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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag erledigte in ſeiner geſtrigen Sitzung
Petitionen.
In der badiſchen Zweiten Kammer gab
Staats=
miniſter v. Duſch die Erklärung ab, daß die
Regie=
rung hinſichtlich der Jeſuitenfrage nichts
unter=
nommen habe, was den Charakter einer Verfolzung
getragen habe. Einer vollſtändigen Aufhebung
des Jeſuitengeſetzes kann die Regierung
nicht zuſtimmen, einer Milderung desſelben
aber werde ſie nicht ablehnend gegenüberſtehen.
Gegen den Kreisdirektor von Zabern iſt
auf ſeinen Antrag ein Diſziplinarverfahren eingeleitet
worden. — Der reichsländiſche Statthalter Graf
Wedel begibt ſch heute nach Berlin. Er kehrt am
Montag, 19. Januar, nach Straßburg zurück.
Geſtern fand in Geeſtemünde der Stapellauf des
dritten Schulſchiffes „Großherzog Friedrich
Auguſt” ſtatt.
Der engliſche Premierminiſter Asquith iſt am
Diens=
tag abend in Paris eingetroffen und ſofort nach
dem Süden weitergereiſt.
Der rumäniſche Miniſterpräſident Majorescu hat dem
König die Demiſſion des Kabinetts
über=
reicht.
Die bulgariſche Sobranje wurde aufgelöſt.
Der japaniſche Admiral Graf Ito iſt geſtern früh
ge=
ſtorben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.
Miniſterpräſident
von Bethmann Hollweg
hat in der Dienstag=Sitzung des preußiſchen
Abgeord=
metenhauſes die Angriffe zurückgewieſen, die von den
Konſervativen wegen der Reichsbeſitzſteuer auf
ſſeine Finanzpolitik gerichtet wurden. Die Abwehr des
Worwurfes, in dieſer Beziehung aus Paſſivität das
Fi=
manzintereſſe der Einzelſtaaten nicht hinlänglich gewahrt
zu haben, war ebenſo umfaſſend wie geſchickt und
ſchla=
gend. Es iſt eine zweifelloſe Tatſache, daß gerade die
Ablehnung der den Konſervativen leider nicht
annehm=
baren Erbſchaftsſteuer das Drängen nach
Reichsbeſitz=
ſteuern verſtärkt hat. Selbſt der konſervative Führer von
Heydebrand hat ſich dieſem Zuge der Zeit, wie der
Mi=
miſterpräſident in Erinnerung brachte, nicht widerſetzen
können, ſondern am 9. November 1911 die
Bereitwillig=
kkeit der konſervativen Partei erklärt, das Vermögen der
Lebenden auf den Altar des Vaterlandes zu legen, „wenn
die Stunde und das Land und unſere Ehre es erfordern”.
Dieſe Vorbedingungen ſind wegen der großen
Heeres=
reform von 1913 praktiſch geworden und mußten für den
Bundesrat den Ausſchlag geben. Der Bundesrat durfte
aber ſelbſt vom konſervätiven Standpunkt aus den
Ge=
danken einer Reichsbeſitzſteuer um ſo mehr ſich zu eigen
machen, als die konſervative Reichstagsfraktion, wie der
Miniſterpräſident gleichfalls betonte, für den Antrag
Baſſermann=Erzberger, eine allgemeine Beſitzbeſteuerung
im Reiche einzuführen, geſtimmt hat. Daß die endgültige
Form, in der die Reichsbeſitzſteuer verabſchiedet wurde,
aufs engſte mit dem konſervativen Widerſtreben
zuſam=
menhängt, den Einzelſtaaten in bezug auf die geplante
Landesbeſitzſteuer ein Sicherungsgeſetz mit Einſchluß des
Kindeserbes zu geben, iſt vom Miniſterpräſidenten
aus=
führlich nachgewieſen worden.
Im Rahmen ſeiner heutigen Aufgabe mußte es dem
Miniſterpräſidenten vor allem auf die Darlegung der
par=
lamentariſch=taktiſchen Verhältniſſe ankommen, die den
Bundesrat auf den Weg der Reichsbeſitzſteuer geführt
haben; der „übrigen Erwägungen, welche auf denſelben
Weg hinwieſen”, konnte er nur nebenher gedenken.
Ge=
rade letztere Erwägungen aber bedeuten die ſachliche
Recht=
ſertigung des Reichsbeſitzſteuer=Gedankens unter den
Ge=
ſichtspunkten der ausgleichenden Gerechtigkeit. Es
ver=
lohnt ſich, auf Grund der neueſten Reichsſtatiſtik
hierauf einzugehen und an den weſentlichſten Zahlen zu
veranſchaulichen, in welchem Maße die Belaſtung mit
in=
direkten Steuern während der letzten Jahre zugenommen
hat. Ohne daß die Abgabe auf Salz, die für den Kopf
im Jahre 1911 noch 0,90 Mark betrug, eine nennenswerte
Verminderung erfuhr, iſt (immer auf den Kopf der
Be=
völkerung) die Abgabe vom Zucker von 2,36 Mark i. J.
1906/07 auf 2,71 Mark j. J. 1912/13 geſtiegen, die Abgabe
vom Bier von 1,58 Mark i. J. 1893 und von 1,80 Mark
1 J. 1908 auf 3,43 Matk i. J. 1912 angewachſen, die
Ab=
gabe vom Tabak von 1,13 Mark i. J. 1906 auf 2,09 Mark
bei Hinzurechnung der Zigarettenſteuer auf 2,73 Mark—
i. J. 1912 geſtiegen. Gewiß handelt es ſich hier
über=
wiegend um Genußmittel, jedoch einerſeits ſind dieſe
Ge=
nußmittel breiten Volksmaſſen unentbehrlich geworden,
und andererſeits kommt die Verteuerung der meiſten
ſon=
ſtigen Lebensbedürfniſſe wenigſtens bis zu der Zeit hinzu,
wo die Notwendigkeit der Aufbringung neuer Mittel für
die Wehrvorlage eintrat. R. Calwer berechnet in ſeinem
ſoeben erſchienenen Werk „Das Wirtſchaftsjahr 1911"
(Jeng, Guſtav Fiſcher), daß eine Familie, die für ihren
Unterhalt i. J. 1900 rund 1062 Mark aufzuwenden hatte,
i. J. 1911 für dieſelben Nahrungsmittel rund 1257 Mark
zahlen mußte. Zweifellos ſteht dieſer Verteuerung eine
Hebung des Lohnniveaus gegenüber, aber nicht minder
zweifellos iſt es, daß ein gut Teil der Lohnaufbeſſerungen
durch die geſteigerten Lebensmittel= und Wohnungspreiſe
ſowie die neuen indirekten Steuern aufgezehrt wurde.
Angeſichts dieſer Entwicklung erſchien es als eine
ſittliche Pflicht des Bundesrats und des Reichstags, durch
eine Reichsbeſitzſteuer einen gerechten Ausgleich gegenüber
der Belaſtung mit indirekten Steuern zu ſchaffen.
Die Berliner Morgenblätter vom Mittwoch ſind
ziem=
lich einſtimmig in der Feſtſtellung, daß der Reichskanzler
und Miniſterpräſident am Dienstag rhetoriſch einen ſehr
guten Tag hatte. Die Deutſche Tageszeitung bezeichnet
die Ausführungen als die bedeutendſte Kundgebung des
leitenden Staatsmannes gegen die Welfen. Es ſei nur
nicht ſehr erſichtlich, warum ſie nicht ſchon früher erfolgte.
Dadurch wäre manchen Mißverſtändniſſen vorgebeugt und
mancher welfiſchen Machenſchaft der Stachel genommen
worden. Die Poſt ſagt: Durch dieſe Erklärung, durch die
den nationalen Kreiſen eine große Genugtuung zuteil
wurde, ſei ein Schritt vorwärts geſchehen.
Franzöſiſche Bedenken,
Man ſchreibt uns: Daß die Aenderungen in der
türkiſchen Dienſtſtellung des Generals Liman von
Sanders von den Franzoſen keineswegs mit
ungeteil=
ter Befriedigung aufgenommen werden, geht aus einem
Artikel des Pariſer „Gaulois” auf das deutlichſte
her=
vor. Zwar betrachtet auch der Gaulois die Enthebung
des deutſchen Generals vom Kommando des erſten
Armee=
korps als eine „Genugtuung für Rußland”, aber er fährt
trotzdem fort:
„Man darf ſich in bezug auf die Wichtigkeit der
Aen=
derung, zu der Enver Paſcha aus eigenem Antriebe die
Init ative ergriffen zu haben behauptet, keinen
Einbil=
dungen hingeben. Die Genugtuung, die Rußland ſoeben
bewilligt wurde. iſt, fürchten wir, mehr platoniſchen
als tatſächlichen Charakters. Gewiß iſt
Gene=
ral Liman von Sanders ſeines effektiven Oberbefehls
ent=
hoben, aber man überträgt ihm die Generalinſpektion
über die militäriſche Macht des ottomaniſchen Reiches; er
wird im oberſten Kriegsrat einen Sitz haben, an der
Auf=
ſtellung des Mobilmachungsplanes teilnehmen, bei der
Ausarbeitung der Reformen die ausſchlaggebende Stimme
führen, die Organiſation der Kaders leiten, und feine
Autorität wird ſich auf alle Beſtandteile — Armeekorps
und Dardanellenforts — erſtrecken, die zur Sicherung der
nationalen Verteidigung beitragen. Daher verzichtet
Deutſchland auf keines der Vorrechte, die es ſich in der
Türkei verſchafft hat; es begnügt ſich damit, ſie mit der
Empfndlichkeit des großen Nachbarſtaates zu vereinigen:
es hat daran ebenſoviel Intereſſe wie die Türkei.”
Dieſe Ausführungen des Gaulois verdienen unter den
militäriſchen Geſichtspunkten, die für die Wirkſamkeit der
deutſchen Offiziersabordnung am Goldenen Horn vor
allem ins Gewicht fallen, ohne Zweifel Beachtung.
Irr=
tümlich aber iſt die vom Gaulois gleichzeitig
ausge=
ſprochene Vermutung, daß die Türkei die Dienſtſtellung
des Generals Liman von Sanders auf Erſuchen der
deutſchen Regierung geändert habe, die Rußland
eine Genugtuung zu geben wünſchte. Ein derartiges
Er=
ſuchen iſt von deutſcher Seite nicht ausgeſprochen worden,
und zu ſolchem Wunſche hatte die deutſche Regierung
kei=
nen Anlaß.
Die Stellung der bayeriſchen
Regierung zur Zabern=Affäre.
* Wie ſtets in letzter Zeit, tritt auch diesmal bei einer
Erörterung der Kriegsgerichtsverhandlungen in
Straß=
burg die amtliche Bayeriſche Staatszeitung voll
und ganz auf die Seite des Reichskanzlers und des
Krieg miniſters. Sie ſchreibt:
„Die Sorgenwolken, die ſeit den Zaberner Vorgängen
am innerpolitiſchen Horizont Deutſchlands heraufgezogen
ſind, ſind noch nicht verſcheucht. Es iſt zu hoffen, daß
in den Kreiſen des deutſchen Volles, in denen man ſich
bisher ausſchließlich oder überwiegend gegen die militäri=
ſchen Organe ſtellen zu müſſen glaubte, nunmehr auf
Grund der gegen die beteiligten Offiziere durchgeführten
Verhandlung nach und nach die Anſicht an Boden gewinnt,
daß es bei der Beurteilung der Zaberner Vorgänge der
Gerechtigkeit entſpreche, Licht und Schatten etwas
gleichmäßiger nach beiden Seiten hin zu verteilen, als
dies bisher geſchehen iſt. Das deutſche Bürgertum iſt zu
ſtolz auf ſeine Armee, ſieht ſeine Söhne zu gern in ihren
Reihen, fühlt ſich mit ihren ruhmreichen Traditionen zu
innig verwachſen, als daß es ſich wegen der an ſich
ge=
wiß beklagenswerten Vorkommniſſe, die aber doch nur
lokaler Natur ſind, in eine dauernde Stimmung des
Un=
mutes gegen das Heer verhetzen laſſen wollte. Jeder
Deutſche, der über die Erregung des Tages hinaus ſich in
Ruhe ſeine Urteile zu bilden liebt, wird wünſchen, daß
der Geiſt verſtändnisvoller Verſöhnlichkeit
die Erörterungen beherrſchen möge, die im Reichstage
noch zu erwarten ſind. Zu dieſem Wunſche wird ihn die
Ueberzeugung führen, daß eine berechtigte Freude über
dieſen häuslichen Zank hauptſächlich da herrſcht, wo man
mit Neid und Eiferſucht auf die kraftvolle nationale
Ent=
wicklung ſchaut, die das deutſche Volk bisher genommen
hat. Es wird ſich auch nicht im unklaren darüber ſein,
wie ſehr mit ſolchen Dingen der Sozialdemokratie
gedient iſt. Ihr, die unermüdlich bemüht iſt, die Utopie
von ſtändig beurlaubten, nichtsdeſtoweniger aber jederzeit
kriegsbrauchbaren Milizſoldaten dem Verſtändnis der
Maſſe nahe zu bringen, kann nichts willkommener ſein,
als wenn Bürgertum und Armee, die im Grunde doch
eines Fleiſches und eines Sinnes ſind, ſich gegeneinander
verſtimmt zeigen und dies in breiter Oeffentlichkeit
be=
kunden. Es ſind dies Erwägungen, denen kein
beſonne=
ner Patriot ſich auf die Dauer verſchließen kann, und die
letzteren ſind es, die zu einer abgeklärteren und ruhigeren
Beurteilung der durch die Zaberner Vorgänge
herauf=
beſchworenen Meinungsverſchiedenheiten führen müſſen,
als ſie bisher zu verzeichnen geweſen iſt.”
Deutſches Reich,
— Die Bundesſtaaten und die Reichsver
mögenszuwachsſteuer. Im preußiſchen
Herren=
haus hat Graf Yorck von Wartenburg bei der Begründung
ſeines Antrages auch der Reichsvermögenszuwachsſteuer
gedacht, die im vergangenen Jahre zur Deckung der
Wehr=
vorlage beſchloſſen iſt. Er ſah darin eine Mediatiſierung
der Einzelſtaaten durch das Reich, der allein die ſächſiſche
Regierung entgegenzutreten beſtrebt geweſen wäre. In
der Oeffentlichkeit iſt freilich die ſächſiſche Regierung gegen
jede Einführung einer Reichsſteuer, die die Finanzhoheit
der Bundesſtaaten beeinträchtigt, hervorgetreten: Im
Bundesrat ſelbſt hat jedoch auch Sachſen dem Entwurf der
Reichsregierung für die Deckung der Wehrvorlage keinen
Widerſtand entgegengeſetzt. Sie hat aber gemeinſam mit
zwei anderen großen Bundesſtaaten, nämlich Bayern und
Baden, eine Erklärung abgegeben, in der Einſpruch
er=
hoben wird gegen alle weiteren Verſuche, die
Entſchlie=
ßungsfreiheit der Bundesregierungen in ihrer
Finanzge=
barung zu beeinträchtigen. Der bayeriſche
Bundesbevoll=
mächtigte Graf von Lerchenfeld hat für ſeine Regierung
und die von Sachſen und Baden folgende Erklärung
ab=
gegeben:
„Die Regierungen von Bayern, Sachſen und Baden
erblicken in der Umlegung eines Teils des fortlaufenden
Bedarfs auf die Bundesſtaaten nur einen
vorübergehen=
den äußerſten Notbehelf, dem ſie nur unter dem Zwange
der gegenwärtigen Lage und in der zuverſichtlichen
Er=
wartung zuſt mmten, daß die Reichsleitung ſobald als
möglich für die Erſetzung der Umlage durch reichseigene
Einnahmen ſorgt, die das Etatsweſen und das
Steuer=
gebiet der Bundesſtaaten unberührt laſſen. Was die
Auf=
bringung des umgelegten Bedarfs in den einzelnen
Bun=
desſtaaten betrifft, ſo gehen die Regierungen davon aus,
daß jedem Verſuch des Reichstages die
Bundesreg’erun=
gen und ihre Landtage noch mehr in ihrer
Entſchließungs=
freiheit zu bengen als dies bereits durch die Vorlage
ge=
ſchieht. mit allem Nachdruck entgegengetreten werden wird.
Endlich wird an die Reichsleitung das dringende Erſuchen
gerichtet, dem Reichstag von vornherein keinen Zweifel
darüber zu laſſen, daß der Bundesrat einer
Reichsver=
mögensſteuer zuzuſtimmen keinesfalls in der Lage wäre.”
— Verlängerung der Friſt für die
Vermögenserklärung. Im preußiſchen
Abge=
ordnetenhauſe gab Finanzminiſter Dr. Lentze folgende
Er=
klärung ab: Den von verſchiedenen Seiten an mich
er=
gangenen Anregungen, die Friſt für die Abgabe der
Ver=
mögenserklärung zum Wehrbeitrag zu verlängern, bin
ich bereit, entgegenzukommen. Die Friſt wird bis zum
31. Januar, alſo um 11 Tage, verlängert.
— Zabern undie Parlamente. Die
Ver=
iſchen Kammer laſſen
erken=
handlungen der elſat
nen, daß man gar nicht daran denkt, der Landesregierung
Mißbilligung auszuſprechen. Sehr bezeichnend war, daß
lauter Widerſpruch ſich erhob, als in ſeiner Erklärung der
Staatsſekretär mit erhobener Stimme einſügte: „Die
Ar=
mee iſt der Fels, auf dem die Macht und die Größe des
Reiches ruhen: und wer an ihr rüttelt, vergeht ſich gegen
das Vaterland und deſſen Sicherheit.‟ Dieſes Lachen kam
nicht nur von der Linken, ſondern zum Teil auch von der
Rechlen und dem Zentrum des Hauſes. Wie die weiteren
Verhandlungen verlauſen werden, kann man ſich denken
Wie es heißt, hatten die Parteien der Zweiten Kammer
ſich nach der Sitzung verſammelt, um einen Text
feſtzu=
legen, den als Reſolution alle Parteien annehmen können.
— In der bayeriſchen Kammer erklärte der Abgeordnete
Müller=Hof (lib.): Bezüglich der Zaberner Angelegenheit
habe auch die bayeriſche Regierung die Verpflichtung,
allerſchärfſtens gegen die Beläſtigungen der Offiziere
vor=
zugehen. Wäre beizeiten von oben eingegriffen worden,
wäre es in der ganzen Angelegenheit überhaupt nicht
ſo=
weit gekommen. Auf einen ſo heißen Kampfesboden, wie
Elſaß=Lothringen, dürften nur die allertüchtigſten Leute
hingeſtellt werden. Das ſchlimmſte an der ganzen
Zaber=
ner Angelegenheit ſei aber die Tatſache, daß ſich die
Offi=
ziere auf die Kabinettsorder von 1820 berufen konnten,
die in unſerer Zeit gar nicht mehr ernſt genommen
wer=
den dürfte. Der unklare Rechtszuſtand dürfe unter keinen
Umſtänden mehr aufrecht erhalten werden. Hier müſſe die
Reichsgeſetzgebung eingreifen. Der Abg. Beckh (konſ.)
er=
klärte, erfreulich ſei, daß der Polizeipräſident von Jagow
den Mut gehabt habe, ſich gegen den Anſturm zu ſtemmen.
Ex freue ſich, daß eine dem Kaiſer naheſtehendo
Perſön=
lichkeit dem Oberſten von Reuter ſeine Anerkennung
aus=
geſprochen habe. Die frühere franzöſiſche, rückſichtsloſe
Präfektenherrſchaft in Elſaß=Lothringen ſei viel beſſer
ge=
weſen, als das jetzige konziliante Verhalten der Beamten
im Reichslande. Die franzöſiſche Verwaltung habe von
Anfang an kurzen Prozeß mit der Bevölkerung gemacht,
wenn ſie ſich nicht fügen wollte.
Die Nationalliberalen und der
Raichskanzler. Die Landesverſammlung der
Na=
tionalliberalen Partei in Stuttgart ſtand unter dem Zeichen
der Erregung über die Vorgänge in Zabern. Man war
allſeitig begierig, wie Baſſermann ſich nunmehr ausſprechen
würde. Zu dem inzwiſchen ergangenen Urteilsſpruch
nahm er zunächſt keine Stellung. Er bemühte ſich,
aus=
führlich die Haltung der Fraktion im Reichstag zu
recht=
fertigen. Doch ſand er auch einige kurze Worte für die
Notwendigkeit eines ſchneidigen Eingreifens unſeres
Mi=
litärs in Zabern. Bezeichnend war, daß die
Verſamm=
lung gerade die letzteren Bemerkungen mit ſtürmiſchem
Beilall begrüßte, die Rechtfertigung des Reichstages und
ſeines Votums aber mit Stillſchweigen hinnahm. Wie
neulich Payer in der Landesverſammlung der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei, ſo hat auch Baſſermann diesmal
auf=
fallend warme Töne der Anerkennung für Bethmann
Hollweg und ſeine Verdienſte um die innere und äußere
Politik gefunden.
— Der Preußenbund. Der vielgenannte
Preu=
ßenbund, der bisher immer hinter dem Schleier einer
gewiſſen Anonymität ſich betätigte, tritt in den nächſten
Tagen zum erſtenmal in Erſcheinung. Am kommenden
Samstag, den 17. Januar, findet der erſte Preußentag
ſſtatt, und zwar im preußiſchen Abgeordnetenhauſe. Die
erſte Mitgliederverſammlung dient, wie die Kreuzzeitung
ſchre bt, zunächſt der Erledigung innerer
Bundesange=
legenheiten und der Faſſung von Beſchlüſſen für die
Tä=
tigkeit und die Entwicklung des Bundes in der nächſten
Zukunſt. Außerdem ſollen von „ſachverſtändigen und
führenden Perſönlichkeiten” Anſprachen und Vorträge
über folgende Themata gehalten werden: Ueber Preußens
Beruf, über die heutige Stellung Preußens im Reich, über
das preußiſche Königstum von Gottesgnaden, über
wirt=
ſchaftliche Fragen vom Standpunkte des Preußenbundes
aus. Die Verhandlungen ſind nicht öffentlich.
— Dem Reußiſchen Landtag iſt, wie ſchon
kurz berichtet, der Entwurf einer neuen Gemeindeordnung
zugegangen. Aus dieſer ſcheidet man das
Gemeinde=
abgabenrecht vollſtändig aus und vereinigt dies in einem
Sondergeſetz. Im Anſchluß an das neue
Landtagswahl=
recht, das im Dezember 1912 beſchloſſen wurde, iſt auch
für die Gemeinden ein mehrſtimmiges Wahlrecht vorge
ſehen. In den Kommunen mit über 2000 Einwohnern
ſoll damit das Proportionalwahlſyſtem verbunden ſein.
Bemerkenswert iſt, daß der Entwurf auch die Wahlpflicht
einführen will.
Ausland.
Stalien.
Hinſichtlich der albaneſiſchen Frage,
ſo ſchreibt die Tribuna, herrſcht in diplomatiſchen Kreiſen
Italiens Optimismus. Man nimmt an, daß ſie ſich von
ſelbſt ohne Interventionen regeln wird. Um jeder Even
tualität entgegentreten zu können, erhielt das Kriegsſchiff
„Francesco Ferruccio”, das in Auguſta liegt, den Befehl
ſich nach Brindiſi zu begeben, wo ſich bereits mehrere
Torpedobootszerſtörer aufhalten; zwei kleine Kriegsſchiffe,
das Kanonenboot „Jride” und die Jacht „Miſurata”
be=
finden ſich bereits an der albaneſiſchen Küſte.
Frankreich.
Der Geſetzentwurf über die
Kapital=
ſteuer führt eine jährliche Abgabe ein, die berechnet
wer=
den ſoll nach dem Nettobetrage der 30000 Francs
über=
ſteigenden Vermögen. Für jedes Kind werden von dem
ſteuerpflichtigen Vermögen 5000 Francs abgezogen. Die
Abgabe ſteigt in geringen Abſtufungen bis zu einem
Steuerſatze von 2,50 pro Mille. Die Steuererklärung und
die Steuereinſchätzung wird nur alle fünf Jahre neu
be=
echnet, außer, wenn eine Steigerung des Vermögens über
10 Prozent vorliegt. Die Geheimhaltung der Vermögen
wird in dem Geſetzentwurf aufrechterhalten. Die
Kapi=
talſteuer ſoll mindeſtens 190 Millionen ergeben.
Die Präſidentenwahl in der Kammer.
Die auf Veranlaſſung der geeinigten Radikalen erfolgte
Wahl des Abbés Lemire zum Vizepräſidenten der
Kam=
mer wird von der konſervativen Preſſe auf das ſchärfſte
getadelt. So ſchreibt der Gaulois: Dieſe Wahl iſt eine
Unziemlichkeit, ſie iſt der größte Skandal, der in dieſer
Hinſicht von der Kammer dem Lande geboten wurde. Seit
1789 hat kein Prieſter in einem franzöſiſchen Parlament
den Vorſitz geführt. Das iſt eine ſchlimme Erinnerung
und ein noch ſchlimmeres Vorzeichen.
Die Vereinigung der Linken hielt am
Dienstag abend eine Plenarverſammlung ab, an der
u. a. Briand, Millerand, Barthou, Etienne, Pichon und
Dupuy teilnahmen. Die Verſammlung nahm eine an die
Wähler gerichtete Erklärung an, welche als
Parteipro=
gramm folgende Punkte aufgezählt: Laienſchule,
Gewiſſens=
freiheit, Schutz des Rechtes und der Sicherheit aller
Bür=
ger, Garantie der nationalen Unabhängigkeit und Würde,
eine Wahkreſorm ohne für die Republik gefährliche
Gruppenbildungen, die Entwickelung des ſeit 20 Jahren
in Angriff genommenen Werkes der Demokratie, ſowie
eine Steuerreform, die den Grundbeſitz entlaſtet, ohne die
produzierenden Stände des Landes zu beunruhigen. Die
Statuten der Vereinigung legen den Anhängern die
Ver=
pflichtung auf, an die erſte Stelle alle Fragen, welche die
Verteidigung des Landes, die Zukunft der Nation und die
Ausdehnung des franzöſiſchen Einfluſſes in der Welt be
treffen, zu ſtellen, die Laienſchule zu verteidigen und alle
Kräfte anzuwenden, die Schäden des parlamentariſchen
Regimes auszumerzen.
Die Angriffe gegen Caillaux. In einem
an den Figaro gerichteten Schreiben erklärt der Präſident
des Comptoire d’Escompte Alexis Roſtand im Namen
des ganzen Verwaltungsrats, daß die gegen den Direktor
der Bank Ullmann erhobene Beſchuldigung, er habe dem
Finanzminiſter Caillaux für Parteizwecke Gelder zur
Ver=
fügung geſtellt, vollſtändig unbegründet ſei. Der Figaro
bemerkt hierzu, daß er nunmehr das Kapitel der
unbe=
weisbaren Dinge verlaſſen und den Finanzminiſter auf
einem anderen, ernſteren Gebiete angreifen werde.
Bulgarien.
Die Sobranje iſt aufgelöſt worden. Die
Nach=
mittagsſitzung am Dienstag wurde größtenteils durch ein
Rededuell zwiſchen dem Demokratenchef Malinow und dem
Stambulowiſtenchef Genadiew ausgefüllt. Malinow trat
für die Bildung eines aus mehreren Parteien
hervor=
gegangenen Koalitionskabinetts ein und erörterte die
Gründe, warum er die Teilnahme an der jetzigen
Regie=
rung ablehne, ſowie, warum die Bildung eines großen
Kabinetts während der Kriſe, unmittelbar vor dem
Ein=
tritt der Kataſtrophe, geſcheitert ſei. Genadiew berichtigte
einzelne Ausführungen Malinows und erzählte unter
größter Aufmerkſamkeit den Hergang der Ereigniſſe vor
dem Eintritt der Kataſtrophe. Er erinnerte an die ver=
geblichen Bemühungen Malinows, ein großes Kabinett
zu bilden und an die Bildung des liberalen Kabinetts in
der Stunde höchſter Geſahr. Die Schilderungen
Gena=
diews über die Lage in der höchſten Gefahr, als die
rumä=
niſchen Truppen die Verpflegungslinie der bulgariſchen
Armee abſchnitten, machten auf die Zuhörer einen tiefen
Eindruck. Während der Rede Genadiews verſuchte der
Geſchowiſt Theodorow wiederholt Zwiſchenrufe, er wurde
jedoch von allen Seiten, insbeſondere ſeitens der
Sozia=
liſten, in heftiger Weiſe zur Ruhe verwieſen. Die
Auf=
öſung der Sobranje erfolgte ſodann nach einer
neun=
ſtündigen Sitzung, während welcher die Gruppen der
Oppo=
ſition aus verſchiedenen Gründen die Annahme von zwei
proviſoriſchen Budgetzwölſteln ablehnen zu müſſen
er=
klärten. Der Miniſterpräſident verlas um Mitternacht den
Auflöſungserlaß, der mit der Arbeitsunfähigkeit der
Kam=
mer begründet wird.
Serbien.
Mehrforderungen für das
Kriegs=
budget. Nachdem alle höheren Offiziere, welchen die
Regierung das Kriegsportefeuille angeboten hatte, die
Be=
willigung des vom zurückgetretenen Kriegsminiſter
Boja=
nowitſch aufgeſtellten Kriegsbudgets gefordert haben, iſt
die Regierung entſchloſſen, der von der Armeeleitung
ein=
mütig vertretenen Budgetforderung zu entſprechen. Die
Mehrforderung der Kriegsverwaltung ſoll in der Form
eines außerordentlichen Kredites bewilligt werden.
Türkei.
Der Ausbau der Marine. Die Türkei hat,
wie von zuverläſſiger Seite erklärt wird, den italieniſchen
Panzerkreuzer „Sab Marco” angekauft. Am Dienstag
wurde die erſte Rate bezahlt. Nächſtens reiſen
Marine=
mannſchaften ab, um das Schiff zu übernehmen. Auf
Be=
fehl des Kriegsminiſteriums wird der Ausbau der
Be=
feſtigungen bei Bulair ſofort aufgenommen. In das
nächſte Kriegsbudget werden 1½ Millionen Pfund für den
Ausbau der Bosporusbefeſtigungen eingeſtellt.
* Neucaſtle, 13. Jan. Der deutſche Bot= Fürſt Lichnowsky, der ſich heute früh
hierher begeben hat, präſidierte heute abend einem
Wohltätigkeitsbankett für die deutſche
Seemannsmiſſion und das deutſche
Seemanns=
heim im Southchields Unter den Anweſenden befanden
ſich der Lordleutnant von Durham, Lord Durham, der
Lordmayor von Neucaſtle, die Biſchöfe von Neucaſtle
und von Hexham, Lord Joicy, Lord Armſtrong, Sir
Wal=
ter Runciman, Sir Steffen Furneß, die High=Sheriffs von
Northumberland und von Durham, der deutſche Konſul
in Neucaſtle Mar Holzapfel, Mitglieder der Miſſion und
der deutſchen Kolonie. Nach den Trinkſprüchen auf König
Georg und Kaiſer Wilhelm ſprach der deutſche
Botſchafter=
über die deutſche Seemannsmiſſion. Seit 1909 beſtehe das
neue Scemannsheim, das im vorigen Jahre 1670.
See=
leute beherbergte. Angeſichts der wachſenden Bedürfniſſe
der Miſſion und des Seemannsheims appellierte Fürſt
Lichnowsky an die Freigebigkeit der Freunde des
Inſti=
uts. In Erwiderung auf eine Rede des Lord Durham,
der die Geſundheit des Fürſten ausbrachte, ſagte dieſer:
Es iſt ſtets mein Beſtreben geweſen, gleich meinen
Vor=
gängern den freundſchaftlichen Geiſt zu pflegen, der es
un=
ſeren beiden mächtigen Nationen ermöglicht hat, auf
Jahr=
hunderte des Friedens und freundſchaftlichem Strebens
zurückzublicken, und ich habe das ſichere Gefühl, daß dieſe
guten Beziehungen durch ein vollſtändigeres gegenſeitiges
Verſtehen und durch eine immer ſortſchreitende Erkenntnis
der Möglichkeit einer friedlichen Entwickelung erhalten
bleiben werden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. Januar.
Vom Landesmuſeum.
Eine Richtigſtellung.
In einigen auswärtigen und einem hieſigen Blatte
erſchienen dieſer Tage Notizen über einen angeblichen
Verkauf wertvoller Stücke aus der Japaniſchen
Sammlung Scriba. Es waren in den Mitteilungen
mehr oder weniger ſcharfe Vorwürfe gegen die
Direk=
tion des Landesmuſeums gerichtet worden, in denen von
Mangel an Pietät uſw. die Rede war. Wir haben uns,
da die Meldungen in dieſer Form uns wenig
glauh=
würdig erſchienen, an die Direktion des Landesmuſeums
gewandt und erhalten von dieſer folgende
authen=
tiſche Darſtellung des Sachverhalts:
Im Gießener Anzeiger, Mainzer Journal uſw. iſt ein
Artikel erſchienen, der einen Verkauf älterer Beſtände des
Aus den Erinnerungen einer
Hofdame der Kaiſerin Tſuſchi.
** Die Tochter des hohen chineſiſchen Diplomaten
Yü Keng, des langjährigen chineſiſchen Geſandten in
Paris, hatte die vornehme Ausbildung einer franzöſiſchen
Ariſtokratin genoſſen; als ihr Vater aber wieder nach dem
himmliſchen Reich zurückkehrte, wurde die junge Der Ling
zwei Jahre lang Hofdame der Kaiſerin Tſuſchi und
wie=
der völlig Chineſin. Ihre europäiſche Kultur bewahrte
ihr jedoch einen objektiven Blick für all die
Merkwürdig=
keiten des Kaiſerpalaſtes in der „verbotenen Stadt” und
ſetzte ſie inſtand, in fließendem Engliſch ihre Erinnerungen
und Eindrücke aufzuzeichnen. Aus dieſem Buch, das eines
der glänzendſten Sittengemälde darſtellt, die wir wohl
überhaupt von einem Hofe beſitzen, und uns die ſo lang
ſtreng behüteten Myſterien im Leben und Haushalt der
großen Kaiſerin offenbart, teilt Dr. Fritz Wertheimer in
der Gſildenkammer intereſſante Einzelheiten mit.
Imponierend war gleich der erſte Eindruck, den die
junge Hofdame von der allmächtigen Beherrſcherin des
Reiches der Mitte erhielt. „Wir ſahen eine alte Dame in
einem prachtvollen, gelbſeidenen Kleid, das mit roſenroten
Pfingſtroſen beſtickt war. Im Haar trug ſie einen
ähn=
lichen Schmuck mit Blumen an beiden Seiten, die aus
Perlen und Jade verfertigt waren, eine Perlenquaſte an
ſollen Phönix aus
rein=
der linken Seite und einen
em Kleide trug ſie ein
ſtem Jade in der Mitt=
Cape das ſchönſte und koſtbarſte Kleidungsſtück, das ich
jemals ſah. Es beſtand aus ungefähr 3500 Perlen in der
Größe eines Kanarienvogel=Auges, die alle vollkommen
rund und von gleicher Farbe waren. Außerdem trug die
Kaiſerin zwei Paar Perlen=Armbänder, ein Paar Jade=
Armbänder, verſchiedene Jade=Ringe, und am dritten und
kleinen Finger der rechten Hand goldene Fingernägel=
Schützer, die ungefähr drei Zoll lang waren. An der
lin=
ken Hand trug ſie zwei Fingernägel=Schützer von
unge=
fähr derſelben Länge, die aus Jade gefertigt waren. Ihre
Schuhe waren beſetzt mit ſchmalen Franſen aus
Perlen=
ſchnüren und beſtickt mit dünnen Stückchen
verſchieden=
farbigen Jades.‟ Dieſe ſo koſtbar geſchmückte Dame die
man allgemein im Palaſt den „alten großen Buddah”
nannte ließ über die Kaiſerin nie die Frau vergeſſen.
Sie hatte ihre Lieblingstiere, vor allem ein Schoßhündchen
„Seeotter”, wie die allermodernſten Damen des heutigen
Paris oder London, und zeigte ſich höchſt raffiniert in dem
Auskoſten ihres größten Vergnügens, des Theaters.
Dem Bühnenweſen gehört ihre ganze Liebe; die Eunuchen
mußten unter ihren Augen und auf ihre Anweiſungen hin
die Kuliſſen malen, ſie erfand techniſche Einrichtungen und
Regierequiſiten und hatte ſich dem großen Theatergebäude
gegenüber ein beſonderes Haus mit Glaswänden erbauen
laſſen, von dem aus ſie den Vorſtellungen zuſchaute, und in
dem ſie ſogar ſchlief, wenn ſie bei der Betrachtung der
langen Stücke einmal ermüdete.
Das ganze Leben am Hofe konzentrierte ſich um ihre
Perſönlichkeit. Frühmorgens wohnten alle Hofdamen
und Eunuchen ihrem „Lever” bei. Da ſab man zu, wie
die alte Dame, die der Sitte gemäß in langen weißen
Hoſen geſchlafen hatte, zuerſt ihre weißſeidenen Socken
an=
zog und mit hübſchen Bändern an den Knöcheln feſtband,
Fräulein Der Ling verrät uns auch, daß ſie nach den
Socken ein blaßgetupftes Hemd aus weicher Seide anlegte,
einen mit Bambusblättern beſtickten Umhang darüber
warf und ſich dann in Morgenſchuhen zum Ankleidetiſch
begab. Stets mußten ihr die Hofdamen das Bett machen,
weil ihr die Dienerinnen und Eunuchen zu ſchmutzig
waren. Dieſe Prozedur lernen wir genau kennen, hören
von den drei dicken Matratzen aus gelbem Brokat, den
ver=
ſchiedenfarbigen Bettüchern und koſtbar beſtickten
Bett=
decken von der Unmenge wundervoller Kiſſen, die hier
übereinandergelegt wurden. Das Kiſſen, auf dem die hohe
Frau ſchlief, war mit getrockneten Teeblättern gefüllt, was
für die Augen ſehr gut ſein ſoll, und außerdem beſaß ſie
noch ein eigenartiges Kiſſen, in deſſen Mitte ſich ein
mit=
getrockneten Blumen verſehenes Loch befand; in dieſes
Loch legte ſie beim Schlafen ihr Ohr, wodurch ſie jedes
feinſte Geräuſch hörte, ſo daß ihr niemand unbemerkt
nahen konnte. Nach dem Waſchen und Kämmen, bei dem
dem Friſeur die höchſte Strafe drohte, wenn er ihr auch
nur ein Haar ausriß, legte die damals bereits im bib= Alter befindliche Kaiſerin Schönheitsmittel aufs
Geſicht und ließ ſich reichlich mit Koſtbarkeiten aus ihrem
ungeheuren Schatz von Schmuckſachen behängen, die in
un=
gefähr 3000 Ebenholzkäſten aufgehäuft waren und nach den
Gewändern und Anläſſen ſtets verſchieden gewählt
wurden.
Großh. Landesmuſeums als „nicht gerade ſehr pietätvoll”
beanſtandet; es werden beſonders Gegenſtände aus der
rjapaniſchen Sammlung” namhaft gemacht, die Profeſſor
Scriba bei ſeinem Ableben dem Muſeum vermacht habe.
Dieſem Vorwurf gegenüber habe ich folgendes feſtzuſtellen:
Der Verfaſſer kennt die Sache nicht, um die es ſich
han=
delt. Er ſpricht von einer „japaniſchen Sammlung” Scriba,
die einen Hauptbeſtand des Landesmuſeums neben der
be=
rühmten Sammlung Hüpſch gebildet habe. Er weiß nicht,
daß die japaniſche Sammlungdes Profeſſors
Scriba nur vorübergehend auf den Wunſch
des Beſitzers im Muſeum depotmäßig
auf=
gehoben und 1907, nach dem Ableben des Beſitzers,
wieder an die Erben nach Japan
zurückge=
ſchickt worden iſt. Er weiß nicht, daß Profeſſor Scriba
dies ausdrücklich als einen großen ihm
erwie=
ſenen Dienſt angeſehen hat. Ausdrücklich aus
Erkennt=
lichkeit dafür hat er dem Muſeum im Jahre 1889 ein
Ge=
ſchenk gemacht: eine ethnographiſche Sammlung von
Gegenſtänden der Ainos, eine Kollektion oſtaſiatiſcher
Münzen (beides nach wie vor im Muſeum) und 41
japa=
niſche Kunſtgewerbearbeiten. Dieſe letzteren waren ihm in
ſeiner 1380 Stück zählenden „japaniſchen Sammlung”
offenbar entbehrlich; einige von ihnen waren für das
Muſeum völlig wertlos und ſind darum kürzlich unter
gün=
ſtigen Bedingungen abgeſtoßen worden. Dieſes Geſchenk
war alſo eine Gegenleiſtung. Das Muſeum hat ungefähr
20 Jahre hindurch der Sammlung Scriba, ein nicht blos
„Opfer an Zeit und Geld” (wie Scriba ausdrücklich be
kannt hat), ſondern auch erheoſichen Raum erforderndes
Gaſtrecht gewährt.
Nur aus völliger Unkenntnis dieſer ganzen Vorgänge
konnte der Verfaſſer den Vorwurf der Pietätloſigkeit
er=
heben. Aber was heißt überhaupt Pietät für ein
ſtaat=
liches Muſeum? Ein Muſeum hat ſich dankbar zu zeigen
für jede wertvolle Stiftung. Die Verwaltung des
Landes=
muſeums läßt es daran nicht fehlen. Während in früheren
Zeiten nur bei einzelnen, größeren Stiftungen der Name
des Stifters hervorgehoben war, geſchieht dies jetzt bei
jedem, auch dem unſcheinbarſten Geſchenk, das der
An=
nahme wert befunden worden iſt. Wenn die Vietät aber
darin beſtehen ſoll, daß alle, für das Muſeum nicht
geeig=
neten, in einer weniger kritiſchen Zeit angenommenen
Gegenſtände in alle Ewigkeit aufbewahrt werden müßten,
ſo widerſpricht ſie den künſtleriſchen und
wiſſenſchaftlichen Geſichtspunkten, zu
denen die Leitung eines öffentlichen
Mu=
ſeums in erſter Linie verpflichtet iſt. Darum
iſt es ein überall, auch am Darmſtädter Muſeum bereits
während des ganzen 19. Jahrhunderts geübter Brauch,
daß unpaſſende Beſtände bei günſtiger Gelegenheit
abge=
ſtoßen werden, um Paſſendes dafür einzutauſchen. Auch
die Sammlung Hüpſch enthielt eine Maſſe von
Gegen=
ſtänden, die bereits von den erſten Gutachtern als wertlos
erkannt wurden.
Aber auch die übrigen Tatſachen, die der Verfaſſer des
Artikels zuſammengeſtellt hat, ſind nicht richtig. Es
handelt ſich bei den verkauften
Gegenſtän=
den durchaus um Dubletten oder
Gegen=
ſtände für die das Muſeum beſſere
Exem=
plare beſitzt oder die überhaupt für ein
Muſeum wertlos ſind. Im Intereſſe der
Qualität unſerer Sammlungen waren
weitaus die meiſten der verkauften
Gegen=
ſtände überhaupt nicht in die Sammlungen
aufgenommen worden. Im einzelnen zeigt der
Artikel eine Unkenntnis, die zu der Sicherheit, mit der hier
eine ſtaatliche Verwaltung kritiſiert wird, in bedenklichem
Verhältnis ſteht. Der Verfaſſer ſpricht von Majoliken der
italieniſchen Frührenaiſſance. Es hat ſich nicht um ſolche
gehandelt, ſondern um die häufige und immer noch billige
Ware der ſpäten Zeit, nicht um Erzeugniſſe der berühmten
Werkſtatt von Gubbio, ſondern um die weniger geſuchten
der Spätzeit von Venedig und Urbino. Ein Buchdeckel
der Spätrenaiſſance, der u. a. mit einigen wertloſen
Steinen und Glasflüſſen verziert war, hat ſich in dem
Artikel in ein „reich mit Edelſteinen beſetztes Werk” der
koſtbaren Frührenaiſſance verwandelt. Auf dieſe Weiſe
ſind die Unterlagen der Kritik zu Stande gekommen.
Der Verfaſſer des Artikels fragt, warum die ganze
Verkaufsangelegenheit ſo geheimnisvoll betrieben worden
ſſei? Darauf iſt zu antworten, daß der Verkaufunter
Zuziehung von berufenen
Sachverſtän=
digen regelrecht eingeleitet und
durch=
geführt worden iſt. Hätte man, wie der Verfaſſer
vor=
ſſchlägt, die Gegenſtände den privaten Liebhabern
frei=
händig angeboten, ſo wären im beſten Fall
ausge=
wählte Stücke verkauft worden, aber der ganze große,
ſchwer verkäufliche Reſt wäre übrig geblieben und das
Muſeum hätte ſeinen mit dem Verkauf der Gegenſtände
beabſichtigten Erfolg nicht erreicht. Ein Teil der Gegen=
ſtände war längere Zeit bei hieſigen Aniguaren
ausge=
ſtellt, aber die hieſigen Liebhaber haben für die Dinge
nur wenig Intereſſe gezeigt.
Darmſtadt, 14. Januar 1914.
Dr. Back.
* Vom Hofe. Fürſt und Fürſtin zu Solms=Lich,
ſowie Prinz und Prinzeſſin Reinhard zu Solms=Lich ſind
zum Beſuch im Neuen Palais eingetroffen. Geſtern
mittag 1 Uhr waren die hier anweſenden Mitglieder der
ſtandesherrlichen Familien zur Frühſtückstafel im Neuen
Palais geladen. (Darmſt. Zig.)
* Zum 2. Hofball wurde, wie wir erſucht werden,
richtig zu ſtellen, die Muſik von der Kapelle des
Garde=
dragoner=Regiments Nr. 23 unter Leitung des
Obermuſikmeiſters Mittelſtädt geſtellt.
* Hiſtoriſche Kommiſſion. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den ordentlichen Prokeſſor für
Ge=
ſchichte in der philoſophiſchen Fakultät der
Landesuniver=
ſität Gießen, Dr. Robert Holtzmann, zum ſtaatlichen
Mitgl ed der Hiſtoriſchen Kommiſſion für das
Großher=
zogtum Heſſen ernannt.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Stolberg=Roßla=Ortenberg auf die erledigte Lehrerſtelle
an der Volksſchule zu Steinberg, im Kreiſe Schotten,
prä=
ſentierte Schulamtsaſpirant Heinrich Preuſch aus
Stein=
berg für dieſe Stelle.
* Eiſenbahnperſonalien. Im Namen der Großh.
Re=
gierung in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
vollzogene Ernennungen und Beförderungen (1. Dezember
1913 bis 1. Januar 1914): zum Bahnmeiſter der
Bahn=
meiſter=Diätar Schmitt zu Gau=Odernheim; zu
Eiſen=
bahnaſſiſtenten die komm. Eiſenbahnaſſiſtenten (Diätare)
Vogel zu Schierſtein, Mehlbrech zu Rüſſelsheim,
Feyh zu Reinheim, Momberger zu Bachgrach, Lortz
zu Dornberg-Groß=Gerau, Götz zu Biblis. Möckel zu
Oberweſel, Leber zu Babenhauſen, Simon zu
Rhens, Bonacker zu Auerbach, Mai zu Flonheim,
Ruths zu Mainz, Manns zu Mainz=Mombach,
Krautwurſt zu Babenhauſen, Zückmantel zu
Oppenheim, Aßmuth zu Monsheim, Bödicker zu
Mainz, Schilling zu Mainz=Stolzenfels, Plößer
zu Lorch (Rhein), Helfrich zu Kranichſtein, Seibel
zu Gernsheim, Rodrian zu Münſter am Stein,
Groß=
haus zu Gau=Algesheim, Schmitt zu Darmſtadt,
Kuhlmann zu Mainz, Jochim zu Wiebelsbach=
Heu=
bach, Sauer zu Darmſtadt, und die Unteraſſiſtenten
Eberts zu Mannheim=Waldhof, Berg zu Alzey,
Wei=
pel zu Reinheim und Koch zu Bad=Münſter am Stein;
zum Lokomotivführer der Lokomotivheizer Balduer zu
Bingerbrück; zu Unteraſſiſtenten die Eiſenbahngehilfen
Saſſenroth zu Raunheim, Metzler zu Mainz,
Schroth zu Bürſtadt und der Weichenſteller Appel zu
Darmſtadt; zum Rangiermeiſter der Rangierführer
Bi=
ſchel zu Mainz=H.; zum Rangierführer der
Hilfsrangier=
führer Krug zu Worms; zu Weichenſtellern die
Hilfs=
weichenſteller Germann zu Genſingen=Horrweiler,
Berlau zu Mainz, Schöne zu Guſtavsburg=Koſtheim,
Göbel zu Bblis, Schmauß zu Darmſtadt,
Breck=
heimer zu Gonſenheim. Frey zu Biſchofsheim und
Weidmann zu Sprendlingen=Buchſchlag; zum
Loko=
motivheizer der Hilfsheizer Flach zu Darmſtadt; zu
Bahn=
wärtern die Hilfsbahnwärter Koch zu Eberſtadt und
Roth zu Bornheim. — In den Ruheſtand verſetzt wurden
der Eiſenbahnunteraſſiſtent in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahngemeinſchaft Wilhelm Rapp zu Gundheim und
der Weichenſteller in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahnge=
meinſchaft Philipp Pohlert zu Frankfurt a. M. vom
1. Februar ds. Js. ab.
g. Strafkammer II. Lediglich auf Grund der
Schrift=
vergleichung wurde der 23jährige Fabrikarbeiter Jakob
Franz Schroth von Mühlheim a. M. wegen
Erpreſ=
ſungsverſuches angeklagt. Im Mai und Juni
vori=
gen Jahres wurden an einen Mühlheimer Einwohner und
an eine Frau drei Poſtkarten geſchrieben, durch die ſie in
plumper Weiſe aufgefordert wurden, dem Schreiber
Be=
träge von 300 Mark bezw. 1000 Mark auszuhändigen, wenn
ſie nicht innerhalb drejer Wochen eine Leiche ſein wollten.
Einmal ſollten dem Schreiber 1000 Mark beim Ausgang
aus den Farbwerken Mühlheim in die Hand gedrückt
wer=
den, im anderen Fall wollte er ſie abholen. Auf Grund
der Schriftvergleichungen kam der Sachverſtändige
Rech=
nungsrat Pähler=Frankfurt zu der Ueberzeugung, daß der
Angeklagte der Schreiber ſei. Das Gericht erkannte jedoch
auf Freiſprechung, da es beim Fehlen anderer
Be=
weiſe das Gutachten über die Schriftvergleichung nicht als
ausreichend zur Verurteilung anſah. — Der 31jährige
Kaufmann Peter Knorr von Vallendar (Kreis Koblenz)
iſt beſchuldigt, zu Offenbach in der Zeit vom 16. Januar
bis 25. März 1912 durch zwölf ſelbſtändige Handlungen als
Bevollmächtigter der Einkaufsvereinigung Offenbacher
Ko=
lonialwarenhändler, e. G. m. b. H., 623,42 Mark verun=
treut zu haben; ferner in der Zeit vom 21. Juli 1911 bis
1. April 1912 in gleicher Eigenſchaft Bier und Einnahmen
aus dem Bierverkauf im Geſamtwert von 236,90 Mark
veruntreut zu haben. Der Angeklagte wurde am 1. Juli
1911 mit einem Monatsgehalt von 150 Mark bei der
Ein=
kaufsvereinigung als Geſchäftsführer angeſtellt. Er
be=
ſtreitet, mit Wiſſen fremdes Geld für ſich verwendet zu
haben; wenn eingegangene Zahlungen nicht gebucht
wor=
den ſeien, ſo ſei die Urſache darin zu erblicken, daß er
nie=
mals ſämtliche Bücher im Bureau hatte. Wenn das
Kaſſe=
buch da war, fehlte das Lagerbuch und ebenſo umgekehrt.
Das Kaſſebuch fehlte während der größten Zeit ſeiner
Tätigkeit. Da könne es denn möglich ſein, daß er die
Ein=
tragung verſäumte. Andererſeits ſei es auch möglich, daß
ihm Quittungen verloren gegangen ſind und er nun nicht
feſtſtellen könne, wer noch nicht bezahlt hat. Zum 1. April
1912 wurde er entlaſſen, weil ſich die Beſchwerden
mehr=
ten, daß er wiederholt betrunken geweſen ſei. Nach ſeinem
Austritt ſtellten ſich dann die Veruntreuungen heraus. Das
Verfahren war bereits einmal eingeſtellt worden. Der
Staatsanwalt ließ die Anklage bezüglich der
Biereinnah=
men fallen, da eine Aufklärung hier nicht möglich war, und
beantragte wegen der übrigen fortgeſetzten Veruntreuungen
vier Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf drei
Monate Gefängnis.
D Maßnahmen gegen das Zigeunerunweſen. Von
Großh. Provinzialdirektion Starkenburg wurden am 31.
Oktober 1911 Beſtimmungen wegen
einheit=
lichen Vorgehens gegen Zigeuner in der
Provinz Starkenburg im Einvernehmen mit den
Großh. Kreisämtern erlaſſen. In dieſen Beſtimmungen
war ein einheitliches Zuſammenarbeiten der
Orts=
polizeibehörden mit der Gendarmerie, ſowie allen ſonſt noch
in Betracht kommenden Polizeiorganen, insbeſondere auch
den Forſt= und Feldpolizeiorganen, in eingehender Weiſe
porgeſehen und angeordnet worden. Dieſe Maßnahmen
find von durchſchlagendem Erfolg begleitet
ge=
weſen. Während in den Jahren 1910 und 1911 innerhalb
der Provinz Starkenburg 301 Zigeunerfamilien betroffen
worden ſind, wurden im Jahre 1912 nur noch 76
umher=
ziehende Zigeunerfamilien feſtgeſtellt. Im Jahre 1913
da=
gegen war die Provinz trotz des günſtigen Sommers
nahe=
zu vollſtändig zigeunerfrei. Es wurden nur im
Nrvember im Kreiſe Erbach und im Dezember im Kreiſe
Darmſtadt je eine Zigeunerfamilie angetroffen. Aus dieſer
Erfahrung geht gleichzeitig aber auch hervor, wie günſtig
eine einheitliche nachhaltige Durchführung
ſicherheitsvoli=
zeilicher Maßnahmen in einem Provinz=Bezirk zu wirken
vermag.
* Millionenanleihen heſſiſcher Städte. Die
Offen=
bacher Stadtverordneten=Verſammlung
beſchloß in ihrer letzten Sitzung, die ausgeſchriebene
4prozentige Anleihe von 7 Millionen Mark
an ein unter Führung der Darmſtädter Bank
ſtehen=
des Konſortium zum Kurs von 92,85 zu begeben.
Zu dem Konſortium gehören außer der Darmſtädter Bank
die Nationalbank für Deutſchland, Berlin, F. W. Krauſe
u. Co., Bankgeſchäft, Berlin, S. Merzbach, Offenbach a M.
(zuſammen mit A. Merzbach. Frankfurt a. M), Veit L.
Homburger, Karlsruhe, Ernſt Wertheimber u. Co.,
Frank=
furt a. M., Simon Hirſchland. Eſſen (Ruhr), Gebrüder
Arnhold, Dresden. Das von der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung angenommene Angebot der Darmſtädter Bank
gewährt der Stadt als Verzinſung der ſtehenbleibenden
Valuta 1 Prozent unter Reichsbank=Diskont, mindeſtens
2½ Prozent, höchſtens 4 Prozent. — Auf die zur
Ausſchreibung gelangten 8 Millionen Mark 4prozentige
Mainzer Stadtanleihe wurden ſechs Gebote
abgegeben, darunter das Höchſtgebot von der
Deut=
ſchen Bank mit 93.51 Prozent. Es bot ferner eine Gruppe
Dresdener Bank. Lebrecht u. Benkey in Mainz, und
Main=
zer Volksbank 93 28 Prozent, Delbrück, Schickler u. Co.,
in Berlin 93,27 Prozent. Darmſtädter Bank 93,25 Prozent,
Kommerz= und Diskontobank 93,05 Prozent und Diskonto=
Geſellſchaft 92,54 Prozent. Es iſt intereſſant, mit dieſen
Anleihebegebungen die von der Stadt Darmſtadt begebene
Anleihe im Betrage von 4 Millionen zu vergleichen. Dieſe
Anleihe kam zum Kurſe von 93 Prozent auf den
Markt, während die Offenbacher Anleihe dieſen Kursſtand
nicht erreichte, und die Mainzer Angebote bis auf 93,51
Prozent gehen.
— Vom Hoftheater. Frau Kallenſee wird in der
heu=
tigen Aufführung der Oper „Der Barbier von Sevilla”
m 2. Akte ſtatt der auf dem Programm angekündigten
Einlage den Venzano=Walzer zum Vortrag bringen.
* Jubiläum! 25 Jahre ſind es her, daß die Familjen
M. Geyer Witwe und Schriftſetzer J. Lotter bei ein
und demſelben Hauseigentümer, Schloſſermeiſter Heinrich
Henkel, Schießhausſtraße Nr. 62, wohnen. Gewiß ein
Beweis guten Einvernehmens zwiſchen Mieter und
Ver=
mieter.
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Die Oper
„Mandragola” von Ignatz Waghalter, deren
Urauf=
führung am nächſten Samstag im Teutſchen Opernhauſe
En Berlin ſtattfindet, beruht auf dem gleichnamigen Werke
Macchiavellis, das die berühmteſte uns aus der
italieni=
ichen Renaiſſance überkommene Komödie iſt und vor
Jah=
gen einmal in ſeiner Geſtalt durch eine literariſche
drama=
diſche Geſellſchaft am Berliner Theater zur Aufführung
ge=
klangte. Der moderniſierte Text rührt von Dr. Paul
Eger, dem Intendanten der Darmſtädter Hofbühne, her.
Die muſikaliſche Einſtudierung und Leitung beſorgt für
Ignatz Waghalter ſein Kollege Rudolf Kraſſelt. — Man
ſchreibt uns: Im 83. Lebensjahr verſchied am 13. Januar
zu Breslau der auch durch ſeine Lehrtätigkeit am Seminar
der Viktoriaſchule zu Darmſtadt bekannte Pädagoge und
Schriftſteller Dr. Hermann Menſch. Er iſt der
Ver=
faſſer verſchiedener pädagogiſcher Lehrbücher (engl. und
franz. Grammatiken, deutſche Stilübungen), patriotiſcher
und freimaureriſcher Feſtreden. In Gemeinſchaft mit
ſeiner Tochter hat er ſeinerzeit unter dem Pſeudonym
Nor=
mann „Die Perlen der Weltliteratur” herausgegeben. In
den Jahren 1880—1882 ſchrieb er für das Darmſtädter
Tagblatt die Opern= und Schauſpiel=Referate.
CK. Pariſer Talismane. Wohl in keiner anderen
europäiſchen Großſtadt ſpielt der Talisman eine ſo geoße
Rolle wie in Paris; unzählige elegante Frauen tragen ein
Amulett auf deſſen Auswahl und Form ſie Sorge und
Nachdenken verwenden. Gewiß iſt bei alledem auch ein
wenig Freude am Spiel, ein wenig Mode und ein wenig
Koketterie beteiligt, man lächelt ein wenig ſkeptiſch, aber
Aim Grunde ihrer Seele möchte die Pariſerin doch, wenn
auch mit leiſem Vorbehalt, an die Wunderkraft ſolcher
Akleinen Talismane glauben. „Man kann ja nicht wiſſen
vielleicht wirken ſie doch günſtig; und ſchaden können
ſie jedenfalls nicht!” Aber wie Leben, Kleidung und
An=
ſchauungen der Pariſerin, ſo ſind natürlich auch ihre
Taltsmane von der Mode nicht ganz unabhängig; das
vierblättrige Kleeblatt, das kleine ſilberne oder goldene
Glücksſchweinchen, die von dem Juwelier angefertigte
Nachbildung eines Hufeiſens — das alles iſt im Grunde
längſt „vieux jeu” das hat keine rechte Wunderkraft mehr,
das iſt zu bekannt und das tragen zu viele Leute. Die
berühmte Mme. de Thebes, die mit ihren Wahrſagekünſten
eine ſo große faſhionable Kundſchaft anzulocken verſteht,
iſt natürlich auch in Fragen des Talismans die kundige
Beraterin der Pariſer Damen, und von ihr ging auch die
Mode aus, als Amulett irgendwo am Kollier, am
Arm=
band an der Uhrkette eine winzige Nachbildung eines
Elefanten zu tragen: der Elefant wurde das
Glücks=
tier der Pariſerin. Als bald darauf von anderer Seite
Schnecken lanciert wurden und viele Anhängerinnen
fanden, war Mme, de Thèbes um das Glück der
Pariſe=
rinnen ernſtlich beſorgt, und jetzt erhebt ſie in einem
großen Pariſer Blatte auch ihre Stimme, um für den
glückbringenden Elefanten Propaganda zu machen. „Voc
allem der weiße Elekant,” erklärt die Pythia vom
Seine=
ſtrande, „das heilige Tier der Pagoden, das die Seele der
am meiſten geliebten Hingegangenen aufnehmen konnte.
ſchützt vor mannigfachen Gefahren. Daneben kann die
Schnecke, dieſes ſcheußliche Weichtier, nicht beſtehen.” Aber
die abergläubiſche Pariſerin braucht ſich nicht auf
Elefan=
ten und Schnecken zu beſchränken: ſie macht auch ihre
Ju=
welen zu Talismanen. Bei Nacht Bernſteinketten tragen
bringt ſicher Glück, „vor allem kränkliche Frauen ſollten das
tun”. Und dann gibt es indiſche von Brahmanen geweihte
kleine Goldmünzen, ſehr niedliche kleine Schmuckſtücke, die
man am Halſe trägt. Fabelhaft, was dieſe Talismane
vermögen. Mme. Flaubert eine andere Pariſer
Pythia. — ſie rühmt ſich nebenbei, vom Dichter der
Ma=
dame Borany abzuſtammen — propagiert dieſe indiſchen
Wundermünzen und beklagt es bitter, daß die Flieger ſie
nicht tragen. „Mit dieſem Talismann würden ſie völlig
unverletzt Stürze von vielen hundert Metern überleben.”
Mehr kann man wirklich von einem Talisman nicht gut
verlangen.
** Die Muſik auf der Weltausſtellung in San
Fran=
zisko. In der Weltausſtellung von San Franzisko, die
übers Jahr — am 20. Januar 1915 — eröffnet wird, ſoll
die muſikaliſche Abteilung eine beſonders reiche
Ausgeſtal=
tung erfahren. Für die Ausſtellung von Erzeugniſſen der
Inſtrumentenmacherkunſt iſt im Hauptgebäude ein Raum
von 10000 Quadratfuß vorgeſehen, in dem alle
Inſtru=
mente, von den einfachſten Muſikgeräten der primitiven
Völker bis hinauf zu den vollkommenſten Erzeugniſſen
des Klavier= und Orgelbaues, vereinigt werden ſollen.
Wie teine franzöſiſche Muſikzeitſchrift mitzuteilen weiß,
hat eine Reihe am Inſtrumentenbau beſonders
inter=
eſſierter europäiſcher Staaten die Teilnahme an dieſer
Muſikausſtellung beſchloſſen.
— Der größte Tunnel der Welt. Aus Neu=York wird
berichtet: Die praktiſche Vollendung eines gewaltigen
Werkes moderner Ingenieurkunſt wurde am Sonntag in
Neu=York inoffiziell und in der Stille gefeiert: 120 Meter
unter dem Straßenboden der amerikaniſchen Metropole
brachte man über 5 Zentner Dynamit zur Exploſion und
vereinigte damit die beiden Sektionen des größten, heute
beſtehenden Tunnels der Welt. Es handelt ſich dabei um
die unterirdiſche Leitung der neuen Waſſerverſorgung Neu=
Yorks, um den Schlußſtein des großen Catskill=
Aquäduk=
tes, der von dem mächtigen Waſſerreſervoir von Ashokan
über eine Entfernung von 90 engliſchen Meilen der Stadt
Neu=York künftig Tag um Tag 500 Millionen Gallonen
Waſſer liefern kann. Das gewaltige Werk, an dem ſeit
7 Jahren ein Arbeiterheer von über 25000 Köpfen tätig iſt,
wird bei ſeiner Vollendung einen Koſtenaufwand von
über 800 Millionen Mark erfordert haben. Sieben Dörfer,
in denen 3000 Menſchen lebten, mußten im Verlaufe der
Arbeiten vom Erdboden verſchwinden, 2800 Gräber mußte
man ausheben. um dem Rieſentunnel ſeinen Weg zu
bah=
nen. In techniſchen Fachkreiſen betrachtet man dieſen
Waſſertunnel als eine gewaltigere Leiſtung der
Inge=
nieurkunſt als ſelbſt den Panamakanal.
— Das Renntier ſtirbt aus. Aus Chriſtiania wird
geſchrieben: In dem Bericht, den der Lappenvogt Staaf
ſoeben an die norwegiſche Regierung gerichtet hat, und
in dem er ſich über die Renntierzucht der Lappen im
ver=
floſſenen Jahre ausläßt. betont, daß, wenn nicht eine
* Goldene Hochzeit. Dienſtmann Jakob Häußge
und deſſen Ehefrau Marie geb. Häußge, Grafenſtraße 29
wohnhaft, begehen am 17. Januar das Feſt ihrer goldenen
Hochzeit.
Teurer koffeinfreier Kaffee. Seit Monaten wird
von zwei Perſonen, die dauernd den Ort ihrer Tätigkeit
wechſeln, folgendes Schwindelmanöver ausgeführt: Sie
be=
ſuchen jeder für ſich die kleineren Geſchäfte, ſtellen ſich als
Vertreter der Kaffee=Handels=Aktiengeſellſchaft Bremen vor
und bieten unter Vorzeigung einiger Kaffeebohnen
koffein=
freien Kaffee zum Preiſe von 1,10 bis 1,20 Mark pro Pfund
an, Um zum Kauf anzuregen, betonen ſie mit Nachdruck,
daß die genannte Firma eine große Reklame entfalte und
daß ſie jederzeit bereit ſei, den Kaffee zurückzunehmen, falls
keine Nachfrage auftrete. Entſchließt ſich der betreffende
Geſchäftsinhaber dazu, ein Probepaket à 10 Pfund zu
kaufen, ſo gibt der Reiſende an, daß die Ware heute noch
geliefert werde. Nach einigen Stunden bringt nun der
eine oder der andere der Reiſenden den Kaffee und
präſen=
tiert dem Käufer eine mit einem Phantaſienamen
ver=
ſehene Quittung. Der Reiſende hat es nun ſehr eilig, das
Geld in Empfang zu nehmen und das Lokal zu verlaſſen.
Sobald von dem Käufer die Tüte geöffnet wird, muß er
feſtſtellen, daß er geprellt worden iſt. Die Tüte enthält
nicht den Bohnenkaffee, den der Reiſende beim
Zuſtande=
kommen des Geſchäfts gezeigt hat, ſondern einen
gemah=
lenen, ganz minderwertigen Erſatz, der mit einer dünnen
Schicht gemahlenen Bohnenkaffees bedeckt iſt. Weniger
ils 10 Pfund liefern die Schwindler in der Regel nicht.
Sie gewinnen ſomit bei jedem Geſchäft mindeſtens 9 M.
da die Beſchaffungskoſten für ihr Gemiſch, das ſie als
koffeinfreien Kaffee abgeben, keine 2 Mk. betragen können.
Trotzdem die betreffenden Schwindler ſchon von den
Be=
hörden verſchiedener Städte geſucht werden, iſt es bisher
nicht gelungen, einen von ihnen zu ergreifen. Die Kaffee=
Hag hat eine Belohnung von 100 Mark für denjenigen
ausgeſetzt, der die Verhaftung der geſuchten Schwindler
herbeiführt. Beſchwerden nehmen auch die Zentralſtelle
zur Bekämpfung der Schwindelfirmen in Lübeck, Parade 1,
und die ſtädtiſche Rechtsauskunftſtelle hier,
Waldſtraße 6, entgegen.
* Für den Verkehr des Publikums mit den Richtern
des Großh. Amtsgerichts I (Neues Gerichtsgebäude,
Mathildenplatz) befindet ſich im heutigen Tagblatt eine
Bekanntmachung, auf die Intereſſenten beſonders
aufmerk=
ſam gemacht werden.
* Der Darmſtädter Hausbeſitzer=Verein erſucht uns,
darauf aufmerkſam zu machen, daß den Mitgliedern in
Sachen des Wehrbeitrags=Geſetzes auf der Geſchäftsſtelle,
Wilhelminenſtraße 19, jede gewünſchte Auskunft erteilt
wird.
* Der Bezirksverein „Altſtadt” hielt, wie man uns
ſchreibt, im Gartenſaale der Brauerei „Zur Krone” ſeine
Generalverſammlung ab. Der Vorſitzende, Herr
Stadt=
verordneter Linck, eröffnete die Verſammlung, begrüßte
die Anweſenden, beſonders Herrn Stadtverordneten Dr.
Kolb als Vorſitzenden des Ausſchuſſes der Vereinigten
Bezirksvereine, ſowie die erſchienenen Stadtverordneten.
Hierauf gab Herr Linck eine ausführliche Berichterſtattung
über die Tätigkeit des Vorſtandes im abgelaufenen
Ver=
einsjahre. Alle Anweſenden folgten mit großer
Aufmerk=
ſamkeit den intereſſanten Ausführungen und gaben ihre
Zuſtimmung durch Beifall kund. Im abgelaufenen
Ver=
einsjahre hatte der Vorſtand eine große Arbeitsleiſtung
zu bewältigen und kann er aber auch hierfür auf eine Reihe
ſchöner Erfolge zurückblicken. Beſonders erwähnenswert
iſt das durch den Altſtadtverein ausgearbeitete Projekt
be=
treffs Beſeitigung des Häuſerblocks der ehemaligen
Hof=
apotheke. Es beſteht begründete Hoffnung, daß dieſe für
die Altſtadt ſo wichtige Angelegenheit eine glückliche
Lö=
ſung finden wird, wenn noch ein Beſitzer der in Frage
kommenden Häuſer ſeine Forderung ermäßigen wird.
In einem intereſſanten Vortrag beſpricht Herr May das
Weſen der Bezirksvereine und erbrachte durch treffliche
Beiſpiele den Beweis, daß die Einrichtung der
Bezirks=
vereine für alle Bewohner unſerer Stadt eine große
An=
nehmlichkeit iſt und in Förderung kommunaler Fragen
ſegensreich wirkt. Herr Sanitätsrat Dr. Kolb ſchloß ſich
voll und ganz den Ausführungen des Herrn May an und
betonte noch ausdrücklich, daß die Erfolge des
Bezirkts=
vereins „Altſtadt” nur durch das einmütige und
zielbe=
wußte Zuſammenarbeiten des Vorſtandes erreicht worden
ſeien. Im gleichen Sinne tat dies auch Herr
Stadtverord=
neter Säng, der nur wünſchte, daß in allen
Bezirksver=
einen ebenſo gearbeitet würde, denn dann würden die
Be=
zirksvereine in der Bürgerſchaft die erwünſchte
Anerken=
nung finden. An der Diskuſſion beteiligten ſich die Herren
Herold, Linck, Hags, May und Säng. Der Vorſitzende der
Ortsgruppe reiſender Geſchäftsleute Darmſtadts ſprach
dem Vorſtand ſeine Anerkennung und herzlichſten Dank
aus, weil es ihm gelungen ſei, daß die Weihnachtsmeſſe
wieder wie früher auf dem Marktplatze abgehalten wird.
Hierauf erhielt der Rechner, Herr Haas das Wort zur
ſchleunige Hebung der Renntierzucht eventuell durch
ge=
ſetzliche Maßnahmen erfolgt, das Ausſterben des
Renn=
tiers nur noch eine Frage der Zeit iſt. Der Lappenvogt
führt die Verminderung der Renntierzahl hauptſächlich
auf den ſich allmählich vollziehenden Uebergang der ſogen.
Rennlappen zu Fiſcherkappen bezw. Bettlerlappen zurück.
Der Lappe gibt nämlich unter dem Einfluß der ihm
ge=
brachten Kultur das Nomadenleben auf, er wird ſeßhaft,
und ſiedelt ſich in wirtlicheren Gegenden an, als es die
ſind, in denen er früher mit ſeinen Renntierherden
herum=
zog. Beſonders akut iſt die Renntierfrage in dem
Oeſter=
lund Lehn geworden. Vogt Staaf befürwortet, daß die
norwegiſche Regierung Schritte tut, um die
Rennlappen=
bevölkerung, die jetzt noch exiſtiert, aufrecht zu erhalten.
Die Zahl der Renntiere, die Ende 1912 noch 29346 beteng,
iſt jetzt auf 25 761 herabgeſunken.
ml. Der ängſtliche Sänger. Von dem berühmten
Teno=
riſten Alois Ander, dem Stern des Wiener Operntheaters
nächſt dem Kärntnertor, dem Lieblinge des damaligen
Publikums, erzählt Ritter von Pzibram eine hübſche
Anekdote, die das neueſte Heft der „Deutſchen Bühne‟
wiedergibt. Nach dem Schluſſe einer Aufführung der
Lucia fühlte Ander einen Schmerz im Beine. Er war
ſehr ängſtlich und wehleidig und ließ ſofort den
Theater=
arzt in die Garderobe bitten. Der aber war ſchon
ge=
gangen, und ſtatt ſeiner erſchien der ſogen. Theaterchieurg.
ein ganz alter Herr namens Rittmeyr, deſſen Kenntniſſe
und Fähigkeiten über Aderlaſſen und ähnliche
Verrichtun=
gen nicht hinausgingen. Dieſer fand an der ſchmerzenden
Stelle eine ſchwarze Färbung und diagnoſtizierte ſofort,
daß der „Brand hinzugetreten ſei”. Schnell ließ man Eis
holen und Umſchläge machen. Als der erſte jedoch
ge=
wechſelt werden ſollte, ſah man, daß der Fleck
verſchwun=
den, dafür aber die Kompreſſe dunkel gefärbt ſei. „Ja,
was iſt denn nachher das” rief er aus und fügte hinzu:
„Mir ſcheint, die neuen ſchwarzen Trikots, die ich heute
Ja. ſehens „Herr
angezogen habe, hahen äbgefärb
von Ader” entgegnete der Chirurg, „dös is Ihnar
Glück, denn ſonſt wärs der Brand.”
Rechnungsablage. Er gab einen überſichtlichen Bericht
über die Kaſſenverhältniſſe des Vereins. Es wurde dem
Rechner unter Anerkennung ſeiner Tätigkeit Entlaſtung
er=
teilt. Die Erſatzwahl zum Vorſtand ergab, daß der
Vor=
ſitzende, Herr Linck, ebenſo die ſeitherigen
Vorſtandsmit=
glieder Haas, Lehrbach und Herold wiedergewählt
wurden, während für Herrn Engel, welcher ſeines hohen
Alters wegen ſich vom Vorſtand zurückzog, Herr Supp
neugewählt wurde. Die ſeitherigen Ausſchußmitglieder
wurden per Akklamation wieder für ein Jahr verpflichtet.
Als Reviſoren wurden die Herren Schmidt und Heß
vorgeſchlagen und durch Zuruf gewählt. Vor Schluß der
Sitzung erwähnte der Vorſitzende die Verdienſte des Herrn
Engel um den Verein und bedauert deſſen Scheiden um
ſo mehr, da Herr Engel dem Verein ſchon ſeit ſeiner
Grün=
dung angehörte und jederzeit durch treue Mitarbeit die
Vereinsziele fördern half. Auch Herr Säng gedachte in
inerkennenden Worten der Tätigkeit des Herrn Engel. Die
Mitgliederzahl ſtieg im letzten Jahre auf 257. Die ſehr
animierte Sitzung ſchloß der Vorſitzende mit Worten des
Dankes gegen 12 Uhr, nachdem zuvor Herr Heß die
Tätig=
eit des Vorſtandes und beſonders die Hingabe des
Vor=
ſitzenden gebührend erwähnt hatte.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Wie man uns ſchreibt,
vird auf Veranlaſſung der Fortſchrittlichen Volkspartei
Herr Bankprokuriſt Otto Seip=Darmſtadt nächſten
Diens=
tag im Kaiſerſaal einen Vortrag über die Ausführung des
Wehrbeitrages halten. Da in dieſen Tagen die
Deklara=
tionsformulare von dem Finanzamt zur Deklaration
ver=
andt werden, ſo dürfte es vielen willkommen ſein, über
die Art und den Zweck der Deklaration unterrichtet zu
verden. Herr Seip hat an anderen Orten, ſo auch am
letzten Montag in Bensheim, aufklärend gewirkt und iſt
uch hier in Darmſtadt zu hoffen, daß dieſer Vortrag
ſehr vielen Intereſſenten willkommen ſein wird. Herr
Seip wird ſeinen Vortrag an Hand des von dem
Finanz=
amte ausgegebenen Deklarationsformulars halten, weshalb
es ſich empfiehlt, dieſes mitzubringen. An das Referat
ſoll ſich eine freie Ausſprache ſchließen, in der auf etwaige
Fragen, ſoweit es möglich iſt, Auskunft gegeben wird.
* Naturwiſſenſchaftlicher Verein. Am Montag,
19. Januar, abends, findet die 289. Sitzung im
Fürſten=
aal ſtatt. Auf der Tagesordnung ſtehen:
Rechen=
chaftsbericht des Vorſtandes. Neuwahl des
Vor=
ſtandes. Dr. L. Nick: „Ueber leuchtende Tiere” (mit
Demonſtrationen).
— Schwimmfeſt des Darmſtädter Schwimmklubs
Jung=Deutſchland. Zu dem Schwimmfeſt am 18. Januar
hat Hans Luber, Ehrenmitglied des Klubs, ſein
Er=
ſcheinen zugeſagt; Luber, der auch beim vorjährigen
Schwimmfeſt glänzende Proben ſeiner hervorragenden
Schwimm= und Springkunſt gab, iſt zurzeit der
erfolg=
eichſte Schwimmer des Kontinents. Aus der reichen
Zahl ſeiner Siege ſeien genannt: Die Meiſterſchaften im
Springen von Oeſterreich=Ungarn, Italien, Berlin,
Han=
nover; ſein Weltrekord im Streckentauchen, 50 Meter in
2 Sekunden; ſein Sieg im Bruſtſchwimmen über 50 Meter,
den er in ſcharfer Konkurrenz über deutſche, italieniſche und
öſterreichiſche Meiſter in Abbazia in 36 Sekunden erfocht;
ſein Mehrkampfſieg in Wien und auf dem letzten
Ver=
bandsfeſt in Kaſſel. Luber wird außer beim
Hauptſprin=
gen auch bei den verſchiedenen Stafetten, Waſſerballſpiel
uſw. die Farben des Klubs tragen. Da die Nachfrage nach
Karten bereits wie im Vorjahre eine ſehr rege iſt, wird
es ſich für das ſportintereſſierte Publikum empfehlen, ſich
rechtzeitig mit Karten zu verſehen. Mit Ernſt Lang=
Mainz, dem erfolgreichen deutſchen Seitenſchwimmer,
Mei=
ter in dieſer Schwimmart, wird ein weiterer deutſcher
eiſter am Start des Feſtes am Sonntag zu erwarten
ſein. Er wird hierbei die Farben ſeines hieſigen Klubs
tragen. Für das Feſt hat ſich ein Ehrenausſchuß
ebildet, an deſſen Spitze mit Sr. Kgl. Hoheit dem
Prin=
zen Sigismund von Preußen, Mitglied des
Klubs und Herrn Generalmajor von Heyl nunmehr der
Schöpfer des Jung=Deutſchlandbundes, der
Generalfeld=
marſchall Dr. Frhr. v. d. Goltz, getreten iſt. Es ſteht zu
hoffen, daß der Feldmarſchall auch zum Feſt erſcheinen
vird. In einem Brief von ihm an den Klub heißt es u. a.:
„Dem Darmſtädter Schwimmklub Jung=Deutſchland ſage
ich für die überaus freundliche Aufforderung, an die Spitze
des Ehrenausſchuſſes zu treten, meinen beſten Dank. Mit
Freude nehme ich dieſe mich ehrende Auszeichnung an. Dem
Darmſtädter Schwimmklub wünſche ich recht ſchönen
Ver=
auf für ſeine geplante Veranſtaltung.” — Der
Vorver=
kauf der Plätze, nur beim Verkehrsbureau und der Kaſſe
des Hallenſchwimmbades, hat begonnen.
* Tango=Reunion im Hotel „Heß” Man ſchreibt uns:
Geſtern nachmittag fand zum erſten Male in Darmſtadt
in den Feſtſälen des Hotels „Heß” ein Five o’elock=Tee
tatt. Das ganze Arrangement war ſehr ſchön getroffen
und hat ſich nur zu früh bewieſen, daß die großen
Feſt=
ſäle zu klein waren. Schon vor Beginn des Konzertes
waren die Säle und das ganze Veſtibül ſo überfüllt, daß
in dem zum Tanz reſervierten Saal immer mehr Tiſche
plaziert werden mußten. Erſt ſpäter konnte man zum
Tanz einen Platz frei machen und haben Herr Tangomeiſter
A. Schrimpff und Frau einen herrlichen
argentini=
ſchen Tango vorgetanzt. Endloſer Beifall wurde
die=
ſem Tangopaar für ſeine Bravourleiſtungen gezollt.
Bald=
darauf hatten ſich viele junge Paare in die Reihe geſtellt
und graziös den vielumſtrittenen Modetanz mitgetanzt.
— Nächſten Mittwoch findet wieder ein Five o’elock=Tee
ſtatt, doch ſollen hierfür ſämtliche Parterre=
Reſtaurations=
räumlichkeiten reſerviert werden, da die Feſtſäle ſich als
zu klein erwieſen haben.
* Konzerie. Rummelbräu. Mit vergangenem
Sonntag haben die regelmäßigen Konzerte wieder
begon=
nen. Die Darbietungen der Kapelle und nicht zuletzt die
Ermäßigung des Eintrittsgeldes auf 19 Pfg. haben beim
Publikum Widerhall gefunden. Für Sonntag, den 18
Januar, hat der Inhaber die Kapelle des Großh.
Geſſ. Artillerie=Regimenis Nr. 61 unter perſönlicher
Leit=
ung des Herrn Obermuſikmeiſters M. Weber verpflichtet.
Das Programm wird auch die neueſte Operette „Das
Far=
mermädchen” enthalten; und ſo ſteht wiederum ein
ab=
wechſelungsreicher Abend bevor. (Näheres folgt.)
§ Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind während
des Monats Dezember 11 Perſonen, welche daſelbſt
forrektionelle Nachhaft verbüßten, entlaſſen worden.
Die längſte Dauer der Nachhaft betrug bei einer Perſon
727 Tage und die kürzeſte Dauer der Nachhaft bei einer
Perſon 11 Tage.
§ Feſtgenommen. Ein 25 Jahre alter Maurer aus
Schuby, welcher vom Amtsgericht Schwelm
ſteck=
rieflich verfolgt wird, iſt hier feſtgenommen
worden.
§ Brände. Am Dienstag abend gegen 8 Uhr iſt
in einer Dienſtmädchenkammer im Hauſe Ohlyſtraß
Nr. 33 ein Brand ausgebrochen, welcher durch zwei
Dienſtmädchen alsbald wieder gelöſcht wurde. — Gegen
9 Uhr entſtand im Hauſe Obergaſſe Nr. 44 ein
Kamin=
brand, welcher durch
herbeigerufene Feuerwehrwache
ſofort gelöſcht
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und lünſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung gelchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Konzert Werner F. von Siemens mit
der Großherzoglichen Hofkapelle. Wie
be=
reits angekündigt, findet am Donnerstag, den 22. Januar,
im Städtiſchen Saalbau das Orcheſterkonzert unter
Lei=
tung von Herrn Werner F. von Siemens und gütiger
Pit=
wirkung des Großherzoglichen Hoforcheſters ſtatt. Die
an=
gekündigte Soliſtin des Abends, Frau Kammerſängerin
Beatrice Lauer=Kottlar vom Hoftheater in Karlsruhe, iſt
durch eine Blinddarmoperation am Erſcheinen verhindert,
Es iſt aber den Veranſtaltern gelungen, einen
hervorra=
genden Erſatz in der Primadonna des Stuttgarter
Hof=
theaters, Frau Hedy Jracema=Brügelmann, K. württbg.
Kammerſängerin, zu gewinnen, welche die acht
Orcheſter=
geſänge des bekannten Komponiſten Hermann W. von
Waltershauſen zum Vortrag bringen wird Wie bereits
erwähnt, iſt ein Teil dieſer acht Orcheſterlieder mitz
ſenſationellem Erfolge bei den Akademiekonzerten in
Karlsruhe und Straßburg zur Aufführung gebracht
wor=
den. Die Darmſtädter Aufführung wird ſchon deshalb
intereſſant werden, weil alle acht Orcheſterlieder zum erſten
Male in ihrer Geſchloſſenheit auf dem Programme
vertre=
ten ſind. Die Soliſtin des Abends, Frau Kammerſängerin
Hedy Iracema=Brügelmann, die ſich nicht nur in
Stutt=
gart, ſondern auch an den erſten Bühnen Deutſchlands
einen bedeutenden Namen errungen hat, zählt auch als
Liederſängerin zu den bedeutendſten Vertreterinnen des
Konzertſaales. Für dieſes Konzert macht ſich bereits jetzt
ſchon ein lebhaftes Intereſſe in den muſikliebenden
Krei=
ſen Darmſtadts bemerkbar.
* Ober=Ramſtadt. 14. Jan. (Konkordia.) Die
nächſten Sonntag im Gaſthaus „Zum Ochſen” ſtattfindende
Abendunterhaltung des Doppelquartetts „Konkordia”
ver=
ſpricht wieder großartig zu werden. Frl. Marie Becker
aus Darmſtadt, die gewiß den Beſuchern der vorjährigen
Abendunterhaltung des Vereins noch in beſter Erinnerung
ſein wird, ſowie andere gute Kräfte ſind zur Mitwirkung
gewonnen worden.
Offenbach, 14. Jan. (60 000 Mark für
Arbeits=
loſe.) Für die am 13. Oktober 1913 aufgenommene
Be=
ſchäftigung von Arbeitsloſen, in der Hauptſache bei
Fort=
führung der Arbeiten zum Waldpark an der Biebererſtraße,
waren im Voranſchlag 30000 Mark vorgeſehen. Der ſtarke
Andrang Arbeitsloſer hat eine Beſchäftigung von etwa
200 Perſonen gebracht, die zu Laſten der
Arbeitsloſen=
beſchäftigung eine Wochenausgabe von etwa 2300 Mark
bedingen. Die Beſchäftigung Arbeitsloſer iſt für 28 Wochen
vorgeſehen. Es muß deshalb mit einer Ausgabe von etwa
60000 Mark gerechnet werden. Hierdurch wird eine
Nach=
bewilligung von 30000 Mark erforderlich, welche die
Stadt=
verordnetenverſammlung in der geſtrigen nichtöffentlichen
Sitzung als dringlich ausgeſprochen hat. Aus dieſer
all=
gemeinen Bewilligung ſind dem Oberbürgermeiſter dann
vorerſt 10000 Mark für die Arbeitsloſenbeſchäftigung
über=
wieſen worden; nach deren Verbrauch erfolgt die
Bereit=
ſtellung weiterer Mittel. — (Schrecklich verbrannt)
wurde heute morgen der 45jährige verheiratete Heizer
Joſeph Scheindörfer, der bei der Firma Becker u. Co. im
Stadtteil Bürgel beſchäftigt iſt. Beim Anheizen des
Dampfkeſſels flog auf bisher unaufgeklärte Weiſe ein
Ven=
til heraus und durch den ausſtrömenden Dampf wurde
der Bedauernswerte am ganzen Körper verbrüht.
Lebens=
gefährlich verletzt wurde er ins Krankenhaus gebracht.
M. Stockſtadt a. Rh., 14. Jan. (Ein ſchlimmes
Hochwaſſer) haben wir ſoeben hier. Der Rhein
über=
ſchwemmt das ganze Vorland zwiſchen den Landdämmen
und wächſt immer noch. Auch iſt die Modau über ihre
Ufer getreten und überſchwemmte viele tiefliegende Wieſen
und Ackerflächen. Darauf bildete ſich eine ſpiegelglatte
Eisfläche. Auch bekommt das tiefgelegene Feld jenſeits
des Landdammes Grundwaſſer. Als ein großes Glück iſt
es zu betrachten, daß die Froſtperiode eingetreten iſt, denn
ſonſt würde das Waſſer ſchon im Dorf ſtehen. Der
Fahr=
weg nach dem Heylſchen Hofgut ſteht meterhoch unter
Waſſer. Der geſamte Fuhrwerksverkehr iſt eingeſtellt.
(Vortragsabend.) Am Sonntag, den 18. Januar,
veranſtaltet der hieſige Volksbildungs= und Flottenverein
einen Vortrag abend. Als Redner iſt Herr Apotheker
Donzth aus Crumſtadt gewonnen, der über den Hunsrück
und ſeine Dichter ſprechen wird. Hierauf wird Herr
Leh=
rer Heldmann an der Hand von Lichtbildern über unſere
Kolonien ſprechen.
W Lampertheim, 13. Jan. Bei der geſtern
abgehal=
tenen Holzverſteigerung aus dem Domanialwald
wurden folgende Durchſchnittspreiſe erzielt: 1.
Nutz=
holz: für Kiefernderbſtangen (Floßſtangen und Lagner)
13,95 Mark pro Fm., für Kiefernreißſtangen (
Bohnenſtan=
gen) 15 Mk. pro Fm. 2. Brennholz: Scheiter: Buche
8,92 Mark. Eiche 7,43 Mark, Kiefern 6,90 Mark pro Rm.=
Knüppel: Buche 6,77 Mark, Eiche 640 Mark, Kiefern 5,36
Mark pro Rm. Stöcke: Buche 3,23 Mark, Eichen 3,60 Mk.
und Kiefern 3.60 pro Rm.
Oppenheim, 14. Jan. (Ertrunken.) Das
11jährige Söhnchen des Winzers Höhr wagte ſich heute
nachmittag auf die noch dünne Eisdecke des hieſigen
Ha=
fens und brach ein. Obgleich der Schiffer M. Schmitt mit
ſeinem Nachen raſch zu Hilfe kam, konnte er den
Einge=
brochenen nur noch als Leiche bergen; ein Herzkrampf
hatte dem jungen Leben ein Ende gemacht. — Am 11.
Auguſt 1913 wurde der Bauunternehmer Kurz von hier
auf der Kreisſtraße Oppenheim-Guntersblum von einem
ſein Fuhrwerk überholenden Auto überfahren und
ſchwer verletzt. Der Automobilbeſitzer, dem das
Verſchulden des Unfalles zur Laſt gelegt wurde, iſt nun
vom hieſigen Schöffengericht freigeſprochen worden,
da demſelben eine Fahrläſſigkeit nicht nachgewieſen
wer=
den konnte.
Gießen. 14. Jan. (Vom Zuge übee fahren.)
Beim vorzeitigen Abſpringen von einem Eiſenbahnzug
geriet der jugendliche Bahnarbeiter Albert Kempfer aus
Rodenbach unter die Räder. Er wurde überfahren
und ſtarb bereits auf dem Wege nach der Gießener
Klinik.
Vilbel, 13. Jan. (Für treue Dienſte.) Eine
Frankfurter Dame hat einem hieſigen Mädchen, das bei
ihr lange in treuen Dienſten ſtand, ein Kapital von
25000 Mark teſtamentariſch vermacht.
(*) Wallernhauſen 13. Jan. (Der Schulſtreik) es mit ſich gebracht, daß ſich Lehrer W. Seng
weg=
meldete. Er wurde nach Maar bei Lauterbach verſetzt.
* Schotten, 14. Jan. (Großfeuer.) Heute nacht
brannte hier das „Rheiniſche Kaufhaus” vollſtändig
nie=
der. Der Brand ſcheint infolge eines überheizten Ofens
entſtanden zu ſein. Nur mit Mühe konnte das Feuer auf
ſeinen Herd beſchränkt werden. Eine nahegelegene
Stal=
lung des bekannten Touriſtenhotels „Zur Traube” wurde
beſchädigt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. Jan. Die
Vorberatun=
gen der Magiſtratsvorlagen über den Bau des
Weſt=
hafens von Plötzenſee haben begonnen. Die
Ausfüh=
rung des Projektes iſt auf 38,2 Millionen Mark
veran=
ſchlagt. — Eine Berliner
Intereſſenten=
gruppe hat die Rittergüter Groß=Jeſſer, Batow und
vornow, die zuſammen etwa 6000 Morgen umfaſſen,
an=
gekauft. Auf dem Terrain haben vor einiger Zeit
Boh=
rungen ſtattgefunden, wobei größere Kohlenfelder
feſtgeſtellt ſein ſollen; ob es ſich dabei um abbauwurdige
Kohle in genügender Menge lundelt, bleibt abzuwarten.
Wenn ſich im Anſchluß an dieſe Ankäufe und Bohrungen
in der dortigen Gegend das Gerücht verbreitet hat, daß auf
dem Terrain ein großes Kraftwerk errichtet werden würde,
das die Berliner Stadtbahn mit. Elektrizität verſorgen
ſoll, ſo handelt es ſich hierbei um ein Phantaſieprodukt. —
Die Affäre des Theaterdirektors Garriſon,
der wegen Verleitung zum Meineid zu einem Jahr
Zucht=
haus verurteilt worden war, ſpielt die Hauptrolle in dem
Prozeß, der am 16. und 17. d. M. das Schwurgericht in
Alt=Moabit beſchäftigen wird. Es handelt ſich hierbei um
das Verfahren wegen wiſſentlichen Meineides, das gegen
die damalige Hauptbelaſtungszeugin Kuntze eingeleitet
worden war. Sie wurde in Haft genommen, nachdem eine
Reihe von Denunziationen wegen Meineides gegen ſie bei
der Staatsanwaltſchaft eingegangen war. Von dem
Ergeb=
nis des neuen Prozeſſes wird es abhängen, ob ein
Wieder=
aufnahmeverfahren, das Direktor Garriſon ſchon einmal
vergeblich beantragt hatte, eingeleitet wird.
14. Jan. Einer der eleganteſten Spielklubs
Berlins, dem zahlreiche Mitglieder der Berliner
Ge=
ſellſchaft angehören, iſt in der letzten Nacht durch die
Kriminalpolizei aufgehoben worden. Es handelt ſich um
den Klub „Geſellige Vereinigung Berlin”. — In
Char=
lottenburg hat geſtern abend die Frau des Briefträgers
Wegener ſich und ihre beiden Kinder vergiftet. Die
Frau und das jüngſte Kind fand man tot vor, während der
16jährige Sohn ins Krankenhaus gebracht wurde, wo er
hoffnungslos daniederliegt. — Der Geſchäftsführende
Ausſchuß für die Veteranengedenkfeier in
Düppel und Alſen vom 27. bis 29. Juni 1914 und
für die Düppel=Gedächtnisausſtellung 1914 in Sonderburg
hatte zu einer beratenden Sitzung in das
Land=
wehroffizierkaſino eingeladen. Den Vorſitz führte General
der Infanterie v. Bredowski, der ſelbſt ein alter
Düppel=
kämpfer iſt. Zahlreiche alte Veteranen von 1864,
dar=
unter Staatsminiſter v. Podbielski, General der
Infan=
terie z. D. v. Oidtman, Generalmajor v. Hölzer und
Vizeadmiral v. Livenius waren der Einladunig gefolgt.
Ferner waren Vertreter faſt aller Zentralbeyorden,
dar=
unter Geh. Oberregierungsrat Lenz, vom Miniſterium des
Innern, ſowie Vertreter von Veteranen= und
Kriegerver=
einen und Abgeordnete der beteiligten Regimenter und
Bataillone erſchienen. Amtsrichter Dr. Ewaldt=
Sonder=
burg gab einen eingehenden Bericht über die beabſichtigte
Ausgeſtaltung der Düppel=Ausſtellung in Sonderburg.
Landrat Schönberg erſtattete das Referat über die
Vete=
ranenfeier, an der teilzunehmen auch den unbemittelten
Veteranen ermöglicht werden ſoll. Ein Beſuch auf dem
Schlachtfelde und an den alten Erinnerungsſtätten, ſowie
auf der Hin= und Rückreiſe Empfänge durch die Städte
Kiel, Flensburg und Hamburg bilden
hervor=
ſtechende Teile des Programms.
Frankfurt a. M., 14. Jan. (Selbſtmord durch
Vergiftung) verübte geſtern im Saale der
Strafkam=
mer des hieſigen Landgerichts der Malermeiſter Karl Kurt
aus Sternberg. Kurt war wegen Sittlichkeitsverbrechen
zu einem Jahre Zuchthaus verurteilt worden. Nachdem
das Urteil verkündet war, ſetzte er ſich nieder und leerte
vor den Augen der Richter ein Fläſchchen mit Gift. Er
wurde ſofort ins Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf
ſtarb.
Ludwigshafen, 14. Jan. (Steigen des Rheins.)
Hier iſt der Rheinweiter geſtiegen, und zwar von
geſtern früh auf heute früh von 6,18 auf 6,52 Meter. Heute
nacht trat bei andauerndem Froſtwetter leichter
Schnee=
fall ein.
Karlsruhe, 14. Jan. (Schneefall.) In der
ver=
floſſenen Nacht und im Laufe des heutigen Mittwochs iſt
im Schwarzwald und in den Vogeſen erneut erheblicher
Schnee gefallen. Auf den Kämmen beträgt die
Schnee=
höhe 1,25 Meter. Die Kälte erreichte in einigen
Berg=
tälern bis zu 20 Celſiusgraden. Infolge von
Schneeverwehungen erleiden die Züge vielfach größere
Verſpätungen. Ueber die Höhen des Schwarzwaldes
müſ=
ſen erneut Bahnſchlitten geführt werden, um den Verkehr
aufrecht zu erhalten.
Bochum, 14. Jan. (Pulverexploſion in
Querenburg.) Die Exploſion im Sprengſtofflager
der Firma Grümer iſt von verheerender Wirkung
geweſen. Der Pulverturm befand ſich inmitten eines
Buchen= und Eichenwaldes in einem Berg eingegraben.
An der betreffenden Stelle ſieht man jetzt nur noch ein etwa
10 Meter tiefes, breites Loch, das durch die Gewalt der
Erploſion ausgehoben worden iſt. Im weiten Umkreis
ſind die Bäume wie Streichhölzer geknickt. Die Dächer der
Bauernhöfe und Wohnhäuſer ſind zum Teil abgedeckt,
viele Fenſterſcheiben ſind zertrümmert. Von den
ge=
töteten drei Leuten hat man bis jetzt noch nicht die
mindeſte Spur gefunden. Wohl ſieht man hier und da auf
dem Waldboden berußte, feuchte Fetzen, an denen man
aber nicht unterſcheiden kann, ob es ſich um menſchliche
oder tieriſche Hautſtücke oder um die Kleidung der Opfer
handelt. Die Kadaver der Pferde liegzn verſtümmelt auf
der Unfallſtelle. In der Nachbarſchaft, vielleicht 50 bis
100 Meter von dem Exploſionsherd entfernt, ſieht man
ver=
einzelt ſchwere Baumwurzeln, die über den Wald hinweg
aufs freie Feld geſchleudert und 30 bis 40 Zentimeter tief
in den gefrorenen Lehmboden eingedrungen ſind. Die
bei=
den Getöteten Bracht waren die Söhne eines
Unter=
nehmers gleichen Namens, der ſchon ſeit vielen Jahren ſich
mit dem Transport von Sprengſtoffen beſchäftigt. Der
alte Bracht ſelbſt iſt dem Unglück entgangen, ebenſo ein
Knecht, der kurz vorher mit ſeinem Fuhrwerk den
Pulver=
ſchuppen verlaſſen hatte. Es iſt bei allem Unglück noch als
Glück zu bezeichnen, daß das Sprengſtofflager nicht ſeine
normale Füllung hatte, erſt heute morgen ſollte ein
grö=
ßerer Transport Sprengſtoffe eingeliefert werden. Heute
vormittag war man damit beſchäftigt, eine Vorfüllung
durch kleinere Mengen vorzunehmen. Hierbei iſt offenbar
den Transportleuten eine Kiſte mit Sprengſtoffen
entglit=
ten und explodiert. Schon etwa eine Stunde nach dem
Geſchehnis war der Landrat und Polizeipräſident
Ger=
ſtein=Bochum auf der Unfallſtelle, die von Polizeibeamten
und Gendarmen abgeſperrt war. Von den Behörden
wurde darüber beraten, in welcher Weiſe die
Schaden=
erſatzanſprüche der Gemeindeeingeſeſſenen feſtgeſtellt
wer=
den ſollen. Diesbezügliche Schritte ſind bereits eingeleitet.
Münſter i. Weſtfalen, 14. Jan. (Ueberfahren.)
Ein Reparaturwagen der elektriſchen Straßenbahn
durch=
fuhr heute morgen vor dem Elektrizitätswerk die geſchloſ=
ſene, doch mangelhaft beleuchtete Eiſenbahnſchranke. Drei
Güterwagen wurden aus dem Geleis geworfen. Ein
Monteur der Straßenbahn war ſofort tot.
Braunſchweig, 14. Jan. (73000 Mk. hinter dem
Ofen.) Geſtern entſtand im Erdgeſchoß des Hauſes
Wilhelmſtraße 70 ein Schadenfeuer. Als man den
Brand löſchte, fand man hinter einem Ofen altes Papier
und darin verſteckt ein Sparkaſſenbuch und
Hypo=
thekenbriefe im Werte von 73000 Mk., die einem Geizhals,
dem Malermeiſter Preuß, gehörten.
Göttingen, 14. Jan. (Giftmordverſuch.) Der
Maurer Magerhans, der zu vier Monaten Gefängnis
ver=
rteilt worden war, weil er ein vierjähriges voreheliches
Kind ſeiner Frau fortgeſetzt mißhandelte aus Wut
dar=
über, daß er von dem Vater des Kindes keine Alimeste
erhielt, wurde heute unter dem dringenden Verdacht des
wiederholten Giftmordverſuches an ſeiner Frau und dem
Kinde verhaftet.
Halle a. Saale, 14. Jan. (Durch einen
Damm=
bruch) der Schwarzen Elſter ſind große Teile der
Ober=
förſterei Annaburg überſchwemmt worden. Der
Schaden an Wildſtand und Kulturen iſt groß.
Köpenick, 14. Jan. (Großfeuer.) Heute vormittag
entſtand in der Pappenfabrik Mendelsſohn und Wharton
ein Großfeuer, welches noch andauert. Eine Gefahr
für die Nachbargebäude liegt nicht vor, doch werden die
Löſcharbeiten durch die Kälte ſehr erſchwert.
Wien, 14. Jan. (Lawinen.) Die Neue Freie
Preſſe meldet aus Innsbruck: Bei den
Abräumungs=
arbeiten an der großen Lawine auf der Mittenwaldbahn
iſt eine neue Schneelawine niedergegangen. Mehrere
Arbeiter ſind verſchüttet worden. Einer davon wurde
gtötet, ein zweiter verletzt. — Auf der Arlbergbahn
er=
eigneten ſich bei den Räumungsarbeiten auf dem
Bahn=
geleiſe zwei tödliche Unfälle. Aus vielen Orten kommen
Nachrichten über Lawinenſtürze, die einen beträchtlichen
Schaden verurſachten.
Königgrätz, 13. Jan. (Explodierte Granate.)
In Altbenatek explodierte eine vom
Schmiede=
meiſter Kraus aufgefundene preußiſche Granate aus
dem Jahre 1866. Die Schmiede wurde demoliert
und der 19jährige Sohn des Schmiedes zerriſſen. Die
Granatſplitter fielen 200 Meter weit.
Rotterdam, 14. Jan. (Exploſion.) Heute
vor=
mittag explodierten einige Flaſchen Kohlenſäure auf dem
Maaskai. Eine Perſon wurde getötet, acht
ver=
letzt, darunter zwei ſchwer. Es wurde erheblicher
Sach=
ſchaden angerichtet.
Brüſſel, 14. Jan. (Die Anwälte des Herzogs
und der Herzogin von Orleans) haben in
ge=
meinſamem Einvernehmen beſchloſſen, den von der
Her=
zogin gegen ihren Gatten angeſtrengten Prozeß auf
Zah=
lung einer Jahresrente durch ein Schiedsgericht
auszu=
tragen.
Paris, 14. Jan. (Eheſcheidungsprozeß.)
Nach einer Blättermeldung hat der vatikaniſche
Gerichts=
hof der Rota die Ehe des ehemaligen Deputierten Graf
Boni de Caſtellani mit der Tochter des amerikaniſchen
Milliardärs Gould, die ſich vor einigen Jahren mit dem
Herzog von Sagan verheiratet hat, endgültig für null und
nichtig erklärt. Der Prozeß hat an ſechs Jahre gedauert.
Montreal, 13. Jan. (Schadenfeuer.) Heute
nach=
mittag brach ein ernſtliches Schadenfeuer aus, das
die katholiſche Kathedrale von Notredame und
den Stadtteil zwiſchen der Kathedrale und dem Waſſer
bedrohte. Viele Feuerwehrleute ſind verletzt worden. Die
Temperatur war 2,05 Grad Fahrenheit unter Null.
Davos, 14. Jan. (Davos von der Außenwelt
abgeſchnitten.) Die 5000 Kurgäſte, die zurzeit in
Davos weilen, ſind vom Verkehr mit der Außenwelt völlig
abgeſchnitten, da die Staatsſtraße Davos=Kloſter durch
Lawinenſturz geſperrt iſt. Aus vielen Tiroler
Orten treffen weitere Nachrichten über verheerende
La=
winenſtürze ein. In St. Chriſtoph erreichten die
Schnee=
maſſen eine Höhe von 4½ Meter. Das Hoſpiz liegt
bis zum Dach im Schnee.
Liſſabon, 14. Jan. (Eiſenbahnerſtreik.) Die
Angeſtellten der portugieſiſchen Eiſenbahngeſellſchaft ſind
heute früh in den Ausſtand getreten. Der
Eiſenbahnver=
kehr iſt dadurch lahmgelegt worden.
Kopenhagen, 14. Jan. (Feuer.) Das hiſtoriſche
Schloß Aalholm auf der Inſel Laaland iſt geſtern abend
durch Brand zum Teil zerſtört worden. Das
Schloß gilt als das älteſte Bauwerk Dänemarks und iſt
Eigentum des Grafen Raben=Levetzau.
Neu=York, 14. Jan. (Kälte.) Ueber Neu=York hat
ſich eine furchtbare Kältewelle ausgebreitet. Um
Mitternacht herrſchte eine Temperatur von 28 Grad Celſius
im Schatten. 18 Leute ſind erfroren. Der Verkehr in den
Straßen iſt faſt lahmgelegt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 14. Jan. Präſident Dr. Kämpf eröffnet
nach 1¼ Uhr die Sitzung. — Die Sozialdemokraten haben
eine Interpellation betreffend die
Kriegsge=
richtsurteile in Straßburg, eingebracht. Dieſe
Interpellation wird auf die Tagesordnung der morgigen
Sitzung geſetzt werden. — Präſident Dr. Kämpf: In
er letzten Sitzung des Herrenhauſes hat ſich ein Mitglied
desſelben dahin geäußert, daß die Art, wie der
Wehrbei=
trag aufgenommen wurde, darauf ſchließen laſſe, daß die
nationale Geſinnung überall im Wachſen begriffen ſei, daß
aber die berufene Vertretung des deutſchen Volkes jene
Geſinnung, die in der Wählerſchaft lebendig geweſen ſei,
habe vermiſſen laſſen. (Zurufe bei den Sozialdemokraten:
Unerhört!) Es ſteht ſelbſtverſtändlich den Landtagen der
einzelnen Bundesſtaaten das Recht zu, Kritik an dem
Verhalten des Reichstages zu üben, ebenſo wie der
Reichs=
tag dieſes Recht gegenüber den Landtagen der einzelnen
Bundesſtaaten für ſich in Anſpruch nimmt. Wenn aber
dem Reichstag der Vorwurf gemacht wird, daß er
natio=
nale Geſinnung habe vermiſſen laſſen, ſo liegt darin,
na=
nentlich auch angeſichts der Tatſache, daß der Wehrbeitrag
vom Reichstag mit überwältigender Majorität
angenom=
men worden iſt, eine Beleidigung des Reichstages (
Zu=
ſtimmung), die ich von dieſer Stelle aus mit aller
Ent=
ſchiedenheit zurückweiſe. (Lebhafter Beifall.)
Auf der Tagesordnung ſtehen
Petitionen.
Die Hirſch=Dunckerſchen Gewerkvereine, die Geſellſchaft
für ſoziale Reform und andere bitten um weitere
Schutz=
beſtimmungen für die Arbeiter in der
Schwereiſeninduſtrie. Die Kommiſſion
bean=
tragt Ueberweiſung zur Berückſichtigung, bezw. zur
Er=
wägung. Die Konſervativen beantragen Uebergang zur
Erwägung. — Abg. Spiegel (Soz.): Die
Bundesrats=
verordnungen zum Schutze der Hüttenarbeiter reichen nicht
aus. Vor allen Dingen aber ſind wir unzufrieden mit
der Ausführung dieſer Bundesratsverordnungen. Wir
fordern, daß den Gewerbe=Inſpektoren Aſſiſtenten aus den
Arbeiterkreiſen zur Seite geſtellt werden. Mehrfach ſind
Arbeitsſchichten von 2 bis 34 Stunden feſgeſtell worden.
(Hört! hört!) Den Arbeitern wird vielfach nicht einmal
Gelegenheit gegeben, zu frühſtücken oder ihr Mittagbrot
zu eſſen. Ich bitte Sie, dem Antrage der Kommiſſion
zu=
zuſtimmen, damit endlich ein wirkſamer Schutz der
Hütten=
arbeiter geſchaffen werden kann. — Abg. Giesberts
(Zentr.): In England hat man den Achtſtundentag erreicht
und man hat mit dieſer Verkürzung der Arbeitszeit die
beſten Erfahrungen gemacht. In anderer Beziehung, ich
erinnere an die Einrichtungen bei Krupp, Speiſeſäle uſw.,
ſind wir dem Auslande voraus. Wir müſſen die langen
Arbeitsſchichten zu beſeitigen ſuchen und nach dem
Acht=
ſtundentag hinſtreben. Die Bundesratsverordnungen
müſ=
ſen ſo abgefaßt und durchgeführt werden, daß eine
wirk=
liche Beſſerung der Verhältniſſe im Hüttenweſen
geſchaf=
fen wird. (Bravo.)
Abg. Böttger (natl.): Wir werden bei der
Etats=
beratung in Anregung bringen, daß, bevor neue
Beſtim=
mungen getroffen werden, das Reichsgeſundheitsamt uns
eine Darlegung über den Geſundheitszuſtand in der
Groß=
eiſeninduſtrie gibt. Die Verhältniſſe ſind nicht ſchlechter
als die anderer Induſtriezweige. Gewiſſe Mißſtände
ge=
ben wir gern zu. Sie müſſen beſeitigt werden. Die
ver=
langten Arbeiterkontrolleure, die nach dem Muſter der
Si=
cherheitsmänner eingeführt werden ſollen, dürften keine
beſſeren Erfolge haben als die letzteren. Sie würden
eben=
falls zum Mittelpunkt der politiſchen Agitation werden.
Wir haben gegen dieſe Einrichtung die ſchwerſten
Be=
denken. Das Prämienſyſtem hat ſich ganz gut bewährt.
Eine Reform des Penſionskaſſenweſens halten wir für
wünſchenswert. Eine Arbeitszeit von 12 Stunden muß
beſeitigt werden, aber immerhin muß die Frage der
Ar=
beitszeitverkürzung vorſichtig behandelt werden. Der
Achtſtundentag würde eine beträchtliche Vermehrung des
Arbeiterheeres notwendig machen und die Gefahr beſteht,
daß dann wieder auf ausländiſche Arbeiter zurückgegriffen
wird. Das würde aber gleichzeitig eine ungeheuere
Be=
laſtung der Induſtrie mit ſozialpolit’ſchen Laſten bedeuten.
Das wäre um ſo bedenklicher, als die Eiſeninduſtrie mit
ihrem Export zu 40 Prozent der Produktion auf das
Ausland angewieſen iſt. Bel dem Ueberſtundenweſen iſt
zu berückſichtigen, daß die Ueberſtunden vielfach notwendig
werden durch die Beurlaubung von Arbeitern. Wir
ſchlie=
ßen uns dem Antrage der Konſervativen an. — Abg. von
Gräfe=Güſtrow (konſ.): Wir haben dasſelbe
Wohl=
wollen für die Arbeiter, wie die anderen Parteien. Auch
die petitionierenden Sachverſtändigen ſind ſich nicht einmal
einig in dieſer Frage. Deshalb müſſen die Konſequenzen
mit Vorſicht gezogen werden. Ein Vergleich mit der
eng=
liſchen Induſtrie iſt nicht möglich, da die dortigen ſozialen
Laſten mit denen in Deutſchland nicht zu vergleichen ſind.
Der Achtſtundentag iſt dort nicht etwa geſetzlich engeführt,
ſondern lediglich, auf der Grundlage privater
Abmachun=
gen mit den Gewerkſchaften. Will man ſo verhängnisvolle
Beſchlüſſe faſſen, ſo muß man auch die berechtigten
Inter=
eſſen der Arbeitgeber berückſichtigen. (Beifall.) — Abg.
Soſinski (Pole): Die Ausnutzung der Arbeiter iſt
ganz beſonders in Oberſchleſien groß. Den Arbeitern
muß ein größerer Einfluß auf die Penſionskaſſen
einge=
räumt werden, damit ſie beim Wechſel der Arbeitsſtelle
nicht benachteiligt werden. — Abg. Windeck (Lothr.):
Die Berechtigung mancher dieſer Forderungen ſoll nicht
beſtritten werden. Internationale Verhandlungen dürkten
unumgänglich ſein. — Abg. Haberland (Soz.): Das
Elend in den Hüttenwerken iſt wirklich groß. Je mehr die
Arbeitszeit verkürzt wird, deſto größer ſind auch die
Vor=
teile für die Unternehmer. Die Berichte der
Gewerbe=
inſpektionen beruhen vielfach auf falſchen Informationen.
Eine Einwirkung darauf muß der Arbeiterſchaft
einge=
räumt werden. — Abg. Dr. Burckhardt (Wirtſch.
Verga.): Mißſtände ſind in den Hüttenbetrieben zweifellos
vorhanden, zu deren Beſeitigung wir gern die Hand bieten.
Die Petitionen werden nach dem Antrag der
Kommiſſion erledigt. Darauf wird vertagt. —
Nächſte Sitzung Donnerstag 1 Uhr:
Interpellatio=
nen, betreffend die kriegsgerichtlichen
Ver=
handlungen in Sachen der Vorgänge in
Zabern. Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Schluß
nach ¾6 Uhr.
* Berlin, 14. Jan. Der Seniorenkonvent
des Reichstages trat heute vor Beginn des
Ple=
nums zu einer Beratung zuſammen. Man einigte ſich
dahin, auf die Tagesordnung für morgen, Donnerstag,
die ſozialdemokratiſche Interpellation, betreffend die
Straßburger Kriegsgerichtsurteile, zu ſetzen. Zwei Tage
ſind vorgeſehen für die Behandlung der Vorlage,
betref=
fend die Sonntagsruhe. Dabei wurde die Hoffnung
aus=
geſprochen, daß die vorgenannte Beratung ſich ſo
beſchleu=
nigen laſſen werde, daß noch am Samstag die zweite
Leſung des Etats begonnen werden kann, und zwar mit
der Beratung des Etats des Innern. Weiter beſchloß der
Seniorenkonvent, die Beratung am Montag, den 2. Febr.,
ausfallen zu laſſen, ferner an den folgenden Tagen: 23.
und 24. Februar, 14. und 16. März. Die Oſterferien
ſol=
len am 3. oder 4. April beginnen.
* Berlin, 14. Jan. In der
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages bemängelten im Laufe der=
Beratung des Etats des Reichsamts des Innern der
Re=
ferent und ein Zentrumsmitglied, daß der Etatsanſatz von
480000 Mark für die Aufwandsentſchädigungen an
Fa=
milien, von denen drei Söhne der geſetzlichen zwei= oder
dreijährigen Dienſtpflicht genügt haben oder genügen, viel
zu niedrig ſei. Der Reichsſchatzſekretär gab zu, daß etwa
7½ Millionen Mark nötig ſeien. Die Kommiſſion
be=
ſchloß, daß der Etatsanſatz auf 7½ Millionen
Mark erhöht wird und nahm eine Aenderung
da=
hingehend an, daß die Auszahluna der
Aufwandsentſchä=
digung nach Erfüllung einer ſechsjährigen Geſamtdienſtzeit
von zwei oder drei Jahren einer Familie erfolgen ſoll.
Preußiſches Abgeordnetenhaus.
* Berlin, 14. Jan. In der heutigen Tagung des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes erörterte Freiherr von
Zedlitz auch die Frage, ob die Kabinettsorder
von 1820, die im Zaberner Prozeß eine Rolle ſpielte,
noch Gült’gkeit habe. Er meinte, daß dieſe Frage nicht
kurzer Hand zu verneinen ſei. Daß die Kabinettsorder in
der Oeffentlichkeit nicht mehr bekannt ſei, ſpreche für die
Güte der preußiſchen Zivilverwaltung, da dieſe Vorſchrift
ſeit dem Erlaß der Verfaſſung nicht mehr zur
An=
wendung zu kommen brauche Aus der Anwendung der
Kabinettsorder in Zabern ſchließt er, daß die elſaß=
lothrin=
giſche Verwaltung nicht auf der Höhe der preußiſchen
ſtände. Die Notwendigkeit der Herſtellung normaler
Ver=
hältniſſe im Reichsland, von der der Reichskanzler
ge=
ſprochen habe, müſſe auch zu einer Reorganiſation der
Be=
amtenſchaft im Elſaß an Haupt und Gliedern führen. Der
Abg. Wiemer (Fortſchr. Volkspt.) tadelte ſodann, daß
der Polizeipräſident von Jagow in das ſchwebende
Ver=
fahren eines Prozeſſes anläßlich der Zaberner
Vorkomm=
niſſe einzuwirken geſucht habe. Miniſter des Innern von
Dallwitz konſtatierte, daß Herr von Jagow nicht ſich
eines widerrechtlichen Eingriffes in ein ſchwebendes
Ver=
fahren habe zuſchulden kommen laſſen; jedoch könne die
Regierung ſeine Kundgebung nicht billigen. Bezüglich der
Angriffe auf die elſaß=lothringiſche Regierung ſchließt ſich
der Miniſter den Ausführungen des Miniſterpräſidenten
hinſichtlich der Unzuſtänd gkeit des preußiſchen
Parlamen=
tes an. Schließlich wendet ſich der Abg. Hirſch (Soz.)
gegen die preußiſche Säbeldiktatur, die ſich in Zabern
ge=
zeigt habe, und ebenſo gegen die Energieloſigkeit der
Re=
gierung dieſer gegenüber.
Badiſcher Landtag.
* Karlsruhe, 14. Jan. Am Schluß der heutigen
Sitzung der Zweiten Kammer gab Staatsminiſter
Freiherr von Duſch die Erklärung ab, daß die
Regierung hinſichtlich der Jeſuitenfrage in jeder
Hinſicht geſetz= und rechtmäßig vorgegangen ſei. Es ſei
nichts geſchehen, was den Charakter einer Verfolgung
ge=
tragen habe. Einer vollſtändigen Aufhebung
des Jeſuitengeſetzes kann die Regierung
nächt zuſtimmen, einer Milderung desſelben aber
werde ſie nicht ablehnend gegenüberſtehen. Bezüglich der
Stellung der Regierung zu den letzten Reichstagswahlen
erklärte der Staatsminiſter, daß die Regierung eine
durch=
aus objektive Stellung eingenommen habe, ſo daß nach den
letzten Wahlen eine Schwenkung nach rechts eingetreten
ſei. Bezüglich des Linksblocks erklärte der Miniſter, daß
der Großblock keine Gemeinſchaft ſei, auf die die
Regie=
rung ſich ſtützen könne, anerkannte aber, daß er poſitive
Arbeit geleiſtet habe. Finanzminiſter Dr. Rheinboldt
brachte den Entwurf ſeines Nachtrages des
Staatsvoranſchlags für 1914/1915 ein, in dem zur
Linderung der Not der Rebbauern 200000
Mark gefordert werden. Der Miniſter des
In=
nern von Bodman legte den Entwurf des Geſetzes übe:
Hagelſchaden vor.
Zabern im elſaß=lothringiſchen
Landtag.
* Straßburg i. E., 14. Jan. In der Zweiten
Kammer gab heute nachmittag zu Beginn der Debatte über
de Interpellationen, betreffend Zabern, der Präſident Dr.
Ricklin folgende von den vier Parteien des Hauſes
einge=
brachte Reſolution bekannt: Die Zweite Kammer iſt mit
der Regierung der Ueberzeugung, daß die Zivilverwaltung
in Zabern durchaus ihre Plicht getan und zum Eingreifen
des Militärs jeder tatſächlicher Anlaß und jede rechtliche
Grundlage gefehlt hat: Sie ſtellt feſt, daß die Regierung
auch in dem engen Rahmen ihrer verfaſſungsmäßigen
Be=
fugniſſe eine größere Energie zur Erlangung einer
Genug=
tuung, für die dem elſaß=lothringiſchen Volke zugefügten
Beleidigungen hätte entſalten, ſowie zur Aufklärung und
Beruhigung der Bevölkerung etwas hätte tun müſſen. Sie
vermag endlich in der Erklärung der Regierung keinerlei
Gewähr gegen eine Wiederholung ſolcher geſetz= und
recht=
verletzende Vorkommniſſe zu finden. Die Zweite
Kam=
mer bittet den Reichstag, dem ſie für ſein energiſches
Ein=
treten den Dank des elſaß=lothringiſchen Volkes ausſpricht,
in Fortführung des Kampfes um die Wahrung von Geſetz
und Recht einzutreten für: 1. Eine den modernen
bürger=
lichen Anſchauungen entſprechende, reiche geſetzliche
Ab=
grenzung der Gewalten; 2. eine Reform der
Militärge=
richtsbarkeit; 3. den Ausbau unſerer Verfaſſung in der
Richtung der vollen bundesſtaatlichen Selbſtändigkeit
El=
ſaß=Lothringens. Es ergriff Unterſtaatsſekretär Dr. Petri
das Wort zu einer energiſchen Verwahrung, in
dem er für die als Zeugen geladenen Zaberner
Staatsan=
wälte unter wiederholtem Beifall des Hauſes eintrat. Die
Stgatsanwaltſchaft habe durchaus ſachgemäß gehandelt und
die Angriffe des Oberſten von Reuter ſeien entſchieden
zu=
rückzuweiſen, vor allem auch der Vorwurf, die
Staats=
anwaltſchaft ſei bei ihren Entſcheidungen von einer gewiſ.
ſen Vorengenommenheit gegen Oberſt von Reuter und
das Militär befangen geweſen. Die Juſtizverwaltung
habe — auch bei der Vorführung der im Pandurenkeller
Siſtierten — pflichtgemäß gehandelt. Mit der Erklärung,
daß auch fernerhin ungerechtfertigte Angriffe und
Vor=
würde gegen die Juſtizbehörde von ihm und dem
Juſtiz=
miniſter mit aller Entſchiedenheit zurückgewieſen werden
würden, von welcher Seite ſie auch kommen möchten, ſchloß
Dr. Petri. Nach längeren Ausführungen des Abg. Hauß
(Zentr.) ergriff Unterſtaatsſekretär Mandel das Wort:
Ich hatte um ſo weniger Anlaß, im Reichstage zu ſprechen.
als von ſeiten des Reichskanzlers und des Kriegsminiſters
nicht der geringſte Vorwurf gegen die Landesverwaltung
von Elſaß=Lothringen erhoben wurde. (Zuruf: Oho!) An
der Erregung der Zaberner Bevölkerung iſt zum größten
Teil die Preſſe ſchuld. Was ein junger, unerfahrener
Leutnaut in der Kaſerne ſagte, konnte einen ganzen
Volks=
ſtamm nicht beleidigen. (Lebhafter Widerſpruch.) Die
Zaberner Angelegenheit hat mit der Verfaſſung nichts zu
tun. — Es ſprachen noch die Abgeordneten Kiener
(Lothr. Block) und Emmel (Soz.), worauf Staatsſekretär
Freiherr Zorn von Bulach nochmals unter
teilwei=
iſem Widerſpruch den Standpunkt der Regierung darlegte.
Die Regierung hatte nicht das Recht, ſich in militäriſche
Angelegenhe’ten einzumiſchen. Der Miniſter beſtritt das
Vorhandenſein einer Nebenregierung und betonte, die
Re=
gierung ſei ſtets beſtrebt, die Würde und die Intereſſen des
Landes zu vertreten. Er ſchloß mit dem Appell an das
Haus, mit der Regierung Hand in Hand zu arbeiten und
ſo bald das Reſultat zu erreichen, das alle ſehnlichſt
wünſchten. Darauf wurde die Weiterberatung um
7 Uhr auf Donnerstag vormittag 10 Uhr vertagt.
Parlamentariſches.
C Die Beſoldungsvorlage und die Erſte
Kammer. Geſtern verhandelten die Mitglieder der
Erſten Kammer unverbindlich über die
Beſoldungsvor=
lage. Es wurde im weſentlichen eine Einigung und
Uebereinſtimmung mit den Beſchlüſſen der Zweiten
Kam=
mer bezw. der Regierungsvorlage erzielt, bis auf den
ſtrittigen Hauptpunkt, die Lehrergehälter.
Hier=
zu waren die Mitglieder der Erſten Kammer ſich darüber
einig, auf einem ablehnenden Standpunkte
gegenüber den Beſchlüſſen der Zweiten Kammer zu
ver=
harren.
Gerichtszeitung.
Prozeß Hopf.
* Frankfurt a. M., 14. Jan. Der dritte Tag des
Prozeſſes findet den Angeklagten Hopf noch immer
in derſelben ruhigvorſichtigen Haltung gegenüber allen
Bekundungen der Zeugen und den Zwiſchenfragen des
Vorſitzenden. Die ganze Zeit über ſtehend, die rechte Hand
auf die Brüſtung des Anklageraumes geſtützt und mit dem
Geſicht dem Vorſitzenden zugewendet, ſo daß die Zuſchauer
ſeine Geſichtszüge nicht ſehen können, ſcheint Hopf keine
Ermüdung zu kennen. Die Zeugenvernehmung dürfte
heute zu Ende geführt werden, da am Dienstag bereits
21 Zeugen, faſt die Hälfte ausgeſagt haben. Dann kommt
aber noch die lange Reihe der Sachverſtändigen, faſt 20,
zu Wort, ſo daß das Urteil kaum vor Samstag
geſpro=
chen werden dürfte.
Heute werden zuerſt die Zeugen vernommen, die
zu der Erkrankung der zweiten Frau des Angeklagten
auszuſagen haben. Am belaſtenden ſind die Ausſagen der
Wartefrau, die damals bei Hopf bedienſtet war. Sie wll
geſehen häben, wie Hopf wiederholt etwas in die
Medi=
zin gemiſcht habe. Der Zeugin war es auch beſonders
aufgefallen, daß Hopf an einem Tage die Entleerungen
und das Erbrochene der Kranken ſelbſt ins Kloſett
ſchüt=
tete und ihr dieſe Arbeit nicht erlaubte. Eine Nachbarin
von Hopf in Niederhöchſtadt äußerte ſich über ihre
Wahr=
nehmungen an dem Todestag des ehelichen Kindes von
Hopf. Sie wollte dem Kind, das in gekrümmter Stellung
dalag, einen Umſchlag machen, als Hopf ins Zimmer kam
und ſagte: „Quälen Sie das Kleine doch nicht mehr, es
iſt ja ſchon tot”. Hopf nahm ihr dann das Kind aus dem
Arm und warf es mit großer Wut in ſein Bettchen zurück.
Ein Schiffsunfall.
* Neu=York, 13. Jan. Der Rotal=Mail=Dampfer
„Cobequid” der von Weſtindien nach Halifax
unter=
wegs iſt, wurde weit aus dem Kurſe verſchlagen und iſt
bei Briar Island in der Bai von Fundy aufgelaufen.
Etwa 50 Paſſagiere und 80 Perſonen Bemannung ſind an
Bord und ſchweben in höchſter Gefahr. Es herrſcht
ein gewaltiger Sturm.
* London, 14. Jan. Der Daily Chronicle meldet
aus Halifax vom 13. Januar: Unter den Dampfern,
die auf das Notſignal des „Cobequid” antworteten,
be=
findet ſich auch der Dampfer „Kronprinzeſſin
Cecilie”, der etwa 200 Meilen von Kap Sabel ſich
be=
fand.
* Halifar (Neuſchottland), 13. Jan. Die
fun=
kentelegraphiſche Verbindung mit dem Royal=
Mail=Dampfer „Cobequid” hat aufgehört. Der
Leucht=
turmwächter auf Briar Island berichtet, daß er
außer=
ſtande ſei, die Lage des Wracks zu beſtimmen. Man nimmt
an, daß es ein Irrtum des Kapitäns war, daß das Schiff
bei Briar Island geſcheitert ſei. Ein furchtbarer
Nord=
weſtſturm erſchwert die Rettungsverſuche. Man glaubt,
daß der Dampfer 150 Paſſagiere und ebenſoviel
Mann=
ſchaften an Bord habe. Einer ſpäteren Meldung zufolge
glaubt man, daß der „Cobequid” verloren iſt. Seit
7 Uhr fehlt jede Nachricht. Regierungsdampfer haben in
der Nähe von Briar Island keine Spur von ihm gefunden.
Vermiſchtes.
„Der Oberprieſter der
Sonnen=
anbeter im Gefängnis” Herr David Ammann
n Leipzig, Ehrenvorſitzender des Mazdaznanbundes,
er=
ſucht uns um Aufnahme ſolgender Berichtigung: Unter
obigem Titel brachten Sie neulich einen Artikel, welcher
der Berichtigung bedarf. Dr. O. Z. Haniſh iſt weder im
Gefängnis, noch iſt je ein Urteil gegen ihn geſprochen
worden. Er lehrt, wie bisher, in vollſter Freiheit. Wahr
daran iſt nur, daß Dr. Haniſh angeblich wegen
Verbrei=
tung eines unſittlichen Buches (Die Wiedergeburt) vom
Konzerte.
W. Unter dem Protektorate der Großherzogin fand
geſtern abend in der Stadtkirche zum Beſten des
Fonds für die Erbauung der Reformationskirche ein gut
beſuchtes Konzert des Deſſoffſchen
Frauen=
chors aus Frankfurt a. M. ſtatt, dem auch die
Großher=
zdgin beiwohnte. Das Programm enthielt nur
Kirchen=
muſik, und zwar vorwiegend älterer Meiſter aus dem 16
und 17. Jahrhundert. Eröffnet wurde es mit der von
Herrn Organiſten Wilhelm Borngäſſer mit
Meiſter=
ſchaft geſpielten Fantaſie in Cemoll von J. S. Bach, der
er ſpäter noch Paſſacaglia in D-moll von Dietrich Buxte
hude (1636 1707), eine motiven= und farbenreiche, ſich
nicht ſtreng an den kirchlichen Stil haltende Kompoſition
folgen ließ, die ihm in ihrer Vielgeſtaltigkeit Gelegenheit
bot, ſeine Virtuoſität in der techniſchen Beherrſchung des
Orgelsſpiels und ſeine gereifte Vortragskunſt zu
be=
tätigen.
Der von Frl. Gretchen Deſſoff geleitete, aus etwa
60 Damen beſtehende Frauenchor krug im erſten Teile die
4ſtimmigen Frauenchöre mit Orgelbegleitung von Heinrich
Schütz: „Ich ruf' zu Dir” (aus den „Kleinen geiſtlichen
Konzerten”) und „Weib, was weineſt du” (aus den
Cantiones saerae) und die a enpella=Chöre alter Meiſter
„Pueri Hebraeorum” (vierſtimmig) von Jacobus Gallus.
„Crucitixus” (dreiſtimmig) von Antonius Caldara und
„Duo seraphim elamabant” (vierſtimmig) von da Vittoria
Vor. Letztere Komponiſten gehören der Zeit von 1550 bis
1736 an. Die Kompoſitionen ſind vorwiegend in dem
alten einfachen und ſchlichten kirchlichen Stil gehalten, die
markanteſte iſt die zweite Schützſche Kompoſition mit ihrer
dem weltlichen Stil ſich nähernden intereſſanten und
be=
wegten muſikaliſchen Charakteriſtik. Der ſchöne 23. Pſalm
von Franz Schubert („Gott iſt mein Hirt”) für
vierſtim=
migen Chor mit Orgelbegleitung beſchloß den erſten Teil.
Den zweiten Teil bildete eine Kantate für Frauenſtimmen
(Doppelchor und Soli) mit Begleitung von Orgel und
zwei Harfen von Hans Gäl (geb. 1890), Von ewiger
Freude” eine Kompoſition, zu der man innerlich erſt
Stellung genommen haben muß, um ſie recht zu
würdi=
gen. Die muſikaliſche Anpaſſung an die Naivetät der
Form und des Stimmungsgehaltes des alten
Kirchen=
liedes, die für einen neuzeitlichen Komponiſten nicht leicht
iſt, iſt trotz des inſtrumentalen und ſtimmlichen
Aufwan=
des und der Mannigfaltigkeit der Ausdrucksformen als
recht glücklich zu bezeichnen, und man wird von der
Eigen=
artigkeit der Kompoſition, der die Genialität nicht
abzu=
ſprechen iſt, unleugbar gefeſſelt.
Der Deſſoffſche Frauenchor, der hier ja nicht mehr
un=
bekannt iſt, verfügt über ein hervorragendes ſtimmliches
Material und iſt brillant geſchult. In ſeiner Art dürfte
er wohl einzig daſtehen. Das Enſemble iſt hinſichtlich
der Intonation, ſtimmlichen Abtönung und harmoniſchen
Zuſammenklanges, ſowie auch der muſikaliſchen Diſziplin
als muſtergültig zu bezeichnen. Daß der Chor auch
ſtimm=
tüchtige Soliſtinnen beſitzt, bewieſen die Soli der vier
Damen Elſe Liebhold Leni Reichard, Gretel Nies und
Elly Horn in der Schlußnummer.
Die Orgelbegleitung zu den Liedern lag in den Hän
den des Herrn Wilhelm Bauer aus Frankfurt, die
Har=
fenbegleitung in denen der Herren Adam Hahn aus
Wiesbaden und Alfred Heinichen aus Frankfurt.
Geſchworenengericht „ſchuldig” geſprochen worden iſt. Ein
Urteil iſt aber bis heute nicht erfolgt und kann auch nicht
erfolgen, da nicht nur ſofort Berufung eingelegt worden
iſt, ſondern auch die oberſten Behörden der Vereinigten
Staaten ſofort veranlaßt wurden, das Zuſtandekommen
ieſes Wahrſpruches zu unterſuchen. Nicht nur wird nicht
der geringſte Anlaß zu Unſittlichkeit geboten, ſondern der
Begenſtand der Anklage, das Werk „Inner Studies”, in
deutſcher Ausgabe mit „Wiedergeburt” betitelt, lehrt
viel=
mehr die größte Reinheit des Körpers und der Sitten
Die Begründung des angeblichen Urteils, „die auf den
Enthüllungen eines „Abtrünnigen” eines jungen
Man=
nes aus reicher Familie, den man in den Tempel del
Sonnenanbeter entführt und als Sonnengott verehrt hat
beruhen ſoll, iſt völlig aus der Luft gegriffen. Dieſer
an=
geblich entführte „Sonnengott” iſt weder abtrünniggen
worden, noch hat er auch nur die geringſte Ausſage
ge=
macht, noch iſt er je als Zeuge vorgeladen worden.
lebt ſeit 1½ Jahren in Deutſchland, was von Tauſenden
von Zeugen beſtätigt werden kann; er hat es nie verlaſſen
auch iſt er Dr. Haniſh immer gleich treu ergeben.
Stapellauf des dritten Schulſchiffes.
* Bremen, 13. Jan. Anläßlich des morgen auf
der Werft von Tecklenborg A.=G. in Geeſtemünde
ſtatt=
findenden Stapellaufes des dritten Schulſchiffes
des Deutſchen Schulſchiffvereins, das den
Namen des Protektors, des Großherzogs Friedrich Auguſt
von Oldenburg, führen ſoll, trafen heute außer dem
Groß=
herzog von Oldenburg der Herzog von Sachſen=Altenburg,
er Fürſt zu Schaumburg=Lippe und der Fürſt zu
Stol=
berg=Wernigerode ein. Der Kaiſer beauftragte den Chef
er Marineſtation der Nordſee, Admiral von Heeringen,
mit ſeiner Vertretung. Ebenſo haben Vertreter entſandt
der König von Württemberg, Prinz Heinrich und Prinz
Adalbert von Preußen. Die Städte Bremen und Lübeck
ſind durch ihre Bürgermeiſter, Hamburg durch den Senator
Schramm vertreten. Der Reichskanzler und die
Staats=
ſekretäre des Reichsmarineamtes, des Auswärtigen Amtes
und des Reichspoſtamtes entſandten ebenfalls Vertreter.
Zahlreiche Mitglieder des Schulſchiffvereins aus ganz
Deutſchland ſind hier anweſend.
Zu Ehren der hier anweſenden Mitglieder des
Deut=
ſchen Schulſchiffvereins fand heute in dem oberen
Rat=
hausſaale ein Feſtmahl ſtatt, zu dem der Senat eingeladen
hatte. Mehr als 300 Perſonen hatten der Einladung Folge
geleiſtet. Bürgermeiſter Dr. Stadtländer brachte bei
dem Feſtmahl ein Kaiſerhoch aus. Bei ſeiner Rede hobeer
die klare Einſicht des Kaiſers von der Notwendigkeit der
Betätigung des deutſchen Volkes zur See und über die See=
und die große Tat der Schaffung der Kriegsmarine hervor.,
In der Rede an die Gäſte gedachte der Bürgermeiſter der
hochherzigen Initiative und Tatkraft des
Ehrenvorſitzen=
den, Großherzogs von Oldenburg, und brachte ein Hurra
auf ihn und den Schulſchiffverein aus. Der
Großher=
zog von Oldenburg erwiderte mit einer Rede, in
der er der Aufgaben des Deutſchen Schulſchiffvereins
ge=
dachte und mit den beſten Wünſchen für das Gedeihen der
Stadt Bremen ſchloß. Im weiteren Verlaufe des Mahles
gedachte der Chef der Marineſtation der Nordſee, Admiral
von Heeringen, der nahen Beziehungen der Kaiſerlichen
Marine zu dem Deutſchen Schulſchiffverein. Die
Kriegs=
marine habe von Anfang an der Entwickelung des
Deut=
ſchen Schulſchiffvereins das größte Intereſſe
entgegen=
gebracht und ſeine Beſtrebungen mit den Gefühlen lebhafter
Dankbarkeit begleitet. Die Erfolge des Deutſchen
Schul=
ſchiffvereins ſeien ausgezeichnete geweſen. Die Marine
könne das am beſten beurteilen, da die beim Deutſchen
Schulſchiffverein ausgebildeten Leute alle durch ihre Hände
gingen. Redner betonte, es ſeien durchweg erſtklaſſige
Leute, die die Schule des Vereins durchgemacht hätten.
Er ſchloß unter freudiger Zuſtimmung der Anweſenden
mit den beſten Wünſchen für eine weitere erfolgreiche
Ent=
wickelung des Deutſchen Schulſchiffvereins und einer
wei=
teren Feſtigung der Beziehungen zwiſchen ihm und der
Kaiſerlichen Marine.
* Geeſtemünde, 14. Jan. Die Teilnehmer an dem
Stapellauf des neuen Schulſchiffes trafen
heute nachmittag im Sonderzuge von Bremen hier ein,
Sie unternahmen zunächſt einen Rundaang durch die
Werke=
ſtätten der Werſt in Tecklenborg. Sodann begaben iſie
ſich zu dem auf dem Helling liegenden Schulſchiff Die
anweſenden Fürſtlichkeiten, Vertreter der Städte uſw.
be=
ſtiegen ſodann die Taufkanzel, von wo der Bürgermeiſter
Stadtländer=Bremen die Taufrede hielt, die mit
einem Hoch auf den Großherzog von Oldenbura ſchloß,
Bürgermeiſter Stadtländer taufte das Schiff auf den
Ng=
men „Großherzog Friedrich Auauſt‟ Der Stapellauf ging
glücklich venſtatten. Die Teilnehmer folgten dann einer
Einladung des Norddeutſchen Lloyd auf dem Dampfer
„George Waſhington”
Vulkanausbruch in Japan.
* Tokio, 13. Jan. Der vulkaniſche
Aus=
bruch auf Sakuraſchima begann am Sonntag
iorgen. Ungeheuere Felsblöcke flogen über 800 Meter
hoch und 30 Kilometer weit. Lavaſtröme floſſen von der
Seite des Berges herab und begruben drei Dörfer der
Inſel. Die Einwohner flüchteten auf das Feſtland.
Hun=
derte von Menſchen müſſen umgekommen ſein. Das Feuer
ſprang auf den Wald des Feſtlandes über. Weitere
Aus=
rüche ſchickten die brennende Lava bis nach Kagoſchima
ind ſteckten die Stadt an. Auch hier kamen Hunderte um.
Die Fliehenden fuhren in Güterzügen nordwärts. Am
Abend war die 70000 Einwohner zählende Stadt
voll=
ſtändig verlaſſen. Ein geſtern in Komanoto
ange=
kommenes Telegramm berichtet, daß der Telegraphiſt der
einzige in Kagoſchima zurückgebliebene Beamte ſei.
Die=
ganze Stadt ſei in Aſche und Rauch gehüllt.
* Tokio, 13. Jan. Amtliche Mitteilungen beſagen,
daß eine Flutwelle die Schrecken des
Vulkanausbru=
ches auf Sakuraſchima vermehrte. Hunderte von Häuſern
ſeien zerſtört oder beſchädigt, viele Einwohner getötet
oder verletzt. Immerhin glauben die Behörden, daß der
Verluſt an Menſchenleben nur auf der einen Inſel ein
beſonders ſchwerer ſei.
* Neu=York, 14. Jan. Die Sun veröffentlicht
ein Telegramm aus Tokio, daß nach den letzten
Nach=
richten, die aus dem Unglücksbezirk von Kagoſchima
einge=
troffen ſind, die Zahl der durch den Vulkanausbruch
ums Leben gekommenen Bewohner beinaher
100000 beträgt. Der Sakura=Vulkan iſt noch immer in
voller Tätigkeit. Die Stadt Kagoſchima iſt faſt gänzlich
durch die Lava, ſowie durch eine nachfolgende Flutwelle
zerſtört. Aus den japaniſchen Hafenſtädten ſind
Damp=
fer mit Lebensmitteln und Zelten, ſowie Decken für die
überlebende Bevölkerung nach dem Schauplatze der
Kata=
ſtrophe abgegangen. Aerzte und Krankenpfleger ſind aus
en Militärhoſpitälern gleichfalls nach dem Schauplatz der
Kataſtrophe entſandt worden.
* Tokio, 14. Jan. Bei dem erſten Ausbruch
es Vulkans auf der Inſel Sakuraſchima, der ſeit 130
Fahren untätig geweſen war, veranlaßten die Behörden
lie Bevölkerung, die Stadt Kagoſchima zu verlaſſen.
Es wurden Truppen aufgeboten. Das Erdbeben
wiederholte ſich alle drei bis fünf
Minu=
ten. Ein Flüchtling, der nach Nagaſaki kam, erzählte, daß
er in Kagoſchima über 200 Erſchütterungen gezählt habe.
Bei Beginn des Ausbruchs ſtiegen die Rauch= und Flam=
Umenſäulen aus verſchiedenen Teilen des Berges auf.
Vier=
ig Minuten ſpäter begann die Eruption vom Berggipfel.
Idie oſtwärts liegenden Häuſer wurden zuerſt vom Feuer
Aergriffen, das ſich ſchnell ausbreitete. Die Einwohner
Arängten ans Ufer. Die Polizei begab ſich in Booten zu
ſiken Rettungsarbeiten. Die Hitze war ſehr ſtark, ſie wurde
ſalbſt in Kagoſchima geſpürt, wo der Himmel durch die
ſpauchmaſſen des Vulkans und durch den Rauch der bren=
Aſenden Häuſer und Wälder verdunkelt wurde. Das Marine=
Nant hofft, durch die entſandten Kriegsſchiffe eine funken=
Ahlegraphiſche Verbindung herzuſtellen. Die Erſchütterung
Aſrurde in der ganzen Provinz Kiuſchiu geſpürt. Die Stadt
Nagaſaki, obwohl 160 Kilometer entfernt, iſt mit feinem
ertaub vulkaniſcher Aſche bedeckt worden. Der Gouverneur
von Mijazaki (Oſtküſte) telegraphiert, daß die Stadt mit
ſche bedeckt iſt.
* Tokio, 14. Jan. Der Vulkan
Sakura=
ſchima iſt teilweiſe in ſich zuſammengeſtürzt
ie Ausbrüche des Vulkans beginnen nachzulaſſen.
Erdbeben.
** Erdbebenwarte Jugenheim, 14. Jan.,
11 Uhr vorm. Das von Tokio am 13. Januar
gemel=
dete ſüdjapaniſche Erdbeben hat bereits am 12.
Januar nachmittags gegen 6 Uhr 28 Minuten japaniſcher
zeit ſtattgefunden. Aus den hier feſtgeſtellten
Aufzeich=
ungen iſt zu erſehen, daß es ſich um keines jener
Groß=
ben handelt, die zuweilen in Japan herrſchen. Das
Beben iſt als mittelſtark zu bezeichnen. Die Meldung aus
Laibach von einem Erdbeben auf den Sundainſeln zur
ſelben Zeit beruht auf einem Irrtum.
Landwirtſchaftliches.
W. Lampertheim. 13. Jan. Auf dem heutigen
Fer=
tlmarkt konnte das Angebot die Nachfrage nicht ganz
ſtfriedigen. Die aufgetriebenen Tiere wurden faſt ſämtlich
latt abgeſetzt. Die Preiſe bewegten ſich zwiſchen 25—32
ſark pro Paar. Nächſter Ferkelmarkt am 20. Januar, mit
m eine Prämiierung verbunden iſt.
— Frankfurt a. M., 14. Jan. (
Schlachtvieh=
lnarkt.) Amtlicher Bericht. Auftrieb: 2063 Schweine.
Preis für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in
ark: a) Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 55
is 58 (70—72), b) vollfleiſchige Schweine über 2½
Zent=
ſur Lebendgewicht 54—56 (69—71), c) vollfleiſchige
chweine über 2 Zentner Lebendgewicht 55½—58 (70—72),
hvollfleiſchige Schweine bis zu 2 Zentnern Lebendgewicht
5—4—58 (70—72). Marktverlauf: Langſam, bleibt
Ueber=
hmd.
Literariſches.
— Eleagabal Kuperus. Roman von Karl
ens Strobl. Der phantaſtiſch=utopiſtiſche Roman des
Maſchinenzeitalters. Wohlfeile Ausgabe in einem Bande.
Amſchlagzeichnung von Emil Preetorius. Ueber 700
Sei=
len. Geheftet 4 Mk., gebunden 5 Mk. Georg Müller
Ver=
hg, München. Karl Hans Strobls Roman „Eleagabal
Airperus” iſt eine von grandioſer Pracht der Phantaſie
rfüllte Dichtung in Proſa, die aus einer inneren
künſt=
ſäſchen Notwendigkeit heraus geboren iſt. Wie der
luntte, von Wundern übervolle Traum eines
mittelalter=
licpen Viſionärs, und dann doch wieder wie ein in
un=
tten Tagen um Jahrhunderte vorausgeeiltes Werk, lieſt
ich dieſes ganz und gar eigenartige Buch, das alle
Vor=
usſetzungen erfüllt, ein Ereignis für die deutſche
Leſer=
halt zu werden.
Parlamentariſcher Abend.
In den Räumen der Zweiten Kammer der Stände
ſud geſtern abend ein Parlamentariſcher Abend ſtatt, zu
len Herr Präſident Köhler Einladungen hatte ergehen
liſſen. Es nahmen faſt ſämtliche Mitglieder der Erſten
ind Zweiten Kammer, die Herren Miniſter und
Starts=
ſte und zahlreiche ſonſtige Regierungsvertreter daran
kil. Um 7½ Uhr erſchien auch Se. Kal. Hoheit der
Groß=
erzog in Begleitung der Flügeladjutanten Freiherrn
Maſſenbach und v. Schröder. Oberhofmarſchall von
ngern=Sternberg und Geheimerat Römheld waren
vor=
er ſchon erſchienen. Nachdem der Großherzog
verſchie=
bne der Herren begrüßt, begab ſich die Verſammlung in
kn Sitzungsſaal woſelbſt eine große Anzahl elektriſcher
pparate, Telephon= und ſonſtige Anlagen aufgeſtellt
ſar. Hier hielt Herr Landtagsabgeordneter Geheimrat
ſünch=Darmſtadt einen Vortrag über die
Verwen=
ſung der Glühlampe zum Telephonverkehr
Auf große Entfernungen. Der Redner führte
wa folgendes aus:
Wenn Empfangs= und Sendeſtationen weit
voneinan=
r entfernt ſind, wird der elektriſche Strom abgeſchwächt
nnd iſt nicht mehr in der Lage, die aufgenommenen
Zei=
gen abzugeben. Darum hat man beſondere Apparate
kun=
ſtuiert, die in Verbindung mit dem Lokalſtrom die
Appa=
tte der Empfangsſtation entſprechend ſtärken. Bei der
Felegraphie iſt das einfach, da es ſich um unterbrochenen
lleichſtrom handelt. Bei der Telephonie iſt das viel
ſhwieriger, da die komplizierten Eigenſchaften des
Fern=
ſtoms dem Gleichſtrom aufgeprägt werden müßten. Um
ds zu erleichtern, kam man zur Konſtruktion gewichtsloſer
Ebel. Dieſer wird erzeugt durch die ſogen.
Kathoden=
ſtahlen, die unter Einwirkung des Magnets beliebig
auf=
ud abwärts geleitet werden können. Dieſe
Kathoden=
ſtahlen fand man in der Glühlampe. Man ging nun zur
haktiſchen Verwendbarkeit dieſer Strahlen über, indem
lan Glühlampen konſtruierte, die eine Menge dieſer
ſtthodenſtrahlen erzeugen können. Das gelang mit Hilfe
twiſſer Oryde dem Profeſſor Wehnelt. Nun aber war
zunächſt nicht möglich, den Magneten auf die
verſtärk=
m Strahlenbündel einwirken zu laſſen, da er den ſchnellen
Echwingungen nicht folgen konnte. v. Lieben kam auf
In Gedanken, den aus der Ferne kommenden
Wechſel=
ſom in die Kathodenſtrahlen einzuführen. So entſtand
ſe von Lieben=Lampe, welche Kathodenſtrahlen dem aus
ür Ferne kommenden Wechſelſtrom anzupaſſen geſtattet.
Rmit war die bedeutſame Erfindung des Telephonrelais
glöſt. Es darf uns mit Stolz erfüllen, daß dieſe großen
Frungenſchaften von deutſchen Gelehrten erreicht wurden.
Zahlreiche intereſſante Experimente erläuterten den
Prtrag. Von beſonderem Intereſſe war die Ueber=
Uttelung von Geſprächen und Geſängen zunächſt aus dem
Palgymnaſium durch das lautſprichende Telephon, die
deutlich im Saale gehört und verſtanden wurden. Dann
wurde der Verſuch gemacht, mit Baſel in Verbindung zu
treten, der allerdings mißlang. Hingegen gelang es gut,
drahtlos mit Nauen in Verbindung zu treten. Die
Nauener drahtloſen Grüße waren ſehr gut zu verſtehen.
Damit ſchloß der erſte Teil des Vortrages.
Die Herren verteilten ſich darauf zum gemeinſamen
Mahl in den verſchiedenen Einzelzimmern. Im
Finanz=
ausſchußzimmer war die Haupttafel gedeckt; hier nahmen
Platz der Großherzog, rechts von dem Fürſten der
Prä=
ſident der Zweiten Kammer Köhler, Staatsminiſter Dr.
v. Ewald Fürſt Iſenburg=Birſtein, Geheimerat Münch,
links Fürſt Karl zu Solms=Hohenſolms=Lich, Abg. Dr.
Weber, Fürſt Leiningen, Staatsrat Wilbrandt. Graf
Er=
bach=Fürſtenau. Geſpeiſt wurde an Einzeltiſchen, die ſehr
geſchmackvoll durch die Gärtnerei Scholl dekoriert waren.
Die Speiſen wurden von Herrn Reuter (Hotel „Zur
Traube”) geliefert. Während des Mahles herrſchte eine
angeregte Unterhaltung.
Um 11 Uhr wurde der Vortrag und die Experimente
fortgeſetzt. Es erfolgten zunächſt kinematographiſche
Vor=
führungen geometriſcher Figuren und ihrer vielſeitigen
Verwendungsmöglichkeiten. Es war nun allerdings
hoch=
intereſſant, den alten „Pythagoras” zu ſehen, wie er von
ſelbſt den Beweis der Gleichheit des Inhalts ſeiner
Quadrate in lebendiger Bewegung auf die Leinwand
warf. Ebenſo Kreiſe, Elipſen, Kurven uſw. uſw. Der
Kinematograph bewies ſich hierbei als ein ganz
ausge=
zeichnetes Anſchauungsmittel für den Unterricht, was dem
Vortragenden natürlich Gelegenheit gab, den Wunſch mit
einzuflechten, daß die Hochſchulen ſämtlich mit dieſem
kinematographiſchen Unterrichtsmittel verſehen werden
mögen.
Dann gab es eine kleine Senſation. Die drahtloſen
Apparate meldeten ſich. Zuerſt die deutſche Station
Clifton (Weſtirland), dann Norddeich. Von letzterer
wurden u. a. folgende Bruchſtücke eines Telegramms von
einem anſcheined in Seenot befindlichen Dampfer
draht=
los geſunkt: (d. h. die ganzen Depeſchen wurden nicht
auf=
gezeichnet).
Norderney. Dampfer wird verloren gehalten. Seit
geſtern abend ſieben fehlt jede Nachricht.
Regierungs=
dampfer fanden keine Spur von ihm, furchtbarer
Nord=
weſtſturm, erſchwerte Rettungsverſuche.
Ferner: Sofia: Sobranje geſtern Mitternacht nach
ſtürmiſcher Sitzung aufgelöſt.
Araſchiana: Akuraſchioma ſeit Sonntag morgen
in Bewegung. Ungeheure Felsblöcke flogen über 800
Meter hoch und 30 Kilometer weit. Lavaſtröme
herab=
floſſen an der Seite des Berges. Begraben drei Dörfer
auf einmal. Einwohner flüchten auf Feſtland. Hunderte
müſſen umgekommen ſein. Feuer überſprang auf
Feſt=
land und ſteckte Stadt Kagoſchina in Brand. Hunderte
ſind umgekommen. Die Fliehenden fanden nordwärts
abends die 8000 Einwohner zählende Stadt vollſtändig
verlaſſen. Die Flutwelle vernichtete große Strecken.
Hun=
dert Häuſer ſind zerſtört oder beſchädigt, viele Einwohner
verletzt.
Konſtantinopel: Das Verbleiben des türkiſchen
Botſchafters Mahmud Muchta Paſcha in Berlin auf
ſei=
nem Poſten ſcheint endgültig beſchloſſen aus formellen
Gründen.
Hamburg: Direktor der Kunſthalle Profeſſor Dr.
Alfred Lichtwark heute nacht geſtorben.
Rom: Halbamtlich wird die Meldung, daß die
Tür=
kei den italieniſchen Kreuzer „San Märko” kaufte, als
vollſtändig unbegründet bezeichnet.
Paris: Deschanel zum Präſidenten der
Deputierten=
kammer wiedergewählt.
Bukareſt: Miniſterpräſident Majorescu überreichte
geſtern dem König die Demiſſion des Kabinetts.
Neubraunſchweig: Dampfer „Cuboquid” bei
Briar=Island in Fundybay geſtrandet. Nach drahtloſer
Meldung in gefährlicher Lage. Mehrere Schiffe zur Hilfe
abgegangen
Halifax: Neubraunſchweig drahtloſe Verbindung
mit „Cuboquid” aufgehört. Letzte Nachricht des Dampfers
lautet, daß vordere Schiffskammer voll Waſſer.
Die Funkentelegramme wurden aufgenommen durch
Herrn Ingenieur Betz der Funkentelegraphengeſellſchaft
Berlin, die auch die Apparate zur Verfügung geſtellt hatte.
Die Aufmontierung dieſer Apparate beſorgte die Firma
Keil, elektrotechniſches Inſtitut hierſelbſt.
Um ¾1 Uhr meldete ſich die Station Eiffelturm=Paris
zur Zeitangabe. Um 1 Uhr wurde ein Telegramm aus
England abgefangen, das nach Neu=York die
Ausfüh=
rungen des Reichskanzlers zur Erklärung des Herzogs
von Braunſchweig gab. Das in enaliſcher Sprache
gehal=
tene Telegramm überſetzte der Großherzog.
Daran ſchloſſen ſich Vorführungen der
Moleküle=
bewegung. Die vorgeführte Entſtehung der Kegelſchnitte
aus geraden Linien, die Bewegung der geometriſchen
Gebilde iſt eine eigene Arbeit des Herrn Geheimrat
Münch, die heute überhaupt zum erſten Male
vorgeführt wurde.
Die Vorführungen und Telefunkenaufnahmen fanden
den ungeteilten Beifall der Verſammlung. Der Abend
verlief im übrigen in anregendem, ungezwungenem
Ge=
dankenaustauſch. Vielfach wurde die inzwiſchen
bekannt gewordene Stellungnahme der
Erſten Kammer zur Beſoldungsordnung
erörtert. Man hält, wenn die Zweite
Kam=
mer nicht nachgibt, die Vorlage für
ernſt=
lich gef ährdet. Die Mehrheit der Zweiten Kammer
ſcheint nicht geneigt zum Nachaeben.
Der Großherzog verweilte bis nach 1½ Uhr im
Kreiſe der heſſiſchen Parlamentarier.
M. St.
Verſuchtes Attentat gegen Scherif Paſcha.
* Paris, 14. Jan. Ein Attentat gegen den
türkiſchen General Scherif Paſcha, der ſich ſeit
längerer Zeit in Paris aufhält, iſt heute morgen
anſchei=
nend von jungtürkiſcher Seite verübt worden. Der
Ge=
neral erklärte in einem Interview ſelbſt: Geſtern ſtellte
ſich ein Mann in meiner Wohnung ein, der angab, er
komme direkt von Saloniki und hätte den Auftrag, mir
einen Brief perſönlich zu übergeben. Da der Mann aber
nicht vorgelaſſen wurde, kam er heute früh 9 Uhr wieder.
Auf die Mitteilung meines Dieners, daß ich zu dieſer
Stunde niemand empfange, zoger einen Revolver
aus der Taſche und feuerte drei Schüſſe auf
meinen Diener ab. Dieſer wurde von zwei Kugeln
getroffen, hatte aber noch die Kraft, ſeinen eigenen
Re=
volver, den er vorſichtshalber ſtets bei ſich trug, zu ziehen
und auf ſeinen Gegner abzufeuern, den er jedoch verfehlte.
In dieſem Augenblick kam mein Schwiegerſohn, der
Leut=
nant Salil Bey, hinzu, der erſt vor kurzem vom
Kriegs=
ſchauplatz in Thrazien zurückgekehrt iſt. Dieſer nahm den
Revolver meines Dieners auf und ſchoß deſſen Gegner
nieder. In dieſem Augenblick kam auch ich hinzu, und
während ich die Polizei von dem Vorfall in Kenntnis
ſetzen ließ, wurde der Verwundete in die Klinik getragen.
Der Polizeikommiſſar hat ſofort eine Unterſuchung
eingeleitet. Eine zahlreiche Menſchenmenge ſteht vor der
Wohnung Scherif Paſchas. Die Perſönlichkeit des
Mör=
ders iſt noch nicht feſtgeſtellt. In ſeiner Taſche fand man
237 Francs und einen Koran, aber keinerlei Papiere. Wie
ſich nachträglich herausſtellte, war der Brief au Scherif
Paſcha nur ein unbeſchriebenes Stück Papier, ſo daß
hier=
aus hervorzugehen ſcheint, daß es ſich um einen
vor=
bedachten Anſchlag handelt.
* Paris 14. Jan. General Scherif Paſcha
er=
klärte einem Berichterſtatter, es handle ſich um ein rein
politiſches Verbrechen und er ſei überzeugt, daß
der Anſchlag von der türkiſchen Regierung
an=
gezettelt worden ſei. Er glaube, daß der Anſtifter des
Attentats der gegenwärtige Großweſir Said Halim ſei,
der leibliche Bruder ſeiner Gattin, der Prinzeſſin Emineh
von Aegypten. Außer dem Kammerdiener, der
lebens=
gefährlich verwundet wurde erlitt auch der Chauffeur des
Generals Scherif Paſcha eine Verletzung, die aber nicht
von einer Schußwunde herzurühren ſcheint. In dem
Augenblick, als der Polizeikommiſſar den Tatbeſtand
auf=
nahm, erſchien in der Wohnung Scherif Paſchas ein
an=
ſtändig gekleideter Mann von orientaliſchem Typus und
übergab Scherif Paſcha ſeine Viſitenkarte. Der General
ließ den Beſucher, deſſen Perſönlichkeit bisher
geheimge=
halten wird, ſofort verhaften. Die von der
Staatsänwalt=
ſchaft angeordnete Unterſuchung hat unzweifelhafte
Be=
weiſe ergeben, daß Salil Bey, der Schwiegerſohn
Scherif Paſchas, im Zuſtand berechtigter Notwehr
gehandelt hat. —Zu dem Attentat wird noch gemeldet, daß
die franzöſiſche Polizei auf Erſuchen Scherif Paſchas, der
faſt täglich Drohbriefe erhielt, ſein Haus überwachte, um
ihn gegen etwaige Anſchläge zu ſchützen. Einem
Bericht=
erſtatter gegenüber erklärte Scherif Paſcha, daß ſeit kurzem
auf dringendes Erſuchen der türkiſchen Botſchaft dieſe
Ueberwachung etwas nachläſſiger gehandhabt worden ſei.
Scherif Paſcha behauptet weiter, daß der bei dem
Atten=
täter vorgefundene Dolch vollſtändig jenem gleiche, mit
welchem der bekannte türkiſche Journaliſt Zeki Bey vor
einigen Monaten in Konſtantinopel ermordet worden ſei.
Er fügte hinzu, daß er nach wie vor furchtlos zum Heile
ſeines Vaterlandes die jungtürkiſche Regierung bekämpfen
werde. Der Schwiegerſohn Scherif Paſchas, Salil Bey,
iſt Leutnant im türkiſchen Heere und hat an dem letzten
Feldzug in Thrazien teilgenommen.
Vom Balkan.
* Neuwied, 14. Jan. In der Preſſe wurde
er=
wähnt, daß der Tag der Ankunft des Prinzen Wilhelm
zu Wied in Durazzo bereits feſtgeſetzt ſei, und zwar auf
den 20. Januar. Wie die Neuwieder Zeitung aus guter
Quelle erfährt, kann von der Feſtſetzung irgend eines
Ter=
mins für die Ankunft in Durazzo keine Rede ſein. Die
derzeitige Zurückhaltung dürfte dadurch begründet ſein,
daß die internationale Anleihefrage noch ihrer Erledigung
harrt. Sobald dieſe durchgeführt iſt, ſteht dem Empfang
der albaniſchen Delegierten nichts mehr im Wege. Der
Empfang findet vorausſichtlich in Neuwied ſtatt.
* London, 14. Jan. Die Antwort des
Drei=
bundes auf die britiſchen Vorſchläge über
die ägäiſchen Inſeln wurde heute abend im
Aus=
wärtigen Amte überreicht. Die Noten wurden einzeln
überreicht, haben aber identiſchen Charakter In
Abweſen=
heit Sir Edward Greys haben der italieniſche Botſchafter
Imiali, der öſterreichiſch=ungariſche Legationsrat Graf von
Trautmannsdorf und der zweite Sekretär der deutſchen
Botſchaft von Schubert die Noten dem Unterſtaatsſekretär
Artur Micholſen übergeben. Die Herren ſuchten das
Aus=
wärtige Amt nicht gemeinſam auf, ſondern einzeln zu
verſchiedener Zeit. Die Note enthält wenig neues, was
nicht ſchon vor einiger Zeit vorausgeſagt wurde.
* Bukareſt. 14. Jan. König Karol erließ
an=
läßlich des Neujahrstages an die Armee einen
Tages=
befehl. in dem er auf die treue Pflichterfüllung hinwies,
welche die Armee bei Vollbringung der bedeutſamen
Ta=
ten des letzten Jahres bewieſen habe und hinzufügte, daß
die Schnelligkeit und Energie, mit der die großartige
Ak=
tion durchgeführt worden ſei, den Ruhm der Armee erhöht
habe.
* Valona, 14. Jan. Wie verſichert wird, ſollen
die Griechen fünfzehn Dörfer in dem Bezirk
Sara=
pari und Kortza geräumt haben. Die Nachrichten aus
Elbaſſan lauten beruhigender. Eine objektive Prüfung
der Lage ergab, daß die verbreiteten Gerüchte übertrieben
waren.
Aus Mexiko.
* Mexiko, 14. Jan. Der mexikaniſche Miniſter des
Auswärtigen iſt beauftragt worden, die fremden Mächte
von der Entſcheidung bezüglich der Einſtellung der
Zinszahlungen auf die Bonds der inneren und
aus=
wärtigen Schuld für die erſten ſechs Monate des Jahres
zu verſtändigen.
* Mexiko, 13. Jan. Die Ankündigung der
Regierung, daß die Zinſen für die Bonds der
inne=
ren und äußeren Schuld nicht bezahlt werden ſollen,
bezieht ſich auf alle Bondszinſen, die im nächſten
Halb=
jahr fällig werden.
* Neu=York 14. Jan. In hieſigen Bankkreiſen,
die in lebhafter Geſchäftsverbindung mit Mexiko ſtehen,
iſt bisher eine Benachrichtigung der vorgeſchlagenen
Einſtellung der Zinſenzahlungen nicht
eingetroffen.
* Neu=York, 14. Jan. Nach einer Depeſche aus
Mexiko befolgte Huerta, als er die Unterbrechung
der Zinſenzahlung der Nationalſchuld
an=
ordnete, die Ratſchläge eines Vertreters der europäiſchen
Bankiers. Der Erlaß Huertas ſetzte zwar den Aufſchub
der Zahlungen auf ein Semeſter feſt, aber die hieſigen
Bankiers machen ſich auf eine Verlängerung der Friſt
ge=
faßt.
* London, 14. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, ſind die Verhandlungen. die in Paris und
Lon=
don geführt werden, um der Bank von London in
Mexiko einen Vorſchuß von 800000 Pfund
Sterling zu gewähren, vorläufig zum Stillſtand
gekommen. Es wird jedoch erklärt, daß die Lage der
Bank ſich inzwiſchen ſoweit gebeſſert habe, daß der
Vor=
ſchuß vielleicht nicht mehr benötigt werde. Die teilweiſe
Beſſerung der Lage der Bank iſt auf die von Huerta
ver=
fügte Verlängerung des Moratoriums zurückzuführen.
Dem Vernehmen nach hat die Bank den Geſchäftsverkehr
ereits teilweiſe wieder aufgenommen.
Der Ausſtand in Südafrika.
* Johannesburg, 13. Jan. Die Arbeiter
auf den Gruben in Randfontein Eſtates
haben mit einer Zweidrittel=Mehrheit gegen den
Streik geſtimmt. — 6 Uhr 30 abends. General Botha
hut als Miniſter für Eingeborenen =
Ange=
legenheiten an alle Eingeborenen Compounds am
Rand ein Rundſchreiben geſandt in dem er die Lage
erklärt und die Eingeborenen zur Ruhe mahnt. Das
Rundſchreiben hat anſcheinend eine ausgezeichnete
Wir=
kung ausgeübt. — 8 Uhr 15 abends. Der Sekretär der
Gewerkſchaft der Lokomotivführer und
Heizer gibt bekannt, daß die Abſtimmung in der
Ge=
werkſchaft, die für einen allgemeinen Streik ausgefallen
war. ungültig iſt, da nicht die vorgeſchriebene Zahl von
Zweidrittel den Mitglieder an der Abſtimmung
teilgenom=
men habe. Es könne daher kein allgemeiner Ausſtand der
Mitglieder erklärt werden. — 10 Uhr 30 abends. Der
Stationsvorſteher in Geduld am Oſtrand iſt verhaftet
worden. Er und ſeine Untergebenen hatten ſich dem Streik
angeſchloſſen und er ſoll ſich geweigert haben, ſeine
Pa=
piere ſeinem Nachfolger auszuhändigen. Es iſt dies der
einzige Fall, wo ein Beamter von ſeiner Stellung ſich dem
Streik angeſchloſſen hat.
* Johannesburg. 13. Jan. Die Theater ſind
geſchloſſen. Der Straßenbahnverkehr iſt
in=
folge der Unruhen unterbrochen. Die
Eiſenbahnverwal=
tung improviſierte mit den treugebliebenen
Lokomotiv=
führern einen freiwilligen Zugdienſt. — Bei Benoni
wurde auf den Bahnſchienen Dhnamit entdeckt.
* Johannesburg, 13. Jan. Die
Minenarbei=
ter haben durch Abſtimmung mit Zweidrittel=Mehrheit
den Streik beſchloſſen.
* Johannesburg, 14. Jan. Die
Dynamit=
anſchläge auf die Eiſenbahnen dauern fort. Erſt
heute früh wurde wieder Dynamit auf einer Bahnſtrecke
gefunden.
**Bloemfontein, 14. Jan. So gut wie alle
Eiſenbahner in den Werkſtätten und im Fahedienſt
ſtehen im Streik, doch verkehren die wichtigſten Züge
und werden von Angeſtellten aus Kapſtadt bedient. Die
Eiſenbahner in Bethlehem und Kronſtadt ſind in den
Streik getreten.
* Kapſtadt, 13. Jan. Die Gewerkſchaften
haben den Generalſtreik für das ganze Gebiet der
Union proklamiert.
* Kapſtadt, 13. Jan., 11 Uhr abends. Die
Berg=
arbeiter werden morgen nachmittag die Arbeit
einſtellen infolge Erklärung des Generalſtreiks. Man
nimmt an, daß das Kriegsrecht ſofort verkündet werden
wird.
* Kapſtadt, 14. Jan. Die
Straßenbahn=
angeſtellten haben beſchloſſen, in den Ausſtand
zu treten.
* Kapſtadt, 14. Jan. Der
Belagerungszu=
ſtand erſtreckt ſich auf die wichtigſten Bezirke
Trans=
vaals, des Oranjeſtaates und Natals, welche die
Haupt=
bahnen führen mit Einſchluß Durbans und
Pietermaritz=
burg und mit Ausſchluß der Kapkolonie.
* Kapſtadt, 14. Jan. Die Straßenbahner
haben ſich für den Streik erklärt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Mainz, 14. Jan. Auf der Station Mainz=Mombach
wurde heute nachmittag gegen 3 Uhr ein
Bahnarbei=
ter, der vor dem einlaufenden Schnellzug Köln=Mainz
die Geleiſe überſpringen wollte, von der Lokomotive
erfaßt und getötet.
* Karlsruhe, 14. Jan. Der ledige Zahntechniker
Ger=
man Scham aus Trochtelfingen, der in der Nacht vom
1. zum 2. November v. J. in Raſtatt bei einem nächtlichen
Renkontre zwei Schutzleute durch Revolverſchüſſe verletzte,
von denen einer, der Schutzmann Krompaß am 5.
No=
vember ſeinen Verletzungen erlag, wurde heute vom
Schwurgericht zu ſechs Jahren und drei
Mo=
naten Gefängnis verurteilt.
* Schwerin (Mecklenb.), 14. Jan. Auf ſeiner
Rück=
reiſe von Stockholm traf heute abend 7.10 Uhr Prinz
Max von Baden auf dem hieſigen Bahnhof ein, wo
er vom Großherzog, der von Ludwigsluſt im
Auto=
mohil gekommen war, begrüßt wurde. Der Großherzog
fuhr dann mit dem Prinzen per Bahn nach Ludwigsluſt
weiter, wo Prinz Max heute im Schloſſe verbleibt.
* Wien, 14. Jan. Die geſtern begonnene Sitzung
des Budgetausſchuſſes dauert fort. Infolge der
Dauerreden der tſchechiſchen Agrarier und der Tſchechiſch=
Radikalen iſt heute nachmittag noch Sitzung und ſoll
even=
tnell bis morgen vormittag bis zum Beginn der Sitzung
des Abgeordnetenhauſes fortgeführt werden.
* Rom, 14. Jan. Die Agenzia Stefani erklärt: Die
Meldung eines auswärtigen Blattes, Italien habe den
Kreuzer „San Marco” an die Türkei verkauft, iſt
vollſtändig unbegründet.
* Paris, 14. Jan. Miniſterpräſident Doumerque
gab heute zu Ehren des Miniſterpräſidenten
Venizelos ein Frühſtück, an dem der griechiſche
Geſandte Romanos, der Bankdirektor Palaortitis aus
Athen, die Miniſter Caillaux, Noulens, Monis und
Vi=
vkani, der Botſchafter Paleologue und der Präſident des
Comptoir dEscompte, Aleris Roſtand, teilnahmen.
* Paris 14. Jan. Der radikale Deputierte
An=
drieux richtete an den Finanzminiſter eine ſchriftliche
Anfrage, ob es ihm bekannt ſei, daß franzöſiſche und
aus=
ländiſche Banken gegenwärtig ohne eine amtliche
Ermäch=
tigung ausländiſche Anleihewerte beim
fran=
zöſiſchen Publikum in privater Weiſe unterzubringen
ſuchen, und welche Maßnahmen er daher zu ergreifen
ge=
denke. Der Finanzminiſter antwortete, daß gegenwärtig
keine geſetzmäßige Handhabe gegen ein
der=
artiges Vorgehen beſtehe, daß jedoch die
Finanzverwal=
tung nach Mitteln ſuche um eine heimliche Plazierung
ausländiſcher Wertpapiere zu verhindern.
* Madrid, 14. Jan. Die Generaldirektion
der Eiſenbahn Madrid-Caceres-Portugal iſt angewieſen
worden, den Schnellzug nach Liſſabon wegen des dort
ausgebrochenen Streiks nicht abfahren zu
laſſen.
* Waſhington, 14. Jan. Präſident Wilſon hatte
mit dem Kabinett eine Beſprechung über die in der
bevor=
ſtehenden Seſſion zur Beratung kommenden Geſetze.
Zur Frage des Antitruſtgeſetzes erklärte ein Mit=
glied des Kabinets, die Boſchaſt des Präſibenten an den
Kongreß würde die Geſchäftswelt über die aufrichtige
Ab=
ſicht der Verwaltung, mit ihr billig zu verfahren, von
neuem beruhigen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Bleichſucht und
Blutarmut verſchwinden
ſobald Sie zur Förderung Ihrer Blut.
bildung täglich morgens und abends
den weit und breit bekannten,
kau=
ſendfach ärztlicherſeits empfohlenen
Raſſeler Hafer=Rakao
krinken. (Nur echt in blauen
Kar=
tons für 1 Mark — niemals loſeh
hell, ſparſam, ge=
Glettra=Rerzen, ruchlos. Pak 65.
Hier: F. B. Grodhaus. Seifenf. a. w. Turm. (IX.291
Wuch der minder bemittelte Feinſchmecker kann,
Vü wenn er es richtig anfaßt, ſich mit geringen Koſten
öſters einen Leckerbiſſen gönnen, der die monotone
Folge des bürgerlichen Küchenzettels angenehm
unter=
bricht. Belehrung hierüber erteilen die reichhaltigen
Kochrezepte (4. erweiterte Aufl.) von Türk & Pabſt
GFrankfurt, welche auf Verlangen direkt von der Firma
völlig koſtenlos geliefert werden.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Mitteilung, daß unſere liebe
her=
zensgute. Schweſter, Schwägerin und Tante
Marie Aßmuth
heute vormittag 9 Uhr nach kurzem, ſchwerem
Leiden im 60. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Chriſtine Aßmuth,
Val. Stier Wwe., geb. Aßmuth,
und Familie,
Heinrich Aßmuth und Familie,
Peter Aßmuth und Familie,
Eliſabeth Angeli, geb. Aßmuth,
Chriſtoph Angelt.
Darmſtadt, den 14. Januar 1914.
Neue Niederſtraße 7.
(B1939
Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags
½3 Uhr, vom Beſſunger Friedhof aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an unſerem ſchweren Verluſte ſagen wir Allen,
insbeſondere Herrn Pfarrer Velte für die
troſt=
reichen Worte, dem evangel. Arbeiter= und
Hand=
werkerverein, dem Beamten= und Arbeiterperſonal
der Firma Gebrüder Roeder, unſeren innigſten
Dank.
(*1125
Familie Peter Hartmann.
Darmſtadt, Januar 1914.
Bismarckſtraße 78.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Frau, unſerer
guten Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante ſprechen wir
Allen unſeren herzlichſten Dank aus.
(1892
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Florian Schulze.
Darmſtadt, den 13. Januar 1914.
Milchhändler-Verein
Darmstadt und Umgegend.
Todes=Anzeige.
Unſeren verehrten Mitgliedern ſowie
Ge=
ſchäftskollegen die traurige Nachricht, daß unſer
I. Vorſitzender
Ernst Poth
am Mittwoch vormittag ½ 11 Uhr plötzlich aus
unſerer Mitte durch dien Tod geriſſen wurde.
Wir verlieren in demſelben einen treuen,
eifrigen Berater und Stütze des Vereins und
werden demſelhen ein ehrendes Andenken
bewahren.
Die Beerdigung findet Freitag, den
16. Januar, nachmittags ½ 4 Uhr, vom
Sterbehauſe, Heinheimerſtraße 20, aus ſtatt.
Um zahlreiche Beteiligung bittet
Der Vorſtand.
Todes=Anzeige.
Am 13. ds. Mts. wurde meine liebe Frau,
unſere gute Mutter, Schwiegermutter und
Großmutter
(*1140
Elise Seibert
geb. Reeb
nach langem, ſchwerem Leiden durch den Tod
erlöſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Joh. Adam Seibert.
Darmſtadt, den 13. Januar 1914.
Die Beerdigung findet Freitag, den 16. Jan.,
nachmittags 2¼ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofs aus, ſtatt.
ete eie
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Am Südrande des ausgedehnten Hochdruckgebietes
hatte unſer Bezirk geſtern meiſt wolkiges, kaltes
Froſt=
wetter bei vorwiegend nordöſtlichen Winden. Heute
mor=
gen liegen die Temperaturen in ganz Deutſchland ſehr tief.
Das Hochdruckgebiet hat ſich weiter weſtwärts bewegt und
an Stärke abgenommen; im Nordoſten und Südweſten
befindliche Tiefs können uns vorübergehend Schneefälle
bringen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 15. Jan.:
Meiſt trüb und wolkig, zeitweiſe Schneefälle, Froſt,
nord=
öſtliche Winde.
Schneebericht.
Felsberg: 28 Zentimeter, lückenlos, alter Schnee
ge=
froren, 2 Zentimeter Neuſchnee. Neunkirchen: 25
Zenti=
meter, lückenlos, alter Schnee 2 Zentimeter Neuſchnee;
Rodel= und Stibahn gut. Reichelsheim: 5 Zentimeter
lückenlos, locker, friſchgefallener Schnee. Berfelden: 25
Zentimeter, lückenlos, alter Schnee gefroren,
Rodel=
bahn gut.
Tagesralender.
Donnerstag, 15. Januar.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr
(außer Abonnement): „Der Barbier von Sevilla”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Pinder um 8¼ Uhr im
Hörſaal 360 der Techniſchen Hochſchule (Vollsbildungss
verein).
Vortrag von Dr. Keller=Hörſchelmann um 8¼ Uhr im
„Kaiſerſaal” (Naturheilverein).
Vortrag von Evangeliſt Dölken um 8½ Uhr,
Mauer=
ſtraße 17 (Bibelſtunde um 4 Uhr).
Generalverſammlung des Heſſiſchen Fechtvereins
„Waiſenſchutz” um 8½ Uhr im „Heſiſchen Hof”
Märchenvorträge um 3 und 5 Uhr im
Lichtbild=
theater, Grafenſtraße 12.
Konzert um 8 Uhr im „Rummelbräu”.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Tei, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Mar Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Ftriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
nach Pilsner Art L
nach Münchner Art
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feinste Tafelbiere —
Ranner druu in Flaschen und Syphons.
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Geöffnet von morgens 9 Uhr bis abends 6 Uhr.
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Verzinsung von Geldern auf kurze und lange Zeit.
An- und Verkauf von Wertpapieren an allen Börsen.
Gewährung von Darlehen gegen börsengängige Wertpapiere.
Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren.
Entgegennahme von Zeichnungen auf alle Emissionen.
Versicherung von Wertpapieren gegen Kursverlust im Falle der Auslosung.
Einlösung von Zins- und Dividendenscheinen und verlosten Effekten.
Vermittlung von Kapitalsanlagen in guten Werten.
Vermögensverwaltungen.
Inkasso von Schecks und Wechseln auf deutsche und ausländische Plätze.
Einzug von Verschiffungspapieren und anderen Dokumenten auf Inland und Uebersee.
Verkauf von Schecks und telegraphischen Auszahlungen auf ausländische Plätze.
Diskontierung von Bankaccepten und erstklassigen Warenwechseln nach Vereinbarung.
Einlösung von bei uns zahlbar gestellten Wechseln.
Vorschüsse gegen Warenverschiffungen.
An- und Verkauf von fremden Banknoten und Münzsorten.
Abgabe von Kreditbriefen auf alle bedeutenden Plätze der Erde.
Amtliche Annahmestelle von Zahlungen für
das K. K. Oesterr. Postsparkassenamt in Wien.
Große Stahlkammer-Anlagen neuester Konstruktion
werden in unserem Neubau errichtet.
Zu versönſichen Rücksprachen und Beratungen steht die Direktion
jeder-
zeit zur Verfügung.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Januar 1914
Nummer 19.
Restädrunt-Auf
elbräu =Allee 61
bei freiem
LEUGter
Ranster-Konzerr Eintritt!
Anfang 8 Uhr.
(1933
Verein turnaturgemässe Lebens- u. Heilweise
(Naturheilverein) e. U., Darmstadt.
Donnerstag, den 15. Jan. 1914, abends 8¼ Uhr
wird Herr Dr. Keller-Hörschelmann aus
Lugano im Kaiſerſaal, Grafenſtraße, einen
öffentlichen Vortrag
halten über das Thema:
„Der Stoffwechſel, ein wunderbarer Vorgang
in unſerem Körper. Stoffwechſelſtörung, als
die gemeinſame Urſache aller Krankheiten.”
Zur teilweiſen Deckung der Unkoſten wird ein Eintrittsgeld
von 20 Pfg. erhoben. Unſere Mitglieder mit Familie und neu
beitretende Mitglieder haben freien Eintritt.
Herr Dr. Keller iſt durch ſein Sanatorium Lugano weiten
Kreiſen bekannt und als vorzüglicher Redner empfohlen.
Wir laden zu recht zahlreichem Beſuche freundlich ein.
Darmſtadt, 10. Januar 1914.
Der Vorſtand.
1628gd)
L. Saeng, Vorſitzender.
Krieger- u. Milltal Verem Wblucher
Sonntag, den 18. Jan., von abends 7 Uhr ab
Gebarestagereter
Seiner Majestät des Kaisers
im Saale zum „Schützenhof”, Hügelſtraße
beſtehend in Konzert, Anſprachen, Theater, humor. Vorträgen
(VIII, 1950
und Tanz.
Mitglieder und deren Angehörigen, Freunde und Gönner des
Vereins ſind höflichſt eingeladen.
Orden, Vereins= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorstand.
Kasse-Eröffnung 6½ Uhr.
Eintritt 19 Pfg.
Aufane 3 Un.
ORPHEUMR
Erangelischer Bund
(Zweigverein Darmstadt)
Sonntag, den 18. Januar, am Geburtstage
des Deutschen Reiches, ebends 8 Uhr
im großen Saale des Städt. Saalbaus
EinstiorkekrHur-Aoehd
mit Vortrag des Herrn Pfarrers Ernst Becker
aus Fürth i. O. über
Donnerstag,
Heute
„Ernst Moritz Arndt-ein deutscher Prophet‟.
15. Januar
Deklamationen von Fräulein Ise Berka und Chorvorträgen der
und folgende Tage:
Chorschule der Stadtkirche unter Leitung des Herrn Lehrer Samper.
Eintrittskarten zu 15 Pfg. u. Programme abends an der Kasse.
Dar wentge
Ber Vorstand.
1932)
Aufführungen!
A. Wagner=Beroaio beuiſcher Frauen.
DasFarmermädchen
Ortsgruppe Darmſtadt.
(1954
Deutsch-amerikan. Operette
Unſere Mitglieder haben für das
Orcheſter=
in 3 Akten
Konzert (von Siemens) Ermäßigung. Näheres bei von Gg. Okonkowsky.
Musik von Gg. Jarno.
Thies=Schutter.
Der Vorſtand.
Gesangs-Schlager:
Mittwoch, den zi. Januar 1914, abends 8 Uhr M, Heimatslied‟, „Der schöne
Fredv½,„Banjo-Ständchen‟
Unübertroffen
in
Zualität
sind
rolenbrauh
D Flaschenbiere
aus der Brauerei
Gebräder Wiener
Darmstadt
Aelteste Brauerei am Platze.
Telephon 88.
(22180a)
Telephon 88
Gute Kegelbahn
Dienstag= und Mittwoch=Abend frei
(1632a
im Concordiasaal, Waldstrasse 33.
Gastspiel: Max
Walden-Ensemble.
im Festsaale der Turngemeinde, Woogsplatz
des Geheimen Hofrat Professor Willy Burmester
unter Mitwirkung des Pianisten Emerie Kris.
Im Programm: Beethoven-Sonate Nr. 6 A-dur, Paganini-Konzert
D-dur, Saint-Saéns Rondo capriccioso.
Eintrittskarten zu Mk. 4.40, 3.30, 2.20, 1.10 in der
Hof-
musikalienhandlung Heinrich Arnold, Wilhelminenstr. 9. (1914dg
„Büffelseptett‟, „Du bist das
blühende Leben” (
Walzer-
duett), „Beim Boston, da bin
ich auf dem Posten‟, „
Tele-
phon-Duett‟
Num. Park. bei Hugo de Waal,
Rheinstrasse 14. (1957
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Steg= u. Ausziehtiſche,
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w. zu gerichtl. Taxationspreiſen
ab=
gegeben Mosbergſtr. 70, I. (B1927
Großherz. Hoftheater.
Donnerstag, den 15. Januar 1914.
Außer Abonnement.
Erſtes Gaſtſpiel von
GEORGE BAKLANOFF
vom Kaiſerl. Kgl. Hofoperntheater
in Wien.
Neu einſtudiert:
Der Barbier von Sevilla.
Komiſche Oper in 2 Akten
von Roſſini.
(Zum erſten Male mit den
Ori=
ginal=Secco=Rezitativen.)
Muſikaliſcher Leiter: Rich. Lert.
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
Graf Almaviva . Aug. Globerger
Doktor Bartolo . L. Schützendorf
Roſine, ſ. Mündel Olga Kallenſee
Baſilio,
Muſik=
meiſter . . . . Alfred Stephani
Marzeline, Haus=
. Anna Jacobs
hälterin .
Figaro, Barbier .
Fiorillo, d. Grafen
. Karl Bernhardt
Diener
Ein Offizier . . Auguſt Kräger
Ein Notar . . . Br. Waigandt
Ambroſio,
Barto=
lo’s Diener . . Paul Peterſen
Figaro: George Baklanoff.
Im 2. Akte Einlage: „Phyllis an
das Klavier”, von W. A. Mozart,
geſungen von Olga Kallenſee.
Chöre: Robert Preuß.
Preiſe der Plätze: Sperrſitz
5.70 ℳ, Parterre 3.70 ℳ, Pro=
ſzeniumsloge 8.20 ℳ, Mittelloge
8.20 ℳ, Balkonloge 8.20 ℳ, 1. Rang
6.70 ℳ, 2. Rang 3.70 ℳ, 1. Gal.
2.15 ℳ, 2. Galerie 1.15 ℳ.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anfang 7½ Uhr. — Ende 10 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 16. Jan. 91. Ab.=Vſt.
D 24. Zum erſten Male: „Der
Feldherrnhügel.” Schnurre
in 3 Akten von Roda Roda und
Carl Rößler. Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7½ Uhr,
Samstag, 17. Jan. Außer Ab.
20. Volksvorſtellung zu
ermäßig=
ten Preiſen. „Der
Waffen=
ſchmied.” Anfang 7½ Uhr. —
Vorverkauf bis einſchl. Samstag,
17. Jan., nur im Verkehrsbüro,
Ernſt=Ludwigsplatz. Verkauf der
etwa noch vorhandenen Karten am
Tage der Vorſtellung auch an der
Tageskaſſe im Hoftheater zu den
üblichen Kaſſeſtunden.
Sonntag, 18. Jan. Nachmitt.
2½ Uhr. Außer Abon. 21.
Volks=
vorſtellung zu ermäßigten Preiſen.
„Die verſunkene Glocke‟.
Vorverkauf bis einſchließl.
Sams=
tag, 17. Jan., nur im
Verkehrs=
büro, Ernſt=Ludwigsplatz.
Ver=
kauf der noch vorhandenen Karten
an der Tageskaſſe im Hoftheater
am Tage der Vorſtellung, vorm.
von 11 Uhr ab. — Abends 7½
Uhr. Auß. Ab. Zweites u. letztes
Gaſtſpiel George Baklanoffs.
„Tosca‟ Scarpia: George
Baklanoff. Erhöhte Preiſe.
Aus dem Spielplan.
Montag, 19. Jan. Außer Ab.
IX. Sonder=Vorſtellung. „ Die
luſtige Witwe.” Anf. 8 Uhr.
(Zu dieſer Vorſtellung findet kein
Kartenverkauf ſtatt.)
Grillparzer=Zyklus.
In der Zeit vom 20. Jan. bis
4. Febr. wird gegeben:
Dienstag, 20. Januar (A 24):
„Medea” (neu einſtudiert).
Freitag, 23. Jan. (D 25): „Die
Ahnfrau” (neu einſtudiert).
Donnerstag, 29. Jan. (C 25):
„Sappho” (neu einſtudiert).
Mittwoch, 4. Febr. (B 26): „Die
Jüdin von Toledo” (neu
einſtudiert).
Auf dieſe 4 Abende wird ein
Sonder=Abonnement zu
nach=
ſtehenden Preiſen eröffnet:
Sperr=
ſitz 10.80 ℳ Parterre 8.00 ℳ,
Pro=
ſzeniumsloge u. Mittelloge 1680 ℳ,
Balkonloge 14.80 ℳ, Erſter Rang
12.80 ℳ, Zweiter Rang 6.80 ℳ,
Erſte Galerie 460 ℳ, Zweite
Ga=
lerie 2.60 ℳ. (Eine
Vorverkaufs=
gebühr wird für dieſes Sonder=
Abonnement nicht erhoben.)
Der Kartenverkauf für die
Son=
der=Abonnenten erfolgt an der
Tageskaſſe des Hoftheaters am
Freitag, 16. Jan., nachm. von
3½ —5 Uhr, ſowie an den
darauf=
folgenden Tagen vormittags zu
den üblichen Kaſſeſtunden bis
ein=
ſchließl. Dienstag, 20. Jan.
Der Einzelverkauf für die erſte
Vorſtellung im Grillparzer=Zyklus
(„Medea”) findet am
Diens=
tag., 20. Januar, bei kleinen
Preiſen ſtatt.
Im Märchenlande.
Ecke Rhein=u. Grafenſtr. finden
an Wochentagen nachm. um 3 und
5 Uhr, Sonntags um 3, 4½ und
6 Uhr Märchen=Vorleſungen von
Heinz Weila mit wundervollen
Lichtbildern aus Künſtlerhandſtatt.
Das vollſtändig neue Programm
ab Mittwoch (14. Januar):
„Hänſel und Gretel”, Bilder von
Richard Scholz.
„Der verlorene Pfennig” (
humo=
riſtiſch), Bilder von A.
Schmid=
hammer.
„Der Froſchkönig” Bilder von
Prof. Liebermann.
„Münchhauſen”, Bilder von Fr.
Wacik.
„Marienkind”, Bilder von H. Lefler
u. J. Urban.
Muſikaliſche Einlagen.
Preiſe: I. Pl. 50 Pf., II. Pl. 30 Pf.,
III. Pl. 15 Pf.
Kaſſenöffnung ½ Stunde vor
Beginn.
Programme u. Karten im
Vor=
verkauf ſind in der Papierhandlung
von H. Lautz, Ecke Rhein=u. Grafen=
(1587a
ſtraße, zu haben.
Bekanntmachung,
Nachſtehend bringen wir eine Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppen=
übungsplatz bei Darmſtadt für die Zeit vom 15. bis 24. Januar 1914 zur öffentlichen
Kenntnis. Die Abſperrungsgrenze, ſowie die Dauer der Abſperrung ſind in der
Zuſammenſtellung enthalten.
(1735a
Darmſtadt, den 6. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Iuſammenſtellung der Schießtage anf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 15. Januar bis 24. Januar 1914.
Die
Dauer der
Tag
Truppenteil Abſperrung
Datum
Abſperrung Bemerkungen
erſtreckt ſich
von bis
10% V.
15. Jan.1 Donnerstag
Fußartillerie
Freitag
100 V.
über das
16.
90 B.
Mittwoch
ganze
21.
Donnerstag
90 V.
Abſperr=
Feldartillerie
Freitag
gelände
Samstag
90 V. 30 N.
24.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis der Beteiligten, daß die Leib=Kompagnie des
Leibgarde=Regiments Nr. 115 bis 31. März 1914 2 jährig Freiwillige für Herbſt 1914
annimmt.
Dieſelben müſſen gute Füße und gute Augen haben und, ohne Stiefel gemeſſen,
mindeſtens 1,78 m groß ſein.
Schuhmacher und Schneider können auch geringere Größe haben.
Meldung der Freiwilligen Dienstags vormittags bis 10 Uhr auf der
Schreib=
ſtube der Kompagnie, Darmſtadt, Infanterie=Kaſerne, Alexanderſtraße 22, Neubau.
Darmſtadt, den 9. Januar 1914.
(1899dd
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Ausführung der Krankenverſicherung nach der R.V. O.
Mit dem Inkrafttreten des zweiten Buches der Rrichsverſicherungsordnung iſt
vom 1 Januar 1914 ab der Kreis der Verſicherten erweitert worden. Die zur
Mit=
glledſchaft bei der Allgemeinen Orts rankenkaſſe für die Landgemeinden des Kreiſes
Darmſtadt Verpflichteten müſſen von dem Arbeitgeber bei der durch unſere
Bekannt=
machung vom 17. Dezember 1913 (Amtsverkündigungsblatt Nr. 141) beſtimmten ört=
— Welde und Zabiſtelle Migliedſchaft bei der Oriskrankenaſſe Dber=
Ramſtadt Verpflichteien bei der Geſchäftsſtelle dieſer Kaſſe rechtzeitig gemelder werden
(§ 317 der Reichsverſich rungsordnung). Dieſe Meldepflicht haben auch die
Haus=
gewerbetreibenden für ſich ſelbſt und ihre hausgewerblich Beſchäftigten im Falle
des § 468 Abſ. 2 R. V.O., ſowie die unſtändig Beſchäftizten für ſich ſelbſt. Wer
der Meldepflicht nicht nachrommt, macht ſich nach § 530 R. V. O. ſtrafbar.
Der Kreis der verſicherten Perſonen iſt nach der Reichsverſicherungsordnung
nicht unweſentlich erweitert worden. Die Verſicherungspflicht ergreift jetzt ohne Rück,
ſicht auf die Beſchäftigungs= oder Betriebsart aller Arbeiter, Gehil en, Geſellen=
Lehrlinge, Dienſthoten, die im Haushalt beſchäftigten Perſonen, ferner unter der
Vorausſetzung, daß ihr regelinäßiger Jahresarbeitsverdienſt 2500 Mk. (ſeitber 2000 Mk.)
nicht übeiſteat: In eſtellte in gehobener Stelle, wie Betriebsbeamte und Werkmeiſter,
wenn dieſe Beſchäftigung ihren Hauptberuf bildet, Handlungsgehilfen und =Lehrlinge,
Gehifen und Lehrlinge in Apotheken, Bühnen= und Orcheſtermitglieder Lehrer und
Erzieher. Schließlich ſind durch die Reichsverſicherungsordnung dem
Verſicherungs=
zwang neu unterworfen worden alle Hausgewerbetreibenden, die unſtändig, ſowie
die im Wandergewerbe Beſchäftigten.
(1436sid
Vorausſetzung der Verſicherungspflicht iſt, daß die Beſchäftigung gegen
Ent=
gelt erfolgt. Hausgewerbtreibende und Lehrlinge ſind auch dann
verſicherungs=
pflichtig, wenn ſie nicht gegen Entgelt beſchäftigt werden.
Darmſtadt, den 7. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt (Verſicherungsamt) Darmſtadt.
J. B.: Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Nachſtehende Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 5. Dezember 1913 bringen
wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis.
(1935
Darmſtadt, den 10. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt (Verſicherungsamt) Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Bekanntmachung,
betreffend Ausführung der Reichsverſicherungsordnung.
(Vom 5. Dezember 1913.)
Auf Grund des § 519 Abſatz 2 der Reihsverſicherungsordnung hat der
Bundes=
rat beſtimmt:
Verſicherungsvereinen auf Gegenſeitigkeit, denen eine Beſcheinigung nach § 514
Abſatz 2 der Reichsverſicherungsordnung als Erſatzkaſſen erteilt worden iſt, wird,
wenn ſie dies bei dem Reichsamt des Innern beantragen, gemäß § 510 Abſatz 2
die Beſugnis übertragen, ſtatt der Verſicherungspflichtigen, die als Mitglieder der
Erſatzkaſſe vom Rechte des § 517 Abſatz 1 Gebrauch machen und das Ruhen ihrer
eigenen Rechte und Pflichten als Mitglieder der Krankenkaſſe, in die ſie gehören,
beantragen wollen, dieſen Antrag bei der Krankenkaſſe zu ſtellen.
Berlin, den 5. Dezember 1913.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers.
gez.: Delbrück.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund. 1 Spitzhund, 2 Dobermänner, 1 Boxer (
zu=
gelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelbſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt. (1916
Verkauf von Faſelvieh.
Ein zur Zucht untauglicher ſchw rer Bulle aus dem Faſelſtall
Beſſunger Straße Nr. 60 ſall veräußert werden.
Angebote hierfür ſind bis längſtens Samstag, den 17. ds.
Mts., vormittags 10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen=
In Zimmer Nr. 39 des Stadthauſes liegen die Verkaufsbedingungen
während der Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
(1856md
Darmſtadt, den 12. Januar 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Lieferung des Kohlenbedarfs der Stadt
Darmſtadt im Verwaltungsjahr 1914.
Die Lieferung des Kohlenbedarfs verſchiedener Betriebe und
Verwaltungen der Stadt Darmſtadt im Verwaltungsjahr 1914
(1. April 1914 bis 31. März 1915) ſoll verdungen werden.
Die Lieferungsbedingungen können im Stadthaus, Zimmer
Nr. 39, eingeſehen werden, ſie werden daſelbſt auch gegen Entrichtung
von 50 Pfg. (nach auswärts gegen Einſendung von 60 Pfg. in
Brief=
marten) abgegeben.
Angebote ſind, verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift
(1934dfs
verſehen, bis zum 10. Februar 1914 einzureichen.
Darmſtadt, den 8. Januar 1914.
Der Oberbürgermeiſter
I. V.: Ekert.
Bekanntmachung.
Für den Verkehr des Publikums mit den Richtern des Großh.
Amtsgerichts I (Neues Gerichtsgebäude Mathi denplatz) iſt
wöchent=
lich ein Amtstag, und zwar für den Montag ſeſtgeſetzt.
Vormund=
ſchaftsſachen und Teſtamentsangelegenheiten können auch außerdem
angebracht werden. Die Sprechſtunden der Gerichtsſchreibereien zum
Verkehr mit den Rechtſuchenden ſind vormittags von 10 bis 12 Uhr
und jeden Nachmittag, ausgenommen Samstags, von 5 bis 6 Uhr;
eilige Sachen können auch außerdem angebracht werden.
In Grundbuckſachen, betreffend die neue Flur II der
Gemar=
kung Darmſtadt, werden mündliche Anträge und Erklärungen an
jedem Mittwoch in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags
entgegen=
genommen. Die Bureauräumlichkeiten beſfinden ſich
Mathilden=
platz 15 (Ecke Bismarck=, Wieſen= und Wilhelminenſtraße) 1. Stock,
(1911
Zimmer Nr. 2.
Dortſelbſt ſind auch alle ſchriftlichen Anträge abzugeben.
Darmſtadt, den 12. Januar 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Billiotick del Grohh. Zentraistene iar uie Gewerbe
(Bibliothek, Vorbilder=Sammlung und
Patentſchriften=Auslegeſtelle)
Darmstadt, Neckarstrasse 3.
Oeffnungszeiten des Leſeſaals vom 1. Novbr. bis 1. Mai:
Werktags von 9—12½ Uhr vormittags und 3—6 Uhr
nachmittags, außer Samstag nachmittags;
abends von 8—10 Uhr am Dienstag und Freitag.
Die Abendſtunden der Bibliothek ſollen vor allem denjenigen
Intereſſenten, die tagsüber im Beruf ſtehen, Gelegenheit zur Benützung
unſerer Sammlungen geben. Neben Bibliothek und Vorbilder=
Samm=
lung iſt auch die Patentſchriften=Sammlung während der
Abend=
ſtunden zu benützen.
Auskunftserteilung in Fragen des Patentweſens und der
Geſetz=
gebung auf dem Gebiete des gewerblichen Rechtsſchutzes. (1604gd
1En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Ein=
träge vollzogen:
Am 5. Januar 1914.
Hinſichtlich der Firma:
L. Cahn & Co.,
Offen=
bacher Poſamentenfabrik,
Zweigniederlaſſung in
Darmſtadt.
Die Zweigniederlaſſung iſt zur
Hauptniederkaſſung erhoben. Die
offene Handelspeſellſchaft iſt mit
Wirkung vom 30. Dezember 1913
aufgelöſt und Geſchäft ſamt Firma
auf den ſeitherigen Geſellſchafter
Franz Ullmann als
Einzelkauf=
mann übergegangen. Joſef Neu,
Fabrikant in Frankfurt a. M., iſt
als perſönlich haftender
Geſell=
ſchafter eingetreten. Die neue
offe=
ne Handelsgeſellſchaft hat am 30.
Dezember 1913 begonnen.
Die Firma iſt geändert in:
L. Cahn & Co. Nachf.
Am 5. Januar 1914.
Hinſichtlich der Firma:
A. Roſenthal & Cie.,
Darmſtadt.
Joſef Neu, Kaufmann in
Frank=
furt a. M., iſt in das Geſchäftals
perſönlich haftender Geſellſchafter
eingetreten.
Die offene Handelsgeſellſchaft
hat am 30. Dezember 1913
be=
gonnen.
Am 6. Januar 1914.
Hinſichtlich der Firma:
M. Neu & Söhne,
Darm=
ſtadt.
Joſef Neu iſt aus der
Geſell=
ſchaft ausgeſchieden, die von den
übrigen Geſellſchaftern fortgeſetzt
wird.
Hans Braun, Kaufmann, und
Heene Neu, Ehefrau, geborene
Kaufmann, beide in Frankfurt
a. M., ſind zu Geſamtprokuriſten
beſtellt worden.
Am 9 Januar 1914.
Hinſichtlich der Firma:
Erſte Darmſtädter
Herd=
fabrik und Eiſengießerei
Gebrüder Roeder,
Darm=
ſtadt.
(1959
Ferdinand Roeder, Kaufmann
in Darmſtadt, iſt zum Prokuriſten
beſtellt.
Darmſtadt, 12. Januar 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handeles=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Süddeutſche Eiſenbahn=
Geſellſchaft, Darmſtadt.
Geheimer Baurat Auguſt
Rö=
telmunn in Darmſtadt iſt aus dem
Volſtande durch Tod ausge=
(1856
ſchieden.
Darmſtadt, 7. Januar 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Wehrbeitrag!
Vermögens=Erklärungen fertigt
garantiert ſachgemäß und ſtreng
diskret Möbus, Lauteſchläger=
(*1049
ſtraße 6.
Holz-Verſteigerung.
Mittwoch, 21. Januar l. J., vormittags 9 Uhr,
wird in der Wirtſchaft von Philipp Feurer zu Egelsbach das
Durchforſtungsholz aus Hanauer=Koberſtadt 1, ſowie das Dürr= und
Windfallholz aus Kuhlache und Rauher Wald der Forſtwartei
Stein=
acker verſteigert:
Derbſtangen: 2 Buchen = 0,11 fm, 9 Eichen — 0,62 fm,
143 Fichten I. Kl. — 10,01 fm, 209 Fichten II. Kl.
5,08 im; Reisſtangen: 278 Fichten = 2,15 fm.
Scheiter, rin: 42 Buchen I. Kl., 109 Buchen II. Kl.,
46 Eichen, 1 Lärche; Knüppel, rm: 235 Buchen, 4
Hain=
buchen, 234 Eichen (hiervon 99rm Pfoſten 2,5 m lang),
4 Fichten; Reiſig, Wellen: 6230 Buchen, 2660 Eichen;
Stöcke, rm: 2 Buchen 25 Eichen.
Die Stangen lagern in Diſtrikt Hanauer=Koberſtadt; der Schlag
liegt am Dammweg, angrenzend an die Oberförterei Langen. Die
Eichenwellen beſtehen aus Stammreiſig, die Buchenwellen teilweiſe,
Auskunft erteilt Forſtwart Bayerer zu Krauſe=Buche Poſt
Egelsbach.
1895)
Darmſtadt, den 13. Januar 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Fiſchhandlung
Jchii Karlſtr. 47 Telephon641
In nur feinſter, lebend friſcher Ware empfehle:
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Munchner Hofbräu=Reitiche, Stück 10—20 Pfg.
En unſer Handels=Regiſter, Ab=
I teilung B, wurde heute
ein=
getragen hinſichtlich der Firma:
Bank für Handel und
Induſtrie, Darmſtadt
Die Prokura des Ernſt Eichen
in Berlin iſt erloſchen. (1898
Darmſtadt, 9. Januar 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
An unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a teilung B, wurde heute
ein=
getragen hinſichtlich der Firma:
Bank für Handel und
Induſtrie, Darmſtadt.
Das ſtellvertretende
Vorſtands=
mitglied Carl Roger in Frankfurt
am Main iſt aus dem Vorſtand
ausgeſchieden.
(1897
Darmſtadt, 2. Januar 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Spinat per Pfd. 15 Pfg.
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Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 85,50
75,80
bo.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99.60
85,30
3½ do. Conſols .
75,80
3 bo. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,40
92,10
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 96,90
83,90
do.
74,90
do.
5
4 Hamburger Staatsanl. 97,30
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 97,10
83,30
bo.
3½
73,70
do.
76,30
3 Sächſiſche Rente . ..
4 Württemb. (unk. 1921) 98,6
3½
do. v. 1875 92,60
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 96,00
1¾ Griechen v. 1887.
4 Italiener Rente . . . . 97,5
4½ Oeſterr. Silberrente
4 do. Goldrente . . . 88,70
4 do. einheitl. Rente . 82,90
3 Portug. unif. Serie I 62,30
3 do. unif. Serie III 63,90
10,03
3. do. Spezial
5 Rumänier v. 1903 . . 99,80
4 do. v. 1890
86,20
4 do. v. 1905
87,50
4 Ruſſen v. 1880 .
89,70
4 do. v. 1902
98,8.
4½ do. v. 1905
K Schweden . . .
4 Serbier amort v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 77,80
4 Türk. unifiz. v. 1903 86,00
4 Ungar. Goldrente . . . 84,00
4 do. Staatsrente . . 82,50
In Proz.
Zf.
5 Argentinier
. 99,90
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,70
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,90
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner . . . 69,00
48,50
do.
3
4 Gold=Mexikanerv. 1904 73,40
5 Gold=Mexikaner
3½ Buenos Aires Prov. 67,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 135,30
3 Nordd. Lloyd . . . . 117,50
6 Südd. Eifenb.=Geſell. . 122,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 .. 116,00
8 Baltimore und Ohio . 90,50
6 Schantungbahn . . . . 127,50
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Heſt. Südbahn (Lomb.) 22½
6 Pennſylvania R. R. . 110,00
Letzte Indnſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger. . . 67,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.. . . 578,00
Fabrik.
14 Chem. Fabrik Gries=
.250,50
heim
27 Farbwerke Höchſt. . . 628,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 334,25
8 Gement Heibelberg . . 14028
32 Chem. Werke Albert 450,00
12½ Holzverkohl.
Kon=
ſtanz . . . . . . . 308,00
4 Lahmeyer . . . . . . . 120,50
Eeite
ZnPor.
Divid.
7 Schuckert, Nürnberg . . 144,00
12 Siemens & Halske . 214,00
12 Bergmann Eletr. . . 127,00
10 Deutſch Ueberſee Electr. 167,25
25 Gummi Peter . . . 91,00
30 Adler=Fahrradwerke
.. 364,75
Kleyer..
12 Maſchinenf. Badenia 131,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 147,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 224,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
. 211,00
hüuſel:
10 Neue Boben=A. A.=Geſ. 91,00
3 Südd. Immobilien 57,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 160,40
12 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 216,80
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 135,50
10 Gelſenkirchener . . . . 188,75
7 Harpener
. . . . 177,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 237,30
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro
. . . 61,50
4 Laurahütte.
. . . 154,50
10 Kaliwerke Aſcherzleben
10
Weſteregeln 188,90
5 South Weſt Africa . 114,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,20
4½ Rordd. Nopd.=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . .
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 85,60
3 Prag=Duxer . . . . . . 76,90
5 Heſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,90
do.
75,80
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,40
4 Oeſt. Südb. (Lomb.). . 71,40
In Prot.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,10
76,40
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 85,30
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 86,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
86,60
do.
4 Wladichawchas . .. . 86,40
4 Rjäſan Koslow . . . . 86,40
3 Portugieſ. Eiſenb. . . . 68,60
83,50
do.
4½
29/10 Livorneſer . . . . . 71,50
3 Salonique Monaſtir. . 62,75
4 Bagdadbahn . . . . . . 79,50
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,80
4 Miſſouri=Pacific . . .
4 Northern=Pacific . . . 93,50
90,30
4 Southern=Pacific
5 St. Louis und San
Franeiscv . . . . . 101,00
5 Tehuantepec . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 187,00
8½ Bergiſch Märkiſche
Bank
143,50
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 156,10
6½ Darmſtäadter Bank . 117,70
12½ Deutſche Bank . . . 250,00
6 Deutſche Vereinsbank . 120,00
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 113,50
10 Diskonto=Kommandit 188,00
8½ Dresdener Bank . . 153,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 213,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,25
7 Nationalb. f. Deutſchl. 117½
5½ Pfälziſche Bank. . . 122,50
6.48 Reichsbank .
138,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 127,40
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 101,60
7½ Wiener Bankverein: 134,30
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,00
In prot.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 15 . . . . . . 84,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
84,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,50
S. 12, 13, 16 . .
S. 14, 15, 17, 24/26
96,50
18—23 . . . . .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
. 84,00
S. 3—5 .
S. 9—11.
. 84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
84,00
do.
3½
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917). . 93.50
3½ do. (unk. 1914 83,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,90
do.
3½
86.50
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
94,70
3½ do.
86,50
4 Frankfurt..
95,60
3½, do.
97,30
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3½ do.
4 Heidelberg
do.
84,50
4 Karlsruhe.
94,00
do.
85,30
4 Magdeburg
4 Mainz
95,00
3½ do.
85,50
4 Mannheim
94,10
do.
86,80
4 München .
95,60
3½ Nauheim
83,00
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95,60
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—
Zu esl
3½ Offenbach
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3 Madrider . . Fs. 100 75,30
4 Meininger Pr.=Pfand=
. . . 141,00
brieſe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,00
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 111,30
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
.. ſl. 7
Augsburger .
Braunſchweiger Tlr. 20 209,00
.Fs. 15
Freiburger .
Fs. 45
Mailänder .
Fs. 10
do.
fl. 7 34,00
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858fl. 100 560,20
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30 71,00
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digung. Wir sind zu Haus so lange beim
Frühstück sitzen geblieben, weil der Kaffes
so gut geschmeckt hat. Mama hat ihn
heute zum ersten Mal mit
Weber’s Carlsbader Kaffeegewürz
zubereitet.‟
Ein guter Morgenkaffee ist wohltuend und
er=
frischend, wenn er mit Weber’s Carlsbader
Kaffeegewürz zubereitet wird. Bei
Verwen=
dung von Weber'sCarlsbader
Kaffeegewürzver=
mindern sich dienervenerregenden Eigenschaften
der Kaffeebohnen, während der gesundheitföre
dernde Nährwert des Getränkes sich erhäht.
Das Tippfräulein.
Roman von Gertrud Stokmans.
üger. verbotent.
Zuerſt war kein menſchliches Weſen zu ſehen. Nur
der Hofhund ſprang aufgeregt an ſeiner Kette hin und
her, und ein paar aufgeſcheuchte Hühner gackerten und
ſchrien. Johann machte die Pferde los, ſchirrte ſie ab und
fiührte ſie in den Stall. Als er zurückkam, hob er Gabi
vom Wagen und ſtellte ſie auf die Füße, wandte ſeine
Aufmerkſamkeit aber gleich wieder dem Bock zu. Auch
den beiden Männern, die nun langſam herbeikamen, um
ihm zu helfen, erſchien das Tier ſehr viel wichtiger als
die neue Schreibmamſell des Herrn Barons, und erſt
nach einer Weile erinnerte Johann ſich wieder ſeiner
Be=
ſchützerrolle: Energiſch in die Hände ſpuckend, um beim
Abladen beſſer helſen zu können, ſagte er, über die
Schul=
ter ſprechend, zu Gabi:
Nun Mut, Fräulein, gehen Sie direkt ins Schloß,
uber nicht in den Haupteingang, der iſt nur für die
Herr=
ſchaften. In den Wirtſchaftsflügel führt gleich rechts eine
kleine Tür, und wenn Sie drin ſind, fragen Sie nach der
Mamſell Die weiß Beſcheid, die ſorgt für Sie. Den
Koſfer bringe ich nachher hinüber.
Gabi lächelte heimlich über dieſen Empfang und die
Kolle, die ſie dabei ſpielte, Sie machte ſich aber gleich auf
den Weg und ſand ſich auch ſchnell zurecht.
Als die Mamſell bei der Begrüßung zum erſtenmal
die Stimme des neuen Tippfräuleins hörte, ſtutzte ſie
einen Augenblick, war aber offenbar nur angenehm
über=
raſcht. Sie führte ſie ſogleich in das für ſie beſtimmte
Zimmer neben der Plättſtube, machte ſie im Vorübergehen
mit der niedlichen Margot, der Jungfer der Gräfin
Treſſenſtein, bekannt und ſchickte ihr ſogleich zur Stärkung
Kaffee und Butterbrot. Dann wurde ihre Ankunſt dem
General gemeldet, der ſchon einmal nach ihr gefragt hatte
und eine halbe Stunde ſpäter führte ein Diener Gräfin
Gabi als Fräulein Flotts Stellvertreterin ſchweigend
hin=
über in das Archiv.
3.
Es war ein ſchöner, ſaalartiger Raum, welcher ſich
über die ganze Breite des Flügels erſtreckte. An jeder
der beiden Schmalſeiten lagen in tiefen Niſchen drei hohe,
helle, gardinenloſe Fenſter, deren oberer Teil mit dickem,
goldgelben Glaſe ausgefüllt war, und durch einen Teil
dieſer Scheiben ſandte die Nachmittagsſonne ihr weiches,
warmes, wohltuendes Licht. An den Längswänden
ſtan=
den breite Bücher= und Aktenſchränke, und in der Mitte
des Archivs waren mächtige alte Tiſche, Truhen und
Seſſel aufgeſtellt. An einem dieſer Tiſche ſaß Baron
Haſ=
ſelmann und ſchrieb. Er erhob ſich nicht bei Gabis
Ein=
tritt, und er ſah nicht auf. Er deutete nur mit einer
kur=
zen Handbewegung auf einen Stuhl, der ſeitwärts ihm
gegenüberſtand, und arbeitete ruhig weiter. So hatte ſie
vollauf Zeit, ihn zu betrachten.
Einen vornehmen, ſchrulligen Greis hatte ſie zu
fin=
den erwartet, und eine wenig ar ſtokratiſche, mehr robuſte
alls imponierende Perſönlichkeit ſah ſie nun vor ſich. So,
gerade ſo hatte ſie ſich den vielgerühmten Oberinſpektor
vorgeſtellt. Der martialiſche Schnurrbart und das
kurz=
geſchorene Haar waren allerdings ſchneeweiß, aber
glän=
zend und voll. Die kurze gedrungene Figur die eines
Kavalleriſten. Trotz ſeines Alters machte er einen
rüſti=
gen, faſt jugendlichen Eindruck, und dieſer Eindruck
er=
höhte ſich noch, als er mit einer plötzlichen Bewegung die
Feder hinwarf, ſich zurücklehnte und, wie aus einem
Traum erwachend, Gabi fixierte. Seine Augen waren
blau wie die eines Kindes, und als er zu ſprechen
be=
gann, erhielt ſein Geſicht einen geiſtig belebten,
gewin=
nenden Ausdruck. Auch ein humoriſtiſches Lächeln lag
gewiſſermaßen immer im Hinterhalt, und Gabi hatte
ſo=
fort das Gefühl: dieſer Menſch iſt nicht ſchwer zu
be=
handeln, trotz ſeines choleriſchen Temperaments. Man
darf nur im Verkehr mit ihm nicht empfindlich, unſicher
und ſchüchtern ſein. Sentimentalität verträgt er nicht.
Sie ſind Fräulein Flotts Stellvertreierin? fragte
er kurz.
Gabi bejahte.
Und heißen?
Gabriele Schacht.
Alter?
Fünfundzwanzig.
Ich möchte Ihre Zeugniſſe ſehen.
Gabi lächelte. Ich habe keine, Herr Baron, und ich
brauche auch keine. Fräulein Flott, von deren
Zuver=
läſſigkeit Sie ja überzeugt ſind, kennt mich genau und hat
mich hierher geſchickt. Sie übernimmt die Verantwortung
für meine Leiſtungen, und ich übernehme ihre Pflichten.
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denn der Mensch lebt nicht von dem, was er isst, sondern von dem, was er verdaut.
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und ſomit iſt alles aufs beſte geregelt.
Ganaz erſtaunt blickte der Hausherr die neue
Tipp=
mamſell an. Sie gefiel ihm.
Donnerwetter ja, ſagte er, das iſt kurz und bündig.
Für ein Frauenzimmer ſcheinen Sie ungewöhnlich klar
und verſtändig zu ſein. Mit Ihnen kann ich vielleicht
ar=
beiten, mit den anderen jungen Dingern war das
un=
möglich. Sobald man etwas von ihnen ve=lungte, das
über das Maſchinelle hinausging, verſagten ſie vollſtändig.
Statt des Gehirns hatten ſie offenbar Hirſebrei im Kopf.
Nun ſagen Sie einmal, Fräulein . .
Schacht, ergänzte Gräfin Gabi. Sie konnte es nicht
ertragen, wie jedes Fabrikmädchen nur einfach „
Fräu=
lein” genannt zu werden.
Alſo, Fräulein Schacht, haben Sie eine Ahnung, was
es heißt, eine Familiengeſchichte zu ſchreiben?
Sie nickte. Gerade nach dieſer Richtung hin beſitze
ſch einige Erfahrung und Uebung.
Na, dann verſuchen Sie mal dieſe Schrift zu
ent=
ziſfſern. Leicht iſt es nicht, aber notwendig. Und er
reichte ihr einen Zettel, auf dem eine Reihe von Namen
und Zahlen verzeichnet war.
Die Schrift erwies ſich als ungewöhnlich klein und
kraus aber ſie beſaß eine gewiſſe Aehnlichkeit mit der
ihres Vaters, und Gabi hatte ſcharfe Augen. So
ge=
wann ſie ſchnell einen Ueberblick und las die Notizen laut
und fehlerlos vor.
Der Baron war angenehm überraſcht. Sieh, ſagte
er, das nenne ich Glück. Die Daten ſind alle richtig, und
ſie haben kein einziges verdreht. Ihren Vorgängerinnen
mußte ich dergleichen nicht nur diktieren, ſondern
vor=
buchſtabieren, und dann ſchrieben ſie die Namen noch
falſch,
Gabi lächelte. Das iſt wohl begreiflich und
entſchuld=
bar, Herr Baron. Die Namen haben ihre eigene
Ortho=
graphie, und ſie waren den jungen Mädchen fremd.
Er=
raten läßt ſich dergleichen nicht, und dabei kommt es doch
auf jeden Buchſtaben an.
Auf jeden Buchſtaben! wiederholte er triumphierend.
Sehen Sie, das iſt es, was die anderen Tippmamſells
nie begreiſen konnten und was doch für die
perſonalhiſto=
riſche Forſchung von weittragendſter Bedeutung iſt.
Er erging ſich nun in lebhafter Weiſe über die großen
Schwierigkeiten der Arbeit und die hemmende
Unfähig=
keit ſeiner bisherigen Helferinnen. Gabi hörte
aufmerk=
ſam und ſchweigend zu, und endlich fragte er: Wie kommt
es, Fräulein Schacht, daß Sie von dieſen Dingen einen
ſo richtigen Begriff haben? In Ihren Kreiſen iſt das
eine Seltenheit.
Ja, meinte ſie, im allgemeinen wohl. Unſer
Arbeits=
feld liegt auf einem anderen Gebiet, aber zufällig habe
ich ſchon einmal die Familiengeſchichte eines vornehmen
Herrn niedergeſchrieben und bin ihm bei ſeinen
Nach=
forſchungen zur Hand gegangen. Da kommt das
Ver=
ſtändnis und Intereſſe ganz von ſelbſt.
Und wer war der Herr? fragte Baron Haſſelmann
lebhaft.
Gabi zögerte einen Augenbick, dann ſagte ſie ruhig:
Ein Graf Gartenhauſen in Berlin, der mit Fräulein
Flott in einem Hauſe wohnte. Er war geiſtvoll und
liebenswürdig. Von ihm habe ich viel gelernt.
Gartenhauſen? wiederholte er langſam. Warten Sie
mal, der Name ſcheint mir bekannt, ich weiß nur nicht,
wo ich ihn hintun ſoll. Für die Lebenden habe ich ein
ſchlechtes Gedächtnis. Sie intereſſieren mich auch viel
weniger als die Toten.
Der Herr Graf gehört nun auch zu dieſen, meinte
Gabi ernſt. Er ſtarb nach kaum vollendeter Arbeit ganz
plötzlich an einem Schlaganfall.
Der General war ein tapferer Mann, aber vom Tode
hörte er nicht gern. Alles, was ihn daran erinnerte, wies
er inſtinktiv weit von ſich, und über die erhaltene
Aus=
kunft ſchnell hinweggehend, ſagte er haſtig:
Da haben Sie ja eine vortreffliche Vorbildung
ge=
noſſen, Fräulein Schacht, und werden ſich bei mir leicht
einarbeiten. Gleich morgen wollen wir beginnen. Ich
erwarte Sie hier im Archiv pünktlich um 8 Uhr. Wir
bleiben dann zuſammen bis um eins. Eine
Frühſtücks=
pauſe gibt es nicht, alſo ſorgen Sie vor. Und nun gehen
Sie zu meiner Schweſter hinauf. Die Baroneſſe
er=
wartet Sie.
Fräulein Flotts Stellvertreterin war entlaſſen.
Ba=
ron Haſſelmann klingelte, und derſelbe Diener, welcher ſie
hergeleitet hatte, führte ſie nun hinauf zu der alten Dame.
Die Zimmer mit den ſpiegelglatten Parkettfußböden,
welche dieſe im erſten Stock bewohnte, waren das reine
Raritätenkabinett und von einem eigenartigen zarten Duft
erfüllt, welcher an Weihrauch und Sandelholz erinnerte.
Dieſer Duft heimelte Gräfin Gabi unbeſchreiblich an, und
die Baroneſſe in ihrer vornehmen und ſanften
Würderge=
fiel ihr ausnehmend. Einem Impulſe folgend, küßte ſie
ihr bei der Begrüßung ehrerbietig die Hand, und dieſe
unvermutete Huldigung einer Unbekannten nahm ſie von
vornherein für Fräulein Flotts Stellvertreterin ein. Die
dunkle Brille, welche ſie ihres Augenleidens wegen trug,
ließ ſie nur die Umriſſe von Gabis Geſtalt und Geſicht
erkennen, aber ſie lauſchte ihrer Stimme mit
Wohlge=
fallen und fühlte ſich gleich zu ihr hingezogen.
(Fortſetzung folgt.)
1
Ge!
Die
Clahtats-
Cisarefte
Sport, Spiel und Turnen.
sr, Radſport. Pariſer Sechstage=Rennen.
Vor ſtark beſetztem Hauſe begannen am Montag abend 10
Uhr die 2. Pariſer „six days” auf der dortigen
Winter=
ſahn, die mit ihren 250 Metern eigentlich reichlich groß für
rin Sechstage=Rennen iſt. Bevor ſich die gemeldeten 20
Gaare auf die Reiſe machten, wurde noch ein 60
Kilometer=
ſtennen hinter Motoren entſchieden, das von Seres nach
9 Min. 57,8 Sek. mit 100 Meter Vorſprung gegen
Darra=
von gewonnen wurde. Dritter wurde Bruni vor Lavalade,
de 4 bezw. 6 Runden zurück endeten. Bereits um ½210
Uhr begann man mit der üblichen Vorſtellung der Paare,
tüe pünktlich 10 Uhr das Rennen aufnahmen. Wenige
Minuten nach dem Start erlitten bereits Deruyter und
Charron Reifenſchäden, doch wurden ſie ohne
Terrainver=
luſt von ihren Partnern abgelöſt. Um ½11 Uhr fiel die
erſte Prämie von 100 Francs, die ſich Poulain erſpurtete.
zwei weitere Prämien gewann Comes und Vanhouwaert.
Wach dem erſten Stundenſchuß waren 37,820 Kilometer
trückgelegt (Neu=Yorker Rekord) 41,160 Kilometer) und
nach dem zweiten Stundenſchuß 73,725 Kilometer.
Trotz=
dem ſich abends nach Schluß der Theater das rieſige
Velo=
örom ſehr füllte, verlief das nicht allzuſchnelle Rennen
ohne jedes bemerkenswerte Vorkommnis und nach 6
Stun=
ten hatte das Feld 218,450 Kilometer bedeckt. In der 9.
Stunde unternahm Dupré einen Vorſtoß, der jedoch von
vorenz vereitelt wurde. Auch ein Ausreißverſuch von
Engel in der 10. Stunde ſcheiterte ebenfalls an der
Auf=
merkſamkeit des Berliners. Die nächſten Stunden brachten
bei vorſtoßloſem Tempofahren keine Abwechſelung.
Da=
gegen ſtürzten Engel, Trouſſelier, Germain und Goullet,
die jedoch ſämtlich ungefährliche Verletzungen erlitten.
n der 18. Stunde hatte das geſchloſſene Feld vor dem
ſcwach beſetzten Hauſe 630,098 Kilometer zurückgelegt. Die
isher ausgeſetzten Prämien belaufen ſich auf 900 Francs.
die deutſchen Teilnehmer Rütt, Lorenz und Bader
befin=
lten ſich in ausgezeichnetem Zuſtande
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
einerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die vierte Ratsſtellein der Schulabteilung.
Wie aus den Veröffentlichungen über „die Lage der
heſſiſchen Staatsfinanzen” zu erſehen iſt, wird von der
Großh. Regierung eine 4. Ratsſtelle für die
Schulabteil=
ung gefordert. Die ſtändig wachſende Arbeitslaſt auf dem
Gebiete des Schulweſens laſſe es nicht zu, dieſe Forderung
länger zurückzuſtellen. Wer das große Gebiet des
heſſi=
ſchen Schulweſens auch nur einigermaßen kennt, wird
dieſe Forderung für unbedingt notwendig erachten. Wohl
keine Abteilung hat ein ſo ausgedehntes Arbeitsgebiet als
die Schulabteilung; man denke allein nur an die Zahl der
Lehrperſonen an Volks= und höheren Schulen, die mit
000 wohl kaum zu hoch gegeiffen ſein dürfte. Dazu
kommt, daß gerade für die nächſte Zukunft da u. a. die
Reviſion des Volksſchulgeſetzes und im Zuſammenhang
damit die Neugeſtaltung der Lehrpläne in Ausſicht
ge=
nommen iſt, beſonders viele und wichtige Arbeit zu leiſten
ſein wird. Ueberhaupt dürfte das Volksſchulweſen (
Aus=
bau der Mittel= und Fortvildungsſchule, des
Knaben=
arbeitsunterrichts, Einführung der
Mädchenfortbildungs=
ſchule, Organiſation und Förderung der Jugendpflege in
der Volks= und Fortbildungsſchule) beſondere Beachtung
und Arbeit beanſpruchen. Wir glauben daher nichts
Ueberraſchendes oder gar Abſonderliches zu bringen, wenn
wir ſchon aus dieſem Grunde (es ließen ſich auch noch
an=
dere Gründe anführen) die Frage aufwerfen, ob es nicht
endlich an der Zeit wäre, auch in Heſſen einen
Volks=
ſchulmann in die Schulabteilung zu berufen, der aus
eigener, praktiſcher Erfahrung die Verhältniſſe und
Be=
dürfniſſe der Schule, die Forderungen der Zeit und die
Wünſche der Lehrer kennt. In Bayern und Württemberg
iſt man ſchon ſeit Jahren ſo weit. Dort ſitzen in der
ober=
ſten Schulbehörde frühere Volksſchullehrer (ſogar ſolche
ohne jegliches weitere Examen): Auch in Baden beſteht
u. W. neben dem Oberſchulrat, der oberſten Schulbehörde,
ein Landesſchulrat (die genaue Bezeichnung iſt uns im
Augenblick nicht bekannt), dem neben akademiſch gebildeten
Oberlehrern und Direktoren auch ein Mannheimer
ſemi=
nariſch gebildeter Volksſchul=Oberlehrer angehört. Sollte,
was in dieſen Staaten möglich und gewiß auch gut iſt,
nicht auch in Heſſen durchführbar und zweckmäßig ſein?
Man darf doch wohl annehmen, daß unter den vielen
Hunderten von heſſiſchen Volksſchullehrern ſich einer
fin=
den dürfte der durch ſeine Kenntniſſe und durch Erfahrung
auf den verſchiedenen Gebieten der Volks= und
Fortbil=
dungsſchule, eventl. auch der Schulverwaltung, fähig
und würdig wäre, in der Schulabteilung die gleichen
guten Dienſte zu leiſten, wie ſie ſeine Kollegen in den
oberſten Schulbehörden in Bayern, Württemberg und
Baden leiſten. Für das heſſiſche Volksſchulweſen könnte
dieſe Löſung der Frage ſicherlich nur Gutes bringen. X.
Abänderungsvorſchlag zum Geſetz über
die Fürſorgekaſſe für heſſiſche
Gemeinde=
beamte.
Seit Inkrafttreten der Reichsverſicherungsordnung
(1. Januar 1912) können ſich Staatsbeamte, die
invaliden=
verſicherungspflichtig waren, neben ihrer Penſion noch die
reichsgeſetzliche Invalidenrente durch freiwillige
Weiter=
verſicherung ſichern. Auch das Verſicherungsgeſetz für
An=
geſtellte vom 20. Dezember 1911 läßt eine Auszahlung von
Invalidenrenten neben dem Ruhegeld aus der
Angeſtell=
tenverſicherung grundſätzlich zu. Eine gleiche
Vergünſtig=
ung, wie ſie hiernach für Staats= und Privatbeamte
be=
ſteht, haben bis jetzt noch nicht die Mitglieder der heſſiſchen
Fürſorgekaſſe für Gemeindebeamte, weil dem noch die
Beſtimmungen des unter der Herrſchaft des alten
In=
validenverſicherungsgeſetzes erlaſſenen Landesgeſetzes vom
29. Juli 1908 entgegenſtehen. Gemäß Artikel 20 dieſes
Geſetzes vermindert ſich der Ruhegehalt aus der
Fürſorge=
kaſſe um den Betrag der reichsgeſetzlichen Invalidenrente.
Der Heſſiſche Kommunalbeamten=Verband hat
infolge=
deſſen auf ſeiner zweiten, in Butzbach am 1. Dezember
1912 abgehaltenen Generalverſammlung folgenden Antrag
einſtimmig angenommen: „Der Kommunalbeamten=
Ver=
band möge bei Großh. Regierung und bei den beiden
Kammern des Landtags vorſtellig werden, daß das
Für=
ſorgekaſſegeſetz dahin eine Aenderung erfährt, daß
den=
jenigen Mitgliedern der Fürſorgekaſſe, welche in der
In=
validenverſicherung verſichert ſind, durch Selbſtverſicherung
der Erwerb der Invalidenrente neben der Kaſſenpenſion
ermöglicht wird.”
Bei der zurzeit im Gange befindlichen Neuregelung
der Gehalte der Staatsbeamten zeigt ſich überall das
Be=
ſtreben, mit Rückſicht auf die ſtark verteuerte Lebensführung
die Bezüge der unteren Beamten verhältnismäßig ſtärker
aufzubeſſern. Da die Gehalte der unteren
Gemeinde=
bedienſteten im allgemeinen ſehr niedrig und demzufolge
die Ruhegehalte ſehr gering ſind, wäre es außerordentlich
dankbar zu begrüßen, wenn durch eine baldige Aenderung
des Fürſorgekaſſengeſetzes (Herbeiführung der Möglichkeit
einer eigenen Weiterverſicherung zum Zwecke des
gänz=
lichen oder teilweiſen Erwerbs der Invalidenrente), die
Mitglieder der Fürſorgekaſſe, ſoweit ſie
invalidenverſiche=
rungspflichtig waren, der Wohltaten der neuen
ſozial=
politiſchen Geſetzgebung des Reichs teilhaftig werden
könnten.
Gewinnausiug
der
4. Irenſtiſch-Snddentſchen
(230.RF. nlich Preußiſchen) Klaſſenlotterks
1. Klaſſe 2. Ziehungstag 13. Januar 1914
aut jede getogene Rummer int zwet gleich hoe Gewine
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den deiden Abteilungen 1 und I.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 1000 Mk. 154865
6 Gewinne zu 400 Mk. 17140 66679 127846
12 Gewinne zu 300 Mk. 59170 124737 142025
173470 178158 210951
82 Gewinne zu 200 Mk. 5375 8598 31310 52389
64098 78203 83659 87022 101752 105140 126739=
180036 155650 174487 199198 206895
66 Gewinne zu 100 Mk. 1742 12602 15172 23363
81328 32949 45729 57429 72412 88294 100476 113419
113990 130280 137200 137297 141563 143453 162436
163093 166861 171357 186134 190934 201229 206792
211496 212613
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 95678
2 Gewinne zu 3000 Mk. 44418
2 Gewinne zu 1000 Mk. 170834
2 Gewinne zu 500 Mk. 76176
8 Gewinne zu 400 Mk. 77057 127866 166160
196399
18 Gewinne zu 300 Mk. 1522 67877 111186 113546‟
141724 146880 150371 153833 178868
26 Gewinne zu 200 Mk. 13577 22797 28235 41834
58865 75209 85427 124187 143947 160353 178166
188902 195734
80 Gewinne zu 100 Mk. 1498 5044 10462 14126
22320 22526 23552 27655 37773 42147 52837 56106
62453 64424 70222 74876 75584 89516 93086 95460
102898 111958 122480 135861 142673 146227 154641
155254 162252 166103 173303 174542 174642 179191
185249 186171 189522 198170 200750 204951
Die Ziehung der 2. Klaſſe der 4. Preußiſch=Süddeutſchen (230. Königl.
Preuß.) Klaſſenlotterie findet am 13. und 14. Februax 1914 ſtatz.
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Markt
Gebr.Rtstkschid
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größere Sendungen
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Zweite Kammer der Stände.
89. Sitzung.
St. Darmſtadt, 14. Januar.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Dr. v. Ewald,
Finanzminiſter Dr. Braun. Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, Staatsrat Wilbrand,
Mi=
niſterialrat Schliephake, Geh. Oberfinanzrat Dr.
Rohde.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9¼ Uhr.
Der erſte Gegenſtand der Tagesordnung iſt die dringliche
Anfrage des Abg. Dr. Schmitt, betreffend
Schaffung eines Müllabladeplatzes für
die Stadt Wiesbaden im Heidesheimer
Domanialwald.
Die Anfrage lautet: Iſt es richtig, daß die Heſſiſche
Forſtbehörde mit der Stadt Wiesbaden in Unterhandlung
ſteht, um dieſer ein 20—25 Hektar großes Gebiet im
Hei=
desheimer Domanialwald behufs Schaffung eines
Müll=
abladeplatzes auf lange Jahre zu verpachten? Iſt es der
Regierung bekannt, daß die Stadt Mainz bei der Suche nach
einem neuen Müllabladeplatz von dem Gelände im
Heides=
heimer Domanialwald abgeſehen hat, weil durch die
An=
legung eines Müllabladeplatzes die Benützung des
Wal=
des durch die Spaziergänger erheblich beeinträchtigt würde
und hygieniſche Gefahren entſtehen können? Will
Groß=
herzogliche Regierung nicht die Forſtbehörde anweiſen, die
Verhandlung mit der Stadt Wiesbaden wegen der
Ver=
pachtung des oben angegebenen großen Gebietes ſofort
abzubrechen und will ſie nicht die Verwendung des
Hei=
desheimer Domanialwaldes zu Müllabladezwecken für alle
Zukunft unterſagen? Mit Rückſicht auf die
außerordent=
liche Dringlichkeit der Interpellation bitten wir, dieſelbe
auf die Tagesordnung der nächſten Sitzung zu ſetzen.
Es entſteht zunächſt eine längere
Geſchäftsordnungs=
debatte darüber, ob die Angelegenheit gleich oder nach
der Pauſe erledigt werden ſoll. Die Abſtimmung erzibt
eine Mehrheit für dieſen letzteren Wunſch, da der
Inter=
pellant noch nicht im Hauſe anweſend iſt.
Es folgt die Anfrage des Abg. Adelung, betr. die
Waldankäufe von privater Seite.
Die Anfrage lautet: Im Laufe der letzten Jahre ſind
von einem Privaten größere Flächen des in unmittelbarer
Umgegend von Mainz, in den Gemarkungen Budenheim,
Gonſenheim, Finthen und Heidesheim gelegenen Waldes
erworben worden. Ein Teil des Waldes iſt mit
Geneh=
migung der Regierung aus dem Beſitz der Gemeinden,
ein anderer Teil aus dem des ſtaatlichen
Univerſitäts=
fonds in Privatbeſitz übergegangen und wurde dadurch
dem Verkehr des Publikums entzogen. In neueſter Zeit
ſollen wieder Waldverkäufe geplant ſein. Iſt der
Groß=
herzoglichen Regierung bekannt, daß dadurch in der
wald=
rärmen Provinz Rheinheſſen der Bevölkerung eine
empfind=
lliche Schädigung erwächſt und iſt die Großherzogliche
Re=
gierung in der Lage und gewillt, weiteren Waldankäufen
kvon privater Seite entgegenzuwirken?
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach
ver=
llieſt hierauf eine ſehr ausführliche Antwort, aus der wir
folgendes wiedergeben: Der von Herrn v. Waldthauſen
bis Anfang vorigen Jahres erworbene Waldbeſitz, der
ſich auf die Gemarkungen Heidesheim, Budenheim,
Finthen und Gonſenheim verteilt, belief ſich auf rund 950
Morgen. Von dieſen gehörte nur ein Teil dem
Univerſi=
tätsfonds, während große Komplexe den Gemeinden
Finthen, Budenheim und Heidesheim gehörten. Hierzu
hat v. Waldthauſen ſeitdem noch etwa 35 Morgen Wald
in der Gemarkung Gonſenheim, anſtoßend an die
Ge=
markungsgrenze Gonſenheim=Budenheim und den hier
an=
grenzenden Wald des Univerſitätsfonds, von einzelnen
Privatbeſitzern, verteilt in kleineren Parzellen von etwa
* Morgen, erworben, ſo daß er insgeſamt etwa 985
Mor=
gen Waldgelände beſaß. Von dieſen ſind durch die im
Jahre 1908 zwiſchen der Domanialverwaltung, dem
Uni=
verſitätsfonds und der Gemeinde Budenheim einerſeits
und Herrn v. Waldthauſen andererſeits abgeſchloſſenen
Kaufverträgen rund 537 Morgen belaſtet mit der
Verpflich=
tung, daß mindeſtens 75 Prozent dieſes aus dem
Wald=
verband freigegebenen Geländes für alle Zukunſt als Park
oder Garten erhalten bleiben. Den von ſeiten der
Ge=
meinden vorgenommenen Veräußerungen iſt um deswillen
die Genehmigung nicht vorenthalten worden, weil die
Verkäufe des zum Teil recht minderwertigen und
ertrag=
loſen Waldgeländes für die Gemeinden durchweg als
vor=
teilhaft betrachtet werden mußten. Mit der Zeit ſtellten
ſich für W. durch Straßenverkehr und Wirtſchaftsbetrieb
(Beläſtigungen ein. Dieſen glaubte v. Waldthauſen durch
eine Verlegung der Kreisſtraße Finthen=Budenheim, etwa
80 bis 100 Meter von dem Schloßeingang entfernt,
ent=
gehen zu können. Er erſtrebte deshalb eine
Straßenver=
legung, die Uebertragung des zwiſchen der derzeitigen
und dem zu verlegenden Teil der Kreisſtraße liegenden
Geländes in ſein Eigentum und deſſen Vereinigung mit
ſeinem Beſitz, ohne Rückſicht auf die von ihm hierfür
auf=
zubringenden Geldmittel. Das hierfür benötigte Gelände
gehörte dem Mainzer Univerſitätsfonds. Die zwiſchen
dieſem bezw. der Regierung und Herrn v. Waldthauſen
geführten Kaufverhandlungen dauerten über zwei Jahre;
ſie ſcheiterten wiederholt an der von dem
Univerſitäts=
fonds im öffentlichen Intereſſe geſtellten Bedingung, daß
Herr v. Waldthauſen ſeine inzwiſchen von ihm
eingefrie=
digten Waldungen zum Teil in rechtsverbindlicher Form
den Spaziergängern offen halten ſolle. Auch der aus
An=
laß der Verlegung der Kreisſtraße Finthen=Budenheim
in der Sache gehörte Kreisausſchuß hatte dieſe
Bedin=
gung im öffentlichen Intereſſe als notwendig erkannt.
Im Juni v. J. brach v. Waldthauſen die Verhandlungen
mit dem Univerſitätsfonds ab, da die von ihm geforderte
Abtretung von Univerſitätsgelände in dem begehrten
Um=
fange von der Oeffentlichkeit und namentlich von den
deren Intereſſen vertretenden Vereinen von Mainz und
Umgegend lebhaft bekämpft wurde. Kurz darauf erwarb
v Waldthauſen die oben bereits erwähnten 35 Morgen
Privatwaldparzellen in dem zwiſchen der Grense ſeines
Schloſſes und dem Orte Gonſenheim gelegenen Teil des
Lennebergwaldes in der Gemarkung Gonſenheim,
frie=
digte ſie teils mit Bretterwänden, teils mit hohen,
weit=
maſchigen Drahtzäunen ein und ſperrte dadurch eine
An=
zahl Privatwege, die durch den Gonſenheimer Wald nach
dem Univerſitätsfondswald führen. Die Sperrung eines
öffentlichen Weges hat v. Waldthauſen dabei gemieden.
Hierdurch war ein Znſtand geſchaffen worden, der in der
Mainzer und Gonſenheimer Bevölkerung mit Recht als
unerträglich empfunden worden iſt. Eine zwangswveiſe
Aufhebung der von Herrn n. Waldthauſen
vorgenomme=
nen Abſperrung von Privatwegen ließ, ſich nicht durch=
ſetzen, wohl aber boten der Wunſch des Herrn v.
Waldt=
hauſen, weiteren Waldbeſitz in der Nähe ſeines Schloſſes
zu erwerben, ſowie die von ihm gewünſchte Verlegung
der Kreisſtraße die Möglichkeit, im Wege der
Verhandlun=
gen einen Ausgleich der entgegenſtehenden Intereſſen
her=
beizufähren. Durch vertragliche Feſtlegungen wurde für
die Allgemeinheit verlangt, daß 1. das geſamte
Wald=
gebiet in dem der Stadt Mainz zu gelegenen Teile des
Lennebergforſtes durch Uebergang in das Eigentum des
Univerſitätsfonds dem Publikum wieder zugängig
ge=
macht wird, 2. daß Herr v. Waldthauſen nunmehr, nachdem
der Kreistag nach dem Beſchluß des Kreisausſchuſſes vom
17. Oktober v. J. unter den darin feſtgeſetzten, von Herrn
v. Waldthauſen anerkannten Bedingungen der Verlegung
der Kreisſtraße zugeſtimmt hat — die Zuſtimmung des
Provinzialtags iſt inzwiſchen gleichfalls erfolgt —
keiner=
lei Waldgelände in den Gemarkungen Gonſenheim und
Finthen erwerben kann. Wenn der Vertrag zwiſchen dem
Univerſitätsfonds und Herrn v. Waldthauſen auch noch
nicht ein in jeder Hinſicht befriedigendes Abkommen mit
dem letzteren darſtellt, ſo muß doch anerkannt werden daß,
wie die Verhältniſſe nun einmal liegen, im Intereſſe der
Allgemeinheit das Erreichbare erreicht worden iſt.
Ueber=
aus wünſchenswert wäre es zweifellos geweſen, wenn
die Freigabe ſämtlicher Waldungen des Herrn v.
Waldt=
hauſen für die Spaziergänger in rechtsverbindlicher Form
hätte ſichergeſtellt werden können; dieſe war bei der
ent=
ſchieden ablehnenden Haltung des Herrn v. Waldthauſen,
der ſeinen Beſitz mit einer derartigen dauernden
Beſchrän=
kung nicht belaſten wollte, nicht zu erwirken; es darf aber
erwartet werden, daß Herr v. Waldthauſen, was er auch
bereits mündlich zugeſagt hat, einen weiteren Teil ſeiner
Waldungen dem Publikum wieder öffnen wird, ſobald die
Kreisſtraßenverlegung ſtattgefunden hat und damit Ruhe
und Frieden eingekehrt iſt.
Es wird Beſprechung der Regierungsantwort
beantragt und beſchloſſen. Abg. Adelung: Rheinheſſen
iſt eine waldarme Provinz und die Bevölkerung hat ein
dringendes Intereſſe daran, den ſpärlichen Waldbeſitz ſich zu
erhalten. Der heute hier zur Sprache ſtehende Waldkauf
iſt ein Akt einer langen Reihe ſolcher Käufe und
Beſchwer=
den. Die Regierung hat zweifellos einen Fehler gemacht,
indem ſie einen großen Waldkomplex an eine
Privatper=
ſon verkauft hat, reſp. den Gemeinden geſtattete, auch
ihrerſeits Wälder direkt oder indirekt an Herrn v.
Waldt=
hauſen zu verkaufen. Auch hier trägt die Regierung die
Schuld. Die Gemeinden hatten zwar zunächſt den
mate=
riellen Vorteil, aber jetzt haben ſie den Schaden, denn der
Fremdenverkehr der Ausflügler bleibt aus, weil Herr
v. Waldthauſen ſeinen Wald eingezäunt hat. Der
Bevöl=
kerung hat ſich darüber eine große Erregung bemächtigt,
um ſo mehr, als Herr v. Waldthauſen auch ſein Schloß
mit einem hohen Bretterzaun umgab, der die ganze Gegend
verſchandelt, beſonders den Anblick vom Rhein aus. Sicher
iſt, daß die preußiſche Regierung längſt auf Grund des
Denkmalſchutzgeſetzes eingeſchritten wäre. Es wird nun
eingewendet, daß man auf Grund geſetzlicher
Beſtimmun=
gen keine Möglichkeit zum Einſchreiten habe. Wenn das
richtig iſt, müſſen eben ſolche Beſtimmungen geſchaffen
werden. Es iſt dringend zu wünſchen, daß mit dem neuen
Vertrag nun Ruhe und Frieden wieder hergeſtellt werden.
Ich ſelbſt zweifle allerdings daran.
Abg. Molthan teilt dieſen Zweifel nicht, er hofft
viel=
mehr, daß der Vertrag loyal gehandhabt werden wird. Die
Beſprechung kommt eigentlich wie die geſtrige post festum
denn durch den Vertrag iſt die Angelegenheit tatſächlich
erledigt. Uebrigens iſt der Streit zwiſchen der Stadt, den
verſchiedenen Orten und dem Herrn v. Waldthauſen doch
beigelegt. Der Zaun iſt meiſtens entfernt, der Wald
wie=
der dem Publikum zugänglich gemacht. (Widerſpruch.)
Die Hauptſache iſt, daß mit dem letzten Vertrag weitere
Waldankäufe ausgeſchloſſen ſind. Redner ſelbſt habe im
Kreistag und Provinzialausſchuß für den Vertrag
ge=
ſtimmt und iſt überzeugt, daß jetzt Ruhe und Frieden
tat=
ſächlich eingetreten ſind.
Abg. Wolf=Gonſenheim: Herr Molthan befindet
ſich in dieſer letzten Feſtſtellung in einer Selbſttäuſchung.
Der ganze Vertrag iſt nur zugunſten des Herrn v.
Waldt=
hauſen gemacht. Die Käufe von Waldſtücken gehen heute
noch weiter, allerdings unter Deckadreſſen. Die
Abſchlie=
ßung des Waldes zu beiden Seiten der Kreisſtraße durch
den hohen Bretterzaun iſt direkt geſundheitswidrig. Bei
dem Charakter des Herrn v. Waldthauſen ſind bei der
ge=
ringſten Kleinigkeit die Schikanierungen der Bevölkerung
wieder zu erwarten.
Abg. Bach: Es iſt richtig, daß die Beſprechung
post festum kommt, doch bedürfen einige Ausführungen
der Richtigſtellung. Die Mißſtände, die der Abg. Wolf
geſchildert hat, waren tatſächlich vorhanden, aber die
Re=
gierung hat das Möglichſte getan, ſie zu beſeitigen. Es
iſt doch wohl anzunehmen, daß jetzt wieder Ruhe und
Frieden einkehren werden. Fehler ſind ſicher auf beiden
Seiten gemacht worden. Verteidigen will ich Herrn
v. Waldthauſen nicht, aber er iſt auch ſehr provoziert
wor=
den. An der Einhaltung des neuen Vertrages iſt nicht
zu zweifeln.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach:
Herr Abg. Adelung hat ausgeführt, daß die Regierung
die Hauptſchuld an den mißlichen Verhältniſſen trage, weil
ſie den erſten Verkauf des Univerſitätswaldes nicht
ver=
hindert hat. Es waren für die Regierung zwei Umſtände
maßgebend, das nicht zu tun. Einmal war der Preis,
den die Gemeinden erhielten, ein ungewöhnlich günſtiger
und zweitens konnten die Gemeinden dadurch einen
Steuerzahler gewinnen von ganz eminenter Steuerkraft.
Die umliegenden Gemeinden haben ſich wiederholt an die
Regierung gewandt, doch alles zu tun, um die Anſiedelung
des Herrn v. Waldthauſen zu ermöglichen. Die
öffent=
lichen Intereſſen und die der privaten Beſitzer ſtehen ſich
vielfach entgegen. Die Regierung iſt ſich aber bewußt,
bei ihrem Vorgehen nur immer die öffentlichen Intereſſen
gewahrt zu haben. Es wird nicht verkannt, daß die
Zu=
ſtände geradezu unerträglich geworden waren. Es muß
aber darauf hingewieſen werden, daß v. Waldthauſen
immer nur ſeine privaten Wege abgeſchloſſen hat, die
öffentlichen Wege aber offen ließ. Mit den beſtehenden
geſetzlichen Beſtimmungen war nicht viel anzufangen. Die
Bretterwände hätten vielleicht auf Grund einer
Polizei=
verordnung entfernt werden können. Die Regierung zog
es aber vor auf dem Wege der privaten Vechandlungen
Abhilfe zu ſchaffen. Ich glaube, daß dieſe vollauf zum
Ziele führen werden, ſo daß eine neue Geſetzgebung nicht
nötig ſein wird. Ich bin überzeugt, daß der Friede jetzt
gewahrt wird. Wir haben keinen Grund, an der Lohalität
des Herrnſv. Waldthauſen zu zweifeln. Die wichtigſten
Spaziergänge ſind ſchon ietzt wieder freigegeben und es
iſt zu hoffen, daß auch noch eine Reihe anderer Wege
frei=
gegeben wird.
Abg. Adelung: Wenn die Regierung jetzt zugibt,
daß ſie eine geſetzliche Möglichkeit hatte, die Bretterwände
zu beſeitigen, ſo bedauere ich, daß ſie dieſen Weg nicht
ein=
ſchlug. Es ſcheint mir überhaupt, als ob die Regierung
nicht mit genügender Schärfe in der Angelegenheit
vorge=
gangen iſt. Ich ſehe das Wichtigſte der ganzen Affäre
darin, daß für geſetzliche Beſtimmungen geſorgt wird, die
die Wiederholung ſolcher Mißſtände ausſchließen.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach:
Es iſt ein Irrtum, wenn Herr Abg. Adelung meinte, auf
Grund der gegenwärtigen geſetzlichen
Beſtimmun=
gen ſei ein Einſchreiten möglich geweſen. Es hätte dazu
eine neue Polizeiverordnung erlaſſen werden müſſen. —
Damit ſchließt die Beſprechung.
Es folgt Beſprechung der Anfrage der Abgg. Auler
und Genoſſen, betreffend
den Bau der Nebenbahn Bensheim-
Lin=
denfels:
Wir fragen angeſichts der fortwährend durchaus
berech=
tigten Klagen aus dem Odenwald über den Bahnbau
Bensheim-Lindenfels bei der Regierung an, warum ſich
der abſolut notwendig raſcheſte Ausbau der Bahn ſe lange
Zeit verzögert und wann endlich der Bau in Angriff
ge=
nommen wird?
Finanzminiſter Dr. Braun verlieſt hierauf eine
Regierungsantwort, in der es heißt:
Ueber den Verlauf der Verhandlungen wegen des
Bähnbaues Bensheim-Lindenfels iſt die Oeffentlichkeit
durch zwei Darlegungen der Darmſtädter Zeitung vom
22. Oktober und vom 20. Dezember 1913 eingehend
unter=
richtet worden. Der Inhalt dieſer Darlegungen darf im
einzelnen als bekannt vorausgeſetzt werden. Aus ihnen
geht hervor, daß die auch von der Regierung lebhaft
be=
klagte lange Dauer der Verhandlungen im weſentlichen
folgende Gründe hat: 1. Der urſprüngliche Plan, die Bahn
für Rechnung des Kreiſes Bensheim durch die Heſſiſch=
Preußiſche Eiſenbahngemeinſchaft zu bauen und zu
betrei=
ben, wurde von dem Kreiſe nicht angenommen. 2. Ebenſo
wurde das Projekt der Firma Lenz u. Co. zu Berlin von
dem Kreiſe Bensheim abgelehnt. Das veranlaßte erneut
zeitraubende Verhandlungen und Ermittelungen. 3. Die
Kontinentale Eiſenbahn=Bau= und Betriebsgeſellſchaft hat
um die Konzeſſion bis jetzt nicht nachgeſucht. Mehrfachen
Anfragen gegenüber hat ſich die Geſellſchaft auf den
Stand=
punkt geſtellt, daß ſie zur endgültigen Entgegennahme der
Konzeſſion erſt dann bereit ſein könne, wenn die Höhe des
Staatszuſchuſſes feſtſtehe; dies wiederum werde erſt nach
Fertigſtellung des neuen — (d. h. von der Geſellſchaft
teil=
weiſe geänderten) — Projekts möglich ſein. Die
Regie=
rung iſt dieſem Standpunkt inſofern entgegengekommen,
als ſie ſich bereil finden ließ, das Projekt der Firma, auch
ohne daß dleſe um die Konzeſſion nachſuchte,
landespoli=
zeilich und techniſch eingehend zu prüfen. Die hierdurch
erforderten langwierigen und ſchwierigen Arbeiten, die
ſonſt faſt ſtets der Verleihung einer Konzeſſion nachfolgen,
wurden alsbald in Angeif genommen nachdem im
De=
zember 1912 und im Januar 1913 die Entwurfspläne von
der Geſellſchaft vorgelegt worden waren. Nach Abſchluß
des landespolizeilichen Verfahrens im Auguſt 1913 ſtellte
die Geſellſchaft den endgültigen Koſtenänſchlag auf und
reichte ihn Ende September zur Nachprüſung ein. Sie
er=
gab, daß die Anſätze der Geſellſchaft um etwa 20 Prozent
üler die Berechnungen der Regierung hinausgehen. Durch=
Schreiben vom 28. November 1913 wurde dies der
Geſell=
ſchaft mitgeteilt. Um den Fortgang der=Angelegenheit
möglichſt zu fördern, wurve ihr anheim geſtellt, um die
Konzeſſion auf Grund des auerkannten Koſtenletrages in
Höhe von 4 050200 Mark nachzuſuchen, wegen des
bean=
ſtandeten Mehrbetrages aber weiter zu verhandeln.
Hier=
zu hat ſich die Kontinentale Eiſenbahn=Bau= und
Betriehs=
geſellſchaft bis jetzt noch nicht geäußert.
Es wird Beſprechun,, der Anltage
be=
ſchloſſen. — Abgeordneter Auler begründet ſeine
Anfrage und gibt eine ſehr eingehende
Dar=
legung der geſchichtlichen Entwickelung des
Bahnbaupro=
jektes, um die Haltung des Kreistages Bensheim, deſſen
Mitglied er iſt, zu rechtertigen. Die Lage ſpitzt ſich immer
mehr zu und as iſt unbedingt nötig, daß endlich die Bahn
kommt, wenn nicht die ohnehin ſchweren wirtſchaftlichen
Schädigungen des Tales noch ſchwerer werden ſollen.
Abg. Köhler: Aus der Regierungsantwort habe ich
den Eindruck gewonnen, daß die endgültige Regelung der
Angelegenheit leider noch nicht zu erwarten iſt. Es iſt
not=
wendig, daß endlich alle Beteiligten mit gutem Willen
daran gehen, ein Ende zu machen. Redner gibt dann
eben=
falls einen Abriß aus der „Leidensgeſchichte” des
Pro=
jektes und verlieſt mehrere Stellen von früheren Wünſchen,
Zuſagen und Begründungen aus dem umkangreichen
Druckſachen= und Aktenmaterial. Schon im Jahre 1905
habe die Regierung das Projelt ein altes und Surchaus
begründetes genannt. Heute iſt tatſächlich in dem Tal ein
wirtſchaftlicher Rückgang zu verzeichnen und wenn nicht
bald Abhilfe geſchaffen wird, iſt eine wirtſchaftliche
Not=
lage nicht mehr abzuwenden. Zahlreiche Geſchäfte
ge=
fürchten das und begründen die Feſtſtellung, daß es ſich
hier nicht um Redensacten handelt ſondern daß es
bitterer Ernſt mit den Klagen iſt. Wir ſind heute mit der
Angelegenheit noch nicht weiter, wie im Jahre 1898. Es
iſt dringend zu wünſchen, daß die Verſchleppung nicht
weitergeht, daß die wirtſchaftliche Schädigung des
Lauter=
tales nicht weiter um ſich greift ſondern daß man endlich
Gelegenhei: ſchafft, die Lage wieder zu heben. Uebrigens
muß anerkannt werden, daß der Herr Finanzminiſter
ſtets ein warmes Intereſſe an der Angelegenheit
ge=
zeigt hat.
Nach der Pauſe beantragt Abg. Molthan, zunächſt
die Interpellation Schmitt, betreffend die
Müllabfuhr der Stadt Wiesbladen
zu verhandeln. Es erheben ſich mehrere Stimmen
da=
gegen. Es wird ſchließlich beſchloſſen, zunächſt nur die
Regierungsantwort entgegenzunehmen, die Finanzminiſter
Dr. Braun verlieſt. Es heißt darin u. a.:
Die von Mainz gegen die Müllablage geltend
ge=
machten Gründe werden von der Forſtbehörde als
ſtich=
haltig nicht anerkannt. Gleichwohl aber beſtand bisher
die Abſicht, eine Verpachtung an die Stadt Wiesbaden
überhaupt erſt zu vollziehen, nachdem ſich die Verwaltung
der Stadt Mainz, auch wenn ſie ſelbſt das Gelände für
den fraglichen Zweck nicht pachten wolle, davon überzeugt
hätte, daß ihr die Müllablage keinen Nachteil bringen
würde. Zur Frage der ſchädlichen Einwirkung der
Müll=
gblage für die Geſundheit der Bevölkerung wurde durch
ein Gutachten der Abteilung für öffentliche
Geſundheits=
pflege feſtgeſtellt, daß ſolche nicht zu befürchten ſei.
Sobald die Auffüllung die Höhe des gewachſenen
Bodens erreicht habe wäre ſie mit Holzgewächſen
einzu=
bauen. Eine Waldanlage auf dem nährſtoffreichen Müll
würde vorzügliches Gedeihen verſprechen. Es würde
er=
möglicht, auf einer immerhin großen Fläche Laubwald
heranzuziehen, der eine Oaſe in den eintönigen, dürftigen
Kiefernbeſtänden ſein und künftig einen weiteren
Aus=
flugsort für die Bevölkerung von Mainz ergeben würde.
Daß dies nicht bloße Annahmen ſeien, dafür böten die
Stätten früherer Müllablagen anderer Orte überzeugende
Belege.
Die weitere Frage der Herren Dr. Schmitt und
Ge=
noſſen, ob die Großh. Regierung die Verwendung des
Heidesheimer Domanialwaldes zu Müllablagezwecken
nicht für alle Zukunft unterſagen wolle, muß mit nein
be=
antwortet werden. Die Regierung darf fiskaliſches
Ge=
lände rechtlich nicht in dieſer Weiſe belaſten und ſich nicht
verpflichten, eine 80 Morgen große Fläche, die ſich nicht
anders nutzbar machen läßt, ohne ganz zwingende Gründe
für alle Zukunft unproduktiv liegen zu laſſen.
Es wird Beſprechung der Antwort beſchloſſen, jedoch
vorher die Beſprechung der Anfrage
Bahnbau Bensheim-Lindenfels
fortgeſetzt. Abg. Schönberger macht längere
Aus=
führungen, die aber auf der Tribüne nicht zu verſtehen
ſind.
Abg. Dr. Oſann (in der allgemeinen Unruhe
an=
fangs ebenfalls unverſtändlich): Die Bahn Bensheim-
Lindenfels iſt tatſächlich das Schmerzenskind der heſſiſchen
Bahnen überhaupt. Ich möchte als ein Gegenſtück dazu
auf den raſchen Bau der Bahn Höchſt-Aſchaffenburg durch
Bayern hinweiſen. Daran hätte man ſich ein Beiſpiel
nehmen können. Es iſt unbedingt notwendig, daß die
Re=
gierung tatkräftiger den Bahnbau im Odenwald fördert.
Den gunſtigen Vertrag von 1910 hätte man mit der „
Kon=
tinentalen” zum Abſchluß bringen ſollen. Wenn die
Stim=
mung im Lautertal heute nichts weniger als freudig iſt
ſo iſt das nicht zu verwundern. Auch in Lindenfels ſelbſt
gehen die wirtſchaftlichen Verhältniſſe merklich zurück. Es
iſt unbedingt notwendig, daß die Sache endlich
erledig=
wird.
Abg. Mergell: Die Vorredner haben die
Verhält=
niſſe durchaus zutreffend dargelegt. Die Bereitwilligkeit
der Gemeinde zu einer jährlichen Zinsgarantie von
40000 Mark iſt durchaus anzuerkennen. Redner
ſchil=
dert dann ebenfalls die wirtſchaftlichen Folgen der
Ver=
zögerung und betont die Notwendigkeit des endlichen
Bahnbaues.
Darauf wird die Sitzung um 12 Uhr abgebrochen und
die Beſprechung bis zum Wiederzuſammentritt vertagt.
Die Abgg. Henrich und Molthan bedauern, nicht
mehr zum Wort gekommen zu ſein.
Präſident Köhler gibt dann Kenntnis von
fol=
gendem
dringlichen Antrag
der Abgg. Brauer und Gen.:
„Wir beantragen in Uebereinſtimmung mit der von
der Regierung heute erteilten Antwort, die Regierung zu
erſuchen, in Verhandlungen mit der Stadt Mainz
einzu=
treten, um die vorhandenen Bedenken zu zerſtreuen und
deren (der Stadt Mainz) Zuſtimmung zu erlangen.”
Darauf wird die Sitzung geſchloſſen und das Haus
vertagt bis zu den Etatsberatungen.
Schülerwanderungen an den höheren Schulen
Darmſtadts.
* Seitdem der Odenwaldklub ſich die
Förde=
rung der Jugendwanderungen angelegen ſein
läßt, wurden bis Ende Dezember des vorigen Jahres
insgeſamt 107 freiwillige Ausflüge von Lehrern höherer
Lehranſtalten für Knaben unternommen; im Jahre 1913
waren es 15. Daran beteiligten ſich 174 Schüler. Wenn
dieſe Zahl im Vergleich zu der Beteiligung an den
übri=
gen Jugendwanderungen gering erſcheint, ſo iſt zu beden
ken, daß es den Beſuchern höherer Lehranſtalten an der
Möglichkeit, ſich in freier Luft zu tummeln, nicht fehlt.
Ab=
geſehen von den Spielnachmittagen, die für ſie eingerichtet
ſind, werden auch die Jugendvereinigungen der
Kirchen=
gemeinden und die Schülerabteilungen der Turn= und
Sportvereine von dieſen Schülern ſtark beſucht. Außerdem
haben viele Zöglinge ſich den verſchiedenen Gruppen des
Wandervogels, dem Pfadfinderbund, dem Schwimmklub,
der Abteilung Jung=Darmſtadt der Kriegervereine und
ähnlichen Verbänden angeſchloſſen. Ferner gehören die
neiſten Schüler ſolchen Schichten der Bevölkerung an, bei
denen Familienausflüge und Ferienreiſen oft
Gelegen=
heit bieten, ſich in Wald und Feld der Nähe und Ferne
zu erholen. Um ſo mehr aber iſt es anzuerkennen, daß
auch in dem abgelaufenen Jahre wieder mehrtägige und
eintägige Wanderungen ausgeführt wurden. Am ſtärkſten
vertreten iſt diesmal die Liebigs=
Oberreal=
ſchule. An ihr werden ſeit Beſtehen der Anſtalt regel
mäßig ſolche Ausflüge unternommen. Sie führten u. a.
nach Lichtenberg, Neunkirchen, Tromm, Lärmfeuer,
Vier=
ſtöck, Worms, Weinheim; eine dreitägige Wanderung hatte
ſich das Neckartal zum Ziel genommen. Auch die ſeit
Jah=
ren tätige Wanderluſt am Neuen Gymnaſium war
wie=
der rege; Gruppen dieſer Anſtalt ſuchten wiederholt die
einzelnen Gebieten des Odenwaldes und des Maintales
auf; in den Herbſtferien ſchloß ſich ein dreitägiger Beſuch
der Pfalz und eines Teiles der Schlachtfelder an. Ebenſo
hatte in den Oſterferien eine mehrtägige Wanderung den
Speſſart durchquert. Auch an den höheren
Mädchen=
ſchulen wurde wieder tüchtig gewandert. Bei der
Eleono=
renſchule ſind dieſe freiwilligen Wanderungen neben den
Klaſſenausflügen bereits zu einer feſtſtehenden Ordnung
geworden. 12 Wanderungen dieſer Art wurden von der
Anſtalt dem Odenwaldklub gemeldet. Das Ziel waren
auch hier der Odenwald, das Neckartal, Taunus und die
Pfalz. Neben Nachmittagsausflügen und ein
tägigen Märſchen gab es auch mehrtägige, die von
Leh=
rerinnen und Lehrern der Eleonorenſchule geleitet
wur=
den. Eine Schülerin der Frauenſchule führte ihre
Freun=
dinnen auf mehrere Tage in den Speſſart. Außerdem
ſtellten ſich auch Damen der Anſtalt gemeinſam mit einer
Kollegin des Haushaltungsſeminars in den Dienſt der
Jugendfürſorge und ſammelten wiederholt große
Scha=
ren von Mädchen aus allen Schularten zu Ausflügen in
den Ferien. Schülerinnen der Viktoriaſchule und
verein=
zelt auch aus anderen höheren Lehranſtalten für Mädchen
beteiligten ſich an einer Reihe von Wanderungen, die, wie
früher, auch dieſes Jahr wieder von bewährten
Jugend=
freundinnen anderer Schulgruppen an ſchulfreien Tagen
veranſtaltet wurden. Infolge dieſer regen Betätigung
ergibt ſich das erfreuliche Bild, daß hier nochmals an
880 Mädchen an 25 ſolcher Wanderungen teilnahmen. Wie
in vergangenen Jahren, erhalten auch diesmal die
regel=
mäßigen Teilnehmer als Zeichen der Anerkennung die
kleine Klubnadel. Das Album des Odenwaldklubs wurde
durch eine große Anzahl wohlgelungener Photographien
bereichert, die bei dem am 4. März in Friedberg
ſtattfin=
denden 2. heſſiſchen Jugendtag aufgelegt werden ſollen.
Den jungen Verfaſſern der Wanderberichte, die der
be=
reits beſtehenden Sammlung einverleibt wurden und im
lubzimmer der „Krone” für die Freunde des Jugend=
wanderns zur Einſicht offen liegen, werden kleine
Ge=
ſchenke vom Vorſtand des Odenwaldklubs bewilligt
wer=
den, wie dies auch früher geſchah.
Der Landesverband der heſſiſchen
Hausbeſitzer=Vereine
hielt, ſo ſchreibt man uns, in Darmſtadt eine
Vorſtands=
ſitzung unter dem Vorſitz des Herrn Grünwald=Mainz ab,
die aus allen Teilen Heſſens ſehr zahlreich beſucht war.
Zur Beratung ſtanden folgende Punkte: 1. Die
Grund=
ſteuerfrage; 2. Die Frage der zweiten Hypotheken; 3. Die
Erhebungen ſeitens des Reiches über die Mißſtände auf
dem Gebiete des Immobilienkredits; 4. Einheitliches
Mietvertragsformular; 5. Ausſprache über die
Abſchlag=
zahlungsgeſchäfte; 6. Herabſetzung des
Immobilienver=
äußerungsſtempels, des Hypothekenſtempels und der
Beſitzwechſelabgabe; 7. Frankfurt a. M. als ſtändiger
Tagungsort; 8. Eventuell noch geſtellt werdende Anträge.
Den breiteſten Raum in den Verhandlungen nahmen
die Erörterungen über die Punkte 1, 2 und 6 in Anſpruch,
Die hierzu von einer Reihe von Vertretern gemachten
Ausführungen waren ſehr lehrreich und hochintereſſant.
Uebereinſtimmend wurde die mißliche Lage des
Haus=
beſitzerſtandes in allen heſſiſchen Städten, die
hauptſach=
lich durch die neue Grundſteuer verſchuldet iſt,
hervorge=
hoben, und allſeitig wird erwartet, daß die Regierung,
wie dies auch jüngſt beim ländlichen Grundbeſitz geſchehen
iſt, Schritte tut, um ihren Hauptſteuerträger vor dem
voll=
ſtändigen Ruin zu ſchützen. Denn jede neue
Zwangsver=
ſteigerung entwertet den ſtädtiſchen Grund und Boden
und bedeutet für den Staat einen Steuerausfall: Zu
Punkt 1 wurde beſchloſſen, die Wünſche des ſtädtiſchen
Hausbeſitzes in einer Eingabe an die Regierung und die
Kammer vorzubringen. Das Material iſt ſo überzeugend,
daß es an den maßgebenden Stellen nicht unbeachtet
ge=
laſſen werden kann. Es iſt dringend zu wünſchen, daß
bereits für das nächſte Steuerjahr die Forderungen des
Hausbeſitzes berückſichtigt werden. — Zu Punkt 2 wurde
aus Zweckmäßigkeitsgründen beſchloſſen, jedem
Lokalver=
ein zu enpfehlen, die Frage für ſich in Angriff zu nehmen
und die einzelnen Städte zur Mitwirkung bei der Löſung
der Frage der zweiten Hypotheken zu gewinnen.
Er=
wähnenswert aus den Verhandlungen iſt die Mitteilung
eines Vertreters, wonach die Heſſiſche
Landeshypotheken=
bank erklärt hat, es ſei nicht daran zu denken, daß ſie Geld
für 2. Hypotheken zur Verfügung ſtelle. Seitens des
Ver=
bandes wird dieſe Angelegenheit weiter verfolgt werden.
Zu Punkt 3 wurde eingehend berichtet. — Zu Punkt 4
und 5 wurden weitere Erhebungen beſchloſſen und
wer=
den die Fragen in den nächſten Sitzungen weiter
be=
handelt werden. — Punkt 6 wurde eingehend beſprochen
und werden die erforderlichen Maßregeln ergriffen
wer=
den. — Punkt 7 wurde vom Antragſteller zurückgezogen.
Wegen der vorgerückten Zeit — die Verhandlungen
dauerten 4 Stunden — wurden weitere Anträge nicht mehr
geſtellt und ſchloß der Vorſitzende um 8 Uhr die Sitzung=
Die nächſte Sitzung wird bereits in den nächſten Tagen
des Monats Februar in Gießen ſtattfinden. Dieſelbe
wird bereits vormittags beginnen, damit der ſich häufende
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[ ← ][ ]Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Januar 1914.
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