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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Großherzog wird ſich wegen Erkrankung des
Prinzen Ludwig an Scharlach zu Kaiſers Geburtstag
nicht nach Berlin begeben.
*=
Der griechiſche Miniſterpräſident Venizelos iſt geſtern
morgen 8 Uhr 10 Minuten mit dem Norderpreß in
Berlin eingetroffen und wurde von dem griechiſchen
Geſandten und dem Geſandtſchaftsperſonal empfangen.
Fürſt Lichnowsky und Gemahlin begeben ſich als
Gäſte des engliſchen Königspaares zu
einem mehrtägigen Beſuche auf Schloß Windfor.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Dem Kaiſer!
*⁎* Der Kaiſer vollendet heute das 55. Lebensjahr
und mit den deutſchen Fürſten vereinigt ſich auch das
heutſche Volk in herzlichen und aufrichtigen Wünſchen für
den Herrſcher, deſſen Handlungen in allen Dingen von
dem ernſten und tiefen Gefühl der Verantwortlichkeit
ge=
leitet werden. Das verfloſſene Lebensjahr war für den
Kaiſer außerordentlich bedeutungsvoll. Stand es doch
unter der Einwirkung der Hundertjahrfeiern, an denen
ter Monarch naturgemäß den regſten Anteil nahm und
die ihn zu einer Reihe wichtiger und eindrucksvoller
Agundgebungen vpranlaßten. Für ihn perſönlich hatte
ſſdas Jahr aber noch eine weitere Bedeutung, weil es das
URegierungsjubiläum brachte mit all den Tauſenden
Be=
lheiſen der Liebe und Treue, die bis in die breiteſten
Schichten des Volkes hinein dem Kaiſer gewidmet
wur=
orn. Die materiellen Beweiſe dieſer Anhänglichkeit ſind
aher dem Volke in Geſtalt zahlreicher Stiftungen wieder
Uugute gekommen, und auch die umfaſſende Amneſtie, die
par Kaiſer an ſeinem Jubiläumstage erließ, hat viel
Se=
tem verbreitet, manchen Schmerz geſtillt oder gelindert.
lUnd noch ein drittes brachte das Jahr dem Kaiſer: die
vermählung ſeiner einzigen Tochter und in Verbindung
ſhemit die Ausſöhnung mit dem Welfenhauſe, die wieder
ie Erledigung der braunſchweigiſchen Thronfolgefrage,
ie Löſung eines Problems im Gefolge hatte, die dem
inneren Frieden im Reiche hoffentlich gute Dienſte leiſten
Avird.
An der Aufgabe, den Weltfrieden zu ſichern, hat der
Ukaiſer im Verein mit ſeinen Verbündeten im verfloſſenen
jehhre eifrig zu wirken Gelegenheit gehabt, und damit
leinen Ruf als Friedensfürſt weiter befeſtigen
können=
enn in den ſchweren europäiſchen Konflikten der
jüng=
ſer Vergangenheit der Friede aufrecht erhalten wurde,
Ab äſt das nicht zum geringſten unſerem Kaiſer zu danken,
r ſeine perſönlichen Freundſchaftsbeziehungen zu den
Inieren Monarchen, namentlich auch zum Zaren, in den
lianſt des Friedens ſtellte und wiederum bekundete, was
von dem Monarchenveruf einmal ſagte, der ſeiner
An=
ſche nach darin beſtände, die Völker ſo weit wie möglich
Auf friedlichem Wege vorwärts zu bringen und zur Blüte
Imneorzuführen.
Iſt es da ein Wunder, daß ſelbſt im heftigſten Streite
r Tagesmeinungen und der ſchroffen Kämpfe, die na=
Ienstlich auch in letzter Zeit wieder an der Einigkeit
un=
ſires Volkes rüttelten, letzteres der Perſon des Kaiſers
Ullees Vertrauen entgegenbringt und zu ihm aufſchaut
zu dem Hort der friedlichen Entwickelung der
gei=
gan und materiellen Güter unſerer Nation? In Nord
d Süd unſeres großen Vaterlandes geht denn auch am
ſſunigen Tage von Mund zu Mund der innigſte Wunſch
das Wohlergehen des Herrſchers des Deutſchen Reichs:
t ſegne den Kaiſer!
Meitere franzöſiſche Rüſtungen.
— Obwohl erſt wenige Monate ins Land gegangen
ſd, daß in Frankreich die letzte große Heeresvorlage
Förgebracht wurde, in deren Ausführung man noch im
Poriff iſt, kommt von der Seine her Kunde, daß in der
ſſmmer neue Heereskredite in beträchtlicher Höhe
gefor=
ttwerden ſollen. So ſehr überraſchend kam das nicht,
An auch wir in Deutſchland haben ja mehr wie einmal
Erfahrung gemacht, daß bei Militärvorlagen immer
Pder ſich ein hinkender Bote einſtellte, in der Geſtalt
von Nachtragsforderungen, indem ſich bei der
Durchfüh=
rung herausſtellte, daß hier und da noch Lücken vorhanden
ſind, die der Ausfüllung bedürfen. So auch in Frankreich.
In der Kammer iſt, wie gemeldet, jetzt der bereits vor
einiger Zeit angekündigte Geſetzentwurf eingebracht
wor=
den, der ſowohl die einmaligen Ausgaben für die
Ein=
führung der dreijährigen Dienſtzeit enthält, aber auch
Ausgaben für die Beſchleunigung der die
Nationalver=
teidigung betreffenden Arbeiten; auch eine Verbeſſerung
des Materials, namentlich der Feſtungswerke und der
Truppenübungsplätze, iſt vorgeſehen. Der für das Jahr
1913 feſtgeſetzte Betrag beziffert ſich auf mehr, als 300
Millionen Mark, während die Sonderausgaben für 1914
mit nicht weniger als 487 Millionen angeſetzt worden
ſind, wovon auf die Bewaffnung ungefähr die Hälfte
entfällt, während die übrige Summe für andere Zwecke
verwandt werden ſoll. Im Marineetat ſind für die
ein=
maligen Ausgaben über 135 Millionen ausgeſetzt, u. a.
ſollen drei Aufklärungsſchiffe gebaut werden, und des
weiteren verlangt man 30 Millionen Francs für die
Or=
ganiſation der Marineluftſchiffahrt.
Das ſind recht reſpektable Summen, die zweifellos
im großen und ganzen von Kammer und Senat
ange=
nommen werden dürften. Nun aber fragt ſich, wo man
die Deckung hernehmen ſoll, denn für 1913 und 1914
be=
laufen ſich dieſe Ausgaben auf nicht weniger als 924
Mil=
lionen Francs. Hierüber ſchweigt ſich der Entwurf
be=
zeichnenderweiſe völlig aus, weil man wohl im Schoße
der Regierung ſelber noch nicht recht weiß, woher man
das Geld nehmen ſoll. Den Miniſtern mag in ihrer
Haut nicht ganz wohl ſein, denn es wäre nicht
ausge=
ſchloſſen, daß auch ſie über dieſe Frage ſtolpern, genau
wie das vorangegangene Kabinett.
Deutſches Feick.
Bayern und der Reichskanzler. Die
Korreſpondenz Hoffmann meldet: Auf ein von dem
Mi=
niſterpräſidenten an den Reichskanzler gerichtetes
Tele=
gramm, in dem dieſer den Dank der bayeriſchen Regierung
dafür ausſprach, daß der Reichskanzler in der Sitzung des
Reichstages vom 23. Januar ſo entſchieden die Ehre der
bayeriſchen Armee wahrte, lief folgendes
Antworttele=
gramm ein: Eurer Exzellenz danke ich verbindlichſt für
Ihr geſtriges Telegramm. Es iſt mir eine Freude
ge=
weſen, für die Ehre der bayeriſchen Armee einzutreten, und
ich hoffe, daß nunmehr die ſo bedauerlichen Folgen der
mißverſtändlichen Aeußerung des Generals von Kracht
be=
ſeitigt ſind. Bethmann Hollweg.
— Venizelos in Berlin. Der griechiſche
Mi=
niſterpräſident Venizelos begab ſich nach ſeiner Ankunft in
Berlin zur Meldung bei der Königin Sophie von
Grie=
chenland und dann nach dem Auswärtigen Amt, wo er
vom Staatsſekretär von Jagow empfangen wurde, mit
dem er eine längere Unterredung hatte. Ueber die
Ab=
reiſe ſteht noch nichts Definitives feſt. Sie erfolgt erſt am
Mittwoch oder Donnerstag morgen. Es ſteht auch noch
nicht feſt, ob Venizelos ſich zunächſt nach Wien oder nach
Petersburg begeben wird. Es iſt darüber ein
umfang=
reicher Depeſchenwechſel zwiſchen Venizelos und der
Re=
gierung in Athen, ſowie den Kanzleien in Wien und
Pe=
tersburg im Gange.
. Die franzöſiſche Preſſe über die
Zaberndebatte. Der Eindruck von der letzten
Zabern=Debatte im Reichstag ſpiegelt ſich in langen
Be=
richten in den franzöſiſchen Blättern wider, die faſt
ſämt=
lich von einer Niederlage der Oppoſition und einem
Sieg der Regierung ſprechen. Der Temps kommt zu dem
Ergebnis, daß, wenn man auch dem Reichstage für
Deutſchland neue Verordnungen verſpreche, man Elſaß=
Lothringen doch der Willkür überlaſſen und der Reichstag
nichts dazu ſagen werde. Das Journal des Débats ſtellt
aus dem Verlauf der Debatte feſt, daß „vom Norden
bis zum Süden und vom Oſten bis zum Weſten
des Reichs trotz aller Unterſchiede des Temperaments
und der partikulariſtiſchen Tendenzen in gewiſſen Gebieten
das Reichsgefühl über alle Einzelkritik vorwiegt, und es
genügt, zu behaupten, daß das Reich und das Heer
be=
droht ſind, um alle Parteien, mit Ausnahme der
Sozia=
liſten, zu einem feſten Block zu vereinigen”. Wenn man
in Frankreich dieſe Feſtſtellung beherzigte, ſo wäre das
von großem Nutzen für das franzöſiſche Volk ſelbſt. Es
würde dadurch vor gefährlichen Enttäuſchungen bewahrt
bleiben, die ihm aus den Vorgängen von Zabern der
Chauvinismus bereits einzugeben ſucht, indem er ihm
Deutſchland ſo vorſtellt, als ob es aus dem Gegenſatz
ſei=
nes militäriſchen und bürgerlichen Geiſtes über kurz oder
lang ſicher auseinanderfallen werde.
Zur chriſtlichen
Gewerkſchaftsbe=
wegung. Graf von Oppersdorff veröffentlicht in einer
Zuſchrift „Klarheit und Wahrheit” einen intereſſanten
Briefwechſel, den er mit dem Kardinal Kopp, dem
Fürſt=
biſchof von Breslau, in der Frage der chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften geführt hat. Kardinal Kopp, der ausdrücklich den
Grafen Oppersdorff zur Veröffentlichung ermächtigt hat,
erklärt, daß er ſeine Zuſtimmung zu der Erläuterung der
päpſtlichen Enzyklika, die Biſchof Schulte von Paderborn
auf dem Eſſener Gewerkſchaftskongreß gegeben hat, in
einem Schreiben an den Paderborner Biſchof vom 1.
De=
zember 1912 zurückgenommen habe, da die Führer der
chriſtlichen Gewerkſchaften ſich ſchroff ablehnend verhalten
hätten. Auch der Verlauf des eben beendeten Prozeſſes
der chriſtlichen Gewerkſchaften gegen die
ſozialdemokrati=
ſchen Redakteure habe ihn in ſeinem Urteil noch beſtärkt.
Die Ausführungen des Kardinal=Fürſtbiſchofs Kopp
wer=
den nicht verfehlen, in der Gewerkſchaftsbewegung das
größte Aufſehen zu erregen.
Der erſte Aerztekrieg. Nun iſt es in
Braunſchweig, wo, wie bereits gemeldet, die
Verhand=
lungen zwiſchen Aerzten und Krankenkaſſen geſcheitert
waren, zum offenen Kriegszuſtand gekommen. Wie ein
Blatt meldet, iſt dort in aller Form der Aerzteſtreik
prokla=
miert worden. Sämtliche dem Leipziger Verbande
an=
gehörenden Aezte ſind in den Streik getreten und
behan=
deln keinen Angehörigen der Krankenkaſſen mehr. Da
die Kaſſen nicht genügend Aerzte zur Verfügung haben,
die dem Leipziger Verband nicht angeſchloſſen ſind, ſo
ſind ſie ſehr in Verlegenheit. Augenblicklich praktizieren
in Braunſchweig von freien Aerzten nur drei, die
natür=
lich nicht ausreichen. Das Oberverſicherungsamt hat an
die herzogliche Regierung das dringende Erſuchen geſtellt,
eine Einigung zwiſchen dem Aerzteverband und den
Krankenkaſſen herbeizuführen, oder den Krankenkaſſen
auf=
zugeben, bis zu dieſem Termin die erforderlichen zwölf
Aerzte einzuſtellen. Das Oberverſicherungsamt
begrün=
det dieſen Antrag damit, daß infolge ſehlender
ausreichen=
der ärztlicher Verſorgung die Zahl der Halb= und
Ganz=
invaliden unverhältnismäßig hoch werden dürfte, weil
eine individuelle Behandlung bei der geringen
Aerzte=
zahl vollſtändig unmöglich ſei.
— Schutz der Arbeitswilligen. Der
Na=
tionalliberale Verein in Nürnberg nahm nach einem
Vortrag des Syndikus Dr. Kuhlo (München) eine
Ent=
ſchließung an, die einen ausgiebigen und nachhaltigen
Schutz der Arbeitswilligen insbeſondere gegen
Behelli=
gungen und Verfolgungen durch Streikpoſten durch
ſchär=
fere Schutzbeſtimmungen im neuen Strafgeſetzbuch fordert,
da die beſtehenden Beſtimmungen nicht genügten. Der
Verein bekennt ſich zugleich als Anhänger des
Koalitions=
rechtes und als Gegner von Ausnahmegeſetzen; er
ver=
wirft dagegen den Koalitionszwang.
Ausland.
Die neue Vermögensſteuer. Der
Finanz=
miniſter hat, wie gemeldet, in der Kammer den Entwurf
der neuen Vermögensſteuer auf den beweglichen und
un=
beweglichen Beſitz eingebracht, die bekanntlich dazu
be=
ſtimmt iſt, einen Teil der Mehrausgaben des Budgets zu
decken, die durch die dreijährige Dienſtzeit verurſacht
wor=
den ſind.
Nach dem Wortlaut des Entwurfs iſt der Steuer
unter=
worfen „jede Perſon, Franzoſe oder Ausländer, der
ſei=
nen gewohnten Wohnſitz in Frankreich hat, und zwar auf
den geſamten Betrag ſeines beweglichen und
unbeweg=
lichen Vermögens, unter Abzug der Schulden und mit
Ausnahme nur der Gebrauchs= und unbeweglichen Güter,
die er im Auslande beſitzt” Ebenſo iſt „jeder Franzoſe
oder Ausländer, der, ohne ſeinen gewohnten Wohnſitz in
Frankreich zu haben, bewegliche oder unbewegliche Güter
beſitzt, deren Anlage ſich in Frankreich befindet, der Steuer
auf ſein Vermögen unterworfen zum Betrag des
Bruch=
teils, den dieſe Güter von ſeinem Vermögen ausmachen”.
Von den Vermögensgemeinſchaften ſind der Steuer
un=
terworſen die Vereine von nicht anerkannter öffentlicher
Nützlichkeit, die franzöſiſchen Aktiengeſellſchaften, ſowie die
ausländiſchen Geſellſchaften jeder Art. Das ſteuerpflichtige
Vermögen der franzöſiſchen Aktiengeſellſchaften wird
be=
ſtimmt unter Abzug ihres Aktienwertes und ihrer
Gewinn=
anteile. Wie früher ſchon mitgeteilt, ſind dieienigen
Ver=
mögen ſteuerfrei, die nach Abzug von 300 Fraues für jede
der= Unterhaltungspflicht des Steuerpflichtigen
anheim=
fallende Perſon weniger als 30000 Fraues betragen. Der
dieſen Betrag überſteigende Teil der Vermögen wird nach
den obigen geſetzlichen Abzügen einer ſtufenweiſe anſtei=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblait, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Nummer 27.
genden Beſteuerung unterworfen, der als Berechnung der
Satz von 2,50 Francs auf je 1000 Francs zugrunde gelegt
iſt, mit Abſchwachungen für die unteren Stufen. Die
Feſt=
ſtellung des Vermögens erfolgt auf Grund der eigenen
Vermogensangabe durch die Steuerpflichtigen. Dieſe
An=
gabe muß den Geſamtbetrag durch Einzelheiten über die
Zuſammenſetzung der Schulden uſw. erläutern. Die
Ver=
mögensangabe gilt für fünf Jahre und muß dann
er=
neuert werden. Im Grundſatz ſollen dieſe Angaben des
Steuerpflichtigen der Steuerverwaltung zur Grundlage
dienen; falls jedoch anderweite Auskünfte der
Steuerbe=
hörde die eigene Vermögensangabe als ungenügend
dar=
tun, ſo hat ſie das Recht, einen entſprechend höheren
Steuerbetrag anzuſetzen. Die Gerichte entſcheiden, wenn
dieſe Einſchatzung durch den Steuerpflichtigen beſtritten
wird. Neu für Frankreich iſt der Erklärungszwang, dem
man bisher aus dem Wege gegangen iſt. Man iſt
ge=
ſpannt, wie die Kammern und das Volk die Vermögens=
und Einkommenſteuer nach preußiſchem Muſter aufnehmen
werden.
Marokkaniſches. Der Bericht des Deputierten
Long über die marokkaniſche Anleihe, der in der
Kam=
mer zur Verteilung gelangen wird, tritt dafür ein, daß
Rabat nur vorübergehend den Sitz der
Generalreſident=
ſchaft von Marokko bilden möge. Rabat biete im Falle
von europäiſchen Verwickelungen und eines allgemeinen
Aufſtandes in Marokko gegenwärtig zwar eine größere
militäriſche Sicherheit und eine beſſere Verbindung mit
dem Mutterlande, aber ſobald die Verbindung mit
Alge=
rien eine vollendete Tatſache und der Schienenweg von
Oran bis Fez verlängert ſei, werde Fez weit mehr als
Rabat den Schlußſtein der Herrſchaft und Sicherheit
Frankreichs in Marokko bilden.
Rußland.
Hohe Ordensauszeichnung für
Del=
caſſs. Die ſonſt nur für Staatsoberhäupter beſtimmte
Verleihung des Andreas=Ordens an Delcaſſe erregt großes
Aufſehen. Augenblicklich beſitzen dieſen Orden nur Loubet,
Fallieres und Poincaré. Die Nowoje Wremja erblickt
in dieſer ungewöhnlichen Ehrung Delcaſſés eine offene
Kundgebung für den Dreiverband.
Griechenland.
Anleihe. In politiſchen Kreiſen erwartet man,
daß es Venizelos gelingen werde, in Berlin eine größere
Anleihe aufzunehmen. Auch der Finanzminiſter hat ſich
in dieſer Richtung geäußert.
Amerika.
Die chineſiſche Gefahr für Mexiko.
Ge=
neral Carranza erklärt in einem Erlaß die Chineſen für
eine Gefahr der mexikaniſchen Nation und verbietet ihre
Einwanderung in Mexiko, ausgenommen unter der
Be=
dingung, wie ſie das Ausſchließungsgeſetz der
Vereinig=
ten Staaten enthält. Die Chineſen, in deren Händen ſich
faſt alle kleineren Geſchäfte in Sonora befinden, wollen
bei dem chineſiſchen Geſandten in Waſhington Proteſt
er=
heben.
Japan.
Innere Kriſis? Die Times meldet aus Tokio
vom 25.: Der Prozeß Karl Richter ſcheint Tendenzen in
dem modernen Japan aufzudecken, gegen die nach
Auf=
faſſung vieler Japaner General Nogi durch ſeinen
Selbſt=
mord proteſtieren wollte. Inzwiſchen hat ſich der
Flot=
tenſkandal zu einer politiſchen Frage erſter Ordnung
ent=
wickelt und droht das Miniſterium zu ſtürzen. Der
Pre=
mierminiſter iſt bereits die Zielſcheibe bösartiger
An=
griffe in der gelben Preſſe und letztere hat zur Freude,
wenn nicht mit Unterſtützung des Choſchingeſchlechtes, das
die Armee beherrſcht, den Streit in das Parlament
getra=
gen. Es iſt eine Ironie des Schickſals, daß dieſer
Skan=
dal gerade in dem Augenblicke entſteht, wo die Flotte eine
neue Erweiterung ihres Programms fordert, hinter dem
ſie eingeſtandenermaßen noch ein größeres Programm in
Reſerve hat, das die Auſwendung von 750 Millionen für
einen Zeitraum von zehn Jahren verlangen würde. Was
die Times mit dieſen Erörterungen bezweckt, iſt vorerſt
nicht zu erkennen.
China.
Die Verfaſſungsänderung. Alle
Provin=
zen haben der Aenderung der Verfaſſung zugeſtimmt, die
dem Präſidenten die alleinige Verantwortung für die
Re=
gierung überträgt. Es iſt daher zu erwarten, daß die
Aenderung innerhalb zweier Monate durchgeführt wird.
Der Miniſterrat dürfte eine dem früheren Staatsrat der
Mandſchuzeit ähnliche Stellung erhalten. Halbamtlich wird
verſichert, Hſiunghſiling werde dann Finanzminiſter
blei=
ben. Das Unterkomitee des politiſchen Ausſchuſſes ſchlägt
vor, der Präſident ſolle ſich ſelbſt bei Darbringung des
Himmelsopfers die Krone aufs Haupt ſetzen und das
Opfer unter Kotau vollziehen.
* Aus Zabern. Das Zaberner Tageblatt
ver=
öffentlicht von dem in Zabern lebenden preußiſchen Major
a. D. Schäfer eine Zuſchrift, worin es heißt: „Montag,
den 12. ds. Mts., nachmittags gegen 2½ Uhr, wurde Herrn
Kreisdirektor Mahl in verſchloſſenem Briefumſchlag mein
Geſuch um einen Waffenſchein eingehändigt, ich brachte
auch zum Ausdruck, ich möchte das Erſcheinen in Uniform
vermeiden. Sonntag, den 18., hatte ein mir bis dahin
unbekannter Herr die Freundlichkeit, mir mitzuteilen, in
dem am 17. erſchienenen Zaberner Anzeiger ſeien der
In=
halt meines Geſuchs, ſowie deſſen abſchlägige Beſcheidung
bekannt gemacht und in der bekannten hetzeriſchen Weiſe
ausgeſchlachtet. Montag, den 19., nachmittags 4¾ Uhr,
erhielt ich dann den vorberegten Beſcheid der Kaiferlichen
Kreisdirektion, der vor dem 17. zu hetzeriſcher Betätigung
dem Zaberner Anzeiger zugeſtellt war, durch die Poſt, der
er, der Abſtempelung nach zu ſchließen, an dieſem Tage
übergeben worden war.”
* Der neue Sproß des Hauſes
Bona=
parte. Für die Bonapartiſten iſt die Ankunft eines
neuen „Prätendenten” natürlich ein großes Ereignis, das
ſie mit Jubel begrüßen, aber auch der glückliche Vater hat
allen Anlaß, ſich zu freuen, denn jetzt erſt eröffnet ſich
ſei=
ner Familie die Anwartſchaft auf das ſehr große
Ver=
mögen ſeiner Tante, der Kaiſerin Eugenie, die die
Erb=
folge der Familie ihrer Neffen von der Geburt eines neuen
Napoleoniden abhängig gemacht hat. Aus Paris wird der
Köln. Ztg zu der Geburt des napoleoniſchen
Stammhal=
ters geſchrieben: Die Nachricht, daß dem Prinzen und der
Prinzeſſin Viktor Napoleon ein Sohn geboren wurde, der
Erbe des napoleoniſchen Namens und alles deſſen, was
dieſer Name für den Bonapartismus in Frankreich
be=
deutet, iſt hier in den Kreiſen der Bonapartiſten mit
gro=
ßer Freude aufgenommen worden. Das hieſige „politiſche
Komitee für Volksabſtimmung” wie ſich der
Parteivor=
ſtand der Bonapartiſten nennt, hat ſogleich dem Prinzen
Viktor Glückwünſche geſandt, worin es den neuen
Napo=
leoniden als „die Hoffnung der franzöſiſchen Demokratie,
das Pfand der nationalen Größe und den Erben des
größ=
ten Namens für die Ehre des Vaterlandes” begrüßt. Der
Vorſitzende der bonapartiſtiſchen Ausſchüſſe des
Seine=
departements, de Provoſt Delaunay, erklärte, die ohnehin
ſchon ſo tätige bonapartiſtiſche Propaganda werde aus der
Geburt des Prinzen neue Stärkung ſchöpfen. Das
füh=
rende Organ der Bonapartiſten, die Autorité, verſteigt ſich
ſogar dazu, den Neugeboxenen mit einem Meſſias zu
ver=
gleichen, der Frankreich als die Hoffnung ſeiner Zukunft
erſcheine gerade in dem Augenblick, wo die am Ruder
be=
findliche Partei ihre Unfähigkeit, zu regieren, dartue. Bei
der Taufe des Prinzen werden Prinz Louis Bonaparte,
ruſſiſcher General, und die Königin=Witwe Marguerita von
Italien, Pate ſtehen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. Januar.
Die ſtaatliche Unterſtützung der Jugendpflege
in Heſſen.
Mit der für das Rechnungsjahr 1912 erſtmals
be=
willigten Staatsbeihilfe von 15000 Mark konnte nur eine
verhältnismäßig geringe Zahl von Geſuchen der dem
Jungdeutſchlandbund, den beiden konfeſſionellen
Verbän=
den und der deutſchen Turnerſchaft angeſchloſſenen Vereine
um Gewährung von Beihilfen, hauptſächlich zur Errichtung
von Spiel= und Sportplätzen und zur Anſchaffung der
er=
forderlichen Geräte, berückſichtigt werden. Der Ausbau
der Jugendpflege auf vaterländiſcher Grundlage bedarf in
den nächſten Jahren größerer Mittel, als der in den
Vor=
anſchlag von 1913 wieder eingeſtellten 15000 Mark jährlich,
wenn die berechtigten Wünſche der Jugendvereinigungen,
namentlich auf dem Lande, wo Turnplätze und =geräte noch
vielfach fehlen, tatkräftige Unterſtützung finden ſollen, und
wenn in der Pflege der ſchulentlaſſenen Jugend poſitive,
erſprießliche Arbeit geleiſtet werden ſoll. Deshalb ſoll die
Ausgabe für das Etatsjahr 1914 um 15000 Mark, alſo auf
30000 Mark, erhöht werden. Mit einer
Jahresbei=
hilfe von 30000 Mark hofft man jedoch in Zukunft der
Ju=
gendpflege ausreichend dienen zu können, ſo daß eine
wei=
tere Erhöhung dieſer Ausgabe in abſehbarer Zeit nicht zu
erwarten iſt.
Der Finanzausſchuß hat bekanntlich der Erhöhung
die=
ſer Summe zugeſtimmt. Nur ein Vertreter, der Abg.
Ulrich, proteſtierte dagegen. Die Sozialdemokratie hat
mehrfach auch im Plenum erklärt, daß ſie gegen jede
ſtaat=
liche Unterſtützung dieſer Beſtrebungen iſt, ſolange die
Un=
terſtützung nicht auch den ſozialdemokratiſchen
Jugendhe=
ſtrebungen zuteil wird. Miniſter von Hombergk zu Vach
hat mehrfach klar und beſtimmt verſichert, daß das aus
naheliegenden Gründen nicht geſchehen wird.
Die direkten Steuern Heſſens.
An direkten Steuern ſieht der Hauptvoranſchlag für
1914 vor:
Einkommenſteuer 15590000 Mk.
Vermögensſteuer 4800000 „
das ſind zuſammen 20 390000 Mk.
und gegen 1913 mehr 900000 Mark.
Nach den bisherigen Ergebniſſen der Veranlagung für
1914, die allerdings nur zum kleineren Teil abgeſchloſſen
iſt, und unter Berückſichtigung der dermaligen
wirtſchaft=
lichen Verhältniſſe darf erwartet werden, daß die
Haupt=
veranlagung für 1914 bei Anwendung der ſeit 1910
erhobenen und auch für 1914 vorzuſehenden Steuerſätze den
Betrag von
Einkom.=
Vermög.=
Steuer
Steuer
Mk.
Mk.
15090000 4750000
ergeben wird.
Aus den im Laufe des Jahres
feſtzuſtellenden Nachträgen (
in=
folge Zugangs von
Steuerpflich=
tigen uſw.) ſind eingegangen:
Einkom.= Vermög.=
Steuer Steuer
Mk.
Mk.
611744 75406
1910:
644 598 74251
1911:
710 584 68028
1912:
zuſam.: 1966 926 217685
durchſchn.: 655642 72562
Es können danach an
Nach=
trägen für 1914 erwartet
wer=
den mindeſtens
50000
500000
ſo daß ſich eine Geſamteinnahme
15590000 4800 000
von
ergibt.
Die Einnahme an Zuwachsſteuer betrug im Jahre
1912: 36 74969 Mark; für 1914 ſind vorſorglich nur 30000
Mark vorgeſehen.
* Vom Hofe. Prinz Ludwig iſt an Scharlach
erkrankt. Das Befinden iſt den Umſtändm
ent=
ſprechend. Die Großherzoglichen Herrſchaften und der
Erbgroßherzog beſuchten Sonntag vormittag den
Gottes=
dienſt in der Hofkirche. (Darmſt. Ztg.)
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Poſtſekretär a. D. Karl Mayer in
Gießen, anläßlich des 40jährigen Jubiläums des
Krieger=
vereins Gießen, die Krone zum Ritterkreuz 2. Klaſſe des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen. —
Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren
wurde verliehen durch Entſchließung Sr. Königl. Hoheit
des Großherzogs an Philipp Wieland in Alzey,
ſowie an Wilhelm Strunck, Heinrich Ilſen, Karl
Baatſch und Chriſtian Götzmann, ſämtlich in
Sprend=
lingen (Kreis Alzey).
* Verſetzungen in den Ruheſtand. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den Vorſtand des Finanzamts
Reinheim, Finanzrat Heinrich Kriegk zu Reinheim, auf
ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen
treuen Dienſte mit Wirkung vom 1. April 1914 an in den
Ruheſtand verſetzt, ferner den Hilfskaſſier bei der
Haupt=
ſtaatskaſſe, Rechnungsrat Auguſt Baldauf, auf ſein
Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte mit Wirkung vom 1. Februar d. J. an in den
Ruheſtand verſetzt und ihm aus dieſem Anlaß die Krone
zum Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen verliehen.
Fichte und die Freiheitskriege.
Zum 100. Todestage J. G. Fichtes, 27. Januar.
*⁎* Als der „Philoſoph der Befreiung” iſt Fichte
der eigentliche geiſtige Heros des Zeitalters der
Freiheits=
kriege; dem „Volke der Denker” ward er ein Führer zur
Tat, und ſo erſcheint uns heute ſeine Geſtalt wie die eines
gewaltigen Rolands und getreuen Eckarts, neben der des
Freiherrn vom Stein aufgepflanzt am Eingang zu dem
Pantheon unſerer großen Erinnerungen. Die
Perſönlich=
keiten des genialen Staatsmannes und des großen
Den=
kers waren ſich ja in ihrer Zeit am nächſten verwandt.
Ernſt Moritz Arndt wurde ſchon im Aeußeren bei Stein
an Fichte erinnert; zunächſt wußte er nicht recht, wem der
Freiherr ſo ähnlich ſah; dann aber ging es ihm plötzlich
auf: „Fichte! Ja, mein Fichte, mein alter Fichte war es
faſt leibhaftig: dieſelbe gedrungene Geſtalt, dieſelbe Stirn,
die auch bei Fichte zuweilen recht hell und freundlich
glän=
zen konnte, dieſelbe mächtige Naſe bei beiden; die Worte
derb, klar, feſt, mit kurzer Geſchwindigkeit gleich Pfeilen
vom Bogen gerade ins Ziel ſchlagend; in beiden ein
tiefer Ernſt und zuweilen auch eine ſchreckliche
Furchtbar=
keit des Blickes, der bei dem Sohn des deutſchen Ritters
gelegentlich doch viel ſchrecklicher war als bei dem Sohn
des armen Lauſitzer Webers.”
Den Weltbürger Fichte machte das Schickſal des
Va=
terlandes zum leidenſchaftlichen Patrioten, zum Helden
des Gedankens, der daraus die Tat gebar. Schon bei dem
Feldzuge 1806 wollte der Philoſoph nicht müßig zu Hauſe
bleiben. Er bat den König um die Erlaubnis, als eine
Art „weltlicher Feldprediger” das Hauptquartier begleiten
zu dürfen, und in der „Rede an die deutſchen Krieger zu
Infang des Feldzuges 1806” ſprach er ſeine Aufgabe mit
aller Kraft aus: „Da er nur reden kann, wunſcht er
Schwerter und Blitze zu reden. Auch begehrt er dasſelbe
nicht gefahrlos und ſicher zu tun. Er wird im Verlaufe
dieſer Reden Wahrheiten, die hierher gehören, mit aller
Klarheit, in der er ſie einſieht, mit allem Nachdrucke, deſſen
er fähig iſt, mit ſeines Namens Unterſchrift ausſprechen,
Wahrheiten, die vor dem Gerichte des Feindes des Todes
ſchuldig ſind. Er wird aber darum keineswegs feigherzig
ſich verbergen, ſondern er gibt vor eurem Angeſichte das
Wort, entweder mit dem Vaterlande frei zu leben oder
n ſeinem Untergange auch unterzugehen.‟ Der König
lehnte freundlich dankend ab. Fichte blieb aber nun auch
in der Zeit der tiefſten Not, die nun einbrach, der hohen
Aufgabe getreu, die er ſeiner Beredſamkeit geſtellt, „die
chon entzündende Glut zur dauernden, freien und
beſon=
nenen Flamme zu verdichten und das heilige Feuer alſo,
daß es in jedem Augenblicke zweckmäßig ſich anfache, zu
bewahren”. In voller Erkenntnis der Situation ſchrieb
er für ſich „das Fazit nach Tilſit 1807” nieder, das Bitterſte
und Schärfſte, was damals über die verſinkende Welt des
alten Preußen geſagt worden iſt; aber öffentlich zeigte er
ungebrochenen Mut, prophezeite im bibliſchen Seherton
das herrliche Erwachen der Geiſterwelt, die unſeren
Na=
tionalkörper zu einem neuen und verklärten Leben
zuſam=
menfügen werde. Dem geſunkenen Mut ſeines Volkes
zeigte er die Morgenröte einer beſſeren Welt. „Ich will,“
ſchrieb er damals, „ſo ich es kann, die Strahlen dieſer
Morgenröte faſſen und ſie verdichten zu einem Spiegel,
in welchem die troſtloſe Zeit ſich erblicke, damit ſie glaube,
daß ſie noch da iſt und in ihm ihr wahrer Kern ſich ihr
darſtelle, und die Entfaltungen und Geſtaltungen
desſel=
ben in einem weisſagenden Geſichte vor ihr vorübergehen.”
So war er bereit und gerüſtet zu der Großtat ſeines
Lebens, die nun gleich den Höhepunkt der nun endlich
ins Leben greifenden deutſchen Philoſophie darſtellt, zu
den „Reden an die deutſche Nation” Sein
Leben ſetzte er freudig dobei ein. „Ich weiß recht gut,
was ich wage.” ſchrieb er, „ich weiß, daß ebenſo wie Palm
ein Blei mich treffen kann. Aber dies iſt es nicht, was
ich fürchte, und für den Zweck, den ich habe, würde ich
gern ſterben.” An der öffentlichſten Stelle, im Saal der
Akademie, trat er gegen den allmächtigen Napoleon auf,
„während ſeine Stimme oft von franzöſiſchen Tcommeln,
die durch die Straßen zogen, übertäubt wurde und wäh=
rend allgemein bekannte Aufpaſſer im Saale erſchienen”
Seine Frau verlor die Todesangſt nicht, ſo lange noch
ein Franzoſe in der Stadt war; er aber bewies hier mit
der Tat ſeine Lehre, nach der das „Leben in der Idee
mehr iſt als alles andere Leben, ſelbſt das Nachleben. Die
Wirkung dieſer Flammenworte war gewaltig; als ein
wahrer „Herzog der Geiſter” ſchritt Fichte hier ſeinem
Volke voran und zog es ſich nach. Und als dann der
Völkerfrühling losbrach, als der „Aufruf an mein Vollk”
erſchien, ſchrieb er im Anſchluß an dieſes Königswort als
ſein Vermächtnis” jenen Entwurf zu einer politiſchen=
Schrift, der die Einheit der Nation ſo dringend forder
und bereits einen „Zwingherrn zur Deutſchheit”
voraus=
ahnt. Wieder wollte er als Feldprediger „teilnehmen an
der großen Bewegung der Zeit”, „um die Kriegführer in
Gott einzutauchen . Aber er mußte ſich ſchließlich
be=
gnügen, ein gichtiſcher, ſchon vom Tode gezeichteter Mann
im Berliner Landſturm zu ſtehen, nicht als Offizier: „Hier
tauge ich nur zum Gemeinen” aber durch die „ungeheure
Feurigkeit ſeines Haſſes” durch ſeine „fromme Liebe zum
Vaterland” alle ſtärkend und fortreißend. Er „unterlag
dem Gedränge der Zeit” auch ein Opfer auf dem Altare
der Freiheit und der Pflicht. „In ungeheurer Spannung
erlebte er den Krieg,” berichtet ſein treuer Freund
Nied=
lovius. „Als der Landſturm eingerichtet wurde, machte
er mit halbgelähmtem Körper die Uebungen gleich einem
Geſunden mit. Nachdem die Schlachten in der Nähe uns
viele Tauſend Verwundete brachten, und Frauen aller
Stände zu ihnen hinzutraten, trieb er die ſeinige. Sie
wurde vom Lazarettfieber ergriffen, fing aber an zu
ge=
neſen, als er in einer anderen Stube dem Fieber, das ihn
gleich beſinnungslos niederwarf, erlag. Sein Tod machte
einen gewaltigen Eindruck.”
Die letzte Kunde, die er mit Bewußtſein vernahm,
war die Nachricht von Blüchers Rheinübergang. „u
ſprachſt zu Deutſchen, als die andern ſchwiegen,Hü
riefſt uns aus der Schmach zu neuen Siegen!” ſo dichtste
Achim von Arnim in einem ſchönen Sonett an ſeinem
Grabe.
Nummer 27.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Seite 3.
*Erledigt iſt die Stelle des Vorſtands des Großh.
Finanzamts Reinheim.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 3 vom
26. Januar enthält: Bekanntmachung, Aenderung der
Deutſchen Wehrordnung betreffend.
* Darmſtadts Bevölkerung. In der Köln. Ztg. vom
Sonntag leſen wir: „Die Bevölkerung der
heſ=
ſiſchen Reſidenz geht zurzeit weſentlich zurück.
Wäh=
rend Darmſtadt vor fünf Jahren noch 90000 Einwohner
hatte, beſitzt es heute nur noch 86000. Die
Stadtverwal=
tung bemüht ſich nach verſchiedenen Richtungen, die
An=
ſiedelung im Stadtgebiet zu fördern, um dieſer
bedenk=
lichen Entwickelung zu begegnen.”
Dazu iſt zu bemerken, daß Darmſtadt noch niemals
90000 Einwohner gehabt hat, ſondern nach der
letzten Volkszählung am 1. Dezember 1910 87089
Einwoh=
ner (gegen 83 123 im Jahre 1905) zählte. Die Zahl der
gegenwärtigen Bevölkerung beruht nur auf Schätzung.
In dem letzten in der Darmſt. Ztg. veröffentlichten
amt=
lichen „Nachweis über die Bevölkerungsvorgänge in den
größeren Städten des Großherzogtums Heſſen für die
Woche vom 4. Januar bis 10. Januar 1914” iſt die
gegen=
wärtige Einwohnerzahl Darmſtadts auf
89 900 geſchätzt. Von einem Rückgang der Bevölkerung
iſt bis jetzt nichts bekannt geworden.
* Ortskrankenkaſſe=Wahl. Bei der Wahl der
Aus=
ſchußmitglieder zur Ortskrankenkaſſe erhielten von 5082
gültigen Stimmen die freien Gewerkſchaften 3855, die
Chriſtlich=nationalen 1226 Stimmen. Von 60
Ausſchuß=
mitgliedern dürften nunmehr auf die freien
Gewerk=
ſchaften etwa 46, auf die Chriſtlich=nationalen etwa 14
entfallen
* Ein wertvolles Hilfsmittel für Bürgermeiſter und
Gemeinderechner. Der Großh. Oberrechnungsreviſor
Stumpf hat an Hand der Rubrikeneinteilung der neuen
Gemeindevoranſchlagsanweiſung eine Tabelle aufgeſtellt,
die eine ſofort orientierende Ueberſicht über die
Ausga=
ben und Einnahmen der einzelnen Rubriken und ein
alpha=
betiſches Verzeichnis enthält, aus dem zu erſehen iſt, unter
welche Rubrik die einzelnen Einnahmen und Ausgaben
ge=
hören. Die Tabelle wird alſo für den Bürgermeiſter bei
Aufſtellung des Voranſchlags und Erteilung der
Ein=
nahme= und Ausgabeanweiſungen und für den
Gemeinde=
rechner bei Führung ſeiner Bücher ein wertvolles
Hilfs=
mittel ſein. Sie kann daher jeder Gemeinde zur
Anſchaf=
fung empfohlen werden.
* Führungen im Landesmuſeum. Die 8. Führung
findet Sonntag, den 1. Februar 1914, vormittags von 8¾
bis 9¾4 Uhr ſtatt. Thema: Vlämiſche und holländiſche
Malerei des 17. Jahrhunderts. Karten ſind im
Verkehrs=
büro von Donnerstag bis Samstag um 12 Uhr
unentgelt=
lich zu haben.
H. K. Die Bedeutung des Deutſchen Handwerks= und
Gewerbekammertags hat, ſo ſchreibt man uns, wie ſchon
ſo oft, ſich auch im vorliegenden Fall erwieſen. Während
früher die Rechtſprechung der Gerichte und
Verwaltungs=
behörden die Frage, ob juriſtiſche Perſonen, insbeſondere
G. m. b. H., von Zwangsinnungen als Mitglieder in
An=
ſpruch genommen werden können, verneinte, und dieſe
Entſcheidungen von Pfuſchern und Leuten, die zwar die
Vorteile einer Innung genießen, ſich an ihre Beſchlüſſe
aber nicht halten und von ihren Laſten drücken wollten,
in der Weiſe ausgenutzt wurden, daß ſie ſich einſach in
eine G. m. b. H. umwandelten, iſt am 11. Dezember 1913
eine Entſcheidung des Stadt= und Landamts Lübeck
er=
gangen des Inhalts: „Die Firma „Hanſa” G. m. b. H.,
vormals Samſon u. Co., in Lübeck, hat wegen des in L.
betriebenen photographiſchen Ateliers der
Photographen=
innung zu L. anzugehören.‟ Dieſe Entſcheidung beruht,
ſo wird in ihren Gründen anerkannt, auf den eingehenden
Unterſuchungen, die der Deutſche Handwerks= und
Ge=
werbekammertag, die geſetzlich berufene Vertretung des
Deutſchen Handwerks, angeſtellt und in einer umfaſſenden
Eingabe an den Staatsſekretär des Innern vom 7.
Ja=
nuar 1913 niedergelegt hat. In einer Reihe von
Entſchei=
dungen der Aufſichtsbehörde (u. a. einer Entſcheidung
des Stadtmagiſtrats in München in Sachen der dortigen
Filiale der obengenannten Firma S. u. Co.) iſt konſequent
der Standpunkt zur Geltung gebracht worden, daß
juriſti=
ſche Perſonen, insbeſondere G. m. b. H., ſehr wohl
ver=
pflichtet werden können, den für ihr Gewerbe beſtehenden
Zwangsinnungen als Mitglieder anzugehören, und im
Intereſſe der vom Geſetz gewollten wirkſamen
Durchfüh=
rung der Handwerkerorganiſationen als
Zwangsmitglie=
der angeſprochen werden müſſen. Auch der ſächſiſche
Mi=
niſter des Innern hat ſich in einem Erlaß vom 1. April
1913 dahin ausgeſprochen, daß künftig bei Entſcheidungen
über jene Frage nicht ohne weiteres die bisher
überwie=
gende Auffaſſung zugrunde gelegt werden ſolle, ſondern
im einzelnen Fall die in der Eingabe
des Deutſchen Handwerks= und
Gewerbe=
kammertags dargelegten Geſichtspunkte
geprüft werden müßten. Insbeſondere werden
in den Gründen der angezogenen Entſcheidung dieſe
Ge=
ſichtspunkte dargelegt: „Wennweiter”, ſo heißt es u. a., „
gel=
tend gemacht wird, die G. m. b. H. gelte nach dem Geſetz
als Handelsgeſellſchaft und ſei daher ſtets Kaufmann, ſo
iſt das ohne Bedeutung für die Frage der
Innungszuge=
hörigkeit, denn jene Regelung hat lediglich privatrechtliche
Bedeutung.‟ Daß eine Handelsgeſellſchaft, deren Firma
eingetragen iſt, nach den §§ 5, 6, H=G.=B. als
Handels=
geſellſchat zu gelten hat, beſagt nicht zugleich, daß ſie
Kaufmann iſt. Daß dieſe vorſtehend wiedergegebenen,
als zutreffend anerkannten Darlegungen des Deutſchen
Handwerks= und Gewerbekammertags, die Ergebniſſe
ſei=
ner zielbewußten ſyſtematiſchen Arbeit, einen ſolchen
Ein=
fluß auf die Rechtſprechung auszuüben vermögen,
be=
weiſt ſeine bedeutende Stellung, die er
im gewerblichen Leben einnimmt.
* Die Ausſtellung des Heſſiſchen Volksſchriftenvereins
auf der Mathildenhöhe enthält auch eine Abteilung zur
Bekämpfung der Schundliteratur. Dieſe im zweiten Saale
untergebrachte Abteilung will einen Ueberblick über den
Umfang und die große Mannigfaltigkeit der
Schundlite=
ratur geben. Sie will dadurch die Gewiſſen zum
wei=
teren Kampf dagegen rege machen und will zugleich die
literariſchen Hilfsmittel im Kampfe gegen den Schund
vorführen. Darum zerfällt ſie in zwei Hauptteile: Eine
Darſtellung der Schundliteratur und eine Ausſtellung von
Sammlungen guter und billiger Bücher. Wir ſehen hier
zunächſt die Schundliteratur in ihrer von den meiſten
kaum geahnten Mannigfaltigkeit. Da ſind Tafeln mit
Detektivheften, mit Indianergeſchichten, mit
Räuberroma=
nen, mit Kolportage=Romanen, mit Nick=Carter und
Sher=
lock Holmes=Geſchichten, mit pikanten Geſchichten und
ähn=
lichem. Ja ſelbſt die bedeutſamen Jugendbewegungen,
z. B. die der Pfadfinder, werden dazu benutzt, um die
Taſchen dieſer Schundverleger zu füllen. Bei genauerer
Betrachtung finden wir, daß wir es mit Stoffen aus den
verſchiedenſten Ländern zu tun haben. Das Herz könnte
ſich einem zuſammenkrampfen, wenn man bedenkt, dieſe
Hefte mit ihren ſchauderhaften Bildern und ihrem
grauen=
vollen Inhalt lieſt zu ſeiner Unterhaltung und Erholung
deutſches Volk und deutſche Jugend. Daß die großen
Schädigungen, die durch dieſe Lektüre hervorgerufen
wer=
den, allerſeits erkannt worden ſind, iſt nur mit großer
Freude zu begrüßen. Wie man dann von den
verſchieden=
ſten Seiten billige Bücherſammlungen herausgab, das
zeigt der zweite Teil. Wir finden hier die exotiſchen
Aben=
teuer, die deutſchen Volksbücher, die deutſche
Jugend=
bücherei, die bunten Jugendbücher, die bunten Bücher, die
Schatzgräberhefte, Schaffſteins grüne und blaue
Bänd=
chen, den deutſchen Spielmann, die Reclamſche Univerſal=
Bibliothek, Heſſes Volksbücherei, die Wiesbadener
Volks=
bücherei, die heſſiſchen Volksbücher, die deutſche Bücherei
die Rheiniſche Hausbücherei, die deutſche Seebücherei, die
Volks= und Hausbücher der deutſchen Dichter=Gedächtnis=
Stiftung, die Mainzer Volks= und Jugendbücher, die
Jung=Mädchenbücher, die Kunſtgaben in Heftform, die
Vaterländiſchen Bilderbücher, das deutſche Bilderbuch, die
künſtleriſchen Volksbilderbücher u. a. m. Das ſind lauter
prächtige wertvolle Bücherſammlungen. Wer es mit der
Jugend, mit der Zukunft unſeres Volkes gut meint, der
wird gerne an der Verbreitung dieſer guten und dabei
ſehr billigen Volks= und Jugendſchriften mithelfen, denn
durch dieſe Hefte wird echte Freude in die Herzen und
Häuſer kommen. Die Dichtung läßt uns ja an ſo vielen
Schickſalen innerlich teilnehmen: Wir ſorgen mit den
Königen und ſiegen mit den Helden. Wir werden jung
nit Kindern und leiden mit den Märtyrern. Wir ſchreiten
durch die Wälder unſerer Ahnen und ſtreifen mit den
For=
ſchern durch unentdeckte Länder. Wir belauſchen die
ge=
heimſten Gedanken eines Goethe und ſehen aus der Höhe
des Luftſchiffes auf die kleine Erde herab. Wahre
Dich=
tung feſſelt und ſie befreit uns doch im tiefſten. Sie
macht die Augen klar, die Herzen licht und den Willen
tark. Seelen adeln, Menſchen fröhlich machen, das iſt ja
der hohe Beruf der Dichter. So ſchaffen ſie Werke, die die
Aermſten an Geiſt aufnehmen können, und Werke, die der
Weiſeſte nicht ausſchöpft. Laßt uns doch alle aus dieſer
Quelle mehr Freude in die Welt holen, mehr Glück. Da
die Ausſtellung nur noch bis 1. Februar einſchließlich
ge=
öffnet iſt, ſo ſeien alle diejenigen, die ſich für die ſo
wich=
tige Frage der Jugend= und Volksliteratur intereſſieren,
nochmals nachdrücklichſt auf ſie hingewieſen.
* Der freie Sonntag der kaufmänniſchen Angeſtellten.
In dem Bericht über die von der Sozialen
Arbeitsgemein=
ſchaft der Vereinigten Darmſtädter Kaufmänniſchen
Ver=
eine veranſtalteten Verſammlung ſind infolge eines
Ver=
ſehens die Ausführungen des Herrn Pfarrer Liz. D.
Waitz und des Geſchäftsführers des 58er Vereins W.
Fecht=Frankfurt unerwähnt geblieben. Letzterer äußerte
ſich ausführlich über die Notwendigkeit und Möglichkeit der
Sonntagsruhe, während Herr Pfarrer Liz. D. Waitz die
Sonntagsruhe vom kirchlichen Standpunkt beleuchtete und
daran erinnerte, daß er ſchon vor 20 Jahren einen Antrag
auf Abänderung der Gewerbeordnung zur Schaffung eines
freien Sonntags in der Landesſynode veranlaßt habe.
Der neue Reichsgeſetzentwurf ſei als ſozialer Rückſchritt zu
bezeichnen. Der Einſicht der Stadtverordneten und der
Geſchäftswelt von Darmſtadt hat man es zu verdanken,
wenn bei uns ſeit Jahren der Sonntag, der ein uraltes
Gebot und eine Kraftquelle für das Leben iſt, für die
Er=
holung frei bleibt.
Konzert Berner. Das Künſtlerpaar Lieſelott
und Conrad Berner veranſtaltete geſtern abend im
Saale des Hotels zur Traube ein Konzert in dem
Ge=
ſänge zur Laute mit Viola d’Amour und Violine und
Soli für Viola d’Amour und Violine mit
Lau=
tenbegleitung zum Vortrag gelangten. Die Lieder zur
Laute ſang Frau Lieſelott Berner, die Inſtrumentalſoli
wurden von Herrn Conrad Berner geſpielt. Die Stimme
der Sängerin, obwohl nicht groß, paßt ſich ihrem
Inſtru=
mente gut an, auch ſingt ſie mit Geſchmack und
Empfin=
dung. Die ſiebenſaitige Viola d’Amour, die die weichen
und hellen Flageolettöne einer Geige mit den pathetiſchen
und tiefen Tönen des Cellos vereinigt, eignet ſich wegen
ihrer geſättigten Klangfarbe und ungemeinen
Ausdrucks=
fähigkeit ſehr wohl für die Lieder= und Lautenbegleitung;
in der Beherrſchung dieſes Inſtrumentes zeigte ſich Herr
Berner als Meiſter. Auch im Violinſpiel bot er weit über
das Durchſchnittsmaß hinausgehende Leiſtungen. Der
Lautengeſang findet immer ein dankbares Publikum, was
ſowohl in dem lieblichen Charakter des Inſtrumentes als
auch in den vorgetragenen Liedern, faſt ausſchließlich
leicht=
gefälligen Volksliedern ernſt= und ſcherzhafter Art,
be=
gründet iſt. So fand auch das Publikum an den
unterhal=
tenden und anregenden Darbietungen des Künſtlerpaares
Berner viel Gefallen und ſpendete ſehr lebhaften
Bei=
fall, für den beide durch mehrere Zugaben dankten.
C Das ſprechende Lichtbild. Ediſons neueſte
Erfin=
dung, das Kinetophon, wurde geſtern nachmittag im
Uniontheater vor ausverkauftem Hauſe gezeigt und
er=
regte das lebhafteſte Intereſſe. Wir haben gelegentlich
der Sondervorführung des Kinetophons im Neuen
Pa=
lais bereits ausführlich darüber geſchrieben, ſo daß wir
uns heute darauf beſchränken können, daß die Vorführung
in dem Uniontheater ausgezeichnet klappte, wenn vielleicht
auch der Schall des geſprochenen und geſungenen Wortes
nicht ganz ſo vernehmlich klang, als in einem kleineren
Raum. Jedenfalls waren wohl alle Beſucher einig in
der Bewunderung dieſer großartigen Erfindung, deren
Endergebniſſe ja heute noch nicht abzuſehen ſind. Man
denke nur, welche Erleichterung der ſprechende Film z. B.
im Wahlkampf ſchaffen kann. Der Kandidat kann ſo zu
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
P. Die diesjährige Winterausſtellung
der Münchner Sezeſſion bringt ausſchließlich
Wraphik. Das impreſſioniſtiſche Programm nötigte unſere
Künſtler, nur rein maleriſche Werte anzuſtreben, und alles,
was an Witz, Gedanken, Laune, Humor in ihnen ſteckte,
zu unterdrücken. Die Angſt vor dem „Anekdotenhaften”
ging ſo weit, daß man in den Ausſtellungen faſt nur noch
Landſchaften (ſelbſtverſtändlich ohne Staffage), Stilleben
und Akte ſah. Aber die Phantaſie, dieſer Urquell alles
Schöpferiſchen, läßt ſich doch nicht auf die Dauer
unter=
winden, ſei auch die äſthetiſche Forderung des Tages noch
ſo tyranniſch. Aus der Malerei vertrieben, flüchtete ſie
ſüch in die zeichnenden Künſte und entſchädigte ſich durch
ſehantaſtiſche Purzelbäume für die aufgezwungene Aſkeſe.
So kommt es, daß die Graphik heute mehr vom inneren
Weſen der Künſtler, und damit der Kunſt, verrät, als die
Mälerei. In ihr vornehmlich konſtatieren wir die feinen
Wibrationen der Künſtlerſeele, die mit der Empfindlichkeit
per Magnetnadel die Richtung der geiſtigen Strömungen
anzeigen. Es war alſo ein glücklicher Gedanke der
Se=
geſſion, diesmal ausſchließlich die zeichnenden Künſte zu
Wort kommen zu laſſen. Leider iſt der gute Gedanke
micht energiſch und konſequent genug durchgeführt. Man
wahm zu viel Arbeiten auf von Malern, die auch
zeich=
meten, während die reinen Graphiker, für welche die
Zeich=
nung nicht bloß ein Nebenbei, ſondern die einzig mögliche
Aleußerungsform iſt, in den Hintergrund treten. Die
beſten Leute fehlen ganz. Der Maſſe des Gebotenen
man=
geelt noch dazu die Gliederung. Aber die Ausſtellung bietet
innmerhin noch genug des Erfreulichen. Als prächtige
Zeichner entpuppen ſich die Maler Richard Pietzſch,
heermann Groeber und Hans von Hayek.
Gonz beſonders der letztere mit ſeinen „Manöverſtudien”
mitt mit einer ganz neuen Art hervor, militäriſche
Vor=
gänge zu erfaſſen und zu geſtalten. Das elementare Leben
der Natur ſcheint in dieſen Truppenbildern zu pulſieren.
Hayek fühlt den Rhythmus der jeweiligen Situation und
beingt ihn reſtlos aufs Papier. Leo Samberger, der
imt Porträt das Erbe Lenbachs angetreten hat, zeigt vier
Bildniſſe Münchner Künſtler, die wieder wahre
Meiſter=
lweerke pſychologiſchen Tiefblicks und zeichneriſcher
Bra=
veur ſind. Die Zeichner des Simpliziſſimus und der
Flie=
gunden Blätter: Gulbranſon, Th. Th. Heine,
Eugen Kirchner ſind gut vertreten. Letzterer
über=
lleſcht durch eine größere Anzahl ganz brillant gezeichneter
Alleeiner Landſchaften. Stuck mit ſeinen zwei Circe=
Bil=
hern der Durieux enttäuſcht. Ernſt Kreidolf mit
lſehnen prachtvollen Lithographien „Hundeſchlummerlied”,
„Wiegenlied” und „Clematis” ſchlägt einen heimeligen,
vertrauten Ton an, der ſonſt nicht wieder in der
Aus=
ſtellung erklingt. Das Beſte aus Richter und Schwind
ſcheint hier in unſere anſpruchsvollere Zeit herübergerettet,
ohne daß man jedoch von Nachahmung zu ſprechen
berech=
tigt wäre. Käthe Kollwitz geht in ihrer Zeichnung
„Frau mit totem Kind” in der Darſtellung phyſiſcher und
ſeeliſcher Marter bis an die Grenze des Erträglichen. Die
Ausſtellung bietet auch Gelegenheit ältere und jüngere
franzöſiſche Meiſter zu ſtudieren, wie Daumier,
Ga=
varni, Millet, Manet, Toulonſe=Lautrec,
Degas, Denis Vuillard und Auguſte Renoir.
Unſere deutſchen Künſtler können aber jeden Vergleich mit
ihnen aushalten.
* Wochenſpielplan der Frankfurter
Stadttheater. 1. Opernhaus. Dienstag, 27. Januar:
„Die Entführung aus dem Serail” Mittwoch, 28.:
„Alleſſandro Stradella‟. Donnerstag, 29: „Alda”
Frei=
tag, 30.: „Die Braut von Meſſina”. Samstag, 31.: „
Mar=
garethe” Sonntag, 1. Februar, ½4 Uhr: „Wiener Blut”
7 Uhr: „Manon”. Montag, 2.: „ Tiefland” Pedro: Herr
Forchhammer a. G. 2. Schauſpielhaus. Dienstag, 27.
Januar: „Colberg”. Mittwoch, 28., 3 Uhr: „Wilhelm
Tell”; 8 Uhr: „Schirin und Gertraude‟ Donnerstag, 29.:
„Wie einſt im Mai”. Freitag, 30.: „Pygmalion”
Sams=
tag, 31.: „Nora” Sonntag, 1. Februar, ½4 Uhr: „Der
geſtiefelte Kater”; 7 Uhr: „Wie einſt im Mai”.
Mon=
tag. 2.: „Nathan der Weiſe‟.
* Wochenſpielplan des Großh. Hof= und
Nationaſltheaters Mannheim. Dienstag, 27.
Die Hermannsſchlacht” Mittwoch, 28.: „Vater
und Sohn‟ Donnerstag 29.: „Der Evangelimann”
Frei=
tag, 30.: „Tosca‟ Samstag, 31.: „Im weißen Rößl”.
Sonntag, 1. Februar: „Carmen”. Montag, 2.: „Die
Her=
mannsſchlacht”
* Moderner Kameenſchmuck. In den faſhionablen
Kreiſen der britiſchen Metropole macht ſich, wie wir dem
Berliner Lokalanzeiger entnehmen, ſeit kurzem die
Neig=
ung bemerkbar, die altmodiſche Kamee wieder in Gunſt
zu bringen. Umgekehrt, als es ſonſt zu ſein pflegt, begann
die neu erwachende Liebhaberei für einen veralteten
Schmuck in den mittleren Schichten der Geſellſchaft. Unter
billigen Bijouterien fand das putzliebende Mädchen des
kleinen Bürgerſtandes entzückende Kameen=Broſchen und
=Anhänger. Fein geſchnittene Geſichtchen von tödlicher
Bläſſe auf einem himmelblauen oder grasgrünen
Unter=
grund — wohlfeile Imitationen frühviktorianiſcher
Mo=
tive — wurden von unbemittelten Frauen gern gekauft,
als ſie vor einigen Monaten in den Warenhauſern
auf=
tauchten. Nun erſt fängt die ſmarte Modedame der
ele=
ganten Geſellſchaft langſam an, ſich für koſtbare Kameen
zu begeiſtern. Eine vielgeſehene Lady trägt ſeit kurzem
eine mit Brillanten umrandete Kameen=Nadel, die das
Profil ihres Lieblingsdichters erkennen läßt. Das heißt,
dieſer Dichter iſt noch jung und wenig bekannt, und
Mi=
lady hofft, ihrem Schützling durch das Tragen ſeines
Bild=
chens in Kameenform zu baldiger Berühmtheit zu
ver=
helſen. Eine andere Dame der großen Welt, eine
ge=
wiſſenhafte Premierenbeſucherin, hat ihren
Lieblingsſchau=
pieler durch eine wunderſchöne Kamee verewigen laſſen,
die ſie als Talisman trägt. Auch die Vertreter der „
Gol=
denen Jugend” haben bereits erkannt, wie reizend das
Lärrchen eines ſüßen Mädels, für das man gerade
ſchwärmt, als Kamee in Form eines Manſchettenknopfes
wirken kann.
— Eine gute Tat. Eine in tiefe Trauer gekleidete alte
Dame geht langſam, auf den Arm eines Begleiters
ge=
ſtützt, in den Champs Elyſées ſpazieren. Ein alter,
dürf=
tig gekleideter Mann, dem man die Kälte und den Hunger
aus den hohlen Augen und den zitternden Gliedern
ab=
lieſt, ſchleppt ſich mühſam an ihr vorbei. Obwohl er mit
keinem Wort und keiner Gebärde um ein Almoſen bittet,
öffnet die Dame in Trauer ihre Börſe und will ihm eben
ein Geldſtück in die Hand drücken, als plötzlich ein Poliziſt
auſtaucht. „Ich habe Sie beobachtet,” ſagt er barſch und
legt die ſchwere Hand feſt auf die Schulter des faſt
zu=
ſammenbrechenden Alten. „Ich verhafte Sie wegen
Bettelei.” Lebhaft wendet ſich die Dame in Trauer
da=
gegen. „Sie ieren ſich wirklich, mein Herr,” ſagt ſie eifrig
zu dem Poliziſten, „wir beide — auf den Alten deutend —
hatten nur eine alte Rechnung zu begleichen.‟ Dann nimmt
ſie eine Hundertfrancsnote aus dem Portemonnaie und
drückt ſie dem Alten in die Hand. „Nicht wahr, jetzt iſt
alles richtig, nun ſind wir quitt?” ſagt ſie mit einem
reundlichen Lächeln. Der alte Mann bleibt in ſeiner
Freude ſtehen und murmelt Segenswünſche für ſeine
Wohltäterin; der Poliziſt geht kopfſchüttelnd weiter, und
die Kaiſerin Eugenie ſetzt ihren Spaziergang fort.
ml. Ein Tagesverdienſt von 2 400000 Mark. Den
höchſten Handelsgewinn, der je innerhalb von 24 Stunden
erzielt wurde, dürfte die Finanztransaktion ergeben haben,
die neulich die beiden Neu=Yorker Bankfirmen Kuhn,
Löb u. Co. und William A. Read u. Co. durchführten.
Der Staat von Neu=York hatte in dieſen Tagen einen
Stock von 4½prozentigen Bonds im Nominalwert von
204 Millionen Mark zur öffentlichen Verſteigerung
ge=
bracht. Die beiden, zu einem Syndikat vereinten
Bank=
firmen überboten die Konkurcenten und erhielten mit
einem Gebot von etwas über 420 Mark für den auf 400
lautenden Bond den Zuſchlag. Am nächſten Morgen
brachten ſie die Papiere an den Markt und verkauften ſie
m Laufe von zwei Stunden mit einem Nutzen von
2 400000 Mark,
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Nummer 27.
gleicher Zeit an zahlreichen Orten ſein Programm
ent=
wickeln, ſeine Wahlreden halten uſw., eine Tatſache, auf
welche der Deutſche Conferencier im Kinetophon ſelbſt als
erſte Nummer der Vorführungen hinwies. Weiter
wur=
den dann noch an ſprechenden Films vorgeführt: Ediſons
Varieté — Ediſons Minſtrels — A few Shamrocks of
Ireland — Die luſtige Hufſchmiede (Muſical Blackſmith)
und Studentenulk (in College Days). Es muß der Direktion
des Uniontheaters dankbar anerkannt werden, daß ſie
trotz der ſicher ſehr erheblichen materiellen Opfer es
er=
möglichte, das Kinetophon in Darmſtadt, als einer der
erſten deutſchen Städte überhaupt, zu zeigen und dadurch
die Erfindung weiteren Kreiſen bekannt zu machen.
* Deutſche Friedensgeſellſchaft. Man ſchreibt uns:
Als vor etwa einem Jahre der berühmte Wanderredner
„Feldhaus=Baſel” auf Anregung des „Vereins für
Frau=
enſtimmrecht” über: „Die Friedensbewegung und der
Bal=
kankrieg” ſprach, veranlaßte dieſer reich von Lichtbildern
belebte Vortrag eine Anzahl Friedensfreunde zum Beitritt
zur „Deutſchen Friedensgeſellſchaft”. Da auch noch eine
Anzahl alte Mitglieder vorhanden, die ſeit Jahren dem
Frankfurter Friedensverein zugeteilt waren, ſo ſchien es
an der Zeit, eine eigene Ortsgruppe zu bilden. Am Montag,
den 2. Februar, abends 8¼ Uhr, ſoll im Saale des „
Muſik=
vereins” Steinſtraße 24, unter dem Vorſitz des Herrn
Rechtsanwalt Staedel eine Verſammlung der
hie=
ſigen Mitglieder ſtattfinden, deren Zweck der
Zuſammen=
ſchluß iſt. Der zweite Vorſitzende der Deutſchen
Friedens=
gefellſchaft, Herr Baron de Neufville=Frankfurt a. M.,
wird über den Stand der Friedensbewegung, namentlich
über die Beſtrebungen der internationalen Verſtändigung
und über die Beſtrebungen und Reſultate des
internationa=
len Schiedsgerichtsweſens, referieren. Herr de Neufville
hat an vielen europäiſchen und außereuropäiſchen
Kon=
greſſen und Verhandlungen teilgenommen und iſt deshalb
beſondars geeignet, in die Frage einzuführen. An das
Re=
ferat wird ſich eine freie Ausſprache anſchließen. Alle
Männer und Frauen, die ſich für eine friedliche
Verſtändi=
gung der Völker intereſſieren, ſind freundlichſt eingeladen.
(Siehe Anzeige.)
nn. Die Turngeſellſchaft Darmſtadt hielt ihre
diesjäh=
rige Hauptverſammlung in ihrem Vereinshaus (
Mathil=
denhöhſaal) ab, die von den Mitgliedern ſehr zahlreich
be=
ſucht war. Eingeleitet wurde dieſe Verſammlung durch
einen Begrüßungschor der Turnerſingmannſchaft und eine
Anſprache durch den 1. Sprecher, Turner Stichel, in der
er hervorhob, daß auch in dieſem Jahre die
Turngeſell=
ſchaft mit ihren turneriſchen Leiſtungen gut
abgeſchnit=
ten und weit über 30 Preiſe in friedlichem Wettkampfe
errungen habe. Die Vereinsgeſchäfte wurden in 25
Vor=
ſtandsſitzungen erledigt und die Mitgliederzahl iſt in
ſtetem Steigen begriffen. Der von dem Rechner, Turner
Müller, erſtattete Kaſſenbericht ergab ein erfreuliches
finan=
zielles Bild des Vereins, der heute ein Reinvermögen
von 10000 Mark ſein eigen nennen kann. Nach dem Bericht
des zweiten Turnwarts Bernhardt erſtreckte ſich der
Turnbetrieb auf 94 Turnabende mit einer
Geſamtteilneh=
merzahl von 2596 Turnern und durchſchnittlich 27
Turnen=
den pro Abend. Unter Führung von Turner Huthmann
fanden 6 Turngänge ſtatt. Die Turnmannſchaft
betei=
ligte ſich mit gleich gutem Erfolg an ſämtlichen
Wetturnfeſten des Kreiſes und konnte mit zahlreichen
Preiſen heimkehren. Auch die Damenriege kann mit
Stolz auf ihre Leiſtungen zurückblicken. Die unter
Lei=
tung von Turner Grün ſtehende Damenriege turnte an
72 Turnabenden mit durchſchnittlich 18 Teilnehmerinnen.
Neu gegründet wurde eine Schülerriege mit wöchentlich
zwei Turnabenden und 28—35 Teilnehmern, die unter der
tüchtigen Leitung von Turner Guthmann ſteht. Den
Glanzpunkt des Jahres 1913 bildete das öffentliche
Schau=
turnen des Vereins. Mit einem „Gut Heil” auf das
wei=
tere Blühen der Turnſache ſchloß Turnwart Bernhardt
ſeinen Bericht. Auch die übrigen Vereinsorgane konnten
über ein Vorwärtsſchreiten des Turnbetriebs berichten.
Bei der Vorſtandswahl wurden die beiden verdienſtvollen
Sprecher, Turner Stichel und Ad. Emig, einſtimmig durch
Zuruf wiedergewählt und auch die meiſten übrigen
Vor=
ſtandsmitglieder in ihren Aemtern beſtätigt. Mit einem
dreifachen „Gut Heil” auf das weitere Blühen und
Ge=
deihen der Turngeſellſchaft wurde die Hauptverſammlung
geſchloſſen.
* Der Geſangverein Liederzweig hielt ſeine 60.
Gene=
ralverſammlung ab. Der erſte Vorſitzende, Herr A.
Schneider, eröffnete die Verſammlung mit Erſtattung
des Jahresberichtes, in dem er beſonders die Beteiligung
am Maintalſängerfeſte in Klingenberg a. M., an dem ſich
der Sängerchor vollſtändig beteiligte, ſowie ſein
Herbſt=
konzert hervorhob, bei welchen Feſten der Chor ſein beſtes
Können zeigte, was ſowohl den Sängern, als auch ihrem
Dirigenten, Herrn Kammermuſiker F. Brückmann, alle
Ehre machte. Der Rechner, Herr Ph. Köhler, erſtattete
den Rechenſchaftsbericht. Aus dieſem iſt zu entnehmen:
Die Einnahmen betrugen 2120,63 Mk., die Ausgaben
1864 92 Mk., bleibt ein Ueberſchuß von 255.71 Mk. Das
Geſamtvermögen beträgt 4048,78 Mk. Der Verein, der
nächſtes Jahr ſein 60jähriges Jubiläum feiert, wird allen
Vorausſichten nach dasſelbe mit dem 20.
Maintalſänger=
feſt, das in Darmſtadt abgehalten werden ſoll,
verbin=
den. Bei der Vorſtandswahl wurde der alte Vorſtand
wiedergewählt, mit Ausnahme des Herrn B. Finger, an
deſſen Stelle Herr Eiſenbahnaſſiſtent P. Kranz trat. Mit
einem Hoch auf die hohe Protektorin, die
Großherzo=
gin Eleonore, ſchloß Herr Schneider die anregend
verlau=
fene Verſammlung.
* Der Bezirksverband Darmſtadt des Heſſiſchen
Lan=
desgewerbevereins hielt eine gut beſuchte
Vertreterver=
ſammlung in Erzhauſen ab, an der auch die Mitglieder
des dortigen Gewerbevereins ſich lebhaft beteiligten. Die
Zentralſtelle für die Gewerbe hatte ſich durch Herrn
Ge=
werbeſchuldirektor Profeſſor Dr. Meiſel und die
Hand=
werkskammer durch Herrn Stadtverordneten Sames
ver=
treten laſſen. Nach Beſichtigung der ausgeſtellten
Schüler=
arbeiten der Handwerker=Zeichenſchule wurde zunächſt ein
kurzer Bericht über die Tätigkeit des Bezirksverbandes
durch den Vorſitzenden, Herrn Sattlermeiſter Wallauer,
erſtattet. Danach haben 8 Bezirksverbandsverſammlungen
ſtattgefunden, die das Sonntagszeichenſchulweſen, den
un=
lauteren Wettbewerb, die Arbeitsvergebungen, die
Grün=
dung einer Einziehungsgenoſſenſchaft, die Wahlen zur
Handwerkskammer, die Unfallverſicherung, die Wahlen zur
Ortskrankenkaſſe für den Kreis Darmſtadt u. a. m. zum
Gegenſtand ihrer Tagesordnungen und Beratungen
hatten. Berichtet wurde weiter über die Kaſſenverhältniſſe
und die vorgetragene Rechnungsablage genehmigt. Herr
Stadtverordneter Sames kommt im Anſchluß daran auf
das Ergebnis der vorgenommenen Wahlen zur
Ortskran=
kenkaſſe für den Landkreis Darmſtadt zu ſprechen und
bringt weiter noch zur Kenntnis, daß die
Handwerkskam=
mer nunmehr nach langwierigen Verhandlungen in
Ge=
meinſchaft mit dem Heſſiſchen Privatarchitektenverband ein
einheitliches Vertragsformular für Arbeitsvergebungen
feſtgelegt habe, das Gewähr für ein gutes Einvernehmen
der Handwerker mit den Privatarchitekten biete. Die Neu=
wahlen des erſten und ſtellvertretenden Vorſitzenden, der
Vertreter für den Ausſchuß des Landesgewerbevereins,
ſowie der Delegierten zur Sterbekaſſe des Verbandes
Deutſcher Gewerbevereine ergaben Wiederwahl der
ſeit=
herigen Herren. Nach Beſprechung weiterer
Angelegen=
heiten und nachdem noch Griesheim für die nächſte
Verſammlung beſtimmt war, wurde die Verſammlung
unter Dankesworten geſchloſſen.
* Kaffee=Konzert und Tango=Reunion im Hotel Heß.
Es ſei hiermit noch einmal darauf hingewieſen, daß
mor=
gen, Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, im Hotel Heß ein
Kaffee=Konzert mit Tango=Reunion ſtattfindet.
* Konzerte. Ludwigshöhe. Auch an dieſer
Stelle ſei auf das heute ſtattfindende Konzert zur Feier
des Geburtstags Sr. Maj. des Kaiſers hingewieſen.
(S. Anz.)
* Noch einer. Zwei Knaben aus der Kaupſtraße
zeig=
ten geſtern in der Redaktion einen munter flatternden
klei=
nen Kohl=Weißling oder Rüben=Weißling vor. Nach ihrer
Angabe hatten ſie den „zu früh Erwachten” an ihrem
Küchenfenſter gefangen.
§ Unſall. Am Samstag nachmittag kurz nach 4 Uhr
hat eine 12 Jahre alte Schülerin beim Schlittſchuhlaufen
auf dem Woog das linke Bein gebrochen. Die Schülerin
wurde alsbald mittelſt Krankenautomobil durch die
Sanitätswache in das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
Strafkammer II.
g. Wegen Bigamie hatte ſich geſtern der 43jährige
Schmiedegeſelle Karl Auguſt Ernſt Blumberg von
Nuß=
hagen vor der Strafkammer zu verantworten. Nachdem
er in ſeinem Heimatsort Anfang der neunziger Jahre
ge=
heiratet hatte, perließ er nach dem Verleben der
Flitter=
wochen ſeine junge Frau und gelangte auf ſeiner
Wander=
ſchift nach Offenbach, wo er Arbeit fand. Er vergaß
an=
ſcheinend vollſtändig die Roſenfeſſeln, durch die er mit
ſeiner fern von ihm weilenden Gattin verbunden war,
denn er fing in Offenbach bald ein ſolides Verhältnis mit
einer Offenbacherin an, das 1896 auf Drängen der Braut
zu einer dauernden ehelichen Verbindung führte. Als nun
1910 die treulos verlaſſene Frau die Klage auf
Eheſchei=
dung einreichte, wurde der Aufenthalt des Angeklagten
ermittelt und auch die Tatſache ſeiner Doppelehe wurde
feſtgeſtellt. Als nun Blumberg erfuhr, daß er wegen
Doppelehe verfolgt werden ſollte, ging er flüchtig und
konnte erſt im Herbſt vergangenen Jahres feſtgenommen
werden. Er wurde von der Strafkammer zu 9 Monaten
Gefängnis abzüglich 6 Wochen der Unterſuchungshaft
verurteilt. Die zweite Frau hatte die Ehe für nichtig
er=
klären laſſen, ſo daß der Angeklagte, obgleich zweimal
ver=
heiratet, keine Frau hat.
Der 36jährige Kaufmann Edmund Eduard
Gold=
berg von Seeheim hat am 23. Februar 1913 den
Gaſt=
wirt Chriſtoph Drott zu Hahn dadurch um 8,50 Mark
ge=
ſchädigt, daß er ſich von ihm Zigaretten geben ließ unter
der falſchen Angabe, er müſſe die von einer Frankfurter
Firma an Drott zu viel gelieferten Zigaretten zurück
holen. In Neu=Iſenburg reiſte er im Jult auf Wetzſteine.
Um die Proviſion von 30 Mark zu erhalten, fälſchte er 9
Beſtellſcheine. Eine Frankfurter Firma ſchädigte er
da=
durch, daß er angab, er habe Waſchpulver verkauft und
ließ ſich 3¼ Zentner von dem Waſchpulver nach Station
Gaimühle ſenden, das er dann auf eigene Rechnung in
Hainhauſen und anderen Orten verkaufte. In Hainhauſen
lieh er ſich einen Spazierſtock, um dieſen für eine
Zech=
ſchuld zu verpfänden. In Zellhauſen, wo er feſtgenommen
wurde, gab er einen falſchen Namen an. Für alle dieſe
Betrügereien erkannte die Strafkammer auf 1 Jahr 4
Monate Gefängnis und 1 Woche Haft. 1 Monat
1 Woche der Unterſuchungshaft wurden ihm angerechnet
Der Landwirt Paul Adam Back von Hofheim war
vom Schöffengericht zu 4 Mark Geldſtrafe verurteilt
wor=
den, weil er den Vorſchriften zuwider, das Ertönen des
Läutewerks beim Eiſenbahnübergang bei Hofheim nicht
beachtete und durch ſein Verhalten einen Eiſenbahnzug
ge=
fährdete. Er gab zu ſeiner Entſchuldigung an, das
Läute=
werk ſei erſt ertönt, als er mit ſeinem Fuhrwerk bereits
auf den Gleiſen war. Da er nicht mehr zurückkonnte und
die Schranken noch nicht geſchloſſen waren, habe er
ange=
nommen, er käme noch darüber. In dem Augenblick, als
er die zweite Schranke paſſierte, ſei,dieſe heruntergegangen
und vom Wagen zerſtört worden. Der Schrankenwärter
gab an, daß er in dem Augenblick, als er die Schranken
niederließ, und das Läutewerk ertönte, nach dem
Ueber=
gang hinſah. Da ſtand noch kein Wagen auf den Schienen.
Die Angaben des Angeklagten können alſo nicht richtig ſein.
Die Strafkammer verwarf geſtern die vom Angeklagten
eingelegte Berufung.
In unverantwortlicher Weiſe nutzte der 21jährige
Kaufmann Franz Hermann Joſeph Burkhard von
Lorſch ſeine Ueberlegenheit aus, um einen 12jährigen
Schüler dazu zu verleiten, ſeinen Vater fortgeſetzt zu
be=
ſtehlen. Insgeſamt ließ er ſich von dem Jungen in 12 Fällen
20 bis 30 Mark geben. In einem Fall ließ er ſich ein
altes Spinnrad zum Weiterverkauf geben, gab aber den
Verkaufspreis erſt heraus, als das Strafverfahren
einge=
leitet war. Die Strafkammer erkannte auf die Berufung
des Angeklagten hin in zwei anderen Fällen auf
Frei=
ſprechung und ermäßigte dementſprechend die vom
Schöf=
fengericht erkannte Strafe von 12 Wochen Gefängnis auf
2 Monate Gefängnis.
— Traiſa, 25. Jan. (Vortrag.) Eines zahlreichen
Zuſpruchs konnte ſich der Vortrag erfreuen, den am
geſtri=
gen Sonntagnachmittag auf Veranlaſſung des Verkehrs=
und Verſchönerungsvereins Herr Miniſterialregiſtrator
Philipp Jünger über den „Wehrbeitrag” hielt. In
ein=
gehender und überaus klarer Weiſe ſchilderte Redner die
verſchiedenen Arten des Vermögens: Grund=, Gewerbe=
und Kapitalvermögen, ſowie die Begriffe über das
Ein=
kommen, ſodann Vermögen und Einkommen. Beſondere
Berückſichtigung fanden die ſteuerliche Deklaration und die
Veranlagung, die Ermittelung des Ertragswertes von
Häuſern und Grundſtücken, wie die beſonderen
Beſtimmun=
gen über die darauf ruhenden Reallaſten, ſowie weiter die
Vorſchriften, die bei Wertpapieren uſw zu beachten ſind.
Reicher Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen und
ſprach der Vorſitzende Heydt den herzlichſten Dank der
Verſammlung über die gegebenen Aufklärungen aus. Bei
der folgenden Ausſprache, an der ſich der Vortragende, der
Vorſitzende, Bürgermeiſter Walther, Gemeinderechner
Berth u. a. beteiligten, wurden noch verſchiedene Punkte
genauer erörtert. Allgemein iſt der Wunſch, daß Herr
Jünger demnächſt wiederum einen Vortrag über
Steuer=
fragen halten möchte.
Bensheim, 26. Jan. (Feuer.) Geſtern nacht gegen
2 Uhr brach in einem Doppelhaus der Baugenoſſenſchaft
an der Lorſcher Straße ein Feuer aus, das bald das
ganze Treppenhaus ergriff. Die Bewohner mußten durch
die Fenſter gerettet werden. Hierbei fiel ein 20 Jahre
altes Mädchen infolge eines Fehltrittes von einer Leiter
auf die Straße. Sie verletzte ſich innerlich ſo ſchwer, daß
ſie nach kurzer Zeit an den Folgen der Verletzungen ſtarb.
F. Dornberg, 26. Jan. (Ausgrabungen.) Die
hieſige Burg ward am 14. Februar 1689 durch die
Fran=
zoſen in Aſche gelegt und auch ſeitdem nicht mehr
aufge=
baut. Die Fundamente der Mauern und die Tore ſind
jedoch noch vorhanden. Hinter dem ſüdlichen Tor erhebt
ſich außerdem ein Hügel, der bisher mit Gebüſch bewachſen
war. Ueber deſſen Zweck möchte nun die
Altertumsfor=
ſchung genauen Beſcheid erlangen, weshalb ſeit einigen
Wochen hier Ausgrabungen vorgenommen werden. Bis
jetzt wurden Knochen und Eiſenſtücke gefunden und eine
Mauer bloßgelegt. Ueber weitere Funde ſoll ſpäter
be=
richtet werden.
Biblis, 26. Jan. (Ein gefährlicher
Meſſer=
held) iſt der ſchon oft vorbeſtrafte 22jährige Arbeiter
Martin Mett von hier. Weil er von dem Leiter der
che=
miſchen Fabrik in Gernsheim, Dr. Schütt, entlaſſen
wurde, trieb er ſich am Abend in der Nähe der Fabrik
herum, bedrohte den Dr. Schütt, beläſtigte die
Paſſan=
ten mit offenſtehendem Meſſer und verſetzte ſchließlich ohne
jede Veranlaſſung dem Arbeiter Karl Engraf aus
Gerns=
heim einen Stich in die Bruſt. Bei der Feſtnahme ſpielte
er noch den wilden Mann und verurſachte großen Lärm.
Vom Schöffengericht in Gernsheim wurde nun jetzt Mett
wegen Körperverletzung. Bedrohung und Ruheſtörung zu
zwei Monaten Gefängnis und drei Tagen Haft verurteilt.
Mainz, 26. Jan. (Vom Zugüberfahren.) Der
45jährige Maſchinenputzer Lorenz Fuchs aus Nackenheim
wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen
halb 1 Uhr zwiſchen dem Schienenſtrang im
Hauptbahn=
hof tot aufgefunden. Die Leiche wies ſchwere
Schädel=
verletzungen, ſowie Bein= und Armbrüche auf. Fuchs iſt
wahrſcheinlich infolge des bereiften Bodens, während er
das Geleiſe überſchreiten wollte, zu Fall gekommen und
wurde von dem um 12,24 Uhr aus Frankfurt ankommenden
Zuge erfaßt. Die Leiche des Verunglückten, der Frau und
Kinder hinterläßt, wurde auf den hieſigen Friedhof
ver=
bracht. — (Unfall.) Der 60jährige Matroſe Jooſt
Lan=
ſer aus Holland wurde beim Anziehen des Schlepptaues
erwiſcht und ihm ein Finger abgeriſſen.
P.A. Worms, 26. Jan. (Einen großen
nationalen Geſangswettſtreit) veranſtiltet
der 1864 gegründete Männergeſangverein „Eintracht”
an=
läßlich ſeines goldenen Jubiläums am 6., 7. und 8. Jüni.
ds. Js. Das Protektorat über dieſen Wettſtreit hat in
liebenswürdiger Weiſe Seine Exzellenz Freiherr Heylezu
Herrnsheim übernommen. Zu dieſem Geſangswettſtreite
ſtehen dem feſtgebenden Verein eine größere Anzahl
werk=
voller Ehrenpreiſe, darunter ein Ehrenpreis S. K. Hoheit
des Großherzogs von Heſſen, ſowie ein ſolcher Sr. Exz.
Freiherrn Heyl zu Herrnsheim zur Verfügung. Da außer
dieſen Ehrenpreiſen noch zirka 1600 Mark Barpreiſe für
die Stadtvereine und zirka 1100 Mack Barpreiſe für die
Landvereine, ſowie wertvolle Kunſtgegenſtände und
Di=
plome als weitere Preiſe zur Verteilung kommen, ſo dürfte
eine zahlreiche Beteiligung an dem Wettſtreite ze erhoffen
ſein. Der Delegiertentag findet bereits am Sonntag, den
15. Februar ſtatt und müſſen bis dahin alle Vereine, die
an dem Wettſtreit teilzunehmen gedenken. ihre Anmeldung
vollzogen und die Einſätze entrichtet haben.
* Gießen, 25. Jan. (Radiumbeſchaffung.)
Ein Antrag, den der Vorſitzende des im November
be=
gründeten Vereins für Krebsforſchung im Großherzogtum
Heſſen, Proſeſſor Dr. v. Opitz, bei der ſtädtiſchen
Verwal=
tung geſtellt hatte, wonach die Stadt Gießen jähslich 200
Mark für Zwecke des Vereins und einen einmaligen
Bei=
trag von 10000 Mark zur Beſchaffung von Radium zur
Verfügung ſtellen ſollte, wofür die unentgeltliche
Behand=
lung unbemittelter Krebskranker der Stadt in Ausſicht
geſtellt wurde, rief in der Stadtverordneten=Verſammlung
eine lebhafte Debatte hervor. Die Finanzdeputation
ſprach ſich für die Bewilligung der Summen aus. Die
Gegner der Bewilligung erklärten, es ſei Sache des Staats,
Mittel zur Beſchaf ung von Radium zu geben. Die
Stadt=
verordneten beſchloſſen, den einmaligen Betrag von 10000
Mark abzulehnen, dagegen ſich vorerſt auf zwei Jahre mit
einem Jahresbeitrag von 400 Mark als Mitglied für den
Verein zur Erforſchung der Krebskrankheit für Heſſen
an=
zuſchließen.
* Bad=Nauheim, 26. Jan. (Die
Geſamtfre=
quenzdes Bades) im Jahre 1913 betrug 34951
Kur=
gäſte, wovon 25147 Deutſche und 9804 Ausländer waren.
Von den letzteren entfallen auf: Afrika 90, Amerika 1667,
Aſien 26, Auſtralien 5. Belgien 168, Bulgarien 9.
Däne=
mark 77, Frankreich 290. Griechenland 5, Großbritannien
und Irland 885, Holland 454, Italien 88. Luxemburg 33,
Monako 1, Norwegen 64, Oeſterreich 783, Ungarn 317,
Por=
tugal 61, Rumänien 153, Rußland 4214, Schweden 114,
Schweiz 211, Serbien 24. Spanien 42, Türkei 23. Bäder
wurden insgeſamt 480520 abgegeben, und zwar wurder
gefertigt: 441672 in den ſtaatlichen Badehäuſern, 22289
im Badehaus des Konitzkyſtifts und 16559 im Eliſabeth
haus. Nach Bäderarten verteilt ſich dieſe Summe
folgen=
dermaßen: 539 Brunnenbäder, 27621 Solbäder, 153 114
Thermalbäder, 137321 Thermalſprudelbäder, 15855
Sprudelbäder, 189 Duſchebäder,. 2816 Süßwaſſerbäder, 363
Moorbäder. Die höchſte Tagesbäderzahl am 21. Juli
be=
trug 3952, und zwar: 271 Solbäder, 1205 Thermalbäder,
1193 Thermalſprudelbäder, 1262 Sprudelbäder, 18
Süß=
waſſerbäder und 3 Moorbäder.
Lich, 26. Jan. (Mäuſe in der Orgel.) Daßdas
Heer der Mäuſe auf den Aeckern ungeheuren Schaden
an=
richten kann, iſt allgemein bekannt. Mit allen möglichen
Mitteln führt man gegen ſie den Vernichtungskrieg.
Wel=
chen Schaden aber ’ſchon eine kleine Zahl dieſer Nager
an=
richten kann, ſollte man an der Orgel zu Hattenrod
erfahren. Schon etliche Wochen zeigten ſich beim Sakelen
Mängel, die man allgemein der Feuchtigkeit der Luft
zu=
ſchrieb. Daher ließ man die Orgel in dieſen Tagen von
einer hieſigen Firma einer Reparatur unterwerfen.In
der pneumatiſchen Orgel wurden die einzelnen Pfeifen
durch zuſtrömenden Wind geöffnet, ſo daß ſie erklingen
können. Der zuſtrömende Wind füllt zuerſt kleine
Wind=
ſäckchen aus dünnem Leder, die durch Aufblähen
das Oeffnen der einzelnen Pfeifen bewirken. Nun hatten
die armen Kirchenmäuſe” etwa 100 dieſer
Säck=
chen abgenagt, ſo daß dieſe ſich nicht mehr füllten. Die
Folge war, daß die entſprechenden Pfeifen ſtreikten.
Mäuſe hatten ſich eine teure Mahlzeit geleiſtet undſin
vahrſcheinlich doch nicht ſatt geworden.
Schotten, 26. Jan. (Schwindler.) Wanderphotd
graphen haben in verſchiedenen Orten der Umgebung
zahlreiche Eltern von Schulkindern betrogen. Sie machten
mit Erlaubnis der Lehrer Schulaufnahmen, ließen ſich von
den Kindern, die Bilder beſtellten, im voraus die Koniel
feis bezahlen und verſchwanden dann auf Nimmerwiede
ſehen. Da in manchen Dörfern ſeit Jahren kein Schul
photograph geweſen war, war hier das Intereſſe andel
Bildern beſonders groß. Die Schwindler heimſten
dieſen Ortſchaften hohe Summen ein.
Nummer 27.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Sette 5.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 25. Jan. Der jüngſte
Sohn des Kronprinzen, Ptinz Hubertus,
iſt von ſeinen beiden älteren Brüdern trotz der ſtreng
durch=
geführten Iſolierung nun doch vom Keuchhuſten angeſteckt
worden. Intereſſant dürfte ſein, wie der eine Sohn des
Kronprinzen mit dem Keuchhuſten behaftet worden iſt. Er
hat nämlich in Danzig mit einem am Keuchhuſten
erkrank=
ten Knaben in einem Schilderhaus geſpielt und ſich auf
dieſe Weiſe die Infektion zugezogen. — Die
evangeli=
ſchen Verbandsvereine hatten zu heute eine
öffent=
liche Verſammlung nach dem Zirkus Buſch einberufen,
die ſich zu einer Kundgebung der poſitiv=kirchlichen
Ele=
mente Berlins gegenüber der Austrittsbewegung aus der
Landeskirche geſtaltete. — In Lichtenberg ereignete ſich
heute nachmittag ein folgenſchweres
Automobil=
unglück. Der Arzt Dr. Neuhaus aus Charlottenburg
fuhr die Familie des Zigarrenfabrikanten Fritzſch in
ſei=
nem Automobil ſpazieren. In der Hauptſtraße brach eine
Feder des Kraftwagens und die 5 Inſaſſen und der
Chauffeur des Wagens wurden herausgeſchleudert. Der
Chauffeur und ein 12 Jahre alter Knabe kamen mit
leich=
teren Verletzungen davon. Bei den anderen Inſaſſen
wa=
ren die Verletzungen ſo ſchwer, daß ihre Ueberführung in
das Krankenhaus notwendig wurde. — In der
vergange=
nen Nacht wurden durch Einbruch in das
Paſſagekauf=
haus in der Friedrichſtraße Schmuckſachen im Werte von
30000 Mark geraubt.
Frankfurt, 26. Jan. (Vom zugefrorenen Main)
berichtet die Frankf. Ztg.: Die Eisdecke, die ſeit einigen
Tagen den Main überſpannt, hat am Sonntag ihre
Bela=
ſtungsprobe beſtanden. Sie hat viele, viele Tauſende
ge=
tragen und ſoweit bekannt, iſt niemand zu Schaden
ge=
kommen. Die Freude über das ſeltene Naturereignis, die
in den erſten Tagen der Woche nur von den
Nächſtbeteilig=
ten, von den Uferbewohnern, empfunden und gewürdigt
wurde, hat nun ganz Frankfurt erfaßt. Die Wanderung
nach dem Fluß war am Sonntag allgemein; es war am
Main wie an einem feſtlichen Sommertag. Die Brücken
haben gewiſſermaßen ihren Zweck verfehlt; ſie ſchienen nur
vorhanden, um den rieſigen Winterſportplatz zu gliedern
und ſeine bildhafte Wirkung zu erhöhen. Ideal kann
die=
ſer Winterſportplatz vorerſt nicht genannt werden. Die
Eisſchollen ſind regellos übereinander geſchoben. Die
Fläche iſt kraus und uneben. Die Feuerwehr wollte
die=
ſem Mißſtand abhelfen. Sie warf am Samstag große
Waſſermengen auf die Eisdecke, mit der guten Abſicht, eine
Schlittſchuhbahn zu ſchaffen, aber der Zweck wurde nicht
erreicht. So begnügte ſich die Menge mit „Schleifen”,
wan=
derte auf und ab, kletterte über die Eisberge an der Alten
1Brücke und ſetzte ſchließlich die vielen fliegenden Händler
iin Nahrung, denen die Polizei in letzter Stunde den Ver=
Rauf auf dem Main freigegeben hatte. Hunderte von
Pho=
ſtographen haben das Winterleben auf dem Main
feſtge=
hhalten, das ſich geſtern ganz ſo präſentierte, wie es Bilder
raus früherer Zeit zeigen. Trotz des rieſigen Verkehrs iſt,
wwie geſagt, kein Unglück paſſiert. Aus Vorſicht ſperrte die
Polizei am ſpäten Abend einige Stellen am Frankfurter
Ufer, an denen ſich Waſſer zeigte.
Frankfurt, 26. Jan. (Der Carré=
Reklameun=
ugpolizeilich verboten.) Geſtern nachmittag ſollte
auf dem Flugplatze ein Flieger aufſteigen, um bei einem
Uleberlandfluge kleine Reklamezettelchen aus
lufti=
iger Höhe auszuſtreuen. An dieſem Vorhaben wurde der
vierfür gewonnene Luftpilot durch zwei Schutzleute
ver=
windert, die den Auftrag vom Polizeipräſidenten hatten,
die Reklamezettel zu beſchlagnahmen ſofern dieſe
mit in den Apparai genommen würden.
) Weinheim, 25. Jan. (Ein Weinheimer bei
der Feemdenlegion.) Der 21jährige Sohn eines
ſsieſigen Handwerkers war im Oktober v. J. bei einem
Ulufenthalte in Elſaß=Lothringen franzöſiſchen Werbern in
hie Hände gefallen und hatte ſich verleiten laſſen, in den
Oienſt der Fremdenlegion einzutreten. Von Belfort war
ar nach Marſeille gebracht worden, von wo die
Ueber=
ſahrt nach Afrika ſtattfand. Jetzt ſchreibt der
Fremden=
legionär an ſeine hier wohnenden Eltern einen von
bit=
terer Reue diktierten Brief aus Algier worin er mitteilt,
daß das dort herrſchende Elend jeder Beſchreibung ſpottet.
Seit Weihnachten ſeien 165 Mann deſertiert, von denen
auuch ein Teil entkam. Die wieder eingefangenen
Deſer=
teure werden aber in den Gefängniſſen ſehr ſchlecht
behan=
telt. Zweimal drei Stunden täglich kommen ſie in den
wof des Gefängniſſes und müſſen 60 Pfund Sand auf dem
Krücken herumtragen. Einer fiel dabei zweimal zu Boden
umnd wurde ins Lazarett gebracht, wo er bald darauf ſtarb.
Wie der Briefſchreiber weiter mitteilt, kommen immer
n ieder Neulinge an. zumeiſt Deutſche, und zwar Burſchen
unnd Männer, die ſich lieber hätten eine Kugel in den Kopf
ſchießen ſollen, als in Afrika elend zu Grunde zu gehen.
Stuttgart, 26. Jan. (Der Maſſenmörder
AYzagner.) Die Vorunterſuchung gegen den Leh=
Utar Wagner aus Degerloch iſt abgeſchloſſen. Die Anklage
Ulautet auf 6 vollendete Morde in Degerloch, 10 vollendete
Worde in Mülhauſen, 10 verſuchte Morde daſelbſt und
das Verbrechen der vorſätzlichen Brandſtiftung in neun
Fällen.
Niefern bei Pforzheim, 26. Jan. (Brand.) Die
be=
kannte Papierfabrik von Bohnenberger u. Co, ſteht in
Flammen. Die alte Fabrik iſt wahrſcheinlich verloren.
Von Pforzheim iſt Hilfe verlangt worden.
Leipzig, 26. Jan. (Prozeß Knittel.) Das
Reichsgericht hat die Reviſion des Amtsrichters
Knittel=Rybnik, der vom Landgericht Gleiwitz am
3. Oktober v. J. wegen Beleidigung in vier Fällen zu
2400 Mark Geldſtrafe verurteilt worden war,
verwor=
fen. In der Begründung wird erklärt, daß mit Recht
vier einzelne Handlungen angenommen worden ſind, weil
die vier beleidigten Perſonen in den fraglichen Schreiben
namentlich aufgeführt ſind.
Beuthen, 26. Jan. (Erſtickt.) Am Samstag
ſtiegen mehrere mit der Ausbeſſerung der
Rohr=
leitung in der Donnersmarkhütte beſchäftigte
Mon=
teure trotz des Verbotes in die Rohrleitung. Drei von
ihnen wurden betäubt, wovon zwei erſtickten.
Paris, 26. Jan. (Revolverattentat.) Als ſich
geſtern abend der Schauſpieler Paul Guidé in Geſellſchaft
ſeiner Geliebten nach Hauſe begeben wollte, gab ſie in
dem Augenblick, als Guidé eine Droſchke beſteigen wollte,
mehrere Revolverſchüſſe auf ihn ab und ergriff darauf die
Flucht. Der Schauſpieler wurde lebensgefährlich verletzt.
Die Täterin wurde eingeholt und feſtgenommen.
Brüſſel, 25. Jan. (Die
Vermögensverhält=
niſſe der Prinzeſſin Luiſe.) Der ſchon vor
einigen Tagen als bevorſtehend gemeldete Akkord zwiſchen
der belgiſchen Regierung und der Prinzeſſin Luiſe iſt jetzt
rechtsgültig abgeſchloſſen worden. Luiſe erhält, ebenſo
wie die Prinzeſſin Stephanie, zu den nach den
Teſtaments=
beſtimmungen empfangenen 6 Millionen noch 5½
Millio=
nen als Abfindung für die Liegenſchaften und die Werte,
die der König an die verſchiedenen Stiftungen vermacht
hat und die vom Staate in Anſpruch genommen wurden.
Von dieſen 5½ Millionen zahlt, wie ſchon kurz gemeldet,
die Regierung 4½ Millionen direkt an die Vertreter der
Gläubiger, die ihre Forderungen entſprechend
ermäßig=
ten. Der Prinzeſſin bleiben alsdann noch 1 Million, und
man hegt am belgiſchen Königshof den ſehnlichſten Wunſch,
daß ſie ſich mit den Zinſen daraus und mit dem ihr vom
früheren Gatten zufließenden recht erheblichen
Jahres=
gelde einrichten möge, damit die unerfreulichen
Privat=
angelegenheiten dieſer belgiſchen Königstochter endlich
aufhören möchten, die belgiſche Regierung weiterhin zu
beſchäftigen. Der Prinzeſſin ſteht noch immer die ihr
wie=
derholt vom König angebotene „ſtandesgemäße Reſidenz”
in Belgien zur Verfügung, wenn ſie ſich entſchließen
wollte, ſich von ihrer Umgebung zu trennen. Solange dies
nicht geſchieht, iſt allerdings zu befürchten, daß die frühere
Mißwirtſchaft ſich fortſetzt, im Hinblick auf die zukünftige
Erbſchaft von der greiſen Tante der Prinzeſſin, der
Kai=
ſerin Charlotte. Man will verſuchen, Mittel und Wege
zu finden, um dem entgegenzuwirken.
Johannesburg, 25. Jan. (Aufreizung zum
Streik.) Der Sekretär der Ortsgruppe der
Arbeiter=
partei in Springs iſt zu einem Monat Zwangsarbeit
und zu 500 Mark Geldbuße verurteilt worden, weil er die
Eingeborenen in den Bergwerken Springs zu m Streike
aufgereizt hatte.
Kaiſergeburtstagsfeiern.
* Die militäriſche Feier von Kaiſers
Geburtstag wurde geſtern abend durch einen großen
Zapfenſtreich eingeleitet. Am Zapfenſtreich beteiligten ſich
die Muſikkorps des Leibgarde=Infanterie=Regiments Nr.
115, des Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23, des Leib=
Dragoner=Regiments Nr. 24, des Feldartillerie=Regiments
Nr. 25, des Trainbataillons Nr. 18 und die Spielleute des
Leibgarde=Infanterie=Regiments Nr. 115 unter Leitung
des Obermuſikmeiſters Mickley. Die Kapellen verſammelten
ſich 7½ Uhr abends auf dem Marienplatz. Unter
Füh=
rung des Herrn Leutnants Baron von der Recke vom
Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115 marſchierte der
Zapfenſtreich um 7¾4 Uhr vom Marienplatz ab und bewegte
ſich durch die Neckar=, Rhein=, Wilhelminenſtraße nach dem
Neuen Palais, wo eingeſchwenkt und ein Muſikſtück
ge=
ſpielt wurde, dann folgte der Zapfenſtreichmarſch. Der
Rückmarſch erfolgte durch die Wilhelminen=, Heidelberger
Straße nach dem Marienplatz, wo die Muſikkorps entlaſſen
wurden.
* Techniſche Hochſchule. Aus Anlaß des
Ge=
burtstages des Kaiſers fallen heute die Vorleſungen und
Uebungen an der Techniſchen Hochſchule aus. Das Portal
bleibt während des ganzen Tages geſchloſſen. — Der
All=
gemeine Studenten=Verband veranſtaltet am Mittwoch,
den 28. ds. Mts., abends 8 Uhr, im Städtiſchen Saalbau
einen Feſtkommers, wobei Herr Pfarrer Weisgerber
die Feſtrede halten wird über das Thema: „Deutſche
Staatsgeſinnung und das Ideale der freien
Perſönlich=
keit”.
* Inſtitut der Engliſchen Fräulein. Man
ſchreibt uns: Eine überaus ſinnige Huldigung brachten die
Schülerinnen der höheren Mädchenſchule der Engliſchen
Fräulein unſerm Kaiſer am Sonntag, den 25. ds. Mts.,
im Konkordiaſaale dar. Es war nach längeren Jahren
das erſtemal, daß ſie mit einer derartigen Feier in die
Oeffentlichkeit traten. Aber die Einladungen an Eltern,
Schülerinnen und Freunde der Schule waren nicht umſonſt
ergangen. Der Saal war dicht beſetzt, ein erfreulicher
Be=
weis für das Anſehen und Intereſſe, das die ſtets
wach=
ſende Lehranſtalt genießt. Leider konnte Frau
Staats=
miniſter von Ewald. Exz. einer Erkältung wegen der Feier
nicht beiwohnen. Nach dem einleitenden Chor: „Danket
dem Herrn”, der voll und warm von friſchen
Kinderſtim=
men erſcholl, und einem weihevollen Feſtgedicht mit
ſchö=
ner Dekmamation, vorgetragen von Katharina Uebel,
ergriff der Religionslehrer der 5.—10. Klaſſe, Herr Kaplan
Wilhelm, das Wort zu einer von geſchichtlichem und
patriotiſchem Geiſte getragenen Feſtrede. Mit einem
Rückblick auf Kaiſer Karl den Großen, den Gründer
und Förderer der Schulen, wandte er die von ſeinen
Zeit=
genoſſen von ihm geſagten Worte auf unſern Kaiſer an: „Du
biſt Ehre und Ruhm der Völker, Freude und Stolz des
Lan=
des.” — Jetzt öffnete ſich der Vorhang für das eigentliche
Feſtſpiel der von dem jüngſten Publikum erſehnteſte
Augenblick. Der „Streit der Jahreszeiten” mit
ſo viel Fleiß und Eifer, mit ſo viel Luſt und Lieb’ unter
der Leitung der Engl. Fräulein eingeübt, beginnt. In
bun=
ter Abwechſlung ſehen wir die Vertreibung des Winters
durch den holden Lenz, die erſten Blümchen melden ſich,
Vogelſtimmen ertönen mehr und mehr Blumenkinder
erſcheinen, um einen lieblichen Reigentanz auszuführen.
Das 2. Bild zaubert uns die warme Sommernacht
vor. Kleine Elfen, darunter ganz kleine aus dem
drit=
ten Schuljahr, mit farbigen Lampions, begegnen ſich in
einer niedlichen Polonäſe, die aber gleich danach von dem
Tanz der Nixen an Gewandtheit und Anmut noch
über=
troffen wird. Erntefeſt mit buntgekleideten Bäuerinnen
und Winzerinnen im Schmuck der Reben repräſentieren im
dritten Bild den Herbſt. Hier fand der kunſtvolle
Rei=
gen der Winzerinnen, von größeren Schülerinnen (bis
zum 10. Schuljahr) getanzt, außerordentlichen Beifall und
gereicht der Turnſtunde zu beſonderer Ehre. Als Sieger
im Streit — denn ihm gehört ja „des Deutſchen Kaiſers
Wiegenfeſt” — tritt der Winter nochmals auf. Ihn
ver=
herrlichen übermütige Schneeflocken, beim Tanz mit
Schnee=
ballen werfend und zum Schluß eine Anzahl
jugend=
licher Muſikanten. Mit Abſicht iſt hier eine
Kinder=
ſymphonie eingeflochten, um auch das muſikaliſche
Element unter den Schülerinnen zur Geltung zu bringen.
Alles aber gipfelte im fünften und letzten Bild in einer
unſerm Kaiſer dargebrachten freudigen Huldigung, die
mit dem begeiſtert geſungenen „Heil dir im Siegerkranz”
ſchloß. Die Zuſchauer ſpendeten den jungen Künſtlerinnen
reichen, wiederholten Beifall und lautes, wohlverdientes
Lob. — Alle Darſtellerinnen zu nennen iſt bei der großen
Zahl leider unmöglich. Erwähnt ſeien: Johanna
Cher=
bourg (Frühling), Hedwig Haußmann (Winter), Eliſe
Straub (Zeit), ſowie die Penſionärinnen Lina Warthorſt
(Elfenkönigin), Frl. Edith Walther und Frl. Anni Kordel
(Klavierbegleitung) die beiden letzteren mit beſonderem
Dank für ihre aufopfernden Leiſtungen.
* Bund Deutſcher Militäranwärter
(Zweigverein Darmſtadt). Die im großen Saale der
Turnhalle am Woogsplatz veranſtaltete Feier des
Ge=
burtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers war in jeder Hinſicht
von einem vollen Erfolg begleitet. Der dicht beſetzte Saal
gab Zeugnis von dem Zuſammenhalten der Mitglieder
und der Pflege der Kameradſchaft; die Darbietungen
waren feſſelnd und die Stimmung vorzüglich. Eingeleitet
wurde die Feier durch einige Muſikſtücke der Kapelle des
Vereins unter Leitung ihres Dirigenten Kamerad
Krü=
ger, an welche ſich ein Prolog, geſprochen von Fräulein
Schminke, anſchloß. Hierauf ergriff der 1. Vorſitzende,
Kamerad Salomon, das Wort, dankte den Kameraden
nebſt Angehörigen und den Herren Landtagsabgeordneten
Dr. Oſann, Henrich, Wiegand und Stadtv. Dr. Noellner
für ihr Erſcheinen und hieß ſie herzlich willkommen. Er
wies auf die Bedeutung des Tages hin, ſein Hoch galt
Sr. Majeſtät dem Kaiſer. Das Programm bot außer
Darbietungen der Geſangsabteilung unter Leitung ihres
verdienten Dirigenten, Kamerad R. Etzold, die wie immer
vorzüglich waren, Liedervorträge von Frl. Hübner und
Frl. Erbes, die lebhaften Beifall fanden. Beide Damen
verfügen über gutgeſchulte Stimmen. Einige von Damen
und Herren des Vereins friſch und flott geſpielte
Theater=
ſtücke die von Kamerad Heß ſorgfältig einſtudiert waren,
ſchloſſen ſich an. Hierbei wirkten mit die Damen Frl.
Kaiſer, Gr. und El. Kuhl, Finger, Städtler und Schminke,
ſowie die Herren Koch, Heß jun., Burhenné jun. und
Peppler jun. (Klavier). Allen, die zur Verſchönerung des
Feſtes beigetragen haben, ſei auch an dieſer Stelle
noch=
mals herzlich gedankt. Im Laufe des Abends ſprachen
noch die Herren Stadtv. Dr. Noellner.
Landtagsabgeord=
nete Wiegand und Henrich, deren Ausführungen mit
ſtürmiſchem Beifall aufgenommen wurden. Für 10jährige
Mitgliedſchaft konnten wieder einige Kameraden durch
Verleihung eines Abzeichens dekoriert werden. Ein kleines
Tänzchen ſchloß die ſchöne Feier, die ſicherlich allen in
ſchöner Erinnerung bleiben wird.
un. Marine=Verein Darmſtadt. In den
feſtlich geſchmückten Räumen des Mathildenhöhſaales hielt
der Marine=Verein ſeine Kaiſers=Geburtstagsfeier ab,
die von den Kameraden und deren Familien
zahlreich beſucht war. Als Ehrengäſte waren erſchienen
das Ehrenmitglied des Vereins, Herr Admiral a. D.
Weſtphal, weiter zahlreiche Offiziere der Marine und
Deputationen der hieſigen Garniſon. Eingeleitet wurde
die Feier mit dem Kaiſermarſch und dem prächtig
ge=
ſungenen Chor „Gott grüße dich” des Darmſtädter
Män=
nerquartetts. In zündender Rede gedachte der 2.
Vor=
ſitzende, Kamerad Wenzel, Sr. Kgl. Hoheit des
Großher=
zogs, des treueſten Bundesgenoſſen des deutſchen Kaiſers,
nd brachte auf den Landesherrn und deſſen Familie ein
dreifaches Hurra aus, in das die Feſtverſammlung
be=
geiſtert einſtimmte. Ein mit echt patriotiſchem
Schwung=
von dem Ehrenmitglied Kamerad Göttmann gedichteter
Prolog mit einer Huldigung nach Seemannsart vor der
lorbeergeſchmückten Büſte Sr. Majeſtät Kaiſer Wil= IIll, wurde von Fräulein Lang vortrefflich zum
Vortrag gebracht und trug der Sprecherin rauſchenden
Beifall ein. In einer zündenden Feſtrede feierte der 1.
Vorſitzende, Kamerad Schnellbacher, den Kaiſer als den
Gründer der deutſchen Marine, deren Wimpel zum Schutz
on Handel und Induſtrie und des Reiches heute auf
allen Meeren der Welt wehen. Sein dreifaches „Hipp
Hipp Hucra” galt dem Geburtstagskind dem Friedens=
Kaiſer Wilhelm II., das mächtig durch den Saal brauſte.
Eine ergreiſende dramatiſche Dichtung „Zuviel oder
Frauentreue” in der die Kameraden B. Seipp. Reichert,
Koch, Klein, Spies und beſonders Frau Reichert und der
kleine Wiliy Lang ihr Beſtes boten, wurde mit reichem
Beifall ausgezeichnet. Chöre des Darmſtädter
Männer=
quartetts, lebende Bilder aus dem Marineleben, ſowie ein
Tanzabend Gertrud Leiſtikow.
Wir haben uns ſchon gelegentlich ihres erſten
Tanz=
ſſoh ends in Darmſtadt dahin ausgeſprochen, daß Gertrud
Leiſtikow in dem Flor der berühmten
Tanzkünſtlerin=
lnem der Gegenwart und derer, die durch mehr oder
weni=
er geſchickte Reklame dazu gemacht werden, eine
Sonder=
telllung einnimmt. Das geſtrige Auftreten der Künſtlerin
hatt dieſen Eindruck gefeſtigt. Gertrud Leiſtikow iſt
wirk=
ieh in ihrer Art einzig. Sie bringt für ihre Kunſt als
her=
horrragendſtes und allerdings unentbehrlichſtes Requiſit
in Paar wundervoll geformte und bis zur Vollendung
hunchtrainierte Beine mit, die in ihrer Kunſt übrigens
— was durchaus nicht bei allen Tanzkünſtlerinnen der Fall
ſt — die Hauptrolle ſpielen. Sie verfügt ferner über ein
usgeprägtes muſikaliſches Empfinden und edles
rhythmi=
ches Gefühl. Die Künſtlerin tanzt nicht eigentlich, ſie
ver=
önpert aber ein inneres, bis zur Leidenſchaft und Ekſtaſe
Du ſteigerndes Empfinden, das nach formalem Ausdruck
ſſinggt und drängt zu plaſtiſchem Muſik=Erleben. Gertrud
ei ſtikow hängt förmlich an den Tönen, ſie klettert daran
n die Höhe, daß ſie der Erdenſchwere zu entſchweben
Abeeint, wiegt ſich mit den Tönen und badet ihren
ſchlan=
n Körper in den Tonwellen, wobei ſie, was ſie offenbar
Plieſt empfindet, zur Leidenſchaft geſteigerte Lebensluſt
inde Freude auch im Beſchauer auslöſt. Es mag
zweifel=
hs richtig ſein, daß die Künſtlerin vielleicht, wenn ſie von
er Tönen mehr frei käme, wenn eigene Phantaſie ſie von
eim Rhythmus der Muſik löſen könnte, ohne daß dadurch
ler von der Muſik an ſich nicht zu trennende Rhythmus
ſ ider Tanzbewegung beeinträchtigt würde, zu anderer,
den Laien vielleicht ſchönerer Bildwirkung in ihren
ſämzen gelangen würde. Möglich aber auch, daß ſie
da=
nach das Charakteriſtikum ihrer Tänze, das in allen ſcharf
ausgeprägt iſt, hin und wieder beeinträchtigen würde.
Jedenfalls liegt die Gefahr der Veräußerlichung nahe, und
wir möchten der Künſtlerin beſonders hoch anrechnen, daß
ſie nicht um äußerer Wirkung willen das Charakteriſtiſche
ihres tanzlichen Empfindens vernachläſſigt.
Der geſtrige Abend wurde mit einer Suite (Gavotte
und Sarabande) von Rameau eröffnet. Dieſe an ſich ſehr
charakteriſtiſch gefühlten, aber kalten Tänze verfehlten
jeg=
lichen Eindruck auf das erfreulich zahlreiche Publikum,
das erſt durch den recht flotten, aber anſpruchsloſeren
Ländler von Schubert gefangen wurde, dann aber den
Abend über mit ſteigender Wärme der Künſtlerin
applau=
dierte. Entzückend, wie ein zur Wirklichkeit gewordenes
muſikaliſches Phantom, wirkte Schuberts „Moment
muſi=
cal”, der Faun=Tanz; Scherzo von Schubert war ſchon
vom Vorjahre her bekannt. Ganz entzückend kam Brahms
Rhapſodie II zum formalen Ausdruck in der Bewegung,
während Chopins Mazurka Op. 33 Nr. 4 ganz muſikaliſcher
Rhythmus war, wie auch die weiteren Chopin=Mazurkas
und=Walzer und der auch in der Bildwirkung ganz
rei=
zende Schmetterlingstanz von Grieg.
Der muſikaliſche Teil des Abends lag in den Händen
des Herrn Kapellmeiſters Sautier vom Großh.
Hof=
theater, der uußer der ſehr präzis durchgeführten
ſchwie=
rigen Begleitung der Tänze auch in einigen Soli zu Worte
kam. Er ſpielte mit brillantem Vortrag lyriſche Stücke
von Grieg (Albumblatt, Hochzeitstag auf Fooldhangen,
Tag der Zwerge und die Ungariſche Rhapſodie Nr. 2 von
Franz Liſzt. Das Publikum ſpendete beiden Künſtlern
lebhaften Beifall. Gertrud Leiſtikow wurde durch
koſt=
bare Blumenſpenden ausgezeichnet.
Die Koſtüme waren entworfen von Architekt Siegfried
Werner Müller=München, das Schmetterlingskoſtüm von
M. St.
Dora Brandenburg=Polſter.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Nummer 27.
Theaterſtück „Zurückgekehrt in die Heimat” verſchönten den
Feſtabend, an den ſich ein ſolenner Feſtball anſchloß.
* Die Kriegerkameradſchaft „Germania”,
Darmſtadt, beging den Geburtstag des Kaiſers am
Sams=
tag abend in dem ſchön geſchmückten Vereinslokal bei
Kamerad Gunder. Die Kameraden nebſt Angehörigen
hatten ſich zahlreich eingefunden. Die Singmannſchaft des
Vereins unter Kamerad Stephanis Leitung trug mehrere
Chöre vor. Der erſte Vorſitzende, Kamerad Ganßmann,
hielt eine Anſprache und ſchloß mit einem dreifachen Hoch
auf den Kaiſer. Ein kleines Tänzchen beſchloß die Feker.
* Der Kavallerie=Verein Darmſtadt
feierte am 25. ds. Mts. Kaiſers Geburtstag in den
Räu=
men der Brauerei zum Schützenhof. se Beteiligung wac
eine derartige, daß der Saal ſchon ver Beginn der Feier
bis zum letzten Platz beſetzt war. Muſikſtücke,
Theater=
aufführungen, von Vereinsmitgliedern geſpielt, eine
Kai=
ſerhuldigung durch Darſtellung lebender Bilder, fanden
ganz beſonderen Beifall. Die Muſik ſtellte das Garde=
Dragoner=Regiment Nr. 23, deren vorgetragene Soloſtücke
zur Verſchönerung des Feſtes ſehr viel beigetragen haben.
* Berlin, 26. Jan. Bei den Majeſtäten fand
heute abend im Eliſabethenſaale auf der
Eliſabethen=
galerie des Königlichen Schloſſes Tafel ſtatt, an der die
aus Anlaß des Geburtstages des Kaiſers hier
eingetroffenen deutſchen Bundesfürſten und Prinzen, die
Königin und der Kronprinz von Griechenland, der
ruma=
niſche Thronfolger, Prinz Carol von Rumänien
teilnah=
men. Geladen waren u. a. der Reichskanzler, die
Geſand=
ten der deutſchen Bundesſtaaten, Miniſterpräſident
Veni=
zelos, Staatsſekretär von Jagow, die Kabinettschefs, die
Hofſtaaten und das Gefolge.
* Paris, 26. Jan. Heute abend gaben anläßlich des
Geburtstages des Kaiſers Borſchafter Frhr. von
Schoen und Gemahlin einen Empfang für die deutſche
Kolonie.
* Berlin, 26. Jan. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung bringt anläßlich des Geburtstages des
Kaiſers einen Arnikel, in welchem es heißt: „Gleich
ſeinem großen Ahnherrn fühlt ſich der Kaiſer und König
als erſter Diener des Staates. Für jede ſeiner
Entſchlie=
ßungen iſt das Bewußtſein maßgebend, daß ſie der Nation
fromme. Von der Ueberzeugung perſönlichſter
Verant=
wortung vor der Vorſehung wird die unverbrüchliche
Pflichterfüllung getragen, die zu jeder Stunde das Wohl
des Ganzen im Auge hält. Nur der außerordentlichen
Willenskraft und unermüdlichen Wirkſamkeit konnte es
gelingen, nach allen Seiten eine ſo fruchtbringende
Tätig=
keit zu entfalten, deren Erfolge jedermann ſichtbar ſind.
Seine Majeſtät betrachtete es von Beginn an nicht als
Auſgabe, das von ſeinen Vätern übernommene Erbe
ledig=
lich zu verwalten. Dieſes Erbe wurde in der Weiſe
ge=
mehrt wie es niemand vorahnen konnte. Ob es ſich um
die Sicherung des Reiches durch die Wehrmacht auf dem
Lande oder zur See, um die Fortbildung des Rechts, den
Ausbau der ſozialen Geſetzgebung, die Förderung der
wirtſchaftlichen Wohlfahrt, die Entwickelung des
Bil=
dungsweſens aller Stuſen, die Unterſtützung der
Wiſſen=
ſchaft, Kunſt und Technik und die Anregung zur
allge=
meinen Körperpflege handelt, immer wieder begegnen wir
der regſten Anteilnahme und dem perſönlichen Eingreifen
unſeres Herrſchers, dies alles in einer Zeit, die die
an=
geſpannte Auſmertſamkeit des Monarchen für die
Steue=
eung des Reichsſchiffs durch vielerlei Fährniſſe in Anſpruch
nahm. Eine ſolche Fülle von Pflichten vermochte nur
eine Herrſcherperſönlichkeit zu tragen, die von den höchſten
Auffaſſungen über den Sinn des irdiſchen Daſeins für
den Einzelnen wie für das Volk beſeelt iſt. Aus den
Er=
eigniſſen vor 100 Jahren entnahm der Kaiſer die
dring=
liche Mahnung, daß nicht kriegeriſche Lorbeeren, nicht
Wohlſtand, Macht und Anſehen letzten Endes das
Schick=
ſal und die Zukunft des Volkes ſichern, ſondern allein
die ſittliche Kraft, die ihm innewohnt In dieſen Worten
liegt eine tieigreifende Erläuterung zu den Bemühungen
des Monarchen, allen wertvollen Lebensäußerungen der
Nation die Bahn zu ebnen.
* München, 26. Jan. Die Bayeriſche
Staatszei=
tung bringt heute folgenden offiziöſen Artikel:
Dem Kaiſer! Kaiſer Wilhelm begeht morgen im Kreiſe
ſeiner erlauchten Familie ſein 55. Geburtstagsfeſt. Das
deutſche Volk blickt an dieſem Tage mit dem Gefühl
freu=
digen Stolzes und hoher Verehrung nach der
Reichshaupt=
ſtadt und ſchließt ſich zuſammen in innigen Glück= und
Se=
genswünſchen für das Wohl des Kaiſers, in deſſen
kraft=
voller Perſönlichkeit ſich die Einheit und Geſchloſſenheit
der Nation verkörpert. In aufrichtiger Dankbarkeit gedenkt
es all deſſen, was der Kaiſer in einem Vierteljahrhundert
unabläſſiger Sorge und Arbeit für des Reiches Glanz und
Ehre geleiſtet und errungen hat und hofft zu Gott, daß ihm
noch lange Jahre eines ſchaffensfrohen und reichgeſegneten
Wirkens beſchieden ſein mögen. — Oefters als ſeit
lan=
gen Jahren wandte ſich in dem abgelaufenen Jahre das
vaterländiſche Empfinden des deutſchen Volkes dem Kaiſer
zu. Die Feier ſeines 25jährigen Regierungsjubiläums,
das er, umgeben von den deutſchen Bundesfürſten und den
Vertretern der Freien und Hanſaſtädte, unter einmütiger
und herzlichſter Begeiſterung Deutſchlands begehen durfte,
legte vor der ganzen Welt ein ſichtbares Zeugnis dafür
ab, welche reiche Ernte dem Kaiſer aus der Saat
hinge=
bender Pflichterfüllung und umfaſſender Tätigkeit erblühte.
die er, den Blick auf die der Nation gemeinſamen großen
Intereſſen gerichtet, ausſäte. An jenem denkwürdigen
Tage, dem auch das Ausland ſympathiſche Anteilnahme
bezeugte, kam das Bewußtſein der unlöslichen
Zuſammen=
gehörigkeit, in dem die deutſchen Fürſten und Stämme ſich
verbunden fühlen, klar und freudig zum Ausdruck. Der
Ernſt, mit dem ſich die geſamte öffentliche Meinung zu
die=
ſem nationalen Empfinden bekannte, bewies auch, daß auf
den Schlachtfeldern von 1870/71 in der im gemeinſamen
opfervollen Ringen erſtrittenen Eintracht, in dem tiefen
Be=
wußtſein des deutſchen Volkes verankert iſt, daß nichts und
niemand dieſe Eintracht je mit Ausſicht auf mehr als einen
Eintagserfolg wird ſtören können. Dieſes Bewußtſein
unſerer nationalen Stärke und inneren Geſchloſſenheit
er=
fuhr in den erhebenden Gedächtnisfeiern, die in den
deut=
ſchen Landen im Laufe des Jahres 1913 den Helden der
Kämpfe 1813 gewidmet worden ſind, wiederholt neue
Be=
kräftigung. Im Zuſammenhang damit kam anläßlich der
Verabſchiedung der Wehr= und Deckungsvorlagen 1913 der
unbeugſame Wille Deutſchlands zum Ausdruck, das mit
ſo großen Opfern errungene Gut der nationalen Einigung
gegen jeden Angriff und jede feindliche Konſtellation zu
ſchützen und zu behaupten. Ueber der Freude wie über
der Sorge all dieſer erinnerungsreichen Tage ſtand, alle
Kräfte der Nation nach ſich ziehend das ſchlichte Bild des
Kaiſers. Liebe und Vertrauen ſind ihm, ſeinem hohen
Streben und ſeiner raſtloſen Tatkraft in reichem Maße
zu=
teil geworden. Die feierlichen Worte, in denen der
Kai=
ſer an ſeinem Jubiläumstage betonte, an den
verfaſſungs=
mäßigen Grundlagen des Reiches feſtzuhalten, die Ent=
ſchiedenheit, mit der er ſeine Achtung vor den verbrieften
Rechten der Einzelſtaaten bekundete, fanden im deutſchen
Volke freudigen Widerhall. Deutſchland gewöhnte ſich, in
dem Kaiſer einen treuen Hort nicht nur unſerer nationalen
Einigung, ſondern auch der verfaſſungsmäßigen
Selbſtän=
digkeit der Bundesſtaaten zu erblicken. Alle Gaue und=
Stämme des großen deutſchen Vaterlandes entbieten
da=
her dem Kaiſer heute, am Vorabend ſeines
Geburtstags=
feſtes den Gruß vertrauensvoller Treue und Ergebenheit.
Mit an erſter Stelle ſteht unter ihnen das bayeriſche Volk,
das mit ſeinem geliebten König ſich in dem ſtolzen Gefühl
der Zuſammengehörigkeit eins weiß, das Bayern mit dem
Reiche verbindet. Es begleitet den Geburtstag des
Kai=
ſers mit dem von Herzen kommenden Wunſch: Gott ſchütze,
Gott ſegne und erhalte unſern Kaiſer!
Parlamentariſches.
Am Montag vormittag tagte, teilweiſe unter
Be=
teiligung der Regierung, der dritte Ausſchuß der
Zweiten Kammer. Der Ausſchuß beſchäftigte ſich mit der
Erſatzwahl im vierten Wahlkreis Starkenburg,
Wald=
michelbach (Abg. Dr. Wünzer). Nach dem kurzen Referat
des Abg. Breidenbach wurde die Wahl für gültig erklärt,
weil keinerlei Beanſtandungen vorlagen. — Die Beratung
der Vorſtellung des Rechtsanwalts Dr. Lindt in
Darm=
ſtadt, die eine Beſchwerde über die Anwaltskammer zum
Gegenſtand hat, wurde wegen Abweſenheit des Referenten,
Abg. Dr. Zuckmeyer, vertagt. Zur Vorſtelluna des
Fach=
ſehrers i. P. Pfeifer zu Oppenheim, ſeine
Penſionsver=
hältniſſe uſw. betreffend, liegen zwei Gutachten vor, die
neue Geſichtspunkte zu der Angelegenheit ergeben; es ſollen
deshalb noch Erhebungen angeſtellt werden, die
Angelegen=
heit mußte deshalb ebenfalls vertagt werden. — Zur
Be=
ratung der Vorſtellung des Verbandes der heſſiſchen
Pri=
vat=Architekten zu Darmſtadt, die Beſeitigung der
Neben=
arbeiten der ſtaatlichen Baubeamten betreffend, waren als
Vertreter der Regierung die Herren Miniſterialrat Dr.
Kratz und Baurat Wagner erſchienen. Auch zu dieſer
An=
gelegenheit ſind noch weitere Erhebungen notwendig. Die
Vorſtellung ſoll deshalb in acht Tagen nochmals
verhan=
delt werden.
Eis und Schnee.
* Konſtanz, 26. Jan. Infolge der
anhalten=
den Kälte iſt nun auch der Unterſee zwiſchen der Inſel
Reichenau und dem ſchweizeriſchen Ufer zugefroren,
ſo daß der Schiffahrtsverkehr zwiſchen Konſtanz und
Schaffhauſen mit dem heutigen Tage eingeſtellt werden
mußte. Auf der anderen Seite, zwiſchen der Inſel
Rei=
chenau und dem badiſchen Ufer, iſt der See ſchon ſeit
vori=
ger Woche feſt zugefroren. Jetzt kann die weite Fläche
von Schlittſchuhläufern gefahrlos belaufen werden. In
Konſtanz zeigt das Thermometer 10 Grad unter Null und
in Meßkirch 15 Grad.
* Breslau, 26. Jan. Die Schleſiſche Zeitung
mel=
det aus Reichenbach (Eulengebirge): Seit Samstag
herrſcht ſtarker Schneeſturm. Die Züge der
Eulen=
gebirgsbahn, die zwiſchen Silberberg und Reichenbach
ver=
kehren, ſind geſtern vormittag im Schnee ſtecken geblieben.
Der Sturm dauert an.
* Riga, 26. Jan. Durch den Eisbrecher „Jermak”
ſind 13 Dampfer eingebracht worden. Von dieſen
wurden 5 in den Hafen eingeſchleppt, die anderen wurden
durch den Wind in ſüdweſtlicher Richtung wieder
abge=
trieben. Heute ſind den Eisbrechern „Jermak” und „
Her=
kules” 10 Dampfer zu Hilfe gekommen und ſie verſuchen
gemeinſam zu den 8 Dampfern zu gelangen, die durch
Treibeis nach Neubad und Pernow abgetrieben
wur=
den. Die Arbeit der Eisbrecher iſt durch Treibeis und
Regen ſehr erſchwert.
* Paris, 25. Jan. Die ungeheure Kälte der
letzten Tage dauert an. Die Seine iſt in ihrem unteren
Teile faſt unſchiffbar geworden. Im Walde von Barbillon
wurden Wölfe geſichtet. Eine Treibjagd nach ihnen
hatte keinen einzigen zur Strecke bringen können. Auch
aus anderen Ortſchaften im Norden Frankreichs kommen
Nachrichten vom Erſcheinen von Wölfen. Der Bevölkerung
hat ſich große Erregung bemächtigt.
* Ismail (Beſſarabien), 26. Jan. Da die Dönau
durch Eispflöcke und Schneemaſſen verſtopft iſt,
iſt eine Ueberſchwemmung eingetreten, die großen
Schaden an der an den Flüſſen anſäſſigen Bevölkerung
Beſſarabiens angerichtet hat: Viele Häuſer ſtehen unter
Waſſer. Die Behörden haben eine Hilfsaktion eingeleitet.
Viele fremde, mit Getreide beladene Schiffe ſitzen bei
Ismail, Kilia und Breni im Eiſe feſt.
Luftfahrt.
* Madrid 26. Jan. Auf dem Militärflugplatz
von Cuatrovientos iſt Leutnant Ramos, der Sohn
eines Generals, aus 300 Meter abgeſtürzt. Er war ſofort
tot.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt. (
Schweine=
markt am 26. Jan) Auftrieb durch Händler 167 Schweine,
durch die Bezugsvereinigung 78 Schweine. Schlachtgewicht
50 Kilogramm. Preiſe 1. Qualität 71 Mark. 2. Qualität
70 Mark, 3. Qualität 69 Mark. Marktverlauf: ruhig;
Ueberſtand.
— Frankfurt a. M., 26. Jan. (
Schlachtvieh=
markt). Amtlicher Bericht. Auftrieb: 1340 Rinder,
dar=
unter 486 Ochſen, 50 Bullen. 804 Färſen und Kühe, 306
Kälber, 131 Schafe, 2414 Schweine. Marktverlauf:
Ge=
drückter Handel; Rinder und Schweine hinterlaſſen
Ueber=
ſtand. — I. Rinder. Ochſen: 1. vollfleiſchige,
ausge=
mäſtete höchſten Schlachtwertes im Alter von 4 bis 7
Jah=
ren Lebendgewicht 50—54 M. (Schlachtgewicht 90—93 M.;
2. junge, fleiſchige nicht ausgemäſtete und ältere
ausge=
mäſtete 46—49 (83—89); 3. mäßig genährte junge, gut
ge=
nährte ältere 43—45 (79—83). Bullen: 1. vollfleiſchige,
ausgewachſene höchſten Schlachtwertes 47—49 (79—81), 2.
vollfleiſchige, jüngere 43—45 (74—78). Färſen und
Kühe: 1. vollfleiſchige, ausgemäſtete Färſen höchſten
Schlachtwertes 47—50 (84—90), 2. vollfleiſchige,
ausge=
mäſtete Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 44
bis 47 (82—84), 3. a) wenig gut entwickelte Färſen 41—45
(79—87), b) ältere, ausgemäſtete Kühe und wenig gut
ent=
wickelte jüngere Kühe 39—43 (72—80) 4. mäßig genährte
Kühe und Färſen 34—38 (68—76), 5. gering genährte Kühe
und Färſen 25—30 (57—67). Kälber: 1. mittlere Maſt=
und beſte Saugkälber 60—64 (102—108), 2. geringere Maſt=
und gute Saugkälber 55—59 (93—100), 3. geringe
Saug=
tälber 50—54 (85—92) Schafe: Maſtlämmer und
Maſt=
hammel 45 (98). Schweine: 1. vollfleiſchige Schweine
von 80—100 Kilogramm (160 bis 200 Pfund)
Lebendge=
wicht 52,50—55 (66—68), 2. vollfleiſchige Schweine unter
80 Kilogramm (160 Pfund) Lebendgewicht 52—54 (65—67),
3. vollfleiſchige von 100 bis 120 Kilogramm (200 bis 240
Pfund) Lebendgewicht 52—55 (65—68), 4. vollfleiſchige von
120 bis 150 Kilogramm (240 bis 300 Pfund) Lebendgewicht
52,50—55 (65—67).
Vom Balkan.
* Paris 26. Jan. Die Liberts will wiſſen, daß
der erſte Teil der griechiſchen 500
Millio=
nen=Anleihe, über welche Miniſterpräſident
Veni=
zelos mit der franzöſiſchen Regierung und den großen
Bankinſtituten verhandelt hat, kaum vor der zweiten
Hälfte des Monats März zur Ausgabe gelangen wird.
Die türkiſche 600 Millionen=Anleihe werde bis 1. Mai
vertagt werden. — Nach einer offiziöſen Meldung hat
die franzöſiſche Regierung in Wien erklären
laſſen, daß ſie bereit ſei, ſich an der albaniſchen Anleihe
zu beteiligen und derſelben ihre Bürgſchaft zu gewähren,
jedoch nur unter der Bedingung, daß die Anleihe auf
Grund nationaler Gleichheit, alſo nicht durch
Vermitte=
lung der öſterreichiſch=italieniſchen Bank von Albanien
erfolge.
* Konſtantinopel, 26. Jan. In offiziellen
Kreiſen werden die Meldungen, nach welchen der
Kriegs=
miniſter den Beſehl erteilt habe, die Mobiliſierung
von zwölf Reſervejahrgängen vorzubereiten, kategoriſch
dementiert. Ein offiziöſes Communigué ſetzt den
Gerüchten ein formelles Dementi gegenüber und betont,
es ſei eigentümlich, daß ſie mit den Anleiheverhandlungen
zuſammenfallen, und das Scheitern der Anleihe bezwecken.
Das Communigué bemerkt: Entgegen dieſen
peſſimiſti=
ſchen Meldungen betrachten die kompetenten Kreiſe die
auswärtige Lage mit vollem Vertrauen auf die Erhaltung
des für die wirtſchaftliche Entwickelung des Reiches und
die Durchführung der Reformen ſo notwendigen
Frie=
dens. Der Ertrag der Anleihe werde dieſem Zweck
ge=
widmet und nicht zu Militärausgaben verwendet werden.
* Athen, 26. Jan. Die Agence d’Athènes iſt
er=
nächtigt, die Meldung zu dementieren, daß der Miniſter
des Aeußern über die Anleihe, die angeblich in
Deutſchland aufgenommen werden ſolle, Erklärungen
abgegeben habe.
* Wien 26. Jan. Der gegenwärtig hier weilende
bulgariſche Geſandte in Konſtantinopel
Tont=
ſchew, bezeichnet die ihm von dem Konſtantinopeler
Korreſpondenten des Temps zugeſchriebenen
Aeußerun=
gen, dach denen Bulgarien notwendigerweiſe an einem
etwaigen türkiſch=griechiſchen Krieg teilnehmen werde, als
böswillige Erfindung. Die Inſelfrage intere
eſſiere Bulgarien nicht.
Vermiſchtes.
— Die Frauen im franzöſiſchen
Staats=
weſen. Im franzöſiſchen Staatsweſen iſt der Andraug
der Frauen in den letzten Jahren ungeheuer geſtiegen.
Die Beamtinnen haben eine ſehr angenehme Arbeitszeit
und ſind im Durchſchnitt von 9 bis 3 Uhr beſchäftigt; ſie
ſind penſionsberechtigt und beziehen ein Gehalt, von dem
ſie angenehm und ſtandesgemäß leben können. Im
fran=
zöſiſchen Staat ſind augenblicklich 128000 Frauen
beſchäf=
tigt; von ihnen ſind 18 702 im Poſtdienſt tätig, 7856
Frauen haben im Eiſenbahndienſt Anſtellung gefunden,
und zwar ſind ſie als Weichenſtellerinnen, Zugreinigerinnen
und Billettverkäuferinnen tätig. Etwa 6000 Frauenſind
bei den Staatsſtraßenbahnen angeſtellt; ſie habenhabei
vielfach die Schranken an den Straßenübergängen
zube=
dienen, ſind aber auch als Weichenſtellerinnen tätig. Im
Auswärtigen Amt fungieren 30 Frauen als
Dolmetſcht=
rinnen, die in Spanien, Marokko, der Türkei uſw. ihres
Amtes walten. 800 Frauen ſtehen im Dienſte des
Kriegs=
miniſteriums; ihnen iſt als oberſte Pflicht die
Verſchwie=
genheit geſetzt, ſtrengſte, treueſte Pflichterfüllung iſt ihnen
Gehot. Dieſe Stellungen ſind auf Jahre hinaus
vor=
notiert; es kommen hauptſächlich Töchter von Beamten
in Betracht, und vor allen Dingen ſolche, deren Väter ſich
im Staatsdienſte irgend welche Verdienſte erworben
haben.
— London auf Rädern. Um einen Ueberblick
über die gewaltige Verkehrsſteigerung Londons zu
halten und um die immer weiter greifenden
Schwierig=
keiten in ſeiner Bewältigung kennen zu lernen, hat die
Stadtverwaltung von London eingehende ſtatiſtiſche
Unterſuchungen über dieſes Gebiet angeſtellt und ſie ſoeben
in einem beſonderen Bericht veröffentlicht. In der Tat
ſind darin ſtaunenerregende Daten enthalten. Im Jahre
1912 haben nicht weniger als rund 1 Milliarde 800
Mil=
lionen Perſonen Gebrauch von Fahrzeugen gemacht, un
zwar 436 Millionen von der Stadt= und Untergrundbaht
800 Millionen von der Elektriſchen und 564 Millionen von
Omnibus und Automobil. Dabei ſind in dieſen Ziffern
die Droſchken nicht einbegriffen. Der Bericht führt an,
daß leider die Verkehrsunfälle ſich von Jahr zu Jahr
ſtei=
gern; ſie haben ſich in den letzten acht Jahren verdoppelt,
Das Jahr 1912 hatte allein 60000 aufzuweiſen, von denen
eine große Anzahl tödlich auslief, im ganzen ungefähn
3 v. H. Man ſieht alſo, daß die ſo oft erzählte Mär von
der Verkehrsſicherheit in London wirklich ein Märchen iſt
Die Londoner Behörden zerbrechen ſich die Köpfe, wie
ſie den Verkehr an einzelnen wichtigen Plätzen und
Knd=
tenpunkten bewältigen können. Alle bis jetzt probierten
Mittel haben nichts getaugt.
SK. Ein unterirdiſcher Gemüſegarten
In Springfield in Amerika gibt es, wie eine engliſche
Wochenſchrift meldet, einen wundervollen Höhlengarten,
in welchem nicht nur Champignons, ſondern auch
Rha=
barber und andere Gemüſe, 22½ Meter unter der
Obel=
fläche der Erde, gezüchtet werden. Die Höhle iſt nur zu
Waſſer erreichbar; darum hat man zu dieſem Zwecke ein
eigenes, beſonders konſtruiertes Boot gebaut, für welches
an der Flußmündung auch ein eigener
Landungsplatzher=
geſtellt iſt. Früher wollte keiner glauben, daß der
Rhabar=
ber, der doch allem Anſchein nach viel Luft und Licht bend
tigt, in der Dunkelheit ſo viele Meter unter der Erdober
fläche gezogen werden könnte; aber das Wachstum dieſer
Pflanze iſt geradezu wunderbar. Man verfährt ſo, daß
man den Rhabarber zuerſt in Freiluftbeeten anpflatzi
um ihn dann, wenn er in Wurzeln geſchoſſen iſt, näch
unten zu verpflanzen. Daß die Champignons dort unten
ſo gut gedeihen, iſt ja eigentlich kein Wunder. Die meiſten
Champignonzüchtereien, beſonders ſolche in oder dicht be
Großſtädten, befinden ſich ja in Kellerräumlichkeiten. In
der Höhle von Springfield iſt der Ertrag ein ſehr
beden=
tender, und man rechnet auf drei vollſtändige Ernten pro
Jahr. Auch als Vorratskammer für Gemüſe aller An
dient die Höhle, und die Landleute im Umkreiſe von
Kilometern bringen ihre Kartoffeln hier unter. Ebenſch
eignet ſich die Höhle vorzüglich zum Bleichen von Sellerien
und große Mengen desſelben werden hingebracht.e
Hauptvorzug dieſes unterirdiſchen Gartens liegt in der
gleichmäßigen Temperatur, welche jahraus, jahrein in ihm
herrſcht. Die großen Schwankungen der Außentemper
tur machen ſich in dieſer Tiefe nicht mehr fühlbar, unde
Nummer 27.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Seite 7.
Verderden der Voräie durch überaraße Hißze oder durch
Froſt iſt in ihr ausgeſchloſſen.
Literariſches.
— Anſtändige Frauen. Roman von Emil
Marriot. Verlag Ullſtein u. Co., Berlin=Wien. 1 Mk.
Die Wienerin Emilie Marriot=Mataja, die ſeit den Tagen
des Naturalismus unter den Dichterinnen ihrer Heimat
an erſter Stelle ſteht, führt uns hier in die Kreiſe des
öſterreichiſchen Hochadels. Nur eine ſtarke Dichterin konnte
dieſes Buch ſchreiben, die über alle quälende Eiferſucht
und Herrſchſucht in den Beziehungen von Mann und Frau
verſtändnisvolles Mitleid erhebt, und in der ganzen
modernen Frauenliteratur gibt es wenige Dokumente, die
ihm an Kraft und Wahrheit gleichen.
Bis zum Lenz und der neuen Frühjahrsmode iſt’s
noch weit, die Geheimniſſe der Wintermode aber ſind
längſt enthüllt. . . Neue Variationen, auch kapriziöſe,
elegante Bizarrerien — woher ſie nehmen?! — Heft 13
des „Pariſer Chie” iſt erſchienen . .. durchblättere
es, ſchöne Frau, du findeſt alles darinnen . . der „
Pa=
rifer Chie” findet immer wieder eine überraſchende,
ent=
zückende Variante, — ja, eine veritable Neuheit. Haſt du
ein ſchmales, feinzügiges Geſicht, ſtülpt er dir ſogar
unver=
ſehens eine Jakobinermütze auf! Und du ſiehſt zum
„Raſendmachen” reizend darinnen aus. „Pariſer Chie‟
drapiert und rafft den Stoff um deine ſchlanke Anmut,
daß du figürlich wie eine „Amphore” — eine antike Vaſe,
die in der Mitte weiter wird — ſilhouettiert erſcheinſt.
Kühn? Originell? Ja — ohne Zweifel, aber doch voll
Charme und Chie. Lächelſt du, ſchöne, elegante Dame?
Abonnements nimmt jede Buchhandlung, Poſtamt oder
direkt der Verlag Guſtav Lyon, Berlin SWV. 68,
Schützen=
fſtraße 8, entgegen. Preis 40 Pfg. pro Heft. 1,20 Mk.
kvierteljährlich und 4,50 Mk. pro Jahr.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 26. Jan. Das Großherzogspaar von
Sachſen iſt heute nachmittag hier eingetroffen.
* Stuttgart, 26. Jan. Die württembergiſche
Finanzverwaltung hat mit der Stuttgarter
Lebensverſicherungsbank (Alte Stuttgarter) einen für beide
Teile auf 10 Jahre unkündbaren Darlehensvertrag über 3
Millionen abgeſchloſſen. Sie iſt dadurch, wie das Neue
Tagblatt meldet, in der Lage, auf die Ausgabe einer
An=
keihe, der ſich ſeinerzeit erhebliche Schwierigkeiten in den
Weg ſtellten, vorderhand zu verzichten.
* Schwäbiſch=Hall, 26. Jan. Die frühere
Erziehe=
ein der deutſchen Kaiſerin Johanna Lebküchner, iſt
rm 76. Lebensjahre im hieſigen Diakoniſſenhauſe, wo ſie
Ihren Lebensabend verbrachte, geſtorben.
* Bremen, 26. Jan. Das Schulſchiff des Deutſchen
Schulſchiffvereins „Prinzeß Eitel Friedrich” iſt
am 26. Januar wohlbehalten in Havanna
ange=
lommen und wird am 28. Januar nach Plymouth
dbgehen.
* Genua, 26. Jan. Der Chef der deutſchen
Mittel=
meerdiviſion, Admiral Souchon, beſuchte in Begleitung
iees Kommandanten des Panzerkreuzers „Goeben”
Kapi=
tän z. S. Philipp, und des deutſchen Generalkonſuls von
beerff den Bürgermeiſter, den Präfekten und die Generale
Eraf Cadoran und Maſi Ricci. Abends gab Admiral
A mero d’Aſte=Stella zu Ehren Souchons und der
eutſchen Offiziere ein Diner.
* Paris, 26. Jan. Heute nachmittag wurde hier das
von einer Baugeſellſchaft für die Neue Eduard VII.=Straße
geſtiftete Reiterſtandbild des verſtorbenen Königs
Eduard enthüllt.
* Paris, 26. Jan. Nach einer Meldung aus
Börſen=
kzeiſen wurde der Vertrag über den erſten Teil der ruſ=
Illfi ſchen Eiſenbahnanleihe im Nominalbetrage
lvren 650 Millionen unterzeichnet. Der
Emiſſions=
kurs der 4½prozentigen Anleihe ſoll mit 92 Prozent
feſt=
labſetzt werden.
* Paris, 26. Jan. Aus Madrid wird gemeldet: Die
aniſche Kolonie in Argentinien hatte den
Tiniſterpräſidenten Dato erſucht, ihr einen Vertreter
im den Cortes zu bewilligen. Dato erwiderte, daß zur
Efüllung dieſes Wunſches eine neue Verfaſſungsänderung
lurtwendig wäre. Dieſelbe Antwort wird den ſpaniſchen
Kolonien in Kuba und Mexiko erteilt werden, welche
eben=
llalls den Wunſch nach einer Vertretung in den Cortes
er=
halben.
* Madrid. 26. Jan. Bezüglich des Gerüchtes, daß
dar König ſich im Laufe des Sommers nach
Argen=
lunien begeben wolle, wird vom Miniſterpräſidenten
karto erklärt, er habe zwar über dieſen Reiſeplan mit dem
Ungentiniſchen Geſandten geſprochen, doch ſei die Reiſe aus
lachlichen Gründen unmöglich.
* London, 26. Jan. Die Cunard=Line, die White=
Saar=Line und die American=Line haben ihre Tarife
für die Paſſagierbeförderung
herabge=
ettzt.
** Stockholm, 26. Jan. Der König beauftragte den
lbrffmarſchall Printzſkjöld und den Landeshauptmann
lhaummerſkjöld, nach Petersburg zu reiſen, um mit
wei von dem Kaiſer beſtimmten Perſönlichkeiten über die
ſſtegelung der Eheſcheidungsangelegenheit
Un iſchen dem Herzog und der Herzogin
isdermanland zu verhandeln
* Durban, 26. Jan. Der Eiſenbahnerſtreik
nffür beendet erklärt worden.
* Peking, 26. Jan. Hſiung=Hſi=Ling iſt als
ſünanzminiſter zurückgetreten, bleibt aber
Miniſter=
irä ſident bis zur Einführung des vom Präſidenten befür=
Aborrteten neuen Regierungsſyſtems.
Der griechiſche Miniſterpräſident Venizelos in Berlin.
* Berlin, 26. Jan. Der griechiſche Miniſterpräſident
ſenizelos ſtattete heute bormittag dem Staatsſekretär
s Auswärtigen Amtes v. Jagow einen längeren
Be=
ſch ab, ſodann nahm Venizelos das Frühſtück auf der
ru=
läntiſchen Geſandtſchaft ein. An dem Frühſtück nahmen
r Kronprinz von Rumänien, Prinz Carol von
Rumä=
ſem,, der Fürſt von Hohenzollern, der griechiſche Geſchäfts=
träger in Verlim Whesiold, der Miniſter des kiniglichen
Hauſes Graf zu Eulenburg, der Staatsſekretär des
Aus=
wärtigen Amts von Jagow, Unterſtaatsſekretär
Zimmer=
mann u. a. teil. Nach dem Frühſtück beſuchte der
Miniſter=
präſident den Reichskanzler Hierauf wurde er von der
Königin der Hellenen empfangen und ſtattete mehreren
Botſchaſtern Beſuch ab. Abends iſt der Miniſterpräſident
zum Galadiner bei dem Kaiſer geladen.
Eine Stiftung zur Stärkung der deutſchen Seemacht.
Hamburg, 26. Jan. Wie der Hamburgiſche
Korreſpon=
dent aus Lübeck meldet, hat der verſtorbene Kunſtmaler
Vahldick=Eutin dem Kaiſer eine halbe Million
Mark zum Ausbau der Seemacht vermacht.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Rehnehmnadlen
ze
TURKR PABSTE
easen u. e
Eter &e gue
Lagae
Kochbuch von. V. 2.& Franſu
Aus dem Geſchäftsleben.
Der Billettvorverkauf für die Zirkus
Carré=Feſtſpiele iſt für Frankfurter Verhältniſſe ein
rieſiger zu nennen. Noch nie erzielte der Zirkus derart
hohe Summen, was ja wohl auch der Größe dieſes
Kaloſſalunternehmens angepaßt iſt. Ein rechtzeitiges Löſen
der Karten für die einzig daſtehende prunkvolle Premiere
iſt ſehr zu empfehlen. Die erſte Feſtſpielvorſtellung iſt
ge=
viſſermaßen die Reklamevorſtellung des
Millionenbetrie=
bes Carré. Es dürfte in den Carré=Feſtſpielen das erſte
Unternehmen in Frankfurts Mauern weilen, welches dem
Publikum die Möglichkeit gibt, einer großſtädtiſchen
Zirkusvorſtellung in einem Weltetabliſſement beiwohnen
zu können, denn darin liegt der rieſige, noch nirgends
ge=
ſehene große Erfolg des Unternehmens Carré. Direktor
Carré hat das große Wagnis unternommen, ſein
Rieſen=
programm von 80 Attraktionen, das größte, was je in
einem Zirkus zu ſehen war, in jeder Vorſtellung zu
brin=
gen, und das Unmögliche iſt eingetroffen, die Carré=
Feſt=
ſpiele reuſſieren allerwärts glänzend, da ſie jeden Tag total
ausverkauft ſind, wo ſie auch gaſtieren.
ür die durch Sturm und Unwetter geſchädigten Be=
4) wohner der Oſtſeeküſte ſind weiter eingegangen:
Ungenannt 4 ℳ Frau C. S. 3 ℳ. T. Lautenberger
3 ℳ. Frl. A. B. 5 ℳ. Dr. W. Hüffell 5 ℳ. Ph. Fey
1 ℳ. Ober=Poſtdirektor Milkau 5 ℳ. Abonnent St. 1 ℳ.
Schriftleitung des heſſ. evang. Sonntagsblattes 25 ℳ.
Ungenannt 3 ℳ. Geh. Finanzrat Dr. Lauer 5 ℳ. J. W.
2 ℳ. H. H. 2 ℳ. E. L. 2. ℳ. Roether 2 ℳ. K. W. 10 ℳ.
Fr. J. Hottes 2 ℳ. F. M. 5 ℳ. Frau Möſſner 3 ℳ.
Ungenannt 2) ℳ. Ungenannt 2 ℳ. Ungenannt 6 ℳ.
Geſammelt bei der Verſammlung der Gewerbevereine 5 ℳ.
Geſammelt bei der Verſammlung des Bezirksverbandes
Darmſtadt in Erzhauſen 11 ℳ von Kneisl 1 ℳ. P. Sch.
2 ℳ. M. B. 2 ℳ. Pfarrer Marguth N.=Beerbach 2 ℳ.
Polizeidiener May 2 ℳ. O. H. 2 ℳ. Frl. Du Mont
10 ℳ. S. Knaus 4 ℳ. H. F. 5 ℳ. E. W. 5 ℳ. Strauß
& Mayer 2 ℳ. Raupp 10 ℳ. Huck 3 ℳ. Ungenannt
2 ℳ. J. S. 3 ℳ. E. P. 5 ℳ. F. Sch. 3 ℳ. Ungenannt
5 ℳ. Frau Louis Nebling 10 ℳ. A. C. 3 ℳ.
Unge=
nannt 3 ℳ. Wilhelm Schmidt 5 ℳ4. M. H. 2 ℳ. K. Sch.
1 ℳ. J. H. 5 ℳ. Frau Gottfried Schwab 10 ℳ. Frau
v. H. 3 ℳ. Geſchwiſter Vetterlein 2 ℳ. Ch. v. Sch. 5 ℳ
Frau Helene Treſſel 3 ℳ. Frl. Schwab 20 ℳ.
Unge=
nannt 2 ℳ. Cloos 2 ℳ. Mit den bereits veröffentlichten
ℳ 281.50 zuſammen ℳ 557.50. Mit herzlichem Danke an
die Spender verbinden wir die Bitte um weitere gütige
Zuwendungen.
Darmſtädter Tagblatt. Geſchäftsſtelle.
Familiennachrichten.
Empfang:
Statt Karten!
da Joseph
Josef Rothschild
VERLOBTE.
Darmstadt
Frankfurt a. M.
Alicenstr. 21
Grosse Friedbergerstr. 23
Samstag, 31. Januar.
Sonntag, 1. Februar.
Die Beerdigung des Herrn Haus
Haas findet am Mittwoch, 28. Jan.,
nachm. 4 Uhr, von der Kapelle des
Darmſtädter Friedhofs aus, ſtatt. (2931
kostsp.
ielig
nen. Sie.
Machen
gent.
„Degea‟
besten Glühkörper
ellschaft!
Todes=Anzeige.
Am 25. ds. Mts. verſtarb im Alter von
32 Jahren nach kurzem, ſchwerem Leiden
Herr Arno Walther
Mitglied der Grossh. Hofkapelle.
Wiewohl der Verſtorbene (vordem im ſtädt.
Orcheſter zu Baden=Baden) erſt ſeit 1. Januar
unſerer Korporation angehörte, ſo hat er ſich
raſch die Sympathien der Direktion ſowohl wie
der geſamten Kollegen erworben.
Mit der ſchwerbetroffenen Mutter und dem
Bruder des Dahingeſchiedenen trauern
tief=
erſchüttert
die Mitglieder
der Grossh. Hofkapelle.
Darmſtadt, den 25. Januar 1914.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den
28. Januar, vormittags 11 Uhr, von der
Fried=
hofskapelle aus ſtatt.
(2947
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres Sohnes, Vaters und
Schwiegerſohnes
Herrh Chrtstian Brocker
Schreiner
ſagen wir unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Darmſtadt, den 26. Januar 1914. (2943
Frau Johannette Bröckel Wwe.,
Marie Bröckel,
Familie Schuchmann.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden meines lieben Mannes, unſeres
Vaters
(B2919
Herrn Heinrich Lösch
und die überaus zahlreichen Blumenſpenden, ſagen
wir hierdurch unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Der tiefe Druck über Nordeuropa hat ſich weiter
oſtwärts bewegt und bei ſtarken weſtlichen Winden an
der Küſte Trübung und Erwärmung gebracht, während
im Binnenlande das kalte Froſtwetter anhält. Unter
dem Einfluß eines Teiltiefs, das heute über dem Kanal
liegt, wird bei uns ebenfalls Trübung und Erwärmung
eintreten, doch ſteigt der Luftdruck über England bereits
wieder an.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 27. Jan.:
Vorwiegend wolkig, wärmer, einzelne Schneefälle, lebhafte
weſtliche Winde.
Tageskalender.
Dienstag, 27. Januar.
Großh. Hoftheater. Anfang 7½ Uhr, Ende 10¾
Uhr (Ab. A): „Königskinder”.
Vorſtellung um 8 uhr im Orpheum.
Zichtbilder=Vortrag von Pfarrer Liz. Lueken um
8 Uhr Kahlertſtraße 26 (Frauenverein der
Johannes=
gemeinde).
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Ludwigshöhe um
4 Uhr.
Ausſtellung zum Kampfe gegen den Schmutz und
Schund in Wort und Bild im Ausſtellungsgebäude auf
der Mathildenhöhe (geöffnet von 10—5 Uhr).
Berſteigerungskalender.
Mittwoch, 28. Januar.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Brennholz=Verſteigerung um 8½ Uhr in der
Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
(VII,2268
rhältlich bas u Krunner, Ludwig Kling & Co., Hofl., Klink & Rettberg. Ph. Kraus Nachf., Adolf Bender. Jacob Nohl, Franz Schulz, Heinrie
act.
Nummer 27.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914
Telephon 173.
Rheinstrasse 6.
Unwiderruffich vorletzter Tag!!
Die größte Errungenschaft, die Sensation des 20. Jahrhunderts, ist der
Sprechende Film
Neueste Erfindung von Thomas A. Edison. Zu hören und zu sehen nur Montag, den 26., Dienstag, den 27. und
Mittwoch, den 28. Januar, von Mittags 3½ Uhr ununterbrochen.
Nachstehendes Anerkennungsschreiben wurde vom Grossherzoglichen
Es kommen 6 Edisons sprechende Films zur Vorführung.
marschallamt an die Deutsche Edison-Kinetophon-Gesellschaft gerichtet.
Darmstadt, den 19. Jan. 1914. Die Vorführung dauert 2 Stunden. Durch die enormen
Un-
ssherzogliches Hofmarschallamt.
Unter Bezugnahme auf ihr letztes Schreiben, welches wir Seiner kosten, welche uns dieses 3tägige Gastspiel auferlegt, sind wir
Königlichen Hoheit, dem Grossherzon vorgelegt haben, bestätigen wir gezwungen, die Preise wie folgt zu erhöhen:
Ihnen, dass die Grossherzoglichen Herrschaften sowie die geladenen
Gäste den von Ihrem Herrn Direktor Paschka am 7. ds. Mts. im
Neuen Palais veranstalteten Kinetophon-Vorführungen mit grossemIII. Platz 55 Pf., II. Platz 1 Mk., I. Platz 1.50 Mk.,
Interesse gefolgt sind und sich in sehr lobender Weise über dieselben
ausgesprochen haben.
Balkon 2 Mk., Loge 2.50 Mk.
Seine Königliche Hoheit der Grossherzog lässt Ihnen noch be-
Sonders für die schöne Veranstaltung vielmals danken.
Vorzugskarten irgend welcher Art haben während diesem
Mit vorzüglicher Hochachtung
Gastspiele keine Gültigkeit.
(2933
gez Frhr v. Sternberg.
Speiſezimmer
ſchwer Eiche prima Ausführung,
Büfett, Kredenz, Standuhr,
Aus=
zugtiſch, 6 Lederſtühle, Diwan
zu jedem annehmbaren Preis.
*2017
Rhönring 101, part.
Kotel „Iess
Darmſtadt
2 Rhemſtraße 2
Inhaber:
Georg Brand.
Mittwoch, den 28. Januar,
nachmittags 4 Uhr
Kaffee-Konzert
mit
Jango-Reunion.
(2952im
—
Programm=
für Dienstag, Mitwoch, Donnerstag und Freitas.
Feretene Baite.
M Chiſon Ueberl. in Malerei,
Gr. 40—42, weißſeid. Ballkleid,
hochfein, f. Tanzſtundenball,
Gold=
chiffonkleid mit Perlen, weißes
Spitzenkleid (echte Spitzen),
hell=
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Nummer 27.
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Sarmsheim, Stützweite 79,80 m, und des Bauwerks 10 Los II
(Ueberführuug von 38,5 m Stützweite über die Straße von
Geiſen=
heim nach Rüdesheim in Station 34.02 der Anſchlußſtrecke
Geiſen=
heim-Rheinbrücke der neuen Verbindungsbahn Rüdesheim (
Geiſen=
heim)—Sarmsheim (Ockenheim) ſoll vergeben werden.
Die Lieferung umfaßt
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Flußſtahlguß 6 Monate nach Zuſchlag.
Die Verdingungsunterlagen und die Ueberſichtszeichnungen
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gebührenfreie Einſendung von Mk. 5.— für die Bedingungen
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Die Angebote ſind verſiegelt und mit der Aufſchrift:
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Verbindungsbahn Rüdesheim-Sarmsheim Los I bezw.
für Bauwerk 10. . . Los II‟
zu verſehen, bis zum Eröffnungstage, den 20. Februar 1914,
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mittags 11 Uhr, an uns einzuſenden.
Die Eröffnung der Angebote findet auf Zimmer 72 unſeres
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4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. 86,90
76,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99.90
3½ do. Conſols 86,90
77,00
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe 97,00
91,90
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 96,80
85,00
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75,00
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4 Hamburger Staatsanl. 97,30
4 Heſſ. Staatsanleihe 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 97,00
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84,70
3½
74,50
do.
76,70
3 Sächſiſche Rente .
4 Württemb. (unk. 1921) 98,80
3½ do. v. 1875 92,50
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 95,25
1¾ Griechen v. 1887
4 Italiener Rente . . . . 100,50
4½ Oeſterr. Silberrente 87,60
4 do. Goldrente
89,40
4 do. einheitl. Rente . 83,20
3 Portug. unif. Serie I 62,20
3 do. unif. Serie III 64,10
3 do. Spezial
9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 100,59
4 do. v. 1890 . . 93,90
4 do. v. 1905 . . 85,60
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 87,75
4 do. v. 1902 . . . . 90,30
4½ do. v. 1905 .
3½ Schweden .
89,70
4 Serbier amort v. 1895 78,80
4 Türk. Admin. v. 1903 77,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,50
4 Ungar. Goldrente . . . 84,40
44 hs. Staatsrente . . 32,75
In Proz
5 Argentinier . . . . . . 100,30
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,10
5 Chineſ. Staatsanleihe.
do.
91,20
4½ Japaner . . .
91,80
5 Innere Mexikaner. . . 67,10
do.
3
45,00
4 Gold=Mexikaner v. 1904 69,30
5 Gold=Mexikaner .
3½ Buenos Aires Prov. 68½
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Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=Paket=
. . 134,50
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7 Nordd. Lloyd. . . . . 115,25
6½ Südd. Eiſenb.=Geſell. 122,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5½ Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 116,80
6 Baltimore und Ohio 97,25
7½ Schantungbahn . . . 130,30
8 Luxemb. Prince Henri 156,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21½
6 Penuſylvania R. R. . 112,75
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger. . . 67,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 579,80
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
260,50
30 Farbwerke Höchſt. . . 628,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim
343,02
10 Cement Heidelberg . . 150,00
33 Chem. Werke Albert 449,00
12 Holzverkohl.
Kon=
ſtanz
. . . . 313,75
6 Lahmeyer .
. . . . 120,50
Letzte
In Proz.
Divid.
8 Schuckert, Nürnberg . . 145,60
12 Siemens & Halske . 214½
14 Bergmann Electr. 127,50
11 Deutſch. Ueberſee Electr. 172,90
0 Gummi Peter . . . 89,60
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 365,00
9 Maſchinenf. Badenia 131,00
0 Wittener Stahlröhren
10 Steana Romana Petr. 149,40
15 Zellſtoff Waldhof . . 227,75
12.83 Bad. Zucker=Wag=
. 209,60
häuſel .
0 Neue Boden=A. A.=Geſ. 91,00
0 Südd. Immobilien 56,80
Vergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 164,75
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 220,00
10 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 136,00
10 Gelſenkirchener . . . . 193½
11 Harpener . . . . . . . 185,25
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 240,20
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
. 63,00
Caro
8 Laurahütte
.156,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 149,00
Weſteregeln 191,50
13
5 South Weſt Africa . 115,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,10
4 Eliſabethbahn, freie . . 89,00
4 Franz=Joſefs=Bahn 86,40
72,20
3 Prag=Duxer
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,20
do.
3
75,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,40
4 Oeſt. Südb. (Lomb.) . . 71,80
In Proz.
Z.
*/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,20
3 Raab=Oedenburg
76,60
4 Kronprinz Rudolfbahn 86,30
4 Ruſſ. Südweſt.
.86,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
do.
86,30
4 Wladichawchas
86,80
4 Rjäſan Koslow
3 Portugieſ. Eiſenb..
do.
4½
2¼/10 Livorneſer .
71,20
3 Salonique=Monaſtir. . 62,00
4 Bagdadbahn .
. . 79,50
4½ Anatoliſche Eiſenb. 91,90
4 Miſſouri=Pacific
. 93,50
4 Northern=Pacific . . . 94,60
Southern=Pacific . . . 92,25
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 101,00
90,00
5 Tehuantepec . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 186,75
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bank
145,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 159,25
6½ Darmſtädter Bank . 119,75
2½ Deutſche Bank . . . 252,75
6 Deutſche Vereinsbank . 121,00
Deutſche Effekt.= und
W.=Bank
116,00
10 Diskonto=Kommandit 190,50
½ Dresdener Bank . . 154,25
10 Frankf. Hypoth.=B. 214,00
6½ Mitteld. Kreditbank 119,25
Nationalb. f. Deutſchl. 118,00
Pfälziſche Bank . . . 125,50
6.95 Reichsbank .
138,80
Rhein. Kreditbank. . . 130,50
A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 101,80
½ Wiener Bankverein . 137,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94.0
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
. 84,50
S. 19
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 23,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
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3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
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4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . . . 96,50
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 .
96,50
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S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
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S. 9—11.
. 84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
do.
84,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 93,50
3½ do. (unk. 1914) . . 83,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,90
3½
do.
86,50
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 94,60
3½ do.
87,00
4 Frankfurt.
95,70
3½ do.
96,25
4 Gießen
. 94,30
½ do.
86,50
4 Heidelberg
. 93,80
3½ do.
85,00
4 Karlsruhe
93,50
3½ do.
85,40
Magdeburg
Mainz
do.
85,50
Mannheim
94,20
do.
84,60
München
96,30
3½ Nauheim
83,00
4 Nürnberg
95,70
3½ do.
84,60
Offenbach
In Pe
3½ Offenbach
4 Wiesbaden
95,80
3½ do.
4 Worms . . . . .
3½ do.
4 Liſſabonner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 176,20
3½ Cöln=Mindner „ 100 141,80
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 76,60
4 Meininger Pr.=Pfand=
142,00
briefe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,20
128,00
3 Oldenburger
2½ Raab=Grazer fl. 150 119,10
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger.
fl. 7 35,00
Braunſchweiger Tlr. 20 207,60
Freiburger .
Fs. 15
Mailänder .
Fs. 45 —
do.
.Fs. 10 38,50
Meininger .
fl. 7 34,10
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 603,00
do. v. 1858 fl. 100 574,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Js. 30 —
Türkiſche . . . . Fs. 400 169,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns.
20,45
20 Francs=Stücke
16,20
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
Engliſche Noten
20,46
Franzöſiſche Noten
81,30
Holländiſche Noten.
169,45
81,00
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,00
Ruſſiſche Noten . . . . . 215,00
Schweizer Noten . . . . . 81,15
Reichsbank=Diskonto . .
teichsbauk=Lombard Zöf. 5½%
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Beſtehender Vorſchrift gemäß ſollen die in Ihren Gemeinden aufgeſtellten
Sammelbüchſen am 31. Januar jeden Jahres von Ihnen und dem den
Mitver=
ſchluß führenden Gemeinderatsmitglied geöffnet und deren Inhalt nebſt dem
vor=
ſchriftsmäßig ausgefertigten und unterſchriebenen Sortenzettel bis ſpäteſtens 31. März
jeden Jahres von Ihnen mit ſicherer, Koſten nicht verurſachender Gelegenheit an
unſer Bureau abgeliefert werden. Sollte nichts eingegangen ſein, ſo iſt eine von
Ihnen und dem betreffenden Gemeinderatsmitglied zu unterſchreibende Beſcheinigung
hierüber vorzulegen.
Wir empfehlen Ihnen, dieſer erwähnten Vorſchrift nachzukommen.
Darmſtadt, den 19. Januar 1914.
(2879
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.; von Starck.
Bekanntmachung.
Betreffend: Antrag der freien Innung der Friſeure und Perückenmacher in den
Land=
gemeinden des Kreiſes Darmſtadt, eine Anordnung gemäß § 41b der
Reichs=Gewerbeordnung zu erlaſſen.
Nachdem bei der Abſtimmung ſich die geſetzlich erforderliche Mehrheit der
Be=
teiligten dem von der freien Innung der Friſeure und Perückenmacher in den
Land=
gemeinden des Kreiſes Darmſtadt geſtellen Antrag ſiehe unſere Bekanntmachung vom
12. Dezember 1913, Amtsverkündigungsblatt Nr. 139) angeſchloſſen hat, beſtimmen wir
hiermit unter Abänderung der ſeither giltigen Vorſchriften für die Gemeinden Arheilgen,
Eberſtadt, Eſchollbrücken, Griesheim und Pfungſtadt auf Grund des § 41b der Reichs=
Gewerbeordnung in Verbindung mit § 171 der Ausführungsverordnung hierzu mit
Wirkung vom 15. Februar 1914 an folgendes:
„Der Gewerbebetrieb im geſamten Friſeur=, Barbier= und
Perücken=
machergewerbe iſt ſowohl innerhalb als auch außerhalb der Betriebsſtätte am
zweiten Weihnachts=. Oſter= und Pfingſtfeiertage gänzlich, an den übrigen
Feſt=
tagen und an den Sonntagen nach 2 Uhr nachmittags verboten.
Ausgenommen ſind dieſenigen Arbeiten, die an den genannten Tagen
zur Vorbereitung von öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen
erforderlich werden.
Darmſtadt, den 21. Januar 1914.
(2878ids
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Piſtor.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen jungen Leute, welche ſich zum
mehrjährig freiwilligen Dienſt (als zwei=, drei=, vier= fünf= oder ſechsjährige) im
Heere, in einer Unteroffizierſchule oder der Kaiſerlichen Marine melden wollen, hierzu
eines Meldeſcheins bedürfen. Dieſer Schein wird für dieienigen jungen Leute,
weiche im Kreiſe Darmſtadt eine Lebranſtalt beſuchen, ſich in Stellung, in einem
Arbeits= oder Dienſtverhältnis befinden, auf meinem Bureau, Neckarſtraße 3, Zimmer
Nr. 38, ausgefertigt.
Hierzu iſt erforderlich die Vorlage:
1. eines Geburtsſcheines (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter),
2. ſchriftliche und beglaubigte Einwilligung des Vaters,
3. Leumundszeugnis über die Führung für die Zeit vom Austritt aus der
Schule ab. Für den Fall, daß der Nachſuchende ſich währenddem an
ver=
ſchiedenen Orten aufgehalten haben ſollte, müßte von der Polizeibehörde
jedes dieſer Orte ein Zeugnis erbracht werden.
4. Zeugnis, daß der ſich Meldende durch Zivilverhältniſſe nicht gebunden iſt.
Die Beſcheinigung zu 1 wird durch das Standesamt, die zu 3 und 4 durch die
Bürgermeiſterei bezw. die Ortspolizeibehörde und zwar, für Militärzwecke, koſtenfrei
ausgefertigt.
Ausdrücklich wird bemerkt, daß ſofortige Ausfertigung des Meldeſcheins nicht
erfolgen kann, daß die Nachſuchung vielmehr mindeſtens 3 Tage vor dem
Zeit=
punkt, zu welchem von demſelben Gebrauch gemacht werden ſoll, zu bewirken iſt.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1913.
Der Zivil=Vorſttzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf vorſtehende Bekanntmachung hinweiſe, empfehle ich Ihnen,
dieſelbe zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen und dieſe insbeſondere auf den
Schlußſatz ausdrücklich aufmerkſam zu machen.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1913.
(1015a
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derienigen Militärpflichtigen, welche
Berechti=
gungsſchein zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober I. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derienigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, weiche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheines die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und
den=
ſelben der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die
Not=
wendigkeit weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
3. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt l. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
(1017a
Der Zivil=Varſthende der Erſatz=Kommiſſton des Anshebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Kriegshund (zugel). Die Hunde können von den
Eigen=
tümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vor=
mittags 10 Uhr, ſtatt.
(290
Bekanntmachung.
Aus der am 19. Februar 1827 zur Feier der Goldenen
Hoch=
zeit. Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs Ludwig I. und
der Eroßherzozin Louiſe von der Vereinigten Geſellſchaft
gegrün=
deten Stiftung ſoll am 19. Februar 1914 einem durch Sittlichkeit
ausgezeichneten unbemittelten Brautpaare, welches ſich bleibend in
Darmſtadt niederläßt, die ſtiftungsmäßige Ausſtattung zuerkannt
werden
Diejenigen Brautpaare, welche auf dieſe Ausſtattung Anſpruch
tmachen zu können glauben, haben ihre Anmeldungen — nebſt den
verforderlichen Beſcheinigungen über ihre Sittlichkeit ſowohl, als
idarüber, daß ſie ſich bleibend dahier niederlaſſen wollen und, im Falle
lie Dienſtboten ſind, über ihre Dienſtzeit — längſtens bis zum
110. Februar 1914, bei dem Ausſchuß der Geſellſchaft (
Rhein=
traße 36) einzureichen.
(2915
Darmſtadt, im Januar 1914.
Der Ausſchuß der Vereinigten Geſellſchaft.
Holzanfuhr-Vergebung.
Die Anfuhr des diesjä hrigen Holzbedarfs in den Großh
Holzhof dahier, beſtehend in:
50 rm Buchen=Scheiter
500 „ Buchen=Knüppel
Kiefern=Scheiter
voll in 4 Loſen auf dem Submiſſionswege an die Wenigſtfordernde
wergeben werden.
Von dem Holz werden 300 rm Buchen=Knüppel je zur Hälfte
aus Domanialwald=Diſtrikt Böllenfalltor und Beſſunger Forſthaus
her Großh. Oberförſterei Beſſungen, 50 rm Buchen=Scheiter, 200 rm
Buchen=Knüppel, 7 rm Kiefern=Scheiter aus den Domanialwald=
Diſtrikten Pfingſtweide, Weinweg, Kirchberg und Gebrannter Schlag
der Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt entnommen. Die
Sub=
miſſionsforderungen ſind verſchloſſen und mit entſprechender
Auf=
ſährift verſehen bei unterzeichneter Stelle (Holzhofallee Nr. 10) bis
ſwäteſtens Samstag, 31. d. Mts., vormittags 11 Uhr,
einzu=
neichen, um welche Zeit deren Eröffnung in Gegenwart etwa
er=
ſchienener Submittenten erfolgen wird. Daſelbſt, ſowie bei Herrn
hoolzwart Schnellbächer dahier, kann über die Zuſammenſetzung
der einzelnen Loſe, die Akkordbedingungen u. dergl. nähere Auskunft
eſchalten werden.
Darmſtadt, 25. Januar 1914.
Großherzogliche Holzmagazins=Verwaltung:
Heinemann, Geh. Forſtrat.
(2905
Sügoverpuchtung.
Samstag, den 31. d. Mts., nachmittags 2 Uhr,
wird in dem Rathaus zu Niedernhauſen die Gemeindeiagd, circa
157 ha groß, worunter 200 ha Wald, mit gutem Rehſtand, auf
3: Jahre öffentlich verpachtet. Die Jagdgrenze iſt 3 Kilometer von
der Bahnſtation Groß=Bieberau entfernt.
Niedernhauſen, den 22. Januar 1914.
(2793gi
Großh. Bürgermeiſterei Niedernhauſen.
Beilſtein.
Faſeleber-Verkauf.
Ein der Gemeinde Hahn gehöriger gut genährter Faſeleber
oll auf dem Submiſſionswege verkauft werden.
Angebote ſind bis
Freitag, den 30. Januar 1914, vormittags 11 Uhr,
lei der Bürgermeiſterei daſelbſt einzureichen, wo auch die Bedingungen
ſeher eingeholt werden können.
(2886
Hahn bei Pfungſtadt, den 24. Januar 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Hahn.
Geibel.
Schreinerarbeiten.
Die bei Errichtung des
Eintritts=
gebäudes im Stadtkrankenhaus
vorkommenden Schreinerarbeiten
ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Samstag, 31. Januar 1914,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(2837gi
Darmſtadt, 24. Januar 1914
Stadtbauamt.
Burbaum.
Weißbinderarbeiten.
Die bei Erbauung eines
Kre=
matoriums beim neuen Friedhof
vorkommenden inneren
Weiß=
binderarbeiten ſollen vergeben
werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Samstag,
31. Januar 1914, vormittags
10 Uhr, einzureichen. (2791gi
Darmſtadt, 24. Januar 1914.
Stadtbauamt.
Burbaum.
Bekanntmachung.
Dienstag, 17. Februar 1914,
vormittags 11 Uhr
ſollen die dem Guſtav Ganßmann
und deſſen Ehefrau Anna, geb.
Knöll, dahier zugeſchriebenen
Lie=
genſchaften:
Flur Nr. qm
VI 169 287 Hofreite
Sand=
bergſtr. Nr. 49,
VI 170 50 Grasgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
(K2/14
Darmſtadt, 10. Januar 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen). (IX,1733
Erantz.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Backſtein: Verkaufsſtelle
Darmſtadt, Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt.
Kaufmann Georg Heyne in
Darmſtadt iſt als Geſchäftsführer
ausgeſchieden; ſtatt ſeiner iſt der
Kaufmann Leopold Katzmann in
Darmſtadt als Geſchäftsführer be=
(2881
ſtellt.
Darmſtadt, 22. Januar 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B. wurde heute
ein=
getragen hinſichtlich der Firma:
Sterbekaſſe des Bundes
Deutſcher Gaſtwirte,
Ver=
ſicherungsverein auf
Ge=
genſeitiakeit, Darmſtadt.
Hermann Koch iſt aus dem
Vorſtande ausgeſchieden und an
ſeiner Stelle der Gaſtwirt Georg
Heppenheimer in Darmſtadt zam
Vorſtandsmitglied beſtellt. (2880
Darmſtadt, 22. Januar 1914.
Großh. Amtagaricht Darmſtädt
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 28. Januar 1914, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle‟ (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Bohrmaſchine, 1 Blechſchere, 1 Werkbank mit 4
Schraub=
ſtöcken, 2 Warenſchränke, 2 Kaſſenſchränke, 1 Faherad,
eine Partie Kurz= und Schnittwaren, ſowie Hausmobilien
durch alle Rubriken.
(2940
Kapp,
Großh. Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
Georgenſtraße 1, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 28. Januar 1914, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtaur. zur
Roſen=
höhe) dahier Kleiderſchränke, Spiegelſchränke, Tiſche, Kommoden,
1 vollſt. Bett, Diwans, Sofas, 1 Büfett, 1 Plüſchgarnitur, 1
Salon=
ſchrank, 1 Bücherſchrank, Brockhaus Lexikon 1 Schreibtiſch,
Trumeau=
ſpiegel, Galerieſchränke, Stühle, Bilder, 1 Sekretär, 1 Grammophon,
ausgeſtopfte Tiere, 1 Ladenſchrank, 1 Ladentheke, 1 Kaſſenſchrank,
1 Schreibmaſchine, 1 Papierſchneidmaſchine, 1 Landauer, 91 Bände
Bibliothek, Zigarren, Taſchentücher und Unterjacken durch den
Unter=
zeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(2932
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 11.
Auh= und Brennholz=Verſeigerung.
Donnerstag, den 29., Freitag, deu 30. und Samstag.
den 31. Januar 1914, vorm. 9 Uhr anfangend,
werden in dem Ober=Ramſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Griesbach,
Abt. 7 und 8, nachſtehende Holzſortimente verſteigert!
43 Eichenſtämme von 16—39 cm Durchm. und 6—10 m Länge,
47 rm Eichenknüppel,
700 rm Buchenſcheiter,
60 rm Eichenſcheiter,
183 rm Buchenſtöcke,
22 rm Eichenſtöcke.
150 rm Buchenknüppel,
Am erſten Tag kommt das Nutzholz und Brennholz bis zu
Nr. 1450 zur Verſteigerung. An den beiden übrigen Tagen wird
nur Brennholz verſteigert.
Die Zuſammenkunft iſt an jedem Tag in der Griesbach auf
dem Waſchenbach-Ober=Ramſtädter Vizinalweg.
Ober=Ramſtadt, 22. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
(2794gim
Rückert.
Pappelſtammholz= Verſteigerung.
Freitag, den 30. d. Mts.
werden in den Anlagen der Gemeinde Goddelau an der Sandbach
16 Stück prima Schwarzpappel=Werkholzſtämme von 42—61 cm
Durchmeſſer, zuſammen 34 obm enthaltend,
öffentlich verſteigert. Zuſammenkunft nachmittags 2 Uhr an der
Sandbach, 10 Minuten vom Philippshoſpital entfernt.
Goddelau, den 25. Januar 1914.
(2948
Großh. Bürgermeiſterei Goddelau.
Hartung.
Kähnig. vereilie Herthinenhurhuten
Maschinenbau. Eiberfeld-Barmen. Elektrotechnik.
Abteilung I: Höhere Maschinenbauschule.
Abteilung II: Maschinenbauschule. (IV,1923
Berechtigung zum Reichs- und Staatsdienst. Frogramme kostenlos.
Bezin des Sonmersem stort m l. pril 51
Pferdedung
von 3 Pferden ſtändig abzug. Off.
D 66 an die (en.
*(914
(Ein noch ſehr gut erh. Schreib=
Etiſch mit ausziehbar.
Schreib=
platte hillig zu verkaufen. Näher.
Sioche
bobeg
60
Bezirksverein der Innenstadt.
Mädplversammung
auf Mittwoch, den 28. Januar 1914,
abends 8¾ Uhr im grünen Zimmer
des Kaisersaales, Grafenstrasse 18.
Um zahlreiche Beteiligung bittet
(IV,2898
der Vorstand.
I. A.: Dr. Kolb.
6000
Dienstag, den
27. Januar gros. Militär-Konzert
Heute Dienstag:
KaisenokzEt!
auf der Eisbahn hinterm Woog
und Orangeriebahn, Klappacherſtr.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Nummer 27.
Kinder 10 Pfg.
J. Gunder.
2913
Täglich nachmittags
Kunfee-kenzert
im Hotel „Hess‟.
(2756a
Ludwigshöhe
Heute Dienstag, den 27. Januar 1914
zur Feier des Geburtstages S. M. des deutſchen Kaiſers
Feerkonser
ausgeführt von einem Teile der Kapelle
des Leibgarde=Regiments.
(B2920
Anfang 4 Uhr.
Eintritt 30 Pfg
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.—
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
(B271
Hessischer Fechtverein „Waisenschutz‟
Zweigverein Darmſtadt.
Lieder und Vorträge zu der am 8. Februar im
Mathilden=
höhſale ſtattfindenden
Damen- und Herren-Sitzung
bitten wir bis ſpäteſtens 1. Februar an Herrn Georg Burggraf,
Kaſinoſtraße 28, gelangen zu laſſen.
(2926
Der Vorstand.
Zum Raisertesr. Weinnachts
Verſand in Flaſchenbier. Füllung direkt vom Lagerfaß.
Blerbrauerei Erbacherhof
Gabrier Gronee
Karlſtraße 10
Nestaurauf Schontnat, Gross-Zimmern.
Heute Dienstag
Großes Schlachtfeſt
Ausſchank: ff. Löwenbräu u. Münchner Auguſtinerbräu.
Hierzu ladet ergebenſt ein
(2937
Karl Schultheiss.
Tango-gtunden
Unterricht in allen neuen Tänzen.
Privat-Tanzlehrinstitnt Schrimpff, Neckarstrasse 22.
Letze 4 Tage!
KFHEUF
Dienstag,
ute
27. Januar
ind folgende Tage:
Der letzte Schlager des
Walden-Ensembles:
Die Tango-Tanz-Posse
„Nu schlägt’s 13
in 3 Akten
von Max Walden und
Hugo Busse.
Eine Lachbombe.
Im II. Akt: (2930
der Original-Tango
getanzt v. Resi Krizek und
Heinz Oehlerking
sowie gr. Tango-Finale,
aus-
geführt v. ganzen Personal.
!
Vorverkauf und Preise wie bek.
Anfang 8 Uhr.
Eliſabethen=
Pension Mink, ſtraße 4, II.
Mittag= und Abendtiſch. (2830a
Täglich frische
MAZZEN
MAZZE NTABRIK
SIMON MAINZER
Obere Bleichstr. 13.
Versand nach allen Stadtteilen
und Postkollis nach auswärts.
2640a) Telek. 1065.
Großherz. Hoftheater.
Dienstag, den 27. Januar 1914.
98. Abonnem.=Vorſtellung. A 26.
Feſtvorſtellung
bei feſtlich beleuchtetem Hauſe.
Zur Feier des Allerhöchsten
Geburtsfestes Sr. Majestät
des Deutsehen Kaisers.
Königskinder.
Muſikmärchen in 3 Bildern von
Engelbert Humperdinck.
Keine Ouvertüre!
Muſikal. Leiter: Willem de Haan.
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
Der Königsſohn . Georg Becker
Die Gänſemagd Grt. Geyersbach
Der Spielmann . Otto Semper
. Anna Jacobs
Die Hexe .
Der Holzhacker . AlfredStephani
Der Beſenbinder . Karl Bernhardt
Sein Töchterchen Erna Stoffer
Der Ratsälteſte . Auguſt Kräger
. L. Schützendorf
Der Wirt
Die Wirtstochter Clement. Feiſtle
Der Schneider . Fritz Hilsdorf
Die Stallmagd . Lydia Riethof
Erſter Tor= Ludwig Wenzel
Zweiter) wächter
Eine Frau ..
Heinrich Geyer
Käthe Müller
Orcheſter=Vorſpiel: im 1. Akt
„Der Königsſohn” im 2. Akt:
„Hellafeſt und Kinderreigen”; im
3. Akt: „Verdorben”. — „Ge=
„Spielmanns letzter
ſtorben”.
Geſang”.
Chöre: Robert Preuß.
Krank: Annemarie Liſchke.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40 ℳ,
Parterre: 1.—5. Reihe 290 ℳ,
6.—8. Reihe 2.35 ℳ,
Proſzeniums=
oge 6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70 ℳ,
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7. u.
Reihe 2.15 ℳ, 1. Galerie 1.35 ℳ,
2. Galerie 0.75 ℳ.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½ —1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. — Ende 10¾ Uhr.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Mittwoch, 28. Jan. 99. Ab.=Vſt.
B 24. „Der
Feldherrn=
hügel.” Gewöhnliche Preiſe.
An=
fang 7½ Uhr.
Donnerstag, 29. Jan. 100. Ab.=
Vorſt. C 25. Grillparzer=Zyklus.
Dritter Abend. „Sappho” (neu
einſtudiert). Kleine Preiſe.
An=
fang 7½ Uhr.
Freitag, 30. Jan. 101. Ab.=Vſt.
D 26. „Rigoletto” Gewöhnl.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 31. Jan. (Keine
Vorſtellung.)
Sonntag, 1. Febr. 102. Ab.=Vſt.
B 25. Neu einſtudiert: „Der
Opernball”. Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Marrut.
Weite Gebiete unſeres Vaterlandes ſind durch Sturmfluten
chwer betroffen. An dem größten Teile der Oſtſeeküſte Preußens
ſind durch Bruch der Dünen, Deiche und ſonſtigen Schutzanlagen
eine große Anzahl von Ortſchaften unter Waſſer geſetzt und an Haus,
Land, Vieh und Vorräten ſchwere Schädigungen verurſacht. Hilfe
— und zwar baldige und ausgiebige Hilfe — tut dringend not, um
iele unſchuldig ins Unglück geratene Mitbürger vor Not und
wirt=
ſchaftlichem Verfall zu bewahren. Neben der vom Staate und den
beteiligten Kommunalverbänden zu erwartenden Hilfe iſt ein
kraft=
volles Eingreifen der freien Liebestätigkeit dringend erforderlich.
Unſer Volk, das ſchon bei ſo mancher Notlage Hilfsbereitſchaft und
Opferwilligkeit gezeigt hat, wird mit warmem Herzen und offener
Hand auch für dieſe unſere notleidenden Brüder eintreten.
Wir bitten demgemäß alle hilfsbereiten Frauen und Männer
unſeres Vaterlandes, überall Sammlungen zu veranſtalten und alle
Spenden, auch die kleinſten, entweder durch Vermittlung der zu
errichtenden Provinzial=Komitees oder direkt hierher abzuführen.
Ueber die eingehenden Gaben wird demnächſt öffentlich quittiert
(2885
werden.
Das Präſidium:
von Kröcher,
von Dallwitz,
Freiherr von Spitzemberg,
Miniſter des
Wirklicher
Kabinettsrat
Innern.
Geheimer Rat. Ihrer Majeſtät der Kaiſerin.
Emil Selberg,
Schneider,
R. von Koch,
Kommerzienrat. Geheimer Oberregierungsrat Kommerzienrat
und vortragender Rat im Schatzmeiſter.
Miniſterium des Innern.
Mitglied der ſtändigen Kommiſſion.
Beiträge nehmen am hieſigen Platze entgegen:
Reichsbankſtelle Darmſtadt.
Bank für Handel und Induſtrie,
Landgraf Philipp=Anlage 6. Wilhelminenſtraße 14.
ſowie die Expedition des Darmſtädter Tagblatts.
Schachklub Darmstadt.
I
Jeden Mittwoch von 8 Uhr ab:
Spielabend
im „Kaiſerſaal”, Grafenſtraße.
Gäſte ſtets willkommen.
(2311a
Sufe Regeibann
Dienstag= und Mittwoch=Abend frei
(1632a
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ſnger Kavalier, der Freiherr Hans Wieprecht von
War=
erlburg. Zu dieſem Manne faßte die ſpröde Gräfin vom
ſten Augenblick an eine heftige und tiefe Neigung und
ar feſt entſchloſſen, ihn zu heiraten. Bei ihrem
Reich=
ut und ihrer bevorzugten Stellung am Hofe ſchien es
r ein Leichtes, den Geliebten für ſich zu gewinnen.
Unglücklicherweiſe erwiderte der neue
Oberjäger=
ſeiſter die Gefühle der ſchlimmen Gräfin nicht. Sie war
im fogar in hohem Maße unſympathiſch, und bald liebte
iine andere junge Dame der Hofgeſellſchaft, das Fräu=
En Marie Iſolde von Haſſelmann. Sie war noch ſehr
Uing, hatte ihre Mutter verloren und wurde von ihrer
kn te, der Oberhofmeiſterin der Herzogin, ausgeführt.
glänzenden Gaben der ſchlimmen Gräfin fehlten ihr,
ler durch ihre Unſchuld und Anmut gewann ſie die
Her=
n, und als einziges Kind des Barons von Haſſelmann
Alt ſie auch für eine gute Partie. Daran dachte der
ſjeher am allerwenigſten. Er ſelbſt beſaß nur ein
be=
leindenes Vermögen, aber jede Art von Berechnung lag
in fern, und die beiden jungen Leute folgten nur dem
ge ihrer Herzen, als ſie ſich nach kurzer Bekanntſchaft
teänander verlobten. Strahlend vor Seligkeit, ſahen
geiner gemeinſamen Zukunft entgegen, und keine
Unung kommenden Elends trübte ihr Glück.
Da trat die ſchlimme Gräfin verderbenbringend auf
mt Lebenswege
Das kluge Mädchen empfand die Verlobung des
Oberjägermeiſters wie einen Schlag ins Geſicht und gab
ſich in bezug auf ſeine Beweggründe keinen Illuſionen
hin. Sie wußte, daß ſie von dem heißgeliebten Manne
infach verſchmäht worden war. Wäre ſie ſelbſt ein
einfaches Hoffräulein geweſen, hätte ſie ſich mit der
An=
nahme tröſten können, daß die glänzenden Ausſichten der
Erbtochter ihn beſtochen und betört hatten, aber ſie Ulrike
von Dunten, war ja viel reicher als ſeine Braut, und ihr
Vermögen lag längſt bereit, während Iſolde noch von
dem guten Willen ihres Vaters abhängig war. Ihre
Liebe zu dem jungen Oberjägermeiſter ſtarb nicht und
ver=
löſchte nicht. Als ein verzehrendes Feuer, ein glühender
Haß lebte ſie weiter in ihrem Herzen, und aufgeſtachelt
durch ihren Stolz, durch Neid, Schmerz und Eiferſucht,
ſchwur ſie dem jungen Paare Rache.
Nach außen hin beherrſchte ſie ſich meiſterhaft, im
ge=
heimen wußte ſie es aber bei der Herzogin durchzuſetzen,
daß die Hochzeit des jungen Paares nicht in Hellborn,
ſondern am Hofe gefeiert wurde. Dazu mußte der Vater
der Braut, Baron Amandus von Haſſelmann, in der
Re=
ſidenz erſcheinen, und damit war ihr die Gelegenheit
ge=
geben, ihre böſen Abſichten in unauffälliger Weiſe
ein=
zuleiten.
Der alte Baron kam denn auch, und es gefiel ihm
ſo gut in der Reſidenz, daß er als Gaſt des Herzogs einige
Wochen im Schloſſe verblieb.
Dieſe Wochen benutzte die ſchlimme Gräfin, um den
ſtattlichen Fünfziger mit ihren koketten Künſten
vollſtän=
dig zu umgarnen. Er, welcher feſt entſchloſſen geweſen
war, der über alles geliebten verſtorbenen Gattin keine
Nachfolgerin zu geben, fühlte ſich von der raffinierten
Art, in welcher die junge Schönheit ihn auszeichnete, be=
rauſcht, geſchmeichelt und gerührt. Ihr Reichtum ſchloß
in ſeinen Augen jede Möglichkeit niederer und unreiner
Motive aus, und ſchließlich kannte er keinen anderen
Wunſch mehr, als die ſchlimme Gräfin zu ſeiner Gattin
zu machen. Das Ueble, das man ihr nachſagte, hielt er
für böswillige Verleumdung, und eine ſchüchterne
War=
nung der jungen Frau von Wardenburg hatte nur die
Wickung, ihn ſeiner Tochter zu entfremden. Ehe er
ab=
reiſte, verlobte er ſich mit der ſchönen Ulrike, und drei
Monate ſpäter zog ſie als ſein vergöttertes Weib im
Hellborner Schloß ein.
Nun hatte die ſchlimme Gräfin die erſte Etappe ihres
klug gewählten Ziels erreccht. Sie durfte mit ſich
zu=
frieden ſein.
Sie haßte die beiden Wardenburgs. Darum wollte
ſie in enger und dauernder Verbindung mit ihnen
blei=
ben, wollte Einfluß auf ihr Leben gewinnen und ſie bis
zu einem gewiſſen Grade von ihrer Gunſt und Ungunſt
abhängig machen.
Als ihre Stief= und Schwiegermutter konnte ſie das
am beſten. In jeder Weiſe ſollten ſie ihre Macht
empfin=
den, und jede Gelegenheit war ihr willkommen, um ſie
heimlich und öffentlich zu kränken und zu ſchädigen.
Amandus von Haſſelmann war weiches Wachs in
der Hand ſeiner ſchönen und klugen Frau, und als ſie
ihm nach zweijähriger Ehe ein Söhnchen ſchenkte,
ver=
wandelte er ſeinen ganzen Beſitz in ein Fideikommiß, bei
dem als Erben nur ſeine männlichen Nachkommen, die
Träger ſeines Namens, in Betracht kamen. Erſt wenn
dieſe ausſtarben, ſollte das Majorat auf die Kinder und
Kindeskinder ſeiner Tochter Iſolde von Wardenburg
übergehen. Sie ſelbſt war von der Erbfolge ein für
alle=
mal ausgeſchloſſen. Solange der Baron lebte, bekam ſie
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Nummer 27.
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einen jährlichen Zuſchuß, der bald höher, bald niedriger
ausfiel, ganz nach Gutdünken der ſchlimmen Gräfin,
wenn er ſtarb, ein Kapital, welches kaum den fünften
Teil des Vermögens darſtellte, das ihr früher zugedacht
war. Seine Frau wurde zur Obervormünderin ſeines
Sohnes ernannt und deſſen Mündigkeit einige Jahre
hin=
ausgeſchoben. So glaubte der Stifter des Majorats alles
aufs beſte geordnet zu haben.
Am 22. Mai 1730 ſtarb Amandus von Haſſelmann.
Seine Witwe war damals kaum dreißig Jahre alt und
auf der Höhe ihrer Schönheit und Kraft, aber ſie dachte
nicht daran, ſich wieder zu verheiraten. Frei wollte ſie
ſein und unumſchränkt herrſchen. So blieb ſie in
Hell=
born, erzog ihren Knaben und verwaltete den großen
Be=
ſitz mit Klugheit und Energie.
Die nötigen Mittel floſſen der Gräfin aus dem
eige=
nen Vermögen reichlich zu, und ſie tat alles, um das
Ma=
jorat zu heben und auszubauen. In dieſer Beziehung
hat ſie entſchieden ſegensreich gewirkt. Ihren
Unter=
gebenen war ſie aber keine gütige Herrin. Sie führte
durch rierzig Jahre ein ſtrenges Regiment, und ihre
Ge=
nauigkeit hatte eine verzweifelte Aehnlichkeit mit Geiz.
Dazwiſchen war ſie prachtliebend und
verſchwende=
riſch. Sie erweiterte den Park, errichtete die Terraſſe und
vergrößerte das Schloß, indem ſie durch fremde Bauleute
die beiden Flügel anbauen ließ. Sie pflegte auch den
Verkehr mit den Nachbarn, hatte monatelang Gäſte im
Hauſe und gab zuweilen glänzende Feſte, bei denen es
an Maskeraden und ſcherzhaften Ueberraſchungen nicht
fehlte. Zugleich erregte ſie Aufſehen durch ihre koſtbaren
Toiletten und ihren herrlichen, aus neun Teilen
beſtehen=
den Rokokoſchmuck, der bald eine gewiſſe Berühmtheit er=
langte. Er beſtand aus einer Fülle ſeltener bunter
Edel=
ſteine in einer eigenartigen goldenen Faſſung, wurde
ſpä=
ter zum Majorat geſchlagen und ſollte bis in ferne Zeiten
dazu dienen, den Glanz des Hauſes zu erhöhen. Leider
kam es nie dazu: Seit dem Tode der ſchlimmen Gräfin iſt
der Schmuck auf rätſelhafte Weiſe ſpurlos verſchwunden,
und nur auf ihrem Bilde kann man ihn noch jetzt
bewun=
dern. Kein Menſch weiß, wohin er gekommen iſt.
Ulrike von Haſſelmann, geborene Gräfin Dunten,
ließ ſich nämlich in ihrem dreiunddreißigſten Lebensjahre
malen. Es entſprach dies der Sitte jener Zeit, und als
Stammutter eines vornehmen Geſchlechts wollte ſie den
Zauber ihrer ſtolzen Schönheit unverkürzt der Nachwelt
überliefern.
Die Gelegenheit war günſtig. Ein junger Maler
Italiener von Geburt, weilte in der Gegend und hatte
ſchon verſchiedene Porträts zur allgemeinen Zufriedenheit
beendet. Frauenbildniſſe gelangen ihm beſonders gut,
und mit Freuden war er bereit, die Herrin von Hellborn
in großer Toilette und ganzer Figur auf die Leinwand zu
bringen. Die Rokokotracht mit dem gepuderten Haar
ſtand ihr vortrefflich, und auch der berühmte Schmuck ſollte
bei dieſer Gelegenheit verewigt werden. Um dem Bilde
aber noch einen beſonderen pikanten Reiz zu verleihen,
wollte er ſie im leicht übergeworfenen Domino, die
ſchwarze Halbmaske in der Hand, wie eilig von einer
Re=
doute heimkehrend, malen, und die ſchlimme Gräfin war
mit dieſer Aufforderung ganz einverſtanden. Sie liebte
es, Ausnahmen für ſich zu ſchaffen.
Der Meiſter arbeitete mit großer Sorgfalt. Die
Sitzungen währten lange und wiederholten ſich einige
Wochen hindurch. Während dieſer Zeit entzündete ſich
das Herz des Künſtlers an der berauſchenden Schönheit
ſeines Modells, und die Gräfin unterdrückte das Feuer
nicht. Sie fand es ganz lehrreich und amüſant, das
Wach=
ſen einer Leidenſchaft zu beobachten, welche von einem
ſüdlichen Temperament getragen wurde und ſteigerte ſie
noch durch eine klug berechnete grauſame Koketterie.
Wäh=
rend ſie im Innerſten kühl und unnahbar blieb, wußte ſie
in dem jungen Italiener den Glauben zu erwecken, daß
ſeine Gefühle erwidert würden, und riß ſo die unſicht
baren Grenzen nieder, welche der Reſpekt und der
Stan=
desunterſchied zwiſchen ihnen aufgebaut hatten.
Als das Bild fertig war, ging auch die Selbſtbeherk
ſchung des Künſtlers zu Ende und kühner geworden,
er=
flehte er von der ſchlimmen Gräfin ſüßeren Lohn als den
welchen man in klingender Münze auszahlen kann. Doch
nun war ſie des Spieles müde. Der unebenbürtige
Ver=
ehrer begann anſpruchsvoll zu werden. Sie wollte ihn
ſo bald wie möglich los ſein. Darum zeigte ſie ihm nun
ihr wahres Antlitz, wies ihn kalt und höhniſch von ſich
und nannte ſeine Werbung eine Unverſchämtheit. Dan
rauſchte ſie hoheitsvoll zum Zimmer hinaus und befahl
ihren Leuten, am nächſten Tag alles zu ſeiner Abreiſe zu
rüſten.
Der junge Maler war zuerſt wie betäubt, dann gans
von Sinnen vor Zorn und Schmerz. Er ſchloß ſich indas
Zimmer ein, in dem er gearbeitet hatte, und am andern
Morgen fand man ihn als Leiche vor ſeinem herrlichen
Werk. Er hatte ſich ſelbſt den italieniſchen Dolch ins Heis
geſtoßen.
(Fortſetzung felgt.)
[ ← ][ ][ → ]Nummer 27.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Seite 15.
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(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
ſeinerlei Verantwortung: für ſie bleiht auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Bei der am Samstag ſtattgefundenen Wahl zur
Ortskrankenkaſſe hat ſich deutlich gezeigt, wie gering der
Einfluß der Frauenrechtlerinnen auf die Geſamtheit der
Hausfrauen und weiblichen Hausangeſtellten einzuſchätzen
iſt. Die ſehr mäßige Beteiligung der letzten an der Wahl
läßt darauf ſchließen, daß ihre Arbeitgeberinnen ſie nicht
zur Ausübung ihres Wahlrechts angehalten haben. Der
Erfolg wird der ſein, daß die Sozialdemokraten die
Mehr=
heit im Ausſchuß der Krankenkaſſe erhalten. Dieſe haben
zugunſten ihrer Wahlliſte gehörig agitiert, ſie hatten in
der Umgebung des Wahllokals nicht nur männliche,
ſon=
dern auch weibliche Zettelverteiler aufgeſtellt, die die zur
Wahl gehenden Mädchen mit Eifer zu veranlaſſen ſuchten,
ſtatt des bürgerlichen Wahlzettels den ſozialdemokratiſchen
abzugeben, während die anweſenden Verteiler des erſteren
ſich auffällig ruhig verhielten. Wo waren da die ſonſt ſo
lauten „Rufer im Streit” für die Frauenrechte? Das im
Dienſte der Einſenderin ſtehende, zur Ausübung der Wahl
angehaltene Mädchen erklärte, daß ſie nie wieder wählen
würde, da ſie ſich den Neckereien und Anulkungen nicht noch
einmal ausſetzen wolle. Gott bewahre uns vor dem von
gewiſſer Seite ſo glühend herbeigewünſchten Wahlrecht
zum Stadt=, Land= und Reichsparlament.
Eine von den vielen Hausfrauen, die auf das
politiſche Wahlrecht gerne verzichten.
Die hohen Fleiſch=, Milch= und Brotpreiſe.
Der „Verwertungsgeſellſchaft für landwirtſchaftliche
Erzeugniſſe, e. G. m. b. H.”, möchte ich auf die
Ausführun=
gen in Nr. 25 ds. Bl. folgendes erwidern: 1. Daß die
Ein=
ſender zu obiger Frage kein Intereſſe an einem guten
Einvernehmen zwiſchen Stadt und Land” haben ſollen,
kann ich für meine Perſon nicht behaupten. Das
Gegen=
zeil trifft zu. 2. Es handelt ſich nicht etwa darum, einen
Segenſatz zwiſchen Produzenten und Milchhändlern zu
konſtruieren, ſondern die ſehr einfache Frage iſt die: iſt es
mötig, daß in Anbetracht der ganz ausgezeichneten (nicht
izur mittel bis gut, wie die V.=G. zugibt!), Futterernte
ieer letzten beiden Jahre der Milchpreis für den
Konſu=
untenten auf 24 Pfg. pro Liter beharrt oder iſt eine
Ermäßi=
nung (und welche?) geboten? 3. Welchen Preis verlangt
der Milchproduzent vom Händler, und iſt es richtig, daß,
wie der Abgeordnete Lutz im Frühjahr 1913 geſagt hat:
Für die Milch, die in der Stadt bis zu 28 Pfg. pro Liter
hoſtet, bekommen die Bauern 10—14 Pfg.‟ 4. Wenn die
1S.=G. jetzt mitteilt, daß der Milchpreis bereits um 1 Pfg.
pro Liter, und zwar von 19 auf 18 Pfg., bezw. von 18
auf 17 Pfg., zurückgegangen ſei” ſo entſteht die Frage,
ob dann nicht auch die Milchhändler ebenfalls um 1 Pfg.
pro Liter ihre Forderung ermäßigen können. Die
Span=
nung würde dann immer noch (17—6) die von den
Händ=
larn als „angemeſſen” bezeichnete Grenze einhalten. 5. Iſt
der von den Produzenten erzielte Preis von 18 bezw.
1 Pfg. pro Liter berechtigt? In München (Großſtadt!)
hiſ: unlängſt ein neuer Milchvertrag abgeſchloſſen worden,
dar den Produzenten folgende Preiſe gewährt: „Januar
bis März und Oktober bis Dezember 15 bis 15,5 Pfg.,
lütorige Zeit 14,5 bis 15 Pfg.” Wie kommt es, daß in der
Ggoßſtadt München die Milch zu dieſen Preiſen geliefert
Ulveerden kann? Iſt dies etwa darauf zurückzuführen, daß
ben dorigen Produzenten in Anfehung der früher
ge=
machten Erfahrungen vor einem „Milchkrieg” bange iſt?
Unterſuchungen werden hier nachzuweiſen haben, ob nicht
noch in einer ganzen Anzähl anderer Städte die
Milch=
preiſe unter den heſſiſchen liegen. 6. Die V.=G.
behaup=
tet, daß das 1913er Futter eine mangelhafte
Beſchaffen=
heit zeige und deshalb erhöhte Kraftfutterzugaben
erfor=
derlich wären. Dies einwandfrei nachzuweiſen, dürfte der
V.=G. ſchwer fallen, denn ich glaube, daß eher das
Gegen=
teil zutrifft. Das zeigt ja auch die ganze Verfaſſung des
Kraftfuttermittelmarktes, die ſeit längerer Zeit infolge
Mangel an Nachfrage ausgeſprochen „flau” iſt. 7. Wenn
die V.=G. anführt, daß auch die Brot= und
Mehlpreiſe viel zu hoch ſeien, ſo wird auch
hier der Hebel genau ſo anzuſetzen ſein,
wie bezüglich des Unfugs mit den
Fleiſch=
preiſen! 8. In einem Punkt ſtimme ich der V.=G.
durch=
aus bei: Es iſt niemanden zu verdenken, wenn er ſich
zur Wahrung ſeiner Intereſſen zu Organiſationen
zuſam=
menſchließt, und es iſt wohl ein wenig zu weit gegangen,
wenn in einem Eingeſandt gefordert wird, gegen ſolchen
Zuſammenſchluß von Staats wegen einzuſchreiten. Daß
derartiger Zuſammenſchluß nicht auch auf Seiten der
Konſumenten beſteht, iſt höchſt bedauerlich!
Wir gebrauchen einen kräftigen Bauernſtand, der mit
die Grundlage unſeres Staates bildet; es iſt aber auch
Aufgabe dieſes Standes, dafür zu ſorgen, daß nicht etwa
durch ungeſunde Steigerung der Lebensmittelpreiſe dem
Stadtbewohner die Sympathie zum Bauernſtand
genom=
men wird. In ſchlechten Futterjahren muß dem
Landwirt ein erhöhter Preis für ſeine Erzeugniſſe
gezahlt werden, aber es muß dann auch, wenn
wie=
der beſſere Jahre kommen, mit einer
entſprechen=
den Ermäßigung gerechnet werden. Bezüglich
der Lebensmittel Fleiſch, Milch, Mehl und Brot darf man
die Periode 1912/13, zum mindeſten aber die jetzige Zeit,
als „beſſere Zeiten” für die Landwirtſchaft bezeichnen.
K.
Die hohen Milchpreiſe uſw.
Als Einſender von Nr. 24 dieſes Blattes erwidere ich
auf die Erklärung Nr. 25 der Verwertungsgeſellſchaft für
landwirtſchaftliche Erzeugniſſe, daß die Milchproduzenten
ſeit 1913 wohl in der Lage geweſen ſein dürften, billige
Milch zu produzieren. Zugegeben, daß der Nährwert des
Grünfutters, insbeſondere vielleicht des Klees, gering war
und die Preiſe für Kraftfutter nicht heruntergegangen ſind,
ſo war doch die Ernte eine gute und es beſtand die
Mög=
lichkeit, den Gehalt des Futters auch auf billigem Wege
zu erhöhen. Dickwurz, Mälzereiabfälle, Kleie und
Zucker=
rübenſchnitzel, die bei der Fütterung der Milchkühe eine
große Rolle ſpielen, dürften nicht zu teuer geweſen ſein.
Vor allem aber ſtanden anfangs 1913 entſprechend große
Vorräte billiger Kartoffeln, wie es auch jetzt iſt, zur
Ver=
fügung. Die Kartoffeln, roh zerkleinert unter das andere
Futter gemiſcht, ſollen die reichliche Produktion guter
Milch in hohem Maße fördern und eine beträchtliche
Er=
ſparnis an Kraftfuttermitteln ermöglichen. Der Umfang
dieſer Kartoffelfütterung z. B. in der Umgegend von
Leng=
feld und Groß=Bieberau läßt ſich erkunden. Wenn in
Nr. 25 ds. Bl. neben einem Rückgange der Viehpreiſe
be=
tont wird, daß die Preiſe für Milchkühe erheblich geſtiegen
wären und durch letzteren Umſtand die Milchpreiſe
erheb=
lich beeinflußt würden, ſo läßt ſich daraus nicht ohne
wei=
teres ſchließen, daß die Milch deshalb teuerer geworden
ſein müſſe. Es wird mehr und mehr den Kühen beſſerer
Schläge der Vorzug gegeben vor Kühen geringerer
Schläge. Erſtere koſten mehr rentieren ſich aber auch
beſſer und ziehen unter Umſtänden ſogar eine
Verbillig=
ung der Milchproduktion nach ſich, wenn ſie entſprechend
mehr Milch von guter Beſchaffenheit geben. Gegen das
Riſiko der Einſtellung teuerer Kühe dürfte die
Viehver=
ſicherung ſchützen. Einwendungen in dieſer Richtung
machen den Kohl nicht fett, und alle umſtändlichen
Vor=
rechnungen dürften nichts an der Möglichkeit einer
zeit=
gemäßen Herabſetzung des Milchverkaufspreiſes ändern,
die ſich bei gutem Willen wohl durchführen ließe.
Die Unterſtellung, daß ich jedenfalls keine große Liebe
zur landwirtſchaftlichen Bevölkerung hätte, muß ich
ent=
ſchieden zurückweiſen, um ſo mehr, als ich nicht von ihrer
Geſamtheit geſprochen habe, ſondern nur von einer
geö=
ßeren Anzahl kapitalkräftiger Milchproduzenten. Ueber
allem ſteht ſchließlich das gemeine Wohl der Bevölkerung,
für deren Erhaltung zunächſt die Magenfrage und dann
der Hausbrand in Betracht kommt. Die Milch ſpielt dabei
die vornehmſte Rolle. Sie iſt die erſte und einzige
Nah=
rung der Neugeborenen. Sie können ſie nicht entbehren
und ſie muß auch den ärmſten Eltern zum billigſten Preiſe
zugänglich ſein. Ihre unzureichende Verabreichung ſchädigt
das heranwachſende Geſchlecht in nicht mehr gut zu
machen=
der Weiſe. Milch brauchen auch die Aermſten unter den
Kranken. Noch mehr als bei anderen Nahrungsmitteln
muß bei ihr, unter Schonung der Produzenten und
Milch=
händler, auf die größte Verbilligung hingearbeitet werden.
Wenn gewiſſe Kreiſe der Landbevölkerung dem, wenn ſie
können, nicht euſprechen, ſo ſind ſe es, die den weiten
Kreiſen der Konſumenten keine große Liebe
entgegenbrin=
gen. Ich habe nichts gegen die Verteuerung alkoholiſcher
Getränke. Liebhaber derſelben zahlen ſchließlich auch die
höchſten Preiſe. Andere beſchränken ſich im Genuſſe des
Alkohols oder verzichten ganz auf ihn, ohne Schaden zu
nehmen. Seifen, Hüte, Stiefel. Eiſenwaren uſw. kann
man immer noch, dem Stande ſeiner Finanzen
entſpre=
chend, billig oder teuer kaufen. Das drückt nicht; wohl
aber die Lebensmittelteuerung. Vor allen Dingen braucht
der Menſch Nahrung, wenn auch in noch ſo beſcheidenem
Maße. Die Lebensmittel dürfen nicht ſaſt unerſchwinglich
ſein. Da ſoll es heißen: „Leben und leben laſſen”, aber
nicht: „Möglichſt viel verdienen”. Für das eine und gegen
das andere zu kämpfen, iſt das Naturrecht jedes Menſchen,
das ihm nicht verkümmert werden und dem man deshalb
nicht Mangel an Liebe zur landwirtſchaftlichen
Bevölker=
ung unterſtellen darf.
Was die amerikaniſchen Verhältniſſe angeht, ſo halte
ich mich durch Leſen der amerikaniſchen Preſſe auf dem
Laufenden undbin genügend orientiert. Nur wenig aus ihren
kleinwirtſchaftlichen Artikeln ſickert in die deutſchen
Zei=
tungen. Nicht große Induſtriezweige und Monopole, die
unſer Wirtſchaftsleben berühren (mit anderen Worten: die
Truſts), habe ich gemeint, ſondern die Tätigkeit der
Ge=
richte gegenüber der Verteuerung der nötigſten
Nahrungs=
mittel, des Hausbrandes und des Eiſes für Kranke und
für den in jeder amerikaniſchen Haushaltung befindlichen
Eisſchrank. Aber es hat auch in größeren deutſchen
Zei=
tungen eine Botſchaft des Präſidenten Wilſon von
Nord=
amerika geſtanden, daß er es als ſeine Aufgabe betrachte,
dem Volke die notwendigen Lebensmittel zu vechilligen.
Ein gewiſſes Nachdenken führt dazu, daß nur auf
geſetz=
geberiſchem bezw. adminiſtrativem Wege dieſes Ziel
er=
reicht werden kann, vorausgeſetzt, daß nicht der Zwang
einer allgemeinen wirtſchaftlichen Notlage vorliegt. Eins
iſt ſicher: Mit dem Schwinden der allzu großen
Lebens=
mittelteuerung ſteiat die Kauſtraft der Bevölkerung und
ihre Wohlfahrt. Das zu erlangen, unter Schonung des
Nährſtandes, iſt die Aufgabe eines jeden guten
Staats=
bürgers. Unpolitiſch iſt es wenn Vertreter der
Landwirt=
ſchaft in Nr. 25 ſagen: „Die Einſender uſw. würden im
Intereſſe eines guten Verhältniſſes zwiſchen Stadt und
Land beſſer tun, wenn ſie ſich über die Verhältniſſe auf
letzterem orientieren wollten”, mit anderen Worten: „Ihr
Einſender ſtört den Frieden zwiſchen Stadt und Land
und wißt nicht, von was ihr redet”. — Will man die
Ein=
ſender durch derartige Hinweiſe mundtot machen? Das
fehlte gerade noch. Das Verhältnis zwiſchen Stadt und
Land hängt, Gott ſei dank. nicht ausſchließlich von dem
Geldverdienſte beim Milchhandel ab, zumal ſehr viele
Landbewohner ihre Milch kaufen müſſen und mit den
Städtern an einem Strange ziehen. Wie ſoll man ſich
genügend über die einſchlägigen Verhältniſſe auf dem
Lande orientieren, frage ichs Eingeweiht wird man von
den Milchproduzenten doch nicht. Deshalb ſchneidet man
am beſten ſolche Fragen öffentlich an, um möglichſt viele
Perſonen, namentlich Hausfrauen und Mütter, für ihre
Löſung zu gewinnen. Alle werden helfen, den Schleier
zu lüften, der den wirklichen Profit der Intereſſenten vor
nicht genehmen Augen verhüllt. Und alle werden ſich an
der Prüſung, ſowie an Vorſchlägen zur Beſſerung
betei=
ligen, ſei es mit, ſei es gegen die Produzenten, welche
zurzeit das Heſt in der Hand haben.
Wenn ich in Nr. 24 ds. Bl. geſagt habe, daß die
Ver=
dienſtausfälle der Milchproduzenten durch
Verſicherungs=
geſellſchaften gedeckt werden ſollen, ſo verbeſſere ich meinen
Schreibfehler mit dem Worte: „
Verſicherungseinrichtun=
gen‟. Der Verwertungsgenoſſenſchaft dürften die
Sta=
tuten und der Geſchäftsgang des Vereins der
Milchprodu=
zenten, deſſen Vorſitzender Herr Oekonomierat Fritſch in
Dilshofen ſein ſoll, wahrſcheinlich bekannt ſein. Aus der
Vereinskaſſe ſollen die erwähnten Ausfälle bezahlt
wer=
den; und darauf kommt es an. Die Milchhändler (denen
ich einen angemeſſenen Verdienſt gerne gönne), dürften
daher im weiten Sinne von den Produzenten abhängig
ſein. Vielleicht äußert ſich die Verwertungsgenoſſenſchaft
einmal ausführlicher zu dieſen Punkten.
Ueber die Information hinſichtlich der niederen Vieh=
und Getreidepreiſe quittiere ich dankend da ſie in
wert=
voller Weiſe im Kampfe des Publikums gegen die
über=
mäßige Höhe der Brot= und Fleiſchpreiſe Verwendung
finden wird.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Januar 1914.
Nummer 27.
Ueberaſterung der höheren Poſtbeamten.
* Man ſchreibt uns: Es dürfte wohl allgemein
aner=
kannt ſein, daß diejenigen Männer, die berufen ſind, am
Fortſchritt der Kultur mitzuarbeiten, möglichſt Mitte der
dreißiger Jahre in ſelbſtändige Stellen kommen ſollten,
die an ihre Verantwortlichleit und ihre Initiative
mög=
lichſt große Anſprüche ſtellen, damit ſie ſich ihre Friſche
auch für ſpätere höhere und leitende Stellen bewahren.
Wer bis Mitte der vierziger Jahre in unſelbſtändigen
und untergeordneten Stellen feſtgehalten wird, dem
man=
gelt ſpäter nur zu leicht die Entſchluffähigkeit zu friſchem
Vorwärtsſchreiten. Namentlich in großen Betrieben, an
die täglich neue Aufgaben herantreten, iſt es bedenklich,
wenn die Beamten in zu ſpätem Alter in leitende Stellen
kommen. Vor dieſer Gefahr ſteht zurzeit in beſonderem
Maße unſere Reichspoſtverwaltung.
Die höheren Poſtbeamten ſind nach dem Beſtehen der
höheren Verwaltungsprüfung (im Durchſchnittsalter von
30 Jahren) zunächſt als Ober=Poſtpraktikanten bei den
Oberpoſtdirektionen tätig, nach zurzeit etwa 10 Jahren (!)
rücken ſie in Inſpektorſtellen bei den Poſt= und
Telegra=
phenämtern ein, darauf in Oberpoſtinſpektorſtellen bei den
Oberpoſtdirektionen, als welche ſie den
Bezirksaufſichts=
dienſt wahrzunehmen haben, oder in Vizedirektorſtellen
zur Unterſtützung der Direktoren der großen und größten
Poſt= und Telegcaphenämter. Nachdem ſie dieſe drei
Durchgangsſtellen durchlaufen haben, erreichen ſie dann
ſchließlich die Stelle eines Direktors oder Poſtrats. Erſt
dieſe Stellen geben ihnen in größerem Umfange
Gelegen=
heit zu eigener Verantwortlichkeit und eigener
organi=
ſatoriſcher Tätigkeit. Vorher ſind ſie ſtets mehr oder
weniger vorbereitende oder den Willen anderer
ausfüh=
rende Organe, die eine eigene Entſcheidung nicht zu fällen
haben.
Die Wartezeit vom Beſtehen der höheren Prüfung bis
zum Einrücken in eine Direktorſtellung beträgt zurzeit über
13 Jahre, die Wartezeit bis zum Einrücken in eine
Poſt=
ratſtelle über 16 Jahre. Alſo erſt Mitte der vierziger
Jahre rücken dieſe Beamten in eine Stelle ein, in die ſie
bei geſunden Verhältniſſen Mitte der dreißiger Jahre
ein=
rücken ſollten, was auch bis zum Jahre 1894 der Fall war.
In wenigen Jahren wird die Wartezeit bis zum
Ein=
rücken in eine Poſtratſtelle 20 Jahre und mehr betragen
und die Poſtverwaltung wird keine Poſträte un er 50
Jah=
ren mehr haben. Das ſind ungeſunde Verhältniſſe, die
dringend der Berichtigung bedürfen.
Die Poſtverwaltung will nun, um die mit dieſen
ſchlechten Beförderungsverhältniſſen für die Beamten
ver=
bundenen Gehaltsnachteile zu verringern, eine größere
An=
zähl von Inſpektorſtellen in Vizedirektorſtellen umwandeln,
und hat entſprechende Vorſchläge bereits in den Etat für
1914 eingeſetzt. Dieſe Maßregel kann aber das Uebel nicht
beſeitigen. Gehaltsſchäden für die Beamten können
wirk=
ſam und ein= für allemal nur dadurch beſeitig” werden,
daß die höheren Poſtbeamten vom Oberpoſtpraktikanten
bis zum Poſtdirektor in eine gemeinſame Gehaltsklaſſe
zuſammengefaßt werden, wie es nach den Verhältniſſen
bei anderen Verwaltungen auch aus anderen Gründen
be=
rechtigt wäre. Vor allem aber faßt die Umwandlung von
Inſpektorſtellen in Vizedirektorſtellen das Uebel vom
äll=
gemeinen Standpunkte aus nicht an der Wurzel. Es iſt
zwar ſelbſtverſtändlich, daß dieſe Umwandlung der
In=
ſpektorſtellen in Vizedirektorſtellen nicht nur dem Namen
nach erfolgen ſöll, daß vielmehr den Beamten damit auch
eine größere Selbſtändigkeit und größere Befugniſſe
ge=
geben werden ſollen, aber man müßte, wenn man einmal
zu beſonderen Mitteln greift, keinen halben Schritt tun.
Hat man ſchon den Fehler gemacht, daß man ſeinerzeit
zuviel Anwärter annahm, ſo ſollte man wenigſtens jetzt
die dadurch geſchaffene Lage, daß man eine große Anzahl
dienſterfahrener höherer Beamten zur Verfügung hat,
da=
zu ausnutzen, um unter Anſpannung aller Kräfte überall
in alle Zweige des Betriebes hineinzuleuchten, wo etwas
zu beſſern und wo etwas zu vervollkommnen iſt. Iſt es
nicht ein ganz ſonderbarer Zuſtand, daß ſich an allen
Ecken und Enden die höheren Beamten, vor allem die
Poſträte beklagen, daß ſie überlaſtet ſind, und wegen
lau=
fender Dienſtgeſchäfte ihren höheren Aufgaben entzogen
werden, während die jüngeren ſich darüber beklagen, daß
ihnen keine Aufgaben geſtellt werden, an denen ſie ihre
Kenntniſſe meſſen und ihren Tätigkeitsdrang ausüben
können? Man ſollte die Beamtenkräfte, die man hat,
aus=
nutzen, indem man nicht nur bei den Verkehrsanſtalten
den Beamten ein größeres Betriebsfeld ſchafft, ſondern
auch bei den Bezirksbehörden, indem man die Stellen der
Hilfsreferenten (Poſtinſpektoren) in Stellen für
Referen=
ten (Poſträte) und Stellen für Oberpoſtpraktikanten in
Stellen für Hilfsreſerenten umwandelt. Dadurch würde
eine große Anzahl von Kräften für eine nützliche Tätigkeit
frei gemacht werden können, ohne daß die Zahl der
Be=
mten auch nur um einen einzigen vermehrt zu werden
brauchte. Dadurch könnte die Poſtverwaltung dafür
ſor=
gen, daß ihre Beamten nicht in untergeordneten Stellen
verkümmern und verbittert werden, bevor ſie in Stellen
berufen werden, die friſche und arbeitsfrohe Männer
ver=
langen. Ja, ſo könnte ſogar der Fehler der früheren
Stephanſchen Politik zu einem Segen für die
Poſtverwal=
tung werden, und zu einer geſteigerten, dem Handel und
dem Verkehr beſonders ſegensreichen Tätigkeit führen.
Wenn die Poſtverwaltung dieſen Weg gehen will ſo wird
ſie vorausſichtlich im Reichstage, der im Vorjahre in einer
eſonderen Reſolution ſchon eine Vermehrung der
End=
ſtellen gefordert hat, eine bereitwillige Hilfe finden.
Sport, Spiel und Turnen.
Sr. Lawn=Tennis. Uhl ſchlägt Froitzheim.
Das Berliner Hallen=Lawn=Tennis=Turnier hatte am
Sonntag eine Senſation zu verzeichnen. In der
Schluß=
runde des offenen Herren=Einzelſpieles mußte Froitzheim
nach hartem Kampfe die Waffen vor dem jugendlichen Uhl
ſtrecken. Das Spiel der beiden Kämpen hielt die Zuſchaner
in großer Spannung. Nach dem erſten von Froitzheim
mit 633 gewonnenen Satz glich Uhl 6:2 aus. Froitzheim
übernahm anfangs mit 6:3 die Führung, aber Uhl
er=
zwang nach prächtigem Spiel mit 11.9 wieder den
Aus=
gleich. Den letzten entſcheidenden Satz gewann wiederum
Uhl 6:4 und brachte ſomit Froitzheim eine überraſchende
Niederlage bei. Frl. Kribben trat in der Schlußrunde des
ffenen Damen=Einzelſpieles nicht an und überließ Frau
Dahl einen kampfloſen Sieg. Eine weitere Entſcheidung
ſiel im Herren=Doppelſpiel mit Vorgabe, wo Kupſch=
Amen- (— ¾) mit 13113 zurückzog und Schoneiche=Bayer
(0) den Sieg überließ.
sr. Eisſport. Eislauf=
Weltmeiſterſchaf=
en in St. Moritz. Die Damenkunſtlaufmeiſterſchaft
und die Paarlaufmeiſterſchaft der Welt auf dem Eiſe, die
vom Internationalen Eislauf=Verband zur Entſcheidung
nach St. Moritz überwieſen worden waren, hatten am
Sonntag, wie aus St. Moritz gemeldet wird, bei
herr=
ichem Winterwetter einen Rieſenbeſuch angelockt. Für
die Damenmeiſterſchaft hatten ſich neun Teilnehmerinnen
ingefunden, davon deutſcherſeits nur die deutſche
Meiſte=
in Frl. Frenſſen=Berlin. Die vorjährige Siegerin, Frl.
Meray=Horvath=Peſt, ſowie Frl. Hanka=Wien
abſolvier=
en ihre Pflichtübungen am beſten. Dagegen enttäuſchte
bei beiden die Kür. Trotzdem beſetzte Frl. Meray=Horvath
den erſten Platz vor Frl. Hanka=Wien und Frl. Hohnſon=
London. Frl. Frenſſen wurde vierte. Die
Paarlauf=
meiſterſchaft, die von dem Wiener Paar Frl. Engelmann=
Herrn Mejſtrick zu verteidigen war, ſah nicht die
Vertei=
diger als Sieger. Das Ehepaar Jacobſon=Helſingfors —
Frau Jacobſon iſt die bekannte frühere Berliner
Eiskunſt=
läuferin Frl. Eilers — holte ſich die Meiſterſchaft vor den
Verteidigern Frl. Engelmann=Herrn Mejſtrick. Drittes
Paar wurden Frl. von Szabo=Herr Horwitz=Wien, vierte
das Berliner Paar Frl. Frenſſen=Herr Vogel und fünfte
das Ehepaar Bryn=Chriſtiania. Das Junior=Kunſtlaufen
für Herren gewann unter 8 Startern Jarros=Peſt vor
Beaumont=London, Clarke=London und Vogel=Berlin. Im
Damen=Junior=Kunſtlaufen zeigte ſich Miß Sawle=London
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