Abonnementspreis
Inſerafe
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt am Dienstag abend von Troppau
ab=
gereiſt.
Felix Holländer iſt von ſeinem Berliner und
Frank=
fürter Poſten zurückgetreten und hat ſich nach
Amerika eingeſchifft.
Eine Feuersbrunſt zerſtörte das Villenviertel
Rou=
bair bei Brüſſel. Der Schaden beträgt ungefähr
1 200 000 Mark.
Nach einem Telegramm aus Mexiko erklärt Huerta
in einer Botſchaft an den mexikaniſchen Kongreß daß
die Beziehungen zu der Regierung der Vereinigten
Staa=
ten, wenn auch nicht zum amerikaniſchen Volke,
ge=
ſpannt ſeien.
Letzie Nachrichten ſiehe Seite 7.
Der Dreiverband.
— In dieſen Tagen ſpukte in den Blättern des
Aus=
landes wieder einmal die Nachricht, Spanien
beab=
ſichtige in der allernächſten Zeit ſich dem
Dreiver=
bande anzuſchließen. „Die Botſchaft hört’ ich wohl, allein
mir fehlt der Glaube.‟ Die Meldung dürfte nicht einmal
ein Verſuchsballon ſein, ſie entſpringt wohl dem Wunſche
der Franzoſen, die ſehnſuchtsvoll über die Pyrenäen
hin=
überſchauen und hoffen, daß eines Tages ein feſtes Band
beide Länder umſchlinge.
Wenn jetzt erneut das Gerücht ausgeſprengt wird, ſo
hat das guten Grund. Der Verlauf der Balkanwirren
hat auf das deutlichſte gezeigt, daß im ſogenannten
Drei=
verband nicht alles Gold iſt, was glänzt, und daß dort
gar manche Gegenſätze vorhanden ſind, die trotz aller
ſchö=
nen Worte nicht zu überbrücken ſind. Es geht eben nicht
immer an, Mächte mit den verſchiedenſten Intereſſen, zum
Teil weit auseinandergehenden Intereſſen, vor einen
Wa=
gen zu ſpannen, nicht ſelten eben muß es ſich ereignen,
daß ſie auseinanderſtreben, und gerade die Balkanwirren
waren die beſte Probe auf das Exempel. Rußland hat
im Orient andere Intereſſen als Frankreich, und England
wiederum hat die ſeinigen, und ſo mußte denn das
Schau=
ſpiel eintreten, daß die Politik der der Tripel=Entente
an=
geſchloſſenen Staaten einander zuwiderlief. Es fehlte nicht
viel, und Rußland und Frankreich lagen einander in den
Haaren, während man andererſeits ſehen mußte, daß
Eng=
land eine Schwenkung vollzog, die es bis zu einem gewiſſen
Grade nach dem Dreibund hinüberführte. Es ſteht wohl
außer Frage daß alle dieſe Vorkommniſſe den
Dreiver=
band doch etwas erſchüttert haben, zumal zutage getreten
war, daß dieſe ſo viel geprieſene Entente bei der erſten
ſich bietenden Gelegenheit faſt vollſtändig verſagte. Mit
Bedauern muß man in Paris und Petersburg ſehen, daß
das Verhältnis zwiſchen Deutſchland und England ſich
zum Beſſeren gewandt hat, und gerade der deutſch=
engli=
ſche Gegenſatz war es ja geweſen, der die Mächte des
Zweibundes dazu bewog, England für ſich zu gewinnen
trotz der widerſtrebendſten Intereſſen.
Es läßt ſich nicht leugnen, daß die Geltung des
Drei=
verbandes in den letzten Monaten beträchtlich verloren hat,
und es iſt daher begreiflich, wenn man in Paris ſich
be=
müht, dieſer Mächtekonſtellation neuen Glanz zu verleihen.
Hatte man doch eben die Erfahrung machen müſſen, daß
die auf den Beſuch der franzöſiſchen Militärmiſſion in
Rußland geſetzten Erwartungen ſich in keiner Weiſe
rechtfertigten, wenngleich davon erzählt wird, daß die
bei=
derſeitigen Mobilmachungsbeſtimmungen eine Form
er=
halten hätten, durch die eine gewaltige Ueberlegenheit
ge=
wonnen worden ſei. Demnächſt ſoll ja auch Herr Saſonow
nach Paris kommen, augenſcheinlich mit der Beſtimmung,
den Riß zu verkitten. Das mag äußerlich vielleicht auch
gelingen, andererſeits aber kann uns das ziemlich
gleich=
gültig laſſen, denn die Erfahrung hat gezeigt, daß wir eine
Ueberlegenheit des Dreiverbandes nicht zu befürchten
haben, einer Konſtellation, die, wenn es ernſt iſt, verſagt.
Das türkiſch=franzöſiſche
Abkommen.
* Zu dem bereits von türkiſcher Seite gemeldeten
Abkommen, das zwiſchen Dſchavid Bei und dem
Miniſter des Aeußern Pichon in Paris verhandelt und
angeblich bereits unterzeichnet wurde, teilt das Journal
des Débats auf Grund zweifelsohne amtlicher Auskunft
mit:
Es iſt noch kein Abkommen unterzeichnet worden. Vor
ſeiner Abreiſe in den Jura (am letzten Sonntag) hat Pi=
chon mit Dſchavid Bei, der nach Konſtantinopel reiſt, nur
eine Anzahl von Beſtimmungen ſchriftlich unterzeichnet,
über die er im Grundſatz mit dem Vertreter der
osmani=
ſchen Regierung eins geworden war. Die endgültige
An=
nahme dieſer Beſtimmungen bleibt aber den Erfolgen von
Verhandlungen untergeordnet, die über mehrere Punkte
von größerer Bedeutung angeknüpft ſind. Es iſt nötig, in
dieſer Hinſicht darauf aufmerkſam zu machen, daß die
Konzeſſion von Eiſenbahnlinien in
Ar=
menien von Frankreich nicht als ein Vorteil angeſehen
werden kann, den es anderswo bezahlen müßte.
Frank=
reich hat kein beſonderes Intereſſe an Armenien. Es leiſtet
vielmehr. indem es übernimmt, dort Eiſenbahnen zu bauen,
der Türkei einen bedeutſamen Dienſt und erhält ſelbſt
einen ſolchen nicht. Infolgedeſſen darf es aus dieſem
Anlaß in keine Opfer einwilligen. Man muß auch darauf
hinweiſen, daß die oben erwähnten Nachrichten unter den
Eiſenbahnen, die uns in Shrien konzediert werden, keine
Linie im nördlichen Gebiet dieſer Provinz namhaft
machen. Was die Anleihe angeht, ſo iſt es
ſelbſtverſtänd=
lich daß dieſe eine Liquidationsanleihe ſein
muß, die der Türkei geſtattet, die Ordnung in ihren
Pro=
vinzen wiederherzuſtellen, ihre Verwaltung zu
reorgani=
ſieren und die wirtſchaftliche Wiedergeburt des Landes
vorzubereiten. Unter keinem Vorwand darf ſie dazu
die=
nen, politiſch=militäriſche Pläne zu begünſtigen, die
geeig=
net wären, ein drittes Mal die Dinge auf dem Balkan
umzuſtürzen. Deshalb kann auch erſt nach der endgültigen
Unterzeichnung der beiden zur Verhandlung ſtehenden
Friedensverträge, zwiſchen der Türkei und Bulgarien und
der Türkei und Griechenland, und nach der
Demobil=
machung der türkiſchen Armee, der einzigen noch auf dem
Kriegsfuße ſtehenden Balkanarmee, die Rede davon ſein,
dieſe Anleihe in Frankreich aufzulegen.
Die Auffaſſung, daß der Bau von
Eiſenbahn=
linien in Armenien für Frankreich keinen Vorteil
bedeute, iſt neu. Als franzöſiſche Blätter zu Anfang des
Sommers dieſe Frage und die Möglichkeit erörterten, daß
Deutſchland der Bau dieſer Eiſenbahnen zufallen
könne, waren ſie anderer Anſicht. Das Echo de Paris
meinte damals in dieſer Befürchtung ſogar, Deutſchland
dürfe den Bau dieſer Bahnen nicht ausführen, da es
da=
mit der Türkei ſtrategiſche Wege gegen Rußland eröffne.
Vielleicht ſteht damit Frankreich, da es alſo ja ſelbſt von
dem Bau dieſer Bahnen keinen Nutzen einſieht und ſeinem
Bundesgenoſſen nur damit ſchaden dürfte, auch am
ein=
fachſten davon ab. Alles in allem zeigt die Mitteilung des
Journal des Débats, daß es Frankreich bei dem Abſchluß
des Abkommens darauf ankommt, für ſein Geld nicht nur
gute Zinſen und Bürgſchaften, ſondern auch ſo viel als
möglich politiſche und wirtſchaftliche Vorteile und
Kon=
zeſſionen zu erhalten. Das iſt an ſich ganz erklärlich,
be=
merkenswert iſt aber beſonders dabei die Andeutung, daß
es in den türkiſchen Angeboten dieſer Art noch
Zugeſtänd=
niſſe für den Bau von Eiſenbahnen in Nordſyrien
ver=
mißt, d.h. dem Gebiete, in dem auch große deutſche
Inter=
eſſen in Frage kommen.
Deutſches Reich.
— Die Reichsſtempelabgabe. Aus den
Aus=
führungsbeſtimmungen der am 1. Oktober in Kraft
treten=
den Reichsſtempelabgabe von Geſellſchaften und
Verſiche=
rungen wird folgendes mitgeteilt:
Für die Erhebung der Verſicherungsabgabe bieten die
Ausführungsbeſtimmungen drei verſchiedene Wege. Der
erſte verlangt die Führung eines beſonderen
Verſicherungs=
ſtempelbuches. Auf Grund der gezahlten Prämien ſind
die fällig gewordenen Stempelabgaben monatlich zu
ent=
richten. Im zweiten Falle können an Stelle der beſonderen
Verſicherungsſtempelbücher die gewöhnlichen
Geſchäfts=
bücher und Liſten der Geſellſchaften als Grundlage für die
Abführung des Steuerbetrages genommen werden. Im
Anſchluß an das ſchon in vielen Einzelſtaaten geübte
Ver=
fahren iſt es hier zuläſſig daß die Abführung der
Steuer=
beträge nach dem Soll=Aufkommen der Prämien erfolgt.
Die genaue Berechnung nach den auch wirklich gezahlten
Prämien erfolgt ſpäter entweder monatlich oder
viertel=
jährlich. Die dritte Methode ſieht ſchließlich ein
Abrech=
nungsverfahren nach dem Geſchäftsumfang des Vorjahres
vor. Von der Steuerſtelle werden monatliche oder
viertel=
jährliche Abſchlagszahlungen, den vorjährigen Prämien
entſprechend, feſtgeſtellt. Nach Schluß des Geſchäftsjahres
oder eines anderen Zeitraumes findet auch hier eine
ge=
naue Nachprüfung der Zahlungen ſtatt. Das erſte
Ver=
fahren gilt als das normale, während die beiden anderen
Erſatzverfahren auf Antrag der Geſellſchaften zugelaſſen
werden dürfen Auch mit der Frage wer die Steuer
ab=
zuführen hat, befaſſen ſich die Ausführungsbeſtimmungen.
Zunächſt hält ſich das Reſpz= an den Verſicherer, alſo die
Verſicherungsgeſellſchaften. 3 ieſe ſind aber berechtigt, für
beſondere Bezirke Bevollmächtigte zu beauſtragen.,
— Zur Angelegenheit von Schleinitz.
Auf die Mitteilung einer Zeitung hat die Poſt ſich
un=
mittelbar an den Kommandeur der Schutztruppe für
Oſt=
afrika, Herrn Oberſtleutnant von Schleinitz, gewandt mit
der Bitte, mitzuteilen, ob jene Darſtellung der Wahrheit
entſpräche. Hierauf erwiderte Herr von Schleinitz, „daß
er mit Rückſicht auf ſeine dienſtliche Stellung jede
Aus=
kunft über ſeine Angelegenheit an irgend jemand verwei=
gern müſſe. Er ſtelle es anheim, bei ſeiner vorgeſetzten
Dienſtbehörde Erkundigungen einzuziehen”. Es wird alſo
nötig ſein, zu warten, bis amtlich zu der Angelegenheit
Stellung genommen wird.
— Für San Franzisko. Die deutſchen
Aus=
ſtellungsgegenſtände für die Weltausſtellung in San
Fran=
zisko ſollen bereits durch den Panamakanal befördert
wer=
den. Die Hamburg=Amerika=Linie hat, dem Konfektionär
zufolge, die nötigen Schritte eingeleitet, um die Erlaubnis
zu erlangen, die neue Weltfahrſtraße gleich nach Eröffnung
zu benutzen, damit die deutſchen Ausſtellungsgüter
recht=
zeitig in San Franzisko eintreffen. Für die deutſche
Be=
teiligung an der Weltausſtellung ſoll ein
Bürgſchafts=
beſtand von vier Millionen Mark aufgebracht werden. Die
Hamburg=Amerika=Linie hat 200000 Mark gezeichnet, und
auch andere Intereſſenten haben ſich mit bedeutenden
Be=
trägen beteiligt.
Ausland.
Frankreich.
Von den Manövern. Wie aus Toulouſe
be=
richtet wird, hat bei den großen Manövern ein nach den
Angaben des Hauptmanns Sacconney ausgeführter
Wa=
gen, in dem alle für die Meteorologie erforderlichen
Vor=
richtungen, ſowie mehrere Regiſtrierballons und Drachen
befördert wurden, überaus nützliche Dienſte geleiſtet. Die
Flieger und Luftſchiffer konnten dank dieſem Wagen in
einer halben Stunde über die Richtung des Windes und
über die Luftſchichtbewegungen in gewiſſen Höhen uſw.
genau unterrichtet werden.
Zu den Anleiheverhandlungen zwiſchen
Frankreich und Spanien verlautet, daß die von
der Madrider Regierung verlangten 700 Millionen in
Ra=
ten von 250 Millionen geleiſtet werden ſollen. Zunächſt
wolle man ſich in Paris erſt einmal davon überzeugen, daß
Spanien die erſte Rate von 250 Millionen auch wirklich
programmäßig verwendet.
Aus Marokko. Nach einer Meldung aus Tanger
wird General Liautey Anfang Oktober nach Marokko
zu=
rückkehren, um den Senator Doumer und den Deputierten
Long, ſowie andere Parlamentarier, welche die Frage der
marokkaniſchen Anleihe und der adminiſtrativen Hauptſtadt
an Ort und Stelle ſtudieren wollen, in Rabat oder Fez zu
empfangen.
Englang.
Die Streiklage. Meldungen über die
Arbeits=
ſtreitigkeiten gehen weiterhin aus verſchiedenen Teilen des
Landes ein. Das Exekutivkomitee des Verbandes der
Eiſenbahnangeſtellten ſandte drei Mitglieder nach
Liver=
pool, um über den Streik der Frachtverlader ſich zu
unter=
richten. In Dublin iſt die Lage unverändert, die
Lebens=
mittelpreiſe ſteigen. Nach den letzten Berichten beläuft ſich
die Zahl der Streikenden in Birmingham auf 4000. In
Dublin ſind die Verhandlungen abgebrochen worden. Eine
Abordnung der engliſchen Trade Unions, die nach Dublin
gekommen war, um Vermittelungsverſuche zu machen, iſt
zurückgekehrt.
Rußland.
Veränderungen in der ruſſiſchen Diplot
matie. Nach Zeitungsmeldungen werden die
beabſichtig=
ten Veränderungen in der ruſſiſchen Diplomatie mit der
Verſetzung des Londoner Botſchafters in den Ruheſtand
ihren Anfang nehmen. Der Nachfolger des Londoner
Bot=
ſchafters Graf Benckendorff ſoll, wie in Paris verlautet,
Iswolski werden; der hierdurch freiwerdende Poſten in
Paris ſoll dem Miniſterpräſidenten Kokowzow angeboten
worden ſein.
Einladung zur Eröffnung des
Pana=
makanals. In den nächſten Tagen trifft eine
amerika=
niſche Delegation mit dem Expräſidenten Rooſevelt an der
Spitze in Petersburg ein, um Rußland nochmals zur
Er=
öffnung des Panamakanals einzuladen.
Vereinigte Staaten.
Der amerikaniſche Zolltarif, der am 9.
September vom Senat mit 44 gegen 37 Stimmen
ange=
nommen wurde, hat nun noch eine Konferenz der beiden
Häuſer durchzumachen, in der die demokratiſchen Führer
des Repräſentantenhauſes die Wiederherſtellung einiger
der Beſtimmungen durchzuſetzen hoffen, die der Senat
ge=
ſtrichen hat. Die allgemeine Erwartung iſt aber, daß der
Präſident die Tarifvorlage am 1. Oktober im weſentlichen
in der Form unterzeichnen wird, die ſie nun
trägt. Ueber die Bedeutung dieſer Tarifreform
veröffentlicht der Mancheſter Guardian folgende
intereſſante Bemerkungen: Sie erſpart dem
ameri=
kaniſchen Volke die Summe von über 600 Millionen Mark
Seite. 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Nummer 219.
in Zöllen. Sie ſtellt, als Ganzes betrachtet, eine
Herab=
ſetzung der beſtehenden Zölle um etwa 35 Prozent dar.
Sie iſt die größte demokratiſche Maßregel, die je in den
Vereinigten Staaten durchging, und wird ein
unermeß=
licher Segen für die Konſumenten ſein. Im Zollverſchluß
der Haupthäfen befinden ſich zurzeit Waren im Werte von
über 400 Millionen Mark, die auf die Unterzeichnung der
Vorlage durch den Präſidenten warten. Sie werden nach
offizieller Schätzung durch die neue Vorlage beinahe
vier=
zig Millionen an Zöllen erſparen.
Mexiko.
Huertas Botſchaft an den Kongreß. Nach
einem Telegramm aus Mexiko erklärt Huerta in einer
Botſchaft an den mexikaniſchen Kongreß, daß die
Bezie=
hungen zu der Regierung der Vereinigten Staaten, wenn
auch nicht zum amerikaniſchen Volke, geſpannt ſeien. Die
Botſchaft drückt die Hoffnung aus, daß die Verhandlungen,
die noch nicht abgebrochen ſeien, zu einer ſchnellen Löſung
der Meinungsverſchiedenheiten führen möchten.
Weiter=
hin erwähnt Huerta, daß 26 Regierungen, darunter die
meiſten Europas, ſeine Regierung anerkannt hätten, und
verſpricht, Ende Oktober die Wahlen abzuhalten. Huerta
hat in der Botſchaft verſprochen, er werde keine Mühe
ſcheuen, die freien Wahlen durchzuſetzen. Es wäre ſein
größter Triumph, ſein Amt ſeinem Nachfolger im Frieden
zu übergeben. Von den 27600000 Dollars Schatzgeldern
ſeien ſeit Neujahr 24000000 zur Pazifizierung des
Lan=
des ausgegeben worden. Außer einer großen Anzahl
Ka=
nonen, Gewehren und Munition habe die Regierung im
Auslande 10 Flugzeuge, 71 Panzerautomobile und 2
Transportſchiffe beſtellt. Die den amerikaniſchen
Kriegs=
ſchiffen erteilte Erlaubnis, ſechs Monate lang in Mexiko
zu verweilen, läuft im Oktober ab. Huerta meint, daß die
Erlaubnis nicht zu verlängern ſei.
Südafrika.
Ein neuer Streik? Aus Johannesburg wird
gemeldet: Ein neuer Streik droht in Südafrika
auszu=
brechen. Die zahlreichen in den ſüdafrikaniſchen Staaten
beſchäftigten Einwanderer aus dem britiſchen Indien
ha=
ben ſich vereinigt und der Regierung mitgeteilt, daß ſie
ſo lange der Verwaltung der geſamten ſüdafrikaniſchen
Union paſſiven Widerſtand entgegenſetzen würden, bis nicht
die für ſie beſtimmten Sondergeſetze aufgehoben worden
ſeien. Vor mehreren Jahren fand bereits eine ähnliche
Bewegung in Transvaal ſtatt, die damals auf eigenartige
Weiſe unterdrückt wurde. Es gelang, insgeſamt etwa 3500
der Ausſtändigen zu verhaften, von denen mehrere
hun=
dert nach Indien zurückgeſchickt wurden, während die
übri=
gen von den engliſchen Behörden ſpäter wieder
freigege=
ben wurden. In Transvaal handelte es ſich jedoch nur
um 10000 Mann, während diesmal in Natal allein über
130000 indiſche Arbeiter mit ihren Frauen an der
Be=
wegung teilnehmen. Die Regierung befindet ſich in einer
ſehr ſchwierigen Lage, und zurzeit iſt nöch kein
Anhalts=
punkt dafür vorhanden, wie die Sache auslaufen wird.
Führer der Bewegung iſt der bekannte Rechtsanwalt
Gandhy.
Japan.
Die Maßregeln gegen China. Außer den
bereits genannten beiden Kreuzern wird in Befürchtung
weiterer Uebergriffe des Generals Changſuen ein
Ge=
ſchwader von Torpedobootszerſtörern nach Nanking
ge=
ſandt. Die Entlaſſung des Generals Changſuen wird als
weſentlich für die Erledigung der Zwiſchenfälle angeſehen.
Amtlich wird erklärt, die Entſendung der Kriegsſchiffe
deute auf keine aggreſſiven Abſichten gegen China hin,
ſon=
dern ſeien lediglich angeordnet, um das Leben und das
Eigentum der Japaner zu ſchützen.
* Troppau 16. Sept. Heute um 9 Uhr vormittags
verließ Kaiſer Wilhelm Schloß Solza, um ſich über
Karwin, Freiſtadt und Golkowitz nach Kuchelna auf die
Beſitzung des Fürſten Lichnowsky zu begeben. Im Schloß
Kuchelna wurde ein kalter Imbiß gereicht, worauf der
Kaiſer die neue Flachsfabrik einer eingehenden
Beſichti=
gung unterzog. Kurz nach 11 Uhr erfolgte die Abfahrt von
Kuchelna nach Katharein und Troppau. In Troppau
er=
folgte die Ankunft um 12 Uhr. Die Straßen, die der
kai=
ſerliche Zug durchfuhr, waren überaus reich geſchmückt.
Eine vieltauſendköpfige Menſchenmenge, die hinter dem
von den deutſchen Vereinen von Troppau und Umgebung
und den Schulkindern gebildeten Spalier Aufſtellung
ge=
nommen hatte, empfing den hohen Gaſt mit begeiſterten
Hoch= und Hurrarufen. Der Kaiſer dankte freundlich nach
allen Seiten. Im Automobil des Kaiſers befanden ſich
Fürſt Lichnowsky und zwei Herren des Gefolges. Vor
dem Rathauſe, das beſonders prächtig geſchmückt war, hatte
ſich der geſamte Gemeinderat mit dem Bürgermeiſter Dr.
Kudlich an der Spitze eingefunden. Von Troppau aing die
Fahrt über Branka nach Schloß Grätz, wo der Kaiſer um
12¾ Uhr eintraf. Nach der Ankunft auf Schloß Grätz
fand um 1 Uhr nachmittags ein Déjeuner ſtatt, an
dem außer dem Kaiſer und den Gaſtgebern Fürſt und
Fürſtin Lichnowsky, das Gefolge des Kaiſers und andere
hervorragende Perſönlichkeiten teilnahmen. Nach dem
Dé=
jeuner zog ſich der Kaiſer in ſeine Gemächer zurück. Um
4 Uhr nachmittags wurde eine Spazierfahrt unternommen
und um 8 Uhr fand ein Diner ſtatt. Um ½11 Uhr wurde
die Fahrt nach Troppau angetreten, wo kurz vor 11 Uhr
die Ankunft erfolgte. Um 11 Uhr 5 Minuten erfolgte die
Abfahrt des Kaiſers, der, am Fenſter ſtehend, für die
dar=
gebrachten Ovationen freundlich dankte.
* Das neidiſche Frankreich. Es war
ge=
meldet worden, Griechenland beabſichtige in Deutſchland
Schiffe zu beſtellen. Die Meldung iſt hier kaum beachtet
worden; kann Griechenland doch ſeine Schiffe beſtellen, wo
es will, und wäre es doch kein Wunder, wenn es mit einer
Beſtellung zur deutſchen Induſtrie käme, von der niemand
in der ganzen Welt zu behaupten wagen würde, daß ſie
hinter irgendeiner anderen zurückſtehe. Aufmerkſamkeit
verdient die Sache erſt im Hinblick auf das Gekläff, das
die franzöſiſche Preſſe ſchon beim Auftauchen einer ſolchen
harmloſen Meldung anſchlägt. Die Mehrzahl der Pariſer
Zeitungen greift deshalb ſchon wieder die griechiſche
Re=
gierung an und der Matin erklärt rund heraus, daß es
unter dieſen Umſtänden unwahrſcheinlich ſei, daß die
grie=
chiſche Anleihe in Frankreich zuſtande kommen könne. Er
ſchreibt: Es gibt in Frankreich nicht nur gutes Geld,
ſon=
dern auch aute Schiffe und gute Kanonen. Dieſe drei
Dinge gehören zuſammen. Nimmt man das Geld in
Frank=
reich, ſo muß man auch die Schiffe und Kanonen aus
Frankreich nehmen. Zieht man es aber vor, ſich nach
Stettin um Schiffe zu wenden, ſo iſt es angebracht, ſich
dort ebenfalls das Geld zu holen.
* Bern, 16. Sept. Die internationale
Ar=
beiterſchutzkonferenz beſprach in der heutigen
Plenarſitzung die Vorſchläge, betreffend das Verbot
indu=
ſtrieller Nachtarbeit für jugendliche Arbeiter und die
Feſt=
ſetzung der Arbeitsdauer für die in der Induſtrie
beſchäf=
tigten Frauen und jugendlichen Arbeiter auf höchſtens
zehn Stunden. In der allgemeinen Beratung der
Konfe=
renz gruppierte ſie ſich in zwei Kommiſſionen, um die
Vorſchläge einzeln genau zu prüfen. Zum Vorſitzenden
der erſten Kommiſſion (Verbot induſtrieller Nachtarbeit)
wurde der Führer der deutſchen Abordnung, der Direktor
im Reichsamt des Innern Caſpar, zum Vorſitzenden der
zweiten Kommiſſion (Feſtſetzung der Arbeitsdauer)
Mil=
lerand, der Führer der franzöſiſchen Abordnung, ernannt.
In der Nachmittagsſitzung trat die Kommiſſion für das
Projekt des Verbotes der induſtriellen Nachtarbeit unter
dem Vorſitze des Wirklichen Geheimen Rates Caſpar in
die Beratung des einſchlägigen Entwurfes der
internatio=
nalen Vereinigung für Arbeiterſchutz ein. Der erſte
Ar=
tikel des Entwurfes, der die Altersgrenze für das Verbot
der Nachtarbeit auf das vollendete 18. Lebensjahr
feſtge=
ſetzt hat, war Gegenſtand des Widerſpruchs. Zwei
An=
träge, die Altersgrenze auf 16 bezw. 18 Jahre feſtzuſetzen,
wurden geſtellt. Eine endgültige Beſchlußfaſſung erfolgt
in der Plenarſitzung.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. September.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Reinhard zu
Solms=Lich und Graf Friedrich zu Solms=
Baruth ſind am Dienstag abend 6 Uhr 57 Min. von
Jagdſchloß Wolfsgarten wieder abgereiſt. (Darmſt. Ztg.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben zum 17. d. Mts. verliehen: das
Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen dem Oberleutnant Scheuner im
In=
fanterie=Leib=Regiment Großherzogin (3. Großh. Heſſ.)
Nr. 117 und dem Hauptlehrer Heinrich Kaßlick zu
Darmſtadt die Krone zum Ritterkreuz 2. Klaſſe des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Karl Naumann aus Friedberg die erledigte zweite
Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Bindſachſen, Kreis
Büdingen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Volksſchule zu Weinolsheim, Kreis Oppenheim,
Jakob Liebmann auf ſein Nachſuchen, unter
Aner=
kennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom 1.
No=
vember 1913 an.
* Erledigte Stelle. Eine evangeliſche Lehrerſtelle
zu Nauheim, Kreis Groß=Gerau.
— Arbeitsloſenfürſorge. Von der Zentralanſtalt
für Arbeits= und Wohnungsnachweis in Darmſtadt
wird geſchrieben: Es laſſe die derzeitige Lage des
Arbeits=
marktes für Herbſt und Winter größere Arbeitsloſigkeit
befürchten. Das Verhältnis zwiſchen Angebot und
Nachfrage ſei kein günſtiges und alle Anzeichen ſprächen
für eine weitere Verſchlechterung. Dringend geboten ſei
es, für die Bereitſtellung paſſender Arbeitsgelegenheiten
zu ſorgen. Dem Wunſche der Zentralanſtalt entſprechend,
richtet die Handelskammer an die größeren Handels=
und induſtriellen Unternehmungen Darmſtadts und
Umgebung die Bitte, alles tun zu wollen, um die
Be=
ſchäftigungsmöglichkeiten in der ungünſtigen Jahreszeit zu
erhalten und zu vermehren. Die Zentralanſtalt iſt jeder
Zeit in der Lage, paſſendes Arbeiterperſonal raſch
zuzuweiſen.
Von der Heag. Die Betriebseröffnung für die
Verlängerung der Linie 9 zum Oſtbahnhof
ſoll am 1. Oktober erfolgen. Die Gleisarbeiten ſind
bereits beendet und wird zurzeit die
Oberleitungs=
anlage hergeſtellt. Gleichzeitig ſind die Bauarbeiten am
Dornheimerweg bereits derart fortgeſchritren, daß
in abſehbarer Zeit auch die Verlängerung der Linie 4 über
den Hauptbahnhof bis zur Bismarckſtraße, Ecke
Wendel=
ſtadtſtraße, erfolgen kann. Die Fertigſtellung dieſer
Linie iſt allein abhängig von den
Ausſchachtungs=
arbeiten der Königlichen Eiſenbahnverwaltung auf dem
Gelände des alten Bahnhofs. Von den weiteren
Bau=
arbeiten der Heag wäre noch zn erwähnen, daß auch
mit den Gleisverlegungsarbeiten von der oberen
Rhein=
ſtraße durch die Luiſenſtraße über den Mathildenplatz
zur Bismarckſtraße begonnen iſt.
* Der Kulmbach=Pörbitſcher Schatzfund. Von dieſem
Prunkgefäßfund, wohl dem bedeutendſten, der in letzter
Zeit in Deutſchland gemacht worden iſt, ſind durch Herrn
Profeſſor Dr. Fritz Limmer im Photographiſchen
Inſtitut der Großh. Techniſchen Hochſchule eine große
An=
zahl von Farben= und von Schwarz=Weiß=Aufnahmen
hergeſtellt worden. Mit Hilfe der Photographie iſt es
möglich geweſen, eine Reihe wertvoller Aufſchlüſſe zu
be=
kommen. Profeſſor Limmer wird über die erzielten
Er=
gebniſſe eine Schrift veröffentlichen: „Die Photographie im
Dienſte der kunſtgewerblichen Forſchung‟ Die Leipziger
Illuſtrirte Zeitung brachte jüngſt eine Reproduktion der
Photographiſchen Aufnahmen. Ein Sonderdruck
der=
ſelben iſt in der Bilderauslage unſerer Expedition
zurzeit ausgeſtellt. Aus der Abbildung geht hervor, daß
es ſich um einen ſehr reichen und ſehr gut erhaltenen
Fund handelt. Der Fund beſteht aus 32 bezw. 33
Fund=
ſtücken. Es ſind ausgegraben worden: 4 gedeckelte Pokale,
2 Doppelbecher, 3 Salzgefäße, 1 Eßbeſteck in Scheide, 5
Löffel, 9 ſilberne Löffelſtiele, 1 Fortunaſchiff, 3 Ketten.
Die Fundſtücke ſtammen von Nürnberger, Augsburger und
(bisher unbekannten) Kulmbacher Meiſtern. Sie ſind faſt
alle mit Meiſterzeichen und Beſchau verſehen. Der größte
Teil der Stücke iſt wahrſcheinlich zwiſchen 1590 und 1631
entſtanden. Die Gegenſtände ſind faſt alle aus Silber und
ſehr ſtark vergoldet. Es ſind vermutlich meiſt Sachen aus
dem Beſitze der Freiherren v. Guttenberg. (Das
Stamm=
ſchloß der Freiherren von Guttenberg befindet ſich ganz
in der Nähe von Kulmbach; das Geſchlecht hatte auch ein
Stadtſchlößchen in Kulmbach.) Der Schatzfund lag in
ge=
ringer Tiefe und hat ſich wohl urſprünglich in einer Kiſte
oder einem Sack befunden. Aus welchen Gründen dieſe
Gegenſtände ſeinerzeit vergraben wurden, hat man noch
nicht feſtſtellen können. Vielleicht geſchah es aus Furcht
vor einer Plünderung der Stadt Kulmbach durch
Wallen=
ſteinſche Truppen anläßlich der Belagerung der
Plaſſen=
burg im September 1632. Einige der Fundſtücke tragen
die Jahreszahl 1631.
* Aus Anlaß des Geburtstages der Großherzogin
hatten die öffentlichen und viele private Gebäude
Fahnen=
ſchmuck angelegt, und die Schulen waren geſchloſſen. Das
ſchlechte Wetter nahm leider dem Tage den Charakter eines
Feſttages.
* Komitee Darmſtadt im Blumen= und
Pflanzen=
ſchmuck. Die diesjährige Prämiierung findet am
nächſten Freitag, den 19. d. M., im Beſſunger Orangeries
haus ſtatt. Die Beteiligung an den der Verſchönerung der
Stadt dienenden Beſtrebungen war in dieſem Jahre ganz
beſonders ſtark; es lagen rund 360 Anmeldungen vor, eine
Zahl, die bisher noch nicht erreicht wurde.
Erfreulicher=
weiſe wurden dem Komitee wieder zahlreiche Ehrenpreiſe
geſtiftet, ſo daß es möglich iſt, den größten Teil der An
gemeldeten prämiieren zu können. Die Ausſtellung der
Ehrenpreiſe im Großh. Orangeriehaus iſt am Samstag
und Sonntag von 10 bis 6 Uhr für die Oeffentlichkeit
zu=
gänglich
(*
Silberhochzeit feiern am Sonntag, den 21. d. Mts.,
Herr Höpfner und Frau, Heinheimerſtraße 73.
Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis”
hielt ſeine Monatsverſammlung ab, die de
zweite Vorſitzende mit Begrüßung der erſchienenen
Mit=
glieder eröffnete. Die von dem erſten Schriftführer, Herrn
Wenz, verleſenen Niederſchriften wurden nicht
beanſtan=
det. Für Sonntag, den 5. Oktober, iſt eine
Beſichti=
gung der Zuchtanlage des Mitgliedes Forſtwart
sommerblumenflor im Winter.
C) In den Blumengärten flammt gleich einem
leuch=
kenden Abendrot der Pflanzenwelt der Farbenrauſch der
Herbſtflora auf; wenige Wochen noch und die letzten
Blumen in den Gärten welken dahin, ſchon naht der
Win=
ter, um mit ſeinem Machtwort der Blütenherrlichkeit ein
Ende zu bereiten. Aber vor der Haustür endet das Reich
ſeiner Herrſchaft; wenn draußen herbe Winterſtürme
rau=
ſchen und an den Fenſtern phantaſtiſche Eisblumen
ſprießen, werden hart neben dieſen Kindern des Winters
die ſüßen Blütendüfte leuchtender Sommerblumen durch
die Zimmer wogen und an den lichten Farben bunter
Frühlingsblüten wird ſich im eigenen Heim das Auge des
Blumenfreundes ſatt ſehen. Denn die Fortſchritte,
die die Wiſſenſchaft der Blumenzucht und der
Blumenerhaltung in den letzten Jahren gemacht hat, ſind
gewaltig; man verfügt über Mittel, eine ganze
Reihe von Sommerblumen mitten im Winter zur Blüte
bringen zu können, und zum erſten Male im kommenden
Winter wird jedermann ſich auch mühelos die Freude
be=
reiten können, auf ſeinem Fenſterbrette ſogar zarte
Früh=
lingsblumen knoſpen, reifen und ſich zu üppiger Pracht
entfalten zu ſehen — Die Möglichkeit, die Feindſeligkeit
der Natur auszunutzen und durch kluge Ueberlegung zu
einem Segen zu machen, iſt auf dem Gebiete der
Blumen=
zucht noch verhältnismäßig jung; kaum 15 Jahre ſind
da=
hin, ſeitdem zum erſten Mal ein großer engliſcher Züchter,
Mr. Thomas Rocheford auf den Gedanken kam, die
eigen=
artige Wirkung des Froſtes auf die Pflanzen ſyſtematiſch
auszunutzen. Wenn in den frühen Monaten des Jahres
die Temperatur unter den Nullpunkt ſinkt, ſtockt alle
Vege=
tation: aber die Pflanzen werden dadurch nicht geſchädigt,
im Gegenteil, die genauere Beobachtung zeigte, daß ſie
nach dieſer unfreiwilligen Hemmung ihrer Entwicklung
mit doppelter Kraft ihre Blüten treiben. Auf Grund von
Verſuchen unternahmen es die Blumenzüchter dann,
die=
ſes Syſtem der künſtlichen „Verzögerung” zu benutzen,
man ſtellte die Pflanzen in Kühlräume, ſo daß ihr
Wachs=
tum aufgehalten wurde, um ſie erſt zu einem Zeitpunkt,
an dem ihre normale Blütezeit ſchon vorüber iſt,
gewöhn=
licher Temperatur auszuſetzen. Es zeigte ſich, daß dann
dieſe künſtlich zurückgehaltenen Pflanzen eine
beſchleu=
nigte und ſehr intenſive Entwicklung durchmachen und
viel mehr und prächtigere Blumen hervorbringen, als die
unbehindert den Jahreszeiten ausgelieferten Gewächſe.
So kann man heute, mitten im September, die Knollen
von Tal=Lilien kaufen, die durch künſtliche Kühlung daran
verhindert wurden, im Frühling zu blühen: und wenn
wir dieſe Knollen ans Fenſter ſetzen, werden ſie binnen
zwei bis drei Wochen reicher und prächtiger in voller Blüte
ſtehen, als ſie das im Frühjahr in der Natur vermocht
hätten.
Aehnliche Verſuche mit anderen Frühlingsblumen
ſind oft unternommen worden, ſcheiterten aber ſtets, bis
es kürzlich, wie Leonhard Baſtin in einem Londoner
Blatte ausführt, einem Züchter die intereſſante
Entdeck=
ung gelang, daß beiſpielsweiſe bei Hyazinthen, Tulpen
und Narziſſen der umgekehrte Weg eingeſchlagen werden
muß. Die holländiſchen Tulpenknollen werden in einer
ziemlich hohen Temperatur aufbewahrt, aber bisher galt
es als gefährlich, dieſe Temperatur bis zu einer gewiſſen
Höhe zu ſteigern. Durch ein Verſehen wurden im
ver=
gangenen Jahre eine Anzahl Knollen einen Tag und eine
Nacht hindurch überhitzt . Man glaubte zunächſt, daß dieſe
Zwiebeln entwertet ſeien, aber als ſie dann doch
an=
gingen, zeigten ſie eine ganz ungewöhnlich prächtige
Ent=
wicklung und blühten viel ſchneller als auf dem
gewöhn=
lichen Wege. Dieſe überhitzten Blumenzwiebeln werden
in dieſem Herbſte und Winter zum erſten Male dem
Publikum zugänglich gemacht und mit ihrer Hilfe wird
man im Dezember und um die Weihnachtszeit in ſeinem
eigenen Zimmer ohne viel Mühe die herrlichſte
Früh=
lingsflora genießen können. — Bei vielen Blumenpflanzen
beruht die Schwierigkeit, ſie im Winter zur Blüte
zu=
bringen, auf dem Mangel an Ruhe. Wir können z. B.
Flieder nicht im Herbſt zur Blüte bringen, wie ſehr
wir=
ihn auch durch Hitze dazu anzuregen ſuchen, denn die
Pflanze hat ihren Winterſchlaf nicht gehabt. Nun hat
ein däniſcher Profeſſor ein ſehr ſinnreiches Verfahren
er=
gründet, durch das wir die Ruhe der Pflanzen ſteigern
und intenſiver geſtalten können. Kleine Fliederbüſche
wer=
den in Zimmer geſtellt und hier 24 Stunden lang den
Dünſten von Cloroform oder Aether ausgeſetzt. Die
Nar=
kotika verſenken die Pflanzen in einen tiefen Schlaf: und
wenn ſie wieder „zu ſich kommen” verhalten ſie ſich, als
hätten ſie Monate lang ausgeruht. Sie beginnen ſofort
mit großer Kraft Knoſpen zu treiben, ganz gleich, um
welche Jahreszeit das Experiment gemacht wird: und auf
dieſe Weiſe können wir jetzt mühelos auch mitten im
Win=
ter die Fliederbüſche zur herrlichſten Blüte bringen.
So ſind die Tage, da die Zahl der Blumen, die wir
im Winter in unſerem Heim zur Blüte bringen können,
ſich auf zwei oder drei Arten beſchränkte, längſt
dahin=
während die Jugend draußen Schneeballenſchlachten
ſchlägt und die Glocken der Schlitten klingen, können wir
in unſerem Zimmer beiſpielsweiſe Irisknoſpen aufblühen
und ſich entfalten ſehen, können uns an dem leuchtenden
Rot der Kaffernlilie „Schizostylis coccinea” weiden,
können den zarten Duft und die ſchöne Farbe des
Helio=
throps genießen und, wenn wir wollen, zur
Weihnachts=
zeit unſer Heim mit den lichten duftigen Farben munter
blühender Wicken ſchmücken.
Nummer 219.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Seite 3.
Schmitt auf dem Plattenhof” in Ausſicht genommen.
Hierzu ergeht demnächſt beſondere Einladung. Zu Punkt 1
der Tagesordnung: Ausſtellung 1913, fand
noch=
mals eine eingehende Beſprechung einzelner neuer
Beſtim=
mungen ſtatt. Von dieſen iſt beſonders die Errichtung
einer Alt= und Junggeflügel=Abteilung
her=
vorzuheben. Die in letzterer Abteilung auszuſtellenden
Tiere müſſen die vom Verein ausgegebenen Klubringe
1913 tragen. Nur auf ſolche Jungtiere werden die
er=
höhten Geldpreiſe verliehen. Als Preisrichter für
Ge=
flügel werden die Herren Rübſamen=Gießen und
Kah=Baden=Baden tätig ſein. Für die vom 1. bis 3.
No=
vember in Offenbach a. M. ſtattfindende. 6. Landes=
Geflügelausſtellung wurde die Stiftung eines.
Ehrenpreiſes zur freien Verfügung der Preisrichter
be=
ſchloſſen. Die Verloſung einer größeren Anzahl
Reb=
hühner, ſowie von Futterartikeln und Käfigen bildete den
Schluß der Verſammlung.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Auf die heute
abend im Hotel Prinz Karl ſtattfindende
Mitglieder=
verſammlung der Fortſchrittlichen Volkspartei wird noch
mals hingewieſen.
g Heimkehr aus dem Manöver. Nach Beendigung der
Manöver kehren die Regimenter der hieſigen Garniſon
wieder in ihre Kaſernen zurück. Das Leibgarde=
Infan=
terie=Regiment Nr. 115 kam bereits geſtern abend gegen
3 Uhr mit Extrazügen nach vierwöchiger Abweſenheit
wieder in Darmſtadt an und marſchierte mit klingendem
Spiel durch die Straßen nach den Kaſernements.
Steuer zahlen. Es ſei an dieſer Stelle nochmals
darauf hingewieſen, daß das 3. Ziel Gemeindeſteuer
bis längſtens Ende dieſes Monats an die Stadtkaſſe zu
zahlen iſt.
* Zur Verhaftung des Kirchenrechners Karl
Engel aus Gernsheim a. Rh. ſchreibt uns der
Maſchinen=
techniker C. Schäfer: Da mir Engel bekannt iſt und
er mir zufällig am Sonntag um 2 Uhr begegnete,
requirierte ich vom 2. Polizeirevier einen Schutzmann
und ließ Engel verhaften. Demnach iſt die Verhaftung
auf meine Veranlaſſung erfolgt.
Die Beerdigung des Geheimen Kommerzienrats
Dr. Louis Merck.
St. Unter ungewöhnlich zahlreicher Beteiligung fand
geſtern nachmittag auf dem hieſigen Friedhofe die
Beiſetz=
ung des Geheimen Kommerzienrats Dr. med. et phil.
und Dr.=Ing. Louis Merck ſtatt. Nach einer
Trauer=
feier in der Wohnung des Verſchiedenen bewegte ſich der
Trauerkondukt, dem mehrere Wagen voll der koſtbarſten
Blumen und Kränze vorangefahren wurden, zum
Fried=
hof, an deſſen Portal zahlloſe weitere Leidtragende ſich
dem Zuge anſchloſſen. Man ſah u. a. die Herren
Staats=
miniſter Dr. von Ewald, Miniſter des Innern von
Hombergk zu Vach, mehrere Geheimeräte und
Mini=
ſterialräte, eine große Anzahl Mitglieder der Erſten
Kam=
mer, den Präſidenten Köhler und Abg. Dr. Oſann
der Zweiten Kammer, Provinzialdirektor Fey, zahlreiche
Profeſſoren und den Rektor der Techniſchen Hochſchule,
die Vorſtände der Handelskammer, des Hanſabundes und
ſonſtiger Korporationen, Abordnungen der Beamten und
Arbeiterſchaft des Hauſes Merck, ſowie ferner Geheimerat
Römheld und als Vertreter des Großherzogs Herrn
Oberhofmarſchall Frhrn. von Ungern=Sternberg,
und in Vertretung des durch eine unaufſchiebbare
dienſt=
liche Reiſe verhinderten Herrn Oberbürgermeiſters Herrn
Bürgermeiſter Mueller.
Am Grabe hielt Herr Pfarrer Vogel eine
eindrucks=
volle Grabrede, der die Bibelworte des 1. Korinther=
Briefes, 12. Kapitel, Vers 5 zu Grunde gelegt waren, und
die den Verewigten als einen Helden der Arbeit und
des Geiſtes, als Mann voll großer Gaben, ernſter
Lebens=
auffaſſung und voll Schaffensfreude bis zuletzt pries, der
ſeine ſeltene Hochſchätzung vor allem der Lauterkeit
ſeines Charakters, ſeiner männlich ernſten Art und ſeinem
goldenen, tiefen, echt deutſchen Gemüte zu danken hatte. —
Gebet und Segen ſchloß in üblicher Weiſe die
Grabes=
andacht.
Es folgte eine lange Reihe von Kranzniederlegungen
mit dankenden und ehrenden Nachrufen. Als Vertreter
der Beamten des Hauſes Merck legte Herr Dr.
Ehren=
berg mit längerer Anſprache einen rieſigen koſtbaren
Kranz nieder. Ihm folgten im Auftrage des
Groß=
herzogs und der Großherzogin Herr
Oberhof=
marſchall Frhr. von Ungern=Sternberg. Der
Rektor der Techniſchen Hochſchule, Herr Geh. Hofrat
Pro=
feſſor Dr. Müller, widmete dem Ehrendoktor der
Hoch=
ſchule und ihrem warmen und tatkräftigen Förderer Kranz
und Nachruf, Herr Direktor Parcus als Vertreter der
Großherzoglichen Handelskammer dem 2. Vorſitzenden.
Herr Direktor Schenck legte im Namen der Bezirks=
gruppe Darmſtadt des Hanſabundes einen Kranz nieder,
Herr Kommerzienrat Trier einen ſolchen im Auftrage
des Ausſchuſſes der Deutſchen Geſellſchaft für Kaufmanns=
Erholungsheime, die dem Verſtorbenen unendlich viel
verdanke. Weiter wurde ein prachtvoller Kranz von einer
Abordnung der Arbeiterſchaft der Firma niedergelegt.
Der Oberbürgermeiſter hatte unter Ueberſendung
einer Kranzſpende der Familie die Anteilnahme der
Stadtverwaltung in einem Schreiben zum Ausdruck
ge=
bracht, worin die raſtloſe Betätigung des Verſtorbenen in
zahlreichen öffentlichen Aemtern ſein warmes Intereſſe
für die Stadt und ihre Entwickelung und ſein
Gemein=
ſinn, der allen ſozialen Beſtrebungen Unterſtützung und
Förderung angedeihen ließ, beſonders hervorgehoben
iſt. — R. i. p.
— Hähnlein, 17. Sept. (Radfahrerverein
Einigkeit.) Nächſten Sonntag, den 21. d. M., hält der
Verein ein Rennen ab. Die Strecke iſt Hähnlein,
Lang=
waden, Jägersburg, Groß=Rohrheim, Biblis, Bobſtadt,
Bürſtadt, Lorſch, Bensheim, Auerbach, Zwingenberg,
Hähn=
lein. Nachmittags findet ein Langſamfahren ſtatt.
Klein=Hauſen, 17. Sept. (Blitzſchlag.) Bei dem
Gewitter, das geſtern abend über unſerem Orte tobte,
ſchlug der Blitz, ohne zu zünden, in die Scheuer des
Andr. Hartnagel und von da in den Stall, wo das eine
Pferd getötet wurde. Das andere Pferd, an dem
Hartnagel gerade herumhantierte, ſowie der Beſitzer ſelbſt
blieben glücklicherweiſe unverletzt.
Heppenheim, 17. Sept. (Gemeinderatswahl.)
Die Gemeinderatswahl ging heute hier unter ſehr reger
Agitation vor ſich, indem in letzter Stunde noch eine ganze
Anzahl verſchiedener Wahlzettel verteilt wurde. Per
Wagen wurden die Kranken zum Rathauſe gebracht, um
ihre Wahlpflicht auszuüben. Die Stimmen ſind ſehr
zer=
ſplittert, ſo daß noch kein Ergebnis der Wahl feſtgeſtellt
werden konnte.
W. Lampertheim, 16. Sept. (Ferkelmarkt.) Der
Betrieb auf dem Ferkelmarkt war wie früher wieder
leb=
haft. Die aufgetriebenen 193 Tiere konnten zum weitaus
größten Teile flott abgeſetzt werden, da ſehr viele
aus=
wärtige Kaufluſtige erſchienen waren. Die Preiſe
beweg=
ten ſich zwiſchen 23 und 30 Mark pro Paar. — Nächſter
Ferkelmarkt am 30. September.
Groß=Umſtadt, 17. Sept. (Eine Beerdigung
mit Hinderniſſen) hat die hieſige iſraelitiſche
Ge=
meinde geſtern erlebt. Um 9.30 Uhr ſollte die Beerdigung
des Herrn Lichtenſtein ſtattfinden. Eine große Anzahl
Leidtragender hatte ſich am Sterbehauſe verſammelt; der
Rabbiner, der mit dem Zuge von Babenhauſen eintreffen
ſollte, war nicht erſchienen. Man dachte ſich, daß er
viel=
leicht bei Einſtudierung ſeiner Leichenrede die Station
überfahren habe. Schnell wurde das Pfaffſche Fuhrwerk
requiriert und nach der nächſten Station Wiebelsbach
ge=
ſchickt. Richtig geraten, der Herr Rabbiner ſtand auf dem
Perron. Nach einſtündiger Verſpätung konnte die
Be=
erdigung auf dem gemeinſamen Friedhofe in Dieburg
ſtattfinden.
/ Vom Odenwald, 16. Sept. (
Gemeinderats=
wahlen.) In Beerfelden wurden unter 10
Kan=
didaten gewählt: Fr. Lautenſchläger mit 188, K. V. Löb
mit 156, G. Fr. Ihrig mit 136 Stimmen. Die
Ausſchei=
denden fielen durch. — In Gammelsbach ſiegten: J.
P. Ihrig, J. Ad. Sattler und G. J. Johann; in
Hetz=
bach: A. Krämer, J. Gerbig und J. Willenbücher; in
Hüttenthal: G. Roedel, Joh. J. Krämer und Joh.
Scipr.
Wald=Michelbach, 17. Sept. (Erſchoſſen.) Der
Schuhmachergeſelle Fritz Stay von hier hat aus
Unvor=
ſichtigkeit einen 12jährigen Knaben erſchoſſen. Als Stay
an einer geladenen Piſtole hantierte, entlud ſich die Waffe
und traf ſo den unglücklichen Knaben direkt ins Herz.
Durch dieſen Schuß wurde Stay ſelbſt an der einen Hand
ſchwer verletzt. Er ſtellte ſich ſofort dem Gerichte.
(Brand.) In der letzten Nacht wurden die hieſigen
Ein=
wohner durch Feueralarm aus dem Schlafe geweckt. Um
2 Uhr nachts entſtand in einem Raum der
Kunſtleder=
fabrik der Firma Koch u. Co. in Unter=
Waldmichel=
bach Feuer, das von den daſelbſt beſchäftigten Arbeitern
mit großer Mühe bald wieder gelöſcht werden konnte,
ohne daß ein großer Schaden entſtanden iſt
Offenbach. 17. Sept. (Elektriſche Bahn
Alzenau-Offenbach.) Wie den Südweſten des
Kreiſes, ſo beſteht auch die Abſicht, den öſtlichen Teil
des Kreiſes durch eine elektriſche Bahn mit
Offenbach zu verbinden. Für dieſes letztere
Projekt hat die Stadt bereits einen Beitrag von 2000
Mark geleiſtet, obgleich es hinſichtlich der zu erwartenden
Rentabilität auf einer ſehr ſchwachen Grundlage ruht und
lediglich vom Standpunkte einer Verkehrsverbeſſerung
be=
fürwortet werden kann. Für die ſchlechten Ausſichten
die=
ſes Bahnprojektes ſpricht auch der Umſtand, daß ſich noch
keine Geſellſchaft zu ſeiner Ausführung gefunden hat. Es
müſſen vielmehr die hergeſtellten Pläne vervielfältigt
wer=
den, um den Geſellſchaften, die ſich mit dem etwaigen Bau
dieſer Bahn beſchäftigen wöllen, als Unterlage für die
Berechnungen zu dienen. Von den Koſten hierfür die ſich
auf mehrere Hundert Mark belaufen, wird die Stadt
Offenbach nach einem Beſchluß des Verfaſſungsausſchuſſes
den anteilmäßigen Betrag übernehmen.
Groß=Steinheim, 17. Sept. (Blumenſchmuck.)
Der Sinn für das wahrhaft Gute und Schöne regt ſich
auch unter den Einwohnern unſeres freundlichen
Städt=
chens, „der Perle des Mains” Beſondere Fortſchritte
ge=
macht hat der Blumenſchmuck an den Häuſern. Eine
An=
regung hierzu gab der Stifter des Friedensdenkmals,
un=
ſer Ehrenbürger Louis Meyer=Gerngroß von Mannheim,
der unſere Gemeinde mit fortwährenden reichen
Zuwen=
dungen erfreut. Am 18. Oktober, anläßlich der 100
jähri=
gen Siegesfeier, die hier in großem Stile abgehalten
wer=
den ſoll, wird die Preisverteilung vorgenommen.
Mainz, 17. Sept. (Leichenländung.) Geſtern
abend wurde an der Ingelheimer Aue von einem Matroſen
die Leiche des vor einigen Tagen ertrunkenen Frachtflößers
Georg Jakob Wagner von Mainz=Kaſtel geländet und nach
dem Friedhof gebracht.
Worms, 17. Sept. (Bahnhofsfrage.) In der
geſtrigen Stadtverordneten=Verſammlung
teilte Oberbürgermeiſter Köhler mit, die vor kurzem durch
die Preſſe gegangene Nachricht, der hieſige Hauptbahnhof
ſolle verlegt werden, entſpreche nach einem Schreiben der
Eiſenbahndirektion Mainznicht den Tatſachen. Einderartiges
Projekt ſei nicht erwogen worden, ſondern lediglich ine
Erweiterung des beſtehenden Bahnhofes.
Monzernheim, 16. Sept. (Seltenes Jagdglück)
hatte Herr Sparkaſſenrechner Ochs aus Blödesheim. Er
er=
legte einen prachtvollen Goldfuchs mit einer etwa fünfzehn
Zentimeter weißen Schwanzſpitze.
Gau=Algesheim, 17. Sept. (Ergebnis des
Gau=
turnfeſtes.) Das dieſes Jahr hier abgehaltene
rhein=
heſſiſche Gauturnfeſt ergab einen Ueberſchuß von
2500 Mark. Der Turnverein „Eintracht” wird davon
einen Teil an die Unterſtützungs= und Unfallkaſſe des
Turngaus Rheinheſſen abführen.
Dietesheim, 17. Sept. (Selbſtmord.) Der 73
Jahre alte, hier wohnhafte Heinrich Wiederſpahn
hat ſich geſtern hier in ſeiner Wohnung erhängt. Das
Amtsgericht Offenbach hat heute die gerichtliche
Leichen=
ſchau vorgenommen.
Homberg a. d. Ohm, 17. Sept. (Großfeuer.) Ein=
Großfeuer, das in der Scheuer des Landwirtes
Fleiſch=
hauer ausbrach, vernichtete zwei Wohnhäuſer und drei
gefüllte Scheunen. Es iſt dies ſeit einem halben Jahr
das dritte Großfeuer, das hier gehauſt hat. Man
ver=
mutet Brandſtiftung. Der Schaden iſt ſehr groß.
Landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsbank.
Gläubiger=Verſammlung.
Am 17. d. M. tagte hier im Kaiſerſaale die
Gläu=
biger=Verſammlung der Landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaftsbank, um auf Veranlaſſung der Reviſionskommiſſion
über die Maßnahmen zu beraten, die nötig ſind, eine
Kon=
kursgefahr der Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank
durch reſtloſe Sicherung des Moratoriums zu beſeitigen
und eine Ueberſchuldung zu vermeiden. Herr Ofenloch=
Finthen eröffnete die Verſammlung und begrüßte die
zahlreich erſchienenen Vertreter der Gläubiger=
Genoſſen=
ſchaften. In ſeinem einleitenden Referat entwickelte er
die Geſchichte der Kriſis der Genoſſenſchaftsbank, indem
er ausführte, wie die Reichsgenoſſenſchaftsbank in
Frank=
furt a. M. durch den Verſuch, die Landwirtſchaftliche
Kre=
ditbank in Frankfurt zu ſanieren und dadurch deren
Pfand=
briefprivileg zu erwerben, Werte übernommen hatte, die
wohl ſehr hoch begutachtet, aber in dieſer Höhe nicht zu
realiſieren waren; wie gerade das Geld der
Landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank infolge perſönlicher
Ver=
bindungen der Reichsgenoſſenſchaftsbank zufloß, ſo daß”
Heſſen heute infolge der entſtandenen Verluſte der
leid=
tragende Teil iſt. In dieſem Unglück empfehle es ſich,
feſt zuſammenzuſtehen und vor allem einen mit der
Voll=
macht der gerichtlichen und außergerichtlichen Vertretung
ausgeſtatteten Gläubigerausſchuß zu wählen.
Dieſer Punkt wurde zur Diskuſſion geſtellt, in der
folgenden ziemlich erregten Debatte aber zurückgeſetzt und
zuerſt folgender Punkt der Tagesordnung beſprochen:
Zum Zwecke des reſtloſen Aufkaufs derjenigen
Gläubigerforderungen, für die entgegen allen
genoſſen=
ſchaftlichen Grundſätzen das Moratorium der
Landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank nicht bewilligt worden
iſt, ſtellen wir der Zentralkaſſe der heſſiſchen
landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaften zu Darmſtadt einen Betragt
zur Verfügung in Höhe von 1½ Prozent unſeres Gut=
Feuilleton.
* Die Kinderbörſe. Der Lokalanzeiger ſchreibt aus
Berlin: Eine Börſe auf der Kinder handeln! Ein echtes
Großſtadtprodukt! Wahrzeichen und Sammelpunkt: der
große Schokoladenautomat im Zoo. Gehandelte Papiere:
Reklamemarken! Sie haben ihre Hauſſe und Baiſſe, ſie
ſind ſo begehrt wie Briefmarken, und die Möglichkeit, eine
ſeltene und ſchöne Reklamemarke einzutauſchen, erhitzt
dieſe Köpfe wie alte Sammler von Kupferſtichen oder
Altertümern, die beim Auffinden einer Seltenheit fiebern.
Unſere Kinderbörſe zeigt gegenüber der richtigen eine
Verſchiedenheit; Frauenrechtlerinnen würden vielleicht
ſagen: einen Fortſchritt, nämlich: auch das weibliche
Ge=
ſchlecht iſt unter ihren Beſuchern nicht nur als müßiger
Zuſchauer, ſondern als handelnder Teil zugelaſſen und
ſogar ſtark vertreten. Wie ſie ſo durcheinander ſchwärmen,
dieſe Buben und Mädchen, ſorgſam gekleidet und ſo
wohl=
gepflegt, mit ihrer pfirſichfarbenen Haut, Mappen oder
Käſten mit ihren Schätzen im Arm tragen und eifrig
ſchwatzen und ihre Marken tauſchen, da geben ſie ein
an=
mutiges Bild jugendlicher Friſche und frühreifer
Intelli=
genz! Freilich, man iſt verſucht, manche erzieheriſche oder
philoſophiſche Reflexion bei ihrem Anblick zu machen, und
beſonders der Geſchäftsgeiſt der kleinen Mädchen, deren
oft reizende Geſichter unter breiten Hutkrempen mit
ge=
ſpanntem Ausdruck hervorlugen, ſtimmt nachdenklich, aber
Wann
„Was du ererbt von deinen Vätern haſt!“
Börſenſchluß iſt? Unbeſtimmt; jedenfalls richtet er ſich
nach dem Schulanfang des nächſten Tages, denn vor
einem Sonn= oder Feiertag findet man die kleinen
Job=
ber noch um halb neun Uhr abends auf dem Poſten, und
die munteren Weiſen, die von der nahen Militärkapelle
herüberklingen, tönen kaum in dieſe Kinderherzen hinein,
die von allen Großſtadtgenüſſen ſchon reichlich ſatt ſind!
Haſt du dieſe Briefmarke? Kannſt du mir eine „
Korn=
frank” für eine Kaiſerbildmarke eintauſchen? — Oh, dieſe
Jugend!
— Die Comédie=Frangaiſe im neuen Gewand. Aus
Paris wird berichtet: Der aroße Umbau des Zuſchauer=
raumes in der Comédie=Frangaiſe iſt nun ſo weit
ge=
diehen, daß man bereits einen lebendigen Eindruck der
Raumwirkung erhält; das Deckengerüſt iſt abgenommen
und die große Plafondbemalung Besnards tritt in ihrer
prachtvollen Farbenfülle hervor. Es ſind warme und
leuchtende Töne, die der Meiſter bei dieſem Werke bevorzugt
hat; und ihre Leuchtkraft wird durch das neue Gewand
des Saales noch erhöht. Denn der Raum iſt ſo gut wie
völlig umgeſtaltet worden, ein lichtes zartes Grau herrſcht
vor, von dem ſich als feine Akzente Grüngold und Rot
wirkungsvoll abheben, ohne aufdringlich zu werden. Die
neue Farbengebung verändert den Eindruck ſo ſtark, daß
es ſcheint, als ſei der Raum in ſeinen Ausmaßen
ver=
größert; dazu tritt noch der Umſtand, daß man die
Seiten=
wände zwiſchen den Logen verkleinert und teilweiſe ganz
beſeitigt hat. Um die Ausſicht auf die Bühne zu
ver=
beſſern, ſind die Gerüſte der hinteren Logenplätze erhöht
worden, während zugleich die vordere Baluſtrade
er=
niedrigt wurde; die Folge iſt nicht nur ein erweitertes=
Geſichtsfeld, ſondern auch eine Verbeſſerung der Vorbes
dingungen zum Zuſtandekommen eines feſtlichen
Geſellſchafts=
bildes: die Geſtalten der Logenbeſucherinnen treten mehr
hervor. Das Niveau der Bühne iſt um 10 Zentimeter
erniedrigt worden, ſo daß die Schauſpieler auch von den
erſten Sitzreihen des Parketts beſſer ſichtbar werden als
bisher, denn früher mußte man von den erſten Parketts
reihen aus den Kopf zurückbeugen und in die Höhe ſehen,
um das Bühnenbild aufzunehmen. Eine weitere
Vel=
beſſerung iſt die Beſeitigung des ſchweren plaſtiſchen
Schmuckes und der Karyatiden an den Proſzeniumslogen,
von denen aus die Beſucher dieſer Logen nur ſchwer den
Zuſchauerraum überblicken konnten. Auf den billigeren
Plätzen hat man die Sitzgelegenheiten verbeſſert.Am
1. Oktober werden die letzten Handwerker ihre Arbeit
be=
endet haben: und in neuer Geſtalt kann dann die Comedies
Frangaiſe ihre Gäſte wieder aufnehmen,
CK. Die Helden vom „felſigen Hügel”. Eine herviſche
Epiſode aus dem jüngſten Balkankriege, die es verdient,
nicht der Vergeſſenheit anheimzufallen, berichtet ein
Augenzeuge, der Kriegskorreſpondent der Annales
Merat. Es war während der erſten Kämpfe zwiſchen
Bulgaren und Serben. In unbeſchreiblich blutigen
Kämpfen, die bereits im Dunkel der Nacht begannen,
hat=
ten die Bulgaren ihre Gegner zurückgedrängt. Ein
ſtra=
tegiſch wichtiger Punkt, der ſogenannte „felſige Hügel”
war noch in den Händen der Serben; ſchon eine ganze
Reihe bulgariſcher Angriffe war geſcheitert. Da
er=
bittet ein Leutnant des 6. Bataillons von Ochryda als
be=
ſondere Gunſt die Erlaubnis, mit den letzten Reſten ſeiner
Kompagnie einen letzten Angriff unternehmen zu dürfen.
Mit einigen 50 Mann geht er vor, lieſt unterwegs noch
ein paar Verſprengte auf, die ihm ebenfalls folgen: und
nun beginnt der Angriff auf den Hügel. Die Serben
wur=
den überraſcht als dieſe kleine Schar plötzlich mit dem
Bajonett die Hügelkuppe emporſtürmt; man kann es ſich
nicht denken, daß die paar Mann allein den Angriff
wagen, aber der Anprall erfolgt mit ſolchem Ingrimm,
daß die Serben an eine Uebermacht glauben und
zurück=
gehen. Und nun beginnt eine heroiſche Tragödie. Die
auf etwa 40 Mann dezimierte Schaar will den Hügel
halten. 2 ſerbiſche Batterien nehmen die Kuppe unter
Kreuzfeuer: aber kein Bulgare weicht. Man ſieht die
Schützen laden und ſchießen, mit jedem ſerbiſchen Ar
tilleriegeſchoß wird die Schar kleiner; dann verlangſamt
ſich ihr Feuer, die Munition iſt verſchoſſen, die Geweh
ſind heiß; aus der Deckung kriechen die Ueberlebenden
die Gewehre und Munition gefallener Serben aufzuleſ
Eine ſtarke ſerbiſche Truppe unternimmt nun e
Gegenangriff: der Leutnant mit ſeinen paar Mann we
nicht. Einer nach dem andern fällt im Feuer, nun ſi
man nur noch zwei Geſtalten, den Leutnant und ein
Schützen. Da taumelt auch der Offizier und ſinkt niede
Und jetzt ein ſeltſames Bild: im nächſten Augenbl
der letzte überlebende Bulgare ſeinen verwundeten
Leut=
nant auf die Schulter gehoben. Und von dem Feuer Hun
derter
n ſerbiſchen Schützen verfolgt, trägt der wackere
den
fizier zu den bulgariſchen Linien zurück und
er=
reicht ſie unverletzt. Der Soldat hieß Tenju Koleff, der
Leutnant Torkom, ſie, die beiden einzigen Ueberlebenden
vom Angriff auf den „felſigen Hügel” verdienen es, daß
ihr Name genannt wird.
Seite 4.
Darmſtadter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Nummer 219.
habens bei der Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank
nach dem Stande vom 1. April d. J.”
Der Vorſitzende führte dazu aus, daß der Wahlſpruch
des Genoſſenſchaftsweſens: „Einer für alle und alle für
einen” leider nicht durchweg befolgt worden ſei, da einige
Genoſſenſchaften das Moratorium, das der
Landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaftsbank eine ſtille Liquidation
ermög=
lichen ſollte, nicht bewilligt hatten. Um die Forderungen
dieſer renitenten Gläubiger aufzukaufen, empfahl der
Red=
ner den bezeichneten Weg. In der Diskuſſion, in der von
verſchiedenen Rednern im Intereſſe eines gerechten
Aus=
gleichs auch von den Schuldnern der Genoſſenſchaftsbank
ein Beitrag gefordert wurde, appellierte beſonders Herr
Direktor Mager an das genoſſenſchaftliche Gewiſſen, das
fordere, daß man ſich nicht bloß als rückſichtsloſer
Kauf=
mann fühle, ſondern daß man auch als wahrer und echter
Genoſſenſchafter ſein eigenes Intereſſe dem der
Allgemein=
heit unterordnen müſſe. In Heſſen habe ſich trotz einiger
Abſplitterungen dieſer Gedanke glänzend bewährt, denn
was bedeuteten die 12 gegen die 322 treu gebliebenen
Vereine?
Der geſunde Sinn der meiſten Anweſenden verſchloß
ſich auch dieſen Ausführungen nicht, und mit übergroßer
Mehrheit wurde dieſer Punkt angenommen.
Darauf begründete Herr Ofenloch Punkt 2 der
Tages=
ordnung, der lautete:
„Wir verzichten bis auf 50 Prozent unſerer
For=
derungen bei der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchafts=
bank, wenn und inſoweit dieſer Verzicht notwendig wird
zur Vermeidung einer Ueberſchuldung der
Landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank.
Dieſer Betrag ſolle hauptſächlich dazu dienen, der
lliquidierenden Bank den Rücken zu ſtärken gegenüber der
Reichsgenoſſenſchaftsbank, damit auch ſie einen Einfluß
gewinne auf die Verwaltung der ihr verpfändeten Werte,
ohne immer das drohende Geſpenſt des Konkurſes und
einer Ueberſchuldung befürchten zu müſſen. Auf dieſe Art
ſei zu hoffen, daß der Erlös aus dieſen Immobilien einen
allzu großen Verluſt verhüte.
In der Diskuſſion wurde u. a. feſtgeſtellt, daß ja keine
Kaſſe mehr aufgebe, als ſie in jedem Falle ja doch verliere;
müſſen doch in die nächſtjährige Bilanz 50 Proz. von den
Forderungen an die Landwirtſchaftliche
Genoſſenſchafts=
bank abgeſchrieben werden, wenn man eine allen Fällen
gerecht werdende Bilanz haben will. Die überwiegende
Majorität der Genoſſenſchaften erklärte ſich auch in
rich=
tiger Erkenntnis der Lage damit einverſtanden. Um die
Intereſſen der Gläubiger wirkſam wahrnehmen zu können
wählte man die ſeitherige Reviſionskommiſſion als
Gläu=
bigerausſchuß.
So konnte am Schluß der Vorſitzende der Hoffnung
Ausdruck geben, daß auch in Zukunft die Gläubiger zur
Wahrung ihrer Rechte und zum Segen des ganzen ſchwer
betroffenen Heſſenlandes feſt zuſammenhalten werden.
Dringend empfahl er auch den Anſchluß an den Verband
der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften, ſowie
beſonders an die neue Geldausgleichsſtelle, die „
Zentral=
kaſſe der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften,
e. G. m. b. H., zu Darmſtadt” die die Funktionen der
liqui=
dierenden Genoſſenſchaftsbank voll und ganz übernommen
hat. Zum großen Teil beſitzt dieſe ja das Vertrauen der
Genoſſenſchaften, wie ja die Zahl der Mitglieder (270)
beweiſt. Erſt in den letzten Tagen haben zwei der größten
und bedeutendſten heſſiſchen Kreditgenoſſenſchaften, die zu
Dorn=Dürkheim und Wimpfen, ihren Beitritt erklärt. Ihre
geſunde und kräftige Entwicklung wird auch ein neues
Aufblühen des ſchwer betroffenen heſſiſchen
Genoſſen=
ſchaftsweſens bedeuten.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 16. Sept. Wie ſchon
ge=
meldet, hat die Stadt Berlin beſchloſſen, Meſothorinm
für 20000 Mack anzukaufen und für Radium 222000 Mark
zur Verfügung zu ſtellen. Für die Behandlung geeigneter
Krebskranker mit radioaktiven Stoffen ſollen jetzt im
Rudolf Virchow=Krankenhaus zwanzig Betten
freigehal=
ten werden. Aus allen Krankenhäuſern und
Siechenan=
ſtalten Berlins werden Kranke nach der Radiumſtation
geſchafft werden. — Bei dem heute nachmittag in der
Affäre Maaß=Weſternhagen vorgenommenen
Lokaltermin im Landwehr=Offizierkaſino wurde der
ein=
zige Zeuge, Ordonnanz Gefreiter Kayſer vernommen. Es
ergab ſich hieraus, daß Profeſſor Maaß allem Anſcheine
nach in Notwehr gehandelt hat. Maaß bekundete, daß
Rittmeiſter von Weſternhagen ihm nach kurzem
Wort=
wechſel derart heftig einen Schlag ins Geſicht verſetzte,
daß er gegen die Wand taumelte und ſeiner Sinne nicht
mehr mächtig war. In äußerſter Notwehr feuerte er einen
Schuß auf den Angreifer ab. Maaß iſt herzleidend und
iſt erſt vor einigen Tagen aus Bad Nauheim zurückgekehrt.
— In ihrer Wohnung in der Auguſtaſtraße 28 zu
Wil=
mersdorf wurden geſtern die 70jährige Privatiere Emilie
Daun und ihre drei Jahre jüngere Schweſter Luiſe tot
aufgefunden; wie aus hinterlaſſenen Zeilen
hervor=
ging, hatten ſie ihrem Leben ſelber ein Ziel geſetzt. Die
ältere der beiden Damen, die von den Zinſen eines kleinen
Kapitals lebten, war in den letzten Wochen kränklich und
ſchwermütig geworden und glaubte nun, nicht mehr
ge=
nug zum Leben zu haben. Der Doppelſelbſtmord wurde
bald entdeckt und die Polizei benachrichtigt. Bei der
Be=
ſchlagnahme der Papiere fand man im Kleiderſchrank eine
Ledertaſche mit etwa 30000 Mark in Wertpapieren.
Kronberg i. T., 16. Sept. (Abreiſe der
grie=
chiſchen Königsfamilie.) Der König der
Hel=
lenen und ſeine Familie ſind heute abend 9 Uhr 10 Min.
mit dem fahrplanmäßigen Zuge, in den ein Salonwagen
der Internationalen Schlafwagengeſellſchaft eingeſtellt
war, vom hieſigen Bahnhofe nach England abgereiſt. Zum
Bahnhofe begleitete ſie Prinz Friedrich Karl von Heſſen,
der wenige Minuten vorher aus Tirol zurückgekehrt war.
ſſowie ſeine Gemahlin und ſeine Söhne. Am Bahnhof
unterhielt ſich der König noch einige Minuten mit dem
Bürgermeiſter, der prachtvolle Chryſanthemenſträuße
über=
reichte.
Biebrich, 17. Sept. (Scheue Pferde.) Heute früh
9 Uhr ſcheuten während eines ſchweren Gewitters, durch
einen Blitzſtrahl erſchreckt, die Pferde eines in der Näbe
der Kaiſerbrücke ackernden Knechtes. Der Knecht blieb; in
den Zügeln und in dem Pflug hängen und wurde etwa
800 Meter weit geſchleift. In ſchwer verletztem
Zuſtande wurde er ins hieſige Krankenhaus gebracht.
München, 17. Sept. (Deutſchlands größtes
Waſſerkraftwerk.) Geſtern abend erfolgte der
letzte Durchſchlag der großen Stollenſtrecke des
Leitzach=
werks, die etwa 7700 Meter lang iſt. Das Werk, welches
die größte Waſſerkraftanlage
Deutſch=
lands beſitzt, wird demnächſt fertiggeſtellt ſein.
Dürkheim (Pfalz), 17. Sept. (Ein ſchweres
Un=
wetter) überraſchte geſtern abend etwa 6000 Beſucher
des Dürkheimer Wurſtmarktes. In dem Gedränge, das
darauf entſtand, wurden ſieben Perſonen, mehrere
töd=
lich, durch Meſſerſtiche verletzt.
Waldenburg (Württemberg), 17. Sept. (Sturz im
Manövergelände.) Der Generalſtabsoffizier der
27. Diviſion, Major v. Pawelsz, hat ſich geſtern im
Manövergelände bei Uebrighauſen bei einem Sturz
mit dem Pferde den rechten Achſelſteg gebrochen. Der
Verletzte wurde nach Kupferzell verbracht.
Hamburg, 16. Sept. (Schließung der
Elb=
badeanſtalten.) Die Elbbadeanſtalten wurden heute
vorſichtshalber geſchloſſen, da ſich im Elbwaſſer
Bazillen=
keime vorfanden, die beim Baden leicht übertragbar ſind.
Es handelt ſich, wie ausdrücklich hervorgehoben wird,
nicht um Cholerabazillen. Die Trinkwaſſerverſorgung iſt
in keiner Weiſe gefährdet.
Hamburg, 17. Sept. (Wegen Betrügereien)
in Höhe von 500000 Mark ſind der Oberinſpektor Sibbers
und der Stauer John Stehr von der Hamburg=
Südameri=
kaniſchen Dampfſchiff=Geſellſchaft verhaftet worden.
Stettin, 17. Sept. (Hafenarbeiterausſtand.)
Die ſtädtiſchen Hafenarbeiter ſind ausſtändig, da die
ſtädtiſchen Körperſchaften nicht alle geſtellten Forderungen
bewilligt haben. Im Freibezirk ſind von 900 Arbeitern
etwa 600 ausſtändig. Die Verwaltung kann
augenblick=
lich nur die deingendſten Schiffsabfertigungen
vor=
nehmen. Sie hofft in etwa zwei Tagen den geſamten
Be=
darf an Arbeitskräften zu decken.
St. Moritz, 17. Sept. (Der Reichskanzler)
ver=
ließ bei ſtrömendem Regen Sils Maria, um über
Davos direkt nach Berlin zurückzufahren.
Brüſſel, 16. Sept. (Zugzuſammenſtoß.) Nach
einer Blättermeldung ſind auf der Station Courtrai zwei
Züge zuſammengeſtoßen. Ungefähr 20 Perſonen ſind
verletzt worden.
Eine
Brüſſel, 17. Sept. (Feuersbrunſt.)
große Feuersbrunſt zerſtörte das Villenviertel
von Roubaix vollſtändig. Der Schaden beträgt ungefähr
1200000 Francs.
Mons, 16 Sept. (Eingeſunkener
Kanal=
damm.) Der Kanaldamm Pommeroeul=Antoing iſt in
einer Länge von zwölf Metern eingeſunken. Eine
un=
geheuere Waſſermenge ergoß ſich auf das Land und drang
in die Kohlenwerke und Häuſer ein. Der Kanal iſt in
einer Ausdehnung von zehn Kilometern waſſerlos.
Meh=
rere Schiffe ſind auf Grund geraten.
Marſeille, 16. Sept. (Artiſtentod.) Bei der
geſtrigen Vorſtellung im Kriſtallpalaſt hat ſich, wie ſchon
gemeldet, ein Unglück ereignet, dem ein Menſchenleben zum
Opfer fiel. Während der Vorſtellung einer japaniſchen
Akro=
batentruppe balanzierte die 17jährige Foſſa Niſikara auf
einer etwa fünf Meter hohen Leiter, deren Gleichgewicht
von einer anderen japaniſchen Akrobatin mit den Füßen
gehalten wurde. Aus nicht erſichtlicher Urſache ſtürzte die
Leiter um, während Foſſa Niſikara gerade einen
Hand=
ſtand auf den Leiterenden vollführte. Das junge Mädchen
ſchlus mit dem Kopf auf dem Boden auf und war
ſo=
fort tot; es hatte einen ſchweren Schädelbruch
davon=
getragen. Die Leiter fiel in das Orcheſter, wo ein Muſiker
von ihr getroffen und ſchwer verwundet wurde.
Merk=
würdigerweiſe ſetzten die Japaner ihre Vorführungen
fort, nachdem die tote Kollegin hinter die Bühne geſchafft
worden war.
San Sebaſtian, 17. Sept. (Revolverattentat.)
In der vergangenen Nacht drang ein kürzlich entlaſſener
Beamter des Kaſinos während eines Feſtes in den
Spiel=
ſaal ein und feuerte fünf Revolverſchüſſe auf den
Kaſino=
direktor Bouelle ab, der ſchwer verletzt zuſammenſtürzte.
Unter dem Publikum entſtand eine furchtbare Panik.
Der Mörder ließ ſich widerſtandslos feſtnehmen.
Neu=York, 17. Sept. (Auto=Banditen.)
Mit=
ten in Neu=York an der Ecke des Broadway und der 66.
Straße eröffneten geſtern mehrere Perſonen aus einem
Automobil eine Revolverſchießerei, wobei kine Anzahl
Perſonen verletzt worden ſein ſoll.
Die Zubelfeier der Ludwig=
und Alice=Stiftung.
g. Dem einleitenden Unterhaltungsabend am
Diens=
tag folgte geſtern vormittag um 8 Uhr die Sitzung des
Verwaltungsausſchuſſes der Stiftung, der
ſich um 10 Uhr die
Hauptverſammlung
anſchloß. Der Vorſitzende, Herr Hauptlehrer Kaßlick=
Darmſtadt, eröffnete die Verſammlung mit einer kurzen
Begrüßung. Er bat, die Verhandlungen wegen des ſich
unmittelbar anſchließenden Feſtaktes möglichſt kurz zu
geſtalten, und machte ſodann die Mitteilung, daß die
Auf=
ſichtsbehörde alle vorgeſchlagenen Aenderungen des
Sta=
tuts genehmigt habe. Von den Agenturen der
Stiftung waren 128 Vertreter erſchienen, dazu 8
Mitglieder des Verwaltungsausſchuſſes; außerdem
hatte ſich eine große Anzahl von
Stiftungsmit=
gliedern eingefunden. Nach Erledigung einiger
For=
malitäten wurde in die Beratung eingetreten. Den erſten
Punkt bildete die endgültige Gründung der neu
ein=
zurichtenden Witwenpenſions=Zuſchußkaſſe.
Bei der letzten Hauptverſammlung wurde ſchon darüber
beraten; es handelt ſich jetzt nur um einige Aenderungen,
die vom Landeslehrerverein vorgeſchlagen wurden.
Be=
ſonders ſoll vermieden werden, daß ein Rechtsanſpruch
an die Kaſſe erhoben werden kann, damit dieſe nicht unter
das Reichsaufſichtsamt geſtellt zu werden braucht. Die
Aenderung wurde genehmigt. Dann wurden die
Satz=
ungsänderungen der Ludwig= und Alice=Stiftung
be=
raten. Die Aufſichtsbehörde hat einige Aenderungen
ge=
wünſcht, desgleichen mehrere Mitglieder. Vorgeſchlagen
wurde auch, einige ſprachliche Verbeſſerungen in der neuen
Form der Satzung anzubringen, was auch ſofort
geneh=
migt wurde. In Zukunft ſoll die Grenze des
Aufnahme=
alters nicht mehr das ſechzigſte, ſondern das fünfzigſte
Lebensjahr ſein; geſtattet aber iſt. den am 1. Januar 1915
vorhandenen Mitgliedern im Alter von 50—60 Jahren
den Uebertritt in eine höhere Abteilung der Sterbekaſſe
bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres zu gewähren.
In der Abänderung des § 19 liegt der Kernpunkt der
Satzungsänderung. Ueber das Vermögen ſollen folgende
Beſtimmungen für die Zukunft gelten: Das Vermögen
der Sterbekaſſe dient zur Sicherung des Sterbegeldes; es
enthält a) das Stiftungskapital, b) das nach
ver=
ſicherungstechniſchen Grundſätzen berechnete
Deckungs=
kapital (Prämienreſerve), e) einen Sicherungsfonds,
d) gegebenenfalls einen Gewinnfonds. Im § 20 wird die
jetzt ſchon der Ludwig= und Alice=Stiftung angeſchloſſene
Militärdarlehenskaſſe ſtatutengemäß eingefügt. Danach
können Mitgliedern der 5. Abteilung, die ihrer
Militär=
pflicht als Einjährig=Freiwillige genügen. Darlehen bis
zum Betrage von 600 Mark vom Vorſtand gewährt
wer=
den. Die übrigen Satzungsänderungen wurden ohne
De=
batte genehmigt. Der Vorſitzende ſchloß mit dem
Aus=
druck der Freude, daß die Verhandlungen ſo raſch und
ruhig verlaufen ſeien. Darauf verlas er noch folgendes
von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog an den
Vorſitzenden, Hauptlehrer Kaßlick, gerichtetes
Tele=
gramm: „Der Ludwig= und Alice=Stiftung wünſche ich
herzlich an ihrem heutigen Jubiläumstage, daß ſie auch
in Zukunft gedeihe und den Hinterbliebenen der heſſiſchen
Lehrer zum Segen gereiche. Ernſt Ludwig.”
Zu dem um 12 Uhr im großen Saale des Städtiſchen
Saalbaues veranſtalteten
Feſtakt
hatten ſich die Mitglieder und Freunde der Ludwig= und
Alice=Stiſtung äußerſt zahlreich eingefunden. Die hehren
Töne des vom Sängerchor des Darmſtädter Lehrervereins
vorgetragenen Chors „Die Himmel rühmen” von
Beethoven eröffneten weihevoll den Feſtakt. Herr
Real=
lehrer Weide Darmſtadt ſprach das Feſtgedicht
„Wie ſtiller Frieden zieht” in dem der verdienſtvollen
Gründer der Ludwig= und Alice=Stiftung, insbeſondere
Johann Schmitts, mit Stolz und Anerkennung gedacht
wird.
Der Vorſitzende des Verwaltungsrats der Ludwig=
und Alice=Stiftung, Herr Hauptlehrer Kaßlick, gab in
ſeiner Begrüßungsanſprache zunächſt einen kurzen
Rück=
blick auf den Werdegang der Stiftung. Auf eine
An=
regung von Johann Schmitt traten am 1. Juli 1862
meh=
rere Lehrer zuſammen, um zur Gründung einer Stiftung
für Lehrer=Witwen und=Waiſen eine Werbetätigkeit zu
entfalten. Am 8. Oktober fand dann auch in Vilbel im
Gaſthof Zur Stadt Kaſſel” eine Verſammlung ſtatt, in
der die Gründung nach den Plänen Schmitts erfolgte und
die vorgelegte Satzung angenommen wurde. Doch waren
noch mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden. Nach
den damaligen geſetzlichen Beſtimmungen war es
ſchwie=
rig, die Genehmigung zu erwirken. Dieſe erfolgte erſt
im Oktober 1863. Wenn der Jubeltag der Stiftung ſchon
jetzt gefeiert würde, ſo darum, weil man ſchon immer
daran feſtgehalten habe, die Hauptverſammlung mit einem
Feſttag im Großherzoglichen Hauſe zu verbinden. Im
Namen des Feſtausſchuſſes und des
Verwaltungsaus=
ſchuſſes begrüße er mit Freuden die Vertreter der
Behör=
den, Herrn Geheimerat Süffert, Herrn Geh.
Oberſchul=
rat Dr. Scheuermann, Herrn Provinzialdirektor
Ge=
heimerat Fey, Herrn Bürgermeiſter Mueller und die
Kreisſchulinſpektoren. Die Stiftung habe ſtets mit den
ſtaatlichen Behörden in freundſchaftlichem Verkehr
ge=
ſtanden und dieſe haben es an Entgegenkommen und=
Unterſtützung der Stiftung nie fehlen laſſen. Er begrüße
ferner die Angehörigen der Lehrerſeminare, die Vertreter
der Lehrervereine, des Landeslehrervereins und des
Lehrerinnenvereins, ſchließlich die Angehörigen des
lei=
der verſtorbenen Gründers Johann Schmitt. Der
Stadt Darmſtadt danke er beſonders für die Unterſtützung,
die der Stiftung ſtets zuteil wurde. Als erſte
Stadtver=
waltung habe Darmſtadt 500 Mark für die neu zu
grün=
dende Stiftung für Lehrertöchter bewilligt, wofür ihr
herz=
licher Dank gebühre. Dank gebühre aber vor allem auch
dem Fürſtenpaar, das vor 51 Jahren den Schutz der
Stif=
tung übernahm, und Großherzog Ernſt Ludwig, der gern
das Protektorat übernommen habe und es bereits zwei
Jahrzehnte führt. Sein hohes Intereſſe iſt erſt dieſer
Tage durch einen neuen Beweis bekräftigt worden, indem
er als Jubiläumsgabe 300 Mark überwieſen ließ. — Auf
Vorſchlag des Vorſitzenden wurde an den Großherzog
ein Danktelegramm gefandt und auf das
Großherzogs=
paar ein dreifaches Hoch ausgebracht.
Als erfreuliches Ergebnis teilte der Vorſitzende dann
noch mit, daß zu der neuen Lehrertöchter=Stiftung von
Offenbach 500 Mark und von Worms 200 Mark bewilligt
worden ſeien. Durch eine Sammlung ſeien in Worms
700 Mark. in Offenbach 600 Mark aufgebracht worden,
(Lebhaftes Bravo!)
Glückwünſche.
Als Vertreter des Großh. Miniſteriums des Innern
ſprach Geheimerat Süffert dem ſegensreichen Wirken
der Stiftung die wärmſte Anerkennung aus, die aus
klei=
nen Anfängen zu einem wichtigen Inſtitut ſich entwickelt
habe und ſo manche Träne trocknete und manche Not
lin=
derte. Als beſondere Anerkennung dieſes Wirkens habe
Großh. Miniſterium des Innern als Jubiläumsgabe 1000
Mark überweiſen laſſen. Als perſönliche Anerkennung
für den Vorſitzenden des Verwaltungsausſchuſſes, der
be=
reits 25 Jahre ſeine verdienſtvolle Tätigkeit ausübt, habe
Se. Königl. Hoheit ihm die Krone zum Ritterkreuz=zweiter
Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen. (Lebh. Bravo!)
Nach den herzlichen Dankesworten des Vorſitzenden
hielt Bürgermeiſter Mueller folgende Anſprache:
Hoch=
anſehnliche Verſammlung! Eine dringliche Dienſtreiſe
macht es dem Herrn Oberbürgermeiſter zu ſeinem
leb=
haften Bedauern unmöglich, der liebenswürdigen
Ein=
ladung des Stiftungsvorſtandes zu folgen. Er hat mich
deshalb gebeten, Ihnen ſeine beſten Glückwünſche und
Grüße hier nochmals mündlich auszuſprechen. Geſtatten
Sie mir daß ich mich dieſen Wünſchen — zugleich namens
der Stadtvertretung — von Herzen anſchließe. Ich ſage
„von Herzen” denn es iſt nur zu natürlich, daß man ſich
für eine wirklich gute Sache auch einmal über die normale
amtliche Temperatur hinaus erwärmt. Die heutige Feier
bedeutet ja weit mehr als ein Stiftungsjubiläum. Im
Mittelpunkt der heutigen Feier ſteht der Geiſt, der aus
dieſer Stiftung, ihren Begründern, ihren jetzigen
Verwal=
tern und allen denen ſpricht, die für die Stiftung
perſön=
liche Opfer bringen und gebracht haben: Der 50.
Geburts=
tag der Stiftung iſt ein Ehrentag für die heſſiſche
Lehrer=
ſchaft, ein Ehrenzeugnis für 50jährige, vorbildlich
gelei=
ſtete Fürſorgearbeit. Der heutige Tag zeigt uns, wie
ſchon ſeit Menſchenaltern die heſſiſche Lehrerſchaft von
tie=
fem ſozialen Geiſt erfüllt iſt. Und noch ein anderer ſchöner
Zug iſt aus der Geſchichte der Stiftung erkennbar: Die
heſ=
ſiſche Lehrerſchaft hat von jeher ein feines Gefühl für die
Ehre ihres Standes gehabt, die es verbietet, unverſorgte
Angehörige vor die Notwendigkeit zu ſtellen, öffentliche
Mittel in Anſpruch zu nehmen. Das ſind Eigenſchaften,
die unſere Lehrerſchaft ehren und emporheben, um ſo
mehr, als ſich mit ihnen ein offener Blick und ein warmes
Herz für die Bedürfniſſe des Nächſten — auch
außerhalb=
der eigenen oder verwandten Intereſſen — verbindet. Wer,
wie ich, mitten in der ſozialen Arbeit ſteht, der weiß, daß
unſere Lehrer gerade hierin Vorbildliches leiſten, daß ſie
jederzeit freudig bereit ſind, wo es gilt. zu helfen, und
Opfer zu bringen für die Wohlfahrt des Volkes, vor allem
auch für die Wohlfahrt der Jugend außerhalb der Schule.
So iſt die Spende der Stadt Darmſtadt zur Begründung
einer Lehrertöchterverſorgung aus Anlaß des 50jährigen
Stiftungsjubiläums zugleich ein Akt der Anerkennung und
Dankbarkeit an die Lehrerſchaft. Möge es der Stiftung
nie an Männern fehlen, die, wie einſt ihre Gründer und
nun ihre jetzigen Leiter, eine ſo hohe Auffaſſung von
Berufs= und Menſchenpflicht haben.
Im Namen des Heſſiſchen Landeslehrervereins brachte
Lehrer Heck=Zwingenberg die wärmſten Glückwünſche
Als zwei Gründungen eines Schöpfers habe der
Lan=
deslehrerverein ſtets mit der Stiftung im beſten
Einver=
nehmen zuſammengearbeitet, und in Erkenntnis der edlen
Zwecke habe der Verein die Ludwig= und Alice=Stiftung
nicht nur ideell, ſondern auch materiell unterſtützt. Er
hoffe, daß dieſes ſchöne Verhältnis auch in Zukunft
blei=
ben werde. — Lehrer Dern=Neu=Iſenburg brachte die
Nummer 219.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Seite 5.
Glückwünſche der Feuerverſicherung heſſiſcher Lehrer, die
auch, wie bisher, in Zukunft die Jubilarin materiell
unter=
ſtützen will, jedenfalls in noch größerem Maße, als es
bisher möglich war. (Bravo!)
— Für den Heſſiſchen
Lehrerinnenverein ſprach Frl. Schweisgut=
Darm=
ſtadt, für das Lehrerheim Vogelsberg Lehrer Dern=
Offenbach.
Der Sängerchor brachte hierauf in meiſterhaftem
Vor=
trag den 23. Pſalm von Schubert zu Gehör. Sodann
er=
griff Herr Hauptlehrer Huff=Darmſtadt das Wort zur
Feſtrede.
Es ſei ein beſonderes Zeichen, daß die 50jährige
Wirk=
ſamkeit der Stiftung gerade in dem Jahre begangen
wer=
den könne, wo aus Anlaß der Jahrhundertfeiern von
Vaterlandsliebe geſprochen und darauf hingewieſen
wird, was damals vollbracht wurde. Die heſſiſche
Lehrer=
ſchaft könne die Ludwig= und Alice=Stiftung auch als
ein Denkmal gemeinſamen ſozialen Wirkens betrachten.
Die Hilfe des Staates für die Lehrerswitwen und =waiſen
wurde verhältnismäßig ſpät gewonnen, und als ſie kam,
war es eine rein humanitäre und Gnadensſache des
Lan=
desfürſten. Es ſei erfreulich, daß Heſſen in der geſetzlichen
Regelung der Witwenverſorgung den Anfang machte. Aber
es dauerte ſehr lange, bis anerkannt wurde, daß die
Ver=
ſorgung der Witwen und Waiſen zum Lohn gehöre. Wie
groß die Not der ſchutzlos zurückbleibenden Witwen und
Waiſen der Lehrer war, erkannten einige ſtandesbewußte
Lehrer, ſie erkannten aber auch, daß man von der
Staats=
hilfe nicht alles erwarten kann und nicht erwarten konnte.
Sie hatten ſich zum Grundſatz gemacht: „Edel ſei der
Menſch, hilfreich und gut”. Redner warf einen
geſchicht=
lichen Rückblick auf die Bewegung, die auf Anregung
Dieſterwegs zur 100jährigen Wiederkehr des Geburtstages
von Peſtalozzi im Jahre 1846 eine Verwirklichung deſſen
Beſtrebungen erſtrebte, und wie auch bei der heſſiſchen
Lehrerſchaft dieſer Gedanke Widerhall fand. Auf einen
fruchtbaren Boden fiel deshalb die Anregung des damals
28jährigen Johann Schmitt damals Lehrer in
Frän=
kiſch=Crumbach, zur Gründung einer Vereinigung für die
Verſorgung der Witwen und Waiſen. Er war ein rechter
Freund der Armen und Verlaſſenen. Wie groß die
Er=
kenntnis von der Wichtigkeit der Stiftung war, geht
dar=
aus hervor, daß ſchon im erſten Jahre der Stiftung bei
1800 heſſiſchen Lehrern insgeſamt 1213 Beiträge bezahlt
wurden. Redner ſchilderte dann die weitere Entwickelung
der Stiftung und die als notwendig erkannte Vereinigung
des ebenfalls von Schmitt gegründeten Lehrer=Waiſenſtifts
im Jahre 1890 mit der Ludwig= und Alice=Stiftung. Nach
der Vereinigung folgte eine Glanz= und Blüteperiode der
Stiftung, wie ſie von den Gründern nicht geahnt wurde.
Sie iſt heute eine Inſtitution, die nicht gemißt werden
könnte. Ihr Wicken beſtand weniger in materieller Beziehung
als vielmehr in dem Beſtreben, ſich überflüſſig zu machen
und den Lehrerwitwen und =waiſen wirtſchaftliche
Selbſt=
ſtändigkeit zu ſchaffen. Redner ſchloß mit dem Wunſche,
daß die Ludwig= und Alice=Stiftung auch ferner blühen
und gedeihen möge zum Segen des heſſiſchen
Lehrer=
ſtandes. (Bravo!)
Es ſchloß ſich eine einfache, aber ſinnige Ehrung des
Vorſitzenden des Verwaltungsausſchuſſes. Herrn Haupt= Kaßlick, an. Lehrer Senz=Mainz überreichte
dem verdienten Vorſitzenden aus Anlaß ſeines 25jährigen
Wirkens als Ergebnis einer Sammlung ein prachtvolles
Bild mit Ständer, „Heimkehr von Golgatha” darſtellend,
und weiter etwa 700 Mark zur freien Verfügung des
Vor=
ſitzenden. Der Vorſtand würde ſich freuen, dieſe Summe
als Grundſtock einer Kaßlick=Stiftung verwendet zu ſehen,
durch die der Name Kaßlick unvergeſſen bleibe. (Lebhaftes
Bravo!) Der ſo Geehrte dankte gerührt mit einfachen
Worten.
Ein Schlußgeſang „Auf der Andacht heilgem Flügel”
von Mozart beſchloß den harmoniſch verlaufenen Feſtakt.
Ein Feſteſſen im großen Saale des Saalbaues ſchloß
ſich an. Um 4 Uhr wurde ein Gang nach dem Friedhof
unternommen, um die Gräber des Gründers und der
frü=
heren Leiter der Stiftung aufzuſuchen.
Vom Manöver.
Die Schlacht bei Salz. — Ein Sieg der Heſſen über die
Preußen.
F. C. Hauptquartier Birſtein, 16. Sept.
Die blaue heſſiſche 25. Diviſion war bekanntlich geſtern
abend öſtlich des Rabenſteiner Grundes auf Freien=
Stein=
au zurückgegangen, hatte auf Befehl ihres Kommandeurs
des Gen.=Lts. v. Plüskow, auf dem ſüdweſtlich von
Freien=Steinau liegenden Winterberg geſchanzt und dann
biwakiert. Die rote 21. Diviſion unter ihrem
Komman=
deur Generalleutnant v. Hollen folgte den zurückgehenden
Truppen bis an den Salzbach weſtlich Rebsdorf nach dem
Hoheroth=Berg hin und hatte dort die 41.
Infanteriebri=
gade, bei Fiſchborn die 42. Biwaks bezogen. Mit
begin=
nendem Licht trat „Rot” heute den Vormarſch zwiſchen
Radmühl und Wettges auf Salz an, doch infolge des
herr=
ſchenden ſtarken Nebels verzögerte ſich der Vormarſch,
zu=
mal die Aufklärung kaum möglich geweſen war.
Die blaue 25. Diviſion gab, als ihr der Vormarſch
der Roten gemeldet, die verſchanzte Stellung am
Winter=
berg auf, ließ ſie nur ſchwach als Scheinſtellung beſetzt,
zog ſich nach Norden nach dem Röder=Küppel und nahm
hier eine formidable Poſition ein. Ihre Artillerie,
Regi=
menter 25 und 61, hatte am Südhang des Küppels die
Feuerſtellung eingenommen, ſobald die feindliche
Angriffs=
richtung erkannt und bevor „Rot” ſeine Batterien
aufge=
fahren. Die ſchweren Feldhaubitzen ſtanden wohl gedeckt
auf dem Küppel; die rote 21. Diviſion war gedeckt in dem
Walde weſtlich Radmühl vorgerückt, auf dem rechten
Flü=
gel die Infanterie=Regimenter 88 und 87, links
anſchlie=
ßend die Regimenter 80 und 81. und hatte den Wald
ſüd=
weſtlich von Salz erreicht. Dieſer Vormarſch war „Blau
rechtzeitig durch eine exakte Fliegermeldung mitgeteilt
worden. Der Nebel hatte ſich, je mehr die Stunden des
Tages vorrückten, verzogen und war der Macht der Sonne
gewichen, ſo daß die Fliegeroffiziere mit ihren Flugzeugen
an der Uebung mitwirken konnten. Hierbei ereignete es
ſich, daß eine Meldung von einem roten Flieger Blau
zu=
geworfen wurde, die Mannſchaften der blauen 10/117
auf=
fingen. Gegen 11 Uhr ging Rot durch Salz auf den
Röder=Küppel zum Angriff über, nachdem ſeine Artillerie,
die Regimenter 27 und 63, auf der Höhe ſüdweſtlich Salz,
aufgefahren und verwendungsbereit war, die ſchweren
Feldhaubitzen, Fußartillerie=Regiment 3, nordöſtlich
Wett=
ges in Stellung gegangen, die Infanterie, Regimenter 88
und 87 dem Bereich des blauen Gewehrfeuers genaht,
die Artillerie ausreichend die feindliche Artillerie
beſchäf=
tigt, einen möglichſt großen Teil ihrer Feuerkraft aber auf
die blauen 117er gelenkt. Ein überwältigendes Feuer
wurde auf die blauen Truppen am Röder=Küppel gerichtet,
die noch zurückgehaltenen Teile der Artillerie eingeſetzt und
die Maſchinengewehre 88 gegen die am weſtlichen Teile
des Röder=Küppels befindlichen Maſchinengewehre 118
in Tätigkeit geſetzt. Unter dem Heulen der Geſchütze, dem
nervenerſchütternden tak=tak-tak der Maſchinengewehre
und dem Geknatter der Gewehre ſtürmte die rote 41.
Bri=
gade gegen die feindlichen Schützenlinien am Röder=
Küp=
pel vor. Mit Hurra wurde III./117 geworfen. Die rote
42. Infanteriebrigade auf dem linken Flügel konnte jedoch
den Angriff nicht mitmachen, da ſie noch nicht gefechtsbereit
war. Während III./117 geſchlagen zurückflutete, zog Blau
Verſtärkungen heran zum Gegenſtoß. Er gelang. Die
87er und 88er wurden auf Salz zurückgeworfen und
gleich=
zeitig vom blauen Infanterie=Regiment 118, das aus der
Richtung von Freienſteinau vorbrach, der rote rechte
Flü=
gel, Regiment 88, völlig umfaßt und niedergerungen, ehe
die 42. Brigade, Regimenter 80 und 81, Hilfe bringen
konnte.
In dem Moment wurde das Gefecht durch das
Sig=
nal „Das Ganze Halt!” abgebrochen. Das Manöver des
18. Armeekorps, ein in allen ſeinen Teilen
kriegs=
mäßig durchgeführtes, batte ſein Ende erreicht. Die
Truppen der 21. und 25. Diviſion bezogen am Nachmittag
nun friedlich nebeneinander Biwak bei Nieder=Moos, von
wo ſie morgen unter Führung des kommandierenden
Ge=
nerals v. Schenck aufbrechen und gegen einen markierten
Feind kämpfen werden.
HB Frankfurt a. M., 17. Sept. Im Laufe des
Tages trafen heute 16 Militärzüge hier ein; die
weitaus meiſten gehen ſofort nach Mainz und
Darm=
ſtadt weiter. Auch die 81er kehren heute abend und heute
nacht aus dem Manöver zurück. — Der kürzliche Ueberfall
auf den Musketier Kuhlmann, der, wie berichtet wurde,
mit einem Stich im linken Bein auf einer Bank im Nizza
aufgefunden wurde, iſt, wie feſtgeſtellt worden iſt, in der
Trunkenheit das Opfer eines Leichenfledderers
ge=
worden. Seine Börſe mit 15 Mark ſei verſchwunden
ge=
weſen.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Kiel, 17. Sept. Auf das Huldigungstelegramm
der 65. Hauptverſammlung des Vereins der Guſtav=
Adolf=Stiftung an den Kaiſer iſt folgendes
Ant=
worttelegramm eingelaufen: Ihre Majeſtäten der
Kaiſer und die Kaiſerin geruhten mich zu beauftragen, der
Hauptverſammlung der Evangeliſchen Guſtav=Adolf=
Stif=
tung für die freundliche Begrüßung und die herzlichen
Segenswünſche allerhöchſt ihren wärmſten Dank
auszu=
ſprechen. Die Majeſtäten werden die bedeutungsvolle
Ar=
beit der Guſtay=Adolf=Stiftung auch fernerhin mit
beſon=
derem Intereſſe begleiten und wünſchen allen Mitarbeitern
Gottes reichſten Segen. gez.: v. Valentini.
Luftfahrt.
Der Wettbewerb um das 300000 Mark=Preisausſchreiben
der Nationalflugſpende
iſt nunmehr ſeit dem 15. September offen, und wie
be=
richtet, war der deutſche Flieger Reichelt der erſte, der den
allerdings mißglückten Verſuch machte, mit einem Fluge
von Paris aus, ſich die erſte Anwartſchaft auf einen der
Fernflugpreiſe zu ſichern. Seit längerer Zeit rüſtet eine
größere Zahl von Fliegern für dieſen Wettbewerb und
bald dürfte man von weiteren Verſuchen hören. Der
Wett=
bewerb iſt bis zum 31. Oktober dieſes Jahres offen. Er
bezieht ſich auf Flüge von Aviatikern deutſcher
Staatsan=
gehörigkeit auf Flugzeugen, die einſchließlich des Motors
in Deutſchland hergeſtellt ſind. Dadurch unterſcheidet ſich
dieſer Wettbewerb weſentlich von der früheren
Ausſchrei=
bung der Nationalflugſpende, denn die übrigen
Zuverläſ=
ſigkeitspreiſe und National=Flugpreiſe, die durch die
Ver=
waltung der Nationalflugſpende für 1913 ausgeſchrieben
wurden, ſind auch mit ausländiſchen Motoren zu
gewin=
nen. Die Flugleiſtungen, die für die neue Ausſchreibung
in Betracht kommen, müſſen in der Zeit von Mitternacht
bis Mitternacht des folgenden Tages ausgeführt werden.
Zwiſchenlandungen ſind geſtattet. Die Mindeſtentfernung
beträgt 1000 Kilometer, wovon 500 Kilometer in einer
Richtung zurückgelegt werden müſſen. Der Flug kann
auch außerhalb Deutſchlands begonnen und beendet
wer=
den. Zunächſt werden 200000 Mark für die ſechs beſten
Leiſtungen vergeben, und zwar betragen die Preiſe 60000,
50000, 40000, 25000, 15000 und 10000 Mark. Sollte eine
Flugleiſtung von mehr als 1600 Kilometer erzielt werden,
ſo wird für den weiteſten Flug ein Extrapreis von 100000
Mark verliehen. Die übrigen Preiſe fallen in der
ange=
gebenen Reihenfolge an die folgenden ſechs beſten Flieger.
Die Flüge müſſen mit demſelben Flugzeug und durch
den=
ſelben Flieger ausgeführt werden. Auch Motorwechſel iſt
nicht geſtattet. Falls die für die Preiſe in Betracht
kom=
menden Flüge auf Maſchinen der Militärverwaltung
aus=
geführt werden, ſo erhalten die Sieger nur Ehrenpreiſe
ſowie Erſtattung der perſönlichen Auslagen. Die
gewon=
nenen Preiſe werden im übrigen der Militärverwaltung
für die Kaiſer=Wilhelm=Stiftung zur Verfügung geſtellt.
Die ſonſt von der Nationalflugſpende früher
ausgeſchrie=
benen Preiſe bleiben beſtehen, ſo daß gleichzeitia mit den
Flügen um dieſe neun Preiſe auch die
Zuverläſſigkeits=
preiſe und die Renten der Nationalflugſpende gewonnen
werden können.
Deutſche Fernflüge.
* Mülhauſen, 16. Sept. Nach einem von Stöffler
eingegangenen Telegramm, iſt er heute vormittag ½9 Uhr
30 Kilometer von Warſchau entfernt gelandet, nachdem er
ſich auf dem Rückweg im Nebel verflogen hatte. Stöffler
teilt mit, daß er nach Kiew weiter fliege.
* Königsberg, 16. Sept. Der Flieger
Stief=
vater mit ſeinem Begleitoffizier, Oberleutnant
Zimmer=
mann, iſt um 6.35 Uhr am hieſigen Luftſchiffhafen
gelan=
det. Die Flieger nahmen gegen 4 Uhr in Elbing eine
Zwiſchenlandung vor.
— Königsberg, 17. Sept. Wie der Flieger
Stief=
vater mitteilt, iſt ſein Flug nach Köniasberg ſehr
ge=
fährlich geweſen. Schon in der Nähe von
Schneide=
mühl wurde das Fluazeug durch Böen, die einer rieſigen
Gewitterwolke vorauseilten, auf das heftigſte umgeriſſen.
Nach pantomimiſcher Verſtändigung mit ſeinem Begleiter,
dem Oberleutnant Zimmermann. verzichtete
Stiefvater=
morgens auf eine Landung und ließ das Flugzeug höher
ſteigen. In 2000 Meter Höhe wurden die Gewitterwolken
paſſiert. Kurz darauf ſetzte ein heftiges Hagel= und
Regen=
wetter ein. Nach einer Zwiſchenlandung in Elbing
irrten die Flieger einige Zeit ratlos umher, bis ihnen
durch eine Rakete die Nähe der Königsberger
Ballon=
halle kenntlich gemacht wurde.
* Berlin 17. Sept. Nach einer Mitteilung aus
Paris beabſichtigen die franzöſiſchen Flieger George
Carmier aus Paris, dieſer mit einem Freiballon
in der Zeit vom 17. September bis 2. Oktober nach
Deutſchland, und Conſtant Schemmel mit einem
Flug=
zeug, Syſtem Schemmel, von Sentis (Departement Oiſe)
über Luxemburg, St. Goarshauſen, Wetzlar, Leipzig,
Pleſchen und weiter in der Zeit vom 20. Sevtember bis 5.
Oktober zu fliegen.
* München, 17. Sept. Heute vormittag ſtürzte
in der Nähe des Flugplatzes Puchheim ein
Militär=
flugzeug ab. Die Inſaſſen, zwei Offiziere, wurden
verletzt.
— Puchheim, 17. Sept Die abgeſtürzten
Flieger ſind die Leutnants Hempel und Sendel.
Hempel erlitt anſcheinend innere Verletzungen. Sendel
erlitt eine leichte Fußverletzung und eine leichte
Schulter=
ausrenkung.
* Wyſchny=Wolotſchew 16. Sept. Der
Flie=
gerleutnant Poplawko, der heute um 7½ Uhr
vormit=
tags in Moskau zu einem Fluge nach Petersburg
aufge=
ſtiegen war. iſt um 11 Uhr in Twer, wo er eine
Zwiſchen=
landung gemacht hatte, und um 1 Uhr nach Reparatur
ſei=
nes Flugzeuges von dort weiter geflogen war, um 2 Uhr
in Petersburg gelandet.
Sporf, Spiel und Turnen.
Eilbotenläufe der Turner zur Einweihung des Völkers
ſchlachtdenkmals.
Die Einweihung des Völkerſchlachtdenkmals am
18. Oktober wird auch eine turneriſche Veranſtaltung
brin=
gen, wie ſie in ihrer Art in dieſer Großartigkeit in
Deutſch=
land noch nicht geſehen worden iſt. Es ſollen aus dieſem
ßeſtlichen Anlaſſe Eilbotenläufe aus allen Teilen des
Deutſchen Reiches von vaterländiſch denkwürdigen Plätzen
aus nach Leipzig vorgenommen werden. Durch
ins=
geſamt 37755 Läufer ſoll durch die von Hand zu
Hand weitergegebenen Urkunden bezeugt werden, wie
ganz Deutſchland an dem feſtlichen Ereigniſſe freudigen
Anteil nimmt. Ja, nicht bloß das engere Deutſchland
wird an dieſer patriotiſchen Bekundung teilnehmen, auch
aus dem verbündeten und befreundeten Oeſterreich
wer=
den Turner ihre Botſchaft nach der Feſtſtadt bringen. Ja,
ſelbſt die Deutſchen Amerikas werden bei dieſer
Gelegen=
heit dem Mutterlande ihre Sympathien bezeugen. In
Nordamerika wird ein Eilbotenlauf von Waſhington über
Philadelphia nach Neu=York, in Südamerika von Santa
Maria da Bocca de Mente in Braſilien nach Porto Alegre
gehen. Dieſe amerikaniſchen Botſchaften werden dann auf
einen Ozeandampfer übernommen und von Lehe=
Bremer=
haven weiter nach ihrem Beſtimmungsorte befördert
wer=
den. Dieſe Läufe entſpringen einer Anregung des
Kreis=
turnwartes des Mittelrheinkreiſes, Oberlehrer Volze=
Frankfurt a. M., ſind durch Beſchluß der Deutſchen
Tur=
nerſchaft vom 27. März ds. Js. als amtliches Unternehmen
dieſer Körperſchaft erklärt worden und finden alſo auch
dementſprechend deren volle Unterſtützung. Es werden
in den Tagen vom 16. bis 18. Oktober demnach die
folgen=
den Läufe ſtattfinden: Lauf 1: Dieſer Lauf übernimmt die
Urkunden aus Nordamerika und Braſilien und beginnt
an der Landeſtelle des Poſtdampfers in Lehe=Bremerhaven.
Es nehmen daran in Deutſchland 2330 Läufer teil, die
468 Kilometer zurücklegen. Lauf 2: Der Lauf beginnt in
Knivsberg bei Flensburg, 3660 Läufer, 731 Kilometer.
Lauf 3: Anfang: Das Ernſt Moritz Arndt=Denkmal auf
Rügen, 2780 Läufer, 535 Kilometer. Lauf 4: Anfang in
Tauroggen, 5109 Läufer, 1021 Kilometer. Lauf 5: Anfang
auf den Schlachtfeldern von Kulm=Nollendorf. 5205 Läufer,
635 Kilometer. Lauf 6: Anfang an der Ruhmeshalle in
Kelheim, 2518 Läufer, 502 Kilometer. Lauf 7: Abläufe
an der Zeppelinwerft in Friedrichshafen, vom
Hohenzol=
lern, Hohenſtaufen und von Stuttgart, 4390 Läufer, 877
Kilometer. Lauf 8: Anfang auf dem Schlachtfelde zu
Gravelotte, Nebenläufe von Ems, vom
Niederwalddenk=
mal und von Straßburg, 6249 Läufer, 1236 Kilometer.
Lauf 9: Anfang auf dem Schlachtfelde zu Waterloo, in
Weſel, auf dem Hermannsdenkmal und auf dem
Kyff=
häuſerdenkmal, 5514 Läufer, 1240 Kilometer. Faſt alle
denkwürdigen Plätze Deutſchlands werden von dieſen
Läu=
fern berührt. In Deutſchland werden insgeſamt 7145
Kilo=
meter von 37755 Läufern durcheilt werden. Da keine der
durchzulaufenden Strecken über 500 und nicht unter 200
Me=
tern betragen wird, werden auch ältere Turner ſich an
dieſer patriotiſchen Veranſtaltung beteiligen können. Da
alle Turnvereine Deutſchlands die Veranſtaltung dieſer
Eilbotenläufe, die ja außer ihrer patriotiſchen
Bedeutung gleichzeitig auch einen rein
prakti=
ſchen Wert haben, in ihren Orten feiern
wer=
den, ſo wird damit der Tag der Denkmalseinweihung
in Leipzig, auch zu einem allgemeinen deutſchen Feſttag
werden. An vielen Orten Deutſchlands werden an dem
Tage auch, wie es ſchon vor 10 und 20 Jahren bei
feſt=
lichen Gelegenheiten allgemein üblich war, Freudenfeuer
von den Höhen herab die Kunde von dem Feiertage weit
in die Lande hinein verkünden.
* Fußball. Darmſtädter Sportklub 1905.
Am Sonntag findet auf dem Sportplatz am Alten
Schieß=
haus das erſte Verbandsſpiel ſtatt. Sportklub, der
vor=
jährige Meiſter, empfängt an dieſem Tage die beſtbekannte
erſte Elf des Fußballklubs „Germania”=Pfungſtadt.
Ger=
mania ſtellt in dieſem Jahre eine außerordentlich
ſpiel=
ſtarke Mannſchaft ins Feld. Die Einheimiſchen werden
ihr=
ganzes Können aufbieten müſſen, um gegen Pfungſtadt
erfolgreich zu ſein.
sr. Pferde=Rennen. Santuzza die Gewinnerin
des Gladiatoren=Preiſes am Sonntag im Grunewald, hat
ſich jetzt wieder vollſtändig erholt und konnte am
Diens=
tag wieder nach Hoppegarten übergeführt werden. Wie
gemeldet, war die Stute nach ihrem Siege in der 5000=
Meter=Steeple=Chaſe 100 Meter nach dem Ziel völlig
er=
ſchöpft zuſammengebrochen; doch konnte die Stute,
nach=
dem ſie etwa zehn Minuten ruhig gelegen hatte, wieder auf
die Beine gebracht werden.
Kriegsgöttin, die Gewinnerin des Hamburger
Hammonia=Preiſes, beſitzt auch ein Engagement im
Wie=
ner Auſtria=Preis. Man rechnet anſcheinend damit,
daß die famoſe Zweijährige, wie ſchon in den Jahren
1896 Saphir, 1898 Maſha und 1910 Danilo, die
Oppen=
heimſchen Farben in dem 100 000=Kronen=Rennen wieder
zum Siege trägt, denn Kriegsgöttin wurde mit derartigen
Beträgen im Wiener Wettmarkt gewettet, daß ſie zum
Favoriten für das am 19. Oktober zur Entſcheidung
ge=
langende 1300=Meter=Rennen aufgerückt iſt. Kriegsgöttin
würde im Auſtria=Preis u. a. auf Percy, den
hochgehal=
tenen Sieger des Graf Nikolaus Eſterhazy=Memorial,
ſtoßen.
sr. Der Diſtanz=Wettlauf Berlin-Breslau wurde am
Dienstag bei ſchönem Wetter mit der Etappe Lübben-
Forſt über 60 Kilometer fortgeſetzt. Um 8 Uhr morgens
ſtellten ſich noch 28 Berufsläufer dem Starter in Lübben.
Sillier, der Sieger der erſten Etappe, traf auch in Forſt
nach 5 Stunden 39 Min. 0,2 Sek. als Erſter ein vor
Hem=
bel 6.02, Adam 6.05. Innerhalb von 10 Stunden
erreich=
ten 25 Läufer das Ziel. Im Geſamtklaſſement führt
Sil=
lier mit 12:32:0,6 vor Adam 13117:0,4, Hembel 13:41:00,
H. Müller 14:24, Männel 14:51 und Boxling 15:10:0,4.
Am Mitwoch iſt Ruhetag in Forſt.
Sr. Die Internationale Motorrad=Tourenfahrt Paris=
Tours über 241 Kilometer brachte den beteiligten deutſchen
Fahrern bemerkenswerte Erfolge, obwohl ungünſtige Wit=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Nummer 219,
terungsverhältniſſe große Anforderungen an die Fahrer
ſtellten. Unter den zehn Fahrern, welche die Strecke ohne
Strafpunkte beendeten, befanden ſich fünf Deutſche. Auch
bei einem im Anſchluß an die Tourenfahrt ſtattfindenden
Bergrennen über 1 Kilometer ſchnitten die deutſchen
Fah=
rer gut ab und belegten die drei erſten Plätze. Ein für
die ſchnellſte Maſchine ausgeſetzter Ehrenpreis fiel an
Ciſey auf N. S. U. N. S. U. gewann ferner den für die
beſte Mannſchaft ausgeſetzten Pokal des Touring Motor=
Auch bei den Motorrad= und Cyele=Cars=
Klubs.
Rennen des Oeſterreichiſchen Motorfahrerklubs auf der
Traberbahn von Baden bei Wien ſchnitten die N. S. U.=
Räder hervorragend ab. Die Reſultate in den
verſchie=
denen Klaſſen waren: Motorräder bis 2 Pferdeſtärken:
1. N. S. U.; 2. Puch. Motorräder bis 4½ Pferdeſtärken:
1. Motoſacoche; 2. F. N. Motorräder bis 6 Pferdeſtärken:
1. N. S. U.; 2. N. S. U.; 3. Wanderer. Motorräder mit
Beiwagen: 1. N. S. U. Cyele=Cars bis 7 Pferdeſtärken:
1. Saſcha, 2. Auſtro. Cyele=Cars bis 10 Pferdeſtärken:
1. Wanderer, 2. Premier.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 17. Sept.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb 1657 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in
Mark: Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 63—65
(80—83), vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebend=
gewicht 62—64 (80—81), vollfleiſchige Schweine über
2 Zentner Lebendgewicht 61—65 (80—82), vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentnern Lebendgewicht 62—65 (81 bis
82). Marktverlauf: Geſchäft ziemlich rege; bleibt
Ueber=
ſtand.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 17. Sept. In der heutigen Sitzung des
ür
Aufſichtsrats der Nationalbank
Deutſchland wurde ſeitens der Direktion über
be=
friedigende Ergebniſſe des erſten Semeſters berichtet.
* Breslau, 17. Sept. In der heutigen
Haupt=
verſammlung des Siahlwerksverbandes
wurde über die Geſchäftslage berichtet. In Halbzeug
hal=
ten die Folgen der politiſchen Verwickelungen das
Ver=
trauen auf eine nachdrückliche Belebung des Geſchäfts
noch immer zurück. Infolge der geringen Beſchäftigung
der Verbraucher liegt der Inlandsmarkt nach wie vor ſehr
ruhig. Unter dieſen Umſtänden wurde der Verkauf für
das letzte Viertel des Jahres heute zu um 5 Mark pro
Tonne ermäßigten Preiſen freigegeben. Auch der
Aus=
landsmarkt liegt zurzeit ebenfalls ruhig, doch iſt der
Ab=
ruf befriedigend. In ſchwerem Oberbaumaterial haben
die bayeriſchen Staatshahnen ihren Bedarf für das
Etats=
jahr 1914raufgegeben, der den des laufenden Jahres um
etwa 25 Prozent übertrifft. Auf dem Auslandsmarkt ſind
ſeit dem letzten Bericht Aenderungen nicht eingetreten,
jedoch halten die Bahnen infolge der ungeklärten Lage mit
neuen Aufträgen etwas zurück. In Grubenſchienen
war der Abruf im Juli geringer erhob ſich aber im Laufe
des Auguſt. Im Ausland tritt der belgiſche Wettbewerb
weiter auf. Das Rillenſchienengeſchäft liegt befriedigend
und brachte eine Reihe von Aufträgen aus dem Inland
und dem Ausland. Im Ausland macht ſich ebenfalls der
fremde Wettbewerb ſtärker bemerkbar. In Formeiſen hält
die bisherige Zurückhaltung infolge der mißlichen Lage
des Baumarktes weiter an. Es wird nur der notwendige
Bedarf gekauft, allerdings mit kurzer Lieferungsfriſt. In
Rheinland=Weſtfalen. Nordweſt= und Mitteldeutſchland iſt
der Bedarf beſſer als in den übrigen Abſatzgebieten,
be=
ſonders als z. B. in Berlin und Oſtdeutſchland.
An=
zeichen dafür, daß das Herbſtgeſchäft eine Belebung
bein=
gen wird, glaubt man hier und da zu erkennen. Für den
Verkauf von Formeiſen nach dem Inland wurden heute
die Preiſe unter Aufrechterhaltung der bisherigen
Be=
dingungen um 5 Mark pro Tonne ermäßigt. Im
Aus=
land haben ſich die kontinentalen Abnehmer in den letzten
Wochen etwas reichlicher eingedeckt, doch läßt auch hier
in=
folge der teueren Geldverhältniſſe der
Spezifikationsein=
gang zu wünſchen übrig. Das Balkangeſchäft beginnt ſich
langſam zu beleben. Von einem belangreichen Abſatz
da=
hin wird man aber für längere Zeit noch nicht ſprechen
können. Die nächſte Hauptverſammlung wurde auf den
30. Oktober nach Düſſeldorf anberaumt.
Literariſches.
— Wo die Literaturgeſchichten im Stiche laſſen, alſo
bei den Allerneueſten, dort ſetzt Mar Geißlers ſoeben
er=
ſchienener „Führer durch die deutſche
Lite=
ratur des 20. Jahrhunderts” ein. (Alexander
Duncker, Verlag in Weimar, geh. 7,50 M., geb. 9 M.) Das
Buch iſt kein Literaturkalender, der nur Namen. Daten und
Titel anführt, ſondern es entwirft ein oft recht kritiſches
Bild von jedem lebenden deutſchen Dichter und
Schrift=
ſteller, der dem Verfaſſer ſeiner literariſchen Exiſtenz nach
bekannt geworden iſt. 2800 lebende deutſchſchreibende
Autoren haben in dem Bande von über 750 Seiten
Auf=
nahme gefunden, oft mit biographiſchen Angaben, immer
mit dem Verzeichniſſe der von jedem veröffentlichten
Werke. Der Hauptzweck des Geißlerſchen Buches aber iſt
die Kritik, die beſtrebt iſt, ein literariſches Charakterbild
jedes Schaffenden in markanten Zügen zu liefern. So ſteht
der „Führer” in der Tat ganz einzig da: es gibt kein
Werk, das ihm der Idee oder dem künſtleriſchen
Stand=
punkte nach ähnlich wäre. Die vielverzweigten Intereſſen
und literariſchen Richtungen unſerer Tage bringen es
aller=
dings mit ſich, daß auch die gewiſſenhafteſte Kritik die
vie=
lerlei Strömungen verſchieden widerſpiegelt — oft lobt ſie,
wo man meint, daß ſie tadeln müſſe. Max Geißler ſtellt
ſich mit ſeinen Urteilen über die modiſche Literatur in
ſcharfen Gegenſatz zu der landläufigen Einſchätzung:
Ar=
tiſtentum und Verfalldichtung ſind im Schwung, ſie
be=
herrſchen einen Teil der Bühnen und liefern die weitaus
größte Zahl der Romane. Jeder Beſitzer einer
Literatur=
geſchichte findet im Geißlerſchen „Führer” ein ergänzendes
Lexikon bis zu Beginn des Jahres 1913. Wer ſich
zurecht=
finden will in der Vielheit der Erſcheinungen von heute,
wer ſich in der deutſchen Literatur von dem bezeichneten
Standpunkte aus raſch und gründlich orientieren will, der
dürfte von Mar Geißlers „Führer” nirgends im Stiche
ge=
laſſen werden. Der Preis von 7,50 Mark für den ſtarken
Band von 755 Seiten engſten Satzes iſt entſprechend.
— Goethes Briefe. Ausgewählt und in
chrono=
logiſcher Folge mit Anmerkungen herausgegeben von
Eduard von der Hellen. Sechſter Band (1819 bis
1832). Verlag der J. G. Cottaſchen Buchhandlung
Nach=
folger, Stuttgart und Berlin. In Leinenband 1 Mark.
Mit dieſem ſechſten und letzten Bande gelangt ein
be=
deutendes Unternehmen zum Abſchluß, das von dem
Er=
ſcheinen des erſten Bandes ab ungeteilten Beifall gefunden
hat. Der zu einer ſolchen Arbeit wie kein anderer
be=
rufene Herausgeber hat ſein Ziel, Goethes Leben in ſeinen
Briefen darzuſtellen, hiermit erreicht. Keine Biographie
kann wetteifern mit der Friſche und Fülle, der
umfaſſen=
den Eindringlichkeit und der anſchaulichen Unmittelbarkeit
dieſer Briefe, in denen das ganze innere und äußere
Le=
ben des Dichters und Denkers, des Weltmannes und des
Menſchen Goethe ſich vor den Augen des Leſers abſpielt.
Zu allen Ausgaben von Goethes Werken, nicht nur zu
der ebenfalls von Ed. v. d. Hellen herausgegebenen
Cotta=
ſchen Jubiläumsausgabe, bilden dieſe ſechs Briefbände
eine unentbehrliche Ergänzung.
Automobilunfall des Herrn v. Winterfeldt.
* Montauban, 16. Sept. (Ausführlicher Bericht.)
Der Ort des=Unglücksfalles liegt etwa 10 Kilometer von
hier. In dem von einem Zivilchauffeur geführten
Auto=
mobil ſaßen der däniſche und griechiſche Militärattache
im Fond, der deutſche mit dem Oberſten Dupont auf dem
Rückſitz, der ſpaniſche neben dem Chauffeur. Bei einer
Straßenbiegung nahm der Chauffeur den Bogen etwas
zu kurz, ſo daß ein Rad in den weichen Boden, den der
Chauffeur nicht bemerkte, einſank und der Wagen
um=
ſtürzte. Der deutſche Militärattaché kam mit der Bruſt
unter die ſchweren ſcharfkantigen Verdeckſtützen. Er
röchelte ſtark. Seine Reiſegefährten hoben mit Hilfe
an=
derer, die bei der Unglücksſtelle anhielten, den Wagen
empor, der ſchon rauchte und darauf in Brand geriet.
Oberſtleutnant von Winterfeldt wurde ſofort in das Haus
eines gewiſſen Maſſet in Griſolles gebracht, wo der
Ge=
neralarzt ihn in Behandlung nahm. Außerdem
erſchie=
nen drei Aerzte aus Montauban und der Präfekt. Der
Verwundete ſchien das Bewußtſein zu verlieren; der
Puls war ſehr ſchwach und hob ſich erſt nach drei
Coffein=
einſpritzungen. Der Kranke liegt in einem verdunkelten
Zimmer; ob er innere Verletzungen davongetragen hat,
ſteht noch nicht feſt. Präſident Poincaré begab
ſich ſofort nach dem Frühſtück in Montauban im
Auto=
mobil nach Griſolles und beſuchte den Kranken
unmittel=
bar nach dem offiziellen Empfange daſelbſt zuſammen
mit dem Kriegsminiſter. Er blieb nur wenige Minuten
in dem Krankenzimmer, um den Verletzten nicht zu ſehr
anzuſtrengen. Der ſpaniſche, der italieniſche und der
öſter=
reichiſch=ungariſche Militärattaché befanden ſich auch dort.
Bei dem Unglücksfall trug der franzöſiſche Oberſt Dupont
Verletzungen am Arm und am Handgelenk, ſowie
Haut=
abſchürfungen an der Hand davon. Der däniſche Attaché
erlitt eine Quetſchung über der Wange.
* Paris, 17. Sept. Ueber den Beſuch des
Präſidenten Poincaré, den dieſer in Begleitung
des Kriegsminiſters dem bei dem geſtrigen
Automobil=
unfall verletzten Oberſtleutnant von Winterfeldt
ab=
ſtattete, wird berichtet: Der deutſche Militärattaché dankte
dem Präſidenten und dem Kriegsminiſter lebhaft für ihren
Beſuch. Er erklärte, daß er ſich beſſer fühle, und er äußerte
ſeinen herzlichen Dank für die ihm zuteil gewordene Hilfe
und Pflege. Der behandelnde Militärarzt erklärte einem
Berichterſtatter, der Verunglückte befinde ſich ſo gut als
irgend möglich. Falls keine Komplikationen nervöſer
Natur eintreten, hofft man ihn in drei bis vier Tagen
transportieren zu können, wohin er wünſcht.
* Griſolles. 17. Sept. Präſident Poincaré
ließ heute nacht wiederholt Erkundigungen über das
Be=
finden des deutſchen Militärattachés einziehen. Heute
morgen war das Befinden des Verunglückten nicht ſo gut,
wie man gehofft hatte. Poincaré ließ daher den
General=
arzt Bochard und den Chirurgen Roy aus
Ton=
louſe rufen, welche ihn neuerlich unterſuchten und feſt=
ſtellten, daß er einen Bruch des Beckens davongetragen
hat. Der Zuſtand des Kranken iſt, wenn auch nicht
hoff=
nungslos, ſo doch ernſt. Frau von Winterfeldt
weilt bei ihrem Gatten. Der Beſuch des Präſidenten
dauerte etwa zehn Minuten. Der Präſident war mit dem
Kriegsminiſter zu Fuß durch den Ort gekommen. Der
Unfall des deutſchen Militärattachés rief ſowohl bei der
Einwohnerſchaft, wie auch unter den Truppen ein
lebhaf=
tes Bedauern hervor. Poincaré beſuchte vor ſeiner
Ab=
reiſe von Griſolles Frau v. Winterfeldt und ſprach ſeine
Teilnahme an ihrem Kummer und ſeine Sympathie fün
ihren verletzten Gatten aus.
* Paris, 17. Sept. Die letzten Nachrichten über das
Befinden des Militärattachés von Winterfeldt lauten
etwas beſſer. Die Bruſtquetſchung verurſacht zwar
Atem=
beſchwerden, iſt jedoch nicht gefährlicher Natur. Nur die
Verletzung in der Blaſengegend flößt einige Beſorgnis
ein. Bei dem deutſchen Geſchäftsträger von Radowitz wie
auch bei Frau v. Winterfeldt ſind zahlreiche teilnehmende
Anfragen eingetroffen, darunter vom Erbprinzen
Bern=
hard von Meiningen. Der dem Militärattaché von
Win=
terfeldt als Hilfsarbeiter zugeteilte Hauptmann Janſenſch
hat ſich nach Montauban begeben.
Das wiedergefundene Perlenhalsband.
* London, 16. Sept. Den Abendblättern zufolge
wurde heute vormittag in der Vorſtadt Highbury von
einem Arbeiter ein Paket gefunden, welches 58 von
den 59 noch vermißten Perlen des geſtohlenen
Per=
lenhalsbandes enthielt. Der Finder brachte das Paket
auf die Polizeiwache. Die gefundenen Perlen wurden
auf dem Polizeibureau von Scotland Yard von dem
Be=
ſitzer des Halsbandes, Max Feyer, als ſein Eigentum
er=
kannt.
* Paris, 17. Sept. Zu der Auffindung des
Perlenhalsbandes wird der hieſigen Daily News
berichtet: Der Arbeiter Horne, der das Paket mit de
Perlenhalsband in der Goſſe von St. Paul Road gefunden
haben ſoll, erzählte, er habe geglaubt, daß es Kugeln ſeien,
wie ſie als Kinderſpielzeug dienten, und ſie in einer Bar
verkaufen wollen. Er habe aber keinen Käufer gefunden
und das Paket deshalb zur Polizei getragen. Nach der
Erklärung des Detektivs des Lloyd ſoll jedoch die
Be=
hauptung, daß die Perlen in einer Goſſe gefunden worden
ſeien, unrichtig ſein. Im Hauſe des Lloyd wurde
anläß=
lich der Auffindung des Perlenhalsbandes die den Namen
Lutrine führende Glocke geläutet, was nur bei
außerge=
wöhnlichen Anläſſen geſchieht, zum Beiſpiel beim
glück=
lichen Eintreffen eines verloren geglaubten Schiffes. Die
von Lloyds in der Angelegenheit des Perlenhalsbandes
gemachten Ausgaben mit Einſchluß der Prämie von 10000
Pfund werden auf 16000 Pfund Sterling veranſchlagt.
Der Lloyd beſchloß, von nun an Verſicherungen von
Schmuckſachen nur bis zum Betrage von 50000 Pfund
anzunehmen und die Verſicherungsprämie auf 10 Prozent
zu erhöhen.
HB. London, 17. Sept. Der glückliche
Finder=
des Millionen=Halsbandes iſt ein Arbeiter
namens Auguſt Horn. Er wird jedenfalls eine Prämie
von der Verſicherungsgeſellſchaft erhalten. Beim Lloyd
zweifelt man übrigens daran, daß das Paket mit dem
Halsband auf der Straße gefunden wurde. Als im
Ge=
bäude vom Lloyd bekannt wurde, daß das Halsband
wie=
der zur Stelle ſei, wurde die Glocke Lutrine geläutet, was
nur dann geſchieht, wenn ein als verſchollen betrachtetes
Schiff wieder gefunden worden iſt. Die von der
Verſiche=
rungsgeſellſchaft bis jetzt zur Wiederbeſchaffung des
ge=
ſtohlenen Halsbandes gemachten Ausgaben belaufen ſich
auf 15 Prozent der Verſicherungsſumme. Die Geſellſchaft
wird jetzt nur noch Wertgegenſtände bis zur Höhe von
einer Million verſichern und die Prämie um zehn Prozent
erhöhen.
Mordprozeß Sanchez.
* Madrid, 17. Sept. Vor dem Kriegsgericht
begann geſtern nachmittag das Verhör von Luiſe
Sanchez. Ein dichter Schleier verdeckte das Geſicht,
ihre Antworten überſtürzten ſich und waren teilweiſe
zu=
ſammenhanglos. Sie erklärte: Ich kann mich nicht
er=
innern, ob der Ermordete Jalon als ihn mein
Vater=
niederwarf, um ihn zu zerſtückeln, ſchon tot war. Ich
glaubte nicht, daß mein Vater Jalon töten wollte.
Ich=
nahm an, daß er ihn nur zwingen wollte, ihm Geld zu
geben. Ich glaubte wahnſinnig zu werden, als ich ſah,
wie mein Vater das Opfer mit Hammerſchlägen auf den
Hinterkopf bearbeitete; ich verſuchte einen zweiten Schlag
zu verhindern. Die Angeklagte hob die Arme
zum Himmel und rief: Erbarmen, Erbarmen, ich
bin unſchuldig, ich habe nichts getan. Auf die Fragen
des Staatsanwalts blieb Hauptmann Sanchez bei den
Unſchuldsbeteuerungen und erklärte, Jalon nicht zu
kennen; er wiſſe von dem Verbrechen nur, was die
Zei=
tungen erzählten. Er glaube, daß ſeine Tochter direkt an
dem Morde teilgenommen habe im Einverſtändnis mit
Perſonen, die ein Intereſſe hätten, ihn, Sanchez, in der
Kriegsſchule zu ruinieren. Der Angeklagte verſuchte dann
für die Blutflecken in ſeinem Hauſe eine natürliche
Er=
klärung zu geben. Der Staatsanwalt verlas ſeinen
Strafantrag, den Sanchez bisweilen unter Tränen
an=
hörte, wobei er an den Verteidiger ſich mit den Worten
wandte: Welche Infamie! Der Verteidiger erklärte,
San=
chez ſei wohl der Urheber des tatſächlichen Mordes, aber
er ſei unverantwortlich. Es handle ſich um einen aus
Eiferſucht entſtandenen Wahnſinnsanfall, als er geſehen
habe, daß ſeine Tochter den Huldigungen des glücklichen
Rivalen nachgegeben habe. Der Angeklagte zeige alle
Merkmale körperlicher und geiſtiger Degeneration und
krankhafte geiſtige Veranlagungen. Mehrere ſeiner
Ver=
wandten ſeien nervöſe Alkoholiker. Sodann wurde das
Verhör unterbrochen.
Der Neu=Vorker Mord.
* Neu=York, 16. Sept. Die Polizei verhaftete den
Zahnarzt Dr. Ernſt Muret, der im Verdacht ſteht,
zu=
ſammen mit dem verhafteten Kaplan Schmidt
Falſch=
münzerei betrieben zu haben. Bei der Hausſuchung
wurden im Arbeitszimmer neben zahnärztlichen
Inſtru=
menten Revolver, geburtshilfliche Inſtrumente und
chirur=
giſche Sägen gefunden. Muret erklärte der Polizei, er
ſei in Chikago geboren, vierzehn Jahre im Auslande
ge=
weſen und habe auch in Berlin ſtudiert, wo er die
Prü=
fung nicht beſtand. 1903 ſei er nach Neu=York
zurück=
gekehrt. Muret wird zunächſt wegen des Beſitzes eines
Revolvers feſtgehalten.
* Aſchaffenburg, 17. Sept. Heute nachmittag
gegen 6 Uhr beſuchten mehrere Berliner Journaliſten,
Vertreter Pariſer und Neu=Yorker Blätter, die Eltern
des Mörders Schmidt, die ſich des beſten Anſehens
erfreuen. Frau Schmidt iſt gänzlich gebrochen und liegt
Großherzogliches Hoſtheater.
Mittwoch, 17. September.
Die weiße Dame.
W-l. Zur Feier des Geburtstages der
Groß=
herzogin fand heute Feſtvorſtellung ſtatt. Der
Großherzog und die Großherzogin, Prinz und
Prinzeſſin Ludwig von Battenberg nebſt der
Prin=
zeſſin Luiſe und dem Prinzen Georg und Prinz und
Prinzeſſin Andreas von Griechenland wohnten
der Vorſtellung in den Hoflogen zur Rechten der Bühne
bei. Als die Großherzoglichen Herrſchaften die Loge
be=
traten, brachte Herr Bürgermeiſter Mueller ein
drei=
maliges Hoch auf die Großherzogin aus, worauf das
Orcheſter die Nationalhymne ſpielte, die das Publikum
ſtehend anhörte.
Zur Aufführung gelangte Boieldieus humorvolle und
liebenswürdige Oper „Die weiße Dame” deren alte,
ver=
traute Melodien, wenn auch oft und viel gehört, durch ihre
Urſprünglichkeit und Friſche von neuem Ohr und Herz
erfreuten. Sie erfordert vor allem gute Sänger und viel
ſtimmlichen Fond, und nach dieſer Richtung hin wurden
die Mitwirkenden ihrer Aufgabe im ganzen gerecht.
Herr Globerger der erſtmalig den George Brown
ſang, entfaltete in dieſer vielgeſungenen und vielbeliebten
Glanzpartie für Tenöre ſtimmlichen Glanz und geſangliche
Routine und legte mit der ſchön geſungenen Hauptarie
Georges „Komm, o holde Dame” viel Ehre ein. Auch
das Duett mit der weißen Dame gelang vortrefflich; denn
auch Frau Kallenſee als Anna ſtand geſanglich auf
der Höhe und erntete mit der mit ſicherer Beherrſchung
der Koloratur geſungenen Arie des dritten Aktes lebhaften
Beifall. Der Gaveſton des ſangestüchtigen Herrn
Ste=
phani war eine ſcharf ausgeprägte Charakterfigur,
während der Pächter Dickſon des Herrn Thomſen etwas
matt war. Als Frau Pächterin gefiel Frau Beling=
Schäfer durch ihre anmutige Erſcheinung und ihr
lebendiges Spiel; ſtimmlich hätte ſie indeſſen noch etwas
mehr aus ſich herausgehen können. Das Lied der
Mar=
garete am Spinnrad, das übrigens in ſchnellerem Tempo
genommen wurde, als früher, ſang Frl. Liſchke mit
ſonorer Stimme, in der Höhe aber mit zu forcierter
Ton=
gebung, und mit muſikaliſchem Verſtändnis und Geſchmack
Die Chöre boten gute Leiſtungen; die große
Enſemble=
ſzene des zweiten Aktes war vortrefflich herausgearbeitet
und von dementſprechender Wirkung. Der hübſche
ſchot=
tiſche Reigen des Ballettkorps im Schlußakt verdient noch
lobend erwähnt zu werden.
Die Szene des erſten Aktes mit den natürlichen
Bäumen (ohne Drahtgeflecht) und dem alten Pächtershauſe
vor dem von ſachkundigen Händen allerlei Kinderwäſche
zum Trocknen aufgehängt war, machte den anheimelnden
Eindruck eines ländlichen Idylles. Die Räume des
Schloſ=
ſes Avenell waren einer ſtilgerechteren Ausſtattung
unter=
zogen worden, und ſo bot der ganze äußere Rahmen der
Oper ein gefälligeres und geſchmackvolleres Geſamtbild.
Die muſikaliſche Leitung hatte Herr Kavellmeiſter
Ottenheimer, die Reaie Herr Regiſſeur Nowack,
die in erſter Linie zu dem Gelingen und dem Erfolge der
Aufführung beigetragen hatten. Eine Wiederholung der
vom Publikum wieder gern gehörten und beifällig
auf=
genommenen Oper würde ſich empfehlen.
Nummer 219.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Seite 7.
an einem ſchweren Herzleiden danieder. Der Vater
er=
zählte den Interviewern u. a., ſein Sohn habe ſchon auf
dem klerikalen Seminar in Mainz den Spitznamen „Der
verrückte Doktor” gehabt. Vor etwa ſieben Jahren haben
ſich bei ihm in Frankfurt die erſten Spuren von geiſtiger
Erkrankung gezeigt, indem ſein früher ſehr melancholiſches
Weſen in flotte Ausgelaſſenheit umſchlug. Es traten
Spu=
ren von Größenwahn hervor; u. a. legte er ſich den
Dok=
tortitel bei, ohne daß er dazu berechtigt war. In ſeinen
Kanzelreden in Gonſenheim brachte er oft ſo krauſes und
abſurdes Zeug vor, daß die Kirchenbeſucher laut lachten.
Aus Gonſenheim verſchwand er plötzlich, um in München
wieder aufzutauchen, wo er wegen verſchiedener Vergehen
(u. a. hatte er Maturitätszeugniſſe gefälſcht) vor Gericht
ſtand. Eines Tages wurde dann Herr Schmidt
telegra=
phiſch nach München gerufen, wo ihm der Staatsanwalt
ſeinen Sohn mit den Worten überantwortete: „Ihr Sohn
iſt geiſtig unzurechnungsfähig. Wir können ihn nicht mehr
verfolgen. Tun Sie ihn in eine Anſtalt.”
Vom Balkan.
*.
Die Friedensverhandlungen.
* Konſtantinopel, 17. Sept. Wie verſichert
wird, prüfte der Miniſterrat geſtern nachmittag zum
letzten Male den türkiſchen Entwurf zu dem
tür=
kiſch=bulgariſchen Friedensvertrag, der
heute zuſammen mit dem bulgariſchen Entwurf erörtert
werden ſoll. Man erwartet, daß der Vertrag heute
ent=
weder ganz oder zum großen Teil paraphiert wird. Die
Unterzeichnung des Vertrages erfolgt wahrſcheinlich
mor=
gen. Der Vertrag regelt die Fragen der Grenze der
Vakuf und muſelmaniſchen Gemeinden, den Austauſch der
Kriegsgefangenen, die Entſchädigungsanſprüche der
Tür=
kei, bezüglich welcher Bulgarien im Prinzip die
Bezah=
lung eines Betrages für während der bulgariſchen
Okku=
pation gemachten Requiſitionen zugeſtanden hat. Die
Frage betreffend Demotika wird heute definitiv geregelt
werden. Die Stadt wird wahrſcheinlich den Bulgaren
zu=
geſprochen werden. Alle ſtrategiſchen Punkte werden der
Türkei verbleiben. Nach Gerüchten, die durchgeſickert ſind,
wird die Grenzlinie von einem Punkt am Schwarzen
Meer, Iniada und San Stefano, ausgehen, einem kleinen
Flüßchen und dann der Reswaja folgen; Tirnowo wird
Bulgarien und Kirk=Kiliſſe der Türkei überlaſſen, zwei
Kilometer von Muſtapha=Paſcha, das Bulgarien verbleibt,
fünf Kilometer öſtlich Ortakoej, das gleichfalls an
Bul=
garien fällt, neun Kilometer ſüdlich Demotika verlaufen
und dann der Maritza folgen.
Ein amtliches griechiſches Dementi.
* Janina, 17. Sept. Geſtützt auf eine
Proteſter=
klärung der muſelmaniſchen Bevölkerung der Provinz
Delvino, die von den Notabeln der Provinz
unter=
zeichnet iſt, dementiert die Agence d’Athènes auf das
entſchiedenſte eine aus Wien datierte Meldung der Neuen
Freien Preſſe, derzufolge die Notabeln von Delvino durch
die griechiſchen Behörden verhaftet, nach Janina gebracht,
mißhandelt und in das Gefängnis geworfen worden ſeien.
In dem Proteſt erklärt die muſelmaniſche Bevölkerung der
Stadt und Provinz Delvino angeſichts des Beſuches der
Internationalen Unterſuchungskommiſſion auf das
nach=
drücklichſte, daß ſie ſich unter der griechiſchen Regierung
vollſter Gerechtigkeit und Gleichheit erfreue und daß ſie
eine baldige endgültige Vereinigung mit den
blutsver=
wandten Griechen wünſche.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Frankfurt a. M., 17. Sept. An dem Feſtzuge
der deutſchen Studentenſchaft zur Einweihung des
Völkerſchlachtdenkmales am 18. Oktober wird ſich auch der
Deutſche Wiſſenſchafterverband (D. W. V.) gleich den
großen ſtudentiſchen Verbänden durch ſtarke Abordnungen
beteiligen.
* Magdeburg, 17. Sept. Wirkl. Geh. Rat
Regierungs=
rat Graf von Alvensleben, Botſchafter a. D., iſt
heute nachmittag auf ſeinem Gute in Erxleben bei
Magde=
burg geſtorben. Der Verſtorbene wurde am 9. April
1836 zu Erxleben (Kreis Neuhaldensleben) geboren. Am
12. April 1906 wurde er auf Lebenszeit ins Herrenhaus
berufen.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt zu
dem Tode des Botſchafters, Wirklichen Geh. Rats
und Kammerherrn Grafen von Alvensleben: Graf
v. Alvensleben war ein Mann von echtem Schrot und
Korn. Er ſtammte aus einem Hauſe, das den preußiſchen
Königen zahlreiche treue Diener gegeben hat. Den
Ueber=
lieferungen getreu, leiſtete er in ſeiner langen und
ehren=
vollen Laufbahn auf allen ihm anvertrauten Poſten
vor=
treffliche Dienſte. Sein Andenken wird in Ehren bleiben.
* Vaihingen a. d. Enz, 17. Sept. In ſeiner geſtrigen
Sitzung befaßte ſich der Bezirksrat mit der Hilfsaktion
für die Bezirksgemeinde Mühlhauſen. Es wurde,
wie der Schwäbiſche Merkur berichtet, beſchloſſen, die
Koſten der Krankenpflege für die Verletzten, die keiner
Krankenkaſſe angehören, auf die Armenpflege zu
überneh=
men. Ein Antrag, die Entfernung des Maſſenmörders
aus dem hieſigen Bezirkskrankenhaus zu erwirken, wurde
einſtimmig angenommen.
* Dirſchau, 17. Sept. Heute vormittag 10 Uhr 40 Min.
ſtraf der Kaiſer im Hofſonderzug aus Oeſterreichiſch=
Schleſien, über Poſen-Bromberg kommend, hier ein. Der
Kaiſer und ſeine Umgebung verließen aus dem Weſtportal
der Weichſelbrücke den Zug und beſtiegen bereitgehaltene
Automobile; die Autos paſſierten in langſamer Fahrt die
alte verlängerte Weichſelbrücke, wobei der Kaiſer die zu
Ende gehenden Bauarbeiten und das Fundament des
neuen Oſtportals beſichtigte. Ohne Aufenthalt ſetzte der
Kaiſer die Automobilfahrt über Marienburg-Elbing nach
Cadinen fort. Um 10 Uhr 50 Min. folgte der Sonderzug.
* Rom, 17. Sept. Die Agencia Stefani meldet aus
Suara von geſtern: Die italieniſchen Truppen unter
General Torelli rückten heute morgen vor, um die
Auf=
ſtändiſchen anzugreifen und zu zerſtreuen, die am 15.
dieſes Monats die Stellung bei Gſur verlaſſen und ſich in
beträchtlicher Stärke in einer Stellung in der Umgebung
des Tales Texniz verſammelt hatten. Der Marſch wurde
in zwei Staffeln ausgeführt, deren erſte, welche ſehr
an=
ſteigendes, mit dichtem Gehölz bedecktes Gelände
durch=
queren mußte, auf hartnäckigen Widerſtand des Feindes
ſtieß. Der Feind verſuchte auch, zum Angriff vorzugehen,
wurde aber nach einem heftigen Feuergefecht geſchlagen.
Infolge des lebhaften Artilleriefeuers und wiederholter
Angriffe, ſowie bedroht durch die zweite Staffel, wurden
die Aufſtändiſchen zu einem eiligen Rückzuge in
nordöſt=
licher Richtung gezwungen. Die Italiener erlitten ſehr
ſchmerzliche Verluſte. General Torelli, der in der
vorder=
ſten Linie ſtand, ſtarb den Heldentod, ebenſo zwei
Offi=
ziere und 28 Mann, darunter ſieben Italiener. Drei
Offi=
ziere und 27 Mann wurden verwundet, darunter 19
Ita=
liener. Die Rebellen erlitten ebenfalls beträchtliche
Ver=
luſte. Einige Häuptlinge ſind gefallen. Die Haltung der
Truppen war ausgezeichnet. Die Truppen ſchlugen in den
eingenommenen Stellungen ihr Lager auf.
* London, 17. Sept. Der engliſche Arbeiterführer
Quelch iſt heute morgen geſtorben. Er wurde 1907
aus Württemberg ausgewieſen und wohnte 1908 dem
deutſchen ſozialdemokratiſchen Parteitage bei.
* Kopenhagen, 17. Sept. Das Herzogspaar von
Cumberland iſt heute vormittag 11 Uhr mit der
Ber=
liner Expreßzug abgefahren. Auf dem Bahnhof hatten ſich
zur Verabſchiedung die hier anweſenden Mitglieder der
königlichen Familie und das Königspaar eingefunden.
— Berlin, 17. Sept. Die 100 Schulkinder, die ſeit
dem 29. Auguſt Gäſte des Kronprinzenpaares
in Langfuhr waren, ſind auf dem Bahnhof Friedrichſtraße
wieder eingetroffen. Die Knaben trugen zum Teil
Sol=
datenmützen, die ihnen von den Soldaten geſchenkt
wor=
den waren.
— Berlin, 17. Sept. Der 29jährige Prokuriſt eines
hieſigen Bankgeſchäfts ſollte geſtern abend
geſchäft=
lich nach Breslau fahren. Auf dem Schleſiſchen Bahnhof
verabſchiedete er ſich von ſeiner Braut. Auf der nächſten
Station ſtieg er aus, kehrte nach Berlin zurück, begab ſich
in ein Hotel und erſchoß ſich. Die Gründe des
Selbſt=
mordes ſind unbekannt. Bücher und Kaſſe befinden ſich in
Ordnung.
— Seehauſen (Uckermark), 17. Sept. In vergangener
Nacht iſt der Fiſchermeiſter Rohde beim Fiſchen in dem
Uckerſee vom Blitz getötet worden.
Mundwasser
3 und 18 merke man ſich,
wenn man wiſſen will, aus welchen der Sodener
Ge=
meindeheilquellen Fays ächte Sodener Mineral=Paſtillen
— und nur dieſe! — gewonnen werden. 3 und 18 ſind
zugleich die mit am meiſten verordneten und benützten
Sodener Gemeinde=Heilquellen, und der Wert von Fays
Sodener Mineral=Paſtillen ergibt ſich ſonach ganz von
ſelbſt. Man verwendet ſie bei Heiſerkeit, Verſchleimung,
Katarrhen des Kehlkopfs und der Bronchien, ſtimmlicher
Indiſpoſition mit ſtets gleich ausgezeichnetem Erfolg. Doch
achte man auf den Namen „Fay”, auf die amtl. Beſcheinig.
des Bürgermeiſter=Amtes zu Bad Soden a. T. auf weiße
Kontrollſtreifen u. laſſe ſich k. Nachahm. aufſchwatzen. (I,1
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Weinsberger Geldlotterie. Schon nächſte Woche,
am 25. September findet die Ziehung der großen
Weinsberger Geldlotterie, welche vom K. Miniſterium
dem Juſtinus Kerner=Verein zu Gunſten des berühmten
Kernerhauſes genehmigt wurde, ſtatt. Der Hauptgewinn
beträgt 20000 Mk. und übernimmt die Generalagentur
J. Schweickert, Stuttgart, Marktſtraße 6, für die richtige
Einhaltung des Ziehungstages jede Garantie. Loſe
à 1 Mk., 13 Loſe 12 Mk, ſind noch in den bekannten
Verkaufsſtellen zu haben.
— Salzwedel, 17. Sept. Unter dem Verdacht, eine
fremde Handelsfrau bei Kallehne ermordet zu
haben, ſind hier die Arbeiter Planke und Ladekath
ver=
haftet worden.
— Prag, 17. Sept. Auf der Strecke Prag-Hoſterwitz
tießen ein Laſtwagen und ein Laſtzug zuſammen. Ein
Bremſer wurde get ötet; drei Perſonen ſind verletzt
worden.
Zum Rücktritt Felix Holländers.
IIB. Berlin, 17. Sept. Der plötzliche Rücktritt Felix
Holländers von der Leitung des
FrankfurterSchauſpiel=
hauſes iſt, wie geſtern der Aufſichtsrat der Frankfurter
Theater=Aktiengeſellſchaft mitgeteilt hat, durch Gründe
privater Natur veranlaßt. Die Gründe liegen, wie die
B. Z. meldet, in Beziehungen, die Holländer ſeit längerem
zu einer jungen Berliner Schauſpielerin unterhält.
Hol=
länder, der verheiratet iſt, hatte die Abſicht, ſich von ſeiner
Frau ſcheiden zu laſſen und die Schauſpielerin, die vor
zwei Jahren aus Wien an das Deutſche Theater engagiert
war, zu heiraten. Dieſer Abſicht ſtellten ſich jedoch
Schwie=
rigkeiten entgegen. Als Holländer nach Frankfurt ging,
blieb die Künſtlerin in Berlin zurück. Der über 40 Jahre
alte Mann ſtand jedoch ſo ſehr im Banne ſeiner Liebſchaft,
daß er die Trennung nicht ertrug. Er faßte daher den
Plan, ſeine Stellung in Frankfurt aufzugeben und mit der
Künſtlerin nach Amerika zu gehen. Vor kurzem traf er
aus Frankfurt hier in Berlin ein und bewirkte von
Rein=
hardt die Löſung ſeines noch bis 1. April 1914 laufenden
Kontraktes mit dem Deutſchen Theater.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
An der Grenze zwiſchen hohem und tiefem Druck
hatte unſer Bezirk geſtern bei wechſelnder Bewölkung
und meiſt ſchwachen ſüdlichen Winden vorwiegend
trockenes Wetter. Das weſtliche Tiefdruckgebiet hat ſich
erneut über Deutſchland ausgebreitet, während ſich die
Hochdruckgebiete im Norden und Oſten verflacht haben.
Wir haben daher keine weſentliche Aenderung deri
Witterung zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 18. Sept.:
Meiſt trüb und wolkig, zeitwetſe Niederſchläge, kühl.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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derart heruntergekommen, daßich oft Schwächeanfälle bekam
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Nummer 219.
Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns: Die elektriſche Beleuchtung findet
eine immer rationellere Ausnutzung durch Verwendung
aller Arten von Schirmen, Reflektoren u. ſ.f., welche
be=
ſtimmt ſind die Lichtausſtrahlung der Lampe in eine
be=
ſtimmte Richtung zu leiten. Alle dahin zielenden
Verbeſ=
ſerungsbeſtrebungen werden aber überholt durch eine
Spezialtype der bekannten Wotan=
Metalldraht=
lampe, die Wotan=Fokuslampe, in welcher
der Leuchtkörper derart auf der Mantelfläche eines Kegels
angeordnet iſt (D. R. G. M.), daß die Lichtausſtrahlung
in der gewünſchten Richtung die zwei= bis vierfache
der=
jenigen normaler Metalldrahtlampen iſt. Mit dieſer neuen
Lampe ſind daher im Vergleich zu den gewöhnlichen
Me=
talldrahtlampen beträchtliche Stromerſparniſſe zu erzielen.
Reflektoren, Schirme uſw. werden bei dieſer Lampe zum
Teil überflüſſig.
Des Kindes Lieblingsmahlzeit wird durch Eindicken
herrlicher Alpenmilch und durch den Zuſatz von
feinver=
mahlenem Weizenzwieback und Zucker gewonnen und ver=
bürgt veshalb eine glate, ungeſörte Enwickelung des
Kindes. Und wie heißt dieſe Lieblingsmahlzeit? Neſtles
Kindermehl! Nach Ausſprüchen zahlreicher Aerzte iſt
es das leicht verdaulichſte Kindermehl, das bekömmlichſte
Milchzwiebackpulver der Gegenwart für Säuglinge von
den erſten Lebensmonaten an. Jede Mutter verlange im
Intereſſe ihres Kindes nähere Aufklärung durch: Neſtle=
Geſellſchaft, Berlin W. 57.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater Anfang 7 Uhr, Ende nach
10 Uhr (Ab. C): „Die Fledermaus”
Verſammlung der Fortſchrittlichen Volkspartei um
8¾ Uhr im Hotel „Prinz Karl”
Konzerte: Bürgerkeller um 8 Uhr. — Café „
Metro=
pole” um 8 Uhr.
Bilder vom Tage: In der Auslage unſerer Expedition
(Rheinſtraße 23) ſind neu ausgeſtellt: Das bei
Helgo=
land vernichtete Marineluftſchiff „L 1½; von der
Beſatz=
ung des vernichteten Marineluftſchiffes „L 1‟. — Aus
dem diesjährigen Kaiſermanöver. Der Kaiſer und ſeine
Gäſte im Mandvergelände. — Von der Vermichlunge
feier des früheren Königs von Portugal mit der
Prin=
zeſſin Auguſta Viktoria von Hohenzollern in
Sig=
maringen.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 19. September.
Hofreite=Verſteigerung des Friedrich Rettig
(Frankenſteinſtraße 42) um 9 Uhr auf dem
Orts=
gericht II.
Druck= und „Verlag: C. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlichs für dendpolitiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil unds Letzte Nachrichten: Max Streeſez.
für den=Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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(*8973
Kurſe vom 17. September 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
87.
Staatspaviere.
4 Diſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,80
76,00
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,70
3½ do. Conſols . . . 84,80
3
76,20
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe.
91,50
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,80
83,50
3½
do.
74,40
do.
3
(4 Hamburger Staatsanl.
98,10
4 Heſſ. Staatsanleihe
4 do. do. (unk. 1918) 96,70
do.
3½
do.
74,50
3
76,70
3 Sächſiſche Rente.
-
4 Württemberg unk. 1921
do. v. 1875 92,40
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 97,10
-
1¾ Griechen v. 1887
-
Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrent: 85,00
do. Goldrente . . . 89,80
4 do. einheitl. Rente 81,30
3 Portug, unif. Serie I 62,60
3 bo. unif. Ser, III 64,50
3 do. Spezial . . . . 9,00
5 Rumänier v. 1903 . . —
4 do.
v. 1890 . . 93,00
4 do.
v. 1905 . . 88,10
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,30
do. v. 1902 . . . . 91,60
4½ do. v. 1905 . . . . 99,30
3½ Schweden . . . . . . —
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Admin. v. 1903 79,50
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 85,20
„ do. Staatsrente. . . 82,40
Z.,
InProt.
5 Argentinier . . . . . . 98,60
do.
82,70
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,50
5 Chinef. Staatsanleihe. 98,00
4½
do.
91,10
4½
91,00
Japaner . . . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 77,10
49,80
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 78,00
5 Gold=Mexikaner . . . .
3½ Buenos Aires Provinz 68,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 143,80
7 Nordd. Lloyd . . . . .124½
6½ Südd. Eiſenb.=Zef. . 127,20
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anakol. Eiſenb. 69½
Einz. Mk. 403 . .
6 Baltimore und Ohis . 96,50
6 Schantungbahn . . . . 123,50
8 Luremb. Prince Heuri 170,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 27,20
6 Pennſylvania R. R. .
Letzt: Induſtrie=
Aktien.
Divid.
Brauerei Werger
60,00
28 Bad. Anilin= u. Sodz=
Fabrik . . .
541,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.236,50
30 Jarbwerke Höhſt . . 618,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 331,50
10 Cement Heidelberg . . 146,50
30 Chem. Werke Albert 440,50
14 Holzverkohlung Kon:
ſtanz . . . . . .. . 302,0)
5 Lahmeyer. . . . . . .
InProz.
Letzie
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 153,60
12 Siemens & Halske 216,25
5 Bergmann Electr. . . 127,50
10 Deutſch.Ueberſee Electr. 166,30
0 Gummi Peter . . . . 80,00
0 Kunſtſeide Frankfurt —
30 Adler=Fahrradwerke
410,00
Kleyer . . . .
9 Maſchinenf. Badenia 145,00
Wittener Stahlrößren 126,00
9 Steana Romana Petr. 152,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 216,00
12,83 Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 206,80
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 90,50
0 Südd. Immobilien . 57,75
Bergwerks=Aktien.
170,25
10 Aumetz=Friede . . .
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 223,00
11 Deutſch=Luxemburz.=
Bergb. . . . . . . 146,90
10 Gelſenkirchener . . . . 185,00
9 Harpener . . . . . . . 190,60
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 261,75
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.= „
Caro. . . . . . . . 75,30
6 Laurahütte . . . . . . 172,75
10 Kaliwerke Aſchersleben 141,00
13
Weſteregeln 188,00
7½ South Weſt Africa 118,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 97,90
4 Eliſabethbahn, freie . . 88,80
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 84,50
3 Prag=Duger . . . . . . 75,00
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,90
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,00
3
77,10
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,00
do.
Sroen
Bf.
53,60
2‟ Oeſt. Sübb. (Lomb.)
76,50
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 83,40
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,40
4½ Moskau=Kaſan . . . 94,00
86,60
4
do.
87,00
4 Wlabichawchas .. ..
4 Rjäſan Koslow . . . . 87,10
3 Portugieſ. jenb. ..
4½
86,00
do.
2½ Vivorneſer . .
.. 69,70
3 Salonique=Monaſtir . 63,90
4 Baadadbahn . . . . ..
4½ Anatoliſche Eiſend. . 92,00
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 90,00
4 Nocthern=Paciſie . . . 94,25
4 Southern=Paciſie . . . 90,70
5 St. Louts und San
Franeiscs. . . . . —
E Tehuantepee . . . . .
89,10
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Kürich . . 196,00
7½ Vergiſch=Märkiſche
Bank . .
. .143,10
9½ Berlin. Handelsgeſ .162,60
6½ Darmſtädter Bank . 116,30
12½ Deutſche Bank . . . 249,90
Deutſche Vereinsbank . 116,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . 111,75
10 Diskonto=Kommandit 186,00
8½ Dresdener Bank
.150,75
10 Frankf. Hypoth.=B. 207,00
6½ Mitteld. Kreditbank 114,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 11
,50
7 Pfälziſche Bank. . . .
22,70
6,95 Reichsbank . . . . . 135,75
Rhein. Kreditbank. . .127,10
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 107,50
½ Wiener Bankverein . 133,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94,30
Srde
Zf.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
84,70
S. 19. . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
3½
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
3½
84,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
96,60
S. 14, 15, 17, 24/26
96,60
18—23. . . . . . .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
S. 3—5 . . . . . . . . 84,00
S. 9—11 . . . . . . . 84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
3½
do.
84,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 93,80
3½ bo. (unk. 1914) . . 83,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
97,70
3½
do.
85,00
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . —
3½
.
4. Frankfurt. . . . . .. 96,50
34
do.
95,50
4 Gießen . . .. ... . —
3½
do.
85,50
,
4 Heidelberg . . . ... 94,50
31
do.
4 Karlsruhe . . . . . . 95,00
3½
do.
86,00
Magdeburg. . .. ..
3½
.
-
4 Mainz . . . . . . ..
31
do.
85,60
4 Mannheim . . . . . . 94,00
3½
do.
89,00
München . . . . . . . 97,50
3½ Nauheim . . . . . .
4 Nürnberg. . . . . . . 96,00
3½
do.
83,90
4 Offenbach. . . . . .
2ndmn
Zf.
-
3½ Offenbach . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . —
3½
87,20
do.
4 Worms. . . . . . . . 93,00
84,70
do.
3½
4 Liſſaboner v. 1886 . 77,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche . . . Tlr. 100 180,50
3½ Cöln=Mindner , 100 135,50
3 Holl. Komm. fl. 100 112,00
3 Madrider Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfand=
136,00
briefe . . . . . .
Oeſterr. 1860er Loſe . 130,00
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 111,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
33,20
Augsburger. . . . .
Braunſchweiger Tlr. 20 197,00
Freiburger . . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs.45 —
. . . . . F3.10
Meininger . . . . . fl. 7 34,80
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 566,00
do. v. 1858fl. 100 505,00
Ungar. Staats . . fl. 100 385,00
Venediger . . . . Fs. 30 61,50
Türkiſche . . . . Fs. 400 166,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,36
20 Franks=Stücke . . . . 16,13
Amerikaniſche Noten. . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,41
Franzöſiſche Noten. . . . 80,80
Holländiſche Noten. . . . 168,50
Italieniſche 2 oten . . . . 79,90
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,65
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 3sf. 7%.
Nummer 219.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
3
155
6 P
2
D
Sc.
Seite 9.
Weiblich
Schriſtl. Arbeit von Dame geſ
Gefl. Off. u. P 36 Exped. (*8918dsi
Perf. Büglerin nimmt n. Wä
che
an Schwanenſtr. 71.
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Nummer 219.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Unſere Bekanntmachung vom 3. September d. Js. wird dahin
abgeändert, daß zuerſt die Kreisſtraßenſtrecke „Mitteldick-Geheſpitz”
vom Dienstag, den 16. September bis 4. Oktober d. Js. und im
Anſchluß daran die Strecke „Mitteldick-Kreisarenze” für ſämtlichen
Auto= und Fuhrwerksverkehr geſperrt iſt.
Darmſtadt, den 16. September 1913.
(19303
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
2!
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund. 1 Spitzhund, 1 Foxterrier, 1 Jagdhund
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
aus=
gelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. 10 Uhr, ſtatt. (19327
Bekanntmachung
über die Regelung des Straßenverkehrs während der
Herbſtmeſſe 1913.
Auf Grund von § 366 Ziffer 10 R. St. G. B., Art. 264 Pol. St. G. B,
und Artikel 129b, Abſ. 2, der Städteordnung wird wegen der
Herbſt=
meſſe für die Zeit vom 18. September bis 2. Oktober ds. Js.
einſchließlich angeordnet:
1. Der zwiſchen Mühl= und Stiftſtraße liegende Teil der
Lindenhofſtraße iſt für Fuhrwerke geſperrt.
2. Auf den das Meſſe=Gelände umgebenden Straßenteilen
darf nur im Schriit gefahren oder geritten werden.
3. Durch die Reihen der Schau= und Verkaufsbuden darf
weder gefahren noch geritten noch geradelt werden.
Darmſtadt, den 15. September 1913.
(19240mds
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung,
betreffend die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in der
Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Da aus Anlaß der Meſſe am Sonntag, den 28. Sept. 1913,
für die Stadt ein geſteigerter örtlicher Geſchäftsverkehr zu erwarten
iſt, wird hiermit auf Grund des § 105b Abſatz 2 der
Reichsgewerbe=
ordnung und der §§ 143 und 145 der Ausführungsverordnung. zur
Gewerbeordnung für dieſen Tag die Offenhaltung ſämtlicher offenen
Verkaufsſtellen einſchließlich der Verkaufsſtände der Meſſe in der Zeit
von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends zugelaſſen.
Während dieſer Stunden iſt die Beſchäftigung von Gehilfen,
Lehrlingen und Arbeitern in allen offenen Verkaufsſtellen geſtattet.
Darmſtadt, den 16. September 1913.
(19328ds
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
(.25
Blelerungsvergebung.
Für Großh. Provinzialarreſthaus Darmſtadt ſoll vergeben
werden für die Zeit vom 15. Oktober 1913 bis 31. März 1914 die
Lieferung von etwa:
600 Kilo weiße Bohnen,
800 „ geſpaltene Erbſen,
600 „ Linſen,
gute Speiſekartoffeln.
20000
Bei Kartoffeln ſind in den Angeboten die Namen der Sorten
anzugeben, die geliefert werden.
Es wird auf den Erlaß der Großh. Miniſterien vom 12. Juni
1893, das Verdingungsweſen betr., verwieſen.
Die Lieferungsbedingungen liegen am 22. und 23. September
1913, vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 5 Uhr,
in dem Dienſtzimmer des Großh. Oekonomen, Rundeturmſtraße 8,
zur Einſicht offen.
Angebote und Muſter ſind verſchloſſen und voneinander
ge=
trennt bis
Freitag, 3. Oktober 1913, vormittags 10 Uhr,
auf dem genannten Dienſtzimmer niederzulegen. Zu dieſer Zeit
findet ebendaſelbſt die Eröffnung der Angebote ſtatt.
Zuſchlagsfriſt: 10 Tage vom 3. Oktober 1913 an.
(19316ds
Darmſtadt, 12. September 1913.
Der Großh. Oberſtaatsanwalt.
Dr. Schwarz.
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Die Rechnung für 1912.
liegt von heute ab 8 Tage lang im Pfarrhauſe, Hügelſtraße 28,
offen.
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früher Großherzogliche Hof=Solo=Tänzerin.
Konkturspverfahren.
Ueber das Vermögen des
Hein=
rich Kircher, Inhabers der Firma
Franz Kircher in Darmſtadt, wird
heute, am 15. September 1913,
nachmittags 12½ Uhr, das
Kon=
kursverfahren eröffnet, da er
zah=
lungsunfähig iſt.
Der Kaufmann Ernſt Wolff in
Darmſtadt, Mühlſtraße, wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
25. Oktober 1913 bei dem
Ge=
richte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände
auf
Donnerstag, 23. Oktober 1913,
vormittags 9 Uhr,
Zimmer Nr. 222
und zur Prüfung der
angemel=
deten Forderungen auf (19329
Freitag, 14. November 1913,
vormittags 11 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 219, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an den
Gemeinſchuld=
ner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte
Befriedig=
ung in Anſpruch nehmen, dem
Kon=
kursverwalter bis zum 9.
Okto=
ber 1913 Anzeige zu machen.
Großherzogliches Amtsgerichts I
zu Darmſtadt.
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Darmſtadt, 15. September 1913.
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Konkursverfahren
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biger Mk. 202.48 in der Maſſe,
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2
Jetzt fragte ſie nichts mehr, ſondern begleitete ihn
ſtumm bis zu dem Wagen, deſſen Trittbrett er raſch erſtieg,
um für die Dauer einiger Sekunden im Innern zu
ver=
ſchwinden. Dann erſchien er drinnen an einem der
herab=
gelaſſenen Fenſter des Verbindungsganges und neigte ſich
gegen die geduldig auf dem Bahnſteig Harrende vor.
Es iſt, wie ich vermutet habe: ſämtliche Abteile ſind
beſetzt. Aber irgendein Winkelchen für meine
unbedeu=
tende Perſon wird ſich ſchon noch finden. Auf
Wieder=
ſehen alſo, Herzensſchatz — auf ein frohes, glückſeliges
Wiederſehen in längſtens ſechs Wochen!
Sie reckte ihre zierliche Geſtalt auf den Fußſpitzen, um
ihm noch einmal die Hand reichen zu können.
Auf Wiederſehen, Geliebter! — Vergiß Deine Zuſage
nicht. Und verſprich mir noch eines! Du wirſt niemals
allein eine Hochtour unternehmen, wie Du es nach Deiner
Erzählung früher ſo oft getan haſt — dieſes einzige kleine
Zugeſtändnis mußt Du der törichten Aengſtlichkeit Deines
dummen Mädchens ſchon noch machen.
Gut alſo! — Mein Ritterwort — ſofern ein ſimpler
bürgerlicher Privatdozent eines zu verpfänden hat — daß
ich auch den harmloſeſten Gipfel nicht anders als in
zuver=
läſſiger Begleitung erklimmen werde. — Iſt Dir das
genug?
Eie nicke unr, dean ſie ſirchtie, ihm auſt einem gl.
ſprochenen Wort zu verraten, wie nahe ſie dem Weinen
war. Er aber ſah die Tränen doch, die ihre Augen
füll=
ten, und neigte ſich, da eben der zweimalige Pfiff des
Zug=
führers ertönte, mit einer raſchen Bewegung noch weiter
vor, um ihre Hand an ſeine Lippen zu ziehen.
Sei tapfer, meine ſüße Kleine! — Und noch einmal:
Auf Wiederſehen! — Der Himmel behüte uns und unſere
Liebe!
Faſt gewaltſam mußte er ſich von dem Druck der
klei=
nen Fauſt befreien, die ſeine Rechte auch dann noch nicht
laſſen zu wollen ſchien, als der Zug ſich bereits in
Beweg=
ung geſetzt hatte, und ſo lange erwiderte er mit lebhaftem
Hutſchwenken das Wehen ihres weißen Taſchentuches, bis
die Lichterreihen der Bahnhofshalle hinter ihm lagen und
die abendliche Dunkelheit ein Erkennen nicht mehr
ge=
ſtattete.
Vor ſeinem Geiſte aber ſtand in dieſem Augenblick mit
greifbarer Deutlichkeit das Bild eines zu Tode betrübten,
herzlieben kleinen Mädchens, das unter heißen Tränen
ſeinen Heimweg antrat, weil der grauſame Eiſenbahnzug
ihm ſein köſtlichſtes und heiligſtes Beſitztum entführte.
2.
Der Zufall hatte ſich dem jungen Privatdozenten Dr.
Werner Marold doch gnädiger erwieſen, als ers vorhin
bei der erſten flüchtigen Durchmuſterung der Wagen
ver=
mutet. Denn das am äußerſten Ende befindliche, für nur
drei Perſonen berechnete Halbeoupé war ganz leer, und er
konnte ſichs darin nach Gefallen bequem machen.
Nach=
dem er die Ledertaſche und die Plaideolle, die ſein
geſam=
tes Handgepäck ausmachten, über ſich in dem Bagagennetz
untergebracht, ließ er ſich auf dem Eckplatz am Fenſter
nie=
der, lehnte den Kopf in die Polſter zurück und ſchloß die
Augen.
Aber er hatte keine Hoffnung, daß ein wohltätiger
Schlummer den Sturm zur Ruhe bringen würde, den ein
unſeliges Wiederfinden in ſeinem Innern entfeſſelt hatte.
Vielleicht noch nie in ſeinem Leben war es ihm ſo ſchwer
gefallen, ſich zu beherrſchen als während dieſer letzten
Mi=
nuten des Abſchieds von ſeiner Verlobten, die nach ihrem
und ſeinem Willen noch vor dem Fallen der herbſtlichen
Blätter ſein eigen werden ſollte.
Sich in der unmittelbaren Nähe dieſes Weibes zu
wiſſen, gleichſam mit ihr eingeſperct in den nämlichen
Eiſenbahnzug und vielleicht nur durch ein paar dünne
Holzwände von ihr getrennt — es dünkte ihn noch immer
ſo abenteuerlich, ſo unfaßlich, daß er ſich wieder und
wie=
der einzureden verſuchte, es ſei am Ende doch nichts
ande=
res geweſen als eine wunderbare Aehnlichkeit, was ſein
Blut in ſo ſtürmiſche Wallung verſetzt hatte.
Dann aber ſchalt er ſich ſelbſt einen Narren um dieſes
törichten Verſuches willen. Nein, von allen menſchlichen
Geſichtern war es ſicherlich gerade dies eine, das er nie
und nimmer, in keiner Situation und unter keinen
Um=
ſtänden, mit einem anderen hätte verwechſeln können,
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Nummer 219.
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tiefen, herrlichen Augen, die ſich vorhin mit ſo großem,
beredten Blick, dem ſinnverwirrenden Blick längſt
ver=
gangener Tage auf ihn gerichtet hatten — auch an ihrer
Geſtalt würde er ſie erkannt haben, an ihrem Gang, ihrer
Haltung, an jeder ihrer Bewegungen. Hatte doch ihre
beſtrickende Schönheit im Wachen wie im Träumen reine
ganze Seele erfüllt, nicht nur ſolange er ſich in ihrem
Be=
ſitz für den beneidenswerteſten aller Menſchen gehalten,
ſondern noch lange, lange, nachdem er ſie
unwiederbring=
lich verloren.
Seine Erinnerungen flogen zurück in jene Zeit der
überſchwenglichſten Glückſeligkeiten, von der ihn nun
ſchon zwei volle Jahre trennten, und die doch mit jedem
allerkleinſten, bedeutungsloſen Erlebnis in ſein
Gedächt=
nis eingegraben war, wie wenn nur wenige Wochen, nein
nur wenige Tage darüber hingegangen wären. =Er ſah
wieder das alte, zum Gymnaſium umgewandelte
Kloſter=
gebäude, darin er als Lehrer gewirkt hatte, und er hörte
über ſeinem Haupte das abendliche Rauſchen der
Baum=
wipfel in der verſchwiegenen Allee längs des ehemaligen
Wallgrabens, die ſie, die Beglückerin und Zerſtörerin, ſo
oft an ſeiner Seite durchwandelt. Er dachte der
unglück=
ſeligen Stunde, da er ſie zum erſtenmal geſehen, der
Stunde, die ihn ſogleich dem Zauber ihrer Schönheit und
ihres Liebreizes hoffnungslos hatte erliegen laſſen. Und
er begriff noch immer nur allzu gut, wie es hatte geſchehen
können, obwohl Magda Seyffried nichts anderes geweſen
war als eine beſcheidene, von dem Kaſtengeiſt der
Klein=
ſtadtbevölkerung mit Geringſchätzung betrachtete
Ver=
käuferin in der Papierhandlung, aus der der junge
Gym=
naſiallehrer ſeinen kleinen Bedarf zu entnehmen pflegte.
Er hatte noch nicht ein Wort vergeſſen von dem erſten
Geſpräch, das er über den Ladentiſch hinweg mit ihr
ge=
führt, und das ihm ſeiner Meinung nach trotz des
ſchein=
bar alltäglichen Inhalts einen ſo tiefen Einblick in die
Feuerſeele eines in ungeſtillter Sehnſucht nach Glück und
Sonne verſchmachtenden, hoch über das Durchſchnittsmaß
ihrer kläglichen Umgebung hinausragenden Weibes gewährt
hatte. Er hätte Tag für Tag und Stunde für Stunde
er=
zählen können, was dann weiter geſchehen war — wie ſie
ſich in ſcheuem Mädchenſtolz geſträubt hatte, ſeinem heißen
Werben Gehör zu ſchenken, weil ſie bei dem
Unterſchied=
der geſellſchaftlichen Stellung nicht an die Ernſthaftigkeit
ſeiner Abſichten zu glauben vermochte — wie er ihr endlich in
einem unbewachten Augenblick das Geſtändnis ihrer
Gegenliebe abgerungen — und wie ſie ihm doch auch nach
dieſer Stunde nicht eine Geliebte, ſondern eine Königin,
eine Göttin geweſen war, zu der er in verzückter Anbetung
emporgeſehen und die er in ſeinen ſchwärmeriſchen
Ge=
danken mit allem holdſeligen Reiz der Reinheit und
Un=
ſchuld umkleidet hatte,
Er ſtöhnte tief auf und richtete ſich empor, um mitt
weit offenen Augen in die ſchattenhaft vorüberhuſchende,
abenddunkle Landſchaft hinauszuſtarren, als könne er
da=
mit die Erinnerungen bannen, die zu ſeinem eigenen
Schrecken noch immer eine ſo furchtbare Macht über ihn
beſaßen. Denn es war ja Wahnwitz, daß er ſich von ihnen
gefangen nehmen ließ — Wahnwitz und Verbrechen! Was
kümmerte ihn das falſche, verräteriſche Weib, das ſein
rückhaltlos hingegebenes Herz gleichgültig weggeworfen
und zertreten hatte? Was hatte er jetzt noch mit ihr zu
ſchaffen — jetzt, wo ein gnädiges Schickſal ihn in
Wahr=
heit hatte finden laſſen, was er einſt in törichter
Verblen=
dung in jener anderen geſucht? Durfte er alle Tiefen
ſeiner Seele aufwühlen laſſen durch einen einzigen Blick
des lügneriſchen Geſchöpfes, das nichts anderes verdiente
als ſeine Verachtung? — Nein, nein und tauſendmal nein!
Sie hätte eine Tote für ihn ſein müſſen, auch wenn er ſich
heute noch immer in Sehnſucht nach ihr verzehrt hätte,
wie er’s dur chſo viele Monate nach ihrem ſchnöden
Treu=
bruch getan. Um wieviel tiefer aber mußte er alle dieſe
eingeſargten Erinnerungen begraben, nachdem er ſich
end=
lich zu neuem Lebensmute und neuer Lebenshoffnung
durchgerungen, und nachdem er ſich ein neues Glück mit
der Uebernahme neuer Pflichten erkauft hatte!
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 219.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
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Seite 16,
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. September 1913.
Nummer 219.
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Einladung zur 9. Hauptversammlung
am Donnerstag, den 25. September 1913, abends 9 Uhr,
im gelben Saal des Restaurants Sitte
Darmstadt, Karlstrasse 15.
Tages-Ordnung:
1. Jahresbericht.
2. Rechnungsablage durch den Kassenwart.
3. Neuwahl des Vorständes.
4. Veranstaltungen im neuen Vereinsjahr.
(19302
Die Vereinsmitglieder (Herren wie Damen) werden dringend
gebeten, vollzählig auf der Versammlung zu erscheinen, auch
sonstige Freunde des Wintersports sind herzlich willkommen.
Der Vorstand.
Turngemeinde Darmſtadt.
Zahlreiches
19340)
Nächſten Samstag, abends 9 Uhr,
im Kneipſaal
Bericht über das deutſche Turnfeſt
pünktliches Erſcheinen erwünſcht.
Die Redewarte.
Mandolinenkranz Darmstadt
Mitglied des Verbandes süddentscher Mandoline- und Guitarre-Vereine.
Samstag, 20. September 1913
in den Räumen des Kaiser- u. Fürstensaals:
NKAnupW6
1
I. Btmungstost
bestehend aus
u e
Konzert, Aneater, kombola u. Ball:
Konzert. Das Konzert wird wieder von dem
be-
liebten Mandoline- und Guitarre-Orchester
aus-
geführt, welches sich nunmehr aus 22 Spielerinnen
und Spielern zusammensetzt.
Theater. Zur Aufführung gelangt der Schwank
=Hohe Gästee von Belly und Henrion, welcher mit
seinen komischen Rollen viel zur allgemeinen
Er-
heiterung beitragen wird.
Tombola. Die Tombola ist sehr reichhaltig. Der
1. Gewinn besteht aus einer Guitarre im Werte von
25 Mark aus dem Lager der Firma M. Gerbert,
Geigenbauer Rheinstraße 17.
Ball. Der Bail findet bei gut besetzter Musik im
Fürstensaal statt.
(*8966
Zu dieser Veranstaltung, welche gewiß ein paar
angenehme Stunden verspricht, gestatten wir uns,
Freunde und Gönner des Vereins höflichst einzuladen.
Der Vorstand.
Anfang 8½ Uhr.
Eintritt 15 Pfg.
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Gegründet 1997 Darmstadt Gegründet 1907
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Es ladet alle Freunde u. Gönner des Schießſports freundlichſt ein
Der Vorstand.
NB. Vereins=Schießabende finden jeden Freitag, von 9 Uhr ab,
(*8980
auf 2 hell beleuchteten Doppelſtänden ſtatt.
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Heute und folgende Tage:
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„Die fidelen Bayern‟.
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Bach-Saint-Saéns: Ouverture. Beethoven: Sonate
op. 81a in Es-dur (Les adieux, Tabsence et le retour).
Brahms: Das Lebewohl; Abwesenheit; Das Wiedersehn;
Variationen über ein Thema von Paganini. Chopin:
Zwei Mazurken op. 63 Nr. 1 und 2; Ballade in F-dur;
Nocturne in Cis-moll; Scherzo in E-dur. Rachmaninoff:
Fünf Präludien. Schubert-Liszt: Ich hört ein Bächlein
rauschen; Soirée de Vienne in D-dur. (19360a
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„Liebl. kl. Dingerch.‟ (Stopp
Potp. a. Kino-König.
„Kind, ich schlafe so schlecht‟
(Filmzauber)
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„Im Kientopp (Musikalisch.
Film. Potpourri zum
Mit-
singen.)
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arrangiert v. Hedwig Ehrle.
Im 2. Aufz.: a) Spaniſch, getanzt
von Grete Kumpf, Klara Höhne,
Frieda Lederer und Marg. Lücke.
b) Schottiſch, getanzt von Auguſte
Martin, Franzi Salden, Wally
Harreus und Grete Metzger.
c) Polniſch, getanzt von Marie
Baranoff, Luiſe Rehr Frieda
Goetzmann und Eliſabeth Müller.
d) Böhmiſch, getanzt von 4
Kin=
dern der Ballettſchule. e)
Unga=
riſch, getanzt von Sybille Huber
und Adelheid Eroneberg.
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
Ma=
ſchineriedirektor E. Schwerdtfeger.
Nach d. 1. u. 2. Aufz. läng. Pauſen.
Das Haus wird nur nach den
Aktſchlüſſen erleuchtet; die längeren
Pauſen werden durch Herablaſſen
des eiſernen Vorhangs angezeigt.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ.
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½ bis
1½ Uhr und eine Stunde vor
Be=
ginn der Vorſtellung; im
Ver=
kehrsbüro von 8 bis 1 Uhr u.
von 9½ Uhr bis kurz vor Beginn
der Vorſtellung. (Im
Verkehrs=
büro werden auch telephoniſch
Karten=Beſtellungen
entgegenge=
nommen. Telephon Nr. 1582.)
Anfang 7 U. — Ende nach 10 U.
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Freitag, 19. Sept. 10. Ab.=Vſt.
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Fauſt=Tragödie. 4. Abend:
Der Tragödie zweiter Teil, aweite
Abteilung. Gewöhnliche Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 20. Sept. Keine
Vor=
ſtellung.
Sonntag, 21. Sept. 11. Ab.=Vſt.
A 3. „Der Freiſchütz.‟
Ge=
wöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Montag, 22. Sept. Keine
Vor=
ſtellung.
Dienstag, 23. Sept. 12. Ab.=Vſt.
A 4. „Hamlet.” Kleine Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Mittwoch, 24. Sept. 13. Aß=Vſt.
B 3. „Tannhäuſer.” Gew.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Seiter18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den=18. September 1913.
Nummer 219.
fachden
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S Drogerien Parfomerien
Hautcreme
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ee e
eee Ze
lichen Beamtenbeſoldungspolit herauszuhehen und ſie
lediglich als Frage der allgemeinen Bevölkerungspolitik zu
behandeln. Im übrigen hielt Redner die ganze
Angelegen=
heit noch nicht für ſpruchreif; es ſei ratſam, den einzelnen
Mitgliedern, den Unterorganiſationen des Verbandes und
der Oeffentlichkeit Gelegenheit zu geben, die Frage der
Erziehungsbeihilfen im kommenden Jahre ausgiebig zu
erörtern. Der nächſte Verbandstag würde dann endgültig
Stellung zu nehmen haben. In der Ausſprache kamen
wegen der vorgerückten Zeit nur Anhänger der
Erziehungs=
beihilfen zu Wort. Gegen Mitternacht wurde ein Antrag
auf Schluß der Debatte angenommen. Die vorliegenden
Anträge für die=Einführung von Erziehungsbeihilfen
wur=
den zur weiteren Beratung einer Kommiſſionsüberwieſen.
* Kiel 16. Sept. Die Tagung der 65.
Haupk=
verſammlung des Guſtav=Adolf=Vereins
wurde heute nachmittag in der Aula der Univerſität mit
einer Begrüßung durch den Generalſuperintendenten der
Schleswig=Holſteinſchen Landeskirche und Vorſitzenden des
Schleswig=Holſteinſchen Hauptvereins, Müller, eröffnet.
Nach weiteren Begrüßungsreden dankte der Vorſitzende
Geheimer Oberkirchenrat Hartung für die warmen und
herzlichen Begrüßungsworte. — Die Hauptverſammlung
richtete an den Kaiſer folgendes Telegramm: Eurer
kaiſerlichen und königlichen Majeſtät, dem Schutzherrn
un=
ſeres Friedenswerkes ſeit 25 Jahren, und Ihrer Majeſtät
der Kaiſerin, in deren Heimatland wir verſammelt ſind,
bringt die in Kiel tagende 65. Hauptverſammlung des
evangeliſchen Vereins der Guſtav=Adolf=Stiftung
ehr=
furchtsvolle Huldigung und innige Segenswünſche dar.
In dieſem Jahre großer Erinnerung gedenken wir deſſen
dankerfüllt, was Gott vor hundert Jahren an unſeren
Vätern und was er innerhalb eines Vierteljahrhunderts
an Eurer Majeſtät und durch Eure Majeſtät an unſerem
Volke getan hat. In dieſer Stadt ſind wir der hohen
Auf=
gaben uns bewußt, die auch an die Glaubens= und
Volks=
genoſſen jenſeits des Weltmeeres uns geſtellt ſind.”
Um 6 Uhr abends fanden die Feſtgottesdienſte
Den Beſchluß des Tages bildeten am
ſtatt.
Abend zwei öffentliche volkstümliche
Verſamm=
lungen. Zum Leiter der einen, im Koloſſeum, war
Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Altmann=Berlin berufen.
Auf der Rednerliſte ſtanden Geiſtliche aus der Roſegger=
Gemeinde in Mürzzuſchlag, aus Galizien, Mähren,
Po=
ſen, Antwerpen, ſowie der Schriftführer der Evangeliſchen
Geſellſchaft für die Deutſchen in Braſilien. Zum Leiter
der anderen, im Kaiſerſaal war Konſiſtorialrat Propſt
Mordhorſt=Kiel beſtimmt. Hier waren als Redner
vorge=
ſehen Geiſtliche aus Poſen, Wien, Niederöſterreich,
Böh=
men, Ungarn und Spanien. Der Nikolai=Chor und der
Gaardener Kirchenchor hatten ſich zu Geſangsvorträgen
zur Verſchönerung des Abends bereit erklärt.
Sozialdemokratiſcher Parteikag.
— Jena, 16. Sept. Am heutigen zweiten
Sitzungs=
tage wurde lediglich das Thema des Maſſenſtreiks
erörtert an der Hand der Reſolutionen des
Parteivorſtan=
des und des Zuſatzantrages der Radikalen, den wir
geſtern bereits mitgeteilt haben. Die
General=
debatte wurde von dem Abgeordneten Eduard
Bern=
ſtein eingeleitet. Er führte aus, daß die Waffe des
Maſſenſtreiks heute noch nicht ergriffen werden kann. Die
belgiſchen Genoſſen haben Großes geleiſtet, doch herrſchen
bei ihnen ganz andere politiſche Verhältniſſe, die ihnen
einen wenigſtens relativen Erfolg brachten. Bei uns, vor
allen Dingen in Preußen, liegen die Dinge ganz anders.
Man dürfe nicht ins Blaue hinein einen Maſſenſtreik in
Szene ſetzen, ohne an das Ende zu denken. Wenn in
Belgien 450000 Arbeiter in den Ausſtand getreten ſind,
ſo entſpricht das bei uns einer Anzahl von 2½ bis 3 Mil=
Kongreſſe und Verbandstage.
— Der XXIII. Verbandstag des
Verban=
des mittlerer Reichs=Poſt= und
Telegra=
phen=Beamten wurde am 15. September im
Lehrer=
vereinshaus zu Berlin durch den 1.
Verbandsvorſitzen=
den, Poſtſekretär Wiechmann (Berlin), mit einer
Be=
grüßungsanſprache, die in ein Kaiſerhoch ausklang,
er=
öffnet. Dem Verbandstag voraufeging eine zwangloſe
Zuſammenkunft im „Rheingold”, die von zahlreichen
Ver=
bandstagsabgeordneten aus allen Gauen Deutſchlands
be=
ſucht war. Nach dem in der Vormittagsſitzung erſtatteten
Bericht des 1. Verbandsvorſitzenden, Ober=
Telegraphen=
aſſiſtenten Gottſchalk (Berlin), über die Tätigkeit des
Verbandes im verfloſſenen Geſchäftsjahre, zählt der
Ver=
band heute 40645 Mitglieder. Der Verband hat ſeine
Sterbekaſſe auf eine neue Grundlage geſtellt und eine
Brand= und Einbruchsſchadenkaſſe
einge=
richtet, die ihre Wirkſamkeit am 1. Oktober beginnt. Beide
Kaſſen haben die Genehmigung des Aufſichtsamts für
Privatverſicherung gefunden. Aus der Fürſorgekaſſe
wur=
den bisher an Unterſtützungen 104925 Mark gezahlt, im
letzten Jahre allein 28 230 Mark. Eine rege Tätigkeit hat
lauch die Rechtsſchutzkaſſe entfaltet; die Geſchäfte führt
nun=
mehr ein eigener Syndikus. Das faſt 3 Millionen Mark
betragende Verbandsvermögen iſt mündelſicher angeleat.
In den letzten Jahren ſind die verfügbaren Gelder
Be=
amtenbaugenoſſenſchaften als erſte Hypothek geliehen.
Aus=
führlich ſchilderte der Vorſitzende die Tätigkeit des
Ver=
bandes auf dem Gebiete der Standesfragen. Zur
Frage der Erziehungsbeihilfen wurde eine
grö=
ßere Broſchüre herausgegeben. Es wurde der Hoffnung
Ausdruck gegeben, daß der Verbandstag zu einer Klärung
dieſer wichtigen Frage kommen möge. Der Vortragende
ſchloß mit einem Appell an die Mitglieder, dem Verbande
die Treue zu halten. Nach dem gemeinſamen Mittageſſen
wurde in die Generalbeſprechung eingetreten. Mehrere
Redner dankten der Verbandsleitung für die umfaſſende
Arbeit des letzten Jahres. Namentlich wurde auch allen
Faktoren, die an dem Zuſtandekommen der
Beſoldungs=
aufbeſſerung für die Beamten der Aſſiſtentenklaſſe
mitge=
wirkt haben, der Dank des Verbandstages ausgeſprochen.
— Am Dienstag finden die Sitzungen der
Gruppenaus=
ſchüſſe und Kommiſſionen ſtatt.
Am Abend des erſten Verhandlungstages hielt der
Generalſekretär des Verbandes mittlerer Reichs=Poſt= und
Telegraphen=Beamten, Reichstagsabgeordneter Hubrich
(Berlin) einen zweiſtündigen Vortrag über „
Kinder=
erziehungsbeihilfen”. Redner erörterte die
ſtaatsrechtlichen Auffaſſungen über die Natur der
Beamten=
beſoldung, führte eine Anzahl Beiſpiele ſolcher Länder,
ſowie inländiſcher Körperſchaften an, die bereits das
Sy=
ſtem der Erziehungsbeihilfen eingeführt haben, und
be=
ſprach eingehend das Für und Wider der Einführung von
Erziehungsbeihilfen. Namentlich hob der Vortragende
auch die großen Gefahren hervor, die eine nicht nach jeder
Richtung hin einwandfreie Löſung der Frage für die
Allgemeinheit der Beamtenſchaft in ſich ſchließen könnte.
Andererſeits müſſe man die Notwendigkeit anerkennen, den
Beamtenfamilien, insbeſondere den kinderreichen, die
Er=
ziehung der Kinder zu erleichtern. Zur Verhütung von
nachteiligen Folgen für die übrigen Beamten empfehle es
ſich, die Frage der Erziehungsbeihilfen aus der eigent=
kionen, und die bekommen wir nicht ohne weiteres
zuſam=
men. Wenn man den Maſſenſtreik bis zur Bewilligung
des preußiſchen Wahlrechts durchführen wollte, müßte man
ſo lange ſtreiken, bis die rote Fahne auf dem
Schloſſe von Berlin weht. — Hierauf
begrün=
dete Roſa Luxemburg den Zuſatzantrag der
Radi=
kalen. Sie greift den Parteivorſtand wegen ſeiner
Lau=
heit ſcharf an; er wiſſe nicht, daß in den Maſſen eine große
Unzufriedenheit herrſcht. Wir wollen friſches Blut im
Parteikampf ſehen. Der Parteivorſtand will aber keine
Schwarzſeher dulden. Mit der Unzufriedenheit der Maſſen
geht der Stillſtand in der Mitgliederbewegung Hand in
Hand. Scheidemann hat ſogar für die Militärvorlage
Entſchuldigungsgründe und hält lediglich die Nörgler in
eigenen Reihen für eine Gefahr. Eine Partei, die an
der Spitze der Bewegung ſtehen will, muß die Maſſen
im revolutionären Sinne vorbereiten. Wir wollen den
Gegnern ſagen: Wir ſchärfen unſere Waffen, wir ſind
be=
reit. (Stürm. Beifall.) — Der Gewerkſchaftsführer Abg.
Bauer tritt der Vorrednerin ſcharf entgegen. Wenn
die Maſſen ſoweit ſind, geht der Maſſenſtreik auch ohne
Diskuſſion von ſtatten. Die ganze Frage iſt keine
Ge=
werkſchafts=, ſondern eine Parteifrage. Die Erringung des
preußiſchen Wahlrechts iſt abſolut nicht ſo dringend
ge=
worden, daß wir zu dieſem äußerſten Mittel greifen
müßten. Wir müſſen den Feind Schritt für Schritt
zurück=
drängen und vor allem unſere Vertretung im Reichstage
ſtärken. Von dem bisherigen bewährten Wege abzuweichen,
haben wir keine Veranlaſſung. (Stürm. Beif.) — Schreck=
Bielefeld tritt für den Maſſenſtreik ein,
Reichstagsabge=
ordneter Peus=Deſſau ruft warnend, man ſolle das
Ende bedenken. Der Maſſenſtreik ſei eine Kataſtrophe für
die Partei; was ſolle werden, wenn er fehlſchlägt? —
Abg. Dr. Liebknechi: Die Revolutionierung des
preu=
ßiſchen Wahlrechts iſt die große zentrale Aufgabe der
Partei. Mit unſeren Wahlrechtsdemonſtrationen haben
wir im Handumdrehen das Recht auf der Straße erobert.
Der ſpontane Ruf zum Maſſenſtreik hallt aus den Maſſen
ebenſo zurück, ſie ſelbſt haben dieſe Frage zur Debatte
ge=
ſtellt. Die Reſolution des Parteivorſtandes legt der
Maſſenſtreiksidee Feſſeln an, deswegen empfehlen wir die
ſchärferen Zuſätze. — Abg. Dr. Frank=Mannheim:
Wir ſpielen nicht mit den Waffen, ſondern wir ſchärfen
ſie. Wir kommen in Preußen nicht mehr ohne den
Maſſen=
ſtreik aus. Wir müſſen den herrſchenden Klaſſen zeigen,
daß das Proletariat gewillt iſt, ſich in der
Wahlrechts=
frage ſein gutes Recht unbedingt innerhalb oder
außer=
halb des Parlaments zu holen. — Abg. Ledebour:
Parlament und Maſſenaktion ſind kein Widerſpruch,
ſon=
dern ſie müſſen ſich gegenſeitig ergänzen. Wenn wir uns
gegen die Maſſenaktion ausſprechen, können ſich die
Geg=
ner alles erlauben. — Abg. Dr. David: Der zur
Er=
oberung des preußiſchen Wahlrechts inſzenierte
Maſſen=
ſtreik würde zu einer furchtbaren Kataſtrophe der
moder=
nen Arbeiter führen, da wir nicht die Mehrzahl der
Be=
völkerung hinter uns haben und uns auch die wirtſchaftliche
Munition fehlt. Hunger wird kommen oder eine
Hunger=
revolte. Durch Blut erobern wir die Baſtionen des
preu=
ßiſchen Militärſtaates nicht. — Klara Zetkin erhält
ihren Vorwurf, der Parteivorſtand treibe
Ermattungs=
ſtrategie und ſei von Organiſationswut befallen, aufrecht.
— Abg. Noske=Chemnitz: Wir haben gegen den
Schutz=
mannsſäbel keine Verteidigungsmöglichkeit und ich möchte
nicht nochmals ſehen, wie deutſche Arbeiter vor ihm
Reißaus nehmen müſſen. — In ſeinem Schlußwort
er=
ſucht Scheidemann um Ablehnung des Zuſatzantrages. —
Die hierauf folgende namentliche Abſtimmung über den
Zuſatzantrag ergab deſſen Ablehnung mit 330 gegen 141
Stimmen. Es beſteht alſo kein Zweifel, daß die
Reſo=
lution des Parteivorſtandes mit überwältigender
Majo=
rität angenommen iſt. — Hierauf wurde die Sitzung auf
morgen vertagt.
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