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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Landeskonferenz der heſſiſchen
ka=
tholiſchen Lehrervereine tagte am Sonntag
in Mainz und beſchloß, den Domkapitular Dr. Bendix,
der in der Erſten Kammer gegen die Erhöhung der
Lehrergehälter geſprochen hat, aus dem Verein
aus=
zuſchließen.
Die albaniſche Deputation reiſte geſtern abend
8 Uhr von Waldenburg über Dresden nach
Wien, woſelbſt ihre Ankunft heute früh 8 Uhr erfolgt.
Das albaniſche Königspaar verweilt noch einige Tage
in Waldenburg.
*
Die Königin Wilhelmine von Holland iſt
geſtern abend in Frankfurt eingetroffen und begab ſich
nach Hohe Mark.
Königin Eliſabeth von Rumänien hat ſich
einer Staroperation am linken Auge unterziehen
müſſen. Die Operation, die von Profeſſor Landolt
aus=
geführt wurde, iſt vollkommen gelungen. Das Befinden
der Königin iſt durchaus normal.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
„Könige von Albanien.
*⁎* Aus der Anſprache, welche am Samstag der
Füh=
rer der albaniſchen Deputation an den Prinzen zu
Wied hielt, iſt zu entnehmen, daß der Herrſcher Albaniens
en Königstitel führen ſoll. Ob das im Einverſtändnis
rrit den Mächten geſchieht, iſt noch nicht bekannt,
jeden=
falls knüpft ſich aber an dieſen Titel der Begriff völliger
Unabhängigkeit und Selbſtändigkeit eines Landes. Man
wird ſich erinnern, daß die Londoner Konferenz das neue
Fürſtentum — von einem ſolchen war bisher nur immer
tie Rede — unter die Oberherrſchaft des Sultans ſtellen
wollte. Davon hat man ſchon ſeit geraumer Zeit nichts
mehr gehört, wie ja überhaupt hinſichtlich der definitiven
Geſtaltung der ſtaatsrechtlichen Verhältniſſe Albaniens
noch ſehr viel Unklarheit herrſcht. Eine Suzeränität des
Sultans über den neuen Staat hätte eigentlich auch gar
leinen Wert, zumal es der Türkei kaum möglich ſein
würde, ihre Rechte gegebenenfalls zur Geltung zu
brin=
lgen. Außerdem könnte ein unter türkiſcher Oberhoheit
ſtehendes Albanien nicht als definitive Löſung
betrach=
tet werden, da ein ſteter Kampf um die volle
Unabhängig=
teit die Folge der Halbheit ſein müßte
Was nun die Frage des Ranges für den
neugeſchaf=
lſenen Balkanſtaat betrifft, ſo wird durch deſſen Erhebung
zum Königreich von vornherein allen Reibereien und
Eiferſüchteleien der Boden entzogen. Albaniens
Flächen=
inhalt umfaßt etwa ſoviel wie die Königreiche Sachſen
lund Württemberg zuſammen; ſeine Einwohnerzahl
be=
räuft ſich freilich nur auf rund 800000, aber auch
Monte=
negro hat den Rang eines Königreichs erhalten, obgleich
das Land damals noch erheblich kleiner war als jetzt.
Un=
der dieſen Umſtänden läßt ſich gegen die Errichtung eines
Königreichs Albanden wenig einwenden, und
den Großmächten wird die Frage des Ranges ihrer
neue=
ten Schöpfung die geringſte Sorge bereiten, ihnen wird
es ſchließlich ſehr gleichgültig ſein, ob der Prinz zu Wied
als Hoheit oder als Majeſtät über Albanien herrſcht. Man
nmuß deshalb damit rechnen, daß letzteres als Königreich
in die europäiſchen Staaten eingereiht wird. Die
Haupt=
ſache iſt, daß es ſich des Wohlwollens der Großmächte
durch eine friedliche und loyale Haltung, frei von jeder
Abenteuerpolitik, würdig zeigt. Uebrigens dürfte Prinz
Wilhelm zu Wied die Rangfrage bei ſeinen Beſuchen in
den Hauptſtädten Europas beſprochen haben, denn ſie
mag für letzteren von wenig Wert ſein, für die
Albanier aber hat ſie große internationale Bedeutung.
Rußlands Balkanpolitik.
— Das Petersburger Auswärtige Amt
hat ſoeben ein Communiqué veröffentlicht, das eine
Reihe von diplomatiſchen Dokumenten über
die Stellung Rußlands während der letzten
Balkan=
kriſis enthält. Warum gerade im jetzigen Moment
dieſe Kundgebung erfolgt, iſt nicht recht erſichtlich, es müßte
denn ſein, daß Rußland zeigen will, wie wohlgeſinnt es
angeblich ſämtlichen Balkanſtaaten iſt, ein kleiner Coup,
um die Staaten an ſich zu feſſeln und die ruſſiſche
Vor=
macht auf dem Balkan zu behaupten.
Aus den Dokumenten will Rußland ſeine
Unpartei=
lichkeit erweiſen und die Welt glauben machen, die
ruſſi=
ſche Aktion ſei eine vollſtändig uneigennützige geweſen.
Schade nur, daß Dokumente, die vielleicht etwas anderes
verraten könnten, in der offiziöſen Auslaſſung nicht
ent=
halten ſind, dann dürfte das Bild ein weſentlich anderes
ſein, denn es iſt zur Genüge bekannt, daß gerade
Ruß=
land nicht immer mit den anderen Mächten gemeinſam
gearbeitet hat, ſondern ſeine eigenen Wege gegangen iſt.
Schien doch eine Zeitlang die Entente gänzlich zerfallen
zu ſein; England ging gemeinſam mit dem Dreibund vor
und auch mit Frankreich gab es mehrmals erhebliche
Dif=
ferenzen. Unter dieſen Umſtänden klingt es etwas
eigen=
artig, wenn in dem Communiqué geſagt wird, daß die
ruſſiſche Diplomatie auf die Aufrechterhaltung des
Ein=
vernehmens zwiſchen den Großmächten hingearbeitet
habe auf der Baſis des territorialen Desintereſſements
und des Ausſchluſſes jedes Einzelvorgehens und mit dem
ausſchließlichen Zweck, den Verbündeten die durch ihre
An=
ſtrengungen erworbenen Vorteile zu ſichern. Das
letz=
tere ſteht freilich hinwiederum im ſchroffen Gegenſatz zu
der anfänglich proklamierten Aufrechterhaltung des
status quo auf dem Balkan, freilich haben in dieſer
Hin=
ſicht auch alle Großmächte geſündigt, in dem ſie ſich
ſag=
ten, daß man nicht in der Lage ſein würde, nach den
Er=
folgen der verbündeten Balkanſtaaten hemmend
einzu=
greifen und der Türkei den alten Beſitz zu ſichern.
Lä=
chelnd muß der Eingeweihte auch die Bemerkung leſen,
daß Rußlands Programm hinſichtlich Albaniens darauf
hinzielte, dort für alle Großmächte eine gleiche Lage
her=
zuſtellen; man entſinnt ſich wohl noch, welche
Schwierig=
keiten nicht zuletzt gerade Rußland der Feſtſetzung der
Grenze des neuen Fürſtentums gemacht hat.
Des weiteren enthält die Veröffentlichung Dokumente
über die Grenzſtreitigkeiten der Verbündeten hinſichtlich
der eroberten Gebiete, und auch hier will man zeigen, wie
Rußland angeblich ſtets bemüht geweſen ſei, eine
Ver=
ſtändigung herbeizuführen und eventuell auf
ſchieds=
richterlichem Wege die Differenzen zu ſchlichten. Bei
dieſer ganzen Veröffentlichung konnte wieder einmal der
alte Satz Talleyrands angewandt werden, wonach die
Sprache für Diplomaten dazu da ſei, die Gedanken zu
verbergen. Man kennt die Wege der ruſſiſchen
Außen=
politik zur Genüge. Der erneut zur Macht gelangte
Pan=
ſlawismus wird ſtets darauf bedacht ſein wollen, im
nähe=
ren Orient die erſte Rolle zu ſpielen, und es liegt auf der
Hand, daß die Verwickelungen nicht ausbleiben können.
Deutſches Reich.
Der Generalpardon. Man hat den
Gene=
ralpardon im Wehrbeitragsgeſetz als „Wünſchelrute”
be=
zeichnet, weil er bisher unbekannte Schätze zutage fördert,
Aber nicht in allen Bundesſtaaten ſchlägt dieſe
Wünſchel=
rute an. In Bayern zum Beiſpiel hat ſie bei weitem
nicht die Wirkung gehabt wie in Preußen. Die bayeriſche
Finanzverwaltung führt dies darauf zurück, daß ſie ſelbſt
vor einigen Jahren ſchon von dem Mittel des
General=
pardons Gebrauch gemacht hat; ſodann aber auch darauf,
daß die Steuerveranlagung in Bayern bisher ſchärfer
ge=
weſen ſei, als die in Preußen. Auch in Sachſen hat ſich
die Wünſchelruteeigenſchaft des Generalpardons bisher
nicht ſonderlich bemerkbar gemacht, und in dieſem
Bundes=
ſtaat läßt ſich zur Erklärung dafür nur hervorheben, daß
die ſächſiſche Steuerveranlagung bisher genauer geweſen
iſt als die preußiſche. Mit Rückſicht darauf ſind
verſchie=
dene Bundesſtaaten entſchieden Gegner des
Generalpar=
dons geweſen und die Aufnahme der „Wünſchelrute” in
das Wehrbeitragsgeſetz iſt im Bundesrat erſt nach heißen
Kämpfen erfolgt.
Der Zwieſpalt in der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei. Wahlbetrachtungen der Voſſ.
Ztg. veranſchaulichen den Zwieſpalt, der innerhalb der
Fortſchrittlichen Volkspartei gegenüber der
Sozialdemo=
kratie beſteht. Die Voſſ. Ztg. ſtellt einfach feſt, daß in
Norddeutſchland „ein erheblicher Teil der liberalen
Wäh=
lerſchaft ſchlechthin nicht zu bewegen iſt, für einen „
Ge=
noſſen” zu ſtimmen.‟ Denn die Sozialdemokratie iſt, führt
die Voſſ. Ztg. weiter aus, antimonarchiſch, betont
unab=
läſſig ihren republikaniſchen Charakter, verwirft
grund=
ſätzlich alle Ausgaben für Wehrzwecke, lehnt grundſätzlich
für Reich und Staat den Etat ab, führt im Parlament
radikale Skandalſzenen auf, behandelt die Arbeitgeber
als Ausbeuter uſw. Weil ſich an dieſen
Eigentümlichkei=
ten der Sozialdemokratie trotz der geſteigerten
Verant=
wortung, die die allgemeine Reichstagswahl von 1912 ihr
mit 110 Mandaten brachte, nichts geändert hat, blieb nach
der Anſicht der Voſſ. Ztg. in Jerichow die erwartete
libe=
rale Stichwahlhilfe für die Sozialdemokratie aus. Die
Wiederholung der Lehre von Jerichow in erweitertem
Maßſtabe kündigt die Voſſ. Ztg. den „Genoſſen” für die
nächſten allgemeinen Wahlen an wenn ſie ſich nicht
än=
dern.
Der Rückgang der
ſozialdemokra=
tiſchen Gewerkſchaften hält dauernd an. So
hat beiſpielsweiſe der Bezirk Berlin des Zentralverbandes
der Zimmerer im letzten Vierteljahre wieder einen
Ver=
luſt von 326 Mitgliedern zu verzeichnen, und der
Zentral=
verband der Bäcker und Konditoren verlor im Jahre 1913
in Berlin allein 242 Mitglieder. Auch die Organiſation
der Schuhmacher, welche jetzt 2863 Mitglieder umfaßt,
hat einen Mitgliederſchwund zu verzeichnen. Die
Agita=
tion in den Werkſtätten iſt deshalb gegenwärtig ſo groß
wie nie zuvor, da man ſich bewußt iſt, daß der dauernde
Verluſt von Mitgliedern auf die bisher noch Getreuen nur
entmutigend wirken muß.
Auflöſung des Reichsverbandes
Deutſcher Aerzte. In der im Zentralhotel zu
Ber=
lin am Sonntag abgehaltenen außerordentlichen
Verſamm=
lung des Reichsverbandes Deutſcher Aerzte iſt die
Auf=
löſung des Verbandes beſchloſſen worden unter folgender
Begründung: Im Verlauf der jüngſten
Einigungsver=
handlungen im Reichsamt des Innern, an denen auch der
Reichsverband Deutſcher Aerzte auf Veranlaſſung des
Staatsſekretärs des Innern beteiligt geweſen iſt, iſt unter
dem 23. Dezember 1913 ein Abkommen zwiſchen Aerzten
und Kaſſenverbänden abgeſchloſſen worden, wodurch die
Programmforderungen des Reichsverbandes erfüllt und
auf zehn Jahre feſtgelegt ſind. Demzufolge hat der
Reichsverband nunmehr ſein Ziel erreicht und kann
be=
friedigt die Waffen niederlegen. Der Reichsverband hat
bekanntlich eine von dem Standpunkt des Leipziger
Ver=
bandes ſtark abweichende Stellung eingenommen.
— Zabern. Nach einer Straßburger
Privatmel=
dung der Deutſchen Tageszeitung iſt im Zaberner
Ge=
meinderat ein Antrag der Mehrheit eingegangen auf
amt=
liche Proteſterhebung der Stadtvertretung gegen eine
Rück=
verlegung des 99er Regiments nach Zabern. Das iſt eine
neue Herausforderung des 99. Regiments, das der
Zaber=
ner Bevölkerung und ihren verſagenden Zivilbehörden
bereits dieſen Barackenwinter verdankt; zugleich ein
Ein=
ſpruch in die kaiſerliche Kommandogewalt, der wohl nur
die eine Folge haben kann, daß Zabern dauernd ohne
Mi=
litär bleibt. Wie wenig die Vorgänge der letzten
Mo=
nate auch im übrigen dazu beigetragen haben, die
elſäſſi=
ſche Bevölkerung zu warnen, ſagt eine Meldung der Tägl.
Rundſchau, wonach im Bereich des elſäſſiſchen Armeekorps
allein vom 1. bis 15. Februar vierzehn neue Angriffe und
Beſchimpfungen von Ziviliſten gegen Militärperſonen zur
Anzeige gelangt ſind.
— Regierung und Sozialdemokratie
in Bayern. Nun kommt auch die Bayeriſche
Staats=
zeitung auf das Verhältnis zwiſchen Regierung und
So=
zialdemokratie in Bayern zu ſprechen. Sie ſchreibt über
die Rede des Miniſters von Soden und ihre Aufnahme
in der Preſſe: „In einem liberalen Blatte wird der Schluß
der Rede des Miniſters des Innern ſo ausgelegt, als ob
eine gewiſſe Aenderung in den Richtlinien der
Staatsre=
gierung gegenüber der Sozialdemokratie eingetreten ſei.
Allein der Miniſter Dr. Freiherr von Soden hat ja
ge=
rade am Schluſſe ſeiner Rede deklariert, daß an der
prin=
zipiellen Gegnerſchaft der Staatsregierung gegenüber der
Sozialdemokratie ſich nichts geändert hat. Der Miniſter
hat es begrüßt, daß der Verkehr zwiſchen
ſozialdemokra=
tiſchen Abgeordneten und der Staatsregierung ſich im
Gegenſatz zur letzten Seſſion in einer den
geſellſchaft=
lichen Anforderungen entſprechenden Form gehalten hat.
Daß das die grundſätzliche Stellung nicht alteriert,
ver=
ſteht ſich von ſelbſt.‟
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die deutſch=tſchechiſchen
Ausgleichs=
verhandlungen geſcheitert. Die deutſche
Fort=
ſchrittspartei Böhmens hat an den Miniſterpräſidenten ein
Schreiben gerichtet, worin ſie erklärt, daß ſie an den
wei=
teren Ausgleichsverhandlungen nicht teilnehmen werde.
Sie motiviert dieſen Schritt in erſter Linie mit der für
Seite 2.
Darmſtädter Tagblait, Dienstag, den 24. Februar 1914.
Nummer 55.
die Deutſchen ungünſtigen Zuſammenſetzung und
Amts=
führung der böhmiſchen Verwaltungskommiſſion, ferner
mit dem Inhalte der Ausgleichselaborate der Regierung,
die die Tſchechen in unerhörtem Maße berückſichtigen, die
Rechte der Deutſchen aber mißachten, dann mit dem
Man=
gel jeglichen Vertrauens zur Regierung, hauptſächlich aber
damit, daß der Miniſterpräſident der Hauptforderung der
Deutſchen, die nationale Abgrenzung an die Spitze der
Verhandlungen zu ſtellen, nicht entſprechen wolle. Da zu
erwarten iſt, daß die anderen deutſchen Parteien ſich
die=
ſem Schritt der Fortſchrittspartei anſchließen werden,
müſſen die deutſch=tſchechiſchen Ausgleichsverhandlungen
ſchon jetzt als geſcheitert angeſehen werden. Die
Rück=
wirkung dieſer Tatſache auf die innerpolitiſche Lage läßt
ſich im Augenblick noch gar nicht abſehen.
Frankreich.
Das Dreijahrsgeſetz und die
Regie=
rung. Der Wortlaut des von mehreren radikalen und
ſozialiſtiſchen Deputierten, darunter insbeſondere von
Augagneur und Jaurés, angeregten Beſchlußantrags, mit
welchem in der Kammer die Interpellationsdebatte über
den Geſundheitszuſtand der Armee zum Abſchluß gelangen
ſoll, wurde nach längerer Beratung folgendermaßen
feſt=
geſetzt: Die Kammer beſchließt die Ernennung eines
Un=
terſuchungsausſchuſſes, welcher damit betraut werden ſoll,
den gegenwärtigen Geſundheitszuſtand, ſowie die
Ur=
ſachen der Erkrankung und der Sterblichkeit in der Armee
genau feſtzuſtellen. In gemäßigt=republikaniſchen und
konſervativen Kreiſen wird dieſer Beſchlußantrag lebhaft
kritiſiert und als ein neuer Anſturm gegen das
Dreijahrs=
geſetz bezeichnet. Der geplante Unterſuchungsausſchuß
ſolle offenbar den geeinigten Radikalen und den
Sozia=
liſten Gelegenheit bieten, das Dreijahrsgeſetz zu
unter=
graben und dasſelbe für die gegenwärtigen ſanitären
Ue=
belſtände verantwortlich zu machen. Von
ſozialiſti=
ſcher Seite wird kein Hehl daraus gemacht, daß mit dem
Beſchlußantrag eine Zurückweiſung der Erklärungen des
Unterſtaatsſekretärs Maginot über die Notwendigkeit des
Dreijahrsgeſetzes beabſichtigt werde. Es ſcheint, daß
be=
züglich der Haltung der Regierung im Kabinett
Meinungs=
verſchiedenheiten beſtehen. Allgemein wird bemerkt, daß
die Regierung ſich in einer heiklen Lage befindet. Selbſt
von vielen Radikalen wird zugegeben, daß der
Miniſter=
präſident die Aeußerungen des Unterſtaatsſekretärs
Ma=
ginot über die Notwendigkeit des Dreijahrgeſetzes nicht
zurückweiſen könne, da dieſe mit der Regierungserklärung,
ſowie mit den vom Miniſterpräſidenten und dem
Kriegs=
miniſter bei verſchiedenen Gelegenheiten abgegebenen
Er=
klärungen übereinſtimmen. Man glaubt aber, daß
Dou=
mergue, um den Groll der äußerſten Linken zu
beſchwich=
tigen, darlegen werde, daß zwar die Verhältniſſe es noch
nicht geſtatteten, die auf dem Lande ſo ſchwer laſtende
dreijährige Dienſtzeit zu verringern, daß man aber
kei=
neswegs die Hoffnung aufgeben dürfe, daß dies eines
Ta=
ges geſchehen könne. Bezüglich des Beſchlußantrages
Augagneur=Jaurés würde Doumerque darauf hinweiſen,
daß ein Unterſuchungsausſchuß ſich lediglich werde mit
den Umſtänden befaſſen können, unter denen die
vorher=
gegangene Regierung das Dreijahrgeſetz durchgeführt
habe und daß er deshalb keinerlei Anlaß habe, ſich gegen
die Einſetzung eines ſolchen Unterſuchungsausſchuſſes
auszuſprechen. Aller Vorausſicht nach wird der frühere
Miniſterpräſident Barthou und auch vielleicht der frühere
Kriegsminiſter Etienne dieſe Gelegenheit benutzen, um
ſich gegen die Angriffe der Radikalen und Sozialiſten zu
verteidigen.
Die Syndikate der Bergleute von
Fir=
miny, Monteeau=les=Mines und St. Etienne und
an=
deren Bergwerksbezirken hatten beſchloſſen, am 23.
Fe=
bruar in den Ausſtand zu treten, da die Abſtimmung des
Senats über das Altersverſorgungsgeſetz ihren Wünſchen
nicht entſpreche. Die Bergleute von Carmaux haben die
Entſcheidung vertagt, bis die Deputiertenkammer, an die
der Geſetzentwurf demnächſt zurückgelangt, darüber
abge=
ſtimmt hat.
Rumänien.
Bei den Stichwahlen für die
Depu=
tiertenkammer im erſten Wahlkollegium wurden
7 Liberale und 4 konſervative Demokraten gewählt,
dar=
unter der frühere Miniſterpräſident Peter Carp.
Griechenland.
Amneſtieerlaß. König Konſtantin hat ein
De=
kret unterzeichnet, durch das allen denen, die während
der beiden Balkankriege ſich haben Vergehen zuſchulden
kommen laſſen, und auch denjenigen, die wegen der
maze=
doniſchen Propaganda unter Anklage geſtellt waren, volle
Straffreiheit zugeſichert wird. Dieſe Amneſtie erſtreckt
ſich auch auf die türkiſchen Gefangenen, die laut Artikel 3
des griechiſch=türkiſchen Vertrags in Freiheit zu ſetzen ſind,
ſowie auf 280 Bulgaren, von denen 30 von Serbien als
ſeine Staatsangehörigen reklamiert werden. Man iſt der
Anſicht, daß dieſe Amneſtie einen günſtigen Einfluß auf
die Beſſerung der diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen
Griechenland und Bulgarien ausüben wird.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. Februar.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Grafen
zu Erbach=Erbach auf die erledigte Lehrerſtelle an der
Völksſchule zu Ebersberg, Kreis Erbach, präſentierte
Schul=
amtsaſpirant Ludwig Krämer aus Nieder=Modau,
Kreis Dieburg, für dieſe Stelle.
* Zulaſſungen zur und Aufgabe der Zulaſſung
zur Rechtsanwaltſchaft. Am 26. Januar wurde der
Rechtsanwalt Dr. Hermann Wolf zu Darmſtadt zur
Rechtsanwaltſchaft am Landgericht der Provinz
Starken=
burg zugelaſſen, nachdem er ſeine Zulaſſung zur
Rechts=
anwaltſchaft bei dem Oberlandesgericht aufgegeben hat.
Am 30. Januar hat der Landgerichtsrat i. P. Wilhelm
Müller zu Gießen die Zulaſſung zur
Rechtsanwalt=
ſchaft bei dem Landgericht der Provinz Oberheſſen
auf=
gegeben.
Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 3,
vom 23. Februar hat folgenden Inhalt: 1. Verzeichnis
der Vorleſungen, Uebungen und Praktika, welche im
Sommerſemeſter 1914 in den ſechs Fachabteilungen der
Großh. Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt abgehalten
werden. 2. Charaktererteilungen. 3. Zulaſſung zur
Rechts=
anwaltſchaft. 4. Aufgabe der Zulaſſung zur
Rechts=
anwaltſchaft. 5. Dienſtnachrichten. 6. Dienſtentlaſſung.
7. Ruheſtandsverſetzungen.
g. Straſkammer II. Der in Frankfurt wohnende
Pri=
vatier Slatery hat am 22. Juni 1912 auf der Chauſſee
von Walldorf nach Mörfelden das Fuhrwerk des
Land=
wirts Sperling aus Groß=Gerau überholt und dabei durch
unvorſichtiges Fahren das Handpferd des Sperling ſchwer
verletzt. Durch das Hinterrad des Autos wurde dem
Pferd eine tiefe Wunde im Hinterſchenkel geriſſen. Das
Pferd, das einen Wert von 1500 Mark hatte, lahmt jetzt
und iſt nur noch als Ackerpferd zu gebrauchen. Der
un=
vorſichtige Autler war vom Schöffengericht Groß=Gerau
zu 50 Mark Geldſtrafe verurteilt worden, gegen
welche Strafe er Berufung verfolgte. Die Verhandlung
hierüber war bereits einmal vertagt worden, da erſt der
Ausgang des zivilrechtlichen Verfahrens abgewartet
wer=
den ſollte. Sperling verlangt nämlich 1200 Mark für die
Wertminderung, eine Einigung konnte jedoch nicht erzielt
werden. Die Strafkammer verwarf nun geſtern die
Be=
rufung. — Der 34jährige Fabrikarbeiter Wilhelm Anton
Borgkynk von Wemmendick war während der
vorjäh=
rigen Kampagne in der Zuckerfabrik Groß=Gerau tätig
und hatte ſich hier eine Taſchenuhr eines Arbeitskollegen
im Werte von 3 Mark angeeignet. Er gibt an, die Uhr
habe in ſeinem Kleiderſpind gelegen, doch iſt dieſe Angabe
durch nichts erwieſen. Da er rückfällig iſt, verurteilte ihn
die Strafkammer zu 5 Monaten Gefängnis. — Der
43jährige Kaufmann Jakob Luy von Gernsheim hatte
ſich geſtern wegen Vergehens gegen die Konkursordnung
vor der hieſigen Strafkammer zu verantworten. Er hatte
1897 eine Konſervenfabrik gegründet, über die am 22. Mai
1913 das Konkursverfahren eröffnet wurde. Die Aktiva
betrugen etwa 19000 Mark, während die Schulden die
enorme Höhe von 94000 Mark erreichten. Aus den
Han=
delsbüchern des Geſchäfts und den Bilanzen war der
Stand des Geſchäfts nicht feſtzuſtellen. Die Bücher waren
unordentlich geführt und zum Teil fingierte Beträge
ein=
geſtellt. Der Angeklagte gibt zu ſeiner Entſchuldigung
an, daß er ſich nicht um die Buchführung gekümmert habe.
Der Staatsanwalt beantragte 2 Wochen Gefängnis.
Das Gericht ſah jedoch von einer Freiheitsſtrafe ab und
verurteilte den Angeklagten zu 100 Mark Geldſtrafe,
eventl. 20 Tagen Gefängnis.
— Vom Großh. Hoftheater. Heute Dienstag
gelangt=
unter Leitung von Erich Kleiber und Adolf Jordan=
Millöckers Operette „Der Bettelſtudent” bei kleinen
Preiſen im A=Abonnement nach längerer Pauſe zur
Wie=
derholung. Margarethe Beling=Schäfer ſingt erſtmalig
die „Bronislawa”, Hans Bertram den „Schweinitz” Luiſe
Kümmel die „Eva‟. Die Vorſtellung beginnt um 7½ Uhr.
Am Mittwoch gelangt im B=Abonnement Wagners „
Der=
fliegende Holländer” mit Kammerſänger Georg
Weber in der Titelpartie zur Aufführung. Am Donnerst,
tag nimmt der Ibſen=Zyklus mit der Neueinſtus
dierung von „Baumeiſter Solneß” unter Leitung von Re= Baumeiſter ſeinen Anfang. Im weiteren Verlaufe
des Zyklus gelangen am Freitag, den 6. März, „Die
Stützen der Geſellſchaft”, am Mittwoch, den 11. März,
„John Gabriel Borkman” (Premiere) und am Dienstag,
den 17. März, „Rosmersholm” zur Aufführung. Auf dieſe
vier Abende, die abwechſelnd den vier Buchſtaben zufallen,
wird ein Extraabonnement zu ermäßigten Preiſen
er=
öffnet, mit deſſen Ausgabe am Dienstag, den 24. Februar,
nachmittags, begonnen wird. Die Ausgabe des
Extra=
abonnements wird an den folgenden Tagen fortgeſetzt,
Eine Vorverkaufsgebühr wird für das Sonder=Abonnement
nicht erhoben. Der Einzelverkauf für „Baumeiſter
Sol=
neß” findet am Donnerstag bei kleinen Preiſen ſtatt. In
der heutigen Vorſtellung „Bettelſtudent” ſingt das
ehe=
malige Mitglied des Hoftheaters, Herr Karl Jahn, der
gegenwärtig als Heldentenor am Stadttheater in Münſter
mit großem Erfolg künſtleriſch tätig iſt, die von ihm im
Vorjahre dargeſtellte Partie des „Jann Janicki”.
— Die Kammermuſikvereinigung der Herren de Haan,
Schmidt, Reſche, Sprenger und Andrege veranſtaltet
kom=
menden Sonntag, den 1. März, ihre dritte Matinee
Da Herr Profeſſor Schumann aus Berlin wegen Erkrand
kung in ſeiner Familie ſeine Mitwirkung auf die viertel
Matinee verſchieben mußte, wird nunmehr in der dritten
Matinee das ganze Programm, wie es für die vierte
Ver=
anſtaltung geplant war, zur Ausführung kommen, und
zwar Mozarts Klarinettenquintett mit Herrn Winkler, das
Es=dur=Klavierquartett und eine Sonate für Harfe und
Violine, wozu die Harfenvirtuoſin Frau Baum ihre
Mit=
wirkung freundlichſt zugeſagt hat. Der Kartenverkauf hat
bereits bei G. Thies Nachfl. begonnen.
* Unterricht in Geſundheitspflege. Man ſchreibt uns
Die hieſige Ortsgruppe des Mazdaznan=Bundes, e. Val
deſſen Sitz in Leipzig iſt und der die umfaſſende Regene
ration und Hebung der Raſſe durch die Mazdaznan=
Diät=
lehre, Atem= und Geſundheitslehre erſtrebt, wird vom
26. d. M. an wieder einige Vorträge in Darmſtadt
ver=
anſtalten, und zwar im Fürſtenſaal. Wer die Vorträgd
nicht beſuchen kann, ſich aber dafür intereſſiert, kann ſich
die Aufklärungsſchriften des Bundes (Volksernährung
Hygiene des Körpers und Geiſtes, Sexuelle Aufklärungſe
koſtenlos zuſenden laſſen. Die meiſten Menſchen denken
leider erſt an ihre Geſundheit, wenn ſie verloren
gegan=
gen iſt. Die Aufforderung zu vorbeugender
Geſundheits=
pflege, zur Hebung der Volksgeſundheit verdient deshalb=
Beachtung bei allen Wohlgeſinnten, und wir verweiſen
hiermit auf die Bekanntgabe der Mazdaznan=Vorträge im
heutigen Anzeigenteil.
* Vortrag. Es ſei auch an dieſer Stelle aufmerkſam
gemacht auf den Vortrag des Herrn Prof. Schwarz
in der Eliſabethenkirche Mittwoch abend 8 Uhr. (Siehe
Anzeige.)
* Odenwaldklub. Die Ortsgruppe Frankfurt hat
als Ziel ihrer Wanderung am 1. März Darmſtadt
ge=
wählt. Die Frankfurter Wanderfreunde werden um 5 Uhr.
zur Schlußraſt im Reſtaurant der Turngemeinde am
Woogsplatz einkehren und ſich freuen, wenn die Darms
ſtädter Klubgenoſſen zahlreich bis zur Abfahrt, die um 8,55
Uhr erfolgt, zum gemütlichen Zuſammenſein ſich einfing
den. Deshalb ergeht an die Darmſtädter Klubiſten
hier=
mit der Ruf, der Einladung der Frankfurter Wanderen
Folge zu leiſten.
* Aus der Beſſunger Bücherhalle (Beſſungerſtraße 48)
wurden im Januar 1142 Bücher entliehen; eingeſchries
bene Leſer ſeit 1. April v. J. 479. Geſchenke gingen eine
Von Fräulein von Zabern ein Jahrg. Zeitſchr. und 19
Hefte, von Frau Geheimerat Haas 6 Bde. Daheim, von
Dr. W. Beckh 7 Jahrg. „Kosmos” 10 Bde., 53 Hefte, 66
desgl., vom Heſſ. Lehrerinnenverein 1 Jahrg. Zeitſchr. Den
gütigen Gebern herzlichen Dank! Anmeldungen weiteren
Spenden von Büchern, guten Zeitſchriften, ſowie
Beitritts=
erklärungen zum Verein für Verbreitung von Volkst
bildung” (Mindeſtbeitrag 2 Mark) werden vom Vorſtand
des Vereins gerne entgegengenommen. Unentgeltlich
Bücherausgabe: Dienstag, Donnerstag und Samstag von
abends 7½—9 Uhr. Daſelbſt auch Bücherverzeichniszu
20 Pfennig.
§ Brotgewichtsreviſionen. Im Laufe des Jahres 191d
wurden durch den Nührungsmittelkontrollbeamten Großhe
Allerlei vom Karneval.
„Karneval‟
Von Dr. W. Stein, Leipzig.
Wer nach dem Urſprung des Wortes „Karneval” fragt,
erhält auch von dem gebildeten Menſchen, vielleicht ſogar
gerade von dieſem, die im ſelbſtverſtändlichen Tone
abge=
gebene Antwort: „Kommt her von carne vale, zu deutſch:
Fleiſch, lebe wohl‟ Dieſer Erklärung wird flugs noch
hinzugefügt, die dann folgende Faſtenzeit rechtfertige die
vorhergehenden üppigen Feſte und trüge auch Schuld an
dem Namen carne vale.
Das iſt ein großer Iretum, der ſich aber aus dem
Be=
ſtreben des aufkommenden Chriſtentums, alle Feſte unſerer
heidniſchen Vorfahren mit dem religiöſen Kultus in irgend
eine Beziehung zu bringen, erklärt. Das Julfeſt, die
Winterſonnenwendefeier, das vornehmſte und heiterſte
Feſt der alten Germanen, wurde zum Weihnachtsfeſt; im
Oſterfeſt wird das Feſt der Göttin Oſtara gefeiert, und
in jeder Familie huldigt man noch heute wie
ſelbſtver=
ſtändlich der uralten Sitte, einander zu Oſtern mit bunten
Eiern zu beſchenken, dem Sinnbilde des keimenden
Lebens.
So handelt es ſich auch bei unſerer Faſtnachtsfeier um
einen ſehr alten heidniſchen Kultus, nämlich um die
Ver=
ehrung der Göttin Iſa oder Eiſen, der Beſchützerin der
Schiffahrt und des Handels. Schon Tacitus berichtet,
daß ſueviſche Völker der Iſis opferten, deren Zeichen ein
Schiff war. Verſchiedene alte Sagen erwähnen auch
einen Schiffer Eiſe oder Iſe, und der Iſenſtein,
Brunhil=
dens Burg in der Nibelungenſage, die Iſenburg am
Niederrhein, Eisleben, Eiſenach leiten ihren Namen
mög=
licherweiſe von der alten einheimiſchen Göttin her. Ihr
zu Ehren wurde noch im zwölften Jahrhundert mehrere
hundert Jahre nach der Einführung des Chriſtentums,
ein im Jülichſchen gezimmertes und mit Rädern
ver=
ſehenes Schiff über Aachen und Maaſtricht nach der
Schelde gefahren. Leinweber die alte Prieſterſchaft der
Göttin, mußten es ziehen; Männer und Frauen in
wil=
dem Gedränge und in ausgelaſſener Feſtfreude umtanzten
in allerlei Vermummungen dieſen Schiffswagen, — das
Fahrzeug, das zugleich Wagen und Schiff war, und daher
carnaval genannt wurde. In ganz ähnlicher Art mochte
wohl in heidniſcher Zeit das Feſt der Göttin gefeiert
wor=
den ſein, wie ſie ſich heute in vielen Gegenden, namentlich
am Rhein und in Süddeutſchland, in den Maskenumzügen
erhalten hat. Eine ſpätere Sage berichtet, daß die Göttin
Iſa oder Eiſen das Volk den Ackerbau, und die Kunſt zu
nähen und zu weben gelehrt und beſonders die Ehe
ge=
fördert und geſegnet habe. So gewinnt es faſt den
An=
ſchein, als handle es ſich um die alte mütterlich ſorgende
Erdgöttin, welche die Künſte des Friedens förderte und
Handel und Schiffahrt beſchirmte, und die ſchon Tacitus
mit dem Namen Herthus (irrtümlich Hertha, erinnert ſei
an den Hertha=See auf Rügen) zu nennen wußte. Auch
ſie wurde im verhüllten, mit Kühen beſpannten Wagen
unter Geleit des Prieſters und einer großen Volksmenge
durch das Land gezogen, und Friede und Eintracht,
Freude und Luſtbarkeit herrſchte, wohin ſie kam. So zeigt
ſich ſicherlich zum Erſtaunen vieler, daß keine fremde
Kul=
tur und Unkultur die Jahrtauſende alten Gebräuche und
Feſte zu verdrängen vermochte, ein Zeichen, wie tiefe
Wurzeln dieſer Kultus im Volksbewußtſein geſchlagen
hat, ein Zeichen aber auch dafür, wie ſtark unſer Volk
im Fühlen, Denken und zähen Feſthalten ſeiner
Ueber=
lieferungen iſt. Das aber iſt ein gutes Zeichen. Wer
demgegenüber von mangelndem oder gar ſchwindenden
Volksgefühl, von erſterbendem Nationalbewußtſein reden
wollte, der möge ruhig weiter unken.
Schweres Karnevalsgeſchütz.
* Hei! Wie die Konfettiblättchen durch die Luft
wir=
beln. Die Schlacht iſt in vollem Gange. Das Karnevals=
geſchütz iſt kriegsmäßig aufgefahren und protzt hurtig wie
ein Maſchinengewehr ſeine Geſchoſſe ab. Bei all ihren
Harmloſigkeit können ſie, wenn ſie in Scharen daher
ſchwircen verteufelt unangenehm werden. Aber freus
Dich, Du kleiner Racker, der Du pruſteſt ob der wohlge
zielten Ladung, ſei froh, Du Brummbär, der Du das
Ges=
ſicht in Falten ziehſt, daß Du nicht weilſt im Land, „wa
die Zitronen blühen‟ Ja, fern im Süd, im ſchönen
Spanien, und im Nachbarlande Portugal, da wir
beln im Karnevalstreiben Bohnen und Erbſen, ja ſelbſt
Zitconen und Apfelſinen durch die Luft. Ein
ungeſchries=
benes Geſetz heiſcht es allerdings, daß dieſe ſchweren
„durchſchlagenden” Geſchoſſe nur vom ſchönen und ſchwat
chen Geſchlecht geſchleudert werden dürfen. Aber auf der
männlichen Seite ſetzt es darum nicht weniger Verluſte,
und beſonders auf der Inſel Minorka, wo Zitronen und
Apzelſinen faſt ausſchließlich die Artillerie des Karnevals
msmachen, hat ſchon manch einer mit einem
Brumm=
ſchädel die Wahlſtatt verlaſſen. Böſe Zungen behaupten
daß ſchon manch liebeglühender Romeo durch einen zarten
Wurf ſeiner Julia einen oder mehrere Vorderzähne
ein=
gebüßt hätte. Höchſt unerfreulich mutet uns
Mitteleuro=
päer auch das Karnevalsgeſchoß der Argentinier anz
Waſſer, ganz einfach Waſſer iſt es. Aber mit einer kleis
nen Variation könnte man auch hier ſagen: „Wohltätig
iſt des Waſſers Macht, wenn ſie bezähmt, wenn ſie
be=
wacht . ‟ Auf den Balkonen der Häuſer von Buenos
Aires prangt am Faſtnachtstage ein reicher Damenflor
Eine jede Schöne iſt mit einer „mörderiſchen” Handſpritze
bewaffnet, für die die Munition in einem rieſigen Kübel
der immer aufs neue mit Waſſer gefüllt werden muß, ſo
raſch entleert er ſich, bereit ſteht. Und das ſpritzt und
ziſcht von den Balkonen auf das fröhlich ſich durch die
Straßen drängende Völkchen, das wehrlos dieſen
Ge=
ſchoſſen preisgegeben iſt. Doch nicht wehrlos! Auch die
Menge auf der Straße hat ihre Wurfgeſchoſſe:
ausge=
blaſene Eier, die mit Waſſer gefüllt ſind und mit kundiger=
Hand geſchleudert werden. Da lobt man ſich doch mehn,
Nummer 55.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. Februar 1914.
Seite 3.
folizeiamts in 104 hieſigen Bäckereien 416
Brot=
ſwichtsreviſionen auf Grund der
Polizeiverord=
ng vom 22. Dezember 1902 für die Stadt Darmſtadt,
Anſchlag der Brotpreiſe und =gewichte betreffend,
vor=
ſrommen. Hiervon ſind in 6 hieſigen Bäckereien 83
ote wegen Mindergewicht beſchlagnahmt worden. Bei
auswärtigen Bäckern, welche Brot in hieſiger Stadt
m Verkauf bringen, wurden 21 Brotgewichtsreviſionen
hrgenommen. Hierbei ſind bei 4 Bäckern 53 Brote wegen
ſindergewicht beſchlagnahmt worden. Wegen
Minder=
wicht von 15 bis 25 Gramm wurden 65 Brote bei 20
Reſigen Bäckern und Brothändlern durchſchnitten. Bei 8
tswärtigen Bäckern wurden 20 Brote wegen
Minder=
zwicht von 15 bis 25 Gramm durchſchnitten. Das höchſte
Rindergewicht betrug bei hieſigen Bäckern 320 bis 340
ſamm und bei auswärtigen Bäckern 190 Gramm pro
ſb Brot. Insgeſamt wurden bei hieſigen und
auswär=
lgen Bäckern einſchließlich der hieſigen Brotverkaufsſtellen
Brote durch Nachwiegen in bezug auf das Sollgewicht
rüft. Das beſchlagnahmte Brot wurde gemäß der
Po=
iverordnung dem zuſtändigen Polizeirevier
überwie=
ſr. welches die Verteilung des Brotes an die Armen
ſiteelte. Auf Grund der Polizeiverordnung vom 22.
De=
kmber 1902 und Artikel 185 und 186 des
Polizeiſtrafgeſetz=
ſſches ſind gegen 6 hieſige und 4 auswärtige Bäcker wegen
ſſe lhaltens von mindergewichtigen Broten
Polizeianzei=
e- erhoben worden.
§ Selbſtmord. Ein im Beſſunger Stadtteil
wohnhaf=
n Taglöhner hat am Montag vormittag zwiſchen 4 und
hr in ſeiner Wohnung ſeinem Leben durch
Erhän=
ſen ein Ende gemacht.
Karneval in Darmſtadt.
Die Karnevalgeſellſchaft Narrhalla
ſar ihre Tätigkeit eigentlich mit dem Maaskenfeſt
m Saalbau offiziell abgeſchloſſen. Geſtern und heute hat
ſe nur noch Repräſentationspflichten zu erfüllen. Am
dienstag wird nach alter Tradition Ehrenpräſident Max
lnſpach ſeine getreuen Elfer bei ſich ſehen. Sie ſind
un Kaffee geladen. Wie immer wird asf dem
Ernſt=
hdwigsplatz vor der Wohnung des Ehrenpräſidenten
kromenadenkonzert ſtattfinden, und zwar werden
ſie beiden Hofkapellen unter den Obermuſikmeiſtern
hauske und Weber Ständchen bringen. Von ¾3 Uhr ab
ſpielt die Kapelle des Feldart.=Regts. Nr. 61 unter
Ober=
uſikmeiſter Weber und daran anſchließend die Kapelle
ſes Leibgarde=Inf.=Regts. Nr. 115 untr.
Obermuſik=
n iſter Hauske.
Geſtern abend folgte der Große Rat der
Karneval=
ſe ellſchaft Narrhalla offiziell einer Einladung des
Velo=
ſipedklubs Darmſtadt zum Maskenball dieſes
Ver=
ins, der diesmal im Städtiſchen Saalbau ſtattfand. Das
komitee wurde bei ſeinem Erſcheinen lebhaft begrüßt und
ſielt offiziellen Einzug. Im Auftrage des Vorſtandes des
Pelozipedklubs Darmſtadt hielt Herr Mitze eine kurze
ſſerzliche Begrüßungsanſprache, die mit einem Hoch auf
ſen Darmſtädter Karneval und beſonders auf den Elferrat
ſe— Karnevalgeſellſchaft Narrhalla endete, die unentwegt
eint nun bald 33 Jahren die Fahne des Prinzen Karneval
ls deſſen berufenſte Vertreterin hochhalte. Präſident
bert Supp dankte herzlichſt und toaſtete ſeinerſeits auf
en Velozipedklub Darmſtadt und ſeinen rührigen
Vor=
ſemd, der ja ebenfalls eine feſte Stütze des Karnevals
ge=
vorden ſei und dies auch dadurch dokumentiert habe, daß
ſer erſte Vorſitzende in den Elferrat eingetreten ſei. In
lmerkennung ſeiner in dieſer Eigenſchaft noch jungen
Errdienſte und des ſchönen Verhältniſſes zum Veloziped.
ſt. b Darmſtadt verlieh der Präſident Herrn Bauer den
Hausorden der Karnevalgeſellſchaft Narrhalla am Bande.
Der Elferrat verlebte dann noch ein paar ſchöne
Stun=
ſem bei den V. C. Dern, die auch durch dieſes
ſchön verlaufene und großzügig angelegte Feſt
be=
voeſen daß ſie nicht nur im Sportbetrieb, ſondern in
ewer Beziehung auf der Höhe ſind.
Der Roſen=Montag
rachte im übrigen, außer dem heiteren Faſchingsabend
n Hoftheater, „nur” den Karnevalbetrieb in den
Lärſés, Hotel Heß und ſonſtiggn Reſtaurants. Der ſeit
Jahren eingeführte Rheiniſche Karneval im
otel „Zur Traube” war wieder außerordentlich
jchhlreich beſucht. Die Räume des Hotels trugen
vor=
uhhm=heiteren Feſtſchmuck und ein freudig=heiteres
Genie=
zim, das zu toller Faſchingslaune ſich auswuchs
durch=
piehte das ganze Haus. Man ſah glänzende Toiletten
ud ſah viel, das dieſe Toiletten entgegenkommend —
nthüllt ließen. Nach dem in den verſchiedenſten Räumen
imgenommenen Souper wurde in den Sälen oben und
utten muſiziert und getanzt, überall geſcherzt, gezecht,
ge=
lioft und gelacht. Kurz, es war ein ſehnendes, ſeliges
Ge=
ſueßen der Freuden, die der Faſching beut, ein Genießen,
as in Darmſtadt ſeit einigen Jahren in geradezu
er=
ichreckendem Maße zugenommen hat. Trotz Geburten=
rückgang geht Darmſtadt in dieſer Beziehung der
Groß=
ſtadt mit Rieſenſchritten entgegen.
Großſtädtiſchen Charakter tragen auch vor allem die
umfangreichen und vielgeſtalteten Arrangements im
Hotel Heß, die am heutigen Faſtnachtsdienstag ihren
Höhepunkt erreichen. Das Gedränge war Sonntag und
geſtern abend oftmals lebensgefährlich, aber die
ausge=
laſſene Stimmung fand ihre Berechtigung in der
Reich=
haltigkeit des Gebotenen, wie es in den karnevaliſtiſchen
Rahmen paßte.
Neu hinzugetreten zu den Lokalen, die ſich durch
be=
ſonders ſtimmungsvolle Arrangements während der
Karnevalstage auszeichnen, iſt das Hotel „
Darm=
ſtädter Hof”, das ſich zum erſten Male in ein
karne=
valiſtiſches Gewand gekleidet hatte. Während in den
un=
teren Räumen bei ausgezeichneter Küche und Keller dem
närriſchen Prinzen gehuldigt wurde, kamen in den oberen
Räumen vor allem die Tanzluſtigen zu ihrem Recht. Die
Dekorationen waren ſehr ſchön und das Feſt nahm auch
hier einen ſehr animierten Verlauf. Heute Dienstag
wird auch im „Darmſtädter Hof” nochmals etwas
Beſonderes geboten werden.
In den Cafés „Zur Oper” Schloßcafé und
Ernſt=Ludwig herrſchte ununterbrochen fröhliches
Treiben, das heute auch hier, wie überall, ſeinen
Höhe=
punkt erreichen wird.
Liederzweig. Der Geſangverein „Liederzweig”
hielt in dem großen, närriſch geſchmückten Saale der
Turn=
halle am Woogsplatz ſeinen Maskenball ab. Die
Be=
liebtheit dieſer Veranſtaltung beim „Liederzweig” zeigte
der ſchon bei guter Zeit vollbeſetzte Saal, trotz der vielen
an dieſem Abend gleichartigen Vergnügungen. Die
Be=
ſucher des Feſtes wurden auch in ihren hochgeſpannten
Erwartungen nicht getäuſcht, denn außer den ſehr vielen
und ganz beſonders ſchönen und eigenartigen Masken,
deren Studium allein ſchon, auch den Aelteren den
Be=
ſuch des Feſtes lohnte, hatten Mitglieder des Vereins
al=
lerhand Ueberraſchungen für die Feſtbeſucher bereit. Es
war da zu ſehen: „Der ſprechende Film”, „Tisko, das
Meerweibchen” und außer vielem anderen eine
Akrobater=
truppe, beſtehend aus den erſten und bekannteſten
Ring=
kämpfern der Welt, die für ihre ganz hervorragenden.
Leiſtungen von dem ſtaunenden und begeiſterten Publikum
den größten und wohlverdienten Beifall ernteten. Bei der
fleißigen Muſik der Kapelle Weber war das
Maskentrei=
bei ein mit Scherz und Frohſinn gewürztes, ſchön
gemüt=
liches, jedermann befriedigendes, und deshalb auf frohes
Wiederſehen im nächſten Faſching beim „Liederzweig”!
Turngemeinde. Der zahlreiche Beſuch, deſſen
ſich der vom Elferkomitee der Turngemeinde veranſtaltete
Kabarettabend zu erfreuen hatte, bewies wieder zur
Ge=
nüge, welcher freundlichen Aufnahme ſich die
Veranſtal=
tungen der Turngemeinde erfreuen dürfen. Unter der
be=
währten und geſchickten Leitung des Präſidenten des
Elferrates, Herrn Fillmann, entwickelte ſich alsbald eine
vergnügte Stimmung, und unter der Regie des Turners
Fritz Engel wurde zunächſt das von Herrn Fillmann
ver=
faßte Eröffnungsfeſtſpiel geboten, das den Mitwirkenden:
Fräulein Aenne Münch und den Turnern Otto
Wunden=
berg, Georg Schäfer, Guſtav Schäfer, Otto Weiffenbach
und Jean Schwörer, reichen Beifall brachte. Den
Glanz=
punkt des Abends bildete Herr Fritz Erbes als
Charakter=
humoriſt. Was er geboten hat, übertraf alle
Erwartun=
gen und wurde mit reichem Beifall belohnt. Auch einige
neue Lieder, die von den Herren Fillmann, Louis Graf
und Fräulein Schneider verfaßt waren, wurden geſungen
und trugen in anſprechender Weiſe dazu bei, den Abend
angenehm zu geſtalten und verſchönern zu helfen Im
Verlaufe des herrlichen Abends wurde noch eine Reihe
Auszeichnungen verliehen. Es erhielten: Herr
Dekora=
tionsmaler Gg. Krauß den Orden für Kunſt und
Wiſſen=
ſchaft, Herrn Hauske ernannte man unter entſprechender
Dekorierung zum närriſchen Hofkapellmeiſter, und den
Herren Peter Stephan, Adam Fleck. Wilh. Willenbücher,
E. Weicker und Wilh. Müller verlieh man den Orden für
treue Arbeit. Der muſikaliſche Teil lag in den Händen
der Kapelle des Leibgarde=Regiments Dem um 11 Uhr
angeſetzten Tanz wurde in reichem Maße zugeſprochen,
und ſo darf die Turngemeinde auf ihre glanzvoll
verlau=
fenen diesjährigen karnevaliſtiſchen Veranſtaltungen mit
Zufriedenheit zurückblicken, die dem Verein viele neue
Freunde zugeführt haben dürften. Heute, Dienstag, findet
großes karnevaliſtiſches Faſchingstreiben ſtatt.
Hanauer=Hof. Die für letzten Samstag
pro=
jektierte Maskenredoute mußte in letzter Stunde abgeſagt
werden, da eine Störung in der Beleuchtung des Saales
eingetreten war, die in der kurzen Zeit nicht mehr behoben
werden konnte. Das Maskenfeſt findet nun am nächſten
Samstag ſtatt. Heute, Dienstag, findet zum Schluß
des Karnevals nochmals großes Faſchingstreiben ſtatt.
Schützenhof. Am Faſtnachtdienstag findet in den
Kellerlokalen ein karnevaliſtiſches Konzert ſtatt. Anfang
5 Uhr (Siehe Anzeige.)
Rummelbräu. Heute, Faſtnachtdienstag, findet
in ſämtlichen Räumen großer rheiniſcher Karneval mit
Tanz ſtatt, die muſikaliſche Leitung liegt in den
bewähr=
ten Händen des Herrn Obermuſikmeiſters Franz Mickley.
Die Saaldekoration, welche von Künſtlern und Fachleuten
als hervorragend bezeichnet wird, bleibt bis zur nächſten
Tango=Reunion, Donnerstag, den 26. ds. Mts., erhalten.
(Siehe Anzeige.)
Eberſtadt, 23. Febr. Das karnevaliſtiſche
Tanzfeſt mit Reunion im Gaſthaus „Zum
Schwa=
nen” unter Leitung des Herrn Meiſinger=Darmſtadt hatte
zahlreiche Beſucher angelockt. Eine Anzahl Paare trat zu
verſchiedenen Modetänzen an und bewies, daß dieſe ſich
in immer weitere Geſellſchaftskreiſe Eingang verſchaffen.
Tanz, Muſik und allerlei Ueberraſchungen wechſelten
miteinander ab und ernteten vollen Beifall. Ein
Tanzſchönheitswettbewerb beſchloß das Arrangement. Wie
wir hören, iſt für Mitte März eine weitere Reunion der
modernen Tänze vorgeſehen. Näheres wird noch bekanni
gegeben.
M. Stockſtadt, 23. Febr. (Der Heſſiſche
Volks=
ſchriftenverein) veranſtaltet im Laufe dieſer Woche,
Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag, hier im
Saale des Gaſtwirts Roth eine
Bilderausſtel=
lung von künſtleriſchen Steindruckbildern. Herr Lehrer
Haſſinger von Darmſtadt wird in einem Vortrage
über den Zweck dieſer Veranſtaltung reden. Auch findet
eine Verloſung dieſer Bilder ſtatt. Hoffentlich iſt der
Be=
ſuch ſehr gut, denn den Landleuten wird hier einmal
künſtleriſcher Wandſchmuck, der für wenig Geld zu haben
iſt, zur Anſicht vorgelegt.
* Bürſtadt, 22. Febr. (Fliegerlandung.) Hier
ging heute morgen im ſogenannten Bruch ein Flieger
nieder. Dieſer war von Straßburg kommend, in eine
falſche Richtung geraten und iſt deshalb, um nicht noch
mehr von ſeiner Fluglinie abzukommen, hier gelandet.
Von einer großen Menſchenmenge umgeben, machte er
eine Stunde Raſt und flog in der Richtung nach
Frank=
furt wieder weiter.
Heuſenſtamm, 23. Febr. (Selbſtmordverſuch.)
In der Nähe des Ortes wurde der 16jährige Sohn eines
Gaſtwirts von hier mit einer Schußwunde im Unterleib
gefunden. Er hatte ſie ſich kurz vorher beigebracht. Man
brachte den Verletzten in ſeine elterliche Wohnung und
nach Anlegung eines Notverbandes in das Krankenhaus
nach Offenbach. Der junge Menſch war bei einem
Bäcker=
meiſter in Bockenheim als Lehrling und ſeit zwei Tagen
arbeitslos. Ob er ſich dieſen Schuß in ſelbſtmörderiſcher
Abſicht beigebracht oder ob unglückliches Hantieren mit der
Waffe vorliegt, iſt noch nicht feſtgeſtellt. Sein Zuſtand
iſt ſehr bedenklich. — (Intereſſanter Fund) Bei
der Arbeitsloſenbeſchäftigung wurden in einer
Feldgemar=
kung, die von jeher die Bezeichnung „Galgen” trug, die
Fundamente eines ehemaligen Galgens tief in der Erde,
beſtehend aus einem feſten Gemäuer und eichenem Gebälk,
gefunden. Der Verein für Altertumskunde ordnete an,
daß eine Bedachung hergeſtellt und ein Weg dahin
ge=
bahnt werde. Die Chronik ſelbſt erwähnt einen Galgen
ſchon in der Mitte des 17. Jahrhunderts.
Mainz, 23. Febr. (Kundgebung des
katho=
liſchen Lehrervereins.) Die vom
katholi=
ſchen Lehrerverein im Großherzogtum
Heſſen veranſtaltete außerordentliche
Generalverfamm=
lung war von über 600 Perſonen beſucht und nahm unter
der Leitung des Lehrers Schorn (Mainz) einen ſehr
be=
merkenswerten Verlauf. Der Verhandlungsleiter
be=
tonte lobend das Eintreten der Zweiten Kammer und das
der Zentrumspartei für die Lehrer, beklagte aber
anderer=
ſeits das Verhalten der Erſten Kammer. Lehrer Schäfer=
Bensheim referierte und betonte, daß man in der Erſten
Kammer jedes warme Wort für die Lehrer vermißt habe.
ausgenommen das Eintreten von PrälatD. Dr Flöring. In
gleichem Sinne ſprach Lehrer L. Schmitt=Darmſtadt. Der
Kontraſt zwiſchen den Reden des evangel. Prälaten und des
katholiſchen Domkapitulars werde in der heſſiſchen
Lehrer=
ſchaft nicht ſo bald vergeſſen werden. Man nahm alsdann
nachfolgende Entſchließung an: „Die zu einer
außerordentlichen Generalverſammlung
zuſammenberufe=
nen Mitglieder des katholiſchen Lehrervereins im
Groß=
herzogtum Heſſen bedauern aufs Schmerzlichſte die —
mit Ausnahme des Herrn Prälaten D. Dr. Flöring —
ableh=
nende Stellungnahme der Erſten Kammer in betreff der
Beſoldungsangelegenheit der Lehrer und Lehrerinnen und
erklären einmütig, daß ſie die von der Zweiten Kammer
feſtgeſetzten Gehaltsſätze als das Mindeſtmaß deſſen
be=
trachten, was ſie gegenüber dem für die mittleren
Beam=
ten geſchaffenen Dienſteinkommen beanſpruchen müſſen.
Sie erwarten darum, daß bei den bevorſtehenden
Ver=
handlungen der geſetzgebenden Körperſchaften über dieſe
Angelegenheit unter die Gehaltsſätze nicht
heruntergegan=
gen werde, da ſie darin eine Zurückſetzung und eine
Min=
derbewertung ihres Berufes und ihrer Berufsarbeit
er=
blicken müßten.” — Zuletzt kam eine vom Bezirksverein
Offenbach durch Lehrer Zahn vorgeſchlagene Entſchließung
zur Annahme, wonach Dr. Bendix auf Grund des § 12
der Vereinsſatzungen (Wahrung der Intereſſen des
Ver=
eines) als Mitalied aus dem katholiſchen Lehrerverein
ausgeſchloſſen wird. Eine weitere Entſchließung
ſagt, daß ſich im übrigen die katholiſchen Lehrer und
Leh=
rerinnen Heſſens durch das Verhalten des Herrn Dr.
Ben=
dix nicht in ihrer Treue zur Kirche irre und wankend
ma=
chen laſſen, daß aber ihr Vertrauen zur kirchlichen
Be=
hörde aufs Schwerſte erſchüttert worden ſei. (Frkf. Ztg.)
(*) Friedberg, 22. Febr. (Am Lehrerſeminar)
wird mit Beginn des neuen Schuljahres die Errichtung
einer Seminarſchule verwirklicht. Als
Unterrichts=
lokal iſt das alte Muſeum vorgeſehen, es wird gegenwärtig
umgebaut. In Bensheim, wo ſchon eine Seminarſchule
iſt, haben ſich ſo viele Schüler gemeldet, daß ſie nicht alle
aufgenommen werden konnten. In der Oberklaſſe wird
auch Unterricht in Franzöſiſch erteilt, und zwar für die
beſſeren Schüler.
Schotten, 23. Febr. (Eines eigenartigen
To=
des) ſtarb eine ältere Frau in Gedern, die bei einem
Gang durchs Feld einen Anfall erlitt, niederfiel und im
tief durchgeweichten Ackerſchlamm anſcheinend erſtickte.
(*) Aus Oberheſſen, 22. Febr. (Neue
Verkehrs=
verbindungen) werden in mehreren Teilen unſerer
Provinz angeſtrebt Es handelt ſich um die Errichtung
von Automobillinien bezw. elektriſcher Bahnen,
da ſich die Erbauung von Eiſenbahnlinien nicht
verwirk=
lichen läßt. An Stelle des Eiſenbahnprojekts Mücke=
Ulrichſtein=Schotten ſtrebt man die Errichtung einer
Auto=
linie an. Zwiſchen Beuern und Großen=Buſeck ſoll
ebenfalls eine Kraftwagenverbindung hergeſtellt
werden. In Butzbach und Umgegend wird die Errichtung
einer elektriſchen Bahn Butzbach durch mehrere Taunusorte
über Ober= und Nieder=Mörlen nach Bad=Nauheim
leb=
haft erörtert. Da die Wetterauer Kraftwagenlinie
Fried=
berg=Ranſtadt kaum den ſtarken Perſonenverkehr
bewäl=
tigen kann, und die Regierung die Erbauung einer
Eiſen=
bahn Friedberg=Ranſtadt ahgelehnt war, ſo ſtrebt man die
die Konfitüren, und die Bonbons, kurz, das Konfekt, das
bekanntlich bei unſerem Konfetti Pate geſtanden hat.
Konfitüren und Bonbons wirft man noch heute wohl in
Ittalien und vor allem im ſchönen Havanna, über
deſſſen Karnevalsgeſchütz noch ein beſonderes Wort zu
ſaggen wäre. Dort ſind die Theater der Schauplatz
mun=
tecer Kämpfe. Da werfen die Herren kleine Puppen den
Stchauſpielerinnen zu. Inhalt: Konfekt. Die Damen
bambardieren die Herren auf der Bühne mit Bonbons
unnd wohl auch mit — Parfüm. Und zu alldem kommen
nuch die Pinatas, an der Decke hängende Ballons die
plötzlich von unſichtbarer Hand geöffnet werden und ihren
leikeren Inhalt, Bonbons und Konfitüren, über die
nogende Menge ergießen. Das ſchönſte Karnevalsgeſchoß
ſiund wohl zarte Blumen. Leider müſſen wir aber dieſer
hüibſchen Artillerie in unſeren rauhen Februartagen, in
danen die Natur noch im Winterſchlafe ruht, entraten.
Der Armenzoll der belgiſchen Faſtnacht.
wk. Zu keiner Zeit rollt das Geld ſo leicht wie in den
Faſtnachtstagen. Da iſt es nun ein hübſcher Zug des
bllgiſchen Karnevals, daß auf allen Luſtbarkeiten die
Armen und Hilfsbedürftigen ihren Zoll einernten.
So=
rillegen in Brüſſel Vereine, insbeſondere Geſangvereine,
in den letzten drei Faſchingstagen, an denen alle Cafés,
Baallſäle, Reſtaurants und Wirtſchaften voll gepropft von
Mienſchen ſind, des Abends von einem öffentlichen Lokal
zu m anderen zu ziehen. Ueberall tragen ſie einige
Geſang=
ſtücke vor und heiſchen dann eine Gabe für die Armen,
diee auch immer bereitwilligſt von allen geſpendet wird.
Auch bei den großen Maskenzügen wird für die
Armen=
kaſſſe geſammelt. Schauluſtige ſind zu dieſen Feſtzügen
voen Nah und Fern herbeigeeilt, und in der fröhlichen
Laune und Karnevalsſtimmung opfern ſie gern ein
Scherf=
lein für die Armen. Nachdem der tolle Karneval
vorüber=
gerauſcht iſt und die ſtille Faſtenzeit ihren Einzug
gehal=
tem hat, beginnt dann die Freude, dank dem in den
Faſt=
lnachtstagen erbettelten Armenzoll, in die Hütten der Ar=
men einzuziehen, denen von den geſammelten Geldern
allerlei nützliche Spenden beſchert werden.
Ich bin der Doktor Eiſenbart .
C Im luſtigen Schwabenländle iſt’s. In Bühl
iſt ſog. Faſtnachtstag. Ein munter Treiben gibt’s auf
den Plätzen. Der hochberühmte, vielgereiſte,
wunder=
tätige Doktor Eiſenbart zeigt ſeine Künſte. Mit Kleinem
fängt er an. Zuerſt muß er jemanden — raſieren. Aber
mit einem Löffel, und indem er beſtändig hüpfend ſein
Leiblied, das Lied vom Doktor Eiſenbart, ſingt. Das iſt
ein luſtiges Duett. Denn der auf dieſe ulkige Weiſe ſeiner
(künſtlichen) Bartzier Beraubte wimmert natürlich
weh=
klagend darein. Endlich iſt die Prozedur vollendet, und
jetzt gehts ans Meiſterſtück. Ein Buckliger — er hat einen
rieſengroßen Höcker — tritt in den Kreis. Doktor
Eiſen=
bart nimmt ſein gewaltiges Meſſer, holt aus und — weg
iſt der Buckel. So geſchickt hat er es gemacht, daß nicht
einmal ein Tröpflein Blut fließt. Da bringt man ihm
einen Kranken, den er zur Ader laſſen ſoll. Eilfertig
ſchlägt ihm der hochwohlweiſe Doktor die Ader. Aber
o Schreck! — Der Kranke fällt plötzlich tot zur Erde.
Eiſenbart bemüht ſich, ihn wieder ins Leben
zurückzu=
rufen. Die Umſtehenden ſeuern ihn tüchtig an.
Vergeb=
lich. Der Tote liegt mauſetot da. Doktor Eiſenbart
be=
kommt es mit der Angſt, will die Beine auf den Buckel
nehmen und entwiſchen. Aber zwei Faſtnachtsnarren
machen Jagd auf ihn. Gelingt dem Doktor die Flucht,
dann muß jeder der Narren ein Fäßchen Bier auflegen.
Aber wehe, wenn ſie den Heilkünſtler packen! Dann wird
er zum Toten zurückgeführt, und alles pufft und knaufft
ihn, daß er den Armen wieder lebendig machen ſoll. In
wahrer Verzweiflung nimmt der Doktor Eiſenbart zuletzt
ein Rohr und bläſt dem Toten ſolange Luft ein — er
irrt ſich dabei nur und bläſt durch die dem Munde
ent=
gegengeſetzte Oeffnung des Körpers — bis er aus ſeinem
Todesſchlaf erwacht und geſund wieder aufſteht. Die
Ehre ſeiner Heilkunſt iſt gerettet.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. Februar 1914,
Nummer 55.
Errichtung einer elektriſchen Bahn zwiſchen beiden Orten
an. Dieſe ſoll neben dem Perſonenverkehr auch dem
Güterverkehr dienen und von dem Kraftwerk Wölfersheim
geſpeiſt werden. Die Vertreter der beteiligten Gemeinden
hielten bereits dieſer Tage eine Beſprechung in Nieder=
Mockſtadt ab und ſprachen ſich entſchieden für die
Ver=
wirklichung dieſes Projekts aus.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 22. Febr. Im Sonderzug
kraten geſtern 150 Sänger der Berliner Liedertafel
ihre Konzertfahrt nach Aegypten an. Die Reiſe ging
zu=
nächſt nach Baſel, wo heute abend ein Konzert mit
an=
ſchließender Feſtkneipe bei der Baſeler Liedertafel
ſtatt=
findet. — Eine wüſte Schlägerei riefen heute
mor=
gen etwa zehn halbwüchſige Burſchen in einem
Schank=
lokal in der Marienburger Straße hervor. Die
Lokalein=
richtung und die Fenſterſcheiben wurden vollſtändig
zer=
trümmert. Alle im Lokal anweſenden Perſonen und der
Wirt wurden verletzt, eine ſo ſchwer, daß ſie nach dem
Krankenhauſe geſchafft werden mußte. Etwa 400
Perſo=
nen, die ſich vor dem Lokal angeſammelt hatten, wurden
von der Polizei zerſtreut. — Ein Stromvon
Süßig=
keiten ergoß ſich geſtern nachmittag über die Bewohner
der Elſaſſerſtraße. Ein Wagen der Firma Mentzel aus
der Reinickendorfer Straße ſtieß mit einem
Straßenbahn=
wagen zuſammen und fiel um. Der edle Inhalt des
Wagens — es war feinſter künſtlicher Bienenhonig — floß
aus dem Wageninnern auf das Straßenpflaſter und machte
ſich auf dem Fahrdamm breit. Natürlich fehlte es bei
die=
ſer Gelegenheit auch nicht an witzigen Berlinern, die das
Sprichwort wahr machten: „Wer den Schaden hat, braucht
für den Spott nicht zu ſorgen”
Heidelberg, 23. Febr. (Ueberfahren.) Heute
mor=
gen wurden auf dem Gleis der Strecke nach Wiblingen die
völlig zermalmten Leichen zweier
Bahn=
arbeiter gefunden.
Ludwigshafen, 23. Febr. (Mord.) In einem
Pa=
villon im Frieſenpark im Stadtteil Frieſenheim wurde
heute vormittag auf einer Bank ein Liebespaar erſchoſſen
aufgefunden. Die Toten wurden als der 20jährige
Ar=
beiter Ewald Rückert und das 19 Jahre alte
Dienſtmäd=
chen Margarethe Türk rekognosziert. Das Motiv der Tat
iſt unbekannt. Das Liebespaar hatte noch dieſe Nacht an
einem öffentlichen Tanzvergnügen teilgenommen.
Diedenhofen, 23. Febr. (Mordverſuch.) Am
Samstag abend verſuchte in Nieder=Jeutz die
Frau des Maſchiniſten Wüſtholz ſich und ihre drei Kinder
im Alter von ſechs Wochen bis drei Jahren in ihrer
Woh=
nung durch Gas zu vergiften. Der hinzugekommene
Mann fand die vier ſchon bewußtlos vor, doch gelang es
glücklicherweiſe, alle wieder ins Leben zurückzurufen.
Miß=
liche Familienverhältniſſe ſollen der Beweggrund der Tat
geweſen ſein. Der Mann iſt ſeit längerer Zeit arbeitslos.
Karlsruhe, 23. Febr. (Schneefall.) Im ganzen
Schwarzwald iſt heute nacht anhaltender
Schnee=
fall eingetreten. Die Temperatur ſank von ze? 11 Grad
Wärme geſtern auf minus 2 Grad. Der Neuſchnee liegt
bis 10 Zentimeter hoch.
Landshut, 21. Febr. (Der Schatz im Strohſack.)
Als die Pfarrhaushälterin Kreszenz Hummel des im
Oktober verſtorbenen Pfarrers Franz von Loiching
weg=
zog, beauftragte ſie die Schreinersfrau Rebele, einige
Strohſäcke auszuleeren, die ſie mitnehmen wollte. Als die
Frau die Strohſäcke entleerte, fand ſie zu ihrem Erſtaunen
in einem derſelben 10000 Mark, und zwar 6000 Mark
in Banknoten, das andere in Gold. Als die ehrliche Frau
das Geld der Pfarrhaushälterin übergab, erhielt die
Frau als Finderlohn einen — alten Waſſereimer.
Recklinghauſen, 23. Febr. (Durch den
elektri=
ſchen Strom getötet.) In dem Schachte „Thies”
der Zeche „Flotow” wurden zwei Monteure beim
Aus=
beſſern der Starkſtromleitung durch unvorſichtiges
Ein=
ſchalten des Stromes ſofort getötet.
Obertsrot (Murgtal), 23. Febr. (Tötlicher
Un=
glücksfall.) Bei der hieſigen Papier= und
Pappen=
fabrik ereignete ſich am Samstag abend ein tödlicher
Unglücksfall. Der Arbeiter Wielandt aus Reichenthal
Vater von 8 Kindern, der nach der Kanalſchleuſe geſchickt
worden war, um den Schieber zu ſchließen, glitt aus,
ſtürzte in den Kanal und wurde aus dieſem in die
hoch=
gehende Murg getrieben. Beim Sägewerk der Fabrik
wurde Wielandt angeſchwemmt. Die ſofort angeſtellten
Wiederbelebungsverſuche blieben erfolglos.
Wittenberg, 23. Febr. (Vier Kinder verbrannt.)
In Boberow entſtand in der Wohnung des Ehepaares
Wolter ein Stubenbrand. Die Eltern waren auf
Arbeit, während ſich die vier Kinder allein in der Stube
befanden. Sie beſchäftigten ſich damit, ein Mauſeloch
aus=
zubrennen, verſtopften es mit Papier und zündeten es an,
wodurch der Fußboden in Brand geriet. Zwei Kinder
waren bereits erſtickt, als die Feuerwehr eintraf. Die
an=
deren beiden hatten ſo ſchwere Verletzungen erlitten, daß
ſie kaum mit dem Leben davonkommen dürften.
Debrzin, 23. Febr. (Dynamit=Attentat im
Biſchofs=Palais.) Die Reſidenz des Biſchofs
des neu errichteten griechiſch=katholiſchen Bistums Debrzin.
Dr. Mikloſſy, wurde heute vormittag 11 Uhr durch
3 Dynamit=Patronen in die Luftgeſprengt. 6
Per=
ſonen wurden getötet, darunter der Vikar, der Sekretär
des Biſchofs, ein im Hauſe anweſender Advokat, 2
Die=
ner und eine Köchin; 4 Kleriker, 2 Advokaten und 2 Frauen
wurden ſchwer verletzt. Der Biſchof, unter deſſen
Schlaf=
zimmer die Hülſen von 3 Dynamit=Patronen in dem
voll=
ſtändig zertrümmerten Hauſe gefunden wurden, iſt infolge
ſeiner Abweſenheit der Kataſtrophe entgangen. Die
Ur=
ſache iſt in dem rumäniſch=ungariſchen Nationalitätenhaß
zu ſuchen und eine Folge der Magyariſierungs=Politik.
Reims, 23. Febr. (Eiſenbahnunglück.) Die
Lokomotive und drei Wagen eines Lokalzuges
ſtürzten bei Blancy in einen Teich. Der
Lokomotiv=
führer wurde lebensgefährlich, 10 Reiſende ſchwer verletzt
London, 23. Febr. (Suffragetten=
Kund=
gebung.) Im His Majeſtys Theatre, wo der König
und die Königin mit dem Prinzen von Wales
der Vorſtellung des neuen Schauſpiels „Liebling der
Götter” beiwohnten, kam es zu einer peinlichen
Suffra=
getten=Demonſtration. Kurz bevor der
Vor=
hang zum zweiten Akt in die Höhe ging, ſchrien plötzlich
5 Suffragetten: „Wotes for Women” und „Warum
mar=
tert ihr Frauen im Gefängnis” Ohne viel Mühe
wur=
den die 5 Wahlweiber aus dem Theater entfernt. Der
König und ſeine Umgebung hatten anſcheinend von dem
Vorfall nichts bemerkt.
Militäriſches.
Ehrenbezeugungen gegen Militärärzte.
* Berlin, 22. Febr. Ein Teil der heutigen
Mor=
genpreſſe erwähnt in ihrem Bericht über die
Halbjahr=
hundertfeier der Militärärztlichen Geſallſchaft bereits kurz
eine Neuerung, durch deren Einführung der Kaiſer
die hohen Verdienſte unſeres Sanitatskorps zu
ehren gedenkt. Das Wolfſſche Bureau erfährt dazu
fol=
gendes: Bisher erwieſen Abteilungen, die von
Unter=
offizieren oder Mannſchaften gefährt wurden,
Militär=
ärzten keine Ehrenbezeugungen. In Zukunft werden
Sanitätsoffizieren von dieſen Abteilungen die gleichen
Honneurs zuteil werden, wie den Offizieren. Auch
die Ausſtattung der Chefärzte größerer Garniſonlazarette
mit Diſziplinarſtrafgewalt über die zu den Lazaretten
ge=
hörenden und darin aufgenommenen Unteroffiziere und
Gemeinen bedeutet in bezug auf dieſe
Vorgeſetztenbefug=
nis die Gleichſtellung der Sanitätsoffiziere mit den
Offi=
zieren. Als eine beſondere Genugtuung wird es das
Sanitätskorps empfinden, daß für die Beiſetzung ſeiner
verſtorbenen Mitglieder beſondere Feſtſetzungen über die
dabei zu erweiſenden militäriſchen Ehrungen getroffen
werden. Die Verleihung der Feldbinde nach einem
be=
ſonderen Muſter bringt für die Militärärzte ein ihrem
Offizierscharakter entſprechendes Dienſtabzeichen, deſſen
Fehlen ſie bis dahin ſchmerzlich empfunden haben. Alle
erwähnten Neuerungen entſprechen lang gehegten
Wün=
ſchen des Sanitätskorps; ſie wurden daher auch bei der
geſtrigen Bekanntgabe in der Militärärztlichen Geſellſchaft
mit großer Freude aufgenommen und ſie werden
zweifel=
los in weiteren Kreiſen des geſamten Sanitätskorps und
aller ſeiner Freunde ebenſo dankbar begrüßt werden. Der
Zeitpunkt ihrer Einführung iſt um ſo beſſer gewählt, als
ſich gerade in den letzten Tagen die überaus verdienſtvolle
Einwirkung unſeres Sanitätskorps auf den
Geſundheits=
zuſtand der Armee wiederum im hellſten Lichte gezeigt hat.
Luftfahrt.
Der jüngſte Zeppelin.
* Zu den Probefahrten des „Z. 8” wird
verſchiede=
nen Blättern aus Friedrichshafen gemeldet: Geſtern
mor=
gen 9½ Uhr iſt der neue Zeppelinkreuzer Z. 8” zu einer
Probefahrt aufgeſtiegen, die ſich bis 11,45 Uhr ausdehnte.
Am Montag trifft die Abnahmekommiſſion in
Friedrichs=
hafen ein. Die Abnahmefahrten beginnen Anfang der
kommenden Woche.
* Johannisthal, 22. Febr. Der Flieger
Breit=
beil, der heute nachmittag zu Sturz= und Kurvenflügen
aufgeſtiegen war, ſtürzte bald darauf aus etwa 100 Meter
Höhe ab und brach einen Arm. Er wurde ins
Kranken=
haus gebracht. Seine Apparat wurde zertrümmert.
* Johannisthal, 22. Febr. Der Flieger
Breitbeil war ungefähr zehn Minuten geflogen und
hatte ſchon mehrere Kurven und Gleitflüge ausgeführt,
da wurde er, wie er ſagt, bei einem Gleitfluge von einem
Schwindel befallen, verlor die Gewalt über die Maſchine
und ſtürzte ſenkrecht zu Boden.
* Johannisthal, 23. Febr. Auf dem hieſigen
Flugplatze verunglückte heute nachmittag der
Mon=
teur Wolfersdorf von den Jeanninwerken ſchwer.
Er wurde, als er den Propeller einer Jeannintaube
an=
drehen wollte, von dieſem erfaßt. Er erlitt eine
Schä=
delverletzung und anſcheinend auch innere
Ver=
letzungen, ſo daß er in das Kreiskrankenhaus in Britz
ge=
ſchafft werden mußte.
* London 23. Febr. Ein
Militärdoppel=
decker auf welchem ſich ein Zivilflieger mit einem
Paſſa=
gier befand, ſtürzte heute moogen bei Chicheſter infolge
des Bruchs eines Teiles des Apparates ab. Der
Paſſa=
gier wurde getötet, der Flieger ſchwer verletzt.
Gerichtszeitung.
Todesſtrafe gegen einen Spion.
— Wien 22. Febr. Der ſeltene Fall, daß
Todes=
ſtrafe wegen Spionage auch im Frieden verhängt wird,
hat ſich vor dem hieſigen Landesgericht ereignet.
Das=
ſelbe hat den früheren Oberleutnant Jandric zum
Tode durch den Strang verurteilt. Der Fall
läßt wieder einmal erkennen, in welch gefährlicher Lage
ſich Oeſterreich=Ungarn während der letzten Balkankriſe
namentlich infolge der von Rußland ausgehenden
Spio=
nage befand. Damals erfolgte bekanntlich die Aufdeckung
des Spions Redl, des Chefs des Generalſtabs in Prag.
Oberſt Redl hatte ſich ſchon ſeit einiger Zeit durch große
Geldausgaben verdächtigt gemacht, die er mit ſeinem
Ge=
halt unmöglich beſtreiten konnte. Es kam dann weiter
heraus, daß Redl homoſeruellen Erpreſſern in die Hände
gefallen war, denen er große Summen opfern mußte. Dieſe
beſchaffte er ſich durch eine ausgedehnte Spionagetätigkeit
zugunſten des ruſſiſchen Generalſtabes, von dem er hohe
Beſtechungsgelder erhielt. Es wurde vielfach erklärt,
Oeſterreich=Ungarn ſei während der Balkanwirren nicht ſo
ſcharf aufgetreten, weil es eine kriegeriſche
Auseiander=
ſetzung mit dem Zarenreiche fürchten mußte, da ſich der
Aufmarſchplan Oeſterreichs gegen Rußland in ruſſiſchen
Händen befand. Die endgültige Entlarvung des Oberſten
erfolgte durch Briefſchaften, die man bei Jandric fand,
worauf der Oberſt ſich erſchoß. Jandrie wurde nebſt
ſei=
nem Bruder, der die Kriegsſchule beſuchte, in Haft
ge=
nommen. Die eingeleitete Unterſuchung ergab, daß die
beiden Brüder namentlich in den ſüdlichen Grenzorten
Spionage getrieben hatten, und daß ſie in engen
Bezie=
hungen zu dem ruſſiſchen Militärbevollmächtigten in
Wien, dem Oberſten Zankiewitſch geſtanden hatten.
Als dieſer merkte, daß die Behörden den Verrätern auf der
Spur ſeien, floh er Hals über Kopf aus Wien. Von
ruſ=
ſiſcher Seite iſt dann verſucht worden, die Eile des
Ober=
ſten als harmlos hinzuſtellen. Wie die Beweisaufnahme
in dem Prozeß, der natürlich aus Staatsintereſſe unter
vollem Ausſchluß der Oeffentlichkeit geführt wurde,
er=
geben haben ſoll, fanden ſich in der Wohnung des
Ange=
ſchuldigten verſchiedene Dokumente, in denen Mitglieder
einer fremden Macht dem Angeklagten verſchiedene
Auf=
träge erteilten. Auch geſtohlene Mobiliſierungspläne,
ge=
heimzuhaltende Eiſenbahnfahrpläne uſw. wurden
ge=
funden.
Die Verhandlung geſtaltete ſich inſofern einfach, als
der Angeklagte geſtändig war. Er gab zu, ſeit dem Jahre
1912 mit dem ruſſiſchen Generalſtab in Verbindung
ge=
ſtanden zu haben. Ein höherer Offizier gab ein
Sach=
verſtändigengutachten dahin ab, daß durch die Tätigkeit
des Angeklagten ein enormer Schaden für die Monarchie
entſtanden ſei. Die Todesſtrafe wurde verhängt,
weil der Angeklagte ſeine verbrecheriſche Tätigkeit zu einer
Zeit ausübte, in der das Land durch äußere Feinde
be=
droht war. Der Bruder des Verurteilten wird ſich in
inigen Tagen unter der gleichen Anklage vor Gericht zu
verantworten haben. Es iſt übrigens wohl kaum zu
er=
warten, daß das Urteil ausgeführt werden wird, es dürftg
in lebenslänglichen Kerker umgewandelt werden.
Engliſches Unterhaus.
* London, 23. Febr. Im Unterhaus führte,
Mitchell=Thompſon antwortend, Parlamentsunterſekretär
Acland aus: Die britiſche Regierung ſteht mit den
Re=
gierungen der United States und Mexikos in reger
Ver=
bindung, betreffend den Schutz des Lebens und des
Eigen=
tums britiſcher Untertanen in Mexiko. Die Fortſetzung
der Kämpfe in Mexiko fügte natürlich den britiſchen und
allen Handelsintereſſen ſehr großen Schaden zu und iſt
die Urſache ſehr ſchwerer Beunruhigung. Die
Pazifizie=
rung Mexikos iſt eine Sache, deren Vollendung wir
ernſt=
haft wünſchen, doch iſt es unmöglich, dies durch eine
bri=
tiſche Intervention herbeizuführen. Wir beabſichtigen
nicht, irgend einen Verſuch dieſer Art zu machen, der
ſo=
wohl wertlos, als auch unpolitiſch wäre. Acland ſagte
zu, die Dokumente auf den Tiſch des Hauſes
niederzu=
legen, doch betreffe einiges, wie er hinzufügte, die
Poli=
tik und die Anſichten der United States bezüglich
Mexi=
kos; ſie ſeien vertraulicher Natur, er könnte dieſe
Doku=
mente nicht ohne Zuſtimmung der Regierung der United
States veröffentlichen. Parlamentsunterſekretär Acland
ſchloß: Man muß bedenken, daß es nicht wünſchenswert
ſein würde, im gegenwärtigen Augenblick etwas zu
ver=
öffentlichen, was eine Gefährdung des in den Händen der
ſtreitenden Parteien Mexikos befindlichen britiſchen
Eigen=
tums vermehren könnte. Hunter (Unioniſt) bat um eine
Erklärung, betreffend die Anleihen der Balkanſtaaten in
Rußland. Acland erwiderte: Ich habe keine Kenntnis
davon, daß die Balkanſtaaten in Rußland Anleihen
ab=
geſchloſſen oder einer von ihnen beabſichtige, dies zu tun
Hunter fragte ferner, ob der finanzielle Boykott der Türkei
ſeitens Frankreichs, den Rußland veranlaßte und der die
Bezahlung der Gehälter der türkiſchen Beamten
verhin=
dere, in der Durchführung der Reformen eine Störung
hervorrufe und die britiſchen Intereſſen ſchädige.
Parlamentsunterſekretär Acland erwiderte: Ich
habe keine Nachricht von dem Vorhandenſein einer
ſol=
chen Sachlage, worauf ſich Hunter bezieht, weder
hinſicht=
lich der Urſache, noch der ihr zugeſchriebenen Wirkungeng
Ich weiß nicht recht, was die Frage Hunters ausdrücken
ſoll, wenn aber die Worte „finanzieller Boykott” ſich auf
das Widerſtreben, Anleihen abzuſchließen, beziehen, ſo
können wir uns ſchwerlich über die franzöſiſchen
Finanz=
leute beklagen, die Anleihen nicht übernehmen, die zu
bernehmen die britiſchen Finanzleute nicht bereit ſind.
Auf eine Anfrage, betreffend die Bildung eines
inter=
nationalen Komitees zur Vorbereitung des Arbeitspros
gramms der nächſten Haager Konferenz erwiderte Acland
Wir erhielten heute eine Mitteilung der United States, die
die Anregung zur Bildung eines internationalen
Komi=
tees gibt. Dieſe wird einer ſehr ſorgfältigen Erwägung
unterzogen werden. Auf die weitere Frage, ob die
bri=
tiſche Regierung bereit ſei, kräftig mit den United States
in dieſer Sache zuſammenzuarbeiten, antwortete=
Ae=
land: Gewiß.
Unwetter.
* Ludwigshafen a. Rh., 23. Febr. Am
Sams=
tag abend entlud ſich über dem größten Teil der Pfalz
ein heftiges Gewitter mit teilweiſe
wolkenbrucharti=
gem Regen, der ſtellenweiſe mit Hagelſchlag verbunden
war. Namentlich in der Weſtpfalz war der Regen ſo
ſtark, daß Straßen und Wieſentäler unter Waſſer geſetzt
wurden.
* Bern, 23. Febr. Aus allen Tälern am Nordfuße
der Alpen wurden geſtern abend die heftigſten
Föhn=
ſtürme gemeldet. An manchen Orten wurden die Däc
cher der Häuſer aufgehoben und die Kraftleitungen
zer=
ſtört. Der Schnee ſchmilzt bei 20 Grad Celſius rapiden
Ein eigenartiger Unglücksfall hat ſich bei Kanderſteg
er=
eignet. Als ein Eiſenbahnzug gegen 4 Uhr nachmittags
in das Nordportal des großen Lötſchbergtunnels einfuhr
warf der Sturm zwei Wagen in der Mitte des fahrenden
Zuges um, und fielen auf das Nebengeleiſe. Von den
Paſſagieren wurde einer getötet und zwiei verletzt.
handelt ſich um einen Lokalzug, der zweiachſige Wagen
führte. Der heftige Sturm erſchwerte die Rettungsarbeiten
ſehr.
* Paris 23. Febr. In Lyon wütete geſtern ein
heftiger Orkan. Das außergewöhnliche Sturmwetter
richtete allenthalben großen Schaden an. Am
ſchwer=
ſten wurden die Bauwerke der in Vorbereitung befinde
lichen Städteausſtellung betroffen, die im Mai eröffnet
werden ſollte Die Bauten wurden zum großen Teil em
porgeriſſen und durch die Luft entführt. Von den Auss
ſtellungsbauten, die Hem Schickſal völliger
Zerſtörungent=
gingen, wurden die Dächer abgeriſſen. Der durch das
Un=
wetter auf dem Ausſtellungsgelände angerichtete Schaden
wird auf 1 Million Francs veranſchlagt. Auch zahlreiche
deutſche Firmen, die die Ausſtellung beſchicken wollten,
wurden vom Unheil betroffen. Es iſt ſehr zweifelhaft,
ob unter dieſen Umſtänden die Ausſtellung zu dem
ge=
planten Termin wird eröffnet werden können. Auf dem
Flugfelde Bron wurden ſechs Schuppen mit ſämtlichen
Flugzeugen vernichtet.
* Paris 23. Febr. Der Sturm wütet und
vermindert fort. In verſchiedenen Gegenden
rich=
teten Waſſerhoſen und Hagelſchlag ſchweren Schaden an=
Im Departement Vendé hat das Meer die Küſten ſchwer
beſchädigt. Auch das Mittelländiſche Meer hat
Verhee=
rungen angerichtet In der Gegend von Toul ſind
eben=
falls Verwüſtungen vorgekommen. In einem Dorfe ſind
die Kirche und 80 Häuſer beſchädigt worden.
Schiffsunfälle.
* London, 23. Febr. Der deutſche Schonel
„Eleonora” aus Bremen, der von einigen Zeitungen
als Erna” bezeichnet wird, befand ſich auf der Fahrt von
St. Malo nach Charlestown, als er am Samstag in
Ply=
mouth Sound Schutz vor dem Sturm ſuchte. Die Anker
konnten aber das Schiff nicht halten und es wurde um
11 Uhr nachts gegen Drakes Island getrieben. Die
Mann=
ſchaft gab Feuerſignale. Ein Regierungsſchlepper und ein
anderer Schlepper fuhren nach der Unglücksſtelle. Die
aus fünf Mann beſtehende Beſatzung wurde
geret=
tet und in das Seemannsheim von Plymouth gebracht,
Die „Eleonora” die vom Kapitän Kulike befehligt wurde,
brach heute durch die Wucht des Sturmes auseinander
* Werford 22. Febr. Die zwölf Schiffbrü=ck
chigen auf den Saltee=Inſeln verbrachten eine ſchreckliche
Nacht. Das Unwetter iſt noch ſchlimmer geworden. Seit
Freitag ſind die Schiffbrüchigen ohne Nahrung. Esers
ſcheint bei dem hohen Seegang unmöglich, ſie noch
retten.
Nummer 55.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. Februar 1914.
Seite 5.
* Werford, 22. Febr. Anſcheinend acht Mann der
Beſatzung des Schoners „Mexiko” mit vier
Ueberleben=
den des Rettungsbootes „Fethard” ſind auf einer der
Saltee=Inſeln. Ein Schleppdampfer und drei
Rettungs=
boote verſuchten geſtern den ganzen Tag, an die Inſeln
heranzukommen infolge des Sturmes vergebens. Am
Abend nahm der Sturm zu und man befürchtet, daß die
zwölf Mann auf der Inſel, die ohne Nahrung und
Ob=
dach ſind, zugrunde gehen.
* London, 23. Febr. Wie aus Dublin heute
früh gemeldet wird, glaubt man jetzt, daß ſich auf der
ſeinen halben Hektar umfaſſenden Inſel Kerrick 12 Mann
befinden. Da die Mannſchaft des Schoners „Mexiko”
nicht mehr als 10 Mann betrug, von denen am Freitag
zwei Mann die Küſte erreichten, müſſen drei oder vier
Mann auf der Inſel Inſaſſen der untergegangenen
Ret=
tungsboote aus Fethard ſein. Das Wrack der „Mexiko”
iſt jetzt völlig verſchwunden. Man wird heute verſuchen,
die Leute von der Inſel an Land zu bringen.
* London 23. Febr. Die 10 Ueberlebenden
des Schoners „Mexiko”, die ſich auf der Saltee=Inſel
befanden, wurden von einem Schlepper und zwei
Ret=
tungsbooten gerettet.
* Bannow, 23. Febr. Aus dem Schiffbruch
des Schoners „„Mexiko” ſind 14 Perſonen
erettet, fünf davon von der Beſatzung eines
Ret=
tungsbootes. Ein portugieſiſcher Matroſe iſt auf einer
Inſel geſtorben.
* Toulon, 23. Febr. Die Seepräfektur erhielt
heute vormittag die Nachricht, daß der Panzerkreuzer
„Waldeck=Rouſſeau” im Golfe von St. Jouan,
wo ſich die Flotte augenblicklich befindet, geſcheitert
iſt. Zwei Schleppdampfer ſind zur Hilfeleiſtung
abge=
gangen.
* London, 23. Febr. Der Vertreter von Lloyds
in Kap Lizard meldet, daß von dem deutſchen Dampfer
„Treuenfels” ein drahtloſes Telegramm eingegangen ſei,
demzufolge der deutſche Dampfer „
Wilden=
fels” der nach Kalkutta unterwegs iſt. Notſignale
ausſendet. „Wildenfels” befindet ſich im Meerbuſen
von Biscaya nördlich vom Kap Finiſtere.
* London, 23. Febr. Eine weitere Depeſche der
Lloydſtation am Kap Lizard lautet: Das
Funkentele=
gramm, das die Station Landesend am Nachmittag von
Correntina erhielt, meldet, daß der Dampſer „
Wilden=
fels” jetzt keine Hilfe mehr braucht. Die überlebende
Mannſchaft iſt gerettet. Auf die Anfrage, welche
Bedeu=
tung die Worte „überlebende Mannſchaft” hätten, konnte
Lloyds keine Auskunft geben.
Die Erſchießung des Engländers Benton.
* Waſhington, 21. Febr. Staatsſekretär Bryan
teilte den Konſularbericht über die Erſchießung
Bentons dem britiſchen Botſchafter mit. Der Konſul
in Juarez iſt angewieſen worden, einen gebührenden
Schutz und ein gerechtes Verhör für den vechafteten
Deutſch=Amerikaner Buſch (nicht Bauch) zu fordern, deſſen
Freunde an das Mitglied des Kongreſſes und Vertreter
von Texas, Smith, telegraphierten, daß er unzweifelhaft
als Spion erſchoſſen würde.
* El Paſo 22. Febr. Das Protokoll der
triegsgerichtlichen Verhandlung gegen Benton in Juarez
iſt veröffentlicht worden. Daraus geht hervor, daß
Ben=
ton erſchoſſen wurde, weil er verſuchte, den General
Villa tätlich anzugreifen. Die Zeugen
beſtäti=
igen, daß ein Streit ſtattgefunden und Benton einen
Re=
volver gezogen habe. Benton war bei der Verhandlung
ugegen und wurde von einem Anwalt verteidigt. Die
Verhandlung war öffentlich.
* Waſhington, 23. Febr. Dem Vernehmen nach
erſuchte die britiſche Botſchaft um Nachforſchungen
nach dem Verbleib der Engländer Lawrence und Curtis,
die nach Juarez gegangen waren, um den Engländer
Benton zu ſuchen. Der amerikaniſche Konſul in Juarez
wurde beauftragt, eine Unterſuchung anzuſtellen.
Präſi=
dent Wilſon und Staatsſekretär Bryan hatten geſtern
erine Beſprechung über den Fall Benton. Ueber das
Er=
gebnis wird nichts mitgeteilt. Die Freunde Bentons
paben Schritte getan, um in den Beſitz der Leiche Bentons
zu gelangen. Sie hoffen, dann endgültig feſtſtellen zu
können, auf welche Weiſe Benton den Tod gefunden hat.
Vermiſchtes.
— Das Wort „deutſch” im Reichsland. Der
Allgemeine Verein für deutſchen Gruß, E. V., Darmſtadt,
ſechreibt in ſeinem neuen Jahresbericht: Im letzten Jahre
pat der Fall Zabern die allgemeine Aufmerkſamkeit auf
Elſaß=Lothringen gelenkt. Obgleich der Name „Deutſcher
Gruß” für den Gruß durch Anlegen der Hand an die
Kopf=
bedeckung einfach deshalb gewählt wurde, weil dieſer Gruß
zuerſt im Anfang des 18. Jahrhunderts beim deutſchen
Militär aufkam, das Wort „deutſch” alſo nur die
Bezeich=
nung des Urſprungslandes iſt, wie bei „Däniſch Leder,
Engliſcher Kuchen, Spaniſche Verbeugung,” und eine
poli=
tiſche Deutung wegfällt, müſſen auch wir leider folgendes
berichten: Der Verein wollte, wie in ſo vielen Städten im
Jahre 1909 auch in Straßburg eine Ortsgruppe gründen.
Als jedoch der Herr, der die Sache in die Hand genommen
hatte, Herr Direktor R. L. in Straßburg, den Aufruf und
das Plakat „Grüßt deutſch!” erhielt, ſchrieb er unterm 28.
November 1909, daß leider alle ſeine Bemühungen in den
verſchiedenſten Kreiſen erfolglos geweſen ſeien, denn:
„Das Elſaß kann eine Sache, in der das Wort „deutſch”
ſo im Vordergrunde ſteht, nicht brauchen. Kein
Geſchäfts=
mann könnte das Plakat aushängen oder Propaganda
machen.”
B. Die Rechtsanwältin in England. Das
engliſche Parlament wird ſich noch im Laufe dieſer Tagung
mit einem Geſetzentwurf zu beſchäftigen haben, der die
Ausſchließung der Frauen von dem Berufe des
Rechts=
anwaltes aufhebt. Eine Kommiſſion von Parlamentariern
hat ſich gebildet, die die Einführung dieſes Geſetzes
durch=
ſetzen will; ihr gehören unter anderem Lord Wolmer, Lord
Robert Cecil,J. W. Hills und Georges Radford an, die
ihrerſeits die Unterſtützung von Parteifreunden beſitzen.
Anlaß zu dem Geſetzentwurf war die jüngſt erfolgte
Ent=
ſcheidung des Berufungsgerichtes, nach der Frauen in
Eng=
land nicht berechtigt ſeien, den Beruf des Rechtsanwaltes
auszuüben, da die Grundgeſetze des Königreiches das nicht
ausdrücklich vorſehen und derartige Fälle noch nie
vor=
gekommen ſind. Der Gerichtshof ließ in der
Urteilsbegrün=
dung durchblicken, daß es nicht die Aufgabe der Richter,
ſondern die des Parlaments ſei, die geſetzliche Unfähigkeit
der Frau zur Ausübung juriſtiſcher Berufe zu beſeitigen.
In der dem Geſetzentwurf beigegebenen Begründung
wird ausgeführt, daß die Frau ſich durchaus zum Berufe
des Rechtsanwaltes eigne und daß es ihr an Beſchäftigung
und Arbeit auf dieſem Gebiete nicht fehlen werde. Es ſei
die Aufgabe der Geſetzgebung, ſich der Umwandlung der
ſozialen Verhältniſſe der Gegenwart anzupaſſen. Wenn
die Frauen dazu erzogen werden, ſich ſelbſt zu ernähren,
müſſe ihnen auch das Recht gewährt werden, alle jene
Be=
rufe zu ergreifen, die zu verſehen und auszufüllen in ihrer
Macht ſteht.
CK. Die Opfer der Millionenſtadt. Aus
Neu=York wird berichtet: Die ſoeben erſchienene amtliche
Unfallſtatiſtik gibt ein charakteriſtiſches Bild von der
un=
verhältnismäßig großen Zahl von Menſchen, die während
des vergangenen Jahres in Neu=York auf
gewalt=
ſame Weiſe ihr Leben verloren. Die Automobile
ver=
urſachten 176 Todesfälle, die Laſtautomobile und ähnliche
Fahrzeuge 198, die Straßenbahnen 58, die
Untergrund=
bahnen 16, die Hochbahn 10 und die von Pferden gezogenen
Gefährte 114 Todesfälle. Dazu treten die Lifts und die
Aufzüge mit 46 Todesopfern. Durch Feuer ſtarben 249
Menſchen einen gewaltſamen Todes, durch zufällige
Selbſt=
vergiftung 21 Menſchen, durch zufälliges Erſticken 372,
durch Sturze nicht weniger als 790, und durch Mord 194
Perſonen. Von den 176 Todesopfern der Neu=Yorker
Automobile waren 82 kleine Kinder; bei den Bränden
be=
lief ſich die Zahl der getöteten Kinder auf 140. Die
zu=
fälligen Selbſtvergiftungen gehen faſt ausnahmslos auf
eine Verwechſelung mit Schlafpulvern zurück. Die
Ge=
ſamtzahl der Menſchen, die im Laufe des Jahres in der
Stadt Neu=York gewaltſam umkamen, beträgt nicht
weniger als 2499 Perſonen. Der Vergleich mit den
ent=
ſprechenden Ziffern anderer Großſtädte zeigt, daß die
ame=
rikaniſche Metropole die Großſtädte Europas in der Zahl
ihrer Opfer bei weitem übertrifft.
Literariſches.
Griebens Reiſe=Notizbuch 1914/15.
(D. R. G. M. 486 968.) Preis 1 Mk.
Verlagsbuchhand=
lung Albert Goldſchmidt, Berlin W. 35. Die ſoeben
er=
ſchienene Neuausgabe des Griebenſchen Reiſe=Notizbuches,
das diesmal mit doppeltem Kalendarium (1914/1915)
ver=
ſehen iſt, dürfte ſchon durch ſeine geſchmackvolle äußere
Aufmachung beſonders anſprechend wirken. Der praktiſch
gehaltene Text, der in ſeiner Zuſammenſtellung einzig
da=
ſteht, iſt u. a. durch Hinzufügung von Skat= und Bridge=
Blocks, ſowie einer vorzüglich fachmänniſch bearbeiteten
photographiſchen Belichtungstabelle bereichert worden. Das
vierſprachige Wörterbuch wurde unter beſonderer
Berück=
ſichtigung ſeiner Beſtimmung für den Reiſegebrauch neu
bearbeitet und erweitert. Das Buch iſt ein ſehr
origi=
neller, höchſt praktiſcher Reiſebegleiter.
— Wilhelm Arminius: „Vaterländiſche
Novellen”. Geheftet 4 Mk., in Leinen 5 Mk. Im
Tenien=Verlag. Leipzig. Dieſe vaterländiſchen Novellen
des bekannten Weimarer Dichters bieten Erzählungen,
die uns mit ihren Handlungen in die Hauptereigniſſe
ge=
ſchichtlicher, für Deutſchland bedeutender Jahre verſetzen.
Der „Pfarrer von Jena” baut ſeine Handlung auf jenen
tragiſchen Verrat des Pfarrers Putſche auf, der auch in
„Altweimar” geſtreift wird. Ein „Schillſcher Offizier” er=
zählt von der bewundernswerten, wenn auch wenig
er=
folgreichen Tapferkeit eines einzelnen Mannes in dem
ſchlimmen Jahr 1809. Der „Zug zum Heroiſchen” führt
uns humoriſtiſch und ironiſch die Leiden eines ſatten
Phlegmatikers vor. Die „Marmorhand” iſt ein
Kabinett=
ſtück aus dem Feldzug der Preußen und Ruſſen in
Frank=
reich. „Frau Kapitän Uterhart” führt dem Leſer das
tragiſche Lebensſchickſal einer charakterſtarken Frau im
däniſchen Krieg vor; „Chriſtnacht in Feindesland”
end=
lich gibt mit dem Sichfinden von Mutter und Sohn
während des deutſch=franzſiſchen Krieges einen
ſtimmungs=
vollen Ausklang. Der Dichter hat mit dieſem Buch
un=
ſtreitig eine würdige und literariſch wertvolle Gabe zu
den Jahrhundertfeierlichkeiten geſchaffen.
— Hans Wendt: „Des Reiches Ende‟
Roman aus deutſcher Gegenwart. Leipzig 1914. — Tenien=
Verlag. Geheftet 5 M., gebunden 6 M. Einen Roman
aus deutſcher Gegenwart nennt Hans Wendt ſein
jüng=
ſtes Werk in hochdeutſcher Sprache, nachdem ſeine
platt=
deutſchen „Meckelbörger Minſchen” einen Erfolg errangen,
der ſeit Reuter keinem plattdeutſchen Werke beſchieden
war. Nicht Probleme, ſondern Menſchen ſind es, welche
uns Wendt zeichnet Starke, geſund=ſinnliche Menſchen,
in denen ſich das Leben unſerer Zeit lebendig und wahr
ſpiegelt. Dieſe prächtigen Geſtalten, niederdeutſch in
je=
dem Zug ihres Weſens das, was man einen ſtarken
Cha=
rakter nennt. Leuchtende Vorbilder für die werdende
Jugend, welche um neue Ziele, die uns heute bewegen,
ringen. In Berlin, Leipzig, Düſſeldorf und Kopenhagen
ſpielt ſich das Leben der Freunde ab, ein Leben, wie es
Deutſchlands heutige Jugend lebt und leben muß. Und
aus all dieſen Irrungen der Zeit wächſt eine neue Moral,
welche das Endziel alles gegenwärtigen Ringens und
Kämpfens iſt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 23. Febr. Der Seniorenkonvent des
Abgeordnetenhauſes trat vor der Plenarſitzung
zu einer Beſprechung zuſammen. Bezüglich der
aus=
wärtigen Angelegenheiten herrſchte
Ueberein=
ſtimmung darüber, daß künftig bei der erſten und dritten
Leſung des Etats die auswärtigen Angelegenheiten im
Rahmen der auswärtigen Politik beſprochen werden
kön=
nen, daß aber beim Etat des Miniſteriums des Aeußern
eine Beſprechung der auswärtigen Politik des Reiches nicht
zugelaſſen werden ſoll. Bezüglich der
Beamtenbeſoldungs=
frage wurde der Wunſch geäußert, der Finanzminiſter möge
baldigſt den Vertretern aller Parteien eine klare und
ſichere Erklärung über die Stellung der Regierung zu den
bezüglich der Vorlage zu erwartenden
Abänderungsvor=
ſchlägen abgeben. In der erſten Leſung des Entwurfs,
die für Montag vorgeſehen iſt, ſollen die
Beamtenpetitio=
nen beſprochen, aber keinerlei Anträge ſeitens der
bürger=
lichen Parteien daran geknüpft werden.
* Frankfurt a. M., 23. Febr. Die Königin
Wil=
helmine von Holland iſt heute abend, vom Haag
kommend, im Hauptbahnhof eingetroffen, wo ſich
Prinzgemahl Heinrich der Niederlande zur Begrüßung
ein=
gefunden hatte. Die Herrſchaften begaben ſich dann im
Automobil nach Hohe Mark, wo Prinz Heinrich
bekanntlich ſeit einigen Wochen zum Kurgebrauch weilt.
* Straßburg, 23. Febr. Beſtem Vernehmen nach tritt
demnächſt Oberſtleutnant Heuch vom Infanterie=
Regi=
ment Nr. 136 in Straßburg als
Diviſionskomman=
deurin türkiſche Dienſte, ebenſo Major v. Legat
vom gleichen Regiment.
* Hamburg, 23. Febr. Der Reichskanzler trifft,
einer Einladung des Senats folgend, zum Beſuche
Ham=
burgs am 2. Mäcz hier ein und wohnt abends in der
preußiſchen Geſandtſchaft. Für den Vormittag, des 3.
März iſt eine Beſichtigung der Werft von Blohm
u. Voß und anſchließend daran eine Hafenfahrt geplant.
Das Frühſtück wird im Hauſe des Bürgermeiſters
Pre=
döhl eingenommen. Für den Nachmittag iſt ein Beſuch
des Kolonialinſtituts und der großen St. Michaeliskicche
vorgeſehen. Am Abend des 3. März wird ein Mahl im
Rathauſe veranſtaltet; für den Vormittag des 4. März iſt
ein Beſuch der Kunſthalle in Ausſicht genommen. Um
1 Uhr findet auf Einladung der Hapag Frühſtück an Bord
des in Kuxhaven liegenden Dampfers „Imperator” ſtatt.
Die Fahrt nach Kuxhaven erfolgt in einem Sonderzuge.
* Waldenburg (Sachſen), 23. Febr. Die
albane=
ſiſche Abordnung traf heute nachmittag um 2.56 Uhr
hier ein. Um 5 Uhr fand im Schloſſe ein Diner ſtatt.
* Peſt, 23. Febr. Zu der
Dynamitbomben=
exploſion in Debretzin wird noch gemeldet: Die
Un=
terſuchung ergab, daß die Dynamitbombe von
Czernowitzmit der Poſt an Biſchof Mikloſſy
geſandt wurde. Ein geſtern eingetroffener Brief
kün=
digte an, daß eine Sendung, enthaltend Kirchenleuchter
für Kultuszwecke, einen geeigneten Teppich aus
Leopar=
denfell, ſowie 100 Kronen für den Biſchof ankommt. Der
Brief war mit Anna Kovact unterſchrieben. Die
Sen=
dung traf wirklich ein und wurde von dem biſchöflichen
Vikar geöffnet, der durch die Exploſion ſofort getötet
wurde. Drei Perſonen ſind tot, ſieben verwundet. Die
anfangs aufgetauchte Kombination, daß das Attentat aus
der Mißſtimmung der proteſtantiſchen Bevölkerung
ent=
ſprungen ſei, erwies ſich als völlig grundlos.
* Paris, 23. Febr. In der Kammer wurde der vom
Miniſterpräſidenten Doumergue genehmigte
Be=
ſchlußantrag Abel=Ferry, in welchem der
Regie=
rung das Vertrauen ausgeſprochen und verlangt wird, daß
die Unterſuchung über den Geſundheitszuſtand in
der Armee dem Sanitätsausſchuß der Kammer
anver=
traut werde, mit 385 gegen 25 Stimmen angenommen.
(Lebhafter Beifall links.) Das bemerkenswerteſte
Vor=
kommnis der heutigen Sitzung war der mißglückte
An=
griffsverſuch, welchen der frühere Kriegsminiſter
Mille=
rand offenkundig im Auftrag der neugegründeten
Fede=
ration des Gauches gegen das Kabinett unternahm.
Mille=
rand, welcher unter lebhaftem Beifall des Zentrums die
Rednertribüne beſtieg, richtete an den Miniſterpräſidenten
die Anfrage, welche Stellung er zu dem Antrag
Augag=
neur=Jaurés auf Einſetzung eines
parlamentari=
ſchen Unterſuchungsausſchuſſes einnehme.
Kaum hatte Millerand dieſen Satz beendet, als ſich
Augag=
neur erhob und unter lautem Beifall der Linken erklärte,
daß er ſich dem Antrag Abel=Ferry anſchließe. Millerand,
der hierdurch ſichtlich außer Faſſung gebracht worden war,
verließ nach einer kurzen, ziemlich verlegen klingenden
Erklärung die Rednertribüne.
* Paris, 23. Jan. Der Ausſtand der
Berg=
leute hat heute morgen begonnen. Er iſt vollſtändig im
Kohlenbezirk Aubin, faſt vollſtändig in Cranſae; dagegen
arbeiten im Departement Nord zwei Drittel.
* Belgrad, 23. Febr. Bei der Beratung der
Vor=
lage, betreffend die Invalidenverſorgung,
er=
klärte in der Skupſchtina der Kriegsminiſter, die genaus
Großherzogliches Hoftheater.
Montag, 23. Februar.
Faſtnachtsvorſtellungen.
W-l. Als Kindervorſtellung gelangte heute nachmittag
Görners Märchenkomödie „Der geſtiefelte Kater”
zur Aufführung. Das bis auf den letzten Platz beſetzte
Haus bot das gewohnte Bild der Kinder=
Faſtnachtsvor=
tellungen, bei denen es im Zuſchauerraum ebenſo viel
Unterhaltung gibt, wie auf der Bühne. Die Vorſtellung,
En der Frau Gothe die Hauptrolle des geſtiefelten Katers
pielte, verlief ſehr animiert und unter den jubelnden
Bei=
ffallskundgebungen der Kleinen, die bei den dem kindlichen
Geſchmack angepaßten Tänzen den Höhepunkt erreichten.
Auch der Hochzeitszug des kleinen Koboldkönigs und ſeiner
Prinzeſſin=Braut erfreute ſich des beſonderen Beifalls des
kleinen Publikums. Die Regie hatte Herr Baumeiſter
muſikaliſcher Leiter war Herr Hans Oppenheim.
Abends fand bei Volksvorſtellungspreiſen ein
heite=
rer Faſchings=Abend (Bunte Bühne) ſtatt. Das
Haus war abermals ausverkauft. Der erſte Teil wurde
mit einem von Herrn Kapellmeiſter Lert ſchneidig
diri=
gierten Muſikſtück der Hofkapelle eingeleitet, worauf Frl.
Clementine Feiſtle in ſchmuckem bayeriſchen Koſtüm
bayeriſche Volkslieder zur Guitarre ſang, die ihr in Ton
und Vortrag außerordentlich gut gelangen. Die zweite
Nummer, „Engliſh Ragtime” (Couplet mit Tanz) wurde
von Frl. Moore und Herrn Perkins geſungen und
getanzt. Ein Gemiſch von Groteskem und Equivoquem
ſchien ſie dem Publikum ſehr zu gefallen, denn ſie wurde
da cäpo verlangt. Große Heiterkeit entfeſſelte das
ur=
komiſche Geſangsquintett der Herren Globerger,
Thomſen, Bertram, Weber und Schützendorf
in ihren gelungenen Masken. Durch den Kontraſt wirkte
ſchon beim Betreten der Bühne Frl. Geyersbach als
wohlbeleibte Köchin mit großer Naſe und dicken Backen
ungeheuer komiſch. Ihre ſächſiſchen Dialektvorträge, bei
denen nur das Sächſiſche vergeſſen wurde, entfeſſelten
Heiterkeitsſtürme. Ein Tanz= und Geſangsduett von Frau
Müller=Rudolph und Herrn Jordan, die
Liebes=
erklärung eines Paares in der Poſſe, in der Oper und im
Ballett darſtellend, beſchloß den erſten Teil. Die Leitung
des heiteren Abends unterſtand Herrn Paul Eisner.
Ein von Herrn Kapellmeiſter Kleiber
temperament=
voll dirigierter Walzer leitete den zweiten Teil ein, der
die Uraufführung eines Einakters „Venedig” von
Robert de Flers und G. A. Caillavet brachte. Die
Handlung ſpielt in Paris, Zeit: Gegenwart. Inhalt: Eine
junge Frau, die mit einem Verführer ihren Gatten zwei
Minuten lang betrügt — d. h. nur platoniſch —, weil ſich
beide an einem Bild berauſchen, das ihrer Anſicht nach
Venedig, das Eldorado der Liebenden, darſtellt, während
es in Wirklichkeit, wie ſie von ihrem gleich darauf
zurück=
kehrenden Gatten erfährt, ein Fabrikviertel vorſtellt. Mit
der Illuſion ſchwindet auch der Rauſch bei der einfältigen
Frau, dem Typus der mit dem Feuer der ehelichen
Un=
treue ſpielenden Franzöſin. Anfänglich etwas langweilig,
feſſelt das Stück in dem weiteren Verlauf des Dialogs
durch die Ungewißheit und Spannung, ob die Frau ſich
als eine raffinierte Kokette oder nur als eine einfältige
Schwärmerin entpuppen wird, und durch die überraſchende
Wendung, die das Stück am Schluſſe nimmt.
Die Frau Henriette verkörperte und ſpielte Frau
Meißner pikant und intereſſant; es iſt eine Rolle, die
ihrer Individualität ganz entſpricht, die des Ehemanns
Georges hatte in Herrn Ehrle einen ſympathiſchen
Ver=
treter gefunden, den abgeblitzten Verführer Max, der aufs
Ganze geht, ſtellte Herr Harprecht gewandt dar. Die
kleine Rolle des Dieners Pierre ſpielte Herr Peterſen
Die Regie hatte Herr Harprecht. Das Publikum, das
an dieſem Abend wohl lieber gelacht hätte, nahm das Stück
doch mit warmem Beifall auf.
Seite 6.
Darmſtadter Tagblatt, Dienstag, den 24. Februar 1914.
Nummer 55₰
Zahl der Verſorgungsberechtigten könnte erſt nach dem
Abſchluß der amtlichen Erhebungen feſtgeſtellt werden. Die
Verluſte der Serben beliefen ſich in den beiden Kriegen
nach den bisherigen Daten auf 20000 Tote und 48000
Verwundete. Die Vorlage wurde mit 105 gegen 1 Stimme
in der erſten Leſung angenommen.
* Veracruz, 23. Febr. Zur Verſtärkung der für die
deutſchen Reichsangehörigen in der
Haupt=
ſtadt getroffenen Sicherheitsmaßnahmen ſind auf
Requiſition des Geſandten von Hintze zwei
Maſchinen=
gewehre mit einem Unteroffizier und drei Mann von
dem Kreuzer „Dresden” in Zivil dorthin abgegangen. Der
deutſche Kreuzer iſt hierbei dem Vorgang anderer Nationen
gefolgt.
* Täbris, 23. Febr. Eine auf Befehl des Regenten
angeſchlagene Bekanntmachung, daß der Medſchlis vor
der Krönung des Schahs einzuberufen ſei, damit
der Schah vor ihm die Verfaſſung beſchwöre, iſt von der
Bevölkerung trotz der Begeiſterung für den Schah
über=
all abgeriſſen worden. Der Baſar iſt geſchloſſen.
Es wurden Kundgebungen gegen den Medſchlis, der in
ſchlechtem Anſehen ſteht, veranſtaltet. Den Maßnahmen
des Generalgouverneurs gelang es, die Bevölkerung zu
beruhigen.
* Neu=York, 23. Febr. Nach einem Telegramm aus
Chihuahua iſt nach dort im Umlauf befindlichen
Ge=
rüchten der Plan der Verwirklichung nahe, wonach eine
neue Republik im Norden Mexikos
gebil=
det werden ſoll, welche die Staaten Sonora,
Chi=
huahua, Coahuila, Nuevo Leon, Tamaulipas und
viel=
leicht auch Sinaloa umfaſſen würde.
* Philadelphia, 23. Febr. Joſeph Fels, der
Nach=
folger Henry Georges in der Bodenreformerbewegung, iſt
geſtorben.
* Tokio, 23. Febr. Der Kaiſer empfing Admiral
Togo in Audienz. Nach amtlicher Auslaſſung hängt
dieſe Audienz mit der Vormundſchaft über den
Kronprin=
zen zuſammen.
Berlin, 23. Febr. Der frühere
Unterſtaats=
ſekretär im Landwirtſchaftsminiſterium, Wirklicher Rat
Sterneberg, iſt heute vormittag geſtorben.
Die Eröffnung der Frankfurter Univerſität.
* Frankfurt a. M., 23. Febr. Nach dem ſoeben
erſchienenen Vorleſungsverzeichnis der Akademie für
So=
zial= und Handelswiſſenſchaften ſteht nunmehr feſt, daß
die Eröffnung der Univerſität im Oktober
ds. Js. ſtattfindet.
Zabern.
* Zabern 23. Febr. Bürgermeiſter Knöpfler teilk
bezüglich gewiſſer an ihn geſtellten Forderungen folgendes
mit: Im Falle der Zurückverlegung des
Infan=
terie=Regiments Nr. 99 würde er keine
Ga=
rantie übernehmen können, nicht ſo ſehr wegen
der Zivilbevölkerung als wegen der im genannten
Regi=
ment zurzeit herrſchenden gereizten Stimmung, die nach
ſeiner Anſicht bald wieder zu Zuſammenſtößen führen
würde, im Falle der Verlegung eines anderen Regiments
nach Zabern dagegen könne er jede Garantie übernehmen.
Auf den Zeitungsverleger Wiebecke habe er keinen Einfluß.
Straßentumulte in Braunſchweig.
Braunſchweig, 23. Febr. Zu Zuſammenſtößen
mit, der Polizei kam es heute in der Langen Straße.
Eine große Menge junger Leute hielt die Hagenbrücke
be=
ſetzt. Auf wiederholten Vorſtoß der Polizeibeamten kam
es in der Langen Straße urplötzlich zu einem
Bombar=
dement auf die Polizeibeamten. Es wurde aus der
Menge und den Häuſern mit Steinen, Briketts. Tellern
und anderen Küchengeräten geworfen, ſowie kaltes und
warmes Waſſer geſchüttet. Ein beſondes warmer
Waſſerſtrahl ließ ein Pferd aufbäumen und den
Reiter abwerfen. Die Polizei ſtellte Nachforſchungen nach
den Führern der Angreifer an.
Die deutſch=tſchechiſche Verſtändigung in Böhmen.
* Wien, 23. Febr. Der Vorſtand des Deutſchen
Nationalverbandes hielt eine Beratung ab
und nahm nach eingehender Debatte, in der die
deutſch=
böhmiſchen Abgeordneten die Erklärung abgaben, daß ſie
ſich der Abſtimmung enthielten, einſtimmig eine
Reſo=
lution an, in der der Vorſtand erklärt, daß er die
Ver=
ſtändigung zwiſchen den Deutſchen und
Tſchechen in Böhmen unbedingt für geboten
erachte, weshalb die ſofortige Weiterführung
der im Sommer 1912 unterbrochenen Verhandlungen
un=
umgänglich notwendig erſcheine. Weiter heißt es in der
Reſolution: die Form, in welcher dies geſchieht, muß
an=
geſichts der Wichtigkeit der Sache vollkommen in den
Hin=
tergrund treten. Wenn die von der Regierung
freige=
ſtellten Verhandlungsgrundlagen unbrauchbar ſeien, was
ja alle deutſchen und böhmiſchen Parteien
übereinſtim=
mend erklärten, ſo müſſen andere geſchaffen werden, durch
deren gleichlaufende Behandlung das große Werk
geför=
dert wird. Der deutſche Nationalverband wird ſtets mit
ganzer Kraft für die Rechte und Intereſſen der Deutſchen
Böhmens eintreten; wir halten aber eine erſprießliche
Fortführung der Verhandlungen nur für möglich, wenn
alle deutſchen Parteien des Landes daran teilnehmen und
erwarten daher, daß alle Parteien unter Zurückſtellung
ihrer Sonderſtandpunkte einzig und allein das große Ziel
im Auge behalten, in gemeinſamer Arbeit einzutreten für
die Herſtellung geordneter Verhältniſſe in Böhmen und
im Reiche unter unbedingter Wahrung der Rechte unſeres
Volkes.
Ein Spionagefall in England.
* London, 23. Febr. Unter der Beſchuldigung
der Spionage erſchienen heute vormittag vor dem
Richter in Bowſtreet Friedrich Gould und ſeine Gattin
Maud. Die Frau wurde geſtern nachmittag im
Kontinen=
talzug auf der Charing Croß Station verhaftet. Der
Inſpektor der Sicherheitspolizei ſagte aus, die Frau hatte
eine Rückfahrkarte nach Oſtende bei ſich. Nach der
Ver=
haftung fand er im Wagen drei Umſchläge mit Urkunden,
die ſich auf die engliſche Marine bezogen. Bei der Ankunft
in Bowſtreet ließ die Frau Papiere fallen, auf denen der
Name Peterſen ſtand. Der Inſpektor begab ſich darauf in
ein Haus der ſüdlichen Vorſtadt, wo er Friedrich Gould
verhaftete. Bei der Hausſuchung entdeckte er mehrere auf
die engliſche Marine bezügliche Urkunden.
Auf die von dem Richter an die Angeklagte gerichtete
Frage, was ſie anzuführen hätte, erklärte die Frau, den
Inhalt der Briefumſchläge nicht zu kennen. Sie wollte
ſich nach Oſtende und von dort nach Brüſſel begeben. Gould
erklärte gleichfalls, daß ſeine Frau die Natur des
Auftra=
ges nicht kannte. Gould iſt von Beruf Zigarrenhändler
und ſoll engliſcher Untertan ſein. Die Angelegenheit
wurde auf Mittwoch vertaat.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet über England hat ſeit geſtern
ſeinen Kern etwas nordwärts verlagert, dabei aber ſeinen
Einfluß über Deutſchland weiter oſtwärts ausgebreitet.
Ueber Deutſchland ſteigt der Luftdeuck wieder; im Bereich
dieſes Steigegebietes dürfte morgen vorübergehend
Beſſe=
rung unſerer Witterung eintreten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 24. Februar:
Vorwiegend wolkig, keine erheblichen Niederſchlägg, etwas
kühler, weſtliche Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Deutsche Bank Darmstadt
Auslands- und Uebersee-
Geschäfte.
(X,5005
Für Trauer stets vorrätis:
Jackenkleider
Mäntel
Taillenkleider
Blousen
Hüte
Jupons
Schirme und Handschuhe (3234a
Carl Schürmann & Co.
Elisabethenstr. und Wilhelminenstr. Ecke.
Geſchäftliches.
Vom Licht durch Kohle zum Licht. Unſere
künſtlichen Lichtquellen greifen letzten Endes auf die von
der Sonne abgegebene Energie zurück. Die Kohle
verkör=
pert ſolche Sonnenenergie ebenſo, wie die gewaltigen
Waſſerkräfte auf das Wirken der Sonne zurückzuführen.
ſind. Mit der der Kohle innewohnenden Wärmeenergie
treiben wir unſere Dampfmaſchinen, mit Waſſerkräften
unſere Turbinen, und in den angekuppelten Dynamos
ſetzen wir die mechaniſche Enerige in elektriſche um. Die
Elektrizität wandelt ſich dann wieder in Licht in unſeren
Glühlampen. Der ganze Weg bringt natürlich viel
Ver=
luſte mit ſich, nicht in dem Sinne, daß irgend etwas an
Energie verloren geht, ſondern in dem Sinne, daß es
ſich in eine für den jeweiligen Zweck nicht erwünſchte
Energieform umſetzt. Jede Möglichkeit, einige Prozente
dieſer Verluſte zu ſparen, iſt für die Geſamtheit von
un=
geheuerer Bedeutung, und die raſtloſe Arbeit unſerer
In=
genieure bemüht ſich mit Erfolg, ſolche Verluſte immer
mehr einzuſchränken. Während Ediſons
Kohlefadenglüh=
lampe zu Anfang auf 1 Kilowatt elektriſcher Energie nur
etwas mehr als 220 Kerzen Licht erzeugte, ſteigerte die
Osram=Lampe dieſen Wert auf ungefähr 1000 Kerzen,
und in der neuen Osram=½=Watt=Lampe werden aus dem
gleichen Betrag an Elektrizität gar 2000 Keczen erzeugt.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Almeria‟ 19. Febr. 2 Uhr nachm. von
Neu=York über Cherbourg und Southampton nach
Hamburg. Bosnia” nach Baltimore, 19. Febr. 1 Uhr
15 Min. nachm. Eaſtbourne paſſiert. „Elbe‟ 19. Febr.
8 Uhr morgens in Savannah. „Graf Walderſee” nach
Neu=York, 19. Febr. 12 Uhr mittags Cuxhaven paſſiert.
„Kaiſerin Auguſte Victoria” von Neu=York kommend,
19. Febr. 11 Uhr abends Lizard paſſiert. „Pallanza”,
von Boſton kommend, 19. Febr. nachm. Lizard paſſiert.
„Pretoria” von Neu=York kom., 19. Febr. 1 Uhr nachm.
Dover paſſiert. — Weſtindien, Mexiko: „Schwarzwald”
nach Weſtindien, 20. Febr. 2 Uhr 20 Min. morgens
Cuxhaven paſſiert. „Weſterwald” nach Havanna und
Mexiko, 19. Febr. 9 Uhr morgens in Antwerpen. —
Oſtaſien: „Aſſyria‟ 19. Febr. morgens in Penang,
aus=
gehend. „Bayern” 20. Febr. morgens von Sabang nach
Manila. „Brisgavia‟ 19. Febr 1 Uhrnachm. Queſſantpaſſiert,
ausgehend. „C. Ferd. Laeisz” 19. Febr. morgens von
Port Said nach Marſeille. „Schwarzburg” 19. Febr.
nachm. in Antwerpen, ausgehend. „Senegambia‟ 18. Febr.
in Yokohama, ausgehend. „Südmark” 19. Febr. morg.
Perim paſſiert, ausgehend. „Suevia” 19. Febr. in Dalny,
ausgehend. — Verſchiedene Fahrten: „Kurmark” von
Indien kom., 19. Febr. 1 Uhr morgens Gibraltar paſſiert.
„Nicaria” von Perſien kommend, 19. Febr. abends in
Hamburg. „Ninive” von Perſien kommend, 18. Febr.
12 Uhr nachts Gibraltar paſſiert. „Numantia‟ 19. Febr.
in Basra, „Oſtmark” nach Indien, 19. Febr. in Genua.
„Swakopmund” 15. Febr. in Kap Lopez, heimkehrend.
„Togo”, von Weſtafrika kommend; 19. Febr. 12 Uhr
45 Min. mittags Eaſtbourne paſſiert. „Windhuk”
16. Febr. in Daresſalam.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 16. Febr. 4 Uhr nachm. von Algier
ab=
gegangen auf eine Vergnügungsreiſe nach dem
Mittel=
meer, dem Heiligen Lande und Aegypten mit 842
Touriſten. „Nieuw Amſterdam” 19. Febr. vorm. in
Neu=York eingetroffen. „Noordam” 15. Febr. 1 Uhr
nachm. Lizard paſſiert. „Ryndam” 2. Fedr. nachm. in
Rotterdam eingetroffen. „Potsdam” 10. Febr. vorm.
von Yew=York abgegangen.
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Tante
Eleonore Amendt
(5108.
ſagen innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 23. Februar 1914.
Todes=Anzeige.
Am Sonntag nachmittag 3 Uhr entſchlief.
nach langem, ſchwerem Leiden unſer lieber
Vater und Schwiegervater, der
(5094
Privatier
August Schulz.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Selma Ehrecke, geb. Schulz,
Emil Schulz,
Emil Ehrecke.
Darmſtadt, den 22. Februar 1914.
Pankratiusſtraße 41.
Die Beerdigung erfolgt von der Kapelle des
Darmſtädter Friedhofs aus, am Mittwoch, den
25. Februar, nachmittags 2 Uhr.
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten die ſchmerzliche
Nachricht, daß uns unſer lieber, treubeſorgter
Gatte, Vater, Sohn und Bruder
(5102
Jean Becker
Fuhrunternehmer
infolge eines Unglücksfalles geſtern abend 7 Uhr
unerwartet durch den Tod entriſſen wurde.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 23. Februar 1914.
Die Beerdigung findet nächſten Mittwoch, den
25. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der
Kapelle des Darmſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten hiermit die traurige
Nachricht, daß mein teurer, unvergeßlicher Mann,
unſerlieber Vater, Schwiegervater und Großvater
Jacob Hohlmann
Schreiner
heute morgen nach längerem Leiden im
Alter=
von 65 Jahren ſanft verſchieden iſt. (5110
Nieder=Ramſtadt, den 23. Februar 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Mittwoch,
nach=
mittag 4 Uhr, ſtatt.
Tageskalender.
Dienstag, 24. Februar.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhr
(Ab. A): „Der Bettelſtudent”.
Maskenfeſt um 6.11 Uhr im Saalbau.
Kappenabend des Katholikenvereins um 7½ Uhr im
„Konkordiaſaal”.
Karnevaliſtiſche Konzerte uſw.: Kaufm.
Stend=
graphen=Geſellſchaft „Gabelsberger” um 6.11 Uhr im
„Kaiſerſaal” — Hotel Heß. — Café Ernſt=Ludwig.
Hotell „Darmſtädter Hof”. — Café „Zur Oper”. — Bürs
gerkeller. — Hotel „Prinz Karl”. — Heſſenbräu (Kirch
ſtraße). — Reſtaurant Sitte. — Café Union um 4 Uhr.
Schloßcafé 2 Uhr. — Stadt Pfungſtadt um 4 Uhr.
Café „Metropole” um 4 Uhr. — Rummelbräu um
Uhr. — Hanauer Hof um 3 Uhr. — Turnhalle am
Woogsplatz um 6.11 Uhr. — Schützenhof um 5.11 Uhr.
Reſtaurant Schmitz. Hugenſchütz’ Felſenkeller um
Uhr. — Heſſiſcher Hof um 5½ Uhr. — Palais=Reſtaus
rant um 4 Uhr. — „Darmſtädter Hof” zu Traiſa um
4 Uhr.
Verſteigerungskalender,
Mittwoch, 25. Februar.
Holzverſteigerung um 8½ Uhr in der
Brücher=
ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Holzverſteigerung um 9½ Uhr im Meſſeler.
Ge=
meindewald (Zuſammenkunft auf der Chauſſee Meſſel=
Eppertshauſen am Steinbruch).
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (
Zuſammen=
kunft auf dem Frankenhäuſer Weg am Eingang des
Waldes beim Wegweiſer).
Jagdverpachtung um 1 Uhr im Gaſthaus „Zun
Ochſen” zu Neuſtadt i. O.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Htreeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Iriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Nummer 55.
Merucht
Welblich
Mädchen, w. koch. u. alle
Haus=
ab. kann, ſ. Stelle z. 1. Apr.
Aus=
fen, w. auch koch., ſuch. Beſchäft.,
ſch halbe Tage oder ſtundenw.
Frau Berta Neßling,
ge=
ürbsmäßige Stellenvermittlerin,
dwigſtraße 8. (*4685oim
Fraulein ſucht Stelle bei ält=
Hepaar oder einzelner Dame per
März oder früher. Offert. unt.
1 an die Expedition. (*4762
Funge, ſaubere Frau ſucht
Lufdienſt Erbacherſtr. 17,
Hinter=
hu 1. Stock.
(*4750
Saub. Frau ſucht per 1. März für
ſchm. Waſchen od. Putz., am liebſt.
Pirtor. Gervinusſtr. 49, H. (*4771
Männlich
Junger Kaufmann
Stenographie, Schreibmaſchine
nt Regiſtratur bewandert, ſucht
1. April oder ſpäter Stellung.
Tff. u. M 84 a. d. Exp. (*4744
24 J. alt, ledig,
Fruger Mann, mit ſchöner
andſchrift, wünſcht Beſchäftigung,
leich welcher Art. Offert. unter
76 an die Expedition. (*4733
Lelterer Mann (Iuvalide)
klernter Schreiner, ſucht
Beſchäf=
lung jeglicher Art. Offert. unt.
80 an die Exped. ds. Bl. (*4728
Lediger junger Mann von
lande, 25 Jahre alt, Radfahrer
ſdtkundig, wünſcht Beſchäftigung.
terſelbe verſteht auch mit Pferden
mzugehen. Offert. unter M 89
n die Expedition ds. Bl. (*4732
Gepruft. Heizer
Plernter Schloſſer, gedient b. der
Leiſerl. Marine, ſucht, geſt. auf gute
Leugniſſe, dauernde Stellg. Off.
M 90 an die Exped. (5096ids
RAN
Weiblich
Geſunde ſaubere Lauffrau per
1. März f., 2 Vor= u. 2
Nachmit=
tagsſtunden geſ. Meldung 3 bis
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. Februar 1914.
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dauernd Samstags von 8—2 Uhr
für Hausarbeit. geſ. Vorzuſt, bis
3 Uhr Grüner Weg 91, II. (*4724
Zwei
folide verviermädchen
geſucht, w. auch Hausarbeit mit
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(*4694
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unt. M 71 an die Exp. (*4707ids
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1. März. Sandſtr. 18, I. (*4714
Ordentliches Mädchen
erfahren im Haushalt, vor= und
nachmittags einige Stunden
ge=
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Männlich
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Lepof (II, 4651
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ein=
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(*4706
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Seite 7.
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Pfund=
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10 Stück 45, 55, 65, und 85 ₰
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Bismarckheringe, 2 Stück 15 ₰, 4 Liter=Doſe 2.10
Bratheringe, Stück 9 ₰ 8 Liter=Doſe 3.—
Heringe in Gelee, Pfund 40₰, 4 Liter=Doſe 2.25
. 10 Pfd.=Faß 2.10
Sardinen, Pfund 40 ₰
Filialen in allen Stadtteilen!
[ ← ][ ][ → ]Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. Februar 1914.
Nummer 55.
Restadrunr-Rammelbrau
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aufgeführt von Damen und Herren der Vereinigten Geſellſchaft
unter Leitung des Herrn Hofſchauſpielers und Regiſſeurs Hacker.
Nach der Aufführung: TANZ.
Karten für den Kräppelkaffee zum Preiſe von 70 Pf. ſind am
26. Februar bis 1 Uhr mittags bei dem Geſellſchaftswirt zu löſen.
Zu der Luſtſpiel=Aufführung ſind auch die an Kräppelkaffee und
Tanz nicht teiſnehmerden Mitglieder freundlichſt eingeladen. (4264a
Täglich nachmittag
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in ſämtlichen Lokalitäten.
Anfang 400 Uhr.
Eintritt 19 Pfennig.
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Kavellen.
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SchutzenHor
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Grosseskarneval. Konzert
in den Kellerlokalen, bei verſtärktem Orcheſter.
Ende wanns aus is.
Anfang 51 Uhr.
Eintritt 10 Pfg.
Die Konzerte finden bis auf weiteres jeden Sonntag ſtatt,
bei freiem Eintritt.
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Räumen des
„Kaiser- u. Fürstensaales‟,
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503 M
ssahsnsstasstsahakttt
5070
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„Hessischer Hof-
Faſtnacht=Dienstag, den 24. Februar:
Tarnevalist.
sroßes
er
Eintritt frei!
Anfang 530 Uhr.
612
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Lmdwigsh 5h e.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Darmstädter
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S9ss,
Samstag, 28. Febr., abends 81 Uhr,
in ſämtl. Räumen d. Kaiſer= u. Fürſtenſaals:
Redeufe
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Kaiſerſaal: Im Roſengarten.
(5077
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Wendelſtadtſtr., Blumenhandig. Wenz, Eliſabethenſtr.
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Karneval
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Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ, Bal= 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anfang 7½ Uhr. — Ende 10½ Uhr.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
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B 29. „Der fliegende
Hol=
länder.‟ Gew. Pr. Anf 7 P
Freitag, 27. Febr. 120. Ab.=Vſt.
D31. „Der Kaufmann von
Benedig.” Kl. Pr. Anf. 7½ U.
Bebr. Sokazu verkaufen. Wendel=
Gſtadtſtr. 56, II. b. Schäfer. (*4726
Ibſen=Zhklus.
In der Zeit vom 26. Febr. bis
17. März wird gegeben:
C 30. Donnerstag, 26. Febr.
„Baumeiſter Solneß” (neus
einſtudierh. Schauſp. in 3 Aufs
D 32. Freitag, 6. März: „Dien
Stützen der Geſellſchaft
(neu einſt.). Schauſp. in 4 Aufz=
B 31. Mittwoch, 11. Märza
„John Gabriel Borkmann
(zum 1. Male). Schauſp. in 3 Akten
4 34. Dienstag, 17. März:„Rosl
mersholm” (neu einſtudierta
Schauſpiel in 4 Akten.
Auf dieſe 4 Abende wird ein
Sonderabonnement zu
nachſtehen=
den Preiſen eröffnet: Sperrſitzt
10.80 ℳ, Parterre 8.00 ℳ, Pron
ſzeniumsloge u. Mittelloge 16.80 M,
Balkonloge 1480.7, 1.Rang 12.904
2. Rang 6.80 ℳ, 1. Galerie 4.60 ℳ,
2. Galerie 2.60 ℳ. (Eine
Vorver=
kaufsgebühr wird für dieſes
Son=
derabonnement nicht erhoben.)
Der Kartenverkauf für die
Son=
derabonnenten erfolgt an der
Tageskaſſe des Hoftheaters am
Dienstag, 24. Febr., nachm.
von 3½—5 Uhr, ſowie an den
darauffolgenden Tagen vormittags
zu den üblichen Kaſſeſtunden bis
einſchl. Donnerstag, 26. Febr.
Der Einzelverkauf für die erſte
Vorſtell. im Ibſen=Zyklus („
Bau=
meiſter Solneßz.) findet Donners
tag, 26. Febr., bei klein. Preiſ, ſtatt
Carnevarterz mtare Ernsrkadwf
Aschermittwoch abend 9½ Uhr:
5106
Abschiedsmahl des Prinzen Carneval
wie alljährlich.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 55.
Seite 9.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. Februar 1914.
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Tag und Nacht geöffnet.
Dienstag
Mittwoch
St. Benno-Bier-Fest
Dekorierte Lokalitäten
(5091im
Sekt im Glas.
Eintritt frei!
Dezn Ksvercm bessungen.
Einladung zur Hauptverſammlung
uf Montag, den 2. März 1914, abends 8½ Uhr, im Gaſthaus
„Zum Ochſen” (Volle Wtw.), Beſſungerſtr. 28.
1. Vortrag des Herrn Stadtverordneten Henrich über: Die
ſtädtiſchen Finanzen,
2. Berichterſtattung über die Tätigkeit des Vorſtandes im
Jahr 1913,
3. Rechnungsablage und Entlaſtung des Rechners,
4. Neuwahl des Vorſtandes,
5. Beſprechung eingelaufener Anträge.
Unſere verehrlichen Mitglieder werden gebeten, recht pünktlich
und zahlreich zu erſcheinen, da der Vortrag rechtzeitig beginnt.
1B5069)
Der Vorſtand.
Mazadznan Verenngung
Darmſtadt, Bismarckſtraße 55, part.
veranſtaltet
(5072id
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Mheater
am weißen Turm.
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neues Programm
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öffentliche Vorträge
von Diätchemiker W. Richter, Chemnitz
am 26., 27. Februar und am 1. März, abends 8½ Uhr
im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 20.
Am 26. Februar: „Verdauungsſtörung und ihre Beſeitigung.”
„ 27. Februar: „Faſten als Heil= und Entwickelungsmittel.”
„ 1. März: „Poſitive und negative Menſchen.”
Eintritt für einen Abend 50 Pfg., reſervierter Platz 1 Mark.
Apologetiſcher Vortrag
des Herrn Prof. Schwarz
in der Eliſabethenkirche: Mittwoch, den 25. Februar,
abends 8 Uhr.
(5050
Thema: Die Arbeit.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24, Februar 1914.
Nummer 55₰
Pankarter Kursbericht vom 23. Febraar 191z.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Staatspapiere.
Dt. Reichsschatzanw.
4 100.00
Dt. Reichsanleihe v. 1918. 4 98.75m
49000
do. . . . . p. 1925 .
86.85
do.
3 2795
do.
(100,00
Preußische Schatzanw.
Staffelanleihe.
4 1 90.70.
56.0
Gonsols :
17.50
Badische Staats-Anleihe. 4 96.50/0
do. r. 92094
3½ 90,20
do.
Baverische Ablös.-Rente.
97.0o
970
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906
97.00
do. unkdb. p. 1918 .
96,90
do. unkdb. p. 1920
E.-B.- u. Allgem. Anl.
unkdb. p. 1930 .
4 97,10
3½ 85,80
do. Anleihe
do.
3
Paec
Hamburger Staats-Anl. 4 98.60
88.70
do. r. 1887,94
6o.
01
Hessische Staats-Anleihe 4 97.10
do. unkäb. p. 1921 . . . 4 97.10
do.
.2
do.
Sächsische Staats-Rente
77.60
Württembg. Staats-Anl.
97.75
(unkdb. p. 1921).
88.00
do. r. 1980 .
17.60
do.
Bulgarische Gid.-Anl. . . 5 97.90B
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6) 56,80T
do. V. 1887 Monopoll18/ 53.50s
Italienische Rente.
97.10
Osterr. Staats-R. v. 1913 14½ 93.05
do. Silber-Rente. . . .4½ 87,70
do. Papier-Rente . . .4½
90,90
do. Gold-Rente .
do, einheitl. Rente . 4 83.00
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 97.00
do. inn. amort. 1905 . .41)
do. unif. Serie I.
62,
do. „
(1.73
III
do. Spezial Titel. .
050p
Rumänen r. 1903.
5 1100,40
do. Gold v. 1913.
4½ 91.50
do. Schatzsch. v. 19134½100,25
do. conv..
85.50E
do. v. 1890
94,30f
8800
do. p. 1801
do. F. 1905
85,20
do. v. 1908
86,80
86.40
do. v. 1910
95.70
Russische St.-Anl. v.
do. kons. p. 1880
88,30
do. Gold v. 1890
91,30r
do. v. 1902
Schweden v. 1880.
do. v. 1886
85,50B Zt.
ſchweden v. 1890
.31g
41a
Serben steuerfrei
do. amort. v. 1805 .
30
Türk. Egppt. Tribut
85,00
do. kons. steuerfreie .
76,80
do. Admin. v. 1903 .
do. unit. v. 1903. .
86,50
do. v. 1905. ₰
1330
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 91,20
Ungar. Staatsk.-Scheine)
r. 1913.
.4½ 100,00
4* 84.20
do. Gold-Rente..
do. Staats-Rente 1910.
82,70
do.
83.30
Kr.
Argent. innere Gold-Anl.
r. 189
do. äußere v. 1890
100,50
do. innero v. 188
95.00
96.70
do. äußere v. 1888
83.00
do. v. 1897
Chile Gold-Anl. v. 1911.
95,40
do. r. 1880½
do. r. 1906
91,50
Chines. St.-Anl. v. 1895.
do. v. 1896 .
88.50
do. Reorg. Anl.
do. r. 1835
9185
91.25
Japaner . . . . ..
Innere Mexikaner . .
Aubere do. 1
80,90
Uexikan. Gold v. 1904
69,00
do. cons. . .
69.00
do. frrigat.-Anleihe
68,00
Buenos-Aires Prov.
65,00
Tamaulipas
ao Paulo E.-B.
98.40
do, v. 1915
Siam v. 1907. .
96.20
14
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/97
84,80
r. 1904
83.00
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
94,25
Darmstadt.
Nordd. Lloyd-Obligat.
99,50
90.30
Elisabethbahn .
Franz-Josef-Bahn. .
7300
rag-Durer
105.60
sterreich. Staatsbahn
98.55
do. .
76.40
do.
9870
do. Südbahn (Lomb.)
do. do.
52,40
do. do.
78,20
aab-Oedenburg
86,50
Kronprinz Rudolfbahn .
86,40
Russ. Südwest . . (12
47 1 9580
Moskau-Kasan .
do. . . .. ..
487,60
Wladikawkas.
Rjäsan-Koslow
Portugies. Eisenb. v. 1886
69,80
do.
4½
10,20
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Salonique Monastir.
62.70
78.80
Bagdadbahn . . . .
Anatolische Eisenbahn 4½ 91,75Frankf. Hyp.-Bk.
94.00
Missouri-Pacifie .
4 95,00
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Southern-Pacitic.
92,00
St. Louis & San Francisco
Tehuantepee
Ungar. Lokalbahn
Provinz-Anleihen.
96.20
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
86,30
do. Em. 10 .
do. . 9.
3½
Posen Prov.:
9600
Westfalen Prov. V. .
Hess. Prov. Oberhessen
do. Starkenburg . .
86,30
Städte-
Obligationen.
95,50
Darmstadt. .
3½ 87,00
do.
9600
Frankfurt
91.00) do.
do. . .
94.90
Gießen .
6630
do. ..
94,90
Heidelberg.
3½), 2530
do. ...
Karlsruhe .
3½ 87,20
do. . .
4
Magdeburg
495,50
Mainz . .
3½ 87,30
do.
9600
Mannheim.
8o,50
do. ..
München
97
Nauheim
4 95,10
(Fürnberg
do. . .
4—
Offenbach
4 1 —
do. v. 1914
do. . . . .
3½
4 96,20
Wiesbaden.
3½ 93,00
do. . .
Worms:
4 95,00
do. :.
Lissabon v. 1888 .
93,50
Moskau v. 1912.
Stockholm v. 1880
Wien Komm. . .
98,75
Wiener Kassenscheine
92,00
Zürich v. 1889
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6 1101,50 Pfandbriefe.
½ 1100,20
Berliner Hyp.-Bk.-Pf.
93.25
do. unkdb. 1918 .
9400
1910₰
do.
9450
40. „ 1921:
9600
do. „ 1922.
83,50
do. .. ..
95,2
do. Komm.-Obl. unk. 1918
95,00
do. unkdb. 1910 . . . .
96500
do.
1915 ...
4 96,50
do. „ 1920 .. .
3½ 86,40
do. Ser. 12—19.
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
86,50
unkdb. 1910
Frankt. Hyp.-Kred.-Ver.
Ser. 15—42
94,00
18—49
91.90
do. . .
96,00
do. unk. 1922
88.50
do. „ 1915.
86,00
3 83,30 do. Scr. 45
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
Ser. 12, 13, 16
96.70
14, 15, 17 4 96.70
95,50 do. . .
9750
do. unkdb. 1920
97,40
1923
do.
8480
do. Ser. 1, 2, 6—8 .
84,80
do. „ 3—5 .
84,80
do. kündb. 1915.
96.70
do. Komm. unk. 1913
96,70
1914
do.
96.90
1916)
do.
97,50
1920
97,40
4o.
1923)
84.50
do. verlosb. u. kündb.
84,50
unkäb. 1915
do.
94,50
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
9530
4 95.20 do. unkdb. 1922.
3½ 86,0
do.
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,30
unkdb. 1917
91,30
1910
do. . . . . .
94,30
1921
do. . . . . .
do. . . . . . „ 1924 4 96,00
8530
497,60) do. . . . . . . ..
95,30
do. Komm. unk. 1923 .
96,20
1924
do.
4 . 96,40
3½ 86,30 1Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
83,00
do. ..
Bank-Aktien.
Bank für elektr. Unter-
..3½ 87,101 nehmungen Zürich . . 10 194,50
Berg.-Märkische Bank. . 7½ 153,50
Berliner Handelsges. . . . 9½ 1163.25
Darmstädter Bank . . . . 6½ 123,00
Deutsche Bank. . . . . . .12½1259,90
Deutsche Vereinsbank. . 6 122.70
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk.l 6 118.95
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 197.60 8½, (157.50.
Dresdner Bank . . .
Frankt. Hypothek.-Bank 10 1217.50
Mitteldeutsche Kred.-Bk 6½ (12179
Nation.-Bank f. Deutschl.
(1171s
128.50
Pfälzische Bank . . . .
6.95 142,00
Reichsbank
1133,00
Rheinische Kredit-Bank.
105.10
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
190½
Wiener Bank-Verein . .
Aktien von Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packett. 10 143,95
7 126,60
Norddeutscher Lloyd. .
Frankfurt. Schleppschiff. 4 116.00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ (129,80
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½
Baltimore . . . . . . . . . . 6 95,75
Canada . . . . . . . . . . . . 10 215.00
Schantung . . . . . . . . . . 7½ 1139.90
Prinz Henry . . . . . . . . . 8 1163.50
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Pennsylvania . . . . . . . . 6
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Chem. Fabrik Griesheim 14 (26500
30 (65500
Farbwerke Höchst ..
Ver, chem. Fabr. Mannh.. 20 344.00
10 (15250
Zement Heidelberg .
Chemische Werke Albert) 30 1450,00
Holzverkohl. Konstanz . 15 322,00
6 (125,00
. , ,
Lahmeyer
151.80
Schuckert, Nürnberg . . . 8
12 (219.95
Siemens & Halske. . .
126.50
Bergmann Elektr. . . .
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 249,20
25 (342,75
Hagen Akkum...
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (178,20
0 8020
Gummi Peter
Adler-Fahrradwerke . . . 30 1375,50
Maschinenfabr. Badenia. 9 136,00
Wittener Stahlröhren . . 6
Gasmotoren, Oberursel .8½ 1159,50
12500
Gasmotoren, Deutz .
Siemens Glas-Industrie . 15
23 323,00
Enzinger Filter
Steaua Romana . . . . . . 10 1150,30
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 1227,50
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831212.00
Neue Boden-Aktien-Ges.. O 92.00
Süddeutsche Immobilien 0 61.00
Bergwerks-Aktien.
12 (167,00
Aumetz-Friede . .
Bochum. Bergb. u. Gubst. 14 226.25
Leonhard, Braunkohlen. 9 (159,00
Konkordin Bergbau
23 (347,50
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 (143,20
10 221,80
Eschweiler . . Gelsenkirchen Bergw. . . 10 194,55
Harpen Bergbau. . . . . . 11 189,40
Kallwerke Aschersloben 10 15750
Kaliwerke Westeregeln . 13 198,00
Königin Marienhütte . . 6 86.00
Laurähütte . . . . . . . . . § (164,50
Oberschles. Eisenbed.
6 93,20
Oberschl. Eisen-Industrie 3 71.00
Phönix Bergbau .
.18 (24505
Rheinische Braunkohlen 10 206,50
Riebeck Montan . . . . . . 12 201,50
Jouth West.-Afr. Shares . 5 119,95
Verzinsliche
Anlehenslose. Zf.
Badische . . . . . TIr. 100 4 (177,00
Oöln-Mindener . TIr. 1003½/14100
Holländ. Komm. . A. 100 3 117,90
Madrider . . . . . Frs. 100 3 78,70
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 141,00
österreicher 1860er Lose . 4 18005
oldenburger. . . . Tlr. 40 3 120 00
Raab-Grazer . . . . H. 1502½110.00
Mk.
Unverzinsliche
Anlehenslose.
p. St.
A.7
Augsburger
TIr. 20
Braunschweiger
Pe. 45
Mailänder
Fe. 10
do.
... A. 7 34,10
Meininger
österreicher r. 1864 . A. 100
do. v. 1858 . A. 100
A. 100 439,20
Ungar. Staats .
Venediger . . . . . . . Fs. 39
Fs. 400 168.90
Türkische
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . . . . . 20,48
20-Franks-Stücke . . . . . . . 16,28
Amerikanische Noten . . . . 4,19½
Englische Noten . . . . . . . . 20,48
Französische Noten . . . . . . 81,30
169,30
Holländische Noten . . .
8090
Italienische Noten . . . .
österr.-Ungarische Noten . . 85,10
Russische Noten .
Schweizer Noten . .
81,70
Reichsbank-Diskont
do. Lombard Zsf.
Tendenz:
Ziemlich fest.
Hander und Verkenr.
— Frankfurt a. M., 23. Febr. Die heutige
Börſe eröffnete in ruhiger, aber behaupteter Stimmung,
die ſich im Verlauf noch weiter befeſtigte. Von der
beſſe=
ren Tendenz profitierten beſonders Kohlenwerte und von
dieſen wieder Harpener in der Vorausſetzung, daß die
wegen Erneuerung des Kohlenſyndikats zurzeit
vorhande=
nen Differenzen ſchließlich doch beſeitigt werden dürften.
Als feſt ſind von Transportaktien Schantungbahn zu
er=
wähnen, für die ſich bereits anfangs Intereſſe zeigte,
während Käufe in Lloyd und Paketfahrtaktien erſt gegen
Schluß der Börſe bei ſteigenden Kurſen vorgenommen
wurden. Bankaktien fanden wenig Beachtung. Der
Kaſſamarkt war ruhig. Holzverkohlung
konn=
ten ihren Kursſtand von 319 auf 322 erhöhen. Höher
waren ferner Griesheim Chemiſche 3¾ Prozent und im
Zuſammenhange mit dem günſtigen Abſchluß Chemiſche
Mannheim — 3 Prozent. Daimlermotoren — 3½
Pro=
zent. Auch Kleyer 14 Prozent höher. Einen Kursſturz
von 40 Prozent erlitten Kunſtſeide. Niedriger notieren
u. a. Gritzner=Maſchinen 2½ Prozent, Höchſter
Farb=
werke 2½ Prozent. Der Geldmarkt bleibt flüſſig.
Pri=
vatſatz 3 Prozent. Tendenz: ziemlich feſt.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 23. Febr. Auftrieb 281 Schweine. Preiſe pro
50 Kilogramm Schlachtgewicht: 1. Qualität 66 Mark,
2. Qualität 65 Mark, 3. Qualität 64 Mark. Marktverlauf:
Lebhaft; Ueberſtand.
— Frankfurt, 23. Febr. Schlachtviehmarkt.
(Amtlicher Bericht.) Auftrieb: Rinder 1283 Stück,
dar=
unter Ochſen 397, Bullen 53, Färſen und Kühe 333,
Käl=
ber 256, Schafe 101, Schweine 2409. Preiſe für 1 Zentner
Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark. 1. Rinder,
A. Ochſen: a) vollfleiſchige, ausgemäſtete höchſten
Schlacht=
wertes im Alter von 4 bis 7 Jahren 49—54 (89—93) b)
junge fleiſchige, nicht ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete
45—49 (81—89) c) mäßig genährte junge gut genährte
ältere 42—45 (77—83). B. Bullen: a) vollfleiſchige,
aus=
gewachſene höchſten Schlachtwertes 46—48 (76—80),
vollfleiſchige, jüngere 42—45 (72——78). C Färſen und
Kühe: a) vollfleiſchige, ausgemäſtete Färſen höchſten
Schlachtwertes 46—50 (83—89), b) vollfleiſchige
ausge=
mäſtete Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren
43—46 (80—83), c) 1. wenig gut entwickelte Färſen 41—45
(79—87), 2. ältere, ausgemäſtete Kühe und wenig gut
ent=
wickelte jüngere Kühe 38—42 (70—78), d) mäßig genährte
Kühe und Färſen 32—37 (64—74), e) gering genährte
Kühe und Färſen 25—31 (57—70). 2. Kälber. a)
mitt=
lere Maſt= und beſte Saugkälber 56—60 (25—102), b)
ge=
ringere Maſt= und gute Saugkälber 50—54 (85—92)s
3. Schafe. Maſtlämmer und Maſthammel 42 (92).
4. Schweine. a) vollfleiſchige Schweine von 80 bis 100
Kilogramm (160 bis 200 Pfund) Lebendgewicht 50—53
(64—66), b) vollfleiſchige Schweine unter 80 Kg. (160
Pfund) Lebendgewicht 50—52 (62—65), c) vollfleiſchige
von 100 bis 120 Kg. (200 bis 240 Pfund) Lebendgewicht
50—53 (63—66) d) vollfleiſchige von 120 bis 150 Kg.
(240 bis 300 Pfund) Lebendgewicht 50—53 (63—65).
Marktverlauf: Gedrückter Handel; bei Rindern und
Schweinen Ueberſtand. — Von Montag, den 2. März er.
ab finden die Märkte, abgeſehen von den Donnerstags=
Groß= und Kleinviehmärkten, wieder von 8—12 Uhr
Vor=
mittags ſtatt.
F.C. Frankfurt 23. Febr. Kartoffelmarkt,
Man notierte: Kartoffeln im Waggon 4¼—4¾ Mk.
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Volckunden-
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Feichherrücher
Vans.
Erdal
Chuh-Creme
(E,5068)
Nr. 24.
Dienstag, 24, Februar.
1914.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1907, den
Rad=
heverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
ſr Verſäumnis, wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
ſtempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1914.
von heute ab bis 31. März 1914 an jedem Wochentage,
vormittags von 9—12 Uhr,
i Großherzoglichem Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3 im Erdgeſchoß, Zim=
Pr Nr. 9, ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer, von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Pigen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der obenerwähnten
Leik, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder ſofern die
Voraus=
hungen hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung)
nerag auf Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden, des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnortes vorzubringen.
Befreiungsanträge, die nach dem 1. April 1914 geſtellt werden,
können keine Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 17. Februar 1914.
(4562a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Verordnung, den Radfahrverkehr betreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden
l., hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich
der mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 60 des Tarifes zum
Urkunden=
iernpelgeſetz in der Faſſung der Bekanntmachung vom 24. März 1910 vorgeſchriebene
Sempelabgabe für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
ſiutende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
utändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
ſaben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
Uführen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgaben.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
is 31. März des folgendes Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in
er Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen
3 itraum nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamr trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
in Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
ntrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzutleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
arten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19 ..
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6em
uher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
u. geſtellt hat (für das= Kreisamt Diebur= Dh) und dahinter in 5om hohen Ziffern
bs Nummer der Radfabrkarte (316). Die Nummern werden je nachdem ſie von einer
Pehörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind,
n roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
ſreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
zurmmer, bei den Nummerplaten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſäewarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
ſpaatte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
llagerden muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrades und nach vorn gerichtet
darart zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die
Nummer=
ſlaatte wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen
Fahr=
ſträ dern unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten
der Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
ſdur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel
des Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal,
unnd zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im
Rionat März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte
bei dem Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
auufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
längſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der
Nummer=
platte anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
zslätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und
dem Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karke zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
eder Aufenthaltsort in einen andern Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das
ine Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Alufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
ſetztere erteilt eine neue Nummerplate und zieht die bisher geführte Nummerplate
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erleilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur
vorüber=
gehend überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht.
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum
Be=
ſuche der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der
Wohnung entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten;
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen. (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
Anſprüch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
dahingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
verwendet wird
Stenerzeitel und der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheini=
gung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß:
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarke beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Perſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein
Amtsabzeichen=
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecken beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auauſt 1800 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 24. März 1910, Zuwiderhandlungen
gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin vorbehaltenen
allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in Gemäßheit des
§ 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft
bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriſten über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es den beſtehenden Beſtimmungen zuwider unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 35, 41, 49, 50, 53, 60, 90 erforderli hen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demienigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derienige,
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritt
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2 Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 17. Februar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Die von der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft vor dem Empfangsgebäude
des hieſigen Hauptbahnhofs geplante Ausweiche der elektriſchen Straßenbahn
iſt hergeſtellt.
Der Plan der Anlage liegt in der Zeit von Mittwoch, den 25. ds. Mts.,
bis Mittwoch, den 4. März ds. Js. einſchließlich auf Großh. Polizeiamt
Darm=
ſtadt zur Einſicht offen. Etwaige Einſprüche hinſichtlich der plaumäßigen
Aus=
führung der Anlage ſind innerhalb dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
bei Großh. Polizeiamt vorzubringen.
(5062
Darmſtadt, den 21. Februar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Nachſtehende Polizeiverordnung vom 26. Auguſt 1910 wird wiederholt
veröffent=
licht. Genaue Beachtung derſelben wird dringend empfohlen.
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Polizei=Verordnung
vom 26. Auguſt 1910.
Auf Grund des Art. 78 der Kreis= und Provinzialordnung wird unter
Zu=
ſtimmung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung des Großherzoglichen
Mini=
ſteriums des Innern vom 23. Auguſt 1910 zu Nr. M. d. J. II 3715 für den Kreis
Darmſtadt folgendes verordnet:
§ 1. Der Zuzug fremdländiſcher Arbeiter, ihrer Frauen, Kinder und etwaigen
ſonſtigen Begleiter iſt vor der Ankunſt unter Angabe ihrer Zahl der
Ortspolizei=
behörde des Beſchäftigungsortes von dem Arbeitgeber oder ſeinem Stelbvertreter
ſchriftlich anzuzeigen. War die Anzeige vor der Ankunft nicht möglich, ſo iſt ſie ſofort
bei dem Eintreffen der obengenannten Perſonen an ihrem Beſtimmungsort, ſpäteſtens
aber binnen 24 Stunden darnach, der Ortspolizeibehörde zu erſtatten. Die Anzeige
ſoll Namen und Heimatſtaat der Zugesogenen enthalten.
Die Ortspolizeibehörde iſt zur ſofortigen Mitteilung an das Großh.
Kreis=
geſundheitsamt verpflichtet Bei Krankheitsverdacht hat die Mitteilung telephoniſch
oder telegraphiſch zu geſchehen
§ 2. Die Zugezogenen ſind verpflichtet, auf Ladung der Ortspolizeibehörde zur
Unterſuchung durch den Großh. Kreisarzt zu erſcheinen. Säumige werden polizeilich
vorgeführt. Der Arbeitgeber oder ſein Stellvertreter hat die für das Erſcheinen im
Unterſuchungstermin erforderliche Zeit zu gewähren.
Diejenigen Perſonen, die ſich über eine in den letzten zehn Jahren
vorausge=
gangene erfolgreiche Impfung oder über eine überſtandene Blatternerkrankung nicht
ausweiſen können, werden im Unterſuchungstermin geimpft. Der Unterſuchungstermin
ſoll in der Regel am Beſchäftiaungsorte ſtattfinden, wenn nicht unverhältnismäßige
Koſten hierdurch entſtehen. Wer ſich der Impfung entzieht, oder ſich weigert, die
Impfung vornehmen zu laſſen, hat die ſofortige Ausweiſung aus dem Großherzogtum
zu gewärtigen.
In dem Termin werden die Zugezogenen gleichzeitig auf das Vorhandenſein der
ägyptiſchen Augenkrankheit hin unterſucht und die notwendigen Maßnahmen getroffen.
§ 3. Jeder Geimpfte muß in einem zweiten Termin dem Großh. Kreisarzt zur
Nachſchau vorgeſtellt werden, falls ein ſolcher beſtimmt wird. Die Vorſchrift des § 2
Abſ. 1 Satz 3 findet entſprechende Anwendung.
§ 4. In dem in § 2 erwähnten Unterſuchungstermin ſoll eine Namensliſte unter
Angabe der Geburtstage oder wenigſtens des ungefähren Alters der vorgeführten
Perſonen von dem Arbeitgeber oder deſſen Stelvertreter dem Großh. Kreisarzt
vor=
gelegt werden.
§5. Die Koſten derUnterſuchung und Impfung werden auf die Polizeikaſſe übernommen.
§ 6. Die nach Art. 89 des Polizeiſtrafgeſetzes vorgeſchriebenen Anmeldungen,
ſowie die nach anderen Beſtimmungen beſtehenden Verpflichtungen zur Anzeige des
Arbeitsantritts bleiben unberührt.
§ 7. Arbeitgeber oder deren Stellvertreter, welche die in §§ 1—3 dieſer
Ver=
ordnung angeordneten Aufſichtsmaßregeln verletzen, werden, ſofern nicht eine
Be=
ſtrafung aus § 327 des Reichsſtrafgeſetzbuches zu erfolgen hat, mit Geldſtrafe von
1—30 Mark beſtraft.
§ 8. Die vorſtehenden Vorſchriften treten mit dem Tag ihrer Veröffentlichung
im Amtsverkündigungsblatt in Kraft. Mit dem gleichen Tage iſt die Polizeiverordnung
vom 9. Juni 1908, betreffend das Auftreten von Blatternerkrankungen unter
fremd=
ländiſchen Arbeitern, aufgehoben.
(5064ii
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Jagdhund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
(5084
vormittags 10 Uhr, ſtatt.
Warnung vor unlauteren Darlehensvermittlern
Wir haben ſchon wiederholt vor dem unlauteren
Geſchäfts=
gebahren gewiſſer Darlehensvermittler gewarnt, die in Zeitungen
ſich zur Vermittelung oder Beſchaffung von Darlehen unter
an=
ſcheinend günſtigen Bedingungen erbieten, denen es aber vielfach
weniger um die Beſchaffung der Darlehen zu tun iſt, als um die
Er=
zielung von Gewinn; entweder machen ſie die Behandlung der
Dar=
lehensgeſuche von der Vorauszahlung eines die wirklichen Auslagen
überſteigenden Koſtenvorſchuſſes für Einholung einer Auskunft
über die Kreditwürdigkeit des Nachſuchenden uſw. abhängig oder ſie
überſenden auf Grund von zur Irreführung geeigneter
Zeitungs=
annoncen und Proſpekten den Darlehenſuchenden eine ſogenannte
Geldoffertenliſte, d. i. ein umfangreiches Verzeichnis von
Darlehens=
vermittlern und Darlehensgebern, gegen Bezahlung einer Gebühr,
die meiſt durch Nachnahme erhoben wird. Wie berechtigt dieſe
Warnung iſt, beweiſt die Tatſache, daß fortwährend Verurteilungen
derartiger Perſonen wegen Betrug zu empfindlichen Strafen bekannt
werden.
Da auch hieſige Einwohner durch das unlautere
Geſchäfts=
gebahren derartiger Perſonen zu Schaden gekommen ſind, können
wir unſere Mahnung zur Vorſicht gegenüber unbekannten
Darlehens=
vermittlern nur wiederholen.
(5060im
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Oeffentliche Impfung.
Mittwoch, den 25. Februar und die vier folgenden
Mitt=
woche, nachmittags von 2—4 Uhr unentgeltliche Impftermine im
Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr impfpflichtige,
bis jetzt noch nicht geimpfte Kinder.
Angeordnete Wiederimpfungen werden in dieſen Terminen
ebenfalls vorgenommen.
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der
ge=
ſetzlichen Strafe.
Nachſtehende Verhaltungs=Vorſchriften werden zur Beachtung
bekannt gegeben:
Aus einem Hauſe, in welchem anſteckende Krankheiten, wie
Scharlach, Maſern, Diphtherie, Krup, Keuchhuſten, Flecktyphus,
roſen=
artige Entzündungen oder die natürlichen Pocken herrſchen, dürfen die
Impflinge zum allgemeinen Termine nicht gebracht werden.
Die Eltern des Impflings oder deren Vertreter haben dem
Impfarzte vor der Ausführung der Impfung über frühere oder noch
beſtehende Krankheiten des Kindes Mitteilung zu machen.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 20. Februar 1914.
(4992a
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Schmitt.
Stamm=, Stangen= und Brennhoßz=
Verſteigerung.
Im Gemeindewald Ober=Ramſtadt im Diſtrikt Eichelberg
werden an Ort und Stelle verſteigert:
Mittwoch, den 25. Februar I. Js.,
8 Kiefern=Stämme Kl. III, 10 desgl. Kl. IV, 5 Lärchen=Stämme
Kl. V, 12 rm Buchen=, 18 Eichen=, 197 Kiefern=Scheiter; 14 rm Birken=,
88 Kiefern=Knüppel; 630 Stück Fichten=Wellen; 30 rm Buchen=,
6 Eichen= und 48 Kiefern= und 38 Fichten=Stöcke.
Freitag, den 27. und Samstag, den 28. Februar
15 Lärchen=Stämme von 14—20 cm mittl. Durchm., 6—8 m Lg.
„ 12—28 „
5—20
373 Fichten=
30 Weißtannen=, „ 13—16 „
8—10
194 Fichten=Derbſtang. „ 10—12 „
13—19
Bemerkt wird, daß ſich die geringen Fichten=Stämmchen, ſowie
die Derbſtangen vorzüglich zu Gerüſtholz eignen.
Die Kiefern= und Lärchen=Stämme am erſten Tag (Mittwoch
werden beim Brennholz im Gang mitverſteigert.
Am zweiten Tag (Freitag) werden die Nrn., von 806—1033 der
Stämme, ſowie Derbſtangen verſteigert, am dritten Tag (Samstag)
kommen die Nrn., 1034—1261 der Stämme, ſowie Derbſtangen zum
Ausgebot.
Zuſammenkunft an den drei Tagen jedesmal vormittags 9 Uhr
im Diſtrikt Eichelberg, und zwar am erſten Tag auf dem
Franken=
häuſerweg am Eingang des Waldes beim Wegweiſer. Am zweiten
und dritten Tag auf dem Frankenhäuſerweg am Pflanzgarten
unter=
halb dem Breitenſtein.
(4790fgi
Ober=Ramſtadt, den 18. Februar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Autz= und Brennholz=Verſteigerung.
Freitag, den 27. Februar ds. Js., vormittags
9 Uhr anfangend,
werden im Waſchenbacher Gemeindewald in den Diſtrikten
Mühl=
berg, Geberſtadt, Buchwald und Alteich nachverzeichnete Holzſorten
an Ort und Stelle verſteigert:
27 Eichen=Stämme von 4—10 m Länge und 13—28 cm Durchm.
5—8
„ 32—35 „
3 Kiefern=
5 Eichen=Derbſtangen „ 6—
„ 14 „
22 Lärchen=
8—11 „
„ 10—
19 Fichten=
8—14 „
„ 8—16
34 rm Buchen=Scheiter, 8 rm Eichen=Scheiter und 22 rm Kiefern=
Scheiter,
18 rm Buchen=Knüppel, 17 rm Eichen=Knüppel und 69 rm Kiefern=
Knüppel,
41 rm Buchen= Eichen= und Kiefern=Stöcke,
700 Buchen=Wellen, 280 Eichen= und 940 Kiefern=Wellen.
Die Zuſammenkunft iſt in Waſchenbach.
(5056
Nieder=Ramſtadt, den 21. Februar 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Nieder=Ramſtadt
mit Waſchenbach.
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ſchaft mit beſchränkter
Haftung, Darmſtadt.
Der bisherige Geſchäftsführer
Paul Seher iſt ausgeſchieden; an
ſeiner Stelle iſt der Bäckermeiſter
Johann Baur in Darmſtadt zum
Geſchäftsführer beſtellt. (5058
Darmſtadt, 17. Februar 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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Nachſtehende Verkehrsbeſtimmungen des
Stadt=
krankenhauſes Darmſtadt werden hiermit zur
allgemeinen Kenntnis gebracht.
1. Aufnahmezeiten für Kranke ſind: Vormittags von 9 bis 11 Uhr
und nachmittags von 3 bis 5 Uhr. Kaſſennachweis oder
Ein=
weiſungsſchein iſt mitzubringen. Außerhalb dieſer Zeit, beſonders
aber abends nach 5 Uhr, erfolgt die Aufnahme nur, wenn ſie
von der Direktion nach ärztlichem Urteil für dringend gehalten
wird. Krätzekranke werden zur Kur Samstag mittags und am
Sonntag nicht aufgenommen.
2. Aerztliche Sprechſtunden, die unentgeltlich nur für die
Stadt=
armen ſind: wochentags nachmittags von 4 bis 4½ Uhr. In
wirk=
lichen Not= und Unglücksfällen findet jederzeit Behandlung ſtatt,
(Kaſſennachweis iſt mitzubringen). Während der
Sprechſtunden=
zeit wird von den Aerzten Auskunft über die im
Krankenhaus=
aufgenommenen Kranken gegeben; im übrigen erfolgen Auskünfte
nur bei Schwerkranken und in dringenden Fällen.
3. Telephoniſche Anfragen über den Zuſtand eines Kranken
wer=
den nicht beantwortet.
4. Kaſſenſtunden: Wochentags, vormittags von 9 bis 12 Uhr. Bei
der Aufnahme ſoll, ſofern nicht die Dauer des vorausſichtlichen
Aufenthaltes eine geringere Sicherheit zuläßt, der
Verpflegungs=
koſtenbeitrag für 15 Tage im voraus bezahlt und von 15 zu 15
Tagen weitere Vorlagen geleiſtet werden.
5. Beſuchszeiten:
a) Die Kranken der I. Verpflegungsklaſſe können täglich Be
ſuche empfangen, und zwar vormittags von 11 bis 12 Uhr
nachmittags von 3 bis 6 Uhr.
b) Die der II. Verpflegungsklaſſe täglich nachmittags von 3 bis
5 Uhr.
c) Die der III. Verpflegungsklaſſe Mittwochs nachmittags von
3 bis 4 Uhr und Sonntags vormittags von 11 bis 12 Uhr
Kindern unter 6 Jahren iſt der Beſuch überhaupt nicht
ge=
ſtattet. Bei den im Ueberwachungsgebäude untergebrachten
Kranken iſt der Beſuch nur mit ausdrücklicher Genehmigung
des Arztes erlaubt. Der Beſuch auf der Kinderabteilung
iſt nur den Eltern oder deren Stellvertreter geſtattet. Es
werden immer nur 2 Perſonen zu einem Kinde zugelaſſen.
Perſonen unter 14 Jahren iſt der Beſuch auf der
Kinderabteilung nicht geſtattet.
Herrſcht eine Epidemie, ſo kann die Beſuchserlaubnis
überhaupt aufgehoben werden.
6. Geſuche um Ueberführung von Kranken ins Krankenhaus ſind
an die Sanitätskolonne — Wachgebäude Bismarſtraße 28 — zu
richten. Sie führt alle Transporte von Erkrankten ohne Unter
ſchied aus.
7. Anträge auf Wohnungsdesinfektionen, desgleichen auf Abholen
zu desinfizierender Gegenſtände ſind an das Polizeirevier zu
rich=
ten, in deſſen Bezirk der Antragſteller wohnt — nicht an das
Krankenhaus.
Darmſtadt, den 6. Februar 1914.
Die Direktion des Stadtkrankenhauſes.
Dr. Fiſcher.
(4071a
Brennholz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 26. Februar d. Js., werden im Eberſtädter
Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne, nachverzeichnete
Holzſorti=
mente öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert. Es
ge=
langen zum Ausgebot:
6 rm Buchen=Scheitholz
6 rm Kiefern=Scheitholz
6,5 rm
Knüppel
32 rm „ Knüppel
280 Stück
Wellen
Stock
260 rm
2 rm „ Stock.
Die Zuſammenkunft der Steigerer findet vormittags 9½ Uhr
auf dem Bäckerweg am Eingang des Waldes ſtatt.
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Pfeiffer, Schulſtraße
Nr. 5 in Eberſtadt.
(4858si
Eberſtadt, den 16. Februar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Holz=Verſteigerung.
Montag, den 2. März d. J., vormittags 9 Uhr
werden in der Günther’ſchen Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf aus den
Diſtrikten Großer Bruch 4, Spieß 9 und Rückenbuſch 2 der
Forſt=
wartei Traiſa verſteigert:
Stämme: Eichen 2 St. V. Kl. — 0,68 fm, 1 St. VI.
— O,19fm; Lärchen 1 St. IV. Kl. — 0,88 fm, 1 St. V. Kl
— 9,15fm; Fichten 1 St. IV. Kl. — 1,11 fm, 5 St. V.K
— 1,08 fm.
Derbſtangen: Fichten 4 St. I. Kl. — 0,41 fm.
Scheiter, rm: 154 Buchen, 6 Eichen, 2 Birken, 2 Kiefern.
Knüppel, rm: 188 Buchen, 22 Eichen, 9 Birken, 4 Kiefern, 13 Fichten.
Reiſig, H. W.: 22,1 Buchen, 3,7 Eichen, 1,3 Fichten.
Stöcke, rm: 52 Buchen, 8 Eichen, 1 Lärche.
Es iſt dies die letzte Holzverſteigerung in der Forſtwartei
Traiſa. Nähere Auskunft durch Förſter Hoffmann, Eiſernhand.
(5055
Ober=Ramſtadt, den 21. Februar 1914.
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Hoffmann.
Holz=Verſteigerung.
Dienstag, den 3. März d. J., vormittags 9 Uhr
werden im Gaſthaus zum goldnen Löwen in Nieder=Ramſtadt aus
den Diſtrikten Kohlberg9, Pfingſtweide 1 und Kirchberg 8 verſteigert
Stämme: Kiefern 1. St. III. Kl. — 0,80fm; Fichten 5 St. V. K
— 1,09 fm: Lärchen 12 St. V. Kl. — 3,05 fm.
Derbſtangen: Fichten 2 St. I. Kl. — 0,24 fm: Lärchen 29 St.
I. Kl. — 3,56 fm.
Scheiter, rm: 197 Buchen, 7 Eichen, 6 Birken, 29 Kiefern.
Knüppel, rm: 87 Buchen, 21 Eichen, 3 Birken, 49 Kiefern, 11 Lärchen.
Reiſig, H. W.: 32,4 Buchen, 3,6 Eichen, 6,2 Kiefern.
Stöcke, rm: 56 Buchen, 1 Eiche, 10 Kiefern.
Das Buchenholz lagert auf der Abtriebsfläche im Kirchberga
das Kiefernholz in der Pfingſtweide und im Kohlberg an der Villa
Burgwald und iſt ſehr gut abzufahren. Es iſt dies die letzte
Holz=
verſteigerung in der Forſtwartei Nieder=Ramſtadt.
Ober=Ramſtadt, den 21. Februar 1914.
(5054
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Hoffmann.
Die wegen ihrer günſtig. Gewinn=
Ausſichten ſo ſehr beliebten Gutes geſund. Schwarzbrot
wird billig nach der Stadt geliefg
Gießener Pferde=Loſe5 Pfund=Brot 65 Pfg. (*47721s
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ſtadt, Hochſtr. 16.
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Die Preiſe ſind nochmals herabgeſetzt und ſollte
ſch keine Hausfrau dieſe billige Gelegenheit
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ſehen laſſen.
Eine Verlängerung des Konkursausverkaufes findet
licht ſtatt.
(5051imd
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(4736a
Modell.
Gutenbergſtr. 38, II.
Die Erbſchaft.
Roman von Adeline Genke.
chdruck verbo!
Mizzi Arnold kam mit dem Bündel Briefe, das ſie
berrn M. Knickermann, Poſamenten en gros, zur
Unter=
chrift vorgelegt hatte, wieder ins Nebenkontor zurück,
wobei ſie die zum Privatraum des Chefs führende Tür
nicht ganz ſanft ins Schloß zog und eine kleine, ſenkrechte
Falte über ihrem Näschen zwiſchen den dunkeln Brauen
ltend. Und nicht ganz ſanft war auch die Bewegung, mit
dar ſie die neben der Schreibmaſchine liegenden, bereits
kadreſſierten Kuverte auseinanderſchob, um die
Korreſpon=
danz der Firma M. Knickermann poſtfertig zu machen.
Dieſe deutlich zutage tretende Unzufriedenheit
veran=
laißte ihren Arbeitsgenoſſen, Herrn Buchhalter Heinrich
érruber, den über einen dickleibigen Folianten gebeugten
Kopf zu erheben und mit ſeinen gutmütigen, blauen Augen
fragend Mizzis dunkle zu ſuchen.
Hat’s etwas gegeben, Fräulein Mizzi? erkundigte er
ſich halblauten Tones in Rückſicht auf Herrn Knickermanns
ſcharfe Ohren.
Ach, etwas gegeben! Mit einer reſpektwidrigen
Gri=
maſſe nach der Richtung der verſchloſſenen Tür zuckte
Mizzi Arnold verächtlich ihre ſich unter der weißen
Som=
merbluſe in niedlicher Rundung abzeichnenden Schultern.
Eine halbe Stunde lang hat er wieder an jedem einzelnen
Brief herumgeleſen, gerade als wenn’s heute überhaupt
nicht 8 Uhr werden könnte!
Ein empörter Blick aus den Braunaugen flog empor
zu dem bedächtig das Pendel ſchwingenden Chronometer
an der Wand, vo die Zeiger mur noch eine Friſt von wei
Minuten bis zu der genannten Stunde wieſen.
Herr Knickermann iſt ein ſehr gewiſſenhafter
Ge=
ſchäftsmann; man muß das ſein, wenn man’s zu etwas
bringen will, entſchuldigte Heinrich Gruber ſeinen Chef
und benutzte nebenher ſeine Arbeitspauſe dazu, die ganze
Mizzi Arnold von dem krauſen Braunhaar und den
un=
geduldig ſprühenden Augen bis zu den kokett beſchuhten
Füßchen, die ihre Jugendgeſtalt trugen, mit dem
aller=
deutlichſten, ſprechendſten Ausdruck lebhafteſten
Wohlge=
fallens zu betrachten.
Mizzi ſchien dieſes Wohlgefallen nichts Neues und
Ueberraſchendes, ſie hielt deſſen Aeußerung ſo ruhig ſtand
wie ein Kätzchen dem Sonnenſchein, und wie ein ſolches
mutwillig die Krallen zeigendes Kätzchen ſchob ſie
blitz=
ſchnell demonſtrativ die Spitze eines roten Zünglein
zwi=
ſchen ihren Lippen hervor, um es dann nach
ſekunden=
langem Schweben anſtatt des Schwammes zum Befeuchten
der nächſten Freimarke zu verwenden.
Gewiſſenhaft! Na ja, das haben Sie ihm ja
gründ=
lich abgeguckt, Herr Gruber, und ſind ſomit auf dem
di=
rekteſten Wege zum Millionär, ſpöttelte ſie.
Zum Millionär wohl nicht, berichtigte Heinrich Gruber.
Aber dank dieſem Grundſatz habe ich doch eine geſicherte,
auskömmliche Stellung und kann hoffen, daß ſie ſich,
wenn ich demnächſt mein zehnjähriges Jubiläum hier im
Hauſe begehe, noch weſentlich verbeſſern wird. Ja, das
hoffe ich fehr, Fräulein Mizzi! bekräftigte er mit
bedeu=
tungsvoller Betonung und neuerdings ſprechendem
Augenausdruck, wozu er ſich mit der Hand etwas linkiſch
über den kurzgehaltenen, blonden Vollbart ſtrich und an
der Kramie neie, weiges beides Miht anald als
in=
zeichen innerer Erregung an ihm kannte.
Sie wurde ein wenig rot, rümpfte aber ſpöttiſch das
Näschen und befeſtigte die letzte Marke mit einem
ener=
giſchen Klaps.
Viel Glück alſo zu Ihrer Jubiläumshoffnung! Ich
für mein Teil geh’ heim zum Abendbrot.
Ein kleiner Schubs türmte den Briefſtoß aufeinander,
ein vorſichtiger Griff hob vom Wandhaken herunter den
großen Hut, und Mizzi trat mit ihm vor das in der Ecke
hängende Spiegelchen. Dies zwei Hände große
unent=
behrliche Toilettenrequiſit war eine aus ihrer eigenen
Taſche ſtammende Anſchaffung, die Herrn Knickermanns
ſolche Neuerung mißbilligendem Blick zum Trotz ſich hier
behauptete.
So, das große, ſchwarze Strohgebäude ſaß feſt in der
gewollten, kecken Schiefneigung, in verführeriſchem
Kon=
traſt ſchmiegte ſich der flammendrote Mohnblumenkranz
unter der Krempe an das dunkle Kraushaar; nun noch den
billigen Sonnenſchirm und das Briefpaket in die Hand!
n Abend, Herr Gruber! nickte die junge Kontoriſtin mit
herausfordernder Knappheit ihrem eifrig rechnenden
Kol=
legen zu.
Der fuhr auf und rückte wieder an der Krawatte.
Fräulein Mizzi! Möchten Sie nicht nur fünf Minuten
noch warten? Nur bis ich das Kontokorrent fertig habe.
Wir könnten dann doch miteinander gehen — bis zur
Ecke wenigſtens, ſchränkte er angeſichts der ſpottend
blitzen=
den Dunkelaugen ein.
Bis zur Ecke wenigſtens! perſiflierte Mizzi
unbarm=
herzig ſeinen Tonfall. Nein, Herr Gruber, bei mir iſt’s
1. April 1914.
1. April 1914.
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Dieſen letzten kleinen Bosheitspfeil verſendend, war
ſie blitzſchnell an der Tür und hinaus.
Erſchrocken griff Heinrich Gruber nach dem getadelten
Schlips, ſah dann nach der nachdrücklich von draußen
zu=
geklappten Tür und ſeufzte. Aber es lag nicht gerade
ab=
ſolute Hoffnungsloſigkeit in dieſem Seufzen.
Lauten und energiſchen Trittes war Mizzi die erſten
Treppenſtufen hinuntergeſtürmt, dann verlangſamte ſich
ihr Schritt und auf dem Podeſt ſtand ſie zögernd ſtill,
zupfte an ihren Handſchuhen, machte ſich am Schirm zu
ſchaffen und horchte nach droben zurück, als reute ſie der
raſche Abgang. Dann jedoch warf ſie übermütig und ein
klein wenig geringſchätzig den Kopf zurück: Ach was, mag
er mal zappeln! und lief die Stufen vollends hinunter
und auf die Straße.
Eine kleine Weile ſchlenderte ſie, behaglich und
mun=
ter um ſich blickend, zwiſchen den anderen der Außenſtadt
zueilenden Paſſanten auf dem Trottoir dahin, bis es
plötz=
lich wieder in ihren Augen aufſprühte, die ein drüben
auf der anderen Seite gehendes Paar entdeckt hatten. Der
weibliche Teil desſelben zeigte in Zügen und Geſtalt
un=
verkennbare Aehnlichkeit mit Mizzi ſelber, nur daß alles,
was in deren Erſcheinung pikant und ein wenig kokett
wirkte, dort unauffälliger, ſozuſagen veredelter und ins
Klaſſiſche gewandelt erſchien. Namentlich die dunkeln
Augen, die, anſtatt keck und übermütig zu blicken, ernſt
und mit einer Art ſchwärmeriſcher Gläubigkeit auf dem
Antlitz des in lebhafter Schilderung begriffenen
Beglei=
ters hafteten. Es war ein auffallend ſchöner Mann,
die=
ſer Begleiter, über Mittelmaß und tadellos gewachſen, mit
einem ins Moderne überſetzten blonden Chriſtuskopf, In=
telligenz und eine gewiſſe Wärme in ſeinem Blick; jede
ſei=
ner leichten Geſten abgerundet und vornehm.
Trotzdem wetterleuchtete es zornig in Mizzis Antlitz:
Die Thea und der Doktor Helldorf! Mit kurzer
Seit=
wärtswendung die Straße raſch überquerend, gelangte ſie
dicht hinter das Paar.
Ich weiß, Sie verſtehen mich, Fräulein Kollega, wenn
ich Ihnen ſage, daß der Zauber jener in der ſonnigen
Südlandſchaft der Alhambra verbrachten Stunden mein
ganzes Leben hindurch in mir nachwirken wird, ſprach
Doktor Helldorf mit weicher, vollklingender Stimme.
Da ſchritt Mizzi mit aufgerecktem Kopf und knapp
über die Achſeln hingeworfenem Guten Abend, Herr
Dok=
tor! hart an ihm vorüber und wandte ſich
rückwärts=
blickend an die Schweſter: Kommſt Du mit nach Hauſe,
Thea?
Gleich — in ein paar Minuten folge ich nach,
erwi=
derte dieſe freundlich und hatte bereits wieder Auge und
Ohr nur für ihren Begleiter übrig.
Natürlich!
Mit empörtem Achſelzucken bog Mizzi um die
Stra=
ßenecke und ſtürmte voran, bis ein rieſenhaftes,
rotleuch=
tendes Plakat ihre Aufmerkſamkeit auf ein Schaufenſter
lenkte: Bluſen!!! Bluſen!!! Fabelhaft billig! Nur
kurze Zeit hier! Gotthold Zänglein aus Berlin!
Blu=
ſen!!! Bluſen!!! Bluſen!!! Und dieſe fünfmal in
feuri=
gen Lettern angeprieſenen Bluſen hingen und lagen, in
allen Farben und Formen verführeriſch zur Schau
ge=
bracht, hinter der großen Glasſcheibe.
Mizzi ſah gern ſolche der Erhöhung weiblicher
Schön=
heit gewidmeten Dinge, viertelſtundenlang pflegte ſie vor
den Auslagen eleganter Konfektionsgeſchäfte zu verweilen
und ſich auszumalen, wie dies und jenes ſie zu ihrem
dunkeln Kraushaar und den blühenden Wangen kleiden
müßte. Und hier ganz vorn dieſe weiße Batiſtbluſe mit
dem tief herabreichenden Spitzenkoller, durch den ihre
ro=
ſige Haut, an Nacken und Oberarmen durchſchimmernd, ſo
recht zur Geltung kommen würde! Mizzi dachte an
Hein=
rich Grubers linkiſche Krawattenrucke, lächelte hinterhältig
und wurde ein wenig rot vor ihren eigenen Gedanken
Acht Mark und fünfzig Pfennig ſtand auf dem Preiszettel
— nein, das ging nicht! Acht Mark fünfzig Pfennig ſind
ein Kapital für ein armes Kontorfräulein, das
allmonat=
lich etwas auf die Sparkaſſe bringen will und muß. Aber
dieſer weiche, ſeidig ſchimmernde Stoff und das feine
Rankenmuſter der Spitze — nicht zu trennen vermochte ſie
ſich davon! Was elegant und glänzend war, konnte
mit=
unter geradezu bannend auf ſie wirken, daß ſie alles
an=
dere darüber vergaß. Der Verkäufer war Wanderhändler
— die laſſen erfahrungsgemäß mit ſich handeln.
Und Mizzi ſtand im nächſten Moment im Laden,
de=
vot begrüßt von dem dienſtfertig herbeigehüpften Herrn
Gotthold Zänglein, ließ ſich die Bluſe vorlegen, prüfte ſie
genau auf ihre Tadelloſigkeit in jedem einzelnen Teil
und in jeder Naht — und bot dann kühn vier Mark und
fünfzig Pfennig.
Herr Zänglein taumelte zurück und ſchrie; er rang
die Hände und ſchwors bei allem Möglichen, daß er auch
nicht einen einzigen Pfennig nachlaſſen könne. Er redete
und beſtürmte, er ſchmeichelte und lobte und pries. Mizzi
beſtand auf den vier Mark fünfzig.
Er ſprang und tanzte Leitern hinauf und Leitern
herab, er öffnete Käſten und abermals Käſten und türmte
Bluſen und abermals Bluſen übereinander, rote und
blaue und weiße, glatte und gemuſterte, Bluſen in allen
Formen zu vier Mark fünfzig, die in Wahrheit acht Mark
fünfzig wert ſeien — Mizzi beſtand auf der weißen mit
dem Spitzenkoller und wollte gehen.
Da knickte Herr Gotthold Zänglein zuſammen, ſchwor,
es ſei ſein Ruin und er ein bankerotter Mann — und
ließ die Bluſe für vier Mark fünfzig Pfennig. Schlugſie
behende in ein weißes Papier ein und bot das zarte
Pa=
ket mit einer devoten Verbeugung dar.
(Fortſetzung folgt.)
Ammmer 55₰
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24. Februar 1914.
Seite 15.
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Hindante, 2. La Scorbonne, 3. Fonraud. Tot. 33:10.
r. Radrennen. Radrennen zu Brüſſel. Der
mirikaniſche Meiſterfahrer Frank Kramer gab am Sonn=
Mauf der Brüſſeler Winterbahn ſein Debut in einem
Atch in zwei Läufen gegen den belgiſchen Fahrer Van
über, der in letzter Zeit durch ſeine Siege über ſo große
äier, wie Pouchois, Friol und Dupré, viel von ſich
en gemacht hatte. Gegen den „Fliegenden Yankee‟
Ute der Belgier aber nicht beſtehen und wurde in bei=
Läufen überlegen geſchlagen. Kramer traf dann in
n weiteren Lauf auf das belgiſche Tandem Otto=Van
ſſir und ſiegte auch hier nach Gefallen. Den Preis der
Iriingmen” holte ſich der Franzoſe Sergent gegen Otto
klsg., Redig ½ Lg. und Janſſens 1 Lg. zurück. Im 5,0=Fahren ohne Führung ſiegte Janſſens in 6
Mi=
ilen 37 Sekunden vor dem Berliner Wehlitz, der eine
ige, ſowie Sales und Salmon, die ebenfalls je eine
lige zurück endeten. Das Handikap brachte der Mal=
Ann Van Bever mit Reiſenſtärke vor dem mit 5 Meter
Prrabe geſtarteten Sergent an ſich. Deullens (30 Meter)
urde Dritter.
ſsr. Radrennen zu=Paris. Die Pariſer
Winter=
ferſchaft für Dauerfahrer kam am Sonntag auf der
Priſer Winterradrennbahn zum Austrag. In der über 100
ſonmeter führenden Konkurrenz zeigte ſich Seres als der
ſtſte, da er bis zum 8. Kilometer bereits alle Fahrer,
Ber Guignard, überrundet hatte. Seres ſiegte dann in
Bahnrekordzeit von 1 Stunde 24 Minuten 36
Sekun=
ir vor Darragon, der anderthalb Runden zurückblieb.
Guignard und Didier endeten je 22 Runden, Bruni 33
Runden und Huybrechts 41 Runden zurück. Das
Haupt=
fahren gewann Polledri vor Piani und Dupuy. Im
Prä=
mienrennen vermochten die beiden Fahrer Leonard und
Auriaux ihre Konkurrenten vollſtändig zu überrunden.
Packebuſch wurde von den übrigen zuſammenliegenden
Fahrern Dritter. Das Verfolgungsmatch zwiſchen Moran
und Brocco gewann der Amerikaner gegen den noch nicht
völlig wiederhergeſtellten Brocco in 9 Minuten 22,8
Se=
kunden nach 7,225 Kilometern.
sr. Fußballſport. Norddeutſchland gewinnt
den Kronprinzenpokal mit 211. Das von der
geſamten fußballſportlichen Welt Deutſchlands mit
Span=
nung erwartete Endſpiel um den Kronprinzenpokal
voll=
zog ſich am Sonntag im Deutſchen Stadion. Das
Schluß=
ſpiel dieſer vornehmſten Konkurrenz im deutſchen
Fuß=
ballſport kam zum 6. Male in Berlin zur Entſcheidung. Als
Gegner in der Schlußrunde ſtanden ſich, nachdem die
Vor=
runde und die Zwiſchenrunde des Spieles viele
Ueber=
raſchungen gebracht hatten, der Verband Mitteldeutſcher
Ballſpiel=Vereine und der Norddeutſche Fußball=Verband
gegenüber, die ihre ſpielſtärkſten Mannſchaften aufgeſtellt
hatten. Das Spiel ſah vorerſt die Norddeutſchen ſtark im
Angriff. Ein Prachtſchuß von Harder=Hamburg in der 16.
Minute prallte von der Latte ins Feld zurück.
Allmäh=
lich fand ſich die mitteldeutſche Mannſchaft zuſammen,
ohne indes vorläufig einen zählbaren Erfolg erringen zu
können. Das erſte Tor fiel in der 32. Minute durch
Har=
der, der nach einem Gedränge den Ball unhaltbar ins Netz
ſchoß, nachdem Gäbelein=Halle kurz vorher eine ſichere
Chance ausgelaſſen hatte. Noch kurz vor der Pauſe glich
Mitteldeutſchland durch Paulſen=Leipzig aus. (In der
Pauſe ging die Podbielski=Ehrung vor ſich.) Nach
Wieder=
beginn war Mitteldeutſchland, mit ſtarkem Winde ſpielend,
im Vorteil. Ein ſchneller Durchbruch von Gäbelein endete
reſultatlos, da der Spieler freiſtehend den Ball zu ſchwach
aufs Tor gab. Durch zwei falſche Abſeitsentſcheidungen
des Schiedsrichters unmittelbar vor dem Tor wurde
Mitteldeutſchland ſtark geſchädigt. In der 15. Minute
unternahm der mitteldeutſche Angriff einen ſchönen
Vor=
ſtoß, doch vermochte der gegneriſche Mittelläufer Eickhoff=
Hamburg den von Paulſen ſcharf aufs Tor geſchoſſenen
Ball noch auf der Linie zu halten. Das ſiegbringende Tor
ſchoß Queck=Braunſchweig ſechs Minuten vor Schluß.
Gleich darauf unternahm Ketſcher=Leipzig einen ſchönen
Durchbruch, doch ſtreifte ſein guter Schuß die Latte. Mit
dem Reſultat von 211 für Norddeutſchland fand das Spiel
ſein Ende.
sr. Fußballſpiele im Reiche. Die Fußball=
Meiſterſchaftsſpiele der einzelnen Landesverbände im
Reiche hatten folgende Ergebniſſe: In Harburg:
Bo=
ruſſia gegen Eintracht=Hannover 3:0; in Hannover:
Sportverein gegen Wer=Bremen 210; in Köln: Ballſpiel=
Klub gegen Kaſſeler Fußball=Verein 4:0; in Düſſel
dorf: Union gegen München=Gladbach 311; in Halle:
Wacker gegen Boruſſia 411; in Dresden: Ring gegen
Sport=Klub 211, Sportluſt gegen V. f. B. 5.2, Sachſen
gegen Dresdenſia 010, Guts=Muts gegen Brandenburg
111; in Leipzig: Fortuna gegen Olympia 211,
Ball=
ſpiel=Klub gegen Wacker 210; in Breslau: Schleſien
gegen Sport=Klub 311, Sportfreunde gegen Preußen 311,
V. f. B. gegen Fußball=Verein 3:1; in Kottbus=
Bran=
denburg gegen Viktoria 510; in Forſt: Viktoria gegen
Amicitia 710; in Frankfurt a. M.: Frankfurter F.=V.
gegen Spiel=Vereinigung Fürth 211; in Stuttgart:
Kickers gegen Verein für Raſenſpiele=Mannheim 222; in
Karlsruhe: Phönix gegen Union=Stuttgart 0:0.
sr. Die Fußballſpiele um den engliſchen
Pokal wurden mit der dritten Runde fortgeſetzt und
brachten folgende Reſultate: Sheffield United gegen
Mill=
wall 4:0, Burnley gegen Bolton Wanderers 310,
Sunder=
land gegen Preſton Northend 2:0, Weſtham United gegen
Liverpool 111; Aſton Villa gegen Weſtbromwich Albion
211; Sheffield Wednesday gegen Brighton and Hove
Al=
bion 30, Queen Park Rangers gegen Birmingham 211,
Mancheſter City gegen Blackburn Rovers 211.
sr. Die engliſchen Liga=Fußbällſpiele
brachten am letzten Spieltage folgende Reſultate: Erſte
Liga: Newcaſtle United gegen Oldham Athleties 0.0,
Middlesbrough gegen Mancheſter United 311, Derby
Counta gegen Everton 1.0. — Zweite Liga: Blackpool
gegen Notts Foreſt 211, Lincoln City gegen Wolwich
Ar=
ſenal 5:2, Wolverhampton gegen Clapton Orient 211,
Notts County gegen Stockport County 211, Hull City
gegen Leeds City 211, Grimsby gegen Huddersfield 211,
Bradford gegen Fulham 61, Gloſop gegen Leiceſter Foſſe
3:1, Barnsley gegen Briſtol City 3:0.— An der Spitze
der Ligatabelle führen die Blackburn Rovers immer noch
mit 5 Punkten Vorſprung (37 Punkte) vor Sunderland
32, Bolton Wanderers und Oldham Athletics je 30,
Burn=
ley, Bradford City, Aſton Villa und Mancheſter United
je 29 Weſtbromwich Albion, Middlesbrough mit je 28,
Chelſea mit 26, Everton, Newcaſtle United je 25, Sheffield
United und Mancheſter City je 24, Tottenham Hotſpur und
Liverpool je 23, Derby Counta und Sheffield Wednesday
je 22, und zum Schluß marſchiert Preſton Northend, die
mit 17 Punkten für die zweite Klaſſe reif geworden iſt.
sr. Der Deutſche Hockey=Bund veranſtaltete am
Sonn=
tag für ſeine vier Landesverbände repräſentative
Hockey=
ſpiele um den vom Frankfurter Fußball=Klub 1880
ge=
ſtifteten Frankfurter Silberſchild. In Hannover ſtanden
ſich Weſt= und Norddeutſchland gegenüber.
Norddeutſch=
land ſiegte mit 9:2. Die Seiten wurden noch mit 211 für
Weſtdeutſchland gewechſelt, dann kam der beſſere Sturm
der Norddeutſchen zur Geltung und überſpielte ſeinen
Gegner glatt. — In Nürnberg gewann Süddeutſchland,
der Verteidiger des Silberſchildes, bei ſchönem Wetter vor
etwa 1500 Zuſchauern mit 6:3 (Halbzeit 2:1) gegen
Mittel=
deutſchland. — Im Entſcheidungsſpiel ſtehen ſich nunmehr
der Süddeutſche und der Norddeutſche Verband in
Mün=
chen anläßlich des Deutſchen Hockey=Bundestages
gegen=
über.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktion
feinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 del
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Die am Freitag im „Kaiſerſaal” zwecks Beſprechung
der Dienſtbotenkrankenkaſſe anberaumte
Hausfrauenver=
ſammlung hat infolge einer höchſt ſonderbaren
Handhab=
ung der Geſchäftsordnung keine Klärung der Frage
brin=
gen können. Während den Befürwortern der Einbeziehung
der Dienſtboten in die Allgemeine Ortskrankenkaſſe in der
Diskuſſion unbegrenzte Redezeit zugebilligt wurde (Herr
Knoblauch ſprach ¾ Stunden), waren die Befürworter
einer ſtädtiſchen Sonderkaſſe für die Dienſtboten (nach dem
Muſter der Stadt Mainz) infolge der für ſie auf zehn
Minuten beſchränkten Redezeit nicht in der Lage, ihre
Forderung ausführlich darzutun und zu begründen. Da
uns dieſe Frage aber von größter Wichtigkeit erſcheint, ſo
iſt ſehr erwünſcht, daß die Erörterung derſelben in einer
weiteren Verſammlung fortgeſetzt wird. Wir ſind
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zeugt, daß eine zahlreiche Zuhörerſchaft der Einladung
Folge leiſten wird.
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Nr. 33.
Dienstag, 24. Febenar.
1914.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Volksſchullehrer Heſſens haben ſich eine
Erfindung zur Höherhängung des Brotkoxbes
paten=
tieren laſſen.
Im Reichstage wird heute die Mehrheit durch das
Los entſchieden.
Die Geburtenkommiſſion des Reichstages
beſchloß, die Anſiedelung von Störchen in der
Um=
gegend der großen Städte mit allen Mitteln zu fördern.
Der Fürſt=König von Albanien hat ein
Me=
moirenwerk „Eine angenehme Erinnerung” begonnen.
Politiſches.
Politiſche Wochenſchau.
* Der Reichstag hat für einige Tage die Schleuſen
des Redeſtroms geſchloſſen, damit die Reichsboten den
Harneval gebührend feiern und die Mitglieder der
Kom=
miſſion des preußiſchen Abgeordnetenhauſes, die zugleich
Reichstagsabgeordnete ſind, während der folgenden Tage
veues Material für den Geſetzentwurf zur Bekämpfung
der ſittlichen Gefahren in den Großſtädten ſammeln
kön=
pen. Der Reichskanzler, der durch den ſogenannten
Miß=
trauensbeſchluß des Reichstages für den Statthalterpoſten
im Reichslande beſonders empfohlen worden iſt, ſtellt ſeine
Berufung auf dieſen Poſten immer noch in Abrede, und ſo
berdient eine neue Lesart, wonach der Herzog von
Cum=
berland zum Statthalter ernannt werden und damit die
Verſöhnungspolitik Preußens ihren Abſchluß erhalten
ſoll, den meiſten Glauben. Die Zabernkommiſſion hat ihre
Tätigkeit begonnen und wird am heutigen Dienstag nach
dem Reichslande abreiſen, um eine Lokalbeſichtigung
vor=
zunehmen. Wie man hört, hat die Stadt Zabern große
Vorbereitungen für den Empfang getroffen und eine
aus=
wärtige Militärkapelle kommen laſſen. Abends findet im
Pandurenkeller Feſteſſen ſtatt. Die Landwirtſchaftliche
Woche hat nach einer Beſichtigung der Redaktionsräume
des Berliner Tageblattes, zu der eine beſondere Einladung
trgangen war, mit einem großen Kommers im Zirkus
Buſch ihren Abſchluß gefunden, wobei die überraſchende
Tatſache feſtgeſtellt wurde, daß ſich unter den Agrariern
kein einziger Antialkoholiker befand. Die Welfenpartei in
Hannover hat ſich wieder geregt und im Hinblick auf die
bevorſtehende Ankunft eines neuen Welfenſproſſes im
Fraunſchweigiſchen Schloſſe einen Waggon mit heimiſcher
Erde nach Braunſchweig ſchaffen laſſen, damit der neue
Sproß „auf welfiſcher Erde” geboren werde. Die
Reichs=
jagsſtichwahl in Jerichow iſt von den Sozialdemokraten
ungefochten worden, weil der neue Abgeordnete ſchiele.
Von allen Seiten kommen Meldungen über
Rüſtungs=
vermehrungen. England hat ſein Ferienjahr verſchoben,
Frankreich kann nicht ſo viele Aerzte ſchaffen, um den
Ge=
rundheitszuſtand der Soldaten zu beſſern, an deren
Er=
irankungen übrigens nach unanfechtbaren franzöſiſchen
Meldungen Deutſchland die Schuld trägt, Rußland
refor=
miert die Putilowwerke, die Türkei limaniſiert ihre
Ar=
niee, Griechenland bildet neue Truppenkorps und läßt ſich
ulte Schiffe anölen, Serbien verlegt ſich anſtatt auf
Ham=
melzucht auf den Tabakbau, um für ſeine Truppen keinen
ausländiſchen Tabak beziehen zu müſſen, Bulgarien läßt
durch ſeinen König in Amerika Informationen einholen,
wie man Länder annektiert, und in Schweden hat der
König das rüſtungsfeindliche Miniſterium an die Luft
ge=
ſetzt und mit ſeinem Volke ſchwediſch geredet. Den
all=
gemeinen Rüſtungsvermehrungen der Großſtaaten hat ſich
auch das Fürſtentum Liechtenſtein angeſchloſſen, das eine
neue Kanone bei Krupp beſtellt hat, zur vorherigen
Be=
gutachtung derſelben aber erſt den Abg. Liebknecht nach
Eſſen geſchickt hat.
Sonſt iſt der Friede geſichert. Auf dem Balkan iſt
alles ruhig. Der neue Fürſt von Albanien hat die Krone,
die übrigens noch nicht bezahlt ſein ſoll, angenommen, und
das erſte Kapitel ſeiner „angenehmen Erinnerungen” hat
begonnen. Die Inſelfrage iſt gelöſt, nachdem die Gefahr
beſtanden hatte, daß die Inſeln in dem Strom von Tinte,
der ihretwegen gefloſſen iſt, erſäuft würden. Die
Tripel=
ent=Ente brütet in London auf neugelegten Eiern und
ver=
hält ſich deshalb bis auf weiteres ruhig.
Mit Beginn der Woche haben alle regierenden Häuſer
ihre Zepter niedergelegt und dem alleinherrſchenden
Prin=
zen Karneval übergeben.
* Zur Strafprozeßreform ſchreibt man uns:
Eine wichtige Neuerung iſt für den längſt
reformbedürf=
tigen Strafprozeß beabſichtigt. Eine Menge Prozeſſe
ver=
laufen zur größten Unzufriedenheit des Publikums. Bald
iſt ein Angeklagter geiſtesgeſtört und kann für ſeine
Mord=
taten nicht verantwortlich gemacht werden. Andere ſind
dauernd verhandlungsunfähig wegen Krankheit; es kommt
vor, daß nach wochenlangen Verhandlungen ein
Ange=
klagter nicht mehr mittun will und nur auf gütliches
Zure=
den zur weiteren Teilnahme bewogen werden kann. In allen
dieſen Fällen empört ſich das Rechtsempfinden des Volkes
gegen die lebensfremde Juſtiz, die zu keinem Urteil
ge=
langen kann; ungeheure Koſten ſind oft vergeblich
aufge=
wendet, und Sparſamkeit iſt doch ſo notwendig! Wie
kann dem Mißſtand abgeholfen werden? Sehr einfach!
Der Strafprozeß kennt jetzt ſchon das Inſtitut der Erſatz=
Geſchworenen und=Richter, d. h. man nimmt bei lange
dauernden Verhandlungen zur Vorſorge einen oder zwei
Geſchworene oder Richter mehr als vorgeſchrieben, ſo daß
für den Fall der Erkrankung oder des plötzlichen Ablebens
letzterer Fall wird von den auf Anſtellung Wartenden
lieber geſehen — doch noch die geſetzlich vorgeſchriebene
Anzahl Richter übrig bleibt und die Sache nicht ausgeſetzt
werden muß. Man ſchafft nun einfach das Inſtitut des
„Erſatz=Angeklagten” — nach dem hiſtoriſchen Vorbild der
königlichen Prügelknaben, die für Streiche der Prinzen
die erzieheriſchen Streiche zu erdulden hatten, gebildet.
Der Erſatz=Angeklagte tritt in allen Fällen für den
eigent=
lichen Angeklagten ein, in denen dieſer dringend verhindert
iſt, die Pflichten ſeiner Stellung auszufüllen. Wird alſo
ein Angeklagter unpäßlich, verfällt er in Geiſteskrankheit
oder will er ſich gar durch Ableben der Juſtiz entziehen,
ſo tritt einfach der Erſatz=Angeklagte ein, der Prozeß geht
weiter ohne jede Störung, und der Gerechtigkeit wird in
allen Fällen Genüge geleiſtet. Die Stelle als Erſatz=
An=
geklagter wird ſicherlich ſehr begehrt werden, da ſie
an=
gemeſſen honoriert werden muß. Arbeits= und
Stellen=
loſe, Nebenverdienſtſuchende, Staatsdienſtanwärter werden
ſich um dieſe Stellen reißen. Allerdings hat der Erſatz=
Angeklagte mit der Möglichkeit zu rechnen, daß er nicht
nur eingeſperrt, ſondern unter Umſtänden einen Kopf
kür=
zer gemacht wird. Doch iſt ja jedes Geſchäft mit einem
Riſiko verknüpft.
* Die Mehrheit im Reichstage. Da nach
den Wahlen in Offenburg und Jerichow die Rechte und
die Linke gleich viel Mandate beſitzen, ſoll die Mehrheit
heute durchs Los entſchieden werden. Es werden nur
zwei Loſe, ein ſchwarz=blaues und ein roſa=rotes in die
Urne geworfen. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung
während der Ziehung wird ein Leutnant mit zehn
Sol=
daten vor der Urne aufgeſtellt.
* Die Kommiſſion zur Vermehrung der
Geburten hat den erſten Band ihrer ſtatiſtiſchen
Er=
hebungen fertiggeſtellt. Der 800 Seiten ſtarke Band iſt
ſehr gründlich und erſchöpfend und geht auf die erſten
Anfänge der Kultur zurück. Das auf 8 Bände berechnete
Werk wird grundlegend für alle weiteren Forſchungen
und für die kommende Generation — denn daß noch eine
kommt, darf man allen Peſſimiſten zum Trotz annehmen
— von unſchätzbarem Vorteil ſein.
Zeitungsſchau.
Der Rückgang des Storches in Deutſchland, ſo
ſchrei=
ben die Münchener Neueſten Nachrichten, wird bald zu
geradezu lakoniſchen Maßregeln zwingen. Die
Normal=
kinderzahl dürfte demnächſt durch ein Reichsgeſetz auf ein
halbes Dutzend feſtgeſetzt werden. Eltern, die mit ihrer
Nachkommenſchaft dieſe Ziffer nicht zu erreichen vermögen,
werden angehalten, die Zahl durch Adoption zu ergänzen.
Leider läßt der Geſetzentwurf es im Dunkeln, inwieweit
die Vorſchrift ſich auch auf unverehelichte Perſonen erſtreckt.
Bezüglich des Geſchlechts der Kinder wird größtmögliche
Gleichheit gewünſcht — alſo je drei Mädels und drei
Bu=
ben. Ein Mißverhältnis, wie ſechs Jungen und ein
Mä=
del, ſoll in Zukunft nicht geduldet werden! Eltern
mit mehr als ſechs Kindern erhalten als Auszeichnung
eine Art von Schützenſchnur in Roſa; Eltern von
Zwillin=
gen, Drillingen uſw. goldene Treſſen am Aermel.
Ueber den Ausbau der ſozialen Geſetzgebung ſchreiben
die Berliner Blaueſten Nachrichten: Wie wir hören, iſt das
Reichsamt des Innern in Erwägungen darüber
eingetre=
ten, wie die noch klaffenden Lücken in unſerer
Sozialgeſetz=
gebung ausgefüllt werden können. Da unter den
menſch=
lichen Bewohnern des Deutſchen Reiches keiner mehr
un=
verſichert iſt, iſt es als Akt ausgleichender Gerechtigkeit zu
betrachten, wenn nunmehr auch den Tieren die Wohltaten
der Verſicherung zugänglich gemacht werden. Man hat
da=
bei zunächſt unſere lieben Haustiere im Auge; das Getier
des Waldes, das ja allerdings ganz beſonderen Gefahren
ausgeſetzt iſt — es wird dabei an Verſicherung gegen Tod
durch Schießverletzung gedacht — ſoll erſt ſpäter
heran=
kommen. Im Zweifel iſt man, ob auch die wilden Tiere
in den Zoologiſchen Gärten in die Verſicherung einbezogen
werden ſollen. Man geht dabei von der gewiß nicht
fal=
ſchen Erwägung aus, daß ſie meiſt Ausländer ſind, die die
deutſche Staatsangehörigkeit nicht erworben haben. Es
läßt ſich nicht leugnen, daß erſt mit Ausführung dieſes
großzügigen Planes dem ſtolzen Gebäude unſerer ſozialen
Geſetzgebung der Schlußſtein eingeſetzt ſein wird.
Ein Denkmal für den Falſchen. Die Kölner
Roſen=
montags=Zeitung ſchreibt: Die Errichtung des Denkmals
für den Jäger aus Kurpfalz ſtellt ſich als ein fürchterlicher
Reinfall heraus. Ein Förſter oder gar ein Forſtmeiſter
kann für dieſes Denkmal überhaupt nicht in Betracht
kom=
men, da das Lied nicht vom „Förſter” ſondern vom „
Jä=
ger aus Kurpfalz” ſingt. Ein Förſter „reitet” auch nicht,
„durch den grünen Wald” und ſchießt dabei „was ihm
gefällt” denn als Forſtbeamter ſchießt er, „was ihm ſeine
vorgeſetzte Behörde befiehlt” Man kann annehmen, daß
es ſich beim „Jäger aus Kurpfalz” um den
Sonntags=
jäger Emil Kindelbier handelt, der wirklich ſeiner Zeit der
Haſen= und Kaninchenjagd zu Pferde oblag und auch im
Walde alles ſchoß, was ihm vor die Flinte kam: Hirſche,
Fliegenpilze, Amſeln, Wildſchweine, Hirſchkäfer uſw. Man
hat nun beſchloſſen, auch dem wirklichen „Jäger aus
Kur=
pfalz” ein Denkmal zu ſetzen, und zwar ein
Reiterſtand=
bild, das man vom Hofliefranten S. M. des Kaiſers zu
beziehen gedenkt, um nicht angeſchmiert zu werden, wie die
Frankfurter mit ihrem Heine=Denkmal, auf dem nicht
ein=
mal das Standbild des Dichters angebracht iſt, geſchweige
denn ſein Reiterſtandbild.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. Februar.
b. Die Bevölkerungsabnahme Darmſtadts beſchäftigt
als eine ernſte Frage alle um das Wohl unſerer Reſidenz
beſorgten Politiker. Mit natürlichen Mitteln iſt da nichts
zu erreichen, darüber iſt man ſich leider klar geworden.
Aber Darmſtadt zählt ja andererſeits die meiſten
alten Leute unter ſeinen Bewohnern im Vergleich zu
anderen Städten. Nach dem Vorbild des
Plural=
wahlrechts zum Landtag wird nun allen über fünfzig
Jahre, oder lieber vierzig Jahre alten Leuten das Recht
verliehen, ſich für jedes dieſer Altersgrenze überſteigende
Jahr einen Punkt zurechnen zu laſſen und jeder Punkt
wird in der Statiſtik als neue Nummer geführt. Wir
werden dann ſehr bald eine bedeutende Zunahme der
Be=
völkerungsziffer erlangen und brauchen nicht wie Mainz
die Ortſchaften der Umgebung einzugemeinden, um die
Großſtadtsziffer zu erreichen.
K, Neues Stadtprojekt. Die Gemeinde Arheilgen,
die bekanntlich darüber arg verſchnupft iſt, daß Darmſtadt
ſie noch immer nicht eingemeinden will, wird dafür
Darm=
ſtadt einen böſen Streich ſpielen. Sie hat mit der
Ge=
meinde Wixhauſen einen Zweckverband gegründet und
beide wollen ſelbſt eine Großſtadt gründen, an Platz und
Geld fehlt es ja nicht, eventl. kommt’s von Frankfurt.
Zunächſt ſoll im Zwangswege die Merckſche Fabrik mit
ſämtlichen Beamten und Beamtinnen, Arbeitern und
Ar=
beiterinnen, mitſamt der Hammelstrift, nach Arheilgen
und Wixhauſen eingemeindet werden und dann kann
Darmſtadt einpacken, denn was iſt, ſagt man in Acheilgen
mit Recht, Darmſtadt ohne Merck und ohne Hammelstrift?
g. Die Vorortgemeinde Arheilgen richtete an die
hie=
ſige Stadtverwaltung ein Geſuch um Ueberlaſſung des
durch Errichtung des neuen, nunmehr überflüſſig
gewor=
denen alten Liebigdenkmals. Die Gemeinde begründet
ihr Geſuch mit dem Hinweis auf ihre engen Beziehungen
zur Chemie durch die Nähe der Merckſchen Fabrik und die
unwürdige Aufſtellung des Denkmals eines ſo großen
Mannes in einen Winkel der Landwehrſtraße.
K. Denkmal=Allee in Darmſtadt. Aehnlich wie im
Tiergarten in Berlin ſoll jetzt auch Darmſtadt ein=
Denkmal=Allee erhalten. Schon ſeit längerer
Zeit=
wußte man hier mit den immer mehr zunehmenden
Denk=
mälern nichts rechtes anzufangen; es fehlte an Platz und
wenn ſolcher gefunden war, paßte er dieſem und jenem nicht.
Das hörte nun auf, indem man nunmehr alle hieſigen
Denk=
mäler per Schub in die Schepp=Allee verbringen wird, wo
ſie dem Dienſtalter nach nebeneinander hüben und drüben
aufgeſtellt werden; Militärperſonen auf die eine Seite,
Zivil auf die andere Seite, damit es kein Durcheinander
gibt. Die durch Entfernung der Denkmäler von ihren
jetzigen Standorten frei werdenden Plätze werden mit
anderen Häuschen beſetzt, an denen es ja ſo wie ſo hier
fehlt und deren Vermehrung bei der ſtetig zunehmenden
Bevölkerung zur dringendſten Notwendigkeit geworden iſt.
B. Die Wünſche der Staatsdienſtanwärter konnten
leider noch immer nicht befriedigt werden, obwohl ganze
Großherzogliches Hoftheater.
Roſenmontag=Nacht.
Uraufführung:
Der Nachtzauber.
Phantaſtiſches Nachtſtück in 1 Akt von Bruno Blöde.
* Wir wollen gleich vorweg bemerken, daß es ſich
dier um einen neuen literariſchen Verſuch handelt, der im
Falle des Gelingens von größter Bedeutung für die
Zu=
kunftsbühne kein kann.
Das Stück behandelt die Liebesgeſchichte eines jungen
Paares, das ſich zu einem nächtlichen Rendezvous am
Brunnen vor dem Tore trifft und im Zwiegeſpräch die
Geſchichte ſeiner Liebe ſchildert und ſeine hochfliegenden
Zukunftspläne enthüllt. Das Fernbleiben der jungen Leute
iſt bemerkt worden, und die Eltern mit ihren Bekannten
machen ſich auf die Suche nach ihnen, finden ſie aber nicht,
va ſie ſich in einem hohlen Baum verbergen. Sie beſchließen
zu fliehen, laufen aber ihren Verfolgern in die Arme.
Der Vater der Braut macht ihnen klar, daß zum Leben
mehr als Liebe gehört und daß ihnen die Exiſtenzmittel
zur Gründung eines Haushalts fehlen. Darauf erwachen
ſie aus ihrem Liebestraum und kehren zur Vernunft und
zu ihren Eltern zurück. Wie man ſieht, ein ſehr moderner
Stoff!
Die Sprache des Stückes weicht ganz vom
Herkömm=
lichen ab. Mit dem alten Prinzip der Verſtändlichkeit iſt
völlig gebrochen worden und es iſt der Verſuch einer neuen
Sprache gemacht worden, die ſich etwa mit den
Ausdrucks=
mitteln der futuriſtiſchen Malerei vergleichen läßt. Darum,
ſo heißt es in der Vorrede zu dem Stück, „iſt ſie vorerſt
nur Eingeweihten verſtändlich” Aber es kommt vor allem
Sarauf an, ſie immer von neuem wieder dem Publitum
G e e e
wieder hört und ſiehzt, daran glaubt es ſchließzlich. Einige
Proben dieſer neuen Sprache mögen hier folgen: „Mein
Herz tritt über die Schwelle Deiner Seele, wie das Glühen
der Roſe im Sonnenſchein” — „Oeffne Dein Herz, denn
alles Menſchliche iſt der Anfang vom Ende” — „Siehſt Du
den Wind rauſchen? Das iſt die blaue Blume unſeres
Zimmers” — „Der leiſe Schleier der Nacht ſenkt ſich
wie=
der herab, aber das Vergängliche kann auch ewig ſein” ꝛc.
Bei der Aufführung des Stückes iſt die Bühne in
völ=
lige Nacht gehüllt und auch der Zuſchauerraum iſt dunkel.
Da auch die Szenerie fortfällt, bleibt der Phantaſie des
Publikums alles überlaſſen. Die Worte werden im
hoch=
pathetiſchen Moiſſiſtil geſprochen. Die völlige
Unmöglich=
keit der Ablenkung des Publikums auf andere Dinge der
Außenwelt erhöht die Fähigkeit innerer Sammlung und
kommt der Phantaſie zu Hilfe. Dazu trägt auch die
Nacht=
zeit der Aufführung bei.
Die Aufführung ſelbſt verdiente höchſtes Lob. Der
Kritiker, der ſich freut, nun auch des Nachts das Theater
beſuchen zu dürfen, wird, wie der Regiſſeur, durch dieſe
neue Kunſt ſehr entlaſtet da Spiel und Mimik fortfallen
und er ſich nur an das geſprochene Wort zu halten hat. Da
wir dabon nichts verſtanden haben, wollen wir uns
vor=
erſt des Urteils über dieſen neuen Kunſtſtil enthalten.
Eine unliebſame Störung trübte leider den tiefen
Ein=
druck der Aufführung. Man hörte plötzlich inmitten einer
hochpathetiſchen Rede das Wort „Au!” Wie man ſpäter
erfuhr, hatte ſich ein Choriſt, der mit nackten Füßen
auf=
treten mußte, in der Dunkelheit einen Splitter in den Fuß
getreten. Etwas mehr Selbſtbeherrſchung hätte man von
ihm doch wohl erwarten dürfen.
Das Publikum verließ ſchweigend das Haus, ob aus
Ergriffenheit oder Zerknirſchung, muß dahingeſtellt
bleiben.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 24, Februar 1914.
Nummer 55.
Wagenadungen voſ Wohtwolen bei der Regierung und
dem Landtag für die Staatsdienſtaſpiranten verbraucht
worden ſind. Wie bekannt, war beabſichtigt, ihnen das
halbe Wohnungsgeld der Beamten zukommen zu laſſen,
da aber das Wohnungsgeld überhaupt beſeitigt worden
iſt, hätte es keinen materiellen Wert, das halbe
Woh=
nungsgeld zuzubilligen. Deshalb gibt man
vernünftiger=
weiſe gar nichts. Vielleicht können die Ehefrauen der
Staatsdienſtanwärter um dieſen Verluſt wieder
einzu=
bringen, ja eine Laufſtelle annehmen; wenn ſie ſich von
der Herrſchaft die Zwei=Deittel Krankenkaſſebeiträge
ab=
ziehen laſſen, werden ſie ſicherlich vor dem Dienſtperſonal,
das ſich das nicht gefallen läßt, bevorzugt werden! Für
den Mangel an materieller Förderung iſt freilich den
Staatsdienſtaſpiranten eine ideale
Kompen=
ſation in Ausſicht geſtellt: allen Aſſeſſoren, die in ihrec
zarten Jugend noch den Titel „Acceſſiſten” führen
muß=
ten, wird geſtattet, für ihre — zweifellos minderwertige
Vergangenheit nachträglich den Charakter als „
Referen=
dare” anzunehmen. Manchem alten Herrn wird wegen
dieſer Standeserhöhung das Warten auf die Anſtellung
doch weſentlich leichter werden.
§ Neues von der Heag. Am heutigen Tage trifft das
zweite Dutzend der neuen Wagen ein, die ſofort in
Be=
trieb genommen werden. Einem längſt gehegten
Bedürf=
nis entſprechend, ſind die neuen Wagen in drei Klaſſen
eingeteilt. Die erſte Klaſſe iſt mit Klubſeſſel und
Troca=
deroſtimmung ausgeſtattet; natürlich iſt ein Reſtaurant mit
feſcher Damenbedienung vorgeſehen. Die zweite Klaſſe
hat Korbmöbel und Kabarett und Weinzwang. Die dritte
Klaſſe gewöhnliche Holzbänke mit kalter und warmer
Küche, ſowie kinematographiſche Vorführungen. Der
Preis iſt für jede Klaſſe derſelbe und es iſt dem Feingefühl
des Schaffners überlaſſen, die Fahrgäſte in die für ſie
paſſende Klaſſe zu weiſen. Den Anordnungen des
Schaff=
ners iſt unter allen Umſtänden Folge zu leiſten. Ferner
werden die derzeitigen Halteſtellen aufgehoben und nach
Belieben der Fahrgäſte, eventuell an jedem Hauſe,
ge=
halten.
§ Beleuchtung des Schloßgartens. Wie uns von
ver=
traulicher Seite unter Diskretion mitgeteilt wird, wurde
in der letzten geheimen Sitzung der Stadtverordneten
öffentlich bekannt gegeben, daß von einer Beleuchtung des
Schloßgartens, genannt Herrngarten, weil er am liebſten
von Damen aufgeſucht wird, abgeſehen ward. Die vielen
abendlichen Beſucher erblicken in der Gasbeleuchtung eine
Herabminderung des reinen Naturgenuſſes. Denjenigen
Perſonen, die den Garten während der Dunkelheit, der
Bequemlichkeit halber, paſſieren müſſen, wird zur beſſeren
Orientierung während der Dunkelheit ein mit leuchtender
Farbe auf ſchwarzes Papier gedruckter Lageplan gegen
geringe Leihgebühr koſtenlos überlaſſen. An Hand dieſes
Lageplans dürfte es jedem mit der geographiſchen Lage
Mitteldeutſchlands vertrauten Paſſanten möglich ſein, den
unbeleuchteten Garten ohne weitere Schwierigkeiten zu
durchaueren.
— Der Verein ehemaliger Stadträte beſchloß in der
geſtern abend im Hanauerhof abgehaltenen
Generalver=
ſammlung, auch fernerhin dem Wohle der Stadt dienen
zu wollen.
K. Dienſtmädchen=Fürſorge. Bekanntlich ſind die
Bei=
träge für Kranken=Verſicherung der
Dienſt=
mädchen ſeit Uebergang dieſes Verſicherungszweiges an
die hieſige Ortskrankenkaſſe weſentlich erhöht und niemand
wußte ſo recht warum. Jetzt iſt Klarheit über die Sache
verbreitet. Der Mehrbeiſtrag ſoll nämlich dazu dienen,
den Dienſtmädchen an dem ihnen ſchon lange zugeſtande=
nen freien Nachmitag in der Woche, der auf Mitwoch
feſtgelegt wird, eine freie Bewirtung bei Kaffee und
Kuchen an irgend einem Ausflugsorte wie Arheilger
Mühlchen, Waldfriede, Trautheim ꝛc. zu ermöglichen.
Wenn es reicht, wird die Feier des freien Nachmittags
durch einen gemeinſamen Abmarſch und Sammlung am
Gewerkſchaftshaus unter Vorantritt einer Muſikkapelle,
ge=
ſchehen, ſoviel wir hörten haben ſich bereits die hieſigen
Militärkapellen bereitwilligſt zur Uebernahme dieſer
Ehrenſache angeboten und die Regimenter werden eine
genügende Anzahl Mannſchaften zur Begleitung der
Mäd=
chen, damit ihnen kein Unbill geſchieht, abordnen. Bei
ſchlechtem Wetter wird der freie Nachmittag im
Gewerk=
ſchaftshaus gefeiert. Die Sache iſt als ſehr gut zu
begrüßen, denn die Mädchen können dann am nächſten
Tage ſehr „aufgefriſcht” ihren Dienſt beſorgen.
** Neue Sommerfriſchen. Im Landtag iſt mit vollem
Recht darauf hingewieſen worden, daß die Beamten ihre
Sommerreiſen ja nicht in die Schweiz, nach Italien,
Skan=
dinavien und ſonſtige unbekannte Länder zu unternehmen
brauchen, dann kämen ſie mit dem Gehalt ſchon aus. In
der durchaus zutreffenden Vorausſetzung, daß die Beamten
von ihrem Gehalt nicht allzu weite Reiſen machen
wer=
den können, hat ein unternehmungsluſtiger Hotelier in
der Umgebung Darmſtadts einen Kranz von
Sommer=
friſchen in Arheilgen, Wixhauſen, Griesheim, Roßdorf
uſw. erſtehen laſſen. Freilich ſollen die Hotelbeſitzer des
Oberwaldes über dieſes neue Unternehmen ſehr
ungehal=
ten ſein, aber es iſt nichts daran zu ändern, daß für
Sommerreiſen das Gehalt leider nicht weiter reicht.
w. Ein glänzendes Ergebnis erzielte durch
Anwen=
dung von Elektrizität bei Geflügelzucht Herr Rentner
Luejen=Beidel, Mitglied des Geflügelzuchtvereins. Es
gelang ihm nach dem bereits in England mit ſo großem
Erfolge angewandten Verfahren, aus einem Zwerg=
Bantam ein Tier in der Größe eines ſtarken Houdan=
Hahnes zu züchten; desgleichen aus einem Houdan=Kücken
ein Exemplar in der Größe eines Straußen. Die Tiere
werden Intereſſenten gerne gezeigt. Wie uns unſer
land=
wirtſchaftlicher Korreſpondent mitteilt, iſt die Elektrizität
bei Viehzucht ſchon vor Jahren von einem hieſigen
Guts=
pächter angewandt worden und zwar mit ſo großem
Er=
folg, daß ſich die neuen Ställe bald als zu klein erwieſen
und umgebaut werden mußten.
Zur Reform des Karnevals. Wie die
Karneval=
geſellſchaft Narrhalla mitteilt, hat ſie eine ſehr eingehend
begründete Eingabe an die Stadtverwaltung
und das Polizeiamt gerichtet, in der gefordert wird, die
Veranſtaltung karnevaliſtiſcher Konzerte, Sitzungen,
Mas=
kenbälle uſw. allgemein zu verbieten und ihr allein
die Konzeſſion ſolcher Veranſtaltungen zu erteilen. Durch
die große Zahl der einzelnen Veranſtaltungen der Hotels
und Cafés, die nur materiellen Zwecken dienen,
wer=
den die rein ideellen (!) Zwecken dienenden
Veran=
ſtaltungen der Karnevalgeſellſchaft Narrhalla ſehr
beein=
trächtigt, ſo daß es der Geſellſchaft dieſes Jahr z. B. nicht
möglich iſt, ihren vornehmſten Aufgaben gerecht zu
wer=
den, die ſie beſonders in der Tilgung von Defizits
ande=
rer Brudergeſellſchaften erblickte. Ja, das Reſultat der
diesjährigen Veranſtaltungen ſei materiell ſo ungünſtig,
daß der Ehrenpräſident nicht in der Lage iſt, ſeinen Hohen
Rat diesmal zum üblichen Faſtnachtsdienstagſekt
einzu=
laden. Die Einladung mußte vielmehr auf — Malzkaffee
beſchränkt werden.
Parlamentariſches.
Elf Mitglieder der Hohen Erſten
Kammer haben, wie verlautet, einen Antrag eingebracht,
um die Beſoldungsvorlage noch zu retten, die
bekanntlich zum vierten Male ſehr gefährdet ſcheint. Die
Antragſteller vertreten die Anſicht, daß nicht die
finan=
ziellen Verhältniſſe der Volksſchullehrer reſp die
Ableh=
nung oder Gewährung der Gehaltserhöhung für dieſe die
Vorlage gefährden, ſondern, wie ein Vertreter der
Geiſt=
lichkeit ganz mit Recht feſtgeſtellt hat, die politiſchen
Macht=
bedürfniſſe der Volksſchullehrer. Es wird deshalb
vor=
geſchlagen, die Lehrer ſämtlich in die Kategorie der
Staats=
beamten einzureihen. Da die Gemeinden dadurch
finan=
ziell erheblich entlaſtet werden, der Staat aber die
Mehr=
belaſtung wenig oder gar nicht empfinden dürfte ſollen
die Gemeinden die bisherigen Aufwendungen für die
Lehrer in einem Fonds anſammeln, der nicht der
Reſte=
fonds III werden ſoll, ſondern ein
Ueberſchuß=
fonds. Damit würde dann auch die noch ſtrittige
Deckungsfrage ihre Erledigung finden. Denn da in den
beiden Kammern darüber eine Einigung nicht erzielt
wer=
den konnte, ob die Deckungsmittel dem Reſtefonds I oder
II entnommen werden ſollen, wird beantragt, dieſe
Reſte=
fonds überhaupt unangetaſtet zu laſſen und die Mittel dem
neu zu bildenden Ueberſchußfonds zu entnehmen.
Die von dem Ausſchuß der Zweiten Kammer
herausge=
rechneten 20 Millionen Ueberſchuß, den der
Ausſchußrefe=
rent der Erſten Kammer nicht finden konnte, hatte man
ſchon für dieſen Ueberſchußfonds reſerviert. Dieſe 20
Mil=
lionen ſollen das Grundkapital des Ueberſchußfonds
bil=
den. Aus den Zinſen und den Zuſchüſſen der Gemeinden
werden die Lehrer bezahlt. — Wie in den Wandelgängen
der Kammer erzählt wurde, ſoll ſich auf dieſer Grundlage
eine Einigung über die Beſoldungsvorlage erzielen laſſen.
Trotzdem aber und um auf alle Fälle gerüſtet zu ſein, iſt
beantragt worden, das Proviſorium vorläufig
bis 1925 zu verlängern. In dieſem
Jubiläums=
jahr der Beſoldungsreform hofft man dann ſicher, die
Vor=
lage zuſtande zu bringen.
Das 25jährige Jubiläum der heſſiſchen
Beſol=
dungsreform ſoll übrigens feſtlich begangen werden. Es
iſt ſchon ein „Feſtefonds” gegründet worden, in dem
alljährlich die jetzt fortfallenden Koſten für Druckſachen und
Interpellationen uſw. zur Beſoldungsreform angeſammelt
werden. Nach dem Durchſchnit der letzten Jahre
berech=
net, wird dieſem Fonds alljährlich die ſtattliche Summe
von 250 000 Mark zugeführt werden können. 1925 kann
dann die Lehrerbeſoldung vielleicht auch aus dem
Beam=
tenbeſoldungsreformjubiläumsfeſtefonds gedeckt werden.
Sporf, Spiel und Turnen.
O. Fußball. Dem F.=V. „Olympia”=Arheilgen
war es nach großer Mühe und Koſten gelungen, ſich eine
Negermannſchaft für vergangenen Sonntag zu ſichern.
Die=
ſelbe führt den Namen Urikoko und ihre Heimat iſt in
Noi=
bibi. Das Spiel nahm um ½3 Uhr ſeinen Anfang und
konnten die Schwarzen bald nach ſchönem Spiel unter
Führung ihres bekannten Trainers Miſter Watſon ihr
erſtes Tor einſenden. Bald nach Seitenwechſel konnten
die Neger noch ein zweites und gleich darauf ein drittes
Tor ſchießen. Mit 310 endete das intereſſante Spiel
zu=
gunſten der Schwarzen. Zuſchauer waren 3—400
er=
ſchienen.
Erſchienen am Faſtnachts=Dienstag. 14. Jahrgang.
Unverantwortliche Redaktion des Tagblatts.
(Das Uebelnehmen und Nachdrucken vorſtehender Artikel
iſt verboten.)
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Ausgabe B. Die Chronik iſt 8ſeitig mit reichem Bilderſchmuck in Tiefdruck und in tadelloſer
Ausführung, ſo daß ſie fortlaufend eine Illuſtrierung der hervorragenden Ereigniſſe der letzten Woche
bietet und eine Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt.
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