Darmstädter Tagblatt 1914


Nr. 62., Dienstag, den 3. März.

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Pgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

die heutige Nummer hat 22 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Reichstag erledigte geſtern zunächſt Petitio=
Den, ſodann wurde die Beſoldungsgeſetz=
ovelle
an die Budgetkommiſſion verwieſen und
ierauf in die zweite Leſung des Poſtetats
ſingetreten.
Paf Berchtold und Gemahlin ſind am Sonntag
Ubend in München eingetroffen. Am Montag mittag
purde Graf Berchtold vom Königspaar empfangen.
Drch den Zuſammenſtoß eines Autoomnibus mit
ſinem Eiſenbahnzuge bei Rheindürkheim wurden
Ider Möbelhändler Meffert aus Worms und ſeine
Tochter getötet, die Mutter und der Chauffeur wur=
hen
ſchwer verletzt In der Nähe von Prenz=
Hau wurden die Bergwerksdirektoren Moll und
Berghaus bei einem Automobilunfall ge=
Mötet.
dem Befinden des Kardinals Kopp iſt eine
Frnſte Wendung eingetreten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.

Die finanzielle Zukunft
der Türkei.

** Die finanzielle Lage der Türkei iſt ja nicht nur für
vielen europäiſchen Kapitaliſten, die Werte dieſes Lan=
beſitzen
, von Wichtigkeit, ſondern auch politiſch von
Eſentlicher Bedeutung. Iſt das ottomaniſche Reich in
Lage, ſeinen finanziellen Verpflichtungen zu genügen,
wird eine Einmiſchung der Großmächte oft vermieden
Widen können, andernfalls müſſen dieſelben wohl oder
Iel ſich der Intereſſen ihrer Bürger annehmen, die große
iltternehmungen, beſonders in Kleinaſien, bereits haben
üe in Szene ſetzen. Ueber die Lage der türkiſchen Fi=
unzen
gibt ja nun die Schuldenverwaltung einen jähr=
lhm
Bericht heraus, der auch vor einigen Wochen erſchie=
i
iſt, aber diesmal kaum einen Schluß auf die Zukunft
eßt. Er geht nämlich nur bis zum Ende März 1913
iſſid behandelt eine Periode, die vollſtändig durch Kriege
sgefüllt war, den mit Italien, der bis zum 18. Oktober
Ale dauerte und der mit den Balkanſtaaten, welcher an
n erſtgenannten Datum noch gar nicht beendet war. Der
legierte bei der Schuldenverwaltung für England und
Wland, Sir Adam Block, hat es nun in dankenswerter
Me ſe unternommen, den genannten Bericht in der Art zu
inzen, daß er über die augenblickliche Lage und die
ſſütunft einigermaßen Aufſchluß gibt.
Nach ſeinen Ausführungen beträgt die geſamte äußere
kguld der Türkei, die Privatanleihen, Schatzanweiſungen
. mit eingeſchloſſen, 101 Millionen türkiſche Pfund
I für die der Schuldenverwaltung überwieſenen Ein=
Aihmen ſind 2157375 türkiſche Pfund jährlich für den
Wienſt erforderlich. Trotzdem nun aber während des
ieges ein Teil der Steuern überhaupt nicht einging, ſo
r doch im letzten Jahre ein Ueberſchuß über 1½ Mil=
onen
Pfund vorhanden und die Reſerven der Schulden=
Wrvaltung von 2 Millionen Pfund ſind auch während
Krieges nicht in Anſpruch genommen worden. Das
kar aber nur möglich, weil die Steuern aus Kleinaſien
gelmäßig eingingen. Durch den Verluſt vielen früheren
lirkiſchen Territoriums werden auch die Einnahmen
i ottomaniſchen Reiches ſich kaum verſchlechtern. Die=
Anigen Einnahmen, die aus Tripolis eingingen, ſind durch
ne Kapitalablöſung von 2 Millionen Pfund, die bei
ſiner Verzinſung von 4 Prozent den Revenuen von dort
eichkommen, durch Italien abgelöſt worden. Die Bal=
Airſſtaaten werden eine ähnliche Ablöſung für die von
Unen eroberten türkiſchen Provinzen zu zahlen haben, die
Alerdings noch nicht feſtſteht, jedoch in der bevorſtehenden
Uternationalen Konferenz in Paris geordnet werden wird.
Iiß die Mächte dort für die Intereſſen ihrer Untertanen,
e türkiſche Schuldverſchreibungen beſitzen, voll eintreten
herden, iſt klar. Wenn man die vorerwähnten Schwierig=
Aien zur Einziehung der Steuern während des Krieges
Petückſichtigt, ſo muß es eigentlich in Erſtaunen ſetzen, daß
Iie Eingänge nicht geringer geweſen ſind als dies tatſäch=
ſch
der Fall war. Sie gingen nämlich von nur rund
Millionen Pfund für das Finanzjahr 1911/1912 auf
Millionen für 1912/1913 herab. Bemerkenswert iſt
avei, daß trotzdem die Pforte doch ſich während der Pe=
lede
in größter Geldverlegenheit befand und alle Kräfte
lufbieten mußte, um die nur für den Krieg unumgänglich

notwendigen Summen zuſammenzubringen, niemals daran
gedacht hat, die der Schuldenverwaltung überwieſenen Ein=
künfte
anzutaſten. Ja, ſie ging noch weiter, ſie war ihr
in jeder Weiſe behilflich, die Steuern einzuziehen.
Aus alledem kommt Sir Adam zu dem Schluß, daß
die Einnahmen der Türkei von jetzt ab eine ſtändige Er=
höhung
zeigen werden, und daß es nur nötig ſei, ihr eine
größere Anleihe zu gewähren, damit ſie die augenblicklichen
finanziellen Schwierigkeiten überwinden kann. Er meint,
daß die Einkünfte gerade deshalb ſich erhöhen werden,
weil ſo ſehr viel friſches, fremdes Kapital in Kleinaſien
angelegt wird und die Verbeſſerung der Verkehrsmittel
viel zu dem Wohlſtand der Bewohner beitragen werde.
Dieſen Anſchauungen kann man nur beipflichten, aller=
dings
mit dem Vorbehalt, daß die Türkei in richtiger Er=
kenntnis
, daß nur eine längere Periode des Friedens ſie
wieder ſtark und unabhängig machen kann, ſich vor jedem
Angriffskriege ſorgfältig hütet.

Mexiko und die Vereinigten
Stadten.

Der bekannte Weltreiſende Graf Vay von
Vaya und zu Luskod, der im Märzheft der Deut=
ſchen
Rundſchau (Berlin, Gebr. Paetel) ſeine mexikaniſchen
Eindrücke ſchildert, iſt davon überzeugt, daß die Zukunft
Mexikos durch den Einfluß der nordamerikaniſchen Union
beherrſcht werden wird. Amerikaniſche Syndikate erwür=
ben
alles verkäufliche Terrain in der Hauptſtadt und in
den Provinzen, kauften große Beſitzungen und machten
ſich zu Eigentümern der Bergwerke. Ebenſo verhalte es
ſich mit Handel und Gewerbe: der hauptſächlichſte Beſtand
der Läden komme aus nordamerikaniſchen Städten. Von
den Fabriken ſei ein großer Teil ebenfalls in den Händen
der Nordamerikaner, und dieſen gehörten auch die dem
Namen nach nationalen Eiſenbahnen. Wie der Markt
von Nordamerika abhängig ſei, ſo mache ſich in der Poli=
tik
der Wille der Union fühlbar. In der Preſſe werde ohne
Vorbehalt behauptet, daß die gegenwärtigen Unruhen
meiſt durch Agenten der Vereinigten Staaten angeſtiftet
wären, und daß die augenblickliche Lage die gleiche wie im
vorigen Jahrhundert ſei, die Nordamerika mittels einer
geſchickten Intervention den Beſitz von Texas, Neumexiko
und Kalifornien einbrachte. Nicht wenige Mexikaner, ſo=
gar
gute Patrioten, hielten die amerikaniſche Beſitzergrei=
jung
für kein Unglück, weil ſie der inneren Zerrüttung ein
Ende machen und einen neuen Aufſchwung herbeiführen
werde. Das ſchwankende Verhalten Nordamerikas gegen=
über
der mexikaniſchen Revolution verhülle nur ſehr
ſchwach die imperialiſtiſche Tendenz der Vereinigten Staa=
ten
, wenn auch die offizielle Preſſe in Waſhington be=
haupte
, daß die feindlichen Schritte nicht gegen Mexiko
ſelbſt, ſondern nur gegen ſeine Uſurpatoren gerichtet ſeien

Deutſches Reich.

Afrikareiſe des Kronprinzenpaares.
Die Reiſe des Kronprinzen nach den deutſchen Kolonien
iſt nunmehr auch von dem Kolonialſtaatsſekretär in der
Budgetkommiſſion des Reichstages amtlich beſtätigt wor=
den
. Die Reiſe, an der übrigens auch die Kronprinzeſſin
teilnehmen wird, wird einen Beſuch von Oſtafrika und
Südweſtafrika, ſowie von Kamerun einſchließen. In Oſt=
afrika
wird das Kronprinzenpaar vorausſichtlich etwa
Mitte Auguſt eintreffen, um an der feierlichen Eröffnung
der Schlußſtrecke der Tanganyikabahn und der zweiten
eſtafrikaniſchen Landesausſtellung teilzunehmen. Ob die
Reiſe mit einem deutſchen Reichspoſtdampfer oder auf
einem deutſchen Kriegsſchiff ausgeführt wird, dürfte noch
nicht feſtſtehen.
Der Gold=und Silberſchatz des Deut=
ſchen
Reiches. Die Schaffung eines außerordentlichen
Gold= und Silberbeſtandes iſt durch das letzte Reichs=
finanzgeſetz
beſchloſſen worden.
Die Höhe dieſes Schatzes wurde auf 55750000
Mark feſtgeſetzt, wovon auf den Silberbeſtand 54,
Millionen, auf den Goldbeſtand 1750 000 Mark entfallen.
Vorzugsweiſe ſoll dieſe Reſerve aus den Ueberſchüſſen
der Münzprägungen erzielt werden. Durch den Nach=
tragsetat
von 1913 wurden bereits bewilligt 9,7 Millionen
Mark. Im Etat von 1914 treten als Ueberſchuß aus dem
Münzgewinn 10,8 Millionen Mark und ferner ein Betrag
von 10,3 Millionen Mark aus den Ueberſchüſſen des Rech=
nungsjahres
1912 hinzu, im ganzen 21,1 Millionen Mark.
Die Silber= und Goldreſerve wird mit dem Etat 1914
die Höhe von 30,8 Millionen Mark erreichen, io daß noch
24,9 Millionen Mark zur Auffüllung des Geſamtbedarfs

erforderlich ſind. Da auch Mehrerträge aus dem Prä=
gungsgewinn
der Silber= und Goldreſerve zuzufüh=
ren
ſind ſo iſt die Möglichkeit vorhanden, daß 1914 noch
ein weiterer, wenn auch nur kleiner Betrag dem Schatz
zufließt. Die, Wahrſcheinlichkeit ſpricht dafür daß der
Geſamtbedarf dieſer Reſerve mit dem Etat von 1916 er=
reicht
und daß damit eine wertvolle Stärkung unſeres
Reichsfinanzweſens geſchaffen ſein wird, da damit die
ſofort verfügbaren Mittel des Reiches vermehrt werden.
Neue franzöſiſche Verdächtigungen
gegen Deutſchland. Der Konſtantinopeler Korre=
ſpondent
des Matin macht in einem Telegramm die fran=
zöſiſche
Regierung nachdrücklichſt auf angeblich neue be=
vorſtehende
Machenſchaften Deutſchlands in Konſtantino=
pel
aufmerkſam, um ſie zu veranlaſſen, rechtzeitig Gegen=
maßregeln
zu ergreifen. Danach ſoll der deutſche Botſchaf=
ter
Herr von Wangenheim mit einem von langer Hand
ausgearbeiteten Programm aus Berlin nach dem Golde=
nen
Horn zurückgekehrt ſein, dem Frankreich die aller=
höchſte
Beachtung ſchenken müſſe. Deutſchland trage ſich
ferner mit der Abſicht, auf eigene Fauſt in den durch die
Inſelfrage hervorgerufenen Konflikt zwiſchen der Türkei
und Griechenland mit Hilfe Rumäniens vermittelnd ein=
zugreifen
und einen modus virendi, der beiden Teilen
gerecht werde, zu finden. Die Verantwortung für die
Meldung muß dem Blatte überlaſſen bleiben.
Eine Fortſchrittswoche‟. Der Reichs=
verein
der liberalen Arbeiter und Angeſtellten hat ange=
ſichts
der ſozialdemokratiſchen Roten Woche vom 8. bis
15. März beſchloſſen, in derſelben Zeit eine Fortſchritts=
woche
zu veranſtalten. Eine große Anzahl neuer Flug=
blätter
und ſonſtiger Werbeſchriften iſt geſchaffen wor=
den
. Den Ortsgruppen ſind auch alle übrigen Werbe=
materialien
zur Verfügung geſtellt worden. Der Reichs=
verein
legt beſonderen Wert darauf, daß in der Fort=
ſchrittswoche
Kleinagitation betrieben wird durch Beſuche
in den Wohnungen uſw. Außerdem ſoll die Verbreitung
der Wacht, der Wochenſchrift des Reichsvereins, gefördert
werden.
Eine Anfrage zum Stellenvermitt=
lungsgeſetz
. Der Abgeordnete Keinath (natl.) hat
folgende kurze Anfrage im Reichstag eingebracht: Infolge
auseinandergehender Entſcheidungen höchſtgerichtlicher
Inſtanzen wird der Paragraph 3 Abſatz 1 des Stellenver=
mittlergeſetzes
vom 2. Juni 1910 in den verſchiedenen
Bundesſtaaten ungleichmäßig gehandhabt. Der Para=
graph
9 des genannten Geſetzes bedroht die Uebertretung
des Paragraphen 3 Abſatz 1 mit der Entziehung der Kon=
zeſſion
. Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um
dieſe das Stellenvermittlergewerbe naturgemäß ſchwer
beunruhigende Rechtsunſicherheit zu beſeitigen? Der Ab=
geordnete
Keinath will ſich mit einer ſchriftlichen Antwort
begnügen.
Erlaß gegen Soldatenmißhandlun=
gen
. Der bayeriſche Kriegsminiſter hat einen Erlaß an
die militäriſchen Behörden gerichtet, worin das ſtrengſte
Einſchreiten gegen alle Fälle von Soldatenmißhandlungen
oder unvorſchriftsmäßige Behandlung gefordert wird.
Der Kriegsminiſter erklärt, daß er mit unnachſichtiger
Strenge gegen jeden Offizier einſchreiten werde, welchen
durch nachläſſige Behandlung der Dienſtvorſchriften eine
Mitſchuld an einer unwürdigen Behandlung von Mann=
ſchaften
trifft.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Die böhmiſchen Ausgleichsverhand=
lungen
geſcheitert. Die deutſch=böhmiſchen Abge=
ordneten
haben eine Vollverſammlung abgehalten, auf der
beſchloſſen wurde, ſich der Abſage der Fortſchrittspartei an
die Regierung bezüglich der Ausgleichsverhandlungen an=
zuſchließen
. Die Radikalen erklärten jedoch das eigen=
mächtige
Vorgehen der Fortſchrittspartei für einen Bruch
der Gemeinbürgſchaft und ſprengten durch ihren Austritt
den einheitlichen deutſchen Landtagsbund. Die Aus=
gleichsverhandlungen
der Regierung ſind damit endgültig
geſcheitert. Anſchließend fand ein Parteitag der Fort=
ſchrittspartei
ſtatt, auf dem es zu einer entſcheidenden
Kundgebung der Freiheitlichen gegen die Regierung und
deren für die Deutſchen unannehmbaren Ausgleichsvor=
ſchläge
kam.
Frankreich.
Die Arbeiterpartei. Unter dem Vorſitz des
ehemaligen Deputierten und Friſeurs Chauvin hielt in
Paris die neugegründete Arbeiterpartei, die das Zuſam=
mengehen
der geeinigten Sozialiſten mit den Radikalen

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

Nummer 62.

nicht billigt, ihre konſtituierende Verſammlung ab. Der
Lehrer Negre, der ſeinerzeit als Urheber der Syndikats=
bewegung
unter der Lehrerſchaft gemaßregelt worden
war, hielt eine Rede, in der er unter dem Beifall der
Mehrheit dafür eintrat, daß die Arbeiterpartei bei den
Wahlen die geeinigten Sozialiſten bekämpfe, denn dieſe
ſeien ebenſo rückſchrittlich wie die Bourgeoiſieparteien,
und er für ſeine Perſon ziehe einen Reaktionär, der, wie
Graf de Mun, mit offenem Viſier kämpfe, dem Citoyen
Jaurés vor.
Spanien.
Die Kammerwahlen. Bei der Kandidaturauf=
ſtellung
zu den Kammerwahlen wurden keine Gegner
nominiert und wurden ſomit nach Abſchnitt 29 des Wahl=
geſetzes
als gewählt erklärt: 49 Konſervative, 22 Liberale,
12 Demokraten, 3 Reformiſten, 2 Karliſten, 3 Unab=
hängige
, 1 Radikaler, 1 Regionaliſt. Hierzu dürfte ein
Dutzend noch ausſtehender Sitze kommen, ſo daß die Ge=
ſamtzahl
der kampfloſen Wahlergebniſſe der der vorigen
Wahlen gleichkommen wird. Für die Regierung iſt der
bisherige Wahlverlauf äußerſt günſtig.
Türkei.
Kammerwahlen. Am Samstag fanden die
Kammerwahlen ſtatt. Die Liſte 11 der Komiteekandidaten
vereinigte beinahe ſämtliche Stimmen der 453 Wähler
auf ſich. Die unabhängigen Kandidaten erhielten nur 6
bis 8 Stimmen. Bis jetzt ſind 53 Abgeordnete gewählt,
die ſämtlich Anhänger des Komitees ſind. Der geweſene
Miniſter Dſchavid wurde in den Dardanellen, der Unter=
richtsminiſter
Schuekri Bey in Kaſtamuni gewählt. Man
erwartet, daß bis Mitte März die Mehrzahl der Abgeord=
neten
gewählt iſt. Die Eröffnung des Parlaments wird
zu Anfang April erwartet.
Ching.
Der weiße Wolf‟ Der Räuberhauptmann
Weißer Wolf hat mit tauſend wohlbewaffneten und be=
rittenen
Räubern den Ring der ihn einſchließenden Trup=
pen
durchbrochen und ſich plündernd weſtwärts gewandt.
Wahrſcheinlich iſt es die Abſicht der Räuber, in die hei=
matlichen
Berge im weſtlichen Honan zurückzukehren. Der
Zugsverkehr zwiſchen Hankau und Peking wurde einge=
ſtellt
, weil berichtet wurde, daß die Räuberbande Weißer
Wolf einen Tunnel an der Grenze von Honan und Hupeh
beſetzt hätte.

* München, 1. März. Graf Berchtold und
Gemahlin ſind mit dem Miniſterialſekretär Grafen Kinsky
heute abend im Orientexpreßzug hier eingetroffen.
Der Graf und die Gräfin Berchtold wurden am Bahnhof
von dem öſterreichiſch=ungariſchen Geſandten Dr. Velics
v. Läſzlöfalva, dem öſterreichiſch=ungariſchen Generalkon=
ſul
Freiherrn v. Ramberg und den Mitgliedern der öſter=
reichiſch
=ungariſchen Geſandtſchaft empfangen. Ferner
waren erſchienen: Legationsrat v. Stockhammern, der der
Grafen Berchtold namens des bayeriſchen Miniſterpräſi=
denten
begrüßte, ſowie der dem Miniſter für die Dauer
ſeines Aufenthaltes in München zugeteilte Legationsſekre=
tär
Freiherr v Stengel. Der Graf und die Gräfin be=
gaben
ſich mit Begleitung zu den bereitſtehenden Hof=
wagen
und fuhren nach dem Reginapalaſthotel. Kurz
darauf nahmen ſie in der öſterreichiſch=ungariſchen Ge=
ſandtſchaft
an einem Souper teil, zu dem der Graf und
die Gräfin Frhrn. v. Hertling mit Tochter geladen waren.
Der Miniſterpräſident Graf Hertling hat aam Montag
vormittag den Grafen Berchtold empfangen. Mittags
wurde der Graf vom Kronprinzen und ſpäter in der
Reſidenz durch das Königspaar begrüßt. Abends fand zu
ſeinen Ehren Hoftafel ſtatt.

Zeitungsſchau.

Das Ende von Zabern. Die Altnationalliberale
Reichskorreſpondenz ſchreibt: Die Kommiſſion des Reichs=
ages
der die militärrechtlichen Anträge, insbeſondere der
Fortſchrittlichen Volkspartei und der Sozialdemokratie,
zur Beratung überwieſen waren, iſt ergebnislos ausein=
ander
gegangen. Wir freuen uns dieſes Endes einer ge=
fährlichen
und bedenklichen Aktion außerordentlich. Nach
der Haltung, die das Zentrum bei der Zaberninterpella=
tion
und auch noch ſpäter eingenommen hatte, war die
Beſorgnis nicht unberechtigt, daß der demokratiſche An=
turm
gegen gewiſſe Rechte der Kommandogewalt des
breußiſchen Königs auch vom Zentrum Förderung erſah=
ren
würde. Das iſt nach den Abſtimmungen der
Kommiſſion anſcheinend nicht mehr zu befürchten. Na=
tionalliberale
. Konſervative und Zentrum haben durch
Ablehnung der fortſchrittlichen und ſozialdemokratiſchen
Anträge die Gewähr geſchaffen, daß der Reichstag weder
eine unzuläſſige Minderung der Kommandogewalt, noch
eine Ausdehnung der Reichshoheit auf ein wichtiges lan=
desrechtliches
und landesherrliches Gebiet erſtreben wird,
Damit wird hoffentlich den Konfliktsmöglichkeiten, die
mancherſeits bange erwogen und in Rechnung geſtellt
wurden, ein ſchnelles Ende bereitet ſein. Unſere Freude
hierüber iſt um ſo größer, als die Nationalliberale Par=
tei
ſich hierbei ohne Zaudern und entſchloſſen dazu be=
annte
, daß die Wahrung der militäriſchen Autorität ge=
rade
in dieſen Zeitläufen demokratiſcher Hochflut und
ſozialdemokratiſchen Anſturms auf unſere ganze Heeres=
inſtitution
ein koſtbares nationales Gut iſt, das erhalten
zu helfen eine der vornehmſten Aufgaben jeder nationalen
Partei bleiben muß.
Reform des Militärſtrafrechts. Im neueſten Hefte der
Deutſchen Juriſtenzeitung (Nr. 5) unterſucht der Reichs=
nilitärgerichtsrat
Dr. von Schlayer den neuen Geſetzent=
wvurf
zum Militärſtrafgeſetzbuch. Er äußert dabei fol=
gende
Bedenken: Gleichwohl ſind Zweifel darüber mög=
lich
, ob die Vorlage nicht beſſer ſich auf die Beſeitigung
der durch die Novelle vom Vorjahre herbeigeführten Anti=
nomien
beſchränkt und alle weiteren Aenderungen der
ünftigen Geſamtreform des Militärſtrafgeſetzbuches vor=
behalten
hätte. Iſt die Diskuſſion über die Abänderungs=
bedürftigkeit
des Militärſtrafgeſetzbuches in weiteren als
den unbedingt notwendigen Punkten einmal eröffnet, ſo
önnten leicht die Reformvorſchläge zu ſolcher Flut an=
ſchwellen
, daß es ſchwer ſein möchte, die Geiſter, die man
gerufen, zu bannen. Und doch iſt es geboten, etwaigen
Beſtrebungen nach Erweiterung der Aenderungen über
die Vorſchläge des Entwurfs hinaus im jetzigen Zeit=
punkt
entſchieden entgegenzutreten. Gewiß laſſen ſich noch
eine Reihe von Verbeſſerungen des Geſetzes denken, die
man für mindeſtens ebenſo wichtig halten kann wie ein=
zelne
der vom Entwurf vorgeſchlagenen Aenderungen.
Aber der umfaſſenden Reform des Militärſtrafrechts darf
durch die jetzige Teilreform nicht noch weiter vorgegriffen
werden. Sie erfordert gründliche Vorarbeiten und kann,
wie allſeitig anerkannt iſt, nur im engen Zuſammenhange
mit der Neugeſtaltung des allgemeinen Strafrechts er=
folgen
. Es iſt daher dringend zu wünſchen, daß ſich der
Reichstag für jetzt mit den doch recht erheblichen Mil=
derungen
beſcheiden möge, die der Entwurf bringt. In
der Beſchränkung zeigt ſich hier der Meiſter! Unſicheres
Schwanken der Geſetzgebung und ungenügend durchgear=
beitete
geſetzgeberiſche Verſuche von zweifelhafter Dauer
ſind nur geeignet, die für den Beſtand des Heeres ſo außer=
ordentlich
wichtige Autorität der militäriſchen Strafgeſetze
zu ſchwächen. Denn dieſe ruht zum guten Teil auf der
Ueberzeugung des Soldaten von der unerſchütterlichen
und unabänderlichen Geltung des Strafgeſetzes.

Geburtenrückgang. Der Berliner Lokalanzeiger hat
dieſer Tage einer Zuſchrift Raum gegeben, in der es heißt:
Ganz ungeheuer gewachſen ſind die Anſprüche, die an
den Mittelſtand von Staat und Geſellſchaft geſtellt wer=
den
. Welcher Offizier, welcher mittlere Beamte, der über
kein eigenes Vermögen verfügt, iſt heute überhaupt noch
in der Lage, eine Familie zu gründen? Heiraten kann
nur noch aus dieſen Kreiſen, wer ſelbſt reich iſt oder eine
reiche Frau findet. Noch vor fünfzig Jahren konnte ein
Offizier, ein Richter, Beamter oder Lehrer in einer ge=

räumigen einfachen Wohnung mit großem Garten und
billigen Dienſtboten mit beſcheidenem Einkommen eine
Kinderzahl großziehen. Wie ſteht es damit heute? Ehe
emand aus dieſen Kreiſen überhaupt in eine Stellung
gelangt, deren Einkommen auch nur einigermaßen den
Koſten, die er für ſeine langjährige Vorbildung hat aufg
wenden müſſen, entſpricht, hat er die Jugendjahre längſt
hinter ſich und braucht gewiſſe Bequemlichkeiten. Eine für
eine Familie ausreichende Wohnung koſtet ihn wahrſchein=
lich
heute ein Viertel bis ein Drittel ſeines Gehalts. Mehr
als der zehnte Teil ſeines ſchmalen Einkommens wird ihm
dazu vom Staate durch Steuern wieder abgenommen
Die ſteigenden Preiſe der Lebensmittel fallen bei ihm ers
heblich ins Gewicht. Hat er einige Erſparniſſe gemacht
ſo muß er dieſen Leichtſinn durch vier= oder fünfmalige
Heranziehung dieſer Summe bei der Beſteuerung büßen
Dienſtboten zu bekommen, gehört heutzutage für ſeine
Frau faſt zu den Unmöglichkeiten. Kein Mädchen, das
irgendetwas lann, will jetzt in Häuſern ohne Fahrſtuhl
Zentralheizung und gar mit Kindern dienen. Läßte
ſich durch alles dieſes aber nicht abſchrecken, zieht er doch
einige Kinder groß, ſo ſieht er ſich bald wahren Leidens
jahren preisgegeben. Weicht die Begabung ſeiner Kinder
nur im geringſten vom behördlich feſtgeſetzten Durchſchnitt
ab, ſo hat er ſich auf die größten Schwierigkeiten mit den
Schulen gefaßt zu machen. Iſt auch das überwunden, ſo
kann er ſich den Kopf zerbrechen, was er mit den Kinder
anfangen ſoll: Die techniſchen Berufe, der Kaufmanns=
ſtand
ſind nicht weniger überfüllt als die gewerblichen
Wer kein Vermögen hat oder nicht über ſehr mächtig
Fürſprachen verfügt, findet nirgends ein Unterkommen
Nicht umſonſt ſitzen tauſender junger ſtellungsloſer Deut=
ſchen
in London, Neu=York, Paris herum. Und nun gar
das Schickſal vermögensloſer Mädchen beſſeren Standesl
Daß die Erſahrungen ſolcher Familien nicht gerade
Luſt zur Ehe und zum Kinderreichtum in den Kreiſendes
beſſeren Mittelſtandes zu befördern geeignet ſind, lieg
auf der Hand. Hierzu bemerkt die Poſt: Wir meinen
die Auffaſſung, die hier zum Ausdruck gelangt, könnig
nicht unwiderſprochen bleiben. Von der Geſinnung und
den ſittlichen Aufgaben ſpricht ja überhaupt niemand
Daß es ein Stolz. ein Beruf und ein höchſtes Ziel iſt. ſich
fort= und womöglich emporzupflanzen, das wird kaum
noch betont. Daß zahlreiche Eltern auch Entbehrungen
und Sorgen um der Kinder willen zu tragen freudig
reit ſind, wird verſchwiegen, zum mindeſten nicht genü=
gend
betont. Man hört immer nur vom Abbau der
milie, ſelten etwas von ihrem Aufbau. Man redetnur
von den Schatten=, nicht aber von den Lichtſeiten, die der
Kinderreichtum auch für den einzelnen hat. Mit einen
Wort: das Werturteil über die Familie droht ſich zu ven
ſchieben. Um den verneinenden Stimmen ein Paroli
bieten und um nachzuweiſen, daß ſie durchaus nicht e=
rechtigt
ſind, ſich als die moderne Anſchauung über Kind
und Familie aufzuſpielen, hat die Poſt ſich entſchloſſen
ihren Leſern einen Sprechſaal zu öffnen, in welchemde
Geburtenrückgang erörtert werden ſoll.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. März.

Zur Beſoldungsvorlage
gehen uns jetzt wieder zahlreiche Eingeſandts aus alle
Kreiſen der Beamtenſchaft und auch von Privaten zu, aus
denen die Beſorgnis ſpricht, daß die Vorlage doch noc
zum Scheitern gebracht würde trotz des Entgegenkommens
der Erſten Kammer und Regierung. Uebereinſtimmend
vird in dieſen Zuſchriften an die Volksſchullehren
appelliert, die im Falle des Scheiterns der Vorlage allein
ie Verantwortung zu tragen haben würden. Die Erſte
Kammer habe der Wohnungsgeldfrage der ſtädtiſchen
Lehrer zugeſtimmt und den Landſchullehrern ihr Endgen
halt auf 3600 Mark gegenüber der Vorlage der Groß
Regierung erhöht; die Erſte Kammer habe ihr letzte
Wort geſprochen, und die Regierung habe dem zugeſtin
der Herr Staatsminiſter wolle auch kein Proviſoriuma
1. April 1914 für die anderen Beamten den Kammern o
legen, was einen großen Ausfall für ſämtliche Beamten

Aus neuen Briefen Theodor
Storms.

Theodor Storm hat bekanntlich ſein dichteriſches
Debüt in dem Liederbuch dreier Freunde erlebt, zu dem
er ſich mit den beiden Brüdern Theodor und Tycho
Mommſen vereinigte. Die freundſchaftlichen Beziehun=
gen
des Huſumer Dichters zu dem großen Geſchichtsſchrei=
ber
Roms ſind ja oft behandelt worden; weniger bekannt
war bisher ſein Verhältnis zu dem jüngeren Bruder
Tycho, über das uns nun erſt willkommene Aufklärung
wird. In der im Verlage von S. Fiſcher erſcheinenden
Neuen Rundſchau veröffentlicht nämlich Friedrich Krüger
Theodor Storms Briefe an den Jugendfreund, der ſich
früh von der Muſe völlig losſagte und ganz der ſtrengen
Göttin der klaſſiſchen Philologie ergab. Storms Briefe
ſind ein ſtändiges Werben um lyriſche Gaben Tychos,
deſſen Talent er hochſchätzte und von dem er bald für die
Zeitſchrift Argo, bald für ſein prächtiges lyriſches Haus=
buch
aus deutſchen Dichtern poetiſche Beiträge erbittet.
Aber bei dem allmählich zum Profeſſor und Gymnaſial=
direktor
aufgeſtiegenen Altphilologen finden ſeine Bitten
kein Gehör; dem Pindar=Forſcher erſchien das Dichten,
wie es nun einmal die modernen, von ihm nicht ſehr ge=
ſchätzten
Poeten betrieben, als eine harmloſe Sonntag=
nachmittagsbeſchäftigung
, die ſich nicht für ernſte Männer
eigne. Storm mußte wohl oder übel, wenn er Gedichte
von ihm abdrucken wollte, dies ohne ſeine Einwilligung
tun, denn der Freund rückte mit nichts heraus. Auch dem
Dichter Storm ſtand er ſkeptiſch gegenüber; dem Menſchen
aber hat er die herzliche Freundſchaft der Jugend bewahrt.
Das zeigt auch die offene Vertraulichkeit, mit der ihm der
Dichter die geheimen Gefühle ſeines Herzens aufſchließt.
So bekennt Storm Mommſen nach dem Tode ſeiner
erſten Gattin Konſtanze mit tiefgefühlten Worten
die Größe ſeines Schmerzes: Sie können freilich nicht ganz
ermeſſen, wie mein Leben zerſtört iſt Wo wir in den
letzten Jahren auch gelebt haben, überall iſt es empfunden
worden; ihre Nähe war wie glückbringend, wie Sonnen=
ſchein
; und wie ſtolz war ich auf ſie, wenn ich ſah, wie
namentlich die Augen der Frauen mit Entzücken an dieſem
holden Antlitz hingen. Verzeihen Sie mir, wenn ich ſo
ſpreche, aber die Toten werden ja nur noch einmal von
des Lebens Flut emporgehoben, um ſchöner als je vom
letzten Abendſtrahl verklärt zu werden und dann auf im=
mer
in Nacht zu ſinken; und ſo laſſen Sie mich es alten
Freunden zu ihrem Gedächtnis und meinem Herzen zur
Genugtuung noch einmal ausſprechen, ſie war nicht allein

und immer mehr meine Geliebte in des Wortes verwegen=
ſter
Bedeutung; wenn die Welt mich kränkte und ſchlug,
dann flüchtete ich zu ihr wie ein Kind zur Mutter, und an
hrem klaren und ſicheren Herzen fand alles troſtreiches
Ende; die ſtille Gewalt ihres ſchlichten und edlen Weſens
gab mir in allen Dingen, wofür ſie mit mir eintrat, eine
Ueberlegenheit, die über meine eigene Kraft hinausreichte.
Reizend plaudert Storm von ſeinem Beſuch bei
Mörike in deſſen Unterhaltung er dieſelbe wunder=
bare
Gegenſtändlichkeit des Ausdrucks fand wie in ſeinen
Schriften. Er war nicht zu Haus, als ich ankam; er gab
eine Literaturſtunde. Dann kam er, faßte mich bei beiden
Händen, ſah mir tief in die Augen und ſagte zu ſeiner
Frau in ſchwäbiſchem Dialekt (den er nit miſſe möchte‟):
Gelt, Alte, ſo habe wir ihn uns ungefähr vorgeſtellt!
Als ich da vohin die Treppe heraufgekommen ſagte er
nach einer Weile, hab ich mir die Stufe recht müſſe anſehen
und denken: ob wohl der Storm da herübergeſtiegen iſt.
Und ſo ging es fort.

Feuilleton.

* Die neuen bayeriſchen Königsmarken werden vor=
ausſichtlich
um Oſtern herum zur Ausgabe gelangen
Gegenwärtig iſt man mit der Herſtellung der Vorräte be=
ſchäftigt
, die in die Hundertmillionen gehen. Gedruckt wird
mit zwei Maſchinen, von denen jede, wenn der Tätigkeit
des Raſters keine Grenzen geſetzt wären, in der Minute
24000 Stück drucken könnte. Immerhin kann man täglich
etwa fünf Millionen Stück herſtellen. Die Farben der
Marken ſind: 3 Pfg. braun, 5 Pfg. grün, 10 Pfg. rot
20 Pfg. blau, 25 Pfg. grau, 30 Pfg. orange, 40 Pfg. oliv
50 Pfg. rotbraun, 60 Pfg. blaugrün, 80 Pfg. violett, 1 Mk.
braun, 2 Mk. violett, 3 Mk. rot, 5 Mk. dunkelblau, 10 Mk.
dunkelgrün und 20 Mk. dunkelbraun. Die Marken ähneln
im allgemeinen den ſchönen alten Niederländern. Bei den
niederen Werten, die den König in früheren Jahren zeigen,
iſt es der Geſamteindruck, der für die Marken einnimmt;
bei den höheren Werten, die das Bild des Königs aus
neuerer Zeit ohne Brille tragen, kommt beſonders die
Feinheit des Porträts zum Ausdruck. Die niederen Werte
erhalten wagrechte, die höheren ſenkrechte Waſſerzeichen.
* Der Maler als Kunſtreiter. Von einem übermütigen
Künſtlerſtreich wiſſen die Münchener Neueſten Nachrichten
zu erzählen. Kürzlich ſaßen etliche Münchener Künſtler
zuſammen und ſprachen von dem und jenem; ſo kam die
Rede auf den Ritt des Fürſten Wrede über zwei Treppen,
wovon dieſer Tage eine Notiz durch die Blätter ging. Der
bekannte Pferdemaler O. hielt das für gar nichts ſo beſon=

deres und behauptete, dieſes Reiterſtücklein jederzeit
irgend einem einigermaßen vertrauten Pferd machen
können. Nach lebhaftem Hin und Wider wurde er beim
Wort genommen und nun machte ſich die Geſellſchaftmi
ten in der Nacht auf den Weg zur Ausführung. In einen
Fiaker fuhr man in den Hof des im Bahnhofsviertel ge=
legenen
Ateliergebäudes, in dem ſich die Werkſtatt des
Künſtlers zwei ſchmale Treppen hoch befindet, und ſchickte
dann den biederen Roſſelenker in eine nahe gelegene Wir=
ſchaft
; kaum hatte ſich das Haustor hinter ihm geſchloſſen
da war auch ſchon der verwunderte Gaul von kundigel
Hand losgeſpannt, aus den Strängen formten ſich Steig
bügel und bei mangelhafter Beleuchtung polterte und ſtölg
perte der kluge Hans unter freundlichem Zureden und
fortwährendem Getätſchel ſeitens des Reiters die ze
Stiegen hinauf, ſah ſich, ohne weiteres Erſtaunen zu ver=
raten
, im Atelier um, wo die gemalten Roſſe ſtanden, und
nun begann der etwas halsbrecheriſche Abſtieg, der weſen
lich ungemütlicher war als der Aufſtieg, aber doch ohne jege
lichen Unfall endete. Am ganzen Körper ſchüttelte ſich das
Rößlein, als es gleich darauf wieder wohlgeordnet unſel
der ſorglich übergelegten Decke angeſchirrt an ſeinema
gen ſtand. Mit reichlichem Trinkgeld belohnt, fuhr der
wackere Kutſcher nach Hauſe.
* Daß eine Mutter für ihre Tochter das Feſt der gol
denen Hochzeit ausrichtet, dürfte zu den größten Selten=
heiten
gehören. Dieſer Fall hat ſich in Triaken bei Bokel=
len
bei dem früheren Gutsbeſitzer Rentier Bark und ſeine
Ehefrau geb. Matulle ereignet, die Sonntag die goldene
Hochzeit im Kreiſe ihrer Enkel, Kinder und zahlreicher Gäſte
feierten. Die Einſegnung fand im Hauſe ſtatt. Pfatrer
Strehl=Jodlanken überreichte dem Jubelpaar die Ehejübi=
läumsmedaille
. Die Mutter der Jubelbraut iſt 95 Jahre
Bark 76 und ſeine Frau 67 Jahre alt. Trotz des hohen
Alters erfreuen ſich noch alle der beſten Geſundheit und
Rüſtigkeit.
* Sparſame Seeſoldaten. Anfangs vorigen Jahres iſt
das dritte Stamm=Seebataillon von Wilhelmshaven nach
Kuxhaven verlegt worden, was natürlich in mancherler
Weiſe auf die dortigen allgemeinen Verhältniſſe eingewirkt
hat; am unerwartetſten aber auf die Sparkaſſe des Amtes
Ritzebüttel in Kuxhaven. Wie es nämlich jetzt im Jahres=
bericht
dieſer Sparkaſſe für das Jahr 1913 heißt, hatdie
Zahl der neu angelegten Konten bezw. neu ausgegebenen
Sparbücher eine Steigerung um 2708 erfahren, wovon allein
1698 mit 19 420 Mk. auf Angehörige des dritten Stamm=
Seebataillons entfallen.

[ ][  ][ ]

Mmmer 62.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

Seite 3.

edeſten würde. Es wird darauf hingewieſen, daß die
ehrr mehr erreicht haben als ſämtliche Staatsbeamten.
Rfäre Zeit, daß die Herren Lehrer jetzt ihrem Abge=
rditen
ſagen, daß ſie mit dem Erreichten zufrieden
eisſ und ihren Abgeordneten beauftragen, der Erſten
aimer zuzuſtimmen, damit nicht die ganze Gehaltsvor=
ageder
Staatsbeamten durch ſie ſcheitere uſw. uſw.
m Intereſſe des Friedens, um nicht erneut eine,
ohäſige Momente zeugende Kampfſtimmung aufkommen
ſuſlſſen, in der Lehrer gegen Beamte und umgekehrt
usgſpielt werden, und weil wir der Ueberzeugung ſind,
haßhieſe Kämpfe vor der Oeffentlichkeit nicht das Zu=
ſtaßdkommen
der Vorlage fördern und endlich einmal
usden Blättern verſchwinden müſſen, lehnen wir die
lijfſhme der Zuſchriften ab. Wir gehen dabei wohl
ſichtfehl in der Annahme, daß diejenigen Stellen, deren
Gegenkommen die Vorlage allein fördern kann, ſich
bemmicht auf die Dauer verſchließen werden.
C
Vom Hofe. Die Großherzoglichen Herr=
chifft
en folgten am Samstag mittag einer Einladung
besMiniſters des Innern v. Hombergk zu Vach und
Haſthlin zum Eſſen. Abends 7¼ Uhr begaben ſich die
Allchöchſten Herrſchaften mit Gefolge im Auto zum
Waſih der Vorſtellung im Schauſpielhaus nach Frank=
um
Die Rückfahrt nach Darmſtadt erfolgte 11 Uhr
0Pin. (Darmſt. Ztg.)
* Ernannt hat der Großherzog den Finanz=
amhann
bei dem Finanzamt Offenbach I, Jakob
oſmann zu Offenbach vom 1. April 1914 ab zum
Vhrand des Finanzamts Beerfelden.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Jaik Rullmann aus Rodheim v. d. H., Kreis
Inigberg, vom Beginn des Schuljahres 1914/15 an eine
Lehrſtelle an der Volksſchule zu Trebur, Kreis Groß=
Garzu.
†Die ſchriftliche Prüfung für den höheren Finanz=
ditnt
im Frühjahr 1914 findet am 22. April d. Js. und
an ſen folgenden Tagen von vormittags 9 Uhr an in
leifzen noch näher zu bezeichnenden Prüfungszimmer ſtatt.
* Kirchliche Dienſtnachrichten. Ernannt wurden:
Phhraſſiſtent Hamburger zu Gimbsheim zum Pfarrvikar
ingenſingen; Pfarraſſiſtent Franck zu Vilbel zum Pfarr=
vic
), dann zum Pfarrverwalter in Rohrbach, Dekanat
Eleſſtadt; Pfarramtskandidat Mink zu Bensheim zum
Pfhrverwalter in Ober=Moſſau; Pfarramtskandidat Lenz
zu bießen zum Pfarraſſiſtenten in Gimbsheim; Pfarr=
attzkandidat
Lindenſtruth zu Gießen zum Pfarraſſiſten=
talan
der Martinsgemeinde zu Darmſtadt; Pfarramts=
laufdat
Fiedler zu Gießen zum Pfarraſſiſtenten in Vil=
Pfarramtskandidat Pfaff zu Wißmar zum Pfarr=
vilg
in Schwanheim; Pfarramtskandidat Scriba zu
Werfeld zum Pfarrverwalter in Burg=Gräfenrode:
Pihramtskandidat Schäfer zu Jugenheim i. Rh. zum
Pihrverwalter in Ober=Rosbach. Die Theologi=
ſülSchlußprüfung
im Januar 1914 haben beſtan=
de
Karl Fiedler von Melſungen zu Gießen, Paul Lenz
zübießen, Otto Lindenſtruth von Freienſeen zu Gießen
Hhrich Mink zu Bensheim. Wilhelm Pfaff zu Wißmar
Aus Wetzlar), Heinrich Schäfer zu Jugenheim i. Rh.,
Irſinand Scriba von Nieder=Moos zu Wetterfeld, Hein=
rühWaldſchmidt
zu Offenbach a. M., Heinrich Weber von
Müſter zu Lich. Geſtorben iſt der evangeliſche
Pihrer Wilhelm Franck zu Rohrbach, Dekanat Eberſtadt
amt. Februar.
Vom Hoftheater. Heute eröffnet Kammerſänger
er Soomer ſein diesmaliges Gaſtſpiel als Seba=
ſiülo
in Eugen d’Alberts Muſikdrama Tiefland‟ Die
Ii der Nurri ſingt Frl. Frieda Meyer vom Hof=
lller
in Koburg als Gaſt auf Engagement. Die Vor=
ſtiling
findet im A=Abonnement ſtatt. Das Gaſtſpiel
Iners iſt zu gewöhnlichen Preiſen angeſetzt. Die Vor=
ſtlllng
beginnt um 7½ Uhr. Am Mittwoch geht nach
ſllener Pauſe die erfolgreiche Poſſenneuheit Film=
Ilter im B=Abonnement in Szene. Am Donnerstag
ßübſchiedet ſich Walter Soomer in zwei Partien, in
fhim er hier noch nicht aufgetreten iſt. Der gefeierte
üngt an dieſem Abend den Alfio in Mascagnis
alleria ruſticana und den Tonio (Prolog)
Weoncavallos Bajazzo‟. Das zwzeite und letzte
Aſriel Soomers gehört der Serie C. Es gelten die
alhöt nlichen Preiſe.

* Frauenberufswahl. Man ſchreibt uns: Soll die
Berufsarbeit der Frauen auf allen Gebieten gehoben
werden, ſoll ſie ihnen ſelbſt mehr Freude bereiten, ihnen
beſſere Lebensbedingungen bieten, ſo muß vor allen
Dingen eine großzügige Aufklärungsarbeit bei den Eltern
und Vormündern der ſchulentlaſſenen Jugend einſetzen,
und dieſe Jugend ſelbſt muß dafür gewonnen werden,
ſich auf einem Gebiet tüchtig zu machen für das Leben,
ſtatt alles zu lernen und nachher nichts richtig zu können.
Um nun dieſe Aufklärungsarbeit wirkungsvoll anzu=
greifen
, hat man in vielen Städten begonnen, ſogenannte
Elternabende einzuberufen, in denen von Sachver=
ſtändigen
die wichtigſten Frauenberufe beſprochen, Licht=
und Schattenſeiten offen gezeigt werden und beſonderes
Gewicht auf die Notwendigkeit einer guten Vor= und Aus=
bildung
für jede Berufsarbeit gelegt wird. Gleichzeitig
werden die beſten Ausbildungsgelegenheiten in der be=
treffenden
Stadt oder in einer nahe gelegenen Stadt an=
gegeben
, ebenſo wie die dadurch entſtehenden Koſten und
die Zukunftsausſichten in den einzelnen Berufen. Durch
eine ſolche Aufklärungsarbeit wird es leichter möglich ſein,
eine geſundere Verteilung des Zuſtroms für die einzelnen
Arbeitergebiete zu erreichen, und dadurch für die einzelnen
Berufe eine Ueberfüllung oder einen chroniſchen Mangel
an tüchtigen Kräften zu beſeitigen. Die Ueberſchätzung
mancher Berufsarten liegt zum Teil an der völligen Un=
kenntnis
der Anforderungen, die dieſe an die Ausübenden
ſtellen, und wiederum liegt die Unterſchätzung z. B. der
häuslichen und mancher gewerblichen Berufe in der
Außerachtlaſſung oder Verkennung von Nebenumſtänden,
die für die Frau ſehr ſtark ins Gewicht fallen, wenn ſie
dieſe Berufe in ihrem Wert für ihre Geſundheit, wie für
ihr ganzes Leben betrachtet. Um frohe und leiſtungs=
fähige
Berufsarbeiterinnen zu gewinnen, iſt vor allem
nötig, daß die Eltern die Neigung, Begabung, Geſund=
heit
und körperliche Kraft ihrer Töchter in erſter Linie in
Betracht ziehen und nicht aus törichten Vorurteilen die
Mädchen in Berufe bringen, für die dieſe Hauptfaktoren
nicht ausreichen, denn, ſo erwünſcht es auch iſt, daß jedes
Mädchen in einer harmoniſchen Ehe das Glück und die
ſchönſte Lebenserfüllung finde ſo unbeſtreitbar iſt doch die
Tatſache, daß eine große Anzahl von Frauen zu dauernder
Eheloſigkeit gezwungen iſt, oder durch den frühzeitigen
Verluſt des Ernährers zum ſelbſtändigen Erwerb ge=
drängt
wird. Darum iſt es eine gebieteriſche Notwendig=
keit
, unſere Töchter mit dem Gedanken zu erziehen, daß
auch ſie ſich eines Tages für irgend einen Beruf entſcheiden
müſſen. Als etwas Selbſtverſtändliches muß ſich die Auf=
faſſung
durchſetzen, daß wir nicht nur unſeren Knaben,
ſondern auch unſeren Mädchen eine tüchtige Schulbildung
ſchuldig ſind und daß es nicht nur unſere Söhne ſondern
auch unſere Töchter ehrt, wenn ſie berufstüchtig ſind, Geld
verdienen und ſich zu hervorragenden Stellungen empor=
arbeiten
. All denen, die in der ſo wichtigen Frage der
Berugswahl der Töchter Rat und Hilfe ſuchen, ſoll an
den ſogenannten Elternabenden, ſowie in den Auskunfts=
ſtellen
für weibliche Berufe, die bereits in einer großen An=
zahl
von Städten errichtet wurden, der Weg gewieſen wer=
den
, auf dem das Ziel zu einer tüchtigen, ſachgemäßen Be=
rufsausbildung
am ſicherſten erreicht werden kann. Der
erſte Elternabend der hieſigen Frauenberufsberatungs=
ſtelle
, für dieſes Jahr auch der einzige, findet: Montag,
den 9. März, im Saale der Landesbaugewerkſchule,
Neckarſtraße 3, abends 8½ Uhr, ſtatt. In Frl. Lotte
Steinthal, der bekannten Rednerin der Frauenberufs=
örganiſation
in Berlin, iſt eine der tüchtigſten Referen=
tinnen
für den Abend gewonnen. Das Arbeitsamt lädt
alle Eltern junger Mädchen und dieſe ſelbſt zu der Ver=
anſtaltung
ein. Der Eintritt iſt frei.
* Im Silberkranz. Heute feiern Herr Poſtſchaffner
Ludwig Steingaß nebſt Frau das Feſt der Silbernen
Hochzeit.
* Treue Mieterin. Heute ſind es 40 Jahre, daß Frau
Münch Witwe im Hauſe Langgaſſe 33 wohnt.
* Beſprechung des Projekts der Reformationskirche.
Es iſt vorgeſchlagen worden, daß das Projekt der Er=
bauung
der Reformationskirche unter Vorlage vorläufiger
Pläne der Stadtverordneten=Verſammlung ſchon jetzt zur
Kenntnis gebracht wird. Der Oberbürgermeiſter hat des=
halb
die Stadtverordneten zu einer außerordentlichen
Sitzung auf heute. Dienstag, den 3. März d. J., abends
½6 Uhr, im Rathausſaale eingeladen. Geh. Baurat Pro=
feſſor
Pützer wird ſein Projekt erläutern und dabei die
Einwendungen beſprechen. Einladungen ſind auch an
Geh. Oberbaurat Profeſſor Hofmann und Stadtpfarrer
Velte, ſowie an die Unterzeichner der Proteſteingabe er=
gangen
.

* Büchner=Büſte. Im Erker der Buchhandlung Berg=
ſtraeßer
iſt eine Büſte von Büchner, dem bekannten Ver=
faſſer
des Werkes Kraft und Stoff ausgeſtellt, die auch
ünſtleriſch von erheblichem Intereſſe iſt. Die Büſte iſt
von dem jungen Darmſtädter Künſtler Jochheim model=
liert
und zeichnet ſich aus durch Aehnlichkeit und Charak=
teriſierung
.
* Der Bezirksverein Mainz (Sitz Darmſtadt) des
Eiſenbahn=Aſſiſtenten=Verbandes hielt am Sonntag in
Wiesbaden ſeinen 10. Bezirkstag ab, welcher ſehr ſtark
beſucht war. Mit einem Hoch auf den Kaiſer und den
Großherzog von Heſſen wurde zur Tagesordnung über=
gegangen
, welche hauptſächlich in der Beratung der von
den einzelnen Ortsvereinen geſtellten Anträge zum dies=
jährigen
Verbandstage in Hamburg beſtand. Ein von
dem Verbandsvorſtand in Berlin eingegangenes Begrü=
ßungstelegramm
fand großen Beifall. Mit großer Ge=
nugtuung
wurde es aufgenommen, daß die ſo lange er=
ſehnte
Gleichſtellung mit den Poſtaſſiſtenten im Gehalt
endlich verwirklicht werden ſoll. Gleichzeitig wurde all=
gemein
anerkannt, daß die Lage unſerer Eiſenbahndiätare
keine beneidenswerte ſei und ſoll für Beſſerſtellung dieſer
Beamtenkategorie voll und ganz eingetreten werden. Be=
ſondere
Bedeutung erhielt dieſer Bezirkstag durch zwei
höchſt intereſſante Vorträge des Herrn Oberbahnaſſiſten=
ten
Schiffers aus Köln über Die kulturhiſtoriſche Ent=
picklung
der Eiſenbahnen ſowie über Das Verbands=
leben
im allgemeinen und die Leiſtungen des Verbandes
im beſonderen wofür dem Vortragenden reicher Beifall
zuteil wurde. Mit einem Hoch auf den Verbandsvorſtand
wurde der ſo ſchön verlaufene Bezirkstag geſchloſſen.
nn. Der Sterbekaſſeverein Darmſtadt hielt in der Re=
ſtauration
zur Stadt Koburg ſeine 27. Hauptverſamm=
lung
ab, die von den Mitgliedern gut beſucht war. Der von
dem 1. Vorſitzenden, Herrn Lehrer Köhres, vorgetragene
Jahresbericht ergab, daß im Laufe des Berichtsjahres
21 Mitglieder verſtorben ſind, für welche an die Hinter=
bliebenen
ein Sterbegeld von 6085,14 Mark (290 Mark
pro Mitglied) ausbezahlt wurde. Die von dem Vereins=
vorſtand
in Ausſicht genommene Herabſetzung des für die
Verwaltungskoſten beſtimmten Sterbegeldabzugs von 12
Prozent auf 10 Prozent wurde von dem Reichsverſiche=
rungsamt
in Berlin aus verwaltungstechniſchen Gründen
nicht genehmigt. Im Laufe des Vereinsjahres ſind dem
Verein 17 neue Mitglieder beigetreten. Zum ehrenden
Cedenken der verſtorbenen Mitglieder erhob ſich die Ver=
ſammlung
von den Sitzen. Das Geſamtvermögen des
Vereins iſt von 15513 Mark in 1913 auf 16035 Mark in
914 angewachſen. Der Jahres= und Kaſſebericht wurde
unter Dank und Anerkennung der Tätigkeit des Geſamt=
vorſtandes
und der Prüfungskommiſſion gutgeheißen. Bei
der Neuwahl des Vorſtandes wurden der ſeitherige ver=
dienſtvolle
Vorſitzende, Herr Lehrer Joh. Köhres, ſowie
der Rechner, Herr Rendant Baſtert, einſtimmig wiederge=
wählt
. Zu Vorſtandsmitgliedern wurden gewählt die
Herren: Oberrechnungsreviſor Haas Schriftſetzer Peter
Hildebeutel, Schriftſetzer Ludwig Schardt und Lazarett=
diener
Wilhelm Wille. In die Rechnungsprüfungskom=
miſſion
wurden gewählt die Herren: Flaſchenbierhändler
Bernhard Drechsler, Maſchinenmeiſter Ad. Rühl und
Kaufmann Adolf Simon. Am Schluß der Tagung ge=
dachte
noch Herr A. Simon des 25jährigen Gründungs=
tages
des Vereins und deſſen verdienſtvoller Gründer,
insbeſondere des Vorſitzenden des früheren Aufſichtsrats,
Herrn Schreinermeiſter Ludwig Bender, und brachte auf
dieſelben ein dreifaches Hoch aus. Mit Worten des Dan=
kes
an die Verſammlung und der Aufforderung zur Wer=
bung
neuer Mitglieder (16 Neumeldungen liegen für das
Jahr 1914 bereits vor) ſchloß der Vorſitzende die angeregt
verlaufene Hauptverſammlung um 12 Uhr.
Deutſcher Pfadfinderbund, Ortsgruppe Darmſtadt.
Am Sonntag fand im Pfadfinderheim die Schluß=
prüfung
des Sanitätskurſes ſtatt in welchem
eine Anzahl Pfadfinder durch Herrn Zugführer Kreiter
vom Roten Kreuz ausgebildet worden waren. Beſon=
ders
hatte man hierbei die praktiſche Ausführung berück=
ſichtigt
, und wurde nun nach Beantwortung der theoreti=
ſchen
Fragen durch Verbände, Transporte Verwundeter
uſw. gezeigt, was man bisher gelernt hatte. Der prü=
fende
Herr, der Kolonnenführer der freiwilligen Sanitäts=
hauptkolonne
vom Roten Kreuz zu Darmſtadt, Herr Haupt=
mann
à 1. s. R. Lotheißen, ſprach ſich ſehr befriedigt
über die Leiſtungen aus und empfahl, mit Luſt und Liebe
weiterzuüben, wozu er in liebenswürdiger Weiſe die Un=
terſtützung
der Kolonne in Ausſicht ſtellte.
* Jungdeutſchland. Am Mittwoch, den 4. März, findet
in Friedberg im Saal des Hotel Trapp, der 2. Heſſiſche

Die Schauſpielkunſt.
Ein Vortrag von Hermann Bahr.

Auf Einladung des Großh. Hoftheaters hielt am
Intag vormittag um 11½ Uhr Hermann Bahr einen
Atrag über die Schauſpielkunſt. Hermann Bahr iſt ein
Azender Cauſeur. Es wurde alſo nicht ein Vortrag im
iit gewohnten Sinne des Wortes, was die etwa 200
Mörer, die das große Foyer des Hoftheaters füllten, zu
hin bekamen. Es wurde beinahe zu einem Erlebnis;
Weinem Miterleben eines Gedankenaustauſches unter
mig hochſtehenden Menſchen, großen Künſtlern und Dich=
1. Denn es waren im weſentlichen nur die Erinne=
rlſzen
an Große im Reiche der Kunſt, an deren Bekennt=
mi
und Philoſophien über das große Geheimnis der
Eiu ſpielkunſt, und über die immer noch ſtrittige
Age: Iſt ſie überhaupt eine Kunſt oder iſt ſie es nicht?
ermann Bahr warf dieſe Frage zuerſt auf. Die
Mge., ob die Schauſpielkunſt ſich auf eine Stufe ſtellen
Ule mit der Dichtung, der Malerei, der Bildhauerei.
Uher bekannte, daß er dieſe Frage nie aufgeworfen, daß
elder alle Verlockungen, alle Verführungen dieſer Kunſt
lleigener Seele, gewiſſermaßen am eigenen Leibe, ge=
iitt
, nie an dieſer Kunſt gezweifelt. Aber andere tun
Die Schauſpieler ſelbſt. Je größer der Schauſpieler,
i ſkeptiſcher, feindſeliger ſteht er ſeiner eigenen Kunſt
ßtnüber. Wie pflegte Mitterwurzer zu höhnen, wenn
lihn einen großen Künſtler nannte. Wie pflegte er zu
Aßen: über den Verfall der heutigen Schauſpielkunſt, ſeit
lt den abſurden Gedanken gehabt hat, die Schauſpieler
htr die anſtändigen Menſchen zu rechnen. Seit man ſie
litt nnehr hinter den Zaun begräbt, ſondern zwiſchen Ge=
Blmnäten und Bankiers, als ob es für einen Schauſpieler
Anders intereſſant wäre, in alle Ewigkeit zwiſchen
Allermräten und Bankiers zu liegen. Aber auch ein an=
für
einer, der es mit ſeiner Kunſt tiefernſt nahm, Joſef
Ulnz, hat ebenſo geurteilt. Noch kurz vor ſeinem ſchreck=
IEn Ende, nach einer der geradezu vernichtenden Tour=
Am, die er alljährlich immer noch unternahm, und von
ülter vollſtändig erſchöpft zurückkehrte, ſagte ihm Hermann
Icr, er könne kein Mitleid mit ihm haben, könne nicht
Mei fen, daß er durchaus Millionär werden wolle. Kainz
Alie darauf: Doch, ich muß es werden, muß Geld
immer wieder Geld raffen, damit ich

endlich, endlich einmal der Kunſt leben kann! Nur zwei
Jahre noch möchte ich dann der Kunſt leben! So ſprach
in ganz großer Schauſpieler auf der Höhe ſeiner Kunſt.
Kainz hat die Schauſpielkunſt nie ein inneres Befriedigen
gewährt. Er wollte Dichter ſein. Und faſt alle großen
Schauſpieler treiben nebenher, oft insgeheim, irgend eine
Kunſt. Eine Kunſt, in der ſie Stümper ſind, die aber
ihre Kunſt iſt. Jeder andere Künſtler zweifelt wohl auch
einmal an ſeinem Können, daran, daß er in ſeiner Kunſt
groß werde, aber an ſeiner Kunſt überhaupt zweifelt nur
der Schauſpieler. Es muß alſo etwas ſein an dieſer
Kunſt, das groß macht und zweifeln zu gleicher Zeit. Der
Schauſpieler muß erſt die Kunſt eines anderen in ſich auf=
nehmen
, muß ſie verarbeiten und dann als eine neue,
eigene Kunſt wieder offenbaren. Auch der Maler muß
das. Er ſieht die Natur und malt ſie dann, wie er ſie ſieht.
Er glaubt natürlich, daß er beſſer malt, wie die Natur
ie wohl ganz gute Abſichten und Einfälle hat, ſie aber
lange nicht ſo verwirklichen kann, als er es kann. Das
gibt ihm. ſeinem Schaffen, eine berauſchende Freiheit. Die
aber fehlt dem Schauſpieler, er kann in dieſem Sinne nicht
Eigenes geben. Da kommt zunächſt der von ihm am
meiſten und mit Recht gehaßte Dichter, der ihm vor=
ſchreibt
, das zu ſagen, was er will. Das iſt eine ganz
ungeheuerliche Zumutung, wie ſie keinem Künſtler ſonſt
erwächſt. Der Schauſpieler ſoll in einer Handlung einen
Charakter verkörpern, ſoll aber dabei nur ſagen, was ich
ihm vorſchreibe. Dazu kommt das Volumen. Nehmen
wir an den Zorn. Der Dichter fühlt und empfindet den
Zorn, den im gegebenen Moment ſeine Figur empfinden
ſoll. Auch der Schauſpieler ſoll das. Nun ſind aber die
Volumen der Zornempfindungen doch bei jedem Menſchen
verſchieden. Sind vor allem ſehr verſchieden zwiſchen
Shakeſpeare und irgend einem kleinen modernen Dichter.
Beide Zornvolumen aber ſoll der Schauſpieler, der doch
ſelber wieder ein eigenes anderes Volumen hat, verkör=
pern
und dabei doch nur die Worte ſagen, die ich als Dich=
ter
ihm vorſchreibe. Das iſt eine geradezu furchtbare Ge=
bundenheit
. Und dieſe Gebundenheit geht durch die ganze
Exiſtenz des Schauſpielers. Jeder andere Künſt=
ler
kann ſchaffen, wenn er den inneren Drang,
die großen inneren Momente verſpürt, wenn
ihm etwas einfällt. Der Schauſpieler allein muß
ſchaffen, wenn der Inſpizient es befiehlt. Das alles über=

legen wir gar nicht, ſonſt würden wir jeden Abend aufs
neue erſchrecken über dieſe teufliſche Zumutung.
Noch ein anderes. Moiſſi kam ganz jung als
geborener Italiener=Oeſterreicher nach Wien, um
hier ganz den deutſchen Geiſt, den tiefgründigen,
denkenden, in ſich aufzunehmen. Er wurde groß
durch eine Sterbeſzene, die er in Shaws Der Arzt
am Scheideweg zu ſpielen hatte. Er, den ſeine deutſchen
Kollegen einen Schwindler nannten, weil er nur machte,
weil er nicht empfinden könne, was er ſpiele, er hatte dieſe
Rolle, in der er Töne fand wie ſie kein anderer ihm gleich
empfand, etwa 90 mal hintereinander geſpielt. Da ge=
ſchah
eines Abends etwas Unerwartetes. Er ſtarb nicht.
Starb nicht, trotz der Verzweiflung ſeiner Partnerin, ſon=
dern
dichtete ganz im Stile Shaws weiter. Bis Wag=
ner
ihn ins Nebenzimmer bringen und da ſterben ließ.
Zur Rede geſtellt und beſtraft, ſagte Moiſſi: Euch iſt nichts
recht zu machen; da werft Ihr mir vor, ich empfände nicht
beim Spiel, nun habe ich empfunden, konnte mich aber ab=
ſolut
nicht ins Sterben hinein finden, blieb wahr, und
nun iſt es Euch auch nicht recht. Das Ganze war natür=
lich
ein Scherz, aber in dieſem Scherz verkörpert ſich das
Problem der Schauſpielkunſt. Er zeigt, daß es etwas gibt,
das den Schauſpieler unterſcheidet von jeder anderen
Kunſt. Der Schauſpieler kann nicht ſeinen eigenen Stil
haben. Er kann nicht Schiller in gleichem Stil ſpielen, wie
irgend einen modernen Dichter.
Die Frage, ob der Künſtler im Moment des Spieles
das empfinden muß, was er ſpielt, iſt zu verneinen. Wenn
irgend ein großer Schauſpieler das behauptet es ge=
ſchieht
beſonders gern in Interviews ſo ſagt er bewußt
der unbewußt die Unwahrheit. Es iſt ein Unding, zu
verlangen, daß ein Othello=Darſteller das Chaos in die=
ſem
Charakter, dieſe Beſtie, ganz nachlebt, ganz empfin=
det
. Kann er das aber wirklich, dann iſt’s ein Unding, daß
er in dieſem chaotiſchen Empfinden nur die Worte Shake=
ſpeares
ſpricht. Dann hört die ganze Schauſvielkunſt auf. Und
das Wichtigſte und Intereſſanteſte daran iſt, daß, wollte
der Schauſpieler wirklich ganz empfinden, was er ſpielt,
es auf das Publikum gar keinen Eindruck machen würde.
Unzählige Beiſpiele beweiſen, daß wirkliches Weinen,
wirklicher Schmerz auf der Bühne ohne Wirkung auf das
Publikum bleiben. Und die letzte und bedeutendſte Tat=
ſache
, die den Schauſvieler von anderen Künſtlern unter=

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

Nummer 62.

Jugendtag ſtatt. Mit der Tagung iſt eine Mitglieder=
Verſammlung des Heſſiſchen Landesverbandes Jung=
deutſchland
verbunden. Die Tagesordnung lautet: 1. Er=
öffnungsanſprache
des Vorſitzenden des Landesverbandes,
Herrn Generalmajors Frhrn. v. Heyl=Darmſtadt, und Be=
grüßung
durch den Bezirksvertrauensmann, Herrn Regie=
rungsrat
Herberg=Friedberg, und den Vorſitzenden der
Ortsgruppe, Herrn Direktor D. Dr. Schoell=Friedberg;
2. Jugendwanderungen, Referent: Herr Profeſſor Kiſſinger=
Darmſtadt; 3. Bedeutung des Turnunterrichts in der
Fortbildungsſchule, Referent: Herr Lehrer Saum= Darm=
ſtadt
; 4. Rechtsberatung der jugendlichen Mitglieder der
Jungdeutſchlandvereine, Referent: Herr Bürgermeiſter
Mueller=Darmſtadt; 5. Verbandsangelegenheiten: a) Jah=
resbericht
, b) Anträge und Verſchiedenes. Zu der Tagung
haben alle Mitglieder Jungdeutſchlands und der ange=
ſchloſſenen
Vereine freien Zutritt.
* Vorträge zugunſten des Photographiſchen Inſtituts
der Großh. Techniſchen Hochſchule. Es ſei nochmals auf
den heute abend ſtattfindenden dritten Vortrag des Herrn
Profeſſor Dr. Fr. Limmer hingewieſen, der über Bil=
der
von der Inſel Bornholm ſprechen wird. Der
Vortrag wird durch Lichtbilder illuſtriert.
* Vorträge. Der vom Frauenverein der Jo=
hannesgemeinde
auf den 4. März vorgeſehene Vor=
trag
des Pfarrers Kopfermann aus Caub über Rechte
und Pflichten der Mutter bei der Kindererziehung iſt
wegen der an dieſem Abend ſtattfindenden Paſſionsandacht
auf Freitag, den 13. März, verſchoben worden.
(Nähere Anzeige folgt.)
Denjenigen, die zugleich an den von der Kommiſſion
für Reviſion der Religionslehrpläne auf Mittwoch, den
4. März, zu Darmſtadt (Fürſtenſaal, Grafenſtraße) anbe=
raumten
Vorträgen zur Einführung in die neue Bib=
liſche
Geſchichte, für die D. Dr. Die hl und Liz.
Jäger gewonnen worden ſind, und zugleich an dem von
dem Lehrerverein auf denſelben Tag angeſetzten Vortrag
von Gansberg teilnehmen wollen, wird es wertvoll ſein,
zu erfahren, daß infolge freundlichen Entgegenkommens
des Darmſtädter Lehrervereins der Vortrag von Herrn
Gansberg eine Viertelſtunde ſpäter, um 5½ Uhr (in der
Techniſchen Hochſchule) beginnen wird und daß es infolge
davon und weil die Vorträge über den Religionsunter=
richt
ſchon um 3 Uhr beginnen, recht wohl möglich iſt, an
beiden Veranſtaltungen teilzunehmen.
Den nächſten Vortrag im Verein für Ver=
breitung
von Volksbildung hat Herr Sanitäts=
rat
Dr. Gigglberger aus Michelſtadt i. O. übernom=
men
. Er wird über Erbliche Belaſtung und Entlaſtung
ſprechen und damit einen für den Einzelnen, die Familie
und für Staat und Geſellſchaft wichtigen Stoff behandeln.
Der Gegenſtand des Vortrags greift ja in mannigfaltiger
Verzweigung auf zahlreiche Lebensgebiete über, iſt eng ver=
knüpft
mit bedeutungsvollen Fragen der Geſundheit und
Wohlfahrt, des Familienbeſtandes, des Volkslebens, des
ſtaatlichen Niederganges und Aufſtieges und umfaßt nicht
nur geſundheitliche, ſondern unter anderem auch ſittliche
und volkswirtſchaftliche Verhältniſſe. Die Tatſachen, die
Formen, die Entſtehung der Belaſtung, ihr für den Ein=
zelnen
und die Geſamtheit ſchädlicher Einfluß ſoll gezeigt,
und andererſeits ſoll darauf hingewieſen werden, was ge=
ſchieht
und noch geſchehen kann, um dieſem Einfluß durch
Entlaſtung entgegenzuwirken. Der Vortrag findet im
Kaiſerſaal am Donnerstag, den 5. März, abends 8¼ Uhr,
ſtatt.
* Allgemeiner Deutſcher Frauenverein. (Ortsgruppe
Darmſtadt.) Man ſchreibt uns: Die große literariſche
äſthetiſche Epoche des 18. Jahrhunderts hat in beſonderem
Maße das Weſen der Frau emporgehoben und verkläct.
Ihren Höhepunkt erreichte dieſe Tendenz mit der ge=
ſteigerten
Perſönlichkeitsauffaſſung der Romantik. Wenn
Schleiermacher und Friedrich Schlegel, auch für die Frau
freie Entwicklung ihres individuellen Menſchen, ihre volle
Anteilnahme an der Kultur und an der Männer Bil=
dung
, Kunſt, Weisheit und Ehre fordern, ſo ſehen wir,
wie eine Reihe von bedeutenden Frauen im Sinne dieſer
Forderung, innerhalb der romantiſchen Bewegung, eine
führende Rolle ſpielen; unter ihnen ragen Karoline‟
Dorothea und Rahel beſonders hervor. Gewiß iſt es
nun, daß die in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein=
ſetzende
Frauenbewegung von dorther ſtäckſte Antriebe
empfing und das Intereſſe weiter Frauenkreiſe an dieſer
eigenartigen Zeit iſt darum begreiflicherweiſe ſtets ein
ſehr reges geweſen und geblieben. Es dürfte deshalb der
Vortrag: Frauen der Romantik von Herrn
Profeſſor H. Kißner der als feinſinniger Kenner
dieſer Epoche längſt bekannt iſt, für Viele eine willkommene

Gelegenheit ſein, ihre Kenntniſſe über die für die Frauen
ſo wichtige Zeit eines neubeginnenden geiſtigen Aufſtieges
aufzufriſchen und zu vertiefen. Der Vortrag findet
Donnerstag, den 5. März, abends 8 Uhr, im Mozartſaale
ſtatt. (Das Nähere ſiehe die Anzeige.)
* Gartenbauverein Darmſtadt. Wie im Anzeigen=
teil
erſichtlich iſt, findet am nächſten Donnerstag eine
Monatsverſammlung ſtatt, in welcher von Fachleuten
zwei zeitgemäße Themen behandelt werden.
* Vogelsberger Höhenklub (Zweigverein Darmſtadt).
Der erſte Tag im Lenzmonat führte über hundert fröh=
liche
Wanderer in der Frühe mit der Bahn nach dem auf=
blühenden
Kurort König. Schon die Fahrt durch die ſonnen=
beglänzten
Fluren verhieß einen prächtigen Vorfrühlings=
tag
nach langer, harter Winterszeit. Und dieſe Hoffnung
erfüllte ſich über alles Erwarten. Das alte und doch wie=
der
moderne Städtchen erweckte das Intereſſe derer, die
noch nicht hierher gekommen waren. Ueber das ſo ver=
ſtreut
liegende Dörfchen Kimbach gelangte man zu dem
von Sommergäſten gerne beſuchten maleriſchen Vielbrunn,
wo in der Wirtſchaft von Jochim die wohlverdiente Atzung
harrte. Die aufmerkſame, gute Bewirtung fand ungeteil=
ten
Beifall. Im herrlichſten Sonnenſchein ging es dann
neugeſtärlt nach dem inmitten des prächtigſten Baum=
beſtandes
liegenden idylliſchen Hainhaus Gar manchem
kam der Wunſch, in dieſer erhabenen, dem Lärm des Tages
entrückten Natur für einige Zeit die Sorgen und Mühen
des Lebens vergeſſen zu können. Nur ungerne wurde
dem Ruf der Führer zum Weitermarſch durch ſchönen
Wald, aber auch mitunter ſehr anhänglichen Pfaden
nach dem ſo ſchön gelegenen Rimhorn Folge geleiſtet.
Hier wurde kurz geraſtet. Es ging dann auf guter, trocke=
ner
Straße durch prächtigen Wald nach dem Endziel dem
Städtchen Höchſt. Hier nahm das gaſtliche Haus Arnold
Zur Burg Breuberg die Wandergenoſſen auf. In dem
ſchönen Saale fanden ſie, wie nicht anders erwartet, beſte
Unterkunft. In fröhlicher Geſelligkeit eilte die Zeit bis
zum Abgang des von der Bahnverwaltung in dankens=
werter
Weiſe bereit geſtellten Sonderzugs porüber. Jeder
Teilnehmer wird voll befriedigt auf den genußreichen Tag
zurückblicken, der das Wanderjahr ſo ſchön beſchloß und
noch manchem die Anwartſchaft auf das am kommenden
Samstag abend zur Verleihung kommende Goldene‟
brachte. Friſch auf!
*. Liedertafel. Der Maskenball der Liedertafel
in der Turnhalle hatte wie immer ſeine mächtige An=
ziehungskraft
ausgeübt. Im Reiche der Zigeunerbraut
befanden ſich alle die zahlreichen in allen möglichen Ver=
kleidungen
wie auch im Ballanzug erſchienenen Gäſte.
welche die weiten großartig geſchmückten und zauberhaft
beleuchteten Räume füllten. Das närriſche Treiben er=
reichte
um 12 Uhr mit dem Einzug Prezioſas und ihres
Gefolges ſeinen Höhepunkt. Eine hübſche von 12 Paaren
getanzte und von Fräulein Lederer einſtudierte Zi=
geunerquadrille
fand lebhafte Anerkennung. Bis zum
frühen Morgen wurde dem Tanz, Flirt und Sekt gehul=
digt
, ſo daß die Liedertafel mit Stolz wieder auf den Ab=
ſchluß
des diesjährigen Karnevals zurückblicken kann.
* Der Odenwaldklub Frankonia hielt am Sonntag
in den feſtlich dekorierten Räumen des Kaiſer= und Für=
ſtenſaales
ſeinen Maskenball ab. Trotzdem die Karne=
valsſtimmung
etwas verklungen, war doch der Andrang
der Gäſte über alles Erwarten groß, und beide Säle
waren dicht beſetzt. Unter den vielen Ueberraſchungen,
die geboten wurden, ſei beſonders der hiſtoriſche Einzug
des Jockels mit ſeim Bärwelche vun de Rauboch nebſt
Gefolge erwähnt. Es folgte nach deſſen Umzug im Saale
die Demaskierung. Die Polonäſe, welche über 100 Paare
zählte, wurde ehrenhalber dem Jockel und ſeim Bär=
welche
übertragen und von dieſen perſönlich geleitet. In
den Morgenſtunden wurde noch ein Maskenreigen auf=
geführt
, bei welchem die verſchiedenen Figuren durch die
feenhafte Beleuchtung und Dekorierung beſonders gehoben
wurden.
§ Schlaganfall. Am Samstag nachmittag gegen
5 Uhr iſt an der Ecke der Luiſen= und Eliſabethenſtraße
eine bis jetzt unbekannte ältere Frau von einem Schlag=
anfall
betroffen worden; ſie wurde durch die Sanitäts=
wache
mittelſt Krankenautomobil nach dem Städtiſchen
Krankenhaus verbracht. Während des Transports iſt
die Frau verſtorben.

Schwurgericht.

g. Das Schwurgericht der Provinz Starkenburg be=
gann
geſtern ſeine Verhandlung mit der Anklage gegen
den Portefeuiller Heinrich Horch aus Rembrücken wegen
eines in Offenbach begangenen Raubes. Der Vorſitzende
Großh. Landgerichtsrat Reuß begrüßte die Geſchwore=
nen
und teilte dann mit, daß die für Mittwoch angeſetzte
Vechandlung wegen Meineids gegen den Portefeuiller
Döbert und den Metallgießer Welcher, beide von Offenbach
auf den Dienstag nächſter Woche verſchoben werden mußte.
Es kommt wahrſcheinlich am Mittwoch nächſter Woche
noch eine Anklage wegen betrügeriſchen Bankrotts gegen
den Bäcker Heller aus Seligenſtadt zur Verhand=
lung
. Der heutige Angeklagte iſt 1886 zu Rembrücken
geboren und mehrmals vorbeſtraft. Ende 1912 erhielt er
wegen mehrerer Diebſtähle von der Darmſtädter Straf=
ammer
1 Jahr Gefängnis. Am 15. Dezember 1913 wurde
er aus der Zellenſtrafanſtalt entlaſſen und am 19. Dezem=
ber
beging er bereits den zur Anklage ſtehenden Raub an
dem Kaſſenboten der Firma J. Lichtenfels in Offenbach.
Er iſt in vollem Umfang geſtändig und gibt über die
Umſtände der Tat ſelbſt folgendes an: Am Montag
wurde er aus der Strafanſtalt entlaſſen und mit 12 ande=
ren
Gefangenen nach Frankfurt gebracht. Er mietete ſich
in Frankfurt eine Wohnung unter einem falſchen hollän=
diſchen
Namen und gab an er ſei Chauffeur. Da er keine
Arbeit finden konnte, ſei in ihm der Entſchluß gereift,
einen Raub zu begehen. Er wußte, daß die Offenbacher
Fabriken am Freitag zur Lohnzahlung größere Summen
von der Bank holen laſſen. Deshalb ſei er am Donners=
tag
nach Offenbach gefahren und habe ſich in der Nähe der
Diskontogeſellſchaft aufgehalten. Einen Mann, der Geld
abholte, habe er nicht verfolgt, weil der ihm zu ſtark war.
Als der Bote der Firma J. Lichtenfels, Franz Scheich,
ein ſchwacher junger Mann, mit 4000 Mark die Bank ver=
ließ
, verfolgte er ihn und ging, da er in der Biebererſtraße
keine Gelegenheit zu der Tat hatte, bis auf den Hof der
Fabrik hinter dem Boten her. Hier warf er dem jungen
Mann Pfeffer den er ſich vorher zu dem Zweck gekauft
hatte, in die Augen und entriß dem Ueberraſchten mit Ge=
walt
den Geldbeutel. Als Horch nun verſuchte zu ent=
fliehen
, ſah er, wie ein älterer Mann, das Hoftor zu=
machen
wollte, um ihm den Weg abzuſchneiden. Deshalb
warf er das Geld ſchnell fort und ſuchte das Weite, was
ihm auch gelang. Nachdem er ſeine Kopfbedeckung ge=
wechſelt
hatte, ging er am nächſten Tage wieder nach
Offenbach und wurde auf der Straße feſtgenommen. Er
habe die Tat aus Verzweiflung getan, da er von den 12
Mark, die er bei ſeiner Entlaſſung erhalten hatte, nur
noch 6 Pfennig hatte. Durch einen Stich in den rechten

Arm ſei dieſer zum Teil gelähmt, und deshalb habe er
trotz aller Bemühungen keine Arbeit bekommen können.
Auf Befragen gibt der Angeklagte dann zu, daß er in
er Zellenſtrafanſtalt einem von früher bekannten Gefäng=
nisinſaſſen
einen Zettel geſchrieben habe, er habe nach
ſeiner Entlaſſung eine Sache mit Geld in Ausſicht, wenn
das klappe, könnten ſie gemeinſam nach England gehen.
Horch ſtellte jedoch in Abrede, daß er damals ſchon einen
Raub geplant habe, vielmehr wollte er damit lediglich
ſagen, daß er ſich von ſeinen Eltern Geld verſchaffen
vollte. In der Anſtalt iſt Horch fünfmal diſziplinariſch
beſtraft worden.
Die Beweisaufnahme war nur kurz. Als erſter Zeuge
wurde der damals 16jährige Handlungsgehilfe Scheich
vernommen. Dieſer gibt an, daß ihm Horch zwei Schläge
in das Geſicht gab und dann Pfeffer in die Augen ſtreute.
Die Vernehmung der übrigen Zeugen erſtreckt ſich lediglich
uf das Vorleben des Angeklagten. Die Geſchworenen
ſprachen den Angeklagten des Raubes ſchuldig und
erſagten ihm die mildernden Umſtände,
das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 3 Jahren
Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverluſt. 2 Monate der
Unterſuchungshaft werden ihm angerechnet.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

C Konzert Dr. Walter Georgii=Geſchwiſter
Reemy. Das für alle Muſikfreunde ſicher hochintereſſante
Konzert, das die beiden, hochbegabten Geigerinnen Tula=
und Maria Reemy gemeinſam mit dem Pianiſten Dr.
Walter Georgii am 7. März veranſtalten, findet im=
Saale des Hotels ZurTraube ſtatt. Es dürfte inter=
eſſieren
, daß die Schweſtern Reemy ſchon einmal in Darm=
ſtadt
auf Einladung geſpielt haben in der Techniſchen Hoch=
ſchule
. Damals ſchrieb ein hieſiges Blatt über ihre Kunſt:
Bei ihrer ſtarken Begabung und trefflichen Schulung,
ihrem virtuoſen Können und ſicherem Stilgefühl, wußte
zweifellos jede der beiden Damen auch als Soliſtin ſtarl
zu intereſſieren; etwas ganz Apartes aber, was kaum über=
troffen
werden kann, bieten ſie im Zuſammenſpiel. Da=
verſchmelzen
die beiden Geigenſtimmen zu ſo idealer Ein=
heit
, daß nur ein einziger Wille die beiden Künſtlerinnen
zu beſeelen ſcheint; und doch wirkt der Vortrag nie ſtudiert=
oder
automatiſch, denn überall tritt in Auffaſſung und Tech=
nik
die temperamentvolle perſönliche Eigenart zutage und
verleiht der Darbietung einen durch den unterſchiedlichen
Klangcharakter der wertvollen Inſtrumente verſtärkten
feinen und ſeltenen Reiz. Gleich glänzende Kritiken
liegen über Dr. Walter Georgii vor, der ſeinerzeit bei
Profeſſor Max von Pauer in Stuttgart ſtudiert hat und
191012 erſter Klavierlehrer an der Kaiſerlichen Muſik=
ſchule
in Woroneſch (Südrußland) war. (Kartenverkauf
bei Gg. Thies Nachfl. (L. Schutter).
* Ueber Rudolf Presber Neues ſagen zu
wollen, hieße namentlich in Süddeutſchland Eulen
nach Athen tragen. Immerhin ſei gelegentlich ſeines
Vortragsabends, der am 6. März im Mathilden=
höhſaal
ſtattfindet daran erinnert, was kein Geringerer
als Detlev von Liliencron ſeinerzeit nach der Lektüce von
Presbers bekanntem Buch Leutchen, die ich lieb gewann
über den Dichterkollegen im Berliner Tageblatt ſchrieb:
Welch ein Buch! Welch ein luſtiges Buch durch und durch!
Der ernſteſte bis aufs äußerſte überlaſtete Miniſter, ſie alle,
die überlaſteten Menſchen (und wer wäre es nicht) hätten
freudige, fröhliche Stunden, wo ſie ab und zu aufſehen
müßten vom Leſen, um ſich vom Lachen auszuruhen, und
minutenlang zu ſtoppen, um ſich zu erholen. Ja, welch
ein wundervolles, köſtliches Buch iſt es! Voll durch=
deingenden
Humors. Wie ſcharf hat der Dichter uns
Menſchen geſehen, wie ſcharf unſere großen und kleinen
Eigenheiten gekannt! Wievielen wird das Buch ein er=
friſchendes
Buch ſein, wo ſie mal heim Leſen alle und alle
Sorgen, an den Laternenpfahl hängen können! Und die
Kranken, die darin leſen, müſſen geſund werden.
* Reſidenztheater am weißen Turm. Das
erſtklaſſige vollſtändig neue Programm umfaßt u. a. wie=
der
zwei große Dreiakter, Die Ehe auf Kündigung und
Das ſilberne Kreuz‟ Erſteres iſt ein Luſtſpiel mit der
reizenden Hedda Vernon in der Hauptrolle. Der Film
behandelt den Stoff eines gleichnamigen Romans. Eine
reiche exzentriſche Amerikanerin ſucht, um ſich einen Namen
zu machen, einen armen Edelmann, und zwar zu folgen=
den
Bedingungen: Für die Summe von 100000 Mark ſoll
ſich der Betreffende mit ihr verheiraten, um ſich nach drei=
monatiger
Ehe wieder ſcheiden zu laſſen. Ein Graf zu
Doeningen, ein liebenswürdiger, aber verſchuldeter Ka=
valier
, meldet ſich für dieſen Vertrag und die Ehe kommk
auf dieſer Baſis zuſtande. Jedoch als die Scheidung vor
ſich gehen ſoll, bemerken beide, daß ſie ſich lieben und alles
geht gut aus. Das ſilberne Kreuz mit Toni Sylva, dem
Star der Vitascope, behandelt eine Dorftragödie, er=
ſchütternd
in ihrer Tragik, die ſich auf einem landſchaftlich
reizvollen Hintergrund abſpielt. Hervorragend in der
Darſtellung, ein ſelten ſchöner und eigenartiger Film.
Vergeſſen wollen wir nicht die Vorführung des ſprechen=
den
Films mit Caruſo und einem Telephongeſpräch. Das
übliche Nebenprogramm vervollſtändigt den Spielplan.
-h- Von der Bergſtraße, 2. März. (Die Wein=
bauern
) ſirs zurzeit mit dem Rebenſchnitt eifrig be=
ſchäftigt
. Das Holz iſt geſund und ganz vorzüglich aus=
gereift
, berechtigt alſo zu den beſten Hoffnungen. Win=
tert’s
nicht, ſo ſommert’s nicht! ſagt der Bergſträßer Win=
zec
, und da der Winter anhaltend kalt und ſchneereich
war, ſo erwartet man in 1914 ein gutes Weinjahr. Die
Mandelbäume beginnen allerwärts zu blühen.
1 Erzhauſen, 1. März. (Ausſtellung.) Bei der
Eröffnung der zurzeit hier im Saale zur Ludwigshalle
ausgeſtellten Bücherſammlung des Heſſiſchen Volks=
ſchriftenvereins
am vergangenen Freitag abend hielt Heer
Lehrer Haſſinger aus Darmſtadt einen Vortrag über
ſchlechte und gute Bücher. Die gutbeſuchte Verſammlung
lauſchte den eindrucksvollen Worten des vorzüglichen
Redners mit geſpannter Aufmerkſamkeit und zollte reichen
Beifall. Möchte nur die Hoffnung, die Lehrer Kadel als
Leiter der Veranſtaltung in ſeinen Schlußworten zum
Ausdruck brachte, daß aus dem ausgeſtreuten guten Samen
nützliche Früchte zum Segen des ganzen deutſchen Volkes
erwachſen möchten, bald ſoweit als möglich in Erfüllung
gehen.
Langen, 2. März. (Ein neuer Schwindel.) In
einem hieſigen Schuhwarengeſchäft kaufte ein fremder Rei=
ſender
ein Paar neue Schuhe. Er zog ſie auf der Stelle
an und ließ die alten Schuhe zum Beſohlen da, wobei er
em Meiſter den Auftrag erteilte, die beſohlten Schuhe und
die Rechnung für die neuen Schuhe ihm in ſein nahegelege=
nes
Gaſthaus zu ſenden. Der Meiſter verſprach’s, doch als
er nach etlichen Stunden dem feinen Kunden im Gaſthaus
ſeine Aufwartung machen wollte, war der Mann ſelbſtver=
ſtändlich
verſchwunden.

ſcheidet: Der Schauſpieler braucht das Publikum. Hier
muß ich nun etwas intim werden und aus meinem Ehe=
leben
erzählen. Ich bin an eine Wagnerſängerin verhei=
ratet
. Es iſt etwas ungeheuer Schamloſes in der Schau=
ſpielkunſt
, weil der Schauſpieler auf der Bühne etwas
preisgibt, das er im eigenen Leben niemals preisgeben
würde. Ich wenigſtens habe dieſes Empfinden von etwas
Schamloſem ſtets gehabt. Und ſowohl meiner Frau, wie
auch Kainz, habe ich gelegentlich den Vorſchlag gemacht,
wenn meine Mittel es erlauben würden, ihnen eine Vor=
ſtellung
ganz für ſich allein, ohne Publikum zu ermög=
lichen
. Beide haben mir zu verſtehen gegeben, ich ſei ver=
rückt
. Und Kainz erzählte mir von dem unheimlichen
Empfinden, als er allein vor König Ludwig ſpielte, und
den König ſelbſt nicht einmal im Zuſchauerraum ſah. Bei
keiner Kunſt iſt das gleiche der Fall; Maler malen, Dich=
ter
dichten, wenn ſie nach Geld nicht zu fragen haben,
ganz für ſich. Der Schauſpieler allein braucht zu wirk=
lich
großem Schaffen das Publikum. Mag es auf der
Probe nach der größten Anſtrengung noch immer nicht
klappen, am Abend, wenn er ſich der geheimnisvollen
Schlange Publikum gegenüber weiß, dann kommt das
Wunder, dann wird er groß. Keiner wußte das, wie Wag=
ner
, er ſchrieb einmal an Mitterwurzer, den Sänger, der
erklärt hatte, er könne die hohen Töne nicht ſingen: Weiß
denn der unſelige Menſch immer noch nicht, daß meine ho=
hen
Töne nicht mit der Stimme ſondern mit Enthuſigs=
mus
geſungen werden? Das iſt unſtreitig richtig. Der
Künſtler braucht den Kontakt mit dem Publikum. In ge=
wiſſem
Sinne freilich iſt das auch mit Dichtern der Fall.
Goethe hat das wohl gewußt und ſeine Geſpräche mit
ſonſt unbedeutenden Männern, dienten nichts anderem.
Olbrich, der Unvergeſſene, ebenfalls. Der Schauſpieler
aber muß mehr wie einer mit den Maſſen in Kon=
takt
ſtehen. Und überall ſteht der Schauſpieler darum
neben dem Prieſter. Die Myſterien der Athener waren
nichts anderes als das ganz Sichſelbſtverlieren, das Auf=
gehen
in dem innerlich empfundenen Wunder. Die Schau=
ſpielkunſt
hat mit anderer Kunſt gar nichts zu tun.
Sie iſt eine ganz eigene Kunſt, aber keine ſchlechtere, eine,
die ebenſo wirklichen Wert hat, die den Dingen in uns
das geheimnisvolle Etwas, das uns umgibt, Leben ver=
leiht
und Wirklichkeit.
Dem Vortrag wohnten der Großherzog und die
Großherzogin bei, die den Dichter nach ſeinem
Vortrage herzlich beglückwünſchten.
M. St.

[ ][  ][ ]

Nummer 62.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

Seite 5.

sd. Bürſtadt, 2. März. (Gefährlicher Rauf=
ſandel
.) Gingen da in einer der letzten Nächte die Tag=
öhner
Heinrich Ritter, Franz Held und Johann Ki
ſian von hier auf unſerer Ortsſtraße nach Hauſe, wobei
ſe in einen heftigen Wortwechſel gerieten, der damit endete,
ſie den Heinrich Ritter zu Boden warfen und ihn mit
fattenſtücken furchtbar mißhandelten. Als ſich Ritter ſeinen
begnern durch die Flucht entziehen wollte und in einen
ſaſſenden Augenblick davonſprang, gab Franz Held etwa
ſinf bis ſechs Schüſſe aus einem Revolver auf Heinrich
ſitter ab, wodurch derſelbe durch einen Schuß in die
Schulter getroffen wurde. Das Geſchoß mußte im Kran=
knhaus
in Worms durch einen operativen Eingriff entfernt
verden. Gegen Held und Kilian iſt Anzeige wegen Tot=
ſhlagsverſuch
bezw. Körperverletzung erhoben. Außerdem
ſchwebt gegen Held der erſt im letzten Sommer nach Ver=
büßung
einer einjährigen Gefängnisſtrafe wegen Körper=
herletzung
hierher zurückgekehrt iſt, noch ein anderes Ver=
jahren
wegen Körperverletzung und dürfte derſelbe eine
ſehr hohe Strafe zu erwarten haben.
Mainz, 2. März. (Zu einem General=
kppell
ehemaliger 118er) dürfte ſich die am 28.
Funi ds. Js. in der Stadthalle zu Mainz ſtattfindende
Fahnenweihe des Vereins ehemaliger 118er geſtalten.
Viele frühere Angehörige des Infanterie=Regiments Prinz
Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118 werden die Gelegenheit
nicht vorübergehen laſſen, ſich in dem langjährigen
Standorte des erſten Bataillons wieder einmal mit den
alten Regimentskameraden zu treffen. Gleichzeitig wer=
den
auch eine große Anzahl Brudervereine aus Heſſen an
der Feier teilnehmen, da mit der letzteren zugleich das
Bezirlsfeſt der Kriegerkameradſchaft Haſſia verbunden iſt.
Dem Ehrenausſchuß für das Feſt gehören an: Geheimera:
Beſt, Provinzialdirektor und Territorialkommiſſar der
Feſtung Mainz. Bömper=Lothary, Vorſitzender der kame=
radſchaftlichen
Vereinigung ehemaliger 117er, Dr. Fried=
rich
, Stabsarzt a. D., Dr. Göttelmann, Oberbürgermeiſter
der Stadt Mainz. Dr. Hangen, Landgerichtspräſident,
Frhr. von Heyl, Generalmajor à la suite, erſter Präſident
der Kriegerkameradſchaft Haſſia, Generalleutnant von
Kathen, Gouverneur der Feſtung Mainz, Krämer, erſter
Vorſitzender des Haſſia=Bezirkes Mainz, Laury, Eiſen:
bahndirektions=Präſident, Baurat Lucius, Kreis= Bau=
inſpektor
, Oberſt Münter, Kommandeur des Inf.=Regts.
Nr. 118, Oberſtleutnant z. D. Nippraſchk, Kommandeur
des Landwehrbezirks Mainz, Oberſt z. D. Pennrich,
Generalmajor. Frhr. von Puttkamer=Berlin=Friedenau,
früher Komandeur des Inf.=Regts. Nr. 118, Hauptmann
a. D. C. Ring, Gutsbeſitzer auf Steinbach (Oberbayern),
Generalmaor von Ruville, Kommandant der Feſtung
Mainz, Generalmajor Frhr. von Speßhardt, Kommandeur
der 50. Infanterie=Brigade, Major a. D. Strecker= Wies=
baden
, Polizeirat Vohmann, Major der Reſerve a. D.
Wallau und Geh. Schulrat Dr. Walter. Nähere Auskunft
über das Feſt gibt der geſchäftsführende Vorſitzende des
Vereins ehemaliger 118er, Redakteur W. Schneider=
Mainz.
Mainz, 2. März. Geländet wurde unterhalb des
Floßhafens bei Mombach am Samstag abend die Leiche
eines unbekannten Mannes, die ſchon ſtark in Verweſung
übergegangen. Das Alter wird auf 2030 Jahre geſchätzt.
Er iſt 1,65 Meter groß, hat dunkle Haare und breite Stirn;
bekleidet iſt er mit dunklem Sackanzug mit rötlichen Streifen
blauem Maſchiniſtenkittel, weißem Vorhemd, Stehumleg=
kragen
, blaurotgeſtreiftem Hemd, trug ſchwarze, gut er=
haltene
Schnürſchuhe und grauwollene Socken. Die letzteren
ſind mit A. Z. gezeichnet. Die Leiche kam auf den Mom=
bacher
Friedhof. (Die Jagd auf den Einbre=
cher
.) Am Sonntag morgen um 6 Uhr beobachtete ein
Metzger, daß in dem Schuhwarenladen Ecke Lotharſtraße
und Große Bleiche ein Einbrecher tätig war. Der Dieb
verließ auch alsbald mit einem großen Paket Schuhwaren
den Laden. Der Metzger rief ſofort Schutzleute herbei. Als
der Einbrecher die Beamten ſah, warf er das Paket zu
Boden und ergriff die Flucht. Hinter ihm drein liefen die
Schutzleute und eine Anzahl Paſſanten. In dem Sackgäß=
chen
der Pfandhausſtraße verſchwand der Einbrecher. Die
Jagd nach dem Dieb erfolgte nun über die Dächer hinweg.
In der Blindenanſtalt wurde der Einbrecher unter einer
Bank verſteckt aufgefunden. In dem Schuhwarenladen
hatte er die Kaſſe aufgebrochen und 29 Mark Kleingeld
geſtohlen. Er gab an, Hugo Haas zu heißen und von
Mainz zu ſein. Schließlich gab er an, den Stempel mit
dem falſchen Namen habe er ſich erſt am Abend vorher in
Frankfurt anfertigen laſſen. An einem Arm iſt er mit den
Buchſtaben L. R. tätowiert. Auf weitere Fragen um ſeinen
richtigen Namen gab er keine Antwort mehr. Er wurde
ins Unterſuchungsgefängnis gebracht. Wie jetzt feſtgeſtellt,
handelt es ſich um einen ſchweren Jungen, der aus dem
Zuchthaus in Ulm entſprungen iſt.
Worms, 2. März. (Großfeuer.) In der letzten
Nacht hat lt. W. Ztg. ſchon wieder ein großer Brand ge=
wütet
. Vor 1 Uhr entſtand in den Chemiſchen Fabriken
und Aſphaltwerken Akt.=Geſ., hinter der Eiſenbahnbrücke
Feuer. Mächtige Rauchwolken zogen bis über die Stadt.
Der Fabrikvorſtand Dr. Artmann fand ſich ¼ nach 1 Uhr
an der Brandſtelle ein. Einige Schuppen, der Arbeiter=
ſpeiſeraum
und ein Naphthalindeſtillationsraum jenſeits
der Bahngleiſe fielen den Flammen zum Opfer. Des vor=
angegangenen
Sonntags wegen war bei Ausbruch des
Feuers der Fabrikbetrieb abgeſtellt. Der Brand entſtand
in einem Deſtillationskeſſel, der allerdings ſchon 24 Stun=
den
nicht mehr in Betrieb war. Größerer Schaden iſt nicht
entſtanden. Die Betriebseinrichtung iſt ſo gut wie nicht
verletzt, ſo daß die Fabrikation unbehindert fortgeſetzt
wird. Gegen ½2 Uhr wurde die hieſige Feuerwehr alar=
miert
, die ſofort nach der Brandſtelle abrückte. Sie war
jedoch zunächſt machtlos, da bei dem Fabrikgelände ſich
keine ſtädtiſchen Hydranten befinden, auch war die Fabrik=
pumpe
zurzeit in Reparatur, ſo daß das Waſſer dem
Rhein mit den Handſpritzen entnommen werden mußte.
Es wurde daher die Heylſche Dampfſpritze alarmiert, nach
deren Eintreffen es erſt möglich war, dem Feuer Einhalt
zu tun. Auch die Fabrikfeuerwehr von Doerr u. Reinhart
war mit zwei Spritzen zur Stelle. Die Waſſerentnahme
aus dem Rhein machte ungeheure Schwierigkeiten, da die
Spritzen nur ſehr ſchwer am Rheinufer aufzuſtellen ſind.
* Gießen, 2. März. (Generalmajor von
Trotta, genannt Treyden), der bisherige Kom=
mandeur
des Infanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, iſt zum Kommandeur der 57. In=
fanterie
=Brigade in Freiburg im Breisgau ernannt
worden.
(*) Friedberg, 1. März. (Beerdigung.) Der
verſtorbene Direktor des Lehrerſeminars, Dr. Hermann
Schäfer, wurde heute beerdigt; einen ſolch rieſigen Leichen=
zug
dürfte unſere Stadt ſelten geſehen haben. Vertreter
des Miniſteriums, der Regierung, der oberſten Schul=
behörde
, der Kreisſchulkommiſſion, der Stadt uſw. hatten
ſich eingefunden. Daß ſich der Verſtorbene der Hochachtung
und Zuneigung ſeiner Schüler erfreut hat zeigte die
große Zahl Volksſchullehrer, die ihrem beliebten Direktor
das letzte Geleite gaben. In ſeiner zehnjäheigen Tätigkeit

als Direktor von 1904 bis 1914 hat er ſich um die
Anſtalt ſehr verdient gemacht. Er iſt der Sohn des frühe=
ren
langjährigen Seminardirektors Schäfer, der bis 1893
das Lehrerſeminar leitete.

Verkehrsausſchuß der Bergſtraße.

* Der Engere Ausſchuß des Verkehrsausſchuſſes der
Bergſtraße trat im Hotel Deutſches Haus in Bensheim
zu ſeiner zweiten Sitzung im neuen Geſchäftsjahr zuſam=
men
, die von Vertretern der Orte an der Bergſtraße gut
beſucht war. Ueber den wichtigſten Punkt der Tagesord=
nung
hatte bereits zehn Tage vorher eine Beſprechung des
Engeren Ausſchuſſes in Weinheim ſtattgefunden. Der Vor=
ſitzende
, Herr Rentner Sieben=Auerbach, eröffnete die
Sitzung, und nachdem das Protokoll der letzten Sitzung
verleſen war, erfolgte die Rechnungslegung über den Bil=
derwettbewerb
und die Ausſtellungen Die Bergſtraße im
Bilde‟ Die Rechnung war von Herrn Sieben aufgeſtellt
nd von Herrn v. Schad geprüft worden. Die Einnahmen
und Ausgaben gleichen ſich mit 5144 Mk. 35 Pfg. aus, nach=
dem
die Hauptkaſſe zur Deckung der Unterbilanz einen Zu=
ſchuß
von 96 Mark geleiſtet hatte, Herrn Sieben wurde ein=
ſtimmig
Entlaſtung erteilt. Aus dem Wettbewerb iſt eine
große Zahl Bilder der Bergſtraße für die verſchiedenen
Zwecke des Ausſchuſſes hervorgegangen, die nun zur An=
fertigung
von Lichtbilderſerien, zu Illuſtrationen von Füh=
rern
und Proſpekten und für Artikel in illuſtrierten Zeitun=
gen
zur Verfügung ſtehen. Trotzdem das Publikum den
Ausſtellungen große Sympathie entgegengebracht hatte und
ſie ſehr ſtark beſucht worden ſind, waren die Speſen für In=
ſtandſetzung
der Ausſtellungsräume, Transporte nach den
verſchiedenen Orten, Druckſachen, Verſicherungen, Reklame
uſw. doch ſo bedeutend, daß ſie durch die eingegangenen
Eintrittsgelder nicht ganz gedeckt werden konnten. Der
Ausſchuß kann ſich jedoch damit tröſten, daß er mit den
Ausſtellungen unzweifelhaft eine ausgezeichnete und ver=
hältnismäßig
ſehr billige Reklame für Darmſtadt und die
Bergſtraße gemacht hat, die ſicher in Zukunft gute Früchte
tragen wird.
Eine ſehr lebhafte Diskuſſion entſpann ſich über den
weiteren Punkt der Tagesordnung. Infolge der projek=
tierten
Gründung eines Verkehrsverbandes im Odenwald
und im Neckartal unter badiſcher (Heidelberger) Führung,
ſah ſich der Vorſitzende, obgleich er in der Gründungsſitzung
in Eberbach für die Gründung lebhaft eingetreten war, ver=
anlaßt
, die Frage aufzuwerfen, ob es nicht richtiger ſei
daß der Verkehrsausſchuß der Bergſtraße ſich die heſſiſchen
Orte des Odenwaldes und des Neckartales angliedere und
ſeine bewährte Organiſation auf dieſe Landesteile aus=
dehne
, umſomehr, als durch die kürzlich errichtete Verkehrs=
kommiſſion
der Provinzialdirektion Starkenburg, welcher
Kommiſſion er angehöre, eine Inſtanz geſchaffen ſei, die
ſich der Vertretung der Verkehrsintereſſen der Provinz
Starkenburg erheblich annähme. Die Diskuſſion ergab,
daß infolge der gänzlich verſchiedenen wirtſchaftlichen In=
tereſſen
der einzelnen Teile der Provinz untereinander und
infolge des Fehlens jeglicher Eiſenbahn=Verkehrswege, die
bekanntlich dem Verkehr den Weg weiſen, aus dieſen Ge=
bieten
nach der heſſiſchen Bergſtraße, es nicht opportun er=
ſcheine
, einen derartig künſtlich zuſammengefügten Inter=
eſſenverband
zu gründen. Es wäre jedenfalls richtiger, die
einzelnen Gebiete ſich in ihren geographiſchen, das heißt
natürlichen Intereſſenſphären zuſammenſchließen zu laſſen
als ſie in einen durch politiſche Grenzpfähle eingezäunten
Intereſſenkreis hineinzupreſſen. Es wurde einſtimmig be=
ſchloſſen
, den Verkehrsausſchuß nicht zu erweitern und da=
für
, wie bisher, kräftige Arbeit für ſeine eigenen Intereſſen
zu leiſten, um dadurch eine Zerſplitterung der Kräfte zu
vermeiden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 1. März. Der Direktor der
Königl. Univerſitäts=Poliklinik für orthopädiſche Chirurgie
Profeſſor Dr. Georg Joachimsthal, iſt geſtern abend
infolge eines Schlaganfalles im Alter von noch nicht 51
Jahren in Berlin geſtorben, nachdem er ſeit Anfang
Dezember vor. Js. eine ſchwere Influenza=Infektion erlit=
ten
hatte, von der er ſich nicht mehr erholen konnte. Die
vorläufige Nichtbewilligung des Neubaues
des Königlichen Opernhauſes in Berlin bean
tragt die nationalliberale Fraktion des Abgeordnetenhau=
ſes
. Sie ſtellt zum Bauetat den Antrag, die als erſte Rate
angeforderten 500000 Mark für den Opernhausneubau ab=
zuſetzen
und die Staatsregierung zu erſuchen, in beſchleu=
nigter
Weiſe den vorgelegten Bauentwurf der Königlichen
Akademie des Bauweſens zur Abgabe eines Urteils zu
unterbreiten und im Falle eines Plazets der Akademie im
Wege des Nachkredits eine erſte Rate für den Neubau von
neuem anzufordern. Nicht nur in der nationalliberalen
Fraktion, ſondern auch im Zentrum und bei den Fortſchritt=
lern
dürfte dieſer Antrag Unterſtützung finden. In der
Budgetkommiſſion wie im Plenum iſt die Frage des
Opernhausneubaues bisher noch zurückgeſtellt worden.
Der Verdacht, den Mord am Teufelsſee ausgeführt
zu haben, lenkt ſich immer mehr auf zwei Landſtreicher, die
abends nach der Tat in der Nähe des Tatortes geſehen
wurden. Ein Schaubudenbeſitzer überraſchte ſie in Wilden=
bruch
, wo ſie im Walde übernachteten. Die Beſchreibung
ſtimmt hinſichtlich eines Mannes genau mit den Angaben
eines Jungen überein, der am Sonntag früh von einem
Manne gefragt wurde, ob ſchon etwas von dem Frauen=
morde
bekannt ſei. Der Mann war auch mit einem Cape
bekleidet. Es muß darauf aufmerkſam gemacht werden
daß in der Nähe der Leichen eine Kapuze gefunden wurde
wie ſolche an Capes befeſtigt werden. Ein Sittlichkeitsver=
brechen
wurde übrigens nicht verübt, ſondern lediglich ein
Raubmord.
Frankfurt, 1. März. Das Großherzogspaar
von Heſſen folgte den Frankfurter Nachrichten zufolge
geſtern abend einer Einladung unſeres neuen Intendanten
zu einem Beſuch des Darmſtädter Gaſtſpiels im
Frankfurter Schauſpielhaus. Die Großherzog=
lichen
Herrſchaften wurden von Herrn Hofrat Behrend
empfangen, der auch der Großherzogin einen Blumenſtrauß
überreichte, und in die Intendantenloge geleitet, deren
Vorraum mit Blumen und Teppichen ſehr nett hergerichtet
war. In einer Loge gegenüber nahm das Gefolge des
Großherzogs Platz. Auch Prinzeſſin Friedrich Karl von
Heſſen wohnte der Vorſtellung bei, und die fürſtlichen Herr
ſchaften kamen in der Pauſe zu einer angeregten Unter=
haltung
zuſammen. Dabei wurde auch Hofrat Behrend
wiederholt ins Geſpräch gezogen und der Großherzog
ſprach ſeine Anerkennung über die Veranſtaltung aus.
Weinheim, 1. März. (Ein merkwürdiger To=
desfall
in einem Krankenhauſe) erregt das
größte Aufſehen. Ein 2jähriges Mädchen namens Kaiſer
wurde wegen ſchwerer Diphtherie von zwei Aerzten in das
Krankenhaus gebracht, weil ein anderer Operationsſaal
nicht zur Verfügung ſtand. Die Operation hätte ſofort vor=
genommen
werden müſſen. Die Oberin verweigerte aber
den Aerzten den Eintritt in den Operationsſaal, weil

Frauen darin ſeien und beharrte auf ihrer Weigerung, ob=
wohl
die Aerzte auf die Gefährlichkeit des Falles hinwieſen
und erklärten, daß das Kind erſticken müſſe, wenn die
Operation nicht ſofort vorgenommen werde. Auch dies
half nicht. Das Kind ſtarb nach einer halben
Stunde. Mit dem Fall hat ſich die Staatsanwaltſchaft
ereits befaßt, um Wiederholungen ſolcher Fälle zu ver=
hüten
.
Straßburg, 2. März. (Skandalierende Sol=
daten
.) Der heutige Polizeibericht meldet: Geſtern
abend zwiſchen 10 und 11 Uhr verübte eine größere An=
zahl
Soldaten (Pioniere) in mehreren Wirtſchaften
am Fiſcherſtaden und in der Krutenauſtraße einen der=
artigen
Skandal, daß mehrmals eingeſchrit=
ten
werden mußte. Auch Sachbeſchädigungen wurden
verübt. Ziviliſten waren an der Sache nicht beteiligt.
Anzeige iſt erſtattet.
Konſtanz, 2. März. (Bürgermeiſterwahl.)
Der Bürgermeiſter Dietrich in Kehl wurde heute zum
Oberbürgermeiſter der Stadt Konſtanz gewählt.
Braunſchweig, 2. März. (Brand einer Kirche.)
Im Bergſtädtchen Wildemann brannte in der Sonntag=
nacht
das Gotteshaus nieder. Die Urſache des Brandes,
der im Dachſtuhl ausbrach, iſt unbekannt.
Wetzlar 2. März. (Verlegung der Biebricher
Unteroffizierſchule.) Nachdem nunmehr der Ge=
bäudekomplex
der Unteroffizierſchule fertiggeſtellt iſt, ſteht
endgültig feſt, daß die Unteroffizierſchule Biebrich am
1. April hierher überſiedelt. Ein Kommando von 30
Mann iſt bereits heute zur Vornahme von Einrichtungs=
arbeiten
hier eingetroffen.
Erfurt, 2. März. (Die Peterskirche) ſoll wieder
hergeſtellt werden. Von den 1 Million Mark betragenden
Baukoſten werden auf Antrag des =Provinzialausſchuſſes
der Provinz Sachſen 600000 Mark durch eine Lotterie auf=
gebracht
, 400000 Mark durch die Kirchengemeinde St. An=
dreas
zu Erfurt, die Provinz Sachſen, die Stadt Erfurt
ſelbſt und durch verſchiedene Bürger Erfurts.
Rüdersdorf, 2. März. (Raubmordverſuch.)
Auf der Vogelsdorfer Chauſſee wurde der Bergarbeiter
Wilhelm Zamorski aus Görleberg von Unbekannten über=
fallen
, in die Bruſt geſchoſſen und ſeiner Barſchaft im
Betrage von 80 Mark beraubt. Als er zum Bewußtſein
kam, ſchleppte er ſich zum Gemeindevorſteher von Vogels=
dorf
. An ſeinem Aufkommen wird gezweifelt.
Danzig, 2. März. (Todin den Flammen.) Im
Oſtſeebad Heubude geriet das Armenhaus, ein
altes Lehmgebäude mit Strohdach, in Brand, der ſo ſchnell
um ſich griff, daß ſich nicht alle Inſaſſen retten konnten.
Drei alte Frauen und ein neunjähriger Knabe fanden den
Tod in den Flammen. Eine vierte Frau ſtarb auf dem
Transport nach dem Krankenhaus.
Gneſen, 2. März. (Mord.) In einem Walde bei
Gneſen wurde eine Frau von einem Soldaten erſchlagen.
Der Mörder wurde verhaftet.
Poſen, 2. März. (Sich ſelbſt erſchoſſen.) Der
Landwirt Guſtav Münſter von Grünhof bei Poſen ſprang
während der Jagd über einen Graben. Dabei entlud
ſich das Gewehr, die Kugel drang dem Jäger in die Bruſt
und tötete ihn.
Brünn, 1. März. (Feuer.) Heute vormittag brach
in der Filz= und Wollfabrik, Aktien=Geſellſchaft,
von Moritz Berans und Söhne ein Brand aus, dem Woll=
vorräte
im Werte von 300000 Kronen zum Opfer fielen.
Peſt, 1. März. (Die Debrecziner Attentäter
verhaftet.) Bei der hieſigen Polizeidirektion iſt von der
Bukareſter Polizei die Meldung eingetroffen, daß
die beiden Attentäter, die den Bombenanſchlag auf den
griechiſch=katholiſchen Biſchof Mikloſſy verübt haben, be=
reits
verhaftet werden konnten. Die Attentäter ſind
der geweſene aus Weſtarabien ſtammende Univerſitäts=
lehrer
Catharau, der ſeit einiger Zeit als Boxkämpfer im
Zirkus und in verſchiedenen Varietés auftrat, der andere
iſt ein Matroſe Theodoroff, ein gebürtiger Ruſſe, der mit
dem bekannten Meuterſchiff Potemkin das ſeinerzeit in
Galatz gelandet hatte, nach Rumänien kam und ſich ſeit
dieſer Zeit dort aufhielt. Er und Catharau hielten ſich
wenige Tage vor dem Attentat in der Bukowina auf, wo
ſie in Geſellſchaft einer Frau geſehen wurden. Die Ver=
haftung
konnte auf Grund der Perſonenbeſchreibung erfol=
gen
, die ein jüdiſcher Hauſierer, bei dem die Attentäter das
vielgenannte falſche Leopardenfell, das ein ganz gewöhn=
liches
Lammfell iſt, gekauft haben, machte. Der Hauſierer
erkannte in den beiden Verhafteten ganz beſtimmt die bei=
den
Käufer des Felles.
Rom, 1. März. (Zum Diebſtahl von Ram=
pollas
Teſtament.) Der verhaftete Kammerdie=
ner
des Kardinals Rampolla, Peppino Carette, hat ein
umfaſſendes Geſtändnis abgelegt. Er erklärte, daß
das unauffindbare zweite Teſtament des Kardinals von
ſeinem Bruder geſtohlen worden ſei. Hierdurch wollten die
beiden von der Schweſter des Kardinals Rampolla, der
Baronin Perrana, Geld erpreſſen, da dieſe im erſten gülti=
gen
Teſtament bedacht war, während das zweite ſie von
jeder Erbfolge ausſchloß. Die Polizei iſt augenblicklich
damit beſchäftigt, den Bruder Carettes ausfindig zu
machen.
Mailand, 2. März. (Durch eine Lawine ver=
ſchüttet
.) Eine Kompagnie des 7. italieniſchen
Alpenjäger=Regiments wurde geſtern beim Paß Forcell an
dem Abhange des Piz Antelao, Provinz Belluno, von
einer Lawine überraſcht und eine Anzahl Solda=
ten
verſchüttet. Es gelang den frei gebliebenen Soldaten,
die verunglückten Kameraden zu befreien. Ein Unteroffi=
zier
wurde durch die Schneemaſſen ſchwer verletzt.
Paris, 2. März. (Der Poſtdiebſtahl.) Zwei
leere Poſtſäcke wurden auf einem Grundſtücke des Vorortes
Pantin von einem Bäckerlehrling aufgefunden. Die Unter=
ſuchung
ergab, daß einer der Säcke aus dem Poſtraube in
der Rue Chauchat herrührt. Die Polizei vermutet, daß der
Urheber dieſes Raubes ſchon vor längerer Zeit einen Dieb=
ſtahl
verübt hat und gleichzeitig ſich der beiden Säcke ent=
ledigt
habe. Der Diebſtahl iſt noch nicht aufgeklärt. Es
wurde nur feſtgeſtellt, daß der Diebſtahl in der Rue Chau=
chat
erfolgt ſein muß, wo der Poſtwagen mit dem Geld
drei Minuten ohne Aufſicht war. Entgegen der urſprüng=
lichen
Annahme iſt die Beute, die den Dieben in die
Hände fiel, ſehrgering. Die Diebe hatten den größten
Sack erfaßt, der jedoch nur zurückgeſandte Titres enthielt,
alſo wertlos für die Diebe ſind. Ein Poſtſack, der neben
dem geſtohlenen lag, enthielt dagegen zwei Millionen Fr.
Die Unterſuchung hat ergeben, daß die Poſtbeamten als
Schuldige nicht in Betracht kommen können, daß ſie aber
wohl wegen Nachläſſigkeit zur Verantwortung zu ziehen
ſind. Von den Dieben fehlt bis jetzt jede Spur.
Paris, 2. März. (Ein furchtbares Familien
drama) ſpielte ſich geſtern in dem Vororte Perreux ab.
Die lebensgefährlich erkrankte Rentnerin Maurice rief ihren
Sohn, einen Maſchiniſten, und ihren Bruder an ihr Lager,
um ſie zu verſöhnen. Aber anſtatt auf ihre Bitten zu hören
erhob der Sohn gegen ſeinen Onkel die heftigſten Vor=
würfe
. Als dieſer ihn zu beſchwichtigen ſuchte, feuerte er
vier Revolverſchüſſe auf ihn ab. Der alte Mann wurde

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

Nummer 62.

ſterbend in das Krankenhaus gebracht. Der Mörder wurde
verhaftet.
Nizza, 2. März. (Ein fürſtlicher Landſtrei=
cher
.) Geſtern verhaftete die hieſige Polizei einen Land=
ſtreicher
und brachte ihn zur Wache. Dort ſtellte ſich beim
Verhör zur größten Ueberraſchung heraus, daß der Ver=
haftete
ein Prinz, und zwar der Fürſt Ferdinand de
Ligori, Prinz von Refficci, iſt. Es ergab ſich weiter,
daß der Prinz von ſeiner Familie reichliche Unterſtützung
empfängt und lediglich aus Luſt und Liebe zum Aben=
teuerleben
als Landſtreicher die Welt durchzieht.
Madrid, 2. März. (Geſtrandeter Dampfer.)
Die Blätter melden aus Algeciras: Ein unbekannter deut=
ſcher
Dampfer iſt an der Küſte von Marokko aufgelaufen
und von Kabylen angegriffen worden. Der ſpaniſche
Kreuzer Eſtramadura und drei Kanonenboote ſind von
Algeciras nach der Unfallſtelle abgegangen. Einzelheiten
fehlen noch.
London, 1. März. (Ein vergrabenes Gold=
lagernach
59 Jahren aufgefunden.) Die Daily
Mail weiß von einer romantiſchen Geſchichte zu erzählen,
die in Jetmore (Kanſas) das Tagesgeſpräch bildet. Da=
nach
hätten Farmer Goldkörner gefunden, die einen Wert
von mehreren 100000 Mark darſtellten. Die angeſtellten
Nachforſchungen führten zu dem überraſchenden Reſultat,
daß die Muggets von einem Goldlager herrührten, die vor
59 Jahren von Goldgräbern darin verſteckt wurden, die
aus Kolorado in ihre Heimat zurückkehren wollten, unter=
wegs
aber bei Pwanee Rock von Indianern überfallen und
bis auf einen Mann niedergemacht wurden. Es gelang
ihm, ſich trotz ſeiner ſchweren Verletzungen, bis zu der näch=
ſten
Anſiedelung zu ſchleppen. Dort erzählte er von dem
grauſigen Maſſakre, dem ſeine Gefährten zum Opfer ge=
fallen
waren. Ehe er noch nähere Angaben über den Ort
des vergrabenen Goldlagers machen konnte, ſtarb er. Durch
einen Zufall entdeckten vor einiger Zeit Farmer, die in
die Gegend des damaligen Ueberfalles kamen, das Verſteck.
Bis jetzt ſind für zirka 300000 Mark Goldkörner gefunden
worden. Man nimmt jedoch an, daß die Ausbeute noch
weit reichhaltiger ſein wird.
London, 1. März. (Maſſendemonſtration zu=
gunſten
der ſüdafrikaniſchen Arbeiterfüh=
rer
.) Heute nachmittag fand im Hydepark eine von dem
nationalen Eiſenbahner=Gewerkverein veranſtaltete Maſſen=
demonſtration
zugunſten der neun aus Südafrika ausge=
wieſenen
Arbeiterführer ſtatt. Zwei rieſige Arbeiterauf=
züge
, an denen ſich mindeſtens 50000 Mann beteiligten,
bewegten ſich vom Viktoria=Quai und vom Cricklewood
nach dem Hydepark. Die neun Verbannten marſchierten in
der erſteren Prozeſſion. Im Hydepark waren neun Tri=
bünen
errichtet, von denen herab die neun Helden des
Tages, ſowie viele andere engliſche Arbeiterführer heftige
Reden gegen die ſüdafrikaniſche Regierung, den General=
gouverneur
Lord Gladſtone und die Apathie des britiſchen
Kabinetts hielten. Außer den Demonſtranten hatten ſich
viele Zehntauſende Schauluſtiger eingefunden, ſo daß der
Park buchſtäblich von Menſchen wimmelte. Es wurden
das Vorgehen der ſüdafrikaniſchen Regierung ſcharf ver=
urteilende
Reſolutionen angenommen. Alles verlief glatt
und ohne Ruheſtörung.
London, 2. März. (Bombe in der Kirche.) In
der Kirche St. Johannes der Evangeliſt in Weſtminſter
explodierte geſtern abend in einem Kirchenſtuhl in
der Nähe der Kanzel eine Bombe, als eben die letzten
Andächtigen die Kirche verließen. Das Innere der Kirche
fing Feuer, der Brand wurde jedoch ſchnell gelöſcht.
Neu=York, 1. März. (Die Arbeitsloſen.) Geſtern
verſuchten etwa 1000 Arbeitsloſe die Tabernakel=
kirche
zuſtürmen, da ſie dort nachts über ſchlafen woll=
ten
. 50 Mann drangen zuerſt in die Kirche ein. Hier wohn=
ten
gerade Gläubige, in der Hauptſache Frauen, einem
Gottesdienſte bei. Sie flüchteten panikartig auf die Kanzel
zum Prieſter, dasſie glaubten, daß es ſich um einen Apachen=
Ueberfall handelt Der Prieſter verſuchte vergeblich, die
Arbeitsloſen davon zu überzeugen, daß in der Kirche kein
Nachtaufenthalt ſei. Schließlich eilte der Prieſter, unter=
ſtützt
von dem Kirchendiener, zum Tor, das er verſchloß.
Draußen verſuchten nun die Zurückgewieſenen, das Tor
gewaltſam zu öffnen. Glücklicherweiſe kam nach kurzer
Zeit Polizei herbei, die die Arbeitsloſen zerſtreute. Es
muß zugegeben werden, daß die Not in Neu=York unter
der armen Bevölkerung ungeheuer iſt. Nach einer letzten
Statiſtik zählt man über 300000 Arbeitsloſe. Es wird
beabſichtigt, im Parlament eine Vorlage einzubringen, um
der Not Linderung zu verſchaffen.
Neu=York, 2. März. (Ein ſehrheftiger Sturm)
wütete geſtern abend in dem Gebiete, das von Pittsburg
und Buffalo weſtlich und von Hatteras und Maine öſtlich
begrenzt wird. Der Sturm hat an den Eiſenbahnen und
Telegraphen= und Telephonleitungen großen Schaden an=
gerichtet
. Zahlreiche Orte ſind vom Verkehr abgeſchnitten.
In Neu=York iſt Schnee gefallen, der 9½ Zoll hoch liegt.
In der Umgebung Neu=Yorks ſind mehrere Perſonen
umgekommen. Mehrere Schiffe ſind an der Küſte von
Neu=England geſtrandet.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 2. März. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 2 Uhr 17 Minuten. Zunächſt wer=
den
Petitionen, welche die Kommiſſionen für unge=
eignet
zur Erörterung im Plenum erachtet haben, entſpre=
chend
erledigt. Hierauf wird die Novelle zum Be=
ſoldungsgeſetz
in erſter Leſung auf Geſchäftsord=
nungsantrag
des Abg. Dr. Spahn (Zentrum) ohne Debatte
an die Budgetkommiſſion verwieſen, ebenſo die auf der
Tagesordnung ſtehenden Nachtragsetats. Sodann beginnt
die
zweite Leſung des Poſtetats.

Abg. Ebert (Soz.): Die Ueberſchüſſe der Poſt= und
Telegraphenverwaltung im letzten Jahre ſchließen mit
einer Mindereinnahme von mehreren Millionen Mark. Die
ſtarke wirtſchaftliche Depreſſion, deren ſchlimme Folgen die
Regierung bei der Arbeitsloſendebatte beſtritt, mußte ſie
bei der Etatsaufſtellung alſo mit in Anſatz bringen. Im=
merhin
aber betragen die Ueberſchüſſe dieſer Verwaltung
100 Millionen Mark. Dieſe gewaltigen Ueberſchüſſe ſollten
aber dem Verkehr nutzbar gemacht werden, anſtatt zur
Balancierung des ganzen Reichsetats benutzt zu werden,
Das Poſtſparkaſſenweſen muß weiter ausgedehnt werden.
Der Schnellzugsverkehr müßte auch der Paketbeförderung
in weitgehendſtem Maße eröffnet werden. In bezug auf
die Preßtelegramme ſteht Deutſchland dem ganzen übrigen
Deutſchland gegenüber zurück. Der Staatsſekretär ver=
kennt
das hohe politiſche Intereſſe, welches dieſer Art von
Telegrammen zukommen. Im allgemeinen gut bewährt
haben ſich die Brieftelegramme; nur ſollte die Annahmezeit
auf den ganzen Tag ausgedehnt werden, wie es im Aus=
land
ebenfalls gehandhabt wird. Die Einführung eines
niedrigen einheitlichen Weltportos iſt notwendig. Zu der
Zaberner Poſtaffäre hat der Staatsſekretär in der Kom=
miſſion
eine eigentümliche Haltung eingenommen. Oberſt
v. Reuter hat vor dem Kriegsgericht die Beamten, die der

Staatsanwalt ſonſt ſehr ſchützt, des Amtsverbrechens be=
chuldigt
. Die Unterſuchung hat ergeben, daß von eine‟
Vorenthaltung der Poſtſendungen keine Rede ſein kann.
Der Staatsſekretär begnügt ſich aber damit, daß Oberſt
Reuter erklärte, er habe nicht beabſichtigt, jemanden zu be
leidigen. Gegen die Beamten wird die Unterſuchung und
Beſtrafung eingeleitet. Die Poſtverwaltung gibt alſo ihre
Beamten einfach preis. Wir verlangen deshalb Beamten=
ausſchüſſe
, deren Befugniſſe geſetzlich feſtgelegt werden
müſſen. Die Anſtellungsverhältniſſe der mittleren Beam
ten ſind in den letzten Jahren viel ſchlechter geworden.
Verwunderlich iſt, daß die Verwaltung die Oſtmarkenzu=
lage
wieder in den Etat eingeſtellt hat, nachdem doch dieſe
Zulage, deren politiſcher Charakter nicht geleugnet werder
kann, vom Reichstag mit großer Mehrheit abgelehnt wor=
den
iſt. Möge die Poſtverwaltung ihren Beamten gegen=
über
an die Stelle falſcher Sparſamkeit eine großzügige
Sozialpolitik treten laſſen.
Staatsſekretär Krätke: Der Vorwurf, die Poſtver=
waltung
habe ihre Beamten preisgegeben, iſt nicht richtig
Oberſt v. Reuter hat niemand des Amtsverbrechens und
er Unterſchlagung beſchuldigt, ſondern nur Tatſachen feſt=
geſtellt
, die ſich als richtig ergeben haben. Die Ahndung
der Vorkommniſſe iſt dadurch notwendig geworden. Eine
Preisgabe der Beamten iſt mir nicht vorzuwerfen. Beſon=
ders
hat die Sozialdemokratie keine Urſache, mir Preisgabe
er Beamten vorzuwerfen, da gerade ſie die Beamten leicht
beſchuldigt und nichts zurücknimmt. (Sehr gut! rechts.
Unruhe bei den Soz.)
Abg. Nacken (Ztr.): Der Poſtetat iſt recht vorſichtig
aufgeſtellt. Wir begrüßen, daß die Poſtverwaltung eine
ſehr zweckmäßige Neuerung eingerichtet hat, die Poſtkredit=
briefe
. Die Verkaufsautomaten für Briefmarken, Poſt=
karten
uſw ſowie die automatiſchen Poſtabſtempelungs=
maſchinen
für Einſchreibebriefe und andere Poſtſachen ſoll=
ten
in ſchnellerer Folge und in größerer Zahl aufgeſtellt
werden. Die Telephonverbindungen zwiſchen Berlin und
einigen größeren Orten läßt noch ſehr viel zu wünſchen
übrig. Die unter Chiffre poſtlagernd geſchickten Briefe
bedeuten eine große Gefahr für die Jugend. Zum wenig=
ten
müßte der Abholer ſeinen Namen angeben, ſchon damit
kein Unberufener poſtlagernde Briefſachen abholen kann
Den Aufſchwung, den die Krankenkaſſen bei der Poſtver=
waltung
genommen haben, iſt erfreulich. Eine weitere
Förderung wird von uns gern unterſtützt. Erfreulich iſt
as Anwachſen des Poſtſcheckverkehrs mit dem Auslande
und der Ausbau der funkentelegraphiſchen Verbindungen
mit den Kolonien, namentlich auch mit, denjenigen der
Südſee. Hierin liegt ein großes Verdienſt des Staatsſekre=
tärs
. Die Beförderung von Geſchäftspapieren nach dem
ernen Oſten muß beſchleunigt werden. Die Beamtenaus=
ſchüſſe
, denen gegenüber der Staatsſekretär ſich immer noch
ablehnend verhält, fordern wir wieder, da durch ſie man=
herlei
Unzufriedenheit im großen Beamtenheer vermieden
werden kann. Anzuerkennen iſt, daß unſere Poſtverwalt=
ung
auch im vorigen Jahre ſich ihrer Aufgabe gewachſen
gezeigt hat. Auch künftig müſſen dieſe Einrichtungen in
fortſchrittlichen Geiſte ausgebaut werden. (Beifall im
Zentrum.)
Staatsſekretär Krätke: Ich kann dem Hauſe mittei=
en
, daß ſich China nunmehr auch dem Weltpoſtverein an=
geſchloſſen
hat. Damit verbeſſert ſich der Geſchäftspapier=
und Druckſachenverkehr mit China, für welchen die ſibiriſche
Bahn nutzbar gemacht wird. Die Brieftelegramme ſollen
künftig ſchon von 5 Uhr an angenommen werden. 25 wei=
tere
Telegraphenämter ſind für dieſen Verkehr ausgeſucht
worden. (Bravo!) Mit Oeſterreich=Ungarn ſind Verhand=
ungen
auf Einführung dieſes Verkehrs im Gange. Der
automatiſche Betrieb wird ausgebaut, wenn auch nicht ſo
chnell, da die Apparate zunächſt noch ſehr teuer ſind aber
hald im Preiſe erheblich zurückgehen werden. Auch können
wir die Apparate nicht ohne Aufſicht ſtehen laſſen. Die
Apparate für Einſchreibebriefe finden beim großen Publi=
kum
wenig Anklang, weil die Aufgabezettel natürlich nicht
den Namen des Adreſſaten aufweiſen. Hinſichtlich der Poſt=
reditbriefe
ſind Konferenzen einberufen. Der Ausbau der
unterirdiſchen Telegraphenleitung Berlin-Köln wird be=
ſchleunigt
werden. Die Frage der poſtlagernden Briefe iſt
eine ſehr ernſte Angelegenheit, Zweifellos wird dieſe Ein=
ichtung
vielfach zu Briefwechſeln gebraucht, die von den
Angehörigen der Betreffenden nicht gewünſcht werden.
Das Uebel iſt aber nicht ſo leicht zu beſeitigen. Die Aus=
weispapiere
ſind ein mangelhafter Schutz gegen Mißbrauch
durch den illegitimen Poſtverkehr. Die Poſtkrankenkaſſen
nehmen einen erfreulichen Aufſchwung. Weibliche Angeſtellte
haben ſich im Telephonverkehr als beſſer geeignet erwieſen,
als die männlichen Kollegen, da ſie höflicher und nicht ſo
empfindlich ſind gegen nervöſe Bemerkungen, als Männer.
Auch werden Gehilfinnen an kleineren Poſtämtern aus=
ilfsweiſe
beſchäftigt und dazu ausgebildet. Bei den Zu=
wendungen
an bedürftige Beamten können wir nicht auf
eingehende Ermittelungen darüber verzichten, ob der Be=
treffende
noch anderweitige Zuwendungen erhält. Uns
ſtehen beſchränkte Mittel zur Verfügung. Wir wollen den
wirklichen Bedürftigen herausfinden. (Beifall.)
Abg. Beck=Heidelberg (natl.): Auch von der Poſt
ann nicht erwartet werden, daß ſie unter dem Selbſtkoſten=
preis
wirtſchaftet. Die Poſtverwaltung hat allen Grund,
auf Anerkennung des Volkes zu rechnen, denn ihre Ueber=
ſchüſſe
haben ſich gegen früher weſentlich vermehrt. Wir
dürfen nicht wegen des diesjährigen Rückganges der Ein=
nahmen
peſſimiſtiſch in die Zukunft blicken. Wie die In=
duſtrie
, ſo hat ſich auch die Leiſtungsfähigkeit unſerer poſta=
liſchen
Einrichtungen ganz vorzüglich bewährt. Das Peti=
tionsrecht
der Beamten wollen wir nicht eingeſchränkt wiſ=
ſen
. Die Beamten müſſen als Staatsbürger die gleichen
Rechte haben wie jeder andere, wenn ſie auch Rückſicht
gegen ihre Behörden zu nehmen haben. Den Beamten
ſollte auch nicht das Recht genommen werden, in den kom=
munalen
Körperſchaften mitzuwirken. Den Gehilfinnen
im Poſt= und Telegraphendienſt muß die Möglichkeit der
unkündbaren Anſtellung gegeben werden. (Bravo!) Den
Inhabern der Poſtagenturen ſollten höhere Entſchädigun=
gen
für ihren Dienſtaufwand gewährt, überhaupt ihre gan=
zen
Verhältniſſe aufgebeſſert werden. Die Tagegelder der
Poſtboten bedürfen dringend der Aufbeſſerung. Die Druck=
ſachen
ſollten auch dienſtlich in eilige und nichteilige Sen=
dungen
geteilt werden. Für letztere wäre ein ermäßigter
Portoſatz angebracht. Der Brieftelegrammverkehr würde
bei entſprechender Auswahl der Telegraphenämter weiter
zu fördern ſein. Das ganze Geſchäftsgebaren der Poſt be=
darf
der Vereinfachung. Nach Möglichkeit müſſen Maſchi=
nen
eingeſtellt werden. Abg. Dr. Oertel (konſ.): Wir
ſchließen uns der Anerkennung für den Staatsſekretär
durchaus an. Wir haben keinen Anlaß, an dem Etat Kritik
zu üben, nur beantragen wir die Wiederherſtellung der Oſt=
markenzulage
. Ein gewiſſer fiskaliſcher Geſichtspunkt iſt
nötig, denn wir brauchen die Ueberſchüſſe der Poſt. Unſere
Poſt wird im Ausland vielfach als muſtergültig angeſehen.
Eine Herabſetzung der Zeitungsbeförderungsgebühr wäre
uns natürlich nur angenehm. Aber auch da darf das fiska=
liſche
Intereſſe nicht ganz außer Acht gelaſſen werden.
Gegen die Beſchäftigung weiblicher Beamten habe ich, da
ich kein Anhänger des Feminismus, der Frauenemanzipa=

tion, bin, meine Bedenken, wenn ich auch nicht engherzig
bin. Die Stellen müſſen aber der Eigenart, dem Organis=
mus
und ihrer Seele entſprechen. Die Frau iſt bereits in
der Regel Vorgeſetzter des Mannes im Hauſe. Amtliche
Vorgeſetzte führen aber zur Verweiblichung. Daß die
Damen zu Fernſprechgehilfinnen, ihrem Organismus ent=
ſprechend
, ſich beſonders eignen, weiß ich nicht, jedenfalls
ſind die Aerzte anderer Meinung. Wenn weibliche Beamte
angenommen werden, ſo müſſen ſie auch entſprechend be=
zahlt
und für die Zukunft geſichert werden. Vielleicht ließe
es ſich machen, daß ſie, wenn ſie noch nicht penſionsfähig
ſind, beim Ausſcheiden eine Rente erhalten. Damit be=
kommen
ſie vielleicht noch einen Mann und können einer
edleren und natürlicheren Beſchäftigung zugeführt werden.
(Heiterkeit.) Gegen die Gehilfinnen in den Poſtämtern
dritter Klaſſe haben wir ſchwere Bedenken. Sie tun dort
Schalterdienſt und ſind Vorgeſetzte der Unterbeamten und
Poſtboten. Dem Kollegen Nacken bin ich für ſeine Hart=
näckigkeit
dankbar, mit der er eine Verſchärfung des poſt=
lagernden
Briefverkehrs verlangt. Im Falle Zabern konnte
der Staatsſekretär gar nicht anders handeln, da Verfeh=
lungen
der Poſtbeamten vorgekommen ſind, die naturge=
mäß
unterſucht und eventuell beſtraft werden müſſen. Der
Staatsſekretär wird das in ihn geſetzte Vertrauen auch
weiterhin in vollſtem Maße zum Nutzen für unſere Poſt=
verwaltung
rechtfertigen. (Beifall rechts.)
Staatsſekretär Krätke: Zweifellos erfreut ſich das
platte Land nicht der poſtaliſchen Vorzüge der Großſtadt.
Wir ſind aber auf Beſſerung der Verhältniſſe ſtets be=
dacht
, was namentlich aus der Verbeſſerung im Telephon=
verkehr
hervorgeht. Auch ich bedauere lebhaft, daß die
Fernſprechgebührenordnung nicht angenommen worden iſt.
Wann wir aber mit einer neuen Vorlage kommen werden,
kann ich heute noch nicht ſagen. Die Beſchäftigung weib=
licher
Beamten hat ſich bewährt. In Oeſterreich iſt die
Zahl der Beamtinnen noch viel größer und die Einrichtung
ſt gut. (Widerſpruch rechts.) Auch den Poſtagenten gilt
inſer großes Wohlwollen. Eine beſtimmte einheitliche Ge=
haltsſkala
iſt für ſie aber nicht möglich. Wie der Abg. Beck
zu der Anſicht kommt, die Verwaltung ſähe die Uebernahme
kommunaler Ehrenämter durch die Poſtbeamten nicht
gern, iſt mir nicht klar. Wir haben keinerlei Bedenken. Den
Poſtbeamten kann aber nicht jederzeit Urlaub gewährt
werden. Er muß ſich vertreten laſſen. Die Paketbeförderung
iſt nicht durchweg von ſchnellfahrenden Zügen ausgeſchloſ=
ſen
worden; ſie muß aber beſchränkt werden, da die Räume
ür den enorm anwachſenden Briefverkehr gebraucht
werden.
Darauf wird die Weiterberatung auf Dienstag,
1 Uhr pünktlich, vertagt. Vorher Anfragen, außerdem
kolonialamtsetat. Schluß halb 7 Uhr.

Ein Erlaß des baueriſchen Kriegs=
miniſters
.

* München, 2. März. Der Kriegsminiſter
hat über die Behandlung der Soldaten
einen Erlaß hinausgegeben, in dem es heißt: Die
Fälle unwürdiger Behandlung von Untergebenen haben
rotz vielfacher Erlaſſe des Kriegsminiſteriums keine ge=
nügende
Einſchränkung. Um dies endlich zu erreichen iſt
es unerläßlich, daß bei allen Vorgeſetzten der ernſtliche
Wille zur Ausrottung dieſes, die Armee nach innen wie
ach außen ſchwer ſchädigenden, Uebels vorhanden iſt.
Allem voran muß ich von jedem Offizier fordern, daß er,
der Vornehmheit ſeines Berufes eingedenk, ſich nicht nur
roher Behandlung, ſondern auch der gewohnheitsmäßigen
Anwendung von Schimpfworten enthält. Ich erwarte,
daß in dem Vorgehen gegen Offiziere welche die erfor=
derliche
Selbſtbeherrſchung vermiſſen laſſen, künftig jede
unangebrachte Nachſicht der Diſziplinar=Vorgeſetzten oder
Gerichtsherrn bei Seite gelaſſen wird. Von ausſchlag=
gebender
Bedeutung für die Erreichung dieſes Zieles iſt
die gewiſſenhafte Handhabung der Dienſtaufſicht und die
nachhaltige Erziehung der Unteroffiziere und der mit Vor=
geſetzteneigenſchaften
ausgeſtatteten Mannſchaften durch
die Kompagniechefs ꝛc. Ich werde die dem Kriegs=
miniſterium
zur Meldung gebrachten Fälle eingehend prü=
fen
laſſen und mit unnachſichtiger Strenge auch gegen
jene Vorgeſetzten einſchreiten, die durch nachläſſige Pflicht=
auffaſſung
Mitſchuld an einer unwürdigen Behandlung
von Mannſchaften tragen. Die Offiziere, die fernerhin
perſönlich in gröblicher Weiſe gegen den nun zur Genüge
gekennzeichneten Willen des Kriegsminiſteriums verſtoßen
der ihre Pflicht der Dienſtaufſicht in erheblichem Grade
vernachläſſigen, haben eine ſtrenge Erörterung der Frage,
ob ſie ſich noch für ihre Stellung eignen, zu gewärtigen.
Damit auch die Unteroffiziere über die Tragweite
einer ſolchen Handlungsweiſe nicht im Unklaren ſind, iſt
ihnen zu eröffnen, daß bei ſchweren Fällen des Miß=
brauchs
der Dienſtgewalt es zählen hierzu auch Chi=
kanen
und Quälereien der Mannſchaften im inneren
Dienſt nach dem Willen des Kriegsminiſterums die Ge=
nehmigung
zur Fortſetzung der Kapitulation nicht erteilt
werden ſoll, ſofern nicht überhaupt eine ſofortige Kapi=
tulationslöſung
eintritt. Die Befürchtung, daß durch
ſtrengeres Vorgehen gegen die Mißhandlungen die
Leiſtungen der Truppe Schaden leiden könnten, iſt irrig.
Der anſtändige Geiſt der Abteilung und damit die wirk=
liche
Diſziplin iſt durch die erniedrigende Behandlung der
Mannſchaften und durch mehr oder minder offene Duldung
einer ſolchen in weit höherem Grade gefährdet. Bei aller
Strenge der vienſtlichen Anforderungen, von denen nichts
nachgelaſſen werden ſoll, muß der Soldat die Empfindung
haben, daß ſeine Vorgeſetzten auf eine gute und gerechte
Behandlung ſehen. Die Vorgeſetzten aller Grade müßten
ſich bewußt ſein, daß gerade durch eine üble Behandlung
der Mannſchaften der Armee die meiſten Feinde entſtehen
und die Luſt am Waffendienſt verdorben wird. Während
im anderen Falle ſich auch Leute zu brauchbaren Soldaten
erziehen laſſen, die mit einem Vorurteil zum Heere einge=
rückt
knd.

Luftfahrt.

Zum Prinz=Heinrich=Flug.
* Mainz, 1. März. Bei einer heute hier unter
Vorſitz des Generalleutnants Gäde=Freiburg i. B. ſtatt=
gefundenen
Vertreterverſammlung der Südweſtgruppe
des Deutſchen Luftfahrerverbandes wurde die Mitteilung
emacht, daß zum Prinz=Heinrich=Flug 1914 heute am
erſten Nennungstage, bereits die Höchſtzahl der Teilneh=
mer
von den Zivilfliegern überſchritten iſt, indem 24
Nennungen von Flugzengen in Privatbeſitz abgegeben
vurden. Für den Flug, zu dem der Nennungsbeginn der
1. März und Nennungsſchluß der 15. März iſt, werden
höchſtens 20 Offiziere und 20 Zivilflieger zugelaſſen. Ver=
ſchiedene
Firmen haben zwei oder drei Flugzeuge ge=
meldet
. Von jedem Flugzeugbeſitzer wird zunächſt in der
Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen ein Flug=
zeug
zugelaſſen, und wenn hiermit die Zahl der 20 Flug=
zeuge
nicht erreicht iſt, ein zweites oder drittes Flugzeug

[ ][  ][ ]

Nummer 62.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

Seite 7.

ſſw. In der heutigen Verſammlung waren vertreten die
Städte Koblenz, Darmſtadt, Frankfurt, Freiburg, Gie=
jen
, Karlsruhe, Kaſſel, Konſtanz, Mainz. Mannheim,
Marburg, Pforzheim, Saarbrücken, Straßburg, Speyer,
Wiesbaden und Worms.

Todesſturz zweier Brüder.

* Lyon, 1. März. Die beiden Brüder Salvez
die mit einem Eindecker eigenen Syſtems auf dem Flug=
ſplatze
Ambérieu Verſuche machten, ſtürzten in einen 30
Meter tiefen Steinbruch. Gabriel Salvez war ſofort tot,
ſein Bruder erlag im Hoſpital den erlittenen Verletzungen.
* Paris, 1. März. Die beiden auf dem Flugfelde
von Ambérieu verunglückten Flieger ſtammen aus
Rußland und heißen mit ihren richtigen Namen Gabriel
und Peter Wrombleski. Das von ihnen erfundene Flug=
zeug
, mit dem ſie den Flugverſuch machten, war ein ge=
ſpanzerter
Eindecker.

* Paris, 1. März. Wie aus Tunis gemeldet wird
ſollen die Flieger des dortigen Militärflugzeug= Geſchwa=
ders
demnächſt einen gemeinſamen Flug über Al=
gier
, Oran, Udſchda und Fez nach Caſablanca unter=
nehmen
.
* Chartres 2. März. Der Flieger Garin er=
reichte
mit drei Paſſagieren eine Höhe von 3300 Metern
und ſtellte damit eine neue Höchſtleiſtung auf.
* Buenos=Aires, 2. März. Der argentiniſche
Flieger Newbery, der bereits mehrere Rekordflüge
ausgeführt hatte, iſt geſtern in den Cordilleren tödlich
verunglückt. Sein Fluggaſt wurde ſchwer verletzt.

Automobilunfälle.

*. Worms 2. März. Der Möbelfabrikant Mef=
fert
mit Familie (Frau und 2 Kindern) und 2 Perſonen
fuhren geſtern abend im Automobil von Worms nach
Hauſe. Auf dem Bahnübergang bei Rheindürkheim wurde
das Automobil vom 2uge der Kleinbahn Oſt=
hofen
-Rheindürkheim erfaßt und vollſtändig zerſtört.
Der Vater und ein Kind waren ſofort tot die Mutter
und der Chauffeur wurden ſchwer verletzt in das
Krankenhaus zu Worms verbracht.
Die Wormſer Zeitung berichtet über das Unglück noch:
Der Möbelfabrikant Philipp Adam Meffert Mit=
inhaber
der Firma Süddeutſche Möbelfabrik, Pfanne=
becker
, Kahn u. Co., G. m. b. H., befand ſich mit ſeinem
Automobil und fünf anderen Inſaſſen von
Worms aus auf dem Nachhauſeweg. Außer Herrn Mef=
fert
hatten in dem Wagen weiter Platz genommen ſeine
Frau, ſeine zwölf= und neunjährigen Töchter, ſowie der
Chauffeur Ph. Rödelsperger. Der ſechſte Inſaſſe war der
Eiſenbahnunteraſſiſtent Münch von Rheindürkheim.
Zwiſchen der Rheindürkheimer Fahrt und Rheindürkheim,
in der Nähe der neuen Ueberlandzentrale, kreuzt die Klein=
bahn
Oſthofen-Rheindürkheim die Landſtraße, die dort
in gerader überſichtlicher Linie führt. Wie bei allen Ueber=
gängen
dieſer Kleinbahnen befindet ſich hier keine
Schranke die Züge fahren langſam und künden ihr
Nahen durch Glockenſchläge an. Das Auto hatte ſich dieſer
Stelle genähert, als der Zug 7424, der 8.25 Uhr in Rhein=
dürkheim
nach Oſthofen abgeht, ebenfalls herankan. Das
Automobil, an deſſen Steuer Herr Meffert ſelbſt ſaß, muß
wohl verſucht haben, noch vor dem Zug über die Eiſen=
bahnlinie
hinwegzukommen. Die Lokomotive hatte
aber ſchon das Automobil erfaßt; es wurde eine
Strecke weit mitgeſchleift und blieb als wüſter Trümmer=
haufen
zerſtreut am Schienenſtrang liegen. Herr Meffert
und das neunjährige Töchterchen Anny erlitten ſo ſchwere
Verletzungen, daß der Todauf der Stelle eintrat.
Frau Meffert und der Chauffeur wurden ſchwer verletzt
und befinden ſich im Krankenhaus. Heute früh waren
beide noch bewußtlos und nicht vernehmungsfähig. Das
zwölfjährige Mädchen kam mit leichteren Verletzungen
davon, während Münch wie durch ein Wunder gerettet
wurde. Er ſoll im letzten Augenblick abgeſprungen und
zwiſchen die Räder des Zuges zu liegen gekommen ſein.
Die Leichen der beiden Toten wurden nach der Wohnung
in Rheindürkheim gebracht. Die Unfallſtelle wurde poli=
zeilich
abgeſperrt.
Der Polizeibericht lautet: Ein ſchreckliches
Automobilunglück hat ſich geſtern abend in Rheindürkheim
ereignet. Der 44 Jahre alte von hier gebürtige Möbel=
fabrikant
Adam Meffert der ſeit Mitte 1910 ſeine
Fabrik von hier nach Rheindürkheim verlegt hat, hatte

geſtern mit ſeiner Familie mittels Automobils einen Aus=
flug
gemacht und war im Begriff nach Haus zurückzu=
kehren
, als er auf dem Bahnübergang in Rheindürkheim
mit dem um 8 Uhr 44 Min. hier abgefahrenen Zug der
Nebenbahnſtrecke Oſthofen-Rheindürkheim-Guntersblum
zuſammenſtieß. Herr Meffert und ſein neunjähriges
Töchterchen fanden den ſofortigen Tod, während ſeine
Frau und ein zwölfjähriges Töchterchen lebensgefährliche
Verletzungen erlitten. In dem Wagen befanden ſich noch
der Chauffeur und ein Eiſenbahnunteraſſiſtent. Der
Chaufſeur erlitt ebenfalls erhebliche Verletzungen, wäh=
rend
der Aſſiſtent ohne nennenswerten Schaden davon
kam. Der Zufall wollte es, daß nicht auch das jüngſte
Kind ein 5½ Jahre altes Söhnchen dabei war, dies
befand ſich bei der Großmutter. Das Automobil iſt total
zertrümmert und liegt noch an Ort und Stelle. Die drei
Verletzten wurden ſofort in das hieſige Krankenhaus ge=
bracht
.
Zu dem Automobilunfall bei Worms teilt uns der
Heſſiſche Automobilklub mit, daß er ſich ſofort
an ſämtliche Kreisämter ſeines Intereſſengebiets
(Provinzen Starkenburg und Rheinheſſen) mit dem Er=
ſuchen
gewandt hat, durch Vermittelung der Kreisbau=
inſpektionen
ihm ſämtliche für den öffentlichen Verkehrge=
fährlichen
Stellen der öffentlichen Wege, insbeſon=
dere
auch die nicht durch Schranken geſchützten
Bahnübergänge der Kleinbahnen bekannt zu geben.
um dieſe Stellen auf ſeine Koſten mit internationalen
Warnungstafeln zu kennzeichnen.
* Prenzlau, 1. März. Kurz hinter Prenzlau er=
eignete
ſich auf der Landſtraße ein ſchweres Auto=
mobilunglück
. Das Auto des Bergwerksdirektors
Dr. Heye das vom Direktor und Leutnant a. D.
Kaazer geſteuert und außerdem mit den beiden Berg=
werksdirektoren
Moll und Dr. Berghaus beſetzt war,
geriet ins Schleudern. Das Auto wurde gegen einen
Baum geſchleudert überſchlug ſich und ſämtliche
Inſaſſen wurden in weitem Bogen hinausgeſchleudert.
Während Kaazer und Heye mit ganz geringfügigen Ver
letzungen davon kamen, erlitten die Direktoren Moll und
Berghaus ſchwere Schädelverletzungen und waren ſo=
fort
tot Ueber die Urſache des Unglücks konnte man
ſich zunächſt kein klares Bild machen. Ein Chauſſee=
wärter
fand dann etwa 200 Meter von der Unfallſtelle
einen Federbolzen. Die Unterſuchung des verunglückten
Automobils ergab daß ſich auf der Fahrt der Bolzen der
vorderen Feder gelockert hatte und verloren gegangen war.
Infolgedeſſen brach die Feder. Das in voller Fahrt befind=
liche
Automobil flog herum und ſchlug gegen einen
Baum.

Aus Mexiko.

Benton ermordet und nicht ſtandrechtlich erſchoſſen.
* Berlin, 2. März. Die hieſige mexikaniſche Ge
ſandtſchaft hat vom Miniſterium des Aeußern aus Mexiko
folgendes Telegramm erhalten: Die Ermordung des
engliſchen Untertanen Wladimir Benton wird durch
Francisco Villa beſtätigt. Benton hatte ſich
zu Villa mit dem Erſuchen begeben, daß die Rebellen die
Wegnahme ſeines Eigentums unterlaſſen ſollten. Die
mexilaniſche Regierung richtet aus dieſem Anlaß ein
Rundſchreiben an die fremden Geſandtſchaften in Mexiko
und eine Note nach Waſhington, in der ſie kundgibt, daß
es die Ziviliſation erfordert, zu verhindern, daß die mexi=
kaniſchen
Rebellen von den Vereinigten Staaten Waffen
erhalten, da ſie unter politiſchen Vorwänden Verbrechen
begehen während die geſetzmäßige Regierung die größten
Opfer bringt, um das Eigentum und die Intereſſen der
Einheimiſchen und Fremden zu garantieren.
* El Paſo, 1. März. Das zur Unterſuchung des
Todes des Engländers Benton eingeſetzte Ko=
mitee
hat ſeine Reiſe nach Chihuahua am Sonntag plötz=
lich
verſchoben oder aufgegeben. Die Beteiligten erklär=
ten
, daß die Aufklärung des Umſtandes, daß die Abreiſe
nicht erfolgt ſei, von dem Staatsdepartement in Waſhing=
ton
gegeben werden müſſe.
* Waſhington, 1. März. Präſident Wilſon
und Staatsſekretär Bryan hatten heute nachmittag eine
lange Unterredung, die ſich um Mexiko drehte.
* Waſhington, 2. März. Präſident Wilſon er=
klärte
heute vormittag, die Verzögerung der Abreiſe der
Kommiſſion zur Unterſuchung des Todes Ben
tons ſei nicht allein durch die Weigerung des Gene=
rals
Villa veranlaßt, ſie vor der Befragung des

Oberbefehlshaber Carranza durch die Waſhingtoner Re=
gierung
zu empfangen, ſondern auch durch den Wunſch der
Kommiſſionsmitglieder nach ergänzenden Anweiſungen
aus Waſhington.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Gießen, 2. März. Die Stadtverordnetenver=
ſammlung
genehmigte einſtimmig die Aufnahme einer
euen Anleihe von 4½ Millionen Mark, von
denen 3,2 Millionen Mark für werbende Anlagen und 1,3
Millionen Mark für nichtproduktive Anlagen beſtimmt ſind.
Es wird dem Finanzausſchuß überlaſſen, die Summe ge=
gebenenfalls
in zwei Teilen aufzunehmen. Die Tilgung
der Anleihe ſoll von 1924 an erfolgen und hauptſächlich
durch die Ueberſchüſſe aus den ſtädtiſchen Werken
gedeckt werden. Dem Dr. phil. Joh. Pfitzner aus
Königsberg i. Pr. wurde die venia legendi in der philo=
ſophiſchen
Fakultät der Landesuniverſität für das Fach der
Staatswiſſenſchaften erteilt.
* Berlin, 2. März. Der Kaiſer gedenkt morgen
abend ſich nach Wilhelmshaven zu begeben. Der
Fürſt zu Fürſtenberg wird ihn als Gaſt begleiten.
* Berlin, 2. März. Der Fürſt von Albanien iſt
von Petersburg heute hier eingetroffen.
* Straßburg, 2. März. In einer Zaberner Korre=
ſpondenz
eines hieſigen Blattes war behauptet worden,
daß im Infanterie=Regiment Nr. 99 bei ſeinem
langen Aufenthalt in den unwirtlichen Baracken von Bitſch
und Oberhofen eine ganze Menge Erkrankungen
vorgekommen ſeien. Demgegenüber ſtellt eine amtlicher
Quelle entſtammende Mitteilung feſt, daß die Unter=
kunftsverhältniſſe
auf dem Truppenübungsplatz Bitſch
und Oberhofen denen des Standortes in nichts nach=
ſtehen
. Trotz der unwirtlichen Witterung der voran=
gegangenen
Woche ergibt die Krankheitsſtatiſtik für den
1. Februar laufenden Jahres keinen ungünſtigen Stand.
An dieſem Tage hatte das erſte Bataillon genannten Re=
giments
in Oberhofen 17 Kranke (davon einer im Revier),
das zweite Bataillon nur 16 Kranke (davon 6 Revier=
kranke
). Dieſe Ziffern beruhen, wie ausdrücklich betont
wird, auf amtlichem Material.
* Mülhauſen, 2. März. Der Straßburger Vertreter
der Teutonia Willy Schramm, hat ſich im Abort
eines Wagens zweiter Klaſſe des hier um 5.59 Uhr fälli=
gen
Straßburger Perſonenzuges erſchoſſen. Weitere
Einzelheiten fehlen.
* Stuttgart, 2. Mär= Generalmuſikdirektor Dr. von
Schillings hat mit Rückſicht auf die neuerdings gegen
ihn gerichteten Angriffe, die auch in einer hieſigen Zei=
tung
zum Ausdruck kamen, um ſeine Entlaſſung aus
dem Verbande der Kgl. Hoftheater gebeten.
Dieſelbe iſt abgelehnt worden, da dieſe bisher in
keiner Weiſe erwieſenen Anſchuldigungen einen ſolchen
Wunſch weder rechtfertigen noch auch den Anlaß bieten,
das Herrn von Schillings bisher entgegengebrachte Ver=
trauen
zu entziehen.
* Karlsruhe, 2. März. Zu Beginn der heutigen Sitzung
der Zweiten Kammer begründete der ſozialdemokra=
tiſche
Abgeordnete Dr. Frank=Mannheim die Inter=
pellation
der Abgg. Frank und Genoſſen, betreffend:die
Militärgerichtsbarkeit, den Waffengebrauch des
Militärs und die Mitwirkung desſelben bei Aufrechterhal=
tung
der öffentlichen Ruhe und Ordnung. In Beantwor=
tung
der Interpellation erklärte Miniſter des Innern Frei=
herr
v. Bodman: Die rechtliche Grundlage für den
Waffengebrauch des Militärs gründet ſich in Baden auf
den Paragraphen 13 der Militärkonvention von 1870 zwi=
ſchen
Preußen und Baden. Demzufolge darf ein Waffen=
gebrauch
des Militärs nur erfolgen, wenn die Zivilbehörde
die Hilfe des Militärs anruft. In die badiſchen Beſtim=
mungen
wurde die Anordnung der preußiſchen Kabinetts=
order
von 1820 nicht aufgenommen. Ein Einſchreiten des
Militärs aus eigenem Recht iſt im allgemeinen nicht ſtatt=
haft
; es iſt es mur, wenn im Falle eines Aufruhrs die
Zivilbehörde nicht imſtande iſt, die Hilfe des Militärs zu
erbitten. Die preußiſche Militärbehörde hat ſich damit ein=
verſtanden
erklärt, daß für die in Baden ſtehenden Trup=
pen
nur die landesgeſetzlichen Beſtimmungen gelten. Das
hat uns auf Anfrage auch das Kriegsminiſterium neuerlich
beſtätigt. Hierauf trat das Haus in eine Beſprechung
der Interpellation ein, wobei ſich ſämtliche Parteien, auch
die ſozialdemokratiſche, von der abgegebenen Regierungs=
erklärung
befriedigt erklärten.
* Paris, 2. März. Der Geſundheitsausſchuß der Kam=
mer
faßte den Beſchluß, daß die von ihm eingeſetzten
Subkommiſſionen morgen nach den von epidemiſchen
Krankheiten beſonders ſtark heimgeſuch=
ten
Garniſonen abgehen, um ſowohl deren Gie=
ſundheitszuſtand
genau zu prüfen, als auch
eine eingehende Unterſuchung einzuleiten, welche es er=
möglichen
ſoll, im Einvernehmen mit dem Kriegsminiſter
ein Programm für die Verbeſſerung der Zuſtände in den
Kaſernen und beſtimmte Vorſchriften für die Erzielung
einer beſſeren Hygiene in der Armee aufzuſtellen.
* Paris, 2. März. Nach einer Meldung aus Rabat
finden gegenwärtig am Oberlauf des Mulujahfluſſes be=
trächtliche
Anſammlungen von Eingeborenen
unter Führung des Kaids Amhaouch ſtatt, die namentlich
aus den Gebieten des Beni Maild ſtammen. Der ſüd=
marokkaniſche
Prätendent El Hiba ſcheint neuerdings im
Susgebiet an Boden zu gewinnen und im Einvernehmen
mit Kaid Amhaouch vorgehen zu wollen
* Paris, 2. März. Wie aus Toulon gemeldet
wird, ſind 200 Arbeiter, die beim Bau eines Trocken=
docks
im Kriegshafen beſchäftigt ſind, in den
Ausſtand getreten, weil ihnen die verlangte Lohn=
erhöhung
nicht bewilligt wurde.

Eine Ehrung des Grafen von Wedel.
* Straßburg (Elſaß), 2. März. Die juriſtiſche Fakultät
der Kaiſer=Wilhelm=Univerſität hat dem Statthalter Gra=
fen
von Wedel den Doktortitel der Rechte und der Staats=
wiſſenſchaften
verliehen. Am Samstag mittag über=
reichte
im Statthalterpalais eine Abordnung der Fakultät,
beſtehend aus den Herren Geheimrat Exzellenz Laband,
Profeſſor Dr. Sigismund Schultze und Profeſſor Dr.
Kiſch, das Doktordiplom.
Graf Berchtold in München.
* München, 2. März. Der Miniſter des Aeußern,
Graf Berchtold gab heute vormittag eine Karte bei
den königlichen Prinzen und Prinzeſſinnen und den in
München beglaubigten Geſandten ab und beſuchte den Mi=
niſterpräſidenten
Grafen Hertling. Hierauf wurde er von
dem Kronprinzen Rupprecht in Audienz empfangen. Um
1 Uhr gab der König zu Ehren des Gaſtes in den Reichen
Zimmern der Reſidenz eine königliche Tafel, an der außer
dem Grafen Berchtold und Gemahlin auch die Königin,
die Herzogin Adelgunde, der Kronprinz Rupprecht und
das Gefolge teilnahmen.

Konzerte.

mm Im 224. Vereinsabend des Richard= Wag=
ner
=Vereins traten zwei Pariſer Künſtler auf, die die
Vorzüge der franzöſiſchen Schule in ihrer Vortragsweiſe
ſehr gut repräſentieren. Frau Marie Leroy verfügt
über eine wohldurchgebildete angenehme Altſtimme, die
durch eine verſtändige Tonbildung und tadelloſe Intona=
tion
den künſtleriſchen Intentionen der Dame dient. Ihre
Spezialität ſind Lieder der italieniſchen Kompoſitions=
ſchule
, an die ſich auch Händel anlehnt, wenigſtens in
ſeinem Rezitativ und Arie aus Ferxes (dem berühmten
Largo), die wie die folgenden Lieder italieniſch ge=
ſungen
wurden. Sehr günſtig lagen Frau Leroy die Ge=
ſänge
von Caldara und Scarlatti, zu denen das folgende
(deutſch geſungene) Schlummerlied Schuberts ein wenig
kontraſtierte. Als Pianiſt wirkte ſoliſtiſch der Klavier=
virtuoſe
Herr M. Dumesnil aus Paris mit. Hiſto=
riſch
treue Auffaſſung wußte er ganz ausgezeichnet in den
beiden Sonaten von Aleſſandro Scarlatti mit der moder=
nen
Technik zu verbinden, und es gereicht ihm zu be=
ſonderem
Ruhm, daß er den alten Klangſtücken kein=
zu
große Klangfülle aufbürdete, ſondern die Saiten des
prächtigen Ibach ungefähr in derjenigen Stärke ſingen
ließ, wie ſie die Inſtrumente der damaligen Zeit auch
ſchon hervorbringen konnten. Eine beſonders erfreuliche
Leiſtung war das dritte Klavierſtück, eine ſehr geſchickte
Klavierbearbeitung aus der Feder des gleichfalls (als
Begleiter am Flügel) mitwirkenden Komponiſten Herrn
Emanuel Moor aus Lauſanne. Die von den Orgel=
virtuoſen
wenia geſpielte (kleinere) A=Moll=Fuge (nicht
die von Liſzt bearbeitete große) iſt hier in einer Weiſe
auf das Klavier übertragen, die alle ſchönen Orgeleffekte,
welche ein Künſtler auf einer großen und modernen Kon=
zertorgel
hervorzubringen vermag, ganz überraſchend nach=
ahmt
, insbeſondere ſind es die Zwiſchenſätze der Fuge,
welche den Eindruck des Fernwerkes und verſchiedener
Soloſtimmen überraſchend hinzaubern, ein Effekt, den ja
bekanntlich die Schweizer Kirchenorgeln in den größeren
Kurorten faſt alle ſchon lange haben, aus dem ſich auch
der gelinde Tempowechſel rechtfertigen läßt. Herr
Dumesnil iſt einer der ſehr wenigen Künſtler, die es ver=
ſtehen
, Bachſche Fugen ganz zu erſchöpfen und die Fein=
heiten
derſelben orcheſtral herauszuarbeiten, anſtatt immer
im vollen Forte zu wühlen. Deshalb dürfte auch der
Eindruck der Fuge ein nachhaltiger geweſen ſein. Der

ſpätere brillante und geſchmackvolle Vortrag von Robert
Schumanns Symphoniſchen Etüden für Klavier zeigte den
Künſtler als modernen Pianiſten von reifer Auffaſſung
und beſtem Geſchmack. Darum konnten auch die Vier
Legenden für Klavier von Emanuel Moor (geb.
1864) zur Erſtaufführung keinen berufeneren Interpreten
finden als ihn. Die erſte Legende, ein ruhiges Stim=
mungsbild
(Einſiedler am See) endet mit einem fragen=
den
Tritonsruf des Zweifels, ob Weltflucht oder Teil=
nahme
an den Lebensfragen das Rechte ſei. Das zweite
Bild (Agitato) drückt Suchen und das dritte Finden
aus, um im letzten, einem prächtigen poetiſchen Vorwurf.
die reife Lebensauffaſſung in Tönen zu malen. Moor iſt
ein äußerſt feinſinniger Muſiker, der vermöge einer glück=
lichen
Kombinationsgabe eine vornehme Tonſprache ohne
rohe Krafteffekte fand; das zeigt namentlich das letzte
Bild: anfangs Bauerntanz mit den für ihn charakteriſtiſch
gewordenen akuſtiſchen Baßquinten, an dem der ehe=
malige
Einſiedler vorbeikommt; er ſieht und hört ihn ſich
an. um im Weitergehen ſeinen Gedanken, Gedanken
höherer Art, nachzuſinnen, und ihn ſtört nicht mehr die
Weltfreude ſeiner Umgebung. Dieſe Charakteriſtik der
Moorſchen Kompoſitionsfeinheiten finden wir ſehr man=
nigfaltig
auch in allen ſeinen Liedern ſtark ausgeprägt.
gleichfalls zum erſten Male durch Frau M. Leroy ganz
vollendet vorgetragen, Liedern, von denen namentlich die
in franzöſiſcher Sprache geſungenen ganz beſonders inter=
eſſieren
mußten.
Ueberraſchen mußte aber gerade die Wahrheit des
Ausdrucks in dem deutſchen Gretchenlied, die der Ver=
mutung
Raum gibt, daß die Dame (vielleicht auch fran=
zöſiſche
Schweizerin) die deutſche Sprache von Jugend
auf gut kennt. Merkwürdig iſt, daß ſich heute in unſerer
von Maſchinen beherrſchten Zeit die Kompoſitionen von
Spinnradliedern mehren. Wer von den Komponiſten,
Sängern und Hörern mag eins außerhalb des Theaters
oder Muſeums kennen gelernt haben? Ein Sehnen nach
einer ruhigeren Zeit, wohl auch nach der Traulichkeit im
Familienkreiſe, die durch die Unraſt des Verkehrs und
in elektriſcher Beleuchtung nicht mehr heimiſch iſt, mag
dazu Veranlaſſung geben, und ſo gibt Poeſie und Kunſt
wenigſtens auf Augenblicke das zurück, was unſerer Zeit
als vergltet gilt. Heines Ilſe, Brentanos Wiegenlied und
Victor Hugos Extaſe brachten ſowohl dem Komponiſten
als der vorzüglichen Ausführung gleiche Anerkennung
Der Abend darf mit goldenem Griffel in das Ruhmes=
blatt
des Vereins eingetragen werden.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

Nummer 62.

München, 2. März. Graf Verchtold ſatete heute
nachmittag u. a. dem Miniſterpräſidenten Freiherrn von
Hertling, den königlichen Prinzen und den Geſandten
Beſuche ab. Am Abend wohnten Graf und Gräfin Berch=
told
im Hoftheater dem erſten Akte von Triſtan und
Iſolde bei und darauf im Reſidenztheater einer Wohl=
tätigkeitsvorſtellung
.
Der Reichskanzler in Hamburg.
* Hamburg, 2. März. Der Reichskanzler traf
heute abend kurz vor 7 Uhr, einer Einladung des Senats
entſprechend auf dem Hauptbahnhof ein, wo er von dem
preußiſchen Geſandten von Bülow empfangen wurde.
In Begleitung des Reichskanzlers befanden ſich Unter=
ſtaatsſekretär
Wahnſchaffe und Oberſtleutnant Freiherr
von Sell. Der Reichskanzler nimmt in der preußiſchen
Geſandtſchaft Wohnung.
Die Erkrankung des Kardinals von Kopp.
* Breslau, 2. März. Nach einer Meldung der Schle=
ſiſchen
Volkszeitung aus Troppau wurde heute früh
folgender ärztliche Bericht über das Befinden des
Kardinals Fürſtbiſchofs Dr. von Kopp aus=
gegeben
. Nachdem die Beſſerung, die in dem Allgemein=
befinden
Seiner Eminenz in den letzten Tagen einge=
treten
war, bis geſtern angehalten hatte, trat geſtern
mittag eine ernſte Reizung der Gehirnhäute, von hohem
Fieber und Bewußtloſigkeit begleitet, ein. Gegen Abend
hellte ſich das Bewußtſein teilweiſe wieder auf. Es iſt
anzunehmen, daß es ſich um einen akuten Entzündungs=
zuſtand
der Gehirnhäute handelt, ähnlich dem, der am
rechten Auge aufgetreten war. Heute morgen war der
Kardinal wieder nicht bei Bewußtſein. Sein Zuſtand iſt
ſehr ernſt.
* Wien, 2. März. Einer Privatmeldung aus
Troppau zufolge iſt Kardinal von Kopp heute
vormittag mit den Sterbeſakramenten verſehen
worden.
* Troppau, 2. März. Die Kardinal Kopp behandeln=
den
Aerzte gaben heute abend 6 Uhr folgenden Bericht aus:
Der Zuſtand des Patienten iſt hoffnungslos, ſein
Leben zählt nach Stunden. Es trat bereits Agonie ein.
Strandung eines deutſchen Dampfers.
* Madrid, 2. März. Nach Meldungen aus Ceuta iſt
der Hamburger Dampfer Zanzibar heute
morgen 5 Uhr beim Kap Ciris nordweſtlich von Ceuta,
aufgelaufen, während der Kapitän auf der Reede von
Tanger zu ſein glaubte. Die Entſendung ſpaniſcher Kriegs=
ſchiffe
an die Unfallſtelle bezweckt, einen etwaigen Angriff
der Kabylen zu verhüten, der jedoch heute vormittag noch
nicht ſtattgefunden hat, und den Dampfer möglichſt abzu=
ſchleppen
.
*Hamburg, 2. März. Ladung und Mannſchaft des auf=
gelaufenen
Dampfers Zanzibar ſind bisher unge=
fährdet
.
* Berlin, 2. März. Der auf der Heimreiſe begriffene
Kreuzer Kondor erhielt Befehl, ſich ſofort zur Hilfe=
leiſtung
des aufgelaufenen Dampfers
Zanzibar zu begeben.

Eine Nachtragsforderung für den engliſchen Flottenetat.
* London, 2. März. Im Unterhauſe brachte der
erſte Lord der Admiralität Churchill den Nachtrags=
etatfür
die Flotte ein, der 2½ Millionen Pfd.
beträgt und den Geſamtetat auf 48800000 Pfund ſteigert.
Der Miniſter begründete die Mehrforderung. Dieſe wird
verurſacht erſtens durch die höheren Koſten der Vorräte ar
Oel (500000 Pfund), zweitens durch ein neues Programm
für Flugzeuge (250000 Pfund), drittens durch höhere Löhne
auf den Werften (200000 Pfund), viertens durch Beſchleu=
nigung
des früheren Beginnes des Baues von 3 Schlacht=
ſchiffen
im Programm 1913/14 mit Rückſicht auf den Auf=
ſchub
des kanadiſchen Flottengeſetzes und fünftens dadurch
daß von den Pridatwerften der Bau der vom Parlament
bewilligten Schiffe ſchneller vonſtatten gegangen iſt. Die
Nachtragsforderungen für das Flugweſen ſeien verurſacht
worden durch den Bau von Luftſchiffen und Schuppen. An
Luftſchiffen des ſtarren Syſtems ſeien beſtellt ein Zeppe=
lin
und ein Aſtra Terres aus Frankreich; bei Armſtrong
ſeien ferner drei halbſtarre Luftſchiffe eines italieniſchen
Typs beſtellt, wovon zwei in England erbaut würden. Das
engliſche Programm bleibe zwar hinter dem zurück, was
Frankreich und Deutſchland geleiſtet haben, aber angeſichts
der großen und ſtarken Ueberlegenheit Englands an Waſ=
ſerflugzeugen
ſei das jetzige Programm ausreichend. Die
allgemeine Flottenpolitik und namentlich die Marinelage
im Mittelmeer wird von Churchill bei Beratung des Etats
für 1914/15 behandelt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Ohne daß ein ungünſtiger Einfluß
ſich geltend machte, konnte Herz= und
Nervenleidenden Kaffee Hag, der cof=
feinfreie
Bohnenkaffee, monatelang in 8
ſtarken Aufgüſſen verabreicht werden.
Dr. med. v. Boltenſtern
(Deutſche Arztezeitung 1908, Heſt 3.)

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Der Stadtauflage unſerer heutigen Ausgabe
liegt ein Proſpekt des Reformgeſchäfts
Ariſta, Anton Braunwarth, Darmſtadt, bei, worauf
hiermit hingewieſen wird.
(5621
Gotesdienſtliche Anzeige.
Johanneskirche. Mittwoch, den 4. März,
abends 8 Uhr: II. Paſſionsandacht. Pfarrer Marx.

Todes-Anzeige.
Heute früh um 5 Uhr verſchied nach kurzem, ſchwerem Leiden mein lieber, treubeſorgter Gatte,
unſer Vater, Bruder, Onkel und Schwager
(5627
Peter Dexheimer
Eiſenbahn=Oberſekretär
im 62. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 2. März 1914.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 5. März 1914, nachmittags 3 Uhr, auf dem Friedhofe
zu Mainz ſtatt.
Blumenſpenden und Kondolenzbeſuche dankend verbeten.

Todes=Anzeige.
Heute wurde uns unſere innigſtgeliebte,
treubeſorgte, herzensgute Mutter, Schwieger=
(5663
mutter, Großmutter und Tante
Frau

Todes=Anzeige.
Hierdurch die ſchmerzliche Mitteilung, daß
uns unſer innigſtgeliebtes Kind
(5614
Willi
im Alter von einem Jahr nach kurzer, ſchwerer
Krankheit durch den Tod entriſſen wurde.
In tiefem Schmerz:
Familie Otto Bülow.
Darmſtadt, den 1. März 1914.
Kiesſtraße 16.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. März,
nachmittags um 2 Uhr, auf dem hieſigen Fried=
hofe
ſtatt.

geb. Melzer
im 61. Lebensjahre durch den Tod entriſſen.
Darmſtadt, den 1. März 1914.
In tiefſter Trauer:
Familie Jaide, Breslau,
Familie Klespe, Düſſeldorf.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. März,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Darm=
ſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.

Geſtern verſchied plötzlich infolge eines
Herzſchlages die treubewährte Freundin unſerer
Familien
(B5603
Fräulein
Nannchen Rosier
im hohen Alter von 84 Jahren. Wir werden
ihr, die mit ſo vorzüglichen Herzenseigenſchaften
ausgeſtattet war, ein dauerndes und dankbares
Andenken bewahren.
Familie Hickler,
Müller-Hickler,
Menges.
Darmſtadt, 1. März 1914.

Am 27. Februar verſchied nach langem
(5666
Krankenlager
Herr Hans Schönert
der unſerm Hauſe 15 Jahre lang als treuer
Mitarbeiter angehört hat.
Wir werden ſein Andenken ſtets in Ehren
halten.

Polpt. Arbeits-Institnt J. Schröder A.-G.

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Geſtern abend 8 Uhr verſchied nach langem
Leiden unſer lieber Sohn und Bruder
Fritz Will
im blühenden Alter von 16 Jahren.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Joh. Will.
Darmſtadt, den 2. März 1914.
Rhönring 31.
(*5445
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. März,
nachmittags um 3 Uhr, vom Friedhofsportal
aus, ſtatt.

Die Beerdigung von Fräulein
Nannchen Roſier findet heute nach=
mittag
2 Uhr von der Friedhofs=
kapelle
aus ſtatt.
(5664

Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme beim
Ableben unſeres lieben Bruders, Schwagers und
(5662
Onkels
Professor
Johannes Leonhard
ſagen innigen Dank.
Die trauernden Angehörigen.
Darmſtadt, 2. März 1914.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Ausläufer tiefen Druckes brachten uns am Sonntag
in unſerem Bezirk Trübung, Erwärmung und leichte
Regenfälle. Von Weſten her ſteigt der Luftdruck wieder,
doch werden wir im Bereiche von Randgebilden des nörd=
lichen
Tiefdruckgebietes bleiben und keine weſentliche Aen=
derung
unſerer Witterung zu erwarten haben.
Ausſichken in Heſſen für Dienstag, den 3. März:
Vorwiegend wolkig, meiſt trocken, Temperatur wenig ge=
ändert
, weſtliche Winde.

Tageskatender.

Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende nach
10 Uhr (Ab. A): Tiefland.
orſtellunng um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Limmer um 8¼ Uhr im
großen phyſikaliſchen Hörſaal der Techniſchen Hochſchule.
Vortrag von Dr Goldberg um 8¾ Uhr im Hotel Heß
(Zioniſtiſche Vereinigung).
Verſammlung des Allg. Vereins gegen Verarmung
und Bettelei um 6 Uhr im Rathausſaal.
Generalverſammlung des Bürgervereins um
9 Uhr im Vereinshaus.
Konzerte: Hotel Heß um 4 und 8 Uhr. Perkeo um
8 Uhr. Bürgerkeller um 8 Uhr.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 4. März.

Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr Runde=
turmſtraße
16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟
Holzverſteigerung um 9½ Uhr im Waldreſtaurant
Zum Einſiedel.

Drukund Verlage z. 6. Pilichſche Heſtuchtrickent
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Nummer 62.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

Seite 9.

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(5633ids

Die Erbſchaft.
Roman von Adeline Genke.
(Nackdruck verbotez.)

Aber Mizzi! Ganz erſchrocken und voll klagenden
Vorwurfs ſagte es Mama Arnold. Du biſt doch immer
mit der Thea gegangen.
Und heute tue ich’s eben mal nicht! So recht trö=
delnd
, wie ſie’s beim Anziehen gern ein bißchen tat, zog
Mizzi die langen Handſchuhe bis zum Ellbogen über die
runden Arme, betrachtete naſerümpfend ihren billigen
Sonnenſchirm und verließ endlich mit einem triumphie=
renden
: So, jetzt gehe ich. Adieu, Mutterle Arnold! eben=
falls
das Regiſtratorswitwenſtübchen.
Ein wenig ſchneller bewegte ſie ſich auf der Straße
vorwärts; ſchon hatte es dreiviertel Acht geſchlagen, und
bis zu Herrn Knickermanns Kontor war’s faſt eine volle
Viertelſtunde Wegs. An der letzten Straßenkreuzung aber,
da mußte ſie doch erſt einmal ſtehen bleiben. Ihre kriti=
ſche
Ecke war’s, dies Schaufenſter der großen Konfektions=
firma
, wo ſie’s immer feſthielt, wenn ſie ein paar Minu=
ten
Zeit erübrigen konnte. Dadrin hatten ſie heute neu
ausgeſtellt, eine ganze Serie Kleider, eins immer elegan=
ter
und entzückender als das andere. Ganz groß und heiß
wurden Mizzis dunkle Braunaugen: Dies weiße da vorn
mit dem ſchaumigen Spitzengerieſel und der goldſchim=
mernden
Gürtelſchnalle oh, darin ſich einmal ſehen!
Oder lieber noch das elfenbeinfarbene mit den mattgetön=
ten
Blumenmuſtern und dazu den Hut mit den über den
Rand nickenden rieſigen Straußfedern, unter dem ſelbſt

e ener eter ene ee
ſchien ach ja, das möchte ſie haben!
Und das konnte ſie nun bald haben! In ein paar
Wochen vielleicht ſchon, ſobald das Amtsgericht in Vor=
berg
Johann Kaſimirs Witwe Erben anerkannt hatte,
konnte ſie kühn dort eintreten und ſich’s kaufen, das Elfen=
beinfarbene
mit dem Straußfederhut oder vielleicht
doch lieber das Weiße mit den Spitzenfluten oder am Ende
aber auch jenes Blaßgrüne dort hinten.
Neben dem Firmenſchild des Uhrmachers gegenüber
rückte der Zeiger immer näher an die Acht heran. Mizzi
Arnold beachtete ihn nicht, verſenkt und vertieft in das
Wählen unter den ſchimmernden Modeſchätzen, denen ihr
erſter Weg als Erbin gelten ſollte.
Drüben, jenſeits der Straßenkreuzung, näherte ſich
unterdeſſen einer, der alltäglich um dieſe Zeit von dorther
kam, und ſuchte mit dem Blick an der ihm wohlbekannten
kritiſchen Ecke, wie er bei ſolchem Hcrankommen gewöhnlich
dort zu ſuchen pflegte. Und als ſeine Augen das Geſuchte
fanden, leuchtete es wohlgefällig in ihnen auf, raſch kam
er herüber und ſtand neben Johann Kaſimirs Witwe prä=
ſumtiver
Erbin.
Guten Morgen, Fräulein Mizzi!
Guten Morgen, Herr Gruber, ſagte Mizzi flüchtig
und hatte ihrerſeits für ihn kein Auge, denn nachdem ſie
ſich faſt für das Elfenbeinfarbene entſchieden hatte, ſchien
ihr das Weiße nun doch wieder den Vorzug zu verdienen.
Heinrich Gruber hatte Aehnliches ſchon öfters erlebt
und nahm es alſo nicht weiter tragiſch. Er wartete ein
wenig, betrachtete ſich unterdeſſen das unter dem Mohn=

Kerernterte ne er e
dann ſanft: Es fehlen nur noch fünf Minuten an acht
Uhr, Fräulein Mizzi.
Ja, ja! Der Mohnblumenhus nickte ungeduldig,
ohne daß die Mahnung ſonſtwie den gewollten Erfolg
zeitigte.
Auch das war nichts Neues mehr für Heinrich Gru=
ber
; er wartete demgemäß abermals ein Weilchen, wobei
er diesmal nach dem Uhrmacherladen hinüberſchaute, und
erinnerte dann mit der ſeinem Chef abgelernten Gewiſ=
ſenhaftigkeit
: Nur noch dreieinhalb Minuten ſind’s jetzt,
Fräulein Mizzi.
Meinetwegen doch! Hörbar trat Mizzis Füßchan
auf das Pflaſter auf, nach wie vor verharrte ſie verſunken
in den Anblick der Modeherrlichkeiten, um ſich dann plötz=
lich
halb umzuwenden: Ich denke, ich nehme auf jeden
Fall das Weiße.
Freilich! Lächelnd ſagte es Heinrich Gruber und
blickte mit gutmütigen Augen heiter nach dem großge=
ſchriebenen
Preiszettel Hundertfünfzig Mark und dann
auf Herrn Knickermanns Kontoriſtin. Freilich, wir kön=
nen’s
ja bezahlen!
Jedoch die kleine harmloſe Ironie hatte anſtatt
eines lachenden Sichbeſinnens ganz ungewohnterweiſe die
entgegengeſetzte Wirkung. Hochmütig ſchnellte Mizzi Ar=
nold
den Kopf in den Nacken: Ich werde ja wohl wiſſen,
ob ich’s bezahlen kann! Laſſen Sie das doch gefälligſt
meine Sorge ſein, Herr Gruber!
Aber, Fräulein Mizzi! Ueberraſcht, verblikfft ſah
Heinrich Gruber in das ihm zugewandte pikante Goſicht=

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März. 1914.

Nummer 62.

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chen und konnte nicht mehr zweifeln an dem Ernſt deſſen,
was er gehört hatte. Sah wieder nach dem vorwärts
rückenden Uhrzeiger und mahnte beunruhigter: Gleich
acht! Nun müſſen wir indeſſen wirklich eilen. Herr
Knickermann hält ſehr auf Pünktlichkeit, wie Sie wiſſen.
Und ich halte Sie ja nicht ab vom Pünktlichſein. Noch
geringſchätziger maßen Mizzis Augen ihr Gegenüber. Ich
für mein Teil aber ſehe es eben nicht mehr als ein fürch=
terliches
Unglück an, einmal einen ungnädigen Blick von
Herrn Knickermann zu erhalten. In nicht mißzuverſtehen=
der
Weiſe wandte ſie ſich wieder dem Weißen und Elfen=
beinfarbenen
zu.
Was haben Sie denn nur heute? forſchte Heinrich
Gruber in Beunruhigung und Bekümmernis, zuckte zu=
ſammen
beim erſten dröhnenden Schlag der nahen Turm=
uhr
, zögerte ſekundenlang noch im Widerſtreit von Ge=
wiſſenhaſtigkeit
und dem Zug ſeines Herzens, verſuchte
es noch mit einem bittenden, doch vergeblichen Fräulein
Mizzi! und gab endlich, von dannen eilend, der obſiegenden
Gewiſſenhaſtigkeit Folge, nicht ohne von Herrn Knicker=
manns
Haustür aus noch einen Blick der Mahnung zur
Vernunft und der Beſorgnis zurückzuſenden.
Aber Mizzi wollte nichts von der Vernunft wiſſen
und ſah nicht die Beſorgnis. Nur Heinrich Grubers
äußere Erſcheinung ſah ſie, ſah ſie viel deutlicher und mit

viel ſchärferen Augen als bisher. Natürlich hatte er wie=
der
einmal mit der bekannten eckigen Bewegung ſeine
Krawatte verſchoben und dann: daß er aus Sparſam=
keit
immer fertig gekaufte Anzüge trug, anſtatt bei einem
uten Schneider nach Maß arbeiten zu laſſen, wie er ſich’s
doch leiſten konnte! Es geht wirklich auch ſo ganz gut,
pflegte er diesbezügliche ſpottende Bemerkungen ruhig
lächelnd abzutun, ohne ſich in ſeinem Grundſatz erſchüt=
tern
zu laſſen. Stirnrunzelnd ſtellte Mizzi jetzt in Ge=
danken
den fertig gekauften Anzug neben das ſpitzenüber=
rieſelte
Weiße.
Zehn Minuten über acht Uhr war’s geworden, als
ſie die Tür ihrer Arbeitsſtelle öffnete und der gerade mit
dem Buchhalter konferierende Herr Knickermann ſeine
ſäumige Kontoriſtin zwar ohne wörtlichen Tadel, jedoch
in der Tat mit dem von Heinrich Gruber vorgeahnten
ſehr ungnädigen Blick empfing. Allein keck und ohne Ent=
ſchuldigung
hielt ſie ihm ſtand. Mochte er doch, der alte
Pedant! Wie lange noch, und ſie warf ihm ſeinen ganzen
Kram vor die Füße, war frei und ledig der Tretmühle
hier im Kontor, und das richtige, das volle Leben be=
gann
.
Bilder dieſes richtigen, vollen Lebens umgaukelten
Mizzi während all ihrer heute widerwilliger erfüllten
Obliegenbeiten. Als Herr Knickermann ſo genau wie im=

ner die zu unterſchreibende Korreſpondenz durchlas, ent=
deckte
er dei grobe Nachläſſigkeitsfehler, und da folgte
dem ungnädigen Blick vom Morgen am Mittag eine
ſcharfe Rüge.
Auch die Arnoldälteſte bewahrte in der letzten Vor=
mittagsſtunde
vor ihren Schülerinnen nur mit Mühe
ie ihrer Lehrerinnenwürde entſprechende ruhige Aufmerk=
ſamkeit
; doch trug daran nicht die von Johann Kaſimirs
Witwe hinterlaſſene Erbſchaft, ſondern ein kleines Vor=
kommnis
ſchuld, deſſen Zeitpunkt in die Unterrichtspauſe
vor dieſer letzten Stunde fiel.
Botanik hatte ſie mit ihren Siebenjährigen getrieben,
ſie mit einer Anzahl Feld= und Wieſenblumen bekannt=
gemacht
; ein unverſehrt gebliebenes Sträußchen der be=
ſcheidenen
Blümchen trug ſie im Gürtel, als ſie hinter
ihrer in den Schulhof hinabſtürmenden Schar in den
langen Korridor hinaustrat.
Gleichzeitig kam aus der Tür der ſchräg gegenüber=
liegenden
erſten Seminarklaſſe der Oberlehrer Helldorf,
und auch er trug Blumen. Aber keine zu wiſſenſchaftlicher
Belehrung beſtimmten Exemplare waren es; einen ſorg=
fältig
gebundenen Strauß wundervoller, ſeltener, ſamt=
artig
dunkler und glühender Roſen hielt ſeine tadellos
gepflegte Rechte. Seine Verbeugung grüßte die junge
Kollegin.
(Fortjetzung folgr.

[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

Nachdem die Wahlen für die Allgemeine Ortskrankenkaſſe der Landgemeinden
Kreiſes Darmſtadt nunmehr abgeſchloſſen ſind und der Vorſitzende des Vorſtands
pn uns gemäß § 329 Abſatz 2 R. V. O. ernannt worden iſt, bringen wir nachſtehend
ſe Zuſammenſetzung der Kaſſenorgane, wie ſie ſich unter Berückſichtigung der § 327
katz 2 R. B. O, § 86 Abſatz 9 der Satzung und §. 19 der Wahlordnung darſtelt, zur
Ffentlichen Kenntnis:

Name
Beruf
Wohnort
Zuname Vorname

Vorſitzender

WaldmannGeorg Schuldiener Arheilgen
1. Stellvertreter des Vorſitzenden
Mecherlen
Karl
Kaufmann Eberſtadt
2. Stellvertreter des Vorſitzenden
Hochmuth
Guſtav
Geſchäftsführer Arheilgen

Vorſtand
a) Arbeitgeber
1. Mitglieder

Fey
Georg, XVI. 1Fabrikant
Pfungſtadt
Georg
Geisler
Weißbindermeiſter! Eberſtadt
Feldmann
Ph. W., I. Landwirt
Griesheim.
(Benz.
. Joh., XI.
Spenglermeiſter Arheilgen

2. Erſatzmänner

Felger
Joh. Ph. 1Schloſſermeiſter Roßdorf
Grund
Jakob
Weißbindermeiſter) Pfungſtadt
Georg
Preß
Fabrikant
Pfungſtadt
Bauer
Emil
Landwirt
Eberſtadt
Metz
Valentin
Brauereibeſitzer 1Eberſtadt
Baſſenauer Valentin, II.Buchdruckereibeſitz. Griesheim
Krämer
Adam
Bauunternehmer 1 Arheilgen
Grünewald Joh. K.
Landwirt
Roßdorf

b) Verſicherte
1. Mitglieder

Guſtav
Hochmuth
Geſchäftsführer 1 Arheilgen
Fey
Jakod, VIII. Schriſtſetzer.
Pfungſtadt
Karl
Kaufmann
Mecherlen
Eberſtadt
Kahl
Georg, IV. Vorarbeiter
Griesheim
Poth
Friedrich
Steinrichter
Roßdorf
Heinrich
Kurz
Weißbinder
Gräfenhauſen
Ludwig
Buchdrucker
Bayer
Nieder=Ramſtadt
Georg, II. Sortierer
Strauch
Hahn.

2. Erſatzmänner

Peter
Volz
Glaſer
Arheilgen
Klöppinger Ludwig, VII. 1 Zigarrenmacher Pfungſtadt
Jakob, II.
Krug
Weißbinder
Eberſtadt
Peter, XVl. 1 Maurer
Hofmann
Griesheim
Alfred
Lagerhalter
Huber
Roßdorf
Chriſtian
Hilfsarbeiter
Meſſel
Anthes
Adam
Schreiner
Nieder=Beerbach
Heuß
Schydlowsky Heinrich, I.Lagerhalter
Weiterſtadt
Karl
Lagerhalter
Müller
Arheilgen
Bhilipp, L.1Lagerhalter
Höhl.
Pfungſtadt
Brauer
Cornelius
Wappes
Eberſtadt
Kammacher
Beiſiegel
Griesheim
Seonhard
Engert
Friedrich, II. 1 Steinbrecher
Roßdorf
Fabikarbeiter
HeppenheimerWendel
Nieder=Ramſtadt
Kraft
Hahn
Ludwig, V. Taglöhner.
Johannes
Weißbinder.
Siegriſt
Meſſel

Ausſchuß
a) Arbeitgeber
1. Mitglieder

Valentin, II. Buchdruckereibeſitz.) Griesheim
Baſſenauer
Jakob-
Weißbindermeiſter Pfungſtadt
Grund
Bernhard
Landwirt
Arheilgen
Appel
Adam
Bauunternehmer 1 Arheilgen
Krämer
Oberſtleutnant 1Dippelshof b. Traiſa
Buklrich
Valentin
i. Fa. J. Hilß . Eberſtadt
Metz
Landwirt
Enil
Eberſtadt
Bauer
Johs. Karl Landwirt
Roßdorf
Grünewald
Fabrikant
Georg.
Pfungſtadt.
Preß
Karl
Schloſſermeiſter 1 Griesheim
Hofmann
Joh. Phil. 1 Schloſſermeiſter:.Roßdorf
Felger.
Bauunternehmer.Arheilgen
Ludwig
Wild
Peter, III. Zimmermeiſter . Pfungſtadt
Seger
Bürgermeiſter
Friedrich:
Eſchollbrücken
6
Peter
Weißbindermeiſter) Griesheim
Keller

2. Erſatzmänner

1 Fabrikant
Eberſtadt
Adolf
Rieſterer
Landwirt
Juſtus, I.
Pfungſtadt
Büttel
Ludwig, IV. Güterbeſtätter Eberſtadt
Wolf
Fabrikant
Hermann
Eberſtadt
Bickelhaupt
Landwirt
Bernhard
Arheilgen
Völger
Friedrich
Schloſſermeiſter 1 Pfungſtadt
Gräff
Pauunternehmer Grigsheim
Peter
Ritter.
Landwirt
Fr. Karl
Meſſel
Buxbaum
Bürgermeiſter 1Erzhauſen
Wannemacher
Schreinermeiſter 1 Weiterſtadt
Ferdinand
Menzer
Stockfabrikant
Nieder=Ramſtadt
Max
Richter
Landwirt
Gg. Phil.
Hof=Breitenbach
Muth
Wäſchereibeſitzer 1Malchen
Georg, I.
Wiemer
Schreinermeiſter 1 Griesheim
Friedrich
Hoppſtock
Peter, IV. Landwirt.
Wixhauſen
Frey
Weißbindermeiſter1 Nieder=Ramſtadt
Wilhelm
Schick
Maurermeiſter (Roßdorf
Wilhelm
Georg
Landwirt
Griesheim
Peter, II
Göbel
Juſtus, II. Maurermeiſter Griesheim
Müller
Peter, VI.
Zimmermeiſter Eberſtadt
Schäfer
Landwirt
Gräfenhauſen
Georg
Mager
Metzgermeiſter 1Eberſtadt
Philipp
Bär
Jakob, III. Bauunternehmer 1 Pfungſtadt
Delp
Landwirt
Phil. Aug.
Weiterſtadt
Hahn
Georg
MützenfabrikantPfungſtadt
Stetter
Friedr., II. Tieſbauunternehm! Roßdorf
Fornoff

b) Verſicherte
1. Mitglieder
I. Wahlbezirt

Brauer
Cornelius
Eberſtadt
Wappes
Peter, WVl. Maurer=
Griesheim
Hoffmann
Griesheim
Peter Wilhelml Schriftſetzer
Hauf
Ludwig, VII. 1 Zigarrenmacher Pfungſtadt
Klöppinger
Griesheim
Leonhard Kammacher
Beiſiegel
Lagerhalter
Kart, II.
Arheilgen
Müller
Lagerhalter
Roßdorf
Alfred
Huber
Pfungſtadt
Former
Friedrich
Raab

Mene
Beruf
Wohnort
Zuname
Vorname

b) Verſicherte
1. Mitglieder
I. Wahlbezirk

Dehmer
Chriſtian, V. Lagerhalter
Eberſtadt
Fleck
Heinrich, I. Zimmermann
Arheilgen
König
Philipp, II. Schuldiener
Griesheim
Krug
Jakob, II. Weißbinder
Eberſtadt
Peter, II.
Volz.
Glaſer
Arheilgen.
Höhl
Philipp, I. Lagerhalter
Pfungſtadt
Schumann
Franz
Schneider
Eberſtadt
Landzettel
Peter, I.
Steinbrecher
Roßdorf
Benz
Philipp, III. Maurer
Arheilgen
Hill
Georg
Herber
Eberſtadt
Lutz
Philipp
Zigarrenmacher Pfungſtadt
Wilhelm
Hofmann
Steinrichter
Ober=Ramſtadt
Wesp
Joh. Michael Anſtreicher
Arheilgen

II. Wahlbezirk

Schydlowsky Heinrich, I. (Lagerhalter
Weiterſtadt
(Wahlliſte I)
Philipp
Caspari
Orksdiener
Hahn
II)
Anthes
Chriſtian
Hilfsarbeiter
Meſſel
Adam
Heuß
Schreiner
Nieder=Beerbach
Hofmann
Georg, II. Ziegelbrenner
Hahn
II)
Karl
Kunz
Geometer
1 Schneppenhauſen
Carl
Friedrich
Maurer
Gräfenhauſen
Georg, I.
Klappich
Feldſchütz
Schneppenhauſen
II
Hamm
Philipp, II. Maurer
Weiterſtadt

2. Erſatzmänner
I. Wahlbezirk

Neff
1 Brauer.
Heinrich
1 Pfungſtadt (Wahlvorſchlag II
Pöllmann
Monteur
Oskar
Eberſtadt
Fleck
Ludwig, IV. Weißbinder
Arheilgen
Hofmann
Georg, VIII.Maurer
Griesheim
Rügner
Fabrikarbeiter
Johannes
Pfungſtadt
Kern
Georg, VII.Waſſerwerksgehilfel Eberſtadt
Viehrig
Hermann 1 Schriftſetzer
Eberſtadt
Mönch
Johs., II. Formſtecher
Griesheim
Scheuermann Adam, III. Küfer
Pfungſtadt
Schulze
Zigarrenmacher Pfungſtadt
Chriſtoph
Knodt
Schmied
Jean.
Eberſtadt
Kraft
Maurer
Georg
Roßdorf
Hammann
Sekretär
Wilhelm
Arheilgen
Gimbel
Georg, III.Maurer
Arheilgen
Otto
Zigarrenmacher Pfungſtadt
Müller
Heizer
Karl
Eberſtadt
Wolf
Glaſer
Jakob
Arheilgen
Schloſſer
Habann
Griesheim
Joſeph
Glaſer
Mampel
Heinrich
Arheilgen
Haſſenzahl
Jakob, II. Zigarrenmacher Pfungſtadt
Englert
Eugen
Schreiner
Arheilgen
Philipp. V. Maurer
Landau
Griesheim
Bollt
Schloſſer
Friedrich
Pfungſtadt
Leining
Georg
Schreiner
Eberſtadt
Tapezier
Hindermayer Jakob
Arheilgen
Stock
Jakob
Zigarrenmacher Pfungſtadt
Eberhardt
Jakob, I
Fabrikarbeiter 1 Pfungſtadt
Kammacher
Kiſſinger
Peter I.
Griesheim
Friedrich, II. Steinbrecher
Engerk
Rohdorf
Brauer
Wurm
Anton
Eberſtadt
Schreiner
* Johannes
Saur=
Arheilgen.
Gerber
Wilhelm
Eberſtadt
Widmann
Philipo
Küfer
Herth
Pfungſtadt
Kirſchenſtein Philipp, Georg Wirt
Roßdorf
Zudwig.
Ziegler
Arheilgen
Stork
Jakob, VII. Küfer
Pfungſtadt
Fey

II. Wahlbezirk

Peter
Walter
Fabrikarbeiter Nied=Ramſtadt (Wahlvorſchlagl)
Meſſel
Weißbinder
Johs.
Siegriſt
Meſſel
Johannes, V. 1Maurer
Hickler
(Wahlvorſchlag II)
Friedrich
Büroaſſiſtent 1 Nied.=Ramſtadt
Weber
Ludwig, V. 1 Ziegeleiarbeiter Hahn
Kraft
(Wahlvorſchlag I)
Jakob
Fertig
Nieder=Beerbach
Maurer
Michael, V 1 Kaſſierer
Weiterſtadt
Becker
Jakob.
Hahn
Caspari
Maurer
Karl
Schreinergehilfe 1Traiſa
Semm
(Wahlvorſchlag1I)
Kaffenberger Heinrich
Holzſetzer
Nieder=Beerbach
Edeimann.Georg, IV
Hahn
Taglöhner
(Wahlvorſchlag I)
Heppenheimer Wendel
Fabrikarbeiter Nied.=Ramſtadt
Adam
Fabrikarbeiter
Schwinn
Nied.=Ramſtadt
Friedrich
Maurer
Nieder=Beerbach
Liſt
Adam, II.
Feldſchütz
Wirhauſen (Wahlvorſchlag!!)
Grein
Eſchollbrücken
Ortsdiener
Heinrich
Keller
Jakob, I
Brauereiarbeiter Nieder=Beerbach (Wahlvorſchlag!)
Schmibt
Nied.=Ramſtadt
Fabrikarbeiter
Heppenheimer Wilhelm

Darmſtadt, den 26. Februar 1914.
Großherzogliches Kreisamt (Verſicherungsamt) Darmſtadt.
V. V.: Dr. Michel.
(5581

Bekanntmachung.

Am 2., 3., 5., 9., 10., 12., 16., 17,, 19., 23., 24., 26.. 30. und 31. März 1914, von
8 Uhr vormittags bis zum Eintritt der Dunkelheit, wird Schießen mit ſcharfer Munition
von Truppenteilen des XVIII. Armeekorps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten
werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milchest
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909.)
(5340a
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung,
betreffend: Die Amtstage der Großherzoglichen Eichämter.

Die Amtstage des Großherzoglichen Eichamts Darmſtadt werden bis auf
veiteres auf Dienstags und Samstags jeder Woche feſtgeſetzt.
An anderen Tagen kann mit Rückſicht auf die auswärtigen Dienſtgeſchäfte eine
Abfertigung nicht erwartet werden.
Wir empfehlen den Intereſſenten, ihre eichpflichtigen Gegenſtände an den vor=
bezeichneten
Tagen möglichſt vormittags einzuliefern.
(5608
Darmſtadt, den 26. Februgr 1914.
Großherzogliche Eichungs=Inſpektion.
Köbrich.

[ ][  ][ ]

Nummer 27.

Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.

Dienstag, den 3. März 1914.

Waſſerbezugsordnung

für die Gemeindewaſſerleitung Weiterſtadt, Kreis Darmſtadt.
Auf Grund des Artikels 15 der Landgemeindeordnung wird zufolge Beſchluſſes
der Gemeindevertretung mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom
19. Dezember 1913 zu Nr. M. d. J. III 13799 nachſtehende Ortsſatzung erlaſſen:
§ 1.
Berechtigung zum Waſſerbezug für den Hausgebrauch.
1. Der Bezug von Waſſer aus dem Waſſerwerk der Gemeinde Weiterſtadt, Kreis
Darmſtadt, kann, ſofern die Lage und Beſchaffenheit des Hauſes dies möglich machen,
einem jeden Hausbeſitzer in Weiterſtadt geſtattet werden, der ſich den in dieſer Satzung
enthaltenen Beſtimmungen unterwirft und den von der Gemeinde Weiterſtadt geforder=
ten
Waſſerzins entrichtet.
2. Für vereinzelt und entſernt liegende Gebäude an Straßen und Wegen, in
denen noch keine Leitungen liegen, ſowie für ſolche Gebäude, die außerhalb des Orts=
bauplans
liegen, behält ſich die Gemeinde beſondere Vereinbarungen mit den Be=
ſitzern
vor.
§
Unterbrechung der Waſſerlieferung.
Eintretende Unterbrechungen der Waſſerlieferung berechtigen den Abnehmer
ebenſowenig zu Anſprüchen an die Gemeinde, als die Behauptung, daß das Waſſer nicht
in genügender Menge oder Beſchaffenheit oder nicht bis in die gewünſchte Höhe ge=
liefert
werde.
§ 3.
Beſchränkung des Bezugs.
Wenn das Waſſer zeitweiſe knapp wird oder dies zu befürchten ſteht, ſo iſt die
Gemeinde berechtigt:
1. den Höchſtverbrauch für jedes verſorgte Grundſtück feſtzuſetzen und darüber zu
wachen, daß dieſe Feſtſetzungen befolgt werden,
2. die Leitung zu gewiſſen Tages= oder Nachtzeiten abzuſperren und den Bezug nur
für gewiſſe Tageszeiten frei zu geben.
§ 4.
Berechtigung zum Waſſerbezug für Gartenbegießen und Luxuszwecke und Beſchränkung
des Bezugs.
1. Für Grundſtücke an Wegen, in denen keine Leitungen liegen, bleibt beſondere
Vereinbarung wegen des Waſſerbezugs für Gartenbegießen und Luxuszwecke vorbehalten.
2. Wenn das Waſſer zeitweiſe knapp wird oder dies zu befürchten ſteht, ſo kann
die Gemeindeverwaltung das Gartenbegießen und den Verbrauch für Luxuszwecke ſo
oft und ſo lange verbieten und die Leitungen abſtellen laſſen, bis wieder genügendes
Waſſer vorhanden iſt.
§ 5.
Waſſerbezug zu gewerblichen Zwecken.
Sofern nicht beſondere Abmachungen oder Verträge über dauernde Abgabe von
beſtimmten Waſſermengen für gewerbliche und ſonſtige Zwecke vorliegen, iſt die
Gemeindeverwaltung berechtigt, in Zeiten von Unterbrechungen der Waſſerlieferung oder
von Waſſermangel den Bezug zu gewerblichen Zwecken ſo lange einzuſchränken oder
zu verbieten, bis wieder genügende Waſſermengen zur Verfügung ſtehen.
§ 6.
Anmeldung.
1. Wer aus der Gemeindewaſſerleitung Waſſer beziehen will, hat dies auf dem
Geſchäftszimmer der Großh. Bürgermeiſterei durch Unterzeichnen des Anmeldebogens
oder der genehmigten Satzung für den Bezug von Waſſer und der Beſtimmungen über
die Anlage von Hauseinrichtungen anzuzeigen.
2. Durch das Unterzeichnen des Anmeldebogens oder der Satzung unterwirft ſich
der Abnehmer allen Beſtimmungen, die in dieſer Beziehung von den zuſtändigen Stellen
demnächſt etwa erlaſſen werden ſollten. Er verpflichtet ſich zugleich, abgeſehen von dem
Fall in § 7, zum Waſſerbezug für ſein Beſitztum auf die Dauer eines Jahres, von dem
Zeitpunkt der Verbindung der Privatleitung mit dem Hauptrohr an. Wird drei Monate
vor Ablauf des Jahres von keiner Seite gekündigt, ſo läuft das Uebereinkommen ſtill=
ſchweigend
weiter und kann nur unter Beobachtung einer am 1. Januar oder 1. Juli
ſtattfindenden dreimonatlichen Kündigung aufgelöſt werden.
3. Wenn der Beſitzer ſein Haus oder Grundſtück während der Dauer des Ueber=
einkommens
ohne Einhalten der vorerwähnten Kündigung veräußert, ſo bleibt er ſo
lange ſelbſt haftbar, als der neue Erwerber nicht in rechtsverbindlicher Weiſe in die
Verpflichtungen der Gemeinde gegenüber eingetreten iſt.
§ 7.
Zuleitung.
1. Die Gemeinde wird denjenigen Haus= und Grundbeſitzern, deren Hofreiten
innerhalb des Ortsbauplans liegen und die ſich bei Legung des Hauptrohrſtranges in
der betreffenden Straße zum Waſſerbezug für die Dauer von 5 Jahren der Gemeinde
gegenüber verpflichten, die Zuleitung vom Hauptrohr in der Straße bis zu 5 Metern
über die Gebäudegrenze des Wohnhauſes einſchließlich Waſſermeſſereingangsventil und
Waſſermeſſer auf Gemeindekoſten legen laſſen. Beträgt die Länge der Leitung von
Außenkante Wohnhausmauer bis Eingangsventil mehr als 5 Meter, ſo hat der be=
treffende
Beſitzer die Mehrkoſten an die Gemeinde zurückzubezahlen. Diejenigen Hof=
reitebeſitzer
, deren Hofreiten außerhalb des Ortsbauplans liegen und die ſich zum Waſſer=
bezug
anmelden, haben die ganzen Anſchlußkoſten an die Gemeinde zurückzuzahlen und
die Gemeinde liefert nur den Waſſermeſſer koſtenlos.
In jede Hofreite darf nur eine Anſchlußleitung gelegt werden. Die Gemeinde
wird in allen Fällen Eigentümerin der Anſchlußleitung bis zum Waſſermeſſer und über=
nimmt
die Unterhaltung der Zuleitung bis dahin einſchl. Waſſermeſſereingangsventil
und Waſſermeſſer.
2. Bei ſpäterer Anmeldung (nach Fertigſtellung des Hauptrohrſtranges in der be=
treffenden
Straße) läßt die Gemeinde die Zuleitung vom Hauptrohr bis zum Waſſer=
meſſer
auf Koſten des Antragſtellers ausführen und liefert nur den Waſſermeſſer koſtenlos.
In allen Fällen gehen jedoch ſämtliche Anſchlußleitungen einſchl. Waſſermeſſer=
eingangsventil
und Waſſermeſſer in das Eigentum der Gemeinde über, und dieſe über=
nimmt
die Unterhaltung auf ihre Koſten, während die Anlage und Unterhaltung des
Waſſermeſſerausgangsventils mit Entleerung, ſowie aller hinter dem Waſſermeſſer
gelegenen Teile der Hausleitung dem Beſitzer obliegen.
3. Die Gemeinde iſt verpflichtet, die Zuleitung auf 15 Atm. Waſſerdruck prüfen zu
laſſen. Sie übernimmt jedoch durch dieſe Prüfung keine Gewähr für die dauernde Dich=
tigkeit
der Leitung.
4. Bei Bruch von Zuleitungen iſt dem Rohrmeiſter oder der Bürgermeiſterei un=
verzüglich
Anzeige zu machen, damit die Straßenleitung abgeſperrt werden kann.
5. Wird von einem Waſſerabnehmer der Waſſerbezug auf Grund des § 6 vor Ab=
lauf
der fünf Jahre gekündigt, ſo hat dieſer die für die Herſtellung der Anſchlußleitung
ſeinerzeit erwachſenen, ſowie die durch die Abtrennung der Zuleitung entſtehenden Koſten
an die Gemeinde zurückzubezahlen.
§ 8.
Lage und Material der Zuleitungen.
1. Alle Leitungen, die außerhalb der Gebäude in der Erde liegen, müſſen mit der
Oberkante mindeſtens 1,50 Meter tief liegen.
2. Das Verlegen der Röhren durch Dung= oder Abtrittsgruben iſt auf das ſtrengſte
unterſagt.
3. Als Material werden heiß aſphaltierte und jutierte Mannesmannſtahlröhren
von 25 Millimeter lichter Weite mit Gewinden vorgeſchrieben.
§ 9.
Gebäudeleitungen.
1. Die ganze Anlage ſoll ſo eingerichtet ſein, daß ſie gegen die Einwirkung des
Froſtes möglichſt geſichert iſt. Die Leitung iſt deshalb tunlichſt durch froſtfreie Räume
(Keller, Küchen) zu führen. Wo dies nicht angängig iſt, ſind die Leitungen mit ſchlechten
Wärmeleitern zu umhüllen; ſie durch Schornſteine zu führen, iſt unterſagt.
2. Als Material für die Gebäudeleitungen werden, ſoweit die Leitungen in den
Boden zu liegen kommen, heiß aſphaltierte und jutierte Mannesmannſtahlröhren mit
Gewinden von 20 und 25 Millimeter lichter Weite ſoweit die Leitungen frei liegen,
ſchmiedeeiſerne galvaniſierte Röhren vorgeſchrieben. Bleiröhren ſind unzuläſſig.
Die ſchmiedeeiſernen Röhren müſſen mindeſtens folgende Wandſtärken haben:

13 mm Lichtweite, 1,25
5
4,5
45
5,

kg und 2,7

mm Wandſtärke

3. Zur Waſſerentnahme ſollen ausſchließlich Niederſchraubhähne verwendet wer=
den
; hierzu werden die im Handel mit ſchweres Modell bezeichneten Ventile empfohlen.
4. Im Keller des Hauſes ſoll möglichſt nahe dem Austritt des Rohres durch das
Fundament das Waſſermeſſereingangsventil, der Waſſermeſſer und das Waſſermeſſer=

ausgangsventil mit Entleerungshahn, durch den bei Froſt die ganze Hausleitung ent=
leert
werden kann, angebracht ſein.
5. Vor dem Waſſermeſſer darf kein Zapf= oder Entleerunngshahn angebracht ſein,
6. Abzweigleitungen in Waſchküchen, Hofräumen und zu Springbrunnnen müſſen
beſondere und, wenn keine paſſenden Räume vorhanden ſind, in Schachten angebrachte
Abſperr= und Entleerungsvorrichtungen, nötigenfalls auch Waſſermeſſer, erhalten.
7. Eine direkte Verbindung des Röhrennetzes mit Dampfkeſſeln und Waſſerkloſetts
iſt unterſagt. Letztere dürfen nur vermittelſt Spülbehälter an die Leitung angeſchloſſen
werden.
8. Wo die Häuſer nicht unterkellert oder keine Räume vorhanden ſind, um Waſſer=
meſſereingangsventil
, Waſſermeſſer und Waſſermeſſerausgangsventil mit Entleerungs=
hahn
unterzubringen, müſſen hierfür beſondere vollſtändig entwäſſerte oder waſſerdichte
und ſolid abgedeckte Schächte angelegt werden.
9. Der Waſſermeſſer mit Ein= und Ausgangsventil und die Zuleitung hierzu
müſſen vor jeder Beſchädigung geſchützt und ſo aufgeſtellt ſein, daß den Beauftragten
der Gemeinde jederzeit der Zutritt und die Einſicht möglich iſt.
10. Jede Hauseinrichtung muß, bevor ſie dem Gebrauch überwieſen wird oder bevor=
die
Gemeindeverwaltung geſtattet, durch ſie Waſſer aus dem Waſſerwerk zu entnehmen,
von der Gemeinde einer Beſichtigung und einer Probepreſſung auf mindeſtens 12 Atm.
unterworfen werden, wozu der Unternehmer, der die Hauseinrichtung fertigt, alle Geräte
und die Hilfskräfte bereitzuhalten hat. Die entſtehenden Koſten fallen dem Hauseigen=
tümer
zur Laſt.
11. Alle ſich hierbei ergebenden Mängel und Anſtände ſind auf Anordnung der
Bemeinde zu verbeſſern, ehe ein Waſſerbezug ſtattfinden kann.
12. Durch die Beaufſichtigung und Prüfung der Anlage übernimmt die Gemeinde
keine Verpflichtung oder Gewähr für deren Güte und dauernde Haltbarkeit. In dieſer
Beziehung iſt vielmehr der Hausbeſitzer haftbar.
§ 10.
Benutzung und Unterhaltung der Gebäudeleitungen.
1. Jeder Mangel an der Leitung, wie Undichtigkeit, Schweißen oder Tropfen der
Leitung oder von Zapfhähnen iſt alsbald durch den Hausbeſitzer abſtellen zu laſſen.
2. Verboten iſt die Abgabe von Waſſer an Dritte, ſei es gegen Entgelt oder un=
entgeltlich
; ferner jede Verſchwendung und ein nutzloſes Laufenlaſſen des Waſſers, end=
lich
jede Handlung, durch welche der Gang des Waſſermeſſers beeinträchtigt werden kann.
3. Tritt ſtärkerer Froſt ein, ſo ſind, ſoweit die Kloſetts mit Waſſerleitung verſehen
ſind, tagsüber die Fenſter dieſer Räume geſchloſſen zu halten, während der Nacht ſind
die Hausleitungen zu entleeren. Gartenleitungen ſind vor Eintritt des Winters zu ent=
leeren
und während des Winters leer zu halten.
§ 11.
Feuerhydranten.
1. Hydranten und Feuerhähne in Privatleitungen dürfen nur bei Feuersgefahr
und Uebungen, nicht aber zu anderen Zwecken benützt werden. Die Gemeindeverwaltung
iſt berechtigt, ſie mit Plomben zu verſehen, die nur bei Feuersgefahr oder bei Uebungen
gelöſt werden dürfen. Jeder Gebrauch der Feuerhähne iſt binnen 24 Stunden der Ge=
meindeverwaltung
anzuzeigen.
2. Beim Ausbruch eines Brandes ſind in den Privatleitungen, mit Ausnahme der
zum Speiſen der Dampfkeſſel beſtimmten, alle Hähne zu ſchließen, ſofern ſie nicht zur
Bewältigung des Brandes ſelbſt benutzt werden.
3. Jeder Abnehmer iſt verpflichtet, während des Brandes ſeine Leitung zur Ver=
fügung
der Löſchmannſchaft zu ſtellen. Den Betrag für die Waſſerentnahme trägt die
Gemeinde, falls ſich bei der Vierteljahrsaufnahme ein Mehrverbrauch zeigt, der ſich auf
den Verbrauch zu Löſchzwecken zurückführen läßt.
§ 12.
Waſſerzins.
I. Berechnung.
1. Der Waſſerzins wird alljährlich einmal, und zwar Ende März, von einer durch
den Gemeinderat eingeſetzten Kommiſſion von vier Mitgliedern unter dem Vorſitze des
Bürgermeiſters oder deſſen geſetzlichen Vertreters mit Rückſicht auf den mutmaßlichen
Verbrauch feſtgeſetzt.
2. Bei Großabnehmern bleiben beſondere Vereinbarungen vorbehalten. In jedem
Falle iſt als Mindeſtwaſſerzins der Betrag jährlich für den Hausanſchluß zu entrichten,
den die Gemeinde für jede Klaſſe beſtimmt hat. Hierbei wird zunächſt ein Einheitspreis
von 15 Pfg. pro ebm feſtgeſetzt. Bei größerem Verbrauch, als ihm in der betreffenden
Klaſſe zuſteht, zahlt der Waſſerabnehmer pro ebm den Einheitspreis von 20 Pfg.. Bei
geringerem Verbrauch findet jedoch kein Abzug ſtatt.
3. Die Gemeinde behält ſich vor, den Preis für 1 cbm alljährlich feſtzuſetzen.
4. Bei der Einſchätzung ſoll folgendes beachtet werden:
a) der mutmaßliche Waſſerbedarf einer Haushaltung, beſtimmt durch deren
Größe und Wohnräume;
b) das Beſtehen beſonderer Einrichtungen, die einen erhöhten Waſſerverbrauch
bedingen, z. B. Waſchküche, Badeeinrichtung, Kloſetts uſw.;
c) der Viehbeſtand;
d) das Beſtehen einer gewerblichen Anlage, insbeſondere einer Wäſcherei,
Fabrik oder einer Wirtſchaft und dergl.;
e) die Zahl der in einem Hauſe vorhandenen Haushaltungen;
f) die Zahl der Zapfhähne und der dadurch bedingte Verbrauch;
g) das Gießen von Gärten mit und ohne Schlauch.
5. Bei der Einſchätzung werden unter Berückſichtigung der vorſtehenden Anhalts=
punkte
folgende Klaſſen gebildet:
Es ſollen jährlich in Vierteljahrsraten zahlen:

die 1. Klaſſ=
2. . ,
3. 10
4. 12
5. 15
6. 18
, 7.

8.
9.
10.
11.
12.

21
24
27
30
33
36

6 Mark bis zu 40 cbm.
53
67
,,
,
,
,

, 80
100
120
140
160
180
200
220
240

Jahres=Waſſerverbrauch

und ſo weiter um je 3 Mark bei 20 chm Jahresverbrauch mehr eine neue Klaſſe bildend.
Die Waſſermeſſer dienen daher nur dazu, den Mehrverbrauch über die den betref=
fenden
Klaſſen zuſtehenden Verbrauchsmengen feſtzuſetzen.
6. Die Beſchlüſſe der Kommiſſion (Abſ. 1) ſind nach vorausgegangener Bekannt=
machung
acht Tage lang offen zu legen. Ueber Beſchwerden, die innerhalb der Offen=
legung
ſchriftlich bei Großh. Bürgermeiſterei erhoben werden müſſen, entſcheidet der
Gemeinderat. § 18 Satz 2 findet Anwendung.
7. Der Verbrauch wird vierteljährlich, und zwar Ende März, Ende Juni, Ende
September und Ende Dezember, feſtgeſetzt; die Abrechnung für den Mehrverbrauch
findet jedoch nur zweimal im Jahre, und zwar Ende Juni für die beiden erſten Quartale
und Ende Dezember für das dritte und vierte Kalendervierteljahr, ſtatt. Eine Ueber=
tragung
von Mehr= oder Minderverbrauch vom erſten Kalendervierteljahr auf das zweite
und vom dritten auf das vierte Kalendervierteljahr iſt daher ſtatthaft, nicht aber von
einem Kalenderhalbjahr auf das andere. Ein Abzug von dem vierteljährlich zu zahlen=
den
Waſſerzins, wie er ſich aus der betreffenden Klaſſe ergibt, findet bei Minderverbrauch
unter keinen Umſtänden ſtatt.
II. Erhebung.
1. Ueber den Verbrauch wird den Abnehmern ein Anforderungszettel vierteljähr=
lich
zugeſtellt. Am Ende des erſten und dritten Kalendervierteljahres iſt nur die auf
das Vierteljahr nach der betreffenden Klaſſe entfallende Vierteljahrsrate zu entrichten,
während am Ende des zweiten und vierten Kalendervierteljahres auch der eventuelle
Mehrverbrauch für die beiden vorhergehenden Vierteljahre mit in Rechnung geſetzt wird.
Ein Abzug findet aber unter keinen Umſtänden ſtatt. Der Betrag des Abforderungszettels
nebſt den Koſten etwaiger Unterhaltungsarbeiten, ſoweit ſolche den Abnehmern zur Laſt
fallen, iſt an den Rechner der Waſſerwerkskaſſe bei Vorzeigen des Anforderungszettels
zu entrichten.
2. Der Waſſerzins iſt in der von der Gemeinde feſtgeſetzten Friſt zu bezahlen.
Wenn er nicht rechtzeitig bezahlt wird, ſo wird er nach den Beſtimmungen über die
Gemeindeforderungen beigetrieben.
3. Bei länger als ein Vierteljahr verzögerter Zahlung iſt die Gemeinde berechtigt,
die Leitung von der Straße oder im Hauſe abſperren zu laſſen und zu plombieren, wobei
die Plombe nicht verletzt werden darf. Auch kann ſie die Leitung abtrennen laſſen, wo=
bei
die Koſten dem Beſitzer zur Laſt fallen.
§ 13.
Vorkehrungen bei Waſſermangel.
Wenn Waſſermangel eingetreten iſt, oder zu befürchten ſteht, ſo iſt die Gemeinde
berechtigt, alle Zweigleitungen, die nicht dem gewöhnlichen Verbrauch dienen, zu ſchließen
und zu plombieren oder deren Geſchloſſenhalten zu verlangen. Solchen Anordnungen
muß unbedingt Folge geleiſtet werden. Die angebrachten Plomben dürfen nicht verletzt
werden.

[ ][  ][ ]

Nummer 27.

Amtsverkündigungsblarr Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadr.

Dienstag, den 3. März 1914.

514.
Pflicht der Gemeinde zu Vorkehrungen wegen Reinhaltung des Waſſers und
der Leitung.
Die Gemeindeverwaltung iſt den Waſſerbezugsberechtigten gegenüber verpflichtet,
fles zu tun, was zur Reinhaltung des Waſſers und der Leitung dient oder zweckmäßig
rſcheint, ſowie darüber zu wachen, daß alle Handlungen, die geeignet ſind, die Reinheit
tes Waſſers zu beeinträchtigen, unterlaſſen werden. Insbeſondere iſt ſie verpflichtet,
hrüber zu wachen und dafür zu ſorgen, daß das ganze Rohrnetz regelmäßig in an=
emneſſenen
Zeiträumen gereinigt und geſpült wird.
§ 15.
Pflichten der Gemeinde zum Friſcherhalten des Leitungswaſſers.
Die Gemeinde iſt den Waſſerbezugsberechtigten gegenüber verpflichtet, alle Vor=
ſehrungen
zu treffen, die geeignet ſind, das Waſſer möglichſt friſch zu erhalten und den
Inhalt des Rohrnetzes moglichſt häufig zu erneuern. Sie hat deshalb, ſobald und ſo
ange Waſſer zu dieſem Zweck verfügbar iſt, das Rohrnetz insbeſondere an den Enden
ſöfter ſpülen zu laſſen.
§ 16.
Zutritt zu den Leitungen.
Die Vertreter oder Beauftragten der Gemeinde haben das Recht des jederzeitigen
Zuganges zu ſämtlichen Räumen, in denen die Waſſerleitung verlegt iſt.

§ 17.
Zuwiderhandlungen.
Bei Zuwiderhandlungen gegen dieſe Beſtimmungen iſt die Gemeindeverwaltung
berechtigt, eine Vertragsſtrafe von 2 bis 20 Mark, deren Höhe ſie in jedem einzelnen Falle
feſtgeſetzt und die zur Waſſerwerkskaſſe zu entrichten iſt, zu verhängen. Dieſe Vertrags=
ſtrafe
wird wie die Gemeindeforderungen beigetrieben.
§ 18.
Beſchwerde.
Beim Widerſpruch der Beteiligten gegen Anordnungen von Beauftragten der
Gemeindeverwaltung beſchließt der Gemeinderat. Gegen die Beſchlüſſe des Gemeinde=
rats
iſt gemäß Art. 98 der Landgemeindeordnung binnen einer Notfriſt von vier Wochen
die Klage im Verwaltungsſtreitverfahren zuläſſig.
§ 19.
Inkrafttreten.
Die Waſſerbezugsordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung im Amtsver=
kündigungsblatt
in Kraft.
Weiterſtadt, den 31. Dezember 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Weiterſtadt.
Becker.
(5667

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=

llicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
lfinden
ſich: 1 Foxterrier (zugelaufen). Die Hunde können von den
(Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=
ſteigerung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
(vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(5596

Städt. Leihamt Darmſtadt.

Betr. Erneuerung der Verſatzzeit von Pfändern.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 13889 bis einſchließlich
Nr. 37918 (altes weißes Formular) werden aufgefordert, die Ver=
ſatzzeit
der Pfänder von jetzt ab erneuern zu iaſſen. Bis Ende
Februar d. J. iſt die einfache, vom 1. bis 10. März 1914 die doppelte
Erneuerungsgebühr zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzzeit bis 10. März d. J. nicht erneuert
wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 18. April d. J., vormittags
11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 20. April d. J. ab, werden
die verfallenen Pfänder verſteigert.
Darmſtadt, den 6. Januar 1914.
Städtiſche Leihamtsverwaltung.
Paul.
(1372a

Verſteigerungs-Anzeige.

Donnerstag, den 5. und nötigenfalls Freitag, den
6. März 1914, jedesmal vormittags 9 Uhr an=
fangend
, verſteigere ich im Weißen Saale der
Reſtauration Zur Stadt Pfungſtadt‟ Eliſa=
bethenſtraße
2, im Auftrage des Herrn Rechtsanwalts
Buss dahier, als Verwalter im Konkurs über das
Vermögen der Firma Val. Hebermehl die zur Konkurs=
maſſe
gehörigen Warenreſtbeſtände, nämlich:
Eine große Partie Spezerei= und Kolo=
nialwaren
, Zigarren, Weine und Spiri=
(5606im
tnoſen
meiſtbietend gegen Barzahlung.
Verſteigerung beſtimmt.
Kapp,
Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
Georgenſtraße 1.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 4. März 1914, vorm. 11 Uhr,

werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſt. zur Roſenhöhe)
dahier verſchiedene Möbel, darunter Sofas, Kommoden, Tiſche,
Schreibtiſche, 91 Bände Bibliothek des Unterh. und des Wiſſens,
Trumeauſpiegel, Vertikos, 1 Salonſchrank, 1 Schreibkommode, Büfetts,
Kleiderſchränke, Spiegelſchränke, 1 Büroſchrank, 1 Nähmaſchine,
1 Eisſchrank, 1 Käfig mit Papagei, 1 Ladentheke, 1 Schreibmaſchine,
Pianinos, 1 Friſeurtoilette, 1 Landauer und 1 Pferd durch den Unter=
zeichneten
zwangsweiſe verſteigert.
(5628
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 11, I. St.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 4. März 1914, nachm. 3 Uhr,

verſteigere ich im Verſteigerungslokale Zur Ludwigshalle ( Ober=
gaſſe
) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Eine Partie Eiſenwaren, ca. 200 Meter Buxkin,
Schnitt= und Kurzwaren, 1 Grammaphon, 140
Sonnenſchirme, ſowie Hausmobilien durch alle
Rubriken.
(5648
Kapp, Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.

Soenfecken
(Bonna-Fede
Beste Kontor-Feder
Eigenes
deutsches
Fabrikat

Muster
kostenfrei

Ferviertiſch, Spiegel, Bücher=
geſtell
(alles nußbaum poliert),
Bauerntiſchchen, kl. Theetiſch=
hen
wegen Umzug zu verk.
5384) Eliſabethenſtr. 14, II.

Achtung!
Ein großes Quantum Hafer, auch
ſackweiſe, preiswert abzug. Offert.
unter O. 60 an die Exp. (*5359

Bekanntmachung.
Dienstag, 7. April I. Js.,
vormittags 10½ Uhr,

ſoll die dem Karl Guſtav Richard
Buſch dahier an dem Anweſen:
Flur Nr. qm
1077 200 Hofreite,
I 1076 123 Grabgarten Wie=
nersſtraße
77,
zuſtehende ideelle Hälfte in unſe=
rem
Bureau, Grafenſtraße 30,
zwangsweiſe verſteigert werden.
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das einge=
legte
Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 2. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
(K76/13 Müller. (VIII,5612

Bekanntmachung.
Dienstag, 7. April 1914,
vormittags 10½ Uhr,

ſollen die der Zimmermeiſter Kon=
ad
Wienold Witwe, Margarethe,
geb. May, dahier gehörigen Lie=
genſchaften
:
Flur Nr. qm
VI 527 51 Grasgarten ( Vor=
garten
) Lands=
kronſtraße
,
VI 527¾/10 340 Hofreite Lands=
kronſtraße
Nr. 79,
VI 528 81 Grabgarten
Landskronſtr.,
VI 529 63 Grasgarten da=
ſelbſt
,
n unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe verſtei=
(K13/14
gert werden.
Darmſtadt, 2. März 1914.
Groß. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen.)
Frautz. (IX,5635

Bekanntmachung.
Dienstag, 7. April 1914,
vormittags 11 Uhr,

ſollen die der Zimmermeiſter Kon
rad Wienold Witwe, Margarethe,
geb. May, dahier gehörigen Lie=
genſchaften
:
Flur Nr. qm
VI 532 123 Hofreite Tannen=
ſtraße
Nr. 41,
VI 533 122 Hofreite Tannen=
ſtraße
Nr. 39,
VI 530 149¾10 Hofreite Tan
nenſtraße
Nr. 45,
VI 530¾/10 19/10 Grasgarten
(Vorgarten)
daſelbſt,
VI 531 42 Grasgarten da=
ſelbſt
,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe ver=
ſteigert
werden.
(K14/14
Darmſtadt, 2. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (IX,5636

Bekanntmachung.
Dienstag, 7. April 1. Js.,
vormittags 11 Uhr,

oll die den Metzger Peter Diehl
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
I 241 93 Hofreite Schloß=
gaſſe
Nr. 3,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K,11/14
Darmſtadt, 27. Februar 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,5584

In unſerem Handelsregiſter B
a) wurde bei der Firma Heſſi=
ſche
Spielwarenmanufaktur, Ge=
ſellſchaft
mit beſchränkter Haf=
tung
, in Pfungſtadt, folgender
Eintrag vollzogen:
Der Geſchäftsführer Heinrich
todnagel in Darmſtadt iſt zurück=
getreten
. An deſſen Stelle iſt
Walter Wendes in Pfungſtadt zum
Geſchäftsführer beſtellt. (5640
Darmſtadt, 25. Februar 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Bekanntmachung.

In unſerem Handelsregiſter A.
wurde heute die Firma Wilhelm
Darmſtädter II. in Eberſtadt ge=
(5639
öſcht.
Darmſtadt, 26. Februar 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Sämtliche Coupons
per 1. April 1914
werden bereits von heute ab ohne Abzug und
spesenfrei an meiner Kasse eingelöst.
Ständiger Vorrat solider Anlage-
papiere
.
(5642ifi
Hermann Wertheim
Bankgeschäft
Filiale Darmstadt, Rheinstr. 33.

Holzerſteigerung (letzte).

Es werden verſteigert:
I. Montag, 9. März I. J., morgens 9½ Uhr ab nach Zu=
ſammenkunft
auf Kreuz=Sellbornſchneiſe und Koſackenſchneiſe aus
Diſtr. I, Eichen, Geſpenſtereck 29: Scheiter, rm: 85 Buchen, 3 Hain=
buchen
, 40 Eichen, dabei Werkholz; Knüppel, rm: 152 Buchen,
75 Hainbuchen, 47 Eichen; Knüppel=Reiſig, rm: 56 Hainbuchen,
22 Eichen; Reiſig, Wellen: 2060 Buchen; Stöcke, rm: 32 Buchen,
21 Eichen.
II. Dienstag, 10. März, morgens 9½ Uhr ab nach Zuſam=
menkunft
auf der Chauſſee Meſſel-Urberach an der Buchenhügel=
ſchneiſe
aus Diſtr. I, Eichen, Buchenhügel 47: Knüppel, rm: 43 Buchen,
Knüppel=Reiſig, rm: 252 Buchen und Hainbuchen, 6 Eichen. Aus=
kunft
durch Forſtw.=Aſp. Kirſchner, Meſſel.
Meſſeler Forſthaus, 2. März 1914.
(5632
Großh. Oberförſterei Meſſel.
Schlag.

Brennhalz=Verſteigerung.

Montag, den 9. März 1914, vormittags 9 Uhr
anfangend, werden auf hieſigem Rathauſe aus dem Pfungſtädter
Gemeindewald, Diſtrikt Malchertanne,
101 rm Kiefern=Stöcke,
34 rm Kiefern=Scheiter,
401 rm
4920 Stück Wellen
Knüppel,
meiſtbietend verſteigert.
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Weingärtner.
Pfungſtadt, den 26. Februar 1914.
(5448go
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.

Rohlen- u. Sterbeverein Friede‟
Ober-Ramstadt.

Für das Geſchäftsjahr 1914/15 ſollen ca. 3840 Waggon
Kohlen Nuß II aus dem Ruhrgebiet, ca. 2426 Waggon Briketts,
Marke Union, und 23 Waggon Briketts in Eierform
vergeben werden.
Angebote ſind bis Samstag, den 7. März 1914 bei dem
II. Vorſitzenden Herrn Lehrer Schaffnit, Wehrſtraße, mit dem
Stichwort Vergebung von Kohlen verſchloſſen einzureichen.
Lieferungsbedingungen ſind gegen Einſendung von 30 Pfennig
(5412sid
daſelbſt erhältlich.
Der Vorstand.

Kohlen=Bezugs=Verein Glück=Auf‟ Eberſtadt

Vergebung von Kohlen u. Briketts.
Der Bedarf von ca. 80 Waggon, beſtehend in
ca. 810 Waggon Nuß II, ca. 5560 Waggon
Nuß III, ca. 2 Waggon Nuß IV, 2 Waggon
Fettſchrot (nur aus dem Ruhrgebiet) und 10 bis
12 Waggon Briketts, Marke Union
(5446go
ſoll vergeben werden.
Angebote ſind verſchloſſen bis 7. März 1914 bei dem Geſchäfts=
führer
Jean Bohn, Oberſtr. 25, einzureichen. Lieferungsbedingungen
ſind bei Genanntem in deſſen Wohnung oder gegen Einſendung von
Der Vorstand.
30 Pfennia zu erhalten.

Schutt
kann abgelad. werden (5452gi
Bauſtelle Roquetteweg 28.

billig zu verkaufen
Damenrad Taunusſtr. 15, II. (*5472

Hausfrauen! Hausmacher Oden=
wäld
. Schinken, kl. 45 Pfd.ſchw.
ſow. Hausm. feſt geräuch. Wurſtw.
ſpottbill. Wurſthalle Mollerſtr. 36.

1 B= u. C=
1 Kinderwagell. Klarinette
billig abzugeben. Näh. Moller=
ſtraße
6, 3. St., r.
(*5415

billig
Kinderklappstuhl abzugeben

II.
heinheimerſtr.

(*5413

faſt neu,
Linderliegwagen, bill. abzug.
Bismarckſtraße 28, II. Anzuſehen
von 111 Uhr.
(5616ids

[ ][  ][ ]

Seite 14:

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den43.Märzi1914.

Kummer m

Pranktarter Karsbericht von 2. Aarz 194.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)

Staatspapiere.
Dt. Reichsschatzanw. . . 4 100.00
Dt. Reichsanleihe p. 1918. 4 98.60
4 99.00
do. . . . . p. 1925 .
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 86.60
3½ 78.00
do.
Preußische Schatzanw. . 4 100,20
Stoffelanleihe: . .
4 90,40
86,65
Consols . .
4o.
78,10
Badische Staats-Anleihe. 4 97.20
do. v. 92/91 .
3½ 89,50
do.
Baverische Ablös.-Rente.
97,00
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906 4 97,20
do, unkdb. p. 1918
4 97,20
do. unkdb. p. 1920
4 97,20
E.-B.- u. Allgem. Anl.
unkdb. p. 1930 .
97,20
do, Anleihe
3½ 8500
do. 3
3 75.70
Hamburger Staats-Anl. . 4 97.00
3½ 88,50
do. v. 1887/94. .
3 79,80
do.
Hessische Staats-Anleihel 4
do. unkäb. p. 1921 .
97,30
84,70
do. ..
do.
74.70
Sächsische Staats-Rente 3 77,00
Wärttembg. Staats-Anl.
98,10
(unkdb. p. 1921).
88,20
do. v. 79/80 .
77.40
do.
Bulgarische Gld.-Anl. . . 5 97,80
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6
do. r. 1887 Monopolli‟.
Italienische Rente.
Osterr. Staats-R. v. 1913 .4.
do. Silber-Rente .
2740
do. Papier-Rente .
47
90,30
do. Gold-Rente . . . .
do. einheitl. Rente
83,90
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 97.00
do. inn. amort. 1905 . .4½
do. unit. Serie I
61.0
do.
III.
65,00
do. Spezial Titel..
9,00
Rumänen v. 1903 . .
1100,10
do. Gold v. 1913.
91,50
dg. Schatzsch. v. 1913 4½100,25
do. conv.
85,10
do. r. 1890
9400
do. r. 1801
87.50
85,20
do. r. 1905
do. r. 105
86.00
do. v. 1910
98.80
Russische St.-Anl. v. 1905
do. kons,. v. 1880
87,90
do. Gold v. 1800
do. v. 1902
90,90
Schweden v. 1880. .
do. r. 186 ..
85,

Schweden v. 1890.
Serben steuerfrei
88,0
do. amort. v. 1895
7920
Türk. Egypt. Tribut.
do. kons. steuerfreie
85,00
do. Admin. v. 1903. .
76.50
do. unif. v. 1903. .
86,00
do. v. 1905.
1350
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 90.90
Ungar. Staatsk.-Scheine
V. 1913. . .
. 4½ 100.00
83,90
do. Gold-Rente. .
do. Staats-Rente 1910. 4 . 82,35
Er 48290
do.
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887
do. äußere v. 1890 .
99,80
do. innere v. 1888 . . .4½
do. äußere v. 1888 . . .4½
do. v. 1897 . .
4
Chile Gold-Anl. v. 1911..
95,10
do. v. 1889 . . . . . . . . 4½
do. v. 1906 . . . . . . . . 4½ 91.90
Chines. St.-Anl. v. 1895 . . 6
5 99,30
do. v. 1896 .
88,60
do. Reorg. Anl..
do. v. 1898 . .
4½ 92,60

Japaner .
61,80
Innere Mexikaner
Außere do.
81,50
69,00
Mexikan. Gold v. 1904 .
do. cons. ..
69,00
do. Irrigat.-Anleihe
Buenos-Aires Prov.
65,00
Tamaulipas .
Sao Paulo E.-B.
98.40
do. v. 1913 .
96,60
Siam v. 1907 . .
Prioritäts-
Obligatienen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
r. 18959rls
82,50
r. 1004 3u
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
Darmstadt. .
94,15
98,80
Nordd. Lloyd-Obligat.
9025
Elisabethbahn . .
87,00
Franz-Josef-Bahn. .
Prag-Duxer . .
73,30
Osterreich. Staatsbahn
89,70
do.
76,30
do..
28,10
do. Südbahn (Lomb.) .
do. do,
52,10
do. do.
Raab-Oedenburg
78,50
Kronprinz Rudoltbahn .
85,80
Russ. Südwest.

e
47
Moskau-Kasan
4 86.20
do.
4 87.00
Wladikawkas..
Bjäsan-Koslow . .
Portugies. Eisenb. v. 186
do. ..
69,99
Livorneser . .
6260
Salonique Monastir.
(9.20
Bagdadbahn . .
Anstolische Eisenbahn
91,50
Missouri-Pacitic
4 53.00
4 9450
Northern-Pacitie..
Southern-Pacitie. . . .
92,00
St. Louis &San Francisco
Tehuantepec
Ungar. Lokalbahn .
Provinz-Anleihen.
96,20
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
86,30
do. Em. 10 .
3 .83,30
do. . 9. .
3½
Posen Prov..
4 96.00
Westfalen Prov. V..
96.00
Hess. Prov. Oberhessen
do. Starkenburg.
86,30
Städte-
Obligationen.
4 95,10
Darmstadt.
3½
do.
4½ 96,00
Frankfurt .
.3½ 89,00
do. .
4 94.50
Gießen .
.3½ 86,00
do.
4 94.90
Heidelberg..
86.00
do.
95,20
Karlsruhe .
87,40
do..
Magdeburg
95,00
Mainz . .
87,30
do. . . . . .
96.20
Mannheim . .
86,50
do. .. ..
95,80
München . .
Nauheim .
95,40
Nürnbers
86,60
ao. . 3.
95,50
Offenbach
do. v. 1914 .
do. . . . .
Wiesbaden.
do. . . . .
3½
95,10
Worms . . .
87,20
do. . . . . . .
::
Lissabon v. 1888 .
.. .4½ 9400
Moskau v. 1912
Stockholm v. 1880 . .
Wien Komm. . .
Wiener Kassenscheine .4½ 98,80
Zürich v. 1889 .
Buenos Stadt vr 1592 . . . 6 101,50

(65
Pfandbriefe.
100,00
Berliner Hyp.-Bk.-Pf.
93,25
do, unkdb. 1918. .
94,00
4.
1919::
9430
do.
1921.
9600
1922.
(o.
83,50
d6.
95,75
do. Komm.-Obl. unk. 1918
Frankf. Hyp.-Bk.
95,00
do. unkdb. 1910 .
96,00
1915 .
do.
4 96,50
1920
do.
86,40
de. Ser. 1219. .
Kommunal-Oblig. Sor. 1.
86,50
unkdb. 1910 .
Frankt. Hyp.-Kred. -Ver.
94,00
Ser. 1542
94.50
4849
do.
96,0
do. unk. 1922 52
88,50
do. 1913.
3½ 86,00
do. Ser. 45 . .
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,70
Ser. 12, 13, 16
96.,70
14, 15, 17
do.
97.50
do. unkdb. 1920
97,40
1925
do.
3½, 84.2)
do. Ser. 1, 2, 68
84.20
do. 35
8t,20
do. kündb. 1915.
96.10
do. Komm, unk. 1913
96,70
1914
do.
96,50
1916
do.

1020) 4 M.56
do.
1923) 4 97,40
do.
8420
do. verlosb. u. kündb..
84,20
unkdb. 1915
do.
94.50
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
9580
do., unkab. 192.
3½ 86,00
do.
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94.50
unkdb. 1917
1919) 4- 9450
do. . . . . .
1921 4 94,50
do. . . . ..
96,20
1924
do. . . . . .
85,40
do. . . . . . . ..
95.20
do. Komm, unk. 1923 .
96,00
1924
do.
96,40
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Zürich . . 10 (195,50
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6½1123,00
Darmstädter Bank .
12½259,00
Deutsche Bank. .
Deutsche Vereinsbank. . 6 122,75
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1118,60
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8½ (158,50
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Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ (124.00
Nation.-Bahk f. Deutschl.
(117.75
Pfälzische Bank.
128,50
695 1030
Reichsbank
1133,00
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106,60
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7½ 140,40
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6 127,06
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Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 140,80
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12050
Oidenburger. . . . Tlr. 40) 3 (12925
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Mk.
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A. 7
Braunschweiger . . . IIr. 20 (203,00
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do.
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Meininger
Osterreicher v. 1864 . A. 100 (598,00
v. 1858 . M. 100
do.
A. 100 436.80
Uingar. Staats .
Venediger . . . . . . . Fs. 30 68,00
Türkische . . . . . . Fs. 400 169,40
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Banknoten.
20,41
Engl. Sovereigns. .
1625
20-Franks-Stücke
4.19½
Amerikanische Noten .
20,48
Englische Noten . .
81,25
Französische Noten. .
169,35
Holländische Noten .
8105
Italienische Noten .
Osterr.-Ungarische Noten . . 85,00
Russische Noten . . .
Schweizer Noten . .
81,10
Reichsbank-Diskont
do. Lombard 25f.
Tendenz:
Schwächer.

Handel und Verkenr.

Frankfurt a. M., 2. Febr. Die Tendenz der
heutigen Börſe zeigte auf der ganzen Linie ein ſchwäche=
res
Gepräge, und zwar ausgehend vom Montanmarkte,
weil der Halbjahresausweis der Phönix= Bergbaugeſell=
ſchaft
den Erwartungen der Spekulation nicht entſpricht.
Man glaubt u. a. darauf hinweiſen zu müſſen, daß die
Folgen der verſchiedenen Preisermäßigungen am Eiſen=
markte
bilanzmäßig ſich erſt im zweiten Semeſter zeigen
werden. Das Angebot verſtärkte ſich im Verlaufe noch,
ſo daß das ganze Kursniveau nachgeben mußte. In
Uebereinſtimmung mit der ſchwächeren Allgemeintendenz
gingen auch die Kurſe der Schiffahrtswerte zurück, um ſo
mehr, als hier der anhaltende Rückgang der Frachtſätze
verſtimmte. Auch Schantungbahn=Aktien, die ſich anfangs
behaupten konnten, ſchwächten ſich ſchließlich ab. Der
Kaſſamarkt lag mit Ausnahme von wenigen Spezial=
werten
ebenfalls ſchwächer.
* Berlin, 2. März. Die Kolonialbank ( Aktien=
geſellſchaft
) hatte im abgelaufenen Geeſchäftsjahr einen
Reingewinn von 148 600,89 Mark. Hiervon erhält der
Reſtefonds I 12000 Mark, ſo daß verbleiben 136 600,89
Mark. Sodann gehen ab 4 Prozent Dividende auf 600 000
Mark eingezahltes Aktienkapital 24000 Mark; von den
verbleibenden 112600,89 Mark erhält der Aufſichtsrat ( ab=
üglich
des Gewinnvortrages von 11360,63 Mark) eine
Tantieme von 10124 Mark, verbleiben 102 476,89 Mark.
Es wird vorgeſchlagen, hiervon 6 Prozent Superdividende
auf das Nominalkapital von 1000000 auszuſchütten
60000 Mark, einem Reſtefonds II 30000 Mark zu über=
weiſen
und den Reſt von 12 476,89 Mark auf neue Rech=
nung
vorzutragen.
WB. Leipzig, 2. März. Die Allgemeine
Deutſche Credit=Anſtalt in Leipzig verteilt aus
ihrem Bruttogewinn von 17215705 Mark (i. V. 16504858

Mark) und aus dem Reingewinn von 11004379 Mark
(10 959572 Mark) wiederum 8½ Prozent Dividende.
WB. Hamburg, 2. März. Die Norddeutſche
Bank in Hamburg verteilt aus ihrem Bruttogewinn von
9071066 Mark (i. V. 8844625 Mark) und aus dem Rein=
gewinne
von 6 432 260 Mark (6 432007 Mark) bei Erhöhung
der beſonderen Reſerve um 500000 Mark wiederum eine
Dividende von 10 Prozent.

* Große Berliner Straßenbahn. 8 Pro=
zent
Dividende (i. V. 8½ Prozent) werden auf Beſchluß
der Aufſichtsratsſitzung der auf den 26. März einzuberufen=
den
Generalverſammlung in Vorſchlag gebracht. Dem
vorläufig ausgegebenen Bericht zufolge wurden 466 300 000
Perſonen (463 300000) befördert; die Einnahme aus der
Perſonenbeförderung betrug 44 418 163 Mark (44146921
Mark). Die Betriebsleiſtungen ſtellten ſich auf 106 444657
Wagenkilometer (104 559 663). Die Einnahme aus der
Perſonenbeförderung betrug für das Wagenkilometer
41,73 Pfg. gegen 42,22 Pfg. im Vorjahre. Die Geſamt=
einnahme
einſchließlich der auf Betriebsrechnung verbuch=
ten
Nebenerträge belief ſich auf 45 775 318 Mark (45 583972
Mark) und die Geſamtausgabe auf 26844538 Mark
(25828 210 Mark). Die Ausgaben für Löhne und Gehäl=
ter
ſtellten ſich insgeſamt auf 16 231033 Mark (15702138
Mark).
* Geſellſchaft für elektriſche Hoch= und
Untergrundbahnen in Berlin. Die Geſellſchaft
erzielte im abgelaufenen Geſchäftsjahr aus dem Betrieb
eine Einnahme von 9,5 Millionen (i. V. 8,3 Millionen),
ſonſtige Einnahmen betrugen 1,7 (1.6) Millionen. Der
Bruttogewinn ſtellt ſich auf 7,1 (6,4) Millionen. Nach
Deckung der Obligationenzinſen mit 1,9 (1,6) Millionen
ſowie nach Dotierung verſchiedener Fonds uſw. verbleibt
ein Reingewinn von 3 693 679 Mark (3 531906 Mark).
Die Geſellſchaft verteilt wieder 6 Prozent Dividende.

Landwirtſchaftliche Zentral= Dar=
lehnskaſſe
für Deutſchland (Raiffeiſenbank).
Jahresergebnis wird die Verwaltungsorgane dieſer Bank=
in
die Lage verſetzen, der Generalverſammlung außer
einer ſtarken Speiſung der Reſerven, die hiermit eine Mil=
lion
Mark überſteigen werden, die Verteilung der höchſt
zuläſſigen Dividende (4 Prozent) vorzuſchlagen. Daneben
iſt im abgelaufenen Jahre zum dritten Male eine
Rückſtellung für die an der Gebühreneinzahlung von 750
Mark beteiligten Genoſſenſchaften, die Jahresrate von je
50 Mark, vorgenommen worden.
Stuttgarter Lebensverſicherungs=
bank
a. G. (Alte Stuttgarter). Das abgelaufene
Jahr 1913, das 59. ſeit Beſtehen, brachte der Bank den
bisher größten Zuwachs. Eingereicht wurden 14226 An=
träge
über 113,1 Millionen Mark. Davon gelangten
11993 Verſicherungen mit 92,1 Millionen Mark zur Auf=
nahme
. Durch Tod wurden fällig 1710 Verſicherungen über
11,3 Millionen Mark und durch Ablauf bei Lebzeiten 1322
Verſicherungen über 9,4 Millionen Mark. Nach Abzug des
Geſamtabganges verbleibt in der Todesfallverſicherung
ein Reinzuwachs von 7714 Verſicherungen mit 61,7 Millio=
nen
Mark Kapital. Einſchließlich der Altersverſicherung
betrug Ende 1913 der Geſamtverſicherungsbeſtand der
Bank 170742 Verſicherungen über 1 Milliarde und 138
Millionen Mark.

Landwirtſchaftliches.

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[ ][  ][ ]

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(5638
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oßherzogliches Amtsgericht II.

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Der Abteilungsdirektor
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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

Nummer 62.

Vorträge.

Der Schluß der angekündigten Mazdaznan=
vorträge
fand am Sonntag ſtatt, an dem Herr Nah=
rungsmittelchemiker
Richter über poſitive und negative
Menſchen ſprach. Durch die Natur geht der Dualismus,
der ſich in verſchiedenen Formen äußert: Entwickelung,
Stillſtand Gut und Böſe, Tag und Nacht, Sommer und
Winter, Materie und Form, Schlaf und Wachen, Tod und
Leben. Dieſe Gegenſätze greifen auch ins Menſchenleben
ein und ſcheiden die Menſchen in poſitive und negative,
oder, was einigermaßen dieſem Begriff nahe kommt, in
elektriſche und magnetiſche. Der menſchliche Magnetismus
äußert ſich in Abgeſchloſſenheit, Verſenken ins Religiöſe,
Myſtiſche; der Magnetiſche iſt ſchüchtern, ſcheu, beſcheiden.
Auch der Körperbau verrät den Magnetiſchen, die Musku=
latur
iſt ſchwach entwickelt, die Blutzirkulation geringer,
das Blut etwas verſäuert und verdickt. Anders der Elek=
triſche
: gut ausgebildeter Körper, Sucht, aufzufallen,
Schlagfertigkeit mehr in Worten, als in Gedanken, ver=
raten
den Elektrismus. Da jedes Extrem ein Nachteil iſt,
muß der Ausgleich herbeigeführt werden. Der Vortra=
gende
gab verſchiedene Möglichkeiten, wie der einſeitig
negative oder poſitive Menſch auch nach der anderen Seite
ſich entwickeln ſoll. In erſter Linie trägt die Nahrung
dazu bei; auch entſprechend gewählte Farben, richtig
geübte Körperkultur, Atemübungen und geſelliger Verkehr
führen zum Ausgleich. Reicher Beifall des in Anbetracht
des Sonntags zahlreich erſchienenen Publikums lohnte den
Redner für ſeine Belehrung.

Turnen, Spiele und Sport.

* Deutſchvölkiſcher Turnverein Jahn‟ Darmſtadt
(Deutſcher Turnerbund). Am 8. März findet hier der
3. ordentliche Gauturntag des ſüdweſtdeutſchen Turngaues
im Deutſchen Turnerbunde ſtatt. Die Turn= bezw. Tages=
ordnung
iſt wie folgt feſtgeſetzt: Turnordnung: Gauvor=
turnerſtunde
vormittags 10 Uhr in der Oberrealſchule,
Kapellplatz 5. 1. Allgemeine Freiübungen, Leiter: Vor=
turner
L. Stein. 2. Riegenturnen, Bock Mittelſtufe, Lei=
ter
: Vorturner F. Kremer; Barren, Unterſtufe, Leiter:
Vorturnerſchüler P. Treſſer; Doppelreck, Schülerturnen.
Leiter: Vorturner L. Stein. 3. Pferdſpringen mit Feder=
brett
, Leiter: Vorturner L. Stein. 4. Spiele (das Ringen
um den Stab wird gelehrt), Leiter: Vorturner L. Stein.
Tagesordnung für den Gauturntag, nachmittags 2½
Uhr, im Deutſchen Haus, Alexanderſtraße 18: 1. Begrü=
ßung
. 2. Bericht der Amtswalter des Gauvorſtandes.
3. Bericht der Vertreter der Vereine. 4. Neuwahl des
Vorſtandes. 5. Beſchlußfgſſung über Anträge der Gau=
vereine
. 6. Verſchiedenes.
sr. Pferderennen. Auteuil, 1. März. Prix Nuage;
3000 Francs, Diſtanz 3500 Meter: 1. Monſ. Pfizers Mont
Boran (Powers), 2. Apiariſt (Bourdale), 3. Brididi II
(A. Benſon). Tot. 27110, Pl. 14, 27110. Unpl.: Coſilla,
Saint Yrieix (gef.). 1104 Lg. Prix Bayard; 6000
Francs, Diſtanz 4200 Meter: 1. Monſ. E. Hardouins La
Topaze (Riolfo), 2. Valiſe de Voyage (Parfrement),
3. Serpemteau (Lancaſter). Tot. 24:10, Pl. 18, 27110.
Unpl.: Le Syſtemier. 210 Lg. Prix Robert Henneſſy;
20000 Francs, Diſtanz 5000 Meter: 1. Monſ. Jam. Hen=
neſſys
Lord Loris (A. Carter), 2. Scoff II (Head), 3. Avey=
ron
(A. B. Bates). Tot. 89110, Pl. 36, 23, 30:10. Unpl.:

Boſton IV (4), La Canche, Ultimatum, Bonjour II, Napo,
Univers II. Hals-6½ Lg. Prix des Bruyeres;
10000 Francs, Diſtanz 2800 Meter: 1. Monſ. G. Bra=
jueſſacs
Mar (Powers), 2. Conſcrit (Barat), 3. Cham=
poreau
(A. Carter). Tot. 73110, Pl. 19 14, 19:10. Unpl.:
Sainte Freya, Captain Fracaſſe, Fronton Basque,
Aſtolphe, Scheherazade. Hols 5 Lg. Prix de Tanana=
rivo
; Militär=Steeple=Chaſe, 4800 Meter: 1. Monſ. Boſ=
ſuts
Miß Maud (Beſ.), 2. Celebre III (Baſtelbajan),
3. Auterrive (Beſ.). Tot. 40:10, Pl. 16, 33, 17110. Unpl.:
Menotte, Fleur de Mai VII, Samphire, Melroſe (gef.),
Rip Rip (gef.), Sidobre II. 412 Lg. Prix Belle=
Isle; 5000 Francs, Diſtanz 3800 Meter: 1. Monſ. Le petits
Lynx Eyed (Powers), 2. Annibal VII (Parfrement),
3. Ondee II (F. Williams). Tot. 34110, Pl. 17, 16:10.
Unpl.: Tripabero, Ekwanok, Beriot. 28 Lg.
* Eishockey. Die Europameiſterſchaft im Eishockey
wurde zwiſchen Böhmen und Deutſchland in Berlin ent=
ſchieden
. Die deutſche Mannſchaft ſpielte anfangs recht
gut, mußte aber ſchließlich die Ueberlegenheit der Böhmen
mit 2:0 anerkennen, die dadurch die Meiſterſchaft gp=
wannen
. Halbzeit 1:0.

Literariſches.

Hiſtoriſch=politiſche Jahresüberſicht
für 1913. Von Gottlob Egelhaaf. Geheftet 2,75 Mk.,
in Leinen gebunden 3,50 Mk. Carl Krabbe Verlag Erich
Gußmann in Stuttgart. Dieſes bewährte kleine Jahrbuch
erſcheint jetzt, von ſeinem ſachſten Jahrgang ab, unter
einem etwas geänderten Titel, der ſich mit ſeinem Inhalt
beſſer als der frühere (Politiſche Jahresüberſicht) deckt.
Die Jahresüberſicht hat ſich als ein überaus brauchbares
Hilfsmittel zur Orientierung in der allerneueſten Geſchichte
bewährt. Gerade das Jahr 1913 hat wieder eine ſolche
Fülle von Ereigniſſen gebracht, daß in unſerer raſchlebigen
Zeit, in der jeder Tag eine neue Affäre bringt, das Ge=
ſtern
heute ſchon vergeſſen iſt. Dieſem raſchen Vergeſſen
will die Jahresüberſicht ſteuern, indem ſie aus der ver=
wirrenden
Menge der Geſchehniſſe die wichtigſten heraus=
greift
und ſie in kurzer, aber doch klarer und erſchöpfender
Weiſe aneinander reiht. Für jeden Zeitungsleſer, dem
die tägliche Zeitungslektüre mehr als nur Zerſtreuung iſt,
iſt das kleine Jahrbuch von größter Wichtigkeit.

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[ ][  ][ ]

Nummer 62.

Darmſtädter Tagblatt, Dierstag, den 3. März 1914.

Seite 19.

Stenographen-Vereinigung Gabelsberger
(Verein für Geschäfts-Stenographie).
Einladung zur Gabelsbergerfeier
bestehend aus
Konzert und Ball
im Käisersaal am Samstag, den 7. März,
abends 8½ Uhr.
(5582id
Eintritt für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder im Vorverkauf
(Verkehrsbüro) 30, an der Abendkasse 35 inkl. Steuer.

Kaisersaal, den 8. März 1914, abds. 8 Uhr:
Unneimliches
aus dem
Reiche ae Mystik
Helene Odilon in ihren Vorträgen und
Dr. K. v. Radwan Experimental-Vortrag.
Neue Versuche der Telepathie. Wunder der Wachsuggestion.
Ueberraschende Experimente mit Herren und Damen aus
dem Publikum.
(5619idg
Karten im Vorverkauf Mk. 3.90, 2.80, 1.70, 1.10, in der Hof-
musikalien
- und Pianohandlung Georg Thies Nachf. Leopold
Schutter, Elisabethenstr. 12, Abendkasse Mk. 4.40, 3.30, 2.20, I.10.

Bis Ende dieser Woche taglich Safvater Fest im Bürger=Keller 2 Musikkapellen. Mittwoch, den 4. März: Schibater=esr im Hessenbräu, Kirchstr. 3. Stets Eintritt frei!
(5604im

Heideibergerstr.
Chausseenaus

Samstag, den 7. März, abends 8¼ Uhr:
zo. Habhaums=Konzent
Milchkränzchen
zum Besten der Verabreichung eines warmen Früh-
stücks
an arme und kränkliche Schulkinder
ausgeführt von der.
Kapelle des Großh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61
Leitung: Herr Obermusikmeister Weber
und unter gütiger Mitwirkung
der Frau Käthe Schneider-Gothe, Großh. Hofschauspielerin,
Frl. Käthe Specht (Gesang), die Herren Großh: Hofschau-
spieler
Schneider und Jürgas, Herr Kammermusiker und
Cornet à Piston-Virtuos Louis Kümmel und Herr Hans
Fischer (Komponist).
Nach dem Konzert: BALL.
Eintritt für Herren 1 Mk. (eine Däme frei), weitere Dame 50 Pf.
Ausführliches Programm an der Kasse. (5657
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.

Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten Einkl. Steuer) Mk. 2.
(B271
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.

Zur Gonsschlacht
53 Soderſtraße 53
Heute Dienstag
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Es ladet freundlichſt ein
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97283- KE Die beliebten- Kaffee-Konzerte finden täglich nachmittags von 46 Uhr skatt. Mittwoch nachmittags konzertiert: Künstler-Orchester Aronadt II. Rhapsodie von Liszt. Teil-Ouvertüre von Rossini. Faust-Fantasie, Soloffür Herrn Kapellmeister Aronadi.
(5009a Salvator im Anstich.

Direktion: Willy Roemheld.
Samstag, 7. März, 8 Uhr
Sonntag, 8. März, 8 Uhr
Montag, 9. März, 8 Uhr
3 Gastspiele
Almu sdecdt
Berliner Operette
Reusche

perette in 3 Akten von
G. Okonkowsky. Musik von
Jean Gilbert
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Dienstag, den 3. März 1914.
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WALTER SOOMER vom Kgl.
Hoftheater in Dresden.
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Perſonen:
Sebaſtiano, e. reich.
Grundbeſitzer
Tommaſo, d. Ael=
teſte
der Gem.,
80jährig
Alfr. Stephani
Moruccio, Mühl=
Otto Semper
knecht

Marta,
Pepa,
Antonia,
Roſalia,
Nuri,

Franz. Callwey
Hede Schaub
Annem. Liſchke
Lydia Riethof
Frieda Meyer
vom Herz. Hoftheater
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Chöre: Robert Preuß.
Nach dem 1. Aufz. längere Pauſe.
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Preiſe): Sperrſitz: 1.13. Reihe
4.20 , 14.20. Reihe 3.40 ,
Parterre: 1.5. Reihe 2.90 ,
6.8. Reihe 2.35 , Proſzeniums=
loge
6.20 , Mittelloge 6.20 ,
Balkonloge 5.20 , 1. Rang 4.70 ,
2. Rang: 1.6. Reihe 2.70 , 7. u.
8. Reihe 2.15 , 1. Gälerie 1.35 ,
2. Galerie 0.75 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 9½1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 81 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der Vor=
ſtellung
. (Im Verkehrsbüro wer=
den
auch telephoniſch Kartenbe=
ſtellungen
entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. Ende nach 10 Uhr.
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Mittwoch, 4. März. 123. Ab.=Vſt.
B 30. Filmzauber. Gew.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Donnerstag, 5. März. 124. Ab.=
Vorſtell. C 31. Gaſtſpiel Walter
Soomer. Cavalleria rusti=
cana‟
. Alfio: Walter Soomer.
Hierauf: Der Bajazzo.
Tonio (Prolog): Walter Soomer.
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Freitag, 6. März. 125. Ab.=Vſt.
D 32. Ibſen=Zyklus. Zweiter
Abend. Die Stützen der
Geſellſchaft (neu einſtud.).
Kleine Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 7. März. Außer Ab.
XI. Sonder=Vorſtellung. Die
verſunkene Glocke. Anfang
8 Uhr. (Zu dieſer Vorſtellung
findet kein Kartenverkauf ſtatt.)

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Du bist die Ruh! von Franz
Schubert.
Morgen, Text von John Henry
Mackay, Musik von Richard
Strauss, Solo-Violine: Prof.
Bernhard Dessau.
Schmerzen, von Rich. Wägner.
O, del mio dolce arder, von
Christoforo Gluck (italien.).
Verborgenheit, Text von Ed.
Möricke, Musik von Hugo
Wolf.
Traum durch die Dämmerung,
Text von Otto Julius Bier-
baum
, Musik von Richard
Strauss, Op. 29.
Der Schmied, Text v. Uhland,
Musik von Joh. Brahms,
Op. 19.
Wiegenlied (Guten Abend,
gut’ Nacht), Musik von Joh.
Brahms, Op. 49.
Wohin? aus Die schöne
Müllerin‟, Text v. Wilhelm,
Musik von Franz Schubert,
Op. 25.
Der Freund, Text v. J. Eichen-
dorff
, Musik v. Hugo Wolf.
Ständchen, Text v. A. F. von
Schack, Musik von Richard
Strauss, Op. 17.
Cäcilie, Text von Heinrich
Hart, Musik von Richard
Strauss.
Es ist’s, Text von Eduard
Möricke, Musik von Hugo
Wolf.
Sämtliche Aufnahmen sind in
leutscher Sprache gesungen!
Vorführung ohne
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Eine Dorftragödie in 3 Akten mit Toni Sylva.
Der Machtlose, Chin. Truppe, Beim- Kampf-
spiel
gen. Die verführten Männer

Wer die hochinteressanten Aufnahmen des

am Fastnacht-Dienstag noch nicht besichtigt hat,
hole das Versäumte unverzüglich nach.
Alle die vielen Tausende, die am Fastnacht-
Dienstag auf den Straßen waren, finden sich in den
einzelnen Bildern wieder. Es ist also jedem Gelegen-
eit
geboten, sich einmal im Film zu sehen.
Letzter Tag des reizenden Lustspiels
Die weisse Dame
mit Rita Sachetto in der Hauptrolle
sowie das auserwählte Bei- Programm.
Künstler-Konzert. (5641

Slle
E-EEEREESEe

Seite 20.

Darmſtädter

Gartenbauverein Darmstadt.
Monats=Verſammlung
Donnerstag, den 5. März 1914, abends 8 Uhr
im Fürstensaal.
Tagesordnung:
1. Geſchäftliche Mitteilungen.
2. Vortrag des Herrn Obſt= und Weinbau=Inſpektors Pfeiffer
über Arbeiten im Obſt= und Gemüſegarten.
3. Vortrag des Herrn Handelsgärtners Schneider über Blu=
(5575
menpflege‟.
Gäſte können durch Mitglieder eingeführt werden. Die Abgabe
von Freiloſen erfolgt nur gegen Vorzeigung der Mitgliederkarte
und wird mit der Eröffnung der Sitzung geſchloſſen.
Der Vorstand.

Vorträge zu Guust. des photogr. Institutes der Techu. Hochschule
Dienstag, den 3. Marz 1914, pünktl. 8¼ Uhr
im großen phyſikal. Hörſaal (Ende 10 Uhr)
III. Vortrag: Prof. Dr. Fr. Limmer
Bilder von der Insel Bornholm
(unter beſonderer Betonung der photogr. Geſichtspunkte).
Dienstag, den 10. März 1914, pünktl. 8¼ Uhr
im großen phyſikal. Hörſaal (Ende 10¼ Uhr)
IV. Vortrag: Prof. Dr. Fr. Limmer
Kinematographie I. Teil
(mit Demonſtrationen und Filmvorführungen). (4663a
Vorverkauf im Büro des Fremdenverkehrsvereins. Karten zu 1.50, 1., 0.50, 0.25.

Verufswayl für Mädchen.
Schülerinnen, die vor der Berufswahl ſtehen, ſowie Eltern und
Vormünder machen wir auf den am Montag, den 9. März, abends
8½ Uhr, im Saale der Landesbaugewerkſchule, Neckarſtraße 3, ſtatt=
findenden
Vortrag von Fräulein L. Steinthal aus Berlin über das
Thema:
Was ſoll unſere Tochter werden?
aufmerkſam. Der Beſuch der Veranſtaltung liegt im eigenſten In=
tereſſe
der Schülerinnen, ihrer Eltern und Vormünder. Eintritt frei.
Bei dieſer Gelegenheit weiſen wir noch einmal auf die Sprech=
ſtunden
unſerer Abteilung für Berufsberatung und weibliche Lehr=
ſtellenvermittlung
(b. a. w. Hochſchulſtraße 1) hin: Montag, Donners=
tag
, Freitag, Samstag von 1112½ Uhr, Dienstag, Mittwoch von
(5637is
45½ Uhr.
Arbeitsamt Darmſtadt.

Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Donnerstag, den 5. März 1914, abends 8¼ Uhr
im Kaiſerſaal
Oeffentlicher Vortrag
von Herrn Sanitätsrat Dr. Gigglberger=Michelſtadt
über:
(5576id
Erbliche Be= und Entlastung
Eintrittskarten zu 40 Pfg., für Mitglieder und angeſchloſſene Ver=
eine
zu 25 Pfg. im Verkehrsbüro und bei J. Mylius, Herdweg 2.

(Orisgr. Darmstadt.)
Allg. deutscher Frauenverein
Die Stellung der Frau im Wandel der Beiten.
V. Vortrag
Donnerstag, 5. März, abends 8 Uhr, Mozartſaal (Schulſtr.)
Herr Profeſſor H. Rißner, Darmſtadt:
rauen der Komantik
Eintritt 50 Pfg.
(5574

Perkeo-Saal.
Monat März täglich abends 8 Uhr (5652a
Carellos 8 Kometen.

Best existierendes Musik-, Gesang- und Tanz-Ensemble.

Programm

für Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag.

Die Ehre gerettet
Drama in 2 Akten.

Das Wirtshaus Vater John
Humoriſtiſch, zum Wälzen

Indianer-Schlager
Sehr ſpannend.

Bubi amüsiert sich
Humoriſtiſch.

In der Wildnis tiefstem Grauen.
Großes Wildweſt=Drama.

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1. Blumenkohl. 2. Bohnen. 5. Einbrenn. 4. Erbsen.
ühlings. 6. Gerste. 7. Gries. 8. Grünkern. 9. Hafer-
schleim
. 10. Kartoffeln. 11. Kerbel. 12. Königin.
15. Linsen. 14. Pilz. 15. Reis. 16. Reis mit Julienne.
17. Riebele. 18. Rumford. 19. Sago. 20. Spargel.
21. Sternchen. 22. Tapioka mit Julienne. 25. Tomaten.

Gertce

Unsere fägliche
Nahrung! 8

G. d. R. Rohrzucker
gelbe Kristalle, garantiert rein. Aromatisch und mit hohem
Gehalt an natürlichen Nährsalzen. Säuert nicht. Unser Rohr-
zucker
ist ein aus bestem Zuckerrohr gewonnenes, nahrhaftes
und gutbekömmliches Naturprodukt und sollte überall an Stelle
des üblichen weißen Zuckers verwendet werden.

Außer Wasser braucht der Mensch vier Gruppen Nahrungs-
mittel
: Eiweiß, Kohlehydrate (Stärkemehl), Fette und Salze.
Am unentbehrlichsten von diesen vier sind die Salze (Nährsalze),
sie geben den Kern, gesundes Blut, ein hartes Knochengerüst
und Gebiß, sowie ein widerstandsfähiges Nervensystem und
damit geistige Spannkraft, Ausdauer und Energie. Wo sie
fehlen sind häufig Krankheiten und Siechtum die Folge.
Diese kostbaren Salze sind hauptsächlich in den äußeren
Schichten der Nahrungsmittel enthalten. Es ist dies ein Finger-
zeig
, alle Nahrungsmittel möglichst in natürlichem Zustand‟

Tagespreis 1 Pfund 45/50 Pfennig.

zu genießen.
Die zurzeit so häufige Klage über den schlechten Gesund-
heitszustand
unseres Volkes hat wohl als eine der Hauptursachen
die unglückselige Verfeinerungssucht in der Nahrungsmittelbranche
(es wird ja meistens nur nach dem Aussehen gekauft). Das
Beste geht verloren. Der Konkurrenzkampf sorgt ohnehin
dafür eder will ja der Billigste sein‟ , daß immer minder-
wertigere
Waren in den Handel kommen und dadurch sinkt
der Gesundheitszustand immer tiefer. Ueberall macht sich des-
halb
eine kräftige Reform-Bewegung bemerkbar mit dem Motto:
Zurück zur Natur!
Dieser Zuruf ist ganz besonders wichtig für die Ernährung.
Die Genossenschaft deutscher Beformhäuser, e. G. m. b. H.,
dessen Mitglied untengenannte Firma ist, hat sich die Aufgabe
gestellt, durch gemeinschaftlichen Einkauf gute Wären möglichst
billig zu beschaffen und ist sorgfältig darauf bedacht vor allem
nur unverfälschte, reine, vollwertige Nahrungsmittel in den
Handel zu bringen.
Nachstehend verzeichnete Waren sind nach den Prinzipen
der G. d. R. hergestellt und bitten wir stets genau auf die
Schutzmarke zu achten.

getrocknete Banane ist ein Volksnahrungsmittel
iges und steht im Nährwert obenan. In ihrem
Heimatlande ausgereift, hat dieselbe sehr viel natürlichen
Zuckergehalt und ist des-
halb
den frischen (unreif im-
portierten
) Bananen immer
Leform
vorzuziehen. Sie repräsen-
Thaus
tiert einen nahrhaften, saf-
tigen
Leckerbissen für Groß
üne
und Klein. Auch zu Kom-
pott
ist sie mit Vorteil zu
verwenden.
fehlen das Schriftchen: Die getrocknete oder
hr Wert und ihre Verwendung von Paul Sellin

Reformgeschäft Arista‟
Gesundheitliche Nahrungs- und Genußmittel
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Telefon Nr. 971 Darmstadt Ernst-Ludwigstr. 3

[ ][  ][ ]

G. d. R. Pflanzenbutter, delikate Nuss-Margarine
hergestellt aus besten Kokosnüssen, also ohne tierische Fette.
Gleicht im Aussehen,
Geschmack und Aroma
feinster Kuhbutter. Verwen-
dung
genau wie Kuhbutter.
Ebenso vorzüglich ge-
eignet
zum Brotaufstrich,
wie zum Kochen, Braten
und Backen. Leicht ge-
salzen
, ca. 5 Wochen halt-
bar
. In gesundheitlicher
Hinsichtist unsere Pflanzen-
butter
der Kuhbutter immer
vorzuziehen, denn bekannt-
lich
ist ein großer Teil
unseres Viehbestandes
tuberkulös inficiert und die
Möglichkeit einer Uebertragung stets vorhanden, was bei unserer
Pflanzenbutter vollständig ausgeschlossen ist. Pflanzenbutter
ist überdies um ½ billiger als Kuhbutter, es kostet
½ Pfund 45 Pfg., ½ Pfund 90 Pfg., von 5 Pfund an 85 Pfg.
G. d. R. Fruchtkaffee mit Nährsalz
bester, nahrhafter Kaffee-Ersatz (in der
Haupfsache aus Körnerfrüchten, Wurzeln etc.
hergestellt), auch als Zusatz zum Bohnen-
kaffee
zu verwenden. Im Geschmack von
Bohnenkaffee kaum zu unterscheiden, kräftig
und wohlschmeckend. Greift im Gegensatz
zum schädlichen Bohnenkaffee weder Herz
1 Pfund 50 Pfg.
noch Magen an

G. d. R. Gebirgshafergries

ist die beste und billigste Nahrung für unsere
Kinder, Kein Durchfallt Keine Verstopfung!
Leicht verdaulich und wohlbekömmlich. Die
Kleinen gedeihen zusehends. Besonders auch alsReconvaleszenten-
Speise geeignet, beseitigt Verdauungsstörungen, verhindert Ver-
stopfung
, einfache Zubereitung. Als Suppeneinlage auch für
1 Pfund 50 Pfg.
Erwachsene sehr empfehlenswert.

C. d. R. Gebirgshaferflocken
nährsalzreiche Kraftnahrung.
Der Hafer, aus welchem dieses Produkt
gewonnen wird, ist auserlesene Qualität in
Mittel- und Hochgebirge angebaut. Die aus
diesem Haſer hergestellten Speisen sind
ein Labsal für jJung und Alt, Gesunde und
Kranke, wirken kräftigend, Blut und Knochen
1 Pfund 40 Pfennig
bildend.
G. d. R. Voll-Reis
geschält und ungeschält. Das natürliche
Reiskorn, voller Nährsalzgehalt, unge
färbt und unglasiert. Sehr ausgiebig
Unser Vollreis ist ein garantiert reines, nahrhaftes Natur-
produkt
, im Gegensatz zu dem vielfach im Handel befindlichen mit
Paraffin und Talkum glasierten sowie mit Ultramarin gefärbten
und dadurch minderwertigen Leis. Herr Dr. Kunert-Breslau
schreibt über Reis: Der Reis stellt ein ausgezeichnetes, kraft-
Spendendes Nahrungsmittel dar, wenn er als Naturkorn also
ungeschält genossen wird. Wir würden einen großen Gewinn
an Volkskraft zu verzeichnen haben, wenn er in unserer Er-
nährung
eine größere Rolle spielte. Er könnte die Kartoffeln
mit ihren 75% Wasser ruhig etwas in den Hintergrund drängen;
Reis enthält auch, worauf von Bunge aufmerksam macht, sehr
wenig Kali und ist dadurch vollkommen reizlos für die Nieren
im Gegensatz zur Kartoffel, mit ihrem unerwünscht hohen-Gehalt
an Kali. Nierenkranke sollen daher, so rät von Bunge, nur
Reis anstatt Kartoffeln genießen. Tagespreis 1 Pfd. ca. 50/55 Pfg.
G. d. R. Bouillonwürfel
garantiert rein vegetäbil, nährsalzhaltig, aus feinstem Rohmaterial
hergestellt. Das Beste, was in diesem Artikel auf den Markt kommt.
Von herrlichem Duft und Geschmack. Zu rascher und bequemer
Bereitung von Bouillon, Suppen, Saucen etc. unentbehrlich.
Große Würfel pro Stück 5 Pfg., 25 Stück M. 1.15. 100 Stück M. 4.50.
G. d. R. Suppentafeln
zur raschen Herstellung von 54 Teller vorzüglicher, vegetabiler
Suppe. Besonders auch für Touristen geeignet.
Preis pro Tafel 15 Pfennig.

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Die Wurstwaren werden zu diesen Preisen vorgewogen.

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Allerfeinste aussergewöhnlich preiswerte
. Pfund 40, 45
Eiernudeln .
Bruch-Maccaroni . .
Pfund 26
Griesmaccaroni, ganze Stangen . . Pfund 32
Maccaroni in Paketen . . Pfund 40, 50, 57
S. & F. Eier-Maccaroni
Pfund-Paket 60
feinste ausgiebige Qualität

. Pfund 28
Pflaumen, grosse fränkische
. Pfund 34, 40. 45, 55
do. bosnische .

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Aprikosen, kaliforn.
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Pfund 80, 90
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kleines, gutgehendes Geſchäft zu
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Seite 22.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. März 1914.

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