Inſerate
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176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23 Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von., unſeren Agenturen und
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Kommiſſion zur Aufſtellung des Entwurfes eines
neuen Strafgeſetzbuches hat geſtern ihre Arbeiten
beendet.
Die Tauſendjahrfeier der Stadt Kaſſel
wurde geſtern durch einen Feſtakt im Rathauſe
ein=
geleitet, dem Prinz Auguſt Wilhelm von Preußen als
Vertreter des Kaiſers beiwohnte.
Der dritte internationale Kongreß für
Luftrecht in Frankfurt wurde am Freitag
abend durch ein Feſteſſen im Frankfurter Hof geſchloſſen,
bei dem die Vertreter der einzelnen Nationen
An=
ſprachen hielten. Ort der nächſten Tagung iſt Mailand.
Die Strafkammer in Kolmar verurteilte im
Prozeß Hildwein=Kübler erſteren zu 20 und
letzteren zu 10 Mark Geldſtrafe.
Der Prozeß gegen Brandt und Genoſſen kommt
am 23. Oktober ds. Js, vor der Strafkammer des
Ber=
liner Landgerichts zur Verhandlung.
Durch ein Großfeuer in Hagen (Weſtfalen) wurden
20 Anweſen zerſtört.
Die ſerbiſche Regierung hat eine Note an die
Großmächte gerichtet, in der über die feindſelige
Haltung der albaniſchen Bevölkerung,
be=
richtet wird.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
28. September 1813: Treffen bei Altenburg, Sieg der
Ver=
bündeten (Oeſterreicher und Ruſſen).
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Politiſche Wochenſchau.
Der Balkan kommt nicht zur Ruhe. Noch ſteht
der formale Abſchluß des türkiſch=bulgariſchen Friedens
aus, noch zögert die Pforte, den Frieden mit Griechenland
herbeizuführen, und ſchon hat ein neuer kriegeriſcher
Zu=
ſammenſtoß ſtattgefunden: zwiſchen Albanern und Serben.
Wer daran die Hauptſchuld träat, läßt ſich mit Sicherheit
nicht erkennen. Mannigfache Bedrückungen der unter
ſer=
biſche Hoheit gelangten Albanier mögen an dem Ausbruch
der Feindſeligkeiten ebenſo ihren Anteil haben, wie die
Freiheitsliebe der Albanier, denen die ſerbiſche Herrſchaft
unerträglich erſcheint, und die infolgedeſſen vielleicht
bul=
gariſchen Aufwieglern willig Gehör ſchenkten. Aber das
Losbrechen albaniſcher Scharen in einem Augenblick, wo
das in London von den Großmächten auf dem Papier
gebildete Staatsweſen weder eine unbeſtrittene
Regie=
rungsgewalt, noch ein monarchiſches Oberhaupt beſitzt,
wird trotz der bisherigen militäriſchen Erfolge und
trotz=
der albaniſchen Kriegstüchtigkeit kaum zur Erreichung des
erſtrebten Zieles führen. Die neue Balkankriſis iſt zunächſt
von lokaler Beſchaffenheit, da die Großmächte bisher auf
dem Boden des Londoner Vertrages ſtehen geblieben ſind
Daß ſich ſpäter, wenn die jüngſte Verwicklung nach der
einen oder der anderen Seite hin den Londoner Vertrag
durchlöchern ſollte, internationale Unſtimmigkeiten ergeben
können, iſt jedoch unbeſtreitbar. Und darum war die
Be=
unruhigung natürlich, die an den Weltbörſen beim
Aus=
bruch der albaniſch=ſerbiſchen Kämpfe hervortrat.
Wie wichtig die Balkanpolitik gerade nach den letzten
Orientkriegen für die Großmächte iſt, veranſchaulicht das
Pariſer Nachſpiel zu dem Beſuch, den der König von
Griechenland am Hohenzollernhof abgeſtattet hat.
Mittels eines rückſichtslos geführten Preſſefeldzuges wurde
von der franzbſiſchen Regierung erreicht, daß der
Griechen=
könig einen herablaſſend=kühlen Trinkſpruch des
Präſiden=
ten Poincaré mit ausgeſuchter Artigkeit beantwortete, um
die Franzofen die Anerkennung vergeſſen zu machen, die
er in Berlin der preußiſchen Taktik gezollt hatte. Der
ver=
letzten franzöſiſchen Eitelkeit war jedoch dadurch immer
noch nicht Genüge geſchehen, und König Konſtantin hielt
es deshalb für angezeigt, ſeinem Trinkſpruch eine Zugabe
in Geſtalt eines Interviews folgen zu laſſen. Trotz
alle=
dem muß er erleben, daß die Parier Vevölkerung vom
Matin gelobt wird, weil ſie keine öffentlichen
Beleidigun=
gen des Königs beging. Der Eindruck dieſer
hochfahren=
den Pariſer Politik kann in Athen unmöglich ein günſtiger
ſein; aber da Griechenland das franzöſiſche Geld braucht,
wird es ſich auch mit dieſer franzöſiſchen „Ritterlichkeit”
wenigſtens einſtweilen abfinden.
Hat man doch an dem türkiſchen Beiſpiel ſoeben
geſehen wie Frankreich von den Balkanſtaaten gehuldigt
wird, ſobald es ſich anſchickt. ſeinen Geldſchrank für die
Befriedigung finanzieller Wünſche zu öffnen. Der
tür=
kiſche Unterhändler Dſchavid Bey iſt dabei ſo weit
ge=
gangen, daß der deutſche Botſchafter auf der Hohen
Pforte Beſchwerde führen mußte Dſchavid Beys
Ent=
ſchuldigungsbeſuch in der deutſchen Botſchaft hat vielleicht
die allzu hitzigen Franzoſenfreunde am Goldenen Horn
etwas abgelühlt. Ob jedoch Frankreich deswegen
auf=
hören wird in der Türkei Trumpf zu ſein, bleibt
abzu=
warten. Die Engländer haben der auffälligen
Kund=
gebung Dſchavid Beys anſcheinend nur geringe Beachtung
geſchenkt. Dies erklärt ſich wenigſtens teilweiſe durch den
Umſtand, daß in Großbritannien die Streikſorgen, die
Manöver und die revolutionäre Bewegung der iriſchen
Homerule=Gegner im Mittelpunkte der allgemeinen
Auf=
merkſamkeit ſtanden.
Dem ſozialdemokratiſchen Parteitage ſchloſſen ſich
innerhalb der ſozialdemokratiſchen Partei die
üblichen Verſammlungen mit Zeitungserörterungen an,
die das Ergebnis der Jenger Verhandlungen einer
kriti=
ſchen Prüfung=zu unterziehen haben. Dabei ſtellte es ſich
heraus, daß in nicht wenigen Verſammlungen und Preß.
örganen die Auſtimmung zu den Parteitagsbeſchlüffen
über die Maſſenſtreikfrage und die Steuerpolitik. der
Reichstagsfraktion ſtark mit Vorbehalten verſehen werden
wird. Unter ſolchen Unſtänden kann es nicht
wunder=
nehmen, wenn die Parteileitung im Vorwärts die Loſung
ausgab, die Erörterung der Maſſenſtreikfrage einzuſtellen.
Allgemein wird aber die parteiamtliche Weiſung ſchwerlich
befolgt werden; denn die radikale Bremer Bürgerztg.,
die der „Willenskundgebung” des Parteitages zur
Maſſen=
ſtreikfrage möglichſt gute Seiten abgewann, ruft um ſo
energiſcher nach der theoretiſchen Klärung” des
Maſſen=
ſtreikproblems und läßt gleichzeitig einen kräftigen
Seiten=
hieb auf die „Partei= und Gewerkſchaftsbureaukratie” als
die Hauptgegnerin des Maſſenſtreiks niederſauſen. Der
Zank um den Maſſenſtreik dürfte älſo fortdauern.
Mit wachſender Lebhaftigkeit wendet ſich die
öffent=
liche Erörterung der braunſchweigiſchen Frage
zu. Die Amttspreſſe freilich hat an dieſer Erörterung
bis=
her nicht teilgenommen, obwohl ihr reichlich Gelegenheit
dazu geboten war. Ergießt ſich doch ſeit Wochen über
die nach Neuigkeiten dürſtende Zeitungswelt ein
förm=
licher Regen von Informationen, deren eine Hälfte
ge=
wöhnlich der anderen widerſprach. Aber die Nordd. Allg.
Ztg. blieb bis zur Stunde trotzdem ſtumm wie das Grab.
Um ſo redſeliger waren gewiſſe Korreſpondenzen, die eine
merkbare Uebereinſtimmung in dem Beſtreben an den Tag
legten, dem jungen Cumberländer den Einzug in
Braun=
ſchweig zu erleichtern, bezw. eine Verzichtleiſtung des
Prinzen Ernſt Auguſt auf ſeine hannoverſchen Anſprüche
zu bekämpfen. Bei der Begründung dieſes Standpunktes
wurde zu ſo grotesken Sinnloſigkeiten gegriffen, daß ſchon
letztere den verlorenen Poſten verrieten, auf dem jene
Nährväter welfiſcher Halsſtarrigkeit ſich befinden. Das
welfenfreundliche Treiben das der preußiſchen Regierung
und dem Bundesrat die Kapitulation vor dem Welfentum,
die Verleugung der bisher beſolnten Politik. ſowie die
Bloßſtellung der Politik Wilhelms I. und Bismarcks
zu=
mutet, dürfte fortgeſetzt werden, bis die Entſcheidung
ge=
fallen iſt.
Der Arbeiterſchutz.
— In Bern hat nunmehr nach langen arbeitsreichen
Sitzungen die Internationale Arbeiterſchutzkonferenz ihren
Abſchluß gefunden. Nachdem bei uns in Deutſchland in
den achtziger Jahren Sozialpolitik eingeleitet worden
war, ſind wir eine ganze Reihe von Jahren allein
ge=
blieben; niemand folgte uns ſofort in der Fürſorge für
die arbeitenden Klaſſen, nicht einmal in den freier
regier=
ten Staaten, und erſt allmählich begann man auch
ander=
wärts an den Arbeiterſchutz zu denken, als man die
Seg=
nungen erkannte, die aus derartigen Maßnahmen nicht
nur für die Arbeiterſchaft, ſondern ſchließlich auch für die
geſamte Nation erwachſen. War man erſt ſoweit, dann
ergab es ſich von ſelbſt, daß die Staaten auf dieſem
Ge=
biete einander nähertraten und als vorteilhaft erkannten,
ſoweit angängig, auf gemeinſamer Grundlage zu arbeiten
und die erforderlichen Beſtimmungen ähnlich zu geſtalten.
Acht Jahre ſind es her, daß gleichfalls in Bern eine
internationale Konferenz für den Arbeiterſchutz
ſtattge=
funden hatte, und jetzt iſt man über eine Reihe von
Vor=
ſchlägen übereingekommen, deren Ausführung einen
wich=
tigen Fortſchritt auf ſozialem Gebiete bedeuten würde.
Leider ſteht zu befürchten, daß die auf der Konferenz
ge=
machten Vorſchläge nicht allenthalben zur Durchführung
gelangen werden, weil verſchiedene Vertreter die
Unter=
zeichnung der Beſtimmungen nur unter Vorbehalt
mach=
ten, indem betont wurde, daß die betreffenden
Regierun=
gen das Recht der freien Entſchließung ſich ausdrücklich
vorbehalten. Beſonders eingehende Beratung hatte man
der induſtriellen Nachtarbeit jugendlicher Arbeiter
gewid=
met unddie Beſtimmung getroffen, daß derartige Arbeit
bis zum vollendeten 16. Lebensjahre überhaupt verboten
ſein ſoll. Die Nachtruhe ſoll eine Dauer von mindeſtens
elf aufeinanderfolgenden Stunden haben, wobei freilich die
Bedürfniſſe verſchiedener Induſtriezweige entſprechende
Berückſichtigung ſinden müſſen. Ferner wurde noch eine
Konvention abgeſchloſſen, wonach die Dauer der
Induſtrie=
arbeit weiblicher Perſonen jeden Alters und junger Leute
unter 16 Jahren täglich nicht mehr als zehn Stunden
be=
tragen dürfe. Ueberſtunden ſollen unter gewiſſen
Vor=
ausſetzungen ſtattfinden können, jedoch darf die
Geſamt=
zahl im Jahre 140 Stunden nicht überſchreiten. Gewiſ=
Uebergangsfriſten für einige Induſtrien ſollen zuläſſig ſein.
Zwiſchen den Delegierten herrſchte die beſte
Har=
monie, und es machte einen freundlichen Eindruck, als
der Vertreter der ſchweizeriſchen Regierung beſonderen
Dank den Präſidenten der beiden Kommiſſionen
ab=
ſtattete, dem deutſchen Miniſterialdirektor Caſpar und dem
franzöſiſchen Delegierten Millerand. Wenn doch auch auf
anderen Gebieten beide Staaten ſo einträchtig miteinander
arbeiten würden! Der in Bern eingeſchlagene Weg iſt ein
durchaus brauchbarer. Man hält ſich dort in gangbaren
Bahnen, und wir dürfen wohl dem Wunſche Ausdruck
geben, daß in dieſer Weiſe fortgefahren wird, dann wird
man auch zu greifbaren Erfolgen gelangen.
Deutſches Reich.
— Die Kolonialreiſe des deutſchen
Kronprinzen. Ueber die beabſichtigte
Kolonial=
reiſe des deutſchen Kronprinzen erfahren Berliner
Blät=
ter: Der Kronprinz trägt ſich ſchon ſeit längerer Zeit mit
dem Gedanken, eine Reiſe nach den afrikaniſchen Kolonien
zu unternehmen. Schon auf der Indien=Reiſe war dieſer
Plan erwogen worden, mußte aber damals unterbleiben.
Die Reiſe ſoll nun im nächſten Frühjahr beſtimmt
ſtatt=
finden. Wahrſcheinlich wird der Kronprinz zunächſt über
den Balkan und Aegypten Oſtafrika beſuchen, daran
an=
ſchließend über die Kapkolonie Südweſtafrika aufſuchen
und auf der Rückreiſe einen kurzen Abſtecher in Kamerun
machen. Die Kronprinzeſſin wird an der Reiſe nicht
teil=
nehmen. In den Kolonien will der Kronprinz
Jagdaus=
flüge machen.
Die Nationalliberalen und die
braunſchweigiſche Frage. Die Nationalliberale
Korreſpondenz veröffentlicht eine längere amtliche
Partei=
kundgebung zur braunſchweigiſchen Frage. Sie verlangt
wenigſtens von dem zukünftigen Herzog von Braunſchweig
für ſich und ſeine Deſzendenten einen glatten Verzicht auf
Hannover. Die Erfüllung dieſer Forderung ſei die
ein=
zige genügende Sicherung für Preußen, daß nicht in
Braunſchweig eine Regierung eingerichtet werde, die für
den inneren Frieden des preußiſchen Staates bedrohlich
werden könne. Der Schluß der parteiamtlichen
Kund=
gebung lautet: „Die preußiſche Staatsregierung ſteht vor
einer folgenſchweren Entſchließung, und wir können nur
wiederholen, was wir bereits früher ausgeſprochen haben,
daß ſie ihre Entſcheidung nicht nach dynaſtiſchen, ſondern
nach den Intereſſen des Deutſchen Reiches, Braunſchweigs
und Preußens zu treffen hat. Wir wollen hoffen, daß ſich
nicht an den Namen Bethmann Hollweg einer der
folgen=
ſchwerſten Fehler der preußiſchen Politik knüpft.”
Gegen die Arbeitsloſenverſicherung.
Der allgemeine Verſicherungsſchutzverband nahm in ſeiner
Ausſchußſitzung, die in Köln ſtattfand, zu der Frage der
Ar=
beitsloſenverſicherung Stellung. In der Entſchließung
heißt es:
„Ein beſonderes Intereſſe für die
Arbeitsloſenver=
ſicherung haben bis jetzt nur die Gewerkſchaften gezeigt,
die in ihr ein wichtiges Mittel zur Durchführung ihrer
Lohnkämpfe erblicken. Je mehr Staat und Gemeinde die
Koſten der Arbeitsloſenverſicherung übernehmen. um ſo
mehr ſind die Gewerlſchaften in der Lage, ihre Mittelfür
Ausſtandsunterſtützungen bereitzuſtellen. Eine ſtaatliche
Arbeitsloſenverſicherung unterſtützt demnach den gegen die
Arbeitgeber gerichteten Kampf der Gewerkſchaften. Sie
wird aber weiter die Wirkung haben, daß der Zuſtrom
zu den großen Städten ſtärker zunimmt und dem Lande
noch mehr Arbeitskräfte entzogen werden. Aus dieſen
Gründen kann die Fürſorge für die Arbeitsloſen nicht auf
dem Wege der Verſicherung erfolgen, ſondern nur durch
die unmittelbare Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit.”
— Die Veteranenfürſorge für die
El=
ſäſſer. In der Straßburger Korreſpondenz vom 19.
ds. Mts. war in einem Artikel zur Veteranenfürſorge
mit=
geteilt, daß alljährlich an rund 12000 Empfänger
Kriegs=
teilnehmer= und Kriegsinvaliden=Beihilfen aus
Reichs=
mitteln nach Elſaß=Lothringen fließen, und zwar faſt
aus=
ſchließlich für ehemalige franzöſiſche Soldaten elſaß=
loth=
ringiſcher Staatsangehörigkeit im Geſamtbetrag von rund
1800000 Mark. Anknüpfend an eine im Schwäbiſchen
Merkur erſchienene Veröffentlichung, die die wohlwollende
Fürſorge des Deutſchen Reiches für die alten franzöſiſchen
Krieger anerkennt, bemerkte der Wetterléſche Nouvelliſte
in Kolmar vom 24. ds. Mts., ſeinerzeit bei Feſtſetzung
der fünf Milliarden Kriegsentſchädigung Frankreichs an
Deutſchland ſei ausbedungen worden, daß für diejenigen
Elſäſſer, die noch unter den franzöſiſchen Fahnen gekämpft,
ein Spezialfonds zurückbehalten werde. „Dieſe
Ausfüh=
rungen”, ſo ſchreibt die amtliche Straßburger
Korreſpon=
denz, „widerſprechen den Tatſachen. Es iſt unrichtig, daß
ein beſonderer Fonds auf Grund einer im
Friedensver=
trag übernommenen Verpflichtung für die Elſäſſer, ſoweit
ſie im Kriege unter franzöſiſcher Fahne geſtanden haben,
bereit zu halten war. In der Zuſatzkonvention vom 11.
De=
zember 1871 hat die deutſche Regierung lediglich
über=
nommen, die Militärpenſionen, welche vor dem 19. Juli
1870 Angehörigen der abgetretenen Gebiete oder deren
Witwen und Waiſen aus der franzöſiſchen Staatskaſſe
Seite. 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
Nummer 228.
geſetzlich zukamen, zu bezahlen. Mit den in Frage
ſtehen=
den Zuwendungen haben dieſe Militärpenſionen nichts zu
tun. Erſtere ſind vielmehr eine auf freiem Entſchluß des
Deutſchen Reiches beruhende Unterſtützung. Es iſt ebenſo
weiter unwahr, daß es franzöſiſches Geld ſei, das die
Ve=
teranen beziehen. Dieſe Behauptung kann nichts anderes
bezwecken, als eine bewußte Irreführung der elſaß=
loth=
ringiſchen Bevölkerung. Der Hinweis auf Bebel bleibt
ohne nähere Angabe unverſtändlich.
-
Wahlaufruf der Fortſchrittlichen
Volkspartei in Baden. Die Fortſchrittliche
Volks=
partei in Baden hat nun ebenfalls ihren Aufruf zu den
bevorſtehenden Landtagswahlen in Baden veröffentlicht.
Er bezeichnet als den Mittelpunkt des kommenden
Wahl=
kampfes die Forderung auf Einführung der
Verhältnis=
wahl. Er fordert ferner u. a. die Beſeitigung des
ver=
alteten Wahlſyſtems für die Kreisverſammlungen und
Wahl, nicht Ernennung der Bezirksräte, Erhaltung der
bundesſtaatlichen Selbſtändigkeit, vor allem auf dem
Ge=
biete des Eiſenbahnweſens. Das Eiſenbahnnetz ſoll
aus=
gebaut, Güter= und Perſonentarife ſollen herabgeſetzt
wer=
den. Der Wahlaufruf geht dann auf die
Lebensmittel=
teuerung ein und verſpricht Eintreten für die
Landwirt=
ſchaft wie für Handel, Induſtrie, Handwerk und Gewerbe.
Bei der Behandlung der Schulfragen wird vor allem
eine weitere Ausbildung des Fortbildungsſchulweſens
verlangt. An der Simultanſchule ſoll unbedingt
feſtge=
halten werden. Der Wahlaufruf weiſt dann den
Vor=
wurf der Religionsfeindſchaft mit aller Entſchiedenheit
zu=
rück. Die Geiſtlichen müſſen ein auskömmliches Gehalt
beziehen, die Mittel dazu müßten auf dem Wege der
Kir=
chenſteuer aufgebracht werden. Zum Schluß betont der
Aufruf, die Fortſchrittliche Volkspartei werde das
Ab=
kommen mit der Nationalliberalen Partei treulich halten.
Ausland.
Italien.
Die Neuwahl der Kammer. Der Miniſterrat
be=
riet über die Auflöſung der Deputiertenkammer, über die
Einberufung der Wähler und über das Expoſé, das die
Gründe der Auflöſung darlegt und gleichzeitig mit dem
Auflöſungsdekret veröffentlicht werden ſoll. Nach der
Tribuna findet der erſte Wahlgang am 26. Oktober, die
Stichwahlen am 2. November ſtatt. Die Kammer wird
auf den 26. November einberufen werden.
Ueber die neuen Schiffsbauten weiß der
Mailänder Corriere della Sera aus Spezia zu melden
daß das im weſentlichen vollendete Schlachtſchiff „Giulio
Ceſare” welches jüngſt von Genua nach Spezia gefahren
iſt, um in dem dortigen Dock die Kielreinigung
vorzuneh=
men, noch einige Monate mit den Maſchinen= und
Ar=
tillerieproben zu tun haben und mit Anfang März 1914
in Dienſt geſtellt werden wird. Es ſoll zuſammen mit
dem Schweſterſchiff „Dante Alighieri” zur 1. Diviſion des
1. Geſchwaders gehören. Der Bau der Ueberdreadnoughts,
deren Pläne in den Hauptzügen feſtgeſtellt ſind, aber noch
der Durcharbeitung im einzelnen bedürfen, kann nach dem
genannten Blatt im Laufe des erſten Halbjahrs 1914
be=
ginnen. Sie ſollen ein Verdrängen von etwas mehr als
30 000 Tonnen, eine Länge von 211 und eine höchſte Breite
von 25 Metern haben, werden mit acht auf vier
Doppel=
türmen verteilten ſchweren Geſchützen (Kaliber 381) beſtückt
und werden mit ihren vier Turbinen und 80000
Pferde=
kräften eine Schnelligkeit von 25 bis 27 Knoten entwickeln,
je nach der Verwendung von Kohlen= oder flüſſiger
Feuerung.
Frankreich.
Delcaſſés Rücktritt. Das Echo de Paris will
wiſſen, daß Delcaſſé ſpäteſtens am 1. Januar 1914 den
Pe=
tersburger Poſten verlaſſen werde. Als ſein Nachfolger
würde vielfach General Liautey genannt, der ſich um ſo
eifriger um dieſe Stellung bewerbe, als er das
marokka=
niſche Klima nicht vertrage. Für den Poſten des General=
reſidenten in Marokko gebe es bereits mehrere Bewerber.
Die meiſte Ausſicht ſcheine der Senator und ehemalige
Gouverneur von Indochina, Doumer, zu haben. Auch der
Befehlshaber der Beſatzungstruppen von Weſtmarokko,
General d’Eſperey, werde einen anderen Poſten erhalten
und durch den gegenwärtigen Kommandeur der
Be=
ſatzungstruppen an der algeriſch=marokkaniſchen Grenze
General Alix erſetzt werden.
Spanien.
Die Ereigniſſe in Marokko. Es gilt als
zweifelhaft, ob die Ereigniſſe in Marokko es dem
ſpani=
ſchen Reſidenten General Marina erlauben werden,
näch=
ſten Monat nach Madrid zu kommen. General Marinas
Anweſenheit wird indeſſen dort als nicht entbehrlich
an=
geſehen, da die perſönliche Bereitwilligkeit Marinas zu
einer engeren Fühlungnahme mit dem franzöſiſchen
Re=
ſidenten außer Frage ſteht.
England.
Die Lehren der Herbſtmanöver. Beim
Schluſſe der Herbſtmanöver ſagte der König in einer unter
ſeinem Vorſitz abgehaltenen Konferenz der Generale und
Offiziere: Die Anlage der Uebungen hatte die
Verwen=
dung ſo großer Truppenmaſſen unter einem Kommando
zur Folge, wie dies bisher in England noch niemals der
Fall war. Die dabei gewonnenen Lehren ſind beſonders
wertvoll, weil die abgeſchloſſene Natur des Landes den
Verkehr erſchwerte. Ich freue mich über die bedeutende
Vermehrung der Luftfahrzeuge. Nachdem, was ich
be=
obachtete, bin ich überzeugt, daß in der praktiſchen
Schu=
lung aller Soldaten große Fortſchritte gemacht worden
ſind. Der Eifer von Offizieren und Mannſchaften hat auf
mich einen großen Eindruck gemacht.
Vereinigte Staaten.
Das Antitruſtgeſetz. Rea, der Präſident der
Pennſylvania=Eiſenbahn, kündigte an, daß der
Verwal=
tungsrat beſchloſſen habe, den Aktienbeſitz der
Anthrazit=
kohlengeſellſchaften zu verkaufen. Unter dieſem Beſitz
be=
finden ſich Aktien verſchiedener Geſellſchaften, mit welchen
die Pennſylvania=Bahn 40 Jahre lang in Verbindung
ſtand. Die Susquehanna Coal Co. iſt hauptſächlich eine
Betriebsgeſellſchaft und Verkaufsagentur dieſer Gruben.
Der Kongreß verbot kürzlich den Eiſenbahnen, Kohlen von
eigenen Gruben in Konkurrenz mit Kohlen unabhängiger
Gruben zu transportieren und zu verkaufen. Dieſes
Ge=
ſetz iſt ein Teil des Antitruſtgeſetzes. Prozeſſe zwecks
Durchführung des Geſetzes ſchweben gegen die Reading=,
ſowie gegen die Delgware Lackawanna and Weſtern=
Bahn. Der Beſitz der Pennſylvania=Eiſenbahn an Aktien
der Hartkohlengeſellſchaften im Vergleich zum Beſitz einiger
anderer Anthrazitkohlen=Eiſenbahnen wird als gering
be=
trachtet, er beträgt nur 10 Prozent aller
Anthrazitkohlen=
gruben.
Ching.
Ein Ultimatum Japans. Die Times melden
aus Peking: Der japaniſche Geſandte hat die
Aufmerk=
ſamkeit der chineſiſchen Regierung auf die Tatſache gelenkt,
daß ſie den japaniſchen Forderungen betr. des
Zwiſchen=
falles keine Folge gegeben habe. Der Geſandte erklärte,
daß, wenn dieſe Forderungen nicht binnen dreier Tage
befriedigt würden, ſich Japan für ermächtigt halten würde,
alle notwendigen Maßnahmen zu treffen. Zehn mit
Ma=
rineſoldaten vollbeſetzte japaniſche Kriegsſchiffe warten
bei Nanking das Ergebnis ab.
* Trier, 27. Sept. Der Kaiſer kommt am 15.
Ok=
tober von Schloß Lieſer im Kraftwagen über Daun nach
Gerolſtein. In Daun beſichtigt der Kaiſer den zu ſeinem
Regierungsjubiläum geſtifteten Naturſchutzpark.
Vor=
mittags um 11 Uhr trifft der Kaiſer in Gerolſtein ein,
worauf dort die Einweihung der neuen proteſtantiſchen
Erlöſerkirche erfolgt. Nach der Einweihungsfeier frühſtückt
der Kaiſer bei dem in Gerolſtein wohnenden Freiherrn
v. Mirbach und beſichtigt dann den Naturſchutzpark in
Gerolſtein, ſowie den Kaiſer=Wilhelm=Felſen daſelbſte=
Gegen 2 Uhr erfolgt die Weiterfahrt nach Bonn=
* Eiſenbahnleiſtungen im diesjährigen,
Kaiſermanöver und privater
Güterver=
kehr. Die Beförderung der Truppen durch die
Eiſen=
bahn, namentlich der ſchnelle und glatte Abtransport der
Truppenteile, ſtellt eine der wichtigſten Aufgaben der Ma= dar. Die Leiſtungsfähigkeit der Bahnen wird einer
ſtrengen Prüfung unterworfen, weil ſich die Transporte
auf ganz kurze Zeit zuſammendrängen, ſo daß ähnliche
Verhältniſſe geſchaffen werden wie bei der Mobilmachung.
Die Leiſtungen der Eiſenbahnen im diesjährigen
Kaiſer=
manöver haben beſonders die Eiſenbahndirektionen
Bres=
lau und Poſen betroffen, und es iſt gelungen, ſowohl die
Heranziehungen ſowie vor allem den Abtransport der
Truppen, der hauptſächlich am 11. und 12. September
ſtatt=
gefunden hat, ſo zu geſtalten, daß Störungen von
ein=
ſchneidender Bedeutung nicht vorkamen. Es wurden im
ganzen ca. 50000 Mann, 20000 Pferde, 8000 Fahrzeuge
und 400000 Kilogramm Gepäck befördert. Allein für Hin=
und Rückbeförderung der Kriegervereine und
Sanitäts=
kolonnen zur Kaiſerparade nach Breslau dienten außer den
verſtärkten fahrplanmäßigen Zügen nicht weniger als 61
Sonderzüge. Für den Rücktransport der Truppen aus
dem Manöver ſind alles in allem rund 90 Sonderzüge zur
Benutzung gelangt. Beſonderes Gewicht war diesmal auf
eine glatte Abwicklung des privaten Güterverkehrs gelegt
worden. Wenn auch eine vorübergehende Einſchränkung
des regelmäßigen Güterzugbetriebes und der
Waggonver=
ſorgung nicht immer vermieden werden konnte, ſo iſt doch
eine gänzliche Unterbrechung des Güterverkehrs nicht
ein=
getreten.
Zeitungsſchau.
Ueber die Gerichtsberichterſtattung — dieſes in letzter
Zeit viel erörterte Thema — ſchreibt die Köln. Ztg.
an=
läßlich des Prozeſſes Ritter neuerdings: Die
zunehmende Gepflogenheit einer Berichterſtattung, der
das Detail alles iſt, die alles geleiſtet zu haben glaubt,
wenn ſie nur nichts vergeſſen hat und für die ſich der
Mei=
ſter nur in der Unbeſchränktheit der Zeilenverſchwendung
zeigt, wird wahrhaft bedenklich, wo es ſich um die
Schilde=
rung von Verbrechen handelt, wie ſie namentlich in der
Gerichtsberichterſtattung ihr Unweſen treibt. Die
Er=
örterung der Auswüchſe der Berichterſtattung erhält
im=
mer wieder neue Nahrung. Noch iſt in aller Gedächtnis.
welche Flut von Abſcheulichkeiten die Berichte über den
Eulenburg=Prozeß in die Häuſer und unter die Augen
der Heranwachſenden trugen. Der Fall Schönebeck lieferte
neues Material für die Frage, wie den Auswüchſen der
Berichterſtattung zu ſteuern ſei. Ernſtliche Verſuche ſind
gemacht worden, durch Vereinbarung von Blatt zu Blatt.
die Berichte über Verbrechen und Skandalfälle aufs
not=
wendigſte zu beſchränken, und im Rheinland haben dieſe
Vereinbarungen auch Erfolg gehabt. Die Verhandlungen
gegen Sternickel und neuerdings gegen Ritter haben
wie=
der bedenkliche und beklagenswerte Beiſpiele für die
Be=
richterſtattung geliefert, die ſich der Wirkung der
Ver=
brechenſchilderung nicht bewußt iſt. In den Berichten
über den Prozeß Sternickel konnte man in eingehender
Darſtellung leſen, wie der Verbrecher ſeine Opfer
abſchlach=
tete. Wie dieſe mordende Beſtie zu Werke ging, wurde ſo
ſorgfältig erzählt, als komme es darauf an, Nachahmer zu
unterrichten. Wie die Schilderungen der entſetzlichen
Vor=
gänge, der Ausführung der Tat, des Todeskampfes der
Opfer auf die Menſchen wirken, in denen eine ähnliche
Veranlagung ſolange ſchlummert, bis irgendwie die
Hem=
mungen ausgeſchaltet werden das wird bei der Abfaſſung
und bei der Veröffentlichung ſolcher Berichte nicht
er=
wogen. Aehnlich im Falle Ritter. Die Stunde der Tat
mit ihrem ſchwülen Hauch von Entartung und Perverſität
wird uns genau vor Augen geführt. Alle Gefühle des
Täters, die Handlungen, die der Zuſammenkunft mit
einem Opfer vorangehen, werden ſorgfältig dargeſtellt,
ſein Gefühlsleben wird vor dem Leſer ausgebreitet, alle
krankhaften, abnormen Züge werden herausgearbeitet und
nur das Schlimmſte wird weggelaſſen. Aber der Menſch
und ſeine Tat ſtehen ſo vor dem inneren Auge des
Leſers, daß er ſich hineinleben kann. Die Gräßlichkeit der
Zerſtückelung der Leiche, der Verpackung der einzelnen
Teile und was der Täter dabei empfand, das wird
un=
verkürzt erzählt. Auch hier kein Gedanke daran, welche
ſeeliſche Anſteckung von dieſen Schilderungen ausgehen
kann, die doch in die Hände unreifer, innerlich
ungefeſtig=
ter Menſchen, in die Hände Kranker und Entarteter fallen
müſſen. Daß während dieſer Verhandlungen die
Oeffent=
lichkeit ausgeſchloſſen war, merkt man an den
Zeitungs=
berichten, hergeſtellt von den Gerichtsberichterſtattern, die
bei den Verhandlungen anweſend bleiben durften,
wahr=
lich nicht. Die Oeffentlichkeit war nur ausgeſchloſſen,
in=
ſofern die paar Gerichtsſaalbeſucher in Betracht kamen.
Sonntag.
*⁎* Der Sonntag iſt uns Menſchen der modernen Zeit
noch wertvoller geworden als unſeren Vätern. Wir, die
wir inmitten eines aufreibenden Arbeitslebens ſtehen,
be=
greifen ganz anders die große Wohltat, die er uns ſchenkt:
einmal abwerfen dürfen die Laſt des Berufs der goldenen
Ruhe zu genießen und Kraft zu ſammeln für kommende
Tage. Und ſo haben wir ihn mit Sehnſucht erwartet und
grüßen ihn als unſeren Freund.
Was wird er uns bringen? Dem einen Erholung in
der ewig ſchaffenden Natur Möge er finden, was er
ſucht! Möge ſeine Lunge gebadet, ſein Geiſt erfriſcht, ſein
Herz geweitet werden! Möge er etwas ſpüren vom Hauch
der Unendlichkeit.
Andere ſuchen nicht die wunderbare Größe der Natur,
ſondern die Anregung der Kultur. Am Werktag waren
ſie bloße Nummern und Zahlen, Räder in der großen
Arbeitsmaſchine. Jetzt möchten ſie ſich einmal als
Kultur=
menſchen fühlen, berührt werden von dem Geiſte des
ge=
ſteigerten Lebens, das ſie überall umweht. Ihr Alltag
war matt und grau, nun dürſten ſie nach Licht und Farbe,
Schwung und Glanz, Bewegung und Freude. Andere
ſättigen ſich an den Stätten der Kunſt und des dichteriſchen
Spiels. Mögen ſie etwas ſpüren vom Geiſte echter
Bil=
dung.
Andere ſuchen mehr als Natur und Kultur: ſie ſuchen
Perſönlichkeit, ſie ſuchen ſich ſelbſt. Sich ſelbſt wieder
ein=
mal finden nach der Haſt des Werktags, mit ſich allein ſein
in trauter Zwieſprache oder ſtill werden mit einem guten
Buch, die Kräfte des Gemüts wirken laſſen im Schoß der
Familie, das iſt ihre liebſte Freude. Möge ihnen
beſchie=
den ſein, hinabzuſteigen zu den Quellen des perſönlichen
Lebens.
Andere ſuchen Gott. Wohl haben ſie ihn auch am
Werktag geſucht und verſpürt. Aber am Sonntag
möch=
ten ſie ihm näher kommen. In den Gottesdienſten der
Kirche, in feiernder Gemeinſchaft mit andern, in ſtiller
Verborgenheit. Was iſt uns der Sonntag. Möge er uns
allen ein Sonnen=Tag ſein, an dem irgend eine Frucht reift.
Möge er unſer wertvollſter Tag ſein!
Eine Berliner Reklamemarken=
Ausſtellung.
Die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ſtand
im Zeichen der Verkehrsentwickelung. Neu auftauchende
Verkehrsmittel aller Art brachten die entfernteſten
Welt=
gegenden einander näher. Kein Wunder, wenn in dieſer
Zeit auch der Sammeltrieb über die heimatlichen Grenzen
hinausging und in der Anhäufung von Briefmarken ein
hinter ihm verborgenes Intereſſe an der auch dem engſten
Geſichtskreis nun näher gerückten Welt befriedigte. Der
Anfang des zwanzigſten Jahrhunderts dagegen ſteht im
Zeichen der Reklame, des modernen Kampf= und
Vertei=
digungsmittels im Ringen um die Exiſtenzbedingungen.
Obenan ſteht unter ihnen das Plakat, das mit
eindring=
licher Sprache auf die großen Maſſen einzuwirken ſucht
und an Ueberzeugungskraft gewann, als künſtleriſche
Ele=
mente ſeine Ausgeſtaltung übernahmen. Aber man ging
noch weiter. Man warf ſich auf die Siegelmarke, die ſich
als Briefverſchluß an den Einzelnen unter der großen
Maſſe wendet, um ihn auf irgend eine geſchäftliche,
natio=
nale oder kulturelle Einrichtung hinzuweiſen. Die
Siegel=
marke wurde zum Plakat im Kleinen, hinſichtlich ihrer
Größe ſowohl als ihres Verbreitungsgebietes Es
ver=
teht ſich faſt von ſelbſt, daß der moderne Sammelſport
ihr bald ein intenſives Intereſſe zuwandte und in den
Kreiſen der Erwachſenen nicht minder Eingang wie in
denen der Kinder fand. Künſtleriſcher Geſchmack auf der
einen Seite die Frende am Bilde auf der anderen Seite
mögen die innerſten treibenden Kräfte dieſes neuen
Spor=
tes ſein. Zu dieſem Schluß wenigſtens kommt man, wenn
man die Ausſtellung von Reklamemarken durchwandert,
die ein großes Berliner Warenhaus, das faſhionable
Kauf=
haus des Weſtens, in dieſen Tagen veranſialtet. Daß
ge=
rade ein Warenhaus dieſem Sammelſport ſeine Räume
zur Verfügung ſtellt, iſt ebenfalls ein vielſagendes Zeichen
unſerer Zeit. Aus allen Gegenden der Erde hat man hier
dieſe neueſten Reklamemittel zur Schau geſtellt. Aber das
Exotiſche feſſelt hier in geringerem Maße wie bei der
Briefmacke. Die küuſtleriſche Note wird nelen der kultu=
rellen hauptſächlich das Intereſſe der Erwachſenen in
An=
ſpruch nehmen, wie dies bereits ſchon auf den
vorange=
gangenen Ausſtellungen gleicher Art in München und
Leipzig geſchah.
Von beſonderer Reichhaltigkeit iſt naturgemäß der.
Deutſchland vorbehaltene Teil der Berliner Ausſtellung.
Dem Weſen der Reklame entſprechend, treten geſonderte
Gebiete mit ihren eigenen Anſprüchen deutlich hervor. Eine
Kunſtgewerbeſchau verlangt eine andere Reklame als eine
Malzkaffeefirma, ein Gordon=Bennett=Flug eine andere
als ein Paſſionsſpiel. Man ſtaunt über die verblüffende
Wirkung dieſer Miniaturplakate, die in der Mehrzahl
durch die Gegenſätze der Farben reden. Das Sujet wird
oft nur auf das Notwendigſte beſchränkt. Ein ſchlichtes
Kreuz unter einem durch zwei Linien angedeuteten Dach
genügt beiſpielsweiſe, mit Hilfe einer geeigneten
Raum=
verteilung auf den Ernſt der Oberammergauer
Paſſions=
ſpiele hinzuweiſen. Ebenſo zweckentſprechend und klar in
ihren Abſichten iſt die Werbemarke der Internationalen
Ausſtellung für Buchgewerbe und Graphik, Leipzig 1914,
die nur durch Schrift und Farbe zu wirken ſucht.
Ande=
rerſeits wiederum begegnet man nicht ſelten den
abſonder=
lichſten Verirrungen wie bei der Geſchäftsreklame einer
Firma für hygieniſche Wolle; die eine ganze Bilderſerie
von Zeppelinluftſchiffen, Flugmaſchinen, Schnelldampfern
uſw herausgibt. Hier ſteht der Zweck mit dem Mittel in
keinem Zuſammenhang; der Erfolg iſt ein unharmoniſches
Gebilde, das von allen Anhängern eines auten Geſchmacks
nur Kopfſchütteln und unbarmherziges Ablehnen erfahren
muß. Wo aber Künſtler ſich eines mit dem Zweck
logiſch verbundenen Süzets angenommen haben, da
ent=
ſtanden hervorragende kleine Kunſtwerke, ſo durch den
kraftvollen monumentalen Stil einer Egger=Lienz, in der
prickelnden mondänen Lebensfreude der Berliner Künſtler
Ernſt Deutſch und H. R. Erd, in den kapriziöſen
Grotes=
ken von Emil Preetorius und dem großzügigen
Ameri=
kanismus eines Ludwig Hohlwein.
Es iſt erſtaunlich, daß das Ausland. ſoweit wenigſtens
die Ausſtellung einen Ueberblick gewährt, faſt durchweg
mit minderwertigen Erzeuaniſſen auf dem Plan erſcheint.
Eine rühmliche Ausnahme machen neben Oeſterreich=
Ungarn die Schweiz, die u. a. mit einem Entwurf von
Nummer 228.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
Seite 3.
Die Millionen Zeitungsleſer erfuhren, auch wenn das
Schlimmſte nicht geſagt wurde, genug, ſo daß ihnen die
verruchte Tat eines Minderwertigen klar vor Augen ſteht.
Iſt es nötig, daß Hunderttauſende dieſe Scheußlichkeiten
leſen? Muß Hunderttauſenden dieſes grauenhafte Bild vor
die Seele gerufen werden? Kann hierfür irgendein
an=
derer Grund angeführt werden als der, mit der
Befrie=
digung niedrigſter Neugierde ein Geſchäft zu machen?
Sollen dieſe Bilder des Grauens, deren Aufrollung nur
vor Gericht notwendig war, moraliſchen Abſcheu erwecken?
Sie können vhyſiſchen Ekel erregen, aber wird damit
irgendeinem wichtigeren Zweck gedient als der
Senſations=
luſt? Niemand kann beſtreiten, daß Menſchen, in deren
Gehirn und Seelenleben Mordinſtinkte ſchlummern,
ge=
rade durch ſolche Schilderungen aufs gefährlichſte beeinflußt
werden können, zumal aus beſtimmten Gründen das
Ver=
brechen Ritters eine ſo milde Sühne fand. Die
Zeilen=
ſchinderei der Gerichtsberichterſtattung, ihre
Monopoli=
ſierung durch Korreſpondenzbureaus, der Antrieb des
Wettbewerbs um die Leſerſchaft, die falſche Erwägung,
daß die rückhaltloſe Darſtellung abſchreckend wirke, und
ſchließlich die Wünſche der Leſer ſelbſt, die gieria nach den
ausführlichſten Berichten greifen, alles wirkt zuſammen,
um Auswüchſe der Berichterſtattung und Mißbrauch einer
Freiheit hervorzubringen, die unbedingt ihre Grenzen
haben muß, wo die gemeine Gefahr anfängt. Es gibt
keine Freiheit, die reſtlos ausgenützt werden kann, jede
findet ihr Halt da, wo ſie ſchädlich wirkt. Wenn die
Be=
richterſtattung auch nur im entfernteſten dazu beiträgt,
Verbrecherinſtinkte in den Gehirnen dazu Veranlagter zu
entbinden, Geſchmack und Gefühl zu verrohen, dann muß
ſie eingedämmt werden.
Die Unverantwortlichkeit der Gewerkſchaften. Unter
dieſer Ueberſchrift wird der Altnationalliberalen
Reichs=
korreſpondenz aus dem gewerbsfleißigen Weſten
geſchrie=
ben: Der „wilde” Streik, den die Werftarbeiter jüngſt
gegen den ausdrücklichen Willen ihrer Gewerkſchaftsleitung
ins Werk geſetzt haben, lenkt den Blick auf eine Tatſache,
die bisher noch nicht die gebührende Achtung gefunden
hat: die Unverantwortlichkeit der Arbeiterorganiſationen.
Das Beiſpiel des Hamburger Streiks läßt erkennen, wie
ſchwierig die Löſung des Problems ſein wird, der
Ge=
werkſchaftsgeſamtheit eine Verantwortung für die
Hand=
lungsweiſe ihrer Mitglieder in Arbeitskämpfen
zuzuwei=
en. Das Beiſpiel beleuchtet aber auch die Lage der
Ver=
hältniſſe nach anderer Richtung hin. Denn wenn heute
von gewiſſer — auch wiſſenſchaftlicher — Seite
immer=
wieder die Gleichberechtigung der Arbeiterorganiſation
als verhandlungsführende Macht mit der Arbeitgeberſchaft
verfochten wird, ſo überſieht man, daß dieſem Gleichmaß
von Rechten eine ſehr verſchiedenes Maß von Pflichten
gegenüberſteht und daß der nach jeder Richtung hin — vor
allem in finanzieller Hinſicht — verantwortliche
Arbeit=
geber ſich einem überhaupt nicht haftbar zu machenden
Kontrahenten gegenüberſieht: eben der unverantwortlichen
Gewerkſchaft. Der gegenwärtige Zuſtand läßt nicht
we=
niger denn alles zu wünſchen übrig. Auf der einen Seite
der Unternehmer, der für alles und jedes finanziell
haft=
bar zu machen iſt — und von ordentlichen und
Gewerbe=
gerichten auch ſtets gemacht wird —, auf der anderen der
Arbeitnehmer und ſeine Organiſation, die entweder
geſetz=
lich verantwortungsfrei ſind oder ſich an dieſer
Verant=
wortlichkeit „herumdrücken”. In wie ſchmählicher Weiſe
dieſes Mißverhältnis von den Gewerkſchaften ausgenutzt
werden kann, dafür mögen die Ausführungen zum
Be=
weis dienen, die vor nicht langer Zeit auf der
General=
verſammlunge des ſozialdemokratiſchen
Landarbeiterver=
bandes der „Genoſſe” Rechtsanwalt Dr. Roſenſeld
ge=
macht hat. . . Dient hier die Unverantwortlichkeit einer
Gewerkſchaft zu unanſtändiger Erpreſſertaktik, ſo macht ſich
ebenſo ſehr dieſe Unverantwortlichkeit im geordneten
Ar=
beitsverhältnis hemmend geltend. So bedeutet
beiſpiels=
weiſe die Schaffung von Tarifverträgen heute eine
finan=
zielle Bindung des Unternehmertums, das für jeden Bruch
und jeden Verſtoß haftbar gemacht wird, während
anderer=
ſeits die Arbeiterſchaft und ihre Organiſation für ſolche
Mißbräuche nicht zu faſſen ſind. Der einzelne Arbeiter
beſitzt nicht ſo viel, um finanziell herangezogen werden zu
können, die Gewerkſchaft aber iſt unverantwortlich. Und
wenn bei den von Gewerkſchaften proklamierten Streiks
durch Krawalle, Beläſtigungen von Arbeitswilligen uſw.
die Produktion lahmgelegt und dadurch dem Unternehmer
ein finanzieller Schaden zugefügt wird: die Gewerkſchaft
bleibt unverantwortlich. Daß ein ſolcher Zuſtand ein
Un=
ding iſt, hat man in England längſt eingeſehen. Dort iſt
vom oberſten Gerichtshof die Haftbarkeit der Gewerkſchaften
für recht erkannt worden. Eine 1906 eingeſetzte Königliche
Kommiſſion hat grundſätzlich entſchieden, daß das
Eigen=
tum der einzelnen Mitglieder, einſchließlich des ihnen
ge=
hörenden Gewerkvereinsvermögens, für den Erſatz des
Schadens haftbar iſt. In einzelnen Fällen, ſo noch jüngſt
durch ein Urteil des Landgerichts Elberfeld, iſt ja auch
in Deutſchland dieſe Geſetzesauslegung befolgt worden.
Aber noch fehlt es daran, daß dieſe Auffaſſung durch
ge=
ſetzgeberiſche Maßnahme Regel wird. Das wäre keine
„Knebelung der Arbeiterbewegung” ſondern nur die
Feſt=
legung des gleichen Rechtszuſtandes für Arbeitgeber= wie
für Arbeitnehmer=Organiſationen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 28. September.
Zeppelin in Darmſtadt.
* Die „Viktoria Luiſe”, die auf Veranlaſſung
der „Großh. Heſſiſchen Vereinigung für
Luftſchiffahrt” heute einen Rundflug von
Frank=
furt aus über verſchiedene heſſiſche und außerheſſiſche
Städte unternimmt, wird heute auch in Darmſtadt
landen. Die „Viktoria Luiſe” wird folgende Route
einſchlagen: 1. von Frankfurt, Abfahrt 10 Uhr vormittags
von der dortigen Luftſchiffhalle am Rebſtock, über den
Taunus nach Mainz; 2. von Mainz, Abfahrt 11 Uhr 10
Minuten vormittags vom Großen Sand, über das
Nahe=
tal und die Rheinpfalz nach Worms; 3. von Worms,
Ab=
fahrt um 12 Uhr 15 Min. vom Exerzierplatz auf dem
Roſengarten, über die Bergſtraße nach Darmſtadt; 4. von
Darmſtadt, Abfahrt um 1 Uhr 30 Min.
nach=
mittags vom Exerzierplatz am Rheintor,
über Aſchaffenburg nach Frankfurt.
Das Zeppelinſchiff wird alſo kurz nach 1 Uhr hier
landen und neue Fluggäſte aufnehmen. Von hier aus
machen die Luftreiſe vorausſichtlich 15 Perſonen mit, und
zwar u. a.: Finanzminiſter Dr. Braun Exz., Baron von
Oetinger, Direktor Lutz, Direktor Beyer, Ingenieur
Schimmelbuſch, ſämtliche Herren mit ihren
Gattin=
nen, ferner Syndikus Dr. Human uſw. Der
Exerzier=
platz wird während der Landung abgeſperrt.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog begaben ſich geſtern früh 5¼ Uhr in den
Kranich=
ſteiner Park auf Jagd. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Oberſtleutnant
v. Hofmann, Bataillons=Kommandeur im Infanterie=
Reaiment Landgraf Friedrich I. von Heſſen=Kaſſel (1.
Kur=
heſſiſches) Nr. 81, den Major Ritter und Edler v. Loeßl
beim Stabe des Garde=Dragoner=Regiments (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 23, die Oberleutnants Broicher und Fehrn.
v. Biſſing, ſowie den Leutnant v. Fiſcher von demſelben
Regiment, den Major Frhrn. Truchſeß von und zu
Wetz=
hauſen beim Stabe des Großh. Train=Bataillons Nr. 18,
den Stabsveterinär Weinhold bei demſelben Bataillon,
die Oberleutnants Coulmann vom Infanterie=Regiment
Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, v. Ilſemann
vom Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 115 und v. Kaulla vom Leib=Dragoner=Regiment
2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, die Finanzräte Reimherr von
Lauterbach und Lohnes, den Rentner Voltz von
Straß=
burg, den Kammermuſiker Uhlmann, den Dr. med. Hof,
den Pfarrer Berck von Mainz=Mombach, den Dekan
Brill von Ober=Widdersheim; zum Vortrag den
Staats=
miniſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun, den
Mi=
niſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld, den Profeſſor Dr.
Biermann, Künſtleriſchen Beirat im Großh. Kabinett.
* Juſtizperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den Amtsrichter bei dem
Amts=
gericht Reinheim Karl Wendel zum Amtsrichter bei
dem Amtsgericht Lampertheim ernannt und wurde ihm
durch Entſchließung Großh. Miniſteriums der Juſtiz die
Dienſtaufſicht bei dem Amtsgericht Lampertheim mit
Wirkung vom 15. Oktober d. J. übertragen.
Von der Provinzialdirektion Mainz. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den mit Wirkung
vom 1. Oktober lfd. Js. zum Provinzialdirektor der
Provinz Rheinheſſen ernannten Geheimerat Wilhelm
Beſt mit der Wahrnehmung der Funktionen eines
landesherrlichen Territorialkommiſſärs bei der Feſtung
Mainz von dem genannten Tage ab beauftragt und
ihm aus Anlaß ſeines Ausſcheidens aus der
ehrenamt=
lichen Tätigkeit als Generalſekretär des Alice=Frauen=
Vereins für Krankenpflege das Kommandeurkreuz 2. Klaſſe
des Ludewigs=Ordens verliehen.
*
Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Kreisgeometer des Kreisvermeſſungsamts
Bensheim Adam Walter zum Kreisgeometer des
Kreisvermeſſungsamts Offenbach.
g. Verwaltungsgerichtshof. Infolge der Neuregelung
des Verwaltungsſtreitverfahrens iſt die Zuſtändigkeit des
Verwaltungshofes bedeutend erweitert worden. So ſind
zum Beiſpiel die Wirtſchaftskonzeſſionen der Zuſtändigkeit
des Kreisamts bezw. Kreisausſchuſſes entzogen und der
Provinzialausſchuß bildet die erſte Inſtanz. Als
Beru=
fungsinſtanz hat der Verwaltungsgerichtshof über die
Er=
teilung von Konzeſſionen zu entſcheiden. Eine
Bericht=
erſtattung dürfte für unſere Leſer ſchon aus dieſem Grunde
erwünſcht ſein. Da aber auch die Entſcheidungen des
heſſiſchen Verwaltungsgerichtshofes oft von prinzipieller
Bedeutung für die übrige Rechtſprechung ſind, wollen wir
von jetzt ab regelmäßig über die Sitzungen des
Verwal=
tungsgerichtshofes berichten, ſoweit dieſelben öffentlich
ſind. In der geſtrigen Sitzung wurde über zwei
gleichge=
artete Sachen verhandelt, und zwar über die Frage, ob die
Heranziehung zur Gewerbeſteuer zuläſſig iſt, wenn eine
außerheſſiſche Firma in Heſſen vorübergehend eine
Ge=
werbsſtätte hat. Die Firma Dyckerhoff u
Wid=
mann zu Biebrich iſt in Rüſſelsheim für die Jahre
1911 und 1912 mit je 56,57 Mark auf Grund des § 28 des
Geſetzes vom 8. Juli 1888 zur Gewerbeſteuer herangezogen
worden. Sie hat dort Bauten ausgeführt, die nötigen
Bauhütten errichtet und einen Bauleiter mit Gehilfen und
etwa 45 Arbeitern ſtändig beſchäftigt. Die Firma beſtreitet
die Zuläſſigkeit der Beſteuerung. Der Betrieb ſei lediglich
in Preußen ſteuerpflichtig, wo der Sitz ſei. In Heſſen
be=
ſitze ſie keinen Gewerbebetrieb; die Errichtung eines
Neu=
baues und die Aufſtellung ambulanter Bauhütten in
Rüſ=
ſelsheim ſei nicht als eine Gewerbsanlage im Sinne der
Steuergeſetzgebung anzuſehen. Dies ſei aber unerläßliche
Vorausſetzung des § 3 des Reichsgeſetzes, betreffend die
Beſeitigung der Doppelbeſteuerung vom 22. März 1909.
Die Gemeindeumlagen könnten nach dem
Gemeindeſteuer=
geſetz von 1901 nur als Zuſchläge zu den Staatsſteuern
erhoben werden. Eine Staatsſteuerpflicht beſteht
anerkann=
termaßen für die Firma nicht, folglich auch für die
Ge=
meinde kein Recht zur Erhebung von Gemeinde=
Gewerbe=
ſteuer. Der Kreisausſchuß Groß=Gerau verwarf die
Be=
ſchwerde. Die Vorausſetzungen, unter denen nach ſtändiger
Rechtſprechung der oberſten Gerichte eine Gewerbsanlage
als vorliegend erachtet werde, ſeien erfüllt. Gegen die
Ent=
ſcheidung des Kreisausſchuſſes Groß=Gerau verfolgte die
Firma Rekurs an den Provinzialausſchuß. Der
Provin=
zialausſchuß hatte die Berufung verworfen. In der
Revi=
ſionsbeantwortung führte die Gemeinde Rüſſelsheim aus,
daß die Firma ſchon dreimal einen Gewerbeſchein gelöſt
und Gewerbeſteuer gezahlt habe. Der Vertreter des
Staatsintereſſes betonte, daß die Reichsgewerbeordnung
keine ſteuerrechtliche Bedeutung habe. Der
Verwaltungs=
gerichtshof verwirft die Reviſion als unbegründet.
Die Firma Wayß u. Freytag in Neuſtadt a. H.
iſt ebenfalls wegen der Ausführung von Bauarbeiten in
Rüſſelsheim zur Gewerbeſteuer herangezogen worden-
Es wurde in der geſtrigen Verhandlung lediglich darüber
beraten, ob die Klage erſter Inſtanz friſtgerecht
einge=
reicht war. Die Firma hatte am 11. Juni 1912
Be=
ſchwerde innerhalb der Friſt von zwei Monaten
ein=
gereicht. Sie wurde darauf aufmerkſam gemacht, daß der
Einſpruch in Form einer Klage erhoben werden müſſe. Die
Klage wurde daraufhin am 7. November 1912 erhoben.
Die Klage wurde am 17. Dezember vom Kreisausſchuß als
unbegründet abgewieſen, desgleichen verwarf der
Provin=
zialausſchuß am 1. März 1913 die Berufung als
unzu=
läſſig. Der Vertreter des Staatsintereſſes iſt entgegen
dem Urteil des Provinzialausſchuſſes der Anſicht, daß die
Beſchwerde formell zuläſſig. d. h. friſtgerecht, eingelegt ſei.
In Artikel 134 des Verwaltungsſtreitgeſetzes iſt beſtimmt,
daß die bisherigen Geſetze inſoweit unberührt bleiben.
als dieſe die Materie abweichend von den zurzeit
des Erlaſſes geltenden allgemeinen Vorſchriften regeln.
Durch das Gemeindeumlagengeſetz von 1901 wurde das
Verfahren änders geregelt, als es nach der Kreis= und
Provinzialordnung beſtand. Demnach ſei die Beſchwerde
in erſter Inſtanz formell zuläſſig und ausreichend. Es ſei
demnach in die materielle Prüfung der Sachlage
einzu=
gehen. Der Verwaltungsgerichtshof erklärte die Reviſion
für unzuläſſig.
— Vom Großh. Hoftheater. Morgen findet die
Feſt=
vorſtellung zu Ehren der in Darmſtadt tagenden Deutſchen
Zentrale für Jugendfürſorge ſtatt. Es gelangt Paul Apels
heiteres Traumſpiel „Hans Sonnenſtößers
Höl=
lenfahrt” mit der Muſik von Richard Beermann zur
erſten Wiederholung. Die Aufführung des Werkes, das
bei der Premiere in der vergangenen Woche das Publikum
köſtlich amüſierte, findet ausnahmsweiſe im D=
Abonne=
ment ſtatt. Die Mitglieder und Beſucher der Tagung
er=
halten an der Abendkaſſe gegen Vorweiſung der
Ein=
ladungskarte die Billetts ausgefolgt. Der Beginn der
Vorſtellung iſt auf 7½ Uhr angeſetzt. Am Dienstag wird
die Neueinſtudierung von Boieldieus komiſcher Oper „Die
Ferdinand Hodler vertreten iſt, und Italien, letzteres vor
allem mit den Ausſtellungsmarken von Rom (1911) und
Turin (1911). Unter dem übrigen Ausland fällt noch die
ſchwediſche Marke der Olympiſchen Spiele zu Stockholm
1912), deren Text in 16 verſchiedenen Weltſprachen
er=
chien, vorteilhaft auf. England die Vereinigten
Staa=
ten von Nordamerika, Belgien und Frankreich quälen ſich
faſt durchweg noch mit einem unnützen Barock und
ver=
ſchnörkelten Jugendſtilmotiven ab oder nehmen zu
un=
ſchönen Prägedrucken Zuflucht.
Auch dieſe erſte Berliner Reklamemarkenausſtellung
zeigt wieder, daß die Frage nach der Lebensfähigkeit
die=
ſes neueſten Sammelſportes bejaht werden kann, wenn er
ſich auf künſtleriſche und kulturelle Geſichtspunkte ſtützt. Als
vor ungefähr zwei Jahren durch die Preſſe die Nachricht
aus der bayeriſchen Hauptſtadt verbreitet wurde, daß von
der Polizei eine richtiggehende Reklamenmarkenbörſe der
Münchener Gaſſenjungen aufgehoben worden ſei, wurde
man zum erſten Mal auf einen Sammelſport aufmerkſam
gemacht, dem man ſelbſt noch kein tieferes Intereſſe
ent=
gegenbringen konnte. Heute, wo ſich von Tag zu Tag die
Zahl der künſtleriſch vollendeten Reklamemarken mehrt,
be=
ginnt dieſes Sammelfieber auch die Erwachſenen zu
er=
greifen und hat zugleich eine ernſthafte Beſchäftigung
weiterer Kreiſe mit dieſem Gebiete zur Folge. Hoffentlich
bewirkt dieſe allgemeine Anteilnahme, daß wir mit der
Zeit von geiſtloſen Machwerken geriebener Spekulanten
verſchont werden, die heute unter dem äußeren Schein
von Reklamemarken meiſt künſtleriſch wertloſe Bilderſerien
auf den Markt werfen, die mit dem Weſen der Reklame
nichts zu tun haben und nur geeignet ſind, jene den noch
jungen Sammelſport lebensfähig erhaltende Ideen zu
verwirren und hierdurch Schaden ſtiften. Ein ernſthaft
be=
triebenes Sammeln von Reklamemarken dagegen erweitert
den Blick, da es ſpielend mit unzähligen Einrichtungen
aller Art auf dem Gebiete des öffentlichen, kommerziellen
wie künſtleriſchen Lebens bekannt macht, und iſt befähigt,
zu einem nicht zu unterſchätzenden Lehrfaktor in der
all=
gemeinen Volksbildung zu werden.
Dr. Walter Georgi,
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
FM. Mannheimer Hof= und
National=
theater. Heute verabſchiedete ſich unſere
lang=
jährige, immer beliebte Soubrette Frau Margarete
Beling=Schäfer in einer ihrer beſten Rollen, der
Geiſha. Vor ausverkauftem Hauſe durfte ſie ſich nochmals
der Sympathien der Mannheimer erfreuen. Gleich bei
ihrem erſten Auftreten wurde ſie auf offener Szene mit
herzlichem Beifall empfangen, der nach den Aktſchlüſſen
nicht enden wollte. Zum Schluß hielt Frau Beling=
Schä=
fer, ſichtlich ergriffen, eine kleine Anſprache. Es erübrigt
ich, zu erwähnen, daß der beliebten, ſympathiſchen
Künſt=
lerin zahlreiche Blumenſpenden dargebracht wurden.
* Spielplan der Vereinigten
Stadt=
theater in Frankfurt a. M. 1. Opernhaus:
Sonntag, 28. Sept., abends 7 Uhr: Zum erſten Male (
Ur=
aufführung): Der Zwerg und die Infantin, Tanzſpiel in
zweiten Akten. Nach dem Märchen „Der Geburtstag der
Infantin” von Oskar Wilde. Szeniſche Bearbeitung von
Karlheinz Martin; Muſik von Bernhard Sekles. Hierauf:
Der Barbier von Sevilla. Montag, 29.: Tannhäuſer.
Dienstag, 30.: Die beiden Huſaren. Mittwoch, 1. Oktober:
Ariadne auf Naxos. Donnerstag, 2.: Der Wildſchütz.
Freitag, 3.: Carmen. Samstag, 4.: Der Zwerg und die
Infantin; hierauf: Der Bajazzo. Sonntag, 5., 3½ Uhr:
Die Regimentstochter. 7½ Uhr: Rigoletto. — 2.
Schau=
pielhaus. Sonntag, 28. Sept., 3 Uhr: Puppchen.
8 Uhr: Das Geheimnis. Montag, 29.: Das
Beſchwerde=
buch. Dienstag, 30.: Das Geheimnis. Mittwoch, 1. Okt.:
Das Beſchwerdebuch. Donnerstag, 2.: Wilhelm Tell.
Freitag, 3.: Puppchen. Samstag, 4.: Fuhrmann Henſchel.
Sonntag, 5., 3½ Uhr: Der Kampf um die Feſtung. 8 Uhr:
(Strindberg=Abend): Wetterleuchten; hierauf: Mit dem
Feuer ſpielen.
* Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
naltheaters Mann hei m. Sonntag, 28. Sept.:
Cavalleria ruſticang. Bajazzo. Montag, 29. (Zum erſten
Male): Profeſſor Bernhardi. Dienstag, 30.: La Traviata.
Mittwoch, 1. Oktober: Der Maskenball. Donnerstag, 2.:
Ein Sommernachtstraum. Freitag, 3.: Ein
Sommer=
nachtstraum. Samstag, 4.: Profeſſor Bernhardi.
Sonn=
tag, 5.: Carmen.
Die bettelnden Kinder von Dublin. Der große
Streik in Dublin nimmt immer härtere Formen an, mit
jedem Tage wächſt die furchtbare Not, die über die ärmere
Bevölkerung der iriſchen Hauptſtadt hereingebrochen iſt,
und wenn es dem nun von der engliſchen Regierung in
aller Eile nach der heimgeſuchten Stadt entſandten
Ver=
mittler Sir George Askwith nicht gelingt, in kurzer Zeit
Frieden zu ſtiften, ſtehen ſchlimme Ereigniſſe bevor. Es
iſt ein trauriges Bild, das den Beſucher empfängt, der
heute durch die Straßen Dublins ſchreitet: und das
Er=
ſchütterndſte dabei iſt wohl die grenzenloſe Not der
Kin=
der, die Leiden der bettelnden Kinder von Dublin. Nach
Tauſenden zählen ſie, in Not und Entbehrung, in dumpfen,
lichtloſen und ungeſunden Räumen wurden ſie geboren,
und ihre Kindheit iſt nur ein einziger Kampf gegen
Hun=
ger und Armut, ein Kampf, zu dem ſie ſchon auf den
Knien der Mutter erzogen werden und in dem ſie doch
nie=
mals Sieger werden. Kaum, daß ſie gehen können, wird
die Straße ihr Reich und das Betteln ihr Tagesinhalt,
denn es gibt wohl keine zweite Stadt, in der auch in
ruhigeren Zeiten die Zahl der Aermſten und Beſitzloſen
größer iſt als in Dublin. Auf der Straße hängen ſich die
kleinen Mädchen und Jungen an den Paſſanten, ihre ſo
ſeltſam müden und ſo ſeltſam wiſſenden Züge verzerren
ſich zu einem Lächeln, ſie flehen und ſchmeicheln und wehe
dem, der ſofort gibt: er würde nie wieder ungeſtört ein
paar Schritte auf der Straße gehen können. Das
Trau=
rigſte aber iſt, daß noch zu ſpäter Nachtſtunde die kleinen
Kinder dieſer „Arbeit” obliegen, in ſpäter, kalter,
regen=
naſſer Nachtſtunde, wenn die Gaſthöfe ihre Tore ſchließen
und die Beſucher heimwärts gehen. „Ich ſah um dieſe
Zeit,” ſo berichtet James Dunn in einem engliſchen Blatte,
„kleine ſechs= oder ſiebenjährige Mädchen auf dem naſſen
Straßenpflaſter tanzen. Sie tanzten den ganzen Abend
hindurch, nicht aus Freude: nur um ein Almoſen. Nun
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
Nummer 228.
weiße Dame”, die bei ihrer Repriſe am Geburtstag
der Großherzogin mit ſtarkem Beifall aufgenommen
wurde, erſtmalig wiederholt werden. Zu der Vorſtellung,
die Kapellmeiſter Ottenheimer dirigiert, und die im
A=Abonnement geſpielt wird, gelten die kleinen Preiſe.
Mittwoch wird zum erſten Male in dieſer Spielzeit
Schil=
lers „Maria Stuart” in Szene gehen. Am Freitag
er=
öffnet, wie bekannt, Leo Slezak ſein Gaſtſpiel als
Rhadames in Verdis „Arda‟. Die muſikaliſche Leitung
dieſer Oper, die in den Hauptpartien vielfach
Neubeſetzun=
gen aufweiſt, hat Paul Ottenheimer. Der berühmte Gaſt
verabſchiedet ſich bereits Sonntag wieder als Walther
Stolzing in den „Meiſterſingern von Nürnberg”. In
die=
ſer Aufführung ſingt Kammerſänger Georg Weber den
Hans Sachs, den er abwechſelnd mit dem Beckmeſſer in
dieſer Spielzeit ſingen wird. Beckmeſſer iſt diesmal Leo
Schützendorf, Dirigent Hofrat de Haan.
* Aufſtellung von Meſſel= und Hüpſch=Hermen im
Großh. Landesmuſeum. Das Großh. Landesmuſeum hat
in der letzten Zeit eine wichtige Bereicherung
er=
fahren. In der Mittelhalle ſind vor wenigen Wochen die
Hermen=Büſten des genialen Erbauers des
Mu=
ſeums, unſeres zu früh verſtorbenen Landsmannes
Meſſel, und des Barons Hüpſch, dem das Muſeum
einen Teil ſeiner wertvollſten Schätze verdankt, aufgeſtellt
worden. Die pietätvolle Anregung, Alfred Meſſel in
ſei=
nem Lieblingswerk, unſerem Muſeumsgebäude, ein
Denk=
mal in Form einer Bildnisbüſte zu errichten, iſt von dem
Meſſelſchüler, Herrn Profeſſor Eberhardt in
Offen=
bach a. M., ausgegangen. Dem daraufhin ergangenen
Aufruf haben die zahlreichen Freunde und Verehrer
Meſ=
ſels und ſeiner edlen Kunſt bereitwillig Folge geleiſtet,
ſo daß in kurzer Zeit die erforderlichen Mittel vorhanden
waren. Da als geei,netſte Stelle für die Büſte eine der
Niſchen in der Mittelhalle befunden wurde ergab ſich die
Notwendigkeit, für die entſprechende Niſche auf der
an=
deren Seite ein Gegenſtück zu ſchaffen. Man entſchied ſich,
einem ſchon lange gehegren Wunſche entſpeechend für eine
Buſte des Barons Hüpſch, der vor mehr als hundert
Jah=
ren ſeine ſehr bedeutende Sammlung teſtamentariſch an
Großherzog Ludewig I. fallen ließ, welcher ſie dem damals
in der Entſtehung begriffenen Muſeum zuwandte. Durch
die Aufſtellung von Hüpſchs Büſte an der Stelle, welche
das wichtigſte ſeiner ehemaligen Schätze birgt, iſt nach
mehr als einem Jahrhundert einer Ehrenpflicht genügt
worden. Die Anfertigung der Büſten hat das zuſtändige
Komitee Profeſſor Wrba in Dresden, welcher jahrelang
mit Meſſel arbeitete und ihm perſönlich naheſtand,
über=
tragen. Der bekannte Dresdener Meiſter hat ſeine
Auf=
gabe zur vollſten Zufriedenheit des Komitees gelöſt.
* Beerdigung. Am Freitag nachmittag erfolgte die
Beiſetzung der Hofſchauſpielerin i. P. Frau Scherbarth
auf dem Städtiſchen Friedhof im Erbbegräbnis, wo bereits
die Schweſter der heimgegangenen Künſtlerin ruht. Nach
der Einſegnung durch den katholiſchen Geiſtlichen ſprachen,
unter Niederlegung prachtvoller Kranzſpenden, namens
der Generaldirektion des Hoftheaters und der Hofmuſik
Herr Hofrezitator Knispel, namens der Kollegenſchaft
Herr Regiſſeur Hacker. Beide Redner widmeten dem
frü=
heren Mitgliede der Großh. Hofbühne ehrende Worte des
Nachrufes.
* Goldene Hochzeit. Photograph W. Rudolph und
Frau, Bleichſtraße 9, feierten geſtern das Feſt der
Gol=
denen Hochzeit.
— Nebenerwerb. Allen auf die Vergebung von
Nebenerwerb gerichteten in den Tageszeitungen
unter einer Chiffer erſcheinenden Inſeraten iſt mit
größ=
ter Vorſicht zu begegnen. Eine Hamburger „Bank” läßt
durch ihren „Generalvertreter” in den Zeitungen folgendes
Inſerat erſcheinen: Suche unbeſcholtenen Herrn bei
einem Monatseinkommen von 150 Mark und täglich 2
Stunden häuslicher Tätigkeit. Auch als Nebenerwerb
ohne Vorkenntniſſe, da gründliche Einarbeitung erteilt
wird. Zur Uebernahme 100 Mark erforderlich. Meldet
ſich hierauf jemand, dann erhält er gar bald den Beſuch
des Herrn „Generalvertreters‟ Dieſer weiß ihn in
be=
kannter, vertraulicher redegewandter Weiſe davon zu
über=
zeugen daß eine Vertretung für ſeine Bank einen
ein=
träglichen Verdienſt abwerfe. Er bemerkt, die Bank ſei
ein durchaus reelles Unternehmen, was ſich auch aus den
zahlreich mitgebrachten Druckſachen der „Bank” ergebe.
Schließlich unterſchreibt der Nebenerwerbſuchende,
ge=
blendet durch die verlockenden Anpreiſungen des
Gene=
ralvertreters, einen Kontrakt, wonach er ſich verpflichtet,
an den Herrn Generalvertreter 100 Mark für Aufwen=
dungen, Mühewaltung, Einarbeitung, Inſtruktion,
Mate=
rial uſw. zu zahlen, wofür er dann das Recht erwirbt, in
einem beſtimmten Bezirk Darlehnsanträge für die Bank
entgegenzunehmen und ſich von dem Darlehnsſucher je
nach der Höhe des gewünſchten Darlehens eine
Vermitt=
lungsgebühr von 1,75—25 Mark zahlen zu laſſen. Von
der Vermittlungsgebühr hat er in jedem Fall 0,50 Mark
an die Bank einzuſenden. Der Generalvertreter läßt,
nachdem die 100 Mark ausgezahlt ſind, nichts mehr von
ſich hören. Zu ſpät erfährt der Nebenerwerbſuchende, daß
er einem Schwindler in die Hände gefallen iſt, und daß
die Bank, deren Vertretung er übernommen hat, einen
üblen Ruf genießt, daß ſie zu den Unternehmungen gehört,
denen es lediglich um die Erlangung der Vorſchüſſe zu
tun iſt. Den in Mitleidenſchaft gezogenen Perſonen
er=
teilt Rat und Auskunft die Zentralſtelle zur Bekämpfung
der Schwindelfirmen in Lübeck, Parade Nr. 1. Auch die
Wald=
ſtädtiſche Rechtauskunftsſtelle,
ſtraße 6, hilft jederzeit gern ſofern es ſich um die
Wahr=
nehmung der Rechte von Minderbemittelten handelt.
m. Von der Elektriſchen. An der Bismarckſtraße
iſt die Geleiſeanlage faſt bis zu den Anſchlüſſen gediehen,
die Maſten für die Oberleitung ſtehen bereits. An der
Feldbergſtraße wird der letzte hemmende Erdhaufen, ſowie
die hohe Stützmauer durch Handarbeiter abgetragen. Es
dürfte hier noch 8 bis 14 Tage bis zur Eröffnung des
neuen Verbindungsweges dauern. Vorige Woche wurde
das Geländer der Fußſteigſperre vor dem
Ludwigsbahn=
gebäude entfernt, eine ſchwere Arbeit, weil die eiſernen
Pfoſten tief in Beton ſtecken. Materialzüge der Bahn
bringen auf proviſoriſchen Geleiſen, die auch über die neue
Verbindungsſtraße laufen, das vor der alten Bahnpoſt
und dem Ludwigsbahnhof liegende Erdmaterial fort.
Das Ablöſen und Aufladen muß durch Handarbeiter
ge=
ſchehen. Der Bagger iſt nördlich davon beſchäftigt.
— Ausſtellung von Schülerinnenarbeiten. Die im
Anzeigenteil der Donnerstags=Nummer unſeres Blattes
angekündigte Ausſtellung von
Schülerinnen=
arbeiten des Kindergärtnerinnen=
Semi=
nars (Eichbergſtraße 26) erfreut ſich eines regen
Beſuchs. Sie gibt Zeugnis, mit welchem Fleiß und Eifer
von den Schülerinnen gearbeitet worden iſt, um den
An=
forderungen, die als Kindergärtnerin, Kindergarten= und
Jugendleiterin an ſie herantreten, in jeder Hinſicht gerecht
zu werden. Nicht minder verdient Frl. E. Klenner, die
Leiterin des Seminars, die vollſte Anerkennung. Sie hat
keine Mühe geſcheut, um bei den Schülerinnen die Freude
an ihrem ſpäteren Beruf zu wecken. Dem Beſucher der
Ausſtellung wird vor Augen geführt, wie man mit den
einfachſten Mitteln, wie Streichhölzerſchachteln, Poſtkarten,
Karton, Packetknebeln uſw. zur Unterhaltung unſerer
lie=
ben Kleinen die ſchönſten Gegenſtände herſtellen kann.
Ganze Dörfer mit Eiſenbahnen und Brücken ſind
aufge=
baut. Von großem Geſchick zeugen: das
Dornröschen=
ſchloß, die Aſchenbrödelküche, das Schneewittchenhaus, die
Rumpelſtilzchen, das Säuglingsheim, die Biedermeierſtube,
die Meßbuden. Nicht unerwähnt laſſen darf man die
ver=
ſchiedenen Arbeiten aus Ton, Span, Rohr, Baſt; die
Laub=
ſäge= und Buchbinderarbeiten, ſowie vor allem die
Hand=
arbeiten, um die ſich Frl. Herrmann ſehr verdient gemacht
hat. Die Ausſtellung, die bis 30. d. M. verlängert iſt, zu
beſuchen, ſollte daher niemand verſäumen, der für das
Kindergärtnerinnen=Seminar, das demnächſt nach
Fuchs=
ſtraße 16 verlegt wird, ein Intereſſe hat.
* Der Heſſiſche Diakonieverein beſetzt wieder zwei
neue Gemeindepflegen. Von Jahr zu Jahr wächſt die
Ar=
beit, die er durch Stellung von Gemeindeſchweſtern
unſerem Lande leiſtet. Dabei kommen ſtets neue
Gemein=
den, die ſehnſüchtig nach einer Schweſter ausſehen und es
kaum erwarten können, bis ſie mit der Beſetzung an die
Reihe kommen. — Ebenſo iſt die Arbeit in der
Privatpflege erheblich gewachſen. Der
Diakonie=
verein hat für den kommenden Herbſt und Winter die
dop=
pelte Zahl von Schweſtern wie ſeither für Privatpflege
in Ausſicht genommen, damit nicht ſo oft in Fällen, in
denen die Pflege durch eine Schweſter unumgänglich nötig
iſt, die Hilfe verſagt werden muß. Beſondere Genugtuung
bereitet es dem noch jungen Verein, daß er auch in
unſe=
rer engen Heſſenheimat immer regerem Intereſſe
begeg=
net. Die Erkenntnis ſetzt ſich durch, daß es für die
Töch=
ter von Beamten, Landwirten, Handwerkern, Kaufleuten
und Induſtriellen, nicht nur von Pfarrern und Lehrern,
kaum eine den ganzen Menſchen befriedigendere Arbeit
gibt, als die einer Schweſter im Diakonieverein. Die
Aus=
bildung des Körpers wie des Gemütes der Geſchicklichkeit
ſind ſie müde, aber ſie verſuchen immer wieder zu lächeln,
wenn auch das Leid dabei ſichtbarer wird als alles andere.
Die durchnäßten dünnen Lumpen kleben an den hageren
kindlichen Gliedern, hindern ſie in der Bewegung, aber ſie
tanzen trotzdem, tanzen, ſo lange die Füße ſie tragen.
Bis ſie dann im Dunkel der Nacht verſchwinden, Gott
weiß, wo ſie Unterſchlupf finden mögen. Weiter drunten
in der Straße ſtehen mitten im rieſelnden Waſſer des
Rinnſteines zwei kleine Jungen und ſingen ein Couplet.
Auch ſie ſingen ſeit Stunden, ich ſah ſie ſchon, als die erſten
Laternen aufflammten. Sie ſind heiſer und in ihrem
Singen hat die Freude keinen Raum. Sie denken auch
nicht an das öde Lied, das ſie immer wieder beginnen;
ſie beobachten aufmerkſam die Mienen der
Vorübergehen=
den, ſie hoffen auf einen Penny; aber nur ſelten beachtet
ſie jemand. Denn es ſind ja nur Bettelkinder von Dublin:
und ihrer gibt es Tauſende. Ja, Tauſende; die flehenden
kleinen Schatten begleiten dich bis zur Tür deines
Gaſt=
hofes, ſtolpern noch über die erſten Stufen, aber um
wirk=
lich zu betteln, ſind ſie nun ſchon zu erſchöpft. Einige von
ihnen tragen Babys in den Armen. Acht= oder
neunjäh=
rige Mädchen, die gegen Mitternacht noch ein Baby
durch den Regen ſtraßauf und ſtraßalt ſchleppen. Und
da=
zu kommen die bettelnden Frauen; auch ſie tragen Kinder
im Arme, bieten Streichhölzer, Lavendel und Blumen an:
alles um den koſtbaren, heißerſehnten Penny. Man ſagt
Dublin ſei die Stadt der Armut und dieſer Jammer wäre
durch den Streik nur geſteigert, nicht aber hervorgerufen.
Wenn dem ſo iſt, dann iſt Dublin eine tragiſche Stadt,
denn mehr als ein Viertel ihrer Bevölkerung ſchmachtet
im Abgrund der Not und atmet erleichterk auf, wenn ein
Glas Tee und ein Stück trockenes Brot die Tage des
Hungers unterbricht.”
B. Das Probe=Ertrinken. Im Beiſein einer großen
Feſtverſammlung feierten am Sonntag in der kleinen
Ge=
meinde A. bei Paris die ſieben Lebensretter, die ſich zu
einer Geſellſchaft der Retter” vereinigt haben, das
Stif=
tungsfeſt ihres Bundes. Der Klub der ſieben verfolgt
hohe, edle Ziele: er will die tragiſchen Unglücksfälle
ver=
hüten, die ſich dadurch ereignen können, daß Leute in den
Kanal von Ourcg ſtürzen und ertrinken. Ach, man glaubt
ja gar nicht, wie unvorſichtig die Leute ſind! Leider oder
glücklicherweiſe haben die ſieben „Retter” bisher noch
nie Gelegenheit gehabt, ihren heroiſchen Heldenſinn zu
be=
tätigen, denn ſeit der Gründung der Geſellſchaft iſt noch
niemand in den Kanal von Ourcg gefallen. Was ſollten
die „Retter” nun tun? Sie brannten doch nun einmal vor
Ehrgeiz, ihren Mut und ihre Geiſtesgegenwart zu
be=
weiſen. Nun haben ſie endlich ihr Ziel erreicht. Beim
diesjährigen Stiftungsfeſte hatte man wie ein Pariſer
Blatt zu erzählen weiß, ein paar Freiwillige gewonnen,
die ſich bereit erklärten, Unglücksfälle darzuſtellen: unter
dem Jubel der Zuſchauer fielen die Unglücklichen ins
Waſſer und wurden von den geiſtesgegenwärtigen „
Ret=
tern” mit Todesmut dem ſicheren Ende, den Fluten
ent=
riſſen. Und die Sache ſoll ſo ſchön geweſen ſein, daß jetzt
die „Retter” alljährlich ein großes Probe=Ertrinken
ver=
anſtalten werden, um ihre Tüchtigkeit ins rechte Licht zu
rücken.
* Einer, der an ſeinem Tode ſelbſt ſchuld iſt. Einen
Bericht eines franzöſiſchen Landgendarms teilt der Daily
Telegraph mit. Der brave Landgendarm ſchreibt nämlich
an ſeinen Unterpräfekten folgendermaßen: „Ich habe die
Ehre, den Herrn Unterpräfekten davon zu benachrichtigen,
daß ein Individuum. namens R. C., das geiſtesſchwach iſt,
von einem Eiſenbahnwagen überfahren worden iſt, der
abſichtlich (!) fuhr. Ich begab mich an den Schauplatz des
Unfalls und beſchloß daraus da der Kopf vollſtändig vom
Rumpfe abgetrennt war, daß der Tod auf der Stelle
ein=
getreten ſein muß. Nichtsdeſtoweniger iſt das Individuum
R. C. hieran ſchuld, denn im vergangenen Jahr iſt ihm
ein ähnlicher Unfall widerfahren.”
* Der Kinematograph an Bord des Kriegsſchiffs.
Der Kino bürgert ſich jetzt ſogar an Bord unſerer
Kriegs=
ſchiffe ein. Der Turbinen=Linienſchiffskreuzer „Moltke‟
hat einen kinematographiſchen Apparat erhalten, der zur
Unterhaltung der reichlich 1000 Köpfe zählenden Beſatzung
in dienſtfreien Stunden beſtimmt iſt.
* Das Eiſenbahnfieber. Ein eigenartiges Pech hatte
eine Dame, die auf dem Bahnhof Kohlfurt von Breslau
kommend, in den Görlitzer Zug umſteigen wollte. Im
erſten Zuge ließ ſie in der Eile des Ausſteigens ihren Hut
liegen. Auf der anderen Bahnhofsſeite ſtieg ſie anſtatt in
den Görlitzer, in den Berliner Schnellzug. Nachdem ſie
auf dieſen Irrtum vom Schaffner aufmerkſam gemacht
worden war, ſtieg ſie wieder aus ließ aber im Abteil ihr
Jackett liegen. Als ſie, auf beide Verluſte aufmerkſam
gemacht, die Gegenſtände wieder zurückholen wollte, war
es zu ſpät, da beide Züge kurz vorher den Bahnhof
ver=
ließen. Während ſie ratlos daſtand, fuhr auch der
Gör=
litzer Zug mit ihrem Handgepäck davon.
wie der Allgemeinbildung gehen Hand in Hand. Jede
Schweſter erlebt, wie ihr eine wichtige Arbeit anvertraut
iſt und wie ſie ſie meiſtern und beherrſchen lernt. Die
Freude, für andere zu leben und darin ſelbſt rechte
Zu=
friedenheit zu finden, iſt köſtlich. In eifriger Arbeit, aber
ohne Ueberanſtrengung, gibt der Schweſternberuf eine
Be=
friedigung wie wenig andere. — Auskunft erteilt Pfarrer
Schneider=Darmſtadt, Martinſtraße 78.
— Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft
Darm=
ſtadt. Seine Königliche Hoheit der Großherzog iſt
der Freien Literariſch=Künſtleriſchen Geſellſchaft als
Mit=
glied beigetreten.
* Heſſiſche Jugendpflege. Am Montag, den 22. Sept.,
hat unter Oberleitung des Herrn Schulrats Schmuck
wieder ein Turn= und Spielkurſus begonnen, an
dem 38 Turner des Mittelrheiniſchen Turnkreiſes, ſowie
drei Offiziere und 18 Unteroffiziere der Heſſiſchen Diviſion
teilnehmen. Er iſt auf drei Wochen berechnet und hat den
Zweck, die Teilnehmer in den Betrieb derjenigen
Leibes=
übungen einzuführen, die ſich für die Jugend am beſten
eignen.
g. Die Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft hielt geſtern
nachmittag in ihrem Verwaltungsgebäude in der
Neckar=
ſtraße ihre 20, ordentliche
Generalverſamm=
lung ab. Vertreten waren 6887 ſtimmberechtigte Aktien,
Der Vorſitzende des Aufſichtsrats Hugo Stinnes,
Mül=
heim=Ruhr, eröffnete um halb 4 Uhr die
Generalverſamm=
lung und gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung des
verſtorbenen ſtellvertretenden Vorſitzenden des
Aufſichts=
rats, Geh. Kommerzienrats Hedderich, zu deſſen Au= ſich die Anweſenden von ihren Plätzen erhoben=
Der gedruckt vorliegende Bericht der Direktion und des
Aufſichtsrats über das, Ergebnis des abgelaufenen
Ge=
ſchäftsjahres, ſowie die Bilanz nebſt Gewinn= und
Ver=
luſtrechnung wurde gutgeheißen und Direktion und
Auf=
ſichtsrat Entlaſtung erteilt. Die Generalverſammlung
be=
ſchloß, nach dem Vorſchlage des Aufſichtsrates, den ihr
zur Verfügung ſtehenden Ueberſchuß von 1932 464,02 Mk.
wie folgt zu verwenden: 1. 6½ Prozent Dividende auf
26000000 Mk. voll eingezahltes dividendenberechtigtes
Aktienkapital 1690000 Mk., 2. Statutenmäßige Tantiemen
an den Aufſichtsrat 50 733,96 Mk., 3. Vertragsmäßige
Tantieme an die Direktion 30 605,28 Mk., 4. Zum
Aus=
gleichsfonds 80000 Mk., 5. Vortrag auf neue Rechnung
81 12478 Mk., zuſammen 1932 464,02 Mk. Die Dividende
iſt vom Montag ab zahlbar. Anſtelle des verſtorbenen
Aufſichtsratsmitgliedes Hedderich wurde ſodann Herr Geh.
Regierungsrat Max v. Klitzing=Berlin in den
Auf=
ſichtsrat gewählt, womit die Generalverſammlung ihr
Ende fand.
Ski=Klub Darmſtadt=Odenwald (Ortsgruppe des
Ski=Klubs Schwarzwald). Im gelben Saale des
Reſtau=
rants Sitte hielt der Ski=Klub Darmſtadt=
Oden=
wald (Ortsgruppe des Ski=Klubs Schwarzwald) ſeine
neunte Hauptverſammlung ab. Aus der Ueberſicht über
die Jahrestätigkeit und dem Kaſſenbericht konnten die
er=
ſchienenen Mitglieder mit Befriedigung entnehmen, daß
der Klub ſich aukh im verfloſſenen Vereinsjahre weiter
ge=
kräftigt und entwickelt hat. Die Mitgliederzahl iſt im
Laufe des Jahres von 73 auf 109 geſtiegen. Nach
vorge=
nommener Neuwahl ſetzt ſich der Vorſtand wie folgt
zuſammen: 1. Vorſitzender Rentner Paul Meyer, 2.
Vor=
ſitzender Amtsrichter Dr. Bittel, 1. Schriftführer
Rechts=
anwalt Staedel, 2. Schriftführer Referendar Rindfuß,
Kaſſenwart Dr. Heyer, Laufwart Referendar Krebs,
Hüt=
tenwart Architekt Georg Delp, Beiſitzer Dr. Flimm, Dr.
Schwalm, Profeſſor Dr. Woehler. Nach Beſchluß der
Ver=
ſammlung ſoll im nächſten Winter, vom 27. Dezember bis
2. Januar, ein Skikurs in dem herrlich gelegenen
Waldhaus Flims bei Chur abgehalten werden, zu
dem ſich ſofort eine Anzahl Teilnehmer meldete; vorher,
Ende November, ſoll zum Hinweis auf dieſe
Veranſtal=
tung ein Lichtbildervortrag ſtattfinden. Für
Faſt=
nacht und andere paſſende Zeiten ſind Ausflüge in den
Odenwald und andere Nachbargebiete geplant, je nach den
Schneeverhältniſſen; und ein Skifeſt in einem hieſigen
Lokal um Ende Februar ſoll die Reihe der Veranſtaltungen
beſchließen. An dem Skikurs im Waldhaus Flims können
auch Nichtmitglieder teilnehmen. Auskunft darüber iſt bei
den Vorſtandsmitgliedern erhältlich. Vom 7.
November=
an ſollen die regelmäßigen Stammtiſchabende im
Reſtau=
rant Zur Oper wieder beginnen. Dem früheren zweiten
Vorſitzenden, Herrn Gutsbeſitzer von Cancrin, der
eine Wiederwahl abgelehnt hatte, wurden warme Worte
des Dankes für ſeine langjährige, unermüdliche und
frucht=
bringende Tätigkeit im Vorſtand gewidmet, und nach einem
dreimaligen kräftigen Ski=Heil!” auf das Gelingen der
vorliegenden Pläne löſte ſich die Verſammlung auf.
* Der Mieterverein hatte, ſo ſchreibt man uns, nach
langer Pauſe eine Mitgliederverſammlung einberufen.
Die wiederholten Vorſtöße des Hausbeſitzervereins haben
endlich die Mieter aufgerüttelt und ihnen gezeigt, welche
Gefahren entſtehen können durch ſolch einſeitiges
Vor=
gehen einer Intereſſengruppe, deren Wohl und Wehe aufs
engſte mit dem der Mieter verbunden iſt. Einſtimmig
war man der Meinung, daß dieſen Vorſtößen des
Haus=
beſitzervereins ein Paroli geboten werden müſſe. Die
be=
vorſtehenden Stadtverordnetenwahlen geben hierzu die
beſte Gelegenheit. Es wurde einſtimmig beſchloſſen, mit
aller Energie in den Wahlkampf einzutreten, um die
Inter=
eſſen der Mieter auf dem Rathauſe ebenfalls zur Geltung
zu bringen. Sind doch von den 15000 Wählern rund
10000 Mieter. Der Vorſtand ſoll mit den übrigen
wirt=
ſchaftlichen und Partei=Gruppen Fühlung nehmen. Auf
Antrag wurde der Vorſtand dann von 8 auf 12
Mitglie=
der erhöht. Folgende Herren wurden gewählt bezw.
wiedergewählt: Rechtsanwalt Kalbhenn, Finanzrat
Bangel, Direktor Hermann, Dipl=Ing. Ritzert,
Obertele=
graphenſekretär Herbert, Techn. Reviſor Hamann,
Bau=
reviſor Werner, Rechtsanwalt Staedel, Bureauvorſteher
Thoß. Reallehrer Haſter, Hotelier Niemann, Miniſterial=
Kanzliſt Hübner.
* Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Mit
Rückſicht auf die in den Tagen vom 17. bis 19.
Okto=
ber ſtattfindende Jahrhundertfeier iſt die urſprünglich für
den 19. Oktober vorgeſehene 7. Klubwanderung Kailbach-
König auf den 12. Oktober verlegt worden. Die
Mitglie=
der und Freunde des Klubs werden gebeten, hiervon
Kenntnis zu nehmen.
* Die Turngeſellſchaft Darmſtadt hält, wie aus dem
Anzeigenteil erſichtlich, ihr diesjähriges Schauturnen am
Sonntag, den 5. Oktober, in ſämtlichen Räumen ihres
Turnhauſes, Dieburgerſtraße 26, ab. Nach den
Vorberei=
tungen der einzelnen Turnabteilungen zu ſchließen, ſtehen
den Beſuchern einige recht genußreiche Stunden bevor
* Stiftungsfeſt des Zitherklubs „Edelweiß‟. Es iſt
noch nachzutragen, daß auch die Konzertſängerin Fräulein
Agathe Landzettel, eine Schülerin der Joachimſchen
Geſangſchule, bei dem Stiftungsfeſt am 30. November im
Kaiſerſaal mitwirken wird. In den einzelnen
Vortrags=
ſtücken des aktiven Chores ſind folgende Inſtrumente
ver=
treten: Konzertzither, Altzither, Streichzither, Cello, Vios
Nummer 228.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28, September 1913.
Seite 5.
line, Gitarre, Glocke und Harmonium. Der Beſuch von
Frankfurter, Offenbacher und Wormſer Zitherfreunden
bei dieſem Konzerte iſt jetzt ſchon ſicher. Nähere Anzeigen
erfolgen demnächſt.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von morgen ab folgende
Bil=
der neu ausgeſtellt: Von der Seereiſe der deutſchen
Kron=
prinzeſſin an Bord des Lloyddampfers „Kronprinzeſſin
Cecilie
— Das enthüllte Wilhelm Buſch=Denkmal in
Wiedenſahl (Hannover).
Im Waſſerflugzeug von
Friedrichshafen nach Hamburg; der Flieger Dahm über
der Elbe in Hamburg. — Die feierliche Eröffnung des
Niederländiſchen Parlaments im Haag.
§ Motorrad=Diebſtahl. Am Freitag abend gegen 8 Uhr
iſt ein Motorrad, welches in einem Hausflur in der
Saal=
bauſtraße aufgeſtellt war, geſtohlen worden. Das
Motor=
rad, welches einen Wert von 900 Mark hat, iſt Marke
„Wanderer” hat ſchwarzen Rahmenbau und trägt die
Fabriknummer 218064, ſowie die Polizeinummer S. 145.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 27. September.
Butter, ½ kg . . 1,35 M.
in Partien, ½ kg 1,30 M.
Eier, Stück
—11 Pf.
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück 5—11 Pf
Kartoffeln, Ztr. 2,25-3,00
Kumpf (10 Liter) 40 P
½ kg . . . . . 4 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 10—25 Pf.
Zitronen, Stück 7—8 Pf.
Apfelſinen, Stück 6—10 Pf.
Birnen, ½ kg . 10—25 Pf.
Zwetſchen, ½ kg
7—8 Pf.
Trauben, ½ kg 30—35 Pf.
Brombeeren, Schoppen12 Pf.
Quitten, ½ kg
20 Pf.
Eierſchwämme, ½kg 25.28 Pf.
Champignon, ½ kg 50 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück . 5—6 Pf.
Endivien, Stück 5—6 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 3 Pf
Rettiche, Stück . 3—10 Pf.
Bündel
5 Pf
Meerrettich, Stück 20—30 Pf.
Roterüben, Bündel . 5 Pf.
kg,
. 5—6 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 5—7 Pf.
Tomaten, ½ kg . 15 Pf.
Spinat, ½ kg
15 Pf.
Weißkraut, Stück 5—10 Pf.
Rotkraut, Stück 8—30 Pf.
Blumenkohl, Stück 10—45 Pf.
Wirſing, Stück . 3—10 Pf
Grünkohl, Stück 3—6 Pf.
Erbſen, ½ kg . . 28 Pf.
Roſenkohl, ½ kg . 30 Pf.
Gelberüben, ½ kg . 5 Pf.
Bohnen, ½ kg . 15—25 Pf.
Gurken, Stück . 5—30 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg 0,95—1,00 M.
Enten, Stück 3,50—4,00
Hahnen, Stück 1,20—2,50 M.
Hühner, Stück 2,50—3,00 M.
Tauben, Stück 60—70 Pf.
Haſen, Stück
3—4 M.
Lapins, Stück 0,90—1,00 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . . . 90 Pf.
Aal, ½ kg 1,10—1,20 M.
Karpfen, ½ kg 70—80 Pf.
Andere Rheinfiſche,
35—60 Pf.
kg . .
Rotzungen, ½ kg 50 Pf.
Schollen,
kg . . 30
l.
Kabeljau, ½ kg . 26 P
Schellfiſche, gr., ½ kg 30
Bratſchellfiſche, ½ kg
M
22
Goldbarſch, ½ kg
Seelachs, ½ kg . . 22 Pf.
In den Fleiſchſtänden
Rindfleiſch, ½ kg .
70
3
Hackfleiſch, ½ kg
½ kg . 56 P
Rindsfett,
Rindswürſtchen, Stück 15 9
Schweinefleiſch, ½ kg 92 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
1 M
kg .
Schwartemagen u.
Fleiſch=
wurſt, ½ kg
90 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg . . . . . 72 Pf.
— Pfungſtadt, 27. Sept. (Verſchiedenes.) Die
Generalverſammlung der hieſigen Spar= und
Darlehens=
kaſſe genehmigte den Beſchluß des Vorſtandes und
Auf=
ſichtsrates, der Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank
zu Darmſtadt gegenüber auf 50 Prozent der
Forderun=
gen zu verzichten, wenn und inſoweit dieſer Verzicht zur
Vermeidung einer Ueberſchuldung und eines Konkurſes
der Genoſſenſchaftsbank erforderlich wird. Da das
Gut=
haben der Spar= und Darlehenskaſſe bei der
Landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank 104500 Mark beträgt, ſo
beläuft ſich der Ausfall auf 56 250 Mark, wozu noch der
Verluſt von 4000 Mark Aktien kommt. Der Verluſtanteil
jedes der 140 Mitglieder der Kaſſe beziffert ſich auf 300
Mark. Aus dieſem Grunde wurde der ſeitherige
Geſchäfts=
anteil von 150 Mark auf 300 Mark erhöht. — Auch in der
hieſigen Gemarkung rechnet man mit einem überreichen
Kar=
toffelſegen. — Obſthändler aus dem Odenwald kaufen hier
Aepfel auf und bezahlen 16 Mark pro Doppelzentner für
gebrochenes Wirtſchaftsobſt. — Die ſeitherige
Gemeinde=
krankenkaſſe wird auf Verfügung der Verſicherungsbehörde
am 31. Dez. dieſes Jahres geſchloſſen, weil am 1. Jan.
1914 die neuen Krankenkaſſen in Kraft treten.
Pfungſtadt, 27. Sept. (Kranken= und
Sterbe=
kaſſe.) Die der Allgemeinen Kranken= und Sterbekaſſe
zu Pfungſtadt ſeinerzeit erteilte Beſcheinigung nach § 75a
des Krankenverſicherungsgeſetzes wurde mit Wirkung vom
1. Januar 1914 widerrufen.
Gernsheim, 27. Sept. (Das Rheinſtauwerk.)
Wegen eines Rheinſtauwerks bei Gernsheim fand geſtern
nachmittag im Kreisamtsgebäude zu Mainz unter dem
Vorſitze des Provinzialdirektors Dr. Breidert eine
län=
gere vertrauliche, nicht verbindliche Beſprechung unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtatt. Wie man erfährt,
wa=
ren vertreten die Groß=Schiffahrts=Intereſſenten,
Mitglie=
der des Provinzialausſchuſſes, die Handelskammern von
Mainz, Worms, Bingen und Darmſtadt, ſowie Ingenieur
Fiſcher=Guſtavsburg, der das Projekt ausgearbeitet hat.
Die Groß=Schiffahrts=Intereſſenten ſollen ſich entſchieden
gegen das Projekt, die Errichtung eines Rheinſtauwerks
bei Gernsheim, ausgeſprochen haben, weil dadurch die
Schiffahrt gefährdet und ſchwer gehemmt werde. Die
Handelskammervertreter ſchloſſen ſich dieſer Anſicht an.
Trebur, 27. Sept. (Rekognoszierung.) Die
bei der Langenau geländete und als unbekannt beerdigte
Leiche wurde jetzt als die des verſchwundenen
Biebes=
heimer Einwohners Bötticher erkannt.
Offenbach. 27. Sept. (Sonntagsruhe.) Die
hie=
ſigen Zigarrenhändler beabſichtigen für ihren
Gewerbe=
zweig die Herbeiführung der völligen
Sonntags=
ruhe; den Anlaß hierzu bildet in der Hauptſache das
Vorgehen des Polizeiamts gegen die Zigarrenhändler.
Nach den Ausleaungen des Polizeiamts dürfen die
Zi=
garrenhändler, die an den Wochentagen außer den
oben=
genannten Gegenſtänden, andere Sachen, wie Poſtkarten,
Lotterieloſe uſw. zum Verkauf bringen, an Sonn= und
Feſttagen ihre Läden nicht mehr offen halten, auch dann
nicht, wenn ſie alle Gegenſtände, außer Tabak uſw.,
vor=
übergehend entfernen. Um den daraus ſich ergebenden
Konſequenzen zu entgehen, herrſcht in dieſen Kreiſen
Stimmung für die Herbeiführung des völligen
Laden=
ſchluſſes an den Sonn= und Feſttagen.
-g. Babenhauſen, 27. Sept. Von einem Materialzug
mit 40 Wagen, der vom alten Bahnhofsgelände in
Darm=
ſtadt Material zum Bahnhofsneubau in Babenhauſen
brachte, haben ſich bei Babenhauſen infolge
Bru=
ches der Kuppelung 16 Wagen losgeriſſen,
fuhren gegen das Haus des Heinrich Beck IV
und durchbrachen die Hausmauern. Zahlreiche Möhel
wurden beſchädigt. Menſchen ſind durch glücklichen
Zu=
fall nicht verletzt worden.
Erbach i. O., 27. Sept. (Wildſchaden.) Im Kreiſe
Erbach hat das Schwarzwild derart überhandgenommen,
daß zur Abwendung von Wildſchäden in den
Feldgemarkungen jetzt vom Miniſterium der Abſchuß
al=
len auf den Forſt= und Jagdſchutz verpflichteten und im
Beſitz eines Jagdpaſſes befindlichen Perſonen freigegeben
worden iſt. Auch werden für alle auf dem Anſtand oder
Pirſchgang erlegte Stücke Schwarzwild von den
Ober=
förſtereien Prämien bezahlt.
Beerfelden, 27. Sept. (Betriebserträgnis.)
Die Bahnlinie Hetzbach=Beerfelden erbrachte
im Geſchäftsjahre 1912/1913 nur einen Reinüberſchuß von
901 Mark bei Betriebseinnahmen in Höhe von 30855 Mark
und Betriebsausgaben von 29954 Mark. Das
Anlage=
kapital für die Strecke war am 31. März ds. Js. 369709 M.
Eine Zuweiſung zum Erneuerungsbeſtand war infolge des
ungünſtigen Ergebniſſes nicht möglich.
Ober=Moſſau, 27. Sept. Am Montag findet hier das
Jahresfeſt des Erbacher Zweigvereins der
Guſtav=Adolf=Stiftung ſtatt. Auch auf das am
5. Oktober ſtattfindende Feſt der Wiedereinweihung
un=
ſerer erneuerten Kirche, verbunden mit einer ordentlichen
Kirchenviſitation, ſei jetzt ſchon aufmerkſam gemacht.
— Neckarſteinach, 27. Sept. Der bekannte
Roman=
ſchriftſteller Walther Schulte vom Brühl hat in
Neckarſteinach das alte. Anfang des 18. Jahrhunderts von
dem Schultheißen Sebaſtian Latomus erbaute Anweſen
am Neckar erworben. Nach deſſen längere Zeit in
An=
ſpruch nehmender Erneuerung und Erweiterung gedenkt er
dauernd von Wiesbaden nach unſerem von vier Burgen
überragten heſſiſchen Neckarſtädtchen überzuſiedeln, das
ſich, maleriſch und idylliſch am Fuße des Odenwalds vor
den Toren Heidelbergs gelegen, vortrefflich als Sitz für
Dichter und Maler eignet.
Viernheim, 27. Sept. (Der Großherzog), der
von Montaa nachmittag bis Mittwoch morgen hier zur Jagd
weilte, ſchoß 3 Hirſche, einen Zehn=, Zwölf= und
Vierzehn=
ender. Der Großherzog wird vorausſichtlich in nächſter
Woche wieder zur Jagd hier eintreffen.
Mainz. 27. Sept. (Seinen Vekletzungen
er=
legen.) Der Fuhrmann Zwilling, der durch einen
Huf=
tritt ſeines Pferdes gegen den Leib ſchwer verletzt wurde,
iſt heute vormittag im Hoſptal geſtorben. — (Der
Gü=
terverkehr) in den Häfen zu Mainz einſchließlich
Kaſtel, Amöneburg und Koſtheim betrug im Auguſt ds. Js.
an Zufuhr zu Berg 70333. zu Tal 56890 Tonnen. Die
Abfuhr des Güterverkehrs belief ſich in dieſem Monat zu
Berg auf 15 290, zu Tal auf 46 489 Tonnen. Im
Geſamt=
verkehr war gegen den Monat Auguſt im Vorjahr eine
Zu=
nahme von 25 248 Tonnen zu verzeichnen. In den hieſigen
Häfen war der Verkehr im laufenden Monat etwas
ruhi=
ger; doch ſind Anzeichen vorhanden, die auf ein lebhafteres
Spätjahrgeſchäft ſchließen laſſen.
Abenheim, 27. Sept. (Unfall.) Als geſtern abend
die Witwe Friedrich Kron einen Topf Kartoffeln vom
Herde beben wollte, fingen ihre Kleider Feuer,
ſo daß ſie in hellen Flammen ſtand. Sie eilte in den Hof.
woſelbſt ihr Sohn mittels einer Decke die Flammen
er=
ſtickte Die Frau erlitt bedenkliche Brandwunden.
Bornheim. 27. Sept. (
Bürgermeiſterver=
ſammlung.) Am Mittwoch tagten hier die
Bürger=
meiſter des Kreiſes Alzey zum letztenmal unter dem
Vor=
ſitze des beliebten Herrn Kreisrats Freiherrn Schenck
zu Schweinsberg, da derſelbe am 1. Oktober den
Kreis verläßt, um in Friedbera ſeine Tätigkeit fortzuſetzen.
Die Verſammlung trug den Charakter als Abſchiedsfeier
für den Herrn Kreisrat.
Büdingen, 27. Sevt. (Das Ende einer
Zucker=
fabrik.) Nachdem die Stadt Büdingen ihren ſeit April
1908 ſchwebenden Prozeß gegen die Aktienzuckerfabrik
Bü=
dingen in Liquidation auch in zweiter Inſtanz verloren
hat. will ſie von der Erhebung einer weiteren Klage
Ab=
ſtand nehmen! Daraufhin hat jetzt die ordentliche
Ge=
neralverſammlung der Zuckerfabrik
be=
ſchloſſen, die noch vorhandene Maſſe am 15. November
aus=
zuſchütten. Es wurde pro Aktie der Betrag von 46 Mark
feſtgeſetzt, ſo daß unter Hinzurechnung der bereits früher
gezahlten 30 Mark im ganzen auf die Aktie von 300 Mark
76 Mark Zurückzahlung kommen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 27. Sept. Prinz Ernſt
Auguſt von Braunſchweig=Lüneburg, der
Schwiegerſohn des Kaiſers, hat ſich, wie die Voſſiſche
Zei=
tung meldet, von Potsdam zu ſeinen Eltern nach
Gmun=
den begeben. Prinzeſſin Viktoria Luiſe wird vorerſt bei
ihrer Mutter bleiben und ihrem Gatten nur nachreiſen,
wenn ihr Geſundheitszuſtand die lange Eiſenbahnfahrt
geſtattet. Der Aufenthalt des Prinzen Ernſt Auguſt in
Gmunden wird ſich vorausſichtlich auf vier bis fünf Wochen
erſtrecken. — Das Oberkriegsgericht des
drit=
ten Armeekorps erklärte ſich nach zweitägiger
Ver=
handlung gegen den Sergeanten Wölkerling des
Gouvernements Thorn wegen verſuchten Landesverrats
an Oeſterreich in öffentlicher Sitzung für unzuſtändig und
verurteilte ihn unter teilweiſer Aufhebung des früheren
Urteils wegen Landesverrats an Rußland auf Grund der
§§ 1 und 3 des Reichsgeſetzes vom 3. Juli 1893 zu
fünf=
zehn Jahren Zuchthaus, Entfernung aus dem Heere, zu
zehnjährigem Ehrverluſt, Zuläſſigkeit der Polizeiaufſicht
und 14000 Mark Geldſtrafe, oder noch zu achtmonatigem
Zuchthaus. Außerdem wurde die Beſchlagnahme aller bei
dem Ehepaar Wölkerling gefundenen Gelder,
Sparkaſſen=
bücher und Hypotheken, ſowie die Beſchlagnahme der beim
Angeklagten gefundenen photographiſchen Apparate und
Zeichnungen angeordnet. Bei der Begründung des
Ur=
teils, wie bei der Verhandlung, wurde wegen der
Ge=
fährdung der Staatsſicherheit die Oeffentlichkeit
ausge=
ſchloſſen. — Die ungariſche
Studienkommiſ=
ſion die gegenwärtig in Berlin weilt, beſichtigte geſtern
den Teltowkanal. An den Kaiſer wurde ein
Huldigungs=
telegramm abgeſandt. — Der Kaiſerliche
Auto=
mobilklub hat für die Ergreifung der Verſonen, die
am 20. d. M. durch Spannen von Drahtſeilen über die
Provinzialſtraße Köln-Neuß und auf der Straße
zwi=
ſchen Mehlem und Godesberg verbrecheriſche Anſchläge
ausgeführt haben. 1000 Mark Belohnung ausgeſetzt.
Karlsruhe, 27. Sept. (Der Tod in der
Bade=
wanne.) Geſtern vormittag erſchien in einer hieſigen
Badeanſtalt eine etwa 85 Jahre alte Frau, um zu baden.
Als man um 2½ Uhr nachmittags nach ihr ſah, fand man
ſie tot in der Badewanne vor; anſcheinend iſt ſie einem
Herzſchlage erlegen. Ihre Perſonalien konnten noch nicht
feſtgeſtellt werden.
Duisburg. 27. Sept. (Todesurteil.) Das
hie=
ſige Schwurgericht verurteilte den Bergmann Nowack aus
Marl, der am 8. Mai ſeine Frau bei Oberhauſen erdroſſelt
hatte, zum Tode.
Herne, 27. Sept. (Auf der Tat ertappt.) Auf
der Strecke Riemke-Herne war vor kurzem eine Schiene
durch Loslöſen der Schrauben gelockert worden.
Geſtern nachmittag gelang es, die Täter, zwei
dreizehn=
jährige Burſchen aus Riemke, zu verhaften, als ſie in
Geſellſchaft eines dritten Kameraden denſelben Streich
verſuchten. Ihre Abſicht war, die losgelöſten Schrauben
bei einem Althändler zu verkaufen.
Gelſenkirchen, 27. Sept. (Exploſion.) Auf dem
Martinsſtahlwerk der Gewerkſchaft Grillo, Funke u. Co.
ereignete ſich geſtern nachmittag eine Exploſion, ein
ſo=
genannter Schlackenbär, wodurch vier Arbeiter verletzt
wurden, davon zwei lebensgefährlich.
Hagen (Weſtfalen), 27, Sept. (Großfeuer.) In
der Ortſchaft Meinerzhagen=Vollmetal brach heute früh in
der Kugmannſchen Brennerei Feuer aus, welches das
ganze Anweſen raſch einäſcherte. Trotz energiſcher
Löſch=
arbeiten konnte nicht verhindert werden, daß das Feuer
auf die benachbarten Häuſer überſprang. Am Vormittag
ſtanden 20 Anweſen in Flammen, welche an den
in den letzten Tagen eingebrachten Feldfrüchten reichlich
Nahrung fanden, ſo daß das Feuer ſich mit großer
Schnel=
ligkeit ausbreitete. Die Bewohner konnten nur das nackte
Leben retten. Zahlreiche Feuerwehren der Nachbarſchaft
ſind zur Hilfe herbeigeeilt.
Hamburg, 26. Sept. (Kindermord.) In der
Ahrensburgerſtraße erdroſſelte das Dienſtmädchen Anna
Fenkl das vierjährige Kind ihrer Dienſtherrſchaft
mit einem Strick und verließ mit dem zweijährigen Kinde
die Wohnung. Sie teilte in einem hinterlaſſenen Briefe
mit, daß ſie mit dem zweiten Kinde ſich ſelbſt das
Leben nehmen werde.
Dresden, 27. Sept. (Ohnmacht während der
Vorſtellung.) Als geſtern während der Aufführung
von Ibſens „Hedda Gabler” im Neuen Königlichen
Schauſpielhaus heftige Rufe des Unwillens aus dem
Pu=
blikum über die mangelhafte Akuſtik laut wurden, geriet
die Darſtellerin der Hedda Gabler, Frau Körner, in
eine ſolche Aufregung, daß ſie einen Nervenchok
er=
litt und in Ohnmacht fiel. Die Vorſtellung mußte
abge=
brochen werden. Die Künſtlerin liegt in ihrer Wohnung
ſchwer krank danieder.
Peſt, 27. Sept. (Mit dem Segelboot
ertrun=
ken.) Aus Fiume wird gemeldet: In einem Segelboot
machten drei Offiziere und drei Ziviliſten einen Ausflug;
dabei wurde das Fahrzeug von einer Böe erfaßt und
ken=
terte. Zwei der Inſaſſen ertranken, die anderen wurden
gerettet.
Paris, 27. Sept. (Das geſtohlene
Per=
lenhalsband.) Der Juwelenagent Quadrantſtein,
der in der Angelegenheit des geſtohlenen
Perlenhalsban=
des auf Erſuchen des Lloyd die Rolle eines freiwilligen
Detektivs geſpielt hatte, ſollte geſtern abend in einem
hie=
ſigen Tingeltangel, deſſen Beſitzer ihn für hohes Honorar
verpflichtet hatte, einen Vortrag über die Halsbandaffäre
zu halten, auftreten. Kaum betrat er jedoch die Bühne,
als das Publikum einen furchtbaren Lärm machte.
Die Zuſchauer ziſchten und pfiffen und riefen
Quadrant=
ſtein zahlreiche Beleidigungen zu, der ſchließlich
unver=
richteter Dinge hinter den Kuliſſen verſchwinden mußte.
Paris, 26. Sepi. (Eine Opiumhöhle
aufge=
hoben.) Großes Aufſehen erregt hier der plötzliche
Tod=
einer 23jährigen Dame namens Clerey. Zunächſt wurde
feſtgeſtellt, daß dieſe an den Folgen übermäßigen
Ge=
nuſſes von Aether und Opium geſtorben iſt. Eine
Haus=
ſuchung lieferte erhebliches Beweismaterial dafür, daß die
Villa der Dame eine geheime Opiumhöhle war,
welche von Mitgliedern der höchſten Geſellſchaftskreiſe
be=
ſucht wurde. Die Höhle wurde von einer alten Dame
namens Dardarelle gehalten, welche noch zwei andere
Damen in der Villa wohnen hatte. Als die Polizei alle
Zimmer durchſuchte, erſchienen fortwährend Leidtragende,
darunter Perſönlichkeiten aus den höchſten Kreiſen mit
ſehr bekannten Namen, die alle Kunden der Opiumhöhle
geweſen zu ſein ſcheinen. Jeder Beſucher wurde
ange=
halten und einem eingehenden Verhör unterzogen. Die
Mutter der Verſtorbenen, die ein Penſionat unterhält,
wurde durch die Nachricht von dem plötzlichen Tode ihrer
Tochter derart überraſcht, daß ſie ſchwer erkrankte und mit
einem Auto fortgebracht werden mußte. Die Verſtorbene
war in den Nachtlokalen des Montmartre eine ſehr
be=
kannte Erſcheinung. Es hat ſich herausgeſtellt, daß ſie
des öfteren Extravorſtellungen gab, wozu ſie ein
beſon=
deres Publikum einlud. Man nimmt an, daß die Affäre
noch weitere Kreiſe beſchäftigen wird.
Rotterdam, 27. Sept. (Manöverunfall.) Im
Manövergelände bei Holten unternahm eine
Reiter=
patrouille eine wütende Attacke im Rücken von 300 Mann
Infanterie. Der Infanterieleutnant Depriesrobbe, der ſich
hinter der Stellung befand, wurde niedergeritten. Mehrere
Mann wurden durch Säbelhiebe verletzt.
Eupatoria, 26. Sept. Ein Sturm zerſtörte den
Ausladeplatz der Dampfergeſellſchaft Roſſijski und die
ſtädtiſchen Badeanſtalten. Viele Segler ſtrandeten,
meh=
rere kenterten, einige Matroſen ſind ertrunken. Der
Scha=
den iſt beträchtlich.
Mitau, 26. Sept. (Zugszuſammenſtoß.)
Geſtern nacht ſtieß der Zug Libau-Romny mit einem
anderen Zug zwiſchen den Stationen Prekuln und Pleike
zuſammen. Die Lokomotive und mehrere Wagen wurden
beſchädigt, ein Bahnbeamter wurde getötet, drei
Poſt=
beamte und der Zugführer verletzt.
Quebec, 26. Sept. (Acht Kinder verbrannt.)
Heute früh brach in einem Mietshauſe Feuer aus. Acht
Kinder verbrannten, während die Eltern und zwei
an=
dere Kinder ſchreckliche Brandwunden erlitten.
Cottondale (Alabama), 26. Sept. (Zugräuber.)
Drei Räuber hielten bei Englewood einen Zua an und
be=
drohten das Zugverſonal, ſowie die Reiſenden mit
Revol=
vern. Nachdem ſie 5000 Dollar geraubt hatten, koppelten
ſie die Lokomotive los und fuhren davon. Der Ueberfall
iſt anſcheinend von zwei noch jungen Burſchen ausgeführt
worden. Der Ueberfall iſt einer der frechſten, die ſeit
vie=
len Jahren in Amerika ausgeführt wurden. Bei der
Ver=
folgung der Räuber erſchoß einer der verfolgenden
Poli=
ziſten einen Kollegen, den er für einen der Bahnräuber
hielt. Nachdem die Banditen den Stablſchrank des
Poſt=
wagens geſprengt hatten, ließen ſie die Lokomotive mit
dem Poſt= und Gepäckwagen ohne Führer weiter fahren.
Die Maſchine kam erſt nach 60 Kilometer zum Stillſtand.
Hinterher raſte ein Extrazug der Poliziſten, die zu ſpät
erkennen mußten, daß ſie überliſtet waren. Von den
Räu=
bern hat man noch nicht die geringſte Spur.
Gerichtszeitung.
Der Mißbrauch der Immunität.
— Kolmar, 26. Sept. Nach einer Reihe weiterer
Zeugen, die nichts weſentliches bekunden, wird die
Be=
weisaufnahme geſchloſſen. Der Vertreter der Anklage,
Staatsanwalt Feltkamp, führte aus, daß bei allen
drei Angeklagten die ihnen zur Laſt gelegte Tat erwieſen
ſei, trat aber für mildernde Umſtände ein, die ſich aus den
gereizten perſönlichen Verhältniſſen rechtfertigten. Gegen
Hildwein beantragt der Staatsanwalt eine Geldſtrafe von
40 Mark, gegen Kübler wegen Waffentragens und
Be=
drohung 30 Mark und gegen Samſon wegen
Mißhand=
lung 10 Mark. Der Verteidiger Hildweins, Rechtsanwalt
Dr. Weil, plädierte auf Freiſprechung ſeines Mandanten.
Hildweins Familienleben war in ſchamloſer und
hinter=
liſtiger Weiſe angegriffen worden, der Beleidiger ver=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
Nummer 228.
ſchanzte ſich hinter die parlamentariſche
Immunität. Hildwein handelte in Notwehr, da er
ſonſt nicht die geringſte Gelegenheit hatte, ſich anderweitig
Genugtuung zu verſchaffen. Nach kurzer Beratung
ver=
kündete der Vorſitzende folgendes Urteil: Hildwein
wird wegen Mißhandlung in idealer Konkurrenz mit
tät=
licher Beleidigung zu 20 Mark Geldſtrafe, Kübler wegen
verbotenen Waffentragens zu 10 Mark Geldſtrafe
verur=
teilt; im übrigen wurden Kübler und Samſon
freigeſpro=
chen. Das Gericht erachtete es als feſtgeſtellt, daß
Hild=
wein den Kübler zweimal ohne Anlaß mit der
Hunde=
peitſche ins Geſicht ſchlug. Notwehr lag für ihn nicht vor,
ebenſo wenig für Samſon. Bei der Strafzumeſſung
wurde berückſichtigt, daß Kübler ſchwer
kompro=
mittierende Aeußerungen über die Familie
Hildwein getan habe und jede
Satisfak=
tion verweigerte. Straferſchwerend kam in
Be=
tracht die Benutzung der Hundepeitſche und die Züchtigung
auf einem öffentlichen Platze.
Grenzgang.
Alljährlich, wenn der Sommer ſein wehmutvoll
Ab=
ſchiedslied anſtimmt und der König Herbſt über die
Fel=
der und durch die Wälder reitet in farbenſchimmerndem,
rotleuchtendem Gewande, und alles, was Natur und
Landſchaft heißt, zu einem einzigen grandioſen Gemälde
zaubert, dann fühlen auch die Jünger des hl.
Bureaukra=
tius ein menſchlich Regen. Dann ſchlagen ſie kühn und
unbekümmert um die Folgen ihren geſtrengen Herren ein
Schnippchen. Dann entdecken ſie, denen Leben ſonſt nur
Papier, Tinte und Aktenſtaub heißt, an ſich und anderen
poetiſche Adern und Begabung zu Kunſt und zu
Fröh=
lichkeit und Freude. Dann winkt das Grenzgangfeſt!
Wenn herbſtlich leuchten Flur und Hag
Und kahl die Felder ſtehen,
Dann naht nach altem Brauch der Tag,
Die Grenze zu begehen;
Laßt ehren uns den ſchönen Brauch
In alter Heſſentreue,
Damit der Vorzeit friſcher Hauch
Die Heimatluſt erneue!
Ein herrlicher Herbſttag war dem heurigen Grenzganig
beſchieden, doppelt angenehm und ſchön allen, die den ſo
bös verregneten Tag vom Vorjahr noch in Erinnerung
hatten. Wohl an 100 Herren hatten ſich eingefunden.
Stadtverordnete, ſtädtiſche Beamte, Vertreter der Kreis=,
Forſt=, Steuer= und Polizeibehörden, Offiziere uſw. Am
Botaniſchen Garten war Treffpunkt. Hier empfingen Herr
Forſtmeiſter Kullmann, der langjährige und
erfolg=
reiche Verwalter und Pfleger des ſtädtiſchen Forſtbeſitzes,
und Herr Stadtv. Markwort, der als „Säu-le zeigt
ſich jedes Jahr aufs neu” die Grenzgänger. Nach
kur=
zer Begrüßung gings hinein in den herrlichen,
ſonnen=
glänzenden Herbſtwald, der an jeder neuen Wegkreuzung
Bilder von entzückender Schönheit offenbarte. Herr
Forſt=
meiſter Kullmann war wieder ein ebenſo ſachkundiger wie
liebenswürdiger Führer, der es, wie ſtets, verſtand, das
Angenehme mit dem Nützlichen trefflich zu verbinden. An
einer Waldhüterhütte vor großen Jungpflanzungen wurde
zunächſt Halt gemacht und an Hand praktiſcher Beiſpiele
die Vorzüglichkeit der von Berlepſch’ſchen Niſtkäſten,
be=
ſonders der Höhlenbrüter, demonſtriert und geprieſen.
Dann gings weiter zum Moltke=Tempel, einem herrlichen
Platz, wie geſchaffen zum Naturtheate r. Hier
ſorg=
ten die Dichter und Kunſtkräfte der Großherzoglichen
Bür=
germeiſterei, die Scheuerpurzler und Oberſcheuerpurzler,
zu=
nächſt für geiſtige Erbauung, die in Form eines köſtlichen
Grenzgangſpieles ſerviert wurde. Herr
Ober=
ſekretär K. Göbel hatte es gedichtet. Streng nach der
Hiſtorie, aber mit viel Poeſie, und durch Witz und Humoc
verjüngt wurde gezeigt, wie vor 150 Jahren die Väter
der Stadt die Grenze begingen. Wie der Herr Aktuarius
und der Polizeidiener am Vorabend des gcoßen und
be=
deutungsvollen Tages den Weg zuerſt abſchritten und die
Vorbereitungen prüften, damit alles zum Wohlgefallen
der geſtrengen Herren (auch die Allerhöchſten waren ja
früher dabei) klappte. Wie der Herr Bürgermeiſter ſelbſt
kam mit ſeinem Sprößling und ihn am Grenzſtein
höchſt=
eigenhändig unbarmherzig verbläute, auf daß er nie
ver=
geſſe, wo der Grenzſtein der Stadt ſteht (ein ſchöner
Brauch fürwahr!). Wie er dann die beiden Vorprüfer
dabei ertappte, als ſie aus mächtigem Trinkhorn auch das
Bier „vorprüften” und nach donnernder Strafpredigt ſelbſt
am willkommenen ſchäumenden Gerſtenſaft ſich labte. Und
wie er endlich ſeine eigene ſchwung= und poeſievolle Rede
pröbte, die er morgen zu halten hatte und die ſo zur
Be=
grüßungsanſprache auch für die heurigen Grenzgänger
wurde. Das alles wurde ſehr wirkſam in trefflichem Spiel
vorgeführt und mit reichſtem Beifall bedankt. Den
Bür=
germeiſter gab Herr Gg. Jöckel, den Polizeidiener Herr
Kugler, den Aktuarius Herr A. Specht und den
klei=
nen Bürgermeiſterſprößling der kleine, in der
Knaben=
arbeitsanſtalt entdeckte Joſeph Fornoff, der ſeine
Sache ganz hervorragend machte. Entſchieden ein
kommen=
des Talent. Dem Feſtſpiel voraus zog die nunmehr ſelig
entſchlummerte „Kommiſſion zur
Vertilgung=
der Maikäfer”. Sechs Mann, mit mächtigen
Schieß=
prügeln bewaffnet, dazu der Protokollführer, der
Halali=
bläſer und der Vorſtand. Es war eine köſtliche Parodie,
wie die Sechs gemeinſam den 3. Maikäfer des Tages
an=
ſchoſſen, noch zappelnd fingen und feſſelten und nach
Auf=
nahme des umfangreichen Protokolls weiter zogen. Noch
in der Ferne hörte man ihr mörderiſches Schießen.
Dann aber winkte die trefflich mundende Atzung in
Geſtalt der köſtlichen, heißen „Wurſtweck” die in
unge=
zählten Mengen vertilgt wurden. Herr Forſtmeiſter
Kullmann pries in ſeiner Willkommrede in beredten
und überzeugenden Worten des Waldes Schönheit und
Nutzen und trank auf das Blühen der Stadt und Gedeihen
ihrer herrlichen Wälder. Dann gings weiter die idylliſchen
Waldwege, bis nach etwa 3½ſtündigem Marſch das
„Heilige Kreuz” erreicht wurde.
Das Wandern beut uns Freuden viel
In Tal und Bergeshalde;
Zwar ändern Zwecke ſich und Ziel,
Doch ſei der Geiſt der alte:
Und zieh’n wir heut’ auch nicht mehr aus
Zum Steinen und zum Rainen,
So ſoll uns doch ein wackrer Schmaus
In Fröhlichkeit vereinen.
Das wurde es endlich, ein „wackrer Schmaus” der
der Kochkunſt des „Heiligen Kreuz”=Wirtes Herrn
Stroh=
menger, alle Ehre machte, und „Fröhlichkeit” Für
dieſe ſorgten wiederum der Künſtler erleſene Schar, ſoweit
ſie nicht auf das Konto der vorzüglichen Weine zu ſetzen
war. Die offiziellen Reden hatte man in dankens= und
nachahmenswerter Weiſe auf eine beſchränkt. Und die
hielt der Rede trefflicher Meiſter, Herr Bürgermeiſter
Mueller. Er begrüßte, den verhinderten Herrn
Ober=
bürgermeiſter entſchuldigend. im Namen der Stadt herz=
lich alle Gäſte. Inſonderheit die behördlichen Vertreter.
Widmete dem von hier ſcheidenden Kreisrat v. Werner
warme Nachrufsworte und ſprach Dank aus allen, die das
ſchöne Feſt alljährlich vorbereiten und durch ihre Kunſt
verſchönen helfen, vor allem den Herren Markwort und
Göbel und ganz beſonders Herrn Forſtmeiſter
Kull=
mann, dem getreuen Ekkehard unſerer Wälder. Nach
altem ſchönen Brauch ſchloß die Rede mit einem Hoch auf
den Landesherrn, den tatkräftigen Förderer unſerer
ſchönen Reſidenz. — Künſtleriſche und humoriſtiſche
Dar=
bietungen mancherlei Art würzten das Mahl. Für die
erſteren ſorgte Herr Kammermuſiker Mehmel, der zuerſt
mit dem vortrefflichen Vortrag einer Romanze von
Swenſen, der Serenade von Pierne, erfreute und dann
mit den Herren Georg Kugler und Lahl zuſammen
die Berceuſe für Violine, Klavier und Geſang, von
Gotard. Herr Kugler, deſſen Geſangskunſt ſtetig reifer
wird, brachte noch verſchiedene Lieder. Den humoriſtiſchen
Teil beſtritten die gemeinſamen Lieder die Herr K. Göbel
gedichtet hatte, die köſtlichen humoriſtiſch=ſatiriſchen
Vor=
träge von Herrn Beigeordneten Baurat Jäger und ſolche
in Naſſauiſcher Mundart, die Herr Kommerzienrat
I
— Als die Berufspflichten uns von
acobi brachte.
hinnen riefen, war die Tafelrunde kaum gelichtet. St.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Görlitz. 27. Sept. Generalverſammlung
des Evangeliſchen Bundes. Geſtern abend fand
in der Peterskirche der Eröffnungsgottesdienſt ſtatt, bei
dem Profeſſor Hoffmann=Breslan die Feſtpredigt hielt.
Hieran ſchloß ſich eine Begrüßungsverſammlung
im großen Saale der Stadthalle. Oberbürgermeiſter Sney
hielt die Begrüßungsrede an die Teilnehmer, die er
herz=
lich willkommen hieß. Er drückte die Ueberzeugung aus,
daß Görlitz treu an dem evangeliſchen Glauben feſthalte.
Darauf wurden verſchiedene Begrüßungsanſprachen
gehal=
ten und ſchriftliche Begrüßungen von Kirchenbehörden uſw.
mitgeteilt. An den Kaiſer wurde folgendes
Huldi=
gungstelegramm geſandt: „Eurer Majeſtät bringt
die in Görlitz tagende 26. Generalverſammlung des
Evan=
geliſchen Bundes zur Wahrung der deutſch=proteſtantiſchen
Intereſſen im Jahre des Regierungsjubiläums Eurer
Majeſtät und im Jahre der großen vaterländiſchen
Erinne=
rungen den Ausdruck ehrfurchtsvollſter Huldigung und das
Gelöbnis unwandelbarer Treue dar.
* Görlitz, 27. Sept. Die
Generalverſamm=
lung des Evangeliſchen Bundes hat zu der
Frage der theologiſchen Fakultäten an den
Univerſitäten folgende Reſolution gefaßt: Der
Evangeliſche Bund vermag einer Hochſchule, an der die
Theologie als Lehrfach ausgeſchloſſen iſt, den Charakter
einer Univerſität, einer allumfaſſenden Stätte der
Wiſſen=
ſchaft nicht zuzuerkennen. Er ſieht im Gegenteil in ſolchen
Anſtalten eine große Gefahr für unſere Kultur, die
einſei=
tig ökonomiſch zu werden droht, die in den ſchweren
Aus=
einanderſetzungen zwiſchen Glauben und Wiſſen einer
ng=
türlichen Vermittelung entbehren würde; andererſeits aber
läge, wenn das von Frankfurt gegebene Beiſpiel und die
für Hamburg vorliegenden Pläne weitere Nachahmung
finden ſollten, die Gefahr der Errichtung beſonderer
An=
ſtalten für die Ausbildung evangeliſcher junger Theologen
nahe, denen dann die vom Standpunkt des
Proteſtantis=
mus unerläßlich ſtete Berührung mit anderen Zweigen der
Wiſſenſchaft und mit deren Jüngern fehlen würde, und den
geſunden, geiſtigen Leben würden entfremdet werden.
Die Tauſendjahrfeier der Stadt Kaſſel.
* Kaſſel, 27. Sept. Schon in den frühen
Morgen=
ſtunden herrſchte in den Straßen ein erwartungsvolles
Treiben, in das um 7 Uhr die getragenen Poſaunenklänge
von Chorälen von den Türmen des Rathauſes und einiger
Kirchen herniederdröhnten. Um 10 Uhr begannen auf dem
weiten Feſtplatz vor dem in der Karlsaue maleriſch
gelegenen Orangerieſchloß die Turn= und
Spielveranſtal=
tungen der Schüler und Schülerinnen der höheren
Lehran=
ſtalten unter der Leitung des Profeſſors Weber. Die
Darbietungen wurden von einer gewaltigen
Zuſchauer=
menge mit ungeteiltem Beifall aufgenommen.
Während=
deſſen fand gegen Mittag im Stadtverordnetenſaale des
Rathauſes in Gegenwart der ſtädtiſchen Behörden mit dem
Oberbürgermeiſter an der Spitze, von Vertretern der
ſtaat=
lichen und Militärbehörden, einer Anzahl auswärtiger
Ehrengäſte und ſonſtiger Geladenen der Feſtakt ſtatt.
dem Prinz Auguſt Wilhelm als Vertreter des Kaiſers
bei=
wohnte. In ſeiner Feſtrede gab der Kulturhiſtoriker
Pro=
feſſor Dr. Georg Steinhauſen, Direktor der Murhardſchen
Bibliothek, einen kurz gefaßten Ueberblick über die
Ent=
wickelung der Stadt und würdigte ihre Bedeutung. Im
Anſchluß an den Feſtakt wurde ein von der Stadt
gegebe=
nes Frühſtück eingenommen. In der Mittagsſtunde gaben
Militärkapellen in den verſchiedenen Stadtteilen
Prome=
nadenkonzerte.
Kaſſel, 27. Sept. Unter den vom
Oberbürger=
meiſter beim heutigen Feſtakt bekanntgegebenen
Stif=
tungen und Schenkungen befindet ſich eine
Stiftung von weiteren 250000 Mark für die Errichtung
des projektierten Volksſchwimmbades durch den
Gehei=
men Kommerzienrat Dr. Henſchel.
* Berlin, 27. Sept. Zur Tauſendjahrfeier
der Reſidenz Kaſſel haben der Vorſtand des
Deutſchen und Preußiſchen Städtetages folgendes
Tele=
gramm nach Kaſſel geſandt: Namens des Deutſchen und
des Preußiſchen Städtetages ſende ich der Reſidenzſtadt
Kaſſel aufrichtige Glückwünſche zur Tauſendjahrfeier. Die
deutſchen Städte blicken mit Stolz auf die Stadt Kaſſel.
de=
ren reichgeſegnete Entwickelung während eines
Jahr=
tauſends den Ausblick auf weitere Jahrtauſende
macht=
vollen Gedeihens deutſcher ſtädtiſcher Kultur eröffnet.
Wermuth.
Luftfahrt.
* Frankfurt a. M., 26. Sept. Der dritte
in=
ternationale Kongreß für Luftrecht, der
ge=
ſtern und heute hier unter dem Vorſitz des früheren
Un=
terſtaatsſekretärs Profeſſor Dr. v. Mayer tagte, faßte
fol=
gende Beſchlüſſe: I. Bezüglich der privatrechtlichen Natur
des Luftraumes: 1. Niemand kann ſich auf Grund ſeines
Eigentumsrechts der Fahrt eines Luftfahrzeuges über
ſei=
nen Grundbeſitz widerſetzen, ſofern dieſe derart geſchieht,
daß die Fahrt nicht mit nachweisbaren Unzuträglichkeiten
für den Grundeigentümer verbunden iſt. 2. Jeder
Miß=
brauch des Durchtfahrtsrechts verpflichtet den Urheber zum
Schadenerſatz, II. Bezüglich der Haftpflicht: 1. Der
Er=
ſatz des durch ein Luftfahrzeug an Perſonen oder Sachen
auf der Erdoberfläche verurſachten Schadens liegt dem
Halter des Luftfahrzeuges ob, unbeſchadet des Rechts der
verletzten Perſonen, ſich an denjenigen zu halten, der
nach dem gemeinen Recht für den Schaden verantwortlich
iſt. 2. Der zum Schadenerſatz verpflichtete Halter kann ſich
an den nach dem gemeinen Recht dafür verantwortlichen
Urheber des Schadens halten. 3. Falls der Schaden ganz
oder teilweiſe durch ein Verſchulden der verletzten Perſon
entſtanden iſt, kann das Gericht den Halter ganz oder teil=
weiſe von der Haftpflicht befreien. 4. Der Halter kann die=
Einrede der höheren Gewalt geltend machen. 5. Die
Vor=
ſchriften über die Haftpflicht gelten nicht, wenn im Augen=.
blick des Unfalls die verletzte Perſon oder der beſchädigte
Gegenſtand ſich im Luftfahrzeug befindet oder wenn die
verletzte Perſon bei dem Luftfahrzeug beſchäftigt war. Die
deutſche und die öſterreichiſche Gruppe ſprachen ſich im
Anſchluß hieran dafür aus, daß eine Haftpflichtverſicherung
für Luftfahrzeuge eingerichtet werden möge und
beantrag=
ten, der Kongreß möge dem geſchäftsführenden Ausſchuſſe
den Wunſch unterbreiten, dieſe Frage für den nächſten
Kongreß zu bearbeiten. Der Kongreß beſchloß demgemäß.
* Frankfurt a. M., 27. Sept. Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” iſt heute vormittag zu ſeiner 360.
Fahrt aufgeſtiegen. In der Gondel befanden ſich 26
Paſſagiere, meiſt Mitglieder des Kongreſſes für Luftrecht=
Vom Balkan.
Die ſerhiſch=albaniſchen Feindſeligkeiten.
Eine Rechtfertigung Serbiens.
* Belgrad, 27. Sept. Das Serbiſche Preſſebureau
verbreitet eine Meldung, in der es heißt: Die Albaniſche
Korreſpondenz verſucht in einer angeblich aus Valona
ſtammenden Zuſchrift alle Schuld für die
Ereig=
niſſe an der ſerbiſch=albaniſchen Grenze
auf Serbien zu wälzen. Daß Serbien den aufrichtigen
Wunſch hegte, Frieden zu halten und den Willen der
Groß=
mächte zu reſpektieren, beweiſt die Tatſache, daß die
Demo=
biliſation ſeines geſamten Heeres ſofort durchgeführt
wurde, was gewiß nicht geſchehen wäre, wenn man
Hin=
tergedanken gehabt hätte. Die Ueberzeugung, daß der=
Friede gewährt, die Grenze ſichergeſtellt und der von den
Großmächten und Albanien gewünſchte Zuſtand von
Ord=
nung und Sicherheit gewährleiſtet wird, trugen dazu bei,
daß man in Serbien ganz unerwartet die letzten
betrüden=
den Ereigniſſe herankommen ſah. Solange die ſerbiſchen=
Truppen albaniſche Gebiete beſetzten, konnten ſich die
letz=
teren ihrer Ordnung und Sicherheit rühmen. Nach der
Zurückziehung der ſerbiſchen Truppen fielen die
albani=
ſchen Gebiete in die alte Anarchie zurück. Jedem wird
es erinnerlich ſein, daß während der Okkupation die
Alba=
neſen ruhig und teilweiſe ſich ſogar freundlich verhielten.
Das iſt jetzt nicht der Fall. Es kann als Beweis
ange=
ſehen werden, daß ſie jetzt von den Führern und
Hinter=
männern gegen Serbien aus politiſchen Gründen
aufge=
ſtachelt worden ſind. Ueberdies iſt es unwahr, daß
ſic=
die Albaneſen, die auf ſerbiſchem Gebiet leben, gegen die
ſerbiſche Herrſchaft erhoben hätten. Die ſerbiſchen
Alba=
neſen verhalten ſich auch im gegenwärtigen Augenblick
völlig ruhig und loyal, ausgenommen einige wenige
Fälle, in denen nachweislich Agitatoren aus Albanien
ihre Genoſſen diesſeits der ſerbiſchen Grenze
verführ=
ten Daß die Albaneſen in die ſerbiſchen Gebiete
plün=
dernd und mordend eingefallen ſind, iſt ein weiterer Be=, daß ihnen die Aufreizung des ſerbiſchen Gebietes
nicht gelungen iſt und daß die ſerbiſchen Albaneſen
keiner=
lei Luſt zeigen, für ihre Stammesgenoſſen jenſeits der
Grenze die Kaſtanien aus dem Feuer zu holen. Endlich
ſind alle von der Albaniſchen Korreſpondenz in die Welt
geſetzten Nachrichten über angebliche ſerbiſche Greueltaten,
wie Brandſtiftungen, Morde und
Körperverſtümmelun=
gen uſw., vollkommen unwahr. Wir ſind ermächtigt,
alle=
von der Albaniſchen Korreſpondenz veröffentlichten
Mit=
teilungen über Serbien als böswillige und tendenziöſe
Erfindungen mit Entrüſtung zurückzuweiſen.
* Belgrad, 27. Sept. Das Serbiſche Preſſebureau
meldet: Die ſerbiſche Regierung hat an ihre
Vertreter im Auslande folgende Note gerichtet:
Da die ſerbiſche Regierung im Vertrauen auf die
Kon=
trolle der Großmächte bei der Neuſchaffung von Albanien
blickte, als einer ſtarken Gewähr für den Frieden und die
Ordnung an der ſerbiſch=albaniſchen Grenze, und da die
Haltung der geſamten albaniſchen Bevölkerung der
ſerbi=
ſchen gegenüber während des Aufenthaltes in Albanien
freundſchaftlich war, hat die ſerbiſche Regierung, nachdem
die Demobiliſierung einmal beendet war, an der
ſerbiſch=
albaniſchen Grenze nur zwei Regimenter zurückgelaſſen,
deren Friedenseffektivbeſtand ungefähr 2000 Mann
be=
trug und die auf eine Front von mehr als 100 Kilometer
verteilt wurden. Aufgewiegelt durch Agenten aus
Valona=
griffen in den letzten Tagen 10000 Albaneſen unter dem
Kommando eines Mitgliedes der proviſoriſchen
Regie=
rung und mehrerer fremden Offiziere und Komitatſchis
ſerbiſches Gebiet an, drangen in mehrere Dörfer ein, die
ſie in Brand ſteckten und metzelten einen großen Teil der
friedlichen Bevölkerung nieder. Sodann drangen die
Albaneſen in die Stadt Dibrä ein, die nur von zwei
Kom=
pagnien verteidigt wurde. Der Einfall der Albaneſen
und ihr Vormarſch in ſerbiſches Gebiet wurde leicht
ge=
macht, weil die wenigen ſerbiſchen Truppen auf die
Auf=
forderung der Großmächte hin ſich aus den ſtrategiſchen
Stellungen an der Grenze und auf albaniſchem Gebiet,
die es ermöglicht hätten, die albaniſchen Einfälle in
ſer=
biſches Gebiet abzuwehren, zurückgezogen hätten. Die
Albaneſen benutzten dieſe Gelegenheit, um in die Stadt
Dibra einzufallen, wo die ſerbiſchen Truppen wenig
zahl=
reich waren und ihre ſtrategiſch ungünſtigen Stellungen
ſie daran nicht hindern konnten. Um ihr Gebiet und ihre
Würde zu ſchützen, hat die königliche Regierung die
Mobi=
liſierung eines Teiles der Armee angeordnet. Dieſe wird
die Aufgabe haben, die Angreifer niederzuwerfen und an
der Grenze Frieden und Ordnung dauernd ſicher zu
ſtellen.
Der Fall Schlieben.
* Berlin, 27. Sept. Der Berliner Lokalanzeiger
ſtellt auf Grund von Informationen einige Punkte der.
Preßpolemik über den Fall Schlieben richtig
und ſchreibt: Zunächſt ſei nochmals hervorgehoben, daß
die Behauptung, Schlieben ſei auf Verlangen Oeſterreich=
Ungarns von Belgrad entfernt worden, völlig aus der
Luft gegriffen iſt. Die Verſetzung des Konſuls war ſchon
im vergangenen Jahre eine abgeſchloſſene Sache. Ferner
wird in einigen Artikeln ausgeführt, Schlieben ſei bei der=
Verſetzung zum Generalkonſul fünfmal durch jüngere
Vor=
derleute überſprungen worden. Dieſer Vorwurf zerfällt
aber, wenn man weiß, daß die Ernennung zum
General=
konſul in unſerer Konſullaufbahn nicht nach dem
Dienſte=
alter erfolgt, auch nicht ausſchließlich nach der
Qualifika=
tion im allgemeinen, ſondern ſich danach richtet, ob der
Betreffende die für die jeweilig frei werdende
General=
konſulſtelle erforderlichen beſonderen Eigenſchaften beſitzte
Es ſtimmt genau, daß fünf jüngere Konſuln als Schlieben
vor ihm Generalkonſul geworden ſind. Er hatte aber im
Dienſtalter 20 Konſuln vor ſich, die auf den
Generalkonſul=
warteten. Ein dritter Vorwurf iſt, daß man Schlieben
unrecht getan habe, indem man ihn aus dem ihm lieb
ge=
wordenen Belgrader Kreiſe riß und ihm den Poſten in Quito
anbot, wo er, als herzleidender Mann, nicht leben könntes
Auch über dieſen Punkt wird man anders urteilen, wenn
man erfährt, daß Schließen im vorigen Herbſt ſich um
Nummer 228.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
Seite 7.
den Geſandtenpoſten in Adis Abbeha beworden hat, ein
Platz, der noch höher liegt als die Hauptſtadt von
Ecua=
dor und an die Geſundheit noch größere Anforderungen
ſtellt. Außer um Addis Abbeba hat ſich Konſul
Schlie=
ben bis in die jüngſte Zeit hinein auch noch um andere
ſchöne Poſten beworben, ein Umſtand, aus dem ihm
ſelbſt=
verſtändlich niemand einen Vorwurf machen wird, der
aber geeignet iſt, die hohen Vorſtellungen von der
inni=
gen Verwachſenheit Schliebens mit ſeinem Belgrader
Intereſſenkreiſe einigermaßen abzuſchwächen.
Die Türkei und Griechenland.
* Paris, 27. Sept. Der Petit Pariſien will
er=
fahren haben, daß die Türkei die Abſicht habe, die
Ver=
handlungen mit Griechenland abzubrechen und nur unter
der Bedingung wieder aufzunehmen, daß ihr die Inſeln
Chios und Mytilene zurückerſtattet werden. Die Türkei
ſoll gegenüber Chios ein Landungskorps bereit halten.
Letzte Nachrichten.
* Saloniki, 27. Sept. Mit Rückſicht darauf, daß
Serbien infolge der gefahrdrohenden Lage
in Albanien gezwungen iſt, ſeine Grenzgarniſonen
dringend zu verſtärken, insbeſondere in Monaſtir Truppen
zu konzentrieren, haben die griechiſchen Behörden
ge=
ſtattet, ſerbiſche Militärtransporte über Saloniki zu
lei=
ten. Alle Organe ſind angewieſen worden, den Serhen
die größten Erleichterungen zu verſchaffen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 27. Sept. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung ſchreibt: Die mit der Aufſtellung des Entwurfs
eines neuen Strafgeſetzbuches betraute
Kom=
miſſion hat ihre Arbeit beendet. Die Kommiſſion, die
ſich ſeit April 1911 fortdauernd der bedeutungsvollen
Auf=
gabe gewidmet hat, trat heute zu ihrer letzten Sitzung
zu=
ſammen. Der Staatsſekretär des Reichsjuſtizamts nahm
hierbei Gelegenheit, der Kommiſſion für ihre
unermüd=
liche und aufopferungsvolle Tätigkeit den Dank und die
Anerkennung des Reichskanzlers auszuſprechen.
* Berlin, 27. Sept Zu einer Blättermeldung über
beträchtliche Defraudationen durch den
Kaſ=
ſierer der Deutſchen Bank. Filiale
Dres=
den, und bei einer ihrer Depoſitenkaſſen, wird von
zu=
ſtändiger Stelle mitgeteilt, daß der betreffende Beamte
we=
gen Vedachts begangener Unregelmäßigkeiten ſich in
Un=
terſuchungshaft befindet. Die indeſſen einige Wochen
zu=
rückgreifende ſehr eingehende Unterſuchung hat bisher
kei=
nerlei Anhalt für einen der Bank zugefügten Schaden
er=
bracht.
* Berlin, 27. Sept. Der Chefredakteur und Verleger
des Kleinen Journals, Lehmann, wurde von der
vier=
ten Strafkammer des Landgerichts I wegen Beleidigung
des Kriegsgerichts Trier zu 300 Mark Geldſtrafe
eventuell für je 15 Mark ein Tag Gefängnis und zur
Publikationsbefugnis in der Kölniſchen Zeitung und dem
Kleinen Journal für das Generalkommando des 8. Korps,
das den Strafantrag geſtellt hatte, verurteilt. Bezüglich
des Verfaſſers, Redakteur Noack, wurde wegen Verjährung
das Verfahren eingeſtellt. Der Staatsanwalt hatte 600 M.
Geldſtrafe beantragt.
* München, 27. Sept. In der königlichen Erzgießerei
fand eine Beſichtigung des vom Schwabenverein in
Chikago in Auftrag gegebenen Goethe=
Denk=
mals ſtatt, zu der Prinz=Regent Ludwig, Prinz
Alfons, Staatsminiſter von Knilling und Staatsminiſter
von Breunig, ſowie hervorragende Vertreter von Kunſt
und Wiſſenſchaft erſchienen waren. Das Denkmal, ein
Werk des Profeſſors Hahn=München, iſt mit dem Sockel
etwa 9 Meter hoch und ſtellt eine gewaltige, harmoniſch
ſchöne Jünglingsfigur, nur mit einem leichten Ueberwurf
bekleidet, dar. Der rechte Fuß ſtützt ſich auf einen
Fels=
block. Auf dem Knie hat ſich ein Adler niedergelaſſen,
der mit ſtolzer Ruhe in die Ferne ſchaut. Vor der Statue
wurde ein Lorbeerkranz mit deutſchen, bayeriſchen und
amerikaniſchen Farben niedergelegt. Der Prinz=Regent,
auf den das Kunſtwerk ſichtlich einen tiefen Eindruck
machte, zog den Präſidenten des Denkmalkomitees, Harry
Rubens in ein längeres Geſpräch.
* München, 27. Sept. Wie verlautet, ſchweben zwiſchen
der Bank für Handel und Induſtrie (
Darm=
ſtädter Bank), Filiale München, welche im Namen
eines Konſortiums handelt, dem auch die Königlich
Baye=
riſche Bank angehört, und einer größeren Gruppe von
Rheinſchiffahrtsgeſellſchaften Verhandlungen, die
be=
zwecken, die Schaffung einer Organiſation, die für die
Förderung bayeriſcher Intereſſen in der
Rheinſchiffahrt und für die Ausgeſtaltung des
Mainverkehrs nach Vollendung der
Mainkanaliſie=
rung bis Aſchaffenburg tätig ſein ſoll.
* Griſolles, 27. Sept. Die leichte Beſſerung in
dem Befinden des deutſchen Militärttachés,
Oberſtleut=
nants v. Winterfeldt, hält auch heute an. Die Nacht
war ruhig. Temperatur heute früh 36,8, Puls 96, Atem 22.
Die Verletzung der Lunge heilt langſam ab. Kaiſer
Wilhelm hat von Rominten aus an Oberſtleutnant
v. Winterfeldt folgendes Telegramm gerichtet: Ich
ver=
nehme mit größter Freude, daß es Ihnen ein wenig
beſſer ergeht. Ich hoffe, daß Sie mit der Hilfe Gottes
geneſen werden.
* Petersburg, 27. Sept. Die 1600. Jahresfeier
des Edikts von Mailand, durch das die chriſtliche
Kirche befreit wurde, wurde heute in allen Kirchen und
Lehranſtalten feſtlich begangen.
IIB. Stuttgart, 27. Sept. In der Neckarſtraße wurde
in der letzten Nacht in einem Straßenbahnwagen
eine ſchwere Bluttat verübt. Ein Fahrgaſt war mit
einer Frau in Streit geraten, der ſchließlich in
Tätlichkei=
ten ausartete. Als der Schaffner dazwiſchen trat und den
Fahrgaſt aus dem Wagen wies, zog dieſer ein Meſſer und
ſtieß es dem Schaffner in die Bruſt. Die Verletzungen
des Ueberfallenen waren ſo ſchwer, daß er bald darauf
ſtarb. Der Täter wurde verhaftet.
HB. Hamburg, 27. Sept. Wegen Diebſtahls
von Geheimdokumenten, die dem früheren
Prä=
ſidenten Caſtro von Venezuela gehörten, hatten ſich
heute vor der hieſigen Strafkammer der ehemalige
Privat=
detektiv Mohr und der Lehrling Michaelis zu
verantwor=
ten. Sie erbrachen in Abweſenheit des Sekretärs Melitta
deſſen Schreibtiſch und nahmen die Papiere an ſich. Sie
enthielten einen Plan zu einem Putſchverſuch Caſtros. Die
beiden Diebe machten den Verſuch, die Dokumente an die
Gegner Caſtros für den Betrag von 20000 Mark zu
ver=
kaufen. Die Strafkammer verurteilte Mohr und Michgelis
zu je 4 Monaten Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte 18
Monate beantragt.
Der Prozeß gegen Brandt und Genoſſen.
* Berlin, 27. Sept. Am 23. Oktober wird vor der
erſten Strafkammer des Landgerichts I die
Hauptver=
handlung gegen Brandt und Genoſſen
we=
gen Verrats militäriſcher Geheimniſſe und Beſtechung
be=
ginnen. Es iſt dies die Bezeichnung, unter der die
ſoge=
nannte Krupp=Affäre die Gerichtsbehörden beſchäftigte.
Die im Februar dieſes Jahres zuerſt gegen Brandt und
zwei andere Angeſtellte der Firma Krupp eingeleitete
Unterſuchung hatte zeitweiſe einen großen Umfang
ange=
nommen und ſich im ganzen gegen die Perſonen gerichtet,
von denen zehn als Leiter oder Angeſtellte der Firma
Krupp angehören oder angehört haben. Die
Staatsan=
waltſchaft hat aber nach Abſchluß der gerichtlichen
Vor=
unterſuchung die öffentliche Anklage nur gegen drei
An=
geſchuldiate aufrecht erhalten und auch von dieſen noch
einen außer Verfolgung geſetzt, ſo daß ſich in der
Verhand=
lung neben den bereits aus der Verhandlung des
König=
lichen Kommandanturgerichts hierſelbſt gegen Tilian und
Genoſſen der bekannte Berliner Vertreter der Firma Krupp,
Maximilian Brandt, noch einer der maßgebenden Leiter
der Eſſener Firma zu verantworten haben wird.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Wie man gut eſſen und trinken kann, ohne
Magenbeſchwerden befürchten zu müſſen.
Eine üppige Lebensweiſe, viel Fleiſch, viel Bier oder
Wein, bleibt nicht ohne Einfluß auf unſeren
Verdauungs=
organismus. Sie führt mit der Zeit zu einer
Ueber=
produktion von Magenſäure und dieſe überſchüſſige
Säure im Magen bildet die Urſache der meiſten
Magen=
beſchwerden. Sie greift nämlich die zarten Schleimhäute
der inneren Magenwand an, behindert den normalen
Verdauungsvorgang und bewirkt jenes Gefühl der
Be=
drückung und Völle, welches Vielen die Luſt an einer
guten Mahlzeit ſchon im voraus verdirbt.
Das beſte iſt, es überhaupt nicht ſo weit kommen zu
laſſen, indem man die überſchüſſige Säure neutraliſiert,
d. h. milde und harmlos macht, und die Bildung weiterer
Säure unterbindet. Das erreicht man mit einer kleinen
Doſis biſurierter Magneſia, wie man ſie in den
Apotheken und Drogerien bekommt. Ein halber Teelöffel
voll davon in etwas warmem oder kaltem Waſſer
auf=
gelöſt, nach beendeter Mahlzeit genoſſen, tut es. Die
biſurierte Magneſia hat gar keinen Einfluß auf den
Magen ſelbſt, ſie neutraliſiert bloß überſchüſſige Säure
und läßt ſo die natürliche Funktion der Verdauung
wieder zur Geltung kommen. Auf eine Doſis hin tritt
(VIII,20139
daher auch in Kürze Erleichterung ein.
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Ausſtattungs=
ſtücken der Frau zählen unſtreitig das Koſt üm und der
Mantel. Recht vorteilhaft zeigen dies die Schaufenſter
der altbekannten, beſt
2
empfohlenen Firma Hermann Berger.
Ernst-Ludwigstr. 10, deren Ausſtellungen ſehenswert ſind. (20111
Hauswirtſchaftliches.
Die Hausfrauen wiſſen aus eigener Erfahrung wie
hoch die Koſten ſind für Neuanſchaffung von Wäſche
infolge zu ſchnellen Verſchleißens. Dr. Thompſon’s
Seifenpulver, Marke Schwan, hat ſich ſeit länger
als 30 Jahren überall bewährt, weil es garantiert
un=
ſchädlich iſt und die Wäſche nicht angreift. Ebenſo
un=
ſchädlich iſt das von den Fabriken von Dr. Thompſon’s
Seifenpulver, G. m. b. H., in Düſſeldorf in den Handel
gebrachte Bleichmittel Seifix, das einen vollſtändigen
Erſatz für Raſenbleiche bietet.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Wetterlage hat ſich ſeit geſtern wenig geändert.
Der hohe Druck hat ſich etwas verflacht und ſeinen Kern
ſüdwärts verlagert, während im Weſten eine neue
De=
preſſion erſchienen iſt. Wir haben vorläufig keine
Aende=
rung des beſtehenden Wetters zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, 28. September:
Fortdauer der beſtehenden Witterung, tagsüber mild.
nachts kühl, Nachtfröſte, Morgennebel.
Familiennachrichten,
(Statt beſonderer Anzeige.)
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
heute mittag um 12 Uhr unſere innigſtgeliebte
und treubeſorgte Mutter, Schweſter,
Groß=
mutter und Tante
Frau
Margarethe Schneidt (Witwe)
geb. Amend
Witwe des Großh. Muſeumsbeſchließers B. Schneidt
in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Die Beerdigung findet Montag, den 29. ds.
Mts., nachmittags 2 Uhr, von der
Friedhofs=
kapelle aus, ſtatt.
(20210
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Das „Darmſtädter Taablatt
erſcheint ab heute regelmäßig Sonntags.
Statt beſonderer Benachrichtigung
teilnehmenden Verwandten und Freunden
hiermit die betrübende Mitteilung, das unſer
lieber Vater, Großvater, Schwiegervater,
(20187
Schwager und Onkel,
Hert- Schanhes Uswald
Lehrer i. P.
nach längerem Leiden am 26. ds. Mts. ſanft
verſchied
H. E. Oswald,
im Namen der trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 28. September 1913.
Die Beerdigung findet Montag vormittag 11 Uhr
von der Kapelle des Friedhofes aus ſtatt.
Dankſagung
Allen Freunden und Bekannten,
die meiner geliebten Tochter das
letzte Geleite gaben, meinen innigſten
Dank.
(20147
Darmſtadt, 27. September 1913.
Sofie Jirsak.
und
Tageskalender.
Sonntag, 28. September.
Großh. Hoftheater (Volksvorſtellung), Anfang 2½
Abends
Uhr, Ende nach 5 Uhr: „Alt=Heidelberg”
7 Uhr, Ende gegen 10½ Uhr (Ab. B): „Der
Zigeuner=
baron”
Erbauung der Freireligiöſen Gemeinde um 5 Uhr in
der Loge SSandſtraße).
Nachfeier vom Stiftungsfeſt des Oberheſſen=Vereins
auf Hugenſchütz’ Felſenkeller.
Tanzkränzchen der Geſellſchaft „Nachtwandler” um
4 Uhr im „Kaiſerſaal”.
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. — Bürgerkeller
um 4 Uhr. — Café „Metropole” um 4 Uhr.
Kaninchen=Ausſtellung im „Heſſiſchen Hof”
Verſteigerungstalender.
Montag, 29. September.
Hofreite=Verſteigerung des Heinrich Schäfer
(Moosbergſtraße 94) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II,
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr (
Lie=
bigſtraße 30).
Druck und Verlag: L. C. Wiltich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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fort angeſchickt, die Stufen vor dem Eingang
hinabzu=
ſteigen, ſo würde ſein Argwohn vielleicht doch wieder neue
Nahrung erhalten haben durch den ſeltſamen,
bedeutungs=
voll fragenden Blick, den der Baron von Leiningen für
einen Moment auf Magdas Geſicht haften ließ, und durch
das kleine, faſt unmerkliche Kopfnicken, mit dem ſie ihm
Antwort gab.
Aber er ſah nichts von alledem; er ſah nur noch die
wundervollen dunklen Augen, die ihm verheißungsvoll
zu=
zulachen ſchienen, als er ſeinen Platz in dem leichten
Wägelchen eingenommen,. und das Wehen des weißen
Taſchentuches, das ihn veranlaßte, haſtig ſeinen Kopf
ab=
zuwenden, weil es ihn jäh an einen anderen letzten
Ab=
ſchiedsgruß erinnerte, den er vor wenig Wochen auf dem
Münchener Hauptbahnhof empfangen.
7.
Seit dem erſten Morgengrauen ſtiegen ſie mit
An=
ſpannung aller Kräfte i= der einſamen Felſenwildnis auf=
werid, und werner Nerad verüngt zu der Sckmuns
gekommen, daß die Leute nicht übertrieben hatten, die ihn
einſt vor den Schwierigkeiten und Gefahren der Weißſpitze
gewarnt.
Und vielleicht hatte der Wagemut ſeines Gefährten die
Schwierigkeiten des Unternehmens ohne zwingende Not
noch um ein Erhebliches geſteigert, dadurch, daß er darauf
beſtanden hatte, nicht die gewöhnliche Aufſtiegroute,
ſon=
dern den Weg über die Engelswände zu wählen, den er
nach ſeiner Verſicherung mit der engliſchen
Touriſtengeſell=
ſchaft ohne alle bedenklichen Zwiſchenfälle zurückgelegt
hatte.
Gleich mit dem Einſtieg in die ſchroff aufſtrebenden
Felſenwände hatten die Mühſeligkeiten begonnen, da eine
große Anzahl von ſtark geneigten Platten zu überwinden
war, deren Glätte ſelbſt dem Nagelſchuh keinen ſicheren
Halt gewährte, und die deshalb zum Teil auf den
Strümp=
fen paſſiert werden mußten. Dabei führte der Kletterweg,
den ſie von Abſatz zu Abſatz vorſichtig auszukundſchaften
hatten, unausgeſetzt an jähen, oft beinahe ſenkrechten
Ab=
ſtürzen von mehreren hundert Meter Tiefe dahin, ſo daß
ein Ausgleiten oder ein Fehltritt überall gleichbedeutend
geweſen wäre mit ſicherem Verderben.
Darüber, daß es ein frevelhafter Leichtſinn geweſen
war, dieſe halsbrecheriſche Route ohne Führer und nur zu
zweien einzuſchlagen, war ſich Werner Marold vollkommen
klar. Aber er konnte ſeinem Gefährten das Zugeſtändnis
nicht verſagen, daß ſein Selbſtvertrauen ein durchaus be=
rchiges eieien verg und dans erich in ſchen
Augen=
blick als Herr der Lage erwies. Der liebenswürdige,
alle=
zeit zu leichten Scherzen aufgelegte Plauderer und
Damen=
held hatte ſich hier in der unwegſamen Felſenwildnis auf
eine nahezu wunderbare Weiſe verwandelt. Er war ernſt
und ſchweigſam geworden; über ſeine Lippen kam kein
Wort, deſſen es nicht zur Verſtändigung über den Weg
unbedingt bedurft hätte, und alle ſeine Sinne ſchienen in
äußerſter Anſpannung einzig auf die Durchführung des
begonnenen Vorhabens gerichtet. Zudem war er ſtets
be=
reit, den größeren Teil der Gefahr auf ſich zu nehmen.
An den bedenklichen Stellen war er immer voran, und erſt
dann geſtattete er ſeinem Begleiter, ihm zu folgen, wenn er
ſelbſt einen ſicheren Standort gewonnen hatte und ſo in
der Lage war, ihm an dem Seil, das ſie miteinander
ver=
band, einen halbwegs zuverläſſigen Halt zu gewähren.
Die elfte Vormittagsunde war vorüber, als ſie die
ſogenannte Kanzel, ein kleines Felsplateau am Fuße der
unteren Engelswand, erreichten. Und Leiningen machte
den Vorſchlag, hier eine Weile zu raſten, da ſie jetzt
un=
mittelbar vor dem beſchwerlichſten Teil des Aufſtieges
ſtänden.
Die Wand iſt ja, wie Sie ſehen, ein bißchen ſehr
ex=
poniert, ſagte er mit einem merkwürdig gezwungen
klin=
genden Verſuch, ſeinen gewöhnlichen launigen Ton
an=
zuſchlagen, und man kann ſie nur auf dem ſchmalen Bande
traverſieren, das Sie hier über uns beginnen ſehen. An
manchen Stellen iſt’s wirklich kaum breit genug für i
Damenfüßchen; aber es finden ſich doch überall Griffe im
Geſtein, die einem das Weiterkommen ermöglichen, ſofern
— nun, ſofern ſie eben nicht ausbrechen. — Aber wir
wer=
den ſchon hinüberkommen. Das iſt kein rechter Bergſteiger,
der ſich nicht auf ſein gutes Touriſtenglück verläßt.
Werner Marold ſah an der ſteilen, in ihrem oberen
Teile geradezu überhängenden Felswand hinauf, und
warf dann einen raſchen Blick in die hart vor ihren Füßen
gähnende, ſchreckliche Tiefe. Dann ſagte er:
Wäre ich über die Beſchaffenheit der Route beſſer
orientiert geweſen, ſo würde ich Ihnen wohl kaum hierher
gefolgt ſein, Herr von Leiningen! Aber da von einer
Umkehr jetzt natürlich nicht mehr die Rede ſein kann,
mache ichs wenigſtens zur Bedingung, daß wir bei der
Traverſierung der Wand die Rollen tauſchen. Ich glaube
einen guten Blick für die Feſtigkeit oder Brüchigkeit des
Geſteins zu haben, auf die es hier ja vor allem ankommt,
und ich werde deshalb vorangehen.
Wie es Ihnen beliebt, Herr Doktor! — Aber ich
be=
tone ausdrücklich, daß es Ihr Wunſch iſt, nicht der
meinige.
Ich denke nicht daran, Ihnen irgendwelche
Verant=
wortlichkeit aufzubürden für das, was möglicherweiſe
ge=
ſchehen könnte. Aber ich möchte, ehe wir uns auf den Weg
machen, noch eine Frage an Sie richten — eine Frage,
auf die Sie mir als Ehrenmann wahrheitsgemäße
Ant=
wort geben werden.
Das klingt ja verwünſcht feierlich. — Finden Sie
nicht, verehrter Hrer Doktor, daß die Situation zu
der=
ena (5
Sie ſcheint mir dazu nicht ſchlechter geeignet als eine
andere. Ich möchte von Ihnen erfahren, Herr von
Lei=
ningen, in welchen Beziehungen Sie zu Fräulein Magda
Seyfried ſtehen.
In welchen Beziehungen? — Mein Gott, in den
an=
genehmſten der Welt. Ich verehre die Dame ſehr hoch
und bin ein glühender Bewunderer ihrer Schönheit. Es
macht mich glücklich, den Vorzug ihrer Geſellſchaft zu
ge=
nießen.
Sie wiſſen recht wohl, daß meine Frage anders
ge=
meint war. Und ich hoffe, Sie werden mir nicht weiter
mit allgemeinen Redensarten auszuweichen ſuchen, wenn
ich Ihnen ſage, daß ich entſchloſſen bin, die Dame zu
meiner Frau zu machen.
Ah! machte Leiningen in ſcheinbarer Ueberraſchung.
Mit ihrem Einverſtändnis — wenn es geſtattet iſt, das zu
fragen?
Fräulein Seyfried hat mir ein Recht gegeben, an
ihre Gegenliebe zu glauben.
Wirklich mit unzweideutigen Worten?
Mit Worten, die ſich nach meiner Ueberzeugung kaum
mißverſtehen laſſen. — Oder vermöchten Sie dieſem
Briefe eine andere Deutung zu geben?
Er hatte das Schreiben, das Magda in Roſenheim für
ihn zurückgelaſſen, aus der Taſche gezogen und reichte es
ſeinem Gefährten. Es war Dr. Marolds
nnexſchütter=
licher Entſchluß, dem würdeloſen Zuſtand ein Ende zu
machen, in den er ſich ſo lange hatte hineinzwingen laſſen,
und eine Enkſcheidung herbeizuführen, um welchen Preis
95 Acch uaruchn ſei.
Leiningen hatte haſtig nach dem Briefe gegriffen und
ihn raſch überflogen Der Ausdruck ſeines Geſichts ſchien
ganz unverändert, als er ihn zurückgab, nur in ſeinen
Augen war ein eigentümliches Glitzern.
Ich gratuliere Ihnen, Herr Doktor, ſagte er nur. Sie
werden zu beneiden ſein, wenn Sie Ihr Ziel erreichen.
Wenn ich es erreiche —2— Hegen Sie vielleicht die
Abſicht, mich daran zu hindern?
Nein! — Zwiſchen uns kann doch am Ende nichts
an=
deres entſcheiden als der Wille der Dame, die wir — nun
warum ſoll es nicht geſagt ſein? — die wir beide lieben.
Und ich gebe Ihnen mein Wort darauf, Herr Doktor, daß
nichts anderes geſchehen wird, als Ihr Wille. — Iſt’s
Ihnen jetzt genehm, wenn wir den Aufſtieg fortſetzen?
Und beſtehen Sie noch immer darauf, voran zu gehen?
Ja! erklärte Werner Marold entſchieden. Ich werde
zunächſt zu dem kleinen Vorſprung da oben zu gelangen
ſuchen, während Sie einſtweilen hier auf der Kanzel zurück=‟
bleiben. Da oben kann ich dann wohl das Seil genügend
verankern, um Ihnen ein ſicheres Nachkommen zu ermögs
lichen.
Leiningen ſtimmte zu.
Warten Sie, bis ich das Seil hier gn dieſer
zuver=
läſſigen Felsnaſe befeſtigt habe, ſagte er. So! — Jetzt
kann ich’s Meter um Meter nachlaſſen, je weiter Sie
kommen. Es iſt ſtark genug, um im Notfall uns beide zu
halten,
(Fortſetzung folgt.?
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
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Evange=
liſchen Bundes.
— Görlitz, 26. Sept. Unter überaus zahlreicher
Beteiligung von Delgierten der Orts= und Zweigvereine
aus dem ganzen Reiche, Oeſterreich=Ungarn und dem
übri=
gen Auslande begannen heute hier in der Feſthalle die
Verhandlungen der 26. Generalverſammlung des
Evangeliſchen Bundes. Die Stadt iſt zu Ehren
der Beſucher feſtlich geſchmückt. — Eingeleitet wurde die
Tagung mit einer Sitzung des Geſamtvorſtandes, deſſen
Vorſitzender Profeſſor D. Scholz=Berlin die Mitglieder mit
Begrüßungsworten willkommen hieß. Hierauf erſtattete
der geſchäftsführende Vorſitzende Direktor Liz. Everling=
Berlin den Bericht über die Tätigkeit der
Zentralverwal=
tung. Daraus geht hervor, daß das Bundespräſidium im
Berichtsjahre ſechs Sitzungen abgehalten hat. Der
Zen=
tralvorſtand iſt zu drei und der Geſamtvorſtand zu zwei
Sitzungen zuſammengetreten. Der Ausſchuß zur
Förde=
rung der evangeliſchen Kirche in Oeſterreich hielt am 24.
April in Dresden und am 2. Juli in Leipzig
Verſamm=
lungen ab. In den Zentralvorſtand wurde durch Beſchluß
des Geſamtvorſtandes Fabrikbeſitzer Ebart (Spechtshauſen
bei Eberswalde) neugewählt. Am 25. März hielten die
Vrrſtände der preußiſchen Hauptvereine in Eiſenach eine
Beſprechung ab über die Bewegung in ultramontanen
Kreiſen behufs Aufhebung des Jeſuitengeſetzes. Dort
wurde eine Kundgebung beſchloſſen, die die Gefahren
her=
vorhob, welche die Wiederzulaſſung der Jeſuiten mit ſich
bringen würde. Dieſe Kundgebung wurde allen
Vorſtän=
den, ſowie den verſchiedenen Bundesregierungen mit der
Bitte überwieſen, das Material genau zu prüfen. Die
Haupttätigkeit des Vorſtandes richtete ſich im übrigen
hauptſächlich gegen alle Beſtrebungen, welche die volle
Vewegungsfreiheit der Jeſuiten beim Bundesrat
durch=
zuſetzen beſtrebt ſind, ſowie gegen alle Verſuche, die das
Geſetz durch die Praxis der Handhabung tatſächlich
auf=
zuheben geeignet ſind. In der letzten
Geſamtvorſtands=
ſitzung iſt deswegen der Feldzugsplan geegen
die Jeſuiten außerordentlich erweitert worden, ſo
daß man ſagen kann, der Evangeliſche Bund ſteht in jeder
Beziehung gerüſtet da, um allen Vorkommniſſen
entgegen=
zutreten. In dieſer Sitzung ſind ebenfalls Reſplutionen
beſchloſſen worden, die wieder den einzelſtaatlichen
Regie=
rungen überſandt worden ſind. Es ſind Gerüchte
aufge=
taucht, welche wiſſen wollten, daß Preußen der Aufhebung
des Jeſuitengeſetzes zugeſtimmt hätte. Dieſe Gerüchte,
die in der Schweiz den Urſprung hatten, ſind offenbar aus
der Luft gegriffen. Geradezu lächerlich aber iſt es, daß
man dieſe Gerüchte auf gegneriſcher Seite als beſtellte
Arbeit des Epangeliſchen Dundes bezeichnet hat, der
ba=
durch angeblich Stimmung für ſeine Gegenbeſtrebung
machen wollte. — Bei den letzten Reichstagswahlen hat
der Vorſtand, wo es möglich war, die bürgerlichen
Kan=
didaten über ihre Stellung zum Ultramontanismus
über=
haupt, wie zur Jeſuitenfrage im beſonderen befragt. Der
Zentralvorſtand hat weiter beſchloſſen, zur Pflege des
evangeliſchen Deutſchtums im Auslande eine beſondere
Abteilung einzurichten. Dieſer Frage hat man bisher
nicht die Sorgfalt angedeihen laſſen, die ſie verdient. Nach
langwierigen Verhandlungen iſt ein Abkommen mit dem
Evangeliſchen Hauptverein für Anſiedler und
Auswan=
derer in Witzenhauſen geſchloſſen worden, wonach der
Evangeliſche Bund den Verein mit einer Summe von
jähr=
lich 2500 Mark unterſtützen ſoll, während der Verein als
Gegenleiſtung der Geſchäftsſtelle zur Unterſtützung der
Aufgaben des Bundes und zu Auskünften aller Art zur
Verfügung ſtehen ſoll. Dieſes Abkommen hat lediglich
den Charakter eines Verſuches. Auf Anregung des
Evan=
geliſchen Bundes hat der deutſch=evangeliſche
Kirchenaus=
ſchuß eine Ueberſicht über die evangeliſchen Gottesdienſte
in Bädern und Sommerfriſchen über vorwiegend
katholi=
ſcher Bevölkerung herausgegeben. Die Werbetätigkeit hat
ſich der Vorſtand weiter angelegen ſein laſſen. Die
Gene=
ralſekretäre des Bundes haben an 155 Orten Vorträge und
Predigten gehalten, die von reichem Erfolge begleitet
waren. Sie gaben Anlaß zur Gründung von 57
Zweig=
vereinen und zur Neugewinnung von 4769 Mitgliedern.
Zu Werbezwecken ſind auch 262000 Flugblätter verſandt
worden. Um die Werbetätigkeit auch in Zukunft
erfolg=
reich betreiben zu können, wurde beſchloſſen, die Zahl der
Generalſekretäre auf neun zu erhöhen. — Dem Bericht des
geſchäftsführenden Ausſchuſſes wurde zugeſtimmt.
Hierauf wurde über den Ausbau der
Schweſtern=
ſchaft des Evangeliſchen Bundes beraten. Die
Verhandlungen mit dem Anhaltiſchen Schweſternheim des
Evangeliſchen Bundes ſind ſoweit gediehen, daß die
Gründung einer Schweſternſchaft des Evangeliſchen
Bun=
des in Angriff genommen werden kann. Als vorläufige
Zentral=Ausbildungsſtätte iſt das Anhaltiſche
Schweſtern=
heim in Deſſau vorgeſehen. Ein entſprechender Antrag
fand die Zuſtimmung des Geſamtvorſtandes.
Heute nachmittag fand eine geſchloſſene
Abgeord=
netenſitzung ſtatt, in der Archidiakonus Dr. Crämer
und Frau Dr. Crämer (Saalfeld) über das Thema
ſpra=
chen: „Evangeliſche Krankenpflege zur Förderung des
kon=
feſſionellen Friedens”
Am Abend vereinigte die Teilnehmer ein feierlicher
Eröffnungsgottesdiesſt in der Peterskirche, an den ſich die
Begrüßungsverſammlung im großen Saal der Stadthalle
anſchloß.
Mitteldeutſcher Arbeitsnachweisverband.
Von den 27 Arbeitsnachweiſen des
Mitteldeutſichen
Arbeitsnachweisverban=
des, die im Auguſt 1913 an das Kaiſerliche
Stati=
ſtiſche Amt berichteten (gegen 19 im Auguſt 1912) wurden
6431 (6978) männliche und 3754 (3699) weibliche Perſonen,
zuſammen 10185 (10677) vermittelt. Hiervon entfallen
auf Alzey 5 (—), Aſchaffenburg 176 (105) Bebra 56 (—),
Bensheim 27 (—), Bingen a. Rh. 44 (76), Butzbach 14 (—),
Kaſſel 947 (1045), Darmſtadt 222 (348), Dieburg 31 (—
Frankfurt a. M. 4611 (4991) Friedberg i. H. 68 (118),
Gernsheim i. H. — (—), Gießen 153 (147), Groß=Karben
33 (—), Hanau a. M. 72 (78) Herborn 46 (23), Kreuznach
70 (34), Mainz 830 (1149). Marburg a. L. 8 (—),
Offen=
bach a. M. 370 (463). Weilburg a. L. 28 (34), Wetzlar 89
(44), Wiesbaden 1832 (1580), Witzenhauſen 10 (7) und
Worms a. Rh. 494 (435).
Nach Berufsgruppen getrennt wurden vermittelt: In
den männlichen Abteilungen: Landwirtſchaft 1065 (gegen
940 im Auguſt 1912), Metallgewerbe 480 (799),
Holzge=
werbe 409 (451), Induſtrie der Nahrungs= und
Genuß=
mittel 129 (124), Bekleidungs= und Reingungsgewerbe
367 (377), Baugewerbe 439 (511), Maſchiniſten, Heizer und
Fabrikarbeiter 90 (134), Gaſt= und
Schankwirtſchaftsge=
werbe 1157 (928), ſonſtige Lohnarbeit und häusliche
Dienſte 2058 (2490). In den weiblichen Abteilungen:
Gelernte und angelernte Arbeiterinnen in Fabrikbetrieben
115 (63) Bekleidungs= und Reinigungsgewerbe 46 (27),
Gaſt= und Schankwirtſchaftsgewerbe 339 (333), ſonſtige
Lohnarbeit und häusliche Dienſte 3210 (3255).
Von den an den Mitteldeutſchen
Arbeitsnachweisver=
band berichtenden nichtöffentlichen Arbeitsnachweiſen
wur=
den im Auguſt 1913 im ganzen 1240 Stellen vermittelt
(gegen 805 im Auguſt 1912). Von dieſen 1240 Stellen
ent=
fallen auf Innungsarbeitsnachweiſe 296 (417), auf
Arbeit=
nehmernachweiſe 385 (177) auf paritätiſche
Arbeitsnach=
weiſe 51 (21) und auf Vereinsarbeitsnachweiſe 508 (190).
Von den 13 an den Mitteldeutſchen
Arbeitsnachweis=
verband berichtenden größeren Ortskrankenkaſſen war der
Beſtand am 1. September 1913: 299914 (gegen 292356 am
1. September 1912); darunter waren 190089 (190829)
ver=
ſicherungspflichtige männliche Mitglieder, 75934 (70818)
verſicherungspflichtige weibliche Mitglieder, 10808 (9754)
freiwillige männliche Mitglieder und 23083 (21002)
frei=
willige weibliche Mitglieder.
Vermiſchtes.
* Ein „61 Jahre langer” Roman. Es iſt durchaul
kein Scherz, ſondern die reine Wahrheit, daß ſoeben ein
Roman vollendet iſt, deſſen Anfang im Jahre 1852
erſchie=
nen iſt; in den 61 Jahren, über die das Erſcheinen des
Ro=
mans ſich erſtreckt, ſind durchſchnittlich zwei Bände im Jahre
erſchienen. Dieſer Bandwurmroman, wahrſcheinlich der
längſte aller Romane, iſt, wie eine engliſche Wochenſchriſt
angibt, das Werk eines Japaners namens Kiong Te Bakin,
Der Schriftſteller ſchloß im Jahre 1852 mit ſeinem Verleger
einen Vertrag, durch den dieſer ſich verpflichtete, den
Ro=
man fortlaufend bis zu ſeinem Abſchluß zu veröffentlichen,
Den letzten Band hat Kiong Te Bakin erſt in dieſem Jahre
abgeliefert. Der Roman zählt nicht weniger als 106 Bände;
jeder Band iſt etwa 1000 Seiten ſtark, jede Seite hat 30
Zeilen und jede Zeile enthält ungefähr 10 Worte. Das
ganze Werk von 106 Bänden enthält alſo 106000 Seiten,
3 180000 Zeilen und 31800 000 Worte. Die 106 Bände
wiegen zuſammen etwas über einen Zentner. Wer
den=
langen Roman leſen wird (oder ſchon zum Teil geleſen
hat), oder warum der Japaner überhaupt einen ſo langen
Roman geſchrieben hat (wenn nicht aus Geſchäftsgründen),
iſt unbekannt. Ueberſetzt wird er hoffentlich nicht werden.
Das engliſche Blatt meint, er eigne ſich vorzüglich zur
Ge=
fängnislektüre und wer zu ein paar Jahren Gefängnis
ver=
urteilt ſei, brauche ſich um Lektüre nicht zu ſorgen, falls die
Gefängnisbibliothek das Buch enthalte.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
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Hittwoch, 1. Oktober 1913, übends 8 Uhr, im Saalbaue
Klavier-Abend von
Willein
Grossherzogl. Kammervirtuose.
Bach-Saint-Saéns: Ouverture. Beethoven: Sonate
op. 81a in Es-dur (Les adieux, Pabsence et le retour).
Brahms: Variationen über ein Thema von Paganini.
Chopin: Zwei Mazurken op. 63 Nr. 1 und 2; Ballade
in F-dur; Nocturne in Cis-moll; Scherzo in E-dur.
Rachmaninoff: Fünf Präludien. Schubert-Liszt:
Ich hört ein Bächlein rauschen; Soirée de Vienne in
D-dur.
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Konzertflügel: Steinway & Sons, New-Vork, Hamburg,
aus dem Lager von A. W. Zimmermann (L. Schweisgut).
Karten: An der Abendkasse Mk. 4.—, 3.—, 2.— u. 1.—
im Vorverkauf Mk. 3.50, 2.50, 1.50 u. 1.— bei Georg Thies
Nachf., Leopold Schutter, Hofmusikalien- u. Pianohandlung,
Elisabethenstrasse 12. 10% Billetsteuer-Aufschlag.
Gegründet 1875.
Sonntag, den 5. Oktober 1913,
Setin=
nachmittags 4 Uhr:
Schaufarken
in ſämtlichen Räumen unſeres
Turnhauſes, Dieburgerſtraße 26.
Abends 8 Uhr: BALL.
Hierzu laden wir unſere verehrlichen Mitglieder, ſowie Freunde
(20113gm
ind Gönner der Turnſache herzlichſt ein.
Die Vorturnerſchaft.
Darmstädter Oberhessen-Verein.
Heute Sonntag
(5
0
Hächteler des Stttungstestes
auf Hugenſchütz Felſenkeller
m Garten Militärkonzert (Art.=Regt. Nr. 25)
(*10045
Tanz im Saal.
Hans Tod.
Eintritt frei.
IP
f
Ge
elelſchaff MNlachtwandier
Heute großes
nKaiſerſaal, zu Ehren unſerer zum Militär einrückenden Mitglieder.
Zu dieſer Veranſtaltung ladet höflichſt ein
(*10068
Der Vorſtand.
Infang 4 Uhr.
ſe
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Ie
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7
2.50 mit garniertem Frühstück . Mk. 2.50
Diner für Sonntag, den 28. Sepfember
von ½12 bis 2 Uhr
Mk. 1.60
Königin-Suppe
Pastetchen à la reine
oder
Blaufelchen mit Butter und Kartoffeln
Roastbeef, garniert, mit jungem Gemüse
Kapaun mit Salat und Kompott
Zitronen-Eis.
Menu 1.20 (im Abon. 1.10):
Suppe, 2 Gänge nach Wahl
und Dessert.
Menu 80 ₰ (i. Abon. 70 ₰):
Suppe, 1 Gang nach Wahl
und Dessert.
Reichhaltige Abendkarte
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Oarnzon
Spielzeit 1913/14.
Eröffnungs-Vorstellung
Mittwoch Oktober
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Sob
Köinerlustige Bühne
mit dem tollen
Lach-Schlager
6
Schieber
Schwank in 3 Akten
für seine Bühne bearbeitet
von H. Job.
Lachen ohne Ende!
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bei: Hugo de Waal.
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Rheinstr., Ecke
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Ludwigsplatz 3 u.
Bleich-
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Mühlſtraße 39.
7m Läuf. 5 M., Hängelampe 14 M.,
2 Herrenanzüge 12 M., Bettwäſche
VI, 20190)
Moſerſtr. 3, 2. St.
Woog, am 27. September 1913.
Waſſerhöhe am Pegel 3,82 m.
Luftwärme 8‟ C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 14%C.
Woogs=Polizeiwache.
Großherz. Hoftheater
Sonntag, den 28. Sept. 1913.
Erste Volks-Vorstellung zu
ermäßigten Preisen.
Alt=Heidelber g.
Schauſpiel in 5 Akten
von Wilhelm Meyer=Förſter.
Spielleiter: Heinrich Hacker.
Perſonen:
KarlHeinrich,
Erb=
prinz v. Sachſen=
Frz. Schneider
Karlsburg
Staatsminiſter v.
Haugk, Exzell. . Johs. Heinz
Hofmarſch. Frhr.
v. Paſſarge, Exz. A. Waſſermann
Kammerherr von
Auguſt Kräger
Breitenberg
Kammerh. Baxon
Herm. Knispel
von Metzing:
Dr. phil. Jüttner Emil Jannings
Lutz, Kammerdien. Rich. Jürgas.
Graf von
248
Aſterberg
Karl Bilz
Kurt
Engel=
brecht
v. Banſin 2
v. Reinecke
v. Wedell, Saxo=
Boruſſige . .
Erſter
,
Zweiter
,,
Dritter
Vierter
Fünſter 8 .
Hs. Baumeiſter
Frz. Herrmann
Emil Kroczak
Wilh. Wegerich
Adolf Braun
Paul Eisner
Ferdin. Stauß
Fritz Hilsdorf
Otto Wolf
Br. Waigandt
Fr. Jachtmann
Rüder, Gaſtwirt. Paul Peterſen
Agn. Wisthaler
Frau Rüder
Frau Dörffel, d.Minna Müller=
Rudolph
Tante . .
Adolf Jordan
Kellermann
Käthe Gothe
Adolf Klotz A. Fleiſchmann Edm. Göllnitz Der Verkauf der noch
vorhan=
denen Karten erfolgt an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater am Tage der
Vorſtellung, vorm. v. 11 Uhr ab.
Anf. 2½ U. — Ende nach 5 U.
Käthie
Ein Muſikus . . Julius Vogler
Schöler=) E
mann,
Glanz,
Reuter,
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
Ma=
ſchineriedirektor E. Schwerdtfeger.
Nach dem 3. Akte längere Pauſe,
Das Haus wird nur nach den
Aktſchlüſſen erleuchtet; die längeren
Pauſen werden durch Herablaſſen
des eiſernen Vorhangs angezeigt.
Preiſe der Plätze:
Sperr=
ſitz: 1.—13. Reihe 1.65 ℳ, 14.—20.
Reihe 1.15 ℳ, Parterre 1.15 ℳ,
Proſzeniumsloge 2.15 ℳ,
Mittel=
loge 2.15 ℳ, Balkonloge 2.15 ℳ,
I. Rang 2.15 ℳ, II. Rang 1.15 ℳ,
I. Galerie 55 ₰, II. Galerie 45 ₰.
Sonntag, den 28. Sept. 1913.
16. Ab.=Vorſtell. B 4.
Neu einſtudiert u. neu inſzeniert:
Der Zigennerbaron.
Operette in 3 Akten v. Joh. Strauß.
Muſikal. Leiter: Erich Kleiber
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
Graf Peter
Ho=
monay,
Oberge=
ſpan des Temeſer.
Comitates . . . Hans Bertram
Conte Carnero,
kgl. Kommiſſär . Adolf Jordan
Sändor Bärinkay,
ein junger Emi=
Aug. Globerger
grant
Kälman Zſupän,
e. reich.
Schweine=
züchter i. Banate L. Schützendorf
Arſena, ſ. Tochter Marg. Beling=
Schäfer
Mirabella, Erzieh.) Minna
Müller=
i. H. Zſupän’s . Rudolph
Ottokar, i. Sohn . Otto Thomſen
Ezipra, Zigeuner. Anna Jacobs
Saffi, Zigeuner=Joſeph. Becker=
mädchen
,
*
Päli,
Jöszi,
,,
Ferkö,
Mihäly,
n Herold.
Seppel, e.
Later=
nenbub .
Mikſa,
Schiffs=
knecht . .
Ein
Zigeuner=
knabe . . .
Minna,
Gerder
Paul Peterſen
Emil Kroczak
. Auguſt Kräger
Arthur Vetter
Adolf Klotz
Irma,
Tercſi,
Aranka,
85
Katicza,
S
Juleſa,
2.
Hw. Jungkurth
Br. Waigand
Erna Jungkurth
Eva Unger
Adr. Riethof
L. Sturmfels
Louiſe Kümmel
Tilde Haſal
Paula Karſtedt
Iſtvän,) Zſupän’s Adolf Braun
Knechte Otto Schneider
Péti,
Gyuri,
,
M
Imie,
,
Tamäs,
*,
Kälmän,
Andräs,
,
Matyäs,
Denes, 2 .
Marlon,
Ort der Handl.:
Frieda Herbach
Helene Rungius
Paula Kußerow
Berta Kroczak
Claire Senten
Marie Rapp
Käthe Müller
V. Ungibauer
1. Akt: Im Te=
meſer Banate. 2. Akt: In einem
Zigeunerdorfe ebendaſ. 3. Akt:
In Wien. — Zeit der Handlung:
Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts.
Chöre: Robert Preuß.
Vorkommende Tänze, arrangiert
von Hedwig Ehrle, ausgeführt
von den Damen des Corps de
Ballet.
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
Ma=
ſchineriedirektor E. Schwerdtfeger.
Nach d. 1. u. 2. Akte längere Pauſen.
Das Haus wird nur nach den
Aktſchlüſſen erleuchtet; die längeren
Pauſen werden durch Herablaſſen
des eiſernen Vorhangs angezeigt.
Preiſe der Plätze (Gew.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.90 ℳ, 6.—8.
Reihe 2.35 ℳ, Proſzeniumsloge
6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Bal=
konloge 5.20 ℳ, I. Rang 4.70 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ,
7. u. 8. Reihe 2.15 ℳ, I. Galerie
1.35 ℳ, II. Galerie 75 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 10½ bis
1½ Uhr und eine Stunde vor
Be=
ginn der Vorſtellung; im
Ver=
kehrsbüro von 9 bis 1 Uhr.
(Im Verkehrsbüro werden auch
telephoniſch Karten=Beſtellungen
entgegengenommen. — Telephon
Nr. 1582.)
Anfang 7 U. Ende gegen 10½ U.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Montag, 29. Sept. 17. Ab.=Vſt.
D 5. Feſtvorſtellung aus Anlaß
der Tagung der Deutſchen
Zen=
trale für Jugendfürſorge. Zum
erſten Male wiederholt: „ Hans
Sonnenſtößers Höllenfahrt.”
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Dienstag, 30. Sept. 18. Ab.=Vſt.
A 5. „Die weiße Dame.”
Kleine Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 1. Okt. 19. Ab.=Vſt.
B 5. „Maria Stuart.” Kl.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Donnerstag, 2. Okt. 20. Ab.=Vſt.
C5. „Der Zigeunerbaron.”
(In der neuen Inſzenierung.)
Ge=
wöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Freitag, 2. Okt. Außer Abonn.
Erſtes Gaſtſpiel des k. k.
Kammer=
ſängers Leo Slezak. „Alda.
Rhadamés: Leo Slezak. Erhöhte
Preiſe. Anfang 7. Uhr.
Samstag, 4. Okt. Auß. Abonn.
II. Sonder=Vorſtellung. „ Im
weißen Röß’l.” Anf. 8 Uhr.
(Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.)
Sonntag, 5. Okt. Auß. Abonn.
Zweites und letztes Gaſtſpiel des
k. k. Kammerſängers Leo Slezak.
Die Meiſterſinger von
Nürnberg.” Walther v.
Stol=
zing: Leo Slezak. Erhöhte Pr.
Anfang 6 Uhr.
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
Nummer 228.
Die Verlobken
Alleſſandro Manzonis Meiſterwerk.
Demnächſt Vorführung im
Reſidenztheater.
Iilmbeſchreibung.
Erſter Teil.
Die Sonne ſinkt hinter die Berge, die, von zahlloſen
reizenden Ortſchaften überſät, den blinkenden Spiegel des
Comerſees umkränzen. In einer der Ortſchaften ſtehen
anmutige Mädchengruppen plaudernd vor dem Tor einer
Seidenſpinnerei. Es iſt Feierabend und ſie gehen nach
lebhaftem Grüßen auseinander.
Es war an einem Novemberabend des Jahres 1628.
Ein Mädchen löſt ſich von der Gruppe los und eilt, von
den Zurufen aller gefolgt, dem heimiſchen Herde zu.
Jugendfriſche und Jugendglück ſtrahlen aus dem
hüb=
ſchen Geſichtlein. Lucia Mondella ſoll nicht wieder in die
Spinnerei zurückkehren, denn der Tag ihrer Hochzeit mit
Renzo ſteht bevor. So eilt ſie frohgemut ihres Weges.
Da ſtehen an einer Gaſſenecke zwei elegante Herren. Ein
banales Schmeichelwort fällt, auf das das Mädchen nicht
weiter achtet. Da ſagt einer der Herren, der als
gewalt=
tätig bekannte Don Rodrigo, zu ſeinem Begleiter: „Wollen
wir wetten, teurer Vetter?”
Die Wette wird angenommen. Für einen Junker wie
Don Rodrigo gibt es natürlich kein Zurück mehr, ſo
ver=
abſcheuungswürdig auch die Wette ſein mag.
Auf ſein Schloß zurückgekehrt, verſammelt er ſeine
Bravi und beauftragt deren Haupt, den Grauen, mit der
Nachforſchung nach dem unbekannten Mädchen.
Dem Grauen fällt es natürlich nicht ſchwer, zu
er=
fahren, wer ſie ſei und daß ſie demnächſt Renzo
Tramag=
linos Weib werden ſoll.
„Du wirſt dem Pfarrer beibringen, daß er ſich nicht
unterſtehen ſoll, dieſe Lucia dem bewußten Renzo
anzu=
trauen!“
Der furchtſame Pfarrer.
Don Abbondio, der Dorfpfarrer, kehrt eines Abends
brevierleſend von einem Spaziergange heim, als er, um
die Ecke biegend, zwei Bravi gewahrt, die auf ihn zu
war=
ten ſcheinen. Der Graue (einer der beiden war eben der
Graue) hält den armen Pfarrer an und ſagt ohne viele
Umſchweife: — „Ihr wollt demnächſt Renzo Tramaglino
und Lucia Mondella trauen. Hört denn: die Heirat hat
nicht ſtattzufinden! Habt Ihr verſtanden? Gehabt Euch
wohl und . . . . tauſend Grüße von unſerem gnädigſten
Herrn Don Rodrigo.”
Des Satans Name hätte unſeren guten Pfarrer nicht
ſo erſchrecken können wie der Name, den der Bravo eben
ausgeſprochen.
Die Haushälterin Perpetua.
Der arme Pfarrer ſchreitet mehr tot als lebendig auf
das Pfarrhaus zu. Er tritt ein. Perpetua, ſeine
Haus=
hälterin, kommt ihm entgegen und ſchlägt die Hände über
den Kopf zuſammen: „Um Gotteswillen, Hochwürden,
was iſt denn vorgefallen?”
Alles Sträuben hilft nichts. Don Abbondio muß dem
Drängen Perpetuas nachgeben und alles erzählen. Natür=
lich ſchwört die Gute hoch und heilig, das Geheimnis zu
bewahren; aber bald gibt ſich die Gelegenheit, dasſelbe
los zu werden.
Der Aufſchub der Hochzeit.
Im Brautgewand tritt Lucia aus ihrem
Mädchen=
zimmer. Die Freundinnen umringen und beſtaunen ſie,
als plötzlich Renzo mit verſtörtem Geſichtsausdruck
herein=
tritt.
„Lucia, für heute iſt’s aus, und Gott weiß, wann wir
ein Paar werden ſollen.‟ Der Bräutigam erzählte, daß
er ſich zum Pfarrer begeben habe, um die Stunde für die
Trauung anzuſetzen, daß dieſer aber nach allen möglichen
Ausflüchten geſucht habe, um die Hochzeit zu verſchieben.
Er ſei fuchsteufelswild fortgegangen, aber im Garten
habe er die ſchwatzhafte Perpetua getroffen, die ihm den
Sachverhalt zu verſtehen gab.
Er ſei wieder zum Pfarrer gegangen und habe
ſchließ=
lich aus ihm herausgebracht, daß Don Rodrigo hinter der
Sache ſtecke.
Pater Chriſtoforo.
Pater Chriſtoforo blieb an der Schwelle ſtehen; ein
Blick auf Lucia und Agnes ließ ihn ſofort erraten, daß
ſeine Vorahnungen nicht unbegründet waren. Er ließ ſich
von den Frauen das Vorgefallene erzählen.
Pater Chriſtoforo ſtand nahe den Sechzigern. Sein
würdiges und doch beſcheidenes Ausſehen flößte Ehrfurcht
und Vertrauen ein. Er tröſtete die armen Frauen und
ſtieg kurz entſchloſſen die Anhöhe hinauf, auf der Don
Rodrigos Herrenſitz ſich trutzig erhob.
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Nummer 228.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
Seite 21.
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Daß wir uns daran gewöhnt haben, all das, was
uns die Mode vom Ausland gebracht hat, als das auch
für uns Deutſche Maßgebende zu betrachten, iſt eine
Tat=
ſache, die man vielleicht bedauern, aber nicht beſtreiten
kann. Trotz der ungeheuren Fortſchritte, die Deutſchland
ſeit Jahrzehnten gemacht hat, iſt es uns noch nicht
gelun=
gen, ſoweit die Mode in Frage kommt, unſere eigenen
Wege zu gehen. Wenn Paris für die Damen die allein
tonangebende Stadt iſt, ſo iſt es London nicht weniger
für die Herren. Dies wird auch für abſehbare Zeit wohl
noch ſo bleiben, aber man braucht deswegen nicht daran
zu zweifeln, daß doch einſt die Zeit kommen wird, wo wir
in Sachen der Mode ebenſo mitzuſprechen berechtigt ſind,
wie irgend ein anderes Kulturvolk. Wenn wir aber nun
die „Kunſt, ſich zu kleiden” unter die kritiſche Lupe
neh=
men, ſo können wir bereits heute das erfreuliche
Ergeb=
nis feſtſtellen, daß wir in dieſer Hinſicht keineswegs mehr
zu lernen brauchen, ſondern daß wir ſogar als gutes
Bei=
ſpiel gelten dürfen. Jeder Deutſche, der ſich in den letzten
Jahren im Auslande aufzuhalten Gelegenheit hatte, ſei
es in England, Frankreich oder Amerika, wird leicht die
Beobachtung gemacht haben, daß der Herr des
gutbürger=
lichen Mittelſtandes ſich mindeſtens ebenſo gut, wenn nicht
noch beſſer und adretter zu kleiden verſteht, wie die gleiche
Gattung junger Herren im Auslande. Während z. B. der
Angeſtellte engliſcher Geſchäftshäuſer ſehr häufig in
einem mangelhaft ſitzenden und längſt für unſere Begriffe
nicht mehr gebrauchsfähigemGehrockanzug zu treffen iſt, ſieht
man den deutſchen jungen Mann, der ſich in entſprechender
Poſition befindet, in einem wenn auch nicht hocheleganten
und hochmodernen, ſo doch zum mindeſten gutſitzenden und
gut gehaltenen Anzug. All das, was zu einer ſtilvollen
Kleidung gehört, mußten wir uns zwar erſt von den
Aus=
ländern abſehen, aber wie es mit ſo vielen anderen Dingen
geſchieht, haben wir nicht nur von unſeren Nachbarvölkern
gelernt, ſondern es iſt uns auch gelungen, die Lehrmeiſter
zu übertreffen.
Im folgenden ſei nun ein Ueberblick gegeben über die
Herrenmode für Herbſt und Winter 1913/14 unter
Berück=
ſichtigung der letzten Neuheiten:
Der Ulſter: Es ſind wiederum ſo prachtvolle neue
Stoffe fabriziert worden, daß man erſtaunt darüber iſt,
ſolche Abwechſelungsmöglichkeiten wahrzunehmen.
Hauptſächlich ſind für den Ulſter Cheviotgewebe in
dunkelblauen, grauen, grünlichen, bräunlichen und
blau=
grünen Farben mit angewebter farbiger und lebhaft
ge=
muſterter Abſeite gebracht worden; ſodann flauſchartige
Stoffe, obwohl man mit deren Tragfähigkeit bisher nicht
die beſten Erfahrungen gemacht hat. — Es gibt indeſſen
viele Konſumenten, die auf die ſpeziellen Eigenſchaften
dieſer Stoffart, ihre große Weichheit und Schmiegſamkeit
nicht gerne verzichten wollen.
Beſonders zahlreich ſind in dieſem Jahre auch die
Ulſterformen. Neben der normalen Ulſterform beherrſcht
vor allen Dingen auch der Raglan (mit der verlegten
Achſelnaht) die Mode. — Ulſters und Raglans werden
ſo=
wohl in den bisher üblichen weiten und langen Faſſons,
als auch vorzugsweiſe in der neuen kurz gehaltenen Form,
welche mehr zum Paletot überleitet und in dieſer Saiſon
ganz beſonders begehrt werden dürfte, getragen. Dieſer
neuen Art haben wir den Namen Ulſterpaletot beziehungs=
Raglanpaletot gegeben. Während der Raglan vielfach
einreihig und teils mit verdeckter Knopfleiſte getragen
wird, wählt man für den Ulſter in den meiſten Fällen die
breite, doppelreihige Form, die mit 2 oder 3 Knöpfen
ſchließt und mit entſprechend längerem oder kürzerem
Re=
vers verſehen iſt. Der Ulſterrücken fällt weit und gerade
herunter, wenn er nicht, wie das ſehr häufig der Fall iſt,
mit einem Rückengurt oder auch mit einer Quetſchfalte in
der Mittelnaht ausgeſtattet wird, was natürlich eine etwas
markierte Taillenſchweifung bedingt. Der gewöhnliche,
lange Reiſe=, Straßen= und Sport=Ulſter iſt ſtets mit
be=
ſonders breitem, auch hoch zu ſchließendem Kragen
ge=
arbeitet, wogegen der vorerwähnte kürzere Ulſterpaletot
einen Kragen von normaler Breite aufweiſt. Die
Fabri=
kation vornehmer, fertiger Ueberkleidung darf heute als
eine in jeder Hinſicht vollendete bezeichnet werden, denn
ſelbſt die feinſten Maß=Schneider ſind kaum imſtande, die
Eleganz dieſer fertigen Stücke noch zu übertreffen.
Da=
her kommt es denn auch, daß heute faſt die geſamte
Her=
renwelt mit Einſchluß des typiſchſten „Gentlemans” es
vorzieht, den Ulſter als fertiges Stück zu kaufen.
Der Automantel wird natürſich in einer dem
Zweck entſprechenden, beſonders langen und ſehr weiten
Form mit ganz breitem Kragen gearbeitet. Man wählt
für ihn vorzugsweiſe rauhhaariges, warmes
Cheviotmate=
rial in bräunlichen und grünlichen Farben.
Der Paletot: Ebenfalls hochmodern iſt der
zwei=
reihige, mit zwei Knöpfen ſchließende Paletot, der ſich nur
wenig von der oben erwähnten verkürzten Ulſterform
unterſcheidet. Der Rücken ſoll keine übermäßige Weite
und auch keine merkliche Taillenſchweifung aufweiſen.
Der einreihige Paletot mit verdeckter Knopfleiſte
ge=
hört zu denjenigen Kleidungsſtücken, die wohl nie aus der
Mode kommen. Für den Herrn von ſolider
Geſchmacks=
richtung, der mehr auf eine ruhige, vornehme Eleganz
ſei=
ner Kleidung Wert legt, als auf „feſches” Ausſehen, bleibt
es ſtets ein nicht zu entbehrender Beſtandteil ſeiner
Aus=
ſtattung.
Soweit es ſich um ſchwere, ausgeſprochene Winterſtoffe
handelt, iſt der Kragen mit Sammet gedeckt.
Der Pelz iſt zwar das teuerſte, aber auch das
vor=
nehmſte Kleidungsſtück. Seine Länge reicht bis unterhalb
der Waden: Der Rücken iſt weit und legére gehalten. Die
Mittelnaht verläuft in einen langen Schlitz. Die
Shawl=
faſſon wirkt bedeutend eleganter als die Klappenform, die
nur ſehr ſelten verlangt wird.
Die Sport=Pelzjoppe wird heute mehr getragen als
je. Sie vereinigt Eleganz mit Zweckmäßigkeit und leiſtet
bei manchen Sportbetätigungen, wie bei der Jagd, bei
Autofahrten und beim Eislauf, hervorragende Dienſte.
Der Sakkoanzug: Von den Anzügen ſteht nach
wie vor der zweireihige Sakko im Vordergrund der Mode,
wenn ſich auch die einreihige Form ſtärker als in der
letz=
ten Saiſon zur Geltung gebracht hat. Ob der Schluß mit
2 oder 3 Knöpfen bewerkſtelligt wird, und
dementſprechend=
die Revers länger oder kürzer ſind, darf ganz dem
indivi=
duellen Geſchmack überlaſſen bleiben. Die mäßige
Ab=
rundung der Vorderteile beginnt bei dem einreihigen
Sakko halbwegs zwiſchen der Unterkante und dem
unter=
ſten Knopfe. Obwohl ſchon in der vergangenen Saiſon
engliſche Modezeitſchriften der Form ohne Rückenſchlitz
das Wort redeten, konnte ſich bisher nur ein kleiner Teil
des deutſchen Publikums dazu entſchließen, dieſe neue
Moderichtung mitzumachen, weil die Schlitzform für
durch=
aus kleidſamer befunden wird. Allgemein wird der Sakko
womöglich noch etwas kürzer und enger getragen, als in
der vergangenen Saiſon. Die Taille iſt ein wenig
ge=
ſchweift, der Schoßteil liegt ringsherum glatt an und die
Länge deckt das Geſäß. Sämtliche Anzüge werden mit
äußerer Bruſttaſche getragen.
Die Weſten werden ohne Kragen gearbeitet, mit 4
oder 5 Knöpfen geſchloſſen — je nachdem es ſich um ein
Sakko mit kleinerer oder größerer Oeffnung handelt —,
und laufen nach unten ſpitz zu.
Die Beinkleider, welche bereits im Frühjahr in
einer weiteren Form gebracht wurden, zeigen keinerlei
Veränderung.
Die Neuheiten, welche man für Anzugſtoffe gebracht
hat, erſchöpfen ſich in neuen kleinen Karomuſtern, von
welchen die ſogenannten Pepitamuſter (zumeiſt
dunkel=
graue, ſchwarze, dunkelbraune oder grünliche Karos auf
etwas hellerem Untergrund) am häufigſten gemuſtert
wur=
den. Außer dieſer wiederbeginnenden Karomode ſind
je=
doch auch die ſchmaleren und breiteren Streifenmuſter noch
immer als hochmodern zu erwähnen.
Die vorherrſchenden Farben für Sakkoanzugſtoffe ſind
graue, blaue, braune und grünliche Melierungen aus
Che=
viot= Melton= und Kammgarnqualitäten.
Das Rockjackett: Schwarze oder marengofarbene
Rockjacketts aus rauhen Shetlands in Diagonal oder
Pa=
namabindungen oder aus weichen Meltonſtoffen verdienen
auch dieſesmal wieder beſondere Erwähnung. Sie gelten
als ſehr vornehmes Kleidungsſtück, das man vielfach als
Erſatz für den Gehrockanzug verwertet. und welches man
ſowohl für Beſuchszwecke als auch als vornehmes
Prome=
nadenkleidungsſtück in Gebrauch nimmt.
In der Form hat man einige Aenderungen getroffen,
die ſich vor allem durch die beſondere Kürze, den
demge=
mäß ſcharf abgeſtochenen Schößen und dem feſten
Taillen=
ſchluß bemerkbar machen.
Die Rockweſte hat drei oder vier Knöpfe und
Faſ=
ſonkragen. Der unterſte Knopf ſoll auch bei geſchloſſenem
Rocke noch zu ſehen ſein. Weiße Unterkragen ſind nicht
mehr modern.
Der Frackanzug: Die Form des aus feinen
matt=
ſchwarzen Melton=Qualitäten hergeſtellten Frackanzuges
hat ebenfalls eine, wenn auch nur unweſentliche Aenderung
erfahren, und zwar ſind die Revers etwas kürzer
gewor=
den und enden bereits an der Taillengegend, anſtatt wie
bisher bis an die Unterkante der Vorderteile zu rollen.
Der Frack iſt am Körper feſt anliegend, ohne daß er
des=
wegen geknüpft werden muß.
Die Frackhoſe zeigt eine ſchlanke Form.
Beab=
ſichtigt man, dem Anzuge eine Verzierung zu geben, ſo
kann man die Seitennähte mit Seidenborte beſetzen, was
ſicherlich zur Erhöhung der Eleganz beiträgt.
Die Frackweſte: Für Frackweſten ſind hochaparte
Muſter in weiß, perlgrau, creme, reſede und anderen
hel=
len Farben gebracht worden, durch welche man die Ein= des Anzuges etwas beleben kann.
Der Smokinganzug: Sein Schnitt lehnt ſich an
den des Frackanzuges an, ſoweit Form und Länge der
Revers in Frage kommen. Die Länge und die Abrundung
der Vorderteile entſprechen der des modernen Sakkos.
Der Sportanzug: Die Form des Sportanzuges
iſt der des Sakkoanzuges ſehr ähnlich geworden, und es
ſind hauptſächlich die ſpeziellen Stoffgattungen und die
kurzen Beinkleider, durch welche er ſich von den letzteren
unterſcheidet. Die beliebteſte Form für Sportſakkos iſt
heute die glatte mit aufgeſteppten Seitentaſchen, feſtem
Rückengurt und Rückenſchlitz. Es iſt jedoch keineswegs
unmodern oder gar unſchön, das Sakko etwa mit einem
Sattelſtück mit kleinen Fältchen oder in irgend einer
ande=
ren Art zu verzieren. Solche Variationen bleiben ganz
und gar dem perſönlichen Geſchmacke und den perſönlichen
Liebhabereien überlaſſen.
Noch immer ſind hauptſächlich die kleidſamen
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breeches — wenigſtens bei uns in Deutſchland — an der
Tagesordnung, doch haben ſich auch die weiten Kniehoſen
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Katharina Jäger, gewerbsmäßige
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vermittlerin, Luisenstr. 34.
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dient hat und gute Zeugniſſe
be=
ſitzt, gegen hohen Lohn ſofort
geſucht Bismarckſtr. 5, I. (*9791fsg
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gesucht mädchen, das kochen
kann und Hausarbeit verſteht, in
Haushalt von 2 Perſonen. Näheres
in der Expedition ds. Bl. (B20080
Zuverl. Mädchen, w. gut kochen
kann u. tüchtig in Hausarbeit iſt,
wird zum 15. Okt. geſucht. Näheres
in der Expedition d. Bl. (*10002go
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koch. können, zu 2 Leuten, ſowie in
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Stellen vermittlerin, Ludwigstr. 8. (*10037goi
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C. Eckart, Landwehrſtr. 68. (*10018
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ditorwag. geſ., wo früh. Mädch.
15 Jahre war, ſow. mehr. Mädch. i. kl.
Familien u. gute Geſchäftshäuſer.
Katharina Jäger, früh. Jöckel, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Luisenstr. 34. (*10053
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(20174
Nummer 228.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 28. September 1913.
Seite 25.
Sport, Spoiel und Furnen.
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ſchnuppe, 3. Saharet. Tot. 14:10. — Eichen=Handikap,
Ehrenpreis und 1500 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn
Ottones Goldregen (Rittm. Panſe), 2. Malve I, 3.
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rouette. Tot. 63:10. — Preis von Budapeſt; 2600 Mark,
Diſtanz 2000 Meter: 1. Herrn Wiltſhires Cleveland (Beſ.),
2. Chelſea, 3. Jgny. Tot. 119110. — September=
Handi=
kap; 1700 Mark, Diſtanz 2300 Meter: 1. Herrn Nauhaus
und Vogels Bowa (Knöpnadel), 2. Zeppelin, 3. Jung
Medium. Tot. 64:10. — Preis von Farmſen; 2400 Mk.,
Diſtanz 2200 Meter: 1. Herrn Heins A. S. (W. Lemzer),
2. Pirol, 3. Ernſt Albert H. Tot. 36110. — Preis von
Teltow; 2200 Mark, Diſtanz 2500 Meter: 1. Herrn
Run=
genhagens Oreade (C. Mills), 2. Winella, 3. Odaliske.
Tot. 13:10.
Rennen zu Maiſons Lafitte, 26. September.
Prix du Mancanares; 4000 Francs, Diſtanz 800 Meter:
1. Monſ. A. L. Cornets Malletee (M. Barat), 2. Faine,
3. Sigrid Arnoldſon. Tot. 216:10. — Prix de lHudſch=
River; 5000 Francs, Diſtanz 1400 Meter: 1. Duc Descazes
Ambre II (J. Childs), 2. Theve, 3. Oreas. Tot. 35:10.
— Prix de la Meuſe; 4000 Francs, Diſtanz 2600 Meter:
1. Monſ. Cohns Normandy Boy (J. Reiff), 2. Etheree II,
3. Fidelia. Tot. 116:10. — Criterium de Maiſons Lafitte;
20000 Francs, Diſtanz 1200 Meter: 1. Monſ. Olry=
Roe=
derers Liſtman (M. Barat), 2. Monetrie, 3. Mont d’Or.
Tot. 371:10. — Prix de lEscaut; 15000 Francs, Diſtanz
2400 Meter: 1. Monſ. L. de Paula=Machados Deſir II
(O'Neill), 2. Querum II, 3. Germaine II. Tot. 70110.
Prix du Tage; 10000 Francs, Diſtanz 1900 Meter:
1. Monſ. Janſſens Rural (Sharpe), 2. Abel, 3. Garde
à Vous. Tot. 69110.
er. Das Berliner Lawn=Tennis=Turnier im
Grune=
wald brachte am Freitag in den Doppelſpielen die erſten
Entſcheidungen. Rahe hatte in der Schlußrunde des
ge=
miſchten Doppelſpieles mit ſeiner Partnerin Gräfin v. d.
Schulenburg wenig Mühe, Frl. Müller=Beeck-Sabes
Ledieux 6:2 6.2 aus dem Felde zu ſchlagen. Intereſſanter
verlief die Begegnung des auſtraliſchen Paares Jones=
Hicks im offenen Doppelſpiel mit Froitzheim=Kreuzer. Den
erſten Satz gewannen die Deutſchen 6:3 ſehr leicht. Im
zweiten Satz verſagte dagegen Kreuzer, ſo daß Jones=Hicks
mit 7.5 Sieger blieben. Der entſcheidende dritte Satz
ver=
lief ſelten aufregend und riß das ſehr zahlreich erſchienene
Publikum zu ſpontanem Beifall hin. Den Auſtraliern
ge=
lang es bis zum ſechſten Spiele, den Vorſprung immer
wieder auszugleichen; als dann Kreuzer aber beſſer wurde,
war es um das Schickſal der Ausländer geſchehen und mit
6:8 mußten ſie ſich nach hartem Kampfe geſchlagen geben.
Nach einer kurzen Pauſe traten die Sieger Froitzheim=
Kreuzer im Entſcheidungsſpiele des offenen Doppelſpieles
Lange=Kleinecke gegenüber, die ſie mit 6:3 6:2 6:4 ſchlugen.
Im Damen=Einzelſpiel iſt Frau Mittler durch ihren Sieg
von 6:4 611 über Frl. D. Schultz bis zur Vorſchlußrunde
gelangt, wo ſie mit Gräfin von der Schulenburg
zuſam=
mentrifft.
* Autoſport. Odeſſa., 26. Sept. Die an der großen
Südruſſiſchen Zuverläſſigkeitsfahrt von
Odeſſa über Jekaterinoslaw nach Odeſſa, 1238 Kilometer,
beteiligten Opelwagen gewannen ſämtlich 1. Preiſe.
Unter 29 Konkurrenten erhielt Wacker=Odeſſa den 1. Preis
des Kaiſerlich Ruſſiſchen Automobilklubs, den Ehrenpreis
Anatra und den Spezialpreis auf 18/40 PS.=Opel=
Tou=
renwagen. Waſſal==Odeſſa gewann den erſten Preis des
Kaiſerlichen Automobilklubs, den Ehrenpreis Anatra, den
Regelmäßigkeitspreis des Präſidenten und den
Spezial=
preis auf 14/30 PS.=Opel=Tourenwagen. Im
Schnellig=
keits=Werſtrennen wurde erſter Sieger Sudermann=
Halb=
ſtadt auf 8/20 PS.=Opel=Tourenwagen mit 80 Kilometer=
Geſchwindigkeit und Zweiter wurde Waſſal=Odeſſa auf
14/30 PS.=Opel=Tourenwagen.
Luftfahrt.
sr. Für das Italieniſche
Waſſerflug=
zeugmeeting, das mit Preiſen in Höhe von 50000
Lire dotiert iſt, und vom 5. bis 8. Oktober vor ſich geht,
iſt noch eine deutſche Meldung abgegeben worden,
und zwar von Helmuth Hirth, der mit ſeinem bei
dem Bodenſee=Waſſerflugzeugmeeting ſiegreich gebliebenen
Albatros=Eindecker an den Start gehen wird. Von den
weiteren Teilnehmern um den Wettbewerb des Preiſes der
Italieniſchen Seen ſind zu nennen: Garros und Legagneux
auf Morane=Saulnier=Eindeckern, Chemet auf Borel=
Ein=
decker und Molla auf Levecque=Eindecker. Bisher liegen
acht Meldungen vor.
Landwirtſchaftliches.
* Berlin, 27. Sept. Wöchentlicher
Saaten=
ſtandsbericht der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats. Das
vor=
herrſchend trübe, kühle und regneriſche Wetter war in der
letzten Woche für die Kartoffelernte und Herbſtbeſtellung
wenig günſtig. An der Weichſelmündung überſchritt die
Niederſchlagsmenge ſogar 100 Millimeter, in
Nieder=
ſchleſien, Poſen und im ſüdöſtlichen Bayern 50 Millimeter.
Verhältnismäßig am trockenſten blieb es im Nordweſten,
im nördlichen Mecklenburg und an der unteren Elbe,
wei=
ter an der Odermündung und an der Fulda. In den
übrigen Gegenden ſchwankte die Niederſchlagsſumme
zwiſchen 10 bis 30 Millimeter. Faſt überall trat eine
lang=
ſam fortſchreitende Abkühlung ein. In der Nacht zum 24.
ſank die Temperatur vielfach auf 2 Grad und in den
Nächten zum 25. und 26. mehrfach unter den Gefrierpunkt.
Die Kartoffelernte iſt faſt überall im Gange und ergibt
einen mittleren bis guten Ertrag. Nur auf den
tiefge=
legenen und ſchweren Böden wird noch häufig über kranke
Knollen geklagt. Die Rüben haben zwar noch weitere
Fortſchritte im Wachstum gemacht, doch wird das naſſe
Wetter wenig zur Erhöhung des Zuckergehalts
beige=
tragen haben. Mit dem Roden der Rüben hatte man
ſtellenweiſe begonnen. Die Futterpflanzen ſtehen meiſtens
gut. Die Herbſtbeſtellung, die faſt überall im Gange iſt,
wurde vielfach durch das regneriſche Wetter, beſonders im
Oſten, wieder aufgehalten, ſo daß die Winterſaat erſt zum
Teil in der Erde liegt und von einem Stand der jungen
Saat noch wenig oder gar nicht geſprochen werden kann=
Literariſches.
* Lehrbuch des Maſchinenbaues.
Heraus=
gegeben von Eſſelborn. Mit über 1800 Abbildungen
und ausführlichem Sachregiſter. Zweiter Band:
Dyna=
momaſchinen und Elektromotoren, Hebemaſchinen,
Bau=
maſchinen, Waſſerkraftanlagen, Bearbeitungsmaſchinen.
Bearbeitet von R. Bachmann, W. Kübler, W. Lindboe,
A. Nachtweh, H. Weihe. Leipzig, Verlag von Wilhelm
Engelmann in Leipzig, 1913. Der ſoeben erſchienene
zweite Band beginnt mit dem Kapitel: Dynamomaſchinen
und Elektromotoren, mit deſſen Aufnahme der Erkenntnis
Rechnung getragen wurde, daß der Eletromaſchinenbau
nicht außerhalb des Geſamt=Maſchinenbaues ſteht. In
dieſem Kapitel werden die verſchiedenen Stromſyſteme,
die Materialien des Dynamobaues und die Bauart der
Maſchinen beſprochen und durch zahlreiche Abbildungen
vorgeführt. Die Hebemaſchinen behandeln, nach
Be=
ſprechung der Bewegungsvorgänge, des Arbeitsbedarfs,
des Antriebs und der Elemente der Hebemaſchinen, die
wichtigſten und meiſt vorkommenden Konſtruktionen und
zwar Flaſchenzüge, Räderwinden. Drehkrane, Scheren=
und Laufkrane, ſowie Bock= und Brückenkrane. In dem
Kapitel: Baumaſchinen, werden erläutert die Greif=,
Eimerketten=, Saug= und Löffelbagger, ſowie Zug=
Win=
den= und Dampframmen. Miſchmaſchinen für Mörtel
und Beton bilden den Schluß. In den Waſſerkraftanlagen
werden beſprochen: die Grundlagen für die
Entwurfs=
aufſtellung, die Stauwerke (Wehre und Talſperren), die
Zuleitung des Waſſers an das Krafthaus (Werkkanäle und
Druckrohrleitungen), Krafthäuſer, Fernleitungen, ſowie
Waſſermotoren (Turbinen). Das letzte Kapitel:
Bearbei=
tungsmaſchinen, behandelt die Metall= und
Holzbearbei=
tungsmaſchinen. Von erſteren gelangen zur Beſprechung:
Hobelmaſchinen, die Feil= oder Shapingmaſchine,
Stoß=
maſchinen, Scheren= und Lochmaſchinen, Drehbänke, Bohr=
und Fräsmaſchinen, Kaltſägen, ſowie Schleif= und
Schrau=
benſchneidmaſchinen; von den Holzbearbeitungsmaſchinen
dagegen: Hobelmaſchinen. Gatter=, Band= und
Kreis=
ſägen. Ein ausführliches Sachregiſter ermöglicht ein
ſchnells Auffinden des gewünſchten Gegenſtands und
zeigt, welche Fülle von Arbeit und Sorgfalt bei der
Her=
ſtellung dieſes Werkes nötig war, das nicht nur den
Stu=
dierenden techniſcher Lehranſtalten, ſondern auch jüngeren,
bereits in der Praxis ſtehenden Technikern als Hand=
und Nachſchlagebuch ſehr willkommen ſein wird.
Eine großstädtische Auswahl fertiger
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Der Bedeutung des Jackenkleides für die herrschende Mode
entsprechend, ist dasselbe in vielen Variationen hinsichtlich
der Stoffe und Macharten am Lager, Ich biete eine riesige
Auswahl in Jackenkleidern jeder Art, die besseren Preislagen
sind vollkommener Ersatz für Massarbeit.
Abänderungen werden sachgemäss und sorgfältig ausgeführt.
( II 15. 2 SE 2 esen (25512 II5. ( 1 ealf. (2 me se (m 2l t
Eae.