Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 28. Januar 1914.
Nummer 28.
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Anzeigen an beſtimmten Tagen wird nicht übernom.
Konkurs ob. gerichtl. Beitreib. fällt jed. Rabatt weg
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
1914.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag ſetzte geſtern die zweite Beratung des
Etats des Innern fort.
In der Kommiſſionsſitzung des Elſaß=
Lothringiſchen Landtags gab Staatsſekretär
Zorn von Bulach die Erklärung ab, das
Geſamtmini=
ſterium habe die Konſequenzen aus den Zaberner
Vorfällen gezogen.
Auf der Reiſe von Bornholm nach Hamburg iſt
der Dreimaſterſchoner „Vorwärts”
untergegan=
gen. Die Beſatzung von drei Mann iſt ertrunken.
Der Schiedsgerichtsvertrag zwiſchen
Eng=
land und Spanien, der am 27. ds. Mts.
abge=
laufen iſt, iſt auf fünf Jahre verlängert worden.
Der Termin der Neuwahlen für die
bulgari=
ſche Sobranje iſt auf den 8. März feſtgeſetzt. Die
Neuwahlen werden auch für Neu=Bulaarien
durch=
geführt werden, das 41 Deputierte zu ſtellen hat.
In Mexiko iſt eine Verſchwörung gegen Huerta, an
deren Spitze General Gonzales und Oberſt Vito ſtehen,
aufgedeckt worden.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
29. Januar 1814: Napoleon überfällt Blücher; er hatte
in Brienne einen Angriff angenommen und entzog ſich
einer Enſcheidungsſchlacht.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Die friedliebende Türkei.
*⁎* In den letzten Tagen waren alarmierende
Mel=
ndungen verbreitet worden, als ob der Ausbruch eines
meuen Balkankrieges unmittelbar bevorſtehe und zwar
ſſollte es zu einem griechiſch=türkiſchen Konflikt kommen,
un den die übrigen Balkanſtaaten hineingezogen würden
nund wobei auch Rumänien kein ſtiller Zuſchauer bleiben
rwerde. Die Meldungen ſtützten ſich auf Berichte über
an=
ggebliche ſtarke Rüſtungen der Türkei an der Küſte des
Llegäiſchen Meeres, um den Griechen die Beſitznahme der
Inſeln gehörig zu verſalzen. Auch die Beſtrebungen der
PPforte, ihre Seemacht zu ergänzen, wurden zum Beweiſe
oafür angeführt, daß man in Konſtantinopel Schlimmes
um Schilde führe. Man wollte ſogar ſchon von dem Plang
ſeiner Flottendemonſtration der Mächte im Aegäiſchen
Meere wiſſen. Das alles iſt augenſcheinlich nur blinder
Ularm geweſen, der von der Ernennung Enver Paſchas
aum Kriegsminiſter und von der Befürchtung ausging,
weieſer zielbewußte und tatkräftige türkiſche Patriot werde
ſich keinenfalls den Abmachungen wegen der Inſelfrage
nügen und baldigſt zur Offenſive übergehen. Man hatte
aber ganz vergeſſen, daß Enver Paſcha wohl ein kühner
Oraufgänger iſt, jedoch auch der ruhigen Ueberlegung, der
weiſlichen Erwägung aller Chancen eines Unternehmens
nicht entbehrt. Und dieſe Erwägung muß ihm notwendig
ſtagen, daß für die Türkei, falls ſie wirklich daran denkt,
Revanche für alle ihr gewordenen Demütigungen zu üben,
diie Zeit noch nicht gekommen iſt. In einem vom Zauns
geebrochenen Kriege mit Griechenland würde ſie auch
Ser=
bien und Montenegro gegen ſich haben, und ſollte
Bul=
garien etwa gewillt ſein, auf die Seite der Türkei zu tre=
4an, ſo würde es von Rumänien in Schach gehalten
nerden.
Unter dieſen Umſtänden klingt das offiziöſe
Konſtan=
tmopeler Commnnigué, welches die Meldungen von
gnoßen türkiſchen Rüſtungen widerruft und die
Frie=
diensliebe der Türkei betont, wohl glaubhaft. In
dur Tat kann die Pforte unmöglich an die Herbeiführung
neuer kriegeriſcher Konflikte auch ſchon aus dem Grunde
danken, weil ſie alle Kräfte zur inneren Geſundung des
Reiches anſpannen, weil ſie, um Komplikationen zu
ver=
nieiden, mit umfangreichen Reformen vorgehen und zur
Bewältigung aller dieſer Aufgaben ſich das Wohlwollen,
das Vertrauen der Mächte erhalten muß. Letztere aber
viollen den Frieden, ſie ſind froh, wenn erſt alle noch
ſchwe=
zunden Schwierigkeiten auf dem Balkan gelöſt wären, und
plürden jedem Friedensſtörer zürnen. Wie die übrigen
heilkanſtaaten, ſo hat auch die Türkei den Kredit Europas
ſrungend nötig, und ſchon aus dieſem Grunde muß ſie die
plläichte bei guter Laune erhalten. Daß ſie der
Organiſa=
ionn ihrer Wehrkraft beſondere Sorgfalt widmet, iſt noch
ein Beweis für eine Kriegsluſt, und deshalb ſollte man
Mt ſolchen alarmierenden Meldungen, wie ſie eingangs
Urwähnt wurden und die geeignet ſind, die der Erſtarkung
ſte: geſchäftlichen Lebens ſo dringend nötige Beruhigung
iuropas zu hemmen, vorſichtiger umgehen
Zur Frage
der künftigen Handelsverträge
wird uns vom Bunde der Induſtriellen
ge=
ſchrieben:
Die im Reichstage am 20. Januar vom Staatsſekretär
des Innern Dr. Delbrück abgegebene Erklärung, daß
Deutſchland die geltenden Handelsverträge nicht kündigen
und zunächſt keine Novelle zum Zollarif vorbereiten
werde, iſt im In= und Auslande gebührend beachtet
wor=
den. Hinſichtlich des ſehr wichtigen deutſch=
öſter=
reichiſchen Handelsvertrages wurde bereits
von Wien aus halbamtlich erklärt, daß eine einfache
Ver=
längerung des Vertrages „ſelbſtverſtändlich undenkbar”
ſei, und daß ein Zuſatzvertrag geſchloſſen werden müſſe.
Auch gegenüber Rußland wird ſich bei der
Unzufrie=
denheit mit einzelnen Beſtimmungen des jetzigen
Vertra=
ges keine einfache Verlängerung erzielen laſſen. Dazu
kommt die Unwahrſcheinlichkeit, daß alle anderen
Ver=
tragsſtaaten in eine langfriſtige Verlängerung
wil=
ligen. In Deutſchland hat aber nicht nur die Induſtrie
das größte Intereſſe daran, daß nach Ablauf der jetzigen
Handelsverträge wiederum eine langfriſtige, wenn
mög=
lich wiederum 12jährige Regelung, die unentbehrliche
Grundlage für den Ausbau der Geſchäftsbeziehungen,
zuſtande kommt. Ferner wird auch von der deutſchen
Regierung ein neues Vertragsverhältnis mit England
anſtelle des jetzigen Proviſoriums angeſtrebt dazu kommt
die durch das neue amerilaniſche Tarifgeſetz gegebene
Möglichkeit eines Vertragsabſchluſſes mit den Vereinigten
Staaten und der alte Wunſch, Handelsverträge mit
Däne=
mark, Spanien, Kanada und Argentinien abzuſchließen.
Gerade hier hat aber die Erfahrung gezeigt, daß ſchon
unter der Geltung der jetzigen Verträge weitere
notwen=
dige Schritte der deutſchen Handelspolitik nicht zu
ermög=
lichen waren, geſchweige denn bei einfacher Verlängerung
des jetzigen Vertragsſyſtems.
Die Erklärungen des Staatsſekretärs über eine
abwar=
tende oder defenſive Handelspolitik des Deutſchen Reiches
ſind demnach nur fehr bedingt zu verſtehen. (Wenn man
ihren ſtenographiſchen Wortlaut genau lieſt, ſind ſie auch
nur ſehr bedingt abgegeben.) Nach wie vor bleibt daher
die Vorbereitung für die nach dem 31. Dezember 1917
er=
forderliche Neuregelung der deutſchen Handelspolitik eine
der wichtigſten Aufgaben vor allem für die an der
Aus=
fuhr beteiligte deutſche Induſtrie Der Bund der
Induſtriellen hatte bereits Ende 1912 für dieſe Arbeiten
einen „Handelspolitiſchen Ausſchuß” gebildet, der im
vergangenen Jahre beſonders die Fragen einer
vermehr=
ten Vertretung der verarbeitenden Induſtrie im „
Wirt=
ſchaftlichen Ausſchuß” der Reichsregierung behandelt hat
und dem Reichsamte des Innern kürzlich eingehend
be=
gründete Wünſche für den Ausbau des Wirtſchaftlichen
Ausſchuſſes vorlegte. Außerdem iſt der Handelspolitiſche
Ausſchuß des Bundes der Induſtriellen nunmehr daran
gegangen, ſyſtematiſch für die einzelnen Zweige der
In=
duſtrie Fachausſchüſſe zur Vorbereitung
der Handelsverträge zu bilden. In Anlehnung
an die Gruppen der Reichs=Betriebszählung werden und
ter Mitwirkung der dem Bunde der Induſtriellen
ange=
ſchloſſenen Landes= und Fachverbände ſowie ſonſtigen
induſtriellen Körperſchaften derartige Fachausſchüſſe
ge=
bildet u. a. für die Eiſen= und Stahl= und
eiſenverar=
beitende Induſtrie die ſonſtige Metallinduſtrie, für die
Induſtrie der Maſchinen, Inſtrumente und Apparate, für
die Textil= und Bekleidungsinduſtrie, für die Papier= und
papierberarbeitende Induſtrie für die Lederinduſtrie,
Holzinduſtrie ſowie für die Induſtrie der Nahrungs=
und Genußmittel.
Aufgabe dieſer Fachausſchüſſe iſt es, auf Grund
ein=
gehender Erhebungen über die Wirkung der bisherigen
Handelsverträge für ihren Induſtriezweig Wünſche für
den deutſchen Zolltarif wie auch für die Poſitionen der
verſchiedenen Tariſverträge zu formulieren und zu
be=
gründen. Bei ihren Arbeiten, die ſich naturgemaß über
eine lange Reihe von Monaten ausdehnen, werden die
Handelspolitiſchen Fachausſchüſſe des Bundes der
In=
duſtriellen in ſtetiger Fühlungnahme mit den beteiligten
Stellen der Reichsregierung bleiben. Der Bund der
In=
duſtriellen iſt bemüht, bei den Arbeiten ſeines
Handels=
politiſchen Ausſchuſſes nach Möglichkeit ein
Zuſammen=
gehen mit anderen induſtriellen Organiſationen zu
er=
zielen; denn viele Klagen, beſonders der deutſchen
Aus=
fuhrinduſtrie, über die= geltenden Handelsverträge, ſind
darauf zurückzuführen, daß die Wünſche der deutſchen
In=
duſtrie bei der letzten Regelung der deutſchen
Handels=
politik zerſplittert und widerſprechend an den Reichstag
und die Reichsregierung gelangten und daher zum
größ=
ten Teil erfolglos blieben.
Deutſches Reich.
— Der Wehrb eitrag. Ueber die Höhe der
Ein=
ſchätzungen nach dem Wehrbeitragsgeſetz ſind Mitteilungen
veröffentlicht worden, wonach es vorausſichtlich nicht nötig
ſein würde, die dritte Wehrbeitragsquote in ihrem vollen
Betrage zu erheben. Dieſen Mitteilungen iſt jedoch jede
Bedeutung abzuſprechen. Zurzeit läßt ſich noch nicht
an=
nähernd überſehen, in welcher Höhe die Wehrbeiträge
durch die Selbſteinſchätzung eingehen werden. Die meiſten
Wehrbeitragserklärungen ſind nöch nicht abgegangen, und
in einigen Bundesſtaaten ſind die Friſten für die Abgabe
dieſer Erklärungen verlängert worden. In Preußen
dürf=
ten bis jetzt höchſtens 25 bis 30 Prozent der
Wehrbeitrags=
erklärungen eingegangen ſein, da die meiſten
Steuerpflich=
tigen ihre Erklärungen erſt kurz vor Ablauf der Friſt
ab=
ſenden dürften. Es läßt ſich aus dieſem Grunde auch heute
noch nicht beurteilen, ob die dritte Quote im Jahre 1916
in voller Höhe erhoben werden muß. Die Nachrichten
dürften dadurch entſtanden ſein, daß in manchen Bezirken
zahlreiche Steuerpflichtige ihre Vermögen jetzt höher
an=
gegeben haben als früher und in einigen Fällen ganz
über=
raſchende Abweichungen in den Steuererklärungen
konſta=
tiert werden können.
— Das Jeſuitengeſetz. Der Bundesrat wird,
wie verlautet, ſich im Laufe des Februar mit dem
An=
trage des Reichstags auf Aufhebung des Jeſuitengeſetzes
beſchäftigen, nachdem in den letzten Wochen innerhalb der
Bundesregierungen über dieſe Frage Beſprechungen
ſtatt=
gefunden hatten.
— Die deutſchen Sportverbände und
der Reichstag. Die Petition des Deutſchen
Reichs=
ausſchuſſes für Olympiſche Spiele um Bewilligung von
200000 Mark zur Vorbereitung der 6. Olympiade des
Jahres 1916 wird jetzt von den Deutſchen Sportverbänden
auf das lebhafteſte unterſtützt. So haben ſich u. a. der
Deutſche Ruderverband, der Deutſche Schwimmverband,
der Jungdeutſchlandbund, der Deutſche Eislaufverband
und der Deutſche Fußballbund mit längeren Eingaben an
den Reichstag gewandt, um die Bewilligung der von der
Reichsregierung als Zuſchuß für die Vorbereitung der
Olympiſchen Spiele 1916 vorgeſehenen 200000 Mark
durch=
zuſetzen und damit dahin zu wirken, daß der Reichstag
dem Beſchluß der Budgetkommiſſion, dieſen Zuſchuß
abzu=
lehnen, nicht beitritt.
— Kardinal Kopp und die
Gewerk=
ſchaften. Der Generalſekretär der chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften, Stegerwald, veröffentlicht in der Kölniſchen
Zei=
tung folgende Erklärung: „Die chriſtlichen Gewerkſchaften
haben ſich durch ein ganzes Gewebe von Täuſchungen vor
der Oeffentlichkeit umhüllt. Eine Nachprüfung des
Köl=
ner Gewerkſchaftsprozeſſes würde beſtimmt ergeben, daß
die chriſtlichen Gewerkſchaftsführer von dem Briefe des
Kardinals Kopp (1. Dezember 1913) an den Biſchof Dr.
Schulte und von den dadurch bekannt gewordenen neuen
Tatſachen erſt am 25. Januar 1914, alſo einen Monat nach
dem Prozeß, Kenntnis erhielten.” Stegerwald erklärt:
„Nach den mir gewordenen Mitteilungen hatte ich auf dem
Eſſener Kongreß der chriſtlichen Gewerkſchaften vom 26.
November 1912 das Recht, von der bekannten
Interpreta=
tion zu ſagen, daß ſie die Auffaſſung der Fuldaer
Bi=
ſchofskonferenz wiedergebe. Dieſe Berechtigung hat mir
ſelbſt Rechtsanwalt Heine in ſeinen Plädoyers
einge=
räumt.” Wie die Neißer Zeitung meldet, hat im
Zuſam=
menhang mit der Erklärung des Kardinals Kopp zur
Ge=
werkſchaftsfrage Geheimrat Dr. Porſch ſein Amt als
Kon=
ſiſtorialrat erſter Inſtanz beim Breslauer
Bistumskonſi=
ſtorium niedergelegt.
— Aerztefrieden in Braunſchweig. Wie
die Braunſchweigiſche Landeszeitung meldet, iſt es
zwi=
ſchen der Ortskrankenkaſſe Braunſchweig und den dortigen
Aerzten nach einer neuerlichen Konferenz unter dem
Vor=
ſitz des Miniſters Boden zu einem Friedensſchluſſe
ge=
kommen. Die bisherigen Krankenkaſſenärzte werden ihre
Tätigkeit wieder aufnehmen. Der Friedensſchluß iſt
zu=
nächſt auf zwei Jahre abgeſchloſſen; das Pauſchale für
einen Kranken ſoll 6 Mark betragen. Die von den
Orts=
krankenkaſſen zugezogenen fremden Aerzte ſollen
Braun=
ſchweig am 1. Februar wieder verlaſſen.
— Die „politiſche Lahmlegung” der
So=
zialdemokratie. In den Sozialiſtiſchen
Monatshef=
ten hält Genoſſe Kolb, der Führer der badiſchen
Reviſio=
niſten, ſeinen Parteifreunden ihre politiſche Ohnmacht vor,
die eine Folge des bisherigen verfehlten Kampftaktik
gegenüber dem „Militarismus” ſei. Er ſchreibt hierbei
u. a.:
„Daß unſere bisherige Taktik im Kampf gegen den
Militarismus zu nichts geführt hat, wird nicht beſtritten
werden können. . . . Es iſt für die heutigen
Militärſtaa=
ten ſchlechterdings unmöglich, das ſtehende Heer ohne
weiteres in eine Volkswehr umzuwandeln. Das könnte
auch die Sozialdemokratie nicht, ſelbſt wenn ſie über die
politiſche Macht verfügte. Dazu ſind Vorbedingungen
nötig, die weder von einer Partei noch ſelbſt von einer
Nation willkürlich geſchaffen werden können. . . Das
Ver=
ſagen einer ſo großen Partei, wie es die
Sozialdemokra=
tie heute iſt, in einer Frage, bei der es ſich um die
natio=
ngePaiſtenz des Volkes handelt, muß notwendig zu
ihrer politiſchen Iſolierung und damit ihrer politiſchen
Lahmlegung führen . . Poſitive Reformforderungen
im einzelnen genügen nicht; die ganze Politik der
So=
zialdemokratie muß auf eine konſequente, durch falſche
Prinzipienerklärungen nicht mehr beſchwerte
Reform=
politik eingeſtellt werden. Vor allem muß die Partei ſich
von der politiſch geradezu ſinnloſen Feſſel der prinzipiellen
Budgetverweigerung freimachen, denn dieſe führt immer
wieder in die Sackgaſſe der politiſchen Ohnmacht
Der Kampf um die Demokratiſierung Deutſchlands iſt
vorerſt noch ein Kampf gegen den Doktrinarismus und
die politiſche Intranſigenz.”
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Oeſterreich=Ungarn und die engliſche
Note. Das Neue Wiener Tageblatt ſtellt feſt, daß die
engliſche Antwort auf die am 14. Januar in London
über=
reichten identiſchen Noten der Dreibundmächte weſentlich
mit der Stellungnahme des Dreibundes übereinſtimmt.
Die öſterreichiſch=ungariſche Regierung hat zu der neuen
Note Greys noch nicht definitiv Stellung genommen, da
die Kabinette des Dreibundes in dieſer Frage wie in den
vorhergegangenen im Einvernehmen vorzugehen wünſchen.
Der erſte Eindruck der engliſchen Note ſei ein günſtiger.
Die Note wird durchaus als geeignet betrachtet, die
An=
erkennung zu befeſtigen, die man hier ſeit Beginn der
Kriſe der loyalen objektiven Behandlung der
Balkan=
fragen durch England gezollt hat.
Frankreich.
Prinz Bonaparte und das
Prinzen=
ausweiſungsgeſetz. Der bonapartiſtiſche
Depu=
tierte Enzerand richtete an den Miniſter des Innern die
briefliche Anfrage, ob der am 23. Januar in Brüſſel
ge=
borene Prinz Napoleon Louis, Sohn des Prinzen Victor
Napoleon, von dem Prinzenausweiſungsgeſetz vom Jahre
1886 betroffen werde und ob demſelben das Betreten des
Gebietes der franzöſiſchen Republik unterſagt ſei. Das
Journal officiell veröffentlichte geſchäftsordnungsmäßig
dieſe Anfrage, ließ aber die Bezeichnung „Prinz” weg.
Enzerand erklärte einem Berichterſtatter, daß der gehäſſige
Charakter des Ausweiſungsgeſetzes, das bereits ein Kind
bei ſeiner Geburt treffe, in dieſem Falle beſonders grell
zutage trete. Die Aufheb ung oder zum mindeſten eino
Milderung des Geſetzes ſei eine Notwendigkeit, und es
würde der Regierung zur Ehre gereichen, wenn ſie der
Kammer einen diesbezüglichen Entwurf vorlegen würde.
Balkanſtaaten.
Die innere Kriſe in Bulgarien.. Die
Führer ſämtlicher oppoſitioneller Parteien in Bulgarien
haben eine Deputation an den König Ferdinand entſandt,
um den König auf die geſetzwidrigen Maßnahmen des
Miniſterpräſidenten Radoslawow aufmerkſam zu machen
und vom König zu verlangen, daß er das Kabinett
Ra=
doslawow entlaſſe. Der König hat die Deputation nicht
empfangen. Daraufhin haben die Agrarier an den Chef
der Königlichen Kabinettskanzlei ein Moratorium
gerich=
tet, in dem ſie ihre Forderungen darlegen und insbeſondere
betonen, daß ſie den König, falls dieſer Radoslawow nicht
zur Demiſſion veranlaſſen ſollte, für die darauf folgenden
ſchweren Ereigniſſe verantwortlich machen müßten.
Die albaniſche Gendarmerie. Auf eine
ſchriftliche Anfrage, betr. die Beförderung des
Komman=
danten der albaniſchen Gendarmerie, des Oberſten de Veer,
zum Generalmajor, erklärte der holländiſche Miniſter des
Aeußern, die Beförderung habe auf Wunſch der
inter=
nationalen Kontrollkommiſſion ſtattgefunden. Die
Offi=
ziere hätten für einige Zeit aufgehört, niederländiſche
Offi=
ziere zu ſein. Sie würden höchſtens drei Jahre in
alba=
niſchen Dienſten bleiben.
Amerika.
Das Truſtgeſetz in den Vereinigten
Staaten. Die Interſtate Commerce Commiſſion hat
entſchieden, daß induſtrielle Truſts, die eigenen
Bahnan=
ſchluß an die Hauptlinien haben, in Zukunft weder
Ent=
ſchädigungen für Ueberliegezeit, noch andere
Vergünſtigun=
gen annehmen dürfen, da dieſe tatſächlich auf eine
Um=
gehung des geſetzlichen Verbots von Rabatten
hinaus=
laufen. Die Kommiſſion betont, daß die Eiſenbahnen, die
in dieſer Weiſe ihre Einkünfte in Höhe von vielen
Mil=
lionen jährlich vergeuden, und zwar zugunſten von
ver=
hältnismäßig wenigen Verfrachtern, ſich über ungenügende
Profite beklagen und daher um eine Erhöhung der
allge=
meinen Frachtraten nachſuchen.
Die Revolution auf Haiti. Nach einem
Telegramm aus Kap Haitien dehnt ſich die Revolution
über den ganzen Norden Haitis aus. In Port de Paix
und Genaives hat ſich die geſamte Bevölkerung erhoben.
Kap Haitien befindet ſich in den Händen der
Aufſtän=
diſchen.
Verſchwörung in Mexiko. In Mexiko iſt
eine Verſchwörung gegen Huerta entdeckt worden. Für
den Monat Februar war ein Staatsſtreich geplant. Die
ganze Nacht waren Geheimagenten unterwegs. Die Fäden
des Komplotts ſollen ſich in den Händen des Generals
Gonzales und des früheren Polizeichefs Oberſt Vito
be=
finden. 42 Verſchwörer, darunter 22 Deputierte, ſollen
verhaftet und teilweiſe ausgewieſen, teilweiſe erſchoſſen
worden ſein. Die Polizei ſoll in die angeblich von dem
Expräſidenten Diaz unterſtützte Verſchwörung
mitver=
wickelt ſein. Verhaftet wurden auch General Raszon,
Se=
nator Enriques und der Anwalt Requene. Ferner ſoll eine
Militärverſchwörung gegen Huerta im Gange geweſen ſein.
in Veracruz wurden in Verbinung mit der Verſchwörung
ebenfalls mehrere Verhaftungen vorgenommen.
Ching.
Eiſenbahnbau. Der Verkehrsminiſter und die
Banque Induſtrielle haben am 21. d. M. einen der
Be=
ſtätigung durch das Hauptbureau der Bank in Paris
unter=
liegenden vorläufigen Vertrag zum Bau einer 400 engliſche
Meilen langen Eiſenbahn von Jünnanfu nach Tſchungking
unterzeichnet. Die Bahn bildet ein höchſt wichtiges
ſtra=
tegiſches Verbindungsglied der franzöſiſchen Linie von
Haiphong ſowie der franzöſiſch=belgiſchen Linie von
Fa=
tung in Lantſchou, Haimonting und der Hauptlinie
Pe=
king-Hankau. Die franzöſiſchen, ruſſiſchen und belgiſchen
Intereſſen gelangen damit in den Beſitz eines ungeheuren
Bahnnetzes in einer Länge von 4000 Meilen.
* Am Dienstag verſtarb in Straßburg der
Landge=
richtspräſident a. D. Geheimer Oberjuſtizrat Dr. Pauli
im 85. Lebensjahre. Am 1. Oktober 1871 trat er aus dem
eſſiſchen Juſtizdienſt, dem er ſeit dem Jahre 1850
ange=
hört hatte, als Landgerichtsrat in Metz in den elſaß=
loth=
ringiſchen Juſtizdienſt über, wurde im Jahre 1873 als
Rat an das Appellationsgericht in Kolmar berufen und
1881 zum Landgerichtspräſidenten ernannt, in welchen
Eigenſchaft er funf Jahre bei dem Landgericht in
Mül=
hauſen und darauf bis zu ſeiner am 1. Juli 1899
erfolg=
ten Verſetzung in den Ruheſtand bei dem Landgericht in
Straßburg tätig war.
* Kapſtadt, 28. Jan. Ueber die geſtrige
Deportation der 10 Arbeiterführer wird das
ſtrengſte Stillſchweigen gewahrt. In Transvaal und Natal
verhinderte es die Zenſur, daß etwas in der Oeffentlichkeit
ekannt wurde. Die Deportierten kamen von Transvaal
im Mitternacht in Durban an, wo ſie unter ſtarker
Be=
deckung nach dem Sonderzug gebracht wurden, der direkt
bis zur Einſchiffungsſtelle ging. Dort wurden ſie ſchnell
uf den Dampfer „Unigeni” übergeführt, der ſofort
ab=
ging. Bis jetzt iſt der Vorgang in Südafrika völlig
un=
bekannt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. Januar.
* Militärdienſtnachrichten. Zum Oberſtleutnant
be=
fördert: der Major und Bataillonskommandeur Fiſcher
im 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. Dem betreffenden
Truppenteil aggregiert: der Major Schwierz beim
Stabe des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115.
Zur Dienſtleiſtung kommandiert: der Hauptmann im
Gro=
ßen Generalſtabe v. Roques, zum Generalſtab des 18.
Armeekorps. Zu Majoren befördert: Edler v. der
Planitz (früher Feldart.=Regt. Nr. 25), Hauptmann und
perſönl. Adjutant S. K. und K. H. des Kronprinzen des
Deutſchen Reiches und Kronprinzen von Preußen,
v. Schmelzing u. Wernſtein (früher Garde=Drag.=
Regt. Nr. 23), Rittmeiſter und Adjutant des
Generalkom=
mandos des 3. Armeekorps, Milchling v.
Schön=
ſtadt (früher Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115), Hauptmann
und Adjutant desſelben Generalkommandos, dieſer unter
Verſetzung zum Stabe des 2. Naſſ. Inf.=Regts. Nr. 88,
v. Klipſtein, Hauptmann und Adjutant der Großh=
Heſſ. (25.) Diviſion. Unter Beförderung zu Majoren
ver=
ſetzt: der Hauptmann und Kompagnie=Chef v. Renthe,
gen. Fink, im 4. Thüring. Inf.=Regt. Nr. 72, zum Stabe
des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, der
Hauptmann v. Kropff. Pl.=Maj. in Darmſtadt, zum
Stabe des 1. Oberelſäſſ. Inf.=Regts. Nr. 167. Verſetzt: der
Hauptmann und Kompagnie=Chef Frhr. v. der Heyden=
Ryuſch im 5. Garde=Regt. zu Fuß, als Pl.=Maj. nach
Darmſtadt. Buſſe, Hauptm. z. D. im Landw.=Bez=
Waren, zuletzt Komp.=Chef im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, mit einem Dienſtalter vom 28.
Januar 1909 zum Bez.=Offizier beim Landw.=Bez.
Wetz=
lar ernannt. Zum überzähligen Hauptmann befördert:
der Oberleutnant Kuhn im Inf.=Regt. Prinz Carl
(4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, kommandiert als Inſp.=Offizier
an die Kriegsſchule in Metz. Fitzau, Oberlt. an der
Unteroffizierſchule in Jülich, unter Verſetzung in das 5.
Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168 als Inſp.=Offizier zur
Kriegsſchule in Danzig kommandiert. Zum Eskadronchef
ernannt: der Rittmeiſter Günther (früher Leib=Drag.=
Regt. Nr. 24) beim Stabe des Jäger=Regts. zu Pferde
Nr. 13 (mit dem 1. Februar 1914). Frhr. Schenck zu
Schweinsberg (früher Feldart.=Regt. Nr. 25),
Ober=
leutnant im Huſ.=Regt. Landgraf Friedrich II. von Heſſen=
Homburg (2. Kurheſſ.) Nr. 14, als Lehrer zur Offiz.=
Reit=
ſchule in Paderborn verſetzt. Zum Oberſten beförderte
der Oberſtleutnant v. Crüger, Kommandeur des 2.
Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 61. Zum überzähligen
Major befördert: der Hauptmann v. Zangen (früher
Feldart.=Regt. Nr. 25) beim Stabe des 2. Unterelſäſſe
Feldart.=Regts. Nr. 67. Zum überzähligen Hauptmann
befördert: der Oberleutnant Geppert (Karl) im 2
Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 61. Verſetzt: die
Feuer=
verks=Leutnants Kotzan beim Art.=Dep, in Karlsruhe,
zum Art.=Dep. in Mainz, Penell beim Art.=Dep. in
Mainz, zum Art.=Dep. in Karlsruhe. Zu Oberleutnants
befördert: die Leutnants Quade im 5. Großh. Heſſ. Inf=
Regt. Nr. 168, v. Flotow im Leib=Drag.=Regt. (2.
Großh. Heſſ.) Nr. 24. Zu Fähnrichten befördert:
die=
nteroffiziere Cares im Inf.=Regt. Prinz Carl (4-
Großh. Heſſ.) Nr. 118, Knackfuß im 2. Großh. Heſſ.
Feldart.=Regt. Nr. 61. — Im Beurlaubtenſtande. Zum.
Leutnant der Reſerve befördert: der Vizefeldwehel=
Schaffnit (Heinrich) (III. Berlin), des Leibgarde=Inf.=
Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115. Zum Oberleutnu
beför=
dert: der Leutnant der Reſerve Dreſer des Inf.Remts.
Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118 (Altenburg=
Zum Leutnant der Reſerve befördert: der.
Vize=
feldwebel Bornemann (Kattowitz), des Inf.=Leib=
Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117. Zum
Oberleutnant befördert: der Leutnant der Reſerve
Habei=
korn des Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116 (Koblenz). Zum Leutnant der Reſerve befördert
der Vizewachtmeiſter Landſchütz (Neuwied), des 2
Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 61, der Vizewachtmeiſten
Werth (Kiel), des Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ
Feldart.=Regts. Nr. 25. Zum Oberleutnant befördert:
Siebert, Lt. der Reſerve des Leibgarde=Inf.=Regts=
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115 (Metz). Zu Oberleutnants
le=
fördert: die Leutnants der Reſerve Schreiber des
Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116
(I Darmſtadt), Herbſt (Hanau), Sauer (Worms) des
Inf.=Regts. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118. Lierk
des 1. Rhein. Train=Bats. Nr. 8 (I Darmſtadt); der
Leut=
nant Wittekind der Landw.=Inf. 1. Aufgebots
(I Darmſtadt). Zu Leutnants der Reſerve befördert: di=
Vizefeldwebel bezw. Vizewachtmeiſter: Baſt (Friedberg)
Vom Luftſchiff bombardiert.
C) Einen intereſſanten Einblick in die moraliſchen
Wirkungen eines Luftſchiffangriffes auf ein feindliches
Lager gewährt eine Erinnerung aus dem Tripolis=
Kriege, die der bekannte engliſche Kriegskorreſpondent
Seppings=Wright im Strand Magazine veröffentlicht. Der
Engländer befand ſich in der Wüſte im türkiſch=grabiſchen
Lager bei Seni Beni Adam; es war ein glühend heißer
Tag, und eine ſchwüle Müdigkeit laſtete über den Weiten.
Fern am Horizonte, hinter Ain Zara ſah man die Linien
der italieniſchen Truppen ſich dunkel von dem goldenen
Sande abheben. Die Türken und Araber waren bisher in
den Kämpfen erfolgreich geweſen, aber heute lag der
Schatten einer dumpfen Sorge unausgeſprochen über allen
Gemütern. Wie entſtehen im Kriege Gerüchte, woher
kom=
men ſie? Einer raunte es dem anderen zu ohne daß einer
zu ſagen gewußt hätte, woher die Kunde kam: der Feind
will uns mit Luftſchiffen angreifen. Immer wieder ging
der Blick hinüber in die Richtung von Tripolis, die
unge=
wiſſe Erwartung dämpfte das Geplauder, und dann
plötz=
lich ſah man es: dort unten am Horizonte, in dem lichten
Blau der Atmoſphäre tauchte über der Stadt Tripolis ein
dunkler Fleck auf über dem es wie ein mattes ſilbernes
Schimmern lag. Es ſah aus, wie ein emporſteigender
Mond, aber nicht lange währte dieſe freundliche
Augen=
täuſchung: ein paar Sekunden ſpäter machte das Ding eine
Wendung, und man erkannte das langgeſtreckte Profil eines
Lenkballons. Eine Weile ſchien das Fahrzeug wie
beweg=
ungslos in der Luft zu liegen, dann glitt ſchnell ein zweites
empor, und nun ſah man die beiden Luftkreuzer in ſicheren
und ruhigen Windungen zu größeren Höhen ſich
empor=
ſchrauben.
Wie wirkte nun dieſes Zeichen eines neuartigen
unad=
wehrbaren Angriffes auf die Truppen, die ohne ein Mittel
der Verteidigung die beiden unerreichbaren Feinde ruhig
durch die Lüfte heranziehen ſahen? In den beiden Lagern
war natürlich alles ſofort auf den Beinen, niemand blieb
im Zelte, und alles beobachtete die majeſtätiſch
heran=
ziehenden italieniſchen Luftkreuzer. Die Araber, die von der
Gefahr niches ahnten und nur das ungewohnte=Pll=nen
beſtaunten, eilten hin und her, tauſchten fröhliche Hinol er=
ſchienen faſt als Kinder, die für ihre Neugier eine dankbare
Beute gefunden haben. Ganz anders aber war die
pſycho=
logiſche Wirkung auf jene, die wußten, welche Gefahr dieſe
Angreifer in den Lüften mit ſich brachten, die Wirkung bel
den Türken. Der Engländer berichtet, wie ſich ſeiner ein
unwiderſtehliches Gefühl der Beklemmung bemächtigte,
und nicht anders erging es den türkiſchen Truppen; hier
hörte man keine Rufe, alles blickte nur ſtumm mit weiten
Augen zu den beiden Luftſchiffen empor, die immer höher
am Horizonte emporſtiegen und dann, wie nach einem
plötz=
lichen Entſchluſſe, in ruhiger, grader Linie unaufhaltſam
dem Lager näherſtrebten. „Wir ſtanden da wie Menſchen,
die durch einen grauſen Zauber zu Stein verwandelt ſind,
deutlich vernahmen unſere Ohren das ſchrille Surren der
Motoren. Die ungewiſſe bange Spannung wurde faſt
un=
erträglich, als die Luftſchiffe ganz langſam, ihrem Schatten
folgend. über uns hinzogen es war uns, als fühlten wir
die Laſt dieſer Rieſenfahrzeuge auf unſeren Gehirnen,
die=
ſer Augenblick war wirklich grauenhaft. Ich blickte empot
und irgendwie wirkten die Rundungen der Hüllen in dieſer
Sekunde auf mich wie etwas Grauſames, wie ein Hohn auf
unſere Hilfsloſigkeit. Jetzt mußte es kommen. Ich atmete
tief, wie ein Taucher, bevor er in die Fluten hinabgleitet,
ich ſah neben mir Soldaten, und in ihren ſtarren, weit
aufgeriſſenen Augen las ich, daß ſie dasſelbe empfanden wie
ich. Da, plötzlich, ertönte ein ſeltſames vibrierendes
Ge=
räuſch, ein ſurrendes Summen ziſchte durch die Stille,
wurde lauter, wuchs und wuchs, und einen Augenblick
ſpä=
ter erſchütterte, kaum 60 Meter von uns, eine heftige
Ex=
ploſion den Erdboden.” Mit der Sekunde der Exploſion
aber vollzieht ſich etwas Merkwürdiges: die Spannung iſt
gebrochen, endlich hat das Schickſal ſein Antlitz enthüllt,
und die Wirkung war nun nicht etwa eine Panik, ſondern
ringsum ein Aufatmen tiefer Erleichterung. Der Zauber
war gebrochen, „wie Schulkinder liefen wir alle blindlings
auf die Stelle der Exploſion zu, um die Wirkung zu
be=
trachten.” Bei der benachbarten Infanterie waren durch
einen zweiten Bombenwurf 8 Soldaten auf der Stelle
ge=
tötet und 30 zum Teil lebensgefährlich verwundet
wor=
den, aber der plötzlich aufkommende ſtarke Wind veranlaßte
die Führer der Luftkreuzer, das Bombardement nicht
fort=
zuſetzen, ſie ſteuerten zur Stadt zurück, und ſo blieb das
Lager vor der Vernichtuna bewahrt.
Feuilleton.
* Wie Moden entſtehen. In Abeſſinien kannte vo=
20 Jahren weder Männlein noch Weiblein einen Kut als
Kopfbedeckung; heute tragen Männer und Frauen die glei
chen großen, grauen italieniſchen Filzhüte. Das iſt ein
Folge der ſiegreichen Schlacht bei Adua. Als am 1. Mär
1896 die Abeſſinier ſich wie die alles hinwegfegende Flu
auf den italieniſchen Feind ſtürzten, da fielen als
Beut=
unter anderem 3000 Berſaglierihüte in ihre Hände. Kaiſe
Menelik, der vor wenigen Wochen verſchieden iſt, war de
erſte, der ſich ſo einen Hut als Siegestrophäe auf das
Hauf=
ſetzte; ſeine ſiegesberauſchten Krieger folgten dem Beiſpie
und ſeit damals iſt das Hütetragen in Abeſſinien — natüh
lich nur unter den Amharen, dem herrſchenden Stamns
aus dem die Staatsbeamten oder Soldaten Abeſſintens
hervorgehen — allgemein geworden. Geſchickte griechiſch
Kaufleute erkannten, was nottat, kauften eine Unmeng
alter italieniſcher Berſaglierihüte in Italien um einen
Spottpreis auf und ſchlugen ſie — wie Graf Königsege
der lange Zeit am Hofe Meneliks gelebt hat, jüngſt in de
Wiener Urania erzählte — um teures Geld in Aſſeſſinis
los.
* Carnegie über die Pflichten des Reichtums. Andren
Carnegie ſprach dieſer Tage in Neu=York für Ediſon
Kinetophon. Der Milliardär hielt in den Aufnahmeappe
rat eine kurze Rede über die Pflichten des Reichtums.E
ſagte: „Dies halte ich für die Pflicht des Reichen: Erſten
das Beiſpiel eines beſcheidenen und unauffälligen Lehen
zu geben und Schauſtellungen von Luxus zu vermeiden
Zweitens für die berechtigten Anſprüche derer zu ſorges
die von ihm abhängen. Drittens die überflüſſigen Eig
künfte lediglich als anvertrautes Gut zu betrachten, das
nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen ſo verwalten und an
wenden muß, daß ſeinem Vaterlande daraus der größ
möglichſte Nutzen erwächſt.”
** Lépine als Sherlock Holmes. Eine amüſante kleis
Epiſode aus den Tagen des Verſchwindens der Mona
Li=
weiß die Tribune de Genève zu verraten. Als der Diel
ſtahl bekannt wurde, war Lépine, der damals noch
Polize=
präfekt war, nicht in Paris; er wurde telegraphiſch
ve=
ſtändigt, reiſte ſofort zurück, traf am Morgen nachden
des Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.)
Nr. 117, Reichardt (I Darmſtadt),=des Garde=Drag.=
Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, Grobe (I. Darmſtadt),
Gottesleben (Mainz), des 1. Oberelſäſſ. Feldart.=
Regts. Nr. 15, Bamberger (Mainz), des 1. Naſſ.
Feldart.=Regts. Nr. 27 Oranien. Zum Veterinär
beför=
dert: der Unterveterinär der Landw. 1. Aufgebots Dr
Fauerbach (Mainz).
* Ordensverleihung. Se. Maj. der König von
Preu=
ßen haben die Exlaubnis zur Anlegung des Ehrenkreuzes
des Großherzoglich Heſſiſchen Verdienſt=Ordens Philipps
des Großmütigen dem Oberſtleutnant Fritſch in der
1. Ing.=Jeſp., Ing.=Offiz. vom Platz in Wilhelmshaven
verliehen.
— Nachtrag zur Tagesordnung für die Sitzung der
Stadtverordneten=Verſammlung am 29. Januar. 25.
Be=
kämpfung der Schnakenplage. Die unter Nr. 14 und 19
der Tagesordnung aufgeführten Gegenſtände: Maßnahmen
zur Erhöhung des Gasverbrauchs; hier: Einrichtung eines
Ausſtellungsraumes in der Stadt und Annahme einer
Werbedame, und Antrag des Stadtv. Aßmuth und Konſ.
auf Errichtung eines ſtädtiſchen Wohnungsamtes, ſind
durch die Ausſchüſſe noch nicht erledigt worden und werden
deshalb von der Tagesordnung abgeſetzt.
— Privatarchitekten und Handwerkskammer. Am 24.
Januar fand auf dem Bureau der Handwertskammer
abermals eine Beſprechung mit Vertretern
der Architektenſchaft und des Baugewerbes
ſtatt. Gegenſtand der Beſprechung bildete wie im
ver=
gangenen Jahre die Aufſtellung eines Ver
tragsentwurfs für private
Submiſſions=
angebote. In früheren Verhandlungen hatte man
ſich über die weſentlichſten Punkte bereits geeinigt und
war im Laufe des Winters ein Normalentwurf
ausgear=
beitet worden, zu dem beide Parteien verſchiedentlich
Stellung genommen hatten. Bei der kürzlichen
Zuſam=
menkunft galt es nun, die letzten Bedenken zu klären. Es
wurden die noch vorhandenen Meinungsverſchiedenheiten
Punkt für Punkt durchgeſprochen und es gelang, alle
ſtrit=
tigen Fragen klarzuſtellen. Die Beſprechung hatte ſonach
das erfreuliche Ergebnis, daß Uebereinſtimmung erzielt
und ein Vertragsentwurf geſchaffen wurde der den
viel=
ſeitigen Klagen des Handwerks über ſchädigende
Beſtim=
mungen privater Submiſſionsbedingungen Rechnung
trägt. Der Entwurf trägt aber weiter noch den ſo oft
geäußerten und von der Handwerkskammer ſtets
vertre=
tenen Wünſchen des Bauhandwerks, ſo weit dies bei
pri=
vaten Vergebungen möglich iſt, Rechnung, ohne die
berech=
tigten Intereſſen der Architektenſchaft zu gefährden. Die
Vertragsformulare werden unter der Bezeichnung: „
Auf=
geſtellt vom Landesverband Heſſen der Deutſchen Freien
Architektenſchaft D. F. A. und der Handwerkskammer für
das Großherzogtum Heſſen” herausgegeben.
Bekannt=
gabe von Zeit und Ort des Erſcheinens, ſowie der
Be=
zugsſtellen wird rechtzeitig erfolgen. Auf dem Boden
gegenſeitigen Verſtehens iſt hier eine Angelegenheit zum
Abſchluß gelangt, die geeignet iſt, das Vertrauen zweier
ogroßer Berufsſtände, der Bauberatung und des
Bau=
handwerks, zu ſtärken und zu fördern. Dies wurde auch
on der Verſammlung anerkannt und der Wunſch
ge=
äußert, daß auch in anderen Fragen die beiderſeitigen
Intereſſengebiete durch verſtändiges Zuſammenarbeiten
geklärt werden möchten.
* Geſchäftsjubiläum. Man ſchreibt uns: Die Firma
Zigarren=Import=Haus Edmund Gerber, Hofliefe=
Lant, hier, begeht am 1. Febr. ihr 50jähriges
Geſchäftsjubi=
räum. Ein ausgedehnter und langjähriger Kundenkreis
gegt Zeugnis ab, daß der derzeitige Inhaber der Firma,
Herr Creter, den alten guten Ruf des Hauſes in jeder
WWeife zu wahren und zu fördern verſteht.
„* Arbeitsjubiläum. Man ſchreibt uns: Am 29.
Ja=
muar werden es 35 Jahre, daß der Mechaniker L. Stalf
wei der Firma Gebr. Anton dahier in Stellung iſt, gewiß
in Beiſpiel ſeltenen Fleißes und Uebereinſtimmung
uwiſchen Meiſter und Gehilfen.
Allgemeiner Deutſcher Frauenverein (Ortsgruppe
Darmſtadt). Auf den Vortrag von Frau Marianne
Weber=Heidelberg, den dieſe als den ſiebenten in der
Vortragsfolge: „Die Stellung der Frau im Wandel der
Zeiten” über „Die Frau im Altertum” am Donnerstag
abend zu halten gedenkt, wird hierdurch nochmals
hinge=
wieſen.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Wie aus dem
Anzeige=
ſeil erſichtlich iſt, veranſtaltet die Fortſchrittliche
Volks=
artei nächſten Samstag, den 31. Januar, abends im
Kaiſerſaal” einen Familienabend, zu dem ein äußerſt
meichhaltiges Programm aufgeſtellt iſt, ſo daß alle Beſucher
ennige genußreiche Stunden erwarten dürfen.
* Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Darmſtadt.
Die Wanderung am kommenden Sonntag führt nach
Lich=
tenberg-Groß=Bieberau, alſo in ein Gebiet, das jedem
warmſtädter Touriſten bekannt iſt. Aber gerade dieſer
bimſtand iſt wohl der beſte Beweis dafür, daß ein Ausflug
mach Lichtenberg immer wieder reizvoll und intereſſant
iſt und ſo können die Führer auch diesmal wieder eine
necht lohnende Wanderung verſprechen. Näheres ſiehe
Anzeige in der heutigen Nummer.
* Stenographie. Es wird noch einmal darauf
hin=
gewieſen, daß heute abend der Anfängerkurſus für Herren
des Gabelsberger Stenographenvereins (gegründet 1861)
um Hauptunterrichtslokal im Schulhaus am Ballonplatz
beginnt. Anmeldungen werden noch daſelbſt
entgegen=
genommen.
* Konzerte uſw. Das Künſtlerkonzert, mit dem am
letzten Donnerstag im Café zur Oper die Karnevalſaiſon
eingeleitet wurde, und das ſo lebhaften Beifall gefunden
hat, wird am Donnerstag, den 29. Januar, wiederholt
werden. Es beginnt abends 8 Uhr bei freiem Eintritt.
(Näheres Anzeige.)
§ Unfall. Eine ältere Frau iſt am Dienstag
vor=
mittag gegen 8 Uhr am Kapellplatz infolge des
einge=
tretenen Glatteiſes ſo unglücklich gefallen, daß ſie ſich
nicht mehr erheben konnte. Die Frau wurde durch die
Sanitätswache in das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
§ Einbruchsdiebſtahl. In der Nacht von Montag
auf Dienstag wurde bei einem hieſigen Metzgermeiſter
eingebrochen und ein größeres Quantum Wurſtwaren
geſtohlen.
§ Brand. Am Dienstag nachmittag gegen 4 Uhr
wurde die Feuerwehrwache nach dem Hauſe Mollerſtraße
Nr. 40 gerufen; dort war ein Strohwiſch, welcher zum=
Verſtopfen einer Kelleröffnung diente, auf unaufgeklärte
Weiſe in Brand geraten und hatte die Kellerräume, ſowie
das Treppenhaus mit Rauch gefüllt.
Strafkammer II.
g. Wegen Untreue in drei Fällen hatte ſich geſtern
der 43jährige Kirchenrechner und Gemeinde=Einnehmer
Jo=
ann Karl Engel von Ger nsheim zu verantworten.
Engel, der von 1902 bis 1913 Gemeinde=Einnehmer von
Gernsheim war, wurde 1909 auch als Kirchenrechner
ver=
pflichtet. Als ſolcher hat er nun, wie durch eine am 6.
Sep=
tember 1913 unvermutet vorgenommene Reviſion feſtgeſtellt
wurde, etwa 15000 Mark unterſchlagen. Wegen dieſes
Amtsdelikts wird er ſich in der nächſten
Schwurgerichts=
periode zu veranworten haben. Geſtern kamen lediglich
drei Fälle von Veruntreuungen zur Aburteilung, die ſich
Engel als bevollmächtigte Privatperſon hat zu Schulden
kommen laſſen. Aus einer Erbſchaftsſache veruntreute er
600 Mark, von ihm anvertrauten Spargeldern 875 und
einem Invalidenrentner 11,50 Mark. Engel beſitzt
Volks=
ſchulbildung und war vor ſeiner Beſchäftigung als
Ge=
meide=Einnehmer als Schreibgehilſe auf dem Amtsgericht
Gernsheim tätig. Durch ſeine Spielleidenſchaft und andere
noble Paſſionen erklärt ſich ſein großes Geldbedürfnis.
Wenn er eine Spritztour nach Frankfurt unternahm, gab
er mitunter ſeinen Spielgenoſſen große Feſte, deren Koſten
in die Hunderte gingen. Nach der Entdeckung der
Ver=
untreuung ging Engel flüchtig und wurde nach einigen
Tagen in Darmſtadt auf der Straße feſtgenommen. Das
Gericht erkannte auf 1 Jahr Gefängnis abzüglich
4 Monate der Unterſuchungshaft.
Der 26jährige Taglöhner Philipp Montag von
Bobſtadt war am 1. Weihnachtsfeiertag 1912 nach Haus zu
Beſuch gekommen und geriet ſchon am erſten Tag mit einem
Bobſtädter in Streit. Als er dann am zweiten Feiertag
eine Wirtſchaft betrat, traf er auch ſeinen Gegner vom
vor=
hergehenden Tage. Mit den Worten: Ach, da iſt ja mein
lieber Freund von geſtern, ging er auf ihn zu und drückte
ihn in die Ecke. Es folgte nun eine allgemeine Schlägeret,
wobei der Angeklagte auch mit einem Bierglas geſchlagen
haben ſollte. Das Schöffengericht hatte ihn deshalb zu
4 Monaten Gefängnis verurteilt. Doch die
Zeugenaus=
ſagen in der Berufungsverhandlung machen
wahrſchein=
lich, daß der Bruder des Angeklagten mit dem Bierglas
operiert hatte, weshalb die Strafkammer die Strafe auf
20 Mark Geldſtrafe ermäßigte.
Die einzelnen Vorſtandsmitglieder der Raiffeiſen=
Genoſſenſchaftskaſſe, Spar= und Darlehnskaſſe Bürſtadt,
waren vom Hauptſteueramt Darmſtadt in eine Geldſtrafe
von je 30 Mark genommen worden, weil dem
kontrollieren=
den Beamten der Steuerbehörde die Einſicht in die Bücher
nicht geſtattet wurde. Es handelte ſich in dieſem Falle um
die Frage, ob die Genoſſenſchaft einen Scheck= oder
ſcheck=
ähnlichen Verkehr mit ihren Kunden pflegt und
demzu=
folge gemäß § 100, Abſ. 2 des Reichsſtempelgeſetzes
ver=
pflichtet iſt, den Steuerbeamten Einſicht in die Bücher zu
geſtatten, um die Erfüllung der Stempelpflicht zu prüfen.
Dies beſtreitet die Genoſſenſchaft. Sie bezieht von
Liefe=
ranten Waren, die ſie an ihre Mitglieder abgibt. Für die
gekauften Waren wird ſie ſelbſt Schuldnerin und eröffnet
dem Lieferanten ein Konto, das von Zeit zu Zeit beglichen
wird. Ueber die erfolgte Zahlung erteilt der Lieferank
Quittung, und dieſe Quittung hatten das Haupſteueramt
und auch das Finanzminiſterium, Abteilung für
Steuer=
weſen, nach Tariſſtelle 10 als ſteuerpflichtig angeſehen,
in=
dem angenommen wurde, den Lieferanten ſei Zahlung
aus den Guthaben der einzelnen Mitglieder geworden, ſo
daß ein förmlicher Ueberweiſungsverkehr ſtattfand, oder
daß den Lieferanten ein förmliches Konto eröffnet wurde,
was nach den Zeugenausſagen nicht der Fall iſt. Das
Schöffengericht Lorſch hatte die Strafe beſtätigt, die
Straf=
kammer hob geſtern die Strafe auf und erkannte auf
Frei=
ſprechung. Die Koſten der erſten und zweiten Inſtanz
fallen der Staatskaſſe zur Laſt. Das Gericht nahm an, daß
es ſich im vorliegenden Fall nicht um ein Guthaben der
Ausſteller handelt, demzufolge die Quittung
ſtempelpflich=
tig nach Tarifſtelle 10 wäre.
Der 15jährige Taglöhner Wilhelm Georg Sch. von
Kelſterbach hat ſeinem Onkel 60 Pfennig geſtohlen, indem
er in das Haus einſtieg. Das Gericht verurteilte ihn zu
2 Tagen Gefängnis.
Wegen Verbrechens nach § 176,3 wurde der 16jährige
uchdruckerlehrling Georg B. von Egelsbach zu 2 Wochen
Gefängnis verurteilt.
Bickenbach, 28. Jan. (Leichenſchau.) Am
Sams=
tag fand man die 75 Jahre alte Marie Roß mit einer
blutenden Kopfwunde vor ihrem Bette liegend. Am
Montag fand eine gerichtliche Unterſuchung und Sektion
der Leiche ſtatt. Dieſe ergab, daß die altersſchwache Frau
jedenfalls die Wunde dadurch erlitten hat, daß ſie
wäh=
rend der Nacht ohne Hilfe aus dem Bett ging und dabei
auf den Hinterkopf fiel. Der Tod iſt anſcheinend auf
Lungentuberkuloſe zurückzuführen.
F. Büttelborn, 28. Jan. (Die längſte Eisbahn)
auf dem Lande dürfte wohl die Eisdecke auf dem
Land=
graben ſein, welcher Kanal von Zwingenberg mitten durch
das Ried im alten Neckarbett bis Trebur in den
Schwarz=
bach geht und von Büttelborn bis Trebur ſeit etwa zehn
Tagen zugefroren iſt, während der Oberlauf desſelben
keine Eisdecke zeigt. Er war ſchon ſeit vielen Jahren
nicht mehr zugefroren geweſen. Darum iſt auch die
Ju=
gend über die heurige Eisbahn des Lobes voll. Von der
Berkacher Eiſenbahnbrücke fahren die Schlittſchuhläufer in
einem weg bis Trebur, was ſchon eine Strecke von nahezu
drei Stunden iſt. Wenn der Witterungswechſel die
Ab=
ſicht nicht vorzeitig vereitelt, wollen unſere Schulbuben
demnächſt ihr Ziel bis zur Schwarzbachmündung bei
Gins=
heim am Rhein erweitern.
sck. Aus dem Ried, 27. Jan. (Das energiſche
Einſchreiten gegen die Zigeunerplage) bei
uns hat ſich gut bewährt. Während ſonſt hier im Ried
faſt alle acht Tage eine Karawane Zigeuner weggebracht
werden mußte, ſind jetzt ſchon ſeit Monaten keine
Zigeu=
ner mehr in unſerer Gegend zu ſehen. Ueberhaupt
ver=
ſchwinden in ganz Starkenburg die Zigeuner immer mehr.
Im Jahre 1911 zählte man noch 301 Zigeunerfamilien in
unſerer Provinz, im Jahre darauf noch 78 Familien und
im letztverfloſſenen Jahre waren es nur noch 4 dieſer
braunen Geſellen. Im Dezember 1913 wurden ſogar bloß
toch 2 Zigeuner, und dieſe im Kreiſe Erbach, ermittelt.
Mainz, 27. Jan. (Aufbrechen des
Main=
eiſes.) Für das Aufbrechen des Eiſes bei dem nunmehr
ingetretenen Tauwetter trifft man bereits
Vorkehrun=
gen, ebenſo wie gegen das Hochwaſſer. Man hofft, daß
durch umfangreiche Sprengungen an der Mainmündung
das Eis flott in Bewegung geſetzt und gehalten wird.
Mainz, 28. Jan. (Mordverdacht.) Gegen den
Vizewachtmeiſter eines hieſigen Regiments, deſſen Frau
vor einigen Tagen plötzlich geſtorben iſt, iſt
Unter=
ſuchung wegen Mordes eingeleitet. Die noch
junge Frau, die bisher geſund und munter war, iſt
plötz=
lich geſtorben. Die Leiche wurde ſeziert, und die Kleider,
die die Frau zuletzt getragen, wurden an den
Gerichts=
chemiker Dr. Popp nach Frankfurt geſandt.
Heidesheim, 28. Jan. (Die Wiesbadener
Müllablagerung.) Die Gemeinde Heidesheim
be=
abſichtigt, ſich dem Proteſt der Stadt Mainz, ſowie der
Gemeinden Budenheim und Gonſenheim gegen die
Müllablagerung der Stadt Wiesbaden im
fiskaliſchen Walde bei Uhlerborn anzuſchließen.
Gau=Algesheim, 28. Jan. (Ein ſchwerer
Un=
glücksfall) ereignete ſich auf der Chauſſee zwiſchen
Gau=Algesheim und Ockenheim. Der Fuhrmann Simon
aus Blanksmühle wurde von ſeinem ſchwerheladenen
Wagen überfahren. Sein Kollege, der Pferd und
Wagen nach Hauſe bringen wollte, wurde bei Kreuznach
ebenfalls überfahren und erlitt erhebliche Verletzungen
am Bein.
Nieder=Saulheim, 28. Jan. (Die
Bürger=
meiſterwahl.) Immer noch will es mit der hieſigen
Bürgermeiſterwahl nicht zur Ruhe kommen. Der
Kreis=
ausſchuß Oppenheim hatte bereits ſeit September 1912
ſchon zum vierten Male die hieſige Bürgermeiſterwahl
wegen Wahlbeeinfluſſung für ungültig erklärt. Von der
Staatsanwaltſchaft waren auf Betreiben der nur mit
knapper Minorität unterlegenen Partei die Akten über
die Verhandlung vor dem Kreisausſchuß Oppenheim
ein=
gefordert worden. Es wurde, wie ſchon früher bei Herrn
Oehler, ſo auch zuletzt wieder bei dem zum Bürgermeiſter
gewählten Herrn Peter Weyerhäuſer verſucht, dieſen der
Beſtechung zu beſchuldigen, um die Ungeſetzlichkeit der
Wahl herbeizuführen. Da in den Akten jedoch nichts
Straf=
bares gefunden wurde, wurden dieſe ſeitens der
Staats=
anwaltſchaft wieder zurückgegeben. Herr Weyerhäuſer
hat nun beim Provinzialausſchuß Rekurs gegen dieſe
Be=
ſchwerde eingelegt und erſucht, die Wahl für gültig zu
er=
klären.
Worms, 27. Jan. (Ein Kind ertrunken.) Am
Winterhafen, in der Nähe des ſtädtiſchen Kranens, hat ſich
geſtern abend gegen halb 6 Uhr ein bedauerlicher
Unglücks=
fall zugetragen. Das ſechsjährige Söhnchen des
Fabrik=
arbeiters Arnold ſpielte mit gleichalterigen Kameraden
auf dem Eis und geriet dabei in ein Loch, wie die
Eis=
decke ſie infolge der Eisernte an mehreren Stellen
auf=
wies. Den übrigen Kindern war, als ſie den Kleinen
im Waſſer verſchwinden ſahen, vor Entſetzen die Zunge
gelähmt, ſo daß es eine Weile dauerte, ehe ein Mann
hinzukam und von dem Unglücksfall erfuhr. Die Hilfe
kam leider zu ſpät, da der Knabe bereits ertrunken war.
Eich, 28. Jan. (Ein aufregender Vorfall)
ſpielte ſich am Rhein an der Gernsheimer Fahrt ab. Ein
hieſiger Fuhrmann hatte Holz im Walde geholt. An der
Fähre ſcheuten die Pferde und raſten mit dem
Wagen in den Rhein und riſſen den Fuhrmann,
der die Tiere vergeblich zu halten ſuchte, mit in den
Strom. Den vereinten Bemühungen des Brückenperſonals
gelang es endlich, den Mann und die Tiere aus ihrer
ge=
fährlichen Lage zu befreien.
Bingen, 28. Jan. (Vom Brückenbau.) Die
Arbeiten an der neuen Rheinbrüücke, die während des
Froſtes eingeſtellt werden mußten, ſind heute wieder
auf=
genommen worden. Bis jetzt ſind bereits 6 Pfeiler
fer=
tig geſtellt, davon ſtehen 4 im Strome und 2 auf dem
linken Ufer. Im ganzen werden 18 Pfeiler aufgeführt,
wovon 8 im Strome, 6 auf dem linken und 4 auf dem
rechten Ufer errichtet werden. Die Arbeiten werden
außerordentlich beſchleunigt. Beſonders ſchwierig
geſtal=
tet ſich die Arbeit in den ins Stromwaſſer eingelaſſenen
Senkkäſten.
Kaiſergeburtstagsfeiern.
* Traiſa, 28. Jan. Am 24. ds. Mts. feierte der
Krieger= und Militärverein in dem feſtlich
geſchmückten Saale des Kameraden Herrn Guſtav Seibert
hier den Geburtstag Seiner Majeſtät des Kaiſers,
ver=
bunden mit einem Ball. Die Stimmung des ganzen
Feſtes war eine vorzügliche und floſſen bei Tanz,
Anſpra=
chen und Muſikvorträgen die Stunden nur allzu ſchnell
dahin. Ganz beſonders erfreute es jedoch die
Feſtteilneh=
mer, daß unſere Veteranen ſämtlich geſund und munter
zur Stelle waren, und daß auch Herr Admiral Weſtphal
den Verein bei dieſer feierlichen Gelegenheit mit ſeinem
werten Beſuche beehrt hatte.
bereits ſeit mehreren Jahren beſteht, „Orcheſter=Fauteuils
für Schwerhörige” eingerichtet. Dieſe Sitze, die ſich in
allernächſter Nähe der Bühne befinden, ſind mit akuſtiſchen
Apparaten ausgeſtattet, die ſich in der Form zweier
Tele=
phonhörer darſtellen. Dieſe Apparate, die durch eine unter
dem Sitz befindliche elektriſche Batterie wirkſam gemacht
werden, verſtärken jeden Ton in ſehr beträchtlicher Weiſe
und ermöglichen ſo ſchwerhörigen Theaterbeſuchern, jedes
Wort der Aufführung genau zu verſtehen.
— Entgleiſte Toaſt=Redner. Ein paar luſtige
Entglei=
ſungen von Toaſt=Rednern ſtellt eine Londoner
Wochen=
ſchrift zuſammen. Ein wenig boshaft endete der
Damen=
toaſt eines Herrn, der im Eifer ſeiner Rede ſchloß: „Die
Frau, ja die Frau bedarf keines Lobes; ſie ſpricht für ſich
ſelbſt.‟ Mit kühnen Bildern ſchloß ein anderer Held der
Rede ſeinen Damentogſt, als er ſagte: „Sie iſt ſo ſüß, daß
vor ihren Augen der Honig errötet und der Syrup beſchämt
beiſeite ſteht.” Peinlicher war die Entgleiſung eines
Hoch=
zeitsredners, der dem taubſtummen Brautpaare mit
Emphaſe „unausſprechliches Glück” wünſchte. Dagegen
hatte ein anderer Feſtredner mehr Recht, als er es ahnte,
als er in aller Harmloſigkeit bei einem Ehrenbankett für
einen Luſtſpieldichter ſein Glas erhob: „Der Geſundheit
unſeres verehrten Verfaſſers! Möge er ſo lange leben,
daß er ſo alt wird, wie ſeine Witze. Der verehrte
Luſt=
ſpieldichter ſoll mit einem ſehr gezwungenen Lächeln
quit=
tiert haben. . . .
Tiebſtahl in der Seineſtadt ein und platzte wie eine Bombe
in den Louvre, wo er ſofort die Oberleitung aller
Recher=
chen übernehmen wollte. „Schließt ſofort alle Türen!” war
dias erſte, was er ausrief; dann verſammelte er alle
Be=
amten, Polizeikommiſſare und Detektivs um ſich und ließ
ſuch genau den Tatbeſtand und die bisher ermittelten
Um=
ſtände berichten. Als der Bericht beendet war, kam ein
Augenblick des Schweigens; Lépine furchte die Brauen,
raichte angeſtrengt nach, dann, mit der Miene eines
Dikta=
toas, erklärte er: „Der Rahmen iſt gefunden. Alſo muß
das Bild in dem Zuſtande geſucht werden, in dem es ſich
ear ſeiner Entdeckung befand. Der Täter entfernte den
Naahmen, um das Bild beſſer verſtecken zu können. Wir
uächen jetzt alſo eine Rolle, denn der Täter hat das Bild
zuſſſammengerollt . . . ." Hier fiel ſchüchtern der Konſervator
deiss Louvre=Muſeums ein: „Aber . . . ." Jedoch Lépine
ſß ihn nicht ausſprechen — „Bitte!” rief er befehlend,
ſud fuhr dann fort, den Hergang des Diebſtahls zu
er=
anttern. Als er dann ſeine Hypotheſe mit einer
Sicher=
hetit, die keinen Widerſpruch duldete, genau erklärt hatte,
randte er ſich mit der Miene des Feldherrn, der die
ſtra=
edliſchen Probleme ſoeben gelöſt hat, mit freundlichem und
ſtatchſichtigem Lächeln zu dem Kunſtgelehrten: „Und nun,
pars wollten Sie bemerken?” „Ich wollte dem Herrn
Prä=
lehten nur bemerken, daß das Bild nicht gut gerollt ſein
ſann, denn es iſt auf Holz gemalt.‟ Einen Augenblick
eurſchte betretenes Schweigen, dann erklärte der
Polizei=
ſräfekt gelaſſen: „Nun ja, ich habe es ja gleich geſagt
* Theater für Schwerhörige. Zwei Londoner Theater
ſawen jetzt nach einem ſinnvollen Syſtem, das in Neu=York
* Groß=Zimmern, 27. Jan. Der hieſige Krieger=
und Veteranen=Verein beging ſeine
Kaiſers=
geburtstagsfeier in den feſtlichen. ſchön dekorierten
Räu=
men des Kaiſerſaales bei einer ausnehmend ſtarken
Be=
teiligung. Die Feier begann mit einer
Begrüßungsan=
ſprache, welche mit einem Hoch auf den Allerhöchſten
Pro=
tektor, Se. Königl. Hoheit den Großherzog, ausklang. Der
von Fräulein Breitwieſer recht hübſch vorgetragene
Pro=
log fand reichen Beifall. Die Feſtrede hatte der erſte
Präſident des Vereins übernommen. Sie ſchloß unter
Erneuerung des Gelöbniſſes der Treue zu Kaiſer, Fürſt
und Vaterland mit einem begeiſtert aufgenommenen Hoch
auf den Kaiſer. Durch einen Ball fand das Feſt ſeinen
Abſchluß.
* Weiterſtadt, 28. Jan. Am Samstag, den 31.
Ja=
nuar, veranſtaltet der hieſige Eiſenbahn=Verein eine
Kaiſergeburtstagsfeier im Saale zur ſchönen Ausſicht.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 27. Jan. Der bekannte
Ber=
liner Finanzier und Mitinhaber des alten Bankgeſchäfts
Mendelsſohn u. Co., Robert von Mendelsſohn, iſt
heute abend von einem Automobilunfall betroffen
worden. Herr von Mendelsſohn begab ſich gegen 9 Uhr
von ſeiner Wohnung in der Jägerſtraße 51- in einem
Droſchkenautomobil nach dem Weſten. Als der Chauffeur
die Tiergartenſtraße paſſierte, kam aus der Rendlerſtraße
ein anderes Droſchkenautomobil in ſo ſchneller Fahrt
her=
an, daß ein Zuſammenſtoß der beiden Wagen
unvermeid=
lich war. Durch den gewaltigen Anprall wurde Herr von
Mendelsſohn auf den Bürgerſteig geſchleudert, wo er
be=
wußtlos liegen blieb. Auf der Rettungswache wurde er
zunächſt wieder ins Bewußtſein gebracht und dann in
ſeine Wohnung geſchafft. Sein Befinden iſt
zufrieden=
ſtellend. Er iſt bei vollem Bewußtſein. Seine Verletzung
beſteht nur in einer Fleiſchwunde und iſt leichterer Natur.
— Das Stück des früheren ſozialdemokratiſchen
Reichs=
tagsabgeordneten Roſenow „Die im Schatten leben”
welches das Schickſal einer Bergmannsfamilie ſchildert,
ſollte von der Berliner „Freien Volksbühne” öffentlich
auf=
geführt werden. Der Polizeipräſident verbot es
aus ordnungspolizeilichen Gründen, und die gegen ſeine
Verfügung erhobene Beſchwerde wies der Oberpräſident
zurück: Das Stück ſei ein Tendenzſtück, das die
verſchiede=
nen Bevölkerungsklaſſen — das Unternehmertum und die
Arbeiterſchaft — in gefährlicher Weiſe gegeneinander
auf=
hetze. Die Aufführung vor einem faſt nur aus Arbeitern
beſtehenden Publikum würde ſich als eine Verletzung der
ſtaatlichen Ordnung darſtellen, welche die Polizei zu
ſchützen berufen ſei. Der gegen den Beſcheid erhobenen
Klage verſagte jetzt das Oberverwaltungsgericht den
Er=
folg. Das Stück ſei durch die einſeitige Schilderung der
Klaſſengegenſätze geeignet, dieſe zu verſchärfen und dadurch
die öffentliche Ordnung zu ſtören. Für deren
Aufrecht=
erhaltung Sorge zu tragen, ſei das Amt der Polizei. —
Der Maſſenverkehr, den der Eisſonntag nach dem
Müggelſee zur Folge hatte, ſollte auf dem Bahnhof
Friedrichshagen zu recht zahlreichen Unfällen führen. Wie
jetzt feſtgeſtellt worden iſt, ſind bei dem enormen Gedränge
auf dem Bahnſteig nicht weniger als 42 Perſonen von
Ohnmachtsanfällen heimgeſucht worden. Mitglieder der
Freiwilligen Sanitätskolonne hatten alle Hände voll zu
tun, um ſich der Betroffenen anzunehmen. Groß iſt auch
die Zahl der Unfälle, die an den beiden letzten Tagen auf
dem Müggelſee vorgekommen ſind. Nicht weniger als 32
Perſonen kamen beim Schlittſchuhlaufen zu Fall und zogen
ſich teils leichtere teils ſchwerere Arm= und Beinbrüche zu.
Ueber 30 Schlittſchuhläufer erlitten bei Karambolagen mit
anderen Perſonen blutige Verletzungen.
Frankfurt a. M., 28. Jan. (Ein guter Fang.)
Mit der Verhaftung eines in Bologna feſtgenommenen
Hoteldiebes hat die dortige Polizei einen guten Fang
ge=
tan. Durch den internationalen polizeilichen
Erkennungs=
dienſt wurde feſtgeſtellt, daß der Verhaftete der 28 Jahre
alte, in Frankfurt a. M. geborene Kellner Auguſt
Fried=
rich Sittig iſt, der in den letzten Jahren nur von
Hotel=
diebſtählen lebte und oft große Beute machte. Er wird
von den Polizeibehörden von Berlin, München, Baden=
Baden, Homburg, Straßburg und Mannheim geſucht. Bei
einem Hoteldiebſtahl in Bad Homburg im Auguſt v. J.
erbeutete er Brillanten und Schmuckſachen für 30000
Mark, die er einer amerikaniſchen Dame entwendet hatte,
die in dem gleichen Hotel, wie er, wohnte.
Niefern bei Pforzheim, 28. Jan. (Feuer.) In
Nie=
fern hat es heute nacht in der Papierfabrik von
Bohnenberger u. Co. abermals gebrannt. Gegen
½3 Uhr brach im Turbinenhauſe Feuer aus, durch das die
Turbinenanlage zerſtört wurde. Der Schaden wird auf
50000 Mark geſchätzt.
Freiburg i. B., 28. Jan. (Verunglückter
Ski=
fahrer.) Der Student der Medizin. Hans Erhardt
rannte auf einer Skitour gegen eine Tanne. Ein Aſt drang
dem jungen Mann in den Unterleib und der Unglückliche
erlag nach kurzer Zeit ſeiner ſchweren Verletzung.
Hamburg, 28. Jan. (Erwiſchter Defraudant.)
Mit dem Dampfer „Rhenania” iſt auch der Buchhalter
Juettner aus Kapſtadt eingetroffen. Juettner war im
Juli 1913 aus Frankenthal in Bayern nach Unterſchlagung
von 17000 Mark geflüchtet. Der Verhaftete wird von
hier aus an die zuſtändige Staatsanwaltſchaft überwieſen.
San Franzisko, 27. Jan. (Vermißter
Perſonen=
zug.) Ein Perſonenzug aus Chikago mit 100
Paſſa=
gieren ging in den überſchwemmten Diſtrikt von Santa
Barbara ab und wurde vermißt, iſt aber wieder
aufgefun=
den worden. Er befand ſich im Diſtrikt von Santa
Bar=
bara im Ueberſchwemmungsgebiet tief im
Waſ=
ſer. Die Paſſagiere konnten nur mittels Booten gerettet
werden.
Tokio, 27. Jan. (Der Vulkanausbruch in
Sakuraſchima.) Die Polizei von Kagoſchima hat
feſt=
geſtellt, daß bei dem kürzlichen Erdbeben und bei den
vul=
kaniſchen Ausbrüchen in der Stadt ſelbſt 33 Perſonen
umgekommen ſind, während 18 Leute von der Inſel
Sakuraſchima vermißt werden.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin 28. Jan. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet um 2 Uhr 16 Minuten die Sitzung mit Worten
des Dankes für die Blumenſpende aus Anlaß der 200.
Sitzung und macht Mitteilung von dem geſtrigen Empfang
des Präſidiums bei Seiner Majeſtät dem Kaiſer. Sodann
wird die
zweite Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern
und zwar bei dem Titel „Staatsſekretär” fortgeſetzt.
Bis=
ber liegen hierzu 16 Reſolutionen vor.
Abg. Giesberts (Zentr.): Nachdem die
Reichs=
verſicherungsordnung verabſchiedet iſt, muß ſich die
Re=
gierung endlich dazu äußern, wann die Altersgrenze für
die Altersverſicherung auf 60 Jahre herabgeſetzt werden
ſoll. Der Reichstag hat dieſe Forderung faſt einſtimmig
erhoben und die Regierung muß ihm hier folgen. Die
beſte Sicherung der Arbeiter beſteht in einer möglich
um=
fangreichen Unfallverhütung. Der Arbeitsnachweis muß
ausgebaut werden. Die Sterblichkeit der Arbeiterſchaft
iſt erheblich vermindert worden. Wir dürfen in dieſem
Punkte nicht ſtehen bleiben. Die Wohnungsfrage und die
Heimarbeiterfrage ſind ſoziale Maßnahmen, die
ſchleu=
nigſt erledigt werden müſſen. Die Reformbeſtrebungen
im Gaſtwirtsgewerbe werden immer lebhafter. Die
Ver=
ſicherungspflicht für ſämtliche Gaſtwirtsgehilfen muß
bal=
digſt erfolgen. Wir haben außerdem noch viele Wünſche
auf ſozialem Gebiete, die ihrer Erledigung harren. Das
Schutzalter für die Jugendlichen, beſonders ſoweit es ſich
um Nachtarbeit handelt, muß entſchieden erhöht werden.
Die Nachtarbeit bringt in phyſiſcher wie in moraliſcher
Beziehung große Schädigungen der Jugendlichen mit ſich.
In weiten Kreiſen des Volkes, bis in die
Regierungs=
kreiſe hinein, macht ſich eine ſoziale Müdigkeit
bemerk=
bar. Von dieſer Stimmung dürfen wir uns aber nicht
unterkriegen laſſen. Eine verſtändige und zielbewußte
Sozialpolitik muß von uns weiter betrieben werden. Es
beſteht heute noch eine ungeheure Menge von Not und
Elend, namentlich im Heimarbeiterſtand. Ein ſozialer
Ausgleich muß da energiſch durchgeſetzt werden. Die
an=
gehenden Induſtriellen und Techniker ſollten eine
ſozial=
politiſche Schulung erhalten, damit mehr ſoziales
Ver=
ſtändnis in weiten Kreiſen des Volkes erweckt wird. Das
Streikpoſtenſtehen kann nicht beſeitigt werden. Die
Ar=
beiterſchaft bedarf dieſes Mittels zur Durchſetzung ihres
Lohnkampfes unbedingt. Die Arbeitgeber müſſen ſich mit
dem Organiſationsgedanken abfinden. Böſes Blut wird
durch Vorgänge erregt, wie ſich ſolche jüngſt in einer
Fa=
brik abſpielten, als die Kinder der Organiſierten von der
Weihnachtsbeſcherung in der Fabrik ausgeſchloſſen
wur=
den. Als die chriſtliche Gewerkſchaft dieſen Kindern eine
beſondere Beſcherung veranſtaltete, wurden ſämtliche
Mitglieder dieſer Gewerkſchaft, 31 an der Zahl, zu
Weih=
nachten entlaſſen. (Hört! hört!) Der Kampf gegen die
Sozialdemokratie wird am beſten durch eine geſunde
So=
zialpolitik und durch Förderung der chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften geführt. Die gelben Gewerkſchaften ſind
natur=
gemäß ein Hindernis für das Fortſchreiten der
Sozial=
politik. Wir wollen aber die Koalitionsfreiheit ſichern.
Unſere Geſetz genügen, um Ausſchreitungen zu beſtrafen.
Einen Stillſtand in der Sozialpolitik gibt es nicht. (
Bei=
fall im Zentrum.)
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Meine
Ausführun=
gen in der vorigen Woche haben faſt einmütige
Zuſtim=
mung im Hauſe gefunden. In meinen damaligen Angaben
über die Zunahme des Sparkaſſenguthabens bin ich vom
Abgeordneten Gothein mißverſtanden worden.
Selbſt=
verſtändlich bedeuten die 11 Milliarden Mark den
Geſamt=
beſtand dieſes Guthabens, nicht aber den jährlichen
Zu=
wachs. Dies ergibt ſich auch aus dem Zuſammenhang
meiner Rede. Der gewerbliche Mittelſtand hat an dem
wirtſchaftlichen Aufſchwung leider nicht ſo teilgenommen,
wie die anderen Erwerbszweige. Die Gründe für die
Mißſtände, die wir beim Mittelſtand finden, liegen weit
vor der Periode des wirtſchaftlichen Aufſchwungs. Den
gewerblichen Mittelſtand bedroht von oben der
Zuſam=
menſchluß von Handel und Induſtrie zu großen
Vereini=
gungen, von unten die Arbeiterſchaft mit ihren ſteigenden
Lohnforderungen. Ein großer Teil der Nachkommen der
Angehörigen des Mittelſtandes tritts teils als Arbeiter,
teils als Meiſter in die Betriebe der Großinduſtrie und
übt dadurch auch einen ungünſtigen Einfluß auf den
Fort=
beſtand des Mittelſtandes aus. Die alten Organiſationen
des Mittelſtandes hatten ſich anſcheinend überlebt. Wir
waren uns wohl bewußt, welche wirtſchaftlichen
natio=
nalen Kräfte wir verlieren würden, wenn der Mittelſtand
zerrieben wurde. Deshalb haben wir auf Mittel ſinnen
müſſen, dem vorzubeugen. Zunächſt mußten alle Artikel
von der Herſtellung durch Handwerker ausgeſchieden
wer=
den, in denen die Handwerker nicht konkurrieren konnten,
die ſogenannten Maſſenartikel. Eine weitere Aufgabe
war die wirtſchaftliche und techniſche Schulung des
Mit=
telſtandes auf allen jenen Gebieten, auf denen er mit
dem Großhandel in Konkurrenz treten konnte. Die
wich=
tigſte Aufgabe war, die alten Handwerker=Organiſationen
mit einem neuen Geiſt zu beleben, damit die Meiſter in
die Lage verſetzt werden, die Anforderungen der
moder=
nen Zeit auch tatſächlich zu erfüllen. Die Förderung des
Handwerks in techniſcher und wirtſchaftlicher Beziehung
liegt in erſter Linie bei den Bundesſtaaten; der große
Komplex der Organiſationsfragen dagegen liegt dem
Reich ob. Das Reich hat ſchon mehrfach eingegriffen, ſo
bezüglich des Genoſſenſchaftsweſens durch Beſtimmungen
über die Ausbildung der Geſellen, Meiſterkurſe und den
kleinen Befähigungsnachweis. Damit haben wir die
Aufgaben erfüllt, die uns von den Freunden des
gewerb=
lichen Mittelſtandes geſtellt werden konnten. Die
Forde=
rung nach Förderung des Handwerks iſt allgemein.
Be=
züglich der Ausführung der Wünſche gehen aber die
An=
ſichten weit auseinander. Mit Enqueten iſt nicht viel
ge=
holfen, da die einzelnen Betriebe kaum auf unſere Anfrage
antworten. Von einer Enquete für das ganze Handwerk
ſollten wir nach meiner Anſicht abſehen. Mehrfach ſind
Geſetzentwürfe, die dem Handwerk dienen ſollen, in
Be=
arbeitung, ſo das Wanderlagergeſetz, das
Sonntags=
ruhegeſetz uſw. Das Verdingungsweſen wird
gegenwär=
tig durch eine Kommiſſion bearbeitet. Hoffentlich ſieht
dieſe davon ab, eine geſetzliche Regelung zu fordern. Das
Verdingungsweſen hat zu Mißſtänden geführt, namentlich
dadurch, daß es bei den handwerksmäßigen Betrieben an
den notwendigen Organiſationen fehlt. Die jetzt
be=
ſtehenden genügen nicht. Man muß eine Zentralſtelle für
das Verdingsweſen ſchaffen. Auf Grund der Klagen des
Mittelſtandes über den heimlichen Warenhandel der
Be=
amten iſt dieſer bereits verboten worden und wir werden
auch weiter gegen Auswüchſe dieſer Art einſchreiten. In
gleicher Weiſe wird gegen den unlauteren Wettbewerb,
beſonders gegen das Zugabeweſen, vorgegangen. Das
wichtigſte iſt das Organiſationsweſen im Handwerk und
hier handelt es ſich um die Frage, ob das Handwerk eine
hinreichende Garantie dafür bietet, eine den modernen
An=
forderungen genügende Organiſation in Kraft treten zu
laſſen. Dieſe Frage wird einer eingehenden Prüfung
un=
terzogen werden. Bei der Abgrenzung zwiſchen Fabrik
und Handwerk handelt es ſich darum, ob es möglich iſt,
eine Grundlage dafür zu finden, auch Großbetriebe, die
ihrer Struktur nach zum Handwerk gehören, zum
Bei=
ſpiel Möbeltiſchlereien, dem Handwerk zu erhalten. Die
Aufhebung des § 100g wird nicht mehr ſo ſtürmiſch
ver=
langt wie früher. Wir wollen, daß die Zwangsinnungen
die Mindeſtpreiſe feſtſetzen, die jedoch den einzelnen
Handwerkern nicht zwangsweiſe vorgeſchrieben werden
dürfen. Die Regierungen haben ein großes Verſtändnis
dafür, wo den gewerblichen Mittelſtand der Schuh drückt
und ſie bedauern, daß der Mittelſtand nicht in der
ge=
wünſchten Weiſe an dem wirtſchaftlichen Aufſchwung des
Reiches teilgenommen hat. Hier Wandel zu ſchaffen,
wer=
den wir bemüht bleiben. (Beifall.)
Abg. Dr. Böttger (natl.): Eine Beeinträchtigung
der Organiſationen wünſchen wir nicht. Auch den Ar=
beitern wollen wir ſie erhalten. Indeſſen darf kein
Koa=
litionszwang entſtehen, der zum Terrorismus führt. Auch
die gelben Gewerkſchaften haben ihre Berechtigung. Sie
müſſen einen ſchweren Kampf gegen Vorurteile führen und
Mut und Charakter zeigen. Sie haben ihren Lohnkampf
durchzuſetzen, eventuell auch durch Streik. (Zuruf bei den
Sozialdemokraten: Dürfen ſie ja nicht!). Abg. Böttger
(ſortfahrend): Wenn Sie (zu den Sozialdemokraten) dies
behaupten, ſo ſind Sie nicht genügend unterrichtet. Es
muß Licht und Sonne für alle Organiſationen da ſein,
Eine einzelne Partei darf ſich nicht einbilden, allein dier
Intereſſen der Arbeiter zu wahren. Von einer Ruhepauſe
in der Sozialpolitik kann keine Rede ſein. Was die
Han=
delspolitik angeht, ſo müſſen Induſtrie und
Landwirt=
ſchaft auf dem Poſten ſein, wenn es doch notwendig wird,
zum Abſchluß neuer Handelsverträge den Zolltarif zu
revidieren. Die Mittelſtandspolitik iſt die wichtigſte
Auf=
gabe der Geſetzgebung. Der Mittelſtand darf nicht
zwi=
ſchen den Mühlſteinen: Unternehmer= und
Arbeiterorga=
niſationen, verrieben werden. Es müſſen möglichſt viel
ſelbſtändige Exiſtenzen erhalten bleiben. Das Handwerk
verlangt immer dringender, daß ihm der Name
Zwangs=
innung abgenommen wird. Berechtigt iſt auch der Wunſch
der Handelskammern, bei allen wirtſchaftlichen Fragen
ge=
hört zu werden. Wir begrüßen den Vorſchlag des
Staatsſekretärs auf Errichtung einer Zentralſtelle für
Or=
ganiſationen zur Uebernahme öffentlicher Arbeiten.
Ge=
gen die Schwindelausſtellungen muß endlich energiſch
eingeſchritten werden. Beſonders ſollten vorher die
Handwerks= und Gewerbekammern über das Bedürfnis
einer ſolchen Ausſtellung gehört werden. Die
Auszeich=
nungen, welche die Ausſtellungen verleihen, ſollten der
Kontrolle der Regierung unterſtellt werden. Das Geſetz
zur Sicherung der Bauforderungen muß, durchgeführt
werden, um dem Bauſchwindel das Handwerk zu legen,
An dem Geſetz zur Beſeitigung des heimlichen
Waren=
handels werden wir mithelfen. Unzuläſſig iſt es
durch=
aus, wenn in einem Offizierkaſino in Trier ein
ſchwung=
hafter Weinhandel für das größere Publikum getrieben
wird. Das Zugabeweſen muß bekämpft werden. (Beis
fall.)
Miniſterialdirektor Dr. Caſpar: Von einem
Still=
ſtand unſerer Sozialpolitik kann keine Rede ſein. Unſere
Beamtenſchaft iſt ſozialpolitiſch geſchult wie keine andere
in der Welt. (Die weiteren Ausführungen des Redners
bleiben auf der Tribüne unverſtändlich.)
Abg. Bartſchat (Fortſchr. Volkspt.): Das
Hand=
werk hat erkannt, daß bei dem Kartell der ſchaffenden
beit nichts zu holen iſt, da dieſes nur ein Ableger des
Zentralverbandes deutſcher Induſtrieller iſt. Die
Kon=
ſervativen ſollten nicht behaupten, daß ſie den
Mittel=
ſtand ſchützen wollen. Im Gegenteil, wenn Kaufleute,
die doch auch zum Mittelſtand gehören, nicht konſervatih
vählen, wird ſeitens der Konſervativen über ſie der
Boykott verhängt. (Hört! hört! links.) Der
Staatsſekre=
tär hat heute davon geſprochen, daß die Enqueten über
die Lage im Handwerk wegen der großen Koſten nur
langſam vorwärts ſchreiten können. Ich meine, bei einer
ſo wichtigen Sache dürfte der Koſtenpunkt keine Rolle
ſpielen. Es wäre ſehr wünſchenswert, wenn das
Reichs=
amt den Wünſchen der Handwerker etwas ſchneller
nach=
käme. Das Verdingungsweſen muß unbedingt reichsgeſetz
lich geregelt werden. Die Handwerkerorganiſationen
werden trotz der Zuſage des Kriegsminiſters und trotzt
mehrerer Erlaſſe von der Heeresverwaltung nicht zu den
Lieferungen zugezogen. Eine Zentralſtelle für das
Sub=
miſſionsweſen muß geſchaffen werden. Der
Scheck=
ſtempel belaſtet den gewerblichen Mittelſtand=Gheblich.
Wir fordern deshalb ſeine Aufhebung. Die Handwerker
ſollen ſich nicht einfangen laſſen vom Bund der
Hand=
werker. Dieſer iſt nur ein Handlanger des Bundes der
Landwirte. (Lachen rechts.) Statt deſſen ſollten ſich die
Handwerker den beſtehenden geſetzlich anerkannten
Orga=
niſationen anſchließen. Damit wird zum Vorteil des
deutſchen Handwerks gewirkt werden. (Beifall links.)
Abg. Kurzawski (Pole): Für die vielen Tauſende
ausländiſcher Arbeiter, die ſogenannten
Sachſengän=
ger, gibt es kein Geſetz, das ihre Intereſſen wahrnimmt=
Gegen das Agententum, das dieſe fremden Arbeiter
aus=
bedeutet, muß mit allen Mitteln vorgegangen werden,
Die Wohnungen der ausländiſchen Arbeiter laſſen in
hy=
gieniſcher Beziehung alles zu wünſchen übrig, ebenſo
ver=
hält es ſich mit der Koſt, die entweder zu knapp bemeſſen
oder verdorben iſt. Auch die Behandlung der polniſchen
Arbeiter ſpottet jeder Beſchreibung. Schimpfworte, wie
„Polniſches Schwein”, und Schläge ſind an der
Tages=
ordnung.
Vizepräſident Paaſche bittet den Redner, nichtall
Einzelheiten einzugehen.
Abg. Kurzawski (fortfahrend): Zu unſerem größt
ten Bedauern iſt die polniſche Sprache in Preußen
e=
fehmt. Wir verlangen eine geſetzliche Regelung
Schutzes der ausländiſchen Arbeiter. Die beſtehenden
gane genügen dazu nicht.
Darauf wird die Weiterberatung aufDoſ
nerstag 1 Uhr vertagt. — Schluß ¼8 Uhr.
Parlamentariſches.
Der Hauptvoranſchlag im Finanzausſchuß.
St. Der Finanzausſchuß der Zweiten Kammer fühl
bei der Beratung des Hauptvoranſchlages bei Kapitel=115,
Penſionen, fort. Hier wurde zunächſt die
Unüberſicht=
lichkeit der Aufſtellung bemängelt und beſchloſſen, derRe
gierung anheimzugeben, eine überſichtlichere Darſtellung
zu geben. Sodann wurden die in dieſem Kapitel
enthal=
tenen Fonds (Zivildiener=Witwenfonds, in Höhevon
3 220 450 Mk., Schullehrer=Witwenkaſſe mit 1997574k
ferner der Fonds der Offizier= und Unteroffizierkäſſe
mit 793 782 Mk. beſprochen. Letzterer Fonds wird nach
Wegfall ſämtlicher Bezugsberechtigten zu drei Fünftel an
Heſſen, zu zwei Fünftel dem Reich zugewieſen. Die er
genannten Fonds, welche durch die Eintrittsgelderde
Mitglieder entſtanden ſind, jetzt aber nicht mehr vermehll
werden, weil die Eintrittsgelder weggefallen ſind, ſollen
nochmals mit der Regierung beſprochen werden, weil ein
Aufrechterhaltung ohne beſondere Bedeutung erſchein
Auch die Frage ſoll behandelt werden, ob nicht der Regie
rung eine allgemeine Ermächtigung gegeben werden ſoll
den Hinterbliebenen von nicht angeſtellten, aber längen
Zeit verwendeten Staatsdienſtanwärtern ein entſpreche
des Witwen= und Waiſengeld zu geben. Der bei dieſer
Kapitel erwähnte Fall eines Gerichtsaſſeſſors der im
Lebensjahre nach einer Verwendungszeit von über 9 Jahre
verſtorben und deſſen Witwe und Kind im ganzen 600 M
Witwen= und Waiſengeld jährlich erhielt, gab den Anlaß
zu dieſer Anregung. Auch darüber ſoll mit der Regierui
verhandelt werden, wie die Beiträge des Staatel
zu der Angeſtelltenverſicherung (30900Mff
ſich im einzelnen geſtalten, und ob nicht die Laſten derA
geſtelltenverſicherung, insbeſondere bei gering beſolden
Funktionären des Staates, in Form einer Gehaltszulal
bewilligt werden könnte. Bei Kapitel 116 (Verhältm
zum Reich) regte der Referent die Frage an, ob
Aufwendungen für die Verwaltung und Erhebung der
Reichsſteuern und Zölle durch die Vergütung des Reiches
voll gedeckt werden. In Baden ſei darauf hingewieſen
wor=
den, daß dort über eine Million Mark mehr für die
Ver=
waltung der Zölle und Reichsſteuern gezahlt werden, als
das Reich vergütet, und dort ſei vom Zentrum der Antrag
eingebracht worden, die Entſchädigung der Einzelſtaaten
für dieſe Verwaltung höher zu bemeſſen. Hierüber ſoll
nochmals mit der Regierung verhandelt werden. Es
wurde dabei darauf hingewieſen, daß die Behörden, welche
die Reichsſteuern und Zölle vereinnahmen, zugleich auch
heſſiſche Steuern zu verwalten hätten. Gegen 3 neue
Stel=
len in dieſem Kapitel (Reviſions=Inſpektor, Reviſions=
Kontrolleur, Hauptſteueramts=Aſſiſtent) wurden
Einwen=
dungen nicht erhoben.
Kapitel 116a. Die Geſtaltung des Ausgleichs=
und Tilgungsfonds war durch eine
Zuſammen=
ſtellung der verſchiedenen Fonds ſeitens des Vorſitzenden
des Ausſchuſſes klargeſtellt worden und fand keine
beſon=
deren Beanſtandungen. Ebenſowenig Kapitel 1166, das
die Ueberſchüſſe der Verwaltungseinnahmen über die
Ver=
waltungsausgaben enthält, im Betrage von 2716848 Mk.
die dem Reſtefonds 1 überwieſen werden, und Kapitel 117
(Indisponible und reſervierte Fonds) mit 407823 Mk.
Bei den Ausgaben aus dem Vermögen
wur=
den die Eiſenbahn=Ausgaben im Geſamtbetrage
von 6 678000 Mk. gutgeheißen. Die übrigen
Anforderun=
gen für das Zentralbauweſen hielten ſich in beſcheidenem
Rahmen. Dieſe Anforderungen betreffen im weſentlichen
nur die Ausgeſtaltung bereits vorhandener Gebäude; ſo
das Chemiſche Laboratorium in Gießen mit 57200 Mk.,
Errichtung von Anbauten für Dauerbäder an der
Pſy=
chiatriſchen Klinik zu Gießen mit 34000 Mk., Ergänzung
und Verbeſſerung der Waſſerverſorgungsanlage in Alzey
mit 38500 Mk. (die Anſtalt ſoll durch den Finanzausſchuß
am 10. Februar beſichtigt werden), eine Reihe von
Anfor=
derungen für die Landes=Heil= und Pflegeanſtalt bei
Gie=
ßen mit 43800 Mk., die innere Einrichtung des
Amts=
rgerichtsgebäudes Gießen mit 37000 Mk. Dieſe Poſten
ffanden keine Beanſtandungen, während die Koſten für die
AAusgaben des rechten Rheinufers bei Mainz mit einem
SStaatsbeitrage von 69500 Mk. nochmals mit der
Regie=
rrung beſprochen werden ſollen.
Der Ausſchuß kehrte ſodann zu Kapitel 114,
Aus=
leihungen und Staatsſchuld, zurück, welches
Kapitel in Verbindung mit Kapitel 142 beſprochen wurde.
Der Vorſitzende des Ausſchuſſes legte als Referent eine
eingehende Ueberſicht über die heſſiſche
Staatsſchuld, deren Verzinſung und Tilgung vor,
aus welcher u. a. mitzuteilen iſt, daß die Eiſenbahnſchuld
beträgt: 359 238500 Mk., die Schuld für andere
Bedürf=
miſſe des Staates 79621809 Mk., die Schuld für die
Yſen=
wurgſchen Beſitzungen 3041700 Mk., Landeskreditkaſſe
12699 200 Mk., zuſammen 454601 200 Mk., auf welche
Til=
gung ſeit 1911 anzurechnen iſt mit 6 304500 Mk., ſo daß
eine Geſamtſchuld von 448 296709 Mk. verbleibt. Zur
Werzinſung dieſer Schuld ſind erforderlich für
11914 für Eiſenbahnſchulden 11848223 Mk., für andere
Zwecke 2 665914 Mk für die Schuld der Yſenburgſchen
Beſitzungen 104832 Mk., für die Landeskreditkaſſe 444 472
Mark, zuſammen 15063 441 Mk., auf welche die Zinſen
ſer noch zu tilgenden Beträge für die Jahre 1911 bis 1913
unzurechnen ſind mit 152892 Mk. Der Geſamtbedarf an
Zinſen iſt ſonach 14910549 Mk. Die Tilgung der
Staats=
chuld erfordert 1354100 Mk. Hierzu kommen für die
Tilgung der Schuld der Yſenburgſchen Beſitzungen 187700
Mark — 1541800 Mk.
Damit ſind die Verhandlungen des Finanzausſchuſſes
über das Budget 1914 mit Ausnahme des Kapitels über
ſiie Landwirtſchaft, welches heute zur Verhandlung
iommen ſoll, erledigt. Die beanſtandeten Gegenſtände
werden in den nächſten Tagen mit der Regierung beſprochen
noerden.
* Der Finanzausſchuß der Erſten
Kam=
ner hielt Mittwoch vormittag und nachmittag
Sitzun=
gen ab, die ſich bis gegen 7 Uhr abends hinzogen. Es
murde in erſter Linie die Beſoldungsvorlage, beſonders
de Lehrergehalte, beſprochen. Die Beratungen werden
eute Donnerstag gemeinſammitder Regierung
fartgeſetzt. Wir kommen darauf zurück.
* Der Vierte (Petitions=) Ausſchuß hielt
ehenfalls eine Sitzung ab unter dem Vorſitz des Abg.
Roaab. Eine Anzahl Vorſtellungen uſw. mußte
zurück=
cſtellt werden wegen Abweſenheit des Referenten. Ueber
die Vorſtellung des ärztlichen Kreisvereins,
diee ſich gegen die Errichtung eines Land=Unfall=
Kranken=
haluſes für die Land= und Forſtwirtſchaftliche
Berufs=
ganoſſenſchaft wendet, referierte Abg. Raab. Die
Vorſtel=
ſſumg wurde für erledigt erklärt, weil inzwiſchen der Plan,
ſein ſolches Krankenhaus in Gießen zu errichten, ſchon
allen gelaſſen wurde. — Ueber einen Antrag des Abg.
Lieun, die Autobeſitzer zu verpflichten, die
Automobil=
lchilder bedeutend vergrößert an allen 4 Seiten des
Amtos anzubringen, referierte Abgeordneter
Senß=
lelder. Der Ausſchuß beſchloß, den Antrag für erledigt
u erklären, weil vom Bundesrat ſchon eine Neuregelung
er Verordnung, betr. die Kraftfahrzeuge uſw., in Ausſicht
gertommen iſt und der Ausſchuß auf dem Standpunkt ſteht,
aß es ſich um eine Angelegenheit des Reiches, nicht der
imzelſtaaten, handelt. — Eine Vorſtellung der
Baauaſpiranten, die gegen die Heranziehung zur
Umgeſtelltenverſicherung Beſchwerde führen,
ſeigandelt Abg. Raab in längerem Referat. Die
Regie=
lumng hat zugeſagt, dafür eintreten zu wollen, daß das
llichichsverſicherungsamt die Verſicherungspflicht dieſer
Be=
m tenkategorie aufhebt. — Abg. Auler berichtet über
linen Antrag des Abg. Kredel, der ein Verbot des
iſchens zur Nachtzeit im Neckar wünſcht. Ein
leiiches Verbot beſteht auch in Baden. Die Regierung
at hierzu erklärt, daß ſie keine Handhabe hat, dem
An=
age zu entſprechen. Der Ausſchuß ſteht auf dem
Stand=
hunkt, daß das Geſetz dann geändert werden müſſe, er iſt
bur der Meinung, daß auch die beſtehenden Geſetze ſchon
utsreichen, dem Antrage zu willfahren, was aber von der
egierung nicht anerkannt wird. — Ein dringlicher
An=
lag des Abg. Henrich, das Wahlrecht betreffend,
lehtt dahin, den aus Preußen herüberkommenden
Eiſen=
alhnbeamten und=bedienſteten die
Staats=
ugehörigkeit zu verleihen, abgeſehen von der ſonſt übli=
Aenz Dauer des Wohnſitzes uſw. Der Ausſchuß iſt der
Meinung, daß, wenn auch das nicht erreicht werden kann,
teden Beamten ſonſtwie Erleichterungen zur Erlangung
Wahlrechts gewährt werden ſollten, z. B. bezüglich
Beſchaffung der Papiere uſw. In dieſem Sinne ſoll
n Erſuchen an die Regierung gerichtet werden. — Zum
ſſchlluß verhandelte der Ausſchuß über eine Vorſtellung des
rruben= und Fabrikbeamten=Verbandes
t Bochum, betr. die Beamten der Knappſchaftskaſſe,
der um Regelung der Verhältniſſe dieſer Beamten
er=
ch wird, die durch die Reichsverſicherungsordnung nicht
Uellgt iſt, ſondern der Landesgeſetzgebung überlaſſen
ib. Der Ausſchuß beſchloß, die Regierung zu erſuchen,
den Art. 7 des Berggeſetzes entſprechend zu ändern,
zu=
mal die Regierung die Notwendigkeit der Aenderung
die=
ſes Artikels ſelbſt anerkannt hat, und eine entſprechende
Vorlage an die Landſtände gelangen zu laſſen. — Die
nächſte Sitzung des Ausſchuſſes findet Donnerstag,
den 5. Februar, ſtatt.
St.
* Die Fraktion des Bauernbundes hielt
am Mittwoch nachmittag eine Sitzung ab, in der
beſon=
ders die Beſoldungsvorlage eingehend beſprochen
wurde. Die Fraktion beſchloß einſtimmig, auf den
bis=
herigen Beſchlüſſen zu beharren, auch im Falle die
Erſte Kammer ihren Standpunkt gegen die Lehrergehalte
nicht aufgeben ſollte. Es wurde weiter ein Antrag
Brauer zum Hauptvoranſchlag zu Kapitel 75a
ange=
nommen, den Staatsbeitrag zur
Landwirt=
ſchaftskammer auf 197290 Mark feſtzuſetzen, alſo
den von der Regierung geſtrichenen erhöhten Beitrag
wie=
der einzuſetzen. Weiter wurde einem Antrag Bähr und
Genoſſen zugeſtimmt, an die Regierung die Anfrage zu
richten, ob und wann die in Ausſicht geſtellte Vorlage,
betr. den Bau der Eiſenbahn Hanau-Büdingen, zu
erwarten iſt. — Nächſten Dienstag ſoll wieder eine
Fraktionsſitzung ſtattfinden.
Die Fonds im heſſiſchen Staatshaushalt.
CUeber die Geſtaltung der Fonds im Budget 1914
machte der Vorſitzende des Finanzausſchuſſes Abg. Dr.
Oſann in der letzten Sitzung des Ausſchuſſes intereſſante
Angaben, denen wir folgendes entnehmen:
I. Reſtefonds des Kapitel 1.
Der Reſtefonds trat zum erſtenmal in Erſcheinung
im Budget 1912. In dieſen Reſtefonds floſſen und fließen:
Aus 1910 Ueberſchuß
2060 079,67 Mk.
1911 der unter Kapitel 116b des
Haupt=
voranſchlags 1911 verausgabte
Be=
trag von
2070 274,41
der rechnungsmäßige Ueberſchuß 1836702,93
1912 der unter Kapitel 116b
veraus=
gabte Betrag von
2175673,94
8142 730,95 Mk.
Entnahme 1912 zur Deckung des
bei Vergleich der Verwaltungs=
Einnahmen und Ausgaben
erſchei=
nenden Fehlbetrages
49 732,62 Mk.
Stand des Fonds Ende 1912 8092998,33 Mk.
1913 der etatsmäßige
Ueberſchuß von
2074682 Mk.
der ſich
vorausſicht=
lich ergebende
wei=
tere Ueberſchuß
1500000
Der Betrag, der nach
Art. 13 des
Til=
gungsgeſetzes in 1913
weniger zu tilgen iſt 323 750
3 898 432 Mk.
Für
Gehaltsaufbeſſe=
rungen der Beamten
uſw. werden dem
Fonds zu entnehmen
ſein
2 540 230 Mk. 1358 202.— Mk.
Vorausſichtlicher Stand Ende 1913 9 451 200,— Mk.
1914 wird der Fonds vorausſichtlich zu
erhalten haben:
den etatsmäßigen
Ueberſchuß
2716848 Mt.
und den nach Art. 13
des Tilgungsgeſetzes
weniger zu tilgenden
Betrag
269 650
2986 498 Mk.
Für die
Gehaltsauf=
beſſerung der
Be=
amten uſw. bei
An=
nahme der
Regie=
rungsvorſchläge — iſt
dem Fonds
zuentneh=
men 3095990 Mk. ab
vorausſichtlicher
Er=
ſparung in der
Ver=
waltung 70000 Mk.
alſo
3025990
39 492,−
Sonach vorausſichtlicher Stand des
Fonds Ende 1914
9 411 708,— Mk.
Der Fonds hat den Stand von 9411708 Mk., nachdem
und trotzdem für Gehaltsaufbeſſerungen der Beamten uſw.
aus laufenden Mitteln beſtritten worden ſind:
1912
2 425 000 Mk.
2540 230 „
1913
1914 (voranſchlagsmäßig) 3025 990 „
Bei obiger Aufſtellung iſt der Ertrag des
Geſetzent=
wurſes über die Beiträge der Gemeinden zu den Koſten
höherer Schulen, der von der Zweiten Kammer bereits
an=
genommen iſt, nicht berückſichtigt; der Ertrag iſt
minde=
ſtens 200000 Mark. Wird das Geſetz endgültig bewilligt,
ſo fällt jedenfalls die Entnahme aus dem Fonds für
1914 mit 39492 Mk. weg, und es iſt ein weiterer
Ueberſchuß von 160508 Mk. zu erwarten.
Ausgleichs= und Tilgungsfonds.
(Kap. 116 a.)
In dieſen Fonds floſſen und fließen:
1. Beſtand des früheren Ausgleichsfonds
beim Abſchluß des Etatsjahres 1912 6702810 Mk.
2. Aus der Eiſenbahnein=
4059 461 Mk.
nahme für 1913
ab Entnahme für
lau=
fende Verwaltung für
2000000 „ 2059 461 „
1913
8 762271 Mk.
Damit hat der Fonds bereits Ende 1913
den Höchſtſtand von 8000000 Mk. nach
Art. 9 Abſ. 3 des Tilgungsgeſetzes vom
17. Juli 1912 nicht allein erreicht, ſon=
762271 Mk.
dern überſchritten um
3. Zuführung aus 1914 aus
der Eiſenbahneinnahme 4485016 Mk.
ab Entnahme für lau=
2000000 „ 2185016
fende Verwaltung
11 247287 Mk.
Stand Ende 1914
Der Ueberſchuß über den Höchſtbeſtand des
Aus=
gleichs= und Tilgungsfonds von 8000000 Mk. hinaus iſt
nach Art. 9 Abſ. 3 des Geſetzes vom 17. Juli 1912 einem
den geſetzgebenden Faktoren zur Verfügung ſtehenden
Reſtefonds II zuzuführen.
III., Der Reſtefonds II
beſteht ſonach aus Ueberſchuß aus 1913
762271 Mk.
Zufluß aus 1914
2 485016 „
3 247287 Mk.
Ueberſicht:
Reſtefonds I
9 411708 Mk
Ausgleichs= und Tilgungsfonds
8000000 „
Reſtefonds III
3 247287 „
20658995 Mk.
Beamtengehälter uſw.
Wie bemerkt, waren für die Gehaltsaufbeſſerungen
der Beamten uſw. nötig:
1912
* 2 425000 Mk.
1913
2540 230
1914 (veranſchlagt nach den Vorſchlägen der
Regierung
3025990
1912 Nach dem Vorwort des Herrn Finanzminiſters zum
Hauptvoranſchlag 1914 „konnte der ganze Aufwand
für die Gehaltsaufbeſſerung der Beamten und Lehrer
uſw. bis auf den Betrag von 49732,62 Mk., rund
50000 Mk., aus den Erträgniſſen des neuerſchloſſenen
Einnahmequellen und den Mehrerträgen der ſchon
vorhandenen Einahmequellen ſowie aus
Ausgaben=
erſparniſſen gedeckt werden”
In den Finanzplan zur Deckung der
Anforde=
rungen der Beſoldungsordnung vom 30. März 1912
war eine Entnahme aus dem Reſtefonds von
1533 760 Mark vorgeſehen. Dieſe Entnahme iſt nicht
nötig, ſondern nur eine ſolche von 49732,62 Mk.
1913 Dem Reſtefonds fließen zu (ſiehe
oben) etatsmäßiger Ueberſchuß 2074682,—
weiterer vorausſichtl. Ueberſchuß 1500000,−
Tilgungserſparnis
323 750,—
3 898 432,— Mk.
Hiervon werden die Aufbeſſerungen
der Beamten uſw. beſtritten mit 2540 230,— Mk.
Sonach Ueberſchuß
1358 202,— Mk.
In den Finanzplan vom 30. März
1912 war für die
Gehaltsaufbeſſe=
rung eine Entnahme vorgeſehen von 388 080,— Mk.
Nach dem Finanzplan zu der
Re=
gierungsvorlage vom 7. Dezember
1912 war eine Entnahme fur die
Aufbeſſerung der Beamten uſw.
vor=
geſehen von
650 770,—
Beide Annahmen der Regierung
haben ſich als anders herausgeſtellt;
es iſt 1913 keine Entnahme
erforder=
lich, weder eine ſolche von 388080
Mark, noch eine ſolche von
650 770 Mk.; es fließen vielmehr in
1913 dem Reſtefonds zu, und zwar
nach Abzug der
Gehaltsaufbeſſe=
rungen uſw. wie oben
auseinander=
geſetzt
1358 202 Mk.
Der Abſchluß für 1913 ſtellt ſich alſo gegenüber dem
Finanzplan der Regierung um 650770 Mk. und 1358202
Mark — 2008972 Mark günſtiger.
1914 Dem Reſtefonds werden
veran=
ſchlagsmäßig zugeführt (ſiehe oben)
etatsmäßiger Ueberſchuß
2716 848,— Mk.
Erſparter Tilgungsbetrag
269 650,—
Für die
Gehaltsaufbeſſe=
rung der Beamten uſw.
wer=
den dem Fonds entnommen nach
den Vorſchlägen der Regierung 3025990,—
Ergibt alſo für 1914 einen
Fehl=
betrag von
39 492,—
Dieſer iſt aber gedeckt durch den
Er=
trag des Geſetzes über die
Beitrags=
leiſtungen der Gemeinden zu den
Koſten der höheren Schulen in Höhe
von
200000,—
In dem Finanzplan der Regierung
vom 30. März 1912 war eine
Ent=
nahme für 1914 empfoylen von
337 490,−
In dem Finanzplan vom 7.
De=
zember 1912 eine Entnahme von 1300990,—
Beide Entnahmen der Regierung
haben ſich anders herausgeſtellt.
Es iſt weder eine Entnahme von 337490,—
noch eine ſolche von
1300 990,
erforderlich, ſondern nur eine ſolche
von
39 492,
die aber durch die Wirkung des
Ge=
ſetzes über die Koſten der höheren
Schulen mehr als gedeckt iſt.
So=
nach konnten die
Gehaltsaufbeſſe=
rungen der Beamten uſw. in den
Jahren 1912, 1913 und 1914 im
we=
ſentlichen ohne Inanſpruchnahme
des Reſtefonds aus laufenden
Mit=
teln gedeckt werden und es findet
keine Abnahme, ſondern eine
erheb=
liche Zunahme des Reſtefonds
gegenüber dem Stand des Jahres
1912 ſtatt.
Nach dem Finanzplan zum
Beſol=
dungsgeſetzentwurf vom 7.
Dezem=
ber 1912 ſollte der Reſtefonds Ende
5 408 155,—
1914 betragen:
Nach dem vorgelegten Budget wird
er zu dem gleichen Zeitpunkt be=
9411 708,−
tragen
4003 583,— Mk.
alſo mehr
Bezirksverein Innenſtadt.
C Der Bezirksverein der Innenſtadt hielt
geſtern abend im Kaiſerſaal ſeine
Jahresverſamm=
lung ab, die von den Mitgliedern ſehr gut beſucht war.
Der 1. Vorſitzende, Herr Sanitätsrat Dr. Kolb, begrüßte
die Verſammlung, insbeſondere die Gründer des Vereins,
die Herren Stadtverordneten v. Heſſert und
Stem=
mer, und gab einen Rückblick über die Tätigkeit des
Vor=
ſtandes im abgelaufenen Vereinsjahr. Der Vorſtand
er=
ledigte die Vereinsgeſchäfte in gewohnter Weiſe. Leider
konnte die Hoffnung nicht in Erfüllung gehen, daß mit der
Durchführung der Bleichſtraße nach dem neuen Bahnhof
und mit dem Ausbau der elektriſchen Bahn durch die
Bis=
marckſtraße und den Dornheimer Weg nach dem neuen
Bahnhof die geſchäftlichen Verhältniſſe der alten
Bahn=
hofsgegend ſich wieder beſſern würden. Von beſonderem
Intereſſe war der Plan zur Erbauung einer evangeliſchen
Kirche in dem Teil der ſtädtiſchen Anlagen. Der Verein
hatte gegen dieſen Plan Stellung genommen. Der
Kirchen=
bauplan iſt noch nicht endgültig feſtgelegt, doch ſoll darin
die Erhaltung der alten Baumgruppen Berückſichtigung
ſinden. Die Stadlverwaltung wird dieſem Plan nur
zu=
ſtimmen, wenn den Wünſchen dieſes Stadtteils Rechnung
getragen wird. Der Vorſitzende berichtet weiter über die
Steuerverhältniſſe der Stadt, wonach ſich
durch die Wehrſteuer=Deklaration bereits eine
Vermö=
gensſteuererhöhung von 9 Millionen
er=
geben hat. Durch eine Reihe von geplanten
Militär=
bauten auf ſtädtiſchem Gelände werden für das
Bauhand=
werk, ſowie für Handel und Induſtrie weitere neue
Er=
werbsquellen erſchloſſen werden. Auch die
Privatbautätig=
keit iſt im Aufſchwung begriffen und für 900000 Mark
Neubauten ſind für 1914 in Ausſicht genommen. Beſondere
Klagen werden geführt über die neue
Dienſtbotenverſiche=
rung. Die ſtädtiſchen Schullaſten haben heute die Summe
von 1¼ Millionen erreicht, doch iſt hier jetzt ein
Be=
harrungszuſtand eingetreten und neue Schulhausbauten
werden vorerſt zurückgeſtellt. Erfreulich ſei die erhöhte
Benutzung der Schulbäder. Das ſtädtiſche Krankenhaus
hat einen weiteren Ausbau erhalten und iſt mit den neueſten
Heilmitteln ausgeſtattet worden. Auch das Gaswerk ſteht
auf der Höhe der Zeit, wenn auch hier ein
Einnahmerück=
gang zu verzeichnen iſt. Unſere Stadtverwaltung ſei auch
im abgelaufenen Jahr beſtrebt geweſen, auf allen ſtädtiſchen
Gebieten im Rahmen des Voranſchlags den modernen
An=
ſprüchen der Bürgerſchaft ohne Steuererhöhung gerecht zu
werden, wofür ihr warmer Dank gebühre. (Bravo.)
Bei der Beſprechung des Jahresberichts
teilt Juſtizrat Dr. Bender mit, daß die Bäder=
Depu=
tation für das Schwimmbad die Einführung von
Monatskarten, ſowie die Verbilligung der
Bäder für ſämtliche ſtädtiſche Schulen, einſchließlich der
Fortbildungsſchulen, ſowie die Einführung von
Medizinal=
bäder beſchloſſen habe. — Architekt Schembs tritt
ener=
giſch für den Neubau einer Gewerbeſchule ein. — Der von
Herrn Kaufmann Rhode erſtattete Kaſſebericht
er=
gibt in Einnahme 256,50 Mark, in Ausgabe 192,4 Mark.
Das Vereinsvermögen beträgt 1604,87 Mark. Nach dem
Bericht des Herrn Kaufmann Reichardt ſind Kaſſe und
Bücher in beſter Ordnung und wird dem Rechner
Ent=
laſtung erteilt. Bei der Neuwahl des Vorſtandes wird
Herr Sanitätsrat Dr. Kolb als Vorſitzender
wiederge=
wählt und die übrigen Vorſtandsmitglieder in ihren
Aem=
tern beſtätigt. Neugewählt wird Herr v. Heſſert. Als
Vertreter zum Bezirksvereins=Ausſchuß
wer=
den die Herren Kahlert und Ehrhardt und als
Rechnungs=
prüfer die Herren Trautmann und Reichardt gewählt.
Mit dem Dank an die Erſchienenen wurde die
Hauptver=
ſammlung von dem Vorſitzenden geſchloſſen.
Kaiſer=Geburtstag=Feſtkommers der
Darmſtädter Studentenſchaft.
*§. Der Allgemeine Studentenverbaud
an der Großh. Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt
ver=
anſtaltete geſtern abend im Stadtiſchen Saalbau einen
Feſt=Kommers zur Feier des Geburtstages
Sr. Maj. Kaiſer Wilhelms II. Der große Saal
des Saalbaues war mit den Fahnen der ſtudentiſchen
Verbindungen und friſchem Grün geſchmückt und bot im
Verein mit dem ſtudentiſchen Treiben im Saale und dem
glänzenden Damenflor auf den Galerien ein prächtiges,
farbenfrohes Bild. Der Rektor und die Profeſſorenſchaft
waren zu der Feier erſchienen. Eingeleitet wurde der
Kommers durch die „Jubelouvertüre” von C. M. von
Weber, vorgetragen von der Kapelle des Artillerie=
Regiments Nr. 61 unter Leitung des Herrn
Obermuſik=
meiſters Weber.
Der erſte Vorſitzende des „Allgemeinen
Studenten=
verbandes”, Herr cand. mach. et electr. Schwab (
Ger=
manige), eröffnete den Kommers und kommandierte auf
den guten Verlauf einen donnernden Salamander. Nach
einem gemeinſchaftlich geſungenen Liede hielt der erſte
Vorſitzende, Stud. Schwab, die Begrüßungs= und
Feſtrede. Er führte aus: Der Geburtstag Sr. Maj.
des deutſchen Kaiſers iſt für alle nationalen Kreiſe
unſe=
res Volkes ein Tag, an dem wir uns einmal aus dem
Alltagsleben und den Alltagsgedanken emporſchwingen,
um uns in feſtlicher Stimmung an der Größe und Macht
zunſeres Reiches zu erfreuen, um unſerem Kaiſer, als
Ver=
körperung des Staats= und Reichsgedankens, zu huldigen.
Die Kaiſerkrone, die unſer Volk in ſchweren Kämpfen
er=
ſtritten, ſie iſt für uns ein heiliges Symbol der
Zuſam=
mengehörigkeit aller deutſchen Volksſtämme, und der
Reichsgedanke iſt für uns Deutſche heute zu einem feſten
und unantaſtbaren Hort geworden, dem ſich alle
Sonder=
wünſche letzten Endes doch fügen müſſen. Nur
Einig=
keit macht ſtark. Nur unter dieſem Geiſte war es
möglich, daß Deutſchland unter der ſegensreichen
Regie=
rung unſeres Kaiſers zu einem integrierenden Faktor der
Weltpolitik werden konnte. Der deutſche Geiſt liebt eine
ſtarke Perſönlichkeit, er liebt den idealen Schwung der
Ge=
danken, auch wenn ſie nicht immer die eigene Meinung
ausdrücken. Wir wiſſen es ja aus der täglichen
Erfah=
rung, daß unſer Kaiſer zu dieſen ſtarken
Perſönlich=
keiten zählt, deſſen lebendiger Geiſt ſchon bei ſo vielen
Gelegenheiten unſerer Zeit vorauseilte. Wir danken
un=
ſerem Kaiſer heute in ganz beſonderem Maße für ſeine
tatkräftige Förderung und Anerkennung unſerer
Hochſchulen, unſerer deutſchen Technik, die berufen iſt, dem
deutſchen Namen in der ganzen Welt in friedlichem
Wett=
bewerb einen guten Klang zu geben. Die Regierungszeit
unſeres Kaiſers iſt ein dauernder Sieg deutſcher Arbeit
und deutſchen Geiſtes. Redner ſchloß mit einem dreifachen
Hoch auf den Kaiſer, und die Anweſenden ſangen
ſtehend=
die Nationalhymne.
Es ergriff ſodann Herr Pfarrer Weißgerber das
Wort zu einer Anſprache über: „Deutſche
Staats=
geſinnung und das Ideal der freien
Per=
ſönlichkeit‟ Er führte etwa aus: Es erſcheint
ge=
wagt, über die beiden Thematas Staat und Ideal der
freien Perſönlichkeit an einem Abend zu ſprechen. Eine
Macht, alles beſchränkend, der Staat; die freie
Ent=
faltung der Perſönlichkeit in den Staatsorganismuse
waltſam einzwängend, die Perſönlichkeit, ein Streben
nach Freiheit, Unabhängigkeit Dieſer konkrete Gegenſatz
macht ſich immmer wieder bemerkbar, wenn er gefühlt
und empfunden wird. Heute macht ſich in den gebildeten
Kreiſen vielfach eine gewiſſe Gleichgültigkeit gegenüber
dem Staatsorganismus bemerkbar, und der
Staatsorga=
nismus oft nur als notwendiges Uebel angeſehen Es iſt
dies die Folge der Ausbreitung einer Geſinnung, die man
mit dem Namen Individualismus, freies Ausleben
der Perſönlichkeit, bezeichnet Darüber ſind ſich wohl alle
einig, daß mit den Worten Staatsgeſinnung und
Indivi=
dualismus zwei unveräußerliche Güter unſeres Volkes
bezeichnet ſind. Dieſe beiden Geſinnungen
mitein=
ander zu vereinen, iſt Sache jedes einzelnen Wenn
heute der Geburtstag Kaiſer Wilhelms II, feſtlich be=
gangen wird, ſo liegt in dieſem Jahre eine beſondere
Be=
deutung in dieſem Tage, denn gerade vor hundert
Jah=
ren ſtarb ein Mann, den die Vereinigung dieſer beiden
Begriffe in idealer Weiſe gelang, Johann Gottlieb
Fichte. Er zeigte uns die Bedeutung der Perſönlichkeit
und das Streben nach einem neuen Staatsganzen. Und
dieſer Mann, der die Freiheit der Perſönlichkeit mit dem
Staatsorganismus ſo glücklich zu vereinen wußte, und
da=
für mit dem Mut der Ueberzeugung eintrat, er
richtete gleichzeitig einen Damm auf gegen jede Willkür
und Zügelloſigkeit, gegen jedes ſelbſtiſche Genießen.
Die=
ſer Mann hat in den Tagen der allgemeinen
Niederge=
ſchlagenheit die Hoffnung auf die Zukunft des deutſchen
Staates laut verkündet. Er hat gezeigt, daß das Streben
nach Perſönlichkeit nicht aus dem Staatsganzen
hinaus=
führt, daß vielmehr die freie Perſönlichkeit die Quelle des
Staatsorganismus iſt. Fichte hat den Zwingherrn zur
Deutſchheit gefordert und 50 Jahre nach ſeinem Tode
ſchaute man noch nach dieſem Zwingherrn aus und
ahnte nicht, daß ſchon in Bismarck ſolch ein Zwingherr
im Werden begriffen war. Auch heute, am 100.
Todes=
tage, ſehen wir auch wieder aus nach einer Perſönlichkeit,
die die Deutſchen zwingt zur inneren Einigkeit Ob er
kommen wird, wiſſen wir nicht, aber wir wollen, was
an uns liegt, tun, um dieſes Ziel kommen zu laſſen.
Der Vorſitzende erbat ſodann und erhielt die
Erlaub=
nis, Huldigungstelegramme an den Kaiſer und den
Großherzog abgehen zu laſſen.
Rektor Magnificenz Geh. Hofrat Profeſſor Dr.
Mül=
ler, ſprach in warmen Worten den Studenten die
Sym=
pathie der Profeſſorenſchaft aus und dankte gleichzeitig
für die Einladung. Er gedachte ſodann der ſportlichen
Erfolge der Darmſtädter Studenten in Gießen und
über=
reichte den Siegern Erinnerungsnadeln und Plakette. Er
kommandierte einen kräftigen Salamander auf die
Stu=
dentenſchaft.
Es wechſelten hierauf gemeinſam geſungene Lieder
und Muſikvorträge ab und im Fluge vergingen den
Teilnehmern die frohen Stunden.
Die angebliche Erwerbung einer
ruſſiſchen Waffenfabrik durch Krupp.
* Petersburg, 28. Jan. Indem es den ruſſiſchen,
in der ausländiſchen Preſſe erſchienenen Meldungen
ent=
gegentritt, ſetzt das Nachrichtenbureau auseinander, aus
wel=
hen Gründen der Miniſterrat, als er eine ruſſiſche
Privatgeſellſchaft für Waffenfabrikation
bildete, einer mit dem Hauſe Vickers liierten Geſellſchift,
den Vorzug vor anderen, mit Creuſot=Schneider oder mit
Armſtrong=Whitwoth liierten Geſellſchaft gab. Die Gründe
ſeien die folgenden: Das Haus Vickers ſei
anerkannter=
maßen das erfahrenſte in der Herſiellung von ſchweren
Ar=
tillerie=Geſchützen in Stahl und Chromnickel, ſowie der
beſten Verſchlußſtücke Außerdem müßten die in langer
Er=
fahrung ausgearbeiteten Fabrikationsverfahren der
ge=
nannten engliſchen Firma der Waffeninduſtrie Rußlands
eine allgemeine Vollkommenheit geben. Die oben erwähnte
ruſſiſche Geſellſchaft begann bereits mit dem Bau einer
neuen Waffenfabrik bei Tſaritſynski
* Paris, 28. Jan. Die Blätter beſchäftigen ſich
leb=
haft mit der Petersburger Meldung des Echo de Paris,
wonach die Putilowſchen Werke von der Firma=
Krupp angekauft worden ſeien. Der Temps will wiſſen,
daß es ſich nicht um einen eigentlichen Ankauf dieſer Werke
durch die Firma Krupp handle, ſondern um eine
Kapi=
talsvermehrung der Putilowſchen Werke,
welche von Krupp und der Deutſchen Bank
ge=
zeichnet worden ſei. Das Ergebnis wäre übrigens
das=
ſelbe, da die Gruppe durch die von ihr geſchaffene
Kapi=
talsvermehrung die Leitung des ganzen Unternehmens in
die Hand bekäme. In welchem Maße der Wechſel in der
Leitung der Putilowſchen Werke eine Rückwirkung auf das
Geheimnis der franzöſiſchen Patente und der franzöſiſchen
Erzeugungsverfahren ausüben könnte, ſei eine
fachmän=
niſche Frage. Es ſei unbeſtreitbar daß im Laufe der
letzten Monate die franzöſiſche Induſtrie bei den
Beſtellun=
gen der ruſſiſchen Regierung keineswegs begünſtigt
wor=
den ſei. So entfallen von den Beſtellungen Rußlands für
die Kriegsflotte im Ausland 69 Millionen Rubel
auf Deutſchland 67 Millionen auf England und
nur 57 Millionen auf Frankreich. Ferner müſſe darauf
hin=
gewieſen werden, daß Rußland bezüglich der
Mobiliſie=
rung und der Schienenwege nicht alles getan habe, was es
hätte tun können. Frankreich gewähre Rußland ſeinen
Beiſtand, ohne zu feilſchen, und es beweiſe dies gerade
jetzt. — Die Liberté behauptet, daß in Petersburg, Berlin
und London ſeit fünf Monaten Verhandlungen wegen
Ab=
tretung der Putilowſchen Werke an ein von den Firmen
Krupp und Vickers gebildetes engliſch=deutſches
Syn=
dikat geführt werden. Dieſe Beſprechungen ſeien, falls ſie
nicht bereits zum Ziele geführt hätten, jedenfalls ihrem
Ab=
ſchluß nahe. Das Blatt hebt hervor, daß die Meldung in
franzöſiſchen Kreiſen eine tiefgehende
Er=
regung hervorgerufen habe; denn es wäre eine überaus
ernſte Sache, wenn die fremde und namentlich die deutſche
Induſtrie von Rußland Beſtellungen für ſeine nationale
Verteidigung erhielten, wo bisher, in amtlicher oder
pri=
vater Form die beiden verbündeten Nationen
zuſammen=
gearbeitet hätten.
* Paris, 28. Jan. Die Bläter nehmen das in der
Angelegenheit der Putilow=Werke von dem
Peters=
burger Nachrichtenbureau veröffentlichte Dementi
ziemlichſkeptiſch auf und erklären insbeſondere, daß
die öffentliche Meinung Frankreichs ein Recht darauf habe,
zu erfahren, welchen Anteil die Firma Krupp
an der jüngſt gegründeten „Privatgeſellſchaft für
Rüſtun=
gen” habe.
Luftfahrt.
Abzeichen für Beobachtungsoffiziere.
* Wie das Armeeverordnungsblatt mitteilt, hat der
Kaiſer die Einführung von Abzeichen für Flug=
Beobach=
tungsoffiziere, ſowie eines Erinnerungszeichens verfügt
für ſolche Fliegeroffiziere, Unteroffiziere und
Mannſchaf=
ien, die im Mobilmachungsfalle nicht mehr zum
Flieger=
dienſt herangezogen werden. Das Abzeichen iſt aus Silber
und wird auf der linken Bruſtſeite getragen. Inhaber des
Erinnerungszeichens können auch Militärflieger werden,
die ihre Befähigung zum Fliegen infolge eines Umfalls im
Dienſt verloren haben.
Schiffsunfall.
* Neu=Orleans 28. Jan. Nach einer
funkentele=
graphiſchen Meldung iſt die Dampfjacht S. W.
Van=
derbilts „Warir” bei Kap Aquatra an der Küſte von
Kolombia geſtrandet. Unter den Gäſten an Bord
be=
finden ſich der Herzog und die Heczogin von Mancheſter
und Lord Falconer. Der Dampfer „Frutera” eilts zur
Hilfeleiſtung herbei.
* Neu=York, 28. Jan. Nach einer Meldung aus
Panama hat der Dampfer „Frutera” die Reiſenden der
Jacht Vanderbilts aufgenommen und ſie an Bord
des Dampfers „Almirante” gebracht, der nach Neu=
York=
geht. „Warir” ſitzt feſt; ſeine Lage iſt ungefährlich. Die
Mannſchaft iſt an Bord geblieben.
Vom Balkan.
* Wien, 28. Jan. Das Neue Wiener Tageblatt
ſtellt feſt, daß die engliſche Antwort auf die am
14. Januar in London überreichten identiſchen Noten
der Dreibundmächte weſentlich mit der
Stel=
lungnahme des Dreibundes übereinſtimmt Die
öſterreichiſch=ungariſche Regierung hat zu der neuen Note
Greys noch nicht definitiv Stellung genommen, da die
Kabinette des Dreibundes in dieſer Frage wie in den
vor=
hergegangenen im Einvernehmen vorzugehen wünſchen,
Der erſte Eindruck der engliſchen Note ſei ein günſtiger,
* Sofia, 28. Jan. (Agence Bulgare.) Die Res
gierung übermittelte den Geſandtſchaften der
Groß=
mächte eine Note, in welcher ausführlich zahlreiche
Greueltaten geſchildert werden, welche während des
Krieges von den regulären griechiſchen Truppen begangen
worden ſind.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 28. Jan. Die Verlängerung der
Deklarationspflicht für den Wehrbeitrag
über den 31. Januar hinaus wird, wie wir von
zuſtäß=
diger Seite erfahren, in Preußen nicht erfolgen,
Begründeten Geſuchen Einzelner um Verlängerung der
Friſt um 8 bis 14 Tage wird jedoch von den
Steuerbehör=
den ſtattgegeben werden.
* Berlin, 28. Jan. Das ſtändige
Hochwaſſer=
komitee teilt mit: Aus vielen Gegenden des Stettinen
Haffs treffen Geſuche um Hilfe ein; z. B. ſind arme Fiſche= in dem Dorfe Altwarp von der Flut ſchmer
betroffen worden. Die Kartoffeln ſind aus den
Mieten geſpült worden, die anderen erfroren und ſind
unbrauchbar. Im Frühjahr müſſen Saatkartoffelngen
kauft werden. Die Wieſen und Gärten ſind von der
Brandung ausgeſpült, Obſtbäume entwurzelt und
Scheu=
nen fortgeriſſen worden.
* Berlin, 28. Jan. Kürzlich brachten die Zeitungen
die Nachricht, daß Matroſen des vor Syralus
liegenden deutſchen Kreuzers „Hanſa” in betrunke
nem Zuſtande grobe Ausſchreitungen began
gen hätten. Wie amtlich feſtgeſtellt worden iſt, iſt diesim
jeder Hinſicht unzutreffend. Offenbar liegt eine
Ver=
wechſelung mit den Matroſen eines Handelsdampfers
vor.
* Stuttgart, 28. Jan. Auf die kürzlich im Lande
tag von der Volkspartei und dem Zentrum eingebrachte
Anfrage bezüglich des Einſchreitens von
Mi=
litär bei inneren Unruhen, hat die Regierung die
ſchriftliche Antwort gegeben, daß in Württemberg ein
Eingreifen des Militärs nur nach ergangener
Aufforderung durch die Zivilbehörde erfolgen
kann. Die württembergiſche Regierung ſteht Aufdem=
Standpunkt, daß die Kabinettsorder vom Jahreein
Württemberg durch die Militärkonvention nicht
zuEin=
führung gelangt iſt. Schon im Jahre 1893 iſt eineAne
weiſung in dieſem Sinne an die Zivilbehörden und
ebenſo auch an das 13. württembergiſche
Armeekorpsaus=
gegeben worden.
* Peſt, 28. Jan. Der Handelsminiſter unterbreitetg
dem Abgeordnetenhauſe einen Geſetzente
wurf über die mit den einheimiſchen
Schiffahrts=
geſellſchaften abgeſchloſſenen Subven
tionsverträge. Die Subvention der „Adria”wird
auf 4,6, die der Ungariſchen Fluß= und
Schiffahrtsgeſell=
ſchaft auf 1,8, die der Ungaro=Kroata auf 2,7, die der
Le=
vantegeſellſchaft auf 1,7 Millionen Kronen erhöht.Die
Adria verpflichtet ſich 15, die Ungaro=Kroata 16 unddie
Levantegeſellſchaft 6 neue Schiffe in den Dienſt zu ſtellen
Namhafte Inveſtitionen werden auch der Ungariſchen
Fluß= und Seeſchiffahrtsgeſellſchaft auferlegt. — DieRe
gierung legte einen Geſetzentwurf über die
Erhöhung des Rekrutenkontingents zum
31 300 Mann, von denen 13676 Mann auf Ungah
entfallen, vor.
* Peſt. 28. Jan. Die Geſetzvorlage über
Erhöhuna des Rekrutenkontingents wurde
vom Abgeordnetenhaus angenommen.
* Paris, 28. Jan. Während der heutigen
Nachmittags=
ſitzung der Kammer warfen mehrere Zuhörer auf den
Tribünen nach den Abgeordneten mit Papter und
ſtöl=
en die Verhandlungen durch Zwiſchenrufe, wie: Wir
fol=
dern Gerechtigkeit, Ihr Ausſauger. Die Saaldiener ſetz
ten die Ruheſtörer an die Luft. — Die Senatskom
miſſion für die Reform des Wahlrechts
lehnte den Vermittelungsantraa der Regierung ab und
hält die früher gefaßten Beſchlüſſe des Senats aufrech
* Paris, 28. Jan. Der Biſchof von Lille hat die übel
den früheren Herausgeber des Cri des Flandres, Bonte
verhängte Exkommunikation aufgehoben,
derſelbe durch den Rücktritt von ſeinem Poſten die ihm
auferlegten Bedingungen erfüllt hat.
* Paris, 28. Jan. Aus Amiens wird gemele
Der Kongreß der Geeinigten Sozialiſten
nahm in ſeiner heutigen Schlußſitzung, betr. die Haltung
der Partei bei den nächſten Kammerwahlen, einene
ſchlußantrag an, in welchem die Errichtung eines neu
Blocks mit den Radikalen als unmöglichhe
zeichnet und gefordert wird, daß die Sozialiſten im
erſten Wahlgang überall gegen den „militariſtiſchen Im
perialismus” und für eine franzöſiſch=deutſche Verſtändie
gung und für die Verweltlichung eintreten.
* Liſſabon, 28. Jan. In Esmvoriz im
Opar brach in einem Saale in dem Augenblick, als man
einen Sarg fortſchaffen wollte, der Erdboden ein
Dabei ſtürzten etwa 50 Perſonen, größtenteil
Frauen und Kinder, in das darunter befindliche Stockl
werk. Der Sarg und die Perſonen wurden mit große
Mühe geborgen. Mehrere Perſonen wurden
verletzt.
* London, 28. Jan. Der Streik der Kohlen
transportarbeiter iſt nahezu beendet. Eine große
Zahl von Arbeitern hat die Arbeit wieder aufgenommen
und fortgeſetzt kehren zahlreiche Arbeiter zur Arbeitz
rück. Der Präſident des Syndikats der Kohlentransvolk
arbeiter erklärte, die Arbeiter hätten die Arbeit wiedel
aufgenommen, damit die Arbeitgeber auf ihre Forderu
gen eingingen. Einige Arbeitgeber haben Lohnerhöhm
gen bewilligt.
2 Feiersburg. 2. Zan. Von dem Miniſter des
Leußern und dem deutſchen Botſchafter wurde heute
machmittag der ruſſiſch=preußiſche Vertrag
üüber die Korrektur der Grenzſtrecke Memel
His zum Piſſafluß unterzeichnet. Die Konvention tritt
einen Monat nach dem Austauſch in Kraft.
* Petersburg, 28. Jan. Der Streik in den
Obucho=Werken, der ſchon über drei Monate dauert,
geht ſeinem Ende entgegen. Von 5000 Leuten,
wie im Ausſtand waren, arbeiten bereits 1500 Mann.
Berlin, 28. Jan. Der frühere Hotelbeſitzer
Schwarz überwies der hieſigen Schützengilde
120 000 Mark zur Pflege der Geſelligkeit und zur Hebung
iees Schützenweſens; den gleichen Betrag überwies er der=
Schützenvereinigung ſeiner Vaterſtat Prenzlau.
— Wien, 28. Jan. Der Stadtrat beſchloß, dem
Komitee zur Errichtung eines Leſſing=Denkmals
wen Platz in den Gartenanlagen an der Ringſtraße zu
berlaſſen. Die Mittel für das Denkmal, deſſen
Errich=
ſung von dem Journaliſtenverein Coneordia ausgeht,
werden durch eine Sammlung aufgebracht. Das Denkmal
wird von Profeſſor Metzner=Berlin in doppelter
Lebens=
größe ausgeführt werden.
HB. London, 28. Jan. Heute fand ein weiterer
Ka=
inettsrat unter dem Vorſitz des Premierminiſters
Alsquith ſtatt, dem ſämtliche Miniſter beiwohnten. Es
kaandelt ſich, wie man annimmt, um die Entſcheidung über
den Flotten=Etat.
Demiſſion der elſaß=lothringiſchen Regierung.
* Straßburg, 28. Jan. In der heutigen
Kommiſſions=
ſitzung des Landtages gab auf eine Anfrage des
Abgeord=
reten Hauß Staatsſekretär Zorn von Bulach die
Er=
fhärung ab, die Geſamtregierung von
Elſaß=
ſoothringen habe ihre Konſequenzen aus den
Zaber=
ter Vorfällen gezogen, eine Entſcheidung ſei noch
ſicht getroffen.
Der Streit um die chriſtlichen Gewerkſchaften.
* Berlin, 28. Jan. Der neu entbrannte Streit um
die chriſtlichen Gewerkſchaften hat den Geh.
Imuſtizrat Dr. Porſch in Breslau, wie ſchon gemeldet,
vieranlaßt, ſein Amt als fürſtbiſchöflicher Konſiſtorialrat
nrederzulegen. Dr. Porſch hatte im Winter 1912 vom
Kiürſtbiſchof Kardinal Dr. Kopp ein Schreiben erhalten,
dars im Sinne der ausgleichenden Tendenz gehalten war,
mät der die Freunde der chriſtlichen Gewerkſchaften die
durch die päpſtliche Enzyklika entſtandenen Schwierigkeiten
überwinden ſuchten. Da Kardinal Dr. Kopp jetzt in
dam Schreiben an den Grafen von Oppersdorf dieſe
Ten=
ſſumz unter Berufung auf autoritätsfeindliche
Aeußerun=
rem chriſtlicher Gewerkſchaftsführer ausdrücklich mißbilligt,
ilt jede Bemühung als endgültig geſcheitert. Zur
Nie=
rrlegung ſeines kirchlichen Amtes mag Geheimrat Dr.
ſlorſch ſich um deswillen bewogen gefühlt haben,
veil er ſtets zu den lebhafteſten Befürwortern einer
Ver=
ltandigung zwiſchen den katholiſchen Fachvereinigungen
ſlind den chriſtlichen Gewerkſchaften gehört hat.
Eine Pulverfabrik in die Luft geflogen.
* Genua, 28. Jan. Heute nachmittag iſt die zwiſchen
erſone und Melle gelegene Pulverfabrik Arecci
t die Luft geflogen. Von Voltri, wo die
Bevöl=
erung durch die Exploſion in große Unruhe geriet, ging
bllfe ab. Man ſpricht von 5 Toten und mehreren
Ver=
pundeten.
17,0 Millionen für Marokko.
* Paris, 28. Jan. Die Kammer erörterte die
Vor=
bae, welche die Regierung des Protektorates über
Ma=
iokko ermächtigt, eine Anleihe von 170 Millionen zur
lusführung öffentlicher Arbeiten und zur Tilgung der
Schulden des Maghzen aufzunehmen. Der Berichterſtat=
Long, der auf die verſchiedenen Einwendungen
intwortete, erklärte, daß die Vorlage 500000 Francs für
renbahnſtudien vorſieht. Der Bau dieſer Eiſenbahnen
lbl im wirtſchaftlichen Programm einbegriffen ſein. Long
bies die Berechtigung für die Wahl Caſablancas als
Ha=
nach und gab für die dortigen Hafenarbeiten Gründe
tſchaftlicher und militäriſcher Natur an. Der
Bericht=
ſoatter fügte hinzu, daß das Protektorat Vorſchüſſe
ge=
ſhre, die es durch eine Taxe auf den Tonnengehalt der
lchiffe decken werde. Doumerque führte aus, daß 30
Mil=
lirmen der Anleihe zur Tilgung früherer Schulden dienen
leen und 140 Millionen für die kommenden Ausgaben.
ſe‟ Miniſterpräſident erklärt, daß das Parlament
dem=
ſlichſt ſich über eine Vorlage zum Bau einer Eiſenbahn
ſn: Tanger nach Fez ausſprechen ſolle, die das erſte Stück
marokkaniſchen Eiſenbahnen bildet. Zum Schluß bat
ſiortmerque die Kammer, für die Geſetzesvorlage zu
nemen, welche die wirtſchaftliche Größe Nordafrikas
n Frankreichs mächtig unterſtützen werde. (Beifall.)
Vorlage wurde hierauf durch Handaufheben
ein=
ſimmig angenommen.
Auf Grund geratenes Panzerſchiff.
Stockholm, 28. Jan. Das ſchwediſche Panzerſchiff
Laapperheten” iſt heute vormittag bei der Einfahrt
Sandham auf Grund geraten. Zwei
Bergungs=
napfer ſind nach der Unglücksſtelle abgegangen.
Die Revolution auf Haiti.
** Berlin, 28. Jan. Der deutſche Kreuzer „Vineta”,
riwegen der Unruhen auf Haiti ſeit dem 26. Januar vor
ührt=au=Prince liegt, landete geſtern nachmittag zum
lch uctze der deutſchen Intereſſen ein
Lan=
ſingskorps von achtzig Mann mit zwei
Maſchinen=
wehren.
** Waſhington, 28. Jan. Das Linienſchiff „South
tolina” erhielt Befehl, Guantanamo zu verlaſſen
l ſich unter Volldampf nach Port=au=Prince zu
heben, um Leben und Eigentum der Ausländer zu
llützen. Das Schiff muß heute abend vor Haiti
ein=
ſffien.
Vertrauen glänzend belohnt!
Bioſon hat mein Vertrauen glänzend belohnt. Das
Mittel wirkte auf mein Nervenſyſtem derart beruhigend,
daß ſich mein Allgemeinbefinden täglich beſſerte. Nach
kurzer Zeit erfreute ich mich wieder einer friſchen,
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ſunden Geſichtsfarbe und verfüge jetzt über eine nie
gehabte Energie und Arbeitskraft. A. Küntſcher,
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Mit herzlichſtem Danke an alle Spender bitten wir um
gütige Zuweiſung weiterer Gaben.
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Familiennachrichten.
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Die glückliche Geburt eines
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Hofoptiker Arthur Melcher und Frau
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Heute morgen verſchied nach langem,
ſchwerem Leiden mein heißgeliebter Gatte,
unſer guter Vater, Schwiegervater, Großvater,
Schwager und Onkel
(3097
Herr
Friedr. Wilhelm Holz
Tapezier
im Alter von 59 Jahren.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Johanna Holz, geb. Schwabeland,
Familie Auguſt Kuhl,
Balthaſer Schwabeland,
Fritz Schwabeland,
Wilhelm Kern,
Heinrich Schwabeland,
Familie Joſeph Mühlehner.
Darmſtadt, Gemünden, Reichelsheim, Berlin
(Canada), den 28. Januar 1914.
Die Beerdigung findet Freitag, den 30. Jan.,
nachmittags um 2¼ Uhr, vom Portale des
Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem ſo plötzlichen Hinſcheiden meiner lieben Frau,
unſrer lieben Mutter, Schwiegermutter und
Groß=
mutter ſage ich unſeren innigen Dank. (*2177
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
W. Eſcher,
Reallehrer i. P.
Die Beiſetzung findet in Ollioules ſtatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Bereiche hohen Druckes, der ſich auf der Rückſeite
des nordoſtwärts wandernden Tiefdruckgebietes über
Weſt= und Mitteleuropa ausgebreitet hat, iſt bei uns
wieder Aufheiterung und Froſt eingetreten. Vom Ozean
her nähert ſich eine neue Depreſſion, die uns bald
beein=
fluſſen dürfte.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
29. Januar: Zunächſt kalt und trocken, ſpäter Trübung,
Erwärmung, Niederſchläge, weſtliche Winde.
Tageskalender.
Donnerstag, 29. Januar.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr. Ende nach
9½ Uhr (Ab. C): „Sappho”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Vortraa von Marianne Weber um 8 Uhr im Saale des
Mozart=Vereins (Allg, deutſcher Frauenverein).
Vortrag von Dr. med. Kranz=Buſch um 8¼ Uhr im
„Kaiſerſaal” (Volksbildungsverein).
Konzerté: Hotel Heß um 3 Uhr. — Rummelbrau um
8 Uhr. — Café zur Oper um 8 Uhr.
Ausſtellung zum Kampfe gegen den Schmutz und
Schund in Wort und Bild im Ausſtellungsgebäude auf
der Mathildenhöhe (geöffnet von 10—5 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Freitag, 30. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Wilhelm Hilsdorf
(Hügelſtraße 32) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Heinrich Steinhaus
(Sandſtraße 40) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Ludwig Roßler
(Kleine Kaplaneigaſſe 5) um 10 Uhr auf dem
Orts=
gericht I.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Ober=Ramſtädter
Gemeindewald (Zuſammenkunft in der Griesbach auf
dem Waſchenbach-Ober=Ramſtädter Weg).
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung um
9½ Uhr im Rathaus zu Roßdorf.
Pappelſtammholz=Verſteigerung um 2 Uhr
in den Anlagen der Gemeinde Goddelau (
Zuſammen=
kunft an der Sandbach).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Kriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
in die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
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2 Nudelpfannen, Netzmarmor, 16 cm und
20 cm .
95 ₰
1 Suppenschüssel, 22 cm, Netzmarmor .
95 ₰
1 Teigschüssel, Netzmarmor, 32 cm .
95 ₰
95 ₰
I ovales Waschbecken mit Seifennapf
1 Kaffeekanne, Netzmarmor, 2 Liter
95 ₰
. 95 ₰
1 Salz- oder Mehlmetze, Netzmarmor
95 ₰
1 Milchträger, Netzmarmor, 2 Liter .
95 ₰
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I Schöpf-, I Schaum- und 1 Saucenlöffel,
Netzmarmor . . . . . . zusammen 95 ₰
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1 Zwiebelbehälter, Netzmarmor . .
.95 ₰
4 Milchtöpfe, 9 cm, 10 cm, II cm u. 12 cm,
zusammen .
. . . 95 ₰
H Fleischtopf, 22 cm, mit Deckel . . . . 95 ₰
H Kaffeekessel, 20 cm .
95 ₰
H runde Kuchenschüssel mit 2 Henkel
95 ₰
B weiße Schüsseln, 18 cm, 26 cm u. 32 cm,
zusammen . .
. 95 ₰
. 95 ₰
I Suppenterrine mit 2 Griffen, 24 cm
I ovale Wanne mit Fuß, 40 cm .
95 ₰
I Salatseiher, 28 cm . .
95 ₰
Salz- und 1 Mehlmetze, weiß, zusammen 95 ₰
weiße Wasserkanne
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zusammen . .
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runde Wanne, verzinkt, 34 cm .
1 Wassereimer, verzinkt, 30 cm
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Waschgarnituren, creme, 4teilig 95₰ 1 Rauchservice, Steilig
Bekanntmachung.
Betreffend: Antrag der freien Innung der Friſeure und Perückenmacher in den
Land=
gemeinden des Kreiſes Darmſtadt, eine Anordnung gemäß § 41b der
Reichs=Gewerbeordnung zu erlaſſen.
Nachdem bei der Abſtimmung ſich die geſetzlich erforderliche Mehrheit der
Be=
teiligten dem von der freien Innung der Friſeure und Perückenmacher in den
Land=
gemeinden des Kreiſes Darmſtadt geſtellten Antrag (ſiehe unſere Bekanntmachung vom
12. Dezember 1913, Amtsverkündigungsblatt Nr. 133) angeſchloſſen hat, beſtimmen wir
hiermit unter Abänderung der ſeither giltigen Vorſchriften für die Gemeinden Arheilgen,
Eberſtadt, Eſchollbrücken, Griesheim und Pfungſtadt auf Grund des § 41b der Reichs=
Gewerbeordnung in Verbinduna mit § 171 der Ausführungsverordnung hierzu mit
Wirkung vom 15. Februar 1914 an folgendes:
„Der Gewerbebetrieb im geſamten Friſeur=, Barbier= und Perücken
machergewerbe iſt ſowohl innerhalb als auch außerhalb der Betriebsſtätte am
zweiten Weihnachts=, Oſter= und Pfingſtfeiertage gänzlich, an den übrigen Feſt
tagen und an den Sonntagen nach 2 Uhr nachmittags verboten.
Ausgenommen ſind diejenigen Arbeiten, die an den genannten Tagen
zur Vorbereitung von öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen
erforderlich werden.”
Darmſtadt, den 21. Januar 1914.
(2878ids
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Piſtor.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde! In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Dachshund. 1 Forterrier (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(3052
Bauplanfeſtſtellung.
Der auf Grund Genehmigungsverfügung Großh. Miniſteriums
des Innern vom 22. November v. Js., zu Nr. M. d. J. 20787,
feſt=
geſtellte Bebauungsplan für das Gelände „Am Breitwieſenberg”,
zwiſchen Dieburger Straße und Hohler Weg, liegt bei dem
Stadt=
bauamt, Grafenſtraße 30. zur Einſicht offen.
(2078
Darmſtadt, den 23. Januar 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Holzverſteigerung.
Mittwoch, den 4. Februar I. Js., vorm. ½10 Uhr,
wird in der Reſtauration zum Einſiedel zu Darmſtadt alles Dürr=
und Windfallholz aus Forſtwartei Einſiedel, das öſtlich Bornſchneiſe
ſitzt, ſowie das Durchforſtungsholz aus Breiteberg zwiſchen Teich=,
Höll., Kernſchneiſe und Dieburgerſtraße verſteigert:
Scheiter, rm: 2 Buchen I. Kl., 17 Buchen II. Kl., 10
Hain=
buchen, 112 Eichen, 89 Birken (8rm rund), 1 Erle, 11 Fichten;
Knüppel, rm: 43 Buchen 66 Hainbuchen, 283 Eichen (
hier=
von 30 rm Pfoſten 2,5 und 3m lang), 102 Birken, 4 Fichten,
2 Erlen: Reiſig, Wellen: 500 Buchen (Stammreiſig in
Breiteberg), 120 Eichen; Stöcke rm: 36 Eichen.
Die Knüppel ſind vorwiegend Stammknüppel. Blau
unter=
ſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Auskunft erteilt
Forſt=
wart Lohfink zu Einſiedel, Poſt Darmſtadt.
Darmſtadt, 27. Januar 1914.
(3044
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Holzverſteigerung.
Donnerstag, den 5. Februar, vormittags von 9 Uhr an.
ſollen in der Turnhalle, Woogsplatz 5 dahier, aus Diſtrikt
Kirch=
ſchlag verſteigert werden:
Scheiter rm: 249 Buchen, 27 Eichen, 1 Birke;
Knüppel rm: 276 Buchen, 19 Eichen, 2 Fichten;
Reiſig Hdt. W.: 52 Buchen, 1 Eiche;
Stöcke rm: 17 Buchen, ſein geſpalten,
15 Buchen, grob
Zur Verſteigerung kommen die Nummern 1280 bis 1622,
die blau unterſtrichenen Nummern kommen nicht zum Ausgebot.
Nähere Auskunſt erteilt der Großh. Förſter Klipſtein zu Völlenfalltor.
Darmſtadt, am 28. Januar 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Daab.
(3073ds
Nutz= und Breunhokzverſteigerung.
Dienſtag, den 3. Februar, vormittags 9 Uhr anfangend
werden im hieſigen Gemeindewald, Diſtrikt Rödern, Schweizerloch,
Forſtbühl und ſchwarze Hohl öffentlich verſteigert:
I. Brennholz: Scheiter rm: 100 I. Kl. 168 II. Kl. Buchen, 75 Kiefern,
11 Eichen Rundſcheit
Knüppelrm: 113 Buchen, 15 Eichen, 38 Kiefern
Stöckerm: 58
16
21
Wellen: 3330
670 „ 680
2. Nutzholz: Stämme: 4 Buchen, 2 Eichen, 15 Kiefern, 7 Fichten, 4 Eſchen
22—46 cm ſtark, 5—8 m lang
Derbſtangen: 35 Fichten, 72 Lerchen
Zyſammenkunſt am Kiespfad.
Nieder=Beerbach, den 27. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Nieder=Beerbach
Geibel.
(3105
Holz=Verſteigerung.
Montag, den 2. Februar l. Js., von vorm. 10 Uhr an
werden in der Wirtſchaft des Heinrich Heberer II. zu Meſſel
nach=
verzeichnete Holzſortimente aus dem Meſſeler Gemeindewald, Diſtr. I
Gemeindswäldchen, Diſtr. II Hügelteile, aus verſchiedenen Abteilungen
15 Eichen=Stämme = 5,7 fm.
verſteigert:
3 Buchen=Stämme = 0,28 km. 8 Kiefern=Stämme = 2,76 fm
16 Lärchen=Stämme= 3,62 fm 2 Fichten=Stämme = 1,23 fm
Derbſtangen: 7 Lärchen, 1 Buche, 279 Fichten, 19 Birken, 1 Eiche:
Nutzknüppel: 4 rm Eichen, 2,5 m lang, Baumpfähle;
Scheiter rm: 7 Buchen, 2 Eichen, 17 Kiefern:
Knüppel, rm: 11 Buchen, 90 Eichen, 26 Birken, 4 Erlen, 343 Kiefern;
Knüppelreiſig, rm: 34 Eichen, 223 Kiefern:
Reiſig, Wellen: 140 Eichen, 130 Birken, 3500 Kiefern;
Stöcke, rm: 1 Buche, 1 Eiche, 46 Kiefern
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Engel zu Meſſel.
Meſſel, 27. Januar 1914.
(3101
Großh. Bürgermeiſterei Meſſel.
Hickler.
Aufforderung.
Forderungen an die Sängerſchaft „Askania” e. V. ſind bis
zum 5. Februar 1914 an den unterzeichneten Liquidator ſpezifiziert
einzureichen.
Darmſtadt, 28. Januar 1914.
Georg Krug, Bureauvorsteher
3077df)
Mollerſtr. 7, 1. Stock.
„Kansa
Allgemeines Handels-Institut
Heinrich Moeller.
Sanierungen. Moratorien.
Aussergerichtliche Arrangements.
Revisionen von Büchern und Bilanzen.
Beratung in Steuerangelegenheiten. ::
Liquidationen.
:: Bilanzaufstellungen.
(Wehrsteuer u. S. w.
Vermögens- und Nachlassverwaltung.:: Testamentsvollstreckung.
Auseinandersetzungen.
Uebernahme von Treuhandfunktionen aller Art.
Ankauf. :: Beleihung.
Einziehung von Forderungen (ohne Kostenvorschuss).
Bankkommission.
(1924a
Rheinstrasse 4.
Jelepfon 476.
Konkursverfahren.
Ueber den Nachlaß der am
16. September 1913 verſtorbenen
Privatin Chriſtiane Schuchmann
zu Darmſtadt wird heute, am
23. Januar 1914, vormittags
10¼ Uhr, das Konkursverfahren
eröffnet, da die Ueberſchuldung
des Nachlaſſes dargetan iſt.
Der Rechtsanwalt Dr. Brücher
zu Darmſtadt wird zum
Konkurs=
verwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
19. Februar 1914 bei dem
Ge=
richte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der
angemel=
deten Forderungen auf (3070
Mittwoch, 25. Februar 1914,
vormittags 10 Uhr.
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 201 — Termin
an=
beraumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an den
Gemeinſchuld=
ner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte
Befriedig=
ung in Anſpruch nehmen, dem
Kon=
kursverwalter bis zum 24.
Fe=
bruar 1914 Anzeige zu machen.
Großherzogliches Amtsgeriche 1
Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 5. März 1914,
vormittags 10 Uhr
ſoll die der Eugen Schäfer Witwe,
Eliſabethe, geborene Kuhlmann,
und deren Kindern dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
V 271 690 Hofreite
Karl=
ſtraße Nr. 66,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, wiederholt
zwangs=
weiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung kann auch dann erfolgen, falls
ein der Schätzung entſprechendes
Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
(K51/13
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 28. Januar 1914.=
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (IX,3083
utes Grummet, im Gebund,
G zu verkaufen.
(*2113di
Ludwigshöhſtraße 3.
Ah. und Freuſolnerſchrunt.
Dienstag, den 3. Februar, vormittags 9½ Uhl
werden im „Darmſtädter Hof” zu Griesheim aus Diſtrikt Eat
wäldchen verſteigert:
53 Fichtenſtämme (11—20 cm Mittendurchmeſſer, 8—16 m lan:
53 Fichtenderbſtangen; 130 Kiefernderbſtangen (10—15 da
Mittendurchmeſſer, 2 u. 5 m lang, Schweinſtalllegner); Scheita
rm: 1 Buche, 4 Eichen, 11 Kiefern: Knüppel, rm: 18 Buchit
38 Eichen, 29 Linden, 165 Kiefern, 1 Fichte; Reisknüppel r4
24 Kiefern (doppelt lang, zu Einzäunungen geeignet): Reiſi
Wellen: 1490 Buchen, 2600 Eichen, 770 Linden, 2360 Kiefe=
Stöcke, rm: 2 Buchen, 2 Eichen, 2 Linden, 31 Kiefern.
Dornberg, den 27. Januar 1914.
Großh. Oberförſterei Dornberg.
Kleinkopf.
Steuer=Erhebung.
Das V. Ziel der
Gemeinde=
ſteuern für das Rechnungsjahr
1913 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8 bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 3. Januar 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (1331a
Bekanntmachung.
Im Konkursverfahren über den
Nachlaß der Karl Müller I.
Witwe von Ober=Ramſtadt wird
Termin zur
Gläubigerverſamm=
lung auf:
Dienstag, 3. Februar 1914,
vormittags 11½ Uhr,
beſtimmt.
Tagesordnung.
Beſchlußfaſſung über den Antrag
des Verwalters auf Einſtellung
des Verfahrens mangels Maſſe,
eventuell Abnahme der Schluß=
(3088
rechnung.
Darmſtadt, 24. Januar 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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Gräfin Gabi hatte glänzende Augen und heiße
Wan=
t, als ſie aufhörte zu leſen. Die nächſten Nachkommen
ſſchlimmen Gräfin, die Freiherrn Hans Viktor und
ſnitt Auguſt von Haſſelmann, deren Lebensgeſchichte mit
ſe: Menge von Daten belebt war, intereſſierten ſie nicht
mindeſten. Ihre Gedanken kehrten immer wieder zu
achönen Ulrike zurück, die ſo heißt geliebt, ſo glühend
ſſtaßt und ſo viel geleiſtet hatte.
Was ſie aber am meiſten anzog, war das
unaufge=
rie geheimnisvolle Verſchwinden des herrlichen
mruckes und des Sühnegeldes. Ihrem romantiſchen
Ein entſprach es, an die Exiſtenz des letzteren zu glau=
, zzumal das Vorhandenſein des erſteren von
nieman=
ſlbeſtritten wurde. Wenn man die beiden Dinge zur
em Zeit vermißt hatte, durfte man auch annehmen,
ſiie an demſelben Orte verſteckt worden waren, und
ſo=
lag die Möglichkeit vor, ſie gemeinſam wieder
auf=
fnden.
Ureber ihre Schreibmaſchine geneigt, klapperte Gabi
ſig,, bis ihre Arbeitszeit abgelaufen war, dann ſchlüpfte
ſſchenell in das gelbe Zimmer hinein, öffnete die Läden
verſenkte ſich in den Anblick des Bildes mit der ſchwar=
Maske. Nun, da ſie ſeine Geſchichte kannte, erſchien
Uhre nicht mehr unheimlich. Andererſeits ſteigerte ſich
ſeine magiſche Anziehungskraft für ſie, und es wollte
Aſcheinen, als müſſe es ihr Aufſchluß geben können über
Mätſel, das ſchon ſo viele beunruhigt hatte und nun
hre Gedanken gefangen nahm. Sie wünſchte
ſehn=
mit jemand darüber reden zu können, der ihr Inter=
eſſe teilte, und einem Impuls folgend, nahm ſie am
Nach=
mittag das Manuſkript mit zur Baroneſſe hinauf.
Trium=
phierend zeigte ſie ihr die Blätter und ſagte lebhaft:
Ich bin ganz glücklich, daß der Zufall meinen Wunſch,
mehr von der ſchlimmen Gräfin zu hören, ſo ſchnell und
in ſo umfaſſender Weiſe erfüllt hat. Darf ich Ihnen
ein=
mal vorleſen, was der Herr General hierüber ſchreibt?
Die alte Dame bejahte lächelnd. Ich denke, er würde
nichts dagegen haben, meinte ſie, und ich ſelbſt bin
be=
gierig, zu hören, wie er die Sache angefaßt und das
vor=
handene Material verwertet hat. Unſer Großvater machte
bereits den Verſuch, das Leben dieſer merkwürdigen Frau
zu ſchildern, und zwar nach den Mitteilungen ſeiner
El=
tern, welche jener Zeit noch ſo nahe ſtanden. Die
hinter=
laſſenen Notizen hat mein Bruder ſicher benutzt. Sie
al=
lein genügten aber nicht, und nur mit großer Mühe konnte
er die dazugehörigen Akten und Urkunden
zuſammenbrin=
gen, die vorhandenen Lücken durch eigene Forſchungen
ausfüllen. Unter den vorhandenen Dokumenten iſt das
Teſtament der ſchlimmen Gräfin unſtreitig das
inter=
eſſanteſte. Es ſoll im Anfang des Werkes wortgetreu
folgen. Doch, nun leſen Sie, Fräulein Schacht, wir
kön=
nen dann über das Ganze reden.
Gabi gehorchte, und dabei kam ihr ſo recht zum
Be=
wußtſein, was ſie ſchon bei der erſten Lektüre ſo lebhaft
berührt und überraſcht hatte. Der ſo ſehr beliebte,
ge=
haßte und verfolgte Oberjägermeiſter am herzoglichen Hofe
war ein Freiherr von Wardenburg geweſen, und ihr
ein=
ſtiger Verlobter, Werner von Wardenburg, lebte nun in
abhängiger Stellung in Hellborn. War das nicht eine
ſeltſame Verkettung von Umſtänden, ein neuer Triumph
der Haſſelmanns im Sinne der ſchlimmen Gräfin?
Bei der nachfolgenden Unterhaltung berührt ſie, wie
beiläufig, dieſes Thema und fragte ſchüchtern: Pardon,
Baroneſſe, iſt der Oberinſpektor mit dieſen Wardenburgs
vewandt?
Allerdings, war die gelaſſene Entgegnung. Er ſtammt
in gerader Linie von dem Oberjägermeiſter und ſeiner
Gattin Iſolde von Haffelmann ab und iſt zugleich ſein
einziger direkter Nachkomme. Seine vielen
Namensvet=
tern gehören einer anderen Familie an.
Kennt er die Geſchichte ſeiner Vorfahren?
Allerdings, Fräulein Schacht. Mein Bruder hat ihm
ſogar das Teſtament der ſchlimmen Gräfin gezeigt und
ihm ſcherzweiſe zu der noch ausſtehenden glänzenden
Erb=
ſchaft gratuliert.
Und was ſagte er dazu?
Gar nichts. Er lachte darüber und tat gut daran.
Ich glaube, er könnte ebenſo gut das große Los gewinnen,
ohne in der Lotterie zu ſpielen, als ſich an einem Schatz
zu bereichern, von deſſen Nichtvorhandenſein er feſt
über=
zeugt iſt.
Gräfin Gabi lächelte und vergaß ihre Zurückhaltung.
Ich meine, man ſollte doch einmal danach ſuchen,
Baro=
neſſe. Die Auffindung wäre ein Gewinn für ihn und
eine Ehrenrettung für die ſchlimme Gräfin.
Suchen? wiederholte die alte Dame ſpöttiſch. Ich
bitte Sie, Kind, meine Nichte Treſſenſtein hat ſchon
ver=
ſchiedene Male geſucht, und zwar ganz planmäßig, mit
Ausdauer und Geſchick. Nicht nach dem Erbe der
War=
denburgs, an das ſie nicht glaubt und deſſen Umfang nicht
einmal andeutungsweiſe im Teſtamenſt erwähnt wird,
ſondern nach dem Familienſchmuck, der nachweislich
wirk=
lich vorhanden war und, wie Sie wiſſen, ebenfalls fehlt.
Es war alles umſonſt. Ermüdet und enttäuſcht kehrte ſie
jedesmal von dieſen häuslichen Forſchungsreiſen zurück,
ind nun hat ſie dieſe als gänzlich nutzlos aufgegeben.
Die Erfolgloſigkeit ihrer Bemühungen beſchämte ſie faſt,
und ſie iſt wie ich feſt davon überzeugt, daß das etwa vor=
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Gabi blickte nachdenklich vor ſich hin, dann ſagte ſie:
Das Rätſel läßt verſchiedene Löſungen zu, aber gerade
darum reizt es mich unbeſchreiblich. Ich möchte
wenig=
ſtens einen Verſuch machen, es zu erraten.
Sie, Fräulein Schacht? Die alte Dame lächelte
nach=
ſichtig und überlegen. Als Fremde haben Sie ja gar tein
perſönliches Intereſſe an der Auffindung der genannten
Schätze. Ihnen fehlen auch alle Mittel und Handhaben;
man geſtattet Ihnen nicht einmal den Zutritt zu den
meiſten Räumen des Schloſſes, und Sie können unmöglich
in allen Kiſten und Schränken herumſtöbern.
Das iſt auch gar nicht nötig, meinte Gabi
unbeküm=
mert und ſchnell. Ich habe immer Glück gehabt beim
Rätſelraten und bei Entdeckungsreiſen und beſitze eine
Wünſchelrute, welche mich an die richtigen Orte führt. Sie
wird mir auch hier gute Dienſte leiſten.
Die Bgroneſſe dachte, das neugierige kleine
Tippfräu=
lein ſcherzte, ſie fand es aber doch für alle Fälle gut, ein
wenig vorzubeugen, und ſo ſagte ſie im Tone einer
Warnung:
Mein liebes Kind, ich weiß, Sie ſind diskret und
be=
ſcheiden, aber ſeien Sie auch vorſichtig. Laſſen Sie ſich
durch Ihren jugendlichen Eifer, Ihre lebhafte Phantaſie
nicht zu törichten Unternehmungen hinreißen. Sie
könn=
ten dadurch in eine ſchiefe Lage kommen. Die Leute hier
im Hauſe dürfen auch über dieſen Teil der
Familien=
geſchichte nichts mehr erfahren. Es iſt der einzige, der
ſie intereſſiert, und ſie beſchäftigen ſich ſchon mehr damit,
als ihnen gut und zuträglich iſt.
Fräulein Flotts Stellvertreterin war etwas gekränkt.
Baroneſſe können ganz ruhig ſein, ſage ſie kühl, ich werde
das Vertrauen des Herrn Generals nicht mißbrauchen.
Hier mit Ihnen glaubte ich das intereſſaute Thema
be=
ſprechen zu dürfen. Sie ſind ja ſowieſo in die
Familien=
geſchichte eirgeweibt.
Mltewine, un mi Babdendug dürſer Sie auch
darüber reden, falls die Gelegenheit dazu ſich einmal
bieten ſollte, meinte die alte Dame einlenkend.
Möglicher=
weiſe brauchen Sie bei Ihren geheimnisvollen
Unter=
nehmungen einmal ſeine Hilfe.
Vielleicht, erwiderte Gabi gelaſſen, benutzen würde ich
ſie aber nur im äußerſten Notfalle. Im allgemeinen helfe
ich mir lieber ſelbſt.
Oder unterlaſſen überhaupt, was unnötig und
ge=
fährlich iſt, ſchloß die alte Dame. Ich meine es gut mit
Ihnen und möchte Sie nicht in Verlegenheit ſehen.
Die Unterhaltung wandte ſich nun anderen Dingen zu,
und zum Schluß las Gabi noch ein Kapitel aus einem
engliſchen Roman. Als ſie dann noch einige Briefe
ge=
ſchrieben und ihren abendlichen Spaziergang gemacht
hatte, ging ſie zur gewohnten Zeit zu Bett, aber ſie
konnte nicht einſchlafen. Die Erregung verbannte jede
Spur von Müdigkeit, und in der Stille der Nacht konnte
ſie am beſten über alles nachdenken.
Die Baroneſſe meinte, ſie habe kein perſönliches
In=
tereſſe an dem Auffinden der längſt verſchwundenen
Sachen. Das war ein Irrtum. Sie hatte es doch, und
es war ſogar ſtärker als ihre Neugier und ihr
roman=
tiſcher Sinn.
Werner von Wardenburg, der Mann, deſſen glückliche,
vielbeneidete Braut ſie einſt geweſen war, hatte ſein
Ver=
mögen verloren. Ob durch eigene oder fremde Schuld,
wagte ſie jetzt nicht mehr zu entſcheiden. Jedenfalls litt
er unter dieſer brutalen Tatſache, und es war ihr ein
erhebender und beruhigender Gedanke, daß er durch das
Vermächtnis der ſchlimmen Gräfin, das in letzter Stunde
vielleicht doch noch an den rechten Wardenburg fiel, aus
ſeiner abhängigen Lage befreit werden könne. Ihr
frü=
herer Groll war nach dem Wiederſehen ſchon halb
ver=
flogen. Sie wünſchte jetzt ernſtlich, helfen zu können und
wollte keine Zeit verlieren, um das Geheimnis möglichſt
ſchnell zu ergründen. Die anderen hatten in Haſt und
Eie das unze daus durchſcht ſe weie ſch anfill
Archiv und das gelbe Zimmer beſchränken und mit Hilſe
der Mamſell ſchon am nächſten Tage dahin überſiedel
Eine innere Stimme ſagte ihr, daß ſie dort allei
Ausſicht habe auf Erfolg.
Das Schloß war älter als die beiden Flügel.el
hatte, wie man beſtimmt wußte, die ſchlimme Gräfin vol
fremden Leuten nach eigenen Plänen bauen laſſen.Z
dem lebte ſie in einer Zeit, als man Spielereien
Ueberraſchungen liebte, auch im großen Stil, und gezwun
gen war, ſich durch heimliche Maßnahmen gegen äußen
Gefahren zu ſchützen. Daß die kluge, energiſche Fraudie
Gepflogenheit berückſichtigt hatte, durfte man ohnewe
teres annehmen. Der Wirtſchaftsflügel mit ſeinen
fanen Charakter eignete ſich nicht dazu, um ſo mehr
andere, parallel aufgeführte Anbau mit dem Archivn
dem Nebengelaß.
Ferner: von dem gelben Zimmer, das ſo elegant
geſtattet geweſen war, hieß es, man dürfe darin nich
rücken und ändern, ſonſt gebe es ein Unglück. Dieſe
role war wahrſcheinlich noch von der ſchlimmen
Gräfſ=
ſelbſt ausgegeben worden, um dann ſpäter ſelbſttätigfoll
zuwirken. Der Aberglaube zeitigt die Furcht, und dieſ
hält die Menſchen von der betreffenden Stätte fern.
brauchte aber noch ein anderes Abſchreckungsmittel, ü
ihren Nachkommen ein Verſteck zu ſichern, deſſen beabſich
tigte Offenbarung nur durch ihren plötzlichen Tod verhin
dert wurde. Sie ließ, gewiß mit innerem Widerſtrebe
das verbannte Porträt, das Bild mit der Maske,
Zimmerwand einfügen. Sein Anblick war ihr ein Aer
nis, aber aus Nützlichkeitsgründen überwand ſie ihrd
ſtreben und erhielt der Nachwelt das bizarre Meiſten
aus Gründen, welche wahrſcheinlich mit der Kunſt
oder nichts zu tun hatten. Der Wunſch, das gezüh
Geld nicht umſonſt ausgegeben zu haben, kam bei der
ſamen Frau vielleicht auch dazu.
(Fortſetzung folgt.,
Do
cie neue Gnalitäts-
Cigarette
9055
Handelskammer Darmſtadt.
Sitzung vom 26. Januar.
Die ſatzungsgemäß vorzunehmende Neuwahl des
räſidiums ergab die Wiederwahl der Hexren
Bank=
räktor C. Parcus als 1. Vorſitzender, und der Herren
hrimerzienräte Jacobi und Frölich als ſtellvertretende
ſofſitzende. In dem Beſtand der Kommiſſionen für
kietzgebung, Steuer= und Zollweſen, ſowie für
Verkehrs=
ien und Kleinhandel trat lediglich die Veränderung ein,
* Herr W. Kalbfuß der Kommiſſion für Verkehrsweſen
a zugewählt und erneut die Beſtimmung getroffen
ſtäde, es möchten die auswärtigen Herren Mitglieder
i twichtigen Kommiſſionsſitzungen beſonders
benachrich=
t: und zugezogen werden.
„Im Anſchluß an die Darlegungen, welche die Han=
:ammer bereits im Februar v. J. in der Frage des
ſplranten Petroleummonopols den zuſtändigen
ſelllen unterbreitet hatte, ſowie im Anſchluß an das von
Kammer auf der vorjährigen Vollverſammlung des
jutſchen Handelstags erſtattete Referat iſt nunmehr der
Kommiſſion des Deutſchen Reichstags zur
Vorberei=
ſhre des Entwurfs eines Geſetzes über den Verkehr mit
ſuchtöl eine weitere eingehende Meinungsäußerung über
wisher ſtattgehabten Beratungen und
Beſchlußfaſſun=
nidieſer Kommiſſion unterbreitet worden. Von dieſer
luserung ſind gleichzeitig das Reichsſchatzamt, die
ſoish. Heſſiſche Regierung, ſowie ſämtliche
Handelskam=
ſri: und Korporationen, welche der vorjährigen
Vollver=
hrilung des Deutſchen Handelstags beigewohnt haben,
Lrenntnis geſetzt worden.
Herr Syndikus Dr. Human hat am 15. Januar der
v. eralverſammlung des Deutſch=
Fran=
ſſiſchen Wirtſchaftsvereins in Berlin
bei=
bihnt. Bei dieſen Verhandlungen waren auch einige
ſttellieder und der Geſchäftsführer des Comité du
hmerce frangais avec l'Allemagne zugegen. Zunächſt
frie der Bericht über den Internationalen Zollkongreß
Maris vom 18. bis 22. November und dem
gleichzei=
in Deutſch=Franzöſiſchen Handelskongreß zu Paris vom
tiis 20. November v. J. erſtattet. Gelegentlich dieſer
ſtheandlungen wurden zahlreiche praktiſche Fragen
erör=
ſ und vor allen Dingen wieder die Erkenntnis wohl
Erfolg zu fördern geſucht, daß Deutſchland und
Frank=
ſhin vielfacher Beziehung wirtſchaftlich durchaus
auf=
ſürlder angewieſen ſind. Feſtgeſtellt wurde gleichzeitig,
die bekannte Hetze einiger franzöſiſcher Zeitungen,
hauptſächlich des Matin, gegen Deutſchland mehr
ſ enehr nachlaſſe, wobei das genannte Comité du
serce francais avec l'Allemagne nach beſten Kräften
hwürke. Die bevorſtehende Internationale
Städteaus=
ſunag in Lyon und die Beteiligung der deutſchen
In=
fürie hieran wurde an Hand des Berichts des
Geſchäfts=
ſeies des deutſchen Ausſtellungskomitees, Direktor
Will=
leingehend beſprochen. Zahlreiche Induſtrielle und
Edee haben ſich bereit erklärt, dieſe Ausſtellung, welche
ſizer durchaus nicht deutſchfeindlich geſinnten Gegend
fündet, zu beſchicken, ſo daß Deutſchland recht gut dort
reten ſein wird. Eingehend wurde hierauf der
viel=
aeäußerte Wunſch bezüglich Einrichtung einer
Schieds=
ſchsbarkeit bei Streitigkeiten zwiſchen deutſchen und
zi ſiſchen Geſchäftsleuten beſprochen. Man einigte ſich
oie juriſtiſchen Grundzüge, auf welchen der
Deutſch=
hräöſiſche Wirtſchaftsverein, ſowie das Comité du
ſireerce francais avec l'Allemagne eine derartige
Ein=
ilſung aufbauen könne.
Asgekanntlich wird gegenwärtig der Importvermerk in
ſhreich, England und anderen Ländern bereits gefor=
Es iſt dasſelbe durch die neueſte Zollgeſetzgebung
ſ hür Deutſchland im Bedarfsfalle vorgeſehen. Beim
Meher mit Frankreich iſt hauptſächlich die Beſtimmung
ſelllich „Angaben, welche den Anſchein einheimiſcher
ſtellung der Waren erwecken können” da dieſe
Beſtim=
ſia in der weitgehendſten und ſchikanöſeſten Art und
Pe gegenüber den deutſchen Importeuren ausgelegt
em kann. Auf Betreiben der in Frage kommenden
Mineigungen iſt gegenwärtig in Paris eine
Regierungs=
miſſſion zuſammengetreten, welche eine den
Bedürf=
beider Länder Rechnung tragende Auslegung der
Mrirten Beſtimmung finden ſoll. — Von ſeiten
Frank=
iiſt eine Beſchränkung des Paſſiergewichts bei
Zoll=
ſrartionen von 5 auf 1 Prozent in Ausſicht genommen.
iſt entſchieden zu wenig, da Ueberſchreitungen des
ſonent infolge Ungenauigkeit der Wagen, Temperatur=
einflüſſe uſw. leicht vorkommen können. Es wird daher
an zuſtändiger Stelle in Paris der Wunſch auf
entſpre=
chende Heraufſetzung dieſes Paſſiergewichts geäußert
werden.
Am 16. Januar hat in Berlin eine gemeinſame Sitzung
des Bundes der Induſtriellen, des Zentralverbandes
deut=
ſcher Induſtrieller, des Vereins Deutſcher Maſchinenbau=
Anſtalten, des Vereins zur Wahrung gemeinſamer
Wirt=
ſchaftsintereſſen der deutſchen Elektrotechnik, des Vereins
zur Wahrung der Intereſſen der chemiſchen Induſtrie
Deutſchlands zwecks Herbeiführung einer
gemein=
ſamen Aeußerung über den vorliegenden
Entwurf eines Patentgeſetzes
ſtattgefun=
den. Gelegentlich dieſer Sitzung, welcher Herr
Syndi=
kus Dr. Human beiwohnte, wurden einſtimmig Beſchlüſſe,
hauptſächlich bezüglich des Erfinderrechts, der
Angeſtell=
tenerfindung, der Erfinderehre, der Verfaſſung des
Patent=
amts, der Präkluſivfriſt und der Bedeutung des
Patent=
anſpruchs, gefaßt.
Zu Mitgliedern der beim Heſſiſchen
Handelskammer=
tag eingerichteten Submiſſionszentrale ſind
ſei=
tens der Handelskammer die Herren Wilhelm Kalbfuß
und Fritz Becker (Stellvertreter) beſtimmt worden.
Eine Rundfrage des Deutſchen Handelstags wegen
der Beſtellung weiterer Hand
elsſachver=
ſtändiger wurde unſererſeits dahin beantwortet, es
möchte hauptſächlich die Ernennung derartiger
Sachver=
ſtändiger bei den Generalkonſulaten der Balkanländer in
Ausſicht genommen werden.
Auf Grund eines in der letzten Vollverſammlung
ge=
faßten Beſchluſſes ſind verſchiedene Vorſtellungen
bei dem Telegraphenamt Darmſtadt wegen
der ſeit Herbſt v. J. in die Erſcheinung tretenden Mängel im
Darmſtädter Telephonverkehr erhoben worden. Nach
län=
geren Erörterungen der Angelegenheit iſt vom Kaiſerl.
Telegraphenamt Darmſtadt der Beſcheid eingegangen, es
ſeien wegen Abſtellung der beklagten Mißſtände im
Fern=
ſprechverkehr der Kaiſerl. Oberpoſtdirektion Darmſtadt
Vorſchläge zur Verbeſſerung der techniſchen Einrichtungen
gemacht worden. Es ſei zu erwarten, daß durch deren
Verwirklichung die Klagen der Fernſprechteilnehmer
wie=
der aufhören würden. Inzwiſchen werde alles getan, um
Betriebsſchwierigkeiten fern zu halten. Gleichzeitig wurde
darauf hingewieſen, daß die Herſtellung von
Fernverbin=
dungen für Teilnehmer mit mehreren Anſchlüſſen in einer
anderen Leitung als in der, durch welche die Anmeldung
entgegengenommen würde, nur dann zuläſſig ſei, wenn
die Anſchlüſſe unmittelbar aufeinanderfolgende Nummern
hätten und außerdem die betreffenden Teilnehmer einen
bezüglichen ſchriftlichen Antrag geſtellt hätten. Manche
Teilnehmer wünſchten derartige Verbindungen nicht in
an=
deren Leitungen.
Vorſtellungen, welche im Dezember 1912 bei der
Eiſenbahndirektion Mainz wegen der Geſtellung
großräumiger Wagen zur Beförderung
von Kienäpfeln erhoben wurden, haben nunmehr
dazu geführt, daß in der Ständigen Tarifkommiſſion der
deutſchen Eiſenbahnen ein unſeren Wünſchen
entgegen=
kommender Beſchluß gefaßt worden iſt.
Der Deutſche Handelstag hat eine Rundfrage wegen
der Notſtandstariſe für Futtermittel vom
Jahre 1911 veranſtaltet. Nach Beendigung der
er=
forderlichen Ermittelungen wurde in der Hauptſache
fol=
gendes geantwortet: Es ſei vorzuziehen die Faſſung des
Notſtandstarifs vom 21. September 1911, welcher die
Frachtermäßigung allgemein für den Verbrauch innerhalb
des Deutſchen Reiches ohne jede Einſchränkung gewährte
derjenigen vom 22. Auguſt 1911, welche die
Frachtermä=
ßigung lediglich den landwirtſchaftlichen Verbrauchern
ge=
währte und von einer Reihe einengender Vorſchriften
ab=
hängig machte. Dieſer Notſtandstarif habe den Bezug
von Futtermitteln aus entfernten Gegenden des Deutſchen
Reiches ermöglicht. Ein endgültiger Beſcheid darüber,
wem die Frachtermäßigung (Verkäufer oder Käufer) vell
zugute gekommen ſei, konnte nicht erteilt werden. Der
Verkauf ſei infolge der ſtark gewachſenen Viehhaltung ein
bedeutender geweſen, weshalb die Läger keine großen
ge=
weſen ſeien. Große Bezüge hätten durch die Bahn
ſtatt=
gefunden, welche bei Nichtbeſtehen des Tarifs jedenfalls
den Waſſerſtraßen zugute gekommen wären. Jedoch ſei
vielfach der Waſſerweg für die hieſige Gegend noch weit
billiger, als der Bahnbezug auf Grund der
Notſtands=
tarife. — Bei den Vorſchlägen für eine künftige Regelung
wurde betont, es möchte die Preisermäßigung nach dem
Muſter des Tarifs vom 21. September 1911 ohne jede
Ein=
ſchränkung für Futtermittel auch fernerhin zum Verbrauch
innerhalb des Deutſchen Reiches gewährt werden. Jede
Einengung würde weder im Intereſſe des Handels noch
der Viehhaltung ſein. Die Tariffaſſung vom 22. Auguſt
habe zuviel Schwierigkeiten bereitet und es ſei die
Fracht=
ermäßigung infolge derſelben in der Hauptſache nur den
größeren Landwirten zugute gekommen, während die
mittleren und kleineren Landwirte leer ausgegangen
ſeien. Eine längere Uebergangsfriſt für künftige
Not=
ſtandstarife erſcheine wegen der damit verbundenen
Ver=
ſchiebungen nicht empfehlenswert. — Zu der gleichzeitigen
Anfrage wegen der Notſtandstarife für Düngemittel
konn=
ten wir uns nicht äußern, da dieſe Produkte durch
Fir=
men unſeres Bezirks nicht in nennenswertem Maße
ge=
handelt werden.
Nach einer Mitteilung der Bürgermeiſterei
Darm=
ſtadt hat die Stadtverordnetenverſammlung
dankens=
werterweiſe die Ausführung eines weiteren
Induſtrieſtammgleiſes abzweigend von den
vor=
handenen Gleisanlagen in der Weiterſtädter Straße nach
Norden bis zum Gräfenhäuſer Weg genehmigt und die
erforderlichen Mittel für den Geländeerwerb und die
Aus=
führung der Anlagen mit insgeſamt rund 200000 Mark
zur Verfügung geſtellt. Durch die neue Gleisanlage, die
das Gelände zwiſchen Weiterſtädter Straße und
Gräfen=
häuſer Weg durchſchneidet, wird die Möglichkeit für
wei=
tere Gleisanſchlüſſe geboten und ein weiteres Gebiet für
Induſtriezwecke eröffnet.
Von wohlunterrichtete Seite wird auf das
geſchäft=
liche Gebaren eines Kaufmanns Otto Mohr in
Kapſtadt aufmerkſam gemacht, durch welches bereits
zahlreiche deutſche Firmen beträchtlichen Schaden erlitten
haben. Die Handelskammer iſt bereit, nähere Auskunft
zu erteilen.
Der Teil A des Jahresberichts für 1913
wurde durchgeſprochen, wobei der Wortlaut der
Einlei=
tung, ſowie der verſchiedenen Branchenberichte feſtgeſtellt
wurde. Der vollſtändige Jahresbericht wird jedenfall?
in etwa 3 Wochen zur Veröffentlichung gelangen.
Landwirtſchaftliches.
* Groß=Gerau, 28. Jan. Die kalte Witterung bei
dem letzten Ferkelmarkt bedingte die zurückhaltende
Kauf=
luſt und den etwas mäßigen Geſchäftsgang, ſo daß die
auf=
getriebenen 659 Tiere nur langſam Abſatz fanden. Es
wurden bezahlt für Ferkel 14—22 Mark, für Springer 25
bis 33 Mark und für Einleger 37—50 Mark pro Stück. —
Der nächſte Ferkelmarkt wird am Montag, den 2. Febr.,
abgehalten.
F.C. Frankfurt a. M., 27. Jan. (Heu= und
Strohmarkt.) Man notierte Heu 2,80—3,00 Mark;
Stroh fehlte. Alles per 50 Kilogramm. Geſchäft
mittel=
mäßig. Die Zufuhren waren aus den Kreiſen Obertaunus,
Hanau und Dieburg.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
Zu den Krankenkaſſenwahlen.
Daß die am Samstag ſtattgefundene Wahl ſolch
man=
gelhaftes Ergebnis gezeitigt hat iſt wirklich nicht zu
ver=
wundern. Die wenigſten weiblichen Angeſtellten mußten
überhaupt nicht, um was es ſich handelte, und ich weiß,
daß in den meiſten Fällen der Wahlaufruf in den
Papier=
korb fiel mit dem Bemerken: „Da ſollen ſie uns erſt mal
vorher über das Geſetz überhaupt aufklären, ehe wir etwas
tun ſollen, was wir nicht mal verſtehen”. Warum druckt
man nicht ein leichtverſtändliches, vielleicht der täglichen
Zeitung beizufügendes Flugblatt, welches die Angeſtellten
mit der Sache erſt mal bekannt macht und ſie dazu anregt,
mit der jeweiligen Herrſchaft ſich darüber auszuſprichen?
Wie kann ferner die Leitung einer ſolchen Bewegung die
Wählerinnen auf Samstag beſtellen? Welches Mädchen
wird ausgerechnet am Samstag ſeine Arbeit im Stich
laſſen und wählen gehen? Meine beiden ſtreikten lebhaft
jedenfalls. Es wäre auch angebracht, den Aufruf nicht
einen Tag vorher herumzuſchicken, ſondern wenigſtens
acht Tage, damit die Angeſtellten ſich untereinander
ver=
ſtändigen konnten. Auch ſagen alle Angeſtellten
überein=
ſtimmend, daß ſie dem neuen Geſetz nicht bloß gänzlich
un=
wiſſend gegenüberſtehen, ſondern auch ſehr mißtrauiſch.
Solange ſie nicht durch populär verfaßte Flugblätter über
das neue Geſetz aufgeklärt werden, wird ſich dieſer
ver=
ſtändliche Argwohn nicht beſeitigen laſſen, denn es wied
in dieſem Falle ja auch einfach über die Leute
hinwegver=
fügt. Die Zeitungen bringen ja wohl hie und da Notizen
über derartige Geſetze, aber es iſt doch von einer
Ange=
ſtellten nicht zu verlangen, daß ſie täglich die Zeitung lieſt,
damit ihr ſolche Sachen nicht entgehen. Wenn nun einmal
ein Ausſchuß gewählt werden muß, dann laßt doch die
Arbeitgeber, die Dienſtherrſchaften, wählen, aber die
An=
geſtellten laßt aus dem Spiel. Es iſt ohnehin abſolut
un=
angebracht, dieſelben vor die Frage „ſozialdemokratiſch
oder nicht” zu ſtellen. Damit trägt man in harmloſe
Ge=
müter Erwägungen hinein, die ſehr viel beſſer
unterblie=
ben und die jeglichem dienenden Verhältnis nicht zum
Vorteil gereichen. So viel Einſicht müßte die Leitung doch
ſelber haben.
— Das Eingeſandt in Nr. 27 dieſes Blattes kann
nicht unerwidert bleiben, da die Einſenderin von falſchen
Vorausſetzungen auszugehen ſcheint. Die Wahlen zur
Ortskrankenkaſſe haben mit dem politiſchen
Frauenſtimm=
recht nichts zu tun, vielmehr hatten ſich für die
Vorberei=
tungen zu denſelben die Darmſtädter Frauenvereine der
verſchiedenſten Richtungen zuſammengeſchloſſen um
ver=
ſicherungspflichtige Frauen aus allen Berufsklaſſen in den
Vorſtand und Ausſchuß dieſer rein ſozialen Inſtitution zu
bringen. Hätten die Hausfrauen in gleicher Weiſe ihre
Schuldigkeit getan (wie dies z. B. in Wiesbaden geſchehen
iſt), ihre Hausangeſtellten aufgeklärt, zur Ausübung ihres
Wahlrechts veranlaßt und ihnen die dazu nötige Zeit
frei=
gegeben, ſo könnte der Erfolg der bürgerlichen Liſte ein
ungleich größerer ſein. Was nun das Verhalten der
Ver=
treter und Vertreterinnen der bürgerlichen Partei vor dem
Wahllokal anbetrifft, ſo iſt die Feſtſtellung, daß dieſelben
ſich „auffallend ruhig” verhielten, äußerſt wertvoll, wurden
dieſelben doch von gegneriſcher Seite größter
Wahlbeein=
fluſſung beſchuldigt. Einſenderin dieſes hatte ebenfills
Gelegenheit, zu beobachten und erfreut feſtzuſtellen, daß die
Vertreterinnen der bürgerlichen Seite allen Anfeindungen
und Ausſchreitungen der Sozialdemokraten gegenüber, die
ziemlich weit gingen — wurden doch ſogar Frauen und
Mädchen die Stimmzettel Nr. 2 aus der Hand geriſſen und
zerriſſen — ihre Ruhe bewahrten und auf ihrem wahrlich
nicht leichten Poſten bis zuletzt tapfer aushielten. Es wäre
zu wünſchen, daß das ſoziale Verantwortlichkeitsgefühl
unſerer Frauenwelt lebendiger würde, ſo daß bei
wieder=
kehrender Gelegenheit der Appell an ihre Mithilfe ein leb=
Auch eine Hausfrau.
hafteres Echo finde.
Zum „Milchkrieg”.
ſei es geſtattet. mit einigen wenigen Worten Stellung zu
nehmen: Es iſt eine unbeſtreitbare Tatſache daß Brot,
Fleiſch, Milch, Butter, Käſe, Kleidung, Wohnung teurer
geworden ſind daß außerdem die Beamtengehälter ſich in
der aufſteigenden Richtung bewegen, daß die Taglöhne
ſtändig teurer werden, daß die Steuern, die Abgaben für
die verſchiedenen „Kaſſen” und Verſicherungen ein noch
nie zuvor gezeigtes „gutes Gedeihen” haben. Wer möchte
das leugnen? Je nun, wir müſſen uns damit wohl rder
übel abfinden: die Kaufkraft des Geldes iſt geſunken.
Anders laſſen ſich die Dauerpetitionen um
Gehaltsauf=
beſſerung nicht erklären. Und was dem Beamten und
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beiter recht, iſt dem Bauer billigerweiſe nicht
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Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 87,80
78,30
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg 99.90
3½ do. Conſols 87,80
78,20
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe 97,40
92,90
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 96,90
86,00
do.
3½
76,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,70
4 Heſſ. Staatsanleihe 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 97,20
84,80
do.
3½
75,25
do.
77,10
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemb. (unk. 1921) 98,80
3½ do. v. 1875 93,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 95,50
1½ Griechen v. 1887 .
4 Italiener Rente . . . . 100,50
4½ Oeſterr. Silberrente 88,30
4 do. Goldrente . . . 89,50
4 do. einheitl. Rente . 83,40
3 Portug. unif. Serie I 62,00
3 do. unif. Serie III 64,25
3 do. Spezial .
. 9,80
5 Rumänier v. 1903 . . 100,20
4 do. v. 1890 . . 93,80
4 do. v. 1905 . . 85,30
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 87,69
4 do. v. 1902 . . . . 90,50
4½ do. v. 1905 . . . . 98,90
1 Schweden . . . .
84,80
4 Serbier amort v. 1895 78,70
4 Türk. Admin. v. 1903 77,00
4 Türk. unifiz. v. 1903. 85,90
4 Ungar. Golorente . . . 85,00
4 do. Staatsrente . . 83,10
In Proz.
Zf.
5 Argentinier .
.100,00
do.
82,50
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,80
do.
4½
4½ Japaner . .
5 Innere Mexikaner . . . 68,00
3
do.
45,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 70,10
5 Gold=Mexikaner . . . . 84,30
3½ Buenos Aires Prov. 68,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=Paket=
.134,40
fahrt . . .
7 Nordd. Lloyd. . . . . 115,30
6½ Südd. Eiſenb.=Geſell. 122,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5½ Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 116,3.
6 Baltimore und Ohio 97½
7½ Schantungbahn . . . 138,75
8 Luxemb. Prince Henri 156,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21½
6 Pennſylvania R. R. . 114,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger. . . 67,00
28 Bad. Anilin=u. Soda=
Fabrik . . . . . 582,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.264,50
30 Farbwerke Höchſt. . . 631,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 346,50
10 Cement Heidelberg . . 149,50
33 Chem. Werke Albert 442,00
12 Holzverkohl.
Kon=
ſtanz . . . . . . . 315,25
6 Lahmeyer . . . . . . . 120,50
Lezte
In Proz.
Divid.
8 Schuckert, Nürnberg 148,00
12 Siemens & Halske 215,00
14 Bergmann Electr. . . 128,00
11 Deutſch. Ueberſee Electr. 173,75
89,60
0 Gummi Peter .
30 Adler=Fahrradwerke
365,00
Kleyer.
9 Maſchinenf. Badenia 131,00
0 Wittener Stahlröhren
10 Steana Romana Petr. 149,40
15 Zellſtoff Waldhof 227,50
12.83 Bad. Zucker=Wag=
208,50
häuſel .
0 Neue Boden=A. A.=Geſ. 91,00
0 Südd. Immobilien 58,40
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 167,75
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 220,30
10 Deuiſch=Luxemburg.=
Bergb. .
.. 136,50
10 Gelſenkirchener . . . . 193,75
. . 185,30
11 Harpener .
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 241½
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro
. 64,50
8 Laurahütte . . . . . . 157,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 149,50
Weſteregeln 191,50
13
5 South Weſt Africa . 117,50
Prioritäts=
Obligatipnen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,10
4 Eliſabethbahn, freie . . 89,30
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 86,80
3 Prag=Duxer . . . . . . 73,00
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn 87,20
do.
75,60
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,20
4 Oeſt. Südb. (Lomb.) . . 71,80
Zf.
In Proz.
29/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,25
3 Raab=Oedenburg
78,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 86,50
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 86,30
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
do.
86,10
4 Wladichawchas . . . . 86,90
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . . 68,50
do.
41
24/10 Livorneſer . . . . . 71,40
3 Salonique=Monaſtir. . 62,40
4 Bagdadbahn . . . . . . 79,30
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,90
4 Miſſouri=Paciſic . .
4 Northern=Pacific . . . 94,60
4 Southern=Pacific . . . 92,30
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 101,00
90,00
5 Tehuantepec . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 187,00
7½ Bergiſch= Märkiſche
Bank .
145,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 159,75
6½ Darmſtädter Bank . 119,75
12½ Deutſche Bank . . . 253,80
6 Deutſche Vereinsbank . 121,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,50
10 Diskonto=Kommandit 191,75
8½ Dresdener Bank . . 154,30
10 Frankf. Hypoth.=B. 214,30
6½ Mitteld. Kreditbank 119,25
7 Nationalb. f. Deutſchl. 118,40
7 Pfälziſche Bank . . . 126,00
6.95 Reichsbank . . . . . 138,60
7 Rhein. Kreditbank . . . 130,50
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 102,50
7½ Wiener Bankverein . 137,75
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,20
In Proz.
3.
3½ Frankf. Hypoth.=Banl
S. 19 . . . . . . 84,9)
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
do.
84,00
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
84,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
86,50
S. 12, 13, 16 . .
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 .
96,50
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
S. 3—5
84,00
S. 9—11.
84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
3½
do.
84,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 83,60
3½ do. (unk. 1914) . . 83,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,90
do.
3½
86,70
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
. . 94,70
3½ do.
86,00
4 Frankfurt.
95,70
3½ do.
96,25
4 Gießen
94,30
3½ do.
86,50
4 Heidelberg
93,80
3½ do.
86,00
4 Karlsruhe.
94,80
3½ do.
85,50
4 Magdeburg
4 Mainz
95,00
3½ do.
Monnheim
94,40
3½ do.
85,70
4 München
96,30
3½ Nauheim
83,00
4 Nürnberg
95,70
½ do.
84,60
4 Offenbach
-
In Proz=
3½ Offenbach
4 Wiesbaden .
95,80
3½. do.
4 Worms . .
3½ do.
4 Liſſabonner v. 1888 . 75,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 17600
3½ Cöln=Mindner , 100 141,90
3 Holl. Komm. . fl. 100 115410m
3 Madrider . . Fs. 100 77,00
4 Meininger Pr.=Pfand=
143,00
briefe . .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,50
126,80
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 11190
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
fl. 7 35,40
Augsburger. .
Braunſchweiger Tlr. 20 206,10
Fs. 15 109,50
Freiburger
Fs. 45 —
Mailänder
do.
Fs. 10 38,50
ftl. 7 34,80
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 603,00
do. v. 1858 fl. 100 570,50
Ungar. Staats . . fl. 100 442,50
Venediger . . . . Fs. 30 7400
Türkiſche . . . . Fs. 400 169,6
Gold, Silber und
Banknoten.
20,45
Engl. Sovereigns
16,21
20 Francs=Stücke
4,19½
Amerikaniſche Noten
20,46
Engliſche Noten
81,30
Franzöſiſche Noten
169,50
Holländiſche Noten.
81,00
Italieniſche Noten
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,20
. 21500
Ruſſiſche Noten
Schweizer Noten . . . . . 8120
Reichsbank=Diskonto . . .
Reichsbank=Lombard 3sf.
ſchreibt:
Ein bekannter Dervenarzt „Ich habe
mät Rotuſin — Roths Nährmalz Kakao — gute Erfolge
liiielt; beſonders hervorzuheben ſind: Gewichtszunahme,
Umnregung des Appetits, keinerlei verſtopfende Wirkung,
Hebung des allgemeinen Kräftezuſtandes.”
In allen Apotheken das Pfd. zu Mk. 1.60 zu haben.
Jedes Paket enthält ärztliche Gutachten. (II,2893
Vorträge.
G. Vortrag von Profeſſor D. Bachmann
auf Dunkmanns ſtark beſuchte Vorträge über den „
Leben=
hgen Gott” und „Jeſus” folgte, gleichfalls vor einer ſehr
ſchlreichen Zuhörerſchaft, am 26. Januar im „
Mathilden=
lhſaale” der Vortrag von Profeſſor D. Bachmann aus
Erlangen über das Thema: „Das moderne Welt=
Id und der Wunderglaube‟.
Sind auch die Wunder der Bibel, ſo begann der
ſiedner, von denen zu Lourdes und manchen anderen in
ſſer katholiſchen Kirche vielfach angenommenen weſentlich
harſchieden, ſo ſind doch auch ſie nach der gewöhnlichen
aeinung mit dem modernen Weltbild nicht vereinbar;
ſar Glaube an ſie ſteht zu der ſtrengen, durch mathematiſche
Berechnungen und Formeln feſtſtellbaren Regelmäßigkeit,
vi e ſie die neuere Forſchung überall in der Natur gefunden
ſſat, ſcheinbar in einem unverſöhnlichen Gegenſatz. Aber
lſſieſe großartige, unverbrüchliche Geſetzmäßigkeit, die in
her Sinnenwelt zutage tritt, darf doch nicht ohne weiteres
luff das Geiſtesleben und beſonders nicht auf die Tätigkeit
ſes Willens übertragen werden. Dagegen empört ſich
hie Menſchenſeele, die nach Freiheit lechzt und ſich nach der
dutrchbrechung ſolcher Schranken durch ein Wunder ſehnt.
deer bibliſche Wunderglaube bietet unzweifelhaft gewiſſe
zchwierigkeiten. Mag man darum immerhin an
ein=
ſernen Wundererzählungen Kritik üben. Aber die Wunder
ſiverhaupt aufgeben, das hieße die Bibel, ja das hieße
Kioriſtus ſelbſt aufgeben. Die Wunder, welche die ganze
elbel durchziehen, zerfallen im weſentlichen in zwei Arten:
Wunder der Lebensrettung und =erhaltung,
lnd 2. Wunder der Inſpiration wie ſie den
Pro=
leeten verliehen war. Beide Arten finden ſich und gipfeln
n Chriſtus; die erſte in ſeiner Auferſtehung, die zweite
n ſeiner Geburt aus dem Gottesgeiſte. Wohl iſt die
An=
ſſart von der in der Welt vorhandenen ſtrengen Ordnung
lund Geſetzmäßigkeit feſtzuhalten. Hängt doch hiervon die
kelterkenntnis und die Weltbeherrſchung, zu der der
Neenſch beſtimmt iſt, ab. Aber der bibliſche
Wun=
erglaube wird dadurch in Wahrheit nicht
be=
ührt, ja die ihm zugrunde liegende
Weltan=
ſchrauung wird durch manche Ergebniſſe der
moder=
em Naturforſchung ſogar beſtätigt. So erſcheint in dem
nadernen Weltbilde die Erde gewiß als eines der
winzig=
dem Stäubchen, die in dem ungeheueren Weltraum
ſchwe=
ſem. Und doch hat, ſoweit unſere Kenntnis reicht, kein
Underer Weltkörper menſchliches oder ein dem menſchlichen
Ulmliches Leben aufzuweiſen. Spricht das nicht für die
litzigartige, wunderbare Stellung, die die Bibel dem
enſchen anweiſt? In ſeinem Inneren findet — das
haun keine Naturwiſſenſchaft leugnen — der Menſch ein
llont den Naturgeſetzen verſchiedenes Geſetz, das ihn das
ßute tun und das Böſe meiden heißt und deſſen
eigen=
billlige Uebertretung durch inneren Unfrieden gebüßt wird;
in Geſetz, das nur von einer höheren Macht, von dem
ebendigen Gott, herrühren kann.
So iſt der Menſch ein Bürger zweier Welten, der
ſinn=
ſſch wahrnehmbaren und der Welt des Geiſtes und der
teiheit. Mögen heutzutage äußere Wunder nicht mehr
kichht vorkommen — wie ſie auch früher nach dem Zeugnis
lle: Bibel ſelber nur in gewiſſen Zeiten und beſonders an
ſpichtigen Wendepunkten der religiöſen Entwicklung
ſtatt=
ſjeitunden haben —, ſo können doch auch wir in unſerem
nneren die wunderbare Erfahrung des lebendigen
Gottes machen. Und welches Wunder, daß, wie wir dann
erkennen, die Welt ſein Werk, das Werk ſeiner Liebe iſt,
die ſie fortwährend noch erhält und leitet! Dadurch erſt
kommt Zuſammenhang und Folgerichtigkeit in alles. Auch
die Wunder der Bibel ſind nicht willkürlich und ohne
Zu=
ſammenhang. Sie gipfeln in Chriſtus, deſſen Erſcheinen
ſie vorbereiten oder zur Vorausſetzung haben. Sie müſſen
ach Gottes Willen dazu dienen, eine neue Welt in die alte
hineinzubauen. Chriſtus iſt das Zentralwunder. In dem
Wunder der Sündenvergebung, das wir ſelbſt erleben
können, liegt ein Doppeltes: Gott beſchuldigt uns und
ſpricht uns frei. Von dieſem Wunder aus lernen wir alle
anderen begreifen.
Möge dieſer Vortrag wie die früheren den Beſuchern
Segen bringen! Das war der Wunſch, womit der
Vor=
ſitzende der Kirchlich=poſitiven Vereinigung in
Darm=
ſtadt, nachdem er dem Redner den warmen Dank der
Ver=
ſammlung ausgeſprochen hatte, den Vortragszyklus
ſchloß.
— Die religiöſe Revolution in China,
ſo lautete das Thema, über das am Dienstag abend im
Frauenverein der Johannesgemeinde vor einer trotz des
ſchlechten Wetters recht ſtattlichen Zuhörerſchar Herr
Pfar=
rer Liz. Lueken aus Frankfurt a. M. ſprach. Er führte
etwa folgendes aus: Neben der politiſchen Revolution, die
China ſeit zwei Jahren von Grund aus umgewandelt und
aus einem alteingeſeſſenen Kaiſerreich eine Republik
ge=
macht hat, geht eine radikale Bewegung auf religiöſem
Gebiet. Eine Götterdämmerung iſt angebrochen. Die alten
Götterbilder werden zu Tauſenden mit Spießen vernichtet,
nachdem ihnen in feierlicher Gerichtsverhandlung das
Todesurteil geſprochen wurde. In Nanking ſind die
Stra=
ßen, ſo ſagt man, nie ſo gut im Stande geweſen, wie jetzt,
wo man ſie mit den Trümmern der Götterbilder gepflaſtert
habe. Zahlreiche Tempel ſind in Herbergen, Kaſernen,
Schulhäuſer und Regierungsgebäude umgewandelt.
Sämt=
liche buddhiſtiſche Nonnenklöſter ſind aufgehoben, die
Non=
nen ihren Familien zurückgegeben. Der Bezirk des
Him=
melsaltares zu Peking, dieſes berühmten
Nationalheilig=
tums, iſt in eine land= und forſtwirtſchaftliche
Verſuchs=
ſtation, die des gegenüberliegenden Ackerbautempels in eine
Zuchtfarm für Vieh umgewandelt. In der Republik China
iſt der Konfuzianismus als Staatsreligion
zuſammenge=
brochen. Denn er gipfelte in dem religiös verankerten
Kaiſertum. Die hl. Schriften des Konfuzianismus die
früher die Grundlage des geſamten Schulunterrichtes
bil=
deten, ſind vom Lehrplan der unteren und mittleren
Schu=
len abgeſetzt. Dies ſchroffe Vorgehen hat begreiflicherweiſe
eine Reaktion hervorgerufen, die Beibehaltung des
Kon=
fuzianismus als Staatsreligion auch der Republik
ver=
langt. Die Chriſten haben proteſtiert und verlangen völlige
Trennung von Staat und Religion.
Aus alledem geht hervor, daß jetzt für das größte
Reich der Erde eine entſcheidungsvolle Zeit gekommen iſt,
wie nie vorher. Wenn jetzt das Chriſtentum ſeinen
Ein=
fluß mit voller Kraft und Hingabe geltend macht, kann es
an Mſllionen herangebracht werden, zu denen der Zugang
ſeither verſchloſſen war. Eine große Zeit iſt deshalb für
die Miſſion gekommen, die nun an der Stelle des öden
Nihilismus und Materialismus die edle Pflanze
evan=
geliſcher Religiöſität und Sittlichkeit bauen und pflegen
möchte. Das kann ſie aber nur, wenn wir mit voller
Tat=
kraft ſie unterſtützen und ihr dauernd unſer Intereſſe
zu=
wenden. Ganz beſonders verdient das der Allgemeine
Evangeliſch=proteſtantiſche Miſſionsverein, der heute ſchon
unter den geiſtig führenden Männern Chinas eine Reihe
eifriger Freunde hat und mit hohem Verſtändnis das
gei=
ſtige Leben Chinas verfolgt und zu beeinfluſſen verſteht,
beſonders durch den Leiter ſeiner Arbeit für China, den
Miſſionar D. Wilhelm in Tſingtau, der in Anerkennung
ſeiner Leiſtungen für das Land vor einiger Zeit ſogar durch
die hohe Würde eines Mandarinen ausgezeichnet wurde.
Die intereſſanten Ausführungen des Redners wurden
dann noch durch eine Reihe prächtiger Lichtbilder
veran=
ſchaulicht, wobei ſich der neue, zum erſtenmal elektriſch
leuch=
tende Apparat gut bewährte: Den Dank der Verſammlung
ſprach der Vorſitzende, Pfarrer Marx, aus und wies auf
die ausgelegten Miſſionsſchriften des Allgemeinen
Evan=
geliſch=proteſtantiſchen Miſſionsvereins hin, von denen eine
größere Anzahl durch einige junge Damen verkauft wurden.
Sport, Spiel und Turnen.
Radſport. Fußtour des Gau 9 D. R.=B.
Sonn=
tag, 1. Februar, findet die zweite und letzte diesjährige
Fußtour des Gau 9 des Deutſchen Radfahrer=Bundes in
den Speſſart ſtatt. Treffpunkt für alle Teilnehmer am
Bahnhof in Klein=Oſtheim, von da Wanderung durch das
Steinbacher Tal-Oberafferbach (Frühſtück) —Goldbach nach
Aſchaffenburg, daſelbſt Mittageſſen im Reſtaurant „Zum
neuen Hopfengarten”.
sr. 20. Deutſche Geweih=Ausſtellung. Die in dieſem
Jahre nicht in der Ausſtellungshalle am Zoologiſchen
Garten, ſondern im Bureauhauſe „Am Karlsbad” Nr. 16
zu Berlin veranſtaltete 20. Deutſche Geweih=Ausſtellung
wurde am Dienstag eröffnet. Die Ausſtellung iſt wieder
reich beſchickt, aber die Räumlichkeiten erweiſen ſich als
etwas zu klein, ſo daß die Trophäen zu dicht
aneinander=
geſtellt werden mußten, wodurch der Geſamteindruck etwas
leidet und manches ſchöne Stück nicht voll zur Geltung
kommt. Ausgeſtellt ſind nicht allein die im Jahre 1913 von
deutſchen Jägern erlegten Trophäen, ſondern auch ſolche,
die in den letzten 10 Jahren durch Becher oder Schilde
aus=
gezeichnet worden ſind. Im ganzen ſind 657 Rehkronen,
328 Rothirſchgeweihe, 69 Damſchaufler, 64 Gemskrickel,
7 Elchſchaufler und eine Anzahl exotiſcher Trophäen
vor=
handen. Der Kaiſer=Becher für das beſte Rothirſchgeweih
aus freier Wildbahn fiel an den Großherzog von
Mecklen=
burg=Schwerin, für einen in der Oberförſterei Wabel in
Mecklenburg=Schwerin erlegten 20=Ender. Den Kaiſe))=
Becher für das beſte Geweih aus eingefriedigter Wildbahn
echielt der Kaiſer für einen beim Fürſt von Pleß in
Ober=
ſchleſien erlegten ungeraden 26=Ender. Das Geweih wiegt
22 Pfund. Den Ausſtellungsbecher bekam Fürſt zu
Schaumburg Lippe für einen in Schaumburg=Lippe
ge=
ſchoſſenen ungeraden 26=Ender. Unter den Rehkronen
be=
finden ſich viele Prachtſtücke und ſeltene Abnormitäten. Mit
dem erſten Schilde ausgezeichnet wurde ein von
Guts=
beſitzer Stade=Pommern ausgeſtelltes 31 Zentimeter hohes
Sechſergehörn. Der zweite Schild fiel an Kommerzienrat
Trettau für ein in Schleſien erbeutetes ſtarkes geperltes
Gehörn im Gewicht von 570 Gramm. Unter den
Elch=
chauflern iſt ein vom Fürſten zu Fürſtenberg ausgeſtellter
22=Ender das impoſanteſte Stück. Den erſten Schild für
Damſchaufler bekam Graf Hahn und den für Gemskrickel
Graf Bernhard zu Stolberg=Stolberg. Aufſehen erregt
noch das ſehr gut erhaltene Geweih eines Rieſenhirſches,
das in den Hochmoren Irlands aus dem Torf ausgegraben
wurde, und ſich im Beſitz des Kaiſers befindet. Die breiten
Stangenſchaufeln beſitzen eine Auslage von 3,30 Meter,
Am Eröffnungstage wurde die Ausſtellung u. a. vom
König von Sachſen, Kronprinz und Kronprinzeſſin,
Groß=
herzog von Mecklenburg=Schwerin, Herzog Ernſt Günther
von Schleswig=Holſtein, Prinz Adalbert, Großherzog von
Sachſen=Weimar Fürſt zu Waldeck=Pyrmont, Herzog
von Sachſen=Altenburg, Prinz Friedrich Wilhelm von
Preußen, Herzog Ernſt Auguſt von Braunſchweig=Lüneburg
beſucht, während der Kaiſer ſchon am Tage vorher eine
Beſichtigung vorgenommen hatte.
Leſe= und Bücherhalle, Luiſenſtraße 20. Geöffnet
an Wochentagen von 10—2 und 6—½10 Uhr, Sonntags
von 11—1 und 5—9 Uhr. Bücherausgabe an allen
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Bin ſehr erſtaunt über den koloſſalen Erfolg, wofür ich
Ihnen meinenherzl. Dank ausſpreche, und möchte Sie
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Für die Zuſendung Ihres „Tadellos” beſtens dankend,
erſuche ich um noch 3 Doſen. Die Kur wirkt
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ſowie den Behörden zur gefl. Kenntnis, daß ich
meine Kunſtſchmiede um allen Anforderungen
gerecht zu werden, vergrößert und nach
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(früh. Maſchinenfabrik Anton) verlegt habe. Ich bitte
mir das ſeither entgegengebrachte Wohlwollen und
Vertrauen auch fernerhin bewahren zu wollen.
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Hochachtungsvoll Fritz Oerterer.
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Anfang 8 Uhr
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Verein fürVerbreitungvanVolksbildung.
Donnerstag, den 29. Januar 1914, abends 8¼ Uhr
im Kaiſerſaal, Grafenſtraße
Vortrag
des Herrn Dr. med. et phil. M. Kranz=Buſch,
Wiesbaden:
„Bedeutung, Wesen und historische
Elhchiens der ſenehen
Keantmnſte=
mit Vorführung von Lichtbildern
(ein Gang durch die ſtenographiſchen Jahrhunderte).
Eintrittskarten zu 30 Pfg., für Mitglieder, angeſchloſſene
Vereine und Schüler zu 20 Pfg. am Verkehrsbureau und bei
J. Mylins, Herdweg 2.
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Torischritche Volspartel.
Einladung
zu dem am
Samstag, den 31. Januar 1914, abends 8 Uhr,
im Kaiſerſaal, Grafenſtraße, ſtattfindenden
Familien=Abend
verbunden mit Theater, Geſangs= und Muſikvorträgen.
Wir geſtatten uns, unſere Freunde, Mitglieder und deren
An=
gehörige zu recht zahlreichem Beſuch einzuladen und zu bitten, die
für die Tombola beſtimmten Gegenſtände auf dem Sekretariat,
Bleichſtraße 24, abgeben zu wollen.
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Der Vorstand.
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Samstag, den 31. Januar
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wozu freundlichſt einladet
Fr. Mund.
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Samstag, den 31. Januar
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Richard Wagner-vercm Darmstadt.
Dienstag. den 3. Februar 1914, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde
Sechstes Konzert
Meininger Hofkapelle
unter Leitung von Generalmusikdirektor
Dr. Max Reger.
Programm: 1. Symphonie Nr. 35 in D-dur von Mozart.
2. Siegfried-Idyil von Richard Wagner. 3. Vier Tondichtungen
für grosses Orchester nach Arnold Böcklin, ov. 128 von Max
Reger (zum ersten Male.) 4. Symphonie Nr. 5 in C-moll von
Beethoren.
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Numerierter Balkon zu 3.50 Mk. und Galeriekarten zu 2 Mk.
bei Heinrich Arnold u. abends an der Kasse. (Die städtische
Billettsteuer wird von der Vereinskasse getragen). —
Beitritts=
erklärungen für das am 1. Januar begonnene neue
Ver-
einsjahr, die noch vor dem obigen Konzert erfolgen,
berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der
Jahres-
beitrag beträgt 12 Mk.
(3108
Der Vorstand.
im Vortragsſal —
Biblischer Vorlrag Neckarſtraße 22, Hths.,
Freitag, den 30. Jan., 8½ Uhr abends. Thema:
Was iſt Wahrheit?
Eintritt frei!
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Jedermann iſt freundlichſt eingeladen!
R. WERNER.
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Kaffee=Konzert
im Hotel „Hess‟.
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Dienstag= und Mittwoch=Abend frei
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(Zweigverein Darmstadt)
Sonntag, I. Febr.:
11. Wanderung.
Darmstadt-Ob.-Ramstadt-
Lichtenberz-Gr.-Bieberau.
5 Stunden.
Abmarsch vorm. ½9 Uhr vom
Ost-
bahnhof. Rückk. 87 Uhr abends.
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Nächsten Freltag: Bierabend
in der Brauerei Fay (Gartensaal).
Besprechung des Wanderplans für 1914/15.
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29. Januar
und folgende Tage:
Der letzte Schlager des
Walden-Ensembles:
Die Tango-Tanz-Posse
„Nu schlägt’s 13½
in 3 Akten
von Max Walden und
Hugo Busse.
Eine Lachbombe. 2
Im f. Alt. (9ne
der Original-Tango
getanzt v. Resi Krizek und
Heinz Oehlerking
sowie gr. Tango-Finale,
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Donnerstag, den 29. Januar 1914
100. Abonnem.=Vorſtellung. C 25.
Grillparzer-Zyklus.
Dritter Abend.
Neu einſtudiert:
Sappho.
Dramatiſches Gedicht in 5 Auff
zügen von Franz Grillparzer.
Spielliter: Heinrich Hacker.
Perſonen:
.Herta Alſen
Sappho .
. Kurt Ehrle
Phaon
Eucharis Dienerinnen Sophie Doſtal=
Melitta Sapphos Eliſabeth Horn
. Johs. Heinz
Rhamnes
Auguſt Kräger=
Ein Hirte
Ein alter Land=
. Adolf Klotz
mann .
Krank: Annemarie Liſchke=
Preiſe der Plätze (Klein=
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihn
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
teire: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumslogs
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ, Bal”
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ.
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 (5
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der Tagz;
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginſ=”
der Vorſtellung; im Verkehrsbüre
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhn
bis kurz vor Beginn der Vorol
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1552.)
Anf. 7½ Uhr. Ende nach 9½ Uhn
Vorverkauf f. die Vorſtellungen=
Freitag, 30. Jan. 101. Ab.=Vſt=
D 26. „Rigoletto” Gewöhnll
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 31. Jan. (Kein
Vorſtellung.)
Sonntag, 1. Febr. 102. Ab.=Vſtz.
B 25. Neu einſtudiert: „Den
Opernball”. Gewöhnl. Preiſe=
Anfang 7 Uhr.
Montag, 2. Febr. Außer Ab
24. Volksvorſtellung zu ermäßigten,
Preiſen. „Die ſpaniſche Fliege.
Anfang 7½ Uhr. Vorverkauf
bi=
einſchl. Montag, 2. Febr., im
Ver=
kehrsbüro (Ernſt=Ludwigsplatz))
Verkauf der etwa noch vorhantd
Karten am Tage der Vorſtellung
auch an der Tageskaſſe im Hoff
theater zu den übl. Kaſſeſtundem
Aus dem Spielplan.
Dientag, 3. Febr. 103. Ab.=Vſt
A27. Der
Feldherrn=
hügel.‟ Gewöhnl. Preiſe. A
fang 7½ Uhr.