Darmstädter Tagblatt 1914


Nr. 46., Sonntag, den 15. Februar.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 22 Seiten.

Das wichtigſte vom Tage.

dar Bundesrat hat einen Geſetzentwurf zur
Bekämpfung der Schundliteratur angenommen.
ſdier Reichstag ſetzte geſtern die zweite Leſung
nes Etats des Reichsamts des Innern fort. Die Ab=
himmung
über die Bewilligung des Beitrags zu den
Olympiſchen Spielen in Berlin wurde auf
Dienstag feſtgeſetzt.
es der geſtrigen Reichstagsnachwahl in Offen=
nurg
wurde Dr. Wirth (Ztr.) gewählt.
e Geſandten der Großmächte überreichten am
Freitag der griechiſchen Regierung die Kollektiv=
ote
, betr. die Aegäiſchen Inſeln und die
Grenzen Südalbaniens.
uf eine erneute Aufforderung ſeitens des ſchwedi=
ſochen
Königs verſprach der Landeshaupt=
rann
Hammarſkjoeld, die Bildung eines
r euen Miniſteriums zu verſuchen. Der
Lönig hat einen Staatsrat abgehalten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Politiſche Wochenſchau.

** Die Verhandlungen des Deutſchen Land=
ſturſchaftsrates
haben der Oeffentlichkeit nicht nur
ſe Wünſche und Bedürfniſſe unſeres Ackerbaues, ſondern
ſteg ſeine wiſſenſchaftliche Vertiefung und glänzende
eintungsfähigkeit vor Augen geführt. So abhängig das
Urit teergebnis von Wind und Wetter ſein mag ſo wenig
ſich beſtreiten, daß die Bemühungen unſerer Land=
lirte
um die Steigerung des Bodenertrages von unge=
ueren
Erfolgen gekrönt worden ſind Gerade die letzten
urre internationaler Kriſen haben erkennen laſſen, wie
ſſeitvoll eine aufnahmefähige Landwirtſchaft auch für
ſere Induſtrie iſt. Es muß daher aus der Entwickelung
ltieres Wirtſchaftslebens der Schluß gezogen werden,
die bisherige Schutzzollpolitik beizubehalten iſt.
dem Feſtmahl des Landwirtſchaftsrates hat der
ſſeſichskanzler in gewohnter Weiſe eine Anſprache
ſhulten. Aber der übliche Beifall, mit dem dieſe Rede
ſtder Rechten begrüßt zu werden pflegte, iſt dieſes Mal
isgeblieben. Man quittiert wohl zuſtimmend über die
rſchaftspolitiſchen und die gegen die Sozialdemokratie
tricchteten Ausführungen des Kanzlers, aber man iſt höchſt
ivergnügt, weil der Schwerpunkt der Kanzlerrede in
llten ungemein ſcharfen Abſage an den Preußenbund bi=
io
. Der verantwortliche Reichsbeamte will nichts da=
Ilin wiſſen, daß der Teufel demokratiſcher Ausartungen
rcch den Beelzebub des Partikularismus ausgetrieben
ſhroe, und er warnt infolgsdeſſen vor dem Rückfall in die
ſſe deutſche Sünde des Partikularismus. Dieſe War=
ſnug
iſt nach dem Verlauf des Preußentages nur zu ſehr
ſrecchtigt und kann von uns lebhaft begrüßt werden.
hur den zahlreichen Reichstagserſatzwahlen, die vorge=
immen
werden müſſen, hat die in Jerichow mit der
Aitichwahl zwiſchen dem Konſervativen und dem
ſpzaldemokraten geendet. Konnte dieſes Ergebnis mit
tiezer Sicherheit vorausgeſehen werden, ſo überraſchte
ſih das ſtacke Anwachſen der konſervativen Stimmen,
mneue Vermehrung der ſozialdemokratiſchen und der er=
bliche
Rückgang der volispartetlichen. Es dient wahr=
micht
dazu, die volksparteiliche Geſamtpartei in der
Abänglichkeit ihrer Wähler zu befeſtigen, wenn den
Ulssparteilern des Kreiſes Jerichow von bürgerlich=
Abihaler Seite empfohlen wird, den Sieg des Sozial=
Mükraten herbeizuführen. Hoffentlich wird dieſe Loſung
. Stichwahltage in den Wind geſchlagen.
Während im Reichstage der Geſetzentwurf über
Milderung einer erheblichen Anzahl von Beſtim=
jingen
des Militärſtrafgeſetzbuches das Ar=
Aſtspenſum um eine wichtige Aufgabe vermehrte, gehen
Beratungen in den Ausſchüſſen nur langſam vorwärts
A wollen im Plenum, wo die zweite Leſung des Etats
das Reichsamt des Innern noch immer nicht erledigt
war nicht vom Flecke rücken. Die Hauptſchuld an die=
Iserſchleppung der Beratungen, die weder dem Reichs=
le
inoch dem Paclamentarismus überhaupt nützt trägt
Sozialdemokratie. Weit ſchlimmer jedoch treiben es
Genoſſen des preußiſchen Abgeordnetenhauſes, die
ihrer geringen Anzahl ſich nicht nur täglich mit
Agen Reden an der Debatte beteiligen, ſondern ſogar
jiebenſtündigen Dauerreden nicht zurückſchrecken und
Murch einen Streik der erſchöpften Stenographen herauf=
Mkwvoren. Die panrteipolitiſchen Auseinanderſetzungen
In Etat des Miniſteriums des Innern, an ſich feſſelnd
Muer änderten nichts an den beſtehenden Beziehungen
Warteien zu einander.
sso unerfreulich die Verſchärfung der Parteigegenſätze
reits, das Unbehagen über den mangelnden feſten
der Regierung andererſeits iſt, unſere innere Lage
icht trotzdem den Vergleich mit anderen Staaten nicht
Mcheuen. Macht doch ſelbſt Großbritannien jetzt
üere Zeiten durch, weil die Einführung von Home
üle in Irland eine baldige Entſcheidung der Frage for=
ob
Ulſter gegen ſeinen Willen dieſem Geſetz unter=
Aſem werden ſoll. Es zeigt ſich von Tag zu Tag klarer,
die Beantwortung jener Frage aller Wahrſcheinlich=
naach
eine Kriſis über die liberale Regierungspartei

und den Ausbruch ernſter Unruhen in Irland bringen
wird. Englands japaniſcher Bundesgenoſſe befindet
ſich gegenwärtig in einer noch viel unerfreulicheren inne=
ren
Lage. Die angebliche Beſtechlichkeit von Angehörigen
der Marineverwaltung hat die mit dem Steuerdruck unzu=
friedene
Oppoſition zu ſcharfen Vorſtößen veranlaßt, bei
denen ſogar die Straße mobil gemacht wurde. Das be=
antragte
Mißtrauensvotum gegen das Miniſterium kam
gleichwohl nicht zuſtande. Aber die Erregung des Volkes
hat einen ſo bedenklichen Grad erreicht daß zur Verringe=
rung
des Steuerdruckes wohl etwas geſchehen muß. Dürfte
das Mittel hierzu in einer Einſchränkung der Ausgaben
für die Marine gefunden werden, ſo hat die Rüſtungsfrage
in Schweden durch das Drängen der Landbevölkerung
nach geſteigerter Sicherung gegen Rußland zum Rücktritt
des Miniſteriums geführt, weil ſich der König mit Energie
auf den Standpunkt der Bauern ſtelle und bei der For=
derung
beharrt, eine tiefgreifende Steigerung der mili=
täriſchen
Widerſtandstraſt Schwedens zu bewirken. Der
gefährliche ruſſiſche Nachbar des Schwedenvolkes er=
lebt
zur gleichen Zeit einen Regierungswechſel. Finanz=
miniſter
Kokowtzow iſt vom Poſten des Miniſter=
präſidenten
zurückgetreten, weil angeblich die Bedingungen
der neueſten ruſſiſchen Anleihe in Paris zu ungünſtig
waren, und weil ſeine fiskaliſche Ausnützung der Brannt=
weinpeſt
Anſtoß erregte. Da Goremykin Miniſter=
präſident
geworden iſt, iſt eine Verſchiebung des inneren
Kurſes nach rechts zu erwarten. Vielleicht folgt der Mi=
niſter
des Aeußeren Saſonow dem Beiſpiel Kokowtzows.
Deutſchland hätte ſeinen Rücktritt kaum zu bedauern, da
er im Zuſammenhange mit der künftigen Erneuerung des
deutſch=ruſſiſchen Handelsvertrages deutſchfeindliche
Aeußerungen getan hat, deren formaler Widerruf nur
diplomatiſch etwas zu bedeuten hat.
Auf dem Balkan iſt die Lage ziemlich unverändert,
höchſtens daß jetzt die Situation in Albanien einigermaßen
geklärt erſcheint. Die Gegenſätze ſind dort wohl nunmehr
ausgeglichen und Eſſad Paſcha, der allerlei Winkelzüge
gemacht hat, begibt ſich jetzt ſelbſt auf die Reiſe, um an
der Spitze einer albaniſchen Deputation dem Prinzen
offiziell die Krone anzutragen. Hoffentlich iſt dieſe Ge=
ſinnung
von Dauer, damit ein böſes Schickſal dem Prin=
zen
erſpart bleibt, der mit der Uebernahme der Regierung
ein Kulturwerk zu verrichten glaubt, In der ägäiſchen
Inſelfrage dagegem, iſt noch immer keine volle Einigung
erfolgt, die Diplomaten ſchreiben ſich an diverſen Noten
nach wie vor die Finger wund. Dagegen ſcheint eine
Verſtändigung über die wirtſchaftliche Aufteilung Klein=
aſiens
nicht im weiten Felde zu ſtehen. Deutſchland und
England ſind ſich in Gemeinſchaft mit der Türkei ziemlich
einig, dagegen wird von der franzöſiſchen Preſſe ausge=
ſprengt
, daß die Verhanklungen zwiſchen Paris und
Berlin noch weit vom Schuſſe ſeien. Nun, Deutſchland
hat Zeit zu warten, und es wäre ſehr gut, wenn man
Vorſicht walten ließe.

Flottenfragen.

Nachdem die Budgetkommiſſion des Deutſchen
Reichstages ſich mit dem Marineetat befaßt hat und bei
dieſer Gelegenheit authentiſche Erklärungen ſeitens der
Regierung zur Marinefrage wie zur Weltlage gegeben
worden waren, hat ſich nunmehr auch das engliſche Par=
lament
mit dem Ausbau unſerer Marine beſchäftigt. Im
Unterhauſe fragte der Unioniſt Hall an, ob ſeit 1912 bei
den deutſchen Marinebauten eine Verlangſamung oder
Verminderung eingetreten ſei, die die verhältnismäßig
große Verminderung in den britiſchen Marinebauten recht=
fertige
, die Churchill verſprochen habe, als er die Marine=
voranſchläge
für 1912 einbrachte. Weiter fragte der Red=
ner
, ob das deutſche Bauprogramm über das Maß deſſen
zugenommen habe, mit dem die Admiralität bei Auf=
ſtellung
der erwähnten Voranſchläge gerechnet habe. Ohne
ſich auf irgendwelche politiſchen und marinetechniſchen
Ausführungen einzulaſſen, gab Churchill dahin Antwort,
daß eine Verlangſamung oder Verminderung bei den
deutſchen Marinebauten nicht ſtattgefunden habe, und
ſchloß noch einige Ziffern aus dem deutſchen Marinebau=
programm
an, womit die Angelegenheit erledigt war.
Wenn es auch nur eine kurze Epiſode aus der Unter=
hausdebatte
war, ſo zeigt ſich doch darin die in England
herrſchende Stimmung gegenüber unſeren Flottenbauten,
denn die Frage iſt erſichtlich nur geſtellt worden, um keine
weitere Herabſetzung der engliſchen Flottenvermehrung
eintreten zu laſſen. Da will es auch wenig ſagen, wenn
Herr Asquith gegenüber einer Abordnung parlamentari=
ſcher
Gewerkſchaftler über die ſchwere Bürde der Rüſtungs=
ausgaben
ſtöhnt und das wahre Heil in einer gemein=
ſamen
Aktion der Völker erblickt. Herr Asquith weiß
ſehr wohl, daß dieſer Fall kaum jemals, wenigſtens in
abſehbarer Zeit, eintreten wird, denn keine Nation will
den Anfang machen, und die engliſche Regierung ſelbſt
hat ja ſtets erklärt, daß ſie an dem Zwei=Mächte=Standard
unbedingt feſthalten müſſe.
Marinefragen beſchäftigen auch in dieſen Tagen die
franzöſiſche Kammer, wo man eingehend die Verteidigung

der atlantiſchen Küſten erörterte. Bemerkenswert war da=
bei
, daß der Miniſter eine Konzentration der franzöſiſchen
Seeſtreitkräfte im Mittelmeer als eine ſtrategiſche Not=
wendigkeit
hervorhob, woraus hervorgeht, daß man auf
die Unterſtützung Englands in der Nordſee hofft reſp. dem
britiſchen Freunde dort das Feld überlaſſen will, während
das Hauptgewicht in einem Seekriege ſeitens Frankreichs
auf Operationen im Mittelmeer gelegt würde. Der Ma=
rineminiſter
trat daher für Verteidigung durch Unterſee=
boote
ein und im Zuſammenhang damit für die Errich=
tung
einer Anzahl von Stützpunkten für dieſe Boote unter
Deckung artilleriſtiſcher Anlagen. Ein entſprechendes Ge=
ſetz
werde demnächſt zur Begutachtung durch den Ober=
ſten
Kriegsrat dem Parlament zugehen. Herr Asquith
kann daraus erſehen, daß die franzöſiſchen Freunde mit
Marinerüſtungen gleichfalls nicht einhalten, und er darf
ſich dann nicht wundern, wenn wir in Deutſchland nicht
müßig die Hände in den Schoß legen.

Geſetzentwurf
gegen de Schundliteratwr.

* In der Bundesratsſitzung am Donnerstag iſt
ein Geſetzentwurf angenommen worden, durch den
die Gewerbeordnung im § 43 dahin ergänzt werden ſoll,
daß die Zurſchauſtellung von Abbildungen,
Schriften und Darſtellungen nicht in eines
Weiſe geſchehen darf, die wegen ſittlicher Gefähr=
dung
der Jugend Aergernis zu geben geeignet iſt.
Zur Begründung dieſer geplanten Maßregel erfährt der
Berl. Lokalanzeiger:
Auf Grund der Gewerbeordnung ſind ſchon gegen=
wärtig
vom Ankauf oder Feilbieten im Umherziehen
ausgeſchloſſen: Druckſchriften, andere Schriften und Bild=
werke
, inſofern ſie in ſittlicher Beziehung Aergernis zu
geben geeignet ſind. Dieſelben Gegenſtände dürfen aber
auch auf dem Wege des Straßenhandels oder der Kolpor=
tage
von Haus zu Haus nicht vertrieben werden. Den be=
treffenden
Schundſchriften und Abbildungen ſind, wie von
der Rechtſprechung wiederholt feſtgeſtellt worden iſt, ſolche
Erzeugniſſe der Schundliteratur gleichzuſtellen, die zwar
nicht auf die Erregung ſexueller Gefühle ausgehen, jedoch
in anderer Beziehung die Jugend moraliſch irreführen
und gefährden können, z. B. Detektiv= und Verbrecher=
romane
, kurz die Geſamtheit der ſogenannten Schund=
literatur
.
Der Geſetzentwurf bezweckt nun, die ſchon beſtehenden
Beſtimmungen ſachgemäß zu erweitern, indem der
ſtehende Handel gleichfalls angewieſen werden ſoll,
ſolche Druckſachen und Abbildungen im Intereſſe unſerer
Jugend von der aufdringlichen Anpreiſung auszu=
ſchließen
. Es ſoll der Anreiz, den die Zurſchauſtellung
der ärgerniserregenden Darbietungen in Schaufenſtern
und andenen öffentlichen Auslagen zu Reklamezwecken
ausübt, ausgeſchaltet werden. Was für Straßenhändler
und Zeitungskioske ſchon jetzt gilt. ſoll auch für die
Ladengeſchäfte verpflichtend fein.
Die anſtändigen Buch= und Kunſthandlungen ſind be=
reits
jetzt beſtrebt, ſichtlich anſtößige Auslagen aus ihren
Schaufenſtern fernzuhalten. Man hofft, daß ein allge=
meines
Vorgehen in dieſer Richtung dazu beitragen wird,
die Kaufluſt der Jugend für ſolche Erzeugniſſe einer ver=
werflichen
Spelulation auf die niederen Inſtinkte des
Volkes und die unreife Jugend zu vermindern und da=
durch
die Verbreitung der Schundliteratur
einzuſchränken. Durch die Ausfüllung einer Lücke
in der Gewerbeordnung ſoll weder die Freiheit der Preſſe,
der Kunſt und Wiſſenſchaft beſchnitten noch das freie Be=
lieben
der Erwachſenen in der Auswahl ihrer Druck=
ſachen
und Abbildungen unterbunden werden. Der Ent=
wurf
hat lediglich den Schutz der Jugend im Auge und
lehnt ſich in dieſem Simne eng an die Reſolutionen des
Reichstags an, der ſich wiederholt für die Zurück=
dämmung
der Schmutz= und Schundliteratur ausge=
ſprochen
hat

Deutſches Reich.

Initiativanträge im Reichstage. Die
Blätter melden aus Berlin: Im Reichstage iſt von ſämt=
lichen
bürgerlichen Parteien ein Initiativantrag einge=
bracht
worden, durch den eine geſetzliche Regelung des
Verkehrs mit Mitteln zur Verhütung der Geburt gefor=
dert
wird. Für Mittwoch dieſer Woche iſt die Reichs=
tagskommiſſion
zur Beratung der von freiſinniger und
elſäſſiſcher Seite eingebrachten Initiativanträge über das
Recht des militäriſchen Waffengebrauchs in Kriegszeiten
einberufen worden. Es heißt, das Kriegsminiſterium
habe ſich bereit erklärt, ſich an den Verhandlungen zu be=
teiligen
.
Der Reichsausſchuß der Zentrums=
partei
, der am letzten Sonntag in Berlin zuſammentrat,

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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

wird, wie die Köln. Volksztg: hervorhebt, von jetzt
an das legitime oberſte Organ der geſamten deutſchen
Zentrumspartei ſein‟. Den Reichsausſchuß der Partei
bilden: 1. die Mitglieder des Vorſtandes der Zentrums=
fraktion
des Reichstages; 2. die Mitglieder der Vorſtände
der Zentrumsfraktionen der Landtage von Preußen,
Bayern, Baden, Württemberg, Heſſen und Oldenburg;
3. die Erſten Vorſitzenden der Landesausſchüſſe der Zen=
trumspartei
von Preußen, Bayern, Baden, Württemberg
Heſſen, Oldenburg und Sachſen, ſowie weitere, von den
Landesausſchüffen aus ihrer Mitte gewählte Mitglieder,
deren Zahl für Preußen 13, Bayern 6, Baden 2, Württem=
berg
1, Heſſen 1 und Oldenburg 1 beträgt. Durch Bei=
wahl
des Reichsausſchuſſes können außerdem bis zu 20
Mitglieder in den Reichsausſchuß berufen werden.
Zum Gewerkſchaftsſtreit gab in einer
Verſammlung katholiſcher Arbeiter in Köln General=
ſekretär
Stegerwald vom Geſamtverband der chriſtlichen
Gewerkſchaften eine Erklärung dahin ab, daß die chriſtlichen
Gewerkſchaften ſich künftig nicht mehr mit der Berliner
Richtung und den Integralen auseinanderſetzen würden.
Die chriſtlichen Gewerkſchaften würden auch in dem gegen=
wärtigen
Streit in der Zuſchauerrolle verharren, da ſich
für ſie ſeit dem Eſſener Kongreß nichts ereignet habe,
was ſie zu einer neuen Stellungnahme veranlaſſen
könnte. Seit dem Eſſener Kongreß liege nur die Tatſache
vor, daß Kardinal Kopp von der bekannten Interpreta=
tion
der Gewerkſchaftsenzyklika zurückgetreten ſei, was
nichts weſentliches ſei, da der Kardinal ſtets ein Gegner
der chriſtlichen Gewerkſchaften geweſen ſei. Der Brief des
Kardinals Kopp an den Grafen von Oppersdorff habe
alſo keine neue Situation für die chriſtlichen Gewerkſchaf=
ten
geſchaffen. Worum der Streit in Deutſchland ſich
drehe, ſei die Art des Einfluſſes der kirchlichen Inſtanzen
auf nicht rein kirchliche Angelegenheiten. Die Gewerk=
ſchaften
lehnten es ab, ſich künftig mit dieſen Fragen zu
beſchäftigen, die mehr auf politiſchem und kirchenpolitiſchem
Gebiet ausgetragen werden müßten. Dagegen liege den
katholiſchen Arbeitern in dieſem Streit eine große Auf=
gabe
ob, weil ſie bei einer Verſchärfung oder Andauer
dieſes Streites mehr zu verlieren hätten, als die chriſt=
lichen
Gewerkſchaften. Die katholiſchen Arbeiter hätten
alle Veranlaſſung zu erklären: Wir geben dem Staate,
was des Staates iſt, wir geben der Kirche, was der Kirche
iſt, aber wir geben auch dem Arbeiter, was des Arbeiters
iſt. Dieſe Erklärung weckte in der Verſammlung oſten=
tativen
Beifall.
Die bayeriſchen Staatsfinanzen. In
der Sitzung des bayeriſchen Finanzausſchuſſes legte die
Staatsregierung einen Geſetzentwurf vor, nach dem zu der
Erbſchaftsſteuer, die nach den Vorſchriften des Reichs=
erbſchaftsſteuergeſetzes
veranlagt wird, ein Zuſchlag von
25 Prozent für die Staatskaſſe erhoben werden ſoll. Es
wird auf die gleiche Maßnahme in Baden hingewieſen.
Die Vorlage, die mit einer Einnahme von etwa 1,7 Mil=
lionen
rechnet, wird begründet mit der erheblichen Stei=
gerung
des Staatsaufwandes, der Verminderung des An
teils der Bundesſtaaten an der Erbſchaftsſteuer von einem
Viertel auf ein Fünftel und dem ganz empfindlichen Rück=
gang
einzelner Staatsgefälle. Staatsminiſter v. Breunig
gab einen ſummariſchen Ueberblick über die Finanzlage
des Staates. Er erklärte, die Abgleichung des Geſamt=
etats
habe ſich ſchon nach den Rechnungsergebniſſen vom
Jahre 1913 als außerordentlich ſchwierig dargeſtellt. Wenn
auch kein großer Ueberſchuß erhofft worden ſei, ſo rech=
nete
man doch nicht mit ſo weſentlichen Ausfällen, wie ſie
vorliegen. Aus der letzten Finanzperiode ergebe ſich ein
Defizit von rund zwei Millionen Mark. Auch für das
kommende Rechnungsjahr müſſe mit einem Ausfall von
1,5 Millionen Mark bei dem Malzaufſchlag gerechnet wer=
den
. Erfreulich ſei einzig der Ueberſchuß von 600000 Mk.
bei den Forſten. Nach alledem ſeien die Vorlagen der
Staatsregierung, die ſich auf die Erbſchaftsſteuer, die
Grundwertzuwachsſteuer und auf eine Abänderung des
Gebührengeſetzes beziehen werden, durchaus gerechtfertigt.

Ausland.

Frankreich.
Der Geſundheitszuſtand der Truppen.
In der Fortſetzung der Debatte der Kammer warf Roua=
net
und nach ihm Thomas dem Kriegsminiſter Etienne
vor, er habe den Abänderungsantrag zu den Militär=
geſetzen
, durch den auf einmal 45000 Mann mehr ein=
geſtellt
worden ſeien, angenommen. Er hätte erklären
müſſen, daß es unmöglich ſei, ſie alle unterzubringen. Die
äußerſte Linke beteiligte ſich lebhaft an den Zwiſchenrufen
gegen Etienne, ſo daß der Präſident energiſch einſchreiten
mußte. Lachaud verlangte verſchiedene Verbeſſerungen
hinſichtlich des Schuhzeugs, der Bekleidung und der Be=
köſtigung
der Soldaten und forderte eine größere Zahl
von Militärärzten. Doumergue erklärte, die Regierung
habe nicht gezögert, die Maßregeln für die Geſundheit der
Soldaten zu ergreifen, die die Lage erforderte. Seit Mo=
naten
beſchäftige ſich die Regierung damit, der zu ſtarken
Belegung der Kaſernen vorzubeugen und die Gebäude ge=
ſunder
zu geſtalten, ſowie beſondere Kohlenvorräte zu ver=
teilen
und für Bekleidung und Schuhzeug der Mannſchaf=
ten
zu ſorgen. Ueberall, wo Fehler gemacht worden ſeien,
habe die Regierung bereits Gegenmaßregeln ergriffen, die
ſie fortſetzen werde. Die Regierung werde ſich jedoch
nicht auf Manöver einlaſſen, die darin beſtänden, ſich der
Soldaten zu politiſchen Zwecken zu bedienen, und die Ab=
ſtimmung
über das Budget hinauszuſchieben. Doumergue
verlangte, die Kammer ſolle am Montag in der Abſtim=
mung
über das Budget fortfahren und der Regierung ihr
Vertrauen ausſprechen. Ein Antrag Reinach, am Montag
die Beratung der Interpellation über den Geſundheitszu=
ſtand
der Soldaten fortzuſetzen, wurde mit 353 gegen 189
Stimmen nach lebhafter Diskuſſion abgelehnt. Sie ſoll
am Freitag fortgeſetzt werden.
Die konſervativen Blätter erklären, der Verlauf der
Debatte über den Geſundheitszuſtand der Armee habe
deutlich gezeigt, daß dieſe Frage lediglich ein Vorwand
zu einem neuen Anſturm gegen das Dreijahrsgeſetz bilden
ſollte. Das Echo de Paris ſchreibt: Die Sozialiſten
und ein Teil der Radikalen nahmen die in einigen Gar=
niſonen
ausgebrochenen und im Grunde wenig gefähr=
lichen
Epidemien zum Anlaß, um durch wohlberechnete
Uebertreibungen die öffentliche Meinung zu beunruhigen
und das Dreijahrsgeſetz in Verruf zu bringen. Es han=
delt
ſich da um einen ſtrafwürdigen Bluff. Wenn die
Regierung dieſes vaſterlandsfeindliche Unternehmen der
Revolutionäre unterſtützen will, und wenn dies der erſte
Schritt zur Wiedereinführung der zweijährigen Dienſtzeit
bilden ſoll, dann möge das Land dies wiſſen. Die ſozia=
liſtiſche
Preſſe macht übrigens kein Hehl daraus daß ſie
ausſchließlich das Dreijahrsgeſetz für den ſchlechten Ge=
ſundheitszuſtand
in der Armee verantwortlich mache.
England.
In der Frage der Bagdadbahn ſind die
Hauptpunkte zwiſchen Deutſchland und England geregelt,
ebenſo die Frankreichs Intereſſen berührenden Haupt=
fragen
. Es bleiben nur noch Einzelheiten zu regeln.
Schweden.
Die Bildung des neuen Kabinetts. Das
Svenska Telegrambyran iſt ermächtigt, folgendes mitzu=
teilen
: Der Gouverneur Freiherr de Geer erklärte dem
König, er habe, nachdem er die Lage geprüft habe, gefun=
den
, daß die Vorausſetzungen, die er für die Bildung
eines neuen liberalen Miniſteriums für notwendig er=
achte
, nicht vorhanden ſeien. Der König ließ unmittelbar
darauf den Gouverneur Hammarſkjoeld rufen und bot
ihm an, das neue Miniſterium zu bilden. Hammarſkjoeld
riet mit Rückſicht auf die Lage, die durch die Weigerung
der Linken des Reichstages, an der Bildung des Mini=
ſteriums
mitzuwirken, entſtanden ſei, dem König, ſich an
die Rechte des Reichstages wegen der Bildung des Mini=
ſteriums
zu wenden. Der König erſuchte jedoch den Gou=
verneur
Hammarſkjoeld, die Frage neuerlich zu erwägen.
Balkanſtaaten.
Die Kollektivnote der Großmächte. Die
Geſandten der Großmächte überreichten am Freitag der

griechiſchen Regierung die Kollektivnote, betr. die Aegäi=
ſchen
Inſeln und die Grenzen Südalbaniens. In der
Note heißt es: Die ſechs Großmächte beſchließen, Grie=
chenland
die von ihm beſetzten Inſeln, mit Ausnahme von
Tenedos, Imbros und Caſtellorico zu überlaſſen. Von
der griechiſchen Regierung werden genügend Garantien
für die Nichtverwendung der Inſeln zu Flotten= und
militäriſchen Zwecken, ſowie für die muſelmaniſchen Mi=
noritäten
verlangt. Die Zuweiſung der Inſeln an Grie=
chenland
wird erſt dann endgültig ſein, wenn die griechi=
ſchen
Truppen das Albanien zugewieſene Gebiet geräumt
haben werden. Die griechiſche Regierung wird aufgefor=
dert
, weder direkt noch indirekt den Widerſtand der Epi=
roten
zu ermutigen. Die Räumung wird in Koritza be=
ginnen
und bis zum. 31. März beendet ſein müſſen. Die
Mächte hegen das Vertrauen, daß ihre Beſchlüſſe von der
griechiſchen Regierung reſpektiert werden.
Verſtändigung zwiſchen den Balkan=
ſtaaten
. Ueber die Gerüchte von dem Abſchluß einer
neuen Balkanallianz mit Einſchluß Rumäniens ſchreibt
der rumäniſche Univerſul: Für jeden, der mit Aufmerk
ſamkeit die rumäniſche auswärtige Politik in der letzten
Zeit verfolgt hat, iſt es klar, daß von einem ſolchen Bünd
nis keine Rede ſein kann. Die Politik der freien Hand
hat Rumänien die größten Erfolge gebracht, und ſie kann
ohne ernſte und zwingende Gründe nicht aufgegeben wer=
den
. Es iſt aber natürlich, daß eine freundſchaftliche Ver
ſtändigung über beſtimmte gemeinſame Ziele, wie die
Aufrechterhaltung des Bukareſter Friedens, beſteht. Die
war Gegenſtand der Beſprechungen der Balkanſtaats
männer mit dem neuen rumäniſchen Miniſterium.
ein Bündnis denkt Rumänien nicht, gewiß aber an ein
Verſtändigung und eine gemeinſame Verteidigung. Hierzu
bedarf es keinerlei formeller Verträge und Abmachungen
denn dieſe ſind in der unverrückbaren Gemeinſchaft den
Intereſſen geſichert.
Bulgariſch=türkiſche Konflikte. Nach
Blättermeldungen aus Wien hat die bulgariſche R
gierung durch ihre Geſandten den Großmächten die tür
kiſche Note mitteilen laſſen, in der die türkiſche Regierung
erklärt, daß die bulgariſch=türkiſchen Verhandlungen üben
den Handelsvertrag von Konſtantinopel als abgebroche
anzuſehen ſeien, weil die bulgariſche Regierung ihre Zu
ſage, daß innerhalb acht Tagen die Gewalttätigkeiten
gegen die Pomaken beendet ſeien, nicht eingehalten hah
Gleichzeitig teilt die Note mit, daß die Türkei die Warel
bulgariſcher Herkunft mit einem Differentialzoll von
Prozent belegen werde, falls die Pomakenfrage zwanzi
Tage nach dem Zuſammentritt des bulgariſchen Parſ
ments nicht gelöſt ſei. Die bulgariſche Regierung
wahrt ſich gegen die von der Türkei erhobenen Vorwürſt
und erhebt ihrerſeits gegen die Türkei den Vorwurf,da
ſie eine Frage aufrolle, die gar nicht exiſtiere. In
diplomatiſchen Kreiſen glaubt man, daß die Türkei dur
das Aufwerfen der Pomakenfrage die öffentliche Meinung
des Landes, die über den Verluſt der Aegäiſchen Inſeln
ſehr aufgebracht ſei, ablenken wolle. Am 25. März läuft
die von der Türkei an Bulgarien geſtellte Friſt ab.
König Ferdinands AmerikareiſeDie
Agence Bulgare teilt mit: Die Reiſe des Königspaares
und der Prinzen nach Amerika iſt ſeit längerer Zeit in
Ausſicht genommen, da der König bereits ſeit Jahren
kannt hat, welchen großen Nutzen eine perſönliche Fühl
lungnahme mit der großen, überaus liberalen und zivili=
ſatoriſchen
Nation der Vereinigten Staaten von Norh=
amerika
für Bulgarien hätte. Auf der Reiſe wirdden
König ven hervorragenden bulgariſchen Perſönlichkeiten
aus den Kreiſen der Wiſſenſchaft, des Handels unddes
Ackerbaues begleitet ſein.
Der Prinz zu Wied in Wien.
die Neue Freie Preſſe meldet, hat Prinz
helm zu Wied auch dem türkiſchen Botſchaftel
Hilmi Paſcha einen Beſuch abgeſtattet und mit ihm ein
längere Unterredung gehabt. Hilmi Paſcha gab dem
Prinzen die Verſicherung, daß die türkiſche Regierg

Politik.

C) Politik verdirbt den Charakter das kann man
heutzutage vielfach hören. Sogar von Politikern und er=
wählten
Volksvertretern. Und viele tüchtige, feingebildete
Männer, Beamte, Gelehrte, Kaufleute handeln danach
und halten ſich von dem politiſchen Markt= und Tages=
geſchrei
fern. Dieſe ängſtliche Scheu vor Berührung mit
politiſchen Dingen iſt bei uns Deutſchen bis zu einem ge=
wiſſen
Grade hiſtoriſch begründet. Wir haben immer noch
etwas von der Weltfremdheit der Dichter= und Denker=
natur
an uns, die ſich in ihrer Stube vergräbt und um
die Dinge da draußen nicht kümmert. Oder etwas von
dem Phlegma des deutſchen Michels, der hinter dem Ofen
ſitzt, während die Welt verteilt wird. Auf der anderen
Seite aber benehmen wir uns im politiſchen Leben noch
hichſt jungenhaft. Gerade weil wir noch in den Anfän=
gen
der politiſchen Kunſt ſtecken und gewohnt waren, alles
Politiſche Bismarcks Meiſterhand zu überlaſſen, fehlt uns
die eigne Sicherheit und die Vornehmheit, die das Ergeb=
nis
langjähriger Erziehung iſt. Die meiſten verwechſeln
Politik noch mit Geſchäft und ſtehen auf dem gewöhnlich=
ſten
Intereſſenſtandpunkt. Die meiſten haben es noch nicht
gelernt, mit den anſtändigen Waffen abſoluter Sachlich=
keit
zu kämpfen. Außerdem erſchwert die rauhe Tonart
radikaler Maſſen die Entſtehung einer wirklich kultivierten
politiſchen Umgangsform. Dies alles hält feinbeſaitete
Gemüter davon ab, ſich den politiſchen Angelegenheiten
zu widmen. Und doch gibt es keine dringendere Aufgabe,
als die: eine ſtarke, große und freie Staatsauffaſſung zu
erzeugen und unſer Volk zu einer fruchtbaren und ſelbſt=
ewußten Mitarbeit an unſerem Staatsleben zu er=
zieksn
. Der Geiſt der Verantwortung am Staatswohl
muß De Bürger in noch ganz anderem Maße, als bis
jetzt, ergreifen. Möchten doch gerade die Gebildeten zu=
ſehen
, daß ſie Verſtändnis für die großen Fragen des
öffentlichen Lebens bekommen und im beſten Sinne des
Wortes Politik treiben. Denn das Intereſſe für den Staat

iſt eine notwendige Folgerung unſerer Liebe zum Vater=
lande
.

Ein internationaler Operntruſt.

** Etfahrene Kenner des Opernbetriebes prophezeien
bereits ſeit langem das Kommen eines internationalen
Operntruſts, deſſen Ziel es ſein würde, die bisweilen ge=
radezu
ins Phantaſtiſche anſchwellenden
Koſten einer modernen erſtklaſſigen Opernbühne dadurch
auf eine kaufmänniſch geſündere Baſis zurückzuführen, daß
man den Wettbewerb der großen Opernbühnen der Welt
in der Jagd nach berühmten Sängern und Sängerinnen
durch eine Art Kartellierung reguliert. Den großen euro=
päiſchen
Opernbühnen wird es ſchon heute ſchwer, aller=
erſte
Geſangskräfte dauernd an ſich zu feſſeln, weil die
Gagenangebote der Konkurrenz, insbeſondere der amerika=
niſchen
Konkurrenz, ſich zu raſtlos überbieten, daß die Auf=
ſtellung
eines rationellen Etats immer ſchwieriger wird
und ſich nur mit ſchweren Opfern durchführen läßt: durch
zeitlich ſehr weitgehende Beurlaubung der berühmteſten
Kräfte zu längeren Gaſtſpielfahrten in das Ausland.
Der erſte Schritt zu Beſeitigung dieſer Schwierigkeiten
und damit zugleich der erſte ſchüchterne Schritt zu einer
internationalen Vertruſtung des Opernweſens geht nun
von London aus; und ihr Vorkämpfer iſt der Vorſitzende
des Londoner Grand Opera Syndicate Mr. Harry Hig=
gins
, der geſchäftliche Leiter des Londoner Covent
Garden Theaters. Da für das Londoner Opern=
geſchäft
in erſter Linie die Frühjahrsſaiſon, die Zeit vom
April bis Mitte Juni, in Frage kommt, erſtreckt ſich die
aufgebaute, ſehr enge Intereſſengemeinſchaft zunächſt nur
auf die Frühjahrsſaiſon; aber es kann
kaum einem Zweifel unterliegen, daß der Plan erweitert
wird, wenn der erſte Verſuch gelingt. Um die Zeit, da
in London die große Frühjahrsſaiſon der Covent Garden
Oper beginnt ſie ſetzt regelmäßig mit einer 45 Wochen
währenden deutſchen Opernſaiſon ein , haben die

großen amerikaniſchen Opernunternehmungen, die Me
tropolitan Oper in Neu=York und in Boſto
ihre Saiſon gerade abgeſchloſſen. Higgins großangelegten
Plan bringt nun für die Frühjahrsmonate eine Art Aus
tauſchoper zwiſchen Paris und Lon don
Die amerikaniſchen Unternehmungen werden die Kontra
dauer für ihre Mitglieder künftig auch auf die Frühjahr
monate ausdehnen und nach Schluß der amerikgniſchen
Saiſon ihr Enſemble und Teile der Chöre und
Orcheſters nach Europa delegieren; nach London und näch
Paris. Das Enſemble für die deutſchen Opern gehtz
nächſt nach London, während das franzöſiſch=italieniſch
Opernenſemble nach Paris geht und hier unter der Lel
tung des Boſtoner Operndirektors Henry Ruſſel in dem
freigewordenen neuen Théatre des Champs Elyſées ein
45wöchiges Gaſtſpiel veranſtaltet. Dann erfolgte
Austauſch der Truppen: das franzöſiſch=italieniſche Oper=
enſemble
der Metropolitan Oper geht nach London ind
Covent Garden Theater, und das deutſche Opernenſemble
der Metropolitan Oper von London nach Paris. Die
züge dieſer intereſſanten Kombination ſind ſowohl künſt
leriſcher wie auch finanztechniſcher Natur.
In London wie in Paris wird man auf dieſeWeiſe
abgerundete eingeſpielte Enſembles ſehen. Finanztechniſch
wird es ſich aber mit der Zeit ermöglichen laſſen, die außele
ordentlich hohen Gaſtſpielhonorare der berühmten Ster
der Metropolitan Opera zu umgehen, indem die ameri
niſchen Opern fortan ihre Kräfte nicht mehr für die fünſt
monatige amerikaniſche Saiſon allein engagieren, ſondem
zugleich von Anfang an für das Pariſer und Londohll
Gaſtſpiel verpflichten und einheitliche Kontrakte auf nei
Monate abſchließen. Die weitreichenden Folgewirkunget=
dieſes
erſten Schrittes zu einer internationalen
Vertruſtung des Opernweſens liegen aufde
Hand und dürften dann auch in Deutſchland bald fühlbal
werden: durch eine geſteigerte Monopoliſierung der erſtel
Geſangskräfte für die amerikaniſchen Opernunternehme
die damit einen geſchäftlichen Vorſtoß auf europäiſch
Boden einleiten.

[ ][  ][ ]

Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Seite 3.

ſeine Miſſion durch den Einfluß des Kalifats weſentlich
Unterſtützen werde.
Türkei.
Die große Anleihe. Im Zuſammenhang mit
teer Mitteilung der Pforte, betr. den Zeitpunkt des Ab=
ſchluſſes
der großen Anleihe, wird von unterrichteter tür=
ſcher
Seite mitgeteilt: Dſchawid Bey erklärte in Paris,
ſtaß die zu ſchließenden Uebereinkommen dem Parlament,
tas Mitte März zuſammentrete, unterbreitet werden
p üßten. Die Uebereinkommen werden zu dieſem Zeit=
futnkt
abgeſchloſſen ſein müſſen. Die franzöſiſche Re=
g
erung habe die Richtigkeit dieſer Erklärung eingeſehen
urnd zugeſagt, daß die Uebereinkommen vor dem 15. März
lurtterzeichnet werden würden.
Vereinigte Staaten.
Schaffung von Vizeadmiralſtellen. Der
Egenat hat eine Bill angenommen, durch welche die Stellen
vien ſechs Vizeadmiralen neu geſchaffen werden. Dieſe
orderung war damit begründet worden, daß, da die Ver=
Lemigten Staaten bisher keine Offiziere dieſes Grades
Ahrrtten, es möglich geweſen wäre, daß der britiſche Ober=
ſffehlshaber
in den mexikaniſchen Gewäſſern im Range
hi her geweſen wäre als der amerikaniſche. Die Bill geht
nun dem Repräſentantenhauſe zu.
Südafrika.
Eine Rede des Premierminiſters Botha.
emierminiſter Botha ergriff im Parlament während
hr Debatte über die Indemnitätsbill das Wort und ver=
ſſeidigte
die Haltung der Regierung während der Aus=
larreitungen
im Juli und Januar. Er bezeichnete den
Alsbruch der Unruhen im Juli als einen Krieg gegen
Faauen und Kinder und als einen mörderiſchen Angriff
ſuf die Volksfreiheit. Johannesburg habe ſich am 5. Juli
un einem Zuſtand der Revolution befunden. Er habe
ſillle Kriegstragödien geſehen, doch ſei die Lage in Jo=
ſemnesburg
an jenem Tage das Schrecklichſte geweſen,
les ihm jemals vor Augen gekommen ſei. Wenn die Re=
inrung
nicht mit den Streikenden ein Abkommen getroffen
färte, ſo würden die Folgen entſetzlich geweſen ſein, da
ine Viertelmillion Eingeborene ſich erhoben hatten und
berall Anarchie herrſchte. Tauſende von Menſchenleben
paren dann verloren gegangen, und ein Schaden von vie=
Millionen wäre entſtanden. Botha erklärte ſodann,
ſſei feſt überzeugt, daß die Arbeiterführer niemals eine
Untellung der von ihnen getadelten Mißſtände, von denen
ſtale gar nicht exiſtieren, gewünſcht hätten. Sie ſeien
d glich geſchworene Feinde der Geſellſchaft. Botha recht=
friigte
ſodann das Kriegsrecht mit der Begründung, daß
Blutvergießen verhindert und den gefährlichſten An=
f
auf die Nation zunichte gemacht habe.

* Eine Rede des Prinzen Heinrich von
eußen. Bei der Schaffermahlzeit in
rimen, die in altehrwürdiger Weiſe verlief, brachte
lryddirektor Voehr das Kaiſerhoch aus. Nach den vor=
hrfeftsmäßigen
Reden der Schaffer brachte Staatsminiſter
O. Podbielski in humorvoller Weiſe auf die alten
ſhfiffskapitäne der Handelsflotte einen Trinkſpruch aus.
lachdem Herr Erich Vabarius auf Heer und Flotte ge=
trachen
hatte, erhob ſich Prinz Heinrich von
rgeußen und äußerte ſich ungefähr wie folgt: Mir iſt
rrehrenvolle Auftrag geworden, dem Vorredner zu dan=
nffür
die Worte, die er Heer und Flotte gewidmet hat.
ziſt ſelbſtredend, daß Heer und Marine für ein macht=
lles
Deutſches Reich eine Notwendigkeit geworden
d Ein Blick auf die Vergangenheit und namentlich auf
jjüngſte Vergangenheit lehrt uns, daß, wenn Heer und
ſotte nicht exiſtierten, wir wahrſcheinlich nicht an dieſer
ftl ſitzen würden. Es iſt auch von Opferfreudigkeit ge=
kccchen
worden. Dieſes kann man nur freudig be=
füheen
. In der Tat iſt ein friſcher Zug durch das deutſche
gegangen, um ſein tapferes Heer zu verſtärken. Daß
um Notfalle ſeine Pflicht und Schuldigkeit tun wird,
ſroche ich nicht erſt zu ſagen. Aber wie das deutſche
auf ſein Heer und ſeine Kriegsmarine mit Recht
ſ; iſt, ſo kann es auch mit Recht ſtolz ſein auf ſeine
Uinoelsmarine, und was der deutſche Seemann zu leiſten
lſtarnde iſt, davon weiß der Atlantic zu ſagen und zu
ſſgem. Daß natürlich dem Bremer Staate ſein Nord=
lſttocher
Lloyd zunächſt am Herzen liegt, das iſt begreif=
lt
. Wie ich für meine Perſon über Bremen und ſeinen
ſird denke, das brauche ich, glaube ich, in dieſem Saal

nicht erſt auszuführen. Wir alle, die wir die Erkenntnis
der jüngſten Tage erlebt habem, ſind froh darüber geweſen,
endlich die großen Dampfſchiffahrtsgeſellſchaften einen
Bund eingegangen ſind, der, wenn er von beiden Seiten
loyal gehandhabt wird wohl von Beſtändigkeit ſein wird.
Ich darf meine Rede ſchließen, indem ich unſerer treuen
und tapferen Handelsmarine danke, mit deren Vertretern
die Offiziere unſerer Kriegsmarine oft und gern im In=
und Auslande zuſammentreffen und freundlich verkehren.
Möge ſie ferner die ſtolze weiß=rote Farbe hinaustragen
zum Ruhm und in friedlichem Wettkampf zur Ehre
Deutſchlands.
* Die ſozialdemokratiſche Abonnenten=
verſicherung
. Die reviſioniſtiſche Münchener Poſt
hat den Zielbewußten durch die bevorſtehende Einführung
der Abonnentenverſicherung die willkommene Ausſicht ver=
ſchafft
, den Parteitag als Gericht über das genannte
eviſioniſtiſche Blatt in Tätigkeit treten zu laſſen. Die
zielbewußten Genoſſen vom Schlage des Vorwärts, des
Hamburger Echo und der Leipziger Volkszeitung, ſind
natürlich im Punkte der Abonnentenverſicherung nicht ſo
duldſam, wie die reviſioniſtiſche Mannheimer Volksſtimme,
die das Vorgehen der Münchener Poſt als Akt der Not=
wehr
in Kauf genommen hat. Anders als die Mann=
heimer
Opportuniſten ſtellen ſich der Vorwärts und die
übrigen radikalen Parteiorgane auf den grundſätzlichen
Standpunkt, daß die Sozialdemokratie bisher mit aller
Entſchiedenheit die Abonnentenverſicherung bekämpft habe.
Ihnen erſcheint daher das Münchener Vorgehen als
eine bewußte Brüskierung der Geſamtpartei; und da der
ſozialdemokratiſche Parteiausſchuß mit 43 gegen 2 Stim=
men
die Münchener Genoſſen zum Verzicht auf die
Abonnentenverſicherung aufgefordert hat, faſſen ſie das
Verhalten der Münchener als einen hinterrücks geführten
Angriff gegen die Partei auf. Infolgedeſſen macht ſich der
Vorwärts folgende Loſung der Leipziger Volkszeitung zu
eigen: An die Vertretung der Geſamtpartei, an den
Parteivorſtand tritt jetzt die Aufgabe heran, den Skandal
von München nach Möglichkeit noch rückgängig zu machen.
Iſt das nicht möglich, ſo hat der Parteitag zu ſprechen.
Der nächſte ſozialdemokratiſche Parteitag, der in Würz=
burg
ſtattfinden ſoll, wird alſo höchſtwahrſcheinlich das
eigenartige Bild bieten, daß er auf bayeriſchem Boden über
bayeriſche Ketzer zu Gericht ſitzt.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. Februar.

Neuerwerbungen des Landesmuſeums.
II. Gemälde.
D Im Jahre 1912 hatte die Stiftung einiger in Lon=
don
lebender Heſſen=Darmſtädter eine erwünſchte Gelegen=
heit
gegeben, die Beſtände nicht bloß durch Werke von
Kalckreuth und Spitzweg, ſondern auch durch ausgezeich=
nete
Bilder des in Darmſtadt gebürtigen Meiſters Ludwig
von Löfftz zu ergänzen; aus den laufenden Mitteln
konnten damals Bilder der Darmſtädter Maler Heinrich
Schilbach und Auguſt Becker und von Ottomar El=
liger
, einem älteren Meiſter unſeres mittelrheiniſchen
Gebietes erworben werden.
So iſt auch durch die Erwerbungen der letzten Zeit
das eigenartig heſſiſche, mittelrhziniſche Gepräge der
Sammlungen verſtärkt worden. Von Gottl. Lebrecht
Gläſer (17841851), dem fruchtbaren Bildnismaler der
Biedermaierzeit in Darmſtadt, wurden im Tauſch zwei
Oelgemälde erworben, ein junger Darmſtädter Bürgers=
mann
und ſeine hübſche Frau (Oberlichtſaal 64, Nord=
hälfle
der Weſtwand); es iſt ein ganz großer Zug in dieſer
formſicheren und farbfreudigen Kunſt. Die Art von Glä=
ſers
Nachfolger, Joſeph Hartmann (18121885), deſſen
meiſte ſpätere Arbeiten eine unerfreuliche Glätte zeigen,
konnte in zwei friſchen, wohl aus der Jahrhundertmitte
ſtammenden Bildern vorgeführt werden; in dem einen,
das durch beſondere Farbigkeit anzieht, hat er ſeine Frau
und im Hintergrund ſich ſelber dargeſtellt. Die beiden
ſchönen Bilder des immer noch rüſtigen Paul Weber (geb.
1823 in Darmſtadt), das alte Tor in Beſſungen und das
Ochſengeſpann ſind durch die vorjährige Ausſtellung im Kunſt=
verein
, auf der ſie für die Galerie erworben wurden, ge=
nügſam
bekannt. Auch ein Werk von Heinz Heim (f 1895),
Mutter mit Kind, iſt hier zum erſten Male ausgeſtellt
(Staffelei im Saal 65). Es iſt zu Schlierbach im ſelben
Jahre (1892) wie die Muſizierenden Knaben gemalt.
Die ſtille Größe der Natur war damals ſein Ziel. Sie
kommt in dieſem Bilde noch mehr zum Ausdruck als in
einem anderen der unſerer Galerie gehörigen Werke
Heims; man wird darüber die ſtörenden Folgen einer teil=
weißen
Neubearbeitung des Bildes überſehen, die der ge=
wiſſenhafte
Künſtler mit dieſem wie mit einigen anderen
1892 entſtandenen Bildern im Jahre 1893 vornahm, nach=
dem
er ſeine Impreſſion noch einmal erneut hatte.
Von Emil Lugo, der unter den Meiſtern des ſüdweſt=
deutſchen
Gebietes neben Thoma ſeine Stelle behaupten
wird, war bereits früher ein Hauptwerk in die Galecie

gelangt, das Stille Tal als Geſchenk unſeres Mitbür=
gers
, des Malers Profeſſor Wilhelm Bader. Nunmehr
gab eine Stiftung von Lady Alice S. Wernher in London
zum Andenken an ihren kürzlich verſtorbenen Gatten Sir
Julius Wernher die Möglichkeit, die erquickende Kunſt
Lugos in zwei Bildern der Orpheusſage zur Anſchauung
zu bringen: das eine, Orpheus unter den Tieren eine
lichtflimmernde, paradieſiſche Uferlandſchaft, in ſilbernem
Ton, das andere, Orpheus und Eurydike, dunkel und
ſchwermütig; die Figurengruppe dieſer Unterweltland=
ſchaft
bedeutet nicht eine neue Löſung; der Meiſter hat
ſich von der Auffaſſung des unvergeßlichen Reliefs der
Villa Albani nicht entfernen wollen. Die beiden Bildſer
ſind auch inſofern von Intereſſe, als ſie Lugo vor monn=
mentalen
Aufgaben zeigen. Sie ſind als Entwürfe für
Wandmalerei gedacht; aus der beſtimmten Abmeſſung der
Wandflächen, für die ſie gedacht waren, erklärt ſich die
ungleichmäßige, dreiteilige Form.
III. Möbel.
Im holländiſchen Seitenlichtſaal der Galerie ſind die
in letzter Zeit erworbenen alten Möbel ausgeſtellt. Eine
ſpätgotiſche Truhe aus dem nahen Maingebiet war inſo=
fern
beſonders erwünſcht, als ſie einen neuen Beleg dafür
bildet daß eine der ſogenannten Tiroler Gotik verwandte
Flachſchnitzerei auch in unſerem Gebiet nicht bloß für
Zwecke der Kirchenausſtattung zur Verwendung kam. In
krauſem Linienſpiel überſpinnt das Ranken=Ornament die
ganze Fläche. Ein ſüdweſtdeutſcher Tiſch vom Ende des
16. Jahrhunderts hat ſehr einfache Form; nur die zum
Stützen der Platte beſtimmten Flügel erhielten ein flaches,
charakteriſtiſches Ornament. Wie bei den oberheſſiſchen
Tiſchen des 16. Jahrhunderts iſt hier die Zweckmäßigkeit
zu beachten, mit dier eine auf kleine Wohnräume angewie=
ſene
Zeit die kleinen Möbel für gelegentliche Vergröße=
rung
eingerichtet hat. Eine furnierte Schreibkommode ver=
ſetzt
uns mitten in das Barock des 18. Jahrhunderts. Sie
ſtammt aus Worms und iſt wahrſcheinlich ein Erzeugnis
des hochentwickelten, mittelrheiniſchen Tiſchlerhandwerks.
Das Auf= und Abſchwellen der bauchigen Form und das
wechſelnde Spiel des Lichtes auf den glatten Flächn
gibt das Gefühl eines den toten Stoff erfüllenden Lebens.
Der Klaſſizismus des ſpäten 18. Jahrhunderts und
aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts kommt in drei
Möbeln verſchieden zur Anſchauung. Der Tiſch in der
Mitte des Raumes, ein Alt=Darmſtädter Möbel, zeigt den
Geſchmack des ſogenannten Zopfſtiles, der viel kräftiger
iſt als das Louis XVI; der Franzoſen und im Ornament
noch mehr unter der Nachwirkung der Spätrenaiſſance
ſteht. Die beiden anderen Möbel hingegen, eine Kommode
und ein kleiner, ovaler Tiſch, beides Geſchenke des Vor=
ſtandes
unſeres Naturalienkabinetts Projeſſor Dr. G. von
Koch, vertreten die ſtrengere, ſchlichtere Art, die ſich hernach
im Biedermaierſtil fortſetzt; die furnierten Flächen ſind
durch eingelegte, geometriſch gemuſterte Streifen belebt.
Der kleine Tiſch trägt eine Blechplatte, auf der ein eng=
liſcher
Farbſtich in Farben reproduziert iſt. Das iſt nicht
vorbildlich, aber von kulturgeſchichtlichem Intereſſe, indem
hier der Einfluß deutlich wird, den England damals auf
die Geſchmacksentwickelung des Kontinents gewann.

* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Oberſtleutnant
Eggersſ, Kommandeur des Großh. Artillerie=Korps,
1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiments Nr. 25, die
Profeſſoren Schott von Bad Nauheim und Eberhardt
von Offenbach a. M.; zum Vortrag den Staatsminiſter
v. Ewald, den Miniſter des Innern v. Hombergk zu
Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Erledigt ſind: Zwei mit evangeliſchen Lehrern
zu beſetzende Lehrerſtellen zu Griesheim. Dem In=
haber
der einen können die Funktionen eines Haupt=
lehrers
übertragen werden. Bevorzugt werden für dieſe
Stelle Bewerber, die die erweiterte Prüfung beſtanden
haben. Eine mit einem evangeliſchen Lehrer zu
beſetzende Lehrerſtelle zu Gräfenhauſen. Eine
mit einem evangeliſchen Lehrer zu beſetzende Lehrer=
ſtelle
in Jugenheim a. d. B.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 5 vom
14. Februar enthält die Bekanntmachung, die Zentral=
kaſſe
der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften,
e. G. m. b. H., zu Darmſtadt betreffend.
g. Der Verwaltungsgerichtshof beſchäftigte ſich geſtern
mit den Einwendungen gegen die Wahl des Bürger=
meiſters
Adam Schrod in Ober=Roden. Die Wahl
fand am 8. März 1913 ſtatt, wobei der Bürgermeiſter Adam
Schrod, der dieſes Amt ſchon ſeit neun Jahren inne hatte,
mit 353 Stimmen wiedergewählt wurde, während ſein
Gegenkandidat Mich. Schwerta nur 137 Stimmen erhielt.
Letzterer und Jakob Weber V. legten Reklamation beim
Kreisamt Dieburg ein, indem ſie Tatſachen anführten,
die die ſittliche Qualifikation des Gewählten in Zweifel
ziehen ſollten. Der Kreisausſchuß trat auch in die Prü=
fung
dieſer Frage ein und erklärte die Wahl Schrods für
ungültig. Auf die Reklamation des Schrod hob der Pro=
vinzialausſchuß
dieſes Urteil auf und führte in der Be=

* Gegen die geſtutzten Schnurrbärte. Da beſtimmte
Vorſchriften über die Schnurrbarttracht in der Armee nicht
beſtehen, ſo wird die Zahnbürſte wie man den engliſch
geſtutzten Schnurrbart nennt, auch ſtillſchweigend geduldet.
Aber der kommandierende General des Gardekorps, von
Plettenberg, ſcheint anderer Anſicht zu ſein. In einem
beſonderen Befehl ſpricht er dem geſtutzten Schnurrbart
das Todesurteil, indem er darin zum Ausdruck bringt,
daß die moderne Barttracht Abſchneiden des Schnurr=
bartes
bis auf wenige Haare unter der Naſe ſich nicht
für den preußiſchen Soldaten eignet und der Eigenart der
Deutſchen nicht entſpricht Es iſt dies lediglich ein Wunſch.
Der Wunſch eines militäriſchen Vorgeſetzten iſt jedoch für
die Untergebenen Befehl, weshalb denn auch jetzt von den
Truppen angeordnet wird, daß der Schnurrbart in Zu=
kunft
nicht mehr beſchnitten werden darf. Wie verlautet,
ſteht ein Hinweis des Kriegsminiſters für alle preußiſchen
Truppen in Ausſicht. In der deutſchen Marine heißt es
bekanntlich: kein Schnurrbart allein, ſondern Bart oder
glatt raſiert! Aehnliche uniformierende Beſtimmungen
gibt es auch anderswo. In Oeſterreich zum Beiſpiel dür=
fen
die Windiſchgrätz=Dragoner überhaupt nichts im Geſicht
wachſen laſſen.
* Theaterdonner in der Kirche. Aus einer Ortſchaft
des Kreiſes Bunzlau wird dem Bunzlauer Tageblatt von
einem Einſender folgende nette Geſchichte erzählt: Vor
einigen Tagen ſtieß ich bei der Beſichtigung einer Dorfkirche
im Turm auf eine alte Keſſelpauke. Da ein ſolches
Inſtrument nicht gerade zu den Inventarſtücken einer
Kirche zu gehören pflegt, ſo erkundigte ich mich nach der
Geſchichte der Pauke, und der Kantor gab von ihr folgen=
des
zum beſten: Es war noch zu Zeiten des alten Pfarrers,
der ein behäbiger, die Ruhe liebender Herr war. Aber auch
ihm war die Bitterkeit des Lebens beſchieden, und zwar
dann, wenn die Sommerſonntage ſchon morgens ſo ſchwül

waren, und jeder ſich ausruhen konnte, nur er nicht, da er
die Predigt halten mußte. Da war er denn auf eine in=
geniöſe
Idee gekommen. Während der Liturgie mußte der
Küſter oben im Turme dumpfe Schläge auf die Pauke tun,
ſo daß es ſich anhörte, als arolle der Donner in der Ferne.
In der Meinung, es ziehe ein Gewitter herauf, drückte ſich
dann einer nach dem anderen, um ſein Heu oder Getreide
noch ſchnell trocken in die Scheune zu holen. Bis dann
das allgemeine Kirchenlied geſungen war, hatte ſich die
Kirche entleert und der Pfarrer erſparte ſich dadurch die
Predigt.
* Die belgiſche Bureaukratie iſt ſchon einmal in der
jüngſten Zeit vorgeführt worden. Heute erzählt die Köln.
Ztg. einen neuen Streich. Es handelt ſich um das nach=
gerade
eisgraue Enregiſtrement, an das man nicht rührt,
weil es bequem zu handhaben iſt, ohne daß der ſteuer=
zahlende
Plebs aus den verwickelten Beſtimmungen klug
wird; denn die Einnehmer ſind am Ertrag beteiligt und
haben ein Intereſſe daran, daß dieſer möglichſt hoch ausfällt.
Vor dem Brüſſeler Regiſtraturamt erſcheint ein Bürger,
der einen Mietvertrag zu ſtempeln hat. Der Schalterbeamte
nimmt ihm dafür zwei Franken ab, und die Angelegenheit
iſt erledigt. Anderen Tages zeigt er demſelben Angeſtell=
ten
einen weiteren Mietvertrag, der ſich von dem erſten in
nichts unterſcheidet. Dafür werden aber drei Franken ge=
fordert
. Der Steuerzahler fragt betroffen, woher die Un=
terſcheidung
, und erhält den Beſcheid, der Vertrag ſei auf
ein doppeltes Blatt Papier geſchrieben, und das müſſe
höher beſteuert werden. Diesmal iſt Hilfe bei der Hand.
Der Bürger reißt die unbeſchriebene Hälfte des Bogens
b, zerknüllt ſie, wirft ſie zornſchnaubend in eine Ecke und
meldet ſich wieder am Schalter. Zwei Franken, wird
ihm jetzt gelaſſen erklärt.

Feuilleton.

Ein Ultimatum deutſcher Bühnenſchriftſteller an das
ſtemer Hofburgtheater. Der Verband deutſcher Bühnen=
kittſteller
beſchäftigte ſich in ſeiner außerordentlichen
Atelliederverſammlung mit einigen Fragen, die geeignet
auch allgemeineres Intereſſe zu erregen. Zu dieſen
ſſtötrt das Thema: Bevorzugung ausländiſcher gegen=
deutſchen
Schriftſtellern durch das Wiener Hofburg=
ter
. In dieſem Inſtitut wird das Verhältnis zu den
ſtoren mit zweierlei Maß gemeſſen. Die Ausländer er=
tem
Aufführungstermine und den Konventionalſtraſen=
ſaggraphen
, die Deutſchen keines von beiden. Nun ver=
Adleln die Deutſchen und die Hofburgintendanz ſchon
dem Jahre 1908, aber die Intendanz kommt über Er=
Wungen nicht hinaus. Im Jahre 1912 hat ſie zuletzt
definitive Regelung der Materie verſprochen. Seit=
rvar
es indeſſen wieder ſtill geworden. Nun hat der
lund kürzlich beſchloſſen, ein Ultimatum zu ſtellen. So=
liee
Aenderung der unhaltbaren Zuſtände, widrigen=
Es ider Verband Gegenmaßregeln ergreifen würde, d. h.
nzerband würde nur Stücke mit Aufführungsterminen
Konventionalſtrafe abgeben.
** Ein Brief der Maria Stuart. Aus London wird
cheet: Bei Sotheby kam am Mittwoch ein intereſſanter
Ahimalbrief der Schottenkönigin Maria Stuart unter den
Amer. Das Schreiben trägt das Datum des 31. Auguſt
Iiſt an den Lord von Weym gerichtet und fordert den
Wlndherrn auf, verſchiedenen Perſonen, die auf Ihrem
Alnd und Boden bei Rannoch lebten und zur Zeit ihres
Aſtamdes verbannt wurden die Heimkehr und die Wie=
Ainſedelung zu geſtatten. Nach heißem Kampfe ging
Ms Handſchreiben der unglücklichen Königin für 6000
Mrk in den Beſitz des Kunſthändlers Pearſon über.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Nummer 46.

gründung aus, daß es nur dem Kreisrat zuſtehe, die Wahl
auch aus anderen, als den geſetzlichen Gründen (Verſtöße
bei der Wahl, Beeinfluſſung uſw.) zu beanſtanden. Jeder
Wähler habe demnach lediglich dann das Recht, gegen die
Wahl Einſpruch zu erheben, wenn geſetzliche Gründe für
eine eventuelle Ungültigkeitserklärung vorliegen. Der
Kreisrat des Kreiſes Dieburg hatte gegen dieſes Urteil
Reviſion beim Großh. Verwaltungsgerichtshof eingelegt
mit der Begründung, daß ihm gar nicht die Handhabe
gegeben ſei, derartige Angaben zu prüfen, und daß er des=
halb
die Eingabe der Reklamanten auch als das, als was
ſie bezeichnet war, betrachtete, nämlich als Einwendung
gegen die Wahl und nicht als Material für Verſagung der
Beſtätigung. Demgegenüber ſtellte der Vertreter des
Staatsintereſſes feſt, daß gemäß Artikel 53 der Kreis= und
Provinzial=Ordnung der Kreisrat zur Vorbereitung der
Verfahren zu Erhebungen, ſowie Vernehmung von Zeu=
gen
, Sachverſtändigen uſw., ſowie deren Vereidigung be=
fugt
ſei. Es ſei ihm alſo wohl die Handhabe gegeben, das
ihm gebotene Material zu prüfen. Es gehe nicht an und
es fehle an jeder geſetzlichen Grundlage, jedem Wähler
das Recht zu geben, aus anderen als den geſetzlichen
Gründen gegen die Perſon des Gewählten Einſpruch zu
erheben und zu klagen. Vertreter der Reklamanten war
Rechtsanwalt Dr. Fulda, Vertreter des Bürgermeiſters
Rechtsanwalt Neuſchäffer. Der Verwaltungsgerichts=
hof
erkannte auf Verwerfung der Reviſion
gegen die Entſcheidung des Provinzialausſchuſſes bei
anderweitiger Koſtenfeſtſetzung der Berufungsinſtanz.
g. Provinzialausſchuß. Der Karl Leonhard Hüb=
ner
II. zu Erbach hatte bei Errichtung einer Scheuer
um Befreiung davon nachgeſucht, daß die Scheuer in einer
beſtimmten Entfernung von anderen Gebäuden errichtet
werden muß. Dieſe Genehmigung wurde ihm erteilt,
gleichzeitig aber aufgegeben, die Giebelſeite der alten
Scheuer mit feuerſicherem Material auszumauern. Die=
ſer
Auflage kam Hübner nicht nach, weshalb ihm am
11. September 1911 durch Polizeibefehl die Ausmauerung
auferlegt wurde. Wiederholt wurde er nun von der Aus=
führung
ſuspendiert und ſuchte jetzt durch Klage den Po=
lizeibefehl
anzufechten. Der Provinzialausſchuuß, der be=
reits
einmal darüber verhandelt hatte, wies die Klage ab
unter Verurteilung in die Koſten des Verfahrens. Es
wurde hierauf in dem Geländeenteignungsver=
fahren
zur Eröffnung der Weiterſtädter Straße das Ur=
teil
verkündet. Es erhalten Adolf Trier 7 Mark, Dr.
Reulings Erben 7 Mark, Jakob Lutz 5 und 6 Mark für
den Quadratmeter Gelände; weiter die Erben des Franz
Fehrer 5 Mark, Witwe Meſſer=Pfungſtadt und E. Nathan
Söhne=Frankfurt je 3,50 Mark, die Eheleute Reinhardt
und Weingärtner, ſowie Ranis Erben je 2 Mark für den
Quadratmeter. Der Antrag auf Enteignung iſt innerhalb
8 Wochen zu ſtellen.
g. Strafkammer I. Der 41jährige Taglöhner Georg
Altendorf von Pfungſtadt, der ſich geſtern wegen Dieb=
ſtahls
und eines Verbrechens nach § 175 des Strafgeſetz=
buches
vor der Strafkammer zu verantworten hatte, wurde
nur wegen Sachbeſchädigung zu 2 Monaten Gefäng=
nis
verurteilt. Er hatte ſich Hühner angeeignet und es
war nicht als erwieſen erachtet worden, daß er die Hüh=
ner
behalten wollte. Der 35jährige Pferdehändler
Adam Benz I. von Viernheim hatte im Auguſt vorigen
Jahres einen Wechſel über 95 Mark mit einer falſchen
Unterſchrift verſehen und in den Verkehr gebracht. Wie
er angibt, war er an dem Tage ſo betrunken, daß er ſich
der Folgen dieſes angeblichen Ulkes nicht bewußt war.
Die Strafkammer verurteilte ihn zu 3 Tagen Ge=
fängnis
.
Vom Hoftheater. In der heutigen Vorſtellung von
Richard Wagners Lohengrin, die im C=Abonnement
ſtattfindet und um 6½ Uhr beginnt ſingt Charlotte
Uhr vom Frankfurter Opernhaus die Elſa‟. Die herr=
liche
Stimme und das anmutige Spiel der jungen Künſt=
lerin
, die zurzeit wohl das beliebteſte weibliche Mitglied
unſerer Nachbarbühne iſt, ſtehen von unſeren Maifeſt=
ſpielen
her, bei denen Fräulein Uhr das Evchen in den
Meiſterſingern übernahm, noch in glänzender Erinne=
rung
. Auch die Titelrolle des Werkes weiſt eine Neu=
beſetzung
auf, indem Auguſt Globerger erſtmalig
den Lohengrin ſingt, mit dem er kürzlich bei einem
Enſemblegaſtſpiel in Gießen einen beſonderen Erfolg
hatte. Der Dienstag und der Donnerstag dieſer Woche
bringen das mit Spannung erwartete Gaſtſpiel des großen
Wiener Charakterdarſtellers Albert Heine als Shylok
im Kaufmann von Venedig und als König Philipp in
Don Carlos Beide Vorſtellungen finden im Abonne=
ment
bei gewöhnlichen Preiſen ſtatt, doch ſei nochmals
ausdrücklich darauf hingewieſen, daß zum Zwecke einer
gleichmäßigen Verteilung der Ehrengaſtſpiele an die vier
Abonnementsſerien die Dienstags=Vorſtellung dem
Abonnement B zufällt. Das Abonnement A erhält dafür
ausnahmsweiſe die Mittwochs=Vorſtellung, die zum erſten
Male in dieſer Spielzeit Mozarts Zauberflöte in neuer
Beſetzung mehrerer Hauptrollen bringt.
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft. Die Einnah=
men
im Monat Januar 1914 betrugen: 1. Perſonenverkehr
641 284 Mark (Januar 1913 599951 Mark), 2. Güterverkehr
73 222 Mark (76524 Mark), 3. Nebeneinnahmen 7019 Mark
(6935 Mark), 4. Geſamteinnahmen 721525 Mark (683 410
Mark).
Aufnahmeprüfungen im Volksſchullehrerinnenſemi=
nar
zu Darmſtadt. Für die, die beabſichtigen, in das be=
ſtehende
Seminar für Volksſchullehrerinnen zu Darmſtadt
einzutreten, iſt es von Wichtigkeit, zu erfahren, daß die
Aufnahmeprüfungen ſchon vor den Oſterferian, am
2. April, ihren Anfang nehmen. Im Unterſchied von dem
Lehrerinnenſeminar der Viktoriaſchule werden für die
unterſte Klaſſe keine Kenntniſſe in fremden Sprachen, ſon=
dern
nur gediegene Volksſchulkenntniſſe verlangt, und es
wird kein Schulgeld erhoben. Die Anmeldungen ſind
vorher an die Direktion zu richten nach vorheriger Unter=
ſuchung
der Schülerin durch den Kreisarzt. Entgegen
den Bedenken derer, die von dem Lehrerinnenberuf mei=
nen
abraten zu müſſen, ſei darauf aufmerkſam gemacht,
daß gegenwärtig die Unterklaſſen aller Seminarien ſchwä=
cher
beſucht ſind. So iſt zu erwarten, daß das Mehran=
gebot
von Lehrkräſten, durch das in den letzten Jahren
die ſofortige Verwendung der Lehrerinnen zum Teil nicht
möglich war, allmählich wieder zurückgehen wird, und
die Ausſichten für die Lehrerinnen wieder ſo gut werden,
wie ſie bisher geweſen ſind. Auch ſei bemerkt, daß die
Abiturientinnen des Jahrganges 1913 ſchon faſt alle Ver=
wendung
gefunden haben.
C Der Heſſiſche Landesverein zur Erforſchung und
Bekämpfung der Krebskrankheit hielt ſeine Mitglieder=
verſammlung
geſtern nachmittag 3 Uhr in Darmſtadt,
Sitzungsſaal der Landesverſicherungsanſtalt, Wilhelmi=
nenſtraße
, ab. Der Bericht über die ſeitherige Tätigkeit
wurde entgegengenommen und genehmigt. Auch die Er=
gänzung
der Satzung fand Annahme nach den Vorſchlägen
des Vorſtandes.. Ebenſo der Voranſchlag.
* Im Silberkranze. Das Feſt der ſilbernen Hochzeit
begehen am Montag, den 16. Februar, Lambert Geleé,

Hutmachermeiſter, und deſſen Ehefrau Dorothea geborene
Puder.
* Die Kreisgruppe Darmſtadt des Deutſchen Flotten=
vereins
(11 Ortsgruppen und 6 kleine Stellen) zählte Ende
Dezember 1913 1601 Einzelmitglieder (gegen 1394 im Vor=
jahre
), wozu als körperſchaftliche Mitglieder noch 7 Ver=
eine
mit 1418 Mitgliedern kommen. Im Jahre 1913 be=
trugen
die Einnahmen 4155 Mark, die Ausgaben (einſchl.
der Ablieferungen an den Landesverband) 4116 Mark. Die
laufenden Geſchäfte wurden in 5 Vorſtandsſitzungen er=
ledigt
. Die Hauptverſammlung der Kreisgruppe fand am
3. Mai in Pfungſtadt, die glänzend verlaufene Hauptver=
ſammlung
des Landesverbands am 24. Auguſt in Schotten
ſtatt. Im abgelaufenen Jahre veranſtaltete die Kreis=
ruppe
6 Vortragsabende, und zwar in Darmſtadt, Pfung=
ſtadt
. Roßdorf, Ober=Ramſtadt, Elberſtadt und Arheilgen.
Durch Verleihung des Ehrenwartdiploms nebſt Abzeichen
wurden ausgezeichnet die Herren Admiral Weſtphal,
Prof. Dr. Bauc, Kaufmann Kramer= und Kaufmann Jähr=
ling
=Nieder=Ramſtadt. An Unterſtützungen wurden aus
dem Chinafonds 100 Mark ausgezahlt.
* Der Landesverband der heſſiſchen Hausbeſitzer= Ver=
eine
hielt, wie man uns ſchreibt, in Gießen ſeine zweite
diesjährige Vorſtandsſitzung ab, zu der alle angeſchloſſe=
nen
Vereine ihre Vertreter entſandt hatten. Der Vor=
ſtand
des Vereins Gießen war faſt vollzählig vertreten:
Der Vorſitzende, Herr Grünwald=Mainz, eröffnete
um ½11 Uhr die Verhandlungen. Die einzelnen Punkte
der reichhaltigen Tagesordnung wurden aufs eingehendſte
beraten und, ſoweit einzelne Fragen ſpruchreif waren,
wurden entſprechende Beſchlüſſe gefaßt. So wurde u. a
der Beitritt des Verbandes zum Zentralverband der
Haus= und Grundbeſitzer=Vereine Deutſchlands mit über
300000 Mitgliedern vollzogen. Als Sachverſtändiger des
Verbandes, der zu den Verhandlungen über die Mißſtände
auf dem Gebiete des Immobilienkredits, die ſeitens des
Reichs geführt werden, zugezogen wird, wurde Herr
Grünwald=Mainz, als deſſen Stellvertreter Herr v. Heſſert=
Darmſtadt beſtimmt. Es wurde weiter verhandelt über
die Abzahlungsgeſchäfte und über die Frage der zweiten
Hyotheken. Letztere kann als das Schmerzenskind der
Hausbeſitzer=Vereine bezeichnet werden. Es wurde den
einzelnen Vereinen empfohlen, die Frage unter Mitwir=
kung
der einzelnen Gemeinden zur Löſung zu bringen.
eber den Ausbau der Organiſation der Hausbeſitzer in
Heſſen referierte Offenbach. Danach gehören den dem
Verband angeſchloſſenen Vereinen rund 7000 Mit=
glieder
an. Die einzelnen Vereine und der Verband täten
hr Beſtes. Ihre Tätigkeit könne ſich aber nur ſoweit er=
ſtrecken
, als die vorhandenen Mittel ausreichten. Es
vurde verſchiedentlich hervorgehoben, daß die Mehrzahl
der heſſiſchen Hausbeſitzer an Opferwilligkeit weit hinter
denen anderer Staaten zurückſtehe. Man zahle lieber
20 Mark Steuern mehr, als 5 Mark Beitrag zu ſeiner Or=
ganiſation
. Gegen dieſe Gleichgültigkeit muß angekämpft
werden. Selbſt in die kleinſte Stadt Heſſens ſoll die Or=
ganiſation
der Hausbeſitzer eingeführt werden. Der ge=
waltigen
, durch die Hausbeſitzer von ganz Deutſchland
gehenden Bewegung, können Regierung und Gemeinden
ſich auf die Dauer nicht wiederſetzen.
* Die Darmſtädter Volksbank hält ihre ordentliche
Generalverſammlung am Mittwoch, den 4. März, abends
8¼ Uhr, im Reſtaurant Fürſtenſaal ab. Die Verwal=
ungsorgane
haben in ihrer Sitzung beſchloſſen, wieder
eine Dividende von 6 Prozent zu verteilen, ſo=
wie
reichliche Abſchreibungen und Rückſtellungen zu ma=
chen
. Der Reingewinn beträgt 179001,87 Mark.
* Konzert Foerſtel abermals verſchoben. Wie uns
die Konzertagentur Gg. Thies Nachf. mitteilt, hat die
Kammerſängerin Foerſtel ihr Konzert wegen erneuter Er=
krankung
abermals telegraphiſch abgeſagt. Das Kon=
ert
ſoll nunmehr anfangs April ſtattfinden. Die
gelöſten Karten behalten ihre Gültigkeit.
* Konzert zum Beſten der Penſions= und Sterbekaſſen
Deutſcher Chorſänger. Man ſchreibt uns: Die Proben zu
dieſem Konzert ſind in vollem Gange und haben erſte
Kräfte unſerer Bühne ihre freundliche Mitwirkung zuge=
ſagt
. Nach langer Zeit wird den verehrl. Beſuchern wieder
Gelegenheit geboten ſein, unſeren Opernchor im Konzert=
ſaal
zu hören. Das Gebet aus der Oper Die Stumme
von Portici wird das Programm eröffnen. Außerdem
werden Chöre von Wiltberger, C. Cromer und zuletzt
Rombergs Lied von der Glocke für Soli, gemiſchten Chor
und Orcheſter zur Aufführung gelangen.
* Harmloſe. Wie mitgeteilt, findet die große Herren=
und Damenſitzung der Geſellſchaft Harmloſe heute abend
6 Uhr 11 Minuten im pompös geſchmückten Kaiſerſaal
unter dem Vorſitz des Herrn Julius Simon ſtatt. Darm=
ſtädter
Dialekt, Humor und Witz iſt den Harmloſen eigen
und findet ſeit Jahren bei den Beſuchern guten Anklang,
was am beſten der ſtets überfüllte Kaiſerſaal bewies. Es
iſt daher zu empfehlen, von dem Vorverkauf zur Sitzung
reichlich Gebrauch zu machen.
* Turngeſellſchaft Darmſtadt. Der Maskenball findet
am Samstag, den 21. Februar, im Mathildenhöhſaale
ſtatt. Vorverkaufsſtellen und Eintrittspreiſe ſind aus den
Anzeigen und Plakaten erſichtlich. Da der Ball erfah=
rungsgemäß
ſtets ſehr ſtark beſucht wird, empfiehlt es ſich,
die Karten baldigſt zu beſorgen. Eventuelle Neuanmeldun=
gen
bis zum 21. Februar berechtigen zum Eintrittspreis
für Mitglieder.
* Hotel Heß. Auch in dieſem Jahre werden die
Veranſtaltungen im Hotel Heß den Clou der diesjährigen
Karnevalſaiſon bilden. Es iſt rühmlichſt be=
kannt
, daß ſeit Beſtehen des Hauſes die karnevaliſtiſchen
Konzerte, Redouten, Bälle uſw. an führender Stelle ſtehen,
So ſind auch für dieſes Jahr Vorbereitungen arößten
Stils im Gange. Der heutige Sonntag wird eine Vor=
ſeier
der Karnevalfeſte ſein. Wie wir hören, wird die
Hauskapelle verſtärkt und ein anderer Teil wird in den
oberen Sälen zum Tanz aufſpielen. Es wird ein vol=
les
Haus geben, da der Eintritt im Bürgerkeller, in den
Parterre=Reſtaurationsräumlichkeiten und zu den Feſt=
ſälen
frei für jedermann iſt.
* Konzerte uſw. Schützenhof. Wie an allen
Sonntagen, findet auch am Sonntag, den 15. ds. Mts.,
ein karnevaliſtiſches Konzert in den Kellerräumen bei
freiem Eintritt ſtatt. Die Konzerte werden von einer
Abteilung des Feld=Artillerie=Regiments Nr. 61 ( Ober=
muſikmeiſter
Weber) ausgeführt und erfreuen ſich ſtets
eines ſehr guten Beſuches. (Näheres Anzeige.)
* Erwiſchter Einbrecher. In Frankfurt a. M. wurde
ein Individuum namens Emil Weber aus Bamberg we=
gen
in Frankfurt a. M. verübter Einbruchsdiebſtähle feſt=
genommen
. Bei ſeiner Feſtnahme hatte er Gegenſtände
im Beſitze, welche von den bei hieſigen Wirten in den
letzten Tagen verübten Einbruchsdiebſtählen herrühren.
Der Spitzbube ſoll die hier begangenen Einbruchsdieb=
ſtähle
zugeſtanden haben.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Ex=
pedition
(Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu aus=
geſtellt
: Porträts vom Tage. Zum 25jährigen Beſtehen
der Schutztruppe in Deutſch=Oſtafrika: Gruppe von Offi=

zieren und Mannſchaften der erſten Mißmanntruppe 1888
Erinnerungsfeiern an die Kämpfe von 1864 in Schles=
wig
. Von der großen Bauern=Demonſtration in Stock
holm: Der König beantwortet die Anſprache des Bauern=
führers
.

Verkehrsweſen in der Provinz Starkenburg.

O Auf Anregung des Herrn Provinzialdirektors Fey
hat der Provinzialausſchuß und Provinzialtag beſchloſſen
daß von der Provinzialverwaltung für die Folge den
Verkehrsverhältniſſen der Provinz, die für die wirtſchaft=
liche
Entwickelung der Provinz zweifelsohne von größter
Bedeutung ſind ein beſonderes Augenmerk zugewendet
werden ſoll. Bis jetzt iſt die Tätigkeit von Verlehrsver=
einen
auf dieſem Gebiete häufig hervorgetreten und dieſe
hat auch anerkennenswerte Erfolge aufzuweiſen; man wan
aber der Anſicht, daß die Vertretung der Provinz bei den
jenigen Verkehrsfragen, welche über die Bezirke der Kreiſe
und Städte hinausgehen oder deren Löſung innerhaly
dieſer Bezirke auf Schwierigkeiten ſtößt, eintreten ſolle
Die Provinz ſolle ſolchen Verkehrsfragen daher ebenfalle
nähertreten und bei Beſeitigung von Schwierigkeiten, ſot
wie bei Förderung ſchwebender Verkehrsangelegenheiten
insbeſondere auch den Eiſenbahnbehörden gegenüber, mitt
wirken. Es ſei bei den Anforderungen des modernen
Verkehrs nicht mehr genügend, daß die Provinz aufden
Landſtraßenverkehr und deren Förderung ſich beſchränke
es ſollte vielmehr auch der Eiſenbahnveckehr und de
Verkehr auf den Waſſerſtraßen von ihr in Betracht gezogen
werden. Die von dem Provinzialtage zu dieſem Zweck
gebildete Kommiſſion hat vor kurzem im Sitzungszimmen
des Provinzialausſchuſſes unter dem Vorſitze des Hern
Provinzialdtcektors Fey getagt. Vertreten warendi
Herren Vorſitzenden der Handelskammern Darmſtadt und
Offenbach, Vertreter der Landwirtſchaft, des Handwers
der Gewerbe, des Verbands der Verkehrsvereine, ſoni
die Herren Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing=Darm
ſtadt, Dr. Dullo=Offenbach, ſowie von dem Provinziaſ
ausſchuß die Herren Bürgermeiſter Regierungsrat
Löslein=Bensheim und Bürgermeiſter Nuß=Gerns
heim. Man war allgemein der Anſicht, daß die Abſich=
der
Provinzialverwaltung eine im allgemeinen Intereſſe
ſehr zu begrüßende ſei, und daß man beſondere Hofft
nungen auf ihre unterſtützende und fördernde Tätigke
ſetzen dürfe. Nach eingehenden Verhandlungen kam ma
dahin übereſn, daß die Provinz nur mit den größerem
umfaſſenden und wichtigſten Verkehrsfragen, wase
Eiſenbahnverkehr und den Verkehr auf den Waſſerſtraßen
(Rhein, Main, Neckac) anlange, ſich befaſſen ſolle,ß
ber die Vertretung von Wünſchen für den Lokalverkehn
wie ſeither den lokalen Behörden und Vereinen derReg
nach überlaſſen werden ſolle. Aus Kreiſen des Hande
der Landwirtſchaft, des Gewerbes, von ſeiten des=
bandes
der Verkehrsvereine, der Lokal= und Bezirks=
waltung
ſoll der Provinzialverwaltung das einſchlägigen
Material unterbreitet werden.

Lehrſtellen= und Lehrlingsvermittlung.

I Die erſte Vakanzonliſte für das Gebiet der Proi
Starkenburg iſt erſchienen. Sie zeigt ein großes Uehm
angebot an Lehrlingen. In den männlichen Berlſel
ſtehen 821 Lehrſtellengeſuchen nur 225 offene Stelll
gegenüber, in den weiblichen Berufen ſind 173 Lehr
und keine offenen Stellen gemeldet. Der Handwerkerſta
läßt es alſo noch an ſeiner Unterſtützung in gewünſchtem
Maße fehlen. Bei der Bedeutung, die die Lehrlingsver:
mittlung für das Gewerbe hat, wäre es ſehr zu wünſchen
wenn ſich mehr Meiſter zur Ausbildung junger Leute be=h
reit finden und ihre Stellen bei den Arbeitsnachweiſen in
der Provinz (Bensheim, Darmſtadt, Dieburg, Gernsheimn
Langen, Offenbach) anmelden würden. Die Inanſpruche
nahme der Arbeitsnachweiſe iſt völlig koſtenlos. Ein ne
enswertes Ueberangebot offener Stellen iſt bishec nur
zu verzeichnen im Bäckergewerbe (Kreis Darmſtadt), in
Gürtlergewerbe (Stadt Offenbach) und im Gewerbe der
Maler, Weißbinder und Lackierer (Kreis Darmſtadt).
allen übrigen Branchen überwiegen die Lehrlingsmeldun=s
gen. Ganz beſſonders iſt dies der Fall im Schloſſergewerba
(264 Lehrlinge, 1 offene Stelle), im elektrotechniſchen
(49 Lehrlinge, 0 offene Stellen). Kaufmann wollens
Schüler werden, es ſind aber in dieſem Beruf nur
offene Stellen gemeldet.
Eltern und Vormünder können die Vakanzenliſte,e
über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in dem
einzelnen Berufszweigen genaue Auskunft gibt, indem
Bureaus der genannten Arbeitsnachweiſe und auf dem
Großh. Bürgermeiſtereien einſehen. Zur unentgeltliche
Erteilung von Rat und Auskunft ſind die Arbeitsnachwee
gerne bereit. An die Herren Handwerksmeiſter ergeht
dringende Bitte, noch Lehrſtellen, und zwar möglichſt.bal
anzumelden. Die gewerblichen Korpocationen können biell
zu einer Beſſerung des Verhältniſſes zwiſchen Angeboſt
und Nachfrage beitragen, wenn ſie auf ihre Mitgliedel
in dieſem Sinne einwirken.
Da die Arbeitsnaſchweiſe genaues Material über jedem
an Oſtern zur Entlaſſung kommenden Schüler beſitzen, ſidg
ſie die geeignetſten Stellen für die Einholung zuverläſſigen
Auskünfte über die Bewerber und Bewerberinnen i
Lehrſtellen.

Schulſtatiſtik.

C. Aus dem ſoeben erſchienenen 4. Heft des 63. Bands
der Beiträge zur Statiſtik des Großherzogtums Heſſen,hels
ausgegeben von der Großh. Heſſiſchen Zentralſtelle fürd
Landesſtatiſtik das Die Entwicklung der Schulſtallſtikk
im Großherzogtum Heſſen von Regierungsrat L. Knöpfell
enthält, ſei folgendes mitgeteilt. Eine der Hauptklagen
der Volksſchullehrer war von jeher die, daß die Zahl
Schulkinder, die ſie in den einzelnen Klaſſen zu untels
richten hatten, viel zu groß ſei. In früheren Jahren ſie
den wir in der Tat auch in unſerem Lande ungewöhn
lich hohe Ziffern. Die Knöpfelſchen Veröffentlichungen
die für die Periode 18351847 erſtmalige ſind, beſtätigen
denn auch dieſe Tatſache in vollem Umfange. Im Jahl
1835 entfielen im Großherzogtum durchſchnittlich 88 Schuls
kinder auf eine Lehrerſtelle, und zwar 94 in Rheinheſſen
91 in Starkenburg und 81 in Oberheſſen. Bis zum Jahn
1839 geht die Durchſchnittszahl für das ganze Land damm
auf 86 zurück, um im Jahr 1847 wieder auf 87 zu ſteigelle
Noch im Jahr 1880, alſo 6 Jahre nach Erlaß des neueſ
Volksſchulgeſetzes, beträgt ſie 75, um dann aber bis zum
Jahr 1913 ſtändig zu fallen. In letzterem Jahr betrug
noch 53.
Was ſpeziell den Kreis Darmſtadt betrifft auche
handelt es ſich um eine erſtmalige Veröffentlichung
zählte derſelbe im Jahr 1841 im ganzen 29 Volksſchulen
worunter 3 katholiſche und 1 iſraelitiſche mit zuſamme
2594 Schulkindern. 6 Jahre ſpäter war die Zahl
katholiſchen und iſraelitiſchen Schulen die gleiche

[ ][  ][ ]

Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Seite 5.

wlieben, während ſich die evangeliſchen um 9 vermehrt
watten. Dagegen gab es nur 62 Schulkinder im ganzen
mehr. Die Stadt Darmſtadt hatte im Jahr 1835
mit Beſſungen bei einer Einwohnerzahl von rund 25000
ur 23 Lehrkräfte in ihren Volksſchulen, die 2185 Kinder
ru unterrichten hatten, ſo daß nicht weniger als 95 Schul=
känder
auf eine Lehrkraft entfielen. Allmählich beſſerte
ſech auch hier das Mißverhältnis und im Jahr 1913 zählte
man bei einer Bevölkerung von 89100 nicht weniger als
380 Volksſchullehrer und 72 Lehrerinnen, die 9776 Kinder
unterrichten hatten, ſo daß auf eine Lehrkraft nur noch
Schulkinder entfallen.

Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 14. Februar 1914.

äutter, ½ kg1,201,25 M.
in Part., ½ kg1,35-1,40 M.
Sier, Stück . . 1012 Pf.
Schmierkäſe, ½ Lit. 20 Pf.
koandkäſe, Stück 410 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,50-3,00 M.
Kumpf (10 Liter)5055 Pf.
kg
4 Pf.
Mäuschen,½ kg1214 Pf
Obſt u. dergl.:
Wepfel, ½ kg . 1225 Pf.
Kitronen, Stück 45 Pf.
Apfelſinen, Stück 68 Pf
Hirnen, ½ kg .0000 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Hopfſalat, Stück 1516 Pf.
Endivien, ½ kg 612 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 00 Pf.
Fsettiche, Stück . . 5Pf.
Ukeerrettich, Stück 1025 Pf.
Poterüben, ½ kg . 10 Pf.
Swiebeln ½½ kg 1618 Pf
=maten, ½ kg 5055 Pf.
Eppinat, ½ kg . 3540 Pf.
Lreißkraut, Stück 830 Pf.
Rotkraut, Stück 1030 Pf.
Br umenkohl, Stück 2060 Pf.
U irſing, Stück . 520 Pf.
rünkohl, Stück 56 Pf
Roſenkohl, ½ kg 3035 Pf
Hlelberüben, ½ kg 56 Pf.
Schwarzwurz, ½ kg 25-30 Pf
leißerüben, Stück . 3 Pf.

Kohlrabi, Stück 1015 Pf.
Topfſchnittlauch, Stück25 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . . . 90 Pf.
Enten, Stück 3,004,00 M
Hahnen, Stück 2,503,50 M.
Hühner, Stück 2,503,00 M.
Tauben, Stück
. 70 Pf
Haſen, Stück 3,004,00 M.
Lapins, Stück 1,001,10 M.
34 M
Zicklein
Fiſche:
Hecht, ½ kg . 0,901 M
Aal, ½ kg
1. M.
Karpfen, ½ kg
70 Pf.
Andere Rheinfiſche,
. 3560 Pf.
kg.
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf
Schollen, ½ kg . . 50 Pf
Kabeljau ½ kg . 3035 Pf.
Schellfiſche ½ kg 3035 Pf.
kg 25 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg 66 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 70 Pf
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 80 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
. 86 Pf.
½ kg
Schwartemagen u. Fleiſch=
wurſt
, ½ kg . . 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
70 Pf.
½ kg
Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf.

* Arheilgen, 13. Febr. (Goldene Hochzeit.)
mr 18. Februar feiern Herr Bürgermeiſter Benz und
nau die Goldene Hochzeit.
* Mainz, 14. Febr. (Die Entſcheidung des
neisausſchuſſes in der Mainzer Stadt=
erordnetenwahl
=Angelegenheit) ging geſtern
eir Beteiligten zu. Aus der Begründung ſei folgendes
iedergegeben: Die Reklamanten ſtützen nach ihren Aus=
nrungen
in der mündlichen Verhandlung ihre Einwen=
junngen
auf die Nichtöffentlichkeit eines Teiles der Wahl
ne auf nicht ordnungsmäßige Beſetzung der Wahltiſche
ſſuoch den Wahlvorſtand. Was die angebliche Wahl auf
lochen Namen anlangt, ſo iſt nur erwieſen, daß an drei
Pahltiſchen je eine Perſon kam, ihren Namen, Beruf und
lter angab, daß ſich dieſer Name auch in der Liſte rich=
ge
vorfand, daß er jedoch ſchon angehakt war. Deshalb
urde den Betreffenden erklärt, auf ihren Namen ſei ſchon
ewählt, ſie könnten nicht mehr wählen. Ob tatſächlich
e- eine Wahl durch dritte Perſonen auf falſchen Namen
artgefunden hat, läßt der Kreisausſchuß dahingeſtellt.
lach Artikel 54 St.=O. iſt die Wahl öffentlich. Der Kreis=
uſchuß
iſt der Anſicht, daß die hier in Frage kommende
zaihl dieſem Erfordernis genügt. Daß die Wahl in der
tadthalle am erſten Tage öffentlich war, iſt zweifellos
in unbeſtritten. Da am erſten Tage das Zählgeſchäft
emds nicht beendet wurde, ſtellte die Bürgermeiſterei für
n folgenden Tag die Turnhallen des Karmeliterkloſters
r Fortſetzung des Zählgeſchäfts zur Verfügung, da die
tadthalle an dieſem Tage anderweitig benötigt wurde.
ine öffentliche Bekanntgabe dieſer Verlegung erfolgte
ſcht, jedoch waren, wie feſtgeſtellt wurde, während der
unzen Dauer des Zählgeſchäftes die Türen zu den be=
efpenden
Räumen des Karmeliterkloſters offen, ſo daß
der, der zu dem Zählgeſchäft wollte, ohne weiteres hinein=
flangen
konnte. Zweifellos iſt an einer Reihe von
ſchen der Wahlvorſtand am zweiten Tage längere oder
rnere Zeit mit weniger als drei Mitgliedern beſetzt ge=
an
. Als erheblich ſind nach der Anſicht des Kreisaus=
luiſſes
dieſe Verſtöße formaler Natur dann anzuſehen,
un ſie geeignet ſind, das öffentliche Rechtsbewußtſein
di das Vertrauen in die Richtigkeit des Wahlreſultats
erſchüttern und weiter, wenn infolge dieſer Verſtöße
wobjektiv die Richtigkeit des Wahlreſultats nicht mehr
ſtellen läßt. Die Vertreter der bürgerlichen Parteien
id geſtern abend noch zu einer Beratung zuſammenge=
ttan
und haben beſchloſſen, die Angelegenheit weiter zu
fülgen und Einſpruch beim Provinzialaus=
ß
zu erheben. Dem Vernehmen nach wird das
Samt es auch nicht bei der Entſcheidung des Kreis=
ſcchuſſes
bewenden laſſen und gleichfalls Rekurs er=
ſten
.
Mainz, 14. Febr. (Weitere Verurteilung
Winklers.) Die hieſige Strafkammer verurteilte
den Rechtsanwalt Dr. Winkler aus Oppen=
wegen
Herausforderung zum Zwei=
Um pf zu 14 Tagen Feſtungshaft und den Koſten
i Verfahrens. Es handelt ſich um die Herausforderung
Juſtizrats Grünewald in Gießen. Dr. Winkler hatte
lch ſeinen Kartellträger den Juſtizrat Grünewald zu
ſſtenn Säbelduell herausgefordert.
Mainz, 13. Febr. (Eine Vereinigung ehe=
liger
115er (Leibgardiſten) für Mainz
Umgegend.) In Mainz haben ſich nun auch
Wge ehemalige Angehörige des 115er Leibgarde=Infan=
Ae=Regiments vereinigt, um eine Vereinigung unter
oobigen Namenszuge ins Leben zu rufen. Die Her=
Böning, W. Neumann, Flörſch und Schil=
, haben bereits mit den nötigen Vorarbeiten begon=
und erhalten demnächſt alle in Mainz und Umgegend
rhaften ehemaligen Leibgardiſten zu einer Beſprechung
Wladung. Bereits für den 11. März d. J. iſt eine Grün=
Angsfeier geplant, die Veranlaſſung geben ſoll, alle
n Kameraden zuſammen zu vereinen.
*2) Bleichenbach, 13. Febr. (Ein ſchweres Un=
ds
) ſtieß dem Landwirt Hildebrand zu, der beim
Mputzen ſeiner Obſtbäume von einem hohen Apfelbaum
e und ſich den Oberſchenkel zerſchmetterte,

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 13. Febr. Nach der Feſt=
ordnung
für den Stapellauf des Großkampfſchif=
fes
Erſatz Brandenburg, der am 21. Februar
auf der Germania=Werft in Gaarden zu erfolgen hat, wer=
den
der Kronprinz und die Kronprinzeſſin
am 20. Februar abends Berlin verlaſſen, um am 21. mor=
gens
8 Uhr in Kiel einzutreffen. Der Kronprinz wird
die Taufrede halten, während die Kronprinzeſſin ſelbſt
den Taufakt vollziehen wird. Durch das 50jährige
Dienſtjubilaum des Leibkutſchers Hacker, welches
dieſer am Montag, den 16. Februar d. J., begeht, wird
die Erinnerung an die Attentate auf Kaiſer Wilhelm I.
wachgerufen. In beiden Fällen hat Hacker Kaiſer Wil=
helm
I. gefahren; beide Male hieb H., als die Schüſſe
der Attentäter fielen, auf die Pferde ein und verhinderte
dadurch wohl größeres Unheil. Der Kaiſer hielt mit ſeine
Anerkennung des Verhaltens Hackers auch nicht zurück und
beſchenkte ihn reichlich. Der Jubilar, der jetzt den Poſten
eines Aufſehers im königlichen Marſtall in Charlotten=
burg
verſieht, begeht dieſen Tag in beſter Geſundheit.
Was in der Berliner Ballſaiſon für Vergnügun=
gen
ausgegeben wird, erhellt aus der Tatſache, daß, wie Der
Confectionair mitteilt, der Baby=Ball im Admiralspalaſt
am vorigen Samstag bei etwa 3000 Beſuchern eine Ein=
nahme
aus den Eintrittsgeldern von 20000 Mark und
einen Umſatz an Speiſen und Getränken von etwa 26000
Mark erzielte. Dieſe Zahlen werden noch übertroffen
von dem Tango=Tanzturnier mit einer Beſucherzahl von
etwa 4000 Perſonen mit annähernd 30000 Mark Einnah=
men
und etwa 35000 Mark Erlös für Speiſen und Ge=
tränke
. Die großen Berliner Bälle bringen meiſt einen
ſehr anſehnlichen Ueberſchuß. So konnte der Verein Ber=
liner
Preſſe vom Preſſe=Ball gegen 45000 Mark ſeiner
Unterſtützungskaſſe zuführen, das Deutſche Opernhaus von
dem Ball ſeiner Penſionskaſſe 13500 Mark.
Erkner, 14. Febr. (Ertrunken.) Auf der Locknitz
brachen geſtern zwei ſechs Jahre alte Knaben aus
Fangſchleuſe im Eiſe ein und ertranken.
Frankfurt, 14. Febr. (Ankauf des Albert Schu=
mann
=Theaters.) Ein franzöſiſches Kon=
ſortium
ſteht mit der Aktiengeſellſchaft für Zirkus= und
Theaterbau in Berlin in Unterhandlung wegen Ankaufs
des Albert Schumann=Theaters. Das Konſor=
tium
will den Zirkus ausbauen und an Direktor Albert
Schumann weiter verpachten. Zu dem Schumannſchen
Etabliſſement gehört noch ein großes, unbebautes Areal,
deſſen Bebauung die Finanzgruppe vor allem bezweckt.
Sie beabſichtigt, ein großes Reſtaurant im Stile des Ber=
liner
Rheingold und ein Vergnügungsetabliſſement nach
dem Muſter des Palais de danſe zu errichten. Der Zir=
kus
führt den Namen Albert Schumann=Theater, weil mit
der Arena ein Theater verbunden iſt. Kommiſſionsrat
Schumann hat dieſes Haus als Geſellſchaft für Zirkus=
und Theaterbau gemeinſam mit ſeinen beiden Schwägern
ins Leben gerufen. Das in Frage kommende Objekt ſtellt
einen Wert von über fünf Millionen Mark dar.
Hanau, 14. Febr. (Unterſchleife.) Bei dem
Vorſchuß= und Kreditverein zu Hungen in Oberheſſen iſt
unter der Geſchäftsführung des früheren Rechners Schmidt
ein Defizit von 87000 Mark entſtanden. Durch Hypothek=
eintrag
auf den Beſitz des Genannten ſind 31000 Mark
gedeckt. Zur Deckung des reſtlichen Defizits wurde die Er=
höhung
der Geſchäftsanteile der Mitglieder von 100 auf
1000 Miack beſchloſſen.
Dillenburg, 14. Febr. (Mordaus Rache.) Geſtern
abend wurde dem Direktor Schulz von der Gewerkſchaft
Conſtanze bei Langenaubach durch einen ſeiner Arbei=
ter
, einen Kroaten, in ſeinem Zimmer mit einer Axt die
Schädeldecke zertrümmert. Das Motiv der Tat iſt Rache
wegen Entlaſſung. Der Zuſtand des Direktors iſt hoff=
nungslos
.
Stuttgart, 13. Febr. (Der irrſinnige Maſſen=
mörder
Wagner.) Profeſſor Dr. Gaupp an der
Univerſität Tübingen, dem der Maſſenmörder Wagner aus
Degerloch zur Beobachtung ſeines Geiſteszuſtandes über=
wieſen
worden war, gibt nunmehr einen Auszug aus
ſeinem Gutachten bekannt, in dem es u. a. heißt: Wagner
iſt ſeit 1901 geiſteskrank. Von dieſer Geiſteskrankheit hatte
vor den Mordtaten niemand die geringſte Ahnung. Das
Wenige, was von Wagners Schriften ſchon vor den Mord=
taten
bekannt geworden war, enthält nichts, was auf ſeine
geiſtige Erkrankung hätte hinweiſen können. Die Schrif=
ten
mit auffälligem Inhalt ſandte er erſt nach der Tötung
ſeiner Familie und unmittelbar vor der Brandlegung in
Mühlhauſen an einige Perſonen. Als dieſe in deren Hände
kamen, waren ſämtliche Gewalttaten Wagners ſchon ge=
ſchehen
. Es lag alſo außer dem Bereich jeder Möglich=
keit
, Wagner vor dem Vollbringen ſeiner Tat unſchädlich
zu machen. Würden mir Wagners Schriften vor einem
halben Jahr vorgelegt worden ſein, ſo hätte ich der Be=
hörde
umgehend mitgeteilt, daß zweifellos von dieſem
geiſteskranken Manne ſchwere Gewalttaten zu befürchten
ſind. Wagner wird, da er unheilbar krank iſt, die Irren=
anſtalt
nie wieder verlaſſen. Außerdem darf
zur Beruhigung der Bevölkerung darauf hingewieſen wer=
den
, daß der Kranke infolge des Verluſtes ſeines linken Un=
terarmes
und der völligen Lähmung von drei Fingern
ſeiner rechten Hand ein faſt wehrloſer Mann ge=
worden
iſt.
Mülhauſen i. E., 14. Febr. (Raubmord.) Der
frühere Gaſtwirt Grundner aus Dornach, Dirigent des
Muſikvereins von Diedenheim, iſt heute nacht auf dem
Heimwege von einem noch unbekannten Täter durch einen
Revolverſchuß in die linke Bruſtſeite getötet worden. Es
liegt anſcheinend Raubmord vor. Der Ermordete ſteht
im Alter von 45 Jahren.
Leipzig, 14. Febr. (Intereſſanter Fund.) Der
Bibliothekar Dr. Kroker entdeckte in der Stadtbibliothek
unter alten Handſchriften und Akten eine Sammlung
von Handzeichnungen italieniſcher Meiſter
aus der Spätrenaiſſance und dem Barock.
Unter etwa 2700 Blättern allein ſind 135 Zeichnungen des
Meiſters Bernini und etwa zwei Quartbände pracht=
voller
Federzeichnungen von Salvator Roſa. Es iſt
intereſſant, daß die zwei Bände aus dem Beſitz der =
nigin
Chriſtine von Schweden ſtammen.
Magdeburg, 14. Febr. (Senſationeller Selbſt=
mord
.) Während der Nachmittagsſitzung in dem
Schmiergelderprozeß gegen die Firma Thurm u. Beſchke
verlas unter allgemeiner Bewegung des Auditoriums der
Vertreter der Anklage ein Kieler Telegramm, wonach der
in dem Prozeß vielgenannte Werkmeiſter der Kieler Kaiſer=
lichen
Werft Gerdes, Selbſtmord begangen habe.
Kiel, 13. Febr. (Dampferzuſammenſtoß.) Im
Kaiſer=Wilhelmkanal ſtieß heute der Dampfer Bachur
der Neptun=Geſellſchaft in Bremen mit dem Dampfer
Hildegard Burg aus Dithmarſchen zuſammen. Der
Dampfer Hildegard Burg aus Dithmarſchen wurde be=
ſchädigt
und ſank ſpäter. Zwei Mann des geſunkenen
Dampfers ſind ertrunken.

Gleiwitz, 14. Febr. (Eiſenbahnunfall.) Auf
Bahnhof Borſigwerk fuhr eine Lokomotive auf einen
rangierenden Güterzug. Ein Lokomotivführer
wurde ſchwer verletzt, ſo daß er bald darauf ſtarb. Ein
Heizer erlitt nicht unerhebliche Verletzungen. Die Ran=
gierlokomotive
ſtürzte eine Böſchung hinunter und wurde
ſchwer beſchädigt.
Görlitz, 14. Febr. (Eiſenbahnunfall.) Heute
vormittag wurden bei der Rangierbewegung eines Trieb=
wagens
zwei Bahnunterhaltungsbeamte überfahren.
Der eine, namens Fiſcher, war ſofort tot, der andere,
namens Ludwig, trug Verletzungen von nicht ſchwerer
Natur davon. Wie der Unfall geſchehen iſt, muß erſt die
eingeleitete Unterſuchung ergeben.
Helgoland, 14. Febr. (Folgen des Sturmes.)
Sämtliche Kabel nach Helgoland ſind durch den Sturm
geſtört; es iſt nur drahtloſe Verbindung möglich.
Prag. 13. Febr. (Wagners Parſifal un=
ſittlich
.) Anläßlich eines geſtern hier tagenden
euchariſtiſchen Prieſterkongreſſes hatte das
Tſchechiſche National=Theater Wagners Parſifal an=
geſetzt
. In einer Verſammlung der Biſchöfe und Prä=
laten
wurde beſchloſſen, der Einladung nicht korporativ
zu folgen, da in dem Parſifal unſittliche
Szenen vorkommen. Bei der Vorführung war nur
der niedere Klerus erſchienen, während von der hohen
Geiſtlichkeit nur der Abt von Strahow und der Biſchof
von Graz, König, anweſend waren.
Rom, 14. Febr. (Die Königin=Mutter) iſt
am 12. Februar an Influenza erkrankt. Der ärzt=
liche
Krankenbericht beſagt: Die Temperatur, die geſtern
39 Grad betrug, iſt heute früh auf den normalen Stand
zurückgegangen. Der König und die Königin haben heute
vormittag der Königin=Mutter Beſuche abgeſtattet.
Paris, 14. Febr. (Keſſelexploſion.) In einer
Waſchanſtalt in Boulogne=ſur=Mer iſt heute ein Dampf=
keſſel
explodiert. Eine Perſon wurde getötet,
ſechs verletzt.
London, 14. Febr. (Ein Motorboot zum
Schutze gegen Eis.) Der neue Dampfer der Allan
Line, Alſatia hat ſoeben ein Motorboot zum
Schutze gegen Eis erhalten, das er auf der nächſten
Ausreiſe an Bord führen wird. Es handelt ſich um eine
neue Vorkehrung für die Sicherheit der transatlantiſchen
Dampfer. Das Motorboot iſt auf der Clyde=Werft gebaut
worden und hat etwa die Größe eines Rettungsbootes.
Der Motor entwickelt 30 Pferdekräfte. Das Boot iſt aus=
gerüſtet
mit einem zerlegbaren Maſt, einer gedeckten Ka=
jüte
, einem funkentelegraphiſchen Apparat und einem Un=
terſeeſignalapparat
. Solche Fahrzeuge werden bei nebe=
ligem
Wetter ausgeſandt werden, um funkentelegraphiſch
die Lage von Eis und andere Gefahren zu melden. Sie
werden aber auch von großem Werte ſein, um Rettungs=
boote
und brennende oder ſinkende Schiffe wegzuſchleppen.
Für dieſe Zwecke führt das Boot eine Rolle und ein eine
Meile langes Drahtſeil an Heck. Die Allan Line=Dampfer
Alſatia und Calgari werden zwei ſolcher Boote und
der Cunarddampfer Aquitania vier Boote erhalten.
Zweifellos werden aber bald die meiſten transatlantiſchen
Dampfer mit ſolchen Booten ausgerüſtet werden.
London, 14. Febr. (Schiffsuntergang.) Der
Dampfer Miown iſt geſtern nacht im Aermelkanal
untergegangen. Die geſamte Mannſchaft von acht
Mann ertrank. Der Kapitän des Schiffes wurde, an
dem Hauptmaſt geklammert, in den Wogen treibend auf=
gefunden
. Er war durch den ſtundenlangen Aufenthalt
im Waſſer vollkommen erſtarrt.
Kopenhagen, 14. Febr. (Strandung eines
Dampfers.) Die große Dampffähre Storebelt die um
12,30 Uhr den hier abgehenden Jütlandexpreßzug von
Korſör über den Großen Belt führt, iſt kurz vor ihrer
Ankunft in Nyborg auf Fünen im Nebel auf Grund ge=
raten
. Etwa 200 Paſſagiere ſind in Booten an Land ge=
bracht
worden.
Bachmut (Gouv. Jekaterinoslaw), 14. Febr. ( Gru=
benkataſtrophe
.) Bei einer Kohlengasexplo=
ſion
in dem Schacht der neuruſſiſchen Geſellſchaft in
Juſowka wurden acht Arbeiter lebensgefähr=
lich
und fünf leicht verletzt.
Neu=York, 13. Febr. (Ueberfahrener Schlit=
ten
.) Ein großer, von vier Pferden gezogener Schlitten
wurde heute früh bei Kingſton im Staate Neu=Yock bei
einem Eiſenbahnübergang von einem Güterzuge überfah=
ren
. Der Schlitten wurde zertrümmert und mehrere In=
ſaſſen
getötet, viele verletzt.
Neu=York, 14. Febr. (Große Kälte.) Infolge der
herrſchenden Kälte haben die Kohlen eine unerſchwing=
liche
Preishöhe erreicht, ſo daß namentlich die arme Be=
völkerung
furchtbare Not leidet. In den Krankenhäuſern
werden hunderte von Perſonen behandelt, denen einzelne
Gliedmaßen erfroren ſind. Im Hafen liegt ſo ſtarkes Eis,
daß die Schiffahrt behindert iſt. Eisbrecher ſind Tag und
Nacht tätig um wenigſtens die Ausfahrt aus dem Hafen
nach dem offenen Meer freizuhalten. Der Long Island=
Sund iſt ſtellenweiſe völlig zugefroren.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin 14. Febr. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 10 Uhr 17 Minuten. Die
zweite Leſung des Etats für das Reichsamt des Innern
wird fortgeſetzt. Die Reſolutionen zum Aufſichtsamt für
Privatverſicherung werden gegen die Stimmen der Rech=
ten
angenommen und ſodann das Kapitel ſelber bewilligt.
Damit ſind die fortdauernden Ausgaben des ordentlichen
Etats erledigt. Es folgen die einmaligen Ausgaben.
Zum Titel Förderung einer internationalen
Bibliographie für Sozialwiſſenſchaft
begrüßt Abg. Dr. Zeitler (Zentr.) den Beſchluß der
Budgetkommiſſion, 400 Exemplare dieſer Bibliographie
für die Abgeordneten abonnieren zu wollen. Dieſes
Werk ſei außerordentlich inſtruktiv für jeden, der ſich mit
Sozialpolitik zu beſchäftigen habe. Die Abgeordneten
Ortmann (natl.) und Dove (Fortſchr. Volkspt.) ſchlie=
ßen
ſich dem Vorredner an vermiſſen aber bei dem be=
betreffenden
Werk ein Autorenverzeichnis
Zum Titel Förderung der Bekämpfung
des Typhus (150000 Mark) fordert Abg. König
(Soz.) eine intenſive Bekämpfung der Waſſerſeuche. Auch
durch die Milchverſeuchung wird die Weiterverbreitung
des Typhus gefördert. Die Schaffung eines Reichsmilch=
geſetzes
iſt nötig. Redner geht im einzelnen auf eine
Typhusepidemie im Ruhrgebiet ein, wird aber vom Prä=
ſidenten
Dr. Kaempf erſucht, nicht zu weit vom Thema
abzuſchweifen. Abg. König (Soz., fortfahrend): Die
Waſſerverſorgung jener Gegend wird der Ruhr entnom=
men
, dieſe aber wird durch die anliegenden induſtriellen
Unternehmungen verſchmutzt. Es müßte ein Reichsinſtitut
für die Waſſerverhältniſſe Weſtfalens eingerichtet werden.
Miniſterialdirektor v. Jonquiéres: Dieſer Poſten
iſt lediglich ein Beitrag für die Ausführung des Seuchen=
geſetzes
, die arundſätzlich Landesſache iſt. In die Ver=

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Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914,

hältniſſe des Ruhrreviers einzugreifen haben wir keine
Möglichkeit. Die preußiſche Regierung hat ihre Pflicht
und Schuldigkeit dort getan, und es iſt unzuläſſig, daß ſie
hier, wo ſie ſich nicht verteidigen kann, angegriffen wird.
Wir werden den Klagen nachgehen und prüfen, was an
der Sache iſt. (Bravo rechts.)
Es folgt der Titel G emeinnützige Rechts=
auskunftsſtellen
. Abg. Schiffer=Magdeburg
(natl.): Die Erhöhung dieſes Fonds um 2000 Mark iſt
nicht ausreichend. Die Auskunftsſtellen arbeiten immer
noch mit großem Defizit. Miniſterialdirektor Dr. Le=
wald
: Wir werden die Frage prüfen, ob es möglich iſt,
im nächſten Jahre dieſe Summe, die fortgeſetzt erhöht
worden iſt, weiter angemeſſen zu erhöhen. (Bravo.)
Beim Titel Beitrag des Reiches zu den
Koſten der olympiſchen Spiele in Berlin
1916, erſte Rate 46000 Mark (außeretatsmäßig ſind fün
1913 von der Regierung zur Verfügung geſtellt 14000 M.)
beantragt die Kommiſſion, dieſe Poſition zu ſtreichen, da=
gegen
beantragen die Rechte, die Nationalliberalen und
Freiſinnigen die Wiederherſtellung der Regierungsvor=
lage
. Abg. Rühle (Soz.): Würden die olympiſchen
Spiele lediglich der Körperkultur und der Geſundheits=
pflege
dienen, ſo würden wir die Summe bewilligen, ja
ſogar noch eine Erhöhung befürworten. Dieſe Summen
ſollen aber lediglich an nationale deutſche Turner und
Sportkreiſe gegeben werden; die Arbeiterturnvereine ſol=
len
ausgeſchloſſen bleiben. Die Arbeiter=Turnvereine
ſind keine politiſchen Vereine. Sie werden aber bedrängt,
veil man an der dort beſtehenden Geſinnung Anſtoß
nimmt. Dadurch werden die olympiſchen Spiele eine po=
litiſche
Angelegenheit und das iſt Grund genug für uns
die Bewilligung dieſer Summe abzulehnen. Wir bewil=
ligen
keinen Pfennig. Abg. Stöve (natl.): Die Be=
teiligung
an den olympiſchen Spielen ſetzt eine freiheit=
liche
und nationale Geſinnung im allerhöchſten Sinne
des Wortes voraus. Wir haben eine Pflicht gegenüber
dem Auslande zu erfüllen, das uns ſtets ein zuvorkom=
mender
Gaſtgeber geweſen iſt. Wir müſſen dieſe Gaſt=
freundſchaft
den angemeldeten 25 Nationen gegenüber er=
widern
. Es handelt ſich nicht um Rekordleiſtungen, ſon=
dern
um eine Prüfung, bei der die Turner zeigen ſollen,
daß ein ſtarkes Geſchlecht heranwächſt, und daß ſie es ver=
ſtehen
, die Siege an die ſchwarz=weiße Fahne zu heften,
nicht äber an die rote. Abg. v. Maſſow (konſ.): Un=
ſere
Jugend wird Gelegenheit haben, die Siegespalme
zu erringen. Die Spiele müſſen organiſiert werden und
das koſtet Geld. Wir müſſen die Gaſtfreundſchaft, die wir
genoſſen haben, wiedergeben und dürfen nicht Koſtgänger
der anderen Nationen bleiben. Wir dürfen nicht naſſauern.
(Heiterkeit.) Eine Ablehnung dieſer erſten Rate würde
im Volke nicht verſtanden werden. Der Reichstag würde
von neuem ſeine Zerfahrenheit dokumentieren. Das Gerd
kommt nicht einzelnen zugute, ſondern den großen Orga=
niſationen
. Ich bitte Sie, den Betrag möglichſt einſtim=
mig
zu bewilligen. Abg. Müller=Meiningen ( Fort=
ſchrittliche
Volkpt.): Tief zu beklagen iſt die geſtrige Ent=
gleiſung
des Präſidenten des Ausſchuſſes, der es verſtan=
den
hat, die ganze Sache zu gefährden, der vom heiligen
Reichstag ſprach und ihn mit Peter Schlemihl verglich.
Die Regierung ſollte Herrn von Podbielski an die Kan=
dare
nehmen, damit er nicht weiter die Sache ſchädigt, die
er vertreten ſoll. Wir, der heilige Reichstag, wollen aber
nicht gleichermaßen die gute Sache ſchädigen. Die Nadel=
ſtichpolitik
gegen die Arbeiter=Turnvereine iſt nur Waſſer
auf die Mühle der Sozialdemokratie. Wir wollen keine
Politik und konfeſſionelle Scheidung in der Turnerſchaft.
Hier handelt es ſich um eine große deutſche Sache und das
Reich als ſolches muß hinter den olympiſchen Spielen
ſtehen. Wir bewilligen dieſen kleinen Betrag. (Beifall.)
Miniſterialdirektor Dr. Lewald: Namens der ver=
bündeten
Regierungen kann ich die Anträge auf Wieder=
herſtellung
der Etatspoſition wärmſtens befürworten. In
der Budgetkommiſſion ſind bereits die Geſichtspunkte dar=
gelegt
, die für die Bewilligung der Forderung ſprachen.
Aber ein Geſichtspunkt iſt dagegen hier noch nicht erörtert
worden, weil von der großen Partei, die in der Kommiſ=
ſion
die Forderung mitabgelehnt hat, vom Zentrum, noch
kein Redner zu Worte gekommen iſt. Es wurde in der
Kommiſſion ausgeführt, die olympiſchen Spiele ſeien nicht
Sache des Reiches, ſondern der Einzelſtaaten. Darüber
ſind wir uns klar, daß es ſich bei dieſer Frage um die
Förderung eines Unternehmens kultureller Art handelt,
indem wir die ganze körperliche Ausbildung, die Liebe zur
Natur und zur Bewegung unterſtützen. Schon vor zehn
Jahren handelte es ſich bei dieſer Poſition beim Reichs=
gamt
des Innern um die Frage der Abgrenzung zwiſchen
Reich und Einzelſtaaten. Damals hat ſich Freiherr von
Hertling aber überzeugt, daß bei Dingen, die eine Be=
deutung
haben, die weiter reicht, als die deutſchen Gren=
izen
, eine Mitwirkung des Reiches zu rechtfertigen ſei. Es
handelt ſich hier um eine Repräſentation. Im übrigen
ſind wir in geſellſchaftlicher Beziehung bisher ſtets ſpar=
ſam
geweſen. Wir haben auch die deutſchen Mannſchaf=
ten
nicht unterſtützt. Sechsmal ſind wir zu Gaſte geweſen
und da müſſen wir auch einmal ſelbſt Gaſtgeber ſein. Von
ganz=beſonderer Wirkung wird eine Beteiligung des Rei=
ches
ſein. Es geht ein demokratiſcher Zug durch den
Sport. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Das iſt un=
zweifelhaft
. In der deutſchen Turnerſchaft finden ſich
neben Arbeitern und Lehrlingen, Technikern, Gemeinde=
und Hochſchülern, auch Offiziere zuſammen und im deut=
ſchen
Stadion läuft ein deutſcher Prinz mit. Wenn die
deutſchen Mannſchaften nicht beſonders ſiegreich hervor=
gegangen
ſind, ſo liegt das daran, daß den Spielen in der
Hauptſache die Spielregeln des geſetzgebenden Landes zu=
grundegelegt
werden. Auf das Komitee können wir nur
einen Einfluß gewinnen, wenn wir auch die Taſchen
offen haben. Wenn unſeren Spielen auch nicht die Be=
deutung
der Olympias des Altertums gewinnen werden,
ſo ſchließen ſie doch auch ein ſympathiſches Band um alle
Völker. Wenn vor 30 Jahren der deutſche Reichstag die
Mittel bewilligte, das antike Olympia aus dem Schutte
wieder erſtehen zu laſſen, ſo ſollte der deutſche Reichstag
auch für das erſte deutſche Olympia die Mittel nicht ver=
ſagen
. (Beifall.) Abg. Mertin (Reichspt.): Ob es
der Regierung gelingen wird, Herrn von Podbielski an
die Kandarre zu nehmen, iſt mir zweifelhaft. (Heiterkeit.)
Auf unſere ſachlichen Entſcheidungen können die Aeuße=
rungen
dieſes Herrn nicht von Einfluß ſein. Ueber den
Beſchluß der Reichstagskommiſſion entſtand ein erhebliches
Kopfſchütteln, und dieſes würde noch ſtärker werden, wenn
das Plenum den Betrag ablehnen würde. Mit aller Ent=
rüſtung
weiſe ich die Verdächtigung des Abg. Rühle zu=
rück
, der der deutſchen Turnerſchaft Denunziationsſucht
vorgeworfen hat. Die Sozialdemokraten ſind Gegner der
Olympia, weil dabei nicht eine verwaſchene Internatio=
nale
zum Vorſchein kommt, wie auf den Sozialiſtentagen,
wo jeder gern vergißt, daß er ein Deutſcher iſt, ſondern
eine ſtarke Betonung der nationilen Eigenart Platz greift.
(Lebhafter Beifall.) Abg. Bruhn (Deutſche Rfpt.):
Würde der Beitrag abgelehnt, ſo würden wir dem Anſehen
Deutſchlands großen Schaden zufügen. Abg. Hansſen
(Däne): Ich ſtimme gegen den Beitrag, da gegen die
nordſchleswig=holſteiniſchen Turnvereine ſcharf vorgegan=

gen wird und dieſe lahmgelegt werden dadurch, daß ſie
ils Privatſchulen unter die Schulaufſicht geſtellt werden
Abg. Heine (Soz.): Es tut uns leid, gegen die For=
derung
eines großen Kulturwerkes ſtimmen zu müſſen
Für die Arbeiterklaſſe iſt das Turnen viel wichtiger als
für die Beſitzenden. Deshalb würden wir gern noch
höhere Beträge für ein ſolches Sportfeſt bewilligen. Das
Stadion ſoll jetzt ja auch den Arbeiterturnvereinen zur Ver=
fügung
geſtellt werden, vielleicht mit Rückſicht auf die
Etatsbewilligung. Die internationale Courtoiſie wollen
auch wir fördern. Laden wir aber unſere ausländiſchen
Freunde ein, dann werden ſie von der Polizei wieder hin=
ausgeworfen
. Wir handeln wirklich national, wenn wir
gleiche Behandlung für alle verlangen. Sie müſſen doch
endlich einſehen, daß den Arbeiter=Turnvereinen empö=
rendſtes
Unrecht geſchieht.
Damit ſchließt die Debatte. Die Abſtimmung
wird Dienstag zu Beginn der Sitzung vorgenommen
werden.
Es folgt der außerordentliche Etat Förderung der
kleinen Wohnungen für Arbeiter. Abg. Lic. Mumm
(Wirtſch. Vgg.): Die Förderung der Kleinarbeiter=
wohnungen
muß ſchneller vor ſich gehen. Auch ſind grö=
ßere
Mittel notwendig, als die vorgeſehenen vier Mil=
lionen
Mark. Der Reſt des Etats, auch der der Ein=
nahmen
, wird bewilligt. Ueber die noch ausſtehenden
Reſolutionen zum Kapitel Gehalt des Staatsſekretärs
wird am Dienstag abgeſtimmt werden.
Es folgt die erſte und zweite Leſung des Geſetz=
entwurfs
über die weitere Zulaſſung von
Hilfsmitgliedern im kaiſerlichen Patent=
amt
. Das Geſetz wird ohne Debatte angenommen, auch
in dritter Leſung. Darauf wird vertagt. Nächſte Sitzung
Montag 2 Uhr: Juſtizetat. Schluß 2 Uhr.

Reichstagserſatzwahl.

H. Offenburg, 14. Febr. Bei der heutigen Reichs=
tagserſatzwahl
im 7. badiſchen Reichstagswahl=
kreis
Offenburg=Kehl wurde der Zentrumskandidat Pro=
feſſor
Dr. Wirth mit 13137 Stimmen gewählt, wäh=
end
der nationalliberale Kandidat Stadtrat Kölſch
13050 Stimmen erhielt.
Bei der Hauptwahl am 3. Februar d. J. hatten er=
halten
: Kölſch (natlb.) 9616, Dr. Wirth (Ztr.) 12259 und
Geiler (Soz.) 3032 Stimmen.

Parlamentariſches.

* Der Zweiten Kammer iſt folgende Regierungsvor=
lage
, betreffend Auflöſung und Verkauf des
Hofguts Sensfelder Hof zugegangen: Das Hof=
gut
Sensfelder Hof mit einer Gutsfläche von zuſammen
69,3077 Hektar wird Ende dieſes Jahres leihfällig. Von
dem Gelände des Hofguts liegen 65,1252 Hektar in Flur I
der Gemarkung Sensfelder Hof von Gräfenhauſen, einem
Ort mit vorwiegend Landwirtſchaft treibender Bevölke=
rung
, nur 0,6 bis 1,8 Kilometer entfernt, während zwei
Wieſen in den Fluren VII und IV der Gemarkungen
Gräfenhauſen und Wixhauſen gelegen ſind. Bei den Land=
wirten
von Gräfenhauſen beſteht der dringende Wunſch,
daß dieſes Hofgut aufgelöſt und das Gelände in klein=
bäuerlichen
Beſitz übergeführt werde, um ſo eine der Zu=
nahme
der Bevölkerung entſprechende Vermehrung des
Eigenbeſitzes zu bewirken und die Jugend mehr, als dies
ſonſt möglich wäre, dem Landwirtſchaftsbetrieb zu erhal=
ten
. Eine ſolche Maßnahme wäre in volkswirtſchaftlicher
Hinſicht gewiß zweckmäßig und agrarpolitiſch richtig; ſie
wird aber zweifellos für die Staatskaſſe auch finanziell
vorteilhaft wirken. Mit Ermächtigung Seiner Königlichen
Hoheit des Großherzogs richtet daher das Miniſterium der
Finanzen an die Stände des Großherzogtums das An=
ſinnen
, zu dem Verkauf des zu dem ſeitherigen Hofgut
Sensfelder Hof gehörigen Geländes die verfaſſungsmäßige
Zuſtimmung zu erteilen.

Eine Kundgebung der Biſchöfe
zur Gewerkſchaftsfrage.

* Köln, 14. Febr. Die Kölniſche Volkszeitung ver=
öffentlicht
eine Kundgebung der geſtern hier
verſammelten Biſchöfe an die Geiſtlichen
ihrer Diözeſen. Unterzeichnet iſt die Kundgebung
von dem Erzbiſchof von Köln, ſowie den Biſchöfen von
Trier, Osnabrück, Hildesheim, Paderborn und Münſter.
Die Kundgebung ſagt, daß die Oberhirten der Niederrhei=
niſchen
Kirchenprovinz und der ihr angeſchloſſenen Diöze=
ſen
angeſichts der zurzeit in weiten Kreiſen des katholiſchen
Volkes, namentlich in den großen Induſtriezentren ihrer
Sprengel, hinſichtlich der gewerkſchaftlichen Orga=
niſation
entſtandenen Beunruhigung es
für zweckmäßig halten, die Grundſätze für die Hal=
tung
der Mitglieder der katholiſchen Ar=
beitervereine
und der katholiſchen Arbeiter
überhaupt in Erinnerung zu bringen. Auf
dem Grundſatz der katholiſchen Kirche fußend, daß die ſo=
ziale
Frage in erſter Linie eine ſittliche und religiöſe
Frage war, iſt und bleibt, wird betont, daß auch bei An=
gelegenheiten
, die als rein wirtſchaftlich bezeichnet wer=
den
, oft ſittliche Pflichten mit berührt und ſittlich=religiöſe
Intereſſen häufig ſehr in Mitleidenſchaft gezogen wer=
den
. Die ſittlichen Normen dafür zu verkünden, Aufſicht
zu führen über die Haltung der Katholiken in dieſer Hin=
ſicht
und die Gefahren abzuwehren, die ihrer ſittlichen Auf=
faſſung
und Haltung erwachſen können, ſeien der Heilige
Vater und die mit ihm vereinigten Biſchöfe zuſtändig und
verpflichtet. Aus dieſer Stellung des kirchlichen Hirten=
amtes
folgt deſſen treue autoritative Wachſamkeit über
den Anſchluß der katholiſchen Chriſten an Vereinigungen,
zur Wahrung von Intereſſen, die religiöſer und ſittlicher
Natur ſind oder die und inſoweit ſie das religiöſe und
ſittliche Gebiet berühren.
Die Kundgebung geht dann auf die päpſtliche Enzy=
klika
Singulari quadam vom 24. September 1912 ein,
die nach ſorgfältiger Prüfung der Angelegenheit und
Einholung von gutachtlichen Aeußerungen
aller einzelnen deutſchen Biſchöfe erlaſ=
ſen
worden ſei, und ſagt dann weiter, daß die katho=
liſche
Kirche nach den in dieſer Enzyklika dargelegten
Grundſätzen in erſter Linie ihre Empfehlung und
Förderung den rein katholiſchen Vereinen
zuwenden müſſe, ergibt ſich aus der dargelegten
Aufgabe des kirchlichen Hirtenamtes. Demgemäß wenden
auch die Oberhirten der Diözeſen Deutſchlands ausnahms=
los
ihre Liebe und Unterſtützung den katholiſchen
Standesvereinen, insbeſondere den katholiſchen Ar=
beitervereinen
, zu, weil dieſe Vereine ſowohl durch
ihre Zuſammenſetzung und ihre Satzungen, wie durch ihren
engeren Anſchluß an die kirchliche Autorität am eheſten
Gewähr dafür bieten, daß die katholiſchen Grundſätze voll
zur Geltung kommen. Wo katholiſche Arbeitervereine, die

zugleich den gewerkſchaftlichen Intereſſen der arbeitenden
Klaſſen dienen, mit dem zum Schutze der wirtſchaftlichen
Intereſſen genügenden Erfolge eingeführt ſind oder fried=
lich
eingeführt werden können, wäre es in keiner Weiſe
zu billigen, daß katholiſche Arbeiter interkonfeſſionellen Ge=
werkſchaften
ſich anſchlöſſen. Wo dies nicht der Fall iſts
hat der Heilige Stuhl in wohlwollender Berückſichtigung
der örtlichen und allgemeinen Verhältniſſe Duldung
und Erlaubtheit der Mitgliedſchaft von
Katholiken zu den in Deutſchland beſtehenden chriſt=
lichen
Gewerkſchaften unter beſonderen
Vorſichtsmaßregeln ausgeſprochen, die der
Stellung und Pflicht des Kirchenamtes entſprechen und
daher jedem Katholilen als durch die Umſtände geboten
erſcheinen müſſen.
Die Vorſichtsmaßregeln ſind folgende: An
erſter Stelle iſt dafür zu ſorgen, daß die katholiſchen Ar=
beiter
, welche Mitglieder ſolcher Gewerkſchaften ſind, zu=
gleich
katholiſchen Arbeitervereinen angehören. Ferner
müſſen die Gewerkſchaften, damit Katholiken ihnen bei=
treten
können, ſich von allem fernhalten, was grundſätzlich
oder tatſächlich mit den Lehren und Geboten der Kirches
wie mit den Vorſchriften der zuſtändigen kirchlichen Obrig=
keit
nicht im Einklang ſteht. Auch dürfen katholiſche Mit=
glieder
, die Gewerkſchaften angehören, niemals zulaſſen,
daß dieſelben in ihrer Sorge um die weltlichen Angelegen=
heiten
der Mitglieder durch Wort oder Tat irgendwie mitt
dem vom oberſten kirchlichen Lehramt verkündeten
Vorſchriften ſich in Widerſpruch ſetzen. Die Kunds
gebung erkennt weiter an, daß dieſelbe höchſte Autorität,
die ſolche Normen aufgeſtellt hat, zur authentiſchen Auss
legung derſelben allein zuſtändig iſt. Die Entſcheidung
darüber, ob ſich eine Organiſation in Widerſpruch mit dem
Sittengeſetz der katholiſchen Kirche ſetzt, hat ſich der Hei
lige Stuhl vorbehalten. Dieſe Frage ſoll daher nich
Gegenſtand einer Polemik ſeitens der katholiſchen Kreiſe
werden. Indem die Kundgebung alle Beteiligtenes
mahnt, für die Beobachtung der dargelegten Grundſätz
tätig zu ſein, verſichert ſie, daß der Heilige Vater ſowohl
wie die Unterzeichneten für ihre vielfachen Nöte und Be=
drängniſſe
das vollſte Verſtändnis und die innigſte Teil=
nahme
haben.

Luftfahrt.

sr. Zum Flugverbot für Offizierspiloten in Johanms=
thal
. Zu unſerem geſtrigen Bericht über das Verbot der
Generalinſpektion des Militär=Verkehrsweſens, die Ueb=
ungsflüge
der nach Johannisthal abkommandierten Offi=
ziersflieger
betreffend, iſt noch nachzutragen, daß entgegen
anderweitigen Mitteilungen, von der Militärverwaltung
keineswegs eine neue Flugplatzordnung verlangt wird=
Vielmehr iſt erſt vor kürzerer Zeit im Einverſtändns
zwiſchen Flugplatzverwaltung und Militärbehörde eine=
neue
Flugplatzordnung aufgeſtellt worden. Auch eine
Ueberlaſtung des Flugplatzes iſt von der Militärverwals
tung nicht feſtgeſtellt worden. Es wird vielmehr Wert dal=
auf
gelegt, daß eine geeignete Kraft gefunden wird, dier
für die Einhaltung der Flugplatzordnung Sorge trägi=
Bisher fehlte es an den nötigen Mitteln, dieſen Poſten=i
geeigneter Weiſe zu beſetzen, zumal die Flugzeugfirmen in
Johannisthal ſich nicht bereitfanden, zu dieſem Zweck ents
ſprechende Beiträge zu leiſten. Man darf wohl erwarten
daß nach dem jetzt ausgeſprochenen Flugverbot ſchnellſtenss
Wandel geſchaffen werden wird.

Sport, Spiel und Turnen.
Preisreiten und Preisſpringen in Frankfurt a. M.
2. Tag.

** Der Beſuch war wieder hervorragend gut. Das
bunte Tuch nahm den ganzen Raum um die mächtige=
Manege ein. Dazu ſtimmte recht gut die Farbenpracht
der Toiletten der Damen in den Logen und Rängen-
Die Zuſchauer folgten dem großartigen Schauſpiel im
der Arena von Anſang bis zum Schluß mit größtem In=
tereſſe
. Beſonders in den Springkonkurrenzen flogen,
großen Vogelſchwärmen gleich, wie aus einem Munde dier
Ahs und Ohs von den Tribünen auf, wenn ein Pferdo
unter ſeinem ſicheren Reiter hoch genug ſprang, daß es
die Latte nicht vom Gitter reißt, oder wenn das Pferd im
der Mitte eines Doppolſprungs einen Moment feſt zu
ſtehen ſcheint, und wie mit ruhiger Berechnung erſt dier
Höhe des zweiten Gitters ermißt, ehe es gelaſſen auch
dieſes nimmt. Das Ergebnis der einzelnen Konkurrenzem
iſt, wie ſolgt:
Reitpferd=Qualitäts=Prüfung fün
deutſche Pferde. 1. Lt. Frhrn. v. Gagerns (3. Gde=
Ul.) Eden, 2. Lt. v. Schmedings (20. Ul.) Königsleutnang
3. Lt. Volgers (14. Ul.) Tiger, 4. Rittm. v. Günthers (6
Ul.) Walthavi, 5. Oblt. v. Wuthenaus (7. Kür.) Adlerflußs
Preis von Kronberg. (Ehrenpreis der Prine
zeſſin Friedrich Karl von Heſſen). 1. Oblt. v. Löbbe
(4. Kür.) Sonntagskind. 2. Oblt. Meyers. (11.Drag)0
Thiſthbob 3. Rittm. Jungs (1. Schw. R.) Fairy Prinze,
4. Oblt. Gerlach (1. Art.) Hans Heiting, 5. Lt. Graf von
Neippergs (20. Ul.) Woglinde.
Maiden=Springkonkurrenz: Erſte Preiſs
erhielten: Rittm. v. Günthers (6. Ul.) Walthavi,
Schmidts und Lt. v. Pelzers Bimbo (Reiter Lt. v. Pelzeg.
Lt. v. Pelzers (6. Ul.) Lady, Lt. Loogs (51. Art.) Derand
Hans Andreges Robin Hood, Lt. v. Wuthenaus (16.1ffg
Firn.
Frankfurter Damen=Reitkonkurrenz
Lt. Weingarts (2. bayr. Train) Primas, (Reiterin Frai
Paula Müller), 2. Frau Gerta d’Hengelieres Gelſe, 3.=
Major Willmers (7. Chev.) Kurvenal (Frau J. Boege),
4. Oblt. v. Moſchs (7. Jäg.) Cannibale (Frau Seiffert).
Konkurrenz.=Hochſpringen. 1. Paul Heils
Grey Lad (1,80 Mtr.), 2. Otto Kochs Hubertus (1,80 Mt)

Vermiſchtes.

* Wie ſich das elektriſche Lichteb
billigt hat. Man ſchreibt uns: Das elektriſch=
Licht, das jetzt unaufhaltſam in alle Kreiſe
der Bevölkerung eindringt, hat eine. undes
gleichliche, erfolgreiche Laufbahn hinter ſich. Vor rund
Jahren, im Jahre 1882, verbrauchte die erſte unpräparien=
Kohlenſadenlampe noch 4,5 Watt pro Kerze Helligkei
Eine 25kerzige elektriſche Lampe eine Stunde lang zu bren
nen, koſtete bei den damaligen Strompreiſen etwa6.Pf
Im Jahre 1900 gelang es, den Kohlefaden zu metalliſies
ren und ſo den Wattverbrauch von 4,5 auf 2,5 herabzus
drücken; die Koſten für die 25kerzige Glühlampe wurdend
durch auf zirka 3 Pfg. die Stunde reduziert. Trotzdieſ
Verbilligung um 50 Prozent war aber das elektriſcheich
für eine allgemeine Einführung noch zu teuer. Dak
mit dem Jahre 1905 die Metallfadenlampe, die mit eiſen
Wattverbrauch von zirka 1,8 die elektriſche 25=Kerzei
Stunde auf 2 Pfg. erniedrigte. Mit dieſem Fortſchült
war die Petroleumlampe an Billigkeit erreicht: den

[ ][  ][ ]

Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Seite 7.

einem Preiſe von 20 Pfg. pro Liter Petroleum koſtet eine
(lleichhelle Petroleumlampe pro Brennſtunde ebenfalls
Pfg. So waren die Schranken überwunden, die das
elektriſche Licht noch von der großen Maſſe des Volkes ab=
kiielten
. Gegenwärtig beherrſcht die ſtoßfeſte Metalldraht=
lampe
das Feld. Pro Kerze verbraucht dieſe Lampe nur
noch ein Watt. Das Vergnügen, eine ſolche Lampe eine
götunde lang brennen zu laſſen, koſtet nur noch etwa 1 Pfg.,
d.h. das elektriſche Licht iſt nur noch halb ſo teuer, wie
Petroleumbeleuchtung.
Das Bismarck=Nationaldenkmal und
der Bismarck=Film. Die Eiko=Film=Geſellſchaft hat
teem Verein zur Errichtung eines Bismarck= Nationaldenk=
uaals
auf der Eliſenhöhe bei Bingerbrück=Bingen E. V.
inen Teil des Ertrages aus dem von ihr hergeſtellten
Lsismarck=Film zur Verfügung geſtellt. Der Verein hat,
nuchdem er ſich überzeugt hat, daß der Film im höchſten
Crade würdig iſt, mit der Propaganda für ein Bismarck=
Mationaldenkmal in Verbindung gebracht zu werden, die=
ſas
Anerbieten angenommen und wird mit allen Mitteln
ſciner Organiſation dafür eintreten, daß der Bismarck=
Film den weiteſten Kreiſen des deutſchen Volkes zugäng=
lich
gemacht wird.

Literariſches.

Faſching und Faſchingstreiben, ſo lautet die De=
oiſe
der dieswöchentlichen Nummer (3685) der Illu=
ſtrrirten
Zeitung, die unter den Karnevalsaus=
gaa
ben der illuſtrierten Zeitſchriften mit an erſter Stelle
tächt. Futuriſtiſch iſt die Nummer gehalten und futuriſtiſch
ſind auch die zahlreichen Darſtellungen erſter Künſtler, von
ldnnen wir die Namen Olbertz, Schmidhammer, Strath=
mann
, Schaberſchul, Bloos, Gweſticki nennen. In einer
Unauzeitlichen Darſtellung des italieniſchen Abenteurers
hatts der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Graf
Laglioſtro werden wir mit zwei Zukunftsmedizinern und
hrrem Zukunftsſerum bekannt gemacht. Dr. Tutmacher,
dar Verfaſſer des berühmten und berüchtigten Werkes
Aeskulap, ein Kurpfuſcher hat einen Bazillus gefunden,
dar die Aerzte überflüſſig macht und ſie zum Schnee=
Ucheaufeln geeignet erſcheinen läßt. Sämtliche Kranken=
hhauſer
leeren ſich und werden niedergeriſſen ꝛc. ꝛc. Die
parliegende Faſchings=Nummer bildet eine angenehme
Firſchingslektüre. Einzelpreis 1,50 Mark (Verlag J. J.
ügeber, Leipzig).
Mit Heft 6 der Arena liegt die Neujahrsnummer
er beliebten, bei der Deutſchen Verlags=Anſtalt in Stutt=
art
erſcheinenden Monatsſchrift vor. Aus der Fülle ihres
ertlich wie bildlich vornehm ausgeſtatteten Inhaltes ſei
ſer onders auf den mit dieſer Nummer beginnenden Ro=
mann
aus dem 15. Jahrhundert Der Ochſenkrieg von
udwig Ganghofer hingewieſen. Reichilluſtrierte Beiträge
nderer gern geleſener Autoren zeugen von der Vielſeitig=
heit
und ſorgfältigen Auswahl auch dieſes Heftes. Was
Lber jedes Heft der Arena ſchon beim Durchblättern an=
iehend
geſtaltet, iſt der künſtleriſche Bilderſchmuck der zahl=
eichen
Einſchalt= oder ſelbſtändigen Textbilder. Wir ver=
oſiſen
nur auf das mehrfarbige Titelbild der vorliegen=
en
Nummer In der Matinee von Frederick Bezin, oder
as Farbenbild Nachtrab von M. Barascudts, der nicht
ur eine Zierde jedes einzelnen Heftes iſt, ſondern auch
as Anſehen rechtfertigt und immer weiter befeſtigt, das
d die Arena in nunmehr dreißigjährigem Bemühen er=
urben
hat: Eine Elite=Zeitſchrift zu ſein, die ihrem Le=
nkreiſe
nur Gediegenes bietet.

Stimmen aus dem Publikum.

Fur die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
in erlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwo
Das Trottoir in der Feldbergſtraße vom Bachgang=
eg
zur Landwehrſtraße befindet ſich bei der nun einge=
erenen
gelinderen Witterung in einem Zuſtand, der un=
altbar
iſt. Die Geſchädigten bei dieſen Zuſtänden ſind=
reerſter
Linie die anliegenden Geſchäftsinhaber, deren In=
rſſſe
von ſeiten der Bürgermeiſterei mindeſtens ebenſo
n gewahrt werden muß, wie das der die Maulbeer=
liee
frequentierenden Spaziergänger. Hoffentlich genügt
erer Hinweis, um die in Betracht kommende Stelle zu
eranlaſſen, dem Uebelſtand abzuhelfen.
Einer für Viele.

Vom Balkan.
Prinz zu Wied in Wien.

* Wien, 14. Febr. Der Prinz zu Wied beſich=
ne
heute vormittag die Hofreitſchule und folgte mittags
nar Einladung des deutſchen Botſchafters und Frau von
ſchhirſchky zum Frühſtück, bei dem anweſend waren Graf
elichtold, Freiherr von Macchio, Graf Forgaſch, Oberſt
igtzl und die Herren der Botſchaft.

** Sofia, 14. Febr. Der Miniſterrat beſchloß,
ni Landwirtſchaftsrat zu ermächtigen, den neu erwor=
ſeizen
Gebieten, die zu Beginn des Frühjahrs für
ellogeräte und zur Beſtellung der Felder einen großen
ellobedarf nötig haben werden, eine Anleihe bis zu
Millionen zu gewähren. Zur Krediterteilung an
elAUckerbauern wird eine beſondere Kommiſſion gebildet.
** Sofia, 14. Febr. Nach der Agence Bulgare iſt
Nachricht der Wiener Blätter, es ſei in Sofia eine
rkiſche Note drohenden Inhalts über
Pomakenfrage überreicht worden, die den
brruch der Verhandlungen über den bulgariſch=türkiſchen
inddelsvertrag verurſacht haben ſollte, völlig irrig.
entürkiſche Regierung hat keine Note dieſer Art in Sofia
enreichen laſſen. Ueberdies ſei die Pomakenfrage keinen
igenblick mit der Frage des Abſchluſſes des Handels=
einrages
in Verbindung gebracht worden.
Belgrad. 14. Febr. Der Kronprinz Alexan=
iſt
zurückgekehrt.
* Skutari, 14. Febr. Bekir Ago und die anderen
rkkiſchen Offiziere, die wegen einer Verſchwö=
ſn
g in Valona verurteilt worden waren, ſind
n San Giovanni di Medua in das Gefängnis nach Sku=
i
ggebracht worden.

* Saloniki, 14. Febr. Der griechiſche Miniſter=
präſident
Venizelos iſt geſtern abend hier eingetroffen
und auf dem Bahnhof von den Spitzen der Behörden be=
rüßt
worden. Auf den Straßen bereitete ihm das Pu=
blikum
lebhafte Ovationen. Venizelos reiſt morgen in
Begleitung des Miniſters des Innern, Repulis, nach
Athen ab.
* Konſtantinopel, 14. Febr. Die Note der
Mächte über die Inſelfrage iſt heute nachmittag
der Pforte überreicht worden. Es iſt eine Kollektiv=
note
.
* Konſtantinopel, 14. Febr. Es verlautet, daß
die Pforte auf die heute überreichte Kollektivnote
eine ſchriftliche Antwort erteilen werde.
* Rom, 14. Febr. Eſſad Paſcha, der bereits
dem Miniſter des Aeußeren, di San Giuliano, elnen
Beſuch abſtattete, wurde vom König in einhalbſtün=
diger
Audienz empfangen.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* München, 14. Febr. In der heutigen Sitzung
des Abgeordnetenhauſes erklärte der Miniſter
des Innern auf die Frage des Abg. Segitz über den mi=
litäriſchen
Waffengebrauch, daß eine Aende=
rung
der betreffenden bayeriſchen Beſtim=
mungen
nicht beabſichtigt ſei. Von geplanten
Verhandlungen der bundesſtaatlichen Kriegsminiſter ſei
ihm nichts bekannt.
* Karlsruhe, 14. Febr. Die Verſchlimmerung
in dem Befinden der Prinzeſſin Wilhelm
von Baden ſchreitet langſam, aber ſtetig
voran. Seit geſtern abend iſt das Bewußtſein
völlig geſchwunden.
* Magdeburg, 14. Febr. In dem Schmiergel=
derprozeß
gegen die Firma Thurm und
Beſchke vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts
Magdeburg wurden heute abend die Brüder Walter und
Friedrich Beſchke zu je einem Monat Gefängnis und
5000 Mark Geldſtrafe, Fräulein Altmann zu 200 Mark
Geldſtrafe und Kaufmann Ladeke zu 300 Mark Geldſtrafe
verurteilt. Ferner wurde auf Tragung ſämtlicher Koſten
erkannt, ſowie auf Publikationsbefugnis in der Magde=
burgiſchen
Zeitung, in Berliner, Frankfurter und Kölner
Blättern und in der Zeitſchrift für die Lack= und Farben=
induſtrie
. Das Gericht nahm in allen Fällen nur einfache
Beſtechung an.
* Rom, 14. Febr. Wie die Blätter melden, iſt in dem
Befinden der Königin=Mutter eine merk=
liche
Beſſerung eingetreten.
* Haag, 14. Febr. Das Panzerſchiff Korte=
naer
iſt nach Weſtindien abgegangen. Von dort begibt
es ſich im Bedarfsfalle nach einem der Häfen Mexi=
kos
zum Schutz der niederländiſchen Staatsangehörigen.
* Paris, 14. Febr. Im Miniſterrat unter dem Vor=
ſitz
des Präſidenten Poincaré gab Miniſterpräſident Dou=
mergue
davon Kenntnis, daß das Königspaarvon
England am 21. April und das Königspaar von
Dänemark am 15. oder 16. Mai nach Paris kom=
men
werden.
* London, 14. Febr. Wie von zuſtändiger Seite aus
Liverpool gemeldet wird, gehen, nachdem die Diffe=
renzen
zwiſchen der Hamburg=Amerika=
Linie und dem Norddeutſchen Lloyd beigelegt
worden ſind, die Verhandlungen dahin, eine neue Ver=
ſammlung
der britiſchen und kontinentalen Schiffahrts=
geſellſchaften
zuſtande zu bringen, um wieder ein Ueber=
einkommen
über den nordatlantiſchen Verkehr herzuſtellen.
* Nairobi (Britiſch=Oſtafrika), 14. Febr. Ein aus dem
Norden zurückgekehrter Reiſender berichtet, daß ein gan=
zes
Dorf des Stammes der Rendille von Eingeborenen
des Boraniſtammes vernichtet worden iſt. Dabei
ſeien 200 Männer, Frauen und Kinder getötet worden. Die
Borani ſind ſonſt ein friedlicher Stamm, der aber fort=
geſetzt
von den Rendille heimgeſucht wird.
* Hongkong, 14. Febr. In der Jahresverſammlung
der Teilhaber der Hongkong=Schanghaibank
erklärte der Vorſitzende, daß die Fragen der Wäh=
rungsreform
, des Rückkaufes des Papier=
geldes
und der Rückzahlung der kurzfriſtigen Aus=
landsanleihen
, von denen viele überfällig ſeien, Gegen=
ſtand
ernſter Erwägungen ſeitens der chineſi=
ſchen
Regierung ſeien. Die Regierung halte mit der
Fünfmächtegruppe Beratungen ab. Es ſei ein Plan in
Vorbereitung, der hoffentlich eine tatſächliche Löſung der
drängenden Probleme herbeiführen werde.

Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
* Berlin, 14. Febr. In der heutigen Vormittags=
ziehung
der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſen=
lotterie
fielen 60000 Mark auf die Nr. 182 273, 40000
Mark auf die Nr. 155 237, 10000 Mark auf die Nr. 73 486.
In der Nachmittagsziehung fielen 20000 Mark auf die
Nr. 15875, 5000 Mark auf die Nrn. 79385, 144555,
3000 Mark auf die Nr. 121 440. (Ohne Gewähr.)

Briefkaſten.

Th. H. Sie müſſen bei dem Finanzamt beantragen,
daß Ihnen die Steuer für die verdienſtloſe Zeit erlaſſen
wird. Die Sprechſtunden ſind auf dem Steuerzettel ver=
merkt
.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Deutsche Bank Darmstadt

An-

und Verkauf von Wertpapieren
an allen Börsen.

(X,4437

Sommersprossen weg! (*3952
Leidensgefährtinnen teile unenigelilich mit, auf welch ein=
fache
Weiſe ich meine Sommerſproſſen gänzlich beſeitigte.
Frau Elisabeth Ehrlich, Frankfurt a. M. 9, Schliessfach 47.

Ausfallendes Haar verurſacht durch
Schuppenbildung.
Wie man die Schuppenbildung beſeitigt und ſich ſein
Haar erhält.
Dünnes, ſprödes, verfärbtes und ſich ſpaltendes Haar
iſt der ſtumme Zeuge eines vernachläſſigten Haarbodens,
Zeuge der Schuppenbildung, der Plage der Kopfhaut. Es
gibt kaum etwas Schlimmeres für das Haar als gerade
die Schuppen. Sie nehmen dem Haar den Glanz, ſeine
Lebenskraft; ſie rufen jenes läſtige Jucken der Kopfhaut
hervor, greifen, wenn vernachläſſigt, die Haarwurzeln an,
ſo daß die Haare abſterben, ſich löſen, ausfallen. Dieſer
Schuppenbildung geht man am beſten mit einer Miſchung
zu Leibe, welche man ſich in jeder Apotheke oder Drogerie
zuſammenſtellen laſſen kann: 85 gr Bay Rum, 30 gr
Livola de composée und 1 gr krist. Menthol. Die reibe
man gründlich mit den Fingerſpitzen in die Kopfhaut ein.
Sie beſeitigt nicht nur die Schuppen, ſondern gibt auch
dem Haar das ſeidig glänzende, üppige Ausſehen wieder.
Es wird wieder geſchmeidig, weich, wellig und loſe und,
was die Hauptſache iſt, ihr regelmäßiger Gebrauch
zeitigt ſchon in kurzer Zeit eine erhebliche Förderung des
Haarwuchſes.
(VIII,4440

Rheinieches:

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Aus dem Geſchäftsleben.
Billige Suppe. In eigroß gutem Abſchöpffett
röſtet man einen Teller trockene Schwarzbrotreſte einige
Minuten, fällt ſiedendes Waſſer darauf und läßt mit dem
nötigen Salz und etwas weißem Pfeffer eine halbe
Stunde kochen. Dann ſtreicht man die Suppe durch ein
Sieb, verquirlt ein Eigelb mit 2 Eßlöffeln Milch, bindet
damit die Suppe, kräftigt ſie im Geſchmack mit einem klei=
nen
Zuſatz Maggis Würze und trägt ſie mit Schnitt=
lauch
oder Peterſilie beſtreut auf.

Für die durch Sturm und Unwetter geſchädigten Be=
7) wohner der Oſtſeeküſte ſind weiter eingegangen:
Ungenannt 1 . Landgerichtsrat Sigel 3 . E. Gröninger
1 . Pfläſtermeiſter Himmler 2 . Ungenannt 3 .
Ungen. in Griesheim 2 . Ungen. 2 . Ungen. 1 . Frau
Tecklenburg 2 . A. V. 1 . Zuſammen 18 , mit den
bereits veröffentlichten 1133.35 zuſammen 1151.35 .
Hiervon gelangten bereits 1000 durch die Bank
für Handel u. Induſtrie, hier, zur Weitergabe an das Hilfs=
kommitee
, das Kgl. Landratsamt in Heydekrug. Reſtliche
151.35 liefern wir ebenfalls dahin ab und ſchließen nun=
mehr
unſere Sammlung unter wiederholtem herzlichem
Danke an alle Spender für ihre reichen Gaben.
Darmſtädter Tagblatt
Geſchäftsſtelle.


10u

Das Bier für die Familie. Unerreicht in seiner Wohlbekömmlichkeit.

31a

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Nummer 46.

Trauer-Blusen mu
in Wolle
in Seide
in Tüll und Spachtel
in Crépe de Chine
und Voile
in stets großer Auswahl vorrätig

Wilhelminenstr. 29. Telephon 2259
(4457a)

Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Dortmund von Neuorleans kommend
12. Febr. 5 Uhr 30 Min nachm. in Hamburg. Elbe‟
nach Savanna, 12. Febr. 11 Uhr 45 Min. morgens in
Boſton. Graf Walderſee von Neu=York kommend,
12. Febr. 5 Uhr 10 Min. nachm. auf der Elbe. Kaiſerin
Auguſte Victoria 12. Febr. 1 Uhr nachm. von Neu=
York über Cherbourg und Southampton nach Hamburg.
Preſident Lincoln nach Neu=York, 12. Febr. 10 Uhr
30 Min. abends von Southampton. Weſtindien,
Mexiko: Calabria, von Weſtindien kommend, 12. Febr.
4 Uhr 35 Min. morgens Lizard paſſiert. Niederwald‟
I2. Febr. in St. Thomas. Wasgenwald 12. Febr. von
Veracruz, ausgehend. Oſtaſien: Bermuda 12. Febr.
nachm. in Wladiwoſtok. C. Ferd. Laeisz 12. Febr.
morgens Perim paſſiert, heimkehrend. Verſchiedene
Fahrten: Cleveland‟ Orient= und Indienfahrt
12. Febr. 9 Uhr 30 Min. abends in Suez. Edea
12. Febr. von Lome, heimkehrend. Kurmark von
Indien kommend, 11. Febr. von Port Said nach Ham=
burg
. Lome 11. Febr. von Gran Baſſam. Ver=
gnügungsdampfer
Meteor, zweite Mittelmeerfahrt,
12. Febr. 4 Uhr mittags in Algier. Phoenicia von
Flensburg. 12. Febr. 4 Uhr nachm. in Hamburg.
Rhenania nach Afrika, 12. Febr. 12 Uhr nachts in
Vliſſingen. Slavonia, von Weſtafrika kommend,
12. Febr. 12 Uhr mittags Dover paſſiert. Togo von
Weſtafrika kommend, 11. Febr. von Las Palmas.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Freitag abend 11 Uhr verſchied nach langem,
ſchwerem Leiden meine liebe Nichte und Patin,
unſere liebe Tochter und Schweſter (4486

im 20. Lebensjahre.
Mit der Bitte um ſtille Teilnahme zeigen
dies tiefbetrübt an:
S. Grün, Eiſenbahnſekretärs Witwe,
Otto Molzberger,
Berta Molzberger,
Anna Molzberger.
Darmſtadt (Gervinusſtr. 75), Frankfurt am
Main, den 14. Februar 1914.
Die Beerdigung findet Montag, den 16. Febr.,
nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des
Darmſtädter Friedhofes aus ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.

geb. Burger
im 67. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 14. Februar 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen:
David Huhn,
Familie Willy Pfaſf,
Jakob Huhn,
Wilhelm Huhn.
Die Beerdigung findet Montag, den 16. Februar,
nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehaus, Lud=
wigshöhſtraße
Nr. 9, aus ſtatt. (4507

Statt beſonderer Anzeige.
Geſtern abend entſchlief nach ſchwerem
Leiden unſere innig geliebte Schweſter,
Schwägerin und Tante,
Fräulein
Justina Wendler
im 58. Lebensjahre.
(*3969
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Dr. Wengler, Großh. Med.-Rat.
Groß=Gerau, den 14. Februar 1914.
Die Beerdigung findet ſtatt: Montag, den
16. Februar, nachmittags 3 Uhr, auf dem
Friedhof Darmſtadt, von der Leichenhalle aus.
Der Trauergottesdienſt wird Dienstag, den
17. Februar, vormittags 9 Uhr, in der St.
Martinskapelle, Herdweg, abgehalten.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer teuren Entſchlafenen,
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden, beſonders
dem Eiſenbahnfahrbeamten=Verein und Wagen=
aufſeher
=Verein zu Darmſtadt ſagen wir auf dieſem
Wege unſeren herzlichſten Dank.
(*4016
In tiefer Trauer:
Karl Delp, Wagenaufſeher a. D.,
nebſt Kindern.
Arheilgen, den 13. Febr. 1914.

Gott dem Herrn hat es gefallen, unſer
liebes Kind Helenchen nach kurzem, ſchwerem
Leiden heute zu ſich zu rufen.
(*4015
Im Namen der Trauernden:
Heinrich Bassmann.
Darmſtadt, 14. Februar 1914.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Auch geſtern herrſchte in unſerem Bezirk meiſt trübes,
mildes Wetter mit nächtlicher Abkühlung (Min. 29
Der hohe Druck über dem Feſtland hat ſich verſtärkt und
nach Nordweſten ausgebreitet. Doch werden wir noch
weiter unter dem Einfluß der nördlichen Depreſſion, die
ſich verſtärkt hat und nach Südoſten vorrückt, bleiben
und nach kurzer Aufheiterung meiſt trübes, regneriſches,
nebliges Wetter zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, den 15. Fehr
Fortdauer der beſtehenden Witterung, wechſelnd bewölſt
Regenfälle, mild, neblig, ſüdweſtliche Winde.

Tageskalender.
Sonntag, 15. Februar.

Großh. Hoftheater, Anfang 6½ Uhr, Ende gege
11 Uhr (Ab. C): Lohengrin.
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Gaſtſpiel von Michael Denggs Bauerntheater ine
Turnhalle am Woogsplatz (3½ Uhr: Die Bergfexn
8.10 Uhr Der Amerika=Seppl).
Kirchenkonzerte: Johanneskirche um 5 Uhr. Pa
luskirche um 5 Uhr.
Familienabend des Frauenvereins der evan
Kaplaneigemeinde um 7½ Uhr im GemeindehausKie
ſtraße.)
Vortrag von Miſſionsſekretär Kilian um 5 Uhr im
Geſellenhauſe (Kath. Frauenbund und Volksvereinün
das kath. Deutſchland).
Künſtler Abend der Karnevalgeſellſchaft Narrhalla
um 8.11 Uhr im Saalbau.
Damen= und Herrenſitzung der Geſellſcha
Harmloſe um 6.11 Uhr im Kaiſerſaal
Maskenkränzchen des Geſangvereins Liederkra
um 7.11 Uhr im Schützenhof
Konzerte uſw.: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Hoteleſ
um 4 Uhr. Café Metropole um 4 und 8 Uhr
Stadt Nürnberg um 4.11 Uhr. Schützenhof
6 Uhr. Reſt. Zum Schillereck um 4 Uhr. Perken
um 4 und 8 Uhr. Rummelbräu um 4 und 8 Uhr,
Hotel Zur Krone zu Auerbach um 4 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Montag, 16. Februar.
Hofreite=Verſteigerung des Johann Gg.Woll
(Blumenthalſtr. 109) um 11 Uhr auf dem Ortsgerichtele
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der Turn=
halle
am Woogsplatz.
Stamm= und Stangenholz=Verſteigeru
um 9 Uhr in der Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen
Stammholz=Verſteigerung um 9½ Uhrim
Eberſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft auf der=
neuen
Darmſtädter Straße, Halteſtelle Schirmſchneiſe der
Dampfſtraßenbahn).
Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Ober=
Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft am Diſtrikt
Günkelbach auf dem alten Nieder=Modauer Weg).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäftsn
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

Kurſe vom 14. Februar 1914.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

In Proz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. 87,50
78,20
do.
4 Preuß. Schatzanweifg. 99,60
87,20
3½ do. Conſols
78,10
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,70
92,30
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 97,30
85,60
do.
3½
76,90
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,00
4 Heſſ. Staatsanleihe .
4 do. do. (unk. 1918) 97,10
do.
3½
75,50
do.
77,90
3 Sächſiſche Rente
4 Württemb. (unk. 1921) 98, 10
do. v. 1875 94,50
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 97,80
1¾ Griechen v. 1887 .
4 Italiener Rente . . . . 101,00
4½ Oeſterr. Silberrente 88,30
4 do. Goldrente . . . 90,75
4 do. einheitl. Rente . 83,90
3 Portug. unif. Serie I
3 do. unif. Serie III 64,60
3 do. Spezial
9,60
5 Rumänier v. 1903
4 do. v. 1890 . . 94,00
4 do. v. 1905 . . 86,10
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,60
4 do. v. 1902 . . . . 91,30
4½ do. v. 1905
. 98,90
3½ Schweden .
4 Serbier amort v. 1895 78,90
4 Türk. Admin. v. 1963 77,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,60
4 Ungar. Goldrente . . . 84,80
4 do. Staatsrente . . 82,90

3f.
In Proz.
5 Argentinier
99,30
do.
83,00
4½ Chile Gold=Anleihe. 92,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,20
do.
92,00
4½ Japaner . . . .
92,20
5 Innere Mexikaner . . . 67,00
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 70,0
Gold=Mexikaner . . . .
3½ Buenos Aires Prov. 68,60
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 144,00
7 Nordd. Lloyd. . . . . 126,90
6½ Südd. Eiſenb.=Geſell. 130,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5½ Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 * 115,00
6 Baltimore und Ohio 96½
7½ Schantungbahn . . . 138,30
8 Luxemb. Prince Henri 163,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22,50
6 Pennſylvania R. R. .
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger. . . 67,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 630,00
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

.. 266,10
30 Farbwerke Höchſt. . . 653,25
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 345,75
10 Cement Heidelberg . . 154,00
30 Chem. Werke Albert 451,00
15 Holzverkohl. Kon=
ſtanz
. . . . . . . 318,00
6 Lahmener . . . . . . . 126,00

In Proz.
Siöß.
Schuckert, Nürnberg . . 152,25
12 Siemens & Halske . 221,25
5 Bergmann Electr. . . 127,80
11 Deutſch. Ueberſee Electr. 180,50
0 Gummi Peter . . . . 88,50
30 Adler=Fahrradwerke
391,75
Kleyer..
9 Maſchinenf. Badenia 138,20
0 Wittener Stahlröhren
10 Steana Romana Petr. 151,60
15 Zellſtoff Waldhof . . 227,00
12.83 Bad. Zucker=Wag=
211,50
häuſel .
0 Neue Boden=A. A.=Geſ. 95,00
0 Südd. Immobilien . 61,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 168,25
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 227,25
10 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 145,10
10 Gelſenkirchener . . . . 196,00
11 Harpener . . . . . . . 189,70
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 243,80
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro
72,80
8 Laurahütte
.. . . 164,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 195,25
13
5 South Weſt Africa . 121,75
Prioritäts=
Obligationen.
½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 85,20
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie ..
4 Franz=Joſefs=Bahn
3 Prag=Duxer . . . . . . 73,60
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn 89,90
3
do.
76,30
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,00
4 Oeſt. Südb. (Lomb.). . 73,60

Bf.
In Proz.
29/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,70
3 Raab=Oedenburg . . . 77,90
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt . . . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,20
do.
87,00
4 Wladichawchas . . . . 87,50
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . . 70,60
do.
4½
86,00
24/ Livorneſer . . . . . 70,10
3 Salonique=Monaſtir. . 62,80
4 Bagdadbahn . .
78,75
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,75
4 Miſſouri=Pacific . . . 94,50
4 Northern=Pacific . . . 96,00
4 Southern=Pacific
92,70
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 101,0
5 Tehuantepec . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . 192,50
7½ Bergiſch= Märkiſche
Bank . . . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164,30
6½ Darmſtädter Bank . 123,30
12½ Deutſche Bank . . . 260,00
6 Deutſche Vereinsbank . 122,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,75
10 Diskonto=Kommandit 196,00
8½ Dresdener Bank . . 158,20
10 Frankf. Hypoth.=B. 217,00
½ Mitteld. Kreditbank 120,90
7 Nationalb. f. Deutſchl. 118,50
7 Pfälziſche Bank . . . 129,00
6.95 Reichsbank . . . . . 140,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 133,00
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 104,00
7½ Wiener Bankverein . 139½
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,8

In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Ban!
. 86,20
S. 19
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 94,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 96,50
85,50.
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
84,50
do.
4 Heff. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 .
96,70
S. 14, 15, 17, 24/26
1823 .
96,70
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 . . . 84,56
S. 35
85,10
S. 911.
85,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,60
do.
86,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 94,00
3½ do. (unk. 1914) . . 85,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,90
do.
3½
88,00
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
95,30
3½ do.
4 Frankfurt.
96,50
3½ do.
96,50
4 Gießen
95,10
3½ do.
85,50
4 Heidelberg
94,50
3½ do.
86,00
4 Karlsruhe.
96,00
3½ do.
86,60
4 Magdeburg
4 Mainz
3½ do.
87,50
Mannheim
95,30
½ do.
88,00
4 München
96,90
3½ Nauheim
-
4 Nürnberg.
95,40
do.
-
4 Offenbach

3½ Offenbach
89,90
4 Wiesbaden
3½ do.
-
4 Worms . . . . . . .
3½ do.
84,25
4 Liſſabonner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 17600
3½ Cöln=Mindner 100 141,50
3 Holl. Komm. fl. 100 11580
3 Madrider . . Fs. 100 77,60
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 141,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 181,00
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 97,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
. fl. 7 34,00
Augsburger .
Braunſchweiger Tlr. 20
Fs. 15
Freiburger .
Fs. 45
Mailänder
Fs. 10 41,00
do.
ſl. 7
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858 fl. 100 553,00
Ungar. Staats . . fl. 100 43980
Venediger . . . . Fs. 30 74,90
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,00
Gold, Silber und
Banknoten.
20,41
Engl. Sovereigns
16,23
20 Francs=Stücke
4,19½
Amerikaniſche Noten
20,44
Engliſche Noten
80,10
Franzöſiſche Noten
169,50
Holländiſche Noten.
81,05
Italieniſche Noten
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten
Schweizer Noten . . .81
Reichsbank=Diskonto . 4
Reichsbank=Lombard Zsl. 5

[ ][  ][ ]

Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Nummer 46.

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Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

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ſich: 1 Jagdhund. 2 Pinſcher, 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde
nnen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
uerden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
elbſt
jeden Werktag, vormittaas 10 Uhr, ſtatt.
(4455

Aenderung des § 9 des Ortsbauſtatuts für
die Stadt Darmſtadt, vom 29. April 1910.

Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 11. Sep=
liernber
1913, nach Begutachtung durch den Kreisausſchuß, und mit
Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom 31. Januar
914 zu Nr. M. d. J. 1751 werden die in § 9 des Ortsbauſtatuts für
Die Stadt Darmſtadt vom 29. April 1910 unter Satz 1 und deſſen
Ordnungs=Nummer 1 erlaſſenen Beſtimmungen hiermit aufgehoben
n d durch folgende Vorſchrift erſetzt, die ſofort in Kraft tritt.
§ 9.
Die Anlieger haben nach Maßgabe der Vorſchriften der Artikel 21
ier Allgemeinen Bauordnung und 197 IIa der Städteordnung zu
friagen:
1. den Aufwand für den Erwerb des für die Straßen, einſchließ=
lich
der Straßenkreuzungen, erforderlichen Geländes, und zwar
in zweiſeitig bebaubaren Straßen je die Hälfte bis zu einer
Breite von je 10 Meter, in einſeitig bebaubaren Straßen und
in Straßen an Plätzen bis zu einer Breite von 12 Meter.
Darmſtadt, den 12. Februar 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Jaeger.
(4490gg

Schnaken=Vertilgung.

Die Stadtverordneten=Verſammlung hat in ihrer Sitzung am
9. Januar 1914 beſchloſſen, zur Bekämpfung der Schnakenplage die
eller in den Gebäuden des Stadtbezirks, ſoweit nötig, auf Koſten
An Stadt mit Inſektizid beſpritzen zu laſſen. Dabei ſollen nicht die
bſamten Kellerwände beſpritzt werden, ſondern nur die Stellen, an
nen überwinternde Schnaken feſtzuſtellen ſind.
Mit dieſer Arbeit wird in den nächſten Tagen begonnen. Es
hofiehlt ſich, Gefäße, in denen Nahrungsmittel aufbewahrt werden,
Ur ie die offen lagernden Lebens= und Genußmittel in den Kellern
li Tüchern, Säcken, Holzdeckeln oder ſonſtigen geeigneten Gegen=
mſi
den vor Beginn der Arbeiten vorſorglich zu bedecken.
Die geſamte Leitung der Winterbekämpfung iſt dem Stadtbau=
übertragen
. Zur Ausführung der Arbeit werden nur zuver=
ſge
, ältere Leute verwendet. Die Arbeiter werden mit Ausweis=
lte
nen verſehen, die vor Beginn der Arbeiten vorzuzeigen ſind.
ſiwer Hinweis auf die nachſtehend abgedruckte Polizeiverordnung er=
icse
ich die Grundſtückseigentümer und die Mieter von Kellern, ihre
ſſel er den mit der Schnakenvertilgung beauftragten Perſonen zu=
rglich
zu machen.
Darmſtadt, den 9. Februar 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Polizeiverordnung.

Auf Grund des Artikel 64 der Kreis= und Provinzialordnung
ſim 8. Juli 1911 wird nach Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes mit
ſtrehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 29, Januar
s zu Nr. M. d. J. II. 464 für den Kreis Darmſtadt verordnet,
ſt: folgt:
§ 1.
Wenn die Gemeindeverwaltungen die Bekämpfung der Schnaken=
ſtge
beſchließen und vornehmen, ſind die Grundſtückseigentümer
br falls die Grundſtücke vermietet oder verpachtet ſind, die Mieter
r Pächter, ſoweit ſie nicht nachſtehend zu einer unmittelbaren
Atwirkung hierbei berufen ſind, zur Duldung der gemeindepolizei=
iſſſen
Maßnahmen verpflichtet.
Jeder Verpflichtete hat auf Aufforderung der Ortspolizei=
ſtiede
in ſeinen Kellern mindeſtens einmal in der dazu geeigneten,
Uhr der Ortspolizeibehörde bezeichneten Zeit und zwar bei Froſt=
Ißtter, die überwinterten Schnaken durch Ausbrennen oder, wo dies
Aſht angängig iſt, durch Ausräuchern zu vernichten.
§ 3.
Jeder Verpflichtete hat auf Aufforderung der Ortspolizeibehörde
Unden von ihr bezeichneten Orts= und Gemarkungsteilen in den
Anaten April bis September einſchließlich mindeſtens einmal
Imastlich die auf ſeinem Grundſtück befindlichen Jauchen= und Abort=
übin
mit einem zur Vernichtung der Schnakenbrut geeigneten
tel (Saprol, Petroleum oder dgl.) zu übergießen.
§ 4.
Falls die Verpflichteten ungeachtet der Aufforderung der Orts=
Allze ibehörden die ihnen nach den §§ 2 und 3 obliegenden Maß=
Alimen nicht ausführen, ſo ſind die Ortspolizeibehörden berechtigt,
Erforderliche auf Koſten der Säumigen zu veranlaſſen.
§ 5.
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der §§ 2 und 3
hiem nach geeigneter Verwarnung auf Grund des Artikel 64 der
s und Provinzialordnung vom 8. Juli 1911 mit Geldſtrafe bis
0 Mark beſtraft werden.
§ 6.
Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag ihrer Verkündigung in Kraft.
Mit dem gleichen Tage iſt die Polizeiverordnung, betr. die
inapfung der Schnakenplage, vom 11. März 1911 aufgehoben.
Darmſtadt, den 6. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
(4367sgo

Lieferung von Schlachtſcheinen.

Die Lieferung des Bedarfs an Schlachtſcheinen für den ſtädti=
Schlachthof für das Verwaltungsjahr 1914 ſoll vergeben werden.
Lieferungsbedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer 52, zur
ſtahtt offen. Eine Verſendung dieſer Bedingungen findet nicht ſtatt.
Ungebote ſind unter Beifügung von Papiermuſtern bis längſtens
Attag, den 23. Februar ds. Js., einzureichen.
(4395sg
Darmſtadt, den 12. Februar 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Mueller.

nm= und Brennholz=Verſteigerung.

Mintag, den 16. und Dienstag, den 17. Februar,
Min tags 9 Uhr anfangend, werden im Ober=Ramſtädter Ge=
mitewald
, Diſtrikt Günkelbach, nachbenannte Holzſortimente an
Oind Stelle verſteigert:
Kiefern=Stämme v. 2738 cm mittl. Durchm., 59 m Länge
Lärchen=
2035
20
1741
Frichten=
1022 .
Weiter, rm: 2 Buchen, 2 Eichen, 86 Kiefern, 4 Fichten;
üppel, rm: 4 Buchen, 4 Eichen, 48 Kiefern, 8 Lärchen, 35 Fichten;
Rſigg: 1590 Stück Lärchen= und Fichten=Wellen;
Pcke, rm: 22 Kiefern, 3 Lärchen, 36 Fichten.
Deie Stämme (meiſtens Schnittholz) werden am erſten, das
Buſholz am zweiten Tag verſteigert.
Quſammenkunft an beiden Tagen am Diſtrikt Günkelbach auf
lteen Nieder=Modauerweg.
O ber=Ramſtadt, den 9. Februar 1914.
(4158dsg
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.

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Brkanntmachung.

Die Holzverſteigerung vom
12. Februar I. J. im Domanial=
wald
Frankenſtein iſt geneh=
migt
. Die Abfuhrſcheine können
vom 20. Februar an bei den zu=
ſtändigen
Kaſſenſtellen eingelöſt
werden.
(4451
Ueberweiſung und erſter Ab=
fahrtag
Samstag, 21. Februar
lfd. Js.
Eberſtadt, 13. Februar 1914.
Großh. Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.

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Verwaltungsrechenſchaftsbericht für das Verwaltungsjahr 1912.

Der Verwaltungsrechenſchaftsbericht für das Verwaltungsjahr
1912 ſowie die Rechnungen der Stadtkaſſe und der übrigen ſtädt.
Kaſſen für das Rechnungsjahr 1912 und der ſtädt. Sparkaſſe für
das Kalenderjahr 1912 liegen von Donnerstag, den 12. Februar
ds. Js. bis einſchl. Mittwoch, den 18. Februar ds. Js., gemäß
Art. 180 der Städteordnung, im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, wäh=
rend
der Dienſtſtunden offen.
Während der Offenlegungsfriſt kann jeder Beteiligte von der
Rechnung und dem Verwaltungsrechenſchaftsbericht Einſicht nehmen
und ſchriftliche Bemerkungen bei mir einreichen.
Darmſtadt, den 10. Februar 1914.
(4159dg
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.

Vergebung von Bauarbeiten.

Die nachſtehenden Arbeiten für den inneren Ausbau des Ver=
waltungsgebäudes
der Landwirtſchaftskammer in der Allee zu Darm=
ſtadt
werden unter Hinweis auf den Miniſterialerlaß vom 16. Juni
1893 und deſſen Nachtrag vom 24. Februar 1911 zum öffentlichen
Wettbewerb ausgeſchrieben:
1. Glaſerarbeit: 256 qm einfache Fenſter, 20 qm Verglaſung
von Oberlichter, Glasabſchlüſſen ꝛc.
2. Schreinerarbeit: 117 Stück Türen, 11 Stück Glasabſchlüſſe,
1010 qm Fußböden, 1200 lfd. m Fußſockel ꝛc.
3. Anſchlagerarbeit: 117 Stück Türen uſw.
4. Rolladen= und äußere Klappladenlieferung: 12 Stück
Rolladen, 32 Paar Klappläden.
5. Weißbinderarbeit: ca. 7000 qm Wand= und Deckenputz,
320 qm Oelfarbe auf Wände, desgl. 1354 am in Leimfarbe ꝛc.
6. Inſtallation: (Kanaliſation, Waſſer=Zu= und Ableitung,
Gasleitung): 145 m Rohrgraben, 90 m Tonrohre, 175 m
gußeiſerne Rohre, 180 m galv. Schmiedeeiſenrohr, ca. 50 in
ſchwarzes Eiſenrohr.
7. Linoleumarbeiten: 670 qm Linoleumbelag, 670 qm Eſtrich=
böden
.
Die Zeichnungen und Verdingungsunterlagen liegen von
Dienstag, den 17. ds. Mts., während der Dienſtſtunden auf unſerem
Amte (Rheinſtraße 34, II.) zur Einſicht offen.
Angebotsformulare werden gegen Erſtattung der Selbſtkoſten
abgegeben. Ein Berſand nach auswärts findet nicht ſtatt.
Die Angebote ſind verſchloſſen, portofrei, mit entſprechender
Aufſchrift verſehen bis Samstag, den 28. Februar, vormittags
10 Uhr, an uns einzureichen, an welchem Termin die Eröffnung der
Angebote im Beiſein der erſchienenen Bewerber erfolgt.
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Darmſtadt, den 14. Februar 1914.
(4475
Bauberatungsdienſt der Landwirtſchaftskammer
für das Großherzogtum Heſſen.
Thaler, Bauinſpektor.

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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Nummer 46,

Seit Beſtehen des coffeinfreien Kaffee
Hag braucht der Kaffeegenuß nicht mehr
verboten zu werden; Kaffee Hag, coffein=
freier
Bohnenkaffee, löſt keine Erregung
des Herzens aus.
Geheimrat Exzellenz von Leyden
(Vortrag Herzneuroſe u. d. Behandlung‟).

Briehinkels Sunndags=
Noochmitdags=Bedrachtunge.

Filliſter un Narren. Aaner ſo ſchläächt wie de anner.
Ebbes iwwer de Humohr. Ich bin leider kaa Fach=
mann
dodrinn. Was kaan Humohr is. Faßnachts=
jux
un Witz un ſo. Kannewall un Theater. Er=
laabt
is, was mer derf! Selzerwaſſer un Stimmung!
Tango un kaa Geld. Bei’s Herr Kaiſer’s ſieht’s
ſchei aus.
Alſo nemlich, mir lewe ewe in de Zeit vun de Faß=
nacht
, un des is die Zeit, wo alle Menſche verrickt ſin.
Alle Menſche, ohne Ausnahm. Un ſogar mit bollezeilicher
Genehmigung ſind ſe verrickt, indem weil ſe nix degege
hat, un wann ſich aaner vum Babbedeckel e Nas ins Ge=
ſicht
bind ſo dick wie en Kerwes. Un alſo die verrickt
Menſchheit werd an Faßnacht in zwaa Kaddeſchorihe eige=
daalt
, un zwar in ſogenannte Narrn und in ſogenannte
Filliſter. Die Narrn, deß ſin diejeniche, welche wo ver=
rickt
werrn, weil ſe ſich iwwer die Faßnacht freie, un die
Filliſter ſin diejeniche, welche wo verrickt werrn, weil ſe
ſich iwwer die Faßnacht ärjern. Un die zwaa Kadde=
ſchorihe
ſin als mitunner gor net vun enanner zu unner=
ſcheide
, indem weil ſe in de meiſte Fäll iwwerhaubt gor
net wiſſe, wege warum ſe nu eigentlich ſo arg verrickt ſin.
Un wann mer ſe ſo ſchbreche heert, dann waaß mer gor
net, wem mer nu eigentlich glaawe ſoll un wer in dem
Fall recht hott. Nemlich die Narrn behaubte, ihr Verrickt=
heit
deß ſei nix annerſter, als wie unverfälſchter, ächter
Humohr, un die Filliſter behaubte, der Humohr deß ſei
nix annerſter, als wie unverfälſchte, bodenloſe Verricktheit.
Ich for mei Daal kann jo do jetzt eichentlich net mit=
rede
, indem weil ich, was den Humohr bedrifft, kaa Fach=
mann
bin. Ich hab e zu ernſt Jugend hinner mir, un hab
in meim Lewe ſchun ſo viel Una’genehmes dorchmache
miſſe, un hab ſchun ſoviel gelidde, daß ich ehnder waaß,
was kaa Humohr is. Vum richdiche, werkliche Humohr
hab ich kaa blaß Ahnung, und deſſentwege kann ich’saach gor
net begreife, warum die Leit immer lache, wann ich was
Ernſthaftes ſag; un wann ich emol werklich en Witz mach,
dann merkts niemand. Wie geſagt, ich bin an un for mich
zu diefſinnich un zu ſchwermiedich veralagt, ich nemm deß
Läwe vieler zu ernſt, ſunſt dhet ich Ihne bei dere Gelegent=
heit
emol zeige, was Humohr is.
Awwer was kaa Humohr is, dodrinn bin ich ſchun
beſſer beſchlage, dodrinn kann ich mitredde, un weil ich

nu doch emol an de Faßnacht bin, deſſentwege will ich
emol aus meim Herz kaa Mördergrub mache. Nemlich mer
ſoll gar net glaawe, was ausgerechent an Faßnacht die
Leit alles in die Hend geſchtobbt krieje unner dem Vor=
wand
, es weer Humohr. Odder nenne Sie deß valleicht
Humohr, wann mer,ahnungslos wie mer nu emol is, in eme
ſogenannte kannewalliſtiſche Kunzert ſitzt un es ſchießt
aam ganer mit eme Holzrewolwer e Luftſchlang wedder
de Wärrſching, un e annerer geht her un werft aam en
halwe Zentner Kunfäddie, deß wo er im Schweiße ſeines
Angeſichts uff de Erd zuſammegeleſe hott, ins Maul enei,
daß die Backzille reſchementerweis um aam erumſchwirrn,
un daß mer e halb Stund lang nooch Luft ſchnabbt, wie
e Fuſch im Druckene. Odder wann aam e Närrin aus
lauter Zuneigung un Liewe mit ere Paufedder odder mit
eme alte Staabwedel in de Faßad erumbinſelt unner dem
lächerliche Vorwand, deß wer Kannefall; un wann mer
ſich en derardiche Faßnachtsjur verbidde dhut, dann werd
gach noch behaubt, mer hett kaan Sinn for en gude Witz.
Ja, iwwerhaubt die Witz. Alſo ich vun mir aus bin
jo gewiß net ſo, un ich kann in dere Beziehung ſchun en
Stimmel verdrage, un ich waaß aach, daß unſer gud
Darmſtädter Gemiedlichkeit ohne en Schuß Grobheit, un
ohne en ſaffdiche Ausdruck gor net auskimmt, un daß unſer
Heinerhumohr e bische en bizzeliche Beigeſchmack hott, den
wvo awwer der Kenner grad ſchätze dhut. Awwer ich maan
halt, es dhete im Kannevall als emol Witz gemacht werrn,
die wo mit Humohr gornix zu dhu hawwe, ganz beſun=
ners
net mit unſerm Darmſtädter Humohr! Wann zum
Beiſchbiel ſo e Orſchinahlbüdderedner ſich im Johr
iwwer ſo e paar Witz geſammelt hott, daß es em zu eme
Orſchinahl=Vordrag langt, dann krickt er gewehnlich
die beſte erausgeſtriche. Wann er den Vordrag dann
awwer halte dhut, dann bringt er in de Uffregung mit=
unner
die geſtrichene Witz doch, un blamiert ſich un de
ganze Kannevall. Deß war nu leider ſchun vor zwanßig
Johr ſo un is heit noch net annerſter, im Gegedaal, ich
maan als, je mehr mer ſich Mieh gibt, derardiche Witz zu
vermeide, deſto ſchlimmer dhets werrn.
Iwwrigens, an unſerm Hoftheater werrn ewe aach
als emol Witz gemacht in de verſchiedene Theater=
ſticker
, die wo mit Humohr, un beſunners mit Hoftheater=
humohr
, aach nix zu dhu hawwe. Deß is neilich im
Blättche ſchun emol ſehr richdich geſagt worrn. Nemlich
an Faßnacht hott mer ſich dra gewöhnt, e Ausnahme=
morahl
gelte zu loſſe nooch dem Grundſatz: Erlaabt is,
was gefellt entgege dem ſunſtiche gilldiche Grundſatz:
Erlaabt is, was ſich ziemt Un ich mecht noch dezufiege,
daß mer an Faßnacht ach ſage kann: Erlaabt is, wos mer
derf! dann ſolang ſich des pp. Publikumm derardiche
Witz un Boſſe gefalle leßt, ſolang derf mer’s. Deß kann
doch kaaner eweg diſchbediern.
Ich will jo domit dene verſchiedene Entgleiſunge
dorchaus net die Stang halte, oh Kondrollehr, awwer
deß is doch emol richdich, daß die Theatervorſtellunge un
Kannewallsveranſtaldunge, in dene wo ſo e bißche wos
drin vorkimmt, grad am beſte beſucht werrn, ewe deßwege.
Vor zehe Johr hott mer beiſchbielsmeßig wege dem
Obernball die ganz Reſſedenz uff de Kobb geſtellt un
hott net ehr geruht, bis er net mehr uffgefiehrt is worrn.
Heit find mer abſelud nix mehr debei. Alſo deſſentweg

maan ich, wann ſich die morahliſche Aſchauunge in Punkto
Kannewall net gebeſſert hawwe, ſo hott ſich deß des ver=
ehrlichſte
pp. Publigum ſelbſt in die Schuh zu ſchiewe. Nu
gibt’s jo aach noch ſo ſunnerbare Heilige, die wo ſich
wedder driwwer uffrege und kenne’s net begreife, wo all
die Leit herkumme und des Geld for die maſſenhafte Ver=
gniege
. Bei dene Zeite! Ja, im erſte Moment kennt
mer jo do gach ſtutzig werrn, indem daß die Einwohner=
zahl
in Darmſtadt abnimmt, un die Vergniege nemme zu,
trotz Billjäddſteier, Awwer bei Licht bedracht is die Rech=
nung
ganz eifach, dann ſo e Vergniege an ſich koſt net
viel, awwer uff dem Vergniege ſelbſt werd nix ausgewe.
Die Schinkebrödcher werrn mitgebracht un die ganz Nacht
werd a Flaſch Wei gedrunke un zehe Fläſchjer Waſſer,
un dodezu werd Tango gedanzt un Ohneſtebb un Mit=
ſtebb
un ſo. Awwer Tango un Selzerwaſſer gibt kaa
Stimmung, ſundern e gud Gläsche Wei un e fröhlich
Gemied un en luſtige Walzer, deß gibt Stimmung!
Awwer der Tango un die ganz engliſch Danzerei, deß is
lauter Lohkees, deß baßt ins Drackaderio un in die Bar,
uff waaſche Debbſch un in Zigarettedamb. Der ganze
Schwindel is ſo undeitſch, daß mer eigentlich kaa Wort=
driwwer
zu verliern braicht. Leider kann mer ſich aach
net dagege weern. Deß haaßt, mir hawwe jo en Verein
zur Hewung des Deitſchtums im Ausland awwer
der kann ſich net domit befaſſe; un ſo needich der Verein
is, noch needicher wers awwer en Verein zur Hewung
des Deitſchtums im Inland‟
Awwer freilich die Vereinskreem koſte Geld und
Tango un kaa Geld, deß is aans ſo ſchläächt wie’s anner,
nemlich beim Tangodanze un wann mer kaa Geld hott
do dhut mer als wann mer kennt und wollt net. Iwwri=
gens
weil mer grad am Geld ſin. Bei’s Herr Kaiſers in
Berlin ſcheints aach ſchei auszuſehe, weil de Herr Kaiſen
unner die Holzmacher gange is. Freilich es haaßt ja, deſ
deht er vun wege ſeine Geſundheit. Jau, deß kenn
mer, wann heit aaner kaa Geld hott for e Summerras
dann ſeegt er aach, de Dokter hett em es Eiſebohfahr
verbodde; un wie ich vorhin ſchun geſagt hab, wann aane
uff e Vergniege geht und drinkt Selzerwaſſer, dann dhm
er deß aach net, wege weil er kaa Geld hott, ſundern as
wege ſeine Geſundheit. Un wann’s bei Herr Kaiſen
jetzt e bißche habert mit dem Sporres Raſſel, dann brauch
mer ſich net zu wunnern, deß ganze vorige Johr, nix wie
Feſtlichkeite un Eſſe, und ſo, no un dann hott er doch aach
ſei Dochder ausſtaffiern miſſe, deß werd gach e pagl
ſcheene Mak gekoſt hawwe, un neilich wege dem Zaber=
kram
die Dellefoniererei, deß laaft ins Geld. Zu
lem Unglick kimmt aach noch die Wehrſteier, deß werd aach
een ſcheene Butze ſei, deß wo em die Steierſcheometer do
eraus diffidiert hawwe. No, un wann mer deß alles in
Bedracht zieht, dann kann mer ſem net verdenke, wanne
ſich dorch Holzklaamache un ſo e bißche wos neweber
diene will. Awwer er ſoll nor aach gewe, daß es die
Steiereiſchätzungskommiſſion net erfehrt, dann uff ſo klaane
Neweverdienſte ſin die beſunners ſchafff. Freilich,ich
hett jo nett gedenkt, daß er ſich ſei Brod emol ſo ſaue
verdiene mißt, un ich hett gedenkt, ſoe paar reich
Schbeetzel dhete m im Notfall emol unner die Aem
greife. Awwer es geht em halt wie’s mir aach ſchün
gange is un wie’s im Schbrichwort deitlich haaße dhu
Freunde in der Not, gehn e paar Hunnert uffs Grammſ
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Nummer 46.

Seite 13.

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GSabi ſchlug die Augen nieder und ſchwieg eine Weile.
ms ſagte ſie zögernd: Es iſt alſo Ihr Ernſt, Sie wollen
ih das arme Tippfräulein, wirklich und wahrhaftig hei=
fen
, Herr Graf?
Ja, ſagte er lebhaft, das will ich, mein geliebtes
ſldahen, und damit erfüllte ſich der ſchönſte Traum mei=
l
Lebens, an deſſen Verwirklichungsmöglichkeit ich be=
Aisnzu zweifeln begann. Was mir ſeit Jahren als Ideal
reſſchwebt hat, vermag ich nun endlich durch die Praxis
betweiſen. Ich zeige meinen Standesgenoſſen, wo der
Wel zur geiſtigen und leiblichen Regeneration eines al=
ceſchlechts
anzuſetzen iſt, und ſichere mir zugleich mein
nites perſönliches Glück. Ich muß ſelbſt ſagen, auf
o vollkommene Ergänzung und Verſchmelzung von
Donie und Wirklichkeit habe ich nie zu hoffen gewagt.
e PPerſönlichkeit paßt ganz wunderbar in den gegebe=
ſahmen
hinein, und dabei zeigt ſie doch ein neues,
ſartiges Bild von erfriſchendem Reiz.
Lebhafte Bewunderung ſtrahlte ihr aus ſeinen Augen
egen, und nun nahm er auch noch ihre Hände, küßte
Anberünſtig und blickte ſie dabei bittend an. Das machte
der Erwarten, befangen, und auf den Stuhl deu=
der
auf der anderen Seite des Tiſches ſtand, ſagte
Meetzen Sie ſich lieber wieder, Herr Graf, es iſt beſſer.
müſſen in Ruhe miteinander reden. Ich gebe zu, Sie

eter e e e e e
und, in aller Unſchuld, ein Egoiſt. Sie ſprechen immer
nur von ſich, Ihren Gefühlen und Abſichten. Was ich
dabei empfinde, beunruhigt Sie nicht. Ihrer Werbung
haftet unwillkürlich ein gutes Teil Herablaſſung an, und
Sie denken natürlich, die kleine Tippmamſell wird mit
beiden Händen zugreifen und beſeligt ſein, Frau Gräfin
zu werden.
Nein, ſagte er ernſt. Sie irren. Ich weiß, Sie kennen
ganz genau Ihren eigenen Wert, und was andere locken
würde, blendet Sie nicht. Indeſſen, mir ſcheint, ganz ein=
ſeitig
ſind meine Gefühle nicht. Freundſchaft und Sym=
pathie
bringen Sie mir in reichem Maße entgegen, und
mit der Zeit, wenn Sie mich näher kennen lernen, kann
daraus noch etwas anderes und beſſeres werden.
Vielleicht, meinte ſie, vielleicht auch nicht. Jedenfalls
muß ich mir die Sache, fern von Ihnen, einmal gründlich
überlegen, und auch Sie, Herr Graf, bedürfen einer län=
geren
Bedenkzeit. Ehe Sie ſich unter ſo ungewöhnlichen
Umſtänden eventuell für das Leben binden, müſſen Sie
Ihrer eigenen Gefühle ſicher ſein. Wer weiß, vielleicht
iſt Ihre Liebe gar nicht ſo ſtark, wie Sie glauben, viel=
leicht
würde ſie die Feuerprobe nicht beſtehen.
Er ſchüttelte den Kopf. Das ſind Ausflüchte, Fräu=
lein
Schacht. Ich für meine Perſon brauche keine Bedenk=
eit
, und meine Neigung für Sie wird ſich in jeder Le=
benslage
als unerſchütterlich bewähren. So laut und deut=
lich
wie bei Ihnen ſprach mein Herz noch nie.
Gabi ſah ihren Verehrer forſchend an. Man ſagt aber,
Ihr Herz gehöre im Grunde ſchon längſt einer andern.

in er e e e er e
Jugendfreundin.
Er wurde rot und ſprang wieder auf; dann ſagte er
ſchnell: Alſo, das haben Sie auch gehört. Es ſtimmt und
ſtimmt auch wieder nicht. Meine kleine Margitta und ich,
wir haben uns lieb, wie nun, wie nahe Verwandte
und gute Freunde, möglicherweiſe auch noch etwas mehr,
aber eine Erfüllung dieſer Liebe war von Anfang an völ=
lig
ausgeſchloſſen und verblaßte wie der Mond vor der
Sonne, als Sie, die leibhaftige Erfüllung meiner Sehn=
ſucht
, in mein Leben traten.
Und was ſagen Ihre Eltern zu ihrem Plan, fragte
Gabi. Haben Sie ihre Einwilligung, Herr Graf?
Noch nicht, war die Antwort, aber das tut nichts.
Sie iſt in dieſem Falle, wenn auch erwünſcht, ſo doch nicht
entſcheidend. Ich bin mein eigener Herr und habe mein
eigenes, großes Vermögen. Mit der Zeit werden meine
Verwandten ſich mit meiner Wahl ſchon ausſöhnen und
einſehen, daß Sie, Fräulein Schacht, eine Ausnahme ſind,
eine unter Tauſenden, und Sie nachträglich willkommen
heißen.
Das genügt mir aber nicht, meinte Gabi kühl. Nie
und nimmer würde ich einen Mann heiraten, deſſen Fa=
milie
mich nur duldet. Heute früh kam die Gräfin zu uns
ins Archiv, und der Blick, mit dem ſie mich muſterte, war
ſo kritiſch und geringſchätzig, daß er mich direkt verletzte.
Auch die Baronin Troſſach beehrt mich mit ihrer allerhöch=
ſten
Ungnade, wenn ſie zufällig mit mir zuſammentrifft.
Wäre ich eine vornehme junge Dame, ich hätte mehr Glück
bei den beiden Damen.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Nummer 46.

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Aber nicht bei mir, meinte Graf Dietrich eifrig. Im
Gegenteil, Sie hätten dann nicht die geringſte Anziehungs=
kraft
auf mich ausgeübt.
Ein ſpitzbübiſches Lächeln huſchte über Gabis Ge=
ſicht
. Ja, meinte ſie, wenn wir uns von dieſer Vor=
ausſetzung
von Anfang an begegnet wären, glaube ich
das wohl, aber welchen Eindruck würde es auf Sie ma=
chen
, wenn ich mich plötzlich als Ihre Standesgenoſſin,
als Baroneſſe von KYZ entpuppte? Wenn Sie mich,
das heißt meine eigenſte Perſönlichkeit, wirklich lieben;
müßte Ihre Neigung auch dieſen, Wechſel glücklich über=
ſtehen
.
Er ſah unſicher und beunruhigt aus. Ich bitte Sie,
ſagte er, weshalb eine ſo unmögliche und peinliche Situa=
tion
in Erwägung ziehen? Die Wartezeit, die Sie mir
auferlegen, iſt ſchlimm genug, aber,es ſoll alles geſchehen,
wie Sie wünſchen. Solange Sie noch hier ſind, bleibt al=
les
beim alten, ſobald ich jedoch hier abkömmlich bin, folge
ich Ihnen nach Berlin und hole mir Ihr Jawort.
Pardon, meine Antwort, verbeſſerte Gabi ſchnell.
Wie ſie ausfällt, bleibt abzuwarten. Erſt, wenn ich wieder
in meiner eigenen Häuslichkeit, in der gewohnten Um=
gebung
bin, kann ich über mein Schickſal entſcheiden. Bis
dahin miſſen Sie ſich gedulden, Herr Graf.
Treſſenſtein ſeufzte, aber im Grunde war ihm der
Aufſchub nicht unwillkommen. In der Erregung hätte er
etwas voreilig gehandelt und war Gabi dankbar, daß
ſie ſeine Stimmung nicht ſogleich ausnutzte. Er glaubte
zwar, ſeiner eigenen Gefühle ganz ſicher zu ſein, empfand
es aber doch als Notwendigkeit, ſeiner Stiefmutter gegen=
über
in dieſer Angelegenheit rückſichtsvoll und maßvoll
vorzugehen. Ihre Warnungen ſchreckten ihn nicht. Er

er und ieder Rlichuig hin deir zuveſch und welle
ihr Zeit laſſen, ihre Nachforſchungen in Berlin zu be=
enden
. Gabi hatte, ſeiner Anſicht nach, von denſelben
nichts zu befürchten, und daß ſie bis zuletzt ihre Zurück=
haltung
beibehielt und keine vorzeitige Annäherung ge=
ſtattete
, war in ſeinen Augen nur ein Vorzug mehr. Dem
Naturkinde, das er in ihr ſah und ſuchte, hätte eine ſtür=
miſche
Hingabe wohl angeſtanden, die künftige Gräfin
Treſſenſtein aber ſollte in allen Lebenslagen Würde, Maß
und Haltung bewahren, und ſo war er vorläufig zufrieden
mit dem, was ſie ihm gab und gewährte. Das Beſte ſollte
erſt noch kommen.
Inzwiſchen nutzten die Geſchwiſter Troſſach, das heißt
Margitta und ihr Bruder Max, ihre Zeit in Hellborn auf
andere Weiſe und gaben ſich mit lebhaftem Eifer einer
neuen Tätigkeit hin, welche durch die Stiftsdame ange=
regt
worden war.
In ihrer draſtiſchen, humorvollen Weiſe hatte dieſe
eines Tages zu Margitta geſagt:
Höre, Kind, Du biſt kein Jammerlappen und nicht ſo
wehleidig und töricht wie Deine Mutter, aber daß Du
Dich grämſt, ſieht man Dir an. Liegt Dir denn ſo viel
an dem närriſchen Kerl, dem Grafen Dietrich Treſſen=
ſtein
?
Margitta hob ihre ſchönen, ernſten Augen zu der
Sprecherin auf, und von ihren Lippen kam nur das eine
Wort: Alles!
Du gönnſt ihn dem niedlichen Tippfräulein nicht?
Nein, Tante Alexandra, ich haſſe ſie von ganzem
Herzen.
Hm, meinte die Stiftsdame, das iſt weder chriſtlich
noch weiſe, aber verliebte Leute bewegen ſich immer in

Extremen. Ich glaubte übrigens, Du ſeieſt Kum
gewohnt.
Wie meinſt Du das?
Nun, ſo viel ich weiß, hat der gute Junge Dir ſchö
wiederholt geſagt, daß er Dich ſeiner Prinzipien weg
nicht heiraten kann und nach einer unebenbürtigen
Umſchau hält.
Ein halb wehmütiges, halb ſchelmiſches Lächel
flog über Margittas Geſicht.
Ach, ſagte ſie, das hatte bisher nicht viel zu bedei
In der Theorie gab er ſich dieſen Gedanken und Beſ
bungen hin, in der Praxis gehörte ſeine Neigungun
ſein ganzes Vertrauen mir, und das Bewußtſein unſen
inneren Zuſammengehörigkeit verließ mich nien
meinte, wenn ich nur Geduld hätte und ihm Zeit ließ
käme ich doch noch zum erſehnten Ziel.
Nun, und jetzt? fragte die Stiftsdame teilnehmen
Tränen umflorten Margittas Blick. Jetzt iſt mei
Zuverſicht dahin, ſagte ſie traurig, er iſt anders, gall
anders als ſonſt. Eine Zeitlang mied er mich ſogar
hatte Heimlichkeiten, neuerdings macht er aber keinHehll
mehr aus ſeinen Gefühlen für Fräulein Schacht und preiſ
mir gegenüber in naiver Rückſichtsloſigkeit ihre Vorzüſ
Daß er mir damit unbeſchreiblich weh tut, begreiſt
nicht und ich bin überzeugt, dieſes fremde Mädchenſtiehlt
mir mein Glück
Na, ſtehlen iſt ein bißchen viel geſagt, meinted
Stiftsdame trocken, aber vielleicht nimmt ſie unbeſü
mert, was man ihr anbietet, ohne zu ahnen, daß ſie
andere dadurch beraubt.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 46.


V MATIONALE
HVGIENE-
AuWrertuné
DRETDEN
191

Hocz

Her ällgemeiſen Verbreitung von Persil gibt es immer noch Hausfrauen, die die hervor-
ragenden
Eigenschaften dieses selbsttätigen Waschmittels nicht voll auszunutzen verstehen.

nee
(
Provanie bevorzugt.

Die eine iſt das Marthahaus in Darmſtadt.
Es ſteht in Verbindung mit dem Diakoniſſenhaus Eliſa=
bethenſtift
, wird von Schweſtern dieſes Stiftes geleitet
und ſoll jungen Mädchen in einem einjährigen oder halb=
jährigen
Kurſus die wichtigſten Kenntniſſe des bürger=
lichen
Haushaltes vermitteln. Außerdem wird vom
Pfarrer Unterricht in Bibelkunde, Geſchichte, Kirchenge=
ſchichte
und Geographie, und vom Organiſten Singſtunde
erteilt, ſo daß hier für ſolche, die etwas lernen wollen,
recht gute Gelegenheit geboten iſt. Viele Mädchen, die
dieſen Unterricht durchlaufen haben, nehmen nachher Stel=
len
in beſſeren Häuſern an. Aber nicht minder dürfte ſich
dieſes Ausbildungsjahr lohnen, wenn die erworbenen
Kenntniſſe einmal im eigenen Haushalt verwertet werden.
Eine weſentlich andere Ausbildung will das Kin=
derlehrerinnenſeminar
des Diakoniſſenhauſes
Eliſabethenſtift ſeinen Zöglingen mitgeben. Haushal=
tungskenntniſſe
werden hier nicht erworben. Die Aus=
bildung
iſt vielmehr dieſelbe, wie ſie die Kleinkinderſchul=
ſchweſtern
für ihren Dienſt in der Kleinkinderpflege er=
halten
. Sie erſtreckt ſich auf wiſſenſchaftliche Fächer, wie
Kinderſeelenkunde, Kirchengeſchichte, Glaubenslehre, die
von den Pfarrern der Anſtalt erteilt werden. Sie beſteht
außerdem in einer gründlichen Einführung in den prak=
tiſchen
Dienſt der Kleinkinderſchule unter Leitung einer
erfahrenen Schweſter. Die Teilnahme am Geſangunter=
richt
der Schweſtern, die Möglichkeit, Unterricht im Har=
moniumſpiel
zu bekommen, die Beteiligung am Kinder=
gottesdienſt
, am Jungfrauenverein und den Andachten

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Seite

15

Vorbildung für den Hausfrauenberuf.
* Man ſchreibt uns: Daß eine Krankenpflegerin eine
eeignete Ausbildung braucht, um ihren Pflichten ge=
higen
zu können, weiß jedermann. Daß man nicht Tele=
Ahoniſtin oder Kontoriſtin oder Schneiderin ſein kann,
Apenn man von dieſen Dingen nichts verſteht, leuchtet ein.
AAber für den wichtigen Beruf des weiblichen Geſchlechtes,
ſſer Hausfrauen= und Mutterberuf, wird oft ſo wenig
rbildung geboten. Die hier nötigen Kenntniſſe und
ifahrungen müſſen dann nicht ſelten nachher mit Schmer=
und doppelter Mühe erworben werden. Nun kann ja
lerlich Erfahrung nie durch ſchulmäßig erworbene Vor=
Aumtniſſe erſetzt werden. Glücklich daher das junge Mäd=
Uheri, das an der Hand einer treuen Mutter in die Erfah=
Aung des Haushaltes und der Kinderpflege eingeführt
Aberden kann. Aber nicht jedes junge Mädchen hat dies
klück, und wer es hat, ſieht ſich auch nicht ohne Vorteil
Amnmal um, wie es anderwärts gemacht wird. Wir möch=
Amn hier auf zwei Ausbildungsſtätten hinweiſen, die in
Unngerem Lande noch mehr in Anſpruch genommen werden
Urmten.

und Vorträgen im Stift machen ein ſolches Jahr im Kin=
derlehrerinnenſeminar
für aufnahmefähige junge Mädchen
ſehr anregend und gewinnreich. Gewöhnlich wird von
den Schülerinnen erſtrebt, entweder im Dienſte des Stifts
in der Kinderpflege Verwendung zu finden oder mit dem
Zeugnis des Stifts verſehen in Familien als Stützen
oder Kinderfräuleins in Stellung zu kommen. Wir möch=
ten
jedoch auch einmal gerade darauf aufmerkſam machen,
wie wertvoll eine ſolche Ausbildung für zukünftige Haus=
frauen
und Mütter ſein kann. Daß ein junges Mädchen
den Haushalt erlernt, läßt man ſich ja ſchon gefallen. Es
handelt ſich aber ſpäter keineswegs nur darum, den Haus=
halt
zu führen; es handelt ſich auch um Kinderpflege und
Kindererziehung. Es handelt ſich zum Beiſpiel für eine
pflichtbewußte Pfarrfrau auf dem Lande darum, einen
Jungfrauenverein zu leiten, vielleicht dem Kindergottes=
dienſt
vorzuſtehen und den Frauen und Müttern der
Gemeinde in der Kinderpflege mit Rat und Tat an die
Hand zu gehen. Welchen Segen könnte es da bringen,
wenn einmal ſo ein Dienſtjahr im Kinderlehrerinnen=
ſeminar
des Eliſabethenſtiftes durchlaufen würde! Alſo
ziehe man dieſe Ausbildungsmöglichkeit einmal in Be=
tracht
, auch wenn man nicht gezwungen iſt, ſie zum Brot=
erwerb
in Anſpruch zu nehmen. Als Vorbildung wird
nur diejenige der Volksſchule unbedingt gefordert; aller=
dings
ſind gute geiſtige Fähigkeiten nötig, um den An=
forderungen
des Unterrichts gerecht zu werden. Nähere
Auskunft erteilt der Hausvorſtand des Eliſabethenſtifts
zu Darmſtadt.

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GebrauchsAnweisung

ar Weisscäserle
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Lauge, bringt sie langsam zum Kochen und läßt sie nur einmal ½½ Stunde unter zeitweiligem
Umrühren kochen. Nach dem Rochen bleibt die Wäsche einige Zeit in der Lauge stehen
und wird dann einigemal in klarem, möglichst warmem bis heißem Wasser sorgfältig ausgespült.
jede Zutat von Seife, Seifenpulver oder anderen Waschmitteln ist unbedingt zu vermeiden, da diese
die selbsttätige Wirkung von Persil nur beeinträchtigen und dessen Gebrauch unnütz verteuern!
Zu empfehlen ist ein Einweichen der Wäsche in Henkel’s Bleich-Soda.

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(darin etwa ½ Stunde geschwenkt (also nicht gekocht!). Besondere Schmutzstellen reibt man
deicht über der Hand nach. Nach gutem, wiederholtem Ausspülen wird die Wäsche ausge-
drückt
, nicht ausgewrungen! Das Trocknen darf an nicht zu heissen Orten, auch nicht un-
mittelbar
an der Sonne geschehen. Gestrickte Sachen sind nach Möglichkeit liegend zu trocknen.

Nach solchem Waschen mit Persil wird die Wolle nie filzig, sondern
bleibt locker und griffig, Krankenwäsche wird gleichzeitig völlig frei
von Krankheitskeimen, da Persil nach wissenschaftlichen Feststellungen
stark hakterientötend wirkt und zwar schon in handwarmer Lauge.

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[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

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Seite 18.

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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Nummer 40

Berliner Stimmungsbilder.
Von Paul Lindenberg.

(Nachdruck verboten.)
ſſer Zug des Todes Seine frühere Darſtellung und
ſne heutige. Der Senſenmann als Chauffeur. Die
ttoraſerei und ihre Opfer. Verhandlungen im Ab=
ſpldnetenhauſe
. Berolina und ihre Kritiker. Der
sshaltsplan Berlins. Bedeutſame Zahlen. Was
m alles von der Stadt verlangt. Baudenkmäler.
her Strauß. Gedächtnis=Ausſtellung Alexander Kips.
Der Maler der Freudigkeit. Hermann Bahrs
Phantom.
IIn unſerer Nationalgalerie, die, laut weithinleuchten=
ygüldener
Inſchrift, der deutſchen Kunſt gewidmet iſt,
ihre Pforten dauernd geſchloſſen hält, befindet ſich ein
m Guſtav Spangenberg ſtammendes älteres Gemälde:
r Zugdes Todes. Es ſtellt dar, wie der Schnit=
Tod einen langen Zug von Männern, Frauen und
hiern aller Kreiſe und Stände nach jenen Gefilden führt,
ſil denen keiner zurückkehrt; ſeinem Gebot muß jeder fol=
ſn
, der junge Kriegsknecht wird den Armen der Geliebten
ſtneunden, ein armes Mütterlein aber, das matt und
lttse am Wege ſitzt und verlangend die Hände nach dem
inenmann ausſtreckt, wird von ihm verſchmäht. Das
ilt,, das dereinſt wegen ſeiner maleriſchen Vorzüge und
inäs gedanklichen Inhalts viel bewundert wurde, wird
mi den heutigen, modernſten Jüngern der Kunſt ſelbſt=
fſrändlich
als blöde Anekdotenmalerei betrachtet. Sie
ſſroen, wenn ſie das Thema zu behandeln hätten, es
im anders anfaſſen; vielleicht ſtellten ſie den Knochen=
ſirn
als Chauffeur dar, der mit ſeinem Kraftwagen da=
ſtſauſt
und auf ſeiner Strecke die Toten reihenweiſe zu=
ikläßt
. Dies Bild wäre eine entſprechende Illuſtration
den kürzlich im Abgeordnetenhauſe ſtattgefun=
ſem
Verhandlungen über den Berliner Auto=
irkkehr
und deſſen Opfer. Schwerwiegende
Uhyen wurden dabei genannt, dürfte ſich doch die Ziffer
f um letzten Jahre in Berlin durch Autos Verunglückten
t tetwa 1000 belaufen; das iſt ein volles Fünftel ſämt=
le
: in ganz Deutſchland vorgekommener Automobilun=
ſſe
Hohe Zeit war’s, daß einmal im preußiſchen Parla=
m
dieſe Wunde unſeres weltſtädtiſchen Verkehrslebens
kührt wurde. Verbeſſerungen und Aenderungen ſind da
pedingt nötig; man erhielt ja auch allerhand ſchöne Ver=
lfechungen
, ob und wie ſie ſich erfüllen werden, iſt freilich
ſeenandere Sache. Am beſten wäre es, wenn, wie es beim
Ehommen des Zweirades die vernünftigen und gebilde=
ſt
Sadfahrer getan, die Automobilbeſitzer und= Fabri=
ktem
Maßregeln treffen würden, um den wachſenden
llwüillen weiteſter Bevölkerungskreiſe gegen das rückſichts=
Haſten der Autolenker zu beſchwichtigen. Es liegt dies
chi in ihrem eigenſten Intereſſe, denn dieſer Unwillen
mamentlich in der näheren Umgebung Berlins ſchon
lttige Formen angenommen, daß gelegentlich das Leben
Autofahrenden bedroht wird.
Ueberhaupt kam in jener Abgeordnetenhaus=Sitzung
Ilan nicht allzu gut fort, verſchiedene Redner beſchäftig=
iſt
ſich mit verſchiedenen Verhältniſſen der Reichshaupt=
ßtrund
übten an ihnen ſcharfe Beurteilung. Auch über
rllin bei Nacht ward noch manches herbe Wort
lprochen, und mancher Redner des hohen Hauſes war
luehalten über die unterhaltenden Seiten des Berliner
eins und Treibens. Herr Hoffmann von der ſozial=
Unekkratiſchen Partei trat dann für die geſchmähte Bero=

ina ein, mit ſeinen Ausführungen aber ſo viel anderes
verquickend daß nach ſeiner über vierſtündigen Rede die
Stenographen nicht mehr imſtande waren, ihren Dienſt zu
verſehen, weshalb die Sitzung abgebrochen werden mußte.
Aber bei ihm iſt aufgeſchoben nicht aufgehoben; er ſetzte
nit friſchen Kräften ſeine Ausführungen am nächſten Vor=
mittag
fort, dabei wieder für Humor ſorgend, meiſt für un=
freiwilligen
.
Am ſelben Tage, an welchem im lichten Saale des
Landtagspalaſtes die dunkle Kehrſeite unſerer Stadt be=
handelt
wurde, ward einiges Nähere über den neuen
Berliner Etat der Oeffentlichkeit mitgeteilt. Danach
hat Berolina einen ſehr üppigen Haushalt, der ſich auf die
Kleinigkeit von 408 Millionen Mark in Einnahme und
Ausgabe beläuft! Gewaltige Summen ſind’s, die uns die
Sorge der Stadt für die Einwohnerſchaft verdeutlichen,
und es erfüllt mit ehrlicher Freude, daß das Unterrichts=
weſen
mit über 39 Millionen Mark an erſter Stelle ſteht.
Faſt 20 Millionen erfordert das Armenweſen und über 12
Millionen die Kranken= und Geſundheitspflege das ſind
Zahlen, die man mit berechtigtem Stolz nennen kann.
Höher, wie der Etat manch deutſchen Fürſtentums, ſind die
Ausgaben für die Verwaltung der Stadt, ſind doch hierfür
über 20 Millionen Mark eingeſtellt, und auch für die Ka=
pital
= und Schuldenverwaltung muß tief in die Taſche
gegriffen werden, iſt doch dieſer Poſten mit 8¾ Millionen
Mark gebucht.
Viel ſind der Anforderungen, die an den ſtädtiſchen
Säckel geſtellt werden, und manch unvorhergeſehener Be=
trag
befindet ſich darunter. So fordert man neuerdings
immer energiſcher von der Stadt, daß ſie ſich der Bau=
denkmäler
aus vergangenen Jahrhunder=
ten
annimmt und zu erhalten trachtet, was noch zu er=
halten
iſt. Gar ſo viel iſt ja nicht mehr übrig geblieben,
denn als nach den ſiegreichen Kriegen Berlins erſtaunlicher
Aufſchwung begann, wurde vieles unbarmherzig vernichtet,
was nimmer zu erſetzen iſt. Noch heute reden in Paris
die Steine und erzählen dem Kundigen eindringlich von
der Vergangenheit der Stadt, ihm maleriſch die einzelnen
Abſchnitte ihrer Entwickelung veranſchaulichend. Anders
ei uns, wo nur dies und jenes übrig geblieben iſt und.
man an der Hand dieſer Reſte wahrlich keine Geſchichte der
Stadt ſchreiben könnte. Da iſt’s doppelt dringend erforder=
lich
, zum mindeſten die baulichen Vertreter einzelner Ab=
ſchnitte
aus dieſer Geſchichte zu retten, und es verdient=
warme
Anerkennung, daß dies Beſtreben unſere Stadt=
verwaltung
mit ſichtlichem Verſtändnis unterſtützt. So wird
ſie ſich des von Schlüter erbauten ſchönen und graziöſen
Heims der Royal York=Loge in der Dorotheen=
ſtraße
, einer der köſtlichſten altertümlichſten Privatbauten
Berlins, annehmen, wenn die Loge wegen der hohen
Grundſteuer, die um das Zehnfache geſteigert wurde, ſich
von ihrem ſo erinnerungsvollen Beſitz trennen will, und
auch Raules Hof dürfte ſie ſich annehmen, jener nahe
der Reichsbank gelegenen geſchichtlichen Stätte, die ſich der
Generalmarinedirektor des Großen Kurfürſten, der Hol=
länder
Benjamin Raule, erbaut. Der unternehmungsfrohe
Mann, der ſo geſchickt die Pläne ſeiner Fürſten, Berlin zu
einer Seeſtadt zu machen, zu fördern wußte, hatte nahe
ſeiner Behauſung eine Werft begründet, zu dem Zweck,
den direkten Handel mit Hamburg, ſowie jenen über die
anderen Nordſeehäfen und die Guineafahrt zu fördern.
Damals kreuzten brandenburgiſche Kriegsſchiffe mit dem
roten Adler auf weißem Flaggentuch die Weltmeere, und
ſchmucke Fregatten ankerten neben Handelsfahrzeugen auf
unſerer heimiſchen Spree. Aus einer ſpäteren Periode,
jener Friedrichs des Großen, ſtammt das baulich denk=
würdige
Ermeler=Haus in der Breiteſtraße, deſſen
Ankauf der Magiſtrat beſchloſſen hat, was gewiß die Bil=
ligung
der Stadtverordnetenverſammlung finden wird.
Sonſt würden in kurzem auch hier Spitzhacke und Schaufel
ätig ſein, um dieſe anſprechende ſteinerne Erinnerung aus
den Tagen des Alten Fritz fortzuräumen.
Aus dem alten Berlin zum neuen, zum neueſten, zu
einem jener Gebäude; die ſich in die feine Vornehmheit
der vom Potsdamer Platz nach dem Tiergarten ziehenden
Bellevueſtraße gedrängt und letzterer mehr und mehr den
Stempel einer Geſchäftsſtraße aufgedrückt. Vor einem
dieſer neuen Häuſer rollten kürzlich während mehrerer

Tage unmnterbroßen Autos und Egupagen ver, an deren
Türſchtägen gekrönte Wappen glänzten, und harrten häu=
fig
dichte Gruppen des Eintritts, da ein überfüllt an
dem Portal verkündete, daß man ſich mit Geduld wapp=
ien
müſſe, bis von neuem etwas Raum geworden. Dieſe
Anziehungskraft übte die Ausſtellung Der Strauß
aus, hinter welcher oft anders aufgefaßten Bezeichnung
ſich die Ausſchmückung moderner Näume mit Blumen ver=
barg
. Eine ſehr hübſche Idee hatte eine ſehr hübſche Ver=
wirklichung
gefunden unter reger Förderung der Kron=
prinzeſſin
und verſchiedener anderer Prinzeſſinnen des
Königlichen Hauſes ſowie vielgenannter und bekannter
Damen unſerer erſten Geſellſchaftskreife. Schade, daß
nan den reizenden Anblick all dieſer blumengefüllten, ge=
fälligen
Salons nicht ſo recht genießen konnte, inmitten
der dichten Scharen der Beſucher und hauptſächlich Be=
ſucherinnen
, die mit jener berühmten weiblichen Gründ=
lichkeit
alles, namentlich was mit Königlichem in Ver=
bindung
war, ſo ausdauernd betrachteten, beſtaunten und
umſtanden, daß andere Sterbliche ſich vergeblich die
Hälſe ausreckten, um auch nur vorübergehende Eindrücke
ſammeln zu können.
Wie gern flüchtete man ſich in das benachbarte Heim
des Vereins Berliner Künſtler zur Beſichtigung
der Gedächtnis=Ausſtellung des vor über
Jahresfriſt verſtorbenen Profeſſors Alexander
Kips, des langjährigen, ungemein verdienſtvollen Direk=
tors
unſerer Königlichen Porzellan=Manufaktur. So ſehr
ihn ſeine letztere Tätigkeit auch in Anſpruch nahm und
ſein künſtleriſches Intereſſe feſſelte, ſo drängte es ihn zur
Urlaubszeit immer wieder hinaus, um die Wunder der
weiten Gotteswelt zu ſchauen und ſie, wo es nur ging,
in Farben feſtzuhalten. Ja, er war farbenfreudig und
für das Schöne empfänglich, dieſer große Künſtler, deſſen
Beſcheidenheit die Schuld trug, daß die breitere Oeffent=
lichkeit
nur wenig von ſeinem künſtleriſchen Schaffen er=
fuhr
. Was wir in ihm beſeſſen und in ihm verloren,
zeigt uns ſo recht dieſe Ausſtellung mit ihren etwa huns
dert meiſt kleineren Bildern, Studien und Skizzen, von denen
jedes uns wie ein Gedicht voll Anmut und Feinheit berührt.
Reizvolle Ausſchnitte ſind’s eines reichen und glücklichen
Künſtlerlebens, mit tiefſter Luſt entſtandene Arbeiten
eines Mannes, der die Kunſt um ihrer ſelbſt willen aus=
übte
und ihr mit voller Seele und leidenſchaftlicher Freu=
digkeit
ergeben war. Die leuchtende Pracht des Orients
ſteigt hier ſonnenüberflutet vor uns auf, Pergamon,
Smyrna, Konſtantinopel, Raguſa, Korfu; Italiens Zau=
ber
berückt uns mit Venedig, Neapel, Capri, Amalfi;
Kaliforniens Wunder werden uns mit dem Yellowſtone=
Park offenbar; die Fjorde Norwegens öffnen ſich vor
uns, aber auch die deutſche Heimat kommt nicht zu kurz
mit ihren Burgen, Wäldern und Tälern, mit ihren Strö=
men
und Seen. Jedes der Bilder ſpricht lockend zu uns
und erzählt uns, wie ſehr ihr Maler die Natur geliebt und
wie ſehr er vertraut geweſen mit ihren verborgenſten Ge=
heimniſſen
. Es iſt eine Kunſt voll Wahrheit und Klar=
heit
, die uns hier entgegentritt, und die in ihrem Bann
verlebte Stunde zählt zu jenen erinnerungsvollen, die wir
ungern miſſen möchten.
Eher kann man ſchon auf Hermann Bahrs
neueſte Komödie Das Phantom die jüngſte Gabe
des Deutſchen Künſtler=Theaters, verzichten. Bahr weiß
leider zu gut ſelbſt, welch trefflicher und kluger Unterhalter
er iſt, und er macht von dieſer ſeiner Gabe im Phan=
tom
gar zu ausgiebigen Gebrauch. Sehr nett und geiſt=
reich
iſt alles, was er uns mit feuilletoniſtiſcher Leichtigkeit
über die Moral der Frauen über weibliche Treue und
Untreue darum handelt ſich’s hier in erſter Linie
über die Knüpfung und Löſung dreieckiger Verhältniſſe
ſowie über unverſtandene Frauen und eiferſüchtige Ehe=
männer
in ſeiner amüſanten Wiener Feuilleton=Manier
vorplaudert. Aber die Figuren ſelbſt und beſonders die
Handlung, des Stückes kommen darüber zu kurz; ſtatt
ſchöne Worte zu hören, möchte man Ereigniſſe ſehen und
möchte erfahren, wie ſich die Bahrſchen Theorien der
Empfindelei in der Praxis des Rampenlichts ausnehmen.
Da kommen wir aber leider zu kurz, man kann nach dem
dritten Akt eine leichte Enttäuſchung nicht verbergen,
denn man hatte mehr erwartet, als man empfangen.

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[ ][  ][ ]

Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 15. Februar 1914.

Seite 10.

Hser
Hess
Sonntag, den 15. Februar

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In den Parterre-Restaurations-Lokalitäten,
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Konzert der Hofmuf=
Anf. 7 Uhr. Soliſten des Abend=

Felix v. Kraus u. Adrien.
v. Kraus=Osborne.
Sonntag, den 15. Februar=
vormittags
1112 Uhr auf d
Paradeplatz Konzert der K.4
des Großh. Garde=Dragoner=
Regiments Nr. 23.
Programm:
1. Le Regiment de Sambre=
Meuse. 2. Fantaſie aus Huh
manns Erzählungen von
Offenbach. 3. Kaiſer Wilhel
Nordlandfahrt: Lied von
Schnell. 4. Chor und Duett a
Der Poſtillon von Lonjumeg
von Adam. 5. Marſchlied a
der Operette Filmzauber P
Walter Kollo. 6. Dorfkind
Walzer aus der Operette
Zigeunerprimas von E. Kälm=d

[ ][  ][ ]

46.

Sonntag, 15. Februar.

1914.

Verſuche dieſen Hausnacher Huſtenſtup.
Leicht herzuſtellen und nicht zu teuer.
Nachſtehend ein vorzügliches Rezept für einen Huſten=
ſirup
das dieſen Winter ſchon öfters empfohlen und von
underten mit beſtem Erfolg angewandt wurde. Man
brnn kaum etwas Beſſeres fertig käuflich erhalten und für
leuwa Mk. 2,75 kriegt man genug der hauptſächlichen Be=
ſtandteile
zur Selbſtherſtellung von einem halben Liter
bisſten Huſtenſirups. Beſchaffen Sie ſich beim Apotheker
5 Gramm Anſy (und zwar dreifach konzentrierten) und
nüiſchen Sie das zuhauſe mit einem viertel Liter heißem
Leaſſer und einem halben Pfund reinem geſtoßenen
Pltcker; umrühren bis alles gut aufgelöſt und vermiſcht
. Davon nimmt man einen oder zwei Teelöffel voll
vvermal täglich ein; das verſchafft ſofortige Linderung und
bartreibt in kurzer Friſt den hartnäckigſten Huſten. Es iſt
rirsgezeichnet gegen alle Erkältungserſcheinungen und zur
Vorbeugung der ſich daraus häufig entwickelnden ernſteren
Ei=krankungen der Atmungswege. Wirkt zugleich appetit=
in
regend und leicht kräſtigend. Da es ſich in gleicher
Leiſe gut für Kinder wie Erwachſene eignet und ſehr gut
ermeckt, iſt es ein ideales Mittel für den Familienge=
hrauch
. Sich aus Zuckerſirup und Anſy ſein Huſtenmittel
ſulhauſe ſelbſt herzuſtellen, iſt ſehr populär geworden, es
ſidt auch kaum was Beſſeres für den Zweck. (VIII,4479

Sport, Spiel und Turnen.
Preisreiten und Preisſpringen in Frankfurt a. M.

1. Tag. Die dreitägigen Februar=Konkurrenzen des
ſkannklubs Frankfurt, die zu den größten hippiſchen Ver=
Uritaltungen zählen, haben auch in dieſem Jahre wieder
ffiziere faſt aller deutſchen Regimenter hier vereinigt.
Uliger auch das Zivil iſt vertreten, und hier ſind es beſon=
ſers
die Damen, die dem bunten militäriſchen Bild durch
as einfache ſchwarze Dreß eine gewiſſe Abwechſelung ver=
ichen
. Der erſte Tag der Konkurrenzen vollzog ſich in An=
biſenheit
der Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen, die
ihren beiden uniformierten Söhnen gekommen war.
ie Ergebniſſe ſind: Artillerie=Reitkonkurrenz (15 Nennun=
ſel
=): 1. Oberlt. A. Nettes (12 Art.) Vertige (Beſ.), 2.
Uzerlt. Eiſenlohrs (29. Art.) Rahel (Beſ.), 3. Oberlt.
Feiders (30. Art.) Heinerle (Bef.), 4. Hauptm. v. Elerns
Art.) Gordons Pride (Beſ.). Chargenpferd= Spring=
hrikurrenz
. Ehrenpreis der Prinzeſſin Adolf zu Schaum=
lug
g=Lippe (51 Nennungen): 1. Oberlt. R. v. Hartliebs
.) Chev.) Florenting (Beſ.) 2. Lt. Freiherr v. Heyl zu
ſeurnsheims (23. Drag.) Edler (Lt. Graf v. Bredow),
berlt. Poels (63. Art.) Domino (Beſ.), Lt. Freiherr Sed=
ntzkys
(2. Chev.) Fantaſie (Beſ.), Lt. Freiherr v. Rein=
rndts
(23. Drag.) Hexe (Lt. Graf v. Bredow), Lt. Bache=
: (21. Drag.) Perle II (Beſ.), Lt. Freiherr v. Lynckers
. Mtl.) Umbra (Lt. v. Pelzer), 3. Lt. Frhr. v. Podewils
Drag.) Lady (Beſ.) Lt. Kolbs (8. baher. Art.) Ada,
. Schelles (6. Ul.) Urſus (Beſ.), Lt. Burbaums (19. Ul.)
tuer (Lt. Krieg), Lt. Blancharts (8. Art.) Vers (Beſ.),
barlt. Frhrn. von Könitz’ (1. Schw. R.) Ewald (Lt. Frhr.
Wonnet), Lt. Frhrn. v. Redwitz’ (1. Schw. R.) Gydran
be).) und Lt. Ottens (14. Ul.) Bannerträger (Beſ.).
limen=Reitkonkurrenz (14 Nennungen): 1. Major Will=
krs
(7. Chev.) Betyar (Frau E. Willmer), 2. E. Halſens
hwan (Frau J. Boege), 3. Rittm. Scheibleins (7. Chev.)
ſicherl (Frau Bender), 4. Lt. Linkenbachs (14. Ul.) Kur=
emal
(Frau Boege).

Landwirtſchaftliches.

SSaatgutmärkt e. Um den Landwirten die Möglich=
it
zu geben, auf Grund von Proben ſich Saatgut unſerer
Utrragsreichſten Sorten von Gerſte, Hafer,
lonnmerweizen und Kartoffeln zu beſchaffen,
ramſtaltet die Landwirtſchaftskammer eine Reihe von
t=Kautmärkten, Dieſelben finden an nachbenannten Orten
dt Tagen ſtatt: 1. Groß=Gerau: Montag, 16. Febr.,
nwormittags halb 10 bis nachmittags 1 Uhr im Reſtau=
mt
, Zum Adler 2. Nierſtein: Donnerstag, 19.
bu uar, von vormittags halb 11 Uhr bis nachmittags
Ilo 2 Uhr im Reſtaurant Zur Krone. 3. Nieder=
nigelheim
: Montag, 23. Februar, von vormittags
Uhr bis nachmitags halb 2 Uhr im Reſtaurant Zur
ſLure‟ 4. Sprendlingen (Rheinheſſen): Freitag,
Februar, von nachmittags halb 1 Uhr bis 4 Uhr im
ſootel Demmer. Auf den Saatgutmärkten werden Pro=
won
Getreide, ſowie Kartoffeln, und zwar nur aus
t Saatbauſtellen der Landwirtſchaftskammer, ausgeſtellt.

Es können hierbei Beſtellungen auf das ausgeſtellte Saat=
gut
von den Landwirten aufgegeben werden. Die Land=
wirte
werden auf dieſe günſtige Gelegenheit zum Ankauf
von ſortenechtem Saatgut beſonders aufmerkſam gemacht.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 bes
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die hohen Milchpreiſe.
Der Stadtverordnete Jung hat in dankenswerter
Weiſe in der letzten Stadtverordneten=Sitzung die vor=
ſtehende
Frage angeſchnitten, ohne leider dabei erreicht zu
haben, daß die Frage in der wünſchenswerten gründ=
lichen
Weiſe behandelt wurde. Das iſt bedauerlich. Es
iſt in einer Frage von ſo großer volkswirtſchaftlicher Be=
deutung
nichts damit getan, daß man die Situation zwar
als äußerſt ſchwierig bezeichnet, im übrigen aber zur
Tagesordnung übergeht. Ebenſo wenig kann man wenn
man ernſtlich gewillt iſt, etwas zur Aufklärung und Beſſe=
rung
in dieſer Frage zu unternehmen ſich mit der Mit=
teilung
der Milchproduzenten begnügen, daß ein Herab=
ſetzen
der Verkaufspreiſe unmöglich ſei. Man wird
der Sache doch wohl weiter nachgehen und überlegen
müſſen, was denn eigentlich die Schuld an dem hohen
Milchpreis trägt. Wenn an dieſer Stelle unlängſt durch
die Produzentengenoſſenſchaft erklärt wurde, daß die
1913er Ernte nicht befriedige, ſo wird ſolche Annahme, die
ſchon damals an dieſer Stelle teilweiſe eine Berichtigung
erfahren hat, durch den Trinkſpruch widerlegt, den der
Vorſitzende des Deutſchen Landwirtſchaftsrats, Graf
Schwerin=Löwitz, jetzt in Berlin gehalten und bei dem
er wörtlich ausgeführt hat:
Unſere letztjährige Ernte wird allgemein und mit
einem gewiſſen Recht als eine Rekordernte bezeich=
net
. In der Tat iſt ſie in ihrem Geſamt=
ertrag
ſowohl an Getreide, wie an Futtergewäch=
ſen
und Hackfrüchten wohl noch nie erreicht
worden.
Daß angeſichts ſolcher Rekordernte die Futtermittel=
preiſe
auf ihrem hohen Stand beharren oder gar noch
weiter ſteigen ſollen, iſt doch wohl gar nicht denkbar. Jeden=
falls
iſt der Nachweis erſt zu erbringen, daß die Futter=
mittelpreiſe
nicht heruntergegangen ſind! Wenn alſo
die Stadtverwaltung etwas zu tun gedenkt, ſo möge ſie
einmal eine unpareiiſche Feſtſtellung der Futtermittelpreiſe
etwa der letzten drei Jahre vornehmen laſſen. Dabei muß
ſich ja herausſtellen, ob nicht, wie vermutet wird, ein teils
recht erheblicher Rückgang in den Preiſen eingetreten
iſt. Ein weiterer Punkt, der zu berückſichtigen iſt, iſt die
Frage: Wie ſtellt ſich der Milchpreis in den übrigen
Städten des Deutſchen Reiches bezw. des Großherzog=
tums
? Wenn man die bäuerlichen Abgeordneten hört, ſo
muß es ja ſchlimm mit der Rentabilität der Milchviehhal=
tung
ſtehen. Als Ergänzung zu der an dieſer Stelle ſchon
erwähnten Mitteilung des Abgeordneten Lutz möchte ich
heute den Ausſpruch des Abgeordneten Heſtermann an=
führen
, der ganz kürzlich im Reichstag erklärt hat:
Die deutſchen Landwirte können zurzeit zum über=
wiegenden
Teil, ich möchte ſagen bis zu acht Zehn=
tel
, im günſtigſten Fall das Liter Milch überhaupt
nur mit 11 und 12 Pfg. verwerten, ſo daß dabei natür=
lich
nicht einmal die Produktionskoſten herauskommen.
Iſt das ſo ſo muß man allerdings unſer Heſſenland
als Eldorado für die Milchproduzenten an=
ſehen
, denn eine ſo geringe Verwertung wird doch wohl
in ganz Heſſen nicht anzutreffen ſein. Im Gegenteil: der
in Heſſen gezahlte Preis ſteht an erſter Stelle, wenn man
die Preiſe einer Anzahl von Städten mit einander ver=
gleicht
. So brachte das Lübecker Wochenblatt für Land=
wirtſchaft
eine Zuſammenſtellung der Vollmilchpreiſe vom

dadet det Preis für 60 (meiſt
preußiſche) Städte wie folgt an:
In den nachbenannten 50 Städten koſtete 1 Liter Voll=
milch
im Monat Dezember 1913:
16 Pfennig in Graudenz, Königsberg i. Pr., Köslin,
Memel, Tilſit.
17 Pfennig in Bielefeld.
18 Pfennig in Allenſtein, Danzig, Flensburg, Görlitz,
Liegnitz, Paderborn, Poſen, Stade.
19 Pfennig in Breslau, Münſter.
20 Pfennig in Aachen, Brandenburg, Bromberg, Kott=
bus
, Dortmund, Emden, Erfurt, Eſſen, Frank=
furt
a. O., Gleiwitz, Hannover, Hildesheim, Kiel,
Königshütte, Lübeck, Osnabrück.
22 Pfennig in Berlin, Koblenz, Halle a. S., Kaſſel,
Köln, Magdeburg, Neuß, Potsdam, Stettin, Trier.
23 Pfennig in Düſſeldorf.
24 Pfennig in Altona, Frankfurt a. M., Hamvurg,
Hanau, Saarbrücken, Wiesbaden.
Der Durchſchnittspreis betrug aus dieſen 8 Städte=
gruppen
19,88 Pfg. für 1 Liter.
Es wird alſo einer gründlichen Unterſuchung bedür=
fen
, wie es kommt, daß man in Darmſtadt, das doch
ringsum von Milchproduzenten eingeſchloſſen iſt, einen
ſo hohen Preis zahlen muß, wie er nur in den teuerſten
Großſtädten gefordert wird und berechtigt erſcheint. Die
Stadtverwaltung würde ſich ein großes Verdienſt erwer=
ben
, wenn ſie hier tatkräftig an eine Prüfung herangehen
wollte.
Ein Objektiver.

Beuimanermn
der
4. Drenſiſch-Süddentſchen
(230. Königlich Prenßiſchen) Klaſſenlotterie

2. Kloſſe 1. Ziehungstag 13. Februar 1914
auf iede getogene Rummer ſund zwer gleich hoße Gewimne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr u. St=u. f. 30)
Glachdnc verdeten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
00 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 3000 Mk. 188383
2 Gewinne zu 1000 Mk. 274gs,
8 Gewinne zu 500 Mk. 61396 114532 142443 162402
14 Gewinne zu 400 Mk. 14294 16310 66222 66345
72147 201483 208367
28 Gewinne zu 300 Mk. 1328 14373 50379 66663
83349 99954 120934 129674 139774 157717 158792
183402 168375 196492
78 Gewinne zu 200 Mk. 1415 12630 16669 21100
21137 22911. 28063 28204 28712 31073 31463 32631
36170 37104 41360 49482 50730 52100 63633 60762
81056 84394 96169 100008 103479 112280 118188 113210
121862 134911 142046 164123 178177 183000 184231
188447 193763 213180 21633a
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 3000 Mk. 79096
2 Gewinne zu 1000 Mk. 16202
2 Gewinne zu 500 Mk. 122550
10 Gewinne zu 400 Mk. 12467 54855 78166 141418
198602
28 Gewinne zu 300 Mk. 1175 8382 10761 14804
82187 62824 95105 116093 133326 135071 140736
147502 19116 19137)
58 Gewinne zu 200 Mk. 148 2884 6267 28680
29083 34169 46358 48616 49508 55176 79084 81261
66001 92021 11503d 117806 11sosn 191661 155200
153008 162394 162497 163120 164872 171244 179362
181374 196650 217836

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Sonntag, den 15. Februar 1914:
4473
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Anfang abends 8 Uhr.
nachm. v. 47 Uhr. Eintritt frei.
Eintritt 19 Pfg.
Ausgeführt von der Kapelle des Grossh. Artillerie-Korps. Leitung: Obermusikmeister F. Miekley.
Es wird gebeten, so viel wie möglich
Ein Sommerfest!
in Sommertoileite zu erscheinen.

Darmstadter volksbank
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht.
Wir beehren uns hiermit, unſere Mitglieder zur
ordentlichen Generalversammlung
auf Mittwoch, den 4. März 1914, abends 8¼ Uhr,
in das Reſtaurant des Herrn Georg Chriſt, Grafenſtraße 18/20,
Fürſtenſaal, ergebenſt einzuladen, mit der Bitte, die Verſammlung
zahlreich zu beſuchen.
(4458a
Tagesordnung:
1. Rechenſchaftsbericht und Rechnungsablage für 1913,
2. Bericht über die im Oktober 1913 ſtattgefundene geſetzliche
Reviſion, Erklärung des Aufſichtsrats hierzu und Beſchluß=
faſſung
über den Reviſionsbericht,
3. Bericht des Aufſichtsrats über die Prüfung der Jahres=
rechnung
. Beſchlußfaſſung über die Genehmigung der Bilanz
und die Gewinnverwendung ſowie über die Entlaſtung der
Verwaltungsorgane,
4. Bericht über den allgemeinen Genoſſenſchaftstag in Poſen,
erſtattet von Herrn Glaſermeiſter Ludwig Werner,
5. Ergänzungswahl des Aufſichtsrats.
Darmſtadt, den 13. Februar 1914.
Der Aufſichtsrat:
Der Vorſtand:
Ludwig Roll, Vorſitzender.
Stein. L. Habicht. Thomas.
Bezirnsverei Sohdmnesviertel.
Einladung zur
Hauptverſammlung
am Mittwoch, den 4. März, abends 8½ Uhr, im
Frankfurter Hof, Ecke Frankfurter= u. Landwehrſtr.
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſtandes,
2. Rechnungsablage,
3. Bericht der Rechnungsprüfer,
4. Anträge,
5. Neuwahl des Vorſitzenden,
6. Neuwahl von 12 Vorſtandsmitgliedern,
7. Wahl von 2 Rechnungsprüfern,
8. Verſchiedenes.
Um pünktliches Erſcheinen bittet
Der Vorſtand.
4459)
Verein für Geflügel= und Vogelzucht
ORNIS-
Montag, den 16. Februar 1914,
abends 8½ Uhr,
Monats-Versammlung
) m Vereinslokal Zur Stadt Pfungſtadt.

(4493

Der Vorstand.

Volksvorstetrungen Im drenh. Herthedter.
Als nächſte Volksvorſtellungen ſind vorgeſehen:
Samstag, den 21. Februar, abends 8 Uhr:
Fidelio‟
Sonntag, den 22. Februar, nachmittags 3½ Uhr:
Die spanische Fliege‟.
Vorausbeſtellungen für dieſe Vorſtellungen können bei dem
Verkehrsbüro und den betreffenden Vereinsſtellen von Sonntag
vormittag bis Dienstag 12 Uhr gemacht werden. Der allgemeine
Kartenverkauf beginnt Mittwoch vormittags.
Verkehrsverein.
4474)
Deutſcher
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F. Marguth, Schillerplatz 7 Chr. Wagner, Gr. Ochſengaſſe 39. P. Fuchs, Dieburgerſtr. 26,
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Sonntag, den 15. Februar, abends 6 Uhr,
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Eintritt frei.
Eintritt frei.
Restadrar. zum Schinerech
Sonntag, den 15. Februar
von 4 Uhr ab
11
Iilntar-Henzerd

Eintritt frei.

(*3902

erkeo-Saal.
Täglich abends 8 Uhr: Grosse humoristische (3090
Ensemble-Konzerte mit Gesang und Tanzeinlagehe

Der Clou der Karneval-Saisonl
Faſtnachtſonntag, den 22. Februar, von abends 71 ab, in
ſämtl. Räumen des Kaiſer= u. Fürſtenſaales, Grafenſtr. 1820a

Grosses, närrisches

Volksfest!
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Hippodrom uſw. Tanz= und Schönheits=Wetibewerb.
Saalöffnung 6 Uhr.
Eintritt 60 Pfg.
Vorverkauf 50 Pfg. Verkehrsbüro, Zigarettenhandlg. Kadel,
Karlſtr. 7, Zigarrenhandlung Guttmann, Wendelſtadtſtr., Blumen=
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Henkel, Ernſt=Ludwigſtraße, Papierhandlung Hergt,
Schützenſtr., Kolonialwarenhandlung Roth, Dieburgerſtr. Zigarren=
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Möser, Pankratiusſtr., Friſeur Welter, Eliſabethenſtr.
Faſtnacht=Dienstag von abends 6½ ab in denſelben Räumens
Grosser Faschingsrummell
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Namen=Maskenanzug ( Bielled=
chen
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Wienersſtr. 70, Manſ. (*3949
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M verkauf. Mühlſtr. 8, I. (4497a

ſastentoſt. (Pierenies billem
M verk. Landwehrſtr. 6. (33
ſchöne Maskenkoſt., Harleiſt
2 u. Polin, einmal getr., zu vell
Kranichſteinerſtr. 8. part. (*3812a8