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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag erklärte geſtern die Wahlen der
Ab=
geordneten Frommer (konf.) Dr. v. Heydebrand (konſ.),
Mertin (Reichspt.) und Rother (konſ) für gültig und
beſchloß über die Wahlen der Abgeordneten v.
Winter=
feldt (konſ.) und Glowatzki (Zentr.) Beweiserhebungen.
Sodann wurde die zweite Leſung des
Kolonial=
etats fortgeſett.
Wom Rhein und Main wird weiteres Steigen
des Waſſers gemeldet.
Bei den Kammerwahlen in Spanien ſiegten
die Miniſteriellen in faſt allen Wahlbezirken.
In St. Louis iſt das Gebäude des Miſſouri=Athletikklubs
niedergebrannt. Hierbei ſind etwa 25
Per=
ſonen in den Flammen umgekommen:
viele wurden verletzt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Deutſchland und Rußland.
— Die deutſch=ruſſiſchen Beziehungen ſind in der
letz=
cen Zeit mehrfach Gegenſtand eingehender Betrachtungen
geweſen, nachdem die peſſimiſtiſchen Darlegungen des
Petersburger Korreſpondenten der Kölniſchen Zeitung das
größte Aufſehen hervorgeruſen haben. Gewiß hat dieſer
Bericht keinerlei offiziöſen Charakter und ebenſo wenig
ſhat wohl im Ernſt jemand daran gedacht, daß die
Situa=
ſionsſchilderung dazu dienen ſolle, neue
Heeresforderun=
igen in Deutſchland zu motivieren, gleichwohl bleibt er
gaber doch ein charakteriſtiſches Stimmungsbild, wenn auch
jetzt ruſſiſcherſeits verſucht wird, den nachhaltigen
Ein=
tdruck jener Mitteilungen abzuſchwächen. Daß Rußland
rüſtet, insbeſondere an ſeiner Weſtgrenze, kann nicht
be=
fſtritten werden. Aeußerlich freilich werden die Dinge ſo
geſchildert, als wenn alles aufs beſte beſtellt wäre, und
ſſo verbreitet man denn jetzt eine Meldung, wonach der
.Zar an Kaiſer Wilhelm ein Handſchreiben geſandt habe;
der ſchriftliche Verkehr beider Monarchen ſei
ununter=
brochen ſehr rege und äußerſt freundſchaftlicher Natur,
gleichzeitig wird offiziös verſichert, daß es ſich bei der
an=
geblichen Probemobiliſation keineswegs um eine
allge=
meine Probemobilmachung handle, ſondern daß ſich die
diesjährigen militäriſchen Uebungen durch nichts von
den=
jenigen früherer Jahre unterſcheiden würden.
Bei dem perſönlichen Einfluß des Zaren auf die
Lei=
tung der auswärtigen Politik ſeines Reiches wäre es
un=
ſtatthaft, die Tragweite einer Friedenskundgebung des
Zaren zu unterſchätzen. Aber als ſelbſtverſtändlich wird
es in Deutſchland angeſehen werden, daß die
Friedens=
liebe des Zaren auch in dem Verhalten ſeiner amtlichen
Berater zum Ausdruck gelange. Was wir an ruſſiſchem
Widerſpruch gegen die deutſche Militärmiſſion in
Kon=
ſtantinopel jüngſt erlebt haben, zeugte nicht minder als die
Taktik Saſonows im Haushaltsausſchuß der Duma,
hand=
greiflichen Verdächtigungen der deutſchen Politik
gegen=
über Rußland nicht zu widerſprechen, von ſo viel
Un=
freundlichkeit, daß angeſichts unleugbarer militäriſcher
An=
ſtrengungen Rußlands der deutſche Argwohn geweckt
wer=
den mußte.
Eine Friedenskundgebung des Zaren, der die
Hand=
habung der politiſchen Geſchäfte durch die ruſſiſchen
Mi=
niſter angepaßt iſt, wird in Deutſchland nach Gebühr
ge=
würdigt werden, auch wenn ſeit dem Eintritt Rußlands
in das Verfaſſungsleben der Einfluß der ruſſiſchen
Geſell=
ſchaft auf die auswärtige Politik des Zarenreiches größer
als ehedem geworden iſt. Die Erneuerung der
Handels=
verträge ſteht bevor, und es wäre das Unklügſte, was
Rußland begehen könnte, wenn es den Bogen allzu ſtraff
ſpannen würde. Die ruſſiſche Ausfuhr iſt zum
allergröß=
ten Teil auf Deutſchland angewieſen, und dies muß
Ruß=
land bei der Feſtſetzung ſeiner Forderungen berückſichtigen.
Aus dieſem Grunde hat man ſich wohl auch dort beeilt,
die jüngſten Berichte ins Bereich der Fabel zu verweiſen,
weil man davon ungünſtige wirtſchaftliche Folgen
be=
fürchtet.
Die Kabinettskriſis in Rom.
*⁎* Die radikale Partei Italiens hat ihre Abſicht, dem
Kabinett Giolitti ihre Mitwirkung zu entziehen, zur Tat
werden laſſen und beſchloſſen daß die aus ihrer Mitte
entnommenen Miniſter Saechi und Credaro, die das
Ar=
beits= bezw. Unterrichtsportefeuille inne hatten, ihren Aus=
tritt aus der Regierung erklären ſollen. Den letzten
An=
ſtoß zu dieſem Entſchluſſe gab das Steuerprogramm der
Regierung, welches von den Radikalen nicht gebilligt wird.
Mit dem Rücktritt der beiden genannten Miniſter wird
das ganze Kabinett demiſſionieren.
Giolitti, der ſchon öfter an der Spitze der Regierung
ſtand, bildete ſein letztes Kabinett nach dem Sturze
Luzattis Ende März 1911, ſo daß er neuerdings drei
Jahre im Amte war. Dieſe an ſich kurze Spanne Zeit iſt
für Italien äußerſt bedeutungsvoll geworden, da ſie die
Eroberung von Tripolis und der Cyrenaika brachte,
wo=
mit der langerſehnte Wunſch der Italiener, an der
Nord=
küſte Afrikas ſich feſtzuſetzen, erfüllt wurde. Nachdem
Tu=
nis, auf das ſie zuerſt ihre Blicke gerichtet hatten, von
Frankreich mit Beſchlag belegt worden war, blieb nur noch
Tripolis übrig, um den Italienern als Stützpunkt ihrer
Macht in Nordafrika dienen zu können, da ihr bisheriger
Beſitz in dieſem Erdteil nur von geringer Bedeutung war.
Ein Recht auf Tripolis hatte freilich Italien nicht, aber
über dieſe Kleinigkeit ſetzte ſich das Kabinett Giolitti kühn
hinweg und war dabei auch von Erfolg begleitet. Seit
Ca=
novas Zeit hat Italien nicht wieder ſo ſtark unter dem
Einfluß einer einzelnen Perſönlichkeit geſtanden wie in
den letzten Jahren unter demjenigen Giolittis, und man
muß zugeben, daß das Land dabei gut gefahren iſt, denn
die äußere Machtentfaltung war von einer inneren
Er=
ſtarkung begleitet, die ſich beſonders auch in den
Finan=
zen zeigte, welche trotz der großen Koſten des
Tripolis=
krieges die beſten geblieben ſind. Von den übrigen
Auf=
gaben, die das Kabinett Giolitti während dieſer drei
Jahre geleiſtet hat, iſtinoch die Verſtaatlichung der
Lebens=
verſicherung hervorzuheben, welcher eine große
ſozialpoli=
tiſche Bedeutung zugeſchrieben wird. Die Errichtung eines
beſonderen Kolonialminiſteriums war die Konſequenz der
Erwerbung Libyens. In der auswärtigen Politik iſt
Gio=
litti dem Dreibund treu geblieben, und in den
Balkan=
wirren hat er eine beſonnene und der Wahrung des
Frie=
dens dienende Haltung eingenommen.
Die Billigung der Politik Giolittis fand ihren
Aus=
druck in dem Reſultat der Kammerwahlen im Oktober
vorigen Jahres, bei denen das Kabinett gut abſchnitt.
Freilich beſteht die Mehrheit aus einer Reihe von
Grup=
pen, deren Zuſammenhang nur loſe iſt und deren
Pro=
gramme in manchen Punkten von einander abweichen.
Die jetzige Abſonderung der Radikalen von der
Re=
gierungsmehrheit iſt ein Beweis dafür. Wie die
Kabi=
nettskriſis gelöſt wird, ob Giolitti wieder an die Spitze
treten oder ob, wie es heißt, ein gemäßigt=liberaler
Poli=
tiker die Kabinettsbildung übernehmen wird, ſteht noch
da=
hin. Selbſt wenn Giolitti ſich vorläufig ins Privatleben
zurückzieht, ſo dürfte er ſeine Rolle im öffentlichen Leben
Italiens noch nicht ausgeſpielt haben, falls ihn nicht ſein
Lebensalter — er ſteht im 71. Jahre — zwingt, vom
poli=
tiſchen Schauplatz dauernd zurückzutreten.
Wie die Tribuna mitteilt, wird am Dienstag morgen
der Miniſterrat zuſammentreten, um zu der
neuen parlamentariſchen Lage Stellung zu nehmen. Am
Dienstag nachmittag wird alsdann Giolitti der Kammer
die Entſcheidung des Miniſteriums, nämlich ſeinen
Rück=
tritt, ankündigen.
Die Voſſiſche Zeitung meldet aus Rom: Giolitti
ſoll die Frage, ob nicht die Senatsberatung der von der
Kammer angenommenen Rechnungsablage über die
Kriegskoſten abzuwarten ſei, mit den Worten abgetan
haben: Wir vererben unſerem Nachfolger die beifällige
Zuſtimmung des Oberhauſes zur Liquidierung des
ruhm=
reichen Unternehmens, das der Senat mit patriotiſcher
Begeiſterung gutgeheißen hat. — Unter den Kandidaten
für den Nachfolger Giolittis wird an erſter Stelle
Sa=
landra, Profeſſor der Staatswiſſenſchaft, ein
hervor=
ragender Finanz= und Verwaltungsmann und engſter
Freund und Parteigenoſſe Giolittis, genannt. Er war
1906 Finanzminiſter und 1909 Miniſter im Kabinett
Son=
nino. Hinderlich könnte ihm in dieſem Augenblick nur
der Ruf kirchenfreundlicher Geſinnung ſein, der ſeinen
Ausdruck in ſeinem Spitznamen Kanonikus findet.
Deutſches Reich.
— Die Arbeitseinteilung im Reichstag.
Die Duellinterpellation des Zentrums wird im Reichstage
vorausſichtlich am kommenden Donnerstag vom
Kriegs=
miniſter beantwortet werden. Es iſt beabſichtigt, bei dieſer
Gelegenheit auch die Duellanträge der Duellkommiſſion des
Reichstags auf die Tagesordnung zu ſetzen. Die Beratung
des Kolonialetats dürfte am Mittwoch abgeſchloſſen
wer=
den können. In der Woche, die mit dem 16. d. M. beginnt,
ſoll der Militäretat zur Beratung geſtellt werden. Man
nimmt an, daß dieſer Etat 7 bis 8 Sitzungstage in
An=
ſpruch nehmen wird. Die Oſterferien werden
wahrſchein=
lich am 28. März beginnen, ſo daß die zweite Etatsleſung
erſt nach Oſtern abgeſchloſſen werden kann. Ob der Etat
des Auswärtigen Amtes und des Reichskanzlers noch vor
dem Beginn der Oſterferien beraten werden ſoll, iſt
frag=
lich. Wahrſcheinlich wird die Etatsberatung nach Oſtern
mit dieſen Etats fortgeſetzt werden. Die
Reichsbeſol=
dungsnovelle wird von der Budgetkommiſſion des
Reichs=
tags im Laufe der nächſten Woche beraten werden. Ueber
die geſchäftliche Behandlung dieſer Vorlage werden
zur=
zeit Beſprechungen zwiſchen den bürgerlichen Parteien der
Fraktionen abgehalten.
Aerzte und Krankenkaſſen. Auf der
Tagung des Deutſchen Aerztevereinsbundes in Berlin
wurde die gegenwärtige Lage unter Berückſichtigung der
noch vorhandenen Konflikte in einzelnen Orten
beſpro=
chen. Als Verſammlungsort für den diesjährigen
deut=
ſchen Aerztetag wurde München gewählt. Der Voſſiſchen
Zeitung zufolge iſt in Breslau, Elbing und Stettin das
Abkommen bezüglich der Ausſchaltung der Nothelfer noch
nicht durchgeführt. In einigen Tagen wird im Reichsamt
des Innern von neuem eine Konferenz ſtattfinden.
Scharfe Aufſichtsmaßnahmen gegen
die ſogenannte „Rote Woche” ſind in Preußen
regierungsſeitig angeordnet worden. In Ausführung
die=
ſer Anordnung haben die Regierungspräſidenten den
Landratsämtern zur Pflicht gemacht, dafür zu ſorgen, daß
die in den Gaſtwirtſchaften zum Aushang kommenden
Pla=
kate durch die Gendarmerie und Polizei ſofort konfisziert
und die Verbreiter der Plakate zur Beſtrafung gebracht
werden. Für dieſe Maßnahme wird der § 9 des
preußi=
ſchen Preßgeſetzes vom 12. Mai 1851 in Anſpruch
genom=
men, der das Anſchlagen oder in ſonſtiger Weiſe
öffent=
liche Ausſtellen von Plakaten unter Strafandrohung
ver=
bietet.
Ausland.
England.
20 Millionen für das
Militärflug=
weſen. Das ſoeben erſchienene neue Budget für das
engliſche Heer bringt gegenüber dem Vorjahre
Mehrfor=
derungen im Betrage von über 575 Millionen Mark,
wo=
bei 20 Millionen für die Militärflugkunſt ausgeſetzt ſind.
Im Vorjahre waren für dieſen Zweck 9½ Millionen
aus=
geſetzt. Am 25. Februar verfügte das Heer über 161
Flug=
zeuge, Ende dieſes Monats ſollen bereits 200 verfügbar
ſein.
Deutſchlandfahrten engliſcher Miniſter.
Einem Londoner Privattelegramm zufolge machen die
kon=
ſervativen Blätter der Regierung Vorwürfe darüber, daß
jetzt auch der engliſche Unterrichtsminiſter Peaſe zu
Stu=
dienzwecken nach Deutſchland abgereiſt iſt. Die Reiſe führt
zunächſt nach Berlin, dann nach München und vielleicht
auch noch nach anderen Städten, und dient dem Studium
des deutſchen Schulweſens. Die Londoner Blätter weiſen
darauf hin, daß der britiſche Generalpoſtmeiſter erſt in
der vergangenen Woche von einer Reiſe nach Deutſchland
zum Studium des deutſchen Poſt= und Telegraphenweſens
zurückgekommen iſt und erklären es für lächerlich, daß die
Engländer alles nachmachen wollten, was ſie in
Deutſch=
land vorfänden.
Spanien.
Die Ergebniſſe der Wahlen zu den
geſetz=
gebenden Körperſchaften ſind bisher noch nicht bekannt.
Die Wahlen ſind faſt in ganz Spanien ruhig verlaufen.
Rußland.
Keine Angriffspolitik. Rjetſch ſchreibt: Es
iſt ſehr bedauerlich, daß einzelne Staaten in Rüſtungen
ſich zu übertreffen ſuchen. Das Machtverhältnis zwiſchen
ihnen ſei doch dasſelbe, nur die Steuerlaſt nehme
unauf=
hörlich zu. Es iſt gewiß erwünſcht, dieſem dauernden,
aber doch anormalen Zuſtande ein Ende zu machen. Am
allerwenigſten könne aber zu dieſem Ziel gegenſeitiges
Verdächtigen führen. Noch ſchlimmer iſt es, wenn man
die Rüſtungen irgend einer Macht durch Motive zu
er=
klären ſucht, die tatſächlich gar nicht vorhanden ſind. Das
iſt zweifellos der Fall, wenn man der ruſſiſchen
Diplo=
matie aggreſſive Beſtrebungen zuſchreibt, denn ſie leidet
ſehr an dem entgegengeſetzten Fehler, und ſie hat die
größte Angſt ſelbſt vor dem Schatten etwaiger
Verwicke=
lungen.
* Neuartige Fünfmarkſtücke ſind ſoeben in den
Verkehr gelangt. Die Geldſtücke ſtammen aus der
könig=
lich bayeriſchen Münze und zeigen auf der Anſichtsſeite
das Bildnis König Ludwigs III. von Bayern, auf der
Rückſeite den deutſchen Reichsadler. Auf dem Gebiete der
Medaillenkunſt bringt das neue Geldſtück eine
beachtens=
werte Neuerung. Die Umſchrift iſt nämlich ſtiliſiert, um
ornamental zu wirken, und zieht ſich um das in guter
Plaſtik hergeſtellte Bildnis des Königs als ein
vollkom=
men geſchloſſener Kranz. Von dem neuartigen Geldſtück
ſind insgeſamt 140000 Stück verausgabt worden.
* Montevideo, 9. März. Die
Kommandan=
ten der deutſchen Linienſchiffe begaben ſich
zur Begrüßung der Marinebehörden an Land. Auch die
Offiziere werden morgen an Land gehen. Sie werden
Flugverſuchen beiwohnen und die Miniſter der Marine
und des Aeußern beſuchen. Am 11. März werden ſie dem
Präſidenten Battley Ordonnez in der Reſidenz Piedras
Blancgs einen Beſuch abſtatten. Das deutſche Geſchwader
hat die ſehr beſuchte Reede angelaufen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. März.
* Vom Hofe. Die Großherzogin begab ſich
am 7, d. Mts. mit Gefolge um 2½ Uhr nachmittags im
Auto nach Mainz und wohnte im Alice=Heim daſelbſt der
Generalverſammlung des Alice=Frauenvereins an. Hierauf
folgte die Großherzogin einer Einladung zum Tee bei
Frau Geheimerat Dr. Strecker in Mainz. Die Rückkehr
nach Darmſtadt erfolgte um 7 Uhr abends. (Darmſt. Ztg.)
* Pfarrperſonalie. Der Großherzog hat den
evangeliſchen Pfarrer: Anton Steiner zu Schwanheim
auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner
lang=
jährigen, treu geleiſteten Dienſte, und unter Erteilung
des Charakters als Kirchenrat, in den Ruheſtand verſetzt.
* Von der Landesuniverſität. Der Großherzog
hat den ordentlichen Profeſſor an der Univerſität Baſel
Dr. Rudolf Herzog zum ordentlichen Profeſſor in der
philoſophiſchen Fakultät der Landesuniverſität in Gießen,
den außerordentlichen Profeſſor an der Univerſität Leipzig
Dr. Karl Schaum zum ordentlichen Profeſſor in der
philoſophiſchen Fakultät der Landesuniverſität in Gießen,
insbeſondere für das Fach der phyſikaliſchen, theoretiſchen
und anorganiſchen Chemie, den außerordentlichen
Pro=
feſſor an der Univerſität Leipzig Dr. Paul
Schmidt=
zum ordentlichen Profeſſor in der mediziniſchen Fakultät
der Landesuniverſität in Gießen, insbeſondere für das
Fach der Hygiene und zum Direktor des Hygieniſchen
Inſtituts daſelbſt — ſämtlich mit Wirkung=vom 1. April=
1914 — ernannt.
Erledigt ſind: Eine mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Ulrichſtein. —
Die Stelle eines Reviſionskontrolleurs bei Großh.
Haupt=
ſteueramt Darmſtadt. Meldeſchluß: Montag, den
16. März.
g. Strafkammer II. Des Betruges gegen die
Ortskrankenkaſſe Offenbach war der 44jährige
Keſſelreini=
ger Vitus Leonhard Gallert aus Offenbach
beſchul=
digt. Der Angeklagte iſt ſelbſtändiger Gewerbetreibender
und iſt nebenbei auch bei einem Spengler als Gehilfe
be=
ſchäftigt. Auf Grund dieſer Nebenbeſchäftigung trat
Gal=
lert im Mai 1913 der Ortskrankenkaſſe als Pflichtmitglied
bei, und, obgleich er chroniſch leidend war, ohne ärztliche
Unterſuchung. Kurze Zeit nach ſeinem Eintritt wurde er
krank geſchrieben und bezog bis=September 1913
Kranken=
geld in Höhe von 223,10 Mark. Die Krankenkaſſe=erblickte
nun darin einen Betrug, daß der Angeklagtenals
Pflicht=
mitglied beitrat, denn ſeinen Hauptverdienſt habe er aus
dem eigenen Gewerbe. Er hätte demnach lediglich als
freiwilliges Mitglied beitreten können und mußte ſich
dann auch einer ärztlichen Unterſuchung unterziehen.
Fer=
ner ſollte er während der Krankheit Arbeiten ausgeführt
haben. Es ergibt ſich jedoch, daß dieſe Arbeiten von
ſei=
nem Sohn und einem Arbeiter erledigt wurden. Die
Strafkammer ſprach den Angeklagten frei;
wenn auch in objektiver Beziehung ein Betrug vorliege,
ſo ſei doch das Bewußtſein, rechtswidrig gehandelt zu
haben, nicht erwieſen. Der Ortskrankenkaſſe ſteht alſo noch
der Weg der Zivilklage offen. — Eine intereſſante
Rechts=
lage zeigte die Verhandlung gegen den 30jährigen
Reiſen=
den Max Riedel aus Frankfurt wegen
Urkunden=
fälſchung. Der Angeklagte, der ſeit 8 Jahren
verhei=
ratet iſt, hatte ſehr begründeten Verdacht, daß ſeine in
Eſſen wohnende Frau es mit der ehelichen Treue nicht
genau nehme, während er in Neu=Iſenburg den
Lebens=
unterhalt verdiente. Er kam deshalb auf den Einfall, um
ſich Beweiſe für eine Eheſcheidung zu verſchaffen, dem
Poſtamt in Eſſen einen Nachſendungsantrag zu ſchreiben,
ie an ſeine Frau adreſſierten Briefſchaften nach Neu=
Iſenburg nachzuſenden. Dieſen Antrag unterſchrieb er
folgerichtig auch mit dem Namen ſeiner Ehefrau. Der
Plan gelang vortrefflich, er bekam mehrere ſehr
überzeu=
gende Briefe; die Folge war jedoch, daß die Ehefrau einen
Strafantrag gegen ihn ſtellte wegen Urkundenfälſchung
und Verletzung des Briefgeheimniſſes. Der Angeklagte
gibt an, er ſei des Glaubens geweſen, er ſei zu dieſer
Selbſthilfe berechtigt geweſen. Der Staatsanwalt führte
einen ähnlichen Fall an, in dem die Frankfurter
Straf=
kammer auf Freiſprechung erkannte, da der Angeklagte ein
Zuſammenkommen ſeiner Ehefrau mit ihrem Liebhaber
verhüten wollte, alſo in berechtigter Notwehr handelte.
Davon könne hier aber nicht die Rede ſein, da ja der
An=
geklagte ſelbſt zugebe, daß er nur Beweiſe für ſeine
Ehe=
ſcheidung haben wollte, aber er beantrage eine möglichſt
milde Beſtrafung. Die Strafkammer erkannte dann auf
die geringe Strafe von 1 Tag Gefängnis wegen der
rkundenfälſchung und auf 5 Mark Geldſtrafe wegen der=
Verletzung des Briefgeheimniſſes.
* Verwaltungsgerichtshof. In dem Bericht über die
Sitzung des Verwaltungsgerichtshofes iſt inſofern ein
Schreibfehler unterlaufen, als der Vollziehungsbeamte
Gramlich nicht um die Anrechnung ſeiner ſechsjährigen,
ſondern ſeiner ſechzehnjährigen
Militärdienſt=
zeit klagte.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zur
Sitz=
ing des Provinzialausſchuſſes der Provinz Starkenburg
am Samstag, den 14. März 1914, vormittags 9½ Uhr,
autet: 1. Geſuch des Johannes Schwedler I. zu Eberſtadt
um Ausſtellung eines Wandergewerbeſcheins. 2.
Rekla=
mation gegen die Gemeinderatswahl zu Dietzenbach.
3. Wahlen der Beiſitzer zum Gewerbegericht der Stadt
Offenbach; hier: Beſchwerde gegen die Rechtsgültigkeit
der Wahll am 26. März 1913.
Vom Großh. Hoftheater wird uns geſchrieben:
Heute Dienstag geht im Abonnement A die Eyßlerſche
Operette „Der lachende Ehemann” in der
bekann=
ten Beſetzung bei kleinen Preiſen in Szene. In der
Erſt=
aufführung von Ibſens „John Gabriel
Bork=
man” die für Mittwoch als dritter Abend des Ibſen=
Zyklus unter Regiſſeur Baumeiſters Leitung vorbereitet
ird, ſpielt Emil Jannings die Titelrolle. Dem
Künſt=
ler, der mit ſeinem alten Brovik in „Baumeiſter Solneß”
und ſeinemeAuler in Stützen der Geſellſchaft” ſich bereits
als trefflicher Ibſen=Darſteller bewährte, fällt damit eine
der ſchwerſten und dankbarſten Aufgaben der modernen
Schauſpielkunſt zu. Die nicht minder bedeutſamen
Geſtal=
ten der Frau Gunhild Borkman und ihrer
Zwillings=
ſchweſter Ella Rentheim ſind durch Hertha Alſen und
Charlotte Pils vertreten. Außerdem wirken die Damen
Meißner und Horn, ſowie die Herren Ehrle und
Weſter=
mann in größeren Rollen mit. Am Donnerstag wird=
Kienzls „Evangelimann” unter Richard Lerts
Lei=
tung gegeben, wobei die Martha erſtmalig von
Clemen=
tine Feiſtle geſungen wirdzedie übrigen Partien ſind den
bewährten Vertretern Georg Becker, Georg Weber Anna
Jacobs und Leo Schützendorf verblieben. Am Freitag
wird „Madame Butterfly” mit Gertrud Geyersbach in der
Titelrolle zum erſten Male wiederholt.
Rh. Von der Techniſchen Hochſchule. Aus der
Jubi=
läumsſtiftung früherer Studierender der Techniſchen
Hoch=
ſchule und der Jubiläumsſtiftung der Stadt Darmſtadt
önnen Stipendien im Betrage von350 und 400 Mark,
zuſammen 750 Mark, an ſtrebſame, talentvolle
Studie=
rende vergeben werden, welche mit Erfolg und geſitteter
Führung ihre geſamten Studien an der Techniſchen
Hoch=
ſchule hier vollendet haben. Dieſe Stipendien ſind von den
Stipendiaten ſtatutengemäß in der Weiſe zu verwenden,
daß dieſelben lehrreiche Werke und Ausführungen der
Induſtrie und Kunſt älterer und neuerer Perioden und
techniſche Etabliſſements zu ihrer weiteren beruflichen
Ausbildung beſuchen und kennen lernen, worüber alsdann
ein Reiſebericht einzureichen iſt. Diejenigen Herren, die
ihre geſamten Studien an der Techniſchen Hochſchule hier
vollendet haben und auf Bewilligung der Stipendien
eflektieren, wollen ihre Bewerbungen ſpäteſtens bis zum
1. Mai an das Rektorat gelangen laſſen. Der Bewerbung
iſt das Zeugnis über die beſtandene Diplom=Hauptprüfung
beizufügen. — Herr Profeſſor Kayſer beabſichtigt, in den
Pfingſtferien, in der Zeit vom 2. bis 8. Juni, mit Stue
dierenden der Ingenieur=Abteilung eine Studienreiſe zu
unternehmen zur Beſichtigung von Brückenbauten und
Eiſenkonſtruktionswerkſtätten.
Goldenes Militär=Jubiläum. Es dürfte wohl
manchen der früheren Angehörigen der 25. Diviſion
in=
ereſſieren, daß deren ehemaliger Kommandeur, der Genes
ral der Infanterie Freiherr von Gall am 1. April
ds. Js. die 50jährige Wiederkehr des Tages ſeiert, an dem
er als Sechzehnjähriger in das Heer eingetreten iſt.Er
nahm, 1866 zum Leutnant befördert, im Leibgarde=
Infan=
terie=Regiment Nr. 115 teil an den Feldzügen 1866 und
1870/71 und wurde bei Frohnhofen durch einen Schuß in
den Unterleib ſchwer verwundet. Eine Allerhöchſte
Be=
lobigung für Auszeichnung vor dem Feind wurde ihm im
Feldzuge 1866 zuteil, im Kriege 1870 erwarb er ſich das
Eiſerne Kreuz und das Großh. Heſſiſche Mil.=Verd.=Kreuz
Als Oberleutnant 1871 in das Regiment Nr. 118 verſetzt
und dort 1880 zum Hauptmann und Komp.=Chef ernannt,
wurde ihm 1882 eine Kompagnie im Garde=Füſilier=
Regi=
ment verliehen. 1887 wurde er zum Kommandeur der
Unteroffißier=Vorſchule Weilburg und zum Major
beför=
dert, 1889 zum Bats.=Kommandeur im Inf.=Regt. Nr.6
in Oberſchleſien, 1892 übernahm er das Kommando der
Kriegsſchule in Metz und 1895 die Inſpektion der
militäri=
ſchen Strafanſtalten in Berlin. 1893 zum Oberſtleutnan
ind 1896 zum Oberſt befördert, führte er von 1898—99 das
Regiment Nr. 58 in Glogau und übernahm in letzterem
Jahre als Generalmajor das Kommando der 60.
Infan=
erie=Brigade in Straßburg und 1900 die Inſpektion der
Kriegsſchulen in Berlin. In dieſer Stellung 1902 zum
Generalleutnant befördert, wurde ihm im Sommer 1902
das Kommando der Großh. Heſſ. 25. Diviſion übertragen,
das er bis zum Herbſt 1906 behielt, um welche Zeit er als
General der Infanterie zum Gouverneur von Köln
er=
nannt wurde. Ein beginnendes Herzleiden nötigte ihn
ſchon im Jahre 1907 den Abſſchied zu erbitten und ſeitdem
lebt der Jubilar in Darmſtadt. Wir hoffen aufrichtig, daß
ihm hier, in ſeiner Geburtsſtadt, noch viele glückliche Jahre
zu verleben vergönnt ſind.
* Eckhardtsſtiftung zur Förderung der theoretiſchen
und praktiſchen Ausbildung junger
Gewerbetreiben=
der. Aus dieſer von verſchiedenen Gewerbevereinen im
Jahre 1859 zur bleibenden Erinnerung an die
ausge=
zeichneten Verdienſte des ehemaligen Präſidenten des
Landesgewerbevereins, des Geheimerats Eckhardt,
errichteten Stiftung hat der Ortsgewerbeverein
Darmſtadt, entſprechend ſeinem Anteil an dem
Stif=
tungskapital, alljährlich einen beſtimmten
Zinſenertrag=
zu verwenden. Neben der Gewährung von Prämien
in ausgezeichnete Schüler oder Schülerinnen der
Ge=
werbeſchule ſind weiter noch Unterſtützungen an
be=
dürftige Lehrlinge, die ſich in ihrer Lehre beſonders
auszeichnen, zu vergeben. Geſuche ſind alsbald an den
Vorſtand des Ortsgewerbevereins Darmſtadt zu richten
* Johannesgemeinde. Beim Familienabend der
Jo=
ſannesgemeinde am Sonntag war der große Saal des
Gemeindehauſes überfüllt. Der Abend galt in erſter Linie
den Jugendvereinigungen der Gemeinde und ihren
Ange=
hörigen. Die Jugend trug denn auch den Hauptteilder
Unterhaltung. Violinſoli, Klaviervorträge, Streichquaſt
tette, Klavierquintette und Deklamation ſollten dazu dier
ien, die Kunſt Mozarts den Hörern näher zu bringen,
den man in den geiſtigen Mittelpunkt der
Abendunterhal=
ung geſtellt hatte. Ganz beſonders geſchah das auch
durch die freundliche Mitwirkung Fräulein Ungers vom
hieſigen Hoftheater, die Arien aus „Figaro” und der
„Zauberflöte”, ſowie zwei entzückende Mozartliedchens
„Komm, lieber Mai” und „Schlafe, mein Prinzchen”
vor=
trug. Ihre recht umfangreiche Stimme erfreute durch
einen ſüßen Wohlklang und angenehme Ausgeglichenheit
in allen Lagen und Regiſtern. Die vornehm=ſichere Form
ihres Vortrags zeugte von trefflicher Schulung. Reichen
Beifall folgte ihren ſchönen Darbietungen. Mozarts
Pe=
ſönlichkeit als Künſtler und Menſch wurde von Pfarrk
Marx in längerem Vortrag geſchildert, ſo daß der ganz
lbend ein einheitliches Ganzes bildete. Lobend erwähn
ſeien noch die Klaviervorträge und die geſchmackvolle
Be=
gleitung des jungen Herrn Delp, deſſen Fähigkeiten
den ſchönſten Hoffnungen berechtigen.
Die Schlacht bei Laon.
(9. und 10. März 1814).
Von Theo Philander.
(Nachdruck verboten.)
Marſchall Vorwärts hatte kein ſehnlicheres Verlangen,
als möglichſt in Eilmärſchen die feindliche Hauptſtadt zu
erreichen, unter deren Toren eine Entſcheidungsſchlacht zu
liefern und dem Feinde in ſeiner eigenen Reſidenz den
Frieden zu diktieren. Darum hieß er eben der Marſchall
„Vorwärts”. Nur ſchade, daß ſich dem entſchloſſenen
Vor=
wärtsdrängen des wackern Haudegens ſcheinbar
unüber=
windliche Hinderniſſe, und zwar leider auf Seiten der
Ver=
bündeten ſelbſt, entgegenſtellten. Denn die Oberleitung
vor alleu Fürſt Schwarzenberg, der Oberſtkommandierende,
war nicht für ein entſchloſſenes Draufgehen und ſuchte
durch diplomatiſches Hinhalten dem Feinde goldene=
Brücken zu bauen. Mit welchem Erfolge, das lehrten die
verſchiedenen Schlappen der Verbündeten, die zwar deren
Vorwärtsdringen nicht entſcheidend zu beeinfluſſen, aber
immerhin zu verzögern vermochten. Da endlich ſchlug
dem wackern Blücher die Erlöſungsſtunde.
Noch am Morgen des 28. Februar (1814) war er über
Napoleons Bewegungen völlig im unklaren. Gleichwohl
war er feſt entſchloſſen, am folgenden Tage mit den
Trup=
pen Kleiſts und Sackens gegen Meaux vorzurücken und
„den Feind nach Paris zu treiben”. Und noch am=
Vor=
mittag traf die ſehnlichſt erwartete Kabinettsorder des
Königs ein, die ihm die gewünſchte Offenſive feierlich
übertrug. „Der Ausgang dieſes Feldzuges,” ſo hieß es
in dem Schriftſtück weiter, „liegt von nun an in Ihrer
Hand. Ich und mit mir die verbündeten Monarchen
rech=
nen mit Zuverſicht darauf, daß ſie durchteine ebenſo
kräftige=
als vorſichtige Leitung Ihrer Operationen das in Sie
ge=
ſetzte Vertrauen rechtfertigen und bei der Entſchlußkraft,
die Ihnen eigen iſt, es nie aus dem Auge verlieren
wer=
den, daß von der Sicherung Ihrec Erfolge das Wohl aller
Staaten abhängig wird.”
Blücher hatte den allgemeinen Abmarſch ſeiner
Streit=
kräfte nach Laon, Hauptſtadt des Departements Aisne, und
auf einer iſolierten Anhöhe mehr als hundert Meter über
dem Ardon gelegen, angeordnet, mit dem feſten Entſchluſſe,
hier eine Schlacht anzunehmen. Andererſeits war
Na=
poleon, durch einige kleine Erfolge ermutigt, jetzt
nicht=
weniger als geneigt, die Vorſchläge der Verbündeten
an=
zunehmen, trotzdem Caulincourt, ſein vertrauter Ratgeber,
ihn zu beſtimmen ſuchte, nachzugeben und ſo ſeinen Thron
und Frankreich zu retten. Doch ſein Stolz ließ den Kaiſer
darauf nicht eingehen. „Wenn ich ſchimpflich behandelt
werden ſoll,” ſo antwortete er, „ſo iſt es nicht meine Sache,
mich dazu herzugeben, und zum mindeſten muß man mich
dazu zwingen.‟ Er brauchte einen entſcheidenden Sieg
und rechnete auf die in der letzten Zeit bewieſene geringe
Tatkraft ſeiner Gegner. Auch war ihm nicht unbekannt, daß
Blücher erkrankt war. Fieber und eine ſchwere
Augen=
entzündung verboten ihm, perſönlich am Kampfe
teilzu=
nehmen. Doch ließ er ſich nicht abhalten, von einer
An=
höhe aus den Verlauf der Schlacht zu verfolgen.
Dec Tag der Schlacht ſelbſt, 9. März, brach mit dichtem
Nebel an, nachdem in der Nacht ein furchtbarer
Schnee=
ſturm gewütet hatte Um ſieben Uhr morgens begann
Na=
poleon ſeine Streitkräfte aufzuſtellen, und bald entwickelte
ſich ein regelrechter Kampf um die einzelnen, von den
Ver=
bündeten beſetzten Stellungen. Vor allem war es
Mar=
ſchall Marmont, deg unter den wütenden Angriffen der
Verbündeten zu leiden hatte und deſſen Korps völlig
zer=
ſprengt wurde. Die Entſcheidung fiel in der ſternklaren
Nacht zum 10. März und war das Verdienſt des Korps
Yorck und Kleiſt, bei dem vor allem das heldenhafte
Vor=
gehen des Prinzen Wilhelm von Preußen, eines Bruders
des Königs Friedrich Wilhelm III., zum Siege beitrug.
Blücher ſelbſt meldete bereits am 10. den glänzenden Sieg
ſeinem Freunde Bonin in einem originellen Schreiben,
worin es u. a. hieß: „libſter beſter bonin in der größten
eile Schreibe ich dich, daß die Francoiſche armeeh mich
geſtern morgen 5 Uhr angegeiffen und meine ſtellung
abſolut Forciren wollte, es ward aber nickgs
darauß, das gefecht dauerte den gantzen tag, da es nacht
wurde, hörte der Feind uf. um 7 uhr abends gink ich zur
Offenſive über, griff den Feind an u in einer Zeit von
einer Stunde wahr der Feind gentzlich geſchlagen 40
Canonen einige 1000 gefangene ville Amunition u.
Ba=
gagen ſind uns in die hende gefallen noch ſind meine
Truppen im vervollgen Napoleon eillt nach Parish, ich
werde ihm follgen, es iſt wohl mehr als wahrſcheinligh,
daß wihr nun einen balldigen guhten Friden erhallten.”
Auch Prinz Wilhelm, unſer ſpäter ehrwürdiger erſter
Kaiſer, gab ſeinem Bruder Karl (16. März 1814) einen
längeren, anſchaulichen Bericht über den Kampf, aus dem
wir folgende intereſſante Sätze wiedergeben: „Blücher
kann Yorck nicht genug loben, dieſer Kleiſt nicht
ge=
nug uſw. Wer eine ſolche armee commandirt, unter
ſol=
chen Generalen, dereiſtewehrlich=glücklich zu preizen . . .
Es ſoll wunderſchön geweſen ſein in der Mondhellen
Nacht, das Schreien, Trommeln, Blaſen der Horniſten, die
alle Signale wie auf dem Exerzirplatz gaben, und die
Muſiken. Schade, daß wir nicht dabei waren!“
Der herrliche Sieg koſtete den Preußen 850 Mann.=
Marmont, der ſeine zerſprengten Reſte erſt hinter der
Aisne wieder notdürftig ſammeln konnte, hatte über 3000
Mann, 451 Geſchütze — faſt ſeine geſamte Artillerie
und 130 Fahrzeuge verloren. Infolge der Niederlage
Marmonts ſcheiterten auch die Angriffe, die Napoleon
ſelbſt am folgenden Tage auf Laon unternahm, unden
mußte ſich mit einem Geſamtverluſte von 9000 Mann
zurückziehen, während derjenige der Verbündeten kaum
2000 Mann betrug.
Nun hätte eine tatkräftige Ausnützung des Erfolges
durch eine zielbewußte und energiſche Verfolgung des
ge=
ſchlagenen Feindes einſetzen müſſen. Aber Blücher war
noch immer ſchwer erkrankt, und Gneiſenau, der einſtweilen
das Oberkommando erhielt, fand mit ſeinen
dahinzielen=
den Vorſchlägen nur geringes Entgegenkommen. Es war,
als ob die Seele des ganzen großen Unternehmens fehlte,
der Geiſt, der alles einheitlich zuſammenfaßt und
ziel=
bewußt leitet. Wohl drängte Yorck, unverzüglich die
Ver=
folgung aufzunehmen und die zerſtreuten Reſte der
ge=
ſchlagenen Armee völlig zu vernichten. Ader was war die
Antwort? Die einzelnen Korps der Verbündeten wurden
auf weite Strecken auseinandergezogen und waren
infolge=
deſſen viel zu ſchwach, etwas auszurichten, zumal damit
gerechnet werden mußte, daß Napoleon mit den neu
ge=
worbenen friſchen Kräften auf dem Platze erſchien und
einen Hauptſtoß wagen würde.
Das erkannte auch Yorck. Er meldete ſich daher, als
er die Erfolgloſigkeit ſeiner Bemühungen ſah, kurzer hand
krank und reiſte nach den Niederlanden ab. Da war es
wiederum der alte, faſt blinde Haudegen Blücher, der den
Grollenden zurückrief und ſo größeres Unheil verhütet”
„Alter Waffengefährte,” ſo ſchrieb er ihm von ſeinem
Schmerzenslager aus, „verlaſſen Sie die Armee nicht, da
wir am Ziele ſind. Ich bin ſehr krank und gehe ſelbſt,
ſobald die Schlacht vollendet.”
Dieſe aus Freundesherzen kommende Mahnung, ſowie
ein warmes Schreiben des Prinzen Wilhelm halfen:
Yorck kehrte um und erklärte ſich zur Wiederaufnahme des
Kommandos bereit. Das war aber auch notwensig,
wenn nicht nur der glänzende Sieg von Laon, ſondern
auch alle ſeitherigen Erfolge in Frage geſtellt merden
ſollten.
— Der Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt,
unter=
ſum am Sonntag unter Führung der Herren
Iſen=
ſüngel und Körner einen Ausflug nach
Wein=
ſeiim. Es beteiligten ſich 70 Perſonen. Der Weg
hrte über Schriesheim, Strahlenberg, Oelberg, Wei=
Stein, Schriesheimer Hof, Eichelberg, Ober=
Flocken=
ſag, Geiersberg nach Weinheim. Bis zum Frühſtück, das
Georg Jöſt im Schriesheimer Hof eingenommen
luurde, herrſchte leichter Regen und Nebel, von dort ab
lorckenes Wetter und gute Ausſicht. Das gemeinſame
ſien fand im Weinheimer Hotel „Vier Jahreszeiten”
ſatt. Herr Klump hielt hier eine Anſprache. Da die
Ankunft am Weißen Stein ſchon 25 Minuten früher als
lloygeſehen, nämlich um 10.25 Uhr, und die Ankunft am
arriesheimer Hof um 11.15 Uhr, ſtatt, wie vorgeſehen
11.50 Uhr, erfolgte, konnte die behagliche
Frühſtücks=
kanſe um 20 Minuten verlängert werden. Eine Pauſe
loa 10 Minuten wurde in Ober=Flockenbach gemacht und
ſtkphotographiſchen Aufnahmen ausgenützt. Vom
Geiers=
ley gkopf war ein prächtiger Rundblick über die
Rhein=
ſno Neckarebene. Die Ankunft in Weinheim erfolgte um
Ahr. Während des Mittagsmahles erfreute Herr
Fay=
arrmſtadt durch Geſangsvorträge. Während der ganzen
ſſiurur ſah man nur fröhliche, zufriedene Geſichter.
* Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Darmſtadt.
as abgelaufene Wanderjahr ſand ſeine Krönung in dem
verfloſſenen Samstag abgehaltenen
Dekorie=
ngsfeſt. Wie ſich alle Veranſtaltungen des
Zweig=
ereins nicht nur in Mitgliederkreiſen großer Beliebtheit
rrreuen, ſo verfehlte auch das erwähnte Feſt wiederum
neime Zugkraft nicht. Der mit duftigen Tannen und
inräuchern wundervoll geſchmückte Saal des „
Schützen=
ſſeffes” füllte ſich bis auf den letzten Platz, lange vor der
eitgeſetzten Stunde, ſo daß noch die Nebenräume benutzt
purden mußten. Aus Blattpflanzen grüßten die Büſte
es hohen Protektors, Seiner Königlichen Hoheit des
Großherzogs, und von den Wänden die Erinnerungen
die heimatlichen Berge auslöſenden Bilder der
Mirubhäuſer auf dem Hoherodskopf und des Bilſteins. Die
t wartungen der ungezählten Erſchienenen wurden durch
ſſpen glänzenden Verlauf des Abends weit übertroffen.
das geſchickt zuſammengeſtellte, nur von Mitgliedern
be=
utäittene Programm wickelte ſich unter der bewährten
Lei=
ſſung des zweiten Vorſitzenden, Miniſterialreviſors
Bruch=
häiuſer, flott ab. Ohne Ausnahme ſtanden alle
Dar=
beetungen auf voller Höhe und fanden den ungeteilteſten
keifall. Sie einzeln nennen, würde zu weit führen,
ſſtr wenige ſeien erwähnt. Die Hauskapelle eröffnete
nit einer Ouvertüre den Reigen, an die ſich ein von einem
Twgelsberger Höhenklub=Bruder verfaßter ſinniger Prolog
räihte, worauf der 1. Vorſitzende, Geh. Schulrat Dr.
Schweisgut, die Anweſenden, namentlich die in
ſtaattlicher Zahl erſchienenen Mitglieder des befreundeten
denwaldklubs, aufs herzlichſte begrüßte. Vollendet
klang=
ſcgöne Vorträge des Quartetts wie der Hauskapelle
brach=
tem angenehme Alwechslung. Eine deklamatoriſche
Mu=
ſſtrerleiſtung war das von einer Klubſchweſter vorgetragene
Kreineſche Gedicht „Berg=Idyll” mit melodramatiſcher
Be=
g eitung. Der mit vielem Humor vorgetragene Bericht
des Wandermeiſters zeigte ein höchſt erfreuliches Bild
ſſamnfſteigenden Vereinslebens. Die 12
Wanderun=
gen erzielten eine Teilnehmerzahl von etwa 1500. Auf
die einzelne Wanderung entfallen ſomit im Durchſchnitt
14 Teilnehmer. Eine erſtaunliche Gedächtnisleiſtung bot
im Anſchluß hieran das älteſte wanderfrohe Klubmitglied
drurch den freien Vortrag ſeiner „Randgloſſen”. Nahezu
lleine halbe Stunde lang wurden in launiger Weiſe die
Vorkommniſſe auf den Jahreswanderungen in Verſen
durchgehechelt. Nicht endenwollenden Beifall fand auch
das in muſtergültigſter Weiſe zur Darſtellung gebrachte
reizende Märchenſpiel „Der Jungbrunnen‟. Der
lekannte Vogelsberger Höhenklub=Intendant ſchuf bei
gu=
ter Rollenbeſetzung eine vollendete Bühnenleiſtung. Es
near ſchon vorgerückte Zeit, als zu dem Hauptakt der
Ver=
anſtaltung, der Ueberreichung des goldenen Abzeichens,
grſchritten wurde. Eine noch nicht erreichte Zahl fleißiger
Wanderer kam in Betracht. Nicht weniger als 88
Aus=
zeichnungen wurden verliehen an 23 Damen, 59
(oerren und 6 Schüler. Sie alle hatten die Ehrung
red=
hich verdient und in den vorgeſchriebenen 10 Wanderungen,
die nicht geringe Marſchleiſtungen erforderten, gar
manch=
mal den Unbilden der Witterung getrotzt. Freudig
be=
grüßten die Anweſenden die wackeren Fleißigſten mit
einem herzlichen „Friſch auf!” Ein Tänzchen beendete die
ſthöne Feier, die einen würdigen Abſchluß des ſo erfolg=
reichen Wanderjahres 1913/1914 bildete und ſicher wieder
eine weitere Stärkung des Klubgedankens gezeitigt hat.
*Die Fortſchrittliche Volkspartei macht ihre Mit
glieder nochmals auf den heute abend im Hotel Prinz
Karl ſtattfindenden Diskuſſionsabend aufmerkſam.
(Siehe Anzeige). Der folgende Diskuſſionsabend findet
am 24. März im Fürſtenſaal mit einem Vortrage des
Herrn Redakteur Anhäuſer: „Der heſſiſche Landtag
vor 70 Jahren” ſtatt. Nächſten Sonntag, den 15. März,
findet im Saale des Herrn Maus zu Griesheim eine
Verſammlung ſtatt, zu der die Herren Henrich, Carnier
und Kuhlmann Referate übernommen haben. Auch
hierzu werden die hieſigen Mitglieder freundlichſt
ein=
geladen. Die diesbezüglichen Anzeigen folgen noch in
dieſem Blatte.
* Kirchenmuſikaliſche Abendfeier. In der Stadtkirche
ſoll nächſten Freitag, abends 8 Uhr, wieder eine
kirchen=
muſikaliſche Abendfeier abgehalten werden. Es wirken
dabei mit: Frau Dora Praetorius=Nodnagel
(Alt) und Fräulein Ilſe Hoffmann (Violine).
Das Programm wird demnächſt bekanntgegeben.
* Vorträge über den Religionsunterricht. Man ſchreibt
uns: Da am letzten Mittwoch der „Fürſtenſaal” die
Scha=
ren der Pfarrer und Lehrer nicht faſſen konnte, die zum
Teil von weither herbeigeeilt waren, um die erſten
bei=
den Vorträge über den Religionsunterricht zu hören, wird
abermals darauf aufmerkſam gemacht, daß die nächſten
Vorträge, die am Mittwoch, den 11. März, dargeboten
werden, im „Kaiſerſaal” (Grafenſtraße) gehalten werden
ſollen, und zwar werden, wie ſchon bekannt gegeben,
nach=
mittags 3 Uhr zwei Schulmänner und abends 8 Uhr ein
Hochſchulprofeſſor reden. Das Thema des Vortrags von
Lehrer Dollinger=Ober=Gleen iſt die „Behandlung
der Apoſtelgeſchichte und der neuteſtamentlichen
Leſe=
ſtücke‟ Schulrat Dieterich=Erbach wird den „neuen
Lehrplan für den Religionsunterricht” behandeln. Nach
dieſen Vorträgen wird Gelegenheit zu freier Ausſprache
gegeben. Der Vortrag, den Univerſitätsprofeſſor D. Dr.
Schian abends 8 Uhr über „den evangeliſchen Glauben
und den Religionsunterricht” halten wird, iſt nicht allein
für Fachleute, ſondern für jeden wichtig, der ſich für die
religiös=ſittliche Erziehung der Jugend intereſſiert.
* Vortrag. Auf den von der Abteilung
Darm=
ſtadt der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft
auf heute, Dienstag abend (ſiehe Anzeige), in der
„Traube” veranſtalteten Lichtbilder=Vortrag des
Herrn Profeſſor Dr. Uhlig aus Tübingen macht man
mit dem Anfügen aufmerkſam, daß am Eingang des
Saa=
les wieder die ſo beliebten Kartenblätter über die
Deut=
ſchen Kolonien (für 10 Pfg.) zu haben ſind. Zugleich
weiſt man darauf hin, daß jüngere Herren die
außer=
ordentliche Mitgliedſchaft für den halben ordentlichen
Vereinsbeitrag erlangen können, wogegen ſie die
wöchent=
iche illuſtrierte Kolonial=Zeitung erhalten und freien
Eintritt zu den Vorträgen haben.
Droſchen=Anruf Luiſenplatz Telephon=Nr. 1770.
Die ſtarke Inanſpruchnahme des Auto= und
Pferde=
droſchken=Anrufs durch das Publikum ſpricht für die
Zweckmäßigkeit und die Wohltat dieſer Einrichtung.
Die Telephon=Nr. 1770 iſt leicht zu merken. Die Zahl
iſt um 100 kleiner als die Jahreszahl des Krieges 1870.
Im Intereſſe des tadelloſen Funktionierens der
Ein=
richtung tun alle Perſonen, die Beſchwerden
vorzu=
bringen haben über mangelhafte telephoniſche
Ver=
ſtändigung mit den Kutſchern oder Unfreundlichkeiten
ber Kutſcher, gut daran, die Beſchwerdevorfälle
unver=
züglich telephoniſch ſchriftlich oder mündlich dem Großh.
Polizeiamt, Hügelſtraße 31/33, mitzuteilen.
Milchkränzchen.
* Das 25. (Jubiläums=)Konzert —
Milch=
kränzchen — welches am Samstag im Chauſſeehaus
ſtattfand, hatte, wie nicht anders zu erwarten war, einen
Maſſenandrang zu verzeichnen, wie es bis jetzt noch nicht
der Fall war. Der Vorſitzende des Komitees zum Beſten
ſer Verabreichung eines warmen Frühſtücks an arme und
kränkliche Schulkinder, Herr Rentner Auguſt Freund,
begrüßte die Teilnehmer und dankte für das überaus
zahl=
reiche Erſcheinen. Nach dem Vortrag der Jubel=
Ouver=
üre von C. M. von Weber durch die geſamte Kapelle des
Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61, nahm Herr Pfarraſſiſtent
Lic, Adolph das Wort und erläuterte mit beredten
Wor=
ten den Zweck der Veranſtaltung und hob hierbei hervor,
daß es nicht genug gedankt werden könnte, daß es noch
immer Männer gäbe, welche der armen und kränklichen
Schulkinder gedächten, die vielleicht durch Körperſchwäche
nicht fähig ſind, den Arbeiten in der Schule zu folgen und
durch Verabreichung eines Frühſtücks etwas Hilfe fänden.
Die Gründer obiger Veranſtaltung waren die Herren
Thomas, Muſikdirektor Paul Stützel und Wenz,
vovon die beiden erſtgenannten bereits verſtorben ſind.
Dann übernahmen die Herren Rektor Hanſtein, Lewalter
und Wetzel (letzterer ebenfalls geſtorben) die
Weiterfüh=
rung der Konzerte, und ſo hat ſich die Durchführung bis
heute erhalten, ſo daß das 25. (Jubiläums=)Konzert
ſtatt=
finden konnte. Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing hatte
das Konzert durch ſeinen Beſuch ausgezeichnet, nahm in
einer längeren Anſprache Bezug auf den edlen Gedanken
der Veranſtaltung und hob die ſchönen Beziehungen
zwi=
ſchen Darmſtadt und dem früheren Beſſungen in
humor=
voller Weiſe hervor. Im weiteren Verlauf des
Pro=
gramms ſang Fräulein Käthe Specht Lieder aus
Frei=
ſchütz von Adam und Bohm. Die Dame verfügt über eine
ſchön entwickelte Sopranſtimme und erntete reichen
Bei=
fall. Mit einem für mehrfach beſetzte Streichinſtrumente
komponierten Idyll „In einem kühlen Grunde” komponiert
zur Feier des 50jährigen Todestages des Dichters J.
v. Eichendorff, hatte der Komponiſt Herr Hans Fiſcher,
welcher das Werk perſönlich dirigierte ungeteilten Beifall.
Den Höhepunkt der Darbietungen brachten die Vorträge
unſerer Hofſchauſpielerin Frau Käthe Schneider=
Gothe und dürfte es ſich erübrigen, über ihre Leiſtungen
hier noch etwas zu ſagen. Tieſen Eindruck hinterließen
die Rezitacionen des Herrn Hofſchauſpielers Frenz
Schneider. Herr Hofſchauſpieler Richard Jürgas
hatte das Publikum mit ſeinen Chanſons bald auf ſeirer
Seite. Beſonderen Beifall ernteten Frau Käthe Schneider
und Herr Jürgas mit zwei Tanzduetten: Ballſzenen und
ein Internationales Tanzduett, welche beide auf
ſtürmi=
ſches Verlangen wiederholt werden mußten. Beſonderer
Dank gebührt Herrn Kammermuſiker Louis Kümmel,
welcher einer der wenigen iſt, der durch ſeine wiederholte
Mitwirkung die Konzerte künſtleriſch geſtaltet. Bei dem
äußerſt ſchwierigen Vortrag „Le Carneval de Veniſe‟
Variationen für Cornet à Piſton, wurde dem Virtuoſen
nach jeder Variation rauſchender Beifall zuteil. Herr
Biermann überreichte dann im Namen des Komitees dem
einzigen noch lebenden Mitbegründer Herrn Jean Wenz
in Diplom, und dankte nochmals allen Mitwirkenden
und beſonders Herrn Obermuſikmeiſter Weber und ſeinem
Orcheſter, welche doch die Seele der Veranſtaltung ſeien.
Einen feinfühligen Begleiter am Klavier lernten wir in
Herrn Eberhard Delp kennen, und auch ihm beſonderen
Dank. Die Schmückung des Saales hatte die
Kunſtgärt=
nerei Ernſt Schulz koſtenlos übernommen.
Odenwaldkluh.
* Man ſchreibt uns: Mehr als je iſt man in unſeren
Tagen bemüht, die Geſchichte unſerer engeren Heimat zu
erforſchen, die Denkungsart früherer Generationen zu
er=
kunden und alte, ehrwürdige Volksbräuche und
Volks=
ſitten der Vergeſſenheit zu entreißen. Dieſe Beſtrebungen
greifen auch auf das Reich der Frau Muſika über. Die
Operettenmelodien und Gaſſenhauer, wie ſie heute an der
Tagesordnung ſind, haben die Sehnſucht nach dem
ſchlich=
ten Volkslied wachgerufen. Erſt in der letzten Zeit haben
die Zentralſtelle des deutſchen Städtetages und die
König=
liche Bibliothek in Berlin zur Sammlung „muſikaliſcher
Wahrzeichen” aufgefordert. Gerade das Gebiet des
Oden=
waldklubs iſt reich an volkstümlichen Melodien. Es fehlt!
nicht an Männern, die ſich der verdienſtvollen Aufgabe
unterziehen, ſie auszukunden und feſtzuhalten. Vor
allem=
ſind hier zu nennen die Herren Heinrich Krapp zu
Darm=
ſtadt, der uns mit vieler Mühe und Opferfreudigkeit die
ſſchöne Volkslieder=Sammlung „Odenwälder Spinnſtube‟
geſchenkt hat, und Herr A. Neff aus Pfungſtadt, der uns
die alten Tanzweiſen, Märſche und Geſinge durch geſchickt
bearbeitete Orcheſterwerke vermittelt. Beiden Herren
ge=
bührt großer Dank. Der Letztere hat erſt kürzlich wieder
ein Tongemälde für großes Orcheſter fertiggeſtellt, das ſich
„Eine Odenwälder Kirchweihe in der guten alten Zeit”
betitelt und ſeine Uraufführung durch die Kapelle des
Großh. Heſſ. Feldartillerie=Regiments Nr. 61, unter
per=
ſönlicher Leitung des Komponiſten gelggentlich des
dies=
jährigen Dekorierungsfeſtes am 14. März im
Saalbau erleben wird. Für eine eingehende Würdigung
Feuilleton.
— Die Odyſſee der deutſchen Reichskleinodien. Die
dem Reichstag vorliegende Petition, die ſich mit der
Frage der Möglichkeit einer Ueberführung der in
Wien verwahrten deutſchen
Reichskleino=
dien nach Berlin beſchäftigt, weckt die Erinnerung
an die wechſelreiche Odyſſee, die dieſe ſymboliſchen
In=
ſignien der deutſchen Kaiſerwürde im Laufe der
Jahr=
keunderte erleben mußten. Die Mehrzahl der noch
erhal=
denen Reichskleinodien iſt bekanntlich nicht aus deutſchen
Werlſtätten hervorgegangen: Kaiſer Friedrich II. erſetzte
wie verloren gegangenen Inſignien aus den märchenhaften
Schätzen der ſizilianiſch=normanniſchen Könige, die früher
in die Hand ſeines Vaters Heinrichs Vl. gefallen waren.
Das iſt auch die Urſache daß viele der Kleinodien
orienta=
ſiſche Ornamente und kufiſche Inſchriften zeigen;
urſprüng=
ſich gingen ſie wahrſcheinlich aus den Werkſtätten
ſaraze=
niſcher Goldſchmiedekünſtler hervor. Ein Teil der Schätze
rvar 1242 bei dem Braunſchweiger Schloßbrand zugrunde
gegangen; den Verluſt erſetzte Richard von Cornwallis bei
ſeiner Krönung in Aachen. Allein, als Rudolf von Habs=
Hurg gekrönt wurde war kein Szepter vorhanden und
(udolf begnügte ſich mit einem Kruzifix. In ſeinem
Stammſchloſſe Kyburg in der Schweiz ließ er nun die
Kleinodien verwahren; ſein Sohn Albrecht mußte ſie dem
König Adolf ausliefern, aber nach deſſen Tode kehrten ſie
mach Kyburg zurück, wo die ungariſche Königin Agnes
eine Kapelle für ſie erbauen ließ. Aber Ruhe war ihnen
micht beſchieden. Heinrich VII. brachte ſie nach Aachen,
Ludwig von Bayern nach München, Karl IV nach Prag
in den Hradſchin und ſein Sohn Wenzel ſchließlich auf
das feſte Schloß Karlſtein bei Prag. Es kamen die
Huſſitenkriege: und ohne Vorwiſſen der deutſchen
Reichs=
ffürſten ließ König Sigismund die Reichskleinodien in
idie ungariſche Feſte Viſegrad an der Donau überführen.
Das erregte wiederum heftigen Unwillen im Reich, und
idie Kurfürſten ſetzten es durch, daß Sigismund die
In=
ſſignien wieder herausgab: 1424 hielten ſie auf einem
ge=
wöhnlichen Fiſcherwagen ihren Einzug in Nürnberg. Der
Rat der Stadt hatte ſich ein Privilegium zu verſchaffen
ge=
wußt, die Reichskleinodien auf ewige Zeiten verwahren
zu dürfen. Und es kam auch eine 300jährige Raſt für die
vielgewanderten Inſignien; alljährlich am Freitag nach
Oſtern durfte das Volk die Schätze bewundern. Doch als
Nürnberg lutheriſch wurde, machte ihm Aachen das
Pri=
vileg ſtreitig, es kam zu einem erbitterten Federkriege,
in dem einſtweilen Nürnberg Sieger blieb. Als 1796 die
Franzoſen die Stadt beſetzten, ſchlich am Tage vor ihrem
Einmarſch der Loſungsrat von Haller mit etlichen Herren
des Rates in ſtiller Nachtſtunde in die Gewölbe, ließ die
Inſignien in Körben in ſeine Wohnung ſchaffen und am
nächſten Tage in Kiſten aus der Stadt beingen. Man
hatte die Kiſten auf Karren geladen und mit Pferdedünger
bedeckt; ſo, in Miſt vergraben, nahm ein kaiſerlicher Oberſt
auf Ansbachiſchem Gebiet die heimatlos gewordenen
Kleinodien in Empfang und ſchaffte ſie nach Prag.
Wäh=
rend der napoleoniſchen Kriege wanderten ſie in einem
ſchwarzen Koffer nach Regensburg zum Freiherrn von
Hügel. Der öſterreichiſche Kaiſer lehnte es 1805 ab, die
Schätze in Verwahrung zu nehmen; erſt 1818 kamen ſie,
auf Grund eines Beſchluſſes des Aachener
Monarchen=
kongreſſes, nach Wien, wo ſie ſeitdem in der kaiſerlichen
Schatzkammer von ihren Irefahrten ausruhen.
C.K. Das Schauſpielerheim der Eleonore Duſe. Drei
Jahre ſind verſtrichen, ſeitdem die Duſe dem Theater fern
geblieben iſt: ein hartnäckiges Leiden feſſelte die Künſtlerin
Monate über Monate ans Krankenlager, und nur ſelten
drang eine Kunde von ihr in die Oeffentlichkeit. Nun iſt
ſie auf dem Wege der Geneſung; der bekannte italieniſche
Schriftſteller Arnaldo Fraccaroli hat die Künſtlerin in
dieſen Tagen in ihrer proviſoriſchen Heimſtätte, in einem
ſtillen römiſchen Hotel, beſucht und berichtet im Corriere
della Sera von den für den italieniſchen Schauſpielerſtand
bedeutſamen Plänen, mit denen die Duſe ſich beſchäftigt.
Noch hat ſie ſich von den Folgen der langen Leidenszeit
nicht erholt. „Ich bin noch ſehr müde. Aber es geht mir
doch beſſer und das Verlangen, tätig zu ſein, iſt wieder
er=
wacht.” „Auf der Bühne tätig zu ſein?” „Nein,” wehrt ſie
haſtig ab, „das nicht, das nicht; aber ich möchte für meine
Kollegen vom Theater arbeiten, für meine Gefährten.”
Und dann erzählt ſie Näheres von dem großen Plane, der
ſie erfüllt: von der Schaffung eines
Schauſpieler=
heimes, eines Hauſes, in dem das Wandervolk der
Bühne gaſtfrei offene Türen finden, und das gleichſam
eine Pflanzſtätte der Bildung und eine Quelle geiſtiger
Nahrung werden ſoll. Keine Schule — Gott behüte!
nein, „ein Haus für Schauſpieler meinetwegen eine Art
Klubhaus, mit einer großen Bibliothek, eine Zentcalſtelle,
an die ſich alle Theaterleute mit Fragen und Wünſchen
richten können, kurz; ein Haus, in dem der Schauſpieler ſich
zu Hauſe fühlt, das für ihn und nur für ihn da iſt.” Und
dann erzählt die Duſe von den praktiſchen Seiten ihres
Arbeitsprogcammes. „Ich habe hier in Rom, vor der
Porta Nomentang inmitten von Cypreſſen ein ſchönes.
freundliches Landhaus. Das ſtelle ich meinen Gefährten
zur Verfügung und ſetze zunächſt 10000 Lire aus, das wird
für den Anfang zur Koſtendeckung genügen. Aber ſchon
habe ich eine Reihe von Anerbietungen, die mir Hilfe
zu=
ſagen. Das erſte iſt die Schaffung einer Bibliothek. Ich
habe in meinem Florentiner Haus eine Menge Bücher;
faſt durchweg intereſſante Werke, darunter auch manche
koſtbare und ſeltene. Die laſſe ich hierher bringen; und
dann bilden wir eine Art Vereinigung, mit Vorträgen und
Vorleſungen. Jeder Schauſpieler, der Rom beſucht, iſt
von rechtswegen unſer Gaſt.” Vor allem aber will die
Duſe im größten Stile eine koſtenfreie Leihbibliothek für
die italieniſche Schauſpielerwelt einrichten: die Büchſer
werden nach auswärts verſandt, und damit die Möglichkeit
zu geiſtiger Anregung und geiſtiger Bereicherung erleichtert.
Die berühmteren Schauſpieler in Italien haben der Duſe
ihre Mitarbeit angeboten, nur die gutſituierten
Bühnen=
künſtler zahlen einen Beitrag, die ärmeren nichts. Die
großen itallieniſchen Frauenvereine werden den Plan
unterſtützen, und ſo ſoll der erſte Anfang einer zunächſt
dem Geiſtigen zugewandten Schauſpielerorganiſation in
Italien erſtehen. Was ſich ſpäter daraus entwickeln wird,
iſt einſtweilen noch nicht abzuſehen, aber die Wege ſind
vorgezeichnet.
B. Der Herr Polizeipräfekt als Publikum. Eine kleine
Epiſode aus dem Pariſer Leben hat der Cri de Paris zu
erzählen. Sie ſpielt im Auto=Omnibus. Kaum ein paar
Tage ſind es her. In dem Omnibus Pigalle=Halle aux
Vins ſteigt ein großer Herr von aufrechter Haltung;
ge=
bräunt iſt ſeine Geſichtsfarbe, ein Ordensband ſchmückt
diskret das Knopfloch, kein Zweifel: gewiß ein
penſio=
nierter General. Der Wettergott lächelt und die Sonne
gibt der Luft eine frühlingshafte Wärme. Der Herr iſt
heißblütig, und ſo macht er ſich denn daran, das
Klapp=
fenſter hinter dem Chauffeur herabzulaſſen. „He, Sie, der
Herr da” ruft der Schaffner, „machen Sie dies Fenſter
nicht auf!” „Warum denn nicht?” fragt der Herr
kopf=
ſchüttelnd. „Weil es verboten iſt!‟ Der Herr ſchüttelt
wieder den Kopf: „Wer hat es denn verboten?” „Der
Polizeipräfekt!‟ Da ſchwieg der Herr, ein leiſes Lächeln
ging über ſeine Züge, aber mit philoſophiſcher Ruhe fügte
er ſich und ließ die Hände von dem Fenſter. Es blieb
ge=
ſchloſſen, wie der Herr Polizeipräfgkt es befohlen hat. Der
Herr aber, der nun reſigniert hinter dem geſchloſſenen
Fenſter ſaß, heißt M. Hennion und iſt Polizeipräfekt der
Stadt Paris. . .
des Werkes iſt hier nicht der Ort. Zum beſſeren
Verſtänd=
nis der Muſik ſei den Beſuchern des Feſtes nur mitgeteilt,
daß das Tongemälde in 14 Abſchnitte zerlegt werden
kann, die ſich überſchreiben laſſen: 1. Kurze Einleitung,
2. Trio des Breuberger Marſches (aus dem Mümlingtal),
3. Juchhe! der Läib is do! (aus der Gegend von Höchſt),
4. Rutſch hin, rutſch her (aus dem ſüdlichen Odenwald),
5. „Der wilde Fritz” (aus Lindenfels 1878), 6. Alter
Länd=
ler: „Der Schmuckel” (von der Bergſtraße), 7. Hainſtädter
Polka (aus dem öſtlichen Odeuwald), 8. Beliebter Dreher:
„O den Daler nit” (weit verbreitet), 9. Alter
Odenwald=
tanz: „Eins zwei, drei, vier” 10. Liedeinlage: „Dort, wo
die klacen Bächlein rinnen” 11. Alter Ländler: „Auf der
Wieſe” (von der heſſiſchen Bergſtraße), 12. Alter Dreher
(Galopp): „Jeder will dieGänsgretl hau’n” (öſtlicher
Odenwald), 13. Altes Trompetenſtück: „Was braucht denn
der Bauer ein’ Hut” (weſtlicher Odenwald), 14. Der
Kehr=
aus: a) „Der Morgenſegen” („Guter Mond”), b)
Lauf=
galopp (aus Vielbrunn 1877), e) Coda. Das Coda iſt
Originalarbeit des Herrn Neff und ein Geiſt und Leben
ſprühendes Muſikſtück. Die einzelnen Melodien zeichnen
ſich durch ihre natürliche Schönheit und Schlichtheit aus.
Es ſind prächtige alte Odenwaldtänze und herrliche
Volks=
lieder, die der Komponiſt verwertet hat.: So wird ſich am
kommenden Samstag abend in Muſik, in der darſtellenden
und bildenden Kunſt,in froher Geſelligkeit und echter
volkstümlicher Gemütlichkeit Volksart und ſitte der Heimat
offenbacen undekeiner der zuverwartenden zahlreichen
Be=
ſucher wird von dem Feſte ſcheiden, ohne frohe
Erinne=
rungen mitzunehmen. Das Feſt beginnt pünktlich um
8 Uhr. Da ein großer Andrang an der Kaſſe namentlich
auch von auswärts, zu erwarten iſt, empfiehlt es ſich
dringend, ſchon jetzt die Eintrittskarten zu löſen.
Abgabe=
ſtellen: a) für Mitglieder und ihre Angehörigen nur bei
Herrn Robert Bergmann, Wilhelminenſtraße; b) für
Nicht=
mitglieder und ihre Angehörigen bei 1. Papierhandlung
Hof, Eliſabethenſtraße, 2. Papierhandlung Thomaſius,
Wittmannſtraße, 3. Zigarrenhandlung Cellarius,
Ludwigs=
platz, und Verkehrsbureau, Ernſt=Ludwigsplatz.
Beitritts=
erklärung noch vor dem Feſt berechtigt zum Bezuge der
Eintrittskarten gegen die für Mitglieder feſtgeſetzten, um
die Hälfte geringeren Preiſe.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Im Reſidenztheater wird ein intereſſanter
Film gezeigt: die Bananenzucht und =ernte. Profeſſor von
Noorden bricht in der Mediz. Klinik eine Lanze für die
Banane. Er ſagt, die Banane verdiene mehr
Berückſich=
tigung als Volksnahrungsmittel; ſteht doch ihr Nährwert
infolge des Mehlſtoffgehaltes von 20 Prozent höher als
der aller anderen Früchte. Auch in Krankheitsfällen, vor
allem in Zuckerkrankheit, hat Profeſſor von Noorden
gün=
ſtige Erfahrungen gemacht. Die Ausnutzung im Darm iſt
ausgezeichnet. Als Nährmittel für Gichtkranke und Kranke
mit harnſauren Steinen empfiehlt Profeſſor Hindhede den
Genuß der Bananen in großen Mengen. Auch über die
Verabreichung bei Nierenkranken und manchen Formen
tropiſcher Diarrhöen liegen günſtige Erfahrungen vor.
Beſonders geeignet erweiſt ſich die Banane bei
Entfet=
tungskuren. Profeſſor von Noorden hat ſtatt der
neuer=
dings vielfach üblichen Milchtage ſpeziell Bananentage
eingeführt, wobei alſo Bananen das einzige
Nahrungs=
mittel bilden. Auch als Zuſatz zu ſonſtiger
Entfettungs=
diät eignet ſich die Frucht infolge ihrer außerordentlichen
Sättigungskraft. Selbſt eine ſehr knappe Koſt wird durch
die Beigabe einiger Bananen gut erträglich und läßt
Hungergefühle nicht aufkommen.
* Griesheim, 8. März. (Kein
Geſangswett=
ſtreit.) Auf dem heutigen Delegiertentag des
Geſang=
vereins Liedeckranz wurde beſchloſſen, von dem Abhalten
eines Geſangswettſtreites Abſtand zu nehmen, da die
Einladungen keine genügende Beteiligung ergeben hatten.
* Jugenheim, 9. März. (Konzert=Verband
der unteren Bergſtraße.) Man ſchreibt uns: Das
dritte und letzte Kammermuſikkonzert dieſes Winters, das
wieder viele Kunſtfreunde im Hotel „Zur Krone”
ver=
einigte, war ein voller Erfolg für die Mitwirkenden und
nicht weniger für die beiden Leiter des Verbandes.
Fräu=
lein Klementine Feiſtle vom Darmſtädter Hoftheater, eine
ſehr anmutige jugendliche Erſcheinung, hatte dank ihres
klangvollen Soprans und ihres beſeelten Vortrages ſchon
nach dem erſten Lied bei den Zuhörern gewonnenes Spiel.
Beſonders iſt anzuerkennen, daß ſie nicht nur Lieder
ge=
wählt hatte, deren Wirkung längſt erprobt iſt, ſondern ihre
Kunſt auch für zwei noch unbekannte junge Komponiſten
— Aſch und Knab — einſetzte. Nach jedem ihrer nur zu
kurzen Vorträge wurde ihr rauſchender Beifall zuteil, für
den ſie durch zwei Zugaben dankte. In Heern Hans
Oppenheim hatte ſie einen ganz vortrefflichen Begleiter
gefunden. Daß er den ſchwierigen Klavierteil der
Zu=
gabe „Frühlingsnacht” von Schumann auswendig ſpielte.
verdient bemerkt zu werden. Das Darmſtädter
Streich=
quartett der Herren Mehmel, Diedrich, Brückmann und
Andrege bot diesmal Quartette von Mozart und Schubert
und zwiſchen den Geſangsvorträgen die unſterblichen
Variationen aus dem Kaiſerquartett von Haydn, denen
ſie — auf ſtürmiſches Verlangen der dankbaren Hörerſchaft
nach einer Zugabe — die reizende Serenade des gleichen
Komponiſten folgen ließen. Die glückliche Wahl der Werke
und vor allem die allen Feinheiten ſorgſam nachgehende
Ausführung brachten auch dem Darmſtädter
Streichquar=
tett einen vollen Erfolg.
D Zwingenberg, 8. März. (Reges Leben) macht
ſich in unſerem alten Städtchen in letzter Zeit bemerklich.
Nachdem der hieſige Gemeinderat im „Orbis” ein neues,
ſelten ſchön gelegenes Villenbauviertel eröffnet hat, zeigt
ſich eine lebhafte Nachfrage nach Bauplätzen. In der
ab=
gelaufenen Woche allein wurden 11500 Quadratmeter
ver=
äußert. — Unſer ſeit einigen Jahren beſtehender
Obſt=
markt hat ſeinen Umſatz bereits derartig geſteigert, daß
die Markthalle ganz bedeutend erweitert werden muß.
Durch Anlage eines Schienengeleiſes wird der Betrieb ſehr
erleichtert werden.
Offenbach, 9. März. (Diebiſcher
Arbeitskol=
lege.) Der in einer Metzgerei in der Herrnſtraße
beſchäf=
tigt geweſene 22jährige Metzgergeſelle Karl Pflüger hat
ſeinem Arbeitskollegen, mit dem er auf einem Zimmer
ſchlief, aus einem unverſchloſſenen Schließkorb einen
Geld=
betrag von 42 Mark entwendet. Der Dieb wurde
feſtge=
nommen. — (Verhaftete Einbrecher.) Der 21
jäh=
rige Peter Mack, der 18jährige Franz Dienſt, ſowie der
2jährige Franz Böttche und der gleichaltrige Emil Biſchoff
ſind in der Nacht vom 18. zum 19. v. Mts. gemeinſam in
eine Wirtſchaft in der Schloßſtraße eingebrochen, wo ſie
eine Kartenſpielbüchſe plünderten und verſchiedene
Eß=
waren, Zigaretten und mehrere Flaſchen Wein
entwen=
deten. Ferner haben die drei Erſtgenannten um dieſe Zeit
ſogar ihrem eigenen Komplizen Biſchoff und deſſen
Bru=
der je einen Anzug, Mack und Biſchoff außerdem aus
einer Wohnung in der Ziegelſtraße mehrere
Kleidungs=
ſtücke geſtohlen. Das Konſortium wurde feſtgenommen
und dem Gericht zugeführt. — (Ein Schadenfeuer.)
Geſtern abend kurz nach 5 Uhr entſtand in der im Dachſtock
es Hauſes Frankfurter Straße 97 gelegenen Werkſtätte
des Tapezierers Julius Helfenſtein ein Schadenfeuer,
wobei verſchiedene Gerätſchaften und Tapeziererwaren
verbrannten. Das Feuer iſt anſcheinend dadurch, daß in
der Nähe des überheizt geweſenen Ofens hängende, leicht
brennbare Eegenſtände Feuer fingen, entſtanden.
Schutz=
leuten, die das Feuer zuerſt bemerkten, gelang es, dieſes
faſt zu löſchen, ehe es größere Dimenſionen annehmen
konnte. Die herbeigeeilte Feuerwehr konnte daher auch
bald wieder abrücken.
Vom Neckar, 9. März. (Die Belaſtungsprob
der neuen Neckarbrücke) zwiſchen Ziegelhauſen
und Schlierbach hat ſich glänzend bewährt. Es fuhren
zwei Dampfwalzen im Geſamtgewicht von 700 Zentner
über die Brücke, zuerſt einzeln nacheinander, ſodann
hin=
tereinander und zuletzt gleichzeitig nebeneinander. Bei
allen dieſen Proben gab die Brücke keinen Millimeter nach.
Hierauf durfte die Volksmenge über die Brücke laufen,
was hellen Jubel hervorrief.
Worms, 9. März. (Selbſtmordverſuch.)
Vor=
geſtern nachmittag ſtürzte ſich ein 14 Jahre alter
Volks=
ſchüler unterhalb der Straßenbrücke in den Rhein; er
wurde aber von dem Hafenaufſeher Friedrich Baſtian, der
ſofort nachſprang, erfaßt und lebend ans Land gebracht.
Es beſteht keine Lebensgefahr für ihn. Die Tat verübte
er aus Furcht vor Züchtigung.
Eich, 9. März. (Selbſtmord einer
Zwölf=
jährigen.) Das rätſelhafte, ſpurloſe Verſchwinden
des 12jährigen Töchterchens des Arbeiters Jakob Fiſcher
hat durch die Auffindung, der Leiche eine traurige
Aufklärung erfahren. An Neujahr hatte das Mädchen ſich
ine kleine Verfehlung zuſchulden kommen laſſen und war
deshalb beſtraft worden. Darüber geriet das Kind in
große Erregung, entfernte ſich von zu Hauſe und blieb
ſpurlos verſchwunden. Da man Spuren im Schnee in
der Nähe des Rheinufers fand, nahm man an, daß das
Mädchen den Tod im Rhein geſucht hat. Geſtern abend
vurde nun von dem Straßenwärter Röſch eine
Kindesleiche im Rhein geländet. Der herbeigerufene
Va=
ter der Vermißten, der zufällig in der Nähe des Rheins
arpeitete, erkannte in der geländeten Leiche ſein
verſchwun=
denes Kind.
Heidesheim, 9. März. (Mordanſchlag auf
den eigenen Vater.) Geſtern nachmittag verübte
der in Mainz beſchäftigte 32jährige Eiſenbahnzeichner
Damm auf ſeinen eigenen Vater, den Stationsvorſteher
Damm, in dem Augenblick, in dem dieſer den
Perſonen=
zug 542 Uhr nach Mainz abfertigte, einen Mordanſchlag.
Er feuerte einen Schuß auf ſeinen Vater ab, der dieſem in
den Oberkiefer eindrang und eine ſchwere, aber nicht
le=
bensgefährliche Verletzung verurſachte. Der Täter wurde
verhaftet. Ueber den Attentatsverſuch werden noch
fol=
gende Einzelheiten berichtet: Der 32jährige auf dem
tech=
niſchen Bureau der Eiſenbahndirektion Mainz beſchäftigte
Zeichner Karl Damm, ein aus der erſten Ehe des
Bahn=
verwalters Damm in Heidesheim ſtammender Sohn, ſchoß
geſtern nachmittag 5.40 Uhr inmitten des zahlreichen im
Ein= und Ausſteigen begriffenen Publikums aus einem
Browning=Revolver auf ſeinen Vater aus etwa 1 Meter
Entfernung eine Kugel ab und flüchtete den Bahnkörper
entlang ins Feld. Der Verfolgte verſuchte auf ſeine
Ver=
folger zu ſchießen, wurde aber durch eine Ladehemmung
des Revolvers daran gehindert. Eingeholt, wurde er von
den Verfolgern niedergeſchlagen und auf dem Transport
um Ortsgefängnis auch von dem Publikum ſchwer
miß=
handelt. Der Feſtgenommene will ſich an nichts erinnern
und macht den Eindruck eines Geiſtesgeſtörten. Die
El=
tern, die ihren Sohn vier Jahre lang nicht mehr geſehen
hatten, ſind der Ueberzeugung, daß ihr Sohn die Tat in
einem Zuſtande begangen hat, der die freie
Willenshe=
ſtimmung ausſchließt. Sie können ſich die Urſache der Tat
nicht erklären. Der Täter wurde vor der Tat von
Bahn=
beamten und dem zufällig auf dem Bahnſteige
anweſen=
den Bahnarzte Dr. Ebener=Heidesheim beobachtet, wie er,
anſcheinend etwas im Schilde führend ruhelos auf= und
abging und die im erſten Stock des Bahnhofsgebäudes
be=
findliche elterliche Wohnung ſtieren Blickes fixierte. Die
Schußverletzung iſt nicht lebensgefährlich. Dem Bahnarzt
Dr. Ebener gelang es, die durch den linken Oberkiefer in
die Naſenhöhle eingedrungene vollſtändig plattgedrückte.
Kugel aus der Naſenſchleimhaut zu entfernen. Der Täter
wurde noch am Sonntag abend in das
Amtsgerichtsge=
fängnis Ober=Ingelheim eingeliefert.
(*) Gießen, 8. März. (Goldenes
Vereinsjubi=
läum.) Der in ganz Mitteldeutſchland rühmlichſt
be=
kannte Bauerſche Männergeſangverein feierte heute ſein
50jähriges Beſtehen durch ein Jubiläumskonzert in der
neuen Aula der Univerſität. Nicht nur hieſige Vereine
und Sänger waren erſchienen, ſondern es hatten ſich auch
Brudervereine aus dem Lahntalſängerbund und
Vertre=
ter eingefunden, welche dem Jubelverein ein Andenken
berreichten. Da ſich die „Bauern” in der Stadt
allge=
meiner Wertſchätzung erfreuen, ſo waren auch Vertreter
der Behörden erſchienen. Die Begrüßungsanſprache hielt
der 1. Vorſitzende des Vereins, Georg Todt; Fräulein
Ida Strack trug das Feſtgedicht vor. Dann folgten
Solo=
geſänge namhafter Künſtler, Konzertſtücke der hieſigen
Re=
imentskapelle und Chöre des Vereins. Ein dankbares
Publikum ſpendete lebhaften Beifall. Unter den
Mitwir=
kenden befanden ſich Kammerſängerin Frau Anna
Kämp=
fert=Frankfurt a. M., Fräulein Ida Strack=Gießen und
Julius Hahn=Gießen.
Vilbel, 9. März. (Zum Raubmord.) Dem
Räuber, der am 27. Februar zwiſchen Seulberg und
Ober=
erlenbach den Fahrburſchen Simanowski von hier
über=
fiel, niederſchlug und ihn ſeiner Barſchaft beraubte, iſt
man nunmehr auf der Spur. Es handelt ſich um einen
ehemaligen Fürſorgezögling aus Friedrichsdorf. Dieſer
ſoll Zeuge geweſen ſein, als ſich der Fahrburſche an dem
Unglücksabend in Friedrichsdorf nach dem nächſten Wege
nach Vilbel erkundigte. Seit dieſem Abend iſt der junge
Mann, der geiſtig minderwertig iſt, verſchwunden. Am
Sonntag, den 1. März, wurde er in Frankfurt geſehen —
Die beiden Männer aus Seulbera, die der Tat verdächtig
ſchienen und verhaftet wurden, ſind bereits wieder
ent=
laſſen. Simanowski befindet ſich bereits außer aller
Lebensgefahr.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. März. Die
geſün=
deſte Millionenſtadt war in der letzten
Berichts=
woche Berlin, wo die Sterblichkeit, auf 1000
Einwoh=
ner und aufs Jahr berechnet, 13,7 betrug. An zweiter
Stelle kam London mit 14,1, dann Neu=York mit 14,6,
Ham=
burg mit 15,1, Wien mit 16,6, Petersburg mit 22,4, Paris
mit 22,6, Moskau mit 23,2. Die Geſamtzahl der
Todes=
fälle betrug in Neu=York 1567, London 1229, Paris 1235,
Moskau 757, Petersburg 744, Wien 682, Berlin 549,
Ham=
burg 301. An Tuberkuloſe ſtarben in Paris 299, Neu=
York 221, London 159, Wien 128, Petersburg 112,
Mos=
kau 103, Berlin 82, Hamburg 37. An Magen= und
Darm=
katarrh, ſowie Brechdurchfall ſtarben in Moskau 55,
Lon=
don 46, Neu=York 45, Petersburg 29, Wien 28, Berlin 29
Hamburg 16, Paris 13. An Diphtherie und Krupp ſtan
ben in Neu=York 30, Berlin 15, London und Hamburg
11, Moskau und Petersburg je 10, Paris und Wien jes
— Eine vollkommene Neuheit wird der künf
ige Palaſt des Landwirtſchaftsminiſteriums darſtellen
Nachdem im Einvernehmen mit dem Miniſterium der
öffentlichen Arbeiten die Pläne für den ganzen, vom
Leip=
ziger Platz bis zur Königgrätzer Straße durchgehenden
Zau aufgeſtellt worden ſind und mit dem Neubau im erſten
Zauabſchnitt begonnen ward, iſt jetzt für die Front an der
Königgrätzer Straße ein Modell hergeſtellt, aus dem ſich
der Geſamteindruck ergibt. Das Bemerkenswerteſte und
für ſtaatliche Gebäude in Berlin vollkommen neue iſt, daß
im Erdgeſchoß acht Läden untergebracht ſind. Der
Forſtfiskus ſagt ſich wohl mit Recht, daß in dieſer teuren
und guten Geſchäftsgegend das Vermieten von Läden die
Koſten des Baues erheblich herabmindert, und er dürfte
ſich in ſeinen Erwartungen nicht getäuſcht ſehen, ſelbſt
wenn, wie in Ausſicht genommen iſt, die Läden in erſter
Reihe zu ſolchen Zwecken vermietet werden, die mit der
Land= und Forſtwirtſchaft in Verbindung ſtehen. Der erſtel
Bauteil in der Königgrätzer Straße ſoll bis zum Herbſtl
nächſten Jahres fertig ſein. — Ein Unternehmer hat heil
der Verkehrspolizei den Antrag auf Genehmigung von
Nachtautomobillinien geſtellt; die erſte ſoll vom
Spittelmarkt nach Charlottenburg=Schöneberg führen
Dieſe neue Verbindung ſoll dem bekannten „tiefgefühlten
Bedürfniſſe abhelfen, die Nachtbummler von Berlin=Mitte
ſchnell und bequem nach dem Weſten zn befördern. Die
Wagen ſollen von 12½ Uhr nachts bis 5½ Uhr morgens
erkehren. Für die ganze Strecke wird ein Fahrpreis von
50 Pfennigen erhoben werden. Der Betrieb ſoll zunächſte
in vier bis fünf Wagen eröffnet werden.
9. März. Heute wurde die 42jährige Frau Bena
Wolter in Charlottenburg von einem Manne, der
an=
gab, ein Zimmer mieten zu wollen, mit einem Beil
niedergeſchlagen und ſchwer verletzt. Der Unhold
beging die Tat, als die Frau ſich an den Schreibtiſch ge
ſetzt hatte, um ihm auf ſeinen Wunſch eine Beſcheinigung
auszuſtellen, daß das Zimmer gemietet ſei. Als auf die
Hilferufe der Frau deren Mieterin, Roſa Simonſohn,
her=
beieilte, wurde auch dieſe von dem Unhold ergriffen und
am Halſe gewürgt. Sodann flüchtete er, ließ jedoch
m Tatort das Beil zurück, das die Zeichen P. D. trägt.
Außerdem wurde ein offenbar dem Täter gehörendes
Poeſiealbum gefunden mit der Aufſchrift: Rita Götz,
Weihnachten 1908, und eine an Fräulein Anna Heyer,
Leipzig, gerichtete Poſtpaketadreſſe, worauf als Abſender
Otto Heyer angegeben iſt. Die Gegenſtände verlor der
Täter offenbar bei dem Kampfe oder in dem Augenblich
als er das Beil aus dem Mantel zog. Frau Wolter trug
eine ſchwere Kopfverletzung davon, die Schädeldecke iſt
eilweiſe zertrümmert. Fräulein Simonſohn erlitt einen
Nervenchok.
Frankfurt a. M., 9. März. (Verhaftete Adoße
tionsſchwindler.) Der Polizei gelang es jetzt, den
Mann und die Frau zu ermitteln, die vor einigen Monaten
einer Verkäuferin in Frankfurt das uneheliche Kind
ah=
nahmen unter dem Verſprechen, es gegen eine Vergütung
von 500 Mark adoptieren zu wollen. Es handelt ſich un
den Eiſenbahnſekretär Hans Leitner aus Würzburg,den
mit ſeiner Ehefrau den Betrug in Szene geſetzt hatte. Da
Kind hatten beide in der Nähe von Speyer in der Pfalz
usgeſetzt, nachdem ſie von der Verkäuferin die vereinbarte
Geldſumme erhalten hatten.
Stuttgart, 9. März. (Todesfall.)
Kammer=
ſänger Peter Müller, der als lyriſcher Tenor zwei
Jahrzehnte lang eine Hauptſtütze der Stuttgarter Hofoper
war, iſt einem Schlaganfall erlegen. Der
Künſt=
ler ſtand im 51. Lebensjahre.
Böblingen, 9. März. (Mord.) In Döffingen wurde
heute der Bürger Braun von ſeinem Stiefſohn Adolf=
Schmied im Verlaufe eines Wortſtreites erſtochen
Der Täter befindet ſich in Haft. Wie verlautet, hat
ich in ſelbſtmörderiſcher Abſicht ſchwere Verletzungen an
Halſe beigebracht.
Neuſtadt (Haardt), 9. März. (Erſchoſſen aufge
funden) wurden geſtern nachmittag in einem
Garten=
häuschen in der Nähe des Friedhofes der 23 Jahre glte
Mechaniker Eugen Pauli und die 15jährige Emma
Stuhl=
fauth. Der junge Mann hatte zunächſt das Mädchen und
dann ſich ſelbſt mit einem Revolver erſchoſſen.s
handelt ſich anſcheinend um eine Liebesaffäre.
Hagen, 9. März. (Feſtgenommene Betrüger)
Der Fabrikant Asbeck mit zwei ſeiner Meiſter und zwei
Arbeitern ſind in Unterſuchungshaft genommen worden.
Die Verhafteten ſollen bei der Ablieferung von
Eiſenbahn=
bedarfsartikeln gegenüber den ſtaatlichen Abnahmebeamten
gemeinſam in der Weiſe Unregelmäßigkeiten begangen
haben, daß ſie verworfene Fertigware mit falſchen
Plom=
ben verſehen haben.
Hannover, 9. Mäcz. (Schwerer Unfall.) Als
heute vormittag der Gemeindevorſtand Ebeling in
Ben=
nigſen mit einem Knecht eine neue Dreſchmaſchine von der
Station abholte, ſcheuten die Pferde; die Maſchine kippte
um und begrub beide unter ſich. Der Knecht war ſofort
tot, der Gemeindevorſtand ſtarb auf dem Wege nach dem
Krankenhaus.
Leipzig, 9. März. (Exploſion.) Im
Kranken=
hauſe St. Jakob explodierte in der Küche ein
Kartoffel=
dämpfer. Fünf Dienſtmädchen wurden mehr oder minder
ſchwer verletzt.
Stettin, 9. März. (Ueberfälliger Dampfer.)
Nach einer Mitteilung der Reederei Retzlaff iſt ihr am 17.
Februar von Newport nach Marſeille abgegangener
Dampfer „Heinrich” etwa zwei Wochen überfällig.
Wahr=
ſcheinlich iſt er mit der geſamten Beſatzung, etwa 22
Per=
ſonen, den im Buſen von Biscaya wütenden Orkanen zum
Opfer gefallen.
Wismar, 8. März. (Selbſtmord eines
Sena=
tors.) Hier wurde der Senator Wilde in ſeiner
Wohnung erſchoſſen aufgefunden. Der
Selbſt=
mord erregt in der Stadt ungeheures Aufſehen, denn man
vermutet, daß er mit den ſchweren Unſtimmigkeiten im
Schoße der ſtädtiſchen Körperſchaften zuſammenhängt, die
bereits ſeit Weihnachten weit über Wismar hinaus
be=
kannt geworden ſind. Im Zuſammenhange mit der
Neu=
beſetzung einer Ratsherrnſtelle waren an den Bürgermeiſter
der Stadt Wismar zahreiche anonyme Schmähbriefe
ge=
richtet. Als Abſender wurden drei angeſehene Bürger und
Stadtverordnete ermittelt, zunächſt verhaftet, aber dann
wieder auf freien Fuß geſetzt. Senator Wilde war
da=
mals weniger in den Vordergrund getreten, als mehrere
ſeiner Kollegen, doch ſcheint die ſeither in der Stadt gegen
den ganzen Magiſtrat herrſchende Mißſtimmung ihn jetz
zum Selbſtmord getrieben zu haben.
Mummer 69.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. März 1914.
Seite 5.
Wien, 9. März. (Anläßlich des
Lawinen=
n glücks) telegraphierte Kaiſer Wilhelm an
Meäſer Franz Joſef am 5. März aus Wilhelmshaven:
aas betrübende Lawinenunglück auf der Ortlergruppe
er=
ihlt mich mit aufrichtiger Trauer. Die Offiziere und
Mannſchaften der Tiroler Landesſchützen, welche in
Er=
ilrung ihrer Pflicht ihr Leben in ſo erſchütternder Weiſe
lebeloren haben, können der herzlichſten Teilnahme der
ſſeutſchen Kameraden ſicher ſein.” Kaiſer Franz Joſef
er=
ſdderte: „Tief gerührt ob der teilnahmsvollen Worte,
wlllche Du anläßlich des Lawinenunglücks im
Ortler=
eoiete in Deinem und der deutſchen Armee Namm an
nach zu richten die Güte hatteſt, und die mir und der
ſeerreichiſchen Landwehr angeſichts dieſes erlittenen
AUcweren Verluſtes einen wohltuenden Troſt gewährten,
Rtte ich Dich, hierfür meinen innigſten Dank entgegen=
Ilumehmen. Aus ganzem Herzen verſichere ich Dich, daß
ſſnach dieſe beredte Kundgebung Deiner mir und meiner
Aleehrmacht zugewendeten aufrichtigen Mitgefühle mich
ntit ungeteilter Erkenntlichkeit beſeelt und in meiner gan=
Aem Armee als eine beſonders auszeichnende Ehrung der
ſetzt in treuer Pflichterfüllung ums Leben gekommenen
offiziere in unvergänglicher Erinnerung bewahrt werden
rrrd.
Rom, 9. März. (Proteſtſtreik.) Heute früh be=
Uainn der 24ſtündige Generalſtreik als Proteſt
zagen die Schließung einiger Krankenhäuſer in Rom.
Sttraßenbahnen und Wagen verkehren nicht. Die Läden
ina Zentrum der Stadt ſind geſchloſſen. Auf der Piazza
dll Popolo fand heute früh 9½ Uhr eine Verſammlung
nſtartt, zu der ſich eine ungeheuere Menge einfand. Es kam
zu einigen Raufereien; ernſte Zwiſchenfälle haben jedoch
Anocht ſtattgefunden.
Mailand, 8. März. (Der Prozeß Dalmiſtro=
P égoud.) In dem bekannten Streitfall zwiſchen dem
franzöſiſchen Sturzflieger Pégoud und dem Italiener
Laalmiſtro hat der italieniſche Sachverſtändige entſchieden,
Adaß die von Pégoud an dem Apparat Dalmiſtros
vorge=
nommenen Aenderungen unbedingt zueiner Kata=
Uſtrrophe hätten führen müſſen.
Genf, 9. März. (Skandal im Theater.) Bei der
A ufführung des chauviniſtiſchen Stückes
„Soeur de Francaiſe” im Apollotheater kam es zu
larmenden Kundgebungen. Mehrere Sozialiſten und
Anar=
cfiſten unterbrachen das Schauſpiel mit den Rufen: „
Nie=
ter mit den Franken!”, „Nieder mit den Grenzen!” „
Nie=
ſſter mit dem Vaterlande” worauf von anderen Zuſchauern
„Es lebe der Krieg!”, „Nieder mit Deutſchland!” gerufen
murde. Die Anarchiſten ſtimmten die Internationale an,
mas von den anderen Zuſchauern mit ſchrillem Pfeifen
eewidert wurde. Der Lärm wurde ſchließlich ſo groß,
taaß die Polizei einſchritt und mehrere Ruheſtörer
ver=
kaftete.
Paris, 8. März. (Eine der getrennten
Zwil=
lüngsſchweſtern geſtorben.) Die eine der drei
Monate alten, vor einigen Tagen in Paris durch einen
rperativen Eingriff getrennten
Zwillingsſchwe=
ſ ern iſt geſtern morgen geſtorben. Es heißt, daß das
teind ſeit 14 Tagen an Krämpfen litt, die auch den Tod
berbeigeführt haben. Die Operation war gut
überſtan=
den. Das Befinden der überlebenden Schweſter iſt
durch=
arus zufriedenſtellend.
Paris, 9. März. (Schandtaten in einem
eeloſter.) In Boulogne=ſur=Seine bei Paris
jrang eine Bande von 15 Zuhältern in ein Kloſter
ein, in dem ſich eine Beſſerungsanſtalt für gefallene
Mäd=
igen befindet. Die Zuhälter zertrümmerten Fenſter und
Blastüren durch Revolverſchüſſe, bedrohten die Nonnen
ſend entführten ſchließlich mehrere in der Obhut des
Klo=
ſaers befindliche Mädchen. Der Polizei gelang es, ſieben
Mitglieder der Bande feſtzunehmen. Die Verhaftung der
underen ſteht unmittelbar bevor.
Santander, 9. März. (Automobilunglück.) Bei
Finem Zuſammenſtoß eines Automobils mit einem
Fuhrwerk wurde der Graf Moriane, ein Bruder des
Oberhofmeiſters der Königin, des Herzogs Santo Maur=t,
getötet. Graf Moriane befand ſich auf einer
Wahl=
ergitationsreiſe.
Neu=York, 9. März. (Schwere Gasexploſion.)
Wier heftige Gasexploſionen erſchütterten
geſtern die Gegend um das Flatiron=Gebäude. Im
Um=
kreiſe einer Meile wurde das Straßenpflaſter aufgeriſſen.
Sechs Wolkenkratzer kamen ins Wanken und mußten
ge=
täumt werden. Darunter befanden ſich das Flatiron=
Ge=
wäude und das Fift Avenue=Gebäude. Die Urſache der
Exploſion iſt darin zu ſuchen, daß bei den Ausſchachtungs=
Erbeiten für die neue Untergrundbahn
Waſſerleitungs=
gohre platzten, wodurch ſich eine große Waſſermenge ſtaute
und auf die Gasleitungsrohre einen Druck ausübten, ſo
Daß dieſe barſten. Bald brachen einige 6zöllige Gasrohre
rund es erfolgte eine gewaltige Exploſion. Eine 10 Meter
Hohe Flamme ſchlug aus dem Erdboden empor. Alle
Fenſterſcheiben der Nachbarſchaft wurden zertrümmert und
die Häuſer demoliert. Tauſende von Paſſanten ſlüchteten
n wilder Panik. Der Straßenbahnverkehr wurde
unter=
brochen und mehrere Linien mußten umgeleitet werden.
St. Louis, 9. März. (Brandunglück.) Das
Ge=
bäude des Miſſouri=Athletikklubs iſt heute früh
nieder=
gebrannt. Etwa 100 Bewohner werden
ver=
rmißt. Man befürchtet, daß ſie umgekommen ſind. Sie=
ben Leichen ſind gefunden worden. Das Gebäude war
acht Stock hoch. Durch das ſchnelle Umſichgreifen des
Feuers wurde den Bewohnern der oberen Stockwerke, die
noch ſchliefen, der Weg zur Rettung abgeſchnitten. Das
Klubregiſter wies die Namen von hundert Mitgliedern
auf. Man glaubt, daß zur Zeit des Brandes ſich noch
etwa hundert andere Perſonen in den Gebäuden befanden.
Das Feuer brach früh morgens aus. Als die Feuerwehr
eintraf, ſprangen bereits Männer und Frauen aus allen
beren Stockwerken auf die Stoaße etwa 20 retteten ſich
uf das Dach eines niedrigeren Nachbargebäudes. Die
Gebäude des Klubs bilden nur noch einen Trümmerhaufen.
Der Schaden wird auf eine Million Dollars geſchätzt
Der Klub iſt einer der exkluſivſten der Stadt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 9. März. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 2 Uhr 16 Min. — Die Genehmigung
zur Strafverfolgung des Abg. Kurzawski (Pole) wegen
Verletzung des Reichsvereinsgeſetzes wird verweigert.
Es folgen
Wahlprüfungen.
Zu der Wahl des Abg. Frommer (konſ.)
Heiligen=
beil=Pr.=Eylau, deren Gültigkeit von der Kommiſſion
be=
antragt wird, wünſcht Abg. Dr. Neumann=Hofer (Fortſchr=
Vpt.) namens ſeiner Partei Beweiserhebung. — Abg.
Schmidt=Meißen (Soz.): Dieſe Wahl iſt ein Typ für
die Wahlen in Oſtpreußen. Der Proteſt ſpricht von
fort=
geſetzten Bedrohungen, Wahlkontrolle uſw. Da iſt
ge=
naue Nachprüfung geboten, zumal die Majorität eine
ganz geringe war. Wir ſtimmen deshalb für den
fort=
ſchrittlichen Antrag. Der Antrag wird abgelehnt und die
Wahl für gültig erklärt. Die Wahlen der Abgeordneten
Dr. v. Heydebrand und der Laſe (konſ.)
Mer=
tin (Reichspt.) und Rother (konſ.) werden für
gül=
tig erklärt. Ueber die Wahl des Abgeordneten v.
Win=
terfeldt=Menken (konſ.) wirdBeweiserhebung
be=
ſchloſſen, ebenſo über die Wahl des Abgeordneien
Glo=
watzki (Ztr.)
Sodann wird die zweite Leſung des
Kolonialetgts
fortgeſetzt. Abg. v. Böhlendorf=Kölpin (konſ.):
Als erfreulicher Fortſchritt iſt zu verzeichnen, daß ſich
hin=
ſichtlich unſerer Kolonialpolitik bei den bürgerlichen
Par=
teien faſt vollſtändige Einmütigkeit zeigt. Die Erreichung
des Tanganfikaſees mit der Eiſenbahn iſt ein Ereignis,
das wir mit außerordentlicher Freude begrüßen. Die
Weiterführung dieſer Bahn um den See herum wäre ſehr
zu wünſchen. Die wirtſchaftliche und politiſche
Entwicke=
lung unſerer Kolonien iſt dank der maßvollen Verwaltung
ſehr zufriedenſtellend. Für unſere Induſtrie iſt es von
größter Wichtigkeit, daß ſie in den Kolonien ein neues
Abſatzgebiet findet, das andererſeits uns wieder mit den
nötigen Kolonialprodukten verſorgen könnte. Das iſt um
ſo wichtiger, als ſich die Abſatzgebiete im Auslande
viel=
fach verſchlechtern. Wir ſind für eine humane Erziehung
der Eingeborenen zur Arbeit. Die ſchweren Anklagen
gegen die Plantagenbeſitzer dürften übertrieben ſein,
jeden=
falls muß man ſich vor Verallgemeinerungen hüten. Die
Anſiedler wiſſen ganz genau, daß ſie auf die Arbeitskraft
der Neger angewieſen ſind. Es fällt ihnen nicht ein, dieſe
Kräfte übermäßig auszunutzen. Neben der
Plantagen=
wirtſchaft müſſen die Eingeborenen=Kulturen gefördert
werden. Beide müſſen aber in richtigen Verhältniſſen zu
einander ſtehen. Ueber die Denkſchrift des Gouverneurs
von Oſtafrika freuen wir uns, beſonders darüber, daß er
offen und frei die Fehler anerkennt und uns die
Verhält=
niſſe dort ſchildert, beſonders auch hinſichtlich der
Haus=
ſklaverei. Das iſt beſſer, als wenn er uns zu Gefallen
ge=
ſprochen hätte. Daß dem Medizinalweſen in dieſem Jahre
größere Aufmerkſamkeit zugewendet wird, iſt zu begrüßen
Die ſegensreiche Tätigkeit der Miſſionen erkennen wir mit
Genugtuung an. Bei Neugründungen von
Miſſionsſtatio=
nen wäre es praktiſch, eine Abgrenzung der Kompetenzen
und Intereſſengebiete zwiſchen den beiden Konfeſſionen
vorzunehmen, indem wir wünſchen, daß ſie ſich auch
künf=
tig vertragen werden. Der Schwervunkt der Verwaltung
muß nach und nach mehr in die Kolonien verlegt werden;
dadurch würden auch unſere Debatten weſentlich verkürzt
werden können. Wir wollen mit unſerer Kolonialpolitik
darauf hinzielen, die wirtſchaftliche Lage des
Mutterlan=
des möglichſt zu kräftigen dadurch, daß wir die Produkte,
die wir aus dem ſonſtigen Ausland beziehen müſſen,
namentlich Baumwolle, in unſeren Schutzgebieten ſelber
zu erzeugen ſuchen. Im Eiſenbahnbau darf kein
Still=
ſtand eintreten. Die Schiffahrt muß ſich dem
Eiſenbahn=
verkehr anſchließen und die Landſtraßen müſſen
insbeſon=
dere auch für den Automobilverkehr ausgebaut werden.
— Aba. v. Morawski=Dzierzykraj (Pole): Die
Hausſklaverei muß ſofort abgeſchafft werden.
Staatsſekretär Dr. Solf: Unſere Kolonien ſind
ein=
zuteilen in Tropenkolonien und Anſiedelungskolonien. Zu
den letzteren gehört Südweſtafrika. Vielleicht ließe ſich
eine Unterabteilung dieſer Gruppe für Samoa ſchaffen
Dieſe Inſeln ſind tropiſch, die ozeaniſche Lage mildert
aber das tropiſche Klima und außerdem können
Euro=
päer ſchneller milderes Klima in Neuſeeland oder
Auſtra=
lien finden und dann hat Samoa in den höheren Punkten
günſtige Erholungsſtationen. Südweſtafrika iſt eine
aus=
geſprochene Anſiedelungskolonie. Aber auch den
Tropen=
kolonien darf die Anſiedelungsfähigkeit nicht völlig
abge=
ſprochen werden, wenn auch die Kuſtenſtriche und Niede=
Fungen hazu nicht brauchbar ſind. Die Hochplateaus von
Kamerun und Oſtafrika ſind ſiedelungsfähig. Beide
Schutzgebiete ſind aber arm an Waſſer. Es muß die
Waſſer=
erſchließung vorgenommen werden, bevor Europäer zur
Anſiedelung ermutigt werden. Dieſe Hochplateaus müſſen
aber angegliedert werden an das Verkehrsnetz der
Kolo=
nien und damit an den Ueberſeeverkehr und den
Welt=
handel. Der Abg. Arendt hat hier ausgeführt, daß wir
der Kolonien bedürfen, um unſeren Bevölkerungsüberſchuß
unterzubringen, und auch einen Appell an mich gerichtet,
ich möchte dafür ſorgen, daß dieſe Anſiedler dort eine
zweite Heimat fänden. Dies iſt mir mit der
Einſchrän=
kung möglich, wie ich geſagt habe. Es iſt aber gar nicht
nachgewieſen, daß wir einen Ueberſchuß der Bevölkerung
haben, daß hier eine direkte Notwendigkeit zur Abgabe
von Menſchen vorliegt. (Sehr gut!) In dem wichtigen
Problem der Koloniſation müſſen wir uns davor hüten
falſche Hoffnungen im Volke zu erwecken, aber auch
da=
vor, daß die Kolonien durch Peſſimismus mißkreditiert
werden. Deutſch=Süd=Weſtafrika hat ſich allmählich günſtig
entwickelt. Die wichtigſte Aufgabe iſt dort die
Waſſer=
erſchließung, damit dieſe Kolonie eine echte
Anſiedelungs=
kolonie für uns wird. Die Ausgaben für die
Waſſer=
erſchließung können aber nicht von dem einzelnen Farmer
geleiſtet werden, da müſſen andere Wege beſchritten
wer=
den. Die im letzten Jahre begonnene Tätigkeit der
Land=
wirtſchaftsbank Südweſtafrika wird auch weiterhin den
Farmern kräftig unter die Arme greifen. Die
Selbſt=
verwaltung dieſer Kolonie hat dadurch weitere
Fort=
ſchritte gemacht. So haben wir dem Landesrat wichtige
Materien der Geſetzgebung des Schutzgebietes zur
Be=
ſchlußfaſſung überwieſen. Auch mit den Aufgaben des
Sa=
nitätsweſens hat ſich die Regierung beſchäftigt, es muß
darin allerdings noch viel geſchehen. Immerhin ſind in
den letzten Jahren die Summen für dieſe Zwecke
erheb=
lich geſtiegen. In den Geſamtkolonien ſind im Jahre 1909
eine Million Mark ausgegeben, im Jahre 1914 ſechs
Mil=
lionen; das iſt beträchtlich, wenn man bedenkt, daß
frü=
her dieſe Summen den Kolonien nicht zur Verfügung
ſtanden. Deutſch=Oſtafrika iſt mir aus eigener Anſchauung
bekannt während meiner dortigen amtlichen Tätigkeit. Ich
war jetzt freudig überraſcht, auf meiner letzten
Inſpek=
tionsreiſe zu ſehen, welche Entwickelung dieſe Kolonie in
den letzten Jahren genommen hat. Auf allen Gebieten,
be=
ſonders im Handel, iſt dort ein ſehr erfreulicher
Auf=
ſchwung zu verzeichnen. Die Hauptaufgabe des Landes
wird die Erweiterung des Bahnnetzes ſein. Daraus wird
auch eine Hebung der Eingeborenenkulturen zu erwarten
ſein. Die Plantagenwirtſchaften für Kautſchuk und Kaffee
ſtehen gut.
Kamerun habe ich jetzt zum erſten Male geſehen. Man
ſoll nicht prophezeien, man kann aber doch ſagen, daß
Ka=
merun ſehr bald die beſtzahlende Kolonie wird. Das
Hauptprodukt Kameruns iſt die Oelpalme. Die Produktion
wird alsbald die von Nigeria übertreffen, die ſich auf 86
Millionen beziffert. Ein ſchnelleres Emporblühen wird
entſtehen, wenn wir eine Bahn von Norden nach Süden
bauen. Ich werde Ihnen alsbald einen dahingehenden
Vorſchlag machen. (Bravo!) Symboliſch für die
Frucht=
barkeit Kameruns iſt, daß Anſiedler wie Eingeborene ſagen,
wenn man einen Spazierſtock in die Erde ſtecken laſſe, ein
Palmbaum daraus wird. (Heiterkeit.) Peſſimiſten gehören
nicht in unſere Kolonien. Unſere Kolonien ſind nicht
ver=
käuflich, von mir ſind ſie nicht zu haben. (Sehr gut.) Togo
iſt ein Muſterländle. (Heiterkeit. Zuruf: Baden! Baden!)
Auch da muß möglichſt bald eine Bahn gebaut werden.
(Zuruf bei den Soz.) Sie werden auch bald den Bahnbau
mitmachen. In Togo läßt ſich namentlich auch Kakao
an=
pflanzen. Die Verhältniſſe werden jetzt geprüft. Wenn
im Bahnbau von Zeit zu Zeit eine Pauſe eintritt, ſo
ge=
ſchieht dies zur Stärkung der Finanzkraft. Ein Stillſtand
iſt darin nicht zu erblicken. Ob Nebenbahnen oder neue
Tracen zu erbauen ſind, muß von Fall zu Fall entſchieden
werden. Ich neige der Anſicht des Abg. Keinath zu, der
Nebenbahnen für Oſtafrika zu bauen wünſcht. Das
Ver=
dienſt für die Tanganjikabahn kommt dem Staatsſekretär
von Lindequiſt und dem Gouverneur von Rechenberg zu.
Ich habe lediglich den Bahnbau um 14 Monate
beſchleu=
nigt. (Bravo!) Der kleine Hafen von Dar=es=Salaam
ent=
ſpricht nicht der Bedeutung der Tanganjikabahn. Ein
Projekt iſt aber noch nicht ſpruchreif. Für die
Forſtver=
waltung iſt beſonders Kamerun wichtig. In Deutſchland
und ganz Europa wird das Holz knapper. Iſt der Preis
ſo, daß die Kolonien konkurrieren können, dann müſſen wir
die dortigen Holzbeſtände ausnutzen.
Kein Mutterland iſt in ſeinen
Handelsbeziehun=
gen zu den Kolonien ſo vorwärts gekommen, wie
Deutſchland. Das beweiſt die Statiſtik. Auch das
ſpricht davon, daß wir uns mit dem Gedanken,
unſere Kolonien zu verkaufen, noch nicht
ernſt=
lich beſchäftigt haben. (Heiterkeit.) Den
Eingeborenen=
kulturen ſtehe ich durchaus ſympathiſch gegenüber, und es
ſind Maßnahmen getroffen, um ihre Entwickelung zu
heben. Aber gerade im humanitären und wirtſchaftlichen
Intereſſe der Eingeborenen muß ich auch für den
Plan=
tagenbau der Europäer ſein, denn die Eingeborenen
wür=
den nicht zu der Methodik kommen, in der wir Meiſter
ſind. Der deutſche Plantagenbau muß den Eingeborenen
vorbildlich ſein. Ob Weizen, Mais, Bananen, Kakao oder
ſonſt etwas gebaut wird, darauf kommt es nicht an, nur
das Wie kommt in Frage, und darin iſt die deutſche
Land=
wirtſchaft Meiſterin. Um ſie den Eingeborenen vermitteln
zu können, bedürfen wir des Plantagenbaues. Es ſoll
aber geprüft werden, ob dadurch die Intereſſen der
Ein=
geborenenkulturen nicht geſchädigt werden. Erſt vor wenigen
Monaten iſt in Oſtafrika eine neue Arbeits= und
Anwer=
bungsverordnung herausgegeben worden. Selbſt der
Vor=
wärts erkennt an, daß die Verordnung eine humane und
generell gute Verordnung ſei. Es wird dadurch 10ſtündige
Arbeitszeit, freie Rückbeförderung der Arbeiter, gute
Unterkunft, Krankenfürſorge, Aborte, Heilgehilfen,
Hoſpi=
täler uſw. vorgeſchrieben. Arbeitszwang iſt verboten. Die
entſprechende Verordnung beſteht noch, wenn mir auch zu
Ohren gekommen iſt, daß ſich ein Arbeitszwang
einge=
ſchlichen hat. Die Verhältniſſe werde ich prüfen. (Bravo!)
Wir haben bei uns auch einen Arbeitszwang. Der
Bür=
ger iſt zu mancherlei kommunalen Hilfsleiſtungen
gezwun=
gen, aber die Arbeiter in den Kolonien dürfen nicht zum
Eiſenbahnbau oder zur Arbeit in den Plantagen
gezwun=
gen werden. Die Lebensverhältniſſe der Eingeborenen
in Oſtafrika ſind günſtiger, als in Kamerun. In Kamerun
ſind die Verhältniſſe teilweiſe noch trauriger, doch iſt dies
nicht zurückzuführen auf die Plantagenbeſitzer, denn das
Los der Träger iſt noch trauriger, als das des
Plantagen=
arbeiters. Aber trotzdem dürfen wir die Klagen, die aus
Afrika kommen, nicht ſo tragiſch nehmen. Sie ſind bei 40
Grad Reaumur geſchrieben. (Heiterkeit. Zurufe bei den
Sozialdemokraten: Die Verwaltungsberichte ſind bei 50
Gard geſchrieben. Erneute Heiterkeit.) In Kamerun
ſtehen ſich die Kaufleute und Pflanzer in ihren Intereſſen
Konzerte.
mm. Ein umfangreiches und ganz neues Programm
klag dem 225. Vereinsabend des Richard=Wagner=
Vereins zugrunde. Neu nicht nur inſofern, als alle
Nummern hier zum erſten Male zu Gehör kamen, ſondern
Iden Liedern, welche außerdem den Anſang des Abends
bildeten, liegt eine ſehr eigenartige und doch ziemlich
ifremd anmutende Tonſprache zu Grunde. Es wäre wohl
Unrecht, allem, was uns fremd oder auch unangenehm
berührt, ſofort ganz ſeine Berechtigung abſprechen zu
wol=
len und man darf erwarten, daß unter Emil
Mattie=
ſens Kompoſitionen viele ſich auf den
Konzert=
programmen erhalten werden und in anbetracht ihres
Kunſtwertes iſt dies nur zu wünſchen. Nur wäre es
vielleicht zweckmäßiger geweſen, nicht allzu viele in der
Stimmung, doch zu gleichartige Lieder, düſteren
Charak=
ters aufeinanderfolgen zu laſſen Anſprechend war nur
das vierte (der Feind) mit ſeiner vollen und kunſtvollen
Begleitung, während wir es nicht verſtehen können, wie
ein Komponiſt von Mattieſens Bedeutung und
Durchbil=
dung ſeine Kunſt an ein ſo unwahrſcheinliches Machwerk
wie das von Morgenſtern verſchwenden kann. Das mag
wohl der Grund geweſen ſein, daß viele Beſucher vor der
eletzten Abteilung von Liedern den Saal verließen und
deshalb den Komponiſten nicht in einer leichter
zugäng=
lichen Schreibweiſe kennen lernten. Unter dieſen finden
ſich wirklich ſtimmungsvolle Vertonungen, von denen wir
die beiden Liliencronſchen Dichtungen beſonders nennen
(Tod in Aehren und Heimgang in der Frühe), namentlich
das letztere, das in zarter Andeutung der Morgenweihe
und erwachender Vogelſtimmen viel bedeutender und
ſtim=
nungsvoller als die vor Jahren hier gehörte Kompoſition
desſelben Gedichtes iſt und auch von ſeiten des Sängers
Herrn Rudolf Gmeiner aus Berlin, eine mehr den
Abſichten des Dichters Rechnung tragende Interpretation
rfuhr, wobei ſein gutgeſchulter und auch in der Tiefe
ſehr ſympathiſch berührender Bariton ſehr gut zur
Gel=
tung kam. Mit einer auffallenden Aehnlichkeit mit A.
Mendelsſohns „Tanz unter der Linde” beginnt „Berliner
Pfingſten”, ein merkwürdiges Begegnen zweier ſonſt doch
ziemlich verſchiedener Komponiſten auf gleichen Pfaden.
Dieſe letzten Geſänge und die beiden Balladen trugen
den beiden Berliner Künſtlern, Herrn Gmeiner und dem
am Flügel meiſterhaft begleitenden Komponiſten,
ungeteil=
en Beifall ein.
Sehr intereſſant waren die beiden Violinvorträge des
Herrn Konzertmeiſters Ferdinand Kaufmann mit
Herrn Lorenzo Matoſſi aus Frankfurt a. M. am
Klavier. Seine vollendete Vortragskunſt kam in dem
3. Violinkonzert, Opus 14, in C=moll (Henri Marteau
ge=
widmet) des kürzlich (am 1. März ds. Js.) verſtorbenen
nordiſchen Tondichters Tor Aulin voll zur Geltung.
Von beſtrickendem Reiz iſt der Mittelſatz Andante con
moto, dem ſich ein belebtes Finale anſchließt. Verleugnet
Aulin auch nicht ganz ſeinen Nationalcharakter, ſo weiß
er doch der Häufung von Härten auszuweichen und das
ganze Konzert durchzieht eine mehr heitere Stimmung.
Die andere Violinnummer, das Michael Preß
gewid=
mete „Fantaſieſtück” Opus 66, iſt inhaltlich in der
Vorbe=
ſprechung analyſiert worden und iſt eine anſprechende
feſ=
ſelnde Muſik. Der Saal war recht gut beſucht.
ſcharf gegenüber. Sie ſind gegenſeitig ungehalten darüber,
daß die anderen ihnen die Eingeborenen als Träger oder
umgekehrt als Plantagenarbeiter abſpenſtig machen. Da
werden dann die Klagen übertrieben. Es wurde hier
aus=
geführt, daß die Entvölkerung des Landes auf
Mißhand=
lungen zurückzuführen ſei. Ich habe den Gouverneur
an=
gewieſen, zu ermitteln, ob tatſächlich ein Rückgang der
Eingeborenen zu verzeichnen iſt, und wenn dies der Fall
iſt, welche Urſachen dazu führten, ob nicht die
Eingebore=
nen ſelbſt daran ſchuld ſind. Die Weißen wollen wir
da=
für nicht verantwortlich machen. Die Denkſchrift des
Gouverneurs Schnee ſteht ganz auf dem Boden der
Reſo=
lution des Reichstages. Die Verwaltung läßt es ſich
angelegen ſein, möglichſt bald die Beſeitigung der Hörigkeit
und Hausſklaverei eintreten zu laſſen. Es kann höchſtens
noch 10 Jahre dauern, bis dieſe Inſtitution verſchwunden
iſt. Die Dienſte der Miſſionäre erkenne ich gern und
freu=
dig mit dieſem Hauſe an. Die Wünſche der Miſſionare
ſind zum Teil ſchon erfüllt. In allen Schutzgebieten
be=
ſteht Zollfreiheit bezüglich der für Gottesdienſte,
Kranken=
pflege und Unterricht benötigten Gegenſtände. Außerdem
beſtehen noch andere Zollerleichterungen und wir werden
den Wünſchen nach Möglichkeit noch weiter
entgegenkom=
men, auch bezüglich der Landankäufe. Der Forderung, den
Elementarunterricht völlig in die Hände der Miſſionen zu
legen, ſtehe ich unter beſonderen Bedingungen ſehr
ſym=
pathiſch gegenüber. In Oſtafrika und Kamerun geht das
aber nicht, weil dort viele Anhänger des Iſlam wohnen.
Mohammedaniſche=Eltern ſchicken ihre Kinder nicht in eine
Miſſionsſchule, den Miſſionen kann man aber nicht
zu=
muten, konfeſſionsloſe Schulen zu errichten. Da bleibt
nur übrig, Regierungsſchulen zu gründen. Hinſichtlich der
Alkoholgefahr iſt eine weſentliche Beſſerung eingetreten.
Die Neger berauſchen ſich vielfach an einheimiſchen
Ge=
tränken. Sie ſind keine Dauertrinker, ſie trinken nur bei
Feſten, dann aber mehr, als äſthetiſch zuläſſig iſt. (
Heiter=
keit:) Für ein Verwaltungsgericht der Schutzgebiete ſcheint
mir die Zeit noch nicht gekommen zu ſein. Ich möchte Sie
bitten, die Debatte über die Arbeiterfrage für unſere
Landsleute draußen etwas zu mildern. Die hier
vorge=
brachten Kritiken beruhen vielfach auf Uebertreibungen.
Ich hoffe, Ihnen im nächſten Jahre eine Liſte des Guten
vortragen zu können, was Deutſchland den Deutſchen in
den Kolonien verdankt. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Henke (Soz.): Der Staatsſekretär hat Oel auf
die Wogen zu gießen verſucht. Wir lehnen die
Kolonial=
politik, die Sie treiben ab, bemühen unseaber dennoch, für
die Kolonien und die Eingeborenen das Beſte zu ſchaffen.
Wenn von einer Siedelungsfähigkeit der Kolonien
geſpro=
hen wird, ſo muß immer wieder betont werden, daß keine
kleinen Leute zugelaſſen werden, ſondern nur Unternehmer
und kleine Kapitaliſten. Immer wieder tritt bei den
Maß=
nahmen der Kolonialverwaltung das Intereſſe des
Kapi=
talismus zutage; beſonders iſt dies der Fall bei dem
Aus=
bau des Eiſenbahnnetzes Sachverſtändige haben ſich
ent=
ſchieden=gegen die Ruandabahn ausgeſprochen. Der
Staats=
ſekretär hätte die Auslaſſung des Vorwärts vollſtändig
zitieren müſſen. Wir behaupten, daß auch dieſe
Verord=
nung, wie ſo viele andere, nur auf dem Papier ſteht.
Tat=
ſächlich bedeuten die Arbeitsverträge einen Arbeitszwang
und einen Menſchenhandel. Die Gouverneure ſind noch
abhängiger von den Kapitaliſten und
Plantagenbe=
ſitzern, als der Staatsſekretär. Auch die Miſſionen ſtehen
unter kapitaliſtiſchem Einfluß. Ueber die Ausnutzung und
Mißhandlung der Neger habe ich noch weit ſchlimmeres
Material, als das, was der Abg. Dittmann vorgetragen
hat. Eine völlige Aufhebung der Plantagenwirtſchaft iſt
dringend zu fordern. Wir können es nicht mitmachen, daß
die Eingeborenen ausgebeutet und ausgerottet werden,
und deshalb werden wir ſtets die jetzige Kolonialpolitik
bekämpfen. (Beifall bei den Soz.)
Darauf wird die Weiterberatung auf Dienstag 2 Uhr
pünktlich vertagt. Vorher kurze Anfragen. — Schluß
gegen ½7 Uhr.
Luftfahrt.
* Baden=Oos, 9. März. Das Luftſchiff „Z. 1.
ſt heute mittag 1,20 Uhr zur Fahrt nach Köln
auf=
geſtiegen.
* Kölln 9. März. Das Zeppelinſchiff „Z. 1"
iſt um 5.25 Uhr hier eingetroffen.
* Wien, 9 März. Heute nachmittag iſt auf dem
Flugfelde von Aſpern Oberleutnant Elener mit einem
Unteroffiziersflugſchüler abgeſtürzt. Beide ſind tot.
Gerichtszeitung.
* Berlin, 8. März. In der Begründung des
Urteils gegen den Redakteur des Vorwärts wegen
Beleidigung des Kronprinzen heißt es: Die
Parodie, die der Artikel enthält, iſt deractig hämiſch, daß
kein Zweifel aufkommen kann, daß der Verfaſſer die
Ab=
ſicht verfolgte, den Kronprinzen lächerlich zu machen und
in ſeiner Ehre zu verletzen, und zwar böswillig,
feind=
ſelig und mit Ueberlegung. Der Angeklagte behauptet,
daß er den Artikel nicht verfaßt hat. Er iſt aber
verant=
wortlich nach § 20 des Preßgeſetzes; denn Umſtände, die
die Täterſchaft ausſchließen, ſind nicht erwieſen. Bei der
Strafabmeſſung iſt berückſichtigt, daß der Angeklagte noch
völlig unbeſtraft iſt. Andererſeits fiel erheblich ins
Ge=
wicht die ganze Art und Schärfe des Artikels und die
Tendenz, den künftigen Erben der deutſchen Kaiſeckrone
herabzuziehen und lächerlich zu machen. Zu berückſichtigen
war auch die weite Verbreitung des Blattes, wodurch die
giftigen Früchte des Artikels in weite Kreiſe getragen
worden ſind. Deshalb hat das Gericht auch von der
Ver=
hängung einer Feſtungsſtrafe Abſtand genommen und den
Angeklagten zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.
*Lemberg, 9. März. Heute beginnt unter dem
Vorſitze des Landgerichtsrates Lewicki die für mehrere
Wochen anberaumte
Schwurgerichtsverhand=
lung gegen den 37jährigen Journaliſten Bendaſiuk, den
23jährigen orthodoren Prieſter Sandowicz, den 32
jähri=
gen orthodoxen Prieſter Rudyma und den 23jährigen
Rechtshörer Kolara. Es wird ihnen zur Laſt gelegt, daß
ſie ſeit dem Jahre 1909 bis zum März 1912 in Lemberg
und anderen Ortſchaften Galiziens eine Tätigkeit entfaltet
hätten, die auf eine Losreißung Galiziens oder eines
Teiles des Landes von dem einheitlichen
öſterreichiſch=
ungariſchen Staatsverbande angelegt war, was den
Tat=
beſtand des Hochverrats nach § 58 des Strafgeſetzes
begründet. Sandowicz iſt überdies des Verbrechens der
Religionsbeleidigung angeklagt.
Hochwaſſer.
* Mannheim, 9. März. Der Waſſerſtand
des Rheins und des Neckars iſt in der
vergange=
nen Nacht wiederum ſehr bedeutend geſtiegen. So ſtieg
der Rhein von 5,57 Meter auf 6,18 Meter und der Neckar
von 6,05 Meter auf 6,59 Meter. Weite Gebiete des Rheins
undides Neckarvorlandes ſind überſchwemmt; vom Laufe
des Oberrheins wird jedoch fallender Waſſerſtand
gemel=
det, indem in der vergangenen Nacht in Hüningen der
Waſſerſtand von 3,82 Meter auf 3,45 Meter zurückging.
* Hanau, 9. März. Während das Hochwaſſer
der Kinzig langſam zurückgeht, ſteigt der Main
bei Hanau rapid und iſt bereits über die Ufer
getre=
en, ſo daß größere Gebiete im Stadtteil Keſſelſtadt unter
Waſſer ſtehen.
* Frankfurt a. M., 9. März. Der Main iſt noch
im Steigen begriffen. Da jedoch vom Oberlauf
bei Biſchberg ein Fallen um 55 Zentimeter gemeldet wird,
erwartet man auch hier einen baldigen Rückgang.
* Duisburg, 9. März. Der Rhein iſt in den
letzten 24 Stunden um 1,11 Meter geſtiegen, ſeit
Sams=
tag um über 2 Meter. Der Innenhafen wurde heute früh
durch die Schleuſen abgeſperrt, ſo daß der Verkehr
einge=
ſtellt worden iſt. In den Ruhrorter Häfen haben einige
Kipper und Magazine ihre Betriebe eingeſtellt. Vom
Oberrhein wird ein weiteres Steigen des Waſſers
ge=
meldet.
* Dresden, 9. März. Die E lbe iſt infolge des Regens
der letzten Tage beträchtlich geſtiegen und ſteigt
noch weiter. Die unter der König Friedrich Auguſt=Brücke
hindurchführende Straße und die Terraſſe mußten
ge=
ſperrt werden. Der Pegelſtand beträgt 2,38. Für die
Nacht wird ein weiteres Wachſen um 20 Zentimeter
an=
geſagt.
Vom Balkan.
Ein öſterreichiſch=montenegriniſcher Grenzzwiſchenfall.
* Wien 9. März. Auf dem Metalkaſattel in
Bos=
nien, einem Gebiete, das zweifellos zu Bosnien gehört,
jedoch von den Montenegrinern als ſtrittig bezeichnet wird.
ſchoß eine montenegriniſche Abteilung auf
den öſterreichiſchen Grenzpoſten. Der
Grenz=
poſten erwiderte das Feuer, worauf ſich die
montenegri=
niſche Abteilung zurückzog. Verluſte ſind keine zu
ver=
zeichnen.
* Wien, 9. März. Zu dem
öſterreichiſch=
montenegriniſchen Zwiſchenfall meldet die
Neue Freie Preſſe: Die montenegriniſche Abteilung ſchoß
auf unſeren Grenzpoſten, worauf der öſterreichiſche Poſten
das Feuer erwiderte. Die Wiener Allgemeine Zeitung
ſtellt feſt, daß Metalka zur Monarchie gehört. Auch
Ser=
bien habe ſeinerzeit verſucht, dieſen Ort militäriſch zu
be=
ſetzen, habe jedoch auf Einſpruch von öſterreichiſch=
ungari=
ſcher Seiſte darauf verzichtet, da der Rechtstitel Oeſterreich=
Ungarns darauf unanfechtbar war.
* Serajewo, 9. März. Anläßlich des
Zwiſchen=
falles von Metalka richtete der montenegriniſche
Bezirkshauptmann an den bosniſchen Bezirksvorſteher von
Cajnica ein Schreiben, in dem er ſein Bedauern über
den Vorfall ausdrückt und einen Vorſchlag zur
Beilegung derſelben macht.
* Cetinje, 9. März. Nach den neueſten Meldungen
wurden bei dem Grenzzwiſchenfall bei Metalka
ein Montenegriner getötet, fünf verwundet,
darunter drei ſchwer. Ein Schwerverwundeter iſt
ge=
ſtorben.
* Cetinje, 9. März. Die montenegriniſche
Regie=
rung hat in der Angelegenheit des
Grenzzwiſchen=
falles bei Metalka, bei dem angeblich vier
Mon=
tenegriner getötet worden ſind eine Note an den
hieſi=
gen öſterreichiſch=ungariſchen Geſandten gerichtet.
* Cetinje, 9. März. Amtlich wird bekannt gegeben,
daß nach ergänzenden Berichten der Bezirksvorſteher von
Cajnica ſich geſtern vor dem Angriffe auf Sjenokos
nach Metalka begab und verlangte, daß die Montenegriner
Sjenokos verließen, da es zu Oeſterreich gehöre. Der
mon=
tenegriniſche Offizier weigerte ſich jedoch, indem er erklärte,
das Gebiet ſei montenegriniſch. Der Bezirksvorſteher
be=
gab ſich darauf auf öſterreichiſches Gebiet zurück und ließ
Sjenokos angreifen.
* Durazzo, 8. März. Im Laufe des heutigen
Tages empfingen der Fürſt und die Fürſtin von
Albanien zahlreiche Deputationen aus dem Innern
des Landes und Abordnungen ausländiſcher
Albaneſen=
kolonien. In der Stadt herrſchte auch heute Feſtſtimmung.
Eine zahlreiche Menſchenmenge durchzieht die Straßen
unter Abſingen von nationalen Liedern und unter
Hoch=
rufen auf den Fürſten. Am Abend war die Stadt wieder
illuminiert. — Wie aus Skutari berichtet wird, trifft
am Dienstag eine aus 500 Miriditen und Maliſſoren
be=
ſtehende Deputation unter Führung des Erzbiſchofs
Se=
reggi in Durazzo ein.
* Durazzo, 9. März. Der Fürſt von
Alba=
nien hat Turkhan Paſcha das Amt des
Miniſter=
präſidenten angeboten. Turkhan kündigte ſein Eintreffen
in Durazzo für den 12. März an.
* Sofia 9. März. Ueber die Ergebniſſe der
Wahlen in den Bezirken der Städte liegen ziemlich
ge=
naue Berichte vor. Die Regierung erlangt in dieſen
Be=
zirken eine große Mehrheit. Die ſozialiſtiſche Partei
er=
litt eine Niederlage; dagegen erſcheint es ſchon als ſicher,
daß die demokratiſche und die nationale Partei eine
Ver=
ſtärkung erfahren und in der neuen Sobranje beſſer
ver=
treten ſein werden als in der letzten. Die endgültigen
Er=
gebniſſe werden erſt morgen bekannt.
* Konſtantinopel, 9. März. Der Frieden
zwiſchen der Türkei und Serbien iſt heute
ge=
ſchloſſen worden.
* Athen, 9. März. Der Metropolit von
Ko=
nitza. Mitglied der revolutionären Regierung im
Nord=
epirus, iſt von der griechiſchen Polizei verhaftet
worden.
Aus Mexiko.
* Waſhington, 8. März. Staatsſekretär Bryan
hat den amerikaniſchen Konſularagenten in Chihuahua
beauftragt, ſich bei General Carranza zugunſten des
Ge=
nerals Terraza zu verwenden und darauf
hinzuwei=
ſen, daß die Sympathie und Toleranz Amerikas durch die
ingedrohte Hinrichtung verſcherzt werden.
* Veracruz, 9. März. Wie drahtlos aus
Tam=
pico gemeldet wird, haben die Rebellen Altamira
ge=
ſchlagen, der ſich nach Tampico zurückgezogen hat. Der
britiſche Kreuzer „Hermione”, der deutſche Kreuzer
„Dresden” die Schlachtſchiffe der Vereinigten Staaten
„Connecticut” und „Minneſota” und das amerikaniſche
Lazarettſchiff „Solace” ſind eiligſt nach Tampico
abge=
gangen.
* Laredo (Texas), 9. März. Unbekannte Perſonen
brachten den Leichnam des in Mexiko getöteten
amerikaniſchen Untertanen Vergaras auf
texaniſches Gebiet und verſchwanden dann, ohne eine
Spur zu hinterlaſſen. Die Leiche weiſt zwei
Schußwun=
den im Kopfe und eine im Nacken auf; ſie zeigt außerdem
Spuren, die darauf hindeuten, daß Vergaras gefoltert
worden iſt.
* Waſhington, 9. März. Präſident Wilſon
und Staatsſekretär Bryan hatten eine längere Be=
ſprechung über die gewaltſame Zurückſchaffungder
Leiche Vergaras aus Mexiko nach Texas.
* Mexiko, 9. März. Huerta ſandte an alle
Be=
fehlshaber der Bundestruppen den Befehl, heute den
An=
grifffsfeldzug gegen die Rebellen zu
be=
innen. In den Telegrammen ordnet er gleichzeitig
an, die Ausländer zu ſchonen, und macht die
Befehls=
aber verantwortlich für die Nichtbeachtung des Befehls
* London, 9. März. Die Zeitungen melden aus
Waſhington, daß der britiſche Botſchafter die
Vermittelung des Staatsdepartements im Intereſſe zweier
Engländer namens Snyman und Roy in Anſpruch
ge=
nommen hat, deren Eigentum von den Konſtitutionaliſten
in Nordamerika vernichtet wird und deren Leben in
Gefahr iſt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 9. März. Der Kaiſer ſtattete heute vor
mittag dem Reichskanzler einen längeren Beſuch ab.
* München, 9. März. Die Bayeriſche Staatszeitung
ſchreibt zu den in den Reihen des
Kardinalkolle=
giums entſtandenen Lücken: Die öffentliche
Neinung Deutſchlands beſchäftigte ſich bereits mit der
Tatſache, daß die Katholiken des Deutſchen Reiches durch
en Tod des Kardinals von Kopp den letzten
Ver=
treter im Heiligen Kollegium verloren
hat. Es iſt dies ein Zuſtand, der, wie wohl nicht verkannt
werden kann, auf die Dauer wohl kaum haltbar erſcheint,
Ihm abzuhelfen, dürfte für den Heiligen Stuhl der
Ge=
genſtand ernſter Sorge ſein. Die kirchlichen Verhältniſſer
Deutſchlands im allgemeinen und des deutſchen
Katholi=
zismus im beſonderen wurden durch die bekannten
Er=
eigniſſe der neueſten Zeit verwickelter denn je. Die
Be=
rufung einiger Mitglieder des deutſchen Episkopats in
das Kardinalskollegium würde eine wertvolle Bürgſchaft
dafür bedeuten, daß die in Betracht kommenden wichtigen
Intereſſen Deutſchlands, ſoweit an ihnen der
Katholizis=
mus beteiligt iſt, an der maßgebenden kirchlichen Stellg
entſprechende Berückſichtigung finden. Auch andere
Stag=
ten und Länder legen mit Recht Wert darauf, ihre
a=
tionalität in dem heiligen Kollegium vertreten zu wiſſen
Es iſt darum zu wünſchen, daß dieſe Frage in nicht allzu
ferner Zeit einer den Intereſſen Deutſchlands
gerechtwer=
denden Löſung entgegengeführt wird.
* Stuttgart, 9. März. Das Königspaar macht
aut Schwäbiſcher Merkur am 23. und 24. März einen
Gegenbeſuch bei dem bayeriſchen Königspaar in München,
* Dresden, 9 März. Der König von Sachſen
empfing heute mittag in Gegenwart des Miniſters des
Aeußern den neuernannten preußiſchen
Geſand=
ten, Grafen v. Schwerin, in feierlicher Audienz zuk
Entgegennahme des Beglaubigungsſchreibens. Darauß
fand Frühſtückstafel ſtatt.
* Breslau, 9. März. Die Frau des Haushälters
Flemming fand, als ſie heute nachmittag nach Hauſe
zurückkehrte, ihren Mann, ihren 17jährigen Sohn und ihre
beiden Töchter im Alter von 15 bezw. 18 Jahren tot auf
Wiederbelebungsverſuche blieben ohne Erfolg. Es liegt
eine Vergiftung vor, vermutlich durch Pflanzengift, das
ſich der in einer Drogerie beſchäftigte Sohn zu verſchaffen
wußte. Es ſoll ſich um Mord bezw. Selbſtmord
handeln, der durch Familienzwiſtigkeiten veranlaßt wurde
* Paris, 9. März. Die Kammer hat das Deputierg
tenmandat des ehemaligen Polizeipräfekten von Paris
Lepine, nach=lebhaften Debatten, in deren Verlauf na
nentlich von den Sozialiſten gegen Lepine ſehr heftige
lngriffe wegen angeblicher Beſtechung und terroriſtiſchen
Vorgehen gerichtet wurden, für gültig erklärt.
* Paris, 9. März. Die 13 im Senat anweſenden
Mitglieder lehnten die neuen Vorſchläge des
Finanzminiſters Caillaux, betreffend die
Be=
ſteuerung des Einkommens aus der franzöſiſchen Rente,
ab. Die beiden abweſenden Mitglieder ſchloſſen ſich
die=
ſer Erklärung ſchriftlich an.
* Paris, 9. März. General Liautey iſt nach
Spanien abgereiſt.
* Paris. 9. März. Nach Blättermeldungen aus
Kon=
ſtantinopel hat der Finanzminiſter der türkiſchen
Natio=
nalbank 125000 Pfund zur Bezahlung der letzten Rate für
den Dreadnought „Reſchadieh” angewieſen
* Teheran, 9. März. Der Regent und die Regierung
überwieſen der Witwe des Majors Ohlſon
20000 Mark. Außerdem leitete ein Komitee eine
Samm=
lung ein, um der Witwe ein Haus anzubieten.
* Addis Abeba, 9. März. In der Provinz Tigre
brachen erneut die alten Fehden um die
Vor=
herrſchaft zwiſchen den Häuptern der Provinz Tigre
aus. Die Fürſten waren nach Addis Abeba berufen
wor=
den, um der Krönung Lidſch Jeaſſus beizuwohnen und ſich
wegen der ſchweren Anſchuldigungen zu verantworten,
welche die einen gegen die anderen gerichtet haben. Da
aber jedes Stammoberhaupt fürchtete, ſein Land auf Gnade
oder Ungnade einem anderen zu überlaſſen, brach eine
Fehde aus. Im erſten Kampfe ſchlug Dedſchas Gabre
Selaſſie von Adua den Ras Sebat von Adigrat, der in
der Schlacht getötet wurde. In dem zweiten Kampfe
wurde Dedſchas Gabre Selaſſie von Dedſchas Sium von
Makalle geſchlagen. Die Regierung von Addis Abeba
beauftragte den Ras Wolde Georgis von Amhara, ſich
nach Tigre zu begeben, über welche Provinz er die
Ober=
hoheit ausübt, um die Ordnung wiederherzuſtellen.
* Buenos=Aires, 9. März. Ueber die zu Ehren der
Offiziere und Mannſchaften der deutſchen
Kriegsſchiffe in Argentinien veranſtalteten
Feſt=
lichkeiten wird noch bekannt: Am 7. März nahmen
ie Mannſchaften abends an einem vom deutſchen
Krie=
gerverein veranſtalteten Gartenfeſte teil. Am 8. März
beſuchten ſie den deutſchen evangeliſchen und katholiſchen
Gottesdienſt. Danach wurden ſie bewirtet. Der Admiral
und die Offiziere folgten privaten Einladungen zu einem
Picknick in Tigre. Am 9. März fand eine Beſichtigung
der Gefrieranſtalt ſtatt. Mittags war Frühſtück, das der
Admiral den Spitzen der Behörden an Bord des
Linien=
ſchiffes „Straßburg” gab. Nachmittags wurde die deutſche
Kolonie an Bord der „Straßburg” eingeladen.
Erdbeben in Mitteldeutſchland.
* Plauen i. V., 9. März. Heute morgen 7 Uhr 10
Minuten wurde ein ſchwacher, aber deutlich
wahrnehm=
barer Erdſtoß in Unterſachſenberg verſpürt.
Die Kammerwahlen in Spanien.
* Madrid, 9. März. Bei den Kammerwahlen
ſiegten die Miniſteriellen in faſt allen Wahlbezirken. In
Madrid ſollen fünf Republikaner und drei Monarchiſten
gewählt worden ſein. Im Verlaufe der Zwiſchenfälle in
Torrox, Caſtellon und Valencia wurden zwei Gendarmen
und drei Wähler getötet, etwa dreißig Perſonen
ver=
wundet und insgeſamt 34 verhaftet.
* Madrid 9. März. Nach den bisher bekannt
gewor=
denen Wahlergebniſſen ünd 235 Miniſterielle, 75
berale von der Partei Romanones, 26 Liberale von der
atrtei Garzia Zrietos, 18 Republikaner und Sozialiſten
ſd 12 Anhänger Mauras gewählt worden.
Wetter.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 10. März:
Vor=
iygend trüb und wolkig, einzelne Regenfälle, weſtliche
Pirnde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Haben Hie das Neueſte geleſen?
2 Meine Frau trank Bioſon zur Stärkung und Blut=
En euerung bei Bleichſucht und hat damit den denkbar
getten Erfolg erzielt. Ausſehen und Appetit beſſerten
d ſehr raſch und ihr Allgemeinbefinden iſt jetzt ſehr
ur riedenſtellend. Bioſon iſt uns eine unerſchöpfliche
dlelle zur Stärkung des Körpers gegen die Unbilden
ſes Lebens geworden und gebührt ihm der erſte Platz
Untter den Nährmitteln, zumal es ſehr billig iſt. Bruno
öttcher, Bojanowo, Kreis Rawitſch (Poſen).
Unter=
ſrrift beglaubigt: 30. 9. 13. Hannemann, Kgl. Notar.
fötioſon, das Paket, mehrere Wochen ausreichend,
Mk. in Apotheken, Drogerien.
(III,6301
mückst Hezae.
Onnolise
von TÜRKRPABST
igeh in neuemong
e geedectee
VzKaen
Sppeldllich, praktusch
Gröhlich begrüßt man die erſten Knoſpen, und die
7 uralte Freude an der Natur treibi die Menſchen hinaus
aus der Enge der Häuſer. Grundſatz aber ſollte ſein, ſich
Tnicht nur mit Vorſicht zu kleiden, ſondern auch die em=
Spfindlichen Schleimhäute der Luftwege gegen krankhafte
Reizungen zu ſchützen, indem man einige von Fays
So=
dener Mineral=Paſtillen mit auf den Weg nimmt. Die
Paſtillen ſind angenehm im Geſchmack, bequem in der
Anwendung u. ſicher in der Wirkung. Man kauft ſie in
allen Apotheken, Drogerien ꝛc. für 85 Pfg. Doch achte man
ſtets auf den Namen Fay und auf den weißen amtlichen
Kontrollſtreifen des Bürgermeiſter=Amtes und des
Ge=
meinderates zu Bad Soden a. Taunus. (I,6293
Eine gediegene schöne
Braut-Ausstattung
ausgestellt.
Leinenhaus Becker
17 Wilhelminenstrasse 17.
(6346
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen inniggeliebten,
treu-
besorgten Gatten, unseren lieben Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager
und Onkel
(6290
VoNRNort2
Oberzahlmeister des Garde-Dragoner-Regiments (1. Großherzoglich
Hessisches Nr. 23), Ritter pp.
im 52. Lebensjahre durch einen sanften Tod von langem, schwerem Leiden
zu erlösen.
Darmstadt, den 8. März 1914.
Im Namen der Hinterbliebenen
in tiefer Trauer:
Frau Luise Roltz.
Die Einsegnung findet im Trauerhause Kiesstrasse Nr. 131 am Donnerstag, den 12. März,
nachmittags 3 Uhr, statt, die Beisetzung auf dem Darmstädter Friedhof.
Man bittet von Beileidsbesuchen abzuschen.
Statt besonderer Anzeige.
Die Geburt eines gesunden
Madels
V zeigen hocherfreut an
Dr. med. E. Grulich und Frau
Margarete geb. Esche.
(*6344
Statt beſonderer Anzeige.
Heute entſchlief ſanft und unerwartet nach
kurzem, ſchwerem Leiden mein geliebter Mann
Herr
Postdirektor Becker.
6297)
In tiefer Trauer:
Luise Becker geb. Foucar.
Friedberg (Heſſen), 8. März 1914.
Die Beiſetzung in Darmſtadt findet Mittwoch,
den 11. März, nachmittags 3 Uhr, von der
Friedhofskapelle aus, ſtatt.
Gottesdienſtliche Anzeige.”
Johanneskirche. Mittwoch, 11. März, abends
8 Uhr: III. Paſſionsandacht. Pfarrer Dingeldey.
Tageskalender.
Dienstag, 10. März.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende nach
10½ Uhr (Ab. A.): „Der lachende Ehemann”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Lichtbilder=Vortrag von Profeſſor Dr. Uhlig um
8 Uhr im Hotel „Zur Traube” (Kolonialgeſellſchaft)
Vortrag von Profeſſor Dr. Limmer um 8¼ Uhr im
großen phyſikaliſchen Hörſaal der Techniſchen Hochſchule.
Diskuſſionsabend der Fortſchrittlichen
Volkspar=
tei um 8½ Uhr im Hotel „Prinz Karl”.
Konzerte: Hotel Heß um 4 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender,
Mittwoch, 11. März.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 10 und 3 Uhr
in der „Ludwigshalle‟
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 10 Uhr zu
Eberſtadt, Mühltalſtraße 13.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Artil=
lerie=Kaſerne (Regt. Nr. 25).
Holzverſteigerung um 8½ Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Dut und Beriag. z. g. Wilſche Soluſhrnchert
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Mex Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
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her-
vor, von denen wir einige im Auszuge hier folgen lassen:
Kreisarzt Dr. med. R. in L. Unaufgefordert gebe ich Ihnen
die Erklärung ab, dass meine Erfahrungen am eigenen Körper, wie
bei meinen Patienten, mir seit 12 Jahren gezeigt haben, dass der
Bonifaciusbrunnen bei Gicht alle anderen Heilwässer weit an
Wirk-
samkeit übertrifft, Ich wende als Brunnen nur Bonifacius an.
Dr. med. R. in H. Der Brunnen macht nicht nur den Körper
frei und elastisch, sondern er übt auch auf das Gemüt und die
Stimmung einen günstigen Einfluss aus.
Dr. med. M. in E. Die Wirkung des Bonifaciusbrunnens gegen
die Gallensteine ist so ausgezeichnet, dass die Kolikanfälle nunmehr
ganz beseitigt sind. jedoch gehen seit dem Gebrauch des Brunnens
noch öfter Steine und deren Trümmer mit dem Stuhlgang ab.
Stadtarzt Dr. med. B. in N. Ich bin durch den vorjährigen
Gebrauch des Brunnens vollständig von meinem gichtisch
rheu-
matischen Leiden befreit worden.
(III,2430
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ſtattfinden, welche die Schülerinnen des
Seminars und die Kinder des Kindergartens
angefertigt haben.
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ſichtigung freundlichſt eingeladen.
Geöffnet von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends.
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Kranichsteinerstrasse 44.
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Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnuna vom 6. Mai 1907, den
Rad=
agrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
Uinzer Verſäumnis, wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Erempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1914
von heute ab bis 31. März 1914 an jedem Wochentage,
vormittags von 9—12 Uhr,
ei Großherzoglichem Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3 im Erdgeſchoß,
Zim=
ner Nr. 9, ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
cegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der obenerwähnten
8leit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die
Voraus=
ezungen hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung)
Arttrag auf Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnortes vorzubringen.
Befreiungsanträge, die nach dem 1. April 1914 geſtellt werden,
können keine Berückſichtigung mehr finden.
(4562a
Darmſtadt, den 17. Februar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
Verordnung, den Radfahrverkehr betreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden
ſall, hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriſtlich
ſoder mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 60 des Tarifes zum
Urkunden=
ſtempelgeſetz in der Faſſung der Bekanntmachung vom 24. März 1910 vorgeſchriebene
Ettempelabgabe für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
le utende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
taben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgaben.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1, gültig vom 1. April
tis 31. März des folgendes Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in
der Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen
Zzeitraum nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
en Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
erntrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
turten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19 . .".
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6om
foher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg D) und dahinter in 5 om hohen Ziffern
iſie Nummer der Radfabrkarte (§ 16). Die Nummern werden je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind,
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
ſlatte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
werden muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet
heerart zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die
Nummer=
lelatte wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen
Fahr=
hädern unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten
deer Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel
does Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal,
und zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im
Monat März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte
ſwei dem Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zzu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibk oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
hängſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der
Nummer=
platte anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und
Dem Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen andern Kreis, ſo. iſt das Rad bei dem Kreisamt, das=
Die Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
etztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
micht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
aandere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur
vorüber=
gehend überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen:
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht.
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum
Be=
ſuche der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der
Wohnung entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten:
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen. (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung pon der Stempelabgabe in
Anſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
dahingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
verwendet wird.
2 in den Fällen der Iiſer 2 der kehte Steuerzeilel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheini=
gung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß;
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern. das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Perſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecken beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auauſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 24. März 1910, Zuwiderhandlungen
gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin vorbehaltenen
allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in Gemäßheit des
§ 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft.
bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1800.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 35, 41, 49, 50, 53, 60, 90 erforderli hen Erlauhnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körverlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenige,
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritt
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2 Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 17. Februar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
S. V. Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft im Jahre 1914, insbeſondere Anträge auf
Zurück=
ſtellung und Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund
häuslicher Verhältniſſe ꝛc.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß diejenigen Angehörigen
von Militärpflichtigen oder Miltärpflichtige ſelbſt, welche glauben, die nachſtehend
ab=
gedruckten Vergünſtigungen des § 32,2 der W.=O. in Anſpruch nehmen zu können, ihre
desfallſigen Anträge alsbald und ſpäteſtens bis zum Erſatz=Geſchäft im
laufen=
den Jahr bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien vorzubringen haben, und wird
hierbei ausdrücklich darauf aufmerkſam gemacht, daß Anträge, weiche nach dem Erſat=
Geſchäft eingehen, keine Berückſichtigung mehr finden können, es ſei denn, daß die
Verhältniſſe, welche einen Antrag rechtfertigen, erſt nach dieſer Zeit eingetreten ſind.
Darmſtadt, den 11. Februar 1914.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatzkommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
ꝛc.
ꝛc.
Abdruck
2. Es dürfen vorläufig zurückgeſtellt werden:
a) die einzigen Ernährer hilfloſer Familien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern
oder Geſchwiſter:
b) der Sohn eines zur Arbeit und Aufſicht unfähigen Grundbeſitzers, Pächters
oder Gewerbetreibenden, wenn dieſer Sohn deſſen einzige und unentbehrliche
Stütze zur wirtſchaftlichen Erhaltung des Beſitzes, der Pachtung oder des
Gewerbes iſt:
c) der nächſtälteſte Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen, oder an den
er=
haltenen Wunden geſtorbenen, oder infolge derſelben erwerbsunfähig gewordenen
oder im Kriege an Krankheit geſtorbenen Soldaten, ſofern durch die
Zurück=
ſtellung den Angehörigen des letzteren eine weſentliche Erleichterung gewährt
werden kann;
d) Militärpflichtige welchen der Beſitz oder die Pachtung von Grundſtücken durch
Erbſchaft oder Vermächtnis zugefallen, ſofern ihre Lebensunterhaltung auf deren
Bewirtſchaftung angewieſen und die wirtſchaftliche Erhaltung des Beſitzes oder
der Pachtung auf andere Weiſe nicht zu ermöglichen iſt;
e) Inhaber von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, in welchen mehrere
Arbeiter beſchäftigt ſind, ſofern der Betrieb ihnen erſt innerhalb des dem
Militärpflichtjahre vorangehenden Jahres durch Erbſchaft oder Vermächtnis
zugefallen und deren wirkſchaftliche Erhaltung auf andere Weiſe nicht möglich
iſt. Auf Inhaber von Handelshäuſern entſprechenden Umfangs findet dieſe
Vorſchriſt ſinngemäße Anwendung:
k) Militärpflichtige, welche in der Vorbereitung zu einem beſtimmten Lebensberufe
oder in der Erlernung einer Kunſt oder eines Gewerbes begriffen ſind und
durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachteil erleiden würden.
g) Militärpflichtige, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben.
2.
Darmſtadt, den 11. Februar 1914.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft im Jahre 1914, insbeſondere Anträge auf
Zurück=
ſtellung und Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund
häuslicher ꝛe. Verhältniſſ.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf meine Bekanntmachung vom Heutigen in obigem Betreff
hin=
weiſe, beauftrage ich Sie zugleich, die aufgenommenen Reklamationsprotokolle, gehörig
vervollſtändigt und erläutert, ſtets alsbald hier vorzulegen. Sie wollen auch, ſoweit
tunlich, für die Verbreitung der Bekanntmachung in Ihren Gemeinden Sorge tragen
und namentlich ſolche Leute, von denen Ihnen aus eigener Erfahrung bekannt iſt, daß
ihre Verhältniſſe einen Antrag rechtfertigen, auf dieſelbe aufmerkſam machen.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
(4334a
Nummer 30.
Bekanntmachung.
Nachſtehende Polizeiverordnung vom 26. Auguſt 1910 wird wiederholt
veröffent=
licht. Genaue Beachtung derſelben wird dringend empfohlen.
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Polizei=Verordnung
vom 26. Auguſt 1910.
Auf Grund des Art. 78 der Kreis= und Provinzialordnung wird unter
Zu=
ſtimmung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung des Großherzoglichen Mini
ſteriums des Innern vom 23. Auguſt 1910 zu Nr. M. d. J. II 3715 für den Kreis
Darmſtadt folgendes verordnet:
§ 1. Der Zuzug fremdländiſcher Arbeiter, ihrer Frauen, Kinder und etwaigen
ſonſtigen Begleiter iſt vor der Ankunft unter Angabe ihrer Zahl der
Ortspolizei=
behörde des Beſchäftigungsortes von dem Arbeitgeber oder ſeinem Stellvertreter
ſchriftlich anzuzeigen. War die Anzeige vor der Ankunft nicht möglich, ſo iſt ſie ſofort
bei dem Eintreffen der obengenannten Perſonen an ihrem Beſtimmungsort, ſpäteſtens
aber binnen 24 Stunden darnach, der Ortspolizeibehörde zu erſtatten. Die Anzeige
ſoll Namen und Heimatſtaat der Zugezogenen enthalten.
Die Ortspolizeibehörde iſt zur ſofortigen Mitteilung an das Großh.
Kreis=
geſundheitsamt verpflichtet. Bei Krankheitsverdacht hat die Mitteilung telephoniſch
oder telegraphiſch zu geſchehen.
§ 2. Die Zugezogenen ſind verpflichtet, auf Ladung der Ortspolizeibehörde zur
Unterſuchung durch den Großh. Kreisarzt zu erſcheinen. Säumige werden polizeilich
vorgeführt. Der Arbeitgeber oder ſein Stellvertreter hat die für das Erſcheinen im
Unterſuchungstermin erforderliche Zeit zu gewähren.
Diejenigen Perſonen, die ſich über eine in den letzten zehn Jahren
vorausge=
gangene erfolgreiche Impfung oder über eine überſtandene Blatternerkrankung nicht
ausweiſen können, werden im Unterſuchungstermin geimpft. Der Unterſuchungstermin
ſoll in der Regel am Beſchäftigungsorte ſtattfinden, wenn nicht unverhältnismäßige
Koſten hierdurch entſtehen. Wer ſich der Impfung entzieht, oder ſich weigert, die
Impfung vornehmen zu laſſen, hat die ſofortige Ausweiſung aus dem Großherzogtum
zu gewärtigen.
In dem Termin werden die Zugezogenen gleichzeitig auf das Vorhandenſein der
ägyptiſchen Augenkrankheit hin unterſucht und die notwendigen Maßnahmen getroffen.
§ 3. Jeder Geimpfte muß in einem zweiten Termin dem Großh. Kreisarzt zur
Nachſchau vorgeſtellt werden, falls ein ſolcher beſtimmt wird. Die Vorſchrift des § 2
Abſ. 1 Satz 3 findet entſprechende Anwendung.
§ 4. In dem in § 2 erwähnten Unterſuchungstermin ſoll eine Namensliſte unter
Angabe der Geburtstage oder wenigſtens des ungefähren Alters der vorgeführten
Perſonen von dem Arbeitgeber oder deſſen Stellvertreter dem Großh. Kreisarzt
vor=
gelegt werden.
§5. Die Koſten derUnterſuchung und Impfung werden auf die Polizeikaſſe übernommen.
§ 6. Die nach Art. 89 des Polizeiſtrafgeſetzes vorgeſchriebenen Anmeldungen,
ſowie die nach anderen Beſtimmungen beſtehenden Verpflichtungen zur Anzeige des
Arbeitsantritts bleiben unberührt.
§ 7. Arbeitgeber oder deren Stellvertreter, welche die in §§ 1—3 dieſer
Ver=
ordnung angeordneten Aufſichtsmaßregeln verletzen, werden, ſofern nicht eine
Be=
ſtrafung aus § 327 des Reichsſtrafgeſetzbuches zu erfolgen hat, mit Geldſtrafe von
1—30 Mark beſtraft.
§ 8. Die vorſtehenden Vorſchriften treten mit dem Tag ihrer Veröffentlichung
im Amtsverkündigungsblatt in Kraft. Mit dem gleichen Tage iſt die Polizeiverordnung
vom 9. Juni 1908, betreffend das Auftreten von Blatternerkrankungen unter
fremd=
ländiſchen Arbeitern, aufgehoben.
(5064iii
Bekanntmachung.
Am 2., 3., 5., 9., 10., 13., 16., 17., 20., 23., 24., 27., 30. und 31. März 1914, von
8 Uhr vormittags bis zum Eintritt der Dunkelheit, wird Schießen mit ſcharfer
Munition=
von Truppenteilen des XVIII. Armeekorps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten
werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtliche
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
(5340a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die Firma Wolf Strauß dahier plant die Herſtellung eines
Anſchluß=
gleiſes an das Induſtriegleis der Stadt Darmſtadt an der
Gräfenhäuſer=
ſtraße Nr. 75.
Der Plan der Anlage liegt in der Zeit von Dienstag, den 10. bis einſchließe
lich Dienstag, den 17. d. Mts., auf dem Stadthauſe dahier zur Einſicht der
Intereſſenten offen.
Einwendungen gegen den Plan ſind innerhalb dieſer Friſt bei Meidung des
Ausſchluſſes ebenda vorzubringen.
Darmſtadt, den 6. März 1914.
(6273
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Der Vertrieb der Loſe der 1. Klaſſe der 5. Preußiſch=Süddeutſchen (231. König.
lich Preußiſchen) Klaſſenlotterie beginnt am 5. Juni 1914 und die Ziehung der 1. Klaſſe
dieſer Lotterie findet am 10. und 11. Juli 1914 ſtatt.
(6333
Die bei Berechnung der Lieferungen für die Armee zugrunde zu legenden
Durchſchnittsmarktpreife im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Februar 1914 für
Hafer 18 Mk., für Heu 7 Mk., für Stroh 5 Mk. pro 100 Kilo betragen.
(6334
Straßenſperre.
Wegen Vornahme von Straßenaufbrucharbeiten wird die Durchfahrt am Stein
heimer Torturm zu Seligenſtadt vom 9. März ab auf die Dauer von 8 Tagengen
ſperrt. Der Durchgangsverkehr in der Richtung von Nord nach Süd wird von
Kilo=
meterſtein 226 ab weſtlich durch die Grabenſtraße bis zur Kreisſtraße nach Offenbach
geleitet.
Die aufgeſtellten Warnungstafeln ſind zu beachten.
Offenbach, den 4. März 1914.
Großherzogliches Kreisamt.
Lochmann.
(6335
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dachshund. Die Hunde können von den
Eigen=
tümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
(6285
vormittags 10 Uhr, ſtatt.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Eckhardtſtraße zwiſchen der Liebfrauenſtraße und dem Rhönring
vom 10. März bis zum 1. April ds. Js. für den Fuhrwerks= und
(6283
Radfahrverkehr geſperrt.
Oeffentliche Impfung.
Mittwoch, den 25. Februar und die vier folgenden
Mitt=
woche, nachmittags von 2—4 Uhr unentgeltliche Impftermine im
Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr impfpflichtige,
bis jetzt noch nicht geimpfte Kinder.
Angeordnete Wiederimpfungen werden in dieſen Terminen
ebenfalls vorgenommen.
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der
ge=
ſetzlichen Strafe.
Nachſtehende Verhaltungs=Vorſchriften werden zur Beachtung
bekannt gegeben:
Aus einem Hauſe, in welchem anſteckende Krankheiten, wie
Scharlach, Maſern, Diphtherie, Krup, Keuchhuſten, Flecktyphus,
roſen=
artige Entzündungen oder die natürlichen Pocken herrſchen, dürfen die
Impflinge zum allgemeinen Termine nicht gebracht werden.
Die Eltern des Impflings oder deren Vertreter haben dem
Impfarzte vor der Ausführung der Impfung über frühere oder noch
beſtehende Krankheiten des Kindes Mitteilung zu machen.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
(4992a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
Autzholz=Verſteigerung Nr. 12.
(Stadtwald.)
Freitag, den 13. März I. J., vormittags 9 Uhr,
ſollen in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier 1. aus der
Forſt=
wartei Heiligkreuz, Abteilung Weidenlache 8 und 9, Nachtweide 45
(Forſtwart Hofmann), 2. aus der Forſtwartei Beſſunger
Laub=
wald, Abteilung Franzoſenberg 12 und 14, Steckertswieſenſchlag 28,
Dieterſchlag 2, 3 und 4, Ständige Weide 19, Wüſteberg 16 (Förſter
Lehr) = 539,01 im Nutzholz verſteigert werden, und zwar:
Stämme:
Eichen I. Kl. 3 St. — 7,24 fm
II. „ 3 „ — 4,56 „
III. „ 8 „ — 7,81 „
IV. „ 15 „ — 7,71 „
V. „ 25 „ — 8,25
VI. „ 46 „ — 8,59
Eſchen VI. „ 38 „ — 3,19 „
Buchen II. „ 1 „ — 1,15
III. „ 36 „ = 38,11
IV. „ 19 „ — 12,58
Kiefern IV. „ 5 „ = 2,23
LärchenIV. „ 7 „ — 6,81
V. „ 118 „ — 34,17
Fichten II. „ 1 „ — 1,58
III. „ 4 „ — 4,25
IV. „ 9 „ — 7,67
V. „ 282 „ — 82,85
Derbſtangen:
Eſchen I. Kl. 77 St. — 3,81 fm
Fichten I. „ 179 „ — 13,80 „
II. „ 860 „ — 25,39 „
Reisſtangen:
Fichten I. Kl. 1471 St. — 12,03fm
II. „ 265 „ — 0,66 „
Nutzſcheiter:
337 rm Eichen
5 „ Buchen
Das Holz trägt in der Forſtwartei Heiligkreuz die laufend
Nummern 1342 bis 1846, in der Forſtwartei Beſſunger Laubwa
1 bis 1875 und iſt ſämtlich an gut fahrbare Wege gerückt. Un
ſtrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Die Nutzſchei
in Weidenlache 8 und 9 ſind durch blaues A beſonders gekennzei
net. Stammholzverzeichniſſe werden an größere Abnehmer durch
obengenannten Forſtwarte abgegeben.
(5677m
Darmſtadt, den 2. März 1914.
roßh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Oel=Lieferung.
Die Anlieferung von ca. 8000 kg
Fußbodenöl ſoll vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
30, Zimmer Nr. 9, offen und
wer=
den nach auswärts nicht abgegeben.
Angebote ſind bis Montag, den
16. März 1914, vormittags
10 Uhr, einzureichen. (6365im
Darmſtadt, 9. März 1914.
Stadtbauamt.
Bekanntmachung.
Die am 5. und 6. März I. J.
im Domanialwald Frankenſtein
abgehaltenenHolzverſteigerungen
ſind genehmigt.
Die Abfuhrſcheine werden von
Samstag, den 14. ds. Mts.
an bei den betr. Kaſſenſtellen
aus=
gegeben.
(6277
Ueberweiſung und erſter
Ab=
fahrtag Montag, 16. März 1. J.
Eberſtadt, 6. März 1914.
Großh. Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.
HASSIA
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Uendelstadtstr. 26
Telephon 1679.
(4733a
Schrei bmaschinen-
Arbeiten
Diktate
in separatem Raum
Verviel fältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
schne II-sauber
diskret-biIlig.
Achtung
Wirte!
1 franz. Billard,
1 Orcheſtrion
1 Grammophon mit Einwurf
zu verkaufen. Näh. Phil. Spilger,
Bismarckſtraße 27.
(6281
billig
2 große Arbeitstiſche abzug
*6257) Riegerplatz 8 (Laden).
1 Gaslüſter
(5flammig)
billig abzugeben. Näheres Expe=
(6289imd
dition ds. Bl.
Achtung!
1 Wirtstiſch8 M., ſehrg. erh.
Kinder=
wag. 7 M., weg. Platzmang. abzug.
*6313) Kaupſtr. 49, Hth., 2. St. r.
Aufforderung.
Die Witwen von Hofmarſtallbedienſteten, welche bei der am
20. April d. J. ſtattfindenden legatmäßigen Zinſenverteilung der
„Stiftung des Großh. Oberſtleutnants a. D. Karl von Kreß zum
An=
denken an ſeinen Sohn Fritz von Kreß” Berückſichtigung finden wollen,
werden hierdurch aufgefordert, ſich, unter Vorlage eines Zeugniſſes
des einſchlägigen Ortsgerichts über Würdigkeit und Bedürftigkeit
längſtens bis zum 20. März d. J. ſchriftlich oder verſönlich bei uns
zu melden.
Darmſtadt, den 6. März 1914.
(6291f
Großherzogliches Hofmarſtall=Amt.
Ried
herr zu Eiſenbach.
Stammholz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 12. März I. J., vorm. 10 Uhr
anfangend, werden im Spachbrücker Gemeindewald, Diſtrikt Mark,
verſteigert:
Stämme, Eichen: 1 St. II. Kl., 0,79 fm
5 „ III.
3,28
IV.
3,75
6
0,64
Stämme, Kiefern: 1 „ III.
19,38 „
26 „ IV.
V.
4,24
Stämme, Lärchen: 3
1,84
Derbſtangen, Fichten: 774
32,68
Die Zuſammenkunft findet bei Gaſtwirt Heberer bei Station
Meſſel ſtatt.
Spachbrücken, den 4. März 1914.
(6144gi
Großh. Bürgermeiſterei Spachbrücken.
I. V.: Illert, Beigeordneter.
Stammholz-Verſteigerung.
Montag, den 16. März I. J., vormittags 9 Uhr
werden im Gundernhäuſer Gemeindewald verſteigert:
Stämme:
Derbſtangen:
Eichen II. Kl. 3 St. — 4,16fm 1 Eſchen
11 St. — 0,49 fm
III. „ 6 „ — 5,45 „ 1 Lärchen
2 „ — 0,23 „
IV. „12 „ — 7,42 „ 1 Fichten 743 „ — 43,75
V. „ 2 „ — 0,45 „ 1 Tannen
32 „ — 1,84 .
VI. „ 1 „ — 0,35 „
Reisſtangen:
KiefernII.-IV. „ 44 „ = 29,48 „
Ulmen
2 „ — 1,19 „
Fichten 333 St. — 3,16 „
Ahorn
1 „ — 0,28 „
Lärchen
31 „ — 10,31 „
Fichten
210 „ — 82,86 „
Die Zuſammenkunft iſt auf der Herrnwieſenſchneiſe am
Ein=
gang des Waldes.
(6292im
Gundernhauſen den 9. März 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.
ie wegen ihrer günſtig. Gewinn=
Ausſichten ſo ſehr beliebten
Gießener Pferde=Loſe
à Mk. 1.— (5082a
ſind bei allen Loſe=Verkäufern zu
haben. Ziehung am 26. März d. J.
Hochelegante
Mahagoni=Einrichtung, beſt. aus
Diwan mit Spiegel=Umbau und
Seitenſchränken, 2 Seſſeln, Tiſch,
2 Stühle, Prunkſchr. mit Spiegel,
Damenſchreibtiſch mit Seſſel und
dazu paſſend. Gardinen,
verände=
rungshalber ſpottbillig abzug.
*6307) Alexanderſtr. 3, 1. St.
Umzugshalber zu verkauf.:
Küchenbüf. 10 M., Gasherd 8 M.,
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Herr Hauptlehrer Hiller aus Bielau schreibt:
Seit mehr als 12 Jahren litt ich an Atemnot.
Dies wurde immer schlimmer, so dass ich ein
Lungenleiden befürchtete. Ich musste den grössten
Teil der Nacht sitzend im Bette zubringen.
Husten und Nachtschweiss machten mich so
matt, dass ich kaum meine Glieder schleppen
konnte. Alle möglichen Mittel wurden versucht
— aber helfen konnte mir keines. — Da wandte
ich mich an Sie. Ich führte die Kur so gut
ich konnte durch und erzielte bald Besserung,
die immer weitere Fortschritte machte — bis
ich jetzt vollständig geheilt bin. Ich bin ein
neuer gesunder Mensch geworden und spreche
Ihnen meinen herzlichsten Dank aus.
Herr Nik. Fertsch aus Maroldsweisach schreibt:
„Ich litt an heftigen Asthma-Anfällen, chron.
Bronchial- und Luftröhrenkatarrh und hatte schweren
Husten. Nichts wollte helfen, Ich besuchte
Krankenhaus und Sanatorium ohne Erfolg. —
Da las ich von Ihrer Kur und begann dieselbe.
Nach 3 Wochen hatte ich schon schöne
Besse-
rung und nach einigen Monaten war ich
voll-
ständig gesund. — Ich finde nicht Worte
ge-
nug” etc. etc.
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hervorgegangenen Aſſeſſor aus und erläuterte ſie, darüber
ſelber warmwerdend, durch ſo viel lebhafte Schilderungen,
daß das halbe Warteſtündchen ſich über mehr als ſechzig
Minuten ausdehnte und Lotte beim händereichenden
Ab=
ſchiednehmen den Doktor juris Hans Bauer inwendig
ebenſo genau wie auswendig kannte.
Wieder ein paar lange Wartetage und dann ein
pfarr=
amtlicher Brief, diesmal jedoch nur mit einer Nachnahme
von zehn Pfennigen belaſtet: Katzenloch, das ſich am
mei=
ſten beeilt hatte, wußte nichts zu melden, als daß ein
Gottfried Kaſimir Arnold weder in den Kirchenbüchern
noch in den alten Einwohnerliſten zu finden ſei.
(Wüſtehauſen ließ ſich mehr Zeit, aber auch ſeine
Ant=
wort beſchwerte, als ſie endlich eintraf, das ſorgfältig
ge=
führte Unkoſtenkonto der Erbſchaft nur mit einer Ausgabe
von zehn Portopfennigen; der geſuchte Urgroßonkel
Gott=
fried Kaſimir war dort ebenfalls unbekannt. Dagegen
zeigte ſich dieſem unerfreulichen Schriftſtück noch ein
an=
derer nichtamtlicher Brief eingelegt, in dem ein „ergebenſt
unterzeichneter Peter Lämmermann, Schullehrer und
Kan=
tor in Wüſtehauſen” ſich erbot, gegen eine Entſchädigung
von zehn Mark nebſt Portoauslagen in den fünf übrigen
Dörfern der Umgegend dem beſagten Gottfried Kaſimir
Arnold ſorgfältig nachzuforſchen.
Mizzi war wie immer ſchnell fertig mit ihrer Anſicht:
Natürlich, da ſchickt man ihm gleich das Geld, worin ihr
die beſonnenere Lotte durchaus nicht ohne weiteres
bei=
pflichten konnte.
Ueber zehn Mark ganz aufs ungewiſſe hin und
viel=
leicht ganz umſonſt ausgeben? Nein, das muß wenigſtens
erſt richtig überlegt werden. Und mit wem hätte man —
das heißt Lotte Arnold — richtiger und beſſer überlegen
können, als mit ihm, der genau wußte, daß Mama Arnold
und ihre drei Mädel jede unnütze Ausgabe vermeiden
mußten — dem Rechtsanwalt Hans Bauer nämlich?
Wie ſtets, rechtfertigte er auch das in ihn geſetzte
Vertrauen, indem er die zwei Wüſtehauſener Schriftſtücke
ſorgfältig durchlas und prüfte, ehe er ſeine Meinung und
ſeinen Rat äußerte.
Beide Briefe ſind bis auf die Unterſchrift von einer
Hand verfaßt: der unterzeichnete Pfarrer ſchätzt alſo
ſei=
nen Kantor als intelligenten Ehrenmann, und deshalb
dürfen auch wir ihm unſer Vertrauen ſchenken, denke ich.
Den Urgroßvater Gottfried Kaſimir müſſen wir
unbe=
dingt haben, Fräulein Arnold. Setzen wir ihm alſo den
intelligenten Peter Lämmermann auf die Fährte und
freuen wir uns, wenn wir ihn ſo billig kriegen können.
So wurden die geforderten zehn Mark an Peter
Lämmermann abgeſandt, ihre Zahl auf dem
Unkoſten=
konto der Erbſchaft gebucht, und wieder kamen Wartetage,
bis der Beginn der nächſten Woche den erſten Bericht
des eifrigen Kantors brachte; in zweien der Dörfer wußte
weder die geſchriebene noch die mündliche Chronik etwas
von Gottfried Kaſimir.
Seht Ihr’s, das iſt die Dreizehn! Er kann ihn nicht
finden, und wir kriegen nichts, prophezeite Mama Arnold
klagend.
Auch von ſeinen nächſten beiden
Rekognoszierungs=
gängen hatte Peter Lämmermann zu ſeinem tiefſten
Be=
dauern nur einen negativen Erfolg zu vermelden, ſeine
ganze Hoffnung ſetzte er, wie ein Spieler auf die letzte
Karte, nun auf Hinterberg, das fünfte und zugleich größte
und weiteſtbelegene Dorf, für deſſen Erforſchung er den
nächſten ſchuldienſtfreien Nachmittag verwenden wollte.
Könnte er ſich denn nicht einmal zwiſchendurch
Ur=
laub nehmen? ſagte die nachgerade brennend ungeduldig
gewordene Mizzi, mit dem Füßchen ſtampfend.
Aber der pflichtgetreue Peter Lämmermann nahm
ſich keinen Urlaub, ſondern verzögerte ſeine Promenade
nach Hinterberg gewiſſenhaft bis zum nächſten Mittwoch.
Lotte lachte mit. Wie immer, wenn ſie ſich mit dem
Doktor Hans Bauer beſprach, verſchwand alles, was von
SSorge und Aerger in ihr war, währenddeſſen wie durch
Zauber irgendwohin in eine weite Ferne. Ohne langes
Beſinnen ſprach ſie darum auch ihre Zuſtimmung aus,
aals er an die heute ziemlich raſch beendete juriſtiſche
Be=
fſprechung einen privaten Vorſchlag anknüpfte.
Meine Sprechſtundenzeit iſt vorüber, eine Störung
lvon außenher alſo nicht mehr zu befürchten, Fräulein
Arnold. Wie wäre es, wenn Sie noch ein wenig, ſagen
twir ein halbes Stündchen, hier blieben? Ich ließe Ihnen
rdann unterdeſſen die beiden neuen Schriftſtücke draußen in
rmeiner Schreibſtube ſogleich anfertigen, ſo daß Sie wegen
deren Abholung nicht morgen einen Extraweg zu machen
brauchten.
Ja, weshalb hätte die praktiſch veranlagte Lotte
die=
ſen praktiſchen Vorſchlag zurückweiſen ſollen? Sie tat
es, wie geſagt, nicht und hatte dann noch nebenher die
Ge=
nugtuung, daß ſie dies Warteſtündchen keineswegs als
eine langweilige, verlorene Zeitſpanne betrachten mußte.
Denn nicht nur, daß Hans Bauer fürſorglich ein paar
intereſſante Zeitſchriften als Lektüre vor ſie hinlegte, ehe
er hinausging, um ſeinem Schreiber die erforderlichen
Angaben zu diktieren — er kehrte auch nach faſt
wunder=
bar knapper Friſt zurück, um ihr das weitere Warten durch
Unterhaltung zu kürzen. Zwar durchwanderten ſie heute
dabei nicht wieder den Garten, dafür aber kramte er
aller=
hand ſehenswerte Erinnerungszeichen aus den Jahren
ſei=
nes Stufenganges vom neugebackenen Studio und
Bur=
ſchenſchafter bis zum friſch aus dem großen Staatsexamen
Die Erbſchaft.
Roman von Adeline Genke.
(Nachdruck verboten.)
115
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von Dr. Oetker’s „Backin”, 1 Teelöffel voll Zimt, 1
Meſſer=
das echte Dr. Oetker’s Backpulver iſt 100millionenfach bewährt, und
ſpitze voll gemahlene Nelken, 50 g Sukkade, 125 g Korinthen,
3 Eßlöffel voll (50 g) Kakao, ½ bis ¼ Liter Milch.
Zubereitung: Die Butter rühre ſchaumig, gib Zucker,
Eigelb, Milch, Mehl, dieſes mit dem „Backin” gemiſcht, hinzu.
Dr. Oetker’s Rezepte
und zuletzt den Kakao, die Korinthen, Sukkade, Zimt, Nelken
und den Eierſchnee. Fülle die Maſſe in die gefettete Form
ſind in der eigenen Verſuchsküche der Fabrik ſorgfältig ausprobiert. Daher
und backe den Kuchen in rund 1½ Stunden. (II,6304
Anmerkung: Man gibt zu dem Teig ſoviel Milch, daß er dick vom
die ſtändig wachſende Vorliebe der Hausfrauen für Dr. Oetker’s Fabrikate!
Löffel fließt.
Dafür aber glich ſein am Freitag morgen eintreffender
Brief einer wahren Triumphfanfare: Gottfried Kaſimir
Arnold war gefunden! Gefunden in Hinterberg, wo er
bei Lebzeiten ebenfalls das angeſehene Amt eines
Schul=
meiſters innegehabt, mit ſeiner Ehefrau vier Kinder
er=
tzeugt, von denen leider drei im zarten Alter wieder
verſtor=
ben; und in Hinterberg hätten auch er und ſeine auf
Erden zurückgelaſſene Witwe das Zeitliche geſegnet. Der
von dem Ehepaar hinterbliebene einzige Sohn Johann
Kaſimir Arnold habe dann einige Zeit „ohne ſonderlichen
Erfolg in ſeinem Heimatsort das Geſchäft eines
Kauf=
manns betrieben und ſei ſchließlich nach der
nahebelege=
nen Amtsſtadt Vorberg übergeſiedelt, wo er dem
Ver=
nehmen nach eine vermögende Brauerstochter geehelicht
und in den fünfziger Jahren des vergangenen Säkulums
des Totes verblichen ſei.
So war denn dank der Rührigkeit und Findigkeit
des Wüſtehauſener Kantors die Kette der zu beweiſenden
tatſächlichen Verwandtſchaft zwiſchen den Vorberger
Erb=
laſſern und Mama Arnold und ihren drei Mädeln
end=
lich bis auf das letzte Glied geſchloſſen. Selbſt der
Dok=
tor juris Bauer äußerte ein anerkennendes „
Donner=
wetter” als er die Mitteilung empfing, und dem
intelli=
genten Peter Lämmermann ward dieſe Anerkennung in
etwas veränderter, gebräuchlicherer Form ſchriftlich
mit=
ſamt den berechneten Portoauslagen übermittelt.
Nun hatte man feſten Boden unter den Füßen; für
die Erlangung der noch fehlenden Dokumente konnte man
beſtimmte Angaben machen, denen zufolge die
Pfarr=
ämter Hinterberg und Vorberg nach der üblichen Friſt
denn auch ihre Schuldigkeit taten. Zweimal nacheinander
brachte der freundliche Briefträger die jetzt ſchon
wohl=
bekannten großen gelben Kuverte mit dem
Nachnahme=
vermerk ins Haus, und mit den verſchiedenen Portogro=
ſchen ſchrieb Lotte mit unwillkürlichem Seufzen auch
wieder eine Anzahl Markſtücke auf das Unkoſtenkonto der
Erbſchaft.
Trotzdem war es ein erhebendes Moment, als die
teuer erworbenen Beweisurkunden zu einem kleinen Stoß
aufeinandergeſchichtet ſämtlich dalagen, als Lotte nach
ihrer Rückkehr vom Bureau des Rechtsanwalts Bauer
von dem großen Aktenbogen die juriſtiſch ſtiliſierten Sätze
vorlas, mit denen Mama Arnolds und ihrer drei Mädel
Geſuche um Auslieferung der Erbmaſſe erneuert und auf
die vollzählig beigefügten rechtskräftigen Beweiſe Bezug
genommen wurde.
Es war ein großer Moment, als Mama Arnold mit
zitternden Fingern die Feder anſetzte und ihren Namen
unter das koſtbare Schriftſtück kritzelte, an das ſich ſo viele
Hoffnungen und Sorgen knüpften. Als ſie mit gefalteten
Händen und einem jedesmal innerlich geſprochenen
Segens=
wunſch ihren Dreien zuſah, wie ſie eins nach dem andern
unterzeichneten: Thea mit ihrer ebenmäßigen,
ſchönge=
ſchwungenen Lehrerinnenſchrift, Lotte in feſten Zügen
ohne jedes ſchmückende Beiwerk, und Mizzi mit den auf
dem Kontor geübten korrekten Zeichen, die zum Schluß
plötzlich in einen übermütigen Schnörkel ausliefen.
Selbſt die Ausführung der Adreſſe: „An das
Her=
zogliche Amtsgericht Vorberg” mitſamt dem Vermerk
„Eingeſchrieben” überwachte die kleine Frau Regiſtrator
mit ängſtlichen Augen, und als das große, ſchwere Kuvert
mit den aufgeklebten und ſofort gewiſſenhaft im Konto
notierten vier Stück Zehnpfennigmarken endlich poſtfertig
dalag, ſchlug ſie heimlicherweiſe darüber ein Kreuz, ohne
doch durch dieſe Vorſichtsmaßregel völlig beruhigt und
ihrer ſorgenden Zweifel ledig geworden zu ſein.
Ach Gott, wenn ſie es uns nun doch nicht gäben!
Wenn ſie irgend etwas dagegen einzuwenden hätten!
Was denn wohl auch, wenn ein ſo tüchtiger
Rechts=
anwalt die Sache für uns betrieben hat, Mutter? rief
Lotte gereizt und für den Doktor Hans Bauer beleidigt,
Ganze lange hatte er beim heutigen Abſchiednehmen ihre
Hand gehalten mit einem frohen: Ich denke, wir werden
uns zum Erfolg gratulieren dürfen, Fräulein Arnold,
Und da ſtellte ſich die Mutter nun ſo! Wirklich, ſie wat
doch ſchon recht kindiſch.
Und mehr noch ſprühte es in Mizzis Braunaugen
Die ſoeben vernommenen Zweifel riefen ihr mit
unange=
nehmer Deutlichkeit die Einwendungen und Warnungen
ins Gedächtnis, die der vorſichtige Heinrich Gruber ihrem
Triumph neulich entgegengehalten hatte; wie ein
verdun=
kelnder Schatten ſchlichen ſie heran und ſtachelten ſie zu
empörtem Trotz und verſtärktem hochmütigen
Wider=
ſpruchsgeiſt. Heinrich Gruber recht behalten? Niemals
Einfach unlogiſch iſt’s, was Du ſprichſt, Mutter! rief ſie
geringſchätzig. Wenn wir uns als verwandt und damiß
erbberechtigt legitimieren, muß man uns auch die Erbſchaft
aushändigen.
Jedoch, was fragte Mama Arnold nach Logik, wenn
ihr ängſtlich ſorgendes und ſchwarzſehendes Gemüt in
Mitleidenſchaft gezogen war. Aber die Dreizehn!‟ Die
Dreizehn hat dabei geſtanden, beharrte ſie weinerlich.
Mutter, dieſer Aberglaube iſt wirklich kindiſch, und
Du ſollteſt doch endlich von ihm laſſen, rügte Thea in
einem etwas ſchulmeiſterlichen Ton. Das feinironiſche
Lächeln, mit dem Doktor Helldorf ſolche an anderen
be=
obachtete kleine Schwächen zu geißeln pflegte, ward ihrem
inneren Blick gegenwärtig, und faſt ſchämte ſie ſich in
dieſem Augenblick der törichten Mutter.
(Fortſetzung folgt.)
rankturter Kursbericht vom 3. Marz 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
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I Dt. Reichsanleihe v. 1918.
98,50 Türk. Egypt. Tribut
85,00 Portugies. Eisenb. v. 1886
94,00 Nation.-Bank f. Deutschl.
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1919.
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76,60) do. . . . . . .
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1921.
do,
do. . . . . .. ..
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do. Admin. v. 1903 . . .
96,00Reichsbank . .
1922.
85,80 Livorneser . . . . . .
24/10 69,80) do.
77,25
do. . . . ... . .. . .
. . . . . 6.95 1135,80 Oberschles. Eisenbed. . . 6 89,30
do. unif. v. 1903.
73,00 Salonique Monastir. .
1 Preußische Schatzanw.
83.50 1Rheinische Kredit-Bank
132,80 Oberschl Eisen-Industrie 3 69,00
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do. v. 1905₰
Staffelanleihe. .
95,25A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
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105,60Phönix Bergbau . .
90,20 Ungarische Staats-Rente
18 (24075
Consols . . .
4½ 90,50 Anätolische Eisenbahn .4½ 91,60 Frankf. Hyp.-Bk. . . . . .
Wiener Bank-Verein . . . 7½ 140,75Rheinische Braunkohlen 10 /210,50
86,20 1913 unkdb. bis 1923
do. . . .
95,00
do. unkdb. 1910 . . . .
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77,20 Ungar. Staatsk.-Scheine
12 (199,00
Badischestaats-Anleihe. 4 97,00 v. 1913. .
98,90 do. do. v. 1905
96,001 Aktien von Trans-
South West.-Afr. Shares . 5
do. „ 1915 . . . .
, ,
do. v. 92/94 . . .
950
83,15Northern-Pacitic ..
96.50) port-Anstalten.
do. „ 1920 . . . .
3½ 89,50 do. Gold-Rente.
do. . . .
86,40
4 91,50
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82,90 do. Staats-Rente 1910.
do. Ser. 12—19. . . . .
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125,00 Anlehenslose.
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E.-B.-Anl. kdb. ab 1906) 4 97,10Argent, innere Gold-Anl.
unkdb. 1910 .
Tehuantepec . . . . . .
2t.
116,00
Frankfurt. Schleppschiff.
do. unkdb. p. 1918 . .
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599.50
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Cöin-Mindener . Tlr. 1003½141,70
94,90Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½
Provinz-Anleihen.
48—45
E.-B.- u. Allgem. Anl.
do, innere v. 1888 . . .4½
do. . . .
6 88½/ Holländ. Komm. . A. 100 3
96.00 Baltimore . . .
unkdb. p. 1930 . . .
97,10
do. unk. 1922 „ 52
do. äußere v. 1888 . . .4½
96,20
Rheinprov. Obl. Em. 20/2.
10 210,50 lMadrider .
. . Prs. 100 3
88,60/Canada . . .
do. Anleihe . . . . . . .3½ 87,90
do. „ 1913. . .
do. v. 1897 . .
86,30
7½ 140,00Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 1142,00
do. Em. 10 . .
8650 Schantung.::
do.
do. Ser. 45 . .
. . . . . . . 3 1 75,70chile Gold-Anl. v. 1911.
3½ 83,.30
do. „ 9..
8 (161.00 Osterreicher 1860er Lose .
Prinz Henry.
181,00
Hamburger Staats-Anl. . 4 96,70. do. v. 1889 . . . .
3½ — Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
0 22½ Oldenburger . . . . TIr. 40 3 (129,50
90.00Posen Prov.. ..
96,70 Lombarden .
Ser. 12, 13, 16
do. v. 1887/94 . . . . . .3½
14
do. v. 1906 . .
4 96,00
Westfalen Prov. V.
6 111,50Raab-Grazer
. A. 150/2½
96,70 Pennsylvania.
(0..
14, 15, 17
3 79,80 Ichines. St.-Anl. v. 1895 . .
do. . . .
Hess. Prov. Oberhessen . 4 95,50
Hessische Staats-Anleihel 4 97,05 do. v. 1896 . .
97,30
86,30 do. unkdb. 1920 . . . .
do. Starkenburg ..
97,40 Industrie-Aktien.
87,90
do. unkdb. p. 1921 . . . 4 97,051 do. Reorg. Anl.. .
do.
1923 . . . .
Unverzinsliche
Mk.
4½1 91,80
Go0. . ... . . .
do. Ser, 1, 2, 6—8 . ..
84,301 do. v. 1898 . .
Städte-
84,50 Badische Anilin-Fabrik . 28 1650,50 Anlehenslose.
ſp. St
do. . .
74,501Japaner . . . . . . . . . . .4½ 91,40
do. „ 3—5 . . . . . .
84.50 (Chem. Fabrik Griesheim 14 266,00
Obligationen.
61,00
Sächsische Staats-Rentel 3 77,60 Innere Mexikaner . .
do, kündb. 1915.
30 674,00Augsburger
. A, 7 36,10
84,50Farbwerke Höchst .
Württembg. Staats-Anl.
94,80 do. Komm. unk. 1913
Außere do. v. 1899) 5 80,00 1Darmstadt.
TIr. 20 (203,00
96,70 Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 343,00 Braunschweiger
96,70
(unkdb. p. 1921). . . . 4 97,80Mexikan, Gold v. 1904 . . 4 68,50 do. . . . . . . . . . . . . .3½ 86,80 do.
„ 1914
Fs. 45
10 (151.00Mailänder .
96,00 1Zement Heidelberg ..
do. v. 79/80 . . . . . . .3½ 88,80
„ 1916
Frankfurt . . . . . . . . . . 4 96,40 do.
3
do, cons. . . . . .
Fs. 10
Chemische Werke Albert 30 455,00 do.
do. ...
77.00 do) Irrigat.-Anleihe .4½ 69,00 do. . . . . . . . . . . . . .3½ 89,00) do.
1920
. A. 7 35,50
„
97,30Holzverkohl. Konstanz . 15 316.50Meininger
Bulgarische Gid.-Anl. . . 5 97,50 Buenos-Aires Prov.
3½ 67,10) Gießen . . . . . . . . . . . . 4‟ 94,50) do. „
H. 100 —
1923 4 97,40Lahmeyer . . . . . . . . . . 6 123,00 Osterreicher v.
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1.6
do. verlosb. u. kündb. . 3
5 65,25 do. . . . . . . . . . . . . .3½
do. v. 1858 . H. 100 —
Tamaulipas
84,70 1Schuckert, Nürnberg . . . 8 (150,00
do. v. 1887 Monopolll‟ 52,001sao Paulo E.-B.
unkäb. 1915
495,00 do.
5 — Heidelberg . . . .
H. 100 439,00
12 218,25 Ungar. Staats .
84,70 1siemens & Halske. .
Italienische Rente. . . . .3½
do. v. 1913 .
3½ — Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
5 98,40)‟ do. . . . .
Fs. 30 —
5 1125,00Venediger
94,50 Bergmann Elektr. . .
Osterr. Staats-R. v. 1913 .4½ 92,201siam v. 1907. .
95,80
4½ 95,70Karlsruhe .
4 94,701 do. unkdb. 1922. . . . .
Fs. 400 168,60
.. 3½ 86,00 lAllg. Elektr.-Gesellsch. . 14 246,00 Türkische
do. Silber-Rente . . . .4½ 83,60
3½ 87,30
do. .. ..
do. . . .
25 1337,50
Hagen Akkum.. .
Prioritäts-
do. Papier-Rente . . .4½
4 — Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
Magdeburg ...
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 1175,501 Gold, Silber und
Obligationen.
do. Gold-Rente . .. . . 4 88,45
4 95,00
unkdb. 1917
Mainz . . . .
O 81,30
94,50Gummi Peter . . . . . .
Banknoten.
do. einheitl. Rente. . . 4 82,60 1Südd. Eisenb.-Gesellsch.
3½ 87,00
(0. . . . .
do. . . . . . „ 1919
94,50Adler-Fährradwerke. . . 30 (369,00
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 97.10
84,2
v. 1895/97
494,75 do. . . . . . . 1921
Mannheim .
20,41
94,40Maschinenfabr. Badenia . 9 1125,00Engl. Sovereigns. . . .
do. inn. amort. 1905 . .4½
3½ 86,50
do. . . . . . „ 1924
v. 1904)3½ 82,00 do. . .
20-Franks-Stücke . . . .
16,28
96,20 Wittener Stahlröhren . . 0
do. unif. Serie I . . . . 3 62,00 Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
4‟ 96,301 do. . . . . . . . . .
IMünchen .
85,30Gasmotoren, Oberursel .8½ 1160,50Amerikanische Noten .
4.19½
do. „
95,20
n III. . 3 64,50 Oblig., gar. v. d. Stadt
do. Komm. unk. 1923 .
3½ —
Nauheim . .
20,44
9 121,00Englische Noten . . . . .
96,00 1Gasmotoren, Deutz . .
do. Spezial Titel. . .
1924 .
4½ 95,20
965 Darmstadt. . . .
94,10Nürnberg .
do.
Französische Noten. . .
81,25
96,40 Siemens Glas-Industrie . 15
Rumänen v. 1903 . . . . . .
5—
3½ 86,50 1Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
Nordd. Lloyd-Obligat.
½ 99,00
do. . .
169,45
23 322,00Holländische Noten .
Enzinger Filter .
do. Gold v. 1913. .
4—
4½ 91,25 Donau-Dampfschiff. v. 82
Offenbach . .
do. . . . .
81,05
10 115030 IItalienische Noten .
3½ 88,00 Steaua Romana
do. Schatzsch. v. 1913 .4½100,20Elisabethbahn . . .
90,801 do. v. 1914 .
4
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 225,50 Osterr.-Ungarische Noten . . 85,00
do. Conv. . . . . .
4 85,20 Franz-Josef-Bahn . .
3½
(0. . . . . . .
Bad. Zucker-Waghäusel.12,83/213.60Russische Noten . . . . . .
do. v. 1890 . . . .
4 1 94,00 Kaschau-Oderbergerv.
4 96,30 Bank-Aktien.
Wiesbaden . . .
87,75 Schweizer Noten . . . . . . . . 81,00
Neue Boden-Aktien-Ges.
do. v. 1891 . . . .
4 87,70Prag-Duxer .
3 72,50
3½
do. . . . . . .
Süddeutsche Immobilien 0 60,00
do. v. 1905 .
4 85,70 Osterreich. Staatsbahn
4
5 1104,15Worms . . . . . .
Bank für elektr.
Unter-
do. v. 1908 .
86,50 do. . .
3½ 87,30
nehmungen Zürich . . 10 194,50
89,75) do. . . . . . .
Reichsbank-Diskont .
Bergwerks-Aktien.
do. v. 1910
86,00 do.
75,30 TLissabon v. 1888 .
74,00 Berg.-Märkische Bank. . 7½ 158,90
do. Lombard 2sf.
Russische St.-Anl. v.
98,701 do. Südbahn (Lom
12 1166,00
5 98,40Moskau v. 1912 . . . . . . . 4½ 93,60 (Berliner Handelsges.. . . 9½ —
Aumetz-Friede . . .
do. kons. v. 1880 .
72,20 1Stockholm v. 1880 . . .
Darmstädter Bank . . . . 6½123,60Bochum. Bergb. u. Gußst.) 14 224,50
do. do.
87,80
Tendenz:
do. Gold v. 1890
51,70Wien Komm. . . . . . . .
do. do.
Deutsche Bank . . . . . . .12½257,00 Leonhard, Braunkohlen . 9 157.20
Schwach.
do. v. 1902 . .
98,65 Deutsche Vereinsbank.
78,00 Wiener Kassenscheine .4
*1117,30Konkordia Bergbau . . . 23 353,50
90,50 1Raab-Oedenburg
Schweden v. 1880. .
Zürich v. 1889 . ..
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1118,00Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1140,90
Kronprinz Rudolfbahn
do. v. 1886 .
Russ. Südwest . .
4 85,701Buenos Stadt v. 1892 . . . 6 101,70 1Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 197,30 1Eschweiler . . . . . . . . . . 10 221,50
pandel und verkehr.
— Frankfurt a M., 9. März. (Börſe.) Die
neuerlichen Preisermäßigungen am belgiſchen
Eiſen=
markte, wozu wieder ungünſtige Berichte aus heimiſchen
Induſtriebezirken traten, wirkten verſtimmend auf
Mon=
tanwerte, die ſchließlich durchgängig 1—1½ Prozent
nach=
geben mußten. Im Anſchluß hieran ermäßigte ſich das
Kursniveau auch der übrigen Werte. Auch heute war
wieder eine große Geſchäftsloſigkeit und Fernhalten des
Publikums von den Märkten zu konſtatieren, wozu wohl
auch die andauernd undurchſichtige Lage der weſtlichen
Börſen Veranlaſſung bot. Die Spekulation wagt es
an=
ſcheinend zurzeit nicht, nach der einen oder anderen Seite
größere Engagements einzugehen. Immerhin war das
Angebot nicht dringend und der Schluß ziemlich behauptet.
Der Kaſſamarkt war ſchwach.
WB. Mannheim, 9. März. In der heutigen
außer=
ſordentlichen Generalverſammlung der Rheiniſchen
Schuckert=Geſellſchaft für elektriſche Induſtrie,
A.=G. in Mannheim, die durch 5059 Aktien vertreten war,
wurde die Erhöhung des Aktienkapitals von 8 Millionen
auf 11 Millionen durch Ausgabe von 3000 auf den
In=
haber lautende Aktien à 1000 Mark beſchloſſen. Die Aktien
werden unter Ausſchluß des direkten Bezugsrechts der
Aktionäre von einem Bankenkonſortium übernommen, das
ſie den alten Aktionären im Verhältnis von 311 zum Kurſe
von 123 Prozent anbieten wird. Der Kapitalsbedarf der
Geſellſchaft, die vor kurzem 8 Millionen 5prozentiger
Obli=
gationen ausgegeben hat, hängt mit der erhöhten Ge=
ſchäftstätigkeit zuſammen. Die Firma hat eine Reihe von
größeren Bauaufträgen, deren Abwickelung mehrere Jahre
dauern wird, auszuführen. Die Ausſichten des laufenden
Geſchäftsjahres laſſen, ſofern nicht unvorhergeſehene
Er=
eigniſſe eintreten, das gleiche Ergebnis, wie im Vorjahre
(8 Prozent), auch auf das erhöhte Aktienkapital erwarten.
* Paris, 8. März. Aus Rio de Janeiro liefen hier
Berichte über einen großen finanziellen
Zuſammen=
bruch dreier Eiſenbahngeſellſchaften im
braſilianiſchen Staate Sao Paolo ein. Es
han=
delt ſich um die Nordbahn=Geſellſchaften von Sao Paolo,
die Bahngeſellſchaft Goyaz und die Geſellſchaft Duado.
Das Defizit beträgt 136 Millionen Francs. Der größte
Teil der Kapitalien iſt in Obligationen angelegt, die meiſt
in Frankreich ihre Abnehmer gefunden hatten. Das Geld
gilt als verloren. Die Geſellſchaften beſaßen zuſammen
ein Eiſenbahnnetz von 600—700 Kilometern.
— Beſchleunigung Paris-Berlin. Die
Verbindung von Paris über Metz und Frankfurt nach
Thüringen und Berlin wird am 1. Mai ebenſo wie in
um=
gekehrter Richtung erheblich verbeſſert. Es iſt dies jetzt
von ſo größerem Intereſſe, als die Verbindung über Köln
unter den täglichen Verſpätungen in Belgien ſehr zu leiden
hat. Durch die Verbeſſerung wird auch die Verbindung
von Luxemburg und Metz nach Berlin um mehr als zwei
Stunden beſchleunigt. Fuhr man bisher von Paris (
Oſt=
bahnhof) 10 Uhr 15 Min. nachmittags, ſo war man in
Frankfurt am anderen Nachmittag um 2.17 Uhr, in Erfurt
7.13 Uhr, in Halle 8.58 Uhr und in Berlin 11 Uhr 2 Min.
Vom 1. Mai an erhält derſelbe Pariſer Zug in Metz einen
unmittelbaren Anſchluß nach Frankfurt. Man fährt von
Metz künftig 7.45 Uhr, von Saarbrücken 9.06 Uhr und iſt
in Frankfurt 12 Uhr 35 Min. Von hier fährt man 12.58
Uhr weiter, um in Eiſenach 4.23 Uhr, in Erfurt 5.14 Uhr,
in Halle 6.51 Uhr, in Berlin 8 Uhr 55 Min. einzutreffen.
Auch die durchgehenden Wagen von Luxemburg nach
Ber=
lin gehen in Metz in dieſe Verbindung über. Man braucht
deshalb auch nicht von Paris nach Thüringen oder Berlin
umzuſteigen, ſondern kann ſchon von Metz an innerhalb
des Zuges auf den Berliner Wagen übergehen.
* Gothaer Lebensverſicherungsbank
auf Gegenſeitigkeit. Nach vorläufiger Feſtſtellung
betrug 1913, im 85. Geſchäftsjahre der Bank, der Zugang
an neuen Verſicherungsſummen 77 Millionen Mark. Nach
Abzug aller Abgänge erhöhte ſich der Geſamtbeſtand an
eigentlichen Lebensverſicherungen auf 1170 Millionen
Mark. Auch das finanzielle Ergebnis des letzten Jahres
wird recht befriedigend ſein, zumal die Sterbefallſummen
um nahezu 3 Millionen niedriger waren, als im
vorausge=
gangenen Jahre.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 9. März. Auftrieb: 284 Schweine. Preiſe
(Schlachtgewicht 50 Kilogramm) 1. Qual. 66 Mk., 2. Qual.
65 Mk., 3. Qual. 64 Mk. Marktverlauf: Mäßig;
Ueber=
ſtand.
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2 Stunden geſucht.
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Darmſtadt, den 5. März 1914.
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Gießen, den 7. März 1914.
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[ ← ][ ][ → ] Zum Ausſchneiden!
Ein ausgezeichnetes Rezept für einen Huſtenſirup,
mit dem man ſich Geld ſparen kann.
Angeſichts der zurzeit herrſchenden regelrechten Er=
Alnungs= und Influenza=Epidemie dürfte nachſtehendes
enept vielen willkommen ſein. Beſchaffen Sie ſich in der
ichſten Apotheke 30 Gr. dreifach konzentriertes Anſy, fü=
Sie das zuhauſe zu einem Viertelliter heißem Waſſer
no 250 Gr. geſtoßenem Zucker; umrühren, bis alles gut
guggelöſt und vermiſcht iſt. Davon nimmt man ein bis
ret Teelöffel voll viermal des Tages ein; das verſchafft
hortige Linderung und vertreibt meiſt ſchon innerhalb
4 Stunden den hartnäckigſten Huſten. Dieſer Huſtenſirup
atf ſehr angenehm einzunehmen, iſt vorzüglich gegen
Hei=
keit, leichte Erkältungen und zur Verhinderung der ſich
laaus häufig entwickelnden ſchlimmeren Erkrankungen
ee Atmungswege. Da er auch gewiſſe nährende und
riftigende Eigenſchaften beſitzt, eignet er ſich auch beſtens
n der Rekonvaleszenz. Wenn Sie nicht ſelbſt zur
Apo=
hleke gehen, ſchärfen Sie dem Boten ein, das er dreifach
izentrierten Anſy verlangen muß. Das Rezept iſt ſchon
iters empfohlen worden, die Nachfrage in den lokalen
lootheken iſt daher eine ſehr ſtarke.
VIII 6257
Turnen, Spiele und Sport.
sr. Pferde=Rennen. Das Hildesheimer
Reit=
krurnier hatte am zweiten Tage einen außerordentlich
ten Beſuch aufzuweiſen. Die gebotenen Leiſtungen
rrren durchweg gut. Der Protektor der Veranſtaltung,
Ftürſt von Schaumburg=Lippe, wohnte der
Ver=
arſtaltung von Anfang bis zum Schluß bei. Die leichto
Epringprufung, mit der der Tag eingeleitet wurde, ſah 49
lfferde am Start. Es dauerte über 2 Stunden, um
ſämt=
liche Pferde zu prüfen. Viel Intereſſe erregte die
Damen=
ſerringprüfung, in welcher vier Pferde als Erſte plaziert
werden mußten, da ſie ſämtliche Hinderniſſe fehlerfrei
ge=
ſerrungen hatten. Am Sonntag erhielt die Veranſtaltung
lei ſtarkem Beſuch und glänzenden Leiſtungen einen
wür=
tagen Abſchluß. Die Hannoverſche Zucht errang einen
ledeutenden Erfolg in der großen Leiſtungsprüfung für
Loffizierspferde, in welcher Rittmeiſter v. Oeſterley mit
Pe=
täta und Oberleutnant Geppert (Feldart.=Regt. 61) mit
Wellgunde die beiden erſten Plätze belegten, während die
übrigen Teilnehmer Ausländer waren. Die beiden
deut=
ſthen Pferde waren auch die einzigen geweſen, die den
Geländeritt abſolviert hatten.
Die Reſultate (2. Tag): Leichte Springprüfung: 1.—
St. v. Wedemeyers Hiberna (Beſ.), 1.— Lt. v. Brockhauſens
Hölle (Lt. Euen), 3. Oberlt. Douglas' Nordwind (Rittm.
Henneberg). — Eignungsprüfung für Reitpferde: 1. Rittm.
u. Oeſterleys Pepita (Beſ.), 2. Oberlt. v. Löbbeckes
Sonn=
gagskind (Beſ.), 3. Rittm. Krügers Centaur (Beſ.), 4.
Oberlt. v. Wuthenaus und Lt. Graf Brühls Adlerflug
Oberlt. v Wuthenau), 5. Hauptm. Fauſts 5jähr. Rotſch.=
Wallach (Beſ.), 13 Konkurrenten. — Damenſpringprüfung:
— Lt. v. Moſchs Smoking, 1.— Frau Ellen Mehlis
Poeſie (Beſ.), 1.— Hauptm. Zinkens May Queen (Frau
O. Moers), 1.— Lt. Spaeters Ducheß Beſſie (Frau von
Wünther), 5. Herrn O. Mauritz’ Lola I (Frau Louiſe
Mauritz), 6. Lt. Ruhſtrats Rex (Frau Seiffert). 13 Kon=
Eurrenten. — Ermunterungs=Dreſſurprüfung: 1. Oberlt.
w. Löbbeckes Sonntagskind (Beſ.), 2. Lt. Krauſes
Co=
goaunt (Beſ.), 3. Oberlt. Meyers Thiſtlebob (Beſ.), 4.
Rittm. Barchhauſens Irene (Beſ.), 5. Oberlt. Hagemanns
Delila (Oberlt. Hagemann), 6. Hauptm. Müllers und
Oberlt. Bürkners Titurel (Oberlt. Bürkner). 8
Konkur=
krenten. — Chargenpefrde=Dreſſurprüfung: 1. Oberlt. Volks
ulkan (Beſ.), 2. Oberleutn. v. Waltersdorffs Uniform
(Beſ.), 3. Oberlt. Bürkners Zampa (Beſ.), 4. Lt. v.
Rib=
becks Mime II (Beſ.), 5. Oberlt. v. Oertzens Verve (Beſ.),
Lt. v. Altens Udo (Beſ.). 13 Konkurrenten.
Reſultate (3. Tag): Leiſtungsprüfung für
Offiziers=
pferde: 1. Rittm. v. Oeſterleys Pepita (Beſ.), 2. Oberlt.
Gepperts (Feldart.=Regt. Nr. 61) Wellgunde (Beſ.),
3. Hauptm. Zinkens May Queen (Lt. Graf Hohenau,
L. K. 1), Lt. Brems Black Cherry (Beſ.). — Inländer=
Springprüfung: 1.— Oberlt. Gepperts (Feldart.=Regt.
Nr. 61) Wellgunde (Beſ.), 1.— Rittm. v. Günthers
Wal=
thari (Beſ.), 1.— Oberlt. Lohmanns Werra (Beſ.), 1.—
Lt. v. Wühliſchs Junker (Beſ., 1.— Oberlt. Frhrn. von
Bothmers Anmut IV (Beſ.), 1.— Oberlt. Frhrn. v. Zobel
zu Giebelſtadts Teufelin (Beſ.). 22 Konkurrenten.
Damen=Reitprüfung: 1. Herrn O. Mauritz’ und Lt. d. R.
A. v. Guſtedts Vicky II (Frau Louiſe Mauritz), 2. Oberlt.
A. Nettes Vertige (Frau v. Moers), 3. Hauptm. Müllers
(Bayer. Feldart. Regt. 8) und Oberlt. Bürkners Titurel
(Frau P. Müller), 4. Frau Ellen Mehlis’ Poeſie (Beſ.),
6 Konkurrenten. — Gruppenſpringen zu Zweien: 1. Miß
Swinburne=Oberlt. v. Haugk, 2.— Frau Seiffert=Lt.
Cra=
mer, 2.— Frau v. Günther=Lt. v. Pelzer. — Haupt=
Dreſ=
ſurprüfung: 1. Oberlt. Bürkners Romeo II Geſ.), 2
Oberlt. v. Waltersdorffs Uniform (Beſ.), 3. Herrn O.
Mauritz’ und A. v. Guſtedts Vicky II (Lt. d. R. v. Guſtedt),
4. Oberlt. Hagemanns Vielliebchen (Beſ.). 7 Konkurrenten.
— Schwere Hildesheimer Springprüfung: 1.—— Herrn O.
Caminnecis Gibſon Boy (Beſ.), 1.— Lt. Brems Black
Cherry (Beſ.), 1.— Lt. Schmidt und Lt. v. Pelzers Bimbo
(Lt. v Pelzer), 1.— Lt. Graf Grotes Polyphem (Beſ.),
1.—- Oberlt. Martins Silveſter (Beſ.), 6.— Direktor A.
R. Olſons Panſchi (Beſ.), 6.— Lt. Graf Grotes Toni
(Beſ.). 37 Konkurrenten.
Turfpremiere in Rathenow. Wie ſchon im
Vorjahre, eröffnete auch diesmal der Märkiſche Reiter=
und Pferdezucht=Verein am Sonntag in der Stadt der
Brillen und roten Huſaren die deutſche Rennſaiſon. Die
kleine Rennbahn am Vogelſang ſah allerdings noch recht
kahll aus und von grünem Raſen war wenig zu bemerken.
Der Beſuch übertraf alle Erwartungen. Nach dem vierten
Rennen ſetzte Regen ein, der bis zum Schluß anhielt.
Sportlich lieferte der Tag nur geringe Ausbeute. Die
Favoriten waren faſt durchweg ſiegreich. Eine Ausnahme
bildete das Verſuchs=Jagdrennen, das in Böske einen
kraſſen Außenſeiter in Front ſah. Der Steuermann der
Stute, Lt. v. Falkenhauſen, konnte mit Snowdons Knight
einen weiteren Erfolg erringen, ebenſo wie Herr Herfeld,
der mit Fromme Helene und Galiax zweimal ſiegreich zur
Wage zurückkehrte. Im Damenpreis=Jagdrennen warf
Cherry Boy am Start ſeinen Reiter Lt. Weinſchenk ab
und entlief. Da der Wallach am Rennen nicht teilnahm,
wurden die Wetten zurückgezahlt. Tot. 6, Rennen 21:10;
Pl. 13. 14, 12:10.
Rennen zu Auteuil. 8. März. Prix Jackal; 3000
Francs, Diſtanz 3600 Meter: 1. Monſ. Ch. Broſſettes
On=
dee II (F. Williams), 2. Mont Boran (Powers), 3.
Dandy III (Head). Tot. 22110. Drei liefen. Leicht, 1½
Lg.-Weile. — Prix de Clairefontaine; 8000 Francs, 4500
Meter: 1. Monſ. Jam. Henneſſys Lelio IV (A. Carter)
2. Napo (A. Chapman), 3. Phebus (Head). Tot. 44:10;
Pl. 20, 33:10. Unpl.: Perdigall. 1½—2—6 Lg. — Prix
Finot: 20000 Francs, Diſtanz 3500 Meter: 1. Monſ. A.
Veil=Picards Prince Chriſtian (Parfrement), 2. Le
Sy=
ſtemier (Hawkins), 3. Valyſe de Voyahe (O'Connor). Tot.
19110: Pl. 17, 48:10. Unpl.: Calendal (4), Le Mont, St.
Michel, Gamain (gef.), Epſilon (gef.). 5—4 Lg. — Prix
Champaubert; 15000 Francs, Diſt. 4000 Meter: 1. Monſ.
Jean Lieux’ Beau Rivage II (Leapinas). 2. Univers II
(Hawkins), 3. Saint Potin (R. Sauval). Tot. 110:10;
Pl. 35, 79, 31:10. Unpl.: Tripabero (4), Champreau, Lynx
Eyed, Va Tout (angeh.), Conſcrit, Maurienne, Take Are.
4—6 Lg. — Prix Auricula; 4000 Francs Diſtanz 3500
Me=
ter: 1. Monſ. G. P. Esbrans Nectar III (Thibault), 2.
La Mouſtache (Head), 3. Liberateur (J. Bara). Tot. 20110.
Drei liefen. 10—½ Lg. — Prix du Lac; 5000 Francs, Diſt.
2800 Meter: 1. Monſ. T. P. Thornes Pretendante (G.
Ber=
nard), 2. Nicois (F. Williams), 3. Le Monaſtere (Head).
Tot. 18:10; Pl. 12, 15:10. Unpl.: Le Nicobar. 3—1½
Längen.
Rennen zu Rathenow 8. März.
Branden=
burger Jagd=Rennen; 1000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1.
Lt. v. Kellers Edin (Beſ.), 2. Lausbub (Lt. Kaempfe).
Tot. 14:10, Pl. 11, 11:10. Unpf.: Nacht (gef.), Oswin
(ausgebr.). Leicht, 3 Lg. — Verſuchs=Jagdrennen; 3000
Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn C. v. Lingens Bösko
(Lt. v. Falkenhauſen), 2. Nena Sahib II (Herr v.
Ma=
lachowski), 3.—— Princeß of Wales (Beſ.), 3.— Picador
(Lt. v. Herder). Tot. 154:10; Pl. 36, 43, 21, 21110. Unpl.:
Haltefeſt, Fairefax, Schmuggler, Theuda, Baſtion,
Eſtra=
madura. Leicht, 1 Lg.-tot. Rennen. — Preis vom
Weſt=
havelland; 1000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Rittm. von
Kneſebecks Choſiy le Roi (Lt. Graf Saurma), 2. Hernäni
(Lt. Weinſchenck), 3. Solid Silver (Lt. v. Werlhof). Tot,
39110, Pl. 14, 17, 14:10. Unpl.: Lutz, Manetti= Banagher II,
Mageophalon. 2—1 Lg. — Zieten=Jagdrennen;
Ehren=
preis und 1000 Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Herrn G.
Perchners Fromme Helene (Herr Herfeldt), 2. Hunding
(Lt. Graf Baudiſſin), 3. Laurin (Rittm. v. Kneſebeck).
Tot. 16:10; Pl. 14. 37110. Unpl.: Prognoſem Myman.
Kampf, Kopf—3 Lg. — Damen=Preis=Jagdrennen;
Ehren=
preis und 650 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Major von
Goßlers Snowdons Knight (Lt. von Falkenhauſen),
2. Tongs (Lt. von Deuſter). Tot. 12:10, Pl. 10. 11110.
Unpl.: Ich dien (gef.). Cherry Boy warf ſeinen Reiter
am Start ab, nahm nicht am Rennen teil und die Wetten
wurden am Totaliſator zurückgezahlt. Leicht 3 Lg. —
Wuſter=Jagd=Rennen; 1000 Mark, Diſtanz 3200 Meter:
1. Herrn G. von Lippas Galiax (Herr Herfeldt), 2.
Land=
ludno (Lt. Weinſchenk), 3. M. P. (Lt. von Raven). Tot.
21:10. Unpl.: Artiſts Dance, Elite, Lisnagarvey, Uncle
Dobbin. Kampf, Hals—3 Lg.
Stimmen aus dem Publſkum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift überntmmt die Redaktien
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Anfrage.
Mit welchem Recht hat die Allgemeine
Ortskranken=
kaſſe Darmſtadt (vorläufig abgeſehen von den mehr als,
doppelt ſo hoch wie ſeither von der Stadt erhobenen
Bei=
trägen) die Beiträge für die 3 letzten Tage des Jahres 1913
noch einmal gefordert und erhoben, da dieſe doch von der
ſeitherigen ſtädtiſchen Kranken= und Invaliditätskaſſe für
Dienſtboten bereits erhoben ſind und laut geſetzlicher
Ver=
fügung, ſowie auch laut der 1. Rechnung der Allgemeinen
Ortskrankenkaſſe die Zahlungspflicht bei dieſer Kaſſe erſt
vom 1. Januar beginnt? Um gefällige Antwort wird
Ein Arbeitgeber namens vieler.
gebeten.
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den 10. März, abends 8½ Uhr im Hotel Prinz Karl
ſtatt=
findenden
Diskussionsabend
mit einem Vortrage des Herrn Parteiſekretärs Kuhlmann
„Unſere Stellung zur Sozialdemokratie u. zur Arbeiterbewegung‟
ein und erſuchen um vollzähliges Erſcheinen.
Der Vorstand.
6321
zum
Einladung
Vortrag bildern
(mit Licht-
des Herrn Professor Dr. C. Uhlig
aus Tübingen über:
Der Kilimandjaro und Meru, die europäischen
An-
siedlungen daselbst und Hochgebirgstouren auf den
Gletschern des Kibogipfels
am Dienstag, den 10. März 1914, abds. 8 Uhr
im Saale des Hotels zur Traube
veranstaltet von den Abt. Darmstadt der Deutschen
Kolonial-
gesellschaft unter Anschluss des Odenwald-Klubs,
Orts-
gruppe Darmstadt.
Eintrittskarten zu 50 Pfg. (Studenten, Schüler u. Schülerinnen
zu 20 Pfg.) sind in den Buchhandlungen von Bergsträsser u. Waitz,
sowie abends an der Kasse zu haben. Die Mitglieder obiger
Ver-
eine haben freien Eintritt.
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Ludwigshöhe.
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Kur-Konzert.
Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.—
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
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Die Schmuggler von Belvigne
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Das kummervolle Gestade
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Etelka, d. Gattin Käthe Gothe
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Franz Schneider
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Andreas Pippel=
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Robert Wiedner Br. Waigandt
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bei Bruckner . . Emil Kroczak
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Rechtsanwalt . Adolf Jordan
Jean, Diener bei
Dr. Roſenrot. . Ferdin. Stauß
Baldrian, Diener. O. Hundsdorf.
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Ein Herr
Ein kleiner Herr . Adolf Braun
. Frz. Herrmann
Ein Diener .
Chöre: Robert Preuß.
Nach d. 1. u. 2. Akte läng. Pauſen.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
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kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im
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von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
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ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ U. — Ende nach 10½ U.
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Mittwoch, 11. März. 128. Ab.=
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Dritter Abend: „John
Ga=
briel Borkmann” (zum 1.
Male). Schauſpiel in 4 Akten.
Kleine Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Donnerstag, 12. März. 129. Ab.=
Vorſt. C 32. „Der
Evangeli=
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Freitag, 13. März. 130. Ab.=Vſt.
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