Darmstädter Tagblatt 1914


Nr. 76., Dienstag, den 17. März.

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ſer eigenan beſtimmten Tagen wird nicht übernom.
egan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

n Offenbach wurde am Sonntag die neue Luther=
lirche
eingeweiht.
i inz und Prinzeſſin Heinrich von Preu=
ßen
ſind geſtern in Liſſabon eingetroffen.
ſſer Prinzvon Wales iſt geſtern vormittag zu einem
Beſuch nach Kopenhagen und Chriſtignia ab=
gereiſt
.
ie Gattin des Finanzminiſters Caillaux
Luerte geſtern im Bureau des Figaro auf den Di=
gektor
des Blattes, Calmette, der ſeit einigen Wochen
fine überaus heftige Fehde gegen Caillaux führte,
mehrere Revolverſchüſſe ab. Calmette wurde
verwundet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Die parlamentariſche Lage
in Oeſterreich.

** Als vor zwölf Tagen das öſterreichiſche Abgeord=
ſſſezenhaus
auf eine Woche vertagt wurde, war die Situa=
iem
ziemlich troſtlos, da die Tſchechen nach wie vor auf
em Standpunkte beharrten, die Verhandlungen im Reichs=
Unge ſo lange lahmzulegen, bis der böhmiſche Landtag
bieder einberufen ſein würde. Angeſichts der dringenden
Aiffgaben, die der Reichsrat zu erfüllen hat, wäre dieſe
iekktik dem Wohle des Reiches verhängnisvoll geworden,
Abinn ſich ein Ausweg nicht gefunden hätte. Das wich=
aſte
Werk, das der Erledigung harrt und an deſſen Ge=
Ungen der deutſche Verbündete, namentlich auch im Hin=
lick
auf die jetzt vielerörterten ruſſiſchen Rüſtungen, ein
tlhaftes Intereſſe hat, iſt die Heeresvorlage, die Er=
llſögung
des Rekrutenkontingents der Doppelmonarchie.
daneben iſt auch die bosniſche Bahnvorlage und die Fi=
kantzoperation
unaufſchiebbar, da ſie gleichfalls wichtige
Putereſſen des Reiches berühren und mit der Sicherheit
esſelben nach außen hin im Zuſammenhange ſtehen. Es
fand alſo bei der Entſcheidung über die Wiederherſtellung
er Verhandlungsfähigkeit des Parlaments viel auf dem
riele, und Graf Stürgkh, der öſterreichiſche Miniſter=
räſident
, ſäumte denn auch nicht, mit den Vertretern der
Verteien ein ernſtes Wort zu reden, ihnen die ganze Un=
Aulänglichkeit der Verhältniſſe im Reichsrate, das Gefahr=
helle
der Obſtruktion vor Augen zu führen und ſie vor
ſſſſi Wahl zu ſtellen: etweder die parteitaktiſchen Momente
Ibe ſeite zu laſſen und ihre verfaſſungsmäßige Pflicht zu
un, an der Erledigung der geſetzgeberiſchen Aufgaben
Anttzuwirken, oder aber die Regierung zu zwingen, von
ber ihr zuſtehenden Beſugnis Gebrauch zu machen, ohne
Buſtimmung des Parlaments, d. h. mit Hilfe des bekann=
en
. § 14 des Staatsgrundgeſetzes die unumgänglichen
Sraatsbedürfniſſe zu befriedigen. Dieſe VVorſtellungan
ſſſcheinen nicht ohne Wirkung geblieben zu ſein, denn die
ſLcchechen beginnen einzulenken, und die erſte Leſung der
Lehrvorlage hat am Freitag ihren Anfang genommen.
Der vielgeſchmähte, immer wieder heftig angegriffene
* 14, welcher der Regierung diesſeits der Leitha es er=
nöglicht
, beim Verſagen des Parlgments unter gewiſſen
Umſtänden auf Grund kaiſerlicher Verordnungen Vorlagen
Geſetzeskraft zu verleihen, ſtellt ohne Frage eine Ab=
ſchwächung
der Rechte der Volksvertretung dar, aber er
ſt in Oeſterreich ſchon oft ein Helfer in der Not geweſen
und ihm war es zu verdanken, daß durch den Streit der
ationalitäten die Staatsmaſchinerie nicht ſchon unzäh=
lige
Male ins Stocken geriet. Ohne ein Freund ſolcher
Antsnahmeparagraphen zu ſein, muß man doch zugeben,
daß der § 14 bei den beſonderen Verhältniſſen in Oeſter=
reich
, wo die einzelnen Nationalitäten im Reichsparla=
nente
ihre eigenen Intereſſen über diejenigen der Geſamt=
hiit
der Nation zu ſetzen pflegen, ſich als eine Notwendig=
et
erwieſen hat ſowohl in innerpolitiſchen Dingen,
wie auch in Angelegenheiten Oeſterreichs in ſeinem Ver=
Aha ltnis zu Ungarn und zum Auslande. Es kann auch
nicht behauptet werden, daß die Wiener Regierung leicht=
herzig
vom § 14 Gebrauch gemacht hat, ſondern ſie tat
es nur, wo es dringend nötig war und die Intereſſen des
Reichs es erforderten. Eindringliche Mahnungen an das
Parlament gingen ſtets voran, wie es auch jetzt wieder ge=
ſchehen
iſt, und man kann dem Grafen Stürgkh Glauben
ſchenken, daß es gegen den Wunſch der Regierung wäre,
bei der Erledigung der vorliegenden Aufgaben die Mit=
wärkung
des Reichsrats auszuſchalten.

Der Beginn der Verhandlungen über die Heeresvor=
lage
ließ ſich ganz ausſichtsvoll an, und die ernſten Worte,
mit denen der Landesverteidigungsminiſter die Mehr=
forderungen
begründete, ſcheinen auch auf die obſtruktions=
luſtigen
Tſchechen ihren Eindruck nicht verfehlt zu haben,
was freilich noch keine Gewähr dafür leiſtet, daß im Laufe
der Debatten die Stimmung plötzlich wieder umſchlägt.
Eine Klärung der politiſchen Lage Oeſterreichs könnte er=
heblich
gefördert werden, wenn die geplante Wiederauf=
nahme
der Verhandlungen in Böhmen zwiſchen Deutſchen
und Tſchechen von Erfolg begleitet wäre.

Streiks und Ausſperrungen
im beuſchten leiche 1918.

* Das Reichs=Arbeitsblatt veröffentlicht die vorläu=
figen
Ziffern über die Arbeitskämpfe des 4. Vier=
teljahres
und des ganzen Jahres 1913. Wir
geben die Zahlen wegen ihres grundlegenden Wertes hier
wieder, machen aber darauf aufmerkſam, daß ein wirk=
liches
Bild der Lage ſich erſt aus dem Vergleich dieſer
amtlichen mit der gewerkſchaftlichen Statiſtik gewin=
nen
läßt.
Im 4. Vierteljahr 1913 wurden 245 (1912: 374)
Streiks zu Ende geführt, von denen 171 (1912: 279)
erſt im gleichen Vierteljahr begonnen hatten. Von den
1076 beſtreikten Betrieben (1912: 741) mit 40 759 (1912:
86 091) Beſchäftigten wurden 214 (187) zu völligem Still=
ſtand
gebracht. Die Höchſtzahl der gleichzeitig
Streikenden betrug 15609 (27335), die der gezwun=
gen
Feiernden 1502 (1591). 25 (84) Streiks hatten vollen,
97 (131) teilweiſen, 123 (159) keinen Erfolg. Die Höchſt=
ziffern
der Streiks und der gleichzeitig Streikenden fanden
ſich im Baugewerbe mit 59 und 3295, am meiſten Be=
triebe
wurden im Verkehrsgewerbe beſtreikt (309); die bei
weitem größte Zahl der in beſtreikten Betrieben Beſchäf=
tigten
wies die Maſchineninduſtrie auf (13 293). Im
Gaſtwirtgewerbe fanden der amtlichen Statiſtik gemäß
5 Streiks in ebenſovielen Betrieben mit 156 Arbeitern,
von denen höchſtens 35 gleichzeitig ſtreikten, ſtatt; zwei
Streiks hatten vollen, einer teilweiſen, zwei aber keinen
Erfolg. Im ganzen Jahre 1913 wurden 2127 Streiks
(1912: 2310) in 8722 (*25) Betrieben mit 572 796
(887 041) Arbeitern zu Ende geführt. 1912 (1964) Werke
wurden völlig ſtill gelegt. Die Höchſtzahl gleich=
zeitig
Streikender war 254 206 (1906: 406 314), die
der gezwungen Feiernden 11370 (11093), nur 328
(415) Streiks hatten vollen, 932 (1001) teilweiſen, 867
(1094) keinen Erfolg.
Ausſperrungen wurden im 4. Vierteljahr 1913
17 (1912: 36) zu Ende geführt, durch die 41 (358) Betriebe
betroſchen und 3 (138) völlig ſtillgelegt wurden; in den
ausgeſperrten Werken wurden 5298 (18997) Arbeiter be=
ſchäftigt
. Die Höchſtzahl der gleichzeitig Ausgeſperrten
war 1743 (10320), die der gezwungen Feiernden 51 (363).
Ausſperrungen hatten vollen Erfolg (1912: 7), 8 teil=
weiſen
(1912: 25), keine verlief erfolglos (1912: 4). Im
ganzen Jahre 1913 wurden 338 Ausſperrungen zu Ende
geführt (1912: 324), von denen 6587 (2558) Betriebe mit
82 566 (143907) Arbeitern betroffen und durch die 920
(768). Werke völlig ſtillgelegt wurden. Die Höchſtzahl der
gleichzeitig Ausgeſperrten war 56 852 (74 780), die der ge=
zwungen
Feiernden 1015 (1562) Vollen Erfolg hatten
nur 37. (97) Ausſperrungen, teilweiſen 286 (212), keinen
15 (15).
Danach weiſt das Jahr 1913 gegenüber 1912 eine
ruhigere Struktur auf; die Betriebe, die durch
Kämpfe heimgeſucht wurden, waren zahlreicher als 1912,
es handelte ſich aber durchſchnittlich um weſentlich klei=
nere
Betriebe.

Deutſches Reich.

Der Entwurf für das neue Straf=
geſetzbuch
wird, wie mitgeteilt, dem Reichstag in der
laufenden Legislaturperiode nicht mehr vorgelegt werden.
Dieſe Nachricht iſt in der demokratiſchen Preſſe dahin aus=
gelegt
worden, daß die Regierung ſich mit Rückſicht auf die
Parteigruppierung in dem derzeitigen Reichstag zu dieſem
Schritt entſchloſſen habe. Es erſcheine ihr ausſichtslos,
die großen prinzipiellen Probleme, u. a. die Frage wegen
Beibehaltung der Todesſtrafe und die Aufrechterhaltung
der Sonderbeſtimmungen für den Zweikampf, bei den ge=
genwärtigen
Mehrheitsverhältniſſen in dem Sinne zur
Entſcheidung zu bringen, der für ſie als unerläßliche Vor=
bedingung
des geſamten Reformwerkes gelte. Dies werde
nur dann möglich ſein, wenn bei den nächſten Neuwahlen,
wie zu hoffen, durch einen kompakten Zuſammenſchluß der
verſtärkten rechtsſtehenden bürgerlichen Parteien eine neue
und zuverläſſige Majorität zuſtande komme. Dieſe Auf=
faſſung
iſt geeignet, die öffentliche Meinung in einer wich=
tigen
Angelegenheit irrezuführen. Bei dem Verzicht dar=
auf
, das neue Strafrecht noch in dieſer Legislaturperiode

beraten zu laſſen, hat ſich die Regierung, wie die Berl.
N. Nachrichten von maßgebender Seite erfahren, lediglich
von ſachlichen Geſichtspunkten leiten laſſen. Daß über die
Beibehaltung der Todesſtrafe und der Duellvorſchriften,
ſowie über andere grundlegende Fragen eine lebhafte und
ſehr zeitraubende Erörterung ſich entſpinnen wird, und
daß noch nicht abzuſehen iſt, ob bei den gerade auf ſtraf=
rechtlichem
Gebiet beſonders tiefen Meinungsverſchieden=
heiten
eine Einigung auf die Vorlage als Ganzes erzielt
werden wird, iſt ſelbſtverſtändlich und iſt auch von den
verbündeten Regierungen ſtets ins Auge gefaßt worden.
Gerade die Rückſicht auf die lange Dauer der Debatten iſt
einer der Hauptgeſichtspunkte für die ſpätere Einbringung
der Vorlage. Die Parteigruppierung ſpielt bei dieſer
Entſchließung nicht die geringſte Rolle, und zwar um ſo
weniger, als weder die Regierung noch irgendein anderer
heute zu überſehen vermag, nach welcher Richtung ſich die
Wähler das nächſtemal entſcheiden werden.
Der Waffengebrauch des Militärs.
Die Verhandlungen zwiſchen den Bundesregierungen über
die Regelung des Waffengebrauchs des Militärs in Frie=
denszeiten
ſind zwar noch nicht endgültig abgeſchloſſen,
es gilt aber, wie Berliner Blätter jetzt melden, bereits als
nahezu ausgeſchloſſen, daß es zu einer einheitlichen Rege=
lung
für das ganze Reich kommen werde. Vorausſichtlich
werde die Frage einerſeits für die in Elſaß=Lothringen
ſtehenden verſchiedenen Kontingente des deutſchen Heeres
geregelt werden und andererſeits dürften neue Dienſtvor=
ſchriften
für das preußiſche Heer erlaſſen werden, während
es in den ſüddeutſchen Staaten wohl im allgemeinen bei
den beſtehenden Beſtimmungen ſein Bewenden haben wird.
Es ſei aber anzunehmen, daß es auch auf dieſem Wege
gelingen werde, die jetzigen weitgehenden Unterſchiede
zwiſchen Preußen und Süddeutſchland tunlichſt zu beſei=
tigen
. So die Berliner Meldung. Die tunlichſte Be=
ſeitigung
der Unterſchiede würde hiernach nur darin be=
ſtehen
können, daß die preußiſchen Beſtimmungen denen
Süddeutſchlands tunlichſt angenähert werden.
Der Rückgang des ſſozialdemokra=
tiſchen
Bergarbeiterverbandes. Der ſozial=
demokratiſche
alte Bergarbeiterverband hat bekanntlich im
Jahre 1913 im ganzen Ruhrkohlenrevier einen auffallend
ſtarken Rückgang erlitten. Nach einer ſoeben erſchienenen
Auſſtellung in dem Organ des alten Verbandes ſind die
Beiträge der Mitglieder ſtark zurückgegangen, und zwar
meiſt in denjenigen Bezirken, in denen der alte Berg=
arbeiterverband
bisher eine beherrſchende Stellung inne=
hatte
. Von den einzelnen Bezirken, die die größten Ver=
luſtziffern
aufzuweiſen haben, ſeien folgende angeführt:
An der Spitze ſteht der Bezirk Recklinghauſen mit einem
Verluſt von 37200 Mark. Es folgen Gelſenkirchen mit
27000 Mark, Linden mit 21000 Mark, Bottrop mit 20000
Mark, Eſſen=Oſt und=Weſt mit 24 210 Mark, Oberhauſen=
Hamborn mit 30 625 Mark, Hamm mit 13800 Mark. Der
Rückgang der Einnahmen betrug im vereinigten weſtfäli=
ſchen
Induſtriegebiet im Jahre 1913 insgeſamt 260000
Mark. Demgegenüber hat der Gewerkverein chriſtlicher
Bergarbeiter im gleichen Jahre weſentlich an Mitgliedern
gewonnen. Im einzelnen läßt ſich das Geſamtergebnis
noch nicht feſtſtellen, indeſſen kann bereits geſagt werden,
daß der Gewerkverein in den letzten drei Monaten über
4000 neue Mitglieder gewonnen hat.
Aus den Kolonien.
Ueber die Entwicklung der Straußen=
zucht
in Deutſch=Südweſtafrika heißt es) in
dem vor kurzem erſchienenen Jahresbericht der Windhuker
Handelskammer:
Die Straußenzucht nimmt eine ſehr erfreuliche Ent=
wicklung
und wird in ihrer Bedeutung für das Land
immer mehr anerkannt. Wenn auch vorerſt nur wenige
Hochzuchten importierter edler Strauße im Lande exi=
ſtieren
, ſo haben dieſe doch bereits in der kurzen Friſt
weniger Jahre den Beweis erbracht, daß die Straußen=
zucht
einen Hauptfaktor unſerer Farmwirtſchaft bald bil=
den
wird. Federn unſerer hochwertigen Strauße wurden
in London bezahlt bis 600 Mark per lb, das iſt bei 40
guten Federn auf 11b 15 Mark für die einzelne Feder. Der
Federſchnitt von einzelnen Vögeln erbrachte 400 bis 500
Mark In ſorgfältig geleiteten Betrieben zeigt der Strauß
eine ſehr ſtarke Vermehrung. Einzelne Brutpaare brach=
ten
in einem Jahre bis zu 40 Küken, ſo daß in kurzer
Zeit genügend hochwertige Strauße für Zuchtzwecke neu
einzurichtender Betriebe zur Verfügung ſtehen. Mehrfach
herrſcht ſogar die nicht unberechtigte Anſicht, daß die
Anlage neuer Luzernefelder mit der Vermehrung guter
Zuchtſtrauße nicht Schritt halten kann, doch wird hier die
erhöhte Waſſererſchließung boffentlich den erforderlichen
Ausgleich ſchaffen. Außer privaten Züchtern gibt die
Regierungsſtraußenfarm Otjituezu, die ſich ausgezeichnet

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Nummer 76.

entwickelt hat, ſchon heute, nach kurzen zwei Jahren ihres
Beſtehens, gute Zuchttiere ab.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Nationale Selbſtverwaltung Deutſch=
Böhmens. Der in Tetſchen abgehaltene deutſche Volks=
tag
für Nord=Böhmen beſchloß einmütig, die Einführung
der nationalen Selbſtverwaltung Deutſch=Böhmens zu
fordern.
Italien.
Die Kabinettskriſe. Nachdem Sonnino es
abgelehnt hat, ein neues Kabinett zu bilden, unterzieht
ſich der Abgeordnete Antonio Salandra der Aufgabe
Wenn es ihm gelingt, ein Miniſterium unter ſeiner Füh=
rung
zuſammen zu bringen, ſo iſt es ſehr wahrſcheinlich
daß einige der bisherigen Miniſter bleiben, da Salandra
in letzter Zeit ſeine frühere enge Verbindung mit Son=
nino
gelöſt und Giolitti unterſtützt hat. Als ſicher darf
dann gelten, daß Salandra ſich auf eine vorwiegend libe=
rale
Mehrheit mit leichter Neigung nach rechts zu ſtützen
ſucht unter völligem Ausſchluß der äußerſten Linken. Die
perſönlichen Fragen werden jedoch einige Schwierigkeiten
bereiten. Im Süden würde ein Kabinett Salandra ſicher
gute Aufnahme finden, da ſein Oberhaupt aus Apulien
ſtammt.
Frankreich.
Caillaux Einkommenſteuer=Entwurf.
Wie mehreren Blättern aus Mans gemeldet wird, hat
Finanzminiſter Caillaux vor ſeinen Wählern in St. Jean
des Echelles eine Rede gehalten, in der er u. a. ſagte, die
Einkommenſteuer werde weder vexatoriſch noch inquiſi=
toriſch
ſein. Die Regierung wolle eine maßvoll und ſorg=
fältig
vorbereitete Reform verwirklichen. Sie wolle die
Empfindlichkeit und Gewohnheiten ſchonen. Die Kauf=
leute
und Induſtriellen, ſag Caillaux, ſcheinen zu be=
fürchten
, daß die nachgeprüfte Deklaration des Einkom=
mens
in ihren Geſchäften ein gewiſſes Hindernis herbei=
führen
könnte. Das ſind meiner Ueberzeugung nach leere
Befürchtungen. Um jedoch klar zu zeigen, daß wir den
Willen haben, die privaten Intereſſen mit den allgemeinen
Intereſſen des Landes in Einklang zu bringen, bin ich
bereit, alle Mittel zu prüfen, welche die Verwirklichung
der Steuerreform ermöglichen, ohne den Kaufleuten jene
Deklaration aufzuerlegen, die ſie ſo erſchreckt.
England.
Der engliſche Königsbeſuch in Paris.
Ueber das Reiſeprogramm des engliſchen Königspaares
nach Paris werden jetzt folgende Einzelheiten bekannt: Der
Erpreßzug, mit dem das Königspaar am 21. April nach
Frankreich abreiſen wird, verläßt London morgens um
9 Uhr. In Dover beſteigen der König und die Königin
ihre Jacht und fahren mit dieſer nach Calais. Nach=
mittags
4 Uhr wird das Königspaar mit dem Zuge in
Paris eintreffen, wo es vom Präſidenten Poincaré offi=
ziell
empfangen wird.
Rußland.
In der Geheimkonferenz der Mini=
ſter
und Dumaführer, die am Samstag abend
ſtattfand, nahmen mit Ausnahmen der Arbeiterparteiler
alle Fraktionen teil. Die Miniſter entwarfen den Abge=
ordneten
das Programm der Rüſtungen Rußlands und
beantworteten die an ſie gerichteten Fragen. Dabei be=
ſprach
Finanzminiſter Bark die Finanzlage Rußlands, die
er nach Anſicht der Abgeordneten ebenſo optimiſtiſch an=
ſieht
, wie Kokowtzow. Alle Verſuche der Abgeordneten,
den Miniſterpräſidenten über das innere Programm der
Regierung zum Sprechen zu bringen, ſcheiterten, doch ver=
lautet
, daß dieſer Sitzung weitere folgen werden. Ob=
gleich
die an der Sitzung beteiligten Abgeordneten ſich

verpflichten mußten, über die geplanten Rüſtungsvorlagen
der Oeffentlichkeit nichts mitzuteilen, verlautet doch, daß
es ſich dabei um die Anweiſung von Goldreſerven zu mi=
litäriſchen
Zwecken und für Flottenbauten handelte, wor=
über
Kokowtzow der Duma bereits einige vertrauliche
Mitteilungen gemacht hatte.
Japan,
Der Marineſkandal. Zu der Meldung aus
Tokio vom 13. März, wonach der Geſchäftsführer der
Mitſui Buſſan Kaiſha und der Direktor der Papierfabri=
kations
=Geſellſchaft auf Antrag des Unterſuchungsrichters
in der Siemens=Schuckert=Angelegenheit in Unterſuchungs=
haft
gebracht worden ſeien, teilen die Siemens=Schuckert=
Werke mit, daß ſie mit den beiden genannten Geſell=
ſchaften
in keinerlei geſchäftlicher Beziehung geſtanden
hätten, daß alſo etwaige Verfehlungen bei dieſen Unter=
nehmungen
nicht mit den Siemens=Schuckert=Werken in
Verbindung gebracht werden könnten. Die Mitſui Buſſan
Kaiſha vertritt die amerikaniſche General Electrie Com=
pany
in Japan.
* Liſſſabon, 16. März. Prinz und Prin=
zeſſin
Heinrich von Preußen ſind an Bord des
Dampfers Kap Trafalgar hier eingetroffen und vom
deutſchen Geſandten Dr. Roſen und einem Vertreter des
Miniſterpräſidenten Machado begrüßt worden. Um 5 Uhr
nachmittags begaben ſie ſich an Land, um das Schloß
Cintra zu beſichtigen. Sie werden ſodann in der deut=
ſchen
Geſandtſchaft ſpeiſen und die deutſche Kolonie emp=
fangen
. Um Mitternacht gedenken ſie an Bord zurückzu=
kehren
, worauf der Dampfer in See gehen wird.
* Buenos Aires, 16. März. Anläßlich der Hun=
dertjahrfeier
des argentiniſchen Seeſieges ſandte Konter=
admiral
v. Rebeur=Paſchwitz dem Marineminiſter
ein Telegramm, in welchem er erklärt, daß er im Geiſte
an dem Feſte teilnehme. Der Miniſter dankte und wünſchte
dem deutſchen Geſchwader eine glückliche Fahrt. Die
deutſchen Kriegsſchiffe ſind nach Punta Are=
nas
abgefahren.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 17. März.
* Vom Hofe. Die Großherzogin empfing am
Samstag vormittag 11 Uhr im Neuen Palais Frau v. Ewald
Exzellenz. Die Großherzoglichen Herrſchaften,
ſowie Prinz Reinhard zu Solms=Lich begaben
ſich am Samstag und Sonntag nachmittag 2,30 Uhr mit
Gefolge im Auto nach Frankfurt und wohnten daſelbſt
im Hippodrom dem Preisreiten des Frankfurter Renn=
Klubs an. Sonntag vormittag beſuchten die Groß=
herzogin
und Prinz Reinhard zu Solms=Lich den
Gottesdienſt in der Hofkirche. An der Frühſtücks=
tafel
im Neuen Palais nahmen teil: Die Fürſtin=Mutter
zu Erbach=Schönberg, die Fürſtin zu Caſtell= Rüden=
hauſen
, die Gräfin Jſabelle von Bentinck und Graf
Wilhelm zu Solms=Sonnenwalde. Prinzeſſin Louiſe
von Battenberg iſt geſtern nachmittag 2,12 Uhr
zum Beſuch im Neuen Palais eingetroffen. Prinz
Reinhard zu Solms=Lich iſt abends nach Bonn ab=
gereiſt
. (Darmſt. Ztg.)
Vom Staatsminiſterium. Der Großherzog
hat den Miniſterialſekretär bei dem Staatsminiſterium
Dr. Guſtav Heß auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom
3. April d. Js. an aus dem Staatsdienſt entlaſſen und
den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Büdingen Heinrich
Freiherrn v. Senarclens=Grancy mit Wirkung
vom gleichen Tage zum Miniſterialſekretär bei dieſem
Miniſterium ernannt.
* Finanzperſonalien. Der Großherzog hat den
Finanzamtmännern Dr. Philipp Joſt zu Groß=Gerau,
Jakob Hofmann zu Offenbach und Karl Lony zu
Darmſtadt den Charakter als Finanzrat erteilt, ferner
den Bezirkskaſſeaſſiſtenten bei der Bezirkskaſſe Mainz I,
Karl Eckhardt in Mainz zum Bezirkskaſſier der
Bezirkskaſſe Schotten ernannt.
* Erledigt ſind: Die Stelle des Bezirkskaſſeaſſiſtenten
der Großh. Bezirkskaſſe Mainz I. Meldeſchluß:
Montag, den 23. März d. J. Die Stelle des Bezirks=
ſteueraufſehers
zu Groß=Umſtadt.

Vom Hoftheater. Heute geht als letzte Vorſtellunge
des Ibſen=Zyklus das Schauſpiel Rosmersholm
in Szene, in dem Kurt Ehrle als Rosmer, die von ihremn
Gaſtſpiel in John Gabriel Borkman hier aufs vorteiſs
hafteſte bekannte Frankfurter Ibſen=Darſtellerin Grete Ilmn
als Rebekka Weſt beſchäftigt ſind. Mittwoch ſingt Gertrudg
Geyersbach zum erſten Male in dieſer Spielzeitedies
Mignon‟. Der Donnerstag bringt die Erſtaufführm
des neuen Schwankes 777:10 von Schwartz und
Mathern, der mit ſeiner ſpannenden amüſanten Handlungg
und ſeiner flotten Charakterzeichnung an allen Bühneng
die ihn bis jetzt zur Aufführung brachten, einen durch=s
ſchlagenden Erfolg zu verzeichnen hatte. Am Freitagwin
die Reihe der Neueinſtudierungen älterer Spielopern mit
einer Neuinſzenierung von Nicolais entzückender
Die luſtigen Weiber von Windſor fortgeſetzt. Ferer
ſind in der Oper Carmen und Fauſt, im Schauſpielg
zunächſt Eulenbergs Belinde in Vorbereitung.
* Hofkammacher Kling . Samstag nacht en=
ſchlief
plötzlich Herr Hofkammacher Phil. Kling. Der
Entſchlafene war durch ſein leutſeliges Weſen eine e=
kannte
Perſönlichkeit. Ueber 60 Jahre gehörte erde
Turngemeinde Darmſtadt an, bei welcher er in der Liſte
der Ehrenmitglieder geführt wurde. Für die Turnſache
ſelbſt hatte er ſtets ein warmes Herz, namentlich berfolgt
er die Geſchicke ſeiner Turngemeinde mit beſonderem Im
tereſſe. Der Verſtorbene war ein echter deutſcher Turnek
im wahren Sinne des Wortes, und ſein Andenken wird
ſicherlich in den Herzen ſeiner Turnbrüder weiterleben.
* Freie Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler. Man
ſchreibt uns: In Frankfurt a. M. hat am Sonntag, den
15. d. M., der erweiterte Vorſtand der Freien Vereinigung
heſſiſcher Nationalliberaler unter Leitung ihres erſten
Vorſitzenden, Dr. Pagenſtecher=Mainz, eine Sitzung abge
halten. Anweſend waren die Vertreter der Landtagswahle
kreiſe Mainz, Offenbach, Gießen, Grünberg, Alsfeld=Stadt
Lauterbach, Herbſtein, Oppenheim, Michelſtadt und Walde
michelbach. Den eingehenden, mit Beifall aufgenommenen
Bericht über die politiſche Lage in Heſſen und überdm
Stand der Vorbereitungen für die kommenden Landtags=
wahlen
erſtattete der Geſchäftsführer der Freien Vereind
gung Dr. Linſe=Mainz. Die nachfolgende Ausſprach
an der ſich die Herren Dr. Pagenſtecher, Dr. Grätz,
Krausmüller, Arzt, Stallmann, Scior, Dr. Keller, Oekonde=
mierat
Schätzel, ſowie der Geſchäftsführer beteiligten und
die ſich inſonderheit beſchäftigte mit der Stellungnahm
der Freien Vereinigung zu den bevorſtehenden Landtags
wahlen, ergab eine vollſtändige Uebereinſtimmung
Leitungen ſämtlicher vertretenen Wahlkreiſe. Von beſon
derem Intereſſe waren die Berichte der einzelnen Vertreik
über die Haltung und die Lage der Nationalliberaleſ
Partei in ihren Wahlkreiſen. Die endgültigen Vorberei
tungen für die Landtagswahlen, Aufſtellung der Kandid
ten uſw. ſollen unverzüglich in die Wege geleitet werden
Es wurde feſtgeſtellt, daß allenthalben die Anerkennung
der Tendenz der Freien Vereinigung, im Sinne der Halel
tung der Geſamtpartei nationalliberale Politik in Heſſen
zu treiben, im Wirkungsbezirk der Freien Vereinigung in
erfreulichem Vormarſch ſich befindet und daß die Organ
ſationstätigkeit überall beſtens in die Wege geleitet iſt
Auch die Richtlinien für die Zukunft wurden in voller Ein=
mütigkeit
feſtgelegt. Nach der Sitzung vereinigte die Teilg
nehmer ein gemeinſames Mittageſſen in den Reſtau
rationsräumen des Verſammlungslokals Hotel Prinz
Heinrich zu zwangloſer Ausſprache und gegenſeitiger
herzlicher Fühlungnahme.
Odenwaldklub. Man ſchreibt uns: Die Odehwäl=
der
Kerb iſt begraben. Verklungen ſind die Tanzmelo=
dien
und alten Volksweiſen. Die wunderſchönen Trachen,
zum Teil auch ehrwürdig, weil ſie ſchon Urgroßvater und
Urgroßmutter in des Lebens Mai zierten, ſind wiederh=
Truhe und Schrein verwahrt. Die farbenfrohen Bilden
das Gewoge der tauſendköpfigen Menſchenmaſſe ſind an
unſeren Augen kaleidoſkopartig vorbei geglitten. Nur diel
Erinnerung an das in ſeiner Art beiſpielloſe Ereignis iſt
uns geblieben beiſpiellos, einmal wegen der Eigenanl
der Veranſtaltung, zum andernmal wegen des Intereſſes
das ſich in dem rieſigen Andrang des Publikums kundgal
Noch niemals hat der Städtiſche Saalbau ſo viel Menſch
in ſeinen Mauern vereint, als am Abend des Odenwäldl
Volksfeſtes. Schade iſt nur, daß die Darbietungen nic
voll zur Geltung kamen. In dem Auf und Nieder, Hil
und Her war es aber nicht möglich, die wünſchensnen
Ruhe herzuſtellen. Die hieſige Ortsgruppe hatte geia
was ſie tun konnte, um einer Ueberfüllung der Feſträum
vorzubeugen. Sie hat nur zirka 200 Karten an Nichtmſ
glieder abgegeben und den Kartenverkauf geſchloſſen,
bald den Ausgabeſtellen das Maß des Zuläſſigen erreich
ſchien. Es war jedoch nicht möglich, den Beſchluß durch

Mozart in neuen Briefen
ſeiner Mutter.

** Immer klarer läßt die neuere Mozartforſchung
die feſſelnden künſtleriſchen und menſchlichen Wechſel=
beziehungen
zutage treten, die das Verhältnis des jungen
Mozart zu ſeinem Vater erfüllen; Mutter Marianna, die
eifernd und liebevoll für das Wohl ihres Gatten und
ihoes berühmten Sohnes beſorgte Mozartin, iſt daneben
vielfach zurückgetreten und nur wenig beſtimmt hob ſich
bisher im Schatten eines dürftigen Materials die Geſtalt
dieſer Frau und Mutter ab, die dem deutſchen Volke den
unſterblichen Wolfgang Amadeus ſchenkte. Da ſind die
koſtbaren bisher unveröffentlichten Dolumente und Briefe
beſonders zu begrüßen, die der bekannte Bonner Muſik=
hiſtoriker
Ludwig Schiedermair der Allgemeinheit
in dem jetzt erſcheinenden deitten und vierten Bande der
großen Mozart=Publikation: Die Briefe W. A. Mozarts
und ſeiner Familie des Verlages Georg Müller zugäng=
lich
macht
Die Bände bringen eine ſtattliche Anzahl bisher un=
veröffentlichter
Briefe des Vaters Mozarts noch wert=
voller
aber werden vielen die unbekannten Briefe der
Mutter Mozarts erſcheinen, die hier zuſammengebracht
ſind und ein faſt rührendes Bild der liebevoll und ängſt=
lich
um Ruhm und Glück ihres großen Sohnes bangen=
den
Mutter erſtehen laſſen. Die an den daheim in Salz=
burg
weilenden Vater Mozart gerichteten Mitteilungen
ſtammen aus Wolfgangs Mannheimer Zeit, aus den
Jahren 1777 und 78, da der junge 21jährige Mozart ent=
ſchloſſen
die Salzburger Feſſeln abgeſtreift hat und in
Mannheim beginnt, ſich ein ſelbſtändiges Leben zu zim=
mern
. Die fürſorgliche Mutter hat ihn beim Zuge in die
Fremde begleitet, ſie darf das Glück und den Stolz, einen
gefeierten und vergötterten Sohn zu haben, genießen: aber
auch das Leid, das keinem Mutterherzen erſpart bleibt
wenn die Söhne herangewachſen ſind, ſich leiſe von den
Eltern löſen müſſen und in der Arbeit und den Forde=
rungen
der Welt aufgehen. Heunt als den 7ten ( Dezem=
ber
1777) ſpeiſt der wolfgang bey herrn Wendling, ich bin
alſo allein zu haus, ſchreibt die Mutter dem Vater und

fährt ein wenig melancholiſch fort, wie es die meiſte Zeit
geſchicht, und ſtehe eine Erſchreckliche kälte aus, dann wan
ſchon ein kleines feür gemacht würd ſo bald es abge=
brannt
iſt, ſo iſt das zimmer widerumb kald, ich kan iezt,
wie ich ſſchreibe, Vor froſt kaum die feder halten. Die
Sorge, die einſtweilen beſcheidenen Einnahmen mit den
Ausgaben notdürftig in Einklang zu bringen, bereitet
der Hausmutter manche trübe Stunde, die Quartiere ſind
gac teuer und als Wolfgang endlich ein paſſenderes ge=
funden
hat, wird das Arrangement getroffen, daß der
Sohn bei Wendling ſpeiſt, die Mutter aber zu einem
jungen Herrn Danner, er lehred dafür bey meinem Sohn
componieren, alſo iſt die einrichtung. Voll mütterlichem
Stolze erzählt Mutter Marianna: Der Wolfgang hat
erſtaunlich viel zu thuen, das er nicht weis, wo ihn der
kopf ſtehet, heunt hat er bey den Reichen holländer ge=
ſpeiſt
, der ihn 200 fl. für Compoſition gibt, er iſt noch nicht
nacher haus kommen.
Aber in den leiſen Schmerz der Einſamen klingt dann
wieder helle Freude ein, denn du kanſt dir nicht vor ſtellen
wie der wolfgang hier hochgeſchätzt würd, ſowohl bey der
Muſic als auch bey andern, ſie ſagen alles das er ſeines
gleichen nicht hat, ſeine compoſitionen thuen ſie völlig
vergöttern. Trotzdem kehrt als Refrain der leiſe Kum=
mer
der Mutter wieder: Ich ſiche ihn oft den ganzen
tag nicht, ich bin die meiſte zeit allein zu haus. Und
ſpäter ſchreibt ſie von den Leuten: Mein Sohn würd ſo
von ihnen geſchäzt, das es nicht zu ſagen iſt, es iſt ihnen
nur leyd, das er nicht alleweill bey ihnen kan ſein. Allein
die Geldſorgen ſchwinden nicht, von den herrn ſchmalz
haben wür 150 fl. aufgenohmen ſonſt hetten wür den
Würth nicht bezahlen können, mit dieſen gelt, und was der
Wolfgang dieſen winter eini nihmt mieſſen wür die Reiſſe
gelter beſtreitten, dan auf paris braucht man vill gelt, das
iſt dir ſchon bekant. Dabei lebt man ſo ſparſam wie mög=
lich
, die Mutter verſichert, man habe im Würtshaus nieh=
mals
kein wein getrunken, ausgenommen der wolfgang
hat da geſpeiſt, da hatten wür einen ſchopen miteinander,
und gleichwohl hat der Conto ſo vill gemacht. Die neup
opera von ſchweizer würd täglich probiert, den wolfgang
gefält ſie gar nicht, er ſagt es iſt keine Natur darinen, und
alles übertriben. Am 27. Dezember berichtet die Mutter
von Wolfgangs Fortſchritten, ec ſpillet aber vill anders

als zu Salzburg dan hier ſind überall piano forte,un
dieße kan er ſo un Vergleichlich tractieren, das man
noch niemals ſo gehört hat, mit einem worth iederman
ſagt der ihn hört, das ſeines gleichen nicht zu finden ſeh
obwohl hier becke geweſen, wie auch ſchubart, ſo ſagen
doch alle, das er weid darüber iſt in der Schönheit, und
guſto, und freigkeit, auch das er aus den Kopf ſpillet un
was man ihme vorleget, das bewundern die alles auf
höchſte.
Als er im Januar von der Prinzeſſin Weilburg nah
Kirchheimbolland geladen wird, packt die Mutter ihm
ſorgſam den Kuſfer und als er nach acht Tagen, vo
Triumphen übechäuft, zurückkehren ſoll, entflieht ihrden
Seufzer: Wie froh bin ich, wan ich ihn wider ſehel
Wolfgang aber muß ſein Leben immer mehr mit den Künſt=
lerkreiſen
verflechten, denen die beſorgte Mutter fremd
gegenüberſteht, und die ihrem angſtvollen Herzen als
leichtfertig erſcheinen, und während der junge Mozart ſich
für die ſchöne Sängerin Aloyſia Weber begeiſtert, ſchreibt
Mutter Mozart tiefbekümmert nach Salzburg einen Brief=
in
dem alle Konflikte eines liebenden Mutterherzens ſich
ſpiegeln: Mein lieber Mann! Aus dieſem Briefe wirſt
du erſehen haben, daß, wann der Wolfgang eine neue Be=
kanntſchaft
macht, er gleich Guth und Blueth für ſolche
Leute geben wollte. Es iſt wahr, ſie (Aloyſia Weber)
ſingt unvergleichlich; allein da muß man ſein eigenes
Intereſſe niehmals auf die Seite ſetzen; es iſt mir die Ge=
ſellſchaft
mit dem Wendling und Ramm niehmals recht
geweſen, allein ich hatte keine Einwendung machen dürfen,
und mir iſt niehmals geglaubt worden. Sobald er aber
mit den Weberiſchen gekant worden, ſo hat er gleich ſeinen
Sinn geändert, mit einem Worte: bey andern Leuten iſt
er lieber als bey mir, ich mache ihm in einen und andern
was mir nicht gefällt, Einwendungen und das iſt ihm
nicht recht. Du wirſt es alſo bey dir ſelbſt überlegen, was
zu thun iſt, die Reiſe mit den Wendling nach Paris finde
ich gar nicht für rathſam, ich wollte ihn lieber ſpäter
ſelbſt begleiten; mit dem Poſtwagen würde es ſo vill nicht
koſten; vielleicht bekommſt du von h: Grimm noch eine Ant=
wort
; unterdeſſen verlieren wir hier nichts, ich ſchreibe
dieſes in der größten Geheim, weil Er beim Eſen iſt, und
ich will, damit ich nicht überfallen werde. addio ich ver=
bleibe
dein getreues Weib Marianna Mozartin.

[ ][  ][ ]

mammer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Seite 3.

Uſhien, weil die Mitglieder Abgabe von Karten für ſich
Ui hre Angehörigen dringend verlangten. Man machte
Abuff aufmerkſam, daß im großen Saal Plätze nicht mehr
Aſebben ſeien und daß die Beſucher auch in den Neben=
Uhmen Platz nehmen müßten. Dies wurde bei der wei=
Uhr Abgabe von Karten zur Bedingung gemacht. Am
Afneend drängte aber alles in den großen Saal und ſo
An ſich die drangvoll fürchterliche Enge Um ein der=
fes
Feſt zu feiern, fehlt es eben in Darmſtadt noch
Ahet geeigneten Räumen. Trotz der beſchränkten Raum=
ärtniſſe
war die Stimmung eine vorzügliche. Sie er=
Abt- ihren Höhepunkt, als der Tanz begann. Es war
Ahillange Tag, als die letzten der Kerbegäſte den Heim=
untraten
. Die Mitwirkenden gaben ihr Beſtes. Auf
ühne, an den Ausgabeſtellen und Verkaufsbuden, in
sein= und Kaffee=Wirtſchaft bemühten ſie ſich um das
liggen des Feſtes. Es iſt unmöglich, allen perſönlich zu
en; ſie mogen ſich deshalb mit einem Geſamtlob und
rntdänk begnügen, die von Herzen kommen; ſie gelten
ſbeſonderen auch dem Klubgenoſſen Robert Klumpt
dre Feſträume ſo prächtig ausgeſchmückt hatte. Beſon=
zzu
erwähnen iſt, daß Herr Architekt Wehnert in
iiteeriſch vollendeter Form, mit viel Geſchick und Sorg=
ß
eine neue Ehrenurkunde für die zu Dekorierenden ent=
frn
hat; ſie wurde von der Firma Heedt und Ganß
nn der erforderlichen Anzahl unentgeltlich übergedruckt.
SStiftern ebenfalls herzlichſten Dank. Leider war es
t möglich, die ſchönen Urkunden am Feſtabend aus=
ltäadigen
. Sie ſind bei Klubgenoſſen Robert Bergmann,
ſbhelminenſtraße, niedergelegt und können dort von den
orierten bis einſchließlich zum Donnerstag dieſer
lchee abgeholt werden. Die nicht in Empfang genomme=
Ehrenurkunden werden dann am kommenden Freitag
Ino im Klublokal abgegeben.
Geſangverein Sängerluſt Man ſchreibt uns:
ſter zahlreicher Beteiligung verlief der am Sonntag im
Aßüctzenhof veranſtaltete volkstümliche Abend zugunſten
Chorkaſſe, Mehrere Chöre unter der geſchulten Leitung
Chormeiſters K. Grim wurden exakt zu Gehör ge=
Alictt. Frau Eckſtein und Frl. Toni Erb erfreuten mit
ſten zarten, reinen, klangvollen Stimmen durch Vortrag
liger mit großem Beifall aufgenommenen Lieder. Die
ſſtt: Begleitung am Klavier hatte Frl. Luiſe Erb gütigſt
ſſſtmommen. Stürmiſchen Applaus ernteten die beiden
Elunhumoriſten Ph. Mechler und Fritz Kilian, die
Ußder um die neueſten Schlager dier Saiſon wetteifer=
und zu mehreren Zugaben veranlaßt wurden. Des=
lſieoen
wirkte das von den Herren May, Koch, Erb,
lſe m und Achenbach aufgeführte und ganz vorzüglich
lſweelte Theaterſtück Eine Gemeinderatsſitzung zu Al=
nHauſen‟
. Ein flottes Tänzchen beſchloß den Abend.
Ausſtellung. Im Erker der Firma Lautz in der
lſüenſtraße ſind zurzeit einige kleine Gemälde und
utarelle ausgeſtellt, die ein junger Darmſtädter, der
Werrealſchüler L. Amendt, gemalt hat. Sind es auch
ſſih keine reifen Arbeiten, mit denen der angehende junge
netler hier an die Oeffentlichkeit tritt, ſo zeugen ſie
üh von dem Vorhandenſein eines den Durchſchnitt er=
ſblch
überragenden Talentes, deſſen Förderung wohl
lſtwünſchen wäre. Das Waldſtück iſt im Kolorit erfreu=
riſch
und lebendig. Der Farbenmiſchung mangelt hin
iid wieder noch die notwendige Weichheit, doch iſt die
t, wie die Landſchaft aufgefaßt iſt, zu ſympathiſchem
Asoruck gekommen.
Vorträge über Religionsunterricht. Es wird
IUchrnals darauf hingewieſen, daß nächſten Mittwoch,
18. März, nachmittags 3 Uhr im Kaiſerſaal die
Uden letzten Vorträge über den Religions=
lterricht
nach dem neuen Lehrplan gehalten werden,
ud zwar werden ſprechen: Herr Pfarrer D. Waitz von
rnnſtadt über: Die Behandlung der Kirchengeſchichte
d des Kirchenliedes nach dem neuen Lehrplan und
hr Profeſſor Lic. Matthes von Darmſtadt über: Der
ſtechismusunterricht nach dem neuen Lehrplan
* Verein für Verbreitung von Volksbildung.
ſſr: Sanitätsrat Dr. Maurer von hier hat ſich in
Aoenswürdigſter Weiſe bereit erklärt, am Donnerstag,
26. d. Mts., abends 8¼ Uhr, im Kaiſerſaal ſeine
Elebniſſe während einer Nordlands=
jhrt
unter Veranſchaulichung mit Hilfe vorzüglicher
chäbilder zu ſchildern. Wer die Schilderungsgabe des
ſc ätzten Redners aus früheren Vorträgen kennt, wird
ſt Recht eine genußreiche Stunde erwarten dürfen.
ſäperes demnächſt im Anzeigenteil.)
Der Heſſiſche Diakonieverein wird am 25. März,
ſſichrmittags ½3 Uhr, im Saale des Landesſynodal=
ppa
udes (Waldſtraße 40) in Darmſtadt ſeine
fhresverſammlung halten. Schon heute darf
ſſagt werden, daß er durch ſeine ſtets zunehmende

Arbeitsausdehnung und ſeine Leiſtungen ſich einen be=
achtenswerten
Platz unter den Wohlfahrtseinrichtungen
unſeres Vaterlandes errungen hat. Seine Arbeitsfelder
mehren ſich von Halbjahr zu Halbjahr. Dabei wachſen
die Wünſche nach Gemeindeſchweſtern von Vierteljahr
zu Vierteljahr. Die Privatpflege fand nicht nur in
Darmſtadt, ſondern im ganzen Lande freudige Auf=
nahme
und wird immer mehr in Anſpruch genommen,
ſo daß die Zahl der in ihr beſchäftigten Schweſtern ver=
dreifacht
werden mußte. Das Erfreuliche iſt aber dabei,
daß der Verein dieſe vermehrte Indienſtſtellung fertig
ausgebildeter Schweſtern ermöglichen konn e.
* Mozartverein und Inſtrumentalverein. Das von
den genannten Vereinen im Rahmen ihrer dieswinter=
lichen
ſtatutariſchen Tätigkeit gemeinſchaftlich zu veran=
ſtaltende
und in den beiderſeitigen Mitgliederkreiſen mit
Spannung und Intereſſe erwartete große Chor= und
Inſtrumentalkonzert findet unter Mitwirkung
der Kammerſängerin Frau Anna Kämpfert in Frank= a. M. Dienstag. 31. März, im Saalbau ſtatt.
Zur Aufführung gelangen Sologeſänge mit Orcheſter= und
Klavierbegleitung ſowie Orcheſterſtücke und Männerchor=
werke
mit Begleitung des Orcheſters unter Leitung der
Vereinsdirigenten Herren Kapellmeiſter F. Rehbock und
Direktor W. Schmidt.
* Der Geſangverein Männerquartett Beſſungen ver=
anſtaltete
am Sonntag in der Beſſunger Turnhalle einen
Theaterabend. Bei überfülltem Saale wurde das
Odenwälder Volksſtück Sou mußt’s kumme zum erſten=
mal
in Darmſtadt aufgeführt. Der Verfaſſer entrollt hier
ein Stück Odenwälder Volksleben, wie es nicht beſſer ge=
dacht
werden kann und deſſen Humor und Witz wahre
Lachſalven herausfordern. Sämtliche Mitwirkenden waren
vollſtändig Herren ihrer teils ſehr ſchwierigen Rollen, ſy
daß ſie bei offener Szene ſtürmiſchen Applaus ernteten.
In den Zwiſchenpauſen leiſtete eine gutbeſetzte Muſik ganz
Vorzügliches Am Schluſſe des Stückes wurde der Ver=
faſſer
, Herr Georg Löffler gerufen und mit ſtürmiſchem
Beifall auf der Bühne empfangen. Wie verlautet, ſoll am
nächſten Sonntag eine zweite Aufführung ſtatt=
finden
. (Alles Nähere durch Anzeige.)

Fürforgekaſſe für Beamte und Bedienſtete der
Landgemeinden und Kommunalverbände
zu Darmſtadt.

Die Fürſorgekaſſe für Beamte und Bedienſtete der
Landgemeinden und Kommunalverbände zu Darmſtadt,
die am 1. Januar 1909 errichtet wurde, entwickelt ſich fort=
dauernd
günſtig, wie wir dem nachſtehenden, uns von
dem Verwaltungsrat der Kaſſe zur Verfügung geſtellten
Geſchäftsbericht über die Verwaltung vom 1. April 1911
bis 31. Dezember 1913 entnehmen.
1. Die Kaſſe zählte am 1. April 1911 3020 Mitglieder
mit einem ruhegehaltsfähigen Einkommen von 3 224758
Mark. Der Beſtand am 31. Dezember 1913 beträgt 3104
Mitglieder mit einem ruhegehaltsfähigen Einkommen von
insgeſamt 3 543 189 Mark.
2. Am 1. April 1911 hatte die Kaſſe 130 Pen=
ſionäre
mit einem Ruhegehalt von jährlich 71 265,45
Mark. Von da bis zum 31. Dezember 1913 gingen
zu 153, dagegen ab 43, ſo daß der Stand der
Penſionäre am 31. Dezember 1913 beträgt 240 Perſonen
mit einem Ruhegehalt von insgeſamt 121831,69 Mark.
Neben dieſem Ruhegehalt beziehen diejenigen Penſio=
näre
, die von der Fürſorgekaſſe gegen Invalidität ver=
ſichert
waren, noch die geſetzliche Invalidenrente mit zu=
ſammen
41 202,80 Mark Für diejenigen Kaſſenmitglieder,
die von der Fürſorgekaſſe gegen Invalidität aus Mitteln
der Fürſorgekaſſe verſichert waren, mindert ſich das Ruhe=
gehalt
um den Betrag der Invalidenrente, die ihnen nach
der Reichsverſicherungsordnung zuerkannt wird. Der von
der Fürſorgekaſſe direkt ausbezahlte Ruhegehaltsbetrag
und die Invalidenrente zuſammen bilden ſonach das ge=
ſetzliche
Ruhegehalt. Das Ruhegehalt vom 31. Dezember
1913 beträgt daher für die 240 Penſionäre
a) bares Ruhegehalt aus der Fürſorgekaſſe 121831,69 Mk.
b) Invalidenrente
41 202,80
Zuſammen 163 034,49 Mk.
3. Sterbegehalt an die Witwen und Kinder von Pen=
ſionären
wurde in der Zeit vom 1. April 1911 bis 31. De=
zember
1913 gezahlt in 40 Fällen mit zuſammen 4812,47
Mark.
4. Witwen= und Waiſengeld am 1. April 1911:
53 Witwen und 28 Waiſen mit zuſammen 12 566,64 Mark
jährlich. Bis zum 31. Dezember 1913 gingen zu: 89 Wit=
wen
und 86 Waiſen, dagegen gingen ab: 15 Witwen und
24 Waiſen, ſſo daß am 31. Dezember 1913 vorhanden

waren: 127 Witwen und 90 Waiſen mit einem geſamten
Jahresbetrag an Witwen= und Waiſengeld von 30 776,08
Mark. Es wird noch bemerkt, daß die Witwen= und
Waiſenrenten, welche die Landesverſicherungsanſtalt
Großh. Heſſen an die Hinterbliebenen der Penſionäre und
Kaſſenmitglieder auf Grund der Reichsverſicherungsord=
nung
bezahlt, an dem Witwen= und Waiſengeld der Für=
ſorgekaſſe
nicht in Abzug gebracht werden.
5. Für die Invalidenverſicherung der Kaſſenmitglier
der, die aus Mitteln der Fürſorgekaſſe fortgeſetzt wird,
werden jöhrlich rund 70000 Mark aufgewendet.
6. Die fortdauernden jährlichen Leiſtungen der Kaſſen=
mütglieder
betragen 3 Prozent der ruhegehaltsfähigen
Bezüge. Bei der Aufnahme iſt ein einmaliges Eintritts=
geld
in Höhe von 10 Prozent der ruhegehaltsfähigen Be=
züge
zu entrichten, und zwar innerhalb 24 Monaten. An
dem Eintrittsgeld wird die Hälfte des Wertes der für
den Betreffenden bisher verwendeten Beiträge zur In=
validenverſicherung
in Abzug und Aufrechnung gebracht.
Ebenſo ſind von der Gehaltserhöhung jeweils 10 Prozent
Eintrittsgeld zu bezahlen.
7. Der Staat leiſtet aus den aufgehobenen Straf=
dritteilen
einen jährlichen Zuſchuß, welcher für 1911
36 750,77 Mark und für 1912 39 273,54 Mark betragen hat
und ſich im Laufe der Zeit erhöht bis zum Höchſtbetrage
von 80000 Mark.
8. Neben dieſen Leiſtungen haben die Anſtellungs=
Körperſchaften jährlich eine Umlage zu bezahlen, deren
Höhe ſich nach dem wirklichen Bedürfnis auf Grund ver=
ſicherungstechniſcher
Berechnungen bemißt, um die Leiſtun=
gen
und Gegenleiſtungen bilanzmäßig im Gleichgewicht
und die Kaſſe dadurch dauernd lebensfähig zu erhalten.
Dieſe Umlagen haben für die Jahre 1911 und 1912, ebenſo
wie für 1910 9 Prozent der ruhegehaltsfähigen Bezüge
betragen. Mit der zu erwartenden ſpäteren Verjüngung
der Kaſſe iſt ein Sinken der Umlagen bis zu einem mitt=
leren
ſtabilen Stand zu erhoffen. Im Intereſſe der
finanziellen Sicherheit der Kaſſe betrachtet aber der Ver=
waltungsrat
die Umlagen von 9 Prozent der ruhegehalts=
fähigen
Bezüge noch ſolange als Mindeſtleiſtung der An=
ſtellungs
=Körperſchaften, als die Leiſtungen der Kaſſe den
Mitgliedern gegenüber noch dauernd im Steigen begriffen
ſind. Das letzte Gutachten des Kaiſerl. Aufſichtsamtes
für Privatverſicherung auf Grund der wirklichen Ergeb=
niſſe
der Jahre 1909 und 1910 ſchlug die Erhebung einer
Umlage von 12 Prozent vor.
9. Das Vermögen der Kaſſe betrug am 31. Dezember
1913 2051 307,33 Mark, wovon aber 70000 Mark für an=
zukaufende
Marken zur Invaliden= und Hinterbliebenen=
verſicherung
für das Jahr 1913 abgehen ſo daß der tat=
ſächliche
Vermögensſtand 1981307,33 Mark iſt.

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
O Kammerſänger Hermann Gura feierte
überall in den letzten Wochen wahre Triumphe mit ſeinen
Balladengeſängen, in denen ihm die Kritik übereinſtim=
mend
ſein Unübertrefflich beſtätigt. Dem Loewe=
Balladen=Abend, den der begnadete Sänger am Mittwoch,
den 18. d. M., hier im Saale des Hotels Zur Traube‟
veranſtaltet, bringt man daher ein weit über das ſonſt
gewohnte Maß hinausgehendes künſtleriſches Intereſſe
entgegen. Guras Geſangskunſt ſteht ausſchließlich im
Dienſte inneren Erlebens, und da Gura eine intenſive
Vorſtellungskraft ſein eigen nennt, mit vollſter Samm=
lung
ſeine Gedanken auf den jeweiligen Vortrag konzen=
triert
, mit ganzer Seele bei der Sache iſt, ſo überzeugt er
auch durch ſeine Geſänge, zwingt die Zuhörer in den
Bannkreis ſeiner eigenen lebensvollen Vorſtellung, be=
ſtimmt
ſie zu gleichem Mitempfinden. Das iſt das Ge=
heimnis
, warum bei Balladen, die tief ins Herz greifen,
das Publikum ſo beeinflußt, ſo in Mitleidenſchaft gezogen
iſt, daß Augenblicke atemloſer Stille vergehen, bis die
Hand zum Beifall ſich rührt. Das Chemnitzer Tage=
blatt
ſchrieb kürzlich über den dortigen Loewe=Balladen=
Abend u. a.: Mit dem Namen Loewe verknüpft iſt wieder
der Name Gura. Früher war es Eugen Gura, der der
Ballade einen wichtigen Platz ſicherte, heute iſt es ſein
Sohn Hermann Gura. Wir verdanken ihm einen herr=
lichen
Abend. Es wird wohl manchem Hörer ſo gegangen
ſein: wir glauben die Loewe=Balladen zu kennen, und wir
lernen ſie mit einem Male neu lennen. Nicht etwa, als
ob Hermann Gura uns mit einer neu ausgeklügelten
geiſtreichen Auffaſſung überraſchte nein, alles iſt ſo
natürlich empfunden, ſo muſikaliſch=logiſch durchdacht, ſo
bis aufs kleinſte ausgefeilt, daß der teilnahmvolle Er=
zählerton
in hoher Meiſterſchaft getroffen iſt. Er zwingt
uns in ſeinen Bann. Und wir modernen Menſchen laſſen

Feuilleton.

* Die neuen türkiſchen Briefmarken, welche in einer
ſndoner Gravieranſtalt hergeſtellt ſind, gelangen jetzt
r Ausgabe. Die Marken haben ein gutes Ausſehen
ld können einen Vergleich mit den ſchönſten europäiſchen
ſarken aushalten. Man hat mit dem Herkommen ge=
ſochen
und auch eine Briefmarke mit dem Bilde des Sul=
he
geſchmückt. Dieſe Marke iſt gleichzeitig die teuerſte
Aeer den Marken der europäiſchen Staaten, denn ſie hat
kum Wert von 200 Piaſtern 36 Mk. Die übrigen
arkenſerien zeigen in ſchöner Ausführung Bilder vom
Posporus, von der Ahmed=Moſchee, von der Hauptſtraße
hnſtantinopels und von den zerfallenen Ringmauer=
ruzen
.
CK. Steinbockhege in den Alpen. Das Ausſterben
ſr Tierwelt der Alpen erfüllt den Naturfreund, der in
n Bergen der Schweiz Erholung ſucht, immer wieder
ſit melancholiſchen Betrachtungen; die Gemſen ſind nahe=
völlig
ausgerottet, kaum anders ergeht es den wilden
lergziegen den Berghirſchen und den Murmeltieren.
er letzte Steinbock in Graubünden wurde ſchon 1811 von
Inem Wilddiebe abgeſchoſſen, und als 1860 eine Herde
ex alpinus im Maſſiv des Monte Roſa geſichtet wurde
ueerte es nur wenige Monate, bis das letzte Tier auf
Ur Schweizer Seite erlegt war. Allein die Behörden
lhernen jetzt entſchloſſen, frühere Verſäumniſſe an Wild=
hutz
wieder gut zu machen: ſie wollen der Alpenwelt ihre
ſiere wiedergeben. Den Anfang macht der Steinbock.
m April 1913 gab es in der ganzen Schweiz nur einen
nzigen Steinbock; zwei Monate ſpäter aber ſah man
ne kleine Herde von 5 Steinböcken an ſteilen Hängen
nherklettern. Was war geſchehen? Die Kommiſſion für
Undliche Parks, die ſich um den Naturſchutz in der Schweiz
müht, hat am 9 Mai 1913 ihren erſten Verſuch mit der
luusſetzung von Steinböcken gemacht. Schon vor einigen
Jahren begann man in einem Park von St. Gallen mit
nem kleinen Trupp in Italien gekaufter Steinböcke
ſuchtverſuche. Als im vergangenen Frühjahr die Zahl
er gehegten Tiere 19 erreichte, ließ man 5 von ihnen
3 Weibchen und 2 Böcke in großen Holzkiſten zu

den Höhen der Grauen Hörner bei Ragatz hinaufſchaffen
und ſetzte hier die Tiere in Freiheit. Einen der Böcke,
ſo berichtet Boutibonne in der Nature, mußte man freilich
einige Wochen ſpäter nach St. Gallen zurückſchaffen, weil
der Steinbock anſcheinend an der wiedererlangten Freiheit
keinen Geſchmack fand und immer wieder menſchliche Ge=
ſellſchaft
auſſuchte Man erſetzte ihn durch ein weniger
zahmes Exemplar Der Verſuch iſt anſcheinend vortrefflich ge=
lungen
, und heute ſieht man die kleine Herde um zwei bereits
in der Freiheit geborene Böcklein bereichert an den Hängen
und zwiſchen den Felſen ſich tummeln. Der günſtige Er=
folg
dieſes erſten Verſuches hat in der ganzen Schweiz
lebhaftes Intereſſe erweckt, und eine Reihe von Kantonen
haben ſich jetzt an die Kommiſſion der ländlichen Parks
mit der Bitte gewandt ſie bei der Wiederbevölkerung der
Alpenhöhen zu unterſtützen. Graubünden hat zur Aus=
ſetzung
und Hege von Steinböcken eine anſehnliche Summe
bereitgeſtellt, und auch das Berner Oberland wird am
Hardermaſſiv Steinböcke ausſetzen. Die Tiere müſſen
teuer angekauft werden, der Preis beträgt durchſchnittlich
1200 Mark für jedes einzelne Exemplar. Die größte
Schwierigkeit iſt die Unmöglichkeit, die in Freiheit ge=
ſetzten
Steinböcke in den ihnen zugewieſenen geſchützten
Gebieten zu erhalten, die Tiere wandern natürlich auch
in die Nachbargebiete und ſind hier der Gefahr ausge=
ſetzt
, durch ſkrupelloſe Jäger und Wilddiebe abgeſchoſſen
zu werden.
** Engliſche Sehnſucht nach der Wachtparade‟. Es
kommt ſelten vor, daß die ſtolzen Söhne Albions, die von
der Vortrefflichkeiſt aller Einrichtungen ihres Landes ſo
überzeugt ſind, andere Völker um etwas beneiden. Aber
der Fall iſt nun eingetreten, und zwar ſteht ihre Sehn=
ſucht
nach nichts Geringerem als nach unſerer Wacht=
parade
, in der ſich der Stolz und die Freude eines echten
Soldatenvolkes ausprägen. In einem Aufſatz der Daily
Mail lenkt G Valentine Williams die Aufmerkſamkeit auf
die Tatſache, wie wenig Beachtung der Engländer dem
täglichen Aufziehen der Wache ſchenkt, während in ande=
ren
Ländern dieſe fröhliche Unterbrechung der Alltäglich=
keit
um Mittag zu einem kleinen Volksfeſt wird. Be=
obachte
die Gardekompagnie, die um Mittag Unter den
Linden in Berlin mit klingendem Spiel aufzieht, um die

Wache in dem alten ſchönen Wachthaus beim Zeughaus
abzulöſen, ſo ſchreibt er. Da gerät das Volk auf der
Straße in Bewegung, marſchiert mit, und eine heitere
Welle patriotiſcher Luſt und militäriſcher Freude flutet
durch die Straße. Und nicht anders iſt es bei der Burg=
muſik
, die der Wiener über alles liebt, in St. Petersburg,
wenn die Garden mit ihren altertümlichen Tſchakos auf
dem weiten Platz vor dem Winterpalaſt abgelöſt werden,
nicht anders in Paris. Ueberall herrſcht Begeiſterung für
das Militär, überall grüßt man mit Ehrfurcht die Fahne.
Und in London? Auch hier bietet die Wachtparade, wenn
ſie vor dem Buckingham= oder St. James=Palaſt aufzieht,
ein maleriſches und prächtiges Schauſpiel. Aber das bri=
tiſche
Publikum nimmt kaum Notiz von dieſem Ereignis;
einige Gaffer ſtehen ſtumpf herum; hie und da blickt einer
flüchtig hin. Ganz ſelten kommt es wohl auch vor, daß
ein alter Beamter oder ſonſt ein königstreuer Mann den
Hut lüftet, um das Ehrenzeichen des britiſchen Heeres zu
grüßen. Im ganzen aber iſt die Londoner Wachtparade
ein Schauſpiel, dem die belebende und anfeuernde Mit=
wirkung
des Publikums völlig fehlt, ein dumpfes und
ſteiges Zeremoniell ohne Pathos und ohne Glanz. Es
offenbart ſich darin, daß der Engländer eigentlich kein
Verhältnis zu ſeinem Heer hat, und dieſer tiefere Grund
iſt es auch, der in patriotiſchen Briten die Sehnſucht nach
der Wachtparade erweckt, nach dieſer friedlichen und ge=
mütlichen
Entladung patriotiſcher und militärbegeiſterter
Gefühle mitten im Allerlei des Alltags.
* Am Telephon. Die junge Dame will telephonieren
allein, als ſie den Hörer ans Ohr nimmt, bemerkt ſie, daß
ſie in ein fremdes Geſpräch eingeſchaltet iſt. Eben habe
ich einen Eierkuchen fürs Mittageſſen auf den Herd ge=
ſetzt
hört ſie ſelbſtgefällig eine Damenſtimme erzählen.
Sie hängt den Hörer wieder an und wartet eine Weile.
Als ſie wieder ihr Glück verſucht, hört ſie die beiden Da=
men
noch immer ſprechen. Dreimal wartet ſie; endlich
verliert ſie die Geduld und miſcht ſich in das fremde Tele=
phongeſpräch
. Hören Sie, ruft ſie in den Apparat, ich
rieche daß Ihr Eierkuchen anbrennt. Ein entſetzter
Schrei: und dann endlich konnte ſie anrufen.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Nummer

uns packen durch die rührende Heimatliebe eines Archibald
Douglas, die Gewiſſensqualen eines Edvard, den poltern=
den
Gebetston des alten Deſſauers, wir laſſen uns in
Feſſeln ſchlagen durch die echt germaniſche Sagenpoeſie
wie ſie in Goethes Fiſcher im Nöck, in Tom der
Reimer muſikaliſch Geſtalt gewonnen hat; wir geben uns
mit naivem Behagen dem deutſchen Märchenweſen hin
und glauben an die kleinen Wichte im Hochzeitslied und
im Kleinen Haushalt oder auch an Die wandelnde
Glocke‟. Ja, wir lächeln nicht einmal, wenn der deutſchen
Sentimentalität ein Körnchen Weihrauch geſtreut wird
(Die Uhr und Süßes Begräbnis).
Karten bei L. Schutter (Gg. Thies Nachflg.), Eliſa=
bethenſtraße
.

Griesheim, 16. März. (Verſammlung.) Man
ſchreibt uns: Am Sonntag veranſtaltete die Fortſchrittliche
Volkspartei hier im Lokale des Herrn Maus eine Ver=
ſammlung
, die ſehr gut, namentlich auch aus Darmſtadt,
Eberſtadt, Pfungſtadt und aus dem Orte ſelber beſucht
war. Nach kurzer Begrüßung ſeitens des Herrn Buch=
druckereibeſitzers
Baſſenauer und namens der Gäſte
ſeitens des Herrn Sanitätsrats Dr. Kolb erhielt Herr
Parteiſekretär Kuhlmann das Wort zu einem Vor=
trage
über Die politiſche und ſoziale Bedeutung des
Wehrbeitrags, wobei der Referent namentlich das Steuer=
programm
der Fortſchrittlichen Volkspartei erläuterte.
Nachdem Herr Seipp einige ergänzende Bemerkungen
zu dem Vortrage gemacht hatte, ſprach Herr Rechtsanwalt
Carnier I über das Verhältnis der Fortſchrittlichen
Volkspartei zu den anderen Parteien. Beide Vorträge
wurden mit großem Beifall aufgenommen. Nach einem
kurzen Schlußworte des Herrn Baſſenauer wurde die Ver=
ſammlung
um 7 Uhr geſchloſſen.
gs- Griesheim, 16. März. (Unfall.) Heute nach=
mittag
gegen halb 5 Uhr ſpielte ein dreieinhalbjähriger
Junge in der Wurſtküche ſeines Vaters und kam dem
Feuer zu nahe, ſo daß ſeine Kleider Feuer fingen. Das
Kinde wurde in hoffnungsloſem Zuſtande durch die Ret=
tungswache
in das Krankenhaus zu Darmſtadt verbracht.
Das bedauernswerte Kind iſt gegen Abend im Kranken=
hauſe
verſtorben.
Rüſſelsheim, 16. März. (Eine Revolver=
ſchlacht
) auf dem zugefrorenen Main wird in den näch=
ſten
Tagen das Gericht beſchäftigen. Auf dem Eiſe waren
ſchulentlaſſene Jungen von hier mit ſolchen von Flörsheim
in Streit gekommen, in deſſen Verlauf einige unreife Ge=
ſellen
ſogar mit Revolvern ſcharf ſchoſſen. Ein Junge
wurde dabei ins Bein getroffen, ſo daß er noch heute krank
daniederliegt.
Offenbach, 16. März. (Einweihung der Luther=
kirche
.) Die im Zuge der Waldſtraße errichtete Luther=
kirche
wurde geſtern feierlich ihrer Beſtimmung übergeben.
Die neue Kirche, die gleich der am 6. Oktober vor. Js. er=
öffneten
Friedenskirche nach den Plänen Prof. Pützers
errichtet wurde, ſtellt einen Gruppenbau dar, der neben
kirchlichen Zwecken auch für das Gemeindeleben Raum
genug gewährt. Es iſt ein dreigeſchöſſiger Bau, der in
einfacher Weiſe dem Straßenbild angepaßt iſt. Der Kir=
chenraum
iſt im Obergeſchoß gelegen, deſſen geſchmackvolle,
mit ruhigen Farbentönen erzielte innere Ausſtattung von
dem Kunſtmaler Throll von den Techniſchen Lehran=
ſtalten
hergeſtellt wurde. Der Kirchenbau enthält weiter
die Pfarrwohnungen der beiden amtierenden Geiſtlichen
des Süd= und Südoſtbezirks, Küſterwohnungen, Gemeinde=
ſäle
, die Kleinkinderſchule und die übrigen zur Abhaltung
von Konfirmandenunterricht uſw. erforderlichen Räume.
Das aus drei Glocken beſtehende Geläute ſtammt aus der
Glockengießerei von Schilling in Apolda, die Orgel von
der Firma Steinmeyer=Oettingen. Die Baukoſten belaufen
ſich auf zirka 230000 Mark. Zu der feierlichen Einweihung
der Kirche hatten ſich neben den zahlreichen Gemeinde=
angehörigen
, die das Gotteshaus bis auf den letzten Platz
anfüllten, u. a. eingefunden: als Vertreter des Konſiſto=
riums
Prälat D. Dr. Flöring=Darmſtadt, Geh. Rat
Lochmann als Vertreter der Regierung, Beigeordneter
Porth von der Stadt Offenbach, Oberſt und Regiments=
kommandeur
Eſch als Vertreter der Militärbehörde; fer=
ner
Vertreter der Geiſtlichkeit und anderer Religions=
gemeinden
. Nach dem Chorgeſang des evangeliſchen Kir=
chengeſangvereins
nahm Superintendent Prälat D. Dr.
Flöring=Darmſtadt die Weihe der Kirche vor. Die Feſt=
predigt
hielt Pfarrer Müller vom Südoſtbezirk in Anlehn=
ung
an die Bibelworte des 46. Luther=Pſalms. Nach dem
gemeinſchaftlichen Gemeindegeſang des alten Lutherliedes
Ein feſte Burg iſt unſer Gott wurde durch den Geiſt=
lichen
des Südbezirks, Pfarrer Fuldat, die Taufe der erſten
Mädchen in der neuen Kirche vollzogen. Verſchönt wurde
die Feier durch den Chorgeſang des evangeliſchen Kirchen=
geſangvereins
mit Streichorcheſter, Orgel und Kinderchor
aus dem Händelſchen Oratorium Jephta. Mit Gebet und
Schlußgeſang wurde die erhebende Feier beendet, der ein
Feſteſſen im großen Kolleg ſich anſchloß. Nachmittags um
6 Uhr fand der erſte liturgiſche Paſſionsgottesdienſt ſtatt,
während am Mittwoch abend der erſte Gemeindeabend
abgehalten wird.
Bensheim, 16. März. (Nationalliberaler
Verein.) Der vor kurzem unter Mitwirkung der Freien
Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler ins Leben ge=
rufene
Nationalliberale Verein veranſtaltete am 14. d. M.
unter Leitung ſeines Vorſitzenden, Juſtizrat Jäger= Bens=
heim
, eine von den Mitgliedern und Parteifreunden gut
beſuchte Verſammlung im Saale des Bahnhofshotels, in
der der Geſchäftsführer der Freien Vereinigung, Dr. Linſe=
Mainz, über die Stellung der Nationalliberalen zu den
wichtigſten Fragen der inneren Reichspolitik ſprach, wäh=
rend
Herr Dr. Keller=Oppenheim ſich verbreitete über die
Stellung der Nationalliberalen Partei zu den übrigen
Parteien im Reich und in Heſſen. Die Verſammlung, die
beiden Rednern lebhaften Beifall ſpendete, war für den
jungen Verein, dem ſie einen Zuwachs an Mitgliedern
brachte, zweifellos ein voller Erfolg, der ihn zu einer
energiſchen Weiterarbeit im Sinne eines wahrhaften Na=
tionalliberalismus
in Heſſen anſpornen wird.
sck Bürſtadt, 16. März. (Schwerer Unfall.)
Heute abend 5½ Uhr fuhr der Bierbrauer Peter Glück
mit einem Bierfuhrwerk nach Lorſch und nahm ſeine bei=
den
Kinder mit. Als er in Lorſch über einen Stein fuhr,
fiel durch das Schwanken des Wagens ſein fünfjähriger
Junge, der bei ihm auf dem Bock ſaß, herunter und ge=
riet
unter die Räder. Nach ſeiner Verbringung in
das Wormſer Krankenhaus wurde feſtgeſtellt, daß die eine
Lunge des armen Kindes vollſtändig zerriſſen iſt.
t. Wiebelsbach, 16. März. (Schlägerei.) Zwiſchen
den hieſigen Turnern und Fidelen beſteht ſeit längerer Zeit
ein geſpanntes Verhältnis, das gelegentlich eines Zuſam=
mentreffens
nachts auf der Straße in Tätlichkeiten aus=
artete
, wobei einer der Fidelen Schaden erlitt, daß er
einige Tage das Bett hüten mußte. Die Schuldigen er=
hielten
dafür dieſe Woche vom Schöffengericht ganz emp=
findliche
Strafen. Einer wurde mit zehn Tagen Gefäng=
nis
, die übrigen mit zum Teil recht beträchtlichen Geld=
bußen
beſtraft.

Mainz, 16. März. (1100 Säcke geſtohlen.) In
der Nacht von Freitag auf Samstag waren Einbrecher in
der Lagerhalle des Sackfabrikanten in der Wallauſtraße
eingebrochen und hatten 1100 leere Säcke geſtohlen. Auf
einem mitgebrachten Handkarren brachten die Diebe die
Säcke fort. Im Laufe des Montags wurden bei einem
Althändler 550 Stück beſchlagnahmt, die während der Ab=
weſenheit
des Händlers von drei Unbekannten abgeladen
worden waren. Auf Grund der Perſonalbeſchreibung
konnte am geſtrigen Tage einer der Einbrecher, ein gewiſſer
Eckert, feſtgenommen werden. (Sturz aus dem
Fenſter.) In einem Hauſe der Neutorſtraße war geſtern
mittag der Händler Zöller damit beſchäftigt, an dem Fen=
ſter
ſeiner im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung einige
Latten anzunageln. Er hatte ſich zu dieſem Zweck auf die
Fenſterbank geſetzt, von wo er in den Hof abſtürzte. Schwer
verletzt wurde er in das St. Rochushoſpital verbracht, wo
er alsbald ſtarb.
Mainz=Kaſtel, 16. März. (Feſtgenommener
Hühnerdieb.) Hier wurde in verfloſſener Nacht ein
Mann durch die Polizei angehalten, der einen gefüllten
Karton trug. Auf die Frage des Polizeibeamten nach
dem Inhalt, gab der Betreffende an, es enthalte Wäſche=
ſtücke
. Beim. Nachſehen durch den Polizeibeamten ergab
ſich, daß in dem Paket fünf friſchgeſchlachtete und noch
warme Hühner ſich befanden. Durch die weitere Unter=
ſuchung
wurde dann feſtgeſtellt, daß die Hühner in Biebrich
geſtohlen worden waren. Ein bei dem Diebſtahl Mitbe=
teiligter
iſt, der in Biebrich wohnt, wurde ebenfalls ver=
haftet
.
Gonſenheim, 16. März. (Unglücksfall.) An der
Halteſtelle Schule ereignete ſich am Samstag nachts ein
folgenſchwerer Unglücksfall. Der Arbeiter Bappert aas
Mainz=Mombach lief in das Auto eines Privatmannes
von hier; der Chauffeur wich ſofort aus, der Mann aber,
verwirrt oder betrunken, lief direkt weiter in den Kraft=
wagen
hinein; glücklicherweiſe erfaßte ihn nur der rechte
Kotflügel und warf ihn auf die rechte Straßenſeite. Die
Inſaſſen des Wagens nahmen ſich ſofort des Verletzten an
und verbrachten ihn in das Gaſtellſche Hoſpiz in Mainz=
Mombach. Hier ſtellten die Aerzte feſt, der Mann habe
wohl drei Rippen gebrochen, daß aber direkte Lebensge=
fahr
nicht beſteht.
Bingen, 16. März. (Einbruchsdiebſtahl.) Bei
der Polizeiverwaltung ging am letzten Montag eine An=
zeige
ein, daß der Steuermann Johann Engelhart im
Beſitze von Waren ſei, die er in Gemeinſchaft mit dem
Hausburſchen Franz Haas in einem hieſigen Geſchäft ge=
ſtohlen
habe. Auf dieſe Anzeige hin ſtellte die Polizei
umfaſſende Nachforſchungen an und ermittelte, daß der
Steuermann Engelhart am Montag abend einen mit
Gegenſtänden gefüllten Schließkorb an den Rhein in einen
Nachen brachte und auf den Strom hinaus fuhr. Haas,
der mit Engelhart am Rhein geſehen wurde, konnte noch
am gleichen Abend feſtgenommen werden, Engelhart erſt
am Dienstag früh. In der Folgezeit förderte die Unter=
ſuchung
bei Hausſuchungen eine Menge Waren zutage,
die zur Ueberführung der Inhaftierten führten. Die Be=
ſchuldigten
legten nun ein umſaſſendes Geſtändnis ab, das
zu weiteren Hausſuchungen und Verhaftungen führte. So
wurden noch der Tüncher Guſtav Erbelding aus Büdes=
heim
und der Steinhauer Mathias Erbelding aus Gau=
Algesheim in die Unterſuchung gezogen, weil ſie beſchul=
digt
wurden, ebenfalls Diebſtähle mit Haas begangen zu
haben Dieſe Diebſtähle liegen bereits drei Jahre zurück
und wiederholten ſich in kürzeren Zeitabſchnitten.
(*) Gießen, 15. März. (Ein ſchwerer Unfall)
trug ſich geſtern nachmittag 5 Uhr bei dem Bau der Um=
gehungsbahn
zu. An der Baggermaſchine riß plötzlich das
Drahtſeil. Die Maſchine konnte nicht gleich abgeſtellt wer=
den
und ſchlug um. Zum Glück konnten ſich die Maſchi=
niſten
und die bei der Maſchine beſchäftigten Arbeiter durch
Abſpringen rechtzeitig retten. Ein Mann erlitt einen Bein=
bruch
und mußte in die Gießener Klinik gebracht werden
Alsfeld, 16. März. (Hoher Beſuch.) Heute traf
mit ſeinem Automobil der Herzog Heinrich von
Mecklenburg, Prinz der Niederlande ( Prinzge=
mahl
der Königin Wilhelmine), hier ein. Mit ſeinem Ge=
folge
und dem Grafen Bernſtorff (Angenrod) beſichtigte
der hohe Herr die an Sehenswürdigkeiten reiche Stadt,
insbeſondere wurde unſer ſtilvoll reſtauriertes. altertüm=
liches
Rathaus einer eingehenden Beſichtigung gewürdigt.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 15. März. Kurz vor der
um 11 Uhr vormittags angeſetzten Beſichtigung der
Pfadfinder die heute in einer Stärke von 1500
Jungen im Grunewald eine große Uebung abhielten, traf
der Kronprinz im Automobil vom Bahnhof Eich=
kamp
ein. Die Pfadfinder waren bereits in voller Arbeit.
Der Kronprinz beſichtigte mit großem Intereſſe eine ſelbſt
konſtruierte Fernſprechleitung, Uebungen im Brückenſchlag
und erſte Hilfen bei Unglücksfällen, wobei die Rettung
eines verunglückten Fliegers von einem hohen Baum
vorgeführt wurde Am heutigen 100. Gedenktage des
Todes Friedrich Frieſens verſammelten ſich vormittags
Abordnungen der Berliner Turner an der Ruheſtätte der
in den Befreiungskriegen Gefallenen, die ſich in der Nähe
von Scharnhorſts Grab auf dem Invalidenfriedhof befin=
det
. Nach einer kurzen Rede auf Frieſen wurden von den
Abordnungen Lorbeerkränze niedergelegt. Später ver=
ſammelten
ſich vor dem Jahndenkmal mehrere hundert
Turner, um einer Rede auf Frieſen zu lauſchen, die der
Direktor der Königlichen Landesturnanſtalt Diebow
hielt. Die Zwiſchenfälle die ſich heute bei der
Meſſein der Paulus=Kirche ereigneten, ſind nur
von einem Teile der polniſchen Gemeindemitglieder in=
ſzeniert
worden. Die Bewegung war ſchon ſeit längerer
Zeit vorbereitet. Ein Teil der polniſchen Arbeiter hatte
ſich geweigert, die Kinder an dem deutſchen Unterricht für
Kommunikanten teilnehmen zu laſſen, und den Kindern
ſelbſt den vorbereitenden Unterricht zur Kommunion er=
teilt
, die nun, von ihren Eltern begleitet, geſtern morgen
zum Empfange der erſten Kommunion zugelaſſen werden
wollten. Dieſes mußte Pater Jakobus verweigern, da
die Kinder keinen ordnungsmäßigen Unterricht empfangen
hatten. Pater Jakobus wandte ſich nochmals an die fürſt=
liche
Delegatur, die ihm jedoch nochmals ablehnenden Be=
ſcheid
zuteil werden ließ. Darauf kam es zu wüſten Lärm=
ſzenen
. Selbſt die Anſprache eines Geiſtlichen, der den
Lärmenden die fürſtbiſchöfliche Entſcheidung in polniſcher
Sprache mitteilte, konnte die Ruhe nicht wieder herſtellen
Hierauf entſchloß ſich die Geiſtlichkeit, die Hilfe der Polizei
in Anſpruch zu nehmen. Die geſtrige Abendandacht in der
Paulus=Kirche verlief ohne Störung. Einer jener
Diebe die als Leitungsreviſoren auftreten, iſt
in Lankwitz von ſeinem Schickſal ereilt worden. Er er=
ſchien
bei einem Villenbeſitzer und erklärte, von einer Elek=
trizitätsfirma
aus Berlin geſchickt zu ſein. Der Hausherr
aber ſchöpfte Verdacht. Er ließ den angeblichen Reviſor
eintreten und benachrichtigte während der Fremde die
Leitungen prüfte, telephoniſch die Polizei. So konnte der

dreiſte Burſche bald verhaftet werden. Man ermittelte im
ihm einen wohnungsloſen Gelegenheitsarbeiter Paull
Haaſe. H. geſtand ein, mit Diebesgenoſſen im Laufe=
weniger
Wochen in Steglitz, Wilmersdorf, Charlotten=
burg
, Schöneberg uſw. Juwelen im Werte von weit üben
10000 Mark erbeutet zu haben. In Kaſchemmen habem
die Diebe die Wertſachen verkauft.
16. März. Auf der Strecke Strausberg-Berlin in den
Gegend von Petershagen fiel geſtern ein 12jähriges
Mädchen, deſſen Angehörige unermittelt ſind, aus dem
Zuge und erlitt eine ſchwere Kopfverletzungg
Das Mädchen wurde in ein Berliner Krankenhaus über=
geführt. Aus der Berliner Wohnung am Nürnbergert
Platz des in Potsdam wohnenden Generals a. D. von dern
Goltz wurden geſtern über 20 Orden geraubt, darunter
ſolche mit Brillanten, ferner ein Verlobungsring des
Dieners und 40 Mark, die deſſen Barſchaft ausmachten.
Wiesbaden, 16. März. (Ein myſteriöſer Fall)0
Am 8. Februar dieſes Jahres war in ſeiner Wohnung im
der Nettelbeckſtraße der 56 Jahre alte Rentner Auguſt
Lipp mit einer Schußwunde im Kopfe aufgefunden wors
den. Als mutmaßlichen Täter hatte man damals den
Jahre alten, ſtellungsloſen Artiſten Walter Stronßfeldo
aus Berlin verhaftet, doch wieder entaſſen, als Lipp an=
gab
ſich ſelbſt den Schuß beigebracht zu haben. Geſterm
erſchien nun Stconßfeld wieder in der Wohnung dess
Lipp, um eine Erpreſſung auszuüben. Lipp ſchrie um Hilfen
und Stronßfeld flüchtete. Als er ſich von Poliziſten unde
Paſſanten verfolgt ſah jagte er ſich eine Kugel in dem
Kopf und verſtarb alsbald.
Mannheim, 16. März. (Stiftungen.) Nach Mit=
teilungen
in den Hauptverſammlungen der Rheiniſchen
Hypothekenbank in Mannheim und der Pfälziſchen Hypo=
thekenbank
in Ludwigshafen hat der verſtorbene Geh. Ratt
Dr. Karl Reiß den Direktionen der beiden Inſtituter
Stiftungen von je 30000 Mark für außerordentliche Unter=
ſtützung
an Beamte zugewieſen. Geh. Rat Reiß hatte demn
Aufſichtsrat der beiden Geſellſchaften angehört.
München, 15. März. (Die Berliner Lieders
tafel in München.) Nachdem der Vorſtand derBer=
liner
Liedertafel und mit dieſem die Vorſtände der imn
Münchener Sängerbunde zuſammengeſchloſſenen Vereines
heute mittag in der Ratstrinkſtube von dem Magiſtra
der Stadt München empfangen worden waren, wos
bei herzliche Anſprachen zwiſchen dem Oberbürgermeiſter!
Dr. v. Borſcht und dem Vorſitzenden der Berliner Lieden
tafel Profeſſor Dr. Williger gewechſelt wurden, ſchloßen
Bankett im Bayeriſchen Hofe den Reigen der feſtlichen
Veranſtaltungen. Während der Tafel, an der als er
treter der Stadt Rechtsrat Wölzl, ſowie auch zahlreiche
Mitglieder des Münchener Sängerbundes teilnahmen, be
tonte der Vorſitzende, daß der geſtrige Verbrüderungs
abend den Berlinern unvergeßlich bleiben werde, und
dankte dem Reiſemarſchall für ſeine aufopferungsvoll
Arbeitsleiſtung und überreichte ihm als Anerkennungdas
Vereinszeichen in Edelmetall, eine ſehr ſeltene Auszeich
nung. Weitere Trinkſprüche auf die Freundſchaft zwiſchen
Nord und Süd, die ſich immer dauernder und innigerge=
ſtalten
möge, belebten die Stimmung.
Geſtern nahm König Ludwig mit der Königint
im Hofballſaale der Reſidenz eine Huldigung der Ber=
liner
Liedertafel entgegen. Außer dem Königspaar waren
anweſend: der Kronprinz mit ſeinen Söhnen, die Prin=
zeſſinnen
=Töchter, die Prinzen Karl, Franz, Ludwig Fer=
dinand
, Alfons, Prinzeſſin Adelgunde, Prinzeſſin Amulf
und Prinz Ernſt von Sachſen=Meiningen, der preußiſche
Geſandte v. Treutler, der Vorſitzende des Miniſtertats
Graf Hertling, Miniſter v. Soden, v. Thelemann, b. Knil=
ling
, ſowie andere Herren und Damen der Hofgeſellſchaft.
Es gelangten mehrere Lieder zum Vortrag, worauf dem
König die Herren des Vorſtandes ꝛc. vorgeſtellt wurden.
Der König überreichte perſönlich bei dieſer Huldigung die=
nachſtehenden
Auszeichnungen: den St. Michael=Verdienſt= 3. Klaſſe dem Vorſitzenden der Liedertafel Profeſſor=
Dr. Williger, den St. Michael=Verdienſtorden 4. Klaſſe=
dem
Schriftführer der Liedertafel Rechnungsrat Schlicht,
und dem Chorleiter der Liedertafel Königl. Muſikdirektol
Wiedemann. Der Vorſitzende brachte in kurzen Worten
dem König den Dank der Liedertafel für den Empfanl
aus.
Auerbach (Vogtland), 16. März. (Vom Aut
mobil getötet.) Geſtern ſprang in Rodewiſch
Töchterchen des Pflegers Engelmann aus der Hausill
vor ein heranfahrendes Automobil. Die Mutter,ie
dem Kinde nachgeeilt war, um es zu retten, wurdez
ſammen mit dem Kinde überfahren und getötet.
Deſſau, 16. März. (Zum Mord am Teufel=
ſee
.) Am vergangenen Donnerstag wurde in der Nähe
der Ortſchaft Elsdorf ein Handwerksburſche verhaftet,der
verdächtig iſt, einer der am Frauenmorde bei Nowanes
beteiligten Männer zu ſein. Auffällig iſt, daß er Kraß=
wunden
im Geſicht hat und ſein Alibi nicht nachweiſen
kann. Der Verhaftete heißt Dürks. Er wurde dem hieſe
gen Amtsgericht zugeführt.
Lübeck, 16. März. (Muſeums=Diebſtahll
In der letzten Nacht ſind aus dem Lübecker Muſeum zahl=
reiche
goldene, ſilberne und kupferne Münzen aus dem
17. und 18. Jahrhundert, wertvolle Ringe aus dem Jahre
1000 und ſonſtige Koſtbarkeiten, wie Medaillons=
Broſchen, Vorſtecknadeln und Armbänder, geſtohlen
worden. Der Dieb ließ ſich nach Schluß der Beſichtigungs=
zeit
einſchließen und ließ ſich dann ſpäter mit einer ſtarken
Leine aus dem Fenſter hinunter. Bisher fehlt von dem
Dieb jede Spur. Die Polizei und die Muſeumsverwal=
tung
haben auf die Wiederbeſchaffung der Wertgegenſtände
eine Belohnung von 1000 Mark ausgeſetzt.
Bern, 16. März. (Todesfall.) In der Sitzung
des Internationalen Friedensbureaus wurde der Natid=
nalrat
Gobat vom Schlage gerührt. Er ſtarb bald dar=
auf
.
Turin, 16. März. (Juwelendiebſtahl.) Im
Eiſenbahnzuge Aleſſandria-Turin iſt geſtern ein
Juwelendiebſtahl verübt worden. Dem Advokaten Tu=
rola
, einem Magiſtratsbeigeordneten von Aleſſandria der
von Aleſſandria nach Turin reiſte, wurden in einem
Eiſenbahn=Abteil Juwelen im Werte von einer halben
Million Lire geſtohlen, Turola wollte die Edelſteine einer
Turiner altadligen Familie zuſtellen.
Florenz, 16. März. (Der Diebſtahl der Gio=
conda
.) Der Gerichtshof hat den Irrenarzt Profeſſor
Amalfi mit der Unterſuchung des Geiſteszuſtandes des
Diebes der Gioconda, Perrugia, betraut. Die
Prozeßverhandlung mußte deswegen aufgeſchoben werden.
Griſolles, 16. März. (Das Befinden des
Oberſtleutnants v. Winterfeldt.) Nach dem
unſagbar komplizierten Unfall, der faſt das ganze Innere
zerſtörte, waren zwei Operationen notwendig. Sie ver=
liefen
gut, ſchwächten aber ſehr. Dann kam in den erſten
Monaten dieſes Jahres eine leichte Beſſerung. Der
Kranke ſtand auf, las Bücher und verfolgte in den Zei=
tungen
den Verlauf der franzöſiſchen Politik. Vor einer
Woche kam dann die große Kriſis. Das einzige Organ,
das bisher ruhig geblieben war, die Nieren. rebellierten

[ ][  ][ ]

Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Seite 5.

Ine es mußte geſchnitten werden bei 40,5 Grad und 144
uls. Der Zuſtand Winterfeldts war geſtern relativ be=
iäldigend
.
Brüſſel, 16. März. (Der deutſche Klub) bezog
lich zehnjährigem Beſtehen im Zentrum der Stadt in der
hee de l'Ecoyer, neue, in modernem deutſchen Stil ein=
lnichtete
Lokalitäten. Aus dieſem Anlaß fand geſteen
und ein Feſteſſen ſtatt, an dem der deutſche Geſandte von
ſerow=Saleske und der deutſche Konſul Kempff, ſowie die
lerren der Geſandlſchaft teilnahmen.
London, 16. März. (Zum Ehrenmitglied er
pannt) hat die Inſtitution of Naval Architect den Geh.
liegierungsrat Profeſſor Karl Busley, den Vorſitzen=
der
Schiffsbautechniſchen Geſellſchaft und Präſidenten
Ständigen Ausſtellungskommiſſion für die deutſche
rduſtrie.
London, 16. März. (Die Suffragetten=
utentate
.) In Birmingham herrſcht große Ent=
ſinung
. Das Innere der Kathedrale iſt von Suf=
llagetten
verunſtaltet. Dieſe haben verſchiedene In=
hieiften
mit weißer Oelfarbe auf Wände und Decken ge=
ſſillt
. An der Untat ſcheinen auch Männer beteiligt ge=
leſen
zu ſein, da Frauen allein die Pinſeleien nicht aus=
ſſit
ren konnten. Um Mitternacht wurde die Feuerwehr
in die Ausweichſtelle der Midland Reilway bei Kings=
ſſoteton
gerufen, wo eine Anzahl Eiſenbahnwagen
frannte. Sechs Wagen wurden zerſtört, drei ſchwer
ſſetchädigt. Der Schaden wird auf über 1000 Pfund Ster=
ung
geſchätzt. In der Nähe wurden Druckſchriften der
rauenſtimmrechtsbewegung gefunden.

Luftfahrt.

Paris 16. März. Auf dem Flugfelde von Ju=
iſy
ſollte geſtern ein Handikap zwiſchen mehreren
Il egern ausgetragen werden. Etwa 3000 Zuſchauer
ſatzten ſich eingefunden. Da zwei von den Konkurrenten
licht anweſend waren, ſuchte man die Zuſchauer durch
hauflüge zu beſänſtigen. Um 5 Uhr ließen die Ver=
inktalter
, da die Flieger noch nicht eingetroffen waren und
ſies Wetter ſich verſchlechtert haite, den Schluß der Veran=
ltertung
ankündigen. Die erregie Menge durchbrach nun=
nähr
das Geländer und ſtürmte das Kaſſen=
bäude
. Die Kaſſe war bereits in Sicherheit gebracht.
ſpielten ſich wüſte Szenen ab, ſo daß die Gendarmerie
ſürlſchreiten mußte.

Erdbeben.

2. Jugenheim, 16. März. Eine ungemein ſtarke
ſſeiismiſche Bodenunruhe herrſchte am Samstag,
ſen 14. d. M., die am Abend desſelben Tages infolge
ines Gewitterſturmes ſich noch verſtärkte. Gleichzeitig
llegann abends 9 Uhr 12 Minuten 21 Sekunden die Auf=
ſeochnung
eines mittelſtarken Fernbebens aus
twa 10000 Kilometer Entfernung, deſſen Maximum um
Uhr 47 Minuten beobachtet wurde. Die Bodenunruhe
ſamte am Sonntag, den 15. März, wieder ſtark ab. Es iſt
ſichſtwahrſcheinlich, daß die für die jetzige Jahreszeit
rgewöhnliche Bodenunruhe in Zuſammenhang ſteht mit
ſen aus Südrußland gemeldeten orkanartigen Stürmen.
* Hohenheim, 16. März. In der Nacht von Sams=
an
auf Sonntag wurde von den Inſtrumenten der Erd=
ſebenwarte
ein ſtarkes Fernbeben aufgezeichnet,
ſeſſen Herd in einer Entfernung von 9000 Kilometern
ſigt. Der erſte Vorläufer traf hier um 9 Uhr 12 Minuten
4 Sekunden ein, der zweite um 9 Uhr 22 Minuten 52 Sek
der Hauptausſchlag erfolgte um 9 Uhr 46 Minuten.
* Tokio, 16. März. Der Gouverneur des Landbezirks
lläta telegraphiert, daß bei dem Erdbeben in vier
Kyeiſen 435 Häuſer eingeſtürzt ſind: 83 Perſonen
vurden getötet oder erheblich verletzt, davon im Kreis
Eſandroku allein 387 Häuſer und 75 Perſonen. Die Ver=
eterswege
ſind beſchädigt worden und größtenteils unter=
brochen
.

Sturm.

* Köln, 16. März. Auf dem Gelände der Deutſchen
Verkbund=Ausſtellung ſtürzte heute nachmittag gegen
Uhr infolge des heftigen Sturmes das Bremen=
denburg
=Haus ein. Ob Menſchenleben zu beklagen
lind, iſt bis zur Stunde noch nicht bekannt.
* Köln 16. März. (Amtlich.) Infolge des
Etturmes ſind die telegraphiſchen Verbin=
bungen
mit Frankreich, Belgien, Holland und England
um größten Teil geſtört. Die Telegramme ſind Ver=
gerungen
unterworfen und werden teilweiſe mit der Poſt
befördert. Auch zahlreiche Fernſprechleitungen ſind in=
fruge
des Sturmes geſtört.
* Emden, 16. März. Seit heute abend gegen 6 Uhr
herrſcht hier ſtarker Nordweſtſturm mit heftigem
Regen. Es zeigen ſich bereits Störungen im Tele=
h
on= und Telegraphenbetrieb.
* Konſtanz, 16. März. Am Bodenſee entſtand
heutte nachmittag plötzlich ein Unwetter mit orkan=
hutigem
Sturm, das an Wäldern und Obſtkulturen
großen Schaden anrichtete.

* Paris, 16. März. An der atlantiſchen Küſte, be=
ſonders
am Ufergebiet, herrſcht ſeit geſtern ein furcht=
barer
Orkan, der eine gewaltige Sturmflut hervorruft.
* London, 16. März. Ein Südweſtſturm hat
in Großbritannien großen Schaden angerichtet. Lon=
don
ſelbſt iſt bisher noch am beſten weggekommen, das
Themſetal aber iſt überflutet. Mehrere Straßen ſtehen
unter Waſſer, und verſchiedene Häuſer ſind iſoliert. Nie=
drig
gelegene Gebiete ſind ebenfalls überſchwemmt. In
Dumfrieſhire wurde ein kleiner Knabe, als er eine Fluß=
brücke
überſchreiten wollte, vom Sturm ins Waſſer ge=
ſchleudert
.
* London, 16. März. Der Sturm, der ſeit Sams=
tag
und Sonntag herrſcht, hält an. Die Themſe überflutet
an mehreren Stellen das Ufer. In Nordwales herrſchte
heute ein Schneeſturm. Die meiſten Flüſſe führen
Hochwaſſer. Bei dem Hafen Porthcawl erreicht das
Meer die Höhe von 70 Fuß.

Schiffbruch.

* London, 16. März. Zu dem Schiffbruch der
ſchwediſchen Bark Trifolium wird noch ge=
meldet
: Als die Notſignale geſichtet waren, eilte die =
ſtenwache
von Sennen mit dem Raketenapparat nach dem
Punkte der Küſte, gegen den die Trifolium getrieben
wurde. Kapitän Alsſon hielt auf die Küſte zu, doch geriet
die Trifolium auf eine Klippe. Die erſte Welle, die
etzt über das Deck fegte, nahm den Kapitän und vier
Mann mit ſich. Die übrigen retteten ſich in die Takelage.
Einer der über Bord Geſchwemmten kletterte auf die
Klippe zurück, die übrigen ertranken. Eine Rakete wurde
abgefeuert, doch fiel die Leine ſo, daß die Verunglückten
ſie nicht mehr erreichen konnten. Ein Matroſe wurde über
Bord geſchwemmt, doch gelang es ihm, eine vom Schiffe
herabhängende Raketenleine zu erfaſſen und ſich gegen
die Küſte zu ziehen. Der erſte Offizier der Küſtenwache
eilte ihm entgegen. Mehrere Male wurden ſie von den
Wellen an die Küſte geworfen, und beide wurden beträcht=
lich
verletzt, doch gelang es dem Offizier, den Mann ans
Land zu bringen. Ein anderer Matroſe, der ins Waſſer
geſprungen war, wurde in gleicher Weiſe gerettet. Die
übrige Mannſchaft in der Takelage wagte endlich auch den
Sprung ins Meer. Mit ihnen fiel der eiſerne Maſt ins
Waſſer und erſchlug einen der Schwimmer, die übrigen
drei wurden gerettet, darunter befand ſich der erſte Offizier,
der beide Beine gebrochen hat. Zwei Leichen ſind an den
Strand geſchwemmt worden.

Der Orkan in Südrußland.

* Jekaterinoslaw, 16. März. Ueber das Hoch=
waſſerunglück
vom Freitag werden folgende Einzel=
heiten
gemeldet: In der Nacht zum Freitag herrſchte ein
heftiger Nordwind. Es wird vermutet, daß auf dem
Aſowmeer zwei Luftſtrömungen ſich trafen, bei
deren Zuſammenſtoßen ſich mehrere Waſſerhoſen bildeten,
die ſich der Oſtküſte näherten und die Ufer von Bisk
überfluteten. Sechs Ortſchaften wurden ſtark beſchädigt.
176 Arbeiter, die beim Kubonbahnbau beſchäftigt werden
und in einer Baracke ſchliefen, flüchteten auf einen Arbei=
terzug
; ehe der Zug abfahren konnte, wurde er von dem
andrängenden Waſſer umgeworfen und die Arbeiter von
den Fluten fortgeriſſen. Der Orkan wütete zehn
Stunden. Als das Waſſer zurückwich, zeigte ſich ein
furchtbares Zerſtörungsbild. Der Bahndamm
bildete auf eine Strecke von acht Werſt einen Trümmer=
haufen
von Schienen und Schwellen. Auf der Lokomotive
und dem Tender wurden erſtarrte Leichen gefunden in
Lagen, die furchtbare Anſtrengungen verraten, die die Un=
glücklichen
gemacht haben, um ſich zu retten. Andere Orte,
wo das Waſſer gewütet hat, ſind mit Trümmern von
Wohnſtätten und einer großen Zahl Leichen bedeckt. 48
Menſchen retteten ſich wie durch ein Wunder auf ſchwim=
menden
Trümmern. An einer der heimgeſuchten Stellen
ſtanden 380 Arbeiterhäuſer mit 1000 Bewohnern. Wieviele
davon umgekommen ſind, iſt noch unbekannt. Am
Ufer wurden zahlreiche Leichen aufgeleſen. Eine Anzahl
beherzter Männer iſt auf das Meer hinausgefahren, um
von dem Waſſer Fortgetriebene, noch lebende, zu retten.
Die Rückkehr der Boote wird von einer großen Menſchen=
menge
mit Ungeduld erwartet.
* Petersburg, 16. März. Ein infolge der Unter=
brechung
der telegraphiſchen Verbindung verzögertes Tele=
gramm
aus Jeisk teilt mit, daß durch den am 11. und
12. herrſchenden Orkan unermeßlicher Schaden
angerichtet wurde. Zäune wurden umgeworfen. Dächer
abgedeckt und in der Luft herumgewirbelt. Es war un=
möglich
an das Meer zu gelangen, da durch das heran=
gepeitſchte
Waſſer die Bucht mit dem Meer vereinigt war.
Das Feuerwehrkommando rettete viele arme Leute.

Vermiſchtes.

* Die Propagierung des General=
ſtreiks
ſtrafbar. In einer Berliner Zeitſchrift war
unter der Ueberſchrift Die Geſetzmäßigkeit des Gewerk=

ſchaftskampfes ein Artikel erſchienen, der auf eine Pro=
paganda
für den Generalſtreik hinauslief. Der
Sinn des Artikels war der, daß auf geſetzmäßige Weiſe
für die gewerkſchaftlichen Beſtrebungen nichts zu erreichen
ſei, vielmehr nur der von den revolutionären Syndika=
liſten
eingeſchlagene Weg des Generalſtreiks zum Siege
führen könne. Daraufhin hat das Landgericht Ber=
lin
den Redakteur der Zeitſchrift wegen Vergehens gegen
den § 110 zu einer Freiheitsſtrafe verurteilt: denn
der Generalſtreik, der urplötzlich und unerwartet aus=
brechen
ſollte, könne nicht anders als durch einen Verſtoß
gegen die Beſtimmungen der Gewerbeordnung und des
Bürgerlichen Geſetzbuches durchgeführt werden. Mit ſei=
ner
Propaganda für den Generalſtreik habe der Ange=
klagte
zum Ungehorſam gegen die Beſtimmungen dieſer
Geſetze aufgefordert. Das Reichsgericht hat die
Reviſion des Angeklagten verworfen.

Literariſches.

Das Staatsleben der Termiten, das zweifellos
den Höhepunkt des ſozialen Tierlebens darſtellt, ſchildert
der berühmte Ameiſenforſcher Prof. Dr. K. Eſcherich in
den ſoeben erſchienenen Lieferungen 4449 des illuſtrier=
ten
Prachtwerkes Die Wunder der Natur
(Deutſches Verlagshaus Bong u. Co Berlin W. 57, Preis
der Lieferung 60 Pfg.). Die Staatenbildung iſt keines=
wegs
bei all den 600 Termitenarten, die wir heute kennen,
auf der gleichen Höhe, ſondern zeigt große Unterſchiede.
Manche Staaten bringen es niemals weiter als auf einige
Hundert Mitglieder, während bei anderen die Einwohner=
zahl
auf Millionen, wenn nicht auf Milliarden zu ſchätzen
iſt. Im übrigen bringen die Lieferungen, die den zwei=
ten
Band beſchließen und den dritten eröffnen, eine Ab=
handlung
des Breslauer Anatomen Prof. Dr. H. Klaatſch
über die Entwickelung unſeres Gehirnes eine Plauderei
des Berliner Botanikers Prof. Dr. U. Dammer über
Orchideen, einen Aufſatz aus der Feder Bürgels Die Erde
als Stern und einen ſolchen von Prof. O Mente über
Unſichtbare Strahlen Wie immer ſind dieſe Lieferun=
gen
mit wundervollen, ſeltenen Naturaufnahmen illu=
ſtriert
und mit prachtvollen Bunttafeln geſchmückt.

Die bayeriſche Staatszeitung über die
chriſtlichen Gewerkſchaften.

* München 16. März. Die Bayeriſche Staats=
zeitung
wendet ſich gegen die Kritik ihrer Haltung
in der Gewerkſchaftsfrage und ſchreibt u. a.:
Die Staatszeitung tritt entſchieden für die chriſtlichen Ge=
werllſchaften
ein. Sie tut dies, weil die chriſtlichen Ge=
werkſchaften
, in denen katholiſche und evangeliſche Arbei=
ter
, ohne Rückſicht auf ihre Konfeſſionszugehörigkeit wirt=
ſchaftlich
organiſiert ſind diejenigen Arbeiterorganiſatio=
nen
darſtellen, die nach Mitgliederzahl und Entwicklungs=
fähigkeit
als ernſt zu nehmende Gegner der ſozialdemo=
kratiſchen
freien Gewerkſchaften zu erachten ſind Eine
Sprengung der cheiſtlichen Gewerkſchaften ließe befürchten,
daß ein ſehr beträchtlicher Prozentſatz der Mitglieder in
die Zwangslage verſetzt würde, zur Sicherung ihrer
wictſchaftlichen Intereſſen ſich den freien Gewerkſchaften
und damit der Sozialdemokratie anzuſchließen. Die
chriſtlichen Gewerkſchaften konnten mit Klugheit und
Feſtigkeit ihre Exiſtenz bisher behaupten. Ihnen in dem
nicht leichten Kampfe beizuſtehen, den ſie um ihren Be=
ſtand
und ihre innere Geſchloſſenheit führen iſt eine ſtaat=
liche
Notwendigkeit. Daß, wer die chriſtlichen Gewerk=
ſchaften
unterſtützt, hierbei gegen gewiſſe Eifererkreiſe ſich
wenden muß, die glauben, päpſtlicher ſein zu müſſen als
der Papſt, iſt ſelbſtverſtändlich. Man ſollte glauben, die
Unterſtützung, die die Bayeriſche Staatszeitung den chriſt=
lichen
Gewerkſchaſten leiht, müſſe die Sympathie aller
Kreiſe finden, die gewillt ſind, das ihre dazu beizutragen,
daß die Konfeſſionen in Frieden miteinander leben,

Engliſches Unterhaus.

* London 16. März. Nicht weniger als 26 An=
fragen
wurden heute nachmittag im Unterhaus in
Verbindung mit den Interpellationen über
Homerule=Bill an den Premierminiſter Asquith
gerichtet. Bevor er die Fragen beantwortete, erklärte
Asquith: Die Vorſchläge, die ich am 9. dieſes Mo=
nats
entwickelte, wurden nicht gemacht weil wir glaubten,
daß ſie den beſten Weg bieten, um die Frage der Regie=
rung
Irlands zu löſen, ſondern ſie wurden in der Abſicht
und in der Hoffnung gemacht daß ſie die Grundlage zu
einer Verſtändigung abgeben würden. Wenn ſie in die=
ſem
Sinne angenommen werden, ſo müſſen die Beſtim=
mungen
der Bill in ihrer jetzigen Faſſung natürlich durch
eine Anzahl von Aenderungen im Verwaltungs= und
Finanzweſen ergänzt werden. Dieſe ergänzenden Be=
ſtimmungen
werden mit größter Gewiſſenhaftigkeit aus=
gearbeitet
. Doch iſt in manchen Punkten noch kein end=
gültiger
Entſchluß gefaßt worden. Wir ſind gegenwärtig
noch nicht imſtande, ein fertiges Schema aufzuſtellen.
(Widerſpruch bei der Oppoſition.) Unſer Ziel iſt ein end=
gültiges
Uebereinkommen und wir glauben, daß die Auf=
ſtellung
eines Schemas mit allen Einzelheiten die Be=

Konzerte.

mm. Eine reiche Abwechſelung in den Programmen
dess Richard Wagner=Vereins bot der 2 26. Ver=
nsabend
. Zehn ausgezeichnete und beſtens bekannte
Küinſtler geſtalteten den Abend zu einem erleſenen Genuß
eintem Abend, der durch die geſchmackvolle Ausgeſtaltung
des Podiums mit ſparſamem und deshalb wirkſamen
fflanzenſchmuck den Eindruck eines Wiener Gartenſalons
in einem Wiener Patrizierhaus zu Mozarts, Schuberts
und wohl auch noch Brahms’ Lebzeiten erweckte. Den
Werken dieſer großen Toten war die erſte Programmabtei=
lung
eingeräumt, wührend der zweite Teil vorwiegend
Lebenden gehörte, zu denen man aber Franz Schuberts
Okktett eigentlich auch noch ganz ruhig mitrechnen dürfte.
Teenn was könnte wohl Lebensvolleres und in der Inſtru=
gentengruppierung
und melodiſcher Empfindung Mannig=
falltigeres
auch heute noch geſchrieben werden als ſein
F=Dur=Oktett Opus 166 für zwei Violinen, Viola, Cello,
KCarinette, Fagott, Horn und Baß (ſo war auch die ebenſo
maleriſch, wie akuſtiſch wirkſame Anordnung der Pulte);
ein Klangkörper der mindeſtens drei Hauptklangfarben in
ſſeinen Gruppen birgt, ganz abgeſehen von ihrer Permu=
tattionsfähigkeit
im Forte und Pianiſſimo. Namentlich die
Ergänzung je zweier Blasinſtrumente zu einer nach Höhe
umd Tiefe durch das andere fortgeſetzten Tonreihe voll=
zog
ſich in einer ſo vollendeten Weiſe, daß man oft im
Zrveifel ſein konnte, ob eine Melodiephraſe gerade vom
Fagott oder Horn ausgeführt wurde (bei der Klarinette
ſſieht man ja leichter die Fingerbewegung). Franz
Schubert, der es im Leben nur einmal (1827) zu einem
leicgenen Kompoſitionskonzerte brachte, ſtets in Dürftigkeit

lebte und in ſeinem früh beſchloſſenen Leben die rauhen
Pfade, die ein genialer Künſtler in Deutſchland zu wan=
deln
hat, gründlich kennen lernen mußte, wird heute noch
viel zu ſehr als Liedkomponiſt und aus ſeinen Klavier=
ſtücken
, die wie bei jedem für Inſtrumentation und wohl
auch Melodie urſprünglich begabten Menſchen nicht Kunſt=
werke
an ſich, ſondern eigentlich nur als Skizzen, zu ſpä=
terer
Ausführung anzuſehen ſind, gewürdigt und gekannt.
Viel freier kann er ſich in ſeinen Kammermuſikwerken mit=
teilen
. Wie ſehr er, der arme Schulgehilfe, ſeine allge=
meine
humaniſtiſche Bildung, die er als Konvikts=
ſchüler
erhalten hatte, erweiterte, hört man unſchwer aus
den prächtigen Goetheliedern (Mignon, Raſtloſe Liebe‟)
und Bruckmanns Anakreonlied (Lyrrha) heraus, welche
Fräulein Hedwig Rode Konzertſängerin aus Osna=
brück
, mit ebenſo vollendetem Ausdruck vortrug, wie Haus
Schmidts im ſapphiſchen Vers geſchriebenen ſchönen Ge=
dicht
: Roſen brach ich nachts mir am dunklen Hage und
Mainacht in Brahms Faſſung in Tönen. Wir freuten
uns, wieder einmal eine Künſtlerin zu hören, die dem
ſprachlichen Teil der umfangreichen und ſchweren Geſangs=
kunſt
größere Aufmerkſamkeit ſchenkt, eine Folge der wohl
im Norden Deutſchlands heimiſchen guten Ausſprache
die gerade unſerer Gegend fehlt, deren Klaſſiker, Nieber=
gall
, doch mehr wegen ſeiner Schlauheit als wegen ſeiner
edlen Diktion anzieht. Einige Provinzialismen in den
auslautenden Dentalen und Labialen und der dumpfen
Tönung von Endſilben (tauſchon!) tapfer und ſiegreich zu
bekämpfen, dürfte der begabten und ſehr ſympathiſchen
jungen Künſtlerin ein Leichtes ſein. Arnold Mendels=
ſohns
zwei klangvolle und fein empfundene Lieder Däm=
merung
(Goethe) und Märchen das Viktor Widmann
Vorbildern aus dem Wunderhorn geſchickt in lakoniſcher

Kürze nachgebildet hat und Strauß’ Geheimnis Wiegen=
lied
(von Dehmel), ſowie eine Zugabe offenbarten die
ganze Wärme ihrer Auffaſſung, Fähigkeit zu dramatiſch
beſeeltem Vortrag und Wahrheit im Durchdenken voll und
ganz. In Fräulein Maria Schwan von hier hatte ſie
allerdings die zuverläſſigſte und aufmerkſamſte Begleiterin
am Kaps=Flügel, die mit der ſchon oft an ihr gerühmten
abſoluten techniſchen Sicherheit auch pianiſtiſchen Klang=
reiz
und eine raſche glückliche Auffaſſung der Tonſtücke
harmoniſch verbindet. Zu den Komponiſten, deren Be=
gabung
bei Lebzeiten wenigſtens von ihrer Umgebung
nicht verſtanden wurde wie heute auch! gehört auch
Mozart, mit deſſen herrlichem Klarinettenquintett in
A=Dur, Opus 108, der Abend begann. Der Klarinettiſt,
Herr Auguſt Riechers, wußte ſeinem vortrefflichen
Inſtrument wundervolle Klänge abzugewinnen; er ver=
ſteht
es, in der Mittellage alle Härte zu meiden, der Höhe
einen ſatten und weichen Flötenton und dem Chalumeau=
regiſter
den charakteriſtiſchen herben Reiz, ohne den harten
Anſchlag, zu geben; Eigenſchaften, die hohe Meiſterſchaft
verraten. Daß Technik und Auffaſſung gleichwertig waren,
iſt ſelbſtverſtändlich. In ähnlicher Weiſe ließe ſich über
die anderen Künſtler (beſonders Horn und Fagott) viel
Lobendes ſagen, wir müſſen uns aber begnügen, die vor=
zügliche
Bogenführung und das wunderbar ausgeführte
Tremolo im Handgelenk des Leiters, Kammervirtuoſen
und Konzertmeiſters Hans Lange, zu erwähnen. Ihm
und den Herren Konzertmeiſter Willem Meyer, Prof.
Fritz Baſſermann, Solocelliſt Ary Schuyer,
Ruge, Türk und Hauſer, Mitgliedern der Frank=
furter
Kammermuſikvereinigung, dankt der
Richard Wagner=Verein einen ſeiner bedeutendſten Abende.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Nummer 76.

raung von der Haupfache auf Punlte ablenten wirde,
die zwar auch nicht unwichtig, aber doch untergeordneter
Natur ſind. Hierauf beantwortete der Premierminiſter
einige an ihn gerichtete Anfragen.

Vom Balkan.

* Durazzo, (6. März. Das Miniſterium
wurde folgendermaßen gebildet: Turkhan Paſcha:
Vorſitz und Aeußeres; Eſſad Paſcha: Krieg und Finan=
zen
; Fürſt Bibdoda: Inneres und Poſt und Telegraphen;
Aziz Paſcha: Juſtiz und Kultus; Dr. Turtulli: Unterricht;
Haſſan=BeiPriſting; Ackerbau und Handel.
* Durazzo, 16. März. Das Fürſtenpaar von
Albanien wohnte geſtern einem Gottesdienſt in der
orthodoxen Kirche bei. Der Metropolit ſprach Gebete für
den Fürſten und die Fürſtin und hielt eine Anſprache, die
in eine Huldigung ausklang. Das Publikum, unter
dem ſich etwa 100 Mohammedaner befanden, brachte dem
Herrſcherpaar ſtürmiſche Kundgebungen dar.
* Belgrad, 16. März. Das Blatt Balkan meldet,
daß die Verfaſſungsreviſion, die in nächſter Zeit
vorgenommen wird und die verfaſſungsmäßige Regelung
der ſerbiſchen Thronfolgefrage bezweckt, auf
die direkte Veranlaſſung des ruſſiſchen Kaiſers erfolgen
werde. Bei dem letzten Aufenthalt des Kronprinzen
Alexander in Petersburg ſeien alle maßgebenden Perſön=
lichkeiten
für die Vermählung des Kronprinzen mit einer
Tochter des Zaren eingetreten. Zur Vermeidung etwaiger
Thronfolgeſchwierigkeiten ſei ruſſiſcherſeits die Forderung
geſtellt worden, daß die ſeit der Abdankung des Kron=
prinzen
Georg beſtehende Thronfolgefrage verfaſſungs=
mäßig
geregelt werde. Das Blatt fügt hinzu, daß ſelbſt
die Abdankung des Königs Peter nicht ausgeſchloſſen er=
ſcheine
, um der Tochter des Zaren unmittelbar nach ihrer
Vermählung die Krone der ſerbiſchen Königin aufs Haupr
ſetzen zu können.
* Belgrad, 16. März. Die Stampa veröffent=
licht
eine Unterredung mit dem Miniſterpräſidenten
Paſitſch, in der dieſer die Meldung über eine Er=
werbung
der Orientbahn durch den ſerbiſchen
Staat als unrichtig bezeichnet. Die ſerbiſche Re=
gierung
habe bei den Unterhandlungen den franzöſiſchen
Plänen zugeſtimmt um die lebhaften Intereſſen der frem=
den
Aktionäre zu ſichern.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 16. März. Unter Teilnahme von etwa 100
Vertretern von Handel und Induſtrie hat ſich der
Deutſch=Chineſiſche Verband konſtituiert, der
den Zweck hat, die wirtſchaftlichen Beziehungen zwiſchen
Deutſchland und China zu fördern. Zum Präſidenten
wurde der frühere Botſchafter in Tokio, Mumm von
Schwarzenſtein, gewählt, zu deſſen Stellvertretern v. Loe=
bell
und Guſt. Wieler=Hamburg. Zum Generalſekretär
wurde Dr. Max Linde von der Handelskammer Hamburg
berufen.
* Wiesbaden, 16. März. Der Architekt Auguſt Wie=
czirkowiecz
wurde im Rhein bei Biebrich als
Leiche geländet. Wieczirkowiecz führte unter der
Leitung von Prof. Pützer den Bau der hieſigen Luther=
kirche
aus und war zum Bau des Rathauſes in Ober=
hauſen
(Rheinland) berufen worden. Ob ein Unfall vor=
liegt
, konnte noch nicht feſtgeſtellt werden.
* Schlettſtadt, 16. März. Nach den letzten Abmach=
ungen
zwiſchen dem Kriegsminiſterium und dem Ge=
meinderat
, die dieſer Tage zum Teil in Berlin, ſelbſt ſtatt=
gefunden
haben, ſteht es nunmehr feſt, daß Schlettſtadt
eine Garniſonvermehrung erhält, und zwar wird
zunächſt die fahrende Abteilung des Artillerie=Regiments
Nr 84, die zurzeit auf dem Truppenübungsplatz
Darmſtadt untergebracht iſt 400 Mann mit 400
Pferden und 12 Geſchützen hierher verlegt werden. Die
nötigen Neubauten müſſen bis Oktober des laufenden
Jahres unter Dach ſein. Jedenfalls iſt die Errichtung
eines Artilleriedepots und eines Proviantamtes ſicher.
* Tübingen, 16. März. Der Vorgeſchichtsprofeſſor Dr.
R. R. Schmidt iſt zum Leiter einer Expedition gewählt
worden, die ſich zur Erforſchung des eiszeit=
zeitlichen
Menſchen Europas von Kiew aus
in das Küſtengebiet des Schwarzen Meeres und in den
Kaukaſus begeben wird, um in den dortigen Höhlen und
Lößgebieten Ausgrabungen vorzunehmen. Die Expe=
dition
wird vom ruſſiſchen Staate und von deutſchen
wiſſenſchaftlichen Geſellſchaften und Muſeen unterſtützt,
und ihre auf mehrere Monate berechnete Reiſe mit An=
fang
des nächſten Monats antreten.
* Karlsruhe, 16. März. In der Karlsruher Zeitung
wird halbamtlich bekannt gegeben, daß ſich ſeit einigen

Tagen an zehn Häuſem in Zinken=Vormberg ( Ge=
meinde
Sinzheim) mehr oder weniger erhebliche
Schäden durch Riſſe, Verſchiebungen,
Sprünge an Decken und Betonböden der Keller und
durch Aufheben voi Böden gezeigt haben. Von den be=
ſchädigten
Gebäuden ſind drei teilweiſe einge=
ſtürzt
. Die Höhe des Schadens ſteht noch nicht feſt.
Zur Feſtſtellung der Urſachen des Vorkommniſſes, insbe=
ſondere
der Gebäudebeſchädigung, und ferner zur Prüfung
der Frage über die Zweckmäßigkeit der zukünftigen Be=
bauung
iſt eine Kommiſſion von Sachverſtändigen ein=
geſetzt
worden, die ihre Tätigkeit alsbald beginnen wird.
* Hamburg, 16. März. Die Hamburger Kaufleute
Hilfe, Boſſelmann und Dreyer, die durch falſche
Ueberweiſungen zwei Banken um 100000 Mark zu ſchä=
digen
verſuchten, wurden verhaftet. Der Schwindel
wurde durch eine Rückfrage aufgedeckt.
* Leipzig, 16. März. Auf dem Gelände der Buch=
gewerbe
=Ausſtellung ſtürzte heute nachmittag
beim Bau des Wellenbades ein Gerüſt ein. Eine An=
zahl
Arbeiter wurde unter den Trümmern begraben.
Vier Arbeiter wurden ſchwer verletzt aus den
Trümmern geborgen; mehrere andere trugen leichtere
Verletzungen davon.
* Wien, 16. März. Heute abend fand beim Kaiſer
in Schönbrunn Hoftafel ſtatt, an der neben anderen
Diplomaten auch die Botſchafter Deutſchlands, Rußlands
und Spaniens teilnahmen.
* Petersburg, 16. März. In einer gemeinſamen
Sitzung der Kommiſſionen der Reichsduma
für Ackerbau und Finanzen wurde heute der Ge=
ſetzentwurf
betreffend einen Zolltarif für Ge=
treide
in Körnern, Erbſen und Bohnen, die nach Ruß=
land
eingeführt werden, beraten. Der Berichterſtatter er=
klärtg
, dieſe Maßregel ſei eine Gegenmaßnahme Ruß=
land’s
gegenüber einer Reihe von Ausfuhrprämien und
verſchleierter Ausfuhrprämien Deutſchlands gegen Ruß=
land
. Der Geſetzentwurf wurde in der Faſſung der Re=
gierung
die einen Zoll von 30 Kopeken auf ein Pud Brutta=
Getreide vorſieht, einſtimmig angenommen.
Neu=York, 16. März. Nach einer Depeſche aus Jua=
rez
iſt dort eine ſtrenge Zenſur eingeführt worden.
Laut einer Depeſche aus Panama hat das britiſche
Kanonenboot Shearwater auf Veranlaſſung des bei=
tiſchen
Konſuls den Befehl erhalten, ſo ſchnell wie mög=
lich
nach Esmeraldas zu fahren. Die Verbindung
mit Esmeraldas iſt abgeſchnitten

Berlin, 16. März. Die Berliner Lieder=
tafel
iſt heute morgen 7 Uhr von ihrer dreiwöchigen,
an Triumphen reichen Fahrt auf dem Anhalter Bahnhof
wieder eingetroffen Zum Empfang waren viele Hun=
derte
Angehörige der Sänger erſchienen.
Berlin, 16. März. Das rumäniſche Thron=
folgerpaar
trifft am kommenden Donnerstag zum Be=
ſuch
hier ein und wird im königlichen Schloß Wohnung
nehmen. Auf dem Bahnhofe wird das Kronprinzenpaar
und eine Ehrenkompagnie zum Empfange anweſend ſein.
Das rumäniſche Thronfolgerpaar wird an der am Frei=
tag
in Potsdam ſtattfindenden Kompagnie=Beſichtigung
des 1. Garde=Regiments teilnehmen. Bekanntlich iſt zur=
zeit
der älteſte Sohn des rumäniſchen Thronfolgerpaares
dem 1. Garde=Regiment zugeteilt.

Abermalige Vertagung des öſterreichiſchen Reichsrats.
* Wien, 16. März. Der Reichsrat hat ſich auf
Grund einer kaiſerlichen Ermächtigung vertagt, da die
deutſch=tſchechiſchen Beſprechungen ergebnislos waren.

Ein Revolverattentat der Gattin des Finanzminiſters
Caillaux.
* Paris, 16. März. Die Gattin des Finanzminiſters
Caillaux feuerte heute abend im Bureau des Figaro
auf den Direktor des Blattes, Calmette, der ſeit eini=
gen
Wochen eine überaus heftige Fehde gegen Caillaux
führt, mehrere Revolverſchüſſe ab. Calmette
iſt ſchwer verwundet. Frau Caillaux ließ ſich gegen
halb 7 Uhr bei Calmette anmelden, der ſie ohne weiteres
empfing. Kaum trat ſie in ſein Bureau, als ſie, ohne ein
Wort zu ſprechen, fünf Revolverſchüſſe gegen Cal=
mette
abfeuerte, der ſchwer verwundet zuſammenbrach.
Eine der Kugeln iſt ihm in den Unterleib gedrungen. Cal=
mette
wurde ſofort in eine Privatklinik gebracht. Frau
Caillaux, welche ſich widerſtandslos von mehreren Redak=
teuren
und Bureaudienern feſtnehmen ließ, wurde in das

nahegelegene Polizeikommiſſariat geführt und daſell.
einem Verhör unterzogen. Vor dem Hauſe des Figan,
hatte ſich eine große Menſchenmenge angeſammelt, welate
den Vorfall erregt erörterte. In parlamentariſchen Kreiſi
hat das Attentat das größte Aufſehen erregt. Man b=
ſchäftigt
ſich bereits mit der Frage, welche Folgen dan=
ſelbe
für die Stellung Caillaux’ haben könnte. Mehrfaa)
war das Gerücht verbreitet, daß die Attentäterin die gg=
ſchiedene
Frau Caillaux’ ſei, an welche der vom Figar)
kürzlich veröffentlichte Brief gerichtet geweſen ſei.

Briefkaſten.
Mehrere Anfragende: Die hübſche Aufnahme vos
Muntermann und ſeinem Kätchen hatte Herr Fick, Kahlees=
ſtraße
32 hier, gefertigt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Hautausſchläge und Geſchwüre
ſind ein Zeichen, daß das Blut ſich in unreinem Z
ſtande befindet, und kennzeichnet ſich ſpeziell in de
Frühjahrsmonaten. Reine Haut hat nur derjenigg
der reines Blut hat. Wo dieſe Erſcheinungen au
treten, wird ſpeziell Sanitätsrat Dr. Wegeners
als Blutreinigungsmittel angewandt, um eine ſichen
und nachhaltige Wirkung zu erzielen. Preis Mk. 1.5
das Paket, in Apotheken erhältlich.
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Was ſoll man von 3 und 18 wiſſen? Die Aeraut
verordnen den Sodener Warmbrunnen Nr. 3. Bil
chroniſchen Kehlkopf= und Rachenkatarrhen, reichliche
3 Schleimabſonderung ꝛc. Der Brunnen mindert des
Huſten und führt die Schleimabſonderung in normall
2 Grenzen zurück. Er wirkt glänzend bei Bronchicll
Skatarrhen beſonders ſkrophulöſer Kinder und chroniſche
3 Verſchleimung alter Leute. Der Wieſenbrunnen
wird u. a. verordnet egen Stauungskatarrhe der Luſſch
Z wege und er wirkt auch außerordentlich günſtig auf
Verdauungstrakt ein. Aus dieſen beiden Quellen wem
den Fays ächte Sodener Mineral=Paſtillen gewonnenn
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kann jetzt auch von unſeren auswärtigen Abonnenten bei unſeren Agenturen und bei ſämtlichen
Poſtanſtalten abonniert werden, bei letzteren unter der Bezeichnung:

[ ][  ][ ]

Niummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Seite

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen über alles geliebten,
treubesorgten Gatten, unsern lieben, guten Vater, Schwiegervater, Gross-
vater
, Bruder und Schwager
(7024

Amtsgerichtstaxator
im 65. Lebensjahre durch einen sanften Tod von langem, schwerem, mit
Geduld getragenem Leiden zu erlösen.
Darmstadt, 15. März 1914.
Im Namen der Hinterbliebenen
in tiefer Trauer:
Katharine Wolff.

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 18. März, vormittags 11 Uhr, vom Trauerhause
Mühlstrasse 62 aus statt, die Einsegnung ½ Stunde vorher.

Hormer
wermSies

e ee

Drogerien Preis der
Originalschachtel-I

Dampfernachrichten.

Mordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
ſtarr
: Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
in 12. März 4 Uhr 30 Min. vorm. Biſhop Rock
iſoert. Rhein 13. März 8 Uhr vorm. in Baltimore
tgs kommen. Scharnhorſt‟ 12. März 12 Uhr mittags
n Neu=York abgegangen. Breslau 12. März 4 Uhr
lihm. von Bremerhaven abgegangen. Prinz Ludwig‟
1 März 2 Uhr nachm. in Antwerpen angekommen.
ſork 13. März 1 Uhr nachm. in Singapore angekom=
n
Göttingen 13. März 7 Uhr vorm. in Kobe an=
ſommen
. Helgoland 13. März 10 Uhr vorm. von
tennerhaven abgegangen. Seydlitz 13. März 11 Uhr
ri. in Bremerhaven angekommen. Roon 13. März
Uhr nachm. in Colombo angekommen. Pfalz
März 9 Uhr vorm. in Brisbane angekommen.
ſolehringen‟ 13. März 1 Uhr nachm. von Melbourne
tanzgangen. Thüringen 13. März 8 Uhr vorm. in
edlaide angekommen. Manila 13. März von Eitape
ſ Singapore abgegangen. Prinz Heinrich 11. März
Uchr nachm. von Marſeille abgegangen. Erlangen
1März von Santos nach Bahia abgegangen. Großer
rfürſt‟ (II. Weſtindienfahrt) 10. März in Naſſau angek.

Todes=Anzeige.
Geſtern abend entſchlief nach längerem Lei=
den
meine liebe Gattin, unſere liebe Mutter,
Schweſter, Schwiegertochter und Tante
Frau Anna Vollhardt
im 40. Lebensjahr.
(B7058
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen
L. Vollhardt, Schloſſer.
Darmſtadt, den 16. März 1914.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
2 Uhr vom Beſſunger Friedhof aus ſtatt.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Geſtern abend entſchlief ſanft nach längerem
Leiden meine liebe, gute treubeſorgte Frau,
unſere liebe Tochter und Schweſter
Marle Steizie
geb. Kumpf
im 40. Lebensjahre.
(7020
In tiefer Trauer:
Joseph Stelzle, Reſtaurateur.
Elisabethe Kumpf Witwe.
Darmſtadt, den 16. März 1914.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
4 Uhr vom Portal des Friedhofs aus ſtatt.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchweren Verluſte unſerer lieben Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter,

geb. Ebeling
ſagen wir Allen unſern herzlichſten Dank, ins=
beſondere
Herrn Pfarrer Waitz für ſeine troſt=
reichen
Worte und den Schweſtern für ihre liebe=
(*7153
volle Pflege.
Darmſtadt, den 16. März 1914.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Philipp Röder, Fuhrunternehmer.

Für die vielen Beweiſe wohltuender
Teilnahme bei dem Verluſte unſerer
llieben
(7052
Hede Seyferth
ldanken herzlichſt.
Auerbach, Darmſtadt, Braunſchweig,
Mainz, 16. März 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen.

Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres Mit=
glieds
und Feldzugskameraden
Herrn Ernst Wolff
Kaufmann
findet am Mittwoch, den 18. März 1914, vor=
mittags
11 Uhr, vom Sterbehaus, Mühlſt. 62,
(7036
aus ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Eckhard
bis Heppenheimer ſich dort zu verſammeln.
Der Vorſtand.

Turngemeinde Darmstadt.

Protektor Se. Königl.
Hoheit der Großherzog.

Unſer Ehrenmitglied

unde
iſt mit Todabgegangen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. ds.
Mts., nachmittags 2¼ Uhr, vom ſtädt. Fried=
hof
aus ſtatt.
Wir bitten unſere Mitglieder, dem Entſchlafenen
recht zahlreich die letzte Ehre zu erweiſen.
Sammlung 1¾ Uhr am Turnhaus.

7047)

Der Vorſtand.

Todes=Anzeige.
Allen Freunden, Verwandten und Bekannten
die traurige Nachricht, daß es Gott dem Allmäch=
tigen
gefallen hat, unſeren lieben, guten, treube=
ſorgten
Vater, Großvater und Schwiegervater
Herrn Georg Pfaff
im 66. Lebensjahr zu ſich zu nehmen.
Ueberau, den 15. März 1914.
(6999
Die tieſtrauernden Kinder.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. März,
nachmittags 2 Uhr, in Ueberau (Odenwald, ſtatt.

Für die mir beim Hinscheiden meines
lieben Mannes erwiesene Teilnahme sage
ich Allen hiermit auf diesem Wege
meinen herzlichsten Dank.
Darmstadt, den 16. März 1914. (B7057
Frau Loni Schmidt Witwe.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben, treubeſorgten
Gattin, unſerer guten Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Schwägerin und Tante
(7018
Frau Juliana Weiß
geb. Hamm
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank, ing=
beſondere
Herrn Pfarrer Marx für die tröſtenden
Worte und den Schweſtern der Johannesgemeinse
für die liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Weiß, Schloſſer.
Darmſtadt, den 16. März 1914.

Gottesdienſtliche Anzeige.
Johanneskirche. Mittwoch, den 18. März,
abends 8 Uhr: 4. Paſſionsandacht. Pfarrer Marx.

Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
114 und Sonntags von 104 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ausläufer tiefen Druckes brachten uns Sonntag
trübes, regneriſches Wetter, das ſich geſtern fortſetzte.
Vielfach traten auch Gewittererſcheinungen auf. Von
Weſten her ſteigt der Druck ſtark an; wir können heute
auf der Rückſeite des nördlichen Tiefdruckgebietes mit
wechſelnder Bewölkung und Regenſchauern rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 17. März:
Wechſelnde Bewölkung, Regenſchauer, kühler, nordweſt=
Iice Winde.

Tageskalender.
Dienstag, 17. März.

Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½
Uhr (Ab. A): Rosmersholm
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Generalprobe der Jugend=Aufführungen des Frauen=
vereins
vom Roten Kreuz für die Kolonien um 5 Uhr
in den Räumen der Vereinigten Geſellſchaft.
Vortrag von Dr. med. Schär um 8¼ Uhr im Kaiſer=
ſaal
.
Monatsverſammlung des Deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im Fürſtenſaal.
Konzerte: Hotel Heß um 4 Uhr. Bürgerkeller um
8 Uhr
Bilder vom Tage. (Auslage unſerer Expedition
Rheinſtraße 23): Vom Einzug des albaniſchen Fürſten=
paares
in Durazzo: das Fürſtenpaar auf der Landungs=
brücke
; die Menge auf dem Feſtplatz während der An=
kunft
. Die 150=Jahrfeier der Kgl. Akademie für gra=
phiſche
Künſte und Buchgewerbe in Leipzig. Das
Reſidenzſchloß in Poſen, in das demnächſt Prinz Eitel
Friedrich von Preußen einziehen wird.

Verſteigerungskalender,
Mittwoch, 18. März.

Herrenloſe Güter=Verſteigerung um 9 Uhr
im Güterſchuppen (Dornheimer Weg).
Mobiliar= uſw.=Verſteigerung um 10 Uhr und
3 Uhr in der Ludwigshalle‟.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr Runde=
turmſtraße
16.
Holzverſteigerung um 8½ Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft in Arheilgen.
Jagdverpachtung um 1 Uhr im Rathaus zu Wor=
felden
.

Duic und Beragt z. t. Milicſch. daſbuhrnctent
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Iriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Nummer 76.

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ſſrummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Seite 9.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

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Mittwoch, den 18. März 1914, verſteigen
ich im Verſteigerungs=Lokale Zur Ludwigshallen
(Obergaſſe):
1. Vormittags 10 Uhr auf freiwilliges Anſtehen
aus einem Nachlaß herrührend, meiſtbietend gegen
Barzahlung:
1 vollſtändiges Bett, 1 Kommode, 1 Glasſchränkchen,
1 Pfeilerſchränkchen, 3 Kleiderſchränke, 1 pol. Schrank,
ſowie ſonſtige Haus= und Küchengeräte.
2. Nachmittags 3 Uhr zwangsweiſe ebenfalls gegen
Barzahlung:
1 Kontroll=Regiſtrierkaſſe, 1 Schreibpult, 1 Schneider
Nähmaſchine, eine Partie Weiß=, Kurz= und Schnittwaren,
ſowie Hausmobilien durch alle Rubriken.
Hieran anſchließend an Ort und Stelle (Zuſammenkunftder
Steigerer in obigem Lokal):
1 Butterknetmaſchine und 1 Butterformmaſchine.
Verſteigerung vorausſichtlich beſtimmt.
Darmſtadt, am 16. März 1914.
Kapp,
Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
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Georgenſtraße 1, I.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 18. März 1914, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtr. 16 (Reſt. zur Roſenhöhe)
1. zwangsweiſe:
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Tiſche, Bilder, 1 Konſolſchränkchen, Trumeauſpiegel,
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2. auf freiwilliges Anſtehen:
3 komplette Betten, 1 Kommode, 1 Ausziehtiſch,
1 Linoleumteppich, 1 Küchenſchrank, 1 Küchentiſch und
Stühle, 6 Rohrſtühle, Vorhänge u. Küchengeſchirr u. a.m.
durch den Unterzeichneten verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet ſicher
(7044
ſtatt.
Berbert, Gerichtsvollzieher.

Bekanntmachung.

Dienstag, 7. April I. Js.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die dem Karl Guſtav Richard
Buſch dahier an dem Anweſen;
Flur Nr. qm
1077 200 Hofreite,
I 1076 123 GrabgartenWie=
nersſtraße
77,
zuſtehende ideelle Hälfte in unſe=
rem
Bureau, Grafenſtraße 30,
zwangsweiſe verſteigert werden.
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge= der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das einge=
legte
Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 2. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadte
(K76/13 Müller. (VIII,56

Die
Epileptiſchen=Anſtalt
zu Nieder=Ramſtadt
bittet wiederum um getragene
Kleider, altes Weißzeug, Lappen,
ſowie Gebrauchsgegenſtände aller
Art. Die Sachen werden nach Be=
ſtellung
(telephoniſch Amt Darm=
ſtadt
572 oder ſchriftlich in den
Briefkaſten Nieder= Ramſtädter=
ſtraße
13) jederzeit mit herzlichem
Dank im Hauſe abgeholt.
Weimar, Pfarrer. (6998a

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Drogerie Carl Watzinger
Wilhelminenſtraße 11.
(Schwarz-weisse Rabattmarken).

Bekanntmachung.

Dienstag, 7. April 1914,
vormittags 10½ Uhr,
ſollen die der Zimmermeiſter Kon=
rad
Wienold Witwe, Margarethe
geb. May, dahier gehörigen i
genſchaften:
Flur Nr. qm
VI 527 51 Grasgarten (Vor
garten) Lands=
kronſtraße
,
VI 527¾/10 340 Hofreite Lands=
kronſtraße
Nr. 79,
VI 528 81 Grabgarten
Landskronſtr.,
VI 529 63 Grasgarten da=
ſelbſt
,
n unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe verſtei=
(K13/14
gert werden.
Darmſtadt, 2. März 1914.
Groß. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (IX,5635

Bekanntmachung.

Dienstag, 7. April 1914,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die der Zimmermeiſter Kon=
rad
Wienold Witwe, Margarethe,
geb. May, dahier gehörigen Lie=
genſchaften
:
Flur Nr. qm
VI 532 123 Hofreite Tannen=
ſtraße
Nr. 41,
VI 533 122 Hofreite Tannen=
ſtraße
Nr. 39,
VI 530 149¾/10 Hofreite Tan=
nenſtraße

Nr. 45,
VI 530¾/10 19/10 Grasgarten
(Vorgarten)
daſelbſt,
VI 531 42 Grasgarten da=
ſelbſt
,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe ver=
ſteigert
werden. (K14/14
Darmſtadt, 2. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (IX,5636

[ ][  ][ ]

Nr. 3.

Dienstag, 17. März.

1914.

Bekanntmachung.

Unter Hinweis auf die §§ 3, 1527 der Verordnuna vom 6. Mai 1907, den Rad=
ſtterkehr
betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
fr Verſäumnis, wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Piapels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1914
von heute ab bis 31. März 1914 an jedem Wochentage,
vormittags von 912 Uhr,
Großherzoglichem Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3 im Erdgeſchoß, Zim=
ſt
Nr. 9, ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
ſieen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der obenerwähnten
Uht unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Voraus=
ſungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung)
ſtag auf Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei, der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnortes vorzubringen.
Befreiungsanträge, die nach dem 1. April 1914 geſtellt werden,
können keine Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 17. Februar 1914.
(4562a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.

Verordnung, den Radfahrverkehr betreffend.

Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 1527 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Answeis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden
Iſl, hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich
ſlke mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 60 des Tariſes zum Urkunden=
m
. pelgeſetz in der Faſſung der Bekanntmachung vom 24. März 1910 vorgeſchriebene
Fernpelabgabe für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
ſiuende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
ſtäändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
mundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
hben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
ſhren und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgaben.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
s 31. März des folgendes Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in
r Zeit zwifchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen
Eeikraum nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
Ktteichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die Radfahr=
üren
auf der Rückſeite den Vermerk Stempelfrei bis 31. März 19 .
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6cm
ſiher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
llsgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5cm hohen Ziffern
t Nummer der Radfabrkarte (§ 16). Die Nummern werden je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind,
Iit goter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
lſtreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
t mmer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
hwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der Nummer=
ſe
tte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
binden muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet
lerart zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummer=
latte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahr=
läpern
unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten
ſer Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
ur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel
ſes Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal,
nd zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im
Nonat März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte
et dem Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
Ihen der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
n ſtelln.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
u.fgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
ärigſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummer=
platte
anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nich t mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und
dem Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrades ſeinen Wohn=
oder
Aufenthaltsort in einen andern Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das
die Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erleilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorüber=
gehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden Dienſt=
geſchäfte
benutzen;
2. Perſonen die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht.
3. Schüler, die das Fahrrad über wiegend als Beförderungsmittel zum Be=
ſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der
Wohnung entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im Groß=
herzogtum
aufhalten;
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
porübergehend benützen. (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
Anſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
dahingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
verwendet wird.

2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren Voraus=
ſetzung
. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine Beſcheini=
gung
des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß:
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum Mit=
führen
einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannter
Perſonen wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2, das Rad als zu Dienſtzwecken beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und Tele=
graphenverwaltung
und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den Urkunden=
ſtempel
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 24. März 1910, Zuwiderhandlungen
gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin vorbehaltenen
allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 19) in Gemäßheit des
§ 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft
bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels zuwider=
handeln
, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine Geld=
ſtrafe
verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels gleich=
kommt
, mindeſtens aber drei Mark beträat. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 35, 41, 49, 50, 53, 60, 90 erforderli hen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die Vor=
ſchriften
des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demienigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenige,
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritt
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2 Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 17. Februar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.

Bekanntmachung.

Am 2., 3., 5., 9., 10., 13., 16., 17., 20., 23., 24., 27., 30. und 31. März 1914, von
8 Uhr vormittags bis zum Eintritt der Dunkelheit, wird Schießen mit ſcharfer Munition
von Truppenteilen des XVIII. Armeekorps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten
werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
im Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches
wieſe==Sauwieſe-Schreibertswieſe=Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
(5340a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß das Großh. Proviantamt Darm=
ſtadt
Roggen, Hafer und Roggenſtroh (Flegel=, Maſchinenplatt= und Preßlangſtroh)
(6819si
ankauft. Der Heuankauf iſt beendet.
Darmſtadt, den 11. März 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, die vorſtehende Bekanntmachung in Ihren Gemeinden
noch beſonders zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen.
Darmſtadt, den 11. März 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Der Verein der Detailliſten und die Bäckerinnung haben beantragt, die Beſtim=
mungen
über den 8 Uhr=Ladenſchluß zu ändern. Die Gemeindebehörde hat dem
zugeſtimmt.
Wir entſprechen dieſem Antrag und ordnen hiermit, die Bekanntmachungen vom
7. Oktober 1908 und 18. März 1909 ändernd, an, daß mit Ausnahme der Konditoren
und Friſeure in allen Geſchäftszweigen die offenen Verkaufsſtellen in der Gemeinde
Darmſtadt nicht nur an Samstagen und den beſtehenden Ausnahmetagen, ſondern auch
an den Vorabenden ſämtlicher Feſttage bis 9 Uhr abends geöffnet bleiben dürfen.
(7016ids
Darmſtadt, den 13. März 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Piſtor.

An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.

Unter Bezugnahme auf unſere Verfügung vom 11. Dezember 1913, Amtsver=
kündigungsblatt
Nr. 140 vom 18. Dezember 1913, verweiſen wir Sie auf die im Re=
gierungsblatt
Nr. 7 vom 11. ds. Mts, erſchienene Bekanntmachung, die Vergütungen
für vorwiegend im Intereſſe Privater erfolgende Amtsgeſchäft; der Bürgermeiſter der
Landgemeinden betreffend.
(6392
Darmſtadt, den 13. März 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914

Nummer 76.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Wolfshund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=
ſteigerung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(7000
tag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.

Betr. Das Einhalten der Tauben zur Saatzeit.

Ich beſtimme hiermit, daß die Tauben vom 20. I. Mts. bis
zum 15. k. Mts. eingeſperrt gehalten werden müſſen.
Zuwiderhandlungen werden nach Art. 39 Ziffer 2 des Feld=
ſtrafgeſetzes
mit Geldſtrafe bis zu 30 Mk. oder mit Haft bis zu einer
Woche beſtraft.
Mit Rückſicht auf die großen Schäden, die von den Tauben
zur Saatzeit angerichtet zu werden pflegen, muß eine genaue Beob=
achtung
der Vorſchrift imlandwirtſchaftlichen Intereſſe verlangt werden.
Eine ſtrenge Ueberwachung der Durchführung dieſer Anordnung
iſt daher veranlaßt worden.
Auf die Militärbrieftauben der Mitglieder des hieſigen Brief=
taubenklubs
findet vorſtehendes nur in ſoweit Anwendung, als dies
das Reichsgeſetz vom 28. Mai 1894, den Schutz der Brieftauben be=
treffend
, zuläßt.
(6925gg
Darmſtadt, den 13. März 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Jaeger.


Wieſenverpachtung.

Dienstag, den 17. Ifd. Mts., vormittags 10 Uhr, wird in
dem Stadthauſe, Zimmer Nr. 50, die ſtädtiſche Seiterswieſe am
Molkenbrunnen, 3100 O=Meter, auf mehrere Jahre öffentlich meiſt=
bietend
verpachtet.

Nähere Auskunft erteilt Feldſchütz Sack, Dreibrunnenſtr. 10.
Darmſtadt, den 13. März 1914.

Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Jaeger, Beigeordneter.
(6855sc


Kanalbenutzungsgebühren.

Das Hebregiſter über die für das Verwaltungsjahr 1914 zu
Erhebung kommenden Kanalbenutzungsgebühren liegt in der Zeit
vom 19. bis 31. März ds. Js. während der Dienſtſtunden auf dem
Geſchäftszimmer der Stadtkaſſe (Grafenſtraße 28) zur Einſicht der
Zahlungspflichtigen offen.
Etwaige Einwendungen ſind innerhalb der gleichen Friſt, bei
Meidung des Ausſchluſſes, mündlich oder ſchriftlich bei der genannten
(6924go
Stelle vorzubringen.
Darmſtadt, den 16. März 1914.


Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Ekert.

Das Verfahren der Zwangsvollſtreckung im Verwaltungsweg.

Ich habe mit Zuſtimmung Großh. Miniſteriums des Innern
die dem Bürgermeiſter gemäß § 4 der Verordnung vom 7. März 1894
zuſtehenden Befugniſſe als Vollſtreckungsbehörde bei Beitreibung
ſtädt. Gefälle uſw. der Stadtkaſſe übertragen. Die Stadtkaſſe wird
die betreffenden Verfügungen zeichnen:
Der Oberbürgermeiſter:
J. A.
Die Stadtkaſſe:
gez.: Name.
Darmſtadt, den 9. März 1914.
(6891go
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.

Verhütung von Ueberſchwemmungen.

Ueberſchwemmungen von Grundſtücken bei heftigen Regenfällen
ſind vielfach zurückzuführen auf ungeeignete Ausbildung und mangel=
hafte
Unterhaltung der Hausentwäſſerungen. Das Tiefbauamt iſt
auf Antrag der Beſitzer bereit, durch unentgeltliche Unterſuchung der
örtlichen Verhältniſſe feſtzuſtellen, wie die Ueberſchwemmungen mit
geringſtem Koſtenaufwand zu verhüten ſind.
Die Beobachtung nachſtehender Vorſichtsmaßregeln iſt geboten:
Hofſinkkaſten und deren Einfallgitter müſſen zur Erhaltung
ungehinderten Abfluſſes des Regenwaſſers öfters gereinigt werden
Schwellen von Hauseingängen, Einfaſſungen von Luft= und
Lichtſchachten, Kellerfenſter und Abdeckungen von Regenrohrſinkkaſten
ſollen etwas über den angrenzenden Hof= und Straßenflächen liegen.
Wo dies nicht zu ermöglichen iſt, ſind Schutzvorkehrungen zu ſchaffen
gegen oberirdiſchen Eintritt des Regenwaſſers in die Gebäude; tief=
liegende
Eingänge ſind zu ſichern durch dichtſchließende Schutzbretter
in feſt angebrachten Falzen; Kellerfenſter und Schächte ſind dicht
abzuſchließen mittels Drahtglas, Eiſen= oder Holzdeckel.
Bei Eingüſſen und Einläufen, die unter Straßenhöhe im Innern
von Gebäuden liegen, iſt der Ausſtau des Kanalwaſſers in Keller=
und Wohnräume zu verhüten durch Anordnung geeigneter Rückſtau=
ſicherungen
. Ein Erfolg iſt aber nur möglich, wenn die Entwäſſerungs=
anlage
ſo ausgebildet (oder geändert) wird, daß den zu ſchützenden
Einläufen und Eingüſſen Regenwaſſer ferngehalten wird; ſolches dar
der Entwäſſerungsanlage nur unterhalb der Rückſtauſicherungen zu=
geführt
werden.
Von März bis September, der Zeit der Gewitterregen, ſind
die Rückſtauſicherungen ſtets in betriebsfähigem Zuſtand zu erhalten,
öfters von Schmutz zu reinigen und in ihren beweglichen Teilen, wie
Scharnieren, Hähnen, Gleitflächen und Niederſchraubvorrichtungen,
einzufetten. Hartgewordene Gummi= und Filzdichtungen ſind zu
erneuern.
Ueberſchwemmungen von Kellern werden auch häufig veranlaßt
durch undichte Tonrohrleitungen im Innern und in der Nähe von
Gebäuden. Bei ihnen ſind mindeſtens ſchadhafte Rohre auszuwechſeln
die Muffen gründlich zu dichten und mit einem Zementwulſt zu um
hüllen. Es empfiehlt ſich aber mehr, ſolch minderwertige Leitungen
durch eiſerne Rohre mit Bleidichtung zu erſetzen. Dies iſt beſonders
geboten für die an Kellermauern geführten Regenrohranſchlüſſe, die
Beſchädigungen durch Froſt und Setzen des Untergrundes aus=
geſetzt
find.
Darmſtadt, den 14. März 1914.
Städtiſches Tiefbauamt.
(6966oi
Keller.

Holzverſteigerung.

Vonnerstag, den 19. d. M., vormittags von 9 Uhr au,
werden in der Turnhalle dahier, Woogsplatz, aus den Diſtrikten
Reiherwäldchen, Stockſchlag und Wenzenwieſenſchlag ꝛc. verſteigert
Scheiter, rm: Buchen 98, Eichen 25
Knüppel, rm: Buchen 84, Eichen 34, Erlen 2, Kiefern 2, Fichten 14;
Reiſig, 100 W: Buchen 18,4, Eichen 6,3
Stöcke, zerkleinert, rm: Buchen 29, Eichen 18.
Zur Verſteigerung kommt die Nummerfolge 1256 bis 1409
Nähere Auskunft erteilt der Großh. Forſtwart Kolb zu Beſſunger
Forſthaus. Das Holz ſitzt größtenteils unmittelbar an der Kreis=
ſtraße
Darmſtadt-Roßdorf und iſt von ſehr guter Qualität.
Darmſtadt, den 11. März 1914.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
Daab.

Plauer Anzug, wenig getragen,
ſchmale Figur, billig zu verk.
*6925go) Lichtenhergſtr. 78, 1.

(6696so

Kinderbett für 7 Mk. zuſ. z. verk.
Schwanenſtr. 37, 1. St. (*6870si

verſtelb. Stuhl

Steuer=Erhebung.

Das VI. Ziel der Gemeinde=
ſteuern
für das Rechnungsjahr
1913 iſt, bei Vermeidung der Mah=
nung
, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8 bis 12½ Uhr, hierher zu ent=
richten
.
Im Intereſſe raſcheſter Ab=
fertigung
an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder abge=
zählt
bereit zu halten.
Darmſtadt, 9. März 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (6548a

Konkursverfahren.

Ueber das Vermögen des Kauf=
manns
Georg Sachs zu Darm=
ſtadt
wird heute, am 14. März
1914, vormittags 9½ Uhr, das
Konkursverfahren eröffnet, da die
Zahlungsunfähigkeit dargetan iſt.
Der Kaufmann Ludwig Raab
zu Darmſtadt wird zum Konkurs=
verwalter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
31. März 1914 bei dem Gerichte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des er=
nannten
oder die Wahl eines ande=
ren
Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigeraus=
ſchuſſes
und eintretenden Falls
über die in § 132 der Konkurs=
ordnung
bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemel=
deten
Forderungen auf (6986
Mittwoch, 8. April 1914,
vormittags 9 Uhr.
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 201 Termin an=
beraumt
.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird aufgege=
ben
, nichts an den Gemeinſchuld=
ner
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte Befriedig=
ung
in Anſpruch nehmen, dem Kon=
kursverwalter
bis zum 31. März
1914 Anzeige zu machen.
Darmſtadt, 14. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.

Konkursverfahren.

Ueber das Vermögen des Kauf=
manns
Jſaak Schnitzer zu Darm=
ſtadt
, Kleine Ochſengaſſe Nr. 13,
wird heute, am 13. März 1914,
vormittags 11¾ Uhr, das Kon=
kursverfahren
eröffnet, da die Zah=
lungsunfähigkeit
glaubhaft ge=
machr
iſt.
Der Kaufmann Ludwig Raab
zu Darmſtadt wird zum Konkurs=
verwalter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
1. April 1914 bei dem Ge=
richte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten
oder die Wahl eines anderen Ver
walters, ſowie über die Beſtellung
eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132
der Konkursordnung bezeichneten
Gegenſtände und zur Prüfung der
angemeldeten Forderungen auf
Freitag, 17. April 1914,
vormittags 9 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 201, Termin anbe=
raumt
.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkurs=
maſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgegeben, nichts an den Gemein=
ſchuldner
zu verabfolgen oder zu
leiſten, auch die Verpflichtung auf=
erlegt
, von dem Beſitze der Sache
und von den Forderungen, für
welche ſie aus der Sache abgeſon=
derte
Befriedigung in Anſpruch
nehmen, dem Konkursverwalter bis
zum 10. April 1914 Anzeige
(6991
zu machen.
Darmſtadt, 13. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.

Bekanntmachung.

In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Valentin
Fuchs I. in Pfungſtadt wird
Termin zur Abnahme der Schluß=
rechnung
, zur Erhebung von Ein=
wendungen
gegen das Schlußver=
zeichnis
, zur Prüfung der nach=
träglich
angemeldeten Forderungen,
zur Genehmigung der vom Ver=
walter
betätigten Grundſtücksver=
äußerung
ſowie zur Beſtätigung
des neuernannten Verwalters be=
ſtimmt
auf:
(7030
Samstag, 4. April 1914, vor=
mittags
9½ Uhr, Zimmer 114.
Darmſtadt, 12. März 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt II.

hell
Hochf. Schlaßimmer, eichen
kompl. Küche, natur lackiert, Dipl.=
Schreibtiſch, Flurgarderoben, eich.
Ausziehtiſch, Trumeaux, Bettſtellen,
ſehr billig bei (*7142
R. Uhland, Schreinerei,
Hügelſtraße 29.

Verloſung von Schuldverſchreibungen den
Stadt Darmſtadt.

In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt Darmn
ſtadt ſind heute nachſtehende 3½ prozentige Schuldverſchreibungent
auf den Inhaber durch Verloſung zur Rückzahlung berufen worden
nämlich:
1. Rückzahlbar am 1. Juli 1914:
Buchſt. G Abt. I über 1000 Mk. Nr. 8, 243, 255, 321, 343, 460,55
809, 893, 917, 1058, 1153, 1167, 1168 und 1175.
Buchſt. G Abt. II über 500 Mk. Nr. 131, 333, 356, 384, 441, 538,570
584, 660, 719, 755, 798, 1144, 1188, 1334 und 1339.
Buchſt. G Abt. III über 200 Mk. Nr. 225, 317 und 464.
2. Rückzahlbar am 1. September 1914:
Buchſt. M Abt. I über 2000 Mk. Nr. 35, 114, 172, 200, 238, 574, 7005
732, 733, 834, 872 und 1042.
Buchſt. M Abt. II über 1000 Mk. Nr. 140, 312, 328, 397, 472, 763, 831,
954, 987, 989, 993, 1045, 1091, 1476, 1687, 1740, 1776, 1801, 1866,5
1930, 1978, 2001, 2041, 2076, 2235, 2247, 2352 und 2360.
Buchſt. M Abt. III über 500 Mk. Nr. 86, 341, 351, 421, 484, 547, 651m.
891, 895, 992, 1055, 1074, 1151, 1219, 1223, 1225, 1278, 1279, 1622a
1792, 1811, 1897, 1967, 2048, 2095, 2107, 2172, 2302 und 2347
Buchſt. M Abt. IV über 200 Mk. Nr. 8, 23, 73, 372, 530, 604, 718, 20n
851, 956, 976 und 1084.
Die Einlöſung aller Stücke geſchieht bei der Stadtkaſſe Darmm
ſtadt; außerdem für das Anlehen Buchſt. G bei der Bank für Handell
und Induſtrie zu Darmſtadt und Berlin und deren übrigen Nieder
laſſungen; für das Anlehen Buchſtabe M bei den Bankhauſern Del
brück, Schickler & Co., Hardy & Co. und bei der Nationalbank fürl
Deutſchland in Berlin, ſowie bei der Deutſchen Vereinsbank, Filiale
Darmſtadt (vorm. Ed. G. Gerſt zu Darmſtadt) und bei der Deutſchen
Bank, Zweigſtelle Darmſtadt (vorm. Ferdinand Sander zu Darm=
ſtadt
). Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit den oben
genannten Verfallterminen auf.
Darmſtadk, den 11. März 1914.
(7011im
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.

Holz=Verſteigerung.

Am Freitag, 20. März d. J., nachm. 4 Uhr.
wird das Stammholz der an der Heidelbergerſtraße gefällten Linden
bäume, ſowie das Pappel=, Stamm=, Aſt= und Reiſigholz inde
Holzhofallee öffentlich meiſtbietend verſteigert. Zuſammenkunft am
Chauſſeehaus.
Darmſtadt, den 14. März 1914.
(7038
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Jaeger.

Zwangsverſteigerung.

Das Grundſtück:
Flur II, Nr. 534¾/10 173 qm Hofreite Obere Liebfrauenſtraße 12,
37 Grasgarten, Vorgarten daſelbſt,
40 Grasgarten, Bleichplatz daſelbſt,
das zur Zeit der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den
Namen des
Feldmann, Philipp, ledig, Maurer zu Darmſtadt,
im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Donnerstag, den 16. April I. Js., nachmittags 3 Uhr,
durch das Großherzogliche Amtsgericht Darmſtadt I (neues Gerichts=
gebäude
, Saal Nr. 219) verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 29. Dezember 1913 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteigerungs=
vermerks
aus dem Grundbuch nicht erſichtlich waren, ſind ſie ſpäteſtens=
im
Verſteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von
Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der
Gläubiger widerſpricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei
der Feſtſtellung des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei
der Verteilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden. Diejenigen
welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes Recht haben, werde
aufgefordert, vor der Erteilung des Zuſchlags die Aufhebung o
einſtweilige Einſtellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfall
für das Recht der Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerteſ
Gegenſtandes tritt.
(5266a
Darmſtadt, den 17. Februar 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.

Bekanntmachung.

Der Voranſchlag der Gemeinde Weiterſtadt für 1914 liegt von
18. ds. Mts. ab eine Woche auf dem Bürgermeiſtereibureau zur Ein=
ſicht
offen. Einwendungen können während dieſer Zeit ſchriftlich
oder zu Protokoll erhoben werden. Es iſt die Erhebung einer Um=
lage
beſchloſſen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden.
(7017
Weiterſtadt, den 16. März 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Weiterſtadt.
Becker.

Submiſſion.

Die Lieferung des Bedarfs an ca. 550 Zentner NußkohlenHI
und 2030 Zentner Koks für die Gemeindeſchulen, das Rathaus
und die Kleinkinderſchule ſoll auf dem Submiſſionswege vergeben werden,
Die Kohlen ſind frei in die Aufbewahrungsorte der Schul
häuſer auf dem Schießberg und der Darmſtädterſtraße, ſowie in das
Rathaus und die Kleinkinderſchule zu verbringen. Angebote unter
Bezeichnung der Zeche ſind bis Freitag, 20. März 1914, nach=
mittags
5 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Bemerkt
wird, daß die Anlieferung zur Hälfte ſogleich und der Reſt im Mo=
nat
Dezember zu erfolgen hat.
(6988
Ober=Ramſtadt, den 12. März 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.

Dünger-Verkauf.
Dienstag, den 17. März, von 10 Uhr vormittags ab,
wird auf dem vorderen Hofe der alten Kavalleriekaſerne am Marien=
platz
in Darmſtadt die Matratzenſtreu von einer Eskadron öffentlich
(6872so
meiſtbietend verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment Nr. 23.
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Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

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iien wirdeſberde chenten, en falges Atined eigt=
ſinnig
zu verhandeln. Barbariſch würde er ihn nennen!
Nein, mit Vorſicht und Geſchmack mußte man das Zer=
ſtörte
wiederherſtellen und dann Thea lächelte errötend
vor ſich hin: Nun ja, wenn auch nicht das ganze Jahr, ſo
doch wenigſtens die Schulferien konnten ſie hier verbrin=
gen
. Auf keinen Fall geben wir den Beſitz aus der Hand!
wiederholte ſie in ſtarkem Ton.
So, das wollen wir doch ſehen! geriet Mizzi nunmehr
in Hitze. Meint ihr, ich hätte Luſt, hier in dem jämmer=
lichen
Krähwinkel zu verſauern? Und überhaupt: wenn
der Gutsbeſitzer das Ding gern haben möchte, kann man
den Preis ordentlich hinaufſchrauben. So ein paar Zehn=
tauſende
mehr können wir noch recht gut brauchen.
Natürlich, weil Du in Deiner Verſchwendungsſucht
jetzt ſchon keine Grenzen mehr weißt! empörte ſich die von
dem Unkoſtenkonto geärgerte und in den Garten bereits
völlig verliebte Lotte.
Und daß es auch ideale Werte gibt, die man nicht miſ=
ſen
mag, verſtehſt Du nicht! erregte ſich Thea und dachte
an Doktor Helldorfs mitleidiges Achſelzucken.
Ideale Werte pah! wollte Mizzi höhnen, aber jetzt
war es Mama Arnold, die ihr ins Wort und in die De=
hatte
fiel. Gerade hatte ſie ſich wieder vor einem von der
Wand herabgrinſenden Faun entſetzt, und weil ſie außer=
dem
nicht recht wußte, was ideale Werte eigentlich waren,
verband ſie damit allerhand unklare Vorſtellungen von
einer nobeln Zurückgezogenheit, in der ſie mit krampf=
hafter
Vornehmheit die Nachfolgerin der fürſtlichen Fran=
zöſin
markieren und kein gemütliches Schwätzchen mit der
Müllern im Papierlädchen und ähnlichen Leuten mehr ha=
ben
durfte.
Nein, nein, in das Spukhaus kriegt ihr mich nicht!
Da drin ſchlaf ich keine einzige Nacht! Und überhaupt

Die Erbſchaft.
Roman von Adeline Genke.
(Nachdruck verboten.!
22

Ah! riefen abermals Thea und Lotte, die beide auf
den Balkon hinausgetreten waren. Aber der entzückte
Ausruf galt nicht dem roten Ziegeldach des kaufluſtigen
Gutsbeſitzers, ſondern dem hier von der Rückſeite des
Hauſes ſich weit hinausdehnenden Garten. Zwiſchen zwei
dunkeln Alleen, die ihn zu beiden Seiten begrenzten, lag
er, von keiner Schere beſchnitten, mit verwilderten Taxus=
hecken
, efeuüberhangenen Statuen und förmlich über=
ſſchüttet
von üppig wuchernden, blühenden Roſen ſonnen=
ſcheinüberſlutet
wie ein Rokokoſommertraum da unten,
ganze Wogen ſchweren Duftes heraufſendend. Erſt in
ziemlicher Entfernung dahinter ſetzte, jetzt offenbar dem
Herrn Mirſching dienend, kultiviertes Land ein, wo kraft=
ſtrotzend
Obſt und Gemüſe prangte und ſogar ein Wein=
ſtock
die Mauer bekleidete.
Herrgott, was ließe ſich da alles daraus machen! ſtieß
Lotte ganz überwältigt hervor. Mit raſcher, praktiſcher
Phantaſie ſah ſie ſich aus Haus und Garten ein kleines
Paradies an Schönheit und Nützlichkeit ſchaffen ein
Paradies zu ja ſo, nicht zu beſtändigem Aufenthalt, aber
doch köſtlich zur Erholung für jemanden, der nun, zum
Beiſpiel, der in den Gerichtsferien Zeit dazu hat. Einen
Teil des Hauſes konnte man ja dabei vermieten. Das Ju=
wel
verkaufen? Niemals! Das leid’ ich nicht! rief ſie mit
energiſchem Widerſpruch.
Nein, das verkaufen wir nicht! ſekundierte ihr Thea
ebenſo beſtimmt. Wie wohl Artur Helldorf, der ihr erſt
ganz kürzlich voll Kunſtbegeiſterung von einem in Frank=
greich
geſehenen alten Rokokoſchloß erzählt hatte, ſich ent=

Feriherente er ertricetreen
nem weinerlichen Nachdrnck.
Da habt ihr’s! triumphierte Mizzi ſpöttiſch.
Das wollen wir doch erſt mal abwarten! hielt Lotte
ihren Widerſtand aufrecht.
Ich denke, wir ſind hier wohl eher ausſchlaggebend
als Du, ſtand Thea mit ſcharfem Wort der Zweitälteſten
zur Seite.
So? trumpfte Mizzi ſprühenden Blickes. Was hättet
ihr denn je von der Erbſchaft zu ſehen bekommen, wenn
ich mir nicht damals die Bluſe gekauft und dadurch das
Zeitungsblatt mit dem Aufruf ins Haus gebracht hätte?!
Spiel’ Dich doch nur nicht auf! verteidigte Lotte
blitzenden Auges ihren Standpunkt. Wäre ich nicht ge=
weſen
, ſo hätteſt Du das Blatt ungeleſen ins Feuer wan=
dern
laſſen und wüßteſt heute noch nichts von den Hun=
dertachtzigtauſend
, die Dir den Kopf verdreht haben. Der
Beſitz wird nicht verkauft, ſage ich Dir!
Nu, das können Sie ſich ja alle noch überlegen.
Herrn Amtsdiener Mirſching wurde es nachgerade unheim=
lich
zwiſchen den erhitzt ſtreitenden Erben. Dafür ha=
ben
Sie ja noch Zeit genug, goß er Oel der Beruhigung
auf die hochgehenden Wogen der Erregung. Ich denk, jetzt
gehen wir mal in den Garten.
Das Umherwandern in der ſonnigen, blühenden Wild=
nis
ſtellte denn auch das Einvernehmen der vier Erben
äußerlich völlig wieder her; als ſie aber nach einer Trink=
geldſpende
an den gefälligen Herrn Mirſching und mit
ein paar großen Roſenſträußen in den Händen endlich
das Beſitztum von Johann Kaſimirs ſeliger Witwe ver=
ließen
, da waren Lotte und Thea noch feſter als zuvon
entſchloſſen, es auf keinen Fall fortzugeben und Mama
Arnold und Mizzi hegten erſt recht ebenſo die unerſchüt=
terliche
Abſicht, es auf jeden Fall zu verkaufen.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Nummer 76.

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Noch fehlten mehrere Stunden an der Abfahrtszeit des
Zuges, der ſie nach Hauſe zurückführen ſollte, und ſo lan=
deten
ſie denn nach einem längeren Spaziergang durch die
nicht ſehr abwechſelungsreiche Umgebung des Städtchens
nochmals in einem Reſtaurantgarten, der ſich diesmal von
der Vorberger Hautevolee beſetzt erwies, und tranken zum
zweiten Male und jetzt beſſer ihren Nachmittagskaffee.
Dazu langt’s ſchließlich auch noch, hatte Lotte mit nun=
mehriger
trotziger Gleichgültigeit gegen das ſowieſo nun
ſtark belaſtete Unkoſtzenkonto geſagt zu welcher Gleich=
gültigkeit
jedoch die heute gewiſſermaßen ſicht= und greif=
bar
gewordene Erbſchaft ebenfalls ihr Teilchen beitrug.
Und war’s nun auch auf die Geſchwätzigkeit ihrer erſten
Wirtin am Mittag oder auf die verräteriſchen Roſenſträuße
aus des ſeligen Johann Kaſimirs Garten zurückzuführen
jedenfalls erregte ihr Erſcheinen allgemeine Senſation.
Die ihnen beſtändig von allen Seiten gewidmete ehrfurchts=
und bewunderungsvolle Beachtung zeigte deutlich, daß man
ſie bereits als die künftigen glücklichen Beſitzer der Hundert=
achtzigtauſend
erkannte und hochachtete
Während Mama Arnold ſich aber von dieſer allge=
meinen
Aufmerkſamkeit bedeutend mehr bedrückt als be=
glückt
fühlte, brüſtete Mizzi ſich wie ein junger Pfau und
genoß die ſchmeichelhafte Situation voll unſäglichen
Triumphes. Hochmütig und gnädig wie eine junge Königin
lächelte ſie zuweilen, wenn ein von kühnen Hoffnungen ge=
ſchwellter
Vorberger Jüngling einen beſonders feurigen
Blick herüberſandte.
Wenig achtete Thea auf das, was um ſie herum vor=
ging
, ihre Gedanken wanderten wo anders hin; und auch
Lotte ward allmählich zerſtreut, ſprang dann plötzlich auf
und ging zum Automaten, von dem ſie mit einer Vorberger
Anſichtskarte zurückkam.
An wen willſt Du denn ſchreiben? fragte die neu=
gierige
Mizzi,

Ach, ich weiß noch nicht genau, erwiderte Lotte aus=
weichend
, während ſie zu kritzeln begann. Denn wozu um=
ſtändlich
den andern erklären, daß ſie es nett und höflich
fand, von hier aus einen Gruß an den Rechsanwalt Hans
Bauer zu ſenden, deſſen Bemühungen ſie die Erbſchaft
doch haupſſächlich verdankten. Zwar zögerte ſie wieder
einen Augenblick, als ſie zur Adreſſe anſetzte aber ach
was! Ein Sechzigtauſendmarkmädel kann einem jungen
Mann ſchon mal kecklich ein bißchen entgegenkommen, wo
ein armes Mädel ängſtlich auf ſeine Würde ſehen müßte.
Und dann hatte ſie das Ganze ein wenig orakelhaft abge=
faßt
und nur mit den Anfangsbuchſtaben ihres Namens
unterzeichnet, ſo daß ſie beim Hineinſtecken in den Poſt=
kaſten
heimlich darüber lachte, wie Hans Bauer erſt ein
Weilchen herumraten würde, bis er auf den richtigen Ab=
ſender
kam.
Endlich wars ſo weit, daß ſie zur Rückfahrt wieder auf
dem Bahnhof ſtanden und des Zuges harrten, der mit be=
deutender
Verſpätung einlief.
Ach Gott, wenn wir nur mitkommen! jammerte Mama
Arnold, an Lottes Arm die lange Wagenreihe entlang
haſtend, deren Abteile ſämtlich überfüllt erſchienen, und wo
ihnen überall ein lautes Beſetzt! entgegenſchallte.
Raſch, raſch! mahnte ein Schaffner. Es geht gleich
weiter
Aber es iſt ja überall voll! ſchrie die kleine Mama
verzweifelt.
Zweite Klaſſe! forderte Mizzi energiſch.
Der Schaffner zählte mit dem Blick. Vier Perſonen?
Geht nicht mehr. Dann hier herein! Er riß ein Koupa
erſter Klaſſe auf. Nun ſchnell!
Lotte klomm raſch hinan, um von oben Mama Arnold
nach ſich zu ziehen, deren Einſteigen Thea von rückwärts
ein wenig nachhalf und dann folgte; nur Mizzi zögerte
noch eine Sekunde. Ihr ſpähender, kundiger Blick hatte

hinter dem Coupéfenſter den Aermel einer Offiziersuniforn
entdeckt, aus der geöffneten Tür quoll feiner Zigaretten=
rauch
- und da überzeugte ſie ſich durch einen raſchen Griff
nach dem großen, weißen Hut, daß er noch genau ſo ſaß
wie vorhin, wo ſie vor dem Spiegel des Warteſaales ihn
zu möglichſt pikanter Wirkung zurechtgerückt und mite=
nugtuung
den friſchgebliebenen Reiz ihres ganzen Per=
ſönchens
feſtgeſtellt hatte.
Raſch! mahnte der Schaffner.
Mizzi ſtand ſchon auf der unterſten Trittſtufe des
Wagens und tat hier beinahg einen Schrei des Entzückens,
als ſie ihre kühnſten Hoffnungen übertroffen ſah: Zwei
elegante Huſarenoffiziere mit ein wenig geröteten Ge=
ſichtern
ſaßen darin und Huſarenoffiziere waren ihr
höchſtes Ideal! Aber Mizzi war kein einfältiges Eva=
töchterchen
, blitzſchnell hatte ſie ſich ihre Taktik zurecht=
gelegt
.
Die ganze Roſenfülle, die ſie jetzt allein trug, mitſamt
ihrem weißen Sonnenſchirm an ſich drückend, verharcte ſie,
wie durch ihre Laſt am Weiterſteigen behindert, auf der
Trittſtufe, ein geradezu berückendes Bild in dieſem Augen=
blich
, und ſah mit einem kindlich hilfloſen Blick nach oben.
Und dabei war ſie innerlich ganz Triumph und
jubelnde Genugtung. Denn die beiden Offiziere, die dem
Einſteigen der erſten Drei mit nur mäßigem Intereſſe zu=
geſehen
hatten, ſchnellten bei ihrem Anblick in lebhafter,
bewundernder Ueberraſchung gleichzeitig aus ihrem be=
quemen
Anlehnen auf, der Vorderſte ſtieß ſogar ein leiſes
Ah! durch die Zähne und bot ihr mit raſcher Verbeugung
und einem: Geſtatten, gnädiges Fräulein! zu ritterlicher
Hilfeleiſtung die brillantenblitzende Hand.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Seite 15.

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runkdb. p. 1930 .
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co. Anleihe .
3½ 84,85
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Ahrlaburger Staats-Anl. . 4 98,70
Gc. v. 1887/94 .
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WO. unkdb. p. 1921 . . . 4 97,40
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. 3½ 84,35
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(unkab. p. 1921). . . . 4 98,10
00. v. 79/80 . . . .
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Oo. Papier-Rente . . .4½
o. Gold-Rente . . . . . 4 87.90
wo, einheitl. Rente . . 4 82,80
hnzug. Tab-Anl. 1891 . .4½l 96,80
(po. inn. amort. 1905 . .4½ 75,00
oo. unif. Serie I
3 61,75
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n III. . 3 6460
so. Spézial Titel. .
9,60
Jumänen v. 1903 . .
599,70
oo. Gold v. 1913.
4½ 91,10
vo. Schatzsch. v. 1913 4½100,00
so. conv..
4
bo. v. 1890 .
z.o. v. 1891 .
5700
J.o. v. 1905
85,60
d. o. v. 1908
2.
do. v. 1910 .
85,00
ſuesische St.-Anl.
G.o. kons. v. 1880
87,00
o. Gold v. 1890
s.o. v. 1902
80,75
lvweden v. 1880.
Ho. v. 1886 . .
85,40

2t.
Schweden v. 1890. .
.30
87,50
Serben steuerfrei
79,50
do, amort. v. 1805
Türk. Egopt. Tribut . . . 3
85,00
do. kons. steuerfreie
76,30
do. Admin. v. 1903 .
do. unif. v. 1903. .
72,80
do. v. 1905.
Ungarische Staats-Rente
90,10
1913 unkdb. bis 1923 . .41
Ungar. Staatsk.-Scheine
4½ 98,70
v. 1913. . . . ..
83,00
do. Gold-Rente.
do. Staats-Rente 1910, 4 81.55
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do.
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887 5
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do, innere v. 1888 . . .4½ 94,60
do, äußere v. 1888
14½
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do. v. 1897 .
5 91.50
Chile Gold-Anl. v. 1911
do. v. 1889 .
.4½
do. v. 1906
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5 98,50
do. v. 186
5 8665
do. Reorg. Anl..
4½ 90,20
do. v. 1808
....4½ 89.70
Japaner . . . .
6000
Innere Mexikaner . .
r. 1899 5 8000
Außere do.
4 66,80
Mexikan. Gold v. 1904
do. cons.
3 42,00
4½ 66,40
do, Irrigat.-Anlei
Buenos-Aires Prov.
3½ 65,00
Tamaulipas
5
Sao Pauſo E.-B.
5
5. 97,00
do. v. 1913
Siam v. 1907
4½ 95,50
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/973½
v. 19043½g
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
93,801
Darmstadt.
,
Nordd. Lloyd-Obligat. . . 41
99,50
Donau-Dampfschiff. v. 82 4
4 90,45
Elisabethbahn
Franz-Josef-Bahn.
4 86,70
Kaschau-Oderberger

4
Prag-Duxer
3 72,40
5 103,90
Osterreich. Staatsbahn
89,85
do. .
3 74,60
do.
*
5 98,20
do. Südbahn (Lomb
72,0
do. do.
51,708
do. do.
77,90
Raab-Oedenburg
86,70
Kronprinz Rudolfbahn
271
Russ. Südwest .

Moskau-Kasan . . . . . . . 4
do. . . . . . . . . . . . .
85,50
Wladikawkas. . . . . . . .
Rjäsan-Koslow. . . . .
Portugies. Eisenb. v. 1886
67,90
4½
do. . . . . . . . . .
Livorneser . . . . . . . . . . 24/10 69,70
Salonioue Monastir:
6250
4 78,30
Bagdadbahn . .
Anatolische Eisenbahn .4½ 90,80
Missouri-Pacitic I.
40
do. do. V. 1905
4 9450
Northern-Pacite.
Southern-Pacific. . . . .
4 91,60
St. Louis & San Franciscol 5
5
Tchuantepoc .
Ungar. Lokalbahn
5
Provinz-Anleihen.
96,30
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
86,25
do. Em. 10 .
3 83,30
do. . 9. ..
3½0
Posen Prov.. .
96,00
Westfalen Prov. V. .. .
4 1 8600
Hess. Prov. Oberhessen
86,00
do. Starkenburg ..
Städte-
Obligationen.
Darmstadt. . . . . . . . . . 4 95,50
. . . . . .3½ 86,75
do. . . .
Frankfurt . . . . . . . . . . 4
.. . . . . . .3½ 88.50
do. .
Gießen . . . . . . . . . . . . 42 94,50
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 86,50
Heidelberg . . . . . . . . . . 4 95,00
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 27-
Karlsruhe . . . . . . . . . . 4 95.30
.. . . .3½ 87,50
do. . . . ..
O,
4
Magdeburg
1 495 00
Mainz
3½ 87,00
do. . . . .
4¾ 95,00
Mannheim . .
3½ 87,00
do. ..
4 96,20
München ..
3½
Nauheim
495,20
Nürnberg
3½ 86,50
do. . .
-150
4
Offenbach
494,00
do. v. 1914
3½ 86,00
do.
Wiesbaden. .
4
3½
do.. .
Worms .
d0. ..
Lissabon v. 1888
Moskau v. 1912
93,00
Stockholm v. 1880
Wien Komm.
Wiener Kassenscheine
98,50
Zürich v. 1889
Büenos Stadt v.

f
Pfandbriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. . . 4½1100,00
9625
do. unkäb. 1918. . .
9400
1919.
do.
94,50
1921 . .
do.
96,00
do.
1922. ..
8650
do. . ..
95,25
do. Komm.-Obl. unk. 1918
95,00
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910
96,00
do.
1915
96,50
1920 .
do.
dc. Ser. 1219.
3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
. . . 3½ 86,50
unkdb. 1910
Frankt. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Scr. 1542
94,90
4849)
do. . .
5600
do. unk. 1922 52
8840
do. 1915.
86,50
do, Scr. 45
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,70
Ser. 12, 13, 16
96,0
14, 15, 17
do. .
97,50
do. unkdb. 1920 . .
97,40
1923
do.
84,25
do. Ser, 1, 2,68 .
84.25
do. 35 . . . .
81,30
do. kündb. 1915.
do. Komm. unk. 1913) 4% 96.70
1914 4 96,70
do,
1916) 4 96,80
do.
*
1920 4 97,350
do.
1923) 4 97,40
do.
do. verlosb. u. kündb. . 3½ 84,70
unkdb. 1915 3½ 84,70
do.
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb. 4½ 94,50
95,80
do. unkdb. 1922. . . . .
. . . . . 3½ 86,00
do. . . .
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,50
unkdb. 1917
1919
94,50
do. . . . . .
1921
94,30
do. . . . . .
96,20
1924
do. . . ...
3½ 84,00
do. . . . . . .
95,20
do. Komm. unk. 1923
96,00
1924
do.
96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
85,00
do. . .
Bank-Aktien.
Bank für elektr. Unter-
nehmungen
Zürich . . 10 194,50
158,00
Berg.-Märkische Bank.
162,25
Berliner Handelsges.:.
Darmstädter Bank . . . . 6½ 123,20
.12½ 258,50
Deutsche Bank. . . .
1116,50
Deutsche Vereinsbank.
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 118,45
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 1196.60
.8½ 158,20
Dresdner Bank . .

Frankf. Hypothek.-Bank 10 217,00
do. do. Kred.-Ver. 8½ (155.30
Mitteldeutsche Kred.-Bk.l 6½ (123.90
Nation.-Bank f. Deutschl. 6 1117,00
7 (128,50
Pfälzische Bank . . . .
. . . . 842 13480
Reichsbank .
132,60
Rheinische Kredit-Bank.
105.25
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver..
Wiener Bank-Verein . . . 8 140,75
Aktien von Trans-
port
-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf.! 10 (141,80
8 124,80
Norddeutscher Lloyd.
Frankfurt. Schleppschiff. 4 1116.00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. 6½ 1129,50
Anatol. Eisenb. 600-Akt. 5½
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10 208½
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Chemische Werke Albert 30 1454,00
Holzverkohl. Konstanz . 15 311,70
Lahmeyer
6 (128,50
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12 (217,50
5 1125,00
Bergmann Elektr. . .
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 (245,60
25 336,75
Hagen Akkum. . .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (176,00
0 1 80,00
Gummi Peter
25 371,00
Adler-Fahrradwerke . .
Maschinenfabr. Badenia. 9 (125,00
Wittener Stahlröhren . . 0 2
Gasmotoren, Oberursel 8½ 1159,00
Gasmotoren, Deutz . . . . 9 (122,50
Ziemens Glas-Industrie . 15 (238,00
Enzinger Filter . . . . . . 23 320,00
Steaus Romana . . . . . . 10 (147,50
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 225,00
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83121,90
Neue Boden-Aktien-Ges. . 0 1 87,50
Süddeutsche Immobilien 0 60,00
Bergwerks-Aktien.
. . . 12 165,50
Aumetz-Friede . .
Bochum. Bergb. u. Gußst.) 14 223,75
Leonhard, Braunkohlen . 9 1157.50
23 (359,25
Konkordia Bergbau ..
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1105,40
10 221.00
Eschweiler . .

(182
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 (193,60
Harpen Bergbau . . . . . .11 1845/
Kaliwerke Aschersleben - 10 1153,00
Kaliwerke Westeregeln . 13 (210,25
Königin Marienhütte . . 6 86,00
Laurahütte . . . . . . . . . 8 1155,758
Oberschles. Eisenbed. . . 6 85,00
Oberschl. Eisen-Industrie 3 66,00
18 (239,25
Phönix Bergbau .
Rheinische Braunkohlen 10 216,25
Riebeck Montan .
12 1197,25
South West.-Afr. Shares . 5 121,00
Verzinsliche
Anlehenslose.
Zt.
Badische . . . . . TIr. 100 4 (179,00
Cöln-Mindener . TIr. 1003½142,20
2
Holländ. Komm. . f1. 100 3
Madrider . . . . . Frs. 100 3
Meininger Präm.-Pfdbr. .
140,00
Osterreicher 1860er Lose .
181,30
Oidenburger. . . . TIr. 40 3 1128,50
Raab-Grazer . . . . H. 150/2½
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
ſp. St.
Augsburger
A. 71
Braunschwei
TIr. 20 (202,00
Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10
Meininger
. . A. 7 37,00
Osterreicher v.
H. 100 590,00
do. V. 1858
A. 100 560,00
A. 10
Ungar. Staats .
. Fs. 30
Venediger
Türkische .. . .
Fs. 400 168,40
Gold, Silber und
Banknoten.
20,41
Engl. Sovereigns. . . . .
16,25
20-Franka-Stücke . . . . .
Amerikanische Woten.
4,20½
20/42
Englische Noten . . .
8105
Französische Noten..
16535
Holländische Noten .
810
Italienische Noten . . . . .
Osterr.-Ungarische Noten: . 84,90
Russische Noten . . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . . . . 81,05
Reichsbank-Diskont . .
do. Lombard Zsf.
Tendens:
Matt.

Handel und Verkehr.

Frankfurt a. M., 16. März. (Börſe.) Anhaltend
ngünſtige Berichte über den Geſchäftsgang in den In=
Auttriebezirken, ſowie neuerliche Preisrückgänge am bel=
lichen
Roheiſenmarkt ließen die heutige Börſe in ſchwa=
br
Tendenz eröffnen. Immerhin war ſtärkeres Angebot
uf den einzelnen Märkten nicht zu bemerken, und die
erauskommende Ware fand zu den ermäßigten Kurſen
Ahranke Aufnahme. Unter Realiſationen litt naturgemäß
eionders der Montanaktienmarkt, wo u. a. Phönix ca.
I Prozent, Bochumer ca. 1 Prozent nachgeben mußten.
Adutſch=Luremburger, die anfangs ihren Kursſtand ziem=
ic
= behaupten konnten, erlitten ſchließlich auf ſtärkere Ver=
hufe
einen Rückgang von ca. 2 Prozent. Der Schiffahrts=
An rkt war behauptet. Elektrizitätsaktien lagen trotz der
llenten Projekte der A. E. G. eher ſchwächer. Die Geſamt=
lendenz
wär zum Schluſſe matt. Am Kaſſamarkt waren
n iſt Kursrückgänge zu verzeichnen, u. a. notierten nie=
iger
: Höchſter Farbwerke 4½ Prozent, Holzverkoh=
ung
3½. Scheideanſtalt 5, Motoren Oberurſell 1½, Daim=
e
: 2¼ Prozent. Tendenz: matt.
* Wien, 16. März. Die Einnahmen der Oeſter=
llichiſchen
Südbahn betrugen in der zweiten
dakade des Monats März 4 299112 Kronen, das ſind
legen die definitiven Ziffern des Vorjahres ein Minus
Ahrm 37907 Kronen und gegen die proviſoriſchen ein Plus
Ahrm 11994 Kronen.

Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft.
Einnahmen aus dem Perſonenverkehr im Fe=
bruar
1914: 605 234 Mark (Februar 1913: 558 033 Mark),
47201 Mark; Güterverkehr: 76 513 Mark (77920 Mark),
1407 Mark; Nebeneinnahmen: 2482 Mark (2765 Mark),
283 Mark; Geſamteinnahmen: 684 229 Mark (638 718
Mark), 45511 Mark. Geſamteinnahmen vom 1. April
1913 bis 28. Februar 1914 unter Berückſichtigung der end=
gültigen
Feſtſtellungen: 8656 119 Mark (1913: 7943661
Mark). 712 458 Mark. Vorbehaltlich endgültiger Feſt=
ſtellung
. Die Vergleichungszahlen für 1912/13 entſprechen
den endgültigen Ergebniſſen.

Landwirtſchaftliches.

Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
markt
am 16. März. Auftrieb 375 Schweine. Preiſe
1. Qual. 65 Mk., (Schlachtgewicht 50 Kilogramm), 2. Qual.
64 Mk., 3. Qual. 63 Mk. Macktverlauf: mäßig, Ueber=
ſtand
.
Frankfurt a. M., 16. März. ( Schlachtvieh=
markt
.) Amtlicher Bericht Auftrieb: Rinder 1371 Stück,
darunter 448 Ochſen, 60 Bullen, 863 Färſen und Kühe,
310 Kälber, 103 Schafe, 2387 Schweine. Preiſe für 1 Zent=
ner
Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mk.: 1. Rinder:
Ochſen: vollfleiſchige, ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes
im Alter von 4 bis 7 Jahren 4854 (8693) junge
fleiſchige, nicht ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete 45

bis 48 (8187) mäßig genährte junge, gut genährte ältere
4044 (7481) Bullen: vollfleiſchige, ausgewachfene
höchſten Schlachtwertes 4547 (7578), vollfleiſchige,
jüngere 4244 (7276), mäßig genährte junge und gut.
genährte ältere 4041 (7072). Färſen und Kühe: voll=
fleiſchige
, ausgemäſtete Färſen höchſten Schlachtwertes
4650 (8389), vollfleiſchige, ausgemäſtete Kühe höchſten
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 4245 (7881), wenig
gut entwickelte Färſen 4145 (7987), ältere, ausgemäſtete
Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 3741
(6976), mäßig genährte Kühe und Färſen 3137 (62
bis 74), gering genährte Kühe und Färſen 2430 (5567).
Kälber: Feinſte Maſtkälber 6264 (103107), mittlere
Maſt= und beſte Saugkälber 5760 (97102), geringere
Maſt= und gute Saugkälber 5256 (8895), geringe
Saugkälber 4851 (8186). Schafe: Maſtlämmer und
Maſthammel 4142 (9092), geringere Maſthammel und
Schafe 37 (88). Schweine: vollfleiſchige Schweine von 80
bis 100 Kilo (160200 Pfund) Lebendgewicht 4952
(6364), vollfleiſchige Schweine unter 80 Kilo (160
Pfund) Lebendgewicht 4850 (6264), vollfleiſchige von
100 bis 120 Kilo (200 bis 240 Pfund) Lebendgewicht 49
bis 52 (6264), vollfleiſchige von 120 bis 150 Kilo (240
bis 300 Pfund) Lebendgewicht 4951 (6264). Markt=
verlauf
: Gedrückter Handel; Rinder und Schweine hinter=
laſſen
etwas Ueberſtand.
F.C Frankfurt a. M., 16. März. ( Kartoffel=
markt
.) Man notierte: Kartoffeln in Waggon 4,004,50
Mk., Kartoffeln in Detail 5,50 Mk. Alles per 100 Kilo.

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[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

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[ ][  ][ ]

Ntr. 76.

Dienstag, 17. März.

1914.

Dieſes Rezept fördert wirtlich
den Haarwuchs.

Ich las vor einiger Zeit in Ihrem Blatt das Rezept
änem Haarwaſſer, das die Schuppenbildung beſeiti=
rund
den Haarwuchs erheblich fördern ſollte. Obwohl
ehon viele Mittel ohne Erfolg angewandt hatte, und
Mit. Haar ſehr gelichtet war und immer noch ſtark aus=
ft
, entſchloß ich mich doch, mit dem Rezept einen Ver=
zu
machen. Ich ließ es mir vom Apotheker laut Vor=
ſit
zuſammenſtellen: 85 gr. Bay Rum, 30 gr. Livola
Composée und 1 gr. krist. Menthol. Ich wandte es
helmäßig morgens zund abends an, indem ich die
ſſiicchung immer ſorgfältig mit den Fingerſpitzen in die
tffhaut einrieb. Wie erſtaunt und entzückt war ich,
ldas leidige Jucken ſchon nach der erſten Anwendung
ſift örte, als die Schuppen verſchwanden und der Haar=
Enall ſich verlor. Nach Verbrauch der vierten Flaſche
ſtge ich einen feineren, längeren und lururiöſeren Haar=
luichs
, als je zuvor. Seitdem habe ich das Rezept viel=
ſich
empfohlen, und überall war das Reſultat in glei=
er
Weiſe befriedigend. Soviel ich weiß, kann man ſich
* Rezept in allen Apotheken und Drogerien zuſammen=
illen
laſſen; wer es noch nicht verſucht hat, unterlaſſe
ſichit, es auch einmal zu probieren.
Tante Elſa.
Wichtig! Wir hören daß viele Apotheker und Dro=
ſſten
dieſes großartige Mittel wegen der ſtarken Nach=
iige
jetzt auch fertig auf Lager halten, und zwar unter
a Namen Livola=Haarwaſſer.
VIII,6977

Surnen, Spiele und Sport.

* Deutſche Turnerſchaft Mittelrheinkreis. Am
ſornmtag fand der Kreisſpielertag des Mittelcheinkreiſes
In Vereinshauſe der Turngemeinde Darmſtadt ſtatt. Die
Aierhandlungen, die den ganzen Vormittag beanſpruchten,
uo von Kreisſpielwart Bär=Frankfurt geleitet wurden,
ligten, daß die Spielbewegung in der Turnerſchaft eine
Ulgemeine geworden iſt. Aus dem Jahresbericht des
freisſpielwarten war zu hören, daß alle Raſenſpiele im
bgelaufenen Jahre fleißig geübt wurden. In den meiſten
lheareinen des Kreiſes beſtehen zurzeit beſondere Spiel=
bneilungen
, die es ſich zur Aufgabe machen, im Jahnſchen
bieme das Turnſpiel zu pflegen und zu fördern. Be=
hloſſen
wurde, am 16. Auguſt dieſes Jahres in Frankurt
it großes Kreisſpielfeſt zu veranſtalten. Hierbei ſollen
ſie Meiſterſchaften in den einzelnen Spielarten Fauſt=,
ramburin= und Fußball, außerdem noch Mannſchafts=
ämpfe
in volkstümlichen Uebungen ausgetragen werden.
de Wettkämpfe, die auf dem neuen Turn= und Sportplatz
es Turnvereins Frankfurt bei Niederrad ſtattfinden
blen, verſprechen eine große Beteiligung. Am Nach=
nittag
von 3 Uhr ab wurden auf dem Exerzierplatz
Ametſterſpiele ausgeführt, zu denen ſich zahlreiche Inter=
ſſenten
eingefunden hatten. Der Gaumeiſter des Main=
ſivein
=Gaues, die Turngemeinde Beſſungen, konnte den
Neiſter des Main=Speſſart=Gaues, den Turnverein
llcchaffenburg, im Fauſtball mit 51:49 Punkten bezwingen.
llußerdem ſpielte die Turngemeinde Darmſtadt gegen
kerkſtätteamt II mit 41144 und der Turnverein
ſlſechaffenburg gegen Werkſtätteamt II mit 53.50 Punkten.
n Fußballſpiel zwiſchen der Turngemeinde Sprend=
ſtagen
und der Turngemeinde Beſſungen blieb mit 0:0
P. inkten unentſchieden. Die Spiele wurden durch den
trrken Wind ſehr behindert, weshalb auch von den Tam=
birrinballſpielen
abgeſehen werden mußte.
(*) Der Turnkreis Heſſen vom Mittelrheinkreis hielt
un Sonntag in Gießen in Steins Garten ſeinen

Gauturntag bei ſtarkem Beſuch ab. Den Jahresbericht
erſtattete der erſte Gauvertreter, Fabrikant Metzler= Mar=
burg
. Der Gau Heſſen hat gegen 1912 um 25 Vereine mit
faſt 1000 Turnern zugenommen und zählte am 1. Januar
1914 in 150 Vereinen 14310 Turner; heute iſt die Zahl
bereits auf 160 Vereine mit über 15000 Turnern geſtiegen.
Die Jahresrechnung ſchloß mit einer Geſamteinnahme
von 3967 Mark und eine Ausgabe von 3934 Mark. Das
Gauturnfeſt 1914 findet am 12. Juli in Kirchhain ſtatt.
Das Gauturnfeſt 1915 erhält durch Abſtimmung Wetz=
lar
. Auch Friedberg hatte ſich beworben. Die diesjähri=
gen
Bezirksturnfeſte finden am 14. Juni ſtatt. Das Be=
zirksfeſt
für Gießen=Wetzlar wird ausnahmsweiſe auf den
21. Juni genehmigt und wird in Klein=Linden ab=
gehalten
. Im Nachſommer ſoll ein Bergturnfeſt auf dem
Schiffenberg abgehalten werden. Ein Antrag Marburg.
der die Verdeckung der nackten Turnerknie
durch ſchwarze Strümpfe (!) oder lange Hoſen
fordert, wird abgelehnt.
*: Der Gau 9 des Deutſchen Radfahrer=Bundes hielt
unter dem Arrangement des Offenbacher Bicyeleklub ſeinen
Frühjahrsgautag in Offenbach ab. Um 10 Uhr wurde
im Hotel Degenhardt die Delegiertenverſammlung durch
den erſten Gauvorſitzenden eröffnet. Herr Georg Schmitt
begrüßte die Gaukameraden im Namen des feſtgebenden
Vereins. Die Feſtſtellung der Präſenzliſte ergab die An=
weſenheit
von 100 Delegierten und 16 Gauvorſtandsmit=
gliedern
. Der erſte Gauvorſitzende Aug. Stifft erſtattete
den Geſchäftsbericht der von wohl geordneten Verhält=
niſſen
im Gau Kenntnis gibt und empfiehlt eifrige
Werbetätigkeit. Die Mitgliederzahl mit 2036 iſt etwa die
gleiche wie voriges Jahr. Die Zahl der Vereine beträgt
fünfzig. Gaufahrwart Georg Schmitt berichtet über die
genehmigten Meiſterſchaften für das Kartell Süddeutſcher
Gaue 59, über die vom Gau 6 zu veranſtaltende Vereins;
ſtafettenfahrt Frankfurt-Straßburg und über die Betei=
ligung
der Bundesmitglieder bei der Olympiade 1916. Die
vom Bunde neugeſchaffene 500 Kilometer= Bundeswander=
fahrt
ſoll in Verbindung mit der Gau=Jugend=Ferienfahrt
vom 21. bis 28. Juli unter Leitung des Gaufahrwartes
O. Krauſe=Hanau nach den Metzer Schlachtfeldern führen.
Kraftfahrwart Beck berichtet über die neu gegründete
Kraftfahrervereinigung im Gau 9. Der im Druck vorlie=
gende
Entwurf des Haushaltungsplans pro 1913/14 des
Ganzahlmeiſters Juſt findet Annahme. Der frühere lang=
jährige
Gaufahrwart Karl Schmitt=Darmſtadt wurde
in Anerkennung ſeiner Verdienſte zum Ehrenmitglied des
Gaues ernannt. Der Antrag des Gauvorſtandes, beim
Bundestag den Antrag zu ſtellen, daß der laut Breslauer
Bundestagsbeſchluſſes alljährlich mit dem Sportausſchuß
ſtattfindenden Gauvertreterſitzung beſchließende Stimme
zuzuerkennen iſt findet Annahme. Die Anträge ſportlicher
Art finden befriedigende Erledigung. Als Delegierte
bezw. Erſatzdelegierte für den Augsburger Bundestag
werden Stifft Wagner, Juſt=Frankfurt, Hartling= Offen=
bach
, Krauſe=Hanau, Bauſcher=Bogdann, Dorn=Frankfurt,
Gg. Schmitt, H. Johl=Offenbach gewählt. Um halb 1 Uhr
hatten die Beratungen ihr Ende erreicht, worauf das ge=
meinſchaftliche
Mittageſſen im Hotel= Degenhardt folgte
sr. Radſport. Ernſt Franz gewinnt Berlin=
Kottbus: Berlin. Die zum 7. Male wiederholte
Straßenfernfahrt Berlin=Kottbus=Berlin über 236,4 Kilo=
meter
leitete am Sonntag, wie in den letzten Jahren, die
deutſche Straßenrennſaiſon ein. Die vom Wetter wenig
begünſtigte Fahrt ſtellte außerordentlich hohe Anforderun=
gen
an die 192 Teilnehmer. Auf dem Hinwege hatten
die Konkurrenten mit ſehr ſtarkem Gegenwinde zu
kämpfen; auf dem Heimwege blieb der erwartete Rücken=
wind
aus und zu dem heftigen Seitenwinde geſellten ſich

Pumt 7 Uhr morgens ent=
ließ
der Starter des Gaues 20 des Deutſchen Radfahrer=
Bundes am Kilometerſtein 12 zwiſchen Mariendorf und
Lichtenrade von 132 gemeldeten Amateuren 123, und eine
Stunde ſpäter 69 von 76 eingeſchriebenen Berufsfahrern.,
In der ſehr ſchnellen Fahrt verkleinerte ſich die Spitzen=
gruppe
raſch. Ungefähr fünf Kilometer hinter Golſen
(55 Kilometer) gelang es Aberger und Bauer, dem Felde
zu entwiſchen; doch holten Franz, Adolf Juſchke, Schulze
und Richter die Flüchtlinge bereits bei Luckau (71 Kilo=
meter
) wieder ein. Die ſechs blieben nun auch bis zum
Wendepunkt in Kottbus (118,2 Kilometer) zuſammen und
nur Böhm gelang es noch auf dem Rückwege aus dem
Hintertreffen mit der vorderen Gruppe aufzuſchließen.
Verſchiedene Vorſtöße mißlangen, ſo daß die Spitzen=
gruppe
bis zum Ziel bei Mariendorf zuſammenblieb.
Dort warteten Tauſende von Zuſchauern auf die Aus
kömmlinge. Der vorjährige Sieger Ernſt Franz ( Böh=
men
) ſchlug im Endſpurt von der Spitze aus den Berliner
Aberger glatt mit einer Länge. Adolf Huſchke, Bauer,
Richter, Böhm und Schulze ſpurteten in dieſer Reihenfolge
nur knapp von einander getrennt über das Band. Das
genaue Reſultat war: 1. Ernſt Franz Fiſchern (Böhmen)
8 Stunden 47 Minuten 48 Sekunden; 2. Aberger=Berlin
1 Länge, 3. A. Huſchke=Berlin ½ Länge zurück, 4. Bauer=
Charlottenburg, dicht auf, 5. Richter=Berlin, dicht auf,
6. P. Böhm=Rülzheim, dicht auf, 7. G. Schulze=Trebbin,
dicht auf, 8. Dottſchadis, 8 Stunden 50 Min. 32 Sekunden.
In der Klaſſe der Amateure ſiegte Arthur Nörenberg=
Berlin nach 8 Stunden 59 Minuten 23 Sekunden vor Paul
Kohl=Berlin und ſeinem Bruder Karl Kohl.
Radrennen zu Brüſſel. Am Samstag abend
wurde im Brüſſeler Winter=Velodrom ein 100 Kilometer=
Mannſchaftsrennen ohne Führung zum Austrag gebracht.
Die Deutſchen Packebuſch=Appelhans und Krupkat, der mit
Verlinden eine Mannſchaft bildete, vermochten keine Rolle
zu ſpielen. Das Rennen gewann die Favoritenmannſchaft
Kramer=Vanhouwaert im Endſpurt in 2.24:27,1 mit hal=
ber
Länge gegen Brocco=Sergent, Miquel=Lapize und
Schilling. Auf den nächſten Plätzen endeten: Vandervelde=
Depauw, Leviennois=Trouſſelier. Monſeur=Mattiat. Van
Bever, der Kettendefekt erlitt, blieb mit ſeinem Partner
Deullens, ebenſo wie Moulet=Vuge und Otto=Faſtre, eine
Runde zurück. Krupkat=Verlinden blieben zwei Runden
zurück.
Die Pariſer Winterbahn hatte am Sonntag
ein ausgezeichnet beſetztes 50=Kilometerrennen als Haupt=
nummer
auf ihrem Programm. Seres ſiegte nach 40 Min.
55,2 Sek. mit einer knappen halben Runde vor Didier, dem
eine weitere Runde zurück Darragon folgte. Appelhans,
der wegen ſeiner zu hohen Ueberſetzung nie richtig in
Schwung kam, wurde ſechsmal überrundet, und 15 Runden
zurück endete Guignard. Das Match Moran gegen Ver=
thet
ſah in beiden Läufen Berthet ſiegreich. Im Verfol=
gungsrennen
holte Berthet den Amerikaner bereits nach
2050 Metern ein und im zweiten Lauf über fünf Kilometer
mit Tandemführung ſchlug er Moran nach 5 Minuten 53
Sekunden um 30 Meter.
sr. Pferdeſport. Berliner Renn=Premiere.
In gewohnter Weiſe ging am Sonntag in Straus=
berg
die Eröffnung der Berliner Rennſaiſon vor ſich.
Die Reſultate waren: Eröffnungs=Hürden=Rennen; 2500
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[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Nummer 76.

vile (Lt. Graf Saurma). Tot. 17110; Pl. 11, 12, 12110.
Ueberlegen 83 Lg. Strausberger Handikap=Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 2800 Mark. Diſtanz 3600 Meter:
1. Oberſt Kronprinz Wilhelm von Preußens Baby
(Wurſt), 2. Jeſſonda (Edler), 3. Ejjel Nepal (Thalecke).
Tot. 132:10, Pl. 48, 32, 98:10. Leicht 21 Lg. Wald=
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3600
Meter: 1. Lt. v. Platens (2. Kür.) Mark Gamp (Beſ.),
2. Halbronette (Lt. Frhr. v. Berchem), 3. Fromme Helene
(Herr Herfeldt). Tot. 77110, Pl. 15, 13, 19110. Sicher
Hals-1½ Lg. Preis von Herzfelde; 2000 Mark, Di=
ſtanz
2400 Meter: 1. Herrn M. Lehmanns Schönbrunn
(Edler), 2. Hammerſchlag (Newey), 3. Droma (Stübing).
Tot. 29110, Pl. 14, 13:10. Ueberlegen 810 Lg. Preis
vom Quaſt; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Herrn R. A. Olſons Maharaja (Lt. Graf Holck)
2. Bascaville (Herr Herfeld), 3. Nena Sahib (Lt. Graf
Saurma). Tot. 62:10, Pl. 31, 22110. Leicht 35 Lg.
sr. Saiſon=Eröffnung in Dortmund.
Eröffnungs=Jagd=Rennen: 1. Herrn C. Röthemeiers
Nordſtern (Hammer), 2. Sara (Benedikt), 3. Rax (Fritſche).
Tot. 59110, Pl. 19, 16, 31:10. Ueberlegen 64 Lg.
Frühjahrs=Jagd=Rennen: 1. Herrn A. Hülſenbuſchs Lady
Collie (Kreiſel), 2. Berniere (Hammer), 3. Holly Head
(Liſtel). Tot. 72110, Pl. 36, 87, 91:10. Sicher ¾6 Lg.
Jockei=Hürden=Rennen: 1. Lt. Hilgendorfs Werdelicht
(Buſch), 2. Sportsman (Kühl), 3. Felſenkirſche ( Brede=
recke
). Tot. 90110, Pl. 31, 19110. Gegenwehr, ½15 Lg.
Kronenburg=Handikap: 1. Herrn E. v. Bennigſens
Nicht doch (R. Francke), 2. Trudchen (Kühl), 3. Miltiades
(Buſch). Tot. 86:10, Pl. 21, 15, 19110. Leicht 38 Lg.
Verkaufs=Jagd=Rennen: 1. Herrn Doertz Beaufort III
(E. Francke) 2. Wahn (R. Francke), 3. Orfroi (Kreiſel)
Tot. 70110, Pl. 19, 15, 19:10. Kampf, ¾12 Lg. Land=
grafen
=Jagd=Rennen: 1. Herrn L. Scholz’ Arboretum (E.
Francke), 2. Coupe d’Oeil (Gädicke), 3. Veira ( Brede=
recke
). Tot. 62:10, Pl. 21, 15, 14:10. Leicht ½2 Lg.
sr. Rennen zu Auteuil, 15. März. Prix Meli=
bee
; 3000 Francs, Diſtanz 4000 Meter: 1. Monſ. de Pierre=
bourgs
Mario, 2. Hegro, 3. Bonjour II. Tot. 73:10.
Prix des Pins: 4000 Francs, Diſtanz 3100 Meter: 1. Monſ.
de Cambaceres’ Albanais, 2. Onzain, 3. Raton II. Tot.
48:10. Prix d’Auteuil; 20000 Francs, Diſtanz 3500
Meter: 1. Monſ. A. Veil=Picards Prince Chriſtian
(Parfrement), 2. Valiſe de Voyage, 3. Siva II. Tot. 20:10.
Prix Juigne; 15000 Francs, Diſtanz 3600 Meter:
1. Monſ. Champions Saint Potin (R. Sauval),
2. Manthorpe, 3. Joyeux V. Tot. 38:10. Prix Ama=
dou
; 5000 Francs, Diſtanz 3800 Meter: 1. Monſ. Gout=
tenoires
La Villetertre, 2. Hoche, 3. La Topaze. Tot.
51:10. Prix Ventriloque; 4000 Francs, Diſtanz 3500
Meter: 1. Monſ. D. Foreſts Utinan, 2. Cob, 3. Eclai=
reur
VII. Tot. 34:10.
sr. Rennen zu Nizza, 15. März. Prix des
Violettes; 4000 Francs, Diſtanz 2000 Meter: 1. Monſ
A. Zafiropulos Ignotus II, 2. Frigga III, 3. Georgie.
Tot. 11:10. Prix de la Société d’Encouragement; 4000
Francs, Diſtanz 2400 Meter: 1. Monſ. A. Zafiropulos
Renard Bleu III, 2. Reine des Felibres, 3. Amaryllis.
Tot, 21:10. Grand Prix de Nice; 100000 Francs, Di=
ſtanz
2200 Meter: 1. Monſ. K. Calmans Grand d’Eſpagne
(T. Robinſon), 2. Diavolezza, 3. Chut. Tot. 159:10.
Prir de Bellemare; 5000 Francs, Diſtanz 1300 Meter:
1. Monſ. Ed. Rothſchilds Miß Raffles, 2. Ayeſtaran,
3. Helio. Tot. 20:10. Prix des Lilas; 5000 Francs,
Diſtanz 2200 Meter: 1. Monſ. Jam. Henneſſys L’Impe=
tueux
, 2. Grand Croix, 3. Anemique. Tot. 20:10.
* Hockey. Hockey im Reiche. In Leipzig ſchlug
der Leipziger Sportklub mit 4:0 (Halbzeit 210) den Sport=
verein
Dresden. In Hamburg erlitt der Deutſche Hockey=
klub
Hannover eine unerwartete ſchwere Niederlage von
6:2 durch den Harveſtehuder Hockeyklub, der ſich durch ſeine
auswärtigen Mitglieder verſtärkt hatte. Der Uhlenhorſter
Hockeyklub bezwang den Eilbecker Hockeyklub knapp mit
822. In Breslau beſiegte der Verein für Bewegungsſpiele
mit 5:2 den Sportklub Schleſien.
Der Berliner Hockeyklub gewinnt den
Pokal des Berliner Hockeyverbandes. Im
Berliner Hockeyſport fiel am Sonntag im Berliner Hockey=
verband
die Entſcheidung. Der Berliner Hockeyklub ſicherte
ſich durch den ganz überlegenen Sieg über Britannia von
1010 (Halbzeit 6:0) den Pokal. In den Hockey= Meiſter=
ſchaftsſpielen
des Verbandes Berliner Athletikvereine gab
es eine Ueberraſchung, da Komet mit 411 (Halbzeit 111)
Teutonia/Volksſport ſchlug. Der Schiedsrichter war ſei=
ner
Aufgabe nicht recht gewachſen. Das Treffen zwiſchen
Berliner Sportklub und Tennis und Hockeyklub Frie=
denau
wurde in letzter Stunde abgeſagt. Der Stettiner
Hockeyklub vermochte in der Reichshauptſtadt keine Lor=
beeren
zu ernten. Gegen den Berliner Hockeyklub, zweite
Mannſchaft, unterlagen die Gäſte mit 2:5 und wenig ſpä=
ter
verloren die Stettiner gegen Preußen (2. Mannſchaft)
knapp mit 344. Auch der Akademiſche Sportklub Frei=
berg
i. S. erlitte eine Niederlage, und zwar mit 8:2 (622
gegen die Akademiker des Berliner Sportklubs.
* Fußballſport. Die Berliner Fußball= Mei=
ſterſchaftsſpiele
hatten am Sonntag unter der Un=
gunſt
der Witterung zu leiden. Der intereſſanteſte Kampf
des Tages, Viktoria gegen Hertha, wurde von Hertha
knapp mit 110 gewonnen. Der Meiſterſchafts=Favorit, Ber=
liner
Ballſpielklub, ſchlug Norden=Nordweſt nur knapp
3.2 (Halbzeit 110 für Norden=Nordweſt). Preußen erfocht
durch glänzendes Spiel einen überraſchend hohen Sieg von
500 (Halbzeit 2:0) über Minerva. Zwei der Tore waren
verwandelte Elfmeterbälle. Das Spiel Vorwärts gegen
Union wurde wegen des ſpielunfähigen Bodens bereits
nach 20 Minuten bei dem Stand von 1:0 für Vorwärts
abgebrochen. Auch in der erſten Klaſſe erreichten die mei=
ſten
Spiele vorzeitig ein Ende. Die Reſultate ſind: Union=
Oberſchöneweide-Brandenburg 6:5 (2:5). Tasmania-
Cimbra 1:0 (abgebrochen), Germania-Oſtend 110 ( ab=
gebrochen
), Weſtend-Rapide 411 (230), Weißenſee-

Tennis=Boruſſia 1:0 (abgebrochen), Union=Charlottenburg
gegen Viktoria=Spandau 5:3.
Fußball im Reiche. Die Fußball= Meiſterſchafts=
ſpiele
in den einzelnen Landesverbänden endeten wie
folgt: In Leipzig: Wacker gegen Fortuna 511, Olympia
gegen Sportfreunde 211; in Magdeburg: Preußen gegen
1900 111; in Dresden: 93 gegen Sachſen 111, Brandenburg
gegen Guts=Muts 4:3, Dresdenſia gegen Sportklub 211
Ring gegen Habsburg 222 unentſchieden; in Halle: Wacker
gegen Fußballklub 96 2:0; in Braunſchweig: Altona 93
gegen Eintracht 5:2 (wegen des ſchlechten Bodens nur Ge=
ſellſchaftsſpiel
); in Hannover: Eimsbütteler Turnverband
gegen Sportverein 211; in Altona: Holſtein=Kiel gegen
Union 2:0; in Hamburg: Viktoria gegen Eintracht= Han=
nover
9.0; in Mannheim: Verein für Raſenſpiele gegen
Frankfurter Fußballverein 110; in Stuttgart: Spielver=
einigung
Fürth gegen Kickers 4:3; in Düſſeldorf: Preußen=
Münſter gegen Sportverein 422; in Kaſſel: Fußballverein
gegen Duisburger Spielverein 222; in Münſter: Hammer
Spielvereinigung gegen BBallſpielverein 311; in Kronen=
berg
: Mülheimer Sportverein gegen Sportklub 722; in
Königsberg: Verein für Bewegungsſpiele gegen Oſtpreu=
ßen
1311; in Breslau: Sportklub gegen Falke 511, Schle=
ſien
gegen Preußen 411; in Berlin: Hertha gegen Viktoria
1.0, Vorwärts gegen Union 1:0 (nach 20 Minuten wegen
ſpielunfähigen Bodens abgebrochen), Preußen-Minerva
5.0, Berliner Ballſpielklub-Norden=Nordweſt 322.
Die engliſchen Liga=Fußballſpiele
hatten am letzten Spieltage folgende Ergebniſſe: Erſte
Liga: Sunderland gegen Tottenham Hotſpur 210, Black=
burn
Rovers gegen Everton 0:0, Weſtbromwich Albion
gegen Bradford City 211, Sheffield Wednesday gegen
Mancheſter City 222, Bolton Wanderers gegen Derby
County 311, Chelſea gegen Sheffield United 210, Oldham=
Athletiks gegen Middlesbrough 310, Aſton Villa gegen
Sheffield United 610, Burnley gegen Liverpool 5.2, Pre=
ſton
Northend gegen Neweaſtle United 4:1. Zweite
Liga: Birmingham gegen Blackpool 0:0, Bradford gegen
Wolverhampton 1:0, Briſtol City gegen Lincoln City 4:1,
Clapton Orient gegen Bury 1:0, Gloſſop gegen Barnsley
511, Grimsby gegen Notts Foreſt 311, Notts County gegen
Leiceſter Foſſe 4:1, Stockport County gegen Hull City 211,
Woolwich Arſenal gegen Fulham 210, Leeds City gegen
Huttersfield 511.
Der Fußball=Länderkampf Schottland
gegen Irland der in Belfaſt ausgetragen wurde,
endete unentſchieden 111 (Halbzeit 0.0). Ein Rugby=
Länderſpiel zwiſchen Wales und Irland in der gleichen
Stadt endete mit dem überlegenen Siege von Wales mit
11:3 (Pauſe 3:3).
Um den engliſchen Fußball=Pokal. Nach=
dem
zwiſchen Burnley und Sunderland der unentſchieden
gebliebene Kampf der vierten Pokalrunde im Wieder=
holungsſpiele
einen Ueberraſchungsſieg von Burnley er=
geben
hatte, wurde nun auch das zweite unentſchiedene
Treffen zwiſchen Sheffield United und Mancheſter Tity
in Sheffield wiederholt. Dem ſpannenden Kampfe wohn=
ten
zirka 50000 Zuſchauer bei. Das Spiel war von An=
fang
bis zum Schluß aufregend und endete trotz mehrmali=
ger
Verlängerung abermals 010 unentſchieden.
Fußball=Länderkampf Holland- Bel=
gien
4:2. Der Fußball=Länderkampf zwiſchen Holland
und Belgien ging am Sonntag in Brüſſel zum 19. Male
vor ſich. Dem Spiele wohnten trotz des Regenwetters
etwa 25000 Zuſchauer bei. Der Kampf wurde durch den
durchnäßten Boden ſtark beeinträchtigt. Bis zur Halbzeit
lieferten ſich beide Mannſchaften ein gleichwertiges Spiel,
das auch durch das Reſultat von 111 zum Ausdruck kam.
Nach der Pauſe waren die Holländer überlegen und ſchoſ=
ſen
drei Tore gegen eines ihrer Gegner. Holland ſiegte
dadurch mit 4:2 und nahm an Belgien für ſeine vorjährige
Niederlage Revanche. Im ganzen hat Holland jetzt 14
Spiele gewonnen, Belgien 4 und ein Kampf blieb unent=
ſchieden
.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zur Hebung hieſigen Geſchäftsver=
kehrs
mag auf eine Einrichtung aufmerkſam gemacht
werden, welche die Nachbarſtadt Mainz (wenn auch nur in
beſchänkter Form) und noch viele andere größere Städte
haben, nämlich den wöchentlich einmal ſtattfindenden
Trödler= (Gimpler=) Markt. Manche Leſer werden wohl
nur ein mitleidiges Lächeln für ihn haben. Und doch
würde dieſer Markt einem wirklich empfundenen Bedürf=
nis
weiter Bevölkerungskreiſe entſprechen. Der Trödler=
markt
könnte beiſpielsweiſe am Mittwoch oder Freitag
auf dem Markt= Schiller= oder dem alten Schlachthofplatz
abgehalten werden. Zur Beſchickung desſelben würden
etwa 12 verſchiedene Verkaufsſtände ausreichend ſein, und
zwar: 2 Antiquitätenſtände (kleinere Gegenſtände), 2 Anti=
quariatſtände
(alte gute Bücher und Zeitſchriften), 1 Stand
für Gemälde, Bilder, Radierungen, 1 Stand für optiſche
Waren und Inſtrumene, 1 Stand für Schirme und Stöcke,
2 Stände für Handwerks= und Kleineiſenzeug, 12 Stände
für getragene Schuhe und Stiefel, 1 Stand für Muſikalien
und Muſikinſtrumente. Wer wollte die Nützlichkeit und
Zweckmäßigkeit eines ſolchen Marktbetriebes verkennen?
An Zuſpruch würde es den Händlern gewiß nicht fehlen
und manches gut brauchbare, wohl auch wertvolle, ſeltene
Stück aus den oft recht beſchränkten und dunkeln Laden=
räumen
der Händler würde zu guten Preiſen verkäuflich
ſein. Selbſtverſtändlich wäre der Verkauf von alten Bet=
ten
, Kleidern, Wäſche, Möbeln aller Art, weil unhygie=
niſch
bezw. nicht in den Rahmen dieſes Marktes paſſend,
ausgeſchloſſen. Dem Stadtſäckel würde durch die Ein=
nahme
von Standgeld eine, wenn auch nur kleine, ſo doch
dauernde Einnahme geſchaffen; dem allgemeinen Geſchäfts=
verkehr
, ſowie der Bequemlichkeit des Publikums aber
recht erſprießliche Dienſte geleiſtet.

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Klemens Herszberg u. Co., Patent= und Ingenieur=
reau
, Darmſtadt. Rheinſtraße 19.) Patent=Anmell
dungen. 63e. K. 54417. Schutzvorrichtung für Autch
mobile zum gefahrloſen Kreuzen von Fahrthinderniſſen
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63 c. R. 39000. Schutzvorrichtung für Kraftwagen, Heim
rich Rühl, Schotten i. Heſſen. 14. 10. 13. Paten
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Gewinnauszug
der
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(230. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotteri=
3. Klaſſe 2. Ziehungstag 14. März 1914

Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und I.

OOhne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne üben
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 10414
6 Gewinne zu 1000 Mk. 108690 109417 204526
10 Gewinne zu 500 Mk. 51259 84926 94356 122688
207528
20 Gewinne zu 400 Mk. 31490 71264 92385 93875
101505 107350 114019 123914 165022 175491
68 Gewinne zu 300 Mk. 28040 29364 29905 30957
35193 36276 37587 50601 53000 53525 58741 57010
58439 67459 67869 68407 91306 118804 119126
120176 126458 128164 129137 134599 159279 165097
182668 184535 184852 187416 213136 215242 216429
220022
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne üben
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50000 Mk. 96749
2 Gewinne zu 30000 Mk. 210762
2 Gewinne zu 5000 Mk. 211584
2 Gewinne zu 3000 Mk. 93195
4 Gewinne zu 1000 Mk. 75093 143344
12 Gewinne zu 600 Mk. 91554 189341 192604
202658 216661 221383
22 Gewinne zu 400 Mk. 1249 13433 16737 85405
41609 56117 129846 130829 145877 147782 220778
78 Gewinne zu 800 Mk. 1924 2634 6275 7105
8523 10147 16934 20496 22680 23261 24785 8399f
34286 35849 45392 54074 67942 71644 82735 87701
92350 103695 105960 124243 132879 140817 142259
143683 144343 146586 148582 161319 181007 163869
195030 200020 202799 210617 216060
Die Ziehung der 4. Klaſſe der 4. Preußiſch=Süddeutſchen (280. Wuig
Preuß.) Klaſſenlotterie ſindet am 7. und 8. April 1914 ſtatt.

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[ ][  ][ ]

ſummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

Seite 19.

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von Dr. med. O. Schär, Spezialarzt f. Nerven-
u
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Kerboskurt
Im Kampf um bessere Nerven und grössere
Leistungsfähigkeit.

Nervosität und Neurasthenie. Heilmethoden
und Heilfaktoren der modernen Zeit. Körper
und Geist. Ernährungs- und Diätfragen.
Kampf der Ziellosigkeit und Zerfahrenheit, Ge-
dächtnisschwäche
, Willens- und Energielosig-
keit
, Arbeitsunlust, rascher Ermüdbarkeit. Haste
nie. Schlaflosigkeit, Seelenkonflikte etc.
Oekonomie der Lebenskräfte, überwertete
sexuelle Vorgänge, Seelentoilette, Optimismus
und Pessimismus. Der Nutzen der Leiden.
Lerne entsagen, lerne Gutes tun. Religion die
Lebenslehre aller Völker.
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Mk. 1.65, III. Platz Mk. 1.10.
Die Besucher der Plätze à Mk. 2.20 und 1.65 er-
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1. Teil: Inhalt nebst Musikproben
2. Teil: Deutung des Dramas
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2 Rheinſtraße 2

Programm

für Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag:
Ab heute das Rieſen=Pracht=Programm
mit dem 1. Hauptſchlager:
Luſtſpiel in 2 Akten
Kasernenblüten Alles lacht Tränen.
Rettung von Expresszug Nr. 8
Die Notlüge
Aufregendes Wildweſtdrama.
Drama aus dem Leben.
2. Hauptſchlager:
Drama in 3 Akten In den Sümpfen von Widwest
Bobbis lange Hoſen Verhängnisvolle Uiſitenkarte
Nichts als Humor u. Humor.
Humoreske, alles lacht.
Als Schluß der 3. Hauptſchlager:
Erloschenes Licht
In der Hauptrolle Henny Porten. (*7106
Einlage nach Bedarf. III. Platz 19 Pfg.

Empfehle:

Schepeler’s Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Eier,
Butter, Käſe, Palmin und Palmona. (269a
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L. Pabst, Dieburgerstr. 19, Ecke Stiftstrasse.

Z

MO TEI,
LME88
e äun WDienstag, 17. März, nachmitt. 4-6 Uhr
Kaffee-Konzert Salon-Orchester
J. Schmiedel. Aus der Vortragsfolge:
Arie aus Semiramis
v. Rossim
Potpourri a. d. Oper Carmen‟ v. Bizet
Abendlied (Violin.Solo)
v. Kretzschmer (7029

Z
e

SRr RLon 389

Gastspiel:

Aaske

Heute

Dienstag,
17. März und
folg. Tage:

Die erstkl. Varietékunstkräfte:
Neu? M. & H. Sternegg.
Modernes Duett.
Neu! Evivette & Fontalne.
Musikal. Harlekinade.
Neu? Mile. Jakob’s.
Unerreichter Dressur-
Akt mit Hunden.
Ferner: (7060
Hur noch
e wenige Aufführungen
Der neueste Haskel-Schlager:

Vorverkauf u. Preise wie bek.

Reginn lügl. 8½ Uhr.

Restauration

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(Insel) (*7092id
Wonnetrank

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10 Stück 5575
Große Valencia-Orangen
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per Kiste 300 Stück 10.50
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per Stück 78
10 Stück 6878
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die Hosen
Tolle Komödie.
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liebt die Tiere
Humoreske.
Wochenchronik.
Bubi und der
Polizeihund
Humoreske.
Venedig
Naturaufnahme.
Der vielgeplagte
Michel
Humoreske. (6987
Trapperliebe in
Alaska
Wild-West-Drama.

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Morgen Mittwoch
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J. Stütz.

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Grosses
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Großherz. Hoftheater.
Dienstag, den 17. März 1914.
132. Abonnem.=Vorſtellung. A 34.
Ibsen-Zyklus.
Vierter Abend.
Neu einſtudiert:
Rosmersholm.
Schauſpiel in 4 Akten von Henrik
Ibſen. Deutſch von M. v. Borch.
Perſonen:
Johann. Rosmer,
Eigentümer von
Rosmersholm,
ehemals Ober=
pfarrer

. Kurt Ehrle
Rebekka Weſt, im
Hauſe Rosmers
Rektor Kroll, Ros=
mers
Schwager Johs. Heinz
Ulrik Brendel . . Br. Harprecht
Peder Mortens=
gard
.
. A. Waſſermann
Madam Helſeth, Minna Müller=
Haushälterin auf, Rudolph
Rosmersholm
Das Stück ſpielt auf Rosmers=
holm
, einem alten Herrenſitz=, nicht
weit von einer kleinen Fjordſtadt
im weſtlichen Norwegen.
* Rebekka Weſt: Grete Ilm,
vom Schauſpielhaus in Frank=
furt
a. M., a. G.
Nach dem 2. Akte längere Pauſe.
Krank: Herta Alſen, Charl. Pils.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.13. Reihe
3.70 , 14.20. Reihe 3.20 , Par=
terre
: 1.5. Reihe 2.35 , 6.8.
Reihe 1.95 , Proſzeniumsloge
5.20 , Mittelloge 5.20 , Bal=
konloge
4.70 , I. Rang 4.20 ,
II. Rang: 1.6. Reihe 2.15 ,
7. u. 8. Reihe 1.75 , I. Galerie
1.15 , II. Galerie 65 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 9½1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 81 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der Vor=
ſtellung
. (Im Verkehrsbüro wer=
den
auch telephoniſch Kartenbe=
ſtellungen
entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. Ende 10½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 18. März. 133. Ab.=
Vorſt. B 33. Mignon. Kl.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
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[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. März 1914.

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