Abonnementspreis
Inſerate
177. Jahrgang
hynatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
ſüirts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
n Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der wöchentlichen Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ſir Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſtäebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
igan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Das Wichtigſte vom Tage.
- Kaiſer und die Kaiſerin ſind nach Berlin
ürückgekehrt.
r dem Kriegsgericht der 30. Diviſion
Straßburg begann geſtern der Prozeß gegen
Uin Oberſten v. Reuter in der bekannten
Zabeg=
er Angelegenheit.
hinteren Klumbachtal unternahmen ſieben
Perſonen eine Schlittenfahrt. Der Schlitten
ürzte dabei einen Abhang hinunter und alle ſieben
Perſonen wurden getötet.
Peſt trat geſtern die Mitteleuropäiſche Wirt=
Acaftskonferenz zuſammen.
ſr Tankdampfer „Oklahoma” iſt auf hoher See
Untergegangen. 24 Mann der Beſatzung ſind
runken, acht Mann konnten durch den Hapagdampfer
kavaria” gerettet werden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Sekundantendienſte.
Von unterrichteter Seite wird uns geſchrieben:
gegen die deutſche Militärmiſſion in
nſtantinopel von ausländiſchen Blättern
gerich=
n Angriffe werden auch durch den Londoner Stan=
Aid unterſtützt. Es geſchieht dies in einem ſpalten=
Agen Leitartikel, der zwar annähernd einen halben
Me=
hnißt, deſſen Ausdehnung aber falſche Behauptungen
ſht in richtige umzuwandeln vermag. Dahin gehört
Mächſt die Angabe, daß Deutſchland dem türkiſchen Er=
Ain um Entſendung deutſcher Offiziere kurzab, ohne
Zögerung, entſprochen habe. In Wirklichkeit hat
Deutſchland bei der Erfüllung der türkiſchen Bitte
nichts mehr fern gehalten, als von Uebereilung; ſchon
Weiner Reihe von Monaten iſt die Türkei an
Deutſch=
mit ihrem Geſuch herangetreten, und ehe ihm
will=
t wurde, hat man alle Einzelheiten auf das genaueſte
rift. Nicht minder falſch iſt die weitere Behauptung
SStandard, daß Rußland gegen die deutſche Militär=
Aion zu einem Termin Einſpruch erhaben habe wo
reichlich Zeit geweſen ſei, ſie zu verſagen. In
Wahr=
ſetzte das ruſſiſche Vorgehen gegen die deutſche Mi=
Mrniſſion erſt ein, als die Tatſache der Abordnung
Aiſcher Offiziere nach Konſtantinopel durch eine Indis=
Aiin des Temps bereits öffentlich bekannt geworden
. Selbſtverſtändlich hat die ruſſiſche Regierung früher
der Temps Kenntnis davon gehabt, daß die
Abord=
deutſcher Offiziere nach Konſtantinopel vereinbart
Trotzdem begann die ruſſiſche Aktion gegen die
Aiſche Milltärmiſſion erſt dann, als der Temps jene In=
Mretion begangen hatte. Wenn der Standard endlich
Ader Stellung des Generals Liman von Sanders eine
Mahr für die Intereſſen der Großmächte im nahhen Orient
Mickt, weil jener den Schlüſſel von Konſtantinopel in
iden habe, ſo vergißt das Londoner Blatt die von ihm
ſt hervorgehobene Tatſache, daß ſich das Kommando
deutſchen Generals nicht auf die Beſatzungen der am
Pporus und an den Dardanellen gelegenen Forts er=
Mkt. Vor allem aber vergißt der Standard die Kleinig=
Adaß die türkiſche Flotte von einem engliſchen Admiral
ligt wird. Wer darin keinerlei Gefährdung der
Sereſſen anderer Großmächte im Orient erblickt, ſſollte
Allgerweiſe über das Kommando des deutſchen
Gene=
nicht anders denken.
Die freien Gewerkſchaften
im Jahre 1913.
— Das Korreſpondenzblatt der Generalkommiſſion
Gewerkſchaften Deutſchlands veröffentlicht einen
Mückblick auf das Jahr 1913‟ in dem u. a.
ſcllge führt wird:
Das Jahr 1913 weiſt in ſeinem Gepräge überwiegend
Ahgünſtige Züge auf. Der Krieg auf dem Ballan
lnun zwar als abgeſchloſſen zu betrachten, und damit
üür abſehbare Zeit auch die Gefahr eines Weltkrieges
Blitigt. Indes hat dieſer Umſchwung der politiſchen
Whältniſſe keine erhebliche Wandlung auf wirtſchaft=
Ucm Gebiete nach ſich gezogen. Es hat zwar den
An=
flln, als wenn die Verhältniſſe auf dem Geldmarkte
ſſchetwas zu beſſern begännen und damit auch ffür die
Siduktion einige Schwierigkeiten behoben würden, die
namentlich das Baugewerbe und die mit dieſem im
Zu=
ſammenhang ſtehenden Induſtriezweige lähmten. Auch
der günſtige Ernteausfall des verſtoſſenen Jahresmußte
zu Hoffnungen nach dieſer Richtung hin Anlaß geben.
Die Rückwirkung der guten Ernte auf die
Lebensmittel=
preiſe war immerhin ſchon groß genug, um die Höhe der
Haushaltskoſten weſentlich zu beinſluiſſen. Leider war
von einer günſtigen Rückwirkung auf den
Beſchäftigungs=
grad nichts zu bemerken. Im Gegenteil trat bei den
Ar=
beitsnachweiſen ein ſtändig und bedrohlich anwachſendes
Ueberangebot von Arbeitskräften hervor und die
Ar=
beitsloſennot und das Arbeitsloſigkeitsproblem
beherrſch=
ten in der zweiten Jahreshälſie die öffentliche
Dis=
kuſſion.
Die Gewerkſchaften konnten ſich den
ungün=
ſtigen Wirkungen der Wirtſchaftslage nicht
ganz entziehen. Wenn auch die meiſten Organiſationen
wacker ſtandgehalten haben, hat doch eine Minderzahl mnit
teilweiſe erheblichen Mitgliederverluſten kämpfen
müſſen. Von 48 Verbänden, deren Mitgliederzahlen für
das dritte Quartal 1913 vorliegen, hatten 19 einen
Rück=
gang von Mitgliedern zu beklagen. Dieſe 48 Verbände
(einſchließlich der Landarbeiter und Hausangeſtellten)
zählten am Ende des 3. Quartals 1912: 2 564893
Mitglie=
der, dagegen am Schluſſe des 3. Quartals 19130nur 2 549932
Mitglieder. Der Rückgang beträgt 14691 Mitglieder oder
0.57 Prozent. Es iſt nicht anzunehmen, daß das vierte
Quartal des letzten Jahres günſtigere Verhältniſſe
aufzu=
weiſen hätte, ſo daß die Geſtmimitgliederzahl hinter der
des Vorjahres, wenn auch nicht erheblich, zurückbleiben
dürfte.
Die ſteigende Arbeitsloſigkeit wird auch dem
kommen=
den Jahr ihren Stempel audrücken. Aller Vorausſicht
nach gehen wir einer neuen Kriſis, wenn auch
viel=
leicht von kürzerer Dauer, entgegen. So drückend ihre
Wirkungen beſonders in den Kreiſen der Arbeiter
empfun=
den werden, ſo muß doch aufs neue eingeſchärft werden,
daß in ſolchen kritiſchen Zeiten ein vorſichtig abgewogenes
Vorgehen der Arbeiterorganiſationen bei dem
Einmütig=
keit auf allen Punkten der Kampfeslinie berrſchen muß.,
doppelt notwendig iſt. Den wachſenden Anforderungen
größerer Kämpfe wird die Schaffung einer zenäſtken
Streikunterſtützung durch den diesjährigen
Gewerkſchafts=
kongreß Rechnung tragen, ſo daß, wenn ſolche Kämpfe uns
auſgezwungen werden, auch ihr Erfolg verbürgt werden
kann.
Italiens Luftflotte.
* Der Magdeburgiſchen Zeitung wird aus Rom
ge=
ſchrieben: Der großzügige Plan für die zukünftige
Or=
ganiſation des geſamten Luſtfahrtweſens iſt von der
ita=
lieniſchen Heeresverwaltung jüngſt bekanntgegeben
wor=
den. Danach iſt beabſichtigt, nach dem Vorbilde in
Frank=
reich und England eine Anzahl von
Flugzeugge=
ſchwadern aufzuſtellen und dieſe auf die großen
Trup=
penverbände und Feſtungen zu verteilen. Und zwar ſollen
für die Feldarmee insgeſamt 25 ſolcher Geſchwader
aufgeſtellt werden von denen vier für die im
Mobil=
machungsfalle aufzuſtellenden vier Armeen, 12 für die 12
Armeekorps des italieniſchen Heeres, drei für die
vorhan=
denen drei Kavalleriediviſionen, zwei für die
Territorial=
fmiliz, je eins für die Truppen in Libyen, der Cyrenaika,
ffür die Erythräiſche Kolonie und für das Somaliland
be=
ſtimmt ſind. Von den zwölf Geſchwadern werden je zwer
lin Rom, Turin, Buſto Arſizio und San Maurizio, je eins
in Padua, Ferrara, Cuneo und Treviſo untergebracht
werden. Jedes Geſchwader wird aus ſieben aktiven und
drei Reſerveflugzeugen beſtehen, und an Perſonal werden
dazu gehören vier Offiziere als Flugzeugführer, vier
Be=
obachtungsoffiziere und 25 Mann als techniſches
Bedie=
nungsperſonal. Außerdem wird jedes Geſchwader mit
einigen Kraſtwagen, Motorrädern, Feldtelegraphen,
Drahtleitungen zur Verbindung mit den vorgeſetzten
Kommandos, ferner mit Karten, Telephon,
photographi=
ſchen Apparaten und Erſatzſtücken für 25 bis 30 Tage
ſaus=
geſtattet ſein. Die Geſchwader der Feldarmee
erhal=
ten nur Eindecker vom Blériot=, Briſtol= und Newport=
Typ. Dagegen ſollen die für die Feſtungen
aufzuſtel=
lenden Geſchwader nur mit Doppeldeckern vom M.=
Far=
man=Typ beteilt werden, vermutlich weil ſie gleichzeitig
auch als Waffe benutzt werden ſollen und hierzu ihrer
hohen Tragfähigkeit wegen beſonders geeignet ſind.
Es=
ſind vorläufig vier Feſtungsgeſchwader zu 12 bis 14
Flug=
maſchinen in Ausſicht genommen. Auch die vier
Flieger=
ſchulen in Aviano, Pordenone, San Maurizio und
Galla=
rate ſollen reichlich mit Flugzeugen ausgerüſtet werden.
Insgeſamt wird der Bedarf an Flugzeugen auf 300
an=
gegeben.
Die Koſten für die Organiſation jedes
Flugzeug=
geſchwaders werden mit 400000 Lire berechnet. Ein Teil
der Koſten wird durch die Nationalſpende gedeckt, die ein
Ergebnis von 327000 Lire gehabt hat; für den Reſt hat
der Kriegsminiſter vom Parlament 10 Millionen Lire
ge=
fordert, um auch unvorhergeſehene Ausgaben decken zu
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
können. Was die Luftſchiffe anlangt, ſo ſind bis jetzt fünf
vom „P.”=(Piccolo)Typ und 4700 Kubikmeter Inhalt
vor=
handen; ſie ſind in Turin (zwei), Vigna di Valle, Ferrara
und Spezia untergebracht. Nach Mailand kommt das im
April fertige Luftſchiff „Citta di Milano”, und für
Vene=
dig, Aleſſandria und Genua ſind die im Mai
abzulieſern=
den drei Luſtſchiſfe vom „M.‟(Medio)Typ von 12100
Ku=
bikmetern beſtimmt. Ein zehntes Luftſchiff iſt in Neapel im
Bau und winrd hier oder in Tarent untergebracht werden.
Die Heeresverwaltung hofft, mit der Zeit jedem
Armee=
korps neben den erwähnten zehn Flugzeugen auch noch
ein bis drei Luftſchiffe zuweiſen zu können.
Deutſches Reich.
— Der Neujahrsempfang der Generale
und die Zabernaffäre. In der Preſſe iſt
viel=
fach die Erwartung ausgeſprochen, der Kaiſer werde beim
Neujahrsempfang der kommandierenden Generale auf
die Ereigniſſe in Zabern zurückkommen und
Verhaltungs=
maßregeln für ähnliche Fälle in der Zukunſt geben. Dieſe
Meinung hat ſich, wie die Tägliche Rundſchau erfährt,
als irrtümlich erwieſen. Eine offizielle Anſprache an die
kommandierenen Generale, in der die Zaberner
Ereig=
niſſe beſprochen wurden, hat nicht ſtattgefunden. Vor der
Taſſel hielt der Kaiſer Cercle und wechſelte mit jedem der
Erſchienenen einige Worte, auch mit dem
kommandieren=
den General von Deimling. Unmittelbar nach der Tafel
begab ſich der Kaiſer an der Spitze ſeiner Gäſte in einen
Nebenraum, wo mehrere Generalſtabskarten der letzten
Manöver aufgehangen waren. Mit einem langen Stabe
bewaffnet, hielt dann der Kaiſer unter Benutzung dieſer
Karten ſeinen Generalen einen längeren Vortrag über
die Manöverlage. Ueber dieſe Erläuterungen hinaus
vermied der Kaiſer jede Anſpielung militärpolitiſcher Art,
die mit den Zaberner Ereigniſſen in Zuſammenhang
gebracht werden könnte. Der Empfang der
kommandie=
renden Generale dauerte von 7 Uhr abends bis 12 Uhr
nachts. Unter den Generalen dagegen bildeten nach
dem=
ſelben Blatt die Vorgänge in Zabern nahezu den
allei=
nigen Geſprächsſtoff. „Faſt allgemein wurde bedauert,
daß das Zentrum und namentlich die natſionalliberale
Fraktion ſich in der erſten Hitze des Gefechtes zu einem
ſo heftigen Vorſtoß fortreißen ließen, ohne abzuwarten,
welches Bild ſich bei genauer, objektiver Prüſung des
Sachverhalts ergeben werde. Insbeſondere erregte es
Befremden, daß weder die Nationalliberalen noch das
Zentrum das Verhalten der armeeſeindlichen Hetzpreſſe
gebührend geißelten.”
— Der eigentliche Anlaß zur jüngſten
Kirchenaustrittsbewegung. Die
Korreſpon=
denz des evangeliſchen Preßverbandes für Deutſchland
ſchreibt: Erſt jetzt werden die tiefer liegenden Gründe
für den fieberhaften Eifer bekannt, mit dem das Komitee
Konfeſſionslos im Verein mit der Sozialdemokratie die
neueſte Kirchenaustrittsbewegung betrieben hat. Es ſah
bis zum Herbſt 1913 wenigſtens in Berlin recht kläglich
mit den „Maſſenerfolgen” des Komitees Konfeſſionslos
in ſeiner Kirchenaustrittsagitation aus, denn nach
authen=
tiſchen Mitteilungen waren bis zum 30. November 1913
— alſo in vollen 11 Monaten — noch nicht 2000 Perſonen
in Berlin mit Charlottenburg, Schöneberg und
Wilmers=
dorf aus der evangeliſchen Kirche ausgetreten, während
die Rücktritte der in den vorigen Jahren Ausgetretenen
zur Kirche erheblich ſich mehrten. Das Jahr 1913 durfte
doch nun keinesfalls hinter den „Maſſenerfolgen” des
Ko=
mnitees Konfeſſionslos in ffrüheren Jahren zurückbleiben,
in denen zum Beiſpiel im Jahre 1910 rund 8000 Perſonen
in Groß=Berlin ihren Kirchenaustritt erklärt hatten. Aber
allein hätte das bewußte Komitee nichts Nennenswertes
zuſtande gebracht. Dazu fehlt ihm alles. Es ſah ſich alſo
nach einem ſtärkeren Bundesgenoſſen um und fand ihn —
in der Sozialdemokratie, der dieſes „Belebungselement”,
um ſich wieder einmal etwas populärer zu machen, recht
erwünſcht kam, wenn auch lediglich aus taktiſchen
Grün=
den die Parteileitung ſich zurückhielt und durch ihre
Füh=
rer, wie Liebknecht, Hoffmann, Peus u. a., ſich um ſo
wirkſamer vertreten ließ. Nun kam das Komitee
Kon=
feſſionslos beſſer auf ſeine Rechnung, denn wenn auch
die bis jetzt im Dezember 1913 vollzogenen
Kirchenaus=
tritte durchaus noch nicht feſtſtehen und alle bſisher
ver=
öffentlichten Zahlen nichts als unſichere Schätzungen ſind,
ſo iſt doch ein Emporſchnellen der Kirchenaustrittsziffer
für das Jahr 1913 infolge der ſozialdemokratiſchen Hetze
ſicher zu erwarten. Aber auch nur infolge der
ſozial=
demolratiſchen Hetze! Denn eine Partei, die über Mil=
Seite 2.
S
armſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Nummer 6.
lionen von Anhängern verfügt, kann mit Leichtigkeit
einige Zehntauſende für eine von ihren Führern
emp=
fohlene Parole begeiſtern. Damit iſt jedoch der Beweis
erbracht, daß in den allermeiſten Fällen nicht innere
Ge=
wiſſenskonflikte Tauſende aus der Kirche treiben, ſondern
daß es ſich hier um eine planmäßige Verhetzung der
Maſſe handelt, die auch den letzten Reſt religiöſen
Empfin=
dens dem Parteimoloch opfert.
— Erzbiſchof und chriſtliche
Gewerk=
ſchaften. Der Erzbiſchof von Köln, Dr. v. Hartmann,
wendet ſich in einem Bericht an die Arbeiter= und
Knap=
penvereine des Erzbistums Köln gegen die aufgetauchte
Behauptung, als hätte er ſich mit ſeiner Empfehlung zur
Förderung der chriſtlichen Gewerkſchaften in Widerſpruch
mit der päpſtlichen Enzyklika geſetzt. Er habe den
Bei=
tritt zu den Gewerkſchaften nur angeraten, weil im Erz
bistum keine katholiſchen wirtſchaftlichen
Arbeiterorgani=
ſationen vorhanden ſeien, ohne die chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften auf Koſten der katholiſchen Organiſationen
emp=
fehlen zu wollen.
Ausland.
Frankreich.
Frankreichs Aufgaben in Marokko. Wie
aus Tanger gemeldet wird, veröffentlicht die dortige
Depéche Marocaine eine Unterredung mit dem
ehemali=
gen Kriegs= und Kolonialminiſter Meſſimy, der als
Be=
richterſtatter über das marokkaniſche Budget eine
Studien=
reiſe nach Marokko unternommen hat. Meſſimy erklärte
u. a.: Frankreich müſſe unter genauer Beobachtung des
künftigen Statuts von Tanger danach trachten, in Tanger,
das nach wie vor das Fort von Marokko ſei, eine
über=
wiegende Stellung zu erlangen. Was den vielbeſprochenen
Marſch nach Taza anlange, ſo werde Frankreich denſelben
zweifellos unternehmen, aber nur vermittels einer
lang=
ſamen methodiſchen Durchdringung, welche keine
zahl=
reichen Truppenmaſſen erfordere. Frankreich ſei in
Ma=
rolko in militäriſcher Hinſicht bei der größten
Kraftan=
ſtrengung angelangt, die ihm die gegenwärtige Lage
Euro=
pas geſtatte. Die fortſchreitende Ausgeſtaltung der
ein=
geborenen marokkaniſchen und algeriſch=tuneſiſchen
Trup=
pen müſſe es ermöglichen, daß ein Teil der
Beſatzungs=
truppen aus Marokko nach Frankreich zurückgeſandt
werde.
Spanien.
Zur Auflöſung der Cortes. Das Dekret des
König Alfons, wodurch die Cortes aufgelöſt und
Neu=
wahlen angeordnet werden, konnte keine Ueberraſchung
hervorrufen, denn es wurde bedingt durch den Ende
Ok=
tober eingetretenen politiſchen Syſtemwechſel, indem die
liberale Regierung mit Romanones demiſſionierte und an
ihrer Stelle das konſervative Kabinett Dato die Leitung
der Geſchäfte übernahm. Die nunmehr nach Hauſe
ge=
ſchickten Cortes waren im Mai 1910, nachdem kurz vorher
gleichſſalls ein Syſtemwechſel ſtattgefunden hatte, wobei
die Liberalen an Stelle der Konſervativen zur Regierung
gekommen waren, gewählt und am 15. Juni 1910 eröffnet
worden. Die liberale Regierung erhielt damals eine
Majorität von 60 Stimmen. Es unterliegt gar keinem
Zweifel, daß bei den bevorſtehenden Wahlen die
Konſer=
vativen den Sieg davontragen werden, denn bisher hat
noch jede am Ruder befindliche Regierung dank dem ihr
zu Gebote ſtehenden Apparat und einer ſyſtematiſchen
Beeinfluſſung der Wähler eine genügende Mehrheit im
Parlament erzielt. Gegen die amtliche Wahlbeeinfluſſung
iſt in Spanien ſchon immer heftig gekämpft worden, aber
ohne Erfolg, und ſo wird denn auch bei den kommenden
Wahlen an der alten Gewohnheit feſtgehalten werden.
Schweden.
Die Befeſtigung der ruſſiſchen
Weſt=
grenze. Aus Helſingfors kommt die Meldung, daß
Rußland mit großer Heimlichkeit ſeine Rüſtungen an der
Küſte verſtärkt. An der ganzen finniſchen Bucht, ſowohl
on der Nord=, wie an der Südküſte, werden ſehr ſtarke
Befeſtigungen gebaut. Unter anderem wird der Bau der
Feſte „Peter der Große” mit einem Koſtenaufwand von
400 Millionen energiſch betrieben. Dieſe Feſtung kann
nicht lediglich den Zweck haben, die Einfahrt in die
fin=
niſche Bucht zu ſperren, da auch die Weſtfront ſtark
be=
feſtigt wird und außerdem auch auf den Laalandinſeln
die Rußland nach dem ſchwediſch=ruſſiſchen Vertrag von
1908 eigentlich gar nicht befeſtigen darf, ſtarke
Fortifika=
tionen ausgeführt werden. Durch die Feſtungsbauten
ſchafft ſich Rußland einen außerordentlich ſtarken
Feſtungsring, durch den die ſchwediſche Flotte
gegebenen=
falls verhindert wird, von Süd= nach Nordſchweden
zu fahren.
Bulgarien.
Die Kabinettskriſe. Der König empfing den
Präſidenten der Sobranje, Watſchew, in Audienz, um
mit ihm über die Löſung der Kabinettskriſe zu beraten.
Auf Empfehlung Watſchews wurde Radoslawow mit der
Neubildung des Kabinetts betraut,
Türkei.
Die Ernennung Enver Beys zum
Kriegs=
miniſter wird in maßgebenden politiſchen Kreiſen
freudig gebilligt, dagegen von Generalen der alten Schule
ſtark kritiſiert. Wahrſchenilich wird auch der
Marine=
miniſter zurücktreten.
* Aus Braunſchweig. Wie aus Braunſchweig
gemeldet wird, beabſichtigt Herzog Ernſt Auguſt,
einen Schloßneubau zu errichten, der hauptſächlich als
Sommerreſidenz gedacht iſt. Das alte
Reſidenz=
ſchloß entbehrt jeder landſchaftlichen Umgebung es fehlen
Parkanlagen und auch ſonſt weiſt es verſchiedene Mängel
auf, ſo daß ſich weder der letzte Herzog Wilhelm noch
die Regenten dort wohlgefühlt haben. Bereits Prinz
Albrecht, der erſte Regent, trug ſich mit dem Gedanken,
eine Sommerreſidenz im Prinz=Albrecht=Park zu bauen,
der aber nach reiſlichen Erwägungen aus politiſchen
Gründen fallen gelaſſen wurde. Herzog Ernſt Auguſt will
nun in der Nähe dieſes Parkes, der den Uebergang zu
der künfligen Gartenſtadt Braunſchweig bildet, ein
Som=
merſchloß errichten. Die Lage iſt günſtig, auch die ſchönſte
in der näheren Umgebung der Stadt; der Grund gehört
zur herzoglichen Domäne Riddagshauſen. Die
Zeich=
nungen, Pläne uſw. liegen bereits dem herzoglichen
Staatsminiſterium vor ſo daß man auf einen baldigen
Beginn des Baues rechnen kann. Ueber die Koſten
ver=
lautet nichts näheres. Der herzogliche Park zu Richmond,
ſüdlich der Stadt Braunſchweig, mit den Gebäuden dem
Luſſtſchlößchen, Kävalierhaus, Wirtſchaftshof und dem
an=
grenzenden ſogen. Kendel, iſt aus dem Beſitz des Herzogs
von Cumberland in den ſeines Sohnes, des Herzogs,
übergegangen. Die übrigen braunſchweigiſchen Schlöſſer
ſind Staatseigentum, ſo das herzogliche Reſidenzſchloß
Braunſchweig, Schloß Blankenburg, Schloß Wolfenbütter
(jetzt Schule), Bevern (jetzt Erziehungsanſtalt
Wilhelm=
ſtift), Jagdſchloß Totenrode bei Blankenburg. Vom
ehe=
maligen Schloß Salzdahlum, in dem die Hochzeit
Fried=
richs des Großen geſeiert wurde, iſt ſo gut wie nichts
außer den alten Bäumen erhalten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Januar.
Der neue Kommandeur der 25. (Heſſiſchen)
Diviſion.
* General Freiherr Walther v. Lüttwitz wurde
am 2. Februar 1859 zu Bodland im Kreiſe Kreuzburg
(Schleſien) als Sohn eines Königlichen Oberförſters
ge=
boren; ſeine Mutter war eine geborene Gräfin Cecilie
v. Strachwitz. Am 12. Juli 1878 trat er als Leutnant ins
Füſilier=Regiment Nr. 38 ein, nachdem ſeine militäriſche
Erziehung im Kadettenkorps beendet war, wurde 1886 ins
Infanterie=Regiment Nr. 128 nach Danzig verſetzt, war
1887 bis 1890 zur Kriegsakademie kommandiert, wurde
1892 im Regiment Hauptmann und kam zwei Jahre ſpäter
in den Generalſtab nach Berlin. 1895—1898 gehörte er
dem Generalſtabe der 31. Diviſion zu Straßburg i. E. an,
rückte im letztgenannten Jahre zum Major auf, war 1898
bis 1900 im Großen Generalſtab in Berlin und ſodann
zwei weitere Jahre lang im Generalſtabe des Gardekorps.
1902/1904 kommandierte er ein Bataillon im 3. Garde=
Regiment zu Fuß, war hierauf 1904/1907 Chef des
Gene=
ralſtubes des 14. Armeekorps zu Karlsruhe 1907—1911
Oberſt und Kommandeur des 1. badiſchen Leib=Grenadier=
Regiments Nr. 109 in Karlsruhe, dann kurze Zeit Kom=
mandeur der 39. Infanterie=Brigade in Hannover un
hierauf Kommandeur der 2. Garde=Infanterie=Brigade
Berlin. Seit dem 20. März 1911 Generalmajor, wur
er vor etwa einem Jahre als Oberquartiermeiſter in de
Generalſtab der Armee verſetzt. Zugleich war er ſeithe
auch Mitglied der Studienkommiſſion der Kriegsakadeni
— Seit dem 7. Mai 1884 iſt der General mit Luiſe Gräff
v. Wengerski vermählt, die ihm drei Töchter und zw
Söhne ſchenkte, von denen der ältere als Leutnant bei
Garde=Schützenbataillon ſteht.
* Empfang. Ihre Kgl. Hoheit die Großherzogi
empfingen am Samstag vormittag 10 Uhr 30 Min.
Neuen Palais den Generalleutnant v. Korwan.
* Amtsenthebung. Se. Königl. Hoheit der Grof
herzog haben den Großh. Heſſiſchen Konſul in Haul
burg, Generalkonſul Friedrich Wilhelm Kempff,c
ſein Nachſuchen von dieſem Amt enthoben.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Großhe
og den Hochbauaufſeher Wilhelm Wetz in Worms m
Wirkung vom 4. Januar 1914 zum Dammeiſter bei de
Waſſerbauamt Mainz.
* Erledigt iſt eine mit einem katholiſchen Lehrer
beſetzende Schulſtelle zu Gorxheim, Kreis Heppenheiß
* Verſetzung in den Ruheſtand. Herr Theodor Die
fenbach, der über 22 Jahre Schuldiener der Stad
Knabenſchule III war, trat am 1. Januar d. J. in deſ
Ruheſtand. Für ſeine langjährigen treuen Dienſte wurd
ihm von der Stadtverwaltung Anerkennung ausgeſproche
Das Lehrerkollegium der Schule verſammelte ſich am Mor
tag nach Schluß des Unterrichts um den Scheidenden.
Leiter der Schule, Herr Hauptlehrer Sames drückte ihn
mit herzlichen Worten die Anerkennung und den Dankü
die gewiſſenhafte Dienſtführung aus. Er übermittelte ihnl
die beſten Wünſche für den wohlverdienten Ruheſtand unl
überreichte ihm im Namen der Lehrer als Zeichen de
dankbaren Geſinnung gegen den treuen Diener Geſchenkl
Strafkammer II. Der Sternſchen Brauerei
Frankfurt=Oberrad ging im Dezember 1912 ein mit Friſen
Wohlfart unterſchriebener Brief aus Offenbach zu, in deſ
mitgeteilt wurde, daß der Wirt Georg Müller vom Darm
ſtädter Hof im großen Biergrund, nicht nur von der Stern
ſchen Brauerei, ſondern auch von einer anderen Brauer
Bier beziehe. Die von der Brauerei vorgenommenen
mittlungen ergaben, daß der Friſeur Wohlfart nicht de
Briefſchreiber war, ſondern wie Wohlfart in Erfahrun
bringen konnte, der 21jährige Arbeiter Karl Konra
Köhler von Höchſt am Main. Dieſer gab zu, den Brig
auf Veranlaſſung des 63jährigen Wirts Valentin Neſſe
aus Offenbach in der Wirtſchaft Zum Lämmchen” gel
ſchrieben zu haben. Köhler und Neſſel hatten ſich deshal
geſtern vor der Strafkammer wegen ſchwerer Urkun
denfälſchung zu verantworten. Köhler blieb be
ſeinem Geſtändnis, er habe bei Neſſel eine größere Zechl
ſchuld gehabt und ihm deshalb das Erſuchen nicht a
ſchlagen wollen. Neſſel ſei mit dem Müller verfeindet ge
weſen und ihm deshalb Schaden zufügen wollen. Neſſ
beſtreitet, den Köhler zum Schreiben des Briefes verat
laßt zu haben, er will überhaupt nicht mit Köhler in de
Lokal zuſammen geweſen ſein, während von einigen Zeim
gen bekundet wird, daß er den Köhler fortſchickte un
Schreibpapier holen ließ. Die Strafkammer verurteilte dal
Angeklagten Neſſel zu 1 Monat und Köhler zu 1 Woch
Gefängnis. — Der 32jährige Maurer Martin Frie
mann I. zu Büttelborn wurde am 4. Juli 1913 am Lan
graben zu Büttelborn mit Fiſchereigeräten betroffen.
er nicht im Beſitze einer Fiſchereikarte iſt und auch der zu
Fiſcherei Berechtigte nicht zugegen war erhielt er einch
Strafbeſcheid über 30 Mark. Das Schöffengericht Gro
Gerau ſetzte die Strafe auf 20 Mark herab. Der Ange
klagte ſtrebte mit ſeiner Berufung Freiſprechung an.l
gab in der geſtrigen Verhandlung vor der Strafkammer am
der Inhaber der Fiſchereikarte oder deſſen Sohn wolltl
kommen, deshalb ſei er ſchon vorausgegangen und habe gel
wartet. Da dieſe Angabe nicht widerlegt werden konnt
wurde er freigeſprochen. — Der 38jährige Schneide
Michael Stenner IV von Biblis kam in der Nacht zum
18. Auguſt in Biblis mit den Nachtwachtbeamten in einel
Konflikt, da er in betrunkenem Zuſtande ruheſtörende
Lärm verübte. Er lief darauf nach Hauſe, holte ſeine
Flobert und legte unter der Drohung zu ſchießen, auf
Beamten an. Das Gewehr wurde ihm abgenommen,
wo=
bei Stenner dem einen Beamten einen Schlag ins Geſich
verſetzte. Auch bei einem zweiten Fall in derſelben Nac
wurde dem Angeklagten ein Gewehr abgenommen. Da
Schöffengericht Gernsheim verurteilte ihn zu 10 Wochen
Gefängnis und 10 Tage Haft. Außerdem wurde deil
Beamten Publikationsbeſugnis zugeſprochen. Der Angel
klagte, der Vater von 9 Kindern iſt nimmt im Verlaufe deſl
Verhandlung ſeine ausſichtsloſe Berufung zurück, ebenſl
die Staatsanwaltſchaft. — Ein nettes Dienſtmäd
chen iſt die 21jährige Emilie Tragert von Offenbach
Die Sternſinger.
(Zu Epiphanias, 6. Januar.)
* Der Abend des 6. Januar beginnt zu dunkeln.
Im ſtattlichen Bauernhaus ſind alle Vorkehrungen
ge=
troffen. Pfefferkuchen prangt auf dem Tiſche mit Aepfeln
und Nüſſen, und in der Stube verſammeln ſich in
ſchum=
meriger Dämmerung Familie und Geſinde. Ab und zu
läuft eins auf die Straße; ſie warten auf etwas: hald
müſſen die „Sternſinger” kommen. Und da ſind ſie auch
ſchon. Voran der Fackelträger, und dann die drei
halb=
wüchſigen Geſellen, gar luſtig ausſtaffiert mit den
ruß=
geſchwärzten Geſichtern, den Kronen aus Goldpapier und
den buntverzierten, weißen Röcken, die gar nichts
ande=
res ſind als lange Hemden. Gar kriegeriſch ſind ſie
aus=
gerüſtet mit den Wehrgehängen über der Schulter, an
denen die Säbel kurios baumeln; zwei tragen
vergol=
dete Spieße in den Händen, der dritte aber trägt den
Stern. Das iſt eine Stange, auf der ein Brett mit einem
zierlichen Bildwerk befeſtigt iſt. Hier iſt zu ſehen ein
Schloß mit einer grünen Laube und einem Stall, in dem
Maria an der Krippe ſitzt zwiſchen Ochs und Eſelein.
Durch ein großes Fenſter ſieht Herodes auf den Stall
her=
unter mit einem ſchwarzbraunen, fürchterlichen Geſicht und
einer großen ſchwarzen Perücke auf dem Kopf. Gar
poſſierlich bewegen ſich die Figürchen, wenn die
Stern=
gucker” den „Herodeskaſten” ſchütteln, und der große
ver=
goldete Stern aus Pappdeckel, der darüber ſchwebt, macht
die tollſten Sprünge, wenn ſein Träger an der lang
herab=
hängenden Schnur zieht. Lauter Lärm und wildes Hallo
der Jugend verkündet ſchon von weitem das Herannahen
des merkwürdigen Aufzuges. Nun machen ſie Halt vor
der weitgeöffneten Haustür und räuſpern ſich zum
Sin=
gen. Andächtige Stille tritt ein, und der prächtigſte, der
Mohrenkönig mit dem langen ſteifen Zopf beginnt: „König
Kaſpar bin ich genannt, / Komm’ daher aus dem
Mohren=
land, ℳ Komm’ daher in großer Eil’ ½ Vierzehn Tag,
fünfhundert Meil' Nach ihm ſtellt ſich Melchior vor
ind dann Balthaſar, und dann haben ſie im ebenſo
gut=
gemeinten wie wenig wohllautenden Dreigeſang gar
vielerlei Schönes für das neue Jahr zu wünſchen. Ein
Hoch aus hellen Kehlen ſchließt die Szene, und der alſo
geehrte Hausvater bewirtet die Sternſinger mit den
auf=
getiſchten Leckerbiſſen, wozu ſich die „heiligen drei Könige‟
nicht lange bitten laſſen; er gibt ihnen auch noch
Lebens=
mittel und ein paar Sechſer” auf den Weg, die die hohen
Herrſchaften mit würdiger Gebärde an den ſie begleitenden
Sackträger abgeben.
Noch heute entfaltet ſich dieſes gemütvoll luſtige Bild,
das Goethe beſungen und Ludwig Richter gezeichnet hat,
überall in deutſchen Landen, in Thüringen und Schleſien,
im Elſaß und am Niederrhein, in Bayern und in Tirol.
Freilich ſind es nur noch letzte Reſte einer fröhlichen, echt
volkstümlichen Sitte. Die Umzüge der heiligen drei
Kö=
nige waren früher viel reicher ausgeſtattet, gipfelten in
ganzen Komödien und gaben ſo recht der allgemeinen
Ver=
ehrung Ausdruck, die die Weiſen aus dem Morgenlande,
die Schutzheiligen aller frommen Pilger und Reiſenden,
im Mittelalter genoſſen. Urſprünglich wurde das
Er=
ſcheinen der drei Könige am Epiphanientage in der
Kirche feſtlich dargeſtellt. Drei Chorherren, mit Kronen
geziert, traten von verſchiedenen Seiten her vor den
Altar. Der mittlere zeigte mit einem Stab gen Morgen
nach einem Stern; dann ſangen ſie einige Lieder und der
Chor mit Lichtern trat um ſie her. Dann zogen alle zu
einem Altar, auf dem ein Muttergottesbild ſtand. Ein
Vorhang wurde weggezogen, das Chriſtkind kam zum
Vorſchein und wurde angebetet. Bald nahm das Volk
dieſe Sitte an und „die Sternſinger” zogen von Haus zu
Haus. Die erſte Kunde von ſolchen Umzügen iſt uns vom
Ende des 16. Jahrhunderts aus den Rechnungen des
Stiftes St. Florian in Oberöſterreich erhalten. Aus der
gleichen Zeit, von 1590 etwa, ſtammt die erſte
Aufzeich=
nung eines Sternſingerliedes, das alſo beginnt: „In
Gottes Namen heben wir an! 4 Die heiligen drei Könige
ſind wohlgetan Wir kommen daher ohne allen Spott,
Einen ſeligen Abend gebe euch Gott! / Einen ſelige
Abend, eine fröhliche Zeit ½ Verleih uns der Vater vou
Himmelreich.” Aus Norddeutſchland meldet uns ein Hanzu
burger Chroniſt von dieſen Umzügen: „Da war ein Stert
zu tragen, ſo großmächtig, daß ſeine Strahlen den kleinet
Träger vorn ganz bedeckten, während hinten ein unhiſtel
riſcher Kometenſchweif nachſchweifte; da waren drei
nige vorzuſtellen mit langen Ziegenbärten, ſchleppendel
Mänteln, mit goldpapiernen Kronen, langen Zeptern un
Kegelkugeln als Reichsäpfeln. So zogen dieſe unheiligel
drei Könige langſam und bedächtig durch die Gaſſen,
folgt von jubelnden Kinderſcharen, deren Geſchrei
verſtummte, wenn vor den Türen angeſehener Leute di
Könige mit ihrem Sternträger ganz ehrbar ein geiſtliche
Lied zu ſingen begannen. Sie ſchieden mit den alten, bel
ausgegröhlten Verſen: „Die heiligen drei Könige M
ihrem Stern, / Sie eſſen und trinken und bezahlen nich
gern.” Auch vorchriſtliche Züge vermiſchten ſich nochmil
dieſen bunten Geſtalten; noch heute werden ſie wohl gk
beten, auf den verſchneiten Ackerfeldern tüchtig herumz
ſtampfen, weil man in ihnen Geiſter der Fruchtbarkeit ve
mutet.
Die Umzüge der Sternſinger aber hatten auch raſd
allerlei tollen Unfug und wüſte Ausgelaſſenheit im Gel
folge, ſo daß ſchon 1666 „jeder, der ſich auf den Gaſſen
als gekleidetes Chriſtkindlein mit oder ohne Stern be
treffen läſſet” mit ſchweren Strafen bedroht wurde. Fried
rich Wilhelm I. von Preußen verbot 1739, „daß die Leut
mit Kronen oder Masken gehen, noch dergleichen Alfan
reien mehr getrieben werden”. Aber weder dieſe n
zahlloſe andere Verbote der Behörden haben die Dai
königsumzüge unterdrücken können, und noch heute ziehe
die „Sternſinger” einher, wohl auch noch, wie eheden
von einem greulichen Herodes im ſpaniſchen Koſtüm
von Muſikanten und anderen „Dreikönigsſängern”
gleitet.
Mummer 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Seite 8.
Pige war von Juni bis Oktober vorigen Jahres bei der
Prtwe Schombert als Dienſtmädchen in Stellung und
ent=
ſmndete hier teilweiſe unter erſchwerenden Umſtänden
ts Schränken und Kommoden Kleidungsſtücke und
ſäſche im Werte von 97 Mark. Weiter hat ſie in der von
lem Sohn der Witwe Schombert betriebenen
Wirtſchaft=
inere Geldbeträge in nicht feſtſtellbarer Höhe
unter=
lagen. Die Straſkammer verurteilte ſie wegen
Aweren Diebſtahls und Unterſchlagung zu
Monaten und 1 Tag Gefängnis.
* Wehrbeitrag. Die Leſer unſerer Zeitung werden auf
Bekanntmachung des Herrn Vorſitzenden der
Veran=
y ungskommiſſion über die Abgabe der
Vermögenserklär=
lngen für die Veranlagung des Wehrbeitrages im
Amts=
ſrkündigungsblatt (Darmſtädter Tagblatt vom heutigen)
ſſuhmerkſam gemacht.
* „Concordia‟=Darmſtadt. Man ſchreibt uns
ver=
tet: Am 1. Januar veranſtaltete der Männer=
Geſang=
ſſerein „Concordia” ſeine Neujahrs=Feier. Nachdem der
Vorſitzende, Herr Dingeldein, die erſchienenen Gäſte und
Untglieder begrüßt hatte, und in ſeiner Anſprache auf die
liffolge der Sänger im Jahre 1913 auf zwei großen
Ge=
regswettſtreiten hingewieſen hatte, wurden fünf lebende
Bilder geſtellt, darunter die „Vier Jahreszeiten” Hierauf
bu rde von Helene Ruths der Neujahrsprolog geſprochen,
er von Mitglied W. Reeg verfaßt war. Eine der ſchönſten
mmern von dem Programm waren die von 6 Damen
. Vereins ausgeführten „Alt=Romanighen
Schleier=
ſitze”, die von Mitglied G. Hanſtein meiſterhaft
ein=
udiert waren. Es folgten nunmehr zwei humoriſtiſche
ſerzette. „Es wird geſtreikt” ausgeführt von den
Mit=
liedern Körber, Möſer, Schwarz und „Die drei Straßen=
Ihrer” vorgetragen von den Herren Blome Hellermann
d Schüttler. Das humoriſtiſche Geſangsquartett
enzesfreuden”, geſungen von den Mitgliedern Jacobi,
llome, Hellermann und Schneider, zeugte von einem ſehr
ſtren Stimmaterial der vier Herren. Den Schluß des
togramms bildete das Theaterſtück „Die Verlobung am
teutjahrsabend‟. Die ſpielenden Perſonen, die Herren
ſcrüttler, Körber und E. Büttner und die Damen Frl.
ſteuernagel und Büttner hatten ihre Rollen großartig
l getragen. Die von dem aktiven Chor zum Vortrag
ehrrachten Chöre waren alle neu einſtudiert worden und
Ainen unter der umſichtigen Leitung des Dirigenten,
lormeiſters Richard Etzold vortrefflich zu Gehör.
* Die Vereinigung ehemaliger Leibgardiſten von
ſſermſtadt und Umgebung, die aus Anlaß des im Jahre
in zu begehenden 300jährigen Jubeljahres des
Leib=
urde=Infanterieregiments Nr. 115 zuſammengetreten iſt,
ſelt im Saale der „Stadt Koburg” bei ſehr ſtarker
Betei=
gung früherer Regimentsangehöriger, unter denen ſich
ſutter anderen Reſerveoffizieren auch
Landtagsabgeordne=
r Dr. Oſann befand, ihre Gründungsfeier ab,
Uilder ſofort etwa 100 frühere Leibgardiſten ihre
Mit=
liedſchaft anmeldeten. Der vorgelegte Statutenentwurf
ſunde eingehend beſprochen und genehmigt. Der
Haupt=
peck der Vereinigung ſoll außer der Pflege der
Zuge=
bnigkeit zum alten Regiment darin beſtehen, entſprechende
ittel zu beſchaffen, um dem Regiment zu der Jubelfeier
ſte würdige Ehrengabe in Geſtalt einer Stiftung uſw.
ſidmen zu können. Der Jahresbeitrag wurde auf 2 Mk.
lſtgeſetzt, um den Kameraden aller Berufsſtände die
Mög=
ßkeit zu geben, ſich der Vereinigung anzuſchließen. Die
ſerteren Zuſammenkünfte ſollen regelmäßig jeden zweiten
intag im Monat ſtattfinden. Zum Vorſitzenden wurde
Pir Müller=Hickler, Hauptmann der Reſerve, ge=
Nählt.
* Freie Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler. Die
Sonntag, den 4. Januar d. J., nach Frankfurt a. M.
Pierufene, von Herrn Theodor Böhm=Offenbach geleitete,
Aſtzerordentliche Mitgliederverſammlung der
reien Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler war aus
llmn Teilen der angeſchloſſenen Wahlkreiſe ſtark beſucht.
ſas Ergebnis der Landtagserſatzwahl Wald=Michelbach,
Aber die der Geſchäftsführer Dr. Otto Linſe=Mainz Bericht
ſtattete, gab Gelegenheit zu einer ergiebigen Beſprechung
ſtr heſſiſchen politiſchen Verhältniſſe überhaupt. Die
bis=
hrege Haltung der Freien Vereinigung wurde durchaus
lälligt. Namentlich das Verhältnis der
nationallibe=
len Partei zum heſſiſchen Freiſinn war angeſichts des
ſtrerdings ſich immer mehr bemerkbar machenden
Radi=
ſilismus innerhalb dieſer Partei Gegenſtand eingehender
Asſprache. Wenn auch das Mißtrauen, das die
Fortſchritt=
che Volkspartei der Kandidatur Wünzer gegenüber hegte
lnd das ſie bewog, eine eigene Kandidatur aufzuſtellen,
Hinblick auf Vorkommniſſe aus früherer Zeit
menſch=
ſch begreiflich geweſen ſei, ſo war es doch im vor=
Wgenden Fall gänzlich unbegründet. Allgemein wurde
: Fehlen einer öffentlich ausgegebenen freiſinnigen
ſtichwahlparole ſowie der Umſtand bedauert und
verur=
lits, daß nach dem ziffernmäßigen Ergebnis die
fortſchritt=
hen Stimmen in ihrer Mehrheit augenſcheinlich dem
krdidaten der Sozialdemokratie zugeführt wurden. Eine
einmütig zum Ausdruck gebrachte ſcharfe Verurteilung
er=
fuhren die den Tatſachen gänzlich widerſprechenden, gegen
die „Freie Vereinigung” gerichteten Angriffe einer ſich
nationalliberal nennenden Preſſe, wie Wormſer Zeitung
und Heſſiſche Landeszeitung, die insbeſondere eine
nach=
drückliche Zurückweiſung ſeitens der Leitung der
Wahl=
agitation erfuhren, als deren Vertreter Herr Bürgermeiſter
Stein=Wald=Michelbach den Verhandlungen beiwohnte.
Vor allem nahm Herr Bürgermeiſter Stein Veranlaſſung,
der Freien Vereinigung ſeinen und ſeiner Parteifreunde
Dank auszuſprechen für die tatkräftige Unterſtützung und
Betätigung im Wahlkampf, die eine direkte Notwendigkeit
geweſen und der es in erſter Linie zu danken ſei, daß der
nationalliberale Kandidat ſiegreich aus der heißen
Wahl=
ſchlacht habe hervorgehen können. Alle gehäſſigen Angriffe
und falſchen Darſtellungen einer generiſchen Preſſe ſeien
damit hinfällig. — So ſehr ſich die Verſammlung klar
darüber war, daß die Ergebniſſe dieſer Erſatzwahl gewiſſe
Folgerungen für die bevorſtehenden allgemeinen Wahlen
zeitigen mußten, ſo war man ſich doch andererſeits darüber
einig, daß heute bindende Beſchlüſſe über die Haltung der
„Freien Vereinigung” zu den bevorſtehenden Wahlen noch
nicht gefaßt werden können. Die Geſchäftsführung wurde
beauftragt, zunächſt eingehendes ſtatiſtiſches und
erläutern=
des Material über die einzelnen Wahlkreiſe
zuſammen=
zuſtellen und einer demnächſt ſtattfindenden Verſammlung
vorzulegen. An der erſprießlichen, für die Zukunft
nütz=
lichen Ausſprache beteiligten ſich außer dem Vorſitzenden
und Referenten die Herren De. Cratz, Wernher, Bangel,
Dr. Kraußmüller, Dr. Keller, Abg. Bach, Scior Germann,
Muntermänn u. a. Erſt in vorgerückter Nachmittagsſtunde
wurde die einmütig verlaufene und von nationalem und
liberalem Geiſte getragene Verſammlung mit Worten des
Dankes durch den Vorſitzenden geſchloſſen.
* Hilfsverein für die Geiſteskranken in Heſſen.
Gegen=
wärtig iſt in unſerer Stadt wieder die alljährliche
Samm=
lung von Gaben für den Hilfsverein für die
Geiſteskran=
ken in Heſſen im Gange. Es erſcheint daher angebracht,
ſowohl auf die Zwecke und Ziele dieſes Vereins
über=
haupt, wie auch auf ſeine Tätigkeit ſpeziell in unſerer
Stadt aufmerkſam zu machen. Der Verein will zunächſt
einzelne bedürftige Geiſteskranke, vorab bei ihrer
verſuchs=
weiſen Entlaſſung aus der Anſtalt, mit Rat und Tat
unter=
ſtützen, dann aber auch den durch die Geiſteskrankheit eines
Angehörigen nicht ſelten in unſägliche Not geratenen
Fa=
milien die erforderliche Hilfe bringen. Für dieſe Zwecke
hat der Verein ſeit ſeiner Gründung im Jahre 1874 bis jetzt
rund 587000 Mark aufgewendet. Wenn der Verein nun
auch ſowohl aus der Staatskaſſe wie von einer Reihe
an=
derer öffentlicher Kaſſen (Gemeinden, Sparkaſſen uſw.)
Beihilfe empfängt, ſo muß doch der weitaus größte Teil
ſeines Unterſtützungsbedarfs (gegenwärtig etwa 37000 Mk.
jährlich) durch freiwillige Beiträge von Privaten in Stadt
und Land aufgebracht werden, bei welcher Aufbringung
ihm eine große Anzahl Vertrauensmänner in den
ein=
zelnen Gemeinden (in unſerer Stadt Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing) zur Seite ſteht. Faſt noch größeren Wert als
auf die Ergiebigkeit der von ihm veranſtalteten
Samm=
lungen legt der Verein dabei auf eine möglichſt große Zahl
der einzelnen Geber, da er in der Höhe dieſer letzteren Zahl
nicht mit Unrecht einen Gradmeſſer für das Verſtändnis
des Weſens der Geiſteskrankheit und Beſtrebungen des
Vereins in der Bevölkerung glaubt erblicken zu dürfen.
Nach dem Geſchäftsbericht für 1912/13 beträgt die Zahl der
Geber im ganzen Lande 72476, wovon auf die Stadt
Darmſtadt 1522 entfallen. Auch jetzt ſoll hier wieder eine
Sammlung von Haus zu Haus verſucht werden,
die hoffentlich recht viele offene Herzen und Hände findet.
Jede Gabe iſt willkommen, denn, wie ſchon bemerkt, kommt
es faſt mehr noch auf die Zahl der Geber, als auf die Höhe
der Gaben an. Den letzten Jahresbericht, den der Verein
in einer großen Anzahl von Exemplaren gerne für die
Sammlung in unſerer Stadt zur Verfügung geſtellt hat,
führen die Sammler bei ſich und werden denſelben den ſich
dafür Intereſſierenden, ſoweit der Vorrat reicht, zuſtellen.
* Literariſcher Verein. Auf die heutige Anzeige des
Literariſchen Vereins, deſſen einzige Aufgabe darin beſteht,
ſeine Mitglieder das ganze Jahr über mit belehrender
und unterhaltender Lektüre zu verſehen, ſeien Einheimiſche
und Neuzugezogene hierdurch hingewieſen.
* Die Guttemplerloge „Frankenſtein Nr. 1712” hielt in
der Wartburg. Karlſtr. 21, ihre erſte Weihnachtsfeier ab.
Vorträge. Deklamation und Geſang von Alt wie Jung,
Groß wie Klein ſelbſt der Nikolaus fehlte nicht, brachten
wiederum den Beweis, daß man auch Feſte feiern kann,
ohne geiſtige Getränke, und man ſchied mit dem
Bewußt=
ſein, ein herrliches Feſt gefeiert zu haben, und der Spruch:
„Friede auf Erden” hat ſich hier bewahrheitet. Man
trennte ſich ungern, aber mit den Worten: „Auf
Wieder=
ſehen!”.
* Geſundheitsgemäße Frauenkleidung. Montag, den
12. Jan., abends 8 Uhr, wird Herr Dr. Sell=Eleonoren=
heilſtätte i. O. im „Kaiſerſaal” den
Lichtbildervor=
trag über „Geſundheitsgemäße
Frauenklei=
dung” auf Wunſch der hieſigen evangeliſchen Gemeinde=
Frauenvereine wiederholen. Das wird gewiß von allen
Teilnehmerinnen, die den geſchätzten Redner im November
Gelegenheit hatten zu hören, mit Freuden begrüßt werden;
denn die klaren, überzeugenden Ausführungen, unterſtützt
durch Lichtbilder, machten auf die Anweſenden einen
nach=
haltigen Eindruck. Diesmal werden auch die vom
Vortka=
genden erwähnten wunderbar ſchönen Bilder normaler
Frauenkörper, zum Teil nach Bildhauerwerken aus dem
Altertum, zur Darſtellung kommen. Möchte ſich ganz
be=
ſonders unſere weibliche Jugend wieder ſo zahlreich
ein=
finden wie beim erſten Vortrag, denn gerade für ſie ſind
die Belehrungen von ganz beſonderer Wichtigkeit. Näheres
über den Kartenverkauf, der diesmal ſowohl an der Kaſſe,
wie im Verkehrsbureau ſtattfindet, beſagen die Anzeigen.
* Vogelsberger Höhenklub (Zweigverein Darmſtadt).
Trotz des zweifelhaften Wetters hatten ſich zur Wanderung
am vergangenen Sonntag nach Groß=Umſtadt etwa 90
wackere Wandersleute eingefunden. Und ſie hatten es
nicht zu bereuen, denn der Wettergott zeigte ſich recht
freundlich geſinnt. Die Wanderung verlief darum auch ſehr
ſchön und namentlich bot der Wald in ſeinem
ſchimmern=
den Schneekleide ganz prächtige Bilder. Da auch die
Be=
wirtung in Gundernhauſen bei Hanſtein und in Groß=
Umſtadt im Rheiniſchen Hof vorzüglich war, ſo darf dieſe
Wanderung zu den gelungenſten des Jahres 1913/14
ge=
zählt werden.
* Ediſons Kinetophon. Am 7. d. M. wird die neue
Erfindung Ediſons, die ſprechenden lebenden Bilder
Kinetophon genannt — durch den Direktor der Deutſchen
Ediſon=Kinetophon=Geſellſchaft Paſchka dem
Großher=
zog vorgeführt werden.
* Naturalverpflegungsſtation. Während des Monats
Dezember 1913 wurde die Hilfe der
Naturalverpflegungs=
ſtation von 542 mittelloſen Durchreiſenden in Anſpruch
genommen. Dieſe verurſachten einen Koſtenaufwand von
623,30 Mark.
§ Unfall an der Rodelbahn. Am Samstag nachmittag
iſt ein Zuſchauer an der Rodelbahn bei der Ludwigshöhe
am Bein verletzt worden. Ein Kaufmann aus Frankfurt
am Main iſt beim Rodeln mit einer Dame zuſammen zu
Fall gekommen. Als er der Dame beim Aufſtehen
behilf=
lich war. ließ er ſeinen Schlitten auf der Mitte der
Fahr=
bahn ſtehen. Gleich darauf kam eine andere Perſon die
Rodelbahn heruntergerodelt; dieſe ſtieß hierbei den
Schlit=
ten des Kaufmanns derart an, daß der Schlitten zur Seite
geſchleudert wurde und den obenerwähnten Zuſchauer am
Bein traf.
§ Körperverletzung. In der Nacht von Samstag
auf Sonntag wurde in der Altſtadt ein Hausburſche von
einem Frauenzimmer, in deren Wohnung er eingedrungen
war, durch einen ſcharfen Revolverſchuß an der rechten
Hand verletzt. Der Verletzte mußte ſich in das Städtiſche
Krankenhaus begeben.
§ Feſtgenommen. Ein 30 Jahre alter Reiſender aus
Potsdam, hier wohnhaft, iſt wegen Diebſtahls eines
Koffers mit Kleidermuſtern im Werte von etwa 700 Mark
feſtgenommen worden. Der Koffer wurde vor einigen
Tagen in einem hieſigen Hotel entwendet.
§ Durchgegangene Pferde. Am Samstag
nach=
mittag gegen 1 Uhr gingen zwei vor einem Bierfuhrwerk
geſpannte Pferde in der Lagerhausſtraße durch und
rannten in der Richtung nach der Blumenthalſtraße
davon. Ein Schutzmann iſt in der Blumenthalſtraße den
Pferden in die Zügel geſprungen, hat ſie zum Stehen
gebracht und dadurch ein Unglück verhindert. Der Lenker
des Fuhrwerks iſt dabei vom Bock gefallen, hat jedoch
nur leichte Hautabſchürfungen davongetragen.
§ Kellerbrand. Am Samstag abend kurz nach
6 Uhr entſtand im Hauſe Arheilgerſtraße Nr. 14 durch
Umfallen einer Petroleumlampe ein Kellerbrand, welcher
durch die herbeigerufene Feuerwehrwache alsbald gelöſcht
wurde.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nacht
ſtehenden Ermähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Am Donnerstag, den 22. Januar, findet im
Städtiſchen Saalbau ein Orcheſter=Konzert unter
Leitung von Herrn Werner F. von Siemens unter
gütiger Mitwirkung der Großh. Hofkapelle Darmſtadt, ſtatt.
Als Soliſtin iſt für dieſes Konzert die bekannte
hoch=
dramatiſche Sängerin Frau Beatrice Lauer=Kottlar vom
Hoftheater in Karlsruhe gewonnen worden. — Das
intereſſante Programm weiſt neben der Ouvertüre zu
Coriolan Opus 62 von Beethoven und der vierten
Sym=
phonie E=Moll Opus 98 von Joh. Brahms die acht
Orcheſtergeſänge des bekannten Komponiſten Herrn Baron
Hermann W. von Waltershauſen auf. Von dieſen
Orcheſtergeſängen, die erſt im verfloſſenen Jahre entſtanden
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Die Frauen an der Berliner Univer
tät. 880 Frauen ſind im laufenden Winterhalbjahr an
r Berliner Univerſität eingeſchrieben, während im vori=
An Winter 859 gezählt wurden. Ohne Reifezeugnis, nur
ſit dem Erlaubnisſchein des Rektors verſehen, hören noch
9 Frauen Vorleſungen an der Univerſität. Insgeſamt
men alſo 1113 Frauen Vorleſungen an der Berliner
werſität belegen. Der Stillſtand im Frauenſtudium
ſiid noch offenbarer durch die Tatſache, daß nur 314 in
lfeſem Winter die Berliner Hochſchule neu bezogen,
wäh=
nd es das vorige Mal 361 waren. Zurückgegangen iſt
ſte die kleine Zahl der Theologinnen: im letzten Winter
er in dieſem Winter eine. Ebenſo ſteht es mit den
n iſtinnen: früher 20, jetzt 19. Stehen geblieben iſt die
ſiffer der Medizin ſtudierenden Frauen mit 178; davon
id 25 Ruſſinnen, während bei den Männern der dritte
Peil der Mediziner, 441 von 1336, aus Rußland ſtammt
Frauen gehören der philoſophiſchen Fakultät an. Hier
kdmen ſich in gewohnter Weiſe die meiſten der neuen
Pillologie, 164 an der Zahl. Daneben wird das Studium
n Deutſch und Germaniſtik bevorzugt, da es in gleicher
eiſe zur Staatsprüfung und zu einer Anſtellung führt.
Notz der ungünſtigen Verhältniſſe gerade auf dieſem
Ge=
lete widmen ſich ihm noch 126 Frauen. Ueberhaupt ſind
e philoſophiſch=hiſtoriſchen Fächer gegenüber den
natur=
ſiſſenſchaftlich=mathematiſchen bevorzugt.
CK. Neues von den F=Strahlen. Aus
Aris wird berichtet: Der italieniſche Ingenieur Giulio
ſſivi, deſſen Erfindung der ſogenannten F=Strahlen ſo
belfach erörtert und angezweifelt wurde, konnte am letzten
Aienstag in Paris vor ſeiner Abreiſe nach Rom die inter=
Fante Mitteilung machen, daß er im Begriffe ſtehe, ſeine
findung der italieniſchen Regierung zu verkaufen. Er
hat, wie er berichtete, keinerlei Patent aufgenommen,
ſon=
dern wird der Behörde, insbeſondere der italieniſchen
Marineverwaltung, nur die Konſtruktionseinzelheiten und
den in Spezia bereits gebauten Apparat überlaſſen. Ulivi
behauptet bekanntlich, durch ſeine F=Strahlen
im=
ſtande zu ſein, auf gewiſſe Entfernungen
Exploſiv=
ſtoffe auf drahtloſem Wege zur Entzündung zu
bringen; ſo will er beiſpielsweiſe eine Kriegsſchiff in
die Luft ſprengen können, indem er durch die F=Strahlen
die Munitionskammern zur Exploſion bringt. Die
bis=
herigen Angaben über die Umſtände, unter denen dies
möglich ſein ſollte, waren ziemlich unbeſtimmt; erſt jetzt
hat der Erfinder darüber einige nähere Mitteilungen
ge=
macht. Die Wirkungsweiſe der F=Strahlen kann auf eine
Entfernung von etwa 50 Metern die Exploſion hervorrufen,
und entzündet dann jede Art von Exploſivſtoff, wobei
frei=
lich Vorausſetzung iſt, daß die Pulvervorräte in
Metall=
gefäßen und Metallräumen verwahrt liegen. Sind die
Exploſivſtoffe in hölzernen Hüllen geborgen, ſo verſagen
die F=Strahlen, weil ſie Holz nicht durchdringen. Dieſer
Umſtand und die geringe Entfernung, auf die die
draht=
loſe Entzündung möglich iſt, verringert naturgemäß
einſt=
weilen die praktiſche Bedeutung. Ulivi wird jetzt in
Spe=
zia und Neapel weitere Experimente vornehmen. Die
italieniſche Marineverwaltung hegt den Plan, das
Ver=
fahren vor allem zur Sprengung unterſeeiſcher Minen und
Streuminen nutzbar zu machen.
* Wochenſpielplan der Frankfurter
Stadttheater: 1. Opernhaus. Dienstag: Falſtaff
Mittwoch: Rigoletto. Donnerstag: Figaros Hochzeit.
Freitag: Die Braut von Meſſina. Samstag:
Königskin=
der. Sonntag, 3½ Uhr: Die Regimentstochter; 7 Uhr:
Lohengrin. Montag: Der Wildſchütz. Dienstag: Madame
Butterfly. — 2. Schauſpielhaus. Dienstag: Wie einſt im
Mai. Mittwoch, 3½ Uhr: Der geſtiefelte Kater; 8 Uhr:
Der Herr Miniſter. Donnerstag: Othello. Freitag:
Pyg=
malion. Samstag, 3½ Uhr: Der geſtiefelte Kater; 8 Uhr:
Eine Frau ohne Bedeutung. Sonntag, 3½ Uhr: Der ge
ſtieſelte Kater; 7 Uhr: Wie einſt im Mai. Montag: Wie
einſt im Mai. Dienstag: Der Herr Miniſter.
* Wochenſpielplan des Großh. Hof= und
National=Theaters Mannheim. 1. Im
Hof=
theater: Dienstag: Die Hugenotten. Mittwoch: Feuersnot.
Donnerstag: Der Widerſpenſtigen Zähmung. Freitag
keine Vorſtellung. Samstag (zum erſten Male): Die
hei=
tere Reſidenz. Sonntag: Don Juan. Montag: Baumeiſter
Solneß. — 2. Im Neuen Theater: Dienstag: Die ſpaniſche
Fliege. Mittwoch: Die Schmetterlingsſchlacht. Freitag:
Das Glöckchen des Eremiten. Sonntag, 3 Uhr: Der Raub
der Sabinerinnen; 8¼ Uhr: Charleys Tante.
Die Frau von 1914. „Die Frauen wollen ſich
ſelbſt wieder ähnlich werden” — das iſt die Botſchaft, die
von den Beherrſchern der Mode der lauſchenden Welt als
Neujahrsgabe verkündet wird. Die genaueren
Einzel=
heiten der nahenden Frühjahrsmode werden natürlich
noch ängſtlich geheim gehalten und mögen vielleicht auch
noch nicht endgültig feſtſtehen. Eine Frage aber iſt
be=
reits entſchieden: die Frau von 1914 wird wieder ein
wenig Taille haben. Beileibe keine Weſpentaille, eben
nur ein wenig Taille, aber auf die „Bauchlinie” wird
man verzichten und ſchüchtern ſich wieder der
natürliche=
ren Form nähern. Auch an den Füßen wird der Rock
nicht mehr, wie bisher, enger ſein; die neueſten Modelle
für das Frühjahr zeigen Röcke, die am Fuße ein klein
wenig weiter ſind, als oben. Eines aber wird noch bis
zum Frühjahr hinein das Feld behaupten: der
leicht=
geſchlitzte Rock. Allein man wird nicht mehr durch dieſen
Schlitz das durchſichtige Gewebe durchbrochener Strümpfe
ſehen; ſtatt ihrer wird das Auge an jenem Schlitze etwas
von dem neuen, pliſſierten feinen Seidenunterrock
er=
raffen. Die Anſätze zur Krinoline ſchwinden, die mit
Draht verſteifte Tunika iſt erledigt und mit ihr die
viel=
verſpotteten „Minaret=Umriſſe‟ Statt deſſen kommen
lange, ſchlicht herabhängende Tuniken mit Quaſten oder
durchbrochenen Umſäumungen. Die Hüte aber ſtreben zur
den ſind, wurden die erſten fünf davon vergangenen April
in Karlsruhe unter der Leitung des jetzigen Wiener Hof=
Kapellmeiſters Reichwein mit ſenfationellem Erfolge
auf=
geführt, während die zwei weiteren Orcheſtergeſänge vor
kurzem unter Leitung von Hans Pfitzner auf dem
Pro=
gramm des dortigen Akademie=Konzertes ſtanden und
be=
geiſterten Beifall fanden.
* Im Märchenlande. Ein willkommener Gaſt
will von Mittwoch ab hier für kurze Zeit ſeine Wohnung
aufſchlagen: Unſer ſchönes deutſches Märchen in neuem
Gewande. Ein junger, im Oſten Deutſchlands bekannter
Rezitator, Herr Heinz Weila, hat ſich die Aufgabe
ge=
ſtellt, unſeren lieben Kleinen die lieben Geſtalten der
Mär=
chenwelt wieder aufleben zu laſſen. Farbenprächtige
Licht=
bilder erſter Künſtler und eindrucksvoller, wohlklingender
Vortrag unterſtützen ihn, ſo daß dies Unternehmen von
allen, die Kinder lieb haben und ſelbſt einmal im
poeſie=
vollen Reich der Märchen träumen wollen, lebhaft begrüßt
werden wird Verſäume doch niemand, ſeinen Kindern
die köſtliche Märchenpoeſie in ihrer Gemütstiefe und
reiz=
vollen Schilderung zugänglich zu machen. Damit ſei der
Beſuch dieſer Rezitationen, die täglich um 3 und 5 Uhr
Grafenſtraße Nr. 12, Ecke Rheinſtraße, „Im Märchenlande‟
ſtattfinden, empfohlen und auf die Anzeige mit dem
Pro=
gramm in dieſem Blatte hingewieſen.
* Eberſtadt, 5. Jan. (Bürgermeiſterwahl.)
Man ſchreibt uns: Die in Kürze für unſere Gemeinde
vor=
zunehmende Bürgermeiſterwahl beſchäftigt zurzeit lebhaft
die hieſige Einwohnerſchaft. Weitblickende, und in die
Gemeindeverhältniſſe Eingeweihte, wollen mit dem
ſeit=
herigen Syſtem des Ehrenbürgermeiſters gebrochen haben,
und an deſſen Stelle einen tüchtigen Berufsbürgermeiſter
ſetzen. Es iſt unter den heutigen Zeitverhältniſſen für eine
Gemeinde von 8000 Seelen aber auch ein dringendes
Ge=
bot der Notwendigkeit, daß an deren Spitze ein erprobtee
Fachmann geſtellt wird, der unabhängig, ohne Anſehen der
Perſon das Gemeindeſchifflein lenkt; dieſe Perſönlichkeit
kann allerdings nie ein Ehrenbürgermeiſter, ſondern nur
ein Berufsbürgermeiſter ſein. Die hieſigen
Gemeindever=
treter werden in den nächſten Tagen über dieſe Frage zu
entſcheiden haben; hoffentlich geht der dringende Wunſch
eines großen Teils der Einwohner Eberſtadts in
Er=
füllung.
* Weiterſtadt, 5. Jan. (Neujahrsfeier.)
Sonn=
tag, den 11. Januar, veranſtaltet der Geſangverein „
Ger=
mania” im Gaſthaus „Zum Löwen” ſeine diesjährige
Neu=
jahrsfeier, verbunden mit einem Theaterabend, daran
an=
ſchließend Tanz. Zur Aufführung gelangt auf
viel=
ſeitigen Wunſch das Theaterſtück „Die gehaalte
Ge=
ſchwiſter”
Offenbach, 5. Jan. (Brandſtiftung.) In der
hinter dem Städtiſchen Schlachthof gelegenen Scheuer des
Fouragehändlers Friedrich Fauerbach brach am Sonntag
abend gegen 6 Uhr ein Schadenfeuer aus, das ſchnell große
Dimenſionen annahm. Im Nu ſtand die mit Stroh und
Heu gefüllte Scheuer in Flammen, ſo daß ſie nach kurzer
Zeit völlig eingeäſchert wurde. Die alarmierte Feuerwehr
blieb auf der Brandſtätte, bis jede Gefahr für die
umlie=
genden Scheuern, ſowie die angrenzende Lackfabrik von
Firma Köhler und Stumpf beſeitiat war. Der durch das
Feuer angerichtete Brandſchaden iſt erheblich, aber bis auf
zwei Wagen, die ebenfalls verbrannten, durch Verſicherung
gedeckt. Die Entſtehungsurſache des Brandes iſt ohne
Zweifel auf fahrläſſige Brandſtiftung
zurückzu=
führen. Dieſe Scheuer bildete nämlich den ſtändigen
Un=
terſchlupf von lichtſcheuem Geſindel, das dort nächtigte
Offenbar wurde das Feuer durch das unvorſichtige
Weg=
werfen eines noch glimmenden Streichholzes entfacht. Die
polizeilichen Ermittelungen haben bisher noch zu keinem
beſtimmten Ergebnis geführt. — (Erfroren
aufge=
funden.) Die am vorigen Dienstag im Grenzgraben
hinter dem Waſſerhof bei Oberrad erfroren aufgefundene
Frau iſt als die 67 Jahre alte Witwe Thereſe
Höf=
ling aus der Feldſtraße 79 erkannt worden. Dieſe hatte
ſich am Montag, nachdem ſchon ſeit einiger Zeit Spuren
geiſtiger Umnachtung an ihr bemerkt wurden, im
Dämmer=
zuſtände aus ihrer Wohnung entfernt und war in der
Um=
gegend umhergeirrt. Hierbei iſt ſie wahrſcheinlich am
Grenzgraben ermüdet umgefallen und dadurch erfroren.
Lampertheim, 5. Jan. (Leichenländung.) Bei
Hof „Kirſchgartshauſen” wurde eine weibliche Leiche
ge=
ländet. Man vermutet, daß es ſich um die unbekannte
Frau handelt, die vor kurzem bei Mannheim in den Rhein
ſprang.
Mainz, 5. Jan. (Einbruch.) In einem hieſigen
Uhrmachergeſchäft wurde ein Einbruch verübt. Die Täter,
die es offenbar auf Ausraubung des Ladens abgeſehen
hatten, haben nur eine vernickelte Uhrmacher=Flachzange
und eine ebenſolche Uhrmacher=Zwickzange mitgenommen.
Der weiteren Ausführung der geplanten Tat ſtellten ſich
Hinderniſſe entgegen. — (Lebensmüde.) In einem
Hauſe der Wallauſtraße hat eine Frau in
ſelbſtmörderi=
ſcher Abſicht Spiritus getrunken. Sie beabſichtigte, auch
eine mit Salzſäure gefüllte Flaſche zu leeren, wurde
hieran jedoch rechtzeitig gehindert; ſie wurde ins ſtädtiſche
Krankenhaus gebracht. — Ein Dienſtmädchen wollte in
verfloſſener Nacht in ſelbſtmörderiſcher Abſicht in den
Rhein ſpringen, wurde jedoch durch einen Paſſanten
da=
von abgehalten und der Polizei übergeben.
Oſthofen, 5. Jan. (Großfeuer.) Samstag abend
kurz vor 7 Uhr brach in den Arbeitsſälen der
Stroh=
hülſenfabrik Karl Glaſer in der Mainzer
Straße, in denen um 5 Uhr nachmittags ca. 30 Menſchen,
wie gewöhnlich Samstags, Arbeitsſchluß gemacht hatten,
auf unerklärliche Weiſe Feuer aus, deſſen Bekämpfung
ſofort aufgenommen und ſchließlich mit nicht weniger als
elf Schlauchleitungen fortgeſetzt wurde. Der Bau, der vor
vier Jahren ſchon einmal einem Schadenfeuer zum Opfer
ſiel und in dem über ein Dutzend wertvolle automatiſche
Strohhülſenmaſchinen und allerlei brennbares Material,
aber nur geringe Fertigvorräte ſich befanden, brannte in
4 Stunden aus. Die ſehr gefährdete Umgebung, darunter
auch die mit ungedroſchenem Getreide gefüllte, dicht daran
grenzende ſogen. „Zehntſcheuer” konnte von den
Feuer=
wehren gehalten werden. Die ganze Nacht und geſtern
den Tag über hielt die Turnerfeuerwehr Brandwache, da
immer noch Strohvorrat von Zeit zu Zeit aufflammte
und der Brandherd nach Süden, Oſten und Norden
Bau=
lichkeiten neben ſich hat.
Alsheim, 3. Jan. (Rodelunglück.) Auf der
Rodelbahn auf der Straße nach Dorn=Dürkheim
verun=
glückte der Schloſſer Schmitt von hier. Er ſtieß mit einem
anderen Schlitten zuſammen und kam in voller Fahrt zu
Fall. Der Arzt ſtellte einen komplizierten Bein= und
Knie=
ſcheibenbruch feſt. Auch eine Dienſtmagd zog ſich ſchwere
Verletzungen im Geſicht zu und mußte ärztliche Hilfe in
Anſpruch nehmen.
Grünberg, 5. Jan. (90. Geburtstag.) Am 10.
Januar feiert Pfarrer Guſtav Baiſt, jetzt in Weſtheim bei
Gunzenhauſen, bis 1877 zu Ulfa bei Nidda, ſeinen 90.
Ge=
burtstag. Baiſt iſt 1824 in Grünberg, wo ſein Vater
Land=
rat war, geboren und ein Bruder des vor zwei Jahren
verſtorbenen Seniors der heſſiſchen Anwaltſchaft. Geh.
Juſtizrat Baiſt in Gießen. Aus der älteren Generation
werden ſich wohl manche an ſeine kräftige Perſönlichkeit
erinnern, auch an ſeine ſcheiftſtelleriſche Tätigkeit auf
kirch=
lichem und wirtſchaftlichem Gebiet. In Bayern hat er ſich
beſonders um das Darlehenskaſſenweſen verdient gemacht,
in einer Anzahl unter dem Namen Friedrich Traugott von
ihm veröffentlichten Volkserzählungen findet man
anſchau=
liche Schilderungen von Menſchen und Zuſtänden
alt=
heſſiſcher Zeit. Noch bis vor wenigen Monaten konnte er
einen Teil der Amtsgeſchäfte verſehen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Jan. In der Frühe des
heutigen Sonntags iſt der Präſident des
Oberverwaltungs=
gerichts von Ritter kurz vor Vollendung ſeines 68.
Lebensjahres einem Herzſchlag erlegen. — Zu der 25
jäh=
rigen Jubelfeier der internationalen
krimi=
naliſtiſchen Vereinigung waren Mitglieder aus
allen Teilen des Reiches auch dem Auslande, hier
ein=
getroffen. Mittags fand im Reichstagsgebäude eine
Vor=
ſtandsſitzung, abends im Kaiſerhof ein Abendeſſen ſtatt, an
dem der Staatsſekretär des Reichsjuſtizamtes, ſowie
Ver=
treter des preußiſchen Miniſteriums des Innern und des
Juſtizminiſteriums teilnahmen. Außer den Begründern
der Vereinigung, den Profeſſoren Prins=Brüſſel, v. Liſzt=
Berlin und van Hamel=Amſterdam, ſah man u. a. die
Exzellenzen Dr. Wrieberg=Stockholm, Hagerup=
Koven=
hagen, ſowie eine große Anzahl Gerichtsärzte, Richter,
Staatsanwälte und Rechtsanwälte. — Die Feier des 70.
Geburtstages Victor Blüthgens brachte dem
Dichter vielerlei Ehrungen: Wilmersdorf benannte nach
ihm eine neue Straße am Fehrbelliner Platz; Freienwalde,
wo Blüthgen ſein ſtändiges Dichterheim beſitzt, ließ durch
eine Deputation eine Adreſſe überreichen, gleichzeitig mit
dem Ehrenbürgerbrief; der Allgemeine Schriftſtellerverein
ſtiftete einen ſilbernen Blumenkorb als Tafelaufſatz. Heute
veranſtaltete der große Deutſche Schriftſtellerverband zu
Ehren ſeines Präſidenten ein Feſtmahl im Zoologiſchen
Garten. — Die Geburten haben auch im Jahre 1912/13
in Berlin weiter abgenommen. Gemeldet wurden
42 509 gegen 43091 im Jahre 1911/12 und 44 261 im Jahre
1910/11. Die Aufgebote dagegen haben zugenommen
1910 betrugen ſie 27865, 1911/12: 23237 und 1912/13:
24 131. Die Eheſchließungen waren nur wenig geringer.
Sie ſtellten ſich auf 22016 im Jahre 1910/11, auf 22662 im
Jahre 1911/12 und auf 23086 im Jahre 1912/13. Die
Sterbefälle haben abgenommen. Das durch ſeine große
Hitze und Trockenheit abnorme Jahr 1911/12 brachte zwar
eine Steigerung auf 33800 Todesfälle, im Jahre 1910/11
betrugen ſie indes nur 31984 und im letzten Jahre nur
31897. Im Januar wurden die meiſten Geburten
ver=
zeichnet, die wenigſten im November. Die Eheſchließungen
hatten ihr Maximum im Oktober, ihr Minimum im Januar
erreicht; die Sterbefälle ihr Minimum im September.
Nach großen Betrügereien und Hinterlaſſung einer
Schul=
denlaſt von etwa 40000 Mark iſt der 33 Jahre alte Gold=
und Juwelenhändler L. Vonſtein, der namentlichzu
den Kreiſen der Lebewelt Beziehungen hatte, flüchtig
geworden.
5. Jan. Trotz des ſchauderhaften Wetters hatte ſich
geſtern vor dem Kaiſer=Friedrich=Muſeum eine
ſo gewaltige Menſchenmenge eingefunden, um das neus
van der Goes=Bild zu ſehen, daß die Polize
einen Abſperrungsdienſt einrichten mußte. Die Schaus
luſtigen wurden nur truppweiſe in das Muſeum gelaſſen
— Der praktiſche Arzt Dr. Goldſtein und der
verant=
wortliche Redakteur des Kleinen Journals. Noack,
ha=
ten ſich heute vor der 3. Strafkammer des Lamndgerichts
Berlin I wegen Beleidigung der katholiſchen
Miſſionare des Rheinlandes zu verantworten.
Die Straſkammer erkannte nach längerer Erörterung auf
die Einſtellung des Verfahrens, da der Kölner Erzbiſcho
laut eines Gutachtens des Geh. Juſtizrats Prof. Stutze
Bonn nicht ſtrafantragsberechtigt war und die ſpäteren
Strafanträge des Vorgeſetzten der Miſſionare und die
Strafanträge der Beleidigten ſelbſt nicht rechtzeitig geſtellt
wurden.
Hanau, 5. Jan. (Todesfall.) Buchdruckereibeſitzen
Lorenz Loßberger, einer der Führer der Fortſchrittlichen
Volkspartei in Hanau und früher auch Verleger der libes
ralen Hanauer Zeitung, iſt im Alter von 47 Jahren plötzlich
geſtorben.
Stuttgart. 5. Jan. (Kaiſer und König.)Wi
der Schwäbiſche Merkur meldet, hat ſich der König
geſtern abend 7 Uhr im Auto nach dem Nordbahnhof
be=
geben, um den Kaiſer zu begrüßen, welcher dort, auf den
Rückfahrt von Sigmaringen, einen kurzen Aufenthalt hatte
Karlsruhe, 5. Jan. (Todesfall.) Am 3. Janual
ſtarb hier im Alter von 83½ Jahren Reichsgerichtsra
a. D. Karl Wielandt, der vom Tage der Eröffnun
des Reichsgerichts in Leipzig an (1. Oktober 1879) bis zum
1. März 1900 Reichsgerichtsrat war.
Sagan, 5. Jan. (Unter Erdmaſſen begras
ben.) Bei Kanaliſationsarbeiten iſt heute mittag eins
hohe Schachtwand eingeſtürzt und hat drei Arbeiter bes
graben. Nur einer konnte gerettet werden=
Hamburg, 5. Jan. (Otto Schreyer 7.) Der
niederdeutſche Dichter Otto Schreyer iſt heute im Alten
von 82 Jahren geſtorben.
Friedrichshagen, 5. Jan. (Selbſtmord.) Geſtem
abend verſuchte der 26jährige ſtellungsloſe Kaufmann
Hinze ſeine Geliebte, die 22jährige Anna Herbſt, zue
ſchießen. Das Mädchen ſchlug ihm die Waffe aus den
Hand und flüchtete. Hierauf erſchoß ſich Hinze ſelbſt.
Queidersbach bei Landſtuhl, 5. Jan. (Mordtat)
Geſtern abend wurde der Lehrer Wesner auf dem
Nach=
hauſewege in der Nähe ſeiner Wohnung von fünf
Män=
nern hinterrücks erſchoſſen. Wesner war 45 Jahre alt und
Vater von ſechs Kindern.
Peſt, 5. Jan. (Zu Ehren der Delegierten
der Mitteleuropäiſchen Wirtſchaftskonfe
renz) gab der Präſident des Ungariſchen Vereins,den
frühere Miniſterpräſident Wekerle, geſtern im Landeskaſin
einen Begrüßungsabend, zu dem auch Erzherzog Joſeph
erſchienen war. An Stelle des durch einen Unfall verhin
derten Präſidenten Wekerle machte der Finanzminiſtel
Teleſzky die Honneurs. Aus Deutſchland waren erſchienen
der Herzog Ernſt Günther zu Schleswig=Holſtein,Wi
Geh. Rat v. Dirkſen, Konſul v. Eichborn,
Miniſterialdireſ=
tor Luſensky, der Vorſitzende des Zentralverbandes Deu
ſcher Induſtrieller Landrat a. D. Rötger, Generalleutna
v. Schubert, Profeſſor Lehmann=Göttingen, Regierungs
irektor v. Raſp=München und Geh. Kommerzienrat Vo
ſter=Köln.
Novaleſa i. Piemont, 5. Jan. (Ein geſtohlenel
Rubens.) Aus der hieſigen Pfarrkirche wurde ein
wertvolles Gemälde von Rubens, „Anbetung der heiligen
drei Könige” geſtohlen.
Paris, 4. Jan. (Einſturz in einer Unte
grundbahn.) Als heute nachmittag gegen 4 Uhr etwa
30 Arbeiter in einer Galerie der Untergrundbahn in den
Nähe des Invalidenbahnhofs in 15 Meter Tiefe beſchäft
tigt waren, erfolgte ein Einſturz, durch den vier A
beiter verſchüttet wurden. Erſt gegen Mitternach
gelang es, einen jungen Arbeiter als Leiche zu bergen
Die übrigen Arbeiter hofft man am Morgen bergen
können.
Paris, 5. Jan. (Panik.) In einem kleinen Varieten
heater wurde der Darſteller der Hauptrolle, als er gerad
von der Bühne abtreten wollte, von einem Brett ſo un
lücklich an den Schläfen getroffen, daß er tot zuſammen
rach. Des Publikums bemächtigte ſich eine Panik, da
man glaubte, die Decke des Theaters ſtürze ein. Eine Reihe
Zuſchauer erlitt in dem Gedränge ſchwere Verletzungen.
Paris, 5. Jan. (Einen guten Fang)
machte=
geſtern die Pariſer Polizei, indem es ihr gelang, drei
Ver=
brecher zu verhaften, die vor einiger Zeit ein wertvolle
Privatautomobil geſtohlen hatten. Aus dem Geſtändn
Höhe, wollen die Friſur mehr als bisher freigeben,
in=
deſſen in der Fußbekleidung der tiefausgeſchnittene Schuh
dem hohen Stiefel den Platz räumt.
** Jules Verne und Santos=Dumont. Dem
bekann=
ten Schöpfer phantaſtiſcher Romane Jules Verne gebührt
der Ruhm, Santos=Dumont zu ſeinen wichtigen
Arbei=
ten auf dem Gebiete der Flugkunſt und zu ſeinen kühnen
Verſuchen angeregt zu haben. In einem Interview der
Lectures pour Tous hat es der große Erfinder ſelbſt
ge=
ſtanden. Er intereſſierte ſich ſchon als Knabe für
Maſchi=
nen und Technik, aber zu dem „erſten Pionier der
Erobe=
rung der Luft” wurde er durch ſeine Lektüre. „Wie ich auf
die Flugkunſt kam?” Auf die einfachſte Weiſe, die jedoch
höchſt unglaublich und außergewöhnlich erſcheinen dürfte:
durch die Lektüre meiner Jugend bin ich dazu gedrängt
worden, mich für die Eroberung der Luft zu begeiſtern.
Und dieſe Begeiſterung verdanke ich jenem wunderſamen
Romanſchriftſteller, deſſen prophetiſches Genie nie genug
gerühmt werden kann, verdanke ich Jules Verne, dieſem
erſtaunlich hellſüchtigen Geiſte der mit einer
voraus=
ahnenden wiſſenſchaftlichen Phantaſie durch die
Schilde=
rungen ſeiner Feder alle die großen modernen
Erfindun=
gen vorgezeichnet hat. Ich liebe und verehre Jules Verne,
und es wäre von mir und von allen die ſchlimmſte
Un=
dankbarkeit, wollte man nicht den bedeutenden Einfluß
anerkennen, den er auf die Einbildungskraft der
jünge=
ren Generation gewonnen hat. Er hat ihnen den
Ge=
ſchmack und die Neugierde eingeflößt für die kühnſten
mechaniſchen Verſuche, die erſtaunlichſten Ideen. Er hat
dieſe wahrſcheinlich gemacht, ins Bereich der Möglichkeit
gerückt, und die Wirklichkeit hat dann gezeigt, daß er recht
hatte
C2) Er hat es erreicht. Eine hübſche Anekdote weiß der
Gaulois von dem Beſuch zu erzählen, den das italieniſche
Königspaar der Gioconda in Rom abſtattete. Unter den
jungen Offizieren, die bei dieſer Gelegenheit den
Herr=
ſcher begleiteten, befand ſich auch ein Edelmann aus
Piemont, dem noch nie die Ehre zuteil geworden war,
von Seiner Majeſtät direkt angeſprochen zu werden. Er
brannte nach dieſer Auszeichnung und verfiel nun auf ein
ſeltſames Mittel, um ſie zu erlangen. Als der König mit
ſeinem Gefolge bewundernd vor dem Meiſterwerk
Leonar=
dos ſtand, rief er jedesmal, wenn der Name des Bildes
genannt wurde, im Tone der feſteſten Ueberzeugung aus:
„Was für ein Genie war doch Raffael!” Alle ſahen ſich
erſtaunt nach ihm um, und ſchließlich winkte ihn der König
heran. „Was ſagen Sie da. mein lieber Hauptmann,”
meinte er lächelnd, „wiſſen Sie nicht, daß die Gioconda
von Leonardo iſt?” „Gewiß, weiß ich das, Majeſtät.”
„Nun, was ſoll das dann?” „Majeſtät mögen verzeihen,
ich habe nichts Beſſeres gefunden, um der Ehre einer
An=
ſprache von Euerer Majeſtät gewürdigt zu werden. Ich
hoffe, Sie werden mir verzeihen.‟ Der König lachte, und
damit war die Verzeihung auch ſchon gewährt.
sh Skatſpieler oder Gehilfe? Eines Sonntags
nach=
mittags im vergangenen Oktober revidierte ein Beamter
der Polizei in Breslau die Geſchäftsräume eines
Photo=
graphen daraufhin, ob dieſer nach Schluß der
Beſchäftig=
ungszeit für Gehilfen — 3 Uhr — noch Gehilfen arbeiten
ließ. Er fand in dem Geſchäftsraum den Beſitzer, der mit
ſeinem Gehilfen Skat ſpielte. Der Beamte erſtattete
An=
zeige und der Photograph mußte vor dem Schöffengericht
wegen Gewerbekontravention erſcheinen. Der Vertreter
der Anklage meinte, daß der Prinzipal auf den Gehilfen
wahrſcheinlich einen ſanften Druck ausgeübt habe, um ihn
zum Verweilen in dem Geſchäftsraum zu veranlaſſen.
Wenn ein ſtärkeres Geſchäft eingeſetzt hätte, dann wäre der
Gehilfe ſicher auch beſchäftigt worden. Das ſei um ſoſeher
anzunehmen, als der Photograph ſchon wegen ähnlicher
Vergehen vorbeſtraft ſei. Der Angeklagte behauptete
dem=
gegenüber, daß es ihm nicht eingefallen ſei, den Gehilfen
zu beſchäftigen. An dem fragkichen Nachmittag ſei ſehr
ſchlechtes Wetter geweſen. Es beſtand keine Ausſicht, daß
Leute das Atelier beſuchen würden, und daher habe er den
Gehilfen gebeten, ihm Geſellſchaft zu leiſten und mit ihm
Skat zu ſpielen. Der Gerichtshof ſtellte ſich auf den
Standpunkt, daß ein Vergehen des Angeklagten nicht en
wieſen ſei und ſprach den Photographen frei.
* Aus der Münchener „Jugend”. Wahre Geſchich
ten: Der Herr Regierungsrat war ein gern geſehenel
Gaſt an unſerem Stammtiſch; denn er erſchien jeden Abend
mit der Pünktlichkeit einer Präziſionsuhr und zechte ſtets
bierehrlich mit, bis auch der letzte der übrigen
Stamm=
gäſte ſeinen Durſt gelöſcht hatte. Nur Samstags war en
nicht zum Erſcheinen zu bewegen, trotzdem es gerade beim
Wochenſchluß beſonders luſtig und feucht am Stammtiſch
herging. Eines Tages faßte ich mir ein Herz und fragte
ihn, warum er gerade am Wochenende der frohen
Tafel=
runde fernbleibe. „Das hat ſeinen guten Grund, mein
junger Freund” meinte er in dem altväterlichen Ton
über=
legener Lebenserfahrung: „Sonntags iſt der einzige Tag
an welchem ich nicht ins Bureau muß, und da möchte ich
einen klaren Kopf haben”
Der bei ſeinen Hörern und Hörerinnen ſehr beliebte
etwas kurzſichtige Profeſſor Y. bereitete kürzlich ſeinen
Auditorium ein ſeltenes Schauſpiel. Inmitten einer
Vol=
leſung entnahm er, zum größten Erſtaunen der Anweſen
den, ſeinem Munde das künſtliche Gebiß, um es mit ſeis
nem Taſchentüchlein kräftig zu wiſchen und zu reiben.=Zu
erſt war alles ſprachlos, dann folgte ein Heiterkeitsausbruch
von ſo elementarer Gewalt, daß der alte Herr um
Auf=
klärung dieſer Fröhlichkeit erſuchte. Nachdem ihm ſolche
geworden, bat er, ſeine Zerſtreutheit zu entſchuldigen,e
läge eine einfache Verwechſelung vor: er wollte nämlich
ſeine — angelaufenen Brillengläſer putzen.
Berliner Range. Als ich das letzte Mali
Berlin war, ſehe ich Unter den Linden, wie ein größere
Junge einen kleineren ganz jämmerlich verhaut.
wende mich darauf an den größeren und ſage: „Wennich
jetzt dein Vater wär', ich würde dir aber eine ganz kräftige
Portion verabfolgen.” — Darauf kommt prompt die
Ant=
wort: „Det Vergnügen könn' Se haben, meine Olke is
Witwe!”
Nummer 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Seite
deer drei Verhafteten geht hervor, daß ſie das Beiſpiel der
nrüchtigten Pariſer Automobilbanditen nachahmen
woll=
en und einen genauen Plan zu einem großen Coup an
ſer belgiſch=franzöſiſchen Grenze in allen Einzelheiten
aus=
uarbeitet hatten, der jedoch durch ihre Feſtnahme
recht=
ßertig verhindert werden konnte.
Paris, 5. Jan. (Ihren Mann erſchlagen.)
Fa einem Dorfe bei Senlis wurde der 72jährige Arbeiter
Berna, als er betrunken heimkam, von ſeiner 68jährigen
Fau, mit der er in wenigen Monaten die goldene
Hoch=
ſeit gefeiert hätte, mit einem Mauerſtein erſchlagen. Nach
ſr Tat ging die Frau gelaſſen zur Gendarmerie und
ſantragte ihre Verhaftung.
Toulon, 5. Jan. (Große Erregung) herrſchte
eſtern abend an Bord des Panzerkreuzers „Saint Louis”
an vermutete, daß im Pulvermagazin Feuer
ausge=
ſtochen ſei, da ein dichter Rauch plötzlich meherere Räume
ſſer Schiffsbatterien anfüllte. Bei näherer Prüfung ſtellte
je heraus, daß ein Haufen alter Leinwandſäcke aus
uner=
larlichen Gründen in Brand geraten war. Das Feuer
ſomnte ſchnell gelöſcht werden.
Stavanger, 5. Jan. (Schiffbruch.) Der
nor=
begiſche Dampfer „Eſpana”, der von Stettin nach Bergen
it einer Ladung Roggen unterwegs war, iſt geſtern
ſtend geſunken. Von der 14 Mann ſtarken Beſatzung ſind
ſcht ertrunken. Die übrigen, darunter der Kapitän
ind der erſte Steuermann, wurden gerettet.
Petersburg, 4. Jan. (Der Thronfolger.)
Wäh=
end des Jubiläumsfeſtes des kaſpiſchen Regiments in
Barskoje Sſelo ſchritt der Thronfolger, gleichen
Echritt mit dem Zaren haltend, die Regimentsfront ab.
Neu=York, 5. Jan. (In Seenot.) Ein Dampfer hat
u einer Poſition ſüdlich von Nantuket funkentelegraphiſch
ſſerneldet, daß er ſinke. Der ſpaniſche Dampfer Calvo”
e ſich bei dem Schiffe befindet, meldet, daß er die
Ret=
ungsboote herabgelaſſen habe. Dieſe ſeien aber
wegge=
hwemmt worden. Er könne daher keine Hilfe leiſten. In
e erſten verſtümmelten Depeſche iſt der Name des
ſinken=
ler Dampfers mit „Voska” angegeben, doch befindet ſich
ſein ſolches Schiff in den Schiffsliſten.
Gerichtszeitung.
Oberſt v. Reuter vor dem Kriegsgerichf.
* Straßburg (Elſaß), 5. Jan. Vor dem
Kriegs=
ericht der 30. Diviſion, das diesmal im großen
Schwur=
ſerichtsſaale des Juſtizgebäudes tagte, begann heute
vor=
nrttag die Verhandlung gegen Oberſt v. Reuter vom
Sfanterie=Regiment Nr. 99 in Zabern (geboren 1860 in
üburg), der beſchuldigt iſt, ſich in fortgeſetzten
andlungen die Exekutivgewalt in
Za=
irn widenrechtlich angeeignet zu haben.
ri der Einſperrung von Zivilperſonen habe v. Reuter
lipe Tätigkeit ausgeübt, die ihm nur kraft eines öffent=
Aſigen Amtes zugeſtanden hätte (Verſtoß gegen § 132 des
trichsſtrafgeſetzbuches). Die Anklage lautet ferner auf
Fleiheitsberaubung (Vergehen gegen §§ 239 und 240 des
ichsſtrafgeſetzbuches) das nur mit Gefängnis geahndet
Hird, Nötigung (§ 73 des Reichsſtrafgeſetzbuches), ferner
aff Anſtiftung zur Freiheitsberaubung (Vergehen gegen
115 des Militärſtrafgeſetzbuches). Zur Aburteilung
ſicht ferner in der gleichen Verhandlung Leutnant
Schadt vom Infanterie=Regiment 99 in Zabern (geboren
b2 in Hanau), dem die Reate der Nötigung und Frei=
Aeitsberaubung ſowie der Mißhandlung und des Haus=
Bedensbruchs (§§ 240, 223, 123 und 74 des
Reichsſtraf=
ſeſetzbuches) zur Laſt gelegt ſind, letzterer begangen
da=
kurch, daß Leutnant Schadt am 28. November v. J. in
Iin. Bürgerhaus bis zum zweiten Stockwerk mit ſeinen
Feldaten widerrechtlich eingedrungen ſei. Die Verhand=
Uungen dürften drei bis vier Tage beanſpruchen, da allein
l Zeugen geladen ſind, darunter auch die Vertreter der
rllichen Zivilbehörden von Zabern. Gerichtsherr iſt
Bmeralleutnant von Eben, der Kommandeur der 30.
Di=
liſcon Verhandlungsleiter Kriegsgerichtsrat v. Jan,
Pertreter der Anklage Kriegsgerichtsrat Dr.
Oſſian=
er. Die Verteidigung der beiden Angeklagten liegt in
en Händen des Rechtsanwalts Dr. Groſſart, eines
läſſers und Hauptmanns der Reſerve, der als tüchtiger
Medner gilt. Das Gericht ſetzt ſich unter dem Vorſitz des
neralmajors v. Pellet=Narbonne,
Komman=
leurs der 30. Kavallerie=Brigade, ferner noch zuſammen
lus dem Oberſten Mengelbier vom Infanterie=Regiment.
Mr. 143, Oberſten v. Scherbening vom Infanterie=
Regi=
hent Nr. 136 und Oberſtleutnant Hugo vom Huſaren=
Re=
ent Nr. 9. Zu der Verhandlung ſind zahlreiche
Ver=
leber der Preſſe des In= und Auslandes, darunter auch
Konzerte.
W Das vierte Konzert der Hofmuſik unter
ſeitung des Herrn Hoſkapellmeiſters de Haan wurde
hit einem zum erſten Male hier gehörten, auf den
pathe=
ſchen Grundton geſtimmten Orcheſterwerk, Tragiſche
Duwertüre von Ernſt Boehe, eröffnet, deren muſikaliſcher
Afbau, thematiſche Behandlung und polyphoniſche
Ge=
faltung ein hohes Maß von Können, ausgeprägtes
Stil=
fühl und guten Geſchmack verrät. Die Harmonik iſt
Lich, aber nicht geſucht, das Pathos vorherrſchend, aber
licht aufdringlich, die Technik lehnt ſich an beſte Vorbilder
An und zeugt von ſicherer und gewandter Beherrſchung
er orcheſtralen Ausdrucksmittel. Das Werk fand eine
ſeundliche Aufnahme.
Einen Auserleſenen unter den Berufenen der Kunſt
rnten wir in dem Violinvirtuoſen Bronislaw
Huber=
lkann kennen. Er ſpielte als erſte Nummer das oft
ge=
örte Konzert für Violine mit Orcheſterbegleitung von
ſelir Mendelsſohn. Der Künſtler nimmt weniger durch
ſie Größe und Energie, als durch die entzückende
Schön=
leib und Seele ſeines Tones die Zuhörer gefangen; in
ſieſem Sinne iſt er ein Meiſter der Kantilene: das Adagio
lſt oft, aber ſelten mit ſolcher Innigkeit und ſtrahlenden
ſchönheit und Reinheit der Tongebung geſpielt worden.
uch das geſamte Rüſtzeug der Technik ſteht ihm in
ſichſtem Maße zu Gebote, wie das mit unfehlbarer
Licherheit und beſtrickender Sauberkeit der Filigranarbeit
eſpielte Finale bewies. Weiter ſpielte Herr Hubermann
Adagio in E=Dur von Mozart, das ſeiner vornehmlich
us dem Born ſeeliſcher Empfindung ſchöpfenden Kunſt
Pſonders zuſagt, und als übliches Virtuoſenſtück mit
koppelgriffen, Kadenzen und Flageoletten „La Cloche‟
on Niccolo Paganini. Auf den wahrhaft begeiſterten
eifall, den dieſe Stücke auslöſten, ſpielte er als Zugabe
e F=Dur=Romanze von Beethoven mit
Orcheſterbeglei=
ung, in der nochmals die Quinteſſenz ſeiner Ohr und
erz erquickenden Kunſt zutage trat.
Den Beſchluß des Konzerts machte die 2. Sinfonie
D=Dur von Brahms, deren tiefer muſikaliſcher Gehalt,
Leichtum und Schönheit der polyphoniſchen Klangeffekte
und Echtheit des Pathos unter der energiſchen und
be=
hiſterten Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters de Haen
urch die Hofkapelle zur beſtmöglichen Wiedergabe und
Peltung gelangten,
ein Redakteur der Londoner Times, erſchienen. Die
Ver=
handlung findet öffentlich ſtatt. Zulaßkarten zu den
Verhandlungsräumen konnten nur noch in beſchränkter
Zahl ausgegeben werden.
Die Vernehmung der Angeklagten.
Nach Verleſung des Eröffnungsbeſchluſſes erklärt der
Angellagte Oberſt v. Reuter von vornherein
aus=
drücklich, daß alles, was ſeine Untergebenen — Offiziere
Unteroffiziere und Mannſchaften — getan, lediglich auf
ſeinen Befehl und ſeine Veranlaſſung getan haben und
daß er allein die Verantwortung dafür auf ſich nehme.
Der Angeklagte holt dann weiter aus, indem er erzählt,
wie er 1912 das Regiment übernommen habe, wie er mit
voller Sympathie für die Bevölkerung und mit großem
Intereſſe hierher nach dem Weſten gekommen ſei. Zur
Bevölkerung und auch zur Preſſe gute Beziehungen zu
unterhalten, ſei ſein ſtetes Beſtrében geweſen. Bald aber
habe der Zaberner Anzeiger gewiſſe Vorkommniſſe in der
Kaſerne in ungehöriger Weiſe beſprochen, und er habe
aus Akten erſehen, daß früher ſchon Reibereien und
Schlä=
gereien zwiſchen Militär und Zivil vorgekommen ſeien.
Er habe mit Rückſicht darauf ſeine Unteroffiziere und
Mannſchaften belehrt, daß ſie in berechtigter Notwehr
energiſch, wenn nötig mit Waffengebrauch, vorzugehen
haben. Charakteriſtiſch ſei es, daß er öfters in der
Ka=
ſerne beobachtet habe, daß die Leute — bewegliche, luſtige
Rheinländer — nach Dienſtſchluß ſich weigerten, in die
Stadt zu gehen, um ſich nicht gewiſſen Neckereien oder gar
Schlägereien auszuſetzen. Weiterhin betont der
Ange=
klagte, daß ſeinerzeit, als Reibereien vorkamen, von ſeiten
der Regierung nichts geſchehen ſei, um die
Beunruhi=
gungen zu verhüten. Er ſelbſt habe gleich bei den erſten
Vorkommniſſen an die Kreisdirektion und an das
Bür=
germeiſteramt geſchrieben und um Unterſtützung gebeten.
Dieſe Zuſchrift wird verleſen. Es heißt darin u. a.:
Wenn die Offiziere nicht von der Zivilbehörde vor
Be=
leidigungen geſchützt würden, ſo müſſe er ſelbſt
eingrei=
fen, eventuell unter Erklärung des Belagerungszuſtandes.
Wenn die Polizei nicht dafür ſorge, daß die Beläſtigungen
der Offiziere auf der Straße aufhörten, dann könne er
für die Folgen nicht einſtehen. Dann geht der Angeklagte
zur eingehenden Schilderung der einzelnen durch die
Preſſe ſeinerzeit bekannt gewordenen Zaberner
Vorkomm=
niſſe über, wobei er ausdrücklich erklärt, daß nichts
ver=
tuſcht und nichts verheimlicht worden ſei. Dem Vorwurf
gegenüber, daß Leutnant v. Forſtner nicht ſofort
be=
ſtraft worden ſei, erklärt Oberſt v. Reuter, daß man nur
den ſtrafen könne, von deſſen Schuld man klar überzeugt
ſei. Eine Verſetzung v. Forſtners ſei ſchon deshalb
aus=
geſchloſſen geweſen, weil die ganze Angelegenheit noch im
Stadium der Unterſuchung ſchwebte. Am 8. November
habe er einen Oberleutnant zur Polizei geſchickt mit dem
Erſuchen, man möge dafür ſorgen, daß Ausſchreitungen
rechtzeitig begegnet und daß die Offiziere vor
Beleidi=
gungen geſchützt würden. Hier ſei jedoch nur ein Mann
präſent geweſen, der erklärte, unabkömmlich zu ſein. Dann
habe am 9. November der Zaberner Anzeiger wieder
einen aufreizenden Artikel gebracht, der gewiß auch auf
den ruhigeren Teil der Bevölkerung eingewirkt habe.
Auffällig ſei es z. B. daß am 9. November ein Major
auf ſeine Frage an einen Gendarmen die Antwort
er=
halten habe: „Wir ſollen nicht ſcharf angreifen, wir haben
keinen Befehl dazu.” Als dann am 10. November abends
zunächſt ſich eine kleine Menge in Lärmen und Gebrüll
erging, ſei kein Schutzmann zur Stelle geweſen. Wenn
jetzt, ſo betonte der Angeklagte, ſofort eine energiſch
ein=
greifende Polizei zur Stelle geweſen wäre und die Leute
auseinandergetrieben hätte, ſo wären die Weiterungen
dieſes Abends mit Leichtigkeit vermieden worden. Die
Kreisdirektion habe die Entfernung der aufreizenden
Ar=
tikel des Zaberner Anzeigers von dem Anſchlagbrett viel
zu ſpät angeordnet. Nach dem Vorkommnis am 10.
No=
vember habe er eine Unzahl beleidigender Zuſchriften
er=
halten und dabei die Beobachtung gemacht, daß die
Poſt=
behörde merkwürdigerweiſe z. B. Poſtkarten, in denen das
Verhalten der Offiziere gebilligt und gelobt wurde,
zu=
rückgehalten habe, während die beleidigenden
Schmäh=
karten unbeanſtandet expediert und zugeſtellt wurden.
Oberſt v. Reuter verlieſt unter Bewegung des
Audito=
riums einen Brief, in dem folgende Apoſtrophen
vor=
kommen: „Elſaß=Lothringen den Elſaß=Lothringern!
Erues mit dem Schwobegſindl! . . . Die Trikolore wird
in Elſaß=Lothringen bald wiederkehren. . . . Die
Fran=
zoſen werden Euch und Eueren Kaiſer wegfegen. . . . Vive
la France! . . . Nieder mit den Deutſchen!‟ Der
Ange=
klagte bemerkt, er habe den Eindruck gehabt, daß er ſeitens
der Polizei eigentlich zum Narren gehalten wurde und
daß es ihr nicht ernſt mit dem Einſchreiten war.
Um 1 Uhr wurde die Verhandlung, nachdem noch
Kreisdirektor Mahl von Zabern als erſter Zeuge
ver=
nommen wurde, auf nachmittags 4 Uhr vertagt.
Im weiteren Verlaufe ſeiner Vernehmung erklärte
Oberſt v. Reuter auf Befragen, daß ſeine Offiziere
durch=
aus beſonnen geweſen ſeien. Leutnant Schadt habe ihn
ruhig und klar gefragt, ob er berechtigt ſei, Leute
feſtzu=
nehmen, worauf er ihm bemerkt habe, daß er dies tun
dürfe Er habe ſeine Rekruten nach den erſten
Ver=
öffentlichungen in der Preſſe eingehend belehrt, daß ſie
unter allen Umſtänden Beſchwerden an ihre Vorgeſetzten
zu richten hätten. Der Inhalt dieſer militäriſchen
In=
ſtruktion habe am anderen Tage wieder in den Zeitungen
geſtanden. Unter den inſtruierten Leuten habe ſich ſein
eigener Pferdeburſche, ein Elſäſſer, befunden. Er habe
dieſen beſtrafen müſſen und ſei der Auffaſſung, daß dieſer
Burſche auch die erſte Sache in die Welt geſetzt habe. Am
28. November ſei Leutnant Quaring gezwungen
ge=
weſen. mehrere Perſonen feſtzunehmen, weil die
Schimpfe=
reien und Unruhen auf der Straße kein Ende nahmen
und kein Schutzmann zu ſehen war. Er (der Angeklagte)
habe die Ueberzeugung gewonnen, daß er nunmehr für
Ruhe ſorgen müſſe. Er habe ſich dazu für berechtigt
ge=
halten auf Grund einer Beſtimmung vom Jahre 1820
über den Waffengebrauch des Militärs. Wegen der
Ab=
weſenheit der Polizei hätte er das Militär ſchützen müſſen.
Am Abend des 28. November, nachdem er bereits die
Wache auf dem Schloßplatz habe ins Gewehr treten,
laden und trommeln laſſen, wäre das Gejohle und
Ge=
ſchrei fortgeſetzt worden. Die Menge habe ſich mit großer
Schnelligleit angeſammelt, und es ſei ſchwierig geweſen,
ſie auseinander zu bringen. Ein Oberlehrer habe einem
ſeiner Zahlmeiſter an jenem Abend geſagt: „Gott ſei
Dank, daß endlich die Soldaten eingreifen, damit es Ruhe
gibk” Auf telegraphiſche Anfrage bei der Kreisdirektion
ſei ihm (dem Angeklagten) erwidert worden, der
Kreis=
direktor habe ſich zu einem Diner nach Straßburg
be=
geben; es ſei niemand da. Der Bürgermeiſter habe krank
zu Bett gelegen. Er (der Oberſt) habe am Abend des
28. November amtlich eingegriffen, um zu zeigen, daß mian
nur mit Ernſt den Unruhen ein Ende machen könne, und
um die Zivilverwaltung zu veranlaſſen, jetzt auch endlich
die Ruhe einmal wiederherzuſtellen. Auf die Frage,
warum Landgerichtsrat Kaliſch verhaftet worden ſei,
er=
klärte der Oberſt, dieſer habe der Aufforderung, ſich zu
entfernen, nicht Folae aeleiſtet. Die Offiziere hätten den
Befehl gehabt, jeden zu verhaften, der ſich nicht freiwillig
entferne. Obgleich die Unruhen um ¾7 Uhr begonnen
hätten, habe er erſt nach ½8 Uhr von der Zivilbehörde
den Regierungsamtmann Großmann erreichen können.
Dieſer ſei ſehr aufgeregt geweſen und habe angefragt, ob.
man auf die Menge ſchießen wolle, worauf er ihm
er=
klärt habe, man werde nur im Notfalle ſchießen. Er habe
ſich für verpflichtet gehalten, nicht nur das Anſehen der
Armee ſondern auch die ſtark erſchütterte Autorität der
Regierung zu ſchützen. Die Regierung habe die ganzen
Tage über die Zügel am Boden ſchleifen laſſen. Er habe
das Verſprechen gegeben, nicht ſchießen zu laſſen, wenn
Großmann die Leute auseinandertreibe.
Auf die Frage des Verhandlungsführers, warum er
die Leute nicht aus dem Pandurenkeller in das
Bezirks=
gefängnis habe überführen laſſen, erklärte der Oberſt: Ich
konnte die Leute nicht aus dem Keller laſſen, ſolange die
Straßen voll Menſchen waren; ich mußte eine Revolte
befürchten. Ein anderer Raum ſtand mir nicht zur
Ver=
fügung. Ich habe dafür geſorgt, daß die Leute zu eſſen
bekamen. Die Vernehmung der Verhafteten dauerte bis
½2 Uhr nachts und wurde abgebrochen, um am anderen
Morgen fortgeſetzt zu werden. Auf die Frage des
Ver=
handlungsführers, warum Leutnant Schadt in die Häuſer
eingedrungen ſei, erklärte der Oberſt, daß er mit Bezug
auf die Demonſtrationen am Lokal „Zur Sonne” geſagt
habe: „Wenn die Schreier nicht aufhören, gehen Sie auch
hinein und holen Sie ſich die Schreier.” Oberſt v. Reuter
klagt ſodann die Zivilverwaltung heftig an, daß ſie nicht
genügend dafür Sorge getragen hat, in Fällen, wo eine
Beleidigung von Militärperſonen erfolgt ſei, die Leute
feſtzuhalten. Die Zivilbehörde ſei immer erſt
eingeſchrit=
ten, wenn es zu ſpät geweſen ſei. Hätte ſie mit größerer
Schnelligkeit gearbeitet, ſo wären weitere Tumulte
ver=
mieden worden.
Auf die Frage des Verhandlungsführers, ob er ſich
bewußt ſei, vorſchriftswidrig gehandelt zu haben, erklärt
v. Reuter: Ich habe noch heute das Gefühl,
nach Geſetz und Recht gehandelt zu haben.
Ich würde heute wieder ſo handeln, denn
ich bin dem Kaiſer gegenüber
verant=
wortlich. Auf eine weitere Frage, ob er das gleiche
Gefühl noch nach der Rückſprache mit den Juriſten gehabt
habe, erwidert Oberſt v. Reuter: Die Jurisprudenz
konnte für mich in jenem Augenblick nicht maßgebend ſein,
denn die Richter waren beteiligt und nicht unbefangen.
Auf die Frage des Anklagevertreters Dr. Oſſiander, ob
er mit dem Regierungsamtmann Großmann ſich darüber
verſtändigt habe, daß, wenn jener weitere Anſammlungen
verhüten würde, er die Exekutivgewalt bei der
Zivilver=
waltung belaſſen würde, erllärt Oberſt v Reuter, das
habe er allerdings beſprochen. Als aber dann wenige
Zeit ſpäter neue Unruhen einſetzten, die von der
Zivilver=
waltung nicht gedämpft wurden, habe er jedes Vertrauen
zu dieſer vollſtändig verloren, denn die Polizei habe trotz
wiederholter Verſicherungen nicht energiſch eingegriffen. Er
ſei auf ſeine eigene Initiative angewieſen geweſen.
Angeklagter Leutnant Schadt: Wir waren völlig
ſchutzlos. Die Bevölkerung höhnte uns und johlende
Zu=
rufe wurden uns fortgeſetzt entgegengeſchleudert. Am 26.
November habe ich dann einen Schreier feſtnehmen laſſen,
von dem bekannt war, daß er fortgeſetzt Schlägereien mit
Militärperſonen habe. Etwa 100 Leute johlten und
pfiffen vor der „Sonne” Am 28. November ſeien wegen
des furchtbaren Gebrülls an der Kanalbrücke 20 Mann
ausgerückt, um die Schreier feſtzunehmen. Der Angeklagte
beſtreitet entſchieden, den Ziviliſten Kormann geſchlagen
zu haben, ſo daß dieſer einen Backenzahn verloren hätte.
Kormann könne ebenſo gut von einem Ziviliſten
ge=
ſchlagen worden ſein. Eo halte ſich als Offizier für zu
hochſtehend um ſich in Schlägereien einzulaſſen. In das
Haus des Beigeordneten Gunz habe ſich einer der Schreier,
ein Fortbildungsſchüler, geflüchtet und die Tür hinter ſich
zugeſchlagen. Er habe einen Poliziſten aufgefordert, das
Haus zum Zwecke der Verhaftung des Schreiers öffnen zu
laſſen. Das ſei nicht geſchehen. Erſt dann habe er die Tür
einſchlagen laſſen. Zu ſeinem Vorgehen ſei er berechtigt
geweſen, weil es ſich um eine Verfolgung auf friſcher Tat
gehandelt habe, zu der er gemäß der militäriſchen
Beſtim=
mung berechtigt ſei. Die Polizei habe den Schreier nicht
feſtgenommen trotz ſeiner Aufforderung. Den Bankbeamten
Kahn habe er feſtgehalten, weil ihn letzterer wegen ſeiner
Maßnahmen herausfordernd und höhniſch angelächelt
habe. Am Schloßplatz hätten etwa 50 bis 100 Perſonen
geſtanden, die johlten und pfiffen als Leutnant v.
Forſt=
ner kam.
Die Zeugenvernehmung.
Der erſte Zeuge Kreisdirektor Mahl erklärt:
Die Unruhen ſetzten am 7. November ein. Im Karpfen
wurden Offiziere von Ziviliſten beläſtigt. Oberſt von
Reuter hat ſich nicht direkt an mich gewandt, was er hätte
tun müſſen, weil ich der Vorgeſetzte des Bürgermeiſters
und Vertreter der Landespolizeibehörde bin. Man hat
mich, den Kreisdirektor, ignoriert. Auf Befragen gibt
Zeuge aber zu, daß bereits am 8. November ein Brief
des Oberſten an den Polizeiwachtmeiſter gelangt ſei, worin
der Oberſt Mitteilung von den fortgeſetzten Beſchimpfungen
der Offiziere machte und die Polizei erſuchte die
Ord=
nung auf der Straße herzuſtellen. Sechs Polizeibeamten
hatten dann ſpäter die Straßen geſäubert. Am 9.
No=
vember habe er dem Wachtmeiſter Döring befohlen, ſtreng
durchzugreifen, weil das Militär geſchützt werden müſſe
Er habe dem Bürgermeiſter an jenem Sonntag geſagt,
heute ſind Unruhen und Demonſtrationen zu erwarten; es
müſſen Maßnahmen getroffen werden. Ziehen Sie alle
Polizeibeamte mit Einſchluß der Bannwarte zuſammen.
Daß Leutnant v. Forſtner an jenem Sonntag die Runde
gehabt habe, ſei ihm nicht bekannt geweſen. Der
Vor=
ſitzende hält dem Kreisdirektor einen Brief entgegen,
woraus das Gegenteil hervorgeht. Am 9. November ſei
ein zweiter Brief des Oberſten an die Polizeibehörde
ge=
langt und ein dritter Brief an den Kreisdirektor, worin
der Oberſt mitteilte: Wenn die Beſchimpfungen und
An=
griffe auf die Offiziere nicht aufhören, dann werde er den
Belagerungszuſtand verhängen. Daraufhin habe er dem
Oberſten mitgeteilt, daß er zur Verhängung des
Belage=
rungszuſtandes nicht berechtigt ſei; das ſei ja Sache des
Kaiſers. Er verſpreche ihm dagegen alles zu tun, um das
Militär zu ſchützen. Den Bürgermeiſter habe er in dieſem
Sinne angewieſen zu handeln. Sein eigenes Schreiben
habe ihm, dem Kreisdirektor, der Oberſt zurückgeſandt mit
dem Bemerken: Sorgen Sie dafür, daß die Gendarmen
ihre Pflicht tun, über meine Rechte und Pflichten bin ich
aufgeklärt. Während der Unruhen auf den Straßen habe
er dem Bürgermeiſter telephoniert, dieſer möge ſofort auf
die Straße kommen. Er habe die Antwort erhalten, der
Bürgermeiſter ſei krank, worauf er ſofort den Vertreter des
Bürgermeiſters verlangt habe. Er ſei der Anſicht, die
Un=
ruhen wären nicht vorgekommen, wenn Leutnant v.
Forſt=
ner nicht die Runde gehabt hätte. Die Offiziere hätten ſich
demonſtrativ auf der Straße bewegt. Einer habe ſogar
einen Hund bei ſich gehabt. Auch die Patrouillen mit ihren
Gewehren hätten aufreizend gewirkt. v. Forſtner ſoll, wie
Seite 6
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
man ihm geſagt habe, Zigaretten rauchend, vor ſeinem
Hauſe auf der Straße auf und abgegangen ſein. Auf den
Vorhalt des Verhandlungsführers, daß feſtgeſtellt ſei, der
Kreisdirektor habe der Gendarmerie den Befehl erteilt,
nicht ſcharf einzugreifen, erklärt dieſer, dies treffe nicht zu.
Anklagevertreter Oſſiander macht den
Zeugen auf einen Widerſpruch mit ſeinen Ausſagen in der
Vorunterſuchung aufmerkſam. Er habe an jenem Sonntag
der Gendarmerie geſagt, ſie ſolle mit Rückſicht auf die
vielen Frauen und Kinder nicht zu ſcharf vorgehen, und die
Bürger überhaupt nicht allzu ſcharf anfaſſen. Zeuge
be=
ſtreitet, daß er den Gendarmen zu einem ſolchen Vorgehen
geraten habe. Auch der Verhandlungsführer erklärt, es
würde durch Zeugen beſtätigt werden, daß die Anweiſung,
nicht ſcharf vorzugehen, erteilt worden ſei. Auf eine
wei=
tere Anfrage des Verhandlungsführers verneinte der
Kreisdirektor, daß ihm am Abend des 8. November die
Mitteilung gemacht worden ſei, daß die Menge vor der
Wohnung des Leutnants von Forſtner demonſtriert und
die Fenſter eingeſchlagen habe. Er wüßte ſich nicht zu
er=
innern, wann Kreiskommiſſar Müller ihn über die
Vor=
gänge unterrichtet und ihm mitgeteilt hätte, daß die
Leut=
nants v. Forſtner und Vogt mit Steinen beworfen
wor=
den ſeien. Auf eine Frage des Anklagevertreters, warum
er nach dem Krawall am Mittag des 9. Nov. nicht zum
Oberſten gekommen ſei, erklärte der Zeuge, dazu hatte ich
keinen Anlaß. Als Vertreter der Zivilbehörde bin ich
gleichberechtigt. Zeuge erklärte weiter: Als auf der
Straße Gendarmen zu Pferde die Leute
auseinander=
trieben, habe er das nicht gebilligt, weil dadurch die
Un=
ruhen nur größer geworden wären. Als er am 11.
No=
vember die Jagdgeſellſchaft des Statthalters begrüßt
habe, da habe ihn der Oberſt im Kaſernentone angefahren
und gefragt, warum er nicht zu ihm gekommen wäre.
Exzellenz Unterſtaatsſekretär v. Mandel habe zu dem
Kom=
mandierenden General v. Deimling geſagt: Der
Kreis=
direktor genießt, obwohl er ein Elſäſſer iſt, das volle
Ver=
trauen der Regierung. Oberſt v Reuter verteidigt ſich
gegen dieſen Vorwurf, daß er den Kreisdirektor angefahren
habe und ſtellt feſt, die Zivilverwaltung bedürfe nicht der
Aufforderung des Militärs, die Ordnung auf der Straße
herzuſtellen; ſie habe von ſelbſt dafür Sorge zu
tragen. Er habe jedesmal um die Wiederherſtellung
der Ordnung bitten müſſen. Er habe dem
Kreis=
direktor gegenüber geäußert: Man ſagt, wir ſind
nicht gut miteinander. Es wäre mir lieber
ge=
weſen, wenn Sie zu mir gekommen wären, zu einem
Kom=
petenzkonflikt hätte es nicht zu kommen brauchen. Darauf
erklärte der Kreisdirektor, der Kaiſerliche Statthalter hat
mir verboten, zum Oberſten zu gehen. Wenn dieſer
etwas wolle, dann ſolle er zu mir, dem Kreisdirektor,
kommen.
Am 12. November ſei der Kreisdirektor von dem
Oberſtleutnant Sonntag, dem Regimentsführer bei
Be=
urlaubung des Oberſten, in Kenntnis geſetzt worden daß
vor dem Hauſe des Zaberner Anzeigers auf einem Brett
ein Hetzartikel angebracht ſei, der häßliche Aeußerungen
über den Oberſten enthalte. Er bitte ihn, den Verleger
zur Beſeitigung des Plakates zu veranlaſſen. Gemäß den
Beſtimmungen des Plakatgeſetzes ſei er hierzu nicht
be=
rechtigt geweſen, er habe durch das Entgegenkommen des
Verlegers die Fortnahme des Hetzartikels erreicht. Am
Mittwoch, den 26. November, ſei ihm abends mitgeteilt
worden, daß Offiziere wieder beläſtigt würden. Als er
auf der Straße den Leutnant Schadt erſucht habe, die
Pa=
trouille zurückzuziehen, habe ihm dieſer erklärt, er könne
das nicht, er ſei beleidigt worden. Am 28. November,
abends ½7 Uhr, ſei er nach Stcaßburg zu einem Diner bei
Unterſtaatsſekretär v. Mandel gefahren. Gerade als er
das Haus des Unterſtaatsſekretärs betreten habe ſei ihm
rin Telegramm des Zeitungsverlegers Gilliot übergeben
worden, den man verhaftet hatte, und der ihn um Schutz
bat. In Zabern herrſche ein Aufruhr. Er habe
darauf=
hin dem Unterſtaatsſekretär Exzellenz v. Mandel
Mit=
teilung gemacht und ihn gebeten, nach Hauſe fahren zu
dürfen. Exzellenz v. Mandel habe erklärt: Bleiben Sie
hier, Sie können jetzt daran doch nichts ändern. Hierauf
habe er noch Telegramme u. a. vom Bürgermeiſter und
von dem Regierungsamtmann Großmann erhalten, die ihn
von den Zuſtänden in Zabern unterrichteten.
Reichseiſen=
bahnpräſident Fritſch ſtellte mir dann einen Extrazug zur
Verfügung. Als ich dann Exzellenz v. Mandel fragte, ob
ich das Angebot annehmen und gehen ſolle, erklärte dieſer:
Nein. Ich konnte aber auch außerdem nicht fort, denn
meine Frau war dabei.
Es werden die Aufrufe des Bürgermeiſters vom 11.
bis 29. November verleſen. Oberſt v. Reuter bemängelt
an dieſen, daß ſie keinerlei Aufforderung an die
Bevölke=
rung enthalten hätten,, die Offiziere nicht zu beläſtigen.
Der Kreisdirektor erklärt weiter er habe doch auch kein zu
ſtarkes Polizeiaufgebot auf die Straße ſtellen können. Man
würde ihn ſonſt für einen Angſtmeier gehalten haben.
Oberſt v. Reuter verwahrt ſich ſchließlich noch dagegen, daß
ſeine Offiziere oſtentativ aufgetreten wären. Die
Bevöl=
kerung könne nicht verlangen, daß die Offiziere ſich
ver=
ſtecken. Dieſe hätten ein gutes Gewiſſen. Daraufbin wird
die Verhandlung um ¾2 Uhr unterbrochen.
In der Nachmittagsſitzung wurde zunächſt der
Regie=
rungsamtmann Großmann vernommen, der erklärte:
Am 28. November abends kam Beigeordneter Gunz und
Redakteur Wibecke in meine Wohnung und berichteten mir
von den Unruhen. Ich telephonierte ſofort nach dem
Kreis=
direktor Mahl, der bei Exzellenz Mandel eingeladen war
Dieſer gab mir die Anweiſung, vom Oberſten v. Reuter
die Zurückziehung der Militärpatrouillen zu erwirken. Der
Oberſt entgegnete mir, ich halte es für ein Glück, wenn
jetzt Blut fließt. Er, der Oberſt, erhalte andauernd
Vor=
würfe, er ginge nicht energiſch genug vor. — Oberſt von
Reuter: Die Verantwortung für alle Anordnungen trage
ich nach wie vor. — Bürgermeiſter Knöpfler bekundet: Von
einem Aufruhr könne keine Rede ſein. Nur Jungen von
10 bis 16 Jahren hätten geſchrien. Einer der ſeinerzeit
verhafteten Richter bekundete, ſeiner Anſicht nach habe der
Oberſt nicht das Bewußtſein der Rechtswidrigkeit gehabt.
Die Zeugen werden darauf vereidigt. Die Ausſageer
der nächſten Zeugen, darunter zehn Offiziere des
Infan=
terieregiments Nr. 99, laſſen ſich kurz zuſammenfaſſen
Gegenüber der Behauptung dieſer Zeugen, daß gejohlt
und gegröhlt worden ſei, und daß eine mehr oder weniger
namhafte Menge ſich auf der Straße und an der
Haupt=
wache an dem denkwürdigen 28. November angeſammelt
habe, beharren vier Zeugen aus dem Ziviliſtenſtande,
näm=
lich Staatsanwalt Kraus, Amtsrichter Brand und Aſſeſſor
Gris, ſowie eine Frau Eyles, bei ihrer Ausſage, wonach
auf dem Platze Totenſtille geherrſcht habe, und
auch von dem Johlen wollen einige Zeugen nichts gehört
haben. Unter den Zeugen befindet ſich auch Leutnant von
Forſtner, der u. a. bekundet, daß er allein nicht weniger
als 1400 Zuſchriften und Poſtkarten ſchmähenden Inhalts
erhalten habe. Schließlich werden für morgen noch drei
weitere Zeugen geladen. Um 8 Uhr 45 Min. abends ſchloß
die heutige Verhandlung, die morgen vormittag um 9 Uhr
fortgeſetzt wird.
— Eſſen, 5. Jan. Im Herbſt vergangenen Jahres
trat der Kalkulator Guſtav Schnabbe aus Eſſen, der
bei der Firma Krupp zwölf Jahre lang beſchäftigt geweſen
war, an einen Kruppſchen Direktor heran mit dem
Er=
ſuchen, ſeine Penſionierung unter Zugrundelegung der
höchſten Gehaltsſätze zu veranlaſſen, widrigenfalls Sch. die
Firma wegen angeblicher Schmiergelder an ausländiſche
Offiziere bloßſtellen werde. In der heutigen Verhandlung
gegen ihn wegen Erpreſſung erklärte Schnabbe, daß
ihm jegliche Erpreſſungsabſicht ferngelegen habe. Es ſei
nur ſeine Abſicht geweſen, eine perſönliche Ausſprache mit
Herrn Krupp von Bohlen herbeizuführen, um eine
Befrie=
digung ſeiner berechtigten Anſprüche herbeizuführen. Das
Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Monat
Ge=
fängnis.
Zabern.
Der Kronprinz und die Zabern=Affäre.
* Berlin, 5. Jan. Wie die B. Z. hört, habe der
Kronprinz zwar nicht an General von Deimling, wohl aber
in der Tat an Oberſt von Reuter ein Telegramm
geſchickt, in dem er ihn zu ſeiner Haltung beglückwünſcht.
Dieſe Kundgebung des Kronprinzen veranlaßte eine
Be=
ratung der maßgebenden Perſönlichkeiten, in der beſchloſſen
wurde, den Kronprinzen binnen 24 Stunden von Danzig
abzuberufen. Hier in Berlin hat der Kronprinz ia keine
leitende Stellung mehr, ſondern er iſt direkt dem Chef des
Generalſtabes, von Moltke, unterſtellt. In Hofkreiſen wird
auch darauf hingewieſen, daß der Kronprinz zu dem
Feſt=
mahl der Kommandierenden Generäle beim Kaiſer nicht
geladen war, wohl aber zu dem. 2½ſtündigen Vortrage
be=
fohlen wurde, den der Kaiſer, wie gemeldet, im Anſchluß
an die Tafel den Generälen über die nächſten
Kaiſer=
manöver gehalten hat.
Die Meldung bedarf der Beſtätigung.
Der Wehrbeitrag.
Vortragsabend im Bezirksverein Nordoſt.
St. Auf Veranlaſſung des Bezirksvereins Nordoſt
hielt geſtern abend im dicht beſetzten Mathildenhöhſaale
der Syndikus der Großh. Handelskammer, Herr Dr.
Hu=
man, einen Vortrag über das Thema „Der
ein=
malige außerordentliche Wehrbeitrag”.
Nachdem der Vorſitzende des Vereins, Herr Rechnungsrat
Schupp, die Verſammlung kurz und herzlich begrüßt,
ergriff der Redner alsbald das Wort. Er führte etwa
folgendes aus:
Das Material des zur Behandlung ſtehenden Themas
ſei ſo außerordentlich umfangreich, daß es in der zur
Ver=
fügung ſtehenden Zeit nur in großen Zügen erörtert
wer=
den kann. Es galt, aufzubringen 900 Millionen einmalige
Ausgaben und 400 Millionen laufende Deckung. Von dem
ſonſt beliebten Aufbringen dieſer Summen durch Steuern
iſt man abgekommen, weil die Zinſen der gewaltigen
Summe allein wieder eine erhebliche Laſt geworden
wären. Die Art der Löſung, wie ſie der Reichstag
getrof=
fen, iſt ſchließlich die einzig richtige geworden. Es müßte
endlich einmal gebrochen werden damit, den Verbrauch zu
beſteuern, und es galt, den Beſitz direkt zu treffen in
Ver=
mögen und Einkommen. Die 900 Millionen einmalige
Abgabe ſollen durch drei Raten aufgebracht werden, doch
macht das Geſetz noch Konzeſſionen für ſolche, die den
Bei=
trag zurzeit nicht aufbringen können. Die erſte Rate iſt
fällig drei Monate nach der Zuſtellung des
Veranlagungs=
beſcheides, die zweite Rate am 15. Februar 1915, die dritte
am 15. Februar 1916. Herangezogen werden die
Ver=
mögen der Eheleute getrennt, ſo daß tatſächlich alle
Ver=
mögen getroffen werden; und auch die Vermögen der
Kinder, die von den Eltern nur verwaltet werden. Weiter
ſind beitragspflichtig die Aktiengeſellſchaften und die
Kom=
manditgeſellſchaften auf Aktien uſw. Frei bleiben die
Prämienfonds uſw. Die Vermögen der toten Hand (
Kir=
chen, Klöſter uſw.) werden nicht beſteuert. Von
Ver=
mögen werden beſteuert unbedingt alle Vermögen über
50 000 Mk. Nicht beſteuert werden alle Vermögen unter
10000 Mark. Was dazwiſchen liegt, unterliegt
verſchie=
denen Beſtimmungen. D. h., wer ein Einkommen unter
2000 Mark hat, braucht bis 50000 Mark Vermögen nicht
verſteuern; wer bis 4000 Mark Einkommen hat, braucht
bis 30000 Mark Vermögen nicht verſteuern.
Vermögens=
erklärungen müſſen abgegeben werden für Vermögen von
20000 Mark und bei 4000 Mark Einkommen ſolche von
10000 Mark an. Damit iſt nicht ohne weiteres geſagt, daß
dieſe beſteuert werden. Die Erklärungen ſollen nur zur
Feſtſtellung des Vermögens überhaupt dienen, damit die
Regierung eine Unterlage hat für die demnächſtige
Ver=
mögenszuwachsſteuer. Dieſe wird berechnet vom
31. Dezember 1913 ab. Bilanzen über
Betriebs=
vermögen. die etwa am 31. Oktober 1913 aufgeſtellt ſind,
haben Gültigkeit; es braucht eine neue Bilanz alſo nicht
aufgeſtellt zu werden. Vermögen, die aus dem Betrieb
ins Kapitalvermögen vor dem 31. Dezember 1913
über=
geführt ſind, brauchen nicht doppelt beſteuert zu werden.
Steuerpflichtiges Vermögen iſt das ganze
bewegliche und unbewegliche Vermögen. Schulden dürfen
abgezogen werden, ſowohl dinaliche wie verſönliche, mit
Ausnahme aller Haushaltungsſchulden. Dieſe (Kleider
uſw.) ſind nicht abziehbar. Wohl aber vorhandene
Werte, wie Schmuck Autos. Sammlungen. Gemälde,
Mö=
bel uſw. Der Bilanzwert iſt dem gemeinen Wert des
Be=
triebskapitals gleichzuſtellen. Die Bilanz muß unbedingt
ſtimmen, auch im Intereſſe des Geſchäftsmannes ſelbſt,
denn ſie muß den Nachweis der Schulden genau enthalten,
die abgezogen werden können. Es wird ſehr genau
nach=
kontrolliert und hohe Strafen ſind angedroht für unrichtige
Bilanzen.
Weiter wurde der Ertragswert eingeſetzt, doch
ſind hier allerdings Ausnahmen getroffen. Zunächſt iſt es
dem Einzelnen überlaſſen, nach dem Ertragswert oder nach
dem gemeinen Wert zu deklarieren. Als Ertragswert wird
für bebaute ſtädtiſche Grundſtücke der Reinertragmit
25 multipliziert angenommen, und zwar für das
ganze Deutſche Reich gleichmäßig. Es wird aber nicht nur
der tatſächliche, ſondern der mögliche Ertragswert
berechnet, ſo daß es in vielen Fällen wohl ratſamer iſt,
nach dem gemeinen Wert zu deklarieren. Als
Erſtehungs=
wert werden nur die in das Grundſtück hineingeſteckten
Kapitalien berechnet. Steuerpflichtig ſind auch die noch
nicht fälligen Anſprüche aus Lebens= und
Rentenverſicherungen, und zwar mit zwei
Drit=
teln der eingezahlten Prämien oder mit dem
Rückkaufs=
wert, wie ihn die Geſellſchaften berechnen. Für die mit
Dividendenſcheinen gehandelten Wertpapiere iſt der letzte
Gewinn maßgebend, doch bedarf dieſe Frage noch der
nähe=
ren Erläuterung.
Von Einkommen ſind ſteuerpflichtig alle
landesſteuer=
pflichtigen Einkommen über 5000 Mark. In den
Einkom=
men ſtecken auch die Einkünfte aus Vermögen (Zinſen
uſw.). 5 Prozent des ſteuerpflichtigen Vermögens werden
von dieſem Einkommen abgezogen; d.h. von den Zinſen
aus verſteuerten Vermögen zuzüglich des Arbeitseinkom
mens werden 5 Prozent abgezogen und nur dieſes Eind
kommen verſteuert. Hier ſind beſonders die großen Diffe
renzen zu beachten, die ſich bei hoch und niedrig verzinſtem
Vermögen ergeben. Zufallseinkommen ſind mit zu vert
ſteuern. Ebenſo ſind für zufällig am 31. Dezember niedri
ger gewordene Einkommen (Todesfall uſw.) Ausnahmet
geſtattet. Die Progreſſion iſt mit ſteigendem Einkommel
ſehr erheblich; ſie geht von 1—8 Prozent. Erleichterunger
ſind getroffen für Eltern mit drei und mehr Kindern; fül
ſolche, die drei Söhne beim Milikär haben uſw. Wichtig
iſt auch die ſehr ſorgfältige Aufſtellung der Einkommen
Es ſind hier zum erſten Male Freiheitsſtrafen, die beſon
ders veröffentlicht werden, vorgeſehen. Auch der Vermbl
genszuwachs bedingt eine genaue Deklaration. Fü
frühere Sünder iſt der Generalvardon eingefühn
worden. Die Vermögenszuwachsſteuer krifft übrigen
ruch den Erbanfall, ja, ſie bedeutet einen ganz guten Aus
weg zur Erbanfallſteuer, die in ihrer Fortentwickelung nich
ungefährlich wäre. — Endlich verbreitet ſich der Vortra
gende über die äußeren Formalitäten. Es iſt daraus wich
tig zu wiſſen, daß jeder zur Deklaration verpflichtet iſtll
auch wenn er keine Aufforderung erhält, der nach dem
Geſagten Wehrbeitrag zahlen muß. Alle Angaben werden
durchaus geheim gehalten, und dürfen nicht für irgend
welche anderen Zwecke verwendet werden. Die Banken
müſſen und können wohl Stillſchweigen bewahren, abeg
wenn es zum ſteuerlichen Strafprozeß kommt, müſſen auch
ſie ausſagen.
Mit einer Würdigung der politiſchen und wirtſchaftl
lichen Bedeutung des Wehrbeitrages ſchloß der Rednel
ſeine intereſſanten und klaren Ausführungen, für die di
Verſammlung mit lebhaftem Beifall dankte. — Her
Meixner dankte namens der vier Vereine, die den Vor
trag veranſtalteten, den Bezirksvereinen Nordoſt unſ
Mathildenhöhviertel, dem Handelsverein und dem Kaufl
männiſchen Verein, dem Vortragenden und ſchloß darau
die Verſammlung.
Luftfahrt.
* Berlin, 5. Jan. In der Frage des Ueber
fliegens der deutſch=ruſſiſchen Grenze durch
Flugzeuge fand zwiſchen der deutſchen und der ruſſiſche
Regierung ein Notenwechſel ſtatt, wodurch die beide
Regierungen ſich unter der Bedingung der Gegenſeitigkeiſ
bereit erklärten, von Fall zu Fall die Erlaubnis zut
Ueberfliegung der Grenze für lediglich ſportliche Zweckt
unter näher feſtgeſtellten Vorſchriften zu erteilen. Dem ruſt
ſiſchen Flieger Waſſiliew wurde die Erlaubnis zun
Ueberfliegen deutſcher Gebiete für den Flug Petersburg=
Paris im Prinzip erteilt. mit der Bedingung, daß eo die
verbotenen Zonen vermeidet.
* Friedrichshafen, 5. Jan. Ein neues Ze
pelin= Militärluftſchiff hat heute die Gasfür
lung erhalten. Die erſte Fahrt iſt für Mittwoch beabſich
tigt. Das Luftſchiff iſt für Dresden beſtimmt.
* Paris, 5. Jan. Wie aus Kairo gemeldet wird
hat der franzöſiſche Flieger Pourpe der bis zu den
Nilquellen gelangen will, geſtern den Flug angetreten und
iſt nach Zurücklegung einer 500 Kilometer langen Streckal
in Lohag gelandet. — Heute wird Bonnot ſeinen Flug
nach Chartum fortſetzen.
An
Die Wetterlage.
* Karlsruhe, 5. Jan. Nachdem ſeit vorgeſte
ier langſam aber ſtetig Erwärmung eingetreten war
herrſcht jetzt ſtarkes Tauwetter. Der Schnee
faſt ganz verſchwunden.
* Fulda, 5. Jan. In der Rhön ſowie in gan=
Kurheſſen iſt Tauwetter eingetreten, ſo daß m
befürchtet, daß es zu einer Ueberſchwemmung des Fuldg
tales kommen wird.
* London, 5. Jan. Wie das Reuterſche Bureca
aus Neu=York meldet, haben die niedriger gelege
nen Orteander Küſte von Süd=Jerſey durch den heft
tigen Sturm ſchwer gelitten. Der Sturm, der
Süd=Jerſey wütet, erreichte eine Geſchwindigkeit von 80
bis 90 Meilen in der Stunde. Die Flutwellen waren aus
nehmend hoch und der Sturm trieb die Wellen in die
Straßen. In Süd=Jerſey und Sea=Bright reißen di
Fluten die Straßen auf und legen die Leitungen bloß
Bald verſagte daher das elektriſche Licht. Häuſer wurdenl
von ihren Grundmauern weggeriſſen und ins Meer get
trieben. Der Bevölkerung hat ſich eine Panik bemächtigt
Die Obdachloſen ſinken in den Straßen auf die Knie und
beten um Aufhören des Sturmes. Auch brachen in det
Stadt, wie man glaubt, durch Brandſtiftung, mehret
Feuersbrünſte aus, die nur unter großen Schwierigkeiter
gelöſcht werden konnten. Der Bürgermeiſter ſchwor einigt
Bürger als Poliziſten ein und forderte ſie auf, jeden, den
ſie beim Plündern ertappen, zu erſchießen. Die Stadt,
der das Waſſer zwei Fuß hoch ſteht iſt jetzt vollſtändit
verlaſſen. In Atlantique=City ſind einige der
vornehm=
ſten Hotels am Strande eingeſtürzt. Die Strandpromet
nade iſt vollſtändig zerſtört und der berühmte Pier
wegge=
ſchwemmt worden. Einige Meilen ſüdlich von Atlantique=
City ſind zwei Kirchen und ein Hoſpital für blinde Kinden
eingeſtürzt. Das Hoſpital ſtand zurzeit leer. Auchi
Long=Branch iſt der Pier zerſtört worden. Die Bahnveſ=ch
bindungen mit Long=Branch und Sea=Bright ſind
unter=
brochen. Zahlreiche Perſonen ſind obdachlos. Der Sach
ſchaden wird auf 2 Millionen Mark geſchätzt.
* Neu=York, 5. Jan. Ueber den Norden der Ver4
einigten Staaten iſt von neuem eine heftige
Kälte=
welle hinweggegangen. Aus allen Teilen des Landes
werden Sturmſchäden gemeldet. Beſonders heimgeſucht
wurden mehrere Dörfer und kleinere Städte des Staates
New=Jerſey. Das Städtchen Sea=Bright, das bereits vo
zwei Wochen von einer Sturmflut empfindlich betroffen
wurde, iſt erneut überſchwemmt. Ein furchtbarer
Hagel=
ſchlag ging geſtern über die Stadt Neu=York nieder und
richtete großen Schaden an.
Vom Balkan.
Enver Bey.
* London, 5 Jan. Der neu ernannte Kriegsminiſtel
Enver Paſcha gab dem Korreſpondenten des Daily
Tele=
graph” folgende Erklärungen: Der einzige Grund, der
mich bewog, einen ſo ſchwierigen Poſten wie dendes
Kriegsminiſters anzunehmen, iſt der, daß ich an der
ſchwe=
ren Aufgabe der militäriſchen Reorganiſation mitarbeiten
will. Ich bin weit davon entfernt, kriegeriſche
ſtrebungen zu fördern Heeresorganiſation und Krieg ſind
durchaus nicht identiſche Begriffe, wie man in unſerem
Falle annehmen könnte. Wir wollen und wünſchen eine
Stärkung unſeres Heeres aus dem begreiflichen Wunſche
heraus, die anderen Mächte zu zwingen, uns für die
Zu=
kunft in Frieden zu laſſen.
Nummer 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Seite 7.
* Sofia, 5. Jan. Zum bulgariſchen
Ge=
ſern dten in Berlin wurde anſtelle des in den
Ruhe=
ld tretenden Geſchow der Generaladjutant des Königs.
Markow ernannt.
* Söfia, 5. Jan. Da das Kabinett noch nicht
ge=
ſindet iſt, vertagte ſich die Sobranje bis zum
Januar. Die Bauernpartei, die ſtärkſte oppoſitionelle
Fuppe der Sobranje, beriet über die durch die
De=
ſttſſſion entſtandene Lage und beſchloß, ſich jeder
Lailnahme an der Regierung zu enthalten.
* Bukareſt, 5. Jan. Das Parlament hat die
Peihnachtsferien angetreten. Das Kabinett wird
ſiich vor dem Wiederzuſammentritt des Parlaments de=
Peſſionieren.
* Konſtantinopel 5. Jan. Der ruſſiſche
Bot=
ſſtafter und der Großweſir ſetzten geſtern die Beſprechung
ber die Reformen in Anatolien fort. Auch heute
lhrrden noch einige Punkte erörtert.
* Athen, 5. Jan. Miniſterpräſident Venizelos
ſegibt ſich morgen nach Rom und dann nach Paris.
* * Athen, 5. Jan. Die Regierung erhielt die
Nach=
ſicht, daß zahlreiche bulgariſche Komitatſchis
In der griechiſch=bulgariſchen Grenze angelangt ſind. Sie
echloß, unverzüglich in Mazedonien das neue Geſetz
i gen Räuberei anzuwenden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 5. Jan. Der Kaiſer traf heute morgen
Uhr 45 Min. auf dem Potsdamer Bahnhof, von
Sig=
irringen kommend, wieder hier ein und begab ſich in das
ſimigliche Schloß. Die Kaiſerin war kurz vorher
ein=
ſtroffen.
* Metz, 5. Jan. Sämtlich bei dem
Eiſenbahn=
t glück bei Woippy getöteten Soldaten werden
mor=
ſer nachmittag nach ihrer Heimat übergeführt werden.
* Paris, 5. Jan. Von den bei dem Einſturz an
ſſer Untergrundbahn verſchütteten Perſonen
wur=
ler zwei weitere Leichen geborgen. Unter den
timmermaſſen liegen noch zwei Verunglückte.
* Sciacca (Sizilien), 5. Jan. Sciacca iſt durch einen
Volkenbruch überſchwemmt Das Waſſer
über=
tuvemmte Straßen und Plätze und ſteht in den
Erdge=
ſtoſſen. 13 Häuſer ſind eingeſtürzt. Viele Familien ſind
lwachlos geworden. Es iſt für Unterkunft und
Ver=
ſſeegung Sorge getragen. Menſchenleben ſind nicht zu
ſellagen.
* Zarskoje Sſelo, 5. Jan. Der öſterreichiſch=ungariſche
ßotſchafter Graf Thurn=Valſaſſina hat dem
Kai=
i ſein Abberufungsſchreiben überreicht.
* Neu=York, 5. Jan. Nach einer Meldung aus Cap
beiti befahl der Präſident von Haiti einer Abteilung
ſehrulärer Truppen, nach der Nordoſtgrenze abzurücken,
m dort Aufſtände zu unterdrücken Der
Gou=
ſeneur des Nordoſtdepartements, General Zamos,
flüch=
eie ſich in das amerikaniſche Konſulat. Die Unruhen
neſtanden als Proteſt gegen die Kandidaten der
Re=
ſie rung für die Wahlen am 1. Januar.
Mitteleuropäiſche Wirtſchaftskonferenz.
* Peſt, 5. Jan. Die Mitteleuropäiſche
Wirt=
c aftskonferenz wurde heute durch den Präſiden=
Ih Wekerle eröffnet. Unter den Anweſenden
be=
lit den ſich Handelsminiſter Harkanyi, Finanzminiſter
ceſzky und Ackerbauminiſter Ghyllanyi. Weterle dankte
ſem Erzherzog Joſef für die Uebernahme des Protektorats
Uns beantragte, an den Erzherzog Joſef, Kaiſer Franz
Aiſef, Kaiſer Wilhelm und den König der Belgier
Hul=
igungstelegramme abzuſenden. Herzog Ernſt Günther
lu Schleswig=Holſtein, Präſident des deutſchen Vereins,
Pürdigte in längerer Rede die Bedeutung der Konferenz.
Uir wies insbeſondere darauf hin, daß Deutſchland und
Peterreich=Ungarn, die durch das Bündnis eng verknüpft
ſien, auch wirtſchaftlich aufeinander angewieſen wären.
t ſei gern nach Ungarn gekommen, zu dem er ſich nicht
Au- durch verwandtſchaftliche Bande, ſondern auch durch
liele angenehme Erinnerungen hingezogen fühle. Er danke
lluch ſeinerſeits dem Erzherzog Joſef für die Uebernahme
et= Protektorats.
* Peſt, 5. Jan. Die Mitteleuropäiſche
Pärtſchaftskonferenz beriet über ausgewählte
ſuriſtiſche Fragen im Text der Handels=
Uſerträge. Profeſſor Kobatſch=Wien beantragte,
aß die Regelung einzelner materieller Fragen durch die
errträge als wünſchenswert ausgeſprochen werde.
Lu=
ensky=Berlin erklärte, die Anregung, Gegenſtände
cht zollpolitiſchen Charakters aus dem Text der Han=
Aelsverträge auszuſcheiden und in Sonderverträgen zu
ſrönen, ſei bereits in der Berliner Wirtſchaftskonferenz
Am Jahre 1909 gegeben worden. Redner beantragte eine
Memmiſſion zur weiteren Bearbeitung einzuſetzen und
Uht er beſonderen Berückſichtigung die Schiffahrtsfragen zu
Aupfehlen. Die Verwendung der Zeugniſſe wiſſenſchaft=
Aſcer Anſtalten für die Verzollung ſoll ausgebaut und die
Auskunftserteilung über die Zollſätze in einem weiteren
Akhnfange als bisher vertraglich geſichert werden. Der
Wtäſident Wekerle erklärte den Antrag Luſenskys auf
Pinſetzung eines Subkomitees für angenommen. Auch
llen die im Haager Prozeßübereinkommen von 1905 vor=
Aeſehenen Abmachungen bezüglich des unmittelbaren
Michtshilfeverkehrs zuſtande gebracht werden. Die Nota=
Aſattsurkunden des Vertragsſtaates ſollen im anderen
taate keiner anderen Beglaubigung bedürfen. Sodann
Aburde die Frage des unlauteren Wettbewerbs
eraten. Juſtizrat Kahn=München betonte in
Ueber=
llinſtimmung mit den anderen Referenten, daß in jedem
iaate ein Spezialgeſetz gegen den unlauteren Wettbe=
Aberb erlaſſen werden muß. Der Codezivil genüge nicht.
luch Frankreich erließ ſpezielle zivilrechtliche und ſtaats=
Aechtliche Geſetze. Reduer empfahl, an die Spitze eine
bemerallklauſel zu ſetzen, welche jede gegen die guten
Eiéten gerichtete Handlung verbiete und außerdem
be=
lon=ders typiſche Fälle einer Regelung unterwerfe. Die
Ankündigungen in der Preſſe verlangten eine beſondere
Uegelung, da Vorausſetzungen für eine
Unterlaſſungs=
lage gegen eine preßgeſetzlich verantwortliche
Perſönlich=
bir zumeiſt nicht gegeben ſind. Der Prinzipal iſt für ein
hhuldhaftes Verhalten der Angeſtellten haftbar
Kakaſtrophe auf hoher See.
* Neu=York, 5. Jan. Nach einem heute früh von dem
Aſapag=Dampfer „Bavaria” eingelaufenen drahtloſen Tele=
Aſkamm heißt der geſtern in Seenot geratene Tankdampfer
klahoma”. Von der Beſatzung ſind wahrſcheinlich
4 Mann ertrunken; acht wurden gerettet. Obwohl
och mehrere andere Schiffe zum Beiſtand herbeigeeilt
haren, war doch die „Bavaria” allein imſtande, zu helfen.
ſer Dampfer nahm den Kapitän Cunter und mehrere
ffiziere und mehrere Mannſchaften auf. Von der
übri=
len Beſatzung liegt keine Nachricht vor. Nach einer
Mel=
ſung der „Bavaria” iſt die „Oklahoma” nicht vollſtändig
geſunken, ſondern treib, keitweiſe uner Waſſr, hiſlos
dahin.
Wetter.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 6. Januar:
Vorwiegend trüb, Niederſchläge in Schauern, etwas kühler;
lebhafte weſtliche bis nordweſtliche Winde.
Mein
Far Eehelngebedrfige und leichtere
Sommer, und
Kranke. Winter besucht.
Kuranstalt Hofheim i. T.
Nervent Stunde von Frankfurt a. M.
Prospekte durch Dr. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.
Inventur-Ausverkauf
bietet ausserordentliche Vorteile beim
Einkauf guter Wäsche, Leinen u.
Halb-
leinen, Tischwäsche, Handtücher, Koltern
und Steppdecken etc.
C. F. Erb Nachf.
Obere Elisabethenstrasse.
(1004idg
Eichbergs Nachfolger
Leinen, Wäsche, Ausstattungen
29 obere Wilhelminenstrasse
Saison-
Ausverkauf
(1074
Bei den teuren Zeiten ſollte jedermann eine
Erſparnis an den Koſten der notwendigen
Be=
darfsartikel willkommen ſein. Bis zur Hälfte können
Sie ſparen an Ihren Ausgaben für Kleidung, wenn Sie
die bekannten Schwetaſch=Stoffe direkt vom Fabrikanten
bezie en. Weshalb wollen Sie anderen den Nutzen
überlaſſen, der doch Ihnen ſelbſt zukommt? Tauſende
von Anerkennungen bürgen dafür, daß Schwetaſch=Stoffe
ihres billigen Preiſes wegen, aber auch in ihrer Qualität,
Dauerhaftigkeit, in ihrem guten Ausſehen und im
vor=
nehmen Sitze hervorragend ſind. Die heutige Beilage
der Görlitzer Tuchfabrik Otto Schwetaſch, G. m. b. H.,
Görlitz, empfehlen wir der Aufmerkſamkeit unſerer
werten Leſer.
(IV, 1036
Heute morgen entschlief in Rom sanft infolge Herzschlag unsere
innigst-
geliebte Mutter und Grossmutter
(I,1035
im fast vollendeten 62. Jahre ihres reichgesegneten Lebens.
Alexander Freiherr von Senarclens-Grancy, Korvettenkapitän,
Marine-Attaché an der kaiserlichen Botschaft in Rom,
Louise Freifrau Schenck zu Schweinsberg-Rulfenrod,
geborene Freiin von Seuarclens-Grancy,
Friedrich Freiherr Schenck zu Schweinsberg-Rulfenrod,
Hauptmann a. D.,
und 5 Enkelkinder.
Die Beisetzung findet in Rom statt.
Rom, via liguria 17, und Kirtorf (Oberhessen).
Todes=Anzeige.
Heute morgen 7½ Uhr verſchied ſanft im
Städtiſchen Krankenhauſe nach langem,
qual=
vollem Leiden mein lieber, unvergeßlicher Gatte,
unſer treubeſorgter Vater, Sohn, Bruder,
Schwiegerſohn, Schwager und Onkel (1093
Herr Carl Ueker
Eiſenbahn=Aſſiſtent
im faſt vollendeten 47. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bittet
Christine Ueker, geb. Hallstein,
nebst Kindern.
Darmſtadt, den 5. Januar 1914.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachm.
3 Uhr, von der Leichenhalle des Städtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſaaung.
Für die Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Hinſcheiden unſerer
unvergeßlichen Mutter und Schweſter
ſagen wir innigen Dank.
(1052
Geſchwiſter Krick,
Geſchwiſter Jung.
Darmſtadt, 5. Januar 1914.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte meines
lieben, unvergeßlichen, treubeſorgten Gatten und
Vaters, unſeres guten Sohnes, Bruders,
Schwieger=
ſohnes und Schwagers
Herrn Peter Dörsam
ſagen wir herzlichſten Dank. Insbeſondere danken
wir Herrn Pfarrer Widmann für ſeine ergreifenden
Worte; ferner der Firma E. Merck, ſowie deren
Beamten und Arbeitern, dem Unteroffizier Corps
vom Bezirkskommando II und ſeinen Freunden
(1086
aus Bensheim und Rüſſelsheim.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Die tieftrauernde Witwe
Eleonore Dörsam.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10¾ Uhr
(Ab. A): „Romeo und Julia”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Religiöſer Vortrag von Profeſſor Dunkmann um
8¼ Uhr im „Kaiſerſaal”.
Weihnachtsfeier des Vereins hier anſäſſiger Kellner
um 8½ Uhr im „Peckeo”
Ausſtellung (Bilder und Studien) von G. v.
Bellers=
heim, Eichbergſtraße 28 (geöffnet von 11—1 Uhr).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Mar Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Jriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Nummer 6.
Pait teurer ausländiſcher Marken
Dem deuſſchen Volke empfohlen.O
Zirderlagen bri:
Paul C. Finke, Hubertus=Drogerie, Ballonplatz 5;
ferner der hieſigen Reichardt=Filiale.
Weitere Verkaufsſtellen werden durch Plakate kenntlich
gemacht.
Herzoglich Schleswig=Holſteinſche
Kakao=Geſellſchaft=Wanösber,
Hessische
Mlandeislenaristatt
Fernspr. 923. Darmstadt. Rheinstr.6
Neue Kurseu
beginnen Dienstag, den 6. Januar.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch
Diplomhandelslehrer Wilh. Siedersleben.
Darmstädter
Sprach- und Handelsschule
Leiter: Emil Held und Hieron. Schneider.
10 Luisenstrasse 10
(270a
Volle Tages- und Abendkurse
beginnen 5. Januar.
Einzelfächer jederzeit-
Franrös. Friralkars
von akadem. gebild. Franzos. geleit.
Gramm.=Uebungen und Konverſat.
1 Mk. die Stunde, auch Privatſt
Off. u. V 35 an die Exped. (*306
Kochschule
Fri. J. Friedrich,
Frankfurter-
strasse 74, I. Anmeldungen
jeder-
zeit. Pension.
(1045a
wünſcht engliſch.
Engländerin Unterricht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (308a
Tnstitutrice francnise (dipl.)
T donnerait des legons de
gram-
maire, de litterature et de
con-
versation. S’adr. à Mme. Matifas,
Frankensteinstr. 49, III, mardi et
jeudi de 11—2½ heures. (1055a
Ditherunterricht erteilt F. Spieß,
Feldbergſtraße 97.
(*332
Im Märchenlande.
Ab Mittwoch, den 7. Januar
finden im Lichtbildthenter,
Grafenſtr. 12, tägl. um 3 u. 5 Uhr
Märchenvorträge mit
wunder=
vollen Vildern aus Künſtlerhand
von Heinz Weila ſtatt.
Eröffnungsprogramm:
1. Frau Holle mit Bildern v. F. Kunz.
2. Hans im Glück m. Bild. v. Hans Schroedter.
3. Heinzolmünnchen m. Eild. v. A.
Schmid-
hammer, (humoriſtiſch).
4. Rotkäppchen m. Bild. v. A. Schmidhammer.
5. Bilder aus den 3 Helden v. A.
Schmid-
hammer, (humoriſtiſch).
Muſikaliſche Einlagen zwiſchen
den Rezitationen.
Preiſe: I. Pl. 50 Pf., II. Pl. 30 Pf.
III. Pl. 19 Pf.
Programme u. Karten im
Vor=
verkauf ſind in der Papierhandlung
von Lautz, Ecke Rhein= u. Grafen=
(1064
ſtraße, zu haben.
22
Mk SIIMME SEINEE HERNN
Spezialgeschäft
„Wichtig für Erfinders
iſt es, zu wiſſen, daß die zahlreich auftauchenden Angebote, die Ver=
wertung von Erfindungen oder den ſogenannten „Aufbau von
Neu=
heiten” betreffend, zum Teil nichts anderes als Scheinangebote ſind, deren
Zweck darin beſteht, unerfahrene Erfinder zunächſt zur Nachſuchung
hoch=
zubezahlender Schutzrechte von ſehr zweifelhaftem Werte zu ver anlaſſen,
während ſpäter die Verwertungsübernahme entweder direkt abgelehn
oder eine faſt unfruchtbare Scheinverwertung eingeleitet wird. Für diel
bekannten buchmäßig herausgeſandten Erfindungsprobleme gilt das
Vor=
genannte gleichfalls. Ausführliches hierüber durch Patent- und techn. Fürgl
Bahnhofstr. 3
Conrad Köchling, Mainz, Teleph. 2754a
Mitglied des „Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentumt
Rnt u. Auskunft, sowie Broschüre kostenlos. (1014a
Verlaumen
Brautleute dieſe Gelegenheit nicht.
1 ſchwer eichenes, modernes, neues
Schlafzim. m. groß. Spiegelſchr.
für nur 340 Mk., 1 groß. Büfett,
modern, 168 Mk., 1 Salongarnitur,
hochelegant, 145 Mk., Bücherſchrank
75 Mk., 1 Salon=Vertiko, modern,
78 Mk., 1 Moquette=Diwan, neu,
52 Mk., 1 Sofa 28 Mk., uſw. (*337
Wagner'’s Gelegenheits-
Geschäft
Karlſtraße 41.
in echt. Grammophonen
(Gramola) und Platten
K. Jäger, Darmstadt
Georgenstr. 11. Tel. 2579.
Nähmaſchinen=Reparaturen
alle Fabrikate, ſchnell, gut u. billig
Chr. Debus, Mechaniker,
ioder-Ramslädterstr. 5 7a, Tel. 1737. (*342
Erfindungen
werden zu kaufen gesucht.
Ang. all. Art (auch Ideen) an Adolf
Seng, Cassel, O. 45. (II,883
M
Ungl., franz. Unterr., Konv., Gram.
Lit., ert. Dame. Sprach. Ausl. er
918a) Grüner Weg 17, part.
Ntudiant donne lecons de
francais; cherche échange
vonversation francais-espagnol.
Off. unt. V 22 an d. Exp. (*269id
onohims Gesangschule,
Parcusstr. 9, für Oper, Konzert,
Haus. Vorzügl. Tonbildg. (1069a
Tanzen
lehrt gut und billig, alle Geſell
ſchafts= ſowie Rundtänze.
Privatſtunden zu jeder Tageszeit.
Philippscholl, Tanzlehrer,
Mühlstr. 26. II. (*205go
Gunger Heer ſucht Tango=
Unter=
richt . Offerten mit
Preisan=
gabe unter U 91 an die Expe=
(*201go
dition dieſes Blattes.
mäſche zum Bügeln wird angen.
*252) Liebfrauenſtr. 75, Manſ.
Vorzügl. Privatmittags
2 tiſch Z für beſſ. Herren u.
Damen Hölgesſtr. 1, 1. St. (1053g
Penſion Mauerſtr. 15
gut bürgerlicher Mittag= und
(*266if
Abendtiſch.
Fliſabeihenſtr. 4, Penſien
Mittag= und Abendtiſch. 256a
n gut. bürgerl. Priv.=Mittags= u.
Abendtiſch könn. 10 Herr. u. Dam.
bill. teilnehm. Kaſinoſtr. 21, I. (313a
Wlavierst. Schultze, Kammermuſik.,
Herderſtr. 11. Auftr. b. Frl. Walther,
Leihbiblioth., Wilhelminenstr. 13. (363a
Ieh kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets
kon=
kurrenzl. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 33.
Telephon 2097.
(161a
Gebrauchte Hobelbank
mit Werkzeug zu kaufen geſucht.
Angebote mit Preisangabe an
G. Möller, Verwalter, Landheim
Eberſtadt, Heidelbergerſtr. (*265
Streng diskret!
Getragene
Herren=Kleider, Schuhwaren
Bettfedern, Uniformen,
Zahn=
gebiſſe, alte Waffen uſw. kauft
S. Zarnicer, kleine Bachgaſſe
Komme auch nach auswärts. (369m
Gut erh.
Ertra Waffenrocke
Mäntel, Hoſen p. p. zu kaufen
geſucht. Waffengattung bitte
angeben. Offerten unter U 90
an die Expedition.
(*228oim
alt. Gold, Stlba
Kaufe uhren, Brillank
diskret zu hohen Preiſen. Poſth
genügt. Gefl. Offerten unt. V
an die Exp. ds. Bl.
(*247
gebr., gut erh. Sitzbadewanma
zu kaufen geſucht. Off rt. erbi
unt. V 14 an die Exp. ds. Bl. (*25
Roßhaarmatratz, zu kauft
Alle geſ. Langg. 18 (Laden). (*34)
Kaufe
getragene Kleider, Schuhe, Stiefel
Zahngebiſſe, wie auch Wäſche
zahle die beſten Preiſe. Poſtkarke
genügt. M. Lemler, Obergaſſe 15
(*274imd
Laden.
Flaschen
werd. zu allerhöchſten Preiſen angel
Rubin, Kaupſtr. 46, II. (1080
Yweiräd. Handkarren zu kaufen
geſucht. Offerten unter V30
(*289im
an die Expedition.
Antauf
von nur beſſeren getrag. Herren
kleidern, Stiefeln, Uniformen
uſw. Offerten unter V 23 and
(*270im
Exped. ds. Blattes.
Bin Freitag am Platze.
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(311a
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.
Driefmarken, alte, loſe, u. a. Brie
ſow. Sammlung. kauft
Hügel=
ſtr. 6, II. Z. ſpr. nachm. 1-3 U. (275d
Zume Nochste
Preiſe für getr. Kleider, Schuhe
Wäſche uſw. Poſtkarte gen
A. Hochmann
Kleine Ochſengaſſe 16. (*236oim
10
MI
Wer dort? (108ia
hier V. Schatz, Schloßgaſſe 28
Ich komme ſof. u. zahle Ihnenfül
getrag. Kleid., Schuhe, Möbel,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett.ſtets die höchſtl
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügh
Kurſe vom 5. Januar 1914.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 85,30
76,10
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99.20
85,40
3½ do. Conſols .
76,00
3 do. „bo.
4 Bad. Staatsanleihe 97,40
91,90
do.
3½
82,00
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 97,10
84,00
do.
3½
74,80
bo.
3
4 Hamburger Staatsanl. 97,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 97,00
83,30
3½
do.
73,46
do.
76,40
3 Sächſiſche Rente
4 Württemb. (unk. 1921) 98,00
3½ do. v. 1875 92,50
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 96,70
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,90
4 Italiener Rente . . . . 97,50
4½ Oeſterr. Silberrente
4 de. Goldrente . . . 88,70
4 do. einheitl. Rente . 83,00
3 Portug. unif. Serie I 61,90
3 do. unif. Serie III 64,20
3 do. Spezial . . . . 10,09
5 Numänier v. 1903 . . 100,00
4 do. v. 1890 . . 94,50
4 do. v. 1905
4 Ruſſen v. 1880 . . .
4 do. v. 1002 . . . . 90,70
4½ do. v. 1905 . . . . 99,00
3½ Schweden .
4 Serbier amort v. 1895 79,00
4 Türk. Abmin. v. 1903 78,30
4 Türk. uniſiz. v. 1903 85,70
4 Ungar. Goldrente . . . 84,20
A do. Staatkreuts . . 82,20
In Prol
5 Argentinier
99,20
do.
81,00
4½ Chile Golb=Anleihe. 89,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 88,80
4
do.
91,00
4½ Japaner
90,70
5 Innere Mexikaner. . . 66,90
do.
4 Gold=Mexikaner v. 1904 73,50
5 Gold=Mexikaner
3½ Buenos Aires Prov. 67,26
Aktien inländiſcher
Trausportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt
. . . 132,30
3 Nordd. Lloyd
. . 115,60
6 Südd. Eiſonb.=Geſell. . 121,30
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 600
Einz. Mk. 408 . 117,00
8 Baltimore und Ohio . 92,50
6 Schantungbahn . . . . 128½
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22½
6 Pennſylvania R. R. . 110,00
Induſtrie=
Letzte
Dioib. Aktien.
3 Brauerei Werger. . . 67,00
25 Bab. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 571,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
247,00
27 Farbwerke Höchſt. . . 630,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 331,00
8 Cement Heidelberg . . 148,75
32 Chem. Werke Albert 451,00
12½ Holzverkohl.
Kon=
ſtanz . . . . . . . 303,00
4 Lahmeyer . . . . . . . 118,00
En fin,
Letzte
Ntold.
Schuckert, Nürnberg . . 152,80
12 Siemens & Halske . 221,50
12 Bergmann Electr. . . 126,50
0 Deutſch. Ueberſee Electr. 168,00
35 Gummi Peter . . . 89,50
30 Abler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . . 364,00
2 Maſchinenf. Badenia 130,0C
6 Wittener Stahlröhren 163,00
8 Steana Romana Petr. 149,60
15 Zellſtoff Waldhof . . 219,90
12½ Bad. Zucker=Wag=
206,00
häuſel:
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 93,00
3 Sübb. Immobilien 57,00
Vergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friebe . . . . 158,50
12 Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
. . . 210,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
. . . . 133,90
10 Gelſenkirchener . . . . 185½
7 Harpener
. . . . 174,60
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 235,75
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro . . . . . . . 62,00
4 Laurahütte
. . 154,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 150,00
Weſteregeln 187,00
10
5 South Weſt Africa .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Sübd. Eiſenb.=Geſ. 84,00
4¼ Nordd. Lloyd=Obl. 98,50
4 Eliſabethbahn, freie . . 89,00
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 85,50
3 Prag=Duxer . . . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,0
do.
75,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,10
Oeſt. Sädb. (Lomb.) . . 72,00
In Pro
2‟ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,00
76,30
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 86,60
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,30
86,50
bo.
86,60
4 Wladichawchas .
4 Rjäſan Koslow . . . . 85,20
3 Portugieſ. Eiſenb. . . . .
83,50
do.
24/10 Livorneſer . . . . . 70,50
3 Salonique=Monaſtir. . 63,10
79,00
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb. 91,80
4 Miſſonri=Pacific . . .
4 Northern=Pacific . . . 92,00
4 Southern=Paciſic
89,90
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 101,00
5 Tehuantepec ..
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich .. 186,00
8½ Bergiſch= Märkiſche
Bank . . . . . . . 142,60
9 Berlin. Handelsgeſ..
6½ Darmſtädter Bank . 116,10
12½ Deutſche Bank. . . 251,00
6 Deutſche Vereinsbank. 118,75
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 113,20
10 Diskonto=Kommandit 187,10
8½ Dresbener Bank .. 152,40
9½ Frankf. Hypoth.=B.
208,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,00
7 Nationalb. f. Deutſchl. 117,00
5½ Pfälziſche Bank. . . 121,75
6.48 Reichsbank
137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 126,40
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . .. 102,10
7½ Wiener Bankverein
133,75
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,00
Sndmn
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
. 84,50
S. 19
4 Frankf. Hyp.=Krebitv.
S. 15—19, 31—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do.
4 peſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,60
84,80
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,20
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
96,00
18—23
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
84,80
S. 1 u. 2, 6—8
84,00
S. 3—
84,20
S. 9—11
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
84,00
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 93,00
31 do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,20
do.
86,20
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
94,00
3½ do.
86,40
4 Frankfurt.
95,80
3½ do.
97,00
4 Gießen
94,0c
3½ do.
4 Heidelberg
93,50
½ do.
85,00
4 Karlsruhe.
94,20
do.
85,30
4 Magbeburg
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
94,00
3½ do.
86,80
4 München
96,40
3½ Nauheim
83,00
4 Nürnberg
95,60
3½ do.
84,60
4 Offenbach
In Praſ
3½ Offenbach
84,50
4 Wiesbaden
95,20
3½ do.
86,00
4 Worms.
do.
84,70
4 Liſſabonner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . Tlr. 100 176,M
3½ Cöln=Mindner 100 140,5
3 Holl. Komm. . fl. 100 113,0
3 Madrider . . Fs. 100 7450
4 Meininger Pr.=Pfand=
140,50
briefe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,60
127,2
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 111.
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
ſl. 7 33.0
Augsburger
Braunſchweiger Tlr. 20
Freiburger
Fs. 15 135,0)
Fs. 45
Mailänder
Fs. 10 3800
do.
fl. 7 33,0
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 606,0
do. v. 1858 fl. 100 530,0
Ungar. Staats . . fl. 100 445,00
Venediger . . . . Js. 30 68,0
Türkiſche . . . . Js. 400 170
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns
16,17
20 Francs=Stücke .
Amerikaniſche Noten.
Engliſche Noten .
0,5
81,20
Franzöſiſche Noten .
169,45
Holländiſche Noten.
80,80
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,00
Ruſſiſche Noten
215,00)
Schweizer Noten . .
81,00
Reichsbank=Diskonto . . . 5
Reichsbank=Lombard Zöf. 6%
Nummer 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Seite 9.
ide Räumund
unserer großen Warenbestände mit der jedes Jahr nur einmal
wieder-
kehrenden Parole
Ermässigung bis über die Hälfte des Wertes
Ein Posten
Damen-Handschuhe
in guter, bester Ausführung
nerüirer Wert bis 1.90 jetzt Par 15 ₰ u 30
ie Pesten Handarpelten
wie Milieux, Läufer, Quadrate, Tabletts etc.
regulärer Wert bis 1.35, jetzt
₰ und
Batist-Stickerei-Roben
reg. Wert bis 20 Mk., jetzt jede Robe
Ein Posten
Südwester
reg. Wert 95 Pf. . . jetzt Stück 0
Ein Posten
50
Astrachan-Häubchen
reg. Wert bis 3.25 . . . . . jetzt
Eineln
Kinder-Muffe und Pelze
Stück
Ein Posten
Unterhosen
gestrickt, reg. Wert 95 Pf. . Stück 40 ₰
Ein Posten
angestaubte Damenwäsche
welt unter Einkaufspreis.
Ein Posten Damen-Hemden
regul. Wert bis 4.50 . jetzt Stück 1,45 1.95
Ein Posten Damen-Beinkleider
regul. Wert bis 4.— . jetzt Stück 1.45 1.95
Damen-Nachthemden
regul. Wert bis 8.50
. jet 3.25
Stickerei-Röcke
regulärer Wert bis 12.—
jetz2.95
Erbstüllbettdecken
unter
und engl. Tülbetdecken
für 1 und 2 Betten
Preis
Beinkleid-Hemd, regul.
Garnituren wert bis 11.— jetzt 4.25
Erbställ
reg. Wert bis 13.—, jetzt 4— u. Ein
Posten Inlaid-Teppiche
etwas defekt, Muster durch u.
durch, reg. Wert bis 21.— jetzt 41 Ein Posten
Jacquard-Koltern
regul. Wert bis 3.80 . . . . jetzt 1-
Ein Posten
Seidenstoff-Reste
per Meter jetzt
Ein
grosser Posten
6120
bis
unter
0 Preis
Ein
Posten
mit kleinen, auf dem Transport
entstandenen Abschürfungen
fürkinderu.
regulärer Wert bis 17.—
jetzt jedes Stück
Deristenen Erwachsene
SeMürx
Mhe
IUg
Marki7
Z
[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Nummer 6.
Ausverkäufe.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt Verſtöße gegen die geſetzliche
Verpflichtung zur Anmeldung der Ausverkäufe feſtgeſtellt worden
ſind, bringen wir nachfolgend die maßgebenden Beſtimmungen
er=
neut zur Kenntnis der Beteiligten mit dem Anfügen, daß wir in
jedem Fall der Uebertretung Strafanzeige erheben werden.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
(1012im
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Betr. Ausführung des Reichsgeſetzes vom 7. Juni 1909 gegen
den unlauteren Wettbewerb.
Bekanntmachung.
Auf Grund der Beſtimmungen des § 7 Abſatz 2 und des §
Abſatz 2 des Geſetzes vom 7. Juni 1909 gegen den unlauteren
Wett=
bewerb und des § 1 der Vollzugsbekanntmachung vom 2. September
1909 wird für den Kreis Darmſtadt nach Anhörung der Großh.
Handelskammer und Handwertskammer Folgendes mit Wirkung
vom 1. Januar 1910 angeordnet:
I. Wer in öffentlichen Bekanntmachungeu oder in Mitteilungen,
die für einen größeren Kreis von Perſonen beſtimmt ſind, den
Ver=
kauf von Waren unter der Bezeichnung eines Ausverkaufs wegen
Aufgabe des Geſchäfts oder wegen Aufgabe einer Warengattung oder
wegen Umbau oder Umzugs oder wegen eines elementaren
Ereig=
niſſes ankündigt, hat drei Tage vor der Ankündigung bei der Großh
Handelskammer Darmſtadt Anzeige über den Grund des Ausverkaufs
und den Zeitpunkt ſeines Beginns zu erſtatten und ein Verzeichnis
der auszuverkaufenden Waren einzureichen.
Der Ankündigung eines Ausverkaufs im Sinne des Abſatzes 1
ſteht jede ſonſtige Ankündigung gleich, welche den Verkauf von Waren
wegen Beendigung des Geſchäftsbetriebs, Aufgabe einer einzelnen
Warengattung oder Räumung eines beſtimmten Warenvorrats aus
dem vorhandenen Beſtande betrifft.
Auf Saiſon= nnd Inventurausverkäufe, die in der
Ankündig=
ung als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, finden die vorſtehenden Anordnungen keine Anwendung.
II. Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, dürfen in einem Geſchäft innerhalb eines Kalenderjahres
im Ganzen nur zweimal, und zwar in der Dauer von je vier Wochen
abgehalten werden.
Der eine dieſer Ausverkäufe darf nur in die Zeit vom 2. Januar
bis 15. Februar, der andere nur in die Zeit vom 1. Juli bis 15. Auguſt
gelegt werden.
Darmſtadt. den 27. Dezember 1909.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Ausnahmen vom Verbot
der Sonntagsarbeit in handwerksmäßigen Betrieben.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt in Betrieben des Handwerks
Verſtöße gegen die Vorſchriften über die Sonntagsruhe feſtgeſtellt
und zur gerichtlichen Anzeige gebracht worden ſind, bringen wir die
für die in nachfolgender Tabelle bezeichneten Gewerbebetriebe
zuge=
laſſenen Ausnahmen von dem Verbot der Sonntagsarbeit erneut zur
Kenntnisnahme und Nachachtung.
Bezeichnung
Art der Betriebe
Bedingungen
der zugelaſſenen Arbeitszeit
1. Schneiderei im ! Der Betrieb in geſtattet an Werden 10 Arbeiter
handwerksmäßi= 6 nach Wahl des Arbeit= oder mehr in dem
gen Betrieb gebers zu beſtimmenden Betriebe regelmäßig
Sann= und Feſttagen bis beſchäftigt, ſo dürfen
12 Uhr mittags. Dieſe Be= jugendliche Arbeiter
fugnis findet auf das Weih= (Perſonen unter 16
nachts=, Neujahrs=, Oſter=, 1 Jahren) zur Sonn=
Himmelfahrts= u. Pfingſt= tagsarbeit nicht
her=
feſt keine Anwendung. angezogen werden.
2. Damenkonfek= Wie zu 1
Für jugendliche Ar
tion und
Putz=
beiter verboten.
macherei
Mie zu 1.
3. Schuhnacherei 1 Wie zu 1.
Wie zu 1.
Wie zu 1
4. Kürſchnerei,
Wie zu 1.
5. Herſtellen von Wie zu 1
Strohhüten
6 Eemiſche
Für jugendliche Ar=
Wie zu 1
Wäſcherei und
heiter verboten.
Schönfärberei f.
Kleidungsſtücke
Wenn Arbeitgeber von dem Recht der Sonntagsarbeit nach
den obigen Vorſchriften Gebrauch machen wollen, müſſen ſie dies
vor dem Beginn der Beſchäftigung der Ortspolizeibehörde (Großh.
Polizeiamt) anzeigen, ſowie innerhalb der Betriebsſtätte an geeigneter,
den Arbeitern zugänglicher Stelle eine Tafel aushängen, welche in
deutlicher Schrift die für die Beſchäftigung von Arbeitern an
Sonn=
tagen geltenden Vorſchriften enthält, wie ſie ſich nach dieſer
Bekannt=
machung (auf Grund der Bundesratsbekanntmachung vom 5. 2. 1895)
für ihre Betriebe ergeben. (Solche Tafeln ſind in L. Kunzes Druckerei
dahier, Nieder=Ramſtädterſtraße 35, zum Preiſe von 30 Pfennig
er=
hältlich).
Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwider Arbeiter an
Sonn= und Feſttagen beſchäftigt, wird gemäß § 146a der R.=
Ge=
werbeordnung mit Geldſtrafe bis zu 1000 Mark, im
Unver=
mögensfalle mit Haft beſtraft.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
(1011im
Kraftloserklärung von Pfandſcheinen.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr. 163, 1311, 7386, 9473, 9576, 9629, 12 401, 15 630.
15879, 16654, 17359, 18 140 und 20 618 werden hiermit
aufgefordert, ihre Anſprüche innerhalb 14 Tagen, vom Tage des
Erſcheinens dieſer Bekanntmachung an gerechnet, in unſerem
Geſchäfts=
zimmer — Kirchſtraße Nr. 9 — geltend zu machen, widrigenfalls nach
Ablauf dieſer Friſt gemäß § 30 der Satzung vom 1. März 1913,
be=
treffend das ſtädtiſche Leihamt Darmſtadt, die Kraftloserklärung der
Pfandſcheine erfolgen wird.
Darmſtadt, den 5. Januar 1914.
(1092
Städtiſche Leihamtsverwaltung.
Paul.
Bekanntmachung.
Der Voranſchlag der Gemeinde Gräfenhauſen für 1914 liegt
vom 7. d. M. ab eine Woche auf dem Bureau der Bürgermeiſterei zur
Einſicht offen. Einwendungen können innerhalb der
Offenlegungs=
friſt bei dem Bürgermeiſter ſchriftlich oder zu Protokoll angebracht
werden. Zu der beſchloſſenen Umlage werden auch die Ausmärker
herangezogen.
(993
Gräfenhauſen, den 5. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Gräfenhauſen.
Petri.
Bekanntmachung.
Dienstag, 20. Januar 1914,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Georg Philipp VolzII.
in Groß=Bieberau, im Grundbuch
hieſiger Gemarkung zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 481 260 Hofreite
Eckhardt=
ſtraße 35,
III 481¾ 151 Grasgarten,
Vor=
garten,
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K4/13
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 29. Dezember 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (IX,26984
Bekanntmachung.
Dienstag, 10. Februar 1914,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Sattlermeiſter Georg
Wilhelm Geiger I. und Ehefrau
geb. Heinz, dahier, zugeſchrieben
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
910 294 Hofreite
Beſ=
ſungerſtraße
Nr. 18,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
(K94/13
Darmſtadt, 5. Januar 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (IX,1082
Hammeltleisen
in allen Preislagen!
Spezialität:
gerollten
Kalbsnierenbraten
gehackte
Kalbskoteletts
täglich in allen Grössen
vorrätig bei
Louis Hein
Hoflieferant
Schustergasse 19, Tel. 278.
(280
Aquarienliebhaber.
Zirka 30 Arten exotiſche u. and.
Fiſche, weiße Axolotl, Laubfröſche,
Salamander, Schildkröten,
Daph=
nien, Futter, Glasaquarien,
Waſſer=
pflanzen. Zrenner, größte
Zier=
fiſchhandlung, Karlſtr. 16. (213a
Schw. deutſcher Schäferhund,
Stammbaum, 2 Jahre alt,
geſund, ſehr treu, nur in gute
Hände zu verkaufen Darmſtadt,
Martinſtr. 76, parterre. (*212gc
Ein Wurf raſſereiner
Airedale-Terrier
(Rauhhaar), mit la Stammbaum,
ſteht zum Verkauf. Vater iſt Rolf
v. d. Riedburg, beſt. Polizeihund
Darmſtadts, vielfach mit erſten
Preiſen gekrönt; Mutter: Nelly
v. Meerbach (nach Champion Ruſh
von Grafenſtaden), auf Ausſtellung
und bei Polizeijunghundprüfung
prämiiert. Die Welpen ſind gut
entwickelt und bei Herrn
Reſtau=
rateur Katzenbach, Kaſtanienallee
(hinter der Ziegelei Karlshof) zu
(338a
beſichtigen.
wolfsgrau, 1¾ Jahre alt, mit prima
Stammtafel, preiswert zu verkauf.
(*344
Hochſtraße 41, part.
*325im)
zur Zucht
ienhähne abzugeben
Feldbergſtr. 101, 1. St. r.
Danarien, feine Sänger, zu vert.
t. Hölgesſtr. 3, I.
(792a
Danarienhähne, Stiegliße, Zeiſige,
Hänflinge, Buchfinke, Rotkehlch.
billig. Vogelhandlung Traum,
Luiſenſtraße 38.
(*314im
Cerkannte.
Qaalikatgmarke
zamäßige.
2
Aschaffenburg.
Bekanntmachung
über die Abgabe der Vermögenserklärungen für die
Veranlagung des Wehrbei.rags.
Nach § 36 des Wehrbeitragsgeſetzes vom 3. Juli 1913 iſt jeder,
der ein Vermögen von mehr als 20000 Mk., oder jeder, der bei mehr
als 4000 Mk. Einkommen mehr als 10000 Mk. Vermögen hat, zur
Abgabe einer Vermögenserklärung verpflichtet. Alle danach
Ver=
pflichteten werden hiermit aufgefordert, innerhalb der Friſt vom
15.—28. Januar 1914 die geſetzlich vorgeſchriebene Vermögenserklärung
bei den Finanzämtern abzugeben. Zu dieſen Erklärungen ſind
die=
vorgeſchriebenen von dem Finanzamt zu beziehenden Vordrucke zu
verwenden. Die Einſendung der Erklärung durch die Poſt iſt
zu=
läſſig, geſchieht aber auf Gefahr des Abſenders und deshalb
zweck=
mäßig mit Einſchreibebrief.
Sofern in der Vermögenserklärung nur Angaben zu
wieder=
holen wären, die in einer für das laufende oder für das kommende
Steuerjahr in Landesſteuerſachen abgegebenen Vermögensanzeige
gemacht worden ſind, genügt es, wenn hierauf mit der ausdrücklichen
Erklärung Bezug genommen wird, daß die dort gemachten Angaben
dem Vermögensſtand am 31. Dezember 1913 entſprechen.
Der Beitragspflichtige kann zur Abgabe der Vermögenserklärung
mit Geldſtrafen bis zu 500 Mk. angehalten werden. Weiter kann ihm,
wenn er die ihm obliegende Vermögenserklärung nicht innerhalb
obiger Friſt abgibt, ein Zuſchlag von 5—10 vom Hundert des
ge=
ſchuldeten Wehrbeitrags auferlegt werden.
Wer als Beitragspflichtiger oder als Vertreter eines
Beitrags=
pflichtigen der Veranlagungsbehörde wiſſentlich unrichtige oder
un=
vollſtändige Angaben macht, die geeignet ſind, eine Verkürzung des
Wehrbeitrags herbeizuführen, wird mit einer Geldſtrafe bis zum
20fachen Betrage des geforderten Wehrbeitrags beſtraft. Neben der
Geldſtrafe kann unter Umſtänden auf Gefängnis bis zu 6 Monaten
erkannt werden.
Gibt ein Beitragspflichtiger bei der Veranlagung zum
Wehr=
beitrag Vermögen oder Einkommen an, das bisher der Beſteuerung
durch einen Bundesſtaat oder eine Gemeinde entzogen worden iſt, ſo
bleibt er von der landesgeſetzlichen Strafe und der Verpflichtung zur
Nachzahlung der Steuer für frühere und für das laufende Jahr frei.
Freiwillige Wehrbeiträge werden von den Bezirkskaſſen und der
Hauptſtaatskaſſe entgegengenommen.
Der einmalige Wehrbeitrag iſt zu ½ mit der Zuſtellung des
Veranlagungsbeſcheids fällig und binnen 3 Monaten zu entrichten.
Das zweite Drittel iſt bis zum 15. Februar 1915, das letzte Drittel
bis zum 15. Februar 1916 zu entrichten. Den Beitragspflichtigen
ſteht es frei, die ſpäteren Teilbeträge im voraus zu zahlen. Erfolgt
die Zahlung mindeſtens 3 Monate vor dem geſetzlichen
Zahlungs=
tage, ſo iſt der Beitragspflichtige berechtigt, 4 vom Hundert
Jahres=
zinſen vom Tage der Einzahlung bis zum geſetzlichen Zahlungstage
in Abzug zu bringen.
(1006id
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Die Vorſitzenden der Veranlagungskommiſſionen
für die Finanzämter
Darmſtadt I. Darmſtadt II. Langen.
von Diemar.
Stroh.
Doerr.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 7. Januar 1914, vorm. 11 Uhr,
verden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration zur
Roſenhöhe)
Büfetts, Schreibtiſche, Galerieſchränke, Spiegelſchränke,
Ver=
tikos, Tiſche, Trumeauxſpiegel, 1 Salonſchrank, Kommoden,
Sekretäre, Jalouſieſchränke, Diwans, Kleiderſchränke,
Waſch=
ſchränke, 1 Kredenz, Oelgemä de, ferner verſchied. Werke=
91 Bände der Bibliothek der Unterhaltung und des
Wiſſens, 1 Kaſſenſchrank, Ladenſchränke, Pianinos, 1
Kla=
vier (Flügel), 1 Sprechapparat, Parfümerien, Fahrräder,
1 Mähmaſchine, 1 Säemaſchine, 40 Ztr. Kartoffelu,
Zigarren, 3 Haferquetſchmaſchinen, 3 Schrotmühlen, 1
Dampf=
maſchine, Taſchentücher und Herrenunterjacken;
im Anſchluß hieran Beſſungerſtraße 18: 1
Trumeau=
ſpiegel, 1 Sofa, 1 Sekretär, 1 Kommode, 1 Cauſeuſe,
1 Glasſchrank, Ladenſchränke und 1 große Partie
Sattlerwaren, als: Pferdedecken, Pferdeteppiche,
Sattel=
decken, Zaumzeuge, Peitſchen, Remen, Hundeleinen,
Gebiſſe, Ranzen, Handkoffer, Zügel, Hundehalsbänder=
Bürſten, Kartätſchen, Hoſenträger, Gepäckriemen,
Porte=
monnaies, Waſch= und Wagenleder u. 5gl. m.
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(1084
Berbert, Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 11.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 7. Januar 1914, nachm. 3 Uhr,
erſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Fahrrad, 1 Teigknetmaſchine, 1 Partie Weiß= und
Schnittwaren, 2 Kannen Oel, 2 Pianinos, 1 Kaſſenl
ſchrank ſowie Hausmobilien durch alle Rubriken.
Kapp, Gerichtsvollzieher zu Darmſtadl
Georgenſtraße 1.
1078)
Slamm= und Brunholz=Verſteigerung,
Im Gemeindewald Ober=Ramſtadt, in den Diſtrikten Tanſt
acker und Buchwald, werden an Ort und Stelle verſteigert:
Dienstag, den 13. Januar lfd. Js.
Stämme: 9 Eichen Kl. III, IV und V, 118 Eſchen Kl.
V und VI, 3 Buchen Kl. II und III, 36 Fichten Kl.
und V.
Mittwoch, den 14. Januar
Scheiter, Rm: 36 Buchen, 7 Eichen, 6 Eſchen (2 Erlen
Rundſcheit), 64 Kiefern.
Knüppel, Rm: 44 Eſchen, 3 Erlen, 141 Kiefern, 8 Fichtenl
7 Schwarzkiefern.
Stöcke, Rm.: 19 Buchen, 9 Eichen, 13 Eſchen, 17 Kiefen
9 Fichten.
Zuſammenkunft an beiden Tagen jedesmal vormittags 10
m Diſtrikt Tannacker, an der Kronetswieſe, oberhalb den Schache
tühlen.
(989idg
Ober=Ramſtadt, den 2. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Karoline von Hessen-Darmstadt
die grosse Landgräfin.
Mit mehreren Illustrationen. Preis Mk. 2.50.
Zu beziehen in der Expedition des Tagblatts u. durel
alle Buchhandlungen.
Ortsſatzung
betreffend die Anſtellungs= und Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten
der Gemeinde Pfungſtadt.
Auf Beſchluß des Gemeiuderats vom 12. Juni 1913, nach gutächtlicher Aeußerung
des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung des Großh. Miniſterlums des Innern vom
38. November 1913 zu Nr. M. d. J. 19140 wird hinſichtlich der Anſtellungs= und
Beſol=
dungsverhältniſſe der Gemeindebeamten der Gemeinde Pfungſtadt auf Grund der
Ar=
likel 15 und 138 der Landgemeindeordnung vom 8. ZJult 191 folgende Ortsſatzung
elaſſen:
§ 1.
I. Gemeindebeamte im Sinne dieſer Ortsſatzung ſind:
1. das auf Beſchluß des Gemeinderats und nach Genehmigung und
Ver=
pflichtung durch den Kreisrat vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte
Polizeiperſonal, einſchließlich der Feldſchützen;
2. der auf Beſchluß des Gemeinderats und mit Genehmigung des Kreisrats
vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte Gemeinderechner;
3, die nächſtehend bezeichneten, auf Beſchluß des Gemeinderats vom
Bürger=
meiſter ernannten und angeſtellten Gemeindebeamten:
a) Betriebsleiter des Elektrizitätswerkeg.
b) Maſchimiſt des Elektrizitälswerkes,
c) Bademeiſter,
c Straßenwart,
6 Schuldiener,
f) Waldarbeiter (Holzſetzer),
g) Gemeindekrankenſchweſter,
h) Lehrerin der Kleinkinderſchule,
) Gehilfin der Lehrerin der Kleinkinderſchule,
1) Friedhofaufſeher,
1) Faſelwärter;
4. das vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte Bureauperſonal,
ein=
ſchließlich des Ratsdieners.
5. das von dem Gemeinderechner angenommene und von dem Bürgermeiſter
angeſtellte Büroperſonal des Gemeinderechners.
II. Im Falle der Errichtung weiterer Stellen bleibt dem Gemeinderat deren
Auf=
nahme in die einen weſentlichen Beſtandteil dieſer Ortsſatzung bildende.
Be=
foldungsordnung vorbehalten.
Die Beſetzung der in § 1 dieſer Satzung verzeichneten Stellen der
Gemeinde=
ſtamten erfolgt, inſoweit nicht in der Landgemeindeordnung oder in § 1 dieſer Satzung
ſtwas anderes beſtimmt iſt und inſoweit nicht nach den Grundſätzen über die Beſetzung
ſer Subaltern= und Unterbeamtenſtellen uſw. mit Militäranwärtern zu verfahren iſt,
ſech freiem Ermeſſen des Gemeinderats.
Soweit nach Beſchluß der Gemeindevertretung für einzelne Stellen eine beſondere
6 rbildung (Kreisamtsgehilfen=Prüfung uſw.) gefordert werden ſoll, behält es hierbei
ein Bewenden.
Bewerber haben bei Meidung der Nichtberückſichtigung ihren Geſuchen auf
An=
brdern Zeugniſſe über Befähigung, ſeitherige Beſchäftigung, Führung und ihren
Piſſundheitszuſtand beizulegen, auch bei Meidung des gleichen Nachteils auf Verlangen
liter Prüfung, ſowie einer kreisärztlichen Unterſuchung ſich zu unterziehen.
§ 3.
Die Anſtellung der Gemeindebeamten erfolgt unter Vorbehalt jederzeitigen
Wider=
ufs, ſoweit im Einzelfall nichts anderes beſchloſſen oder vertragsmäßig verabredet wird.
Hat der Gemeindebeamte ſeit der unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs
erfolg=
n Anſtellung und nach Vollendung des zwanzigſten Lebensjahres ſich fünf Jahre tadel=
: geführt, ſo kann, ſoweit bei der Anſtellung nichts anderes vertragsmäßig verabredet
I, die Anſtellung nicht mehr jederzeit widerrufen werden, eine Amtsenthebung kann
ldian nur noch gemäß Artikel 147 und 159 der Landgemeindeordnung oder gegen
Ge=
lüchtung des in den §§ 17 und 18 vorgeſehenen Ruhegehalts erfolgen.
§ 4.
Der Gemeindebeamte, deſſen Verpflichtung nicht beſtimmungsgemäß durch eine
Raatsbehörde zu erfolgen hat, wird vom Bürgermeiſter auf gewifſenhafte
Dienſt=
rung durch Handſchlag in Pflicht genommen.
Ueber die Inpflichtnahme iſt ein Protokoll aufzunehmen.
Der Bürgermeiſter hat den Gemeindebeamten eine förmliche Anſtellungsurkunde
ter ausdrücklichem Hinweis auf dieſe Satzung, von der ihnen ein Abdruck
ausgehän=
gt werden ſoll, zuzufertigen.
Nach Ablauf der in § 3 Abſatz 2 genannten fünf Jahre iſt den Gemeindebeamten
entſprechende Beſcheinigung auszuſtellen.
§ 5.
Der Gemeindebeumte hat ſeine ganze Arbeitskraft und Zeit ausſchließlich dem
u. übertragenen Amt zu widmen und iſt verpflichtet, Nebenaufträge für die
Gemeinde=
rvaltung, wenn ſie ſeinem Geſchäftskreis nicht durchaus fremd ſind, ohne beſondere
Fergütung zu übernehmen.
Auf Erwerb gerichtete Nebenbeſchäftigung, Nebenſtellen oder beſondere Aufträge
tterhalb der Gemeindeverwaltung, weiche mit ſtändigen oder unſtändigen Bezügen
hraunden ſind, darf ein Gemeindebeamter nur nach züvor eingeholter ſchriftlicher
Ge=
hrnigung des Bürgermeiſters übernehmen. Dieſe Genehmigung iſt jederzeit wider=
Uflich. Sie kann nur mit Zuſtimmung des Gemeinderats erteilt werden, wenn nicht
It Gemeinderat den Bürgermeiſter zur ſelbſtändigen Erteilung ermächtigt hat. Einer
Uiſtimmung des Gemeinderats bedarf es nicht, wenn es ſich um das Bureauperſonal
lls Bürgermeiſters oder den Ratsdiener, inſoweit er nicht zum Polizeidienſt
heran=
ogen wird, handelt.
Tütz den Gemeinderechner gilt außerdem die Vorſchrift des Artikels 155 Abſatz 3
L. G.O.
Polizeidiener und Feldſchützen bedürfen zur Uebernahme einer auf Erwerb
Michteten Nebenbeſchäftigung außer der Genehmigung des Gemeinderats weiter auch
r Genehmigung des Kreisrats.
Der Gemeindebeamte hat an ſeinem Amtsſitze zu wohnen.
§ 6.
Urlaub bis zu zwei Wochen erteilt der Bürgermeiſter, der hierbei gleichzeitig
lſter die Stellvertretung zu entſcheiden hat.
Für die Erteilung eines Urlaubs von längerer als zweiwöchiger Dauer bedarf
Ie Bürgermeiſter der Zuſtimmung des Gemeinderats. Die Zuſtimmung des Gemeinde=
As iſt nicht erforderlich bei dem Bureauperſonal des Bürgermeiſters und dem Rats=
Ier, inſoweit er nicht zum Polizeidienſt herangezogen wird.
§ 7.
Ueber die vermöge ſeines Amtes ihm gekannt gewordenen Angelegenheiten deren
Eheimhaltung ihrer Natur nach erforderlich oder von ſeinem Vorgeſetzten vorgeſchrieben
hat der Gemeindebeamte Verſchwiegenheit zu beobachten, auch nachdem das Dienſt=
Phältnis gelöſt iſt.
§. 8.
Jeder Gemeindebeamte kann aus Gründen der Verwaltung in eine andere Stelle
ſetzt werden, jedoch ohne Zurückſetzung in der Dienſtlaſſe und in dem Gehalt
*§ 9.
Die Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten werden durch die einen
weſent=
het Beſtandteil dieſer Ortsſatzung bildende Beſoldungsordnung beſtimmt. Dies gilt
Ateſondere für die Höhe der Beſoldungen, die Beſoldungsſtufen und die Auf=
Aſt ngsfriſten.
Dem Gemeinderat bleibt vorbehalten, die Beſoldungsordnung, unbeſchadet der
Un den Gemeindebeamten bereits erworbenen Rechte, zu ändern und zu ergänzen. Eine
hebſetzung der in der Beſoldungsordnung beſtimmten Beſoldungsbeträge iſt in
kum Falle zuläſſig.
Die Vorſchriften der Artikel 138 Abſ. 2 und Artikel 157 Abſ. 2 ff. der L. G. O.
ſiden durch die Beſtimmungen dieſes Paragraphen nicht berührt.
§ 10.
Die Beſoldungen ſind in monatlichen Raten zu gewähren und je im voraus zahlbar.
Bei mangelhafter Dienſtführung kann der Gemeinderat die Beſoldungszulagen
tz oder teilweiſe verſagen.
§ 11.
Die den Gemeindebeamten zuſtehenden Naturalbezüge ſind mit ihrem Geldwerte
der Beſoldungs ednung in Anſchlag zu bringen und, inſofern dortſelbſt nichts Gegen=
Aiges beſtimmt iſt, von der Beſoldung abzuziehen.
§ 12.
Gemeindebeamte, die in Ausführung eines ihnen von der zuſtändigen Stelle
er=
lten Auftrages auswärtige Dienſtgeſchäfte vornehmen, haben Anſpruch auf Tagegelder
Erſatz der Reiſekoſten in der von dem: Gemeinderat feſtzuſetzenden Höhe.
§ 13.
der durch Krankbeit hedaten Arhatzurkähigkeit eines Gemeinde=
beamten zahlt die Gemeinde dieſem den Gehalt für die Dauer von 26 Wöchen weiter.
Ein Rechtsanſpruch auf dieſe Fortzahlung des Gehalts ſteht dem Gemeindebeamten nicht
zu. Der Gemeindebeamte hat ſich damit einverſtanden zu erklären, daß ſein Anſpruch
auf Krankengeld auf die Gemeinde übergeht; die Genehmigung des Verſicherungsamtes
iſt einzuholen.
Die Koſten einer erforderlichen Vertretung trägt für die erwähnte Zeitdauer die
Gemeinde.
§ 14.
Die nach beſtehenden Vorſchriften für Dienſtleiſtungen der Gemeindebeamten
entfallenden Gebühren fließen in die Gemeindekaſſe, ſofern nicht in einzelnen Fällen
Ausnahmen von der Gemeindevertretung beſchloſſen werden.
§ 15.
Die Gemeindebeamten haben Gebührenverzeichniſſe zu führen, in welche die
gebührenpflichtigen Dienſthandlungen nach Gegenſtand und Zeit, ſowie unter Angabe
der Höhe der Gebühr und der zahlungspflichtigen Perſon von ihnen einzutragen ſind.
Die Verzeichniſſe ſind fortlaufend zu numerieren. Vor Ingebrauchnahme iſt die Zahl
der Seiten von dem Bürgermeiſter zu beglaubigen. Monatlich ſind die Verzeichniſſe
dem Bürgermeiſter zur Prüfung vorzulegen und Auszüge für die Einnahmeanweiſung
des Gemeinderechners anzufertigen. Dieſe Auszüge werden mit den Rechnungen der
Gemeinde aufbewahrt.
§ 16.
Unter Verzicht auf alle ihm etwa zuſtehenden Anſprüche kann ein Gemeindebeamter
jederzeit ſeine Entlaſſung nehmen, jedoch hat er, den Fall völliger Verhinderung
aus=
genommen und unbeſchadet der Vorſchriften des folgenden Abſatzes, wenn ihm die
Ent=
laſſung nicht früher erteilt oder nicht ein ſpäterer Zeitpunkt für ſein Ausſcheiden aus
dem Gemeindedienſt vereinbart wird den Dienſt noch einen Monat von Einreichung
ſeines Entlaſſungsgeſuches an zu verſehen.
Rechnungspflichtigen und ſolchen Beamten, welche durch eigene Schuld
Arbeits=
rückſtände haben aufwachſen laſſen, wird die Entlaſſung erſt nach vollſtändiger Erfüllung
ihrer Verpflichtungen erteilt, wenn die Bürgermeiſterei nicht vorziehen ſollte, die Arbeiten
auf Koſten des Pflichtigen durch Dritte erledigen zu laſſen. Insbeſondere bleibt die
Verpflichtung des Gemeinderechners zur Stellung der Rechnung unberührt.
§ 17.
Die Anſprüche der Gemeindebeamten auf Ruhegehalt, Sterbegehalt, Witwen= und
29. Juli 1908
Waiſenverſorgung regeln ſich nach den Beſtimmungen des Geſetzes vom
18. Febr. 1911
betreffend die Fürſorgekaſſe für die Beamten und Bedienſteten der Landgemeinden und
Kommunalverbände.
Inſoweit bei Verſetzungen in den Ruheſtand der Ruhegehalt von der Gemeinde=
20. Juli 1908
kaſſe zu tragen iſt, ſind die Sätze des Geſetzes vom
betr. Fürſorgekaſſe
18. Februar 1911
für die Beamten und Bedienſteten der Landgemeinden und Kommunalverbände
anzu=
wenden.
§ 18.
Die Anſprüche der der Fürſorgekaſſe für die Beamten und Bedienſteten der
Land=
gemeinden und Kommunalverbände nicht angehörigen Gemeindebeamten auf
Ruhe=
gehalt, Sterbegehalt, Witwen= und Waiſenverſorgung regeln ſich nach dem Dienſtpvertrag
oder der Anſtellungsurkunde.
§ 19.
Auf das Forſtperſonal finden die Beſtimmungen dieſer Ortsſatzung keine
An=
wendung (ſ. Art. 141 und Art. 154 der L.G.O.).
§ 20.
Dieſe Ortsſatzung tritt einſchließlich der Beſoldungsordnung am 1. April 1913
in Kraft.
Pfungſtadt, den 5. September 1913.
(732
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Lang.
Beſoldungsordnung.
2Scle
2s
Siedſsteheſ icd esſes eſch e
Dienſtſtellung
Bemerkungen
65 S S
28
5
Stufe Stufe Stufe Stufe Stufe Stufe Stufe
1 3 3 4 5 6
Gemeindebeamte nach § 1, I, 1 der Ortsſatzung:
Polizeidiener
. . . 112001250/1300/1350/140011450/1500 Zu Ord.=Nr. 1 ſiehe unten
Dienſtkleidung wird
350) 400 450 geſtellt, nicht pen=
Nachtſchutzleute
ſionsfähig.
900 950 1000105011100/1150/1200
Feldſchützen
Gemeindebeamte nach § 1, I, 2 der Ortsſatzung:
. 12400/2600/2800/3000/3200/34003600
Gemeinderechner
Gemeindebeamte nach § 1, I, 3 der Ortsſatzung:
Betriehsleiter des elektr.
j2100l2200/2300/2400/2500/2650/2800 Zu Ord.=Nr. 5 ſiehe unten
Werls
Maſchiniſten und Heizer
(12001250/1300/1350/1400/1450/1500
im elektr. Werk
1200/1250/1300/1350/1400/1450/1500 Zu Ord.=Nr. 7 ſiehe unten
Bademeiſter
900 950/1000/105011100/1150/1200
Straßenwart
900 950 1000 1050/11001150/1200 Zu Ord.=Nr. 9 ſiehe unten
Schuldiener
Waldvora beiter (Holzſetzer) 1 Den Tag 3,60 Mark
700) 735 770) 805 840 875 900 Zu Ord.=Nr. 11 ſieheunten
Krankenſchweſtern . .
Kleinkinderſchullehrerin . 1700 735 770 805 840 875 900
Gehi finnen der Kleinkinder=
1360 420 480 540 600 650 700
ſchullehrerin .
600 650 700 750 800 850 900 Zu Ord.=Nr. 14ſieheunten
Friedhofaufſeher
14
Uebernahme von Unterhaltungsarbeiten für Private auf dem
Friedhof iſt geſtatet.
1600 650 700 750) 800) 850) 900 Zu Ord.=Nr. 15ſieheunten
151 Faſelwärter
Gemeindebeamte nach § 1, I, 4 der Ortsſatzung:
1. Bürgermeiſtereigehilfe 11600/1800/2000/2150/2300/2450/2600
2. Bürgermeiſtereigehilfe . 1000/1200/1400/1500/160017001800f
3. Bürgermeiſtereigehilfe .600 750) 900— 1— —
Gemeindebeamte nach § 1, I 5 der Ortsſatzung:
.11500/1600 1700/1800/1900/2000/2100
1. Gehilfe . . .
2. Gehilfe . . . . . . 1o001200l1400/1500/1600l1700/1800
2111) 3. Gehilfe . . . . . . 600 750 900———
Bemerkungen: Zu Ord.=Nr. 1. Für die Mitverſehung des Nachtdienſtes erhält
jeder der drei Polzeidiener 100 Mk, die penſionsfähig und an der Beſoldung nicht
in Abzug zu bringen ſind. Ein Polizeidiener erhält freie Wohnung, Brand, Licht und
Waſſer, nicht penſionsfähig, im Geidanſchlag von 200 Mk., die an der Beſoldung nicht
in Abzug zu bringen ſind.
Zu Ord.=Nr. 5. Der Betriebsleiter des Elektrizitätswerkes erhält weiter: Freie
Wohnung, Brand, Licht und Waſſer im Geldanſchlag von 400 Mk., die penſionsfähig
und an der Beſo dung nicht in Abzug zu bringen ſind.
Zu Ord.=Nr. 7. Der Bademeiſter erhält weiter: Freie Wohnung, Brand, Licht
und Waſſer im Geldanſchlag von 200 Mk., die penſionsfähig und an der Beſoldung
nicht in Abzug zu bringen ſind.
Zu Ord.=Nr. 9. Der eine Schuldiener erhält freies Licht und Brand im Geldanſchlag
von 100 Mk., die penſionsfähig und an der Beſoldung nicht in Abzug zu bringen ſind.
Der andere Schuldiener erhält eine Wohnungsvergütung im Betrage von jährlich
100 Mk., die penſionsfähig und an der Beſoldung nicht in Abzug zu bringen ſind.
Zu Ord.=Nr. 11. Die Krankenſchweſtern erhalten freie Wohnung, Licht, Brand
und Waſſer im Geldanſchlag von je 150 Mk., die penſionsfähig und an der Beſoldung
nicht in Abzug zu bringen ſind.
Zu Ord.=Nr. 14. Der Friedhofaufſeher erhält freie Wohnung, Licht und Waſſer
im Geldanſchlag von 100 Mk., die penſionsfähig und an der Beſoldung nicht in Abzug
zu bringen ſind
Zu Ord.=Nr. 15. Der Faſelwärter erhält freie Wohnung, Brand, Waſſer und
Kartoffeln im Geldanſchlag von 200 Mk., die penſionsfähig und an der Beſoldung nich
in Ahang zu bringen ſind,
(73
Nummer 3.
Dienstag, den 6. Januar 1914.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadr.
Bekanntmachung.
Da zurzeit eine allgemeine Seuchengefahr nicht mehr vorliegt, wird unter
Aufhebung der durch unſere Bekanntmachung vom 2. Dezember v. Js. (
Amts=
verkündigungsblatt Nr. 133 vom 4. Dezember v. Js.) gegen die Einſchleppung der
Maul= und Klauenſeuche getroffenen Anordnungen auf Grund des
Reichsviehſeuchen=
geſetzes, der zu ſeiner Ausführung erlaſſenen Vorſchriften und nach Verfügung Großh.
Miniſteriums des Innern für den Kreis Darmſtadt mit ſofortiger Wirkung Folgendes
angeordnet:
I.
Wiederkäuer und Schweine, die aus verſeuchten Gebieten oder von
nicht=
heſſiſchen Viehmärkten oder ohne gültiges Urſprungszeugnis (vergl. § 17 der
Bundesratsvorſchriften zum Reichsviehſeuchengeſetz) von außerhalb des
Großherzog=
tums Heſſen in den Kreis Darmſtadt zu Nutz= und Zuchtzwecken, d. h. nicht zur
alsbaldigen Abſchlachtung eingeführt werden, ſind, ohne vorher eingeſtellt zu werden,
in einem von anderem Klauenvieh nicht beſtellten Gehöft einer ſiebentägigen
Quarantäne zu unterſtellen und dürfen aus dieſem Gehöft nicht eher weggebracht
werden, bis nach Ablauf der Quarantänefriſt nach dem Zeugnis des beamteten oder
von uns dazu beſonders ermächtigten approbierten Tierarztes die Seuchenfreiheit
der Tiere feſtgeſtellt iſt.
Das Abſchlachten von Quarantänevieh iſt von der Ortspolizeibehörde jederzeit
unter den für Beobachtungsvieh geltenden Beſtimmungen zu geſtatten. (Vergl. § 166
Abſ. 2 der Ausführungsvorſchriften des Bundesrats vom 7. Dezember 1911,
Reichs=
geſetzblatt von 1912, Seite 3, und die Zuſammenſtellung der für das Großherzogtum
Heſſen geltenden Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung der Maul= und
Klauen=
ſeuche vom 30. Dezember 1911, Seite 12.)
Bevor die quarantänepflichtigen Tiere nach Ablauf der Quarantänefriſt nicht
vom beamteten oder dem von uns dazu ermächtigten Tierarzt für ſeuchenfrei erklärt
ſind, dürfen die Stallungen, in denen ſie eingeſtellt ſind, von fremden Perſonen nicht
betreten werden (ſ. § 154 Abſ. 1a der Bundesratsvorſchriften).
Klauentiere, die aus dem Großherzogtum benachbarten unverſeuchten Kreiſen,
aber aus verſeuchten Gebieten, d. h. verſeuchten Regierungsbezirlen ſtammen, können
von dem beamteten oder von uns ermächtigten Tierarzt ſchon vor Ablauf der
ſieben=
tägigen Quarantäne aus dieſer freigegeben werden, wenn ſie bei der Unterſuchung
ſeuchenfrei befunden werden und die beigebrachten Urſprungszeugniſſe längſtens vor
acht Tagen ausgeſtellt ſind, außerdem auch kein Verdacht beſteht, daß die Tiere inzwiſchen
mit Handelsvieh aus verſeuchten Gebieten in Berührung gekommen ſind.
II.
Die nach I. der Quarantäne unterliegenden Tiere ſind tunlichſt ſchon vor ihrer
Einfuhr, jedenfalls aber vor ihrer Einſtellung der Ortspolizeibehörde des Orts
an=
zumelden, in deſſen Gemarkung die Einſtellung erfolgen ſoll. Anmeldepflichtig iſt
jeder, der die Tiere einführt oder einführen läßt, einerlei, ob dies für eigene Rechnung
oder für Rechnung anderer oder in anderer Auftrag geſchieht.
III.
Klauenviehtransporte, die zu Zucht= und Nutzzwecken, d. h. nicht zur alsbaldigen
Abſchlachtung, von außerhalb des Großherzogtums Heſſen mit der Eiſenbahn in den
Kreis Darmſtadt eingeführt werden, dürfen nicht eher ausgeladen werden, bis ſie von
dem zuſtändigen beamteten oder von uns dazu ermächtigten Tierarzt unterſucht ſind.
Da, wo dieſe Vorſchrift aus irgend einem Grunde nicht durchführbar iſt, iſt das
Aus=
laden der Tiere und ihre Einſtellung in Quarantäneſtälle (vergl. I.) geſtattet, ihr
Fort=
bringen in andere Gehöfte als in dasjenige des Einführenden und ihre Verteilung in
verſchiedene Gehöfte iſt jedoch bis zur Unterſuchung durch den beamteten oder beſonders
ermächtigten Tierarzt verboten.
IV.
Das Verladen und Umladen von außerhalb Heſſens eingeführter
Klauen=
viehtransporte, auch von Schlachtrieren, auf heſſiſchen Eiſenbahnſtationen iſt nur nach
vorgängiger Unterſuchung der Tiere durch den zuſtändigen beamteten oder den von
uns beſonders ermächtigten Tierarzt geſtattet.
Die Anzeige von dem Zeitpunkt des Entladens (III.), ſowie des Umladens oder
Verladens von Klauenviehtransporten (IV.) iſt dem zuſtändigen beamteten oder dem
von uns beſonders ermächtigten Tierarzt zu erſtatten. Zur Anzeige verpflichtet ſind
ſowohl die Beſitzer, Einführer oder Begleiter der Tiere, als auch die Bahnhofsvorſtände.
VI.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen unterliegen der
Straf=
beſtimmung in § 74 Ziffer 3 und § 76 Ziffer 1 des Reichsviehſeuchengeſetzes.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, auf vorſtehende Anordnungen alsbald durch ortsübliche
Bekanntmachung hinzuweiſen und die in Ihren Gemeinden anſäſſigen Viehhändler
beſonders auf ſie aufmerkſam zu machen.
Dabei empfiehlt es ſich, auch bekannt zu geben, daß aus dem Reichsanzeiger
und aus der Darmſtädter Zeitung zu erſehen iſt, welche Gebiete als verſeucht durch
Maul= und Klauenſeuche im Sinne vorſtehender Bekanntmachung gelten, und
daß auch wir künftig nach dem Erſcheinen der Nachweiſung über den Stand
der Maul= und Klauenſeuche im Reiche in der Darmſtädter Zeitung die verſeuchten
Gebiete in unſerem Amtsverkündigungsblatt bekannt geben werden, wie es
nachſtehend geſchieht.
Bei der Anmeldung zur Quarantäne haben Sie ſich zu vergewiſſern, in welchem
Gehöft die Tiere eingeſtellt werden ſollen und daß andere Klauentiere in ihm nicht
gehalten werden.
Für ſtrenge Ueberwachung der Vorſchriften iſt Sorge zu tragen.
Alle anderen, nicht ausdrücklich aufgehobenen Anordnungen gegen die
Ein=
ſchleppung der Maul= und Klauenſeuche bleiben weiter in Kraft. Ihr Befolg iſt
gleich=
falls ſorgfältig zu überwachen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Aus der Nachweiſung über den Stand der Maul= und Klauenſeuche und der
Schweineſeuche im Deutſchen Reich am 15. Dezember 1913 in Nr. 300 der Darmſtädter
Zeitung vom 22. Dezember v. Js. geben wir bekannt, daß zurzeit folgende Gebiete
mit Maul= und Klauenſeuche verſeucht ſind
In Preußen die Regierungsbezirke: Königsberg, Allenſtein, Danzig,
Marien=
werder, Potsdam, Frankfurt, Köslin, Poſen, Bromberg, Breslau, Liegnitz, Oppeln,
Magdeburg, Merſeburg, Schleswig, Düſſeldorf, Aachen; in Bayern: Mittelfranken
und Schwaben; in Sachſen: Bautzen, Leipzig, Zwickau; in Württemberg: Neckarkreis,
Schwarzwaldkreis, Donaukreis; in Baden: Konſtanz; in Heſſen: Starkenburg,
Ober=
heſſen und Rheinheſſen; ferner: Mecklenburg=Schwerin, Sachſen=Altenburg, Reuß ä. L.,
Reuß j. L., Unter=Elſaß, Ober=Elſaß und Lothringen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(1023
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß an einzelnen Stellen in Darmſtadt
die Haltepunkte der elektriſchen Straßenbahn verlegt werden ſollen.
Der Halteſtellenplan liegt in der Zeit von Mittwoch, den 7. bis Mittwoch,
den 14. d. Mts. einſchließlich auf dem hieſigen Polizeiamte zu Jedermanns
Ein=
ſicht offen und ſind etwaige Einwendungen gegen die beabſichtigte Aenderung
inner=
halb dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes dortſelbſt vorzubringen.
(1000
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Polizei=Verordnung.
Betreffend: Säuberung der Bäume, Sträucher, Hecken von Raupenneſtern ꝛc.
Auf Grund des Art. 43 Abſ. 2 und 37 des Feldſtrafgeſetzbuchs vom 13. Juli
1904, der Artikel 78 und 48, V, Nr. 2 der Kreis= und Provinzial=Ordnung vom 12. Juni
1874 und des § 368 Nr. 2 des Reichsſtrafgeſetzbuchs wird mit Zuſtimmung des
Kreis=
ausſchuſſes und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 10. Februar
1905 zu Nr. M. d. J. III. 1335 für den Kreis Darmſtadt nachſtehendes verordnet:
§ 1. Jeder Beſitzer eines Grundſtücks iſt gehalten, alljährlich bis ſpäteſtens
15. März ſämtliche auf ſeinem Grundſtück befindliche Bäume, Sträuche und Hecken von
Raupenneſtern zu ſäubern und alle mit Raupenneſtern behafteten Zweige und Aeſte
in geeigneter Weiſe zu entfernen und zu vernichten.
§ 2. Desgleichen iſt jeder Beſitzer eines Grundſtücks gehalten, alljährlich bis
ſpäteſtens 15. März die auf den Bäumen wachſenden, denſelben ſchädlichen Miſteln
auszuſchneiden.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen die in § 1 und § 2 getroffenen Anordnungen
werden auf Grund des § 368 Nr. 2 des Reichsſtrafgeſetzbuchs, bezw. des Artikels 37
des Feldſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe bis zu ſechzig Mark oder mit Haft bis zu
vierzehn Tagen beſtraft.
Auch wird die nötig werdende Säuberung der Bäume und Entfernung der Aeſte
und Zweige, ſowie das Ausſchneiden der Miſteln auf Koſten der Säumigen verfügt.
§ 4. Vorſtehende Polizei=Verordnung tritt alsbald nach ihrer Publikation im
Darmſtädter Tagblatt in Kraft.
Darmſtadt, den 14. Februar 1905.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Die vorſtehende Polizei=Verordnung wollen Sie wiederholt in ortsüblicher Weiſe
zur Kenntnis der Gemeindeangehörigen bringen und die Ihnen unterſtellten
Polizei=
organe und das Feldſchutzperſonal auf die Durchführung derſelben hinweiſen. Wie
geſchehen, wollen Sie bis 1. April 1914 an uns berichten.
Darmſtadt, den 2. Januar 1914.
(999
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß das Großh. Proviantamt
Darmſtadt den Ankauf von Roggen, Hafer, Heu und Roggenſtroh (Flegel=,
Maſchinen=
glatt= und Preßlangſtroh) aufgenommen hat.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1913.
(1007
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Allg. Ortskrankenkaſſe für die Landgemeinden
des Kreiſes Darmſtadt.
Die Geſchäftsſtelle befindet ſich
Georgenſtraße 9, I.
Dienſtſtunden ſind: 8—12 Uhr vorm.
2—6 Uhr nachm.
1005id)
Die Geſchäftsſtelle.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum
einjährig=
freiwilligen Militärdienſt im Frühjahr 1914.
Die jungen Leute, welche beabſichtigen, ſich der im Frühjahr 1914
ſtattfinden=
den Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre Geſuche um Zue
laſſung bei Meidung des Ausſchluſſes von dieſer Prüfung
ſpäteſtens bis zum 1. Februar 1914
bei der unterzeichneten Kommiſſion einzureichen.
Hinſichtlich der Anbringung der Geſuche wird das Folgende bemerkt:
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum Heſſen ſeinen
dauernden Aufenthaltsort hat.
Bei Einſendung durch die Poſt iſt die Sendung an die Kommiſſion
nicht an den Vorſitzenden zu richten.
2. Die Zulaſſung zur Prüfung kann in der Regel nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein. Auch
erſcheint es zweckdienlich, wenn ſtets die nähere Adreſſe angegeben wird.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter, nicht Taufſchein)
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters nach folgendem Muſter,
Erklärung
des geſetzlichen Vertreters zu dem Dienſteintritt als Einjährigt
Freiwilliger.
geboren a
Ich erteile meinem Sohne (Mündel) Einwilligung zu ſeine
Dienſteintritt als Einjährig=Freiwilliger und erkläre
gleichzeitig-
a) daß für die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des
Unter=
halts mit Einſchluß der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und
Wohnung von dem Bewerber getragen werden ſollen;
b) daß ich mich dem Bewerber gegenüber zur Tragung der Koſten
des Unterhalts mit Einſchluß der Koſten der Ausrüſtung, Be
kleidung und Wohnung für die Dauer des einjährigen Dienſtes
verpflichte, und daß, ſoweit die Koſten von der Militärverwaltung
beſtritten werden, ich mich dieſer gegenüber für die Erſatzpflicht
des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
—19-
Vorſtehende Unterſchrift de-
und zugleich, daß der Bewerber d—Ausſteller-der obigen
en Vermögensverhältniſſen zur Beſtreitung den
klärung nach-
Koſten fähig iſt, wird hiermit obrigkeitlich beſcheinigt.
den-
(L. 8.)
Je nachdem von dem Bewerber ſelbſt oder ſeinem geſetzlichen Vertrete
die Koſten getragen werden, iſt in der Erklärung Satz a oder b und ſind
dementſprechend in der Beurkundung entweder die Worte „der Bewerber” oden
„der Ausſteller der obigen Erklärung” anzuwenden, das Nichtzutreffend
dagegen zu ſtreichen.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches von der Polizei=Obrigkeit oden
der vorgeſetzten Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf.
. In dem Geſuche iſt ferner anzugeben:
a) Ob, wie oft und wo der ſich Meldende ſich der Prüfung vor einer Prüfungsl
Kommiſſion bereits unterzogen hat, und von denjenigen, welche ſich de
wiſſenſchaftlichen Prüfung unterziehen wollen, noch weiter:
b) In welchen zwei fremden Sprachen (wahlweiſe von Franzöſiſch, Engliſch
Lateiniſch und Griechiſch und an Stelle des Engliſchen Ruſſiſch) die Prüfunſ
erfolgen ſoll.
6. Wer auf Zulaſſung zur erleichterten Prüfung gemäß § 89, Ziff. 6 a—c der
W.=O. Anſpruch macht, hat, ſtatt der Angabe unter 5b, ſeinem Geſuche eill
Zeugnis einer einſchlägigen Behörde beizufügen, aus dem hervorgeht, daß
eine der Vorausſetzungen des angeführten Paragraphen auf ihn zutreffen
Die Einſendung von Zeichnungen eder ſonſtiger Arbeiten, mit denen dieſe
Nachweis geführt werden ſoll, an uns iſt zwecklos.
7. Iſt bereits früher ein Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung eingereicht wordeſ
ſo bleibt dem erneuten Geſuche nur ein Unbeſcholtenheitszeugnis bei
zulegen.
8. Es iſt nur zweimalige Teilnahme an der Prüfung geſtattet, eine drite
Zulaſſung kann ausnahmsweiſe von der Erſatzbehörde 3. Inſtanz genehmigt
werden
Im weiteren weiſen wir darauf hin, daß Geſuche um Zulaſſung zu ein
ſpäteren, als der im Frühjahr des I. Militarpflichtjahres — d. i. des Jahres, ill
welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird — ſtattfindenden Prüfung, der Genehmigung
der Erſatzbehörde 3. Inſtanz bedürfen und bei den Erſatz=Kommiſſionen des Aufenthalts
orts, nicht bei uns, einzureichen ſind, welche die Geſuche der Erſatzbehörde 3. Inſtal
vorlegen werden.
Da die Erledigung derartiger Geſuche eine längere Zeit beanſprucht, ſo empfiehll
ſich im Intereſſe der Nachſuchenden, mit Einreichung derſelben nicht bis zum äußerſtell
Termin zu warten, ſondern dieſelben alsbald anhängig zu machen, andernfalls un
Umſtänden eine Zulaſſung zur bevorſtehenden Prüfung nicht mehr möglich iſt.
Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden geſtellt werden, gibtd
Prüfungs=Ordnung (Anl. 2 zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.=Bl
Nr. 68 von 1901) Aufſchluß.
Bezüglich des Prüfungstermins, ſowie des Lokals, in welchem die Prüfunſ
ſtattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung, oder es ergeht beſondere Ladung zur Prüfun
(1044s
Darmſtadt, den 16. Dezember 1913.
Großherzogliche Prüfungskommiſſion für Einjährig=Freiwillige,
Der Vorſitzende:
von Starck, Regierungsrat.
Nummer 3.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Dienstag, den 6. Januar 1914.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen jungen Leute, welche ſich zum
ehrjährig freiwilligen Dienſt (als zwei=, drei=, vier= fünf= oder ſechsjährige) im
Weere, in einer Unteroffizierſchule oder der Kaiſerlichen Marine melden wollen, hierzu
ſeines Meldeſcheins bedürfen. Dieſer Schein wird für diejenigen jungen Leute,
Aelche im Kreiſe Darmſtadt eine Lehranſtalt beſuchen, ſich in Stellung, in einem
Arbeits= oder Dienſtverhältnis befinden, auf meinem Bureau, Neckarſtraße 3, Zimmer
r. 38, ausgefertigt.
Hierzu iſt erforderlich die Vorlage:
1. eines Geburtsſcheines (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter),
2. ſchriftliche und beglaubigte Einwilligung des Vaters,
3. Leumundszeugnis über die Führung für die Zeit vom Austritt aus der
Schule ab. Für den Fall, daß der Nachſuchende ſich währenddem an
ver=
ſchiedenen Orten aufgehalten haben ſollte, müßte von der Polizeibehörde
jedes dieſer Orte ein Zeugnis erbracht werden.
4. Zeugnis, daß der ſich Meldende durch Zivilverhältniſſe nicht gebunden iſt.
Die Beſcheinigung zu 1 wird durch das Standesamt, die zu 3 und 4 durch die
Bürgermeiſterei bezw. die Ortspolizeibehörde und zwar, für Militärzwecke, koſtenfrei
Eiesgefertigt.
Ausdrücklich wird bemerkt, daß ſofortige Ausfertigung des Meldeſcheins nicht
tfolgen kann, daß die Nachſuchung vielmehr mindeſtens 3 Tage vor dem Zeit=
Punkt, zu welchem von demſelben Gebrauch gemacht werden ſoll, zu bewirken iſt.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1913.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf vorſtehende Bekanntmachung hinweiſe, empfehle ich Ihnen,
ſieſelbe zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen und dieſe insbeſondere auf den
Echlußſatz ausdrücklich aufmerkſam zu machen.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1913.
(1015a
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Konmiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Diejenigen im Jahre 1894 geborenen Militärpflichtigen, welche ſich im Beſitz des
Perechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt befinden und im
Kreis Darmſtadt dauernden Aufenthalt haben, werden darauf hingewieſen, daß
e gemäß § 93,2 der Wehrordn. ihre Zurückſtellung beantragen müſſen und daher
auf=
hefordert, ihre Berechtigungsſcheine alsbald hier, Neckarſtraße 3, 3. Stock — Zimmer
Mr. 38 — vorzulegen, damit in denſelben der erforderliche Zurückſtellungsvermerk
ein=
etragen werden kann.
Es wird noch ausdrücklich darauf hingewieſen, daß die Abſcht, ſich am 1. Aprl
oder 1. Oktober l. J. zum Dienſtantritt melden zu wollen, von der Verpflichtung, die
Zurückſtellung zu beantragen, nicht entbindet.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
(1013a
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Betreffend: Das Militär=Erſatz=Geſchäft, hier Einſendung von Auszügen aus den
Sterberegiſtern des Jahres 1913.
Der Zivil=Vorſitzende der Großherzoglichen Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Standesbeamten des Kreiſes.
Unter Hinweis auf die Beſtimmungen in § 46 Ziffer 7b und 10 der Wehr=Ord.
nung vom 22. November 1888 — Reg.=Bl. Nr. 68 von 1901 —, ſowie ferner Seite 652
des Reg.=Bl. von 1875, beauftrage ich Sie, den dort vorgeſchriebenen Auszug aus den
Sterberegiſtern, enthaltend den Eintrag von im Jahre 1913 ſtattgehabten Todesfällen
ſolcher männlicher Perſonen, welche das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet
hatten und nicht in Ihren Gemeinden geboren waren, aufzuſtellen, bezw.
auf=
ſtellen zu laſſen und alsbald an mich einzuſenden.
In Hinſicht der Form der zu fertigenden Auszüge verweiſe ich auf das Amtsblatt
Nr. 44 Großherzoglichen Miniſterium des Innern und der Juſtiz, Sektion für
Juſtiz=
verwaltung, an die Großherzoglichen Standesbeamten vom 13. März 1895. Zugleich
empfehle ich Ihnen, ein Verzeichnis der Auszüge beizufügen, in welchem Vor= und
Zuname, ſowie Geburtsort der Betreffenden angegeben iſt.
(1016
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen Militärpflichtigen, welche Berechtie
gungsſchein zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober I. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheines die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und
den=
ſelben der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die
Not=
wendigkeit weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
3. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt l. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
(1017a
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
treffend: Die Organiſation des Rettungsdienſtes in der Stadt
Darmſtadt.
Der allgemeine Rettungsdienſt (Hilfeleiſtung bei
Unglücks=
fillen) wird in der Stadt Darmſtadt von der ſtändigen
Rettungs=
ſache der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz dahier
Ausgeführt. Die Mitglieder dieſer Kolonne ſind im Rettungs= und
Prankenträgerdienſt ausgebildet und ſtehen zur Leiſtung der erſten
bilfe bei Unglücksfällen zur Verfügung. Die ſtändige
Rettungs=
uſache hat ihren Sitz in dem Hauſe Bismarckſtraße 28. In deſſen
dgeſchoß befindet ſich der vom Hauseingang zu erreichende
Ver=
ſundsraum, das Krankentransport=Automobil und der mit Pferden
Pſannbare Krankenwagen; in dem 1. und 2. Obergeſchoß der Tages=
und Schlafraum der Wache, ſowie die Wohnung des Obmanns der
ertungswache.
Der Rettungsdienſt iſt folgenderweiſe organiſiert:
1. Um bei plötzlichen Unglücksfällen die erſte Hilfeleiſtung
iſch zu ermöglichen, ſind an den nachſtehend aufgeführten 21 Stellen
lt Stadt Räderbahren (R.=B.), Krankentragen (K.=T.) und
Ver=
ludskäſten (V.=K.), für das Publikum jederzeit zugänglich,
auf=
ſellt:
1. Dienſtgebäude des Großh. Polizeiamts Hügelſtraße 31/33
(V.=K.)
2. Dienſträume des I. Polizeireviers (V.=K.)
3. Dienſträume des II. Polizeireviers (V.=K.)
4. Orpheum (V.=K.)
5. Alicehoſpital (K.=T.)
6. Oberwaldhaus (K.=T. und V.=K.)
7. Einſiedel (K.=T. und V.=K.)
8. III. Polizeirevier: Griesheimer Weg 28, Maſchinenfabrik
Göbel (K.=T.)
9. Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne,
Bismarck=
ſtraße 28 (3 R.=B.)
10. Landwehrſtraße 79: Zugführer der Sanitätskolonne Stier
(V.=K. und R.=B.)
11. Dienſträume des IV. Polizeireviers (V.=K.)
12. Karlſtraße 55: Kaufmann Chriſt (V.=K.)
13. Dienſträume des V. Polizeireviers (R.=B. und V.=K.)
14. Heidelberger Straße 72: Sanitätskolonnenmitglied Friſeur
Zeſchky (V.=K.)
15. Klappacherſtraße 90 (Oktroihaus) (K.=T.)
16. Ludwigshöhe: Reſtaurateur Wenz (K.=T. und V.=K.)
17. Dienſträume des VI. Polizeireviers (V.=K.)
18. Im Geißenſee 9: Lehrer Heinrich Schäfer (V.=K.)
19. Böllenfalltor, Elektriſche Wagenhalle (K.=T.)
20. Dienſträume des VII. Polizeireviers (V.=K.)
21. Arheilger Straße 43 (V.=K.)
Außerdem ſteht zur Beförderung der
Krankentrausport=
aftwagen und ein geſchloſſener mit Pferden beſpannbarer
Kranken=
ſſgen zur Verfügung.
II. Die Inanſpruchnahme der Hilfeleiſtung erfolgt entweder
frh Vermittlung der Polizeiwache, Hügelſtraße 31/33 (Telephon
A. 8 und 109) oder durch unmittelbaren Anruf der ſtändigen
Pttungswache (Telephon Nr. 1707). Beide Stellen können von
er Fernſprechſtelle der Reichsfernſprechanlage, ſowie von jeder
Auer= und Unfall=Meldeſtelle, die als ſolche durch Schilder und
Aternen gekennzeichnet iſt, zu jeder Tages= und Nachtzeit angerufen
Urden. Die Bermittlung kann auch durch die einzelnen Polizei=
Wiere erfolgen, die an die Reichsfernſprechanlage angeſchloſſen ſind,
d zwar:
Polizeirevier: Tel. Nr. 2161, V. Polizeirevier: Tel. Nr. 2165,
2162,I VI.
„ „ 2166,
„ 2163,VII.
. 2167.
„ 2164,
III. Bei Veranſtaltungen, mit denen eine größere Menſchen=
Aſammlung oder eine erhöhte Gefahr für die Teilnehmer ver=
Anden iſt, werden zufolge polizeilicher Anordnung
Sanitätsmann=
iren von der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz
Mellt, die mit den erforderlichen Hilfsmitteln ausgeſtattet ſind.
beſondere ſind bei jeder Vorſtellung im Großh. Hoftheater
ld im Orpheum zwei Krankenträger zur Verſehung des Rettungs=
Anſtes anweſend. Bei jedem größeren Brand hat ſich eine
Ab=
llung der Sanitätskolonne an der Brandſtelle einzufinden. Falls
Pfeleiſtungen in außergewöhnlich großem Umfang notwendig werden
Mten, ſind Alarmvorkehrungen getroffen, durch die die Heranziehung
geſamten freiwilligen Sanitätskolonne in kürzeſter Zeit gewähr=
(1009id
Met iſt.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Feuer= und Unfallmeldeſtellen.
Die zurzeit in der Stadt Darmſtadt vorhandenen Feuer= und
Affallmeldeſtellen bringen wir hierdurch wiederholt zur öffentlichen
Mantnis.
iwache im
Die Meldeſtellen ſind ſämtlich mit
Haupt=
Mizeiamtsgebäude und der Feuerwehrwache durch eine beſondere
fühtiſche Fernſprechleitung verbunden und jederzeit, auch nachts.
zugänglich. Sie ſind durch Schilder und während der Dunkelheit
durch Laternen mit grünen (bei Polizeiwachen blauen) Scheiben und
entſprechender Inſchrift kenntlich gemacht.
Das Polizeiamt kann außerdem von jeder Fernſprechſtelle der
Reichsfernſprechanlage jederzeit, auch nachts, angerufen werden
(Telephon Nr. 8 und 109), ebenſo die Feuerwehrwache in der
Kirch=
ſtraße (Telephon Nr. 1772) ſowie die einzelnen Polizeireviere (I. Revier:
Telephon Nr. 2161, II. Revier: Telephon Nr. 2162, III. Revier:
Telephon Nr. 2163, IV. Revier: Telephon Nr. 2164, V. Revier:
Telephon Nr. 2165, VI. Revier: Telephon Nr. 2166, VII. Revier:
Telephon Nr. 2167). Um Verzögerungen zu vermeiden, empfiehlt
es ſich, Feuermeldungen direkt der Feuerwehrwache (Telephon
Nr. 1772) oder dem Polizeiamt (Telephon Nr. 8 und 109)
zu übermitteln.
Die Rettungswache der Freiwilligen Sanitätskolonne befindet
ſich in dem Hauſe Bismarckſtraße Nr. 28 (Telephon Nr. 1707).
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
(1010id
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Feuer= und Unfallmeldeſtellen in der Stadt Darmſtadt:
Im I. Polizei=Revier:
1. Kirchſtraße 9 (Polizeiwache).
2. Alexanderſtraße 10 (Branddirektor Fiſcher).
3. Kirchſtraße 13 (Feuerwehrwache).
4. Obergaſſe 42 (Bäckermeiſter Heinrich Jäckel).
Im II. Polizei=Revier:
1. Alexanderſtraße 26 (Polizeiwache).
2. Dieburger Straße 104 (Oktroi=Erhebeſtelle).
3. Erbacher Straße 41 (Oktroi=Erhebeſtelle).
4. Kranichſteiner Straße 58 (Oktroi=Erhebeſtelle).
Im III. Polizei=Revier:
1. Lagerhausſtraße 5 (Polizeiwache).
2. Bleichſtraße 13 (Hofbäckermeiſter Mainzer).
3. Feldbergſtraße 71 (Bäckermeiſter Deuchert).
4. Griesheimer Weg 25 (Gandenberger’ſche Maſchinenfabrik).
5. Pallaswieſenſtraße 33 (Bäckermeiſter Sproß).
6. Pallaswieſenſtraße 121 (Kolonialwarenhdlg. von W. Deeg).
7. Rheinſtraße 55 (Oktroi=Erhebeſtelle).
8. Dornheimer Weg 31 (Gaſtwirt Miſchlich).
9. Dornheimer Weg 60 (Elektrizitätswerk).
Im IV. Polizei=Revier:
1. Hügelſtraße 31/33 (Polizeiamts=Wache).
2. Waldſtraße 21 (Polizeiwache).
3. Heidelbergerſtraße 17 (Oktroi=Erhebeſtelle).
4. Heinrichſtraße 42 (Kolonialwarenhandlung von Jean Chriſt).
5. Saalbauſtraße 29 (Kolonialwarenhandlung von Wilh. Beck).
6. Waldſtraße 17 (Lohnkutſcher Fiſcher).
Im V. Polizei=Revier:
1. Ludwigshöhſtraße 4 (Polizeiwache).
2. Heidelberger Straße 112 (Oktroi=Erhebeſtelle).
3. Karlſtraße 98 (Bäckermeiſter Hofmann).
4. Klappacherſtraße 90 (Oktroi=Erhebeſtelle).
5. Schießhausſtraße 64 (Kolonialwarenhandlung von Axt).
Im VI. Polizei=Revier:
1. Nieder=Ramſtädterſtraße 51 (Polizeiwache).
2. Hochſtraße 44 (Schuldienerwohnung der Viktoriaſchule).
3. Im Geißenſee 8 (Lehrer Wilhelm Grimm).
4. Soderſtraße 79 (Bäckermeiſter Heinrich Lepp).
Im VII. Polizei=Revier:
1. Schwanenſtraße 66 (Polizeiwache).
2. Arheilger Straße 43 (Städt. Faſelſtall).
3. Frankfurter Straße 59 (Oktroi=Erhebeſtelle).
4. Schloßgartenplatz 14 (Gendarmerie=Kaſerne).
Bekanntmachung
das Aufſtellen der Kehrichtgefäße betreffend.
Das Aufſtellen der Kehrichtgefäße vor den Hofreiten auf
der Straße iſt verboten. Offene Kehrichtgefäße dürfen innerhalb
der Hofreiten an den Eingängen nicht ſo aufgeſtellt werden, daß ihr
oft widerwärtiger oder Ekel erregender Inhalt von der Straße aus
geſehen werden kann. Zum Aufbewahren des Hauskehrichts eignen
ſich am beſten die mit Deckel verſehenen Kehrichtgefäße, wie ſie von
hieſigen Firmen in den Handel gebracht werden. Dieſe runden
Kehrichteimer mit Tragbügel und daran befeſtigtem Deckel
verhindern das Herausſcharren und Verſchleppen des Kehrichts durch
Hunde, erleichtern das Entleeren der Behälter bei der Abfuhr und
ſind, wenn ſie, wie vorgeſchrieben, innerhalb der Hofreiten an den
Eingängen aufgeſtellt werden, für das Straßenbild nicht mißſtändig.
Darmſtudt, den 2. Januar 1914.
(936gi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Der Brieftauben=Verein Weiterſtadt
hat ſeine Brieftauben der Marineverwaltung zur Verfügung
(1003
geſtellt.
Weiterſtadt, den 3. Januar 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Becker.
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen der Firma
V. Hebermehl zu Darmſtadt (
In=
haber Guſtav Hebermehl, zur Zeit
unbekannten Aufenthalts), wird
heute, am 2. Januar 1914,
mit=
tags 12 Uhr, das Konkursverfahren
eröffnet.
Der Rechtsanwalt Buß zu
Darm=
ſtadt, Bismarckſtraße 82, wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind biszum
10. Februar 1914 bei dem
Ge=
richte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände
auf
Donnerstag, 29. Januar 1914,
nachmittags 4 Uhr,
und zur Prüfung der angemel.
deten Forderungen auf (1034
Donnerstag, 26. Februar 1914,
nachmittags 4 Uhr.
vor dem unterzeichneten Gerichte,
— Zimmer Nr. 219 — Termin
an=
beraumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an den
Gemeinſchuld=
ner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und vont
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte
Befriedig=
ung in Anſpruch nehmen, dem
Kon=
kursverwalter bis zum 10.
Fe=
bruar 1914 Anzeige zu machen.
Großherzogliches Amtsgericht I
in Darmſtadt.
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Jacob Groh, Darmſtadt.
Kaufmann Karl Groh in
Darm=
ſtadt iſt zum Prokuriſten be=
(1008
ſtellt.
Darmſtadt, 30. Dezember 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
Für den Verkauf des Holzes in
dem Holzhofe dahier ſind folgende
Preiſe bis auf weiteres feſtgeſetzt:
für 1 Rm.
Buchen=Scheiter I. Kl. 12 Mk.
II. Kl. 10 „
Kiefern=Scheiter I. Kl. 10 „
II. Kl. 8
Scheiter II. Kl. beſtehen
haupt=
ſächlich aus aufgeſpaltenem
Knüp=
pelholz der angegebenen Holzart.
Die Beſtellungen des Holzes
haben bei Großh. Bezirkskaſſe
Darm=
ſtadt II zu erfolgen. (1019a
Darmſtadt, 2. Januar 1914.
Großh. Holzmagazins=Verwaltung.
Heinemann, Geh. Forſtrat.
Flurgarderoben
Blumenkripp., Trumeaux, Dipl.=
Schreibtiſch, Ausziehtiſch, hochf.
Diwan ſehr billig. R. Uhland,
Hügelſtr. 29, Werkſtätte. (*254
Rodelſchlitten
ein großer Poſten, billigſt (*282
Karl Brückner, Helzſtraße.
zebr., gut erhalt. Kinderwagen
billig zu verkaufen (*318id
Müllerſtr. 21, 1. St. I.
in unserem Spezial-Haus für Kinder-Konfektion, Wilhelminenstrasse 17½
Dieser Verkauf erstreckt sich auf sämtliche Waren, die dem Wechsel der Mode unterworfen, und sind die Preise
teilweise unter Selbstkostenpreis reduziert.
(1066
Wir verweisen ganz besonders auf:
1 Posten
Mädchenkleider und Mäntel
1 Posten
Knaben-Anzüge
nur neueste
Fassons
Kasableg,
Auf unsere sämtlichen regulären Waren gewähren wir bis zum 15. Januar
10-20 Prozent Extra-Rabatt.
Verkauf nur gegen Barzahlung.
Wir bitten höfl. um Beachtung unserer
Auslagen: Wilhelminenstr. 17½.
Sarr Ceharkann Ceer
Spezialhaus für Kinder-Konfektion
Wilhelminenstraße 17½
Wilhelminenstraße 17½
Kiefern=Brennholz
kurz geſchnitten, prima trocken, daher
in Schwarten od. Klötzchen, direkt zum Anfeuern verwendbar lieſent
per Zentner Mk. 1.40 inkl. Oktroi frei Keller
Karl Schimmer,
Telephon 212. Heinheimerstrasse 76.
158a)
Empfehle:
Kaffee von 1.30—1.80 Mk.
Tee, Kakao, Schokolade in allen Preislagen
Schokoladepulver per Pfund 80 Pfg. bis 1 Mk.
Malzkaffee 25 und 35 Pfg.
Kolonialwaren zu bekannt billigen Preiſen.
Neu eingeführt Schepeler’s Kaffee. (269
Ecke
L. Pabst, Dieburgerſtr. 19, Stiftſtraft
Behrock=, Frack=, Smoking=Am
Kohlen, Holz und Briketts!
3t empfiehlt ins Haus geliefert züge, Zhlinder zu verleihelll
VIII, 1050) J. Müller, Kiesſtr. 20.
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (309a
Anno dazumal.
Familien=Roman aus den Jahren 1812 und 1813.
Von Oskar T. Schweriner.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright 1913 by Carl Duncker in Berlin.
(Nachdru verboten.)
32
Während draußen am zweiten Tage des Gefechtes noch
die Geſchütze donnerten, ließ York die drei jungen
Män=
ner, die ſich zu beſtimmter Tageszeit immer an einem
beſtimmten Orte aufzuhalten hatten, zu ſich auf den Hügel
rufen, von wo aus er das Gefecht leitete. Das fiel weiter
nicht auf; man hielt Fritz Dögen und ſeine Freunde längſt
für Kundſchäfter in Dienſten Yorks.
Meine lieben Freunde, frohe Nachricht! Die Fackel iſt
entzündet; ſie leuchtet bis hierher, Moskau brennt!
Die drei Männer falteten ſtumm die Hände, wie zum
Gebet, während York weiterſprach:
Moskau brennt! Soeben iſt ein Abgeſandter unſeres
Bundes hier eingetroffen. Mit Mühe und Not hat er ſich
durchgeſchlagen, aber er hat uns erreicht. Er hat erzählt,
daß bald, nachdem Napoleon mit den Truppen in
Mos=
kau eingezogen iſt, die Stadt zu brennen begann. Drei
Tage hat der Brand gewütet. Napoleon hat Hunderte der
Brandſtifter niederſchießen laſſen; es hat ihm nichts
ge=
nützt. Und nun iſt der Kaiſer mit der ganzen Armee im
örennenden Moskau eingeſchloſſen!
In ihrer Frregung griffen die Männer nach den
Hän=
den des zu Pferde ſitzenden Generals und preßten ſie vor
Freude.
Und nun, auf nach Berlin! rief Fritz. Doch York hob
abwehrend die Hand,
Neint Rech nialt Ic woſie Ihnen dieſ
Fraden=
botſchaft nicht eine Minute vorenthalten. Aber was ich
noch zu ſagen habe, kann ich hier und jetzt nicht ſagen.
Ge=
hen Sie jetzt und kommen Sie heute abend ins
Haupt=
quartier. Um elf Uhr!
Die drei entfernten ſich. York wandte ſich wieder
dem Gefecht zu, das in der Hauptſache im Verſchießen von
Munition beſtand.
Das Gefecht blieb auch wieder „unentſchieden”. York
hatte von ſeiner „Ueberlegenheit an Reiterei keinen
Ge=
brauch gemacht”. Am Abend brach er das Gefecht ganz ab
und kehrte nach Mitau zurück.
Und wie vor wenigen Tagen bei General von
Gra=
wert, ſo ſaßen die drei Männer jetzt um den Tiſch bei
York. Nur daß diesmal dieſer das Wort genommen.
Meine lieben Freunde, wartet ab. Ich glaube, der
all=
gütige Vater im Himmel wird die erſte Schlacht ſelbſt für
uns ſchlagen. Wenn die Abſicht der Ruſſen, den Kaiſer
Napoleon in Moskau feſtzuhalten, bis der Winter
herein=
bricht, ſo gut gelingt, wie es ihnen gelang, den Kaiſer nach
Moskau hineinzulocken, ſo iſt er mit ſeiner ganzen Armee
verloren. Bricht er aber ſofort von Moskau auf, — und
das werden wir gar bald erfahren, — dann, meine
Freunde, iſt es an der Zeit, die Freiwilligen hierher an
dieſen Punkt zu bringen und ſich dem Feinde gegenüber
zu ſtellen. Dann werden wir ihn von hier aus
dekämp=
fen, während die Ruſſen,, — das haben wir, wie Sie
wiſ=
ſen, auch mit General Diebitſch abgemacht —, ihm in den
Rücken fallen. Läßt er ſich aber täuſchen — und das iſt,
wie der Abgeſandte unſeres Bundes mir mitteilte, der
Plan der Ruſſen — ſo wird Gott ihn ſelbſt ſchlagen und
wir brauchen nicht unnötig die Söbne unſeres Vaterlandes
zu opfern. Alſo, alles bereit halten; — aber nicht vorei
ſein!
Und an dieſem Abend wurde beſchloſſen, daß
Georg Sander ſofort mit ſeinen Nachrichten von Diebitſch
nach Berlin begebe, York ſtellte ihm ſelbſt den Paßa
Fritz Dögen und Edmund von Roſen blieben jedoch zur
um die weiteren Befehle Yorks abzuwarten.
Vierzehntes Kapitel.
Tage vergingen; — Tage voller Aufregung für
Dögen und Edmund von Roſen. Voller Aufregung
voller Freude. Denn der Lenker aller Heerſcharen ſchie
wirklich den Franzoſenkaiſer, den ſie den Unüberwindliche
nannten, mit Blindheit geſchlagen zu haben. Ein Kun
nach dem anderen traf bei York ein, der es immer ſo ei
zurichten wußte, daß beide in kürzeſter Zeit ebenfalls
Nachrichten erhielten. Nach dieſen Nachrichten ſaß Naſl
leon im brennenden Moskau, ſorglos und untätig.
den Kreml war er übergeſiedelt, und wenn er nicht dam
beſchäftigt war, Todesurteile über die ergriffenen Bra
ſtifter zu unterſchreiben, dann brütete er über unmöglic
Friedensunterhandlungen mit den Ruſſen. Dieſe verſta
den es meiſterhaft, ihn hinzuhalten. Die Antwort aus
Petersburg auf ſeinen Friedensvorſchlag kam und
nicht. Immer wieder gab es Ausflüchte; einmal war
ſer Alexander nicht anweſend in ſeiner Hauptſtadt, däſlll
wieder lag das Hindernis in der Erkrankung des Miniſte
oder der Kurier war überhaupt nicht angekommen.
Dieſes Hinhalten ſollte verhängnisvoll für die fra
zöſiſche Armee werden. Napoleon, der den Friedensſchlü
nahe bevorſtehend glaubte, hielt es daher für überflüſſ
Winterbekleidungsſtücke für die Truppen heranſchaffen
Grosser
Gewaltige Warenmengen, welche im Preise
bedeutend herabgesetzt sind und andere
Preisen zum Verkauf
Beachten Sie unsere Schaufenster!
Markt.
Nummer 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Seite 15₰
auf alle nicht
reduzierten Waren.
mstitar tar moderke Tanzkanst
Gründlicher Unterricht im Tango, ſowie in allen
modernen Rund= und Geſellſchafts=Tänzen jederzeit.
Zu dem im Januar beginnenden dritten Tanzkurſus
nehme noch Anmeldungen entgegen.
(156a
ſer Unterricht wird in meinem Privatſaal, Saalbauſtraße 13, erteilt.
Gefl. Anmeldungen erbeten Kranichſteinerſtr. 44, parterre.
(früher Großh
Hof
Ohanna deorg Seb. Feiz Solotänzerin.
Aufpol. v. Möb.
ezialität: uſw., ſowie alle
rkomm. Schreinerarbeiten (20874a
lolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Zu verk.; „Gartenlaubel und
„Buch für Alle‟ à Bd. 50 Pf.,
1 Jahrg. „Die Woche” zu 4 Mk.
*245) Hochſtr. 4, 1. Stock links.
Gleitſchutz
beſter Schutz bei Schnee u. Glatteis,
Rodelkappen
ſchützt den Schuh und gibt größte
Sicherheit beim Fahren. (944a
Allein zu haben Grafenſtr. 29.
Ludwig Russ.
Fichtenzapfen
per Hektoliter Mk. O.45, bei
10 Hektoliter Mk. 0.40 frei
ins Haus.
(1046a
Conrad Appel,
Bismarckſtr. 61, Tel. 91.
331sgo) Weiterſtädterſtr. 80.
Praunes Pelzkape, 7ucm ig.,
w. neu, zu 60 Mk. zu verk. Eink.
110 Mk. Off. unt. V4 Exp. (*207goi
Gleg. Kinderſchlitten, holzlack., m.
2 Polſterſitzen, ſt. 20 für 8 Mk. zu
verk. Zu erfr. in der Exp. (*256
Prima Kornbrot
liefert in unübertroffener Qualität
Joh. Kumpf, Ober=Ramſtadt.
Beſtellungen fürDarmſtadt nimmt
entgegen: Gustav Papst,
Soder=
ſtraße 36, ſowie Richard Hinz,
Kaupſtr. 5. Poſtkarte genügt. (*206gif
Pelze, Hüte, Muffe
und Stolas
werden chik angefert. Erſtklaſſige
Arbeit. Billige Preiſe. (274a
Anna Weiner, Modes
Schulſtr. 9, II.
enorme preiswerte Gelegenheitskäufe ge-
langen zu ganz ausserordentlich billigen
Extra
Kabatt
ſen. Wozu auch? Nach dem Friedensſchluß würde man
Moskau den Winter bei warmen Oefen zubringen.
fehlte, konnten die Ruſſen liefern. —
Es war am Morgen des achtzehnten Oktober. Kaiſer
poleon ſtand am Fenſter ſeines Arbeitszimmers und
llickte hinab auf das in allen Stadtteilen wütende
Flam=
nmeer, deſſen grauſiger Anblick durch die ſtrahlende
Unterſonne eher verſtärkt als gemildert wurde. Er
war=
auf die Botſchaft Kaiſer Alexanders, die heute
unbe=
igt eintreffend mußte. Und legte ſich ſeine Bedingungen
den Frieden zurecht und was folgen ſollte.
Da wurde ein Kurier gemeldet. Nicht der erwartete
Ageſandte Kaiſer Alexanders, ſondern ein Adjutant Mu=
18.
Sire, die Ruſſen haben angegriffen.
Wie, wenn in ſtockfinſterer Nacht ein plötzlicher Blitz
Wolken zerreißt und die Dunkelheit in jähes, blenden=
Licht taucht, ſo plötzlich wurde Napoleon ſehend. Im
ſſſuchteil einer Sekunde ſah und verſtand er alles.
Der ruſſiſche Angriff auf Murats Heeresabteilung war
ſar infolge der Unerſchrockenheit und Bravour dieſes
dherrn zurückgeſchlagen worden. Aber die Fata
Mor=
ma eines nahen Friedens war vor Napoleons Blicken
hlig verſchwunden. Nun aber fand er ſeine alte Energie
d Tatkraft wieder; ſchon am Nachmittag desſelben Tages
llch er mit ſeinem Heer von Moskau auf, um ſich vor den
ren der Stadt den Ruſſen zur Schlacht zu ſtellen. — —
Als der Kurier dieſe Nachricht in General von Yorks
äuptquartier brachte, hatte dieſer zu den beiden
Abge=
ſädten des Bundes geſagt:
Jetzt kommt es darauf an, wie ſchnell und heftig der
nter hereinbricht und wie weit die Ruſſen die Fran=
zoſen durchlaſſen. Haltet Euch bereit, meine Kinder,
ſo=
fort loszuziehen, wenn ich es Euch ſage.
Und ſie hielten ſich bereit.
Dann kam die Nachricht von der fürchterlichen Schlacht
bei Malojeroslawetz, von der Einnahme der Stadt durch
die Franzoſen. Das war am dreiundzwanzigſten Oktober.
Wer ſiegte? Der Kurier wußte es nicht. Er wußte nur,
daß neben Tauſenden von gefallenen und verwundeten
Ruſſen noch mehr tote und verwundete Franzoſen das
Schlachtfeld und alle Wege bedeckten.
Kurier auf Kurier kam jetzt ins Lager zu York und
einer nach dem anderen berichtete von immer größerem
Elend und der gänzlichen Auflöſung des Heeres. Am
neunundzwanzigſten Oktober hatte die Armee wieder
Boro=
dino erreicht. Nur zweiundfünfzig Tage waren ſeit der
fürchterlich blutigen Schlacht verſtrichen. Das Schlachtfeld
lag noch mit Leichen beſät. Franzöſiſche Tote waren kaum
beerdigt worden. Der Anblick war furchtbar.
Pferdege=
rippe, die Trümmer von zahlloſen Waffen und Geſchützen,
die blutigen Fetzen von Uniformſtücken miſchten ſich mit
den verweſenden Leichen. Schweigend und niedergedrückt
zog das Heer vorüber. Am ſechſten November kam endlich
die langerſehnte Nachricht vom erſten Schneefall zwei Tage
zuvor. Da ließ York die beiden jungen Männer zu ſich
rufen.
Die Zeit iſt gekommen, meine Söhne. Einer von Euch
geht nach Berlin. Man ſoll alles vorbereiten. Aber ganz
im Stillen; und abwarten, bis das Signal zum Losbrechen
gegeben wird!
An dieſem Abend nahmen Fritz Dögen und Edmund
von Roſen brüderlichen Abſchied voneinander. Fritz, der
noch hier blieb, trug dem Kameraden auf, alle) ſeine An=
gehörigen in Berlin zu beſuchen und ihnen zu melden, daß
er ſich wohl befinde, und daß er das Beſte für die Zukunft
erhoffe. Bis nach Szawly hinunter gab er Roſen das
Ge=
leit.
Der nächſte Kurier brachte die Nachricht, daß Napoleon
am neunten November mit ſeiner Armee Smolensk erreicht
hätte. Nur dritthalb Monate lagen zwiſchen dem Aufbruch
von dort und der Rückkehr. Doch welch ein Unterſchied
zwiſchen damals und jetzt! Im Auguſt war Napoleon
an der Spitze eines glänzenden Heeres eingezogen; jetzt
kehrte er, wenn York dem Kurier glauben konnte, mit
einem hungernden, zerlumpten Heereshaufen, jeder
Man=
neszucht und Ordnung entwöhnt, zurück. Er ſelbſt einem
Flüchtling ähnlicher als einem Heerführer; ohne Unterlaß
verfolgt von den Ruſſen.
Und immer mehr Kuriere kamen, die von immer
grau=
ſigerem Elend der einſtigen großen Armee zu erzählen
wußten; von neuen Ueberfällen durch die Ruſſen, von
neuen Kämpfen. Kopfſchüttelnd vernahm es York.
Ich verſtehe es nicht, ſagte er eines Abends zu Fritz
Dögen. Was müſſen die Ruſſen für ſchlechte Strategen
ſein, wenn ſie nach all dieſem Unglück die franzöſiſche
Ar=
mee noch nicht vernichtet haben.
Nachricht folgte auf Nachricht; Kurier auf Kurier. Die
Kunde von dem fürchterlicher Uebergang über die
Bere=
ſina, wo ſelbſt Murat hoffnungslos ſagte:
Wenn der Kaiſer diesmal entwiſcht, dann muß er den
Teufel im Leibe haben!
Und die fürchterliche, todbringende Kälte! Zehn,
fünfzehn, zwanzig Grad. Schließlich ſogar dreißig Grad
unter dem Gefrierpunkt!
(Fortſetzung folgt.)
Dutzend
Nummer 6.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
3
Db
Um eine gänzliche Räumung unseres grossen Lägers herbeizuführen, haben wir
Gierreise ganz gewuiig herdsgeselt
Es würde zu weit führen, sämtliche durchweg fabelhaft billigen Angebote aufzuführen
und geben wir nur einzelne ganz besonders Aufsehen erregende Angebote bekannt.
Kostüm-Röcke
nur neueste Fassons
jetzt . .
. 6.50, 4.50,
Damen-Paletots
regulärer Wert z. T. das Doppelte
jetzt . . . . . . 16.50, 9.50,
Damen-Blusen
Wolle und Seide, in den neuesten
Farben
jetzt 6.90, 5.90,
Damen-Blusen
125
regulärer Wert bis 2.75
jetzt jedes Stück zum Aussuchen
Damen-Morgenröcke
45
aus warmen Flauschstoffen
. . jedes Stück
jetzt . .
Kinder-Paletots
50
aus Manchester, Samt und Astrachan
jetzt . .
. . 8.50, 6.50,
Kinder-Kleidchen
990
aus rein woll. Stoffen, ganz gefüttert
jetzt . . .
. . .8.50, 4.50,
Russen-Kittel
aus einf. Flauschstoffen, alle Farben
jetzt . . . . . . . jedes Stück 30 ₰
Halbfertige Batist-Blusen
68₰
jetzt . . . . . .
Blusen-Schoner
jetzt . . . . . . 1.95, 1.45, 68 ₰
Damen-Blusen-Schürzen
. . . 1.95, 1.35, 7 6 ₰
Kinder-Schürzen
aus guten Siamosenstoffen
jetzt . .
. , „ ,
95, 48, 28 ₰
Damen-Zierschürzen
mit und ohne Träger
jetzt
eusten 48.
Damen-Hausschürzen
jetzt
. . 1.45, 95, 68 ₰
Damen-Korsetts
leicht angestaubt
jetzt . . . . . . 2.45, 1.45, 68 ₰
Herren-Regenschirme
2.90, 1.90, 38 ₰
jetzt .
Kragenschoner
mit seidenartigen Fransen, Wert das
Dreifäche
jetzt 85, 58, 18 ₰
Herren-Krawatten
zum Aussuchen
jetzt . . . jedes Stück 28, 14,
Touristen-Vorhemden
mit Krawatte
jetzt . . .
Herren-Hosenträger
starke Qualitäten
jeszen 48₰
jetzt
aus waschechten Stoffen
jetzt
in enormer Auswahl
jetzt . .
1.25, 95, 65 ₰
Knaben-Schürzen
Kinder-Lätzchen
mit Stickereien besetzt
jetzt .
65, 45,
6₰
Spachtel-Kragen
Wert das Dreifache
jetzt .
Swet 12.
Batist-Garnituren
Kragen und Manschetten
jetzt . .
38₰
Damen-Gürtel
schwarz Samt und Lacktuch
65, 28,
jetzt
9
Valencienne-Einsätze
weiss und creme
Meter
jetzt . . .
Kissen-Ecken
prachtvolle Stickerei
rtet. 95₰
jetzt .
Staub- und Wischtücher
in grau und weiss gestreift
jetzt . . ½ Dutzend 2.45, 1.45,
Küchen-Handtücher
Tischtücher
weiss
jetzt
Künstler-Decken
weiss, mit prachtvollen Bordüren
jetzt jedes Stück zum Aussuchen
Rodel-Mützen
weiss und farbig
jetzt . . .*15
95, 65,
Damen-Pelze
Stück
Nerzmurmel, Moufflon u. Fehwamme
jetzt .
. 16.50, 7.90, 4.90,
Brust-Lätzchen
jetzt
1.25, 65,
Srentter &e
2
0
Konsummarken
Rabattmarken.
[ ← ][ ][ → ]38 6.
Dienstag, 6. Januar.
1914.
Weiblich
Perf. Stenotypiſtin ſucht abends
für 1—2 Stunden Beſchäftigung.
Offerten unter V 34 an die Ex=
(*311
wedition ds. Bl.
Fräulem, welches 1 Jahr auf
Alnwaltsbüro tätig war, ſucht
Stellung per 1. Februar. Offert.
iunt. V 39 an die Exped. (*299
Tücht. Schneiderin empfiehlt ſich
m u. außer dem Hauſe (*290im
Eliſabethenſtr. 49, Hths., II.
Ahad. geb. lücht. Schneiderin
ſimmt noch beſſ. Kundſchaft außer
d. Hauſe an G. Curth,
Alexander=
ſtr. 11. Zu ſprechen v. 2—6. (*308idg
Schneiderinempf. ſ. Tag 2.50 M.
Liebfrauenſtr. 89, pt. (*276id
Perfekte Schneiderin empfiehlt
ſich in u. außer dem Hauſe
Gartenſtr. 18, III.
657a)
Perfekte: Weißzeugnäherin,
im Ausbeſſern und
Maſchinen=
ſopfen geübt, nimmt Kunden an.
Zu erfragen Riedlingerſtraße 43,
(6314a
. Stock, links.
Beſ. anſtänd. Mädchen, 23 Jahre,
welch. im Haushalt u. i. Nähen
ſehr bewandert iſt u.
Muſikkennt=
friſſe beſitzt, ſucht Stell. b. 15. Jan.
Zu erfragen Kranichſteinerſtr. 81,
grachmitt. zw. 2—5 Uhr. (*292id
Stellen suchen:
Nette Landmädchen, welche
ge=
dient haben, gute Zeugn. beſitzen,
ſowie verſchiedene Frauen und
Mädchen zur Aushilfe od. tage=
Weiſe. Frau Berta Neßling,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
(*320im
Ludwigſtraße 8.
Junge ſaub. Frau ſucht vorm.
2—3 Stdn. Beſchäftigung. Näh.
Gr. Ochſengaſſe 1, Hth. pt. (*316
Mädch. m. g. Zeugn. ſ. St. 1. Febr.
Karolina Beck, gewerbsmäßige Stellen-
(ermittlerin, Elisabethenstr. 22, II. (*313
D
4.
unge, ſaub. Frau ſucht Laufſtelle
Eckhardtſtr. 2, 1. St., links. (*310
Dücht. Mädchen, w. ein. Haush.
ſelbſt. führ. k., ſucht Stelle od.
Uushilfe. Katharina Jäger,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Luiſenſtraße 34.
(*241
Mädchen ſucht Laufſtelle
*284)
Heinheimerſtr. 15, I.
Junge, gutempfohlene Frau
ſ icht Laufdienſt.
(294) Landwehrſtr. 17, Manſarde.
Saub. Mädch. ſuchttagsüb. Laufſt.
Lauteſchlägerſtr. 42, I. (*303im
Witwe, alleinſteh., ſ. Stelle als
Haushälterin. Off. u. V 31 an die
Expedition d. Bl.
(*328im
Männlieh
30 Mark.
zahle ich demjenigen ſofort, der mir,
ſeinem jungen verheir. Mann, eine
ſhaauernde Stelle als Ausläufer, Bote
ſodder dgl. verſchafft. Kaut. vorhand.
Off. u. V 27 a. d. Exp. (*262im
Rechnungsbeamter i. P.
ü bernimmt Nachtrag von Büchern,
Enventuren, Vermögens= uſw.
Ver=
waltungen. Offerten unter V 24
am die Expedition.
(*267
ntelteg, jalnig, Rlachen,
19 J. alt bereits ca. 5 J. in
einem größeren, feinen
Modengeſchäft
tätig, ſucht zwecks weit.
Aus=
bild. p. 1. März od. April
ge=
eignete Stell. in Darmſtadt
od. Umgegend. Gefl. Offert.
unt V 28 an die Erped. (*300
Perhetrateter Mann, 31 Jahre,
3 Jahre in jetziger Stelle, ſucht
Stelle als Packer, Magaziner oder
Laausdiener auch in Fabrik. Offert.
unter V 36 an die Exped. (*305
Junger Ingenieur empfiehlt ſich,
daa gerade ſtellenlos, zum
Aus=
zäehen uſw. von Zeichnungen.
Aünerbieten unter V 43 an die
Exped. ds. Blattes. (*317
Fahrburſchen, Hausburſchen
aller Art, Dienſtmädch., Kſchinnen,
ſuchen Stellen. Hilarius Reilz,
ge=
werbsmäßiger Stellenvermittler,
Hetſchbach bei Höchſt i. O. (*319im
ſucht.
Offerten unter V 66 an dielaſſen hat, geſucht.
Expedition ds. Bl. (988idsg
Junger Mann
m. b. Schulb. ſucht f. einige Monate
geg. kl. Vergüt. Bürobeſchäftigung.
Off. u. V 28 a. d. Exp. (*263ids halt wird per ſof. ein tücht. und
n
Wetblich
Suche für mein
Schneider=
bedarfsartikel=Geſchäft per
ſofort oder 1. Februar eine
tüchtige Verkäuferin
bei hohem Salair.
Berückſichtigt werden nur
Damen, welche in der
Branche bewandert ſind.
Wilh. Conrad,
1083) Schulſtr. 6.
Kontormiin
(Anfängerin)
Off. u. V 46 a. d. Expd. (B1094
Zum Eintritt
per 1. Febr. evtl. 1. März
ſuchen
weftige
für unſere Abteilungen:
Kleiderſtoffe
Baumwollwaren
Weißwaren
Kurzwaren
Schürzen und
Herren=Artikel.
Offerten mit
Zeugnisab=
ſchriften erbitten.
Gebr. Rothschild
Markt.
1021a)
Albert Weicker, Schokoladen=
und Konfitüren=Fabrik. (*309
Abeilrtinten geſtbt.
Hassia, Schokoladenfabrik.
G. m. b. H., Darmſtadt.
*334) Wienersſtr. 66.
Geübte Friseuse
Tüchtige
Zuarbeiterinnen
ſofort geſucht
Anna Weiner, Modes
Schulſtr. 9. (1061
egen Erkrankung meines jetzigen
Mädchens ſuche für ſofort ein
für die Haus=
Mädchen arbeit. (177a
L. Graßmann, Wilhelminenſtr. 6.
zu Ostern gesucht.
Nur ſolche, welche an Oſtern
der Schule entlaſſen werden,
wollen ſich melden.
1022a)
Gebr. Rothschild
Markt.
Laumähchen 60., e e
geſucht. Karlſtr. 74½ II. (*3041 Poſt, Eßlingen 143. (I,281
beitragen, Rechnungausziehen uſw. das vorige Oſtern die Schule ver=
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
Rheinſtraße 23. (1098 In einem jungen bürgerl. Haus=
„ordnungslieb. Alleinmädchen geſ.
Näh. im Geiſenſee 9, 3—5 Uhr. (762si Einzelne Dame ſucht ein braves,
oder un=
tüch tüch=
tiges Mädchen abhängige
Frau für den ganzen Tag. Näh.
(B841
in der Exved. ds. Bl. Unabhängige Perſon zum Spül=
len und Putzen ſofort geſucht.
30 Mk. Gehalt.
(*340
Hotel Britannia. Mädchen, das kochen kann, tags=
über geſucht. Näheres Pankratius=
(*338im
ſtraße 2½ Laden. Sauberes Laufmädchen geſucht
*336)
Kiesſtr. 47, part. (*343
Jüngeres, ſauberes
Mädchen
ſofort geſucht Saalbauſtr. 78, II. aufmädchen ſofort geſucht
VIII, 1089) Mathildenſtr. 17. t. Tüchtige Lauffrau od. Mädchen
geſucht Soderſtraße 56, II. (*326im Saubere Lauffrau geſucht
Wienersſtraße 73, 2. St. (*327
Laufmädchen von 8—10 vorm.
geſucht Schützenſtr. 7, I. (*277 Laufmädchen von ½ 10—12 Uhr
geſucht Neckarſtr. 26, II. (*281 Sauberes, junges Mädchen
in kleinen Haushalt geſucht Grafen=
ſtraße 13, parterre.
(*296 Saub. Lauffrau oder Mädchen
geſucht für einige Stunden Gra=
fenſtraße 13, II.
(*302 Aelt. alleinsteh. Frau
zur Führung eines
Zu
kl. Haushalts ſof. grſucht. erfr.
Lichtenbergſtr. 68, Laden. (1063imd geſucht für vor= und
Lauffrau nachmittags. (*246
Grünerweg 14, part. Suche zum 15, 1. oder 1. 2.
braves Mädchen
für Küche und Haus. (991ims
Fr. Löhlein, Heinrichſtr. 64, I. Gntempfohl. Mädchen
geſucht Beckſtr. 50, II. (*250im Saubere Lauffrau f. 2—3 Std.
vormitt. v. 2 einz. Damen geſucht.
21907) Gervinusſtraße 93, part. Saub. ehrl. Laufmädch. morg.
von 8—10 Uhr geſucht. (1051imd)
Hölgesſtr. 9, Hinterh. Zunges ſanb. Mädchen
vom Lande für leicht. Dienſt, auf
1. Februar geſucht.
(992
Dieburgerſtraße 56, part. 3 Jüng. ſaub. Mädch. mit nur gut=
Empfehl. in kl. Haushalt geſucht
*207im)
Mühlſtr. 26, III. I. Proteſtantiſche Familie in Süd=
Frankreich ſucht für 15. Jan.
junge Deutſche
„au pair‟ Näheres Freundinnen=
büro, Wittmannſtr. 45. Sprech=
ſtunden Montags und Donners=
tags von 11—12 Uhr.
(*35 Jg. ſaub. Mädchen
das kochen kann, tagsüber
geſ. Kiesſtr. 66, II. (107a
Laufmädchen od. Lauffrau für
2—3 Stund. tägl. auf ſofort geſucht
*288)
Mühlſtr. 66, III. Reinliche,8
fleißige Monatsfrau
von 8—10 Uhr vormitt. nach der
Gutenbergſtraße geſucht. Off. unt.
U 61 an die Exped. d. Bl. (*287 Männlien alle Vereuf
Offene Stellen enthält ſtets
die Zeitung: Deutſche Vakanzen=
Münchner Großbrauerei
ſucht für Darmſtadt u. Umgebung gut eingeführten rührigen
Platzvertreter.
Gefl. Offerten erbeten unter F. S. C. 984 an
Ru-
dolf Mosse, Frankfurt a. M.
(I,1027
ee
Agent H. fürzensen & Co., Zigar.
Firma, Hamburg 22.
(I,1039
Tüchtige
redegewandte Herren
zum Beſuch von Privaten gegen
Fixum u. Provſiion geſ.
Schuknecht=
ſtraße 5, Hof.
(*321
S0ees
29o
Existenz findet
2 wirklich fixe Kraft
durch den proviſionsweiſen
Platzvertrieb an Hotels, Re=
5 ſtaurants etc, des einfachſten
überall gebrauchten Lebens=
§ mittelartikels. Offert. unter
F. C. 4616 an Rudolf
2 Mosse, Frankfurt a. M. (I1026
Jeder strebsame Mann
kann ſich durch Uebernahme einer
Engros=Verſandſtelle monatl. bis
300 Mk. Einkommen verſchaffen.
Kenntniſſe u. Kapital nicht
erfor=
derlich. Off. unter K. W. 2283
befördert die Annoncen=Expedition
Rudolf Moſſe, Köln g. Rh. (I.1030
Tücht. Buchbinder in dauernde
Stellung geſucht. Offerten unter
V15 an die Exped.
(*251
Junge Kellner, Köche, Haus= u.
Servierburſchen, Diener, ledig, in
Herrſchaftshaus geſucht, nur mit
guten Zeugniſſen. Adolf
Dingel=
dein, gewerbsmäßiger
Stellen=
vermittler, Eliſabethenſtraße 5, II.
Telephon 531.
(*331
Stadtkundiger, ehrl. Mann
zum Austragen von Zeitſchriften
für Freitags u. Samstags geſucht
1. 1. ehſen
Hofbuchhandlung
1071)
Schulſtr. 5.
Zuverläſſ. Pferdepfleger
auf einige Stunden des Tages
ge=
ſucht. Wo ſagt die Exped. (*346
16 bis 18 J.
Arbeitsjunge alt. kräftig u.
fleißig, in dauernde Stelle geſucht.
Hurſt Karlſtraße 102. (B1072
Tüchtiger Fahrburſche zu zwei
Pferden ſofort geſucht (*329
Maadalenenſtr. 6, part.
Lehrling geſucht per Oſtern
Weissbinder- und Lackiergeschäft,
*330im) Beckerſtr. 30.
Lehriing
ſofort oder Oſtern geſucht.
Pohl’s Zahn-Praxis
Scharfſcheer,
Landgraf=Georgſtr. 34,
(am (Schmi
Mitze.
oderne Muſter v.
Steppdecken von 3 Mk. a. gef.
Karlſtraße 41, Seitenb. (20324a
aren ins Fiarorfreue
garankiert.
von der einfachsten bis eleganfesfen Ausfuhwag. 6
Solide Preise
Schonendste Behandlung
f. schmerzlos. Zahnziehen
Mk. 1.— (165a
Zahn-Atelier
Karl Drautz
Marktplatz 11
(am Marktbrunnen)
früher Ernst-Ludwigstr. 3.
Teilzahlung gestattet.
Nachsehen des Mundes u.
der Zähne kostenlos.
Heyl & John, Manufakturwaren. (310a
Wäſche zum Waſchen
wird angenommen. Große Stücke
10 Pfg., kleine Stücke 4 Pfg.
803a) J. Plößer I., Malchen.
Bebr. guterh. Kinderwagen zu
kaufen geſucht.
(*125sm
Geider, Erbacherſtr. 16, Hths.
Suche für mein 2jähriges Kind
gute liebevolle
Pflege,
die demſelben die fehlende Mutter
erſetzt. Gefl. Offerten mit Angaben
der näheren Verhältniſſe unter
V 18 an die Expedition. (*195gi
Das Frauicm
welches vor Weihnachten
Hoch=
ſtraße 68 im Korr, ein kleines
Paket mitgenommen hat, iſt
ge=
ſehen worden und wird erſucht,
dasſelbe in ihrem eig. Intereſſe an
das Fundbüro, Hügelſtraße,
um=
gehend abzuliefern.
(B1033
Verloren
am Silveſter=Abend von der
Stadt=
kirche durch die Kirchſtraße,
Schul=
ſtraße ein Geſangbuch mit
Samt=
einband u. ſilbernem Schloß.
Abzugeben gegen gute
Beloh=
nung Bleichſtraße 19, part. (*278
Sene
Verloren ledernes
Portemonnaies vom Orpheum
bis Kranichſteinerſtraße. Gegen
Be=
lohn. abzug. Wenckſtr. 20. III. (*275
Juge, ſrebhſane teute
ſuchen die Leitung einer Filiale
zu übernehmen (gleich welcher
Branche), Kaution kann geſtelt
werden. Off. unter V 33 an die
Erned. d. Bl. erbeten. (*068a
Albert Vog
2
Möbelſpedition
Telephon 2050
Gutenbergſtraße 37
Pünktliche und gewiſſenhafte Bedienung
22596a
Erſtklaſſige Patentmöbelwagen.
Mäßige Preiſe.
INa
Errand
die neuesten und besten deutschen
Nähmaschinen
mit 5jährig. fachmännischer Garantie
(11877a
Haas & Bernhard, Rheinstr. 19
estaunk
zeigen sich die hiesigen Frauen
über die Verfeinerung jeder
Mahl-
zeit, die Ersparnis an Verdruß,
Arbeit und Geld bei Verwendung
der neuen Münchener
10erlei Würfel à 10 Pfg.! Wo nötis. Verkaufsstellen-Nachweis durch: Rotti-G. m. b. H., München.
Vertreter Ferdinand Joos, Agenturen u, Kommissionen, Darmstadt.
otti-Gaucen
Miten
[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Nummer 6.
die
nichtfettende
Hautcréme
och den
Lasieren
eine Wohlfat.
lube 20. 60. 100 Pfg.
in allen Apotheken
2 Drogerer Farfümerien
Mexiko, die Stadt der Widerſprüche.
* „Zu den großen Städten der Welt zählt dieſes
Meriko, und vor allem iſt es die Stadt der Widerſprüche‟
ſo beginnt der bekannte engliſche Korreſpondent
Hamil=
ton Fyfe, der nach mannigfachen Zwiſchenfällen die Reiſe
von der nordamerikaniſchen Grenze bis nach Mexiko
glück=
lich zurückgelegt hat, ſeine Schilderung der mexikaniſchen
Hauptſtadt.
„Ein Entzücken für den Maler, eine Freude für den
Städtebeobachter iſt dieſe Metropole, die dem Auge immer
neue, reizvolle und von alten Kulturtraditionen
erzäh=
lende Bilder enthüllt: nicht nur eine ſtattliche, nein, auch
im höchſten Sinne ſchöne Stadt. Sie hat die ſchönſte
Pro=
menade der Welt, den Paſeo de la Reforma, neben dem
die Berliner Linden und die Champs Elyſées faſt
ärm=
lich wirken, keine Hauptſtadt iſt an prachtvollen
Monu=
menten reicher; und dazu das Landſchaftsbild, dieſe Weite
der Flächen und Räume und im Hintergrunde die beiden
großen Vulkane deren weiße Gipfel im blauen Himmel
faſt unirdiſch ſchön leuchten. Am Sonntag abend ſtrözit
dann alles zum Korſo, wer keinen Wagen hat, mietet ihn
Tradition und Gewohnheit beſtimmen genau den Ablauf
des Vergnügens. Nach der Fahrt über die ſchöne breite
„Einco de Mayo=Straße” dann unweigerlich durch die
ſchmale San Franzisko=Straße, wo der Zug ſtockt und
man nur alle Minute um einen halben Meter weiter
kommt; der Abend iſt dann den Reſtaurants und Cafés
gewidmet, wo man oft auch Huerta ſieht, im Geplauder
mit Bekannten und Freunden. Wunderlich ſind dieſe
Kontraſte. Mit Staunen erkennt man, daß dies Land, das
ſeit Jahrzehnten deſpotiſch beherrſcht wird eine echtere
und wahrere Demokratie iſt als die Vereinigten Staaten.
Hier iſt bei weitem mehr Zwangloſigkeit, Herzlichkeit,
Höf=
lichkeit, weniger Jagd nach dem Gelde, weniger Prunken
mit dem Beſitze, eine allgemeinere ſorgloſere Hinnahme
der kleinen Freuden des Lebens, mehr Ruhe, Müßiggang,
mehr Betrachtung des Daſeins.
Darum iſt Meriko für den Reiſenden ein viel
gefälli=
geres Land als die Vereinigten Staaten — ungleich
viel=
fältiger, maleriſcher und in tieferem Sinne auch
zivili=
ſierter. Amerikaner, die hier leben, geben das ſelbſt zu,
aber kaum iſt man zu dieſem Schluſſe gekommen, und
ſchon gerät man in Verſuchung, die Mexikaner Wilde und
Barbaren zu nennen. Wirklich, die Stadt der
Wider=
ſprüche! Da zeigt man dir einen Menſchen. „Sein
Bru=
der war ein Gegner des Generals Huerta. Er iſt
ver=
ſchwunden.‟ Ein anderer, ein Engländer, erzählt, wie er
ſieben Menſchen erſchießen mußte, um ſich vor
Gewalt=
taten ſeiner eigenen Arbeiter zu ſchützen. Warum? Der
Bahnverkehr wird plötzlich geſperrt, das Geld zur
Lohn=
zahlung traf nicht ein. Umſonſt ſuchte der Engländer
ſei=
nen Leuten die Situation zu erklären: der Teufel kam
über die Männer, ſie wollten ſich an Frau und Töchter ihres
Brotherrn vergreifen, ſie entführten, es gab eine Revolte,
und nur Revolverſchüſſe konnten dem geſunden
Menſchen=
verſtand wieder die Herrſchaft verſchaffen. Unzählig ſind
derartige Symptome, die dem Fremden als Rätſel erſchei=
nen. Plötzlich bricht eine Goldgier aus, die vor Blut
und Verbrechen nicht zurückſcheut. Behagliche, ehrenhafte
Leute wollen jäh über Nacht Gold häufen. Um zur Macht
zu gelangen, opfert man alle Ehrbegriffe. „Ein Freund
von mir, der eine Reihe engliſcher Firmen vertritt,
er=
zählte mir, wie ein Miniſter gewiſſe Waren für 180000
Mark kauft und darauf beſteht, daß ihm eine Rechnung
ausgeſtellt wird, die über 600000 Mark lautet. Ein
an=
derer hoher Beamter kauft Maſchinen für 1600 Mark und
ſetzt dem Staate je 20000 Mark dafür in Rechnung. Und
das iſt ſo ſelbſtverſtändlich und alltäglich, daß jener
Beamte aufs höchſte verwundert und verblüfft war, als
der Vertreter ſich weigerte, bei dieſer Manipulation
mit=
zuwirken. Im Reſtaurant herrſcht fröhliches Leben: und
man ſpricht davon, wie jedermann Waffen in ſeinem
Hauſe anſammelt. Ueberall: die Stadt der Widerſprüche.
Hinter dem großartigen und ſcheinbar ſo ruhigen Mexiko
liegt die Stadt der Unraſt und der menſchlichen Rätſel. .
Handel und Verkehr.
* Darmſtädter Erfinder. (Mitgeteilt von Dipl.=Ing.
Klemens Herszberg u. Co., Patent= und Ingenieur=
Bureau. Darmſtadt, Rheinſtraße 19.) Patent=
An=
meldung: 15h. G. 34 468. Druckmaſchine, insbeſondere
für Fahrkarten, mit ſelbſttätiger Materialzufuhr und einer
Lochvorrichtung. Jean Goebel. Darmſtadt, Griesheimer
Weg 25. 10. 6. 11. — Gebrauchsmuſter=
Erteil=
ung: 70 c. 582 915. Spitzkäſtchen für Bleiſtift, Kohle, Kreide,
Paſtell ꝛc., mit dreh= und auswechſelbaren Reibeflächen.
Dipl.=Ing. Theodor Wildeman, Darmſtadt, Wienersſtr. 55.
8. 12. 13. W. 42151. 35b. Sch. 43 233. Fernſteuerung für
Zweimotorenlaufkatzen. Carl Schenck, Eiſengießerei und
Maſchinenfabrik, Darmſtadt, G. m. b. H., Darmſtadt. 27.
2. 13.
* Bibliothek der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe
(Neckarſtraße 3). Neu zugegangen ſind: 1. Baukunſt
und Baukunde. Pinder. Die deutſchen Dome dez
Mittelalters. 1912. Hirſch=Wienkoop. Die
Bauverbands=
lehre, 1. Teil: Der Maurer. 4. Aufl. 1912. Pannewitz,
von, und Schmidt. Landwirtſchaftliche Baukunde. 1913.
Rebensburg. Das deutſche Dorf. Süddeutſchland. 1913.
Unwin. Grundlagen des Städtebaues 1910. Wienkoop.
Formenſchatz für die Arbeiten des Bauhandwerkers.
2. Aufl. 1913. Deutſcher Baukalender. 3 Teile. 1914. Les
vieux hötels de Paris. 8 Mappen=Tafeln. 1911—13. (V.
is S.) Biagi. La renaissance en Italie. Liefr. 1/2 ff.
(V.—S.) Sarre. Denkmäler perſiſcher Baukunſt.
Atlas= und Textband. 1901 und 1910. (V.—S.)
— 2. Kunſt und Kunſtgewerbe. Kautzſch.
Erörterungen zu einer Geſchichte der deutſchen
Hand=
ſchriftenilluſtration im ſpäteren Mittelalter. 1894. Die
Leipziger Meſſe. Sonderheft über Kunſtgewerbe und
In=
duſtrie auf der Leipziger Meſſe, Michaelis 1913.
Hotme. Peasint
in 1. IV
Aus m
Weerth. Das Siegeskreuz der byzantiniſchen Kaiſer
Con=
ſtantinus VII. Porphyrogenitus und Romanus II. und
der Hirtenſtab des Apoſtels Petrus. 1866. Beckerath, von.
Die Majolika=Sammlung von Adolf von Beckerath.
Kata=
log 1691. Schwindrazheim. Volkskunſt in Heſſen=Naſſau
und Oberheſſen. 1. Teil. 1913. Erlwein. Das italieniſche
Dörfchen in Dresden, 1913. Boehm, von. Die Mode.
Menſchen und Moden im 17. Jahrhundert. 1913. Schuette.
Alte Spitzen. 1914. Konwiarz. Alt=Schleſien. Architektur,
Raumkunſt und Kunſtgewerbe. 1913. Schweizeriſches
Jahrbuch für Kunſt und Handwerk. 1912. Lüer, Kunſtge=
ſchichte der unedlen Metalle. 1904. Roc. Ancient coffers
and eupboards. 1902. Zeh. Hanauer Fayence. 1913
Kanitz. Leitfaden der Ornamentik. 7. Aufl. 1913. Ausg
ſtellungs= und Reklamemarken. 53 Stück. (B.—S.).
Tie=
mann. Eine Medigeval=Kurſiv. Herausgegeb. von Gebr
Klingſpor, Offenbach a. M. 1912. (V.—S.) Lichtbilders
Aufnahmen nach Kunſtgegenſtänden des Gewerbemuſeums,
129 Stück. (V.—S.) Lichtbilder=Aufnahmen: Architektun
und Raumkunſt der Gegenwart. 18 Stück. (B.—S.).
An=
ſichtspoſtkarten. Aufnahmen aus dem ſtädtiſchen hiſtoriſchen
Muſeum zu Frankfurt a. M. 20 Stück. 1913. (B.—8.)
Altbergiſche Heimatkunſt. Band 1: Möbel. Band 2:
Haus=
türen. 1913. (V.—S.) Gemmen. 24 Photographien von
antiten Gemmen. (B.—S.). Dumonthier Le moblien
national. Bois de siéges. (V.—S.) Heßling.
Docu=
ments de style empire. Orfévrerie et horlogerie. 19134
(V.—S.) La collection Dutuit. 100 planches. Reu
produisant les principales oeuvres d’art exposées an
Petit Palais des Champs-Elysées. (V.—S.) Larte
della stampa nel rinascimento italiano. I/II. 1894f
(V.—S.) — 3. Technologie. Süddeutſche
Beklei=
dungs=Akademie, Stuttgart. 5. Abteilung des vereinfach
ten Univerſal=Zuſchneide=Syſtems. Anleitung zum
Zu=
ſchnitt der Beinkleider. 1914. Zimmermann und Mäder
Das Beizen und Färben des Holzes. 1913. Knöfel. Leite
faden für den Fachunterricht der Schuhmacher. 1910/
Köhler. Das geſammte Böden= und Leiſten=Modellieren
und die geſamte Kenntnis vom Bau der Füße. 1912,
Scheid. Die Metalle. 1914. — 4.
Bauingenieur=
weſen. Nietzſche. Bauführung und Veranſchlagen bei
Ingenieurbauten. 1913. Hentze. Der Waſſerbau. 19134
Liebmann. Landſtraßenbau. 1913. — 5. Volkswirt
chaft, Statiſtik und Rechtskunde, Müffels
mann. Moderne Mittelſtandsbewegung. 1913. Müllerg
Koſtenberechnung im Schuhmacherhandwerk. 1907.
Wil=
den. Neue Wege der Gewerbeförderung. 1913. Knolll
Organiſation des Handwerks im Reichsland Elſaß=
Loth=
ringen. 1913. Lammers. Die Bekämpfung des
Borgun=
weſens. 1913. — 6. Verſchiedenes. Meiſel. Wang
delungen des Weltbildes und des Wiſſens von der Erde,
1913. Pietzſch=Pohl Die Statik des Hoch= und
Tiefbau=
technikers. 2 Teile. 1913. Reitzenbaum u. Leander.
Recht=
ſprechung in Patentſachen in ſyſtematiſcher Ordnung,
2 Bände. 1913. Fuld. Die Rechtſprechung zu dem Reichsg
geſetz gegen den unlauteren Wettbewerb. 1914.
Die Werke liegen im Leſeſaal der Bibliothek bezw.
im Vorbilderſaal auf 4 Wochen zu jedermanns Einſicht
offen. — Bibliothek Vorbilderſammlung und Patentſchrifg
ten=Auslegeſtelle ſind in der Zeit bis Ende April k.
geöffnet: Wecktags von 9—12½ Uhr vormittags und 3—6
hr nachmittags, ausgenommen Samstag nachmittags
Bibliothek=Abende: Dienstag und Freitag von 8—10 Uhn
abends. — Auskunft in Fragen des Patentweſens und der
Geſetzgebung auf dem Gebiete des gewerblichen
Rechts=
ſchutzes wird in den üblichen Dienſtſtunden jederzeit erteilt,
In feinen Geſellſchaftskreiſen gilt es
als ganz ſelbſtverſtändlich, daß bei
feſt=
lichen Abenden am Schluſſe der
coffein=
freie Kaffee Hag gereicht wird. Er iſte
beſonders fein im Geſchmack und
ver=
urſacht keine Schlafloſigkeit.
Ferisehun
des grossen
Inventur-Ausverkaufes
bei
(1075a
Ludwigs-
Herren-, Knaben- u. Mädchen-Kleidung.
Voiy Schwas: platz
Geſchäfts=Cröffnung.
Im Hauſe Eliſabethenſtraße 14 eröffnen wir
heute ein modernes
Blumengeſchäft
und empfehlen uns dem geehrten Publikum zur
Liefe=
rung von
Blumen, Kränzen und Tafeldekorationen.
Durch unſere langjährige Tätigkeit im Hauſe
H. Henkel & Co. ſind wir in der Lage, alle Anſprüche
zu befriedigen und verſichern ſorgfältigſte und
preis=
würdigſte Bedienung.
Henes und Hargarete Bersch.
1079is)
Auntung:. Achtung:!
Prima la schnittfeste hellrote
Salami
nach Ital. Art. Beste haltbare
Winterware, pikant i. Geschmack!
Aus feinstem untersuchtem Roß-,
Rind- u. Schweinefl. à Pfd. 110 Pf.,
desgleichen schöne schnittfeste
Knackwurst (polnische), geräuch.
Zungenwurst in Schweinsblasen.
Feinste pikante weiche Mettwurst,
Göttinger Art, per Pfd. 70 Pfg. ab
hier. — Jeder Versuch führt zur
dauernden Nachbestellung. Viele
Anerk. Vers nur geg. Nachn. (166a
A. Schindler, Wurstfabrik,
Chemnitz, Sacisen 32.
Zuvk.: 1 gr. Küchenſchr., Chaiſe=
Dlongue, 1 pol. Bettſt. m. Sprungk.,
1gr. Klappt. Näh. in d. Exp. (*248idd
-Schreibmaschinenarbeiten:
jeglicher Art
Vervlelfältigungen sauber und diskret bei
billigster Berechnung
(1018a
Liebigstrasse 36, II.
Dlcher-Abschluss
Beitragen, Neueinricht. n. amerik.
Syſtem, Reviſ. d. erfahr. Kaufmann.
Offert. sub V 1 Expedition. (945a
ön mein. Hühner=
Friſche Eier hof werd. geliefert
von Fr. Becker, Traiſa.
(*264
Schirmfabrik Schlüter,
Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen ver
ſofort. billia und aut. (787a
ut erh. Wintermänt. bill. abzug.
-258) Nied.=Ramſtädterſtr. 36, II.
echter Verzpels zu ve
1 Näheres in der Exped.
Dampfreinigungsanstalt
(1047a
für
Bettfedern u. Daunen
Gleichzeitig empfehle für
Neue Hüllen:
Barchent, Feder-
und Daunenköper.
J. Böttinger
Hofſtallſtraße 6
(nächſt dem Mathildenplatz)
Telephon 465.
Aelteſtes, beſteingerichtetes
Geſchäft dieſer Art am Platze.
Umarbeiten von Betten u.
Polſtermöbeln
gewiſſenhaft und reell in
eigener Werkſtätte.
Heſſiſche Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio
u. Profeſſor D. Dr. Wilh. Diehl
Zweiter Jahrgang:: Heft 12, Dezember 1913
Inhalt: Alfred Bock: Aus drei Generationen. Mit 2 Abbildungen. —
Dr. Carl Knetſch: Beiträge zur Geſchichte der Stadt Felsberg. Mit
2 Stammtafeln. — Otto Jung: Eine Verordnung aus der guten alten
Zeit. — Franz Altheim: Aus der Geſchichte von Eſchersheim. — Prof.
D. Dr. Wilhelm Diehl: Der erſte Schulmeiſter von Rumpenheim. —
Kleine Mitteilungen: Der Kiſſeltag in Groß=Umſtadt. — Die
Großherzog=
liche Landwirtſchaftsſchule in Groß=Umſtadt. — Dr. Karl Oßwald f.
Bücherſchau. — Aus Zeitſchriften. — Austauſch.—— Auskünfte.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man adonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik”
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt, und allen
Buchhandlungen.
(804
1 Kaſſenſchr., mehr. Gasluſt.
3= u. 4flammig, abzugeben (1001
Heinrichſtraße 126, 1.
Nummer 6.
3 Zimme
Hügelstr. 15
2. Stock u. 3. Stock je eine
große, beſſere 6 Zimmerwohn.,
Pad, elektr. Licht, Gas, Küche
mit Heizgas, 2 Keller,
Trocken=
boden u. 2 Zim. im 4. Stock
zum 1. März, evt. früher. Näh.
im Laden. Beſichtigung mögl.
42 Eisabethenstrasse 42
ſchöne helle 2 Zimmerwohn. mit
Zubehör per alsbald.
(283if
Ernst-Ludwigstr. 22, 2 Zim.=Wohn.
ſof. zu verm.; für alleinſt. Dame
paſſend. Näh. Entreſol. (282if
Magdalenenstr. 6, Stb. p., ger. 2 Z.=W.
Küche, Waſſerl., Keller, Holzſtall.
Näh. Saalbauſtr. 38, II. (190ids
nebſt Küche und Bad ſucht
Braut=
paar. Offerten unter V 47 an
die Expedition.
(*347
Schloßgartenſtr. 55, Hths., I.,
vormittags erbeten. (881t große 2 Zim.=Wohn., Monat 28 Mk.,
per 1. April zu vermieten. (774ms
Forſtmeiſterſtraße 6 2 Zimmer=
Roquetteweg4, p.
Wohnung zu vermieten. (*74sid
egante 6 Zimmerwohnung mit
ſichl. Zubeh., Gas u. elektr. Licht
Täme
t 1. April zu vermieten. Näheres
ſſoquetteweg 2, parterre. (B984 Zwei helle Parterrezimmer für
wird eine größere
Per 1. April 2 oder kleinere
3 Zimmerwohnung, parterre oder
1. Stock im Mittelpunkt der Stadt
zu mieten geſucht. Angebote mit
Preisang. u. V 25 a. d. Exped. *272
3 Zimmer
Kahlertstrasse
Zimmer u. Zubehör per 1. April,
D Mk., zu vermieten. Auskunft
(943a
lendelſtadtſtr. 40.
Viktoriaſtr. 94, II., groß.neuzeitl.
Zim.=Wohn., Gas, Bad, 2 Manſ.,
Pleichpl., Trockenb., nebſt allem Zub.,
Auvm. Auskunft in Nr. 90, pt. (184t
Nied.=Ramſtädterſtr. 32
Fünf=
inmerw. p. 1. April zu verm. (227t
Für 1. April 5 Zimmerwohnung
nik Speiſek. u. Badez. zu vermieten.
izzuſehen zwiſchen 11—5 Uhr.
äheres bei Dr. Heil, Friedrich=
Nnaße 21.
(760is
5 Parcusstrasse 5
Stock, ſchöne 5 Zim.=Wohnung,
ſüche, mit allen Bequemlichkeiten,
as, elektr. Lichtanlage, alles neu
ergerichtet, in ruhigem Hauſe, nahe
er elektr. Straßenbahn, kann
als=
ald bezogen werden. Alles Nähere
ur Kahlertſtraße 38, I. (B182ids
rnst-Ludwigstr. 18, II.,
Zim.=Wohnung, neuhergerichtet,
lsbald oder ſpät. zu verm. Näh.
Stock, von 10—3 Uhr. (183ids
Saalbauſtr. 36, I., 5
Zimmer=
loohng. m. all. Zubeh. p. 1. April
u verm. Näheres part. (1073ids
Grüner Weg 3, 1. Stock, zum
April ſchöne 4 Zim.=Wohnung
vm. Anzuſ. v. 10—12 Uhr vorm. u.
.3—5 Uhr nachm. Näh. part. (346t
Für Famille, die kein Gas
bünſcht, ſchöne, geräumige 4 Zim.=
Gohnung mit all. Zubehör bis
April zu vermieten. Einzuſehen
nittags zwiſchen 2 u. 4 Uhr. Zu
rirr. in der Exped. d. Bl. (B341t
Bismarckſtraße 76
große Zimmer, Badez. m. kompl.
Emrichtung, ſowie reichl. Zubehör,
ür Mk. 750 per 1. April an ruh.
Mieter zu vm. Zu erfrag. v. 10—12
12—4 Uhr im 1. Stock. (187t
Landgraf-Fhilipp-Anlage 46,
part., den Anlagen gegenüb.,
ſchöne geſunde 4 Zimmerw.
m. Zubeh per ſof. od. ſpäter
an ruh. Fam. zu verm. (770t
Näheres daſelbſt I. St.
Bleichſtraße 17
Manſarden=
vohnung, 4 Zimmer, per 1. April
(836ids
u vermieten.
nachſt Halteſtelle
Roßdorferſtr., der elektr. Bahn,
Z., Badez. ꝛc., Mk. 620, p. 1. Apr.
1914 zu vermieten. Auskunft
Wendelſtadtſtraße 40.
86a
Viktoriaſtr. 72 ſchöne 3 Z.=W.
ſper 1. April zu vermieten. (1057t
Feldbergſtr. 73 (Nähe neuer
Bahnhof) ſchöne 3 Zimmerwohng.
zu vermieten.
(*312
Zimmer
Magdalenenſtr. 3 ein Logis,
2 Zimmer, Küche ſof. 16 Mk. (*259
Möbelunterſtellen zu vermieten.
Wo? ſagt die Expedition dieſes
Blattes.
(B193ids
part, großer hell
Soderſtr. 85, Lagerraum, auch
Werkſtatt billig zu vermiet. (1054a
Kääfen
42 Eliſabethenſtraße 42
heller luftig. Raum, zu Werkſtatt,
Verkaufsraum ꝛc. geeignet, per
1. Januar.
(284if
Mbierte Zimmer
Kranichſteinerſtr. 59, IV., frdl.
möbl. Zimm. m. ſeparat. Eing., ſof.
z. verm. Pr. 16 Mk. monatl. (195t
Mauerſtr. 12, II., gut möbl.
Zim. mit Penſion zu verm. (202t
Gartenſtraße 20, 2. Stock, ſchön
möbl. Zimmer zu verm. (204t
Saalbauſtr. 16 zwei ſchön möbl.
Zimmer (Wohn= u. Schlafzimmer),
elektr. Licht, Tel. im Haus, ſofort
zu vermieten. Näh. part. (948t
ſchön mobl.
Grafenstr.37C,I., Zimmer
zu vermieten.
(*168oim
Saalbaustr. 38, II., eleg. möbl. Wohn=u.
Schlafz. z. verm. Tel. vorh. (196gids
Heidelbergerſtr. 89, II., ſchön
möbliertes Zimmer ſofort. (291a
Waldſtr. 23, II. Iks., gut möbl.
Zimmer zu vermieten. (*196gim
Karlſtr. 28½ III., möbl. Z. m
1 od. 2 Bett., p. W. nur 3 Mk. (919a
Neckarſtr. 16 gut möbl.
Wohn=
u. Schlafzim. zu verm. (197ids
Hochſtr. 12, pt., 2 ſchön mbl. Z.
mit Schreibtiſch zu verm. (*107si
Kiesſtr. 47, part., möbl. Zimmer
mit Schreibtiſch zu verm. (858a
I., I., gr. hübſch
Roßdorferſtr. 1, möbl. Zimmer,
m. Gaslicht, z. vermiet. (VIII1090
Kaſinoſtr. 26, I., freundl. möbl.
Zim. für 18 Mk. mtl. z. verm. (108t
Ludwigſtr. 17, II., ein od. zwei
möbl. frdl. Zim. bill. z. verm. (1095a
Mauerſtraße 15
möbl. Zimmer auf Wunſch m.
Penſion zu vermieten. (*273id
Möbl. Wohn= u. Schlafzimmer
ſofort zu vermieten. Näheres
Dieburgerſtr. 18, Wirtſchaft. (*058t
Soderſtr. 85, part., 2 ſchön möbl.
Zimmer billig zu vermiet. (1056a
ſofort zu ver=
Möbl. Zimmer mieten (1076a
Schott, Kahlertſtraße 1.
Wendelstadtstr. 34½
Zimmerwohnungen mit Balkon
u. ſonſtigem Zubehör. 1. Stock ſof.
be ziehb. weg. Verſetzung. 2. Stock
zum 1. April zu vermieten. Näh.
Aliceſtraße 27, I. (1081ms
omkolmerstr.70
ſchöne 3 Zimmerwohnung mit Gas
und ſonſt. Zubehör. (188gids
Nied.=Ramſtädterſtr. 51, Stb.
ſchöne 3 Zimmer m. Werkſt. p. ſof.
od. 1. März. Näh. I., Vrdh. (76 is
Roßdörferſtr. 59, I.,3 Zim., Ver
uſw. per 1. April 1914, 460 M. (189a
Wienersſtraße 54, Sth., eine
lſchöne 2 Zimmerwohnung mit all.
Zubehör, per 1. April. (768ims
Beſſungerſtr. 94 3 bis 4 Zim.=
Wohnung zu vermieten. (*243
Frautpaar ſucht bis zum 15. März
oder 1. April eine ſch. 2 Zim.=
Wohn., Nähe Schützenſtr. bevzgt.
Off. u. V 40 an die Expd. (*315ids
v. kinderl.
2 Zim.-Wohnung Ehepaar
in der Nähe des Bahnhofs ſofort
geſucht. Offerten unter V 45 an
die Expedition.
(*348
ſucht Herr,
Ju guter Familie Dr., zum
1. Febr. hübſch möbl. Zimmer,
event. Wohn= und Schlafzimmer,
mit Bücherſchrank u. Schreibtiſch.
Penſion ev. erwünſcht. Angeb. mit
Preisang. unt. V 16 an d. Exp. (*249
Möbl. Wohn- u. Schlafzim. ges. Offert.
mit Preisangabe unter V 19 a. d. Exp. (*283
Stall für 2 Pferde
dabei Remiſe und Kutſcherwohn.
geſucht im ſüdlichen Teil d. Stadt.
Angebote mit Preisangabe unt.
U 92 an die Exp.
(875go
Eeen
Für einen Unterprimaner
des Neuen Gymnaſiums wird zu
Oſtern
(990
volle Pension
geſucht. Angeb. erb. an Rechtsanw.
Dr. Marx in Bingen a. Rhein.
In der Umgebung von
Darm=
a ſtadt wünſcht gebildete junge
Witwe, kinderlos u. alleinſtehend,
freundl. Aufnahme
in gutem Hauſe. Bevorzugt
Sana=
torium oder Arztfamilie, entweder
au pair oder gegen Zahlung kl.
Penſion bei entſprechender
Gegen=
leiſtung (Vertrauenspoſitionl. In
Nervenpflege erfahren. Vorzügliche
Referenzen. Off. unter V 48 an
die Exped. ds. Bl.
(995
Gellterh
Darlehen
von 50—1000 Mk. an ſolv. Leute
jeden Standes zu vergeben.
Raten=
rückzahlung. Streng, reell u. diskret.
Firma Dänner & Co., Cassel,
Untere Karlſtraße 7, part. (1020a
Kaſinoſtr. 27, II, möbl. Zimmer
18 Mk. für Kaufmann oder Beamten. (*291
Neckarſtr. 24, II, ſchön möbl.
Wohn= u. Schlafzim z. verm. (*222imd
Riedeſelſtr. 48, I., 2—3f.möbl.
Zim. p. Tag p. Woche p. Mon. *286ids
im Katholiken=
Die Regelbahn verein,
Wald=
ſtraße 33, iſt Dienstag abend frei.
Näh. beim Hausmeiſter. (180a
Nachweis
von Wohnungen und möbliert.
Zimmern
*298
nur 7 Lauteschlägerstr. 7, I.
Ze cht
Wohnungsgesuch.
Ein ält. Ehepaar ſucht auf 1. April
1914 eine größere 4 Zimmerwohn.
im Part. od. 1. St. mit Balk. od.
Veranda. Gas Bed., Elektr. erw.
Offerten mit Preisang. an Lehrer
Knell, Kiesſtr. 107.
(*322im
Hübſche 4—5 Zimmerwohnung,
Saalbau=, Wald=, Grofenſtraße
oder Umgebung per 1. April
ge=
ſucht. Offerten mit Preisangabe
unter V 29 an die Exped. (*285
Wer vermietet oder verkauft,
eventl. ohne Anzahlung,
Wer?
beteiligt ſich mit 2—3000 Mk. (ſtill
oder tätig) an der Ausbeutung
einer patentierten
Reklame-Neuheit?
2—300 Mk. monatl. Mindeſtverd.
auf die Dauer von 5—6 J. garant.
Hier in Darmſtadt bereits eingef.
mit einem nachweisbaren Gewinn
von 1000 Mk. Bin hier anſäſſiger
Geſchäftsmann und erwünſche
An=
gebote von nur achtbarer
Perſön=
lichkeit mit guten Umgangsformen.
Jede deutſche Stadt muß beſucht
werden, was mir allein
unmög=
lich. Streng reelle Sache. Offert.
unt. V 13 an die Exp.
(*24
Vom Guten das Bestel 8.
Metall-Betten Mk. 8.50, 12.—, 15.—, 18.50, 23.−, 27.— bis 45.−
Messing-Betten Mk. 55.—, 59.—, 62.—, 69.—, 75.− bis 115.−
Kinder-Betten u. Holzbetten in riesiger Auswahl,
außergewöhnlich preiswert.
Matratzen, Deckbetten, Kissen, Federn, Dannen.
Betten-
Spezial-Haus
Patent-Matratzen.
Dachaahrr
(1002
Markt 11
Tel. 2188
Jabentar-Rassertan
Günſtige Kaufgelegenheit: 1097
1 Poſten Gardinen mit 10—40% Rabatt
1 Poſten Sofakiſſen mit 15—20% Rabatt
10% Rabatt auf alle im Preiſe nicht
ermäßigten Gardinen, Tiſchdecken, Stores etc.
EFohe
Spezialgeſchäft für Gardinen, Eliſabethenſtr. 10,
im Hauſe Winter.
Meine Ausſtellung Ecke Eliſabethen=u. Wilhelminenſtr. bitte ich zu beacht.
Bauplatz für Einfamilienhaus
in geſunder freier Lage gegen Barzahlung geſucht.
Vermittler verbeten.
(*210go
Offerten mit äußerſtem Preis unter V 6 an die Exped. d. Bl.
erhalt. ſichere Perſon.
Dariehen p. Selbſtgeb. d. Wilh.
Schue mann, Stiftſtr. 46. (1096a
ſofort bar an jedermann bei
Geldh. Ratenrückzahlung bis
5 Jahre. Reell, diskret u. ſchnell.
W. Lützow, Berlin 114,
Dennewitzſtr. 32. (III, 104s 1
Koſtenloſe Ausk. Viele Dankſchr.
oder große Penſion zu
Hotel kaufen geſucht. Off.
unter J. J. 5662 bef. Rudolf
Mosse, Frankfurt a. M. (I, 1029
Far korsertragenas
Starke Damen.
Eine große Wohltat iſt unſer
gutſitzendes, aus unzerbrechlichen
roſtfreien Doppelfedern
herge=
ſtelltes Korsett für ſtarke Damen.
Dasſelbe iſt unübertroffen in
Qualität und hat ſich allgemein
eingeführt.
(*295
Kautionsf. Wirtsleute
ſuch. auf 1. April eine gutgeh.
Wirtſchaft od. Hotel=Reſtaur.,
mögl. i. Zentr. d. Stadt. Off.
unt. V 10 an die Exp. (*240im
Die beste
Schuheréme
und der beste
Lederputz
T rre!
ist halt doch
für Geſchäftszwecke?
Haus Offerten u. V 21 an
die Expeditiog ds. Bl. (*280im
Kl. 3 Zimmerwohnung
mit allem Zubehör im
Mittel=
punkt der Stadt per 1. April zu
mieten geſucht. Offerten mit
Preis=
angabe u. V 41 a. d. Exped. (*271
Diese Worte kann man täglich tausendemale von
den Hausfrauen, Dienstmädchen, Hoteldienern und
Soldaten hören.
Das macht die vorzügliche Qualität.
Ludwigstrasse 10, L.
im Hauſe Nietſchmann.
Geschw. Sauerborn.
Töchst zufrieden mit dem Erfolg.
den wir durch Anwendung Ires
Rino-Salbe gehabt haben, kann ich
Ihnen meinen vollsten Dank
ans=
sprechen. Ich werde Ihre Rine=
Heilsalbe bei allen Bekannten emp.
fehlen, denn sie sollfe in keinen
Haushalte fehlen.
Rosenthal-Braunan A. H.
bewährt bei Bein-
Rino-Salbe leiden Flechten,
Hautleiden, offenen Wunden,
aufge=
sprungenen Händen.
In Dosen von Mk. 1.15 und 2.25
zu haben in allen Apotheken,
nur echt in Originalp. welß-grün-Fet
u. Firma Rich. Schubert & Co., G. m. b. H.
Weinböhla-Dresden.
Man verlange ausdrüchl. „Rino.‟
Leiner Frack und Weſte, da zu
eng geworden, für 20 Mk., ſowie
Winter=Ueberzieher für 12 Mk. zu
verkaufen. Näh. Exped. (*333
ittagstisch
Tleisch u. vog. Kezt ver
60 Pf. b. M. 1.— im Abonz.
bendtisch
Fleisch v. vogat. Kost 7.
50 Pf. v. 70 Pf. im Abont.
Ausschank dis berühmten
:: Wermser Weinmostes::
Verlangen Sie bitte nur Pilo!
(I,1037
Kein Frinkzwang. (11
— Damenzimmer.
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 1. 1. Jtokk
Seite 20.
Darmſtadter Tagblatt, Dienstag, den 6. Januar 1914.
Nummer 6,
I1 &
sowie alle modernen und hier üblichen Tänze lehrt einzelnen
Personen und Gesellschaften zu jeder beliebigen Zeit
Tanzlehrer Guttmann (o0nfs
Wendelstadtstr. 26.
Telephon 1679
Gartenkunst-A
2.
S
Auf Wunſch des Gartenbauvereins veranſtalten wir, anſchließend
an den Lichtbildervortrag des
Herrn Gartenarchitekten Hans Gerlach
über die Gartenkultur des 20. Jahrhunderts und ihre ſoziale Bedeutung
am Donnerstag, den 8. Januar 1914
im Kaiſerſaal (Grafenſtraße), abends 8 Uhr,
eine Gartenkunſt=Ausſtellung
und laden hiermit zum Beſuche dieſer Veranſtaltung ergebenſt ein.
Eintritt frei.
W. Cossmann Nachf.
Wirtz & Eicke, Gartenarchitekten,
(844a
Darmſtadt, Neckarſtraße 11.
Ausstellung
Bilder und Studien
von G. von Bellersheim
Eichbergstrasse 28, I, von 11 bis 1 Uhr
bleibt bis 9. Januar geöffnet. (996
Verein anſäiſſiger Kellner Darmſtadt.
Reichsverband der Gasthausangestellten
(Ortsgruppe Darmstadt).
Wenkaunsteler
-Restaufan.
(für Nichtmitglieder)
Ecke Rhein- und Neckarstrasse (Eingang Neckarstr.)
Die erlesensten Naturweine
der Grossh. Hess. Weinbau-Domäne u. Hess. Winzergenossenschaften
Münchener Augustinerbräu
Pfungstädter Bier
Die feinste Küche
NB. Weinpreisliste gratis. Lieferung aller Weine Telephon 358. H. Pfeil.
frei Haus an Jedermann.
(782a
Zur Abhaltung von Festlichkeiten, Hochzeiten usw. stehen entsprechende säle zu
kulanten Bedingungen zur Verfügung.
Eiterdrischer Verent
Vereinslokal: 9 Wilhelminenstrasse 9
Bücherausgabe: Montags von 10—12 Uhr
Lesezirkel mit 14tägigem Wechsel
:: Jährlicher Beitrag 10 Mark. :: 1085
Anmeldung schriftlich an den Vorstand oder
Mon-
tags zwischen 10—12 Uhr in dem Vereins-Lokal.
Eintritt jederzeit!
am 6. Januar 1914, abends 8½ Uhr in ſämtlichen Räumen
des „Perkeo”, Alexanderſtraße 14
unter gütiger Mitwirk. des preisgekrönt. Männer=Quartetts „Loreley”
beſtehend in Konzert, Theater, Tombola, Ball.
Eintritt 15 Pfennig.
Zu zahlreichem Beſuche ladet ergebenſt ein
(*293
Der Vorstand.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.—
(B271
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
2ZZ
Bürger-Keiler
Ab 1. Januar 1914 konzertiert täglich das
Salon-Damen-Orchester
Dir.: Hans Meerstein.
Stets freier Eintritt.
(413gid
Ze
Ankaunge 8 Phr.
ORPHEUN
Gastsplel: Max
Walden-
Ensemble.
Dienstag,
Heute
6. Januar
und folgende Tage:
Dar noch wentge
Aufführungen!
Die erfolgreiche Flieger-Posse
Im 2. Akt:
Gross. Gesangs- u. Tanzfinale
(Bärentanz und Schieber)
Ein hochelegantes
Damen-Feidenkleid
iſt billig zu verkaufen (*268
Kleine Bachgaſſe 1.
Eine noch neue Singer=
Näh=
maſchine umſtändehalber
preis=
wert z. vk. Näh. Alexanderstr. 15, II. (*
n Seiler=Ofen zu vertaufen
*260) Magdalenenſtraße 3.
ebr. Gasbadeoſen und emall.
Badewanne billig zu verkfn.
Anfr. u. V 37 an die Exp. (*301
Nächste Novität:
DasFarmermädchen
Operette in 3 Akten.
Die freigewordenen Wagner-
Texte billig zu haben. (B1070
J. Geyer, Ludwigshöbſtr. 68.
Num. Park. bei Hugo de Waal,
Rheinstrasse 14. (1091
ſer Tichmantei mit Meiz=
Gkragen u. Div. bill. abzg. (*297im
Näheres Eckhardtſtraße 3. part.
Vorverkauf und Preise wie bek.
nkantr 8. Uhr.
Geprandhr.
Fahrrad, Freilauf=
2 neue Garantiedecken und nei
Felgen, für 30 Mk. zu verkaufe
bei L. Fiſcher, Fahrradhandlung
Zeughausſtraße.
(*330im
Großherz. Hoftheaten
Alexanderstr.
4e0
12 und 14
(272a
Täglich abends 8 Uhr
3 Große humoriſtiſche Konzerte 3e
mit Geſangs= und Tanzeinlagen.
Dienstag, den 6. Januar 1914
84. Abonnem.=Vorſtellung. A
In der neuen Inſzenierunge
Romeo und Julia.
Trauerſpiel in 5 Akten
von Shakeſpeare.
Spielleiter: Hans Baumeiſter,
Perſonen:
Escalus, Fürſt v.
Verona . . . . Heinrich Hacke
Graf Paris, des
Prinzen
Ver=
wandter
Frz. Schneider
Montague Partei= Herm. Knispel
Capulet häupt. Johs. Heinz.
Romeo,
Monta=
que’s Sohn . . Kurt Ehrle
Mercutio, Verw.
des Prinzen,
Ro=
meo’s Freund . Hs. Baumeiſte
Benvolio,
Monta=
que’s Neffe und
Romeo’s Freund Emil Kroczak
Tybalt, Neffe der
Gräfin Capulet . Emil Janning
Capulet’s Oheim Auguſt Krägen
Bruder Lorenzo,
Franzisk.=Mönch Kt. Weſterman
Balthaſar,
Ro=
meo’s Diener. . Ellen Widma
Capu= Paul Peter
Peter
Gregorio † let’s Adolf Klotz
Simſon 1 Diener Fr. Jachtmanſt
Abraham,
Monta=
gue’s Diener . . Paul Eisner
Ein Apotheker . A. Waſſerman
Gräfin Capulet . Sofie Doſtal=
Julia, Capulet’s
Tochter .
Käthe Meißnen
Die Wärterin
Ju=
lia’s . . . . . Minna Müllen
Rudolf
Preiſe der Plätze (8
Ein Bürger . . Frz. Waigand
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihl
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ, Pg
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—
Reihe 1.95 ℳ Proſzeniumslogt
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ, Ball
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galen
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der Tage
kaſſe im Hoftheater von 9½—1
Uhr und eine Stunde vor Beginſl
der Vorſtellung; im Verkehrsbüm
von 8—1 Uhr und von 2½ U
bis kurz vor Beginn der Vo
ſtellung. (Im Verkehrsbüro we
den auch telephoniſch Kartenbe
ſtellungen entgegengenommen
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. — Ende 10¾ Uh
Vorverkauf f. die Vorſtellungen
Mittwoch, 7. Jan. 85. Ab.=A
B 21. Der Ring des Nibelungen
Zweiter Tag: „Siegfried
Gewöhnl. Preiſe. Anfang 6 Uh
Donnerstag, 8. Jan. 86. Ab.=Vſl
C 21. „Prinz Friedrich voll
Homburg.” Kleine Preiſe.A
fang 7½ Uhr.
Freitag, 9. Jan. 87. Ab.=Voſſ
D 23. „Filmzauber.‟” Gem
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 10. Jan. Außer A
VIII. Sonder=Vorſtellung. „Ro
bert und Bertram.” Anfan
8 Uhr. (Zu dieſer Vorſtellunſe
findet kein Kartenverkauf ſtatt.)
Sonntag, 11. Jan. Nchm. 2
Auß. Abon. 19. Volksvorſtellunſ
zu ermäß. Preiſen. „Die ſpa
niſche Fliege.” Vorverkal
bis einſchl. Samstag, 10. Jan
nur im Verkehrsbüro, Ernſt=Lude
wigspl. Verkauf der etwa noch
vorhandenen Karten auch an de
Tageskaſſe im Hoftheater am Tage
der Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr
ab. — Abds. 6 Uhr. 88. Ab.=Vſt.
C 22. Der Ring des Nibelungen,
Dritter Tag:
Götterdäm=
merung”. Gew. Preiſe.
neueste Modefarben, feine Dessins,
Hofs ebenso gut wie englische Mare, nur Kammgarne
id billiger M. 3.80, 5.40, 5.90, 6.75 per Meter, also keine Fantastepreise.
Chevlot-Pischung aus fünf verschiedenen prima Wollen, deshalb
O helegante sehenswerte Musterungen M. 8.40, 8.75 per Meter.
besonders preiswert, dauerhafteste Quali-
Zwirhe tüten, praktische Forben, auch für Knaben- Buckskins
anzüge ganz besonders zu empfehlen. M. 1.65, 2.50, 2.80, 4.25 per Meter
Der grösste Erfolg ist Qualität 200. enorm gekaufter Anzugstoff, stark und
mollig, sofort ansprechend nur M. 6.50.
die verschiedensten Aus-
Mfotstoffe führungen in Paletot- und
Ulstergeschmack,nur ele-
Whehmoderne Qualitäten M. 5.50, 6.80, 7.80,
Lienglischen Garnen gewebt M. 9.80 per Meter.
Aiselegante Streiſendessins in Sportpaletots.
Anzugstoſſe, beide
Marengo und Blaue sleich gros von
der Mode
bevor-
zugt, bringen wir in überreicher Auswahl von den
denkbar billigsten bis zu den edelsten Qualitäten.
Hauptpreislagen M. 1.90, 4.50 ,7.25, 10.20 per Meter.
Vorzügliche Cheviots
Echte schwarze und
blaue Kammgarne
Speziell feste Hosenstoffe
Wagserdichte Lodenstoffe
Original schwarz Drape
von M. 1.90 an.
von M. 5.50 an
von M. 4.60 an
von M. 4.50 an
von M. 8.75 an
Auf Wunsch
rnehmen wir die
An-
ſiggung aus den bei uns
Hellten Stoffen zu den
mannten Preisen unter
fantie guten Sitzes,
SETETETETETENTTETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETETz
Bestellkarte.
Lhatseine Gründe, dass wirsogut und billig liefern können.
Erstens haben wir eigene grosse Fabrik mit eigener Spinnerei, Zwirnerei, Weberei, Färberei, Appretur usw.
ſtellen den weit grössten Teil unserer Ware selbst auf modernen Spezialmaschinen her.
Zweitens setzen wir unsere Waren rasch und gegen Kasse ohne weitere Zwischenhändler an das Publikum
ab. Wir haben also keine Verluste durch Unmodernwerden und durch säumige Zahler und brauchen deshalb nicht
Verluste auf die Stoffpreise zu schlagen. Es ist selbstverständlich, dass älle Geschäfte, die viel Kredit geben,
Hluste, die sie durch säumige Zahler haben (und das sind gerade bei Schneidern erschreckliche Ziffern!) auf
renpreise schlagen müssen. Das fällt bei uns gänzlich weg. Wir kaufen gegen Kasse, also vorteilhaft,
Erkaufen auch wieder so. Das ist für alle Teile das beste.
Drittens umfasst unsere Kundschaft über 130000 Familien und wenn wir an jeder Bestellung nur eine
skeit verdienen, so verdienen wir an diesen vielen Tausenden von Bestellungen immer noch genug, um
ig zu existieren und unsere Angestellten so anständig zu bezahlen, wie es sich gehört.
Wie Sie selbst sehen, suchen wir Sie nicht durch blosse Redensarten zu blenden, sondern sagen Ihnen ganz
Eiwie die Dinge liegen. Schneiden Sie nun die anhängende Postkarte ab und verlangen Sie kostenlose, Sie
ſchts verpflichtende Zusendung unserer Muster. Wir geben Ihnen die Muster ins Haus und Sie können sie
und die Preise mit anderen vergleichen, soviel und so genau Sie wollen.
Nur wer reelle Ware führt, die eine genaue Prüfung verträgt, kann das! Schlechte oder zu teure Ware
man auf diese Weise nicht verkaufen.
ſchen Sie einen Versuch, Sie werden sehr zufrieden sein!
Habrizieren und liefern: —
ſiene klunden. — Lanen Sie uich,
Muster kommen, und Sie
wer-
bat feststellen können, dass ein
ſaug aus unseren hervorragend
unnd dauerhaften Stoffen, über
Lüte und Preiswürdigkeit wir
un de von Anerkennungen
Schneider-
meister,
Was sind 3 Pfg. Ausgabe an Porto für diese Karte
welche fadellos
gegen ev. 20 bis 30 M. Ersparnis an einem einzigen Anzug!
sitzende Anzüge EEEEEEETEETETEETET-ETETETETEETETETETETE-4
zu zivilen Preisen
Senden Sie mir sofort franko, ohne Kaufverpflichtung, eine
anfertigen, ohne
dass der Stoff von
denselben
gelie-
jert vird, weisen : Musterkollektion der neuesten Herrenstoffe.
wir in ſast jedem
grösseren Orfe
nach.
Name:
En Bevölkerungskreisen be-
Lätzächlich so billig kommt.
Nichigeſallende
STOFFE
Zwerden umgetauschi?
oder das Geld
ohne Einwendung
wieder
zurück-
gesandf.
S
SazTzTezzezene
Wohnorf:
Strasse:.
Posistation:
[ ← ][ ]Gobpartob deid 19f
Wie lange müssen Sie arbeiten, um 200 M. zu verdienen
20 M. zurückzulegen? Wenn Sie unserem Rate folgen, so kön
Sie oft gleich 15 oder 20 oder 30 M. zurücklegen, ohne zu arbeiten
Sie können nämlich bis 15 oder 20 oder 30 M. an einem-Anzug
sparen, wenn Sie sich vorher nur die kleine Mühe machen,
Postkarte zu schreiben. — Wir senden Ihnen dann
auf unsere Kosten, ohne Risiko für Sie
über 200 elegante Stoffmuster mit Angabe der Preise und viele werde
je nachdem, wieviel sie sonst für einen Anzug auszugeben pflegen,t
15 oder 20 oder 30 M. sparen
Sie suchen sich aus unseren Mastern aus, was Ihnen gef
besehen die Stoffe bei Tage und bei Lampenlicht, prüfen sie
geniert auf ihre Haltbarkeit, fragen Angehörige und Bekannte
ihre Meinung, kurz, Sie wählen in aller Ruhe, ohne Uebereilun
ohne dass Ihnen jemand dreinredet oder Sie drängt, unter
mehr als 200 Mustern aus, was Ihnen am besten gefällt.
60.
Sie suchen vielleicht erst die 10 oder 20 besten her
Der Vater: Deine Verschwendung in der Kleidung
und unter diesen wieder das Allerbeste.
macht mir Sorge! Du verdienst nur 90 Mark monatlich
Das bestellen Sie dann und erhalten es zugesandt.
und kleidest Dich, dass ich alter Mann mir neben Dir
wie ein Handwerksbursche vorkomme!
Dann lassen Sie sich bei einem guten Schneider Mass nehme
Der Sohn: Deine Sorge ist ganz überflüssig. lieber
An kleinen Orten wissen Sie ja selbst, welche Schneider
Vater. Mein eleganter Anzug kostet viel weniger als
arbeiten. Wissen Sie keinen, so weisen wir Ihnen einenn
Deiner, weil ich mir den Stoff von der Tuchfabrik Otto
Schwetasch in Görlitz schicken und bei einem hiesigen
oder übernehmen auch die Arbeit selbst unter Garantieule
guten Schneider verarbeiten lasse. Für das Geld, welches
Sitzes. Wir haben zu diesem Zwecke selbst eine grosse,
Du für einen Anzug allein ausgibst, bekomme ich schon
einen Anzug mit Ueberzieher. Mache es auch so, dann
tüchtigen Kräften geleitete Schneiderwerkstatt eingerichtet.
wirs! Du für weniger Geld ebenso elegant angezogen
In grösseren Städten gibt es genug Schneider, die
Lehen, wie ich.
private Aufträge annehmen, wenn man den Stoff selbst besom
und für billiges Geld ein sehr feines Stück Arbeit liefern.
Sie können dann, zu einem Teil des Preises, den Sie in allerfeinsten Geschäften zahlen müssten, e
genau ebenso eleganten Anzug bekommen, als wenn Sie sich ihn in einem solchen Geschäfte anmessen lies
Der Macherlohn beträgt mit allen Zutaten je nach den Ansprüchen, die Sie stellen, bei uns z. B. 16.75 bis 32.80
5.— bis 36.−
Stoff zu einem Anzuge mittlerer Grösse kostet bei uns
Der fertige Anzug kostet also
21.75 b. 68.80
Hierbei ist aber zu bemerken, dass dieser teuerste Anzug zu 68.80 M. ein vornehmer, reich mit
gezwirnter Luxusanzug ist.
Ohne dass Sie die Muster sehen, hat es eigentlich wenig Zweck, Ihnen die Preise alle anzugeben, undees
das einfachste, dass Sie sich die Muster kommen lassen und sich selbst überzeugen, wieviel Sie sparen könne
Kosten entstehen Ihnen nicht und Sie brauchen nichts zu bestellen
Sie werden aber bestimmt bestellen, wenn Sie sehen, was wir für wenig Geld bieten. Wie könnten
130000 Kunden haben, wenn nicht ein grosser Vorteil dabei wäre?
* Von den Tausenden einige
* Anerkennungen, die wir
letzter Zeit erhielten:
Ich hätte nicht geglaubt, dass I
Schneider ohne anzuprobieren solche
schönen, passenden Anzug machen könnfen
Bei Ihnen habe ich auch noch an einen
Anzug M 25.— gespart. F. P. in Gerthes
An
Durch Herrn Sch. aus Sch. wurde mi
mitgeteilt, dass, wenn er von Ihnen dire
einen Anzug kaufte, derselbe sich M. 30
Görlitzer Tuchfabrik
billiger stellte. C. K. in Perleher
Mit den gelieferten Anzügen binei
— was Stolf. Sitz und Haltbarkeit betriffte
sehr zufrieden. An Ersparnis rechne ic
für jeden Anzug M. 20.— bis M. 25 —
Lehrer B. in Recklinghausen
O10 Saieldsur
Meinen innigsten Dank für den gele
lerten Stoff zum Anzuge, da ich fürden
halben Preis einen sehr guten Anzuf
G. m. b. H.
erhalten habe, und werde von nun an mif
Stoff von Ihnen beziehen, da ich
das Geld, wo ich hier für einen An
zahlen muss, bei Ihnen schon zwei gu
1 Anzüge erhalte. . O. J. in Masse
dass ich hierbei mindesten
* M. 15.— bis M. 20.— gespart habe; sogal
* der Schneidermeister schätzte den Preisaul
2 M. 60.— ein, obgleich ich für Stoff= und
Goriz!
1 Schneiderkosten nur rund M. 40.− zahlle
J. N. in Zabrze.
S
Drucksache.
6