Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
220
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Iunſtrierkes Anterhaltungsblatt.
kommt jeder=Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die nächſtjährigen Kaiſermanöver werden
dem Vernehmen nach in Oberheſſen und den
an=
grenzenden Gebieten ſtattfinden.
Der König und der Kronprinz von
Grie=
chenland ſind in Kronberg eingetroffen.
Beim Aufſtieg eines Doppeldeckers
in
Büchenbeuren (Hunsrück) raſte dieſer unter
die Zuſchauer. Drei Zivilperſonen und der
Gendarmerie=
wachtmeiſter Schmidt wurden getötet, mehrere
Per=
ſonen ſchwer verletzt. Die beiden Flieger blieben
un=
verletzt. Der Apparat ging in Trümmer.
Das gewaltige Bahnlager auf der
preu=
ßiſchsruſſiſchen Eiſenbahnſtation
Skal=
mierzyee ſteht ſeit geſtern nacht in
Flam=
men. Dem Feuer ſind große Warenvorräte,
insbeſon=
dere viel Getreide zum Opfer gefallen. Der Schaden
wird auf mehrere hunderttauſend Mark geſchätzt.
Der Iſterreichiſche Dampfer „Alfa” auf der
Rückreiſe von Philadelphia, iſt bei French Reef
ge=
ſcheitert. Das Schiff gilt als verloren. Die
Mann=
ſchaft konnte gerettet werden.
In Brüſſel iſt der frühere belgiſche Miniſterpräſident
Graf de Smet de Nayer im 71. Lebensjahre
ge=
ſtorben.
Der Exſultan Abdul Hamid iſt ſchwer erkrankt.
Auf dem amerikaniſchen Torpedoboot „
Cra=
pen” platzte ein Keſſel. Zwei Mann wurden
getötet, drei verwundet.
Die japaniſche Geſandtſchaft in Peking iſt
von Tokio angewieſen worden der chineſiſchen
Re=
gierung die anläßlich der Vorfälle in Nanking geſtellten
Forderungen zu unterbreiten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Bekämpfung der
Arbeits=
foſigkeit.
— Ein intereſſanter Kongreß hat ſoeben in der
Ausſtellungsſtadt Gent getagt. Die internationale
Ver=
einigung für Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit hielt dort
hre Beratungen ab und die dabei behandelten
Beratungs=
zegenſtände verdienen in hohem Maße die allgemeine
Auf=
nerkſamkeit. In den Beſprechungen wurden verſchiedene
echt empfehlenswerte Vorſchläge gemacht, um dem Uebel
zeizukommen, und vor allen Dingen ihm vorzubeugen.
Bemerkenswert waren die Darlegungen des
holländi=
chen Handelsminiſters Treub, der zur Behebung der
Ar=
eitsloſigkeit öffentliche Arbeiten vorſchlug, dieſe aber nicht
luf die ſogenannten Notſtandsarbeiten im engeren Sinne
eſchränkt, ſondern regelmäßige und planmäßige Arbeiten
vünſcht, die ausgeführt werden müſſen. Des weiteren
mpſiehlt der Miniſter den Verwaltungsbehörden bei der
Vorbereitung zur Vergebung öffentlicher Arbeiten ſtets
rnſtlich die Frage in Erwägung zu ziehen, ob dieſe
Ar=
leiten nicht auf die tote Saiſon oder auf Zeiten
wirt=
chaftlicher Kriſen oder Depreſſionen verlegt werden
könn=
en. Man ſolle im voraus für einige Jahre Projekte nicht
ringlicher öffentlicher Arbeiten aufſtellen, um ſie in Zeiten
virtſchaftlicher Depreſſion zur Ausführung zu bringen.
ln und für ſich ſind dieſe Vorſchläge ja recht gute und ſie
önnten wahrſcheinlich auch gelegentlich in die Tat
umge=
etzt werden, aber zwiſchen Theorie und Praxis iſt doch ein
eträchtlicher Unterſchied, und bei der Ausführung
dürf=
en ſich gar manche Schwierigkeiten herausſtellen, nicht
uletzt ſolche finanzieller Natur. Dieſe Bedenken kamen
enn auch in der ſich anſchließenden Ausſprache zum
Aus=
ruck und von den verſchiedenſten Rednern wurde davor
ewarnt, ſich zu großen Illuſionen hinzugeben.
Das gleiche gilt von dem anderen in Gent zur
Erörte=
ung gelangten Thema der Arbeitsloſenverſicherung.
dieſe iſt zufällig im Beratungsorte zuerſt durchgeführt
orden, und das ſogenannte „Genter Syſtem” hat
ver=
hiedentlich Nachahmung gefunden. Trotz der bereits er=
Agten Ueberführung der Idee in die Praxis, handelt es
ich hier um eines der am ſchwerſten lösbaren Probleme
er Sozialpolitik, und eine Einigung wird ſich auf dieſem
jebiete ſo ſchnell nicht erzielen laſſen. Mit Recht wurde
arauf hingewieſen, daß die verſchiedenen bisher
einge=
hlagenen Wege große Mängel aufwieſen, und daß in
eſter Linie eine Zwangsverſicherung in Frage kommen
tüſſe, bei der die freiwillige Verſicherung noch nebenher
gehen könne. Mit beſonderem Nachdruck wurde in der
Debatte betont, daß es ſich hierbei weniger um die
Geld=
unterſtützung handle, als um die Zuweiſung von Arbeit.
In dieſem Zuſammenhang wurde in der ſich
anſchließen=
den Debatte als Grundbedingung jeder
Arbeitsloſenver=
ſicherung der Ausbau des Arbeitsnachweisweſens
ver=
langt.
Im übrigen aber zeigte ſich in der Diskuſſion, daß die
Anſichten über die Ausgeſtaltung der genannten
Verſiche=
rung im einzelnen noch recht weit auseinandergehen, und
das wird wohl für eine Zeit noch ſo bleiben, zumal man
auch in Arbeitgeberkreiſen wenig Neigung dafür
empfin=
den wird, zu den Laſten einer Arbeitsloſenverſicherung
herangezogen zu werden, wie das ſicherlich vorgeſchlagen
wird.
Die diesjährigen franzöſiſchen
Fotonmendper
werden in der vom Nachrichtenbureau des
Reichsmarine=
amts herausgegebenen Marine=Rundſchau eingehend
be=
ſprochen. Das genannte Fachblatt ſtellt für die franzöſiſche
Flotte einen Fortſchritt feſt, wenn es das nachſtehende
Ge=
ſamturteil fällt: „Die Manöver haben aufs neue bewieſen,
daß die Schaffung eines ſtändigen Flottenkommandos die
franzöſiſche Marine in ihrer Leiſtungsfähigkeit und
Kriegs=
bereitſchaft um ein gutes Stück gefördert hat. Vizeadmiral
Boué de Papeyrère hat die franzöſiſche Flotte auf einen
Ausbildungsgrad gebracht, auf dem ſie bisher nicht
geſtan=
den hat. Er iſt deshalb für ein drittes Jahr in der
Stel=
lung eines Flottenchefs belaſſen worden. Ob er der
ge=
eignete Führer im Gefecht ſein wird, iſt bei ſeinem
leb=
haften Temperament fraglich, die Fachkreiſe ſind hierüber
geteilter Anſicht, einig iſt man ſich aber darüber, daß er
im Frieden ein guter Exerziermeiſter iſt. Es fehlt
aller=
dings nicht an Stimmen, die in der augenblicklichen
Hand=
häbung des Dienſtes eine Ueberanſtrengung von Perſonal
und Material ſehen. Der Mangel an Aufklärungsſchiffen
trat durch die Entſendung von zwei Panzerkreuzern nach
der Levante beſonders in die Erſcheinung. Der
Kreuzer=
bau wird nach den Erfahrungen dieſes Manövers mehr
denn je im Vordergrund des Intereſſes ſtehen.”
Das Fehlen von Kreuzern zwang dazu, Torpedoboote
in die Aufklärungs= und Vorpoſtenlinien einzuſtellen,
ob=
wohl man im vorigen Jahre mit dieſer Maßnahme
gebro=
chen hatte. Der Erfolg der Boote, denen weder Kreuzer
noch Linienſchiffe beigegeben waren, war nur gering.
Schlechtes und unſichtiges Wetter trugen noch dazu bei,
den Booten ihre Aufgabe zu erſchweren. In der
franzö=
ſiſchen Preſſe iſt mehrfach die Behauptung laut geworden,
die Manöver wären abſichtlich ſo gelegt worden, um das
Fehlen geeigneter Aufklärungsſchiffe dem franzöſiſchen
Volke recht deutlich vor Augen zu führen, um Stimmung
zu machen für die Bewilligung der neu anzufordernden
6000 Tonnen=Kreuzer. Der Verlauf der Manöver hat
denn auch gezeigt, daß die franzöſiſche Flotte in ihrer
jetzi=
gen Zuſammenſetzung nicht allen Anforderungen
ent=
ſpricht. Hätte z. B. bei dem erſten ſtrategiſchen Manöver
der Führer von Blau nicht gewußt, daß es Rot
vorge=
ſchrieben war, nach Biſerta zu gehen ſo wären die
Aus=
ſichten für ihn, die Fühlung mit dem Feinde wieder zu
ge=
winnen, nur ſehr gering geweſen. Auch die zweite und
dritte ſtrategiſche Uebung verloren durch das Fehlen von
ſchnellen Kreuzern ganz erheblich an Wert.
Deutſches Reich.
Das militäriſche Herbſtrevirement.
Die am Mittwoch, dem letzten Tage des Kaiſermanövers
bekanntgegebenen Perſonalveränderungen im Heere weiſen
einen Umfang auf, wie er in den letzten 25 Jahren nicht
vorgekommen iſt. Dies iſt vornehmlich durch die
Stellen=
beſetzung für die am 1. Oktober 1913 zu errichtenden Stäbe
und Truppenteile geſchehen, die das Hauptintereſſe
bean=
ſpruchen dürfen und weitere Veränderungen veranlaßt
haben. Die bemerkenswerteſten Veränderungen, ſowie
diejenigen der 25. (heſſiſchen) Diviſion befinden ſich in
der heutigen Nummer unſeres Blattes.
Die Erhöhung der
Veteranenunter=
ſtützung. Die Ausführungsbeſtimmungen zum Geſetz
über die Erhöhung der Veteranenbeihilfe ſind bei den
zu=
ſtändigen Reichsreſſorts fertiggeſtellt und werden dem
Bundesrat bei ſeinem Zuſammentritt anfangs Oktober
vorgelegt werden. Da die Erhöhung der Beihilfe am
1. Oktober dieſes Jahres in Kraft tritt, iſt Vorſorge
ge=
troffen, daß die Beträge in der vorgeſehenen Weiſe ausge=
zahlt werden können. Den Witwen der
Beihilfeempfän=
ger werden die Bezüge der Verſtorbenen für die auf den
Sterbemonat folgenden drei Monate belaſſen. Man
rech=
net damit, daß für die nächſten Etatsjahre die Summe
von rund 8 Millionen Mark für die Erhöhung der
Bei=
hilfen eingeſetzt werden muß. Es wird angenommen, daß
am 1. April 1914 von rund 346000 Kriegsteilnehmern, die
noch in Frage kommen, 261000 oder etwa 75 Prozent die
Beihilfe beziehen werden.
— Der Reichstag und die
Fremden=
legion. In parlamentariſchen Kreiſen beſteht die ernſte
Abſicht, die Frage der franzöſiſchen Fremdenlegion nicht
mehr ſo nebenbei zu behandeln, wie es bisher geſchehen
iſt ſondern den Finger energiſch in dieſe offene Wunde
zu legen. Es herrſcht in dieſer Hinſicht vollkommene
Einigkeit bei allen Parteien. Wenn der Reichstag Ende
November zu neuer Arbeit zuſammentritt, wird er ſich
ſofort mit der Frage beſchäftigen. Ob das in der Form
eines Antrages oder einer Interpellation geſchehen oder
ob man das Thema beim Etat anſchneiden wird, ſteht noch
nicht feſt. Jedenfalls aber wird das Verlangen zum
Aus=
druck kommen, daß die Reichsregierung diplomatiſche
Vor=
ſtellungen bei der franzöſiſchen Regierung einleiten möge,
um dem gegenwärtigen unhaltbaren Zuſtande, der einen
immerwährenden Konfliktsſtoff in ſich ſchließt, ein Ende
zu bereiten.
— Das Spionagegeſetz und die
aus=
ländiſchen Flieger. Im Intereſſe der
Landesver=
teidigung haben, wie verlautet, die Militärbehörden nach
eingehenden Erwägungen Maßnahmen in die Wege
ge=
leitet, um ſolcher ausländiſcher Flieger habhaft zu werden,
die ihren Weg über verbotenes Gelände, insbeſondere
Feſtungsanlagen, nehmen. In dem geplanten
Spionage=
geſetz, das dem Reichstage zugegangen iſt, iſt eine Reihe
von Beſtimmungen vorgeſehen, auf Grund deren das
Vor=
gehen gegen fremde Flieger erleichtert iſt, während jetzt ein
Strafverfahren nur möglich iſt, wenn der Nachweis
beab=
ſichtigter Spionage geführt werden kann.
— Zu der Konzeſſionierung von
Buch=
machern erfährt die Tägliche Rundſchau: Das
Reichs=
ſchatzamt hat umfaſſende Erhebungen eingeleitet, um den
Umfang der franzöſiſchen Rennwetten in Deutſchland
we=
nigſtens annähernd kennen zu lernen. Es wird auch der
Gedanke erwogen, die franzöſiſchen Rennen zuzulaſſen und
durch eine kräftige Beſteuerung die Wettluſt für franzöſiſche
Rennen zu verringern und dem Fiskus eine neue
Ein=
nahmequelle zu erſchließen. Die Beſteuerung ſollte
aller=
dings eine mehr einſchränkende Wirkung haben und das
rein fiskaliſche Intereſſe ſtünde an zweiter Stelle. Eine
Entſcheidung iſt ſchon in nächſter Zeit zu erwarten.
— Die Aktion zur Bildung des Deutſch=
Oeſterr.=Ungar.=Wirtſchafts=Verbandes hat
in den induſtriellen und Handelskreiſen der beiden Reiche
das lebhafteſte Intereſſe gefunden. Wie wir hören, ſind
ſowohl aus Deutſchland, wie auch aus Oeſterreich
zahl=
reiche Anmeldungen zur Teilnahme an der für den 12. ds.
Mts. im Kleinen Kongreßſaal der Internationalen
Bau=
fachausſtellung in Leipzig geplanten Tagung deutſcher und
öſterreichſcher Induſtrieller eingelaufen. Deutſcherſeits
werden auf dieſer Tagung der Vize=Präſident des
Reichs=
tages, Geheimrat Paaſche und Dr. Streſemann,
Präſidial=
mitglied des Bundes der Induſtriellen, Bericht erſtatten.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Bau chineſiſcher Schnellkreuzer. Der
Neuen Freien Preſſe wird aus Monfalcone telegraphiert:
Die Leitung der Werft von Monfalcone hat dieſer Tage
einen Vertrag mit der chineſiſchen Republik für den Bau
von drei Schnellkreuzern, die eine Fahrgeſchwindigkeit von
32 Seemeilen haben ſollen, abgeſchloſſen. Das erſte
die=
ſer Kriegsſchiffe wird bereits im Laufe des Jahres 1915
übergeben werden; das zweite iſt innerhalb von 24
Mona=
ten und das dritte innerhalb von 26 Monaten zu liefern.
Italien.
Die Volkszählung. Volle zwei Jahre nach
dem Abſchluß der italieniſchen Volkszählung vom 10. Juni
1911 gelangen ſoeben die erſten amtlichen Angaben über.
die Ergebniſſe dieſer Volkszählung an die Oeffentlichkeit.
Die italieniſche Geſamtbevölkerung umfaßte am 10. Juni
1911 34671377 Perſonen, wovon 17021790 männlichen
und 17549 587 weiblichen Geſchlechtes ſind, ſo daß alſo
auf 491 Männer pro Mille 509 Frauen entfallen. Dieſes
Verhältnis hat ſich gegenüber der vorigen Volkszählung
Seite. 2
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
Nümmer 214.
ivon 1901 zuungunſten des männlichen Geſchlechtes
ver=
ſchoben.
Frankreich.
Ein großer Fliegerpark iſt zu den
franzö=
ſiſchen Manövern herangezogen worden. Jede Armee
er=
hält einen Luftſchiffhafen mit einem lenkbaren Luftſchiff
und mehrere Geſchwader von Flugzeugen zur
Ver=
fügung.
Portugal.
Eine neue royaliſtiſche Bewegung? Aus
Madrid wird berichtet: Trotz der überaus ſcharfen
Hand=
habung der Depeſchenzenſur durch die republikaniſche
Re=
gierung in Liſſabon zeigt es ſich, daß gegenwärtig eine
neue, überaus ſtarke Bewegung in Portugal im Gange iſt.
Nach Drahtungen aus Bajadoz hat die Polizei ein
weit verzweigtes Komplott, das ſich gegen die Republik
richtet, entdeckt. Zahlreiche angeſehene Perſönlichkeiten
ſind in die Verſchwörung verwickelt. Es ſind eine Anzahl
von Verhaftungen vorgenommen worden. Die
Bomben=
attentate in Liſſabon und anderen großen Städten des
Landes wiederholen ſich täglich, und den Attentätern
ge=
lingt es faſt immer, ſich mit Hilfe der Bevölkerung den
Verfolgungen der Polizei zu entziehen. Auch in
verſchie=
denen Regimentern gärt es bedenklich. Die neue
Be=
wegung ſoll planmäßig organiſiert ſein und über
reich=
liche Mittel, ſowie über große Mengen von Waffen und
Munition verfügen. An der ſpaniſchen Grenze halten
ſſich zahlreiche, aus Portugal ausgewieſene Royaliſten
auf, um bei Beginn der Kämpfe die Grenze zu
überſchrei=
ten. Die Lage iſt für die Regierung ſehr bedrohlich. Zu
alledem ſind zwiſchen der portugieſiſchen Regierung und
der deutſchen und engliſchen Geſandtſchaft in Liſſabon
diplomatiſche Schwierigkeiten entſtanden. Angeblich ſind
von beiden Geſandtſchaften Geſchenke zur Hochzeit des
Ex=
königs Manuel nach Sigmaringen angeboten worden und
von Mitgliedern der Geſandtſchaft andererſeits Geſchenke
Dom Manuels angenommen worden.
China.
Die Vorfälle in Nanking. Die japaniſche
Geſandtſchaft in Peking iſt von Tokio angewieſen worden,
der chineſiſchen Regierung die anläßlich der Vorfälle in
Nanking geſtellten Forderungen zu unterbreiten. Die
Ge=
ſandtſchaft bezeichnet die Forderungen als überaus
maßvoll.
* Ein Stellenanzeiger für die
Ar=
beiterverſicherung. Eine Einrichtung von großer
wirtſchaftlicher und vielleicht auch politiſcher Bedeutung
ſiſt ſoeben auf Veranlaſſung des preußiſchen
Handels=
miniſters ins Leben getreten. Das Oberverſicherungsamt
Groß=Berlin hat den Auftrag erhalten, zur Regelung des
Angebots und der Nachfrage in der Beſchäftigung bei
Ein=
richtungen der Arbeiterverſicherung einen Stellenanzeiger
herauszugeben. Bisher fehlte es an einer ſolchen
Sam=
melſtelle für Beſchäftigungsgeſuche bei
Verſicherungs=
trägern und Behörden, die mit der Durchführung der
Ar=
beiterverſicherung befaßt ſind. Nachdem durch die
Reichs=
verſicherungsordnung der Bedarf an geſchulten Kräften
für die Krankenkaſſen ganz erheblich geſtiegen iſt, trat das
Bedürfnis nach einer umfaſſenden Stellenvermittlung
immer ſtärker hervor. Es war mehr oder weniger vom
AZufall abhängig, ob der geeignete Bewerber die für ihn
paſſende Beſchäftigung herausfand, während umgekehrt
keine Gewähr dafür beſtand, daß die
Stellenausſchreibun=
gen zur Kenntnis der intereſſierten Perſonen gelangten.
Der Stellenanzeiger erſcheint nach Bedarf als ſtändige
Beilage des Miniſterialblattes für die Handels= und
Ge=
werbeverwaltung. Einzelne Nummern werden gegen
vorherige Einſendung von 10 Pfg. poſtfrei zugeſandt. Die
Gebühren für die Aufnahme von Anzeigen ſind äußerſt
niedrig bemeſſen; für Stellenſuchende betragen ſie nur
10 Pfg., für Stellenangebote 25 Pfg. die Zeile. In erſter
Linie iſt der Stellenanzeiger für die Krankenkaſſen von
großer Bedeutung, beſonders jetzt, wo durch Errichtung
von Landkrankenkaſſen und von allgemeinen
Ortskranken=
kaſſen zahlreiche neue Stellen geſchaffen werden, bedeutet
der Stellenanzeiger den Verſicherungsämtern, welche die
Verwaltung der neuen Kaſſen einzurichten haben, einen
willkommenen Wegweiſer. Aber auch ſonſt wird das
Blatt den Verſicherungsämtern von Nutzen ſein, da bei
mangelnder Einigung zwiſchen Vertretern der
Arbeit=
geber und der Verſicherten über die Perſon der
Anzu=
ſtellenden das Verſicherungsamt ſelbſt die Stelle zunächſt
vorläufig zu beſetzen hat. Im übrigen ſollen auch Stellen
für die Berufsgenoſſenſchaften und für Verſicherungsämter
berückſichtigt werden.
* Läſtige Ausländer. Das Berliner Tageblatt
meldet aus Berlin: Die ſozialdemokratiſche Parteileituna
von Groß=Berlin hat die Parteifunktionäre zu einer
Sitzung einberufen, in der die belgiſchen
Sozia=
liſtenführer Huysmans und
Vanderſmiſ=
ſen über die Lehren des belgiſchen Generalſtreiks
ſpre=
chen ſollten. Das Berliner Polizeipräſidium ließ der
ſozialdemokratiſchen Parteileitung ein Schreiben zugehen,
in dem es darauf aufmerkſam macht, daß es das Auftreten
der belgiſchen Redner nicht dulden und ſie als läſtige
Aus=
länder des Landes verweiſen würde.
* Der belgiſche Staatsminiſter Graf de
Smet de Nayer, der ſeit dem Jahre 1894 in Belgien
eine bedeutende Rolle geſpielt hat, iſt in Brüſſel
geſtor=
ben. Er war am 13. Mai 1843 in Gent geboren und
gehörte der belgiſchen Kammer ſeit 1886 als eifriges und
einflußreiches Mitglied der klerikalen Partei an. Er wurde
infolgedeſſen, als die Partei ans Ruder kam, 1894 zum
Finanzminiſter berufen. Zwei Jahre ſpäter wurde er
zum Miniſterpräſidenten ernannt. Von dieſer Stellung
trat er im Januar 1899 zurück, als er die vom König
Leopold gewünſchte Wahlreform mißbilligte. Aber ſchon
im Auguſt desſelben Jahres trat er wieder an die Spitze
des klerikalen Kabinetts, das bis zum April 1907 beſtehen
blieb. Sehr energiſch bekämpfte er im April 1902 die
Be=
wegung für das allgemeine Stimmrecht die zu heftigen
Straßendemonſtrationen führte.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. September.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberlehrer Deggau
von Worms, den Profeſſor Dr. van Calker von Gießen;
zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald, den
Mi=
niſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Charakterverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem ſtändigen Hilfsarbeiter bei
der Abteilung für Steuerweſen des Miniſteriums der
Finanzen und Vorſtand der Regiſtratur dieſes
Mini=
ſteriums, Ober=Finanzaſſeſſor Karl Kuhn zu
Darm=
ſtadt, dem Kontrollbeamten der Lokalkaſſen des
Be=
zirks IV. Finanzamtmann Heinrich Lohnes zu Mainz
und dem Vorſtand des Finanzamts Lauterbach
Finanz=
amtmann Juſtus Reimherr zu Lauterbach den
Charakter als Finanzrat verliehen.
* Pfarrperſonalie. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Pfarrer Julius Lehr ’zu Ober=
Rosbach die evangeliſche Pfarrſtelle zu Wixhauſen,
Dekanat Darmſtadt, übertragen.
* Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Oberlehrer an der Real= und
Land=
wirtſchaftsſchule zu Groß=Umſtadt Ludwig Horſt zum
Oberlehrer an der Realſchule zu Wimpfen mit Wirkung
vom 1. Oktober 1913 an, ſowie den praktiſchen Arzt und
Aſſiſtenten am Inſtitut für gerichtliche Medizin in
Leipzig Dr. Robert Engau in Leipzig=Lindenau zum
Kreisaſſiſtenzarzt bei dem Kreisgeſundheitsamt
Darm=
ſtadt mit Wirkung vom 16. Oktober 1913 an ernannt.
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Wieſenwärter Adam
Roth II. zu Jakobsbergerau aus Anlaß ſeiner
Ver=
ſetzung in den Ruheſtand das Allgemeine Ehrenzeichen
„Für treue Dienſte” verliehen.
Entlaſſen wurde die Lehrerin an der Muſterſchule
zu Friedberg Margarete Heimburg auf ihr
Nach=
ſuchen vom 1. Oktober 1913 an aus dem Schuldienſt.
* Erledigte Stelle. Die mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Metzlos
Kreis Lauterbach, mit der Kantordienſt verbunden iſt.
Dem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage gewährt
werden.
g. Ferienſtrafkammer. Der 18jährige Former
Fried=
rich Dech von Offenbach iſt am 23. Juli in die
Eiſen=
gießerei Fredenhagen eingeſtiegen und hat einen
Rotguß=
ring im Werte von 36 Mark geſtohlen. Der noch nicht
vorbeſtrafte Angeklagte wurde wegen ſchweren Diebſtahls
zu 4 Monaten Gefängnis, abzüglich 1 Monat der
Unterſuchungshaft, verurteilt — Ein einträgliches
Ge=
ſchäft hatten ſich drei Angeklagte erwählt, die ſich einen
frechen, ſchon recht alten Trick zum Geſchäftsprinzip
mach=
ten. Der wegen ähnlicher Betrügereien ſchon oft
vor=
beſtrafte 30jährige Kaufmann Heinrich Haas III. von
Erzhauſen tat ſich mit dem ebenfalls vorbeſtraften
ein=
armigen 22jährigen Drogiſten Jakob Adolf Preis von
Kleinblittersdorf zuſammen, nachdem er einen ihm
paſſen=
den Plan ausgeheckt hatte. Er beſuchte Frankfurter
Wirt=
ſchaften und erkundigte ſich, ob ein Paket für einen
ge=
wiſſen Schäfer aus Neu=Iſenburg abgegeben worden ſei.
Da dies natürlich verneint wurde bat er, das Paket
an=
zunehmen und den etwa verlangten Betrag vorzulegen.
Er habe noch eilig etwas zu beſorgen und käme ſofort
wieder. Kurz darauf erſchien dann der Komplize mit
einem mächtigen, vertrauenerweckenden Paket und der
quittierten Rechnung, die vom Wirt bezahlt wurde. Der
Herr Schäfer ließ ſich dann natürlich nicht mehr ſehen und
das wertvolle Paket enthielt nicht als Sand oder
Mauer=
ſteine. Als das Geſchäft umfangreicher wurde, zogen die
beiden Kumpane noch den 25jährigen Chauffeur Lorenz
Rheinberger von Kürzell in die Geſchäftsgeheimniſſe.
Er erhielt den Poſten des Ueberbringers der Pakete.
Jeder erhielt eine ſeinen Kenntniſſen und Fähigkeiten
entſprechende Betätigung, doch hielt ſich Haas
wohlweis=
lich möglichſt im Hintergrunde. In Frankfurt wurden
fünf Fälle ermittelt, in denen die Angeklagten Geldbeträge
von 5 bis 8 Mark erhielten. Sie verlegten dann Ende
April das Feld ihrer Tätigkeit nach Darmſtadt, wo ſie
jedoch ſehr ſchlechte Geſchäfte machten. Hier gab ſich der
eine als Herr Funk aus und das Paket kam angeblich
von einer bekannten Drogerie. In drei oder vier Fällen
wurden die Betrüger von den Wirten mit der Bemerkung
heimgeſchickt, der Schwindel wäre ſchon zu alt. In einem
Fall erhielten ſie 8 Mark. In Darmſtadt ereilte ſie auch
das Verhängnis, indem die Polizei das ſaubere Kleeblatt
auf friſcher Tat feſtnahm. Haas verſuchte in der geſtrigen
Verhandlung den Rechtskundigen zu ſpielen, er verſuchte
die Hauptbeteiligung auf ſeine Komplizen abzuwälzen.
Preis gibt zu, in Darmſtadt ebenfalls Quittungen
geſchrie=
ben zu haben, Rheinberger will in Frankfurt nicht gewußt
haben daß es ſich um einen Betrug handelt, ſpäter habe er
die Sache durchſchaut. Der Staatsanwalt beantragte
wegen gemeinſamer Urkundenfälſchung und Betrugs
gegen Haas und Preis 2 Jahre bezw. 1½ Jahre
Zucht=
haus, ſowie Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte gegen
den gering vorbeſtraften Rheinberger 1 Jahr Gefängnis=
Das Gericht verurteilte Haas zu 2 Jahren
Gefäng=
nis und drei Jahren Ehrverluſt, Preis zu 1 Jahre und
Rheinberger zu 6 Monaten Gefängnis. Jedem
Angeklagten werden 3 Monate der Unterſuchungshaft in
Anrechnung gebracht.
g. Kriegsgericht. Der Rekrut Ludwig Haskamp
vom Landwehrbezirk I Darmſtadt hat ſich der Dienſtpflicht
entzogen. Er wurde geſtern vom Kriegsgericht wegen
Fahnenflucht zu 7 Monaten Gefängnis und
Verſetzung in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes
ver=
urteilt. — Der zur Dispoſition der Erſatzbehörden
ent=
laſſene Reviol von hier wurde wegen unerlaubter
Ent=
fernung zu 43 Tagen Gefängnis verurteilt,
Bei einem Ausflug der Turngenoſſenſchaft „Germania”=
Viernheim nach Flockenbach plünderten die Turner auf
dem Rückwege in dem Reſtaurant Waldſchlößchen zwiſchen
Gorxheim und Weinheim die Roſenſtämme. Der
hinzu=
kommende Wirt Hohnadel erſuchte die Turner, doch
wenig=
ſtens die Roſen nicht abzubrechen, ſondern abzuſchneiden=
Statt einer Antwort wurde ihm das Schimpfwort „
Laus=
bub” an den Kopf geworfen. Als der Wirt äußerte, nun
müſſe er ſich auch noch ſchimpfen laſſen, ergriff einer der
Roſendiebe eine Eiſenſtange und ſchlug auf Hohnadel ein=
Das war das Signal für eine allgemeine Rauferei, wobei
Stöcke und Regenſchirme gebraucht wurden. Auch der zur
Hilfe herbeieilende Sohn des Wirts erlitt Mißhandlungen,
Er hatte ſechs Löcher im Kopf erhalten, der Vater fünft
letzterer war 14 Tage arbeitsunfähig. Das Schöffengericht
Weinheim hatte drei Haupttäter zu 42 Mark, drei weiter
zu 21 Mark Geldſtrafe verurteilt, zwei Angeklagte freige
ſprochen. Die beiden Viernheimer Chriſtian und
Jakob Adler, die beim Leibgarde=Infanterie=Regiment
Nr. 115 dienen und als Urlauber die Rauferei mitmachten
hatten ſich nun geſtern vor dem hieſigen Kriegsgericht zu
verantworten. Sie wurden zu 1 Woche bezw. 5 Tagen
Gefängnis verurteilt.
* Vom Großh. Hoftheater. Heute gelang
im Freitagsabonnement Offenbachs burleske Operett=
„Die ſchöne Helena” die im vorigen Jah
unter allen Werken die größte Anzahl von
Auf=
führungen erreichte, zum erſten Mal in dieſer
Spielzei=
zur Aufführung. Als Dirigent des liebenswürdigen
Werkes fungiert Kapellmeiſter Erich Kleiber, die ſzeniſch
Leitung hat Adolf Jordan. Zu dieſer Vorſtellung, deren
Beginn auf 7½ Uhr angeſetzt iſt, gelten die kleinet
Preiſe. Das Hoftheater bleibt am Samstag geſchloſſen
Sonntag leitet Willem de Haan die Aufführung de
von Richard Lert neuinſzenierten „Lohengrin” vo
Richard Wagner. In dieſer Vorſtellung tritt Her=
Perkins zum erſten Male als Telramund vor da
Publikum. Frau Callwey ſingt erſtmalig die Ortrut
Die übrige Beſetzung, mit Gertrud Geyersbach als Elſe
Georg Becker als Lohengrin, Alfred Stephani als Köni
und Otto Semper als Heerrufer, iſt die vom Vorjah
bekannte. Im Abonnement gehört „Lohengrin” de
Serie D. Vorſtellungsbeginn 6½ Uhr.
— Kunſtverein Heſſen. Am Sonntag vormittg
10 Uhr eröffnet der Verein die erſte diesjährige Herbſ
ausſtellung in der Kunſthalle am Rheintor. U. a. groſ
— gegen 120 Nummern umfaſſende — Kollektion
Thiemann=Dachau: Oelgemälde, Paſtelle, farbige ur
andere Holzſchnitte, Handzeichnungen.
Was wird aus den ſtudierten
Frauen?
** Mit Stolz weiſen die von den
Frauenorganiſa=
tionen zuſammengeſtellten Statiſtiken auf die ſtets
wach=
ſende Anzahl von Frauen hin, die im Gegenſatz zu
frü=
heren Zeiten Gymnaſialbildung und akademiſche Bildung
erobern und ſpäter in den verſchiedenartigſten Berufen
ver=
antwortungsreiche Stellungen mit Erfolg ausfüllen. Aber
hinter der Frage nach dem erhöhten Bildungsniveau und
der beruflichen Verſorgung der neuen Frauengeneration
erhebt ſich eine andere, noch tiefer greifende Frage, die
bisher noch nicht beantwortet werden konnte: Wie
ge=
ſtaltet ſich im Durchſchnitt das Schickſal der Frauen
mit Gymnaſial= und Univerſitätsbildung? Der Verwaltung
einer der bekannteſten und älteſten amerikaniſchen höheren
Frauenbildungsanſtalten, des im Univerſitätsrang
ſtehen=
den Mount=Holyoke College, iſt es vorbehalten geblieben,
zum erſten Male dieſer Seite der Angelegenheit
nachzu=
gehen.
Dr. Bertillon, der ſich in einem Aufſatz des Matin
mit den Ergebniſſen dieſer in ſorgſamer Arbeit
zuſam=
mengebrachten Aufſchlüſſe beſchäftigt, berichtet intereſſante
Einzelheiten über die Art, wie das Mount=Holyoke College
das außerordentlich intereſſante Material ſammelte, das
jetzt der Oeffentlichkeit übergeben wird. Die
Anſtaltsver=
waltung ging dem Lebensſchickſal aller ihrer ehemaligen
Zöglinge, die ſeit dem Jahre 1842 nach beſtandenem
Examen ins Leben hinaustraten, nach. In 2827 Fällen
(von insgeſamt gegen 5000 entlaſſenen ehemaligen
Zög=
lingen) konnten die weſentlichen Einzelheiten des ſpäteren
Lebensſchickſals aufgeklärt werden. Das geſammelte
Ma=
terial erbrachte ein recht ungünſtiges Bild. Ein
ſehr hoher Prozentſatz der „ſtudierten Frauen” blieb
un=
verehelicht; das Bedenklichſte daran aber iſt die
Tatſache, daß der Prozentſatz der unverehelicht Gebliebe=
nen in den letzten Jahrzehnten ganz enorm gewachſen iſt,
während man eher auf das Gegenteil gerechnet hätte. Die
Statiſtik zeigt, daß nicht weniger als zwei Drittel
der Frauen, die in den letzten Jahrzehnten ihre
akade=
miſchen Prüfungen beſtanden, ehelos bleiben. Auf 100
graduierte Frauen entfielen im Durchſchnitt während der
Jahre 1842—49 15, die unverheiratet blieben, und 85, die
heirateten. In den folgenden Jahrzehnten verſchiebt ſich
das Verhältnis wie folgt: 1850—59 25 Eheloſe, 75
Verhei=
ratete, 1860—69 39 und 61, 1870—79 41 und 59, 1880—89
42 und 58. Vom Jahre 1890 an überwiegen bereits die
Eheloſen: von 1890—99 zählte man auf 100 ehemalige
Schülerinnen 42 verheiratete Frauen und 58, die
unver=
heiratet durchs Leben gehen mußten; 1900—1909 aber
er=
reicht die Zahl der Verheirateten nur noch 24 von 100,
während 76 ehelos bleiben.
Es kann alſo kein Zweifel ſein, daß die empfangene
höhere Bildung die Neigung oder die Möglichkeit der
Frau zur Begründung einer Familie außerordentlich
ver=
ringert, wobei man noch beſonders berückſichtigen muß,
daß in den Vereinigten Staaten die materielle
Schwierig=
keit einer Eheſchließung für die Frauen geringer iſt, da
die Frage einer Mitgift der Braut im Gegenſatz zu
Eu=
ropa eine ganz untergeordnete Rolle ſpielt. Wie
ver=
hält es ſich nun mit der Fruchtbarkeit jener ſtudierten
Frauen, die in die Ehe eintraten? Die Statiſtik ergab, daß
von 100 Ehen dieſer „ſtudierten Frauen” nicht weniger
als 39 kinderlos blieben, während die allgemeine
Durch=
ſchnittszahl der unfruchtbaren Frauen für die ganze
Be=
völkerung nur 10—12 Prozent beträgt. Wieviel Kinder
zählten jene Frauen, die Mütter wurden? 1890—99
ent=
fielen 2,4 Kinder auf jeden Haushalt, 1900—1909 nur
noch 1,5. Das Geſamtergebnis iſt: von 10 akademiſch
ge=
bildeten Frauen empfängt das Land nur 6 Kinder,
wäh=
rend es nahezu 40 erhalten würde, wenn die ſtudierten
Frauen den anderen glichen. „Wie lange würde die
Na=
tion fortbeſtehen, wenn alle Frauen höhere Gymnaſial=
und Univerſitätsbildung erhielten?”
Feuilleton.
C.K. Ein Einfamilienhaus für 2250 Mark. Vo
einem intereſſanten Verſuchsbau, durch den Land= un
Heimarbeitern mit den geringſten Mitteln ein eigenes
ſundes Häuschen geſchaffen werden ſollte, berichtet
Krei=
baumeiſter W. Pinkemeyer in der Bauwelt. Es
wur=
im Jahre 1910 unter der Mitwirkung der Kreisbaubere
ungsſtelle Erkelenz erbaut. Die Umfaſſungswän
des ringsum freiſtehenden Hauſes wurden, nachdem d
Dispens dazu erteilt war, in nur 26 Zentimetern ſtark
Schwemmſteinmauern ausgeführt. Das Haus hat
Erdgeſchoß eine größere Wohnküche und eine Wohnſtu=
und im Dachgeſchoß drei Kammern. Der umbaute Rau
koſtet 13,50 Mark für den Kubikmeter, alſo ſogar etw.
mehr als im Durchſchnitt die ländlichen Wohnungsbaute
Eingehende Unterſuchungen in den verſchiedenen Jahre
zeiten zeigten, daß die Porenlüftung dünner Schwemmſtei
wände ſich den äußeren Temperatureinflüſſen günſtige
paßt. Beſonders zu erwähnen iſt, daß das kleine
Einfan=
lienhaus mit ſeinem roten Ziegeldach, ſeinen hellgelb
Putzflächen, weißen Geſimſen und Fenſtern, ſeinen grün
Fenſterblenden und bepflanzten Blumenkäſten recht vorte
haft auf den Beſchauer wirkt.
* Volksabſtimmung im Sommertheater. Die
Direkti=
des Karlsruher Sommertheaters, deſſen Spielzeit in die
Tagen abläuft, veröffentlicht in der lokalen Preſſe folger
Aufforderung: „Da ſo häufig Beſchwerden und Wünſ
laut werden, wie es nicht gemacht werden ſoll, ſoll d
Publikum auch mal Gelegenheit gegeben werden, V
ſchläge zu machen, welche ausgeführt werden können.
möge daher jeder Beſucher des Theaters am Mont=
Dienstag und Mittwoch abend ſeine Wünſche für
nächſte Saiſon aufſchreiben, und zwar: 1. Welche Mitg!
der jeder im nächſten Sommer wiederſehen möchte.
Welche Stücke von dieſem Sommer im nächſten nochme
gegeben werden ſollen. 3. Welche hier nicht gegeber
Nummer 214.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
Seite 3.
tücke für nächſtes Jahr gewünſcht werden. — Sollte der
llett=Abſchnitt dazu nicht reichen, ſo bitten wir, ein Blatt
apier (das zur Verfügung ſteht) mit dieſen Wünſchen zu
rſehen. Die „Wunſchzettel” ſollen in den Pauſen im
orraum in einen Kaſten geworfen werden. Die Reſultate
erden von der Direktion dann bekannt gegeben.‟ Die
itworten auf die Frage 1 werden einen guten Maßſtab
geben für die Beliebtheit der Schauſpieler und
Schau=
elerinnen; mit den Antworten 2 und 3 wird ſich das
Publi=
m ſelbſt ein Zeugnis über ſeinen Geſchmack und ſeine
ldung ausſtellen.
* Glückliche Städte. Oefter hat man ſchon gehört,
ß die Einwohner der Stadt Klingenberg am Main
ne Einkommenſteuer zu zahlen haben. Klingenberg iſt
er nicht die einzige Gemeinde, die ihren Einwohnern
euerfreiheit beſchert. Im Königreich Preußen gibt es
er Städte, in denen keine Gemeindeſteuern erhoben
wer=
n, nämlich Uſedom, Sulmirſchütz in Schleſien, Mixſtadt
Regierungsbezirk Poſen und Niedenſtein im
Regier=
gsbezirk Kaſſel. Außerdem erhebt auch Naumburg in
ſſen=Naſſau keine Gemeindeſteuern. Die Befreiung der
irger von der Zahlung der Gemeindeſteuern iſt auf
um=
igreiches land= und forſtwirtſchaftliches
Gemeindeeigen=
n zurückzuführen, auch Bergwerksbeſitz, Tongruben und
nliche „Goldquellen” bringen ſo viel Erträgnis, daß die
meinde ſich hieraus vollſtändig erhält und von der
Ein=
hnerſchaft keine Gemeindeſteuern einzuziehen braucht.
n einigen anderen Gemeinden iſt bekannt, daß ſie zwar
meindeſteuern erheben, den Eingeſeſſenen aber aus den
berſchüſſen der Holznutzung uſw. alljährlich kleinere
er größere Beträge auszahlen.
* Bienen im Bäckerladen. Eine unliebſame
Geſchäfts=
rung mußte ein Bäcker in Hellerau bei Dresden über
ergehen laſſen. Ein großer Bienenſchwarm drang in
n Laden ein und ſetzte ſich an der Tür und dem Fenſter
Es war vollkommen unmöglich, in den Laden
hin=
izukommen. Der Verkauf der Waren mußte zwei Tage
ig durch die Hintertür erfolgen. Dann wurde endlich
Schwarm eingefangen.
* Eine Kugel von 1866 — in einem Pilz! Einen
in=
eſſanten Fund machte dieſer Tage eine Frau beim
Pilze=
hen in der Gegend von Trautenau. Sie fand im
Rog=
zer Walde, wo das Gefecht von Trautenau im Jahre
6 endete, einen Pilz, eine ſogenannte Rotkappe, in
gen Stiel eine öſterreichiſche Gewehrkugel von 1866
ein=
agert war. Der Stiel hatte an der Stelle, wo die Kugel
l, eine Abbiegung erfahren=
B. Kriegerverein Darmſtadt. Am Mittwoch fand die
September=Verſammlung ſtatt, welche von ſeiten der
Mit=
glieder gut beſucht war. Nach Begrüßung der erſchienenen
Kameraden durch den 1. Vorſitzenden gedachte dieſer des
ſchweren Unglücks bei Helgoland und forderte die
Ver=
ſammlung auf, das Andenken der verunglückten Kameraden
in üblicher Weiſe zu ehren, was geſchah. Sodann
be=
richtete der Vorſitzende über die Tätigkeit des Vorſtandes
ſeit der letzten Monatsverſammlung. Der Vorſitzende gab
hierauf einen kurzen Ueberblick über die am 17., 18. und
19. Oktober gelegentlich der Jahrhundertfeier vorgeſehenen
Veranſtaltungen. Dieſe beginnen am Freitag abend mit
einem Vortrag über die Schlacht bei Leipzig im
Kaiſer=
ſaal. Am Samstag abend ſindet eine allgemeine Feſtfeier
in der Turnhalle der Turngemeinde Darmſtadt und am
Sonntag ein Zug durch die Stadt nach dem
Bismarck=
turm ſtatt. Daſelbſt Feſtanſprache, turneriſche
Aufführun=
gen. Jugendſpiele uſw. An den militäriſchen Feiern
neh=
men die vereinigten Kriegervereine ebenfalls teil und
zwar durch Entſendung von Abordnungen zu dem am
18. Oktober morgens ſtattfindenden Kirchgang. Alsdann
treten die Vereine geſchloſſen in Paradeaufſtellung auf
dem Exerzierplatz an. Als Vertreter der Haſſia bei der
nyffhäuſer=Tagung der deutſchen Landeskriegerverbände,
in der ca. 100 Kameraden teilnahmen, berichtete der 1.
Vorſitzende über die ſtattgefundenen Verhandlungen.
Ka=
nerad Frick machte ſodann der Verſammlung noch
inter=
ſſante Mitteilungen über die Hundertjahrfeier des
Infan=
erie=Regiments Ne 29 in Trier, welcher er als ehemaliger
Angehöriger des Regiments beiwohnte, und über ſeine
Eindrücke vom Beſuch der Schlachtfelder von 1870/71. Die
Bücherausgabe ſchloß die Verſammlung.
Der Darmſtädter Oberheſſen=Verein veranſtaltet am
Sonntag die Feier des Geburtstages J. Kgl. Hoheit der
Broßherzogin, verbunden mit zehnjährigem Stiftungsfeſt.
Näh. ſiehe Anzeige.
— Guſtav=Adolf=Verein. Der Darmſtädter
Zweig=
ſerein der Guſtav=Adolf=Stiftung feiert nächſten
Sonn=
ag ſein Jahresfeſt in der Pauluskirche durch einen
feſtgottesdienſt, in dem ein Diaſporapfarrer predigen
nd der Vorſitzende des Vereins, Herr Pfarrer Vogel,
ine Anſprache halten wird. In der darauf folgenden
kachverſammlung wird über die Arbeit des Vereins im
ergangenen Jahre Bericht erſtattet werden. (Näheres
1 der Anzeige.)
Die Einziehung der Zeitungsgelder erfolgt
urch die Briefträger in der Zeit vom 15. bis
ein=
hließlich 25. des letzten Monats im Vierteljahr koſtenlos;
ie Briefträger ꝛc. ſind zur vollgültigen
luittungsleiſtung über die erhobenen
zeitungsgelder berechtigt. Die Vorteile, die die
inrichtung für das Publikum bietet, ſpringen in die
lugen, wenn man berückſichtigt, daß der regelmäßige
ortbezug der Zeitungen geſichert, der Gang zur Poſt
nd das Warten an den Schaltern, die am
Viertel=
ihrsſchluſſe beſonders ſtark in Anſpruch genommen ſind,
ſpart wird.
gs. Unfall. Geſtern vormittag 6 Uhr 30 Minuten
urden einem Taglöhner auf dem Hauptbahnhof beim
usladen eines Waggons beide Füße abgefahren.
ſer Bedauernswerte wurde nach Anlegung eines
Not=
erbandes von der Rettungswache nach dem Städtiſchen
rankenhaus verbracht.
§ Brand. In vergangener Nacht gegen 3 Uhr iſt
einem Schuppen der Hofreite Mauerſtraße Nr. 9 ein
rand ausgebrochen. Der Brand wurde von den
Haus=
wohnern noch rechtzeitia bemerkt und von dieſen und
r inzwiſchen eingetroffenen Feuerwache abgelöſcht.
er Schaden iſt gering, die Entſtehungsurſache noch
icht bekannt.
Militärdienſtnachrichten.
b. Randow Generalmajor und Kommandant von
armſtadt, wird mit dem 30. September 1913 mit der
ge=
zlichen Penſion zur Dispoſition geſtellt und mit dem
Oktober 1913 zum Kommandanten des
Truppenübungs=
atzes Darmſtadt ernannt. Mit dem 1. Oktober 1913 wird
nannt: Frhr. v. Langermann und Erlencamp,
letzt Kommandeur des 1. Oberelſäſſiſchen Inf.=Regts.
r. 167, zum Kommandeur des Landwehrbezirks II
Frank=
rt a. M. (zuletzt Inf.=Regt. Nr. 115). Mit dem 30. Sept.
ird in Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches mit der
ſetzlichen Penſion zur Dispoſition geſtellt und mit dem
Oktober 1913 ernannt: Major v. Lindeiner genannt
v. Wildau beim Stabe des Magdeburg. Jäger=Batls.
Nr. 4, zum Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk II
Düſ=
ſeldorf (zuletzt Inf.=Regt. Nr. 115). Mit dem 1. Oktober
wird verſetzt: Major z. D. und Bezirksoffizier Bauer
v. Bauern beim Landwehrbezirk Karlsruhe, zum
Land=
wehrbezirk Pforzheim (Inf.=Regt. Nr. 115). Zum
Bezirks=
offizier wird mit dem 1. Oktober 1913 ernannt:
Haupt=
mann z. D. le Goullon in Darmſtadt, zuletzt Komp.=
Chef im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115,
beim Landwehrbezirk II Frankfurt a. M. Vom 15. Oktober
1913 bis 1. Auguſt 1914 zum Seminar für orientaliſche
Sprachen in Berlin kommandiert: Oberleutnant Hebold
im 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. v. Chrismar,
Oberſtleutnant, beauftragt mit der Führung des 2.
Unter=
elſäſſiſchen Feldart.=Regts. Nr. 67, zum Kommandeur
die=
ſes Regiments ernannt (zuletzt Feldart.=Regt. Nr. 61).
Boeck Leutnant im Niederrheiniſchen Füſ.=Regt. Nr. 39,
kommandiert zur Dienſtleiſtung beim 2. Großh. Heſſ.
Feld=
artillerie=Regiment Nr. 61 in dieſes Regiment verſetzt.
v. Plönnies Major und Abteilungskommandeur im
Kleveſchen Feldart.=Regt. Nr. 43, wird mit dem 30. Sept.
1913 mit der geſetzlichen Penſion zur Dispoſition geſtellt
und mit dem 1. Okt. zum Vorſtand des Artilleriedepots
in Lahr ernannt (früher Feldart.=Regt. Nr. 61).
Die nachſtehend verfügten Perſonal=Veränderungen
treten mit dem 1. Oktober 1913 in Kraft. Bis dahin
bleiben die beteiligten Offiziere, Sanitätsoffiziere und
Veterinäroffiziere in ihren jetzigen Dienſtgraden und
Dienſtſtellen. Die verfügten Kommandos beginnen, ſoweit
in einzelnen Fällen nicht anders beſtimmt, ebenfalls erſt
am 1. Okt. 1913. Stellenbeſetzung für die neu zu errichtenden
Stäbe und Truppenteile. Landwehr=Inſp. Düſſeldorf.
In=
pekteur: Generalmajor Neuhauß jetzt Oberſt und
Kommandeur des 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168.
45. Kavalleriebrigade. Kommandeur: K. W. Generalmajor
v. Hofacker, jetzt Chef des Generalſtabes des 18.
Armee=
korps. Feſtungs=Maſchinengewehrabteilung Nr. 11. (
Zu=
geteilt dem 3. Lothringiſchen Inf.=Regt. Nr. 135.) Leutnant
Eichhorn jetzt im Inf.=Regt. Prinz Karl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118. Jäger=Regiment zu Pferde Nr. 9.
Ritt=
meiſter und Eskadronchef: Frhr. von Gienanth, jetzt
Hauptmann im Generalſtabe der Generalinſpektion der
Kavallerie (ehemals Garde=Drag.=Regt. Nr. 23). Jäger=
Regiment zu Pferde Nr. 12. Oberleutnants: v. Kaulla,
jetzt im Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24;
v. Roéll, jetzt im Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 24. Leutnant: v. Fiſcher, jetzt im Garde=Drag.=
Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23. Jäger=Regiment zu Pferde
Nr. 13. Rittmeiſter und Eskadronchefs: Freiherr v. der
Oſten gen. Sacken. jetzt Hauptmann im Generalſtabe der
Großh. Heſſ. (25.) Diviſion; v. Platen jetzt im Leib=
Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24; beim Stabe:
Ritt=
meiſter Günther, jetzt überzähliger Rittmeiſter im Leib=
Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24. Leutnant: v.
Wer=
ner, jetzt im Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24.
Kriegstelegraphenſchule. Kommandiert zur Dienſtleiſtung
als Lehrer bei der Kavallerie=Telegraphenſchule:
Ober=
leutnant v. Mücke im Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 24. Luftſchiffer=Bataillon Nr. 4. Kommandeur: Major
v. Bockelmann, jetzt aggr. dem Luftſchiffer=Bataillon
Nr. 3. Beim Stabe: Hauptmann Lohmüller, jetzt
Kompagniechef im Luftſchiffer=Batl. Nr. 3. Kompagnie=
Chefs: K. W. Hauptmann Neuſchler, jetzt Batteriechef
im 3. Württemberg. Feldart.=Regt. Nr. 49 und bis Ende
Sept. 1913 kommandiert zur Dienſtleiſtung beim
Luft=
ſchiffer=Batl. Nr. 3: Hauptmann Horn, jetzt im
Luftſchif=
fer=Batl. Nr. 3. Oberleutnant: Barth jetzt im
Luft=
ſchiffer=Batl. Nr. 3. Leutnant: Kröſchel, jetzt im
Luft=
ſchiffer=Batl. Nr. 3. — Luftſchiffer=Bataillon Nr. 5.
Leut=
nant: Stapelfeldt, jetzt im Luftſchiffer=Batl. Nr. 3.
Flieger=Bataillon Nr. 3. Kommandeur: Major
(ohne Patent mit einem Dienſtalter vom 31. Mai 1912)
Friedel, jetzt Hauptmann im Niederſchleſiſchen Pionier=
Batl. Nr. 5. Beim Stabe: Hauptmann Kirch, jetzt
Kompagniechef im Füſ.=Regt. Fürſt Karl Anton von
Hohenzollern (Hohenzoll.) Nr. 40. Kompagniechefs:
Hauptmann Goebel und Hauptmann von
De=
wall jetzt in der Fliegertruppe; der letztere
erhält ein Patent ſeines Dienſtgrades mit
Rangie=
rung unmittelbar hinter Hauptmann Vogeler im Telegr.=
Batl. Nr. 5; Hauptmann (ohne Patent) Keller, jetzt
Oberleutnant in der Fliegertruppe. Oberleutnants:
Han=
telmann jetzt in der Fliegertruppe; v. Beaulieu
jetzt im Füſ.=Regt. Generalfeldmarſchall Graf Blumenthal
(Magdeburg.) Nr. 36; Höpker jetzt im 4. Magdeburg.
Inf.=Regt. Nr. 67: Joly, jetzt in der Fliegertruppe.
Leutnants: Kaſtner, Schmickäly, Reinhardt
jetzt in der Fliegertruppe. St.=Arzt Dr. Braune jetzt
Oberarzt beim Großh. Mecklenburg. Feldart.=Regt. Nr. 60,
Sonſtige Perſonal=Veränderungen. v. Francois,
Generalleutnant und Kommandeur der 13. Diviſion, wird
mit der Führung des 1. A.=K. beauftragt (früher Inf.=
Regt. Nr. 115). Zu Generalmajoren werden befördert die
Oberſten: v. Lindequiſt, beauftragt mit der Führung
der 40. Infanteriebrigade, unter Ernennung zum
Kom=
mandeur dieſer Brigade (früher Inf.=Regt. Nr. 115).
Freiherr v. Buddenbrock Kommandeur der 25.
Feld=
artilleriebrigade (Großh. Heſſ.), unter Verſetzung in
glei=
cher Eigenſchaft zur 1.=Garde=Feldartilleriebrigade. Zum
Oberſt befördert: Oberſtleutnant Eſch beim Stabe des
Inf.=Regts. von Winterfeldt (2. Oberſchleſiſches) Nr. 23,
unter Ernennung zum Kommandeur des 5. Großh. Heſſ.
Inf.=Regts. Nr. 168. Verſetzt: Oberſtleutnant Wittich
beim Stabe des Schleswig=Holſtein. Inf.=Regts. Nr. 163
zum Stabe des 7. Lothr. Inf.=Regts. Nr. 158; die
Oberſt=
leutnants und Bataillons=Kommandeure: Nücker im
Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, zum
Siabe des Inf.=Regts. v. Lützow (1. Rhein.) Nr. 25; von
Pfeil im 10. Rhein. Inf.=Regt. Nr. 161, zum Stabe des
5. Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168; v. Hofmann im
Inf.=Regt. Landgraf Friedrich I. von Heſſen=Kaſſel (1.
Kur=
heſſiſches) Nr. 81, zum Stabe des Inf.=Regts. von
Winter=
feldt (2. Oberſchleſiſches) Nr. 23 (früher Inf.=Regt. Nr.
115). Zum Oberſtleutnant befördert: Major und
Batail=
lonskommandeur Gros im Inf.=Regt. Herzog Ferdinand
von Braunſchweig (8. Weſtfäl.) Nr. 57. Den Charakter als
Oberſtleutnant erhält: Major z. D. Fabarius, Major
und Bataillonskommandeur im Inf.=Regt. Prinz Karl (4.
Großh. Heſſ.) Nr. 118, wird als Direktionsmitglied zur
Militärtechn. Akademie verſetzt. Als
Bataillonskomman=
deure werden verſetzt die Majore: Pennrich, Adjutant
des Generalkommandos des 18. Armeekorps, in das 6.
Rhein. Inf.=Regt. Nr. 68: Lotz beim Stabe des Füſ.=
Regts. Generalfeldmarſchall Graf Blumenthal (Magdeb.)
Nr. 36, in das Inf.=Regt. Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.
Nr. 118; Gudewill beim Stabe des 5. Bad. Inf.=Regts.
Nr. 113, in das 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168; von
Struenſee beim Stabe des J.=Regts. Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, zum 3. Bataillon des 9. Bad.
Inf.=Regts. Nr. 170. Zu Bataillons=Kommandeuren
wer=
den ernannt die Majore: v. Foller beim Stabe des
Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116;
Hamſcher beim Stabe des Inf.=Leibregiments
Groß=
herzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117. Zur Dienſtleiſtung bei
dem Kriegsminiſterium mit der Maßgabe kommandiert,
daß das Kommando einer Verſetzung gleich iſt: Ritter und
Edler v. Braun, Oberſtleutnant im Inf.=Leibregiment
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117; derſelbe wird von
der Stellung als Bataillonskommandeur enthoben und
tritt zum Stabe des Regiments über. In den Großen
Generalſtab verſetzt: Major v. Meiß im
Kriegsminiſte=
rium, unter Belaſſung als kommandiert beim
Kriegsmini=
ſterium (früher Garde=Drag.=Regt. Nr. 23). Zum Major
befördert: Hauptmann Keim im Generalſtabe der Großh.
Heſſ. (25.) Diviſion. Verſetzt werden: die Hauptleute im
Großen Generalſtabe: Freiherr Neubronn v.
Eiſen=
burg, in den Generalſtab der Großh. Heſſ. (25.)
Divi=
ſion; v. Nolte, in den Generalſtab des Gouv. von Mainz.
Unter Verſetzung in den Generalſtab der Armee werden
überwieſen: Hauptmann und Kompagniechef
Carac=
ciola im 2. Unterelſäſſiſchen Inf.=Regt. Nr. 137, dem
Generalſtabe der 22. Diviſion (vorher bei der 25. Diviſion)
Ernannt wird: Hauptmann und Kompagniechef
Mar=
tens im 2. Naſſauiſchen Inf.=Regt. Nr. 88, unter
Beför=
derung zum Major, zum Adjutanten des
Generalkomman=
dos des 18. Armeekorps. Zum Hauptmann wird
beför=
dert: Oberleutnant v. Heſſe Adjutant der 34. Inf.=
Brigade (Großh. Mecklenbg.) (früher Inf.=Regt. Nr. 115).
Als Eskadronchef wird verſetzt: Rittmeiſter v. Harnier,
Adjutant der 17. Kavalleriebrigade (Großh. Mecklenbg.),
in das 2. Großh. Mecklenbg. Drag.=Regt. Nr. 18 (früher
Leib=Drag.=Regt. Nr. 24). Ernannt wurde unter
Be=
förderung zum Rittmeiſter: Oberleutnant Frhr. v.
Preu=
chen im Garde=Drag.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23,
zum Adjutanten der 41. Kavallerie=Brigade. Verſetzt
wer=
den: die Majore van Aſten beim Stabe des Inf.=Regts.
Heſſen=Homburg Nr. 166; v. Buſſe beim Stabe des
Garde=Schützen=Batls. — beide zum Stabe des Inf.=
Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116. Die
Stabsoffiziergebührniſſe erhalten vom 1. Oktober 1913 ab:
die überzähligen Majore: Müller beim Stabe des 5.
Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168; Mac Lean beim
Stabe des Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117; v. Zglinitzki beim Stabe des 5. Großh
Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168; Koettſchau beim Stabe des
Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117;
v. Weſternhagen (Thilo) beim Stabe des Leibgarde=
Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115. Zu Majoren
wer=
den befördert und treten zu den Stäben der betrefenden
Truppenteile über, aus deren Etat ſie vom 1. Oktober 1913
ab ihre Gebührniſſe zu beziehen haben: die Hauptleute
und Kompagniechefs: v. Oidtman im Leibgarde=Inf.=
Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115; Weyergang im 5.
Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 16. Unter Beförderung zu
Majoren werden mit der Maßgabe verſetzt, daß ſie ihre
Gebührniſſe vom 1. Oktober 1913 ab aus dem Etat der
betreffenden Stäbe zu beziehen haben: die Hauptleute und
Kompagniechefs: Frhr. Schilling v. Cannſtatt im 1.
Bad. Leib=Gren.=Reat. Nr. 109, zum Stabe des Inf.=Regts.
Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116: Stehberger
im 6. Bad. Inf.=Regt. Kaiſer Friedrich III. Nr. 114, zum
Stabe des Inf.=Regts. Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr.
118; v. Eickſtedt im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großhe
Heſſ.) Nr. 115, zum Stabe des Großh. Mecklenbg. Füſ.=
Regt. Nr. 90 Kaiſer Wilhelm; Lucius im Inf.=Regt.
Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, zum Stabe des Inf.=
Regts. Herzog Ferdinand von Braunſchweig (8. Weſtfäl.)
Nr. 57: Wagner im Inf.=Regt. Prinz Karl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, zum Stabe des Inf.=Regts. Markgraf Karl
(7. Brandenba.) Nr. 60: Schotte im 5. Großh. Heſſ. Inf.=
Regt. Nr. 168, zum Stabe des 3. Oberelſäſſiſchen Inf.=
Regts. Nr. 172. Den Charakter als Major erhalten:
Hauptmann z. D. und Bezirksoffizier Chytraeus beim
Landwehrbezirk I Darmſtadt. Verſetzt werden: die
Haupt=
leute und Kompagniechefs v. Schröter im Leibgarde=
Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Soldan im Inf.=
Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116,
Stet=
tin im Inf.=Leib=Regt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.
Nr. 117, — in das 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. Als
Kompagniechef wird verſetzt: Hauptmann Mohs,
Adju=
tant der 70. Inf.=Brig., in das 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt.
Nr. 168. Verſetzt wird: Leutnant Bergling im Inf.=
Regt. Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, in das 5.
Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. Pabſt v. Ohain,
Hauptmann im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr.
115, bis 30. September 1913 zur Geſandtſchaft in Buenos=
Aires kommandiert, wird zum Kampagniechef ernannt.
Zu Kompagniechefs werden ernannt: die Hauptleute:
Keim beim Stabe des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115. Wolf beim Stabe des Inf.=Regts. Kaiſer
Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, Ewald beim Stabe
des Inf.=Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117,
Hohmann beim Stabe des Inf.=Regts. Prinz Carl (4.
Großh. Heſſ.) Nr. 118, Dimter beim Stabe des 5.
Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168; die überzähligen
Haupt=
leute: Frhr. Gans Edler Herr zu Putlitz im
Leib=
garde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Henke im
Inf.=Leib=Regt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117,
Deiß im 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. Zum
Kom=
pagniechef wird ernannt, unter Beförderung zum
Haupt=
mann: Oberleutnant Mattel im Inf.=Regt. Kaiſer
Wil=
helm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116. Unter Beförderung zum
Hauptmann wird als Kompagniechef verſetzt: Frhr. von
Hoiningen gen. Huene im 1. Unterelſäſſ. Inf.=Regt.
Nr. 132, in das 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. Unter
Beförderung zu Hauptleuten werden zu Stabshauptleuten
ernannt: die Oberleutnants: Frhr. v. Haxthauſen,
v. Hanneken, Frhr. v. Schütz zu Holzhauſen im
Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115,
Firme=
nich (Friedrich), Coulmann im Inf.=Regt. Kaiſer
Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, Wichert im Inf.=
Leib=Regt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117,
Loe=
ber, Oldenburg im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, Hupe. Dihm, Goepel im 5. Großh
Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. Unter Beförderung zu
Haupt=
leuten werden als Stabshauptleute verſetzt: die
Oberleut=
nants: v. Wachter (aus Darmſtadt) im Köniain
Eliſa=
beth=Garde=Gren.=Regt. Nr. 3, in das Anhalt. Inf.=Regt.
Nr. 93, v. Brandenſtein im Gren.=Regt. Graf Kleiſt
von Nollendorf (1. Weſtpreuß.) Nr. 6. in das Inf.=Leib=
Regt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, v. Bonin
im Füſ.=Regt. von Gersdorff (Kurheſſ.) Nr. 80, in das
Inf.=Leib=Regt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117,
v. Cappeln im 1. Oberrhein. Inf.=Regt. Nr. 97, in das
Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, Bader
im Inf.=Regt. Markgraf Ludwia Wilhelm (3. Bad.)
Nr. 111, in das Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 116, Stempel im 3. Unterelſäſſ. Inf.=Regt.
Nr. 138, in das 1. Hannov. Inf.=Regt. Nr. 74, Winther
im 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168, in das Inf.=Regt.
Heſſen=Homburg Nr. 166, Schultze (Erich) im 5. Großh.
Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. in das 1. Oberrhein. Inf.=Regt.
Nr. 97. Zum überzähligen Hauptmann wird befördert:
der Oberleutnant Külp im Inf.=Regt. Prinz Carl
(4. Großh. Heſſ.) Nr. 118. kommandiert als Mil.=
Hilfs=
lehrer an der Mil.=Techniſchen Akad. In das Gehalt
ſei=
nes Dienſtgrades rückt ein: der überzählige Hauptmann
Fitting, Lehrer an der Mil.=Turnanſtalt (Inf.=Regt,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
Nummer 214
Nr. 117). Zum Oberſtleutnant wird befördert: der Major
v. Wilms, Kommandeur der Jäger zu Pferde Nr. 6
(fr. Garde=Drag.=Regt. Nr. 23). Verſetzt wird: der Major
und Eskadronchef Frhr. v. Bellersheim im 2.
Pomm. Ul.=Regt. Nr. 9, zum Stabe des Garde=Drag.=
Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23. Als Eskadron=Chefs
werden verſetzt, unter Beförderung zu Rittmeiſtern, die
Oberleutnants: Jonkheer Rendorp im Kür.=Regt.
Graf Geßler (Rhein.) Nr. 8, in das 2. Hannov. Ul.=Regt.
Nr. 14 (früher Leib=Drag.=Regt. Nr. 24), v. Jouanne
im 2. Bad. Drag.=Regt. Nr. 21, in das 3. Bad. Drag.=Regt.
Prinz Karl Nr. 22. (früher Inf.=Regt. 115). Zum
Oberſt=
leutnant wird befördert: der Major v. Schrader beim
Stabe des 1. Oberelſäſſ. Feldart.=Regts. Nr. 15 (früher
Feldart.=Regt. Nr. 61). Von der Stellung als Abteilungs=
Kommandeur wird enthoben und tritt zu dem Stabe des
betreffenden Regiments über: der Major Collmann
im Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt
Nr. 25. Verſetzt wird: der Major und Abteilungs=
Kom=
mandeur v. Griesheim im 2. Großh. Heſſ. Feldart.=
Regt. Nr. 61, zum Stabe des 2. Rhein. Feldart.=Regts.
Nr. 23. Als Abteilungs=Kommandeur wird verſetzt: der
überzählige Major v. d. Sode beim Stabe des 2. Lothr.
Feldart.=Regts. Nr. 34, in das Großh. Art.=Korps,
1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25. Zum Abteilungs=
Kommandeur wird ernannt unter Beförderung zum
Major: der Hauptmann Güttich beim Stabe des Großh.
Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25. Unter=
Beförderung zum Major wird als Abteilungs=
Komman=
deur verſetzt: der Hauptmann Weichel beim Stabe des
1. Lothring. Feldart.=Regts. Nr. 33, in das 2. Großh. Heſſ.
Feldart.=Regt. Nr. 61. Die Gebührniſſe ihres
Dienſtgra=
des erhalten und treten zu den Stäben der betreffenden
Regimenter über: die überzähligen Hauptleute: v. Gilſa
im Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt.
Nr. 25, Frhr. v. Wangenheim im 2. Großh. Heſſ.
Feldart.=Regt. Nr. 61. Zu überzähligen Hauptleuten
wer=
den befördert: die Oberleutnants: v. Tümpling im 2.
Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 61, kommandiert zur
Dienſtleiſtung beim Reichskolonialamt, Wagner in
dem=
ſelben Regiment, Haniel in demſelben Regiment,
kom=
mandiert zur Geſandtſchaft in Santiago. Zum
Oberſt=
leutnant wird befördert: der Major Frhr. v. Stetten,
Kommand, des Großh. Heſſ. Train=Bataillons Nr. 18.
Frhr. Truchſeß v. u. zu Wetzhauſen, Major beim
Stabe des Großh. Heſſ. Train=B. Nr. 18, wird zum
Kom=
mandeur des Hannov. Train=B. Nr. 10 ernannt. Frhr.
v. Rechenberg, Hauptmann und Batterie=Chef im 3.
Bad. Feldart.=Regt. Nr. 50, wird als Rittmeiſter zum
Stabe des Großh. Heſſ. Train=B. Nr. 18 verſetzt (früher
Feldart.=Regt. Nr. 61). Zum Kompagnie=Chef wird
er=
nannt unter Beförderung zum Rittmeiſter: der
Oberleut=
nant Ritter im Hannov. Train=B. Nr. 10; derſelbe wird
in das Großh. Heſſ. Train=B. Nr. 18 verſetzt. Zum
Kom=
pagnie=Chef wird ernannt, unter Beförderung zum
Ritt=
meiſter, vorläufig ohne Patent: der Oberleutnant
Hun=
zinger im Großh. Heſſ. Train=B. Nr. 18, unter
Ver=
ſetzung in das Garde=Train=B. Zum Oberleutnant wird
befördert: der Leutnant Muhl im Inf.=Regt. Prinz Carl
(4. Großh. Heſſ.) Nr. 118. Den Charakter als Major
er=
hält: der Hauptmann Biſchof, Vorſt. des Großh. Heſſ.
Traindepots des 18. Armeekorps. Kommandiert wird:
Sachs, Oberlt. im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 116, unter Enthebung von dem Kommando zur
Dienſtleiſtung beim Traindepot des Gardekorps, zur
Dienſtleiſtung als 2. Offizier des Traindepots des 16.
Armeekorps. Als Inſpektionsoffizier wird kommandiert:
zur Kriegsſchule in Potsdam: Lüters, Oberlt. im Inf.=
Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, mit dem
5. Oktober 1913. Grundmann, Lt. im 8. Rhein. Inf.=
Regt. Nr. 70, wird zur Dienſtleiſtung bei der Arbeiter=
Abteilung in Mainz kommandiert. Zu Zeugleutnants
werden befördert: die Zeugfeldwebel: Friſch beim Art.=
Dep. in Mainz, unter Verſetzung zum Art.=Dep. in Lahr,
Blecks beim Art.=Dep. in Mainz, unter Verſetzung zum
Art.=Dep. in Metz. Zum Feuerwerks=Oberleutnant wird
befördert: der Feuerwerks=Leutnant Siegmund bei
der 25. Feldart.=Brigade (Großh. Heſſ.). Verſetzt wird:
der Feuerwerks=Leutnant Meyhoefer beim Art.=Dep.
n Mainz, zum Art.=Dep. in Saarbrücken. Zum
Feſtungs=
dau=Leutnant wird befördert: der Feſtungsbau=Feldwebel
Boos bei der Fortif. in Mainz.
Aus dem Heere ſcheidet am 30. September aus und
wvird mit dem 1. Oktober 1913 in der Marine angeſtellt:
m 2. Seebataillon: der Leutnant Wehner im Inf.=Regt.
Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116. Am 30.
Sep=
ember ſcheidet aus der Schutztruppe für Südweſtafrika
aus und wird mit dem 1. Oktober 1913 im Heere
ange=
tellt: der Hauptmann Fromm, als Komp.=Chef im Inf.=
Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118.
Sanitätskorps. Ein Patent ſeines
Dienſtgra=
des erhält: der charakteriſierte Generaloberarzt und
Gar=
niſonarzt: Dr. Föhliſch in Mainz. Zu Regimentsärzten
werden ernannt, unter Beförderung zu Oberſtabsärzten:
die Stabs= und Bataillonsärzte: Dr. Romberg des 2.
Bat. Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.)
Nr. 117, beim 1. Garde=Drag.=Regt. Königin Viktoria von
Großbritannien und Irland, Dr. Bach des (Garde=) Füſ.=
Bat. Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, beim
4. Lothring. Inf.=Regt. Nr. 136. Zu Bataillonsärzten
wer=
den ernannt, unter Beförderung zu Stabsärzten: die
Ober=
ärzte: Dr. Schwahn beim Sanitätsamt des 18.
Armee=
korps, des 1. Bat. 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168, Dr.
Zahn beim Inf=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.)
Nr. 118, des 3. Bat. dieſes Regts., Dr. Vetter beim
Naſſauiſch. Pion.=Bat. Nr. 21, des Großh. Heſſ. Train=B.
Nr. 18. Verſetzt werden: Dr. Sehrwald, charakt. Gen.=
Oberarzt und Garn.=Arzt in Straßburg i. E., als Regts.=
Arzt zum 5. Großh. Heſſ. J.=Regt. Nr. 168; der Oberſtabs=
und Regimentsarzt: Dr. Puſt des 5. Großh. Heſſ. Inf.=
Regts. Nr. 168, zum Füſ.=Regt. Königin Viktoria von
Schweden (Pomm.) Nr. 34; die Stabs= und
Bataillons=
ärzte: Dr. Fiſcher des 2. B. Großh. Mecklenb. Füſ.
Regts. Nr. 90 Kaiſer Wilhelm, zum 3. B. 5. Großh. Heſſ.
Inf.=Regts. Nr. 168, Dr. Stühlinger des 1. B. 5.
Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168, zum (Garde=) Füſ.=B.
Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Dr.
Zöllner des 2. B. Inf.=Regts. Herzog Ferdinand von
Braunſchweig (8. Weſtfäl.) Nr. 57, zum 2. B. Inf.=Leib=
Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, Dr.
Kran=
kenhagen des 3. B. Inf.=Regts. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, zum 2. B. Eiſenb.=Regts. Nr. 2; der
Ober=
arzt: Dr. Emden beim Großh. Heſſ. Train=B. Nr. 18,
zum Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt.
Nr. 25; die Aſſiſtenzärzte: Dr. Bartholomaeus beim
Füſ.=Regt. von Gersdorff (Kurheſſ.) Nr. 80, zum
Sani=
tätsamt des 18. Armeekorps, Pröhl beim Großh. Art.=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25, zum Füſ.=
Regt. von Gersdorff (Kurheſſ.) Nr. 80. Verſetzt werden:
die Stabsveterinäre: Weinhold beim Großh. Heſſ.
Train=B. Nr. 18, zum Tel.=B. Nr. 2. Dr. Sturhan beim
Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24. zum Huſ.=Regt.
Kaiſer Nikolaus II. von Rußland (1. Weſtf.) Nr. 8,
Tre=
trop beim 1. Bad. Leib=Drag.=Regt. Nr. 20, zum Großh.
Heſſ. Train=B. Nr. 18; die Oberveterinäre: Dr. Kranich
veim Garde=Drag.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, zum
Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, Dr. Geibel
beim Großh. Art.=K., 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Rgt. Nr. 25,
zum Telegr.=B. Nr. 3, der Veterinär: Blume beim 2.
Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 61, zum Großh. Art.=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25.
12. Verbandstag der Deutſchen Landes=
Frauen=Vereine vom Roten Kreuz.
* Die Tagungen der Deutſchen Landes=Frauen=
Ver=
eine finden am 14. und 15. Oktober vormittags, die des
Verbandes der Deutſchen Krankenpflege=Anſtalten am 15.
Oktober nachmittags und 16. Oktober vormittags im
Städtiſchen Saalbau zu Darmſtadt in der Art ſtatt, daß
die Mitglieder des einen Verbandes gegenſeitig an den
Verhandlungen des anderen Verbandes teilnehmen.
Für die Tagung iſt folgende Tagesordnung
vorge=
ſehen: Montag, den 13. Oktober, abends 8 Uhr: Geſellige
Vereinigung der Teilnehmer mit einſacher Bewirtung
durch den Alice=Frauen=Verein in den Räumen der „
Ver=
einigten Geſellſchaft” Rheinſtraße 36. Dienstag, den 14.
Oktober, vormittags 9½ Uhr: Tagung des Verbandes der
Deutſchen Landes=Frauen=Vereine vom Roten Kreuz,
un=
ter Teilnahme der Mitglieder des Verbandes Deutſcher
Krankenpflege=Anſtalten vom Roten Kreuz im
Städti=
ſchen Saalbau, Riedeſelſtraße 40. Vortragsfolge: 1. Die
Gewinnung des Volkes für die Aufgaben der
Frauenver=
eine vom Roten Kreuz. Berichterſtatter Herr Oberver
waltungsgerichtsrat Dr. Kühne=Berlin. 2. Unſere Frauen
vom Roten Kreuz im ſozialen und
wirt=
ſchaſtlichen Leben. Berichterſtatterin Frau Lilly
Gab=
ler=München. 3. Die Bekämpfung der Krebskrankheit
mit beſſonderer Berückſichtigung der Röntgen= und
Ra=
diumſtrahlen. Berichterſtatter Herr Profeſſor Dr. Opitz=
Gießen. Nachmittags 1 Uhr: Zwangloſes warmes
Früh=
ſtück im Städtiſchen Saalbau; nachmittags 5 Uhr: Empfang
durch die Großherzogin von Heſſen; abends 7½ Uhr:
Vor=
ſtellung im Großh. Hoftheater. Mittwoch, den 15. Oktober,
vormittags 9½ Uhr: Tagung des Verbandes der
Deut=
ſchen Landes=Frauen=Vereine unter Teilnahme der
Mit=
glieder des Verbandes Deutſcher Krankenpflege=Anſtalten
im Städtiſchen Saalbau, Riedeſelſtraße 40.
Vortrags=
folge: 1. Die Entwickelung der Deutſchen Frauen=
Ver=
eine vom Roten Kreuz ſeit dem Verbandstag von 1910.
Berichterſtatter Herr Geheimerat Profeſſor Dr.
Pann=
witz=Berlin. 2. Die Wohnungsfrage und die Frauen=
Vereine. Berichterſtatterin Frau Oberbürgermeiſter
Lauter=Karlsruhe.
Mitberichterſtatterin Fräulein
Dr. Kröhne=Worms, Kreis=Wohnungsinſpektorin des
Kreiſes Worms. 3. Die Schweſtern= und
Hilfsſchweſtern=
frage im Ruſſiſch=Japaniſchen, ſowie in den letzten
Bal=
kan=Kriegen. Berichterſtatter Herr Dr. v. Oettingen=
Berlin. Nachmittags 1 Uhr: Zwangloſes warmes
Früh=
ſtück im Städtiſchen Saalbau; nachmittags 3 Uhr: Taguna
des Verbandes Deutſcher Krankenpflege=Anſtalten vom
Roten Kreuz unter Teilnahme der Mitglieder des
Ver=
bandes der Deutſchen Landes=Frauen=Vereine im
Städti=
ſchen Saalbau. (Die Vortragsfolge ſteht noch nicht feſt.)
Nachmittags 3½ Uhr: Beſichtigung des Säuglingsheims
und eventuell anderer Anſtalten durch die Herrſchaften,
welche nicht an der Sitzung Deutſcher Krankenpflege=
An=
ſtalten teilnehmen. Abends 7 Uhr: Gemeinſames Eſſen im
Städtiſchen Saalbau. Donnerstag, den 16. Oktober,
vor=
mittags 9 Uhr: Tagung des Verbandes Deutſcher
Kran=
kenpflege=Anſtalten vom Roten Kreuz unter Teilnahme der
Mitglieder der Deutſchen Landes=Frauen=Vereine vom
Roten Krenz. (Die Vortragsfolge ſteht noch nicht ffeſt.)
Nachmittags 1 Uhr: Zwangloſes warmes Frühſtück im
Städtiſchen Saalbau; nachmittags 3½ Uhr: Beſichtigung
des Alice=Hoſpitals und eventuell anderer Anſtalten. Für
die Herrſchaften, die nicht an der Beſichtigung der
Ver=
einsanſtalten teilnehmen: Ausflug nach dem
Oberwald=
haus. Kaſfee. Abends 7 Uhr: Geſellige Vereiniaung
1. Teeabend für die Damen in den Räumen des
Muſikver=
eins, Steinſtraße 24; 2. Bierabend für die Herren im
Hotel=Reſtaurant Heß, Rheinſtraße 22. Freitag, den 17.
Oktober: Bei genügender Beteiligung: Fahrt nach
Offen=
bach zur Beſichtiaung des ſehenswerten
Stadtkranken=
hauſes. (Abfahrt von Darmſtadt: Hauptbahnhof 9.04 Uhr
vormittags.) Mittags geſelliges Zuſammenſein im
Pal=
mengarten in Frankfurt a. M.
Offenbach, 10. Sept. (
Stadtverordneten=
wahlen.) In der geſchloſſenen Mitgliederverſammlung
der Fortſchrittlichen Volkspartei wurde die
Stellungnahme zu den Stadtverordnetenwahlen in
mehr=
ſtündiger Verhandlung erörtert und beſchloſſen, mit keiner
Partei zuſammenzugehen, ſondern
Stimmenfrei=
heit zu proklamieren.
* Hähnlein, 10. Sept. Das Jahresfeſt des
Rettungshauſes das hier ſtattfand, war in dieſem
Jahre zum erſten Male mit einem Dekanatsfeſt für
Innere Miſſion verbunden. Der Gottesdienſt
be=
gann um 2½ Uhr. Nach einem von den Anſtaltszöglingen
gut geſungenen zweiſtimmigen Lied und dem
Gemeinde=
geſang hielt der Vereinsgeiſtliche für Innere Miſſion, Herr
Pfarrer Memmerk=Darmſtadt, die Predigt, über Spr. 24,
0—11. Darauf folgte das von dem Ortsgeiſtlichen Herrn
Pfarrer Bolitſch geſprochene Gebet und eine Anſprache des
Herrn Dekan Zaubitz=Bensheim, der in herzlichen Worten
die Grüße des Dekanats Zwingenberg überbrachte und die
Anweſenden auf Grund der Sonntagsepiſtel (Eph. 3,
13— 21) hinwies auf den Weg, innerlich ſtark und frei zu
werden. Mit zweiſtimmigem Geſang und Segen wurde
der ſehr gut beſuchte Gottesdienſt beendet. Im
Rettungs=
haus wurden dann die ſehr zahlreich erſchienenen Gäſte
mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Herr Maior Baur=Bstaz
hielt eine Anſprache, in welcher er die Erſchienenen
herz=
lichſt begrüßte, vor allem die hohe Protektorin des
Ret=
tungshauſes. Ihre Durchlaucht die Fürſtin zu Erbach=
Schönberg, und ihre Durchlaucht die Fürſtin zu Stolberg=
Wernigerode, außerdem den Vorſitzenden des
Landesver=
eins für Innere Miſſion, Herrn Profeſſor Weimar und
Herrn Dekan Zaubitz. In dem kurzen Jahresbericht hob
der Redner dankbar hervor, daß im verfloſſenen Jahre die
Anſtalt und ihre Bewohner vor Unfällen und Krankheiten
durch Gottes Güte bewahrt wurden, und der Bau des
neuen Lehrerhauſes vollendet werden konnte, mit dem die
Anſtalt wieder einen ſtattlichen ihr zur Zierde und zum
Vorteil gereichenden Zuwachs erhielt. Nach dem Kaffee
verſammelten ſich die Gäſte mit den Anſtaltskindern im
Anſtaltshof, wo Herr Pfarrer Memmert eine Anſprache an
die Zöglinge und Freunde der Anſtalt hielt. Dann begab
man ſich in den großen Anſtaltsgarten. um den
verſchiede=
nen Spielen und Beluſtigungen der Kinder beizuwohnen.
Da der befürchtete Regen ausblieb, verlief das Feſt in ſehr
ſchöner, allgemein befriedigender Weiſe. Die Kollekte für
die Anſtalt lieferte einen recht guten Ertrag. Die zum
Verkauf ausgeſtellten, von Anſtaltszöglingen verfertigten
Kerbſchnitzereien wurden ſämtlich an die Gäſte verkauft,
ebenſo wie eine große Anzahl Schriften, Bücher und
Bil=
der, die der Landesverein für Innere Miſſion ausgelegt
hatte. Möge ferner Gottes Segen auf dem Anſtaltswerk,
auf Erziehern und Zöglingen ruhen!
R. Heubach, 10. Sept. (Jubiläumsfeier.) Der
hieſige Männergeſangverein feiert am 4., 5. und 6. Juli
1914 die Jubiläumsfeier ſeines 50jährigen Beſtehens.
Die=
ſer Verein iſt der älteſte unſeres Ortes.
Mainz, 11. Sept. (Die Opfer der
Eiſen=
bahn.) Nach einer Zuſammenſtellung der
Unfalltodes=
fälle im Bereich der preußiſch=heſſiſchen
Eiſenbahnverwal=
tung ſind in den 9 Monaten, vom 1. Oktober 1912 bis
30. Juni 1913 nicht weniger wie 46 Schaffner und
Hilfs=
ſchaffner während ihrer dienſtlichen Tätigkeit tödlich
ver=
unglückt. Die meiſten der 46 Opfer wurden durch
Ueber=
fahren ſofort getötet, andere erlitten tödliche
Quetſchwun=
den und ſtarben bald nachher. — (Raupenſchaden.)
Das Auftreten der Raupen des Kohlweißlings an den
Gemüſebeeten macht ſich jetzt ſehr ſtark bemerkbar.
Be=
onders Weißkraut, Wirſing und Erdkohlraben werden
von dem Ungeziefer ſtark beſchädigt, da die Blätter öfter
bis auf die Rippen abgefreſſen werden. Mit dem Ableſen
der Raupen ſucht man die Pflanzungen zu erhalten, was
jedoch mühſelig und wenig erfolgreich iſt. Der
Kohl=
weißling, der bekannte kleine weiße Schmetterling, der
im Hochſſommer über den Gemüſefeldern von einem Buſch
zum anderen gaukelt, iſt der Vorbereiter der ſchädlichen
Raupen. Das Auffinden einer geeigneten Fangmethode
für dieſen Schädling wäre für die Gemüſezüchtung von
großem Nutzen.
Mainz, 11. Sept. (Bootsunfall.) Geſtern abend
7 Uhr zogen zwei Fiſcher, der 48jährige Georg Wagnen
und der 36jährige Johannes Chriſt, in der Nähe der
Lan=
dungsbrücke der Köln=Düſſeldorfer Geſellſchaft auf den
Fiſchfang aus. Vermutlich durch ein Drahtſeil, mit dem
ein Dampfer einen Kahn zog, wurde der Nachen zum
Umkippen gebracht. Die beiden Fiſcher und zwei
Knaben im Alter von acht bis zehn Jahren, Söhnendes
Chriſt, fielen ins Waſſer. Während es dem Chriſtmi
großer Anſtrengung gelang, ſich und ſeine beiden Söhne
zu retten, ertrank Wagner. Als großer Mißſtandwird
es hier empfunden, daß an den Rheinuſern nirgends
Ret=
tungsvorrichtungen zu finden ſind. Am nächſten Mittwoch
findet hier eine große Verſammlung ſtatt, die hierzu
Stellung nehmen ſoll.
Eich, 11. Sept. (Verhütetes Unglück.)Der
Landwirt V. K. von hier hatte zwiſchen Eich und Hamm
am Uebergange das Herannahen des Zuges nicht bemerkt
und befand ſich mit ſeinem Fuhrwerk, das mit zwei Kühen
beſpannt war, gerade auf dem Gleis, als der Zug an
gebrauſt kam. Der Lokomotivführer bemerkte zum Glüch
den Mann. und es gelang ihm. faſt dicht vor dem
Fuhr=
werk den Zug zum Stehen zu bringen.
Bingen, 11. Sept. (Selbſtmordverſuch.)Aus
Liebeskummer verſuchte ſich ein noch nicht 20jähriger
Schüler des Technikums Bingen aus Holland im
Neben=
raume einer hieſigen Wirtſchaft zu erſchießen. Die Kugel
verſehlte jedoch ihr Ziel. ging knapp am Herzen vorüber
und blieb im Rücken ſtecken. Die Kleider des Vers
letzten gerieten in Brand, ſo daß nicht vielge
fehlt hätte, und der Lebensmüde wäre lebendig verbrannt
Sein Zuſtand iſt lebensgefährlich, da ein Lungenflügel
durchſchlagen iſt. Die Eltern des Jünglings ſindaus
Holland bereits hier eingetroffen.
Nieder=Saulheim, 11. Sept. (
Bürgermeiſter=
wahl.) Durch den Rücktritt des zum Bürgermeiſterin
zwei Wahlgängen gewählten Kaſſenrechners Johann
Oeh=
ler iſt jetzt wieder Neuwahl erforderlich. Als
Bürger=
meiſterkandidaten für die Neuwahl treten auf der inder
erſten Wahl unterlegene Weinhändler Ludwig Schlam
und der Landwirt Peter Weyerhäuſer. Beide Kandidaten
erfreuen ſich großer Beliebtheit im Dorf; aus dieſem
Grund iſt wieder ein äußerſt ſcharfer Wahlkampf
voraus=
zuſehen. — (Edler Spender.) Der amerikaniſch
Millionär Weyerhäuſer ließ dem Krankenpflegeven
ein weitere 5000 Mark, insgeſamt jetzt 15000 Mark.
über=
weiſen. Der Anregung des Herrn Peter Weyerhäuſen
eines Vetters des Genannten, iſt es auch zu danken, daß
auch in dieſem Jahre wieder größere Beträge
fürBe=
ſchaffung von Kohlen und Lebensmitteln für Bedürftige
geſtiftet wurden.
Gießen, 11. Sept. (Von der
Landesuniver=
ſität.) Das beendete Sommerhalbjahr brachte der
Un=
verſität Gießen einen Zuwachs von 98 Studierenden
gegen das Winterſemeſter, nämlich von 1338 auf 1436. Uns
ter dieſen befanden ſich 841 Heſſen und 595 Nichtheſſen
Studentinnen waren 30 (24) zugelaſſen, Ausländer 44 (52)a
Dazu kamen 3 Hoſpitantinnen, 40 Hörerund
56 Hörerinnen. Es ſtudierten Theologies
(97), Jura 115 (121). Medizin 551 (502), Philoſophle
(618). Von den Studierenden hatten Reifezeugniſſe
vom Gymnaſium 761 (732), vom Realgymnaſium260
(239), von der Oberrealſchule 323 (291). Das Zeugnis für
das Fach beſaßen 45 (41) und ſonſtige Zeugniſſe 47 (35)a
Landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsbank,
* Die Reviſionskommiſſion
verſendetefol=
gendes Rundſchreiben an die Gläubigergenoſſenſchaften
der Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank: Nach dem
Stande unſerer Arbeiten und unter Abwägung allerein
Betracht kommenden Momente müſſen wie den verehrlichen
Genoſſenſchaften mitteilen, daß die
Generalverſamm=
lung der Bank, auf der wir über unſere Reviſion zu
be=
richten haben, vorausſichtlich erſt Anfang
Novem=
ber ſtattfinden kann. Bei Durchführung unſerer Prüfe
ungen hat ſich uns die Ueberzeugung aufgedrängt, daß
wir vor der Generalverſammlung eine Verſammlung
der Gläubigergenoſſenſchaften unbedingt
not=
wendig haben, damit in unſeren Maßnahmen gegen unſere
Schuldner nichts verſäumt wird. Zu dieſen Maßnahmen
gehört vor allem die Beſeitigung der Konkursgefahe der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank durch die reſtloſe
Sicherung des Moratoriums und die beſtimmte
Vermei=
dung der Ueberſchuldung der Landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaftsbank. Zur Beſprechung über dieſe beiden
dringend erforderlichen Maßnahmen laden wir die
Gläu=
bigergenoſſenſchaften der Landwirtſchaftlichen
Genöſſen=
ſchaftsbank deshalb auf Mittwoch den 17.
Sep=
teber nachmittags 2 Uhr, nach Darmſtadt, „Kaiſerſaal”
Grafenſtraße 18, ein.
Zur Beſchlußfaſſung werden die nachſtehenden
beiden Leitſätze empfohlen: Die
Gläubigergenoſſen=
ſchaften erwarten von jeder einzelnen
Gläubigergenoſſen=
ſchaft dringend, daß ſie in zwei ordnungsmäßig
unterzeich=
neten Erklärungen ausſpricht:
„1. Zum Zwecke des reſtloſen Aufkaufs
der=
jenigen Gläubigerforderungen, für die entgegen allen
ge=
noſſenſchaftlichen Grundſätzen das Moratorium der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank nicht bewil
ligt worden iſt, ſtellen wir der Zentralkaſſe der heſſiſchen
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften zu Darmſtadt einen
Betrag zur Verfügung in Höhe von 1½ Prozen!
unſeres Guthabens bei der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank nach dem Stand vom 1. April d. J.
2. Wir verzichten bis auf 50 Prozenk
unſerer Forderungen bei der Landwirtſchaftlichen
Nummer 214.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
Seite 5.
Genoſſenſchaftsbank, wenn und ſoweit dieſer Verzicht
not=
wendig wird, zur Vermeidung einer Ueberſchuldung der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank.”
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Sept. Die Berliner
Mediziniſche Geſellſchaft beabſichtigt, zum Andenken an
ihren Ehrenpräſidenten Rudolf Virchow ein Virchow=
Haus zu errichten, das einen Mittelpunkt für
medizi=
niſche und gemeinnützige, insbeſondere hygieniſche Zwecke
in Berlin bilden ſoll. Auf dem von ihr 1910 angekauften
Grundſtück im Werte von 810000 Mark ſoll nun mit dem
Bau begonnen werden, ſofern der Magiſtrat Berlin der
Geſellſchaft einen jährlichen Zuſchuß von 10000 Mark und
ein mit 4 v. H. verzinsliches erſtſtelliges Darlehen bis
zum Betrage von 1 Million Mark gewährt. Das Rudolf
Virchow=Haus ſoll drei Verſammlungsſäle für
Demon=
trationen, ferner Räume für ein Virchow=Muſeum und für
eine große, auf etwa 200000 Bände berechnete
Jachbiblio=
thek mit Leſeſaal enthalten und auch gemeinnützigen
Be=
trebungen dienen. Der Magiſtrat Berlin hat, wie bekannt,
beſchloſſen, dieſe Anträge der Geſellſchaft bei der
Stadt=
verordnetenverſammlung zu befürworten. Bereits geſtern
eſchäftigte ſich der Stadtverordneten=Ausſchuß mit der vom
Magiſtrat beantragten Beihilfe. Nach längerer
eingehen=
der Beratung wurde der Antrag mit einer geringen
Ab=
inderung einſtimmig angenommen. — In der
Verſamm=
ung der Fleiſcherinnung teilte der Obermeiſter mit, daß
ſie Stadt Berlin vorausſichtlich Ende Oktober oder im
November wieder mit der Einführung des
ruſſi=
chen Fleiſches beginnen werde, den Vertrieb aber
vohl den Ladenfleiſchern überlaſſen dürfte. — Zu einem
Revolverkampfe zwiſchen überraſchten Einbrechern
ind dem Beſtohlenen, einem Kriminalbeamten, kam es,
vie ſchon gemeldet, in der vergangenen Nacht am
Hohen=
taufenplatz, im Süden der Stadt. Bei dem gefährlichen
Kampf wurde einer der Einbrecher durch drei Schüſſe
le=
ensgefährlich verletzt und neben dieſem auch noch zwei
Spießgeſellen verhaftet. Der Verletzte, der ſich als ein
rſt 20 Jahre alter wohnungsloſer „Kontoriſt” Erich Heſſe
ntpuppte, iſt ſchon wiederholt vorbeſtraft und erſt vor
venigen Tagen aus dem Gefängnis entlaſſen worden. Er
hatte einen Ulſter des Beamten mitgenommen, auf der
Flucht aber über einen Zaun am Maybachufer geworfen,
on wo er ſonderbarerweiſe verſchwunden iſt. In ſeinen
Laſchen fand man einen ſcharfgeladenen Revolver, aus
em noch kein Schuß abgegeben war, ſo daß er als der
Re=
olverſchütze nicht in Frage kommt. Die beiden anderen
wurden feſtgeſtellt als ein 33 Jahre alter „Tiſchler”
Wal=
er Wons aus der Immanuelkirchſtraße und ein 24 Jahre
lter „Schlächter” Ignatz Kachel, der ebenfalls wie Heſſe
hne Wohnung war. Wons iſt auch ſchon wiederholt
vor=
eſtraft. Bei Kachel wurde neben Einbrecherwerkzeug noch
ine Waffe gefunden, während Wons keine beſaß. In der
Vohnung des Kriminalbeamten hatten die Einbrecher,
vährenddem dieſer ſchlief, arg gehauſt. Sie haben alles
emoliert und beſchmutzt und ſchon eine ganze Menge
achen zum Mitnehmen eingepackt. Ob die Einbrecher
ur die Gelegenheit des Alleinſeins des Beamten
wahr=
ehmen wollten oder ob es ſich um einen perſönlichen
kacheakt handelt, kann nicht geſagt werden. Vor ungefähr
Wochen wurde Voß, wie damals berichtet, im Tiergarten
on einem unerkannt entkommenen Manne mit einem
chlagring hinterrücks niedergeſchlagen. Auch damals
hoß der Beamte auf den Verbrecher, doch entkam dieſer in
er Dunkelheit. Auf einen Racheakt läßt auch ſchließen,
ß dem Beamten vor wenigen Tagen die nach der
Stra=
enſeite ſtehenden Blumentöpfe von roher Hand zerſchlagen
orden ſind.
Frankfurt a. M., 11. Sept. (Todesſturz.) Bei
Re=
rraturarbeiten an einem Hauſe in der Weilburgerſtraße
ürzte geſtern abend der 55 Jahre alte Zimmermann Jean
tüller aus einer Höhe von etwa vier Metern in die Tiefe
id war ſofort tot.
Straßburg i. E., 10. Sept. (Der Spion als
Atten=
äter.) Der Metzger Malaiſe aus Saales, der in Toul
egen Spionage verhaftet und zu zehn Monaten
Gefäng=
is verurteilt wurde, iſt jetzt zurückgekehrt und fand ſeine
amilie in der größten Not. Die Bevölkerung aber wandte
ch von ihm ab, niemand wollte ihm Arbeit geben, weil
iemand mit dem Spion etwas zu tun haben wollte.
ſalaiſe wandte ſich dann an die Gendarmen und erklärte,
wäre von den Gendarmen zu der Spionage verleitet
orden. Als er auch da abgewieſen wurde, drang er mit
nem Beil und zwei Meſſern bewaffnet auf den einen der
endarmen ein, in deſſen Behauſung er die Türe
zer=
hmetterte. Durch einen anderen Gendarmen, der ihm
ntgegentrat, wurde er erheblich verletzt, aber es konnte
da=
urch ein größeres Unheil vermieden werden.
Stade, 11. Sept. (Kampf mit Poliziſten.) Wie
as Stader Tageblatt erfährt, handelt es ſich bei den bei
ſterrode in einen Kampf mit den Poliziſten verwickelten
eiden jungen Leuten um den Wilhelmsburger
Sparkaſſen=
uber, den 19jährigen Kellner Fritz Hannemann und den
jährigen Diener Adolf Plog.
Clausthal. 10. Sept. (Der Mord in
Braun=
ge.) Die beiden jungen Leute, die in dem Verdacht
anden, den Gaſtwirt Schröder in Braunlage
erſchoſ=
n und beraubt zu haben, waren, den Oeffentlichen
An=
igen für den Harz zufolge, über Clausthal nach Oſterode
flohen, wo ſie ſich in einem Geſchäft neu einkleiden
woll=
n. Da der Geſchäftsinhaber es nicht dulden wollte, daß
ſich gleich an Ort und Stelle umzogen, kam es zu einem
ſtreit, der die Polizei herbeilockte. Bei ihrem Erſcheinen
urden die Beamten mit Schüſſen empfangen, wodurch
r Arbeiter Leuchterſand getötet und der Polizeibeamte
tüller am Kopfe verletzt wurde. Während es gelang, einen
er Mörder feſtzunehmen, flüchtete der andere in das
Hin=
rhaus, wo er ſich verbarrikadierte und Schüſſe abgab, die
e Polizei erwiderte. Man legte Schwefel in das Haus,
n den Mörder auszuräuchern. Als er ſich an einem
enſter zeigte, wurde er durch einen Schuß getötet.
Kolberg, 10. Sept. (In der Oſtſee ertrunken.)
m Oſtſeebad Groß=Möllen unternahmen drei angeheiterte
erren eine Vergnügungsfahrt. Der Bademeiſter Heiſe
ahm ein Bad auf hoher See und ertrank.
Peſt, 10. Sept. (60000 Arbeitsloſe.) Auf einer
erſammlung von Arbeitsloſen wurde geſtern bekannt
ge=
eben, daß in Peſt und in den Vorſtädten gegenwärtig
)000 Perſonen arbeitslos (?) ſind. Die
ſozialdemokra=
ſche Partei verlangte von der Regierung und der
Stadt=
erwaltung die Einführung von Notſtandsarbeiten.
London, 10. Sept. (Der Diebſtahl des
Perlen=
alsbandes.) Die fünf Männer, die im Falle des
iebſtahls des bekannten Perlenhalsbandes eingeklagt
nd, ſind heute vor dem Polizeigericht in der Bowſtreet
ſchienen und haben folgende romantiſche Geſchichte über
ie Umſtände erzählt, die zu ihrer Verhaftung führten:
utwirth, einer der Angeklagten, traf in Antwerpen einen
erwandten ſeiner Frau namens Brandſtetter und fragte
i, ob er nicht einen Abnehmer für ein Perlenhalsband
nachweiſen könnte. Brandſtetter, der die Belohnung von
10000 Pfund Sterling für die Entdeckung des Halsbandes
kannte fragte ſeinen Vetter um Rat und die beiden traten
brieflich in Verhandlung mit Gutwirth, der nach London
zurückgekehrt war. Mittlerweile ſetzte ſich Brandſtetter
mit den Verſicherungsgeſellſchaften in Verbindung und auf
ihre Veranlaſſung wurde eine deitte Perſon als
Abneh=
mer eingeführt, nämlich ein Herr namens Spanier aus
Paris, dem es gelang, zwei Perlen zu kaufen, und der bei
dieſer Gelegenheit in einem Londoner Hotel das ganze
Halsband ſah. Eine zweite Zuſammenkunft wurde zwecks
Ankaufs des ganzen Halsbandes verabredet und hierbei
verhaftete die Polizei drei der Angeklagten, aber das
Perlenhalsband wurde nicht in ihrem Beſitz gefunden.
Riga, 10. Sept. (Großfeuer.) Feuer zerſtörte in
dem Badeorte Majorenhof den Konzertgarten, die
Heil=
anſtalt, 20 Häuſer und viele Kaufläden. Der Schaden wird
auf 500000 Rubel geſchätzt.
Neu=York, 10. Sept. (Die Verhaftung Thaws.)
Thaw hat, nachdem er von den kanadiſchen Behörden an
der amerikaniſchen Grenze freigelaſſen worden war, mit
einigen Journaliſten in deren Automobil den Staat
Ver=
mont durchfahren. Er iſt in dem Schulhauſe von
Cole=
brook (Neu=Hamptſhire) von den amerikaniſchen Behörden
verhaftet worden.
Stadtverordnetenverſammlung.
10. Sitzung.
g. Darmſtadt, 11. Sept.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitz=
ung um 3¾ Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Der Jahresbericht der ſtädtiſchen Sparkaſſe für 1912
liegt im Druck vor und iſt unter die anweſenden
Stadt=
verordneten verteilt worden.
Der Bezirksverein Altſtadt hat einen Antrag
einge=
bracht, den letzten Häuſerblock auf dem Marktplatz zu
be=
ſeitigen, um ſobald als möglich die Schloßfreiheit
herzu=
ſtellen. Die erforderlichen Mittel ſollen durch eine Lotteric
beſchafft werden. Die Angelegenheit ſoll an die
Aus=
ſchüſſe gehen. Stadtvv. Stemmer und Link treten
für den Antrag ein, Stadtv. Schupp wünſcht die
Schön=
heit des Altſtadtviertels zu erhalten. Stadtv. Saeng
wünſcht, daß die Regierung dazu beitrage, daß die
Lot=
terie genehmigt werde.
Es folgt der Bericht des Oberbürgermeiſters
über die Entwickelung der Heſſ. Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchaft, der an anderer Stelle
aus=
führlich wiedergegeben iſt (ſiehe Seite 12).
Der Winterfahrplan der elektriſchen
Straßenbahn.
In dem neuen Winterfahrplan ſind nicht nur die
alten Linien aufgeführt, ſondern auch die Linien, die in
nächſter Zeit in Betrieb genommen werden. Als
Zuge=
ſtändnis ſei hervorgehoben, daß vom 1. Oktober die Wagen
vom Hauptbahnhof bis zur Ohlyſtraße den ganzen Tag
über durchgeführt werden. Als Kürzung, daß der Verkehr
zum Böllenfalltor des Abends nur halbſtündig
durchgeführt wird, wie nach der Faſanerie. Referent: Beig.
Ekert. — Stadtv. Schupp wünſcht, daß den
Aeußer=
ungen nach vermehrten Halteſtellen mehr Gehör gegeben
wird. — Stadtv. Möſer äußerte den Wunſch einer
Um=
ſteigeſtelle an der Pallaswieſenſtraße, um vom
Martins=
viertel leichter in die Stadt kommen zu können, wenn die
Elektriſche durch die Frankfurter Straße ausgebaut iſt.
— Stadtv. Henrich fordert eine beſſere
Umſteigemög=
lichkeit in den Abendſtunden. — Beig. Ekert gibt zu
bedenken, daß man nicht zu viel Halteſtellen errichten
dürfe, wenn man die Fahrzeiten nicht bedeutend
verlän=
gern wolle. — Nach weiteren Bemerkungen der Stadtvv.
K. Lautz und Stemmer wird der Fahrplan
ge=
nehmigt.
Geſuche um Befreiung von baulichen
Beſtimmungen.
Für das Eckhaus Stiftſtraße 67 wird um die
Erlaub=
nis zur Einrichtung von Dienſtbotenräumen über dem
Kehlgebälk nachgeſucht. Der Hochbau=Ausſchuß empfiehlt
die nachgeſuchte Befreiung von der Beſtimmung in § 2
des Ortsbauſtatuts vom 6. Oktober 1906 unter der
Be=
dingung, daß die Außenwand des Dachaufbaues direkt
auf die Außenwand des unteren Stockwerks geſetzt wird.
Berichterſtatter: Stadtv. Wagner.
In einem Hauſe auf dem Mathildenplatz hat das
Herd=
rohr in der Küche nicht die vorgeſchriebene Entfernung von
der Holzverkleidung der Türe, weshalb um Befreiung
von der betreffenden Vorſchrift nachgeſucht wird. Der
Hochbau=Ausſchuß befürwortet ſie, da eine erhöhte
Feuers=
gefahrt nicht beſteht. — Berichterſtatter: Stadtv. Dr.
Sames. Die Verſammlung ſtimmt beiden Geſuchen zu.
In Zukunſt ſollen derartige Geſuche, wie das letztere, von
dem Ausſchuß erledigt werden.
Die von der Baugeſellſchaft
Platanen=
hain geplanten Gebäudegruppen zu beiden Seiten des
Lucaswegs, die als Abſchluß der Bebauung um das
Aus=
ſtellungsgebäude zu betrachten ſind, ſollen eine größere
Gebäudehöhe erhalten, als nach dem Ortsbauſtatut für
den Lucasweg zuläſſia iſt. Die nachgeſuchte Befreiung
von der betreffenden Vorſchrift wird von dem Hochbau=
Ausſchuß befürwortet, da die Abſicht, eine der Oertlichkeit
entſprechende Architektur zu erlangen, durch das vorlie=
Bericht=
gende Profekt in vollem Umfange erreicht iſt. —
erſtatter: Stadtv. Markwort. Stadtv. Lehr äußert
Bedenken, ob nicht durch dieſe hohen Häuſer die Ausſicht
auf das Ausſtellungsgebäude verdeckt wird. Der
Bericht=
erſtatter bemerkt, daß dadurch die Häuſer keineswegs höher
werden.
Auf einem Grundſtück am Martinspfad außerhalb des
Bebauungsplanes iſt die Errichtung eines Gartenhauſes
geplant. Die hierfür nachgeſuchte Befreiung von der
Be=
ſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts wird vom Hochbau=
Ausſchuß befürwortet. Berichterſtatter: Stadtv.
Wid=
mann.
Ebenſo wird die Befreiung von der gleichen
Vor=
ſchrift für die Errichtung eines Schuppens am
Atzwinkel=
weg befürworlet. Berichterſtatter: Stadtv. Wagner.
In der Goetheſtraße iſt die Errichtung eines
Doppel=
hauſes geplant. Da nach dem Ortsbauſtatut für die
Goetheſtraße Gruppenhäuſer nicht zuläſſig ſind, wird um
Befreiung von dieſer Vorſchrift nachgeſucht die der
Hoch=
bau=Ausſchuß befürwortet. Gleichzeitig empfiehlt der
Aus=
ſchuß eine Aenderung des Statutnachtrags für die
Goethe=
ſtraße dahin, daß dort außer Gruppenhäuſern auch
Ge=
bäude mit mehreren Wohnungen nicht errichtet werden
dürfen. Berichterſtatter: Stadtv. Sames. Die dortigen
Umwohner haben Einſpruch gegen das Geſuch erhoben, da
dadurch der Charakter des Viertels benachteiligt werde.
Der Hochbau=Ausſchuß iſt der Anſicht, daß es hier auf den
einzelnen Fall ankomme. Um aber für ſpäter derartige
Mißſtände von vornherein unmöglich zu machen, empfiehlt
er eine entſprechende Aenderung des Statutennachtrags.
Der Antrag des Ausſchuſſes wird nach eingehender Debatte
gegen 4 Stimmen angenommen.
Für ein projektiertes Einfamilienhaus am
Roquette=
weg wird um Befreiung von der Beſtimmung in § 2 des
Nachtrags zum Ortsbauſtatut für das Herdwegviertel
nach=
geſucht, da die Grenzabſtände nicht den geſetzlichen
Vor=
ſchriften entſprechen. Das Geſuch wird von dem Hochbau=
Ausſchuß befürwortet. Berichterſtatter: Stadtv. Sames.
Sämtliche Geſuche werden genehmigt.
Heranziehung zu Geländeerwerbskoſten.
Nach den Beſtimmungen der neuen Städteordnung iſt
der Stadtverwaltung die Möglichkeit gegeben, die Anlieger
zu den Koſten des Geländeerwerbs für eine neu
anzu=
legende Straße in einem größeren Umfange heranzuziehen,
als dies der Artikel 21 der Allgemeinen Bauordnung
zu=
läßt. Während ſeither die an einer Straßenſeite
angren=
zenden Eigentümer zu den fraglichen Koſten nicht für mehr
als die Hälfte der Straßenbreite, höchſtens aber für 8
Meter Straßenbreite herangezogen werden konnten, iſt
jetzt die Heranziehung für 12 Meter, 15 Meter oder 20
Meter Straßenbreite zuläſſig, je nachdem es ſich um
zwei=
ſeitig bebaubare, einſeitig bebaubare oder um Straßen an
Plätzen handelt. Es wird nunmehr von den zuſtändigen
Ausſchüſſen beantragt. in Abänderung des § 9 des
Orts=
bauſtatuts vom 29. April 1910 die Anlieger zu den Koſten
des Geländeerwerbs wie folgt heranzuziehen:
1. In zweiſeitig bebaubaren Straßen bis zu einer
Breite von je 10 Meter.
2. In einſeitig bebaubaren Straßen und in Straßen
an Plätzen bis zu einer Breite von 12 Meter. —
Bericht=
erſtatter: Beig. Ekert. — Stadtv. Möſer gibt zu
beden=
ken, daß durch die erhöhten Anliegerbeiträge eine
Rechts=
unſicherheit geſchaffen werde. Es wäre zu erwägen, ob
nicht eine Wahrung im Grundbuch möglich wäre.
Auch
Stadtv. Sames regt eine Eintragung als dingliche Laſt
an. Nach weiteren Bemerkungen der Stadtvv. K. Lautz
und Schupp wird der Antrag angenommen.
Bauliche Aenderungen in der
Pächter=
wohnung des Oberwaldhauſes.
Die Wohnung im Oberwaldhaus bedarf einer
Er=
neuerung, wofür ein Kredit von 260 Mark beanſprucht
wird. Da die Wohnräume ſchon ſeit einer Reihe von
Jah=
ren nicht wieder hergeſtellt wurden und bei der
Neuver=
pachtung der Wirtſchaft eine bedeutende Erhöhung der
Pachtſumme eingetreten iſt, haben die Ausſchüſſe die
Be=
willigung des geforderten Kredits befürwortet. Stadtv.
Dr. Bender berichtet hierüber. Die Verſammlung
be=
willigt den Kredit.
Der Bebauungsplan zwiſchen
Bismarck=
ſtraße und Landwehrweg.
Für das ehemalige Bahngelände zwiſchen
Bismarck=
ſtraße und Landwehrweg iſt im Einvernehmen mit dem
Miniſterium ein Bebauungsplan aufgeſtellt worden, den
der Hochbau=Ausſchuß gutgeheißen hat. Der Plan wird
nach dem Bericht des Beig. Jäger genehmigt.
Vergebung der kleinen ſtädtiſchen
Unterhaltungsarbeiten.
Die bei den ſtädtiſchen Gebäuden vorkommenden
klei=
nen Unterhaltungsarbeiten für die Zeit vom 1.
Septem=
ber 1913 bis Ende März 1914 beantragt der Hochbau=
Ausſchuß an die von dem Stadtbauamt vorgeſchlagenen,
durch das Los beſtimmten Handwerksmeiſter zu vergeben.
Berichterſtatter Stadtv. Sames. Die Vergebung wird
genehmigt.
Geſuche um Bewilligung eines
ſtädti=
ſchen Beitrages.
Der Unterſtützungsverein deutſcher Reichsangehöriger
für Teplitz und Umgebung hat um Gewährung eines
Bei=
trages nachgeſucht. Ebenſo hat der Vorſtand des
deut=
ſchen Seemannsheims in Rotterdam um eine Unterſtützung
an die Stadtverwaltung ſich gewandt. Der Finanz=
Aus=
ſchuß hat die Ablehnung der beiden Geſuche beantragt in
der Erwägung, daß die Stadt bereits eine Reihe von
ähnlichen Hilfsvereinen mit beträchtlichen Summen
unterſtützt und im Hinblick auf die finanziellen
Verhält=
niſſe zu weiteren Bewilligungen nicht in der Lage iſt. Die
Geſuche werden nach dem Bericht des Stadtv. Dr.
Ben=
der abgelehnt.
Der heſſiſche Volksſchriftenverein, der den Kampf
ge=
gen den Schmutz in Wort und Bild ſich zur Aufgabe
ge=
ſetzt hat, hat um die Gewährung eines Beitrages
nach=
geſucht. Der Finanzausſchuß beantragt, einen
Jahresbei=
trag von 10 Mark zu bewilligen, der in dieſer Höhe auch
dem Verein zur Verbreitung volkstümlicher Schriften
be=
reits gewährt wird. Berichterſtatter Stadtv. Bormet.
Die Verſammlung ſtimmt dem zu.
Herſtellung der Seitenſtraße an der
Nieder=Ramſtädter Straße.
Die Seitenſtraße an der Nieder=Ramſtädter Straße vor
dem ehemals Rückertſchen Gelände ſoll auf Antrag der
Anlieger für die Bedürfniſſe des Verkehrs hergeſtellt
wer=
den. Die Tiefbau=Deputation hat die Herſtellung der
Straße, die zu Laſten der Anlieger erfolgt, gutgeheißen.
Berichterſtatter Stadtv. Widmann. Die Verſammlung
ſtimmte ebenfalls zu.
Fußſteigherſtellungen.
Ebenſo wird von der Tiefbau=Deputation gutgeheißen
die Ausführung eines Moſaikſußſteiges auf der Oſtſeite
des Grünen Wegs zwiſchen Herdweg und Hobrechtſtraße
auf Koſten der Anlieger. Nach dem Bericht des Stadtv.
Wagner wird die Ausführung beſchloſſen.
Der Aſphaltfußſteig vor dem Hauſe Riedeſelſtraße 18
iſt ſchadhaft und muß erneuert werden. Die Koſten ſind
zum Teil von der Stadt, zum Teil von dem Anlieger zu
tragen. Die Tieſbau=Deputation hat die Herſtellung
gut=
geheißen. Das gleiche tut die Verſammlung nach dem
Be=
richt des Stadto. Sames.
Beſchaffung von Wahlurnen.
In der neuen Faſſung des Reichstags=Wahlreglements
ſind über die Beſchaffenheit und Größe der Wahlurnen
beſondere Vorſchriften erlaſſen. Hiernach können die bei
den Reichstagswahlen ſeither benutzten Wahlurnen nicht
mehr verwendet werden und ſind durch neue
vorſchrifts=
mäßige Wahlurnen zu erſetzen. Es wird beantragt,
hier=
für einen Kredit von 450 Mark zu bewilligen. Die
Ver=
ſammlung ſtimmte nach dem Bericht des Stadtv. Dr.
Bender zu.
Vermehrung der ganznächtigen
Straßen=
laternen.
Infolge wiederholter Klagen über die geringe Anzahl
der ganznächtig brennenden Straßenlaternen hat die
Gas=
werksverwaltung in Gemeinſchaft mit der Gaswerks=
De=
putation eine Reviſion dieſer Laternen vorgenommen und
ſchlägt nunmehr vor, weitere 176 Laternen während der
ganzen Nacht brennen zu laſſen. Hierdurch wird ein
Mehr=
aufwand für Gasverbrauch von etwa 4500 M. verurſacht.
Die Gaswerks=Deputation beantragt demgemäß:
Bericht=
erſtatter Stadtv. Kahnt. Der Antrag wird angenommen.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
Nummer 214.
Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, 11. September.
Fauſt.
Zweiter Abend.
W.l. Am zweiten Abend gelangte die Gretchen=
Tra=
gödie in teilweiſe neuer Inſzenierung zur Aufführung.
Bei letzterer war das Beſtreben der Einfachheit unter
möglichſter Vermeidung des Szenenwechſels zum
Prin=
zip gemacht. Alle Gretchen=Szenen, mit Ausnahme der
erſten in Gretchens Zimmer (Ich gäb’ was drum, wenn
ich nur wüßt’) ſpielten ſich auf derſelben Szene ab: Ein
entzückendes Straßenbild, im Hintergrund Gretchens
Haus, daneben zur Linken das Haus der Nachbarin
Schwerdtlein mit einem Vorgarten, an dem eine Straße
vorbeiführt, gegenüber ein Brunnen mit dem
Heiligen=
bilde der Mater dolorosa. So lobenswert dieſes
Prin=
zip, den Szenenwechſel zu vermeiden, iſt, und ſo ſehr es
einer raſchen Abwickelung der Handlung förderlich iſt,
muß man doch ſagen: Es ginge wohl, aber es geht nicht.
Daß Fauſts ganzes Liebeswerben um Gretchen ſich in einem
offenen, den Blicken aller Nachbarn preisgegebenen und
an der Straße liegenden Vorgarten ſich abſpielt, iſt ein
arger Verſtoß gegen den Geſchmack und das Gefühl und
außerdem ein Widerſpruch, da Frau Marthe ausdrücklich
ſagt, daß ſie die Blicke und das Gerede der Nachbarn
fürchtet. Hier muß man ſich alſo unbedingt wieder zu
einem Szenenwechſel entſchließen. Es können für die
In=
ſzenierung des „Fauſt” nicht allein die Fragen der
ſzeni=
ſchen Technik ausſchlaggebend ſein.
In dem Dome waren nur die grauen Wände im
Vordergrunde matt erleuchtet, im Innern herrſchte totale
Finſternis, die nichts erkennen ließ und für die eine
Er=
klärung kaum zu finden iſt. Die Inſzenierung der
Wal=
purgisnachtſzene mit den vorüberjagenden Wolken und
den Beleuchtungs= und anderen Effekten war ſehr
wirk=
ſungsvoll. Daß die kurze Szene im Felde: „In Elend
Verzweifelnd!” an dieſe gleich angeſchloſſen wurde, iſt bei
dem ſonſt nötigen umſtändlichen Szenenwechſel durchaus
zu loben. Die Nachtſzene „Was weben die dort um den
Rabenſtein?” war geſtrichen. Für die Kerkerſzene war ein
entſprechender Rahmen geſchaffen worden.
Von der Laſſenſchen Muſik war nur das Gretchenmotiv
und die Muſik zur Walpurgisnacht beibehalten.
Als verjüngter Fauſt und Liebhaber war Herr
Bau=
meiſter etwas zu pathetiſch und heldiſch, entfaltete aber
ſonſt viel echtes Temperament. Herr Weſtermann,
der, wie ſchon bemerkt, in dem Mephiſto mehr den Schalk
hervorkehrt, war in den ſatiriſchen und humoriſtiſchen
Szenen am glücklichſten und mehr ein gewandter
Dialek=
tiker, als ein ſarkaſtiſcher Cyniker. Herr Weſtermann hat
viel Fleiß auf die Einſtudierung der Rolle verwendet, und
ihre gewandte ſchauſpieleriſche Durchführung machte
ſei=
nem Talent alle Ehre. Daß ihm noch nicht alles gleich
gut gelang und die Schärfe der Charakteriſtik hinter der
Dialektik noch zurücktrat, iſt begreiflich, da er die über alle
Maßen ſchwierige Rolle zum erſten Male ſpielt.
Frau Meißner ſpielte wieder das Gretchen. Wir
haben uns ſchon das letzte Mal dahin ausgeſprochen, daß
die Rolle ihrer Individualität nicht entſpricht, und da ſie
ſie, wie wir hören, auch nur deshalb behalten hat, weil
Frl. Hacker, die für ſolche Rollen engagiert iſt, krank
ge=
worden iſt, ſo wollen wir nicht nochmals darauf
zurück=
kommen, ſondern nur wiederholen, daß ihre Darſtellung
in rein ſchauſpieleriſcher Hinſicht höchſtes Lob verdient.
Frau Müller=Rudolph als Frau Marthe
ver=
mied heute das Zuviel, weshalb ſie mit der Rolle mehr
Glück hatte, als früher. Den Valentin ſpielte Herr Ehrle
mit Temperament und dabei doch mit weiſem
Maßhal=
ten. Die kleine Rolle des giftigen Lieschens hatte in Frau
Gothe eine entſprechende Vertreterin erhalten. Die
Worte des böſen Geiſtes, die früher von Mephiſto
ge=
ſprochen wurden, ſprach Frl. Alſen.
Die Geſtaltung des Bühnenbildes rührte von den
Herren Kempin und Schwerdtfeger her; das von
Herrn Kempin für die letzte Aufführung gemalte
ent=
zückende Gretchen=Zimmer, das ſich dem Rahmen des
Ganzen vortrefflich anpaßt, war unverändert geblieben.
Das Publikum, das erſt wieder im Verlaufe des
Abends warm wurde, ſpendete den Künſtlern am Schluſſe
reichen Beifall.
Manöver der Großh. Heſſiſchen
(25.) Diviſion.
F.C. Diviſionsſtabsquartier
Freien=
ſſteinau, 10. Sept. (Ausfuhrlicher Bericht.) Nachdem
fgeſtern abend die Truppen von „Blau” und „Rot” Biwaks
bezogen hatten nach äußerſt anſtrengenden Märſchen vor
46 bezw. 42 Kilometer — eine Leiſtung, die von jeder Seite
anerkannt wurde, zumal ſich unter den Truppen zahlreiche
(Reſervemannſchaften befinden, ſo das ganze 3. Bataillon
des Infanterie=Regiments Nr. 168 —, ging in der Nacht von
11 Uhr ab, bis zu beginnendem Licht, ſtrömender Regen
nieder.
Der Führer der „blauen” verſtärkten 50. Infanterie=
Brigade, Oberſt Freiherr v. Buddenbrock
Komman=
deur der 25. Feldartillerie=Brigade, erhielt heute den
Be=
fehl, mit der „blauen” verſtärkten 50. Infanterie=Brigade,
beſtehend aus den Infanterie=Regimentern 117 und 118,
der 3. und 5. Eskadron Dragoner 24, dem Feldartillerie=
Regiment Nr. 25, 3. und 4. Pioniere Nr. 25, ſowie
Kolon=
nen und Trains, ein Vorgehen des ihm
gegenüberſtehen=
den Feindes gegen Flanke oder Rücken des „blauen” 18.
Armeekorps zu verhindern. „Rot” iſt bekanntlich der
„blauen” Armee geſtern auf der ganzen Linie gefolgt und
ſteht dem „blauen” 18. Armeekorps mit Vorpoſten bis
Hartmannshain-Volkartshain-Kirchbracht gegenüber. Die
„blaue‟ Armee ſoll in öſtlicher Richtung hinter die Fulda
zurückgehen, ihre Mitte und rechter Flügel die
Rückwärts=
bewegung über Altenſchlirf-Herbſtein-Hopfmannsfeld
fortſetzen. Der Führer der „blauen” Armee hält die
Stel=
lung zwiſchen Crainfeld und Salz mit Reſerven hinter
dem linken Flügel. Die Marſchſtraße des Armeekorps
läuft über Joſſa-Hauswurz-Oppertz auf Fulda.
Das geſtern ſiegreiche „Rot” — die verſtärkte 49.
In=
fanterie=Brigade beſtehend aus den Infanterie=
Regimen=
tern 115, 116 und 168, 1., 2. und 4. Eskadron Dragoner Nr.
24, dem Feldartillerie=Regiment Nr. 61, 1. und 2. Pioniere
Nr. 25, einer Fernſprecherabteilung, ſowie Kolonnen und
Trains — das mit Elan in die Linien Ober=Reichenbach-
Ober=Sotzbach vorgedrungen, erhielt heute den Auftrag,
unter Oberſt v. Helldorff. Kommandeur des Infanterie=
Regiments Nr. 115, den ihm gegenüberſtehenden „blauen”
Gegner anzugreifen, damit die verſtärkte 49. Brigade gegen
den Rücken des Hauptgegners einwirken könne. Dem
Korpskommandeur von „Rot” war gemeldet worden, daß
der „blaue” rechte Flügel im Rückmarſch auf Altenſchlirf-
Herbſtein legriffen iſt, der feindliche linke Flügel dem
„roten” Korps gegenüber in Stellung in Linie Salz-
Crainfeld ſich befindet. Der Kommandeur des „roten”
Korps beſchloß, am 10. dieſen Feind anzugreifen. und mit
rechtem Flügel 6 Uhr vormittags von Mittel=Seemen
aufzubrechen und über Wettges-Wüſtwillenrod
vorzu=
gehen.
Kurz nach 6 Uhr heute vormittag wurde dem Führer
der „blauen” verſtärkten 50. Infanterie=Brigade gemeldet,
daß auf der Straße von Unter=Sotzbach nach Eckardroth
ſtarke feindliche Truppenmaſſen im Vormarſch, ebenſo in
dem Forſt Aurora weſtlich des Rabenſteiner Grundes
Infanterie=Truppen ſich zeigen. Oberſt v. Buddenbrock
beſetzte hierauf die Höhe ſüdweſtlich von Ulmbach à eheval
der Straße Ulmbach-Sarrod mit II., III. und I./117, die
reitende Batterie Nr. 25 auf dem linken Flügel. Regiment
118 nahm auf dem linken Flügel Reſerveſtellung ein,
wäh=
rend 3. und 4. Pioniere Nr. 25 hinter dem rechten Flügel
Aufſtellung nahmen. Zwei Batterien des Feldartillerie=
Regiments Nr. 61 rückten weſtlich der Straße Ulmbach-
Sarrod in Feuerſtellung, ſobald die feindliche
Angriffs=
richtung im allgemeinen erkannt war und bevor der
Feind ſeine Batterien aufgefahren hatte.
Oberſt v. Helldorff trat um ½6 Uhr den
Vor=
marſch von Birſtein über Unter=Sotzbach-Katholiſch=
Willenroth-Eckardroth-Kerbersdorf auf Sarrod an in
der Avantgarde III./115. Maſchinengewehre 115, 1./61, 1.
und 2. Pioniere Nr. 25, Fernſprecherabteilung, das Gros I.
und II./115, III./116, I., II., III./168. Das I. und
II./116 hatte er direkt von Unter=Reichenbach durch den
Forſt Aurora auf Ulmbach dirigiert. Als das „rote‟
De=
tachement den Wald nördlich Kerbersdorf erreicht hatte,
wurde die feindliche Beſetzung der Höhe ſüdweſtlich von
Ulmbach gemeldet. Die Feldartillerie Nr. 61 ging in
Feuerſtellung öſtlich der Straße Kerbersdorf-Sarrod. Das
Regiment 115 avancierte in Schützenlinien zu beiden
Sei=
ten genannter Straße auf Ulmbach, während das
Regi=
ment 168 nach rechts, das III./116 und die
Maſchinen=
gewehre 115 nach links ausholten. In dieſem Augenblich
ließ der Kommandeur von „Blau” die noch in Reſerve
ſtehenden Batterien des Artillerie=Regiments Nr. 25 auf
der Höhe öſtlich der Straße Ulmbach-Sarrod auffahren
und den Kampf zunächſt mit der Artillerie des Angreifers
aufnehmen. Beim Vorgehen der „roten” Infanterie
rich=
tete die „blaue” Artillerie ihr Feuer auf dieſe. Da nun
auch die Bataillone des Regiments 116, die durch den
Aurora=Forſt vorgegangen waren, gegen die „blaue”
Ver=
teidigungsſtellung ſich entwickelten und der „blaue” Führer
vor Beginn des Infanterie=Angriffs die „rote” Artillerie
derart überlegen glaubte, daß die Fortſetzung des
Ar=
tilleriekampfes ausſichtslos wäre, gab er den Befehl, daß
die Batterien ſich der Wirkung des feindlichen Feuers
vorübergehend entziehen ſollten und befahl um 10 Uhr
vor=
mittags Stellungswechſel nach der Höhe 421 hart ſüdlich
Ulmbach. In dieſer Lage drängte aber die „rote”
Infan=
terie, unterſtützt von ihrer Artillerie, mit Maſſenfeuer
hef=
tig nach, ſo daß der „blaue” Führer nicht in der Lage war,
ſeine Artillerie von neuem in Feuerſtellung gehen zu
laſſen. Er zog ſich über Ulmbach in die Linie Oppertz-
Mittel=Kalbach zurück, verfolgt von Infanterie und
Ka=
vallerie. Hier ging „Blau” zur Ruhe über und ſetzte
Vor=
poſten in der Linie Rommerz-Flieden aus, während die
„roten” Sieger ebenfalls zur Ruhe übergingen mit dem
Gros bei Radmühl, mit Vorpoſten in der Linie
Hinter=
ſteinau-Kreſſenbach.
Der Fürſt zu Iſenburg=Birſtein und die
fürſtliche Familie nahmen heute an den Manövern als
Zuſchauer teil.
Die Verwendung der Flieger bei den Manövern.
F.C. Birſtein 11. Sept. Bei, den heutigen
Uebungen in dem Gelände zwiſchen Flieden und
Fleſchen=
bach fanden die Flieger von der Fliegerſtation
Darmſtadt, die mit ſechs Flugzeugen an den Uebungen
der 25. Diviſion am 11. und 13. September teilnehmen
und deren Flughafen in unmittelbarer Nähe von Uthenhain
ſich befindet, bei der roten verſtärkten 49. Infanterie=
Bri=
gade Verwendung. Die Fliegeroffiziere brachten dem
Führer von Rot, Generalmajor Clifford Kocg von
Breugel, Kommandeur der 25. Kavalleriebrigade,
wert=
volle Meldungen über den Vormarſch des Gegners, der
verſtärkten 50. Infanteriebrigade unter General Freiherr
v. Speßhardt. Die Fliegeroffiziere gingen nördlich
des Dorfes Ober=Starck ſo tief nieder, daß ſie die
Mel=
dungen auf die Erde fallen laſſen konnten. Die Truppen
zeigten bereits heute eine gewiſſe Anpaſſung hinſichtlich
ihres Benehmens den Flugzeugen gegenüber. Sie nahmen
beim Vernehmen des Propellerſummens Deckung gegen
Sicht nach oben, in Waldungen oder Häuſern. Am Abend
zwiſchen 5 und 7 Uhr gingen mehrere Flugzeuge vom
Hafen ab und bewarfen die bei Fleſchenbach biwakierende
feindliche Armee mit Bomben.
Vom Kaiſermanöver.
* Breslau, 11. Sept. Die Schleſiſche Zeitung
bringt einen Erlaß des Kaiſers an den
Kommandie=
renden General des 6. Armeekorps, v. Pritzelwitz, in dem
es heißt: Aus dem Verlauf der diesjährigen Manöver habe
ich die Ueberzeugung gewonnen, daß das Armeekorps
großen Aufgaben in ernſter Zeit gewachſen ſein wird. Die
Truppen haben überall vortreffliche Leiſtungen gezeigt und
damit meinen Erwartungen voll entſprochen. Für dieſen
Erfolg kriegsmäßiger Ausbildung ſpreche ich Ihnen und
ſodann allen Generalen. Kommandeuren und Offizieren
meine uneingeſchränkte Anerkennung gern aus und erſuche
Sie, dies unter dem Ausdruck meines königlichen Dankes
weiter bekannt zu geben und zugleich die Mannſchaften
für ihre brave Haltung zu beloben. Ihnen will ich meinen
Dank und meine Anerkennung dadurch betätigen, daß ich
ihnen die Krone zum Roten Adlerorden erſter Klaſſe
ver=
leihe, deren Inſignien Ihnen beifolgend zugehen.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 11. Sept.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 148 Rinder,
darunter 34 Ochſen, 2 Bullen. 112 Färſen und Kühe, 702
Kälber. 155 Schafe. 1360 Schweine. Marktverlauf: Bei
allen Gattungen Geſchäft lebhaft, wird geräumt. Preiſe
für ein Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht). Kälber:
1. feinſte Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 67
bis 70 (112—117), 2. mittlere Maſt= und gute Saugkälber
62—66 (105—112), 3. geringere Saugkälber 56—60 (95 bis
102). Schafe: 1. Maſtlämmer und jüngere Maſthammel
45—46 (94—95), 2. ältere Maſthammel und gut genährte
Schafe 39 (92). Schweine: 1. Fettſchweine über 3 Ztr.
Lebendgewicht 63—66 (82—84). 2. vollfleiſchige Schweine
über 2½ Ztr. Lebendgewicht 62,50—65 (81—83), 3.
voll=
fleiſchige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 63—66 (82
bis 84), 4. vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Ztr.
Lebend=
gewicht 63—66 (82—84).
Kongreſſe und Verbandstage.
Deutſcher Anwaltstag.
* Breslau, 11. Sept. Der Deutſche Anwaltstag
wurde heute vormittag mit einer Verſammlung der
Ver=
treter des Deutſchen Anwaltvereins eröffnet. Daneben
finden Verſammlungen der Mitglieder der Ruhegehalts=,
Witwen= und Waiſenkaſſe für deutſche Rechtsanwälte, des
Vereins der Amtsgerichtsanwälte und des Vereins für
Erholungsſtätten ſtatt. Anweſend ſind u. a. als
Ehren=
gäſte: Geh. Oberjuſtizrat und Vortragender Rat im
Mi=
niſterium Burghardt, Geh. Regierungsrat und
Vortra=
gender Rat im Reichsjuſtizamt Dr. Lucas=Berlin, ſowie
Geh. Juſtizrat Dr. Karl Mannsfeld von dem ſächſiſchen
Juſtizminiſterium in Dresden.
Literariſches.
— Diätetiſche Entfettungskuren von Prof.
Dr. Guſtav Gaertner in Wien. Preis broſch. 4 Mark,
gebunden 5 Mark. Verlag von F. C. W. Vogel in
Leip=
zig. Profeſſor Gaertner bringt, nachdem er bereits ſeine
2000. Entfettungskur eingeleitet hat, in dem vorliegenden
Buche ſeine großen Erfahrungen auf dieſem Gebiete zur
allgemeinen Kenntnis. 1700 ſolcher Kuren war er in der
Lage zu Ende zu führen, d. h. den Patienten mit jenem
Gewicht aus der Behandlung zu entlaſſen, das ihm bei der
erſten Unterſuchung als erſtrebenswert erſchien. Das Buch
iſt wohl zunächſt für Aerzte beſtimmt, die berufen ſind,
ſolche Kuren durchzuführen. Aber auch der Laie wird es
mit Nutzen und Intereſſe leſen. Er wird daraus erfahren,
wieviel alteingewurzeltes und neu hinzugekommenes
Vor=
urteil die Ernährung der Fettleibigen beeinflußt.
Der Untergang des erſten
deutſchen Marine=Luftſchiffes=
Zum Untergang des Marineluftſchiffes „L. 1‟.
Amtliche Darſtellung.
* Berlin. 10. Sept. Ueber das Unglück bei
Helgo=
land geht uns folgende amtliche Darſtellung zu: Nachdem
das Luftſchiff „L. 1‟ bereits erfolgreich an einigen
Uebun=
gen der Hochſeeflotte teilgenommen hatte, lief es am 9.
September um 1 Uhr 30 Min. nachmittags wieder aus
der Halle bei Fuhlsbüttel aus. Die Wetterkarten waren
vorher eingeſehen, ein Pilotballon aufgelaſſen und
Er=
kundigungen über das Wetter in Helgoland und bei der
Flotte eingezogen worden, was ſich auch im Verlaufe der
Uebung wiederholte. Das Wetter war gut. Nach den
Erkundigungen beſtanden für den erfahrenen und vorſich
tigen Führer des Luftſchiffes keine Bedenken gegen das
Auslaufen. Auf See wurde bedeckter Himmel und leichter
Regen angetroffen. Außerhalb Helgolands wurde es uns
ſichtig, dann ſetzten plötzlich heftige Regengüſſe,
vertikale und horizontale Böen mit ſchweren
wolken=
bruchartigen Regengüſſen ein. Hierdurch wurde
das Schiff heftig in vertikaler Richtung um mehrere
hun=
dert Meter hin= und hergeworfen und ſchließlich trotz
Ruderlegens und ausgiebigſter Abgabe aller Ballaſtmittel
und aller ſonſtigen beweglichen und abnehmbaren
Gegen=
ſtände mit der Spitze auf die Waſſerfläche
herabgeworfen, wobei es durch den heftigen
An=
prall mehrfach in der Mitte durchbrach und
ins Sinken geriet. Die Trümmer ſchwammen
in=
zwiſchen bei dem aufgekommenen ſtarken Seegang noch
eine halbe Stunde, und vermöge des Gasinhalts die
Zellen noch eine Viertelſtunde nach dem Unfall auf dem
Waſſer. Das Linienſchiff „Hannover” und der
Fiſch=
dampfer „Orion” aus Geeſtemünde begaben ſich nach der
Unfallſtelle und retteten die ſechs bereits genannten
Per=
ſonen von der Beſatzung. Durch Boote, die alsbald
hin=
zukamen, und weitere Schiffe und Torpedoboote, welche
die Unfallſtelle die ganze Nacht und im Laufe des
heu=
tigen Tages weiter abſuchten, wurde der Bootmannsmaat
Basmer in lebloſem Zuſtande treibend aufgefiſcht.
Wie=
derbelebungsverſuche waren erfolglos. Die
Offi=
ziere und die geſamte Beſatzung des Luftſchiffes
taten bis zum letzten Augenblick in vorbildlichen
Pflichterfüllung alles, was zur Abwendung der
Kataſtrophe geſchehen konnte. Das Luftſchiff hatte
kei=
negswegs eine lange Fahrt zurückgelegt
und war ſehr reichlich mit Brennſtoff und
Ballaſt verſehen. Es hatte den Gasvorrat voll
ausgefüllt und ſich die ganze Zeit bis zum Eintritt des
Unglücks, ſeiner weitgehenden Handlungsfreiheit
entſpre=
chend. in der als günſtig ſelbſtgewählten Höhe von etwa
500 Metern gehalten. An Bord befanden ſich 20
Per=
ſonen. Von einer Ueberlaſtung des
Luft=
ſchiffes kann um ſo weniger die Rede ſein,
als Teile der lediglich für den Kriea
he=
ſtimmten Ausrüſtung ſich nicht an Bord
befanden. Es handelt ſich mithin bei dem Unfall
weder um ein Verſagen der techniſchen Einrichtungen, noch
um Ballaſtmangel oder Gasverluſt, ſondern um das
un=
vorhergeſehene Zuſammentreffen ganz ungewöhnlich
un=
günſtiger Witterungserſcheinungen, alſo eine höhere Ge
walt. An der Einſchätzung des ſtarren Luftſchiffes als
Kriegsinſtrument wird durch den Vorfall nichts
ge=
ändert.
Die Unfallſtelle liegt, wie gemeldet wird, etwar20
Seemeilen nordweſtlich von Helgoland bei 40 Meter
Waſſertiefe. Ueber die Bergung des Luftſchiffes iſt noch
keine Entſcheidung getroffen. Ueber die Bergung der=
Leichen liegen amtliche Meldungen bisher nicht vor.
Beileidsbezeugungen. — Preſſeſtimmen.
* Berlin, 11. Sept. Der Präſident des
Reichstages hat ffolgendes Beileidstelegramm
an den Staatsſekretär des
Reichsmarine=
amts gerichtet: Gurer Exzellenz ſpreche ich das ſchmerz
lichſte Bedauern über den ſchweren Unglücksfall ausnder
die deutſche Marine betroffen hat, wobei ſo viele tapfere
Offiziere und Soldaten im Kampfe gegen die Elemente
den Tod in den Wellen fanden.
* Berlin, 11. Sept. Der Marineattacheden
Vereinigten Staaten hat geſtern dem Reichs
marineamt das Beileid ſeiner Regierung anläßlich de
Unglücksfalles des Marineluftſchiffes „L. 1” ausgedrückt
* Berlin, 11. Sept. Der franzöſiſcheG
ſchäftsträger hat dem Auswärtigen Amt ſein
Bei=
leid zu dem Unglücksfall des „L. 1” ausgeſprochen
* Berlin, 11. Sept. Der öſterreichiſch=un
gariſche Kriegsminiſter v. Krobatin ſandt
dem Reichsmarineamt aus Anlaß des Unterganges des
„L. 1" ein Beileidstelegramm.
Münnchen, 11. Sept. Der Prinz=Regen
hat an den Kaiſer anläßlich des Unglücks des Marineluft
ſchiffes aus Hohenſchwangau folgendes Beileidstelegramn
gerichtet: Die Nachricht, daß das Marineluftſchiff be
Helgoland einem Orkan zum Opfer gefallen iſt, hat mid
aufs tiefſte bewegt, erinnere mich doch noch lebhaft der Be
ſichtigung des impoſanten Luftſchiffes, zu der Du mir in
heurigen Frühjahr in Johannisthal Gelegenheit gabſt. Mi
inniger Anteilnahme beklage ich den Tod des mir vor
Nummer 214.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
Seite 7.
dieſer Beſichtigung her perſchnlich beſamnten Führers,
Ka=
vitänleutnants Hanne, und all der Wackeren, die in
ge=
treuer Pflichterfüllung ihr Leben verloren. gez. Ludwig,
* Rom, 11. Sept. Der König von Italien
hat dem Kaiſer telegraphiſch zum Untergange des
Ma=
rineluftſchiffes kondoliert.
* London, 11. Sept. Die Times ſchreibt zu dem
Unglück des deutſchen Marineluftſchiffes
„L. 1‟: Es beſteht kein Grund, das Unglück vor
Helgo=
land anders anzuſehen, als einen regelrechten
Betriebs=
unfall in der Luftſchiffahrt. Wir haben noch keine
Er=
fahrungen mit Luftſchiffen, welche weite Strecken über die
Meere zurücklegen. Sobald wir eine Luftflotte beſitzen,
werden wir gelegentliche Unfälle von derſelben Art zu
erwarten haben. — Daily Telegraph ſchreibt: Man
empfindet in England die rückhaltloſe Teilnahme
für die deutſche Nation und den Kummer über den
Un=
tergang der tapferen Leute. Das Unglück wird in
Deutſch=
land einen um ſo gewichtigeren Eindruck machen, als es
ſich ereignete, wo der unbedingte Erfolg nahe zu ſein
ſchien. Jedermann wird mit Deutſchland empfinden, aber
niemand erwarten, daß es ſeinen Eifervermindert, auf dem
Pfade fortzuſchreiten, den es ſich vorgezeichnet hat. —
Daily Chronicle ſchreibt: Die deutſche Nation
wird die Teilnahme aller Völker haben. Das Unglück
be=
weiſt neuerdings, daß Zeppelin, woſern er nicht auf ganz
alſcher Erundlage arbeitet, Schwierigkeiten
gegenüber=
teht, die von ihrer Löſung noch weit entfernt ſind. Der
Standard ſchreibt: Nicht weniger als 14 tapfere Offiziere
und Mannſchaften der deutſchen Wehrmacht haben die
große Zahl der Opfer der Luftſchiffahrt vermehrt. Alle
Ehre gebührt ihnen und den anderen unerſchrockenen
Pio=
rieren der neueſten praktiſchen Wiſſenſchaft. Was dieſe
ſchmerzliche Erfahrung lehrt, ſollte ſehr beachtet werden,
nämlich, daß die Entwickelung der Luftſchiffe mit dem
Auftrieb nicht gleichen Schritt gehalten hat mit den
Flug=
jeugen, welche ſchwerer als die Luſt ſind.
HB. Berlin, 11. Sept. Wie verlautet, hätte es ſehr
eicht möglich ſein können, daß Graf Zeppelin
per=
önlich an Bord des verunglückten Marineluftſchiffes
geweſen wäre. Er war vom Kaiſer eingeladen worden,
die Flottenmanöver an Bord ſeines Luftſchkffes
mitzu=
nachen und dieſe Einladung hätte auch der Neigung des
Brafen Zeppelin der bekanntlich auf die Verwendung
einer Luftſchiffe für Marinezwecke großen Wert legt,
ent=
prochen. Die Dispoſitionen wurden aber nachträglich
vieder geändert und Graf Zeppelin nahm an den
Kaiſer=
nanövern teil.
Luftfahrt.
Flugzeug=Unfall.
4 Perſonen getötet.
* Büchenbeuren (Hunsrück), 11. Sept. Beim
lufſtieg eines Militärfliegers im Manövergelände des 16.
lrmeekorps ſtürzte heute früh das Flugzeug in die
Men=
chenmenge. 4 Perſonen wurden ſofort
ge=
ötet, darunter der Gendarmerie=Wachtmeiſter Schmidt
us Frankenrath; mehrere Perſonen ſind verletzt. Das
Flugzeug hatte ſich nur wenige Meter von der Erde
er=
oben, als der Motor verſagte, das Flugzeug umkippte und
n die Zuſchauermenge fiel.
* Büchenbeuren, 11. Sept. Die bei dem
Flie=
erunglück, das ſich heute vormittag 9 Uhr hier
ereig=
eete, getöteten Perſonen ſind der Gendarmerie=
Wachk=
neiſter Schmidt von Frankenrath, eine Frau Meurer
us Büchenbeuren der Landwirt Schneider von
Sohren im Hunsrück und der 10jährige Knabe Joſt. Zwei
erſonen ſind ſchwer verletzt, darunter der Vater des
ge=
öteten Knaben Joſt. Nach weiteren Meldungen ſind die
Flieger Angehörige der Metzer Fliegerſtation. Sie ſelbſt
nd unverletzt, das Flugzeug nur wenig beſchädigt. Es
vird abmontiert. Die Zahl der Leichtverletzten wird mit
0 angegeben. Ein Kriegsgerichtsrat von dem
Komman=
anturgericht in Koblenz iſt telegraphiſch an die Unfallſtelle
erufen worden.
* Metz, 11. Sept. Nach einer Meldung der Metzer
zeitung ſind die beiden Flieger, die bei
Büchen=
euren in das Publikum flogen, von der Metzer
Flieger=
ation. Sie wurden durch ſeitliche Winde auf die Erde
erabgedrückt und landeten trotz der militäriſchen
lbſperrung im Publikum. 4 Perſonen wurden getötet, die
flieger ſind unverletzt. Unterſuchung iſt unverzüglich
ein=
eleitet.
Eine amtliche Darſtellung des Unfalls.
* Berlin, 11. Sept. Der amtliche Bericht
in das Kriegsminiſterium über das Fliegerunglück bei
Büchenbeuren beſagt: Heute vormittag 9 Uhr wollte
Leutnant Schneider vom Fußartillerie=Regiment Nr. 12
nit dem Beobachtungsoffizier, Oberſt v. Teubner, mit
inem Militär=Doppeldecker zu einem Aufklärungsflug
auf=
teigen. Infolge ſehr heftiger, überaus böiger
Seiten=
vinde mißlang der Start. Durch einen plötzlichen
Wind=
toß wurde das linke Rad des Apparats auf die Erde
nie=
ſergedrückt dadurch änderte ſich unerwartet die
urſprüng=
iche Richtung. Der Apparat machte eine ſcharfe
Dendung und raſte in die zahlreich hinter
iner Abſperrungskette von Gendarmen ſtehende
Zuſchauerſchar. Die Wirkung war entſetzlich. Im
in
lugenblick wälzten ſich ſechs Menſchen
hrem Blute. Tödlich verletzt waren der Gendarmerie=
Wachtmeiſter Schmidt, der Landwirt Schneider, eine Frau
Meurer und der Knabe Joſt aus Hahn. Schwer verletzt
varen deſſen Vater und ein kleiner Junge, deſſen Namen
ticht feſtgeſtellt wurde. Beide Flieger blieben wie durch
ein Wunder unverkeht. Der Aparat iſt erheblich be
ſchädigt.
* Friedrichshafen, 11. Sept. Die
Ueberfüh=
rungsfahrt des neuen Marineluftſchiffes „L. 2"
iſt um einige Tage verſchoben worden.
* Freiburg i. B., 11. Sept. Der Fluglehrer
Fal=
ler aus Mülhauſen (Elſaß) flog heute vormittag auf
einem Aviatik=Eindecker von Freiburg auf den
Feld=
berggipfel. Er nahm die Luftlinie in einer
Viertel=
ſtunde.
IIB. Bern, 11. Sept. Der bekannte Flieger Bider.
der mit dem Rittmeiſter Real einen Erkundungsflug
unternahm, geriet in dichten Nebel und kehrte um. Bei
dem Verſuch zu landen, ſtieß der Apparat an einen Maſt
und ſtürzte zur Erde. Bider trug ſchwere Kopfwunden
und eine Gehirnerſchütterung davon. Sein Begleiter Real
erlitt leichte Hautabſchürfungen.
Frankreich und Griechenland.
* Paris, 11. Sept. Der Matin ſetzt fortgeſetzt
ſeine Angriffe gegen die Rede des Königs
Konſtantin mit ſolcher Hartnäckigkeit und Heftigkeit
fort, daß man darin die Abſicht erblicken muß, die
öffent=
liche Meinung Frankreichs zu Kundgebungen bei der
be=
vorſtehenden Anweſenheit des Königs in Paris
aufzu=
wiegeln. Das Blatt bringt eine Erklärung des hieſigen
griechiſchen Geſandten Athos Romanos, in der es heißt:
Es hat niemals die Abſicht meines Souveräns ſein
kön=
nen, die Gefühle dieſes Landes zu verletzen, für welches
er eine tiefe Bewunderung und die lebhafteſte Sympathie
empfindet. Hat er nicht ſeine Abſicht ausgeſprochen, nach
Paris zu kommen, um dem Präſidenten einen Beſuch
ab=
zuſtatten, bevor er noch vor Ablauf der Trauerzeit ihm
einen offiziellen Beſuch machen kann. Indem der König
bei den deutſchen Manövern von militäriſchen
Operatio=
nen ſprach, die er als ſiegreicher Feldherr geleitet hat,
wollte er vor allem der Tapferkeit ſeiner Truppen
Aner=
kennung zollen. Er hat gleichzeitig vor dem deutſchen
Kai=
ſer ſeine Bewunderung für die deutſche Militärtaktik
aus=
geſprochen, jene Taktik, die ſogar in Frankreich zahlreiche
Bewunderer unter den militäriſchen Autoritäten zählt.
Un=
ſere Regierung dankte vor zwei Monaten der Regierung
der Republik für die wertvollen Dienſte, welche die
fran=
zöſiſche Militärmiſſion Griechenland bei dem Werke der
Heereswiederherſtellung erwieſen hat, und verlangte, daß
die am 21. Januar 1911 geſchloſſene Konvention um zwei
Jahre verlängert werde. Dieſes Verlangen erſcheint aber
als unleugbarer Beweis dankbarer Anerkennung der
Dienſte des Generals Eydoux und ſeiner Mitarbeiter durch
den König und die Regierung. Der bevorſtehende Beſuch
des Königs iſt ein glänzender Beweis der Gefühle gegen
Frankreich. Geſtatten Sie mir, die Hoffnung auszudrücken,
daß das bedauerliche Mißverſtändnis bald verſchwinden
werde. Der Matin erachtet dieſe Erklärung für
ungenü=
gend. Das Blatt ſchreibt: Hätte König Konſtantin ſich
damit begnügt, ſeine Bewunderung für die deutſche
Mi=
litärtaktik auszudrücken, ſo hätte er niemanden in
Frank=
reich dadurch angeſtoßen. Er iſt viel weiter gegangen.
Seine Worte bedeuten, daß er dem General und den
fran=
zöſiſchen Offizieren, welche ſeit drei Jahren voll
Aufopferung an der Hebung der griechiſchen
Armee gearbeitet haben, gar nichts verdankt. Dieſe
Worte ſind nicht in mitteilſamer Wärme des
Ban=
ketts geſprochen, ſondern auf dem Exerzierplatz
in friſcher Luft vor den verſammelten Generälen vor dem
Frühſtück. Sie ſind nicht aus dem Stegreif geſprochen
worden, ſie ſind mit Vorbedacht wiederholt worden, da
der König ſagte, ich kann mich nicht enthalten, noch einmal
es laut und öffentlich zu wiederholen. Die
Veröffentlich=
ung dieſer Worte iſt nicht übereilt geſchehen, ſondern es
ſind 48 Stunden verſtrichen zwiſchen dem Augenblick, da
ſie geſprochen, und demjenigen, da ſie der Preſſe
über=
geben worden ſind. Wir beſtehen ohne Freude auf
die=
ſen Einzelheiten, weil man der Wahrheit immer ins
Ge=
ſicht ſehen muß, wenn ſie auch noch ſo mißliebig ſein mag.
Wir hören die Stimmen, die ſagen: Man darf keine
Zwi=
ſchenfälle ſchaffen und muß geſchickt ſein; aber für uns iſt
es keine Geſchicklichkeit, keine Berechnung und kein
Inter=
eſſe, wenn es ſich um Frankreichs Würde und Stolz, um
das Heer, handelt. Wenn des Königs Worte nicht ſeinen
ganzen Gedanken ausſprechen, ſo ſoll man es ſagen; wenn
ſie nicht die Meinung ſeiner Regierung ausdrücken, ſo ſoll
man es kundtun; wenn ſie nach Korrektur oder
Ergänz=
ung verlangen, ſo korrigiere oder ergänze man. Aber
das Mißverſtändnis muß beſeitigt ſein, bevor man ſich
am 21. September im Elyſée an die Tafel ſetzt.
Mahl=
zeiten, bei denen es Mißhelligkeiten gibt, bevor man ſich
zu Tiſch ſetzt, werden ſchlecht verdaut; Trinkſprüche, welche
man nach dem Gaſtmahl ausſpricht, wo kein Vertrauen
herrſcht, verhallen ungehört.
* Athen, 11. Sept. Die Agence d’Athenes
verbreitet folgende Erklärung: Die Preſſe und die
öffentliche Meinung iſt lebhaft erregt von dem
Mißver=
ſtändnis, das durch die Antwort des Königs auf die Rede
des deutſchen Kaiſers hervorgerufen worden iſt.
Grie=
chenland wird niemals die großen Dienſte, das
Wohl=
wollen und die koſtbare, Mitarbeit vergeſſen, die
Frank=
reich jederzeit Griechenland geleiſtet hat, und ebenſowenig
die Dienſte des Generals Eydoux und der franzöſiſchen
Militärmiſſion. Die Preſſe weiſt nachdrücklich darauf hin,
daß man den Worten des Königs nicht die Bedeutung
beilegen dürfe, die man ihnen in Frankreich beilege. Dex
König habe nur von Tapferkeit der griechiſchen Armee
geſprochen und von einem Generalſtab, der ſeine
mili=
täriſche Erziehung in Deutſchland genoſſen habe. Die
öffentliche Meinung wünſcht brennend, den ſchlechten
Ein=
druck zu verwiſchen, der durch dieſes unglückliche Mißver=
ſtändmis herwargenſen wunrde, das ſich keineswegs gegen
Frankreich richte.
Vom Balkan.
* Cetinje, 11. Sept. Die Regierung lenkte die
Aufmerkſamkeit der hieſigen Vertreter der Mächte auf den
Zwiſchenfall in Tuzi, ſowie auf die in dieſer
Gegend vorgekommenen Ruheſtörungen, welche geeignet
ſind, die Arbeiten der internationalen
Grenzbeſtimmungs=
kommiſſion zu erſchweren.
* Konſtantinopel, 11. Sept. Reſchid Bey
iſt in Athen eingetroffen. Er überbringt den griechiſchen
Gegenvorſchlag zum türkiſch=griechiſchen Vertrage. In
Pfortekreiſen wird verſichert, daß eine Verſtändigung
bevorſtehe.
* Wien, 11 Sept. General Sawow erklärte dem
Konſtantinopeler Korreſpondenten der Neuen Fr. Preſſe,
daß die ſogenannte Gümüldſchina=Frage den
erfolgreichen Fortgang der Verhandlungen
nicht ſtört. Ueber die letzten türkiſchen
Grenzvor=
ſchläge müſſe er wie die türkiſchen Delegierten größte
Diskretion bewahren. Die diplomatiſchen Verhandlungen
könnten als abgeſchloſſen betrachtet werden,
höchſtens würden militäriſche Details den Abſchluß noch
einige Tage hinausziehen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Kronberg (Taunus), 11. Sept. Der König von
Griechenland mit dem Kronprinzen und ſeinem
Ad=
jutanten, Kapitän Lebidis, ſind heute nachmittag 1.45 Uhr
im Auto von Frankfurt a. M. kommend auf Schloß Frie
d=
richshof eingetroffen.
* Hamburg, 11. Sept. Die Mörder der Frau
Eg=
gers in Moocfleth wurden in der Perſon des
Schläch=
ters Albers und ſeiner Mutter verhaftet. Polizeihunde
machten die Spur ausfindig, Das Albersſche Grundſtück liegt
unmittelbar neben dem der Frau Eggers.
* Bremen, 11 Sept. Die von einigen Blättern
ver=
öffentlichte Mitteilung über die Wiedereinſtellung
der Werftarbeiter in Bremen bringt
Unge=
nauigkeiten. Die Einſtellung der Arbeiter auf den
Werften der Aktiengeſellſchaft Weſer und den Atlas=
Wer=
ken geſchieht, wie bei den übrigen Werften in
Ueberein=
ſtimmung mit den in Hamburg von der nördlichen Gruppe
des Geſamtverbandes Deutſcher Induſtrieller gefaßten
Beſchlüſſen und nach Maßgabe der Geſichtspunkte, die für
eine geregelte Aufnahme des Betriebes ſich ergeben haben.
Nach wie vor werden die Arbeiter für die Werſt der
Aktiengeſellſchaft Weſer in Bremen nur bei dem
Arbeits=
nachweis in der Gröpelinger Chauſſee, für die Atlaswerke
Ml.=G. bei dem Arbeitsnachweis in der Nordſtraße
einge=
ſtellt. Es wird noch einiger Zeit bedürfen, bis auf den
Werſten alle Arbeiter eingeſtellt ſind.
* Neuruppin, 11. Sept. Der Schloſſer Rochner, der
von ſeiner Frau und ſeinen vier Kindern getrennt lebt und
zuletzt ſich in Hirſchberg in Schleſien aufhielt, kehrte hierher
zurück und drang geſtern in die Wohnung ſeiner Frau ein,
gab ſeinem ſiebenjährigen Sohn Lyſol zu trinken und
ver=
giftete ſich dann ſelbſt mit Lyſol. Er ſtarb ſofort. Der
Knabe liegt hoffnungslos im Krankenhaus danieder. Der
Grund zu der Tat iſt in mißlichen Vermögensverhältniſſen
zu ſuchen.
* Paris, 11. Sept. Eine Note der Agence Havas
mel=
det: Der Miniſter des Aeußern, Pichon, empfing heute
vormittag den griechiſchen Geſandten Romanos,
wel=
cher Kenntnis von einem Telegramm ſeiner Regierung gab,
wonach Griechenland zu ſehr ſich deſſen bewußt ſei,
was es Frankreich ſchuldet, um nicht alles zu tun,
was notwendig iſt, um jedes Mißverſtändnis zwiſchen den
beiden Ländern zu zerſtreuen. Der Miniſterpräſident
Venizelos, der von Athen abweſend iſt ſollte heute
vormittag dorthin zurückkehren. Man kann eine Erklärung
ſeinerſeits erwarten.
* Paris, 11. Sept. Der Staatsrat hat dem Entwurf
eines Dekrets, betreffend die außerordentlichen
Kredite für die Ausführung des Geſetzes über die
drei=
jährige Dienſtzeit von 59544151 Francs, zugeſtimmt.
— Berlin, 11. Sept. Als ein Berliner Kaufmann mit
ſeinem Automobil auf der Berlin-Landsberger
Chauſſee fuhr, lief von zwei Kindern des Beſitzers Greve
das achtjährige Kind vor dem Auto über den Damm. Es
wurde überfahren und getötet.
Kaſſel, 11. Sept. Bei dem Bau der
Eddertal=
ſperre ſtürzte die Laufkatze der Drahtſeilbahn von 25
Meter Höhe ab. Der darin befindliche Führer Volland iſt
lebensgefährlich verletzt worden. Der Wagen ſtürzte auf
einen böhmiſchen Arbeiter, der ſchwer verletzt wurde.
— Brüſſel, 11. Sept. Hier wurde ein 16jähriger
Deutſcher verhaftet, der durch große
Geldaus=
gaben verdächtig war. Als die Polizei gewaltſam in das
Hotelzimmer eindrang, zog der junge Mann eine Piſtole
hervor; ſie konnte ihm jedoch ſofort entriſſen werden. Es
wurden bei ihm 4200 Francs vorgefunden. Er gibt an,
Klemens Sommerfeld zu heißen, er komme von Köln,
wo er das Geld bei einem Diebſtahl mit einem Komplizen
erbeutete. Den Namen des Komplizen nannte er nicht.
H. B. London, 11. Sept. (Geſchwaderbeſuch.)
Ein ruſſiſches Geſchwader von 14 Kriegsſchiffen wird
dem=
nächſt den britiſchen Gewäſſern einen Beſuch abſtatten, als
Erwiderung des Beſuches des britiſchen Kreuzer=
Geſchwa=
ders in Reval vom vorigen Jahre.
— London, 11. Sept. Der bei der Waſhburnflower=
Geſellſchaft in Neu=York angeſtellte 23jährige Kaſſenbeamte
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
Schildknecht unterſchlug in kurzer Zeit nahezu
400000 Mark. Er führte ein merkwürdiges
Doppel=
leben. Von 9 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags war er
Kaſſierer bei der genannten Geſellſchaft, nachts und
beſon=
ders Samstags und Sonntags lebte er in den feinſten
See=
bädern in den teuerſten Hotels zuſammen mit einer jungen
Dame, die er für ſeine Frau ausgab. Er beſaß zwei große
Luxusautomobile, hielt ſich einen Kammerdiener, einen
Chauffeur und anderes Perſonal. Der Defraudant iſt
ſpurlos verſchwunden.
H. B. Neu=York, 11. Sept. (Thaw ausgeliefert.)
Der von Kanada ausgelieferte Thaw iſt geſtern von den
amerikaniſchen Behörden in Coſſonuty verhaftet und in
Coolebrook interniert worden. Der Generalanwalt Jerome
wurde von der Internierung benachrichtigt.
Briefkaſten.
1. Allerdurchlauchtigſter Großherzog. Allergnädigſter
Großherzog und Herr. — 2. Ew. Kgl. Hoheit
allerunter=
tänigſter uſw.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
An der Rückſeite des von Skandinavien ſüdwärts
ragenden Tiefdruckausläufers hatte unſer Bezirk geſtern
bei wechſelnder Bewölkuug etwas kühleres Wetter mit
leichten Niederſchlägen. Der hohe Druck über
Weſt=
europa weicht vor einer ſehr ſtarken Depreſſion über
Island ſüdwärts zurück. Wir werden morgen unter
Hochdruckeinfluß ſtehen, doch iſt eine Beeinfluſſung durch
Randgebilde des nördlichen Tiefs und damit verbundener
Regen nicht ausgeſchloſſen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 12. Sept.:
Wechſelnd bewölkt, ſtellenweiſe Niederſchläge, weſtliche
Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Miteſſer, Pickel, Sommerſproſſen.
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50
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Kriegerverein
Darmſtadt.
(18917
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds
Herrn Friedrich Eichner, Lackierer,
findet am Freitag, den 12. ds. Mts.,
nachmit=
tags 5 Uhr, vom Eliſabethenſtift aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Herden
bis Kuſchel, ſowie des 3. Bezirks, ſich dort zu
Der Vorſtand.
verſammeln.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben, unvergeßlichen
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Ur=
(*8311
großmutter
Katharina Wolf
für die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden,
ſowie für die aufopfernde Pflege der Barmherzigen
Schweſtern, ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
herzlichſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 11. September 1913.
18924
Dankſagunge
Für die überaus herzliche Teilnahme bei
dem Hinſcheiden meines nun in Gott ruhenden
Gatten, unſeres Vaters, Schwiegervaters,
Groß=
vaters und Onkels
(B18934
Wilhelm Nickels
ſagen wir beſonders Herrn Pfarrer Wagner für
die troſtreichen Worte am Grabe, ſowie der
Nach=
barſchaft, Verwandten, Freunden und Bekannten
den tiefgefühlteſten Dank. Auch bitten wir den
Kriegerverein, die Jägervereinigung, den
Beſ=
ſunger Bürgerverein und die Brüderſchaft für das
Geleite, ſowie für die Kranzniederlegung, den
Grabgeſang und die Blumenſpenden unſeren
auf=
richtigſten Dank entgegennehmen zu wollen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Margarethe Nickels, geb. Herrmann.
Darmſtadt, Stockheim, September 1913.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 12. September:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 45 Min.
Samstag, den 13. September:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
7 Uhr 30 Min.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereig
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Religians=
geſellſchaft.
Samstag, den 13. September:
Vorabend 6 Uhr 15 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min,
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 7 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 14. September, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 6 Uhr.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 214.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
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fene Stellen
Weiblich
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18946)
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
Nummer 214.
Meine
ist eröffnet und lade zu deren Besuch höfl. ein
Täglich Eingang von Neuheiten.
Hg. Reckmann-Schmidt.
Inh.: F. Stephani.
Ludwigstrasse 8.
Beachten Sie bitte meine Schaufenster.
Telephon 1388.
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Arbeits=Anſtalt.
Die Einlieferung der für die Ausſtellung und den Preisbewerb
beſtimmten Blumenpflanzen (vollſtändige mit Plomben verſehene
Gruppen) hat zu erfolgen am Samstag, den 13. ds. Mts.,
vor=
mittags von 8—11 Uhr.
Die Ausſtellung, zu deren Beſuch bei freiem Eintritt jedermann
(18915
freundlichſt eingeladen wird, findet ſtatt am
Sonntag, den 14. ds. Mts.,
von vormittags 10 bis nachmittags 5 Uhr.
Preisverteilung und Abholung der Pflanzen am Montag, den
15. ds. Mts., vormittags von 8—12 Uhr.
Darmſtadt, den 10. September 1913.
Der Ausſchuß.
Der Darmſtädter Zweigverein
der Guſtav=Adolf=Stiftung
feiert ſein
ISV
Sahrestest
nächſten Sonntag, den 14. September in der
Pauluskirche zu Darmſtadt.
Feſtgottesdienſt: Nachm. 3 Uhr (Feſtpred. Pfarrer Becker, Fürth i. O.).
Nachverſammlung: Nachm. 5 Uhr, mit Berichterſtattung, Anſprachen,
(18932
Feſtſpiel, Chorgeſängen.
Alle Freunde der Guſtav=Adolfs=Sache ſind herzlich eingeladen.
Der Vorſtand des Zweigvereins: Vogel, Pfarrer.
Der Kirchenvorſtand der Paulusgemeinde: Rückert, Pfarrer
Sektion Darmstadt (E. V.) Gegründet 1870.
Sonntag, den 14. September 1913
Ausflug in den Rheinsau
Wiesbaden — Fasanerie — Schläferkopf — Hohe Wurzel —
Georgen-
born — Schlangenbad — Rauental — Eltville.
Abfahrt nach Wiesbaden: 7 Uhr 23 Min. vormittags.
Der Vorstand.
18927)
Nhpregt
Darmstädter Oberhessen Vereil.
Sonntag, den 14. Sept., findet im Kaiſerſaal (Grafenſtr.)
die Feier des Geburtstages
J. Kgl. Hoh. der Großherzogin
verbunden mit
zehnjährigem Stiftungsfeſt des Vereins ſtatt.
Von 3½ Uhr ab Konzert. Abends Ball.
Freunde und Gönner des Vereins ladet hierzu freundl. ein
Der Vorstand.
18936)
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5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ, Be
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Bekanntmachung.
Freitag, 24. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
II die dem Bäckermeiſter Adam
ihrig dahier zugeſchriebene
Liegen=
haft:
flur Nr. qm
III 1024 252 Hofreite
Kahlert=
ſtraße 49, nebſt
dem
vorhande=
nen
Geſchäfts=
inventar u.
La=
deneinrichtung,
i unſerem Bureau zwangsweiſe
erſteigert werden.
(K46/13
Falls andere rechtliche
Hinder=
iſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
ehmigung der Verſteigerung auch
ann erfolgen, wenn das
einge=
egte Meiſtgebot die Schätzung nicht
rreicht.
Darmſtadt, 8. September 1913.
broßh. Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (V,18889
älteſter Gerichtsmann.
Bekauntmachung.
Im Konkurs über den Nachlaß
es Jakob Huber,
Schneider=
teiſter von Darmſtadt, betragen:
ie Teilungsmaſſe 1338 Mk., die
u berückſichtigenden
nichtbevor=
echtigten Forderungen 8875 Mk.
3 Pfg.
(18937
Darmſtadt, 10. September 1913.
Reibſtein,
Konkursverwalter.
Gebrochene
Owetſchen
Ifd. 8 Pfg., Kochäpfel 8 Pfg.,
Fallbirnen 6 Pf., abzugeben
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be=
inden ſich: 1 Pinſcher. 1 deutſche Dogge, 1 Pinſcher (zugelaufen).
die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
usgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
ndet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September 1913.
Nummer 214.
Bericht des Oberbürgermeiſters über das
erſte Geſellſchaftsjahr der Heſſiſchen
Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft, erſtattet in
der Stadtverordneten=Verſammlung vom 11. September.
Es iſt mir eine angenehme Pflicht, die Herren
Stadt=
verordneten, die dem Aufſichtsrate der Heag nicht
ange=
hören, und die Oeffentlichkeit über den Verlauf des erſten
Geſellſchaftsjahres zu unterrichten. In erfreulicher Weiſe
kann feſtgeſtellt werden, daß unſere Erwartungen bei
Gründung des Vertrages durch den Verlauf des erſten
Geſellſchaftsjahres in vollem Umfange beſtätigt wurden.
Die gemeinſame Arbeit der Provinzial= und
ſtädti=
ſchen Verwaltung, ſowie der Vertreter der Süddeutſchen
Eiſenbahn=Geſellſchaft iſt harmoniſch verlaufen und hat
erfreuliche Ergebniſſe für die Fernverſorgung und den
Fernverkehr gebracht. Dem Herrn Provinzialdirektor,
Geheimerat Fey, und den Mitgliedern der Kommiſſion,
Herren Beigeordneten Ekert und Geheimerat
Rötel=
mann, gebührt der herzlichſte Dank der Geſellſchaft für
die große eingehende Mitarbeit. Ich habe mit der
Grün=
dung des Vertrages einen einheitlichen, flotten
Verkehrs=
betrieb und den kaufmänniſchen Vertrieb der elektriſchen
Energie in der Provinz Starkenburg beabſichtigt. Dieſe
Abſichten haben im erſten Jahre eine große Förderung er
fahren und wurden durch die Tatſachen beſtätigt. Die
Beſtätigung kann in einer erfreulichen Weiſe auch
hin=
ſichtlich aller finanziellen Schätzungen ausgeſprochen
wer=
den, die wir dem Gründungsvertrage zugrunde legten.
Die finanzielle Entwicklung der Geſellſchaft war in dem
erſten Jahre unſerer Veranſchlagung entſprechend günſtig.
Wir hoffen beſtimmt, daß die Geſellſchaft bei ihrem
gün=
ſtigen Anfang und einer ſtetigen guten Entwicklung auch
die Riſiken und Fehlbeträge auf ſich nehmen kann, die ſich
demnächſt mit der Ausdehnung des Unternehmens
er=
geben können. Im einzelnen darf das Folgende bemerkt
werden:
Die früheren ſtädtiſchen elektriſchen Straßenbahnen.
Die frühere ſtädtiſche Straßenbahn hat
in dem neuen einheitlichen Unternehmen einen erfreulichen
Aufſchwung genommen. Der Verkehr iſt in einem
be=
deutenden Umfange gewachſen. Neben der Verlegung des
Hauptbahnhofes wirkt hier an erſter Stelle der neue
Be=
trieb mit dem von großen Geſichtspunkten ausgehenden
neuen Tarif. Der Bericht des Vorſtandes der Heag gibt
in dieſer Beziehuna folgende Feſtſtellungen: 1910/11:
Ein=
nahmen 408 106,83 Mark, Ausgaben 333036,13 Mark.
Ueberſchuß 58818,86 Mk.; 1911/12: Einnahmen 441 326,10
Mark, Ausgaben 339 562,11 Mark. Ueberſchuß 107 763,99
Mark; 1912/13: Einnahmen 575015,92 Mark, Ausgaben
392 627,74 Mark, Ueberſchuß 182388,18 Mark. Aus
die=
ſer Aufſtellung geht hervor, daß die elektriſche
Straßen=
bahn im Geſchäftsjahre 1911/12 unter Führung der
ſtädti=
ſchen Leitung 42945,13 Mark und im Jahre 1912/13, im
erſten Geſchäftsjahre der Heag, 80 624,19 Mark mehr
Ueberſchuß als in dem vorhergehenden Jahre erbracht hat.
Hierbei iſt jedoch zu berückſichtigen, daß in dem
Mehrbe=
trage auch 34000 Mark enthalten ſind, die ſich durch die
der Straßenbahn günſtige Strompreisberechnung von
10 Pfg. für die Kilowattſtunde ergeben. Die frühere
ſtädtiſche Regie hatte eine Berechnung von 14 Pfg. für
die Kilowattſtunde. Die Anzahl der beförderten
Per=
ſonen iſt von 4535664 im Jahre 1911/12 auf 5883 867
im Jahre 1912/13 geſtiegen. Bei dem
Bartarif
wurde eine weſentliche Aenderung dahingehend
vorge=
nommen; daß nicht, wie früher, jede Fahrt innerhalb der
Stadt 10 Pfg. und über das Weichbild hinaus 15 Pfg.
koſtete, ſondern je vier Teilſtrecken zu 10 Pfg., ſechs
Teil=
ſtrecken zu 15 Pfg. uſw. mit gleichen Streckenlängen
ein=
geführt worden ſind. Beiſpielsweiſe betrug die Fahrt
von der Stadt aus bis zum Herdweg und zur
Taunus=
ſtraße früher 10 Pfg., und für die Fahrt über dieſe Grenze
hinaus mußten 15=Pfg.=Fahrſcheine verabfolgt werden.
Nach unſerem ſeit dem 1. Mai 1912 eingeführten Tarif
be=
trägt der Fahrpreis beiſpielsweiſe für die Strecke
Feld=
bergſtraße (beim alten Hauptbahnhof) bis zum
Sport=
platz (Böllenfalltor) 10 Pfg. ſtatt wie früher 15 Pfa., und
Schloß-Faſanerie ebenfalls 10 Pfg. ſtatt 15 Pfg. früher.
Durch den neuen Fahrgeldtarif iſt die Anzahl der
Fahr=
gäſte ganz erheblich gewachſen, da eine Fahrt von der
Stadt nach den Wäldern um 5 Pfg. ermäßigt worden iſt
Im Betriebe hat ſich daher auch gezeigt, daß zu den
Zei=
ten des größten Andranges die eingeſtellten Wagen nach
der Faſanerie nicht ausreichten, und auch der
Nachmit=
tagsverkehr nach beiden Linien Böllenfalltor und
Faſa=
nerie zu gewiſſen Zeiten mit den vorhandenen
Betriebs=
mitteln eben noch bewältigt werden kann. Dieſe ſteigende
Beförderung iſt lediglich auf dieſe Maßnahmen zurückzu
führen, wonach eine Verbilligung des Fahrpreiſes um
½ Prozent eingeführt wurde. Durch die Einführung
der Monatskarten als Teilſtreckenkarten iſt die Ein
nahme im Jahre 1911/12 von 9207 Mark auf 32664,40
Mark für das Jahr 1912/13 geſtiegen. Es werden
zur=
zeit monatlich etwa 600 derartige Karten gelöſt, und iſt
dieſe Zahl immer noch im Steigen begriffen.
Durch Einführung des Teilſtreckentarifs iſt den
bar=
zahlenden Fahrgäſten eine Umſteigemöglichkeit von der
Dampfbahn in die elektriſche Bahn und umgekehrt
ge=
währt worden. Insbeſondere iſt feſtgeſtellt, daß
Fahr=
gäſte von einzelnen Stadtteilen auf der elektriſchen
Stra=
ßenbahn Fahrſcheine löſen, die dann zum Fortſetzen der
Fahrt auf der Dampfbahn Gültigkeit haben.
Die Fahrzeiten der einzelnen Linien
wurden bei Einführung des Winterfahrplans eingehend
geprüft und um Geringes verkürzt, damit ein flotterer
Betrieb erzielt wird. Unſererſeits wird beſonders darauf
Wert gelegt, daß eine ſchnelle Beförderung der Fahrgäſte
erfolgt, weil hierdurch die Frequenz ganz erheblich ſteigen
wird. Das frühere Zuſammentreffen der Wagen der vier
Linien auf dem Ernſt=Ludwigs=Platz, das zu gleicher Zeit
erfolgte Umſteigen von einer Linie auf die andere hemmte
ſehr den geſamten Betrieb, und iſt unſererſeits bei
Ein=
führung des Sommerfahrplans aufgehoben worden
Wenn auch der eine oder andere Fahrgaſt beim Umſteigen
Das erſte Geſellſchaftsjahr
der „Heag‟‟.
auf den nächſtankommenden Wagen etwas warten muß,
ſo iſt doch den in größerer Anzahl in den Wagen
ſitzen=
den Fahrgäſten die Möglichkeit zu einer ſchnelleren
An=
kunft an dem Endziel geboten. Eine erhebliche
Ver=
beſſerung iſt auch darin eingetreten, daß morgens bis
*8 Uhr und abends von 9 Uhr ab die Wagen nicht mehr
in Abſtänden von 12 Minuten, ſondern 15 Minuten
ver=
kehren, weil dieſe Abfahrtszeiten von den einzelnen
Halte=
punkten mit denjenigen im Laufe des Tages
übereinſtim=
men und der Fahrgaſt ſich morgens, am Tage oder abends
nach einer beſtimmten Zeit auf der Straße oder an
beſtimmten Plätzen einfinden kann. Der Verkehr, vor
allen Dingen morgens, hat ſich daher gegenüber den
frü=
heren Verhältniſſen ganz bedeutend gehoben, ſo daß um
dieſe Zeit auch vereinzelt Anhängewagen eingeſtellt
wer=
den mußten. Auch die Verlängerung des Fahrplans vom
Ernſt=Ludwigs=Platz über Eliſabethenſtraße nach der
Saalbauſtraße hat dazu beigetragen, die Frequenz dieſer
Linie zu heben.
Die vorhandenen 6 Anhängewagen wurden bisher
nur für den Sommerverkehr verwendet. Wir haben
die=
ſelben während der Wintermonate mit Fenſtern und
Seitenwänden verſehen, ſo daß ſie auch während der
kal=
ten Jahreszeit in den Betrieb eingeſtellt werden konnten.
Durch den flotteren Betrieb und die geringere Wartezeit
an den Halteſtellen iſt denn auch der Verkehr, beſonders
nach der Landskronſtraße, gewachſen, ſo daß wir während
des ganzen Winters von nachmittags 5 bis 8 Uhr 3 bis
4 Anhängewagen einſtellen mußten, um den Verkehr
be=
wältigen zu können. Sollte die Steigerung des
Ver=
kehrs, wie im letzten Winter beobachtet, auch in nächſter
Zeit wieder eintreten, ſo wird wohl eine Verdichtung des
Betriebes auf der Linie 3 zu erwarten ſein. Aus dieſem
Grunde haben wir auch bei dem Kommiſſar bei den
Heſ=
ſiſchen Nebenbahnen im Privatbetriebe die Verlegung des
zweiten Gleiſes in der Karlſtraße, von Hölgesſtraße bis
Heinrichſtraße, beantragt. Außer der Einſtellung dieſer
beſonderen Fahrten ſind auch morgens, mittags und
abends auf der Linie nach dem Herdweg und der
Lands=
kronſtraße Anhängewagen eingeſtellt, um dem regelmäßig
auftretenden Andrang gerecht zu werden. Die Leiſtung
der Anhängewagen iſt damit vom Jahre 1911/12 auf das
Jahr 1912/13 von 12 146 Kilometern auf 36870 Kilometer
geſtiegen.
Ausbau des ſtädtiſchen Straßenbahnnetzes.
Nach dem Gründungsvertrage ſind folgende
Straßen=
bahnlinien auszubauen: 1. Rheinſtraße-
Landskron=
ſtraße mit 4400 Meter Gleiſe, 2. Schloß-Oſtbahnhof mit
3100 Meter, 3. Saalbauſtraße-Neckarſtraße mit 360
Me=
ter, 4. Landskronſtraße-Eberſtadt mit 7500 Meter,
5. Hauptbahnhof-Griesheim mit 10000 Meter, 6.
Luiſen=
platz-Frankfurter Straße mit 800 Meter, 7.
Bismarck=
ſtraße-Arheilgen mit 7880 Meter, 8. Schloßgartenplatz=
Martinsviertel mit 700 Meter, 9. Hauptbahnhof-
Dorn=
heimerweg-Bismarckſtraße mit 1560 Meter, zuſammen
36300 Meter Gleiſe. Von den oben aufgeführten
Aus=
bauten haben wir bis jetzt einſchließlich Hauptbahnhof-
Feldbergſtraße fertiggeſtellt 7820 Meter; einſchließlich
Herſtellung der Oberleitung ſind die Linien 1.
Rhein=
ſtraße-Landskronſtraße, 2. Eliſabethenſtraße, 3. Schloß=
Beckſtraße in Betrieb genommen.
Bei Gründung unſerer Geſellſchaft war der
Wagen=
beſtand 34 Trieb= und 6 Anhängewagen. Seit dem
16. Mai d. J., nach Betriebseröffnung der
vorerwähn=
ten Linien, ſind täglich 31 Wagen in Betrieb und nur 3
Wagen in Reſerve, von denen während der ganzen Woche
einer eingehend unterſucht wird, alſo auch für
Betriebs=
ſtörungen nicht zur Verfügung ſteht, und ein zweiter
Wa=
gen für das Rangieren der Anhängewagen benutzt
wer=
den muß. Seit dem 16. Mai d. J. ſteht daher für etwaige
Auswechslung von Motorwagen nur ein einziger zur
Verfügung. Die Inbetriebnahme weiterer Motorwagen
iſt zurzeit nicht angängig. Die Wagenbeſtellung erfolgte
im November v. J., und zwar 15 Triebwagen bei
Waggon=
fabrik Gebr. Gaſtell, Mainz=Mombach, 10 Anhängewagen
bei Waggonfabrik H. Fuchs, Heidelberg, welche gemäß
Vertrag am 15. Juli zur Ablieferung gelangen ſollten
Dieſelbe konnte jedoch nicht erfolgen, da die
Wagaonfabri=
ken während der letzten Monate ſehr ſtark beſchäftigt
wa=
ren. Es iſt jedoch zu hoffen, daß im Laufe des Monats
September einige Wagen angeliefert werden, die dann
Ende September nach Anbringung der elektriſchen
Ein=
richtung für den Betrieb zur Verfügung ſtehen. Die
vor=
liegenden Arbeiten werden beſchleunigt.
Zurzeit bauen wir folgende Linien aus:
1. Beckſtraße-Oſtbahnhof, die vorausſichtlich zum 1.
Okto=
ber fertig wird;
2. die vom Luiſenplatz über Mathildenplatz-
Bismarck=
ſtraße nach der Wendelſtadtſtraße wird ebenfalls ſofort
in Angriff genommen (die Arbeiten ſind bereits
ver=
geben), wenn uns die für den Monat März ſchon in
Ausſicht geſtellten Weichen von der Firma Vögele,
Mannheim. zugeſandt werden. Unter Beſchleunigung der
von dem Unternehmer auszuführenden Erdarbeiten wird
es vorausſichtlich möglich ſein, auch dieſe Linie dem
Betriebe am 1. Oktober zu übergeben;
3. die Linie Hauptbahnhof über den Dornheimerweg nach
der Bismarckſtraße kann ebenfalls ſofort in Angriff
ge=
nommen werden, wenn der Straßendurchbruch hergeſtellt
iſt, bezw. der Straßenkörper zur Verfügung ſteht:
4. für den Ausbau der Linie Landskronſtraße-Eberſtadt
ſind die Arbeiten ebenfalls in Angriff genommen. Der
Unternehmer hat bereits mit den Erdarbeiten begonnen,
die Schienen, Materialien werden beſtimmt angeliefert
und wenn die Telegraphenlinien rechtzeitig entfernt
wer=
den, wird es auch hier möglich ſein, im Monat Oktober
den Betrieb von der Taunusſtraße über Rheinſtraße bis
Eberſtadt zu eröffnen. Die Fortſetzung dieſer Linie über
die Ortsſtraße bis zum Friedhof in Eberſtadt wird dem
Betriebe übergeben werden können, wenn die uns für den
Monat November in Ausſicht geſtellten Schienen
ange=
liefert ſind;
5. der Ausbau der Linie vom Hauptbahnhof bis
Gries=
heim iſt noch nicht geklärt, weil die Verhandlungen mit
der Gemeinde Griesheim noch nicht zum Abſchluß
ge=
bracht werden konnten;
6. der Ausbau der Strecke Arheilgen über Frankfurter
Straße nach Griesheim konnte noch nicht gefördert
wer=
den, da die Gemeinde Arheilgen ſich bisher zu unſeren
Verhandlungen ablehnend verhalten hat.
Hinſichtlich der Linienführung durch die
Pankratiusſtraße darf mitgeteilt werden, daf
die Führung durch die Hochſchulſtraße
ſei=
tens der Heag im Einvernehmen mit der
Stadtverwaltung bei der
Konzeſſions=
behörde beantragt iſt.
Die für den bisherigen Ausbau aufgewandten Koſten
haben 400000 Mark betragen.
Entwicklung des Elektrizitätswerks.
Der Ausbau des Fernnetzes für die Provinz
Starken=
burg iſt begonnen durch die Ueberlandverſorgung der
Kreiſe Darmſtadt=Dieburg. Die Direktion hat alle
Vor=
kehrungen getroffen, um den Ausbau der
Ueberland=
verſorgung nunmehr in einem erhöhten Maße zu
beſchleu=
nigen. Der Leiter des Elektrizitätswerks, Direktor Meyer
hat gleichfalls eine große, auf das wärmſte anzuerkennende
Arbeit für den Ausbau des Fernnetzes geleiſtet. Er war
insbeſondere bei den Verhandlungen mit den Gemeinden
und dem Abſchluß der Verträge tätig.
Aus dem Geſchäftsbericht iſt folgendes zu
ent=
nehmen: Bis zum Ablauf des Geſchäftsjahres konnte mit
70 Gemeinden der vom Großh. Miniſterium genehmigte
Normalvertrag abgeſchloſſen werden. Die beiden
Elek=
trizitätswerke Lindenfels und Reichelsheim wurden
er=
worben. Gegenwärtig werden die Ueberlandleitungen
er=
richtet, ſo daß vorausſichtlich im Herbſte d. J. eine größere
Zahl von Gemeinden des Kreiſes Dieburg mit Licht
ver=
ſorgt werden kann.
Der Betrieb der Elektrizitätswerke vollzog ſich im
ab=
gelaufenen Geſchäftsjahre ohne Störungen. Von den er
zeugten 4804875 Kwſt. wurden nutzbar an die
Konſumen=
ten und als Selbſtverbrauch 3920 252 Kwſt. abgegeben,
Der Verluſt in den Leitungen und Transformatoren
be=
trug demnach 884 623 Kwſt. oder 18,4 Prozent der Erzeug
ung. Am Schluß des Geſchäftsjahres waren an das
Elek=
trizitätswerk angeſchloſſen: 15 Transformatoren mit einer
Geſamtleiſtung von 590 Kw. Der Geſamtanſchlußwert der
Elektrizitätswerke beläuft ſich auf 8996,4 Kw.
Betriebsergebniſſe.
Die Betriebseinnahmen betrugen in Summa
784 107,39 Mk. Abgegebene Kilowattſtunden 3920252
Einnahme pro Kilowattſtunde 20 Pfg. — Die
Betriebs=
ausgaben betrugen in Summa 711 581,10 Mk. Auch
hinſichtlich der Entwickelung des Elektrizitätswerks haben
ſich die Erwartungen der Stadtverwaltung in vollem
Maße erfüllt. Die Verſorgung der Stadt mit elektriſchen
Energie hat in erheblichem Maße zugenommen, doch iſt
der rechneriſche Verluſt, der ſich bei der Herabſetzung des
Lichtpreiſes von 70 auf 50 Pfg. in Höhe von zirka 8000
Mark ergab, trotz der bedeutenden Zunahme zu einem gros
ßen Teile noch nicht ausgeglichen durch das Wachstum der
Stromeinnahmen für Lichtzwecke. Der noch nicht gedeckte
Betrag kann auf zirka 40000 Mark geſchätzt werden. Die
Stadt erhält bekanntlich ihre volle zur Zeit der Gründung
feſtgeſetzte und beſtehende Rente, welche die Geſellſchaft
aufzubringen hat.
Die Dampfbahn.
Die Dampfbahn weiſt auf an
Betriebseinnah=
men: 295689,95 Mk., ab Fahrkartenſteuer 801,70 Mk.
bleibt 294888,25 Mk. Einnahme pro Kilometer Betriebs
länge 16996,44 Mk., geleiſtete Nutzkilometer 249262Mk.
Die Betriebsausgaben belaufen ſich auf 183378,8c
Mark. Auch hier iſt feſtzuſtellen, daß die Dampfbahn
in=
folge der Einheit des Verkehrs eine erhebliche Verkehrs
ſteigerung zu verzeichnen hat. Im Herbſt dieſes Jahres
wird die erſte elektriſche Fernbahn,
die Linie nach Eberſtadt
betrieben werden. Wir hoffen beſtimmt, zu dieſem Ergehs
niſſe zu gelangen, da anzunehmen iſt, daß die miteder
Reichspoſtverwaltung und der Vertretung des Domänen
eigentums zurzeit noch geführten Verhandlungen zu einem
günſtigen Ergebniſſe führen. Auch der Ausbau der
Bah=
nen nach Jugenheim und Pfungſtadt iſt zu erwarten,
ſo=
bald die bisher geführten Verhandlungen mit
denGe=
meinden zum Abſchluſſe gebracht ſind. Es iſt anzunehmen,
daß auch dieſe Verhandlungen nunmehr zur Erledigung
kommen werden.
Schlußbemerkung.
Angeſichts dieſes erfreulichen Beginns darf die
Hoff=
nung ausgeſprochen werden, daß auch in Zukunft dieErs
gebniſſe der Geſellſchaft eine günſtige Entwickelung nehmen
werden. Entwickelt ſich bei dem fortgeſetzten Ausbau des
Stadt= und Fernnetzes der Verkehr in einem hohen Maße
ſo liegt hierin zugleich die von mir erwartete Förderung
der Intereſſen des Landes und der Stadt Darmſtadt
Bei dem Verſprechen, die Oeffentlichkeit in voller Weiſe
aufzuklären, darf ich noch eine Frage beſonderer Art
be=
rühren. Es iſt die Frage geſtellt worden, wie die Stadl
wohl heute finanziell ſtehen würde hine
ſichtlich ihrer Straßenbahn, wenn ſie den
Geſellſchaftsvertrag nicht abgeſchloſſer
hätte. Bekanntlich konnte, da ein Ankauf der Linien deg
Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft abgelehnt wurde, nur
der von mir empfohlene Weg einer Geſellſchaftsbildung
zum Ziele führen. Die Stadtverwaltung mußte dieſen
Weg um ſo mehr beſchreiten, als der ſeitherigen iſolierten
Stellung der Stadt in den Fragen des Verkehrs und der
elektriſchen Verſorgung ein Ende bereitet werden mußte.
Dieſe Frageſtellung iſt hiernach müßia und an ſich nach
dem glänzenden, durch den Geſellſchaftsbetrieb
veranlaß=
ten Aufſchwung unveranlaßt. Auch iſt es leicht auszufüh
ren, welch große finanzielle Vorteile der Stadtſäckel im
übrigen durch das Vertragswerk beſitzt. Es iſt gar nicht
möglich, aus einem großen Vertragswerke nur
Einzelhei=
ten herauszugreifen und den Zuſammenhang mit anderen
Fragen aufzugeben. Trotzdem bin ich gerne bereit, guck
auf die erwähnte, an ſich falſch geſtellte Frage eine genaue
Auskunft zu geben. Es iſt feſtgeſtellt, daß in dem erſten
Jahre der Heag 80000 Mark Mehrüberſchuß als in den
erſten vorausgehenden ſtädtiſchen Jahre durch die ſtädtiſche
Straßenbahn erbracht wurden. An dieſer Summe iſt ein
Betrag von 34000 Mark in Abzug zu bringen, der
ver=
anlaßt iſt durch die Berechnung der elektriſchen Energie
von 10 Pfg. für die Kilowattſtunde Bahnſtrom. Di
ſtädtiſche Verwaltung hatte den Bahnſtrom in ſtädtiſcher
Regie der Straßenbahn mit 14 Pfa, berechnet. Die Stadt
hätte hiernach, wenn der Geſellſchaftsvertrag nicht
gegrün=
det worden wäre, und wenn es ihr möglich geweſen wäre,
in ſtädtiſcher Regie denſelben Ueberſchuß wie die Heat
zu erzielen, einen Mehrbetrag von rund 23 000 Mark für
Etatszwecke zur Verfügung gehabt. Die Stadt iſt jedoch
in Wahrheit um dieſen Betrag nicht geſchädigt, da ſie von
der Geſellſchaft einen nur durch die Geſellſchaftsbildung
möglichen Steuerbetrag als Gemeindeſteuer von über 20000
Mark bezieht. Wenn ich dieſe Berechnung lediglich für
änaſtliche Gemüter geſtreift habe, ſo darf ich doch zum
Schluſſe der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß das
Ver=
tragswerk in der Oeffentlichkeit und in der
Stadtverord=
neten=Verſammlung ſtets nur aus großen Geſichtspunkten
mit Rückſicht auf die Zukunft der Stadt beurteilt worden
iſt. So wird der Geſichtspunkt der Förderung der
Inter=
eſſen des Landes und der Stadt Darmſtadt auch in
Zu=
kunft immer die Richtſchnur für die Beurteilung dieſes
Vertragswerkes hilden.
Ich habe noch die erfreuliche Mitteilung zu machen
daß der vorwiegend öffentlich=rechtliche Charakter des
Un=
ternehmens eine weitere Stärkung durch den Ein
tritt des Kreiſes Dieburg als Aktionär
er=
halten hat. Der Eintritt weiterer öffentlicher Verbände i
der Zukunſt vorbehalten. Für die nächſte Generalverſamm
lung der Geſellſchaft wird von dem Vorſtand der Antrag
geſtellt, die Verteilung einer Dividende vor
4½ Prozent zu beſchließen.
Ich ſchließe meine Ausführungen mit den Worten des
Dankes für die Mitglieder des Aufſichtsrats, den Vorſtand
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Wie wir vergeben unſern
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Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
45
Herbſt war es! Die lärmenden Stare vor den
Fen=
ſtern des Lindenhauſes waren fortgezogen und in den
Gängen des Parkes lagen ſchuhtief welke Blätter. Aber
das Wetter war von wunderbarer Milde und Klarheit.
Heini hatte ſchwarze Eichhörnchen im Walde entdeckt,
und die Miß mußte täglich mit ihm nach dem
Kiefern=
ſchlag wandern, wo ſie ihren Tummelplatz hatten. Eines
Tages kam ſie ganz verſtört und hochgradig erregt von
ihrem Spaziergang heim.
Oh, gnädige Frau, ſehr was Slimmes has happened
mit Maſter Heini! Gnädige Frau uollen glauben, daß
ick ſein innocent — oh, uenn Darling nur uollten ſein
nicks ſo awfull wild.
Erſchrocken blickte Anita auf Heini. Der ſtand heil
und geſund, aber ſchrecklich wichtig dabei, ungeduldig, zu
Worte zu kommen, und er fiel auch ſofort triumphierend
ein: „Und mein Großpapa war es doch, Mutti! Weißt Du,
wie auf Tante Zeſinas Bild mit dem weißen
Kaiſer=
bart . . . Und weh hat er ſich gar nicht getan! Aber er
hat geſcholten auf Miß Elſie, und ſie kann doch gar nicht
dafür, ich hab doch bloß ein bißchen Räuber geſpielt.
Anitas Herzſchlag ſtockte. Um Gotteswillen, was iſt
denn geſchehen? Erzählen Sie doch, Miß Elſie! Aber es
dauerte eine ganze Weile, ehe ſie aus Heinis krauſer
Er=
zählung und dem engliſch=deutſchen Kauderwelſch der
Miß begriffen hatte, um was es ſich handelte.
Die Miß war mit Heini zu den Eichhörnchen
ge=
gangen und hatte ſich mit ihrem Buch wie ſonſt einen
hübſchen Platz im Walde geſucht, während Heini dicht bei
ihr ſpielte und wartete, daß die Tierchen ſich zeigen
ſoll=
ten. Sie taten es aber nicht und Heini wurde die Sache
langweilig. So verfiel er auf die Idee Räuber zu
ſpielen. Er nahm an, auf dem Wege käme ein Ritter
da=
her, den wollte er überfallen, und plötzlich, ohne daß die
Miß ahnte, was er vorhatte, ſprang er mit wildem Geſchrei
aus dem Walde auf den Weg hinaus. Sie ſelber war
fürchterlich erſchrocken, in demſelben Augenblick aber
bäumte ſich auch das Pferd eines daherkommenden
Rei=
ters, machte einen gewaltigen Satz zur Seite und ſtürzte
auf die Knie, ſo daß der Reiter zur Erde glitt. Doch ehe
ſie noch imſtande war, Heini nachzueilen, kniete der ſchon
neben dem Herrn im Graſe und verſuchte ihn mit ſeinen
kleinen Händchen aufzurichten.
Haſt Du Dir weh getan? Ach, bitte, bitte, ſei nicht
böſe, ich hab’s nicht gern getan, ganz gewiß! bettelte er
und ſtrich dem Daliegenden die Backen und ſchlang ſeine
Aermchen um ſeinen Hals. Miß Elſie war vor Schreck ſo
gelähmt, daß ſie nicht ein Wort hervorbringen konnte,
denn ſie hatte ſofort den Baron von Drewensberg in dem
Herrn erkannt, und ſie wußte, daß die gnädige Frau ein
Zuſammentreffen mit den Drewensberger Herrſchaften
nicht wünſchte. — Ach, und wenn der alte Herr ſich nun
vielleicht ſchwer verletzt hatte! — O, how terrible it was!
Da aber richtete der Baron ſich ſchon wieder auf und
muſterte, auf den Arm geſtützt, eine ganze Weile das Kind
mit feſten Blicken. Heini ſtand verlegen treuherzig da.
In ſeinen Augen glänzten noch die Tränen — „so sweet
the darling, vou know!” Miß Elſie wagte nicht die
Szene zu ſtören und zitterte vor dem, was kommen würde,
Endlich ſprach der alte Herr:
Biſt Du allein hier?
Nein, Miß Elſie iſt da drüben. Wir haben die
Eich=
hörnchen beſucht, und ich bin ihr bloß ein bißchen
davon=
gelaufen. Heini ſagte es ehrlich und ohne Scheu, und
plötzlich den alten Herrn mit großen Augen meſſend, fragte
er: „Biſt Du nicht mein Großpapa?
Anita konnte einen Ausruf des Entſetzens nicht
unter=
drücken. Was antwortete er um Gotteswillen?
Gar nichts hat er geſagt, Mutti, bloß aufgeſtanden iſt
er, und weh hat er ſich nicht getan, es war da ſo viel
Heidelbeerkraut; bloß in ſeine Augen war ihm etwas
ge=
kommen, das hat er aber fortgewiſcht, aber ſchlimm war’s
auch nicht, und mein Großpapa war er doch, nicht wahl
ganz gewiß.
Und als Miß Elſie dann endlich vortrat, tödlich
ver=
legen, fuhr der alte Herr ſie brüsk an, wenn ſie nicht beſſer
auf das Kind acht gäbe, würde er ſich nach einer anderen
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(IV,4531,52)
Erzieherin für ſeinen Enkel umſehen müſſen. Bei einem
Haar hätte ihn das Pferd mit den Hufen getroffen.
Seinen eigenen Unfall ſchien er vergeſſen zu haben.
Das Pferd hatte ſich inzwiſchen auch erhoben. Es
ſtand, noch immer vor Schreck zitternd, geduldig wartend
da. Der Baron beſtieg es wieder. Heini beobachtete ſtill
und aufmerkſam kritiſch alle Vorgänge. Als der alte Herr
fortreiten wollte, nahm er ſein Hütchen ab und ſagte:
Adieu, Großpapa. Da bückte ſich der Baron herab und
reichte ihm die Hand. Ganz ernſt und fragend hat er ihn
dabei angeſehen, nicht wie man ein Kind, ſondern wie
man einen Mann anſieht, und es war ein feſter
Hand=
ſchlag, den er mit ihm tauſchte.
Anita fühlte ſich in tiefſter Seele beunruhigt, und ſie
erwog, ob ſie nicht an Heinis Großvater ſchreiben und ihn
um Verzeihung für des Kindes Ungeſchick bitten ſollte.
Zeſina aber erklärte das kurzweg für Unſinn: Er ſoll
vielmehr euch einen Dankbrief ſchreiben. Laß das nur ſtill
wirken.
Und es wirkte. Schon am Tage danach kam ein
reitender Bote mit der Nachricht, man erwarte Heini mit
ſeinem Vormund in der Drewensburg.
So, ſagte Zeſina behaglich, wer heute nicht kommt,
kommt morgen gewiß. Jetzt werden wir unſere
Beding=
ungen ſtellen.
Und ſie ſchrieb ihrem Vetter, daß ſowohl ſie wie
Heinis Vormund dieſen Beſuch Heinis bei den
Groß=
eltern ohne ſeine Mutter nicht gutheißen könnten. Es
müßte notgedrungen das Befremden des ſehr klugen
Kin=
des erwecken, daß die Mutter von dem Verkehr mit den
Großeltern ausgeſchloſſen ſein ſollte, und es könnte leicht
Schlüſſe daraus ziehen, die vom pädagogiſchen
Stand=
punkt bedenklich wären. Das hätte der Vetter gewiß nicht
bedacht. Es ſei doch ſein ausdrücklicher Wunſch, daß ſein
Enkel eine Muſtererziehung erhielte, und darum würde er
bei reiflicher Ueberlegung gewiß von ſelber von dieſem
Verlangen zurückſtehen. Mit ſchadenfroher Mine händigte
ſie dem Boten das Schreiben aus. Ich bin Ihnen einmal
wieder das enkant terrihle, ſagte ſie lachend, aber das iſt
die einzige Rolle, die ich mit einigem Erfolg und Geſchick
zu ſpielen verſtehe.
Anita war bei dieſer Sache überhaupt nicht gefragt
worden, und ſie ließ es gehen, wie es gehen wollte. Sie
war viel zu mürbe und müde, als daß ſie aus eigener
Kraft dem alten Baron hätte Oppoſition machen können.
Wenn er jetzt von ihr verlangte, ſie ſollte kommen und
pater peccavi ſagen — ſie würde es mit demütigem
Her=
zen tun im Bewußtſein des ſchweren Leids, das er durch
ſie erfahren hatte.
Langſam rückte der Winter heran. Ein Tag erſchen Anita
immer endloſer als der andere. Die erſten Nachtfröſte
hatten das Laub der Dahlien ſchwarz gefärbt, und eines
Morgens glitzerten die Bäume und Sträucher, die Gräſer
und Pflanzen im Park, als ob ſie mit zartem, weißen
Federwerk verbrämt wären. Rauhreif, der Heini in helles
Entzücken verſetzte.
Er tummelte ſich noch weidlich draußen umher, aber
er durfte nicht mehr den Park verlaſſen, denn im Dorf
herrſchte Diphtheritis. Zeſina, die eine ſchreckliche Angſt
vor allen anſteckenden Krankheiten hatte, verbot Heinis
wegen aufs ſtrengſte den Dienſtboten jeden Verkehr mit
ihren Verwandten im Dorf, eine Vorſicht, die bei Franz
und den Köhlers unnötig und bei den übrigen
Be=
dienſteten unnütz war, denn ſie übertraten im Geheimen
doch das Verbot.
Und da war es denn nicht zu verwundern, daß der
allezeit fidele, queckſilbern bewegliche Heini eines Tages
matt das Köpfchen ſenkte. Seine Stirn glühte, das
Häls=
chen ſchmerzte ihm und er verlangte ſelber ins Bett.
Es war, wie wenn der Habicht in eine Schar Hühner
eingefallen iſt, ein ſolches Entſetzen, ſolche Verſtörung
herrſchte im Lindenhaus. Baroneſſe Zeſina wetterte mit
den jungen Dienſtboten umher, um herauszubekommen
wer leichtfertig die Anſteckung ins Haus gebracht hätte
Miß Elſie weinte aus Mitleid mit dem Darling, und
weil=
ſie fürchtete, daß man ſie zur Verantwortung ziehen könnte
Hartkopf ſtrich ruhelos umher und zerrte an ſeinem
Hals=
kragen und zupfte an ſeinem Rock. Mine Köhler kochte=
Fliedertee und preßte Zitronen aus und rannte ab und
zu. Anita ſaß halb ſinnlos vor Angſt am Bett des
Kin=
des. Der alte Franz aber ſpannte ſtill, ehe er noch den
Auftrag erhalten hatte, den Wagen an und fuhr zum Arzt
und der dicke Ottokar wurde erbarmungslos gezwungen
zu laufen, als ob er das ſchlankſte Rennpferd wäre.
Schwere Diphtheritis! lautete die Diagnoſe des
Arztes. Er dürfe nicht verhehlen, daß es bedenklich un
das Kind ſtände. Anita ſagte kein Wort. Sie ſtarrte den
Arzt an wie eine Irrſinnige, aber als Zeſina ſie
hinaus=
führen wollte, um, alle Angſt vor Anſteckung vergeſſend
ſelber ihre Stelle am Bett des Kindes einzunehmen, raffte
ſie ſich zuſammen. Von ihrem Kinde ließ ſie ſich nicht
ent=
fernen, und trotzdem ihr ganzer Körper in zitternder Er
regung war, ihre Füße ſie kaum trugen und ihr Kop
keinen zuſammenhängenden Gedanken faſſen konnte,
ver=
mochte ſie es über ſich, dem Arzt alle Handreichungen zu
tun, deren er benötigte. Jeden ſeiner Wünſche fühlte ſie
inſtinktiv voraus. Mit Mine Köhler bereitete ſie die
Bä=
der und Umſchläge. Sie half das röchelnde Kind in die
Wanne legen, es wieder betten, Packungen machen —
nichts anderes ſah und empfand ſie, als was mit ihrem
Liebling zuſammenhing. Die Außenwelt war tot für ſies
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 214.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. September
1913.
Seite 15.
EGAEETE
Lmit seidensn. Sammel-Wanssnhidsrn
t
Innere Miſſion iſt zu pflegen als Verteidigung und
Zeug=
nis der Kirche; in voller Freiheit ſoll ſie geſchehen, aber
ſie ſoll ſich bewußt ſein, daß ſie das Freikorps der Kirche
iſt. Von der jetzt ſtaatlicherſeits ſo ſehr gehegten
Jugend=
pflege wollen wir für die Kirche nicht viel erwarten. Die
Kirche muß ihre Jugendarbeit ſelber tun. Es gilt, alle
Sorgfalt, Freundlichkeit und Geduld ihr zuzuwenden
und ſich zu hüten vor der ſchnellen Rede: Ihr habt einen
anderen Geiſt. Was muß doch in der Gegenwart die
Kirche auch ſonſt noch alles tragen! Da ſollte ſie dieſe
frommen Chriſten nicht tragen können. Wenn die Zeit
der Trennung und Scheidung kommt, wollen wir alles
getan haben, daß dieſe Kreiſe dann nicht gegen uns,
ſon=
dern für uns ſtehen. Die große Verſammlung folgte bis
zuletzt mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit den wertvollen
Ausführungen der Redner.
Generalverſammlung des Bundes der
Induſtriellen.
— Leipzig, 10. Sept. Unter außerordentlich
zahl=
reicher Beteiligung ſeiner Mitglieder trat hier im
gro=
ßen Kongreßſaal der Internationalen Baufach=
Ausſtel=
lung der Bund der Induſtriellen zu ſeiner
dies=
jährigen Generalverſammlung zuſammen, die
durch eine Sitzung des Großen Ausſchuſſes unter
dem Vorſitz des Kommerzienrats Friedrich=Potsdam
ein=
geleitet wurde. Der Vorſitzende gedachte zunächſt in
war=
men Worten der Opfer der Kataſtrophe des Zeppelinſchen
Marineluftſchiffes, wobei ſich die Mitglieder von den
Sitzen erhoben. — Syndikus Dr. Schneider=Berlin
behan=
delte als erſter Referent das Thema: „
Ausfuhr=
induſtrie und Mittellandkanal‟. Er gab ein
Bild der Entwickelung der Kanalfrage in Deutſchland
und wies namentlich auf die für Deutſchland ungünſtige
geographiſche Lage hin, die es zwinge, die Rohſtoffe
viel=
ach aus weiter Ferne zu beziehen und dafür
außerordent=
lich hohe Frachtkoſten zu bezahlen. Uebergehend zu dem
Mittellandkanalprojekt ſelbſt, ſchilderte er die
Schwierig=
keiten, mit denen dasſelbe von Anfang an infolge des
heimlichen Widerſtandes einzelner einflußreicher
Perſön=
lichkeiten und der agrariſchen Politik zu kämpfen hatte.
Mit der Stellungnahme des Kaiſers zu dem Projekt kam
die Sache in Fluß, wenn auch die Vorlage der
Regier=
ung im Abgeordnetenhauſe eine glatte Ablehnung fand
und dafür ein Rhein=Weſer=Kanal mit einem Anſchluß bei
Hannover genehmigt wurde. Augenblicklich ſcheine die
Angelegenheit völlig eingeſchlafen zu ſein. Der Redner
ging dann auf die Getreideeinfuhrſcheine ein, die er als
einen Mißgriff bezeichnete. Das Fehlen des
Mittelland=
kanals erhöht die Preiſe ganz erheblich. Im Gegenſatz
zum Ausland verwirft man in Deutſchland große
Pro=
ekte, auch dann, wenn ihnen nicht in dem Grade, wie in
dieſer Frage, das agrariſche Intereſſe entgegenſteht.
Dem=
gegenüber weichen die Regierung und die direkt
intereſſier=
ten Kreiſe in beſchämender Weiſe zurück. Die Frage des
Mittellandkanals ſcheint aber noch nicht ganz verloren zu
ſein und deshalb darf der Bund der Induſtriellen in der
Unterſtützung des Projektes nicht nachlaſſen. (Lebhafter
Beifall.)
Die Tagung beſchloß ſodann die Abſendung einer
telegraphiſchen Beileidskundgebung an den
Kaiſer anläßlich der Kataſtrophe bei Kuxhaven.
Hierauf wurde in die Diskuſſion über das Referat
Dr. Schneiders eingetreten. Landtagsabgeordneter
Zuck=
chwert=Magdeburg bekannte ſich als warmen Freund
des Mittellandkanalprojektes und betonte, daß es eine
ernſte Pflicht ſei, die Gegner desſelben weiter aufzuklä=
Der Generalſekretär des Zentralvereins für
ren.
deutſche Binnenſchiffahrt, Dr. Grotewoldt=Berlin,
äußerte die Anſicht, daß die Gegnerſchaft gegen das
Pro=
jekt nicht mehr ſo erheblich ſei wie früher, und bemerkte,
daß der Bau des Kanals durchgeſetzt würde, wenn die
— Nach einer kurzen
Induſtrie das Projekt unterſtütze.
weiteren Debatte trat die Verſammlung den
Anſchauun=
gen des Referenten bei. — Der Generalſekretär des
Deut=
ſchen Vereins für Wohnungsreform in Frankfurt, Dr.
Mangoldt, ſprach über: „Induſtrie und
Wohn=
ungsweſen”. Er betonte das Intereſſe der Induſtrie
an einer Verbeſſerung der geſamten Arbeitsverhältniſſe.
Wenn die Induſtrie die Wohnungsreform zu fördern
ſuche, ſo könne ſie das am beſten durch die Unterſtützung
der allgemeinen Reformbeſtrebungen in die
Wohnungs=
frage, die nicht nur gelöſt werden könne, ſondern auch
ge=
löſt werden müſſe. (Beifall.) Die „
Monopolbeſtreb=
ungen der elektriſchen Induſtrie” behandelte
Syndikus Dr. Faſold=Berlin, der beantragte, an die
Reichsregierung und die Bundesſtaaten die Bitte zu
rich=
ten, allen mit der öffentlichen Elektrizitätsverſorgung
Deutſchlands zuſammenhängenden Fragen, beſonders der
Konzeſſionserteilung an Privatunternehmer, dem Verkauf
kommunaler Elektrizitätswerke und der Errichtung ſogen.
gemiſcht=wirtſchaftlicher Unternehmungen, volle
Aufmerk=
ſamkeit zu widmen. Der Antrag wurde angenommen.
Nachmittags fand eine Sitzung des Ausſchuſſes für ge=
Abends folgten die
Teil=
werblichen Rechtsſchutz ſtatt.
nehmer einer Einladung der Stadt zu einer
Begrüßungs=
feier im Rathaus.
Landwirtſchaftliches.
Schlachtviehmarkt zu Darmſtadt.
Schweinemarkt am 10. September. Auftrieb durch
Händler: 160 Schweine. Preiſe pro 50 Kg.
Schlachtge=
wicht: 1. Qualität (ausgeſuchte Ware) 83 Mark, 2.
Qua=
lität 82 Mark, 3. Qualität 81 Mark. Marktverlauf:
leb=
haft, wenig Ueberſtand. — Schweinemarkt am 11.
September. Auftrieb durch Händler: 155 Schweine.
Preiſe für 50 Kg. Schlachtgewicht: 1. Qualität (
ausge=
ſuchte Ware) 83 Mark, 2. Qualität 82 Mark, 3. Qualität
81 Mark. Marktverlauf: rege, Ueberſtand. —
Kälber=
markt am 11. September. Auftrieb durch Händler: 157
Kälber. Preiſe für 50 Kg. Lebendgewicht je nach
Quali=
tät 57—64 Mark. Marktverlauf: rege.
Gewinnauszug
der
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(229. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotkerie
3. Klaſſe 1. Ziehungstag 10. September 1913
Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und H.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. B.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne üher
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 75000 Mk. 217021
2 Gewinne zu 50000 Mk. 3427.,
2 Gewinne zu 5000 Mk. 36334
2 Gewinne zu 8000 Mk. 138197
2 Gewinne zu 1000 Mk. 35645
20 Gewinne zu 500 Mk. 63519 69288 77153 107498f
138032 169168 173645 180092 205453 208973
30 Gewinne zu 400 Mk. 3498 32262 76221. 81910
94350 95484 109388 121804 140390 167368 180761
193289 216246 217263 222164 t.
78 Gewinne zu 300 Mk. 7480 8036 17071 17730
20392 20919 24877 36791. 39050 40526 44153 58192)
62348 68157 69252 72109 76652 (115154 115613
115821 121926 122201 124788 127071 145891 149674,
159599 163632 165433 167664 177813 178671 181775
193717 208724 216502 219890 221512 221569
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinneüber
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk.: 83536
2 Gewinne zu 1500 Mk. ℳ, 147754.
2 Gewinne zu 3000 Mk. *117974
6 Gewinne zu 1000 Mk.=(K34437 182715 211527
10 Gewinne zu 600Mk33601 . 69737 Mt. 109053
171666 217428
18 Gewinne zu 400 Mk. 21954 48190 55173 59829
77129 131207 195404 203581¾214099
80 Gewinne zu 3004Mk. —* 1673 5381 6655 7919
11160 29922 34138 34229547157 65233 55800 56302
76301 79999 80109 91764 M104607 106638: 108361
111242 111445 114812 1206157127915f132282( 136616
139828 139905 146401 150403½159143½ 166469 167449
167754 168979 197428 198736 199960 203316 222656
Kongreſſe und Verbandstage.
Allgemeine evangeliſch=lutheriſche
Konferenz.
B. P. K. Nürnberg, 10. Sept. Die zweite
Haupt=
rſammlung fand wieder im evangeliſchen
Vereins=
uſe an der Bucherſtraße nachmittags halb 5 Uhr ſtatt.
ich hier war der Saal wieder dicht beſetzt; unter den
ilnehmern waren auch die Laien, Männer und Frauen
s allen Ständen, ſehr zahlreich zu ſehen. Das Wort
tten in dieſer Verſammlung die Vertreter der
lutheri=
en Kirche Schwedens, in den Händen des Biſchofs
Dr. v. Scheele lag die Leitung der Verſammlung,
Hof=
ediger Norby=Stockholm hatte das Referat: „Wie
ird die Kirche fähig, die geiſtlichen Be
egungen in ihrer Mitte zum Segen des
riſtlichen Volkes zu leiten?” Ob Freikirche
er Staatskirche, dieſe Frage wird in der Gegenwart
el diskutiert. Sie iſt wichtig und die Kirche ſoll ſich
f die Möglichkeit der Trennung von Kirche und Staat
faßt machen, ſie nicht beſchleunigen, aber ſich darauf
ſten. Doch gleichviel in velcher Form die Kirche beſteht,
ß ſie die geiſtlichen Bewegungen in ihrer Mitte zum
egen des chriſtlichen Volkes leite, muß ſie vor allem das
ebet um den heiligen Geiſt hegen; je geiſtesmächtiger
ie Kirche iſt, deſto mehr übt ſie Anziehungskraft auf ihre
nze Umgebung aus. Auch dies darf ſie nicht vergeſſen,
ß ſie die Fülle des Geiſtes nur im Anſchluß und
Gehor=
m zu dem alten und doch ewig neuen Evangelium
ipfängt. Die gegenwärtige Form unſerer Kirche als
aatskirche bietet noch immer reichlich Gelegenheit, an
s Volk heranzukommen im Religions= und
Konfirman=
nunterricht, in der Predigt und Seelſorge. Dieſe
Ar=
it iſt nicht vergeblich, es iſt ein beſonders erfreuliches
ichen der Zeit, daß gerade innerhalb der ſtudierenden
tgend der Eifer für entſchiedenes Chriſtentum und
Mit=
beit an der Kirche da und dort zunimmt. Zur Predigt
id Unterricht muß noch der Dienſt der barmherzigen
ebe treten, die Kirche muß Taten aufweiſen und zum
andeln treiben. Die große Wahrheit der demokratiſchen
dee gilt es auch in der Kirche zu verwirklichen und alle
räfte mobil zu machen. Die Predigt und die dienende
ebe ſind die beiden Zeugen für die Wahrheit, die die
irche vertritt. Wenn die Kirche wirklich ernſtlich das
ort Gottes in ihrer Mitte walten läßt, dann werden
r auch die Männer und Kräfte immer wieder geſchafft,
e Gottes Kriege auf Erden führen und ſiegen und Gottes
eich bauen. In der Diskuſſion ergriff zunächſt
General=
perintendent D. Kaſtan=Kiel das Wort. Er freut
h, mit dem Vortragenden völlig einverſtanden zu ſein.
e gleiche Konfeſſion, der gemeinſame Glaube wirkt auch
eiche Stimmung und Ideale. In unſerer Gegenwart
es wieder mehr wie je notwendig, daß der Artikel von
r Kirche gepredigt wird; auch uns naheſtehende Kreiſe
dürfen dieſer Mahnung. Die Werke der Diakonie, die
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Seite 16.
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