Darmstädter Tagblatt 1914


N 34., Dienstag, den 3. Februar.

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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Kreisdirektor Mahl in Zabern wurde nach
Thann im Oberelſaß und Kreisdirektor Dr. Beyer=
lein
von Thann nach Zabern verſetzt.
Der Sichtdampfer Doris iſt bei Skye auf den
weſtlichen Hebriden geſcheitert und die aus zehn
Mann beſtehende Mannſchaft ertrunken.
Der Kronprinz von Griechenland begab ſich
geſtern abend von Berlin nach Blukareſt, um im
Auftrage des Königs der Hellenen dem König Carol
und dem Thronfolger Prinzen Ferdinand die ihnen
verliehene, anläßlich des griechiſch=bulgariſchen Krieges
vom König Konſtantin geſtiftete Kriegsmedaille
perſönlich zu überreichen.
DDer griechiſche Miniſterpräſident Venizelos iſt geſtern
mittag in Petersburg eingetroffen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Eine deutſche Botſchafterrede.

C Die Rede, die unſer Botſchafter in London,
Fürſt Lichnowsky, bei der Feier von Kaiſersgeburts=
rag
gehalten hat, iſt im vollen Sinne des Wortes eine
oeutſche Botſchafterrede. Sie verdient wegen gewiſſer
Strömungen der unmittelbaren Gegenwart die ernſteſte
Beachtung und muß als ein bedeutſamer Nachhall ſowohl
zu den Zaberner Vorgängen wie zur Tagung des
Wreußenbundes bezeichnet werden. In bezug auf
die Zaberner Vorgänge hat Fürſt Lichnowsky mit Recht
em tiefſten Bedauern über alle Ereigniſſe Ausdruck ge=
teben
, die im Auslande den Glauben hervor=
tufen
können, als ob ſich in Deutſchland Bürger und
Goldat feindlich gegenüberſtänden. Der Grund, weshalb
Fürſt Lichnowsky gerade auf ſeinem Auslandspoſten Er=
ſengniſſe
wie die Zaberner beklagt, iſt ſelbſtverſtändlich die
Erkenntnis, daß Ausländer aus ſolchen Ereigniſſen
leschlüſſe auf eine innere Schwäche Deutſchlands
zeehen. Derartige Schlüſſe enthalten für uns die Mah=
mung
, daß alle geeigneten Mittel zur Verhütung von
norgängen, wie ſie ſich in Zabern abgeſpielt haben, an=
Ilzuewenden ſind.
Muß der betreffende Hinweis des Fürſten Lichnowsky
Aſamtliche beteiligten Faktoren in dem Entſchluß beſtärken,
Adas Mögliche zur Verhütung ähnlicher Vorfälle zu tun,
Alſe kann ſeine Warnung vor Sonderbeſtrebungen auch die
ſihstzigſten Freunde des Preußenbundes nicht im Zweifel
Ada rüber laſſen, daß die preußenbündleriſchen Beſtrebungen
Adam berufenen Wächter deutſcher Intereſſen im Auslande
lhuchſt bedenklich erſcheinen. Fürſt Lichnowsky hat zwar
Aden Preußenbund nicht ausdrücklich genannt, aber ſeine
Alllere Feſtſtellung, daß den Intereſſen des Deutſchtums
Aiicht gedient werde durch Sonderbeſtrebungen, die not=
Alleorungen dem Reichsgedanken zuwiderlaufen, und ſein
lkenntnis: Mitunter muß ſich der Reichsgedanke auf
iſten der Einzelſtaaten betätigen bedeuten eine runde
Alliſage an die Aufpeitſchung des preußiſchen Partikularis=
Ilnus, die für den Preußentag charakteriſtiſch war. Wenn
Afurſt Lichnowsky ſich zu dieſer Abwehr preußiſcher Son=
Alel beſtrebungen entſchloß, geſchah es ſicherlich infolge der
uhrnehmung, daß der Preußentag bei der öffent=
Aichhen Meinung Englands den Eindruck geweckt
ante, als ob das feſte Gefüge des Reiches im Begriff
Allehee, ſich zu lockern. Es bedarf nicht vieler Worte, um
ie ſchädliche Wirkung ſolcher Vorſtellungen des Aus=
indes
erkennen zu laſſen.
Daß Fürſt Lichnowsky bei der erſten Gelegenheit ſeine
andsleute vor den Folgen eines kurzſichtigen Partikula=
Aismus warnte, muß ihm gedankt werden und wird ihm
Abfrentlich durch die Tat auch von denen gedankt, die
am meiſten angeht.

Meutſch=engliſche Verſtändigung
über Portugals Kolonien.

** Die Wiener Allgemeine Zeitung meldet von be=
In erer Seite aus Paris:
Das deutſch=engliſche Uebereinkommen über den por=
lneſiſchen
Kolonialbeſitz beſagt, daß Deutſchland und
Pgland ſich dahin geeinigt haben, die portugieſiſchen
Sloenien in Intereſſenſphären wirtſchaftlicher
tur zu teilen, und zwar ſoll nach dem Vertragsentwurf
Leutſchland die portugieſiſche Kolonie
Uigola an der Weſtküſte Afrikas erhalten.

Von dem portugieſiſchen Kolonialbeſitz in Oſtafrika fällt
Laurenco Marques mit einem Teile von Moſambique in
die deutſche Intereſſenſphäre. Goa in Indien wird zur
engliſchen Intereſſenſphäre erklärt.
Weiter ſind Deutſchland und England übereingekom=
men
, daß für den Fall, daß es ſich herausſtellen ſollte,
daß Portugal unfähig ſei, die Kolonien zu behaupten, aus
der Teilung in Intereſſenſphären eine materielle
Teilung der portugieſiſchen Kolonien
werden ſoll, das heißt, Angola und ein Teil von Moſam=
bique
würden deutſches Territorium, Laurenco Marques
mit dem anderen Teil von Moſambique und Goa engli=
ſches
Territorium werden. England iſt weniger darum
zu tun, neuen Territorialbeſitz zu erwerben, als durch
Beherrſchung der Delagoabai bei Laurenco Marques ſeine
Stellung in Südafrika weſentlich zu verſtärken. Die Ver=
handlungen
zwiſchen Deutſchland und England ſind ſo=
weit
gediehen, daß ein Scheitern derſelben als aus=
geſchloſſen
gelten kann und man ihrem Abſchluß in
der allernächſten Zeit entgegenſieht.

Caillaux‟ Finanzpolitik.

* Caillaux erſtattete ſeinen Wählern in Mamers
Bericht über ſeine Tätigkeit als Depu=
tierter
und Miniſter. Er wies auf die Unordnung
der Finanzen hin, die er dem Umſtand zuſchrieb, daß frü=
her
ungenügende Maßnahmen ergriffen wurden, um das
Budget ins Gleichgewicht zu bringen, das ſich ſchwieriger
geſtaltete infolge der wirtſchaftlichen Entwickelung und der
nötigen ſozialen Verbeſſerungen und den gebieteriſchen
Notwendigkeiten der nationalen Verteidigung, deren
Dringlichkeit er als einer der erſten erkannte. Der Mi=
niſter
rechtfertigte es, daß er für die gegenwärtigen außer=
ordentlichen
Ausgaben Anleihen vorſchlage, die ſich
über mehrere Jahre verteilen ſollen, um den Steuer=
zahlern
unnütze Laſten zu erſparen. Die dauernden nor=
malen
Ausgaben dürſten allein durch das Ergebnis der
jährlichen Mittel des Schatzes gedeckt werden, denn das
Gleichgewicht im Budget ſei ebenſo notwendig
wie ein ſtarkes Heer und eine ſtarke Marine. Caillaux
trat dann für eine Politik der Sparſamkeit ein und be=
kämpfte
lebhaft jede Steuerpolitik, die nur darauf hin=
ziele
, die indirekten und direkten Steuern zu vermehren.
Seine Pläne enthielten keinerlei Angriffe gegen irgend
eine Klaſſe von Bürgern, ſondern wollten einfach die
ſteuerliche Gerechtigkeit ſichern, indem ſie die
mäßigen Vermögen mäßig beſteuern und den reichen Klaſ=
ſen
erhöhte Anſtrengungen auferlegen, die ſich aber immer
noch in der erforderlichen Grenze hielten. Man müſſe bei
den neuen Steuern auf Tradition und Gewohnheiten, bis
zu einem gewiſſen Grade auch auf Vorurteile, Rückſicht
nehmen, dürfe ſich aber nicht durch Phantome ſchrecken laſ=
ſen
. Am Schluß warnte der Miniſter die reichen
Klaſſen vor den Gefahren eines egoiſtiſchen und blin=
den
Widerſtandes.
Die Rede Caillaux’ wird von den gemäßigt republi=
kaniſchen
und konſervativen Blättern überaus ſcharf kriti=
ſiert
.
Die Republiqué Frangaiſe erklärt: Wie alle Reden
Caillaux', verblüfft auch dieſe durch ihre Verwegenheit.
Keine einzige ſeiner Behauptungen iſt richtig und Cail=
laux
wagte nur deshalb ſie aufzuſtellen, weil er auf die
Unkenntnis und Vergeßlichkeit ſeiner Zuhörer rechnet.
Der Figaro ſchreibt: Caillaux’ Rede bewegte ſich nur
in Allgemeinheiten die ſich jeder Erörterung entziehen.
Iſt dies mit der Geringſchätzung zu erklären, die der Plu=
tokrat
der geſunden und nüchternen Denkweiſe ſeiner Zu=
hörer
entgegenbrachte, oder handelt es ſich um eine Ge=
ſchicklichkeit
des Demagogen, der alle Einzelheiten verwei=
gern
wollte, um die Verſammlung nicht zu erſchrecken.
Sicher iſt, daß die einzige beſtimmte Erklärung, die er ab=
zugeben
bereit war, bewußt oder unbewußt, irrtümlich
war. Die radikale Preſſe drückt Caillaur' Rede ihre lah=
hafte
Zuſtimmung aus. So ſchreibt der Radical, ſelbſt
denjenigen, welche ihn beſchuldigen, ihre Sicherheit zu
ſtören und die Geſetze zu hemmen, zeigte der Miniſter die
Notwendigkeit der Reformen und er tat dies mit jenem
klaren und methodiſchen Geiſte der die Umgeſtaltung der
Zukunſt vorbereitet. Die Aurore ſchreibl: Eaillaur
hat durch ſeinen Hinweis auf die Verblendung der bevor=
zugten
Klaſſen einen ſeltenen Mut bewieſen, der ihm viel=
leicht
den Groll und Haß der Bourgeoiſie zuziehen, aber
in der Geſchichte einen Ehrenplatz neben jenen großen
Miniſtern einräumen wird, die gleichfalls das Opfer ihres
Gewiſſens wurden Jaurés bedauert in der Humanité,
daß Caillaur die Rede des Kriegsminiſters Noulens über
die Notwendigkeit der dreijährigen Dienſtzeit nicht korri=
giert
habe, denn was nützt alle Kühnheit in der Steuer=
reform
, wenn in der Kriegsverwaltung alles rückſchrittlich,
träge und nachläſſig ſei, wie es die jüngſte Senatsdebatte
über das Militärflugweſen gezeigt habe.

Deutſches Reich.

Eine einheitliche Regelung des mili=
täriſchen
Waffengebrauchs im Reiche? Wie
aus München gemeldet wird, hat die bayeriſche Staats=
regierung
auf Erſuchen der Reichsregierung ihre Zuſtim=
mung
zu Verhandlungen über eine einheitliche Regelung
des militäriſchen Waffengebrauchs im Reiche unter Fort=
fall
bayeriſcher Sonderbeſtimmungen erklärt.
Eine Anfrage, betr. die Zündholz=
induſtrie
. Der Abg. Mumm (Wirtſch. Vgg.) fragt im
Reichstag an: In der Zündholzinduſtrie beträgt das
Zündholzkontingent nur 45 v. H. des Vollbedarfs und
ſoll dem Vernehmen nach auf 40 v. H. herabgeſetzt wer=
den
. Während am 12. Juni 1907 5694 beſchäftigte Per=
ſonen
ermittelt wurden, war deren Zahl im Jahre 1912/13
auf 4068 durchſchnittlich beſchäftigte Perſonen geſunken.
Was gedenkt die Reichsregierung im Intereſſe der Ar=
beiter
und Induſtriellen zu tun, um dem weiteren Nieder=
gang
der Zündholzinduſtrie vorzubeugen?
Vom Gewerkſchaftsſtreit. Scharfe Worte
fallen im neu entfachten Gewerkſchaftsſtreit, da die Köl=
ner
nicht willens ſind, ſich die Quellen ihrer Macht ver=
ſchütten
zu laſſen. So ſpricht das Düſſeldorfer Tage=
blatt
, Organ der Zentrumspartei, von ſchleichendem
Gift, das den Katholiken die Freude nimmt und die
Kraft lähmt. Jetzt ſei es genug. Das Verantwortlich=
keitsgefühl
vor der Kirche laſſe es nicht zu, daß das Uebel
der Quertreiber und alles, was damit zuſammenhängt,
weiter fortbeſteht. Das Blatt ſchreibt dann in Fettdruck:
Frohlocken über die neueſte Beunruhigung der deut=
ſchen
Katholiken herrſche nur auf der bekannten inter=
nationalen
Hetzentrale die Monſignore Benigni in Mai=
ſon
Saint Pierre, Corſo Umberto I., in Rom eingerichtet
habe. Dieſe Zentrale maße ſich das Recht an, eine Neben=
regierung
zu führen. Einen Reſpekt vor biſchöflichen
Autoritäten gibt es da nicht. Möge die jetzige Stunde
auch das Gute haben, daß dieſes Neſt endlich ausge=
hoben
wird.
Auch der Badiſche Beobachter, das Organ des badi=
ſchen
Zentrums, findet mannhafte Worte der Abwehr:
Wir Katholiken in der Erzdiözeſe Freiburg werden
uns ſolange an die bisherigen Zuſtände halten, bis von
der zuſtändigen Stelle andere Beſtimmungen erfolgen. Ob
das geſchieht, wiſſen wir nicht. Etwas anderes iſt der
durch die Zeitſchrift von Oppersdorff geſchaffene Zuſtand;
der iſt bedentlich und verlangt unbedingt eine ſchleunige
Löſung; Kardinal Kopp gegen den übrigen deutſchen
Epiſkopat im Zeitungskrieg, durch eine Zeitſchrift, die
ſchon zweifellos mancherlei ſchlimme Dinge angerichtet
hat. So ſcheint die Geſamtlage einſtweilen zu ſein. Ob
ſie wirklich ſo iſt, iſt noch nicht klar zu überſehen, aber
dieſer Schein iſt ſchlimm. Wir erinnern uns nicht, daß
jemals eine derartige Lage in Deutſchland zu verzeichnen
war. Die Einigkeit des Epiſtopats in Deutſchland war
bisher unſer Stolz und unſere Kraft. Daraus ergibt ſich,
wie ſchlimm es wäre, wenn ſie tatſächlich nicht mehr be=
ſtände
. Hoffen wir, daß die Situation bald wieder klar
wird, und ſeien wir keineswegs peſſimiſtiſch.
Aus Elſaß=Lothringen. Wie der Berl.
Lokalanzeiger mitteilt, iſt die Order des Kaiſers, durch die
dem Oberſten von Reuter perſönlich ſeine Verſetzung mit=
geteilt
wird, am Sonntag nachmittag zugegangen. Das
Blatt bemerkt ferner: Der Oberſt von Reuter tritt damit
an die Spitze eines durch ſeine ruhmvolle Kriegsgeſchichte
weit bekannten Regiments. Die Verſetzung erhält noch
dadurch eine beſondere Bedeutung, daß einſt ſein Vater
an der Spitze dieſes Regiments im Jahre 1870 auf reichs=
ländiſchem
Boden einen ehrenvollen Soldatentod gefun=
den
hat. Wenn eine Verſetzung des Oberſten von Reuter
im Intereſſe der Beruhigung der Gegenſätze vielleicht
manches für ſich hat, ſo iſt ſie doch in einer Form erfolgt,
die für ihn durchaus ehrenvoll iſt. Ueber die neuen
Männer in Elſaß=Lothringen ſagt die Voſſiſche Zeitung:
Wenn auch die Wahl des künftigen Statthalters nach
der einen oder anderen Richtung einen Kurswechſel be=
deuten
kann, was aber keineswegs anzunehmen iſt, ſo
dürften ſich jedenfalls irgendwelche Hoffnungen auf eine
Vergeltungspolitik nicht erfüllen. Graf Rödern iſt eine
zielſichere und durchaus ſelbſtändige Perſönlichkeit und
dabei von liebenswürdigem und entgegenkommendem
Weſen. Der Berliner Lokalanzeiger ſagt: Die Bereit=
willigkeit
des Grafen Wedel, noch einige Monale an der
Spitze der Regierung auszuharren, bietet eine der elſaß=
lothringiſchen
Bevölkerung gewiß ſehr wertvolle Ga=
rantie
für die Kontinuität der Verhältniſſe.
Die Dresdener Hausſuchungen. Wie
aus Dresden mitgeteilt wird, haben die aufſehenerregen=
den
Hausſuchungen in den 23 Dresdener Zigarettenſabri=
ken
ergeben, daß etwa zwei Drittel davon ſich des un=
lauteren
Wettbewerbes ſchuldig gemacht haben. Gegen

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Nummer 34.

dieſe ſchwebt jetzt die Vorunterſuchung. Ueber die wei=
teren
Ergebniſſe der Hausſuchungen, namentlich ſoweit ſie
die Geheimbündelei betreffen, iſt bisher nichts bekannt
geworden.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Der Beſuch Venizelos in Wien. Venizelos,
ber durch das Großkreuz des Leopold=Ordens vom Kaiſer
Franz Joſef ausgezeichnet worden iſt, konnte auch in
Wien zu keiner anderen Aeußerung über das Ergebnis
ſeiner Beſprechungen bewogen werden, als daß er im
allgemeinen befriedigt ſei. Er dürfte ſich auch nach einer
der Köln. Ztg. von diplomatiſcher Seite gemachten Mit=
teilung
auf Sondierungen beſchränkt und vor allem ver=
ſucht
haben, den Eindruck der Vertrauenswürdigkeit, den
man von ihm hatte, durch perſönliche Fühlungnahme zu
verſtärken. In den ſachlichen Verhandlungen wird man
kaum zu unmittelbaren Zugeſtändniſſen an Venizelos ge=
neigt
ſein. Die Frage der Abtretung ſüdalbaniſchen Ge=
biets
namentlich bedarf der ſorgfältigſten Erwägungen,
weil eine ſolche eine dauernde Bedrohung Albaniens her=
beiführen
könnte, die der Befeſtigung dieſes Fürſtentums
abträglich wäre. Die Gewährung einer etappenweiſen
Räumung Albaniens durch griechiſche Truppen iſt gleich=
falls
noch Gegenſtand der Erörterung zwiſchen den Mäch=
ten
, wie endlich auch die Frage der Inſeln.
Vertagung des öſterreichiſchen Reichs=
rats
. Die zwiſchen dem Miniſterpräſidenten Grafen
Stürgkh und den Tſchechen abgehaltenen Konferenzen zum
Zwecke der Einſtellung der Obſtruktion verliefen erfolg=
los
, nachdem der Miniſterpräſident erklärt hatte, daß er
unmöglich auf die Forderung, einen beſtimmten Termin
für die böhmiſche Landtagswahl feſtzulegen, eingehen
könne. Im Abgeordnetenhauſe erklärte der Präſident Dr.
Silveſter, daß eine erfolgreiche parlamentariſche Tätigkeit
ausgeſchloſſen ſei, trotzdem die große Mehrheit des Hauſes
arbeitswillig ſei. Er ſchließe daher die Sitzung und
werde die nächſte Sitzung im ſchriftlichen Wege bekannt
geben. Dieſe Mitteilung des Präſidenten bedeutet ſo
viel, daß die Vertagung des Hauſes beſchloſſen iſt. Gleich=
zeitig
wird das ſechsmonatige Budgetproviſorium mittels
§ 14 in Kraft geſetzt werden.
England.
Das Ende des Streiks in Dublin iſt jetzt
in Sicht. Ueber 800 Bauarbeiter im Baugewerbe kehr=
ten
zur Arbeit zurück und nahmen die Bedingungen der
Arbeitgeber an, die den Austritt aus dem iriſchen Trans=
portarbeiterverband
einſchließen. Dadurch werden auch
Tauſende von gelernten Arbeitern in die Lage verſetzt,
ihre Arbeit wieder aufzunehmen.
Lußland.
Krupp und die Putilow=Werke. Die Be=
hauptung
der gelben Preſſe, Krupp habe die Petersburger
Kanonenfabriken Putilow gekauft, ſind zwar durch den
Kruppſchen Vertreter in Abrede geſtellt worden, werden
aber doch mit Beſtimmtheit aufrecht erhalten, zumal an
amtlichen Stellen keine klare Darſtellung gegeben wurde.
Wahrſcheinlich ſoll der ganze Lärm dazu dienen, eine
unangenehme Angelegenheit zu verdecken, die ſoeben in
der Putilowſchen Fabrik aufgedeckt worden iſt und die
große Veruntreuungen zutage gebracht hat. Das Er=
gebnis
der Unterſuchung ſoll ſein, daß die Aktionäre die
Entfernung mehrerer Direktoren verlangt hätten, bevor
die zu einem Erweiterungsbau des Werkes nötigen Gel=
der
bewilligt würden. Daß Krupp mit Putilow ſeit
langem in geſchäftlicher Verbindung ſteht, iſt im übrigen
kein Geheimnis, und es iſt daher ſehr wahrſcheinlich, daß

Krupp an der Ausgabe neuer Aktien nicht weniger inter=
eſſiert
iſt als die anderen Aktionäre.
Balkanſtaaten.
Die Note der Großmächte über die albaneſi=
ſche
und die Inſelfrage iſt, wie aus Athen gemeldet wird.
noch nicht überreicht, ſondern um einige Tage verſchoben
worden, angeblich weil die Inſtruktionen der öſterreichi=
ſchen
Geſandtſchaft mit denen der anderen nicht überein=
ſtimmten
. Der neue Miniſter des Aeußern Streit be=
ſtätigt
, daß die neue Note der Mächte noch nicht über=
geben
ſei.
Bulgariſch=türkiſches Bündnis. Die bul=
gariſche
Geſandtſchaft in Petersburg ſtellt nachdrücklich
die Gerüchte, die ſeit einiger Zeit in der ruſſiſchen Preſſe
verbreitet werden, daß Bulgarien mit der Türkei ein
Waffenbündnis abgeſchloſſen habe, in Abrede. Die Ge=
ſandtſchaft
weiſt darauf hin, daß die Gerüchte vermutlich
von derſelben Seite ausgeſtreut werden, die vor kurzem
den Abſchluß eines bulgariſch=öſterreichiſchen Bündniſſes
behauptete. Die Kreiſe ſind die Nowoje Wremja und
ihr Anhang, die nicht müde werden, täglich gegen die
jetzige bulgariſche Politik, Kabinett und Dynaſtie Angriffe
und Warnungen zu richten, als ob Bulgarien dem ſiche=
ren
Verderben zuſteuere.
Afrika.
Oppoſition gegen das Kabinett Botha.
Wie aus Kapſtadt gemeldet wird, haben die Maßnahmen
der Regierung gegen die Streikführer einen engeren Zu=
ſammenſchluß
der Oppoſition zur Folge gehabt. Wie
verlautet, wird die Herzog=Partei in Zukunft in Ge=
meinſchaft
mit den Mitgliedern der Arbeiterpartei im
ſüdafrilaniſchen Bundesparlament eine ſcharfe Oppoſition
gegen das Kabinett Botha treiben. In der letzten Sitzung
wurde von ſeiten der Oppoſition der Verſuch gemacht, eine
Debatte über die Deportation der Führer des letzten
Streiks im Randgebiet nach England herbeizuführen.
Dem Sprecher gelang es jedoch, jede Diskuſſion über dieſe
Frage zu verhindern.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Februar.

Beleuchtung der Rheinſtraße und des
Luiſenplatzes.
D Wiederholt konnten wir ſchon auf die ſeitens der
Stadtverwaltung vorgenommenen Beleuchtungsverbeſſer=
ungen
in dem vom Bahnhof nach dem Geſchäftsmittelpunkt
der Stadt führenden Straßenzug (Breite Allee- Rhein=
ſtraße
) aufmerkſam machen. Die Löſung der Beleuchtungs=
frage
auf der Strecke vom Hauptbahnhof bis zum Rhein=
tor
durch Aufhängung von je zwei Stück 400kerzigen Nie=
derdruck
=Lampen an den Ueberſpannungsdrähten und Zu=
führung
des Gaſes in den Maſten der Straßenbahn wird
allerſeits, von Einheimiſchen wie von Fremden, als vor=
züglich
gelungen anerkannt.
Im Mai vorigen Jahres wurde dann die ſchon bei
Einrichtung der Beleuchtung auf letzterer Strecke als not=
wendig
erkannte Verbeſſerung der Beleuchtung in der
Rheinſtraße, vom Rheintor ab bis zum Reſidenz=
ſchloß
, ausgeführt. Dabei wurden die gleichen Lampen=
typen
wie in der Breiten Allee (400 Kerzen) verwendet und
an den ſeitherigen Kandelabern mit Bogenſtücken befeſtigt
Hierdurch waren die entſtehenden Unkoſten gering; ein
Straßenaufbruch konnte vermieden, andererſeits aber er=
reicht
werden, daß die Lampen durch etwas höhere Auf=
hängung
und Verſchiebung nach der Fahrbahn hin, aus
den Baumkronen heraus und zu beſſerer Wirkung kamen.
Während in der Breiten Allee in 35 Meter Längsentfern=
ung
je zweimal 400 800 Kerzen Helligkeit angeordnet
ſind, befindet ſich in der Rheinſtraße die gleiche Helligkeit
in nur 25 Meter Längsentfernung. Dieſe 800 Kerzen wür=
den
einem Privatverbraucher bei dem neuen Gaspreis von
14 Pfg. pro Kubikmeter nur etwa 8,59 Pfg. in der Stunde

koſten. Auch die Bedienungskoſten ſind weſentlich geringer
geworden, dadurch, daß ſämtliche Lampen gleich mit Fern=
zünd
= und=Löſch=Apparaten verſehen wurden. Durch eine
geringe Gasdruckerhöhung im Rohrnetz, vom Gaswerk
aus, werden ſämtliche mit derartigen Apparaten verſehenen
Lampen gleichzeitig gezündet; ein Teil derſelben um Mit=
ternacht
, der Reſt bei Tagesanbruch gelöſcht. Beſonders
ſchön präſentiert ſich abends das Straßenbild von der Lud=
wigsſäule
aus, von wo man durch die beiden Reihen der
in der Perſpektive dicht zuſammenrückenden Lichtvunkte
geradezu den Eindruck einer ſtattlichen Beleuchtung erhält.
Ein dunkler Punkt der Beleuchtungsanlage war ſeit=
her
noch der Luiſenplatz bezw. die vier Eckplätze an der
Poſt, dem Ständehaus, der Merckſchen Apotheke und dem
Hotel zur Traube. Dort befinden ſich zurzeit vier guß=
eiſerne
Kandelaber mit ſtehenden Doppelbrennern, die je
zirka 220 Kerzen Helligkeit ſpenden. Nach einem Beſchluß
der zuſtändigen Verwaltungs=Deputation ſollen an deren
Stelle vier glatte Mannesmann=Kandelaber aufgeſtellt wer=
den
, an denen mittelſt Bogenſtückes je eine 1000 ker=
zige
Gaslampe in 5½ Meter Lichtpunkthöhe ange=
bracht
wird. Dieſe erhalten, wie alle neu eingerichteten
oder veränderten Beleuchtungsanlagen, auch gleich Fern=
zünd
= und Löſchapparate, nur von etwas anderer Bauart,
als die ſeither verwendeten. Der Apparat ſchaltet nämlich
von dem in der Lampe vorhandenen drei Glühkörpern bei
der Druckwelle um halb 12 Uhr nachts zwei Stück aus, und
es bleibt nur ein Glühkörper in jeder Lampe bis zum
Tagesanbruch brennen. Die ganznächtige Teilbeleuchtung
wird dadurch zwar auf ein Drittel der vollen verringert,
ſie iſt aber gleichmäßiger verteilt, als wenn hie und da eine
Lampe völlig gelöſcht wird. Von der Wirkſamkeit dieſer
Neuanlage wird es abhängen, ob noch weitere Verände=
rungen
der Beleuchtung des Luiſenplatzes vorzunehmen
ſind oder nicht.

* Ordensverleihungen. Se. Kgl. Hoheit der Groß=
herzog
haben dem Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher
und Standesbeamten Johannes Ritz IV zu Bernshauſen
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift Für lang=
jährige
treue Dienſte am Bande des Verdienſtordens Phi=
lipps
des Eroßmütigen und dem Revierpolizeikommiſſär
Valentin Dietz zu Darmſtadt die Goldene Medaille des
Ludewigs=Ordens verliehen.
* Erledigt iſt in Mainflingen eine mit einem katholi=
ſchen
Lehrer zu beſetzende Stelle.
H. K. Mit der proviſoriſchen Verſehung der erledigten
Stelle des Sekretärs der Handwerkskammer zu Darmſtadt
iſt bis zur definitiven Beſchlußfaſſung über die Neubeſetz=
ung
der Stelle durch die nächſte Plenarverſammlung
Handwerkskammeraſſiſtent Schüttler beauftragt wor=
den
. Nachdem inzwiſchen die Abwicklung der Geſchäfte
ſtattgefunden, hat Aſſiſtent Schüttler vom 1. Februar ab
die Geſchäftsführung übernommen und zeichnet in Ver=
tretung
des Sekretärs mit dem Vorſitzenden der Kammer
gemäß § 15 der Statuts rechtsverbindlich, während die
Geſchäfte der Kaſſen= und Rechnungsführung dem Kaſſen=
führer
der Kammer, Herrn Karl Lautz, verbleiben. Das
Bureau der Kammer befindet ſich zurzeit Saalbauſtr. 60.
-ss- Aus dem ſtädtiſchen Armen= und Fürſorgeweſen.
Nachdem bereits in der vorigen Sitzung der Deputation
für das Armen= und Fürſorgeweſen die beiden neugewähl=
ten
Mitglieder, Rechnungsrat Bormet und Kaufmann
Otto Wolff eingeführt wurden, nahm in der geſtrigen
Sitzung der Deputation Herr Bürgermeiſter Mueller
die Verpflichtung und Dienſtanweiſung der neugewählten
Pfleger und Pflegerinnen vor. Es waren das 7 Herren
und 3 Damen. Infolge der auf Grund der neuen
Städteordnung möglichen Zuwahl von Damen iſt außer
dem bereits in der Deputation befindlichen Fräulein von
Winterfeld und Frau Profeſſor Hattemer noch
Fräulein Gießen hinzugetreten. Die Deputation ſetzt
ſich nunmehr zuſammen aus 9 Herren und 3 Damen. Zu
Beginn der Sitzung hielt Herr Amtmann Krapp, Vor=
ſtand
des Armen= und Fürſorgeamtes einen Vortrag über:
Grundzüge des Armenrechts Redner führte
aus daß unſer heutiges Armenrecht eine Folge der frei=
heitlichen
Geſetzgebung der 60er Jahre ſei. Er erläuterts
ſodann kurz die Motive und Grundzüge des Unterſtütz=
ungswohnſitzgeſetzes
und ging dann näher auf die Ge=
ſetzesbeſtimmungen
ein. Unterſucht wird, wer armenrecht=
lich
hilfsbeſdürftig iſt, d. h., wer ſich nicht ſelbſt ſeinen
Unterhalt ſchaffen kann und keine unterhaltspflichtigen An=
verwandten
beſitzt. Vorläufig unterſtützungspflichtig iſt in
dieſen Fällen die Gemeinde, in der der Hilfsbedürftige

Himmelserſcheinungen
im Februar.

Weſentlich ſchneller als im erſten Monat des Jahres
ſteigt die Sonne im Februar nordwärts; während näm=
lich
die Abnahme ihrer ſüdlichen Deklination im Januar
nur 5½ Grade betrug, erreicht dieſe in dem obendrein viel
kürzeren Februar volle 9 Grade. Am 1. Februar war die
Abweichung der Sonne vom Aequator gleich 17 16!
1.0, und am 28. Februar iſt ſie gleich 8 11' 13.1.
Die Tageslänge wächſt im nördlichen und mittleren
Gebiete von 9 auf 10½ Stunden und im ſüdlichen Gebiet,
ähnlich auch in der deutſchen Schweiz, von 9½ auf 11
Stunden. Durch die Dämmerungen erfährt die Tages=
dauer
morgens und abends noch eine Verlängerung von
je ¾4 Stunden.
Unſer Mond zeigt im Februar folgenden Phaſen=
wechſel
: Erſtes Viertel am 3., um 11 Uhr 33 Min. vorm.,
Vollmond am 10., um 6 Uhr 35 Min. nachm., Letztes Vier=
tel
am 17., um 10 Uhr 23 Min. vorm., und Neumond am
25., um 1 Uhr 2 Min. vorm. Der Mond ſteht in Erdnähe
am 12. Februar, um 2 Uhr nachm., und in Erdferne am
28. Februar, um 10 Uhr vorm. Von helleren Sternen
werden im Februar zwei bedeckt: am 3. der Stern
Epſylon (Größe 4.6) des Widders Eintritt für Berlin
um 6 Uhr 22.1 Min. nachm. und Austritt um 7 Uhr 42.3
Min. nachm., ferner am 11. der Stern Alpha (Regulus,
Größe 1.3) des Löwen Eintritt für Berlin um 6 Uhr
51.7 Min. vorm. und Austritt um 7 Uhr 41.9 Min. vorm.
In der Nacht vom 24. zum 25. Februar ereignet ſich
eine in Europa unſichtbare ringförmige Sonnen=
f
inſternis. Dieſe beginnt am 24. Februar, um 10 Uhr
46 Min. nachm., und endigt am 25. Februar, um 3 Uhr
41 Min. vorm. Sichtbar iſt die Finſternis an der Süd=
ſpitze
Südamerikas, in der ſüdlichen Hälfte des Stillen
Ozeans, in der ſüdlichen Hälfte Neuſeelands und in den
Südpolargegenden.
Von den großen Planeten beherrſchen noch
weiter Mars und Saturn den nächtlichen Himmel. Mer=
kur
der am 22. Februar, um 7 Uhr nachm., ſeine größte
öſtliche Ausweichung von der Sonne, 18 6 erreicht, iſt
im Bilde des Waſſermannes von Monatsmitte an etwa
¼ Stunde lang am Abendhimmel ſichtbar. Am 21. Fe=
bruar
, um 6 Uhr nachm., gelangt Merlur in ſein Perihel
und iſt dann nun 0.3075 Ertdaknhalbmeger von dee

Sonne entfernt; ſein Aphel erreicht der Planet bereits am
6. April, und zwar bei einem Sonnenabſtande von 0.4667
Erdbahnradien. Merkur beſitzt bekanntlich von allen
großen Planeten die größte Exzentrizität der Bahn:
0.2056. Venus, die am 11. Februar, um 9 Uhr nachm.,
ihre obere Sonnenkonjunktion durchläuft, hält ſich für das
bloße Auge verborgen. Sie ſteht am 4. Februar, um 8 Uhr
vorm., im Aphel, doch iſt ihr Sonnenabſtand wegen der
geringen Bahnexzentrizität, der kleinſten von allen Pla=
netenbahnen
nur wenig von ihrem Sonnenabſtande im
Perihel verſchieden, ihre Abſtände ſchwanken nur zwiſchen
0.7283 und 0.7184 Erdbahnhalbmeſſern. Von der Erde iſt
Venus am 15. Februar am weiteſten entfernt: 1.711 Erd=
bahnradien
oder Einheiten à 149.48 Millionen Kilometer.
Mars bleibt noch nahezu die ganze Nacht hindurch
ſichtbar; er ſteht bei Dunkelwerden ſchon hoch im Oſten
und kulminiert anfangs gegen 10, zuletzt bald nach 8 Uhr
abends. Man ſieht ihn im Bilde der Zwillinge infolge
ſeiner rückläufigen Bewegung ſchon recht weit von Pollux
nach Weſten (rechts) abgerückt, doch wird der Planet am
13. Februar wieder rechtkäufig. Mars entfernt ſich jetzt
wieder von der Erde, ſein Abſtand nimmt von 0.725 auf
0.933 Einheiten zu, wodurch ſein ſcheinbarer Durchmeſſer
von 13 bis auf 11 herabgeht. Am 7. Februar hat der
Mond mit Mars Konjunktion, und zwar bewegt ſich der
Mond nördlich an dem Planeten vorüber. Jupiter,
der erſt am 20. Januar in Sonnenkonjunktion geſtanden
hat, bleibt im Februar und auch im März noch dem un=
bewaffneten
Auge verborgen. Dem Jupiter nähert ſich
die Erde im Februar von 6.085 bis auf 5.937 Einheiten.
Saturn weilt im Bilde des Stiers bei Eintritt der
Dunkelheit ſchon hoch am ſüdlichen Himmel; er kulminiert
zu Anfang um 8 Uhr, am Monatsſchluſſe um 6¼ Uhr
abends und geht erſt bald nach 4 Uhr, ſchließlich bald nach
2 Uhr morgens unter. Am 12. Februar verwandelt ſich
ſeine rückläufige mieder in rechtläufige Bewegung. Sein
Erdabſtand betrug am 1. Februar 8.50, am 28. Februar
beträgt er 8.93 Einheiten. Die ſcheinbare Größe des Sa=
turnſyſtems
erfährt im Februar folgende Abnahme: der
Aequatorialdurchmeſſer von 19."6 bis 18.6, der Polar=
durchmeſſer
von 18,0 bis 17,*1, die große Achſe der Ring=
ellipſe
von 44.0 bis 42,0, die kleine Achſe der Ringellipfe
von 19.5 bis 18.7; das Ringſyſtem erſcheint alſo noch
breiter als der Saturnkörper. Am 5. Februar hat der
Mond mit Saturn Konjunktion, der Mond zieht dabei
nördlich an dem Planeten vorüber. Uranus, der ſich
erſt am 28. Januar in Sennenkoniunktion befand, iſt un=

ſichtbar; er ſteht Anfang Februar nur 1 nordweſtlich vom
Jupiter. Der Erdabſtand des Uranus vermindert ſich von
20.83 bis auf 20.71 Einheiten. Neptun ſteht im Bilde
der Zwillinge ſehr günſtig für die Beobachtung mit
großen Inſtrumenten. Sein Erdabſtand wächſt von
29.04 bis auf 29.26 Erdbahnhalbmeſſer, ſein Scheibendurch=
meſſer
beträgt nur 2.6.
Zur Beobachtung am Fixſternhimmel eignet
ſich mehr die zweite Hälfte des Monats, da während der
erſten das Mondlicht ſtörend wirkt. Wenden wir unſeren
Blick etwa um 10 Uhr dem Firmament zu, ſo ſehen wir=
die
Milchſtraße vom Südhorizont hoch über dem Weſten
zum Nordnordweſten ziehen. Ihren Weg bezeichnen in
derſelben Richtung die Bilder Großer Hund und Klei=
ner
Hund Orion, Zwillinge und Stier, nahe dem
Zenith Fuhrmann und Perſeus, dann Caſſiopeja
Cepheus und am Nordende Schwan. Im Weſten er=
blicken
wir den Widder hoch im Oſten den Löwen
während dieſem das gerade aufgehende Bild der Jung=
frau
folgt. Tief am Nordoſthorizont erhebt ſich der
helle Arctur im Bootes über dem wieder der Große
Bär den Himmel ſchmückt. Am Nordhorizont funkelt
Wega in der Leier endlich treten von den beſonders
hellen Geſtirnen noch die der Andromeda zwiſchen
Widder und Caſſiopeja im Weſtnordweſten hervor. Der
Mythos erzählt, Caſſiopeja, oder richtiger Kaſſiépeia, die
Gemahlin des Cepheus, ſei auf ihre oder ihrer Tochter
Andromeda Schönheit ſo eitel geweſen, daß ſie dieſe der
Schönheit der Nereiden vorzog. Die Nereiden hätten ſich
darauf über die ihnen angetane Schmach bei Neptun be=
klagt
und dadurch bewirkt, daß ein mächtiges Seeungeheuer
die Ufer verwüſtete und nicht weichen ſollte, bis ihm nach
des Orakels Ausſpruch Andromeda geopfert ſein würden
Andromeda ſei nun an den Felſen geſchmiedet, doch von
Perſeus befreit worden dadurch, daß er das Seeungeheuer
mit ſeinem Schilde blendete und mit dem ſchrecklichen
Meduſenhaupte verſteinerte. Perſeus habe ſodann die
Schöne in ſein Vaterland entführt und zur Gemahlin ge=
nommen
. Die Götter hätten ſchließlich die ganze Per=
ſeus
=Familie unter die Sterne verſetzt, die Caſſiopeja
aber wegen ihres Hochmutes mit nach unten gekehrtem
Kopfe und die Andromeda mit ihren Feſſeln. Darum
ſagte Aratus von ihr:, Auch am Himmel trägt ſie die
Feſſel, und darum nannten die Araber dieſes Sternbild
El-marä el-musalsela, die Angekettete‟.

[ ][  ][ ]

Nummer 34.

Darmſtädter Tagblatt. Dienstag, den 3. Februar 1914.

Sette 3.

ſeinen Aufenthalt hat. Die Gemeinde ſelbſt macht ihre
Erſatzanſprüche wieder bei dem endgültig unterſtützungs=
pflichtigen
Armenverband oder bei Drittverpflichteten gel=
tend
. Ueber Art und Maß der Unterſtützung ſagt das
Geſetz nichts und auch mit Recht, denn es laſſen ſich die
einzelnen Unterſtützungsfälle nicht nach einer Schablone
behandeln. Gewährt wird das zum unentbehrlichen
Lebensunterhalt notwendigſte, ferner Obdach, Pflege in
Krankheitsfällen, angemeſſenes Begräbnis. Unſere
Armenpflege hat eine ſehr weſentliche Aufwärtsbewegung
genommen und neue Aufgaben ſind ihr namentlich auf
hygieniſchem Gebiet erwachſen.
Vom Hoftheater. Albert Heine, der erſte Charakter=
ſpieler
des Wiener Hofburgtheaters, eine der intereſſan=
teſten
Erſcheinungen unter den deutſchen Schauſpielern der
Gegenwart, wird demnächſt zum erſten Male vor unſerem
Publikum erſcheinen und zwei ſeiner berühmteſten Ge=
ſtalten
, den Shylock im Kaufmann von Venedig von
Shakeſpeare und den König Philipp in Schillers Don
Carlos zur Darſtellung bringen. Der Termin des Gaſt=
ſpiels
von Albert Heine wird in den nächſten Tagen de=
finitiv
bekannt gegeben werden. Am Sonntag abſolviert
die Kammerſängerin Mme. Charles Cahier ein ein=
maliges
Gaſtſpiel am Hoftheater als Dalila in Saint=
Saéns Samſon und Dalila‟. Das Abonnement iſt an
dieſem Abend aufgehoben, doch ſteht den Abonnenten ein
Vorkaufsrecht auf die gleichen Plätze der abonnierten Ka=
tegorie
zu, das ſie im Laufe des heutigen Tages bis fünf Uhr
nachmittags ausüben können. Am morgigen Tag beginnt
der allgemeine Vorverkauf. Am Dienstag gelangt im
A=Abonnement Der Feldherrnhügel zur Aufführung.
Mittwoch, als Abſchluß des Grillparzer=Zyklus Die
Jüdin von Toledo. Am Donnerstag geht zum erſten
Male in dieſer Spielzeit Mozarts Figaros Hochzeit in
Szene.
* Der Verwaltungsrechenſchaftsbericht des Ober=
bürgermeiſters
für das Verwaltungsjahr 1912, umfaſſend
die Zeit vom 1. April 1912 bis 31. März 1913, iſt ſoeben im
Druck erſchienen. Der Bericht umfaßt einen ſtattlichen
Band von 582 Seiten.
* Hoflieferant. Die Firma Elbert wurde, wie uns
mitgeteilt wird, zum Kaiſerlich Ruſſiſchen Hoflieferanten
ernannt.
* Zum Künſtlerfeſt iſt ferner noch ein im Programm
nicht aufgeführter Verkaufsſtand mit türkiſchen
Waren zu erwähnen, den Herr Diplom=Ingenieur Karl
Maurer, Sektionschef der anatoliſchen Eiſenbahn
(Bagdadbahn), der die Ankündigung des Feſtes in An=
gora
geleſen und aus Dankbarkeit für die ſchönen Stun=
den
im Hoftheater eine Reihe von intereſſanten türkiſchen
Kunſtgegenſtänden mitgebracht hatte. Herr Maurer hat
die nicht verkauften Gegenſtände der Kaſſe der Bühnen=
genoſſenſchaft
zur Verfügung geſtellt.
§ Abſchiedsfeier. Am Samstag mittag 12 Uhr
rverſammelten ſich im Sitzungsſaale des Polizeiamts=
ggebäudes
die Beamten des Polizeiamts, die Revier=
wolizeikommiſſäre
, Wachtmeiſter und dienſtfreien Schutz=
leute
, ſowie das Bureauperſonal und der Kommandant
der Freiwilligen Feuerwehr zur Verabſchiedung des mit
dem 1. Februar in den Ruheſtand tretenden Revier=
wolizeikommiſfärs
Dietz. Es wurde hierbei der
Werdienſte des Herrn Revierpolizeikommiſſärs Dietz
während ſeiner mehr als 38jährigen Dienſtzeit gedacht
und die ihm von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog
werliehene Goldene Medaille des Ludewigs=Ordens mit
Dem Wunſche überreicht, daß ihm noch lange vergönnt
ei, die verdiente Ruhe in beſter Geſundheit zu genießen.
Revierpolizeikommiſſär Dietz ſprach ſichtlich bewegt ſeinen
Dank aus und erwähnte die Erlebniſſe während ſeiner
angjährigen Dienſtzeit. Er gab zu erkennen, daß er auch
ſernerhin das Intereſſe der Polizei verfolge und verab=
hchiedete
ſich mit Worten des Dankes von den Anweſenden.
Herr Dietz trat bei der am 1. Januar 1876 erfolgten
Errichtung der Schutzmannſchaft ein, wurde 1888 zum
Polizeiwachtmeiſter und am 1. Oktober 1898 zum Revier=
wolizeikommiſſär
befördert und hat über 15 Jahre das
W Polizeirevier (Stadtteil Beſſungen) geleitet.
* Kirchenkonzert. In der letzten Sitzung iſt die Ge=
meindevertretung
der Paulusgemeinde der Errich=
nung
einer Krippe näher getreten. Um dieſes gute und
notwendige Werk zu fördern, wird der Kirchenchor der
Paulusgemeinde Sonntag, den 15. Februar, abends 6 Uhr,
im der Pauluskirche ein Konzert veranſtalten, zu wel=
chem
Frl. Reinhart von hier (Sopran), Herr Organiſt
ſLeil und andere Soliſten ihre Mitwirkung gütigſt zuge=
ſagt
haben. Um das Konzert weiteren Kreiſen zugänglich
unt machen, iſt der Eintrittspreis einheitlich auf nur 50 Pfg.
feſtgeſetzt. (Das weitere iſt aus dem Anzeigenteil zu er=
ſiehen
.)
* Das engliſche Kettengebet. Wir erhalten folgende
zauſchrift: Heule kam mit dem Poſtſtempel Darmſtadt

mir wieder einmal das engliſche Kettengebet ins Haus,
über das Ihr geſchätztes Blatt vor etwa zwei Jahren
ſchon ſchrieb. Gegen das mit den Worten: O, Lord
Jesus, we implore Thee beginnende Gebet ſoll an ſich
nichts eingewendet werden, obgleich auch die Abgeſchmackt=
heit
nicht unerwähnt bleiben foll, daß ein engliſcher Text
gewählt iſt, um ſo mehr aber gegen die Form ſeiner Ver=
breitung
. Das Gebet ſoll neun Tage lang täglich einem
anderen Bekannten ohne Namensunterſchrift geſandt wor=
den
, ohne daß die Kette unterbrochen werden darf. Es
iſt ein altes Gebet, von dem die Sage geht, daß derjenige,
der es verſäumt, weiter zu geben, kein Glück hat, der es
weiter gibt, am neunten Tage eine große Freude hat
und von allen Schmerzen befreit wird. Es wird alſo
mit der Furcht vor Unglück und mit der Hoffnung auf
Glück operiert, um die Weitergabe zu veranlaſſen auf
deutſch geſagt alſo mit dem Aberglauben. Und hier
ſcheint es mir weſentlich die Furcht vor Unglück zu ſein,
die viele Empfänger einer ſolchen Zuſendung von der
einzig richtigen Verwendung, dem Werfen in den Papier=
korb
, abhält. Bei einer früheren Sendung, deren Herkunft
mir aus der Adreſſe bekannt war, konnte ich dies Motiv
unſchwer feſtſtellen. Eine auf derartigen Beweggründen
beruhende Weitergabe widerſpricht völlig der Bedeutung
des Gebets und iſt ſinnlos. Darum in den Papierkorb
mit ſolchen Sendungen! Wir haben nicht nötig, der
Reichspoſt, die den einzigen Vorteil von der Weitergabe
hätte, hierdurch zu höheren Einnahmen zu verhelfen.
* Frauenverein der Lukasgemeinde. Am 1. Februar
fand ein gut beſuchter Familienabend des Frauenvereins
der evangeliſchen Lukasgemeinde im Gemeindehaus, Kies=
ſtraße
17, ſtatt. Nach einer Anſprache des Herrn Pfarrers
Kleberger hielt Herr Miſſionar Weismann einen Vortrag
mit Lichtbildern über das Wunderland Oſtindien und
ſeine Heiligtümer. In anſchaulicher und packender Form
verſtand Herr Weismann, der auf 31 Jahre erfolgreichen
Wirkens in Indien zurückblicken kann, ſeine Zuhörer zu
feſſeln. Der lebhafte Beifall, der ſeinen Ausführungen
zuteil wurde, bezeugte den Dank der Anweſenden. Nach
der Teepauſe erfreute Fräulein Anna Wahrendorff durch
hervorragendes Geigenſpiel die Verſammlung. In exakter
Weiſe und vollendeter Ausführung brachte Frl. Wahren=
dorff
das Adagio religioso von Vieuxtemps und einige
kleinere Stücke von J. S. Bach, Donizetti und Rameau
zum Vortrag; beſonders entzückte das meiſterhaft geſpielte
Abendlied von Schumann. Die Begleitung hatte in
liebenswürdiger Weiſe Frl. Emma Kleinen übernommen.
Herr cand. ing. Kuhlo ſang Lieder zur Laute und errang
durch zwei kunſtvoll dargebotene Waldhornvorträge von
Masberg und Curſchmann, die in Herrn studk. Lhotzky
einen verſtändnisvollen Begleiter fanden, den Dank der
Zuhörer. Durch die in ſo uneigennütziger und dankens=
werter
Weiſe dargebotenen Leiſtungen darf der Frauen=
verein
auf einen ſchönen und genußreichen Abend zurück=
blicken
.
Fortſchrittliche Volkspartei. Man ſchreibt uns: Der
im Kaiſerſaal veranſtaltete Familienabend hatte
ſich eines außerordentlich guten Beſuchs zu erfreuen, ſo
daß der letzte Platz im Kaiſerſaal beſetzt war. Auch eine
Reihe von auswärtigen Freunden hatte es ſich nicht ver=
ſagt
, der Einladung ihrer Darmſtädter Freunde Folge
zu leiſten. Die Feſtrede des Herrn Pfarrers Korell über
ſeine Erlebniſſe und Eindrücke von ſeiner Italienreiſe
fand die Aufmerkſamkeit und den Beifall der Anweſenden.
Die Darbietungen der Mitwirkenden, beſonders die Dar=
ſtellung
einer politiſchen Wirtshausunterhaltung, waren
ganz vorzüglich. Auch der Theateraufführung wurde
voller Beifall zuerkannt, als auch die Geſangsvorträge
von Fräulein H. ganz vorzüglich waren. Der Tanz hielt
faſt alle noch bis zum frühen Morgen zuſammen und ging
ein jeder Beſucher, jung oder alt und gar viele ſchwer
beladen mit Tombolagewinnen befriedigt nach Hauſe.
* Der Krieger= und Militärverein Graf von Haeſeler=
Darmſtadt feierte am Sonntag Kaiſers Geburtstag
im Kaiſerſaal. Mit einer kernigen Anſprache des zweiten
Vorſitzenden Kameraden Sperling wurde die Feier ein=
geleitet
, der ein dreifaches Hurra auf Se. Maj. den Kaiſer
ausbrachte. In muſterhafter Weiſe verſtand Herr Kam.
Frank einen echt patriotiſch gehaltenen Prolog zum Vor=
trag
zu bringen. Herr Kam. Guthmann und Herr Kam.
Eiſenhauer ernteten mit Couplets und Vorträgen reichen
Beifall. Das Terzett Wo ſteht denn das geſchrieben, ge=
ſpielt
von Frl. Kräußlich, Frl. Möller und Herrn Frickel,
nußte auf allſeitiges Verlangen wiederholt werden. Frl.
Kräußlich und Frau O. Dachsler brachten noch verſchiedene
Chöre zu Gehör. Nach dem vorzüglich geſpielten Theater=
ſtück
In Uniform geſpielt von Herren Frank. Frickel,
Wenz und Wagner und den Damen Frl. Kräußlich, Frl.
Möller und Frl. Wenz, ging man zum Tanz über, der die
äſte bis zur frühen Morgenſtunde feſſelte. Eine reiche
Tombola unter der bewährten Leitung der Herren,Kam.
Koerſchens und Frickel fand regen Zuſpruch.

* Der Verband deutſcher Handwerker und Arbeiter
(Sitz Berlin), Ortsverein Darmſtadt 2, feierte am Sonntag
im Saale der Reſtauration Ganßmann den Geburtstag
S. M. des Kaiſers. Nach einer Anſprache des Vorſitzen=
den
Herrn Reiß war bald alles in fröhlichſter Stimmung.
Der humoriſtiſche Teil lag in Händen des beliebten Humo=
riſten
Herrn Willi Müller. Ein flottes Tänzchen bildete
den Schluß der ſchönen Feier.
* Gartenbau=Verein. Man ſchreibt uns: Der hieſige
Gartenbau=Verein veranſtaltet am 5. Februar im Für=
ſtenſaal
einen Vortragsabend, zu welchem der durch ſeine
diverſen jagdlichen Werke bekannte Jagdſchriftſteller
Hegendorf aus Bad=Nauheim gewonnen wurde, der das
Thema: Geheimniſſe aus dem Leben unſerer heimiſchen
Tierwelt behandeln wird. Der Vortrag wird ſich ganz
beſonders intereſſant geſtalten, weil hier zum erſtenmal
eine Erfindung in Lichtbildern vorgeführt wird, die in
der Gelehrtenwelt großes Aufſehen erregte. Es handelt
ſich um den Terragraph einen Apparat, der es ermög=
licht
, die intimen Lebensvorgänge in der Tierwelt zu be=
lauſchen
und zu beobachten und womit es gelungen iſt,
eine ganze Reihe von wertvollen Aufſchlüſſen über Lebens=
vorgänge
feſtzuſtellen, die bisher gänzlich unbekannt waren.
Forſcher und Gelehrte waren ſich längſt darüber klar, daß
ſich die unſerer Beobachtung entzogenen Lebensvorgänge
in der Tierwelt nur durch automatiſch arbeitende Appa=
rate
feſtſtellen laſſen, und dieſes Problem hat im Laufe der
Jahre viele beſchäftigt, ohne zu einem wirklichen Reſul=
tate
zu führen. In faſt achtjähriger Arbeit hat nun Hegen=
dorf
ein Syſtem ausgearbeitet, das über Erwarten befrie=
digende
Reſultate geliefert hat, und das Intereſſe, welches
man dieſer Erfindung entgegenbringt, und die hervor=
ragende
Beurteilung, die der Apparat von ſeiten aner=
kannter
Naturwiſſenſchaftler gefunden hat, läßt erken=
nen
, daß nunmehr ein Weg gefunden wurde, der es er=
möglichen
wird, den Schleier des Geheimnisvollen, der ſich
über ſo viele Begebenheiten in der Tierwelt breitet, zu lüf=
ten
. In ſeinem Werke: Der Terragraph (Verlag der
Naturwiſſenſchaftlichen Geſellſchaft in Leipzig) ſagt
Hegendorf wörtlich: Der Apparat iſt kein Univerſal=
inſtrument
, mit welchem ſich alle Naturgeheimniſſe in der
Tierwelt erforſchen laſſen, ſondern nur ein Hilfsmittel,
womit unſer engbegrenztes Können und Wollen wirkſam
unterſtützt wird. Die bisherigen Forſchungsergebniſſe
mit Hilfe des Terragraph laſſen aber erkennen, daß ſich
der Vortrag äußerſt intereſſant geſtalten wird, intereſſant
für jeden Naturliebhaber, Zoologen, Ornithologen und
Weidmann, weshalb wohl zu erwarten ſteht, daß ſich dieſe
Veranſtaltung des Gartenbau=Vereins eines ſehr ſtarken
Beſuches zu erfreuen haben wird.
* Allg. deutſcher Frauenverein (Ortsgruppe Darm=
ſtadt
). Auf den 4. Vortrag in dem Zyklus Die Stellung
der Frau im Wandel der Zeiten, über Die Frau im
Mittelalter, der am 10. d. M. ſtattfindet, möchten wir
ſchon heute hinweiſen. Herr Geh. Hofrat Dr. Heinrich
Finke, ordentlicher Profeſſor der Geſchichte an der Uni=
verſität
Freiburg i. Br., iſt für dieſen Abend als Redner
gewonnen. Das Nähere wird noch bekannt gegeben.
* Heſſiſcher Jagdklub Darmſtadt. Im Heſſiſchen Jagd=
klub
wird Herr Profeſſor Dr. Olt=Gießen einen Vor=
trag
über Geweihabnormitäten und Pe=
rückenbildung
(mit Lichtbildern) halten. Der Vor=
trag
findet am Mittwoch, 4. Februar, abends 8½ Uhr, im
Saalbau (Muſikſaal) ſtatt.
* Vortrag. Nochmals verweiſen wir auf den Vor=
tragsabend
des Afrikareiſenden, Herrn Oberleutnant a. D.
von Schilgen aus Berlin, welcher am Mittwoch, den 4.
Februar ds. Js., im Saale des Städtiſchen Saalbaues,
abends 8½ Uhr, ſtattfindet. Für Schüler und Kinder iſt
ein Nachmittagsvortrag angeſetzt. Das hochaktuelle
Thema, Die franzöſiſche Fremdenlegion bietet Inter=
eſſantes
für jung und alt und gibt, durch eine große An=
zahl
von Lichtbildern erläutert, Aufklärung, mit welchen
Entbehrungen, übergroßen Gefahren und ſchließlicher Ver=
zweiflung
diejenigen zu rechnen haben, die ſich für die
franzöſiſche Fremdenlegion anwerben ließen. Eintritts=
karten
ſind an den bekannten Vorverkaufsſtellen zu ert
mäßigten Preiſen erhältlich.
* Eduard Engel in Darmſtadt. Man ſchreibt uns: Am
Sonntag, 8. Februar, abends 8¼ Uhr, wird Profeſſor Dr.
Ed. Engel aus Berlin, der weitbekannte Verfaſſer der
Deutſchen Stilkunſt und zahlreicher, vielfach aufgelegter
Werke zur neueren Sprach= und Literaturgeſchichte, in
Darmſtadt im Muſikvereinsſaal einen Vortrag halten über
Deutſche Sprachfrage deutſche Lebens=
frage‟
Da die Veranſtaltung mit Unterſtützung des
Sprachvereins, des Lehrer= und Lehrerinnenvereins und
des Alldeutſchen Verbandes ſtattfindet, dürfte es ihr an
vielſeitigen Zuſpruch nicht fehlen. (Näheres bringt der
Anzeigenteil.)

Feuilleton.

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
P. Münchner Theater. Am 31. Januar fand im
Mtünchner Schauſpielhaus die Uraufführung des neueſten
Werkes von Max Dreyer ſtatt. Der grünende
weig, Schauſpiel in 4 Akten, iſt ein geiſtliches Gegen=
ſtück
zum Probekandidaten des gleichen Dichters. Es
behandelt den Kampf des jungen Paſtors Heeger mit der
Kirchenbehörde. Deg freiſinnige Geiſtliche hat jedoch
ſchine Gemeinde und den Kirchenvorſtand hinter ſich, und
vor allem den Kirchenpatron, den alten Domänencat Det=
Alef. Beſonders der letztere tritt mannhaft für den jungen
Geiſtlichen gegen den Superintendenten ein. Dadurch lädt
Alei jedoch das Ungewitter auf ſein Haupt. Die Regierung
Am ill ihn aus ſeiner Pacht, die der Familie ſchon ſeit Jahr=
Ahunderten gehörte, vertreiben, wenn er noch fernerhin den
Paſtor protegiere. Der Alte will es auf das Aeußerſte an=
kommen
laſſen, da weiß aber ſein Schwiegerſohn, der Mi=
Anſſterialrat und Miniſterkandidat Wendhauſen den jungen
Geiſtlichen zu beſtimmen, ſein Amt freiwillig niederzu=
lgen
. Als der Alte, der eben erſt eine Krankheit über=
lſta
nden hat, von dem ihm geleiſteten Dienſt erfährt, regt er
ſichh derart auf, daß er am Herzſchlag ſtirbt. Beim Trauer=
gattesdienſt
, den der Superintendent hält, kann ſich dieſer
lnicht verſagen, den Toten zu beſchimpfen. Die Tochter des
oeten, Marie Wendhauſen, und ihr Sohn, Leutnant Ru=
dollf
, fallen dem geiſtlichen Fanatiker in die Rede, ſo daß
Adieſer empört den Altar verläßt. Auf Störung des
Goettesdienſtes ſteht Gefängnisſtrafe. Der Superintendent
beclangt demütigende Abbitte und ſchickt ein Schreiben ins
bams, deſſen Unterſchrift durch Marie Wendhauſen und
Uhr-en Sohn er fordert. Der Leutnant hat, auf Bitten
eimes Vaters, der ſeinen Miniſterſeſſel gefährdet ſieht,
ereits unterſcheieben. Als Wendhauſen auch ſeine Frau
u der entehrenden Unterſchrift zwingen will, tut ſich zwi=
lchen
den beiden eine tiefe Kluft auf. Wir blicken in eine
Lheetragödie; denn nie hat der ſtreberiſche Wendhauſen

Verſtändnis für das Seelenleben ſeiner Frau gehabt. Re=
ſigniert
unterſchreibt ſie aber auch zugleich das Todes=
urteil
ihres Eheglücks. Nicht ſeinetwegen tut ſie es, ſon=
dern
um ihres Sohnes willen, der die Uniform ausziehen
müßte, wenn ſie ſich geweigert hätte. Da der Sohn jedoch
den Seelenkampf ſeiner Mutter ſieht, ergreift er das Pa=
pier
und zerreißt es. Er will mit der Mutter um der
Wahrheit willen vor die Gerichtsſchranken treten. Das
Stück zerfällt in zwei völlig voneinander verſchiedene
Teile: den Kampf des freiſinnigen Paſtors und die Ehe=
tragödie
im Hauſe Wendhauſen. Dadurch wird das In=
tereſſe
verzettelt; denn die beiden Teile ſind nicht organiſch
mit einander verſchlungen, ſondern löſen ſich gegenſeitig
ab. Die Charakteriſtik der Hauptperſonen iſt kaum ver=
ſucht
. Die Menſchen ſind ohne dichteriſches Leben, ſie ſind
bloſe Sprachrohre der Tendenz des Stückes. Licht und
Schatten ſind nicht nach künſtleriſchen Geſichtspunkten, ſon=
dern
den tendenziöſen Abſichten des Autors gemäß ver=
teilt
. Im Grunde iſt zwiſchen ſolchen Stücken und den
geſchmähten Hohenzollerndramen kein prinzipieller Unter=
ſchied
Beide mißbrauchen das Drama, die einen für die
Zwecke der nationalen, die anderen für die der freiſinnigen
Pädagogik. Gerade der echte Freiſinn muß gegen ſolche
dramatiſierte Leitartikel mit ihren Advokatenkniffen und
ihrem freigeiſtigen Jeſuitismus proteſtieren. Was in po=
litiſchen
Verſammlungen ſein Recht hat, iſt im Drama
vom Uebel. Die Aufnahme war ſehr beifällig. Wer em=
pört
ſich auch nicht gegen prieſterlichen Hochmut und Fana=
tismus
? Der Beifall galt aber der Geſinnung und nicht
der Dichtung Dreyers. Solche Lorbeeren holt man ſich
aber beſſer in Volksverſammlungen, ſtatt daß man die
Leute ins Theater bemüht.
* Wochenſpielplan der Frankfurter
Stadttheater. 1. Opernhaus. Dienstag, 3. (zum
1. Male): Polenblut Operette in 3 Akten von Leo Stein.
Muſik von Oskar Nebdal. Mittwoch, 4.: Parſifal.
Donnerstag, 5.: Coſi fan tutte. Freitag, 6.: Die
Zauberflöte‟. Samstag, 7.: Der Teoubadour. Sonn=
tag
, 8., ¼4 Uhr: Cavallerig ruſticana‟. -Der Lajazzo;

Uhr: Polenblut Montag, 9.: Parſifal.
Dienstag, 10.: Falſtaff 2. Schauſpielhaus. Diens=
tag
, 3.: Chriſtiane. Vorher: Der verwandelte
Komödiant. Mittwoch, 4.: Wie einſt im Mai
Donnerstag, 5.: Vorſtellung der Freien literariſchen Ge=
ſellſchaft
. Zum erſten Male: Die Kronprätendenten
hiſtoriſches Schauſpiel in 5 Akten von Hendrik Ibſen.
Freitag, 6.: Wie einſt im Mai Samstag, 7., 3 Uhr:
Wilhelm Tell: 8 Uhr: Heimat. Sonntag, 8., 3 Uhr:
Fuhrmann Henſchel; 7 Uhr: Wie einſt im Mai Mon=
tag
, 9.: Nora‟ Dienstag, 10.: Die Kronprätendenten.
* Wochenſpielplan des Hof= und Natio=
nal
=Theaters Mannheim. Dienstag, 3.: Die
Schmetterlingsſchlacht Mittwoch, 4.: Fidelio‟ Don=
nerstag
, 5.: Und Pippa tanzt Freitag, 6.: Violetta.
Samstag, 7., 2 Uhr: Don Carlos; 8 Uhr: Der Wild=
ſchütz
. Sonntag, 8., vorm. 11½ Uhr: Volkskonzert;
nachm. 5 Uhr: Der Roſenkavalier. Montag, 9.: 7½ Uhr:
Vater und Sohn.
Schlagwetter=Kataſtrophen. Die Grubenkataſtrophe
auf der Zeche Miniſter Achenbach bei Dortmund
zeigt wieder, daß trotz aller Fortſchritte der Technik und
aller Anſtrengungen des Erfindungsgeiſtes der Bergbau
dem unheimlichen Feinde des Bergmannes, dem ſchlagen=
den
Wetter, immer ausgeſetzt bleibt. Es ſcheint, daß es
ſich bei der Zeche Achenbach möglicherweiſe um eine ſo=
genannte
gemiſchte Exploſion gehandelt hat, denn bei
einem reinen Schlagwetter bei dem nur das Grubengas
wirkt, beſchränkt ſich die Kataſtrophe gewöhnlich auf den
engeren Entſtehungsort. Ausnahmen hiervon treten nur
ein, wenn ein ſogenannter Bläſer berührt iſt, ein mit
as gefüllter hohler Raum, dem ununterbrochen Gas=
mengen
entſtrömen, und der ſo raſtlos neues Exploſiv=
material
liefert. Die Geſchichte der Grubenkataſtrophen
kennt Fälle, in denen an ſich nicht bedeutende Exploſionen
zu furchtbaren Kataſtrophen angewachſen ſind, indem ſie
ſich weiter verbreiten und den gefährlichen Kohlen=
ſtaub
entzünden. Die Exploſionen wirbeln dann immer

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Nummer 34.

* Karnevalgeſellſchaft Narrhalla‟ In dem geſtrigen
Bericht über die Damen= und Herrenſitzung iſt
leider durch ein Verſehen bei der Korrektur die Würdig=
ung
des ſchönen Protokolles des Komiteemitgliedes
Robert Schneider entſtellt worden. Die betreffende
Stelle lautet richtig: Nach weiteren Betrachtungen über
die weltpolitiſchen Ereigniſſe des letzten Jahres kommt der
Protokoller auf die Kommunalpolitik zu ſprechen und be=
dauert
hierbei, daß er in Darmſtadt nicht einmal ſoviel
Sympathie hat, daß er in den Stadtrat gewählt wird. Der
Herr Oberbürgermeiſter würde natürlich ſagen, Des Brie=
hinkel
tät mir grod recht kommen. Daß man des Mar=
tinsviertel
mit der Meß hat beglückt, das war kein Hel=
denſtück
von Dir, Oktavio, ruft er aus und meint, der Herr
Oberbürgermeiſter braucht ſich nicht zu wundern, wenn
die Luſtbarkeitsſteuer eingeführt wurde und andere Ver=
gnügungen
beſteuert werden, daß man dann über Ge=
burtenruckgang
klagen müßte. Weiter iſt zu berichtigen,
daß Narr Mauer als Frau Knorzel auftrat.
* Chauſſeehaus, Heidelberger Straße. Dem Triumpha=
torbräu
wird reichlich zugeſprochen; der heutige Abend
ſteht im Zeichen des Karnevals. Urfidele Lieder werden
neben der urfidelen Biermuſik die karnevaliſtiſche Stim=
mung
heben. (Siehe Anzeige.)
§ Unfall. Am Sonntag mittag gegen 12 Uhr hat
ſich ein 8 Jahre alter Schüler in der elterlichen Wohnung
an der hinteren Stütze des brennenden Ofens (ſog.
Mainzer Oefchen) zu ſchaffen gemacht. Dabei fiel plötz=
lich
der Ofen nach hinten zu um und die auf letzteren
befindliche kochende Suppe und Waſſer ergoß ſich über
den Jungen. Derſelbe wurde derart an Beinen und
Leib verbrüht, daß er mittelſt Krankenautomobils in das
Städtiſche Krankenhaus gebracht werden mußte.

Strafkammer II.

g. Am 1. September 1913 benutzte der Arbeiter
Schmidt mit ſeiner Ehefrau den Perſonenzug der Strecke
Abertshauſen-Offenbach. Als der Hilfsſchaffner Knapp
die Fahrkarten revidierte, zeigte ihm die Frau des an=
getrunkenen
Schmidt die Fahrkarten für ſich und ihren
Mann. Als er gleich danach von Schmidt ebenfalls die
Karte verlangte, gab ihm dieſer eine abgelaufene Fahr=
karte
, und als der Schaffner dieſe hierbei behielt, ver=
langte
ſie der Angeklagte wieder zurück. In dieſe Aus=
einanderſetzung
miſchte ſich der ganz unbeteiligte, eben=
falls
angetrunkene 53jährige Fuhrunternehmer Johannes
Heinrich Sittner, nannte den Schaffner einen Flegel und
das fünfte Rad am Wagen, und als er in Offenbach feſt=
genommen
wurde, verſetzte er dem Schaffner einen Stoß
gegen die Bruſt und beruhigte ſich auch im Stations=
gebäude
nicht. Das Schöffengericht Offenbach verurteilte
den Angeklagten Schmidt wegen Beleidigung des Beam=
ten
zu 70 Mark Geldſtrafe, den Angeklagten Sittner
wegen Widerſtands Beleidigung und Hausfriedensbruchs
zu 1 Monat 1 Woche Gefängnis und 10 Mark
Geldſtrafe. Auf die Berufung des Sittner ermäßigte
geſtern die Strafkammer die Strafe auf 1 Monat Ge=
fängnis
, indem es die Vorſtrafen als nicht ſo ins
Gewicht fallend annahm wie das Schöffengericht, da ſie
zum Teil ſchon über 14 Jahre zurückliegen.
Der 33jährige Fabrikarbeiter Karl Johann Zi=
maro
von Mittel=Langendorf (Schweiz), der im Okt. 1913
in der Gernsheimer Zuckerfabrik beſchäftigt war, hat in
der Nacht zum 20. Oktober aus dem gemeinſamen Schlaf=
ſaal
einem Arbeitskollegen eine Uhr im Werte von
22 Mark geſtohlen die er angeblich wieder verloren hat.
Da der Angeklagte ſchon erheblich vorbeſtraft iſt, ver=
urteilte
ihn die Strafkammer wegen Rückfalldiebſtahls
zu 6 Monaten Gefängnis, abzüglich 1 Monat
der Unterſuchungshaft.
Der 32jährige Handlungsgehilfe Albert Heidinger
aus Stuttgart fuhr am 6. September mit dem Rade von
Stuttgart ab. um in Frankfurt Arbeit zu ſuchen. Am
7. September fand er, wie er angibt, auf dem Bahnhof
in Lorſch ein Paketchen Damaſt im Werte von 3 bis
4 Mark, das er mitnahm und in Frankfurt verkaufte.
Das Schöffengericht Lorſch hatte ihn dieſerhalb wegen
Unterſchlagung zu 6 Monaten Gefängnis, abzüg=
lich
4 Wochen der Unterſuchungshaft, verurteilt. Gegen
dieſe Beſtrafung verfolgte der Angeklagte Berufung mit
dem Zwecke der Strafermäßigung. Das Gericht erkannte
auf 3 Monate Gefängnis, abzüglich 7 Wochen der
Unterſuchungshaft. Die Koſten der Berufung fallen der
Staatskaſſe zur Laſt.
Der 24jährige Schloſſer Franz Karl Bohn von
Offenbach hat am 22. Oktober 1912 von der Firma S.
Oßwald in Ofſenbach einen Ulſter und einen Anzug im
Werte von 153 Mark gekauft und darauf 40 Mark ange=
zahlt
. Er unterſchrieb den Kaufvertrag mit einem falſchen
Namen. Zu gleicher Zeit kaufte die mit dem Angeklagten
zuſammenlebende 35jährige Obſthändlerin Friedrich

Wagner Ehefrau von Offenbach eine Bluſe im Werte
von 32 Mk. und zahlte 8 Mk. an, einen Tag ſpäter einen
Samtmantel im Werte von 150 und einen Schal für 12 Mk.,
worauf 42 Mark angezahlt wurden. Auch ſie unterſchrieb
mit einem falſchen Namen. Am 22. Oktober fuhr das
Pärchen nach Hamburg. Bohn, der zurzeit 4 Jahre Zucht=
haus
verbüßt, gibt an, im Dämmerzuſtande gehandelt zu
haben und die Angeklagte Wagner, die 9 Monate Ge=
fängnis
verbüßt, will einen falſchen Namen gebraucht
haben, damit ihr Mann nichts davon erführe. Die Straf=
kammer
verurteilte den Angeklagten Bohn wegen Ur=
kundenfälſchung
und Betrugs zu 8 Monaten
und die Angeklagte Wagner zu 6 Monaten Ge=
fängnis
.
Drei Offenbacher, die wegen gemeinſchaftlichen Dieb=
ſtahls
zurzeit Strafen verbüßen, nämlich der 17jährige
Taglöhner Anton Jakob Mieth, der 20jährige Gürtler
Joſef Walter und der 27jährige Fabrikarbeiter An=
dreas
Kunkel, ſind am 24. Juni 1913 in eine Offen=
dacher
Wohnung eingedrungen und haben ein Sparkaſſen=
buch
geſtohlen. Den Schlüſſel zur Wohnung lieferte
Mieth, deſſen Eltern Flurnachbarn der Beſtohlenen ſind,
während Walter mit einem Dietrich den Schrank öffnete.
Walter erhob auch auf der Sparkaſſe Fechenheim 100
Mark unter Leiſtung einer falſchen Unterſchrift. Das
Geld wurde geteilt und das Sparkaſſenbuch wieder an
Ort und Stelle gebracht. Die Strafkammer verurteilte
den Angeklagten Mieth, der zurzeit 3 Monate Geſäng=
nis
verbüßt zu einer Geſamtſtrafe von 6 Monaten
Gefängnis, Walter unter Einbeziehung von 7 Mo=
naten
zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis und den
Angeklagten Kunkel, der zurzeit 2 Jahre Zuchthaus ver=
büßt
, wegen Hehlerei zu einer Geſamtſtrafe von 2 Jah=
en
6 Monaten Zuchthaus.
Die 25jährige Arbeiterin Suſanne Dorn von Offen=
bach
, deren uneheliche Kinder der Stadt zur Laſt fallen,
war bereits mehrmals wegen Nichterfüllung ihrer Unter=
haltspflicht
zu Haftſtrafen verurteilt worden. Zuletzt hatte
ſie wieder 3 Wochen Haft erhalten, außerdem war auf
Ueberweiſung an die Landespolizeibehörde erkannt wor=
den
. Sie verfolgte Berufung, damit ihr die Ueber=
weiſung
abgenommen werde. Ihre Berufung wurde jedoch
verworfen.
Am Abend des 21. Auguſt 1912 ſchlichen ſich in der
Trunkenheit der 29jährige Zigarrenmacher Karl Ben=
der
, der 21jährige Taglöhner Georg Petri und der
26jährige Schloſſer Bernhard Robert Günzel in das
Anweſen des Bahnwärters Becker in Biſchofsheim und
eigneten ſich drei Enten im Werte von 7,50 Mark an. Der
Diebſtahl, der erſt jetzt aufgeklärt werden konnte, wurde
von der Strafkammer nur als Mundraub angeſehen, da
die drei Männer ſehr wohl in der Lage geweſen wären.
die drei Enten zu verzehren, und es wurde deshalb auf
je 25 Mark Geldſtrafe erkannt.

k Erzhauſen, 1. Febr. (Kaiſersgeburtstag)
wurde geſtern abend im Deibertſchen Saale beſonders ſeſt=
lich
begangen; es hatten ſich ungefähr 350 Leute ein=
gefunden
. Die Feſtrede hielt Herr Lehrer Kretz=
müller
, und er brachte das Kaiſerhoch aus. Mit Schü=
lern
aus verſchiedenen Klaſſen hatten die Herren Lehrer
Kretzmüller und Lautenſchläger drei patriotiſche Theater=
ſtücke
eingeübt; dieſe wurden vorgeführt und wechſelten
mit Deklamationen und Zwiegeſprächen ab. Die Zwi=
ſchenpauſen
füllte der hieſige jugendliche Muſikverein mit
paſſenden Muſikvorträgen aus. Zum Schluß wurde ein
lebendes Bild geſtellt, das Deutſchlands Größe, Handel,
Induſtrie und Gewerbe und die Kolonien darſtellte. Die
Gruppe wurde bengaliſch beleuchtet und das Lied
Deutſchland, Deutſchland über alles geſungen.
-h- Bensheim, 1. Febr. (Der Kreisausſchuß
des Kreiſes Bensheim) hat auf Antrag des Stadt=
vorſtandes
dem Inhaber des Elektrizitätswerkes in Auer=
bach
, O. E. Beck, aufgegeben, das Leitungsgeſtänge von
den Kreisſtraßen, ſoweit es die Gemarkung betrifft, zu ent=
fernen
. Dieſe Maßregel iſt eine Folge der Vereinbarung
zwiſchen dem hieſigen Gaswerk und dem Elektrizitätswerk
in Heppenheim, wonach von letzterem unſere Stadt mit
elektriſchem Strom verſorgt wird. Das Elektrizitätswerk
Auerbach hat im nördlichen Teile der Stadt Bensheim eine
ganz erhebliche Anzahl von Abnehmern, z. T. mit großem
Stromverbrauch, die nun bei dieſem Werk in Wegfall
kommen.
R. Büttelborn, 1. Febr. (Die Burgruine Dorn=
berg
.) Die Burgruine Dornberg liegt 15 Minuten ſüd=
weſtlich
vom Bahnhof Dornberg auf einer kleinen Anhöhe,
die im Oſten und Süden im Halbkreis von dem Landgra=
ben
umfloſſen wird und im Norden und Weſten mit künſt=
lichen
Gräben verſehen war. Das Hauptgebäude nahm
die höchſte ſüdweſtliche Stelle der Burghofreite ein und war
ein turmähnlicher Bau, deren obere Stockwerke aus Holz=

fachwerkbau beſtanden. Davon iſt jedoch heute nichts mehr
zu ſehen. Nur die Gebäude des Vorhofes ſind noch teil=
weiſe
vorhanden. Die äußere Pforte war mit Zinnen=
gang
und Zugbrücke verſehen. Daran ſchloß ſich ein ſchma=
ler
Burgweg an, der links und rechts von einer Mauer
mit Schießſcharten abgegrenzt wurde, hinter welcher die
gedeckte Mannſchaft mit Geſchütz und Handwaffen den ein=
dringenden
Feind zurückhalten konnte. Am anderen Ende
des Hofes beſindet ſich eine zweite, noch feſtere Pforte,
von welcher aus nicht nur der Hof, ſondern auch der ſchmale
Burgweg mit Geſchütz beſtrichen werden konnte. Dieſe
zweite Pforte war in einem bedeckten Gebäude angebracht,
das heute noch vorhanden iſt, und führt durch eine mit
Fallgatter, Seitenſcharten und Gießlöchern von oben zu
verteidigende Halle endlich in einen inneren Raum, der
ſeiner ganzen Lage nach als Reduit ( Hauptturm, letzter
Rettungsanker) gegen den Vorhof und die von den Waſe
ſergräben mit umſchloſſenen Gärten noch nach deren Weg=
nahme
benutzt werden konnte. Gerade dieſes Bollwerk iſt
es, deſſen in der Erde ſteckender Stumpf gegenwärtig aus=
gegraben
wird. Ueber ſeine nähere Beſchaffenheit können
allerdings nur Burgenkenner und Fachgelehrte ein Urteil
abgeben. Allein auf dem Bilde der Burg Dornburg in
Meißners Sciographia cosmica vom Jahre 1637 iſt das
Reduit links deutlich zu erkennen. Die Mauern, welche
heute noch ſtehen, ſind ums Jahr 1500 aufgeführt, wie an
dem Stabwerk des äußeren Tores zu erſehen iſt.
Dieburg, 3. Febr. (Goldene Hochzeit.) Mor=
gen
Mittwoch feiern Herr Karl Wohlfarth und ſeine
Ehefrau Anna Maria geb. Berg das Feſt der goldenen
Hochzeit. Der Jubilar ſteht im 82. Lebensjahr. Morgens
findet eine kirchliche Feier ſtatt, während der Nachmittag
der Familienfeier im Kreiſe der Kinder und zahlreicher
Enkel gewidmet iſt. Seine Königliche Hoheit der Groß=
herzog
ſandte dem Jubelpaare bereits ſein Bild mit eigen=
händiger
Unterſchrift.
Neu=Iſenburg, 2. Febr. ( Diſziplinarverfah=
ren
.) Gegen den Bürgermeiſter Pons war bei der Ge=
meinderatswahl
im Jahre 1912 von einer Anzahl Bürger
der Stadt der Vorwurf erhoben worden, er habe ſich in
Gemeinſchaft mit der Frankfurter Vorort= Terraingeſell=
ſchaft
in Grundſtücksſpekulationen eingelaſſen und hierbei
die Intereſſen der Gemeinde nicht in gewiſſenhafter Weiſe
vertreten, vielmehr für eigene Rechnung ſpekuliert. In
dem gegen den Bürgermeiſter anhängig gemachten
Diſziplinarverfahren fand am Freitag und
Samstag die Endverhandlung vor dem Verwal=
tungsgerichtshof
in Darmſtadt ſtatt. Zu der Ver=
handlung
waren von den Klägern 22 Belaſtungs=, von
dem Beklagten 10 Entlaſtungszeugen aufgeboten worden.
Die Verhandlungen endeten mit der koſtenloſen Frei=
ſprechung
des Bürgermeiſters von dem gegen ihn erhobe=
nen
Vorwurfe der Eigennützigkeit.
Dreieichenhain, 2. Febr. (Einbruch.) Geſtern
abend gegen 7 Uhr wurde in dem Gaſthaus Zur Traube‟
bei Herrn Jakob Winkel ein Einbruch verübt. Als unten
in dem Nebenzimmer die Feuerwehr muſizierte und die=
Wirtſchaft voll beſetzt war, wurde oben im erſten Stock
eine Kaſſette mit etwa 400 bis 500 Mark geſtohlen. Der
oder die Diebe haben die Kaſſette mit einem Dietrich auf
dem Speicher des Hauſes geöffnet und dabei einige Mark
auf dem Boden verloren und andere in der Kaſſette ge=
laſſen
. Die ſogleich von der Gendarmerie angeſtellten
Nachforſchungen hatten bis jetzt kein Ergebnis.
Mühlheim a. M., 2. Febr. ( Elektrizitäts=
frage
.) Zur Frage der Errichtung einer Ueberlandzen=
trale
hatte die Gemeindevertretung ein Zuſammengehen
mit der Berliner A. E.=G. beſchloſſen und den Anſchluß
an die zu errichtende Offenbacher Ueberlandzentrale ab=
gelehnt
. Mit der A. E.=G. wurde bereits ein diesbezüg=
licher
Vertrag abgeſchloſſen, der aber vom Offenbacher
Kreisamt nicht genehmigt wurde. Nunmehr hat die Ge=
meinde
Mühlheim mit der Stadt Offenbach ein Abkom=
men
zum Anſchluß an deren Ueberlandzentrale getroffen.
Bingen. 2. Febr. (Eisſprengungen.) Die
Sprengungen des Eiſes an der Mündung der Nahe wer=
den
nicht fortgeſetzt. In der Lage iſt eine Beſſerung in=
ſoweit
zu verzeichnen, als es gelungen iſt, einen ſchmalen
Durchbruch zu erlangen. Da der Waſſerſtand des Rheines
immer noch fällt, der der Nahe aber im Steigen begriffen
iſt, findet ein Ausgleich der beiden Waſſerſpiegel ſtatt, ſo
daß das Waſſer der Nahe beſſer abfließen kann. Immer=
hin
iſt die Ueberſchwemmungsgefahr für viele Orte der
unteren Nahe noch nicht beſeitigt, um ſo mehr, als Nacht=
fröſte
verzeichnet werden können, durch die neues Eis an
der Mündung ſich bildet und ſo das Waſſer abermals ge=
ſtaut
wird. Während den Sprengungen war der An=
drang
der Zuſchauer ſo groß, daß die Uſer von der Feuer=
wehr
abgeſperrt und der Verkehr über die Eiſenbahn=
brücke
Bingen-Bingerbrück von der Feuerwehr geregelt
werden mußte.

neue Kohlenſtaubwolken auf, die ſich wiederum entzünden
und ſo das Verhängnis gleichſam automatiſch immer wie=
der
erneuern. Während ſich bei den reinen Schlagwetter=
kataſtrophen
das exploſionsfähige Gas bereits vorfindet
muß ſich bei Kohlenſtaubexploſionen der Exploſionsſtoff erſt
bilden. Der Unterſchied liegt darin, daß der Kohlenſtaub
erſt bei ungewöhnlich hohen Temperaturen exploſionsfähig
wird, ſo daß hier der eigentlichen Kataſtrophe ſeltenere
Zufälle voraufgehen müſſen, die ungewöhnlich hohe Tem=
peraturen
erzeugen, ſei dies nun ein verſagender Spreng=
ſchuß
, eine glühende Stichflamme oder eben eine Schlag=
wetterexploſion
. Bei den reinen Grubengaserploſionen, den
Schlagwettern, liegt die Exploſionstemperatur ungleich
tiefer, hier tritt die Entzündung ſchon bei 700 Grad ein.
So erklärt es ſich, daß ſchon geringe Anläſſe genügen, um
ſchlagende Wetter zu entzünden: eine geöffnete oder ſchad=
haft
gewordene Sicherheitslampe kann zur Urſache von
Kataſtrophen werden, denen Hunderte von Menſchen zum
Opfer fallen. In der Tat lehrt die Erfahrung, daß die
Sicherheitslampe weitaus über die Hälfte aller
Grubenkataſtrophen hervorruft, jedentfalls mehr als 60
Prozent. Das Weſen der Sicherheitslampe beſteht darin
daß ein Drahtnetz die bei der Verbrennung ſich bildenden
Gaſe ſo weit abkühlt, daß die Exploſionsgefahr verſchwin=
det
. Weiſt die Lampe jedoch nur die geringſte Beſchädig=
ung
auf, ſo vermag ſie ihren Zweck nicht mehr zu erfüllen
und wird geradezu zum Erwecker der Gefahr. Die Lampe
muß genau reguliert ſein, damit der Drahtkorb möglichſt
lange die Verbrennungsgaſe abkühlen kann; vor allem
aber iſt es wichtig, bei der geringſten Beſchädigung die
Lampe ſofort zu löſchen. Kommt das ſchützende Drahtnetz
zum Glühen, ſo wird die Sicherheitslampe beim Vor=
handenſein
von Grubengas unfehlbar zum Erreger der
Exploſion. Die Statiſtik zeigt uns, daß von 41 Schlag=
wetter
=Kataſtrophen, die ſich im Jahre 1910 in Preußen
ereigneten, nicht weniger als 10 auf ſchadhafte Sicher=
heitslampen
und 11 Fälle auf das Durchſchlagen der
Flammen durch den Drahtkorb hervorgerufen wurden.
Ganz gewaltig ſind die Temperaturen, die in

Kohlengruben bei Exploſionen eintreten, Fachleute be=
rechneten
ſie auf weit über 3000 Grad. Dieſe enorme Er=
hitzung
dehnt das Gas auf das Zwanzigfache ſeines Vo=
lumens
, und ſo erklärt ſich die gewaltige Wucht derartiger
Exploſionen. Trotzdem lehrt die Erfahrung, daß die Mehr=
zahl
der Opfer von Schlagwetter=Kataſtrophen nicht auf
die unmittelbare Wirkung der Exploſion, ſondern auf die
ungeheure Hitze zurückzuführen iſt. Nach der Exploſion
harrt des Bergmannes ein neuer Schrecken, der giftige
Nachſchwaden. Die hier oft in großer Menge ent=
haltenen
Kohlenoxydgaſe betäuben die Ueberlebenden einer
Kataſtrophe; tritt hier nicht ſofort Hilfe und Sauerſtoff=
zufuhr
ein, ſo iſt die Rettungsmöglichkeit vernichtet. Allein
auch die ſchnelle Zufuhr von Sauerſtoff ſchließt wiederum
eine tückiſche Gefahr in ſich: das Kohlenoxydgas iſt ex=
ploſionsfähig
und ſo kann die Zuführung von Sauerſtoſf
den Nachſchwaden zur Entzündung bringen. Die Tatſache,
daß nach einer erſten Exploſion im Grubeninnern nach
kurzer Zeit weitere folgen können und in vielen Fällen
auch ſchon gefolgt ſind, erklärt ſich durch dieſen Umſtand,
der bei Schlagwetter=Kataſtrophen einer ſofortigen Ret=
tungsaktion
ſchwere Gefahren in den Weg ſtellt.
CK. Die Fremden in Frankreich. Eine Folge der
Bevölkerungsabnahme in Frankreich iſt der immer ſtärkere
Zuzug fremder Elemente, deren Zahl nach den neueſten
Statiſtiken ſich auf etwa 1200000 in Frankreich lebende
Fremde beläuft. Es ſind nun ſchwere Befürchtungen ge=
äußert
worden, daß dieſe Ausländer, die in Frankreich
heiraten, den franzöſiſchen Raſſencharakter beeinträch=
tigen
. Dagegen wenden ſich jedoch die neueſten Unter=
ſuchungen
, die Dr. Laumonier in der Gazette des höpitauz
veröffentlicht. Nach ſeinen langjährigen Beobachtungen
ähneln die Kinder einer ſolchen Miſchehe denjenigen von
den Eltern, die im Lande geboren ſind. Die Züge des Ge=
ſichtes
und die Körperformen hatten bei 60 Prozent aller
aus Ehen zwiſchen Franzoſen und Ausländern hervorge=
gangenen
Kinder den franzöſiſchen Typus; in der zweiten
Generation geſtaltet ſich das Verhältnis noch günſtiger,
70 Prozent haben franzöſiſchen Tyvus und in der dritten

Generation 80 Prozent. Die Gefahr einer Schwächung
der franzöſiſchen Nationalität erſcheint alſo danach gering=
sh
. Ein Kleinbahn=Idyll. Zum eiſernen Beſtand un=
ſerer
Witzblätter gehört das Sekundärbahn=Idyll. Mit
ſtillem Schmunzeln lieſt der an ſchnell dahinraſende D=
Züge gewöhnte Normalmenſch jene immer wiederkehren=
den
Anekdoten, nach welchen in unſerer ſchnellebigen Zeit
auf kleinen abgelegenen Bahnen die mittelalterliche Ge=
mütlichkeit
noch herrſcht, die man ſonſt nur aus einer an=
deren
Kategorie von Witzen kennt, die unter der Rubrik
Aus der guten alten Zeit ebenfalls ſtändig in den Witz
blättern wiederkehren. Daß es tatſächlich paſſieren könnte,
daß die Paſſagiere einen Eiſenbahnzug buchſtäblich zu
ſchieben haben das glaubt wohl ſelbſt der einfältigſte
Witzblattleſer nicht. Derartiges iſt aber nun, wie die Wil=
helmshavener
Zeitung zu berichten weiß dieſer Tage auf
der Strecke Bederkeſa=Geeſtemünde paſſiert
alſo nicht einmal auf einer Kleinbahnſtrecke, ſondern auf
einer Nebenbahn der Preußiſch=Heſſiſchen Staatseiſen=
bahnen
. Dort fuhr der letzte von Bederkeſa kommende
Zug noch fahrplanmäßig um 9.02 Uhr abends von der Sta= Debſtedt ab, als plötzlich der vielgeplagten Lokomo=
tive
der Atem ausging. Nach einſtündiger Fahrt hatte
der Zug endlich das nicht ganz ſechs Kilometer entfernte
Speckenbüttel erreicht dann aber wars aus! Jetzt konnte
die Maſchine überhaupt nicht mehr weiter. Plötzlich wurg
den Rufe laut: Ausſteigen! Schieben helfen!
Zunächſt allgemeine Verblüffung, die ſich aber dann in
ſtürmiſche Heiterkeit auslöſte. Eine ganze Reihe von Paſſa=
gieren
leiſtete dem Ruf Folge und ſchoben mit vereinten
Kräften an dem Zuge. So brachte man das wütend ſchnau=
bende
Dampfroß ſchließlich wieder in Bewegung, ſo daß
die Fahrt bis zur Endſtation doch noch glatt vonſtatten
gehen konnte. Wenn es auch etwas ſpät geworden war,
ſo konnten ſich die Paſſagiere doch mit dem erhebenden
Bewußtſein zur Ruhe begeben, daß ſie einen Eiſenbahn=
zug
geſchoben hatten, und in die Lage kommt heutzutage
doch nicht mehr jeder.

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Nummer 34.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Seite 5.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 1. Febr. Rabindranath
Tagore, der mit dem Nobelpreis des letzten Jahres
gekronte Dichter, wird demnächſt einen Vortragsabend in
der Philharmonie veranſtalten und aus eigenen Werken
vorleſen. Der Dichter, der ſich bei der Vorleſung der eng=
liſchen
Sprache bedienen wird, erſcheint an dieſem Abend
in indiſcher Tracht. Ein Tertianer des
Joachimsthaler Gymnaſiums in Templin
wurde ven den Mitſchülern in einer Schlinge
hängend tot aufgefunden die er mit einem
Taſchentuch und zwei Handſchuhen ausgepolſtert hatte.
Dieſe auffallende Zurüſtung wie auch eine Aeußerung, die
er vorher einem Mitſchüler gegenüber gemacht hatte, legt
die Vermutung nahe, daß der Knabe Erhängen geſpielt
und dabei verunglückt iſt. Irgendwelche beſondere
Gründe für einen Selbſtmord laſſen ſich nicht erkennen.
Potsdam, 2. Febr. (Trauerfeierfürden Ober=
präſidenten
.) Im Gebäude des Oberpräſidiums fand
heute nachmittag die Trauerfeier für den verſtorbenen
Oberpräſidenten Conrad ſtatt. Unter der Blütenfülle
bemerkte man Kränze des Kronprinzen, des Reichskanzler=
amtes
und verſchiedener Miniſterien. Als Vertreter des
Kaiſerpaares legte der Kommandant von Potsdam Gene=
ral
Kleiſt, ein prächtiges Lorbeerarrangement nieder. Hof=
prediger
Richter hielt die Gedächtnisrede. Die Ueberführ=
ung
erfolgt abends in aller Stille nach Fronza i. W.
Frankfurt, 1. Febr. (Zirkuseröffnung.) Geſtern
fand die Eröffnung der Zirkus=Feſtſpiele des Zirkus
Carré ſtatt. Es traten zum erſten Mal zwei Ma=
negen
der üblichen Größe in Funktion; und alle die ver=
wegenen
Reiterwettkämpfe, Schuldreſſuren, Tableaus, all
die unzähligen waghalſigen Akrobaten= Equilibriſten=,
und Turmſeilproduktionen, ja ſelbſt die heimatlichen
Künſte der Chineſen=, Beduinen=, Mulatten=, Tſcherkeſſen=,
Cowboys= und Indianertrupps werden in Form von Kon=
kurrenzen
in beiden Manegen gleichzeitig ausgekämpft.
Richter iſt das Publikum. Nur die ganz großen Senſatio=
nen
Gadbins atemraubender Sprung aus der ſechſten
Etage, der Neger Bob=Rockefeller, der ſich vom Auto über=
fahren
läßt, Direktor Carrés 50 Steigerpferde, die er auf
einmal in einer Manege zum Aufbäumen bringt, und der=
gleichen
machten eine Ausnahme. Die Zahl der Zuſchauer
bei der Premiere wird auf 13 000 geſchätzt.
Saarbrücken, 2. Febr. (Leichtſinniger Schütze.)
Vor dem Eingang des Warteſaales dritter Klaſſe ſank
geſtern abend plötzlich ein gutgekleideter junger Mann ent=
ſeelt
zu Boden. Man fand in der Schläfe eine Schuß=
wunde
. Unter dem Verdacht, ihn getötet zu haben, wurde
ein Altersgenoſſe des Getöteten verhaftet.
Konſtanz, 2. Febr. (Saccharinſchmuggel.) Hier
iſt man einer weitverzweigten Saccharinſchmugg=
lerbande
auf die Spur gekommen. Mehrere Verhaf=
tungen
ſind bereits erfolgt, andere ſtehen bevor. Unter den
Verhafteten befindet ſich auch ein früherer Kriminalſchutz=
mann
namens Kupferſchmied, früher hier und in Mann=
heim
angeſtellt, zurzeit bei einem Detektiv=Bureau, der in
der Geſellſchaft eine führende Rolle geſpielt hat. Der
Saccharinſchmuggel ſteht zurzeit an der Grenze überhaupt
in ſeltener Blüte. Es vergeht kein Tag, an dem nicht ein
oder mehrere Schmuggler abgefaßt werden.
Dortmund, 2. Febr. (Unglückauf einer Zeche.)
Auf der Zeche Vereinigte Wiehndahlsbank in Krackel bei
Annen gerieten drei Bergleute unter fallende Geſteins=
maſſen
. Alle drei waren auf der Stelle tot.
Dorſten, 2. Febr. (Die drei verſchütteten
Bergleute) auf der Zeche Fürſt Leopold ſind heute
morgen unverſehrt geborgen worden. Sie waren 70
Stunden eingeſchloſſen.
Leipzig, 2. Febr. (Schwere Exploſion.) In
der vergangenen Nacht ereignete ſich in dem Gebäude
des Deutſchen Buchhändlerhauſes in der Ho=
ſpitalſtraße
eine ſchwere Exploſion. Einige Küchen=
dangeſtellte
des Reſtaurants Gutenberg=Keller bemerkten
einen ſtarken Gasgeruch. Als ſie das Souterrain mit einer
übrennenden Lampe betraten, erfolgte eine Exploſion. Eine
rmächtige Stichflamme brachte den Eindringenden ſchwere
Wrandwunden bei und ſchlug bis in die Parterreräume
gempor. Insgeſamt wurden vier Perſonen ſchwer und
zeine leichter verletzt. Der Materialſchaden iſt bedeutend.
Faſt ſämtliche Fenſterſcheiben des Reſtaurants und
der in der Nähe gelegenen Häuſer ſind zertrümmert wor=
den
. Die Feuerwehr unterdrückte den ausgebrochenen
Wrand. Die Verletzten wurden nach Anlegung von Not=
werbänden
in das Krankenhaus übergeführt. Die Erſchüt=

terung war ſo ſtark, daß im oberen Saal tanzende Paare
zu Boden ſtürzten. Das Unglück ſoll angeblich dadurch
entſtanden ſein, weil ein Gasdruckregler im Souterrain
undicht geworden war und große Gasmengen hatte ent=
ſtrömen
laſſen. Das auswärts verbreitete Gerücht, daß
ein Teil des Gebäudes eingeſtürzt ſei, trifft nicht zu.
Bremerhaven, 2. Febr. (Unterſchlagung.) Der
kürzlich verſtorbene Steuerrendant Schütte hat, wie ſich
jetzt herausſtellt, im Laufe der Zeit über 50 000 Mk. unter=
ſchlagen
.
Rom, 2. Febr. (Verſunkener Schlitten.) Auf
einer gemeinſamen Schlittenfahrt auf dem See von
Vareſe geriet der erſte Schlitten in eine offene Rinne und
verſank. Von den Inſaſſen konnten nur zwei Perſonen
gerettet werden.
Mailand, 1. Febr. (Die Unterſuchung gegen
das Ehepaar Longfield=Wolf), das beſchuldigt
wird, den Leipziger Kaufmann Sigall auf einer Auto=
mobilfahrt
in San Remo erſchoſſen zu haben, hat ver=
ſchiedene
Ergebniſſe gehabt. Die Browningpiſtole, mit
welcher die Tat verübt wurde, iſt unweit des Schauplatzes
der Blutſzene aufgefunden und als Eigentum der Frau
Wolf, geborene Keller, erkannt worden.
Paris, 2. Febr. (Ehrung für Prof. Ehrlich.)
Dem hier zu Beſuch weilenden Geh. Rat Profeſſor Ehrlich
wurde heute in der Klinik des Gynaekologen Pozzi von
etwa 100 Profeſſoren, Aerzten und Studenten, eine ſehr
lebhafte Sympathiekundgebung bereitet. Meh=
rere
Aerzte hoben in längeren Anſprachen die Bedeutung
der Salvarſanbehandlung hervor, worauf Geh. Rat Prof.
Ehrlich in ſeiner Dankrede betonte, daß ſeine Methode und
ſeine Ideen in Paris in trefflicher Weiſe verſtanden und
angewendet worden ſeien.
Paris, 2. Febr. (General Bazaine f.) In
Morcote (Schweiz) ſtarb plötzlich der franzöſiſche Gene=
ral
im Ruheſtand Bazaine=Hayter, ein Neffe des Mar=
ſchalls
Bazaine, im Alter von 71 Jahren. Bazaine=Hayter
war zuletzt Kommandeur des 9. Armeekorps geweſen.
London, 2. Febr. (Volksſchullehrerſtreik.)
In Herfordſhire beginnt heute ein Streik von
Volksſchullehrern. Nicht weniger als 230 Lehrer
haben gekündigt und über 50 Schulen müſſen ganz ge=
ſchloſſen
werden, während in vielen anderen der Unterricht
wegen Mangel an Lehrkräften eingeſchränkt werden wird.
Die Urſache des Streiks liegt in Gehaltsverhältniſſen.
Neu=York, 2. Febr. (Furchtbare Exploſion in
einer Sprengſtoff=Fabrik.) Eine Kataſtrophe,
die auf eine ganz außergewöhnliche Urſache zurückzuführen
iſt, hat ſich geſtern in Siſterville im Staate Virginia ereig=
net
. Hier befinden ſich die Werkſtätten der Young Torpedo
Company, deren Speicher zahlreiche Maſſen von Spreng=
ſtoffen
enthalten. Geſtern fiel ein Meteorſtein auf
einen Schuppen, in dem ſich 500 Liter flüſſiges Nitrogly=
zerin
befanden, ſo daß unmittelbar darauf eine furcht=
bare
Exploſion entſtand. Die Erde wurde in einer
Tiefe von 100 Metern und in einer Breite von 30 Metern
ufgeriſſen. Sämtliche Gebäude der Fabrik wurden zerſtört.
Im Umkreiſe von 50 Kilometern wurden die Fenſterſchei=
ben
der Häuſer zerbrochen. Ein Mann, der ſich in einer
Entfernung von einigen Kilometern von der Unglücksſtelle
befand, wurde von umherfliegenden Steinen getroffen und
getötet. Sonſt ſind Opfer an Menſchenleben nicht zu bekla=
gen
. Dagegen iſt der Materialſchaden ungeheuer groß.

Die Tanganjikabahn in Deutſch=
Oſtafrika.

* Berlin, 2. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung beſpricht die Anlage der Tanganjika=
bahn
am See. Dieſe durchgehende Ueberlandbahn iſt
1250 Kilometer lang gegenüber der 940 Kilometer langen
Ugandabahn in Britiſch=Oſtafrika, der 917 Kilometer lan=
gen
Sudanbahn Wadi Halfa-Karthum und der 1146 Kilo=
neter
langen Stammſtrecke Lagos-Kano der Nigeriſchen
Bahn. Die Entfernung von Dar=es=Salaam bis zur End=
ſtation
Sigoma entſpricht etwa der Strecke Berlin- Mai=
land
und wird in zwei Tagen durchfahren, während
die Karawanen 42 Tage brauchen. Der Bau begann im
Jahre 1905, die Fortſetzung über Morogoro hinaus im
Jahre 1908. Tabora wurde vor zwei Jahren von der
Lokomotive erreicht, die Schlußſtrecke wurde weſentlich
ſchneller vollendet, als der Bauvertrag vorſieht, nach dem
ſie bis zum 1. April 1915 betriebsfertig ſein ſoll. Dabei
iſt es gelungen, eine günſtigere und kürzere Linie aus=
findig
zu machen und erhebliche Erſparniſſe zu erzielen.
Die Betriebseröffnung iſt in wenigen Monaten zu er=

warten. Hoffentlich nimmt bald der erſte deutſche
Dampfer den Verkehr nach dem belgiſchen Weſtufer des
Sees auf. Hier erhält die Verkehrslinie ihre Fortſetzung
durch die belgiſche Lukugabahn, die den See um die Mitte
des Jahres erreichen ſoll und den Verkehr in das obere
Kongogebiet und vermittels der Waſſerſtraße Kabalo- Bu=
kama
in das erzreiche Katangagebiet ermöglichen wird.
Dieſe öſtliche Katangazufahrt iſt kürzer, als die nördliche
über den Kongo mit ſeinen drei großen Waſſerabſchnitten
und die ſie verbindenden Umgehungsbahnen, wo häufiges
Umladen nötig war, und kürzer als der ſüdliche Zugang
über die Rhodeſiabahn von Beira über Salisbury- Bulu=
wayo
-Brockenhill. Nur die weſtliche Zufahrtsſtraße, die
Benquellabahn von der Lobitobucht und ihre Fortſetzung
Dilolo-Ruwe, iſt kürzer, wenn ſie in drei bis vier Jahren
vollendet iſt. Bis dahin führt die geographiſche Ueber=
legenheit
der deutſchen Tanganjikabahn einen Teil des
Katangaverkehrs, beſonders den Perſonenverkehr und den
der Güter zu, deren pünktliche Lieferung wichtig iſt.

Luftfahrt.

Ein Flug um die Welt.
* Neu=York, 2. Febr. Der Verwaltungsrat der
Weltausſtellung zu San Franzisko ſetzte die
Summe von 100000 Dollars als erſten Preis für
einen Aeroplanflug um die Welt aus. Der Flug, der im
Mai 1915 in Franzisko beginnen und dort endigen ſoll,
muß innerhalb neunzig Tagen abſolviert werden. Der
Wettbewerb ſteht allen Aeroplantypen offen. Für den
Flug um die Erde iſt folgender Weg beabſichtigt:
San Franzisko, Neu=York, Belleisle, Grönland, Island,
Hebriden, Edinburg, London, Paris, Berlin, Petersburg,
Moskau, Mandſchurei, Korea, Japan, Kamtſchatka, Beh=
ringſtraße
, Vancouver, San Franziska.

* Paris, 2. Febr. Nach einer Meldung aus Bour=
ges
ſtürzte heute nachmittag auf dem Flugfelde von
Avor der Leutnant Delvert, der an Bord ſeines
Zweideckers den Hauptmann Niquet als Fluggaſt hatte,
aus beträchtlicher Höhe ab. Beide Offiziere waren auf
der Stelle tot.

Erdbeben.

* Stuttgart, 2. Febr. Wie der Schwäbiſche Mer=
kur
meldet, hat die Erdbebenwarte Hohenheim
heute nachmittag ein Nahbeben verzeichnet, deſſen
Herd in Württemberg liegt. Die Ausſchläge ſetzten
allmählich ein um 4 Uhr 35 Minuten 28 Sekunden. Der
ſtärkſte Ausſchlag erfolgte 9 Sekunden ſpäter. Es war
dies das ſtärkſte Beben auf der Schwäbiſchen Alb ſeit
dem 20. Juli 1913.
* Stuttgart, 2. Febr. In Ebingen iſt heute
nachmittag 4 Uhr 35 Minuten ein ſtarker Erdſtoß
verſpürt worden. Nach einer weiteren Meldung wurde
das Erdbeben auch in Balingen und Hechingen wahr=
genommen
. Nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten
iſt nirgends ein Schaden entſtanden.

Der Ueberfall im Eiſenbahnzuge
bei Bingerbrück.

* Saarbrücken 2. Febr. Aus Oberſtein wird
gemeldet: Der im Zuge Bingerbrück- Saar=
brücken
beraubte Herr gab in einem lichten Augen=
blicke
folgendes an: Er heiße Albert Schlichter und
wohne in Berlin=Schöneberg, Goldſtraße; er habe in
Kreuznach ein Abteil zweiter Klaſſe beſtiegen. Hinter der
Station Fiſchbach ſei in voller Fahrt die Waggontür auf=
geriſſen
worden und ein Mann eingeſtiegen, der ſich auf
ihn geſtürzt habe mit den Worten: Taſchen auf! Im
gleichen Augenblick, ſeien aber ſchon zwei Schüſſe ge=
fallen
, durch die er ſchwer verletzt wurde und zu Boden
ſank. Er habe noch die Kraft gehabt. um die Notbremſe
zu ziehen. Der Täter ſei ein noch junger Mann geweſen,
bartlos, und habe eine Eiſenbahnermütze aufgehabt. Die
Schußwaffe iſt nicht aufgefunden worden. Bei dem Ver=
letzten
fand man nur wenig Kleingeld. Eine Brieftaſche
mit 270 Mark, die er angab, bei ſich gehabt zu haben,
wurde nicht vorgefunden. An der Uhrkette fehlte ein An=
hängſel
. Der Verletzte befindet ſich in dem Oberſteiner
Krankenhaus. Die Verletzungen laſſen das Schlimmſte
befürchten.
* Saarbrücken 2. Febr. Die amtlichen Ermitte=
lungen
über den Vorfall in dem Zuge Bingerbrück-Saar=

Zum Beginn des Zubiläums=Jahrganges
der Innen=Dekoration.

* Der mit Darmſtadts künſtleriſchem Rufe ſo vielfach
werknüpften Darmſtädter Kunſtzeitſchrift iſt in den führen=
wen
deutſchen Blättern der Verdienſte der Zeitſchrift und des
Herausgebers Hofrats Alexander Koch mit uneinge=
ſchränkter
Anerkennung gedacht worden. So ſchreibt die
Frankfurter Zeitung (Paul Weſtheim) u. a.:
Jener Umſchwung, der einem ſo recht klar wird, wenn
man die erſten Jahrgänge dieſer Innen=Dekoration, mit
den neueſten Bänden vergleicht, hätte ſich nicht ſo ſchnell
wollziehen können, wenn die führenden Künſtler ihre Ver=
ſuche
und Löſungen nicht ſofort allen Mitſtrebenden hätten
unterbreiten können. Wenn aus einem Darmſtädter, einem
Münchener, einem Dresdener, einem Berliner Stil ſich all=
mählich
ein allgemein deutſcher Stil herauszukriſtalliſieren
beeginnt, ſo liegt das doch wohl auch daran, daß durch dieſe
anſchaulichen Publikationen ſelbſt der kleinſte Handwerker
im dem entfernteſten Winkel ſofort und auf das genaueſte
ülber den jeweiligen Stand der Bewegung unterrichtet wer=
deen
konnte. Im Haushalt des Kunſtgewerbes kann es ja
niicht allein die führende Künſtlerperſönlichkeit geben; für
eun allgemeines Stilniveau iſt nicht weniger der gut unter=
rochtete
Zeichner und Handwerker erforderlich. Der aber
braucht das Vorbild, muß, wenn er ſich auf der Höhe der
Heit halten will, ſehen, was der Nachbar rechts und links
ſchafft. Früher befriedigte dieſen Bedarf eine geiſtig nicht
hoch ſtehende Zeichnerſchar, die von einem Werk der Archi=
tekktur
und des Kunſthandwerks nichts anderes zu geben
Anrußte, als die Umrißkonturen und allerlei Ornamenten=
details
. Dank der modernen Reproduktionsverfahren iſt
es den gewerblichen Zeitſchriften möglich, dem Betrachter
Aeinn unverfälſchtes Geſamtbild der Objekte zu geben, die
Aalss Vorbild hingenommen werden ſollen. Materialwerte
ungd Materialſchönheiten in ihren charakteriſtiſchen Valeurs
werden wiedergegeben. Geſamtproportionen, der Rhyth=
mus
, der das Ganze wie die Einzelglieder durchſchwingt,
weerden faßbar gemacht, und wenn derartige Qualitäten
Aorn Tag zu Tag mehr Allgemeingut unſeres Kunſthand=
Averks zu werden beginnen, ſo iſt die fortgeſetzte, die an=
ſchauliche
Propaganda, wie ſie von derartigen Organen
elleiſtet wird, gewiß nicht einer der nebenſächlichſten Fak=
ſſoren
. Das Verdienſt der Innen=Dekoration und ihres

Herausgebers beſteht darin, alle dieſe Möglichkeiten aufs
geſchickteſte ausgenutzt zu haben, immer in engſter Fühlung
mit der gewerblichen Praxis im Text wie in den Abbil=
dungen
die anregendſten Erſcheinungen zur Debatte geſtellt
und damit zum Weiterſtreben angeſpornt zu haben. Wenn
dieſe 25 Bände außerdem dem zukünftigen Forſcher ein
ziemlich lückenloſes Bild unſerer Gewerbe=Entwickelung
darbieten, ſo iſt das nur ein Nebenreſultat. Weſentlicher
erſcheint die fortgeſetzte Einwirkung auf das Zeitſchaffen,
die, wie man zugeſtehen muß, hier immer von künſtleriſchem
Ehrgeiz diktiert war.
Die Münchener Neueſten Nachrichten geben
folgende Würdigung: Selten kann man zu einem Jubi=
läum
aufrichtiger glückwünſchen, als gerade hier. Denn
die ganze beinahe unerhörte Entwickelung und der Auf=
ſchwung
neudeutſchen Kunſtgewerbes, der ganze moderne
Stil hat in der Innen=Dekoration von jeher eine feſte, ver=
trauensvolle
Stütze gehabt, eine wirkſame Förderin und
eine ſegensreiche Vermittlerin zwiſchen Künſtler und Publi=
kum
Die deutſche Wohnkultur hat in den letzten 25 Jah=
ren
eine Wiedergeburt gefeiert, aus neuem Geiſte! Alle,
die ſich daran beteiligten, ſelbſt ſchaffend und fördernd,
haben ſich den Dank Großdeutſchlands verdient, denn ſie
haben mit der künſtleriſchen Tat auch eine nationale voll=
bracht
; ſie haben uns von ausländiſcher Geſchmackſklaverei
befreit! Das ſei ihnen unvergeſſen!
Die Straßburger Poſt ſchrieb: Wer den künſt=
leriſchen
Betrieb mit erlebt hat, wird heute geſtehen, daß
der allgemeine Sieg deutſcher Kunſt auch über das Aus=
land
, und die im Kunſtgewerbe vorherrſchende Stellung
Deutſchlands zum großen Teil ein Verdienſt Kochs ſind.
Er beſitzt den Weitblick und das feine Gefühl für bleibende
oder entwickelungsfähige Werte, ſo daß die Zeitſchriften
auch in ihren älteren Jahrgängen noch heute gut und
brauchbar erſcheinen. Denn während alle Scheinkunſt
und jede Mode ſich raſch überleben, hat die gute Kunſt
etwas Unvergängliches. Das Echte aber vom falſchen
Schein zu unterſcheiden, dazu gehört die feinſte Bildung
und Empfindſamkeit. In ſolcher iſt Koch ein Meiſter ge=
weſen
, und getreu ſeinem Leitſpruch: factis non verbis
hat er durch Vorführung nur guter Leiſtungen den Ge=
ſchmack
unſerer Zeit geſchult und einer Künſtlergeneration
zum Siege verholfen, der die heutige höhere künſtleriſche
Kultur zu danken iſt. Zahlreiche Ehrungen ſind dem Ju=
bilar
zuteil geworden. Sein größter Stolz wird aber ſein:

als guter Deutſcher ein Bannerträger für deutſchen Fort=
ſchritt
geweſen zu ſein!
Zu einem ſehr kenntnisreich geſchriebenen Abriß der
Geſchichte des jungen Kunſtgewerbes erweiterte ſich der
Artikel, den Profeſſor Dr. Warlich in der Kaſſeler
Allg. Zeitung anläßlich des Jubiläums veröffent=
lichte
: Eine der älteſten und vornehmſten dieſer neuen
Kunſtzeitſchriften, die bereits nahezu ein Jahrzehnt vor
dem Heraufkommen der jungen Gewerbekunſt auf den
Kampfplatz trat und alle Wandlungen und Wallungen auf
dieſem Gebiete mit unbeugſamer Beharrlichkeit, rückhalt=
loſer
Ueberzeugung und ſeltenſter Begeiſterung für alles
Gute und Beſte hier mutig und kampfesfroh überſtanden
hat, iſt die von Hofrat Alexander Koch in Darmſtadt, dem
unermüdlichen Streiter um die Anerkennung und Ver=
breitung
von Deutſchlands höchſtem und gediegenſtem ge=
werblichen
Schaffen, herausgegebene Innen=Dekoration.
Wenn man das in dieſer wertvollen Zeitſchrift von ihren
Anfängen bis heute angeſammelte, außerordentlich reiche
und vielſeitige Material aufmerkſam durcharbeitet, dann
hat man an einer ihrer wichtigſten Quellen die ganze be=
deutende
und wechſelvolle Entwickelung der neuzeitlichen
Gewerbekunſt in überzeugender Weiſe kennen gelernt. Das
Ueberzeugende liegt in der großzügigen und genialen Art,
wie hier mit einem ſicheren Takt und vornehmen Geſchmack
das Weſentliche vom Unweſentlichen, das Bleibende vom
Vergänglichen, der Weizen von der Spreu geſchieden, und
wie mit unendlich feinem Vorgefühl und ſeltenem Ahnungs=
vermögen
das Kommende vorausempfunden, dem Wandel=
baren
und Wechſelhaften ſich angepaßt wird, ohne der inne=
ren
feſten Ueberzeugung untreu zu werden. Was die
Innen=Dekoration in den verfloſſenen 25 Jahren für die
junge Künſtlergeneration, das ausführende Handwerk und
die zahlreichen Gewerbezweige, die in dem entwerfenden
Künſtler heute ihren wertvollſten Führer erkannt haben,
für den Güterumſchlag auf dem Inlandsmarkt und für den
Welthandel, die hohe Schätzung und gerechte Anerkennung
deutſchen Gewerbefleißes bei uns und im Auslande, für
die äſthetiſche und kulturelle Förderung faſt aller Schichten
unſeres Volkes, für Wohnungskunſt und Wohnungskultur
der Gegenwart Wichtigſtes und Wertvollſtes geleiſtet hat,
vermag nur der gebührend zu würdigen, der dieſe ganze
große Bewegung von Anbeginn miterlebt und die bedeu=
tende
Entfaltung dieſer führenden Zeitſchrift bis heute
gründlich kennen gelernt hat. Es iſt eine reiche ſegensvolle

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Nummer 34,

brücken, haben keinen Anhalt dafür ergeben, daß
ein Verbrechen vorliegt. Vielmehr iſt ein Selbſt=
mordverſuch
anzunehmen. Die Vernehmung des Zugs=
perſonals
hat nichts ergeben was für die Richtigkeit der
Angaben des Verletzten Schlichter ſpricht. Da der Revol=
ver
, mit dem die Tat verübt wurde, zwiſchen den Gleiſen
lag und zwar auf der Seite, die dem offenen Fenſter des
Abteills entgegengeſetzt iſt, ſo wird angenommen, daß
Schlichter ſich ſelbſt die Schüſſe beigebracht, und dann den
Revolver zum Fenſter hinausgeworfen hat. Er iſt noch
nicht wieder vernehmungsfähig.

Der Untergang der Hera‟.

* London, 2. Febr. Das Unglück der deut=
ſchen
Viermaſtbarke Hera ereignete ſich am
Samstag mitternacht. Ein von ſchwerem Regen begleiteter
heftiger Sturm machte die Navigation ſchwierig und ſo
war es zu ſpät zum Ausweichen, als vor dem Bug des
Schiffes Klippen geſichtet wurden. Die Hera rannte auf.
Wenige Minuten, und ſie legte ſich auf das Waſſer und
Sturzwellen fegten über das Deck. Das Rettungsboot
wurde flott gemacht und mit 21 Mann bemannt; doch
wurde das Boot umgeſtürzt und 16 Mann, darunter der
Kapitän, ertranken. Der erſte und zweite Offizier, ſo=
wie
drei Mann erreichten aber die Hera wieder. Die
Fluten ſtiegen immer höher und die Ueberlebenden mußten
ſich auf die Tackelage retten. Da ſich die Hera immer
weiter ſenkte, wurden ſie hinauf bis in die Isggerſtenge
getrieben. Der erſte Offizier ſeilte ſich an und gab auf
einer kleinen Pfeife Signale, um die Aufmerkſamkeit auf
das Wrack zu lenken. Das Waſſer ſtieg immer höher, und
da der Offizier ſich nicht frei machen konnte, gab er die
Pfeife an einen Kameraden, dann verſchlang ihn eine
Welle. Eine zweite Woge ſpülte einen zweiten Offizier
undeinen Matroſen weg. Endlich kam das Rettungsboot
von Falmouth an, das die Pfeifenſignale gehört hatte, und
brachte die fünf Ueberlebenden nach Falmouth. Es waren
dies der dritte Offizier Hoffmann, die deutſchen Matroſen
Larſen und Breſſier, der Schwede Johannſon und der
Malteſer Giuſeppe Cquia. Der Wert des Salpeters der
Hera beträgt 600000 Mk. Die Hera teilt das Schickſal
vieler anderer Schiffe, die nach glücklich überſtandener
Fahrt von China oder Peru an der Küſte Cornwalls ge=
ſtrandet
ſind. Im vorigen Jahre ſtrandeten drei Salpeter=
ſchiffe
, darunter ein deutſches, im Jahre 1912 zwei, dar=
unter
auch ein deutſches.

Zum Untergang des Monroe.

* Neu=York, 1. Febr. Die hieſigen Zeitungen ver=
ffentlichen
erſchütternde Einzelheiten über die
Vorfälle, die ſich bei dem Untergang des Monroe er=
eignet
haben. Nach der Erzählung geretteter Paſſagiere
ſind einige von ihnen unter den eigenartigſten Umſtänden
dem Tode entgangen. Ein Heizer befand ſich im Mo=
ment
des Zuſammenſtoßes in dem Maſchinenhaus des
Dampfers, als er plötzlich die Wand des Maſchinenraumes
ſich auftun ſah und den ungeheueren Bug des Nantucket
über ſeinem Haupte erblickte. Nachdem die Maſchinen des
Nantucket rückwärts zu arbeiten begonnen hatten, ſprang
er durch eine Breſche ins Waſſer und wurde gerettet. In
den Rettungsbooten ſpielten ſich die ergreifendſten Sze=
nen
ab. Ein Neger war vor Schreck wahnſinnig geworden
und klammerte ſich an ein junges Mädchen an, das er ins
kalte Element hinabzuzerren verſuchte. Man mußte mit
einem Hammer auf ihn losſchlagen, bis er beſinnungslos
wurde und ſeine Beute losließ. Ein anderer Neger ſchnitt
ſich auf dem Deck des ſinkenden Monroe mit einem
Taſchenmeſſer den Hals durch. Die amerikaniſche Schau=
ſpielerin
Haveland wurde wahnſinnig und mußte in Nor=
folk
ins Hoſpital gebracht werden. Sie ſpricht unaufhör=
lich
in wirren Redensarten von den furchtbaren Ereig=
niſſen
, die ſie beim Schiffbruch durchlebt hat. Nach allge=
meiner
Anſicht werden die wachthabenden Offiziere des
Nantucket für die Kataſtrophe verantwortlich gemacht.
Den Berichten der Offiziere des Monroe zufolge
erwiderte der Nantucket die Zeichen des eigenen Schiffes
nicht. Außerdem iſt feſtgeſtellt, daß der Nantucket nicht
dieſelbe Richtung einnahm, wie der Monroe ſondern
er verſuchte, durch erhöhte Schnelligkeit den vor ihm fah=
renden
Monroe zu überholen. Die dabei entfaltete
Schnelligkeit war bedeutend höher, als ſie ſonſt die Dampfer
bei dichtem Nebel zu entwickeln pflegen. Die Zahl der
Toten wird von dem Bureau der Old Dominion Com=
pany
auf 40 angegeben. Es iſt jedoch wahrſcheinlich, daß

noch einige Ueberlebende in den Hoſpitälern ſterben wer=
den
, da ſich die meiſten in einem bedenklichen Zuſtande
völliger Erſchöpfung befinden.

Handel und Verkehr.

* Bremen, 2. Febr. In der Sitzung des Auf=
ſichtsrats
des Bremer Vulkan, Schiffbau= und
Maſchinenfabrik, wurde die Verteilung einer
Dividende von 11 Prozent bei erhöhten Ab=
ſchreibungen
beſchloſſen.

Landwirtſchaftliches.

Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
markt
am 2. Februar. Auftrieb durch Händler 206 Stück,
durch die Bezugsvereinigung 79 Stück. Preiſe für 50 Kilo
Schlachtgewicht: 1. Qualität 68 M., 2. Qualität 67 Mk.,
3. Qualität 67 Mk. Marktverlauf lebhaft, wenig Ueber=
ſtand
.
Frankfurt a. M., 2. Febr. Schlachtvieh=
markt
. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1309 Rinder
darunter 431 Ochſen, 45 Bullen, 833 Färſen und Kühe,
ferner 351 Kälber. 117 Schafe, 2171 Schweine. Preiſe
für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht): Ochſen:
vollfleiſchige, ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes im
Alter von 4 bis Jahren 5054 (9093), junge flei=
ſchige
, nicht ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete 4649
(8389), mäßig genährte junge und gut genährte ältere
4345 (7983); Bullen: vollfleiſchige, ausgewachſene
höchſten Schlachtwertes 4851 (8085), vollfleiſchige jün=
gere
4547 (7881); Färſen und Kühe: vollfleiſchige
ausgemäſtete Färſen höchſten Schlachtwertes 4750
(8490), vollfleiſchige, ausgemäſtete Kühe höchſten
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 4447 (8284), wenig
gut entwickelte Färſen 4346 (8388, ältere, ausge=
mäſtete
Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe
3943 (7280), mäßig genahrte Kühe und Färſen 3338
(6676), gering genährte Kühe und Färſen 2429
(5566); Kälber: mittlere Maſt= und beſte Saugkälber
5862 (98105), geringere Maſt= und gute Saugkälber
5256 (8895), geringe Saugkälber 4851 (8186);
Schafe: Maſtlämmer und Maſthammel 45 (98);
Schweine: vollfleiſchige von 160 bis 200 Pfd. Lebend=
gewicht
5355 (68), vollfleiſchige unter 160 Pfd. Lebend=
gewicht
5355 (6768), vollfleiſchige von 200 bis 240 Pfd.
Lebendgewicht 5355 (6768), vollfleiſchige von 240 bis
300 Pfd. Lebendgewicht 5355 (6768). Marktver=
lauf
: Geſchäft in Rindern, Kälbern und Schafen gedrückt,
in Schweinen rege; bei Rindern Ueberſtand.
Frankfurt a. M. 2. Febr. Kartoffel=
markt
. Man notierte: Kartoffeln im Waggon 4½ bis
5 Mark, im Detail 6 bis 6½ Mark, alles pro 100 Kilo.

Vom Balkan.

* Bukareſt, 2. Febr. Aus hieſigen maßgebenden
Kreiſen erfährt man, daß verſchiedene rumäniſche
Politiker und höhere Offiziere aus Berlin
erſt vor kurzer Zeit unter Kreuzband einen amtlichen
ſtenographiſ chen Bericht über die Reichs=
tagsſitzung
vom 26. April 1913 zugeſandt erhielten.
In dieſer Sitzung hatte der Abg. Liebknecht die be=
kannte
Rede gegen Krupp gehalten. Man ſchließt
aus dem ſpäten Zeitpunkt der Ueberſendung dieſes
Sitzungsberichtes an jene einflußreichen Perſönlichkeiten,
daß es ſich dabei um ein Manöver der ausländiſchen
Konkurrenz gegen die deutſche Waffeninduſtrie handelt,
und erblickt darin eine neue Beſtätigung der Tatſache, daß
unſere Sozialdemokratie mit gehäſſigen Ausfällen gegen
die private deutſche Waffeninduſtrie in erſter Linie die
Geſchäfte des deutſchfeindlichen Auslandes beſorgt.
* Konſtantinopel. 2. Febr. Das Miniſte=
rium
des Aeußern erklärt, daß die Unterredun=
gen
, die Venizelos in Wien mit dem türkiſchen
Botſchafter hatte, keine Grundlage erkennen ließen,
auf der eine Anbahnung direkter Verhandlungen zwiſchen
der Türkei und Griechenland über die Inſelfrage
möglich wäre. Solche Verhandlungen werden dement=
ſprechend
zurzeit für unmöglich gehalten.
* Paris, 2. Febr. Nach einer Meldung aus Athen
hat die Handelskammer von Piräus davon Kenntnis er=
halten
, daß der bulgariſche Revolutionsaus=
ſchuß
beſchloſſen habe, in Varna und Cyrgos anlaufende
griechiſche Schiffe mittels Bomben in die
Luft zu ſprengen. Die Handelskammer verfügte
darauf im Einvernehmen mit den griechiſchen Schiffahrts=
geſellſchaften
, daß der Schiffsverkehr mit den bulgariſchen
Häfen am Schwarzen Meere eingeſtellt werde und die ſich
in anderen Häfen des Schwarzen Meeres einſchiffenden
Reiſenden nunmehr einer genauen Ueberwachung unter=
worfen
werden.

Literariſches.

Deutſche Hausgärten. Handbuch für
bürgerliche Gartenkunſt. Im Auftrage der Geſellſchaft für
Heimkultur, e. V., herausgegeben von Gartenarchitekt E.
Hardt, Düſſeldorf. Mit über 300 teils ganzſeitigen Ab=
bildungen
und farbigen Kunſtbeilagen. Preis gebunden
4,50 Mk. (Porto 30 Pfg.), für Mitglieder der Geſellſchaft
für Heimkultur, e. V. (Jahresbeitrag 10 Mark) nebſt 3 ähn=
lichen
Werken und der illuſtrierten Zeitſchrift Heimkultur
koſtenlos. (Heimkulturverlag Weſtdeutſche Verlagsgeſell=
ſchaft
m. b. H., Wiesbaden.) Es iſt eine Tat, daß ſich die
beſten, meiſt in der Geſellſchaft für Gartenkunſt vereinig=
ten
Gartenarchitekten bereitgefunden haben, eine Auswahl
ihrer neueren Schöpfungen als Repräſentation der neu=
zeitlichen
gartenkünſtleriſchen Beſtrebungen der Oeffent=
lichkeit
zu zeigen und weiteſte Kreiſe anzuregen. Mit
Wohlgefallen durchblättert man das umfangreiche Pracht=
werk
, in dem eigentlich alles zu finden iſt, was man im
Garten zu ſuchen hat. Ueber die Frage Wie lege ich
meinen Garten an oder wie verbeſſere ich ihn
unterrichtet das in 2. Auflage von der G. f. H. herausgege=
bene
Werk Der Garten der Neuzeit von Landesökonomie=
rat
Aug. Siebert in ausführlicher Weiſe in 27 Kapiteln
mit über 200 Bildbeiſpielen, deſſen 1. Auflage (7,50 Mk.)
auch im Heimkulturverlage erſchien und ebenfalls mittlere
und kleine Hausgärten vorwiegend in anerkannt muſter=
gültiger
Weiſe behandelt.
Die Umgeſtaltung der Welt als Zweck
des Lebens von Dr. Hans Janke. Preis 1,50 Mark,
gebunden 2 Mark. Verlag von Otto Janke, Berlin. Eine
neue ganz volkstümlich geſchriebene moniſtiſche Weltan=
ſchauung
. Von Schopenhauers Peſſimismus ausgehend,
ſucht der Verfaſſer auf dem Boden wiſſenſchaftlicher Welt=
erkenntnis
und auf Grund der Schaffensfreiheit des
Menſchen eine optimiſtiſche, ideale Weltanſchauung gro=
ßen
Stils aufzubauen. Der Verſuch, den Peſſimismus
durch einen ſtreng wiſſenſchaftlich begründeten Optimis=
mus
zu erſetzen, ſcheint vorzüglich gelungen zu ſein.

Orpheum.

St. Nach dem erfolgreichen Gaſtſpiel des Max Walden=
Enſembles iſt ſeit dem 1. dieſes Monats unſer Varieté
Etabliſſement wieder ſeiner eigentlichen Beſtimmung zu=
geführt
worden; es hat einer auserleſenen Schar von
Spezialitätenkünſtlern ſeine gaſtlichen Hallen geöffnet. Herr
Direktor Fink hat wieder, getreu ſeinen alten gediegener
Grundſätzen, ein Programm zuſammengeſtellt, das an
Vielſeitigkeit nichts zu wünſchen übrig läßt und im ein=
zelnen
höchſt intereſſante Nummern bietet, die ausnahms=
los
von erſtklaſſigen Künſtlern beſtritten werden.
Ein ebenſo reizvoller wie gediegener gymnaſtiſcher Al
eröffnet den Abend. Das Sellons=Trio ſind Hoch=
gymnaſtiker
, die ſo bald keine ebenbürtigen Konkurrenter
finden dürften. Ihre Leiſtungen am Trapez, den ſchweben
den Tauen und Ringen, die von der ebenſo anmutigen wie
herkuliſch ſtarken Dame gehalten werden, ſind hervorragend.
Eine ganz reizende Unterhaltung bieten Bradler
und ſeine Partnerin mit ihren Handſchatten=
Silhouetten, in denen ſie gleich viel Fingerfertigkeit und
Humor entwickeln und ganze draſtiſche Szenen in Silhouet
ten auf die Leinwand werfen. Lucia Majorano
die italieniſche Tänzerin, bringt Marche, Valſe eſpagnole,
Danſe à lantique=argentine. Die Künſtlerin iſt von einem
typiſch ſüdländiſchen Temperament in ihren ausdrucks=
vollen
Tänzen; ſie brilliert auch mit ihren Koſtümen, wah=
ren
Kunſtwerken, die ihren Schöpfern in einer Beziehung
ſicher viel Kopfzerbrechen verurſacht haben, nämlich in der
Beziehung, wie man mit dem ſo minimal bemeſſenen Sei=
denſtoff
wirklich etwas von ihrem allerdings ſchönen, aber
durch keinerlei Unterkleidung beengten Körper bedecken
kann. Aber totſchick iſt dieſe Tänzerin und, wie geſagt,
von hinreißendem Temperament. Das ſichert ihr durch
ſchlagenden Erfolg. Max Lampl als bayeriſcher
Bauernkomiker iſt von einem ſo derben, echt bajuwariſchen
Humor, wie ihn wenige ſeinesgleichen entwickeln. Schon
wie er den bayeriſchen Dialekt ſpricht, iſt außerordentlich
wirkungsvoll, und wenn er dann ſeine Definitionen des
Gemütes in Schnadahüpferln gibt, in der vielfach variierten
Geſchichte vom abgeſtürzten Stier, dann kommt das Publi=
kum
aus dem Lachen nicht heraus. Dabei ſind ſeine Vor=
träge
bei aller Derbheit durchaus dezent; ſeine Mimik iſ
von überwältigender Komik. Ganz entzückend ſind die
Darſtellungen lebender Bilder Weidmannsheil
durch drei Damen und einen reizenden ſchneeweißen Gor=
don
=Setter. Die Herrſchaften ſtellen neun jagdgerechte
künſtleriſche Tableaus dar, nämlich: 1. Die Bekehrung des
Hubertus. 2. Ruf zur Jagd. 3. Aufbruch. 4. Abſtreichen
der Hühner. 5. Auf der Haſenfährte. 6. Aus der Saß
gefahrener Haſe. 7. Apport. 8. Der treue Kamerad ver=
wundet
. 9. Der letzte Bock. Ganz wunderbar iſt der Hund
dreſſiert, der tatſächlich ſo bewegungslos daſteht, als ſe
er ausgeſtopft. Die Bilder, ganz weiß vor ſchwarzem Hin=
tergrund
geſtellt, finden rauſchenden Beifall.
Die zweite Abteilung des Programms wird eingeleitet
nit dem komiſchen Dreſſurakt des Clowns
Peppo der zwei Fox=Terriers und zwei Affen vor=
führt
, die ebenfalls ganz hervorragende Dreſſurreſultate
aufweiſen. Die Tierchen produzieren ſich als Akrobaten,
Trapezturner und Jockei=Reiter. Ihre Kunſtſtückchen gip=
feln
in dem Saltomortale eines Hundes mit dem Affen
als Reiter auf dem Rücken. Entzückende Enſemblebilder
ſtellen die 8 Germanias auf das Podium. Die alte
und die neue Zeit, die Margueritenmädchen, und vor allem
das Zukunftsmilitär ſind außerordentlich wirkſame Dar=
bietungen
, die das Enſemble wohl berechtigen, ſich das
elegante deutſche zu nennen. Ihr Parademarſch dürfte
einem Garderegiment zu Fuß zur Ehre gereichen, und wie
ſie Griffe kloppen und exerzieren, das iſt ſo exakt und
ſchneidig, daß die 8 in jeder Beſichtigung mit Glanz be=
ſtehen
würden. Ein elegantes Kunſtradfahrerpaar ſind
Claire und Guſtave Bleckwenn, die eine ganze
Folge neuer Darbietungen bringen und Schwierigkeiten
überhaupt nicht zu kennen ſcheinen. Dabei wirkt ihr elegan=
tes
und liebenswürdiges Auftreten überaus ſympathiſch
Auch ihnen ſpendet das Publikum rauſchenden Beifall.
Die Lichtſpiele bilden den Beſchluß des Programms,
zu dem nach dem Geſagten gewiß das eingangs Konſta=
tierte
Berechtigung hat. Der Beſuch darf warm empfohlen
werden.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Straßburg, 2. Febr. Staatsſekretär Graf von =
dern
und Unterſtaatsſekretär Freiherr von Stein ſind
aus Berlin heute vormittag 10 Uhr 55 Min. hier ein=
getroffen
. Beide Herren wurden bereits um 12 Uhr
vom Kaiſerlichen Statthalter Grafen von Wedel
empfangen.
* Saarbrücken, 2. Febr. Der auf dem Bahnhof tot zu
Boden geſunkene junge Mann wurde als der Hilfslehrer
Rudolf Hauck aus Sandorf erkannt; es iſt der Sohn des
Amtsaſſiſtenten Hauck in Neuſtadt an der Hardt. Der
myſteriöſe Fall iſt ſoweit aufgeklärt, daß angenom=
men
werden kann, daß Mord vorliegt. Die Einſchußöff=
nung
befindet ſich auf der linken Seite der Schläfe, und es
iſt deshalb kaum anzunehmen, daß Hauck ſich den Schuß
ſelbſt beigebracht hat. Es ſind bereits zwei Verhaf=
tungen
erfolgt, und zwar wurden der Glashüttenarbei=
ter
Dahm und der Hüttenarbeiter Jakob Lempel, beide
aus St. Ingbert, verhaftet. Lempel wurde am Sonntag
in der Begleitung Haucks geſehen. Es iſt anzunehmen,
daß ein Racheakt von Lempel vorliegt, da der Getötete mit
der Frau des Lempel ein Verhältnis hatte.
* Karlsruhe, 2. Febr. Dem Hofbericht zufolge leidel
die Prinzeſſin Wilhelm zu Baden an einem
akuten Schwächezuſtand der im Gefolge einer
leichten fieberhaften rheumatiſchen Erkrankung aufgetreten
iſt. Wie die Badiſche Preſſe hierzu weiter meldet, hat ſich
der Zuſtand auch im Laufe des heutigen Tages nicht ge=
beſſert
, ſo daß Anlaß zu ernſten Beſorgniſſen
vorliegt. Im Palais der 73jährigen Prinzeſſin, die erſt
ſeit Dezember nach längerer Abweſenheit hier wieder weilt,
erſchienen am heutigen Nachmittag das Großherzogspaar,
die Großherzogin Luiſe und das Prinzenpaar Max von
Baden.
* Karlsruhe, 2. Febr. In der heutigen Sitzung der
Zweiten Kammer führte der Miniſter des Innern
Freiherr von und zu Bodmann aus, daß er die
Großblockpolitik bedauere, weil er glaube, daß
man durch dieſe Politik nur zwei Parteien bekommen
werde: Das Zentrum und die Sozialdemokratie. Er ver=
kenne
nicht die Gefahr, die in einem weiteren Anwachſen
des Zentrums liegen könne. Er halte aber den Weg, den
der Großblock gehe, nicht für den richtigen und allein mög=
lichen
. Er verwahre ſich dagegen, einſeitig mit dem Groß=
block
arbeiten zu wollen. Er arbeite mit allen Partelen,
Auf das Erſuchen des Zentrumsabgeordneten Kopp der
zu wiſſen wünſchte, inwiefern das ſtarke Anſchwellen

Arbeit von ihr geleiſtet worden, es ſind breite Ströme viel=
fältigſter
Anregung und koſtbarſten inneren und äußeren
Gewinnes von ihr ausgegangen; ſie hat durch ihre unver=
gleichlich
guten Abbildungen und vortrefflichen Abhand=
lungen
ſo manchem einen hohen Genuß bereitet, aufrichtige
Freude an allem Gediegenen, Edlen und Schönen dieſes
wichtigen Gebietes in tauſend und abertauſend Herzen
geweckt und dem hohen Streben unſerer beſten Künſtler
die wohlverdiente Anerkennung zahlloſer Kunſtfreunde und
künſtleriſch empfindender Menſchen verſchafft. Ihr iſt es
zu verdanken, daß in ſo manches Haus, ſo manche Woh=
nung
, die früher lieblos mit lieblos geſchaffenen Gegen=
ſtänden
vollgeſtellt waren, ein zweckmäßiger, gediegener
und ſchöner Hausrat eingezogen iſt und daß durch einen
erhöhten Geſchmack viel wohltuende Wohnlichkeit und
traute Behaglichkeit auch über ſo manchen beſcheideneren
Raum ſich ausbreiten konnte. Sie hat wertvollſte Kultur=
arbeit
im höchſten Sinne für unſer deutſches Volk hier ge=
leiſtet
und deshalb hoffen und wünſchen wir, daß ſie auch
in Zukunft uns ein ſtets verläßlicher und unentbehrlicher
Führer auf, den weiten und reichen Gebieten deutſcher
Wohnungskunſt und deutſcher Hauskultur bleiben möge!
Für Darmſtadt von beſonderem Intereſſe iſt ſchließlich
ein Schreiben, das der Oberbürgermeiſter unſerer Reſidenz=
ſtadt
, Herr Dr. Gläſſing, an den Herausgeber der
Innen=Dekoration gelangen ließ und das folgenden Wort=
laut
hat: Sehr geehrter Herr Hofrat! Beim Eintritt in
den 25. Jahrgang der Zeitſchrift Innen=Dekoration geſtatte
ich mir namens der Stadtverwaltung, Ihnen meine herz=
lichſten
Glückwünſche zu übermitteln: Ich beglückwünſche
Sie aufrichtig zu den großen Erfolgen, die Sie in raſtloſer
Arbeit für die Erneuerung der Kunſt und des Kunſtgewer=
bes
errungen haben. Was die Zeitſchrift ſeit ihrer Gründ=
ung
im Laufe eines Vierteljahrhunderts Hervorragendes
für die Kunſt und das Kunſtgewerbe geleiſtet hat, iſt von
berufener Stelle ſchon oft anerkannt und gewürdigt wor=
den
. Ich beſchränke mich deshalb heute darauf, meiner
Freude darüber Ausdruck zu geben, daß das Jubiläum
wieder Anlaß gegeben hat, aus allen Kreiſen Ihren Wer=
ken
ungeteilte Anerkennung zu zollen. Dieſe Anerkennung
iſt eine wohlverdiente und wird die Luſt und den Mut zu
neuer Arbeit erhöhen. Möge die Zeitſchrift Innen= Deko=
ration
in der gleichen vorbildlichen Weiſe auch weiterhin
wirken zum Beſten der Wohnungskultur und ihrer ver=
wandten
Gebiete und zur Freude ihrer zahlreichen Leſer.

[ ][  ][ ]

Nummer 34.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Seite 7.

Zentrums eine Gefahr bedeuten könnte, da das Zentrum
immer einen freiheitlichen Standpunkt eingenommen habe
und keine Sonderrechte für ſeine Union verlange, erklärte
der Miniſter, darin eine Gefahr zu erblicken, daß das Zen=
trum
es ſeinen Wählern zu einer Gewiſſenspflicht mache,
daß die Katholiken Zentrum wählen müßten. Eine Zu=
rückhaltung
der Geiſtlichen ſei notwendig.
* Bremen, 2. Febr. Wie wir erfahren, ging von der
Holland-Amerika=Linie die Anregung aus, den am 31.
Januar abgelaufenen Frachtenpool bis Ende Februar
zu verlängern, um in der Zwiſchenzeit Gelegenheit
zu neuen Verhandlungen zu haben. Der Norddeutſche Lloyd
und die Red Star Line erklärten ſich hiermit einverſtanden,
falls auch der Zwiſchendeckspool für die gleiche Periode
erneuert wird. Die Hapag antwortete bislang noch nicht.
Heinecke und Ballin werden am Ende dieſer Woche in Wien
zuſammentreffen zwecks weiterer Verhandlungen mit der
öſterreichiſchen Regierung.
* Kiel, 2. Febr. Wegen Verrats militäriſcher
Geheimniſſe, Diebſtahls und Beſtechung verurteilte
das Kriegsgericht der erſten Marineinſpektion den
Funkentelegraphiſtenmaat Michelſen zu 3 Jahren
7 Monaten Zuchthaus, Ausſtoßung aus der Ma=
rine
, Degradation und Verſetzung in die zweite Klaſſe des
Soldatenſtandes.
* Peſt, 2. Febr. Die Direktion der Kaſchau- Oderber=
ger
Bahn teilt mit: Am 31. Januar drangen in einem
Perſonenzug in der Nähe der Station Cſacza zwei
Bahnangeſtellte in ein Wagenabteil in dem
die Poſtkaſſe verwahrt wurde und feuerten auf den
Oberſchaffner vier Revolverſchüſſe ab, die ihn ſchwer ver=
letzten
. Der Oberſchaffner zog die Notbremſe, worauf die
Räuber flüchteten. Als ſie ſich verfolgt ſahen, be=
ging
der eine Selbſtmord, der andere wurde von den Ver=
folgern
ſchwer verletzt und nach Teſchen gebracht. Den
verwundeten Oberſchaffner hofft man am Leben zu er=
halten
.
* Rom, 2. Febr. Kardinal Merry del Val hat
unter feierlichem Zeremoniell den Titel Erzprieſter
der Baſilika von Sankt Peter angenommen.
* Paris, 2. Febr. Der Kammerausſchuß für
auswärtige und Kolonialangelegenheiten
hat dem Geſetzentwurf über eine Auleihe von 17
Millionen für Franzöſiſch=Aequatorial=Afrika ſeine
Zuſtimmung erteilt. Die Anleihe iſt zum größten Teil für
die Herſtellung mehrerer Eiſenbahnlinien beſtimmt.
* Paris, 2. Febr. Wie aus Rabat gemeldet wird,
wurde die neue Bergwerksordnung für Ma=
rokko
gleichzeitig in der franzöſiſchen und in der ſpani=
ſchen
Zone verlautbart. Der erſte Teil der Bergwerksord=
nung
enthält die eigentlichen von Frankreich und Spanien
gemeinſam ausgearbeiteten Vorſchriften, der zweite Teil
betrifft Erhebungen über die noch ſchwebenden Streit=
punkte
, welche allen Signatarmächten der Algecirasakte zur
Genehmigung vorgelegt wurden.
* Paris, 2. Febr. Ueber den bei Tetuanſtattge=
habten
Kampf wird aus Madrid weiter gemeldet, daß
die Liſte der Gefallenen einen Major, zwei Leutnants und
16 Mann aufweiſtt außerdem hatten die Spanier 30 Ver=
wundete
, darunter fünf Offiziere. Nach einer telephoni=
ſchen
Meldung aus Madrid hat die ſpaniſche Regie=
rrung
bisher keinerlei Beſtätigung des in Vigo
rrerbreiteten Gerüchtes erhalten, wonach unter der republi=
kkaniſchen
Garde Liſſabons ein Aufſtand ausgebrochen ſei.
* Paris, 2. Febr. Admiral Germinet iſt ge=
ſſtorben
.
* London, 2. Febc. Schon um Mitternacht bildeten
die Wagner=Enthuſiaſten vor dem Covent=
Garden=Opernhaus, in dem die erſte Parſifalvor=
fſtellung
in England gegeben wird, eine lange Reihe.
*Die Direktion des Theaters hat 15mal ſoviel Be=
ſſtellungen
auf Eintrittskarten erhalten, als Plätze vor=
lhanden
ſind.
* Petersburg, 2. Febr. Auf den Obucho=Werken
ſiſt nach dreimonatigem Streik in allen Abteilun=
gen
und Werkſtätten die Arbeit wieder aufge=
mommen
worden.
* Zarskoje Sſelo, 2. Febr. Der ſerbiſche Mi=
miſterpräſident
Paſitſch iſt heute vom Kaiſer
(empfangen worden.
* Kapſtadt, 2. Febr. Die Tribünen des Abgeord=
metenhauſes
waren heute ſtark beſetzt, da die Ein=
fringung
der vom Miniſter Smuts angekündigten Bill,
wourch welche der Regierung für die Streikmaß=
ahmen
Indemnität verliehen wird, erwartet
wurde. Der Sprecher wies den Antrag der Arbeiterpartei
urück, den Deportierten die Rückkehr zu geſtatten, worauf
per Miniſter Smuts beantragte, die Indemnitätsbill ein=
hringen
zu dürfen. Der Oppoſitionsführer Sir Thomas
Smartt erklärte, er wolle nicht gegen den Antrag ſtim=
nen
, da die Regierung Geſetz und Ordnung mit allen
Mitteln aufrecht erhalten müſſe.
* Schanghai, 2. Febr. Die beiden franzöſiſchen
Miſſionare die vor der Miſſionsſtation Liuantſchau
von Räubern, die zu einer Bande des Weißen Wolfs ge=
hörten
, feſtgenommen worden waren, ſind wieder frei=
elaſſen
worden.

Die Beiſetzung der Opfer der Grubenkataſtrophe auf der
Zeche Miniſter Achenbach.
* Dortmund, 2. Febr. Heute nachmittag fand in
Prambauer die Beerdigung von 22 Opfern der
Gsrubenkataſtrophe der Zeche Miniſter Achenbach ſtatt.
geurz nach 3 Uhr ſetzte ſich der gewaltige Trauerkondukt
im Bewegung. Etwa 100 Fahnen und 20 Muſikkorps be=
ſaanden
ſich im erſten Teil des Zuges, der aus Vereinen
des ganzen Induſtriebezirks beſtand. Die Särge von 20
Vergleuten wurden zu je fünf auf ſchwarzbehangenen
Rollwagen gefahren, die beiden Steiger auf einem be=
ſuenderen
Leichenwagen. Im Trauergefolge bemerkte man
den Oberpräſidenten der Provinz Weſtfalen. Prinz von
Natibor=Corvey, den Arnsberger Regierungspräſi=
Adenten v. Bake, Generalleutnant v. Barbou, General=
leutnant
z. D. v. Schubert, Botſchafter v. Stumm
umd Major a. D. v. Stumm. Zwölf katholiſche und neun
ewangeliſche Geiſtliche gaben den Toten das letzte Ge=
leit
. Die Beiſetzung erfolgte in einem Maſſengrab un=

mittelbar neben den Opfern der letzten Kataſtrophe der=
ſelben
Zeche im Jahre 1912. Am Grabe ſprachen der
katholiſche und der evangeliſche Ortsgeiſtliche. Unter den
katholiſchen Geiſtlichen befand ſich als Vertreter des Bi=
ſchofs
Ehrendomherr Hausmann=Wattenſcheid. Die
Zeche Miniſter Achenbach die Nachbarzechen und die
Stadt Dortmund ſandten prächtige Kränze.

Unruhen in Liſſabon.
* Madrid, 2. Febr. In den Grenzprovinzen iſt das
Gerücht über eine bevorſtehende Erhebung
in Portugal verbreitet. Die Blätter melden aus Vigo,
daß nach Erklärungen portugieſiſcher ausgewanderter Mon=
archiſten
für geſtern eine Erhebung der republikaniſchen
Garde Liſſabons geplant war.
* Liſſabon, 2. Febr. Der Präſident der Re=
publik
ſetzt ſeine Bemühungen, die Kriſis zu löſen,
fort. Im ganzen Lande herrſcht vollkommene
Ruhe.
* Paris, 2. Febr. Einer Madrider Depeſche zufolge
hatte der angeblich unter der republikaniſchen Garde in
Liſſabon ausgebrochene Aufſtand einen royaliſti=
ſchen
Charakter. Unter den in Vigo befindlichen
vortugieſiſchen Emigranten herrſche große Aufregung, da
heute, am Jahrestage der Ermordung des Königs Don
Carlos und des Kronprinzen Louis Philipp, ein Putſch=
verſuch
unternommen werden ſollte.

Briefkaſten.

E. G., hier. Wenden Sie ſich an das Hauptmelde=
amt
I. Darmſtadt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß hohen Druckes, der ſich geſtern
über dem Feſtland verſtärkte, hatten wir bei wechſelnder
Bewölkung trockenes Wetter und nachts ſtarke Abkühlung
und Froſt. Von Weſten her nähert ſich eine ſtarke De=
preſſion
, doch werden wir morgen vorzugsweiſe im Be=
reiche
hohen Druckes bleiben und vielfach heiteres, trocke=
nes
Wetter erwarten können.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 3. Februar:
Ziemlich heiter, trocken, vielfach Dunſt und Nebel, tags=
über
mild, nachts Froſt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Für Deine Geſundheit iſt das Beſte
gerade gut genug.
Verſtopfung und andere Verdauungsbeſchwerden kann
man auf einfache, angenehme Weiſe prompt beheben,
wenn man nur das richtige Mittel bei der Hand hat.
Und das iſt der bekannte Californiſche Feigen=Syrup
Califig. Er iſt angenehm einzunehmen, denn ſein feines
Aroma ſagt jung und alt zu; Kinder ſind immer dafür
zu haben. Ebenſo angenehm iſt aber auch ſeine Wir=
kung
; und darauf kommt es beſonders an. Califig
reizt nicht, ſchwächt nicht, macht gar keine Beſchwerden;
er bewirkt vielmehr eine einmalige gründliche Entleerung,
welche der natürlichen Funktion am nächſten kommt. Man
wird alſo in ſeiner beruflichen Tätigkeit gar nicht geſtört
und kann den Gebrauch ruhig fortſetzen, bis die Organe
ihren Dienſt wieder von ſelber tun. Bei Kindern und
Frauen wird der Gebrauch des Califig wegen ſeiner
Unſchädlichkeit zur abſoluten Notwendigkeit. Durch die
Behebung des Grundübels, Verſtofung, verſchwinden
auch die läſtigen Folgeerſcheinungen, wie Appetitmangel,
Migräne und dergleichen.
(I,3377
Califig Californiſcher Feigen=Syrup, iſt in jeder Apotheke käuflich zu
Mk. 1.50 die Flaſche; ertra große Flaſche Mk. 2.50. Beſt.: Syr. fici Californ
75, Ext. Senn. lig. 20, Elix. Caryoph. comp. 5.
Auf kaum über 1 Pfennig ſtellt ſich eine Taſſe
ſot-
SANG3O 2-R-
Dieſe vorzügliche und durch ihre Ausgiebigkeit im Ge=
brauch
ſo billige Teemiſchung ausſchließlich britiſch=
indiſcher
Teeſorten iſt zum täglichen Genuß ganz
beſonders geeignet. Das 125 Gr.=Paket 90 Pfg.
(½ Ko.=Paket Mk. 3.50.) Gratisproben bei Moriz
Landau, Fernſprecher 116.
(I,1038
Geſchäftliches.
Angeſichts des zu Ende gehenden Schuljahres ſtehen
viele Eltern vor der wichtigen Frage, welchem Berufe ſie
ihre Kinder zuführen ſollen. Bei der mächtigen Ent=
wicklung
der deutſchen Induſtrie und dem wachſenden
Außenhandel bietet der kaufmänniſche Beruf für ſtrebſame
junge Leute immer noch günſtige Ausſichten. Es
empfiehlt ſich daher für die Eltern, ihren Söhnen und
Töchtern eine gute Vorbereitung zum kaufmänniſchen
Berufe durch den Beſuch einer Handelsſchule zu ermög=
lichen
. Die Darmſtädter Sprach= und Handels=
ſchule
, die ſeit einer Reihe von Jahren ſowohl der
pädagogiſchen wie auch praktiſchen Ausbildung junger
Kaufleute und Kontoriſtinnen Rechnung trägt und ſich
bezüglich des Lehrſtoffes auf der Höhe der Zeit bewegt,
bietet auch zur gründlichen Erlernung fremder Sprache
und vorzugsweiſe der fremdſprachigen Handels= Kor=
reſpondenz
die günſtigſte Gelegenheit durch erfahrene,
lange im Auslande tätig geweſene Lehrkräfte. Mit
ganz wenigen Ausnahmen ſind die aus der Schule hervor=
gegangenen
Schüler in guten Stellungen untergekommen.

ür die durch Sturm und Unwetter geſchädigten Be=
7 wohner der Oſtſeeküſte ſind weiter eingegangen:
M. M. 2 . K. Sp. 2 . M. L. 5 . Frau Dr. Laute=
ſchläger
5 . General v. Lyncker 6 . N. N. 3 . W.
R. 3 . S. B. 10 . Ch. S. 2 . Kirchenrat Weicker
5 . G. B. 3 . Olbert 3 . Zuſammen 49.
mit den bereits veröffentlichten 1007.35 zuſammen
1056.35
Wir danken im Namen der Betroffenen all den
Wohltätern für ihre Spenden und nehmen auch weiterhin
noch Gaben gerne an.
Darmſtädter Tagblatt
Geſchäftsſtelle.

Veid
Geld
3

Statt beſonderer Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft mein innigſt=
geliebter
Gatte, unſer guter, treubeſorgter Vater,
Bruder, Schwager und Onkel
Herr Gustav Strack
Eisenbahn-Ober-Sekretär
im nahezu vollendeten 45. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der Hinterbliebenen:
Louise Strack, geb. Hess
und Kinder.
Darmſtadt, den 2. Februar 1914.
Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittag
3 Uhr, vom Trauerhauſe Inſelſtraße 32 aus, ſtatt.
Die Einſegnung ¼ Stunde vorher.
Von Kondolenzbeſuchen bittet man gütigſt
abzuſehen.
(3485

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute mittag verſchied nach kurzem Leiden
unſere liebe Mutter, Schwiegermutter, Groß=
mutter
und Schwägerin
(*2675
Frau
Rosina Rohmig Wwe.
im Alter von 70 Jahren.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 2. Februar 1914.
Die Beerdigung findet Dienstag, 3. Februar,
nachm. um 2 Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus, ſtatt.

a

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer einziges, heißgeliebtes Söhnchen, Brüder=
chen
und Enkelchen Otto plötzlich und un=
erwartet
zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Die tieftrauernden Eltern und Geſchwiſter:
Familie Ph. Herling, Friſeur. (3473
Darmſtadt und Wetzlar, den 2. Febr. 1914.

(VII,2242

600 bis 3000 Kerzen, für große Räume, Säle, Geschäfts-
lokale
, sowiefür alle ZweckederAußenbeleuchtung. Keiner-
lei
Wartung und Bedienung. Einfache, billige Installation!

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Nummer 34.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines herzensguten Mannes,
unſeres lieben Vaters, Schwiegervaters u. Onkels
Friedrich Luley
ſagen wir innigen Dank, insbeſondere Herrn
Kirchenrat Widmann für die troſtreiche Grabrede
und der Schweſter Sophie für die liebevolle Pflege.
Herzlichen Dank auch der Firma E. Merck, ſowie
dem Arbeiterverein der Firma E. Merck und ſeinen
treuen Kollegen, ebenſo der Turngeſellſchaft Darm=
ſtadt
für die ſchönen Kranzſpenden.
(3482

Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 2. Februar 1914.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Gatten, unſeres
guten Vaters, Schwiegervaters, Großvaters,
Schwagers und Onkels
(3462
Herrn
Fried. Wilhelm Holz
ſa en wir dem Herrn Pfarrer Waitz für die troſt=
re
chen Worte am Grabe, der Freiwilligen Feuer=
wehr
, ſowi: allen Denen, die ihm das letzte Geleit
gaben, unſeren innigſten Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Pankratiusſtr. 5, den 3. Febr. 1914.

e
Dienstag, 3. Februar.

Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende nach
10 Uhr (Ab. A): Der Feldherrnhügel.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Konzert der Meininger Hofkapelle um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Monatsverſammlung des Deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im Fürſtenſaal.

Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herz=
lichſter
Teilnahme bei dem allzufrühen Hinſcheiden
unſerer innigſtgeliebten Tochter, Schweſter und
Braut
(3483
Anna Baas
ſagen aufrichtigen Dank
Familie Jacob Baas,
A. Wüſt.
Darmſtadt, Landau, den 2. Februar 1914.

Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. Perkeo um 8 Uhr.
Bürgerkeller um 8 Uhr. Chauſſeehaus um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender,
Mittwoch, 4. Februar.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Holzverſteigerung um 9½ Uhr im Reſtaurant
Zum Einſiedel.

Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
114 und Sonntags von 104 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitkeilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen: nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

S

2

Beſtellungen auf die

bochen=Chronik
monatlich 20 Pfennia

(einzelne Nummer 10 Pfg.) nehmen unſere Expedition, unſere Trägerinnen, ſowie unſere Agenturen
und ſämtliche Poſtanſtalten entgegen, die letzteren jedoch unter der Bezeichnung Darmſtädter Tagblatt
Ausgabe B. Die Chronik wird 8ſeitig mit reichem Bilderſchmuck in Tiefdruck und in tadelloſer
Ausführung erſcheinen, ſo daß ſie fortlaufend eine Illuſtrierung der hervorragenden Ereigniſſe der letzten Woche
bietet und eine Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt.

(26918

S

Meine

Geschäftsräume

befinden sich jetzt

3141a

Elsabechenser!

zwischen Grafen-
und Saalbaustr.

Gottir. Proeser Damenschneidermeister.

Kurſe vom 2. Februar 1914.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

In Proz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 87,90
78,70
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
. 88,10
3½ do. Conſols
78,70
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,90
93,00
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 97,25
86,00
do.
77,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 97,40
85,70
do.
3½
76,00
do.
78,60
3 Sächſiſche Rente .
4 Württemb. (unk. 1921) 99,10
do. v. 1875 93,30
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 95,50
¾ Griechen v. 1887 53,00
4 Italiener Rente . . . . 101,00
4½ Oeſterr. Silberrente 88,90
4 do. Goldrente . . . 91,10
4 do. einheitl. Rente . 84,80
3 Portug. unif. Serie I 62,20
3 do. unif. Serie III 65,00
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5 Rumänier v. 1903 . . 100,30
4 do. v. 1890 . . 94,20
4 do. v. 1905 . . 85,70
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,09
4 do. v. 1902 . . . . 92,20
4½ do. v. 1905 . . . . 99,10
3½ Schweden
4 Serbier amort v. 1895 79,00
4 Türk. Admin. v. 1903 77,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 86,00
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4 do. Staatsrente . . 84,00

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5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,80
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91,80
4½ Japaner . .
. 92,10
5 Innere Mexikaner. . . 68,30
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 69,10
5 Gold=Mexikaner . . . . 84,25
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Mannheim . . . . 349,00
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33 Chem. Werke Albert 449,75
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3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,30
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,10
4 Eliſabethbahn, freie . . 91,40
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 88,00
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,00
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 90,50
da.
76,80
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,40
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In Prot.
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4 Kronprinz Rudolfbahn 87,50
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do.
87,60
4 Wladichawchas . . . . 87,80
4 Rjäſan Koslow . . . . 87,70
3 Portugieſ. Eiſenb. . . .
do.
(4½
24/10 Livorneſer . . . . . 71,40
3 Salonique=Monaſtir. . 62,70
. . . 79,30
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,90
4 Miſſouri=Pacific . . .
4 Northern=Paeifie . . . 95,00
4 Southern=Pacific . . . 92,30
5 St. Louis und San
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7½ Bergiſch=Märkiſche
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146,50
9½ Berlin. Handelsgef. . 164,50
6½ Darmſtädter Bank . 122,60
12½ Deutſche Bank . . . 259,00
6 Deutſche Vereinsbank . 122,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,00
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8½ Dresdener Bank . . 158,80
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Rhein. Kreditbank . . . 131,00
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S. 1519, 2126 74,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 86,00
do.
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4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
85,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,60
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
1823
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3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 . . . 85,00
S. 3
. . 85,00
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S. 911.
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
do.
3½
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(unk. 1917) . . 94,00
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3½ do.
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3½ do.
86,00
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84,10
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95,40
3½ do.
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3 Holl. Komm. . fl. 100 118,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
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143,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe .
. 123,00
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 111,70
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20
Freiburger . . . . Fs. 15
.Fs. 45 152,60
Mailänder .
do.
.Fs. 10
Meininger . .
.fl. 7 34,70
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858 fl. 100 573,00
Ungar. Staats . . fl. 100 442,00
Benediger . . . . Fs. 30 74,00
Türkiſche . . . . Js. 400 172,40
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20,42
16,22
20 Francs=Stücke
4,20
Amerikaniſche Noten.
Engliſche Noten
20,45
81,35
Franzöſiſche Noten .
169,50
Holländiſche Noten.
80,95
Italieniſche Noten:
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,30
Ruſſiſche Noten . . . . . 215,00
Schweizer Noten . . . . . 81,25
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[ ][  ][ ]

Nummer 34.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Seite 9.

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Schießabteilung, Tanzabteilung, Tennisabteilung, Bücheramt, Exkur=
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, Feſtamt, Vortragsamt, ſind bis zum 12. Februar einzu=
reichen
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Spätere Forderungen können nicht berückſichtigt werden. Die Adreſſe:
Freie Studentenſchaft, Techniſche Hochſchule iſt mit dem 1. Februar
aufgehoben.
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Das Zeitungsamt iſt unverändert an den Freiſtudentiſchen
Gauverband für Heſſen und Heſſen=Naſſau, übergegangen.
Die Kommiſſion der aufgelöſten Freien Studentenſchaft
zur Regelung der Geſchäfte.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Nummer 34.

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Stangenspargel, m’stark 100 170
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Brechsparg., dünn mit K. 60 100
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Bedingungen nebſt Verzeichnis der Materialien liegen im
Stadthaus, Zimmer Nr. 39, zur Einſicht offen.
Angebote, verſchloſſen und mit Aufſchrift verſehen, ſind nebſt
Muſter bis längſtens Mittwoch, den 11. Februar ds. Js., bei
mir einzureichen.
Darmſtadt, den 28. Januar 1914.
(3289sid
Der Oberbürgermeiſter: Dr. Gläſſing.

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nachfragte, wird gebeten, ſeine
Adreſſe bald. dorthin zu ſenden. (*

eſchäftsmann, 30 J. alt, ſelbſt.,
evang., mit eigenem Heim,
wünſcht ſolides, ſparſam. Mädchen
zwecks Heirat kennen zu lernen.
Off. unt. P 59 an die Exp. (*2538

am Freitag vor
Verloren mittag zwiſchen
1112 Uhr 1 Schlüſſel zu antiker
Truhe. Da viel daran geleg., bittet
man denſ. geg. Belohnung Laute=
ſchlägerſtr
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Verloren
Samstag nachmitt. auf dem Wege
von Kiesbergſtr. Moosbergſtr. u.
Ludwigshöhſtr. ein grün. Damen=
Portemonnaie mit größ. Inhalt
u. gold. Bleiſtift. Gegen geſetzl.
Finderlohn abzugeben in der Ex=
pedition
ds. Blattes. (B3448

Anmeldung ſchulpflichtiger Kinder zur Aufnahme
in die Mittel= und Stadtſchulen.

An die Eltern, Pflegeeltern und Vormünder von Kindern, die
bis zum 31. März d. Js. einſchl. das 6. Lebensjahr zurückgelegt
haben werden, ergeht hiermit die Aufforderung, dieſe Kinder, ſoweit
ſie nicht in anderen Schulen eintreten, rechtzeitig zur Aufnahme in
die Mittel= oder Stadtſchulen anzumelden.
Bei der Anmeldung iſt Nachweis über das Alter der Kinder
und der Impfſchein oder eine Beſcheinigung über die Befreiung von
der Impfung vorzulegen.
Auf Wunſch der Eltern oder deren Stellvertreter können aus=
nahmsweiſe
auch geiſtig und leiblich reife Kinder in die Schule auf=
genommen
werden, die erſt bis zum 30. September d. Js. das
6. Lebensjahr vollenden. Die Aufnahme jüngerer Kinder iſt
unzuläſſig.
Es wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß diejenigen
Kinder, die bei Vollendung des 14. Lebensjahres die Schule nicht
volle 8 Jahre beſucht haben, bis zur vollſtändigen Erfüllung ihrer
Schulpflicht in der Schule zurückgehalten werden.
Die Nichtanmeldung in dem vorgeſchriebenen Termin kann bei
den Mittelſchulen zur Folge haben, daß die Aufnahme unmöglich iſt.
Die Anmeldungen haben zu erfolgen:
Dienstag, 10. Februar d. J., vormittags von 8½ bis 12 Uhr
und nachmittags von 2 bis 4 Uhr, und zwar:
für die Knaben=Mittelſchule I im Schulhaus in der Friedrichsſtraße,
Viktoriaſtraße,
I
,
Mädchen=
Mittelſchule II
Hermannsſtraße
am Ballonplatz,
Stadtknabenſchule I
in der Müllerſtraße,
II
Ludwigshöhſtr.,
III
Rundeturmſtr.,
Stadtmädchenſchule I
Emilsſtraße,
II
Beſſungerſtraße,
III ,
Lagerhausſtr.
Bezirksſchule IV
Der Bezirk der Mittelſchule II, in die Knaben und Mädchen
aufgenommen werden, wird begrenzt durch die Rheinſtraße, den Pa=
radeplatz
, die Alsxanderſtraße und die Dieburger Straße, mit Aus=
ſchluß
der Grenzſtraßen und Plätze.
Die Aufnahme der Kinder in die Stadtſchulen findet nach der
unten abgedruckten Bezirkseinteilung ſtatt. Den Hauptlehrern der
verſchiedenen Gruppen der Stadtknaben= und Mädchenſchulen bleibt
überlaſſen, je nach Bedürfnis wegen der Ueberweiſung von Kindern
aus einer Schulgruppe in eine andere ſich zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 23. Januar 1914.
Der Vorſitzende der Schulvorſtände.
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
Bezirks=Einteilung
für die Stadtknaben= und Stadtmädchenſchulen.
Bezirk I (Stadtknabenſchule I und Stadtmädchenſchule I)
umfaßt den Stadtteil zwiſchen der Heinrichsſtraße, Eſchollbrücker
Straße und Holzhofallee einerſeits und der Allee, Rheinſtraße, Wil=
helminen
=, Zeughaus=, Hochſchul=, Magdalenen=. Alexander=, Hein=
heimer
= und Gutenbergſtraße andererſeits.
Von den Grenzſtraßen gehören zu dem Bezirk die Rhein=
Wilhelminen=, Alexander=, Heinheimer= und Gutenbergſtraße, ſowie
die Nordſeite der Heinrichſtraße.
Bezirk II (Stadtknabenſchule II und Stadtmädchenſchule II)
umfaßt den nördlichen Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=,
Wilhelminen=, Zeughaus=, Hochſchul=, Magdalenen=, Dieburger=,
Heinheimer= und Gutenbergſtraße, einſchließlich der Grenzſtraßen, mit
Ausnahme der betreffenden Strecken der Dieburger= und Heinheimer=
ſtraße
und der Gutenbergſtraße.
Bezirk III (Stadtknabenſchule III und Stadtmädchenſchule III)
umfaßt den Stadtteil ſüdlich von der Heinrichs=, Eſchollbrücker
Straße und Holzhofallee, einſchließlich der Südſeite der Heinrichs=
ſtraße
und der beiden anderen Grenzſtraßen (beiderſeitig).
Bezirk IV (Bezirksſchule IV in der Lagerhausſtraße)
umfaßt den nordweſtlichen Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=,
Wilhelminen= und Heinrichsſtraße weſtlich der Wilhelminenſtraße,
(2865a
ohne die Grenzſtraßen.

Großh. Ludwigs= u. Liebigs= Ober=
realſchule
zu Darmſtadt.
Anmeldungen zum Eintritt werden Freitag, den 20. Februar,
von 3½ bis 5 Uhr, in den betr. Schulgebäuden entgegengenommen,
Von Darmſtädter Schülern ſind die von der Rheinſtr., Alexanderſtr
und Dieburgerſtr. ſüdlich wohnenden in der Ludwigs=Oberrealſchule,
ie nördlich wohnenden in der Liebigs=Oberrealſchule, von auswärtigen
Schülern die am Bahnhof Darmſtadt=Oſt ankommenden in der Lud=
wigs
=Oberrealſchule, die im Hauptbahnhof eintreffenden in der Liebigs=
Oberrealſchule anzumelden. Das letzte Schulzeugnis, der Geburts=
und Impfſchein ſind bei der Anmeldung vorzulegen.
(3420a
Großherzogliche Direktionen
der Ludwigs= und Liebigs=Oberrealſchule.
Dr. Derſch. Dr. Dorfeld.

Vorſchule des Großh. Realgymnaſtums und der
beiden Großh. Ober=Realſchulen zu Darmſtadt.
Anmeldungen für das Oſtern 1914 beginnende Schuljahr
werden für ſämtliche Vorſchulklaſſen Mittwoch, den 4. Februar
und Donnerstag, den 5. Februar, vormittags von 101 Uhr, im
Realgymnaſialſaalgebäude (Eingang durch das Portal vom Kapell=
latz
aus) entgegengenommen. Geburtsſchein und Impfſchein ſind
dabei vorzulegen.
(3132a
Die Großherzogliche Direktion.
Münch, Geheimer Schulrat.

Die Großh. Direktionen
der Viktoria= und der Eleonorenſchule
Anmeldungen für alle Klaſſen der beiden Schuler
werden entgegengenommen:
Dienstag, den 10. Februar ds. Js.,
von 35½ Uhr,
diesmal im Schulgebäude der Eleonorenſchule ( Lager=
hausſtraße
1). Vorzulegen ſind:
1. Geburtsſchein,
2. Impfſchein,
3. Letztes Schulzeugnis.
3214sis)
Geh. Schulrat Dr. Otto. Dr. Lucius.

Tanoo-Stunden
Unterricht in allen neuen Tänzen. (*2688
Privat-Tanzlehrinstitut Schrimpff, Neckarstrase

[ ][  ][ ]

8 15.

Dienstag, 3. Februar.

1914.

An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereten des Kreiſes.

Unter Bezugnahme auf die Notiz der Darmſtädter Zeitung über eine Tabelle,
nie der Großh. Oberrechnungsreviſor Stumpf zur Erleichterung der Voranſchlags=
und Gemeinderechnungsarbeiten aufgeſtellt hat, machen wir darauf aufmerkſam, daß
per Verfaſſer die Tahelle demnächſt jeder Gemeinde in 2 Exemplaren auf Karton
aufgezogen zum Preis von 1.50 Mk. zuſenden wird.
(3414
Darmſtadt, den 29. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.

Bekanntmachung.

Den nachſtehenden Auszug aus dem Amtsblatt Nr. 10 Großh. Miniſteriums
des Innern vom 9. Mai v. Js. zu Nr. M. d. J. II 2456 über die Koſten für amts=
terärztliche
Verrichtungen bringen wir wiederholt zur Kenntnis der Intereſſenten.
Darmſtadt, den 29. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Im Einverſtändnis mit Großh. Miniſterium der Finanzen beſtimmen wir auf
Grund der Artikel 16 und 19 des Ausführungsgeſetzes vom 29. April 1912 zum Reichs=
rehſeuchengeſetz
und auf Grund der Großh. Verordnung vom 24. Auguſt 1994, die
Tagegelder, Reiſekoſten und Gebühren der Kreisveterinärärzte betreffend (Reg.=Bl.
S. 335), in Abänderung der Vorſchriften unſeres Amtsblattes Nr. 29 vom 20. Dezem=
ter
1905 das Nachſtehende:
I.
Alle amtstierärztlichen Verrichtungen, die auf Grund zwingender Vorſchriften
tes Reichsviehſeuchengeſetzes oder der hierzu vom Bundesrat erlaſſenen Ausführungs=
beſtimmungen
, ſowie der auf dieſes Geſetz oder dieſe Ausführungsbeſtimmungen ge=
gründeten
Anordnungen der Landesregierung, der Verwaltungs= oder Polizeibehörden
porgenommen werden, ſind als Dienſtgeſchäfte im Sinne der Großh. Verordnung vom
2tz. Auguſt 1904, die Tagegelder ꝛc. der Kreisveterinärärzte betreffend, zu erachten.
Urnter dieſe Verrichtungen fällt auch die Ausſtellung von Beſcheinigungen und Zeug=
Un ſſen auf Grund des § 17 Abſ. 2 der Bundesratsbeſtimmungen. Für die Beſich=
tigung
von Schafherden hat der beamtete Veterinärarzt nach § 5 Abſ. 1 der Verord=
nung
vom 24. Auguſt 1904 eine Gebühr nicht zu beziehen, ſondern nur die ihm nach
di m Zeitaufwand zuſtehenden Tagegelderſätze.
Die Koſten für alle amtstierärztlichen Verrichtungen (Abſ. 1) ſind in Gemäß=
h
it der genannten Großh. Verordnung vom 24. Auguſt 1904 zu berechnen.
In gleicher Weiſe ſind die Koſten für tierärztliche Verrichtungen zu berechnen,
de auf Grund der Ausführungsvorſchriſten des Bundesrats von beamteten Bete=
einärärzten
oder in deren Vertretung von anderen approbierten Terärzten vor=
hmommen
werden, ſoweit nicht für einzelne Kreiſe eine anderweite Regelung dieſer
noſten durch Kreisſtatut nach unſerem Amtsblatt Nr. 12 vom 30. April 1912 (Amtsbl.
der Abt. f. öff. Geſ. Nc. 469) eingeführt iſt.
II.
Die Koſten für die amtstierärztliche Beaufſichtigung von Viehmärkten nach § 16
Alloſ. 1 des Reichsviehſeuchengeſetzes, ſowie von Viehbeſtänden nach § 16 Abſ. 3 dieſes
bieſetzes können durch Uebereinkommen zwiſchen dem beamteten Veterinärarzt und
Uhern Unternehmer oder Beſitzer gegen eine fortlaufende, nach Zeitabſchnitten nicht
inter einem Monat zu bemeſſende Vergütung averſioniert werden. Alle hiernach
tigeſchloſſenen Verträge unterliegen nach Art. 1 des Geſetzes vom 1. Januar 1975,
Ergänzung des Edikts von 1820, über die öffentlichen Dienſtverhältniſſe der
zwilſtaatsbeamten betreffend, der Genehmizung durch unſere Abteilung für öffent=
ſioe
Geſundheitspflege und ſind dieſer in doppelter Ausfertigung vorzulegen. Andere
läbereinkommen über Vergütung für Dienſtgeſchäfte, insbeſondere für einzelne Dienſt=
Aeittungen, für Beſichtigung von Quarantänevieh und dergl., ſind nicht zuläſſig.
Amtliche Beſcheinigungen Geſundheitszeugniſſe), die gelegentlich der Beaufſich=
ligung
von Viehbeſtänden nach § 16 Abſ. 3 des Reichsviehſeuchengeſetzes ausgeſtellt
Uhinden, unterliegen auch wenn hierüber nach Abſ. 1 eine fortlaufende Vergütung ver=
irbart
iſt, den Beſtimmungen in Ziffer III gegenwärtigen Amtsblatts, desgleichen die
Iu. Biehmärkten ausgeſtellten Beſcheinigungen wenn dieſe nicht gemäß Ziſſer VI
Umeres Amtsblatts Nr. 15 vom 12. Juli 1912 (Amtsbl. der Abt. f. öff. Geſ. Nr. 479
Ihll.) unentgeltlich ausgeſtellt werden.
III.
Alle Koſten über amtstierärztliche Verrichtungen nach Ziffer I, für die nach
krfikel 16 und 19 des Ausführungsgeſetzes vom 29. April 1912 Private aufzukommen
ſſaheen, ſind, wenn darüber nicht ein nach Ziffer II genehmigter Vertrag abgeſchloſſen
ſt, in beſonderer Rechnung für die Staatskaſſe, doppelt ausgefertigt, vorzulegen, und
par getrennt von den Rechnungen über Koſten, die nach Art. 15 des Ausführungs=
ietzes
oder anderen geſetzlichen Vorſchriſten der Staatskaſſe zur Laſt fallen. Den
kennteten Veterinärärzten, ſowie den zu deren Vertretung etwa zugezogenen prak=
ſagen
Tierärzten iſt es nicht geſtattet, für amtstierärztliche Verrichtungen nach Ziffer I
laglungen von Privaten entgegenzunehmen, ausgenommen nach Ziffer II genehmigte
ſvierſa und in den Fällen von Abſ. 5b.
Rechnungen für Gemeinden über die von dieſen nach Artikel 16 des Ausführungs=
ſitzes
zu tragenden Koſten ſind gemäß § 20 der Ausführungsanweiſung vom
h. 1 April 1912 zu bebandeln.
Alle vorzulegenden Rechnungen ſind, inſoweit ſie nicht aus Anlaß von Ent=
hädigungsfällen
in die Schätzungsurkunden aufgenommen werden, halbjährig und
war je für die Zeit vom 1. April bis 30. September und vom 1. Oktober bis 31. März
uhzuſtellen und bis zum 1. November und 1. Mai an unſere Abteilung für öffentliche
ſelundheitspflege einzuſenden (Amtsbl. dieſer Abteilung Nr. 411).
Hinſichtlich der aus Anlaß der Fleiſchbeſchau entſtehenden Koſten und deren
ſerzechnung verbleibt es bei den Beſtimmuugen des § 27 der Fleiſchbeſchauordnung
hnz 9. April 1903.
Anſtatt der ſeitherigen durch unſer Amtsblatt Nr. 29 vom 20. Dezember 1905
Umstsbl. der Abt. f. öff. Geſ. Nr. 382) vorgeſchriebenen Rückerhebung der von Privaten
tragenden Koſten durch die Bezirkskaſſen wird mit Wirkung vom 1. Oktober I. Js.
s auf weiteres beſtimmt:
a) Bei Aufforderung zur Vornahme amtstierärztlicher Verrichtungen, wenn für
iem Koſten nach Abſ. 1 Private aufzukommen haben und darüber nicht ein nach
Ullfier II genehmigter Vertrag abgeſchloſſen iſt, hat der Antragſteller bei einer ſtaat=
Uhem Kaſſe (Bezirkskaſſe oder Untererhebeſtelle) ohne Rückſicht darauf, ob ſein Wohnort
im Bezirk der Kaſſe gehört oder nicht, gegen Quittung folgende Beträge zu entrichten:
1. Für die Beſichtigung eines Tieres oder eines Viehbeſtandes bis zu
. 1 Mk. 50 Pfg.
25 Stück Großvieh . . .
Für die Beſichtigung eines Viehbeſtands über 25 bis 50 Stück Großvieb
ſind zwei und eines Viehbeſtands über 50 Stück Großvieh ſind drei
Quittungen zu je 1 Mk. 50 Pfg. zu löſen. Zwei Stück Kleinvieh und vier
Stück Geflügel werden wie ein Stück Großvieh gerechnet.
2. Für eine verlangte Beſcheinigung oder ein Geſundheltszeugnis 50 Pfg.
Dieſe Quittungen ſind vor der Vornahme des Geſchäfts dem beamteten Bete=
tärarzt
einzuhändigen, der ſie aufzubewahren und bei Vorlage ſeiner Rechnung
Aliſer zuſammengeheftet beizufügen hat. Die Zahl der vorgelegten Quittungen iſt auf
t Mechnung anzugeben.
Den Privaten iſt geſtattet, die Quittungen jeweils in einer größeren Zahl, als
ioen augenblicklichen Bedarf erforderlich iſt, von den Kaſſtellen zu beziehen und
veorrätig bleibenden Luittungen bei ſpäteren Bedarfsfällen durch Uebergabe an den
Anzteten Veterinärarzt zu verwenden. Letzterer hat auf den ihm eingehändigten
itungen das Datum der Uebergabe durch Erhalten den . . 19 . . und durch
iligung ſeiner Namensunterſchrift zu vermerken.

b) Ausnahmsweiſe hat der beamtete Veterinärarzt bei Beſichtigungen von
Schafherden nichtheſſiſcher Beſitzer, wenn dem Führer der Herde die alsbaldige Ein=
löſung
der Quittungen nicht möglich iſt, die nach a zu entrichtenden Beträge in bar zu
vereinnahmen und an ſeiner Rechnung in Abzug zu bringen.
c) Für die Quittungen, die mit fortlaufender Nummer zu verſehen ſind, iſt ſich
der vorgeſchriebenen Formulare 1 und 2 zu bedienen.
Um Verwechſelungen zu vermeiden, iſt zu Formular 1 weißes, zu Formular 2
rotes Papier zu verwenden.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir verweiſen Sie auf unſere Bekanntmachung vom 25. September v. Js.
(Amtsverkündigungsblatt Nr. 109 vom 27. September v. Js.) und empfehlen
Ihnen wiederholt, die Intereſſenten ſachgemäß zu belehren. Es iſt dies um ſo
notwendiger, als von dem beamteten Tierarzt Klage darüber geführt wird,
daß nicht nach den Vorſchriften verfahren werde und ihm die Quittungen ſehr
häufig nicht vor der Vornahme des Geſchäfts eingehändigt würden. (3415
Darmſtadt, den 29. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs=
platz
Darmſtadt bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis.
(3385
Darmſtadt, den 30. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 4. bis 5. Februar 1914.

Datum Tag Truppenteil Daue
Abſper
von er der
errung
bis Die
Abſperrung
erſtreckt ſich Bemerkungen 4. Febr.
5. Mittwoch
Donnerstag Fußartillerie=
Regt. Nr. 18 5 10 N. Bis zum
Landgraben

Lehrlings= und Lehrſtellenvermittlung für die Provinz Starkenburg.

Die unterzeichnete Anſtalt hat ſich im beſonderen auch die Aufgabe geſtellt.
Lehrlinge und Lehrſtellen zu vermitteln. Ihre Tätigkeit iſt hierbei nicht nur auf
Darmſtadt beſchränkt. Mit Zuſtimmung der Großh. Provinzialdirektion erſtreckt ſie
ſich auch auf den übrigen Bezirk der Provinz Starkenburg. Sie iſt für dieſen
Bezirk Haup ausgleichſtelle. Koſten entſtehen durch die Inanſpruchnahme der
Anſtalt nicht, weder den Lehrherren noch den Lehrlingen. Beim Ausgleich von
Angebot und Nachfrage wird den örtlichen, alſo ganz beſonders auch den ländlichen
Verhältniſſen und Intereſſen in weitgehendem Maße Rechnung getragen. Die Ver=
mittlung
erfolgt in Fühlung mit den vorhandenen örtlichen und Bezirks= Arbeits=
nachweisſtellen
unter ſtrenger Beobachtung des Grundſatzes, daß Angebote und
Nachfragen erſt dann entfernter gelegenen Orten und Bezirken zugut kommen
dürfen, wenn ſie am Orte der Herkunft und in der nächſten Umgebung mit ent=
ſprechenden
Nachfragen und Angeboten nicht ausgeglichen werden können. Sollte
ausnahmsweiſe die Vermittlung einer außerhalb der Provinz gelegenen Lehrſtelle
gewünſcht werden, ſo iſt dies beſonders anzugeben. Dahingehende Wünſche werden
ſelbſtverſtändlich berückſichtigt.
Merkblätter mit Anmeldeformularen für die Herren Gewerbetreibenden ſowie
für die Eltern und Vormünder ſind bereits in der ganzen Provinz verteilt. Eine
monatlich erſcheinende Vakanzenliſte, die alle jeweils noch unerledigten Stellen= und
Lehrlinsgeſuche aus der Provinz enthält, wird in den Geſchäftsräumen der Großh.
Bürgermeiſtereien und der nachgenannten öffentlichen Arbeitsnachweiſe offen
gelegt und kann dort von jedermann koſtenlos eingeſehen werden; ſie wird auch
auf Wunſch allen Intereſſenten regelmäßig koſtenlos zugeſtellt.
Es wird ebenſo dringend wie höflich gebeten, nunmehr Stellen und Lehrlinge
bei einer der folgenden Vermittlungsſtellen, am zweckmäßigſten bei der nächſt=
gelegenen
, umgehend anzumelden.
1. Darmſtadt, Zentralanſtalt für Arbeits= und Wohnungsnachweis, Haupt=
nachweisſtelle
, Grafenſtraße 30, Fernruf 371,
2. Bensheim a. d. B., Kreisarbeitsnachweis, Fernruf 9,
3. Dieburg, Kreisarbeitsnachweis (Ortskrankenkaſſe), Fernruf 252.
4. Gernsheim, Oeffentlicher Arbeitsnachweis (Großh. Bürgermeiſterei), Fern=
ruf
25,
5. Langen, Oeffentlicher Arbeitsnachweis (Großh. Bürgermeiſterei), Fernruf 2,
6. Offenbach a. M., Städtiſcher Arbeitsnachweis, Domſtraße 12, Fernruf 342.
Wird der ſchriftliche Weg bevorzugt, ſo genügt, wenn ein beſonderes Anmelde=
formular
nicht zur Hand iſt, die Ueberſendung einer einfachen Poſtkarte, auf der zu
beantworten ſind, ſofern anmelden:
a) Lehrherren: die Fragen, nach 1. dem Namen des Lehrherrn, 2. ſeiner Kon=
feſſion
, 3. ſeinem Wohnort, 4. der Art des Gewerbebetriebes, 5. Dauer der
Probe= und Lehrzeit, 6. Anzahl der gewünſchten Lehrlinge, 7. etwa von den
Eltern geforderten Leiſtungen, 8. evil. Vergütung und 9. ſonſtigen Beding=
ungen
, über die der Anmeldende im voraus keinen Zweifel laſſen möchte:
b) Eltern oder Vormünder: die Fragen nach: 1. dem Namen des Lehrlings,
2. ſeinem Alter, 3. ſeiner Konfeſſion, 4. ſeinem Wohnort, 5. der beſuchten
Schule, 6. dem gewählten Beruf und 7. ſolchen Bedingungen, die die An=
meldenden
im voraus klargeſtellt wiſſen möchten, ſchließlich 8. die Frage, ob
Wohnung und Verköſtigung ſelbſt geſtellt werden können.
Es liegt im eigenſten Intereſſe der Angehörigen der Provinz, zuerſt die
Arbeitsnachweisſtellen in der Provinz in Anſpruch zu nehmen, bevor ſie aus=
wärts
Umſchau halten. Die Vermittlungstätigkeit wird ſich in ſtetem Benehmen
mit den maßgebenden gewerblichen und Schulbehörden halten.
Darmſtadt, den 15. November 1913.
Die Hauptausgleichſtelle der Provinz Starkenburg.
Zentralanſtalt für Arbeits= und Wohnungsnachweis.
Mueller, Bürgermeiſter, Vorſitzender.

Bekanntmachung.

Die vorſtehende Aufforderung empfehlen wir der Beachtung und Unterſtützung
durch die gewerblichen Kreiſe, die Eltern, Vormünder, Geiſtlichen und Lehre und alle
in Betracht kommenden Behörden.
Es liegt außerordentlich im wirtſchaftlichen Intereſſe der Provinz und im Inter=
eſſe
ihrer gewerblichen Entwickelung, daß die Lehrlings= und Lehrſtellenvermittung
nicht zerſplittert und abgeleitet, ſondern an eine kräftige und leiſtungsfähige Einrich=
tung
in der Provinz, wie ſie die Zentralanſtalt iſt, angeſchloſſen und von dieſer in
Verbindung mit den anderen öffentlichen Arbeits=Nachweiſen, den gewerblichen und
Schulorganen in den richtigen Bahnen erhalten wird.
(148a
Darmſtadt, den 24. November 1913.
Großherzogliche Provinzialdirektion Starkenburg.
Fey.

Amtliche Rachtichten des Größ. Poiſgeiamts Darnſadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde! In polizei=
e
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 56 be=
Uhben ſich: 1 Jaadhund tzugelaufen). Die Hunde können von den
emtümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=
hzearung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(3423
All vormittags 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.

Unter den Pferden der 3. und 4. Eskadron des Leib=Dragoner=
(3425
iments Nr. 24 iſt die Bruſtſeuche ausgebrochen.
Darmſtadt, den 31 Januar 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.

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Perlmutt= und Meſſingeinlagen,
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für die ſtädt. Schulen in 1914/15.

Oblge Lieferung ſoll vergeben werden. Angebote nebſt Muſtern
ſind bis längſtens Montag, den 9. Februar 1914, vormittags
10 Uhr, bei mir einzureichen.
Die Lieferungsbedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39,
zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 30. Januar 1914.
(3379ids
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.

Eiſ. Zettm. Deckb u. Kiſhil., verk. 4 ſ. Züfter ſ. Ggs utetrſtr. . ., t.
ane

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Nummer 34.

Lieferung

von Fleiſch, Fleiſchwaren, Brot, Milch, Wein, Flaſchenbier,
Mohnöl, Butter, Eier, Käſe, Mehl, Kaffee, verſchiedeneu Koch=
viktualien
, Seife und dergl. mehr für die ſtädt. Pfründneranſtalt,
das ſtädt. Armenhaus und die Stadtarmen, ſowie des Bedarfs
an Kaffee, Kochviktualien, Seife uſw. für das Ohlyſtift in
Gräfenhauſen während des Verwaltungsjahres vom 1. April
1914 bis 31. März 1915.
Die Anlieferung des vorbezeichneten Bedarfs ſoll auf dem Ver=
dingungswege
vergeben werden.
Bei allen Gegenſtänden verſteht ſich die Lieferung auf gute
Qualität. Bezüglich der Lieferung des Ochſenfleiſchs wird noch
ausdrücklich bemerkt, daß dieſe in nur ausgebeintem Fleiſch
I. Qualität und zwar vom Paſteten=, Schwanz= und Mittelbug=
ſtück
in regelmäßiger Abwechslung zu erfolgen hat.
Die Lieferungsbedingungen ſind auf unſerem Bureau
(Stadthaus, Zimmer Nr. 20) einzuſehen, wo auch die Verzeich=
niſſe
über Art und Menge der einzelnen Gegenſtände zur Einſicht
bereit liegen und die Angebotſcheine verabfolgt werden.
Wir laden Lieferungsluſtige ein, ihre verſchloſſenen, mit bezüg=
licher
Aufſchrift verſehenen Angebote
Donnerstag, den 12. Februar, vormittags zwiſchen 10 u. 11 Uhr,
in den im unteren linken Hausflur des Stadthauſes aufgehängten
Kaſten für Verdingungsangebote einzulegen.
Die Proben ſind innerhalb derſelben Zeit bei dem Oberverwalter
des Pfründnerhauſes, Frankfurterſtraße 35, abzugeben.
Dabei wird bemerkt, daß die Proben nicht mit dem Namen
des Anbieters verſehen ſein dürfen, ſondern lediglich durch ein
Zeichen (Buchſtaben oder Nummer) kenntlich gemacht ſein ſollen;
dieſes Zeichen muß auch in dem Angebot genau enthalten ſein.
Alle Preiſe ſind (unter Nichtberückſichtigung der ſogenannten
Ladenpreiſe) lediglich per Kilogramm, bezw. per Liter zu ſtellen,
nur für das Weißbrot wird Angebot auf den Preis von 3 Pfg. per
50 Gramm verlangt.
Darmſtadt, den 28. Januar 1914.
Städtiſches Armen= und Fürſorgeamt.
(3166fi
Krapp.

Beſcheinigung.

Der Voranſchlag der Gemeinde Griesheim für das Rechnungs=
jahr
1914 liegt während der Zeit vom 4. bis einſchließlich
10. Februar ds. Js. auf dem Geſchäftszimmer der unterzeichneten
Behörde während der üblichen Geſchäftsſtunden zur Einſicht der
Beteiligten und Entgegennahme etwaiger Einwendungen offen. Be=
merkt
wird, daß die Erhebung einer Umlage beſchloſſen worden iſt,
(3480
zu der die Ausmärker herangezogen werden.
Griesheim, am 2. Februar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Griesheim.
Kunz.

Voranſchlag der Gemeinde Roßdorf für 1914.

Der Voranſchlag der Gemeinde Roßdorf für 1914 liegt vom
3. Febr. bis 9. Febr. 1914 von 812 Uhr vorm. und von 26 Uhr
nachm. auf dem Büreau des Bürgermeiſters zu Jedermanns Einſicht
offen. Einwendungen gegen den Voranſchlag können bei dem
Bürgermeiſter ſchriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden.
Es wird darauf aufmerkſam gemacht, daß eine Umlage von
40000 Mk. beſchloſſen worden iſt, zu der auch die Ausmärker heran=
gezogen
werden ſollen.
Roßdorf, den 31. Januar 1914.
(3383
Großherzogliche Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.

Faſelochs=Verkauf.

Die Gemeinde Nieder=Ramſtadt gibt einen jungen, gut genährten
Faſelochſen zum Verkauf nach lebendem Gewicht und Zahlung bei
Empfang des Tieres ab. Die Genehmigung bleibt vorbehalten.
Käufer belieben ihre Gebote für 1 Kilo bis längſtens Samstag,
den 7. Februar 1914, mittags 12 Uhr, bei der unterzeichneten
Bürgermeiſterei abzugeben. Bei gleichhohen Angeboten entſcheidet
zunächſt die Eingangszeit, eventl. bleibt die Wahl des Käufers der
Bürgermeiſterei anheimgeſtellt.
Nieder=Ramſtadt, den 30. Januar 1914.
(3204si
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Appel.

Holz=Verſteigerung, Ackerverpachtung.

Mittwoch, 11. Februar I. Js., nachmittags 4 Uhr, im
Rathaus zu Eberſtadt das Holz aus Diſtrikt Riedberg, Marien=
höhe
, Wilbrandshöhe, Kühruhe uſw. in Gemarkung Eberſtadt:
1. Pappel 0, 19 km, 69 Birke=Derbſtangen 2,16 fm. 20 Birke=, 95
Kiefern=Reißſtangen aus Diſtrikt Wilbrandshöhe (Kühruhe), ferner
Brennholz aus obigen 3 Diſtrikten: Kiefer: 31 rm Scheit, 35 rm
Knüppel, 16 Hdt. Wellenreiſig, 4 rm Reiſig, 25 rm Stöcke; 1 rm
Buche=, 1 Eiche=, 1 Aſpe=Knüppel, 0,4 Hdt. Buche=Wellen.
Auskunft erteilt Forſtwart Pfeiffer und Forſtwartaſpirant
Kirſchner zu Eberſtadt.
II. Nachmittags 5 Uhr, auf 912jähr. Beſtandzeit:
Die Ackergrundſtücke Gemarkung Eberſtadt Flur XXI Nr. 92,
93¾/10, 93¾/10 am Haſelberg 1,1656 ha in 2 Loſen.
Flur IX Nr. 19¾/10, ¾10 rechts des Schloßwegs, hinter der neuen
Forſtwartwohnung, ca. 3100 qm.
Flur IX von Nr. 230231 daſ. 3800 am.
73 3851 mit Korn beſtellt.
Eberſtadt, 29. Januar 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.
(3479

Holz=Verſteigerung

aus Domanialwald Frankenſtein.
Donnerstag, 12. Februar I. Js., vormittags 9 Uhr beginnend,
aus Abt. 1, 2 (Schindkaute), 3 (Mühlacker), 6, 7, 8, 10 ( Sommers=
grund
) und Gemarkung Eberſtadt Flur VIII, IX.
Scheiter: Buche 197 rm, Kiefer 25 rm, Eiche 1rm; Knüppel:
340 rm Buche, 41 rm Kiefer, 8 rm Eiche, 1rm Kirſchbaum; Knüppel=
reiſig
: Eiche 8 rm, Kiefer 67 rm. Reiſig: Buche 45,6 Hdt. Wellen,
Kiefer 21 rm; Stöcke: Buche 45 rm grob, 20 rm zerkl., Kiefer
29 rm grob.
45 Kiefern=Derbſtangen, 50 Kiefern=Reisſtangen.
Zuſammenkunft pünktlich 9 Uhr auf der Kreisſtraße Eberſtadt
Nieder=Beerbach gegenüber Haus Burgwald.
Auskunft erteilt Großh. Forſtwart Döring zu Eberſtadt.
Eberſtadt, 29. Januar 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.
(3478

fut erhalt. Kinder=LiegewagenKrima Heu, ſowie Induſtrie=
zu
verkaufen.
(*2622P Kartoffeln per Ztr. 2 Mk. ab=
*2623) Liebigſtraße 15, 2. Stock, lks. zugeben. Feldbergſtr. 28. (*2546
aſt neuer ſchwarzer Gehrock=

7 Anzug, mittl. Figur, billig ab= Kompl. Kinderhimmelbett
zugeben. Näh. Expedition. (*2626 preisw. zu verk. Karlſtr. 34, II., I. (*

Kanalbau=Arbeit.

Die Ausführung eines 400 m
langen Straßenkanals in Backſtein=
mauerwerk
und Beton ſoll ver
dungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Be=
dingungen
liegen bei dem Tief=
bauamt
, Zimmer Nr. 4, zur Ein=
ſicht
offen. Auch werden dort die
Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 13. Februar I. Js.,
vormittags 9 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(3341go
reichen.
Darmſtadt, 31. Januar 1914.
Tiefbauamt.
Keller.

Bekanntmachung.

Dienstag, 10. Februar 1914,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Sattlermeiſter Georg
Wilhelm Geiger I. und Ehefrau,
geb. Heinz, dahier, zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
910 294 Hofreite Beſ=
ſungerſtraße

Nr. 18,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe ver=
(K94/13
ſteigert werden.
Darmſtadt, 5. Januar 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (IX,1082

Jagosrrpachtung in Meiebhelm.

Freitag, den 6. Februar 1914, nachmittags 4½ Uhr, ſoll
auf dem hieſigen Rathauſe die der Gemeinde Dietesheim zuſtehende
Feld= und Waldjagd mit einem Flächeninhalt von 585 Hektar
(253 Hektar Feld, 75 Hektar Wieſen, 257 Hektar Wald) unter den bei
er Verpachtung bekannt zu machenden Bedingungen auf weitere
6 Jahre verpa htet werden. Im Jagdgebiete, das von den Bahn=
ſtationen
Mühlheim in 10 Minuten und Klein=Steinheim in 15
Ninuten bequem zu erreichen iſt, kommen hauptſächlich Rehe, Haſen,
Faſanen, Rebhühner und Waſſergeflügel vor.
Dietesheim (Kreis Offenbach), den 25. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Dietesheim.
Hainz.
(3476

Gerſteigerungs=Tnzeige.

Mitwoch, 4. Februar 1914, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration Zur
Roſenhöhe‟)
1. zwangsweiſe:
Galerieſchränke, Sofa, Konſolſchränkchen, Vertikos, Spiegel=
ſchränke
, 1 Salonſchrank, Kleiderſchränke, Spiegel, Tiſche,
Waſchkommode, Diwans, 1 Porzellanſchrank, Schreibtiſche,
Kommode, Büfetts, Trumeauſpiegel, Nähmaſchine, 1 Waren=
ſchrank
, Pianinos, Seſſel, Stühle, verſchied. Werke, 91 Bände
Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens, ferner
15 Stück Orford, Schrotmühle, Haferquetmaſchine
1 Dampfmaſchine, 1 Grammophon, 1 vierräderiger Hand=
wagen
und 1 zweiräderiger Handwagen,
(3464
2. auf freiwilliges Anſtehen:
2 leichte Federrollen, gut erhalten, 1520 Zentner
Tragkraft,
durch den Unterzeichneten gegen Barzahlung verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher=

Siamil= und Hiennhohoerſteigerung.

Donnerstag, den 5. Februar d. J.,
verden im Gräfenhäuſer Gemeindewald verſteigert:
I. 25 Stück Kiefernſtämme von 2745 cm Durchmeſſer,
512 m lang 18 fm;
135 rm Kiefern=Stöcke,
II. 150 rm Kiefern=Scheiter,
Knüppel,
9500 Stück Wellen,
194
darunter 1400 Stück Durchforſtungswellen.
Zuſammenkunft vormittags 9 Uhr am Erzhäuſer Fahrweg
in der Abtriebsfläche; das Durchforſtungsholz und die Durchforſtungs=
wellen
kommen von 11½ Uhr ab am Feuerplatz, das Stammholz
mittags um 2 Uhr zum Ausgebot.
Gräfenhauſen, den 31. Januar 1914.
(3406
Großh. Bürgermeiſterei Gräfenhauſen.
Petri.

Brennholz-Verſteigerung.

Montag, den 9. Februar d. Js.,
werden im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne,
nachverzeichnete Holzſortimente öffentlich, meiſtbietend an Ort un
Stelle verſteigert, Es gelangen zum Ausgebot:

70 rm Kiefern=Scheiter
42 rm Buchen=Scheiter
18
Knüppel
Knüppel
180
139
14
Stockholz
Stockholz
190 Stück Wellen
1150 Stück Wellen

Ferner aus dem Diſtrikt Kirchtanne, nicht an Ort und Stellen
20 rm Kiefern=Scheiter, 50 rm Kiefern=Knüppel, 33 rm Kiefern=Stock
Die Zuſammenkunft der Steigerer findet vormittags 9½ Uhr
auf dem Backerwege am Eingang des Waldes ſtatt.
Nähere Auskunft erteilt über das Holz in der Klingsackertann
der Forſtwart Kirſchner, Müllerſtr. 11, desgl. bezüglich des Holzes=
in
dem Diſtrikt Kirchtanne der Forſtwart Pfeiffer, Schulſtr. 5,i
Eberſtadt.
Eberſtadt, den 30. Januar 1914.
(3404is
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.

Holzverſteigerung.

Freitag, 6. Februar, vormittags 9 Uhr anfangend
werden im Ober=Ramſtädter Gemeindewald in den Diſtrikten
Finſterhöllenberg und Eichelberg nachbenannte Holzſortimente an
Ort und Stelle verſteigert:
30 Stück Lärchen=Derbſtangen von 7 cm mittl. Durchmeſſer;
130 Stück Lächen=Reisſtangen von 5 cm mittl. Durchmeſſer;
510 Stück Fichten=Reisſtangen (Bohnenſtangen), 35 cm Durchn=
34 rm Buchen=, 7 Eichen= und 41 Kiefern=Scheiter; 19rm Kiefern
Knüppel; 240 Stück Buchen=, Eichen=, Kiefern= und Fichten
Wellen; 41 rm Buchen=, 11 Kiefern= und 28 Fichten=Stöcke.
Zuſammenkunft am Diſtrikt Finſterhöllenberg, der Waldmühle
gegenüber.
(3405id
Ober=Ramſtadt, 30. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.

Brenn= und Autzholz=Verſteigerunge

Im Büttelborner Gemeindewald kommen an Ort und Stelle
zur Verſteigerung:
Freitag, den 6. Februar 1914:
1 Buchen=Stamm, 59 cm Durchmeſſer 7,6 m Länge 2,08afm
6 Birken=Stämme, 2227 cm Durchm., 67,8 m Länge 1,80m
92 Eichen=Stämme, 2361 cm Durchm., 313 m Länge 57,67.fm
31 Fichten=Stämme, 1331 cm Durchm., 815m Länge = 10,10fm
29 Fichten=Derbſtangen, 25 Fichten=Reisſtangen,
Rundſcheiter rm: 16 Hainbuchen, 50,5 Eichen.
Samstag, den 7. Februar 1914:
Scheiter rm: 49 Buchen und Hainbuchen, 207 Eichen,
Knüppel rm: 59 Hainbuchen,
Wellen: 2850 Buchen u. Hainbuchen, 1050 Kiefern, 375 Erdhoß
Montag, den 9. Februar 1914:
Scheiter rm: 12 Birken, 142 Kiefern,
Wellen: 8000 Kiefern.
Zuſammenkunft an den beiden erſten Tagen auf der Chauſſee nach
Darmſtadt, am 3. Tage auf dem Weiterſtädter Weg, jedesmal am
Eingang des Waldes, vormittags 9 Uhr. Stammholzverzeichniſſe
werden unentgeltlich abgegeben.
Büttelborn, 31. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Büttelborn.
Senßfelder.

In unſer Genoſſenſchafts=Regiſter
I wurde heute eingetragen hin=
ſichtlich
der Firma:
Darmſtädter Konſum=,
Spar= und Produktions=
Genoſſenſchaft, eingetra=
gene
Genoſſenſchaft mit
beſchränkter Haftpflicht,
Darmſtadt.
Joſeph Kaindl iſt aus dem Vor=
ſtand
ausgeſchieden und an ſeiner
Stelle der Kaufmann Hermann
Nordmann in Darmſtadt in den
Vorſtand gewählt worden. (3402
Darmſtadt, 30. Januar 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I

Ia. Maſtfleiſch
Ia. Schweinefleiſch .
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koup., großer wachſ. Hund, kinder=
fromm
, hat auf großer Bühne ge=
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ſtändehalber
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[ ][  ][ ]

Nummer 34.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Seite 13.

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von Erfindungen oder den ſogenannten Aufbau von Neu=
heiten
betreffend, zum Teil nichts anderes als Scheinangebote ſind, deren
Zweck darin beſteht, unerfahrene Erfinder zunächſt zur Nachſuchung hoch=
zubezahlender
Schutzrechte von ſehr zweifelhaftem Werte zu veranlaſſen,
während ſpäter die Verwertungsübernahme entweder direkt abgelehnt
oder eine faſt unfruchtbare Scheinverwertung eingeleitet wird. Für die
bekannten buchmäßig herausgeſandten Erfindungsprobleme gilt das Vor=
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Das Tippfräulein.
Roman von Gertrud Stokmans.

(Nachdruck verboten).
Der Oberinſpektor, der immer da war, wo man ihn
wenigſten vermutete, hatte ſie ein paarmal auf ihren
Enüergängen mit dem Grafen getroffen. Stumm grü=
d
war er an den beiden vorübergegangen. Als Gabi
e einmal allein zur Poſt ging, geſellte er ſich ohne wei=
zu
ihr, blickte ſie finſter an und ſagte kurz:
zdie müſſen ſich heute meine Begleitung gefallen laſſen
ii. Ich halte es für meine Pflicht, Sie zu warnen.
arregen Aufſehen und Aergernis durch Ihren lebhaf=
Vierkehr mit dem Grafen Dietrich Treſſenſtein. Die
te ſprechen bereits darüber, und ſeine Mutter hat mich
Aütgund gebeten, ein wenig auf Sie und den Sohn zu
An. Das habe ich natürlich rundweg abgelehnt. Ich
Ein Geheimpoliziſt und kein Angeber, aber ich habe
Aheu hin Augen, zu ſehen, und in Ihrem eigenen Inter=
Ahlrt te ich Ihnen: ſeien ſie vorſichtig, nehmen Sie die
e nicht gar ſo leicht. Sie können durch dieſe dumme
Blelei, die Ihrer vollkommen unwürdig iſt, in eine
fülle Lage kommen und müſſen immer bedenken, was ein
Sflnin Schacht vielleicht dürfte, iſt einer Gräſin Garten=
hülten
nicht erlaubt!
iebelei! Sprühend vor Unwillen blickte Gabi ihren
fillrn Verlobten an. Dann ſagte ſie ſcharf: Mir
ſallttt Herr von Wardenburg, Sie ſind es, der vergißt
dehſiche nicht bin, was ich ſcheine. Einer kleinen Schreib=
mülſelll
können Sie dieſe Lehren geben, einer Gräfin
Genhhauſen nicht. Die weiß ganz von ſelbſt, was ſie
zuUin und zu laſſen hat.
r ſchwieg einen Augenblick, aber er entfernte ſich
nih Das klingt ſehr ſchön, meinte er, aber die Tatſachen

ſprechen leider dagegen. Oder wollen ſie behaupten, Graf
Dietrich finde bei Ihnen keine Würdigung und kein Ent=
gegenkommen
?
Sie lächelte ſpöttiſch. Fällt mir gar nicht ein. Er
intereſſiert mich, ſeine ganze Art und Weiſe ſpricht mich
an. Er hat etwas von einem weltfremden Gelehrten, und
iſt bei all ſeinem Idealismus ein vollendeter Kavalier.
Bei ihm darf man ſicher ſein, daß er die Vorteile der
Situation nie mißßbrauchen wird.
Wardenburg nickte. Das letztere ſtimmt. Er iſt ein
lieber Kerl, ein anſtändiger Menſch, aber er iſt in Sie ver=
liebt
. Das merken Sie doch?
Gewiß, welche Frau täte das nicht?
Und Sie ſteuern dem Uebel nicht, im Gegenteil, Sie
vergrößern es durch Ihr Entgegenkommen.
Ganz erſtaunt blickte ſie ihn an. Tu’ ich damit ein
Unrecht, Herr von Wardenburg? Ich glaube nicht. Wir
ſind beide frei, der Graf und ich, und zwar zum erſtenmal
nach ſieben Jahren bin ich in der Lage, mich an der ehrer=
bietigen
Huldigung eines jungen Mannes ungetrübt er=
freuen
zu können.
Zum erſtenmal? fragte er, ſichtlich überraſcht.
Ja, meinte ſie ruhig, iſt das ſo wunderbar? Nach
der erſten bitteren Erfahrung ſah ich in jedem Verehrer
mehr oder weniger einen Mitgiftjäger und verlor alles
Selbſtvertrauen. Jetzt ſehe ich, daß ich meine Perſönlich=
keit
doch zu gering eingeſchätzt habe. Den Grafen Treſſen=
ſtein
locken weder mein Name, noch mein Vermögen, er
ſieht in mir Fräulein Flotts Stellvertreterin, und wenn
er ſpäter, nachdem ich mein Inkognito abgelegt habe, um
mich werben ſollte, weiß ich, daß ſeine Liebe echt, wahr
und rein iſt.
Wardenburg blieb ſtehen und lachte ſpöttiſch und
laut. Später, wiederholte er dann, ſpäter wird er nicht
um Sie werben, meine Gnädigſte. Nur als Fräulein

Schacht beſitzen Sie für ihn eine zeitweilige Anziehungs=
kraft
, nur als ſchlichtes Bürgermädchen erſchienen Sie ihm
lieb und begehrenswert. Er iſt ein Träumer, ein jugend=
licher
Sonderling, der nicht auf vielbetretenen Pfaden in
die Ehe gehen will. Sobald ich ihm unter dem Siegel
der Verſchwiegenheit ſage, wer Sie ſind, wird die Tem=
peratur
ſeiner Gefühle auf den Gefrierpunkt herabſinken,
und das Idyll, das Ihnen jetzt ſo reizvoll erſcheint, zur
Freude ſeiner Verwandten ein ſchnelles Ende nehmen.
Seine Jugendfreundin, Margitta von Troſſach, ſoll er
heiraten, aber er hat es ſich in den Kopf geſetzt, nur ein
ganz einfaches Mädchen, dem die Mängel der Ebenbürtig=
keit
nicht anhaften, zu ſeiner Gattin zu machen und das
blaue Blut der Treſſenſteins mit dem unverdorbenen roten
Blute des Volkes aufzufriſchen. Eigentlich ſind Sie als
Tippfräulein ſchon viel zu vornehm für ihn, und wenn
er erfährt, daß eine Grafenkrone über Ihrem Haupte
ſchwebt, iſt mit einem Schlage alles aus.
Herr von Wardenburg meinte es gut, aber wenn er
Gabi warnen wollte, ſo tat er es in der denkbar unge=
ſchickteſten
Weiſe. In Güte konnte man vieles bei ihr er=
reichen
, war aber ihr Stolz gekränkt, ihr Eigenſinn ge=
weckt
, dann ſtürmte ſie erſt recht voran auf dem einmal
eingeſchlagenen Wege, und ſo warf ſie auch den Kopf zu=
rück
und ſagte mit einer Ruhe, welche nichts anderes war,
als die Stille vor dem Sturm:
Sie meinen alſo, der Graf habe zwar im Grunde
reelle Abſichten, die Anziehungskraft, welche ich auf ihn
ausübe, ſei aber weniger durch meine Perſönlichkeit, als
durch meine Rolle bedingt?
Er bejahte kurz.
Und die Verwandten ſehen unſeren Verkehr mit ſchee=
len
Augen an und wollen uns auseinanderbringen?
Auch das mußte er zugeben.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Nummer 34.

Hunderte von Anerkennungsſchreiben!

zurück!
Eine herrliche, edel=
geformte
Büſte und
roſig=weiße Haut er=
halten
Sie durch mein
Tadellos. Bildet
keinen Fettanſatz in Taille und Hüften. Außer=
liche
Anwendung. Zahlreiche Anerkennungen.
Garantieſchein auf Erfolg und Unſchädlichkeit.
Diskrete Zuſendung nur durch
Braunschweig
Frau A. Hebeisieh Breite Strasse 48.
Doſe 3 M. 2 Doſen 5 M., zur Kur erforderlich.
Nachnahme 30 Pfg. mehr. Porto extra. Poſt=
lag
. Sendungen nur gegen Voreinſendung des
Betrages. Porto extra.
(I,3057
Bin ſehr erſtaunt über den koloſſalen Erfolg, wofür ich
Ihnen meinenherzl. Dank ausſpreche, und möchte Sie
frdl. bitten, mir noch 2 Doſen Tadellos zu ſchicken.
E. B. in A.
Meine Freundin A. P. hat ſich vor einiger Zeit Ihr
Tadellos ſchicken laſſen. Da ſie wirklichen Erfolg da=
mit
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Nun gut, ſagte ſie feſt, und ihre Augen blitzten in hel=
ler
Kampfesluſt, dann wil ich Ihnen beweiſen, Herr von
Wardenburg, daß Sie unrecht haben. Die Gegnerſchaft
der Gräfin und ihres Anhanges reizt mich nur zu einem
ſchärferen, rückſichtsloſeren Vorgehen, und wie weit meine
Macht in Wirklichkeit reicht, werden Sie erfahren, wenn
ich kurz vor meiner Abreiſe dem Grafen ſage, wer ich bin.
Vorher darf er es allerdings nicht ahnen. Daß er mich
trotz meiner ſechzehn Ahnen noch begehrt, davon bin ich
feſt überzeugt. Ich brauche nur zu wollen. Der junge
Mann iſt Wachs in meiner Hand.
Auch Wachs kann unter Umſtänden ſpröde und hart
werden, murmelte Wardenburg ergrimmt.
Oder ſchmelzen in der Glut, entgegnete Gabi mit
einem ſpöttiſchen, vielſagenden Lächeln.
Er klieb ſtehen und ſeine Stirn zog ſich finſter zuſam=
men
. Das alles ließe ſich begreifen und verzeihen, wenn
Sie den Mann liebten und wirklich heiraten wollten, ſagte
er, aber Sie denken gar nicht daran, Graf Dietrich iſt viel
zu jung für Sie und nicht der Mann, der Ihnen impo=
nieren
und Sie auf die Dauer feſſeln kann. Ihre Eitelkeit
will Triumphe feiern und Ihr verletztes Selbſtgefühl ver=
langt
nach Balſam für alte Wunden, aber Ihr Herz bleibt
ungerührt, und im Grunde liegt Ihnen gar nichts daran,
Gräfin Treſſenſtein zu werden.
Sie lächelte boshaft. Vielleicht doch, Herr von War=
denburg
. Der Mann iſt mir zum mindeſten ſehr ſympa=
thiſch
, die Partie glänzend und gut. Ich bin überzeugt,
meine Brüder würden entzückt davon ſein.
Sie wollen alſo mit vollem Bewußtſein leichtfertig
ſein und zum zweiten Male mit einem heißen Herzen
ſpielen?
Sie zog die Augenbrauen in die Höhe.
Ich erinnere mich nicht, es ſchon jemals getan zu ha=
ben
, meinte ſie ruhig, und wie die Sache diesmal aus=
fällt
, bleibt abzuwarten. Bisher war ich immer der lei=
dende
Teil, diesmal könnte es allerdings umgekehrt ſein.

Been e eneter nente eme
nichts mehr hören, wollte dieſe ſpöttiſche Miene nicht mehr
ſehen. Mit plötzlichem Entſchluß ſchwang er ſich aufs
Pferd, das er bis dahin am Zügel geführt hatte, und
verabſchiedete ſich kurz.
Gabi blickte ihm mit einem eigentümlichen Lächeln
nach. Sie hatte eine zweifache Entdeckung gemacht: Wer=
ner
, ihr einſtiger Verlobter, war eiferſüchtig auf Dietrich
Treſſenſtein, und aus Fräulein Flotts Stellvertreterin,
die im Anfang niemand beachtete, war eine gefürchtete
und intereſſante Perſon geworden. Das ſchreckte Gabi
nicht, das amüſierte und erfreute ſie nur. Nun galt es,
geſchickt zu agieren und ſchön aufzupaſſen, nach allen Sei=
ten
hin. Sie wollte Wardenburg noch mehr aus ſeiner
Ruhe aufſchrecken, ihr Inkognito wahren, die Geſellſchaft
ärgern und zugleich das fördern, was ihr zumeiſt am
Herzen lag ihr eigenes, heißerſehntes Glück.
. 10.
Die Geſellſchaft ſaß im Gartenſaal bei dem Abend=
eſſen
, und die Dienerſchaft, ſoweit ſie nicht dabei beſchäf=
tigt
war, amüſierte ſich im Wirtſchaftsflügel und in der
Platanenallee. In dem Teil des Schloſſes, in welchem
das Archiv lag, war es totenſtill und das Tageslicht er=
hellte
das Zimmer noch ausreichend mit ſeinem letzten,
verſchwindenden Glanz.
Gräfin Gabi war hier in geheimnisvoller Weiſe be=
ſchäftigt
. Sie hatte ſich einen Hammer verſchafft und die
Trittleiter aus dem Archiv herbeigeholt. Nun ſaß ſie, auf
der oberen Stufe dieſer Leiter, vor dem Bild der ſchlim=
men
Gräfin, beklopfte ringsum die Wand, die ein wenig
hohl klang und unterſuchte den Rahmen ganz genau. Nach=
dem
alle anderen Nachforſchungen in dieſem Zimmer und
im Archiv vergeblich geweſen waren, hielt ſie es für mög=
lich
, daß die Ahnfrau mit der ſchwarzen Maske den Schatz
in höchſteigener Perſon bewachte, und wunderte ſich, daß
ſie nicht eher auf dieſe Idee gekommen war.
Das Bild reichte faſt bis auf den Fußboden hingb.

und der Umſtand, daß die Geſtalt ſcheinbar durch eine
offene Tür ins Zimmer trat, wies möglicherweiſe darauf
hin, daß hier wirklich eine verborgene Tür vorhanden
war.
Gabi taſtete eifrig an dem Rahmen herum, um einen
Vorſprung oder eine geheime Feder zu finden, welche den
verborgenen Mechanismus in Bewegung ſetzte, aber ſie
konnte nichts finden. Der Rahmen war glatt, feſt und
ſchlicht, ſtand ein wenig von der Mauer ab und ſtand weit
vor. Keine einzige Unebenheit, keine Spur einer Hand=
habe
war zu ſehen.
Mißmutig und erregt ſtieg Gabi von der Leiter her=
unter
, ſchalt auf die ſchlimme Gräfin, die ihr Geheimnis
ſo hartnäckig bewahrte und machte ihren Gefühlen dadurch
Luft, daß ſie ſpielend und ärgerlich, von der rechten Seite
her, ziemlich derb mit dem Hammer gegen die Kante des
Rahmens ſchlug. Dabei ſagte ſie ungeduldig im lauten
Selbſtgeſpräch: Du dummes Ding, ſo rühre dich doch
Dieſe Worte wirkten plötzlich wie ein Zauberſpruch
Kaum waren ſie ihrem Munde entflohen, ſo bewegte ſich
die ganze, mächtige Fläche des Bildes um einige Zenſie
meter nach links, und ein ſchmaler, dunkler Spalt klafftel
von oben bis unten an der rechten Seite, wo der Rahmen
vom Hammer berührt worden war.
Hier befand ſich alſo, wie es ſchien, wirklich eine
kleidete Tür, aber keine, die in der üblichen Weiſe in
geln hing, ſondern einfach eine Schiebetür, welche näch
links zurückgedrängt werden konnte und dann eine größe
Oeffnung als Zugang freiließ. Sie hatte alſo doch Rech
gehabt mit ihrer Ahnung und Annahme, und voll triu=
phierender
Freude ſtarrte ſie, einen Augenblick auf
Bild. Dann packte ſie den Rahmen rechts mit beiden
Händen, um ihn noch weiter zurückzuſtoßen, doch ohneden
geringſten Erfolg. Der Mechanismus, der ſo lange
ruht hatte, war offenbar verroſtet oder verqugollen,
uan mußie ſehr vorſichtig zu Werke gehen.
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Wie der Staat in alten Zeiten borgte.

** In der Zeit der ſtaatlichen Millionenanleihen wird
es intereſſieren, zu erfahren wie ſich die Finanzminiſter
alter Zeiten halfen, denn ihnen ſtand nicht die moderne
Technik der Anleiheemiſſion zur Verfügung. Es waren
vor allem die Florentiner Bankiers, dieſe Meiſter und
Künſtler des Kredites, die zu Ausgang des Mittelalters
die Geldſorgen des Staates und der Fürſten behoben,
nicht anders wie etwa die Fugger von Augsburg in
Deutſchland. Geldnehmer und Geldgeber hatten damals
einen ſchweren Stand; in Italien ſetzten beide ihren Ehr=
geiz
darein, in ſorgſam verſiegelten Pakten und Anleihe=
verträgen
ihren Vorteil nach allen Regeln der Kunſt zu
ſichern; die einen forderten gewaltige Zinſen und gewal=
tige
Sicherheiten, die anderen gewaltig viel Geld: und

wohl alle beide waren im ſtillen nie abgeneigt, ſich bei
der erſten paſſenden Gelegenheit ſich ihrer Verpflichtungen
zu entledigen. Als ein kleiner italieniſcher Fürſt von
einem Florentiner Geldmann eine große Summe borgte,
genügte dem Finanzier nicht die Verpfändung des Für=
ſtentums
, er verlangte ſogar die prächtig gearbeitete
Rüſtung des Fürſten zum Pfande. Er erhielt ſie auch,
aber als der Fürſt ſein Geld empfangen hatte, lächelte er,
zwinkerte mit den Augen, wies auf die Rüſtung und er=
klärte
lakoniſch: Die iſt es wert, daß man ſie ſich zurück=
holt
. In Frankreich dagegen wurden die Anleiheopera=
tionen
ſchnell größer und bedeutender und erhielten auch
einen amtlichen Anſtrich. Anſcheinend war Philipp der
Schöne der erſte franzöſiſche König, der auf den Gedanken
kam, von ſeinem Volke direkt zu borgen. Jedenfalls rich=
tete
er 1287 eine Anleihe auf die Einkünfte ein, und
wohlgeſinnte Männer wurden beauftragt, nach eidlicher
Verpflichtung Liſten jener im Staate lebenden Perſonen
aufzuſtellen, die ihrem Vermögen nach imſtande ſind, dem
König Darlehen zu gewähren
Das Verfahren bewährte ſich und die Geldgeber hatten
nicht zu klagen, erhielten ſie doch die geliehenen Summen
nahezu vollzählig ſpäter wieder zurück. Franz I. aber
richtete zuerſt ein ſtaatliches Schuldenregiſter ein; nach

langen Verhandlungen gelobte er mit ſeinem Königs=
wort
und nach treuem Glauben, die Eintragungen in
das Schuldbuch nie zu verändern. Für 1200 Livres er=
hielten
die Staatsgläubiger nach königlicher Verſicherung
100 Livres, alſo mehr als 8 Prozent, doppelt ſo viel, als
heute der Gläubiger moderner Kulturſtaaten erhoffen
darf. Der große Miniſter Colbert hatte zwar eine er=
bitterte
Abneigung gegen die einzelnen großen Finanz=
leute
, die durch ihre Darlehen an den König oder den
Staat gar ſtattliche Gewinſte einheimſten, aber wie ſehr ee
auch wettern mochte: in Stunden der Geldebbe in den
Staatskaſſen mußte er wohl oder übel mit den Geldmän=
nern
paktieren. Sie waren nicht leicht zu befriedigen,
dieſe Finanziers der alten Zeit, die ſehr ſkrupellos auf
ihren Vorteil bedacht waren. Samuel Bernhard, mit dem
Colbert mehrmals verhandeln mußte, beſaß ein Vermögen
von 60 Millionen, und ſolcher Kapitaliſten und Geldver=
leiher
zählte man im alten Frankreich wohl an ein
Dutzend. Wie gute Geſchäfte ſie an dem Staate machten,
bewies ihr Emporkommen, denn faſt alle ſtammten ur=
ſprünglich
aus den niederſten Ständen; Raymond war an=
fangs
Lakai bei einem Bürger, ein anderer Reitknecht, ein
dritter Perückenmacher: aber als Millionär ſtarben ſie
alle, dieſe Geldgeber des alten Staates.

Man verlange
wenn man die beſten Fabrikate haben will, ſtets ſolche,
die ſich ſeit Jahren bewährt haben. Nachahmungen, be=
ſonders
in ähnlichen Packungen, weiſe man im eigenſten
Intereſſe zurück. Fabrikate, die ſich infolge ihrer hervor=
ragenden
Qualität und ihrer unbedingten Zuverläſſigkeit lange
Jahre bewährt und einen Weltruf erworben haben, ſind:

Wiegentebe Ich mein Leben!
Das größte Vergnügen die höchſte Luſt am Leben
die gewaltigſten Erfolge hat nur derjenige, der es verſteht,
ſich überall im günſtigſten Lichte zu zeigen, ſich überall geltend
zu machen. Was gut ausſieht, gefällt. Die Welt hängt nicht
am Sein, ihr imponiert der Schein. Darum gilt das Wort:
Wert haben und ihn zu zeigen verſtehen, heißt doppelten
Wert haben‟ Daher kommt es, daß wirklich feine Manieren
und eine gute moderne Lebensart den Wert eines Menſchen
ſo rapid heben. Je höher man ſteigt oder emporkommen
will, deſto höhere Anſprüche werden geſtellt. Damen und
Herren, die heute emporſteigen wollen, müſſen von der
Umgebung vorteilhaft abſtechen und ihr vorbildlich ſein, ſie
müſſen verſtehen, ſich geltend zu machen. Vor kurzem ſagte
ein Gelehrter: Alles hat heutzutage ſeinen Gipfel erreicht,
aber die Sucht und das Beſtreben, ſich geltend zu machen,
den höchſten. Und darum genügt es heute nicht mehr, wenn
man ein taktvoller, beſcheidener Menſch iſt und gut gekleidet
geht: Man muß ſich die gute moderne Lebensart, imponierende
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Zimmer zu verm. (*2686im Kaſinoſtr. 27, II., möbl. Zim.,
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[ ][  ][ ]

38 34.

Dienstag, 3. Februar.

1914.

Feute und Wiorgen
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Gebrüder Höslein, Hoflieferanten, Ludwigsolatz.

Wir geben auf alle Reste an diesen 2 Tagen noch Rabattmarken.

3469)

Deutſche Sprachfrage Deutſche Uebensfrage.
Vortrag
von Profeſſor Dr. Eduard Engel aus Berlin
Verfaſſer der Deutſchen Stilkunſt

Sonntag, den 8. Februar, abends 8¼ Uhr pünktlich
im Saale des Muſikvereins (Steinſtr. 24).
Der Eintritt koſtet 50 Pfg.
(3410
Vorverkauf in A Beraſtraeßer’s Hofbuchhandlung (Rheinſtraße 6).
Zum Beſuche dieſes Vortrags laden ergebenſt ein:
Darmſtädter Sprachverein. Darmſtädter Lehrerverein.
Darmſtädter Lehrerinnenverein.
Ortsgruppe Darmſtadt des Alldeutſchen Verbandes.

Garkenbauverein Darmſtaol.

Monatsverſammlung
Donnerstag, den 5. Februar 1914, abends 8 Uhr,
im Fürſtenſaal (Grafenſtraße).
Tagesordnung:
1. Geſchäftliche Mitteilungen.
2. Lichtbilder=Vortrag des Herrn Hegendorf, Bad=Nauheim.
Thema: Naturgeheimniſſe aus dem Leben unſerer
heimiſchen Tierwelt.
NB. Da die neuen Mitgliederkarten noch nicht überall aus=
getragen
werden konnten, ſo berechtigen die Karten pro 1913 noch
emmal zum Empfang eines Freiloſes.
(3408
Der Vorstand.

Nur Mittwoch, den 4. Februar 1914, abends 8¼ Uhr,
im großen Saale des ſtädt. Saalbaues:
des Afrikareiſenden HerrnOberleutnant a. D.
Lichtbilder=Vortrag
von Schilgen=Berlin.

Thema: Geſchichte der Fremdenlegion. Die Zuſtände in der
Uſtranz. Fremdenlegion. Die Urſachen der Zuwanderung Deutſcher zur
kranz. Fremdenlegion und unſere Maßnahmen zur Vermeidung des
Erntritts in dieſelbe Preiſe der Plätze: Im Vorverkauf ( Verkehrs=
krtro
) Sperrſitz 1. Mk., II. Pl. 60 Pfg., Stehpl. 40 Pfg.; an der
lüdendkaſſe Sperrſitz 1.25 Mk., II. Pl. 75 Pfg., Stehpl. 50 Pfg.
Alſlachmittags 4½ Uhr: Kinder= und Schüler=Vorführung. Preiſe
ber Plätze für Schüler: Sperrſitz 50 Pfg., Saalplatz 20 Pfg.; für
en wachſene: Sperrſitz 1 Mk., Saalpl. 50 Pfg.
(3026mi


Täglich nachmittags


Kalee=konzerr

im Hotel Hess‟.

(2756a

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Perkeo-Saal.
Täglich abends 8 Uhr: Grosse humoristische (3030a
Emsemble-Konzerte mit Gesang und Tanzeinlagen

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EZElEelEeEiAee

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on
Der Konig der Lufte
Grandioſes Schauſpiel in 5 Akten.
Prachtvoll koloriert. Modern und neuartig inſzeniert.
In den Hauptrollen:
Madame Gabrielle Robinne, die ſchöne Modekönigin,
Herr Alexander, der beſte Schauſpieler von Paris.
Die besten Tangotänzer von Paris bringen in diesem Film ihre
Glanzleistungen zur Vorführung.
Außerdem das glänzende Beiprogramm (3389

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Dienstag= und Mittwoch=Abend frei (1632a
im Concordiasaal, Waldstrasse 33.

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3½, 6 und 8½ Uhr. Außerdem
das neue Programm mit

Irrwege der Liebe
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Georg Brand.

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Darmſtadt
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Großes Leuchtturmdrama in 2 Akten

Eine Aritiscne Situation
Ganz hervarragende Kamödie.

Das Madeheg vom Rabaret
Sehr ergreifendes Dromg.

Länge
Länge
1000 m Die kleine Residenz 1000 m

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Spannend: Ein Kampf mit dem Löwen Spannend!

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gewöhnlich, III. Platz 19 Pfg

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gewöhnlich.

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Von den Löwen verfolgt
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Parkusſtr. 19, II I.
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3 Zigeun., 4 Pierretten, 2 Kücken,
Winz., Vergißmeinnicht, Waſſerr.,
Klee, Winter, Ungar., Mohn,
Bauernm., 2 Geiſha u. Domino;
für Herren neue Pierrot, Elown,
Spanier u. Herzbauer: Kinder=
masken
. Arheilgerſt. 4, II. Daſelbſt
werd. n. Masken angefertigt. (*2670

Wasken: Spanierin, Pierrette,
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*2665im) Bleichſtr. 38, 2. Stock.

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*2630id) Kranichſteinerſtraße 18.

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Atlas (Pierette) billig zu verkaufen
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*2628)

[ ][  ][ ]

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Griedcher Albert und Franz Schmitz, Luisenstraße 14, Fernsprecher 192.
Bürgerverein C. v.) = Darmstädter Fecht-Cluh
Miustkverenn Vereinshaus Saalbaustrasse Nr. 67. Pratektor: S. K. H. der Grossherzog.
Grosser
Schutzherr: Seine Königliche Hoheit der Grossherzog.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914

Nummer 34.

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und Postkollis nach auswärts.
2640a) Telek. 1065.

Arites konzert
im Winter 1913/14
(Zweiundachtzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters Geh. Hofrat
W. de Haan
und unter Mitwirkung
der Konzertſängerin Frau Sophie Schmidt-Illing, der
Großh. Hofopernſängerin Fräulein Anna Jacobs, des
Großh. Hofopernſängers Herrn August Globerger
von hier, des Konzertſängers Herrn Bruno Bergmänn
von Berlin, des Sängerchors des hieſigen Lehrervereins
und der Grossherzoglichen Hofkapelle.
Montag, den 9. Februar 1914,
im Saalbau
Ende vor 10 Uhr.
Anfang 7½ Uhr.
1. Der 137. Pſalm von A. Mendelsſohn.
(zum 1. Male).
2. Paria von A. Mendelsſohn.
3. Die Neunte Symphonie
von L. van Beethoven.
(einſchl. ſtädt.
Preise der Eintrittskarten
Steuer
Numerierte Plätze in den vier Balkonlogen.
Mk. 6.60
Beſondere Sperrſitze im Saal . .
Mk. 6.60
Numerierte Plätze im Saal und auf den Eſtraden . Mk. 4.95
Numerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien) 1.Reihe Mk. 4.95
Numerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien) 2. Reihe Mk. 2.75
Nichtnumerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien)
3. Reihe .
Mk. 1.65
Plätze im Vorſaal . . .
Mk. 1.65
Texte 20 Pfennig.

Bürger-Keiler
Ab 1. Februar konzertiert täglich

pir.: Adalbert Reichl.
Stets freier Eintritt. (3407idf

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Heidelbergerstrasse 89
Heute Dienstag echt bayerischer
Hanepalstischer Abenl
Urfidele Biermusik. Triumphatorausschank
Eintritt frei! (B3447) Eintritt freil

Schachklub Darmstadt.
Jeden Mittwoch von 8 Uhr ab:
Spielabend
im Kaiſerſaal, Grafenſtraße.

Maskenban
am 14. Februar 1914
im Kaisersaal, Grafenstrasse.
Beginn 8½ Uhr. Vorschrift: Masken- oder Ball-
anzug
. Masken, sowie eingeladene als auch durch
Mitglieder einzuführende Gäste haben nur gegen
Ausweiskarten Zutritt.
Die Ausweiskarten werden am Sonntag, 8. Februar,
vormittags von 11½ bis 12 Uhr u. am Montag, 9. Feb-
ruar
, abends von ½9 bis 9 Uhr, im Vereinshaus,
Saalbaustrasse 67, ausgegeben. (3417if

Ludwigsh ö h o.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.

Die verehrlichen Damen werden dringend erſucht, vor
Betreten des Konzertſaales die Hüte abzunehmen.

Sonntag, 8. Februar, vormit=
Oeffentliche Hauptprohe: tags 10 Uhr, im Saalbau. Ein=
trittskarten
Mk. 1.65. Schülerkarten 55 Pfg.
in der A. Bergstraesser‟-
Verkauf der Eintrittskarten schen Hofbuchhandlung,
Rheinſtraße 6, ſowie am Sonntag und Montag an der Kaſſe. (3416

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Ceorgenstr. 11. Tel. 2579.
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1 Hobelmaschine und
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ſind Umſtände halber ſofort billigſt
abzugeben. Offerten unter P 95
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an die Exp. ds. Bl.

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1 Mark zu verkaufen

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Schützenſtr. 20, 1. St. links.

Gellnußb. Schlafzim., Ottomane,
Schreibt. m. Aufſ., Gaslyra m.
Meſſingzug, gr. 2tür. Kleider= u.
Wäſcheſchr. z. vk. Emilſtr. 32, II. (*2641

ORPHEUN

389

Heute u. folgende
Tage
Das prächtige (3458
SNEUE:
Dariété-Progr. v. 1.-15. Febr.

Eine auserlesene Serie
erster Kunstkräfte:
Weidmannsheil, Darstellung
künstl. Elfenbein-Gruppen
jagdgerechter Bilder
3 Sellon’s 3, Sensationeller
Gymnastikakt. Max Lampl,
Bavrisch. Bauern- Komiker.
Lucia Majorano, Italienische
Tänzerin. Ralph Bradley,
Handschatten -Silhouetten.
Miss Clälre u. Gust. Bleckwenn,
Kunstradfahrer. Mod. Licht-
spiele
. 8 Germanias 8,
Die Frauengarde‟. Clown
Peppös, kom. Dressur-Akt.
Vorverkauf und Preise wie bek.

Anfang 8 Uhr.

Großherz. Hoftheater.
Dienstag, den 3. Februar 1914.
103. Abonnem.=Vorſtellung. A 27.
Der Feldherrnhügel.
Schnurre in 3 Akten von Roda
Roda und Carl Rößler.
Spielleiter: Bruno Harprecht.
Perſonen:
Der Kurfürſt von
Vicenza.
. Br. Harprecht
Herzog Karl Eber=
hard
von Fries=
land
.
Frz. Schneider
Rittm. v. Lützel=

burg, ſein Flügel=
adjutant

Der Korpskom=
mandant

Oberſt von Leuck=
feld

Seine Frau .
Seine Tochter
1 Minka
3.
Der Major:
Seine Frau

Emil Jannings
Heinrich Hacker
Johs. Heinz.
Minna Müller=
(Rudolph
Eliſabeth Horn
Paul Peterſen
Agn. Wisthaler

Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
(B271
S3od
Die Eisbahn ist eröffnet.
J. Gunder.
Sverbalahaus.
(3465
Die Eisbahn
iſt wieder eröffnet.
Restauration Rehberger

Kiesſtraße 69 (Ecke Nieder=Ramſtädterſtraße).

Mittwoch, den 4. Februar:

Metzelsuppe.
*2690
Morgens: Wellfleiſch mit Kraut.
Dienstag abend: Bratwurſt mit Rotkraut.
Es ladet ein
Martin Schwarz.

Rittmeiſter Turek Hans Debus
Seine Frau
Ottilie Forſt
Seine Tochter Ada Luiſe Kümmel
Rittm. Mirkowitſch
von Drinabran . Auguſt Kräger
Rittm. Frhr. von
Jennewein . . Kurt Ehrle
Oberlt. Riedel v.
Treuſchwert, Re=
gimentsadjutant
Emil Kroczak
Oberlt. Graf Ri=
manski
, Proviant=
offizier
.
. A. Waſſermann
Oberlt. Jäger. . Hans Bertram
Leutn. Palitſchek . Otto Thomſen
Der Fähnrich . . Käthe Gothe
Der Regiments=
arzt

. Rich. Jürgas
Wachtmeiſter Ko=
ruga

. Paul Eisner
Ulan Kunitſchek . Harry Harris
Ulan Nepalek. Adolf Braun
Ulan Lummatſch Arthur Vetter
Offiziersdiener
Ornſtein
. Adolf Jordan
Exz. v. Hechendorf,
Feldmarſchall=
Leutnant i. R. . Kt. Weſtermann
Der Bezirkshaupt=
mann

Herm. Knispel
Gräfin Kopſch=
Grantignan . . Sophie Doſtal=
Komteſſe Lilt
Kopſch=Grantig=
Käthe Meißner=
nan

Frau v. Landieſen Herta Alſen
Lor. Mittermaier,
Pferdehändler . Hs. Baumeiſter
Mali, Stubenmäd=
chen
d. Oberſtin Ellen Widmanſ
Ein Gerichtsvoll=
zieher

. Adolf Klotz

Watzlawik
Eine Gaſtwirtin
Ornſteins Vater
Ein Ulan

Frz. Herrmann
Paula Karſtedt
Rich. Jürgas
Otto Wolf

Krank: Annemarie Liſchke.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl=
Preiſe): Sperrſitz: 1.13. Reihe
4.20 , 14.20. Reihe 3.40 4
Parterre: 1.5. Reihe 2.90
6.8. Reihe 2.35 , Proſzeniums
loge 6.20 , Mittelloge 6.20
Balkonloge 5.20 , 1. Rang 4.70
2. Rang: 1.6. Reihe 2.70 , 7. U.
8. Reihe 2.15 , 1. Galerie 1.35
2. Galerie 0.75 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 9½1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn=
der
Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 81 Uhr und von 2½ Uhr.
bis kurz vor Beginn der Vor=
ſtellung
. (Im Verkehrsbüro wer=
den
auch telephoniſch Kartenbe
ſtellungen entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. Ende nach 10 Uhr.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen=
Mittwoch, 4. Febr. 104. Ab.=Vſt.
B 26. Grillparzer=Zyklus. Vierter
Abend: Die Jüdin von
Toledo (neu einſtudiert). Kl.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Donnerstag, 5. Febr. 105. Ab
Vorſt. C 26. Figaro’s Hocht
zeit Gew. Preiſe. Anf 7 Uhn
Freitag, 6. Febr. 106. Ab.=Vſt.
D 27. Filmzauber. Gew
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 7. Febr. Außer Ab.
25. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. Die luſtige Witwe=
Anfang 7½ Uhr. Vorverkauf bis
einſchl. Samstag, 7. Febr., im Ver=
fehrsbüro
(Ernſt=Ludwigsplatl.

Verkauf der etwa noch vorhand=
Karten am Tage der Vorſtellung
auch an der Tageskaſſe im Hof=

theater zu den übl. Kaſſeltundeſſt

[ ][  ][ ]

Nummer 34.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Seite

Das Morgengetränk der ganzen
iſt Ihr Nährmalz=Kakao Rotuſin, ſeitdem
Jamile wir ihn kennen. Wir ſind entzückt davon!
So ſchreibt Dr. med. M. in M. (II,3436
In allen Apotheken das Pfd. zu Mk. 1.60 zu haben.
Jedes Paket enthält ärztliche Gutachten.

Sport, Spiel und Turnen.

sr. Pferderennen. Deutſche Erfolge bei den
Pferderennen zu St. Moritz. Mit den ſeit län=
neren
Jahren ſtändig in das ſportliche Programm von
St. Moritz aufgenommenen Pferderennen pflegt die Sai=
ſon
im Weltkurort der Graubündener Alpen ihren Höhe=
zrunkt
zu erreichen. Der Rennplatz iſt der originellſte und
intereſſanteſte der Welt, denn das ſportliche Leben ſpielt
ſoch auf der verſchneiten Eisdecke des St. Moritzer Sees
ſchb. Das Eis trägt gefahrlos die Tribünen und Tauſende
voon Zuſchauern. Der Eröffnungstag des diesjährigen,
drei Tage umfaſſenden Meetings war am Sonntag von
prrächtigſtem Wetter begleitet und die Bahn wies einen
Maſſenbeſuch auf. Von den anweſenden deutſchen Sports=
neen
zeichnete ſich beſonders der bekannte Rennſtallbeſitzer
und Herrenreiter W. Dodel aus, der auf beide Flachren=
nen
des Programms Beſchlag legen konnte. Er gemann auf
M. Gerteis’ (Zürich) Brigande überlegen den Preis vom
Roſeg und ebenſo leicht auf J. Büchel=Buchs’ Secours den
reis vom Julier. In dieſer Konkurrenz beſetzte J. =
ſchels
Grande Ourſe unter dem engliſchen Jockei Griggs
den zweiten Platz. Im Trabſahren endete der Münchener
Laraber Quick unplaziert. Auch der Preis von Bern, ein
eikijöring=Rennen, ſah deutſche Sportsmen in Front. H.
paremer ſiegte mit Medinette gegen den von Herrn Helfft=
Peerlin geſteuerten Philippchen nach Kampf, während Jok=
kei
Griggs unter Unplazierten endete.
sr. Radrennen. Kramer ſchlägt Friol. Auf
dar Pariſer Winter=Radrennbahn gab am Sonntag der
bikkannte amerikaniſche Champion Frank Kramer ſein De=
birt
in einem Zweiermatch gegen den Franzoſen Friol.
In dem erſten Lauf begann Friol von der Spitze 200 Meter
ſſur dem Ziel den Endſpurt; Kramer ſetzte ihm jedoch ſo=
rart
nach, überholte ihn und ſiegte ſchließlich ſehr leicht mit
wei Längen. Im zweiten Lauf ſpurtete Friol bei dem
Klockenzeichen, wurde aber von Kramer ſofort eingeholt,
und beide Gegner bogen Seite an Seite aus der letzten
ſturve in die Zielgerade, wo Friol von Kramer auf den
Fanenſtreifen gedrängt wurde. Friol erhob ſofort die
Abund zum Zeichen des Proteſtes und Kramer, der den
Lauf gewann, wurde diſtanziert. Dadurch war ein dritter
auf nötig. Bei dieſem leitete Kramer den Endſpurt ein
ſund gewann ſicher gegen Friol, der nur bis auf eine halbe
lkunge auflaufen konnte. Ein Sechzigkilometer= Dauerren=
en
zwiſchen Bruni, Parent und Didier gewann Bruni in
1 Min. 33,4 Sek. Didier führte bis zum 25. Kilometer,
parr aber dann völlig erſchöpft und wurde von Bruni leicht
berholt. Auch Parent ſchnitt mäßig ab, denn er endete
* Runden zurück als Zweiter vor Didier, der 17 Runden
lutückblieb. Im Verfolgungsrennen holte der Franzoſe
Eygel den Amerikaner Fogler nach drei Kilometern in

3 Min. 15 Sek. ein. Im Hauptfahren ſiegte Sergent vor
Dupuy und Matthieu, und das Prämienfahren gewann
Rudi Ruſſe gegen Coſtet.
sr. Fußball. Der Kronprinz und das Kron=
prinzen
=Pokal=Spiel in Hamburg. Der
Verband Brandenburgiſcher Ballſpielvereine ſetzte am
Samstag abend in Berlin ſeinen Verbandstag fort. Der
Verband mußte in erſter Linie Stellung nehmen zu dem
Vorſchlage des Norddeutſchen Verbandes, das Zwiſchen=
rundenſpiel
um den Kronprinzen=Pokal, das ohne Kampf
an Norddeutſchland gefallen war, in Hamburg nochmals
zum Austrag zu bringen. Nach einem ausführlichen Re=
ferat
von F. Boxhammer=Berlin über die letzte Bundes=
ausſchußſitzung
des Deutſchen Fußball=Bundes in Kaſſel
ſchritt man zur Abſtimmung. Vorher gab der Vorſitzende
zur Kenntnis, daß vom deutſchen Kronprinzen folgendes
Telegramm eingelaufen ſei: Seine Kaiſerliche Hoheit der
Kronprinz haben zu ſeinem lebhaften Mißfallen Kenntnis
von dem Streit um das Spiel um den von Höchſtihm ge=
ſtifteten
Pokal genommen und gedenken ſeinen Preis
zurückzuziehen, wenn nicht bald eine befriedigende Löſung
erfolgt. Auf Allerhöchſten Befehl, Major von der Planitz,
perſönlicher Adjutant. Trotzdem lehnte die Verſammlung
den Vorſchlag Norddeutſchlands ab. Mit 108 zu 86 Stim=
men
wurde beſchloſſen, daß die Berliner Mannſchaft in
Hamburg nicht antreten ſoll. Dieſes Reſultat, ebenſo wie
der Wortlaut der Kronprinzen=Depeſche, wurden dem
Norddeutſchen Fußball=Verbande telegraphiſch mitgeteilt,
nachdem ſchon tags zuvor der Hauptſpielausſchuß des Ver=
bandes
Brandenburgiſcher Ballſpielvereine den Norddeut=
ſchen
ebenfalls einen ablehnenden Beſcheid hat zukommen
laſſen.
* Darmſtädter Sportklub 1905. Die erſte
Mannſchaft des D. S. C. 1905 weilte am Sonntag in
Höchſt a. M., um dem dortigen Fußballklub Höchſt 1901 das
fällige Rückſpiel zu liefern, und entſchied es mit 511 Toren
zu ihren Gunſten. Am nächſten Sonntag erwarten die Ein=
heimiſchen
die erſte Mannſchaft des Fußballklubs Viktoria=
Heidelberg.
Olympia‟=Arheilgen wird Bezirksmei=
ſter
der B=Klaſſe. Am Sonntag begegneten ſich die
beiden alten Rivalen: Union=Wixhauſen und Olympia=
Arheilgen auf dem Sportplatze des Darmſtädter Sport=
klubs
1905, um das Entſcheidungsſpiel für die Meiſterſchaft
der B=Klaſſe auszutragen. Nach einem überlegenen
Spiele, beſonders in techniſcher Hinſicht, konnte Olympia‟
das Spiel mit 3.2 (210) zu ſeinen Gunſten beenden.
sr. Winterſport. Die Europäiſche Rodel=
Meiſterſchaft wurde am Sonntag auf der 3300 Meter
langen Jeſchken=Rodelbahn zu Reichenberg in Böhmen
ausgefahren. Bei dem ſchönen Wetter hatten ſich zirka
14000 Zuſchauer eingefunden. Im ganzen konkurrierten 85
Rodler. Die Bahn war zweimal abzufahren. Den Europa=
meiſtertitel
errang Rudolf Kauska=Reichenberg mit einer
Geſamtzeit von 4 Minuten 30,8 Sekunden vor Klatſcher=
Sterzing in 4:39,8 und Richard Stimme=Schreiberhau. In=
folge
der ſtarken Beteiligung ereigneten ſich viele Stürze,
wobei drei Teilnehmer ſchwer und mehrere leicht verletzt
wurden.
Deutſche Meiſterſchaften im Kunſtlauf
auf dem Eiſe. Bei ſchönem Wetter und guten Eisver=

hältniſſen gelangten am Sonntag in Troppau die Mei=
ſterſchaften
des Deutſchen Eislauf=Verbandes im Kunſt=
laufen
zur Entſcheidung. In Abweſenheit des Verteidigers
Rittberger=Berlin ſiegte Metzner=Berlin, der ſich beſonders
bei den Pflichtübungen auszeichnete, mit der Platzziffer 7
und 189 Punkten gegen Zintl=München, Platzziffer 11 und
183,9 Punkten. Kaltenbach=Berlin wurde Dritter mit der
Platzziffer 12 vor Viereck=Berlin mit Platzziffer 20. Die
Damen=Meiſterſchaft gewann die vorjährige Siegerin Frl.
Frenſſen=Berlin mit Platzziffer 5 und 195,3 Punkten vor
Frl. Janotta=Troppau, Platzziffer 10 und 166,4 Punkten.
In der Paarlauf=Meiſterſchaft blieb das Paar Frl. Liſchka=
Herr Hoppe=Troppau mit der Platzziffer 7 gegen Frl.
Frenſſen=Vogel=Berlin, Platzziffer 8, erfolgreich.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die Krankenkaſſenwahlen ſind vorüber, und nun gilt
es für alle Hausfrauen, zuſammenzutreten, um über
den Beitrag zur Krankenkaſſe zu beraten. Bekanntlich ſoll
die Herrſchaft ein Drittel, der Dienſtbote zwei Drittel zah=
len
. Ob dies durchführbar oder ob es angemeſſener,
den Beitrag anders zu verteilen, und wie , darüber muß
ein einheitlicher Beſchluß gefaßt werden, und es
bedarf hoffentlich nur dieſer Bitte, um einen Frauenverein
zu veranlaſſen, die Zügel zu ergreifen und eine Haus=
frauenverſammlung
einzuberufen! Aber dann
ſollte auch keine Hausfrau fehlen, damit Einſtimmigkeit
und nicht Zerſplitterung und nachträgliche billige Kritik
das Ergebnis ſei! Jede Hausfrau muß ſich genau klar
machen, daß nur gemeinſames Vorgehen dieſe Angelegen=
heit
zum guten Ende führen kann. Einſenderin iſt der An=
ſicht
, lieber den Mädchen eine kleine Lohnerhöhung zuge=
ſtehen
, als ſie vom Krankengeldzuſchuß entbinden (wenn
er vielleicht auch von ½ auf ½ herabgeſetzt wer=
den
könnte); denn es iſt notwendig, daß ſie
bezüglich der Krankenkaſſe nicht nur Rechte, ſondern auch
Pflichten kennen lernen. Bisher nahmen ihnen die Herr=
ſchaften
letztere beim Kranken= und Invalidengeld voll=
ſtändig
ab. Auch müßte der großen Gefahr vorgebeugt
werden, daß wohlhabende Hausfrauen, denen der größere
Krankengeldzuſchuß nichts ausmacht, dieſen allein zahlen
und dadurch ihre minder bemittelten Mitſchweſtern, beſon=
ders
aus dem ſchon ſo ſtark belaſteten Mittelſtande, ſchwer
ſchädigen! Hier gilt es aus ſozialen Gründen ein Handein=
Handgehen aller Stände! Alſo einmütiges Vorgehen,
damit nicht eine Herrſchaft es ſo, die andere anders macht
und dadurch die Dienſtboten Veranlaſſung erhalten, künftig
gute und ſchlechte Stellen zu unterſcheiden, je nachdem
ſie zum Beitrag herangezogen werden oder nicht.
Deshalb, ihr Hausfrauen Darmſtadts, kommt alle, alle,
ſobald der Ruf erſchallt! Es handelt ſich hier nicht um
Frauenſtimmrecht (dem Einſenderin ſehr ablehnend gegen=
überſteht
), ſondern darum, zu zeigen, daß in Angelegen=
heiten
, die ihr eigenſtes Gebiet betreffen, die Frauen von
heute doch reif genug ſind, einen einmütigen Beſchluß
faſſen zu können!
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[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Februar 1914.

Nummer 34.

Reinhei
Feinheit,
das ſind die Eigenſchaften, die
den Reichardt=Fabrikaten ihre
bevorzugte Stellung gewonnen
haben. Strenge Qualitätsbe=,
dingungen beim Einkauf, ſorg=
fältige
Prüfung des ankommen=
den
Materials und unbedingte
Ausſcheidung nicht einwandfreier
Partien verbinden ſich mit einer
umfaſſenden Reinigung der
Kakaobohnen, die ſich nicht nur
auf die Entſchälung, ſondern
auch auf die Ausſcheidung
der Samenhäutchen und Keime
erſtreckt. Die außerordentlich
feine und ſorgfältige Verar=
beitung
geben den Fabrikaten
jene Vornehmheit des Geſchmacks,
die ſelbſt den Kenner bezaubert.

Lchst

Kakaos,=Schokoladen undsKonk
fitüren erfüllen daher die höchſten
an Edelfabrikate zu ſtellenden
Anforderungen und befeſtigen
ſich immer mehr in der Gunſt
des Publikums. Die Reichardt=
marken
ſind in den eigenen Ver=
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für Tag= und Nacht., auch
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Tüchtige Schneiderin empfiehlt
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Grafenſtraße 22, I.
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Heimarbeit geſ. v. 2. Dam., auch
ſchriftl. Gewiſſenh. Ausf. zugeſ. Gefl.
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Für jg. Mädch. wird leichte Stelle,
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(*2582
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Lehrmädchen geſ. Konfektion

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mit Einj. (militärfr.), in all. Büro=
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Poſtl.=Karte 55 erb (*2516goi Tüchtiger und gewiſſenhafter
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aus der Papierbranche, 28 Jahre,
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Stellung als Stütze des Chefs
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Gefl. Anerbieten unter F 86 an
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(*2661imfs Ruchhalter empf. ſich z. Nachtrag
d. Bücher u. and. kfm. Arbeiten
Karlſtr. 25, 3. Stock, links. (*2619 Tüchtiger älterer Herr empf.
ſich ſofort als Pferdepfleger oder
für leichtere Botengänge. Offert.
unter F 60 an die Exp. (*2534 die Expedition ds. Bl. (*2543 Junger Mann ſucht Nebenbe=
ſchäftigung
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Zeichnungen, ſowie Ausziehen u.
Beſchreiben derſelben. Off. unter
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Näh. Lauteſchlägerſtr. 7, I. I. (,2679 Ue Wolblich Suche für mein Kolonialwaren=
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. Delikateſſengeſchäft tüchtiges
eingeſchultes Fräulein z. ſofortigen
Eintritt. Auch muß daſſelbe etwas
Kautionſtellen. Off. m. Gehaltsang.
unter F 94 an die Exp. (*2684im Tücht. Verkäuferin, ſowie ein
Lehrmädchen geſucht (*2559is
E. Ekerts Nachf., Hoflieferant
Ernſt Ludwigſtr. 12.

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für alle Hausarbeit
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Roßdörferſtraße 4, part. (*2669
Bei uohem Lohn
I. ältere, zuverl. Arbeiterin,
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Damenbonfektion, Mathildenplatz 5, II.
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(*2453goi
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halt
nach auswärts (Bitſch, Lothr.)
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fahrenes
, älteres
Mädchen
geſ. Dasſ. muß gute Zeugn. beſitzen.1 und Spezialmaſchinen hat.
Off. unt. C 77 an die Exp. erb.
Lauffrau ſofort geſucht. Werkt.
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Ehrenberg bei Leipzig 119. (IV,2322
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ſpäter
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Alleinmädchen geſucht. Vorzu=
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Liebigſtr. 14, part. (*2608 Kaufm., gebildet, energiſch, ziel=
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Zu erfr. i. d. Exp. (*3610im unt. F 93 an die Exp. d. Bl. (*2655
Ordentl. Putzfrau für 3 Stund.
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Hausarbeit mit übernimmt, geſucht.
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klaſſ. Bezieh. w. berückſichtigt. Off.
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(B3481
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Laufmädchen geſucht Karl=
ſtraße
11, 3. Stock.
(*2677
Meinl. Lauffrau oder Mädchen,
R vor= und nachmittags geſucht
Landwehrſtr. 15, parterre. (*2633
oder Lauffrau
Mädchen
tagsüber geſucht
Wienersſtraße 72, 1. Stock. (*2636
Tücht. Mädchen
für alle Hausarbeit in Geſchäfts=
haus
ſofort geſucht. Zu erfragen
Riedeſelſtraße 72, part. (*2565im
Gg. beſſ. Mädch. tagsüb. od. vorm.
geſ. Eliſabethenſtr. 70, pt. (*2558
Ordentl. Mädchen, erfahren im
Haushalt, für den ganzen Tag
geſucht: Hochſtraße 26, I. (*2579
braves Dienſtmäd=
Jüngeres chen in einen kleinen
Haushalt geſucht Rhönring 115,
1. Etage.
(*2587
Köchinnen, erſte und
Suche zweite Hausmädchen,
Junafer, Stützen, Kinderpflegerin
zu Säugling, Kinderfrauen und
=Mädchen, Alleinmädchen, welche
kochen können in Herſchaftshäuſer.
Mädchen in gute Geſchäftshäuſer
für hier und auswärts, für ſof.
1. März und 1. April Frau
Minna Dingeldein, gewerbs=
mäßige
Stellenvermittlerin, Eliſa=
betbenſtraße
5, Tel. 531. (*268a

Mädchen zum Milchaustragen
Arbeiterin geſucht bei hohem Lohn ſofort geſucht.;
Näheres Expedition. (*2573 Ordentliches Mädchen
tüchtige Arbeiterinnen und taasüber geſ. Zu erfr. Exp. (*2644im Lauffrau
verſteht, die Arbeiten auf das ge=oder Laufmädchen für vor= und
wiſſenhafteſte zu kontrollieren, zum nachmittags ſofort geſucht (*2629
Landwehrſtraße 8, 1. St. Dienſtmädch. v. Land ſof. geſ.
*2591im) Kleine Ochſengaſſe 4. Mädchen tagsüber geſucht
*2605)
Mauerſtraße 15. Zuverläſſige, ſehr reinliche Lauf=
frau
für morgens 3 Stunden
zum ſofortig. Eintritt geſucht. ſofort geſucht Wittmannſtraße 35,
(B3443 Mäumlich Gesucht
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Vorkalkufdter (2572a welcher Erfahrungen in der
Maſſenherſtellung kleinerer Ma=
ſchinenteile
auf Revolverbänken
Gefl. Angebote mit Angabe
der Gehaltsanſprüche, der bis=
Unabh. zuv. Lauffr. o. Mädch. herigen Tätigkeit und des Ein=
vm
. ein. Std. u. nachm z. Spülen trittstermins unter Beifügung
geſucht. Taunusſtr. 1, I. (*2556im von Zeugnisabſchriften erbeten
Anſtändiges Mädchen od. Frau unter T. 1046 an Haasen-
für
Laufdienſt geſucht. (*25351stein & Vogler, A.-G.,
Mathildenſtr. 29, part. 1 Frankfurt a. M. (II,3430 für Hausinſtallationen geſucht
Heinrich Schroth
C
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