich Ende dieſes
Monats in Berlin ſtattfinden, in der neben der Wahl des
Präſidiums und des großen Ausſchuſſes vor allem auch
über die Errichtung einer ſtändigen Vertretung des
deutſch=
amerikaniſchen Wirtſchaftsverbandes in Neu=York beraten
und Beſchluß gefaßt werden ſoll.
* Berlin, 19. März. Die 11. Kommiſſion des
Abgeordnetenhauſes hat in ihrer geſtrigen
Abendſitzung die Beſtimmung, daß für Gemeinden mit
über 100000 Einwohnern ein Wohnungsamt zu
er=
richten iſt, mit einer redaktionellen Aenderung
angenom=
men Die Beſtimmung, betr. die kleineren Gemeinden,
wurde dahin gefaßt, daß in Gemeinden mit 50000 bis
100000 Einwohnern die Errichtung eines Wobnungsamtes
oder die Anſtellung von Wohnungsaufſehern, in
Ge=
meinden von 10000 bis 50000 Einwohnern die Anſtellung
von Wohnungsaufſehern von der Aufſichtsbehörde
an=
geordnet werden kann. Unter Ablehnung aller
Abän=
derungsanträge wurde ſodann der Reſt der Beſtimmungen
über die örtliche Wohnungsaufſicht ſowie die Beſtimmung
über Bezirks=Wohnungsbeamte in der Faſſung der
Vor=
lage angenommen. Damit iſt die erſte Leſung des
Woh=
nungsgeſetzes beendet.
* Metz, 19. März. Das Schwurgericht hat heute
nach viertägiger Verhandlung den italieniſchen
Hütten=
arbeiter Paola Dini wegen Ermordung ſeines
Lands=
mannes Nanuzzi zum zweiten Male zum
Tode verurteilt. Das erſte Todesurteil, das am
29. Juni vorigen Jahres gefällt worden war, war vom
Reichsgericht wegen eines Formfehlers aufgehoben
wor=
den. Die Leiche des ermordeten Nanuzzi war im
Früh=
jahr vorigen Jahres im Walde von Kluingen bei
Rom=
bach mit abgeſchnittenem Kopfe aufgefunden worden.
* Karlsruhe, 19. März. Die Großherzogin von
Baden hat ſich heute mittag 1 Uhr nach Luxemburg
begeben.
* Karlsruhe, 19. März. Nach dem Vorbild anderer
Städte iſt nun auch in Karsruhe ein ſtädtiſches
Nach=
richtenamt und damit eine Einrichtung getroffen
wor=
den wie ſie der Staat für die Erfüllung ſeiner Aufgaben
ſchon ſeit Jahrzehnten beſitzt.
* Braunſchweig, 19. März. Nach gut verbrachter Nacht
iſt das Befinden der Herzogin und des
neuge=
borenen Erbprinzen durchaus zuſriedenſtellend.
* Braunſchweig, 19. März. Der Kaiſer und der
Herzog von Cumberlind richteten in Erwiderung
auf die ihnen vom herzoglichen Staatsminiſterium
darge=
brachten Glückwünſche zur Geburt des
erbprinz=
lichen Enkelſohnes nachſtehende Telegramme
an den Staatsminiſter Wolff. „Berlin, Schloß,
18. März. Ich danke Ihnen und dem Staatsminiſterium
für Ihren freundlichen Wunſch. Mit dem ganzen
braun=
ſchweigiſchen Lande freue ich mich, daß durch Gottes
Gnade dem Fürſtenhauſe ein junger Sproß erwachſen iſt.
Gott ſchütze ihn! gez. Wilhelm. I. R. Wien, 18. März.
Die von Ihnen und dem Staatsminiſterium dargebrachten
herzlichen Glück= und Segenswünſche haben mich und
die Herzogin ſehr erfreut. Wir danken Ihnen aus
tief=
bewegtem Herzen und erwidern die Wünſche für Sie und
das ganze Land Braunſchweig in der Hoffnung, daß
Gottes Segen auf Volk und Fürſtenhaus ruhen möge.
gez. Ernſt Auguſt.
* Leipzig, 19. März. Das Reichsgericht verwarf
die Reviſiion des Hafenarbeiters Emil Bohn der vom
Schwurgericht Altona am 23. Januar wegen Mordes,
be=
gangen am 22. Oktober 1913 an der Arbeiterin Minna
Meyer, zum Tode verurteilt worden war.
* Prag, 19. März. Heute iſt der Advokat Johann
Podlipny im 86. Lebensjahre geſtorben. Er war
während der tſchechiſchen Exzeſſe gegen das Deutſchtum
in Prag 1897 Bürgermeiſter von Prag. Seine Umzüge
durch die Gaſſen trugen während dieſer Tage viel zur
Ver=
hetzung bei. Podlipny war auch lange
Landtagsabgeord=
neter und veranſtaltete mehrfach Ausflüge der Sokolvereine
nach Frankreich, wo er im Sinne der tſchechiſch=
franzöſi=
ſchen Verbrüderung Reden hielt.
* Peſt. 19. März. Der Finanzminiſter Teleszky
unterbreitete dem Abgeordnetenhaus den
Vor=
anſchlag des Staatshaushalts für 1914/15.
Danach betragen die ordentlichen Ausgaben rund 1887
Millionen Kronen, die Einnahmen 1953 Kronen. Im
Extraordinarium betragen die Ausgaben 385,3 Millionen,
die Einnahmen 210,5 Millionen Kronen. Bei den
gemein=
ſamen Ausgaben trat eine beſondere Erhöhung
hauptſäch=
lich durch die Ausgaben der Armee in Höhe von 55
Mil=
llionen ein, für die Staatsſchuld 37 Millionen, für die
Zwecke des Handelsminiſteriums, hauptſächlich für die
Staatsbahnen, 34,9 Millionen, für das
Unterrichtsminiſte=
rium 13 Millionen. Die höheren Einnahmen ſind
präli=
miniert bei den direkten Steuern in Höhe von 42,3
Mil=
lionen, den Verzehrungsſteuern in Höhe von 306
Millio=
nen, bei der Stempelſteuer 56 Millionen, bei dem
Tabak=
monopol 3,8 Millionen, Staatseiſenwerke 11,5 Millionen,
bei den Staatsbahnen 15 Millionen und Staatsforſten 2,7
Millionen Kronen.
* Peſt, 19. März. Entgegen der Petersburger
Mel=
dung des Temps, Oeſterreich=Ungarn habe der ruſſiſchen
Regierung gegenüber den Schritt ſeines Athener
Geſand=
ten in der Epirusfrage mißbilligt weil der
Ge=
ſandte ſeine Inſtruktionen mißverſtanden habe, wird der
Peſter Lloyd zu der Feſtſtellung ermächtigt, daß dieſe
Mel=
dung ganz und gar jeder Grundlage entbehrt.
* Rom. 19. März. Der Papſt empfing anläßlich
ſeines Namenstages ſeine Schweſtern, ſeine Nichte
und einen Neffen, der ſoeben in Rom angekommen iſt.
Sämtliche vatikaniſche Behörden brachten dem Papſt ihre
Glückwünſche dar. Mittags wurden die Kardinäle
emp=
fangen.
* Paris, 19. März. Bezüglich der Erkrankung
Gordon Bennetts wird gemeldet, daß er kürzlich
von einer Luftröhrenentzündung befallen war, ſich jedoch
bereits auf dem Wege der Geneſung befindet.
* London, 19. März Premierminiſter Asquith
wurde heute vormittag im Buckingham=Palaſt vom
König empfangen. Man glaubt, daß dieſer Empfang
mit der heutigen Homerule=Debatte im
Unter=
haus zuſammenhängt
* London, 19. März. Die Zeitung Globe erfährt aus
zuverläſſiger Quelle, daß gegen Sir Edward Carſon und
die anderen Führer der Ulſterbewegung
Haft=
befehle erlaſſen worden ſind. Nach einer ſpäteren
Mel=
dung wird die Nachricht der Zeitung Globe daß gegen
Carſon und die anderen Ulſterführer ein Haftbefehl
unter=
zeichnet worden ſei, amtlich dementiert
* Bukareſt, 19. März. Der rumäniſche
Thron=
folger Prinz Ferdinand iſt mit Gemahlin nach
Berlin abgereiſt.
* Konſtantinopel, 19. März. Die Dette
Publi=
que gewährte dem Staatsſchatz einen Vorſchuß von
250000 Pfund.
* Buenos Aires, 19. März. Der Marineminiſter
de=
mentiert die Gerüchte von einem Verkaufe des
argentiniſchen Großkampfſchiffes „Rivadaira”.
* Tokio, 19. März. Die gemeinſame
Konfe=
renz der Vertreter beider Häuſer des Landtags lehnte
den Beſchluß des Oberhauſes, den Marineetat um
70 Millionen Yen zu kürzen, ab. Die Entſcheidung gab
der durch das Los gewählte Vorſitzende, der Mitglied des
Oberhauſes iſt.
* Berlin, 19. März. Die Kaiſerin iſt heute um
2 Uhr 45 Min. von Braunſchweig hier wieder eingetroffen.
Der Kaiſer empfing die Kaiſerin auf dem Bahnhofe
und geleitete ſie nach dem Schloſſe. Hier nahm die
Kai=
ſerin die Glückwünſche der Umgebung und des Gefolges
entgegen. Die Rückreiſe nach Braunſchweig ſoll heute
abend 6 Uhr 45 Min. erfolgen.
* Berlin, 19. März. Die Kaiſerin iſt heute abend
6 Uhr 54 Minuten von Potsdam nach Braunſchweig
wieder abgefahren. Der Kaiſer begleitete ſie zum
Bahnhof.
Vom Bundesrat.
* Berlin, 19. März. In der hentigen Sitzung des
Bundesrats wurden den zuſtändigen Ausſchüſſen
über=
wieſen: Der Entwurf der Bekannmachung berreffend den
Betrieb und die Anlagen der Großeiſeninduſtrie, die
Vor=
lage betreffend die Nachträge zu den Muſterſatzungen der
Krankenkaſſen, die Entwürfe zu den Geſetzen betreffend die
vorläufige Regelung des Reichshaushalts und des
Haus=
halts der Schutzgebiete für das Rechnungsjahr 1914. Dem
vom Reichstag angenommenen Entwurf eines
Poſtſcheck=
geſetzes wurde zugeſtimmt. Zur Annahme gelangten die
Vorlagen betreffend die Abänderungen der Grundſätze
über die Beſetzung der Stellen mit Militäranwärtern, der
internationale Vertrag zum Schutze des menſchlichen
Lebens auf der See, die Vorlage betreffend das Abkommen
mit Frankreich über den Verkehr mit Branntwein über die
deutſch=franzöſiſche Grenze, die Vorlage betreffend die
Ge=
bührenfeſtſetzung für die einzuführenden Poſtkreditbriefe,
der Entwurf eines Geſetzes über die Verlegung der
deutſch=
ruſſiſchen Landesgrenze vom Memelſtrom bis zum Piſſek=
Fluß, ſowie der dritte Nachtrag des Reichshaushaltsetats
für das Rechnungsjahr 1913.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Aus frohem Herzen kundgetan!
Da mein Mann, der ein Darmleiden hat, vor einiger Zeit
über Appetitloſigkeit klagte, gab ich ihm zur Kräftigung
als leicht verdauliche Koſt Bioſon, das bei ihm geradezu
Wunder wirkte. Das Allgemeinbefinden beſſerte ſich
zu=
ſehends. Der Geſchmack ſagte ihm auch ſehr zu, ſo daß er
jetzt anſtatt Kaffee immer Bioſon trinkt und ſich ſehr wohl
dabei fühlt. Frau A. Mayer, Ravensburg,
Gewerbe=
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17. März 12 Uhr mittags von Algier. „Dortmund” nach
Philadelphia, 16. März 11 Uhr abends in Neu=York. „Prinz
Adalbert” von Philadelphia kom., 18. März 5 Uhr morg.
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Sar=
dinia” nach Weſtindien, 17. März 4 Uhr nachm.
Queſſant paſſiert. „Wasgenwald” von Mexiko und
Havanna kommend, 17. März 5 Uhr nachm. von
San=
tander. — Oſtaſien: „Aleſia” 17. März morgens in
Wladiwoſtok. „Altmark” 17. März 4 Uhr nachm. von
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von Seattle nach Yokohama. „Bermuda” 14. März morg.
in Saigon, heimkehrend. „Sambia” von Antwerpen
kommend, 18. März 10 Uhr 25 Min. morgens auf der
Elbe. „Schwarzburg” 16. März nachm. Perim paſſiert,
ausgehend. „Senegambia‟ 17. März nachm. von
Hong=
kung nach Singapore. „Sileſia” 17. März 12 Uhr
30 Min. mittags Dover paſſiert., heimkehrend. „
Süd=
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kong. — Verſchiedene Fahrten: „Almeria” von Perſien
kommend, 17. März 11 Uhr abends in Hamburg. „
Cleve=
land”, Orient= und Indienfahrt, 16. März nachm. Perim
paſſiert. „Duala” nach Neu=York, 16. März von Warri.
„Edea” nach Weſtafrika, 17. März 7 Uhr morgens in
Rotterdam. „Ekbatana” 17. März in Basra. „
Marko=
mannia” von Perſien kommend, 17. März von Port
Said. Vergnügungsdampfer „Meteor” dritte
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meerfahrt, 16. März 6 Uhr abends in Cattaro. „
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mark” 17. März in Madras. „Rhenania” 17. März in
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vorm. in Bremerhaven angekommen „Berlin” 14. März
1 Uhr nachm. von Neu=York abgegangen. „Prinz
Friedrich Wilhelm” 17. März 1 Uhr vorm. in Neu=York
angekommen. „Barbaroſſa” 16. März 4 Uhr 30 Min.
nachm. Lizard paſſiert. „Prinz Ludwig” 16. März
11 Uhr 45 Min. nachm. in Hamburg angekommen.
„Goeben” 17. März 12 Uhr mittags in Genua angek.
„Bülow‟ 16. März 11 Uhr nachm. von Algier nach Oſt=
Aſien abgegangen. „Gneiſenau” 16. März nachm. von
Southampton abgegangen. „Weſtfalen” 16. März 9 Uhr
nachm. von Malta nach Bremen abgegangen. „Pfalz”
6. März 11 Uhr vorm. in Sydney angekommen.
„Franken” 16. März in Rotterdam angekommen..
„Eiſenach” 16. März von Funchal abgegangen. „Prinz
Heinrich” 16. März 2 Uhr nachm. in Alexandrien
an=
gekommen. „Schleswig” 16. März 1 Uhr nachm. von
Korfu nach Alexandrien abgegangen. „Prinz Waldemar”
16. März 4 Uhr vorm. von Brisbane abgegangen.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Heute nacht iſt mein lieber Mann, unſer
guter Vater, Schwiegervater, Großvater und
Onkel
(*7517
Gregor Land
Bierbrauer
im 55. Lebensjahre ſanft entſchlafen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Babette Lang,
Friedrich Lang,
Julie Kattwinkel, geb. Lang,
Franz Kattwinkel.
Darmſtadt, Liebfrauenſtr. 91, II., 19. März 1914.
Die Beerdigung findet am Samstag, nachm.
um 3 Uhr, von der Friedhofskapelle aus ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahm
an unſerem ſo ſchweren Verluſte bei dem Heinn
gange unſeres teuren, unvergeßlichen Entſchlafenen
ſagen wir Allen unſeren tiefgefühlten Dank.
Darmſtadt, den 20. März 1914.
Familie Ernst Wolff,
Familie Friedrich Sparschneider.
7359)
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe der Teilnahme
beim Hinſcheiden meiner treubeſorgten Gattir
unſerer lieben Tochter und Schweſter (*7489
Marie Stelzle, geb. Kumpf
ſagen wir hiermit unſeren herzlichſten Dank.
Be=
ſonderen Dank ſagen wir auch für die zahlreichen
Kranz= und Blumenſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Joſeph Stelzle,
Eliſabethe Kumpf Witwe
und Geſchwiſter.
Darmſtadt, den 19. März 1914.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchweren Verluſte unſeres lieben, guten,
unvergeßlichen Vaters, Schwiegervaters und
Groß=
vaters
(7323)
Herrn Georg Pfaff
ſagen wir allen Denen, die ihn zur letzten Ruhe
geleitet haben, unſeren tiefgefühlten Dank,
insbe=
ſondere dem Herrn Pfarrer Storck für ſeine
liebe=
vollen und troſtreichen Worte und dem
Arbeiter=
verein für ſeine Blumenſpende.
Die tieftrauernden Kinder.
Ueberau (Odenw.), den 17. März 1914.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 20. März:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 45 Min.
Samstag, den 21. März:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbatausg
7 Uhr 25 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religi
„geſellſchaft.
Samstag, den 21. März
Vorabend 6 Uhr 5 Min. Morgens 8 Uhr Nachmitt
4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 25 Min
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 22. März,
Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 6 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Hohem Druck über Oſteuropa lagert tiefer Druck
Weſt= und Mitteleuropa gegenüber, unter deſſen Ein
am Mittwoch bei uns Trübung, Erwärmung und leicht
Regen eintrat. An dem Oſtrand des Tiefdruckgebi
haben wir heute keine weſentliche Aenderung unſc
Witterung zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 20. Ma
Veränderlich, vorwiegend wolkig, zeitweiſe geri
Niederſchläge, tagsüber wärmer, ſüdweſtliche Winde.
Tageskalender.
Freitag, 20. März.
Großh. Hoftheater Anfang 7½ Uhr, Ende 1
Uhr (Ab. D): „Die luſtigen Weiber von Windfor.”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag mit Lichtbildern von Hofrat Meier um?½i
im Saalbau (Großh. Zentrale für Mutter= und Säu
lingsfürſorge).
Verſammlung der Nationalliberalen Partei um
Uhr im „Kaiſerſaal”
Konzerte: Hotel Heß um 4 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Bürgerkeller um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 21. März.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der
tillerie=Kaſſerne (Regt. Nr. 25). — um 9½ Uhr in
Dragoner=Kaſerne (Regt. Nr. 24).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckere
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleto
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrige
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigente
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäft
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſin
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſiere
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg
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[ ← ][ ][ → ]Amtliche Nachrichten des Großh. Polizekiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 deutſche Schäferhunde, 2 Pinſcher (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(7318
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Arheilger Straße zwiſchen der Liebfrauenſtraße und dem
Rhön=
ring vom 18. März bis zum 22. April ds. Js. und die Neue
Irenen=
ſtraße zwiſchen der Arheilger= und der Pankratiusſtr. vom 18. März
bis zum 1. Mai ds. Js. für den Fuhrwerks= und Radfahrverkehr
geſperrt.
(7314
Bekanntmachung.
Wir ſehen uns veranlaßt, die nachſtehende
Polizeiverord=
nung für die Stadt Darmſtadt, betreffend die
Ver=
hütung von Geſundheitsgefahren bei dem Betriebe
von Bäckereien, vom 12. April 1897 und 21. März 1899,
erneut bekannt zu machen. Dabei weiſen wir beſonders auf die
§§4 und 6 dieſer Verordnung hin. Die Schutzmannſchaft iſt
ange=
wieſen, auf die genaue Befolgung der genannten Verordnung zu achten
Darmſtadt, den 17. März 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung
für die Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt,
betreff nd die Verhütung von Geſundheitsgefahren bei dem Betriebe
von Bäckereien
Vom 12. April 1897 und 21. März 1899.
§ 1. Die in Bäckereien den Arbeitern (Geſellen, Gehilfen und
Lehrlingen) zugewieſenen Schlafräume müſſen entweder
ordnungs=
mäßig unterkellert oder gegen die Bodenfeuchtigkeit anderweit
aus=
reichend geſchützt ſein, ſowie mit trockenem (feſtgedielten, zementierten
oder aſphaltierten) Fußboden verſehen ſein. Für jeden Arbeiter muß
ein Luftraum von mindeſtens 10 Kubikmeter in jedem Schlafraum
vorhanden ſein. Die Schlafräume müſſen mit Fenſtern verſehen ſein,
welche die direkte Luftzuführung von außen ermöglichen. Auf den
Kopf der zuläſſigen höchſten Zahl von Bewohnern ſoll mindeſtens
Quadratmeter Fenſteröffnung vorhanden ſein.
§ 2. Für jeden Arbeiter muß in dem Schlafraum eine
be=
ſondere Lagerſtätte und entweder in dem Schlafraum oder in einem
neben demſelben gelegenen Raume eine beſondere Waſchvorrichtung
vorhanden ſein. Schlafräume, Lagerſtätten und Waſchvorrichtungen
ſind ſtets in einem, den ordnungsmäßigen Gebrauch ermöglichenden
ſauberen Zuſtande zu erhalten.
§ 3. (Aufgehoben.)
§ 4. Mehl und Backwaren ſind in geeigneten
Be=
hältern aufzubewahren und zu transportieren, ſowie gegen
Werunreinigung ausreichend zu ſchützen.
Insbeſon=
dere müſſen die zum Transport der Backwaren
dienenden Körbe, Mahnen uſw. ſtets in reinlichſtem Zu=
Sſtande erhalten werden und dürfen nicht zur
Auf=
bewahrunganderer Gegenſtände verwendet werden.
Ebenſo muß ſich das die Backwaren herumtragende
Per=
ſonal beſonderer Reinlichkeit auch in der Kleidung
befleißigen und bei dem Transport jede
Verun=
reinigung der Backwaren durch Ueberdecken der Körbe
mit reinen Decken von heller Farbe vermeiden.
§ 5. In jeder Backſtube muß eine an die ſtädtiſche Waſſerleitung
unmittelbar angeſchloſſene Waſcheinrichtung vorhanden ſein, welche
das Abſpülen der Hände und Arme ermöglicht.
Sind die räumlichen Verhältniſſe der Backſtube derartig, daß für
die Anbringung der Waſchvorrichtung kein geeigneter Platz vorhanden
Eiſt oder daß die in der Backſtube aufgeſtellten oder gebrauchten
Back=
materialien oder Geräte bei Benützung einer daſelbſt angebrachten
Waſchvorrichtung der Gefahr einer Verunreinigung ausgeſetzt würden,
ſo iſt die Waſchvorrichtung in dem Backhauſe, inſoſern dieſes
unmittel=
bar an die Backſtube anſtößt, oder, wenn dies untunlich iſt, in einem
unmittelbar an die Backſtube anſtoßenden, jederzeit leicht zugänglichen
Raum anzubringen.
§ 6. Der Arbeitgeber darf keinen Arbeiter beſchäftigen,
welcher an einer anſteckenden und ekelerregenden Krankheit leidet.
Tritt eine ſolche Krankheit bei einem im Dienſt befindlichen Arbeiter
ein, ſo iſt von dem Erkrankten die Arbeit im Bäckereigewerbe bis zur
vollſtändigen Heilung einzuſtellen. In dieſem Falle ſind die
Lager=
ſtätten und die ſonſt vom Arbeiter benutzten Gegenſtände gehörig zu
reinigen und, ſoweit nötig, in der ſtädtiſchen Desinfektionsanſtalt zu
desinfizieren.
§ 7. Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden
Beſtimm=
ungen werden — falls nicht andere geſetzliche Beſtimmungen,
ins=
beſondere diejenigen des Geſetzes vom 1. Juli 1893, betreffend die
polizeiliche Beaufſichtigung der Mietwohnungen und Schlafſtellen,
verletzt ſind — mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
Sofern infolge obiger Vorſchriften eine bauliche Veränderung
vorgenommen, oder eine beſondere Einrichtung getroffen werden muß,
tritt eine Strafbarkeit erſt ein, wenn eine von der Polizeibehörde
hierfür geſetzte angemeſſene Friſt fruchtlos verſtrichen iſt.
(7317fs
Bekanntmachung
über die Dauer des Geſindedienſtverhältniſſes.
Nach den Beſtimmungen der Artikel 6 und 7 des Geſetzes, die
SGeſindeordnung betreffend, vom 28. April 1877 in der Faſſung vom
3. Auguſt 1899 und des Ortsſtatuts für die Stadt Darmſtadt vom
12. Februar 1905 gelten ſämtliche Dienſtbotenverträge, für welche
nicht ausdrücklich eine beſtimmte Dienſtdauer vereinbart oder aus
den Umſtänden zweifellos zu entnehmen iſt, als auf die Dauer
eines Kalendervierteljahres abgeſchloſſen.
Wird ein ſolcher Dienſtvertrag nicht vier Wochen vor dem
Ablauf des Kalendervierteljahres aufgekündigt, ſo iſt er
ſtill=
ſchweigend auf ein weiteres Kalendervierteljahr als erneut
anzuſehen.
Es ergibt ſich hieraus, daß in der Stadt Darmſtadt
Dienſt=
botenverträge nur auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und
1. Oktober aufgekündigt werden können, und daß die Kundigung
ſpäteſtens vier Wochen vor dem jeweiligen Termin erfolgt ſein
muß, es ſei denn, daß ausdrücklich etwas anderes zwiſchen den
Parteien vereinbart oder mit Sicherheit aus den obwaltenden
Um=
ſtänden zu entnehmen iſt.
Dies gilt auch dann, wenn der Lohn nach Monaten
be=
meſſen iſt, da der von monatlicher Lohnzahlung handelnde Abſ. 4
des Art. 6 der Geſindeordnung mit den übrigen Beſtimmungen des
Art. 6 durch das erwähnte Ortsſtatut außer Kraft geſetzt iſt.
Ebenſo macht es keinen Unterſchied, ob ein Dienſtverhältnis
am Anfang oder erſt im Laufe eines Kalendervierteljahres
ein=
gegangen worden iſt, da ein im Laufe des Kalendervierteljahres
eingegangenes Dienſtverhältnis zunächſt bis zum Ende des
Kalender=
vierteljahres und dann in der oben bezeichneten Weiſe von
Viertel=
jahr zu Vierteljahr weiterläuft.
Das Kalendervierteljahr beginnt mit dem erſten Werktag eines
Vierteljahres und endigt mit dem Beginn des folgenden
Kalender=
vierteljahres (Ortsſtatut vom 12. Februar 1900, Abſatz 2).
Darmſtadt, den 17. März 914.
(731a
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
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einzeln) abzugeben. Gefl. Offerten
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einſchließlichLaden=
türe) ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 26. März 1914
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(7340fg
Darmſtadt, 19. März 1914.
Stadtbauamt.
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. April 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Fuhrmann Philipp
Andel dahier zugeſchriebenen
Im=
mobilien:
Flur Nr. qm
XIV 37 1873 Acker im tiefen
See,
XIV 65 2300 Acker daſelbſt,
XXVI 44 1444 Acker vor dem
Eichelacker,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K15/14
Darmſtadt, 17. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VII.7333
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. April 1. Js.,
vormittags 10½ Uhr,
ſollen die dem Chorſänger
Fried=
rich Edmund Göllnitz dahier und
deſſen Kindern zugeſchriebenen
Im=
mobilien:
Flur Nr. qm
III 368 233 Hofreite
Eck=
hardtſtraße
Nr. 8,
III 367 58 Grabgarten da
ſelbſt,
III 368¾0 33 Bauplatz
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K29/13
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 16. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VII7334
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. April I. Js.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die dem Schreinermeiſter Peter
Arnold und deſſen Tochter Auguſte
Johanna Arnold dahier
zugeſchrie=
bene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 967 369 Hofrette
Parcus=
ſtraße Nr. 12,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K20/14
Darmſtadt, 17. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII7332
Bekanntmachung.
Die am 16. ds. Mts. im
hieſi=
gen Gemeindewald abgehaltene
Nutzholzverſteigerung iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können von
Mon=
tag, den 23. ds. Mts., bei dem
Gemeinde=Einnehmer dahier in
Empfang genommen werden.
Erſter Abfuhrtag, Montag, den
23. März.
(7292
Gundernhäuſen, 18. März 1914.
Größherzogliche Bürgermeiſterei.
Schütz.
Kohlen-Verein „Friede
Nieder-Modau
beabſichtigt die Lieferung von
zirka 2000 Ztr. Nußkohlen
und Briketts
zu vergeben. Offerten ſind an
Friedrich Mager, I. Vorſitzender,
zu richten.
(*7511
Liter Milch von einem
50—80 Hofzut geſucht. Off. mit
Preis u. W4 a. d. Exped. (*7520
Bekanntmachung
betreffend Verunreinigung der Straßen und Plätze durch
Wegwerfen von Papier und dergleichen.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt beobachtet und Klage darüber
geführt worden iſt, daß die Straßen und Plätze der Stadt durch
weggeworfene Pavierſtücke, insbeſondere Reklamezettel und
Pro=
gramme, in erheblichem Maße und in mißſtändiger Weiſe
verun=
reinigt werden, ſehen wir uns veranlaßt, erneut darauf hinzuweiſen,
daß durch Artikel 112 des Polizeiſtrafgeſetzbuchs verboten iſt,
verun=
reinigende Gegenſtände auf Ortsſtraßen oder öffentliche Plätze
zu werfen, und daß Zuwiderhandlungen gegen dieſes Verbot nach
§ 366 Ziff. 10 des Reichsſtrafgeſezbuchs mit Geldſtrafe bis zu
60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft werden. Wir
haben die Schutzmannſchaft angewieſen, auf die Befolgung dieſer
Beſtimmungen ein ſcharfes Augenmerk zu haben und
Zuwiderhand=
lungen unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen.
Darmſtadt, den 17. März 1914.
(7316
Großherzogliches Polizeiamt
Gennes.
Gartengelände=Verpachtung.
(Landeseigentum.)
Montag, 23. März I. J., nachmittags 5 Uhr,
wird das in 20 Loſe eingeteilte frühere Eiſenbahngelände der Main=
Rhein=Bahn — an der Frankfurter Straße nach Kranichſtein zu —
auf 5 Jahre verpachtet.
(7296fg
Treffpunkt am Schlachthof.
Darmſtadt, den 18. März 1914.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Stammholz=Verſteigerung.
Donnerstag, 26. März I. Js., morgens 9½ Uhr ab, nach
Zuſammenkunft auf der Chauſſee Meſſel=Urberach an der
Schmellen=
bruchſchneiſe werden verſteigert aus Diſtr. I Eichen, Abt. 17, 24 bis
30, 41, 43 und 46, Stämme, Eichen: 8 I. — 16,10 fm, 8 II. — 9,40 fm,
25 III. — 18,52 fm, 50 IV. — 24,55 fm, 147 V. und VI. (
Wagner=
holz), — 23 km; Buchen: 1 II. — 1,22 fm, 12 III. — 10,73fm, 1 IV.
— 0,96 fm; Fichten: 1 IV. — 0,69 fm (Nr. 902 in Abt. 17 wird nicht
vorgezeigt); Derbſtangen: 8 Eichen I. 0,41 fm, 9 Buchen I. —
10,68 fm. Auskunft durch Forſtamtsaſpirant Kirſchner zu Meſſel.
Meſſeler Forſthaus, 17. März 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Meſſel.
Schlag.
(7298
Autz= und Brennholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 26. Ifd. Mts., von vormittags
10 Uhr ab,
werden im Zeilharder Gemeindewald, Diſtrikt Mark, verſteigert:
a) Stämme.
11 Eichen mit 13,34 km Inhalt,
75 Fichten=Derbſtangen mit 5,07fm
Inhalt.
b) Brennholz.
Scheiter: 27 rm Eichen;
Knüp=
pel: 86 rm Birken, 22 rm Eichen,
75 rm Erlen, 11rm Eſchen, 57rm
Fichten; Wellen: 2090
verſchie=
dene: 22 rm Reiſig=Knüppel;
11 rm Eichen, 12 rm Fichten
Stöcke.
Das Stammholz kommt zuerſt zum Ausgebot. Die
Zuſammen=
kunft iſt bei Gaſtwirt Heberer, Station Meſſel.
(II,7305
Zeilhard, den 18. März 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Zeilhard.
Kühn.
Verkauf von Matratzenſtreu.
Samstag, den 21. März wird die Matratzenſtreu einer
Eskadron auf dem Hofe der Kavalleriekaſerne an der Holzhofallee
verſteigert. Der Verkauf beginnt um 9 Uhr 30 Min. vormittags.
Leib=Dragoner=Regiment
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24.
(7337
Als Haus- und Linderungsmittel bei
Khleamd, Ucht, ISchfus
usw. wird von dem Wiener Kiniker Prof. Dr. med. Winternitz
Birkenblättertee empfohlen. Der bewährte Birkenblättertee,
Paket 75 Pfg., zu haben bei
(7364a
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Anton Braunwarth, Darmstadt,
Ernst-Ludwigstraße 3. Telephon 971.
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verk. Kahlertſtr. 22, III. (*7496
Fret., billg, Elabellen.=
Fahrrad, str. 7, Fahrradhandl. (*42a
Spalang der Waſſerrbheneheb!
In der Zeit von Samstag, den 14. März, bis Donnerstag, den 26. März 1914
wird das ſtädtiſche Waſſerrohrnetz geſpült.
Dabei läßt ſich eine Trübung des Leitungswaſſers nicht vermeiden, auch muß abteilungsweiſe in den gemäß nachſtehender
Tabelle betroffenen Straßen die Waſſerlieferung von abends 10 Uhr bis morgens 5 Uhr unterbrochen werden. Den Waſſerabnehmern wird
deshalb empfohlen, ſich rechtzeitig vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Bei den Druckrohrſpülungen wird die Waſſerlieferung nur vermindert.
Spülplan.
Hauptdruckrohr I Samstag, den 14. März
Montag, den 16. März
Abteilung A
Abteilung B
Mittwoch, den 18. März
von abends 10 Uhr ab
Abteilung C
Samstag, den 21. März
Abteilung D
Montag, den 23. März
Abteilung E
Mittwoch, den 25. März
von nachmittags 4 Uhr ab
Hauptdruckrohr II Donnerstag, den 26. März
Aus dem nachſtehenden alphabetiſch geordneten Straßenverzeichnis iſt zu erkennen, zu welcher Spülabteilung (A-E) die
einzelnen Straßen oder ihre Teile gehören.
Dabei iſt zu bemerken, daß Eckhäuſer öfters zu einer andern Spülabteilung gehören als die Straße, zu der ſie zählen.
Einige Straßen müſſen teilweiſe an zwei Spülabenden ohne Waſſer bleiben, nämlich die Frankfurterſtraße, Heidelbergerſtraße,
Ludwigshöhſtraße und Wilhelminenſtraße, was aus dem Verzeichnis zu erſehen iſt.
Straßen=Verzeichnis.
Abt.
Namen
Adolf=Spießſtraße .
Ahaſtraße .
Alexanderſtraße Haus Nr. 17½
19, 21, 23 und 25
Alexanderſtraße Haus Nr. 22
. D
(Infanterie=Kaſerne)
Alexanderſtraße (Die andern
Häuſer ſind an das
Haupt=
druckrohr I angeſchloſſen.) . —
L
Alexandraweg
Aliceſtraße .
B
Allee
Annaſtraße zwiſchen Karls= und
Wilhelminenſtraße
Annaſtraße zwiſchen
Wilhelmi=
nen= und Artillerieſtraße .
Arheilgerſtraße
Artillerieſtraße
Bachgang
Große Bachgaſſe . .
Kleine Bachgaſſe.
Bahnhofsplatz (Alter
Haupt=
bahnhof)
Bahnhofsplatz (Neuer
Haupt=
bahnhof)
Ballonplatz Haus Nr. 1, 3, 9,
10 und 11
Ballonplatz Haus Nr. 4 .
Ballonplatz (Die andern Häuſer
ſind an das Hauptdruckrohr I
angeſchloſſen.)
Beckerſtraße . . . .
Beckſtraße, ausgenommen Haus
Nr. 89 und 91
Beckſtraße Haus Nr. 89 und 91 D
Beſſungerſtraße Haus Nr. 2 bis
60, jedoch ohne Nr. 1 u. 33 D
Beſſungerſtraße Haus Nr. 1 u.
33, ſowie Haus Nr. 61—140 E
Beſſunger=Weg (Artill.=Kaſerne) E
Bismarckſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 59
Bismarckſtraße Haus Nr. 59
Bleichſtraße .
Blumenthalſtraße
Brandgaſſe .
Am Breitwieſenberg
Bruchwieſenſtraße . .
Bruſtſtraße .
Clemensſtraße
. . . D
. C
Darmſtraße
Dieburgerſtraße Haus Nr. 18
bis 255
,,,
Dieburgerſtraße (Die andern
Häuſer ſind an das
Haupt=
druckrohr I angeſchloſſen.)
Döngesborngaſſe
Donnersbergring
Dornheimer=Weg
Dreibrunnenſtraße
Eckhardſtraße .
Eichbergſtraße .
Eliſabethenſtraße zwiſchen
Lud=
wigsplatz u. Wilhelminenſtr. B
Eliſabethenſtraße zwiſchen
Wil=
helminenſtraße u. Landgraf
Philipps=Anlage .
Emilsſtraße zwiſchen Moller= u.
Frankfurterſtraße . .
Emilsſtraße zwiſchen
Frank=
furter und Liebigſtraße . . B
Erbacherſtraße ausgenommen
Haus Nr. 50
Erbacherſtraße Haus Nr. 50
Am Erlenberg
Ernſt=Ludwigsplatz .
Ernſt=Ludwigsſtraße
Eſchollbrückerſtraße .
Feldbergſtraße
Felſingſtraße .
Fiedlerweg
. D
Forſtmeiſterplatz . . . . . . E
Forſtmeiſterſtraße . . . . . E
Frankenſteinſtraße . . . . . E
Frankfurterſtraße zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße
(wird 2mal geſpült) .
Frankfurterſtraße zwiſchen
Bis=
marckſtraße und Arheilger
Grenze.
Abt.
Namen
Friedrichsſtraße
. . A.
Fuchsſtraße zwiſchen Bleich= u.
A
Bismarckſtraße:
Fuchsſtraße zwiſchen Bismarck=
und Lagerhausſtraße
Fuhrmannsſtraße
Gardiſtenſtraße .
Gartenſtraße
Im Geißenſee . .
Geiſtberg
Georgenſtraße .
Gervinusſtraße
.D
Goetheſtraße
Gräfenhäuſer Weg . .
B
Grafenſtraße
Griesheimer Weg
Groß=Gerauer Weg
Grüner Weg zwiſchen Kies= u.
Heinrichsſtraße
Grüner Weg zwiſch. Heinrichs=
und Schießhausſtraße .
Gutenbergſtraße
Heidelbergerſtratze Haus Nr. 1
bis 17½ ſowie 19, 21, 23 u. 25
(wird 2 mal geſpült) .
Heidelbergerſtraße Haus Nr. 1
bis Nr. 177
Heidenreichſtraße .
Heinheimerſtraße .
Heinrichsſtraße zwiſchen
Heidel=
berger= u. Wilhelminenſtraße A.
Heinrichsſtraße zwiſchen
Wil=
helminen= und Karlsſtraße . B
Heinrichsſtraße zwiſchen Karls=
und Heidenreichſtraße ohne
Haus Nr. 63, 69 und 136 . C
Heinrichsſtraße Hausnummer
63, 69 und 136 . . . . .
Heinrichwingertsweg .
Helfmannſtraße .
Herderſtraße
Herdweg .
Hermannsſtraße . .
Herrngartenſtraße
Hinkelsgaſſe
Hobrechtſtraße.
Hochſchulſtraße
Hochſtraße Haus Nr. 2 bis 37 C
desgl. zwiſch. Heinrichsſtraße
und Herdweg ohne Nr. 37 . D
Hoffmannſtraße zwiſchen Nied.=
Ramſtädter= u. Heinrichſtraße C
Hoffmannſtraße zwiſchen
Hein=
richs= und Hobrechtſtraße . .
Hofgartenſtraße .
Hofſtalſtraße
Hoftheaterplatz Haus Nr. 1 u. 2 D
desgl. das Haus Nr. 3 (Großh.
Hoftheater) iſt an das
Haupt=
druckrohr I angeſchloſſen).
Hohler=Weg. .
Hölgesſtraße
Holzhofallee Haus Nr. 11, 13, 25
und 30
Holzhofallee Haus Nr. 1, 2, 10
und 32
Holzhofallee Haus Nr. 8. .
Holzſtraße
Hügelſtraße zwiſch. Karlsſtraße
und Wilhelminenplatz . . . B
Hügelſtraße zw.
Wilhelminen=
platz und Landgraf=Philipps=
Anlage .
Inſelſtraße
Ireneſtraße .
Neue Ireneſtraße
Kahlertſtraße
Kapellſtraße.
Große Kaplaneigaſſe
Kleine Kaplaneigaſſe
Karlsſtraße zwiſchen Schul=1
Heinrichsſtraße.
Karlsſtraße zwiſchen Heinrichs=
und Hermannsſtraße
Kaſinoſtraße .
Kaſtanienallee .
Kaupſtraße .
Kiesbergſtraße.
Kiesſtraße, ausgenommen Haus
Nr. 2
C
Abt.
Namen
Kiesſtraße Haus Nr. 2
Kirchſtraße .
Kirſchenallee
f
Klappacher=Straße
D
Kranichſteiner=Straße .
Lagerhausſtraße .
Landgraf=Georgs=Straße
g
Landgraf=Philipps=Anlage.
Landskronſtraße . .
Landwehrſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 1 und 2
B
Landwehrſtraße, Haus Nr. 1
und 2
Langegaſſe . . .
Lauteſchlägerſtraße . .
Lichtenbergſtraße . . . . . . D
Liebfrauenſtraße .
. . . . D
Obere Liebfrauenſtraße . . . D
Liehigſtraße.
. . . B
Lindenhofſtraße
.. . C
Löffelgaſſe
. D
Lucasweg
. . D
Ludwigshöhſtraße,
ausgenom=
men Haus Nr. 11, 13, 31 u. 55 D
Ludwigshöhſtraße (wird
noch=
mals ganz geſpült) . .
Ludwigsplatz
Ludwigsſtraße
Louiſenplatz Haus Nr. 1 bis 5 4
dgl. Haus Nr. 6 und 7
B
Louiſenſtraße zwiſch. Bismarck=
und Rheinſtraße
Louiſenſtraße zwiſchen Rhein=
und Eliſabethenſtraße .
Magdalenenſtraße .
Marienplatz (Dragonerkaſerne) A
Marktplatz Haus Nr. 1 bis 7 B
dgl. Haus Nr. 8 bis 12 .
Marktſtraße.
Martinspfad
Martinsſtraße:
Mathildenhöheweg .
.D
Mathildenplatz
A
Mathildenſtraße . . . . . . D
Mauerſtraße
, D
Mollerſtraße
Moosbergſtraße zwiſch. Goethe=
und Ludwigshöhſtraße
Moosbergſtraße zwiſchen
Lud=
wigshöh= und Heidelberger=
Straße .
Moſerſtraße.
Mühlſtraße, ausgenommen
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Haus Nr. 12, 32 und 78 .
Mühlſtraße Haus Nr. 12, 32
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Müllerſtraße
Neckarſtraße
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Nieder=Ramſtädter=Straße
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Niederſtraße
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Nikolaiweg.
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Ohlyſtraße .
D
Olbrichweg
. D
Orangerieallee.
. D
Orangerieſtraße
D
Pädagogſtraße
Pallaswieſenſtraße zwiſch.
Mol=
ler= und Frankfurter=Straße
Pallaswieſenſtraße zwiſchen
Frankfurter=Straße uud
Kir=
ſchenallee
Pankratiusſtraße.
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Parkusſtraße .
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Prinz Chriſtians=Weg Haus
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Rheinſtraße Haus Nr. 2, 4, 6 u.8 B
Rhönring, ausgenomm. Haus
Nr. 1
D
Rhönring Haus Nr. 1 . .
Riedeſelſtraße
Riedlingerſtraße
Riegerplatz
Aeußere Ringſtraße.
, ,,
Roquetteweg
Roßdörferſtraße
Rößlerſtraße
B
Rückertſtraße
. . D
Rundeturmſtraße
C
Ruthsſtraße .
. D
Saalbauſtraße zwiſchen Rhein=
und Heinrichsſtraße:
Saalbauſtraße zwiſchen
Hein=
richs= und Annaſtraße .
Sackgaſſe
Sandbergſtraße
Sandſtraße zwiſchen Steinſtr.
und Wilhelminenplatz
Sandſtraße zwiſchen
Wilhelmi=
nenplatz und Haus Nr. 42
Schießhausſtraße
Schillerplatz
Schloßgarten
Schloßgartenplatz
Schloßgartenſtraße .
Schloßgaſſe .
Schloßgraben
Schuchardſtraße
Schuknechtſtraße .
Schulſtraße .
Schulzengaſſe
Schuſtergaſſe
Schützenſtraße .
Schwanenſtraße
Seekatzſtraße
,
Seeſtraße
Seitersweg .
Soderſtraße .
Speſſartring
Stadtallee
Steinackerſtraße
Steinſtraße .
Stiftsſtraße .
Stirnweg
Tannenſtraße
Taunusſtraße
Teichhausſtraße
Viktoriaplatz
Viktoriaſtraße .
. . B
Waldſtraße .
. A
Weinbergſtraße .
E
Weiterſtädter=Weg .
B
Wenckſtraße
D
Wendelſtadtſtraße,
ausgenom=
men Haus Nr. 1
Wendelſtadtſtr. Haus Nr. 1.
Weyprechtſtraße
Wienersſtraße.
Wieſenſtraße
Wilhelminenplatz Haus Nr. 1,
2, 4 und 7
Wilhelminenplatz Haus Nr. 8
bis 18 .
Wilhelminenſtr. zwiſchen
Bis=
marck= u. Heinrichsſtraße . . A.
Wilhelminenſtr. zwiſch.
Hein=
richs= u. Karlsſtraße. (Wird
2mal geſpült.) . . . . D u. E
Wilhelmsplatz . . . . .
Wilhelmsſtraße . . . .
E
Wingertsbergſtraße
Wingertsgäßchen
5
Wittmannſtraße
D
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Die Erbſchaft.
Roman von Adeline Genke.
(Nachdruck verboten.!
25
Etwas war entſchieden nicht mit ihm in Richtigkeit,
Lotte empfand lebhafte Beſorgnis. Und ſo freundſchaft=
Tlich, wie ſie zu einander ſtanden, durfte ſie ſich wohl eine
Frage erlauben, die ſie auch alsbald tat: Haben Sie
ir=
gendwelchen Verdruß gehabt, Herr Doktor? Iſt Ihnen
etwas Unangenehmes paſſiert?
Mir. — O nein, mir iſt nichts Unangenehmes paſſiert!
antwortete Hans Bauer, und nun ſah er nach der anderen
Seite.
Es war nicht weiterzukommen mit ihm! Was er nur
hatte? Ganz offenbar aber war ihr Beſuch, ihre
Gegen=
wart aus irgendwelchem Grund ihm heute unangenehm,
und aus Höflichkeit wollte er ſie’s nicht merken laſſen.
Aber ſein Benehmen tat ihr weh. Warum redete er nicht
offen? Sie war doch kein dummes, verſtändnisloſes
Ge=
ſchöpf, er hätte wohl ein bißchen Vertrauen zu ihr haben
können. Sie erhob ſich. Verzeihen Sie, Herr Doktor, ich
komme ein andermal wieder.
So bleiben Sie doch! ſagte Hans Bauer beinahe
hef=
tig, und dabei wiſchte er ſich mit dem Taſchentuch über die
Stirn, als fände er’s ſchwül im kühlen Zimmer oder irgend
eine ſchwere Laſt drückte ihn.
Schweigend nahm ſie wieder Platz, und auch er
ſchwieg, bis ſein Blick unverſehens ihre beſorgniserfüllten
Augen traf. Da griff er ſich in den Halskragen, als engte
e
fragke nun einerſeits mit einer Stimme, die rauß und
ſpröde klang: Womit alſo kann ich Ihnen heute dienen,
Fräulein Arnold?
Lotte mußte ſich ſozuſagen auch erſt zuſammenraffen,
ſein ſteifes, fremdes Gebaren hatte ſie den Grund ihres
Kommens faſt vergeſſen laſſen. Das Amtsgericht
Vor=
berg hate uns immer noch keine Antwort geſandt, berichtete
ſie nun. Das Warten wird nachgerade unerträglich.
Mei=
nen Sie nicht, daß wir noch einmal hinſchreiben ſollten,
Herr Doktor?
Ja, ja, das Amtsgericht Vorberg. — Der Doktor juris
Bauer ſtarrte jetzt nicht nach rechts oder links, ſondern auf
den Teppich vor ſeinen Füßen. Das Amtsgericht — Wie
ſagten Sie, Fräulein Arnold? riß er ſich wieder
zu=
ſammen.
Nun! Verſtärkte Beunruhigung und ein klein wenig
Ungeduld über ſein ganz unbegreifliches Benehmen
gru=
ben ſekundenlang eine kleine Falte in Lottes Stirn. Die
Antwort aus Vorberg iſt immer noch nicht da! Ob wir
nicht jetzt noch einmal darum hinſchreiben ſollen?!
wie=
derholte ſie mit erhöhtem Nachdruck
Hinſchreiben — Hans Bauer ſpielte mit den fünf
Fingern ſeiner Rechten auf der Schreibtiſchplatte und war
mit ſeinen Augen ſo völlig bei dieſem Spiel, daß er
im=
mer noch keinen Blick für das Antlitz ſeiner Klientin
fin=
den zu können ſchien. Hinſchreiben — hm — ich weiß
nicht. — Liegt Ihnen denn eigentlich ſo ſehr viel an der
Erbſchaft, Fräulein Arnold?
e
ment lang wußte Lotte wirklich nicht, was ſie ſagen ſollte
zu einer ſolchen Frage. Aber, Herr Doktor! Nachdem
wir uns viele Wochen lang ohne Unterlaß darum gemüht
und gequält, nachdem wir ſozuſagen Tag und Nacht
ge=
harrt und gefürchtet, geſorgt und gehofft und eine Menge
Koſten gehabt haben, die ſchwer genug für uns ins
Ge=
wicht fallen, wie Sie wiſſen — da kommen Sie jetzt, wo
wir endlich vor dem heiß erſtrittenen Ziel ſtehen, und
fra=
gen, ob uns viel an der Erbſchaft liegt! Sie, der Sie doch
alles gewiſſermaßen miterlebt haben!
Miterlebt — ja freilich — ich meinte ja nur —
mur=
melte Hans Bauer und griff ſich wieder in den
Halskra=
gen. Ich wollte nur ſagen —
Und eben darum, weil Sie unſere Verhältniſſe und
den ganzen Hergang genau kennen, müſſen Sie doch
be=
greifen, wie uns zumute iſt, und daß es uns dringend
ver=
langt, endlich die erſehnte Gewißheit zu erhalten.
Des=
halb wollte ich Sie fragen, ob wir nicht nochmals nach
Vorberg ſchreiben ſollen, ſchloß Lotte und blickte ihn
er=
wartungsvoll an.
Aber mit Hans Bauer war heute wirklich und
ent=
ſchieden etwas nicht in Richtigkeit. Er, der ſich ſonſt ſo
flott, geſchickt und findig in allen juriſtiſchen Ratſchlägen
und Auseinanderſetzungen erwies, ſchien jetzt kaum der
von ihm erwarteten einfachen Auskunft fähig zu ſein.
Eine ganze Weile ſtarrte er erſt wieder an Lotte Arnold
vorüber, fuhr ſich abermals mit dem Tuch über die Stixn
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und antwortete endlich murmelnd: Ich würde damit
lie=
ber noch etwas warten.
Noch warten? ſagte ſie enttäuſcht.
Ja — ich glaube — ich denke — Sie werden auch ſo
bald Antwort bekommen.
Nun, wenn Sie meinen, Herr Doktor, ſo wollen wir
denn noch ein paar Tage mit dem Schreiben warten. Aber
nur ein paar Tage noch! wiederholte ſie energiſch, und mit
abweſenden Augen ſagte es Hans Bauer mechaniſch nach:
Nur noch ein paar Tage. —
Da verabſchiedete ſie ſich und ging — zum erſten Male
nicht befriedigt. Und unruhig und beſorgt quälte ſie ſich
während des Heimwegs und noch bis in die Nacht hinein
mit der Frage: Was war nur heute mit ihm geweſen?
Steif und fremd hatte er ſich gegen ſie benommen, ihr
kein einziges Mal gerade und richkig ins Geſicht geblickt
— und auch beim Abſchied hatte er ihr nicht die Hand
ge=
geben! — Unbefriedigt von dem Rat des Rechtsanwalts
waren auch Thea und Mizzi geweſen, doch half die nun
unmittelbar bevorſtehende Feſtlichkeit einigermaßen über
die Ungeduld hinweg. Seine ſchimmernde Pracht ſorglich
verhüllt, hing ſeit Tagen ſchon Thegs Koſtüm am
Garde=
robehalter — nun endlich war die Stunde da, wo die kleine
Mama das aufgearbeitete Schwarzſeidene anzog, die
drei Arnoldsmädel ſich ſchmückten und alle miteinander
nach dem großen Schulgebäude wanderten, in dem es ſchon
durcheinander ſchwirrte wie in einem Bienenſtock.
Wäh=
rend Mama Arnold und ihre beiden Jüngern ſich
als=
bald in den großen Saal begaben, um ihre Plätze
einzu=
nehmen, ging Thea nach den Räumen, in denen die
ju=
gendlichen Darſtellerinnen ſich drängten und des
Augen=
blicks harrten, wo ſie einzeln oder gruppenweiſe, je nach
Art der Vorträge, auf der Bühne zu erſcheinen hatten.
Allgemeine Aufregung herrſchte unter der Schar
klei=
nerer und größerer Mädchen, die vor den Spiegeln an
ihrem Feſtputz herumzupften, verſtohlen ein paar Geſang=
Wee e e e en
überhörten und nach dem Saal hinhorchten, wo das
Or=
cheſter ſchon die Inſtrumente zur Ouvertüre ſtimmte.
Leh=
rer und Lehrerinnen, die ordnend und leitend ab und zu
gingen, wurden mit Fragen und Anliegen beſtürmt, und
auch Thea ſah ſich bald umringt von ihren kleinen
Schü=
lerinnen, die in ihren weißen, Kleidchen wie
Schmetter=
linge um ſie herumſchwirrten und ihre Begeiſterung,
Hoff=
nungen und Sorgen ihr anvertrauten. O Fräulein,
ha=
ben Sie ſchon einmal in den großen Saal geguckt, wie
ſchön der geſchmückt iſt mit den vielen Girlanden, Fahnen
und den großen, grünen Gebüſchen in den Ecken? Geben
Sie acht, Fräulein, unſer Lied iſt das allerſchönſte von
al=
len! — Nicht wahr, Fräulein, Sie paſſen doch ganz gewiß
auf, daß wir keinen Fehlen beim Reigen machen? — Ach,
Fräulein Arnold, fürchten Sie ſich denn gar nicht, wo Sie
doch die Frühlingskönigin ſelber zu ſpielen haben? forſchte
eine beſonders Aengſtliche.
Nein, ich fürchte mich gar nicht, lächelte Thea.
Ach ja, Sie ſind heute aber auch zu, zu wunderſchön!
ſeuſzte die Kleine, die junge Lehrerin mit großen,
be=
wundernden Kinderaugen betrachtend.
Findeſt Du, Lenchen? erwiderte Thea ſcherzend. Aber
freudige Gehobenheit klang durch die Worte; ſie wußte,
daß ſie heute ſehr ſchön war. Teuer, ſehr teuer war
Ma=
dame Bernard geweſen, aber ſie hatte ſich ſelbſt
über=
troffen in ihrem Kunſtwerk. In berechneter Schlichtheit
und mit reizvollem Faltenſpiel ſchmiegte ſich der weiße
Seidenſtoff den edeln Formen der Arnoldsälteſten an
und ließ die blühende Friſche von Nacken und Armen
bis zu den Schultern völlig frei, wo ihn dunkelglühende
Roſenranken von täuſchend natürlicher Arbeit
zuſammen=
hielten. Papierroſen — unmöglich! hatte die kunſtfertige
Franzöſin entſetzt ausgeruſen und ihre Pariſer Blumen
herbeigebracht. Die gehören zu Ihnen, Mademoiſelle.
Vor dem Preis war Theg erſchrocken — nur die Ausſicht
auf die Erbſchaft ließ ſie ſich ſchließlich zu dem teuer
Ankauf verſtehen — aber wenn ſie jetzt in den Spieg
blickte, mußte ſie ſich geſtehen, daß Madame Bernard rech
gehabt hatte. Niemals hätte ſie ſelber etwas herzuſtelle
vermocht, was nur annähernd die Wirkung dieſer grazie
ſen, purpurſatten Gewinde erreichte. Förmlich leuchten
hoben ſie das klare Weiß ihrer Haut hervor und ließen
als loſe Ranke dem Scheitel aufliegend, die Maſſen ihre
welligen Haares und die Augen darunter noch dunklel
und glanzreicher erſcheinen als ſonſt.
Ja, — nicht wahr, Lenchen? — zu wunderſchön! wie
gerholte eine männliche Stimme die Worte der kindliche
Enthuſiaſtin. Im eleganten Frackanzug ſtand der ſchön
Oberlehrer vor ihnen; während er der Kleinen mit dem
Anſchein heiteren Scherzes auf die Schulter klopfte, und
ſaßte ein heißer, glimmender Blick Geſtalt und Antli
der jungen Kollegin. Gefährlich ſchön, Fräulein Theal
raunte er leiſe.
Mama Arnolds Aelteſte errötete tief und glücklich,
Die Anerkennung gebührt Madame Bernard, Herr
Dol=
tor. Sie hat in der Tat ein Meiſterwerk geliefert.
Ich prophezeite es Ihnen ja, nickte Artur Helldorf.
Sie dürfen ſich überhaupt von keiner anderen meor
klei=
den laſſen, Fräulein Arnold. Und wieder glitt über ihre
Geſtalt ein Blick, bei dem es ſie wie ein heißer Schauer
überrieſelte.
Dann aber mußte ſie doch auflachen. Wieviel von den
Zinſen der Sechzigtauſend da wohl übrig bleiben
würden!
Wenn Sie wüßten, Herr Doktor, was für Rechnungen
Madame Bernard zu machen verſteht!
O, was tut das in ſolchem Fall! meinte der ſchöne
Oberlehrer leicht. Wenn Erfolge dabei herauskommen
wie hier vor meinen Augen!
(Fortſetzung folgt.)
Frankfurter Kursbericht vom 19. März 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
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Schweden v. 1890. .
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Dt. Reichsanleihe v. 1918.
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do. unkäb. 1918 . . .
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9860) do. Kons. steuerfreio
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6s90) 4o.
1919::
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86.00
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1921. ...
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do. . . . . . . . . . . ..
do. unif. v. 1903. . .
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. .24/10 69,801 do.
1922. . .
95,75Rheinische Kredit-Bank.
132,60 TOberschles. Eisenbed. . . 6 84,20
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1915 .
40. „
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96,50 v. 1913.
. . . . . . .. 4½ 98,70
do. do, v. 1905
1920 .
do.
57,80
South West.-Afr. Shares . 5 (120,75
96,50 nort-Anstalten.
do. v. 9994
3½ 89,50 do. Gold-Rente. . . . .
83.40Northern-Pacifie
4 94,50 dc. Ser. 12—19. . . . . . 3½ 86,40
JeTLe
do. .
do. Staats-Rente 1910
81,70 (Southern-Pacife
4 91,65 Kommunal-Oblig. Ser. 1,
Hamb.-Amerika-Packett. 10 (142,10
Saverische Ablös.-Rente.
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do. „
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unkedb. 1910
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94,00 1Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 1129,50Badische .
do. unkdb. p. 1920
97,00) do. äußere v. 1890 . . . 5 99,00
.. TIr. 100 4 178,00
48—49
94,90 Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½ (116,25
do. . . . . .
E.-B.- u. Allgem. Anl.
do. innere v. 1888 . . .47 95,101 Provinz-Anleihen.
6 9000Göin-Mindener . TIr. 1003½142,60
96,00Baltimore .
do. unk. 1922 „ 52
unkdb. p. 1950
4 97,15
Holländ. Komm. . H. 100 3
do. äußere v. 1888 . . . 4½
88,40 1Canada ..
40. „ 1913.
10 2125/
96,30
do. Anleihe ..
80,50 1Rheinprov. Obl. E
3½ 84,70
do. v. 1897 .
* „
.. Frs. 1001 3
7½ 141,50 MMadrider
86,50Schantung.
do. Scr. 45 ..
13
86,30
do. Em. 10 .
60.
3 75,50chile Gold-Anl. v. 1911.
92,25
8 1159,00Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 1141,00
83,30Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
Prinz Henry.
do. . 9.
Hamburger Staats-Anl. . 4 96.70
do. v. 1889 . . .
Osterreicher 1860er Lose . 4 181,00
4½
3½ —
Scr. 12, 13, 16
96,90/Lombarden
0 22.00
Posen Prov .
do. v. 1857/94
3½ 88,60
::
do. v. 1906 .
6 112,00 TOldenburger. . . . TIr. 40 3 128,30
.. 4½
14, 15, 17
495.50 do. . . .
96,00 Pennsylvania:
do. .. . . . . . . .
3 19,80 (Chines. St.-Anl. v. 1895.
Raab-Grazer . . . . H. 1502½110,50
Westfalen Prov. V. . . . . 4 96.00) do. unkäb. 1920 . . . . 4 97,40
Hess. Prov. Oberhesen
Hessische Staats-Anleihel 4 97,25
do, v. 1806 .. ..
98,55
9725
do. „ 1923 .. .
do. Starkenburg . . . .3½ 86,00
do. unkdb. p. 1921 .
4 97,25
„84.251 Industrie-Aktien.
do. Reorg. Anl..
56,10
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . . .
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 84,30
Mk.
do. v. 1898 ₰
89,50
84.301Badische Anilin-Fabrik . 28 1653.001 Unverzinsliche
do. „ 3—5 . . . . . . .
Städte-
Anlehenslose.
ſp. St.
do. . . . . . . . . . . . . . 3 74,30Japaner . . . . . .
do. kündb. 1915
89.701 obligationen.
.. . 3½ 81,30Chem. Fabrik Griesheim 14 (269,00
Sächsische Staats-Rehtel 3 77,60 IInnere Mexikaner.
60,20
do. Komm. unk. 1913
96,90 Farbwerke Höchst . ..
30 (668.50Augsburger . .
. A. 7 36,00
Württembg. Staats-Anl.
Außere do.
81,00 1Darmstadt. .
4 95,00 do.
. 1914 4 96,90Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 (339,00 Braunschweiger
TIr. 20 200,25
(unküb. p. 1921). . .
97,80Mezikan. Gold v. 1904
6700
go.
13½ 8t350 do.
„ 1916) 4 97,101Zement Heidelberg . .
10 153.00 (Mailänder
Fs. 45
do. v. 79/80 . . .
3½ 88,65
do. cons. .
41,00Frankfurt .
.. . . 4½ 96,50 do.
„ 1920 4 97,40 UChemische Werke Albert 30 1450,00
Fs. 10
do.
76,50
d0. . . . . . . . . . . .
do. Irrigat.-Anleihe
do. ..
67.90
.3½ 88,00) do.
1923 4 97,50Holzverkohl. Konstanz . 15 314.75Meininger .
.. A.7 37,00
(Bulgsrische Gid.-Anl. . . 5 97,05 1Buenos-Aires Prov.
64½ Gießen . . . . . . . . . . . . 4 94,50 do. verlosb. u. kündb. . 3½ 84,50 Lahmeyer . . . . ..
6 129,00lösterreicher v. 1864 . H. 100 —
Srisch. Anl. v. 1590 . . . . 1.,6 54,80Tamaulipas ..
9
*2
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 86,50 do.
§ 1149½s
unkdb. 1915 3½ 84,70 Schuckert, Nürnberg.
do. v. 1858 . H. 100 555,00
do. v. 1837 Monopoll1% 51,20Sao Paulo E.-B.
5 90,10 Heidelberg . . . . . .
4 95,00 Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
94,50 lsiemens & Halske.
12 (217,00lUngar. Staats.
A. 100 0
Ktelienische Rente. .
97,10) do. v. 1913 . .
5,00 do. unkdb. 1922.
595501 do. .. . . . ..
5 (12300 1Venediser
95,80 Bergmann Elektr.
Fs. 30 —
Osterr. Staats-R. v. 1913 ℳ4½ 91,10Siam v. 1907. .
4½ 95,50 1Karlsruhe .
95.50 do.
3½ 86,00 Allg. Elektr.-Gesellsch. 14 (247,20Türkische
Fs. 400 168,80
do. Sülber-Rente . . . .4½ 87,30
3½ 87,50 1Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
do. —..
25 (31800
1Hagen Akkum. .
Prioritäts-
do. Papier-Rente . . .4½ 87,15
Magdeburg
unkdb. 1917
94,50 Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (176,70) Gold, Silber und
obligationen.
do. Gold-Rente . . . . . 4
95,00. do. ..
Mainz .
1919
50,00
94,50 1Gummi Peter . .
do. einheitl. Rente . .
Banknoten.
83,30 Südd. Eisenb.-Gesellsch.
do. :..:
27,20 do.::
1921
3710
94,30Adler-Fahrradwerke . .
Fertug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 96.,80
95,00
v. 1895/973½
Mannheim.
do. . .
1924
96,20 1Maschinenfabr. Badenia
Engl. Sovereigns. . .
20,45
do, inn. amort. 1905 . .4½
„ V. 19043½
do. . ..
86,701 do. .
3½ 84,80Wittener Stahlröhren . .
20 Franks-Stücke:::
16,28
do, unif. Serie I
61,70Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
München .
96,20 do. Komm. unk. 1923
95,20Gasmotoren, Oberursel .8½ 160,80Amerikanische Noten
4,26½
do.
III.
64,70
Oblig., gar. v. d. Stadt
Nauheim
2
do.
1924
96,00Gasmotoren, Deutz
121.50Englische Noten . . . .
2041
do. Spezial Titel. .
9,60 Darmstadt. . . . . . . . 4 93,95 1Kürnberg
95,20Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
96,40Siemens Glas-Industrie . 15 (238,00 Französische Noten. .
81,20
Rumänen v. 1903 .
5 100,20Nordd. Lloyd-Obligat. . .4½
go. .
37, 86,50 do. —
½l 85,00 Enzinger Tilter
23 322,50Holländische Noten .
168,90
do. Gold v. 1913.
30
4½ 91,00Donau-Dampfschiff. v. 82 4 92,30 offenbach .
Steaus Romana
81,00
10 1147,00Italienische Noten .. . . .
do, Schatzsch. v. 1913 .4½100,00 Elisabethbahn . . . . .
90,70 do. v. 1914:
94,10
Zellstoff Waldhof
15 225.00 Osterr.-Ungarische Noten. . 84,85
do. conv.
4 85,00 Franz-Josef-Bahn . . .
4 88,00) do. . .
86,20 Bank-Aktien.
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83121 ,601Russische Noten . . . . . . . .
do. v. 1890
4 1 98,40 1Kaschau-Oderberger v. 504
Wiesbaden.
Neue Boden-Aktien-Ges.. 0 1 85,25 1Schweizer Noten . . . . . . . . 81,10
do. v. 1591
87,00 Prag-Duxer
§1230
do. ..
Bank für elektr. Unter-
Süddeutsche Immobilien 0 60,00
do, v. 1905
4 85,65 Osterreich. Staatsbahn
Worms
95,10 nehmungen Zürich . . 10 194,50
do. v. 1908
4 8570) do. ..
89551 do. .:
½, 1500
Berg.-Märkische Bank.
Reichsbank-Diskont
Bergwerks-Aktien.
do. v. 1910
84,60
do.
74.50 Lissabon v. 1888
Berliner Handelsges. . . . 8½ 1161,75
do. Lombard 2sk.:
Russische St.-Anl.
97,201 do. Südbahn (Lomb.)
98,05 Moskau v. 1912.
93,00 1Darmstädter Bank . . . . 6½ 1123,10Aumetz-Friede . .
12 1164,80
do. Lons. v. 1850
87,10
do. do.
7130 1Stockholm v. 1880:
IDeutsche Bank. . . . . . .12½ 258.80Böchum. Bergb. u. Gußst. 14 223,50
do. Gold v. 1890
Tendenz:
d0. (0,
51,70 IWien Komm. .
:
Deutsche Vereinsbank. . 6 117.00 1Lsonhard, Braunkohlen. 9 1157,50
do, v. 1902 . .
77,80 1Wiener Kassenscheine
Unentschieden.
90,00 Raab-Oedenburg
98,50 Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk.l 6 1118,40Konkordia Bergbau .
23 357,00
Schweden v. 1880. .
88,00 Zürich v. 1889 . .
Kronprins Rudolfbahn
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 196,90 1Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 (134.30
* do. v. 1886 . .
85,00 Russ. Südwost . .
85,10 Buenos Stadt v. 1892 . . . 6 101,80 1Dresdner Bank. .
.8½ 1158,20 1Eschweiler. . .
10 220,50
pander und Verkehr.
— Frankfurt a. M., 19. März. (Börſe.) Der
Verlauf der heutigen Börſe war im großen Ganzen ſehr
ſtill und trugen zu der allgemeinen Zurückhaltung auch
ungünſtige Meldungen aus Amerika bei. Das Geſchäft
war auf allen Märkten nur von geringem Umfange und
die Kursſchwankungen unbedeutend. Für Deutſch=
Luxem=
burger zeigte ſich heute etwas mehr Begehr und konnte der
Kurs daraufhin anziehen. Der Austritt der Deutſchen
Bank aus dem Finanzkonſortium wurde inzwiſchen
be=
ſtätigt. Schiffahrtswerte zeigten aus den geſtern
ange=
führten Gründen weiter ſchwächere Tendenz. Da auch die
Auslandsbörſen keinerlei Anregung boten, ſchloß der
ge=
ſamte Markt in ſtiller, luſtloſer Haltung, Tendenz
unent=
ſchieden.
WB. Wien, 18. März. In der heutigen Sitzung
des Verwaltungsrates der Skodawerke,
Akt.=Geſ., wurde die Bilanz vorgelegt. Nach den
Ab=
ſchreibungen von Anlagewerten im Betrage von 3 060 377
Kronen ergibt ſich ein Reingewinn von 7027170 Kronen
(gegen 5389336 Kronen im Vorjahre). Der
Verwal=
tungsrat beſchloß, in der auf den 21. April
einzuberufen=
den Generalverſammlung zu beantragen, eine Dividende
von 15 Prozent — 30 Kronen (gegen 14 Prozent — 28
Kronen im Vorjahre) zu verteilen, 500000 Kronen (wie
im Vorjahre) dem Reſervefonds zuzuweiſen, ſo daß
die=
ſer die ſtatutariſche Höhe von 4 Millionen erreicht, und
auf neue Rechnung 654021 Kronen vorzutragen.
WB. Buenos=Aires 19. März. Der
Finanz=
minſter hat mit einem engliſchen Hauſe einen Vertrag
über eine Anleihe von 10 Millionen Pfund
Sterling unterzeichnet. 5 Millionen Pfund Sterling
werden der argentiniſchen Regierung am 6. April
aus=
gehändigt, den Reſt erhält ſie im Auguſt und September.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 18. März. Auftrieb 181 Schweine. Preiſe
(Schlachtgewicht pro 50 Kilogramm) 1. Qual. 65 Mk.,
2. Qual. 64 Mk., 3. Qual. 63 Mk. Marktverlauf: ruhig;
Ueberſtand. — Schweinemarkt am 19. März. Auftrieb
183 Schweine Preiſe (Schlachtgewicht pro 50 Kilogramm)
1. Qual. 64 Mk., 2. Qual. 63 Mk., 3. Qual. 62 Mk.
Markt=
verlauf: mäßig; Ueberſtand. — Kälbermarkt am
19. März. Auftrieb 170 Kälber, 3 Zicklein. Preiſe
(Lebendgewicht pro 50 Kilogramm) 1. Qual. 60 Mk.,
2. Qual. 56 Mk., 3. Qual. 54 Mk. Marktverlauf: lebhaft.
— Zuchtviehmarkt Bensheim. Mit dem
ſchon ſeit längerer Zeit beſtehenden Zuchtviehmarkt
Bens=
heim ſoll eine Verloſung verbunden werden, um den
Verkehr auf dem Markte zu heben, durch den Verkauf von
Zuchtvieh für die Verloſung den Umſatz zu vermehren,
ſowie zur Prämiierung mehr Geld zu erhalten. Dies
Vor=
gehen des Landwirtſchaftlichen Bezirksvereins Bensheim
iſt ſicher mit Freuden zu begrüßen, da hierdurch den
Züch=
tern Gelegenheit gegeben wird, ſelbſt Vieh zu verkaufen,
wie auch von auswärtigen Züchtern auf den Markt
gebrach=
tes Zuchtvieh zu erwerben. Es wird daher auf beſonders
ſtarken Beſuch des Marktes am 28. April zu rechnen ſein.
Die Loſe haben flotten Abſatz, ſtehen doch für 8000 Mark
Gewinne in Ausſicht darunter etwa die Hälfte lebende
Gewinne. Hoffentlich zeigen die Landwirte durch
voll=
zähliges Aufkaufen der Loſe, daß ſie Anerkenntnis und
Verſtändnis für dieſes neue Unternehmen des
Landwirt=
ſchaftlichen Bezirksvereins beſitzen und daß ſie ihrerſeits
dasſelbe fördern wollen. Entwickelt ſich der Markt gut,
ſo kann im nächſten Jahre der Betrag zum Ankauf
leben=
der Gewinne erhöht werden. Aber auch die ſtädtiſche
Be=
völkerung hat Intereſſe daran, zur Hebung des Marktes
und Förderung der Viehzucht beizutragen, da dann mehr
und beſſeres Vieh gezüchtet, das Angebot vermehrt und
damit der Fleiſchpreis verbilligt wird.
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