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177. Jahrgang.
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rgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 30 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
dur Reichstag begann in ſeiner geſtrigen Sitzung mit
der zweiten Leſung des Kolonialetats.
dem Reichstage iſt die Kalinovelle
zuge=
gangen.
ner Blättermeldung zufolge hat das Domkapitel der
Diözeſe Breslau den Domkapitular Joſef Kloſe
Zum Kapitularvikar gewählt, der nach der
Auto=
riſierung durch das Staatsminiſterium bis zur Wahl
des neuen Fürſthiſchofs die Leitung der Diözeſe haben
wird.
Aom Rhein, Main und Neckar wird Hochwaſſer
ge=
meldet.
aas Fürſtenpaar von Albanien iſt geſtern
nach=
mittag in Durazzo eingetroffen.
eſtern entſtand in dem Kopenhagener Zirkus=
Varieté ein großer Brand, der in kaum zwei
Stunden das Gebäude vollſtändg in Aſche legte Das
Zirkus=Varieté, das über 2000 Zuſchauer faßt, iſt eines
der größten Europas. Der Geſamtſchaden wird auf
2 Millionen Kronen geſchätzt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.
Politiſche Wochenſchau.
** Obwohl die Erneuerung der Handelsver=
Aträge erſt nach einigen Jahren erfolgen muß, hat ihre
Apolitiſch=diplomatiſche Vordereitung ſchon jetzt begonnen.
AEstreck.e vor einigen Wochen Staatsſekretär Delbrück im
Seichstage einen Fühler aus, ſo gab ein nationalliberaler
AUntrag im Abgeordnetenhauſe der Regierung die
Ge=
legenheit ihr Feſthalten an einer energiſch geführten
Schutzzollpolitik zu ertlären. Ueber dieſe parlamentari=
Aſchen Auftakte zur künftigen handelspolitiſchen Ak ion geht
ein Zwiſchenſpiel hinaus, das die Neuregelung des
Aeutſcheruſſiſchen Handelsverkehrs” zum
Gegenſtande hat. Offenbar herrſch an der Newa das
Be=
ſtreben, dem deutſchen Nachbar ungünſtigere Bedingungen
als das letzte Mal abzuringen. In dieſem Sinne ließ
Saſonow es vor einem Monat geſchehen, daß im
Haus=
haltsausſchuß der Duma der Abgeordnete Schingarew
dem Deutſchen Reiche nachſagte: es wolle Rußland bis
zum Jahre 1917 äußere Verwickelungen „wie im Jahre
1904‟ bereiten, um ſich beſonders günſtige
Handelsver=
tragsbedingungen zu ſichern. Von weicher Geſinnung man
in Rußland beſeelt iſt, geht aus Kundgebungen von
Han=
belskreiſen hervor, in denen aufgefordert wird, ſich von
der wirtſchaftlichen Abhängigkeit von Deutſchland ein= für
allemal zu befreien. In Wahrheit iſt Rußland bei dem
letzten Handelsvertrag mit Deutſchland gar nicht ſchlecht
gefahren und eine Erneuerung wäre eine ziemlich leichte
Sache, wenn man eben wollte. Der Verlauf der
handels=
politiſchen Debatten des Abgeordnetenhauſes fördert
hof=
fentlich in St. Petersburg die Erkenntnis, daß jene
ruſ=
ſiſche Rechnung ohne den Wirt gemacht wird.
Im Reichstage gefiel ſich die Sozialdemokratie
bei der Beratung des Poſtetats in dem Mißbrauch der
Redefreiheit, deſſen ſie ſich gerade gegenüber dieſem Teil
des Etats ſchuldig zu machen pflegt, indem ſie eine end‟
loſe Reihe von Einzelklagen über Poſtbeamte auf Grund
einſeitiger Zuträgereien zur Erörterung bringt. Die
er=
neute Ablehnung der Oſtmarkenzulage zeigte wieder
ein=
mal das Zentrum als Beſchützer der Polen, obwohl
pol=
niſche Nachrufe auf den verſtorbenen Kardinal Kopp
die Deutſchfeindlichkeit des Polentums abermals in helles
Licht gerückt haben.
Für den Gewerkſchaftsſtreit im
Zentrums=
lager iſt der Tod des Breslauer Oberhirten ein überaus
wichtiges Ereignis. weil Kardinal Kopp die ſtärkſte Säule
der gewerkſchaftsfeindlichen „Berliner” war. Unter dieſem
Geſichtspunkte wird es von großer Bedeutung ſein. ob
Kopps Nachfolger in der Gewerkſchaftsfrage ſeine Wege
wandelt oder nicht. Die „Kölner” haben ihrem
heimge=
gangenen Gegner im allgemeinen ſehr anerkennende
Nach=
rufe gewidmet. Da aber die Köln. Volksztg. Kopps
Hal=
tung in der Gewerkſchaftsfrage auf Alter und Krankheit
zurückführt, dürfte hiermit den „Integralen” ein Stichwort
zu ſcharfer Entgegnung gegeben ſein.
Die Hoffnungsloſigkeit des öſterreichiſchen
Parlamentarismus hat ſich in der abgelaufenen Woche
von der ſchlimmſten Seite gezeigt. Das vertagt geweſene
Abgeordnetenhaus wurde von der tſchechiſchen Obſtruktion
an der Arbeit gehindert, und ſteht wegen des böhmiſchen
Chaos wahrſcheinlich vor der Auflöſung. Für die Sache
des Deutſchtums aber kann dieſe Wendung inſofern
verhängnisvoll werden, als die Einigkeit der
deutſch=
böhmiſchen Gruppen gegenüber den böhmiſchen
Aus=
gleichsverhandlungen in die Brüche gegangen iſt und
in=
folgedeſſen die dringende Gefahr beſteht, daß die
Deutſch=
radikalen aus der deutſch=böhmiſchen Vereinigung des
Reichsrates und damit aus dem deutſchen Nationalverband
austreten. Welchen Schaden eine ſolche Spaltung der
deutſchen Parteien über das Deutſchtum Oeſterreichs
brin=
gen würde, leuchtet ohne weiteres ein. Leider beſteht im
Augenblick kaum noch eine Hoffnung, daß dieſer Schaden
ſich abwenden läßt.
Die Wiener Regierung hat wenigſtens in der
aus=
wärtigen Politik die Genugtuung, das hauptſächlich von
ihr geſchaffene Fürſtentum Albanien jetzt vollſtändig
ins Leben treten zu ſehen Iſt doch Fürſt Wilhelm
in ſeiner neuen Heimat eingetroffen, um die Herrſchaft
über den jüngſten Balkanſtaat anzutreten. Die
Schwie=
rigkeiten ſeines fürſtlichen Amtes ſind durch die
Unabhän=
gigleitserklärung in Epirus ſtark geſteigert worden; es
bedarf auf ſeiner Seite ruhiger Feſtigkeit, auf ſeiten der
Großmächte des weiteren einträchtigen Zuſammenwirkens,
ſoll das glimmende Feuer in Epirus gelöſcht werden, ohne
Schaden angerichtet zu haben.
Die Einkommenſteuerfrage in Frankreich
ver=
wirrt ſich mehr und mehr; ſtünden nicht die
Kammerwah=
len vor der Tür, dann würde das Miniſterium
Doumer=
gue wegen ſeiner Steuerpol tik längſt geſtürzt ſein.
Ge=
fällt ſich doch der Finanzminiſter Caillaux betreffs der
Heranziehung der franzöſiſchen Rente zur
Einkommen=
ſteuer in dem undurchſichtigſten Zwielicht. Nimmt man
hinzu, daß der Senat durch Ablehnung des Antrags
Per=
chot die Einkommenſteuer als ſolche verworfen hat. dann
überſ.eht man die ungeheuere Rückſtändigkeit des
Steuer=
weſens der franzöſiſchen Demokratie.
Der Fall Benton ſtellt die Geduld
Großbritan=
niens auf eine harte Probe. Die Unterſuchung der
Leiche iſt von den Aufſtändiſchen bisher unmöglich gemacht
worden, und ſollte ſie überhaupt noch ſtattfinden, dann
muß ſie aus klimatiſchen Gründen ohne praktiſchen Nutzen
ble ben. Die Vereinigten Saaten aber ſind froh, von
England nicht zu militäriſchem Vorgehen gegen die
Auf=
ſtändiſchen aufgefordert zu ſein. Andererſeits bedeutet
die Erklärung Greys, daß England in Sachen Benton ſich
eigene Maßnahmen vorbehalte, keinen geringen Schlag
gegen die papierene Monroedoktrin. Daß Herr Wilſon
und Staatsſekretär Bryan ſich in der ganzen Affäre mit
Ruhm bedeckt hätten, wird niemand behaupten wollen.
Gewiß beſindet ſich die Waſhingtoner Regierung in einer
Zwickmühle, aber es iſt nicht abzuleugnen, daß ſie nicht
das erforderliche feſte Auftreten gezeigt hat, wie es dem
Anſehen und den Intereſſen der nordamerikaniſchen Union
entſprochen hätte. England wird ſich ſchließlich nicht auf
die Dauer auf der Naſe herumkanzen laſſen und trotz aller
Monroe=Doktrin auch ſchließlich vor. einer Intervention
in Mexiko nicht zurückſchrecken.
Mehreinnahmen aus dem
Wehrbeitrag.
* In der Preſſe, ſo ſchreibt die Köln. Ztg, wird
gegenwärtig die Frage erörtert, ob eine Rückzahlung der
freiwilligen Spenden zum Wehrbeitrag erfolgen wird,
wenn die Einnahmen des Wehrbeitrages ſich höher ſtellen,
als urſprünglich angenommen wurde. Die Frage dürfte
an ſich ſchon deshalb müßig ſein, weil, wie eine
Nach=
richtenſtelle erfährt, aller Wahrſcheinlichkeit nach eine
Rück=
zahlung überhaupt nicht in Frage kommen dürfte. Es
iſt einmal zu bedenken, daß eine Rückerſtattung höherer
Einnahmen des Wehrbeitrages nicht etwa ſchon erfolgt,
wenn über eine Milliarde eingegangen iſt, da gemäß § 69
des Wehrbeitragsgeſetzes nicht nur die einmaligen Koſten
des Wehrbeitrags, ſondern auch das geſamte Defizit der
Jahre 1913 bis 1916 gedeckt werden ſollen, das durch die
Heeresausgaben verurſacht iſt. Es kann aber ſchon jetzt
damit gerechnet werden, daß hierzu mehr als eine
Mil=
liarde notwendig iſt. Ferner iſt auch vorgeſehen, daß das
Reichshaushaltsgeſetz darüber zu beſtimmen hat, ob
et=
was herauszugeben iſt oder nicht, und in Anbetracht des
Geldbedarfs des Reiches erſcheint dies nicht wahrſcheinlich.
Die Beſtimmungen des § 69, wonach der Ueberſchuß des
Wehrbeitrags, der nach Deckung des geſamten Defizits
bleibt, zur Kürzung des letzten Drittels des Wehrbeitrags
nach Maßgabe des Reichshaushaltsgeſetzes bereitzuſtellen
iſt, iſt übrigens nicht auf Veranlaſſung der
Reichsregie=
rung, ſondern auf Betreiben der Budgetkommiſſion des
Reichstags aufgenommen worden. Bezüglich des „
Gene=
ralpardons” (§ 68), der in der Preſſe zu allerhand
Nach=
richten von bedeutenden Mehreinnahmen geführt hat, iſt
zu bemerken, daß die Angaben ſicherlich nicht aus
behörd=
lichen Quellen ſtammen, da die Behörden gemäß § 62
zum Schweigen verpflichtet ſind, und auf einen Bruch des
Schweigeverbots Geldſtrafe bis zu 1500 Mark oder
Ge=
fängnis bis zu drei Monaten ſteht. Weiter kann darauf
hingewieſen werden, daß der größte Teil gerade der
ver=
mögenden Zenſiten eine Verlängerung der Friſt zur
Ab=
gabe der Vermögenserklärung verlangt und erhalten hat,
was geſetzlich zuläſſig iſt, und weiter, daß zuverläſſige
Unterlagen über das Geſamtaufkommen überhaupt erſt im
Herbſt ds. Js. gewonnen werden können, da erſt im
Sep=
tember die Ueberſicht über die geſamten Solleinnahmen
des Wehrbeitrages an das Kaiſerliche Zoll= und Steuer=
Rechnungsbureau einzureichen ſind. (§ 85 der
Ausfüh=
rungsbeſtimmungen des Bundesrats.) Erſt auf Grund
dieſes Nachweiſes iſt ein Ueberblick über das
Geſamtein=
kommen möglich, das im übrigen im einzelnen noch der
Berichtigung unterliegen kann infolge der Einlegung von
Rechtsmitteln der Nachveranlagungen, Erſtattungen und
Niederſchlagungen.
Deutſches Reich.
— Beſuche des deutſchen Kaiſerpaares
in Venedig. Der Corriere della Sera in Mailand
beſtätigt, daß das deutſche Kaiſerpaar am 23. März mit
zweien ſeiner Söhne über Ala in Venedig eintreffen und
dort drei Tage verweilen wird. Sodann erfolgt auf der
Kaiſerjacht „Hohenzollern” die Fahrt nach Korfu. Auf der
Rückkehr nach Deutſchland ſei ebenfalls ein Aufenthalt in
Venedig vorgeſehen.
— Im Reichstage beſteht die Hoffnung, die
Etatsleſung bis Ende März beenden zu können,
voraus=
geſetzt, daß die Beratungen beim Heeresetat nicht zu lange
dauern. Ob ſich dieſes Ziel wird erreichen laſſen, läßt ſich
zurzeit noch nicht überſehen. Auch der Reichstag trägt ſich
mit der Abſicht, Ende Mai ſich zu vertagen? Welche
Vor=
lagen in der Zeit zwiſchen Oſtern und Pfingſten im
Reichs=
tage noch beraten beziehungsweiſe verabſchiedet werden
ſollen, wird demnächſt mit der Regierung vereinbart
wer=
den. Die meiſten der vorliegenden Geſetzentwürfe werden
wahrſcheinlich auch auf den Herbſt verſchoben werden, da
die Kommiſſionsberatungen teilweiſe noch ſehr im
Rück=
ſtande ſind.
— Die Spionagekommiſſion des
Reichs=
tags beſchäftigte ſich mit dem § 9 des Geſetzentwurfes
(dem Kautſchukparagraphen), der mit Gefängnis oder
Feſtungshaft bis zu drei Jahren oder mit Geldſtrafe bis
zu 5000 Mark jeden bedroht, der fahrläſſig ein militäriſches
Geheimnis in die Oeffentlichkeit gelangen läßt oder ein
militäriſches Geheimnis, das ihm kraft ſeines Amtes,
Be=
rufes oder Gewerbes oder eines von amtlicher Seite
er=
teilten Auftrages zugänglich war, an einen anderen
ge=
langen läßt.
Ein Mitglied des Zentrums führte aus: Der § 9 ſtelle
eine Art Prügelſtrafe für die Preſſe dar. Nicht das
Wohl=
wollen des Kriegsminiſters gebe die Entſcheidung,
ſon=
dern die Auffaſſung der Sachverſtändigen. Wenn jede
Mitteilung erſt von der Verwaltung genehmigt werden
müſſe, ſo liege darin eine unberechtigte Bevorzugung der
hauptſtädtiſchen Preſſe, die ſich ſchnell und leicht
informie=
ren könne. Redner zeigte an einer Reihe von Beiſpielen,
wie ſchwer durch § 9 die Preſſe getroffen werde; er
ent=
halte Fußangeln, die auch für den gewiſſenhafteſten
Re=
dakteur höchſt gefährlich werden könnten. Tatſachen, die
dem Publikum bekannt ſeien und offen zutage lägen
müßten doch auch von der Preſſe erwähnt werden dürfen.
Bleibe es bei der Vorlage, dann werde es am beſten ſein,
wenn die Preſſe teilnahmlos bleibe und überhaupt nichts
mehr bringe. Wer von der Preſſe wirklich ſündige, ſolle
wie jeder andere geſaßt werden aber man ſolle ſich vor
unnötiger Gefährdung der Preſſe hüten. — Ein
konſer=
pativer Abgeordneter verlangte auch das Recht der Kritik
für die Preſſe Die Abänderung des § 1 der Vorlage
habe die Sachlage etwas gebeſſert, aber trotzdem ſei die
Gefahr für die Preſſe ſehr groß. Deshalb habe auch die
ganze Preſſe, auch die „regierungstreue‟ Preſſe, einmütig
die erſten Worte des § 9 in der Regierungsfaſſung
verur=
teilt. Redner kritiſierte Wort für Wort dieſe Faſſung.
„Wer?” Iſt das der Redakteur? Iſt es ſein
Gewährs=
mann? Iſt es der Drucker? Was iſt fahrläſſig? Was
da für den Juriſtenverſtand ſelbſtverſtändlich ſei, ſei für
den Laien, den Mann der Praris durchaus unklar. Was
heißt „gelangen läßt”? Alſo Unklarheit über Unklarheit!
Redner ließ aber keinen Zweifel daran, daß er bereit ſei,
der Regierung den wirklich notwendigen Schutz zu
ge=
währen, und legte eine Reihe von Fällen wirklicher
Fahr=
läſigkeit dar, die unmöglich gemacht werden müßten Man
ſolle der Preſſe Gelegenheit geben, Auskunft zu erlangen
und den haftbar machen, der die zugängliche Auskunft
nicht einhalte oder ihr zuw derhandle. — Ein Vertreter
der Regierung erwiderte: Sachlich herrſche
Uebereinſtim=
mung zwiſchen der Mehrheit des Ausſchuſſes und der
Re=
gierung, nur die Form mache Schwierigkeiten. Falſch ſei
es, wenn der letzte Vorredner geſagt habe, „fahrläſſig‟
ſei alles. Das Gegenteil ſei durch die Gerichtspraxis klar
bewieſen. Er verwies auch auf die Stellungnahme der
Strafrechtskommiſſion zu dem Begriff der „
Fahrläſſig=
keit:. Den Haupleinwand der Preſſe, daß ſie nicht
genſt=
gend informiert ſei, ließ Redner ebenfalls nicht gelten
Die Frage, ob „fahrläſig” gehandelt werde ſei eine
ju=
riſtiſche Frage, nicht eine Frage der Sachverſtändigen.
Die Gerichte legten einen ſtrengen Maßſtab an Er lege
Wert darauf, die übertriebene Anſicht zurückzuweiſen, als
überſchreite die Vorlage alles, was im Auslande hierüber
vorgeſchrieben ſei. — Ein fortſchrittlicher Antrag will die
Worte: „ein militäriſches Geheimnis in die Oeffentlichkeit
gelangen läßt oder” ſtreichen. — Ein anderer
Zentrums=
redner wies darauf hin, daß hier nicht Spione getroffen
werden ſollen, ſondern treue, wohlmeinende Männer, und
andererſeits darauf, daß auch die militäriſchen Vertreter
nicht klar darzulegen vermöchten, was eigentlich
Geheim=
nis ſei und was nicht. Zu beachten ſei, daß nicht nur
die Preſſe unter den § 9 falle, ſondern jedermann,
beſon=
ders der Abgeordnete. Daß jemand ſchließlich von der
Anklage freigeſprochen werde, könne nur ein ſchwacher
Troſt ſein für den, der als Verräter von Geheimniſſen
vor Gericht hin= und hergezerrt worden ſei, ohne daß er
irgend etwas Böſes im Sinne gehabt habe. Redner
er=
blickte eine befriedigende Löſung der Streitfrage in dem
Zentrumsantrag, der lautet: „Wer fahrläſſig ein
militäri=
ſches Geheimnis, das ihm kraft ſeines Amtes oder eines
von amtlicher Seite erteilten Auftrages zugänglich war,
an einen anderen gelangen läßt und dadurch die
Sicher=
heit des Reiches gefährdet, wird mit Gefängnis oder
Feſtungshaft bis zu drei Jahren oder mit Geldſtrafe bis
zu 5000 Mark beſtraft.” — Der Kriegsminiſter und ein
Vertreter des Reichsmarineamts erklärten, es liege ihnen
fern, das als Geheimnis zu bezeichnen, was offenbar
zutage liege, und ſie ſeien beſtrebt, gemeinſam mit dem
Ausſchuß eine geeignete Löſung zu finden.
— Reichstagserſatzwahlen. Die
Reichs=
tagserſatzwahl in Schwetz findet am 21. April ſtatt.
Deut=
ſcher Kompromißkandidat iſt wieder der Reichsparteiler
v. Halem, deſſen Wahl bekanntlich zweimal für ungültig
erklärt worden iſt. Die Reichstagserſatzwahl im
Wahl=
kreiſe Braunsberg=Heilsberg findet am 24. April ſtatt.
— Die Wertzuwachsſteuer. In dem aus
An=
laß der Wehrvorlage im Juli vorigen Jahres erlaſſenen
Geſetz über Aenderungen im Finanzweſen ſind die
Bun=
desſtaaten ermächtigt worden, durch Landesgeſetz eine
an=
dere Regelung der Beſteuerung des Wertzuwachſes
einzu=
führen. Einige Bundesſtaaten, Bayern und Sachſen,
ha=
ben bereits derartige Geſetze fertiggeſtellt, nach denen aus
finanziellen Rückſichten der bisherige Anteil des Reiches
an der Wertzuwachsſteuer als Landesſteuer weiter erhoben
werden ſoll. Für Preußen wird gegenwärtig ein
Aus=
führungsgeſetz vorbereitet, das jedoch nicht das Ziel
ver=
folgen wird, die Wertzuwachsſteuer für die Staatsfinanzen
nutzbar zu machen. Die preußiſche Regierung ſteht auf
dem Standpunkt, daß die Wertzuwachsſteuer am beſten
von den Kommunen und Kommunalverbänden geordnet
werden könne. Es hat ſich herausgeſtellt, daß während
der Geltung des Wertzuwachsſteuergeſetzes die Steuer
eine einheitliche Regelung für das ganze Staatsgebiet nicht
vertrage. Auch Rückſichten auf den ſtark belaſteten
Grund=
ſtücksmarkt ſind für die Entſcheidung in Preußen
maß=
gebend geweſen.
Aus den Kolonien.
Zur Deutſch=Oſtafrikaniſchen
Ausſtel=
lung, zu der auch der Kronprinz in der Kolonie
er=
wartet wird, ſoll der neue Dampfer „Kigoma” die zur
Eröffnung der Zentralbahn geladenen deutſchen Gäſte nach
Daresſalaam bringen und im dortigen Hafen für die
Dauer von 14 Tagen als Hotelſchiff liegen bleiben, um
dann unmittelbar die Heimreiſe nach Deutſchland
anzu=
treten. In der Zwiſchenzeit werden die Beſucher, zwecks
Erleichterung der Unterbringung in einzelne Gruppen
ge=
teilt, verſchiedene Teile Deußſch=Oſtafrikas beſichtigen.
Aus Anlaß der Ausſtellung und feierlichen Eröffnung der
Tanganjikabahn werden übrigens auch die Gouverneure
der benachbarten Kolonien nach Daresſalaam eingeladen
werden. In Deutſch=Oſtafrika gibt man ſich der Hoffnung
hin, daß der Kronprinzenbeſuch Veranlaſſung bieten
werde, in den deutſch=oſtafrikaniſchen Häfen ſo ſtolze
Re=
präſentanten der deutſchen Kriegsflotte auftreten zu laſſen,
wie ſie jüngſt an der afrikaniſchen Weſtküſte auf der Reiſe
nach Südamerika erſchienen waren.
Ausland.
Frankreich.
Die Herrſchaft im Mittelmeer. In der
Senatskommiſſion ſtellte der Berichterſtatter für das
Ma=
rinebudget Chautemps Vergleiche an über die
verſchiede=
nen europäiſchen Seemächte unter beſonderer
Berückſich=
tigung des Gleichgewichts im Mittelmeer. Er drückte die
Anſicht aus, daß es das hauptſächlichſte Intereſſe
Frank=
richs ſei, ſich die Herrſchaft im Mittelmeer jederzeit zu
ſichern, und trat für den Bau fünf neuer
Ueberdread=
noughts ein, um mit der Stärke der öſterreichiſchen und
der italieniſchen Seemacht das Gleichgewicht zu halten.
Franzöſiſcher Geſandter in Albanien.
Die franzöſiſche Regierung beſchloß, einen
bevollmächtig=
ten Miniſter zweiter Klaſſe zum Geſandten in Albanien
zu ernennen. In das Budget des Miniſteriums des
Aeußern wurde ein Kredit von 78000 Francs für ein
zerlegbares Haus eingeſtellt, in dem die Geſandtſchaft von
Durazzo untergebracht werden ſoll.
Rußland.
Die Beziehungen zu Deutſchland. Die
Petersburger Zeitung ſchreibt zu dem Artikel „Rußland
und Deutſchland” in der Kölniſchen Zeitung, man müſſe
zugeben, der Artikel ſei bemüht, ſtreng ſachlich zu bleiben,
Er halte ſich von Senſationsmacherei fern und beſchränke
ſich auf die Konſtatierung von Tatſachen im Intereſſe der
Sicherheit des Vaterlandes. „In gutem und auch
be=
rechtigtem Glauben, daß Deutſchland nicht der Störenfried
iſt, ſucht er die Urſachen der in höchſtem Grade
unerfreu=
lichen Lage in Frankreich und in Rußland. Man kann
ihm daraus keinen Vorwurf machen, im Gegenteil,
Ruß=
land hat guten Grund, auch die Stimme der Kölniſchen
Zeitung nicht ungehört verklingen zu laſſen. Lehrt ſie
och, wie weit es die Hetzpolitik eines Teiles der ruſſiſchen
Preſſe und gewiſſe Unfreundlichkeiten der ruſſiſchen
Diplo=
matie, die ſich leider nicht in Abrede ſtellen laſſen, bereits
gebracht haben.” Unberechtigt ſei der Aufruf, die
ruſſiſch=
deutſche Freundſchaft fallen zu laſſen, da, nach der Anſicht
der Petersburger Zeitung, ein Wort von der Höhe des
Thrones genügen werde, Frieden und Freundſchaft zu
ſtiften. — Die deutſche Botſchaft erklärt im Herold, daß
ſie der Veröffentlichung des Artikels fernſtehe.
Balkanſtaaten.
Verfaſſungsänderung in Serbien. Wie
verlautet, iſt die ſerbiſche Regierung nach eingehenden
Be=
ratungen damit einverſtanden, im Herbſt dieſes Jahres
zur Aenderung der Verfaſſung die große Skupſchtina
ein=
zuberufen. Eine weſentliche Aenderung wird die Zahl
der Skupſchtina=Abgeordneten erfahren, ſodann ſollen
Be=
ſtimmungen über die Verwaltung der neuen Gebiete
ein=
gebracht und die Namen der Städte feſtgeſetzt werden, die
die Befugnis erhalten, Abgeordnete zu wählen.
Serbien und Albanien. Das ſerbiſche
Amts=
blatt Samouprawa begrüßt die Ankunft des Fürſten von
Albanien und betont, daß Albanien nunmehr in amtliche
internationale Beziehungen zu den fremden Staaten trete,
Das Blatt ſpricht die Hoffnung aus, daß es dem Fürſten
Wilhelm wie ſeinerzeit dem König Carol gelingen möge,
die großen Schwierigkeiten zu bewältigen und Albanien
zu einem geſunden Staatsweſen zu geſtalten, ſowie es zur
Pflege guter Nachbarſchaft zu befähigen. In dieſem Falle
werde man Europa zu der Schöpfung beglückwünſchen
können und als Nachbar Albaniens Urſache haben,
zu=
frieden zu ſein.
Verſorgung der Invaliden in
Monte=
negro. Die montenegriniſche Skupſchtina hat das
Ge=
ſetz über die Verſorgung der Invaliden aus den letzten
beiden Kriegen angenommen. Unterſtützungsberechtigt
ſind ungefähr 3000 Familien.
* Eine intereſſante Petition im
Reichs=
tage. Der Petitionskommiſſion des Reichstages liegt
eine eigenartige Petition vor. Sie fordert die
Ueber=
führung der in Wien in der k. k Schatzkammer
aufbe=
vahrten Reichskleinodien nach Berlin. Dieſe
Petition wird nicht durch einfachen Uebergang zur
Tages=
ordnung erledigt werden können, da eine ganze Anzahl
Fragen ſtaatsrechtlicher und zivilrechtlicher Natur ſich an
das Eigentumsverhältnis der Reichskleinodien knüpfen,
Die Inſignien, die jetzt in Wien im Beſitze der
Habsbur=
ger ſind, gehören ſowohl nach deutſchem wie nach
öſter=
reichiſchem Rechte unzweifelhaft dem öſterreichiſchen Herr=
ſcherhauſe, das ihren Beſitz erſeſſen hat, da die Kleinodien
ſeit 1806 ſich im Beſitze der Habsburger befinden, nachdem
Kaiſer Franz den deutſchen Kaiſertitel abgelegt hatte. Die
Inſignien gehörten früher dem Domſchatz zu Aachen und
nicht dem alten Deutſchen Reiche. Sie beſtehen aus der
deutſchen Königskrone, die eine ſizilianiſche Arbeit iſt und
für Kaiſer Friedrich II. angefertigt wurde, aus dem
Kaiſerzepter, dem goldenen Reichsapfel, dem Schwert des
heiligen Mauritius, dem goldenen Kaiſerſchwert, dem
Krönungsmantel, den Schuhen, Handſchuhen, dem
Evan=
gelienbuch Karls des Großen und einem Reliquienkaſten.
Der Krönungsmantel, die Sandalen und Handſchuhe
ent=
ſtammen der Beute, die Heinrich VI. nach ſeinem Siege
über die Normannen auf Sizilien machte. Die deutſche
Königskrone dagegen befindet ſich immer noch im Dome
zu Aachen.
* London, 7. März. Nach einer Meldung der
Times begibt ſich der engliſche
Unterrichts=
miniſter heute nach Deutſchland, um das deutſche
Syſtem der Fortbildungsſchulen, der techniſchen und der
höheren Lehranſtalten kennen zu lernen.
* Buenos Aires 7. März. Zu Ehren der
Offiziere des deutſchen Geſchwaders fand
geſtern ein vom Marineminiſter veranſtaltetes Feſtmahl
ſtatt, an dem der Kriegsminiſter, der Miniſter des
Aeußern, der deutſche Geſandte und viele andere
hervor=
ragende Perſönlichkeiten teilnahmen. Der deutſche
Kreu=
zer „Straßburg” iſt hier eingetroffen. Der Vizepräſident
de la Plaza empfing den Konteradmiral von Rebeur=
Paſchwitz und die Offiziere des deutſchen Geſchwaders,
die vom deutſchen Geſandten vorgeſtellt wurden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. März.
* Vom Hofe. Die Großherzogin wohnte
Freitag nachmittag 4 Uhr einer Sitzung im Alice=Hoſpital
an. (Darmſt. Ztg.)
Empfänge. Der Großherzog empfing am
Samstag den Generalmajor z. D. v. Hartmann, den
Oberſtleutnant Frhrn. v. Brandenſtein, Kommandeur des
Garde=Dragoner=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den
Leutnant Wolrad Prinz zu Waldeck und Pyrmont und
den Leutnant du Bois de Dunilac von demſelben
Regi=
ment, den Finanzrat Klingelhöffer von Reinheim, die
Geh. Schulräte Dr. Walter und Dr. Helm von Mainz,
den Pfarrer Weiß von Bieber bei Offenbach; zum
Vor=
trag den Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſter
Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach,
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Ernennungen. Der Großherzog hat den
Oberſteuerkontrolleur Finanzaſeſſor Theodor Franz zu
Friedberg vom 1. April d. J. ab zum Finanzamtmann bei
dem Finanzamt Offenbach I, den Finanzaſſeſſor Auguſt
Weimer aus Mainz vom 1. April dieſes Jahres ab
zum Oberſteuerkontrolleur und den Reviſionskontrolleuc
bei dem Hauptſteueramt Darmſtadt Georg Lang zum
Buchhalter bei der Hauptſtaatskaſſe ernannt. — Zu
Regie=
rungsbaumeiſtern ſind ernannt worden die
Regie=
rungsbauführer Friedrich Biel aus Frankfurt a. M.,
Emil Hofmann aus Hattenheim (Rheingau), Wilhelm
Kraus aus Mainz, Rudolf Schreiner aus
Feuer=
bach bei Stuttgart und Karl Wolff aus Darmſtadt.
* Verſetzungen in den Ruheſtand. Der
Groß=
herzog hat den Oberlehrer an der Viktoriaſchule und
dem Lehrerinnenſeminar zu Darmſtadt, Profeſſor Dr.
Hans Heim, auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte, mit Wirkung vom
1. April 1914 an in den Ruheſtand verſetzt und ihm die
Krone zum Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen; ferner den Lehrer
Johann Philipp Bauſch zu Mainz=Kaſtel auf ſein
Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte, mit Wirkung vom 1. März 1914 an und ihm
das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen verliehen; desgleichen den Lehrer Adam
Bitz zu Mainz=Koſtheim auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, mit
Wirkung vom 1. März 1914 an und ihm das Ritterkreuz
2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Joſeph
Wiede=
kind zu Radheim, Kreis Dieburg, eine Lehrerſtelle an der
katholiſchen Volksſchule zu Dieburg.
Das Eigentum.
K.K. Jede Arbeit iſt ihres Lohnes wert. Von jeher
haben die Menſchen ſo gedacht und danach gehandelt. Die
Menſchen ſind nicht Engel, ſelbſtloſe Weſen und ohne jeden
Eigennutz, die nie an ſich denken und für ſich ſorgen. Der
natürliche Menſch arbeitet zunächſt für ſeine
Selbſterhal=
tung und Selbſtförderung, um das Erarbeitete für ſich und
die Seinen zu verwenden, es ſein eigen zu nennen und frei
darüber zu verfügen. So entſteht das Eigentum.
Seine Hauptquelle iſt die Arbeit. Das Streben nach
Eigentum liegt tief in der Menſchennatur begründet, bildet
eine Nutzanwendung des Satzes, daß jeder ſeines Glückes
Schmied iſt. Dieſer Satz gälte nur dann nicht mehr, wenn
es gelänge, die wirklichen Verhältniſſe des menſchlichen
Daſeins ſo umzugeſtalten, daß ein Jeglicher ohne Arbeit
Mühe und Kampf alles fände, was er braucht. Dahin wird
es aber nie kommen, und deswegen iſt es ſeither immer ſo
geblieben, daß jeder nach dem Maße ſeiner Mühe und
An=
ſtrengung, ſeiner Tüchtigkeit und Tatkraft, nach Pflicht und
Schuldigkeit behält und beſitzt, was er an Arbeit geleiſtet
hat. Arbeit und Beſitz haben in der Menſchheitsgeſchichte
ſtets zuſammengehört. Immer iſt es der Hebel
wirtſchaft=
lichen Fortſchritts geweſen, daß aus der Arbeit Eigentum
hervorgeht. Die rechte gedeihliche Freude hat der Menſch
nur an dem, was durch ſeine Kraft ſein eigen geworden iſt.
Allezeit iſt es für ſittlich verwerflich angeſehen worden, ſich
am Eigentum zu vergreifen. Ein Grundgebot der
chriſt=
lichen Religion iſt es, das Eigentum zu achten, nicht zu
ſtehlen.
Heute gibt es aber Lehren, die das umkehren und ſagen:
Eigentum iſt Diebſtahl. Das Eigentum, das der einzelne
beſitzt, ſoll abgeſchafft werden. Die ſich Eigentum
ange=
eignet haben, werden Dieben gleich geachtet. Was ſie
an=
geblich widerrechtlich beſitzen, ſoll ihnen genommen und
Eigentum aller, Gemeineigentum, werden. Die
Sozial=
demokratie fordert, daß das Eigentum einzelner an
Pro=
duktions= oder Arbeitsmitteln, an Grund und Boden,
Gru=
ben und Bergwerken, Rohſtoffen, Werkzeugen, Maſchinen,
Fabriken, Verkehrsmitteln, Gemeingut der Geſamtheit, der
Geſellſchaft wird und dieſe allein die Warenherſtellung,
die Gütererzeugung betreibt, um ſo eine gerechte
Vertei=
lung des Arbeitsertrages bewirken zu können.
Gegenwär=
tig, behauptet ſie, bekomme der Arbeiter nicht den vollen
Ertrag ſeiner Arbeit, ſondern werde ausgebeutet, um den
ſogenannten Mehrwert ſeiner Arbeit betrogen, der dem
kapitaliſtiſchen Arbeitgeber, dem Ausbeuter, zufließe. Die
Aufhebung der Eigentumsrechte einzelner iſt der
wirtſchaft=
liche Grundgedanke der Sozialdemokratie. Würde er
durch=
geführt werden, ſo würde die Menſchheit wieder in den
Ur=
zuſtand der Barbarei verſinken.
Ein altägyptiſches Modejournal.
C) Es bedeutete eine Revolution in der Geſchichte
der Mode, als um die Mitte des 18. Jahrhunderts die
erſte Modellpuppe von Paris nach England kam: der
Siegeszug des Pariſer Toilettenſtils, der noch heute nicht
aufgehört hat, wurde dadurch angebahnt, denn dieſe
Fi=
guren, mit allen Neuheiten verführeriſch ausgeſtattet,
trugen den galliſchen Geſchmack durch die ganze Welt und
vermittelten den Schönen eine lebendigere Anſchauung,
als es Zeichnungen und Beſchreibungen vermocht hätten.
Aber auch dieſe Erfindung, wie wir jetzt zu unſerem
Staunen gewahren, hatten die Alten bereits
vorwegge=
nommen; ſchon faſt 2000 Jahre vorher ſtellten ſie ganze
„Modejournale” aus anmutigen kleinen Terrakotten
zuſammen, durch die die Damen des römiſchen Weltreiches
erfuhren, wie ſich im kaiſerlichen Rom die vornehmſten
Frauen kleideten, friſierten und ſchmückten. Dieſe luſtigen
Tonfigürchen, die nunmehr zahlreich durch die
Ausgra=
bungen wieder ans Licht getreten ſind, vermitteln uns
eine überraſchend genaue Vorſtellung von der antiken
Mode und ergänzen damit in willkommener Weiſe alle
früheren Nachrichten, die nur unzuſammenhängend und
dürftig waren.
Aus den intereſſanten Wecken der Kleinplaſtik können
wir noch heute mit demſelben Entzücken all die
Modeneu=
heiten ableſen, mit dem vor faſt 2000 Jahren die Augen
der eleganten Damen in den fernſten Provinzen des
Welt=
reiches auf dieſem ihrem Modejournal ruhten. Solch neue
Erkenntnis bildet nur einen beſcheidenen Teil der
groß=
artigen Bereicherung unſerer Anſchauungen vom antiken
Leben, die durch die wiſſenſchaftliche Bearbeitung dieſer
kleinen Tonfiguren überhaupt gewonnen wird. Lange iſt
die Forſchung achtlos oder gar mit Mißachtung an dieſen
Terrakotten vorübergegangen, die der Epoche der
grie=
chiſch=römiſchen Herrſchaft und der erſten chriſtlichen Zeit
Aegyptens entſtammen. Und doch ſind gerade dieſe
Er=
zeugniſſe einer ſpäten ägyptiſch=griechiſchen
Volkskunſt für die Kenntnis der ganzen Kultur ſo
überaus wichtig. Daher iſt es ein hohes Verdienſt der
Berliner Muſeen, ihre umfangfreiche Sammlung
ſolcher Terrakotten, die über 500 Stück, etwa ein Zehntel
des ganzen bisher bekannten Beſtandes, umfaßt, durch
eine große Publikation der Allgemeinheit
zugäng=
lich zu machen. Im Verlage von Karl Curtius in Berlin
erſcheint in den nächſten Tagen als Beiträge zur
Reli=
gions= und Kulturgeſchichte des griechiſch=römiſchen
Aegyp=
tens” ein Abbildungswerk mit ausführlichem Text des
Groninger Profeſſors Wilhelm Weber, das einen
um=
faſſenden Ueberblick über Weſen und Inhalt dieſer
Terca=
kottenkunſt gewährt. Wie ſich hier eine ganze
Religions=
geſchichte in den zahlreichen Götterfiguren auftut, die als
Zimmerſchmuck dienten, ſo entfaltet ſich zugleich das
far=
bige Leben des Alltags. Die Typen der Straße und des
Marktes, Tänzer und Schauſpieler, Akrobaten und Jockeis,
Kinder und Tiere, Möbel und Hausgerät finden wir
hier dargeſtellt. In bunter Reihe drängt ſich Heiliges und
Profanes mit der verwirrenden Fülle des Lebens
durch=
einander. Und unter dieſen Gruppen fällt nun auch eine
auf, die zierliche Frauengeſtalten und ſorgfältig friſierte
Frauenköpfchen umfaßt und die der gelehrte Verfaſſer
ſelbſt als „Modejournale” in Ton bezeichnet.
Dieſe „Puppen” können nichts anderes ſein als
Muſtervorlagen, die für die Tracht der Damen in
Aegypten hergeſtellt wurden. Das wird dadurch noch
klarer, daß auch außerhalb Aegyptens Tonfiguren dieſer
Art, wenn auch in viel geringerer Zahl, gefunden wurden,
In Smyrna, in Marokko und am Rhein hat uns der
Zu=
fall derartige Arbeiten bewahrt. Die Eitelkeit und
Schmuckluſt der Frauen war ja damals nicht minder groß
als heute; ja die Aegypterinnen nahmen ſogar für die
Erfüllung ihrer Modelaunen einen gewiſſen religiöſen
Zwang in Anſpruch. Apulejus erzählt uns, daß im
Feſt=
zug der Iſisverehrer von Kenchreä ſich eine Gruppe von
Frauen befand, die der „herrlichſten Göttin” Iſis dadurch
huldigte daß ſie ihr die neueſte Mode der kaiſerlichen
Prinzeſſinnen in Rom vorführten. Die Hofdamen der
Kaiſerſtadt, ſie waren die hohen Vorbilder der Tracht,
die die Damen der Provinzen eifrig nachahmten. Die
mächtigen und komplizierten Figuren der eleganten
Terra=
kottadamen finden ihre einzige Parallele in der koloſſalen
* Erledigt iſt die mit einem evangeliſchen Lehrer zu
beſetzende Lehrerſtelle zu Lardenbach, Kreis Schotten.
Mit ihr iſt Organiſten= und Vorleſedienſt verbunden.
Das Präſentationsrecht ſteht dem Herrn Grafen zu Solms=
TLaubach zu.
* Militärdienſtnachricht. Dr. Hoene, Aſſiſt.=Arzt
wom Inf.=Leib=Regt. Nr. 117, zur Teilnahme an dem in
Der Zeit vom 9. März bis einſchl. 4. April in Berlin
ſſtattfindenden Fortbildungskurſus kommandiert.
D Von der Techniſchen Hochſchule. Der Diplom=
In=
genieur Walther Kapoſi aus Wien hat ſich am 6. d. M.
dan der hieſigen Techniſchen Hochſchule der mündlichen
*Doktor=Ingenieur=Prüfung im elektrotechniſchen Fach
unterzogen und dieſelbe „gut” beſtanden.
D Perſonalnachrichten der Oberpoſtdirektion in
Darm=
fſtadt. Verliehen: das Ritterkreuz erſter Klaſſe des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Poſt=
direktor Flaſchenträger in Bad Homburg; ſerner anläßlich
des Scheidens aus dem Dienſte das Heſſiſche Allgemeine
Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für treue Dienſte” am
Bande des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
dem Poſtagenten Ebel in Grebenau, das Heſſiſche
Allge=
meine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für langjährige
treue Dienſte” dem Oberbriefträger Frank in Heppenheim.
— Verſetzt: Oberpoſtaſſiſtent Deichmann von Hagen
nach Mainz, Poſtaſſiſtent Kretzer von Fürth nach Duisburg,
die Telegraphenaſſiſtenten Anthes von Gießen nach
Ham=
burg, Wedel von Offenbach nach Düſſeldorf, Ehrhardt von
Hamburg und Mattern von Düſſeldorf nach Mainz.
Etatsmäßig angeſtellt: Poſtgehilfin Kaus in
Darmſtadt. — Angenommen: zu Poſtgehilfen die
Oberrealſchüler Schulz und Vogel in Darmſtadt, Gerber
in Oppenheim, Bretzer und Krumb in Mainz; zu
Telegra=
phengehilfinnen: Katharina Lang in Alsfeld, Katharina
Schmitt in Bingen und Magdalene Weber in Darmſtadt;
zum Poſtagenten: Rentmeiſter Rabenau in Schönberg.
Freiwillig ausgeſchieden: Die
Telegraphenge=
hilfinnen Beckhaus in Bingen, Schäfer in Darmſtadt und
Frank in Worms Poſtagent Hofmann in Schönberg.
In den Ruheſtand tritt: Telegraphenſekretär
Box=
heimer in Mainz.
g. Schwurgericht. Geſtern hatte ſich vor dem
Schwur=
gericht der am 28. Juni 1895 geborene Fabrikarbeiter
Peter Ohl von Bürſtadt wegen Fälſchung einer
öffentlichen Urkunde zu verantworten. Der
An=
geklagte wurde im Oktober vorigen Jahres zweimal im
Bürſtädter Warteſaal angetroffen und beide Male hatto
er dem Bahnſteigſchaffner eine Monatsnebenkarte
vorge=
zeigt. Wie ſich beim zweiten Male herausſtellte, hatte er
eine alte Karte, die auf den Namen ſeines Bruders
lautete, verfälſcht, indem er ſeinen Namen darauf ſetzte.
Ob er die Karte auch zur Fahrt nach Mannheim
benutzt hat, konnte nicht feſtgeſtellt werden. Die
Geſchwo=
renen billigten dem Angeklagten mildernde Umſtände zu.
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 4 Monaten
Gefängnis.
Die 24. Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung am Donnerstag, den 12. März, nachmittags 3½ Uhr
hat folgende Tagesordnung zu erledigen: 1.
Mit=
teilungen. 2. Verwaltungsrechenſchaft des
Oberbürger=
meiſters für 1912. 3. Geſuch um Geſtattung einer
Aus=
nahme von der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts
für das Grundſtück Frankfurter Straße 250. 4. Aenderung
der Baufluchtlinie auf der Weſtſeite der Frankfurter
Straße. 5. Bebauungspläne für die Nieder=Ramſtädter
Straße, Schießhausſtraße und Inſelſtraße. 6. Die Straße
auf der Oſtſeite des Alicehoſpitals von der Dieburger
Straße nach dem Nicolaiweg. 7. Vergrößerung des
Ver=
kehrsbureaus auf dem Ernſt=Ludwigs=Platz. 8.
Verbeſſe=
rung der Verkehrsverhältniſſe am Oſtbahnhof,
insbeſon=
dere Beſeitigung der Kreuzung der Erbacher Straße mit
der Eiſenbahnanlage. 9. Aufſtellung von
Preisverzeich=
niſſen für die Arbeiten bei der Unterhaltung und dem
Neubau ſtädtiſcher Gebäude. 10. Aufhebung der
Kau=
tionspflicht bei Erteilung der Bauerlaubnis außerhalb
des Stadtgebietes. 11. Tarif für den Erwerb von
Grab=
ſtätten auf dem neuen Friedhof. 12. Die
Krankenverſiche=
rung der ſtädtiſchen Bedienſteten. 13. Geſuch um
Gewäh=
rung eines Zuſchuſſes zum Witwen= und Waiſenfonds
der Großh. Hofmuſik. 14. Geſuch um Gewährung eines
Beitrags zum 41. Verbandstag des Süddeutſchen
Bezirks=
verbandes der Friſeure in Darmſtadt. 15. Die
Bedürf=
nisanſtalt auf dem Marktplatz.
D Das Bezirkskommando I Darmſtadt erläßt
nach=
ſtehende Bekanntmachung: Die Zuſtellung der Kriegs=
beorderungen und Paßnotizen erfolgt im
Kreiſe Darmſtadt in der Zeit vom 10. bis 25. März 1914
im Stadtbezirk in gewöhnlichen Briefen portofrei, im
Landbezirk in gewöhnlichen Briefen unter „Heeresſache‟
durch die Poſt. Die bis dahin noch nicht zur dienſtlichen
Kenntnis gebrachten Wohnungsveränderungen ſind ſofort
zu melden. Für unterlaſſene Meldungen — was ſich bei
der Zuſtellung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen
herausſtellt — tritt Beſtrafung ein. Die vom 1. April 1914
ab nicht mehr gültigen Kriegsbeorderungen und
Paß=
notizen (gelbe Farbe) ſind an dieſem Tage durch die
Mannſchaften des Beurlaubtenſtandes ſelbſt zu
vernich=
ten, die neuen (von roter Farbe) in den Militärpaß
ein=
zukleben. Alle Mannſchaften des Beurlaubtenſtandes ſind
verpflichtet, ihrem Bezirksfeldwebel ſofort Meldung zu.
erſtatten, wenn ſie am 25. März 1914 abends noch nicht im
Beſitze ihrer Kriegsbeorderung oder Paßnotiz ſind. Für
unterlaſſene Meldung — was ſich bei den
Kontrollver=
ſammlungen uſw. herausſtellt — tritt Beſtrafung ein.
* Belämpfung der Arbeitsloſigkeit. Bei der im Jahre
1911 vorgenommenen Ergänzung der für das ſtaatliche
Verdingungsweſen beſtehenden Beſtimmungen iſt auch
auf die Ausſchaltung ausländiſcher Arbeiter für die Zeiten
der Arbeitsloſigkeit Bedacht genommen worden. Hiernach
ſind die Baubehörden befugt, in Fällen der
Arbeitsloſig=
keit zu verlangen, daß die Unternehmer ausländiſchen
Ar=
beitern, ſoweit ſie nicht eine beſondere Vertrauensſtellung
einnehmen in dem Umfange kündigen, als ſich deutſche
geeignete Arbeiter zue Verfügung ſtellen. Mit Rückſicht
auf die andauernd ungünſtige Geſchäftslage im Hoch= und
Tiefbaugewerbe hat ſich die Großh. Regierung kürzlich
veranlaßt geſehen, dieſe Beſtimmung nachdrücklich in
Er=
nnerung zu bringen und die Kreisämter anzuweiſſen,
ahin zu wirken, daß auch bei Vergebung von Bauarbeiten
durch die Provinzen, Kreiſe und die Gemeinden eine
ent=
prechende Bedingung in die Vertragsbedingungen
auf=
genommen und unter Berückſichtigung der bei dem
öffent=
lichen gemeinnützigen Arbeitsnachweis des Bezirks
gemel=
deten Stellengeſuche zur Durchführung gebracht wird.
An=
geſichts der Tatſache, daß nach dem letztjährigen
Jahres=
ericht des Mitteldeutſchen Arbeitsnachweisverbands am
1. Juli 1913 im Großherzogtum Heſſen allein in der
In=
duſtrie über 1000 ausländiſche Arbeiter tätig waren, darf
wohl erwartet werden, daß die Kommunalverwaltungen
ſchon im eigenen Intereſſe der Durchführung dieſer
Präventivmaßnahmen ihre beſondere Aufmerkſamkeit
widmen. (Darmſt. Ztg.)
D Vom Großh. Hoftheater. Heute abend findet die
rſte Aufführung des „Triſtan” in der letztjährlichen
Feſtſpiel=Neuinſzenierung ſtatt. Die muſikaliſche Leitung
hat Hofkapellmeiſter Ottenheimer die Titelpartien
ver=
körpern hier erſtmalig Georg Becker und Franziska
Call=
wey. Am Dienstag wird die Eyßlerſche Operette
„Der lachende Ehemann” in der Beſetzung der Premiere
viederholt. Der dritte Abend des Ibſen=Zyklus bringt
die Erſtaufführung des „John Gabriel Borkman”, in dem
Emil Jannings die tragende Rolle des Borkman ſpielt.
Am Donnerstag geht Wilhelm Kienzels hier
unge=
mein beliebte Oper „Der Evangelimann” unter Leitung
Richard Lerts in Szene.
* Saalbautheater. Alma Saccur und die
Abſſchiedsaufführungen der „keuſchen
Su=
ſanne. Heute Sonntag, und morgen
Mon=
tag, abends um 8 Uhr, finden als unwiderruflich letzte
Gaſt=
pielvorſtellungen die beiden Wiederholungen des
popu=
lären Operetten=Schlagers „Die keuſche Suſanne” von G.
Okonkowski, Muſik von Jean Gilbert ſtatt, worauf wir
hiermit wärmſtens aufmerkſam machen wollen. Dieſe
glänzende Operette erzielte auch hier großen und
ſtürmi=
ſchen Erfolg und wird ſicherlich auch an den 2 letzten
Abenden weiteren Beiſall finden. Dieſer Hinweis dürfte
genügen, um beiden Abſchiedsabenden volle Häuſer zu
ſichern, zumal ja Fräulein Alma Saccur als
Lieb=
ling des Darmſtädter Theaterpublikums in der Titel= und
Hauptrolle „keuſche Suſanne” auftritt.
* Erinnerungsausſtellung an die Heſſiſchen Freiwilligen
Jäger 1814 in dem Städtiſchen Muſeum (Schloßgraben 9).
Durch eine nicht vorherzuſehende Verzögerung wird dieſe
längſt vorbereitete Ausſtellung erſt jetzt, Sonntag, den
8. d. M., eröffnet. Ein Eröffnungsſchriftchen, ſowie eine
lnſichtspoſtkarte ſind daſelbſt käuflich zu haben. Außer
Bildern, Uniform= und Ausrüſtungsſtücken, Briefen,
Bü=
chern, Stamm= und Tagebüchern, Schriftſtücken, Orden u. a.
ſei noch auf eine in dem Nachbarzimmer aufgehängte Reihe
alter Farbſtiche aus dem Beſitz von Großh. Hof=
bibliothek hingewieſen. Sie veranſchaulichen die von dem
Jägerkorps durchzogenen Gegenden und Städte von Baſel
bis Lyon. Schließlich ſei auch an dieſer Stelle allen, die
zum Zuſtandekommen der Ausſtellung beigetragen haben,
insbeſondere den Muſeen, Bibliotheken, dem Großherzogl.
Haupt= und Staatsarchiv, dem Infanterie=Regiment Nr.
115, ſowie den einzelnen Beſitzern und Geſchäftsleuten für
ihre Güte herzlich gedankt.
* Darmſtädter Konferenz für evangeliſche
Gemeinde=
arbeit. Die nächſte Verſammlung findet nicht (wie in einem
der Kirchenzettel angegeben iſt) am Donnerstag, den 12.,
ſondern ſchon Montag, den 9. März, abends 8 Uhr, im
Gemeindehaus Kiesſtraße 17, ſtatt. Der Gegenſtand der
Beſprechung iſt: „Der evangeliſche
Gemeinde=
gedanke und der Entwurf der Darmſtädter
Reformationskirche‟ Hierbei iſt nicht allein allen
Mitgliedern der Gemeinde Gelegenheit zur Einſicht in den
ſo viel beſprochenen, von Geh. Baurat Pützer geſchaffenen
Entwurf der Reformationskirche gegeben, ſondern der
Vor=
ſitzende der Konferenz, Pfarrer Velte wird auch
aus=
führen, wie der Gemeindegedanke ſowohl zu dem Plan des
Kirchenbaus, als auch zu dem jetzt vorliegenden Entwurf
geleitet hat, nicht der Gedanke, ein Monument aufzurichten,
ſondern einen Brennpunkt und einen Herd für das Leben
der reformierten Gemeinde, die bisher nur der „
Südweſt=
ezirk” der 24000 Seelen zählenden Stadtgemeinde war.
* Allg. Deutſcher Frauenverein (Ortsgruppe
Darm=
ſtadt). Man ſchreibt uns: Am 12. März, nicht, wie
irrtümlich berichtet wurde, am 17., wird Fräulein Dr.
Marie Bernays aus Heidelberg über „Die
Teil=
nahme der modernen Frau am deutſchen
Geiſtesleben” ſprechen. Nachdem eine Reihe von
hervorragenden Fachgelehrten und ausgezeichneten
Ken=
nern der jeweiligen Epoche zu dem Geſamtthema „Die
Stellung der Frau im Wandel der Zeiten” von der
Ver=
gangenheit geredet haben, wird dieſer letzte Vortrag ſich
lediglich mit der Gegenwart beſchäftigen. Fräulein Dr.
Bernays, die als vorzügliche Rednerin bekannt iſt, hat
Nationalökonomie ſtudiert und ſich auf den verſchiedenſten
Gebieten ſozial betätigt. Der Drang, ihr reiches
theo=
retiſches Wiſſen praktiſch zu vervollſtändigen, und ihre
rege Anteilnahme an dem Geſchick der Arbeiterinnen trieb
ſie vor einigen Jahren dazu, lange Wochen in einer
Fa=
brik zu arbeiten, um das Leben der in der Induſtrie
be=
ſchäftigten Frauen und Mädchen gründlich kennen zu
ler=
nen. Denn, wie ſie in einem Referat über „Die Bedeutung
der gewerblichen Berufstätigkeit der Frau für ihr
perſönliches Leben” einmal treffend ausführte, wir ſind
über das Leben halbwilder Völkerſchaften vielfach beſſer
unterrichtet als über das Leben unſerer Arbeiterinnen.
Hier wird Fräulein Dr. Bernays im weſentlichen über
die Ausbreitung, die Probleme und den Kulturwert des
Frauenſtudiums, der freien Berufe und der
wiſſenſchaft=
lichen Frauenarbeit ſprechen. Sie wird damit gewiß
vielen neue Anregungen und Aufklärungen bringen und
ſicher auch reges Intereſſe bei den Zuhörern zu wecken
wiſſen, die bisher noch keine perſönliche Stellung zu
die=
ſen Fragen genommen haben. (Das Nähere über den
Vortrag ſiehe in der Anzeige.)
* Vortrag über Kinematographie. Es wird
wieder=
holt darauf hingewieſen, daß der vierte Vortrag von Prof,
Dr. Fritz Limmer zum Beſten des Photographiſchen
Inſtituts am Dienstag, den 10. März, abends 8¼
Uhr, ſtattfindet. Herr Profeſſor Dr. Limmer wird in
die=
ſem Vortrag die Kinematographie behandeln. (S. Anz.)
* Johannesgemeinde. Es ſei noch einmal auf den von
den Vereinigten Jugendvereinigungen männlichen und
weiblichen Geſchlechts in unſerer Gemeinde veranſtalteten
Mozart=Abend hingewieſen, der am Sonntag, den
8. März, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26,
ſtattfinden ſoll. Ein Vortrag wird über das Leben und
Schaffen dieſes einzigartigen Menſchen unterrichten.
Mo=
zartſche Arien und Lieder wird das Mitglied unſerer
Hof=
bühne Fräulein Unger zu Gehör bringen; Klavier,
Violine und Streichquartett werden ebenfalls Mozartſche
Tondichtungen vorführen. Der Eintritt iſt frei. — Der
Frauenverein der Gemeinde veranſtaltet am nächſten
Frei=
tag, den 13. März, ſeinen letzten Vortragsabend, bei dem
Herr Pfarrer Kopfermann aus Caub a. Rh. ſprechen wird
über „Rechte und Pflichten der Mutter bei der
Kinder=
erziehung” (Nähere Anzeige folgt.)
* Naturheilverein. Donnerstag, den 12. März, ſpricht
Herr Emil Peters aus Berlin=Neuenhagen im
Kai=
ſerſaal über „Schlaf und die Heilung der
Schlafloſigkeit” (Näheres iſt aus den Anzeigen
erſichtlich.)
Haartracht der römiſchen Kaiſerinnenporträts. Dieſe
Maſſenwaren aus Ton, die man jetzt wieder ausgegraben
hat, waren alſo nichts anderes als Modelle der ägyptiſchen
Fabriken, die die Muſterbeiſpiele der Toiletten, wie ſie von
Rom in die Welt hinausgingen, in leichter
Individuali=
ſierung endlos vervielfältigten und den Schönen im letzten
Winkel des Reiches den neueſten „Schick” den dernier eri
der Mode vermittelten. Da ſehen wir Modellpuppen
mit langen, reichbeſetzten Mänteln, mit langärmeligen
Peplos, mit fein gefältelten Chitonen, die kurze Aermel
haben. Der Halsausſchnitt iſt bald rund und bald eckig;
die Röcke zeigen eine ſeitliche Raffung eine ſchärpenartige
Draperie und dann wieder flatternde Bänder. Hier iſt
ein reicher Beſatz von breiten Borten angedeutet, dort
eine Verzierung mit großen runden Knöpfen. Die eine
trägt rote hohe Schuhe, die andere leichtgeſchnürte
San=
dalen; ſelbſt Fußringe ſind modern, und mit Ohrringen,
langen Halsketten und dicken Bruſtketten wird ein
ver=
ſchwenderiſcher Luxus getrieben. Der Schal iſt über dem
Rücken loſe verknotet, das Umſchlagetuch wird fichuartig
gelegt; eine elegante Dame, die in ihrem Seſſel ſitzt und
die letzte Hand an ihre Toilette legt, ſtreichelt ihr
Schoß=
hündchen; eine andere im lockend ſich anſchmiegenden
Ge=
wand hebt in keck herausfordernder Poſitur den runden
Klappfächer.
Gar manche Parallele zur Mode von heute könnte man
finden in den trichterförmigen Röcken oder der hohen
Gürtung. Als das wichtigſte und ſchwierigſte aber
er=
ſcheinen in dieſem altägyptiſchen Modejournal die
Fri=
ſuren. Da iſt z. B. eine Dame in großer Toilette und
reichem Schmuck, die ſich friſiert. Die Haarmaſſen ſind
fein toupiert am Scheitel gewellt und dann in tiefen Bogen
gebrannt; eben nimmt die Frau dieſe bereits kunſtvoll
gelegten Haare hinten zu einem Knoten zuſammen und
wird ſich zum Abſchluß ein paar breite Kränze aufſetzen.
Die wichtigſten Formen dieſer Modefriſuren ſind die
„Melonenfriſur” bei der das natürlich gewellte Haar breit
abſteht, dann eine ſteil in die Höhe gebaute Vorderfriſur
mit großer Haarſchleife, einer Ringlöckchenfaſſade an der
Stien und quer darüber gelegtem gedrehtem Zopf. Bald
ſind die Friſuren oben ſpitz, bald oben breit, bald
reifen=
artig, bald wellenförmig, ſtets aber mit reichem Schmuck
verſehen und von eigenartigem Reiz.
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Die Elizabeth Duncan=Schule
ver=
ſendet einen Bericht über ihre dreimonatliche
Propaganda=
reiſe durch Deutſchland, die mit einer Aufführung vor dem
Kronprinzen in Berlin einen würdigen Abſchluß gefunden
hat. Die Schule veranſtaltete in den großen Hoftheatern
von München, Stuttgart und in den Stadttheatern von
Zürich, Baſel. Bremen, Hamburg, Hannover ſowie einer
Anzahl von kleineren Städten und am Schluß in Berlin
eine Reihe von Aufführungen, die faſt durchwegs von den
Freunden der Schule oder von den in den einzelnen
Städten beſtehenden Zweigvereinen, reſpektive Komitees
eingeleitet worden ſind. Dieſe Aufführungen hatten den
Zweck, nochmals ein größeres Publikum mit den
Leiſtungen und Beſtrebungen der Schule bekannt zu
machen, und für die Durchführung eines Planes, der für
Darmſtadt von allergrößter Bedeutung ſein wird, Freunde
zu gewinnen. Es wird auf die begeiſterte Aufnahme der
Veranſtaltungen und das einmütig günſtige Verhalten
der Preſſe ſämtlicher Parteien gegenüber der Schule
ver=
wieſen. Beſonders hervorzuheben iſt, daß die Schule nicht
im engen Rahmen eines Tanzinſtitutes, ſondern
durch=
weg als ein Unternehmen von größtem kulturellen Wert
erkannt worden iſt. Davon gibt auch das große Intereſſe
das von ſeiten der Schulbehörden bekundet wurde
Zeug=
nis, ſowie die rege Anteilnahme der ſtudierenden Ingend,
die in hellen Scharen zu den für ſie beſonders
veranſtalte=
ten Aufführungen ſtrömte. Am 4. März fand im
Leſſing=
theater zu Berlin eine private Aufführung vor einem
kleinen Kreis ſtatt, welcher der Kronprinz von Preußen
beiwohnte. Der Kronprinz verfolgte die Darbietungen
mit größtem Intereſſe ſprach Herrn Direktor Merz ſeine
Anerkennung für die Leiſtungen der Schule aus und
ver=
ſicherte ihn ſeiner wärmſten Sympathien für die
Be=
ſtrebungen von Elizabeth Duncan. Als die Heimat der
Elizabeth Duncan=Schule kann Darmſtadt mit freudiger
Genugtuung auf die praktiſche Betätigung der feinſinnigen
kulturellen Intereſſen des Großherzogs ſehen.
* Verſchiedenes. Schneiders
Kunſt=
ſalon in Frankfurt bringt in ſeiner März=
Aus=
ſtellung eine umfaſſende Kollektion des bekannten
Darm=
ſtädter Malerehepaars Adolf und Anna Beyer. Vor allem
ſind es ihre Stilleben, die durch Farbenfreudigkeit das
Auge des Beſchauers auf ſich lenken; aber auch
Figuren=
bilder und die Landſchaft ſind vertreten. — Die
Mann=
heimer Kunſthalle hat für die Zeit von Ende Februar
bis Anfang April eine Baukunſtausſtellung eingerichtet,
die durch die Neuheit und Klarheit ihres Grundgedankens
und deſſen ſtraffe Durchführung wirken ſoll. Dieſer
Grund=
gedanke iſt kurz mit drei Worten formuliert: Neue
Bau=
aufgaben, neue Bauſtofſe, neue Stilelemente! In
mög=
lichſt unzweideutiger Klarheit ſollen die Quellen unſerer
neuen Bauweiſe blosgelegt werden. Die Entwicklung
des Warenhauſes, der Fabrik, des Verwaltungsgebäudes,
des Bahnhofbaues, der Feſthalle u. ſ. f. wird mit
der Anwendung von Eiſen und Eiſenbeton
zuſammen=
geſtellt. Durch die ſtrenge Auswahl der Beiſpiele kommt
nun auf dieſe Weiſe ein überſichtliches Bild der
ſtilbilden=
den Vorgänge in Deutſchland zuſtande. — Eine der
älteſten Mainzer Deucke ein Exemplar des
Pamphlets Diethers von Iſenburg gegen Adolf von
Naſſau vom 30. März 1462, iſt durch Kauf aus dem Beſitz
des königlichen Staatsarchivs in Stuttgart in denjenigen
des Gutenbergs=Muſeums in Mainz übergegangen. Das
vom Gutenberg=Muſeum erworbene Exemplar weicht von
dem bisher bekannten mehrfach und beſonders darin ab,
daß die ſonſt handſchriftlich verbeſſerten Druckfehler hier
vor dem Druck verbeſſert ſind. — Die Deutſche
Ab=
teilung auf der Baltiſchen Ausſtellung in
Malmö die am 15. Mai dieſes Jahres eröffnet wird,
geht mit Rieſenſchritten ihrer Vollendung entgegen. Der
gewaltige etwa 26000 Quadratmeter bedeckende deutſche
Hauptausſtellungspalaſt iſt längſt unter Dach und Fach.
Hand in Hand damit ſind auch die Arbeiten im Innern
gegangen. Aehnlich geht es mit der großen eiſernen
Maſchinenhalle, wo die Montage der Eiſenkonſtruktion,
wie des elektriſchen Laufkrahns, der den Ausſtellern bei
dem Aufbau der Maſchinen nützliche Dienſte leiſten wird,
flott vorwärts geſchritten iſt. Die Ausſteller ſind daher
im Gegenſatz zu manchen bisherigen großen
internatio=
nalen Veranſtaltungen in der angenehmen Lage, mit
dem Verſand ihrer Objekte ſchon in der erſten Märzhälfte
beginnen zu können.
* Berichtigung. In dem Aufſatz über Leopold
dippel war irrtümlich bemerkt, daß er gleichzeitig mit
der Berufung nach Darmſtadt eine ſolche nach Berlin
er=
halten habe, während es heißen ſollte: nach Halle.
* Unheimliches aus dem Reiche der Myſtik. Auf den
heute abend im Kaiſerſaal ſtattfindenden Rezitations=
und Vortragsabend der Helene Odilon und ihres
Gatten, Dr. v. Radwan, wird nochmals empfehlend
hingewieſen.
* In Amerika verſtorbene Heſſen. Am 1. Februar ſtarb
in Neu=York City Herr John Kuhn an den Folgen
von Nieren= und Herzkrankheit im Alter von 59 Jahren
nach nur kurzem Krankenlager. Der Entſchlafene erblickte
am 16. April 1854 in Oppenheim in Rheinheſſen das
Licht der Welt und kam im Monat Auguſt 1879 nach
Amerika. — Von einem langen und ſchweren
Kranken=
lager iſt Herr Eduard Gerhardt, ein Bruder des Heſſen=
Darmſtädter Volksfeſtvereinspräſidenten Herrn Chr.
Ger=
hardt in Neu=York City, durch den Tod erlöſt worden,
Der Verſtorbene war vor 55 Jahren in Grünberg
ge=
boren und kam ſchon als junger Mann nach Amerika. —
Den Folgen einer Blinddarmentzündung erlag im
Deut=
ſchen Hoſpital von Brooklyn im 63. Lebensjahr der
Bäcker=
meiſter Herr John Stauf. Der Verſtorbene wurde am
20. April 1851 in Heſſen=Darmſtadt geboren und kam in
jungen Jahren nach Amerika. — Auf dem Greenwood=
Friedhofe wurde am 19. Februar der im 70. Lebensjahre
verſtorbene Kriegsveteran Herr Jakob Walther zur
letz=
ten Ruhe gebettet. Der Verblichene wurde in
Fried=
berg in Heſſen=Darmſtadt geboren, kam als Knabe mit
den Eltern hierher und folgte als blutjunger Menſch dem
Rufe Präſident Lincolns zu den Waffen. Nach der
Heim=
kehr aus dem Bürgerkriege ließ er ſich in Brooklyn nieder
und war hier Jahrzehnte hindurch geſchäftlich etabliert, bis
er ſich auf ſein Altenteil zurückzog. — Auf dem
Ever=
green=Friedhofe in Brooklyn, N. Y., wurde der
einer ſchweren Lungenentzündung erlegene Herr Phil.
Schaubach zur letzten Ruhe gebettet. Schaubach wurde
vor 63 Jahren in Heſſen=Darmſtadt geboren, kam als junger
Menſch nach Amerika und weilte den größten Teil ſeines
Lebens in Kalifornien.
Hundeausſtellung in Darmſtadt. Am Sonntag,
den 22. März d. J., eröffnet der Verein der
Hunde=
freunde von Darmſtadt und Umgebung,
ein=
getragener Verein, im Städtiſchen Saalbau ſeine ſechſte
Internationale Ausſtellung von Hunden
aller Raſſen. Angegliedert iſt dieſer bemerkenswerten
Darbietung die heurige Jahresausſtellung des Verbandes
Südweſtdeutſcher Vereine für Hundezucht und Jagd.
Außerdem ſind noch mit Sonderausſtellungen
an=
geſchloſſen: Griffon=Klub, Süddeutſcher Doggen=Klub,
Deutſcher Schäferhundverein (Ortsgruppe Darmſtadt und
Michelſtadt), Allg. Dobermannpinſcher=Verein (Abt.
Darm=
ſtadt) und Mitwirkung des Heſſiſchen Jagdklubs. Ueber die
Ausſtellung führt der Ehrenausſchuß das Protektorat. Dieſe
Hundeſchau, die gewiſſermaßen die Ausſtellungsſaiſon 1914
in Darmſtadt einleitet, verſpricht ſehr bedeutend zu
wer=
den. Der Verein hat alle Anſtrengungen gemacht, dieſe
Darbietungen über das Niveau der ſonſt üblichen
Veran=
ſtaltungen dieſer Art hinauszuheben. Bei der ſtets
wachſen=
den Bedeutung, die der Hund für alle Bevölkerungskreiſe
beſitzt, iſt eine dem treuen Begleiter und Beſchützer des
Menſchen gewidmete erſtklaſſige Ausſtellung von
allſeiti=
gem Intereſſe. Wir machen die Darmſtädter Hundebeſitzer
auf dieſe Veranſtaltung jetzt ſchon aufmerkſam. Der vorzeitige
Erwerb der Mitgliedſchaft ſichert ihnen und ihren
Fami=
lienangehörigen das Recht des freien Beſuches der
Aus=
ſtellung während ihrer ganzen Dauer. Und insbeſondere
vermittelt der Verein ſeinen Mitgliedern ein
reichilluſtrier=
tes Sportblatt für Züchtung und Liebhaber von
Raſſe=
hunden. Anmeldungen von Hunden für die Ausſtellung
ſowohl, als auch von Bewerbern um die Mitgliedſchaft
nimmt die Geſchäftsſtelle, L. Kapfenberger,
Eliſabethen=
ſtraße 39, entgegen. Meldeſchluß für die Ausſtellung am
12. März 1914. (Weiteres ſiehe Anzeige.)
* Die Schnepfen ſind da! Die erſte, die dem Heſſiſchen
Jagdklub gemeldet wurde, ſchoß Herr Gutspächter W.
Simon, Neuhof bei Dreieichenhain, am 5. März. An
dieſem Tage ſtrichen dort acht Stück; eine ſtrich bereits am
4. März. Es ſcheint alſo, daß die Langſchnäbel gleich in
Maſſen angekommen ſind. Die Schnepfenmünze für die
„Erſte” wird alſo vom Heſſiſchen Jagdklub wohl an Herrn
Simon vergeben werden, wenn nicht noch eine Meldung
über eine ſchon vorher geſchoſſene Schnepfe einläuft.
C Dem Frühling entgegen. Die milde zweite
Fe=
bruarhälfte ſowie die ebenſo gelinden bisherigen
März=
tage ſind dem Fortſchritt der Vegetation günſtig geweſen,
nachdem der ungemein kalte Januar und ein Teil des
Februars der im Dezember bereits ziemlich vorgerückten
Vegetation einen jähen Stillſtand bereitet hatten. Wie ſtark
die Kälte gewirkt hat, ſieht man an den Wieſen, die
in=
folge mangelnder Schneebedeckung ein völlig graues
Aus=
ſehen zum Teil heute noch aufweiſen. Auch die in den
meiſten Wintern grün bleibenden Brombeerſtauden
bie=
ten einen ähnlichen Anblick dar. Von Bäumen blühen
be=
reits einige Ahornarten, z. B. auf dem Boskett an der
Südſeite der Ludwigskirche, neben denen man mancherorts
die winzigen gelben Blüten des Zierbaumes der
Kornel=
kirſche (Cornus mas, Hartriegel) bemerkt. Ein hübſches
Exemplar ſteht z. B. im Garten des alten Palais gegen=
über der alten Pionierkaſerne. In Gärten prangen be.
reits Schneeglöckchen und Krokusarten in voller Pracht.
Manche Aprikoſen= und Kirſchblüten ſind bereits am
Auf=
brechen. Seit einigen Tagen iſt auch ein lieber Zugvogel
zurückgekehrt, die Singdroſſel (Turdus muſicus, auch
Zippe genannt), die auf den höchſten Baumwipfeln ihr
melodiſches, ungemein abwechſelndes Lied trillert und den
noch dürren Laubwald angenehm belebt.
g. Die ſchreckenerregende Dampfſtraßenbahn. Kam
da geſtern mittag gegen 2 Uhr das fauchende Bähnle die
Rheinſtraße herauf. Ein biederes Gäulchen aus Groß=
Zimmern, dem dies Schnauben und Fauchen in das
Ge=
bein fuhr, fühlte plötzlich ſein heißes Blut ſieden ob
ſol=
chen Spektakels und ſuchte ſein Heil vor der ihm ſcheinbar
drohenden Gefahr in ſchneller Flucht. Das nicht ſchwer
beladene Fuhrwerk hin= und herſchleudernd, raſte es mit
der Dampfſtraßenbahn um die Wette dem Ludwigsplatz
zu. Doch nicht weit ſollte ſein gefährlicher Galopp gehen.
An der Grafenſtraßenecke ſtellte ſich ihm ein ſtämmiger
Schutzmann in den Weg und zügelte mit ſtarker Hand
des Rößleins tollkühnes Ungeſtüm. Ein Glück denn bei
dem ſtarken Verkehr hätte ſehr leicht ein Unfall paſſieren
können.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition (Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilter neu
aus=
geſtellt: Die folgenſchwere Exploſionskataſtrophe in
Berlin=Rummelsburg. — Die Bombenexploſion im
Biſchofspalais in Debreczin. — Von der Leipziger
Früh=
jahrsmeſſe 1914. — Drei in den letzten Tagen verſtocbene
Kirchenfürſten.
* Konzerte ꝛc. „Schützenhof‟ Da die Konzerte
in den Kellerlokalen ſich immer eines ſehr guten Beſuches
erfreuen, werden dieſe bis auf weiteres an allen
Sonn=
tagen, von abends 8 Uhr ab, ſtattfinden bei freiem
Ein=
tritt. (Siehe Anzeige.)
Hanauer Hof. Wie aus dem Anzeigenteil des
Blattes erſichtlich, findet heute Sonntag im
Feſt=
ſaale des Hanauer Hofs ein populäres Künſtler=
Konzert der Kapelle des Großh. Artillerie=Korps (
Ober=
muſikmeiſter Mickley) ſtatt, in welchem ein ſpeziell
ausge=
wähltes Familienprogramm zum Vortrag kommt.
Verwaltungsgerichtshof.
Der Verwaltungsgerichtshof hatte ſich
am Samstag mit einer für Militäranwärter ſehr
wich=
tige Frage zu befaſſen. Durch das Staatsbeamtengeſetz iſt
den im Staatsdienſt beſchäftigten ehemaligen
Militär=
anwärtern ſichergeſtellt, daß ihnen die während eines
Krieges verbrachte militäriſche Dienſtzeit bei der
Berech=
ung des Ruhegehalts angerechnet wird. Die Anrechnung
er Militärdienſtzeit im Frieden vor dem Amtsantritt
kann erfolgen, es iſt jedoch keine Mußvorſchrift. Das
Miniſterium handhabt dieſe Vorſchrift jedoch ſo, daß die
Friedensdienſtzeit vor dem Amtseintritt immer
ange=
rechnet wird mit Ausnahme von drei Pflichtjahren. Den
ticht im Staatsdienſt beſchäftigten Militäranwärtern
ſollte in der Fürſorgekaſſe für Beamte der
Landgemeinden uſw. eine gleiche Vergünſtigung
ewährleiſtet werden, und ſo iſt im § 11, Abſ. 2, Ziffer 3
des betreffenden Geſetzes die Beſtimmung getroffen
wor=
den dahin, daß auch angerechnet wird die vor dem
Amts=
intritt und während eines Krieges geleiſtete Dienſtzeit
bei einer mobilen oder Erſatztruppe. Um die Auslegung
dieſer Beſtimmung ſchwebte ein Rechtsſtreit, der am
Samstag vom Verwaltungsgerichtshof als letzter
In=
tanz im günſtigen Sinne für die Militäranwärter
ent=
ſchieden wurde.
Dem Rechtsſtreit lag folgender Sachverhalt
zu=
grunde: Hermann Gramlich zu Bensheim iſt ſeit
15. November 1912 Vollziehungsbeamter des Kreiſes
Bensheim. Am 26. November 1912 hatte er um ſeine
Aufnahme in die Fürſorgekaſſe und um die Anrechnung
ſeiner ſechsjährigen Militärdienſtzeit als
ruhegehalts=
fähige Dienſtzeit nachgeſucht. Die Aufnahme erfolgte
dann mit Wirkung vom 15. November an mit einem
ruhegehaltsfähigen Einkommen von 2400 Mark. Die
An=
rechnung der Militärdienſtzeit als
ruhege=
altsfähige Dienſtzeit lehnte der
Verwaltungs=
rat der Fürſorgekaſſe ab unter Hinweis auf Artikel 11,
Abſ. /2. Ziffer 3 des Fürſorgekaſſengeſetzes, wonach nur die
vor Eintritt in das Amt und während eines Krieges bei
einem mobilen oder Erſatztruppenteil verbrachte
Militär=
dienſtzeit nach Maßgabe der für die Staatsbeamten
gelten=
den Vorſchriften angerechnet werden könne. Die
Anrech=
nungsfähigkeit beſchränke ſich ſonach nur auf die
Kriegs=
dienſtzeit. Der Kläger habe vom 14. Oktober 1896 bis
14. November 1902 beim Militär gedient. Eine
Anrech=
nung der Militärdienſtzeit könne deshalb nicht erfolgen.
Gegen dieſe Entſcheidung erhob Gramlich Klage beim
Provinzialausſchuß der Provinz Starkenburg, und dieſer
erließ folgendes Urteil: Der Kage wird ſtattgegeben und
dahin erkannt, daß dem Kläger in deſſen Dienſten als
Vollziehungsbeamter die berufsmäßig geleiſteten
Militär=
dienſta als ruhegehaltsfähige Vordienſtzeit anzurechnen
ſind, unter Verurteilung der Fürſorgekaſſe in die Koſten
des Verfahrens. In der Begründung ging der
Provin=
zialausſchuß von der Erwägung aus, daß, im Falle die
Anſchauung des Verwaltungsrats der Fürſorgekaſſe
rich=
tig ſei, das Wort „und” überflüſſig ſei; dann würde es
richtiger heißen: „die vor Eintritt in das Amt während
einer Kriegszeit” uſw. Der Vertreter des Staatsintereſſes
präziſierte ſeinen Standpunkt in der
Reviſionsverhand=
lung vor dem Verwaltungsgerichtshof dahin, daß nach
den Motiven des Geſetzes den im verſicherungspflichtigen
Dienſt befindlichen Militäranwärtern die gleichen Rechte
gewahrt werden ſollten wie den im Staatsdienſt
befind=
lichen. Da dieſen kein klagbares Recht zuſtehe, ſei in dem
hier fraglichen Falle die gleiche Beſtimmung angebracht
und mit der Geſetzesſtelle auch gemeint. Der
Verwal=
tungsgerichtshof verwarf die Reviſion
des Verwaltungsrats der Fürſorgekaſſe als
un=
begründet unter Verurteilung in die Koſten des
Ver=
fahrens.
Eine andere Sache betraf die Anliegerbeiträge für
die Herſtellung der jetzigen Geleitsſtraße in Mainz=
Mom=
bach. Den Anliegern waren erſt im Jahre 1910 die
An=
liegerbeiträge abgefordert worden, obgleich die Straße
be=
reits 1906 hergeſtellt worden war. Da von den Anliegern
auch beſtritten wurde, daß es ſich um die Anlage
einen=
neuen Straße handle, kam es zur Klage, und die des
Reiland in Mombach wird vorläufig allein
durchge=
führt. Nachdem das Oberverwaltungsgericht bereits 1912
die Sache an den Provinzialausſchuß in Mainz zur
noch=
maligen Verhandlung zurückgewieſen hatte, erfolgte
geſtern abermalige Zurückweiſung an die Vorinſtanz.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 7. März 1914.
Butter, ½ kg1,30—1,40 M.
in Part., ½ kg1,20-1,30 M.
Eier, Stück . . 8—10 Pf.
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück . 4—10 Pf
Kartoffeln, Ztr. 2,75-3,00 M.
Kumpf (10 Liter)50—55 Pf.
. 4 Pf.
½ kg
Mäuschen ½ kg. 12—14 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 12—25 Pf.
Zitronen, Stück . 4—5 Pf.
Apfelſinen, Stück 5—7 Pf
Birnen, ½ kg . 20—30 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 14—16 Pf.
Endivien, St. 6—12 Pf
Feldſalat, Körbchen 10-12 Pf.
Radieschen, Bündel 8—9 Pf.
. 5 Pf
Rettiche, Stück
Meerrettich, Stück 10—25 Pf.
Roterüben, ½ kg . 10 Pf.
Zwiebeln ½ kg 14—16 Pf
Tomaten, ½ kg . 50 Pf
Spinat, ½ kg 30—35 Pf.
Weißkraut, Stück 8—30 Pf.
Rotkraut, Stück 10—30 Pf.
Blumenkohl, Stück20—60 Pf
Wirſing, Stück . 5—10 Pf.
Grünkohl, Stück 4—6 Pf.
Roſenkohl, ½ kg 25—30 Pf.
Gelberüben, ½ kg 5—6 Pf
Schwarzwurz, ½ ka 25-30 Pf.
Weißerüben, Stücker. 3 Pf.
Kohlrabi, Stück 10—15 Pf.
Topfſchnittlauch . . 25 Pf.=
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 85—90 Pf.
Enten, Stück 3,00—4,00 M.=
Hahnen, Stück 2,50—3,50 M.
Hühner, Stück 2,50—3,00 M.
Tauben, Stück
70 Pf.
Haſen, Stück 3,50—4,50 M.
Lapins, Stück 1,10—1,20 M.
Zicklein
3—4 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . 0,90—1 M.
1 M.
Aal, ½ kg
70 Pf.
Karpfen, ½ kg
Andere Rheinfiſche,
. 35—60 Pf.
kg.
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf.
Schollen, ½ kg . . 50 Pf.
Kabeljau ½ kg. 30—35 Pf.
Schellfiſche ½ kg 30—35 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg . 66 Pf.
70 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 80 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
86 Pf.
½ kg
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
70 Pf.
½ kg
Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf.
Bezirksverein Mathildenhöhviertel.
nn. Der Bezirksverein Mathildenhöhviertel hielt am
Freitag ſeine Hauptverſammlung ab. Nach dei
Jahresbericht des Vorſitzenden Herrn Rechnungsrat Schunz
zählt der Verein zurzeit 204 Mitglieder. Die Verein! wurden in zwei Hauptverſammlungen und 14
Vorſtandsſitzungen erledigt. Aus dem Tätigkeitsbericht
des Vorſtandes ging hervor, daß derſelbe beſtrebt war, die
Intereſſen des Mathildenhöhviertels zu fördern. Nach
Mit=
teilung des Verſchönerungsvereins Darmſtadt beabſichtigt
derſelbe, demnächſt einen neuen ſtaubfreien Fuß= und
Ver=
bindungsweg zwiſchen Oberwaldhaus und Gr. Meierei
bezw. Roßdörfer Straße auf eigene Koſten zu erbauen.
Der Vorſtand hat ferner gegen die von dem
Martinsvier=
telverein beliebte Abgrenzung ſeines Tätigkeitsgebietes
tach dem der evangeliſchen Kirchengemeinde Proteſt
er=
hoben. Die Aufgabe des Vereins ſei ferner, für die
Durch=
führung der Stiftſtraße bis zur Gutenbergſtraße
einzutre=
ten. Die Frage der Durchführung des Alexandraweges
zur Dieburger und Alexanderſtraße ſoll nach einem Projekt=
Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs in künſtleriſch
ein=
vandfreier Weiſe gelöſt werden. Die Durchführung der
elektriſchen Bahn bis zum Oſtbahnhof wurde mit Dank
C.K. Die Aeſthetik des neuen franzöſiſchen Geldes.
Das Preisausſchreiben der franzöſiſchen Regierung für
die neuen Nickelmünzen, durch das die endgültige Geſtalt
des neuen Nickelgeldes feſtgelegt wurde war nicht nur
vom finanztechniſchen und vom praktiſchen Standpunkte
aus von Bedeutung, ſondern auch vom äſthetiſchen. Es
offenbarte nämlich, wie der Pariſer Korreſpondent der
Kunſtchronik ſchreibt das völlige Verſagen des
franzöſiſchen Kunſtgewerbes. Die Entwürfe
der zehn von der Regierung aufgeforderten Bildhauer
und Medailleure waren eine Woche lang ausgeſtellt, und
dieſe Ausſtellung hatte einen gewaltigen Zulauf. Was
man aber da zu ſehen bekam, bedeutete eine große
Ent=
täuſchung, denn es waren durchweg langweilige
allego=
riſche Geſtalten von Handel und Gewerbe, ſäugende
Frauen und muskelſpannende Männer, die dieſe Münzen
ſchmückten. Mit Recht erkannte man dem Entwurf den
Preis zu, der die verhältnismäßig einfachſte ſinnbildliche
Darſtellung aufwies. Doch auch hier findet man noch die
ewige phrygiſche Mütze und längs des Münzrandes den
ebenſo ewigen Eichenkranz. Die Ausführung iſt durchaus
konventionell; weder in der Scheift noch in der Stiliſierung
der Blattkränze regt ſich irgend ein neuer ſchöpferiſcher
Zug. Der Schöpfer des preisgkrönten Entwurfes,
namens Lindauer, iſt ein bisher unbekannter
Künſt=
ler elſäſſiſcher Abſtammung, der für große Firmen
ano=
nymen Schmuck lieferte; wie er, ſo tcagen zufälligerweiſe
auch die beiden anderen durch Ermunterungspreiſe
aus=
gezeichneten Künſtler, Peter und Becker, deutſche Namen.
O) Eiſenbahnwagen aus deutſch=afrikaniſchen
Höl=
zern. Die preußiſch=heſſiſche Eiſenbahnverwaltung iſt, wie
die Holzwelt berichtet, gegenwärtig mit Verſuchen
beſchäf=
tigt, die darauf abzielen, Holz aus den deutſchen
Kolo=
nien zum Bau von Eiſenbahnwagen zu benutzen. Ein
abſchließendes Urteil liegt noch nicht vor, es gilt jedoch
als ziemlich ſicher, daß die Reſultate der Verſuche günſtig
ſein werden. In unſeren Kolonien gibt es eine Reihe
von Holzarten, die es in der Härte mit unſeren heimiſchen
Eichen und Eſchen aufnehmen können. Wie weiter
be=
richtet wird werden wir binnen kurzem einen neuen
Typ von D=Zugwagen erhalten, der ſich in ſeinem
inneren Aufbau nicht unweſentlich von den bisherigen
Wagen unterſcheidet. Die Drehfenſter ſind durch große
Fallfenſter erſetzt und vor allem ſind Einrichtungen
ge=
troffen, die im Falle eines Zugzuſammenſtoßes den
Fahr=
gäſten ein ſchnelles Verlaſſen der D=Wagen ermöglichen.
ml. Die Schutzfrauen in Chikago. In Chikago
wur=
den kürzlich zwanzig uniformierte Poliziſtinnen nachdem
ſie mehrere Monate lang ihren Dienſt erfolgreich getan
hatten, vom Dienſt ſuspendiert und aus dem
Polizei=
bezirk, in dem ein Kellnerinnenſtreik ausgebrochen war,
zurückegzogen. Die Pplizeiverwaltung begkündet dieſe
Maßregel damit, daß erſtens Frauen ſich dagegen
ſträu=
ben, ſich von uniformierten Poliziſtinnen feſtnehmen zu
laſſen, weil dieſe roher als die Männer zu Werke gehen,
daß zweitens weibliche Poliziſtinnen trotz ihrer
Brutali=
tät nicht über die notwendigen Kräfte verfügten, um bei
Streikunruhen Verwendung zu finden, und daß endlich
das Eingreifen von Schutzfrauen Aufläufe verurſacht, die
Verkehrsſtörungen bedingen. Der Polizeidirektor führte
weiter aus, daß zu wiederholten Malen berittene
Schutz=
leute eingreifen mußten, um die Menge zu zerſtreuen, die
zuſammengeſtrömt war, um ſich an dem Schauſpiel zu
er=
götzen, wie die blauuniformierten Schutzfrauen ihre
ſtrei=
kenden Schweſtern feſtnahmen und fortführten.
— Ein fideles Gefängnis. Mit Kopfſchütteln erörtert
man in Amerika die Enthüllungen über die Verhältniſſe,
die bis vor kurzem im Gefängnis von Long Island, im
„Naſſau Gaol” herrſchten. Drei ſtrafgefangene Frauen
haben einen Prozeß gegen die Gefängnisverwaltung an=
geſtrengt und die Tatſachen, die dabei ans Tageslicht
ge=
kommen ſind, ſind in der Tat verblüffend. Mit Hilfe
klei=
ner Beſtechungen verſchafften einem die Gefängniswärter
ohne weiteres Urlaub, und es war durchaus üblich, daß
gefangene Einbrecher ſich auf einige Tage oder vielleicht
auch nur auf eine Nacht beurlauben ließen um in der
Nachbarſchaft „ein Ding zu drehen” und Einbrüche zu
verüben. So haben die Gefängnisinſaſſen während ihrer
Strafzeit mehrfach Einbrüche in die Poſtämter von
Mer=
rick und Lawrence verübt, ja ſie gingen hin und wieder
auf regelrechte mehrtägige Einbruchsreiſen, fuhren nach
New=Jerſey oder Weſtcheſter und kehrten dann vergnügt
mit ihrer Beute in das gaſtliche Gefängnis zurück. Die
geſtohlenen Waren und Gegenſtände wurden dann im
Gefängnis aufgeſtapelt, wobei man mit Recht
darauf ſpekulierte, daß die Kriminalpolizei ſchwerlich im
Gefängnis Nachſuchungen nach geſtohlenen Gütern
vor=
nehmen würde. Genoſſen ſo die Sträflinge in der
Aus=
übung ihres „Berufes” alle wünſchenswerten
Erleichte=
rungen und Freiheiten, ſo hatten ſie auch über ihr
häus=
liches Leben kaum zu klagen. Das Eſſen war im
allge=
meinen ausgezeichnet; die Erlaubnis zum Ausſchank von
Alkohol war ja freilich nicht zu erlangen, aber eine
um=
fangreiche Einſchmuggelung von Spirituoſen in das
Ge=
fängnis half dieſem Uebelſtande ab. Auch an weiblicher
Geſellſchaft fehlte es nicht, ja bei einer ganzen Reihe von
Einbrüchen waren „Damen” des Gefängniſſes die
Anſtif=
terinnen. Die gefangenen Frauen erklärten, daß ihre
männlichen Kollegen ſich im Gefängnis ſtets als galante
und ritterliche Gentlemen gezeigt hätten; nur das
Beneh=
men der Wärter ließ zu wünſchen übrig, unter ihrer
Zu=
dringlichkeit hatten die weiblichen Gefangenen ſchwer zu
leiden. Das war es, was jetzt auch zur Anzeige und
da=
mit zur Aufdeckung der Verhältniſſe in dieſem „fidelen
Gefängnis” führte.
egegen die Stadtverwaltung begrüßt. Ebenſo wurde die
-at des Herrn Geh. Medizinalrat Dr. Merck begrüßt, der
ldie beiden unſchönen Häuſer Dieburger Straße und
Lich=
ttenbergſtraße=Ecke zum Abbruch und zwecks Verbreiterung
der Dieburger Straße auf eigene Koſten gekauft hat. Bei
der Beſprechung wurde lebhaft Klage geführt über die
Ver=
gebung von ſtädtiſchen Arbeiten nach auswärts. Darmſtadt
fſei Kunſtſtadt und auch das Handwerk ſei allen an dasſelbe
herantretenden Aufgaben gewachſen. Die von Herrn
Rentner Koch erſtattete Jahresrechnung für 1913 ergab in
=Einnahme 1094 Mark 84 Pfg., in Ausgabe 1058 Mark. Das
Vereinsvermögen beträgt 393 Mark 78 Pfg. Die
Rech=
enungsprüfer, Herr Oberrechnungsreviſor Krug und Herr
Möſer, beantragten Entlaſtung des Rechnungsführers, die
mit Dank und Anerkennung von der Verſammlung erteilt
wurde. Bei der Vorſtandswahl wurde der langjährige
verdienſtvolle Vorſitzende Herr Schupp wiedergewählt und
ihm Dank für ſeine erſprießlichen Dienſte im Intereſſe der
Stadt und des Mathildenhöhviertelvereins ausgeſprochen.
Neugewählt in den Vorſtand wurde Herr Zimmermeiſter
Haury und als Beiſitzer Herr Rechnungsreviſor Krug. Die
übrigen Vorſtandsmitglieder wurden wieder in ihren
Aemtern beſtätigt. Zu der Frage der Abhaltung eines
„Martini=Marktes” im Teil des Martinsviertels wurde
die nachſtehende Reſolution einſtimmig angenommen: „Der
Bezirksverein Mathildenhöhviertel ſpricht ebenſo wie die
Gemeindevertretung der Martinsgemeinde ihre Entrüſtung
aus über die Aergernis erregenden Auftritte vor dem
Pfarrhaus der Martinskirche. Die heutige
Hauptverſamm=
lung tritt einſtimmig dem Beſchluß des Kirchenvorſtandes
bei, bei Großh. Bürgermeiſterei und den Stadtverordneten
gegen die Abhaltung des Martini=Marktes vorſtellig zu
werden. Sie dankt den Behörden, daß ſie die
gottesdienſt=
lichen Handlungen in der Martinskirche gegen weitere
Stö=
rungen geſchützt haben. Sie ſpricht ferner die Erwartung
aus, daß der ſogen. Martinimarkt nicht mehr genehmigt
wird im Intereſſe des Anſehens und des friedlichen
Zu=
ſammenlebens der Bewohner der
Martinskirchenge=
meinde.‟ Nach Dankesworten an die Erſchienenen wurde
die Hauptverſammlung um 12 Uhr geſchloſſen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtallungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Crwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Konzert des Kath.
Kirchengeſang=
vereins „St. Ludwig” Man ſchreibt uns: Das am
19. März d. J. ſtattfindende Konzert des Kath
Kirchen=
geſangvereins „St. Ludwig” erregt, nach dem Abgang der
Karten zu ſchließen, beſonderes Intereſſe. Wenn auch die
ſeitherigen beachtenswerten Leiſtungen des Vereins unter
der zielbewußten Leitung ſeines Dirigenten, Herrn
Muſik=
direktors M. Klaſſert, teilweiſe als Grund hierfür zu
vermuten ſind, ſo mag es jedoch die ſo glücklich gelöſte
Sol ſtenfrage ſein, welche des Beifalls eines
kunſtverſtän=
digen Publikums ſicher ſein dürfte. Wird doch Frl.
Ger=
trud Geyersbach, der Liebling der Darmſtädter
Theaterbeſucher, außer in der Arie aus der „Schöpfung”,
noch ganz beſonders in den Werken von Bruch und
Erle=
mann Gelegenheit zur glanzvollen Entfaltung ihrer
herr=
lichen Slimme geboten werden. Frl Lilli Hickler,
deren Namen wir ſchon des öfteren auf
Konzertprogram=
men begegnet ſind, wrd neben dem Violinſolo aus dem
„Nachtlager” die Zuhörer noch durch zwei Sätze aus dem
„Concerto Romantique” von B. Godard erfreuen. Unſer
allſeits beliebter Bariton, Herr Kammerſänger Weber
deſſen „Jäger” im „Nachtlager” wohl bei vielen die
an=
genehmſten Erinnerungen wachrufen wird, dürfte als
ebenbürtiger Partner von Frl. Geyersbach in „Schön
Ellen” den Konzertbeſuchern zu neuer Begeiſterung
Ver=
anlaſſung geben Schillers „Kraniche des Ibykus”
Dekla=
mation mit Chor, geſprochen von Herrn Fredy Wiener,
wird dem reichhaltigen Programm eine angenehme
Ab=
wechſelung verleihen. Da, wie ſchon oben erwähnt, ein
reger Kartenverkauf begonnen hat, iſt es ratſam, den
Be=
darf an den bekanntgegebenen Verkaufsſtellen. Heinrich
Arnold, Wilhelminenſtraße 9, und Verkehrsbureau,
bal=
digſt zu decken. (Näheres im Anzeigenteil der heutigen
Nummer.)
-h- Auerbach, 7. März. (Die Bachgaſſe), die
durch den ungeregelten Lauf der Auer viel Schmutz
ver=
urſacht, wird im Laufe des Frühjahrs eine Umänderung
erfahren, die unſerem Kurort ſehr vorteilhaft zuſtatten
kommen wird. Das Bachbett wird gepflaſtert und mit
Sandſteinen eingefaßt, jedes Haus erhält eine
Zugangs=
brücke, und der Fußſteig wird mit Platten belegt. Die
ſehr frequentierte Hauptſtraße nach dem Fürſtenlager und
in das Mühltal erhält damit eine Neuerung, die allgemein
freudig begrüßt wird. Auch die Waſſerleitung wird mit
einem Koſtenaufwande von etwa 15000 Mark wieder
er=
weitert bezw. erneuert.
* Lindenfels, 6. März. (Ueberſchwemmung.)
Einen ſeltenen Anblick bot heute morgen das Weſchnitztal=
Die Wieſen von Fürth bis Mörlenbach glichen einem
See. Die Weſchnitz war infolge des Regens der letzten
Nacht über ihre Uſer getreten.
Stockſtadt, 7. März. (Füchſe in der
Altrhein=
gegend ſetzten unſere Jäger in nicht gelindes Erſtaunen.
Sie habe= ſich in der letzten Zeit ſehr vermehrt und richten
unter dem Wildbeſtand außerordentlich großen Schaden
an. Selbſt als ſich die Jäger von Gimbsheim und Eich
zu einer gemeinſamen Jagd zuſammenfanden, konnten ſie
nicht einen einzigen Fuchs erlegen. Jetzt ſind in den
Ge=
markungen als Lockmittel Fleiſchſtücke gelegt worden, von
denen ein Teil vergiftet war. Die Füchſe ließen aber die
vergifteten Fleiſchſtücke liegen. Glücklicher war man in
Alsheim. Dort erlegte Fr. Braun bei einem Pürſchgang
zwei kapitale Füchſe.
* Kelſterbach, 6. März. (Errichtung einer
Be=
ratungsſtelle der Großh. Zentrale für
Mutter=und Säuglingsfürſorge.) Bei einer
Verſammlung im Rathausſaale hierſelbſt, an der Geh
Regierungsrat Dr. Wallau, der oberſte
Verwaltungs=
beamte des Kreiſes, ſowie die ſämtlichen dortigen
Kör=
perſchaften teilnahmen, wurde die Errichtung einer
Be=
ratungsſtelle in Kelſterbach durch die Großh. Zentrale für
Mutter= und Säuglingsfürſorge in Heſſen beſchloſſen. Am
10 März, 2¾ Uhr, ſoll die erſte Beratungsſtunde von
Dr. med. Pfeiffer unter Aſſiſtenz der Kreispflegerin
ab=
gehalten werden. Die Beratungsſtelle in Kelſterbach iſt
die 57., die von der Großh. Zentrale im Großherzogtum
eingerichtet wird. — Im vergangenen Jahre wurden etwa
6000 Kinder in die Beratungsſtellen gebracht und gegen
30000 Beratungen erteilt Durch zahlreiche Hausbeſuche.
jährlich über 100000, wachen die Schweſtern darüber, daß
auch im Elternhauſe und in der Pflegeſtelle dem Kinde
eine ſachgemäße Pflege und Ernährung zuteil wird.
Weiskirchen, 7. März. (Automobilunfall.)
Geſtern nachmittag gegen 4 Uhr ereignete ſich auf der
Chauſſee zwiſchen Seligenſtadt und hier an der
Tannen=
mühle ein Autounfall. Die Zyklonette des Tierarztes Dr.
Blum aus Seligenſtadt geriet an einer Kurve der Chauſſee
ins Schleudern und ſchlug um. Der im Wagen ſitzende
Schwager Dr. Blums erlitt dabei erhebliche Verletzungen
im Geſicht. Ein von Frankfurt requiriertes Auto brachte
die beiden Verunglückten nach Seligenſtadt.
Mainz, 7. März. (Selbſtjuſtiz eines
Ange=
klagten.) Am 11. Januar war der 40jährige Andreas
Eichelmann aus Deidersheim, wohnhaft in Weiſenau, in
einen Straßenbahnwagen eingedrungen, hatte ſeine im
Wagen ſitzende, von ihm getrennt lebende Frau mißhandelt
und dem Fahrperſonal Widerſtand geleiſtet. Geſtern ſollte
er ſich verantworten. Er war aber nicht erſchienen. Wie
ſeine Frau erklärte, hat ſich ihr Mann inzwiſchen ertränkt.
— (Tagung der heſſiſchen
Krankenkaſſen=
verbände.) Die beiden heſſiſchen Krankenkaſſenvexbände
hielten in Mainz abermals eine Tagung ab, um zu einer
Reihe wichtiger Fragen Stellung zu nehmen. Den
Ver=
handlungen wohnten u. a. der Direktor des Heſſiſchen
Ober=
verſicherungsamtes v. Krug, ſowie die Vertreter der
ſtaat=
lichen und ſtädtiſchen Verſicherungsämter bei. Zur Frage
der Dienſtordnung für Beamte und Angeſtellte, wie ſie im
Einvernehmen mit den heſſiſchen Krankenkaſſenverbänden
und dem Oberverſicherungsamte zuſtande gekommen iſt,
äußerte man ſich zuſtimmend ſie wird in nächſter Zeit von
den neuen Vorſtänden der Kaſſen verabſchiedet werden
Ueber die Wochenhilfe referierte Regierungsaſſeſſor Dr.
Melior von der Zentralſtelle für Mutter= und
Säuglings=
fürſorge, der den Kaſſen empfahl, dafür einzutreten, daß ſie
im Intereſſe der Volkswohlfahrt Mehrleiſtungen auf dem
Gebiete der Wochenhilfe, Hebammendienſte, Stillgeld uſw.
gewähren möchten. Von 133 in Heſſen beſtehenden
Kran=
kenkaſſen haben bereits 85 Mehrleiſtungen auf dem Gebiet
der Wochenhilfe eingeführt. Ueber die Verſicherungspflicht
der hausgewerblich Beſchäftigten ſprach Regierungsaſſeſſor
Dr. Braun vom Oberverſicherungsamt. Der Vertrag mit
den Spezialärzten wurde nach einigen Aenderungen
ange=
nommen. Ueber die Arztfrage ſelbſt iſt zu berichten, daß
bereits viele Kaſſen in Vertragsverhandlungen eingetreten
ſind, und daß man in kürzeſter Zeit Vertragsabſchlüſſe
er=
warten kann. Die Anregung der Aerzte, entſprechend ihren
Organiſationsbezirken auch die Frage der Führung des
Arztregiſters und der Bildung des Vertragsausſchuſſes zu
regeln und nicht, wie das Berliner Abkommen vorſchreibt,
für jeden Bezirk eines Verſicherungsamtes Arztregiſter und
Veriragsausſchuß zu bilden, wurde einſtimmig abgelehnt.
Nach den Vorſchlägen der Aerzte wird beiſpielsweiſe die
ganze Provinz Oberheſſen ein Arztregiſter führen und die
Zahl der Bezirke von 23 auf 8 herabſinken. Maßgebend
für die einmütige Ablehnung dieſes Vorſchlags war neben
der Erwägung, daß man ſich nach früheren wiederholten
Beſchlüſſen ſtreng an das Berliner Abkommen halten müſſe,
die Zweckmäßigkeitsfrage hinſichtlich einer gleichmäßigen
örtlichen Behandlung von Aerzteverträgen. Die
Verhält=
niſſe von Stadt= und Landbezirken könnten nicht
überein=
ſtimmend behandelt und beurteilt werden, auch werde die
Kontrolltätigkeit erſchwert. Eine Anregung, die beiden
Krankenkaſſenverbände, die zurzeit nur als wirtſchaftliche
Verbände gemeinſam arbeiten, in einen Verband
umzu=
wandeln wurde begrüßt.
Framersheim, 7. März. (Ein reicher
Münz=
fund) wurde in der Hofreite des Heinr. Albrecht gemacht.
Bei Anlegung eines Schachtes wurden Hunderte von Gold=
und Silbermünzen gefunden, die das reſpektable Gewicht
von über 10 Pfund haben. Die Geldſtücke ſtammen aus
dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Man glaubt, daß ſie
während des unheilvollen 30jährigen Krieges vergraben
wurden. Sie repräſentieren neben ihrer hiſtoriſchen
Be=
deutung einen Metallwert von mehreren Tauſenden.
Feich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. März. In der
Ange=
legenheit des Neubaues des Opernhauſes hat
bereits der Stadtverordneten=Ausſchuß in geheimer
Sitz=
ung Stellung genommen. Es handelt ſich um eine
Ver=
ſtändigung mit den ſtaatlichen Behörden über den
Aus=
tauſch ſtaatlicher und ſtädtiſcher Flächen und die Hergabe
ſtädtiſchen Geländes ſowohl für den Opernhaus=Neubau
als auch für ein auf dem ſogenannten Kleinen Königsplatz
zu errichtendes ſtaatliches Gebäude, das den Königsplatz
gegen Norden abſchließen ſoll. Nunmehr haben beide
Ge=
meindebehörden die Vorausſetzungen für dieſe
Verſtändig=
ung im einzelnen feſtgeſtellt und zum Beſchluß erhoben. —
Die Geſchäftsräume des Warenhauſes
W. Wertheim in der Potsdamer Straße, ſind jetzt zu
einem Teil an die Aktien=Geſellſchaft für Biervertrieb
(Münchener Bürgerbräu) auf die Dauer von 10 Jahren
vermietet worden. Die Geſellſchaft will in den gleichen
Räumen, in dem ſich früher das Reſtaurant „Altbayern”
befand, ein neues Bierhaus entſtehen laſſen. — 75000
Mark Schmerzensgeld ſind vom Kammergericht
geſtern einer Dame der Berliner Geſellſchaft zugeſprochen
wordendie vor einigen Jahren einen ſchweren
Automobil=
unfall hatte. Bei dem Zuſammenſtoß der Kraftdroſchle,
die ſie benutzte, mit einem Privatkraftwagen, wurde die
Dame aus dem Wagen geſchleudert und erlitt ſchwere
Ver=
letzungen, die auch heute noch nicht behoben ſind. Das
genannte Gericht verurteilte den Beſitzer des
Privatkraft=
wagens zur Zahlung von 72000 Mark und ſeinen
Chauf=
feur zur Zahlung von 3000 Mark Schmerzensgeld an die
Dame.
Saarbrücken, 7. März. (Als mutmaßlicher
Mörder) des am 4, dieſes Monats ermordeten und
be=
raubten penſionierten Bergmanns Peter Marr von
Ottenhauſen wurde heute früh der Arbeiter Wagner in dem
Ortsteile Burbach verhaftet. Der Verhaftete wohnte bei
dem Schwiegerſohn des Ermordeten. Bei der
Durch=
ſuchung ſeines Zimmers fand man einen Hammer.
Wag=
ner leugnet, den Mord begangen zu haben.
München, 7. März. (Verhaftete Betrügerin.)
Hier wurde eine Schauſpielerin, Anna Jänicke aus
Ber=
lin, verhaftet, die unter dem Namen erſter Berliner
Schau=
ſpielerinnen und Sängerinnen zahlreiche Familien
brand=
ſchatzte.
Dortmund, 6. März. (Freigeſſprochen.) Vor
dem hieſigen Schwurgericht hatte ſich die Witwe des
Land=
wirtes Wellie aus Marwick bei Werl wegen
Tot=
ſchlages zu verantworten. Sie wurde beſchuldigt am
13. Juni 1913 ihren Ehemann mit einem Jagdgewehr
er=
ſchoſſen zu haben. Die Verhandlung ergab, daß der
Ge=
tötete ſeit Jahren ſeine Frau brutal mißhandelte. In der
fraglichen Nacht kam es gleichfalls zu furchtbaren Szenen,
wobei die Frau ſchwere Verletzungen erlitt. Sie beſtritt
die Tat und behauptete, ihr Mann habe ſich aus Verſehen
ſelbſt erſchoſſen. Der Staatsanwalt erachtete die
Ange=
klagte für überführt, beantragte aber ihre Freiſprechung,
weil Notwehr vorliege. Die Geſchworenen verneinten
ſämtliche Schuldfragen, worauf das Gericht die Frau
koſtenlos freiſprach.
Leipzig. 7. März. (Aus Anlaß des 150
jäh=
rigen Beſtehens der königlichen Akademie
für graphiſche Künſte und Buchgewerbe) fand
heute vormittag im alten Theater ein Feſtakt in
An=
weſenheit des Prinzen Johann Georg ſtatt. Namens der
Regierung hielt Miniſter Graf Vitzthum v. Eckſtädt eine
Glückwunſchanſprache.
Hamburg, 7. März. (Mord und Selbſtmord.)
Heute morgen erſchoß der königliche
Eiſenbahnmaterial=
verwalter Manns aus Recklingshauſen in dem
Warte=
pavillon an der Alſter die Luiſe Mohrmann aus Witten
und dann ſich ſelbſt. Die Urſache iſt unbekannt.
Neu=Strelitz, 7. März. (Großfeuer.) Das dem
Rennſtallbeſitzer, Generalmajor von Schmidt=Pauli,
ge=
hörige Rittergut Charlottental, wurde durch ein
Großfeuer heimgeſucht. Etwa 100 Stück Rindvieh
ver=
brannten. Die wertvollen Rennpferde und
Mutter=
ſtuten konnten in Sicherheit gebracht werden.
Stockholm, 7. März. (Die Ehetrenung des
Prinzenpaares Wilhelm von Schweden)
wird, wie aus Stockholm geſchrieben wird, aller
Wahrſcheinlichkeit nach in den nächſten Tagen offiziell
an=
gekündigt werden. Mehrere Vertreter des ſchwediſchen
Hofes ſind in dieſer Angelegenheit in der letzten Zeit in
St. Petersburg tätig geweſen und ſind ſoeben nach
Stock=
holm zurückgekehrt. Es verlautet, daß nur noch einige
ge=
ringe Formalitäten zu ordnen ſind über die aber bei den
beteiligten Höfen völlige Einigkeit herrſcht.
Kopenhagen, 7. März. (Rieſenbrand.) Das
hieſige große Zirkusgebäude in dem gegenwärtig
Varieté=
vorſtellungen gegeben werden, iſt heute früh bis auf die
Grundmauern niedergebrannt. Die Feuerwehr mußte ſich
darauf beſchränken, die durch den heftigen Sturm
gefähr=
deten Nachbargebäude zu ſchützen. Der Schaden beläuft
ſich auf etwa zwei Millionen Kronen.
London, 7. März. (Nach deutſchem Muſter.)
Die neueſte Kohlengrube im Bezirk
Don=
raſter wird faſt ganz nach deutſchem Muſter
ein=
gerichtet. Der Schachtbau und die Errichtung der
Fördermaſchinen die an vier Millionen Mark koſten
wer=
den, werden von der Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Schachtbau=
geſellſchaft in Eſſen ausgeführt werden. Die ganze Mas
ſchinenanlage und Ausrüſtung wird aus Deutſchland
kommen. Jeder Schacht werde eine unabhängig arbeitende
Fördermaſchine erhalten, die zu gleicher Zeit zwei
Förder=
körbe heben kann. Dadurch werde eine tägliche Förderung
von 4000 Tonnen Kohlen aus jedem Schacht ermöglicht.
Dieſe Einrichtung iſt neu für England. Ein Muſterdorf
für Bergleute ſoll nach deutſchen Erfahrungen angelegt
und ferner ein Zentralbad ebenfalls nach deutſchem
Muſter am Grubeneingang errichtet werden.
Waſhington, 6. März. (Sir George W.
Van=
derbilt), der jüngſte Sohn des verſtorbenen W. H.
Vanderbilt iſt im Alter von 51 Jahren geſtorben.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 7. März. Präſident Dr. K aemp!
eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 18 Min. — Auf der
Tages=
ordnung ſteht die
zweite Beratung des Etats für das Reichskolonialamt.
Abg. Dittmann (Soz.): Die großen Hoffnungen,
die man in die Kolonien geſetzt hat, haben ſich nicht
er=
füllt. Die kapitaliſtiſche Ausbeutepolitik iſt dieſelbe
geblie=
ben wie früher, ſo daß man mit einem Ausſterben der
Ein=
geborenen in unſeren Kolonien rechnen muß, was ein
all=
mähliches Verſchwinden der einheimiſchen Arbeitskräfte
zur Folge hat. Es trifft nicht zu, daß unſere Kolonien in
beſonderem Maße geeignet ſeien, den Ueberſchuß der
deut=
ſchen Bevölkerung aufzunehmen; ſchon wegen des Klimas,
das in großen Teilen der Kolonien für die Deutſchen direkt
mörderiſch wirkt. Wären unſere Kolonien alle das Dorado,
als das ſie hingeſtellt werden, dann würde ſich ein Strom
von Auswanderern dorthin ergießen. Einen ſolchen
Ver=
luſt an Arbeitskräften können wir gar nicht vertragen, denn
wir gebrauchen ſelber noch zahlreiche Arbeiter aus dem
Auslande. Auch die bürgerlichen Parteien ſind jetzt zu
der Anſicht gekommen, daß der Kapitalismus unter den
Bewohnern unſerer Kolonien arge Verwüſtungen anrichtet
durch Zwangsarbeiten, Niedermetzelungen der
Eingebore=
nen, Mißhandlungen uſw., ohne daß ſie den verdienten
Lohn erhalten. Eine ſolche Gaunerei iſt nur möglich, weil
man die dortigen Arbeiter rechtlos gemacht hat. Infolge
der Sklavenjagden, bei denen die ſchwarzen Arbeiter
ein=
gefangen werden, um dann zur Arbeit gezwungen zu
wer=
den, veröden ganze Gegenden. Was will aber die deutſche
Verwaltung anfangen in Afrika ohne die Neger? Abſcheu
und Empörung müßte jedes Menſchenherz ergreifen beim
Leſen derartiger Greuel, wie ſie von Kennern der dortigen
Verhältniſſe geſchildert werden. Unſer Antrag, keine neuen
Plantagen zuzulaſſen, iſt in der Kommiſſion von den
bür=
gerlichen Parteien in der brüskeſten Weiſe abgelehnt
wor=
den. (Präſident Dr. Kaempf rügt den Ausdruck.)
Unſere Kolonialpolitik mutet an, wie ein Stück aus dem
Tollhaus. (Präſident Dr. Kaempf ruft den Redner zur
Ordnung.) Die kapitaliſtiſche Ausbeute iſt die Wurzel des
Uebels. Die Aufhebung der Hausſklaverei iſt unter allen
Umſtänden unerläßlich. Eine gewaltſame Unterjochung der
Eingeborenen muß unterbleiben. Vor allem muß der
Er=
trag der Arbeiten den Eingeborenen ſelber zugute kommen.
Wir werden aber trotz unſerer Verurteilung der jetzigen
Kolonialpolitik an einer Beſſerung der jetzigen Verhältniſſe
mitarbeiten und ſtimmen deshalb den Reſolutionen der
Kommiſſion, die einen ſchwachen Verſuch zur Beſſerung
be=
deuten zu. (Beifall bei den Soz.)
Abg. Erzberger (Ztr.): Wir ſtehen der
Kolonial=
politik weſentlich anders gegenüber als der Vorredner.
Selbſt der ſchwache Anſatz der Sozialdemokratie zu
prakti=
ſcher Kolonialpolitik iſt undurchführbar. Wir unterſtützen
nur eine chriſtliche, nationale und ſoziale Kolonialpolitik
nach dem Grundſatze „Ora et labora‟ Daß die deutſche
Kolonialpolitik immer auf dem richtigen Wege geweſen iſt,
läßt ſich leider nicht bejahen. Ich bedauere, daß der
Ab=
geordnete Dittmann leider in der Lage geweſen iſt, ſolche
Ausführungen zu machen, wie er es getan hat. Leider hat
er in vielen Fällen Recht gehabt. Mit der Kritik allein
aber iſt nichts geholfen. Die Mittel für die Kolonialpolitik
verweigert er, und ſomit nützen ſeine Ausführungen nichts.
Eine Periode der ruhigen Entwickelung muß mit allem
Nachdruck gefordert werden. Richtig iſt, daß der deutſche
Markt in den Kolonien einen immer größeren Einfluß
gewinnt. Das iſt auch für den deutſchen Handel und nicht
zuletzt für die deutſche Arbeiterſchaft von größter
Bedeut=
ung. Ein wirtſchaftlicher Aufſchwung in den Kolonien
kann nicht geleugnet werden. Die Erreichung des
Tan=
ganjikaſees iſt ein Meiſterwerk deutſcher Technik, auf die
mit Stolz und Bewunderung zu ſehen wir allen Anlaß
haben. Hierin iſt ein Ereignis zu ſehen, das für die ganze
Entwickelung Afrikas von größter Bedeutung iſt.
Anzu=
erkennen iſt die relativ günſtige finanzielle Entwickelung
der Kolonien. Die Aufwendungen des Reiches ſind jetzt
nur noch gering. Unſere Kolonialverwaltung muß auch
der Wiſſenſchaft weiteſt entgegenkommen und unſere
Muſeen mit Material verſorgen. Die Klagen über
Arbei=
termangel in den Plantagen werden immer lauter. Sie
ſind begleitet von Mitteilungen über ſchlechte Behandlung
der ſchwarzen Arbeiter. Werden die ſchwarzen Arbeiter
zurückgedrängt, ſo haben die Plantagen keine
Exiſtenzbe=
rechtigung. Die Eingeborenen ſollen die Schutzbefohlenen
des Reiches ſein. (Sehr richtig!) Welche Garantien kann
der Staatsſekretär geben, welche Folgen ſeine
Anordnun=
gen in Afrika haben werden? Die Sterblichkeit in den
Plantagen wächſt erſchreckend, teilweiſe iſt der vierte Teil
der ganzen Arbeiterſchaft dahingeſtorben. Da müſſen wir
beſtimmte Garantien fordern. Das Ausſterben ganzer
Volksſtämme iſt eine erſchreckliche Folge des
Arbeitszwan=
ges, der ſchlimmer wirkt, als die Sklaverei. Der ſtaatliche
Arbeitszwang muß beſeitigt werden. Soweit darf man
aber nicht gehen, daß grundſätzlich ſämtliche
Neugründun=
gen von Plantagen verboten werden. Die Hausſklaverei
in Oſtafrika muß aufhören; alle Eingeborenen müſſen freie
Menſchen ſein. Dieſelben Gruppen, dieſelben Leute, die
die Eingeborenen als Sklaven betrachten wollen, verſuchen
auch, die Miſſionare beiſeite zu ſchieben, weil ſie in ihnen
die Vertreter der Rechte der Neger ſehen. Wir wünſchen
deshalb von der Kolonialverwaltung eine Unterſtützung
der Miſſionare beider Konfeſſionen, die die Bahnbrecher
der Kultur und der Erziehung ſind und ihre Kräfte in den
Eingeborenenſchulen aufopfern. Den Miſſionen ſollte die
zollfreie Einfuhr der Gegenſtände gewährt werden, die ſie
für den Unterhalt der Miſſionen und für den Unterricht
gebrauchen. Auf die Beamten in den Kolonien kann man
hier nicht Bezug nehmen, da ſie ausreichend bezahlt
wer=
den und daher den Zoll für die Lebensmittel wohl
bezah=
len können. Den Miſſionen ſollte auch mehr Land zur
Kul=
tivierung überwieſen werden. Von der toten Hand kann
man dabei nicht ſprechen, denn gerade die Muſterplantagen
ſind zum größten Teile Werke der Miſſionen. Es mag
wohl Anſtrengung koſten, ein ſolches Kolonialprogramm
durchzuführen, aber bei dem guten Willen des
Staatsſekre=
tärs und der Unterſtützung des größten Teiles des
Reichs=
tages wird es ihm möglich ſein, dieſe nationale
Kolonial=
politik durchzuführen. (Beifall im Zentrum.)
Abg. Keinath (natl.): Die Erfolge unſerer
Kolonial=
politik ſind in wirtſchaftlicher Beziehung durchaus
befriedi=
gend. Dieſes Ergebnis iſt um ſo höher einzuſchätzen, als
ſtets nur von einer zehnjährigen deutſchen Kolonialpolitik
geſprochen werden kann. Die Handelsbilanz in den
Ko=
lonien, namentlich an Kutſchuk und Pflanzenölen iſt
durch=
aus gut. Der deutſche Bedarf hierin wird von den
Kolo=
nien voll gedeckt. Wenn wir in dieſer Entwickelung nicht
geſtört werden, ſehen wir einer erfreulichen Zukunft
ent=
gegen. Die überraſchenden Einnahmen aus den
ſüdweſt=
afrikaniſchen Diamanten müſſen dem Schutzgebiet
verblei=
ben. Sie dürfen nicht zu Reichszwecken verwendet
wer=
den. (Sehr richtig!) Die Entwickelung Südweſtafrikas
ſcheint ſich recht günſtig zu geſtalten. Der deutſchen
Intel=
ligenz und Tüchtigkeit wird es ſchon gelingen, im Laufe
der Zeit auch aus dieſem Lande etwas zu ſchaffen. Das
europäiſche Kapital kann in den Kolonien nicht entbehrt
werden. Bisher hat dieſes Kapital keine beſonders
glän=
zenden Geſchäfte gemacht. In der Beamtenſchaft draußen
muß größere Stabilität eintreten. Die kleinlichen Händel
in der Beamtenſchaft ſelbſt, ſodann mit Pflanzern und
Miſſionaren, ſind für uns niederſchmetternd. Die
Miſ=
ſionen haben eine große Bedeutung für die
Eingeborenen=
kultur. Leider machen ſich die Miſſionen beider
Konfeſſio=
nen untereinander den Rang ſtreitig. Den Vorteil davon
hat der Iſlam. Die beiden Konfeſſionen ſollten ihre
Zu=
ſtändigkeitsſphäre ſelber abgrenzen. Wenn bei den
katho=
liſchen Miſſionen auch dogmatiſche Gründe entgegenſtehen,
ſo verlangen dies aber die praktiſchen Rückſichten. Die
Rechtsverhältniſſe in den Kolonien müſſen ausgebaut
wer=
den. Das deutſche Kapital wird unter den jetzigen
Ver=
hältniſſen nicht ermutigt, in die Kolonien zu gehen. Die
Eiſenbahnpolitik des Staatsſekretärs unterſtütze ich voll
und ganz. Die Kolonien kommen dadurch wirtſchaftlich
vorwärts, und der Reichszuſchuß vermindert ſich. Es iſt
ein ſyſtematiſcher Ausbau des Eiſenbahnnetzes notwendig.
In Oſtafrika müſſen Nebenbahnen gebaut werden. Den
Beſtimmungen des Staatsſekretärs für die
Siedelungs=
politik kann ich zuſtimmen, wenn ich auch fordern muß, daß
keine Engherzigkeit Platz greift. Sie dürfen nicht in
Wi=
derſpruch ſtehen mit einer vernünftigen
Eingeborenen=
politik. Viel Greuel mögen vorgekommen ſein und die
Verhältniſſe bei den Pflanzungen mögen auch nicht gut
ſein. Nicht richtig iſt es aber, daß daran der böſe Wille der
Pflanzer ſchuld iſt. Die Pflanzer wenden große Mittel
auf für die Eingeborenenpflege. Die vorhandenen
Schwie=
rigkeiten liegen außerhalb der Machtſphäre der Pflanzer.
Die Pflanzer haben ſelbſt das größte Intereſſe daran,
ſich einen gut eingearbeiteten Arbeiterſtand zu ſchaffen und
wollen die Arbeiterfamilien gern anſiedeln. Die deutſche
Kolonialpolitik wird letzten Endes zu einer kulturellen und
ſittlichen Hebung der Eingeborenen führen. Aber
immer=
hin iſt das Deutſche Reich berechtigt, die Kolonialpolitik zu
treiben im Intereſſe der heimiſchen Volkswirtſchaft.
Hin=
ſichtlich der Schutztruppe müſſen wir anerkennen, daß ſie
mit außerordentlich geringen Mitteln Großes geleiſtet hat
(Sehr richtig!), unter weitgehender Schonung der
Einge=
borenen. Für die Entwickelung unſerer Kolonien iſt
un=
bedingte Stetigkeit zu verlangen. (Beifall bei den
Natio=
nalliberalen.)
Abg. Gothein (Fortſchr. Vpt.): Für die Kolonien
muß möglichſt das Syſtem der Selbſtverwaltung geſchaffen
werden. Die Geſetzesgebung muß ſich aber das Reich
vor=
behalten, ſonſt führt die Entwickelung ohne weiteres zu
einer Unterdrückung der Eingeborenen. Trotzdem
wün=
ſchen wir, daß die Beiräte, Landräte, Gouvernementsräte
nicht ausſchließlich aus Notabeln zuſammengeſetzt werden,
ſondern daß weite Kreiſe bei der Vorbereitung von
Ge=
ſetzen mit zu ſprechen haben. Wenn darüber geklagt
wor=
den iſt, daß unſere Kolonien ihre Baumwollwaren in erſter
Linie aus England beziehen, ſo liegt das daran, daß unſere
Textilausfuhr überhaupt zurückgegangen iſt. Das iſt die
Wirkung der Lebensmittelteuerung unſerer heimiſchen
Wirtſchaftpolitik Auf die wachſende Handelsbilanz
unferer Kolonien können wir mit Befriedigung
zurückblik=
ken. Die Sozialdemokraten ſind prinzipielle Gegner der
Kolonialpolitik, ſo daß, wenn es nach ihnen gegangen
wäre, heute noch Amerika und Kanada ausſchließlich von
Indianern bewohnt wären. (Sehr gut! und Heiterkeit.)
Das iſt doch die einfache Konſequenz. Erſte Bedingung
für die Erſchließung unſerer Kolonien iſt der Bau von
Eiſenbahnen. Der Trägerdienſt hat viel mehr Opfer
ver=
langt wie der Eiſenbahnbau. Einen raſchen Ausbau des
Plantagenweſens wollen auch wir nicht. Die
Kautſchuk=
plantagen haben ſich aber durchaus bewährt. Es müſſen
auch ſchwarze Bauern angeſiedelt werden. Die Miſſionen
müſſen regional ſich ſo einſchränken, daß ſie nicht einander
ins Gehege kommen. Für eine weſentliche Verſtärkung der
ärztlichen Hilfe in den Kolonien muß geſorgt werden. Wir
wollen die Kolonien behalten und ſie ſo entwickeln, daß ſie
nach den traurigen Erfahrungen früherer Jahre ein Segen
für Mutterland und Eingeborene werden. (Beifall links.)
Abg. Dr. Arendt (Rpt.): Ich freue mich, in
Erin=
nerung an alte Zeiten zum größten Teile mit den
Aus=
führungen des Abg. Gothein mich einverſtanden erklären
zu können. Wenn der Abg. Gothein von alten Sünden ir
der Kolonialpolitik ſprach, ſo ſind ſeine Freunde am meiſten
daran ſchuld geweſen, daß die koloniale Eiſenbahnpolitik
nicht rechtzeitig eingeſetzt hat. Der ruhige Verlauf unſerer
Debatte iſt ein gutes Zeugnis für die Entwicklung unſerer
Kolonialwirtſchaft. Die Hausſklaverei, die gegenwärtig
noch 180000 Sklaven zählt, iſt in ſtändiger Verminderung.
In wenigen Jahren wird ſie ganz verſchwunden ſein. Daß
die Miſſionen möglichſt gefördert werden, insbeſondere
auch durch zollfreie Einfuhr von Büchern und
Kultusgegen=
ſtänden, wünſchen auch wir. Die Ueberſchüſſe aus den
Diamanteneinnahmen ſollten namentlich für den
Eiſen=
bahnbau in Südweſtafrika wieder verwendet werden. Allzu
optimiſtiſch bin ich nicht, denn ich vermute, daß wir ſogar
einmal mit kolonialen Ueberſchüſſen zu rechnen haben. In
den 80er Jahren ahnte auch niemand etwas davon, daß
wir jetzt den Tanganjikaſee mit der Schiene erreicht haben.
Die Entwickelung unſerer Kolonien kann nur allmählich
vor ſich gehen. Es iſt für die einheimiſche Bevölkerung von
Nutzen, daß die Weißen mit ihrer Kultur dort Eingang
gefunden haben und Fortſchritte machen. Für uns ſind
aber die Kolonien eine wachſende Quelle des Wohlſtandes
des Reiches.
Abg. Liz. Mumm (Wirtſch. Vgg.): Wir dürfen uns
freuen über das, was unſere Kolonialverwaltung und was
die Schutztruppe geleiſtet haben. Wir müſſen uns die
Er=
fahrungen der älteren Kolonialvölker zu eigen machen, die
auch ſehr bald von dem Raubbau an den Eingeborenen
abgekomen ſind. Koloniſieren heißt miſſionieren.
Beſon=
ders ſtolz können wir ſein auf unſer Inſtitut für ärztliche
Miſſion. Unſer Kolonialbeſitz iſt eine vorzügliche
Kapital=
anlage. Diejenige bei Lome hat ſich bereits im erſten Jahr
mit 4½ Prozent rentiert. Die Sterblichkeit in den
Kolo=
nien von 40 und 50 Prozent iſt doch höchſt bedenklich. Da
ſollten uns zuverläſſige ſtatiſtiſche Zahlen unterbreitet
wer=
den. Die Hausſklaverei in Oſtafrika müſſen wir unter allen
Umſtänden ſchnellſtens beſeitigen, damit unſere
Kolonial=
politik zum Segen des Vaterlandes und der Kolonien
aus=
ſchlagen kann.
Darauf wird die Weiterberatung auf Montag 2 Uhr
vertagt. Vorher Wahlprüfungen. — Schluß 5 Uhr
Gerichtszeitung.
* Berlin, 7. März. In dem Prozeß gegen den
Hausbeſitzer Heilſcher aus Charlottenburg, welcher
ſeinen Mieter, den Maurer Kodza, erſchoſſen hat,
vernein=
ten die Geſchworenen die geſtellten Schuldfragen, worauf
der Angeklagte freigeſprochen wurde.
* Berlin, 7. März. Wegen Beleidigung des
deutſchen Kronprinzen wurde heute der
verant=
wortliche Redakteur des Vorwärts” Dr. Ernſt Meyer,
von der 4. Strafkammer des Landgerichts Berlin I zu
einer Gefängnisſtrafe von vier Monaten
verur=
teilt. In der Begründung des Urteils führt das
Ge=
richt u. a. an,daß der in Frage ſtehende Artikel eine
Pa=
rodie auf den Regimentsbefehl an das Huſarenregiment
in Langfuhr darſtelle. Der Artikel ſei in hämiſcher Weiſe
geſchrieben und bedeute eine arge Ehrverletzung
des Thronerben, die böswilligerweiſe zur Ausfüh=
rung gelangt ſei. Obwohl der Angeklagte noch nicht
vor=
beſtraft ſei, könne das Gericht ihm wegen der Schwere
der Beleidigung mildernde Umſtände nicht zuerkennen,
* Berlin, 7. März. In dem Strafverfahren
wegen Verbreitung unzüchtiger Abbildungen
hatte ſich vor der 12. Strafkammer des Landgerichts I der
Inhaber einer Volksbühnenbuchhandlung zu
verantwor=
ten, der die Reproduktion von Feuerbachs „Ruhender
Nymphe” im Schaufenſter ausſtellte. Das Gericht kam
in engerem Anſchluß an das Gutachten des Malers Lovis
Corinth zu völliger Freiſprechung des
Ange=
klagten und legte die geſamten Koſten der Staatskaſſe
zur Laſt.
Hochwaſſer.
* Bingen, 7. März. Der Rhein iſt um einen halben
Meter in den letzten 12 Stunden geſtiegen.
* Mannheim, 7. März. Der Waſſerſtand des
Rheins und des Neckars iſt in der vergangenen
Nacht ganz beträchtlich geſtiegen. Beide Flüſſe führen
Hoch=
waſſer. Nach den amtlichen Nachrichten iſt der Rhein in
der vergangenen Nacht angewachſen: In Hüningen von
1,83 Meter auf 2,78 Meter in Kehl von 2,51 auf 2,69 Meter;
in Maxau von 4,26 auf 4,88 Meter, und in Mannheim von
3,50 auf 4,90 Meter. Der Neckar ſtieg bei Heilbronn vom
5. d. M. bis heute früh von 1,75 auf 2,65 Meter und bei
Mannheim in der vergangenen Nacht von 3,68 auf 5,81
Meter. Der Neckar hat weite Gebiete des
Neckarvor=
andes überſchwemmt und führt Treibholz mit ſich.
* Frankfurt, 7. März. Der Main iſt hier ſeit geſtern
um 40 Zentimeter auf 2 Meter 75 Zentimeter geſtiegen.
Die Inſel an der Alten Brücke ſteht im Waſſer. Die
Nebenflüſſe Kinzig und Nidda ſind aus ihren Ufern
ge=
treten und überfluten große Feld= und Wieſenflächen.
* Hanau, 7. März. Die Kinzig führt Hochwaſſer,
das an einzelnen Stellen bereits über die Ufer getreten
iſt. In Langenſelbold iſt infolge des Hochwaſſers die
Straße nach dem Bahnhof bereits unpaſſierbar.
* Hanau a. M., 7. März. Das Hochwaſſer der
Kinzig ſteigt bei Hanau rapid weiter und hat jetzt das
geſamte Kinzigtal überflutet. Vom oberen Kinzigtal wird
weiteres Steigen gemeldet. In den Orten Aufenau und
Neudorf dringt das Waſſer bereits bis an die
Häuſer=
heran und hat auch die Landſtraßen überflutet, ſo daß
der Verkehr unterbrochen iſt.
Das Lawinenunglück in Tirol.
* Innsbruck, 7. März. Die Bergung der
Opfer ſtößt auf große Schwierigkeiten wegen des ſtark
abfallenden Geländes und der Nachſturzgefahr von
La=
winen.
* Meran, 7. März. Die Unfallſtelle, die 3000
Meter hoch liegt, gilt nicht als beſonders
lawinengefähr=
lich, und nur der Weg durch das Tal der hohen Eisrinne
iſt im Winter unmöglich. Die Stelle liegt 4 bis 5
Stun=
den von Trafoi entfernt. Die Schneeverhältniſſe waren
nicht ungünſtig trotz des vielen Neuſchnees. Gegen 4 Uhr
nachmittags ſahen Bergführer in Trafoi und auf den
gegenüberliegenden Seite, die die Abteilung mit
Fem=
gläſern gut verfolgen konnten, in der Nähe der
Payer=
hütte, wo die Abteilung anſcheinend im Abſtieg begriffen
war, eine ungeheure Lawine niedergehen. Nach deren
Stillſtand waren alle Soldaten verſchwunden. Geraume
Zeit ſpäter wurden vier Mann ſichtbar. Eine
Hilfsexpe=
dition brach noch abends auf.
* Innsbruck, 7. März. Der Kaiſer hat durch
ſeinen Generaladjutanten dem Korpskommandanten
Dankl ſeine ſchmerzliche Teilnahme an dem
Skiunglück ausgeſprochen, die Geretteten
be=
glückwünſcht und anfragen laſſen, in welcher Weiſe etwa.
Angehörigen der Verunglückten durch allerhöchſte
Unter=
ſtützung geholfen werden könne. — Heute iſt beim
Korps=
kommando ein Bericht des überlebenden Leutnanfs
Gaidof über den Hergang der Kataſtrophe eingetroffen.
Danach befand ſich die Skipatrouille unterhalb des
Steinmantels, als ſich von der Höhe des Tabarettajoches
gerade über der Patrouille eine Schneeſchicht loslöſte,
welche mit großer Geſchwindigkeit zu einer furchtbaren
Lawine anwuchs. Sofort wurden Signalſchüſſe
abge=
geben. Doch ehe die Patrouille erkannte, woher die
Ge=
fahr komme, war die ganze Patrouille bereits unter der
Lawine begraben. Gaidof und vier Mann, die ſich am
Rande der Lawine befanden, konnten ſich aus den
Schnee=
maſſen herausarbeiten. Gaidof erkannte, daß eigene Kraft
und die ſeiner Leute zur Rettung der Kameraden nicht
ausreichte, und eilte deshalb zu Tal, um Hilfe zu holen,
Auf halbem Wege begegneten ihm Bergführer, die die
Kataſtrophe von Trafoi aus wahrgenommen hatten. Die
geſtern geborgenen zehn Leichen lagen in ziemlich langen
Abſtänden voneinander und wieſen größtenteils ſchwere
Knochenbrüche auf.
* Innsbruck. 7. März. Nach amtlichen Meldungen
ſind ſämtliche 14 Skifahrerleichen nach Trafoi
Rudolf Presber
gehört zu den wenigen auserleſenen Dichtern, die ihre
eigenen Werke interpretieren können. Nicht glänzend,
nicht in hervorragender Rhethorik, aber er lieſt doch ſo
vor, daß ſeine dichteriſchen Abſichten zur Geltung kommen,
daß der Feingehalt ſeiner Geiſtesſchöpfungen dem Hörer
offenbar wird. Rudolf Presber erfreut ſich in Darmſtadt
einer Beliebtheit, wie nur wenige der modernen Dichter,
das bewieſen die vielen Hunderte, die den letzten
Vor=
tragsabend der Freien Literariſch=Künſtleriſchen
Geſell=
ſchaft am Freitag beſuchten. Der Mathildenhöhſaal war
dicht beſetzt, und das Auditorium bereitete dem Dichter
lebhafte Ovationen, zum mindeſten nahm es ſeine
Dar=
bjetungen mit liebenswürdigem und dankbarem Beifall
auf. Intereſſant war, daß wiederum der zweite Teil des
Abends, der der heiteren Muſe gewidmet war und der
feinen Satire, in deren dichteriſcher Behandlung Rudolf
Presber ja bekanntlich Meiſter iſt, den ſtärkſten Beifall
er=
rang. Es mag das in gleichem Maße darin begründet
ſein, daß der Dichter hier am meiſten gleichklingende
Sai=
ten ſeiner Freunde anſchlägt, wie daß dieſe Art der
Lyrik ihm am beſten liegt. Jedenfalls wurde es
wie=
derum ein hochintereſſanter Abend, den wir der Freien
Literariſch=Künſtleriſchen Geſellſchaft nach den letzten
Fehlſchlägen beſonders danken. Das Programm des
Abends brachte folgende Vorträge: An Se.
Hochwohlge=
boren; Die Hände; Geſang der Toten im Meer; Das
Lied des Legionärs; Aus alter Truhe; Und was die
Leute ſagen; Wiedergeburt; Der Schimmel;
Poeten=
wunſch: Im Boudoir einer ſchönen Frau; Im Eilzug;
Meine Vaterſtadt und ich; Mein Winterſport; Abend bei
Clotilde; Die Tante ſitzt im Türkenſchal; Die ſchöne
Doro=
thee; Rundfrage; Tänze; Die Ahnengalerie; Es waren
drei junge Leute; Der Erfinder; Die Mücke.
Konzerte.
mm Im Muſikvereinsſaale ſtellten ſich am geſtrigen
Samstagabend in einem trotz gleichzeitiger anderer
Ver=
nſtaltungen gut beſuchten Konzert die
Geigenkünſtlerin=
nen Tula und Maria Reemy den hieſigen
Kunſt=
freunden vor. Der Ruf, der ihnen voransging, bewährte
ſich vollkommen. Technik und Auffaſſung, ſowie die
Voll=
endung des Zuſammenſpiels ließen keinen Wunſch offen
Die im Konzertſaal nicht oft gehörte Kunſtgattung von
Kompoſitionen für zwei Geigen bietet zudem den
Vor=
teil, daß dieſer Stil unverbraucht und neuartig auf die
Zuhörer wirkt, zumal auch die tiefere Tonlage den Stücken
eine eigenartige, wohltuende Klangfärbung verleiht. Sehr
geſchickt waren dabei auch die Kompoſitionen ausgewählt.
Mit bewegten, kraftvollen Tonfiguren beginnt das
Maé=
ſtoſo der B=Dur=Sonate, Opus 135 für zwei Geigen, um
nach einem gefälligen Menuett und Adagio in einem
ton=
ſatten und formvollendeten Allegro non troppo, dem
inter=
eſſanteſten Satze der Sonate, auszuklingen. Beſſer noch
gefiel uns (als Kompoſition) die von den beiden jungen
Damen auswendig geſpielte A=Dur=Suite, Opus 92 von
Sinding, beſonders das Adagio und der Schlußſatz, nach
deren Vortrag den Künſtlerinnen recht lebhafter Beifall
zuteil wurde. Am Ibachflügel wurden die Darbietungen
von Herrn Walter Georgii in gediegenſter Weiſe
unterſtützt, einem ſehr tüchtigen Pianiſten mit ſolider
techniſcher Durchbildung und gutem Geſchmack. Soliſtiſch
bereicherte er das Programm mit Werken von Brahms,
Ballade Opus 118 (G=Moll), drei Intermezzi und
Rhap=
ſodie (Opus 119,), ſowie Prélude, Nocturne und Etüde
von Chopin. Im Mittelpunkte des Intereſſes ſtand Liſzts
„Bénédiction de Dieu dans la ſolitude” aus „Harmonies
poétiques et religieuſes”, die er mit entſprechender
Emp=
findung vortrug.
Saalbau=Theater.
Die keuſche Suſanne.
„Die keuſche Suſanne” zu der G. Okonkowsky das
Libretto ſchrieb und Jean Gilbert die Muſik komponierte,
teht merkwürdigerweiſe als „Berliner” Operette auf dem
Programm: ſie iſt natürlich eine franzöſiſche Operette.
Der im Text behandelte Stoff iſt franzöſiſchen Urſprungs
und auch die handelnden Perſonen ſind es ebenfalls.
Schließlich iſt das ja ohne Bedeutung, und in einer flotten
Operette iſt ja der vielgerühmte franzöſiſche „Eſprit”
ſchlechterdings nicht zu entbehren. Die keuſche Suſanne
hat einſtmals einen Tugendpreis bekommen zur
Ver=
wunderung ihrer zahlreichen „Freunde” und zu noch
größerer eigenen Verwunderung. Sie kommt mit ihrem
Gatten, dem Halbidioten Pomarel, ſeines Zeichens
Par=
ümfabrikant, ſich zu bedanken zum Baron des Aubrais,
der ihr den Tugendpreis vermittelte, und ſtieß hier auf
lauter gleichgeſtimmte Seelen. Der Baron ſelbſt, ein
Vererbungstheoriefanatiker, iſt für die Familie und für
die Oeffentlichkeit ein Muſter von Tugend und Solidität,
ſeine Tochter und ſein Sohn ſind wie Lilien, ſo rein und
unſchuldig. Wenn aber die Nacht ihre ſchützenden Fittiche
auf des Tages Reinheit geſenkt, blüht die Sünde auch
bei dieſem edlen Trio, zu dem im Laufe des Abends noch
eine Anzahl weiterer Gleichgeſinnter ſich geſellt, ſo daß
es zum Septett auswächſt. Man geht auf den Bummel,
und der Herr Baron, der an ſeiner Vererbungstheorie=
Ueberzeugung ſchon ſelbſt irre geworden, weil er den
Sohn immer noch lilienrein wähnt, triffbiſchließlich auf
dieſem Bummel im Ballokal „Moulin rousskmit ſeinen
Sprößlingen und den ſämtlichen Freundenedes Hauſes
zuſammen, und die Geſchichte kommt zum Kläppen. Aber
ſeine Vexerbungstheorie feiert TriumphApfel fällt
ggebracht worden. Der offizielle Bericht des Leutnants
Waidof beſagt, frühere Meldungen ergänzend: Um
1 Uhr nachmittags als die Spitze der Abteilung unter
Beobachtung aller Vorſichtsmaßregeln ungefähr 100 Meter
unnterhalb des Tabarettajoches angelangt war, kam die
ganze Schneedecke in Bewegung. Gaidof hörte bei
vollkommener Finſternis ein furchtbares Donnern
und Sauſen. Eine Zeitlang konnte er ſich an der
Oberfläche der Lawine behaupten; als aber von der
Ta=
warettaſpitze eine zweite Lawine niederging, wurde er
won dieſer begraben und weiter bergabwärts geriſſen; er
werlor jedoch nicht die Beſinnung und arbeitete ſich an die
Oberfläche. Das Schneefeld war vollkommen leer. Nach
iniger Zeit bemerkte er etwas höher einen Landesſchützen,
Dem es ebenfalls gelungen war, ſich herauszuarbeiten. Die
beiden bemühten ſich ſofort um die Verunglückten.
Gai=
of hörte in der Nähe Röcheln. Er ſcharrte mit den
Händen den Kopf eines noch lebenden zweiten
Landes=
ſſchützen heraus. Nach weiteren Bemühungen gelang es
moch zwei Kameraden herauszugraben. Oberleutnant
Löſchner, der ebenfalls aufgefunden wurde, konnte man
mur als Leiche herausbekommen. Um 8 Uhr abends, als
des vollſtändig dunkel war, ſtellten die Geretteten ihre
Ar=
beit ein und nächtigten in einer nahen Edelweißhütte,
Frühmorgens kamen die erſten Bergungsmannſchaften
daus Trafoi und anderen Ortſchaften.
Vom Balkan.
* Durazzo, 7. März. Die Königsjacht „
Tau=
rrus” mit dem Fürſtenpaar von Albanien an Bord
iſt, begleitet von den Kriegsſchiffen „Quarto” „
Glou=
ceſter” und „Bruix” um 2 Uhr 15 Minuten hier
ein=
getroffen und mit Artillerieſalven und Hochrufen
ſei=
tens der Bevölkerung begrüßt worden. Das Fürſtenpaar
begab ſich um 3 Uhr unter erneuten Ehrenſalven und dem
Fubel der Bevölkerung an Land.
* Athen, 7. März. Die Regierung verhängte die
Blockade über den Hafen von Santi
Qua=
ranta ab 7. März, mittags 12 Uhr, vorausgeſetzt, daß
die Großmächte nichts einwenden.
* Belgrad, 7. März. Bei der heutigen
Berat=
ung des Staats budgets in der Skupſchtina
für 1914 führte der Finanzminiſter aus, daß das rechtzeitige
Vorlegen des Budgetentwurfs einerſeits durch die
Kriegs=
ereigniſſe, andererſeits durch Schwierigkeiten bei
Feſt=
ſetzung des Heeresbudgets verzögert worden ſei. Der
Regierung ſei es gelungen, die Mehrzahl der
Staatsaus=
gaben durch ordentliche Einnahmen zu decken; nur für die
Invalidenverſorgung ſei die Einführung einer neuen
Steuer erforderlich.
Vermiſchtes.
CK. Die Frau als Erfinderin. Die Gegner der
Frauenbewegung machen gern geltend, daß die Frauen
keinen Erfindungsgeiſt beſitzen. In einem engliſchen Blatt
will ein Techniker dieſe Behauptung widerlegen; er
ver=
zichtet darauf, die Leiſtungen der Mme. Curie als
Ent=
deckerin heranzuziehen; er ſtützt ſich lediglich auf die Liſten
des Patentamtes. Aus ihnen geht hervor, daß während
der letzten zehn Jahre durchſchnittlich 500 bis 600 Patente
von Frauen angemeldet worden ſind. Im Vergleich mit
der jährlichen Durchſchnittsſumme von insgeſamt 30000
Erfindungen iſt das zwar recht wenig; wenn man aber
berückſichtigt, wie wenig Frauen Stellungen bekleiden, in
denen ſie ſich mit techniſchen und chemiſchen Problemen
be=
ſchäftigen können, ſo ergibt ſich für die Frau ſogar eine
größere Erfindungskraft als bei den Männern. Unter den
Frauen, die Erfindungen mit Erfolg zum Patentſchutz
an=
melden konnten, ſcheinen einſtweilen die Amerikanerinnen
an erſter Stelle zu ſtehen. Einige Erfindungen erwecken
beſonderes Intereſſe. So hat Miß Carrie J. Everſon aus
Denver ein wertvolles Verfahren erfunden, um dem tauben
Geſtein von Erzmaſſen die Schwefelverbindungen zu
ent=
ziehen, unter Benutzung von Oel. Miß L. B. Parnell hat
eine ganze Anzahl von Patenten für Verbeſſerungen in der
Behandlung von Erzen und Metallen, und Miß Annie
Matilda Wood iſt — was nur wenige wiſſen — die
Er=
finderin des heute in der amerikaniſchen und engliſchen
Induſtrie in großem Maße verwendeten „Woodit” einer
Verſchmelzung von Kautſchuk mit einer Reihe anderer
chemiſcher Subſtanzen zwecks Erlangung eines feſten und
dabei doch poröſen Stoffes. Die Mehrheit der von Frauen
gemachten Erfindungen erſtreckt ſich freilich auf
Haushal=
tungsartikel; aber in jüngſter Zeit tritt immer deutlicher
hervor, daß auch auf dem Gebiete der Technik und der
Chemie weiblicher Erfindungsgeiſt mit Nutzen ſich betätigt.
* Der Verband deutſcher
Modellflug=
vereine hielt in Frankfurt a. M ſeine
Hauptverſamm=
lung ab. Vertreten waren: der Dresdener
Modellflug=
verein, der Flugzeugmodellverein Düſſeldorf, der
Flug=
techniſche Verein Baden=Karlsruhe, der Kölner Klub für
Modellflugſport, der Erſte Leipziger Modellflugverein und
der Frankfurter Flugmodellverein. In der Verſammlung
wurden Beſchlüſſe über Aufſtellung einheitlicher Formeln
zur Bewertung der Modelleiſtungen gefaßt. Die
Vertre=
ter der einzelnen Vereine beauftragten den Verband,
be=
ſonders dafür zu ſorgen, daß die Tätigkeit der Vereine
dieſen ſelbſt zugute komme und nicht für die Zwecke
an=
derer Beſtrebungen ausgenutzt werde. Für 1914 hat der
Verband Modellflugveranſtaltungen in folgenden Städten
vorgeſehen: Leipzig, Karlsruhe, Frankfurt, Dresden und
Köln. Weitere in anderen Städten geplante
Veranſtal=
tungen ſind für die Einreihung in den Terminkalender
bei der Verbandsgeſchäftsſtelle, Eppſteinerſtraße 26 in
Frankfurt a. M., anzumelden. Als präſidierender Verein
iſt für 1914 der Frankfurter Flugmodellverein beſtellt
worden.
— Eine Romreiſe verbunden mit einem Beſuch
er Städte: München, Venedig, Florenz,
Nea=
pel Piſa, Genua und Mailand beabſichtigt der
Verband katholiſcher kaufmänniſcher
Ver=
einigungen Deutſchlands Eſſen=Ruhr,
Rütten=
ſcheiderplatz 10, in der Zeit vom 26. April bis 10. Mai
1914 zu veranſtalten. Außer den Mitgliedern des
Ver=
bandes können auch Nichtmitglieder aus katholiſchen
Kreiſen, Damen und Herren an der Reiſe teilnehmen. Die
Koſten der Reiſe betragen einſchließlich Bahnfahrten,
Hotel=
wohnungen, voller Verpflegung, Trinkgelder Koſten der
in allen Städten veranſtalteten Rundfahrten, Führung und
Peterspfennig ab Köln und bis Köln zurück 250 Mark
bei 3. Klaſſe Bahnfahrt; 325 Mark bei 2. Klaſſe
Bahn=
fahrt; ab München und zurück bis Baſel 230 Mark bei
3. Klaſſe Bahnfahrt und 295 Mark bei 2. Klaſſe Bahnfahrt.
C.K. Der Alkoholteufel in Frankreich. Ein
ſchlimmes Bild von der wachſenden Macht des
Alkohol=
teufels in Frankreich entwirft der Univerſitätsprofeſſor
Lefebvre in einem Aufſatz der Sozialen Wohlfahrt.
Le=
febvre weiſt darauf hin, daß noch im Jahr 1851 bei einer
Geſamtbevölkerung von 36 Millionen Seelen) der
Alko=
holverbrauch Frankreichs 622800 Hektoliter betrug: heute
aber hat er, bei einer Einwohnerzahl von 39 Millionen,
die Zahl von 6 120000 Hektolitern erreicht, ſodaß
Frank=
reich, bei einem Stillſtand der Bevölkerungsziffer, ſeinen
Alkoholbedarf verzehnfacht hat. Am ſchlimmſten zeigt ſich
das in dem Anwachſen des Verbrauches von Abſinth und
Likören. Noch 1874 erreichte der Verbrauch der „fée
verte” dieſes beliebteſten Aperitif der Franzoſen, 700000
Liter, während jetzt der Verbrauch nahezu 36 Millionen
Liter erreicht hat. Für Alkohol opfert nach den
Berech=
nungen Lefebvres die franzöſiſche Nation jährlich nahezu
3 Milliarden Francs.
Literariſches.
— Ueber Land und Meer. (Deutſche
Verlags=
anſtalt in Stuttgart.) Mit einer nach Form und Inhalt
gleichermaßen feſſelnden Fülle trefflichen Stoffes ſind die
nunmehr vorliegenden Nummern 10 bis 13 dieſer bei der
Leſerwelt ſich beſten Rufes erfreuenden Zeitſchrift
ausge=
ſtattet. Was hier an vorzüglicher Belletriſtik geboten
wird, iſt tatſächlich alles, was man verlangen kann, und
es hieße in Wirklichkeit Eulen nach Athen oder Waſſer ins
Meer tragen, wollte man ins einzelne auf den Inhalt jeder
Nummer eingehen. Ueber Land und Meer hat in den
55 Jahren ſeines Beſtehens ſchon zu Millionen von Leſern
geſprochen und iſt bei den Deutſchen des Erdballs ſchon ſeit
Jahrzehnten ſo bekannt, daß es überall da, wo es
ein=
kehrt, als lieber Gaſt willkommen geheißen und mit
Freu=
den begrüßt wird. Dem Leſebedürfnis aller Schichten
zu dienen iſt ſein oberſter Grundſatz, und dieſem getreu
berührt ſein Inhalt alle Gebiete menſchlicher Betätigung.
Davon geben wieder die vorliegenden Nummern das beſte
Zeugnis.
* Neu erſchienene Broſchüren: Bilanz=
In=
ventur und Vermögenserklärung (Faſſion) zum
Wehrbei=
trag. Eine ziffernmäßige Gegenüberſtellung der bei der
Steuererklärung aufzunehmenden, abzuändernden,
wegzu=
laſſenden Einzelpoſten nebſt Begründung, durchgeführt für
das Beiſpiel der Bilanz und des Inventurabſchluſſes zu
einem in Grundſtücken, Gewerbebetrieb, Kapitalien uſw.
angelegten Vermögen (unter Einbeziehung des
Privatver=
mögens). Zur Anleitung der Steuerzahler gefertigt von
Rechtsanwalt Ernſt Jehle I in Stuttgart. Preis 80 Pfg.
Verlag von J. Heß, Stuttgart. — Was muß
der Muſikſtudierende von Berlin wiſſen?” Nach
authentiſchem Material herausgegeben von Dr. Rich.
Stern. Fünfter Jahrgang; Preis 1 Mk. (Berlin W. 62.
Muſikverlag Dr. Richard Stern.) — Wie macht man ſein
Teſtament koſtenlos ſelbſt? Unter beſonderer
Berückſich=
tigung des gegenſeitigen Teſtaments unter Eheleuten
ge=
meinverſtändlich dargeſtellt, erläutert und mit
Muſterbei=
ſpielen verſehen von R. Burgemeiſter: Neuauflage 1913.
Geſetzverlag L. Schwarz & Comp., Berlin S. 14, Dresdener
Straße 80. Preis 1,10 Mk. Spar=Merkblätter (Guter
Rat in teurer Zeit) von Adolf Mang (2. Auflage. 32 S
20 Pfg. Emil Rohr, Verlagsgeſellſchaft, Kaiſerslautern).
Feuerſchutzbüchlein zur Verhütung und Bekämpfung der
Brände. Für die Jugend und Erwachſenen zur
Selbſt=
belehrung bearbeitet von Adolf Mang. (16 S. 10 Pfg.
Emil Rohr, Verlagsgeſellſchaft, Kaiſerslautern. 1913.)
Der Reiſe=Verkehr. Anleitung zur Organiſation und zur
Reiſe=Buchführung. Mit Muſtertabellen und Formularen
für den praktiſchen Geſchäftsgebrauch von J. Reinboth.
Verlag von E. R. Herzog in Meerane i. S. Preis elegant
broſchiert 75 Pfg. — Das Vaterhaus. Wie Suchers zu
einem Vaterhaus kamen. Von Profeſſor O.
Schwindraz=
heim, Altona. Heimkultur=Verlag, Weſtdeutſche
Verlags=
geſellſchaft m. b. H., Wiesbaden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 7. März. Die Kommiſſion des
Ab=
geordnetenhauſes beendete geſtern die Beratung
der Anträge, betreffend die Sturmſchäden an der
Oſtſee. Im Laufe der Debatte wandte ſich ein Vertreter
des Miniſteriums des Innern gegen die Belaſtung des
Staates mit den geſamten Koſten für Rettungsarbeiten,
Hilfeleiſtung und geſundheitliche Maßnahmen. Dieſe
Koſten ſeien in erſter Linie von Kommunen und
Privat=
verſonen zu tragen. Der Staat ſei hier bereits entaegen=
gekommen durch Uebernahme von vier Fünfteln der Koſten.
Bezüglich der Verteilung der Gelder halte die Regierung
an den vom Miniſterium des Innern dargelegten
Grund=
ſätzen feſt. Die Anträge wurden einſtimmig angenommen,
benſo einſtimmig eine Reſolution ſämtlicher bürgerlichen
Parteien. Nach derſelben ſind die Koſten für
außerordent=
liche Rettungsarbeiten, Hilfeleiſtungen, ſowie beſonders
dringende allgemeine ſanitäre Maßnahmen vom Staate
allein zu tragen. Darlehen ſind zinslos mit fünf
Frei=
jahren und Zurückzahlung in zehn Jahresraten zu
ge=
währen, wobei ſich die Provinzen mit 10 Prozent zu
be=
teiligen haben, ebenſo wie ſich die Provinzen an der
Unter=
ſtützung leiſtungsſchwacher Gemeinden und öffentlicher
Vex=
bände zu beteiligen haben. Der Uferſchutz iſt grundſätzlich
Sache des Staates. Die vorliegenden Petitionen wurden
der Regierung als Material überwieſen.
* Frankfurt a. M., 7. März. Die neue
Telephon=
verbindung Berlin-Frankfurt-Mailand
ſoll, nachdem die Verſuche ſo günſtig ausgefallen ſind, noch
weiter verlängert werden, ſo daß über Frankfurt
tele=
phoniſche Verbindungen zwiſchen Köln, dem Rheinland.
und Maiſand hergeſtellt werden ſollen, während
telepho=
niſche Geſpräche von Hamburg oder Bremen nach Mailand
über Berlin geführt werden. Die Strecke Berlin-
Mai=
land wird in den nächſten Tagen dem Verkehr übergeben
werden.
* Straßburg, 7. März. Durch die Blätter geht die
Meldung von der Verurteilung des Leutnants
v. Forſtner und des Sergeanten Höflich wegen
Sol=
datenmißhandlung durch ein Kriegsgericht in
Bitſch. Anſchließend daran wird berichtet: „Die
Sol=
daten, die über den Vorfall geſprochen hatten, hätten 5, 4
und 2 Wochen ſtrengen Arreſts erhalten.” Von
zuſtändiger militäriſcher Seite wird mitgeteilt, daß eine
Beſtrafung von Soldaten, die über den Vorfall geſprochen
haben ſollen, nicht ſtattgefunden hat, dieſe Behauptung
beruhe vielmehr auf freier Erfindung.
* Kaſſel, 7. März. In der heutigen Sitzung des
Kommunallandtags bezifferte der Abgeordnete Landrat
und Kammerherr von Keudell aus Eſchwege das
in=
folge dies Generalpardons im Regſierungsbezirk Kaſſel
mehr deklarierte Einkommen und
Ver=
mögen nach den bis jetzt aus einzelnen Stadt= und
Lankkreiſen vorläuſig vorlieſlenden Abſchätzungen auf
über 100 Millionen Mark.
* Hamburg, 7. März. Der Reichskanzler richtete
an den Generaldirektor der Hamburg=Amerika=Linie
fol=
gendes Telegramm: Ihnen und der Hamburg=Amerika=
Linie ſage ich nochmals meinen herzlichen Dank für die
ſo gütige Gaſtlichkeit, mit der Sie mir ermöglicht haben,
das größte Werk der deutſchen Schiffsbaukunſt mit eigenen
Augen zu ſehen. Die Stunden an Bord des „Imperator”
werden mir eine unvergeßliche Erinnerung ſein.
* Wien, 7. März. Heute nachmittag begann im
Miniſterium des Aeußeren die Konferenz mit den
Ver=
tretern der ſerbiſchen Regierung in der Frage der
Orientbahnen.
* Trieſt, 7. März. Erzherzog Franz Ferdinand
und Familie ſind zu längerem Aufenthalte auf Schloß
Miramare eingetroffen.
* Rom, 7. März. Die Kammer hat die
liby=
ſchen Ausgaben mit 237 gegen 47 Stimmen
ange=
nommen.
* Großkuhren (Samland), 7. März. Geſtern abend
ertranken auf einer Fahrt, die ſie von Großkuhren aus
in See unternahmen, die Fiſcher Bollgaen und J.
May. Zwei andere Fiſcher, die mit in demſelben Boot
waren, konnten gerettet werden. Die Ertrunkenen
hinter=
laſſen beide eine zahlreiche Familie, einer von ihnen acht
Kinder.
* London, 7. März. Der Handelsausweis
zeigt für Februar in der Einfuhr eine Abnahme von
1736 406 Pfund Sterling, in der Ausfuhr eine
Zu=
nahme von 1089054 Pfund Sterling gegen das
Vor=
jahr.
* Waſhington, 7. März. Die Mitglieder des Senates
und des Repräſentantenhauſes, die für die Aufhebung
der Gebührenfreiheit amerikaniſcher
Kü=
ſtenſchiffe im Panamakanal eintreten, erklären,
durch Umfrage feſtgeſtellt zu haben, daß in beiden Häuſern
die Mehrheit bereit iſt, für die unverzügliche Aufhebung
der betreffenden Klauſel zu ſtimmen.
* Tokio, 7. März. Haſebo, ein angeſehenes
Mit=
glied der Seiyukwai=Partei (konſtitutionell), iſt an Stelle
des zum Unterrichtsminiſter ernannten Ooka zum
Präſi=
denten des Unterhauſes gewählt worden.
* Bremerhaven, 7. März. Der Kaiſer verließ das
Linienſchiff „Deutſchland” heute vormittag halb 12 Uhr
und landete vor der Lloydhalle, wo die
Kriegerver=
eine der Unterweſerorte in Stärke von etwa 800
Mann und die Jugendvereine Aufſtellung genommen
hat=
ten. Der Kaiſer ſchritt die Fronten ab und zeichnete
ver=
ſchiedene Kameraden durch Anſprachen aus. Um 11 Uhr
45 Min. verließ der Hofzug den Bahnhof der Lloydhalle
nach Bremen.
* Bremen, 7. März. Der Kaiſer traf heute mittag
um 1 Uhr mit Gefolge, von Bremerhaven kommend, auf
dem hieſigen Hauptbahnhof ein und wurde daſelbſt von
dem Präſidenten des Senats, Bürgermeiſter
Stadtlän=
der empfangen. Nach herzlicher Begrüßung begab ſich
der Kaiſer durch die Fürſtenzimmer in das bereitſtehende
Automobil und fuhr direkt, vom Publikum enthuſiaſtiſch
begrüßt, nach dem Ratskeller, wo das Frühſtück
eingenom=
men wurde. Nach einem etwa zweiſtündigen Aufenthalt
im Ratskeller begab ſich der Kaiſer im Automobil nach
dem Hauptbahnhof, wobei er vom Publikum lebhaft
be=
grüßt wurde, und fuhr ab, nachdem er ſich vom
Bür=
germeiſter Stadtländer herzlich verabſchiedet hatte.
* Berlin, 7. März. Der Kaiſer iſt heute abend 9,45
Uhr von Bremen hier eingetroffen.
— Braunau, 7. März. Der Rechtsanwalt Brümmer
und der Poſtaſſiſtent Pache aus Wüſtegiersdorf waren auf
einem Ausfluge auf dem Bahnhof eingeſchlafen. Ein
tſchechiſcher Axbeiter ſoll ſie geweckt und tätlich angegriffen
haben. Ein anderer Tſcheche, der, wie ſich ſpäter
heraus=
ſtellte, ein Poliziſt war, legte dem ſchlaftrunkenen
Rechts=
anwalt nach deſſen Ausſage Handfeſſeln an, warf ihn mit
Erde und trat ihn mit Füßen. Der Poſtaſſiſtent wollte
dem Rechtsanwalt helfen, wurde aber gleichfalls wegen
Widerſtandes gegen die Staatsgewalt verhaftet. Die
Ver=
hafteten wurden erſt nach mehrtägiger Haft gegen Kaution
entlaſſen. Sie haben gegen die Täter Strafantrag geſtellt,
werden ſich aber wegen öffenlichen Widerſtandes gegen die
Staatsgewalt vor dem Königgrätzer Kreisgericht zu
ver=
antworten haben.
nicht weit vom Birnbaum. Dieſe Szene iſt übrigens die
beſte und wirkſamſte der Operette. Man ſieht, es fehlt
in dieſer Handlung, in die auch ſo ganz kleine
Ehebrüchel=
chen eingeflochten ſind, nicht an Gelegenheiten, komiſche
und überraſchende Situationen hervorzuheben. Aber das
Libretto iſt beſſer als manches andere. Jedenfalls iſt es
humorvoll und doch nicht ganz ſo frivol wie ſonſt wohl
alles, was von Paris kommt in dieſer Art Kunſt. Die
Muſik iſt eine der beſten Operettenkompoſitionen nicht nur
Gilberts ſelbſt, ſondern auch vieler ſeiner Kollegen in
dieſem einträglichen Kunſtſchaffen. Sie iſt melodiös und
charaktervoll, d. h. auch in der Muſik kommt die Heiterkeit
zum Ausdruck. Sie iſt auch friſch, flott und graziös,
er=
füllt alſo alle Anforderungen, die man an eine gute
Ope=
rettenmuſik ſtellen kann.
Die Aufführung iſt vorzüglich. Sie erhebt ſich im
ganzen über den Durchſchnitt derartiger Gaſtſpiele und
wird für Darmſtadt beſonders intereſſant und wertvoll
durch die Mitwirkung von Frl. Alma Saccur, dem
früheren geſchätzten Mitgliede unſerer Hofoper. Sie
ver=
körpert die Titelheldin, die Suſanne Pomarel, in ganz
ausgezeichneter Weiſe. Geſanglich überragend, noch mehr
im Spiel, in dem ſie außerordentlich viel Routine,
An=
mut, Charme und Grazie entwickelt, entzückend in ihren
Toiletten, war es kein Wunder, daß ſie ſich zu den
Freun=
den, die ſie ſchon beim Erſcheinen mit Beifall begrüßten,
zahlreiche neue im Laufe des Abends gewann. Sie ſiegte
auf der ganzen Linie, das Publikum dankte mit
rauſchen=
dem Beifall für ihre ausgezeichnete Leiſtung, und auch
koſtbare Blumenſpenden wurden dem „gefeierten Gaſt”
überreicht. Beſonders glänzend war die Künſtlerin in
den Geſangs= und Tanzſchlagern „Das iſt Paris” „Die
keuſche Suſanne”, „Immer mußt du artig ſein” „
Cham=
pagner, Champagner” „Im Hühnerhof” uſw. uſw. Im
übrigen zeichneten ſich noch durch routiniertes Spiel aus:
Herr Roſée als Aubrais, auch Frau Larska als ſeine
Gattin und Frl. Hennig als ſeine Tochter. Herr
Ur=
ban brachte für den Sohn das köſtliche Jugendliche mit,
das dieſe Rolle erfordert, wenn ſein Geſang auch hin
und wieder zu wünſchen übrig ließ. Herr
Gram=
biller war ein recht ſchneidiger Leutnant, und Herr
Waldgu entwickelte als Pomarel derben Humor. Die
übrigen Rollen ſind meiſt weniger bedeutend. Das
Zu=
ſammenſpiel war ausgezeichnet.
Für die Durchführung der nicht leichten muſikaliſchen
Aufgabe gebührt der Kapelle des Leibgarde=
In=
fanterie=Regiments 115, die für die Aufführung
unter Leitung des Kapellmeiſters S. K. Eglauer und
ihres Obermuſikmeiſters Hauske ſtand, beſonderes
Lob.
M. St.
— Kiew, 7. März. Mehrere Studenten gerieten
beim Ueberſchreiten der Bahngleiſe unter einen
her=
anbrauſenden Zug. Zwei wurden getötet und
einer lebensgefährlich verletzt.
Rätſelhafte Verwundung eines Botſchaftsſekretärs.
— Rom, 7. März. Der ruſſiſche
Botſchafts=
ſekretär der Pariſer Botſchaft, Freiherr v. Ungern,
liegt mit ſchweren Stichwunden an Hals und
Kopf zurzeit in einem hieſigen Hoſpital. Woher dieſe
Wunden ſtammen, wollte er nicht angeben.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Die Firma Heinrich Lautz hat zurzeit in einem
ihrer nach der Grafenſtraße zu gelegenen Erker einen
neuen eigenartigen Rechenapparat zur
Aus=
ſtellung gebracht, der, wie Kenner beſtätigen, imſtande
ſein wird, eine vollſtändige Umwälzung in der Praxis des
Rechnens hervorzurufen. An die Stelle des ſeitherigen
Ziffernrechnens wird mit Hilfe des genannten Apparates
das Meßrechnen treten, bei dem z. B. bei
Multiplikatio=
nen, Diviſionen uſw. das Niederſchreiben großer
Ziffern=
komplexe und das dabei ſtändig wiederkehrende Herſagen
oder doch Denken des kleinen Einmaleins ganz in
Weg=
fall kommt. Die zu den jeweiligen Ausrechnungen nötigen
Zahlen werden auf dem Apparat einfach aufeinander
ein=
geſtellt und dann das Reſultat abgeleſen. Daß dadurch
eine rieſige Zeiterſparnis erzielt wird, liegt auf der Hand;
die Schonung der Nerven wird vielleicht von manchem
Rechner noch höher angeſchlagen. Das Aufeinander=
Ein=
ſtellen der Zahlen wird vermittels dreier logarithmiſch
geteilter, gleichgroßer Maßſtäbe ermöglicht. Zwei der
Maßſtäbe befinden ſich auf der Walze, einer auf dem
Schie=
ber, welcher über die drehbare Walze hin= und hergleiten
ann. Jeder Maßſtab hat eine Länge von 10 Meter; an
einem anderen Modell beträgt deren Länge ſogar 24
Meter. Dieſe erhebliche Ausdehnung der
Maß=
ſtäbe garantiert mathematiſche Genauigkeit der Reſultate
und ſomit unbedingte Zuverläſſigkeit bei der Ausführung
von Rechenarbeiten. Das Arbeiten mit dem Apparat
ver=
läuft ſo geräuſch= und lautlos wie das menſſchliche Denken.
Er iſt für jede Branche gleich gut verwendbar, ſei es
ge=
werbliches, techniſches, kaufmänniſches oder bankmäßiges
Rechnen. Es ſei Intereſſenten beſtens empfohlen, ſich
die=
ſen Apparat anzuſehen.
Die Urſache des frühzeitigen Ergrauens
ind Ausfallens der Haare iſt außer in
konſtitu=
tionellen Krankheiten zweifelsohne in einer mangelhaften
Pflege der Kopfhaut zu ſuchen. Ein Haarwaſſer, welches
eine gründliche Beſeitigung gewährleiſtet, bereitet man ſich
ſelbſt, indem man ſich in der nächſten Apotheke oder
Dro=
gerie eine Flaſche Goldgeiſt für 50 Pfg. und für 10 Pfg.
Eau de Cologne kauft. Auf dem jeder Flaſche des echten
Goldgeiſt beigefügten Proſpekt findet man eine genauo
Anweiſung, wie man ſich für 60 Pfg. ¼ Liter Haarwaſſer
bereitet, das ſich nicht allein als
Paraſitenvertilgungs=
mittel einen Weltruf erworben hat, ſondern ſich auch zur
Verhütung von Erkrankungen der Kopfhaut, gegen
Haar=
ausfall, zur Haarpflege, ſowie zur Erzeugung eines
üppi=
gen Haarwuchſes hervorragend bewährt hat.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1,
Nordamerika: „Cranley” 2. März 6 Uhr morgens von
Galveſton über Bremen nach Hamburg. Preſident
Lincoln” 3. März 4 Uhr nachm. von Neu=York über
Plymouth und Cherbourg nach Hamburg. „Pretoria”
nach Neu=York, 3. März 6 Uhr 15 Min. morgens Scylly
paſſiert. „Scottiſch Monarch” 2. März 6 Uhr abends
von Neuorleans nach Hamburg. — Weſtindien, Mexiko:
„Dania”, von Mexiko kommend, 4. März 5 Uhr 30 Min.
morgens auf der Elbe. „Steigerwald” nach Havanna
und Mexiko, 3. März 2 Uhr morgens in Hapre. „
Weſter=
wald” nach Havanna und Mexiko, 3. März 3 Uhr
nachm. in Cadiz. — Südamerika, Weſtküſte Amerikas:
„Alexandria” von der Weſtküſte Amerikas kommend,
2. März von Montevideo. „Badenia” von dem La
Plata kommend, 3. März 7 Uhr abends in Hamburg.
„Etruria” 3. März nachm. von Buenos Aires über
St. Vincent oder Madeira nach Hamburg. „König
Friedrich Auguſt” von dem La Plata kommend, 2. März
2 Uhr nachm. von Rio de Janeiro. „König Wilhelm II.”
nach dem La Plata, 4. März 1 Uhr 30 Min. morgens
Cuxhaven paſſiert. „Liguria” von der Weſtküſte Amerikas
kommend, 2. März von Montevideo. „Navarra”, von
dem La Plata kommend, 2. März nachm. von Las
Palmas. — Oſtaſien: „Ambria” 2. März 5 Uhr nachm.
von Moji. Bayern” 2. März 6 Uhr abends von
Manila. „Fürſt Bülow‟3. März 3 Uhr 30 Min. nachm. in
Untwerpen. „Iſtria”, von Livervool kommend, 3. März
morgens in Antwerpen. „Sileſia” 3. März von Malta,
hekmkehrend, „Spezia” 3. März 7 Uhr abends von
Moji. „Württemberg” 3. März 2 Uhr 30 Min. nachm.
von Antwerpen nach Hamburg. — „Ekbatana” nach
Perſien, 3. März Perim paſſiert.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 3. März nachm. in Alexandrien eingetroffen
auf einer Vergnügungsreiſe in dem Mittelmeer nach
dem Heiligen Lande uud Aegypten mit 842 Touriſten.
„Nieuw. Amſterdam” 5. März, 1 Uhr 30 Min. vorm.
Prawlepoint paſſiert. „Noordam” 3. März vorm. von
Neu=York abgegangen mit 20 Kajüts= und 450 Paſſagieren
III. Klaſſe. „Ryndam‟ 4. März vorm. in Yew=York eingetr.
„Potsdam” 21. Febr. nachm. in Rotterdam eingetr.
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Gottesdienſtliche Anzeigen.
Hottesdienſt der Neuapoſtoliſchen Gemeinde (
Lagerhaus=
ſtraße 4): Sonntag, nachmittags um 4 Uhr. —
Mitt=
woch, abends um 8½ Uhr
Die glückliche Geburt eines
* SOHNEs
zeigen hocherfreut an
Jakob Heppenheimer
und Frau Johanna
geb. May.
Frankfurt a. M., 7. März 1914
Hölderlinstrasse 3.
(6230
Todes=Anzeige.
Hierdurch die ſchmerzliche Mitteilung, daß
meine gute Frau, unſere innigſtgeliebte Mutter=
Barbara Eyssen
geb. Eyssen
im Alter von 59 Jahren nach kurzem Leiden
ſanft in die Ewigkeit abgerufen wurde.
Die tieftrauernde Familie:
F. A. Eyssen u. Kinder.
Darmſtadt, den 7. März 1914.
Die Beerdigung findet Montag, den 9. März,
vormittags 11 Uhr, vom Portale des Friedhofes
aus, ſtatt.
(*6190
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Hinſcheiden meines lieben Gatten und unſeres
(*6186
Vaters
Wilhelm Spatz
Schloſſer in der Zentralwerkſtätte
ſagen wir allen Freunden, Verwandten und
Be=
kannten, insbeſondere Herrn Pfarrer Lindenſtruth
für ſeine troſtreiche Grabrede, den Herren
Vorge=
ſetzten, ſowie den Beamten und Mitarbeitern der
Zentralwerkſtätte, dem Eiſenbahn=Werkſtätten=
Arbeiter=Verein, dem Großh. Werkſtättenamt I.
ſowie für die vielen Kranz= und Blumenſpenden
unſeren innigſten Dank.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Margaretha Spatz nebst Kinder.
Darmſtadt, den 7. März 1914.
e
Lgsonte
(M6185
[ ← ][ ][ → ] Statt jeder besonderen Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Mann, unseren treusorgenden
Vater, Bruder, Schwager und Onkel
Herrn Leutnant a. D. Monnard
im 63. Lebensjahre heute mittag um 3½ Uhr unverhofft aus unserer Mitte
abzurufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Katharina Monnard, geb. Wittlich
Dr. med. vet. Monnard, Gr. Assistenzvet.-Arzt,
Jos. Monnard, Dipl.-Ingenieur,
Angelika Adelberger, geb. Monnard.
Darmstadt, Giessen, Essen, Saarbrücken, den 6. März 1914.
Die Beerdigung findet Montag, den 9. März, vormittags 11 Uhr, vom Portale des neuen
Friedhofes aus, statt.
(6223
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Mitteilung, daß mein lieber
Mann, unſer treuer Vater, Sohn, Bruder,
Schwager, Onkel und Neffe
(6217
Johannes Bangert
Kellner
im Alter von 41 Jahren heute nacht nach
kurzem, ſchwerem Leiden ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Bangert.
Darmſtadt, den 7. März 1914.
Darmſtraße 8.
Die Beerdigung findet Montag, den 9. März,
nachm 3 Uhr, vom Eliſabethenſtift aus, ſtatt.
Kavallerie-Verein Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 3½ Uhr verſchied
plötz=
lich u. ganz unerwartet infolge eines Herzſchlages
unſer lieber, unvergeßlicher 1. Vorſitzende
Herr
Heinrich Monnard
Leutnant a. D.
Die Beerdigung findet am Montag,
vor=
mittags 11 Uhr, von der Kapelle des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
(6225
Um zahlreiche Beteiligung der Kameraden
bittet
Der Vorſtand.
Darmſtadt, den 6. März 1914.
Amtlicker Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet, das Freitag mit 2 Kernen den
ganzen Norden Europas bedeckte, iſt oſtwärts gezogen
und zeigt geſtern ein Minimum über der Oſtſee. Im
Weſten iſt der Luftdruck ſtark geſtiegen. Wir werden auf
der Rückſeite der oſtwärts wandernden Depreſſion
vor=
wiegend wolkiges etwas kühles Wetter mit einzelnen
Regenſchauern und nordweſtlichen Winden haben.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, 8. März:
Meiſt wolkig, einzelne Regenſchauer, etwas kühler,
nord=
weſtliche Winde.
Tageskalender.
Sonntag, 8. März.
Großh. Hoftheater Anfang 6 Uhr, Ende nach
10½ Uhr (Ab. B): „Triſtan und Iſolde‟
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Saalbautheater, Anfang 8 Uhr: „Die keuſche
Suſanne‟
Vorträge von Helene Odilon und Dr. v. Radwan um
8 Uhr im „Kaiſerſaal”.
Familienabend der Johannesgemeinde um 8 Uhr
im Gemeindehaus.
Bibelſtunde um 5 Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”
Wanderung des Odenwaldklubs nach Weinheim
(Abfahrt 6.13 Uhr).
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. — Hotel Heß um
4 und 8 Uhr. — Bürgerkeller um 4 Uhr. — Café „
Metro=
pole” um 4 und 8 Uhr. — „Perkeo” um 4 und 8 Uhr. —
Rummelbräu um 4 und 8 Uhr. — Schützenhof um 8
Uhr. — Hanauer Hof um 7 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Montag, 9. März.
Automobil=Verſteigerung um 11 Uhr im
„Heſſiſchen Hof”
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im
Rat=
haus zu Pfungſtadt.
Nutz= und Brennholz=Veſſteigſerung um
9½ Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (
Zu=
ſammenkunft auf der Straße Nieder=Modau-
Franken=
hauſen am Eingang des Waldes).
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Nieder=Beerbacher Gemeindewald (
Zu=
ſammenkunft oberhalb dem Hof Breitenloch).
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9½ Uhr im Eberſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft
am Eberſtädter Friedhof).
Holzverſteigerung um 9¼ Uhr in der Oberförſterei
Meſſel (Zuſammenkunft auf der Kreuzung von
Sell=
born= und Koſakenſchneiſe).
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr im
Gaſt=
haus „Zur Krone” zu Erfelden.
Stammholz=Verſteigerung um 10 Uhr in der
„Weſtendhalle” zu Langen.
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druc und Verlage z. 6. Wilichſche Soluchtncheſ.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Jriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
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veranstaltet vom Verein der Hundefreunde von Darmstadt und Umgebung, eingetr. Verein.
Geldpreise in den meisten Klassen. Grosse Zuchtbarpreise. Viele wertvolle Ehrenpreise.
Geschäftsstelle: L. Kapfenberger, Elisabethenstraße 39.
Meldeschluß: 12. März.
(6148a
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
ficher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1. Jagdhund. Die Hunde können von den
Eigen=
rümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
ung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
(6191
vormittags 10 Uhr, ſtatt.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
Die Schießhausſtraße zwiſchen der Orangerie=Allee und der Klappacher
Straße vom 8. bis zum 21. März ds. Js. für den Fuhrwerks= und
(6192.
Radfahrverkehr geſperrt.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Roßdörfer Straße zwiſchen der Heidenreichſtraße und dem
Erlenweg vom 10. März bis zum 1. April ds. Js. für den Fuhrwerks=
(6235
und Radfahrverkehr geſperrt.
Bekanntmachung.
Unter den Pferden der 4. Eskadron des Garde=Dragoner=
Regi=
ments Nr. 23 iſt die Bruſtſeuche ausgebrochen.
(6236
Darmſtadt, den 6. März 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung,
Häufige, in letzter Zeit zu unſerer Kenntnis gelangte
Zuwider=
handlungen veranlaſſen uns. darauf hinzuweiſen, daß die zahlreichen
Gewerbtreibenden erlaubte Erlaubnis zum Kleinhandel mit
Brannt=
wein nicht auch zum Ausſchank von Branntwein zum ſofortigen
Genuß an Ort und Stelle berechtigt; zu letzterer ſind vielmehr nur
die Inhaber einer Erlaubnis zum Wirtſchaftsbetrieb befugt.
Unſere Beamten ſind erneut angewieſen, die Beachtung dieſer
Vorſchriften ſtreng zu überwachen und jede Zuwiderhandlung zur
Anzeige und Beſtrafung zu bringen.
(6042sg
Darmſtadt, den 3. März 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Kraftloserklärung von Pfandſcheinen.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr. 8825, 16678, 18654, 19116, 19164, 22048, 22260,
23304, 28 101 und 37218 werden hiermit aufgefordert, ihre
An=
ſſprüche innerhalb 14 Tagen, vom Tage des Erſcheinens dieſer
Bekannt=
machung an gerechnet, in unſerem Geſchäftszimmer — Kirchſtraße
Nr9. — geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf dieſer Friſt
gemäß § 30 der Satzung vom 1. März 1913, betreffend das ſtädtiſche
Leihamt Darmſtadt, die Kraftloserklärung der Pfandſcheine erfolgen
wird.
Darmſtadt, den 6. März 1914.
(6157
Städtiſche Leihamtsverwaltung.
Paul.
Städtiſches Leihamt Darmſtadt.
Betreffend: Erneuerung der Verſatzzeit von Pfändern.
Die Verſatzzeit der im April 1913 verſetzten Pfänder (rotes
Pfandſchein=Formular) Nr. 1 bis einſchl. Nr. 2829 iſt nunmehr
erneuern zu laſſen.
Wir fordern die Pfandſchuldner zur Erneuerung der Verſatzeit
mit dem Bemerken auf, daß dieſelbe von jetzt ab bis zu dem betr.
Verfalltage ſtattfinden muß. Nach Ablauf dieſer Friſt können die
verfallenen Pfänder nur noch ausgelöſt werden.
*Darmſtadt, den 1. März 1914.
Die ſtädtiſche Leihamtsverwaltung.
Paul.
(6200a
Stammholz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 12. März I. J., vorm. 10 Uhr
anfangend, werden im Spachbrücker Gemeindewald, Diſtrikt Mark,
verſteigert:
Stämme, Eichen: 1 St. II. Kl., 0,79 fm
5
3,28
III.
IV.
3,75
Stämme, Kiefern:
III.
664
IV.
19,38
4,24
V.
Stämme, Lärchen:
1.84
Derbſtangen, Fichten: 774
32,68
Die Zuſammenkunft findet bei Gaſtwirt Heberer bei Station
Meſſel ſtatt.
Spachbrücken, den 4. März 1914.
(6144gi
Großh. Bürgermeiſterei Spachbrücken.
S. P.: Illert, Beigeordneter.
Preiſe für Fleiſch
in der Stadt Darmſtadt
am 5. März 1914.
(Mitgeteilt von der Großh.
Zentral=
ſtelle für die Landesſtatiſtik.)
Häufigſter Preis in 9 pro Pfund
Ochſenfleiſch mit Beilage . . 96
80—90
Rindfleiſch
Kuhfleiſch
Kalbfleiſch—
Hammelfleiſch „
i5h
Schweinefleiſch,,
84
Leberwurſt gewöhnliche
70
Blutwurſt,
Geräucherter Speck
*10
Schweineſchmalz, inländiſches 80
*) Durchſchnittspreis.
Die Erhebung erſtreckte ſich auf
45 Metzgereien, und zwar auf 25,
in denen Ochſen=, Rind= od.
Kuh=
fleiſch, auf 17, in denen Kalbfleiſch,
auf 8, in denen Hammelfleiſch und
17, in denen Schweinefleiſch
ver=
kauft wurde.
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter A
wurde heute die Firma Chr.
Grünig in Nieder=Ramſtadt
ge=
löſcht.
(6164
Darmſtadt, 4. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Sie werfen
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der Firma W. Ehrhardt.
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(63451a
Neue Kurse beginnen am 15. April.
Kastenlose. Anskunft schrittl. u. mündl.
Antz= u. Brennholz=Verſteigerung Nr. 4.
(Harras.)
Montag, den 16. März I. J., vormittags 9 Uhr
ſollen im „Darmſtädter Hof” zu Griesheim aus Diſtrikt Harras
und Trieſch verſchiedene Abteilungen verſteigert werden:
A. Nutzholz.
Stämme:
Eichen II. Kl. (glatt) 1 St. — 0,90fm
, 8 „ — 6,86 „
III.
IV. „ (gew.) 12 „ — 6,40 „
V.
2 „ — 0,80 „
Kiefern II. „
3 „ — 3,27 „
III.
6 „ — 5,83 „
Fichten IV. „
7„ — 4,78 „
V. „
153 „ — 44,61 „
Derbſtangen:
Fichten I. Kl. 106 St. — 12,41fm
„ II. „ 97 „ — 6,38 „
B. Brennholz.
Scheiter: 34 rm Eichen, 146 rm Kiefern, 1 rm Fichten.
Knüppel: 13 rm Buchen, 15 rm Eichen, 234 rm Kiefern, 19 rm
Fichten.
Reiſigknüppel: 21 rm Buchen, Kiefern: 41 rm (lang), 12 rm (kurz).
Stöcke (ſein): 17 rm Eichen, 63 rm Kiefern, 32 rm Fichten.
Das Nutzholz trägt die laufenden Nummern 1323 bis 1549;
das Brennholz 920 bis 1221. Unterſtrichene Nummern kommen nicht
zum Ausgebot. Stammholzverzeichniſſe werden durch den Großh.
Förſter Hern Decher, Forſthaus Harras, Poſt Darmſtadt,
abge=
geben. Weitere Verſteigerungen finden nicht mehr ſtatt. (6160gf
Darmſtadt, den 5. März 1914.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Aus dem Gemeindewald Weiterſtadt
Diſtrikt Täubcheshöhl, werden 43 Stämme mit 50 Feſtmeter Inhalt
auf dem Submiſſionsweg vergeben. Die Stämme ſind lauter
Schnit=
holz=Oberſtänder.
(5982sg
Intereſſenten wollen ihre Angebote bis 12. März I. Js. auf
der Bürgermeiſterei Weiterſtadt einreichen.
Weiterſtadt, den 5. März 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Becker.
Verdingung.
Für das am 13., 14. und 15. Juni 1914 ſtattfindende
70 jährige Fahnen=Jubiläum und Stiftungsfeſt des Geſang=
Vereins „Frohſinn” Eberſtadt iſt folgendes zu vergeben:
1. Schmückungsarbeiten
2. Plätze für drei Bier= und eine Weinwirtſchaft
3. Kaffee= und Bäckerei= ſowie Metzgerſtand
4. Karouſſel u. Schiffsſchaukel, Schieß= u. Schaubuden,
Galanterie=, Zucker= und Waſſerſtand.
Offerten ſind bis zum 10. März 1914 bei dem Unterzeichneten
einzureichen, woſelbſt auch die Bedingungen einzuſehen ſind. (5493gg
Der Bau= u. Wirtſchafts=Ausſchuß.
Der Obmann:
Ludwig Dächert VI., Maurermeiſter, Eberſtadt b. D.
Hormamsches Istltat
10klaſſige höhere Mädchenſchule
verbunden mit Sprachſeminar.
Die Anmeldung neuer Schülerinnen für Oſtern 1914 nimmt
wochentäglich zwiſchen 12—1 Uhr entgegen
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Frcs. 165900000.− — holl. Fl. 79000000.−
4½% steuerfreie Anleihe von 1914
der
Haupt- und Residenzstadt Budapest.
Sofort beginnende Tilgung zum Neunwert durch Auslosung innerhalb 50 Jahre. — Verstärkte Tilgung u. Gesamtkündigung erstmalig auf den 2. Januar 1919 zulässig.
Die Haupt- und Residenzstadt Budapest begibt zwecks Beschaffung der zur
gänz-
lichen Durchfuhrung ihres durch Generalversammlungsbeschluss Nr. 1016 vom Jahre 1909
mit 270 Millionen Kronen veranschlagten Investitionsprogrammes noch erforderlichen
Mittel bezw. zur Rickzahlung der ebentalls zu diesem Zwecke im Jahre 1913 im
Be-
trage von Frcs. 59999765 — kontrahierten schwebenden Schuld eine Anleihe im
Ge-
samtbetrage von Kr. 158000000.— — M. 134300000.− — & 6 583 333. 6. 8 — Frcs.
165 900 000.— — holl. Fl. 79000 000.—. Die Anleihe ist genehmigt durch Beschluss der
Generalversammlung des Munizipiums vom 6. Juni 1913 bezw. vom 4. März 1914 sowie
ferner durch königlich ungarische ministerielle Genehmigung vom 5. März 1914.
Für pünktliche Zins- und Rückzahlung haftet die Haupt- und Residenzstadt
Budapest mit ihrem gesamten Vermögen sowie mit allen ihren Einkünften. Es
existie-
ren keinerlei Anleihen der Stadt, welche bessere Rechte auf das Vermögen und die
Einkünfte der Stadt besitzen als die gegenwärtige. Die Stadt Budapest hat sch
ver-
pflichtet, vor Ende des Jahres 1914 keine weitere Anleihe irgend welcher Art zu
kon-
trahieren. Die Anleihe ist in Ungarn mündelsicher.
Kapital und Zinszahlungen der Anleihe sind befreit von allen gegenwärtigen
oder zukünftigen ungarischen Staats- und Kommunalsteuern, Stempeln oder Gebühren.
Die Auleihe ist in Schuldverschreibungen anf den Inhaber eingeteilt, die
in ungarischer, deutscher, englischer und französischer Sprache ausgefertigt sind. Die
Stücke tragen die faksimilierten Unterschriften des Bürgermeisters und eines
Magist-
ratsrates sowie die eigenhändige Unterschrift eines Kontrollbeamten.
Bis zur Lieferung der definitiven Stücke werden für Deutschland von den
unter-
zeichneten Banken ausgefertigte Interimsscheine in den Verkehr gebracht, deren
Umtausch in definitive Stücke s. Zt. kostenlos bei denselben Banken vorgenommen
werden kann.
Die Anleihe ist mit 4½% jährlich in halbjährlichen Zielen am 2. Januar und
1. Juli jeden Jahres verzinslich. Der erste Zineschein ist am 1. Juli 1914 fällig.
Die Tilgung der Anleihe erfolgt gemäss dem den Schuldverschreibungen
auf-
gedruckten Tilgungsplan innerhalb von 50 Jahren vermittels halljährlicher Auslosungen.
Die Verlosungen fnden ieweilig am 2. Januar und 1. Juli jeden Jahres in Budapest
vor einem Notar statt, die erste Verlosung ausnahmsweise an einem noch
festzusetzen-
den Termine vor dem 1. Juli 1914. Die ausgelosten Stücke werden 6 Monate später,
also am nächsten Zinstermin, zum Neunwerte zurückgezahlt, die erstmals verlosten
Stücke am 1. Juli 1914. Eine verstärkte Tilgung der Anleihe oder eine
Gesamtkün-
digung ist erstmalig auf den 2. Januar 1919 und von da an auf jeden Zinstermin mit
sechsmonatiger Kündigung zulässig.
Die Zinsscheine verjähren 6 Jahre nach dem Fälligkeitstage und die ausgelosten
oder gekündigten Stücke 20 Jahre nach dem Fälligkeitstage. Der Ersatz verloren
ge-
gangener oder vernichteter Stücke erfolgt auf Grund gesetzlichen Aufgebot-Verfahrens.
Die ausgelosten Nummern einschliesslich der Restantenlisten werden
unverzüg-
lich nach der Ziehung bekanntgemacht. Alle auf die Anleile bezüglichen
Bekannt-
machungen werden im Deutschen Reichsanzeiger und Kel. Preussischen
Staats-
anzeiger, sowie in zwei weiteren Berliner Tageszeitungen veröffentlicht werden.
Sämt-
liche Bekanntmachungen erfolgen ausserdem zum mindesten in je einer Zeitung in
Budapest, in Frankfurt a. M. in Hamburg, in London, in Brüssel, in Antwerpen, in
Amsterdam, in Basel, in Genf und in Zürich. Die Auszahlung der fälligen Zinsscheine
und Teilschuldverschreibungen erfolgt kostenfrei
bei der Städtischen Centralkassa
in
„ „ Ungarischen Allgemeinen Creditbank
( Budapest
. „ Pester Ungarischen Commerzialbank
„ dem Pester ersten vaterländischen Sparkassa-Verein
in Berlin
„ der Dresdner Bank
„ „ Bank für Handel und Industrie ½ und bei deren übrigen
Niederlassungen
„ „ Commerz- und Disconto-Bank
„„ Deutschen Effekten- und Wechsel-Bank in Frankfurt a. M.,
„ dem Bankhause M. M. Warburg & Co. in Hamburg,
„ „ Bankhause Morgan, Grenfell & Co. in London,
„ der Banque de Bruxelles in Brüssel,
„ dem Crédit Anversois in Brüssel und Antwerpen,
„ der Amsterdamschen Bank in Amsterdam,
dem Schweizerischen Bankverein in Basel und seinen übrigen
Niederlassungen.
Ebendort erfolgen kostenlos eventuelle Konvertierungen sowie die Ausreichung
heuer Zinsscheinbogen. Die Einlösung erfolgt bei den betreffenden Zahlstellen in der
jeweiligen Landeswährung mit den den Zinsscheinen und Stücken autgedruckten
Be-
trägen. Die Teilschuldverschreibungen sind eingeteilt in Stücke von
Kr. 480 — M. 408 — & 20 — Frcs. 504 — holl. Fl. 240
Kr. 2400 — M. 2010 — & 100 — Frcs. 2520 — holl. Fl. 1200
Kr. 4800 — M. 4080 — & 200 — Frcs. 5040 — holl. Fl. 2400
Der Haushalts-Voranschlag der Stadt für das Jahr 1914 lautet wie folgt:
1914
Bedeckung
1914
Erfordernis
A. Ordentliche Einnahmen. Kronen
Kronen
A. Ordentliche Ausgaben.
Kommunal-Steuerzuschlag . . 17 400000
9511825
Allgemeine Verwaltung
7 100 000
Hauszinsheller
5 065 347
Pensionen .
3 260000 Konsumsteuerzuschlag
. 21517511 1 Anteil a. d. staatl. Schankgefäll 2181 353
Schuldendienst
6 260 062
9099801 Maut . .
Instandhaltung der Hochbauten
Umschreibegebühr der Liegen-
2341960
Strassen- und Kanalbau .
schaften.
1900000
Erhaltung der Strassen u. Kanäle 3668700 Benützung der öffentlichen Ver-
972307 kehrswege
Parks .
3640 127
680 000
4 157301 Baupolizeiliche Gebühren
Reinlichkeitswesen
2022947
Kapitalzinsen . .
2942 244
Oeffentliche Beleuchtung
5902 145
Wohnungsmieten
2833 558
Wasserleitung
717705
Grundpacht
.
8060 036
Schlachthäuser, Viehmärkte . 1638510 Wasserleitung . . .
4635000
808 800 1 Gaswerke, Ueberschuss
Markthallen
Erstattung der Be-
165 140
Bäder .
leuchtungskosten . 3 332 176
Polizeiwesen (hiervon 800 000 K
520 000
Elektrisches Werk
als Beitrag an den Staat)
802000
2610 126
Schlachthäuser, Viehmärkte
1391167
Feuerlöschwesen .
1056 975 Markthallen
, ,,
405225
Volkswohlfahrts-Einrichtungen
Bäder .
855059 Volkswohlfahrtseinrichtungen . 2311758
(Erhaltung) . . .
Sanitätswesen (Beitr. d. Staates) 375 275
Wohltätigkeitswesen(ausser dem
1778646
1701695 Unterrichtswesen
Armenfonds)
Militärwesen (Erstattung f. d.
Sanitätswesen .
1318952
488703
Einquartierungen)
Unterrichtswesen
20778672 Pensionsbeiträgs
1129545
Militärwesen (Einquartierung)
926 283 Pflasterungs- u. Kanalisierungs-
1033800
beiträge
5811790
Verschiedenes .
404 000
Kehrichtverwertung
5 857 036
zusammen 87979 262 Verschiedenes .
zusammen 87 260 70
B. Ausserordentliche Ausgaben.
B. Ausserordentl. Einnahmen
Zinsen von Anleillegeldern .
3040000
Neubauten und Erweiterung der
bestehenden Einrichtungen . 1338958 Ueberschuss nach dem letzten
Rechnungsabschluss
104 365
Verschiedenes . .
1176 415
90 000
Verschiedenes
zusammen 2515375
zusammen 32149fß
Sämtliche Ausgaben .
90 4 jd 635 Sämtliche Einnahmen
90 401 65
Die Abrechnungsergebnisse des städtischen Haushalts für die Jahre
1910, 1911 und 1912 lauteten wie tolgt:
1910
1911
1912
Kr.
Kr.
Kr.
Einnahmen
74088 083.67
57 103 422.48 68 543 672.47
Ordentliche
1 990 030.55
7 653 257.91
Ausserordentliche 3 592028.20
60 605 45068
70538 7gos 51 741 3415
Zusammen
191
1910
1912
Kr.
Kr.
Kr.
Ausgaben
52 298 322.84 62 551 848.55
73 955 189.17
Ordentliche
3 162543.58
6 684 646.35
Ausserordentliche 4761870.75
57 00 105g 65 714 192 19 80 60 9chba
Zusammen
Der Schulden- u. Vermögenstand der Stadt am Ende des Jahres 1912 war lolgender
Kronen
I. Vermögen
471 059 768.—
Realitäten
12 290 962.−
Einrichtung und Inventar . .
1 796 919.—
Materialien und Produkte . . .
97 484 490 50
Kapitalien
6 213 250.−
Nutzungsrechte
54 039 961.31
Laufende Forderungen
2 299 173.24
Geldvorrat .
(4519152415
ensemnen
II. Lasten
328 106 667.66
Anleihen‟)
20 230 719.62
Laufende Schulden
3 743 8t 2.08
Dubiose Forderungen
5825 365 38
Vorbehaltener Kredit
257 ub (14 74
in mmen
Keinrernbgen. . 23127 9msl
*) Hiervon Amortisations-Anleihen am Ende des Jahres . 279 297046.99
Und zwar:
Zinsfuss
Anleihe
Tilgungsfrist Kronen
4% 100 Millionen Kronen .
1947 . 86 427 000.−
4% 46 510 400.−
1953 . 43321000.−
4% & 2000000.−
1960 . 47 200 320.−
4% 100 Millionen Kronen — 105 Millionen Frcs. . 1961 . 98 970000.−
4% Verschiedene Anleihen aus Stiftungsgeldern . 1923
2996 771.99
4½% Pflasterungs-Anleihe
1921
331 955.−
zusammen
270 207 0tso0
Ausserdem:
4½% 20 Millionen Kronen Pflasterungsanleihe
1925 . 14 546 316.96
(Eigener Fonds) . .
Zusammen
295 9t5 965.95
Am Ende des Jahres 1913 betrug der Schuldenstand der Stadt:
Kr. 276376 743.99 fundierte und
Kr. 82 496 955.21 schwebende Schulden
Die Einwohnerzahl der Stadt beträgt 950 784.
Budapest, im März 1914.
Der Magistrat der Haupt- und Residenzstadt Budapest.
Auf Grund vorstehenden Prospektes ist die Zulassung obiger Anleihe zum Handel
der Berliner Börse beantragt. Ferner wird die Notierung der
Gesamt-
anleihe an den Börsen zu Frankfurt a. M., Hamburg, London, Brüssel,
Amsterdam, Basei, Genf und Zürich beantragt werden. Der Magistrat der
Haupt- und Residenzstadt Budapest hat sich verpflichtet, die Notierung der Anleihe
an der Budapester Börse herbeizuführen. Nach erfolgter Zulassung und nach
Umtausch der kontinentalen Interimscheine bzw. der englischen Scrips in die
end-
gültigen Stücke werden diese also an allen vorgenannten Börsen lieferbar sein.
Kr. 24000000.− — & 1000000.- werden werden in London bei dem
Bankhause Morgan, Grenfell & Co. und
Kr. 126000 000.− — M. 107100000.− = * 5250000.− Frcs- 132300000.−
— holl. Fl. 63000 000.− 4½% steuerfreie Anleihe von 1914 der-
Haupt- und Residenzstadt Budapest
in Deutschland, Ungarn, Belgien, Holland und der Schweiz zur Zeichnung
aufgelegt.
1. Die Zeichnung findet in Deutschland statt am
Donnerstag, den 12. März 1914
bei der Dresdner Bank
in Berlin
und bei deren
übrigen
Bank für Handel und Industrie
Niederlassungen
Commerz- und Disconto-Bank
in Frankfurt a. M.
Dresdner Bank in Frankfurt a. M.,
Deutschen Effecten- und Wechsel-Bank,
Filiale der Bank für Handel und Industrie,
„ Dresdner Bank in Hamburg,
in Hamburg
„ Bank für Handel und Industrie, Filiale Hamburg,
„ „ Commerz- und Disconto-Bank,
bei dem Bankhause M M. Warburg &. Co.
während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstunden. Früherer Schluß der Zeichnung
bleibt vorbehalten.
2. Der Zeichnungspreis beträgt
89%
zuzüglich 4½% Stückzinsen vom 1. Januar 1914 bis zum Abnahmetage. In Ungarn,
England, Belgien, Holland und der Schweiz findt die Zeichnung zu besonderen, von den
dortigen Zeichnungsstellen zu veröffentlichenden Bedingungen statt.
3. Bei der Zeichnung ist auf Verlangen der Zeichnungsstelle eine Kaution von 5% des
ge-
zeichneten Betrages in bar oder in börsengängigen, von der Zeichnungsstelle für zulässig
erachteten Wertpapieren zu hinterlegen.
4. Die Zuteilung, welche sobald als möglich nach Schluß der Zeichnung durch schriftliche
Benachrichtigung der Zeichner erfolgt, unterliegt dem freien Ermessen jeder einzelnen
Zeichnungstelle. Zeichnungen mit Sperrverpflichtung werden bei der Zuteilung
vorzugsweise berücksichtigt werden, Der Schlußnotenstempel geht zu Lasten des
Käufers.
5. Die Abnahme der zugeteilten Stücke kann vom 26. März 1914 ab gegen Zahlung des
vollen Preises bei derjenigen Stelle geschehen, bei der die Zeichnung erfolgt ist. Der
Zeichner ist jedoch verpflichtet,
20 % des Nennbetrages der Stücke am 26. März 1914 7 zuzüglich 4½% Stückzinsen
50%
„ 27. April 1914 ab 1. Januar 1914 bis zum
30%
25. Mai 1914
Zahlungstage
abzunehmen. Beträge bis zu M. 10 200.− sind ungeteilt am 26. März 1914 zu bezahlen.
Berlin-Frankfurt a. M.-Hamburg, im März 1914.
Dresdner Bank.
Bank für Handel und Industrie.
(6261
Commerz- und Disconto-Bank.
Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. M. M. Warburg & Co.
Zeichnungen nehmen am hiesigen Platze gebührenfrei entgegen
Banke für Mandel und Industrie
Landgraf Philipp-Anlage 6
Wilhelminenstrasse 14.
Learsehr. Dank.
Geschäftsbericht für das Jahr 1913.
Das vierundvierzigste Geschäftsjahr unserer Bank, über dessen Verlauf wir
werichten, war ein Jahr der Sammlung.
Die wirtsehaftliche Konjunktur hatte im Verein mit den andauernden politischen
Beunruhi-
fzungen schließlich eine Ueberanspannung der Europäischen Kapitalmärkte erzeugt, welche weiterem
Aufstieg Halt gebot. Die Rückwirkung war am empfindlichsten in allen den Ländern, die auf Zufluß
lausländischer Kapitalien angewiesen sind. Deutschland bedarf des fremden Geldes nicht, hat
viel-
rnehr gerade während der letzten zwei Jahre große Summen an das befreundete Ausland abgegeben.
Einzelne deutsche Industrien, wie die chemische und elektrotechnische, waren noch sehr gut
Beschäftigt; aber die meisten Zweige, voran die Textil- sowie die Eisen-Industrie, spürten an
Sinkenden Preisen und nachlassender Auftragsmenge, daß der wirtschaftliche Aufschwung wieder
Einmal pausierte:: Eine Rekordernte im Werte von schätzungsweise über 11 Milliarden Mark
uund eine günstige Handelsbilanz gaben jedoch dem deutschen Wirtschaftsleben starke Widerstands-
Kraft gegenüber dem unvermeidlichen Rückschlage. Diesen Verhältnissen und der klugen
Zins-
wolitik. der Reichsbank war es zu danken, daß die Spannung sich zum Jahresschluß löste. Das
Meutsche Wirtschaftsleben ist in die Periode der Konsolidierung eingetreten. Daß eine neue
Auf-
wärtsbewegung sich nicht überstürze, sondern sich nur allmählich und langsam vollziehe, ist Vor-
Bedingung für die Nachhaltigkeit der Wiedererstarkung.
Die Einfuhr in das deutsche Zollgebiet stieg im Berichtsjahre nur um 4 Millionen auf
10,695 Millionen Mark, ein Zeichen sowohl der die Kräfte sammelnden Selbstbeschränkung der
deutschen Volkswirtschaft, wie auch des durch die gute Ernte verminderten Einfuhrbedürfnisses.
Dagegen hob sich die deutsche Ausfuhr um den gewaltigen Betrag von 1124 Millionen auf
10,081 Millionen und lieferte den Nachweis, daß die deutsche Industrie auf dem Weltmarkt auch in
weniger günstigen Zeiten zu konkurrieren vermochte. Viele Anzeichen bestätigen, daß der
Kapital-
bedarf der deutschen Industrie in den nächsten Jahren weniger groß und dringend sein dürfte als
während des letzten Jahrzehnts; veraltete Methoden sind fast durchweg durch fortgeschrittene,
jeden Wettbewerh aushaltende Einrichtungen ersetzt worden. Nach dieser durchgreifenden
Moderni-
sierung der technischen Hilfsmittel verbleibt nur der gesunde Drang, die industriellen Anlagen
fort-
schreitend zu verbessern und für die um rund 800,000 Köpfe jährlich wachsende Bevölkerung
Deutschlands auch zu vermehren. Die Kapitalinvestitionen der deutschen Aktien-Gesellschaften
wurden im Jahre 1913 schätzungsweise um das Doppelte durch die gezahlten Dividenden übertroffen.
Der Aufßenhandel der wichtigsten Kulturstaaten zeigt nach wie vor Deutschland an
zweiter Stelle:
Ein- und Ausfuhr in 1913, ohne Berücksichtigung der Durchfuhr
. 24,171 Millionen Mark,
England. . .
. . . . 20,776
* Deutschland . . .
Vereinigte Staaten . . . . . . 17,959
Frankreieh. . . . . . . . . . 12,460
Es versteht sich von selbst, daß auch die Zahlungsbilanz unter den geschilderten
Um-
ständen eine für Deutschland günstige wurde; die Einfuhr von Gold überstieg die Ausfuhr um 310
Millionen Mark gegen 167 (amtl. berichtigte Ziffer) im Vorjahre und 124 Millionen in 1911. Der
Goldbestand der Reichsbamk’ist im Berichtsjahre um annähernd 400 Millionen Mark
auf rund 1170 Millionen gestiegen. Auch die Tatsache, daß in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres
der Berliner Privatdiskont sich wochenlang unter London, im neuen Jahre vorübergehend sogar
unter dem Pariser Satze hieltzohne zu Goldexporten zu führen, beweist den aktiven Stand der
deutschen Zahlungsbilanz.
Nicht nür der Gunst der Witterung verdankt die deutsche Landwirtschaft ihre
reichlichen und gegen früher mächtig gestiegenen Erträge. In welchem Maße durch Aufwendung
von Arbeit sowie von Kapital in Form von Düngemitteln, Maschinen, elektrischer Kraft usw. die
Kultur des deutschen Bodens fortgeschritten ist, ergibt folgender Vergleich der Ergebnisse des
Landbaues in einigen Hauptproduktionsländern:
Ernteerträge 1912 pro Hektar in 100 Kilogramme
Weizen Roggen Gerste 1 HaferKartoffeln
21,
185
19. 1200
(2
Deutschland . . . .
6,
9,0
8,7
81,7
8,
Europäisches Russland
13,
15,
16,
100,
14,6
Oesterreich . . .
12.7
84,‟
11,
13,
10,‟
Ungarn . . . .
96,!
11,
13,
Frankreich . .
12,
14,
13,‟
16,
10,5
76,
10,7
Vereinigte Staaten .
15,
13,7
16,7
12,
Kanada .
115,
In Argentinien und Indien ist der Ertrag der gleichen Oberfläche nicht um sehr viel besser als in
Rußland.
Die deutsche Roheisen-Erzeugung stieg abermals, wenn auch nicht so erheblich wie
im Vorjahr, nämlich um 1,4 Millionen Tonnen. Stärker war die Zunahme in den Vereinigten
Staaten; Frankreich zeigt Symptome lebhafterer Entwickelung seiner bisher zurückgebliebenen
Montanindustrie; dabei hat deutsche Initiative mitgewirkt. Nachstehend die Zahlen der Roheisen-
Erzeugung des Jahres 1913 in den Hauptländern:
Vereinigte Staaten
. . 31,‟ Millionen Tonnen
Deutschland
19,)
England .
10,
Frankreich. .
5,1
Die deutsche Steinkohlenförderung stieg um 8% (gegen 10 im Vorjahr) auf
191½ Millionen Tonnen, die Koks-Erzeugung von 29 auf 32 Millionen Tonnen; die Produktion von
Braunkohle um 5 Millionen auf 87 Millionen Tonnen.
Das Baugeschäft lag während des ganzen Berichtsjahres vollständig danieder. Eine
Besserung ist zu-erhoffen aus dem sich ermäßigenden Zinsfuß, dann durch die Beseitigung der
Wertzuwachssteuer; ferner durch die bevorstehende Verbesserung gewisser Mängel der deutschen
Hypotheken-Gesetze; schließlich und namentlich durch die Zunahme der Bevölkerung.
Nach unseren Berechnungen betrug der Kurswert sämtlicher an der Berliner
Börse Ende 1912 gehandelten Papiere 108,42 Milliarden Mark und hat sich durch
Kursrückgänge im Berichtsjahr um, 3060 Millionen verringert. Neu hinzu kamen Wertpapiere im
Kurswerte Ende 1913 von 3015 Millionen Mark, so daß der Kurswert der an der Berliner Börse
notierten Effekten wiederum auf annähernd den gleichen Betrag wie im Vorjahr gewachsen ist,
nämlich auf 108,37 Milliarden. Natürlich befindet sich keineswegs diese ganze Summe im Besitz
deutscher Kapitalisten; andererseits sind große Summen in- und ausländischer, nicht in Berlin
notierter Effekten in deutschen Händen; es ist aber sehr schwer, diese, im übrigen fluktuirenden,
Zahlen genauer zu schätzen.
Dic Sparkasseneinlagen sind im Jahre 1913 schätzungsweise reichlich um 1000
Miltionen gestiegenz sié erreichen zurzeit einen Betrag von annähernd 20 Milliarden Mark.
Bei den deutschen Lebensversicherungsgesellschaften (Aktiengesellschaften und
Gegenseitig-
keitsvereinen) werden jährlich mehr als 600 Millionen Mark an Prämien eingezahlt,
Die Beiträge für die soziale Versicherung (Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- sowie Angestellter-
Versicherung) betragen jetzt jährlich mehr als eine Milliarde Mark.
Die Finanzen des Reiches und der Bundesstaaten sind gesunde und weisen
Ueberschüsse auf; Anleihen werden nur noch zu werbenden Zwecken aufgenommen. Da beinahe die
Gesamtheit aller deutschen Eisenbahnen Staatseigentum ist, müssen für die Ausdehnung und
Ver-
besserung der Bahnen alljährlich-Summen von mehr als einer halben Milliarde investiert und durch
Anleihen aufgebracht werden. Es wäre ein bedauerliches Symptom, wenn die erfreuliche
Entwick-
lung der deutschen Volkswirtschaft, die diesen Kapitalbedarf hervorruft, sich verlangsamte,
Be-
kanntlich übersteigen die Reineinnahmen der deutschen Staatsbahnen beträchtlich das Erfordernis
für Verzinsung und Tilgung aller deutschen Staatschulden,
Mit seltener Einmütigkeit hat das deutsche Volk fast ohne Diskussion, die Leistung des
Wehrbeitrages von rund einer Milliarde auf sich genommen. Diese gewaltige Summe wird
allerdings ausschließlich von den wohlhabenderen Klassen getragen, einer geringen Minderzahl der
gesamten Bevölkerung.
In den Vereinigten Staaten von Amerika finden wir zahlreiche Vorbedingungen
für eine kräftige Erholung des seit mehreren Jahren daniederliegenden Wirtschaftslebens; aber
die politischen und finanziellen Wirren in Mexiko tragen dazu bei, den Aufschwung zurückzuhalten.
Auch bedürfen die amerikanischen Bahngesellschaften höherer Tarife; ihre bestehenden Frachtraten
sind die niedrigsten der Welt, nur ein Bruchteil z. B. der englischen Frachtraten, obgleich die Löhne
in den Vereinigten Staaten reichlich doppelt so hohe sind wie durchschnittlich in Europa. Diese
Frage ist deshalb von ausschlaggebender Bedeutung für die ganze Volkswirtschaft der Vereinigten
Staaten, weil von der Rentabilität des riesigen Eisenbahnnetzes die Möglichkeit der dringend
erfor-
derlichen Kapitalbschaffung, sowie das Gedeihen wichtiger Industrien, wie auch die Mehrung der
Arbeitsgelegenheit abhängt.
Auf die einzelnen Zweige unseres Geschäfts übergehend, berichten wir:
Unser Gesamtumsatz betrug 129 Milliarden Mark gegen 132 Milliarden im Vorjahre.
Die Einschränkung der Umsätze bei der Zentrale überwiegt die Zunahme bei den Filialen.
Der Reichsbanksatz betrug im Durchschnitt 5,884 % gegen 4,946 % im Vorjahr,
der Beriner Privatdiskont 5,03 % gegen 4,22 7.
Bilanz und Gewinn- und Verlust-Konto zeigen deutlich die Wirkungen der geschilderten
allge-
meinen Verhältnisse. Ein kleiner Rückgang des Wechselbestandes wird durch einen mehrfach größeren
Vorrat Deutscher Schatzanweisungen überwogen. Die Gesamtzahl unserer Debitoren war am
Jahres-
schluß um 32 Millionen niedriger als Ende 1912. Der Zunahme der Depositengelder um 46 Millionen
steht eine Abnahme der Kontokorrent-Kreditoren um ca. 39½ Millionen gegenüber, so daß die
Kreditoren überhaupt sich im Berichtsjahre um rund 7 Millionen erhöht haben. Dagegen ist es
unseren Bemühungen gelungen, unser Akzept um 28 Millionen einzuschränken. Der Minderertrag
der Effekten und Konsortialgeschäfte ist durch den Mehrgewinn auf Zinsen-Konto weit übertroffen.
Unsere Liquidität hat sich von 73,80 % auf 74,93% Deckung durch leicht realisierbare
Aktiven gegenüber allen, auch langbefristeten Verpflichtungen erhöht; ohne Einrechnung der
Vor-
schüsse auf Waren unter die leicht realisierbaren Mittelestellt sich das Verhältnis auf 63,64 %.
Deckung gegen 61,80 % im Vorjahre.
Für Steuern und Abgaben hatten wir. M. 3,617,696. 57 zu zahlen; für Stempel sind,
außerhalb des Unkosten-Kontos zu Lasten der betreffenden Rechnungen, außerdem erlegt worden
annähernd 6,2 Millionen Mark.
Für die im neuen Jahre fällig werdende Talonsteuer waren aus dem Reingewinn noch
M. 360,000 zurückzustellen.
Unsere Filialen haben sehr befriedigende Ergebnisse gebracht.
Der durch uns vermittelte Warenaustausch mit dem europäischen Auslande und den
überseeischen Ländern war dauernd ein lebhafter.
Die Deutsche Ueberseeische Bank hat ihren Wirkungskreis in Brasilien
aus-
gedehnt und befindet sich trotz der schwierigen Geschäftslage in verschiedenen südamerikanischen
Ländern in durchaus gesunder Verfassung; die Dividende wird, wie im Vorjahr, 9 % betragen, die
Reserven haben sich vermehrt.
Die Zahl unserer Kontokorrentverbindungen bei der Zentrale, einschließlich der
bei unseren Depositenkassen in Berlin und seinen Vororten geführten Rechnungen, betrug am
Schluss des Berichtsjahres 208,226 gegen 192,637 im Vorjahr.
Die Zahl der bei unserer Bank überhaupt geführten Konten belief sich beim Jahresschluß
auf 289,709 gegen 268,812 Ende 1912.
Während des Berichtsjahres gingen bei der Zentrale an Wechseln ein und aus 4,256,969
Stück im Gesamtbetrage von M. 18,268,411,506. 47. Ein Abschnitt betrug im Durchschnitt M. 4,291. 41
gegen M. 4,215. 10 im Vorjahr.
Die Zahl unserer Beamten hat sich von 6495 auf 6638 gesteigert. Die bedeutende
Zunahme der Gehälter und Gratifikationen ist durch Ersparnisse an allgemeinen Unkosten zum
größeren Teil ausgeglichen worden. Außerdem sind die Gewinnbezüge von 18 höheren Beamten, die
seither Gratifikationen bezogen, in Tantiemen verwandelt worden; daher eine Zunahme des
Tan-
tieme-Kontos mit entsprechender Entlastung auf Gratifikations-Konto. Die Gesamtaufwendungen der
Bank an ihre sämtlichen Beamten, mit Ausnahme der Mitglieder des Zenralvorstandes, für Gehalt,
Tantieme, Gratifikation, Fürsorgeverein und Wohlfahrtseinrichtungen haben sich um M. 864,697.98
erhöht.
Die Abschreibungen auf Bankgebäude haben wir angesichts der großen, im Zug
befind-
lichen Bauten besonders reichlich gegriffen, um eine weitere Erhöhung unseres Immobilien-Kontos
zu vermeiden. Unser Neubau in Berlin soll im nächsten Herbst bezogen werden. In London wurde
ein benachbartes Haus erworben.
Der Ertrag aus „Dauernden Beteiligungen” und Kommanditen setzt sich zusammen
aus den für 1912 vereinnahmten Dividenden auf unseren Besitz an Aktien
der Deutschen Ueberseeischen Bank (9 2),
der Bergisch Märkischen Bank (7½ %).
der Deutsch-Ostafrikanischen Bank (6½ 7),
der Deutschen Vereinsbank (6%),
der Essener Credit-Anstalt 8½ 7),
der Hannoverschen Bank (7½ %).
der Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank (159),
der Niederlausitzer Bank A.-G. (6½/2.7).
der Oldenburgischen Spar- und Leih-Bank (9%),
der Pfälzischen Bank (7 %),
der Privatbank zu Gotha (6 %).
der Rheinischen Creditbank (7 %),
des Schlesischen Bankvereins (7½ %).
der Württembergischen Vereinsbank (77) und
der Deutschen Treuhand-Gesellschaft (15 2).
Uner Geronlbenite an Atien dleter malnte hat giei, namenieſ, durch. Peolealunge von
Aktien der Deutschen Uebersceischen Bank Scrie VIl und VIll vermehrt.
Wir haben im Berichtsjahre, um eine Erschütterung des deutschen Marktes zu verhindern,
unter Aufwand großer Kapitalien und Mühen die Abwicklung der übermäßig angeschwollenen
Ge-
schäfte und Engagements der Handelsvereinigung A.-G. auf uns genommen und zum
großen Teil bereits durchgeführt.
Die türkischen Eiscnbahn-Unternehmungen, an denen wir interessiert sind,
haben auch im Berichtsjahr trotz der Fortdauer der schwierigen politischen Verhältnisse
befrie-
digend gearbeitet. Die Anatolische Bahn hat auf der Stämmstrecke Haidar-Pascha-Angora
zum dritten Male den, vom türkischen Staat garantierten Einnahmebetrag überschritten, während
die Linie Eskischehir-Konia die Garantie mit einem geringen Betrage in Anspruch nimmt. Die
Bagdadbahn hat im Berichtsjahr die wichtige Zweiglinie Toprak-Kale-Alexandrette in Betrieb
gebracht und den Weiterbau ihrer Hauptlinie soweit gefördert, daß im laufenden Jahre aller
Voraus-
sicht nach etwa 200 km östlich des Euphrat und die etwa 136 km lange Strecke von Bagdad nach
Samara in Betricb genommen werden können.
Die durch die kriegerischen Ereignisse der letzten Jahre herbeigeführten territorialen
Ver-
schiebungen auf der Balkanhalbinsel haben uns veranlaßt, unsere türkischen Unternehmungen in
noch stärkerem Massc als seither auf die asiatischen Gebiete zu konzentrieren. Wir haben deshalb
in Gemeinschaft mit der uns nahestehenden Bank für Orientalische Eisenbahnen in Zürich unser
Interesse an der makedonischen Bahn und der Betriebsgesellschaft derOrientalischen
Eisenbahnen zu günstigen Bedingungen an eine österreichisch-ungarische Finanzgruppe
über-
tragen. Diesc Transaktion hat es uns wesentlich erleichtert, den grossen Ansprüchen des
Aus-
baues unserer kleinasiatisch-mesopotamischen Unternehmungen in einer Zeit zu genügen, in der eine
Geldbeschaffung auf dem offenen Markte ausgeschlossen war.
Die Verhandlungen mit der Türkei, England und Frankreich über die
türkischen Eisenbahn- und Finanzfragen sind im Berichtsjahr erheblich gefördert worden; ihr nahe
bevorstehender Abschluß wird, wie wir zuversichtlich hoffen, die Grundlagen unserer türkischen
Unternehmungen befestigen und für die Zukunft ein friedliches Zusammenarbeiten mit den beiden
großen westeuropäischen Nationen an der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung der Türkei
gewährleisten.
Die Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen in
Berlin hat im Berichtsjahr programmgemäß die neuen Linien Spittelmarkt-Alexanderplatz-
Schönhauser Allee, Wittenbergplatz-Nürnberger Platz mit der Anschlußbahn nach Dahlem und
Wittenbergplatz-Uhlandstraße in Betricb genommen. Die auf die neuen Strecken gesetzten
Erwar-
tungen haben sich in vollem Maße erfüllt; die Einnahmesteigerung ist eine so erhebliche, daß sie
von Anfang an dem von der Gesellschaft neu investierten Kapital eine angemessene Verzinsung
sichert.
Die Ostafrikanische Eisenbahn-Gesellschaft hat den Weiterbau ihrer
Hauptlinie gefördert und zum Beginn des laufenden Jahres den Tanganjika- See erreicht.
Unsere Unternehmungen auf dem Gebiet der Petroleumindustrie hatten abermals ein gutes
Jahr. Die Produktionsgesellschaft „Steaua Romana” erhöhte ihre Dividende auf 10% und
ihr Kapital auf 100 Millionen Lei, wovon die eine Hülfte voll eingezahlt ist, die andere Hälfte mit
25 %; auch für das laufende Jahr sind die Aussichten gute. Die Deutsche Petroleum A.-G.,
in welcher die Kontrolle der Steaua Romana liegt, erhöhte ihre Dividende auf 8 % und beabsichtigt,
demnächst ihr Kapital durch Ausgabe von 15 Millionen Mark mit 25% cinbezahlten neuen Aktien
zu vermehren; auch diese Gesellschaft befindet sich in günstiger Verfassung und verfügt über
starke Reserven. Wir beabsichtigen, im neuen Jähre einen Markt für die Aktien dieses ausgereiften
Unternehmens zu schaffen. Die Europäische Petroleum-Union erzielte ein
erfreu-
liches Resultat, das auch bereits für ein weiteres Jahr gesichert ist. Die sich ausbreitende
Ver-
wendung der Explosionsmaschine, besonders des Diesel-Motors, hat, im Verein mit dem stark
ge-
stiegenen Verbrauch von Heizöl seitens der europäischen Kriegs- und Handelsmarinen, zu einer
gewaltigen Entwicklung des Geschäfts mit Petroleum-Produkten für Krafterzeugung und fast
allent-
halben zu Rekordpreisen für diese Produkte geführt. Auch die Preise für Leuchtöl folgten dieser
Bewegung in den meisten Ländern, mit Ausnahme von Deutschland, wo das Privatmonopol mit allen
Mitteln gegen die Einführung der von der Regierung geplanten staatlichen Leuchtöl-
Vertriebsgesell-
schaft kämpft und eine künstliche Niederhaltung der Preise fortsetzt. Die Monopolstellung im
Leuchtöl-Verkauf sichert dem Privatmonopol naturgemäß auch die Vorherrschaft auf anderen
Gebieten des Petroleum-Geschäfts.
Von neuen Konsortialgeschäften, an welchen wir uns im Berichtsjahre als
Haupt-
beteiligte oder Emittenten interessiert haben und die zum größten Teile im Berichtsjahr abgewickelt
worden sind, erwähnen wir die folgenden:
Ucbernahme von
4% Anleihen des Deutschen Reiches und Preußens,
4% Preußischen Schatzanweisungen,
4% Baverischer Staats-Anleihe von 1913,
4% Württembergischer Staats-Anleihe
4 % Badischer Staats-Anleihe,
4% Hamburger Staats-Anleihe,
4% Anleihe der Provinz Pommern,
4% Anleihe der Provinz Westpreußen,
4% Anleihe des Kreises Teltow,
4% Anleihen der Städte Augsburg, Chemnitz (durch Zweigstelle Chemnitz), Dresden,
Düsseldorf, Liegnitz, Spandau, Straßturg i. E.,
4½ % Anleihe der fürstlichen Standesherrschaft Fürstenberg,
4%0 Pfandbriefen und Rentenbriefen der Grundrenten- und Hypotheken-Anstalt der Stadt
Dresden und des Brandenburgischen Pfandbriefamtes für Hausgrundstücke,
4½ % k. k. Oesterreichischer steuerfreier Eisenbahn-Staatsanleihe von 1913,
5% Chinesischer Reorganisations-Anleihe von 1913,
Anleihe der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft,
ch- und Untergrundbahnen, der
4½% Anleihen der Gesellschaft für elektrische
Mannesmannröhren-Werke, der Buderus’schen Eisenwerke, der Maschinenfabrik
Augsburg-Nürnberg.
4% Anleihe der Weißeritz-Talsperren-Genossenschaft (Filiale Dresden),
57 Anleihen der Deutsch-Ueberseeischen Elektricitäts-Gesellschaft und der Märkischen
Elektricitätswerk A.-G.,
4½ % Convertible Bonds der Baltimore & Ohio R. R. Co.,
Kuxen der Gewerkschaft Glückauf, Sondershausen,
Aktien der Steaua Romana, A.-G. für Petroleum-Industrie.
Gründung der
Kamoruner Schiffahrtsgesellschaft,
Santa Katharina Eisenbahn Baugesellschaft.
Einführung von
4% Anleihe der Rheinprovinz,
4% Ohligationen der Kur- und Neumärkischen ritterschaftlichen Darlehnskasse,
5 % Anleihe der Russischen Gesellschaft für Röhrenfabrikation,
Aktien der Deutsch-Australischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft, Elektricitäts-
Lieferungs-
gesellschaft, Vereinigten Glanzstoff-Fabriken, Deutschen Kaliwerke, J. Elsbach & Co.
A.-G., Sächsischen Gußstahlfabrik in Döhlen,
Aktien und 4½% Anleihe der Dresdener Chromo- & Kunstdruck-Papierfabrik Krause
& Baumann A.-G. (Filiale Dresden),
Genußscheinen der Otavi Minen & Eisenbahngesellschaft.
Kapitalerhöhungen
der Haidar Pascha Hafen-Gesellschaft, Schantung Eisenbahn, Gesellschaft für elektrische
Hoch- und Untergrundbahnen, Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt A.-G., Deutsch-
Ostafrikanischen Gesellschaft. Deutsch-Ueberseeischen Elektricitäts-Gesellschaft,
Rheinisch-Westfälischen Elektrieitätswerke, Schlesischen Elektricitäts- & Gas A.-G.,
Adler & Oppenheimer Lederfabrik, des Baroper Walzwerkes, der Baumwollspinnerei
Germania, Bayerischen Stickstoffwerke, Dürkoppwerke A.-G., Gebhard & Co. A.-G.,
lohs. Girmes & Co., A.-G., Königsberger Zellstofffabrik, Orenstein & Koppel-Arthur
Koppel A.-G., Rheinischen A.-G. für Braunkohlenbergbau ünd Briketfabrikation, Rheinisch=
Nassauischen Bergwerk- und Hütten A.-G., Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke, Wittener
Stahlröhrenwerke.
Von älteren Konsortialgeschäften sind im Berichtsjahre abgewickelt
worden:
4% Anleihe der Stadt Berlin,
4½% Obligationen Serie IIIder Anatolischen Eisenbahn-Gesellschaft,
4½% Anleihe der Siemens-Schuckert, G. m. b. H.,
4½% Anleihe der Niederlausitzer Kohlenwerke,
Aktien der Russischen Verkehrs A.-G., Anteile des Schlesischen Bankvereins,
Aktien der Warschauer Diskontobank, Akkumulatorenfabrik A.-G., der Bergwerks
A.-G., Consolidation, Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten A.-G,,
Mannesmannröhren-Werke, Düsseldorfer Eisenbahn-Bedarfs A.-G., vorm. Karl Weyer
& Co., Rütgers Werke A.-G. u. a. m.
Unser Konsortial-Konto (Zentrale und Filialen) bestand am Jahresschlusse aus:
37 Beteiligungen an deutschen Staats- und Kommunalanleihen
und Obligationen inländischer Gesellschaften . M. 15,896,071. 12
an Aktien inländischer Gesellschaften . . . . „ 16,017,231,50
an ausländischen Staats- und Kommunal-An-
52
leihen und Eisenbahn-Geschäften . . . . . „ 7,502,129,75
an Obligationen und Aktien ausländischer Ge-
119
sellschaften
7,900,752. 15
..„
6,146,287, 61
an Grundstücks-Geschäften . .
21
zusammen M. 53,462,472. 22.
Das Konto eigener Effekten (Zentrale und Filialen) setzt sich zusammen aus
Staats- und Kommunal-Papieren, sowie Deutschen Pfandbriefen
. . . M. 31,055,763.62
in 112 Gattungen
Eisenbahn- und industriellen Obligationen in 86 Gattungen . . „ 9,186,176, 45
„ 10,447,580. 60
Eisenbahn-, Bank- und Industrie-Aktien in 178 Gattungen .
170,286. 51
Diversen
.. . . . . . . . . . „, „
emammen M. 5020gpr. 13
Wir besassen am Jahreschluss deutsche Staatsanleihen, deutsche
Schatzanweisungen und Schatzwechsel im Buchwert von M. 167,597,911.05.
Wir geben unsere Jahresbilanz wieder in der alten sowie in der neuen Form, um
unseren Aktionären und der Oeffentlichkeit Vergleiche zu ermöglichen.
In den Aufsichtsrat wurde neu gewählt: Herr Carl Friedrich von Siemensi
Berlin. Seit der Erstattung unseres letzten Berichtes verloren wir durch den Tod drei geschätzte
Mitglieder unseres Aufsichtsrats, die Herren Eisenbahndirektor a. D. Karl Schrader,
Berlin, unseren langjährigen und bewährten Mitarbeiter in den orientalischen Geschäften; Ge
heimrat Dr. Carl Reiß, Mannheim, Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Rheinischen
Credit=
bank, welcher seit 1905 unserem Kreise angehört hatte, und Geo Plate, Neu-Globsow, früheren
Vorsitzenden des Norddeutschen Lloyd, und scit 1889 Mitglied unseres Aufsichtsrates. Den
Ver=
storbenen bleibt in unserem Kreise ein ehrendes Andenken gesichert. Herr Geh. Reg.-Rat
Dr. K. Zander, Charlottenburg, seit 1906 Mitglied unseres Aufsichtsrates, hat sein Amt
nieder=
gelegt.
Die Herren Wilhelm Parther und Alfred Leißner wurden zu Abteilungsdirektofen
der Hauptniederlassung ernannt.
In Hamburg hat sich der stellvertretende Direktox unserer Filiale, Herr Eugen Bart
seit 1880 unser geschätzter Mitarbeiter, ins Privatleben zurückgezogen, Herr Victorvon Koch
bisher dem Verband der Deutschen Ueberseeischen Bank angehörend, wurde zum stellvertretenden
Direktor der Hamburger Filiale ernannt.
Wir haben in Darmstadt unter Uebernahme des Geschäfts der Firma Ferdinand
Sander eine neue Zweigstelle errichtet; zu deren Direktor wurde Herr Hofrat Paul Sander
ernannt. Die Errichtung von Zweigstellen in Hanau und Offenbach am Maineist
beschlossen worden.
Auf der Tagesordnung unserer nächsten Generalversammlung steht der Antrag auf
höhung unseres Aktienkapitals um 50 Millionen zum Zweck unserer Pusion mit
der Bergisch Märkischen Bank. Alle näheren Einzelheiten zu diesem, zwischen den
Vorständen und Aufsichtsräten der beiden Institute vereinbarten Antrage werden der
Generalver=
sammlung zu unterbreiten sein.
Wir bemerken an dieser Stelle vur, daß jeder Reingewinn aus unserem Besitz von Aktien der
Bergisch Märkischen Bank und aus der Fusion in die offfenen Reserven der Deutschen Bank
fließen soll.
Einschliesslich des Vortrages aus 1912 von M. 3,019,749.50 nach
Vornahme der Abschreibungen auf Bankgebäude und Mobilien
im Betrage von M. 4,376,564.79 und Rückstellung von M. 360,000.− für
35,745,406. 93
Talonsteuer beläuft sich das Erträgnis des Jahres 1913 auf .
Hiervon erhalten zunächst die Aktionäre 6%
Dividende auf M. 200,000,000.− (nach § 33b
„ 12,000,000.
„
der Satzungen)
N. 23,715,100. 75
,
Von den verbleibenden
beantragen wir,
. M. 2,500,000.
..
der Reserve B
5,500,000.
für Abschluss-Gratitikationen an die Angestellten „ 3,000,000.
zu überweisen.
. M. 18,245,406. 93
Von dem übrig bleibenden Betrage von
abzüglich M. 4,266,912. 31 Vortrag auf neue Rechnung, erhalten
(nach § 33d der Satzungen) der Aufsichtsrat und die Lokal-
978,494. 62
ausschüsse 7% Gewinnanteil mit
Mu. 17 0tchtg. 31.
Wir schlagen vor, von den restlichen
13,000,000.-
6½% Superdividende auf M. 200,000,000. — mit
M. 126m gt2. 1
zu verteilen und den Ueberschuss von .
auf neue Rechnung vorzutragen. Aus diesem Vortrag wird der auf das neue Jahr
entfallende Teil des Wehrbeitrags zu zahlen sein.
Es würde demnach erhalten:
jede Aktie von nom. M. 600.—: M. 75.−
12½% Dividende.
„ „ 1200.—: „ 150.—
„ „ „ 1600.—: „ 200.−
Wenn die Generalversammlung unsere Anträge genehmigt, so würden sich unsere
bilanzmässigen Reserven erhöhen auf:
M. 66,388,031. 30
1. Gesetzliche Reserve A
41,595,316. 42
2. Reserve B
7.016,652. 28
3. Kontokorrent-Reserve . . . . . . . . .
zueammen M. 115 0000.-
- 57½% des Aktienkapitals von M. 200,000,000.-
Berlin, im März 1914.
Der Vorstand der Deutschen Bank
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Es iſt allgemein bekannt, daß manche Herren und Damen in Liebesangelegenheiten ganz
verblüffende Erfolge erzielen. Sie kommen, — ſehen. — ſtegen! Ihnen zu widerſtehen iſt
un=
möglich, ob man will oder nicht man muß ſolche Perſonen lieben. Woran das liegt, kann man
ſich meiſt nicht erklären, da die Betrefenden weder durch große Schönheit noch etwa durch
hervor=
ragende Geiſtesgaben ſich vor anderen auszeichnen. Oft iſt ſogar das Gegenteil der Fall, indem
ſchönen und klugen Menſchen der oder die Geliebte abſpenſtig gemacht werden durch einen
Neben=
buhler. der häßtlich und geiſtig minderbegabt iſt. Dieſe ſonderbaren Geheimniſedes Aebdes= und
Selenlebens hat nun ein bekannter Pfychologe, Dr. F. Amos, gründlich erkaſcht und iſt dabet
zu dem überaſchenden Schluſſe gelangt, daß dieſe geheimnisvolleMNacht ſich jede Perſon aneignen,
daß alſo jeder Herr die Zuneigung einer jeden Dame und jede Dame die Zuneigung eines
jeden Herrn erringen kann. Wie es gemacht wird, hat er in einem Buche genan beſchrieben.
Wer die darin gegebenen Regeln befolgk, erobert die Herzen im Sturme und zwingt die geſiebte
Perſon zur Zuneigung. Der Titel des Buches lautet: „Das Geheimnis der perſönlichen
Unwiderſtehlichkeit”. Zu beziehen iſt es diskret in geſchloſſenem Kuvert gegen Voreinſendung
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6149
[ ← ][ ][ → ] Stimmen aus dem Publikum.
(Für ble Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktion
ſeinerlei Verantworlung: für ſie bleibt auf Grund bes § 21 Abſ. 2 bes
Prehgeſeitzes in vollem Umſange der Elnſenber vernntwortlich.)
— Es kommt öfter vor, daß die Beſucher des
Städti=
ſchen Hallenſchwimmbades, und zwar meiſtens an
Don=
nerstagen, das Baſſin mit einem Waſſer gefüllt ſehen, das
eher an trüben Apfelmoſt oder an Lohbrühe erinnert, als
an reines Badewaſſer. Es ſoll dies daher kommen, daß
das Hochreſervoir, aus welchem das Schwimmbad geſpeiſt
wird, am Mittwoch vorher, alſo vor dem Entleeren und
Wiederfüllen des Baſſins, nicht hoch genug gefüllt
gehal=
ten wird. Dann fließt der Satz teilweiſe mit ab und
ver=
unreinigt das Badewaſſer. Man ſollte glauben, daß das
Städt. Waſſerwerk oder die Pumpſtation, die doch
der=
ſelben Verwaltung, wie das Schwimmbad, unterſtehen,
mit wenig Aufmerkſamkeit dieſen Uebelſtand vermeiden
könnten. Die Abonnenten, die täglich kommen, laſſen ſich
ja von dieſer braunen Brühe nicht abſchrecken, gegen die
das ſo oft und mit großem Unrecht verſchriene
Woogs=
waſſer das reine Kriſtallwaſſer iſt. Wenn aber Fremde
hierher kommen, die hier oder anderwärts von Freunden
auf unſer wirklich herrliches Schwimmbad aufmerkſam
gemacht worden ſind, und dasſelbe beſuchen oder benützen
wollen, wenn dieſe an einem Donnerstag dahin kommen
und ſehen ein ſo gefärbtes Waſſer, dann iſt die
Enttäu=
ſchung groß und dem guten Ruf unſeres Schwimmbades
iſt damit nicht genützt. Wir wollen hoſſen, daß man den
Mißſtand leicht abſtellen kann und bald abſtellen wird.
Ein Jahres=Abonnent.
Die neuen Eilzüge in den Odenwald.
In Nummer 53 des Darmſtädter Tagblatts ſind die
Fahrzeiten der neuen Eilzüge in den Odenwald notiert.
Des weiteren iſt den Intereſſenten angeraten, die Eilzüge
auch recht fleißig zu benützen, da die Beibehaltung
der=
ſelben von einer ausreichenden Beſetzung abhängig gemacht
würde. Wir Odenwälder begrüßen freudig die Einführung
dieſer Züge. Lange — lange haben wir darauf gewartet.
Ebenſo die zahlreichen Odenwaldbeſucher Darmſtadts und
anderer Städte. Wie gerne wollen wir ſie benützen, dieſe
Züge, aber — nun kommt’s — wir können nicht. Die
ſämtlichen Bewohner und Beſucher des ausgedehnten
Wirtſchaftsgebietes des ſo reichbevölkerten Gerſprenztales
können dieſe Züge nicht benützen, da ſie nach den jetzt
be=
ſlehenden Fahrzeiten der Nebenbahn Reinheim-
Reichels=
heim keinen Anſchluß an dieſe Bahn erhalten. Dabei
bringen aber zurzeit die Züge der Gerſprenztalbahn in der
Station Reinheim einen Zuwachs für die Heſſiſche
Lud=
wigsbahn, wie ihn wohl alle übrigen Stationen
zuſam=
men nicht bringen dürften. Es wäre deshalb ganz
un=
begreiflich, wenn die künftigen Eilzüge keinen Anſchluß an
das Gerſprenztal erhalten ſollten, und hoffen wir
Ger=
ſprenztalbewohner deshalb mit Beſtimmtheit, daß entweder
die Eizüge oder die Rebenbahnzige enuſprechend geändert
werden. Ueberhaupt wäre zu erwägen, ob es nicht
wirt=
ſchaftlicher und dem Verkehr dienlicher wäre, wenn die
Züge in der verkehrsreicheren Zeit des Tages und in
um=
gekehrter Richtung fahren würden, zum Beiſpiel ab
Darm=
ſtadt vormittags 8 oder 10 Uhr und nachmittags ab
Eber=
bach um 4 oder 5 Uhr. Wenigſtens im Sommer wäre dies
zu wünſchen, denn Arbeiter fahren in dieſen Zügen ja doch
nicht und anders dürften die Züge zu dieſer Zeit am
mei=
ſten beſetzt werden infolge des neuerdings ſo eminent
wachſenden Fremdenverkehrs der zahlreichen Luftkurorte
und Sommerfriſchen dieſes Odenwaldgebietes. Jedenfalls
ſollte, wenn die beabſichtigte Fahrtrichtung beibehalten
würde, der Zug nach dem Odenwald ſchon etwa um 4 Uhr
nachmitags in Darmſtadt abfahren.
Hoffentlich finden wir Gerſprenztalbewohner diesmal
doch auch ein wenig Berückſichtigung. Liegen doch die
Ver=
kehrsverhältniſſe unſerer Nebenbahn ſchon immer ſehr im
argen. Erſt neuerdings wurden dieſelben etwas gehoben.
durch erſtmalige Einführung eines beſonderen Güterzuges.
Ebenſo durch Einlegung neuer Perſonenzüge im letzten
Sommer. Konnten Fremde zum Beiſpiel vorher doch nur
mit einem einzigen Zuge, vormittags 8 Uhr ab Darmſtadt,
nach dem Gerſprenztale gelangen. Der nächſte Anſchluß=
Zug verkehrte erſt wieder 4 Uhr nachmittags ab
Darm=
ſtadt, und den benutzte niemand, der am ſelben Tage
wie=
der zurück wollte. Iſt dies nun anders, ſo iſt ein ganz
be=
ſonderer Mißſtand zurzeit das Fehlen eines weiteren
Zu=
ges bei dem Talwärts=Verkehr am Sonntag abend. Es
niuß künftig unbedingt der ſpätere Zug, der im Sommer
verkehrt. auch im Winter eingeführt werden. Iſt doch der
Zug 6 Uhr 25 Min. ab Reichelsheim den ganzen Winter
durch ohne Ausnahme jeden Sonntag in ganz unzuläſſiger
Weiſe überfüllt. Nur der Umſicht des erfahrenen älteren
Zugperſonals iſt es zu verdanken, daß bisher noch kein
Unglück geſchah. In Reinheim knotet ſich dann alles
zu=
ſammen. Der ganze große Bahnhofsplatz im Freien iſt
ein einziger großer Menſchenknäuel, ſo daß man keinen
Schritt mehr nach links oder rechts machen kann. So muß
man der ſchlimmſten Witterung zirka 20 Minuten lang
ſtandhalten, denn ſelbſtverſtändlich können die Warteräume
ſolche Menſchenmaſſen nicht faſſen. — Dann der Sturm
auf den ankommenden Zug. Im Nu iſt auch dieſer
über=
füllt, und in Ober= und Nieder=Ramſtadt wollen doch auch
noch Leute einſteigen. Wer nicht mitkommt, muß eben auf
den nächſten Zug warten. Oder, es werden noch einige
Wagen angehängt und man kommt zwar noch mit, aber
wer nach Mainz oder Frankfurt uſw. weiterreiſen will, der
mag nun anſtellen was er will, ſein Anſchlußzug iſt weg.
Das alles hört auf, wenn in Reinheim die einſeitig
zu=
ſammengedrängte Belaſtung der Heſſiſchen Ludwigsbahn
aufhört, indem der ſpätere Zug der Gerſprenztalbahn auch
im Winter eingeführt wird. Dagegen ſollte dieſer Zug im
Sommer künftig nicht nur am Sonntag, ſondern jeden Tag
verkehren.
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Ein enthülltes Toilette=Geheimnis.
Ein Interview.
(VIII, 6186
Eine berühmte Pariſer Spezialiſtin der
Schönheits=
pflege, die ſich vor kurzem vom Geſchäft zurückgezogen,
nachdem ſie durch eine erfolgreiche Behandlung
welkge=
wordener, unſchöner Geſichtshaut ſich ein hübſches
Ver=
mögen verdient hatte, gewährte mir jüngſt ein Interview.
Mir lag natürlich ſehr daran, die Natur des
Geheim=
mittels zu erfahren das ihr einen ſolchen Erfolg verſchafft
hatte Ich mußte indeſſen hören, daß ſie überhaupt kein
Geheimmittel für den Teint beſitze. „Ein unſchöner
Teint,” ſagte ſie, „iſt faſt jedesmal auf eine übermäßige
Anhäuſung der feinen Hauptpartikel zurückzuführen,
welche die Epidermis bilden. Die überflüſſigen,
abge=
ſtorbenen Partikel ſind die Urſache aller Linien und
Fält=
chen, aller Unreinigkeiten der Geſichtshaut; ihre vergilbte
Färbung bildet den mißfarbenen Teint, und ſie verdecken
dabei die darunter befindliche junge, friſche Haut.
Mein Erfolg iſt lediglich der Entdeckung zuzuſchreiben,
daß ein einfaches vegetabiliſches Löſungsmittel, das
ſoge=
nannte Parinolwachs dieſe verhärteten, abgeſtorbenen
Partilel in milder Weiſe entfernt und der Geſichtshaut
ihren zarten, jugendlichen Hauch wiedergibt. Das kann
jede Dame ſelbſt ausführen. Parinolwachs kann man in
jeder Apothele oder Drogerie bekommen — am beſten
eig=
net ſich „reines” Parinolwachs dazu — und man braucht
es nur abends in etwas liberaler Weiſe aufzutragen; wenn
man es dann morgens mit warmem Waſſer abwäſcht und
mit einem weichen Tuch trocknet, wird man finden, wie
viel reiner und weicher die Haut geworden iſt. Eine
drei= bis viermalige Wiederholung des Verfahrens
ver=
vollſtändigt die Umwandlung.” Allen Danen mit
miß=
farbener oder runzeliger Geſichtshaut rate ich, dies
einmal mit reinem Parinolwachs zu probieren. Aus
eigener Erfahrung weiß ich, wie erfreulich das
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PHONIX
Die Erbſchaft.
Roman von Adeline Genke.
(Nadkr vere
Die Müllern wunderte ſich über das viele Aktenpapier,
ſie meinte, wir hätten was Schlimmes mit dem Gericht
zu tun, und das konnte ich doch nicht auf uns ſitzen laſſen!
verteidigte ſie ſich weinerlich.
Und da erzählteſt Du ihr getreulich die ganze
Ge=
ſchichte, obwohl Du weißt, daß ſie die größte Klatſchbaſe
in der ganzen Stadt iſt! Natürlich hat ihr Sohn
ſchleu=
nigſt die Neuigkeit für ein paar Groſchen Zeilenhonorar
an die Redaktion des Anzeigers verkauſt, und ich bin dank
der eigenen Mutter mein bißchen Verdienſt los! ſagte
Lotte herb.
Ach Gott, Lottchen! Ganz zerſchmettert von dem
Vor=
wurf und ihren eigenen Selbſtanklagen umklammerte
Ma=
ma Arnold die Hand ihrer Zweiten, um Verzeihung
flehend.
Lotte nickte kurz. Ja, ja, ſchon gut, Mutter. — Sie
war doch eine ſchon recht töricht gewordene alte Frau. —
Kommt her, wir müſſen endlich zu Abend eſſen.
Es ging wieder einmal ſtumm zu bei dieſer
Mahl=
zeit. Die zuvor einander entgegengeſchleuderten harten
Worte und erbitterten Beſchuldigungen hallten noch nach
in jeder der drei Arnoldsmädel und vertieften und
erwei=
terten die Kluft, die ſich in letzter Zeit zwiſchen ihnen
auf=
getan hatte. Und Mama Arnold verſchluckte mit ihrem
Brot und weichem Ei heimliche Tränen: Mutter — nicht
Ein wiene er er en r et n
alles, alles kam von der Erbſchaft! Ach, wenn ſie doch
nur erſt da wäre!
So empört Thea über Mizzis erneuten Angriff wider
Doktor Helldorf geweſen war, ein kleiner Stachel des
Miß=
trauens blieb davon doch in ihr haften und machte ſich am
nächſten Tage geltend. In der Aula der Töchterſchule
hatte die erſte flüchtige Probe zu den für das
Jubiläums=
ſchulfeſt projektierten Aufführungen ſtattgefunden, allerlei
Aenderungen und Veberſſerungen waren aus dem
Lehrer=
kollegium heraus beantragt worden, nun erhob auch der
ſchöne Oberlehrer ſeine Stimme zu einer ſolchen.
Ich möchte vorſchlagen, an Stelle des beabſichtigten
franzöſiſchen Theaterſtückes doch die Aufführung des
„Frühlingsfeſtes” zu ſetzen. Meiner Anſicht nach würde
es den Abend am ſchönſten beſchließen.
Thea errötete unwillkürlich. Das „Frühlingsfeſt”, ein
reizvolles Märchenſpiel mit Schülerinnenreigen und
Chor=
geſängen, aufgeführt zu ſehen, war ihr lebhafter Wunſch
geweſen, den geltend zu machen ſie als die jüngſte, nur
an den Unterklaſſen tätige Lehrerin nicht wagen konnte;
nur Doktor Helldorf gegenüber hatte ſie deſſen vor einigen
Tagen in bedauerndem Tone erwähnt. Und nun warf er
infolge ihrer leichten Andeutung plötzlich ſeine gewichtige
Stimme für ihren Wunſch in die Wagſchale!
Eine gewichtige Stimme in der Tat, denn ihr zufolge
ſand der Vorſchlag alsbald volle Beachtung und
Zuſtim=
mung; nur der Direktor hatte noch einen Einwand.
Sie vergeſſen die Rolle der Frühlingskönigin, beſter
Herr Kollege. Als Mittelpunkt des Ganzen fordert ſie
von der Darſtellerin ſowohl Intelligenz und Gewandtheit
als auch eine ſich äußerlich über den Durchſchnitt
erhe=
bende Erſcheinung. Ich zweifle, daß wir das alles in
einer unſerer erwachſenen Schülerinnen vereinigt finden
werden. Und außerdem: Ich möchte nicht gern durch
ſolche Bevorzugung einer einzelnen den Neid und die
Eiferſucht der anderen jungen Mädchen hervorrufen. Wie
ſehr dieſe Eigenſchaften ohnehin ſchon zur Geltung
kom=
men, wiſſen Sie am beſten zu beurteilen, lieber Doktor.
Ja, leider! Ein leichtes, bedauerndes und
ironiſch=
heiteres Lächeln betonte das Verſtändnis und die
Zuſtim=
mung des ſchönen Oberlehrers für die Bemerkung ſeines
Chefs. Und allerdings weiß auch ich keine ſo in jeder
Weiſe ſich auszeichnende Schülerin zu nennen. Dagegen
fielen alle dieſe Bedenken weg, wenn eine der verehrten
Kolleginnen die Güte hätte, die Rolle zu übernehmen.
Vielleicht würde Fräulein Arnold ſich dazu verſtehen?
Ihre Größe und ihr Typus würden ſich beſonders dafür
eignen, begleitete er den vorgeſchlagenen Ausweg mit
einem flüchtigen Frageblick nach Thea hinüber.
So kam es, daß Mama Arnolds Aelteſte eine
Viertel=
ſtunde ſpäter im unbeſtrittenen Beſitz der Glanzrolle und
ſomit faſt der Mittelpunkt des zu veranſtaltenden Feſtes
war, und nach dem Verlaſſen des Konferenzzimmers im
Korridor ihrem Gönner mit ein paar Worten dafür dankte,
daß er die Aufführung des Märchenſpiels durchgeſetzt und
damit eine Freude für ſämtliche Schülerinnen erreicht
hatte.
Auf das edelgebildete Antlitz des ſchönen Oberlehrers
lagerte ſich ſein feines, beſtrickendes Lächeln, für das die
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ganze Selekta ſchwärmte; ſein Blick tauchte tief in den der
jungen Kollegin.
Die Schüllerinnen! Sle wiſſen ja doch, daß ich nur
daran dachte, Ihnen eine Freude zu verſchaffen, daß ich
Sie nur gern als Frühlingskönigin ſehen möchte,
Fräu=
lein Thea! ſagte er in einem gebämpften Tone, der ſich
himmelweit von dem flüchtigen, gleſchgültigen unterſchieb.
mit dem er ſich vorhin im Lehrerzimmer an ſie gewandt
hatte.
So hatte er noch nie zu ihr geſprochen! In Theas
Wangen ſtieg das Blut, emporgetrieben von einer großen,
heißen Glückswelle, die ſie überflutete; mitten darin aber
verſpürte ſie ſchuterzhaft jenen Stachel des Mißtrauens,
den Mizzt geſtern hineingeſenkt hatte mit ihrer höhniſchen
Bemerkung über die Zeitungsnotiz und das nach der
Erb=
ſchaft „regulierte” Benehmen. Sie ſchalt ſich innerlich
darum, ohne es doch unterbrücken zu können, wehrte
ſel=
ner Huldigung mit einer leichten Handbewegung, ſprach
ein paar vom Thema ablenkende nichtsſagende Worte und
ſchloß mit einer — wie ſie meinte — unbefangen und
un=
auffällig hingeworfenen Frage: Haben Sie geſtern
mor=
gen im Anzeiger die ergötzlich geſchilderte klelne
Skandal=
ſiene geleſen, Herr Doktor? Denn unmittelbar unter
je=
nen Skandalſzene hatte die Nachricht von dem
wunder=
baren Glſicksſall der Familie Arnold geſtanden; wer das
eine geleſen batte, mußte auch von dem anderen Kenutnis
bekommen haben.
Skandalſzene? Doktor Artur Helldorf, deſſen Blick
nicht von dem Antlit der jungen Kollegin gewichen war,
ſchüttelte nach ſerunbenlangem Beſinnen verneinend den
Kopf und zeigte einen ganz früchtig angebenteten Hauch
von befrembender Inbignation über den ihm zugetrauten
unvornehmen Geſchmack in ſeinen Zügen und dem Toſt
ſeiner Antwort. Ich muß bedauern, da nicht mitreden zu
können, Fräulein Arnold. Die kleinen Stadtneuigkeiten,
die ja meiſt gleichbedeutend mit Stadtklatſch ſind, pflege
ich grundſätzlich niemals zur Lektüre zu wählen oder ihnen
irgendwie mein Ohr zu leihen.
Er wußte nichts von der Erbſchaft! Die große
Glücks=
welle flutete wieder empor in Thea Arnold und paarte
ſſch mit dem Gefühl reuiger Scham, auch nur während
eines Moments Länge an Artur Helldorfs lauterem
Cha=
rakter gezweifelt zu haben.
Verzeihen Sie, Herr Doktor! bat ſie impulſiv,
wäh=
rend die Röte ihre Wangen wieder überfloß und ihre
dun=
keln Augen leldenſchaftlicher noch die Bitte um Vergebung
ausſprachen.
Fräulein Thea! Raſch und heiß ſagte es der ſchöne
Oberlehrer und griff, ſich vorbeugend, haſtig nach ihrer
Hand. Bei all ſeiner ausgeklügelten kühlen Vorſicht und
wohlborechneten Behutſamkeit war er doch ein Kenner
und ſehr intenſiver Verehrer jenes blühenden und dabei
eigenartig ſeinen Frauenreizes, wie er in Thea Arnold
verkörpert ſetzt vor ihm ſtand. Wer weiß, wozu er ſich
allen weiſen Vorſätzen zum Trotz von ſeinen erregten
Sin=
nen im nächſten Augenblick hätte hinreißen laſſen, wenn
nicht im ſelben Moment die Stimmenkaute mehrerer die
Treppe herabkommender Kollegen ihn aufgeſchreckt hätten.
So drückte er nur ſchnell ſeine Lippen auf die von der
ſeinen geſaßte Hand und enteilte, ſo daß dieſer Schluß
und ſtärkſte Effekt der kleinen Szene diesmal zur Hälſte
wenigſtens ein ungekünſtelter und ſpontaner war und
ge=
rade darum den größten Eindruck hinterließ.
Sehr viel weniger Eindruck machten dagegen die
Vor=
haltungen jener belden, die am ſelben Tage auf Mama
Arnolds Jüngſte einzuwirken ſuchten: Herr Knickermann.
und ſein Buchhalter, Herr Gruber. Der Chef der Firma
in Poſamenten en gros bezeigte ſeit einiger Zeit ſteigende
Unzuſriedenheit mit den Leiſtungen ſeiner Kontoriſtin, und
durchaus nicht grundlos und mit Unrecht, wie Heinrich
Gruber leider zugeben mußte. Jene Mizzi Arnold, die
einſt unter ſeiner unmerklichen ſicheren Leitung ſich den
Anforderungen und Eigenheiten ihres mürriſchen
Prin=
zipals fügen und anpaſſen gelernt hatte — die zwar keck,
ſchnippiſch und oſt ungeduldig, aber doch auch wieder lieb,
fröhlich und zutraulich und vor allem ſleißig,
gewiſſen=
haft und gern bei ihrer Berufstätigkeit geweſen war —
von jener war, abgeſehen von dem wie immer hübſchen
und zierlichen Aeußern, kaum noch eine Spur vorhanden,
Die Mizzi Arnold, welche an deren Stelle jetzt am
Pult und an der Schreibmaſchine ſaß, ging widerwillig
und unluſtig an ihre Arbeit heran und erledigte ſie
flüch=
tig und ohne Intereſſe, ſo daß Irrtümer und Fehler ſich
mehr und mehr häuften. Die kam nun oftmals des
Mor=
gens zu ſpät, verharrte am Tage oft ganze Viertelſtunden
lang müßig, mit den verträumt glänzenden Braunaugen
irgendwohin ins Unbeſtimmte ſchauend; die hatte
allmäh=
lich eine hochſahrende und geringſchätzige Manier
ange=
nommen, mit der ſie, das Näschen hochhebend, Heinrich
Gruber anſah und abwies, wenn er, wie früher, ein paar
Minnten mit ihr plandern und zuſammengehen oder ihr
leiſe, ſanſte Vorhaltungen über die mit ihr vorgegangene
Veränderung machen wollte eine beſorgniserregende
und ihm bisher rätſelhaſte Veränderung, für welche er
die Erklärung nunmehr durch eine Zeitungsnotiz gefunden
zu haben glaubte und die Herrn Knlckermann ſoeben wies
der zu einer ſcharſen Rüge für die nachläſſige Kontoriſtin
veranlaßte.
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oofe. — Es lebe das Wohltätigkeitsfeſt! — Lebendes
Mewielzeug. — Berlin, die „Stadt ohne Nacht”. — Ein
Alizweites Brandenburger Tor. — Vom
Kunſtgewerbe=
muſeum.
Eigentlich ſollten unſere Berliner Stimmungsbilder
Adesmal Aſchermittwoch=Stimmung ausſtrömen. Aber
Aner da glaubt, unſere Reichshauptſtadt kehre ſich an den
Alehſten Tag ver Paſſionszeit und beende mit den karne=
Araliſtiſchen Feſten des Faſtnachtsdienstages ihre Ballſaiſon,
Alder kennt unſer Berlin nicht. Wir wiſſen hier nichts von dem
Aartsgelaſſenen Treiben der eigentlichen Karnevalstage,
Urzie, um Beiſpiele zu nennen, Köln und München; dafür
Alhnnen wir aber auch jene gründliche Katerſtimmung
Anicht, welche dort am Aſchermittwochmorgen zu herrſchen
Hrflegt. Wir nehmen hier das Karnevalstreiben weniger
„hmmorvoll und die Paſſionsſtimmung weniger ernſt. Der
kaarmloſe Humor, der bei den tollſten Kapriolen noch
gra=
uzoös und liebenswürdig zu bleiben vermag, liegt uns
hier in Norddeutſchland nicht im Blut und zu einer
Buß=
ſtimmung während der Paſſionszeit ſind wir zu ſehr
Kin=
der der Welt, die ſich die Tage ihrer Luſtigkeit nicht vom
eicchenkalender vorſchreiben laſſen. In gewiſſem Sinne
it dies zu bedauern, denn jeder, der aus eigener
Kennt=
ris das Berliner Geſellſchaftsleben mit dem der großen
Städte Süd= und Weſtdeutſchlands vergleichen kann, wird
zugeben, daß durch das Feſthalten an einem beſtimmten
Tage als Schlußtag der Saiſon ſich die geſellſchaftlichen
Veranſtaltungen mehr konzentrieren und dadurch
gewin=
wen, während hier die Ballſaiſon ein wenig zerflattert.
Ilſo auch auf dieſem Gebiete bewahrheitet ſich wieder der
Spruch: „In der Beſchränkung zeigt ſich der Meiſter”.
An dem guten alten Brauche hält nur noch der Hofffeſt.
lm Faſtnachtsdienstag öffneten ſich die hohen
Flügel=
püren des Weißen Saales im Königlichen Schloſſe zum
ſetztenmal in dieſer Saiſon zu einer Tanzfeſtlichkeit, dem
Jaſtnachtsball. Strenge Etiquettevorſchriften bringen in
die Toiletten der Damen eine gewiſſe Gleichmäßigkeit,
rvelche aber zu derjenigen der Uniformen und der
Hof=
bracht der Ziviliſten recht gut paßt. Für Extravaganzen
Eſt kein Platz, dafür ſuchen die Damen ihren Stolz in der
Gediegenheit der Toiletten und des Schmuckes. Den tanz=
Luſtigen Damen iſt der Faſtnachtsball in erſter Reihe
ge=
widmet, daher nimmt des Souper auch nur eine gute
halbe Stunde in Anſpruch; der Reſt des Abends gehört
dem Tanze, bis der Punſch und die alten Berliner
Pfann=
kuchen erſcheinen, die an dieſem Tage bei keinem Feſte
fehlen dürfen; ſchon in der erſten Stunde des
Aſchermitt=
wochs ſchließen ſich die gaſtlichen Pforten des Königlichen
Schloſſes.
Für die Hofgeſellſchaft wäre alſo jetzt tote Saiſon,
wenn es eben nicht außer Bällen auch noch
Wohltätig=
kkeitsfeſte gäbe. Sie könnte ein altes Wort umformen
rund auf das Aſchermittwochblatt ihrer Kalender ſchreiben:
Die Ballſaiſon iſt tot, es lebe das Wohltätigkeitsfeſt!
Diesmal hatten ſich die Herren und Damen der Geſellſchaft
izu einer Wohltätigkeitsvorſtellung im Königlichen
Schau=
rſpielhauſe vereinigt. Der Erlös war für das bekannte
Paul Gerhardt=Kranken=Stift beſtimmt. Die Rollen, die
zu ſpielen waren, hatten Damen und Herren der
Ariſto=
kratie übernommen; „vom Bau” war nue Herr
Sommer=
ſtorff, der einen Prolog des Generalintendanten Grafen
v. Hülſen=Haeſeler vortrug. Danach folgte ein alter
be=
kannter Einakter, Hugo Müllers „Im Warteſaal erſter
Klaſſe‟. Daran ſchloß ſich ein Schwank des deutſchen
Militärattachés in Paris, Detlof v. Winterfeldt, betitelt
„Die Pferdekur‟ Dir Darſteller machten ihre Sache, die
nicht allzu ſchwer war, ganz gut, und gefielen, da lauter
Verwandte und Bekannte den Zuſchauerraum füllten,
natürlich ſehr. Den poetiſchen Schlußeffekt machte eine
Dorncöschen=Pantomime. Dabei bot ſich Gelegenheit,
viel Schönheit an Geſtalt und Gewändern auf die Bühne
zu bringen und ſehr hübſche Bilder zu ſtellen. Vor allem
in der letzten Szene, in welcher der ganze Hofſtaat von
Burgund auf der Bühne erſchien und eine Quadrille
à la cour tanzte. Im Foyer gab es während der Pauſe
in den Büfetts, welche von ſchöner Hand verwaltet
wur=
den, allerlei Erfriſchungen, die um des guten Zweckes
willen ſehr teuer bezahlt wurden. Da der Beſuch der
Veranſtaltung ein ausgezeichneter war, dürfte ein
er=
llecklicher Betrag für den wohltätigen Zweck
zuſammen=
gekommen ſein.
Verwandelte ſich bei dieſer Wohltätigkeitsvorſtellung
die Bühne des Königlichen Schauſpielhauſes in ein
Mär=
chenland zur Freude großer und kleiner Kinder, ſo ſchuf
künſtlerinnen=Humor den Marmorſaal und die
angren=
zenden Feſträume des Zoo bei einer anderen Gelegenheit
in eine große Kinderſtube um. Es war dies beim „
Spiel=
zeug=Karneval”, welchen der Verein der Künſtlerinnen und
unſtfreundinnen veranſtaltete. Es war in der Tat ein
ſehr luſtiger Gedanke der Damen und ſo originell
oben=
drein, daß man faſt glauben konnte ſie hätten den Plan
nur ausgeſonnen, um dem männlichen Geſchlecht zu
zei=
gen, daß die Frauen die beſſeren Einfälle haben. Sei
dem, wie ihm wolle, ausgeführt wurde er aufs beſte und
natürlich nur von Frauen und Mädchen, denn der rauhen
Männerwelt war der Zutritt zu dieſer Kinderſtube ſtreng
unterſagt. Durch dekorative Kinderreliefs war die
Ver=
wandlung der Feſträume in Kinderzimmer bewerkſtelligt,
in welchen die Feſtteilnehmerinnen als ebenſo hübſches
wie ſpaßhaftes Kinderſpielzeug herumtollten. Da ſah man
Puppen mit den ſchönſten Lockenköpfen, Charakterpuppen,
Teddybären, Kinderklappern, Hühnervolk und anderes
nehr. Daß es nicht an Kindermädchen und Soldaten
fehlte, verſteht ſich von ſelbſt. Ferner gab es hübſche
Rei=
gentänze, einen Jahrmarkt mit Karuſſell und allerlei
Buden. Dieſes Feſt der Künſtlerinnen, auf dem
Nuß=
knacker Bleiſoldaten, Tiere und Kreiſel, Kindermädchen
und Rekruten in ausgelaſſene Fröhlichkeit durcheinander
wirbelten, war das hübſcheſte und humorvollſte, was der
diesjährige Karneval uns Berlinern gebracht hat; es
chloß auch nicht ſo pünktlich als der Hofball, ſondern hielt
ie tanzenden Paare — die „Herren” waren wirklich in
Hoſen — die ganze Nacht hindurch fröhlich beiſammen.
Während der Ballſaiſon iſt Berlin in der Tat die
„Stadt ohne Nacht” So hat ein Engländer in der
März=
nummer des „Pall=Mall=Magazine” Berlin genannt; er
ſieht in dem Leben und Treiben in den nächtlichen
Stra=
ßen Berlins einen „Rekord der Weltſtadt‟. Dem
Eng=
länder haben es beſonders die Luxus=Cafés und die
gro=
ßen Reſtaurants angetan, wenn er auch in ſeinem Artikel
noch andere Eigenarten Berlins erwähnt. ſo zum Beiſpiel
das in das Grauen des Morgens hineinragende
Bran=
denburger Tor mit ſeinen ſtrengen Linien.
An dieſem einen Brandenburger Tor haben manche
Leute nicht genug; ſie wollen noch ein zweites haben.
Der Schöpfer dieſes Gedankens iſt der Staatsminiſter von
Podbielski und zwar möchte er dieſes neue zweite
Bran=
denburger Tor auf der Döberitzer Heerſtraße in der Nähe
des Stadions aufgeſtellt ſehen. Die Pläne ſollen bereits
usgearbeitet, die ganze Angelegenheit aber über die
erſten Beſprechungen noch nicht herausgediehen ſein. Wir
können uns für dieſen Gedanken nicht ſonderlich
erwär=
men und glauben, daß ſich das Geld, auch wenn es für
künſtleriſche Zwecke ausgegeben werden ſoll, viel beſſer
anwenden ließe.
Wie viel bei guter Anwendung der vorhandenen
Mittel ſich zum Beiſpiel für eine Kunſtſammlung
er=
reichen läßt, das zeigte die letzte Sonderausſtellung der
Neuerwerbungen des Königlichen Kunſtgewerbemuſeums
us dem Jahre 1913, von denen die hauptſächlichſten,
wenn auch nur durch Beſchreibung näher kennen zu
ler=
nen, gewiß viele Leſer intereſſieren dürfte.
An erſter Stelle ſteht da ein weſtfäliſcher Bildteppich
aus dem Jahr 1548, nächſt dem Greifswalder Croyteppich
wohl das künſtleriſch bedeutendſte Denkmal der
norddeut=
ſchen Teppichwirkerei der Renaiſſance. Dargeſtellt iſt in
annähernd lebensgroßen Figuren nach Entwurf des
Soeſter Meiſters Heinrich Aldegrever ein Hochzeitsmahl
mit Fackeltanz in einem Saal, deſſen Wandmalerei das
Jüngſte Gericht nach Dürer vorſtellt. Die Muſikanten
tragen das Hohenzollernwappen, doch iſt die Beziehung
des Vorgangs zum Hauſe Brandenburg noch nicht
auf=
geklärt. Beſteller des Teppichs war Simon von Wendt,
ein Förderer der Reformation in Lippe=Detmold und zur
Zeit des deutſchen Religionskrieges ein Mitverwalter
dieſer Grafſchaft. Zahlreich ſind die Zugänge aus dem
Bereich der Töpferkunſt; einen Höhepunkt der ſüddeutſchen
Renaiſſancekeramik bezeichnet ein vielfach glaſierter
Haf=
terkrug von Paulus Preuning aus Nürnberg um 1545,
mit dem Bildnis Kaiſer Karls V. und dem Parisurteil in
Relief, das vollendetſte Beiſpiel dieſer Gattung. Die
Ju=
biläumsausſtellung der Berliner Porzellanmanufaktur
gab Gelegenheit, den Beſitz des Muſeums abzurunden;
ſie brachte neben A. Trippels Fürſtenbundgruppe vor allem
einen in Rot und Gold bemalten Tafelaufſatz vom Jahre
1784, aus einer Platte, vier Kannen und Apfelſinenbechern
und einem Fruchtkorb beſtehend, den vier vergoldete
Frauenfiguren von Elias Meyer tragen. Die Teile
die=
ſes Aufſatzes waren in verſchiedenem Beſitz zerſtreut und
konnten durch Schenkungen der Herren Dr. W. v.
Dall=
witz, Profeſſor Dr. Darmſtädter und Graf v. Rotenburg
wieder vereinigt werden. Die Frühzeit der Manufaktur
von Meißen vertritt ein Waſchbrunnen aus der Zeit vor
730, modelliert von dem Bildhauer Kirchner und mit
Malereien von Höroldt ausgeſtattet. Unter den
Metall=
arbeiten iſt die wertvollſte Erwerbung ein Silberpokal
von der ſeltenen Birnenform, die zuerſt noch gotiſch bei
Albrecht Dürer vorkommt und dann von den
Ornamen=
tiſten Broſamer und Virgil Solis im Sinne der Früh=
Renaiſſance umgebildet wurde. Ein Ornamentſtich des
letzteren hat offenbar dem Verfertiger des Pokals, einem
Kölner Meiſter um 1550, als Vorlage gedient. Die größte
Anzahl von Metallarbeiten brachte ein Vermächtnis des
Majors Kurs, aus den feinen Erzeugniſſen der 1804
ge=
gründeten Königlichen Eiſengießerei in Berlin und der
gleichzeitig tätigen Sayner Hütte beſtehend. Das
Mu=
ſeum iſt dadurch in den Beſitz der größten und
gewähl=
teſten Sammlung dieſer zierlichen Werke des Berliner
Klaſſizismus gekommen; die eiſernen Neujahrsplaketten
ſind von 1805 bis 1848 vollzählig vertreten. Zum
erſten=
mal wurden Koſtüme aus dem 18. Jahrhundert in
grö=
ßerer Zahl erworben; die Ausſtellung zeigt neben drei
ſeidenen Frauenkleidern der Rokokozeit Herrenanzüge aus
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den prachtvollen Nadelmalereien des Louis XVl.=Stiles.
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* Fußballſport. Am heutigen Sonntag ſteht der
Uduermſtädter Sportgemeinde ein hoher ſportlicher Genuß
levor. Der bereits als Meiſter proklamierte Fußballver=
Ain: Frankenthal wurde in letzter Stunde von dem Fuß=
Aallklub Alemannia=Worms in der Punktzahl eingeholt
Ae ein anderer Verein durch Verletzung der
Verbands=
legeln ein gewonnenes Spiel als verloren angerechnet
be=
ann und dieſe zwei Punkte dem Fußballklub
Alemannia=
lkoorms zu gut gerechnet wurden. So ſtehen Frankenthal
liid Worms nun an gleicher Stelle in der
Meiſterſchafts=
leselle mit gleichen Punkten. Der Verband Süddeutſcher
rußballbereine hat nun beſchloſſen, ein
Ausſcheidungs=
iel zwiſchen dieſen beiden Vereinen auf einem neu=
Unalen Platze zum Austrag gelangen zu laſſen und hat
herzu den Sportplatz des F.=C. Olympia=
Darm=
tirdt an der Heidelbergerſtraße ausgewählt. Das Spiel,
dis heute ſtattfindet, dürfte mit Rückſicht auf ſeine
Wich=
inkeit eine große Zuſchauermenge auf den Sportplatz
licken, zumal beide Mannſchaften als durchaus
eben=
brrtig zu betrachten ſind und es ſich im Voraus nicht be=
Aſtummen läßt, wer die Siegespalme erringen wird. Das
Ewpiel muß auf alle Fälle bis zur endgültigen Entſcheidung
durchgefochten werden. Der Wettkampf, der um 3 Uhr
ſſſeinen Anfang nimmt, ſteht unter der Leitung des
bekann=
ſtem Schiedsrichters Herrn Dr. Rosbach aus Wiesbaden.
* Heute Sonntag nachmittag findet auf dem
Sport=
patz an der Heidelberger Straße (F.=K. Olympia=
Darm=
ſtadt 1898) das Entſcheidungsſpiel um die
Bezirksmeiſter=
ſchaft der A.=Klaſſe des Weſtkreiſes ſtatt. Es treffen ſich der
F.=V Frankenthal und der F.=K. Alemannia=Worms.
Darmſtädter Sportklub 1905, E. V. Am
beutigen Sonntag treffen ſich auf dem Sportklubplatz am
asten Schießhaus die 2. Mannſchaft des D. S.=K. und die
1 Mannſchaft des F.=K. Viktoria=Sprendlingen.
Sport=
krubs 3. Mannſchaft ſpielt in Aſchaffenburg gegen die 3.
des dortigen F.=K. Viktoria. Sportklubs 4. Mannſchaft
fährt nach Wixhauſen und ſpielt gegen die 3. des F.=K.
Union=Wixhauſen.
* Waldläufe in Deutſchland. Eine eigenartige
Werbe=
veranſtaltung für die olympiſchen Spiele im allgemeinen
und die deutſche Athletik im beſonderen wird die deutſche
Sportbehörde für Athletik am 29. März durchführen. An
dieſem Tage werden gleichmäßig über ganz Deutſchland
obligatoriſche Waldläufe veranſtaltet, und zwar an allen
Orten, an denen mehr als zwei Raſenſportvereine beſtehen.
Wettkämpfe ſind mit dieſen Läufen nicht verbunden, es
kommt nur die Aufbietung möglichſt großer Scharen in
Frage. Durch das ſchöne Schauſpiel eines ſolchen
Ge=
ländelaufes ſollen auch die Fernſtehenden auf den Sport
aufmerkſam werden. Es werden etwa zweihundert
Waldläufe an einem Tage zum Austrag kommen. Die
Teilnahme iſt den Mitgliedern aller Verbände, auch denen
der Deutſchen Turnerſchaft, geſtattet. Auch ſolche Läufer,
die keinem Verein angehören, können ſich melden.
Luftfahrt.
* Die Luftſchiffahrt im Dienſte der Photographie. Wie
bei jeder großen Erfindung, ſo treten auch bei der
Erohe=
rung der Luft durch die lenkbaren Luftſchiffe erſt
allmäh=
lich die verſchiedenen Nutzanwendungen zutage. In ganz
eigenartiger Weiſe haben neuerdings Photographie und
Luftſchiffahrt ein Bündnis geſchloſſen, das die
intereſſan=
teſten Früchte zu tragen beſtimmt iſt. Der Mann mit dem
ſchwarzen Kaſten iſt ein häufiger Paſſagier der Zeppeline
geworden. Er photographiert die Welt von oben! Er
zau=
bert ganze Landſchaften, Gebirge, Flußläufe, Städte, Dör=
ſer und einzelne Gebinde auf ſeine Pate, und ſiehe da,
es gibt ein großes Publikum, das dieſen neuartigen
Auf=
nahmen ein ſtarkes und wohlbegründetes Intereſſe
ent=
gegenbringt. Der Geologe lernt jetzt erſt viele
Zuſam=
ſamenhänge verſtehen, der Städtebauer, ſowohl der
ver=
antwortliche Herr Bürgermeiſter, wie der Architekt, ſie
ge=
winnen die Möglichkeit einer Orientierung, wie ſie früher
unmöglich war. Nun können Straßenzüge,
Gartenanla=
gen, können die ganzen Bebauungspläne unter neue
Ge=
ſichtspunkte geſtellt werden. Für den
Anſchauungsunter=
richt der Schule und für Lichtbildervorträge wird ein
Ma=
terial von unvergleichlicher Schönheit und Genauigkeit
ge=
chaffen, nicht ohne großen Gewinn für die Förderung
der Heimatkunde und Heimatliebe! Vor allem haben auch,
wie die Geſchäftsſtelle der Deutſchen Luftſchiffahrts=A.=G.
in Hamburg 6 mitteilt, die induſtriellen und kommerziellen
Kreiſe dieſer originellen Neuerung ihre lebhafteſte
Aufmerkſamkeit zugewandt. Es bürgert ſich raſch ein, daß
die Beſitzer größerer Fabriken, aber auch die Inhaber von
Vergnügungslokalen, die Direktoren von Badeorten uſw.
hre Unternehmungen aus der Vogelſchau aufnehmen
laſſen. Die Wiedergabe aller Gegenſtände iſt ſo lebendig
und naturgetreu, daß ſich oft genug der Beſitzer ſelbſt,
wenn er ſein Eigentum in dieſer Weiſe zu ſehen bekommt,
vollkommen überraſcht fühlt. Jedenfalls hat ſich Graf
Zeppelin, woran er ſelbſt wohl kaum gedacht hat, auch um
die Photographie und deren Ausdehnung ein großes und
unvergängliches Verdienſt erworben.
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Trans-
kadische Staats-Anleihe, 4
v. 1913. . . . . . . . . . . . 4½ 100,00 do. do, v. 1905
do.
61,00
South West.-Afr. Shares . 5 118,25
1920 . . . . 4 96,50 port-Anstalten.
4 95,00
3½ 89,50
do, v. 92/94
83,05Northern-Pacific.
do. Gold-Rente. . .
do. „
do. . .
82,20 1Southern-Pacite.
dc. Ser. 12—19. . . . . . 3½l 86,40
do. Staats-Rente 1910.
3 I 82,50
91,50
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1142,20
Verzinsliche
n syerische Ablös.-Rente: 4 9700
Pr. 1 82,20St. Louis & San Fran
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
do.
... 3½ 86,50Norddeutscher Lloyd. . . 7 (125,40
5
Anlehenslose. (24.
Tehuantepee
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906) 4 96,90Argent. innere Gold-Anl
unkdb. 1910 ..
Frankfurt. Schleppschiff. 4 (116,00
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
v. 1887 5
5
do. unkdb. p. 1918 . . . 4 97,10
Ungar. Lokalbahn
94,00 Südd. Eisenb.-Gesellsch.. 6½ 129,80Badische
. TIr. 100 4
Scr. 15—42
do. unkdb. p. 1920 . . . 4 97,10
do. äußere v. 1890 . . . 5 99,50
Cöin-Mindener . TIr. 1003½
95,00Anatol. Eisenb. 600-Akt. 5½
Provinz-Anleihen.
48—49
E.-B.- u. Allgem. Anl.
do. innere v. 1888 . . .4½
do. . .
88,80 Holländ. Komm. . H. 100 3
95.75 Baltimore .
unkdb. p. 1930 . . . . 4 1 97,10
96,201 do. unk. 1922 „ 52.
do. äußere v. 1888 . . .4½
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
10 12117 Madrider . . . . . Frs. 100 3 —
88,00 Ganade . .
do. Anleihe . .
.3½) 84,90
do. „ 1913. . . . . .
do. v. 1897 . . . . .
86,30
7½ 1140% Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 141,50
86,50 Schantung
75.70 Ichile Gold-Ani. v. 1911. . 5 93,75 do. Em. 10 . .
do.
do. Ser. 45 . .
3 83,30
161,00 Osterreicher 1860er Lose . 4 (181,00
Prinz Henry
do. „ 9. . .
Hamburger Staats-Anl.
96,70
3½ — 1Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
.4½
do. v. 1889 . . . .
21,75 loldenburger. . . . TIr. 40 3 129,50
96,50 Lombarden
...4½ 91.50 Posen Prov....
do. v. 185794
88,90
Scr. 12, 13, 16
do. v. 1906 ..
4 96,00
Westfalen Prov. V.. .
6 1111,50Raab-Grazer . . . . H. 1502½ 97,90
14, 15, 17 4 96,701Pennsylvania
do, .
79,80 Chines. St.-Anl, v. 1895 . . 6
do. . . .
4 —
do. v. 1896 . . . . . . . . 5 98,95 Hess. Prov. Oberhessen .3½ 86,30
97,40
Hessische Staats-Anleihe
do. unkdb. 1920 . . . . 4 97,30
do. Starkenburg.
. 4 97/401 Industrie-Aktie
5 87,90
do. unkdb. p. 1921 . ..
97,401 do. Reorg. Anl. . ..
do. „ 1923 .
Unverzinsliche
Mk.
do.
4½ 91,75
do. v. 1898 . .
do. Ser, 1, 2. 6—8 . . . . 3½ 84,20Badische Anilin-Fabrik.
650,00
Städte-
Anlehenslose.
lp. St.
do. .
do. „ 3—5 . . . . . . . 3½ 84.20
74,85 Japaner . . . . . .
1
ee
4½
Obligationen.
3½l St,20 lchem. Fabrik Griesheim 14 (266.50
Bächsische Stasts-Rente 3 77,60 Innere Mezikaner . . . . . 5 61,75
do. kündb. 1915. .
H. 7 36,10
30 680,00Augsburger .
Farbwerke Höchst .
Württembg. Staats-Anl.
Außere do. v. 1899 5
Darmstadt . . . . . . . . . . 4 1 95,10
TIr. 20 (203,00
do. Komm. unk. 1913) 4 96,70 Ver. chem. Fabr. Mannh., 20 343,00Braunschweiger
1914 4 96,70
(unkdb. p. 1921). . . . 4 97,70Mexikan. Gold v. 1904 . . 4 69,00 do. . . . . . . . . . . . . . 3½ —
10 (15200 Malländer
do.
Ts. 45
1916l 4 96,90 Zement Heidelberg.
do. v. 79/80 . . . . . . .3½ 88,70
3 43,00 Frankfurt . . . . . . . . . . 4 96,40
do.
do, cons. . . . . . . .
Fs. 10
Chemische Werke Albert 30 1460.001 do.
do. . . . . . . . . . . . . 3 7700
69,00 do. . . . . . . . . . . . . .3½ 89,00) do.
do. Irrigat.-Anleihe
. A. 7 35,00
1920 4 1 97,20 (Holzverkohl. Konstanz . 15 (319,75Meininger
1923) 4 97,40
Bulgarische Gid.-Anl. . . 5 97,10Buenos-Aires Prov. .
H. 100
67,20Gießen . . . . . . . . . . . . 47 94,50 do.
6 1127,70 lösterreicher v. 186
Lahmeyer . . . . . .
Sriech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6) — Tamaulipas ..
v. 1858 . A. 100
65,001 do. . . . . . . . . . . . . .3½5
do.
do, verlosb. u. kündb. . 3½ 84,70 Schuckert, Nürnberg . . . 8 150,25
do. v. 1887 Monopoll1/ 53,50Sao Paufo E.-B. .
5 — Heidelberg . . . . . . . . . . 4‟ 95,00 do.
A. 100 439,00
unkdb. 1915 3½ 84,70Siemens & Halske. . . . . 12 218,25Ungar. Staats .
Atalienische Rente. . . . .3½
5 98,50
do. v. 1913 .
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 86,00Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.l 4% 94,50Bergmann Elektr.
Fs. 30
5 1125,50Venediger
Ssterr. Staats-R. v. 1913 .4½ 92,75 Siam v. 1907. . .
4½ 95,70Karlsruhe . . . . . . . . . . 4 94,70
do. unkdb. 1922. . . . . 4 95,50Xlig. Elektr.-Gesellsch. . 14 1246,75Türkische . . . . . . Fs. 400 168,40
do. Silber-Rente . . . .4½ 85,80
3½, 91.30
do.:...
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 86,00Hagen Akkum. . . .
25 (33725
Prioritäts-
do. Papier-Rente . . .4½
4 — Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
Magdeburg .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (177,00
Gold, Silber und
do. Gold-Rente . . . . . 4 89,00 Obligationen.
4 —
unkdb. 1917 4 94,50
Meinz . .
O 1 81,30
Gummi Peter . . . . . .
Banknoten.
do. einheitl. Rente . . 4
3½ —
d. . . . .
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
do. .
1919) 4 1 94,40Kdler-Fahrradwerke . . . 30 370,00
PPortug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 97,10
v. 1895/97 3½
4 94,75
do. . . . ..
Mannheim
1921) 4 1 94,40Maschinenfabr. Badenia. 9 (127,00Engl. Sovereigns. .
20,41
do. inn. amort. 1905 . .4½ —
3½ 89,00
do. . . . . .
„ . „ v. 19043½ 82,10) do. . .
20-Franks-Stücke . .
1924 4 96,20 Wittener Stahlröhren . . 0
16,24
do. unif. Serie I
do. .. . . . ...
*4*1 97,70
3 62,00 Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
4,195/
IMfünchen:
3½ 85,30Gasmotoren, Oberursel .8½ 160,25Amerikanische Noten
do.
III.3 6450 Oblig., gar. v. d. Stadkt
3½
Sauheim.
do. Komm. unk. 1923 . 4 95,20Gasmotoren, Deutz . . . .
121,00Englische Noten . . . .
20,44
do. Spozisl Titel.
495,20
94,10Mürnberg
do.
9,70) Darmstadt. . . . . . . .
1924 . 4 96,00 1Siemens Glas-Industrie . 15 1Französische Noten.
81,20
Rumänen v. 1903 . . .
99,40
5. 100,20Nordd. Lloyd-Obligat. . . 41
3½l 86,30Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. . 4 96,40 Enzinger Filter . . . . . . 23 322,00Holländische
Noten-
do. . .
169,40
do. Gold v. 1913.
Offenbach
4½) 91,25 Donau-Dampfschiff. v. 82
4. 1.95,50) do. . . . . . . . . . . . . . 3½l 88,00Steaua Romana.
. . . 10 150,20 IItalienische Noten
8100
4
90,80
do. Schatzsch. v. 1913 ℳ4½100,20 Elisabethbahn . . . ..
do. v. 1914:
8505
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 225,10Osterr.-Ungarische Noten.
do. conv.
4 85,20 Franz-osef-Bahn ..
3½
. . . .
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83/213,70Russische Noten . . . . .
do. v. 1890 .
Kaschau-Oderberger v. 8
4 96,30 Bank-Aktien.
Wiesbaden. .
87.75 1Schweizer Noten . . . . . .
81,05
Neue Boden-Aktien-Ges..
do. v. 1891
13½ —20
87,70Prag-Duxer . .
§ 7200
Dir.
do. . . .
Süddeutsche Immobilien 0 60,00
do. v. 1905 .
,
5
4
— Worms . . .
Osterreich. Staatsbahn
— (Bank für elektr.
Unter-
do. v. 1908
3½ 87,30
87,00 do. . . ..
90,00) do. . . . . . .
nehmungen Zürich . . 10 194,50
Reichsbank-Diskont .
Bergwerks-Aktien.
do. v. 1910 .
86,60
do. . . . .
75,75 ILissabon v. 1888 .
Berg.-Märkische Bank. 71
do. Lombard 2sf. . 5
Russische St.-Anl. v. 19
12 (166,20
98,90
— Aumetz-Friede . . . . .
98,70Moskau v. 1912.
do. Südbahn (Lomb.
4½) 93,60 1Berliner Handelsges.. . . 91
do. kons. v. 1880 .
87001 do. do.
Darmstädter Bank . . . . 6½ 123,60 1Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 (225,00
Stockholm v. 1880
Tendenz:
do. Gold v. 1890 .
*50
Deutsche Bank . . . . . . .12½259,60Leonhard, Braunkohlen: 9 (157,70
51,60Wien Komm. .
do, do.
78,00 Wiener Kassenscheir
4½ 98,65 Deutsche Vereinsbank. . 6 117,25Konkordia Bergbau . . . 23 (353,00
do. v. 1902 . .
90,50 1Raab-Oedenburg
Schweden v. 1880. .
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1118,40 1Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 142,00
86,50Zürich v. 1889.
Kronprinz Rudolfbahn
do. p. 1886 ..
6*1101,50 Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 197,50Eschweiler . . . . . . . . . . 10 221,80
4 85,90 Buenos Stadt v. 189.
— Russ. Südwest . . . . .
Handel und Verkehr.
— Frankfurt a. M., 7. März. (Börſe.) Auf die
ſchwache Verfaſſung die die geſtrige Neu=Yorker Börſe
gezeigt hatte und beſonders auf den Rückgang der
Balti=
more=Aktie, an der das deutſche Publikum in ziemlich
er=
heblichem Maße intereſſiert iſt, eröffnete der Markt heute
in ſchwächerer Tendenz. Demgegenüber machte die
Divi=
dendenerhöhung der Gelſenkirchener Bergwerks=
Geſell=
ſchaft wenig Eindruck. Die Aktien dieſes Unternehmens
ſetzten auf dem ungefähren geſtrigen Schlußniveau ein.
Phönix=Aktien lagen in Nachwirkung der Nachricht von
Feierſchichten auf dem Nordſtern ſchwächer, wie überhaupt
der Montan=Markt im allgemeinen auf die
Preisermäßig=
ungen der geſtrigen Düſſeldorfer Börſe luſtlos lag. Auch
Schiffahrts= und Elektrizitäts=Aktien mußten der
allge=
meinen Tendenz Tribut zahlen und ſetzten mit kleinen
Preisermäßigungen ein. Das Geſchäft hielt ſich auch im
weiteren Verlaufe der Börſe in ſiehr engen Grenzen Die
Kurſe konnten ſich aber behaupten. Am Kaſſa=Markt der
Induſtrie=Aktien konzentrierte ſich das Hauptintereſſe
wie=
der auf höchſter Farbwerke=Aktien, deren Kurs ſich auf
680 Prozent ſtellte. Auch andere chemiſche Werte lebhaft,
ſpeziell Badiſche Anilinfabrik. Höher notierten
Akku=
mulatoren 4¾ Prozent, Schnellpreſſenfabrik Frankenthal
1½ Prozent. Heimiſche Fonds uneinheitlich.
Privat=
diskont 3/10.
* Mannheim, 7. März. In der heutigen Sitzung
des Aufſichtsrates der Süddeutſchen Diskonto=
Geſellſchaft Akt.=Geſ. in Mannheim wurde die
Bilanz nebſt Gewinn= und Verluſtrechnung für das Jahr
1913 vorgelegt, welche einen Reingewinn von 3 600 860,50
Mk. (im Vorjahre 3 549 821,85 Mk.) ergibt. Auf Antrag
des Vorſtandes beſchloß der Aufſichtsrat, der auf den
3. April 1914 einzuberufenden Generalverſammlung
vor=
zuſchlagen, eine Dividende von 6 Prozent (wie im
Vor=
jahr) zu verteilen, 343 086 Mk. (im Vorjahre 339982 Mk.),
den beiden Reſervefonds, 40000 Mk. (im Vorjahre 40000
Mk.) der Talonſteuerreſerve und 35 997 Mk. (im Vorjahre
19855 Mk.) dem Beamtenfonds zuzuweiſen, 100 000 Mk.
(im Vorjahre 100000 Mk.) auf Immobilien abzuſchreiben
und 200 000 Mk. (im Vorjahre 170000 Mk.) auf neue
Rech=
nung vorzutragen.
* Berlin, 6. März. (Steigerung des
Eiſen=
bahnverkehrs.) In der Budgetkommiſſion des
Abge=
ordnetenhauſes erklärte der Miniſter für öffentliche
Ar=
beiten während der Spezialberatung des Eiſenbahnetats,
daß die Einnahme für den Zugkilometer infolge der Z
u=
nahme der Verkehrsdichtigkeit zugenommen
habe. Der Verkehr von Schnell= und Eilzügen ſei mehr
geſtiegen, als der von Perſonenzügen. Der
Triebwagen=
verkehr habe ſich gut eingebürgert. Die Fahrkartenſteuer
müſſe in der jetzigen Art beſtehen bleiben. Etwa 40
Pro=
zent der Fahrpreiſe erſter Klaſſe würden von Ausländern
aufgebracht. Am ſtärkſten ſei der Verkehr in der dritten
Klaſſe geſtiegen, nämlich um 36 Prozent ſeit 1906. Wenn
Scteſwahenie eingeſchrt verven, vildenr ans
Schief=
wagen dritter Klaſſe eingeſtellt, ſonſt ſei dies nicht möglich.
* 4½prozentige ſteuerfreie Anleihe von 1914 der Haupt=
und Reſidenzſtadt Budapeſt. Im Inſeratenteil findet ſich
die Zeichnungseinladung auf die neue 4½prozentige
An=
leihe der Stadt Budapeſt abgedruckt. Von dem
Geſamt=
betrage der Anleihe in Höhe von 158 Millionen Kronen
hat ein internationales Bankkonſortium 150 Milionen
Kronen übernommen. Dem Konſortium gehören an in
Deutſchland die Dresdener Bank, die Bank für
Han=
del und Induſtrie, und die Commerz= und
Dis=
contobank in Berlin, die Deutſche Effecten= und
Wechſel=
bank in Frankfurt a. M. und das Bankhaus M. M.
War=
burg u. Co in Hamburg, in England das Bankhaus
Mor=
gan, Grenfell u. Co., in der Schweiz der Schweizeriſche
Bankverein, in Belgien die Banque de Bruxelles und der
Crédit Anverſois, in Holland die Amſterdamſche Bank, in
Ungarn die Ungariſche Allgemeine Creditbank, der Peſter
Erſte Vaterländiſche Sparkaſſaverein und die Peſter
Un=
gariſche Commerzialbank. Von der Anleihe werden 24
Millionen Kronen, gleich 1 Million Lſtrl., in London und
die reſtlichen 126 Millionen Kronen in Deutſchland,
Un=
garn, Belgien, Holland und der Schweiz zur öffentlichen
Zeichnung aufgelegt. In Deutſchland findet die
Zeich=
nung bei den ſämtlichen Niederlaſſungen der
vorgenann=
ten deutſchen Banken am Donnerstag, den 12. März 1914.
zum Kurſe von 89 Prozent ſtatt. Die Abnahme der Stücke
kann vom 26. cr. ab erfolgen. Bei der Zuteilung werden
Zeichnungen mit Sperrverpflichtung vorzugsweiſe
berück=
ſichtigt werden. Bei Beträgen von über 10200 Mark
müſſen 20 Prozent des Nennbetrages am 26. März, 50
Prozent am 27. April und 30 Prozent am 25. Mai cr.
ab=
genommen werden. Die Zinsſcheine der Anleihe lauten
per 2. Januar/1. Juli. Der erſte Zinsſchein iſt am 1. Juli
1914 fällig. Die Tilgung der Ankeihe erfolgt in
regel=
mäßiger halbjährlicher Ausloſung in 50 Jahren zum
Nennwerte. Die erſte Verloſung findet bereits per 1. Juli
1914 ſtatt. Die Stücke der Anleihe lauten auf 408 Mark,
2040 Mark und 4080 Mark bezw. auf die entſprechenden
Beträge in Kronen, Lſtrl., Francs und holl. Fl. Bis zur
Fertigſtellung der definitiven Stücke werden
Interims=
ſcheine ausgegeben. Die Anleihe iſt von allen
gegenwär=
tigen und zukünftigen ungariſchen Steuern befreit und in
Ungarn mündelſicher. Die Stadt Budapeſt hat ein ſehr
großes eigenes Vermögen, welches Ende 1912 mit 645
Millionen Kronen ausgewieſen wird. Die
Geſamtſchul=
den der Stadt Budapeſt betrugen Ende 1913 276
Millio=
nen Kronen fundierte und 82 Millionen Kronen
ſchwe=
bende Schulden. Von den letzteren werden nahezu drei
Viertel aus dem Erlös der gegenwärtigen Anleihe
zurück=
gezahlt. Im übrigen dient der geſamte Erlös der
An=
leihe ebenſo wie die zurückzuzahlenden ſchwebenden
Schul=
den für wirtſchaftliche Inveſtitionen (Elektrizitätswerke,
Gaswerke, elektriſche Bahnen, Schlachthäuſer uſw.). Da der
geſamte Betrag der Anleihe nach dem Umtauſch der
In=
terimsſcheine außer an den deutſchen Börſen in London,
Brüſſel, Amſterdam, Baſel, Genf, Zürich und Budapeſt
lieferbar ſein wird, ſo erhält das deutſche Publikum in
der vorliegenden Anleihe ein außerordentlich
marktgängi=
ges, international lieferbares Papier. Die Zulaſſung an
der Berliner Börſe iſt bereits beantragt und dürfte
bin=
nen weniger Tage erfolgen. Berückſichtigt man, daß die
Anleihe zu pari rückzahlbar iſt, ſo liegt hierin eine
Aus=
loſungschance von 11 Prozent gegenüber dem
Emiſſions=
kurs von 89 Prozent. Mit Rückſicht auf dieſe
Ausloſungs=
chance und auf die 4½prozentige Verzinſung, welche die
aus dem Papier ſich ergebende Rente auf über 5 Prozent
bringt, dürfte der Emiſſionskurs von 89 Prozent als billig
zu bezeichnen ſein.
Zahlungen an Poſtkaſſen durch Schecks.
Zur Förderung der bargeldloſen Zahlungen nehmen an
Reichsbankplätzen die Poſtanſtalten außer Poſtſchecks und
Reichsbankſchecks auch Schecks auf Banken,
Genoſſenſchaf=
ten und Sparkaſſen in Zahlung. Die Bank uſw., auf die
der Scheck gezogen iſt, muß ihre Geſchäftsſtelle im Orte
und ein Girokonto bei der Reichsbank haben. Die Schecks
ſind verwendbar bei Einzahlungen auf Poſtanweiſungen
und Zahlkarten, beim Einkaufe von Briefmarken im
Be=
trage von mindeſtens 20 Mark, bei Entrichtung von
Fern=
ſprechgebühren, geſtundeten Portobeträgen und
Tele=
grammgebühren, Zeitungsgeld, Schließfachgebühren. Die
mit Scheck eingelieferten Poſtanweiſungen und Zahlkarten
werden von der Poſtanſtalt abgeſandt ſobald die
Reichs=
bank den Betrag der Poſtkaſſe gutgeſchrieben hat. Hat der
Abſender bei der Poſtanſtalt eine Sicherheit hinterlegt, ſo
werden die Poſtanweiſungen und Zahlkarten ſchon
vor=
her abgeſandt, ebenſo werden die gewünſchten Wertzeichen
ſogleich ausgehändigt. Von öffentlichen Behörden, Kaſſen
und Anſtalten, von Sparkaſſen der Kreiſe der Stadt= und
Landgemeinden wird eine Sicherheit nicht beanſprucht,
wenn ſie mit der Poſtanſtalt eine Verabredung über das
ein= für allemal zu beobachtende Einlieferungsverfahren
getroffen haben.
Landwirtſchaftliches.
* Der 30. Deutſche landwirtſchaftliche
Genoſſenſchaftstag wird nach Mitteilung der
Deutſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftspreſſe im
laufenden Jahr in Breslau in der Woche vom 6. bis 11.
Juli abgehalten. Dem Reichsverband der deutſchen
land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaften, der eine Vereinigung
ſelbſtändiger Provinzial= und Landesverbände iſt und ſeit
Oktober 1913 ſeinen Sitz in Berlin hat, gehörten am 1.
Ja=
nuar 1914 28 Verbände, 52 Zentralgenoſſenſchaften und
15825 Einzelgenoſſenſchaften — unter letzteren 9400 Spar=
und Darlehnskaſſen, 2276 landwirtſchaftliche Bezugs= und
Abſatzgenoſſenſchaften, 1899 Molkerei= und 2198 ſonſtige
Genoſſenſchaften — mit über 1 570 000 Mitgliedern an. Im
Anſchluß an den Reichsverband beſtehen in der Provinz
Schleſien zwei Verbände — der Provinzialverband
ſchle=
ſiſcher landwirtſchaftlicher Genoſſenſchaften und der
Ver=
band ſchleſiſcher ländlicher Genoſſenſchaften — mit
insge=
ſamt 1378 Genoſſenſchaften.
Hestaarant Ramhelbrau
Telephon 2519.
Inh.: E. Ekey
Allee 61
Eintritt 19 Pf.
Anfang 8 Uhr.
Sonntag Grosses Militär=Streichkonzert
I
Ausgeführt von der Kapelle des Großh. Art.=Korps unter perſönlicher Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters F. Mickley.
Jeder Konzertbesucher erhält einen
I. und II. Teil: Solo-Vorträge,
Opern, Operetten. — III. Teil: W1e einst im Mal. Auszug aus dieser Operette gratis!
Von 4 bis 7 Uhr: Kaffee=Konzerf. Eintritt freit
(6193
Algen. Deutsch. Fraumnterein (Orisgr. Darmstaähf.
Die Stellung der Frau im Wandel der Zeiten.
VI. Vortrag:
Frl. Dr. Marie Bernags-Heidelberg
Die Teilnahme der mod. Frau am deutſchen Geiſtesleben
Donnerstag, den 12. März, abends 8 Uhr im Mozartsaal.
Eintritt 50 Pfennig.
(6227
Verein ſir naingeniſte Fchenge=und Helneiſe
(Maturheilverein), e. V. Darmſtadt.
Donnerstag, den 12. März, abends 8¼ Uhr,
wird Herr Emil Peters aus Berlin=Neuenhagen
im Kaiſerſaal (Grafenſtr.) einen öffentlichen
Vor=
trag halten über das Thema:
„Schlaf und die Heilung der Schlafloſigkeit”.
Herr Emil Peters iſt durch ſeine früheren Vorträge als guter
Redner bekannt — Unſere Mitglieder mit Familien haben gegen
Vorzeigen der Mitgliedskarten freien Eintritt. Von Nichtmitgliedern
wird zur teilweiſen Deckung der Unkoſten ein Eintrittsgeld von 30 Pfg.
erhoben. Neu beitretende Mitglieder haben freien Eintrit. Wir laden
zu recht zahlreichem Beſuche ein.
Der Vorſtand:
L. Saeng, Vorſitzender.
6205gd)
Vorträge zu Gunst. des photogr. Instituts der Techn. Hochschule
Dienstag, den 10. März 1914, pünktlich 8¼ Uhr.
im grossen physikal. Hörsaal (Ende 10¼ Uhr) (6220go
IV. Vortrag: Prof. Dr. Fr. Limmer
Kinematographie 1. Teil
(mit Demonstrationen und Filmvorführungen).
Vorverkauf im Büro d. Fremdenverkehrsvereins. Karten zu 1.50. 1.—.0.50,0. 25.
Kaisersaal, den 8. März 1914, abds. 8 Uhr:
Unheil
AV A Korer. OES8-M L
Das am SONNTAG, den 8. März nachmittags 4—6 Uhr stattfindende Kaffee-Konzert wird ausgeführt von dem mit
grossem Beifall aufgenommenen Künstler-Orchester „Aronadf‟ Jubel-Ouvertüre von Weber
Der Bajazzo, grosse Fantasie von Leoncavallo Sonate:
(6253 a) Hochzeitszug im Vorüberzieh’n v. Grieg
b) 2 éune Valze
. . v. Godard
Herr Werdenschlag.
Bekannt vorzüglicher Kaffee. — Aus-
wahl in Kuchen und Torten.
Z
aus dem
Reiche ie Mystik
Helene Odilon in ihren Vorträgen und
Dr. K. v. Radwan Experimental-Vortrag.
Neue Versuche der Telepathie. Wunder der Wachsuggestion.
Ueberraschende Experimente mit Herren und Damen aus
dem Publikum.
(5619idg
Karten im Vorverkauf Mk. 3.90, 2.80, 1.70, 1.10 in der
Hof-
musikalien- und Pianohandlung Georg Thies Nachf. Leopold
Schutter, Elisa bethenstr. 12, Abendkasse Mk. 4.40, 3.30, 2.20, I. 10.
Als nächſte Volksvorſtellungen ſind vorgeſehen:
Samstag, den 14. März, abends 7½ Uhr:
„Alt-Heidelberg‟
Sonntag, den 15. März, nachmittags 2½ Uhr:
„Die weisse Dame‟.
Vorausbeſtellungen für dieſe Vorſtellungen können bei dem
Verkehrsbüro und den betreffenden Vereinsſtellen von Sonntag
bis Dienstag 12 Uhr gemacht werden. Der allzemeine
Karten=
verkauf beginnt Mittwoch vormittags.
Verkehrsverein.
6161)
Hügelstr. 24
Schützenhof,
(*6099
Kellerlokale.
Sonntag, den 8. März, abends 8 Uhr:
Grosses Konzert
einer Abteilung des Feld-Art.-Regts. Nr. 61
(Obermusikmeister WEBER).
Eintritt frei!
Eintritt trei!
Perkeo-Saal.
Monat März täglich abends 8 Uhr (5652a
— Carellos 8 Kometen.
Best existierendes Musik-, Gesang- und Tanz-Ensemble.
Schöne Hängelampe, Kupfer,
10 Mk., Sportanzug, f. 13jähr
5 Mark, Akkordzither 9 Mark
Moſerſtr. 3, 2. Stock. (VIII,6233
Sadeeinrichtung (kupf. Badeof.
ſpottbillig, wgen Umzug, zu
verkaufen. Martinſtraße 95,
Gartenhaus, 1. St., lks. (*6179
Sonntag, 8. März, 8 Uhr
Montag, 9. März, 8 Uhr
2 Gastspiele
Anliusdceur
Berliner Operette
kelischel
usanne
mmmmmmmaiinmu
Operette in 3 Akten von
G. Okonkowsky. Musik von
Jean Gilbert!
natahssghshkäahahätnte
Kath. Kirchen-Gesangverein St. Ludwig
Gegründet 1856.
Donnerstag, den 19. März 1914
im städtischen Saalbau:
KONZER
Leitung: Herr Grossh. Musikdirektor M. Klassert.
Mitwirkende: Frl. Gertrud Geyersbach, Großh.
Hof-
opernsängerin (Sopran),
Herr Kammersänger G. Weber (Bariton),
Frl. Lilli Hickler (Violine),
Herr Fredy Wiener (Rezitation),
M
Kapelle des Leibg. Inf.-Regts. Nr. 115.
Chorwerke von Gust. Erlemann, L. v. Beethoven,
M. Zenger, M. Bruch.
Soli von J. Haydn, C. Kreutzer, B. Godard.
Anfang 8¼ Uhr.
Ende 10 Uhr.
Näheres durch Plakate und Programme.
Eintrittspreise: Sperrsitz Mk. 3.30, numerierter Saal und
Estrade (erste Reihe) Mk. 2.20, Saal und
Estrade (hintere Reihen) Mk. 1.10.
Kartenverkauf: Hch. Arnold, Musikalienhandlung.
Wil-
helminenstr. 9, im Verkehrsbüro, sowie an
der Abendkasse.
(5456a
Der Reinertrag ist für gute Zwecke bestimmt.
asshssssssakassaattatt
Hrauerei=Ausſchank Zum Hanauer Hof
Heinheimerſtr. 8
Mauerſtr. 7
Heute Sonntag, den 8. ds. Mts.
Populär. Künſtler=Konzert
Ausgeführt von der Kapelle des Gr. Art.=Korps Nr. 25.
(Obermuſikmeiſter Mickley)
(6259
Anfang 7 Uhr.
Eintritt 10 Pf. à Perſon.
Gleichzeitig empfehle ich meine anerkannt la Küche, ſowie
reichhaltige Speiſekarte nebſt Stammeſſen in feinſter Zubereitung.
Hochachtend
Georg Winter, Reſtaurateur.
Preise (nll. Steuer):
2.30, 2.20, 1.70, 1.10 Mk.
Vorverkauf: Verkehrsbüro.
Tiſch, Schreibmaſchinen=
Tiſch, einige Stühle billig zu
verkaufen. Anzuſehen Sonntags
Vor= und Nachmittags.
Blumen=
thalſtr. 1, Seitenbau. (*6178
Großherz. Hoftheater.
Sonntag, den 8. März 1914.
126. Abonnem.=Vorſtellung. B 31.
In der neuen Inſzenierung:
Triſtan und Iſolde.
Handlung in 3 Aufzügen
von Richard Wagner.
Perſonen:
. Georg Becker
Triſtan
König Marke . . Alfred Stephanl
Iſolde.
Kurwenal
Melot.
Brangäne
Ein Hirt.
Franz. Callwey
Georg Weber
Hans Bertram
Anna Jacobs
Otto Thomſen
Ein Steuermann Auguſt Kräger
Ein junger See=
Aug. Globerger
manſt
Chöre: Robert Preuß.
Nach d. 1. u. 2. Aufz. läng. Pauſen.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40 ℳ,
Parterre: 1.—5. Reihe 290 ℳ,
6.—8. Reihe 2.35 ℳ,
Proſzeniums=
loge 6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70 ℳ,
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7. u.
8. Reihe 2.15 ℳ, 1. Galerie 1.35 ℳ,
2. Galerie 0.75 ℳ.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 10½ bis
1½ Uhr und eine Stunde vor
Be=
ginn der Vorſtellung; im
Ver=
kehrsbüro von 3 bis 1 Uhr.
(Im Verkehrsbüro werden auch
telephoniſch Karten=Beſtellungen
ſentgegengenommen. Tel. 1582.)
Anf. 6 U. — Ende nach 10½ U.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Montag, 9. März. (Keine Vorſt.)
Dienstag, 10. März. 127. Ab.=
Vorſt. A 33. „Der lachende
Ehemann.” Kleine Preiſe.
An=
fang 7½ Uhr.
Mittwoch, 11. März. 128. Ab.=
Vorſtell. B 32. Ibſen=Zyklus.
Dritter Abend: „John
Ga=
briel Vorkmann” (zum 1.
Male). Schauſpiel in 4 Akten.
Kleine Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Donnerstag, 12. März. 129. Ab.=
Vorſt. C 32. „Der
Evangeli=
mann.‟ Gew. Pr. Anf. 7½ U.
Die Erhebung der 4. Rate des
Abonnementsgeldes für die
Spiel=
zeit 1913/1914 findet Dienstag,
den 10., bis Donnerstag,
den 12. März 1914, nachmittags
von 3 bis 5 Uhr, ſtatt. Zahlſtelle:
Veſtibüle im Hoftheater.