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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Bericht des Finanzausſchuſſes der Erſten
Kammer über die Beſoldungsvorlage erklärt
ein Hinausgehen über die in der Regierungsvorlage
vor=
geſehenen Vorſchläge für ausgeſchloſſen.
Dem Staatsſekretär Zorn von Bulach und den
Unterſtaatsſekretären Dr. Petri und Dr Mandel
wurde der Abſchied bewilligt. Staatsſekretär
wird der Oberpräſidialrat Graf von Rödern, für
den Unterſtaatsſekretär Dr. Mandel iſt Geh. Ober=
Regie=
rungsrat Freiherr von Stein auserſehen.
Der Reichstag ſetzte geſtern die zweite Leſung
des Etats des Reichsamts des Innern
fort.
Die Mainzer Stadtverordnetenwahlen
wurden vom Kreisausſchuß für gültig erklärt.
Das Grubenunglück auf der Zeche Achenbach hat
25 Opfer gefordert.
Mach einer Mitteilung des franzöſiſchen Kriegsminiſters
im Senat beſitzt Frankreich jetzt 600 Flugzeuge.
Die Agence Bulgare meldet: Die Wiederaufnahme
der diplomatiſchen Beziehungen
zwi=
ſchen Griechenland und Bulgarien ſteht
unmittelbar bevor. Zunächſt werden die Geſchäftsträger
ernannt.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
1.. Februar 1814: Schlacht bei Brienne; Napoleon
unter=
liegt gegen Blücher. — Tauenzien nimmt mit Sturm
Wittenberg.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Politiſche Wochenſchau.
** Das Rücktrittsgeſuch der
elſaß=
lothringiſchen Geſamtregierung und die
Lufrollung der chriſtlichen
Gewerkſchafts=
ftrage durch Kardinal Kopp haben den
Löwen=
anteil des politiſchen Intereſſes in der abgelaufenen
Woche beanſprucht. Trauert jetzt der reichsländiſche
Ra=
tſikalismus einer Regierung nach, die er bis in die letzten
Tage hinein auf das heftigſte und oft genug in
herausfor=
dernſter Weiſe bekämpft hat, ſo kann man vom Standpunkt
der Reichspolitik die Wedel. Bulach, Mandel uſw. nur mit
Gsenugtuung vom Schauplatz ihrer bisherigen Tätigkeit
verſchwinden ſehen. Denn der Reuter=Prozeß und die
letz=
irn Straßburger Kammerverhandlungen haben keinen
Zweifel darüber gelaſſen, daß die in Elſaß=Lothringen
zuviſchen den Zivil= und den Militärbehörden beſtehinde
Kluſt ohne einen umfaſſenden Perſonalwechſel nicht zu
be=
ſtitigen iſt. Welche neuen Männer fortan die Leitung der
eſ=ſaß=lothringiſchen Angelegenheiten übernehmen ſollen,
litt zur Stunde noch unbekannt. Wer immer jedoch ſie ſein
m. ögen: ſie müſſen die Verwaltung Elſaß=Lothringens vor
alllem, wie Fürſt Bismarck es wollte, nach den Bedürfniſſen
der Reichspolitik führen und ihnen die elſaß=lothringiſche
Landespolitik unterordnen. Sonſt wächſt uns in den
Beichslanden ein dünkelhaſter Partikularismus heran,
der die Sicherheit Elſaß=Lothringens als einer Weſtmark
des Reiches gefährdet.
In welchem Maße Kardinal Kopps Brief an den
Errafen Oppersdorff die Zukunft der chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften bedroht., iſt heute nicht abſehbar Dagegen ſteht
lei: feſt, daß dieſer Brief unter den deutſchen Biſchöfen die
Eintracht und bei den katholiſchen Laien das Bewußtſein
dar Unterordnung gegenüber dem Episkopat aufs ſchwerſte
lerſchüttert hat. Die Zentrumspreſſe, faſt durchweg der
Köölner Richtung angehörend, hat mit fühlbarer
Unterſtütz=
ung des Erzbiſchofs von Köln und des Biſchofs von
Pa=
barborn den Kardinal in ein Kreuzfeuer genommen, aus
dam er nicht ohne ſehr ſchmerzhaſte Wunden ſich retten
kammn. Denn es iſt ihm nachgewieſen, daß ſein
ſenſatio=
naller Brief eine Reihe weſentlicher „Mißverſtändniſſe”
llenthält, und daß er vor der deutſchen Biſchofskonferenz
lauch heute noch nicht von der Duldung zurückgetreten iſt,
die auf ſeinen Antrieb als grundſätzlicher Standpunkt der
biſchöfe gegenüber den chriſtlichen Gewerkſchaften verkün=
Aldeit wurde. Indem Kardinal Kopp trotzdem den
chriſt=
llichen Gewerkſchaften Fehde in dem zentrumsfeindlichen
imtegral”=katholiſchen Kampfblatte des Grafen
Oppers=
barff anſagte, hat er umſomehr die Gemüter der „
Kölner=
rigegt je heftiger nicht nur Zentrumsabgeordnete der Köl=
Ateer Richtung, ſondern auch der Erzbiſchof von Köln ſelbſt
anrin angegriffen worden waren.
Die Fortſetzung der zweiten Leſung des
tzats im Reichstage vermochte im Vergleich mit
lem erörterten Angelegenheiten ebenſowenig beſondere
Arfmerkſamkeit zu erregen, wie die Dienſtboten=
Inter=
hellation im preußiſchen Landtage. Doch gab es im Reichs=
Aauiſe aus dem Grunde einen ſenſationellen Zwiſchenfall,
Apäil der Abg. Heſtermann, der ſchon bei der Zabern=
Unterpellation ſeine Rückkehr zur konſervativen Partei
ein=
eleitet hatte, den Uebergang zur Rechten durch ſo heftige
Ungriffe auf ſeinen bisherigen Fraktionsfreund Dr.
Zo hme vollzog, daß ihm die nationalliberale
Reichstags=
rakktion umgehend den Stuhl vor die Türe ſetzte.
Neue Ermäßigungen der Bankrate in London und in
arris ſowie die gewaltige Ueberzeichnung der preußiſchen
nleihe bezeugen die fortſchreitende Beſſerung auf
em internationalen Geldmarkte und
ver=
ſr ken damit die günſtigen Vorbedingungen für einen
Aufſchwung des Wirtſchaftslebens. So erklärt es ſich, daß
die anhaltende Unſicherheit der Lage am Balkan die
Börſe kaum beeinflußt hat. Dieſe iſt noch immer
unver=
ändert. Die Diplomaten ſchreiben ſich die Finger wund
an Noten, etwas wirkliches geſchieht aber nicht, es bleibt
im weſentlichen alles beim alten. Welchen Ausgang die
Inſelfrage noch nehmen wird, läßt ſich nicht
voraus=
ſehen, und es iſt erklärlich, wenn man in Konſtantinopel
bereits die Geduld zu verlieren beginnt. Man drängt
dort zu einer Entſcheidung und auch von Athen aus
wünſcht man eine Verſtändigung, am liebſten auf direktem
Wege durch Verhandlungen in Konſtantinopel.
Gelegent=
lich des mehrtägigen Aufenthalts des griechiſchen
Miniſter=
präſidenten Venizelos in Berlin dürfte die Inſelfrage
zu eingehender Erörterung gelangt ſein, nachdem der
griechiſche Staatsmann auch die Anſichten der Pariſer und
Londoner maßgebenden Stellen zu Gehör bekommen hat.
In Berlin hat Venizelos auch Gelegenheit genommen,
den Prinzen zu Wied zu beſuchen, ein Schritt, der
ange=
ſichts der Nachbarſchaft Albaniens und Griechenlands nur
begrüßt werden kann. Die albaniſche Frage ſelbſt
iſt ebenfalls noch immer nicht gänzlich geklärt und der
Prinz verzögert ſeine Abreiſe von Woche zu Woche.
Die in der vorigen Wochenſchau geſchilderten
Diffe=
renzen im Schoße der engliſchen Regierung ſind
behoben, Lloyd George hat wohl im Hinblick auf die
Lan=
desverteidigung ſeine großen Bedenken aufgegeben und
man hat ſich auf einer mittleren Linie geeinigt. Ein
ſol=
ches Reſultat war mit ziemlicher Sicherheit
vorauszu=
ſehen, zu mindeſtens mußte man darauf gefaßt ſein,
daß die Mehrheit des Kabinetts ſich für keinen Stillſtand
im Ausbau der Flotte entſcheiden würde. In
Einzelfra=
gen ſcheint man ſich aber noch nicht ganz ſchlüſſig zu ſein,
wobei auch finanzielle Fragen mitſpielen da man nicht
minder wie in Deutſchland jenſeits des Kanals ſehr
ge=
nau rechnen muß und gezwungen iſt, neue Quellen zu
er=
ſchließen, da die alten verſiegt ſind
Auf Haiti hat eine neue Revolution die Landung
deutſcher und amerikaniſcher Truppen notwendig gemacht,
und der bedrängte Präſident iſt ſogar auf das deutſche
Kriegsſchiff geflüchtet. Ganz ſo ſchlimm iſt es den
repu=
blikaniſchen Machthabern in Portugal nicht ergangen;
aber eine neue Miniſterkriſis zeigt abermals, wieweit die
innere Lage dieſes Staates noch von einer endgültigen
Befeſtigung entfernt iſt.
Ein Aufſchub.
*⁎* Die amtliche Mitteilung, daß Graf Wedel
ſich bereit erklärt habe, noch einige Monate auf ſeinem
Poſten auszuharren, um den neuen Staatsſekretär und
andere neue Mitglieder der elſaß=lothringiſchen Regierung
in ihre Geſchäfte einzuführen, dürfte überall mit Intereſſe
aufgenommen worden ſein. Man gewinnt den Eindruck,
daß die leitenden Berliner Stellen durch das erneute und
namentlich durch das gleichzeitige Entlaſſungsgeſuch des
Statthalters und der Regierung überraſcht worden ſeien,
als wären ſie ſich gar nicht bewußt geweſen, wie die im
Grunde genommen ganz unverbindlichen und wenig
be=
ſagenden, eine Beſſerung der Verhältniſſe im Sinne der
Gerechtigkeit gar nicht garantierenden Erklärungen des
Reichskanzlers vom 23. Januar die verantwortlichen
Per=
ſönlichkeiten der Reichslande geradezu zum Rücktritt
nötig=
ten. Die Bekanntgabe des von der Regierung
eingereich=
ten Demiſſionsgeſuchs durch den Staatsſekretär von
Bu=
lach im elſaß=lothringiſchen Landtage ſoll in Berlin wenig
angenehm berührt haben, da man nun gezwungen war,
alsbald mit der Löſung der Kriſe vorzugehen, die
an=
derenfalls noch etwas hätte verzögert werden können.
Für den Grafen Wedel iſt es eine Genugtuung, daß
er zum einſtweiligen Verbleiben auf ſeinem Poſten
aufge=
fordert wurde. Er bringt aber andererſeits ein großes
perſönliches Opfer, da er amtsmüde iſt und ſich nach Ruhe
ſehnt. So wurde dann auch noch am Freitag aus
Straß=
burg gemeldet, der Graf werde ein Anſuchen, für einige
Monate die Statthaltergeſchäfte weiterzuführen, nicht
an=
nehmen. Wenn er es trotzdem getan hat, ſo wird ihn die
Pflichttreue und die Beſorgnis geleitet haben, die
Inter=
eſſen der Reichslande könnten ernſtlich geſchädigt werden.
Dafür gebührt ihm Anerkennung. Staatsſekretär Zorn
von Bulach ſcheint nicht zum Verbleiben im Amte
aufge=
fordert worden zu ſein. Man nennt als ſeinen Nachfolger
den Bezirkspräſidenten von Metz, Freiherrn von
Gemmin=
gen. Aber daraus, daß Graf Wedel den neuen
Staats=
ſekretär in die Geſchäfte einweihen ſoll, wozu einige
Mo=
nate vorgeſehen ſind, müßte gefolgert werden, daß kein
mit den reichsländiſchen Verhältniſſen vertrauter
Beam=
ter, wie es doch der Metzer Bezirkspräſident iſt, als
Staatsſekretär in Ausſicht genommen wurde. Vielleicht
wird ein Altpreuße entſandt, um den Elſaß=Lothringern
Raiſon beizubringen, die anſcheinend ſchon Böſes ahnen,
weil ſie bereits im Landtage ſich energiſch gegen die „
Ver=
preußung” ihrer Jugend wehrten.
Während die Beſetzung der vakanten Stellen der
reichsländiſchen Regieruna bald erfolgen dürfte, hat die
Auswahl eines Nachfolgers für den Grafen Wedel noch
Zeit, was nicht ausſchließt, daß der Wechſel auf dem
Statt=
halterpoſten, falls die Verhältniſſe dies zulaſſen, ſchon
vor Ablauf „einiger” Monate ſtattfindet. Ob an
maß=
gebender Stelle eine beſtimmte Perſönlichkeit bereits ins
Auge gefaßt worden iſt, läßt ſich natürlich nicht ſagen;
man kann ſich auf ein anmutiges Frage= und Antwortſpiel
in der Oeffentlichkeit über den künftigen Statthalter
vor=
bereiten.
Deutſches Reich.
Der Seniorenkonvent des
Reichs=
tags beſchloß, noch eine Debatte über das Vereinsgeſetz
durchzuführen, die aber erſt am Donnerstag ſtattfinden
ſoll. An dieſem Tage ſoll auch die Abſtimmung über die
Reſolutionen, die zum Titel Staatsſekretär geſtellt ſind,
vorgenommen werden. Am Dienstag ſoll die
Einzelbe=
ratung über das Reichsamt des Innern beginnen, die
dann am Donnerstag und Freitag fortgeſetzt wird. Nach
der Beendigung der zweiten Leſung des Etats des
Reichs=
amts des Innern ſoll der Etat des Reichsjuſtizamts, dann
der Poſtetat und dann der Reichseiſenbahnetat folgen.
Zwiſchendurch ſoll auch noch die Prüfung der Wahl des
Reichsparteilers von Halem im Plenum erledigt werden.
— General von Kracht und König
Lud=
wig. General von Kracht hat nun auch Veranlaſſung
genommen, durch Vermittelung des Vorſitzenden des
Pro=
vinzialverbandes Berlin=Brandenburg des Wehrvereins
dem König Ludwig zu unterbreiten, in welcher Weiſe er
ſeine Worte über die bayeriſche Armee auf dem
Preußen=
tag aufgefaßt wiſſen wollte. Der König hat daraufhin
durch den Kabinettschef ſeine Genugtuung und ſeinen
Dank für die Mitteilung ausſprechen laſſen.
— Die Nationalliberalen zum
Arbeits=
willigenſchutz. Ein Antrag Baſſermann und
Ge=
noſſen erſucht den Reichskanzler, die von ihm in ſeiner
Rede zur erſten Leſung des Etats in Ausſicht geſtellte
Denkſchrift zur Frage des Arbeitswilligenſchutzes baldigſt
vorzulegen und in derſelben folgende Fragen zu
behan=
deln oder Stellung zu ihnen zu nehmen:
1. Welche Auswüchſe des Koalitionsrechts ſind in
Deutſchland zutage getreten? 2. Haben ſich die
beſtehen=
den geſetzlichen Beſtimmungen als ausreichend erwieſen,
um dieſe Auswüchſe, einerlei, ob ſolche bei Arbeitgebern
oder Arbeitnehmern, zutage getreten ſind zu bekämpfen?
3. War die Handhabung der geſetzlichen Beſtimmungen in
den deutſchen Bundesſtaaten eine einheitliche, und wenn
dies nicht der Fall war, welche Maßregeln empfehlen ſich,
um eine einheitliche Handhabung der geſetzlichen
Beſtim=
mungen zum Schutz der Koalitionsfreiheit und zur
Ab=
wehr des Koalitionszwanges herbeizuführen? 4.
Emp=
fiehlt es ſich, eine zivilrechtliche Haftung der Koalitionen
für Schaden, den dieſelben im Widerſpruch mit den
Ge=
ſetzen und guten Sitten durch Beauftragte herbeiführen,
einzuführen? 5. Welche Erfahrungen liegen bezüglich des
wirtſchaftlichen und politiſchen Boykotts vor? 6. Wie
iſt die Lage der ausländiſchen Geſetzgebung, und welche
Erfahrungen ſind im Ausland bezüglich der unter Ziffer 1
bis d aufgeführten Materien gemacht worden?
— Der Nationalitätenkampf in
Nord=
ſchleswig. In der Sitzung der Budgetkommiſſion des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes erklärte der Miniſter des
Innern auf freikonſervative Anfragen, betreffend den
Na=
tionalitätenkampf in Nordſchleswig, u. a.: Die däniſche
Agitation hat an Ausdehnung zugenommen. Andererſeits
tritt die Staatsregierung dieſer Agitation mit allen
geſetz=
lichen Mitteln entgegen und ſucht das Deutſchtum durch
kulturelle, wirtſchaftliche und ſonſtige Maßnahmen zu
he=
ben. Zur Bekämpfung der Agitation in der Preſſe haben
die Staatsanwälte eine ſcharfe Kontrolle auszuüben, und
dieſe Kontrolle ſei nicht erfolglos gehandhabt worden und
werde dauernd weitergeführt. Im übrigen hätten die
däniſchen Zeitungen dieſelben Freiheiten wie die
deut=
ſchen. Bezüglich des Vereinsweſens in Nordſchleswig
ge=
ben das Vereins= und Verſammlungsrecht wenig
Befug=
niſſe zum Einſchreiten. Durch die Maßnahmen der
Ver=
ſammlungshäuſer ſei das Vereinsweſen auf däniſcher Seite
konzentriert und der Oeffentlichkeit entzogen. Soweit
möglich, werde von den geſetzlichen Beſtimmungen
Ge=
brauch gemacht werden. Vor allem werde der
Zuſam=
menhang mit den däniſchen Agitatoren abgeſchnitten und
das Auftreten ausländiſcher Agitatoren nicht geduldet,
ſelbſt dann nicht, wenn gegen ſie nichts vorliege. Gegen
die landesverräteriſchen Umtriebe deutſcher Dänen in
Dänemark könne die Regierung nichts tun. Wohl könne
aber die Regierung fordern, daß die däniſche Regierung
die Teilnahme offizieller oder beamteter Perſönlichkeiten
an Veranſtaltungen, die mit ihrer Spitze direkt gegen
Deutſchland gerichtet ſeien, verbiete. Die däniſche Regie=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Nummer 32.
rung habe den Vorſtellungen Deutſchlands Gehör
ge=
ſchenkt.
— Aus Elſaß=Lothringen. Die Voſſiſche
Zeitung meldet aus Berlin: Da Landwirtſchaftsminiſter
von Schorlemer=Lieſer, wie erzählt wird, aus verſönlichen
Gründen die Nachfolgerſchaft des Statthalters von
El=
ſaß=Lothringen abgelehnt hat, ſoll die Kandidatur eines
preußiſchen Prinzen im Vordergrunde ſtehen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Wahlreform in Ungarn. Der Miniſter des
Innern unterbreitete dem ungariſchen Abgeordnetenhauſe
einen Geſetzentwurf über die Einteilung der Wahlkreiſe.
Die Einteilung iſt von ſtreng unparteilichem Standpunkt
erfolgt, ohne Unterſchied der Nationalität, lediglich unter
Berückſichtigung der Volkszahl und ferner der kulturellen
und wirtſchaftlichen Momente und der Zahl der ſtädtiſchen
Wahlbezirke. Die Wahlbezirke ſind von 413 auf 435
er=
höht worden. Das Geſetz über die Wahlreform tritt erſt
mit der Kundmachung des gegenwärtigen Geſetzes über
die Wahlkreiſe in Kraft.
Frankreich.
Das Flugweſen Frankreichs.
Kriegsmini=
ſter Noulens kündigte im Senat eine techniſche Sektion
für das Flugweſen an. Er werde die privaten
Konſtruk=
tionen überwachen und die Vervollkommnung der
Appa=
rate ſtudieren. Der Miniſter gab zu, daß jetzt weniger
Andrang zum Flugweſen iſt als früher, aber im ganzen
habe ſich die Beſchaffenheit verbeſſert, der Nachwuchs ſei
ebenfalls beſſer. Die privaten Fliegerſchulen müßten
durch militäriſche Schulen ergänzt werden, in welchen
mit Strenge und Diſziplin gearbeitet wird. Der Miniſter
erklärte, wie die Erbauer von Flugzeugen durch Prämien
ermutigt werden ſollen. Frankreich beſitze gegenwärtig
600 Flugzeuge, die Deutſchen nur 450 bis 500. Man wiſſe
nicht, ob die Deutſchen gepanzerte Flugzeuge beſitzen.
Frankreich beſtellte von dem erſten, bereits ausgeführten
Apparat, der vollkommen zufriedenſtellend erſcheine,
meh=
rere unter Vorbehalt. Frankreich beſitze den Typus eines
Zerſtörungsgeroplans, das heißt, eines Flugzeuges, das
gepanzert und mit Waffen verſehen iſt. 577 Flugzeuge
ſeien gekauft und geliefert worden, hundert andere
müß=
ten noch nachgeliefert werden. Der Miniſter ſagte
vor=
aus, daß es ſich nur um eine beſchränkte Zahl von Typen
werde handeln können. Die Verſuche müßten ſtrenger
werden. Der Miniſter rechtfertigte den beſcheidenen
Ge=
brauch, den man in Marokko von den Flugzeugen gemacht
hat. Die Zentren für das Flugweſen in dieſem Lande
würden von einer beſonderen Gruppe organiſiert. Von
den Luftſchiffen ſprechend, glaubte der Kriegsminiſter,
daß der Beſitz lenkbarer Luftſchiffe binnen kurzer Zeit
un=
vermeidlich und notwendig ſei. Der Kriegsminiſter fügte
hinzu, jeder den lenkbaren Luftſchiffen zugeteilte Poſten,
beſitze eine Werkſtätte zur Hervorbringung des
Waſſer=
ſtoffes. Eine zweite werde bald errichtet. Eine
Waſſer=
ſtoffgasfabrik werde demnächſt in Saint Cyr eingerichtet.
Der Miniſter gab zu, die zur Erbauung der Luftſchiffhallen
beſtimmten Kredite ſeien in einer Weiſe ausgegeben
wor=
den, die zur Kritik berechtige. Am Schluſſe erklärte der
Mi=
niſter unter ſtarkem Beifall, er werde ſeine Pflicht voll
erfüllen.
Die Putilow=Angelegenheit. In
Kam=
merkreiſen verlautet, daß der Miniſterpräſident und Mi=
niſter des Aeußern Doumerque am Montag oder Diens
tag im Ausſchuß für auswärtige Angelegenheiten
Auf=
klärungen über die Putilowaffäre geben werde. Man
glaubt, daß Denys Cochin auf die von ihm beabſichtigte
Anfrage verzichten werde, da der Zwiſchenfall als
erle=
digt anzuſehen ſei und eine Erörterung in der Kammer
nur Unzukömmlichkeiten im Gefolge haben könnte. Der
Figaro will wiſſen, daß die Vertreter der Pariſer großen
Banken eine Sitzung abgehalten haben, in der beſchloſſen
worden ſei, der Putilow=Geſellſchaft auf deren etwaiges
Erſuchen unverzüglich den erforderlichen finanziellen
Bei=
ſtand zu gewähren.
Der Kongreß der Grubenarbeiter in
Lens nahm eine Reſolution an, welche ein Kartell der
gewerkſchaftlichen Organiſationen der Bergarbeiter,
Dock=
arbeiter, eingeſchriebenen Seeleute, Eiſenbahner und
Transportarbeiter ſchafft zwecks gemeinſamen Vorgehens
dieſer Verbände, um ihre Forderungen durchzuſetzen.
Fer=
ner beſchloß der Kongreß den Generalſtreik der
Bergar=
beiter für den 1. März für den Fall, daß das Parlament
die Forderungen der Bergarbeiter nicht erfüllen ſollte.
Rußland.
Geſetz zur Bekämpfung der
Trunk=
ſucht. In der Erörterung der Geſetzesvorlage zur
Be=
kämpfung der Trunkſucht lehnte der Staatsrat den
Vor=
ſchlag der Kommiſſion ab, der es für unmöglich hielt, den
Städten und Märkten das Recht aufzuoktroyieren, den
Ver=
kauf ſtarker Getränke zu verbieten und dieſes Recht nur
den Dörfern zuerkannte. Der Staatsrat ſtimmte dem
von der Duma angenommenen Geſetzentwurf zu, der
die=
ſes Recht den Städten, Marktflecken und Dörfern
zuer=
kennt, und ſprach außerdem den ſtädtiſchen Behörden das
Recht zu, eine Höchſtziffer der Verkaufsſtellen für ſtarke
Getränke feſtzuſetzen, welche der Regierung und
Privat=
leuten gehören, ferner dieſe Verkaufsſtellen auf die
ein=
zelnen Stadtviertel zu verteilen.
* Eine Rede des deutſchen Botſchafters
in England Fürſten Lichnowsky. Bei der
Kaiſer=
geburtstagsfeier der deutſchen Kolonie in London erwähnte
Fürſt Lichnowsky ſeine Reiſe nach New=Caſtle und
Brad=
ford und betonte die herzliche Aufnahme ſeitens der
Stadtväter und namhafter Vertreter von Handel und
In=
duſtrie. Er habe ſich perſönlich von den Früchten
über=
zeugt, die das Zuſammenwirken der kaufmänniſchen
Inter=
eſſen beider Länder getragen habe. Der ſtändig zunehmende
Geſchäftsverkehr und der wachſende gegenſeitige Güterabſatz
ſowie die dadurch bedingte Intereſſengemeinſchaft bilde
die ſicherſte Verbindung beider Nationen. Der Botſchafter
gedachte ſodann der Opferfreudigkeit der deutſchen Kolonie
in London im Jubiläumsjahr, deren Ergebnis, die
Samm=
lung von 32000 Pfund Sterling, in der Geſchichte der
Deutſchen im Auslande unerreicht daſtehe. Sie ſei ein
ſchöner Beweis für die Vaterlandsliebe und die
Anhäng=
lichkeit der in London lebenden Deutſchen an die alte
Heimat. Der Redner begrüßte ſodann die Begründung
des Deutſchen Verbandes, dem auch vielleicht die
Provin=
zen beitreten könnten und betonte in beredten Worten
ge=
genüber der mißverſtändlichen Auffaſſung des Auslandes
die Einigkeit der deutſchen Nation und die
Solidarität aller deutſchen Stämme, des Nährſtandes und
des Wehrſtandes. Er feierte den Kaiſer als erſten
Patrio=
ten des Deutſchen Reiches, deſſen Fürſorge allen
Angehö=
rigen ohne Unterſchied der Herkunft und des Standes
gelte und ſagte: Wir kennen keinen Gegenſatz
zwi=
ſchen Bürger und Soldat, ſondern nur ein
brü=
derliches Zuſammenarbeiten beider zum Wohle des
Va=
terlandes. Wir müſſen daher alle Ereigniſſe auf das tiefſte
bedauern, die das gute Einvernehmen ſtören und im
Aus=
lande den Eindruck erwecken, als ſtänden ein bürgerliches
und ein militäriſches Lager einander grollend gegenüber.
Den Intereſſen des Deutſchtums wird nicht gedient durch
Sonderbeſtrebungen, die notgedrungen dem
Reichsgedan=
ken zuwiderlaufen. Der Bau des Reiches iſt auf
preußi=
ſcher Grundlage errichtet und ſoll es jederzeit bleiben,
aber mitunter muß ſich der Reichsgedanke auf Koſten der
Einzelſtaaten betätigen.
* Die Finanzgeſetze vom Juli v. J., die zur
Deckung der Wehrvorlage erforderlich waren, üben, wie
die Berl. N. Nachrichten hören, einen nicht unerheblichen
Einfluß auf die Einnahmen der Bundesſtaaten
aus. In erſter Linie kommt dabei das Reichsſtempelgeſetz
in Betracht, das eine Reihe von Stempelabgaben dem
Reich zuweiſt, die früher von den Bundesſtaaten erhoben
wurden. Hierdurch erleiden beiſpielsweiſe die Einnahmen
des preußiſchen Staates eine jährliche Einbuße von rund
13 Millionen Mark. Es kommt weiter in Betracht die
Aenderung des Erbſchaftsſteuergeſetzes. Aus dem
Roh=
ertrage der Erbſchaftsſteuer erhielten früher die einzelnen
Bundesſtaaten ein Viertel. Dieſer Anteil iſt durch das
Geſetz vom vergangenen Sommer auf ein Fünftel
herabge=
ſetzt. Dafür ſind allerdings mäßige Erhöhungen der
Erb=
ſchaftsſteuer von den Seiten= und Nichtverwandten
vorge=
nommen, indem der Steuerſatz für Abkömmlinge erſten
Grades von Geſchwiſtern von 4 auf 5, der für
Abkömm=
linge zweiten Grades von Geſchwiſtern von 6 auf 8 und
der für die vierte Steuerklaſſe von 10 auf 12 v. H. erhöht
iſt. Aber dieſe Erhöhungen werden nicht ausreichen, den
verminderten Anteil der Bundesſtaaten an dem Rohertrag
der Steuer auszugleichen. Außerdem werden einige
Bun=
desſtaaten auch durch die Aenderung des
Wertzuwachs=
ſteuergeſetzes in ihrer Finanzwirtſchaft getroffen, falls ſie
nicht den in Fortfall kommenden Anteil des Reiches als
Landesſteuer weitererheben. Alles in allem wird ſich der
Einfluß der letzten Reichsfinanzgeſetze auf die Einnahmen
Preußens mit einem Minderertrag von rund 15 Millionen
Mark jährlich veranſchlagen laſſen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. Februar.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Oberſt von Crüger,
Kommandeur des 2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=
Regi=
ments Nr. 61, den Hauptmann Freiherrn v. d. Heyden=
Rynſch, Platzmajor in Darmſtadt, den Leutnant von
Nariſchkin im Leibgarde=Ulanen=Regiment Ihrer Majeſtät
der Kaiſerin von Rußland in Peterhof, den
Realſchul=
direktor Henſing von Wimpfen, den Kammerchorſänger
Klotz, den Fabrikbeſitzer Klönne von Dortmund, den
Dr. Strecker von Mainz, den Kirchenrat Widmann, den
Bezirkskaſſier Rube von Oſthofen; zum Vortrag den
Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun,
den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wöllſtein
Karl Stumpf zum Direktor des Landeszuchthauſes
Marienſchloß mit Wirkung vom 10. Februar.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben die Krone zum Silbernen Kreuz
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Wachtmeiſter und Stationsführer Georg Krämer im
Großh. Gendarmeriekorps verliehen.
Der König von Preußen hat dem Waſſerbauwart a. D.
Blumentritt zu Kelſterbach in Heſſen das
Verdienſt=
kreuz in Gold verliehen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden der Weichen
ſteller 1. Klaſſe Valentin Schorn zu Biblis und der
Bahnwärter Jakob Hill zu Bickenbach, beide in der
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft, auf ihr
Nach=
ſuchen vom 1. Februar d. J. ab.
* Uebertragen wurden Lehrer= bezw. Lehrerinſtellen
an der Volksſchule zu Offenbach: den
Schulamts=
aſpiranten Wilhelm Brand aus Schöllenbach, Kreis
Erbach, Heinrich Hammann aus Langſtadt, Kreis
Dieburg, Philipp Joſt aus Offenthal, Kreis Offenbach;
den Schulamtsaſpirantinnen Pauline Eichenberg aus
Witzenhauſen, Reg.=Bez. Caſſel, Katharine Moufang
und Charlotte Reitz aus Offenbach, Hedwig Röſſch
Der Mut.
C) Der Mut iſt die Grundlage jeden ſtarken
Charak=
ters. Er iſt die eigentlich männliche Tugend, ohne die es
kein freies, ſtarkes Leben gibt. Wir verlangen von dem
Mann Seelenſtärke. Er ſoll vor der Gefahr nicht weibiſch
zittern und, von Nervenſchwäche befallen, die Hände ſinken
laſſen. Geradeaus ſoll er gehen, dem Feinde entgegen.
Wir verlangen auch Mut im Lebenskampf. Den Mut, ſich
das Daſein groß zu geſtalten und die Schwierigkeiten zu
bemeiſtern mit ſtarker Hand. Nur der Tapfere iſt
erfolg=
reich. Und wenn er untergeht, ſo bleibt ihm unſere Liebe.
Allerdings, wenn wir von Mut reden, ſo meinen wir
nicht bloß die phyſiſche Kurage des Draufgängers und
die natürliche Unerſchrockenheit einer robuſten
Seelenkon=
ſtitution. Es gibt einen höheren, moraliſchen Mut. Den
Mut der Ueberzeugung, der ſich einſetzt für eine gute Sache.
Dazu braucht es keine Muskelkraft, aber eine ſtählerne
Seele, in der metalliſcher Klang iſt, die nicht ſchweigt, wenn
der Hammer des Widerſpruchs an ſie ſchlägt, ſondern feſt
bleibt und tönt. Solchen ſtarken Herzen gehört unſere
tiefſte Ehrfurcht.
Der Mut vollendet ſich im Glauben. Der Glaube iſt
ein Wagnis. Es gehört Mut dazu, in dieſer verworrenen
Wirklichkeit einen letzten Sinn feſtzuhalten. Mut, um in
dem ſchwankenden Getriebe des Lebens feſt auf dem
Bo=
den des Unbedingten zu ſtehen und alles auf eine Karte
zu ſetzen: Gott. Die Zuverſicht des Glaubens iſt ein
heroiſcher Mut.
Der Anfang des Krieges
von 1864.
** Heute vor 50 Jahren, am 1. Februar 1864, rückten
0000 Preußen und Oeſterreicher gegen die 40000 Dänen
die im ſüdlichen Schleswig hinter den Danewerken eine
feſte Stellung eingenommen hatten, und eröffneten damit
den deutſch=däniſchen Krieg. Für Schleswigs
Freiheit, das der neue Dänenkönig Chriſtian IX. von dem
„ewig ungeteilt” verbundenen Holſtein losgeriſſen hatte,
zog der deutſche Bund ins Feld, dem Holſtein ſeit dem
Wiener Kongreß angehörte. Der Oberbefehlshaber des
preußiſchen und des öſterreichiſchen Korps, die unter dem
Kommando des Prinzen Friedrich Karl von Preußen und
des Feldmarſchalleutnants von Gablenz ſtanden, war der
Feldmarſchall Wrangel, einſt ein ſchneidiger Reiterführer,
nun aber mit ſeinen 80 Jahren den Anforderungen eines
ſolchen Krieges durchaus nicht mehr gewachſen. Moltke,
der Chef des preußiſchen Generalſtabes, hatte ſchon ſeit lan=
gem einen kriegeriſchen Zuſammenſtoß mit Dänemark ins
Auge gefaßt und aus genaueſter Kenntnis der Verhältniſſe
heraus einen Operationsplan entworfen.
Der Grundgedanke ſeiner Strategie, der ſich dann bei
Königgrätz und bei Sedan mit ſo überwältigender
Groß=
artigkeit bewähren ſollte, iſt hier bereits angedeutet: „Nicht
ein erſter Sieg, ſondern deſſen raſtloſe Ausnutzung, eine
Verfolgung, welche die feindliche Armee vernichtet, bevor
ſie ihre geſicherten Einſchiffungspunkte erreicht, iſt das
an=
zuſtrebende, aber auch das allein erreichbare Ziel.‟ Das
däniſche Heer, die einzige Macht, über die das Land
ver=
fügt, muß in wenigen Tagen kampfunfähig gemacht ſein.
Dies iſt durch keine Erſtürmung der ſtark befeſtigten
Stel=
lungen, ſondern nur durch Umgehung möglich. Am dritten
oder ſpäteſtens am vierten Tage nach dem Einrücken der
Verbündeten in Schleswig ſoll ein Korps bei Miſſunde
oder Arnis über die Schlei gehen, um nach der Oſtſee zu
den Dänen den Rückzug abzuſchneiden; ein zweites Korps
führt das gleiche Manöver in der Richtung auf die Nordſee
aus, und ſo werden die Dänen gleich in ihrer erſten
Stel=
lung erdrückt. Dieſer geniale Plan erforderte raſches
Han=
deln; aber dazu konnte ſich der alte Wrangel nicht
ent=
ſchließen. Der Führer der Dänen, General de Meza, deſſen
milizartige Truppen ſich am beſten hinter Schanzen
vertei=
digen konnten, ſtand zwar am Danewerk hinter gewaltigen
und durch tiefe Moraſte gedeckten Wällen, die beim Volke
in Kopenhagen für unüberwindlich galten; aber er hatte
mit der Deckung Miſſundes und der Schlei eine überaus
lange Verteidigungslinie, für die ſeine Streitkräfte nicht
ausreichten. Der ſchlaue Däne wollte daher nur ſo lange
aushalten, wie es möglich war, und im letzten Moment
den Kopfgaus der Schlinge ziehen, um ſich auf das zweite
Bollwerk Dänemarks, die nicht minder ſtarke
Schanzen=
gruppe der Düppeler Höhen, zurückzuziehen.
Wrangel, der am 31. Januar mit dem Telegramm „In
Gottes Namen drauf!” den Angriff befohlen hatte, wich
gleich zu Anfang in einem entſcheidenden Punkte von
Moltkes Plan ab und unterließ das Umgehungsmanöver,
weile er fürchtete, ſeine Kräfte zu ſehr zu zerſplittern. Prinz
Friedrich Karl ſollte zunächſt die Schanzen von Miſſunde
erſtürmen., dann nach Glücksburg und von dort nach
Düp=
pel marſchieren, wobei aber der alte Herr an die Exiſtenz
des dazwiſchen liegenden Flensburger Meerbuſens nicht
dachte. Auch erwog er nicht, daß die Preußen durch den
Angriff auf die feſte Stellung ſehr aufgehalten werden
würden; und als Prinz Friedrich Karl dann am 2. Febr,
nach einem heftigen Geſchützkampf bei Miſſunde keinen
Er=
folg errang, unterſtützte er ihn nicht, um nicht ſein Zentrum
zu ſchwächen. So ging denn das erſte Treffen durch
Wrangels übertriebene Vorſicht den Preußen verloren,
ob=
wohl Prinz Friedrich Karl als kluger Feldherr in den
Seinen das Gefühl aufrecht zu erhalten wußte, ſie hätten
keine Schlappe erlitten. Die Oeſterreicher aber griffen am
folgenden Tage tapfer die Höhen vor den Schanzen des
Danewerks an, trieben den Feind aus dem Dorf Jagel und
dann aus dem Dorf Overſelk in glänzenden
Bajonettangrif=
fen heraus und erſtürmten den mit Schnee und Eis
bedeck=
ten Königshügel. Wrangel war außer ſich über dieſe
Er=
folge der befreundeten Rivalen und dachte nun daran, die
von ſchwerem Geſchütz ſtarrenden Schanzen zu ſtürmen,
Durch das kühne Vorgehen preußiſcher Kundſchafter ſtellte
man feſt, daß der überſchwemmte Moraſt zwiſchen den
Wällen gefroren und daß das Eis tragfähig ſei. Der Froſt
vernichtete ſo den Schutz, den die Waſſer gewährten.
Ge=
neral de Meza erkannte wohl dieſe kritiſche Lage; er
wollte das einzige Heer, das das Land beſaß, nicht aufs
Spiel ſetzen und ordnete nach einem Kriegsrat am Abend
des 4. Februar den Rückzug an, der ihm freilich von der
aufgeregten Menge des däniſchen Volkes ſchwer verdacht
wurde.
Es gelang den Dänen, am 5. Februar zu entkomment
ſie ließen 119 ſchwere Kanonen in den Danewerken zurück
und büßten dann während des Marſches noch 20
Feld=
geſchütze ein. Ihnen ſchwere Verluſte beizubringen, wurde
verſäumt. Die Verbündeten merkten wegen ihres
ſchlech=
ten Vorpoſten= und Meldedienſtes den Abzug zu ſpät, und
die Oeſterreicher konnten am 6. dem weichenden Gegner
nur noch bei Oeverſee ein ſiegreiches Rückzugsgefecht
lie=
fern. Prinz Friedrich Karl aber, der, unterſtützt von
ſei=
nem Stabschef Blumenthal, die Umgehung nun doch noch
ausführte, vermochte durch das Zögern Wrangels den
Uebergang über die Schlei bei Arnis erſt am 6. Februar
zu vollziehen, und auch die verzweifelten Gewaltwärſche
die er dann unternahm, um die Dänen noch einzuholen
hatten nur die völlige Erſchöpfung der preußiſchen
Ba=
taillone zur Folge, während die Dänen glücklich in die
Düppeler Schanzen gelangten. Moltke in Berlin wal
offiziell von den ganzen Operationen ohne Kenntnis
ge=
laſſen worden; Oberſt Blumenthal aber rechtfertigte
ſei=
nen Operationsplan, wenn er ihm privatim als Reſul
tat dieſes erſten Aktes des Feldzuges ſchrieb: „Es ſind
wohl nur wenige Menſchen imſtande, einen einfachen
Ge=
danken ebenſo einfach auszuführen. Die däniſche Armee
tut uns den Gefallen, ſich ſo aufzuſtellen, daß wir ſie durch
eine Umgehung in die ſchlimmſte Lage bringen können:
ſtatt deſſen rennen wir an der ſtärkſten Stelle ſo energiſch
gegen ſie an und machen ihr ſo bange, daß ſie bei Zeiten
zum Rückzug bläſt.”
Während ſo die Strategen mit Recht unzufrieden
waren, rief der raſche Fall des für uneinnehmbar
gehal=
tenen Danewerkes beim Volke einen gewaltigen Eindruck
hervor: die Dänen waren wie betäubt und ſchrien über
Verrat; in Deutſchland herrſchte Jubel und Begeiſterung
Nummer 32.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
aus Stadtilm (Gotha), ſowie den Lehrern — dieſen mit
Wirkung vom Beginn des Schuljahres 1914/15 an —
Adam Berg zu Seligenſtadt, Kreis Offenbach, Konſtantin
Kraus zu Ober=Abtſteinach, Kreis Heppenheim, Johannes
Martin zu Büdesheim, Kreis Bingen, Karl Mühleis
und Ludwig Schmidt zu Nieder=Roden, Kreis Dieburg,
und Georg Anton Spehnkuch zu Mühlheim, Kreis
Offenbach; ferner dem Schulamtsaſpiranten Heinrich
Müller aus Birklar, Kreis Gießen, die erledigte
Lehrer=
ſtelle an der Volksſchule zu Erbenhauſen, Kreis Alsfeld
g. Strafkammer. Der 35jährige Taglöhner Jakob
Schulz von Viernheim war vom Schöffengericht wegen
Vernachläſſigung der Unterhaltspflicht
zu 4 Wochen Haft verurteilt worden. Der Angeklagte
lei=
det an Lungenerweiterung und iſt infolgedeſſen nicht voll
arbeitsfähig. Er wurde von der Gemeinde als
Laternen=
anzünder beſchäftigt und erhielt hierfür 30 Mark
monat=
lich, außerdem wurde ihm Beſchäftigung als Taglöhner
gegen einen Tagelohn von 2,40 Mark geboten. Nachdem
er Anfang vorigen Jahres wegen eines Verbrechens
Be=
ſtrafung erlitten hatte, ging er mit einer anderen Frau
nach der Schweiz flüchtig und nahm ſämtliche Geldmittel
mit, ſo daß die Familie ohne Exiſtenzmittel zurückblieb
und Armenunterſtützung in Anſpruch nehmen mußte. Das
Schöffengericht nahm ein Vergehen nach § 366, 5 des
Straf=
geſetzbuches an, doch mußte die Strafkammer geſtern auf
die Berufung des Angeklagten Freiſprechung eintreten
laſſen, da der Angeklagte weder eine behördliche
Aufforde=
rung erhalten hatte, noch hatte er ſich dem Spiel und Trunk
oder Müßiggang ergeben, denn er arbeitete damals in
einer Schweizer Fabrik und verdiente 4 Francs täglich
— Der 35jährige Kaufmann M. B. aus Viernheim wurde
wegen fortgeſetzter Untreue und zweier
Ur=
kundenfälſchungen zu 7 Monaten
Gefäng=
nis verurteilt. Der Angeklagte führte in Viernheim die
Filiale eines Mannheimer Geſchäfts und hat hierbei
insgeſamt 2700 Mark unterſchlagen, da er mit ſeinem
Ein=
kommen von 150 Mark monatlich nicht auskam.
* Nimmt die Einwohnerzahl der Stadt Darmſtadt
ab? Durch einige Tagesblätter ging kürzlich die Notiz,
daß die Einwohnerzahl Darmſtadts in den letzten fünf
Jahren von 90000 auf 86000 zurückgegangen ſei. Hierzu
bemerkt die Darmſt. Ztg.: Darmſtadt zahlte am 1.
Dezem=
ber 1905 83 123 und am 1. Dezember 1910 87089
Einwoh=
ner. Nach einer Berechnung des Polizeiamtes, die ſich auf
die Zahl der Geburten und Todesfälle, ferner auf die
An=
meldung der Zu= und Wegzüge gründet, hatte Darmſtadt
am 1. Dezember 1913 rund 8 7000 Einwohner.
Dem=
mach wäre allerdings die Einwohnerzahl ſeit 1910
ſtehen geblieben. Indeſſen, die genannte allgemein
rübliche Berechnungsart iſt, wie anerkannt wird
micht einwandfrei. Aber auch angenommen, die
Bevölkerung habe ſich in den letzten drei Jahren nicht
ver=
größert, ſo iſt die Stadt in ihrer Entwicklung dennoch
be=
ideutend vorangeſchritten, was ſchon aus den
nachſtehen=
den Zahlen hervorgeht. In der Stadt Darmſtadt waren
veranlagt:
im Jahre 1908 25686 Einkommenſteuerpflichtige
1910 26890
1913 29 268
im Jahre 1908 mit einem Einkommen von 62,5 Mill. Mk.
1910
„ 67,3 „
„ „ 1913 „ „
„ 72,4 „ „
Das ſteuerpflichtige Vermögen iſt von 556 Millionen Mark
m Jahre 1908 auf 610 Millionen Mark in 1913 geſtiegen.
Mit dieſer Entwicklung kann die Stadt Darmſtadt trotz
Langſamer Volksvermehrung wohl zufrieden ſein.
Die Ueberſiebzigjährigen. Von einer auf Grund
der Ergebniſſe der letzten Volkszählung aufgeſtellten
inter=
eſſanten ſtatiſtiſchen Nachweiſung erhalten wir Kenninis.
Es handelt ſich um eine Vergleichung der Ziffern, wieviel
Perſonen über 70 Jahre hier und in den benachbarten
Städten leben. Zur Vergleichung herangezogen wurden
ſeie Verhältniſſe in Mainz, Gießen, Worms, Wiesbaden,
Freiburg i. B.,=Karlsruhe, Frankfurt a. M. und
Aſchaffen=
teurg. Unter dieſen Städten ſteht Darmſtadt mit 2298
Perſonen über 70 Jahren, — 2,64 Prozent der
Bevölke=
n ung. an erſter Stelle. Es reihen ſich an: Wiesbaden mit
—,61 Prozent und Freiburg mit 2,49 Prozent „
Ueberſiebzig=
jähriger‟. Es folgen Sätze von 2,17, 1.98, 1.76. 1,71, 1,65
und 1,32 Prozent. An den Prozentſätzen von Darmſtadt,
Wiesbaden und Freiburg iſt zu erkennen, daß dieſe Städte
von Rentnern und Penſionären gern als Altersſitze
ge=
wählt werden, daß aber auch ihre geſundheitlichen
Ver=
ältniſſe und Einrichtungen ſehr gute ſind.
— Der Verband öffentlicher
Lebensverſicherungsanſtal=
ten in Deutſchland hat, ſo ſchreibt man uns, ſeinen
Ge=
chäftsbetrieb nunmehr auch im Großherzogtum Heſſen
a ufgenommen und in Darmſtadt, Sandſtraße 36 (
Genoſſen=
ſchaftshaus) eine eigene Geſchäftsſtelle zur Durchführung
der Organiſation im Großherzogtum Heſſen errichtet. Der
Verband beabſichtigt, wie dies von den privaten
Geſell=
ſchaften bereits geſchehen iſt, gleichfalls Vertrauensleute
in den einzelnen Orten anzuſtellen. Für das große
Ver=
trauen, das der Verband ſich in der kurzen Zeit ſeiner
Tätigkeit bereits erworben hat, ſpricht die Tatſache, daß
bisher Anträge über rund 120 Millionen Mark
Verſiche=
rungsſumme beantragt worden ſind. Von beſonderer
Wichtigkeit dürfte die Tatſache ſein, daß der Verband auch
in Heſſen bereits mit großen wirtſchaftlichen
Vereinigun=
gen Verträge abgeſchloſſen hat, bezw. demnächſt
abſchlie=
ßen wird, um deren Mitgliedern die Beteiligung an den
beſonderen Vorteilen der öffentlichen gemeinnützigen
Lebens= und Volksverſicherung nach Möglichkeit zu
er=
leichtern. Die öffentlich=rechtliche Lebens= und
Volksver=
ſicherung verfolgt bei ihren Beſtrebungen keinerlei
Er=
werbsintereſſen und iſt daher in der Lage, ihren
Verſicher=
ten einen wirklich billigen Verſicherungsſchutz zu bieten
und lediglich der allgemeinen Wohlfahrt zu dienen. (
Nä=
heres ſiehe Anz.)
* Deutſche evangeliſche Miſſionshilfe. Als Direktor
der im Dezember v. Js. gegründeten deutſchen
evangeli=
ſchen Miſſionshilfe iſt der bisherige Direktor der
Nord=
deutſchen Miſſionsgeſellſchaft, A. W. Schreiber=
Bre=
men, in Ausſicht genommen. Miſſionsdirektor Schreiber
iſt am 1. Juli 1865 auf Sumatra als Sohn des damaligen
Miſſionars und ſpäteren Leiters der Rheiniſchen Miſſion
in Barmen geboren. Er ſtudierte Theologie in Marburg,
Greifswald und Bonn und wurde 1891 Mitglied des
Dom=
kandidatenſtifts in Berlin, 1892 Pfarrer, 1897 Paſtor an
der Diakoniſſenanſtalt in Kaiſerswerth und 1900 Direktor
der norddeutſchen Miſſion in Bremen.
* Darmſtädter Hausbeſitzer=Verein. Man ſchreibt uns:
Die ſchon lange beſtehenden und immer noch anhaltenden
kriſenhaften Zuſtände im Hausbeſitz veranlaßten den
1. Vorſitzenden des hieſigen Hausbeſitzer=Vereins, zu
unter=
ſuchen, wo die Urſachen der Kriſe liegen und wie Abhilfe
zu ſchaffen ſei. Neben den ſtädtiſchen Abgaben werden
viele Haus= und Grundbeſitzer auch durch die Grundſteuern
außerordentlich belaſtet. Die von mehr als hundert
Haus=
beſitzern zur Verfügung geſtellten Zahlenwerte über ihren
Beſitz und deſſen Ertrag ſtellen ein reiches Material dar,
und werden den Inhalt eines Vortrages bilden, den der
genannte Herr am Donnerstag, den 5. Februar cr., abends
9½ Uhr, im Kaiſerſaal halten wird. Dieſes Material wird
den durchſchlagenden Beweis geben, daß, was ſeither
noch nirgends in der Oeffentlichkeit ſo präziſe
nachgewie=
ſen wurde, eine beängſtigende Unrentabilität beſteht und
wird die Notwendigkeit und den Weg zeigen, wie geholfen
werden kann. Alle Intereſſenten ſeien ſchon heute auf
die=
ſen Vortrag aufmerkſam gemacht und es ſei ihnen
drin=
gend angeraten, ſich den Beſuch desſelben nicht entgehen
zu laſſen.
* Vortrag im Naturheilverein. Montag, den 9.
Fe=
bruar, wird Frau Margarete Paesler aus Berlin im
Kaiſerſaal, Grafenſtraße, einen Vortrag für Damen halten
über „Geſundheit, Schönheit und Glück unſerer Frauen”
Zu dem Vortrag haben auch erwachſene Damen Zutritt.
die dem Verein nicht angehören. (Näheres ſiehe Anz.)
* Mozart=Verein. Nachdem die Vorbereitungen für
das am 7. Februar ſtattfindende Winterfeſt
in ihr letztes Stadium getreten, läßt ſich überſehen, daß
der Mühe Arbeit nicht umſonſt geweſen iſt, und daß den
Mitgliedern des Vereins auch in dieſem Jahre wieder der
frohe Genuß eines überraſchend ſchönen Feſtabends in
Ausſicht ſteht. Die originelle Idee, denſelben in das
Ge=
wand eines „Sommernachtfeſtes” zu kleiden, hat
insbeſondere den bewährten Vereinsdekorateuren
er=
wünſchte Gelegenheit zur Entfaltung ihres ganzen
Kön=
nens gegeben. Die Räume des Saalbaues ſind in einen
glänzend illuminierten weiten Blumen= und
Pflanzen=
hain verwandelt und werden in ihrer ſommerlichen Pracht
die Feſtteilnehmer wie mit einem Zauberſchlage alle
aus=
geſtandene Unbill der ſtrengen Winterzeit vergeſſen laſſen.
Bei den Klängen zweier Muſikkapellen wird alsdann bald
eitel Luſt und Freude herrſchen und auch an Unterhaltung
ſonſtiger Art kein Mangel ſein. Hiervon ſollen
insbeſon=
dere die trefflichen Darbietungen des im Fürſtenſaal
etablierten „Bunten Brettl” ſowie das in den Charakter
der Veranſtaltung ſich paſſend einfügende Kunſt= und
Rei=
genfahren von 10 Mitgliedern des hieſigen Velociped=
Klubs als beſonders intereſſant hervorgehoben ſein. In
dem Sektzelt auf dem Podium, welches den glanzvollen
Abſchluß der ganzen Ausſchmückung bildet, laden wie
im=
mer reizende Plätzchen zu ruhigem, genußfrohem
Verwei=
len ein, während es dem gemütlichen Biergarten im
klei=
nen Saal mit ſeiner luſtigen Bockmuſik ſicherlich an
Zu=
ſpruch ebenfalls nicht fehlen wird. Den Abſchluß des
Feſtes bildet ſodann ein ſolenner Ball, der mit einer
präch=
tigen Fackelpolonäſe eröffnet wird. (Siehe auch heutiges
Inferat.)
* Kaninchenſchau. Anläßlich der vom
Kaninchenzucht=
verein Darmſtadt (älterer Verein) veranſtalteten
Ramm=
ler=Schau, welche gut beſchickt war und nur ſchöne Tiere
aufwies, erhielten folgende Züchter Preiſe: Belgier=
Rieſen, Alttiere: Feik Ehrenpreis, Rupp 1., Stähr 2. und
Storm 3. Preis; Jungtiere: Rupp 1. und 3., Jung 2.,
Schä=
fer 3. und Matthes 3. Preis. — Franz. Widder, Alttiere:
Oechler Ehrenpreis, Weingärtner 1., Mennet 2., Schmidt 3.;
Jungtiere: Schleidt 3. Preis. — Silber: Hartmann
Ehren=
preis, Fleiſchmann 1., Bohn 2., Hock und Abt 3. Preis. —
Black and tan: Waldſchmidt 1. und Roß 2. Preis. —
Ja=
paner: Petri I. 3. Preis. — Hermelin: Roß Ehrenpreis
und Eberhardt 3. Preis. — Holländer: Fleiſchmann 3. und
Oſtermeier 3. Preis.
Falſches Geld. Seit einiger Zeit ſind falſche
Sil=
bermünzen im Umlauf; meiſtens 5=Mark=Stücke, die
ziem=
lich gut nachgemacht ſind. Insbeſondere ſind Klang und
Prägung auf beiden Seiten gut, dagegen der Rand
un=
klar. Sie ſind ſchwach verſilbert, fühlen ſich fettig an und
haben ein Mindergewicht von 6—7 Gramm. Auch 2= und
1=Mark=Stücke kommen vor. Es ſind gemeingefährliche
Fälſchungen, deshalb iſt größte Vorſicht geboten. Es
wird erſucht, etwaige Mitteilungen, die zur Entdeaung
des Fälſchers oder Verbreiters führen können, an die
Großh. Staatsanwaltſchaft Darmſtadt zu machen.
* Fleiſchabſchlag. Wie aus der in der heutigen
Aus=
gabe unſeres Blattes enthaltenen Bekanntmachung der
Metzger=Innung Darmſtadt erſichtlich iſt, haben die
Schweinemetzger Darmſtadts beſchloſſen, mit
Wir=
kung vom 1. Februar ab einen Abſchlag von 6—10
Pfennig pro Pfund auf Fleiſch= und Wurſtwaren
ein=
treten zu laſſen.
* Im Orpheum findet heute, Sonntag, wie bereits
mitgeteilt, Programmwechſel ſtatt. Der neue Varieté=
Spielplan gelangt bereits in der Nachmittagsvorſtellung
zur Darſtellung.
* Chauſſeehaus=Triumphator=Ausſchank. Das bis
inkluſive 9. Februar täglich ſtattfindende Triumphatorfeſt,
à la Salvatorfeſt, hat geſtern ſeinen Anfang genommen.
Heute, Sonntag, beginnt das Feſt ſchon um 4 Uhr bei
urfideler Biermuſik. Der Triumphatorſtoff mundet
vor=
trefflich und dürfte reichlich Zuſpruch finden. (S. Anz.)
* Konzerte. Schützenhof. Heute Sonntag, den 1.
Februag, findet im Kellerlokal von abends 6 Uhr ab großes
humoriſtiſches Konzert ſtatt, bei freiem Eintritt, worauf
hiermit nochmals beſonders hingewieſen wird. (S. Anz.)
Rummelbräu. Heute, Sonntag, den 1. Februar,
arrangiert Herr Reſtaurateur Ekey einen humoriſtiſchen
Abend größeren Stils. Das Programm, welches von der
Kapelle des Großh. Art.=Korps unter Leitung des Herrn
Obermuſikmeiſters Mickley zur Ausführung gelangt, wird
ſehr viel Abwechslungsreiches auf dem Gebiet des Humors
enthalten. Jeder Humoriſt und Karnevalsredner aus dem
Publikum wird für ſeine Mitwirkung durch
Ordensdeko=
cationen ausgezeichnet. 8 Uhr 11 Min. findet großer
Empfang der närriſchen Hoheiten und Gäſte ſtatt. Dieſes
lrrangement dürfte ſich zu einem beſonders vergnügten
Abend geſtalten, zumal der Eintrittspreis ein nur
mäßi=
ger iſt.
Hanauer Hof. Für heute Sonntag hat das
rührige Faſtnachtskomitee eine Neuerung eingeführt,
in=
dem es ab 4 Uhr in den närriſch dekorierten Lokalitäten
ein Tanzvergnügen für Jung und Alt arrangiert hat, bei
freiem Eintritt. Eine Künſtlerkapelle wird in dezenter
Weiſe zum Tanz aufſpielen. Dabei gibts vorzüglichen
Kaffee und Kuchen. Abends präzis ½8 Uhr beginnt das
venezianiſche karnevaliſtiſche Feſt, bei dem Meiſter Mickley
die Direktion ſeiner Kapelle übernimmt, und ein urfideles
Programm zuſammengeſtellt hat. Der erſte ſüddeutſche
Karnevalsredner Otto Stricker hat ſeine Mitwirkung
zu=
geſagt. Der Conferencier Auguſt Heldmann, gen. Spargel,
wird ebenfalls ſeines Amtes mit gewohntem Geſchicke
walten. Jedem Beſucher ſteht demnach eine genußreiche
Veranſtaltung bevor.
* Erwiſchter Hoteldieb. Vergangene Nacht wurde im
Hotel „Zur Poſt” am Bahnhof eingebrochen. Der
Ein=
brecher wurde durch den Hotelgaſt Kaufmann Alfred
Volang aus Balingen geſtört. Er alarmierte die
Haus=
bewohner, worauf der Täter die Flucht ergriff und ſich
verſteckte. Der herbeigerufene Schutzmann Jäger ſetzte
ſeinen Polizeihund auf die Spur und’es gelang dem
Hund, den Einbrecher in dem gegenüberliegenden Hotel
in der Waſchküche aufzuſpüren. Mit Hilfe des Hotelgaſtes
Volang und des Hotelbeſitzers wurde der Einbrecher
ver=
haftet. Er hatte u. a. den Koffer des Kaufmanns Volang
zerſchnitten, jedoch war der Inhalt nur linke Muſterſchuhe,
die er zurückließ. Die übrigen geſtohlenen Sachen wurden
an Ort und Stelle abgenommen und dem Eigentümer
übergeben.
* Darmſtädter Faſtnachtszeitung Nr. 2 iſt ſoeben
er=
ſchienen. Neben allgemeinen guten humoriſtiſchen Bei=
Feuilleton.
C.K. Blinddarmentzündung und Phantaſie. Die
Epi=
heemie der Blinddarmentzündung, die unzweifelhaft
zur=
zeit faſt alle Kulturländer der Erde überzieht, hat
natür=
lich zu den mannigfachſten Erklärungen über die plötzliche
Zunahme dieſer Erkrankung Anlaß gegeben. In einem
eängehenden Aufſatz über die Blinddarmentzündung, den
Geh. Rat Küttner in der bei der Deutſchen Verlagsanſtalt
erſcheinenden Deutſchen Revue veröffentlicht, geht der
her=
norragende Breslauer Chirurge auch auf die Frage nach
den Grundurſachen der furchtbaren Krankheit ein und
zeigt dabei in kulturgeſchichtlich intereſſanter Weiſe, welche
ſtolle die Phantaſie bei dieſen mannigfachen
Erklärungs=
verſuchen geſpielt hat. Während die eigentlichen Urſachen
im dem ſpezifiſchen Bau und den eigentümlichen
Funktio=
wen des Wurmfortſatzes am Blinddarm zu ſuchen ſind, hat
nnan die abenteuerlichſten Anſchauungen über die Schuld
entwickelt, die Fremdkörper an der Erkrankung
tra=
geen. Kirſch= und Apfelſinenkerne wurden ebenſo
verant=
poortlich gemacht wie die Emailſplitter der modernen
Koch=
geſchirre, die Metallteile der Konſervenbüchſen und der
Grand der Kunſtmühlſteine. Dabei iſt dieſe
Fremdkörper=
gefahr, wie eine Rundfrage bei den bedeutendſten
Chi=
rurgen ergeben hat, winzig klein. Profeſſor Küttner hat
bei der ſehr großen Zahl von Operationen, die er
aus=
führte, nur zweimal einen Fremdkörper gefunden, einmal
ein Schrotkorn und das andere Mal eine Fiſchgräte. Die
Oebſtkerne ſind viel zu groß, um in den engen Kanal des
Wurmfortſatzes einzudringen, und Emailſplitter hat man
nde gefunden, ſo daß dieſe Behauptung keine anderen
Fol=
gen gehabt hat, als der Email=Induſtrie empfindlich zu
ſchaden. Aber dieſe landläuſigen und viel verbreiteten
Vermutungen ſind, obwohl ſie jeder Begründung
entbeh=
rem, noch zahm gegen die ausſchweifenden Phantaſien,
durch die manche Aerzte die Blinddarmentzündung zu
er=
klären ſuchten. So beſchuldigte ein Engländer die
Ab=
ſpaltungsprodukte des roten Gummi an den Limonaden=
flaſchen, ein anderer die zur Fleiſchkonſervierung benutzte
Borſäure. Nüſſe, Ananas, Wurſt, Käſe, Pilze, Muſcheln
und Hummern mußten als der ſchuldige Teil herhalten.
In Amerika klagte man die Eisgetränke an, in Europa den
reichlichen Biergenuß. Ein engliſcher Autor machte „
Ab=
führmittel und Leberpillen” für die Blinddarmentzündung
verantwortlich; nach in Deutſchland geäußerten
Anſſchau=
ungen ſollen Aloe, Aloin, Cascara und
Queckſilberpräpa=
rate die eigentliche Urſache ſein. Es bekamen aber auch
ſehr viel Leute die Krankheit, die von ſolchen Mitteln
keine Ahnung hatten. Des weiteren ſind noch als Gründe
angeführt worden: Ueberarbeitung, die Schule, das Leben
an Bord und in den Tropen, die Militärdienſtzeit), die
ſtändige Fluktuation der Bevölkerung und das viele
Eiſenbahnfahren.
** Das größte Fernrohr der Welt. Das größte
Fern=
rohr, das bisher gebaut worden iſt, geht jetzt in Kanada
ſeiner Vollendung entgegen. Es wird 360000 Mark
koſten, und ſein Spiegel, der aus dem vollkommenſten Glas
beſteht, das menſchliche Geſchicklichkeit anfertigen kann, hat
6 Fuß Durchmeſſer. Bisher durfte den Ruhm, der
uner=
reichte Rieſe unter den Teleſkopen zu ſein, das große
Fern=
rohr in Anſpruch nehmen, das zuerſt auf der Pariſer
Aus=
ſtellung von 1899 gezeigt wurde. Es hat Linſen, die einen
Durchmeſſer von 49 Zoll aufweiſen, und das Rohr iſt 197
Fuß lang. Doch iſt dieſes Fernrohr nicht in einen
Kup=
pelbau eingebaut und ſteht überhaupt an Vollkommenheit
weit gegen das Yerkes=Teleſkop zurück, das bisher als
das ausgezeichnetſte Fernrohr gelten konnte; es iſt 74 Fuß
lang und wiegt über 7 Tonnen. Das neue Fernrohr in
Kanada wird jedoch ſeine Rivalen an Größe und
Vollen=
dung der Ausführung weit in den Schatten ſtellen.
* Eine Kugel aus der Schlacht bei St. Privat. Aus
Kirberg (Kreis Limburg) wird berichtet: Eine Operation
infolge einer Verwundung im deutſch=franzöſiſchen Kriege
wurde dieſer Tage an dem dort lebenden Veteranen und
Gerbereibeſitzer Wilh. Leber vorgenommen. Leber, der
bei dem Garde=Grenadier=Regiment Kaiſerin Auguſta den
Feldzug mitmachte, wurde in der Schlacht bei St. Privat
durch drei Schüſſe ſchwer verletzt. Ein Schuß ging durch
die rechte Schulter, einer durch das rechte Handgelenk, ein
dritter Schuß ſtreifte den linken Oberarm. Nach 1
½jäh=
rigem Krankenlager im Lazarett wurde er vor 41 Jahren
als geſund entlaſſen. Vor Jahresfriſt etwa machten ſich
wieder Schmerzen in der Schulter bemerkbar. Eine ſtarke
Vereiterung machte nunmehr einen operativen Eingeiff
durch Oeffnen der alten Wunden nötig. Die Operation
nahm einen guten Verlauf, und der Patient befindet ſich
verhältnismäßig wohl. Es war ein Stück der Kugel in
der Wunde zurückgeblieben und hatte jetzt — nach 48
Jahren — die Operation nötig gemacht.
B. Der rauchende Schornſtein. Von einem bekannten
engliſchen Staatsmann, der in allen Dingen ein Optimiſt
iſt, mit Ausnahme in Sachen der Ehe, weiß eine
Zeit=
ſchrift eine amüſante Geſchichte zu erzählen. Der Miniſter
ging eines Mittags auf ſeinem Landgut ſpazieren und
ſtieß dabei auf einen ſeiner Pächter, der mitten auf der
Landſtraße ſaß und ſein Mittageſſen außerhalb ſeines
nahe dabeiliegenden Hauſes verzehrte. „Nun, Henry,”
fragte der Staatsmann erſtaunt „warum eſſen Sie denn
ſo allein hier draußen?” „Ach, Herr,” ſtammelte der Mann
in höchſter Verwirrung, „drin’ kann ich nicht, e—e— der
Schornſtein raucht nämlich ſo.” „Das iſt doch aber
wirk=
lich ſchrecklich,” ſagte der Miniſter, deſſen
menſchenfreund=
liche Gefühle ſofort erwacht waren, „da muß ich doch mal
nachſehen, woran das liegt.” Und bevor ihn der Pächter
noch aufhalten konnte, eilte der Herr mit raſchen Schritten
der Haustüre zu. Sobald er ſie öffnete, traf ihn mit
wohlgezieltem Wurf ein Kochlöffel an die Stien und eine
wütende Frauenſtimme ſchrie: „Wirſt Du wohl wieder
rausgehen, Du alter Schuft! Raus oder —‟ Höchſt
be=
troffen zog ſich der Staatsmann ſofort zurück. Der
Päch=
ter aber hatte ſich wieder an den Wegrand geſetzt und
ſchüt=
telte ſorgenvoll und in höchſter Aufregung ſein Haupt.
Freundlich trat der Staatsmann zu ihm heran, klopfte
ihn begütigend auf die Schulter und ſagte tröſtend: „Laßt’s
gut ſein, Henry. Mein Schornſtein raucht auch
manch=
mal.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Srmmer 32.
trägen bringt dieſelbe die Begrüßungsanſprache, zwei
Lieder und das in Form einer Jahres=Chronik gehalteng
umfangreiche Protokoll der Sitzung der Darmſtädter
Turn=
gemeinde.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expedi=
tion (Rheinſtr. 23) ſind folgende Bilder neu ausgeſtellt:
Die Kaiſer=Geburtstagsfeier in Berlin. — Kants
Grab=
ſtätte, die Kant=Kapelle am Dom in Königsberg, die jetzt
abgebrochen werden ſoll. — Vom Kampf um die deutſche
Skimeiſterſchaft in Garmiſch-Partenkirchen; Thorleif Aas
ſpringt 35,50 Meter und iſt Gewinner des
Ehren=
preiſes für den kühnſten Sprung. — Der griechiſche
Mini=
ſterpräſident Venizelos mit Gefolge in Berlin.
Provinzialausſchuß.
-g. Das Eiſenbahnbetriebsamt II Worms machte das
Kreisamt Bensheim darauf aufmerkſam, daß ſechs Beſitzer
Brennholz in einer geringeren Entfernung als 38 Meter
von der Mitte des nächſten Bahngleiſes aufgeſtellt haben.
Gemäß Artikel 66 der Kreis= und Provinzialordnung
legte daher das Kreisamt dem Holzhändler G.
Lingel=
bach II. zu Bürſtadt durch einen Polizeibefehl vom
12. Dezember auf, das Holz in die vorſchriftsmäßige
Ent=
fernung von 38 Meter zu bringen. Lingelbach klagte
gegen dieſen Polizeibefehl. Das Holz lagere in einer
Entfernung von 22 Metern ſchon über 30 Jahre und die
Grundſtücke wären für ihn ganz unbrauchbar, wenn er
die=
ſer Vorſchrift nachkommen würde. Uebrigens verzichte er
auf jede Entſchädigung für etwa entſtehenden
Brand=
ſchaden. Ein Inbrandſetzen des Holzes durch Funken ſei
ausgeſchloſſen, auch ſtapele die Eiſenbahn ihre geteerten
Bahnſchwellen unmittelbar neben den Gleiſen auf. Das
Eiſenbahnbetriebsamt erklärte ſich bereit, den Zuſtand zu
belaſſen, wenn Lingelbach einen Revers unterſchreibt,
wozu Lingelbach ſich bereit erklärte. Der
Provinzialaus=
ſchuß gab in ſeiner geſtrigen Verhandlung der Klage des
L. ſtatt und hob den Polizeibefehl auf.
Die Ehefrau Henriette Marx zu Langen ſucht um
Genehmigung zum Betrieb einer Privatentbindungsanſtalt
in ihrem Hauſe in der Gartenſtraße in Langen nach. Sie
ſei durch Krankheit ihres Mannes zu einem Erwerb
ge=
zwungen. Die Geſuchſtellerin und ihre Tochter ſind als
Krankenwärterinnen ausgebildet. Das
Kreisgeſundheits=
amt hatte das Geſuch nicht befürworten können, da die
Geſuchſtellerin die Anſtalt bereits ohne Konzeſſion
betrie=
ben hat. Auch liege ein Bedürfnis nicht vor und es ſei
nicht die ſtete Bereitſchaft eines Arztes oder einer
Heb=
amme ſichergeſtellt. Der Gemeinderat ſprach ſich gegen
das Geſuch aus und das Kreisamt Offenbach wies
darauf=
hin das Geſuch ab. Der Provinzialausſchuß beſchloß
Be=
weiserhebung darüber, ob Tatſachen vorliegen, die die
Un=
zuverläſſigkeit der Geſuchſtellerin ergeben.
Der Maurer Konrad Reil zu Elmshauſen ſucht um
Erlaubnis zum Verkauf von Selterswaſſer, Zigarren und
Zigaretten nach. Der Geſuchſteller iſt Invalide und erhält
16,50 Mark monatliche Rente. Da dies zu ſeinem
Lebens=
unterhalt nicht ausreicht, will er auf der Hochſtädter Höhe
auf dem Weg nach dem Felsberg eine Bude zum
Ver=
kauf von Selterswaſſer uſw. einrichten. Dex
Gemeinde=
rat hatte das Bedürfnis bejaht, der Kreisausſchuß
Bens=
heim das Ceſuch abgelehnt mit der Begründung, daß ein
Bedürfnis für einen derartigen Betrieb nicht erwieſen ſei
Der Provinzialausſchuß gab der Klage gegen dieſe
Ent=
ſcheidung ſtatt und erteilte die nachgeſuchte
Kon=
zeſſion. Die Bude iſt ordnungsmäßig herzurichten und
darf nicht mißſtändig wirken.
Bei einer Reviſion bemerkte die Handwerkskammer
Darmſtadt, daß der Tüncher und Maler L. Fleckenſtein
von Michelbach i. O. einen jungen Mann als Taglöhner
be=
ſchäftigte, über deſſen Tätigkeit keine einwandfreie Klärung
erfolgen konnte. Bei einer zweiten Reviſion konnte dem
Beauftragten der Handwerkskammer das Arbeitsbuch nicht
vorgelegt werden. Fleckenſtein wurde darauf ſchriftlich
mehrmals aufgefordert, das Arbeitsbuch einzuſenden. Da
dies nicht erfolgte, belegte ihn das Kreisamt Erbach am
21. Oktober 1913 auf Grund von Artikel 103 Abſ. 1 der
Ge=
werbeordnung mit einer Strafe von 3 Mark, gegen die
Fleckenſtein Klage erhebt mit der Begründung, er ſei nicht
verpflichtet, das Buch einzuſenden. Das jetzt vorliegende
Arbeitsbuch datiert vom 8. Auguſt 1913, während die erſte
Reviſion am 5. Auguſt ſtattfand und der 15jährige junge
Mann ſeit 21. Mai 1912 beſchäftigt iſt. Der
Provinzial=
ausſchuß beſchloß daher, die Klage abzuweiſen.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 31. Januar 1914.
Butter, ½ kg . 1,30 M
in Partien, ½ kg 1,20 M
—12 Pf.
Eier, Stück .
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück . 4—10 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,25-2,50 M
Kumpf (10 Liter)40—45 Pf.
4—5 Pf
½ kg
Mäuschen,½ kg10—12 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 14—25 Pf.
Zitronen, Stück . 4—6 Pf.
Apfelſinen, Stück 4—10 Pf.
Birnen, ½ kg . 00—00 Pf
Nüſſe, ½ kg .00—00 Pf.
Kaſtanien, ½ kg 00—00 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 17—18 Pf.
Endivien, ½ kg 30—35 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10-12 Pf.
Radieschen, Bündel 00 Pf.
Rettiche, Stück . 4—10 Pf.
Meerrettich, Stück 10—30 Pf
Roterüben, ½ kg 5—6 Pf.
Zwiebeln ½ kg 12—14 Pf.
Tomaten, ½ kg . . 00 Pf
Spinat, ½ kg . 25—30 Pf.
Weißkraut, Stück 5—15 Pf.
Rotkraut, Stück 8—30 Pf.
Blumenkohl, Stück 40—60 Pf.
Wirſing, Stück . 6—10 Pf.
Grünkohl, Stück 5—7 Pf.
Roſenkohl, ½ kg 20—30 Pf
Gelberüben, ½ kg 5—6 Pf
Schwarzwurz, ½ kg 30 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 85—90 Pf.
Enten, Stück 3,50—4,00 M.
Hahnen, Stück 1,50—2,50 M.
Hühner, Stück 2,50—3,00 M.
Tauben, Stück 60—70 Pf.
Haſen, Stück 2,50—4,00 M.
Lapins, Stück 0,90—1,00 M.
Ziegenfleiſch, ½ kg 50-60 Pf.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . . . 90 Pf.
Aal, ½ kg 0,90—1,00 M.
Karpfen, ½ kg 75—80 Pf.
Andere Rheinfiſche,
. 40—60 Pf.
½ kg.
Rotzungen, ½ kg 50—60 Pf
Schollen, ½ kg 35—40 Pf.
Kabeljau ½ kg. 30—35 Pf.
Schellfiſche ½ kg 30—35 Pf.
kl. ½ kg 00 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg 66—76 Pf
Hackfleiſch, ½ kg
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 85 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
. 96 Pf.
kg . .
Schwartemagen u.
Fleiſch=
wurſt, ½ kg . . 85 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
. 70 Pf.
½ kg
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Der deutſche Meiſterſänger Robert
Kothe, auch in Darmſtadt ein ſtets freudig begrüßter
Gaſt, wird ſeinen diesjährigen Lieder= und Lautenabend
am 12. Februar im Saale „Zur Traube” geben. In
München hat Kothe in dieſer Saiſon bereits vier Konzerte
veranſtaltet, die ſämtlich total ausverkauft waren — ein
Fall, wie er ſelbſt den berühmten älteſten Leuten dort
ſchon ſeit Urzeiten nicht erinnerlich. So iſt — und nicht
nur für München — Wahrheit geworden, was ein Kritiker
in der München=Augsburger Abendzeitung einmal von
dieſem Künſtler ſchrieb: „Kothe iſt uns einfach
unent=
behrlich”. — Für ſeinen hieſigen Abend hat der
Sanges=
meiſter die edelſten Perlen ſeines auf zehn Programme
ingewachſenen unerſchöpflichen Liederbornes ausgeleſen,
darunter Landsknechtſänge, fromme alte Weiſen,
Bänkel=
lieder fahrender Scholaren, Minnelieder — alle in
ſei=
ner oder in Scherers köſtlicher Lautenbearbeitung. Ein
Kothe=Abend bildet in allen Städten die freudig erwartete
Abwechslung im Reigen der vielen Konzerte: er iſt der
Quell, zu dem der ſonſt längſt muſikmüde Konzertpilger
wandert, um aus ihm Herz und Sinn zu ſtärken. — Wir
werden erſucht, darauf aufmerkſam zu machen, daß Kothe
heuer nur mehr dieſen einen Abend hier geben kann,
Karten ſind wieder in Heinrich Arnolds
Hofmuſikalien=
handlung, Wilhelminenſtraße 9, erhältlich.
— Pfungſtadt, 31. Jan. (Säuglingspflege.)
Gegenwärtig wird hier ein Kurſus für Säuglingspflege
abgehalten, an dem ſich 68 Damen beteiligen. Dieſe
wer=
den in zwei Abteilungen, nachmittags von 4—6 und abends
von 8—10 Uhr, in der Pflege und Ernährung der
Säuglinge unterwieſen. — (Keine Kochſchule.) Der
Gemeindevorſtand lehnte in ſeiner Mehrheit die Errichtung
einer Kochſchule für die 13jährigen Schülerinnen der
Volksſchule mit der Begründung ab daß es beſſer ſei, die
ſchulentlaſſenen Mädchen in Fortbildungsſchulen in der
geſamten Haushaltungskunde zu unterrichten, da bei ihnen
ein größeres Intereſſe für dieſen Unterricht vorausgeſetzt
werden könne als bei 13= bis 14jährigen Schulkindern.
Groß=Gerau, 31. Jan. (Ueberfüllung des
Haftlokals.) Das Groß=Gerauer Kreisblatt ſchreibt:
Durch die faſt tägliche Inhaftnahme von Bettlern und
Landſtreichern iſt das hieſige Gerichtsgefängnis ſo
über=
füllt, daß niemand mehr Aufnahme finden
kann. Zur Entlaſtung iſt daher heute ein größerer
Ge=
fangenentransport an das Gerichtsgefängnis in Gernsheim
abgegangen. Frauen müſſen, ſo lange die Ueberfüllung
andauert, dem Provinzialarreſthauſe in Darmſtadt
über=
wieſen werden. Gewiß ein trauriges Zeichen der Zeit.
— Heppenheim, 31. Jan. (Karneval.) Man
ſchreibt uns: Gehſte her oder nett, ruft der Elferrat des
Karnevalvereins Heppenheim allen denen zu, die gerne
einige vergnügte Stunden echten und ungezwungenen
Humors verleben. Die letzte närriſche Sitzung am 25.
Ja=
nuar hat gezeigt, daß die Darbietungen alle Erwartungen
übertrafen, und nun wollen ſich die Elfer bei der großen
Glanzfremdenſitzung am 8. Februar, nachmittags 4.11 Uhr
noch ſelbſt übertreffen. Das Programm iſt reichhaltiger
und enthält nur neue Sachen. Da ſich die ausgedehnten
Narrenräume des „Halben Mondes” infolge des großen
Fremdenbeſuches als zu klein erwieſen, ſollen inzwiſchen
zur Vergrößerung der Narrenräume bauliche
Veränderun=
gen größeren Stiles vorgenommen werden.
* Mainz, 31. Jan. (Die
Stadtverordneten=
wahlen.) Der Kreisausſchuß erklärte in ſeiner
heute mittag bekannt gegebenen Entſcheidung, die am
4. Dezember 1913 vorgenommenen
Stadtverordne=
tenwahlen in Mainz für gültig. Es ſind
dem=
nach, wenn keine Berufung eingelegt wird, vom
ſozial=
demokratiſchen Zettel 13 und vom bürgerlichen 3
Kandi=
daten gewählt.
Bingen, 31. Jan. (Eisſprengungen.) Der
er=
wartete Eisgang auf der Nahe iſt noch nicht eingetreten.
Dagegen ſtaut ſich das Waſſer weiter oberhalb da es durch
das Eis und durch den Umſtand, daß der Waſſerſpiegel
des Rheins höher als der der Nahe iſt, zurückgehalten
wird. An verſchiedenen Stellen der unteren Nahe iſt
be=
reits die Hochwaſſergrenze erreicht. Um
Ueberſchwem=
mungen zu vermeiden, wird das Eis zurzeit an der
Mün=
dung der Nahe durch eine Abteilung des 21. Pionier=
Ba=
taillons aus Mainz=Kaſtel unter Führung eines
Haupt=
manns und eines Leutnants geſprengt; zu ihrer
Un=
terſtützung ſoll noch eine Abteilung von 25 Mann in
Bin=
gen eintreffen. Bei weiterem Steigen der Nahe wird ein
Dammbruch bei Dietersheim befürchtet, durch den der Ort
in hohem Maße gefährdet würde; das gleiche gilt auch von
Laubenheim a. d. N. Das Pionierkommando ſucht daher
in die Eisdecke eine etwa 10 Meter breite Rinne zu
bre=
chen. Hierzu werden zunächſt Löcher im Eiſe gebrochen,
in die die Pulver=Sprengpatronen verſenkt werden.
Als=
dann wird die Zündung durch einen elektriſchen Strom
herbeigeführt. Bei der Exploſion fliegen die
losgeſpreng=
ten Eisſtücke drei bis vier Meter in die Höhe. Da nun
die Strömung der Nahe ſehr ſchwach iſt, müſſen die
ab=
geſprengten Eisſchollen von den Pionieren an den Rhein
getrieben werden, weil ſie ſonſt an der gleichen Stelle
lie=
gen bleiben und zuſammenfrieren würden. Dieſe Arbeit
wird mit fünf Pontons ausgeführt. Im Laufe des
geſtri=
gen Tages konnte nur die Strecke unterhalb der
Eiſen=
bahnbrücke Bingen=Bingerbrück geſprengt werden. — Der
Rhein iſt zurzeit faſt vollſtändig eisfrei. Die Schiffahrt
iſt auf dem Strome in vollem Umfange wieder
aufgenom=
men worden. Der Schiffahrtsverkehr dürfte in der
näch=
ſten Zeit recht lebhaft ſein.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. Jan. Der Geſamtbetrag
für die Ausführung des Hoffmannſchen Entwurfes
des Königlichen Opernhauſes wird mit 25
Millionen Mark angegeben. — Auf Anregung des
Stadt=
ſchulrats Dr. Fiſcher hat ſich ein aus Rektoren, Lehrern
und Lehrerinnen zuſammengeſetzter Kinoausſchuß
für die Berliner Schulen gebildet, von deſſen
Or=
ganiſation die ſtädtiſche Schuldeputation Kenntnis in
ihrer letzten Sitzung genommen hat. Für die einzelnen
Stadtgegenden bildet der Ausſchuß beſondere
Kommiſſio=
nen. Für die Vorſtellungen erhalten die Kinder eines
be=
ſtimmten Bezirks gegen ein geringes Entgelt Zuteitt.
Vor Beginn oder nach Abſchluß beſtimmter
Unterrichts=
gebiete, der Geſchichte, der Erdkunde, Naturkunde uſw.
will man den Schulen eines kleineren Bezirks eine
ent=
ſprechende Darbietung als anſchauliche Grundlage des
Unterrichts unentgeltlich gewähren. — Ein
Charlotten=
burger Bürger, der nicht genennt ſein will, hat der
Stadt=
gemeinde eine Million Mark als „Emil= und Marie=
Stiftung für arme ſkrofulöſe oder ſchwächliche Kinder der
Stadt Charlottenburg” geſchenkweiſe überwieſen und den
Betrag bereits bei der Stadthauptkaſſe eingezahlt. Der
Magiſtrat der Stadt Charlottenburg hat die Stiftung
an=
genommen. — Im Zirkus Buſch ſtürzte heute abend
eine Säulenkuliſſe herab und riß drei Tänzerinnen mit.
Während zwei von ihnen mit dem bloßen Schrecken
da=
vonkamen, erlitt die dritte leichte Quetſchungen und
Haut=
abſchürfungen.
31. Jan. Ein ſchwerer Revolverkampf ſpielte
ſich heute vormittag in einer Laubenkolonie auf Neuköllner
Gebiet ab. Der 19 Jahre alte Sohn des Schankwirts
Prätzel hatte ſeinem Vater eine Kaſſette mit 300 Mark
geſtohlen und hielt ſich in der Laube ſeines Vaters
ver=
borgen. Als der Vater mit einem Schutzmanne an die
verriegelte Laube herankam, feuerte der Dieb auf den
Be=
amten und eröffnete, als acht Kriminalbeamte herbeigeholt
worden waren, auf dieſe ein Schnellfeuer mit einem
Re=
volver, das die Beamten aus einer Deckung erwiderten.
Als dem Dieb die Munition ausgegangen war, drangen
die Beamten in die Laube ein und fanden ihn ſterbend
auf. Er hatte eine Kugel in den Leib erhalten und ſich
ſelbſt ſeine letzte Kugel in die Schläfe geſchoſſen.
Frankfurt, 31. Jan. (Gattenmörder.) Der vor
etwa vierzehn Tagen auf Erſuchen der Polizei in
Phila=
delphia hier verhaftete angebliche Pezirolli hat heute
eingeſtanden, daß er am 30. November 1913 in
Phila=
delphia ſeine Frau erſchoſſen hat, nicht ſeine
Schweſter wie zuerſt mitgeteilt worden war. Pezirolli,
der in Wirklichkeit Francesco Palandrani heißt, war in
der Predigerſtraße feſtgenommen worden, wo er ſich unter
dem Namen Pietro Caſino aufgehalten hatte. Die
Aus=
lieferung Palandranis wird jetzt von den Behörden in
die Wege geleitet.
( Weinheim, 30. Jan. (Verband badiſcher
Bergſtraßenorte.) Heutd nachmittag tagte unter
Vorſitz von Bürgermeiſter Dr. Wettſtein in den „Vier
Jahreszeiten” eine ſtark beſuchte Verſammlung von
Ver=
tretern der badiſchen und heſſiſchen Bergſtraßenorte,
um auf Grund der kürzlich hier abgehaltenen Konferenz
mit den Verkehrsausſchüſſen Heidelberg, Mannheim und
der heſſiſchen Bergſtraße eine neue ſelbſtändige
Verkehrs=
organiſation in das Leben zu rufen. Nach längerer
Er=
örterung wurde einſtimmig beſchloſſen, ſeinen Verband
der badiſchen Bergſtraßenorte mit badiſchem und heſſiſchem
Vor= und Hinterland als ſelbſtändige Organiſation zu
gründen. Ebenſo wird grundſätzlich dem Anſchluſſe an
die drei benachbarten Verbände (Mannheim, Heidelberg
und heſſiſche Bergſtraße) zugeſtimmt und der Vorſtand
beauftragt, wegen der Bedingungen des Anſchluſſes mit
den Nachbarverbänden in Verhandlungen zu treten. In
den Vorſtand werden Bürgermeiſter Dr. Wettſtein und
Stadtrat Karl Zinkgräf, ſowie als Beiſitzer die
Bürger=
meiſter der beteiligten Gemeinden gewählt. Als
Mindeſt=
grenze für die Beitragshöhe wird ein Pfennig pro Kopf
der Bevölkerung der beitretenden Gemeinde feſtgeſetzt.
Ihren Beitritt zu der neuen Organiſation, deren Sitz in
Weinheim ſein ſoll, erklären vorbehaltlich der
Zuſtim=
mung des betreffenden Gemeinderates die Bürgermeiſter
der Bergſtraßenorte Schriesheim, Heddesheim, Hemsbach,
Großzackſſen, Sulzbach, Leutershauſen, Gorxheim,
Bir=
enau, Tröſel, Ober= und Unterabtſteinach,
Waldmichel=
bach, Laudenbach. Schließlich wurde einſtimmig die
Reſo=
lution gefaßt, dahin zu ſtreben daß im Anſchluſſe an die
elektriſche Bahn Mannheim-Weinheim der Ausbau der
elektriſchen Bahn Heidelberg-Weinheim, ſowie
Wein=
heim-Laudenbach und Weinheim-Tröſel verwirklicht
werde.
Blankenburg a. H., 31. Jan. (Hohes Alter.)
Der frühere Vizepräſident des Braunſchweigiſchen
Land=
tags, Kreisdirektor Lerche, beging in voller Rüſtigkeit
ſeinen 102. Geburtstag.
Kottbus, 31. Jan. (Senſationelle
Verhaf=
tung.) Im Zuſammenhang mit der Unterſuchung gegen
den in Moabit inhaftierten Berliner
Grundſtücksſpekulan=
ten Leo Schiffmann iſt die Gattin des Staatsanwalts
am Kottbuſer Landgericht, Frau Hedwig Ahrens,
ver=
haftet worden, und zwar unter dem Verdachte des
Be=
trugs, der Urkundenfälſchung und des Meineids. Sie
wurde nach dem Unterſuchungsgefängnis Moabit
überge=
führt. Zugleich ſind in Berlin bei mehreren
Rechtsan=
wälten, Aerzten und Banken große Hausſuchungen
abge=
halten worden. Auch in der Wohnung des Staatsanwalts
Ahrens und ſpäter auch in ſeinem Dienſtzimmer ſind
Durchſuchungen vorgenommen worden, bei denen man
große Pakete von Briefſchaften beſchlagnahmte. Wie es
heißt, hat Frau Ahrens jahrelang ein Doppelleben
ge=
führt, indem ſie gleichzeitig mit dem Staatsanwalt
ver=
heiratet war, und außerdem unter dem Namen eines
Fräulein Fränkel als Prokuriſtin in der Firma Leo
Schiffmann fungierte. Nach der Flucht Schiffmanns
ver=
ſchwand auch die Prokuriſtin, und es gelang erſt jetzt, ihre
Perſönlichkeit zu ermitteln.
Breslau, 31. Jan. (Ausſtand.) In den Linke=
Hofmann=Werken iſt ein Ausſtand
ausgebro=
chen. Seit heute vormittag ſtreiken etwa 1000 Arbeiter,
Der Ausſtand iſt in der Maſchinenbauanſtalt ausgebrochen
und hat auf die Waggonbauanſtalt übergegriffen. Die
Aus=
ſtändigen ſetzen ſich hauptſächlich aus Verſtemmern und
Nietern zuſammen.
Poſen, 31. Jan. (Ueberfahren.) Auf der
Eiſen=
bahnſtrecke Wollſtein-Grätz zermalmte der
Schnell=
zug heute früh den Fleiſchermeiſter Krajewski aus
Milchowo und ſeinen Sohn, die mit einem Fuhrwerk bei
der Station Tloki den Bahnübergang paſſierten.
Paris, 31. Jan. (Aufgeklärtes Verbrechen.)
Frau Boda, geb. Meierſtein, Riga, die kürzlich durch
Selbſtmord endete, hat in einem hinterlaſſenen Schreiben
erklärt, daß ſich ihr im Jahre 1902 verſtorbener Ehegatte
nicht erhängt habe, ſondern mit ihrem Wiſſen von ihrem
eigenen Bruder erdroſſelt worden ſei.
London, 31. Jan. (Exploſionen.) Nach einer
Meldung aus Neu=York fanden in einem großen Gebäude,
Eaſt 63. Straße, in dem ſich eine Klavierfabrik befindet,
zwei Exploſionen ſtatt. Infolgedeſſen brach
Feuer in ſechs Miethäuſern, der Stadts
ſchule und in anderen Gehäuden aus. Bisher wurden
drei Leute in ſterbendem Zuſtande geborgen. Ueber 250
Frauen und Kinder wurden in aufregenden Szenen
ge=
rettet. 20 Pferde ſind verbrannt. Der Geſamtſchaden wird
auf 2½ Millionen Mark geſchätzt. Die Urſache der
Erplo=
ſion iſt rätſelhaft.
Port Said, 31. Jan. (Brand auf einem
Dampfler.) Auf dem Dampfer „Mancheſter” iſt in
deſſen voller Baumwolladung im Roten Meere Feuek
ausgebrochen. Er lief brennend ein, doch wurde das
Feuer gelöſcht. Der Schaden wird als bedeutend
ge=
ſchildert.
Parlamentariſches.
St. In dem geſtrigen Bericht über die Sitzung des
Finanzausſchuſſes iſt infolge Schreibfehlers in dem Satz
über die Ordenskoſten ein ſinnentſtellender Fehler
enthal=
ten. Es muß richtig heißen: Zu den Ordenskoſten hatte
die Regierung bekanntlich im Einklang mit der Forderung
auf Erhöhung der Zivilliſte einen höheren Betrag
einge=
ſtellt. Die Regierung erklärte, daß ſie das mit Rückſicht
auf die Beſchlüſſe des Landtags getan habe. Wenn es
aber gewünſcht wird, könne man in Form einer
Anmer=
kung zum Budget ſich ſichern, daß, wenn die
Beſoldungs=
vorlage nicht durchgehen ſollte im nächſten Jahre der
Betrag wieder eingeſtellt wird.
Nummer 32.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Seite 5.
Die Befoldungsvorlage und die
Erſte Kammer.
St. Der Finanzausſchuß der Erſten Kammer hat
nun=
mehr nach eingehenden, mehr als dreitägigen Beratungen
einen umfangreichen Bericht über die Beſoldungsvorlage
fertiggeſtellt, in dem der Ausſchuß letzten Endes wegen der
über die Regierungsvorlage hinausgehenden
Mehrforde=
rungen für die Volksſchullehrer zu einer Ablehnung der
Vorlage kommt. Es kann nicht verkannt werden, daß
da=
durch die Vorlage erneut ſchwer gefährdet erſcheint, doch
liegt einſtweilen kein Grund vor, die Vorlage direkt als
geſcheitert zu betrachten, und die in einigen Blättern
auf=
getauchten Gerüchte von Miniſterkriſen und dergleichen ſind
einſtweilen zum mindeſten ſehr ſtark verfrüht. Tatſächlich
liegen die Dinge doch ſo daß eine Einigung ſchließlich
zu=
ſtande kommen muß. Das Proviſorium kann doch nicht
ewig beſtehen bleiben, und weder die Regierung, noch die
Zweite, noch die Erſte Kammer werden ernſtlich Luſt
ver=
ſpüren, noch ein viertes Mal die Siſyphusarbeit einer
Beſoldungsvorlage auf ſich zu nehmen, und ohne die
aller=
zwingendſten Gründe wird keine der drei Inſtanzen die
Verantwortung für das Scheitern der Vorlage
überneh=
men wollen. Vorerſt hat allerdings die Zweite Kammer
mit ſeltener Einmütigkeit erklärt, ſie gebe nicht nach und
die von dem Vorſitzenden ihres Finanzausſchuſſes
gege=
benen Ueberſichten über die finanzielle Lage des Landes
rechtfertigen ihre Forderung. Jedenfalls darf wohl
ange=
nommen werden, daß die Zweite Kammer die weitaus
große Mehrheit des Volkes hinter ſich hat; andererſeits
darf natürlich nicht verkannt werden, daß der Erſten
Kam=
mer, die nicht dem Gericht der Wähler unterſteht, die
Ver=
antwortung für das Scheitern der Vorlage bedeutend
we=
niger Kopfſchmerzen verurſacht. Vielleicht — und daran
darf eigentlich nicht gezweifelt werden — findet ſich in den
kommenden Plenarverhandlungen doch ein Mittelweg, auf
dem die drei Inſtanzen ſich zuſammenfinden.
Der vorliegende Bericht des Ausſchuſſes der Erſten
Kammer holt ſehr weit aus. Er erinnert an die
Thron=
rede bei der Eröffnung des 35. Landtages, erörtert dann
die in Verfolg der Thronrede eingebrachte erſte
Regie=
rungsvorlage und verbreitet ſich beſonders eingehend über
die hierzu gemachten Deckungsvorſchläge, über die
bekannt=
lich nur hinſichtlich des Urkundenſtempelgeſetzes und der
Aenderung des Geſetzes über die Erhöhung der Zuſchläge
zur Reichserbſchaftsſteuer Verſtändigung erzielt wurde.
Dann wird das Proviſorium behandelt, wonach den
Beam=
ten 90 Prozent des in der Vorlage vorgeſehenen Betrages
und den Lehern die in der Vorlage beantragte 11
prozen=
tige Gehaltserhöhung zugebilligt wurde. Dann erörtert
der Bericht die zweite Vorlage der Regierung und die
Un=
terſchiede zwiſchen beiden, beſonders bezüglich der
aufzu=
wendenden Mittel und deren Deckung.
Während es die Zweite Kammer in der Geſamtſumme
für die Bewilligung der Gehälter für die Staatsbeamten
bei der Anforderung der Großherzoglichen Regierung
be=
ließ, bewilligte ſie über die von der Regierung beantragte
Summe hinaus für die Lehrer und Lehrerinnen eine
Summe von 177000 Mark und für die Schulverwalter
und Schulverwalterinnen eine ſolche von 8500 Mark. Das
Geſetz über die Koſten der höheren Schulen, das dem
Staat einen finanziellen Effekt von 230000 Mark bringen
ſollte, wurde nur mit einer Einnahme von 186000 Mark
verabſchiedet. Hierzu kommt noch ein vorübergehender
Mehrbetrag für eine Reihe von Jahren wegen
Ueber=
gangsbeſtimmungen, die eine Summe von 54000 Mark
erfordern. Es ergibt ſich deshalb nach dem Beſchluß der
Zweiten Kammer gegenüber der Vorlage der Regierung
ein Mehrbedarf von 296000 Mark. Da die Vorlage
gegen=
über dem Proviſorium eine Mehrforderung von 583000
Mark enthält, ſo iſt die Vorlage, wie ſie ſich nunmehr nach
den Beſchlüſſen der Zweiten Kammer geſtellt hat,
gegen=
über dem Proviſorium 1912 und 1913 961000 Mark
teuerer.
Nach dem Deckungsplan wie er nach den Beſchlüſſen
der Zweiten Kammer aufgeſtellt iſt, verbleibt ein aus nicht
laufenden Einnahmen gedeckter Betrag von rund 1173000
Mark (1915), der ſich bis zum Jahre 1921 auf rund
1214000 Mark erhöhen wird. Dieſer Betrag ſoll nach
Artikel 3 des Mantelgeſetzes aus dem Reſtefonds I
ent=
nommen werden; auch die Regierung ſah vor, den nach
ihrer Vorlage verbleibenden Reſtbetrag aus dieſer Quelle
zu entnehmen.
Dem ablehnenden Standpunkt gegenüber einer
Er=
höhung der Einkommen= und Vermögensſteuer ſchließt der
Ausſchuß der Erſten Kammer ſich an. Heſſen ſtehe in
ſteuerlicher Beziehung an der Grenze ſeiner
Leiſtungsfä=
higkeit, und wenn man gezwungen würde, die
Steuer=
kraft des Landes noch weiter anzuſpannen, müßte man
be=
fürchten, daß dieſe Anſpannung zu einer unerträglichen
würde; außerdem wäre zu erwarten, daß diejenigen
Steuerzahler, die nicht an die Scholle des Landes
gebun=
den ſind, aus dieſen Gründen dem Lande den Rücken
keh=
ren, wodurch weitere Ausfälle an Steuern zu erwarten
wären.
Der von der Zweiten Kammer beſchloſſenen
Nichtbe=
willigung der den Landgemeinden angeſonnenen Beträge
zu den Lehrergehalten kann der Ausſchuß nicht
zuſtim=
men. Ebenſo hält auch der Ausſchuß die Kürzung der
Re=
gierungsdeckung, wie ſie durch das Geſetz über die Koſten
der höheren Schulen vorgeſehen war, nicht für
gerechtfer=
tigt. Der Bericht behandelt dann die Deckungsfrage und
fſtellt feſt, daß der aus dem Reſtefonds I zu entnehmende
Betrag nach dem Plan der Zweiten Kammer bis zum
„Jahre 1921 auf die Summe von 1214600 Mark ſteigt,
11922 würde der Reſtefonds aufgebraucht ſein, und es
rmüßte auf die Erſchließung weiterer Einnahmequellen
Bedacht genommen werden. Jedenfalls ſind Vorſchläge
zzur Deckung aus laufenden Mitteln nicht gemacht worden,
nund es ſollen deshalb dieſe Summen aus dem Reſte=
Fonds I entnommen werden.
Will man den Deckungsvorſchlägen der Zweiten
Kam=
imer folgen, ſo wird dieſer Fonds bis zum Jahre 1922
auf=
gebraucht ſein; man will alſo zu laufenden Ausgaben
einen Fonds heranziehen, und aufbrauchen, ohne
einwand=
ffrei die Frage zu beantworten, in welcher Weiſe ſpäterhin
vom Jahre 1922 oder 1923 dieſe Ausgabe gedeckt wer=
Den ſoll.
Die Erſte Kammer kann ſich nicht damit einverſtanden
eerklären, daß laufende dauernde Ausgaben aus Mitteln
genommen werden, die nach der Berechnung der
Regie=
rung bis zum Jahre 1923 aufgebraucht ſein werden,
viel=
mehr entſpricht es den Grundſätzen einer geſunden
Finanz=
politik, in dem Augenblick, in dem man dauernde
Aus=
gaben bewilligt, auch für dauernde Deckung zu ſorgen.
Der Ausſchuß hat bereits im Jahre 1912 gelegentlich der
erſten Verhandlungen über die Beſoldungsvorlage, die
allerſchwerſten Bedenken gehabt, ſich auf die den damaligen
Vorſchlägen zugrunde liegende abſchüſſige Bahn
einzulaſ=
ſen, d. h., den ganz außergewöhnlichen Weg zu gehen,
regelmäßige Ausgaben wie ſie eine Gehaltserhöhung
ver=
langt, auf einen allmählich aufzuzehrenden Fonds zu
ba=
ſeeren. Wir müſſen die laufenden Einnahmequellen ha=
ben, aus welchen dieſe Mehrausgaben gedeckt werden,
an=
dernfalls treibt das Land unabweislich in wenigen
Jah=
ren einer neuen Steuererhöhung entgegen. Was dies für
das Großherzogtum bedeuten würde, braucht hier nicht
näher ausgeführt zu werden; das allgemeine Gefühl iſt
im Lande vorhanden, daß die Laſten nicht weiter wachſen
dürfen und daß es eine Pflicht für den Staat — ebenſo
aber auch für die Gemeindeverwaltungen — geworden iſt
aufs Sparſamſte und Haushälteriſchſte in den
Aufwen=
dungen zu verfahren.
Weil ſeit einigen Jahren erfreulich hohe
Eiſenbahn=
überſchüſſe eingetreten waren, iſt man leicht geneigt, die
ſchon in früheren Zeiten vorhanden geweſene unrichtige
Empfindung zu haben: Jetzt ſei alles auf gutem Weg; es
iſt aber darauf hinzuweiſen, daß dieſe Einnahmen zunächſt
wieder eine vorübergehende rückläufige Bewegung
einzu=
ſchlagen ſcheinen.
Unter ſolchen Umſtänden iſt es nötig, nicht nur auf
den unantaſtbaren Ausgleichsfonds von 8000000 Mark ſich
zu verlaſſen, ſondern auch noch einen weiteren ſtarken
Puffer gegen die Einwirkung ungünſtigerer Zeiten
einzu=
ſchieben, wenn eine Ausgabeerhöhung um zirka 3000000
Mark lediglich zur Erhöhung der Beſoldung der Beamten
und Volksſchullehrer angefordert wird. Als weiteres Schild
gegen eine Wiederherabdrückung der Finanzlage des
heſ=
ſiſchen Staates iſt daher der Reſtefonds I im weſentlichen
dauernd zu konſervieren, welcher Ende 1913 zirka 9 450000
Mark betragen wird. Es iſt dies um ſo nötiger, als die
Staatsſchulden
bereits
437670000 Mk.
betragen und weitere Erhöhung
der=
ſelben um
30 530000 „
bereits bewilligt iſt, ſodaß die
Geſamt=
ſchuld
. . 468 200000 Mk.
erreichen wird, womit eine Erhöhung der Zinslaſt um
eine weitere Million Mark eintritt.
Die notwendige Schonung des Reſtefonds I kann aber
erfolgen durch Heranziehung des Reſtefonds II, der aus
denUeberſchüſſen geſpeiſt werden wird, welche die
Eiſenbah=
nen ſo lange bringen, als der Ausgleichsfonds von 8 Mill.
Mark nicht durch ungünſtige Ergebniſſe der Eiſenbahnen
angegriffen wird. Nach eingehenden Darlegungen über
den Reſtefonds II, den Ausgleichs= und Tilgungsfonds
uſw., fährt der Bericht fort: Inſoweit eine Deckung aus
dem Reſtefonds II nicht erfolgt, muß hierzu der
Reſte=
fonds I herangezogen werden. Die Zweite Kammer hat
als einzige Deckungsmöglichkeit auf die Vereinfachung der
Staatsverwaltung hingewieſen und in Verbindung mit
der Vorlage beſchloſſen:
„Großherzogliche Regierung zu erſuchen,
nachdrück=
licher wie bisher dahin zu wirken, daß die Vereinfachung
der Staatsverwaltung durchgeführt wird, um die Mittel
für Durchführung der Beſoldungsordnung tatſächlich zu
erhalten.”
Dieſem Beſchluſſe der Zweiten Kammer folgend, bietet
ſich als erſte Möglichkeit die Vereinfachung bei dem
No=
tariat, in dem wir vorſchlagen, die Zuſtändigkeit der
No=
tare im rechtsrheiniſchen Rechtsgebiet auf dem Gebiet des
Grundbuchverkehrs auszuſchließen und damit die
Amtsge=
richte als allein zuſtändig zu erklären. Als weiteres
Deckungsmittel empfehlen wir die Einführung des
Stem=
pels auf Privatverträge, wie ſolche als ergiebige
Ein=
nahmequelle in faſt allen Bundesſtaaten beſtehen.
Dieſe Vereinfachungen dürfen jedoch nicht die einzig
genannten bleiben. Vielmehr werden auch die
Vereinfa=
chungen auf dem Gebiete der Bauverwaltung, der
Steuer=
einſchätzung und =erhebung, des Lokalkaſſeweſens, ſowie
auch die Zuſammenlegung der Hauptſtaatskaſſe und
Staatsſchuldenkaſſe zu nennen ſein und wir ſprechen die
Erwartung aus, daß dieſe Vorſchläge durch Vorlagen der
Regierung gefördert werden.
Wenn wir bei dieſer Gelegenheit, durch den Beſchluß
Zweiter Kammer veranlaßt, auf dieſe Frage
zurückkom=
men, ſo geſchieht dies in Uebereinſtimmung mit den
frühe=
ren Beſchlüſſen und Wünſchen dieſes hohen Hauſes; wir
kommen damit aber auch den Wünſchen Zweiter Kammer,
„tatſächliche” Unterlagen für die Beſoldungsordnung zu
ſchaffen, entgegen.
Wenn ſich hiernach aus dem Reſtefonds II eine
Ent=
nahme von 300000 Mark für das erſte Jahr 1914
recht=
fertigen laſſen wird, ergibt ſich bei einem Mehrbedarf von
1173000 Mark ein ungedeckter Betrag von 873000 Mark.
Unter dieſen Umſtänden hält es der Ausſchuß für
ausgeſchloſſen über die in der
Regierungsvor=
lage vorgeſehenen Vorſchläge für die Verbeſſerung der
Be=
züge der Staatsbeamten und Lehrer hinauszugehen,
da für die Mehranforderungen eine
Deckung aus laufenden Mitteln fehlt. Die
eſonderen Mehrbewilligungen der
verehr=
lichen Zweiten Kammer gegenüber den Anforderungen der
Großh. Regierung hinſichtlich der Volksſchullehrer müſſen
aber auch deshalb abgelehnt werden, weil dieſe
Mehran=
forderungen lediglich für die Volksſchullehrer
allein eine außerordentliche
Ungerechtig=
eit gegenüber den Staatsbeamten
bedeu=
ten würden.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 31. Jan. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 12,02 Uhr. Die
zweite Beratung des Etats des Innern
wird beim Titel „Gehalt des Staatsſekretärs”
fortgeſetzt. Hierzu liegen nunmehr 22 Reſolutionen vor
Abg. Baſſermann (natlb.): Bei der Eröffnung der
heutigen Verhandlungen ſtehen wir unter dem Eindruck
des Bergwerksunglücks bei Dortmund. Als erſter Redner
darf ich dem Gefühl herzlicher Teilnahme für alle von dem
ſchweren Unglück Betroffenen und deren Angehörigen
Aus=
druck geben. Wir würden dem Staatsſekretär dankbar
ſein, wenn er uns einige Mitteilungen über das Unglück
machen könnte. (Bravo!) Dem Reichsbankpräſidenten
können wir für ſeine bisherige Politik nur unſer vollſtes
Vertrauen ausſprechen. Beſonders verdient das
Anwach=
ſen des Goldbeſtandes der Reichsbank hervorgehoben zu
werden. Der Aufſchwung unſerer Induſtrie iſt zwar
zurückzuführen auf die leitenden Perſönlichkeiten, zum
großen Teil aber auch auf die Unterſtützung unſerer
Bank=
welt. Mit der ablehnenden Haltung des Reichsbankpräſi
denten gegenüber der Frage eines Depoſitengeſetzes ſind
wir einverſtanden. Ein ſolches Geſetz würde große
Hem=
mungen für den Verkehr bringen. Auch ſind die
Wirkun=
gen eines derartigen Depoſitengeſetzes nicht zu überſehen.
Soll etwa, wenn eine ſolche ſtaatliche Kontrolle eingeführt
iſt, der Staat oder das Reich für den dennoch entſtandenen
Schaden haftbar gemacht werden? Das würde doch zu den
gefährlichſten Konſequenzen führen. Schon heute haben
wohl alle Banken ſelber eine umſichtige Reviſion durch
beſondere Beamte eingerichtet. Der Geldmarkt
Deutſch=
lands würde durch ein derartiges Geſetz außerordentlich
erſchwert werden. Wir müſſen bedenken, daß die
groß=
artige Entwickelung und die Weltſtellung der franzöſiſchen
Republik in erſter Linie neben den ſtarken nationalen
In=
ſtinkten auch auf der Kapitalkraft der Bürger beruht.
Frankreich war ſo in der Lage, der Geldgeber Rußlands
zu ſein. Dadurch und weil es auch den Mut hatte,
Milliar=
den herzugeben, hat es die Tripel=Entente außerordentlich
geſtützt. An der Kreditnot des Mittelſtandes und
nament=
lich des Baugewerbes darf die Geſetzgebung nicht
vorüber=
gehen, gegen unſolide Unternehmungen muß vorgegangen
werden. In das Koalitionsrecht der Arbeiter
einzugrei=
fen, wäre politiſcher Wahnſinn. Unſere vollen
Sympa=
thien begleiten die chriſtlichen und nationalen
Gewerkſchaf=
ten in ihrem Kampfe gegen die Sozialdemokratie und auch
gegen die kirchlichen Autoritäten. (Beifall.) Gibt man den
Arbeitern das Koalitionsrecht, ſo muß man es ihnen übere
laſſen, welche Form ſie wählen und welche Ziele ſie vene
folgen wollen. Sich hier einzumiſchen, kann kein liberaler
Mann billigen. (Sehr richtig!) Tauſende reichstreuer
Männer haben ſich in dieſen Gewerkſchaften
zuſammen=
gefunden. Der Reichskanzler hat ſich unumwunden zum
Koalitionsrecht bekannt und gemeint, daß man auf dem
Boden des gemeinen Rechts, nicht auf dem der
Ausnahme=
geſetzgebung, weiter kommen könnte. Wir wünſchen über
dieſe Frage eine Denkſchrift, und zwar in beſtimmter
Rich=
lung. Den konſervativen Antrag auf ein beſonderes Geſetz
zum Schutze der Arbeitswilligen lehnen wir ab. Ein
Ver=
bot des Streikpoſtenſtehens halten wir nicht für
erforder=
lich, wenn die Polizei auch berechtigt iſt, vorbeugend
ein=
zugreifen. Die Haftpflicht der Berufsvereine iſt eine alte
nationalliberale Forderung. Schon Herr von Bennigſen
hat dieſelbe beim Bürgerlichen Geſetzbuch verlangt. Ich
bedauere es, daß man nicht rechtzeitig dieſe Frage geloſt
hat. Die Verrufserklärung iſt für den Mittelſtand und
die Gewerbetreibenden von großer Bedeutung; auch in
die perſönliche Freiheit greift ſie ein. Die Haltung der
Re=
gierung in der Frage des Zolltarifs und der
Handelsver=
träge billigen wir. Nur müßte an eine Ausgeſtaltung des
Wirtſchaftlichen Ausſchuſſes herangegangen werden, ſo daß
einzelne Indnſtriezweige bei der Vorbereitung neuer
Han=
delsverträge mitberaten können. Die Wirtſchaftspolitik
des Staatsſekretärs billigen wir und ſind überzeugt, daß
der Zolltarif von 1902 ſich bewährt hat. Kriſen werden ſich
bei keinem Wirtſchaftsſyſtem vermeiden laſſen. Daß dieſe
Kriſen heute ſchnell überwunden werden, danken wir den
ſtarken Organiſationen der Induſtrie. (Sehr richtig!) Ich
darf dem Staatsſekretär unſer Vertrauen ausſprechen.
(Lebhafter Beifall.)
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Auch im Namen der
verbündeten Regierungen habe ich dem Empfinden des
herzlichſten Bedauerns und der herzlichſten Teilnahme
Ausdruck zu geben, die uns alle erfüllt aus Anlaß des
Grubenunglücks im Ruhrrevier. Ich habe alsbald den
Handelsminiſter gebeten, mir amtliches Material über den
Vorfall zu geben, und kann folgendes mitteilen: Das
Un=
glück ereignete ſich auf der dritten Sohle. Ein erheblicher
Grubenbrand hat nicht ſtattgefunden, ſo daß die Grube
weiter befahren werden kann. Es wurden 19 Tote, 2
lebensgefährlich und 8 weniger ſchwer Verletzte geborgen.
Drei Arbeiter ſind anſcheinend verſchüttet und dürften tot
ſein. Insgeſamt dürften leider 25 Menſchenleben zugrunde
gegangen ſein. Es ſcheint aber, daß mit größeren
Ver=
luſten unter allen Umſtänden nicht gerechnet werden muß.
Sobaly mir im Laufe der Sitzung weiteres Material
zu=
gegangen ſein wird werde ich nicht verfehlen, es dem
hohen Hauſe mitzuteilen. (Bravo!) Der Abg. Baſſermann
hat erneut die Frage erörtert, ob es nicht möglich und
zweckmäßig ſei, dem Wirtſchaftlichen Ausſchuß eine andere
Organiſation zu geben. Er hat gefragt, ob es nicht
zweck=
mäßig ſei, ihm die Löſung beſonderer Fragen einzelner
Induſtriezweige aufzugeben. Da man einer ſolchen
Vor=
beratungsſtelle eine gewiſſe amtliche Form geben muß, ſo
würde es darauf hinauslaufen, eine Art Zollparlament zu
errichten, das demgemäß den Einfluß des Reichstages
be=
ſchränken müßte. Ich erinnere an die verſchiedenen
Ver=
ſuche, die in Preußen gemacht worden ſind, die aber von
allen Parteien abgelehnt wurden, da eine derartige
Orga=
niſation in die Kompetenz des Reichstages eingreift. Eine
geeignete Grundlage aber, möglichſt viele Sachverſtändige
zu hören, bietet der Wirtſchaftliche Ausſchuß, der die
ver=
ſchiedenen wirtſchaftlichen Momente ihrer Bedeutung nach
gegeneinander abwägen ſoll, wenn man die einzelnen
Po=
ſitionen eines Handelsvertrages oder eines Tarifes
feſt=
legen will. In dieſem Ausſchuß werden gehört der
Deutſche Landwirtſchaftsrat, der Deutſche Handelstag und
der Zentralverband Deutſcher Induſtrieller. Namentlich
die Zuziehung des letzteren hat in anderen
Induſtriever=
bänden, die andere wirtſchaftliche Kreiſe vertreten, als der
Zentralverband, den Wunſch entſtehen laſſen, man möge
auch dieſen Verbänden Gelegenheit geben, ihre Meinung
zu äußern. Nach Prüfung aller Wünſche bin ich zu dem
Ergebnis gekommen, daß ihre Erfüllung nicht möglich iſt,
da der Wirtſchaftliche Ausſchuß dadurch zu einer Größe
anſchwellen würde, die unerwünſcht iſt. Dadurch glaube
ich ein aktionsfähiges Parlament — wenn ich es ſo nennen
darf — zu erhalten. Eine Vergrößerung würde nur
Nach=
teile bringen. Ich bin bereit, auf dem bisherigen Wege
weiter zu gehen, ich ſcheue mich aber, Schritte zu tun, die
meiner Meinung nach zu einer derartigen
Parlaments=
wirtſchaft oder Zollparlament führen würden. Das liegt
weder im Intereſſe des Reichstages, noch der verbündeten
Regierungen.
Abg. Wendorff (Fortſchr. Vpt.): Im Gegenſatz zu
dem Abgeordneten Dr. Becker halten wir eine Ausdehnung
des mediziniſchen Studiums für geboten, insbeſondere
könnten die jungen Studenten der Medizin ganz gut noch
ein Kolleg hören über ſoziale Medizin. Herr Dr. Becker
hat, wie auch Herr Heſtermann, gegen meine Partei
hin=
ſichtlich ihrer wirtſchaftlichen Haltung ſchwere Angriffe
ge=
richtet. Vielleicht ſchließt Dr. Becker ſich der Fraktion
Heſtermann als Hoſpitant an. (Heiterkeit.) Die
Land=
arbeiterfrage iſt außerordentlich bedeutungsvoll. Abg.
Morawski, ein beſonderer Kenner der ruſſiſch=polniſchen
Verhältniſſe, befürchtet, daß Rußland bei künftigen
Han=
delsverträgen die Landarbeiternot Deutſchlands ausnützen
werde. Herr Höſch hat uns angegriffen und, indem er
Freiherrn von Wangenheim zitierte, die Konſervativen als
die Väter der inneren Koloniſation hingeſtellt, ſowie
ge=
ſagt, innere Koloniſation ſei ein hohles Schlagwort der
Demokratie geworden. (Unruhe links.) Das iſt eine
jun=
kerliche Ueberhebung. (Unruhe. Glocke. Präſident Dr.
Kaempf: Dieſe Kritik überſchreitet das zuläſſige Maß.,
Abg. Dr. Wendorff fortfahrend: Ich habe nur die
Aus=
führungen von Wangenheims zitiert. Wir haben nicht
ver=
langt, daß alle Domänen aufgeteilt werden, ſondern nur
da, wo die bisherige Beſitzverteilung die ungeſundeſte iſt.
Die rechtlichen Verhältniſſe der Landarbeiter müſſen dabei
revidiert werden. Von einer Güterſchlächterei kann
weni=
ger die Rede ſein, als von einer Gütermäſterei, die der
Großgrundbeſitz bei der Arrondierung ſeines Beſitzes
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Nummer 32.
treibt. Wir haben nichts gegen die Vergrößerung des
Roggenanbaues, wir proteſtieren nur dagegen, daß ſo viel
Roggen ins Ausland wandert und dem Auslande eine
ausgedehntere billigere Viehzucht ermöglicht und daß
in=
folge der Einfuhrſcheine der Gewinn der deutſchen
Land=
wirtſchaft verloren geht. Die Vermehrung unſeres
Vieh=
beſtandes iſt nicht von den Großgrundbeſitzern
herbeige=
führt worden, ſondern von den mittleren und kleinen
Bauern. Wir ſtehen auf dem Boden der wirtſchaftlichen
Anſchaung, die ſchon mein Parteifreund Gothein hier
dar=
gelegt hat. Dem Herrn Staatsſekretär werden wir aber
trotz entgegengeſetzter wirtſchaftlicher Anſchauung das
Ge=
halt nicht verweigern. (Heiterkeit.)
Abg. Graf v. Weſtarp (konſ.): Auch wir freuen uns
über die Erfolge des Reichsbankpräſidenten, haben uns
aber auf Grund ſeiner Darlegungen nicht davon
über=
zeugen können, daß ein Depoſitengeſetz undurchführbar ſei.
In der Frage des Schutzes der Arbeitswilligen reichen
nach unſerer Anſicht die beſtehenden Vorſchriften nicht aus.
Das Streikpoſtenſtehen dient dazu, die Arbeitswilligen
ein=
zuſchüchtern und zu bedrohen. (Sehr richtig! rechts.
Wider=
ſpruch bei den Soz.) Weite Kreiſe des Mittelſtandes ſind
der Ueberzeugung, daß der jetzige Zuſtand unerträglich
iſt, und wir halten deshalb nach wie vor an unſerem
An=
trag auf Verbot des Streikpoſtenſtehens feſt. Der
natio=
nalliberale Antrag, der die baldige Vorlegung einer
Denk=
ſchrift über die Auswüchſe des Koalitionsrechts verlangt,
iſt uns durchaus ſympathiſch, doch iſt hierbei zu bedenken,
ob ein Koalitionszwang von Arbeiter gegen Arbeiter
gleichgeſtellt werden kann einem ſolchen Zwange, ſoweit es
ſich um Unternehmer handelt. Wir fürchten nur, daß der
Antrag leicht zu einer Verſchleppung führen kann. Die
Frage der Abwehr des Koalitionszwanges iſt aber eine
dringliche und eine Verzögerung darf hier nicht eintreten.
(Bravo! rechts.)
Abg. Spiegel (Soz.): Wir verlangen nach wie vor
ein Reichsgeſetz, damit für die Bergarbeiter einheitliche
Vorſchriften beſtehen. Hier werden immer Wünſche laut,
die ſich gegen Auswüchſe des Koalitionsrechtes richten
ſollen. Wir haben aber ja noch gar kein richtiges
Koali=
tionsrecht. Die vielfachen Angriffe der Polizeibehörden
den Gewerkſchaften gegenüber beweiſen das am beſten.
Wir wiſſen, woher der Wind weht. Die Herren von der
Schwereiſeninduſtrie treiben die Regierung. Die
Aus=
ſchreitungen bei Streiks beruhen meiſt auf Provokationen.
Von den Kohlenharonen geht der Ruf aus: Genug mit
der Sozialpolitik. Wir müſſen immer wieder die
Fort=
ſetzung der Sozialpolitik verlangen.
Abg. Faßbender (Ztr.): Eine geſetzliche Regelung
des Waffenhandels iſt dringend nötig. Noch in dieſer
Seſſion erwarten wir eine Vorlage. Das Tiefbaugewerbe
ſollte nicht zur Handwerkskammer gerechnet werden,
ſon=
dern zur Handelskammer, wenn nicht eine beſondere
Tief=
baukammer vorzuziehen wäre.
Unterſtaatsſekretär Richter: Ein Geſetz zur
Rege=
lung des Waffen= und Munitionshandels
iſt in Vorbereitung und wird den Intereſſenten
zur Begutachtung vorgelegt werden. Ich hoffe, daß der
Entwurf dem Reichstag noch in dieſer Seſſion zugehen
kann. Die Anregung, eine Tiefbaukammer zu bilden, wird
geprüft werden, jedoch erſcheint es mir zweifelhaft, ob
dieſe Frage nicht zu den Aufgaben der Einzelſtaaten
gehört.
Abg. Dr. Böhme (Hoſpitant der Natlb.): Ich habe
mich in meinen früheren Reden nicht in perſönlichen
An=
griffen auf Freiherrn von Wangenheim und Herrn von
Oldenburg gefallen. Ich habe dieſe Herren rein ſachlich
zitiert bezüglich ihrer Haltung zur inneren Koloniſation.
Falſch iſt die Annahme, als ob der Bauernbund Gegner
eines Parzellierungsgeſetzes ſei. Planmäßig wird vom
Bund der Landwirte gegen den Bauernbund gehetzt, wie
zahlreiche Verurteilungen von Mitgliedern des Bundes der
Landwirte beweiſen. Bauernbund und Hanſabund haben
ſich in letzter Zeit in ihren politiſchen Anſichten genähert.
Eine extreme Schutzzollpolitik zugunſten der Landwirtſchaft
lehnen wir ab. Eine richtige Schutzzollpolitik iſt nur
möglich durch Verſtändigung von Induſtrie und
Land=
wirtſchaft unter eifriger Teilnahme aller intereſſierten
Zweige. Mit dieſer Politik des Ausgleichs werden wir
am beſten dienen den Intereſſen der Landwirtſchaft, der
Induſtrie und des ganzen deutſchen Volkes. (Zuruf: Wo
bleibt Heſtermann?) — Abg. Schweickhardt (Fortſchr.
Vpt.) Der Abg. Vogt=Hall hat die wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſe Württembergs ganz falſch dargeſtellt. Eine
Mühlenumſatzſteuer würde den Intereſſen der kleinen
Müller nichts nützen. Die einzige richtige Maßnahme wäre
eine Tarifdifferenzierung von Getreide und Mehl. — Abg.
Peus (Soz.): Die Entwickelung unſerer Bäckereien zu
Großbetrieben iſt ein ganz natürlicher Vorgang infolge
der Verbeſſerung der Technik, die uns Knetmaſchinen und
viele andere techniſche Hilfsmittel gebracht hat.
Abg. Heſtermann (wild): Ich habe nicht die
Be=
hauptung aufgeſtellt, daß der Bauernbund mit
Güter=
ſchlächtern in Verbindung getreten iſt. Wohl aber ſind
Güterſchlächter an mich herangetreten, ich möge dafür
ſor=
gen, daß ihnen in Preußen nicht das Geſchäft verdorben
werde. Herrn Dr. Böhme, der immer nur auf den Bund
der Landwirte hieb, ſollte bekannt ſein, daß auch bei den
Nationaliberalen Mitglieder des Bundes der Landwirte
ſitzen. Vielleicht wird Dr. Böhme auch demnächſt aus der
Nationalliberalen Partei komplimentiert. (Große
Heiter=
keit.) Andererſeits ſitzen Bauernbündler auch auf der
Rech=
ten. Herr Dr. Böhme will den Maiszoll fallen laſſen,
da=
bei iſt der Mais doch der ſchärfſte Konkurrent des Hafers.
(Sehr wahr! rechts. Zuruf links: Ach, Herr Kollege.
Vizepräſident Dr. Paaſche: Regen Sie ſich doch nicht auf.
Große Heiterkeit.) Da muß ich ſagen, daß das Zentrum
viel beſſer iſt, als es immer dargeſtellt wird. (Große
Heiter=
keit.) Leider wird bei den Wahlen ſehr viel Schwindel
getrieben. (Große Heiterkeit. Präſident Dr. Kaempf
rügt lächelnd dieſe Ausführungen.) Bei den
National=
liberalen habe ich es erfahren, daß man mit dem Zentrum
eine ganz vorzügliche Politik machen kann. (Schallende
Heiterkeit.) Aus alter Freundſchaft zu den
Nationallibe=
ralen will ich hervorheben (Heiterkeit), daß viele Herren
dort auf meinem Standpunkt ſtehen. Selbſt Herr Dr.
Böhme hat keine Angriffspunkte gegen mich gefunden.
(Heiterkeit. Zuruf: Alles vergebens! Erneute Heiterkeit.)
Damit iſt die Rednerliſte zum Titel „Gehalt des
Staatsſekretärs” erſchöpft, abgeſehen von der Beratung
der Zentrumsreſolution, betr. Ausführung des
Vereins=
geſetzes, die am kommenden Mittwoch auf die
Tagesord=
nung geſetzt werden wird. Das Gehalt des
Staatsſekre=
tärs wird bewilligt und eine Reihe weiterer Kapitel ohne
Oebatte erledigt.
Darauf wird die Weiterberatung auf Dienstag,
2 Uhr pünktlich, vertagt. Vorher kurze Anfragen.
Sch Uhr.
Die neue Regierung in Elſaß=Lothringen.
* Berlin, 31. Jan. Wie ſchon bekannt, hat ſich der
Statthalter von Elſaß=Lothringen, Graf von Wedel,
auf Wunſch des Kaiſers bereit erklärt, noch einige Monate
auf ſeinem Poſten zu bleiben. Staatsſekretär Zorn von
Bulach wurde die nachgeſuchte Dienſtentlaſſung unter
Verleihung der Krone zum Roten Adler=Orden 1. Klaſſe
erteilt, Auch iſt er vom Kaiſer auf Vorſchlag des
Bundes=
rats in die Erſte Kammer des elſaß=
lothrin=
giſchen Landtags berufen worden. Weiter hat Se.
Majeſtät zum Abſchied dem Unterſtaatsſekretär Dr.
Petri den Königlichen Kronen=Orden 1. Klaſſe und dem
Unterſtaatsſekretär Dr. Mandel den Stern zum Roten
Adler=Orden 2. Klaſſe verliehen. Unterſtaatsſekretär
Köhler wird in ſeinem Amte verbleiben.
Staats=
ſekretär der Regierung von Elſaß=Lothringen wird der
Oberpräſidialrat Graf von Rödern in Potsdam. Er
übernimmt auch die Leitung der Abteilung des Innern
im elſaß=lothringiſchen Miniſterium. Die Abteilung für
Landwirtſchaft und öffentliche Arbeit leitet der bisherige
Unterſtaatsſekretär. Weiter iſt zum Unterſtaatsſekretär der
bisherige Vortragende Rat im Reichsamt des Innern,
Geh. Ober=Regierungsrat Freiherr von Stein,
auser=
ſehen. Die Entſcheidung über den Nachfolger für den
Unterſtaatsſekretär Dr. Petri bleibt noch vorbehalten.
Der neue Staatsſekretär iſt am 27. Juli 1870 in
Mar=
burg als der Sohn des Oberſtleutnants a. D. Graf
Lud=
wig von Rödern geboren. Er war zunächſt Regierungs=
Aſſeſſor beim Landratsamt in Freienwalde, dann beim
Ober=Präſidium Poſen, 1903 Hilfsarbeiter in der
Abtei=
lung des Etats= und Kaſſenweſens im Finanzminiſterium,
wurde im Mai 1905 Verwalter des Landratsamts des
Kreiſes Nieder=Barnim, im Oktober 1905 Landrat ebenda,
1911 Ober=Präſidialrat.
Venizelos in Wien.
* Wien, 31. Jan. Der türkiſche Botſchafter ſtattete
heute vormittag dem griechiſchen Miniſterpräſidenten
Venizelos einen Beſuch ab und hatte mit ihm eine
einſtündige Konferenz.
* Wien, 31. Jan. Der griechiſche Miniſterpräſiden!
Venizelos hat heute vormittag den Beſuch des
italie=
niſchen Botſchafters Averna empfangen, mit dem er
längere Zeit konferierte. Nachmittags wurde Venizelos
vor dem Beginn der Hoftafel in Schönbrunn in beſonderer
Audienz vom Kaiſer Franz Joſef empfangen.
* Wien 31. Jan. Kaiſer Franz Joſef hat
dem griechiſchen Miniſterpräſidenten Venizelos das
Großkreuz des Leopoldsordens verliehen.
* Wien, 31. Jan. Heute nachmittag fand beim
Kaiſer Tafel ſtatt, an der u. a. teilnahmen: der
griechiſche Miniſterpräſident Venizelos,
die Herren der griechiſchen Geſandtſchaft, der Miniſter des
Aeußern, Graf Berchtold, die Sektionschefs im
Mini=
ſterium des Aeußern, Freiherr v. Macchia, Graf
Wicken=
burg, Graf Forgach, der Kriegsminiſter Krobatin, der
gemeinſame Finanzminiſter Bilinski und der
Miniſter=
präſident Graf Stürgkh. Vor dem Diner empfing der
Kaiſer Venizelos in ſeinem Schreibzimmer. Venizelos
reiſte heute abend um 10 Uhr nach
Peters=
buog ab.
Ungariſches Abgeordnetenhaus.
* Peſt, 31. Jan. Miniſterpräſident Tis za
beantwor=
tete im Abgeordnetenhauſe die
Interpella=
tion des Oppoſitionellen Stefan Bethlen, betreffend
die Aeußerungen des öſterreichiſch=ungariſchen Geſandten
in Bukareſt, Grafen Czernin, über den Zuſammenhang
der auswärtigen Politik mit den Verhandlungen, welche
Tisza mit den ungariſchen Rumänen führte. Der
Mi=
niſterpräſident erklärte, er verwahre ſich gegen die
Behauv=
tung, daß dieſe Verhandlungen bezweckten, angebliche
Fehler in der auswärtigen Politik gegenüber den
Rumä=
nen gut zu machen und die Spannung gegenüber
Rumä=
nien zu beſeitigen. Der Miniſterpräſident bedauerte, daß
ſich der Geſandte interviewen ließ. Er würde dies
be=
dauern, ſelbſt wenn er keine weſentlichen Einwendungen
gegen die Aeußerungen des Geſandten hätte. Was das
freundſchaftliche Verhältnis zwiſchen Oeſterreich=Ungarn
und Rumänien betreffe, ſo liege es ſowohl im Intereſſe der
Monarchie, als im Intereſſe Rumäniens. Es ſei jedoch
auch ein anderer Weg in der Balkanpolitik
möglich. Wenn die Haltung Rumäniens die
Aufrecht=
erhaltung des freundſchaftlichen Verhältniſſes unmöglich
mache, müßte man nicht verzweifeln. Es gebe verſchiedene
Wege, um die Intereſſen des Landes zu wahren. Er halte
dies jedoch für eine akademiſche Frage. Es ſei allerdings
nicht gleichgültig, ob ein auf dem Staatsintereſſe
beruhen=
des freundſchaftliches Verhältnis durch die Stimmung der
öffentlichen Meinung und Sympathie befeſtigt werde. Es
gebe jedoch Fälle, in denen Staaten bei einem
freundſchaft=
lichen Verhältnis verharrten, ſelbſt wenn die öffentliche
Meinung nicht von der Sympathie für dieſes Bündnis
durchdrungen ſei und Zeichen von Nervoſität verrate.
Ge=
wiß iſt es nicht gleichgültig, ſchloß Tisza ſeine Erklärung,
daß in einem Teil der öffentlichen Meinung Rumäniens
gegen uns Mißſtimmung herrſcht. Es wäre freudia zu
begrüßen, wenn durch die Geſtaltung unſerer inneren
Poli=
tik dieſe Stimmung gemildert würde, aber die Abſicht, die
öffentliche Meinung Rumäniens um jeden Preis zu
gewin=
nen, kann kein entſcheidendes Moment unſerer inneren
Politik bilden. Die Antwort des Miniſterpräſidenten wurde
mit lebhaftem Beifall zur Kenntnis genommen.
Vom Balkan.
* Sofia, 31. Jan. Der bulgariſchen Verfaſſung
gemäß wird der Belagerungszuſtand in den
neubulgariſchen Gebieten am 5. Februar, alſo
einen Monat vor dem für die Parlamentswahlen
angeſetz=
ten Tage, aufgehoben.
* Konſtantinopel, 31. Jan. Die auswärts
ver=
breiteten Gerüchte über angebliche
Erklärun=
gen des Großweſirs, die für den Zinſendienſt
der türkiſchen Staatsanleihen beſtimmten
Ein=
nahmen müßten wegen der Verzögerung im Abſchluß der
neuen Anleihe für andere Bedürfniſſe verwendet werden,
erfahren durch die Tatſache ihre Widerlegung, daß die
Zollverwaltung pünktlich die heute fällige Rate für den
Dienſt der Konſtantinopeler Zollanleihe von 1911 an die
hieſige Filiale der Deutſchen Bank abgeführt hat.
* Valona, 31. Jan. In dem
Hochverrats=
prozeß gegen die türkiſchen Offiziere Bekir Aga und
Mitſchuldige, der am 11. Januar vor dem Kriegsgericht
begonnen hatte, wurde heute das Urteil gefällt. Bekir Aga
wurde zum Tode, 24 Mitangeklagte, darunter 9
tür=
kiſche Offiziere, zu Gefägnisſtrafen von 3 bis 15 Jahren,
einer zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt und 4
Zivil=
perſonen wurden freigeſprochen.
Das Grubenunglück auf Zeche Achenbach.
* Dortmund, 30. Jan. Bis 12 Uhr 30 nachts
wurden 22 Tote und 17 Verletzte, davon 10
Schwer=
verletzte, geborgen. Die Exploſion ereignete ſich um
6 Uhr 20 Minuten. Die Verwaltung glaubt, daß keine
Toten mehr in der Grube vorhanden ſind.
* Dortmund 31. Jan. Bis Nachmittag waren
von den Verunglückten der Zeche Achenbach 16
Tote rekognosziert. Davon waren ſieben
verhei=
ratet, neun ledig. Von den 17 Verletzten begaben ſich
acht nach Anlegung von Notverbänden in die Wohnungen.
Von den übrigen neun ſtarben drei. Bei den anderen
liegt keine unmittelbare Lebensgefahr vor. Die
Beerdi=
gungen finden vorausſichtlich am Montag nachmittag ſtatt.
* Berlin, 31. Jan. Nach amtlicher Feſtſtellung.
wurden auf der Zeche „Achenbach” 19 Bergleute
tot aufgefunden; 3 Bergleute wurden ſchwer
ver=
letzt, 3 werden vermißt, ſie liegen vermutlich unter den
Trümmern. Das Unglück hat alſo 25 Opfer gefordert.
Der Berghauptmann und die Revierbeamten waren in der
Grube und fanden dieſelbe als befahrbar.
* Berlin, 31. Jan. Der Kaiſer ließ dem
Han=
delsminiſter auf die Meldung von dem Grubenunglück
der Zeche „Achenbach” folgendes Telegramm zugehen:
Se. Majeſtät der Kaiſer und König nehmen an dem neuen
Grubenunglück der Zeche Achenbach im Brambauer
Berg=
revier ſchmerzlichen Anteil und laſſen Eure Exzellenz
er=
ſuchen, den bei der Schlagwetterexploſion verwundeten
braven Bergleuten und den Hinterbliebenen der in ihrem
Berufe gefallenen Knappen allerhöchſt ihr Beileid
aus=
zuſprechen. Auf allerhöchſten Befehl: v. Valentini.
* Berlin, 31. Jan. Der Präſident des
Reichstages Dr. Kaempf ſandte der Verwaltung der
Zeche „Miniſter Achenbach” in Brambauer bei Dortmund
folgendes Telegramm: Anläßlich der Grubenkataſtrophe,
die Ihre Gewerkſchaft innerhalb kurzer Zeit von neuem
ſo ſchwer betroffen hat und die ſo zahlreichen wackeren
Bergleuten das Leben koſtete, ſpreche ich Ihnen namens
des Reichstages mein herzliches Mitgefühl aus.
* Berlin, 31. Jan. Der Präſident des
Herrenhauſes Exzellenz von Wedel hat anläßlich des
Grubenunglücks auf der Zeche „Miniſter Achenbach” der
Gewerkſchaft, den Hinterbliebenen der Verunglückten und
den Verwundeten das Beileid des
Herrenhau=
ſes telegraphiſch übermittelt.
* Berlin, 31. Jan. Die Interpellation des
Abgeordneten Bruſt und Genoſſen, die am Dienstag auf
der Tagesordnung des Abgeordnetenhauſes ſteht,
hat folgenden Wortlaut: Die Unterzeichneten richten an
die königliche Staatsregierung die Anfrage: Iſt die
Königliche Staatsregierung in der Lage, über die
Ur=
ſachen des Grubenunglücks auf der Zeche
„Miniſter Achenbach” im Landkreis Dortmund am 30.
Ja=
nuar 1914 Mitteilung zu machen? Welche Maßnahmen
gedenkt die königliche Staatsregierung zur Verhütung der
häufigen Unglücksfälle zukünftig zu treffen?
Der Untergang des Dampfers Monros.
* Norfolk, 30. Jan. Der Dampfer „Nans
tucket” iſt hier mit 85 Ueberlebenden des untere
gegangenen Dampfers „Monroe” eingetroffen. 48
Perſonen ſind ertrunken. Die Ueberlebenden
erzählten, daß der „Monroe” 12 Minuten nach der
Koliſ=
ſion im Nebel 2 Uhr morgens gekentert ſei. Verſchiedene
Leute kletterten auf den freiliegenden Teil des Rumpfes
des „Monroe” bis er mit dem Kiel nach oben ſank.
In=
zwiſchen konnte eine Anzahl von Perſonen Rettungsgürtel
umlegen. Verſchiedene Leute trieben dreiviertel Stunden
im Eiswaſſer umher, bis ſie von Booten des „Nantucket”
aufgenommen wurden. Ein Paſſagier erklärte, er habe
die Kataſtrophe erſt gemerkt, als das Waſſer in ſeine Kag
bine eindrang. Es herrſchte nur wenig Verwirrung.
* Norfolk (Virginien), 31. Jan. Die „Nantucket”
hatte außer den 85 Ueberlebenden des Dampfers
„Monroe” auch die Leichen zweier Paſſagiere des
„Monroe” an Bord, die nach ihrer Rettung geſtorben
waren. Einige Paſſagiere, die zur Zeit des Unglücks über
das Geländer an Deck des „Nantucket” geflüchtet waren,
erklärten, daß die „Nantucket” die „Monroe” in dichtem
Nebel etwa um 2 Uhr früh anrannte. Die „Monroe” ſank
mit dem Kiel nach oben. Hätte man nicht Zeit gefunden,
die Rettungsgürtel anzulegen, ſo wären wohl alle
Paſſa=
giere ums Leben gekommen. Eine der Leichen an Bord
der „Nantucket” iſt die einer Frau, deren Mann mit ihren
Haaren zwiſchen ſeinen Zähnen geſchwommen war, bis
beide an Bord des „Nantucket” genommen wurden.
Sport, Spiel und Turnen.
* Davosplatz, 31. Jan. Bei dem Bobrennen um
den Kaiſer Wilhelm=Becher ſiegte „Bogey” mit
von der Sandt=Wiesbaden am Steuer in drei Minuten
acht Sekunden. Hiermit iſt ein neuer Rekord
aufge=
ſtellt.
Vermiſchtes.
— Vermittelungstätigkeit der an den
Mitteldeutſchen Arbeitsnachweisverband
berichtenden Arbeitsnachweiſe im
Dezem=
ber 1913. Von den 28 Arbeitsnachweiſen des
Mittel=
deutſchen Arbeitsnachweisverbandes, die im Dezember
913 an das Kaiſerlich Statiſtiſche Amt berichteten (gegen
18 im Dezember 1912) wurden 4424 (4415) männliche und
2355 (2663) weibliche Perſonen zuſammen 6779 (7078)
ver=
mittelt. Hiervon entfallen auf Alzey 6 (3), Aſchaffenburg
142 (41), Bebra 40 (56), Bensheim 12 (—), Bingen a. Rk
46 (32), Butzbach 8 (8), Kaſſel 827 (762), Darmſtadt 230
(156), Dieburg 7 (—), Frankfurt a. M. 2816 (3546),
Fried=
berg i. H. 19 (40), Gernsheim i. H. 1 (1), Gießen 85. (76),
Br. Karben 34 (19), Hanau a. M. 40 (32), Herborn 17 (17)
Kreuznach 30 (33), Limburg a. L. 41 (—), Mainz 489 (687)
Marburg a. d. Lahn 5 (16), Offenbach a. M. 471 (253)
Weilburg a. L. 4 (9), Wetzlar 27 (10), Wiesbaden 1198
(1033), Witzenhauſen 4 (4) und Worms am Rhein 180
(244).
Nach Berufsgruppen getrennt wurden vermittelt:In
en männlichen Abteilungen: Landwirtſchaft 338 (gegen
397 im Dezember 1912, Metallgewerbe 176 (340),
Holzge=
verbe 122 (170), Induſtrie der Rahrungs= und
Genuß=
mnittel 95 (54), Bekleidungs= und Reinigungsgewerbe 255
Nummer 32.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Seite 7.
(235), Baugewerbe 93 (131), Maſchiniſten, Heizer und
Fa=
brikarbeiter 83 (133), Gaſt= und Schankwirtſchaftsgewerbe
963 (721), ſonſtige Lohnarbeit und häusliche Dienſte 2127
(2120). In den weiblichen Abteilungen: Gelernte und
un=
gelernte Arbeiterinnen in Fabrikbetrieben 95 (65),
Beklei=
dungs= und Reinigungsgewerbe 19 (39), Gaſt= und
Schank=
wirtſchaftsgewerbe 189 (202), ſonſtige Lohnarbeit und
häusliche Dienſte 2034 (2342).
Von den an den Mitteldeutſchen
Arbeitsnachweisver=
band berichtenden nichtöffentlichen Arbeitsnachweiſen
wurden im Dezember 1913 im ganzen 830 Stellen
vermit=
telt, gegen 642 im Dezember 1912. Von dieſen 830
Stel=
len entfallen auf Innungsarbeitsnachweiſe 147 (143), auf
Arbeitnehmernachweiſe 186 (197), auf paritätiſche
Arbeits=
nachweiſe 104 (108), und auf Vereinsarbeitsnachweiſe
393 (194).
Literariſches.
— Ein Scheck über 5 Millionen Franken der
franzöſi=
ſchen Kriegsſchuld von 1870/71 findet ſich zugleich mit
einem hochintereſſanten Aufſatz über die Art und Weiſe
wie Frankreich ſich ſeiner Zahlungen Deutſchland
gegen=
über entledigte, in dem neueſten, 8. Heft der illuſtrierten
Zeitſchrift „Moderne Kunſt” (Rich. Bong, Berlin W.
57, Preis des Vierzehntagsheftes 60 Pfg.). Die Erlegung
der Kriegsentſchädigung erfolgte größtenteils durch
Aus=
nützung der Mittel des internationalen Kreditverkehrs,
wie ja auch der abgebildete Scheck über 5 Millionen
Fran=
ken auf die engliſche London Joint Bank gezogen iſt und
20 engliſche Stempelmarken zu je 5 Pfund Sterling im
Ge=
ſamtbetrage von 2500 Franken trägt. Aus dem übrigen
Inhalt des vornehm ausgeſtatteten Heftes heben wir
außer den Romanen beſonders Dr. Oskar Anwands
Auf=
ſatz über Wilhelm Schreuer hervor, deremit Abbildungen
nach Gemälden dieſes hochſtehenden mit ſeltenſtem
For=
mengedächtnis begabten Künſtlers aufs reichſte geſchmückt
iſt. Auch diesmal ſind die Reproduktionen der
Kunſtbei=
lage wiederum in dem Tiefdruckraſter=Verfahren gehalten,
deſſen Helldunkelwirkung ſtändig an Feinheit gewinnt. Da
ſchließlich der Zick=Zack=Bogen und die Beilage in Wort
und Bild eine ſtattliche Zahl origineller oder aktueller
Perſönlichkeiten und Begebniſſe aus der Welt des
Thea=
ters, des Sport und der Geſellſchaft wiedergeben, wird
dies reichhaltige Heft unſeren Leſern willkommen ſein.
— Die Leſe hat ihren fünften Jahrgang begonnen,
und die bereits vorliegenden Nummern 1 und 2 bringen
wieder einmal zum Bewußtſein, daß es kaum ein anderes
Dichterblatt gibt, welches bei einem ſo niedrigen Preiſe
eine ſolche Fülle von gutem und intereſſantem Leſeſtoff
bie=
tet wie eben die Leſe. Der Inhalt iſt ſo reichhaltig und
wielſeitig, daß auch der verwöhnteſte Geſchmack auf ſeine
Koſten kommt. Die Leſe liefert außerdem vom neuen
Jahre ab jedem ihrer Abonnenten vierteljährlich eine
Gratisbuchbeigabe, alſo im Jahre vier Bücher. Der
kAbonnementspreis iſt 180 Mark fürs Vierteljahr.
Probe=
hhefte ſind von jeder Buchhandlung oder der Geſchäftsſtelle
ider Leſe, Stuttgart, Ludwigſtraße 26, zu beziehen.
— Ahnen Tiere Gefahren voraus und ſind ſie als
Ge=
ffahrenmelder verwendbar? Ueber dieſe intereſſante und
moch wenig bekante Frage plaudert der bekannte deutſche
Tierpſychologe Dr. Zell im zehnten Heft der illuſtrierten
Zeitſchrift Zur Guten Stunde (Verlag von Bong
u. Co., Berlin W. 57). Zell weiſt darauf hin, daß die
Tiere infolge ihrer weit ſchärfer ausgeprägten Sinne, vor
allem die freilebenden Tiere, die beſtändig auf ihrer Hut
hein müſſen, Vorgänge und Veränderungen in der Natur
viel ſchneller bemerken, als der Menſch. Auch ſonſt
ent=
pält es eine Reihe ſehr wertvoller und intereſſanter
Bei=
rräge, z. B. einen mit ſehr inſtruktiven Bildern verſehenen
Alrtikel über Glasbläſerkunſt, eine Abhandlung über den
Morgen= und Abendſtern, Beherzigenswertes über
Tier=
dchutz und Jagdbetrieb von einem Königl. Forſtmeiſter
m. a. m. Den Hauptleſeſtoff aber bildet der große Roman
Der Sieger” von Marie Stahl; Novellen, Gedichte uſw.
dchließen ſich an. Aus dem reichen Bilderſchmuck
erwäh=
inen wir nur die farbige Kunſtbeilage „Weihnachten in
Ult=Frankfurt”
Darmſtadt, 1. Februar.
* Die Ausſtellung im Reſidenzſchloß. Die
braun=
ſchweigiſche Landesverſammlung genehmigte
hie Ueberlaſſung von neun Oelgemälden,
welche der Landſchaft gehören, zur Ausſtellung in dem
Reſidenzſchloſſe in Darmſtadt.
Künſtlerfeſt. Im Städtiſchen Saalbau fand geſtern
abend das im Rahmen eines Varieté=Nachtfeſtes gehaltene
Rünſtlerfeſt zum Beſten der Wohlfahrtseinrichtungen
der deutſchen Bühnengenoſſenſchaft ſtatt, das ſich eines
außerordentlich zahlreichen Beſuches zu erfreuen hatte,
ſoo daß der große Saal mit Einſchluß des Vorſaals und
der Galerien überfüllt war. Der erſten Abteilung des
Feſtes lag die Idee einer Spezialitätenvorſtellung eines
arſtklaſſigen Varietés zugrunde, an der ſich faſt ſämtliche
Solomitglieder unſerer Hofbühne beteiligten und dabei
eine ganz außergewöhnliche Begabung auch auf dieſem
Gebiete offenbarten. Das Programm war vorwiegend
auf den humoriſtiſchen Teil geſtimmt und die einzelnen
Nummern löſten ſtürmiſche Heiterkeit aus. Nach dem
Spe=
zialitätenprogramm fand Ball ſtatt und zu gleicher Zeit
im den Neben= und oberen Räumen Künſtler=Kabarett
und Bauernſchenken n. a. Ein Wiener Café war
aufge=
ſchlagen, ein Trokadero mit Muſik und Tanz u. v. a.
Wir kommen eingehend auf das Feſt zurück.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 31. Jan. Der Kaiſer empfing heute
abend den Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollweg
zuu m Vortrag.
* Berlin, 31. Jan. Dem preußiſchen
Abgeord=
netenhauſe iſt folgender Antrag Schmedding und
Ge=
lnoſſen zur zweiten Beratung des Etats des Miniſteriums
des Innern für das Etatsjahr 1914 zugegangen: Das
Haaus der Abgeordneten wolle beſchließen, die königliche
Ettaatsregierung zu erſuchen, einen Geſetzentwurf
vorzu=
lleggen, wonach die Fürſorge für die gemeingefährlichen
Geiſteskranken, ſoweit ſie nicht nach dem Geſetze vom 11.
Juli 1891 den Landarmenverbänden obliegt, vom Staate
zu: übernehmen iſt.
* Berlin, 31. Jan. Zum Oberpräſidenten der
Provinz Brandenburg iſt der
Regierungspräſi=
dent v. d. Schulenburg in Potsdam, zu ſeinem
Nach=
folger im Präſidium der Potsdamer Regierung Geh.
Ober=
ſtegierungsrat und Vortragender Rat im
Landwirtſchafts=
miniſterium, Freiherr v. Falkenhauſen ernannt
worden.
* Hamburg, 31. Jan. Der Senat erſuchte die
Bürger=
ſchaft um die Mitgenehmigung eines
lebens=
länglichen Ehrengehaltes von jährlich
vier=
tauſend Mark für die Schweſter des verſtorbenen
Pro=
feſſors Lichtwarl. Fräulein Marianne Lichtwark.
* Buetow, 31. Jan. v. Rexin, Mitglied des
Herren=
hauſes, iſt geſtern abend im Alter von 93 Jahren auf dem
Majorat Woedtke bei Breſin geſtorben.
* Dorſten, 31. Jan. Auf der Zeche „Fürſt
Leo=
pold” wurden heute nacht drei Bergleute durch
hereinbrechende Geſteinsmaſſen
einge=
ſchloſſen. Sie konnten bisher nicht geborgen werden.
Ihr Schickſal iſt unbekannt. Die Rettungsarbeiten dauern
fort.
* Wien, 31. Jan. Die
Einigungsverhand=
lungen, die im öſterreichiſchen
Buchdruck=
gewerbe unter Leitung des Handelsminiſteriums und
unter Aſſiſtenz des Tarifamtes der deutſchen Buchdrucker
geführt wurden, ergaben am vierten Sitzungstage eine
Verſtändigung in den Hauptfragen. Die
endgültige Beilegung des Tarifkonflikts iſt in
Kürze zu erwarten.
* Prag, 31. Jan. Gegen den ſeit einer Woche
flüchtigen Amtsdirektor von
Frunzens=
bald. Doktor Habl, iſt bei der Staatsanwaltſchaft
An=
zeige wegen Betruges,
Dokumentenfäl=
ſchung und verſuchten Giftmordes erſtattet
worden. Auch gegen die Witwe des Franzensbader
Arz=
es Dr. Dieſe, welche Habl auf der Flucht begleitet, iſt
die Unterſuchung eingeleitet worden. Ein Offiziant des
Egerer Kreisgerichts, welcher in die Angelegenheit
ver=
vickelt iſt, wurde ſeines Dienſtes enthoben. Habl ſoll
un=
ter anderem das Teſtament des Dr. Dieſe zugunſten ſeiner
Witwe gefälſcht haben. Zwei Zeugen ſagten aus, Habl
habe ihnen je 2000 Kronen für die Beſchaffung von Gift
verſprochen. Habl, der von ſeiner Gattin geſchieden iſt,
unterhielt mit der Witwe Dieſe ein Verhältnis.
* Paris, 31. Jan. Eine Bank in der Rue Réaumur
iſt in Schwierigkeiten geraten. Einer der Direktoren,
Le=
compte, iſt verhaftet worden. Die Paſſiva beträgt
angeblich über 3 Millionen. Bei Durchſicht der
Bücher ſoll ſich ergeben haben, daß die Bank bei der
Finanzierung ihrer Unternehmungen 30 Millionen
ver=
loren hat.
* Petersburg, 31. Jan. Der Miniſter des
Aeu=
ßern Saſonow gab zu Ehren Delcaſſés ein
Ab=
ſchiedsfrühſtück infolge Familientrauer im intimen Kreiſe.
Anweſend waren nur einige Mitglieder der franzöſiſchen
Botſchaft, ſowie Vertreter des Miniſteriums des
Aus=
wärtigen.
* Waſhington, 31. Jan. Generalpoſtmeiſter
Burle=
fon unterbreitete dem Senat den Bericht der
Kommiſ=
ſion im Miniſterium, der nach eingehenden Erwägungen die
Uebernahme des Telegraphen= und
Tele=
phonweſens in bundesſtaatliche Verwaltung fordert.
Brieltaten.
K. Der Zinſengenuß iſt als „Nießbrauchrecht”
anzu=
ſehen und mit ſeinem Kapitalwert gemäß Art. 27 des
Vermögensſteuergeſetzes (25fache der einjährigen Nutzung)
auf Seite 4 des Formulars für den Wehrbeitrag
einzu=
ſtellen.
D. W. 9. Nein.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß des über ganz Nord= und
Mittel=
europa lagernden Tiefdruckgebietes hielt auch geſtern das
trübe, milde Wetter an. Der Druck über dem Feſtland iſt
heute etwas geſtiegen, jedoch dürfte ihn die von Island
und den britiſchen Inſeln her vorrückende ſehr ſtarke
De=
preſſion verdrängen und uns warmes Tauwetter bringen.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, 1. Februar:
Vorwiegend trüb und wolkig mit vereinzelten
Regen=
föllen, weitere Zunahme der Temperatur, ſtärkere Winoe
aus weſtlichen Richtungen. Hochwaſſergefahr.
Schneebericht.
Felsberg: 50 Zentimeter, lückenlos, tauend.
Neun=
kirchen: 55 Zentimeter, lückenlos, locker, Rodel= und
Ski=
bahn gut. Nonrod: 15 Zentimeter, lückenlos, Pulverſchnee,
Reichelsheim: 10 Zentimeter, lückenlos, lockerer Schnee.
Lindenfels: 28 Zentimeter, lückenlos, tauender Schnee.
Beerfelden: 30 Zentimeter, lückenlos, gefroren, Rodelbahn
mäßig.
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mann, ſeine Schuhe und Stiefel möglichſt lange in
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brauchsfähigem Zuſtande zu erhalten. Dies wird am
zuverläſſigſten bei ausſchließlicher Verwendung der ſeit
Jahren erprobten und bewährten Lederputz=Créme
„Kavalier” erreicht; dieſes vorzügliche Fabrikat gibt
nicht nur ſofort mühelos ſchönſten Hochglanz, ſondern
Kavalier nährt auch das Leder, verleiht ihm
Geſchmei=
digkeit und erhöht dadurch die Haltbarkeit ganz
weſent=
lich. Die Mehrzahl aller Verbraucher hat dies längſt
erkannt und benützt demgemäß zur Pflege des
Schuh=
werks nichts anderes als „Kavalier”.
Zür die durch Sturm und Unwetter geſchädigten
Be=
wohner der Oſtſeeküſte ſind weiter eingegangen:
Oberſekr. Keſting 2 ℳ. Frau Keſting 2 ℳ. H. O. 1 ℳ. Gr
Reviſor Dingeldey 1 ℳ. F. G. 2 ℳ. Ungenannt 2 ℳ.
Sucher 1 ℳ. Ungenannt 3 ℳ. Zuſammen 14 ℳ, mit
den bereits veröffentlichten 993.35 ℳ zuſammen 1007.35 ℳ.
Wir danken im Namen der Betroffenen all den
Wohltätern für ihre Spenden und nehmen auch weiterhin
noch Gaben gerne an.
Darmſtädter Tagblatt
Geſchäftsſtelle.
Dieſes Rezept fördert wirklich
den Haarwuchs.
Ich las vor einiger Zeit in Ihrem Blatt das Rezept
zu einem Haarwaſſer, das die Schuppenbildung beſeitigen
und den Haarwuchs erheblich fördern ſollte. Obwohl ich
ſchon viele Mittel ohne Erfolg angewandt hatte, und mein
Haar ſehr gelichtet war und immer noch ſtark ausfiel,
entſchloß ich mich doch, mit dem Rezept einen Verſuch zu
machen. Ich ließ es mir alſo vom Apotheker laut
Vor=
ſchrift zuſammenſtellen: 85 gr Bay Rum, 30 gr Livola de
Com-
posée und 1 gr krist. Menthol. Ich wandte es regelmäßig
morgens und abends an, indem ich die Miſchung immer
ſorgfältig mit den Fingerſpitzen in die Kopfhaut einrieb.
Wie erſtaunt und entzückt war ich, als das leidige Jucken
ſchon nach der erſten Anwendung aufhörte als die
Schup=
pen verſchwanden und der Haarausfall ſich verlor. Nach
Verbrauch der vierten Flaſche hatte ich einen feineren,
längeren und luxuriöſeren Haarwuchs als je zuvor.
Seit=
dem habe ich das Rezept vielfach empfohlen, und überall
war das Reſultat in gleicher Weiſe befriedigend. So viel
ich weiß, kann man ſich das Rezept in allen Apotheken und
Drogerien zuſammenſtellen laſſen; wer es noch nicht
ver=
ſucht hat, unterlaſſe nicht, es auch einmal zu probieren.
Tante Elſa.
Wichtig! Wir hören, daß viele Apotheker und
Dro=
giſten dieſes großartige Mittel wegen der ſtarken
Nach=
frage jetzt auch fertig auf Lager halten, und zwar unter
dem Namen Livola=Haarwaſſer.
(VIII,3310
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Cincinnati” 27. Jan. 5 Uhr nachm. von
Neu=York über Madeira, Gibraltar und Neapel nach
Genua. „Pallanza” 27. Jan. 12 Uhr mittags in
New=
port News. „Preſident Lincoln”, von Neu=York
kom=
mend, 27. Jan. 9 Uhr 45 Min. morgens von Cherbourg.
„Rugia” nach Philadelphia, 27. Jan. 11 Uhr abends
Cux=
haven paſſiert. — Weſtindien, Mexiko: „Calabria‟
26. Jan. von St. Thomas über Havre nach Hamburg.
„Dania” 27. Jan. in Pto. Mexiko. „Frankenwald” nach
Havanna und Mexiko, 27. Jan. 12 Uhr nachts von
Vigo. „Georgia” nach Weſtindien, 27. Jan. 8 Uhr
50 Min. morgens Cuxhaven paſſiert. „Niederwald” nach
Weſtindien, 27. Jan. 10 Uhr morgens Dover paſſiert. —
Oſtaſien: „Altmark” 27. Jan. von Malta nach Havre.
„Andaluſia” 26. Jan. 6 Uhr abends von Moji nach
Tſingtau. „Aragonia” von Neu=York, 28. Jan. von
Sabang nach Hongkong. „Aſſyria” 27. Jan. von Suez
nach Penang. „Belgravia” 26. Jan. 6 Uhr abends von
Moji nach Kobe. „Emden” 28. Jan. von Colombo nach
Suez. „Saxonia” 26. Jan. morgens von Singapore
nach Manila. „Sithonia” 24. Jan. von Seattle nach
Japan und China. „Weſtphalia” 27. Jan. 10 Uhr 20 Min.
morgens Dungeneß paſſiert, heimkehrend. — Verſchiedene
Fahrten: „Cleveland”, Orient= und Indienfahri, 28. Jan.
1 Uhr morgens von Cadiz. Vergnügungsdampfer
„Meteor”, erſte Mittelmeerfahrt, 27. Jan. 7 Uhr morg.
in Philippeville. „Nicomedia” von Perſien kommend,
28. Jan. 4 Uhr morgens Dover paſſiert. Parthia”
von Neuorleans, 27. Jan. in Aarhus. „Rhenania‟,
von Afrika kommend. 28. Jan. 3 Uhr 30 Min. morgens
auf der Elbe. „Steiermark”, von Weſtafrika kom., 27. Jan.
12 Uhr 45 Min. mittags in Hamburg. „Togo‟ 27. Jan.
in Akkra. „Windhuk” nach Afrika, 26. Jan. von Marſeille.
die im Montags=
Todesanzeigen, blatt Aufnahme
finden ſollen, bitten wir an Sonntagen in unſeren
Brief=
kaſten am Hauſe, Rheinſtraße 23, zu werfen.
Expedition des Tagblatts.
Dehbrou
I
Das Bier für die Familie. — Unerreicht in seiner Wohlbekömmlichkeit.
(981a
[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Nummer 32.
Tageskalender.
Sonntag, 1. Februar.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr
(Ab. B): „Der Opernball”
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Familienabend des evang. Frauenvereins der
Lukasgemeinde um 7½ Uhr Kiesſtraße 17.
Sonntags=Vereinigung für Fröbelſche
Kinder=
gärtnerinnen um 4 Uhr Saalbauſtraße 8.
Kaiſergeburtstagsfeier des Krieger= und
Mili=
tärvereins Graf v. Haeſeler um 6 Uhr im „Kaiſerſaal”.
Damen= und Herrenſitzung der
Karnevalgeſell=
ſchaft „Narrhalla” um 7.11 Uhr im Saalbau.
Rheiniſcher Abend um 8.11 Uhr in der Turnhalle
am Woogsplatz.
Wanderung des Vogelsberger Höhenklubs nach Groß=
Bieberau (Abmarſch um 8½ Uhr vom Oſtbahnhof).
Heute verſchied nach längerem Leiden im
O72. Lebensjahre mein guter, treubeſorgter
Gatte, unſer Vater, Bruder, Schwager u. Onkel
der Kgl. Preuß. Güterexpeditions=
Vorſteher i. P.
Peter Jockel.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Jockel Witwe,
Anna Jockel.
Darmſtadt, den 31. Januar 1914.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Febr.,
nachmittags ½3 Uhr, vom Sterbehauſe
Klap=
pacherſtraße Nr. 6 aus, auf dem Beſſunger
Friedhofe ſtatt.
Einſegnung ¼ Stunde vorher. (3390
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. — Hotel Heß um
4 Uhr. — Hanauer Hof um 4 und 8 Uhr. — Bürgerkeller
um 4 Uhr. — Café „Metropole” um 4 und 8 Uhr. —
Münchner Kindl um 5 Uhr. — Schützenhof um 6 Uhr. —
Chauſſeehaus um 6 Uhr. — Rummelbräu um 8.11 Uhr. —
Perkeo um 4 und 8 Uhr — Palais=Reſtaurant.
Ausſtellung zum Kampfe gegen den Schmutz und
Schund in Wort und Bild im Ausſtellungsgebäude auf
der Mathildenhöhe (geöffnet von 11—8 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Montag, 2. Febeuar.
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9½ Uhr im Eberſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft
auf der Kreuzung von Strohweg und Dieburgerſtraße).
Holzverſteigerung um 10 Uhr in der Hch.
Heberer=
ſchen Wirtſchaft zu Meſſel.
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Güntherſchen
Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Geſtern abend 7 Uhr verſchied nach kurzem,
ſchwerem Leiden im 54. Lebensjahre mein
lieber Mann, unſer guter Vater
(3330
Friedrich Luler
Schlosser.
Darmſtadt, den 31. Januar 1914.
Lauteſchlägerſtr. 42.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag, vormittags um
11 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus ſtatt.
Jagdverpachtung um 11½ Uhr im Schulhauſe in
Fürth i. O.
Fundſachen=Verſteigerung um 9 Uhr zu
Frankfurt, Poſtſtraße 6.
Großh. Landesmuſeum. Sonntags und Freitags
von 10—1 Uhr, ſowie Mittwochs und Sonntags von
2—4 Uhr eintrittsfrei: Dienstags, Donnerstags und
Samstags von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld. — Das
Münzkabinett iſt geöffnet: Sonntags von 11—1
Uhr, Mittwochs von 2—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratheilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren,
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
ſtatt teurer auslandiſcher Marken
dem deuiſchen Volke empföhlen,2
Zirderlagen beis
Paul C. Finke, Hubertus=Drogerie, Ballonplatz 5;
ferner der hieſigen Reichardt=Filiale.
Verkaufsſtellen: Wilh. Barth, Konditorei,
Wald=
ſtraße 26: Karl Güll, Konditorei
u. Café Soderſtr. 16; Hoflieferant
Wilh. Mitze, Hügelſtr. 19; Jakob
Stuckert, Bäckerei, Neckarſtraße.
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werd. billigſt angef. Schriftl. Anfr
unt. V 20 durch die Exp. (946a
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Maſſenanferti=
gung. Offert. unt. F 50 Exped.
Trio.
Einem angehenden Celliſten
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ſich an einem Trio, welch. wöchentl.
einmal im Privathauſe
zuſammen=
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monatlich 20 Pfennia
(einzelne Nummer 10 Pfg.) nehmen unſere Expedition, unſere Trägerinnen, ſowie unſere Agenturen
und ſämtliche Poſtanſtalten entgegen, die letzteren jedoch unter der Bezeichnung Darmſtädter Tagblatt
Ausgabe B. Die Chronik wird 8ſeitig mit reichem Bilderſchmuck in Tiefdruck und in tadelloſer
Ausführung erſcheinen, ſo daß ſie fortlaufend eine Illuſtrierung der hervorragenden Ereigniſſe der letzten Woche
bietet und eine Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt.
(26918
[ ← ][ ][ → ]
Nummer 32.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Seite 9.
im Kleinen bedeuten für uns die Vorbereitungen für unsere kommende
„weiße woche
11
nubertrottene Preiswuraigkeit
kennzeichnen den Wert dieses Verkaufs-Ereignisses für das gesamte
kaufende Publikum.
Es liegt nicht in unserer Absicht, auf
Kosten der guten Qualitäten nur niedrige
Preislagen zu schaffen
sondern
wir bringen bekanntlich nur das
Beste und Edelste
in Wäsche, Weisswaren u. Aussteuerartikel.
Beginn:
(3346
Samstag, 7. Februar
Hankel Waremaus
Markt 7
Guggenheim & Marx
Markt 7
[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblan, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Nummer 32.
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beiden Großh. Ober=Realſchulen zu Darmſtadt.
Anmeldungen für das Oſtern 1914 beginnende Schuljahr
werden für ſämtliche Vorſchulklaſſen Mittwoch, den 4. Februar
und Donnerstag, den 5. Februar, vormittags von 10—1 Uhr, im
Realgymnaſialſaalgebäude (Eingang durch das Portal vom
Kapell=
platz aus) entgegengenommen. Geburtsſchein und Impfſchein ſind
(3132a
dabei vorzulegen.
Die Großherzogliche Direktion.
Münch, Geheimer Schulrat.
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Buchführung, einf., dopp. u. amerik. System,
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Deutsche Stilübung,
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Handelskorrespondenz Schönschreiben,
Allgemeine Handelslehre,
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Fremde Sprachen, vorzugsweise kaufm. Korrespondenz.
Besondere Klassen für Fortbildungsschüler, deren
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Nummer 32.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
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Wir veröffentlichen keine Preise, sondern bitten die verehrlichen Kunden, sich von unseren
ohne Kaufzwang zu überzeugen.
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Schustergasse 16.
Neben der „Krone‟.
Schustergasse 16.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde! In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Jagdhund, 1 Wolfshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(3331
ſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
Vergebung von Bauarbeiten.
Nachſtehende Arbeiten für den Neubau der Preßhefefabrik
des Herrn Fabrikanten J. Pleser in Eberſtadt ſollen vergeben
werden.
Tüncher= und Anſtreicherarbeiten, ferner Schreiner=, Glaſer=
und Schloſſerarbeiten, ſchmiedeeiſerne Fenſter und
Inſtallations=
arbeiten.
Zeichnungen und Bedingungen liegen von Dienstag, den
3. Februar, bei der Bauleitung zur Einſicht offen, woſelbſt
Ver=
dingungsunterlagen gegen Vergütungen der Selbſtkoſten abgegeben
werden.
Angebote ſind verſchloſſen, portofrei und mit entſprechender
Aufſchrift verſehen bis Donnerstag, den 12. Februar, abends
6 Uhr, bei der Bauleitung einzureichen.
(3323.
Darmſtadt, den 30. Januar 1914.
Die Bauleitung: Peter Müller, Architekt.
Schießhausſtraße 53. Telephon 54.
Die Ausführung von ca. 22000 qm Kleinpflaſter
ſowie das Setzen der Wandſteine auf den Kreisſtraßen Eberſtadt-
Nieder=Ramſtadt, Eberſtadt-Seeheim und Eberſtadt-Bickenbach ſoll
in 2 Loſen von 15850 und 6150 am durch öffentlichen Wettbewerb
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen an den Vormittagen auf dem Bureau
des Unterzeichneten (Neckarſtraße 3) zur Einſicht offen, woſelbſt auch
die Angebote bis ſpäteſtens Donnerstag, den 12. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr, entgegengenommen werden.
(3294
Darmſtadt, den 28. Januar 1914.
Der Großherzogliche Kreisbauinſpektor.
Jagdverpachtung.
Samstag, den 7. Februar I. Js., nachm. 2½ Uhr,
wird in dem Rathaus in Spachbrücken die Gemeindefeldjagd in der
Gemarkung Spachbrücken auf weitere ſechs Jahre öffentlich verpachtet.
Bemerkt wird, daß der Jagdbezirk von der Station Zeilhard
der Odenwaldbahn nur einige Minuten entfernt iſt und die
Halte=
ſtelle Spachbrücken der Bahn Offenbach-Reinheim in der
Ge=
markung liegt.
Spachbrücken, den 29. Januar 1914.
(3295gk
Großh. Bürgermeiſterei Spachbrücken.
J. V.: Illert, Beigeordneter.
Bekanntmachung.
Hierdurch bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß wir
unſeren Geſchäftsbetrieb nunmehr auch im Großherzogtum Hessen
aufgenommen und in
Darmſtadt, Sandſtraße 36
(Genoſſenſchaftshaus)
eine eigene Geſchäftsſtelle errichtet haben.
Zur Durchführung ihrer, auf die Gewährung des billigſten
Verſicherungsſchutzes hinzielenden Beſtrebungen, hat die
öffentlich=
rechtliche Lebens= und Volksverſicherung bereits mit namhaften
wirtſchaftlichen Verbänden, die in Heſſen ihren Sitz oder große
Aus=
dehnung haben, Verträge abgeſchloſſen, bezw. wird demnächſt zum
Abſchluß bringen.
Zu jeder gewünſchten Auskunft iſt die Geſchäftsſtelle gerne bereit.
Verband
öffentlicher Lebensverſicherungsanſtalten
in Deutſchland.
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aller Art.
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(3007a.
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Jagd=Verpachtung.
6.
Donnerstag, den 12. Februar I. Js., morgens 9½ Uhr werden im Rathausſaal zu Darm
ſtadt (Marktplatz Nr. 8) auf 12 Jahre verpachtet:
Die Jagdfläche der Jagdbezirk Die zugehörigen Jagdteile liegen einzelnen Jagdteile enthält: 325 *55 Wald Ucker u. in der Oberförſterei in der Gemarkung Wieſen Summa ha ha neee B2 a) Rein fiskaliſche Jagdbezirke: Ernſthofen (Bez. 1) Alsbach, Koloniewald
Wembach mit Hahn 290 16 306 Ober=Ramſtadt Nr. II.; Ober=Ramſtadt (Bez. 2) Koloniewald, Ober= 3 Ramſtadt 261 282 Groß=Bieberau (Bez. 3) Groß=Bieberau, Rodau 31 35 Groß=Bieberau Nr. I. Groß=Bieberau (Bez. 1) Billings, Lichtenberg, Rodau, Obern= und
Niedernhauſen 93 93 Ernhofen Nr. II. Ober=MRodau
b) Aus fiskaliſchen Jagdteilen und ſolchen der Stadt Darmſtadt zu= 30 80 80 ſammengeſetzte Jagdbezirke: Darmſtadt Darmſtadt (einſchl. En= Darmſtadt A. klaven) 273 311 Ober=Ramſtadt
Beſſungen Ober=Ramſtadt
Roßdorf 391
302 408
333 1082 Darmſtadt Darmſtadt 100 5 314 Beſſungen Beſſungen 332 22 354 Darmſtadt B. Ober=Ramſtadt
Eberſtadt Ober= und Nieder= 904 Ramſtadt Eberſta adt Darmſtadt C. Beſſungen Darmſtadt 108 Darmſtadt Darmſtadt 371 4 472 580 Die unter b aufgeführten Jagdbezirke beginnen in nächſter Nähe der Stadt Darmſtadt und ſind
jeweilig durch die Odenwaldbahn und Eberſtädter Staatsſtraße getrennt.
Nähere Auskunft erteilen die in Spalte 2 genannten Oberförſtereien.
Darmſtadt, den 30. Januar 1914.
J. A.: Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
(3321gg
Bekanntmachung.
Die heute in der Turnhalle
abgehaltene Holzverſteigerung iſt
genehmigt.
(3320
Die Abfuhrſcheine können vom
7. Februar an bei den Kaſſen
abgeholt werden.
Darmſtadt, 30. Januar 1914.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
Daab.
Kanalbau=Arbeit.
Die Ausführung eines 400 m
langen Straßenkanals in
Backſtein=
mauerwerk und Beton ſoll
ver=
dungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tief=
bauamt, Zimmer Nr. 4, zur
Ein=
ſicht offen. Auch werden dort die
Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 13. Februar I. Js.,
vormittags 9 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(3341go
Darmſtadt, 31. Januar 1914.
Tiefbauamt.
Keller.
Schwellen=Verkauf.
Am Donnerstag, den 5. Febr.
1914, nachmittags 2½ Uhr,
werden 800 alte Holzſchwellen an
der Blockſtelle Stockſchneiſe, Strecke
Darmſtadt-Weiterſtadt
meiſtbie=
tend verſteigert. Die Bedingungen
iegen bei der Bm. 86 in
Weiter=
ſtadt zur Einſicht offen und
wer=
den im Termin bekannt ge=
(IV,2803
geben.
Großh. Betriebs=Amt 1.
Heſſiſche Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet von Dr. Hermann Bräuning=Oktavio
Herausgegeben von D. Dr. Wilh. Diehl
Dritter Jahrgang:: Heſt 1, Januar 1914
Inhalt: Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Guſtav Baurs Relegation
(1836). — Amalie Schädel: Kriegsdrangſale in einem oberheſſiſchen
Pfarrhaus vor hundert Jahren. — Profeſſor K. Henkelmann: Profeſſor
Dr. Franz Taver Stoll. — Marie Ullrich: Aus dem Leben meines
Groß=
vaters Friedr. Kümmell. — Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Beiträge
zu einer heſſen=darmſtädtiſchen Lehrermatrikel. — Bücherſchau. — Aus
Zeitſchriften. — Austauſch.— Auskünfte.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik‟
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt, und allen
Buchhandlungen.
(3104dfg
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Frachtvolle Widderhäſin zu verk.
(*2485g) Liebigſtr. 38, I. IHusen Liebfrauenstr. 98, I. (*2381
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Nummer 32.
Ludwigsplatz
Ludwigsplatz
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Montag, den 2. Februar
Dienstag, den 3. Februar
Mittwoch, den 4. Februar
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forderungen gerecht zu werden, vergrößert und nach
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(früh. Maſchinenfabrik Anton) verlegt habe. Ich bitte
mir das ſeither entgegengebrachte Wohlwollen und
Vertrauen auch fernerhin bewahren zu wollen.
3091dg) Hochachtungsvoll Fritz Oerterer.
Kunſtſchmiede= u. Treibarbeiten in allen Metallen.
Saison-Ausverkauf.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 32.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Seite 13.
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Das Tippfräulein.
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222
Die Gräfin ſuchte wieder zu beruhigen und
auszu=
ggleichen, bat die Stiftsdame, ihre Freundin Troſſach nicht
wunnötig zu ängſtigen, und wies auf ein junges Paar hin,
das in dieſem Augenblick aus dem Dunkel der Bäume auf
eine Lichtung des Parkes hinaustrat. Es war der
Ritt=
rneiſter von Vieth und Frau von Frandzen. Er hinkte
moch ein wenig infolge ſeines Sturzes, ſchien aber ſonſt
wohlauf zu ſein, denn er ſprach eifrig auf ſeine Dame ein,
rund dieſe, welche wieder eine unmögliche, grasgrüne
Toi=
bette trug und unter einem gleichfarbigen Sonnenſchirm
geiſterhaft blaß ausſah, ſchien ihm nicht ungern
zuzu=
ſaören.
Da, ſagte die Gräfin befriedigt, die gute Henni tut
ſchließlich doch, was ſie ſoll. Sie ſieht wohl ein, daß ihre
Schwärmerei für Wardenburg eine hoffnungsloſe,
un=
dankbare Sache iſt, und wendet ſich nun meinem Neffen
Bieth zu, der auch viel beſſer für ſie paßt.
Und ihre Million gut gebrauchen kann.
Das war natürlich die Stiftsdame, die das ſpottend
ſagte, aber die Gräfin Treſſenſtein ließ ſich durch dieſen
E inwurf nicht beirren. Stimmt, ſagte ſie ruhig. Er iſt
e e e e en
ſich nicht bald ranglert. Indeſſn, die gute Hennt macht
trotzdem kein ſchlechtes Geſchäft. Er kommt jetzt nach und
nach zur Vernunft und wird ihr ein aufmerkſamer Gatte
ſein. Man kann ſie und ihr Vermögen ihm getroſt
über=
laſſen, und ich hoffe, die beiden ſind bald ſo weit, daß man
ihnen gratulieren kann.
Vielleicht tut es dem Oberinſpektor denn doch leid,
daß er nicht zugegriffen hat, meinte die Baronin.
Bewahre, ſagte die Stiftsdame. Das iſt ein ganz
komiſcher, eigenſinniger Kerl mit ſcharf zugeſpitzten
Ehr=
begriffen, aber ich freue mich immerhin, wenn ich ihn
ſehe. Der hat mehr Charakter und Energie, als zehn
an=
dere zuſammengenommen. Und dabei iſt er ein hübſcher
Menſch, wie aus braunem Holz geſchnitzt. Ich hoffe, er
bekommt noch einmal die richtige Frau, wenn vorläufig
auch keine Ausſicht dazu iſt.
Die Gräfin wurde nachdenklich und hörte nicht mehr
zu. In Wahrheit war ſie durchaus nicht ſo ruhig, wie ſie
ſich den Anſchein gab. Die neueſte Marotte ihres
Stief=
ſohnes beſchäftigte ſie lebhaft, und ſie war durchaus nicht
gewillt, der Entwicklung der Dinge lächelnd und müßig
zuzuſchauen.
Sie hatte auch bereits die Initiative ergriffen. Am
Morgen war ſie trotz des Verbots ins Archiv gekommen,
hatte ihren Vater begrüßt und Gabi um die Abſchrift
e e e e e
nötigte. Dabei konſtaterle ſie, daß das leine
Tipfräu=
lein wirklich ganz ungewöhnlich ſchick und reizend war
und einem phantaſievollen jungen Manne auch unbedingt
gefährlich werden konnte. Ihre Beſcheidenheit und
Ein=
fachheit ihrer Toilette täuſchten ſie nicht. Die
welterfah=
rene Frau ſah, daß ſich eine große Sicherheit und
Ge=
wandtheit dahinter verbarg, und erkannte nach kurzer
Unterhaltung, daß dieſe Feindin ihrer Pläne durchaus
nicht zu unterſchätzen ſei. Als ſie ſpäter mit ihrem Vater,
dem General, allein war, ſagte ſie, auf ihre bevorzugte
Stellung pochend:
Du haſt Deine Tippfräuleins wiederholt plötzlich
ent=
laſſen, Papa. Tue mir doch den Gefallen und ſchicke auch
dieſes Fräulein Schacht unter einem Vorwande möglichſt
bald weg. Fräulein Flott kann Dir gewiß eine andere
Stellvertreterin ſchicken oder, beſſer noch, bald ſelber
kom=
men. Dann iſt das Aergernis aus der Welt geſchafft,
und ich habe keine ſchlafloſen Nächte mehr.
Verſtändnislos blickte der General ſeine Tochter an.
Mein liebes Kind, ſagte er, Du verlangſt Unmögliches von
mir. Wenn ich die anderen Frauenzimmer an die Luft
ſetzte, ſo geſchah das, weil ſie nichts taugten — bei der
Arbeit wenigſtens. Ich konnte mit ihnen abſolut nichts
anfangen. Bei Fräulein Schacht fehlt mir nicht nur jeder
Grund zu einer plötzlichen Entlaſſung, ſondern auch jeder
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Nummer 32.
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Wunſch. Ich danke Gott, daß ich endlich einmal eine
tüch=
tige Mitarbeiterin habe, die nicht wie die anderen
lang=
ſam und begriffsſtutzig iſt, und ich wäre wahrhaftig ein
Tor, wollte ich mich einer ſolchen Kraft freiwillig und
vorzeitig berauben. Während meiner kurzen Abweſenheit
hat ſie wiederum eine tadelloſe Arbeit gemacht, und meine
Schweſter kann ſie ebenſowenig entbehren wie ich. Alſo
laß Deine perſönlichen Antipathien ruhen, meine gute
Antoinette, und finde Dich mit Fräulein Schachts
Anwe=
ſenheit ab. Du haſt ja gar nichts mit ihr zu tun, kannſt
ſie ganz ignorieren!
Nein, das kann kch eben nicht, ſagte die Gräfin ſchnell,
mit einem Anflug von Gereiztheit. Es ſteht zu viel auf
dem Spiel! Du kennſt ja Dietrichs eigenartige Anſichten.
Er ſucht krampfhaft nach einer für ihn geeigneten
un=
ebenbürtigen Frau, ſtatt einfach ſeine Freundin Margitta
zu heiraten, die doch auch nicht mit ihm verwandt iſt und
einer kerngeſunden Familie angehört. Nun hat ein
Zu=
fall ihn mit der kleinen Schacht zuſammengeführt. Er iſt
von ihr, wie es ſcheint, begeiſtert und ſucht ihre
Geſell=
ſchaft auf jede Weiſe. Sie geht natürlich auf ſeine
In=
tentionen ein, und wenn ſie noch länger hier bleibt,
prä=
ſentiert er ſie uns wahrſcheinlich eines ſchönen Tages
als ſeine Braut.
Der General lachte. Weshalb auch nicht, liebes Kind?
Nach meiner Anſicht wäre das Unglück gar nicht ſo groß.
Dietrich war immer ein bißchen Phantaſt und Schwärmer
und geht in ſeinen Folgerungen entſchieden zu weit, aber
im Grunde hat er recht. Die üblichen vornehmen Heiraten
innerhalb beſtimmter, eng begrenzter Kreiſe haben ihre
Nachteile, und es wäre vielleicht ganz gut, wenn die Tref=
fenſteins auf dieſe Weiſe einmal gründlich aufgefriſcht
würden. Ein Tippmamſellchen brauchte die künftige
Stammutter des Geſchlechts ja nicht gerade zu ſein, aber
wenn der junge Menſch Fräulein Schacht heiratet, ſo iſt
das noch lange nicht das Schlimmſte, was er tun kann.
Die Kleine iſt ein hübſches, friſches, talentvolles Mädel,
beſitzt Verſtand und Anpaſſungsvermögen und wird in
die großen Verhältniſſe ſchnell hineinwachſen. Die
Fa=
miliengeſchichte intereſſiert ſie jetzt ſchon lebhaft, und für
die ſchlimme Gräfin hat ſie eine beſondere Vorliebe. Alſo
laſſe den Dingen ihren Lauf und ſtöre die jungen Leute
nicht. Es kommt doch alles, wie es kommen ſoll. Die
Welt wird ja überhaupt immer wunderlicher. Das
Stan=
desbewußtſein ſchwindet mehr und mehr, und die
Stamm=
bäume ſind nicht mehr rein. Da kommt es auf einen
ein=
zelnen Fall gar nicht mehr an.
Die Gräfin Treſſenſtein ſchwieg. Sie kannte ihren
Vater und wußte, wenn er ſo ſprach, war nichts zu machen.
Ihre eigene Anſicht behielt ſie jedoch bei und ſah in Graf
Dietrichs neuer Neigung eine neue, ernſte Gefahr.
Es gab ja Fälle, wo eine Mesalliance zum Glück und
Segen der Betreffenden ausſchlug, aber dieſe Fälle
ge=
hörten zu den Seltenheiten, und ihnen ſtanden andere
gegenüber, welche wie eine ſtarke Warnung wirkten. Reue
und Leid waren ihre düſteren, unzertrennlichen Begleiter,
und Graf Dietrich mit ſeiner überzarten, empfindlichen
Natur brauchte klare, harmoniſche Verhältniſſe zu ſeinem
Glück. Ihm fehlte ſowohl die rückſichtsloſe Kraft wie die
gläubige Zuverſicht, welche über Abgründe Brücken baut,
und auf der Vergangenheit derjenigen, welche ſeine Frau
werden ſollte, durfte nicht der leiſeſte Makel ruhen.
Dies war für ſeine Mutter ausſchlaggebend. Hier
konnte und mußte ſie den Hebel anſetzen, um den geliebten
Sohn vor dem zu retten, was ihr als Torheit und Gefahr
erſchien.
Das fremde Tippfräulein machte einen ſehr
anſtändi=
gen Eindruck, aber ein hübſches, junges, modernes
Mäd=
chen, das mit einer Freundin allein in Berlin lebte, flößte
ihr von vornherein ſtarkes Mißtrauen ein. Sie mußte auf
Erwerb ausgehen und war ſchutzlos allen Verſuchungen
der Großſtadt preisgegeben. Ob ſie immer die Kraft
ge=
habt hatte, dieſen zu widerſtehen, war zum mindeſten
zweifelhaft. Jedenfalls lebte ſie in ſehr beſcheidenen
Ver=
hältniſſen, und wenn ſie merkte, daß der reiche, junge Graf
gewillt war, Ernſt zu machen, würde ſie natürlich alles
aufbieten, um ihn ganz zu ſich herüberzuziehen. Dem
mußte ſchleunigſt vorgebeugt werden, indem man genaue
Erkundigungen über Fräulein Schachts Vorleben und ihre
Verhältniſſe einzog und das Gehörte als Gegengewicht
geſchickt verwendete. Fräulein Flott vor allem mußte in
der Lage ſein, über ihre Stellvertreterin berichten zu
kön=
nen, und auch in Hellborn konnte man Nachforſchungen
anſtellen, um eine Grundlage für die richtige Beurteilung
zu ſchaffen. Ja, es war ſogar vielleicht ganz gut, wenn
Fräulein Schacht in Hellborn blieb. Da war es viel eher
möglich, das junge Paar zu überwachen, als in Berlin,
wohin Graf Dietrich ihr doch ſicher gefolgt wäre, und ihn
zu beeinfluſſen, indem man ſich ſein Vertrauen erhielt.
Freilich, in bezug auf die Mittel durfte man nicht
wähle=
riſch ſein.
(Fortſetzußg folgt.)
Nummer 32.
Seite 15.
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Fortſchritte des Kinderſchutzes und der
Jugendfürſorge 1912.
Von Profeſſor Dr. Klumker.
Immer neue Fürſorgeanſtalten und Vereine für Kinder
und Jugendliche werden ins Leben gerufen; eine bald
un=
überſehbare Fülle nicht nur ſolcher Vereine, ſondern auch
ihrer Zentralen und Verbände erfüllen unſer Land. Aber
trotz aller dieſer Verbände und Kongreſſe ſtehen die
ein=
zelnen Beſtrebungen noch meiſt ohne Fühlung
nebenein=
ander. Jeder kennt nur das kleine Gebiet, das er
be=
arbeitet, ohne zu wiſſen, was neben ihm für andere
Grup=
pen der Jugend geſchieht, ohne mit ihnen genügend Hand
in Hand zu arbeiten, ſich gegenſeitig fördern und ſtützen
zu können. Dieſer Mißſtand iſt nicht nur im privaten
Vereinsweſen, ſondern oft ebenſo bei den vielerlei
Behör=
den vorhanden, in deren Tätigkeitsgebiet dieſe Fürſorge
fällt: Die Gewerbeaufſicht und die Polizei, die
Geſund=
heits= und Armenbehörden, ſtädtiſche und ſtaatliche
Or=
gane, die Veranſtaltungen der Gemeinde= wie der größeren
Kommunalverbände ſtehen viel zu ſehr ohne enge
Ver=
bindung nebeneinander. Und doch iſt der Schutz der
her=
anwachſenden Jugend eine einheitliche Aufgabe, die von
der Geburt bis zur Berufsfähigkeit eng ineinander
grei=
fen ſollte; wieviel Kinder werden körperlich und geiſtig
geſchädigt, weil die eine Fürſorge aufhört, ohne daß ihre
Fortſetzung in anderer Weiſe geſichert wäre; wieviele
not=
wendige Arbeit bleibt ungetan, während an einem
ande=
ren Punkte deren viel zu vielerlei nebeneinander und
durcheinander geſchieht.
Dieſen Zuſtand empfinden am meiſten
Schutzeinricht=
ungen allgemeiner Natur, die nicht eine einzelne beſtimmte
Fürſorge betreiben wollen, ſondern die ſich ihrer
Schütz=
linge allſeitig anzunehmen gewillt und beruſen ſind.
Sol=
cher Art ſind vor allem die Berufsvormundſchaften, die
ſeit 1900 in überraſchender Anzahl von Verein, Anſtalt
und Behörde geſchaffen werden. Da ihre Aufgabe die
Er=
riehungsfürſorge für ihre Mündel iſt, ſo gehen von ihnen
Fäden zu den verſchiedenen anderen Schutzveranſtaltungen
öffentlicher und privater Natur hinüber. Sie für dieſe
vielſeitige Aufgabe zu ſchulen, und ſie dabei zu ſtützen,
war die Aufgabe des Archivs Deutſcher Berufsvormünder,
dem nicht nur die meiſten Berufsvormundſchaften, ſondern
noch viele andere Behörden und Vereine beigetreten ſind.
Das Archiv hat zunächſt durch ſein Jahrbuch der Fürſorge
einen Ueberblick über die vielſeitige Betätigung in der
Kinderfürſorge wie der geſetzlichen und gerichtlichen
Be=
ſtimmungen zu ſchaffen geſucht. Je mehr aber ſein
Arbeits=
gebiet wuchs, um ſo mehr traten darin Anfragen
fürſorg=
licher und erzieheriſcher Natur hervor. Ihre
Beantwor=
tung zwang das Archiv zu eingehenden Studien dieſer
Fragen und legte den Wunſch nahe, allen den vielen
Ar=
beitern des Kinderſchutzes in einer handlichen
Zuſammen=
faſſung jährlich die Fortſchritte dieſer Fürſorgearbeit
vor=
zulegen und ſo mit einer Kenntnis dieſer Entwickelung
auch eine größere Einheitlichkeit und Gemeinſamkeit zu
fördern. Dieſer Gedanke lag um ſo näher als es eine
Zeitſchrift, die zuſammenfaſſend über dieſe Fragen
unter=
richtete, nicht gibt, vielmehr auch die Zeitſchriften in viele
einzelne Gebiete zerſplittert ſind.
Das Archiv liefert ſeinen Mitgliedern ſchon bisher in
ſeinem Jahrbuch der Fürſorge umfaſſende Ueberſichten
über die Rechtsentwickelung, wie die Literatur. Jetzt tritt
ein neues Unternehmen wertvoller Art dazu.
„Die Fortſchritte des Kinderſchutzes und der
Jugend=
fürſorge” werden in handlichen Vierteljahrsheften von
zwei bis drei Bogen erſcheinen und im Laufe von zwei
Jahren über die ganze neuere Entwickelung in tnapper,
zuſammengedrängter Form berichten und die wichtigen
Stücke der Literatur kurz beſprechen. Sie ſollen ſo jedem
Arbeiter der Kinderfürſorge, der nicht viel Zeit auf Lektüre
und Studium verwenden kann, in dieſen kleinen Heften
die Fortſchritte der Fürſorgegebiete vorführen und es ihm
ohne große Mühe ermöglichen, ſich in Fühlung mit den
neueren Fortſchritten zu halten und ihm zugleich die Wege
weiſen, wie er in gedrucktem Material oder in
perſön=
lichen Nachfragen weitere Auskünfte erhalten kann, die
durch die Auskunftsſtellen des Archivs noch im einzelnen
ergänzt werden können.
Die erſten 3 Hefte enthalten: Amtsgerichtsrat
Lands=
berg: Vormundſchaftsgericht und Erſatzerziehung; Direktor
Peterſen: Anſtalt und Familienerziehung; Profeſſor
Klumker: Berufsvormundſchaft; Gewerberat Bender:
Schutz der gewerblich tätigen Kinder und jugendlichen
Ar=
beiter.
So werden alle Gebiete der Art behandelt, daß ſie
nicht jährlich, ſondern zweijährig wiederkehren, und jeden
Leſer ſtändig auf dem laufenden halten. Die Mitglieder
des Archivs (Frankfurt a. M., Stiftſtraße 30) beziehen
dieſe Hefte unentgeltlich. Zugleich ſtützt jedes Mitglied
durch ſeinen Beitritt die umfangreiche Auskunftstätigkeit
des Archivs.
Vermiſchtes.
C. K. Reichtümer aus Federn. Daß man aus Federn
recht ſtattliche Einnahmen erzielen kann, beweiſen die
jüngſten Erfolge der Straußenfarmen in Südafrika, über
die ein Aufſatz des Eaſt African Standard Ausführliches
mitteilt. Die neue Induſtrie hat einen ungeahnten
Auf=
ſchwung genommen und verſpricht, den Eigentümern
die=
ſer Zuchtfarmen geradezu Reichtümer in den Schoß zu
werfen. In zwölf Monaten wurden 547709 Pfund
Straußenfedern aus Südafrika exportiert, die einen
Wert von rund 30 Millionen Mark darſtellen, und dieſe
Zahlen werden ſtändig ſteigen, da die Straußenzucht ſich
immer mehr ausdehnt. Bereits heute ſind in der
Strau=
ßenfederninduſtrie Tauſende von Perſonen beſchäftigt, die
ihr gutes Auskommen dieſem Erwerbszweige verdanken.
Da die Strauße auf dem gewöhnlichen „Veldt” das für
die Rindviehzucht völlig ungenügend wäre, gezüchtet
wer=
den können, ſo iſt es möglich, dabei ſonſt gar nicht oder
wenig brauchbares Land zu verwerten. Der Handel mit
Straußenfedern vollzieht ſich auch in viel bequemeren
Formen als der mit Vieh. Statt des beſchwerlichen
Transportes der Tiere über Berge und Felder kann man
eine Jahresernte von Federn auf einem einzigen Karren
beguem fortbringen. Die Zucht iſt auf Grund der
Erfah=
rungen, die man nun erworben hat, außerordentlich
ver=
beſſert worden. Die Erträgniſſe ſind ſehr bedeutend. Bei
einem normal entwickelten Strauß, der mit Luzernen
ge=
nährt wird, kann man auf drei Federernten innerhalb von
zwei Jahren rechnen, und da ein mit Luzernen beſäter
Aere drei Tiere gut ernährt, ſo darf man den Gewinn bei
jeder Ernte pro Vogel auf 100 bis 140 Mark
durchſchnitt=
lich anſetzen. Die Straußenzüchter von Südafrika
ver=
ſtehen es jetzt, die Tiere ſo trefflich auszuwählen und
auf=
zuziehen, daß ſie wenig Schaden haben und vorzügliche
Federn erzielen. Die geſündeſten Tiere, die die ſtärkſten
und beſten Federn haben, ſind die, die während der Zucht
dem Einſluß verſchiedenartiger Lebensbedingungen und
verſchiedenartiger Nahrung ausgeſetzt werden.
Literariſches.
Der Schnitte= und Stanzenbau, ſeine
Hilfsmaſchinen und Einrichtungen. Von F.
Georgi und A. Schubert, Preis geb. 4,80 Mk. (Leipzig,
Dr. Mar Jänecke, Verlagsbuchhandlung) Die von den
Verfaſſern vor kurzem der Deffentlichkeit übergebenen
Werke „Die Technit der Stanzerei, das Preſſen, Ziehen
und Prägen der Reialle und „Die
Blechbeabeiungsiech=
nik” gaben Veranlaſſung, den beſonders wichtigen Schnitte=
und Stanzenbau noch in einem weiteren Bande eingehend
zu behandeln. Auch dieſer Band, deſſen Wert wie der der
früheren ebenfalls in der Wiedergabe der Erfahrungen
einer langjährigen praktiſchen Tätigkeit liegt, wird ſicher
auf eine gleichgute Aufnahme rechnen können.
— Deutſche Rangliſte, umfaſſend das geſamte
aktive Offizierkorps der deutſchen Armee und Marine (
ein=
ſchließlich der Sanitäts= und Veterinär=, Zeug=,
Feuer=
werks= und Feſtungsbau=Offiziere, ſowie der
wiederver=
wendeten Offiziere und Sanitätsoffiziere z. D.) und
ſei=
nen Nachwuchs mit den Dienſtaltersliſten der Generale
beziehungsweiſe Admirale und Stabsoffiziere, und
alpha=
betiſchen Namensverzeichniſſen ſämtlicher Offiziere des
Landheeres und der Marine. Durch Nachtrag ergänzt auf
den Stand vom 2. Januar 1914. Uber 900 Seiten. Preis
kartoniert 3 M., in rotes Leinen gebunden 3,75 M.
Ger=
hard Stalling, Verlagsbuchhandlung, Oldenburg i. Gr.
Wieder tritt die alſeitig geſchätzte Deutſche Rangliſte in
einer Neuausgabe an die Deffentlichkeit. Wieder iſt der
Umfang verſtärkt und der Inhalt durch mancherlei
wert=
volle Neuerungen verbeſſert worden. Und dieſe Rangliſte
geht nicht nur das Offizierkorps und die ihm nachſtehenden
Kreiſe an, jeder gute Deutſche wird ihr ein freundliches
Willommen bereiten, in ihr nicht nur ein
Namensver=
zeichnis von Truppenteilen, Behörden und
Perſönlichkei=
ten ſehen, ſondern ſie als den einzigen umfaſſenden
Rat=
geber bewerten, der über die geſamte deutſche Wehrmacht
zu Waſſer und zu Lande Auskunft gibt.
— Im 19. Jahrgang erſcheint „Buttericks
Md=
den=Revuet und bringt mit der erſten Nummer ein
Heft heraus, das illuſtrativ wie redaktionell hervorragend
iſt. Aus dem reichen Inhalt iſt beſonders zu erwähnen:
Leiden und Freuden der großen Modedame. — Unſer
Pa=
riſer Brief. — Riviera=Toiletten. — Die moderne
Nach=
mittagstoilette im Eton= und Weſtenſtil. — Was trägt
man an hellen und kalten Wintertagen. — Der Triumph
der aufgeſteppten Rocktaſche — Beſuchs=Toiletten. — Pelze,
— Abbildungen von Straßenmänteln und Jacken aller
Art. — Für die frühen Morgenſtunden, Abbildungen
prak=
tiſcher Hauskleider. — Hübſche Muſter für allerlei
Haus=
haltwäſche. — Stufenröcke und neue Tuniken. Bluſen und
Boleros — Backfiſch= und Kinderkleider — Moderne
dra=
pierte Straßen=Toiletten uſw. Der
Unterhaltungs=
teil bringt: Punkt und Kontrapunkt. — Die Eroberung
der Luſt. — Moderne Dekorationsſtoffe, in Buntdruck. —
Um desklieben Friedens willen. — Eine Betrachtungüber
die Berechtigung der Notlüge. — Karl und Käthe im
Ku=
gelland. — Münchener Bühnenſtars und andere
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eſſante Artikel. Buttericks Moden=Revue iſt erhältlich für
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— Hochland. Inhalt des Januar=Heftes:
Demo=
kratie und Religion in Frankreich. Von Dr. Hermann
Platz. — Das Schlachtfeld. Roman von Franz Herwig.
— Die Frauengeſtalten in Dantes „Neuem Leben” und
ihre einzig mögliche Bedeutung. Von A. Rüdiger. —
John Henry Kardinal Newman nach neueſten
Dokumen=
ten. Von M. Laros. — Einige Einwirkungen der
deut=
ſchen ſozialen Fürſorge auf das Volk. Von
Medizinal=
rat Dr. J. Graßl. — Der Rheiniſche Merkur. Von P.
von Groote. — Kleine Bauſteine: Fr. W. Webers „
Go=
liath” und K Domanigs „Abt von Fiecht‟ Von Anton
Dörrer. Rodin über Porträtplaſtik. Von Konrad Weiß=
Das „Hohe Lied: als Oper. Von Privaldozent Dr E.
Schmitz. Ueber Peter Skargg 8. J. Von K. Kummerfeld.
Kritik. Eine deutſcherumäniſche Erzählerin. Von Haus
Nordeck. — Rundſchau: Das Jahr 1913. Der Sohn
Na=
poleons I. Eduard Pflüger. Zum Fall Wagner=
Nietz=
ſche. Der Abſchluß der Catholic Encyclopedia. — Neues
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Nummer 32.
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Noochmitdags=Bedrachtunge.
Sehr verehrlichter Herr Redackdöhr!
Nemlich, wege weil mein Mann ſich ewe fortwährend
in annere Umſtende befinne dhut, dorch die Vereinskrem
un ſo, ſo kanner die Woch niſchts ins Blättche mache, un
deſſentwege hab ich gedenkt, no, do kannſt du dich jo
wid=
der mol dene Herrn zur Verfiegung ſtelle, indem weil ich
ewe ſowieſo ſo viel aufem Herz hawe dhu, welches ich
unbedingt widder mal eraus mache muß, dann mir hadde
neilich im Vieloäſtädiche Grensche en Vordragsawend
ge=
habt, an dem wo ich geſproche hab überm Herr Kleiſt ſei
Theaterſtick namens „Der verbrochene Krug”, un da hab
ich geſagt, daß mer ſchon an dere Tidelieberſchrift ſehe
kennt, daß de Herr Kleiſt als unverheirater Ehemann
ge=
ſtorwe weer, denn ſonſt hetter doch nicht ſchreiwe kenne
Der verbrochene Krug” ſundern „Das verbrochene
Ge=
ſchärr” deß weer entſchiede richdichererer geweſe, wo’s doch
ieberhaubt kaum noch zum Aushalte is mit dem Ooſezeig
vun Dienſtmäderncher, die wo eim alles verbreche, wie
zum Beiſpiel unſer Lauffraa, die wo neilich den koſtbarn
Gibskobb vun Mamohr runter geſchmiſſe hat, wo de
Na=
bolion vorſtelle hott ſolle, odder de Bedmann, naa
Bed=
hofen hab ich ſage wolle; un mei Mann hatt den gibſerne
Mamohrkobb aach noch ſo ſchee bronziert, wann die
Sunn drauf geſchiene hatt, hott mer geglaubt, er weer
werklich vun Gold, awwer Laaffraue und Dienſtmädcher
die hawwe ja kei Ahnung vun Kunſtverſtendnis, un ſo Leit
leßt mer wehle, wie des am Samsdag de Fall war,
aus=
gerechent am Samsdag, wo mer doch es Haus voll
Ar=
weit hatt, un iwwerhaubt hatte die jo gor kaa blaß Idee
vun dem ganze Zauwer, un mei Lauffraa, wie ich die
uff=
kleern wollt, un do ſeegt ſe, ich ſollt mer kaa Franze ans
Maul babbele, ſie dhet ſich vun mir noch lang net
beei=
fluſſe loſſe, un ſie dhet rot wehle un wann ich verzwazzele
dhet, un wie ſe noochher widder kumme is, war ſe
fux=
deiwelswild un hott geſagt, die ganz Wehlerei weer
Schwindel; awwer ſie weer net druff enei gefalle, ſie net,
un ſie hett ſich vun dene weibliche Wahlzeddelverdeilerinne
net hinners Licht fiehrn loſſe, dann die hetter allmitnanner
en weiße Stimmzeddel in die Hand dricke wolle, un die
mit de rote Stimmzeddel die hett mer verduckelt, um
da=
mit, daß mer ja net rot wehle hett kenne. Awwer ſie hett
ſich zu helfe gewißt, indem daß ſe aafach e Stickche aus
ihrm flanellerne rote Unnerrock abgeriſſe hett, der wo doch
unne rum verfranzelt geweſe weer, un des Stickche rote
Unnerrock hett ſe in die Wahlurn eneigeſchmiſſe, un ihr
Dochter, meine Lauffraa ihr Dochter, die hett geſagt, bei
dere Ortskrankekäßlerwahl kemts in erſter Linie uffs
Ver=
hältnis a, weſſentwege ſie aach ihrn Schorſch, der wo
monemendan ihr Braidiſchamm ſei dhut, eneigewehlt hett,
un wann er nicht dorchgingt, ihr Schorſch, nachher dhet
ſe uff die ganz Wahl peife, noochher weer ſer’s Worſcht,
un eigentlich kann ich ſer gor net veriwwele, dann die ganz
Wahl is ſo geheimnisvoll bedriwwe worrn, daß aach die
Herrſchafte vun de Dinſtmädcher gor kaa Ahnung hatte,
um wos ſichs in dem Fall dreht, awwer deß war aach
gor=
net nehdich, indems meim Dafierhalte nach ganz
dutt=
egal is, wer in dem Ortskrankekäßlervorſtand un =ausſchuß
ſitzt, un wann er ritzerot is, indem weil do der Vorſtand
inkluſſifee vum Ausſchuß net drufflos worſchteln kann, wie
er will, ſundern weil ſe ſich an die Parragrafe halte miſſe
un an de Buſchſtawe vun Geſetz, un deſſentwege braiche
die Hausfraue un ſo jetzt aach kaa Eigeſandte in die
Zei=
tung eneizumache, un braiche ſich net ihr Sinde
vorzu=
ſchmeiße vun wege m Frauenſtimmrecht un ſo, un daß
ſe’s net ausgeiebt hedde, awer wann ſich’s drum dreht, daß
mir Weiwer emol ’s Wahlrecht un Sitz un Stimm im
Stadtrat un im Land= un Reichsdag hawwe, noochher
is deß Ding annerſt, nochher haaßt’s „Wotes for Women‟
un nooch dem erſt emol mit de Weiwerwahl agefange is,
un es hott ſich erausgeſtellt, daß mir uns bei dere Wehlerei
grad ſo dabbich aſtelle, wie des männliche Geſchlecht, ſo
maan ich, daß mer bei de nechſte Stadtratswahl uns emol
mitwehle kennt loſſe, un wann mer erſt emol wehle derfe,
noochher derfe mer uns aach wehle loſſe, dann ich hab
nei=
lich aan gefragt, ob do viel dezu geheern dhet, Stadtrat
zu ſei, und do hott mer der im Vertraute geſagt, daß do
gornix dezu geheern dhet, wann mer gewehlt werd, is
mer’s, un wann deß der Fall is, ſo maan ich, daß die
Aweſenheit vum ſchöne Geſchlecht uff em Rothaus nor vun
Vorteil ſei kennt, indem daß ſe wenigſtens emol e bische
bildend uff den Ton eiwirke kennt, der wo als do owe
herrſche dhut, un der wo in de meiſte Fäll als mehr grob
wie ſachlich is, un wann mir erſt emol uff em Rothaus
erdrete ſin, noochher kreegte mer aach Aemtcher, dann
mit dere Werwedam, die wo ſich’s Gaswerk angaſchiert
hott, is es net gedho, obgleich ’s ja vum Gaswerk ſehr
anerkennswert is, daß es ſo gebſchnitzig is, un will
die Altſtadt mit Gasöbcher ausſtaffiern, un die
Werwe=
dam ſoll de arme Leit gradies Unnerricht gewe, wie mer
uff em Gasherd im Handumdrehe en Roſtbrode macht, un
Ruhmſticker, un Beffſticker, un Genscher, un Gickelcher,
dann wann zum Beiſchbiel ſoe arm Fraa aus ihrm
Laaf=
dienſt gerennt kimmt, un will ihrm Mann zum Mitdageſſe
uff eme Blattöbche noch ſchnell en Kabaune mache, odder
Puladde un ſo, dann fehlts ihr gewehnlich blos an de
neediche Zeit, un Zeit is Geld, un wann erſt die Altſtadt
mit Gasöbcher verſehe is, dann braiche die arme Leit aach
net mehr im Wald Holz zu hole, wos bei dere ſaumeßige
Widderung jedenfalls kaa Vergniege is, un ich bin iwer=
haubt der Meinung, daß in Bezugnahme vun wege der
Witterung der Herr Gennes ſchun lengſt widdermol en
Erlaß loslaſſe kennt, dann deß Sauwedder baßt ſich doch
net for die Großherzoglich Heſſiſch Reſſedenz, beſonders
der Schnee net, der wo meiſtens blos Dreck is, wann er
uff em Drottwah liggt, un wann er gefriert, noochher
ziehe die nixnutzige Buwe Schleife, un dann gehts aam
wie mir, wann mer druff ausklitſcht, ſetzt mer ſich uff ſei
Sitzgelegenheit un ſurrt wie e geölter Blitz über’s
Drotte=
wah, deß wo jo eigentlich vun de Herrn Hausbeſitzer
ge=
reinigt ſei mißt, aber die hawe ewe ſo ſchun ihrn Laſt mit
de zweite Abbodheke, un do kenne ſe net aach noch die
Drottwah ſauwer halte un ſtreie, deſſentwege maan ich halt,
de Herr Gennes ſoll widder mol e Uhkäßche erausgewe,
in dem wo’s aafach drinn heiße dhut: „Das Schneien
innerhalb der Stadt iſt bollezeilich verboten, wer debei
verwiſcht werd, wird mit Geldſtrafe bis zu drei Mark
be=
ſtraft, im Nichtbeidreibungsfalle mit Haft bis zu vierzehn
Dagen Gefängnis” noochher kennt mer ſich denooch richte,
awwer ſo is es immer ſoe Sach mit dem Schnee un die
Stadtverwaltung waaß nie, wos ſe dhu ſoll un wo ſe dra
is, dann wann’s heit ſchneit, noochher kreiſcht die ganz
Berjerſchaft un kragehlt, weil der Schnee net ſchnell genug
eweg geſchaufelt werd, un wann die Stadt den Schnee uff
em ſchnellſte Wähk enausbefördert, do kann mer beſtimmt
druff rechne, daß es e Stund denooch regnet, un do kreiſcht
die Berjerſchaft aach widder un ſeegt, ob mer ſoviel Geld
zum wegwerfe hett, und den Schnee hett mer ganz gut
lieje kenne loſſe, bis er vum Rege weggeſchwemmt werd,
deſſentwege ſollt mer den Schnee in de Stadt verbiete, do
geheert er net erei, währendem mer uff de Kraftsruh un
uff de Ludwigshöh ganz gut ſchneie kennt loſſe, dann
warum ſolle immer die Rodlerer un die Ladderutſcher
in Brettchershibber in de Taunuß fahrn, wo ſe gezwunge
ſin, es Geld ins Ausland zu drage, un wann en was
baf=
ſiert, noochher ſin ſe die Gebritſchte, währendem mer hier ’s
Krankenauto hawwe un ’s Schbidal, wo ſe ſich ihr
Knö=
helcher widder zuſamme deichſeln kenne loſſe, die wo en
als bei dere Rutſcherei un Rodlererei e bische aus em
Leim gehn, ganz beſunders die Bretterchershibber, die wo
mer gach Schielaafer haaßt, was merkwerdicher Weis Ski
geſchriwwe werd, awwer’s haaßt Schie, indem weils dovo
immt, weil mer dobei am ſicherſte ’s Schiebaa breche
kann, was aam uff de Tanſchorehunion weniger baſſiern
ann, dann dodebei ſchmeißt mer net hie, ſundern mer
ſchmeißt ſich blos vielſagende Blicke zu, beſunners die,
die wo en net danze kenne, un deß ſin immer noch die
Meiſte, awwer hiegange werd, un geguckt werd, un jed
Vergniege mit odder ohne Tanſcho werd mitgemacht un
alle Awend is was annerſtes los, un mer ſoll gar net
zlaawe, wo die Leit all herkumme, awwer ſie ſin do, un
wann noch ſo viel Vergniegunge arranſchiert werrn, es
verd ſich amiſiert un am annere Dag haaßt’s, die Zeite
weern ſo deier, un es Brod, un es Fleiſch, un die Milch,
un es werrn Eigeſandt in die Zeidung eneigemacht uff
Deiwel kumm eraus, womit ich verbleib mit viele Grieße
Ihre ſehr geſchätzte Fraa Rentner Briehinkel.=
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Nummer 32.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Seite 19.
Verein für naturgemäße Lebens=u. Heilweiſe (E. 3.)
(Naturheilverein) Darmſtadt.
Montag, den 9. Februar 1914, abends 8¼ Uhr,
wird Frau Margarete Paesler aus Berlin
im Kaiſerſaal, Grafenſtraße, einen
Vortrag für Damen
halten, über:
„Geſundheit, Schönheit und Glück unſerer Frauen”
Der Vortrag wird u. a. behandeln: Das Recht und die Pflicht
der Frau, ſchön zu ſein. Was iſt wahre Schönheit? Körperkultur
und Innenkultur. Hygieniſche Erziehungsfehler. Der ſchlechte Teint,
Urſache und Behandlung. Gedankenloſigkeit in Bezug auf das
Ent=
ſtehen folgenſchwerer Frauenleiden. Kinderreichtum und
Kinder=
loſigkeit. Die Kunſt glücklich zu ſein?
Zur teilweiſen Deckung der Unkoſten wird ein Eintrittsgeld
rvon 30 Pfennig erhoben. Unſere Mitglieder (Frauen und erwachſene
Töchter), ſowie neubeitretende Damen haben freien Zutritt.
Zu recht zahlreichem Beſuch ladet ein
(3336a
Der Vorſtand: L. Saeng, Vorſ.
Weufscher und Oesterreichischer Aipenverein
Sektion Darmstadt (E. V. Gegründet 1870)
Dienstag, 3. Februar 1914, abends 8½ Uhr präzis,
im Fürstensaal, Grafenstraße 20
Monats-Versammlung
Vortrag des Herrn Walter F. von Bernuth:
Skitouren in der Glockner- und Venediger-Gruppe
mit Vorführung von Lichtbildern.
Die Familienangehörigen der Mitglieder und eingeführte
Gäste sind willkommen.
(3291
Sonntag, den 15. Februar 1914
Ausflug in den Taunus
Oberursel-Spinnerei-Hohe Mark-Fuchstanz-Feldberg-
Altkönig-Cronberg.
Abfahrt nach Frankfurt a. M. um 8 Uhr 09 Min.
Der Vorstand.
Lichtbildervortrag
von Pfarrer Deggau=Beedenkirchen
zum Beſten des Diakoniſſenhauſes Eliſabethenſtift über
Eduard von Gebhardt
um „Kaiſerſaale” Montag, den 2. Februar, abends 8 Uhr.
Reſervierte Plätze zu 1 Mk. und unnumerierte Plätze zu 50 Pfg.
ſind an der Pforte des Eliſabethenſtiftes (Erbacherſtr. 25) und abends
an der Kaſſe zu haben.
(3113fgo
Mgan Jerch
Samstag, den 7. Februar 1914
von 8½ Uhr ab
„
Sommernacht=Fest
In Wilier
in den sämtlichen
glänzend Iluminierten u. zu einem Gartenhaine
umgewandelten Räumen des Saalbaues.
Zwei Festmusiken — Aufführungen —
I. Teil:
— Buntes Brettl. —
Sekt= und Bierausschank
II. Teil: Fest-Ball mit Fackelpolonaise.
Für auswärtigen Besuch sowie für junge Herren,
welche noch kein selbständiges Einkommen besitzen,
erhalten die Mitglieder des Vereins Eintrittskarten zu
den üblichen Preisen: Donnerstag, den 5. Februar
und Samstag, den 7. Februar von 3—5 Uhr im
Vereinshause Schulstrasse Nr. 8.
Die Teilnahme von hier ansässigen Nichtmitgliedern
ist in jedem Falle strengstens ausgeschlossen.
Ohne Vorzeigung der Karten ist
I1 der Eintritt Niemand gestattet.
Vereinsauskunftsstelle bei den Herren Müller & Rühle,
(3343
Elisabethenstr. 5.
Von heute ab in Zapf genommen
ST. BENNO-BIER
aus der Brauerei z. Löwenbräu München.
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Bleichstrasse 48.
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Sute Regelbaln-
Dienstag= und Mittwoch=Abend frei (1632a
im Concordiasaal, Waldstrasse 33.
Gooooooosooo.
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Feibmanen-Aaskenban
Samstag, den 7. Februar 1914
811 abends
W. im Saale des Schützenhofes
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Hügelstrasse.
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zur Zeit des Datterich (um 1840).
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bei F. Marguih, Zigarrengeschäft, Grosse Ochsengasse und Christian Arnold,
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Philipp. 2. Konzert=Ouvertüre
von L. Langlois. 3. Walzer aus
der Operette „Die Kino=Königin”
von J. Gilbert. 4. „
Soldaten=
leben”, Militäriſches Tongemälde
von Kéler=Béla, 5. „Ach, könnt
ich die Welt dir ſchenken”,
ameri=
kaniſches Lied von Hayden
Claren=
ton. 6. Oberſt Graf Dürkheim=
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ausgeführt von der Kapelle des Grossherzogl. Art.-Korps.
Inelbrauf
Leitung: Herr Obermusikmeister F. Mickley.
(3342
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Eine musikalisch-humoristische Schlittenfahrt
Original-Vortrag auf Holz und Stroh,
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und Karnevalsredner aus dem Publikum erhält bei Mitwirkung als Auszeichnung den Hausorden Sr. Närr. Hoheit.
Eintritt 19 Pfennig.
8,11 Uhr: Grosser Empfang der närrischen gäste.
19 Pfennig.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
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Konzert-Saal des Hotel Traube.
Montag, den 9. Februar 1914, abends 8 Uhr:
KONZERT
Kammer
von Gertrude Foerstei, sängerin.
Recitativ u. Arie der Susanne aus Figaro von Mozart,
Lieder von Brahms, Schumann, Wolf, Mahler, Marx,
Pfitzner, Richard Strauss.
Am Klavier: Helene Lorsch, Frankfurt a. M.
Ibach-Flügel aus dem Lager von Hch. Arnold, Hier, Wilhelminenstrasse 9.
Karten zu Mk. 4.40, 3.30, 2.20, 1.10 inkl. Billettsteuer bei G. Thios
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Konzert-Saal des Hotel Traube.
Donnerstag, den 5. Februar 1914, abends 8 Uhr:
KO N Z E R I
von
Jda Baur-Egelhaaf (Gesang),
Wilhelm de Boer (Violine)
Lieder von Beethoven, Schumann, Brahms, Schillings,
Strauss, Reger.
Praeludium und Fuge G-Moll für Solo-Violine von Bach,
Violine-Stücke von Cyril Scott, J. Palpiti von Paganini.
Am Klavier: Chr. G. Eckel, Frankfurt a. M.
Konzert-Flügel Steinway & sons, New-Vork u. Hamburg, aus
dem Lager von A. W. Zimmermann.
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TANGO-Reunion bei Kaffee= und Kuchenſchlacht.
Tanz=Attraktionen ſämtlicher anweſenden Narren und
Närrinnen, Schoten, Urſchoten und Unikums.
Salonmuſik zum Tanz. (*2533
Abends präzis ½8 Uhr:
Märrische Herren- und Damen-Sitzung mit
dem berühmteſten Karneva=
Otto Stricker, liſten Süddeutſchlands, und
Auguſt Heldmann, genannt „Spargel”
dem populärſten Humoriſten Darmſtadts.
Grosses humorist. Konzert
der Kapelle des Großh. Artillerie=Korps Nr. 25.
Perſönliche Leitung: Herr Obermuſikmeiſter Mickley-
Spezial italieniſch phantaſtiſch angehauchtes Programm
mit Holz=, Stroh=, Papier=, Watte= u. Wolle=Verwendung.
Neue Serie Karnevalslieder.
Wer ſich amüſieren und lachen will, kann und muß nur
zu uns kommen. Der närrische Hanauer Hofrat.
Eintrit zum Tanz frei, ab 7 Uhr 19 Pf. die Perſon.
Gemütlichkeit!
Narreteil
Sonntag, den 1. Februar
im Städtischen Saalbau:
Einzige grosse glanzvolle
Damen- und Herren-
Sitzunc
mit Tanz
Kapelle des Leibg.-Regts.
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Anfang 7.11 Uhr.
Der große
Rat.
Sckatzenhol.
Sonntag, den 1. Februar, abends 6 Uhr
ristisches Konzert
In
in den Kellerlokalen
(*2439
einer Abteilung der Kapelle des Art.-Regts. Nr. 61
Obermusikmeister Weber.
Eintritt frei.
Eintritt frei.
(2208ggs
1.10 Mk. im Vorverkauf bei Robert Schneider,
Eintiitt. Zigarren-Handlung, Ecke Hoch- u. Nieder-
Ramstädter-
strasse, sowie im Verkehrsbüro. Numerierte
Plätze 2.20 Mk. nur im Verkehrsbüro. An der
Abendkasse jeder Platz 2.20 Mke
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Als nächſte Volksvorſtellungen ſind vorgeſehen:
Samstag, den 7. Februar, abends 7½ Uhr:
„Die lustige Witwe‟
Sonntag, den 8. Februar, nachmittags 2½ Uhr:
„„Der dunkle Punkt‟.
Vorausbeſtellungen für dieſe Vorſtellungen können bei dem
Verkehrsbüro und den betreffenden Vereinsſtellen bis ſpäteſtens
Dienstag, mittags 12 Uhr, gemacht werden. Der allgemeine
Kartenverkauf beginnt Mittwoch vormittags.
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Perkeo-Saal.
Täglich abends 8 Uhr: Grosse humoristische (3030a
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Sonntag, den 1. Februar 1914.
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Abend: „Die Jüdin ovi
Toledo” (neu einſtudiert). Sl
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Nummer 32.
Darmſtädter Tagblatt. Sonntag, den 1. Februar 1914
Seite 21.
S
nicht wieder
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4 Bad. Staatsanleihe . . 97,60
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3½
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4 Heſſ. Staatsanleihe . . 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 97,30
85,30
do.
3½
75,75
do.
78,25
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4 Württemb. (unk. 1921) 99,10
do. v. 1875 93,20
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 95,50
Griechen v. 1887 . . 53,00
4 Italiener Rente . . . . 101,00
4½ Oeſterr. Silberrente
4 do. Goldrente . . . 90,90
4 do. einheitl. Rente . 84,89
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3 do. unif. Serie III 64,10
3 do. Spezial . . . . —
5 Rumänier v. 1903 . . —
4 do. v. 1890 . . 94,20
4 do. v. 1905 . . 85,70
4 Ruſſen v. 1880 .
89,00
4 do. v. 1902
92,10
4½ do. v. 1905 .
99,10
3½ Schweden
4 Serbier amort v. 1895 79,00
4 Türk. Admin. v. 1903 77,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,50
4 Ungar. Goldrente . . . 87,00
4 do. Staatsrente . . 83,70
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In Proz.
5 Argentinier .
.100,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,30
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,10
do.
4½
91,70
4½ Japaner . . . . . . . 92,00
5 Innere Mexikaner . . . 68,30
do.
45,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 69,10
5 Gold=Mexikaner . .
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Transportanſtalten.
5½ Anatol. Eiſenb. 60%
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Mannheim . . . . 349,00
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33 Chem. Werke Albert 448,50
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12 Siemens & Halske . 222,00
14 Bergmann Electr. . . 127,25
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. . 172,40
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. . . . 140,25
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.186,75
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Caro . . . . . . . 70,00
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3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,25
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,10
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3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 87,00
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 87,60
4½ Moskau=Kaſan .
87,80
do.
4 Wladichawchas
. 87,80
4 Rjäſan Koslow
3 Portugieſ. Eiſenb..
do.
4½
24 Livorneſer . . . . 71,40
3 Salonique=Monaſtir . . 62,70
4 Bagdadbahn . . . . . . 79,40
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,90
4 Miſſouri=Pacific . . .
4 Northern=Pacific
. 94,60
4 Southern=Pacific . . . 92,30
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 101,00
5 Tehuantepec
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 190,00
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bank .
146,50
9½ Berlin. Handelsgeſ.. 163,75
6½ Darmſtädter Bank . 122,00
12½ Deutſche Bank . . . 259,75
6 Deutſche Vereinsbank . 121,60
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,50
10 Diskonto=Kommandit 195,20
8½ Dresdener Bank . . 157,90
10 Frankf. Hypoth.=B. 215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 120,25
7 Nationalb. f. Deutſchl. 119,30
7 Pfälziſche Bank . . . 127,00
6.95 Reichsbank . . . . . 139,20
7 Rhein. Kreditbank . . . 131,00
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 106,00
7½ Wiener Bankverein . 139,80
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,60
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
.. . 85,30
S. 19
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 94,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 96,05
85,00
3½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
84,50
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,60
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
96,60
18—23 .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 5—8 . . . 84,50
. 84,50
S. 3—5
S. 9—11.
. 84,50
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
do.
85,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 93,80
3½ do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,90
do.
3½
87,10
Städte=
Obligationen.
-
4 Darmſtadt
-
3½ do.
4 Frankfurt.
95,80
3½ do.
96,25
4 Gießen
94,60
3½ do.
4 Heidelberg
94,00
3½ do.
86,00
4 Karlsruhe
94,60
3½ do.
86,00
4 Magdebur
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
94,60
3½ do.
85,70
4 München
96,30
3½ Nauheim
84,10
4 Nürnberg .
95,70
do.
85,00
4 Offenbach
-
In Proz
3½ Offenbach
84,00
-
4 Wiesbaden
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſabonner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 —
3½ Cöln=Mindner „ 100 142,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 117,00
3 Madrider . . Fs. 100 78,30
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 142,20
4 Oeſterr. 1860er Loſe .
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150 111,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,60
Braunſchweiger Tlr. 20 —
Fs. 15 —
Freiburger .
Fs. 45 —
Mailänder
Fs. 10 —
do.
Meininger .
ſl. 7 34,70
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858 fl. 100 573,00
Ungar. Staats . . fl. 100 442,50
Venediger . . . . Fs. 30 75,90
Türkiſche . . . . Fs. 400 171,60
Gold, Silber und
Banknoten.
20,43
Engl. Sovereigns
20 Francs=Stücke
16,22
4,20
Amerikaniſche Noten .
20,46
Engliſche Noten
81,35
Franzöſiſche Noten
169,50
Holländiſche Noten.
80,90
Italieniſche Noten
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,20
215,00
Ruſſiſche Noten
81,25
Schweizer Noten . .
Reichsbank=Diskonto .
Reichsbank=Lombard Zsf. 5½%
Nummer 32.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Februar 1914.
Seite 23.
Vernachläſige eine Erkältung nicht.
Behebe ſie rechtzeitig durch Anwendung des nachſtehenden
Rezeptes.
Wenn jemand in deiner Familie huſtet oder erkältet
iſt, dann rücke dem Anfall gleich mit nachſtehendem Rezept
auf den Leib und du wirſt ſehen, wie ſchnell man damit
ſolche Störungen beheben kann. Beſchaffe dir beim
Apo=
theter 60 Gramm Anſy (und zwar dreifach konzentrierten)
und miſche das zuhauſe mit einem viertel Liter heißem
Waſſer und einem halben Pfund reinen geſtoßenen Zucker;
umrühren, bis alles gut aufgelöſt und vermiſcht iſt. Von
dem fertigen Sirup nimmt man dann ein bis zwei
Tee=
löffel voll viermal täglich ein; das verſchafft ſofortige
Lin=
derung und vertreibt in kurzer Friſt den hartnäckigſten
Huſten. Man braucht alſo nicht im Bett zu bleiben und
kann ſeiner beruflichen Tätigkeit nachgehen. Der
Huſten=
ſirup ſchmeckt dabei angenehm, iſt vorzüglich gegen
Heiſer=
keit, Erkältung und zu Vorbeugung der daraus
entſtehen=
den ſchlimmeren Erkrankungen der Atmungswege. Er
wirkt übrigens appetitanregend und beſitzt auch einen
leich=
ien toniſchen und ſtuhlregelnden Einfluß — alles Sachen,
die bei Erklältung und gegen drohende Influenza ſehr
zuſtatten kommen. Das Rezept kann in ſolchen Fällen nur
wärmſtens empfohlen werden und iſt auf jeden Fall einen
Verſuch wert. Es gibt kaum etwas Beſſeres. (VIII,3309
Handel und Verkehr.
— In der Einleitung zum Bericht der Großh.
Handelskammer Darmſtadt über das Jahr
1913, der erſt in etwa zwei bis drei Wochen erſcheinen
wird, wird ausgeführt: Eine gewiſſe Ueberſättigung des
Warenmarktes, wie ſie bei wirtſchaftlichen
Hochkonjunktu=
ren einzutreten pflegt, verbunden mit hohem Geldſtand und
teilweiſe noch ſehr teuren Roh= und Hilfsmaterialien, hat
im Jahre 1913 zu einem Konjunkturumſchwung geführt.
Die andauernden Balkanwirren und die fortgeſetzt unſichere
politiſche Lage mögen nicht zu geringem Teile hierbei
mit=
gewirkt haben. Auch hat die leider nun ſchon Jahre
an=
dauernde allgemeine Teuerung von Produkten der
Land=
wirtſchaft, welche der Ernährung dienen, die Kaufkraft der
weniger bemittelten Kreiſe des deutſchen Volkes weiter
ſtark geſchwächt, während zahlreiche, an ſich kaufkräftige
Konſumenten ſich hauptſächlich gegen Ende des
Berichts=
jahres gewiſſe Beſchränkungen im Einkauf mit Rückſicht
auf die Belaſtung durch den Wehrbeitrag auferlegt haben.
Vornehmlich die Luxusartikel herſtellenden und
weiterver=
kaufenden Betriebe hatten unter der letzteren Erſcheinung
zu leiden. Feſtgeſtellt ſei jedoch, daß es ſich im Jahre 1913
um keinen plötzlichen und ſcharfen Geſchäftsrückgang
han=
delt, ſondern daß ſich dieſes in gewiſſen Zeitperioden
un=
vermeidbare wirtſchaftliche Ereignis allmählich und ohne
kataſtrophenhafte Begleiterſcheinungen vollzogen hat. Zum
Teil iſt dies zweifellos auf die Angebot und Nachfrage in
weitgehendem Maße regulierenden Kartelle, Syndikate,
Konventionen und wirtſchaftliche Verbände, zum Teil aber
auch auf die durch gute Ernten ſtark gehobene Kaufkraft
der deutſchen Landwirtſchaft zurückzuführen. Die
ausge=
zeichnete Ernte des Jahres 1913 dürfte nicht nur den
Land=
wirten ſelbſt, ſondern in hoffentlich naher Zukunft auch der
großen Maſſe des konſumierenden Publikums zugute
kommen.
Leider haben die für das Gedeihen der
hauptſächlich=
ſten landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe günſtigen
Witterungs=
verhältniſſe anderen Erwerbszweigen zum Teil
beträcht=
lichen Schaden gebracht. So hatte unter dem naßhalten
Som=
mer vor allem das Brauereigewerbe zu leiden, welches die
Folgen der Steuergeſetzgebung von 1909 an ſich noch nicht
überwunden hat. Weiter konnte der ſchöne Herbſt die dem
Weinbau durch die Ungunſt des Sommers zugefügten
be=
deutenden Schäden nicht mehr gut machen, ſo daß die
Weinernte recht mäßig ausgefallen iſt. Endlich wurde auch
die Konſerveninduſtrie durch die unzulängliche Obſternte
ſtark beeinträchtigt. Die Lage des Baugewerbes hat ſich
durch die außerordentlich ſchwierige Erlangung von
Hypo=
theken und eine ſtarke Verteuerung des Kredits noch
wei=
fter verſchlechtert, wodurch auch der Geſchäftsgang des mit
jihm verwandten Ziegeleigewerbes, ſowie des
Bauholz=
ſhandels noch unbefriedigendere Ergebniſſe als im Vorjahr
Zeitigte. Aehnlich wie im Vorjahr haben ferner die
Gela=
ſtinefabrikation und der Drogen= und Chemikalienhandel
noch ſtark daniedergelegen. Die Eſige=, Branntwein=, Litör=
und Kognakfabrikation hatten fortgeſetzt ſtark unter der
Preispolitik der Spirituszentrale zu leiden. Auch für die
Tabakinduſtrie, welche ſich von den Folgen der
Steuer=
geſetzgebung von 1909 ebenfalls nicht erholen kann, iſt das
Jahr 1913 unbefriedigend verlaufen. Es haben hier die
durch die Steuergeſetzgebung ſtark verteuerten Rohſtoffe,
ſteigende Ueberproduktion, ſehr fühlbare Konkurrenz der
Zigaretteninduſtrie und die niedergehende Konjunktur
zu=
ſammengewirkt. Die Zündholzinduſtrie, welche im
Vor=
jahre eine Zeitlang auf wieder beſſere Zeiten hoffen zu
können ſchien, wurde während des Berichtsjahres in hohem
Maße durch die fortgeſetzt ſteigende Konkurrenz der als
Zündholzerſatzmittel immer billigere Taſchenfeuerzeuge
herſtellenden Induſtrien geſchädigt, ſo daß hier ein
ſteuer=
licher Ausgleich zur Erhaltung der Zündholzinduſtrie
drin=
gend geboten erſcheint.
Bezüglich des Detailhandels müſſen wir leider das
wiederholen, was wir bereits verſchiedentlich ausgeführt
haben. Die überaus drückende Konkurrenz der
Waren=
häuſer, Konſumvereine und beſonders der Filialbetriebe
beſteht unvermindert fort. Letztere haben es verſtanden,
das im April des Berichtsjahres zur Einführung gelangte
Filialſteuergeſetz ihren Intereſſen nutzbar zu machen und
damit die beabſichtigte Wirkung des Geſetzes aufzuheben.
Durch weitere Ausbreitung dieſer Geſchäfte geht der
an=
ſäſſige Handel allmählich ſeiner Vernichtung entgegen. Im
Gegenſatz zu den vorerwähnten Geſchäftszweigen unſeres
Bezirks, welche teilweiſe infolge des Konjunkturrückganges,
teilweiſe aus anderen Gründen nicht mit Befriedigung
auf das Jahr 1913 zurückblicken können, ſei nun noch einer
Anzahl von Branchen Erwähnung getan, welche im großen
und ganzen mit dem geſchäftlichen Verlauf des
Berichts=
jahres zufrieden ſein können. Es ſind dies hauptſächlich
die chemiſche Induſtrie, die Fahrrad= und Motorwagen=
und damit zuſammenhängend die Gummireifeninduſtrie,
der Lederhandel und die Lederfabrikation, die
Tuchfabrika=
tion, die Pappen= und teilweiſe auch Papier= bezw.
Papier=
wareninduſtrie, das Druckereigewerbe, die Fabrikation von
Kartoffeltrockenapparaten und andere kleinere Gewerbe.
Aber alle dieſe Geſchäftszweige hatten wohl ebenſo ſehr,
wie die von den wirtſchaftlichen Verhältniſſen weniger
begünſtigten Induſtrie= und Handelszweige unſeres
Be=
zirks unter der Tatſache zu leiden, daß der erzielbare
Rein=
ertrag im Verhältnis zu dem erforderlichen Müheaufwand
anſcheinend von Jahr zu Jahr mehr zurückgeht. Es laſſen
ſich die Verkaufspreiſe in immer ſelteneren Fällen in ein
richtiges Verhältnis zu den durchſchnittlich immer weiter
ſteigenden Geſtehungskoſten bringen, mögen dies nun hohe
Materialienpreiſe oder höhere Ausgaben für Arbeitslöhne
und ſoziale Leiſtungen ſein.
— Die Zugſpitzbahn. Die für München und ganz
Bayern bedeutungsvolle und mit außerordentlichem
Inter=
eſſe erwartete Entſcheidung über die bayeriſchen
Zugſpitzbahnprojekte iſt nunmehr gefallen. Mit
Entſchließung vom 30. Januar 1914 hat der König auf
Vorſchlag des Staatsminiſteriums für
Verkehrsangelegen=
heiten dem Konſortium die definitive Bau= und
Betriebs=
konzeſſion für eine Zugſpitzbahn erteilt, deren
Linienfüh=
rung ausſchließlich bayeriſches Gebiet berührt. Dem
Vor=
ſchlag des Kgl. Verkehrsminiſteriums liegt die eingehende
Prüfung der verſchiedenen bayeriſchen Projekte nach deren
echniſcher und wirtſchaftlicher Seite hin zugrunde. Auch
der bayeriſche Landesausſchuß für Naturpflege hat zu dem
Projekt Stellung genommen und auch von ſeinem
Stand=
punkte aus keine Einwendungen gegen dasſelbe erhoben,
da es die hohe landſchaftliche Schönheit des Zugſpitzmaſſivs
nd alle bisherigen Anſtiegsrouten unberührt läßt.
* Petersburg, 30. Jan. Auf dem
Finanz=
miniſterium wurde von den Delegierten der Gruppe
franzöſiſche Finanzleute die 4½prozentige
unifi=
zierte Anleihe für die Privateiſenbahnen
mit Garantie der Regierung unterzeichnet. Der
Anleihe=
nominalwert von 665 Millionen Francs iſt in 81 Jahren
amortiſierbar. Der Emiſſionskurs iſt noch nicht endgültig
eſtgeſetzt, und wird zwiſchen 93 und 94 fixiert werden,
wahrſcheinlich zu 93½, je nach der Konjunktur des
Finanz=
marktes. Die Subſkription wird am 15. Februar eröffnet.
Der ſich aus der Subſkription ergebende Betrag wird auf
neun Eiſenbahngeſellſchaften verteilt, und zwar Atſchinsk,
Minuſſinsk, Buchara, Olonetz, Ferghan, Moskau-Kaſan,
Rjäſan-Ural, Moskau-Kiew und Woroneſch.
Landwirtſchaftliches.
* Die Maul= und Klauenſeuche herrſcht fort in
Rum=
penheim, Kreis Offenbach, und in Nieder=Wöllſtadt, Kreis
Friedberg. — Der aus dem badiſchen Bezirk Bretten
ge=
meldete Ausbruch der Seuche hat ſich nicht beſtätigt. Als
neu verſeucht ſind angezeigt die württembergiſchen
Be=
zirke Vaihingen und Biberach.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zu den Krankenkaſſenwahlen.
Auf das unter obiger Ueberſchrift in Nr. 29 dieſes
Blattes erſchienene Eingeſandt ſei zur Aufklärung der
Oeffentlichkeit hiermit folgendes erwidert:
Wir haben es wohl mit einer Einſenderin zu
tun. Den Frauen war durch folgende Veranſtaltungen
Gelegenheit geboten, ſich mit den wichtigſten
Beſtimmun=
gen des Geſetzes über die Reichsverſicherungsordnung
be=
kannt zu machen: Ende November erſchien in den Blättern
der eine halbe Seite umfaſſende Aufruf der vereinigten
Frauenvereine. Oeffentliche Verſammlungen mit
aufklä=
cenden Vorträgen fanden im Frauenverein der
Johannes=
gemeinde und im Ortsgewerbeverein (durch Herrn
Stadt=
verordneten Sames) ſtatt. In den Jungfrauenvereinen
wurden die Dienſtboten unterrichtet. Einige Tage vor
der Wahl fand eine letzte öffentliche Wahlverſammlung
im Feierabend ſtatt, ein letzter Wahlaufruf erſchien.
Außerdem iſt das Geſetz über die
Reichsverſicherungsord=
nung in den Buchhandlungen zu haben. — Wenn nun
der „Wahlaufruf in den Papierkorb fiel” ſo iſt
anzuneh=
men, daß ein „Flugblatt” denſelben Weg gegangen wäre,
Flugblätter koſten Geld und Wahlen erfordern angeſtrengte
Arbeit. Es iſt in den vereinigten Männer= und
Frauen=
vereinen zum Teil mit bewunderungswürdiger
Selbſtver=
leugnung und über die Kraft des Einzelnen hinaus
ge=
arbeitet worden. Es hätte aber noch mehr geleiſtet
wer=
den können, wenn alle mitgearbeitet hätten, an die der
Ruf erging. Da gefiel indes dem einen die Richtung des
anderen nicht, oder man wollte es mit der
Sozialdemo=
kratie nicht verderben. Und ſo entſtand die gleiche
Zer=
ſplitterung im Bürgertum, wie leider jedesmal auch bei
den politiſchen Wahlen. Bürgerliche Blätter fielen den
Frauen ſogar in den Rücken, ohne ihnen ihre Spalten zu
einer Erwiderung zu öffnen.
Ganz einverſtanden ſind die vereinigten
Frauenver=
eine mit der Bemerkung der Einſenderin über die
Ver=
legung der Wahl auf einen Samstag. Sie haben darum
in einer ſchriftlichen Beſchwerde bei dem
Verſicherungs=
amt um andere Wahltage, ferner aber auch um Verlegung
der Wahlhandlung in den Saalbau gebeten. Dort wäre
nicht dies furchtbare Gedränge entſtanden, das eine
ge=
heime Wahl völlig ausſchloß, und wenn man einen
be=
ſonderen Eingang für die Frauen geſchaffen hätte, wären
die wählenden Frauen vorausſichtlich nicht den
boden=
loſen Beſchimpfungen der Gegenpartei ausgeſetzt geweſen.
„Das Geſetz überlaſſe die Wahlen dem alten
Kaſſenvor=
ſtande, und dieſer lehnte die Aenderung ab” lautete die
Antwort auf die Beſchwerde. Wir haben uns unſere
Ge=
danken über die Weisheit ſolcher Beſtimmungen gemacht,
zumal es ſonſt doch nicht Brauch iſt, das Wahlgeſchäft
einer Partei zu übertragen, anſtatt einer über den
Parteien ſtehenden Behörde.
War nun aber einmal die ungünſtige Beſtimmung
nicht mehr zu ändern, ſo hätten es unſere Hausfrauen —
Ausnahmen abgerechnet — bei einigem guten Willen
unter allen Umſtänden einrichten können, die Dienſtboten
auch einmal an einem Samstag 1—2 Stunden zu
entbeh=
ren. Von zwei Seiten haben wir Entgegenkommen
ge=
funden, und dieſe Kreiſe haben ihren Angeſtellten auch
die Wahl ermöglicht. Die Maſſe des Bürgertums aber
hat verſagt. Nicht mangelnde
Aufklärungs=
arbeit, ſondern Gleichgültigkeit und
Be=
quemlichkeit haben das „mangelhafte
Er=
gebnis” verſchuldet.
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ummer 32.
Seite 20.