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177. Jahrgang
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rgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Reichstag erledigte in ſeiner geſtrigen Sitzung
en Reſt des Etats des Reichsamts des
Fnnern und begann ſodann die zweite Leſung des
Etats für das Reichseiſenbahnamt.
De albaneſiſche Abordnung iſt geſtern
vor=
mittag von Leipzig nach Wien abgereiſt,
Enigin Wilhelmine von Holland, die ſeit
Montag zum Beſuch des Prinzgemahls Heinrich auf der
bohe Mark im Taunus weilte, iſt geſtern mittag um
Uhr nach dem Haag zurückgereiſt.
engliſchen Unterhaus gab Kriegsminiſter
Weely Auskunft über das Flugweſen,
wo=
ſach die engliſche Marine und das Heer 161 Flug=
Ipparate beſitzen.
i einer Panik in einem Kinotheater zu Salerno
Ainfolge eines Filmbrandes kamen fünf Perſonen
ms Leben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Die Dinge in Mexiko.
— Seit Monaten geht es in Mexiko drunter und
drü=
das blühende Land, in dem Millionen und Aber=
Mlionen inveſtiert ſind, rückt dem Abgrunde immer näher.
berrſcht allem Anſchein nach faſt vollſtändige Anarchie,
riß eine Schreckenstat löſt die andere ab. Leben und
Eertum der fremden Staatsangehörigen ſind bedroht, und
öie haben bereits das ungaſtlichd Land verlaſſen.
Cha=
üeriſtiſch iſt der Fall Benton, der ſich jetzt abgeſpielr
wenngleich dieſer Engländer von eigener Schuld wohl
äit ganz freizuſprechen iſt. Wären den Mächten nicht
I Hände gebunden, ſo wäre es vielleicht anders, eine
ffnete Intervention der Europamächte hätte ſicherlich
n längſt die Ruhe und Ordnung wiederhergeſtellt, aber
zu kann man ſich mit Rückſicht auf die Vereinigten
ietten nicht verſtehen, da dieſe auf die Monroedoktrin
hhm und ein Einſchreiten anderer Mächte nicht
ge=
ltim wollen. Andererſeits wagt auch die Waſhingtoner
tierung kein entſchiedenes Eingreifen, weil ſie davon
Atgehende Verwicklungen befürchtet und die Zeit wohl
hmicht für gekommen erachtet, ihre in Wirklichkeit
wei=
ſhehenden Pläne durchzuführen.
Die obwaltenden Verhältniſſe beleuchtete eine Debatte
engliſchen Unterhauſe, wo ſeitens des
Regierungs=
reters gelegentlich einer Interpellation über den Schutz
engliſchen Intereſſen in Mexiko ausdrücklich erklärt
Ude, die Pazifizierung von Mexiko ſei eine Sache, deren
Aindung England ernſthaft wünſche, doch ſei es un=
Wlich, dies durch eine britiſche Intervention herbeizu=
Am, und die Regierung beabſichtige nicht, irgendeinen
Mntigen Verſuch zu machen, der ſowohl wertlos als auch
Aolitiſch wäre. Man ſieht alſo, England lehnt ein
Mſtändiges Vorgehen ab, weil man beſorgen muß, daß
An ſofort ein Entrüſtungsſturm in den Vereinigten
aben losbrechen würde, zumal die Beziehungen
zwi=
n England und Nordamerika ohnehin nicht die beſten
. Es bleibt alſo nichts anderes übrig, als alles auf
Womatiſchem Wege zu erledigen, natürlich mit recht
ge=
zem Erfolge. Für uns in Deutſchland iſt die Situation
Mgleiche, obwohl nicht wenige von unſeren
Staatsange=
igen ſich in Mexiko niedergelaſſen haben. Wir werden
auf den Schutz durch die Konſulate beſchränken und
erwaige Beförderung in die Heimat begnügen müſſen,
Aes muß verlangt werden, daß unſere Vertreter es in
Aer Hinſicht an nichts ſehlen laſſen. Bedauerlich bleibt
lich, daß durch die in Mexiko herrſchenden Zuſtände
Allionen von Werten vernichtet werden.
Soziale Friedensarbeit.
Der Geſchäftsbericht des Reichsver=
Ahherungsamtes für das Jahr 1913 iſt dem
Reichs=
zugegangen. Aus dem Inhalt ſei nachſtehendes her=
Mgehoben:
Zur Durchführung der Unfallverſicherung
Wen. im Berich’sjahre 116 Berufsgenoſſenſchaften und
Ausführungsbehörden mit 6 196703 Betrieben und
— Millionen verſicherten Perſonen beſtanden. Da=
Mentfallen auf die Land= und Forſtwirtſchaft 49
Berufs=
hoſſenſchaften und 55 Ausführungsbehörden für die
WB und forſtwirtſchaftliche Verwaltung mit rund
4100 Betrieben und rund 17179 000 verſicherten Per=
Mn. Nach einer vorläufigen Ermittlung belief ſich die
l aller im Jahre 1913 bei den Trägern der Unfall=
Micherung angemeldeten Unfälle auf 787674, die der
lhnalig entſchädigten auf 139076. Die verausgabten
Entſchädigungen betrugen nach einer vorläufigen
Ermitt=
lung 176 793 700 Mark. Das Reichsverſicherungsamt hatte
34 941 Rekurſe gegen Schiedsgerichtsurteile und Anträge
auf Feſtſtellung des entſchädigungspflichtigen
Verſiche=
rungsträgers zu bearbeiten; davon entfallen 5295 auf die
land= und forſtwirtſchaftliche Unfallverſicherung. Erledigt
wurden insgeſamt 18939 Rekurſe, von der
landwirtſchaft=
lichen 3350 Rekurſe. Es haben 1184 Sitzungen mit 18 431
mündlichen Verhandlungen ſtattgefunden, von denen 970
Sitzungen mit 15 240 mündlichen Verhandlungen auf die
gewerbliche und 214 Sitzungen mit 3191 mündlichen
Ver=
handlungen auf die landwirtſchaftliche Unfallverſicherung
entfallen.
In der Invalidenverſicherung belief ſich der
Geſamtbetrag der bis Ende 1912 gezahlten
Entſchädigun=
gen auf 2477 490316 Mark davon kommen auf das Jahr
1912 205 191 857 Mark. Die Einnahme aus Beiträgen
kann für 1913 auf etwa 290 Millionen Mark veranſchlagt
werden. Das Vermögen der Verſicherungsträger dürfte
Ende 1912 2 Milliarden Mark überſteigen.
Die Zahl der in Invalidenhäuſern und
ähn=
lichen Anſtalten untergebrachten Perſonen iſt von 4431 im
Jahre 1912 auf 5031 im Jahre 1913 geſtiegen. Eigene
Invalidenhäuſer beſaßen 10 Verſicherungsträger Zu
ge=
meinnützigen Zwecken ſind bis zum Schluſſe 1913
herge=
geben worden: a) zum Bau von Arbeiterwohnungen und
zur Arbeiterwohnungsfürſorge überhaupt 482 637 581 Mk.,
b) zur Befriedigung des landwirtſchaftlichen
Kreditbedürf=
niſſes (Bodenverbeſſerung, Aufforſtung Hebung der
Vieh=
zucht u. a.) 119675 614 Mark e) für
Wohlfahrtseinrichtun=
gen überhaupt 561856047 Mark, zuſammen 1164 169 242
Mark.
Gegen Schiedsgerichtsurteile wurden 4282 Reviſionen
in Invaliden= und 43 in Altersrenten beim
Reichsverſiche=
rungsamt eingelegt. Mit Einſchluß der aus dem Vorjahre
übernommenen waren 7955 zu bearbeiten.
Geſetzentwürfe im Reichstag.
* Der Reichstag hat ſeit ſeinem Zuſammentritt
am 25. November v. J. von den
Regierungsvor=
lagen erſt drei endgültig erledigt, und zwar
den Geſetzentwurf, betr. die Verlängerung der Zulaſſung
von Hilfsrichtern beim Reichsgericht, die Verlängerung
des deutſch=britiſchen Handelsabkommens und die
Zu=
laſſung von Hilfsmitgliedern beim Kaiſerlichen
Patent=
amt. Die Kommiſſionsberatungen über das
Poſtſcheckgeſetz ſind ſeit langer Zeit abgeſchloſſen, aber bei
den zwiſchen Reichstag und Reichspoſtverwaltung
beſtehen=
den Abweichungen iſt an eine baldige Erledigung nicht zu
denken. Der Geſetzentwurf über das Erbrecht des Staates
liegt unangerührt im Ausſchuß. In den
Ausſchuß=
beratungen befinden ſich von den Regierungsvorlagen
der Geſetzentwurf eines Leuchtölgeſetzes, der Entwurf über
den Verrar militäriſcher Geheimniſſe, der Entwurf über
das Verſahren gegen Jugendliche, über die Errichtung
eines Kolonialgerichtshofes, über die Aenderung der
Ge=
bührenordnung für Zeugen und Sachverſtändige, über die
Wiiederaufnahme eines Diſziplinarverfahrens, über die
Abänderung des Handelsgeſetzbuches (Konkurrenzklauſel),
über die Aenderung der §§ 56, 56c der Gewerbeordnung
(Hauſierhandel und Wanderlager), über die Sonntagsruhe
im Handelsgewerbe.
Zur erſten Leſung im Plenum liegen an
Re=
gierungvorlagen vor der Entwurf eines
Luftverkehrs=
geſetzes, der Entwurf, betr. Aenderung des
Militärſtrafge=
ſetzbuches, und der Entwurf, betr. verſchärfter Aufſicht über
die Gaſt= und Schankwirtſchaften, ſowie über die Kinos.
In beſtimmter Ausſicht ſtehen von der
Reichs=
regierung noch folgende Vorlagen: die Novelle zum
Kali=
geſetz, die Novelle zum Reichsbeamtenbeſoldungsgeſetz, der
Nachtragsetat für die Erhöhung der Bezüge der
Altpen=
ſionäre, die Novelle zum Stempelgeſetz zwecks
Konzeſſio=
nierung der Buchmacher und Beſteuerung ausländiſcher
Rennwetten, der Entwurf eines Geſetzes über den
Ver=
kehr mit Waffen, das Geſetz über die Subventionierung
der Reichspoſtdampferlinien.
In Vorbereitung befinden ſich: die Novelle zur
Gewerbeordnung über die Organiſation des Handwerks
(Wahlrecht der Gewerbevereine, Abgrenzung von Fabrik
und Handwerk uſw.), der Entwurf eines
Wanderfür=
ſorgegeſetzes (planmäßige Fürſorge für arbeitswillige,
mittelloſe Wanderer durch Errichtung von Arbeitsſtätten
und Arbeitsheimen in allen Bundesſtaaten) und eines
Wanderarmengeſetzes (Abänderung des Geſetzes über den
Unterſtützungswohnſitz), Entwurf eines
Reichstheater=
geſetzes (Regelung der Verhältniſſe der
Theaterangeſtell=
ten, Bühnenmitglieder und Muſiker), die Novelle zum
Patentgeſetz und Warenzeichengeſetz. Schon jetzt läßt ſich
überſehen, daß die nach Beendigung der diesjährigen
Sommerpauſe einſetzende Reichstagstagung mit reichem
geſetzgeberiſchen Stoff beſetzt ſein wird, da eine ganze
Reihe der bereits vorliegenden Geſetzentwürfe in der lau=
fenden Tagung kaum verabſchiedet, ſondern in den neuen
Arbeitsabſchnitt übernommen werden wird.
Gegenüber den Wünſchen und Anträgen des
Reichs=
tages auf geſetzliche Regelung einzelner Fragen des
natio=
nalen, ſozialen und wirtſchaftlichen Lebens bildet die Zahl
der Regierungsvorlagen nur einen verſchwindenden Teil
der die Ziffer 300 überſteigenden Anregungen.
Deutſches Reich.
— Die Reichseinnahmen. Nachdem nunmehr
das Ergebnis der Reichseinnahmen für zehn Monate
vor=
liegt, darf man als ſicher annehmen, daß das Etatsjahr
1913 keinen Ueberſchuß für den Voranſchlag des
Reichs=
haushaltsetats bringen wird. Durch den Nachtragsetat,
der durch die Wehrvorlage des letzten Sommers bedingt
war, wurden die Etatsanſätze bei den Zöllen um 18
Mil=
lionen und bei dem Stempel für Wertpapiere auf 4
Mil=
lionen heraufgeſetzt. Tatſächlich werden aber die
Ge=
treidezölle eine Mindereinnahme von mindeſtens 40
Mil=
lionen Mark bringen. Der Stempel auf Wertpapiere war
auf 4 Millionen erhöht, und aus den Geſellſchaftsverträgen
nach dem neuen Stempelſteuergeſetz waren Einnahmen in
Höhe von 7 Millionen veranſchlagt. Statt dieſer 11
Mil=
lionen dürften aber nur 5 Millionen zur Einnahme
ge=
langen. Auch der Anſchaffungsſtempel wird vorausſichtlich
3 Millionen und der Stempel für
Grundſtücksübertragun=
gen etwa 4 bis 5 Millionen weniger betragen. Ein Teil
dieſer Ausfälle wird allerdings durch Mehreinnahmen aus
anderen Steuerquellen gedeckt. So dürften die
Zucker=
ſteuer ein Mehr von etwa 16 Millionen, die
Zigaretten=
ſteuer 5 Millionen, Brauſteuer und Ausgleichungsbeträge
dafür etwa 6 Mſllionen, die Salzſteuer 2 bis 3 Millionen
und ſonſtige Stempeleinnahmen auch einige Millionen
mehr liefern. Trotzdem bleibt immer noch eine
Minder=
einnahme von 15 bis 20 Millionen Mark gegen den
Vor=
anſchlag.
— Bei der Reichstagsſtichwahl in
Jeri=
chow wurden nach dem endgültigen amtlichen Reſultat
am 20. Februar d. J. von 36 236 Wahlberechtigten im
gan=
zen 31936 Stimmen abgegeben. Davon entſielen auf
Rittergutspächter Schiele=Schollene (konſ.) 16669
Stim=
men, auf Expedient Haupt=Magdeburg (Soz.) 15267
Stimmen.
— Die Wiederkehr des „ſchwarz=blauen
Blocks” ſcheint man in nationalliberalen Parteikreiſen
nicht zu befürchten. Wenigſtens ſchreibt die
National=
liberale Korreſpondenz:
Wie iſt bei der vorjährigen Etatsberatung die So=
Kaldemokratie auf jeden Zentrumstrick hereingefallen!
Das kann die Nationalliberalen ganz ſicher nicht locken.
Um ſo weniger, als auch vom früheren ſchwarz=blauen
Block nichts zu befürchten iſt. Selbſt wenn dieſer durch
das Wahlglück bei den kommenden Erſatzwahlen eine oder
zwei Stimmen mehr als die Linke erhalten würde, ſo
könnte er doch auf ſolch unſichere Mehrheit keine Pontik
auſbauen, ganz abgeſehen davon, daß das Zentrum von
den Konſervativen ziemlich weit abgerückt iſt und es wohl
keine Luſt haben dürſte, die Geſchäfte der Konſewatiden
zu beſorgen. Die Nationalliberalen konnten alſo auch bei
der Wahl in Jerichow taktiſche Rückſichten zu keiner
an=
deren Parole veranlaſſen. Um ſo wichtiger dünkte ihnen
die Aufrechterhaltung der nationalen Gemeinbürgſchaft.
Sie, nicht die konſervative Partei, iſt der Sieger von
Jerichow.
— Herr Baſſermann und ſeine Partei.
Zu der Nachricht, daß Herr Baſſermann daran denkt, den
Parteivorſitz niederzulegen und zu dem hierzu ergangenen
ſtrikten Dementi ſchreibt die parteiamtliche Natlib. Korr.,
um die ganze Grundloſigkeit jener Nachricht noch
entſchie=
dener darzutun:
In der Tat entbehrt ſie auch jeder Grundlage. Herr
Baſſermann hat für die Zentralvorſtandsſitzung ſelbſt das
politiſche Referat übernommen, woraus allein ſchon
her=
vorgeht, daß von einem Rücktritt des Führers der
Par=
tei keine Rede ſein kann. Es handelt ſich alſo lediglich
um eine freie Erfindung. Das gleiche gilt von den
Be=
weggründen, die dem Abgeordneten Baſſermann zum
Rück=
tritt Anlaß geben follen. Alte Geſchichten und neuer Klatſch
werden zuſammengetragen, um „unhaltbare Zuſtände” in
der Partei zu konſtatieren. Wir können nur konſtatieren,
daß von ſolchen „Zuſtänden” weder in den Kreiſen der
Reichstagsfraktion noch in denen der Landtagsfraktion,
die doch etwas davon wiſſen müßten, etwas bekannt iſt
Im Gegenteil freut man ſich allenthalben über das
erfolg=
reiche Zuſammenwirken der beiden Fraktionen in den
wichtigſten politiſchen Fragen. Wenn daher die Leipz.
Neueſten Nachr. dem Baſſermannſchen Dementi, um ihrem
Senſationsartilel doch noch den Anſchein einer gewifſen
Verechtigung zu geben, den Kommentar anhängen, es ſei
anſcheinend „vorläuſig eine Einigung erzielt worden”, ſo
iſt auch das völlig abwegig. Es hat gar keine Differenz
gegeben, ſo daß es auch nicht notwendig war, eine „
Eini=
gung” zu erzielen
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
Nummer 57.
— Angeſtelltenverſicherung und
Woh=
nungspolitik. Die Reichsverſicherungsanſtalt für
Angeſtellte hat ausführliche Richtlinien für ihre
Mitwir=
kung an der Verbeſſerung der allgemeinen
Wohnungsver=
hältniſſe aufgeſtellt. Die Reichsanſtalt wird alle zur
Be=
leihung angebotenen Hausgrundſtücke nach Möglichkeit
prü=
fen, ob deren Wohnungen, insbeſondere die mittleren und
kleineren Wohnungen, geſundheitlich einwandfrei ſind.
Die Herſtellung geſundheitlich einwandfreier Wohnungen
ſoll durch Beleihungen gefördert werden. Die Verzinſung
ſoll nicht höher ſein als bei anderen Hausgrundſtücken. Die
Darlehnsbedingungen werden tunlichſt den beſonderen
Be=
dürfniſſen der Grundſtückseigentümer angepaßt. Auf alle
Fälle muß der Reichsanſtalt eine fortdauernde
Ueber=
wachung des Wohnungszuſtandes und der Art der
Grund=
ſtücksausnutzung gewährleiſtet werden. Große
Vergünſti=
gungen ſind für die Bauten vorgeſehen, die ausſchließlich
oder überwiegend für Angeſtellte beſtimmt ſind. Unter
Umſtänden ſollen auch Gemeinden oder Gemeindeverbände
Darlehen erhalten.
Gegen die „wilden Autler”. Wie Berliner
Blätter erfahren, werden vom 1. März ab ſämtliche
Re=
gierungen des Deutſchen Reiches mit der Regierung von
Frankreich von all jenen Kraftwagenbeſitzern Namen,
Wohnort und Stand einander mitteilen, die wegen
Zu=
widerhandlungen gegen die Beſtimmungen über
Kraft=
fahrweſen verfolgt werden. Dieſes internationale
Ueber=
einkommen fand bereits die Zuſtimmung der deutſchen
Bundesregierungen und entſpringt deutſcher Anregung.
— Eine Liga zur Verteidigung von
El=
ſaß=Lothringen. Am heutigen Donnerstag ſoll in
Straßburg auf Anregung des elſaß=lothringiſchen Reichs=
und Landtagsabgeordneten Hauß die Gründung einer Liga
zur Verteidigung Elſaß=Lothringens ſtattfinden, der die
Abgeordneten aller Parteien beitreten. Auch die übrige
Bürgerſchaft kann aufgenommen werden. Die Liga
be=
zweckt, ſo heißt es, einen ſchützenden Schirm über Elſaß=
Lothringen zu breiten und den Widerſachern, auch
inner=
halb des Parlaments, energiſch entgegenzutreten. Auf
jeden Fall ſollen alle falſchen Gerüchte, die über Elſaß=
Lothringen verbreitet werden, vor den Strafrichter
ge=
bracht werden. Vor allem richtet ſich die Liga gegen
ten=
denziöſe Entſtellungen im einzelnen, ferner natürlich auch
gegen Lügen, die lediglich dazu erfunden ſind, das
An=
ſehen Elſaß=Lothringens und ſeiner Bewohner in den
Augen der altdeutſchen Mitglieder herabzuwürdigen.
Aus den Kolonien.
— Aufhebung der Hausſklaverei in
Deutſch=Oſtafrika. Eine Denkſchrift des
Gouver=
neurs von Deutſch=Oſtafrika über Hausſklaverei iſt ſeitens
des Reichskolonialamts dem Reichstage zur
Kenntnis=
nahme vorgelegt worden. Der Reichstag hatte im Vorjahr
beſchloſſen, die Hausſklaverei in Deutſch=Oſtafrika zum
1. Januar 1920 aufzuheben. Das Kolonialamt hatte das
Gouvernement beauftragt, Erhebungen darüber
anzuſtel=
len, ob eine ſolche Maßnahme nötig und zweckmäßig ſei.
Nach einer im Schutzgebiet aufgeſtellten Enquete beträgt
die Geſamtzahl der Hörigen ſchätzungsweiſe 185000. Nach
Anſicht des Gouverneurs wird ſich eine gänzliche
Beſeiti=
gung der Hörigkeit im Schutzgebiete bis zum 1. Januar
1920 nicht ermöglichen laſſen; es müßte damit gerechnet
werden, daß die gewaltſame Beſeitigung der Hörigkeit zu
Aufſtänden führen kann. Aus dieſen und ähnlichen
Grün=
den ſchlägt das Gouvernement vor, eine Beſeitigung des
Hörigenverhältniſſes zu einem beſtimmten Termin nicht
vorzunehmen.
— Der Baumwollbau in den
Schutzge=
bieten. Unter dem Titel: „Der Baumwollbau in den
deutſchen Schutzgebieten, ſeine Entwickelung ſeit dem
Jahre 1910” hat das Reichskolonialamt ſoeben eine
um=
fangreiche Denkſchrift veröffentlicht.
In den Schutzgebieten zuſammen ſind ſeit 1910 von
der Verwaltung nicht weniger als ſechs
Baumwollver=
ſuchsſtationen und drei ebenfalls der Baumwollkultur
die=
nende allgemeine landwirtſchaftliche Verſuchsſtationen neu
begründet worden und in Tätigkeit getreten. Dazu kommt
als zehnte Anlage die Ausgeſtaltung einer ehemaligen
Baumwollſchule des Kolonialwirtſchaftlichen Komitees
in Oſtafrika zu einer Spezialverſuchsſtation für
Baum=
wollbau und=Züchtung. Daneben erfolgte — ſoweit nicht
ſchon vorhanden — die Einrichtung eines eigenen
land=
wirtſchaſtlichen Dienſtes in den beteiligten Schutzgebieten.
Ueber die Tätigkeit der einzelnen Verſuchsſtationen und
der Wanderlehrer bringt die Denkſchrift mehr oder
weni=
ger eingehende Berichte. Aus den kritiſchen Erörterungen
über die Entwickelung der Plantagen= und
Eingeborenen=
kultur iſt zu entnehmen: Sollen ſomit noch feſtere
Grund=
lagen für den ſpäteren Ausbau geſchaffen werden, ſo
kann man nicht gleichzeitig auf Maſſenproduktion
hinar=
beiten, ſondern muß in dieſer Periode der Entwickelung
und noch für einige Jahre auf eine ſchnelles Anſteigen der
Produktions= und Ausfuhrziffern verzichten. Immerhin
liegen nach allen Richtungen gute und vielverſprechende
Anfänge vor. Im Jahre 1912 — alſo erſt etwa zehn Jahre
nach Beginn der Baumwollunternehmungen — wurde aus
Deutſch=Oſtafrika und Togo zuſammen Baumwolle im
Wierte von rund 2,6 Millionen Mark ausgeführt. In
Deutſch=Oſtafrika iſt der Aufſtieg unverkennbar, in
Kame=
run und Togo wird es im weſentlichen von der
zukünf=
tigen Geſtaltung der Transportverhältniſſe abhängen, um
die bisherigen Leiſtungen zu ſteigern. In allen drei
Ko=
lonien ſind die natürlichen und wirtſchaftlichen
Grund=
lagen für einen ausgedehnteren Baumwollanbau
ge=
geben. Hinderniſſe grundſätzlicher Art ſtehen der
Ausdeh=
nung dieſes Produktionszweiges nicht mehr im Wege. Für
die nächſte Zukunft aber bedarf es — allerdings auf
er=
heblich verbreiteter Grundlage und mit erhöhten
Aufwen=
dungen — weiterer ruhiger und ſtetiger Arbeit, um das
große Kulturunternehmen zu voller Blüte zu bringen.
Ausland.
Frankreich.
Die Kammer verhandelte am Dienstag nachmittag
über die Regierungsvorlage, betreffend die Genehmigung
eines proviſoriſchen Steuerzwölftels für den Monat März.
Die Partei Briands benutzte die Gelegenheit zu einem
An=
griff gegen die Regierung. Der ehemalige
Miniſter=
präſident Barthou lehnte ſeinerſeits die Verantwortung
für das Zuſtandekommen der Anleihe ab. Leféyre
be=
kämpfte die Vorlage mit der Begründung, daß die ganze
Finanzlage infolge der Steuerprojekte der Regierung eine
große Beuruhigung im Lande geſchaffen habe. Er machte
den Miniſter dafür verantwortlich, daß die Deckung des
beſtehenden Defizits noch nicht gefunden ſei, daß die
Steuerreform immer länger verſchoben werde und daß
die Regierung auch die Deckung durch eine Anleihe
ver=
zögere. Die Folge werde ſein, daß das Budget für Jahre
hinaus mit einem dauernden Defizit belaſtet werde.
Finanzminiſter Caillaux erinnerte nach einigen kritiſchen
Bemerkungen André Lefévre erwidernd daran, daß er bei
der Uebernahme des Miniſteriums nur die Vorſchläge über
die indirekten Steuern und Anleihen vorfand. Unter dem
Beifall der Majorität erklärte er, eine ſolche Politik könne
er nicht machen, es ſei unmöglich, die ſchlechte Finanzlage
mit einem Schlage zu beſſern. Dazu ſeien lange
Be=
mühungen nötig, die durch Anleihen und
Budgetſchwierig=
keiten nicht zu beheben ſeien. Man müſſe von den
wohl=
habenden Klaſſen eine der Billigkeit entſprechende Leiſtung
verlangen. Das angeſammelte Vermögen werde nicht
ebenſo beſteuert wie in Deutſchland, es müſſe aber einen
direkten Anteil der Steuerlaſt übernehmen, jedoch nicht
auf dem Wege indirekter Steuern. Der Miniſter ſchloß,
indem er die Annahme des proviſoriſchen Zwölftels als
Vertrauensbeweis verlangte. Nach einer kurzen
Er=
widerung Lefèvres wurde das Budgetzwölftel mit 440
gegen 91 Stimmen angenommen. Darauf wurde die
Sitzung geſchloſſen.
Der Kammerausſchuß für die Schönen
Künſte nahm einen Antrag des Abgeordneten Heſſe an,
wonach bei öffentlichen Verſteigerungen von Kunſtwerken
der Künſtler oder ſeine Verwandten bis 50 Jahre
nach ſeinem Tode einen beſtimmten Prozentſatz von dem
Erträgnis erhallten ſollen. Dieſer Prozentſatz wird im
Ausſchuß in einer ſeiner nächſten Sitzungen feſtgeſtellt
werden. Nach einem Antrag Abel=Ferry ſoll der Prozents
ſatz bei einem Ertrage von 200 Francs ein Prozent und
bis zu vier Prozent bei einem Ertrage von mehr als
50 000 Francs betragen. Falls ein ſolches Geſetz bereits
bisher in Kraft geweſen wäre, hätten beiſpielsweiſe die
Verwandten des Malers Corot im Jahre 1912 die Summe
von 71000 Francs und der noch lebende Maler Degas
38000 Francs erhalten.
England.
Die Regierung und die Homerulebill.
Im Unterhauſe wiederholte Premierminiſter Asquith
ge=
genüber der unioniſtiſchen Reſolution, welche die
unver=
weilte Vorlegung von Abänderungsvorſchlägen der
Re=
gierung zu der Homerulebill forderte, die Gründe, welche
die Regierung veranlaßt hätten, die Initiative zu
ergrei=
ſen, ihre Vorſchläge zu machen. Er erklärte jedoch, die
Regierung ſei nicht mit einer belagerten Garniſon zu
ver=
gleichen, die in eine unhaltbare Stellung gedrängt ſei und
ohne Hilfsmittel mit erſchöpfter Munition kämpfe.
We=
der vom politiſchen Geſichtspunkt, noch im Hinblick auf die
Wahlen habe die Regierung Anlaß, den Waffenſtillſtand
zu erbitten oder die weiße Flagge zu hiſſen, ſie wolle
die=
große Sache nicht in der elften Stunde verraten. Asquith
verſicherte, er werde die Vorſchläge der Regierung bei der
zweiten Leſung der Homerulebill bekannt geben, und zwar
noch vor Oſtern.
Rumänien.
Die Kammerwahlen ſind beendet worden.
Gewählt wurden 169 Liberale, 10 konſervative
Demokra=
ten, 9 Konſervative, 2 Nationaliſten und 1 Unabhängiger=
Südafrika.
Annahme der Indemnitätsvorlage. Nach
zwölftägiger Verhandlung nahm das Unterhaus die
Vor=
lage, betreffend Billigung der Deportierung der neun
Ars=
beiterführer, ſowie aller anderen Handlungen der
Regie=
rung während des Streiks, mit 94 gegen 11 Stimmen an.
* Der Rückgang des Bierverbrauchs. Der
Verbrauch von Bier geht mit der Ausdehnung des
Sports=
unter der Enthaltſamkeit immer mehr zurück. Es liegt jetzt
eine amtliche Zuſammenſtellung für das ganze deutſche
Zollgebiet vom Jahre 1911 und 1912 vor. Am größten
war die Abnahme im Bierlande Bayern. Unter
Berück=
ſichtigung der Ein= und Ausfuhr fiel dort der Verbrauch
von Bier auf den Kopf der Bevölkerung von 246,0 auf 237,6
Liter. In Württemberg fiel der Verbrauch von 178,8 auf
166,5 Liter, in Baden von 146,0 auf 145,3, in Elſaß=
Loth=
ringen von 98,5 auf 92,3 Liter. Im norddeutſchen
Brau=
ſteuergebiet ging der Verbrauch von 83,0 auf 78,6 Liter
zu=
rück; für das ganze Zollgebiet ergibt ſich ein Rückgang von
106,4 auf 101,3 Liter. Damit iſt natürlich auch die
Erzeug=
ung von Bier zurückgegangen, und zwar im Gebiete der
Norddeutſchen Brauſteuergemeinſchaft von 41,35 auf 39,54
Millionen Hektoliter. Es bedeutet dies eine Abnahme von
1,81 Millionen Hektoliter. Das ſteuerpflichtige
Geſamt=
gewicht der verwendeten Brauſtoffe fiel von 760394 auf
733 550 Tonnen. Damit fiel natürlich auch die Einnahme
an Brauſteuer. Nach Abzug der Ausfuhrvergütung fiel ſie
von 131,7 auf 127,5 Millionen Mark. Einſchließlich der
Uebergangsabgaben brachte das Bier ſtatt 145,3 nur noch
140,7 Millionen, auf den Kopf der Bevölkerung ſtatt 2,79
Mark nur noch 2,67 Mark. Bei Bayern und Baden
be=
ziehen ſich die Angaben auf das Kalenderjahr, ſonſt auf
das Rechnungsjahr.
Ein unbekanntes Drama
Kotze=
bues über das Jahr 1914.
* Unter den zahlreichen Dramen, mit denen der ſchnell
fertige Vielſchreiber und erfolgreichſte Theaterdichter ſeiner
Zeit Auguſt von Kotzebue, die deutſche Bühne verſorgt
hat, zieht Hermann Kienzl in einem Aufſatz der Cottaſchen
Monatsſchrift Der Greif ein intereſſantes unbekanntes
Feſtſpiel ans Licht, das gerade jetzt einen beſonders
aktuel=
len Reiz beſitzt, weil es kühn den Zeitraum von 100
Jah=
ren überfliegt und die Zuſtände von 1914 darſtellen will.
Das Drama „Die 100jährigen Eichen oder das
Jahr 1914” ein „Vorſpiel mit Geſang und Tänzen”.
das in den Geſamtausgaben der Kotzebueſchen Werke nicht
enthalten iſt, wurde von Kienzl zuſammen mit einem
anderen noch nie gedruckten Schauſpiel „Demetrius” und
einem ebenfalls unbekannten Pasquill auf Napoleon „Noch
Jemands unterirdiſche Reiſe” das ſich als eine Parodie
auf den „Fauſt” erweiſt, im handſchriftlichen Nachlaß
Kotzebues aufgefunden.
Das Vorſpiel wurde am 19. und 24. Oktober 1814 im
Berliner Opernhauſe mit der Bühnenmuſik von B. A.
Weber aufgeführt und konnte als eine verſpätete
Feſt=
vorſtellung zur Feier der Rückkehr der Truppen aus
den Befreiungskriegen gelten. Eigentlich hatte ja ein Werk
Goethes das auf Beſtellung Ifflands verfaßte Drama
„Des Epimenides Erwachen” den großen Anlaß
verherr=
lichen ſollen. Aber die Arbeit traf zu ſpät ein, die
Kom=
poſition der dazu gehörigen Muſik verzögerte ſich, und ſo
konnte die Aufführung erſt am 30. März 1815 ſtattfinden.
Der ſtets bereite Kotzebue ſprang in die Breſche und
ver=
faßte ſein Feſtſpiel von den „Deutſchen Eichen”, das in der
Idee mit Goethes „Epimenides” eine gewiſſe
Verwandt=
ſchaft hat. Während jedoch bei Goethe der erwachte
Wun=
derſchläfer von der vollzogenen Befreiung Deutſchlands
überraſcht wird, kehrt bei Kotzebue ein 100jähriger Urgreis,
deſſen Eltern zur Zeit der napoleoniſchen
Schreckensherr=
ſchaft nach einer Inſel entflohen waren, nach 100 Jahren
1914 in das glücklich veränderte Deutſchland zurück. Der
rüſtige Ur=Uronkel, den ein frommes Geſchwiſterpaar mit
Sehnſucht erwartet, hat auf dem weltenfernen Eiland, wo
er 1814 geboren wurde, „geſchützt vor europäiſchem Gift”
ſſtill gelebt; aber nun zieht es =ihn nach dem Lande ſeiner
Väter und er kommt nun gerade zurecht zur Hochzeit ſeiner
Enkelnichte und zu der Jahrhundertfeier, die Fürſt und
Volk begehen. Dem erſtaunten Frager wird dann erzählt,
wie herrlich ſich alles in Europa entfaltet hat, und wir, die
wir heute an dem von Kotzebue erträumten Zeitpunkte
ſtehen, können genau kontrollieren, daß des Dichters
Zu=
kunftsbild nur eine Utopie war. Europa iſt nämlich,
wenn wir dem Kotzebue von 1814 glauben wollen, 1914
ein vollkommenes Paradies. Ein volles Jahrhundert
un=
geſtörten Friedens iſt verfloſſen; die Throne Europas
ſtehen feſt und unverrückt, wie ſie nach dem erſten Pariſer
Frieden aufgeſtellt wurden, und dankbar erkennen die
Völ=
ker, daß ſie alle ihre Errungenſchaften nur den Herrſchern
vor 100 Jahren zuzuſchreiben haben, beſonders denen der
Heiligen Allianz. Im Jahre 1914 ſind — nach Kotzebue —
die Heere längſt abgeſchafft; es gibt keine allgemeine
Wehr=
pflicht mehr, und nur zur Erinnerung an den einſtigen
Militärdienſt trägt der Bürger ein Wehrgehenk als
Ab=
zeichen ſeiner Würde und Freiheit. Statt „Heil Dir im
Sieger=” ſingt man nur noch „Heil Dir im Friedenskranz”;
Volk und Fürſt ſind eins” und ſo iſt es nicht nur in
Deutſchland, ſondern in ganz Europa. Die ſoziale Frage
iſt gelöſt. Als der Alte den Armen einen koſtbaren Ring,
ſchenken will, antwortet man ihm: „Behaltet ihn, wir
haben keine Armen, / Denn Fried’ und Wohlſtand ſind
ja eins‟ Den Schriftſtellern iſt ſelbſtverſtändlich völlige
Preß= und Zenſurfreiheit gewährt; der ſpätere Bekämpfer
des freien Schrifttums läßt ſie Loblieder anſtimmen: „Wir
bringen, was an reifen Früchten ¾ Der deutſche Geiſt
her=
vorgebracht. Wir dürfen drucken, ſchreiben, dichten, ½ Vom
finſtern Argwohn unbewacht. / Dem Wahrheitsverkünder,
dem redlichen, droht Nicht ſchimpfliche Feſſel, nicht
ſchmählicher Tod.” Zum Schluß hält der „deutſche Fürſt”
der Urenkel des Preußenkönigs von 1814, alſo niemand
anders als Kaiſer Wilhelm II., der an der Spitze des durch
einen „Bundestag” geeinten Deutſchlands ſteht, eine lange
Rede vom „Deutſchen Vaterland, / Das, ohne blinde Gunſt,
in allen Ständen / Die Tugend ehrt, die es geprüft
er=
fand‟ Dabei aber vollzieht ſich natürlich das ganze
Zu=
kunftsbild in dem äußeren Rahmen von 1814. Der Greis
kommt nicht etwa in einem Auto oder einem Luftſchiff nach
Berlin, ſondern man hört ein Poſthorn, dann hält ein
Wagen . . . Die „Poſtſchnecke” trägt den Hundertjährigen
in das Deutſchland von 1914.
Feuilleton.
* Die Krone von Albanien. In den Kreiſen der
alba=
niſchen Throndeputation iſt man der Meinung, daß der
Fürſt von Albanien am Jahrestage der Thronbeſteigung,
am 21. Februar 1915, ſich offiziell zum König von Albanien
proklamieren, und den ſchon jetzt kundgegebenen Wunſch
des albaniſchen Volkes, auf dem Thron einen König zu
ſehen, erfüllen werde. Die Beis von Albanien haben dem=
Fürſten und der Fürſtin zwei Kronen geſtiftet, und
dieſe Kronen, deren Entwurf von dem Berliner Profeſſor
Doebler ſtammt, tragen weder den Charakter der üblichen
Fürſten=, noch der üblichen Königskronen. Es ſind
ge=
ſchloſſene, oben mit einem Stern, ſtatt eines Kreuzes
ge=
ſchmückte Kronen, deren Entwürfen alte albaniſche
Orna=
mente zugrunde liegen. Die Kronen ſollen in Berlin her= werden; ſie werden aus Gold verfertigt und mit
Türkiſen von ſeltener Schönheit geziert ſein.
ml. „Mbret” „Mbret” — das iſt der Titel, den die
Albanier ihrem neuerwählten Herrſcher geben.
Da=
bei iſt es belanglos, welchen Titel die Mächte dem
Ober=
haupte des jüngſten europäiſchen Staates zuerkennen. Denn
für die deutſchen Worte: Herrſcher, Fürſt, König, Kaiſer
u. ä. kennt die albaniſche Sprache nur das eine Wort=
„Mbret” Seiner Etymologie nach müßte allerdings der
Begriff des „Mbret” genau feſtgelegt ſein. Iſt „Mbret”
doch auf das lateiniſche Imperator zurückzuführen, das
be=
kanntlich gleichfalls bei dem franzöſiſchen „Empereur” und
dem engliſchen „Emperor” Pate geſtanden hat, nur daß
hier die Urform weit deutlicher zu erkennen iſt, als bei dem
albaniſchen Abkömmling. Imperator aber war
bekannt=
lich, obgleich es urſprünglich nur „Oberbefehlshaber”
be=
deutete, bei den Römern ſpäter die Bezeichnung der
kaiſer=
lichen Würde, und folgerichtig haben die Romanen und
Engländer ſeine Ableitung als Kaiſertitel beibehalten,
ohne daß wie im Albaniſchen der Begriff, den die
Bezeich=
nung umfaßt, eine Erweiterung erfahren hätte und heute
als Herrſchertitel allgemein gilt.
* Für 30000 Kronen Radium verſchluckt. Im
Allge=
meinen Krankenhaus zu Wien hat eine Bäuerin 50
Milli=
gramm Radium im Werte von 30000 Kr. verſchluckt. Die
Bäuerin liegt an einer krebsartigen Erkrankung danieder
und das Radium war ihr in einem Silberbüchschen in die
Nummer 57.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
Seite 3.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Februar.
Empfänge. Der Großherzog empfing am
Mittwoch den Generalmajor von der Armee v. Trotta
gen. Treyden von Gießen, den Oberſtleutnant Frhrn.
v. Brandenſtein, Kommandeur des Garde=Dragoner=
Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Rittmeiſter
v. Ramdohr, Eskadronchef in demſelben Regiment, den
Major v. Renthe gen. Fink vom Stabe des Leibgarde=
Infanterie=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den
Generaloberarzt Dr. Klipſtein, Diviſionsarzt der 17. Diviſion
in Schwerin, den Beigeordneten Schmidt I. von
Lampert=
heim, den Kreisrat Dr. Kranzbühler von Erbach i. O.,
den Geh. Juſtizrat Warthorſt von Friedberg; zum
Vor=
trag den Staatsminiſter v. Ewald, den Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des
Kabi=
netts Geheimerat Römheld.
Verſetzung in den Ruheſtand. Der
Groß=
herzog hat den Rechner an der Zellenſtrafanſtalt
Butzbach Rechnungsrat Karl Bauer auf ſein
Nach=
ſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte, mit Wirkung vom Dienſtantritt ſeines
Nach=
ffolgers in den Ruheſtand verſetzt und ihm die Krone
zum Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
Des Großmütigen verliehen.
Ernennung. Der Großherzog hat den Rechner
am Landeszuchthaus Marienſchloß Heinrich Mohr zum
Rechner an der Zellenſtrafanſtalt Butzbach mit Wirkung
wom Dienſtantritt ſeines Nachfolgers ernannt.
g. Schwurgericht. In der am Montag, den 2. März
beginnenden Sitzung des Schwurgerichts unter dem
Vor=
ſitz des Herrn Landgerichtsrat Reuß (Stellvertreter
Land=
gerichtsrat von Pfiſter), kommen zur Verhandlung: Am
Montag die Anklage wegen Raubes gegen den aus
Rem=
brücken gebürtigen Portefeuiller Heinrich Joſef Horch in
Offenbach (Staatsanwalt Dr. Leoni, Verteidiger
Rechts=
anwalt Dr. Waltz): Dienstag die Anklage wegen
Ver=
brechens im Amt gegen den früheren Eiſenbahnaſſiſtenten
Guſtav Adolf Klingmann von Neckarſteinach (
Staats=
anwalt Schreiber Verteidiger Rechtsanwalt Dr.
Geier); Mittwoch die Anklage wegen Meineids gegen den
aus Hauſen ſtammenden Portefeuiller Joſef Nikolaus
Däbert und den aus Nordhauſen gebürtigen
Metall=
gießer Friedrich Welcher, beide in Offenbach wohnhaft
(Staatsanwalt Dr. Leoni, Verteidiger Rechtsanwälte
Amendt und Dr. Katz); Donnerstag die Anklage wegen
Verbrechens im Amt gegen den aus Worms gebürtigen
früheren Kirchenrechner Johann Karl Engel von
Gerns=
heim (Staatsanwalt Dr. Callmann, Verteidiger
Rechts=
anwalt Dr. Wallot); Freitag die Anklage wegen
Straßen=
raubs gegen den aus Mainz ſtammenden Schloſſer Julius
Juſt. Boos, wohnhaft in Darmſtadt (Oberſtaatsanwalt Dr.
Schwarz, Verteidiger Juſtizrat Dr. Bender). Weiter
kommt vorausſichtlich noch zur Verhandlung am Samstag
die Anklage wegen Urkundenfälſchung gegen Fabrikarbeiter
Peter Ohl von Bürſtadt (Staatsanwalt Bernhards,
Verteidiger Rechtsanwalt Bendheim).
g. Strafkammer II. Der 40jährige Schmied Karl
Gebhardt von Stockſtadt, der ſich nach einer 12jährigen
Tätigkeit auf einem Gute arbeitslos in Rheinheſſen
herum=
trieb, hat ſich dadurch Geld zum Lebensunterhalt
ver=
ſchafft, daß er den Namen ſeines früheren Arbeitgebers
zu Betrügereien mißbrauchte. In 17 Fällen erſchwindelte
er ſich durch fingierte Beſtellungen je 1 Mark Proviſion,
außerdem hatte er dieſes Manöver zwölfmal vergeblich
verſucht. Vom Schöffengericht Mainz war er deshalb zu
10 Wochen Gefängnis verurteilt worden, die er jetzt
ver=
büßt. Geſtern hatte er ſich nun vor der hieſigen
Straf=
kammer noch wegen einer ſchweren Urkundenfälſchung
zu verantworten, die er ſich bei dieſen Betrügereien
in Groß=Gerau hat zuſchulden kommen laſſen. Er erhält
eine Zuſatzſtrafe von 16 Tagen Gefängnis. — Der
30jährige Taglöhner Johann Adam Menges von Unter=
Sensbach hatte im Hauſe eines Lehrers in Lampertheim
gebettelt und dabei einen Rock geſtohlen, der ihm aber
bald wieder abgenommen werden konnte. Das Gericht
verurteilte den rückfälligen Dieb zu 4 Monaten
Ge=
fängnis, außerdem wegen Bettelei zu 14 Tagen Haft,
die durch die Unterſuchungshaft als verbüßt gelten.
— Vom Hoftheater. Heute geht als erſte Vorſtellung
im Ibſen=Zyklus neu einſtudiert und neu inſzeniert
„Baumeiſter Solneß” unter Leitung von Regiſſeur
Baumeiſter in Szene. Die Vorſtellung, zu welcher die
kleinen Preiſe gelten, findet im C=Abonnement ſtatt und
beginnt um 7½ Uhr. Der Verkauf der Sonder=
Abonnements für den Ibſen=Zyklus wird heute fortgeſetzt
werden. Am Freitag gelangt die mit ſtarkem Beifall
auf=
genommene Neuinſzenierung von Shakeſpeares „
Kauf=
mann von Venedig” zur erſten Wiederholung. Das
Intereſſe wendet ſich hauptſächlich Kurt Weſtermann zu,
der erſtmalig den „Shylock” ſpielen wird. Die Vorſtellung,
zu welcher die kleinen Preiſe gelten, findet im D=
Abonne=
ment ſtatt und beginnt um 7½ Uhr. Als nächſte
Volks=
vorſtellung wird am Samstag Humperdincks Märchenoper
„Hänſel und Gretel” aufgeführt werden. Den
Vor=
verkauf hat das Verkehrsbureau übernommen. Der
Vor=
trag Hermann Bahrs über „Schauſpielkunſt”,
der am Sonntag, um 11½ Uhr vormittags im Hoftheater
ſtattfinden wird, begegnet lebhafteſtem Intereſſe. Den
Abonnenten ſteht für den Vortrag ein Karten=
Vorbezugs=
recht zu, das ſie am Mittwoch nachmittag ausüben können.
Am Donnerstag beginnt der allgemeine Vorverkauf zu
er=
mäßigten Volksvorſtellungspreiſen.
* Photographiſches Inſtitut der Techniſchen Hochſchule.
Zwei intereſſante Vorträge zugunſten des
Photographi=
ſchen Inſtituts der Techniſchen Hochſchule finden in den
nächſten Tagen ſtatt. Profeſſor Dr. F. Limmer ſpricht
am 3. März über „Bilder von der Inſel Bornholm”, am
9. März über „Kinematographie I. Teil”. Beide
Vor=
träge finden im großen Phyſikaliſchen Hörſaal der
Tech=
niſchen Hochſchule um 8¼ Uhr ſtatt. Lichtbilder und
Film=
vorführungen erläutern den Text.
* Die Einführung des ſchiedsrichterlichen Verfahrens
zur Schlichtung gewerblicher Streitigkeiten. Herr
Pro=
feſſor Dr. Kollmann=Darmſtadt hat ſich bereit erklärt,
zunächſt in Darmſtadt einen Kurſus abzuhalten, in dem
Handwerker und Gewerbetreibende ſich diejenigen
Kennt=
niſſe aneignen können, welche erforderlich ſind, um das
Amt eines Sachverſtändigen bei ſchiedsgerichtlichen
Ent=
ſcheidungen zu übernehmen. Der Beſuch dieſes Kurſes
kann den Handwerkern und Gewerbetreibenden nur
emp=
fohlen werden, aber nicht nur denjenigen, welche die
Be=
fähigung zur Ausübung des Amtes eines Schiedsrichters
in ihrem Berufe erlangen wollen, ſondern auch anderen
Gewerbetreibenden, welche ſich mit dem ſchiedsrichterlichen
Verfahren gern vertraut machen möchten. Der Kurſus
in Darmſtadt erſtreckt ſich über drei Abende während je
2 Stunden und beginnt am Freitag, den 6. März, abends
7 Uhr. Anmeldungen zu dem Kurſus werden von Großh.
Zentralſtelle für die Gewerbe in Darmſtadt bis zum 28.
Februar l. J. entgegengenommen.
lei Senff=Georgi befindet ſich, wie ſchon mitgeteilt,
auf einer Amerika=Tournee. Der Humoriſt erntet drüben
in Dollaria, wie man uns mitteilt, große Triumphe. Die
Blätter widmen dem Künſtler glänzende Kritiken und
ſeine Vortragsabende werden von Tauſenden beſucht, die
ihn mit Beiſall überſchütten.
C. Die heſſiſche Zentrumspartei hat beſchloſſen,
dem=
nächſt im Anſchluß an die Kundgebung des
Reichsaus=
ſchuſſes auch eine ſolche für Heſſen zu veranſtalten.
Hier=
für war urſprünglich Darmſtadt in Ausſicht
genom=
men, man hat jedoch nachträglich Mainz gewählt.
* Odenwaldklub. Man ſchreibt uns: Im Klublokal
„Zur Krone” hatte ſich geſtern eine große Anzahl Damen
und Herren verſammelt, um die Rollen für die einzelnen
Veranſtaltungen des Dekorierungsfeſtes zu verteiken und
die Abwickelung des ganzen Programms zu beſprechen.
Die Zahl der Mitwirkenden iſt eine große, ſie muß es
auch ſein bei der Vielſeitigkeit und dem Umfang des
Dar=
zubietenden. Die dankenswerte Bereitwilligkeit, mit der
alle zum Gelingen des Feſtes beitragen wollen, verſpricht
einen glänzenden Verlauf der „Kerb im Odenwald”. In
den nächſten Tagen finden die Hauptproben ſtatt. Man
merke ſich, bitte, daß als Feſttag der 14. kommenden
Mo=
nats (von 8 Uhr abends an) beſtimmt iſt. Die vielen
Nachfragen laſſen auf ein großes Intereſſe des Publikums
an der Veranſtaltung ſchließen; ſie wird wohl eine der
beſuchteſten der Saiſon werden.
* Vogelsberger Höhenklub. Der Zweigverein
Darm=
ſtadt lädt, laut Anzeige in der heutigen Nummer, ſeine
Mitglieder und Freunde für nächſten Sonntag zur
Teil=
nahme an der letzten Wanderung im Vereinsjahre 1913/14
ein. Sie führt auf guten Wegen durch einen intereſſanten
Teil des Odenwaldes, nämlich von König über Kimbach.
Vielbrunn, Hainhaus und Rimhorn nach Höchſt. Den
Teilnehmern ſteht eine äußerſt genußreiche Wanderung in
Ausſicht.
* Orpheum. Am Sonntag, den 1. März, wird der
bekannte und überall außerordentlich beliebte Komiker
Bernhard Haskel mit ſeinem eigenen Enſemble ein
Gaſt=
ſpiel eröffnen! Haskel iſt in Darmſtadt nicht mehr fremd,
— an ſein erfolgreiches Gaſtſpiel im November 1909 wird
ſich mancher noch gern erinnern! Er verſteht es wie
ſel=
ten ein zweiter, das Publikum zu wahren Lachſtürmen
hinzureißen! Die natürliche Wiedergabe ſeiner aus dem
Leben geſchöpften Figuren — ſein wirklicher, ſonniger
Humor, wird in allen Städten Deutſchlands, wo Haskel
wirkt, von der Preſſe lobend anerkannt und vom
Publi=
kum bejubelt. Außer dieſem intereſſanten Haskel=
Gaſt=
ſpiel werden ſich noch mehrere für Darmſtadt gänzlich
neue Spezialitätenkräfte produzieren.
* Hanauer Hof. Man ſchreibt uns: Die am letzten
Samstag projektierte Münchener Maskenredoute mit=
Preisverteilung mußte abgeſagt werden. Das Feſt findet
nunmehr am Samstag, den 28. Februar, ſtatt. Die
Kar=
nevalveranſtaltungen im „Hanauer Hof” haben ſo viel
Anklang gefunden, daß auch die letzte ein Glanzpunkt zu
werden verſpricht. Das Komitee hat nochmals alles
auf=
geboten. Die große Maskenparade erfolgt pünktlich um
9 Uhr, worauf humoriſtiſche Schlager auf Schlager folgen.
Eine bayeriſche Bierſtube mit echt bayeriſcher Bedienung
wird errichtet, lauſchige Niſchen und das holländiſche
Bols=
kabinett werden gerne aufgeſucht werden. (S. Anzeige.)
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
C) Konzertabend Reemy=Dr. Walter=
Georgii. Wie wir erfahren, werden die beiden
hochbe=
gabten Geigerinnen Tula und Maria Reemy
zu=
ſammen mit dem auch in Darmſtadt beſtens bekannten
Pigniſten Dr. Walter Georgii am 7. März hier ein
Konzert veranſtalten. Die beiden Schweſtern
Reemy ſind zwei künſtleriſch tief veranlagte Naturen,
deren muſikaliſches Talent durch eine Reihe vorzüglicher
Lehrer zur ſchönſten Reife gebracht worden iſt. Und nicht
nur das Spiel der Schweſtern, ſondern auch ihre
Ahnen=
tafel verrät das Künſtlerblut, das in ihren Adern fließt.
Sie ſind nämlich verwandt mit den Brüdern Romberg,
die anfangs des vorigen Jahrhunderts zu den
angeſehen=
ſten Künſtlern Deutſchlands gehörten. In den Werken
alter Meiſter bieten uns die Künſtlerinnen auf ihren
koſt=
baren alten Italienergeigen einen wunderbaren Genuß.
— Walter Georgii beſitzt hervorragende pianiſtiſche
Qualitäten: reife Technik, ein keckes, draufgängeriſches
Temperament und gutes muſikaliſches Gefühl für das
Weſentliche eines Werkes. Er iſt ein denkender Künſtler,
der ſeine Autoren kongenial interpretiert und bereitet den
ernſten Naturen Genuß durch die höchſte Treue der
poe=
tiſchen Auslegung. Eine fein entwickelte Anſchlagskunſt
und die auf hoher Stufe ſtehende Technik ermöglichen es
ihm, das innerlich Gefühlte zum vollen Ausdruck zu
bringen.
Rüſſelsheim, 25. Febr. (Durch einen
Schwind=
ler) wurde eine Anzahl Leute in den heſſiſchen und
baye=
riſchen Mainorten empfindlich geſchädigt. Der Gauner
lancierte in kleine Zeitungen die Notiz, daß er der
Ge=
winner eines Haupttreffers der öſterreichiſchen
Staats=
lotterie mit 60000 Gulden Gewinn ſei. Das Glückslos
wollte er von einem Handwerksburſchen gekauft haben.
Um das Märchen von ſeinem Gewinn recht glaubhaft zu
machen, zeigte er ein gefälſchtes Schreiben des
Lotterie=
kollekteurs vor. Selbſtgefertige Darlehensgeſuche, die an
ihn gerichtet waren, mußten zuletzt jeden Zweifel an
ſei=
nen Rieſengewinn beſeitigen. So gelang es dem
Gau=
ner, an vielen Stellen auf dieſen Gewinn hin bare
Vor=
ſchüſſe zu bekommen, um die Reiſe nach Wien zur
Ab=
hebung des Geldes zu erhalten.
* Seligenſtadt, 25. Febr. (Geſangswettſtreit.)
Die Vorarbeiten zu dem Geſangswettſtreite der „
Geſell=
ſchaft der Freunde” ſchreiten tatkräftig vorwärts und
ver=
heißen ein glanzvolles Feſt. Der Ehrenpreisfonds erreichte
bis jetzt einen Beſtand von über 800 Mark, ſo daß alle
wettſtreitenden Vereine mit Preiſen bedacht werden.
Ebenſo ſind eine Anzahl Dirigentenpreiſe in das
Pro=
gramm aufgenommen. Zum höchſten Ehrenſingen hat die
Stadtverwaltung 100 Mark als 1. Ehrenpreis bewilligt
und erhält dieſer Sieger außerdem noch den Wanderpreis
für Männergeſangvereine für Heſſen und Heſſen=Naſſau im
Werte von zirka 500 Mark. Weitere wertvolle Ehrenpreiſe
ſtehen im höchſten Ehrenſingen noch zur Verfügung. —
Um eine eventuelle Herabſetzung der Klaſſenpreiſe zu
ver=
meiden, leiſtet der Verein hierzu aus eigenen Mitteln
einen namhaften Zuſchuß. Der Delegiertentag wird am
nächſten Sonntag, den 1. März, mittags 1 Uhr, im
„Rieſenſaale” (1000 Sitzplätze) abgehalten.
Worms, 25. Febr. (Mordtat.) Eine gräßliche
Mordtat ereignete ſich in der vergangenen Nacht in
un=
ſerer Stadt. Aus der Stadt zurückkehrende Leute
vernah=
men nach 2 Uhr aus der Richtung der Hochheimerſtraße
mehrere Revollverſchüſſe, und als ſie dorthin
eilten, fanden ſie die Leiche einer erſchoſſenen
Frau vor. Von dem Täter war nichts mehr zu ſehen,
er mußte ſofort geflohen ſein. Ueber den Hergang der
Tat wird folgendes berichtet: Die Ermittelungen über die
Perſonalien der Getöteten haben ergeben, daß es ſich um
die Frau Johannes Wild Witwe Johanna geb Peters
handelt. Seit 1. ds. Mts, ſtand ſie bei einer hieſigen
Fa=
milie in der Alzeyerſtraße als Stütze im Dienſte. Vocher
war ſie in Ludwigshafen bei dem 66jährigen Baumeiſter
Heinrich Lang in Stellung. Seit ſich die Wild hier in
Stellung befindet, kam dieſer öfter nach Worms, wo ſich
dann beide trafen. So war er auch geſtern früh wieder
hierher gekommen, und beide hatten ſich im Laufe des
Tages den Karnevalszug angeſehen und dann verſchiedene
Lokale beſucht. Um 2 Uhr früh kehrten ſie zurück. Dabei
kam es auf dem Heimweg zu
Auseinanderſetzun=
gen wegen der Frage der Verheiratung.
Lang geriet in ſolchen Aerger, daß er den Revolver zog
und die Frau mit mehreren Schüſſen tötete. Der Täter
war nach der Tat davongelaufen, gegen 6 Uhr früh jedoch
ſtellte er ſich der Polizei, wo er ein ausführliches
Ge=
ſtändnis ablegte. — (Selbſtmord.) Auf dem Speicher
ſeiner Wohnung Neuhauſerweg 32 hat ſich heute früh der
43 Jahre alte Fuhrmann und Taglöhner Adam
Rüde=
mann erhängt. Er hinterläßt eine Witwe mit vier
Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren. Ueber die
Be=
weggründe iſt noch nichts bekannt. — (Gefährlicher
Sturz.) Der 47 Jahre alte verheiratete Hafenarbeiter
Peter Heinrich Bitſch fieldgeſtern vormittag beim
Be=
ſteigen eines hohen Wagens herab auf den Puffer,
wo=
bei er mehrere Rippenbrüche und innere Verletzungen
er=
litt, die ſehr ſchwer ſein ſollen. Der Verletzte wurde
ſo=
fort ins ſtädtiſche Krankenhaus verbracht.
(*) Friedberg, 24. Febr. (Der Pferde= und
Fohlenmarkt) erfreute ſich dank des günſtigen
Früh=
lingswetters eines ſehr ſtarken Beſuches und zugleich
eines ſtarken Auftriebs von erſtklaſſigem Pferdematerial.
Die Zahl der Tiere betrug über 300, war alſo größer, als
bei früheren Märkten. Käufer und Verkäufer aus allen
Teilen Oberheſſens, beſonders aus der Wetterau und dem
Taunus, waren in großer Zahl erſchienen. Am Bahnhof
herrſchte den ganzen Tag über ein großes Gedränge, die
Züge vermochten kaum die Beſucher zu faſſen. Der
Han=
del war ſehr lebhaft und flott und dauerte bis zum
Nach=
mittag.
(*) Rockenberg, 24. Febr. (Der Ausbrecher
Tomſik), der dieſer Tage aus dem Landeszuchthaus
auszubrechen verſuchte, hat trotz ſchwerer Feſſelung mit
der Hand einen Nagel aus der Bettſtelle gezogen, ihn mit
den Zähnen krumm gebogen und als Dietrich benutzt.
Nachdem er ſeine Handſchelle aufgeſchloſſen hatte,
arbei=
tete er auf rätſelhafte Weiſe die ſchweren Gitterſtäbe durch.
Mit dem Nagel, einem kleinen Blech und ſeinen
rieſen=
ſtarken Fingern und Händen brach er dann die 50
Zenti=
meter ſtarke Wand nahezu durch. Wäre der Wärter eine
Viertelſtunde ſpäter gekommen, ſo wäre der Vogel
aus=
geflogen geweſen. Jetzt wird Tomſik auf das ſchärfſte
bewacht, alle halbe Stunde, bei Tag und Nacht, wird ſeine
Zelle und ſeine Feſſelung nachgeſehen.
Büdingen, 25. Febr. (Um 50 Jahre verrechnet.)
Seit Jahren waren hier bereits die Vorbereitungen zu
einer glänzenden Feier des 450jährigen Beſtehens der
Bü=
dinger Schützengeſellſchaft im Gange. Dieſer Tage
ent=
deckte nun der Fürſtlich Yſenburgiſche Reichsarchivrat Dr.
Wittmann=Büdingen, daß die Geſellſchaft ſchon 500 Jahre
und nicht erſt 450 Jahre beſteht. Daraufhin hat der
Feſt=
ausſchuß für das Jubiläum die Jubiläumsnummer
ſchleu=
nigſt um 50 hinaufgeſetzt und feiert nun die
Halbtauſend=
jahrfeier.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Febr. Heute fand als
letzter diesjähriger Hofball im Königlichen Schloß
der Faſtnachtsball ſtatt, der ſich in ähnlicher Weiſe
wie der große Hofball abſpielte. Nach dem Eintritt des
Zuges hielten die Majeſtäten Cercle, ſpäter ſahen ſie
wiederholt dem Ball zu, bei dem alte Figurentänze mit
Rundtänzen abnechſelten. Der Kaiſer nahm Meldungen
entgegen. Vorgeſtellt wurden u. a. Miß James Arthur
geb. Mantinck und Madame Novoſſiltſow. Nichte des
ruſſi=
ſchen Botſchafters, ſowie Frau Moritz v. Rothſchild. Zum
Schluß des Balles wurden Punſch und Pfannkuchen
ge=
reicht. — Der aus früherer Zeit wohlbekannte
Hofſchau=
ſpieler a. D. Dehnicke, der früher auch den Hoftheatern
zu Deſſau und Kaſſel angehörte, iſt geſtern im Alter von
75 Jahren geſtorben. Als Gründer der „Schlaraffia”
iſt ſein Name in der ganzen Welt bekannt geworden. —
Naſenrachenhöhle eingeführt worden. Die Verſicherung
riß und die Bäuerin verſchluckte das Büchschen. Die
Rönt=
genunterſuchung ergab, daß das Radium bereits in den
Darm gelangt war. Infolgedeſſen mußten die Aerzte zu
einer Operation ſchreiten, die vollkommen glückte. Das
Radium konnte wieder aus dem Körper der Patientin
ent=
fernt werden.
* Die Zigarre im Stadtparlament. Es mag in
Deutſch=
land heute kaum noch eine größere Gemeinde geben, die
ihren Vertretern in der Stadtverordnetenverſammlung das
Rauchen geſtattet, höchſtens während der nichtöffentlichen
Sitzung. Mit der Zigarre hielt es nur noch die gute Stadt
Schöneberg. Hier beginnen die Stadtratsſitzungen
nachmittags um 6 Uhr und von 8 Uhr an durfte rauchen,
wer wollte. Und manche Vorlage wurde dabei friedlich in
den ſicheren Hafen gebracht. Jetzt iſt Schöneberg modern
geworden. Ein neues, wundervolles Rathaus ſoll
dem=
nächſt eingeweiht werden und man will keine Zigarren
und keine alten ſchlechten Gewohnheiten mit
hinüberneh=
men. Eine „Fraktion der Nichtraucher” hat ſich gebildet,
und in der letzten geheimen Sitzung zog man gegen die
Raucher energiſch zu Felde. Aber dieſe wollten ſich nun
einmal nicht von ihrem geliebten Tabak trennen und
droh=
ten mit Saalflucht. Und ſiehe da, mit Zweidrittelmehrheit
ſiegten die Liebhaber eines Glimmſtengels über die
Gegner . .
— Glasaugen als Knöpfe. Das Beſtreben der
Früh=
lingsmode, an ſonderbaren Originalitäten alle
Vorgänge=
rinnen zu überbieten, erſtreckt ſich in dieſem Jahr ſogar auf
ſo beſcheidene Gegenſtände, als die Knöpfe es nun einmal
ſind. Das verſchiedenartigſte Material wird neuerdings in
bizarren Zuſammenſetzungen verwendet, und unter
Ver=
zicht auf einen praktiſchen Zweck beſchränkt ſich der auf
dieſe Weiſe „veredelte” Knopf auf dekorative Ziele. Man
ſieht Inſektenknöpfe, die in ſo vielen Farben ſchimmern,
als die Flügel einer Libelle im Sonnenlicht; man ſieht
dreieckige, vieleckige, ovale, winzige und rieſengroße
Knöpfe. Das ſeltſamſte Erzeugnis der Mode aber iſt das
Glasauge als Knopf. Dieſe wunderlichen Gebilde ſind
aus Glas gefertigt; das Innere des Auges, die Pupille,
wird oft durch Jett oder durch andere Materialien gebildet,
und die Wirkung iſt jedenfalls, daß man angenähte
Men=
ſchen= oder Tieraugen vor ſich zu ſehen wähnt.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
Nummer 57.
Die Umwandlung des Pferdebetriebes zum
Automobilbetrieb im Berliner
Feuer=
wehrweſen iſt nunmehr vom Magiſtrat endgültig
ge=
nehmigt worden. Die auf Befehl des Kaiſers kürzlich im
Luſtgarten erfolgte Vorſtellung der Automobil=Löſchzüge
hat auch äußerlich die endgültige Löſung der
Automobil=
frage für die Feuerwehr zum Ausdruck gebracht, und die
vor fünfzehn Jahren begonnenen Verſuche mit
Feuerwehr=
automobilen zum glücklichen Abſchluß gelangen laſſen. Der
erſte Automobillöſchzug wurde 1908 eingeſtellt, und
ſeit=
dem iſt die „Automobiliſierung” der Feuerwehr langſam,
aber ſtetig fortgeſchritten. Es gab anfangs eine Anzahl
Gegner, Aber ſie ſind im Laufg der ſechs Jahre völlig
verſchwunden. Heute verfügt die Feuerwehr nur noch über
8 bis 9 Züge, die mit Pferden ausgerüſtet ſind. Der
Pferdebeſtand beträgt zurzeit 94. — Wer Glück hat, kann
auf ſeiner nächſten Reiſe nach Venedig in der Lagunenſtadt
in einem Berliner Motorboot den Canal grande
entlang fahren. Der Gemeinderat von Venedig hat
nämlich eine bekannte Großberliner Bootswerft
beauf=
tragt, einige elegante Motorboote für ſeine romantiſchen
Waſſerſtraßen zu erbauen.
Frankfurt a. M., 25. Febr. (Tod beim
Skilau=
fen.) Rittmeiſter a. D. Richard Spitzner aus
Frank=
furt a. M. iſt geſtern im Kanton Graubünden in der
Schweiz beim Skilaufen tötlich verunglückt.
Spitz=
ner war Vertreter der Benz=Automobilwerke in Frankfurt.
Würzburg, 25. Febr. (Uebler Scherz.) In einem
Wirtshaus in Geroldshauſen wurde einem Schneider, der
ſich ſetzen wollte, der Stuhl weggezogen. Der
Schneider fiel ſo unglücklich, daß er das Genick brach und
ſofort tot war.
Oberſtein a. d. N., 25. Febr. (Selbſtmord.) Der
Elektrotechniker Schlicht, der vor einiger Zeit
Unter=
ſchlagungen begangen und darauf in einem
Eiſenbahn=
zuge zwiſchen Kreuznach und hier einen
Raubüber=
fall fingiert hatte, hat ſich in dem hieſigen
Kran=
kenhauſe erhängt.
Kupferdreh, 25. Febr. (Grubenunglück.) Von
den geſtern auf der Zeche „Viktoria” verunglückten
acht Bergleuten ſind bisher zwei geſtorben. Die
Verletzungen der übrigen fünf im Krankenhaus „
Berg=
mannsheil” befindlichen Bergleute ſind ernſter, als
zu=
nächſt vermutet wurde. Es handelt ſich um ſchwere
Ver=
letzungen des Rückgrats und der inneren Organe.
Merſeburg, 25. Febr. (Großfeuer.) Geſtern brach
auf dem Rittergut Runſtedt ein gewaltiges
Feuer aus, welches das Inſpektorenhaus, viele
Vieh=
ſtälle, Scheunen und die Kirche vernichtete. Das Schloß
ſelbſt iſt nur leicht beſchädigt.
Hamburg, 24. Febr. (Ein blinder Paſſagier.)
An Bord des Rieſendampfers „Imperator” der noch hier
im Dock liegt, fand man einen jungen Mann
ver=
ſteckt. Der blinde Paſſagier, der vollkommen verſtaubt
und vor Hunger ermattet war, hatte ſich ſchon vor drei
Wochen an Bord des „Imperator” verborgen, weil er
glaubte, daß er die Reiſe nach New=York in den nächſten
Tagen antreten werde. Bei dem jungen Mann fand man
einen ſchwer bepackten Ruckſack, der zwei Revolver, 200
Pa=
tronen, zwei Gewehre und eine zum Laſſo beſtimmte
Wäſcheleine enthielt. Der Mann, der Konditor iſt, hatte
die Abſicht, in Amerika als Goldgräber zu arbeiten. Die
beiden Gewehre habe er, wie er ſagte, in ſeiner
Heimat=
ſtadt Lübeck, von wo er nach Hamburg fuhr, von einem
Güterwagen geſtohlen. Revolver und Patronen will er
gekauft haben.
Neiſſe 25. Febr. (Ein Generalmajor von
ſeinen Burſchen überfallen.) Der Kommandeur
der 24. Infanterie=Brigade, Generalmajor Boeß, wurde,
als er ſeine beiden Burſchen, zwei aktive Soldaten,
die nicht rechtzeitig zum Dienſt erſchienen, kontrollieren
wollte, von den Burſchen üblerfallen und
miß=
handelt. Die Täter ſind entflohen. Wie ſich ſpäter
herausſtellte, haben ſich die beiden Burſchen bei der
Sta=
tion Wiſchke auf der Bahnſtrecke Neiſſe-Oppeln von
einem Zug überfahren laſſen. Als der
Güter=
zug 7313, der von Oppeln kam, die Station Wiſchke
ver=
laſſen wollte, bemerkte das Zugperſonal dicht hinter der
Station zwei Leichen auf den Schienen. Es war ein
Kavalleriſt und ein Infanteriſt, die beiden Burſchen des
Generals. Dem Kavalleriſten war der Kopf vollſtändig
abgefahren. Der Körper lag zwiſchen den Schienen. Der
Kopf des Infanteriſten, deſſen Achſelklappen die Nummer
62 trugen, hing nur noch loſe am Hals. Die Leichen
wur=
den bis zum Eintreffen der Gerichtskommiſſion, die
ſo=
gleich benachrichtigt wurde, an Ort und Stelle liegen
ge=
laſſen und dann in das Bahnhofsgebäude gebracht, von
wo ſie nach Neiſſe transportiert wurden.
Poſen, 25. Febr. (Hausſuchungen in Sachen
des Oſtmarkenvereins.) In der Angelegenheit
des Oſtmarkenvereins wurden hier heute gegen
Mitter=
nacht unvermutet Hausſuchungen vorgenommen. Ein
Kriminalwachtmeiſter und 12 Beamte erſchienen in der
Redaktion des Kurjer Poznanski, um dort ſpeziell nach
Briefen von Thiedemann und Schulz zu ſuchen. Auch in
den Wohnungen aller Redakteure, Schriftſetzer und
ſon=
ſtiger Angeſtellten des Blattes wurden Hausſuchungen
vor=
genommen, die in den frühen Morgenſtunden noch
fort=
dauerten. Ueber das Ergebnis iſt bisher nichts bekannt.
Wien, 24. Febr. (Die Wiener
Untergrund=
bahnen.) Die Verhandlungen der Wiener Banken mit
den franzöſiſchen Banken ſowie mit den mit dieſen
Grup=
pen verbundenen Elektrizitätsgeſellſchaften zwecks Baues
der Wiener Untergrundbahnen führten zur Feſtſetzung
eines fünfjährngen Bauprogramms. Die
finanziellen und reſtlichen techniſchen Fragen kommen im
April zur weiteren Austragung.
Wien, 25. Febr. (Blutige Faſchingsfeier.)
In dem Dorfe Mannswoerth bei Wien kamen
geſtern anläßlich der Faſchingsfeier langjährige
Feindſeligkeiten zwiſchen der Dorfjugend zu einem
bluti=
gen Austrag. Ein Burſche wurde durch Meſſerſtiche
ge=
tötet, vier ſchwer und zahlreiche leicht verletzt.
Peſt, 24. Febr. (Ausſchreitungen
Arbeits=
loſer.) Arbeitsloſe hielten heute vormittag im
hieſigen alten Parlamentsgebäude eine Verſammlung
ab wozu ſie in großen Maſſen erſchienen waren. Sie
nahmen eine Reſolution an, worin ſie Arbeit fordern und
erklären, daß ſie jetzt den letzten friedlichen Verſuch gemacht
hätten. Demnächſt würden ſie plündern und Bomben
werfen. Die Arbeitsloſen zogen nach der Verſammlung
auf die Straße. Kleinere Teile begaben ſich nach dem
Muſeumsring, wo ſie eine lärmende Kundgebung
inſzenierten. Die Polizei zerſtreute hier die
Demon=
ſtranten. Größere Teile der Verſammlungsteilnehmer
zogen unterdeſſen über die Eiſengaſſe auf die Rakoczyſtraße
und veranſtalteten hier ebenfalls eine wüſte Demonſtration.
In der Eiſengaſſe wurde ein vollbeladener Kokswagen
überfallen und umgeſtürzt. Die Koksladung verſchwand
im Nu in den Taſchen der vielköpfigen Menge, die ſodann,
derart ausgerüſtet, überall die Fenſterſcheiben
zer=
trümmernd unter wilden Rufen: „Wir werden plün=
dern und morden!” durch die Rakoczyſtraße
weiter=
zog. Die Fenſterſcheiben der Handelsſchule in der
Eiſen=
gaſſe, ſämtliche Gaslaternen und Schaufenſter wurden
ebenſo wie am Rochusſpital zertrümmert. Unter den Paſe
ſanten entſtand eine große Panik. Inzwiſchen zog
ein Aufgebot der Polizei zu Fuß und zu Pferde den
De=
monſtranten entgegen und machte, beim Rochusſpital
an=
gelangt, mehrere Attacken auf die zahlreichen
Demon=
ſtranten. Viele von dieſen wurden verhaftet.
Salerno, 25. Febr. (Panik im Theater.) Geſtern
abend brach in einem Theater während der
kine=
matographiſchen Vorſtellung eine folgenſchwere
Panik aus zu der ein ganz ungefährlicher Filmbrand
den Anlaß gab. Als die Zuſchauer Rauch ſahen, ſtürzten
ſie unbeſonnen den Ausgängen zu und verſtopften die
Türen. Eine Anzahl Perſonen wurde von den
Nach=
drängenden zu Boden geworfen und mit Füßen getreten.
Später gelang es, mehrere Unglückliche, die ſchwere
Er=
ſtickungserſcheinungen zeigten, ins Leben zurückzurufen.
Fünf Perſonen, darunter zwei Soldaten, wurden
getötet. Als Todesurſache wurde Herzſchlag feſtgeſtellt.
Paris, 25. Febr. (Einen furchtbaren
Selbſt=
mord) verübte die Frau des Bankdirektors Deſſeaur in
Amiens in Abweſenheit ihres Gatten. Sie wickelte ſich in
eine mit Petroleum getränkte Decke ein und
zündete ſie an. Um keine Schmerzensſchreie auszuſtoßen,
hatte ſie ſich einen Knebel in den Mund geſtopft. Als ihr
Gatte heimkehrte, fand er nur noch den vollſtändig
ver=
kohlten Leichnam der Unglücklichen vor.
Madrid, 25. Febr. (Die Stürme) dauern in
ganz Spanien an In Valencia riß der Sturm das
Dach eines Waſchhauſes ab, wobei zwei Frauen getötet
und ſieben verletzt wurden. In einem Kloſter wurde der
Glockenturm umgeworfen, wodurch eine Frau getötet
wurde. In Puertollano wurden bei dem Bau der
Eiſen=
bahnbrücke beſchäftigte Arbeiter durch den Sturm zur
Erde geworfen; ein Arbeiter wurde hierbei getötet und
ein weiterer verletzt.
London, 25. Febr. (Die Verhandlung in der
Spionageangelegenheit) gegen das Ehepaar
Gould iſt auf nächſten Mittwoch vertagt worden. Frau
Gould wurde gegen eine Kaution, die zwei Unbeteiligte
in der Höhe von je 250 Pfund ſtellten, in Freiheit geſetzt.
London, 25. Febr. (Das geſtohlene
Perlen=
halsband.) Geſtern wurden drei von den noch
fehlen=
den vier Perlen des Perlenhalsbandes, das,
wie erinnerlich, im Juli 1913 verloren ging, aufgefunden.
Unter ihnen befindet ſich auch die in der Mitte des
Hals=
bandes angebracht geweſene Rieſenperle im Wertevon
über 200000 Mark. Es fehlt jetzt nur noch eine
ein=
zige wertvolle Perle und das wertvolle Schloß des
Hals=
bandes.
Leland (Miſſiſſippi), 25. Febr. (Lynchjuſtiz.) Ein
des Mordes an dem Stellvertreter des Scherifs
angeklag=
ter Neger wurde vom Mob gefangen und an ein Gefäß
mit Oel geſtellt, das angezündet wurde. Die
Flammen durchbrannten die Stricke, mit denen der Neger
gefeſſelt war, worauf der Unglückliche zu flüchten ſuchte.
Er wurde jedoch niedergeſchoſſen und ſein Leichnam auf
das Feuer gelegt und vollkommen verbrannt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 25. Febr. Vizepräſident Dr. Paaſche
eröffnet die Sitzung um 2.17 Uhr. Auf der Tagesordnung
ſteht zunächſt die Beratung eines Titels des
Etats für das Reichsamt des Innern
und zwar „Neubau für das zu errichtende Reichsarchiv, erſte
Rate 145800 Mark‟ Die Kommiſſion, Berichterſtatter Abg.
v. Gräfe=Güſtrow, beantragt, den Titel zu ſtreichen. Ohne
beſondere Abſtimmung ſchließt ſich das Plenum dem
An=
trag der Kommiſſion an. Die Poſition wird geſtrichen.
Eine Reihe von Petitionen zum Reichsamt des Innern
wird ohne Debatte, entſprechend den
Kommiſſionsanträ=
gen (Berichterſtatter Hoch) erledigt.
Es folgt der
Etat für das Reichseiſenbahnamt.
Abg. Prinz zu Schönaich=Carolath (natl.):
Die Werkführer in den Werkſtätten der Reichseiſenbahnen
befinden ſich in einer traurigen Lage. Ihr Einkommen
iſt vielfach geringer als das der Vorarbeiter. (
Vizeprä=
ſident De. Paaſſche macht den Redner darauf aufmerkſam,
daß dies nicht zum Etat des Reichseiſenbahnamts, ſondern
zur Verwaltung der Reichseiſenbahnen gehört.)
Abg. Haſenzahl (Soz.): Das Reichseiſenbahnamt
muß dafür ſorgen, daß der Wagenpark der Eiſenbahnen
ſtändig vermehrt wird. Die Verbindung von Breslau nach
Baſel und Zürich muß verbeſſert werden. Man kann dieſe
Strecke, wenn man den Umweg über Berlin wählt,
gegen=
wärtig ſchneller zurücklegen, als auf dem direkten Weg.
Das einzig richtige wäre die Eiſenbahn auf das Reich zu
übernehmen. Die Fahrtzeiten könnten weſentlich
ver=
beſſert werden, namentlich bei Nebenſtrecken. Der heutige
Zuſtand iſt geradezu ein Hohn auf das Zeitalter des
Ver=
kehrs. Das Reichseiſenbahnamt ſollte ſein
Hauptaugen=
merk darauf richten, daß die Vorſchriften über die
Sicher=
heit des Betriebes, namentlich ſoweit ſie ſich auf das
Signalweſen beziehen, genau beobachtet werden. Die
Ar=
beitszeit bei verſchiedenen Eiſenbahnbeamtenklaſſen iſt zu
lang. Auch hier ſollte das Reichseiſenbahnamt im
In=
tereſſe der Sicherheit des Betriebes nach dem Rechten
ſehen. Wir fordern für die Eiſenbahner das
Koalitions=
recht, damit ſie ſich ihr Recht erkämpfen können.
Abg. Schwabach (natl.): Ich erkenne an, daß der
Vorredner dem Reichseiſenbahnamt heute nicht die
Exi=
ſtenzberechtigung abgeſprochen hat, wie es in früheren
Jahren ſtets von ſeiner Partei geſchehen iſt. Daß der
Werdegang in der Entwickelung des Reichseiſenbahnamts
ein ganz anderer geweſen iſt, als die urſprüngliche Idee
war, iſt zuzugeben. Dieſes iſt aber nicht die einzige
Be=
hörde, wo es vorgekommen iſt. Es iſt mehr eine ſtille
Arbeit, die das Reichseiſenbahnamt zu leiſten hat:
För=
derung des Zuſammenſchluſſes der einzelſtaatlichen
Bah=
nen, Beaufſichtigung des Betriebes uſw. Die Kritik, die
hier geübt wurde, war unberechtigt. Zu der geſetzlichen
Regelung der Dienſt= und Ruhezeit werden wir heute
noch keine Stellung nehmen, ſondern erſt die neue in
Aus=
ſicht geſtellte Denkſchrift abwarten. Wir wünſchen, daß
die Uebertragung eines Teils der Rechte der Zollbeamten
auf die Eiſenbahnbeamten immer weiter ausgedehnt wird.
Das internationale Uebereinkommen über den Perſonen=
und Gepäckverkehr, das aufgebaut iſt auf den deutſchen
Beſtimmungen, muß weiter ausgebaut werden. Unſere
chemiſche Induſtrie hat das größte Intereſſe daran, daß
die Beſtimmungen für den Transport feuergefährlicher
Gegenſtände reformiert werden. Den deutſchen
Handlungs=
reiſenden muß ein beſonderes Entgegenkommen bezeigt
werden. Die ſelbſtändige Kuppelung muß weiter
aus=
vrobiert werden, um die Unfallſtatiſtik noch günſtiger für
Deutſchland zu geſtalten. Der Zuſammenſchluß der
deut=
ſchen Eiſenbahnen muß weiterhin angeſtrebt werden. Der
Eiſenbahnwagenverband iſt ein Schritt auf dieſem Wege.
Die ſüddeutſchen Eiſenbahnverwaltungen ſollten ſich dem
preußiſchen Eiſenbahnweſen anſchließen, bevor ſie durch
die Verſchlechterung ihres Betriebsergebniſſes dazu
ge=
zwungen werden, ſich dem gut rentierenden preußiſchen
Eiſenbahnweſen anzuſchließen. (Beifall.)
Abg. v. Böhm (konſ.): Die Anordnung, daß
Schlacht=
vieh nicht länger als 24 Stunden hintereinander auf der
Bahn transportiert werden darf, iſt im Intereſſe des
Tierſchutzes zu begrüßen. Die Beſtimmung, daß ein
Be=
gleitmann ſolchen Transporten beizugeben iſt, um die Tiere
zu füttern und zu tränken, belaſtet die Viehhändler
außer=
ordentlich. Dieſe Viehtransporte müſſen möglichſt
be=
ſchleunigt werden, da die Seuchenverſchleppung ſonſt
ge=
fördert und der Fleiſchwert der Tiere herabgedrückt wird.
(Beifall.)
Abg. Haas=Karlsruhe (Fortſchr. Vpt.): Ich gebe zu,
daß das Reichseiſenbahnamt eine durchaus gute
Wirkſam=
keit entfaltet; hat es aber je in die Konkurrenzkämpfe der
Verwaltungen eingegriffen? Es hat Zeiten gegeben, in
denen unſere deutſchen Eiſenbahnverwaltungen
miteinan=
der einen Konkurrenzkampf geführt haben, wie
Groß=
unternehmer, die rückſichtslos über Leichen zu gehen
entſchloſſen ſind. Heute hat dieſer Kampf eine allerdings
weniger ſchroffe Form angenommen. Gut ſind aber die
Verhältniſſe immer noch nicht. Eine Vereinheitlichung des
deutſchen Eiſenbahnweſens wäre der allein richtige Weg.
Auch wie wünſchen eine Förderung der Ausnahmetarife,
nur dürfen dieſe nicht zu Schädigungen der Transporte
auf den Waſſerſtraßen führen. Eine reichsgeſetzliche
Rege=
lung der Dienſt= und Ruhezeit des Eiſenbahnperſonals
iſt zweckmäßig und notwendig. Die Feſtſetzung der Löhne
für die Eiſenbahnangeſtellten iſt zwar Sache der
Landes=
verwaltungen, aber das Reichseiſenbahnamt ſollte doch
darauf achten, ob die Löhne bei einzelnen
Beamtenkate=
gorien ausreichend ſind oder ob ſich da irgend welche
Mißſtände herausgebildet haben. Schon im Intereſſe
der Sicherheit des Verkehrs iſt eine derartige Kontrolle
notwendig. Notwendig iſt auch, daß für die
Lokomotiv=
führer neben den jetzt üblichen Signalen andere akuſtiſche
und beim Ueberfahren eines Halteſignals mechaniſch
ein=
greifende Signale zum Schutze der Reiſenden eingeführt
werden. Das Projekt einer Reichseiſenbahngemeinſchaft
wäre finanziell wohl durchführbar; aber die kleinen
Ein=
zelwünſche der Bevölkerung auf beſſere Bahnverbindungen
uſw. würden dann wohl nicht mehr genügend berückſichtigt
werden. Im Intereſſe eines einheitlichen Beamtenrechts
wäre aber andererſeits die Durchführung der
Reichseiſen=
bahngemeinſchaft wünſchenswert. Leider wird dieſe
Ge=
meinſchaft nicht zur Durchführung gelangen, ſolange noch
die Konſervativen in Preußen am Ruder ſind; denn dieſe
würden ſich ſonſt des Einfluſſes auf die Geſtaltung der=
Tarife begeben.
Präſident des Reichseiſenbahnamts Wackerzappa
Die meiſten hier vorgetragenen Klagen ſind
Angelegen=
heiten der preußiſchen Eiſenbahnverwaltung und
unter=
ſtehen nicht der Reichsaufſichtsbehörde. Dahin gehören
auch die Arbeiterentlaſſungen und die Feſtſetzung der
Ar=
beitslöhne. Was die angebliche Verſchlechterung in der
Paketbeförderung anlangt, ſo muß ich darauf hinweiſen,
daß das Verhältnis zwiſchen Poſt und Eiſenbahn
reichs=
geſetzlich geregelt iſt. Bezüglich des internationalen
Ab=
kommens über den Perſonen= und Gepäckverkehr iſt ein
Entwurf aufgeſtellt worden. Es ſteht aber noch die
Er=
klärung von einer Anzahl von Staaten aus. Ueber die
Haftung der Eiſenbahn für Sachſchaden wird baldigſt eine
Vorlage an den Reichstag kommen. Die Erfahrungen mit
der neuen Eiſenbahnzollordnung zeigen, daß ſich ein
zu=
friedenſtellendes Zuſammenarbeiten zwiſchen Eiſenbahn
und Zollbehörde herausgeſtellt hat. Was die Beförderung
von Handlungsreiſenden anlangt, ſo ſind die normalen
Be=
förderungsſätze im Ausland erheblich höher als in
Deutſchland. Das bezieht ſich beſonders auf den
Expreß=
zugverkehr. Aber dieſe Frage wird von uns noch weiter
geprüft werden. Was den Typ der 10=Tonnen=Wagen
anlangt, ſo iſt das nicht Reichsſache. Wir haben nur zu
prüfen, ob die Ausrüſtung der einzelnen
Eiſenbahnver=
bände mit dieſem Betriebsmaterial dem Bedürfnis
ent=
ſpricht. Die Einführung einer ſelbſttätigen
Sicherungs=
bremſe wird geprüft, wenngleich die Schwierigkeiten, die
dieſem Problem entgegenſtehen, groß ſind und nur
inter=
national geregelt werden können. Die Einführung einer
derartigen einheitlichen Bremſe nähert ſich indeſſen ihrer
Erledigung. Es werden Verſuche in Preußen in dieſer
Hinſicht angeſtellt. Die Vorſchriften für die Beförderung
von Maſtſchweinen ſind von ſachverſtändigen Männern
der Landwirtſchaft und der tierärztlichen Wiſſenſchaft
auf=
geſtellt worden. Die Unfälle auf den deutſchen Bahnen
haben erheblich abgenommen. Die Zahl der
verunglück=
ten Perſonen iſt auf der Eiſenbahn erheblich niedriger,
als auf den Straßen der Großſtädte. Die Frage der
Dienſt= und Ruhezeit hat uns hier wiederholt beſchäftigt=
Eine geſetzliche Regelung halte ich nicht für notwendig.
Bei langen Dienſtſchichten ſtellt ſich die Sache ſo dar, daß
dieſe Dienſtzeit meiſt eine Dienſtbereitſchaft bedeutet. Das
zu dieſer Frage vorliegende Material bitte ich mir zur
Beſprechung zu übergeben, ſonſt iſt meinerſeits eine
ge=
wiſſe Skepſis berechtigt. In der Zeit des Wagenmangels
hat die überwiegende Mehrheit des Perſonals ſich
beſon=
ders dienſteifrig gezeigt und gern die Mehrarbeit geleiſtet.
Das Verhalten der minder eifrigen Beamten hat zum
Er=
laß einer Warnung Veranlaſſung gegeben. Ueber die
Vereinheitlichung der Eiſenbahnverwaltungen iſt
wieder=
holt hier beraten worden. Die Mehrzahl der
Bundes=
ſtaaten zeigt ſich aber nicht geneigt, ihre Selbſtändigkeit
ſich beſchränken zu laſſen. Zurzeit kann ich die auf eine
Vereinheitlichung abzielenden Beſtrebungen nicht als
aus=
ſichtsreich hinſtellen. Die Differenzen zwiſchen den
Ver=
waltungen müſſen von Fall zu Fall durch amtliche
Kon=
trolle beſeitigt werden. Die Fortbildung in dieſem Sinne
muß nach den Grundſätzen möglichſter Wirtſchaftlichkeit
des Betriebes verfolgt werden. Eine Denkſchrift hierüber
erübrigt ſich, da neues Material nicht aufgebracht werden
konnte. Die Klagen über eine Vernachläſſigung der links=,
rheiniſchen Bahn hinſichtlich der Fahrpläne ſind nicht
be=
rechtigt. Dieſe Vorwürfe hat die preußiſche
Staatseiſen=
bahnverwaltung nicht verdient. Das Verhältnis der
preu=
ßiſch=heſſiſchen Eiſenbahnverwaltung zur ſächſiſchen iſt
durchaus loyal. Differenzen werden gütlichſt beigelegt.
(Beifall.)
Abg. Speck (Ztr.): Nach den Erklärungen des
Prä=
ſidenten des Reichseiſenbahnamts, daß für abſehbare Zeit
Ausſicht auf Vereinheitlichung des deutſchen
Eiſenbahn=
weſens nicht zu erwarten iſt, erübrigt ſich auch eine
Denk=
ſchrift über dieſe Frage. Die Erfahrungen mit der
Güter=
wagengemeinſchaft ſind nicht dazu angetan, um bei uns
Bayern die Sehnſucht nach einer
Reichseiſenbahngemein=
ſchaft zu fördern. (Sehr richtig!) Die beſſere
wirtſchaft=
liche Ausnutzung des Wagenparkes erkennen wir an; das
finanzielle Ergebnis läßt aber zu wünſchen übrig. Sollte
eine preußiſch=ſächſiſche Gemeinſchaft entſtehen, ſo wün=
chen wir doch, daß dieſer nicht in abſehbarer Zeit ein
preußiſch=bayeriſches oder württembergiſches
Eiſenbahn=
netz folgt. (Beifall.)
Darauf wird die Weiterberatung auf Donnerstag 1
Uhr vertagt. Schluß nach ½7 Uhr.
Luftfahrt.
* Paris, 25. Febr. Auf dem Flugplatz bei Chartres
erreichte Garaix heute vormittag mit 4 Fluggäſten an
Bord, mit ſeinem Zweidecker eine Höhe von 3150 Metern
und ſtellte damit eine neue Höchſtleiſtung auf
Das Attentat in Debreczin.
* Czernowitz, 24. Febr. Wie verlautet, ſtellte
die Polizei feſt, daß zwei Fremde, die am
Donners=
tag aus Rumänien, eingetroffen waren, am Freitag im
Hauptpoſtamt ein Geldpaket mit 100 Kronen, ſowie ein
ſchweres Wertpaket nach Debreczin an die Adreſſe des
Biſchofs Mikloſſy aufgaben. Sie gaben als Abſenderin
Anna Kovacs an. Die Fremden reiſten am Freitag mit
dem Nachtzuge nach Rumänien zurück.
* Czernowitz, 25, Febr. Die beiden
Frem=
den die der Verübung des Dynamitanſchlages auf den
Biſchof Mikloſſy verdächtigt werden, hatten ſich im Hotel
als Silvia Mandareseu, Artiſt, und Tudor Avram,
Kauf=
mann, beide aus Jaſſy, angemeldet. Sie waren beide im
Beſitz ordnungsmäßig ausgeſtellter Päſſe Beide waren
etwa 30 Jahre alt. Auch aus Peſt treffen Meldungen
über eine Spur der Mörder ein. Danach ſoll in Debreczin
im Hotel „Zur Königin von England” am 18. Februar
eine Dame logiert haben, die angab, aus Kiew zu kommen
und Katharina Bugarski zu heißen. Sie hielt ſich zwei
Tage in Debreczin auf, und bekam in dieſer Zeit Briefe
aus Kiew. Die Polizei ſpürt nun dieſer geheimnisvollen
Fremden nach, da ſie annimmt, daß ſie zu dem Attentat in
irgend einer Beziehung ſteht. Daß irgendeine weibliche
Perſon mit an dem Verbrechen beteiligt ſt, wird als ſicher
angenommen.
Schiffsunfälle.
* Paris, 25. Febr. Wie aus Toulon gemeldet
wird, könnte die Lage des aufgefahrenen
Panzer=
kreuzers „Waldeck=Rouſſeau” infolge des
hef=
tigen Unwetters ſich recht bedenklich geſtalten. Das
Aus=
laden der Kohlenvorräte des Schiffes konnte wegen der
bewegten See nicht fortgeſetzt werden. In ſeemänniſchen
Kreiſen glaubt man, daß die Flottmachung kaum von 14
Tagen werde erfolgen können.
* Nizza, 25. Febr. Heute abend verſuchten drei
Schleppdampfer vergeblich, den Panzerkreuzer „Waldeck=
Rouſſeau” abzuſchleppen. Das ſchlechte Wetter dauert an.
Der Kreuzer wird vollſtändig geleert werden müſſen. Er
hat 1000 Tonnen Kohlen an Bord.
* Paris, 25. Febr. Der Marineminiſter teilte mit,
daß die Lage des feſtgekommenen
Panzer=
kreuzers „Waldeck Rouſſeau” ſich im Laufe des
Vormittags gebeſſert habe. Bei dem erſten Verſuch
ihn wieder flott zu machen, habe er ſich um 30 Meter
bewegt. Die Erleichterung des Schiffes werde fortgeſetzt.
Ein neuer Verſuch, ihn abzuſchleppen, werde noch heute
gemacht werden. Die Schiffsmaſchine ſei gebrauchsfähig
und habe bei den Verſuchen mitwirken können. Bisher
ſei keine Beſchädigung des Schiffes feſtgeſtellt worden.
Zur Lage in Mexiko.
* Neu=York 24. Febr. Die Aſſociated Preß
meldet aus Mexi ko, daß der Plan der
nationali=
ſierten Verſtaatlichung aller
Oellände=
reien in Mexiko von dem nächſten Kongreß, der am
1. April zuſammentritt, entſprechend der von dem Miniſter
für Handel und Induſtrie Moheno erteilten Zuſtimmung
durchgedrückt wird. Hier iſt das Gerücht, die Regierung
beabſichtige, alle nationaliſierten Oelländereien Lord
Cowdrav für 50 Millionen Golddollars zu übertragen
verbreitet.
* Neu=York 24. Febr. Die Anhänger des
Gene=
rals Villa verſuchen jetzt nachzuweiſen, daß Benton
na=
turaliſierter Mexikaner geweſen ſei. Die Freunde
Ben=
tons hingegen erklären, Benton ſei ſtets britiſcher
Unter=
tan geblieben.
* Neu=York, 24. Febr. Ein Telegramm aus
El Paſo meldet: Der Engländer Roger Lawrence,
der nach den bisherigen Berichten aus Mexiko vermißt
wurde, iſt in Imperial Valley aufgefunden worden; das
läßt glauben, daß ſein Begleiter Curtis wohlbehalten ſich
in den Vereinigten Staaten befindet. Von Harry
Comp=
ton, der von den amerikaniſchen Behörden geſucht wird,
hat man keine Spur.
* El Paſo 24. Febr. Die Times teilt ein
Inter=
view mit, wonach Villa in Chihuahua erklärte, er habe
den Deutſch=Amerikaner Buſch am Donnerstag
freige=
laſſen.
* Waſhington, 25. Febr. Staatsſekretär Bryan
erbat von dem General Caranza telegraphiſch weitere
Einzelheiten über den Fall Benton.
* Waſhington, 25. Febr. Der amerikaniſche
Kon=
ſul in Chihuahua meldet, General Villa weigere
ſich jetzt, die Leiche Bentons auszuliefern. Er
will aber der Witwe oder den Verwandten mit
amerikani=
ſchen Vertretern geſtatten, den Friedhof mitternachts zu
beſuchen. Die Leiche wird ausgegraben und nachher
wie=
der beſtattet werden.
* Waſhington, 25. Febr. Wie aus Nogales
gemeldet wird, ſoll das Kanonenboot „Tampico”
mit der geſamten Beſatzung ſich geſtern den Aufſtändiſchen
in Topolobambo freiwillig übergeben haben.
ſo daß die Aufſtändiſchen in den Beſitz des erſten
armier=
ten Schiffes gekommen ſind, mit dem ſie unverzüglich
auf=
gebrochen ſind, um irgend einen Punkt der Weſtküſte
an=
zugreifen.
* Paris, 25. Febr. Wie offiziös verlautet, iſt die
Abſendung eines zweiten franzöſiſchen
Kriegsſchiffes nach den mexikaniſchen
Ge=
wäſſern nicht ins Auge gefaßt. Auch die
Mel=
dung aus Waſhington, die franzöſiſche Regierung habe
zum Schutze der franzöſiſchen Geſandtſchaft in Mexiko die
Landung von Seeſoldaten beſchloſſen, iſt unrichtig; ſie iſt
jedenfalls als verfrüht zu bezeichnen.
Vermiſchtes.
** Die Einrichtung der Hauptſtelle für
Verdingungsweſen beim deutſchen
Hand=
werks= und Gewerbekammertag iſt nunmehr
endgültig vollzogen. Es haben ſich eine Reihe gewerb=
licher Verbände mit dem deutſchen Handwerks= und
Ge=
werbelammertag endgültig dahin verſtändigt, daß ſie die
von dieſem errichtete Hauptſtelle für Verdingungsweſen
als gemeinſame Zentralſtelle zur Sammlung der
Reform=
beſtrebungen auf dem Gebiete des Submiſſionsweſens
anerkennen, in den Verwaltungsrat der Hauptſtelle
ein=
treten und dieſe Einrichtung auch finanziell mit
unter=
ſtützen. Dadurch iſt für die Trägerſchaft der Hauptſtelle
und für die Weitervermittelung der von ihr vertretenen
Ideen eine breite Grundlage geſchaffen, die ſich auf die
berufsſtändigen Korporationen des Handwerks in
weite=
ſtem Umfang erſtreckt. Es ſteht zu hoffen, daß mit dieſer
Anerkennung der Hauptſtelle durch die berufsſtändigen
Vertretungen des Handwerks für die Bundesregierungen
und den Reichstag der Nachweis erbracht worden iſt, daß
als die maßgebende Zentralſtelle für Sammlung der
Selbſthilfebeſtrebungen des Handwerks auf dem Gebiete
der Reform des Submiſſionsweſens ausſchließlich die bei
dem deutſchen Handwerks= und Gewerbekammertag
er=
richtete Hauptſtelle für Verdingungsweſen in Frage
kom=
men kann. Es wird dieſe Ueberzeugung die
Bereitſtel=
lung der trotz der finanziellen Unterſtützung der
Haupt=
ſtelle durch die beteiligten Korporationen dringend
not=
wendigen Beihilfe aus Reichsmitteln weſentlich
erleich=
tern können. Das Bureau der Hauptſtelle für
Verdin=
gungsweſen iſt der Geſchäftsſtelle des deutſchen
Hand=
werks= und Gewerbekammertages in Hannover
angeglie=
dert worden.
Kongreß für Innere Miſſion in
Frankfurt a. M. Die „Freie Vereinigung für Innere
Miſſion” in Frankfurt a. M. hat den Zentral=Ausſchuß
für Innere Miſſion eingeladen, den 38. Kongreß für
Innere Miſſion im Herbſt 1915 in Frankfurt a. M.
abzu=
halten. Der Zentral=Ausſchuß für Innere Miſſion hat in
ſeiner letzten Sitzung beſchloſſen, dieſe Einladung dankend
anzunehmen. Die beiden letzten Kongreſſe fanden 1913
in Hamburg und 1911 in Stettin ſtatt. Somit iſt es an
der Zeit, den nächſten Kongreß im Südweſten
Deutſch=
lands abzuhalten. Frankfurt, wo ſeit 1854 kein Kongreß
für Innere Miſſion mehr getagt hat, kommt durch ſeine
günſtige Lage beſonders in Betracht. Durch die
neuge=
gründete „Freie Vereinigung für Innere Miſſion” der
ſich 40 Organiſationen der „Inneren Miſſion” in
Frank=
furt angeſchloſſen haben, iſt eine Grundlage geſchaffen, auf
der der Kongreß ſich aufbauen kann.
* Norwegens nationale
Eigentümlich=
keiten. Zu einer Zeit, in der jedes Land eifrig bemüht
iſt, ſeine Nationalität ſtark hervorzukehren, ſeine
Eigen=
art in ein kräftiges Licht zu ſetzen, und nicht nur in
alt=
hergebrachter Weiſe, ſondern in dem Sinne moderner
Richtungen, läßt ſich nicht ableugnen, daß Norwegen
hier=
bei große Vorzüge genießt. Es hat im Verhältnis zu
ſeiner Bevölkerung eine enorme Ausdehnung. Sein
öſt=
licher Teil am nördlichen Eismeer liegt noch öſtlicher als
Konſtantinopel und falls man das Land um ſeinen
ſüd=
lichſten Punkt ſchwingen könnte, würde es bis an die
Küſte Nordafrikas reichen. Die Lage Norwegens, — ſeine
langgeſtreckte Küſtenlinie, bis hoch zum Nordmeer hinauf
— eine ferne Ecke Europas, die ſich weit ab von den
großen Verkehrszentren befindet, bietet auch ihre Vorteile
dar. Es entwickelt ſich eine originale, ſelbſtändige
Kul=
tur, die ſich nicht durch fremde Einflüſſe verwiſchen läßt.
Wir ſehen ſie im Bauſtil, in den Textilarbeiten, der
Holz=
ſchnitzereien, den ſilbernen Filigranarbeiten am ſtärkſten
ausgeprägt, aber auch andere Zweige der nationalen
Ar=
beit Norwegens ſind von bedeutender Eigenart. In den
letzten Jahrzehnten ſtrebt das nordiſche Reich dahin, ſeine
enormen Kraftquellen, die es in den zahlreichen und
ge=
waltigen Waſſerfällen beſitzt und von denen heute bereits
1½ bis 2 Millionen Pferdekräfte ſinnreich ausgenutzt
wer=
den, modernen Induſtrien dienſtbar zu machen. Auf dem
Induſtriemarkt der Welt ſpielt Norwegen bereits in
Holz=
maſſe, Papier, Salpeter und Calciumkarbid eine große
Rolle und es beſitzt die Möglichkeit, einen
Bergwerksbe=
trieb von hoher Bedeutung zu bekommen. Die Gegenſätze
altnationaler Anſchauung, Eigenart und Kultur zu dem
modernen Großbetrieb werden in Norwegen durch ſeine
Hundertjahr=Ausſtellung Kriſtiania 1914, die vom 15. Mai
bis zum 15. Oktober dauert, zum Ausdruck kommen.
We=
nige Meter von einem Bauernhaus entfernt, in dem ſich
der altmodiſche Stil der lange abgeſchloſſenen Täler in
ſeiner Urſprünglichkeit abſpiegelt, fährt man wie in den
größten modernſten Weltſtädten mit der Untergrundbahn.
Literariſches.
Gefährliches Handwerk. Unter dieſem Titel
plau=
dert der bekannte Jagdſchriftſteller Skowronnek im
neueſten (14.) Heft der illuſtrierten Zeitſchrift Zur
Guten Stunde in höchſt feſſelnder Weiſe. Er ſchildert
darin den aufreibenden Kampf, den die Forſtbeamten
gegen die Wilderer zu führen haben. Auch ſonſt enthält
das neue (14.) Heft der beliebten illuſtrierten Zeitſchrift
(Deutſches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57.
Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) wieder ſehr viel
intereſſante Beiträge. Der Ingenieur Dr. Neuburger
be=
ſpricht unter Zuhilfenahme vorzüglicher Illuſtrationen
die moderne Filmfabrikation. Ein anderer Artikel
orien=
tiert uns im Anſchluß an Prozeſſe der letzten Zeit über
Arſen und Arſenvergiftungen uſw. Reichhaltig, wie
immer, iſt auch der Unterhaltungsteil. Den Hauptleſeſtoff
des Heftes bilden die beiden großen Romane Gegen den
Strom” von H. Aeckerle und „Das häßliche Fräulein” von
Hans Hauptmann. Novellen und Gedichte ſchließen ſich
an. Beſonders möchten wir noch auf die beiden Extra=
Rubriken „Erfindungen und Entdeckungen” und „Für
un=
ſere Frauen” aufmerkſam machen, die alles Neue und
Wiſſenswerte auf dieſen beiden Gebieten enthalten. Von
den vielen Bildern erwähnen wir nur die farbige
Kunſt=
beilage „Pferde= und Heuweihe am St. Stephanstage‟
nach einem Gemälde von E. Sturtevant.
— Moderne kaufmänniſche Bibliothek.
Eine Auswahl der beſten Werke zur Ausbildung und
Fort=
bildung des Kaufmanns, auf Grund der neueſten
Geſetz=
gebung nach einheitlichen Grundſätzen gemeinverſtändlich
von erfahrenen Fachmännern dargeſtellt. Preis pro Band
— vornehm gebunden — 2,75 Mk. Verlag der modernen
kaufmänniſchen Bibliothek (vorm. Dr. jur. L. Huberti),
G. m. b. H., Leipzig=R., Eilenburgerſtraße 10/11. Unter
dieſem Sammeltitel erſcheint ſeit einigen Jahren in
Leip=
zig eine Sammlung kaufmänniſcher Lehr=, Rechts= und
Sprachbücher. Sie umfaßt in ſchöner Ausſtattung das
geſamte Gebiet der Handelswiſſenſchaften und kann um
ſo eher als das gediegenſte und reichhaltigſte Werk
die=
ſer Art gelten, als zu der guten und ſorgfältigen
Bear=
beitung des Stoffes ein reiches Material an Karten,
Ta=
bellen und Formularen uſw. hinzutritt. Bis jetzt liegen
110 Bände vor. Jeder Band iſt einzeln käuflich, Von
ein=
zelnen Bänden liegen heute die 2., 3. und 4. Auflage vor.
Ausführliche Kataloge verſendet der Verlag gratis und
franko.
Handelsgeſchichte. Von Karl Stracke
Direktor der Reformſchule in Blaubeuren. Mit zehn
Skizzen und drei Karten. Zweite Auflage. (20. Band
von Violets Globus=Bücherei, Handbibliothek der
geſam=
ten Handelswiſſenſchaften.) Verlag von Wilhelm Violet
in Stuttgart. Preis in blaues Leinen gebunden 2. Mk.
Die Bekanntſchaft mit den Handels= und
Verkehrsver=
hältniſſen früherer Zeiten bringt zwar dem Kaufmann
nicht ſo unmittelbaren Nutzen, wie die Kenntnis anderer
Zweige ſeines Berufs, aber darum darf ſie doch nicht
vernachläſſigt werden. Das vorliegende Werk verzichtet
darauf, lange Zahlenreihen aufzuführen, ſondern bringt
in überaus feſſelnder Darſtellung das Wichtigſte aus der
Handelsgeſchichte, ſo daß der Benützer des Buches ein
ab=
gerundetes Bild von der Handelsgeſchichte, ſowohl des
einzelnen Staates, als auch der Beziehungen der Staaten
untereinander erhält. Karten und Skizzen ergänzen die
Ausführungen des Bandes, der einen wertvollen Teil der
bekannten Violetſchen Globus=Bücherei bildet.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. Febr. Der Fürſt von Albanien
iſt heute nachmittag, von Waldenburg kommend, in
Ber=
lin eingetroffen und im „Hotel Eſplanade”
abge=
ſtiegen. In ſeiner Begleitung befindet ſich Kapitän
Arm=
ſtrong. Der Fürſt empfing gleich nach ſeiner Ankunft
den ruſſiſchen und den italieniſchen Botſchafter und machte
ſpäter einen Beſuch im Auswärtigen Amt Er gedenkt
heute abend nach Petersburg weiterzureiſen. Die
Abreiſe von Trieſt iſt auf den 5. März feſtgeſetzt.
* Berlin, 25. Febr. Der 43jährige Werkmeiſter
Wade=
puhl gab geſtern ſeinen beiden 5 und 3 Jahre
alten Kindern Morphium, ſo daß ſie ins
Kran=
kenhaus gebracht werden mußten. Als heute die Polizei
in die Wohnung eindrang, überraſchte ſie Wadepuhl, wie
er ſeine Frau und ſich töten wollte. Wadepuhl
wurde feſtgenommen. Er ſcheint geiſteskrank zu
ſein.
* Wien, 25. Febr. Der Reichsrat iſt heute auf den
5. März einberufen worden.
* Wien, 25. Febr. Der öſterreichiſch=ungariſche
Bot=
ſchaftsrat in Konſtantinopel, Loewenthal von
Li=
nau, wurde zum Geſandten am albaniſchen
Hofe ernannt.
* St. Gallen, 25. Febr. Beim Brande eines
Wohn=
hauſes in dem Dorfe Ernetwill ſind vier Schulkinder
umgekommen.
* Salerno, 25. Febr. Außer den fünf Perſonen,
die bei der Exploſion in dem Theater
Ma=
rusci umkamen, ſind noch zahlreiche Perſonen verletzt
worden, darunter fünf ſchwer.
* Haag, 25. Febr. Die Regierung der
Ver=
einigten Staaten machte außer England auch den
Niederlanden einen Vorſchlag, betreffend die Bildung
eines Internationalen Komitees zur Vorbereitung
des Arbeitsprogramms der dritten Haager
Friedenskonferenz.
* Paris, 25. Febr. Die Kammer verhandelte heute
über den vom Senat an die Kammer zurückgelangten
Ge=
ſetzentwurf, betreffend die Altersverſicherung für
Bergarbeiter. Jaurés erklärte, daß man dem
Entwurf zuſtimmen müſſe, wenn er auch unvollkommen
ſei; denn er ſichere ihnen ſofort eine Penſion, die zwiſchen
600 und 700 Francs betrage. Die ſtreikenden Bergleute
möchten doch erwägen, daß ſie, da ſie ab heute ein
Pen=
ſionsminimum von 600 Francs hätten, bald die
Genug=
tuung haben würden, eine Penſion von 720 Francs zu
erreichen. Hierauf wurde die Generaldebatte geſchloſſen.
Der Miniſter der öffentlichen Arbeiten ſagte zu, daß er
den Senat bitten werde, das Geſetz auf die Arbeiter in
den Schieferbrüchen und Erzgruben auszudehnen.
— Die Kammer hat das Geſetz über eine ſelbſtändige
Penſionskaſſe für Bergarbeiter einſtimmig
ange=
nommen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde der
von dem Miniſter bekämpfte Abänderungsantrag, der die
Altersrente auf 730 Francs im Minimum feſtſetzen wollte,
abgelehnt.
* Paris, 25. Febr. Bei der Beratung der
Einkom=
menſteuer im Senat befürwortete Perchot
folgen=
den Antrag: Als Erſatz direkter Steuern werden wirkſame
Steuern auf alle Arten von Einkommen gelegt, außerdem
eine Ergänzungsſteuer auf das Geſamteinkommen jedes
Haushaltsvorſtandes. Perchot erklärte, der Antrag wolle
die abſchnittweiſe Durchführung der Finanzreform nicht
verhindern, aber dafür ſorgen, daß man nicht über die
Be=
wältigung einzelner Abſchnitte die ganze Aufgabe vergeſſe.
* Paris, 25. Febr. Das Mitglied des Senats
Pre=
vet, Direktor des Petit Journal, iſt geſtorben. — Wie
aus Saigon gemeldet wird, kam es zwiſchen
chineſi=
ſchen Banden und franzöſiſchen Truppen
bei Dongdang=Roſchan zu einem Scharmützel. Zwei
Fremdenlegionäre wurden getötet, vier verwundet.
* Paris, 25. Febr. Wie aus Marſeille gemeldet
wird, haben die Maſchiniſten und Obermaate der
Schiff=
fahrtsgeſellſchaft „Meſſagerie Maritimes” ihre
Zuſtim=
mung zur Unterbreitung der Streitpunkte bei einem
Schiedsgericht abgelehnt. Eine Abordnung geht
nach Paris, um dem Unterſtaatsſekretär der
Handels=
marine die Beweggründe ihrer ablehnenden Haltung
mit=
zuteilen.
* London, 25. Febr. Bei Beratung des
Ergänzungs=
etats des Heeres im Unterhaus erklärte
Kriegs=
miniſter Seely, daß ſeit dem letzten Juli 52 Aeroplane
außer Dienſt geſtellt worden ſeien, dafür ſeien 100neue
Aeroplane eingeſtellt worden, ſo daß das Heer
und die Fliegerabteilungen im ganzen 161 Aeroplane
beſäßen. Seit dem letzten Juli ſei mit den Aeroplanen
im ganzen eine Flugſtrecke von über 100000 Meilen
zurück=
gelegt worden. Es ſei beabſichtigt, insgeſamt 250
Aero=
plane einzuſtellen, und zwar 50 für die Fliegerſchule und
200 für das Heer. Um jederzeit 100 Aeroplane bereit zu
haben, müſſe England über 200 dieſer Flugfahrzeuge
ver=
fügen. Die Frage, um zu einer genügenden Anzahl von
Aeroplap= und Flugzeugmotoren in England zu
gelan=
gen, ſei gelöſt worden. Die Durchſchnittsgeſchwindigkeit
der engliſchen Aeroplane ſei ungefähr 65 Meilen in der
Stunde, was bedeutend mehr ſei, als die in irgend einem
anderen Lande erreichte Durchſchnittsgeſchwindigkeit. Der
Kriegsminiſter erklärte ſodann die Wichtigkeit der
Aero=
plane im Kriegsfall, und gab der Ueberzeugung Ausdruck,
daß eine Armee ohne Aeroplane, wenn ihr ein Heer von
gleicher Stärke mit Aeroplanen gegenüberſtehe, dem
Unter=
gang geweiht ſei.
* London, 25. Febr. Premierminiſter Asquith
teilte mit, daß das Komitee für die Reichsverteidigung die
Ueberprüfung des Invaſirnsproblems
be=
endet habe und ſich über die allgemeinen Linienzeines
Be=
richtes einigte. Der Bericht werde binnen kurzem
fertig=
geſtellt. Eine Mitteilung darüber werde vermutlich noch
im Laufe der Seſſion gemacht.
Letzte Nachrichten.
[ ← ][ ][ → ]Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
Nummer 57.
2 Pelersburg, 23, Fehr. Der Reichsrat hat die
Ge=
ſetzesvorlage, betreffend die Gründung eines
Gene=
ralkonſulates in Albanien, angenommen.
* Radom (Ruſſiſch=Polen), 25. Febr. Das
Appell=
gericht verurteilte von elf wegen der Mitgliedſchaft zur
ſozialdemokratiſchen polniſch=litauiſchen Organiſation
An=
geklagten, einen zu ſechsjähriger, einen zu
vierjäh=
riger Zwangsarbeit und ſieben zue
Zwangsanſied=
lung. Zwei wurden freigeſprochen.
* Sofia, 25. Febr. Eine zweigliedrige Abordnung
wird ſich demnächſt nach Albanien begeben, um dem
Fürſten eine Huldigungsadreſſe und ein
Ge=
ſchenk der in Bulgarien lebenden Albaner zu überbeingen,
ſowie ihm gleichzeitig die aufrichtigen Gefühle des
Bul=
garenvolkes für die Albaner auszudrücken. — Der Direktor
der Poſten und Telegraphen, Stojanowitſch, reiſt heute
nach Konſtantinopel ab, um die türkiſch=
bulga=
riſche Poſt= und Telegraphenkonvention
abzuſchließen.
* Bogota, 25. Febr. Der Kriegsminiſter hat beſchloſſen,
6 Offiziere und 6 Kriegsſchulzöglinge nach
Europa zu ſchicken zum Studium der Organiſation
der europäiſchen Armeen.
* Teheran, 25. Febr. Zur Entſendung nach
Ispahan wird eine 300 Mann ſtarke
Gendarmerie=
abteilung unter dem Oberbefehl eines ſchwediſchen
Offi=
ziers gebildet.
— Hamburg, 25. Febr. Die Vergiftung der
Familie des Milchhändlers Lüdders iſt durch
Koh=
lenoxydgas erfolgt. Es beſteht wenig Hoffnung,
Lüdders nebſt ſeiner Frau und einer Tochter am Leben zu
erhalten. Zwei andere Kinder waren infolge einer
Feſt=
lichkeit in der elterlichen Wohnung nicht anweſend und
entgingen daher der Vergiftung.
Das Leuchtölmonopol.
* Berlin, 25. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung ſchreibt: Unter Bezugnahme auf die Verhandlungen,
die im Laufe der letzten Wochen von der
Reichsfinanzver=
waltung mit Vertretern aller größeren Parteien des
Reichstages über die Umgeſtaltung der in den
Kommiſ=
ſionsbeſchlüſſen vorgeſehenen Organiſation für die
zu errichtende Vertriebsgeſellſchaft mit
Leuchtöl ſtattgefunden haben, glaubt eine
parlamen=
tariſche Zuſchrift an die Kölniſche Volkszeitung vom 21.
ds. Mts, den Abſchluß eines Kompromiſſes
zwi=
ſchen der Regierung und der
ſozialdemo=
kratiſchen Partei mitteilen zu können, wodurch ſich
die Regierung für ihr Entgegenkommen gegen
ſozialdemo=
kratiſche Wünſche hinſichtlich der obligatoriſchen
Organi=
ſation der Petroleumarbeiter und =angeſtellten das
Ein=
verſtändnis dieſer Partei mit der Verteuerung des
Leucht=
öls zugunſten der Reichskaſſe verſchaffe. Dieſe Mitteilung,
wie die daran geknüpfte Betrachtung entbehrt jeder
tatſächlichen Unterlage.
Briefkaſten.
B. B. Wenden Sie ſich an das Finanzamt I Darmſtadt.
Amtlicher Wetterberichf.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Seit geſtern iſt der Luftdruck über Europa ſtark
ge=
ſtiegen; wir hatten daher vorwiegend trockenes, vielfach
heiteres Wetter, nachts in höheren Lagen Froſt. Zwiſchen
tiefem Druck über Island und Süd= und Mitteleuropa
reicht eine Brücke hohen Druckes von England nach
Nordoſt=
europa. Wir werden morgen bei weiter ſteigendem
Luft=
druck wieder kälteres Wetter zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
26. Februar: Wolkig, vielfach aufheiternd, trocken, etwas
kälter, ſtellenweiſe Nachtfroſt, öſtliche Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Deutsche Bank Darmstadt
Eröffnung von laufenden Rechnungen
und provisionsfreien Scheck-Konten.
X,3344
hell, ſparſam, ge=
Elektra=Kerzen, ruchlos. Pak. 65.
Hier: F. B. Grodhaus, Seifenf. a. w. Turm. (IX,294
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Bebr. Höslein.
Ludwigsplatz.
5194a
Dampfernachrichten.
Nordd. Llond, Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
„Kronprinzeſſin Cecilie‟ 21. Febr. 8 Uhr vorm. von Neu=
York abgegangen. „Kaiſer Wilhelm II.‟ 23. Febr. 2 Uhr
nachm. von Bremerhaven abgegangen. „Berlin” 21. Febr.
4 Uhr nachm. von Meſſina nach Neu=York abgegangen.
„Scharnhorſt‟ 23. Febr. 8 Uhr vorm. Lizard paſſiert. —
Oſt=
aſien=Linie: „Lützow” 23. Febr. 1 Uhr nachm. von
Liſſabon abgegangen. „Prinz Ludwig” 22. Febr. 9 Uhr
vorm. von Aden abgegangen. „Derfflinger” 22. Febr.
11 Uhr vorm. in Kobe angekommen. „Prinzeß Alice‟
24. Febr. 6 Uhr vorm. Vliſſingen paſſiert. „Mark”
24. Febr. 8 Uhr vorm. in Kobe angekommen..
Auſtralien=Linie: „Zieten” 24. Febr. 1 Uhr nachm. von
Adelaide nach Bremen abgegangen. „Friedrich der
Große” 23. Febr. 10 Uhr nachm. von Fremantle abgeg.
„Roon” 23. Febr. 7 Uhr vorm. in Genua angekommen.
„Elſaß” 22 Febr. 5 Uhr vorm. in Sydney angekommen.
„Sierra Nevada” 23. Febr. von Liſſabon abgegangen. —
Braſil.en=Linie: „Altair” 22. Febr. von Pernambuco
abgegangen. „Würzburg” 23. Febr. in Antwerpen
an=
gekommen. „Prinz Heinrich” 23. Febr. 6 Uhr vorm.
in Marſeille angekommen. — Alexandrien=Linie: „Prinz=
Regent Luitpold” 23. Febr. 10 Uhr vorm. von Alexandrien
abgegangen. — Singapore= Linie: „Manila” 24. Febr.
von Finſchhafen nach Kaewing abgegangen. — I.
Weſt=
indienfahrt. „Großer Kurfürſt” 24. Febr. in Kingston
angekommen. — Doppelſchraubenpoſtdampfer „Main”
22. Febr. 9 Uhr in Philadelphia angekommen. „Kleiſt”
22. Febr. 10 Uhr morgens in Schanghai angekommen.
Doppelſchraubenpoſtdampfer „Barbaroſſa” 21. Febr.
1 Uhr morgens in Neu=York angekommen.
Heute nacht iſt unſer geliebter Sohn,
Bru=
der und Pflegebruder
(B5196
Auon Ken
Apotheker
im 45. Lebensjahre nach langen, ſchweren, mit
großer Geduld getragenen Leiden ſanft
ent=
ſchlafen.
Um ſtille Teilnahme bitten:
Professor Carl Keil,
Carl Keil,
Lili Keil,
Eduard Keil,
August Reus.
Darmſtadt, den 24. Februar 1914.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den
26. Febr., ¾4 Uhr nachm., vom Portale des
Friedhofes aus, die Einſegnung eine ½ Stunde
vorher im Trauerhauſe Wittmannſtr. 27, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute abend 6¾ Uhr verſchied ſanft unſere
liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und
Groß=
mutter
(5254
Margarethe Braun
geb. Seipel
im 81. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Jean Schuchmann
Familie Edmund Schlereth.
Darmſtadt, den 25. Februar 1914.
Mollerſtraße 11.
Die Beerdigung findet am Samstag,
nach=
mittags 3 Uhr, vom Portale des Friedhofes
aus, ſtatt.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 27. Februar:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr
Samstag, den 28. Februar:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbatausgang
6 Uhr 50 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 28. Februar:
Vorabend 5 Uhr 35 Min. Morgens 8 Uhr Nachmittags
4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 6 Uhr 50 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 1. März, an;
Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr 45 Min.
Tageskalender.
Donnerstag, 26. Februar.
Großh. Hoftheater Anfang 7½ Uhr, Ende vor
10½ Uhr (Ab. C): „Baumeiſter Solneß”
Vortrag von Diätchemiker Richter um 8½ Uhr im „
Für=
ſtenſaal” (Mazdaznan=Vereinigung):
Generalverſammlung der Schlachtvieh=
Verſiche=
rung für den Landkreis Darmſtadt um 4 Uhr im
„Perkeo”
Kräppelkaffee der Vereinigten Geſellſchaft um
6½ Uhr.
Maskenball des Kellnerbundes um 8.11 Uhr im
„Perkeo”
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr. — „Perkeo” um 8 Uhr. — Rummelbeäu um 8
Uhr. — Café „Zur Oper” um 8 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage unſerer Expedition
Rheinſtr. 23): Der Abſchied des Prinzen zu Wied von
den 3. Garde=Ulanen in Potsdam. — Im Flugapparat
über den Mont=Blanc. — Die Generalverſammlung des
Bundes der Landwirte im Zirkus Buſch in Berlin.
Vom Karneval in Nizza: Der Wagen der modernen
Muſik.
Verſteigerungskalender,
Freitag, 27. Februar.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (
Zuſammen=
kunft auf dem Frankenhäuſer Weg am Pflanzgarten
unterhalb dem Breitenßein).
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Waſchenbacher Gemeindewald (
Zuſammen=
kunft in Waſchenbach).
Duick und Veriagt z. . Witichſche Hoſtuchduchenck.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungln ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
iche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
rodes-Anzeige.
Heute abend 9 Uhr entſchlief ſanft und unerwartet unſer heißgeliebtes, teures Mutterchen
Schwiegermutter, Schweſter und Großmutter
(526,
Frau Pfarrer Boclo, Mathilde geb. Rehn
nach kaum vollendetem 75. Lebensjahre.
Auguste Arntzen, geb. Boclo,
Wilhelmine Regenbogen, geb. Boclo,
Julie Boclo,
Annie Teubner, geb. Boclo,
Eise Boclo,
Bredo Arntzen, Ingenieur,
Emil Teubner, Ingenieur,
Geheimer Sanitätsrat Dr. med. Heinrich Rehn,
Geheimrat Professor Dr. med. Louis Rehn,
und 6 Enkelkinder.
Darmſtadt, Mannheim, Frankfurt, den 24. Februar 1914.
Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhauſe Nieder=
Ramſtädter=
ſtraße 57 b aus, ſtatt.
nacn rilsner Art 5
nach Müncnner Art
Hell Export GuUE
— feinste Wafelbiere —
Kanmer
Srad in Faschen und Syphons.
1371a
Nummer 57.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
Seite 7.
Restahrunr- RammerbrauFAeeof
bei freiem Eintritt!
Heute
KUNSTLER-KONZERT u Mntur 3 Uer
(5219)
Nichard Washer-Verei Darmstädt.
Montag, den 2. März 1914, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde
von Konzertsängerin
Frau Marie LerOy aus Paris
und Herrn Klaviervirtuosen
Maurice Dumesnil aus Paris
unter Mitwirkung des Komponisten Herrn Emanuel Moor
aus Lausanne.
Der Ibach-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma
Hof-
lieferant Heinrich Arnold (Mühlstrasse 1—3 und
Wilhelminen-
strasse 9).
(5189
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Saalkarten zu 3 Mk, Numerierter Balkon zu 3 Mk. und
Galerie zu 1.50 Mk., Studentenkarten zu 1 Mk. und Schülerkarten
zu 50 Pfg. bei Heinrich Arnold, im Verkehrsbureau und
abends an der Kasse. (Die städtische Billettsteuer wird von der
Vereinskasse getragen). — Beitrittserklärungen für das
laufende Vereinsjahr, die noch vor dem obigen
Kon-
zerte erfolgen, berechtigen zu dessen freiem
Be-
suche. Der Jahresbeitrag beträgt 12 Mk.
Der Vorstand.
Eintritt frei!
Turngemeinde, Woogsplatz:
AURE21F
veranstaltet vom
Opernchor
des Grossherzoglichen Hoftheaters
unter Leitung des Herrn Hofchordirektors Robert Preuss
und unter freundlicher Mitwirkung der Hoftheatermitglieder
Frau Viky Baum (Harfe), Fräul. Gertrud Geversbach (Sopran),
Herren Fritz Hilsdorf (Tenor), Leo Schützendorf (Bass), Augo
Andreae (Cello), sowie der Grossherzoglichen Hofkapelle.
PROGRAMM:
1. Teil:
Vorspiel zu „Meistersinger‟ (Hoforchester):
Gemischte Chöre von Auber, Cromer, Doppler und Wiltberger;
Lieder für Sopran: Frl. Gertrud Geyersbach;
Lieder für Bass: Herr Leo Schützendorf;
Paraphrase für Harfe (von Schubert-Trnecek): Frau Viky Baum:
Cello-Konzert a-moll (von Saint-Saéns): Herr Hugo Andreae und
Hoforchester.
II. Teil:
Das Lied von der Glocke für Soli, gemischten Chor und
Or-
chester von A. Romberg.
Solisten: Frl. Gertrud Geyersbach, Herren Leo Schützendorf
und Fritz Hilsdorf, sowie die Grossherzogliche Hofkapelle.
— Anfang 8¼ Uhr.
Eintrittskarten zu Mk. 5.00, Mk. 3.30, Mk. 2.20 (numeriert),
Saal Mk. 1.65, Galerie Mk. 1.10 im Vorverkauf bei eg. Tnies
Nachf. — Vereinskarten bei Herrn Müller, Hoftheaterkassier,
Riedlingerstrasse 21, I.
Stunden Pause.
Tombola — Ball — Tango
33
Holländisches Café
33
Während des Balles: Aufführung eines Original-TAN60,
ge-
tanzt von 8 Damen vom Grossherzoglichen Hofballet, einstudiert
von Hokballetmeisterin Hedwig Ehrle.
Ballorchester: Kapelle WEBER.
Eintritt für Nichtkonzertbesucher nur gegen Lösung einer
Ballkarte à Mk. 1.— im Vorverkauf bei Herrn F. Hermes,
Hof-
theaterfriseur, Louisenstrasse, oder an der Abendkasse.
Das Reinerträgnis dient zum Besten der Pensions- und
(5244
Sterbekassen, sowie des Künstlerheims.
(Zweigverein Darmstadt)
Sonntag, 1. März:
12. Wanderung.
König-Vielbrunn-
Hain-
haus-Höchst.
5 Stunden.
Abfahrt Ostbahnhof. 68 Uhr
vor-
mittags. Rückk. 880 Uhr abends.
(5221
Nächsten Freitag: Bierabend
in der Brauerei Fay (Gartensaal).
Nochmalige Besprechung des
neuen Wanderplans.
Großherz. Hoftheater.
Donnerstag, den 26. Februar 1914.
119. Abonnem.=Vorſtellung. C 30.
IBSEN-ZIKLUs.
Erſter Abend. Neu einſtudiert.
Baumeiſter Solneß.
Schauſpiel in 3 Aufzügen
von Henrik Ibſen.
Perſonen:
Baumeiſter
Hal=
vard Solneß . Johs. Heinz
Frau Aline
Sol=
neß, ſ. Gattin . Charlotte Pils
Dr. Herdal,
Haus=
arzt
. K. Weſtermann
Knut Brovik,ehem.
Architekt,
jetztAſſi=
ſtent bei Solneß Emil Jannings
Ragnar Brovik, ſ.
Sohn, Zeichner . Kurt Ehrle
Kaja Fosli, ſeine
Nichte, Buchhalt. Eliſabeth Horn
Frl. Hilde Wangel Käthe Meißner
Eine Dame. . . Agn. Wisthaler
Nach d. 1. u. 2. Aufz. läng. Pauſen.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz! 1.—13. Reihe
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terrer: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ.
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 3—1 Uhr und von 2½, Uhr!
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
dent auch kelephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. — Ende vor 10½ Uhr.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Freitag, 27. Febr. 120. Ab.=Vſt.
D 31. „Der Kaufmann von
Venedig.” Kl. Pr. Anf. 7½ U.
Samstag, 28. Febr. Außer Ab.
30. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. „Hänſel u. Gret el.”
Anfung 7½ Uhr. (Vorverkauf bis
einſchl. Samstag, 28. Febr., im
Verkehrsbüro, Ernſt=Ludwigsplatz.
Verkauf der etwa noch vorhand.
Karten am Tage der Vorſtellung
auch an der Tageskaſſe im
Hof=
theater zu den übl. Kaſſeſtunden.
Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 1. März. Vormittags
11½ Uhr. Außer Abonnem. Zu
Volksvorſtellungspreiſen.
Vor=
trag von Hermann Bahr:
„Schauſpielkunſt.” (
Karten=
vorverkauf vergl. beſond. Anzeige.)
— Nachmitt. 3 Uhr. Außer Abonn.
31. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. „Die fünf
Frank=
furter”. Vorverkauf bis einſchl.
Samstag, 28. Febr., nur im
Ver=
kehrsbüro, Ernſt=Ludwigspl.
Ver=
kauf der noch vorhandenen Karten
am Tage der Vorſtellung an der
Tageskaſſe im Hoftheater, vorm.
von 11 Uhr ab. — Abends 7 Uhr.
121. Ab.=Vſt. A 31. Neu einſtud.:
Madame Butterfly”.
Ge=
wöhnliche Preiſe
Am Sonntag, den 1. März, iſt
die Tageskaſſe wie an den
Wochen=
tagen bereits um 9½ Uhr geöffnet.
Aus dem Spielplan.
Montag, 2. März. Außer Ab.
32. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. „Der
Feldherrn=
hügel.” Anfang 7½ Uhr.
Vor=
verkauf bis einſchl. Montag, den
2. März, im Verkehrsbüro, Ernſt=
Ludwigsplatz. Verkauf der etwa
noch vorhandenen Karten am Tage
der Vorſtellung auch an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater zu den
üb=
lichen Kaſſeſtunden.
Unrnor
Tel.
389
Premiere Sonntag, 1. März
Der
hervorragende
Komiker
mit seinem
erstklassigen
Ensemble!
Hannemann und seine Tochter!
So’n frecher Kerl!
Ausserdem die neuen Varieté-Nummern:
Eaton Brothers Ballspiele.
Carl Haye, rhein. Groteske-Komiker.
The 3 Follingers Excentrics.
Nachm. 4 Uhr
Sohntugs z verstenlungel. abends 8 Uhr
Ermässigter Vorverkauf wie bekannt.
Numerierte Parketts ausschliesslich bei Hugo de
Waal, Rheinstrasse 14, sowie an der Abendkasse.
Bestellungen auch telephonisch. 5231df
Deuticher Keilnerbung. u. 6.
Bezirksverein Darmstadt.
Donnerstag, den 26. Februar 1914
Grosser Maskenball
in sämtl. Räumen des Restaurants Perkeo (Ilexanderstr.)
Große Ueberraſchungen, Sekt=Höhle, Luftſchlangenſchlacht,
Prämiierung der ſchönſten Damen= u. Herren=Masken uſw.
Musikkapelle Weber (61er).
Ende wann’s all is.
Anfang 8 Uhr 11 Min.
Das närriſche Komitee.
*4913)
Zum Hanauer Hol
Heinheimerstr. 8
Mauerstr. 7
Zum Schluss der Saison:
Samstag, den 28. d. Mts., abends ½ 9 Uhr,
Grosse Münchener
Masken-Redoute
mit Preisverteilung der origin. Gruppe
und schönsten Damenmasken.
Musik: Kapelle des Grossh. Artill.-
Korps Nr. 25 (Obermusikmeister Mickiey).
Tanzleitung: Balletmeister Eiskalt a. Gast
Bayr. Biertunnel „Zum Wurzelsepp‟ mit echt
bayr. Bedienung, Sektbude, Bolsstube, humorist.
Küche, Cireus Pusch etc.
Eintritt: Herren Mk. 1. Damen 50 Pfg.; im Vorverkauf
75 Pfg. bezw. 35 Pfg. Karten beim Restaurateur.
(5239
Es ladet freundſichst ein
D Leni. d Rosel. d Kathi aus München.
Volkstorstelung, Ial Grebh. Herthoater.
Als nächſte Volksvorſtellung iſt vorgeſehen:
Montag, den 2. März, abends 7½ Uhr:
6
„Der Feldherrnhügelee.
Vorausbeſtellungen für dieſe Vorſtellung können bei dem
Verkehrsbüro und den betreffenden Vereinsſtellen bis Freitag
12 Uhr gemacht werden. Der allgemeine Kartenverkauf beginnt
Samstag vormittags.
Verkehrsverein.
5183)
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
Nummer 57.
Früher
benutzte man als feinſtes Gewürz für alle Süßſpeiſen
die teuren Vanille=Schoten.
Heute
verwendet jede ſparſame Hausfrau zum Würzen von
Milch= und Mehlſpeiſen, Kakao, Saucen, Puddings,
Cremes, Kuchen, Tee, Schlagſahne uſw. nur
Dr.oeiter Vannn Dacker
Ein Päckchen von Dr. Oetker’s Vanillin=Zucker
entſpricht 2—3 Schoten guter Vanille und koſtet
nur 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.)
(II,5218
der Päckchen von Dr. Oetker’s Vanillin=Zucker finden Sie ein vorzügl.
Aul del Nückpollö Rezept zu einer Vanille=Creme. Delikatim Geſchmack, leicht herzuſtellen!
Donnerstag friſch eintreffend
Ia Brat=
Schellfische pſd. 24.
Cabliaumit Kopf. Pfd. 24 ₰
Zabliauohne Kopf. Pfd. 24 ₰
Schenflich, groß. Pfd. 46 ₰
Filialen in
allen
Stadtteilen
Wolblich
weiche ein Jahr
Kontoriſtin, die Handelsſchule
prakt. tät., bewandert i. all.
Kontor=
arb., Stenographie u.
Maſchinen=
ſchreiben, ſ. z. 1. April geeig. Stell.
Off. u. M 18 a. d. Exp. (*4521ds
Gebildete Deutſche, mit
ange=
nehmem Organ, erfahren im
Vor=
leſen (Deutſch, Engl., Franzöſiſch)
wünſcht entſprech. Beſchäftigung.
Off. u. M 98 a. d. Exp. (*4783mds
Jüngeres Fräulein
aus ſehr guter Familie, m. beſter
kaufm. Bildung, ſucht zum 1.
April paſſenden Wirkungskreis.
Off. unt. N 36 an die Exp.
dieſes Blattes.
(*4873df
Tichige Schneiderin empſfehlt
ſich im Anfertigen von Straßen= an die Expedition.
und Geſellſchaftskleidern, ſpeziell
Jackenkleider. Offerten unt. N 45
an die Expedition ds. Bl. (*4890
Tücht. Schneiderin empf. ſich
in u. auß. d. Hauſe. Nied.=
Ram=
ſtädterſtr. 50, pt. Poſtk. gen. (*4902
Erzieherin m. mehrjähr. Praris
ſucht Stelle in feinem Haus. Näh.
Marthahaus, Stiftſtr. 14. (*4746md
Beſſ. Hausmädch., w. ſchneid.,
weißnähen, bügeln u. ſerv. kann,
Haushält., in allen Zweigen d.
Haush. erf., beide m. gut. Zeugn.,
ſuch. paſſ. St., ſowie ein 20jähr.
Mädch., d. ſchneid. u. büg. erlernt,
ſucht Anfangsſtelle. Näh. Frau
Gertrude Hartmann,
gewerbs=
mäßige Stellenvermittlerin, Nied=
(5193
Ramſtädterſtr. 31.
Schades
grabe
Unabhäng. Frau ſucht Beſchäft.,
gleich welche Tageszeit. Offerten
unter N 56 an die Exped. (*4936
Empf. mich im Waſchen u. Putz.
Frau Reinhard, Roßdörferſtr. 1. (*
Unabhäng. Frau nimmt noch
beſ. und ein Jahr in kaufm. Büro Waſchen an. Nieder=
Ramſtädter=
ſtraße 35, III., Vdh., Manſ. (*4906
Männlich
Beamter
ſucht Nebenverdienſt durch
ſchrift=
liche Arbeiten (Bücherbeiſchreiben,
Adreſſenſchreiben uſw.) Off. unt.
L 72 an die Exped.
(4761a
Jg. Mann ſucht Stellung als
Heizer. Auch im Betrieb v. größ.
Zentralheizungsanl. bewand. Gefl.
Off. u. N 44 an die Exp. (*4892
Tüchtiger Kommis
auch als Reiſender tätig geweſen,
mit prima Zeugn., ſucht per 1. April
gute Stellung. Offerten u. N 28
(*4861dfs
Gut empfohl. Waſchfrau geht
Waſchen (nur in Herrſchaftsh.) Off.
u. N 39 an die Exp. (*4881
Aelt. Frau ſucht Beſchäftigung
bei einem Kinde von 10—7 Uhr
gegen mäßiges Gehalt. Offerten
unter N 50 an die Exped. (*4922
Jg. Frau geht waſchen u. putzen,
(*4930
Mauerſtraße 24, pt.
Junges Mädchen vom Lande,
das im April die
Haushaltungs=
ſchule verläßt, ſucht Stelle als
Hausmädchen in beſſerem Hauſe.
Näh. Gutenbergſtr. 1, II. lks. (*4929df
Frau ſucht mittags ſtundenweiſe
Beſchäftigung.
(*4928
Zu erfr. Geiſtberg 5 b. Weidner.
g. anſt. Frau ſucht Monatsſtelle
Pallaswieſenſtr. 37. (*4858
Haushalterm
Beſſ. ält. Fräul., erfahren i. Küche
u. Haushalt, ſucht z. 1. April Stelle
b. ält. Herrn, wo Hilfe für grobe
Arbeit geh. wird. Offerten unter
N 27 an die Expedition. (*4860
Jung. Mädchen 1. April
Stelle
5 J., ſucht
in nur gut. Hauſe.
als Stütze Fam.=Anſchl.erw.
Anerb. erb. E. Donner, Chemnitz
i. Sachſ., Reichsſtr. 27.
(5185
Jg. gutempf. fl. Frau geht h. Tage
waſch. u. putz. Gardiſtenſtr. 4. (*4944
Selbſtänd. Tapezierer
übern. gewiſſenh. Hausverwaltung.
Off. unt. N 49 a. d. Exp. (*4919ds
Weiblich
2 tücht. Verkäuferinnen
zur Aushilfe über Oſtern
geſucht Fritz Eichberg,
Ernſt=Ludwigſtr. 6. 5164md
geſucht. Offerten unter N 42 an
Wroenstädchen
geſucht.
Rheinſtraße 23.
Reisedamen
unt. M 13 an die Exp. (4899a
- Mädchen
finden dauernde u. lohnende
(5015a
Beſchäftigung.
Hinterbau.
Mädchen
T.W. Leske.
Zwei geübte
Näherinnen
zum ſofortigen Eintritt fürk
leichte Nähmaſchinen=Arbeiteng
geſucht.
(*4879dff
Hess, Luiſenſtraße 6.
Geübte Garniererinnen
(5250
geſucht.
A. Roſenthal & Co.
(1
Konfektion Feinstein
Sofraten u. Lächen
für leichte Näharbeit geſucht,
evtl. als lohnende Heimarbeit
A. Rosenthal & Co.,
Strohhut=
fabrik, Rheinſtraße 20.
(5249
Geprüft. Heizer
gelernter Schloſſer, gedient b. der
Kaiſerl. Marine, ſucht, geſt. auf gute
Zeugniſſe, dauernde Stellg. Off.
u. M 90 an die Exped. (5096ids
Me
Stronnut-
Näherinn
per ſofort geſucht
Fassonier-Anstalt
Schulſtraße 9. (5253d
rucht. gewandte
Verkädferm
für beſſeres Geſchäft der
Nahrungsmittelbranche, per
ſofort geſucht. Gefl. Offerten
u. N 14 Expedit. (5163md
Per ſofort event. 1. April
mehrere erſtklaſſige
Verkäuferinnen
für Herrenwäſche u. Krawatten,
Handſchuhe und Strümpfe
bei hohem Salär geſucht. Perſönl.
Vorſtellung erwünſcht. (5240
Isidor Rehfeld
Darmſtadt Ludwigſtraße 15
Lehrmädchen
achtbarer Familie geſucht.
J. Ph. Leuthner
Hofpapierhandlung.
Meldungen Ernſt=
Ludwig=
platz 2, 2. St. r. erbet. (3919a
Tuchtig. Hädchen
Lohn geſucht.
ſtraße 21, I. St.
Mädchen geſucht.
Köchinnen, Alleinmädchen
Haus= und Küchenmädchen für
ſofort od. aufs Ziel, erhalten gute
Stellen nachgewieſen.
Arbeits=
nachweis, weibliche Abteilung‟
Waldſtraße 3.
(5036a
1 Verteäuterin
1. Lehrmädchen,
1 Lehrling
ſucht Ernſt Olitzſch. (5224dg
Verkäuferin mit guten
Zeug=
niſſen, ſowie ein Laufmädchen
per 1. März geſucht.
(*4901
Schubkegel, Rheinſtraße 4.
Zuverläſſige Lauffrau
per 1. März geſucht.
ſtraße 66.
geſucht Dieburgerſtr. 50.
* Köchinnen, Alleinmäd=Tüchtige Weißzengnäherin Suche. chen, w. koch. u. nicht
welche auch Flickarbeit übernimmt,koch. kön., ein Kindermädch. u. ein
mit guten Empfehlung., ins Haus Mädch. für tagsüber. Frau Ger=
trude Hartmann, gewerbsmäßige
die Expedition ds. Bl. (*4904df Stellenvermittlerin, Nieder= Ram=
ſtädterſtraße 31.
(5192 Laufmädchen vormittags geſucht
bei alleinſtehender Dame. Die=
(5238 burgerſtraße 74, 1. Stock. (*4882 Suche auf 14 Tage Aushilfe
L. C. Wittich’sche Hofbuchdruckerei zum Kochen (einfach bürgerlich)
und fürs Haus von 7 bis 1 Uhr
mittags.
(*4876df
Wo? ſagt die Expedition. zum 1. April ds. Js.
Geſucht ein zuverläſſiges, ge=
wandtes Dienſtmädchen bei
hohem Lohn. Villenkolonie Lud=
wigshöhe, Moltkeſtraße 2, Frau
Anna Schad.
(5212dfs Oru. Blenstmädchen Filetwarenfabrik, Liebigſtr. 25, Aſofort geſucht (Lohn 18 Mk.) Zu
erfragen Zimmerſtr. 3, part. (*4921 vorm. 2—3
Saubere Frau Std. geſucht.
Zu erfragen bis 10 Uhr vormitt.
Soderſtraße 6, III.
(*4924ds Peſſ. Mädchen od. jg. Frau fül
tagsüb. (8 Uhr vorm. bis 8 Uhr
nachm.) z. Verſorg. ein. 3j. Kindes
ſowie für leicht. Hausarb. geſucht.
Off. u. N 29 an die Exp. (*4859dfs Prave Lauffrau morg. 2 Stund.
O ſof. geſ. Näh. Expedit. (*4857 Jung. Saub. Mädchen
oder Laufmädchen
für den ganzen Tag geſucht
Heidenreichſtr. 21, parterre. (*4862 Tüchtiges
Mädchen
für allein, welches kochen kann, in
kl. Villa zu 2 Leuten baldigſt geſ.
Frankfurt a. M.=Eſchersheim,
Landgraf=Philippſtr. 53. (*4863df Saub. Frau oder Mädchen w.
morgens bis nach d. Spülen
geſucht Karlſtr. 12, 1. Stock. (*4866 Tüchtige Waschfrau
die Wäſche von 2 einzeln. Damen
außer dem Hauſe beſorgt, geſucht.
Schriftl. Offert. Aliceſtr. 5, III. (* die ſelbſtändig kochen
Stützen können und erfahr.
Kinderfrl. geſucht vom
Verein für Hausbeamtinnen,
Hoffmannſtraße 4.
(5184 Tucht. Mädchen
mit guter Schulbildung aus Amit guten Zeugn. per ſof. geſucht
*4942df) Mathildenſtraße 9. Hausmädchen od. Aushilfe
baldigſt geſucht. Zu erfragen in
der Expedition
Bl.
(5235a auf 4 Wochen zur
Lauffrau Aushilfe geſucht
Roßdörferſtr. 18.
(*4939 für 3 Stunden vor=
it gegen guten Lauffrau mittags geſucht
Näheres Fuchs=Am Erlenberg 16.
(*4941 (*4523smds Suche perf. u. bürgerl. Köchinn.,
Hausmädch., Kindermädch., Allein=
3mädch., welche kochen u. nicht koch.
ekönnen, für Privat= u. Geſchäfts=
häuſer, für hier u. auswärts. Frau
Minna Dingeldein, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Eliſabethen=
ſtraße 5, Telephon 531. (*4940 1 Lauffrau geſucht per 1. März
für vormittags, von 7 oder 8 Uhr
ab, zwei Stunden, u. nachmittags
zum Spülen. Näheres Fuhrmann=
ſtraße 14, im Laden.
(5241 Für 1. oder 15. März Mädchen
für Küche und etwas Hausarbeit
geſucht. Gute Zeugniſſe erforderl.
Vermittlung erwünſcht. (5248a
Riedeſelſtraße 23, II. Rüchenmädehen
per ſofort oder 1. März geſucht.
*4903df) Gegen freie Station ſuche eine
unabhäng., brave Frau z. Führung
eines kl. Haush. (kinderlos.) Gefl.
tOff. u. N 43 an die Exp. (*4897df geſ. Schuchard=
Wascbfrau ſtraße18, I. (*4900
Gung., ſaub. Mädchen für den
ganzen Tag geſucht
Kranich=
ſteinerſtraße 50, 2. Stock. (*4850
(*4399
geſucht.
Lauffrau Schuchardſtraße 18, II.
Männlich
Qum Beſuch von Privatkundſchaft
J wird ſofort, gegen Gehalt, hohe
Proviſion, Fahrgelder uſw., ein
ge=
wandter zuverläſſigerVerkäufer,
dem gegen Sicherheit das Inkaſſo
mit übertragen werden kann, für
einen Teil des Odenwaldes geſucht.
Bewerber, welche an rege Tätigkeit
gewöhnt ſind, wollen Offerten
mit Angabe von Alter und
bis=
heriger Tätigkeit unter N 17 an
die Expedition einreichen. (5176a
Direkte Anſtellung
bei hoher Bezahlung finden
ſtrebſame Herren, die ſich einem
vornehmen Beruf leichter
ſyſte=
matiſcher Arbeit, welcher
Lebens=
ſtellung bietet, widmen wollen.
Kaufleute, welche
Privatkund=
ſchaft beſuchen, eventuell
Privat=
perſonen, ſowie für Inſpektoren
v. Verſicherungsgeſellſchaften eine
ſelten günſtige Gelegenheit, ihre
Stellung durch Nebenverdienſt
er=
tragreicher zu geſtalten. Offerten
unter M 78 an die Exp. (*4723md
Junger Bautechniker als
Vo=
lontär geſucht. — Gelegenheit zur
Einführung in die techn. Praxis.
— Büro und Bauſtelle. Angebote
unter Chiffre N 30 an die Exp.
(5210df
dieſes Blattes.
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Verlag Joh. H. Schultz, Cöln 101. (II,2394
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aller Kreiſe, welche ſich eine
Eebensstenung
ſchaffen wollen, werden von einer
großen Verſ.=Akt.=Geſ. als Beamte
(fcht für Bureau) geſucht. Gehälter,
werden nach Uebereinkunft von
150 bis 300 Mk.
monatlich und höher gezahlt. Hierzu
kommen noch Nebenbezüge.
Nichtfachleute
werden koſtenlos eingearbeitet und
auch während dieſer Zeit bezahlt.
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Vergüt. Mk. 300.
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Allee 61.
(5222
Nummer 57.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
Seite 3.
Kalligraphiſche Arbeit.
Geſucht wird für eine vorübergehende aber gut
bezahlte Beſchäftigung ein Herr, der jetzt Zeit hat,
eine kalligraphiſche Arbeit zu übernehmen.
Offerten unter N 34 an die Expedition dieſes
Blattes erbeten.
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Woche ſofort geſucht Robert
Schum, Soderſtr. 44½. (*4868
Jüngerer Burſche
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Luiſenſtraße 6.
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geſ. Näh. Frankfurterſtr. 6. (*4932
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für kaufmänn. Büro geſucht. Off.
unt. M 74 an die Exped. (5080a
Tapezierlenrling
geſucht. — Friedrich
Eigen-
brodt, Heerdweg 18. (B5076
Einen Lehrling
gegen Vergütung ſucht auf Oſtern
Heinrich Heimann,
Tapezier=
meiſter, Beſſungerſtr. 90. (B5198
Junger Mann aus guter
Familie, i. Beſ. d. Einj.=Freiw.=
Zeugn., findet zu Oſtern in
meiner Buchhandlung
in=
ſtruktive Lehrſtelle b. monatl.
Vergütung. Dem
Betreffen=
den iſt hier Gelegenheit
gegeben, ſich in unſerem
geacht. Berufe tüchtig
heranzubilden, um ſpäter
eine ausſichtsreiche
Stel=
lung zu erlangen.
Bewerber wollen zunächſt
ſchriftlich ihre Angebote mit
ſelbſtgeſchriebenem
Lebens=
lauf einreichen an (5236ds
H. L. Schlapp
Hofbuchhandlung
Schulstrasse 5.
Lenrung.
Sohn achtbarer Eltern, m. guter
lgemein=Bildung, als kaufmänn.
(5251
hrling geſucht.
rmstädter Tapetenversandhaus
Wilhelm Ehrhard
Ernſt=Ludwigſtraße 1.
Lehrling
geg. ſof. Vergütung auf Kontor
geſucht Karlſtraße 54. (B4994
Tapezier=Lehrling geſucht
Gg. Blum, Kaſinoſtr. 7. (4732a
aus guter Familie,
Jg. Mann mit Berechtig. zum
Einjährigen, findet Stellung als
Lehrling
für Kontor, gegen Vergütung,
für Oſtern, Ihrig’s Kontor,
Futterartikel=Großhandlung,
Hügelſtraße 59.
(5003a
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Nr. 23,
Donnerstag, 26. Februar.
1914.
Bekanntmachung.
Petreffend: Das Erſatz=Geſchäft im Jahre 1914, insbeſondere Anträge auf
Zurück=
ſtellung und Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund
häuslicher Verhältniſſe ꝛc.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß diejenigen Angehörigen
ſon Militärpflichtigen oder Militärpflichtige ſelbſt, welche glauben, die nachſtehend
ab=
jedruckten Vergünſtigungen des § 32,2 der W.=O. in Anſpruch nehmen zu können, ihre
ſesfallſigen Anträge alsbald und ſpäteſtens bis zum Erſatz=Geſchäft im
laufen=
ſen Jahr bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien vorzubringen haben, und wird
lierbei ausdrücklich darauf aufmerklam gemacht, daß Anträge, welche nach dem
Erſatz=
beſchäft eingehen, keine Berückſichtigung mehr finden können, es ſei denn, daß die
Verhältniſſe, welche einen Antrag rechtfertigen, erſt nach dieſer Zeit eingetreten ſind.
Darmſtadt, den 11. Februar 1914.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatzkommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
Abdruck
ꝛc.
ꝛc.
2. Es dürfen vorläufig zurückgeſtellt werden:
a) die einzigen Ernährer hilfloſer Familien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern
oder Geſchwiſter;
b) der Sohn eines zur Arbeit und Aufſicht unfähigen Grundbeſitzers, Pächters
oder Gewerbetreibenden, wenn dieſer Sohn deſſen einzige und unentbehrliche
Stütze zur wirtſchaftlichen Erhaltung des Beſitzes, der Pachtung oder des
Gewerbes iſt;
c) der nächſtälteſte Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen, oder an den er:
haltenen Wunden geſtorbenen, oder infolge derſelben erwerbsunfähig gewordenen
oder im Kriege an Krankheit geſtorbenen Soldaten, ſofern durch die
Zurück=
ſtellung den Angehörigen des letzteren eine weſentliche Erleichterung gewährt
werden kann;
0 Mitärpflichtige, weichen der Beit. oder die Pachlung von Grundſticken durc)
Erbſchaft oder Vermächtnis zugefallen, ſofernihre Lebensunterhaltung auf deren
Bewirtſchaftung angewieſen und die wirtſchaftliche Erhaltung des Beſitzes oder
der Pachtung auf andere Weiſe nicht zu ermöglichen iſt;
e) Inhaber von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, in welchen mehrere
Arbeiter beſchäftigt ſind, ſofern der Betrieb ihnen erſt innerhalb des dem
Miltärpflichtjahre vorangehenden Jahres durch Erbſchaft oder Vermächtnis
zugefallen und deren wirtſchaftliche Erhaltung auf andere Weiſe nicht möglich
iſt. Auf Inhaber von Handelshäuſern entſprechenden Umfangs findet dieſe
Vorſchrift ſinngemäße Anwendung;
f) Militärpflichtige, welche in der Vorbereitung zu einem beſtimmten Lebensberufe
oder in der Erlernung einer Kunſt oder eines Gewerbes begriffen ſind und
durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachteil erleiden würden.
g) Militärpflichtige, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben.
ꝛc.
ꝛc.
Darmſtadt, den 11. Februar 1914.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft im Jahre 1914, insbeſondere Anträge auf
Zurück=
ſtellung und Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund
häuslicher ꝛc. Verhältniſſe.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf meine Bekanntmachung vom Heutigen in obigem Betreff
hin=
weiſe, beauftrage ich Sie zugleich, die aufgenommenen Reklamationsprotokolle, gehörig
vervollſtändigt und erläutert, ſtets alsbald hier vorzulegen. Sie wollen auch, ſoweit
tunlich, für die Verbreitung der Bekanntmachung in Ihren Gemeinden Sorge tragen
und namentlich ſolche Leute, von denen Ihnen aus eigener Erfahrung bekannt iſt, daß
ihre Verhältniſſe einen Antrag rechtfertigen, auf dieſelbe aufmerkſam machen.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
(4331a
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(5213
Das Umpflügen von an Feldwege ſtoßenden Grundſtücken.
Vor der jetzt beginnenden Feldarbeit mache ich darauf
auf=
merkſam, daß das Einpflügen in die Feldwege ſowie das Wenden
der Pflüge auf ihnen verboten iſt und Zuwiderhandlungen gemäß
den Beſtimmungen des Art. 39 des Feldſtrafgeſetzes Strafe nach
ſich ziehen.
Das Feldſchutzperſonal iſt angewieſen, die Befolgung dieſes
Ge=
bots zu überwachen und Zuwiderhandelnde unnachſichtlich zur Anzeige
zu bringen.
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
(5113md
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Jaeger.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Vorausſichtlichen Anfragen zuvorkommend, teilen wir mit, daß
noch folgende Holzverſteigerungen bei uns in Ausſicht ſtehen:
1. Am 27. I. Mts. Buchen=Brennh.=Verſt. i. Oberwald.
2. „ 3. März Nadel=Nutz= u. Brennh.=Verſt. i. Beſſ. Tanne.
3. „ 10. März Buchen= u. Eichen=Nutzh.=Verſt. i. Beſſ. Laubwald.
4. „ 16. März Nadel=Brennh.=Verſt. i. d. Harras.
5. „ 20. März Nadel=Nutz= u. Brennh.=Verſt. i. d. Bürg.=Tanne.
(5037od
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
J. A.: Chantre, Forſtaſſeſſor.
Holzverſteigerung.
Mittwoch, den 4. März l. J., vormittags ½10 Uhr,
werden in der Reſtauration zum Einſiedel aus Diſtrikt Schröders=
Säu 12 an der Kern= und Teichſchneiſe (Nr. 545—687) und einzelne
Raummeter aus Rottwieſenſchlag 11 an Speierhügelſchneiſe und
Schirmweg (Nr. 525—544) verſteigert:
Stämme: 5 Eichen VI. Kl. — 0,96 km (Wagnerholz).
Derbſtangen: 63 Eichen I. Kl. — 3,64 fm.
Nutzſcheiter: 40 rm Eichen (rund).
Scheiter, rm: 3 Buchen I. Kl., 25 Buchen II. Kl., 30 Eichen
(hiervon 13 rm rund), 3 Birken: Knüppel, rm: 17 Buchen,
235 Eichen (hiervon 72 rm Pfoſten 3 m, 3 rm 2,5 m
lang), 8 Birken, 4 Erlen, 4 Kiefern; Reiſig, Wellen: 660 Buchen
Stöcke, rm: 1 Buche, 18 Eichen.
Das Nutzholz und die Pfoſten lagern in Schröders=Säu an der
Kernſchneiſe. Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert.
Auskunft erteilt Forſtwart Lohfink zu Einſiedel, Poſt Darmſtadt.
(5186
Darmſtadt, den 24. Februar 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Holz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 5. März, vorm. von 9 Uhr an,
ſollen in der Turnhalle, Woogsplatz 5 dahier, aus dem Diſtrikt
Kohlberg verſteigert werden:
Scheiter rm: 260 Buchen, 8 Eichen;
Knüppel rm: 133 Buchen, 14. Eichen, 2 Birken;
Reiſig Hdt. Wellen: 42 Buchen, 2 Eichen;
Stöcke rm: 97 Buchen, fein zerileinert,
4 Eichen desgl.
Die blau unterſtrichenen Nummern kommen nicht zum Ausgebot.
Das Holz ſitzt 15 Minuten vom Oſtbahnhof und iſt gut abzufahren.
Nähere Auskunft erteilt der Großh. Forſtwart Kolb zu Beſſunger
Forſthaus.
(5228ds
Darmſtadt, 25. Februar 1914.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
Daab.
Jagdvervachtung.
Der fiskaliſche Jagdbezirk Nr. II, 581 ha Wald und 41 ha
Feld, der Koloniewald, wird durch Submiſſion unter den üblichen
Pachtbedingungen auf 12 Jahre weiter verpachtet. Gebote mit der
Aufſchrift „Jagdverpachtung” nimmt bis längſtens 10. März I. Js.
entgegen und öffnet am 11. März, morgens 9 Uhr, in Gegenwart
etwa erſchienener Submittenten:
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Hoffmann.
(5187.
Ober=Ramſtadt, den 24. Februar 1914.
April1
Dolt bis 31. März 1915 bei
dem ſtädtiſchen Gaswerk
vorkom=
menden Rohrgrabenarbeiten
ſollen vergeben werden. Die
Ver=
gebungsbedingungen können bei
unterzeichneter Verwaltung,
Frank=
furterſtraße 29, Zimmer 3, in den
Dienſtſtunden eingeſehen werden.
Angebote ſind bis
Montag, den 9. März ds. Js.,
vormittags 10 Uhr,
verſchloſſen und mit dem
Ver=
merk „Erdarbeiten” verſehen, ein=
(5162md
zureichen.
Darmſtadt, 23. Februar 1914.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
Friedrich.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 5. März 1914,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Eugen Schäfer Witwe,
Eliſabethe, geborene Kuhlmann,
und deren Kindern dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
V 271 690 Hofreite
Karl=
ſtraße Nr. 66,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, wiederholt
zwangs=
weiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung kann auch dann erfolgen, falls
ein der Schätzung entſprechendes
Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
(K51/13
Darmſtadt, 28. Januar 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (IX,3083
Ader
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Müller & Ober
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Steinſammtung zu verkauf.
(*4905
Näheres Expedition.
Jagdverpachtung.
Fiskaliſch=ſtädtiſcher Jagdbezirk: „A‟, 1082 ha Wald und
Waldwieſen, gut arrondiert, meiſt von Wald umgrenzt, wird durch
Submiſſion unter den üblichen Pachtbedingungen auf 12 Jahre
weiterverpachtet. Gebote mit der Aufſchrift: „Jagdverpachtunge
nimmt bis längſtens 2. März I. Js. entgegen und öffnet am
3. März, morgens 9 Uhr, in Gegenwart etwa erſchienener
Sub=
mittenten:
(4705dd
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Darmſtadt, 17. Febr 1914.
Kullmann.
Bekanntmachung.
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Herrenzimmer, 1 beſſere Kücheneinrichtung, pitch pine, 1 groß.
und 1 kleiner Kaſſenſchrank, einzelne Möbel: Betten,
Waſch=
kommoden, Kleider=. Bücher= und Weißzeugſchränke, Diwan,
Um=
bauten, Sekretär, Nachttiſche, Schreibpult m. Seitenſchränken,
Dreh=
ſtühle, Diplomat=Schreibtiſche, 1 Büfett, eich. Klubſeſſel, Leder= und
beſſere Stühle, Trumeauxſpiegel, Tiſche, Flurgarderobe, Seſſel,
Toi=
letteſpiegel, Roßhaar=, Kapok= und Wollmatratzen, Kiſſen und
Feder=
zeug, Waſchmaſchine Gasherd mit Tiſch, Lüſter u. viel. Ungenannte.
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(5233
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kaufmännischen Beruf.
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ſowie allen Rund- und modernen Gesellschaftstänzen.
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Der Untericht wird in meinem Privat=Saal Saalbauſtr. 13 erteilt.
(früher Großh. Hof-
Johanna Georg geb. Merz Solo-Tänzerin)
Kranichsteinerstrasse 44.
3032a)
Frankturter Karsvericht von 25. Februar 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
M Staatspapiere.
t (100,00
Dt. Reichsschatzanw.
38,70
Dt. Reichsanleihe p. 1918.
do. . . . . p. 1925 . ..
3½ 86,85
do. . . . . . . . . .
(1815
do. . . . . . . . . . . . . .
100,00
Preußische Schatzanw.
Staffelanleihe . . . . . . 4 90,45
3½ 86,85
Consols . . . . .
78,10
do. ...
97,00
Badische Staats-Anleihe.
3½, 85,50
do. v. 92194
do. . . . . ..
97,00
Baverische Ablös.-Rente
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906
97,10
do, unkdb. p. 1918 . .
97,30
do. unkdb. p. 1920 . .
97,30
E.-B.- u. Allgem. Anl.
97,10
unkdb. p. 1930 .
3520
do. Anleihe . .
75.70
4.,
Hamburger Staats-Anl.
96,70
do. v. 1887/94 .
do. . .. . . . .
79,80
Hessische Staats-Anleihe 4
do. unkdb. p. 1921 . . . 4 97,10
do. . . . . . . . . . . . . .3½) 85,20
do. . . . . . . . . . . . . . 3 74,75
Sächsische Staats-Rente 3 77.60
Württembg. Staats-Anl.
98,20
(unkäb. p. 1920)::
do. v. 79/80 . . .
88.20
do.
77,40
Bulgarische Gld.-Anl. . . 5 97,90
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6) 56,80
do. v. 1887 Monopoll19
Italienische Rente . . . . .3½
Osterr. Staats-R. v. 1913 .4½ 93,20
do. Silber-Rente . . . .4½ 87,75
do. Papier-Rente . . .4½
do. Gold-Renbe. ..
90,75
do. einheitl. Rente . . 4 83.20
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 97,00
do, inn. amort. 1505 . .4½ 7480
do. unif. Serie I
do.
III: 3 6500
do, Spézial Titel: .
9,50
Rumänen v. 1903 . . . .
5 1100,00
do. Gold v. 1913.
4½ 91,50
do. Schatzsch. v. 1913 .4½100,25
do. conv.
485,20
do. v. 1890 .
494,00
do. v. 1891
4 1 88,00
do. v. 1905
4 85,50
do. v. 1908
do. V. 1910
86,10
Russische St.-An
98,95
88,20
do. kons. v. 1880
do. Gold v. 1890
do. v. 1902 .
91,25
Schweden v. 1880.
85,50
do, v. 1886 . .37e
Schweden v. 1890. .
. . .4½ 87,70
Serben steuerfrei
79,40
do. amort. v. 1895 ..
Türk. Egypt. Tribut . . .3
do. kons. steuerfreie .
85,00
7650
do. Admin. v. 1908.
86,90
do. unif. v. 1903. .
73,10
do. V. 1905 . . . . . . .
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 91,15
Ungar. Staatsk.-Scheine
v. 1913
.. . . . . .4½ 99,90
84,00
do. Gold-Rente. . .
82,40
do. Staats-Rente 1910
d0. „
Kr. 4
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887) 5
do. äußere v. 1890 . . . 5 1100,30
do, innere v. 1888 . . .4½
do. äußere v. 1888 . . . 4½
do. v. 1897 . . . . . . .
95,30
Ichile Gold-Anl. v. 1911.
do. v. 1889 . .
14a
4½ 91.50
do. v. 1906 . .
Chines. St.-Anl. v. 1895 . .
99,30
do. v. 1896 . . .
8800
do. Reorg. Anl.
91.90
do. v. 1898 ..
91.45
Japaner . . . . . .
Innere Mexikaner:
82,05
78,50
Aubere do.
68,00
Mexikan. Gold v. 190
. cons..
do. Irrigat.-Anleihe
69,20
Buenos-Aires Pror.:
68,00
Tamaulipas .
65,00
5220
Sao Paulo B. B.
do. v. 1913 ..
5 98,40
Siam v. 1907. .
4½ 96,00
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/97 3½ 85,20
v. 1904 3½ 82,25
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
Darmstadt . . . . . . .
4 94,25
Nordd. Lloyd-Obligat. . .4½ 99,50
Elisabethbahn . . . . . . . 4 90,50
Franz-Josef-Bahn . . . . . 4
Prag-Duxer . . . . . . . . . 3 73,30
Osterreich. Staatsbahn 5
4 89,60
do. . .
3 76,40
do.
do. Südbahn (Lomb.) . 5
do.
do.
do.
.20/10 52,30
do.
78,50
Raab-Oedenburg
Kronprinz Rudolfbahn
Russ. Südwest .
86,00 (27
4½g 95,70
Moskau-Kasan . . . .
do. . . . . . . . . . .
48720
Wladikawkas..
Rjäsan-Koslow..
Portugies. Eisenb. v. 1886
69,00
d.
69,70
Livorneser
62,70
Salonique Monastir:
78,50
Bagdadbahn
Anatolische Eisenbahn .4½ 91,75
94,00
Missouri-Paelfe .
95,00
Northern-Pacife. .
Southern-Pacitic. . . . .
92,00
St. Louis & San Francisco
Tchuantepec . . . . . .
5
Ungar. Lokalbahn . .
Provinz-Anleihen.
Rheinprov. Obl. Em. 20/21 4 96.20
3½ 86,30
do. Em. 10 . .
3 83,30
do. „ 9. .
3½ —
Posen Prov. . .
Westfalen Prov. V. . . . . 4. 96,00
Hess. Prov. Oberhessen . 4 96,00
3½ 86,30
do. Starkenburg:
Städte-
Obligationen.
Darmstadt.
95,50
..
.. . . .3½ 88,20
do. .. .
Frankfurt . . . . . . . . . . 4 96,50
do. ..
.. . . . . .3½ 89,60
Gießen . .
. . . . . . . 42 94,90
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 8600
Heidelberg . . . . . . . . . . 4 94.90
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 25,80
Karlsruhe . . . . . . . . . . 4 95.20
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 87,40
Sr,1U
Magdeburg . . . . . . . . . 4
Mainz . . . . . . . . . . . . . 4 95,20
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 86,65
.. . . . 4 95,30
Mannheim .
. . . . .3½ 85,50
do. . .
.. 4 97,60
München .
Nauheim .
3½
495,40
Nürnberg .
3½ 86,30
do. . ....
4 —
Offenbach ..
4 —
do. v. 1914
3½ 86,30
do. .. . .
4 —
Wiesbaden. .
3½
do. . . .
95,10
Worms . .
3½ 87,20
d0. ..
Lissabon v. 1888 .
„93,50
Moskau v. 1912 . .
Stockholm v. 1880.
Wien Komm.
Wiener Kassenscheine .4½ 98,70
92,00
Zürich v. 1889.
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6 101,50 Pfandbriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. . . 4½ 100,20
9815
do. unkäb. 1918.. . .
94,00
do.
1919. . . . .
9450
do.
1921 . . .
96,0
do.
1922. ..
8550
do. ..
do. Komm.-Obl. unk. 1918
95,25
Frankf. Hyp.-Bk. . . . .
95,00
do. unkäb. 1910 . . .
96,00
do.
1915 ..
4 96,50
1920 . .
do.
3½,1 8640
do. Ser. 12—19. . .
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
.3½ 86,50
unkdb. 1910
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver
94,00
Ser. 15—42
94,90
48—49
do. . . . . .
600
do. unk. 1922 „ 52
do. „ 1913. . . . . . . 33/ 88,50
do. Ser. 45 . . . . . . . . 3½ 86,00
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96.70
Ser. 12, 13, 16
3670
14, 15, 17
do. . . .
do. unkdb. 1920 . . . . 4 97,50
97,40
1923 . . . .
do. „
do. Ser. 1, 2. 6—8 . . . . 3½ 84,80
84.50
do. „ 3—5 . . . . . .
8450
do. kündb. 1915.
.
96,.70
do. Komm. unk. 1913
96,70
„ 1914
do.
„ 1916 4 1 96.30
do.
„ 1920) 4 97,30
do.
n 1925 4 9740
do.
do, verlosb. u. kündb. . 3½ 84,50
unkdb. 1915 3½ 84,50
do.
94,50
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
do. unkdb. 1922. . . . . 4 95,80
.. .. 3½ 86,00
do. . . . . . .
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,50
unkdb. 1917
94,50
do. . . . . . „ 1919
94,50
do. . . . . . „ 1921
96,20
,do. . . . . . „ 1924
3½ 85,30
do. . . . . . . . . . .
95,20
do. Komm. unk. 1923 .
96,00
1924
do.
96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
88,00
do. .
Bank-Aktien.
Bank für elektr. Unter-
nehmungen Zürich . . 10 194,50
1154,10
Berg.-Märkische Bank.
Berliner Handelsges... . 9½168.50
Darmstädter Bank . . . . 6½ 1123,00
Deutsche Bank. . . . . . . 12½g258½
Deutsche Vereinsbank. . 6 (122,75
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1118.50
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 198,00
Dresdner Bank . . . . . . . 8½ 1158,20
Frankf. Hypothek.-Bankl 10 (217.00
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 122,50
Kation.-Bank . Deutschl.
117,50
Pfälzische Bank . . . . . . 7 1128.50
. . . . . . . 6.95 1140,50
Reichsbank .
Rheinische Kredit-Bank. 7 133,00
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.. 5 1105,00
Wiener Bank-Verein . . . 7½ 1140,00
Aktien von Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 144,80
(127,75
Norddeutscher Lloyd..
Frankfurt. Schleppschiff. 4 1116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 129,80
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½
95,75
Baltimore .
10 214,75
Ganade
ſit005
Schantung.
(16500
Prins Heur7
Lombarden
22½
6 113,00
Pennsylvania.
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 1643,50
Chem. Fabrik Griesheim 14 268,50
Farbwerke Höchst . . . . 30 1656,50
Ver. chem. Fabr. Mannh.: 20 345.00
Zement Heidelberg . . . . 10 1153,30
Chemische Werke Albert! 30 1454,00
Holzverkohl. Konstanz . 15 321,50
6 (126,00
Lahmeyer . . . . . . . .
Schuckert, Nürnberg . . . 8 152,50
12 1220,00
Siemens & Halske.
5 (12650
Bergmann Elektr. . .
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 249,75
25 345,00
Hagen Afkum.:. . .
Deutsch. Ubersee-Elektr. 11 (17800
O 83,00
Gummi Peter . . . . . . .
Adler-Fahrradwerke . . . 30 381,50
Maschinenfabr. Badenia. 9 131,00
Wittener Stahlröhren . . 0
Gasmotoren, Oberursel . 8½ 158,50
Gasmotoren, Deutz . . . . 9
Siemens Glas-Industrie . 15
23 322,50
Enzinger Filter . .
10 (15025
Steaus Romana . . . .
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 1227,00
Bad. Zucker-Waghäusel. 12,83/218,00
Neue Boden-Aktien-Ges.. O 94,00
Süddeutsche Immobilien 0 62,00
Bergwerks-Aktien.
12 (167,70
Aumetz-Friede . .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 226,25
Leonhard, Braunkohlen. 9 (158,00
Konkordia Bergbau . . . 23 349,90
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1143,05
10 221.90
Eschweiler. .. e
Gelsenkirchen Bergw. . . 10 194,50
Harpen Bergbau . . . . . . 11 1888/
Kallwerke Aschersleben . 10 (158,00
Kaliwerke Westeregeln .13 196,00
Königin Marienhütte . . 6 86,00
Laurahütte . . . . . . .
§ 1163,50
Oberschles. Eisenbed.
6 9270
Oberschl. Eisen-Industrie 3 7100
Phönix Bergbau .
.. .18 243,75
Rheinische Braunkohlen 10 208,00
Riebeck Montan . . . . . . 12 201,00
South West.-Afr. Shares . 5 (119,50
Verzinsliche
Anlehenslose. Zf.
Badische . . . . . TIr. 100 4 —
Cöln-Mindener . TIr. 1003½141,80
Holländ. Komm. . H. 100 3 118,70
Madrider . . . . . Frs. 100 3
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 (141,00
Osterreicher 1860er Lose . 4 181,00
Oldenburger . . . . IIr. 40 3 (129,25
Raab-Grazer . . . 4, 150/2½
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
p. St.
.A. 7 35,00
Augsburger
TIr. 20 (198,20
Braunschweiger
Fs. 45 —
Mailänder .
Fs. 10 —
do.
. A. 7 33,60
Meininger
A. 100
Gsterreicher v. 1
A. 100 —
do. v. 185
H. 100 438,00
Ungar. Staats
Fs. 30
Venediger
Türkische
Fs. 400 169,80
Gold, Silber und
Banknoten.
20,/42
Engl. Sovereigns . . . . . . .
20-Franks-Stücke . . . . . . . 16.27
Amerikanische Noten . .
.4.19½
20,46
Englische Noten . . . . . .
Französische Noten. . .
81,25
Holländische Noten . .
(169,40
810s
Italienische Noten . . . . .
Osterr.-Ungarische Noten. . 85,10
Russische Noten . . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . . . . 81,20
Reichsbank-Diskont . .
do. Lombard 2sf.:: 5
Tendenz:
Ziemlich fest.
Handel und Verkehr.
— Frankfurt a. M., 25. Febr. (Börſe.)
Man=
gels jeglicher Anregung und auf einige Glattſtellungen
zum Ultimo eröffnete der Verkehr bei ſehr ruhigem
Ge=
ſchäft zu etwas ſchwächeren Kurſen. Die Börſe verharrt
in ihrer abwartenden Haltung, wozu wohl auch die
fort=
ſchreitende Entwertung verſchiedener amerikaniſcher
Eiſen=
bahn=Shares mit beiträgt. Einiges Intereſſe war auch
heute wieder für Transportaktien zu bemerken, von denen
Schantung=Aktien und Schiffahrtswerte neuerdings
an=
ziehen konnten. Der Verlauf der Börſe blieb bis zum
Schluſſe auf den übrigen Märkten ruhig und ohne daß
nennenswerte Kursſchwankungen zu regiſtrieren wären.
Geld bleibt, obwohl im Zuſammenhang mit dem Ultimo
heute etwas mehr gefragt, flüſſig. Am Kaſſamarkt
konn=
ten Anilinfabrik um weitere 4 Prozent anziehen. Höher
notieren u. a. auch Neue Boden — 2 Prozent. Als
nied=
riger ſind zu erwähnen Holzverkohlungsinduſtrie (— 1,30),
Enzinger Filter (1½).
*: Darmſtädter Volksbank. Aus dem ſoeben erſchienenen
Bericht des Vorſtandes über das 52.
Geſchäfts=
jahr entnehmen wir folgendes: Politiſche Unruhe,
Geld=
knappheit und Geldteuerung drückten auch im Jahre 1913
auf das Geſchäftsleben, ſie ließen weder eine Beſſerung
auf dem ſchwer daniederliegenden Baumarkte noch in der
Beſchaffung zweiter Hypotheken aufkommen. Selbſt erſte
Hypotheken waren zeitweiſe nicht leicht und öfters nur
unter höheren Zinsbedingungen und mit erheblichen
Geld=
beſchaffungskoſten zu erhalten. Erſt Ende Oktober iſt auf
dem Geldmarkte eine Entſpannung eingetreten. Die
Reichsbank konnte am 27. Oktober ihren ſeit 6. November
1912 in Geltung geweſenen Wechſeldiskontſatz von 6
Pro=
zent und ihren Darlehenszinsfuß von 7 Prozent auf 5½
Prozent bezw. 6½ Prozent ermäßigen; am 12. Dezember
folgte eine weitere Herabſetzung auf 5 Prozent bezw. 6
Prozent. Im neuen Jahre ſetzte ſich die Abſchwächung der
Zinsſätze fort; es zeigte ſich plötzlich eine ſeit zwei Jahren
nicht mehr erlebte große Geldflüſſigkeit, die Beſtand zu
haben ſcheint und erwarten läßt, daß ſie in Verbindung
mit der geplanten geſetzlichen Beſchränkung der
Verfüg=
ungsberechtigung der Hausbeſitzer über die Mieten die Not,
zweite Hypotheken zu erhalten, etwas lindern wird. Die
Unluſt zum Erwerb von Häuſern iſt eher größer geworden,
Die Urſachen ſind bekannt und rufen nach Abhilfe. Trotz
des hohen Geldſtandes und der Geldknappheit war es auch
im abgelaufenen Jahre wieder möglich, den Mitgliedern
die von ihnen gewünſchten Betriebskredite zu billigeren
Bedingungen zu gewähren, als ſie anderwärts geſtellt
wurden. In laufender Rechnung wurden außer der
übli=
chen Umſatzproviſion nicht über 5½ Prozent Zinſen für
Schuld gerechnet, im Lombard= und Vorſchußgeſchäft nicht
über 6½ Prozent Zinſen proviſionsfrei.
An den erſtklaſſigen Anlagewerten (Staatspapieren,
ſtädtiſchen Schuldverſchreibungen, Pfandbriefen) mußten
am Schluſſe des Jahres abermals namhafte
Kursabſchrei=
bungen vorgenommen werden. Der im Laufe des Jahres
erzielte Gewinn ging dadurch verloren; außerdem war ein
Verluſt von 2706 Mk. 14 Pfg. in die Gewinn= und
Verluſt=
rechnung einzuſtellen. Die Wertpapiere ſtehen jetzt ſo niedrig
zu Buch, daß der Vorſtand an eine weitere ſtarke
Kursein=
buße nicht glaubt. Nichtsdeſtoweniger hat er ſich zur
Bil=
dung einer Effektenreſerve entſchloſſen, der aus dem
Rein=
gewinn für 1913 eine Zuwendung von 6000 M. gemacht
wer=
den ſoll. Es iſt ſtets das Beſtreben der Bank, ſehr reichliche
flüſſige Mittel zur Verfügung zu halten. Aus der Bilanz
geht dies klar hervor. Mit Genugtuung hat es erfüllt, daß
im Frühjahr 1913 in Gemeinſchaft mit der
Konkursver=
waltung des Spar= und Kreditvereins Nieder=Modau dem
Schutzverein für Nieder=Modau, G. m. b. H. durch
Bereit=
ſtellung eines Kredits die Möglichkeit gegeben werden
konnte, die von ihm geplante Hilfsaktion in die Tat
um=
zuſetzen. Etwa 95 Prozent der Gläubiger des Spar= und
Kreditvereins Nieder=Modau konnten durch dieſe Tätigkeit
des Schutzvereins 70 Prozent ihrer Forderungen zugeführt
werden.
Während der Umſatz des vergangenen Jahres dem
des vorausgegangenen Jahres faſt gleich iſt, hat ſich der
Reingewinn um etwa 21000 Mark geſteigert; er
be=
trägt 179001 Mk. 87 Pfg. Zu beachten iſt, daß die Bank
entſprechend dem neuen Gemeindeumlagengeſetz ſeit dem
1. April 1913 zum erſten Male ſeit langen Jahren wieder
zur Gewerbeſteuer und zu Beiträgen zur Handelskammer
herangezogen worden iſt. Die Geſchäftsunkoſten erhöhten
ſich dadurch um zirka 3000 Mark (vom 1. April bis 31. Dez
gerechnet.) Der Vorſtand ſchlägt vor, aus dem
Reinge=
winn wieder 6 Prozent Dividende zu verteilen
zur Stärkung der Reſerve namhafte Beträge zurückzuſtellen
und auch wieder Abſchreibungen, wie in früheren Jahren
vorzunehmen.
Die ordentliche Generalverſammlung
findet am Mittwoch, den 4. März 1914, abends 8¼ Uhr,
im Reſtaurant des Herrn Georg Chriſt, Grafenſtraße 18/20,
„Fürſtenſaal” ſtatt. Auf der Tagesordnung ſtehen:
1. Rechenſchaftsbericht und Rechnungsablage für 1913.
2. Bericht über die im Oktober 1913 ſtattgefundene
Revi=
ſion, Erklärung des Aufſichtsrates hierzu und
Beſchlußfaſ=
ſung über den Reviſionsbericht. 3. Bericht des
Aufſichts=
rates über die Prüfung der Jahresrechnung.
Beſchluß=
faſſung über die Genehmigung der Bilanz und die
Ge=
winnverwendung, ſowie über die Entlaſtung der
Verwal=
tungsorgane. 4. Bericht über den allgemeinen
Genoſſen=
ſchaftstag in Poſen erſtattet von Herrn Glaſermeiſter
Lud=
wig Werner. 5. Ergänzungswahl des Aufſichtsrates.
WB. Deutſche Reichsbank (Ausweis vom 23.
Februar 1914). Aktiva in Mark 1000: Metallbeſtand
1667830 — 38 426, darunter Gold 1337321 — 27980,
Reichskaſſenſcheine 76 236 — 6005, Noten anderer Banken
31849 — 6126, Wechſelbeſtand 800 384 J. 13277, Lombard=
Darlehen 58609 — 3570, Effektenbeſtand 257 489 — 18 507,
Sonſtige Aktiva 199 434 — 1373. Paſſiva in Mark 1000:
Grundkapital 180 000, Reſervefonds 70 048, Notenumlauf
1734 699 — 90 953. Depoſiten 1036662 — 128 739,
Son=
ſtige Paſſiva 70 422 — 5344. — Die Deutſche Reichsbank
verfügt über eine ſteuerfreie Notenreſerve von 591 216000
Mark, gegen eine ſolche von 449 706000 Mark am 14.
Fe=
bruar und gegen eine ſolche von 135 461000 Mark am 22.
Februar 1913.
* Berlin, 24. Febr. Die Kolonialbank, A.=G,
verteilt, wie im Vorjahre, 10 Prozent Dividende. Es
be=
trugen die Effekten plus Proviſionsgewinn 270819 Mark
(gegenüber 200711 im Vorjahre), der Zinsgewinn 46950
Mark (i. V. 40 841 Mk.). Den Reſerven wurden 42000 Mk.
(i. V. 6000 Mk.) überwieſen und auf neue Rechnung 12 476.
Mark (i. V. 11 360 Mark) vorgetragen.
* Hamburg, 24. Febr. Der Aufſichtsrat der
Stra=
ßen=Eiſenbahn=Geſellſchaft Hamburg
be=
ſchloß, 10 Prozent Dividende, wie im Vorjahre,
vorzu=
ſchlagen.
* Neue Poſtautomaten. Dem Kaiſerlichen
Reichspoſtamt wurde ſoeben ein neuer
Poſtwertzeichen=
automat vorgeführt, der berechtigten Klagen des
Publi=
kums ein Ende machen dürfte. Bei den bisher
benutzten=
ſelbſttätigen Vorrichtungen zur Abgabe von Briefmarken
mußte bekanntlich das Publikum hin und wieder die
Feſt=
ſtellung machen, daß der Automat leer war. Die Klagen
über dieſe, bei der bisher üblichen Bauart unvermeidlichen
Kalamität waren um ſo lebhafter als natürlich dieſes
„Verſagen” infolge Erſchöpfung des Markenvorrates faſt
jedesmal vom Publikum äußerſt peinlich empfunden
wurde. Der dem Reichspoſtamt vorgeführte neuartige
Poſtautomat beſeitigt dieſen Uebelſtand dadurch, daß im
Augenblick des Leerlaufens der erſten Markenrolle
ſelbſt=
tätig eine zweite Rolle eingeſchaltet wird. Gleichzeitig
wird aber auch automatiſch dafür geſorgt, daß die
nun=
mehr in den Apparat geworfenen Münzen in einen
zwei=
ten Geldbeutel gelangen. Bei Poſtautomaten der neuen
Konſtruktion nach dem Patent Sielaff kann alſo
jederzeit=
vor dem Verkauf der letzten Rolle eine Reſerverolle ven
Poſtwertzeichen eingefügt werden. Der den Erlös für die
verkaufte Rolle enthaltende Geldbehälter kann zum Zweck
ſofortiger Abrechnung über die ausverkaufte Rolle geleert
werden. Dieſe Neuerungen bedeuten aber für das
Publi=
kum die Gewißheit, ſtets verkaufsbereit Poſtautomaten
vorzufinden.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M. 25. Febr.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: Schweine
1737. Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht)
in Mark: a) Fettſchweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 50
bis 53 (64—66), b) vollfleiſchige Schweine über 2½ Zir.
Lebendgewicht 50—52 (62—65), c) vollfleiſchige Schweine
über 2 Ztr. Lebendgewicht 50—53 (63—66), d) vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 50—53 (63—66).
Marktverlauf: Ziemlich rege, bleibt Ueberſtand.
— Frankfurt a. M., 25. Febr.
Kartoffel=
markt. Man notierte: Kartoffeln im Waggon 4,25 bis
4,75 Mk., Kartoffeln im Detail 5,50 Mk., alles per 100 Kilo.
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Nummer 57.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
Seite 13.
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Die Erbſchaft.
Roman von Adeline Genke.
(Nachdruck ver
Die junge Lehrerin ſtrich über das krauſe Braunhaar.
IIch weiß nicht, was Du willſt, entgegnete ſie mit einem
AAugenblick hindurch ſchwankender, dann feſter Stimme.
Doktor Helldorf iſt mir ein ſympathiſcher, werter Kollege
— und Du biſt ein Kind, Mizzi!
Einundzwanzig und ein halb bin ich, korrigierte Mizzi
grollend und hob in raſchem Stimmungswechſel das
Näs=
ichen. Ui je, da kommen endlich die Kartoffelpuffer!
Mut=
terle Arnold, ich habe die Ehre!
Mit groteskem Knicks hakte ſie den Arm der kleinen
Frau in den ihren und zog ſie vom Seſſel empor zu dem
mit heller Wachstuchauflage ſauber gedeckten Tiſch, an dem
die Familie Platz nahm. Lotte reichte die appetitlich
dampfende Schüſſel herum und goß aus der großen
Kaffee=
kanne vier Taſſen voll.
Hör’ mal, es iſt doch hoffentlich nicht gar zu viel
Zichorie drin? erkundigte ſich Mizzi mißtrauiſch.
Nicht mehr als nötig, lachte die Schweſter.
Ach Gott, ja, wie gern möcht’ ich euch ein beſſeres
Leben gönnen! ſeufzte Mama Arnold bekümmert.
Aber Mutterle, rief Lotte hell, wo kann’s denn noch
ein beſſeres Leben geben als unſeres? Starker Kaffee iſt
nur ungeſund, und ſchmecken uns die Puffer nicht
groß=
artig? Und wenn’s auch nur das alte Kattunſofa und
Deine alten Birkenholzmöbel ſind, die in unſerer Stube
ſtehen, und bloß Geranien anſtatt Palmen vor unſern
Fenſtern wachſen, hauſen wir dafür nicht einig und
ver=
gnügt und zufrieden miteinander? — Nun erzähle mal,
was Du an Neuigkeiten mitbringſt, Thea.
Es iſt nicht viel, berichtete dieſe. Im Lehrerkollegium
iſt heute beſchloſſen worden, das in ein paar Wochen
ſtatt=
findende Jubiläum unſerer Anſtalt durch ein Schulfeſt mit
theatraliſchen Aufführungen und dergleichen zu feiern.
Doktor Helldorf wird im weſentlichen der Leiter ſein. Es
iſt alles ſo ziemlich beſprochen und
Wirſt Du mit auftreten, Thea? fiel Lotte intereſſiert
ein. Du haſt doch Geſchick und Erſcheinung dazu, und man
weiß, wie gern Du es tuſt.
Die Arnoldsälteſte ſchüttelte den Kopf. Nein, ich bin
nicht aufgefordert.
Siehſt Du! wollte Mizzi herausplatzen, bezwang ſich
aber und ſchluckte diesmal ihre rechthaberiſche Entrüſtung
mit einem friſch herangeholten Kartoffelpuffer herunter.
Und beim Kommerzienrat gibt’s heute abend großes
Galaſouper; die zweite Tochter hat ſich verlobt. Elſe
erzählte es mir nach dem Unterricht und zeigte mir auch
den Feſtraum. Wundervoll arrangiert! erſtattete Thea
weiteren Bericht.
Die Zweite ſchon! So häßlich wie die Mädchen ſind
und kriegen Männer, kaum daß ſie aus der Schule
kom=
men, bloß weil ſie Geld haben! — Voll tiefer Kümmernis
blickte die kleine Frau Regiſtrator auf ihre drei. — Und
ihr, ihr armen Dinger, nach euch fragt euer Lebtag keiner.
Lotte lachte fröhlich auf. Reiteſt Du ſchon wieder
Dein Steckenpferd, Mutterle? In unſerem lieben deut=
ſchen Vaterland gibt’s eine Million mehr Fräulein als
Männlein; da kann nun eben nicht jedes Mädel einen
kriegen, ſiehſt Du.
Aber meine müßten’s doch nicht grad’ ſein, die
unver=
ſorgt ſitzen bleiben! klagte Mama Arnold.
I was! rief Lotte und reckte luſtig ihre runden Arme.
Wir ſorgen ſelber für uns. Was geht uns denn ab,
Mut=
terle? Thea hat bereits ihre Zwölfhundert jährlich und iſt
als Lehrerin der Töchterſchule mal penſionsberechtigt; die
Mizzi bekommt ihre monatlichen Achtzig von Herrn
Knickermann und wird’s ſchon weiter bei ihm bringen,
wenn ſie auch manchmal über ihn ſchimpft. Und ich, führ'
ich euch die Wirkſchaft nicht großartig und ſo ſparſam,
wie’s kein anderes kennt', und verdiene mir noch ein
ſchö=
nes Stück Geld nebenher mit dem Wäſchenähen? Drei
Dutzend Hemden von den eleganten mit den vielen
Ein=
ſätzen hat mir Frau Hofmann geſtern neu beſtellt und noch
andere gute Arbeit verſprochen, denn es handelt ſich um
Lieferung einer feinen Ausſteuer.
Allein dies letzte Wort vertiefte nur noch die
Betrüb=
lichkeit in Mama Arnolds Sorgengeſichtchen. Andere
Mädchen können ſich ihre eigene Ausſteuer nähen!
Und wir haben’s nicht nötig, lachte Lotte und zog mit
beiden Armen die rechts und links von ihr ſitzenden
Schwe=
ſtern zu ſich heran. Siehſt Du, ſo werden wir einmal
drei ganz vergnügte, einträchtige alte Jüngferchen, und
vielleicht reicht’s dann ſogar noch zu einem Mops oder
Kater.
Wehmütig betrachtete Mama Arnold die
aneinander=
geſchmiegten blühenden Mädchenköpfe: Mizzis mit dem
Joiich er Danchmen!
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übermütig aufgebauten Kraushaar, Theas ernſteren und
ſchlichter geſcheitelten und dazwiſchen Lottes mit dem
hel=
ler getönten, hausfraulichen Zopfkrönchen über der Stirn
und den fröhlichen Augen. Drei alte Jüngferchen, ach Du
lieber Gott!
Wart’s doch erſt mal ab, Mutterle, rief Mizzi mit
durchklingendem Triumph. Vielleicht will eines Tages
doch einer Dein Schwiegerſohn werden.
Allein der kleinen Frau war jeglicher Optimismus
meilenfern. Ach nein, da käm’ ſicher was dazwiſchen,
prophezeite ſie klagend. Wir haben nun mal kein Glück.
Ja, wenn ihr Geld hättet! — — Aber euer Vater hat
fünfzehn Jahre lang ein Zehntel in der Preußiſchen
ge=
ſpielt und iſt nur zweimal mit dem Einſatz
rausgekom=
men. Und mein Los von der letzten Wohlfahrtslotterie
iſt auch durchgefallen, geſtand ſie weinerlich.
Mutterle, haſt Du denn doch wieder — rief Lotte.
Den Fleiſchextrakt ſollteſt Du Dir doch kaufen! — Schön
wär’s ja freilich, unverſehens das große Los zu gewinnen
und dann ſo recht glücklich zu werden. — Ei was,
ſchüt=
telte ſie die kurze Träumerei ab, es geht auch ſo. — So,
die letzten Kartoffelpuffer mützt ihr allein aufeſſen, ich bin
ſatt und leſe unterdeſſen ein paar Minuten. Nachher muß
ich wieder an die Arbeit. Mizzi, Du haſt Deine Zeitung
doch nicht weggeworfen?
Hier iſt ſie, antwortete Mizzi und ſchnellte das von
Herrn Gotthold Zänglein geſpendete W...r Tageblatt
über den Tiſch. Du machſt ja Jagd auf jedes Stück
be=
drucktes Papier, Du Leſerätzchen.
Ja, ſitz Du mal drei Viertel vom Tage an der
Näh=
maſchine, verteidigte ſich Lotte und begann ſich mit Eifer
in die mehrere Wochen alten Neuigkeiten aus der Bäder=
ſtadt zu vertiefen, zwiſchendurch einzelne Bruchſtücke zum
Beſten gebend: Großes Sommerfeſt mit Ball im
Kur=
haus, Doppelkonzerte, Illumination von Garten und
Wei=
her, Leuchtfontäne, Säle und Halle ganz mit Roſen
deko=
riert — ach, Kinder, muß das ſchön ſein! Eckhaus in der
Wilhelmſtraße verkauft — die Rute zu 45000 Mark —
denkt Euch, was da die Etagen koſten müſſen! — Ein Kind
überfahren — o, Gott, das arme Würmchen! — Immer
noch werden geſucht — ach!!!
Ja, was denn?! — Was iſt denn? — Was haſt Du
denn? drangen, erſchreckt von dem hellen Aufſchrei, Mutter
und Schweſtern vereint auf Lotte ein, die, ganz blaß
ge=
worden, verſtummt daſaß und auf das in ihrer Hand
zit=
ternde Zeitungsblatt ſtarrte.
Nun ſtrich ſie ſich über die Stirn und verſuchte ein
beruhigendes Lächeln. Nichts. — Natürlich iſt’s ja nur
Unſinn — gar nicht dran zu denken —
Aber was denn?! — Was denn nur?!
Ach, die Notiz, die ich da zufällig in dieſer Zeitung
fand. Lottes Antlitz hatte Farbe und Beherrſchung
wie=
dergewonnen, nur ihre Finger bebten noch ein wenig.
Aber, nicht wahr, Mutterle, unſer Großvater — Dein
Schwiegervater — hat Johann Kaſimir Arnold geheißen?
Ja, ich glaube. Aber warum?
Und er ſtammte aus Vorberg, dem Amtsſtädtchen im
Thüringiſchen drüben, nicht?
Ja, ja, beſtätigte Mama Arnold ängſtlich; allerhand
unmögliche Schrecken und Kümmerniſſe ſah ſie plötzlich
drohend auf ſich zukommen und möglich werden. Großer
Gott, wir ſollen doch nicht etwa für irgend jemand
Schul=
den bezablen?
Nein, nein, keine Schulden! lachte Lotte jetzt jubelnd
auf. Wartet, ich leſe es Euch vor! Mit raſchem Blick
ſuchte ſie die Anfangszeile der Spalte und begann: Gemäß
unſerer Gepflogenheit, fortlaufend die Liſte der von
ge=
richtlicher Seite verwalteten und noch unerhobenen Erb= im Deutſchen Reiche zu veröffentlichen, wodurch
aus unſerem geſchätzten Leſerkreiſe ſchon mancher zu
ſei=
nem bis dahin ungeahnten Recht gelangte, bringen wir
heute nachfolgenden Auszug zur allgemeinen Kenntnis:
Immer noch geſucht werden die gänzlich unbekannten
Er=
ben der bereits in den ſechziger Jahren in Vorberg
ver=
ſtorbenen Frau Rentiere Anna Marie Arnold, Witwe des
Kaufmanns Johann Kaſimir Arnold in Vorberg. Kinder
oder andere nähere Verwandte ſind nicht vorhanden, und
falls ſich nicht inzwiſchen noch ſonſtige Erbberechtigte
mel=
den, wird die beträchtliche Hinterlaſſenſchaft infolge der
binnen kurzem eintretenden Verjährung an den Fiskus
fallen. Eventuelle Meldung iſt zu richten an das
Amts=
gericht Vorberg. Aktenzeichen Nr. 13. — Lotte ſah
ründ=
um: Und unſer Großvater hat auch Johann Kaſimir
Ar=
nold geheißen! Und ſeine Eltern haben auch in Vorberg
gewohnt!
Still blieb’s ein paar Augenblicke lang im
Wohn=
zimmer im dritten Stock der Mietkaſerne, unbeachtet
er=
kalteten die Kartoffelpuffer und verdampfte die Wärme
des Zichorienkaffees; etwas Märchenhaftes, Glitzerndes
war lebendig und Vorſtellung geworden zwiſchen den alten
Birkenmöbeln und dem buntgeblümten Kattunſofa: eine
Erbſchaft, ein Vermögen!
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 57.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
Seite 15.
Vom alten und neuen Trauring.
Von Willy Bauer, Würzburg.
Die Entwickelung hat auch vor dem Trauring nicht
ſlt gemacht, und wir haben allgemach umgelernt; auf
Ar ganzen Linie iſt der neue Trauring im Vormarſch
bgriffen. Noch vor einem Jahrzehnt rüttelten nur wenige
Schönheitsſucher an dem ſchier unumſtößlichen Grundſatz,
ldß kahle Kälte und uniforme Schlichtheit die bezeichnenden
üigentümlichkeiten des ernſten Ehereifens auszumachen
hitten, geſchweige denn, daß damals ein optimiſtiſcher
ritiker ſchüchtern eine durchgreifende Erneuerung dieſes
drch Vorurteil und Aberglaube in ſeiner Entwickelung ſo
unge Zeit behinderten Schmuckſtückes gefordert oder für
usſichtsvoll gehalten hätte. Man nahm eben die
nüch=
ürne, nichtsſagende, glatte Form, obwohl niemand an ihr
recht Freude und Befriedigung fand, als durch Brauch
nd Herkommen ſanktioniert, mit faſt fataliſtiſcher
Gleich=
ſiltigkeit hin.
Inzwiſchen hat ſich aber auch auf dem engen Gebiet
ſer Ringforſchung der hiſtoriſche Sinn der Deutſchen
be=
jährt, die angewandte Kunſt hat zurückgegriffen auf alte
Idelſtücke, und der ornamentierte neue, in Wirklichkeit
alt=
kſtoriſche Trauring hat ſich im letzten Jahrfünft beſonders
n den Hauptſitzen des vornehmen Geſchmacks, in Berlin
ind München, in Dresden und Köln, in Hamburg wie in
Pien und Zürich, überraſchend ſchnell Bahn gebrochen.
Bereits allenthalben in den Kunſtzentren ſieht ſich jetzt die
ſisher übliche froſtig wirkende Glattform in die
Verteidi=
jungsſtellung gerückt. War durch den Induſtrialismus
ſin früheres Kunſtwerk in ein ebenſo falſches wie
unwür=
ſiges Schema gezwängt und zu einem fabrikmäßig
her=
ſteſtellten Maſſenartikel erniedrigt worden, ſo mußte ſich
ſer neue kunſtfreudige, wieder mehr die Perſönlichkeit, das
ndividuelle betonende Zeitſinn allmählich ganz von ſelbſt
jegen eine abgegriffene Schablone auflehnen.
Stellt doch der goldene Ehering eines der
tiefſtſinni=
jen Symbole dar indem ſeine Kreisform Ewigkeit und
Unwandelbarkeit, ſein Edelmetall Echtheit und Lauterkeit,
ſoll heißen das ewig in Liebe Verbundenſein,
verſinn=
fildlichen. Aber dieſe poetiſche Umdeutung ins
Roman=
ſiſche entſtammt erſt dem ausgehenden Mittelalter.
Ur=
ſprünglich kaufte ſich der Germane ein Weib. Die durch
ie Einführung des Chriſtentums gebotene Abmilderung
ſes Brautkaufs in einen Scheinkauf zeigt ſich dann in der
lange Zeit hindurch feſtgehaltenen, auf die rein formale
juriſtiſſche Seite der Verehelichung abzielenden einſeitigen
Darreichung eines möglichſt koſtbaren Ringes an die
Braut: Iſt der Finger beringt, iſt die Jungfer bedingt”.
Dieſer einſeitige, vom Bräutigam der Auserkorenen
dar=
gebotene Verlobungsring pflegte ein der beiderſeitigen
ſozialen Stellung entſprechendes Kunſtwerk darzuſtellen.
Und als dann allerdings nur ſehr allmählich und nicht
für alle Volkskreiſe Wirkung erlangend, das urſprünglich
jauhe Rechtsſymbol in das menſchlichere, gefühlsmäßigere
von der zeitloſen Treue umgemünzt wurde und dieſe
bollzogene Umwertung nun im Ringwechſel ihren
ſicht=
baren Ausdruck fand, da wetteiferten die Goldſchmiede in
der Erfindung immer neuer Motive für die romantiſche,
geſchmackvolle Geſtaltung des Traureifens.
Wertvolle, teilweiſe entzückende Erzeugniſſe mittel=
Alterlichen Gewerbefleißes auch auf dieſem begrenzten
Ge=
biet weiſen unſere Privatſammlungen und Muſeen auf,
voran das Germaniſche Mufeum in Nürnberg. Sie laſſen
lich unſchwer in zwei Gruppen einteilen, in die
ſogenann=
lten ſprechenden Reifen, die in der Hauptſache durch einen
künſtleriſch verarbeiteten weltlichen oder bibliſchen
Spruch”irgendwie eine Deviſe wirken wollen, und in ſolche.
bei denen das Ornament, der künſtleriſche Einfluß, im
Pordergrund ſteht. In eine Werkſtätte des reichen
Augs=
burg anfangs des 16. Jahrhunderts führt z. B. der
be=
kinnte Frangipaniring mit ſeinen in gotiſchen Minuskeln
gsſtochenen bedeutungsvollen Worten „myt wyllen deyn
e gen” nach Henry Thode „dem ſüßen Laute von den
Lip=
pen einer Frau, die dem Heißgeliebten die Wunder ihres
erzens anvertraut” Typiſchen Renaiſſancecharakter des
15. Jahrhunderts zeigt mit ſeinem antiken Motiv der
ver=
ſchlungenen Hände, das die Renaiſſance mit Vorliebe
va=
niiert hat der ſogenannte Sterzinger Ring (Sterzing in
Tirol) während graziöſe, üppige, ſteinbeſetzte Luxusringe
aus der Zeit Ludwigs XVI. in ihrer eleganten
Beweg=
lichkeit treffend dieſe elegante Epoche kennzeichnen.
Im=
merhin noch als hübſch und anſprechend gearbeitet können
die Silberreifen gelten, die aus der Zeit des Untergangs
des Heiligen Römiſchen Reichs Deutſcher Nation ſtammen,
aber ſie reden ſchon eine nicht mißzuverſtehende Sprache
von napoleoniſchen Kriegsläufen und Beſchränktheit der
Verhältniſſe. Die 1813 für Gold eingetauſchten
gußeiſer=
nen Erſatzſtücke konnten nicht wirkungslos bleiben, und
ſo geht es denn mit dem bisher ſo ſtolzen Trauring
un=
auſhaltſam bergab, bis die Biedermeierzeit ſein
künſtleri=
ſches Ende beſiegelte.
Zunächſt ſein künſtleriſches. Aber vielleicht wäre ſein
Ende überhaupt unvermeidlich geworden, wenn ſich nicht
Kräfte geregt und dies Aſchenbrödel der Kunſt aus ſeiner
heruntergekommenen unwürdigen Kümmerlichkeit zu neuem
Glanz und Leben erweckt hätten. Ehedem ein
formen=
ſchönes, ſorgſam gehütetes Kleinod, das durchaus nicht
bei den Hantierungen des grauen Werkeltages, ſondern
nur beim Kirchgang oder feſtlichen Anläſſen innerhalb und
außerhalb der Familie getragen zu werden pflegte, ſieht
es ſich in der heute meiſt noch getragenen Vulgärform zu
einem geiſtloſen, armſeligen Strapazierartikel
herabge=
würdigt, mit dem Tauſende von Frauen waſchen, backen,
kochen, ſchon weil ein gut Teil von ihnen bei aller ſonſtigen
Fortgeſchrittenheit dem mittelalterlich abergläubigen
Wahn huldigt, es möchte ihrem Eheglück Eintrag tun,
wenn ſie den Trauring auch nur einen Augenblick vom
Finger zögen.
Dieſes allmähliche Herabſinken zur Qualitätsloſigkeit
mußte ganz natürlich das Ueberhandnehmen der
Alltags=
ware fördern, da eben der ſelbſt ſchaffende und
entwer=
fende Goldſchmied mangels an irgendwelchen Aufträgen
dieſes Gebiet mehr und mehr zu vernachläſſigen und
an=
deren lohnenderen Aufgaben ſich zuzuwenden genötigt
ſah.
Aber jedes Ding hat ſeine Zeit. Der kahle Ring
mochte uns immerhin ſo lange behagen, als wir
Wichti=
geres zu tun hatten, und ſeit der Zeit, da wir endlich ein
Volk geworden waren, wirtſchaftlich empor zuſteigen und
uns vom Ausland unabhängiger im Kunſtgewerbe zu
machen begannen, langſam unſeren eigenen neuen Stil
ſchufen. Der glatte Reif mochte ſo lange unſer Auge nicht
ſtören, als wir in der einfachen Linie, in den lediglich auf
die praktiſche Zweckmäßigkeit gerichteten Abſichten unſere
künſtleriſchen Gedanken erſchöpften. Aber wir ſind beute
ein wohlhabendes Volk geworden, raſtloſer als früher
arbeiten heute Millionen Hände und Gehirne am
natio=
nalen Wohlſtand — iſt es da zu verwundern, wenn die
Kunſt wieder reichere Formen bevorzugt, wenn das Auge
in ſſinnreichem Beiwerk Ablenkung ſucht, wo das Leben
ſo viel Rauhes, Nüchternes, Strenges alltäglich mit ſich
bringt? Ein Frangipaniring war nur möglich in einer
Glanzzeit, als die Städte blühten und deutſche Kaufherren
die Levante beherrſchten — um die Zeit von Jena herum
beſchied man ſich mit glatten triſten Silberreifen.
Der Schmucktrieb im Menſchen läßt ſich auf die
Dauer nicht unterdrücken, und beſonders in einem
wirt=
ſchaftlich geſunden Volk muß der mit beſſerer
Lebens=
haltung geſteigerte äſthetiſche Sinn die künſtleriſche
Wie=
dergeburt eines Gegenſtandes wünſchen, der als teures
Symbol uns durchs ganze Leben begleiten ſoll. Warum
ſoll, wo alles um uns her Wechſel und Bewegung iſt, der
Trauring allein für immer in eine abſtumpfende Formel
und Feſſel gebannt ſein — die wohlgemerkt erſt ſeit ſechs
oder ſieben Jahrzehnten für ihn gefunden wurde? Was
ſoll die Gleichmacherei gerade auf dieſem Gebiet?
Wünſch=
ten wir etwa alle die nämlichen Möbel, die gleichen
Ex=
libris, das gleiche Tafelſilber, überhaupt die gleiche
Um=
gebung?
Darum müſſen wir den neuen Trauring wollen.
Ge=
rade wer den konſervativen Stand des Feſthaltens an der
Tradition verficht, muß wollen, daß wir wieder den
An=
ſchluß an die Gleiſe finden, die wir erſt vor zwei oder drei
Generationen aus damaligen Zeitbedurfniſſen und
=Strömungen heraus verlaſſen haben.
Erfreuliche Anſätze dazu ſind vorhanden. Berliner
und hervorragende Stuttgarter Werkſtätten bringen
wie=
der Sentenzenringe und auf geometriſcher Baſis
ent=
wickelte Ornamentmotive, die ſchon vor zwei Jahren auf
der Turiner Ausſtellng beachtet wurden. Zugegben,
daß die Bewegung erſt im Werden iſt, daß es ſich noch um
entwicklungsfähige Verſuche einer Neukunſt handelt, aber
man merkt doch wieder den geſunden Gedanken, die
Wie=
derkehr der Freude am Handwerklichen. Gewiß erheben
ſich da und dort Stimmen gegen ein verfrühtes
Zurück=
greifen auf das Ornament in Befürchtung der früheren,
oft ſinnloſen Dekoration. Aber das Kunſtgewerbe kann
nur erſtarken, wenn es etwas wagt und den Kampf
auf=
nimmt gegen vergilbte und ſterile Formen.
Darum galt es, Breſche zu legen in den Wuſt von
Vorurteilen, die gerade die Fortbildung des bisherigen
Eherings hemmten. Er iſt unhiſtoriſch und äſthetiſch
un=
zureichend in ſeiner ſchabloniſierten Belangloſigkeit. Das
deutſche Kunſtgewerbe aber ſieht ſich bei der Erneuerung
des Traurings vor die dankbare Aufgabe geſtellt,
geſchmack=
läuternd in weiteſten Kreiſen zu wirken. Es will ein
ver=
blaßtes Symbol vor dem drohenden Untergang bewahren,
will es veredeln. Das kann nur geſchehen, wenn eine
ab=
geſtempelte ſtereotype Legalitätsmarke durch ſelbſtändige
Leiſtung, durch gedankliche Schöpfung erſetzt wird die
unſerem heutigen Können und zugleich unſerem Bedürfnis
nach Lebensverſchönung und =verfeinerung entſpricht.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Zu den vielen Stimmen der Hausfrauen über die
Krankenverſicherung der Dienſtmädchen möchten zwei der
letzteren auch einmal gehört werden. Wenn die
verehr=
lichen Hausfrauen mit Recht über die hohen Beiträge
kla=
gen, ſo müſſen dies in noch weit höherem Maße die
Dienſtmädchen tun, denn dieſe haben doch die Beiträge in
doppelter Höhe — zwei Drittel — zu zahlen. Was das
für ein Mädchen mit beſcheidenem Lohn, neben den hohen
Steuern, die es entrichten muß, ausmacht, kann ſich jeder
ausrechnen. Wir glauben deshalb im Sinne aller
Be=
teiligten zu handeln, wenn wir die verehrliche
Stadtver=
waltung bitten, alles aufzubieten, um die Beiträge in
mäßigen Grenzen zu halten, ähnlich, wie in Mainz auch.
Wir Mädchen, die zum größten Teil, Gott ſei Dank,
in=
folge unſerer geſunden Beſchäftigung und günſtigen
Lebensbedingungen aus geſundem Material beſtehen,
ſehen nicht ein, warum unſer gutes Geld dazu dienen ſoll,
der ſchon ſeit Jahren in finanziellen Nöten befindlichen
Ortskrankenkaſſe auf die Beine zu helfen.
Zwei Dienſtmädchen.
Wir ſchließen nunmehr wiederholt die Erörterung
dieſer Frage an dieſer Stelle. Weitere Einſendungen
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Februar 1914.
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von Diätchemiker W. Richter, Chemnitz
am 26., 27. Februar und am 1. März, abends 8½ Uhr,
im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 20.
Am 26. Februar: Verdauungsſtörung und ihre Beſeitigung.”
„ 27. Februar: „Faſten als Heil= und Entwickelungsmittel.”
1. Märß: „Poſitive und negative Menſchen.
Eintritt für einen Abend 50 Pfg., reſervierter Platz 1 Mark.
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Die verehrlichen Mitglieder werden zu der am
Dienstag, den 3. März 1914, abends 9 Uhr,
Holländer
im Vereinshaus ſtattfindenden
Ordentlichen Generalversammlung
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Möalnger
ergebenſt eingeladen.
Tagesordnung: Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr;
Kaſſebericht; Ergänzungswahl zum Vorſtand: Verſchiedenes.
4740)
Der Vorstand.
Alzemeiner Verein gegen Verarnnng un
Bettelei in der Stadt Darmſtadt.
Einladung zur Mitglieder=Verſammlung
in den Rathausſaal am Markt
auf Dienstag, den 3. März 1914, nachmittags 4 Uhr.
Tagesordnung:
1. Entgegennahme des Geſchäftsberichtes für 1913.
2. Abhör der Jahresrechnung und Entlaſtung des Rechners.
(5217do
3. Wahl der Vorſtandsmitglieder.
4. Verſchiedenes.
Für den Vorſtand:
D. Peterſen, Geh. Oberkonſiſtorialrat.
Kuſmuinuiſher Berin Darmſahle 1.
Einladung
zur Generalverſammlung
am Samstag, 28. Februar 1914, abends 9 Uhr,
im Vereinslokal „Kaiſerſaal”, Grafenſtraße.
Tagesordnung: 1. Rechenſchaftsbericht.
2. Neuwahl des Vorſtandes.
3. Anträge.
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Um zahlreiches Erſcheinen erſucht Der Vorstand.
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