Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Das Kaiſermanöver iſt geſtern morgen beendet
worden. Um ½9 Uhr ertönte das Signal: Das Ganze
Halt! Das Manöver verlief mit einem völlſtändigen
Siege der Blauen Armee. Der Kaiſer hielt auf einer
Höhe vor Ludwigsdorf Kritik ab.
In Leißzig wurde das Militärluftſchiff „Z. 5"
von einer Bde in die Höhe geriſſen, wobei zwei
Soldaten, die nicht rechtzeitig die Haltetaue losließen,
aus 150 Meter abſtürzten. Sie waren fa
fort tot.
In Nürnberg wurde am Dienstag die
Allge=
meine evangeliſch=lutheriſche Konferenz
und in Köln der 9. Internationale
Alt=
katholikenkongreß eröffnet.
Eine königliche Verordnung ſpricht die Annexion der
durch Serbien neu erworbenen Gebiete
aus.
In der Nähe von Uesküb erfolgte ein
Zuſammen=
ſtoß zweier Eiſenbahnzüge. 8 Perſonen
wur=
den getötet und 30 verwundet. In dem einen der Züge
befand ſich der ſerbiſche große Generalſtab.
der Senat der Vereinigten Staaten nahm die
Tarifvorlage mit 44 gegen 37 Stimmen an. Die
Währungsvorlage der Regierung wurde im
Repräſentantenhauſe eingebracht.
Ein Schnellzug entgleiſte bei der Station
Indiania (Pennſylvanien). Nach den vorläufigen
Berich=
ten ſtürzten vier Wagen um und 40 Reiſende wurden
meiſt ſchwer verletzt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Deutſchland und der Orient.
— Obwohl der Aufenthalt des Königs von
Griechen=
land in Deutſchland in der Hauptſache einen privaten
Cha=
rakter trägt und ſich als Dankbeſuch für die Verleihung
der Feldmarſchallswürde darſtellt, ſo wird der Reiſe
König Konſtantins doch von verſchiedenen Seiten große
politiſche Bedeutung beigemeſſen. Es läßt ſich nicht
ver=
kennen, daß von deutſcher Seite in einer Weiſe in den
Gang der Dinge auf dem Balkan eingegriffen worden iſt,
wie Außenſtehende und vielleicht auch manche
Staatskanz=
leien nicht geahnt haben. Offiziell iſt das allerdings nicht
geſchehen, aber für den Erfolg iſt das gleichgültig und
Tatſache iſt, daß nicht zuletzt die Bemühungen Kaiſer
Wil=
helms ganz weſentlich dazu beigetragen haben, den
Frie=
den herzuſtellen. Zu ſtatten kamen dem Monarchen ſeine
Beziehungen zum Könige von Rumänien, wie zu ſeinem
Schwager, dem Könige von Griechenland, und ſo war es
möglich, nach beiden Seiten hin ausgleichend zu wirken.
Den Dank für das Einlenken Griechenlands in der
Ka=
walafrage erſtattete der Kaiſer in ſeiner Genugtuung über
dieſen Ausgang in Geſtalt der Verleihung der
Feldmar=
ſſchallwürde an den König, der den größten Teil ſeiner
militäriſchen Erziehung ja in Deutſchland erhalten hatte.
Aus dieſem Grunde wohnte auch König Konſtantin den
deutſchen Manövern bei, ſehr zur Unluſt der Franzoſen,
die geglaubt hatten, Griechenland für ſich kapern zu
kön=
nen, um künftig einen größeren Einfluß auf die Geſchicke
des Balkans wieder zu gewinnen.
War ſchon die Reiſe des Königs nach Deutſchland
überhaupt den Herren an der Seine ein Dorn im Auge,
ſo bricht jetzt ein Sturm der Entrüſtung los, weil König
Konſtantin in ſeiner Dankrede anläßlich der Uebergabe
des Marſchallſtabes erklärt hatte, die Erfolge
Griechen=
lands im letzten Kriege ſeien der deutſchen Schulung zu
werdanken. Dieſe Worte haben in Frankreich um ſo mehr
verſchnupft, als ſeit einer Reihe von Jahren eine
franzöſi=
ſche Militärkommiſſion in Griechenland tätig war, um eine
Reorganiſation des griechiſchen Heeres durchzuführen.
Man hält in der Preſſe dem König ſeinen Mißerfolg im
türkiſchen Kriege von 1897 vor, wo er doch eben erſt aus
der deutſchen Armee zurückgekehrt war. Ebenſowenig
ver=
fehlt man dem Könige vorzurechnen, daß Frankreich
bei=
nahe mit Rußland in einen folgenſchweren Konflikt
ge=
fraten wäre, weil es für die Intereſſen Griechenlands in
der Kawalafrage ſo warm eingetreten war. Ueberdies
müſſen die Herrſchaften jenſeits der Vogeſen ſehen, daß
das Verhalten Deutſchlands in Griechenland ungemeine
Sympathien geweckt hat und daß man ſich gerade dort
von dem Berliner Beſuche des Königs gute politiſche
Fol=
gen verſpricht.
Bisher hat ſich die deutſche Diplomatie mit Ausnahme
der Zeiten Marſchalls in Konſtantinopel vom Balkan
ziem=
lich zurückgehalten, es könnte aber nicht ſchaden, wenn
man jetzt, wo eine Neuordnung der Dinge erfolgt iſt, auch
deutſcherſeits danach trachtete, ſo viel wie möglich
heraus=
zuſchlagen. Mit dem Gefühle, ſtets korrekt aufzutreten, iſt
in der Politik wenig getan, es handelt ſich darum,
zuzu=
greifen, wo ſich die Gelegenheit bietet. Sonſt muß man
zurückſtehen und zuſehen, wie andere ſich bereichern.
Preßſtimmen zu dem
Unglücks=
fall des „ol 1‟4,
* Der Untergang des Marineluftſchiſſes „L. 1‟ in
der Nordſee, bei dem 16 Menſchen ums Leben gekommen
ſind, wird als ein nationales Unglück empfunden und in
dieſem Sinne von den Blättern beſprochen.
Das Berliner Tageblatt ſchreibt: Die
öffent=
liche Meinung in Deutſchland hat ſich daran gewöhnt, daß
die Erfolge der Luftſchiffahrt mit Opfern bezahlt werden
müſſen. Aber bis zum geſtrigen Unglückstage hatte man
wenigſtens bei dem Unfall der zwei Kreuzer noch keine
Opfer an Menſchenleben zu bellagen gehabt. Dieſe
geſtrige Kataſtrophe iſt, weil ſie ſich über dem Meere
er=
eignet hat, folgenſchwerer als alle früheren geweſen, und
mit Trauer gedenken wir der braven Menſchen, die, wie
befürchtet werden muß, in den Fluten untergeangen ſind.
Die Berliner Neueſten Nachrichten
er=
klären: Die Unglückschronik der deutſchen Luftſchiffahrt iſt
um eine Kataſtrophe vermehrt worden, die an tragiſcher
Größe und Furchtbarkeit alle bisherigen Unglücksfälle
übertrifft. Der Siegeszug der Luftſchiffahrt darf durch
dieſe ſchwere Kataſtrophe natürlich nicht gehemmt werden.
aber es müſſen Vorkehrungen getroffen werden, um
ähn=
liche Unfälle für die Zukunft nach menſchlichem Ermeſſen
unmöglich zu machen.
— Der. Verkiner Lokal=
Anzeiger ſchreibt: Der Stolz der deutſchen Luftflotte,
das Marineluftſchiff „L. 1‟ deſſen elegante Flüge noch
vor kurzem die Augen der Berliner entzückten, iſt geſtern
abend in der Nähe von Helgoland geſunken. Dem
Un=
glück ſind zum erſtenmal bei einer Zeppelin=Kataſtrophe
leider auch zahlreiche Menſchenleben zum Opfer gefallen.
Die Voſſiſche Zeitung ſagt: Die deutſche
Luft=
ſchiffahrt iſt von einem ſchweren Unglück betröffen
wor=
den, das, ſoweit die vorliegenden Nachrichten erkennen
laſſen, ſich ohne menſchliches Verſchulden ereignet hat.
Nach der Zahl der Opfer, die die Vernichtung des „L. 14
gefordert, iſt es die größte Kataſtrophe, die die junge und
doch an Schickſalsſchlägen überreiche Geſchichte der
Luft=
fahrt aufzuweiſen hat.—
Die Kreuzzeitung ſagt:
Tief erſchüttert ſtehen wir dem ſchmerzlichen Ereignis
gegenüber, und nur einen einzigen Troſt haben wir
da=
bei: es iſt fürs Vaterland geſchehen. In ernſter
Vorbe=
reitungsarbeit für den ſtets möglichen Ernſtfall, im
Dienſte für des Reiches Sicherheit war das Luftſchiff
hin=
ausgeſegelt ins Mer um ſich zu üben und wertvolle
Aufklärungsarbeit zu leiſten. In ernſter Arbeit für
Kai=
ſer und Reich iſt der Luftkreuzer zu Fall gekommen. Im
Dienſte um Gut für König und Vaterland haben brave
Männer ihr Leben gelaſſen. Ehre ihrem Andenken!
Die Deutſche Tageszeitung weiſt darauf hin:
Beſonders ſchmerzlich wird den Grafen Zeppelin, der in
dieſen Tagen im Kaiſermanöver in Schleſien die
Tätig=
keit ſeiner Fahrzeuge beobachten kann, der Untergang
ge=
rade des Marineluſttreuzers berühren; hat der Graf doch
ſeit Jahren ſchon auf die hohe Bedeutung des Luftſchiffes
für die Seefahrt hingcwieſen. — Die Tägliche
Rund=
ſchau klagt: Mit Schmerz, mit Trauer, mit
Zähneknir=
ſchen lieſt man die Meldung über dieſen neueſten, bis
jetzt ſchwerſten Schlag, der unſere Luftflotte, das
Helden=
werk des Grafen Zeppelin, betroffen hat. Was dieſe
Kataſtrophe düſterer als alle bisherigen erſcheinen läßt,
iſt die Tatſache, daß ihr zum erſtenmal auch eine große
Anzahl von Menſchenleben zum Opfer fielen.
Die Vernichtung des deutſchen Marine=Luftſchiffes bei
Helgoland hat in der ganzen Londoner Preſſe
das tiefſte Bedauern hervorgerufen. Die Blätter bringen
ſpaltenlange Darſtellungen der Kataſtrophe Beſondere
Teilnahme widmet man den Perſonen, die bei dem Unfall
ihr Leben verloren haben, ebenſo auch dem Grafen
Zeppe=
lin. Die Daily Mail hebt beſonders hervor, daß dies der
erſte Unfall eines Zeppelins iſt, bei dem Menſchenleben
verloren gehen. Deutſchland wird ſeine Toten ehren, ſagt
ſie, und die Welt wird ſich der Ehrung anſchließen.
Aus der neueſten Bevölkerungs=
Katitit,
* Das neue ſtatiſtiſche Jahrbuch für das
Deutſſche Reich — 34. Jahrgang 1913 — iſt erſchienen.
Das neue Jahrbuch iſt vom kaiſerlichen Statiſtiſchen Amt
wiederum ſeinem Inhalte nach erweitert worden. Eine
Reihe von Produktionsſtatiſtiken iſt im Hinblick auf die
neuen Handelsverträge umgearbeitet worden.
Inter=
eſſant von den Neuaufnahmen iſt eine Reihe von
Bevöl=
kerungsſtatiſtiken, die bis jetzt unbekannt waren.
Die Zahll der Gemeinden betrug am 1.
De=
zember 1910 im Reiche 75939 (Preußen 52614 Bayern
7988, Sachſen 3156, Württemberg 1902, Baden 1596). Von
den 75939 Gemeinden haten 48 mehr als 100 000, 202.
20000 bis 100000 Einwohner. Die Geſamtzahl der Städte
betrug 3740, die der ländlichen Gemeinden 72 199. Dörfer
unter 100 Seelen gab es 15013. In den Großſtädter
wohnten 13823 348, in den Mittelſtädten 8 677955, it
den Kleinſtädten (bis 5000 Einwohner) 9172333, in der
Landſtädtchen 7 297 770 Einwohner.
Aus anderen Statiſtiken iſt zu erſehen, daß es an
1 Dezember 1910 noch 63 Leute gab, die mehr als 104
Jahre alt waren.
Die Zahl der aktiven Militärperſonen be
trug am 1 Dezember 1910: 700 538 in Deutſchland, davor
in Preußen 406 223, Bayern 63957, Sachſen 43 785. Würt
temberg 23 488. Die wenigſten Truppen hatte Reuß älter
Linie mit 43 Mann. Es hat bekanntlich keine Garniſon
ſondern nur ein Wachkommando in Greiz. Der kleinſt
Militärſtaat iſt Waldeck (591 Mann).
Auch die Religionsverhältniſſe ſind ner
bearbeitet. Am 1. Dezember 1910 wurden gezählt in
Reiche 39991 421 Evangeliſche, 23821 453 Römiſch=Katho
liſche, 283 945 andere Chriſten, 615 021 Juden, 214152 Be
kenner anderer Religionen und Konfeſſionsloſe.
Intereſſant ſind ferner die neuen Feſtſtellungen über
Berufsgliederung und das Alter der Erwerbstätigen, di
Ergebniſſe der ſchulſtatiſtiſchen Erhebungen von 1911 unk
die Ueberſichten der Bautätigkeit 1912. Hieraus ſeien kur
folgende Zahlen gegeben: Die Zahl der Volksſchuler.
betrug 1911: 61557 (1906: 60 584) die Zahl der
Mittel=
ſchulen 2049, die Zahl der Gymnaſien 524, der
Realaym=
naſien 223, der Oberrealſchulen 167, der Progymnaſien
81, der Prorealgymnaſien 63, der Realſchulen 411, die Zahl
er Mädchenaymnaſien 39, der höheren Mädchenſchulen
9. Die Volksſchulen wurden von 10309949 Schülern,
die Mittelſchulen von 354050, die höheren Knabenſchulen
von 413 155, die höheren Mädchenſchulen von 234 461
Schü=
lern bezw. Schülerinnen beſucht.
Deutſches Reich.
— Der Reichstag und das neue
Spio=
nagegeſetz. Was die Stellung des Reichstages zum
neuen Spionagegeſetz betrifft, ſo iſt man in allen
bürger=
lichen Parteien mit der Reichsregierung der Anſicht, daß
unſer geſetzlicher Schutz gegen Spionage nicht als
aus=
reichend anzuſehen iſt. Trotzdem werden in den
Par=
teien des Reichstages die bekannten großen Bedenken
durchaus geteilt, die in der geſamten Preſſe gegen jene
Be=
ſtimmung des Geſetzentwurfs beſtehen, welche fahrläſſige
Verbreitung von Nachrichten, die die Sicherheit des
Rei=
ches zu gefährden geeignet ſind, mit Gefängnis oder
Feſtungshaft bedroht. Ein Teil der gegenwärtigen
Reichstagsmitglieder hat ſich bereits im Jahre 1893 gegen
eine ähnliche Beſtimmung der damaligen Vorlage des
Geſetzes gegen den Verrat militäriſcher Geheimniſſe
aus=
geſprochen, und die Mehrheit des Reichstages lehnte dieſe
Beſtimmung des Entwurfs ab. Die Regierung legte ſich
damals für die Beibehaltung ihres Entwurfs ſehr
ener=
giſch ins Zeug. Der Staatsſekretär des Reichsjuſtizamts,
damals Herr Hanauer, erklärte die Faſſung für notwendig,
um den Strafſchutz auf Nachrichten auszudehnen, deren
Geheimhaltung im Intereſſe der Landesverteidigung
not=
wendig wäre. Trotzdem aber wurde die Faſſung der
Re=
gierung mit großer Mehrheit abgelehnt. Wie man in
un=
terrichteten Kreiſen behauptet, ſoll ſich das Reichsjuſtizamt
auch jetzt ſchon mit dem Gedanken abgefunden haben, daß
der Reichstag wiederum eine Aenderung des Entwurfes
in dieſer Beziehung vornehmen”wird.
Reichsregierung und
Konkurrenz=
klauſel. Mehrere Handelskammern hatten kürzlich den
Wunſch ausgeſprochen, daß die Konkurrenzklauſel für
Handlungsgehilfen auch auf die techniſchen Angeſtellten der
Induſtrie ausgedehnt werden ſolle. Der preußiſche
Mi=
niſter für Handel und Gewerbe hat kürzlich zu dieſer
wich=
tigen Frage Stellung genommen und ſich unzweideutig
dahin geäußert, daß die Konkurrenzklauſel für die
In=
duſtrie eine Frage an ſich bilde, dementſprechend nach
an=
deren Geſichtspunkten beurteilt und ſelbſtändig geregelt
werden müſſe. Es iſt demnach ausgeſchloſſen, daß die
preußiſche Staatsregierung ſich mit einer Ausdehnung der
geplanten Beſtimmungen über die Konkurrenzklauſel der
Handlungsgehilfen auf die Betriebsbeamten und
Inge=
nieure in der Induſtrie einverſtanden erklären wird, und
es iſt daher als feſtſtehend zu betrachten, daß auch der
Standpunkt der Reichsregierung in dieſem Sinne
feſt=
liegt, auch wenn eine beſondere Regelung der Frage noch
nicht in Angriff genommen iſt. Für alle induſtriellen Kreiſe
iſt es von Wichtigkeit, daß irgendwelche Erleichterungen
bezüglich der Konkurrenzklauſel für die Angeſtellten in
induſtriellen Betrieben nicht zur Durchführung gelangen
werden, denn insbeſondere die Techniker, Ingenieure,
Che=
miker uſw., namentlich wenn ſie in chemiſchen Werken
in der Maſchinen= und Stahlinduſtrie tätig ſind, haben
oft von ſehr wichtigen Fabrikationsgeheimniſſen Kenntnis.
Kein Wechſel im Straßburger
Statt=
halterpoſten. Die Köln. Ztg. ſchreibt: In einem
Berliner Blatt wurde vor kurzem darauf hingewieſen,
daß man in gut unterrichteten Kreiſen an der Annahme
Seite. 2
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
Nummer 213.
feſthält, der jetzige Regent von Braunſchweig ſei zum
Nachfolger des Grafen von Wedel als Statthalter der
Reichslande auserſehen. Die braunſchweigiſche
Thron=
ffolgefrage — ſo hieß es am Schluß dieſer Zuſchrift
werde erſt ihre Regelung erfahren, ſobald die
Ueberſiede=
lung des jetzigen Regenten von Braunſchweig nach
Straß=
burg geordnet ſei. Nach Erkundigungen iſt die Annahme
irrtümlich. Die Regelung der braunſchweigiſchen
Thron=
folgefrage ſteht mit einer Neubeſetzung des Straßburger
Statthalterpoſtens überhaupt nicht in Zuſammenhang.
Von einem Wechſel in Straßburg iſt zwar in der Preſſe
wiederholt die Rede geweſen; an Stellen, wo man darüber
unterrichtet ſein kann, wurde aber dieſen Vermutungen
kein Gewicht beigelegt.
— Handelsintereſſen in Süd=
Kame=
run. Nach einem Telegramm aus Kribi hielt ſich der
Staatsſekretär des Reichskolonialamts Dr. Solf am
4. September in Jaunde auf, fuhr am 5. September im
Auto nach Ebolowa und kehrte am 7. September nach
Kribi zurück. Hier fand am 7. September eine erneute
Beſprechung mit der Handelskammer ſtatt, die zur
Auf=
klärung einiger Mißverſtändniſſe diente, die bei der
frühe=
ren Beſprechung am 2. September unterlaufen waren. In der
Beſprechung am 7. September erklärte der Staatsſekretär,
daß er den Bau einer Südbahn und die Aufhebung des
Gummizolles ablehnen müſſe; dagegen ſei er bereit, im
Intereſſe des Handels Südkameruns die Automobilſtraßen
beſchleunigt auszubauen und durch ſtaatliche Maßnahmen
die Organiſation des Handels und die
Qualitätsverbeſſe=
rung des Kautſchuks zu unterſtützen. Ferner ſtellte Dr.
Solf eine weitere Ausgeſtaltung des Gouvernementsrates
in Ausſicht. Von Kribi aus erfolgte die Einſchiffung auf
dem Dampfer „Gundomar” zur Reiſe nach Muni.
— Die Kongogrenze. Die Miſſion zur
Feſt=
ſetzung der deutſch=franzöſiſchen Grenze im Kongogebiet
iſt von Afrika in Bordeaux eingetroffen. Der Chef der
Miſſion, Kapitän Perriguez, erklärte, daß man die
Ar=
beiten als beendet anſehen könnte, da ſich die deutſche und
die franzöſiſche Miſſion in Uebereinſtimmung befänden.
Die Schwierigkeiten, denen man begegnet ſei, ſeien ſehr
groß geweſen, beſonders für die deutſche Miſſion. Für
die franzöſiſche Miſſion fanden ſich ebenfalls einige
Schwierigkeiten, beſonders in Poko, wo zwei eingeborene
Träger von den Kannibalen getötet und verzehrt worden
ſeien. Ebenſolche Fälle hätten ſich in Lagula und
Lale=
baye ereignet. Die Miſſion habe ſtändig die drahtloſe
Telegraphie bei der Feſtſtellung der Grenzpunkte benutzt.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Rücktritt des Grafen Berchtold? In
ungariſchen politiſchen Kreiſen wird mit großer
Beſtimmt=
heit das Gerücht von dem bevorſtehenden Rücktritt des
Grafen Berchtold verbreitet. Selbſt ernſte Politiker ſind
der Anſicht, daß die letzte Audienz des Botſchafters am
Quirinal, Kajetan von Merey, in engſtem Zuſammenhang
mit dem Wechſel im Miniſterium des Aeußern ſteht,
Frankreich.
Präſident Poincaré fuhr am Dienstag um
8.30 Uhr im Automobil unter zahlreicher Begleitung nach
dem Induſtrieſtädtchen St. Junien. Die Dörfer, durch die
Poincaré fuhr, hatten geflaggt. In St. Junien wurde
ihm der Ehrenwein kredenzt. Nach der Rückkehr nach
Li=
moges nahm der Präſident mittags an einem Bankett teil.
Rußland.
Das baltiſche Geſchwader, beſtehend aus
vier Linienſchiffen und fünf Panzerkreuzern, hat ſeine
Auslandsreiſe von Reval aus angetreten.
Vereinigte Staaten.
Annahme der Tarifvorlage im Senat.
Der Senat nahm die Tarifvorlage mit 44 gegen 37
Stim=
men nach Abweiſung aller Zuſatzanträge an. Der Re=
publikaner Lafollette und der Progreſſiſt Poindexter
ſtimmten dafür, die Demokraten Ransdell und Thornton
dagegen. Mit der Annahme der Tarifbill im Senat iſt die
endgültige Entſcheidung noch nicht erfolgt. Das
Reprä=
ſentantenhaus und der Senat müſſen ſich noch über die
voneinander abweichenden Beſchlüſſe einigen.
Die Währungsreformvorlage der
Re=
gierung wurde durch den Vorſitzenden des
Bankkomi=
tees, Glaß, im Repräſentantenhaus eingebracht: Der
Be=
richt belaſtet das gegenwärtige Syſtem mit der
Verant=
wortlichkeit für die Paniken während des letzten halben
Jahrhunderts und führt aus, daß die unter dem
geplan=
ten Geſetz zu gründenden Bundesreſervebanken
wenig=
ſtens 550 Millionen Dollars in bar zur Verfügung haben
werden. Der Bericht ſagt voraus, daß es das Geſetz
er=
möglichen werde, 1. die Ausdehnung des Kredits auf
Banken, welche eine gute Aktiva zu beſitzen wünſchen und
ſolche zu verwerten, um die rechtmäßigen kommerziellen
Bedürfniſſe der Kundſchaft zu befriedigen, 2. die
endgül=
tige Rückzahlung der gegenwärtig durch Bonds geſicherten
Noten, worin für die Erfüllung der
Regierungsverpflich=
tungen den Bondsgeldern gegenüber Vorſorge getroffen
wird, 3. die Schaffung einer geeigneten Währung anſtelle
der durch Bonds geſicherten, und 4. die Ausdehnung des
amerikaniſchen Bankweſens im Auslande, um den
ameri=
kaniſchen Handel im Auslande zu vergrößern.
Perſien.
Die perſiſch=türkiſche Grenze. Die
Ver=
treter Englands und Rußlands werden in Kürze der
per=
ſiſchen Regierung eine Mitteilung hinſichtlich der
perſiſch=
türkiſchen Grenze unterbreiten. Die Mitteilung wird.
wahrſcheinlich ähnlichen Inhalts ſein wie diejenige, welche
England und Rußland bereits in Konſtantinopel
unter=
breitet haben und deren Bedingungen dem Vernehmen
nach der Pforte annehmbar erſcheinen. Es wird erwartet,
daß Perſien von den engliſch=ruſſiſchen Vorſchlägen
be=
friedigt iſt, ſoweit die Grenzen von Arabien und
Aſer=
beidſchan in Frage kommen. Die hauptſächlichſte
Schwie=
rigkeit wird hinſichtlich des Diſtrikts von Schab in der
Nähe von Kermanſchah entſtehen, wo die vorgeſchlagene
Grenze dem Vernehmen nach für die Türkei günſtiger als
für Perſien iſt.
Ching.
Die Lage in Nanking. Der Korreſpondent
des Daily Telegraph in Schanghai meldet, er habe bei
einer Beſichtigung von Nanking feſtgeſtellt, daß der
ange=
richtete Schaden beſonders durch das Feuer und die
Be=
ſchießung der Stadt ſehr bedeutend ſei, aber der Schaden,
der durch die Plünderung durch Regierungstruppen
ange=
richtet wurde, ſei noch viel enormer. Die Vorſtadt
Hſak=
wan ſei vollſtändig niedergebrannt einſchließlich eines
europäiſchen Hotels. Tauſende von Leuten ſeien
obdach=
los geworden und dem Hungertode nahe. Die große
Mauer von Nanking ſei durch die Geſchoſſe vollſtändig
durchbohrt und teilweiſe dem Erdboden gleichgemacht.
Die Geſchütze der Rebellen ſeien vollſtändig unbrauchbar
zurückgelaſſen worden. Außerdem hätten die Rebellen
geradezu ungeheure Mengen von Granaten, Schrapnells
uſw. hinter den Mauern zurückgelaſſen. Nach und nach
trete in Nanking wieder Ruhe und Ordnung ein. Man
beginne auch den Eiſenbahndienſt wiederherzuſtellen.
* Der König von Griechenland wird, dem
Berl. Lokalanzeiger zufolge, nach ſeiner Reiſe nach Paris
auch London und den königlichen Hof beſuchen und dann
über Wien zurückkehren, um auf der Rückreiſe auch dem
Kaiſer Franz Joſef einen Beſuch abzuſtatten.
* Das beleidigte Frankreich. Die
Anſpra=
chen, die Kaiſer Wilhelm und König Konſtantin bei der
Ueberreichung des Marſchallſtabes in Berlin miteinander
wechſelten, haben die Pariſer Preſſe verſtimmt. Der
Matin bringt an erſter Stelle den Wortlaut der beiden
Reden in fetten Lettern und hebt hervor, daß Könia
Kon=
ſtantin die deutſche Kriegskunſt feierte, die er bei dem
Gardekorps in Berlin gelernt habe und der er neben der
unvergleichlichen Tapferkeit ſeiner Truppen den Sieg zu
verdanken habe. Das Blatt erinnert daran, daß Frank= ſeit Jahren eine Militärmiſſion in Griechenland
unterhalte, an deren Spitze ſogar ein General geſtanden
hat, den man eben erſt zum Armeekommandeur gemacht
hat, und meint: „Die griechiſche Armee dürfte alſo doch
auch der franzöſiſchen Kriegskunſt etwas zu verdanken
haben.‟ Die anderen Blätter äußern ſich ähnlich. Der
Figaro ſchreibt: „General Eydoux, der an der Spitze
der franzöſiſchen Militärmiſſion in Athen geſtanden hat,
traf ungefähr zur gleichen Stunde in Paris ein, da die
Anſprachen zwiſchen dem deutſchen Kaiſer und dem König
Konſtantin gewechſelt wurden. Wenn er die Worte lieſt,
wird er gewiß davon ein wenig ſchmerzlich berührt
wer=
den. Aber das Herz muß ſich durch Vernunftgründe
lei=
ten laſſen.‟ Die Action ſaat: „König Konſtantin
hat=
ſich ſehr wenig dankbar gezeigt, wenn man daran denkt,
daß wir unſere Beziehungen zu Rußland riskierten. Man
muß nur an die Kawalafrage erinnern, und da muß man
geſtehen, daß Griechenland die Dienſte ſchlecht belohnt
hat.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. September.
Veränderungen in den höheren Verwaltungss
ſtellen.
* Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben den
Kreisrat des Kreiſes Alzey Hermann Freiherrn Schenck
zu Schweinsberg zum Kreisrat des Kreiſes
Fried=
berg, den Kreisrat des Kreiſes Lauterbach Friedrich von
Bechtold zum Kreisrat des Kreiſes Alzey, den Rat bei
der Provinzialdirektion Starkenburg und Zweiten
Be=
amten des Kreisamtes Darmſtadt Regierungsrat Leopold
von Werner zum Kreisrat des Kreiſes Lauterbach, den
Kreisrat des Kreiſes Erbach Adalbert Freiherrn von
Starck unter Verleihung des Titels „Regierungsrat”
zum Rat bei der Provinzialdirektion Starkenburg und
Zweiten Beamten des Kreisamtes Darmſtadt, den
Kreis=
rat des Kreiſes Schotten Dr. Eugen Kranzbühler
zum Kreisrat des Kreiſes Erbach, den Kreisamtmann bei
dem Kreisamte Gießen Regierungsrat Dr. Ernſt Merck
zum Kreisrat des Kreiſes Schotten, ſämtlich mit Wirkung
vom 1. Oktober 1913 an ernannt.
* Amtsgerichtsperſonalien. Se. Königl. Hoheil
der Großherzog haben den Oberamtsrichter bei dem=
Amtsgericht Wald=Michelbach Rudolf Wünzer zum
Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Darmſtadt II mi
Wirkung vom 1. Oktober 1913 ernannt und den
Amts=
richter bei dem Amtsgericht Worms Amtsgerichtsrat=
Eduard Ziegler auf ſein Nachſuchen, unter Aner
kennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, mit
Wirkung=
vom 1. Oktober 1913 in den Ruheſtand verſetzt.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Heinrich Rehberger=!
in Grebenhain das Allgemeine Ehrenzeichen mit de
Inſchrift „Für langjährige treue Dienſte” verliehen.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Heinrich Hall
ſtein zu Groß=Eichen, Kreis Schotten, eine Lehrerſtelle
an der Volksſchule zu Lich, Kreis Gießen.
* Erledigte Stelle. Eine mit einem evange
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Ober
Lais, Kreis Schotten.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 22,
vom 10. September, hat folgenden Inhalt: 1. Bekannt
machung, die Ergebniſſe der Verwaltung der Großhe
Brandverſicherungskaſſe vom Kalenderjahr 1910
be=
treffend. 2. Ueberſicht über die in der Gemeinde
Rai=
breitenbach (Kreis Erbach) zu erhebenden Gemeinde
ſteuern für das Rechnungsjahr 1913. 3. Ordensver
leihungen. 4. Namensveränderung. 5. Zulaſſung zu
Rechtsanwaltſchaft. 6. Verzeichnis derjenigen Studieren
den, denen in der Zeit von Oktober 1912 bis ein
ſchließlich Juni 1913 auf Grund der abgelegten Diplom
Hauptprüfung der Grad eines Diplom=Ingenieurs er
teilt wurde. 7. Sterbefälle.
Johanniter=Orden. Zu der in Nr. 209 enthaltenen
Notiz betr. die neuen Ehrenritter des Johanniterordens
werden wir von geſchätzter Seite auf einen Fehler auf
merkſam gemacht. Unter den neuen Johanniterritterni
auch Herr Major v. Hake erwähnt und dabei geſagt, e
ſei bisher im Feldartillerie=Regiment Nr. 25 geweſen.
Da=
iſt nur teilweiſe richtig und inſofern unrichtig, als Majo
v. Hake ſeit 1. Oktober 1899 dem Feldartillerie=Regimen
Nr. 61 angehörte, und zwar als Regimentsadjutant; aus
Moltke und Napoleon.
*⁎* Die große Katckſtrophe des Dramas von 1813, das
wir in dieſen Monden in der Erinnerung miterleben, naht
immer mehr heran und läßt auch das Problem über Schuld
und Größe des tragiſchen Helden mehr und mehr in den
Vordergrund treten. War damals Napoleon wirklich der
kranke, in ſeiner genialen Kraft erſchöpfte Feldherr, der
von ſeinem günſtigen Stern verlaſſen der ſchwierigen Lage
nicht gewachſen war? Oder fand er nun auf der Höhe
ſeiner Strategenkunſt, wie immer, ebenbürtigere Gegner,
die von ihm gelernt hatten? In dieſer bedeutſamen
Streit=
frage verdient eine gewichtige Stimme gehört zu werden,
die in dieſen Tagen vernehmlich zu uns ſpricht. Die
ſo=
eben im Verlage von E. S. Mittler u. Sohn erſchienenen
„Geſammelten Schriften” des Generalfeldmarſchalls von
Schlieffen, des langjährigen Generalſtabschefs der
Armee und eines der bedeutendſten Strategen aus der
Schule Moltkes, enthalten an vielen Stellen, beſonders in
der großen Abhandlung über 1813, ſorgfältig erwogene
Urteile über die Kriegsführung des Kaiſers in dieſen
ent=
ſcheidenden Monaten vom Auguſt bis zum Oktober und
decken ſeine ſtrategiſchen Fehler ſchonungslos auf. Nur
dadurch, daß er gegen die wichtigſten Grundſätze ſeiner
eigenen Strategie verſtieß, konnte er geſchlagen werden.
„Glück, Zufall, ſein Genius, oder wie man die
geheimnis=
volle Macht auch nennen will, die ihm zur Seite ſtand,
ſeine Entſchloſſenheit und Tatkraft, aber auch nicht zum
wenigſten die Fehler ſeiner Gegner haben dem gewaltigen
Mann über die Eigentümlichkeiten ſeiner Kriegskunſt
hin=
weggeholfen. Wenigſtens eine Zeitlang. Nicht für immer,
gewiß nicht für 1813. Endlich mußten doch ſeine eigenen,
ewig gültigen Grundſätze zur Geltung kommen. Endlich
mußte er doch dem erliegen, was er ſelbſt als untrüglich
hingeſtellt hatte.”
Als der eigentliche Vollender der von Napoleon
be=
gründeten modernen Kriegskunſt erſcheint in der
Schil=
derung Graf Schlieffens Moltke, und die häufigen
Parallelen, die er zwiſchen dieſen beiden größten
Stra=
tegen des 19. Jahrhunderts zieht, ſind wohl die glänzend=
ſten Stellen feines Werkes. Der preußiſche General war
nicht Feldherr, er war nur Chef des Generalſtabes, er war
nicht Befehlshaber, er war nur Ratgeber, er hat nie im
Felde den Degen gezogen oder den Stab, das Zeichen der
höchſten Kommandowürde, in der Hand gehalten. Er war
ein Mann der Karte, des Zirkels, der Feder. . . Es fehlte
ja dem greiſen Gelehrten das die Phantaſie Packende, das
Legendenhafte, welches die kriegeriſche Laufbahn des
ju=
gendlichen Korſen auszeichnet, ſo die Brücke von Lodi, die
Fahnen von Arcole, der Uebergang über die Alpen, die
Pyramiden als Hintergrund eines Schlachtbildes, aber es
fehlten ihm auch das Flammenmeer von Moskau, die
Schrecken der Bereſina, die Flucht von Leipzig, der
Zu=
ſammenbruch von Waterloo.‟ Die Nachwelt hat ſich
dar=
über geſtritten, ob er Napoleon erreicht, ihn übertroffen
oder hinter ihm zurückgeblieben ſei. „Freilich, er kann
ſich nicht rühmen, 19 Jahre lang eine militäriſche
Pro=
menade durch Europa gemacht zu haben, aber er hat es
zuſtande gebracht, innerhalb ſechs Wochen drei ſtolze
Ar=
meen einzuſchließen. Seine Siege ſind nicht ſo zahlreich
wie diejenigen, welche mit 1796 anfangen und mit 1815
abſchließen, an Glanz aber übertreffen ſie alle anderen,
denn er ſiegte nicht, er vernichtete.”
Eine gewiſſe Aehnlichkeit zwiſchen beiden lag in der
Unſcheinbarkeit ihres Aeußern. Wie Prinz Eugen, über
den der Sonnenkönig verächtlich fortſah, wie Friedrich der
Große, den ſein Vater einen „effeminierten Kerl” nannte,
mußte ſich auch der kleine kümmerliche Bonaparte erſt)durch
ſeine innere Größe Reſpekt verſchaffen, und den jungen,
eben in die Kriegsakademie aufgenommenen Leutnant von
Moltke begrüßte, als er blaß, dünn, ſchmal, verhungert,
einem Bindfaden vergleichbar, hinter dem letzten Zuge
er=
ſchien, Prinz Wilhelm von Preußen mit den Worten:
„Keine gute Akquiſition!” „Laſſen Eure Königliche Hoheit
das gut ſein. Dies bißchen Bindfaden, dieſe ſchlechte
Akquiſition wird eines Tages, es kann freilich noch eine
Weile dauern, aber einmal kommt es gewiß, des Königs
ilhelm I Majeſtät geleiten über Königgrätz vor die
Tore von Wien und über Metz und Sedan nach Verſailles
in das Schloß der Könige von Frankreich in den weit
ge=
öffneten Saal, wo die Krone Barbaroſſas ſich vorfinden
ſoll.” Moltke, der die Strategie „ein Syſtem der Aushilfer
nannte hat die Lehre hinterlaſſen: „Nicht eine Methode
ein Mittel, eine Aushilfe, ſondern viele‟. Er hat
Feh=
ler gemacht, wie Napoleon auch, aber er hat in den wich
tigſten Momenten doch verſtanden, ſeine Theorie in ein
fachen und klaren Entſchlüſſen in die Praxis umzuſetzen
„Man kann in der Schlacht nicht ſtark genug ſein.‟ Die=
Wort iſt zur Wahrheit geworden in den geſchloſſenen
Vor=
ſtößen der geſamten Kräfte von 1866 und 1870. Napoleon
aber, der auch geſagt hat,: „Man muß ſeine Kräfte ver
einigen.” hat doch 1813 ſeine Heere zerſplittert und ha
auch bei ſeinen glänzendſten Siegen, eine konſequente Ver
einigung ſeiner Kräfte nie durchgeführt. „Napoleon
ha=
die großen Armeen erfunden und geſchaffen; aber er wil
100000 Mann wie ehedem 25000, 200000 wie früher 7500
behandeln, von einem Punkt aus die großen Maſſen
leiter=
die langen Fronten beherrſchen.‟ Die große Armee de
Völkerſchlacht aber wollte ſich ſeiner Hand nicht fügen; er
Moltke hat es verſtanden, gewaltige Heere wirklich zu
handhaben; ihm half freilich dabei eine Macht, die Napo
leon noch nicht gekannt: die Eiſenbahn. „Er iſt der erſte
der einen planmäßigen zielbewußten Eiſenbahnaufmarſe
ausgeführt hat.” „Bauen Sie keine Feſtungen, bauen Si=
Eiſenbahnen,” war noch eine ſeiner letzten Mahnunge
vor dem Tode.
Den Ruhm, mit einer großen Armee gegen eine ander
große Armee eine Vernichtungsſchlacht zu ſchlagen, mußt
Napoleon einem nach ihm Kommenden überlaſſen. „Fün
zig Jahre nach ihm iſt ein Mann erſtanden, der mi
ruhiger Sicherheit die großen Armeen und die weite
Schlachtfelder beherrſchte. Kein Verſuchen, keine Unſicher
heit, kein Mißlingen beſtand für ihn. Nicht weil er hofft
oder glaubte, ſondern weil er wußte, konnte er am 3. Jul
1866 noch während der einleitenden Kämp’fe melden: Eu=
Majeſtät haben nicht nur die Schlacht, ſondern den Felk
zug gewonnen.” Sein Genie „war Arbeit” hatte nicht
von der Dämonie des Korſen, aber er iſt auch nicht unte
den Trümmern deſſen, was er triumphierend errichtet, be
graben worden, wie Napoleon, weil er das „Selbſt” un
das „Ich” nicht kannte, weil er weit erhaben war übe
alles, was uns an die eigene Perſon kettet.
Nummer 213.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
Seite 3.
ieſer Stellung wurde er Adjutant der 25. Feldartillerie=
Brigade unter Verbleib beim Regiment Nr. 61. Aus
die=
em Regiment wurde er alsdann in das dritte Garde=
Feldartillerie=Regiment verſetzt.
Warnung. Die Rechtsauskunftsſtelle
chreibt: Eine Berliner Firma befaßt ſich mit dem
Verlag des „Handbuchs der deutſchen Induſtrie‟. Sie
ſerſendet nach allen Teilen des Reiches Fragebogen. Dieſen
ſt ein roter Zettel vorgeklebt, der beſagt, daß im Falle
ſo=
ortiger Rückſendung des ausgefüllten Fragebogens eine
Hratisaufnahme der Firma des Abſenders in dem
Handbuch der Deutſchen Induſtrie” erfolgen werde.
lm Kopfe des Fragebogens befindet ſich in kleinem,
eicht überſehbarem Druck ein Vermerk des Inhalts, daß
ede Firma gratis in einer Branche aufgenommen
verde, daß alle Zuſätze zur Firma und jede weitere
ranche berechnet würden. Nur das Wort „gratis” iſt
eſperrt. Die Empfänger des Fragebogens überſehen
egreiflicherweiſe den Vermerk am Kopfe des Bogens
ud beeilen ſich, beſonders durch den Inhalt des roten
zettels und das am Kopfe des Bogens befindliche
ge=
verrt gedruckte Wort „gratis” irregeleitet, den
Frage=
ogen auszufüllen. Es handelt ſich ja, ſo glauden ſie,
m eine Gratisaufnahme. Sie ſind nicht wenig
er=
aunt, wenn demnächſt der Berlag für die Aufnahme
er von ihnen angegebenen zweiten und jeder ferneren
ranche ihrer Firma, ſowie eines Zuſatzes zur Firma,
ine zumeiſt ſehr hohe Inſertionsgebühr verlangt. Die
lagen der Firma auf Zahlung der Inſertionsgebühren
nd, wie ſich aus einem der Zentralſtelle zur
Be=
impfung der Schwindelfirmen in Lübeck vorliegenden
rteil des Amtsgerichts Berlin=Mitte ergibt, unbegründet,
a in Ermangelung einer Verpflichtungserklärung ein
ntgeltlicher Vertrag nicht zuſtande gekommen iſt. Die
enannte Zentrale ſtellt Intereſſenten das Urteil
koſten=
s zur Verfügung und erteilt auch weitere Auskunft.
benſo geht die hieſige ſtädtiſche
Rechtsaus=
unftsſtelle, Waldſtraße 6, Unbemittelten mit
tat und Tat an Hand.
* Akademiſche Volksunterrichtskurſe. Wie uns
mit=
eteilt wird, wird ſich der am Freitag abend im
Kaiſer=
ral ſtattfindende Vortrag über Völkerkunde, auf den
ir bereits vor einigen Tagen aufmerkſam machten,
be=
ders mit den Verhältniſſen in den deutſchen
Grenz=
indern und auf der Balkanhalbinſel, die ja augenblicklich
n Vordergrunde des Intereſſes ſtehen, befaſſen. Der
intritt iſt wie immer koſtenlos.
* Von der Städtiſchen Sparkaſſe. Zu der von uns
us dem Geſchäftsbericht der Städtiſchen Sparkaſſe u. a.
eröffentlichten Perſonalnotiz bemerken wir, um
Miß=
eutungen zu begegnen, daß der frühere Vertreter des
irektors, Stadtſekretär Volk, nicht aus dem
ädtiſchen Dienſt ausgeſchieden, ſondern zur
Haupt=
erwaltung übergegangen iſt.
* Mandolinenkranz Darmſtadt. Das
Stifftungs=
eſt des „Mandolinenkranz Darmſtadt” findet am
Sams=
ig, den 20. September, in den Räumen des Kaiſer= und
ürſtenſaales ſtatt. Das aus Konzert, Theater und Ball
eſtehende Programm iſt intereſſant und
abwechslungs=
ich zuſammengeſtellt. Vor allem iſt wiederum das unter
er trefflichen Leitung des Herrn Rich. Hinz ſtehende
kandolinen= und Gitarre=Orcheſter hervorzuheben.
Et=
as neues auf dem Gebiete der Mandolinenmuſik iſt ein
uett für zwei Mandolas mit Mandolinen=Orcheſter=
Be=
eitung, zu welchem Zwecke das Vergißmeinnicht=
Inter=
ezzo von Macbeth gewählt worden iſt. Den weiteren
eil des Programms bilden ein Quartett, für zwei
Man=
olinen, Mandola und Gitarre, ein Mandolinen=Duett
Herr E. Heinz und Herr L. Franke), Lieder zur Laute
Fräulein L. Wagner und Herr R. Hinz), Solo für
Kylo=
hon (Herr R. Hinz), und humoriſtiſche Vorträge (Herr
Th. Bingenheimer), ſowie der Schwank von Belly und
enrion „Hohe Gäſte” An das Programm ſchließt ſich
all an. Auch eine Tombola iſt wieder vorhanden; der
ſte Preis iſt eine Gitarre.
* Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein
Darm=
adt. Die Wanderung, die der hieſige Vogelsberger
öhenklub, nächſten Sonntag unternehmen wird (ſiehe
nzeige in heutiger Nummer), führt durch ein Gebiet,
as zu den ſchönſten des Odenwalds gehört, nämlich
on Schriesheim über Strahlenburg, Oelberg, Weißer
ſtein und Heiligenberg nach Heidelberg. Von der
trahlenburg bis Heidelberg wird kein Gaſthaus
be=
ihrt werden, weshalb die Teilnehmer ſich genügend mit
Nundvorrat und Getränken verſehen müſſen. Die Wege
nd überaus abwechſelungsvoll und reich an prächtigen
Ausblicken, und Heidelberg allein bietet ja ſoviel Schönes,
daß ſich die Beteiligung an dieſer Wanderung wohl
verlohnt.
Polizeibericht. Dienstag abend gegen 10 Uhr
geriet an den Dreibrunnen (Erbacherſtraße) ein
Linden=
baum in Brand, deſſen Urſache bis jetzt nicht zu
ermitteln war; der Brand wurde durch die herbeigerufene
Feuerwache gelöſcht.
In verfloſſener Nacht wurde in
der Wirtſchaft Wienersſtraße Nr. 83 ein
Einbruchs=
diebſtahl verübt, wobei den Tätern außer Eßwaren,
2 Kartenſpielen und einem Regenſchirm nichts in die
Hände fiel.
Hanſa=Bund.
In letzter Zeit haben verſchiedene Sitzungen des
ge=
ſchäftsführenden= und Geſamtausſchuſſes der
Bezirks=
gruppe Darmſtadt des Hanſa=Bundes ſtattgefunden,
in welchen unter Zuziehung einer Anzahl kaufmänniſcher
und gewerblicher Korporationen über die
Kandidaten=
frage für die bevorſtehenden
Stadtver=
ordnetenwahlen in Darmſtadt verhandelt worden
iſt. Man iſt hierbei zu der einhelligen Anſicht gelangt, daß
Gewerbe, Handel und Induſtrie angeſichts ihrer
Wähler=
zahl in Darmſtadt eine ſtärkere Vertretung in der
Stadt=
verordnetenverſammlung beanſpruchen müſſen, als dies
gegenwärtig der Fall iſt. Zunächſt hat man ſich unter
gleichzeitiger Nennung einer Anzahl von Namen dahin
geeinigt, es ſei wünſchenswert, daß Induſtrie,
Groß=
handel, Kleinhandel, Handwerk und Angeſtellte nach ihrer
Bedeutung noch je einen oder mehrere Vertreter in der
Stadtverordnetenverſammlung erhielten. Zur ſorgfältigen
Auswahl der Kandidaten wurde eine Sonderkommiſſion
gebildet, welche unter Zuziehung noch weiterer
kauf=
männiſcher und gewerblicher Korporationen ihre Beſchlüſſe
faſſen und hierauf mit den Bezirksvereinen und politiſchen
Parteien in Verhandlung treten ſoll, um hierdurch
mög=
lichſt ein gemeinſames Vorgehen herbeizuführen.
Feſt=
zuſtellen iſt, daß in den Kreiſen von Gewerbe, Handel und
Induſtrie volle Einmütigkeit beſteht, gemeinſam mit dem
Hanſa=Bund in der vorliegenden Frage vorzugehen.
Aus den übrigen ausgedehnten Verhandlungen,
welche ſich mit den jüngſten Vorgängen auf
wirtſchaft=
lichem Gebiete, mit der Truſtfrage im Tabakgewerbe, den
ſehr dankenswerten Schritten der Zentrale des Hanſa=
Bundes bezüglich Regelung des Submiſſionsweſens uſw.
beſchäftiaten, iſt hauptſächlich noch hervorzuheben, daß,
unter allſeitiger Zuſtimmung ſämtlicher Erwerbsſtände
be=
ſchloſſen wurde, im Anſchluß an das Vorgehen der Hanſa=
Bund=Zentrale in Berlin an den Deutſchen Handelstag
ebenfalls eine Eingabe zu richten, er möchte dem deutſchen
Handelsſtand gegenüber darauf hinwirken, man möge dem
Erlaß des Kriegsminiſters wegen Beſchäftigung
verab=
ſchiedeter Offiziere im Handelsgewerbe nicht in der
ge=
wünſchten Art und Weiſe Folge geben. Tatſächlich
be=
teht bereits in den Angeſtelltenkreiſen ſelbſt ein
Ueberan=
gebot von Arbeitskräften und es erſcheint die Lage der
älteren Handlungsgehilfen keineswegs glänzend. Sollten
wirklich verabſchiedete Offiziere in irgend einer
nennens=
werten Anzahl als kaufmänniſche Angeſtellte Beſchäftigung
finden, ſo würden dieſelben infolge der ihnen an ſich ſchon
zur Verfügung ſtehenden Penſion ihre Arbeitskräfte
vor=
ausſichtlich billiger als ältere Handlungsgehilfen anbieten
können, wodurch eine weitere Verſchlechterung der Lage
der gelernten Kaufleute eintreten würde, was ſicherlich
nicht im Intereſſe des deutſchen Kaufmannsſtandes liegt.
Gernsheim, 9. Sept. (Ungetreuer
Kirchen=
rechner.) Seit einigen Tagen iſt der Kirchenrechner Joh.
C. Engel nach Unterſchlagung namhafter Beträge
ver=
ſchwunden. Die Vermögensverhältniſſe ſollen aus
ver=
ſchiedenen Gründen ſchlecht ſein. Die Fehlbeträge werden
auf etwa 20000 Mark vorläufig geſchätzt. Die
Staatsan=
waltſchaft erläßt folgendes Ausſchreiben: Der
Kirchen=
rechner Johann C. Engel von Gernsheim, geboren am
20. Juli 1870 in Worms, iſt geſtern abend, nach
Unter=
ſchlagung von 20000 Mark, flüchtig gegangen. Es wird
erſucht, ihn zu verhaften, dem nächſten Amtsgericht
vorzu=
führen und ſofort Drahtnachricht hierher zu geben. Engel
iſt 1,65 Meter groß, hat blondes Haar, engliſch geſtutzten
Schnurrbart, etwas Glatze, längliches blaſſes Geſicht, hängt
den Kopf etwas nach vorn und ſieht beim Gehen auf die
Erde; geht und ſpricht langſam. Kleidung: dunkelgrauer,
kleinkarierter Anzug.
h- Auerbach, 9. Sept. (Bautätigkeit.) Im
Gegenſatz zu anderen Plätzen iſt die Bautätigkeit in dieſem
Jahre hier eine ſo rege, daß die Bauhandwerker alle
voll=
auf beſchäftigt ſind.
h- Von der Bergſtraße, 10. Sept. Der
Weinberg=
ſchluß in den Gemarkungen Bensheim, Auerbach und
Zwingenberg erfolgt Samstag, den 13. September. Der
Zutritt iſt nur Dienstags und Freitags geſtattet. — Im
Haftlokal in Zwingenberg verſuchte letzter Tage
wäh=
end der Nachtzeit ein Arreſtant auszubrechen. Er hatte
die Zimmerdecke nach dem Speicher ſchon faſt durchbrochen,
als das Geräuſch von einem Familiengliede des
Gefangen=
wärters gehört wurde. Der Wärter, alsbald in Kenntnis
von dem Geräuſch geſetzt, überraſchte den Ausbrecher bei
der Arbeit und verbrachte ihn in eine andere Zelle. — Die
Zahl der Kurgäſte in den einzelnen Orten iſt immer
noch eine ganz beträchtliche.
* Rohrbach bei Ober=Ramſtadt, 10. Sept. (
Huge=
nottenverein.) Man ſchreibt uns: Am Sonntag, den
5. Oktober d. J., gedenkt der Hugenottenverein
ſeine Generalverſammlung in der Waldenferkolonie
Rohr=
bach-Wembach-Hahn zu halten. Aus dieſem Anlaß
finden vormittags Feſtgottesdienſte in den beiden
Kir=
chen zu Rohrbach und Wembach ſtatt.
* Groß=Umſtadt, 10. Sept. (Taubſtummen=
Gottesdienſt.) Kommenden Sonntag, den 14. d. M.,
nachmittags 1¼ Uhr, findet im evangeliſchen
Gemeinde=
ſtift hier Taubſtummen=Gottesdienſt ſtatt.
Wegen Fahrpreisermäßigung wende man ſich an Pfarrer
Loos.
Offenbach, 9. Sept. (Zuſammenſchluß der
Bürgerparteien.) Um die ſozialdemokratxiſche
Stadtverordnetenmehrheit zu brechen, beſchloſſen ſämtliche
bürgerliche Parteien zur Stadtverordnetenwahl die
Auf=
ſtellung einer gemeinſamen Kandidatenliſte. Nur die
Fort=
ſchrittliche Volkspartei hat ſich noch nicht entſchieden. Zur
Wahl ſtehen 23 Stadtverordnete. Der Wahlkampf dürfte
außerordentlich hart werden. — Der Verfaſſungsausſchuß
und der Schlachthofsvorſtand hatten geſtern eine
gemein=
ſame Sitzung, in der das bekannte ablehnende Schreiben
der Schweinemetzger auf die Vorſchläge des
Verfaſſungs=
ausſchuſſes über die Bildung einer
Preisfeſt=
ſetzungskommiſſion für Schweinefleiſch und
Wurſt=
waren bekannt gegeben und beſprochen wurde. „Nach
dieſem Scheitern der wiederholt unternommenen
Verſtän=
digungsverſuche” ſo heißt es in dem offiziellen Bericht
über die Sitzung, „ſoll die Angelegenheit einſtweilen auf
ſich beruhen.”
Gießen, 10. Sept. (Diebiſche Frauen.) Geſtern
verhandelte die Strafkammer unter gewaltigem
Andrange der Frauenwelt im großen Schwurgerichtsſaale
gegen die Ehefrauen Katharina Jeutzen, Lina Klein,
die Witwe Marie Valentie und die Ehefrau Katharina
Klein wegen Bandendiebſtahl, ſowie gegen die Ehefrau
Katharina Klein wegen Hehlerei. Die in guten
Ver=
hältniſſen lebenden Frauen waren angeklagt,
gemeinſchaft=
lich gewerbsmäßig gruppenweiſe in den Läden unſerer
Stadt Waren zuſammengeſtohlen zu haben. Die
Ange=
klagten beſtritten ihre Schuld. Im Schwurgerichtsſaale
waren auf Tiſchen, wie in einem Warenhaus, die
beſchlag=
nahmten Waren als Manufaktur= Schul=,
Haushaltungs=
gegenſtände, Stickereien, Spitzen, Glas= Holzwaren, Wolle
und Strumpfwaren in großer Auswahl zur Schau geſtellt.
Es waren 40 Zeugen, in der Mehrheit Verkäuferinnen aus
den betreffenden Geſchäften, wo die Waren entwendet
waren, zu hören. Der Gerichtshof war der Anſicht, daß
es ſich um Bandendiebſtahl handelt, daß den Angeklagten
aber mildernde Umſtände zuzubilligen ſeien, weil ſie noch
unbeſtraft ſind. Die Ehefrau Jeutzen und deren
Schwä=
gerin Lina Klein wurden in je vier Fällen der Tat
über=
führt und zu je zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Die
Witwe Valentie erhielt in zwei Fällen drei Monate und
eine Woche und die Frau Klein geb. Schweitzer in zwei
Fällen vier Monate Gefängnis. Die zweite Frau Klein
wurde wegen Hehlerei zu einer Woche Gefängnis
verur=
teilt.
Bad Nauheim, 10. Sept. (Erwiſchter
Fahrrad=
dieb.) Der aus Södel ſtammende Einwohner Krämer
ſtahl geſtern nachmittag ein vor dem hieſigen Poſtamt
ſtehendes Fahrrad. Um ganz ſicher vor Entdeckung zu
ſein, fuhr er mit dem Rad nach Steinfurth, zerlegte das
Rad in einzelne Teile und vergrub dieſe in die Erde.
K., der bei der Polizei und Gendarmerie als
Fahrrad=
marder bekannt iſt, erhielt noch am Abend in Södel den
Feuilleton,
CK. Der erſte Bohémien. Hundert Jahre ſind
ver=
richen, ſeitdem in Paris Auguſte de Chätillon das Licht
er Welt erblickte. Er war gewiß kein unſterblicher
Künſt=
r und auch kein großer Dichter, aber er war ein Original
nd verdient es, daß die Nachwelt ſich ſeiner erinnert: denn
war der erſte Bohémien, der Vorläufer des luſtigen
ölkchens vom Montmartre. Von Beruf nannte ſich
Chä=
llon Bildhauer und Maler; und er debütierte 1836 mit
nem Porträt Viktor Hugos und ſeines älteſten Sohnes,
héophile Gautier und Alexander Dumas haben ihm
ge=
ſſen, und als er ſich einmal ſogar an ein Koloſſalgemälde
iſtoriſchen Inhaltes wagte, an die Darſtellung einer
Epi=
de aus den amerikaniſchen Freiheitskriegen, wurde er
einahe berühmt. Denn eines Tages wurde ihm die
rie=
ge Leinwand geſtohlen, und einige Jahre ſpäter tauchte
e, unter anderem Namen, in Waſhingkon wieder auf:
n Weißen Hauſe. Die Kunſtgeſchichte wird über Auguſte
e Chätillon vielleicht hinwegſehen, aber als ein Original
nd als erſter Bohémien wird er in der Kulturgeſchichte
irtleben. Nur in einem unterſchied er ſich von den
mo=
ernen Bohémiens: er war beängſtigend unpünktlich, wenn
eine Einladung zum Diner erhalten hatte. Ganz wider
eine eigene Abſicht glänzte er dann bei der Tafel faſt
im=
ter durch Abweſenheit und erſchien erſt nach Tiſch oder
um Deſſert. Und alles das, ſo wird in den Annales
er=
ihlt, weil der gute Auguſte ein märchenhaft unpraktiſcher
Nenſch war. Niemals in ſeinem Leben brachte er es
fer=
g, die Omnibuslinien zu unterſcheiden, obaleich er immer
mnibus fuhr; und um ſeine eigene Unſicherheit zu
ver=
ergen, blieb er ſtets unfehlbar auf dem Gefährt ſitzen, bis
ie Endſtation erreicht war, nur daß die Endſtation leider
t den meiſten Fällen in einer ganz anderen
Himmelsrich=
ung lag als der Punkt, den Auguſte gerne erreicht hätte.
Denn dieſe Abenteuer ſich häuften, verſchwor er ſich auf
inige Zeit, nicht mehr dieſe tückiſchen Vehikel zu benutzen
nd marſchierte dann tapfer ſtundenlang zu Fuß. Als
870 die Belagerung von Paris einſetzte, verkroch ſich der
em Treiben der Welt ſo abholde Sonderling in ſein
äuschen und ließ ſich nicht mehr ſehen. Nur einmal
sagte er ſich heraus. In der Rue Lafontaine begegnete
r einem Freund, den er ſeit Monaten nicht mehr geſehen
atte, und alsbald kam das Geſpräch auf die Ereigniſſe
ies Tages. „Uebrigens,” fragte nun der Bohemien, „ſind
es noch immer die Preußen, die uns belagern?” „Wer
ſonſt ſollte es denn ſein?” „Ich weiß es nicht,” meinte der
wunderliche Kauz etwas unſicher, „aber es könnten doch
auch andere Völkerſchaften ſein.‟ Einmal veröffentlichte
er auch einen ſchmalen Gedichtband „Die Windhündin im
Paletot”, das eine Zeitlang viel beſprochen wurde; aber
als Auguſte de Chätillon 1881 ſtarb, wunderte ſich bereits
das neue Paris: „Wie, der alte Auguſte lebte noch?‟ Der
erſte Bohémien war damals ſchon halb vergeſſen.
— Wie man Finanzgenies „reinlegt‟. Daß im
Gegen=
ſatz zu dem „unerfahrenen Publikum” gerade die größten
und kundigſten Geſchäftsleute und Finanzgenies am
leich=
teſten die Beute verwegener Schwindler und „Gründer
werden, wird in einer engliſchen Zeitſchrift an einer Reihe
von intereſſanten Beiſpielen gezeigt. Das hat erſt kürzlich
die genauere Prüfung des Morganſchen Nachlaſſes
er=
geben. Dabei zeigte ſich, daß der berühmte Multimillionär
ſehr ſtattliche 6= und 7ſtellige Summen für
Unternehm=
ungen geopfert hat, die alle anderen Geſchäftsleute von
vornherein als ausſichtslos ja ſogar als unreell anſahen,
während Morgan, im Vertrauen auf ſein eigenes Urteil,
die Dinge in einem günſtigeren Lichte erblickte und dort
vertraute, wo die kleineren Geſchäftsleute mit vollem Recht
mißtrauten. Die Folge war, daß man in Morgans
Kaſ=
ſenſchränken eine Fülle von Aktien und Papieren fand,
die ſich als vollkommen wertlos erwieſen haben. Und nicht
beſſer erging es einem anderen ungewöhnlich erfolgreichen
Neu=Yorker Finanzmann, dem Bankier John S. Moore.
Er, der in Wall Street=Kreiſen mit Recht als einer der
ähigſten Köpfe und genialſten Geldleute galt, ließ ſich
von Schwindlern durch einen Trick hereinlegen, den
wahr=
ſcheinlich die meiſten anderen Sterblichen, wenn auch
ge=
wiß nicht ſofort durchſchaut, ſo doch mit Mißtrauen näher
unterſucht hätten. Die Schwindler traten mit einem „
ge=
nialen Plan” hervor, ſie wollten an einem gewiſſen Teil
der amerikaniſchen Küſte, an dem der Strand goldhaltig
ſein ſollte, „Flutfänger” bauen. Um Moore zu
überzeu=
gen, ſenkte man vor ſeinen Augen einen Sack mit
Queck=
ſilber in die Fluten: und zog ihn einige Stunden ſpäter
hervor, wobei die Analyſe einen ſtarken Goldgehalt des
Queckſilbers ergab. Die Phantaſie des Millionärs ſah
ſofort gewaltige Möglichkeiten; er opferte 2 Millionen für
den Schwindel, um erſt zu ſpät zu erfahren, daß man das
Gold einfach durch einen Taucher dem Queckſilberſacke
zu=
geſetzt hatte. Der erfolgreiche Finanzmann verſchmähte
es nur allzu oft, Kenner und Sachverſtändige in manchen
Fällen heranzuziehen; nur ſo erklärt ſich die Fülle
erfolg=
reicher Kunſtfälſchungen, deren Opfer immer wieder
Mil=
ſionäre werden. Auch Pierpont Morgan hat in dieſer
Richtung im Anfang ſeiner Sammlertätigkeit manche bittere
Erfahrungen ſammeln müſſen, bis er vorſichtiger wurde.
Es iſt, als ob die Gelegenheit zu einem ungewöhnlich
günſtigen Kaufe dann gerade die beſten Geſchäftsleute und
Finanzgenies mit Blindheit ſchlägt und ſie dann „
Ge=
ſchäfte” abſchließen läßt, von denen man ſpäter nie mehr
etwas hört, weil die Opfer es vorziehen, ihren „Reinfall”
ſtill zu vergeſſen, um ihren Ruf als Finanzgenies und
Geſchäftsleute nicht preiszugeben.
* Das gutbewachte Staatsgeheimnis. Im Londoner
Kriegsminiſterium hat ſich jüngſt ein höchſt merkwürdiger
Vorfall abgeſpielt, wie eine Londoner Zeitſchritt berichtet:
Der Chef einer Abteilung des Miniſteriums wollte eines
Vormittags ſein Amtszimmer betreten, allein er fand es
polizeilich abgeſperrt, und allen ſeinen Untergebenen hatte
man ebenfalls den Zutritt verwehrt. Statt deſſen waren
die Bureauräume von Poliziſten eingenommen. Der Chef
der Polizei erkannte natürlich gleich den hohen Beamten
und gab ihm folgende Aufklärung: er ſelber hätte, wie am
vorangegangenen Abend ein Schutzmann bemerkt habe, in
ſeinem Zimmer den Schlüſſel im Stahlſchranke ſtecken
laſſen; zum Schutze des Staatsgeheimniſſes habe die
Poli=
zei alsbald die Wache vor dem Schranke bezogen und aus
demſelben Grunde ſeien die Unterbeamten fern gehalten
worden. Wohl oder übel mußte ſich der hohe Beamte aus
dem Kriegsminiſterium mit den getroffenen Anordnungen
der Polizei einverſtanden erklären, Es ſtiegen ihm nur
Zweifel auf, ob nicht etwa einer der Wache haltenden
Schutzleute aus Neugier den unverſchloſſenen Stahlſchrank
geöffnet und einen Blick hineingeworfen habe, aber das,
ſagte der Polizeichef, ſei unmöglich. Er erbot ſich, ſogleich
mit dem Miniſterialbeamten an den Stahlſchrank zu gehen,
um ihn von der Zuverläſſigkeit der Polizei zu überzeugen.
Der Beamte wollte davon aber nichts wiſſen. Er entließ
die Polizei mit beſtem Danke, ſchloß ſich dann in ſein
Zimmer ein und öffnete dann erſt den Stahlſchrank. Es
war wirklich ſo, wie der Polizeichef geſagt hatte, alles lag
unberührt da: die Krawatten, die Oberhemden, die
Geſell=
ſchaftsanzüge und was der Herr Beamte alles ſonſt in
dem Stahlſchranke aufzuheben pflegte, um ſich in ſeinem
Bureau geſellſchaftsfähig machen zu können, falls es nötig
ſei. Die Polizei hatte das Staatsgeheimnis wirklich gut
bewacht.
Seile 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
Nummer 213.
Beſuch eines Schutzmanns und Gendarmen, die ihn aus
dem Bett holten und ihm den Diebſtahl des Fahrrades
auf den Kopf zuſagten. Nach einigem Widerſtreben
ge=
ſtand K. den Diebſtahl ein. Heute früh konnte ſich der
Eigentümer des Rades dieſes — wenn auch mühſam
zu=
ſammengeſucht — aus dem Steinfurther Tannenwäldchen
wieder holen. K. hatte zuletzt eine Gefängnisſtrafe von
einem Jahr wegen Fahrraddiebſtahls zu verbüßen.
Vilbel, 10. Sept. Der Verbandstag der
ge=
meinnützigen Bauvereine im
Großherzog=
tum Heſſen findet am Sonntag, den 21. September,
vormittags 10¾ Uhr, im Gaſthaus zur „Stadt Kaſſel”
hierſelbſt ſtatt. Auf der Tagesordnung ſtehen: Bericht des
Verbandsvorſitzenden über das abgelaufene Geſchäftsjahr.
Kaſſenbericht. Wahl des Verbandsvorſtandes. Die
Kal=
kulation der Kaufpreiſe und Mieten in den
Genoſſenſchafts=
häuſern (Berichterſtatter: Herr Direktor Döring=
Gie=
ßen). Die Entwickelung der gemeinnützigen
Baugenoſſen=
ſchaft Vilbel (Berichterſtatter: Herr Oberlehrer Geck=
Vilbel). Die Bürgſchaft der Gemeinden (Berichterſtatter
vorbehalten). Mitteilung, betreffend Gründung einer
Zen=
tralverbandskaſſe. Wahl des Ortes für den nächſtjährigen
Verbandstag.
Büdingen, 10. Sept. (Schlechte Manöver=
Quartiere.) Auf Grund vieler Klagen von Soldaten
über ſchlechte Quartiere und mangelhafte Verpflegung in
verſchiedenen Orten erſucht jetzt das Kreisamt die
Kreis=
inſaſſen, die Soldaten, die einquartiert werden, genau
nach den geſetzlichen Vorſchriften zu verpflegen und ihnen
ſtatt des Mittageſſens nicht Kartoffeln mit Latwerge oder
Kaffee und Brot vorzuſetzen, oder abends nur ein Ei zu
geben. Bei weiteren Beſchwerden will das Kreisamt mit
allen ihm zu Gebote ſtehenden Mitteln gegen derartige
Leute vorgehen, die durch ihr ungaſtliches Verhalten den
Kreis in ſchlechten Ruf bringen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nacht
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Raoul von Koczalski, der berühmte
Klaviervirtuoſe, der im vorigen Jahre bei uns in
Darm=
ſtadt drei Klavier=Abende mit großem Erfolg abſolvierte
und in beſter Erinnerung bei unſerem muſikliebenden
Publikum ſteht, veranſtaltet wieder im Saale des Hotels
Zur Traube” Mittwoch, den 17., Montag, den 22. und
Donnerstag, den 25. September, 8 Uhr abends, drei
Kla=
vierabende. Das Programm iſt für dieſe Abende
folgen=
dermaßen zuſammengeſetzt: das erſte Konzert iſt den
Werken von Beethoven, Chopin, Schumann, Schubert,
Liſzt, Scarlatti und Raoul von Koczalski gewidmet,
wäh=
rend das zweite Konzert ausſchließlich die Kompoſitionen
von Chopin und das dritte Konzert die Sonaten von
Beethoven aufweiſt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. Sept. Nach der
Stati=
ſtik über die Bautätigkeit hatte Berlin 590 062
Wohn=
ungen am 1. Januar 1912; davon ſtanden 24336 leer. —
Die Statiſtik über die Geburten im Juli
ver=
zeichnet eine Anzahl von „Höchſtleiſtungen”. In nicht
weniger als zwanzig Berliner Familien traf der
zwan=
zigſte Sprößling ein. Das achte Kind wurde 39
Fami=
lien beſchert; das fünfte erſchien
einhundertzweiundvierzig=
mal und das vierte zweihundertfündunddreißigmal. Die
Zahl der Geburten ſinkt vom erſten Kind bis zum fünften
in einer ziemlich genauen arithmetiſchen Ordnung; es
wurden nämlich 1047 erſte, 681 zweite, 388 dritte,
235
vierte und 142 fünfte Kinder geboren. Insgeſamt 2780
ehelichen Geburten ſteht im Juli faſt ein Viertel, nämlich
745, außereheliche Geburten gegenüber. — Unter dem
Verdacht des Gattenmordes verhaftet
wurde in Neu=Kölln der 25jährige Arbeiter Sehne. Er
iſt verdächtig, ſeine Frau, mit der er mehrfach
Zwiſtig=
keiten hatte, vergiftet zu haben. Anonyme Anzeigen,
ſo=
wie verſchiedene verdächtige Aeußerungen gaben den
An=
laß zur Verhaftung. Die Leiche der Frau wurde
ausge=
graben.
Eſſen, 10. Sept. (Unglücksfall.) Im Dorfe
Bredelar im Sauerland riß ein ſcheu gewordenes Pferd beim
Uebergange über den Hoppecken=Fluß einen mit 6
Per=
ſonen beſetzten Wagen über das Brückengeländer in den
Fluß. Von den Inſaſſen wurde ein Mädchen ſofort
ge=
tötet, drei andere Perſonen erlitten lebensgefährliche
Verletzungen.
Hamburg, 9. Sept. (Verhaftung eines
Ju=
welendiebes.) Die Kriminalpolizei verhaftete den
Haupttäter der letzten Juwelendiebſtähle, den
Maſchinen=
bauer Lingenauer, der ſchon mit Zuchthaus
vorbe=
ſtraft iſt. In ſeinem Hauſe fand man Schlüſſelabdrücke
zu den Türen der beſtohlenen Firmen. Heute nachmittag
fand man auf dem Boden eines Hauſes im Stadtteile St.
Georg bei einem bereits verhafteten Mittäter den größten
Teil der geraubten Juwelen.
Dresden, 9. Sept. (Unterſchlagung.) Der
Rechtsanwalt Klemm aus Freiberg in Sachſen iſt nach=
Unterſchlagung von 50000 Mark geflüchtet. Er hat
wahr=
ſcheinlich in Dresden Selbſtmord begangen.
Görlitz, 9. Sept. (Wechſelfälſchungen und
Unterſchlagungen.) Hier wurde der Rentmeiſter
Köhler aus Lindenau verhaftet, der den Fürſten Lynar
durch Wechſelfälſchungen und Unterſchlagungen um mehr
als 600000 Mark geſchädigt hat. Verfehlte
Spekulatio=
nen ſollen Köhler zu den Veruntreuungen veranlaßt
haben.
Mailand, 10. Sept. (Erſchoſſen.) Heute hat ſich,
wahrſcheinlich infolge von Neuraſthenie, der 45jährige
Präſident der italieniſchen Verſicherungsgeſellſchaft
Her=
mann Diez, ein geborener Stuttgarter, erſchoſſen.
Amſterdam, 9. Sept. (Großf euer.) Heute abend
brach am Handelskai Feuer in einem Hafenſpeicher
aus, der mit Kaffee, Tabak und anderen
Kolonialproduk=
ten von großem Geſamtwert gefüllt war. Der größte
Teil des Gebäudes iſt verloren. Die Verluſte ſind noch
nicht abzuſchätzen.
Amſterdam, 10. Sept. Das Feuer auf dem hieſigen
Handelskai dauerte die ganze Nacht an; morgens wurde es
von der Feuerwehr bewältigt. Drei Feuerwehrleute
wur=
den verletzt. Der Schaden iſt bedeutend.
Gent, 9. Sept. (Der Tod des Tierbändigers.
Der Tierbändiger, der geſtern in einer der Menagerien
auf der Weltausſtellung von ſechs ruſſiſchen braunen
Bären angefallen wurde und deſſen Ueberfall eine
große Panik hervorrief, iſt in der vergangenen Nacht
ge=
ſtorben. Der Mann hat insgeſamt über 200
Einzelver=
wundungen erlitten. Dem unerhörten Leichtſinn der
An=
geſtellten, die die Revolver nur mit blinden Patronen
ge=
laden hatten, iſt dieſes Ende der fürchterlichen Szene in
der Hauptſache zuzuſchreiben.
Paris, 9. Sept. (Mord.) In einem Hotel wurde
ein 50 Jahre alter Goldarbeiter, ein Elſäſſer namens
Tauſch, erdroſſelt aufgefunden. Ein der Mordtat
Verdächtiger wurde verhaftet.
Madrid, 10. Sept. Heftige Stürme und
Regen=
güſſe herrſchen in den meiſten Provinzen. Die
Eiſen=
bahnen ſind an mehreren Punkten unterbrochen; mehrere
Güterzüge ſind entgleiſt.
(Ueberſchwemmung.)
Santander, 10. Sept.
Infolge einer Waſſerhoſe iſt der niedrig gelegene Teil der
Stadt völlig überſchwemmt worden; das Waſſer ſteht faſt
zwei Meter hoch. Die Feuerwehr und die Polizei arbeiten
an der Rettung der Einwohner.
Petersburg, 9. Sept. (Die Spionageaffäre
von Eſſen.) Der der Spionage verdächtige ſchwediſche
Offizier von Eſſen wurde aus der Unterſuchungshaft
ent=
laſſen. Die Unterſuchung der Angelegenheit dauert noch
fort.
Neu=York, 9. Sept. (Zugentgleiſung.) Einem
Telegramm aus New=Madiſon in Ohio zufolge iſt in der
Nähe dieſes Ortes ein Expreßzug auf der
Pennſyl=
vania=Bahn entgleiſt. Von den 73 Paſſagieren ſind 35
verletzt worden, 3 Zugbedienſtete wurden verbrüht.
(Brandſtiftungen.)
CK. Neu=York, 9. Sept.
Durch die Erklärungen des oberſten Leiters der Neu=
Yor=
ker Feuerwehr, John Kenlon, rückt die ſchon oft erörterte
Frage der gewerbsmäßigen Brandſtiftung in Neu=York
in den Vordergrund des öffentlichen Intereſſes. Kenlon
erklärte, daß nach ſeinen Erfahrungen und
Beobachtun=
gen nicht weniger als 25 Prozent aller Neu=Yorker Brände
auf gewerbsmäßige Brandſtiftung zurückgehen, von 14571
Bränden eines Jahres nicht weniger als 3653. Und bei
weiteren 1700 Fällen, deren Urſachen nicht bewieſen
wer=
den konnten, weiſen die Indizien ausnahmslos ebenfalls
auf Brandſtiftung. Dabei beläuft ſich der Schaden dieſer
künſtlich erzeugten Brände auf 36 Millionen Mark. bei
einem Geſamtſchaden von 50 Millionen. Dieſe troſtloſen
Verhältniſſe erklären ſich durch die übertriebene
Bereit=
willigkeit der Verſicherungsgeſellſchaften, auch in
zweifel=
haften Fällen Schadenerſatz zu leiſten, um Kunden
anzu=
locken.
Eine Richtigſtellung.
* Straßburg (Elſaß), 10. Sept. Mehrere elſaß=
loth=
ringiſche und franzöſiſche Blätter haben jüngſt die
Nach=
richt verbreitet, daß franzöſiſchen Staatsangehörigen
ge=
legentlich eines Ausfluges nach Deutſchland auf
dem Rhein=Marne=Kanal durch Elſaß=Lothringen mit
einer Dampfjacht ſchikanöſe Schwierigkeiten
ſeitens der Behörden gemacht worden ſeien. Dagegen
ſchreibt die Amtliche Straßburger Korreſpondenz: Am 16.
Auguſt ging beim Miniſterium ein Geſuch des Spediteurs
Rey=Biſchheim um die polizeilich vorgeſchriebene
Erlaub=
nis ein zum Befahren des Rhein=Marne=Kanals für einen
Herrn Raymond aus Paris. Am 18. Auguſt wurde das
Geſuch durch ein Telegramm des Herrn Raymond und
eine telephoniſche Bitte des Herrn Rey wiederholt.
Ob=
wohl Herr Raymond die telegraphiſche Antwort erhielt:
„Erlaubnis erfolgt erſt nach vorſchriftsmäßiger Prüfung”
beſchwerte er ſich bereits telephoniſch am ſelben
Nachmit=
tag über die ihm bereiteten Schwierigkeiten. Nach Prüfung
des Geſuches und Regelung des Schleuſenverkehrs ging
die Erlaubnis am 20. früh telegraphiſch ab, worauf die
Jacht die Fahrt nach Straßburg antrat. Da jedoch
feſt=
geſtellt wurde, daß ſich Herr Raymond überhaupt nicht auf
dem Schiffe befand, ſondern ein ehemaliger franzöſiſcher
Offizier ohne Aufenthaltserlaubnis, ſowie noch ein Herr,
zwei Damen und ſechs Mann Beſatzung, wurde im
Hin=
blick auf die im Geſuche enthaltenen Unrichtigkeiten den
Paſſagieren die Fahrt auf dem Kanal nicht geſtattet und
die formelle Fahrterlaubnis gelangte nicht zur
Aushän=
digung. Das Schiff durfte jedoch durch die Beſatzung nach
Straßburg geleitet werden. Die Paſſagiere hatten ſich per
Bahn nach Straßburg begeben, wo dem ehemaligen
Offi=
zier eröffnet wurde, daß ihm während der Manöverzeit
eine Aufenthaltserlaubnis nicht gewährt werden könne.
Die amtliche Darſtellung ſchließt mit der Betonung, daß
die Unterlaſſungen demgemäß nicht auf Seiten der
deutſchen Behörden, ſondern auf Seite der
franzöſiſchen Ausflügler vorgekommen ſind.
Vom Kaiſermanöver.
* Freiburg (Schleſien), 9. Sept. Auch das
dies=
jährige Kaiſermanöver forderte von den Truppen große
Anſtrengungen. Es wurden bedeutende Leiſtungen
ge=
zeitigt; zum Beiſpiel machte die 6. Kavalleriediviſion
geſtern etwa 50 Kilometer, die 12. Diviſion heute ohne
Gefecht fünf Meilen. Die Fliegermeldungen waren
ſehr brauchbar; Unfälle ſind nicht vorgekommen. „Z. 1
hatte geſtern abend eine unbedeutende Panne. Die beiden
Befehlshaber des 5. und 6. Korps nutzten die ihnen
zu=
ſtehende Freiheit der Entſchließung aus und ſetzten den
Angriffsgedanken um, der beiderſeitig ſehr rege zum
Aus=
druck gebracht wurde. Von der blauen 43. Diviſion bei
Groß=Roſen wurden nur die berittenen Truppen
aus=
geladen, die Infanterie wurde bis Rohnſtockbefördert,
wo die letzten Mannſchaften nachmittags eintrafen. Die
Artillerie dieſer Diviſion war von Jüterbog gekommen.
Die rote 6. Kavalleriediviſion ſetzte bei ihrer heutigen
Attacke zwei Gruppen Artillerie und ein Bataillon
Infan=
terie außer Gefecht. Die heute gefallene Entſcheidung
lautete zugunſten von Blau und wurde von der
Manö=
verleitung auf die ganze rote Armee übernommen und
für dieſe der Ruckzug befohlen. Der kommandierende
General des 6. Korps beſchloß, zunächſt nur bis zu der
Linie Wilhelmshöhe, nördlich von Schweidnitz bis
Mer=
kelshöhe und ſüdlich bis Bögendorf zurückzugehen, aber
aus Rückſicht auf die weiter zurückliegende Rückzugslinie,
rechts des von ihnen gedachten Korps, mußte er hinter die
Weiſtritz auf die Linie Pilzen-Ludwigsdorf zurück. Der
Führer von Blau befahl, daß das fünfte blaue Korps
dem Feind an der Klinge zu bleiben habe und beim
Ueber=
ſchreiten der Weiſtritz ihm Abbruch tun ſolle. Daher kam
es im Laufe des Nachmittags zu erneuten Kämpfen. Die
rote 11. Diviſion machte Front auf den Höhen öſtlich von
Schweidnitz und wurde hier erneut von der blauen 9.
Di=
viſion angegriffen und über den Abſchnitt Weizenrode-
Grunau zurückgedrängt. Die rote 12. Diviſion machte
Front auf den Höhen zwiſchen Schweidnitz und
Merkels=
höhe und ging kämpfend auf das andere Ufer der Weiſtritz
zurück.
* Freiburg (Schleſien), 9. Sept. Die blaue
9. Diviſion folgte durch Schweidnitz der roten 11. Diviſion
auf die Höhen öſtlich und ſüdlich von Schweidnitz, und
ſteht nun dort mit der 17. Brigade links und der 18.
Bri=
gade rechts, beiderſeits der Chauſſee Schweidnitz-Pilzen.
Links von der 9. Diviſion ſtehen die vorhandenen
An=
ſchlußtruppen des gedachten zweiten blauen Armeekorps,
gegenüber ſtehen die vorhandenen Anſchlußtruppen des
gedachten roten 14. Armeekorps bei Nieder=Giersdorf und
der 9. Diviſion gegenüber die Brigade der roten 11.
Divi=
ſion von Wegegabel, nördlich Pilzen bis zum Pobelberg
nördlich von Schwenkfeld. Die blaue 10. Diviſ ion
hat noch den Uebergang über die Weiſtritz erkämpft,
ſteht=
mit ihrer 20. Brigade beiderſeits der Straße Schweidnitz=
Schwenkfeld und mit ihrer 19. Brigade ſüdlich,
anſchlie=
ßend etwa bei dem Bahnhof Nieder=Weiſtritz. Den
rechten Flügel von blau bildet die 43. Diviſion, die bei
dem Bahnhof Ober=Weiſtritz ſteht und bis dicht an das
Gebirge reicht. Die noch fehlenden Teile der Diviſion
rücken zurzeit noch nach. Eine lange Artillerielinie
von Blau krönt die Höhen auf dem linken Ufer der Weiſtritz
hinter der 43. und 10. Diviſion. Dieſen beiden Flügeln
gegenüber liegt die rote 12. Diviſion mit dem rechten
Flü=
gel weſtlich Kreisau, über die Höhen öſtlich von
Ludwigs=
dorf bis zur Grundſeite an das Gebirge heran. Links
anſchließend ſtehen die vorhandenen Anſchlußtruppen des
gedachten 15. Armeekorps bis Oberlautmannsdorf. Die
rote 6. Kavalleriediviſion ſteht ſüdöſtlich von
Pilzen. Ihre ſämtlichen verfügbaren Karabiner ſind zur
Teilnahme an der Verteidigung beſtimmt. Die 2. Brigade
der roten 11. Diviſion dient als Reſerve. Die genaus
Lage derſelben hinter der roten Front iſt nicht bekannt.
Ir=
beiden Stellungen wird geſchanzt. Das Angriffsfell
vor der 10. und 43. Diviſion fällt glacisartig ab. J
Gegenſatz zu dem heutigen Begegnungskampf wird morge
Blau den zur Verteidigung entſchloſſenen und entwickelten
Feind angreifen. Die Nacht wird dazu benutzt werden
um die gegneriſchen Stellungen zu erkunden und zur Be
reitſtellung der Truppen zum Angriff, der frühzeitig erfol
gen und durch die Artillerie wirkungsvoll vorbereitet wer
den dürfte.
* Bad Salzbrunn, 10. Sept. Der Kaiſerha
ſich um halb 4 Uhr morgens ins Manövergelände begeben
* Freiburg i. Schl., 10. Sept. Heute nacht wurk
ununterbrochen gearbeitet. Rot hatte ſich i
den geſtern abend gemeldeten Stellungen ſtark verſchanz=
Das unebene Gelände bei Ludwigsdorf und Schwenkfel
mit Kiesgruben und anderen natürlichen Schwieriakeite
des Bodens war gut ausgenutzt. Die Leute beider Pa
teien ſahen trotz der großen Anſtrengungen gut und friſe
aus. Bei Morgengrauen begann der Artilleriekampf.
das Morgenrot der Sonne gewichen war, bot die Lanſ
ſchaft bei Ludwigsdorf mit den Abhängen des Eulenge
birges einen reizenden Anblick. Alsbald waren auch
beiden Zeppeline und zahlreiche Flugzeuge ſichtbar, d
trotz des ſtarken Windes ihre Tätigkeit aufnahmen.
Kaiſer paſſierte bald nach 4 Uhr Freiburg und verwei
von 5 Uhr ab auf dem Kretſchamberg, weſtlich von Lu
wigsdorf, zuſammen mit dem König von Sachſen, der
König der Hellenen, dem Kronprinz von Sachſen, den
Erbprinzenpaar von Sachſen=Meiningen und dem Grafe
Zeppelin. Hier ging heute auch ein Signalballon
Manöverleitung hoch. Um 6 Uhr griffen hier die 43aun
die 10. blaue Diviſion, ebenſo die blauen Anſchlußtrupp
auf den Gebirgsabhängen an. Rot machte aus der Fro
heraus mit der 22. Brigade einen Gegenvorſtoß in
Ebene von Esdorf. (Die 22. Brigade ſtand in Reſerve
Zwei Regimenter der blauen Kavallerie attackierten geg
den vorſtoßenden Feind und bald wogten in der Eben
die andringenden Maſſen der Gegner hin und her m
wechſelndem Kriegsglück. Der Vorſtoß von Rot mißglück
aber. Gleichzeitig hatte die 78. Brigade und die 43. Div
ſion von Blau eine Umgehung durch die Berge gemac
und ſuchte dem linken roten Flügel in die Flanke und
den Rücken zu kommen. Damit war hier die Niederla
von Rot beſiegelt. Die rote 6. Kavalleriediviſion war b
Weriſchau hinter der roten Front zuſammengezogen.
9 Uhr trat ein Umſchlag in der Witterung ein. DieA
ken hatten ſich zuſammengezogen und es ging ein ſchwer
Regen nieder.
* Freiburg i. Schl., 10. Sept. Die rote
Br=
gade, die in Reſerve ſtand und dann einen Gegenvorſto
machte, war nicht die 22., ſondern die 21. Brigade vond=
11. Diviſion. Die roten Anſchlußtruppen auf dem linke
Flügel des roten 6. Korps ſtanden in der Linie Leu
mannsdorf=Heidelberg, ſo daß zwiſchen ihnen und de
linken Flügel des Korps eine Lücke war. Die geſte
abend angelangten letzten Teile der 43. blauen Diviſit
ſind bei Bögendorf geſammelt. Nachdem die 77. blat
Brigade in den Beſitz des Kretſchamberges gekomm
war, konnte Rot unter konzentriſches Feuer genomm
werden, ſo daß die 21. rote Brigade und die 6. Kavalleri
diviſion in der Richtung auf Creiſau zurück mußten.
zwiſchen war die 78. blaue Brigade, welche um 51
früh von Bögendorf aufgebrochen und zu einem umfaſſe
den Angriff gegen den linken Flügel der roten 12. Dir
ſion angeſetzt war, nach einem ſehr beſchwerlichen Marl
durch die Gebirgspfade am Waldrande weſtlich
Ludwig=
dorf erſchienen, während gleichzeitig die Anſchlußtrupp
des blauen rechten Flügels gegen Oberleutmannsdo
vorgingen. Der kommandierende General des roten
Armeekorps entſchloß ſich, die 12. Diviſion mit dem
re=
ten Flügel auf Gläditz, mit dem linken auf Neudorf zurü
zunehmen. Blau hatte alſo die Lücke zwiſchen dem
Korps und den linken roten Anſchlußtruppen durchbroche
Die 11. Diviſion auf dem rechten Flügel hat ſich gehalte
Um 8.30 Uhr wurde das Manöver abg
brochen. Der Kaiſer äußerte ſich über die Leiſtung
der beiden Armeekorps vollbefriedigt und begrüß
bei der Kritik die fremdherrlichen Offiziere. Zum
Frü=
ſtück bei Sr. Majeſtät in Bad Salzbrunn waren der öſte
reichiſche Generalſtabschef Freiherr von Hötzendorff ur
der italieniſche Generalſtabschef Pollio geladen.
* Freiburg i. Schl., 10. Sept. Der Abtranz
port der Truppen, ſoweit ſie nicht nahe der
Ga=
niſonen durch Fußmärſche erreicht werden können,
erfol=
erſt nach dem Ergebnis des taktiſchen Ausganges. T
Aufklärung funktionierte ausgezeichnet durch alle Organ
Kavallerie, Luftſchiffe, Flieger und Infanterietéten. B
ſpielsweiſe war die Ausladung der 43. blauen
Diviſi=
der roten Partei durch Flieger bekannt. Die gegenſeitig
Lagen wurden vollkommen erkundet. Im beſten Lick
zeigte ſich die ſchnelle Entſchlußkraft der Unterführer.
d.
den heutigen Kämpfen nahm das Luftſchiff „Z. 54
Leipzig teil, welches der Manöverleitung unterſtand.
* Bad Salzbrunnn. 10. Sept. Der Kaiſ
iſt um 12 Uhr aus dem Manövergelände z
rückgekehrt.
Die Rede des Königs Konſtantin.
* Paris 10. Sept. Der Matin ſchreibt: Man mu
darüber ſich klar werden, ob das griechiſche Volk ſich ſol
dariſch erklärt mit der Haltung der Rede des neut
Königs. Falls, was wir aber nicht glauben. volle Sol
darität beſtände, bliebe uns nichts übrig, als unſere
mil=
täriſchen Inſtruktoren anderswohin zu ſchicken un
Griechenland welches Deutſchland ſeine Siege verdan
es zu überlaſſen, Deutſchland auch den Erfolg ſeiner Sie
zu verdanken, das heißt, ſich ausſchließlich an Deutſchlar
zu wenden wegen der Uebernahme der Inſeln
Aegäiſchen Meere, welche Griechenland ſeit drei Monati
vergeblich von allen Mächten des Dreibundes verlangt.
Der griechiſche Deputierte Tſaxiris, der gegenwärtig ſi
in Chatel Guyon zu einem Badeaufenthalt befindet, h
an den Matin folgendes Telegramm gerichtet: Der Kön
machte, wie übrigens viele griechiſche Offiziere, militäriſe
Nummer 213.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
Seite 5.
Studien in Deutſchland. Bei dieſer Gelegenheit einer rein
militäriſchen Zeremonie in Gegenwart ehemaliger
Stu=
dienkameräden und Lehrer glaubte der ruhmbedeckte
Zög=
ling, denen eine Huldigung erweiſen zu müſſen, die ſeine
Lehrer in der Wiſſenſchaft waren. Das iſt ein ſehr
natür=
liches und eines wahrhaft großen Mannes würdiges
Ge=
fühl, das keinen andern Sinn hat. Das griechiſche Volk iſt
Frankreich ſehr dankbar für die Gefühle, die es uns
immer bezeugt habt. Wir werden niemals die Haltung
der franzöſiſchen Regierung bei Gelegenheit der
Schwie=
rigkeiten, gegen die Griechenland zu kämpfen hatte,
ver=
geſſen. Alle Franzoſen, welche Griechenland beſuchten,
können es nicht leugnen, und die Lobſprüche, welche der
König, der Kriegsminiſter und die ganze griechiſche Preſſe
der franzöſiſchen Militärmiſſion ſpendeten, ſind ein
glän=
zender Beweis unſerer Dankbarkeit für die Dienſte, welche
die Miſſion der helleniſchen Nation erwies. Die Bande,
welche die beiden Völker einigen, ſind fähig, dem Einfluß
von Mißverſtändniſſen zu widerſtehen. Dies verhindert
es hoffentlich, daß bittere Worte geſprochen werden.
Der Untergang des erſten
deutſchen Marine=Luftſchiffes.
* Ueber die furchtbare Kataſtrophe bei Helgoland,
in der das erſte deutſche Marineluftſchiff, der größte,
beſte und ſtolzeſte Luftkreuzer Deutſchlands und der
gan=
zen Welt, dem Wüten der Elemente zum Opfer fiel und
17 deutſche Helden ihren Tod in den Wellen der Nordſee
fanden, erfahren wir noch folgende
Einzelheiten:
Das Marineluftſchiff „L. 1” war geſtern mittag
auf=
geſtiegen und nach Helgoland geflogen, um an den dort
ſtattfindenden Manövern der Hochſeeflotte teilzunehmen.
Das Wetter war trübe, aber nicht gerade ungünſtig. Es
wehte ein leichter Südweſtwind. Führer des Luftſchiffes
war Kapitänleutnant Hanne. An Bord befanden ſich
ferner Korvettenkapitän Metzing, der Kommandant der
Marineluftſchiff=Abteilung, Oberleutnant Freiherr von
Maltzahn, Oberleutnant Grimm und Oberleutnant Wendt,
ferner Ingenieur Wehnert. Die geſamte Beſatzung
be=
lief ſich auf 22 Perſonen. Sie war deshalb ſo ſtark, weil
eine 30ſtündige Uebung vorgeſehen war, nachdem das
Luftſchiff in den letzten Tagen bereits Dauerfahrten bis
zu 12 Stunden unternommen und ſich außerordentlich
da=
bei bewährt hatte. Nach etwa zweiſtündiger Fahrt hatte
der Luftkreuzer Helgoland erreicht und nahm dort zwei
Stunden Aufenthalt, um die Benzin= und Oelbehälter zu
füllen und machte dann eine Kreuzfahrt über der Inſel.
Die eigentliche Uebung im Verein mit der Kriegsflotte
ſollte erſt im Laufe der Nacht erfolgen. Das Wetter hatte
ſich etwas geklärt, und ſo verließ der Luftkreuzer
ſchließ=
lich die Inſel in nordweſtlicher Richtung, um zu den
dort ankernden Kriegsſchiffen zu ſtoßen. Während dieſer
Fahrt traten heftige Böen auf. Es war mittlerweile
7 Uhr geworden. Der Himmel war ganz finſter, der
Wind wurde ſtärker und zeigte auf der Helgoländer
Warte Windſtärke 10. Plötzlich ſprang er aus Südweſt
nach Nordoſt um, und Kapitänleutnant Hanne
beabſich=
tigte, etwa 18 Meilen von Helgoland entfernt
eine Waſſerlandung
borzunehmen, da in der Kälte, die das Gas in den
Ballo=
nets zuſammenpreßte, und in dem heftigen Sturm eine
Weiterfahrt nicht ratſam ſchien. Der Kreuzer befand ſich
in etwa 100 bis 150 Meter Höhe, ſank aber
unauf=
haltſam. Kapitänleutnant Hanne verſuchte, den
Waſſerballaſt auswerfen zu laſſen, um ſo der Gefahr zu
entgehen, auf das Waſſer gedrückt zu werden. Es ſcheint
aber, dann eine orkanartige Bö das Schiff gefaßt zu
haben. Es kam völlig außer Kurs, die Steuer verſagten,
und mit einer gewaltigen Schnelligkeit, etwa 20 Meter
in der Sekunde, fiel der Luftkreuzer ins Meer. Die See
ging hoch, und das Luftſchiff barſt. Das Ganze
war das Werk einiger Augenblicke. Das Hinterteil des
Luftſchiffes war zuerſt aufgeſchlagen, der Lenkballon
knickte in der Mitte zuſammen, da wahrſcheinlich durch
den ſtarken Aufprall das Gerippe gebrochen war. Dann
kauchte auch die vordere Gondel ein. Die Gondeln müſſen
im Augenblick voll Waſſer geſchlagen und ſämtliche
Apparate vernichtet worden ſein. Die Funkenapparate
auf Helgoland und den Kriegsſchiffen verzeichneten nur
einen kurzen Hilferuf. Das Schiff hielt ſich noch ein
wenig über Waſſer, ehe es ſank. Die Gondeln waren alle
voll geſchlagen und die in ihnen befindliche Beſatzung
hatte keine Zeit, ſich zu retten. Einige Monteure, die an
den Motoren ſtanden, ſowie die Steuerleute ergriffen
noch die Schwimmgürtel und ſprangen ins Waſſer.
Eine Flugkorreſpondenz gibt über
die Urſachen der Kataſtrophe
folgende Darſtellung: Das Luftſchiff „L. 1‟, das in letzter
Zeit häufig Nachtfahrten über der Oſtſee ausgeführt und
gemeinſchaftlich mit Torpedobooten Aufklärungen
vorge=
nommen hatte, erhielt geſtern vormittag den Befehl, ſich
zu einer länger als 12 Stunden dauernden Fahrt zu rüſten
und die Nordſee zwiſchen Helgoland und Norderney nach
feindlichen Kriegsſchiffen abzuſuchen. Infolgedeſſen
wur=
den die Reſervemannſchaften mitgenommen, die die erſte
Beſatzung nach ſechs Stunden ablöſen ſollten. Von
Hel=
goland aus übernahm Kapitänleutnant Hanne, der erſte
und älteſte Marineluftſchifführer, das Kommando des
Luftſchiffes „L. 1” während Korvettenkapitän Metzing
mit der Leitung des Aufklärungsdienſtes beauftragt war.
Die Fahrt ging bei ruhigem Wetter über Blankeneſe und
Glückſtadt zur Elbmündung, wo „L. 1” nordweſtlichen
Kurs nahm und in gerader Richtung auf Helgoland
zu=
ging, dem ſich feindliche Schiffe nähern ſollten. Der
Ballon ſtand mit Helgoland, Norderney, ſowie der
Fun=
kenſtation in Norddeich und den Kriegsſchiffen in
ununter=
brochenem drahtloſem Verkehr, empfina Weiſungen und
gab Bericht über ſeine Beobachtungen. Gegen 3 Uhr
nach=
mittags hatte er Helgoland erreicht und überfuhr die
In=
el in großer Höhe. Von der Seewarte in Hamburg war
ſchlechtes Wetter gemeldet worden. Das über Norwegen
und Schweden lagernde große Tief rückte unerwartet
ſchnell an, und man fürchtete mit Recht, daß die Ausläufer
Sturm und Regen bringen würden. Aus dieſem Grunde
mußte man von einer großen Fahrt nach Norden, wie ſie
urſprünglich geplant war, Abſtand nehmen. Der Führer
erhielt durch Funkenſpruch den Befehl, ſich in der Nähe
der Torpedoboote zu halten. Dieſer Auftrag wurde auch
ſtreng ausgeführt: Das Schiff verlor während des ganzen
Tages nicht den Kontakt mit den Schiffen.
An Bord war man über die Witterungsverhältniſſe
ebenfalls durch den Barometerſtand auf die große Gefahr
vorbereitet, und ſo tat der Führer, was in ſeinen Kräften
ſtand. Da bei dem heranziehenden Sturm, deſſen
Aus=
läufer wirbelartige Winde bildeten, ein Verweilen in der
Luft nicht ratſam erſchien, ließ Kapitänleutnant Hanne.
der ſich in der vorderen Maſchinengondel neben dem
Steuermann befand, alles zu einer Waſſerlandung
klar=
machen und ließ der Helgoländer Station einen Funken=
ſpruch zugehen, in dem er um Bereitſtellung eines
Tor=
pedobootes zum Abſchleppen bat. Die Maſchinenanlage
des „L. 1” war vollſtändig intakt. Außerdem beſaß man
noch Brennſtoff für mindeſtens zehn Fahrſtunden. Das
Unheil kam jedoch ſchneller, als der Führer es annehmen
konnte. Das Schiff geriet in einen ſtrömenden Regen,
der das ſchon beſtehende Uebergewicht noch vermehrte.
In=
folge des ſtarken Gasverluſtes, der bei der Höhenfahrt
ein=
getreten war, war die Manövrierfähigkeit ſtark
beein=
trächtigt.
So kam es, daß bei dem Abſtieg zur Seeoberfläche,
obwohl die Motoren voll arbeiteten, um die Wirkung
des Höhenſteuers zu verſtärken, der Druck der von oben
kommenden Böen nicht überwunden werden konnte. Es
iſt beobachtet worden, daß der Führer verzweifelte
An=
ſtrengungen machte, um den drohenden Sturz möglichſt
abzuſchwächen. Er ließ noch einmal etwa 100 Meter
über dem Meere Höhenſteuer geben, um mit aller Kraft
in die Höhe zu kommen. Das ſtark abgekühlte Gas beſaß
aber nicht mehr ſeine volle Auftriebskraft. Zum Unglück
wurde das Heck von einem gewaltigen abwärts
ſtreben=
den Luftwirbel erfaßt, der das Schiff in die Tiefe zog.
Die hintere Gondel ſchlug auf das Waſſer auf, und durch
die entgegenwirkenden Kräfte trat im zweiten Drittel
des Ballons ein Bruch des Gerüſtes ein.
Von einem Luftſchiff=Fachmann.
wird der Frkft. Ztg. geſchrieben: Es iſt nach den bis jetzt
vorliegenden ſpärlichen Meldungen ganz unmöglich,
etwas Poſitives über den Hergang des Unfalls und ſeine
Veranlaſſung zu ſagen. Man kann nur mit großer
Wahr=
ſcheinlichkeit annehmen, daß ein zufälliges
Zuſammen=
treffen mehrerer ungünſtiger Umſtände eingetreten iſt. Es
ſcheint ungünſtiges Wetter mit Neigung zu plötzlichen
Regenböen geherrſcht zu haben, dies allein kann aber kaum
die Urſache des Unfalls geweſen ſein, da ſchon häufig
Luftſchiffe ungefährdet die heftigſten Böen in der Luft
überſtanden haben. Es ſei hier nur an die Gewitterfahrt
des, Z3” nach Bremen, an die Fahrt der „Hanſa” zu den
Flottenmanövern 1912 und die Sturmfahrt der „Viktoria
Luiſe” von Chemnitz nach Gotha erinnert, wo zeitweiſe
Windgeſchwindigkeiten von über 22 Sekundenmetern
feſt=
geſtellt wurden. Man müßte höchſtens annehmen, daß ein
Naturereignis von ganz unbekannter
Hef=
tigkeit eingetreten iſt. Darüber werden wohl die
Wetterſtationen der Deutſchen Seewarte in Helgoland und
Borkum Auskunft geben können. Es iſt dabei zu bedenken,
daß Ueberraſchungen ſolcher Art bei einem noch ſo jungen
Zweige der Technik, wie die Luftſchiffahrt iſt, ſehr leicht
möglich ſind. Fordern doch auch die älteren Kriegsmittel,
wie Unterſeeboote, Torpedoboote uſw. faſt alljährlich ihre
Opfer. Heute, wo täglich eine ganze Anzahl von
Luft=
ſchiffen auch bei ungünſtigen Umſtänden ihre Fahrten
machen, iſt naturgemäß die zahlenmäßige abſolute
Wahr=
ſcheinlichkeit eines Unfalles geſtiegen. Jedenfalls iſt
an=
zunehmen, daß Fehler von ſeiten der Führung
oder der Beſatzuna, die größtenteils lange Zeit auf der
jetzt in Frankfurt ſtationierten „Viktoria Luiſe” zur
Aus=
bildung kommandiert geweſen ſind nicht vorliegen.
Dies iſt ja auch durch die vielen glücklichen zum Teil weit
über See führenden Fahrten des „L 1‟ genügend erwieſen.
Amrtlich
wird bekannt gegeben: Angeſichts der vielen in die
Oeffentlichkeit gelangten widerſpruchsvollen, teilweiſe
offenſichtlich falſchen ſenſationellen Nachrichten über die
Urſachen, die zur Vernichtung des „L 1‟ geführt haben, iſt
es ratſam, die amtlichen Feſtſtellungen
abzu=
warten durch die allein der Unglücksfall ſachlich und
richtig aufgeklärt werden kann.
Die Rettungsverſuche.
Sofort nach dem Funkenſpruch dampften
Torpedo=
boote und das Schiff „Friedrich der Große” nach der
Un=
allſtelle ab, an der bald 17 Schiffe verſammelt waren, die
mit ihren grellen Scheinwerfern das Meer abſuchten. Es
gelang jedoch nur. 7 Perſonen aus dem Waſſer zu retten,
die übrigen 15 haben ihr Grab in den Wellen gefunden.
Die erſte Hilfe bei dem Untergang des Luftſchiffes
„L 1” leiſteten die Linienſchiffe „Hannover” und
„Schleswig=Holſtein‟ Die geſamte Flotte wurde
durch Signale an die Unfallſtelle beordert, doch traf
an=
cheinend nur das Torpedoboot 107 rechtzeitig ein, dem es
gelang, drei Perſonen zu retten. Das Linienſchiff
„Hannover” rettete vier Perſonen und brachte ſie
zu=
ſammen mit den anderen drei Geretteten nach
Wilhelms=
haven. Der orkanartige Sturm hielt die ganze Nacht an.
Ein Waſſerflugzeug unter Führung des Oberleutnants
Lengsfeld, das das Luftſchiff umkreiſte, konnte dem
Un=
wetter nur mit knapper Not entgehen und kehrte nach
Hel=
goland zurück.
Die Torpedoboote, die geſtern abend nach dem
furchtbaren Unglück an die Stelle geſandt wurden, an der
das Wrack des Luftſchiffes „L 1" in den Fluten der
Nord=
ee untergegangen war, um nach den Vermißten die See
abzuſuchen, ſind Mittwoch morgen 6 Uhr wieder vor
Hel=
goland angekommen. Sie haben die ganze Nacht hindurch
mit Scheinwerfern die Gegend abgeleuchtet, um ſo
viel=
leicht noch den einen oder anderen der Verunglückten im
letzten Augenblick retten zu können. Ihre Bemühungen
blieben aber erfolglos. Die Trümmer des Luftſchiffes ſind
weiter ins Waſſer geſunken, ſo daß es erſt angeſtrengter
Arbeit von Tauchern bedürfen wird, um das Wrack zu
bergen oder aber, wenn dies ausſichtslos ſein ſollte, die
in den Gondeln befindlichen Leichen und Apparate ans
Tageslicht zu fördern. Da zurzeit der Sturm in
unver=
minderter Stärke andauert und alſo alle Rettungsarbeiten
als völlia ausgeſchloſſen gelten können, hat man ſich bis
zur Stunde noch nicht entſchloſſen, welche weiteren
Maß=
nahmen getroffen werden ſollen.
Die Opfer der Kataſtrophe.
An Bord des „L 1” waren laut telephoniſcher
Aus=
kunft aus Fuhlsbüttel: Korvettenkapitän Metzing,
Kapi=
tänleutnant Hanne, die Oberleutnants z. S. Wendt,
Frei=
herr von Maltzahn und Grimm, Marineingenieur Wehner,
Steuermann Zimmermann, Obermaſchiniſt Lehmann, die
Obermaſchiniſtenmaate Lutz, Müller, Schönfelder und
Adam, die Maſchiniſtenmaate Bruder, Strotzück,
Ober=
ſignalmaat Pahlke, Signalmaat Kürſchner, die
Boots=
mannsmaate Menge und Bausmer, die
Funkentelegraphi=
ſtenmaate Spieler und Heldemeier.
Gerettet ſind die Oberleutnants Wendt und
Grimm. Obermaſchiniſt Lehmann,
Obermaſchiniſten=
maat Schönfelder und die Funkentelegraphiſtenmaate
Spieler und Heldemeier. Die übrigen ſind aller
Wahrſcheinlichkeit nach verunglückt.
Wie verlautet, ſoll noch ein achter Mann gerettet
worden ſein. Der ſiebente Geborgene iſt der
Boots=
mannsmaat Bausmer. Er wurde bewußtlos
aufge=
funden; Wiederbelebungsverſuche waren bisher erfolglos.
Die Geretteten ſind alle auf das Linienſchiff „
Han=
nover” übergeführt worden, das heute morgen nach Ab=
ſchluß der Nachtmanöver aus ſeinem Verbande ausſcheidet
und die Fahrt nach Wilhelmshaven angetreten hat. Hier
ſollen die Geretteten vorläufig im Krankenhauſe
ver=
bleiben.
Die deutſchen Marineluftſchiffe.
Das zerſtörte Marineluftſchiff „L. 1” wurde
am 17. Oktober 1912 durch den Staatsſekretär des
Reichs=
marineamts von der Marineverwaltung übernommen,
nachdem es vorher neben einigen Probefahrten eine faſt
40ſtündige Abnahmefahrt durch Weſt= und
Norddeutſch=
land, ſowie die Nord= und Oſtſee ohne jede Beſchädigung
ausgeführt hatte. Als Hafen wurde ihm die Halle in
Hamburg=Fuhlsbüttel angewieſen. Bei dem Bau des für
die Marine beſtimmten Luftſchiffes hatte man beſonders
Rückſicht darauf genommen, den Luftkreuzer zu befähigen,
möglichſt lange in der Luft zu bleiben und eine große
Ge=
ſchwindigkeit zu entwickeln. Mit ſeinen bedeutenden
Ab=
meſſungen war es das größte der bisher gebauten
Zeppe=
linluftſchiffe. Bei einer Länge von 160 Metern und einem
Durchmeſſer von 15 Metern hatte es 18 Gaszellen. Drei
Maybach=Motoren von je 170 Pferdekräften ſetzten=es
in=
ſtand auch eines ſtarken Gegenwindes Herr zu werden.
Als Aufenthaltsort für die Offiziere und die
Bedienungs=
mannſchaften war in den Verbindungsgang zwiſchen den
beiden Gondeln ein Aufenthaltsraum eingebaut. Die
Verbindung mit der Außenwelt ſtellte eine Anlage für
Funkentelegraphie her. Eine mit den Gondeln durch einen
Schacht verbundene Plattform auf dem Rücken des
Luft=
kreuzers geſtattete den Beobachtungsoffizieren freien
Aus=
blick, beſonders nach oben. Um auch in der Dunkelheit
ſeine Aufgaben erfüllen zu können, war für den „L. 1"
ein Rieſenſcheinwerfer mit einer Leuchtkraft von 40000
Kerzen gebaut worden, der bis auf eine Entfernung von
1500 Meter das Gelände erhellte. Das Luftſchiff hat von
Hamburg aus eine ganze Anzahl von Uebungsfahrten
unternommen, ſowohl über Land als auch über See.
U. a. hatte es in der Nacht vom 8. zum 9. Juli 1913 von
Johannisthal aus eine ſchwierige Sturmfahrt zu beſtehen;
dank ſeiner kräftigen Bauart konnte es aber nach
acht=
ſtündiger Fahrt heil landen.
Zur ſelben Zeit, als der Luftkreuzer vor Helgoland
mit den Wellen rang, ſtieg in Friedrichshafen das
zweite, ſoeben fertiggeſtellte Marineluftſchiff
„L. 2” zu einer 50ſtündigen Fahrt unter Führung des
Oberingenieurs Dürr auf. Die Fahrt ſoll nach Helgoland
führen. Dieſes neue Luftſchiff weiſt gegenüber der
bis=
herigen Bauart noch weitere Verbeſſerungen auf. Es
be=
ſitzt einen weſentlich größeren Gasinhalt und damit
er=
höhte Tragkraft. In zwei Gondeln werden erheblich
ſtär=
kere Motoren untergebracht ſein, die eine Geſamtleiſtung
von 900 Pferdekräften aufbringen. jedoch bleibt als
Neuer=
ung eine dritte Gondel den Führern des Luftkreuzers
vorbehalten. Damit wird ein Nachteil aufgehoben, der
ſich bei den bisherigen Z=Schiffen unliebſam bemerkbar
machte: durch das Geräuſch der arbeitenden Motoren
wurde die Verſtändigung der Deckoffiziere beeinträchtigt.
Es liegen noch folgende Meldungen zu der
Kata=
ſtrophe vor:
— Helgoland, 10. Sept. Bei dem Unfall des
Ma=
rineluftſchiffes „L. 1‟ ſchlugen die Spitze des Luftſchiffes
und die vordere Gondel derart aufs Meer, daß die in der
vorderen Gondel ſich aufhaltenden Offiziere und
Mann=
ſchaften vermutlich betäubt wurden und ſo nicht
mehr in der Lage waren, Rettungsmaßregeln zu
ergrei=
fen. Die achtzehn Gaszellen waren bereits vorher alle
aufgeriſſen. Den Mannſchaften der hinteren Gondel war
es noch möglich, ſich mit Rettungsgürteln zu verſehen.
Un=
glücklicherweiſe war aber die Mehrzahl derſelben in der
vorderen Gondel. Die Trümmer des Luftkreuzers ſind
weit in das Waſſer hinabgeſunken. Der Sturm dauert mit
unverminderter Stärke an. Nach Meldungen von
Augen=
zeugen ereignete ſich das Unglück genau um 6.35 Uhr. Der
Fiſchdampfer „Orion”, welcher die Stelle paſſierte, rettete
den Oberleutnant Grimm und den Steuermannsmaat mit
großen Schwierigkeiten. Innerhalb acht Minuten
war das Luftſchiff vollſtändig geſunken.
In dem von der B. Z. a. M. veröffentlichten Bericht
des Kapitäns Luehring von dem Fiſchdampfer „Orion”
heißt es noch: Als unſer Boot, das mit dem Steuermann
und drei Matroſen bemannt und mittels einer Leine mit
unſerem Dampfer verbunden war, zehn Minuten nach
dem Unfall das Luftſchiff erreichte, erblickten wir ſieben
Mann von der Beſatzung, von denen vier bis zum Halſe
im Waſſer ſtanden, während ſich drei Mann an die
Ge=
ſtelle anklammerten. Zwei Mann wurden von uns
ge=
rettet, während weitere fünf Mann von der inzwiſchen
herbeigeeilten „Hannover” aufgenommen wurden.
* Hamburg, 10. Sept. Von den Verunglückten
des „L. 1” iſt heute vormittag bei Kuxhaven der
Kor=
vettenkapitän Metzing angetrieben worden. Von einem
Fiſcherkutter wurden aufgefiſcht Kapitänleuinant Hanne,
Oberſignalmaat Pahlke, Oberſignalmaat Müller, der
be=
reits genannte Signalmaat Kürſchner und der Bootsmaat
Menge.
* Hamburg, 10. Sept. Nach einem Telegramm
aus Helgoland ſind der Bootsmannsmaat Menge und
der Signalmaat Kürſchner von einem Fiſchkutter
auf=
gefiſcht worden. Wiederbelebungsverſuche ſind im
Gange.
Beileidstelegramme.
* Berlin, 10. Sept. Die Kaiſerin ſandte an
das Reichsmarineamt. zu Händen des Staatsſekretärs
von Tirpitz, anläßlich des Helgoländer
Luftſchiff=
unglücks folgendes Telegramm: „Tief erſchüttert
durch die Nachricht von dem namenloſen Unglück, das
un=
ſerer Marine durch die Vernichtung des
Marineluft=
ſchiffes zugeſtoßen iſt, ſpreche ich Ihnen mein von
Her=
zen kommendes Beileid aus. Gott tröſte die armen
Hin=
terbliebenen. Falls irgend welche Hilfe nötig iſt, bitte
ich, mir Mitteilung zu machen. Würden Sie auch den
Hinterbliebenen mein Beileid ausſprechen laſſen? Welch
tiefe Trauer wird unſere ganze Marine ergriffen haben.
Auguſte Viktoria.”
* Berlin, 10. Sept. Prinz Heinrich von
Preu=
ßen telegraphierte an Staatsſekretär des
Reichsmarine=
amts von Tirpitz anläßlich des Unfalles des „L. 1‟: „Ich
bedauere tief den Verluſt ſo vieler treuer Kameraden und
Mannſchaften. Möge die Kataſtrophe aber uns wertvolle
Erfahrungen bringen für die Weiterentwickelung unſerer
Luftſchiffe.”
* Berlin, 10. Sept. Die Kataſtrophe des „L. 1‟
in der Nordſee, die jetzt in ihrem ganzen Umfange
über=
ſehen werden kann, iſt der erſte Verluſt, den unſere
noch ſo junge Marine=Luftſchiffahrt betrifft.
Wie aus den bisher vorliegenden Berichten klar
hervor=
geht, war die Verſtändigung zwiſchen dem im Sturm
ge=
fährdeten Luftrieſen und den Landſtationen ſehr gut. Auch
unabhängig vom Lande war es dem Luftſchiff durch die
Funkenſpruchverbindung mit den Kriegsſchiffen möglich,
ſofort die Dirigierung von Hilfsſchiffen überall hin zu
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
Nummer 213,
ffordern. Die meteorologiſchen Verhältniſſe waren dem
Führer des Luftſchiffes rechtzeitig bekannt und wegen des
von der Hamburger Seewarte angekündigten, ſchnell
heranrückenden barometriſchen Minimums mit Regen und
Sturm von Schweden aus war die urſprünglich
beabſich=
tigte Fahrt nach Norden aufgegeben und dem
Luftſchiff=
führer der Befehl erteilt worden, ſich in der Nähe der
Torpedoboote zu halten. Trotzdem war die Verſtärkung
der Mannſchaft unter den angegebenen Verhältniſſen ein
ſchwerer Mißgriff, denn durch dieſe Maßnahmen war die
Mitnahme von Ballaſt, der in ſchwieriger Lage der
Lebensnerv eines Luftſchiffes iſt, zu ſehr gemindert. Das
Reichsmarineamt wird feſtſtellen müſſen, ob nach dieſer
Richtung hin die unbedingt erforderliche Vorſicht
beob=
achtet wurde.
Die Ankunft der Geretteten.
* Hamburg, 10. Sept. Die ſechs
Ueber=
lebenden vom Marineluftſchiff „L. 1‟ ſind heute abend
aauf dem hieſigen Hauptbahnhof
eingetrof=
fen. Zum Empfang waren erſchienen die auf der
Luft=
ſchiffſtation Fuhlsbüttel anweſenden Offiziere und einige
gleichfalls anweſende Unteroffiziere. Unter dem Eindruck
der Kataſtrophe war der Empfang ernſt und bewegt. Es
machte einen tiefen Eindruck, als die Unteroffiziere ihre
geretteten Kameraden unter die Arme griffen und ſie den
Bahnſteig entlang dem Ausgang zuführten.
Ein Telegramm des Kaiſers.
* Hamburg, 10. Sept. Der Senat erhielt auf das
Beileidstelegramm, das er an den Kaiſer richtete, folgende
Antwort: Ich danke für den Ausdruck der Teilnahme über
den ſchweren Verluſt. Die braven Kameraden, die den
Heldentod ſtarben, verdienen in die Ehrentafel der
Ma=
rine eingetragen zu werden. Bad Salzbrunn, 10. Sept.
Wilhelm, I. R.
Luftfahrt.
Eine zweite Zeppelin=Kataſtrophe.
Zwei Soldaten tot.
* Leipzig, 10. Sept. Das Militärluftſchiff
„Z. 5”, welches nach einer ſchwierigen Fahrt aus dem
Manövergelände gegen halb 4 Uhr hier gelandet war,
konnte wegen des ſtarken Querwindes nicht in die Halle
gebracht werden. Es wurde von etwa 150 Perſonen
ge=
halten, als plötzlich eine raſende Böe einſetzte und
das Luftſchiff in die Höhe trieb. Es gelang
recht=
zeitig, die Motore wieder anzuwerfen und ſo das
Luft=
ſchiff vor der Vernichtung zu retten. Vier
Soldaten konnten die Seile nicht rechtzeitig loslaſſen und
wurden mit in die Höhe geriſſen. Ein Sergeant konnte
noch rechtzeitig abgeſetzt werden, ein zweiter Soldat wurde
in die Gondel hineingezogen, während die zwei anderen
Soldaten aus einer Höhe von 150 Metern abſtürzten.
Siewaren ſofort tot.
* Leipzig, 10. Sept. Das Militärluftſchiff
„Z. 5‟ konnte 6 Uhr 10 Minuten glücklich in der
Luft=
ſchiffhalle geborgen werden.
* Hagenau, 10. Sept. Der bei Grevenbroich im
Rheinland verunglückte Flieger Paul Senge iſt nicht,
wie von einigen Blättern gemeldet wird, aus Karlsruhe
gebürtig, ſondern ein Elſäſſer. Er iſt 1890 in Hagenau
geboren, wo ſein jetzt in Karlsruhe wohnender Vater ein
Schuhgeſchäft betrieben hatte.
Todesſtürze.
— Genf, 10. Sept. Der Flieger Bider flog in
der Nähe von Bern gegen einen Maſt der elektriſchen
Stromleitung. Der Flieger wurde ſchwer verletzt.
— Lyon, 10. Sept. Im Aerodrom verunglückte
geſtern abend der Flieger Chomnier. Der Apparat
überſchlug ſich bei einem Gleitabflug in 25 Meter Höhe.
Der 19jährige Flieger war ſofort tot.
* Sebaſtopol, 9. Sept. Der Militärflieger
Druſchin iſt mit einem Nieuwport=Eindecker abgeſtürzt
und war ſofort tot.
Manöver der Größh. Heſſiſchen
(25.) Diviſion.
F.C. Diviſionsſtabsquartier Birſtein,
10. Sept. Auf den Höhen ſüdlich von Ulmbach, die von
der blauen verſtärkten 50. Infanteriebrigade unter Oberſt
Freiherr von Buddenbrock, Kommandeur der 25.
Feldartilleriebrigade, beſteht und verteidigt wird, kam es
heute zum Kampf. Die rote verſtärkte 49.
Infanterie=
brigade unter Oberſt von Helldorf, Kommandeur des
Leibgarde=Infanterieregiments Nr. 115, umging mit der
linken Flanke die feindliche Stellung und nötigte Blau
zum Rückzug, der in der Richtung auf Wallrod-Opperz
erfolgte. Blau bezog Vorpoſten in der Linie Rommerz-
Schlieben, Rot in der Linie hinter Steinau-Kraſſenbach.
Ein Erlaß des Kaiſers an die Provinz
Schleſien.
* Breslau, 10. Sept. Der Oberpräſident der
Pro=
vinz Schleſien bringt folgenden Erlaß des Kaiſers
und Königs zur Veröffentlichung: Meine Schleſier
haben Mich und die Kaiſerin und Königin, Meine
Ge=
mahlin, anläßlich der großen Parade des 6. Armeekorps
und der von Mir abgehaltenen Manöver in alter echter
Treue und hehrer Begeiſterung bewillkommnet,
inſonder=
heit die feſtlichen Veranſtaltungen Meiner Haupt= und
Re=
ſidenzſtadt Breslau beim Empfang und die Kundgebungen
der großen Kreiſe der Bevölkerung bekundeten die alte
Anhänglichkeit und treue Ergebenheit an Mein Haus. Den
Dank dafür bitte ich, der Bevölkerung nochmals zu
ver=
mitteln. Insbeſondere auch hat es mich gefreut, daß bei
der Parade am 29. Auguſt die alten Soldaten und
Ange=
hörigen des Sanitätskorps in einer ſo ſtattlichen Zahl
ihren Gruß entboten. Ich danke Meiner Provinz
Schle=
ſien herzlich für dieſe Bekundung patriotiſcher Geſinnung.
Nach den erſtatteten Meldungen ſind die
Unterkunftsver=
hältniſſe zur größten Zufriedenheit gelöſt worden. Trotz
der großen Anforderung der Verpflegung und
Unterbring=
ung von zwei Armeekorps wurde den Truppen überall
eine freundliche und fürſorgliche Aufnahme zuteil. Allen
Beteiligten ſpreche Ich hierfür Anerkennung und Dank
aus. Ich beauftrage Sie, dieſen Erlaß der Bevölkerung
bekannt zu geben. Bad Salzbrunn, 10. Sept.
Wil=
helm, I. R.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 10. Sept.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb 1365 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in
Mark: Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 63—66
(82—83), vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebend=
gewicht 63—65½ (81—83), vollfleiſchige Schweine über
Zentner Lebendgewicht 63—66 (81—83), vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentnern Lebendgewicht 62—65 (80 bis
83). Marktverlauf: Geſchäft ziemlich rege; bleibt
Ueber=
ſtand.
Vermiſchtes.
* Caub (Jahrhundertfeier, 21.—23. Sept.).
Das Feſtſpiel „Caub”, das im Mittelpunkte der Cauber
Jahrhundertfeier ſteht, wird in Ermangelung eines
Natur=
theaters in einer Feſthalle geſpielt, deren gewaltige
Aus=
dehnung die Verwunderung der Tauſende erregt, die bei
dem ſchönen Wetter der letzten Tage hier vorüberfuhren.
Das Feſtſpiel iſt von Hofrat Dr. Spielmann in Wiesbaden
in getreuer Anlehnung an die geſchichtlichen Tatſachen der
denkwürdigen Neujahrsnacht 1813/14 geſchrieben. Die
Dar=
ſteller ſind Cauber Bürger.
Literariſches.
„Am Telephon im Freiluftbad Wannſee”, ſo lautet
der Titel eines wirkungsvollen Gemäldes von E. H.
Zir=
kel, das eine reizvolle, anmutige Szene vom Badeſtrand
wiedergibt. Das künſtleriſch hervorragend reproduzierte
Bild findet ſich im neueſten 23. Heft der illuſtrierten
Zeit=
ſchrift „Moderne Kunſt” (Verlag von Rich. Bong,
Berlin W. 57. Preis des Vierzehntagsheftes 60 Pfg.)
und zeigt ein jugendfriſches Mädchen in geſchmackvollem
Badekoſtüm am Telephon. Ein feſſelnder Aufſatz aus
der Feder Adolf Heilborns unter dem Titel „Alte Neſter
führt den Leſer hin zu jenen Stätten deutſcher Kultu
und weckt das Empfinden für all die verſchwiegenen Köſ
lichkeiten, die dieſe alten lieben Neſter in ſich bergen.
Ei=
intereſſantes Feuilleton über die Berliner Jubiläum=
Kunſtausſtellung von Dr. Oskar Anwand, eine Würdig
ung des vor kurzem eröffneten deutſchen Stadions un
ſeiner Bedeutung für den Sport ſchließt ſich an. Han
Bethge plaudert anregend über „Biedermeier” währen
Oscar Chriſt in ſeinem Aufſatz „Wunderpferde” von de
Kämpfen und Siegen der berühmteſten Renner erzähl
Der ſpannende Roman „Frau Mytala” von Hans vo
Saltzwedel, dem eine wahre Begebenheit zugrunde lieg
iſt auf dem Höhepunkt der Entwicklung angelangt.
de la Croix Otto: Natürliche
Rei=
kunſt. Nach den Papieren eines paſſionierten
Reitle=
rers. Vierte Auflage. 1913. 3,50 Mk., gebd. 4,50 M.
E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung, Be
lin SW. 68. Auf den einfachſten Erfahrungsſätzen un
Tatſachen hat der Verfaſſer feine überraſchenden, völl
überzeugenden Folgerungen aufgebaut und ſie über
Jahrzehnt praktiſch erprobt. Der Erfolg war, daß d
beſſer beanlagte Rekrut bereits nach 14 Tagen, der Dur
ſchnitt der Rekruten nach drei bis vier Wochen. ſein Pfe
wirklich zu formen, nicht nur zu beſteigen begann. Jed
Ratſchlag, jeder Wink zielt darauf hin, daß der Dur
ſchnittsmann das Pferd in allen Gängen in ausreichende
Gleichgewicht und ausreichender Durchläſſigkeit reit
lernt. Die Lektüre der Schrift, die bei Erſcheinen der vie
ten Auflage erneut empfohlen ſei, iſt für jeden Reiter
we=
voll und anregend, ja unerläßlich.
Vom Balkan.
Die türkiſch=bulgariſchen Verhandlungen.
* Konſtantinopel, 9. Sept. In der geſtrig
Beſprechung mit den bulgariſchen Del
gierten ſchlugen die türkiſchen Unterhändler ei=
Grenzlinie vor, welche bei Sufli die Maritza verlaſſe
nach Ortakoej laufen und von dort aus bei Muſtapb
Paſcha die alte bulgariſch=türkiſche Grenze erreichen
wür=
der ſie bis zum Schwarzen Meer folgte. Der Umſtan
daß die Türken ihren Vorſchlag nicht ſchriftlich niede
gelegt haben, wird als ein Anzeichen dafür betrachtet,
d=
ſie auf Aenderungen dieſer Linie eingehen würden,
ſonders auf eine Berichtigung der alten Grenze im (
biet von Malko=Tirnowo. Die Bulgaren ſollen aufde
Beſitz von Ortakoej beſtehen, ſcheinen jedoch geneigt
ſein, alle möglichen anderen Opfer zu bringen. In
Eiſenbahnfrage ſcheint ſich ein Uebereinkommen inde
Sinne vorzubereiten, daß den Bulgaren die
Mitbenutzu=
der Linie Adrianopel-Dimotika von den Türken ein
räumt wird. Natſchewitſch erklärte in einer Unterredun
daß die Bulgaren unnachgiebig auf der Maritzagrenze
ſtehen würden; das einzig mögliche Zugeſtändnis wi
die Abtretung eines kleinen zur Stadt Adrianopel gehö
gen Gebietes rechts der Maritza. Kirk=Kiliſſe werde
Türkei, Muſtapha=Paſcha dagegen den Bulgaren verbl
ben. — Die Telegramme der Notabeln von Gümüldſchin
in denen die Einſetzung einer proviſoriſchen
Regieru=
angezeigt wird, ſind auch den Botſchaftern übermitt
worden.
Die Annexion der neu erworbenen ſerbiſchen Gebiete
* Belgrad, 9. Sept. Eine königliche Verordnu
vom 25. Auguſt (7. September) ſpricht die Annexi
der neu erworbenen Gebiete aus. Die Greu
gegen Bulgarien wird gemäß dem Bukareſter
Fried=
diejenige gegen Griechenland entſprechend dem ſerbiſ
griechiſchen Uebereinkommen feſtgeſetzt. Die Grenze ges
Albanien wird längs der proviſoriſchen Demarkation
linie gemäß den Beſchlüſſen der Londoner Botſchafterv
einigung feſtgeſetzt, bis die internationale Grenzkomn
ſion die endgültige Linie feſtſetzt, die Grenze gegen Mu
tenegro gemäß der gegenwärtig geltenden militäriſch
Demarkationslinie, bis eine endgültige Grenze
vereinb=
iſt.
Die ſerbiſch=montenegriniſche Grenze.
* Cetinje, 9. Sept. In hieſigen diplomatiſch
Kreiſen wird erklärt, daß die Verhandlungen
Serbien über die ſerbiſch=montenegriniſ.
Grenze nicht abgebrochen, ſondern nur vertagt ſei
Es beſtehe die feſte Hoffnung, daß ſie bald zu einem?
ſchluſſe führen. Die Meinungsverſchiedenheit betreffe bl
ein Gebiet von 150 Quadratkilometer.
Letzte Nachrichten.
* Bukareſt, 10. Sept. Prinz Ferdinand v.
Rumänien erließ einen Tagesbefehl an die Tri
pen, in der er der Armee ſeinen tiefen und lebhaften De
ausdrückt und ſagt: „Die Truppen kehren in ihre Hein
zurück, überzeugt, ihre Pflicht voll erfüllt und dase?
ſehen des Landes gehoben zu haben. Die Truppen
bew=
ſen durch ihre Begeiſterung im Augenblicke der Mol
machung Widerſtandskraft und Entſagung, während
ſchwierigen Märſche Manneszucht und zeigten ſich des
V=
trauens ihres Königs würdig. Die Erinnerung an
Opfer einer grauſamen Krankheit, welche manches hi
nungsvolle Leben zerſtörte, wird in unſerem Herzen 1
auslöſchlich bleiben.‟ Der Prinz verſichert, er ſcheide v
dem Oberkommando der Operationsarmee mit dankba
Erkenntlichkeit für die unter den Truppen verbrachte Z
welche den Beweis erbracht habe für die Bande der
neigung und des Vertrauens, welche die Königsfami
und die Armee vereinen.
* Sofia, 10., Sept. Der König hat einen Erl
veröffentlicht, daß er angeſichts der Demobiliſierung
bewaffneten Landesmacht das Generalkomman
über die operierende Armee niederlege.
* Konſtantinopel, 10. Sept. Enver
Bey=
geſtern hier eingetroffen.
* Konſtantinopel, 10. Sept. Geſtern abend
9 Uhr fand eine private Beſprechung zwiſchen
türkiſchen und bulgariſchen Delegiert
ſtatt, die bis 11 Uhr nachts dauerte. Nach Informatiot
von bulgariſcher Seite wurden die Grenzfrage und
übrigen Fragen erörtert. Jede Partei entwickelte ihr
Standpunkt, ohne bisher von ihren Vorſchlägen abzugeh=
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, den 10. September.
Fauſt.
Erſter Abend.
W-l. Während die Fauſt=Tragödie in voriger Saiſon
nicht zur Aufführung gelangt iſt, erſcheint ſie in der
gegen=
wärtigen ſchon zu Anfang auf dem Spielplan, was wohl
darin begründet iſt, daß die umfangreichen Vorbereitungen
und Proben am beſten in die Ferienzeit verlegt wurden.
Für die Aufführung des erſten Abends, die
bekannt=
lich mit der Hexenküche abſchließt, war ein ganz neuer
ſzeniſcher Rahmen geſchaffen worden. Die Szene des
Vorſpiels auf dem Theater war ganz realiſtiſch als ein
mit Verſatzſtücken, Kuliſſen und Geräten verſehener
Requiſitenraum der Bühne gedacht, in dem die drei
Per=
ſonen ein zwangloſes Geſpräch führen. Sehr feierlich war
die Szene des Prologs im Himmel, in der ſich die
Licht=
geſtalten der drei Erzengel von dem dunklen Hintergrunde
wirkungsvoll abhoben. Außer ihnen war auf der Bühne
nichts ſichtbar, auch auf eine ſymboliſche Andeutung des
Herrn hatte man verſtändiger Weiſe verzichtet. Das
Stu=
dierzimmer Fauſts iſt ein gewölbter, dunkler Raum, bei
deſſen Ausſtattung mit „Urväter Hausrat” man ſparſamer
geweſen war, als früher. Die „Flammenbildung” des
Geiſtes war mit großem Apparat in Szene geſetzt, die der
ſonſtigen Zurückhaltung in ſzeniſchen Dingen nicht ganz
entſprach. Die neue Oſterſzene iſt wohl etwas zu kahl und
grau; anſtatt der grauen Mauerwand zur Linken des
großen Baumſtumpfes, aus dem wie aus Tannhäuſers
Pilgerſtab friſches Grün entſproſſen iſt, ſollte man eine
andere Dekoration wählen die mehr lichte Oſterſtimmung
in die Szene bringt. Das Gewölbe in Auerbachs Keller,
der durch eine Oellampe ſpärlich beleuchtet war, dürfte
dem Original entſprechen, die in nächtliches Dunkel
ge=
hüllte Herenküche erhielt nur von dem Feuerſchein unter
dem Keſſel Beleuchtung.
Die Muſik iſt noch mehr gekürzt worden, und es iſt
zu loben, daß man den melodramatiſchen Teil im
allge=
meinen ganz oder doch faſt ganz fortgelaſſen hat. Dagegen
ſollte man in der Oſterverkündigungsſzene den von Goethe
vorgeſchriebenen Geſängen und dem Glockengeläute noch
zu größerer Wirkung zu verhelſen ſuchen.
Das Vorſpiel machte in ſeiner realiſtiſchen
Durch=
führung einen erfriſchenden Eindruck. Herr Hacker ſprach
die Worte des Dichters mit Wärme und ſchönem Ausdeuck,
recht gelungen war auch der joviale Direktor des Herrn
Harprecht, während Herrn Waſſermanns Organ
für die luſtige Perſon etwas tief geſtimmt iſt.
Den Fauſt ſpielte, wie das letzte Mal, Herr
Bau=
meiſter, der für die Rolle viel künſtleriſche Intelligenz
und impulſives Temperament mitbringt, wenn er auch
bis=
weilen wohl zu viel Pathos entfaltete. Daß der Fauſt des
erſten Abends kein Jüngling mehr iſt, darf man doch nicht
außer Acht laſſen. Die moderne Regie „geht” ja oft über
Komponiſten und Dichter „hinaus” und ſo erſchien Fauſt
auch bartlos, obwohl er zu Mephiſto ſagt: „Allein bei
meinem langen Bart fehlt mir die rechte Lebensart”, welche
Worte natürlich fortgelaſſen wurden.
Den Mephiſto ſpielte erſtmalig Herr Weſtermann,
der ihn mehr als den Schalk, denn als Satan
charakteri=
ſierte. Wir behalten uns vor, ſeine Darſtellung nach dem
zweiten Abend in Zuſammenhang zu beſprechen.
Die Worte des Herrn und des Erdgeiſtes wurden von
den Herren Hacker und Heinz, die der drei Erzengel
von den Damen Alſen, Horn und Doſtal geſprochen.
Herr Knispel zeichnete den trockenen Schleicher
und Stubengelehrten Wagner, wie immer, trefflich. In
der Oſterſzene war inſofern eine verſtändige Neuerung
eingeführt worden, als Herr Thomſen als Bauer das
Lied „Der Schäfer putzte ſich zum Tanz” vor dem Baume
ſtehend zur Fiedel ſingt und nicht, wie früher, beim Tanz,
bei dem den Sängern ſtets der Atem ausging.
Die zechenden Geſellen in der Kellerſzene, die an derber
Realiſtik nichts zu wünſchen übrig ließ, wurde von den
Hrren Weber, Jürgas, Klotz und Schützendorf
geſpielt; der Humor des letzteren war etwas forciert. Man
mußte ſich des Herrn Riechmann erinnern, der zum erſten
Male in dieſem Quartett fehlte und deſſen famoſer Siebel
unvergeßlich bleibt.
Von anderen Rollen ſeien noch der hübſch geſpielte
Schüler des Herrn Schneider und die ſtilvolle Here
des Herrn Eisner erwähnt, während die die
Oſter=
ſzene belebenden Perſonen bis auf einige
Dialekteigen=
tümlichkeiten ihre Stellen gut ausfüllten.
Die Geſtaltung des Bühnenbildes rührt von den
Herren Kempin und Schwerdtfeger her” die
ge=
ſchmackvollen Tänze und Gruppierungen ſind von der neuen
Ballettmeiſterin Frau Hedwig Ehrle einſtudiert.
Das Haus war gut beſucht. Das Publikum verhielt
ſich anfangs etwas reſerviert und ſpendete erſt nach dem
3. Akte lebhafteren Beifall.
Darmſtadt, 11. September
Militärdienſtnachrichten. Freiſe, Oberſt 1
Kommandeur des Feldart.=Regts. Nr. 49, Ulm, zum Ko
mandeur der 25. Feldart.=Brigade ernannt. Frhr. v
Buddenbrock, Kommandeur der 25. Feldart.=Briga
zum Kommandeur der 1. Garde=Feldart.=Brigade ernan
Ritter und Edler von Loeßl, Major beim Stabe
Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23, mit der Führung
Königs=Ulanen=Regiments Nr. 13 (Hannover) beauftre
Major Frhr. von Bellersheim, Ulanen=Regim
Nummer 213.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
Seite 7.
tr. 9, zumn Stabe des Garde= Dragoner Reginents Nr. 23
erſetzt. Keim, Hauptmann im Generalſtabe der 25.
Di=
iſion, zum Major befördert. von Aulock, Major beim
Stabe des Feldart.=Regts. Nr. 25, zum Kommandeur des
eldart.=Regts. Nr. 76 ernannt. Graf von
Limburg=
ztirum, Oberleutnant im Leib=Dragoner=Regiment
tr. 24, zum Rittmeiſter befördert. Frhr. von
Preu=
chen, Oberleutnant im Garde=Dragoner=Regiment
tr. 23, unter Beförderung zum Rittmeiſter zum
Brigaoe=
djutanten ernannt. Broicher, Oberleutnant im
arde=Dragoner=Regiment Nr. 23, zum Rittmeiſter beim
ſtabe des Regiments ernannt. Zu den neuen
Regimen=
rn Jäger zu Pferde verſetzt wurden aus dem
Garde=
ragoner=Regiment Nr. 23: Oberleutnant Frhr. von
iſſing und Leutnant von Fiſcher, aus dem
Leib=
ragoner=Regiment Nr. 24: Rittmeiſter von Platen,
berleutnant von Kaulla, Oberleutnant von Roéll.
eutnant Frhr. von Rotenhan im Garde=
Dragoner=
egiment Nr. 23, zum Oberleutnant befördert.
on Schröter, Hauptmann im Leibgarde=Inf.=Regt.
r. 115, in das Inf.=Regt. Nr. 168 verſetzt. Freyer,
berleutnant im Dragoner=Regiment Nr. 14 (Kolmar),
das Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24 verſetzt. Frhr.
on Brandenſtein, Major und Kommandeur des
arde=Dragoner=Regiments Nr. 23, zum Oberſtleutnant
fördert. Wittich, Oberſtleutnant beim Stabe des
nf.=Regts. Nr. 163 (Neumünſter), in gleicher Eigenſchaft
das Lothringiſche Inf.=Regt. Nr. 158 (Paderborn)
erſetzt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Sept. In der letzten Nacht verſuchten
ei Einbrecher in die Wohnung des Kriminalſchutzmanns
oß in der Lachmannſtraße Nr. 2 einzudringen.
er Beamte erwachte und feuerte drei Schüſſe ab, die
mtlich den 20jährigen ſtellungsloſen Kontoriſten Erich
eſſe trafen, der ſchwer verletzt wurde. Die beiden
an=
eren wurden von Paſſanten ergriffen.
* Achern (Baden), 10. Sept. Seitens einer
national=
beralen Vertrauensmännerverſammlung wurde geſtern
r den 8. badiſchen Reichstagswahlkreis der Landwirt
nd Metzgermeiſter Unſer von Muggenſturm als
Kan=
idat für die Reichstagserſatzwahl
auf=
ſtellt.
* Braunlage a. Harz, 10. Sept. Heute morgen wurde
r Gaſtwirt und Schlächtermeiſter Karl Schröder in
iner Gaſtſtube erſchoſſen aufgefunden. Sein
ortemonnaie, das 100 Mark enthalten hatte, lag leer am
oden. Der Verdacht der Täterſchaft richtet ſich gegen
ei junge Leute von 20 und 24 Jahren, die in der
Gaſt=
rtſchaft während der ganzen vergangenen Nacht kneip=
Beide ſind verſchwunden.
* Königshütte, 10. Sept. Der Magiſtratsaſſeſſor Reſch
und ſeine Gattin, die am Sonntag in unvorſichtiger Weiſe
die ruſſiſche Grenze betraten und von Grenzkoſaken
ver=
haftet worden waren, ſind wieder freigelaſſen
worden,
* Bad Salzbrunn, 10. Sept. Der Kaiſer
ge=
denkt ſich heute nachmittaa im Sonderzug nach Kobier
zu begeben, von da nach Schloß Promnitz und dann
wei=
ter teils im Sonderzug, teils im Automobil nach Salza,
Grätz, Cadinen, Preyl und Rominten. Im Gefolge
wer=
den ſich befinden Hofmarſchall Graf von Platen=
Haller=
mund, General à la suite v. Chelius, Flügeladjutant
Oberſtleutnant v. Mutius, Leibarzt Oberſtabsarzt v.
Nied=
ner und der Vertreter des Auswärtigen Amtes, Wirkl.
Geh. Rat v. Treutler.
— Paris, 10. Sept. Zwei junge Mädchen im Alter
von 13½ und 14 Jahren, welche mit einem 28jährigen
Kammerdiener von Charlottenburg entwichen waren,
wurden in Schutzhaft genommen. Die eine hatte
das Sparkaſſenbuch ihres Vaters mit über 1100 Mark
mit=
genommen. Das Geld war ſchnell ausgegeben. Die
Mädchen wurden feſtgenommen, als ſie ſchreiend hinter
ihrem männlichen Begleiter herliefen. Der Kammerdiener
wurde in Haft behalten.
Revolverattentat im Gerichtsſaal.
* Plauen (Vogtland), 10. Sept. Der
Kraftwagen=
führer Klausnitzer, der wegen Widerſtand und
an=
derer anläßlich einer Pfändung begangener Vergehen vor
dem Schöffengericht ſtand, gab mehrere
Revolver=
ſchüſſe auf die Zeugen im Zuſchauerraum ab. Der
Hauptbelaſtungszeuge Steinbach iſt anſcheinend leicht am
Halſe verletzt worden. Der Täter wurde nach heftigem
Widerſtande abgeführt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Mundwasser
G
Im Morgen=Sonnenglanz
radle oder wandere durch die Landſchaft in Freiheit und
Glück. Dein iſt die Welt, der Frohſinn obenauf!
Ueber=
müdung, Abgeſpanntheit, Reizbarkeit bekämpfſt Du durch
die echten Kola=Paſtillen „Dallkolat”. 1 Schachtel
Dall=
kolat Mk. 1.— in Apotheken und Drogenhandl. (I,18827
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sind unsere Spezial-Preislagen für gediegen gearbeitete,
formvollendete, komplette Ausstattungen. Wir bieten
darin eine großartige Auswahl bei billigsten Preisen und
bitten Interessenten, sich durch einen unverbindlichen
Besuch unserer Ausstellungsräume davon zu überzeugen.
Gebrüder Fischer
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Für Hausfrauen bietet ſich in Darmſtadt bei F. B.
25 Grodhaus, Seifenfabrik, am Weißen Turm, ſehr
günſtige Gelegenheit, billige Kerzen einzukaufen indem
dieſe einen großen Poſten beim Guß wenig beſchädigte
Elektra=Kerzen erworben hat und ſehr billig abgibt.
Da Elektra=Kerzen ſehr ſparſam brennen, ein äußerſt
intenſives Licht geben, nicht rinnen und nicht riechen, ſo
ſehe man genau auf die Marke Elektra, die jedes Paket
tragen muß, ſowie auf die Firma Franz Kuhn, chemiſche
Werke, Nürnberg.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Teiltief, das geſtern von Norden her nach
Nord=
deutſchland ragte, hat ſich weſentlich verſtärkt und etwas
oſtwärts verlagert. In ſeinem Bereich fielen in
Deutſch=
land verbreitete Niederſchläge. Ueber Island dringt eine
ſtarke Depreſſion vor, doch werden wir morgen auf der
Rückſeite des öſtlichen Tiefs unter den von England her
vordringenden hohen Druck kommen und Beſſerung des
Wetters erwarten können.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
11. September: Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken,
et=
was wärmer.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhe
(Ab. C): „Fauſt” (zweiter Abend).
Vortrag von Profeſſor D. Dr. Weinel von 4½—6 Uhr
im Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule (
Lehrer=
verein).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Oito Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Todes=Anzeige.
Im Sanatorium Schömberg bei Wildbad verſchied am 8. September nach langem, ſchwerem
Leiden ſanft unſer lieber Bruder, Schwager und Onkel, der
(18868
B3
chene Jastiaar Karfkois
Oberamtsrichter i. P.
wovon wir tiefbetrübt auf dieſem Wege Verwandten, Freunden und Bekannten Kenntnis geben.
Darmſtadt, Worms, Frankfurt, Hamburg und Berlin, den 11. September 1913.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Louise Becker, geb. Kolb,
Paul Kolb,
Engelbert Kolb,
Prof. Dr. Ad. Kolb,
Prof. Dr. Fritz Becker.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. September, nachmittags um 4 Uhr, vom Portale des
Darmſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme anläßlich des Hinſcheidens
unſeres innigſtgeliebten und unvergeßlichen Gatten,
Vaters, Bruders, Onkels und Schwagers (18886
Herrn
Heinrich Strauss
Inhaber der. Firma Wolf Strauss
ſagen wir hiermit auf dieſem Wege aufrichtigſten
Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Frau Recha Strauss, geb. Strauss
nebst Kindern.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., Chicago,
den 8. September 1913.
mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmii
s DDarmſtädter Taablatte
erſcheint vom 1. Oktober an
ſiebenmal wöchentlich. —
e
M
n ſucht von einem
unge Frau Selbſtgeber einige
undert Mark zur Bezahlung von
berichtskoſten. la Sicherheit zur
Zerfügung. Offerten unt. P 37
n die Expedition ds. Bl. (*8244
Penſionsinhaberin ſucht gebild.
Teilhaberin
rit Kapital zur ſpäteren event.
Ulleinübernahme. Off. unt. P 29
n die Exped. ds. Bl.
(B18849
v. Selbſt=
600 Mk. Darlehen geberauf
1 Jahr umgehend geſucht. Offert.
unter N 76 an die Exp. (18326a
arlehen geg. Ratenrückzahlung.
Schnell — reell — diskret.
W. Schuchmann, Stiftſtr. 46. (*8265ds
1. Hypolh.,
10000 Mk., von pünktl.
Zinsz. für Ende Sept. geſucht. Off.
unter N 75 an die Exp. (18327a
CPapezieren, Rolle 30 Pfg. Georg
(*8272ds
Dieter, Lichtenbergſtr. 75.
finden ſtreng
diskr. liebevolle
Aufnahme bei
Damen deutſcher
Heb=
amme a. D.;
kein Heimbericht, kein Vormund
erforderlich, was überall unum=
(VII, 16524
gänglich iſt.
Witwe L. Baer, Nancy
(Frankreich), Rue Paſteur 36.
Gehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zylinder zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10999a
Hühner, 1 Hahn (1912er) zu
prachtvoll. Tie
12 verkaufen. Näheres Magda=Kasser. Boxel billig zu verkau
lenenſtraße 1, parterre.
(*8295
abe noch 11 Woch. alte rebhf.
Hühner billig abzugeben
B18879)
Beſſungerſtr. 76.
Schöne Ferkel
zu verkaufen. Ruthsſtr. 14. (*8247
Kl. deutſcher Pinſcher, glatth.,
ſchwarz u. braun, ſehr
wach=
ſam u. reinlich, billig zu verkaufen.
Zu erfr. in der Expedition. (*8237df
Kleine Bachgaſſe 10.
(*8220
Ein kräftiges junges
3e
(r5
Zugpferd
mit Geſchirr zu kauf. geſ. Gefl.
Off. u. P 43 a. d. Exp. (*8256
Ein junger, weißer Ziegenboch
(Plattkopf) zu verk. Arheilgen
Frankfurterſtraße 26.
(18573a
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
Weiblich
Dame ſucht Schreibarbeit, die
da=
heim verrichtet werden kann.
Gefl. Off. u. P 48 an die Exp. (*8268
In Knabenanzügen, Ausbeſſern,
ſowie Bügeln recht geübte Frau
hat noch Tage frei, pro Tag
1,80 Mk. Karlſtr. 26, Mſd. (*8273di
Schriſtl. Arbeit von Dame geſ.
Gefl. Off. u. P 36 Exped. (*8238dsi
In
Erfahrene
Schneiderin
für jede Damen=Garderobe, auch
Schneiderarbeit, Jacken u. Mäntel,
garantiert für eleganten guten Sitz,
auch bei nicht normalen Figuren,
ſucht noch Kunden in u. außer dem
Hauſe. Off. u. P 31 Exp. (*8226
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ſich in u. auß. dem Hauſe. (*7963id
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Näh. perfekt. Gefl. Off. an Seb. Martin,
Unter-Schönmattenwag. (18744mdf
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Putzen. Pohl, Sackgaſſe 2. (*8192md
17 Jahre alt,
Waise, ſucht als
Stütze Stellung bei
alleinſtehen=
der Dame oder in beſſerem
Haus=
halte; es wird nur auf gute
Be=
handlung geſehen. Mädchen kann
kochen, nähen, bügeln und war
bereits 1½ Jahre in feinem
Haus=
halte tätig. Offerten unter P 13
an die Exped.
(18778mdf
Nette Landmädch. ſuch. in
Darm=
tadt Stellen. Fr. Berta Nebling,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Ludwigſtraße 8.
(*7987imd
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über=
nimmt für nachm.
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arbeiten. Off. u.
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karte 744 Darmſtadt. (*8113df
Jg. Frau ſucht morg. 2u. mit. 2 St.
Laufd. Pankratiusſtr. 23, III.r.
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Stunden des Tages Beſchäftigung,
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Weißnähen, Ausbeſſern u. Bügeln,
würde auch Krankenpflege
über=
nehmen. Gefl. Offert. unt. P 30
an die Expedition ds. Bl. (*8229
Eine aus guter Familie ſtamm.
im beſten Alter ſucht
Frau Stelle in einem
frauen=
loſen Haushalt, im Kochen wie
Hausarbeit perfekt. Näh.
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bergerſtraße 31.
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auf 15. Sept. oder 1. Okt. Stelle.
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die Expedition erbeten.
(*8250
Alleinmädch., Hausmdch, Kinderfrl.,
auch nach ausw., ſ. Stellg. Karolina
Beck, gewerbsmäßige
Stellenver=
mittlerin, Eliſabethenſtr. 22, II. (*8277
äfwa ſucht für 1. Oktober Stelle=
Rtütze bei einzelner Dame oder
kinderloſem Haushalt. Zu erfragen
Weyprechtſtraße 14.
(18843dfs
2 „
2
rüt junge Dame
wird Gelegenheit zur weiteren
Ausbildung
im Haushalt u. geſellſch. Formen
in gutem Hauſe bei vollem
Fa=
milienanſchluß aupair oder event.
gegen mäßige Vergütung geſucht.
Off. erb. u. P. 15886 an
Haasen-
stein & Vogler, A.-G., Frankf. a. M. (II, 1884
Gut empf. Frau geht waschen
u. putzen, n. auch Laufſt. Gute Zan.
Wendelſtadtſtr. 51, Hths. pt. (*8266
Stellen ſuchen: Herrſchaftsköch.
außerh. u. mehr. gut empf. Landm.
z., 1. Okt. als Haus= oder Allein
mädchen durch Johannette Weiss
mantel, gewerbsmäßige
Stellenver=
mittlerin, Karlſtr. 30, Tel. 1909. (*8268
Unabhängige ältere Frau im
Kochen und aller Hausarbeit tücht.
ſucht Stelle zur Führung des
Haushaltes. Gefl. Offerten unt.
P 47 an die Expedition. (*8271
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reſp. Arbeit, egal welcher Art, per
ſof. bei beſch. Anſprüchen. Off.
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38 J., verh., ſ. erfahr., befäh. Kaufm.
m. j. Art Buchf., Bilanzw., Statiſtik,
Rentbl.=Ber., Kaſſe=, Bank=,
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Donnerstag, Freitag u. Samstag
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Posten Juch-Kimonos
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schwarz u. farbig (Wert bis Mk. 25.—) . Stück 11.50,
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i. gr. Anza
werbsmäßig
Eliſabethenſt
In einfacht
halt br
d
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geſucht
ſchlafen
In k
Alleint
niſſen
*8286)
Mäd
ſofort
Zu
wird
ein durc
5
Buchh
U1
(perfekt
ſchinenſch
Zeugni
ter Angabe d
unter E
dieſes
Auf
für die R
graphiekund
mit Gehaltsan
an die Expediti
Intelligent
Beſuche beſſere
für ſofort geſuch
*8221)
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Geör
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Markk 2
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Mert
9
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anſpr. unt. P 32 Exped. (*8223
Tüchtige ſolide Verkäuferin
die etwas Hausarbeit übernimmt,
Schweinemetzgerei geſucht. Gefl.
Off. u. P 53 an die Exp. (*8302ds
Redegewandte Dame zum Ver
kauf ein. neueren Artikels geſucht.
Louiſenſtr. 6, II.
(*8299
Tücht. Arbeiterinnen geſ.
Kon=
fektion, Schuchardſtr. 18. (*8121md
Geübte Weißstickerin
gesucht. Probearbeit iſt mitzubr.
Obere (*8290
C. F. Erb Nachl., gisabeihenstr.
Lehrmädchen
mit gut. Schulzeugn., gegen ſofort.
Vergütung geſucht.
(*8289dfs
A. Anton, Küchen=Magazin,
Eliſabethenſtr. 1.
Zum 1. Okt.
Hausmädchen
ein
geſucht, das etwas nähen und
bügeln kann.
*8179mdfs
Offerten unter P 26 an die
Expedition dieſes Blattes.
Sauberes Lehr= u. Laufmädchen
geſucht. Blumengeſchäft Wenz,
Eliſabethenſtr. 17. (*8239
Mädchen
(*8222
aus gutem Hauſe kann das Nähen
unentgeltlich erlernen. Näh- und
Zuschneideschule, Wendelstadtstr. 1
Fleißiges, ehrliches Mädchen
für alle häusl. Arbeiten per 1. Okt
geſucht. Gute Behandlung zugeſich
*8018imd)
Schulſtraße 8, 1. St.
Mädchen, welche kochen können
gute Zeugniſſe beſitzen, erhalten
recht gute Stellen. Beiköchinnen,
Küchenmädchen können kochen
lernen. Frau Berta Neßling,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Ludwigſtraße 8.
(*7988imd
Tüchtiges Mädchen, das gut
kochen kann und alle Hausarbeit
verſteht, per 1. Oktober geſucht.
Frau Rittershaus, (18826mdf
Ernſt=Ludwigſtraße 26.
am o. Mädchen,
Aeltere lau ſelbſtändig
im Kochen und Hausarbeit, als
einf. Haushälterin in kleine ruhige
Familie geſucht bei gutem Lohn.
Näh. Heinrichſtr. 105, pt. (*7991id
Junges ehrliches Mädchen, das
etwas kochen kann, ſofort geſucht.
Roßdörferſtraße 40.
(18687ids
Solides, fleißiges Mädchen
per 1. Okt., event. früher zu
kinder=
loſem Ehepaar geſucht.
Vorzu=
ſtellen abends von 6—8 Uhr
Heinrichſtraße 158, III. (18855dfs
Tücht. Servierfräulein geſucht
*8242) Obergaſſe 3 (Ratskeller)
Braves, ſauberes Mädchen per
1. Oktober geſucht.
(*8233
Frankfurterſtraße 53, 1. Stock.
Geſucht: Leinſ. Haushälterinnen
z. einz. Herrn, beſſ. u. einf. Allein=,
Haus= u. Kindermädchen. Emma
Frank, gewerbsmäßige
Stellenver=
mittlerin. Karlſtr. 31.
(*8281
Suche für Haushalt von 2 Damen
ein beſſeres Mädchen. Eintritt
ſofort oder 1. Oktober. Gute
Zeug=
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3½ Deutſche Reichsanl. . 84,00
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do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,50
3½ do. Conſols . . . 83,90
74,50
3
do.
do.
Bad. Staatsanleihe . . 97,70
92,20
do.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,00
82,70
do.
3½
73,70
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,60
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,10
4 do. do. (unk. 1918) 96,25
3½
82,30
do.
5
71,70
do.
3 Sächſiſche Rente
75,30
-
4 Württemberg unk. 1921
3½
do. v. 1875 92,20
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 97,00
1¾ Griechen v. 1887 . 57,80
4 Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrent: 85,40
4 do. Goldrente . . . 90,80
do. einheitl. Rente . 81,70
3 Portug. unif. Serie I
3 do. unif. Ser. III 64,75
3 do. Spezial .. . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 .
do.
v. 1890 .
do.
v. 1905 . . 87,80
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,10
4 do. v. 1902 . . . . 91,29
4½ do. v. 1905 . . . . 99,8
3½ Schweden . . . . . . 88,50
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 79,00
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 85,00
4 do. Staatsrente. .
Z1
InProt.
5 Argentinier . . . . . . 99,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,20
41
do.
91,60
4½ Japaner . . . . . .
5 Innere Mexikaner . . . 76,75
do.
4 Gold=Merikanerv. 1904 76,40
5 Gold=Merikaner . . ..
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5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 96,85
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41
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Nationalb. für Deutſchl. 116,25
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,70
6,95 Reichsbank . . . . . 134,25
7 Rhein. Kreditbank. . .127,10
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S.15— 19, 21—26 93,50
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3½
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S. 12, 13, 16 . .
96,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . .
96,60
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84,20
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(unk. 1917) . 93,80
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N§ 104.
Donnerstag, 11. September.
1913.
Bekanntmachung.
Auf Grund der §§ 105b Abſatz 2 und 105e Abſatz 1 der Gewerbeordnung und
§§ 146 der Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung beſtimmen wir hiermit
iter Abänderung der ſeither gültigen Beſtimmungen für die Gemeinde Arheilgen
it Wirkung vom 1. Oktober 1913 an folgendes:
Der Verkauf von Fleiſchwaren und die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen
id Arbeitern in offenen Verkaufsſtellen darf
an dem erſten Weihnachts=, Oſter= und Pfingſttage nur von vormittags 6 bis
9 Uhr und von vormittags 11 bis mittags 12 Uhr,
an den übrigen Sonn= und Feſttagen nur von vormittags 6 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr
ittfinden.
Wir verweiſen zugleich auf § 105c Abſ. 3 der Gewerbeordnung, welcher
be=
ſtimmt, daß, falls die Beſchäftigung der Gehilfen, Lehrlinge oder Arbeiter an Sonn=
und Feſttagen länger als drei Stunden dauert oder denſelben die zum Beſuche des
Gottesdienſtes erforderliche freie Zeit nicht gelaſſen wird, jeder Gehilfe, Lehrling oder
Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntag volle 36 Stunden oder an jedem
zweiten Sonntage mindeſtens von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends von jeder Arbeit
freizulaſſen iſt.
(18830
Darmſtadt, den 6. September 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
her Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
iden ſich: 1 Pinſcher. 1 däniſche Dogge, 1 Pinſcher (zugelaufen).
ie Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
isgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
idet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(18854
Mete
Bekanntmachung.
Wir ſehen uns veranlaßt, die nachſtehenden Beſtimmungen der
chlacht= und Fleiſchverkaufsordnung für die Haupt= und
Reſidenz=
idt Darmſtadt vom 25. Juli 1907 und 10. Juli 1912 wiederholt zu
röffentlichen.
Darmſtadt, den 9. September 1913.
(18872ds
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
VI. Beförderung von Fleiſch.
§ 22. Zur Beförderung des Fleiſches und der Sulzerwaren
m Schlachthofe nach den Verkaufsſtätten dürfen nur reinliche und
lſtändig geſchloſſene Wagen und Karren verwendet werden.
Werden bei der Einfuhr von Fleiſch in die Stadt Darmſtadt
ine derartig geſchloſſenen Fleiſchwagen benutzt, ſo iſt das Fleiſch
it einem reinen waſchbaren Tuch zu bedecken, über welches
nötigen=
ls zum Schutze gegen Näſſe noch ein reines waſſerdichtes Tuch zu
gen iſt. Ebenſo darf das Fleiſch bei Beförderung auf Wagen nicht
verhängen oder ſonſt der Gefahr der Beſchmutzung ausgeſetzt ſein.
Wagen, welche nicht ausſchließlich zur Fleiſchbeförderung dienen,
irfen hierzu nur in reingehaltenem Zuſtand und nur unter der
edingung benützt werden, daß das Feiſch in beſonderen Behältern
er Einſätzen untergebracht und in reine Tücher gehüllt wird. Der
eichzeitige Transport von lebendem Vieh und Fleiſch auf ein und
mſelben Wagen iſt verboten.
Behälter und Gefäße, welche Schlachtprodukte enthalten, dürfen
ur dann unter den Wagen befeſtigt werden, wenn ſie ſtaubdicht
ſchloſſen ſind.
Für mitfahrende Perſonen ſind die Sitze derart anzubringen,
iß eine Berührung mit dem Fleiſch ausgeſchloſſen iſt.
Das Mitnehmen von Hunden auf den zur Beförderung von
leiſch und Fleiſcherwaren dienenden Fahrzeugen iſt verboten.
§ 23. Fleiſchwaren (einſchließl. Wild, Geflügel und Fiſchen),
elche in Körben, in Mulden oder auf andere Weiſe durch die Stadt
fördert werden, müſſen mit reinlicher Bedeckung verſehen ſein.
Das Tragen dieſer Waren auf den Fußſteigen, ſowie das
auchen während der Beförderung des Fleiſches iſt verboten.
§ 24. Perſonen, welche Fleiſch= und Fiſchwaren befördern,
üſſen reinlich gekleidet ſein.
§ 30. Zuwiderhandlungen gegen die Beſtimmungen dieſer
olizeiverordnung werden, inſoweit nicht in beſtehenden geſetzlichen
forſchriften eine andere Strafe angedroht iſt, mit Geldſtrafe bis zu
Mark beſtraft.
Verſteigerungs-Anzeige.
vonnerstag, den 11. Septbr. 1913, nachm. 4 Uhr,
erſteigere ich im Saale der Ludwigshalle, Obergaſſe dahier,
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geben.
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richten.
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fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
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Darmſtadt, 8. September 1913.
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vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
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Darmſtadt, 9. September 1913.
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Donnerstag, 16. Oktober I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
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I 631 1356
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ſtraße
garten Nr. 13,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K65/13
verſteigert werden.
Darmſtadt, 10. September 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
J. V.: Ganß, (V,18870
älteſter Gerichtsmann.
n unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Unikum=Fahrradwerke und
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Julius Lutz, Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt.
Die Vertretungsbefugnis des
Dagobert Szamatolski in
Frank=
furt a. M. iſt beendet.
Die Liquidation iſt beendet und
(18829
die Firma erloſchen.
Darmſtadt, 8. September 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
In unſer Genoſſenſchaftsregiſter
wurde heute bei der Abfuhranſtalt
E. G. m. u. H. in Arheilgen
ein=
getragen:
Die Genoſſenſchaft iſt durch
Be=
ſchluß der Generalverſammlung
mit Wirkung vom 15. Juli 1913
aufgelöſt. Die bisherigen
Vor=
ſtandsmitglieder Georg Benz IX
und Georg Appel II. in Arheilgen
(18874
ſind Liquidatoren.
Darmſtadt, 5. September 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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Friedberger Bürgermeiſters Johann Volhard. Ein Beitrag zur
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ſchichte des 30jährigen Krieges. — Dr. Hermann Bräuning=Oktavio:
Profeſſor Dr. Karl Hattemer f. — Dr. Heinrich Dübi: Johann Heinrich
Merck u. Bern. Ein Beitrag zu Goethes Schweizerreiſe vom Jahre 1779.
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Nach Tagebuchaufzeichnungen und Briefen der Jahre 1810—1814. —
Dr. J. Girgenſohn: Zum Aufſatz über die Familie von und zu Gilſa
in Livland und Eſtland. — Regierungsrat Dr. Viktor Würth: Wappen
blühender heſſiſcher Bürgergeſchlechter. Mit 3 Abbildungen. — Kleine
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
Nummer 213.
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Mittwoch, den 17. September, 8 Uhr,
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Etude, Berceuse, Valse, Ballade
As-
dur. Koczalski: Images fugantes.
Schubert: Tema con variazioni.
Schumann: Arabeske,
Traumes-
wirren. Scarlatti: Sonate D-moll.
Liszt: La Campanella.
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2. Abend: tember, 8 Uhr:
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unter der Chiffre einzureichen, da
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Beloh=
nung abzugeben Roßdörferſtraße
Nr. 71, I., bei Weitz.
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Mk. bei L. Stilling Wwe.,
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Donnerstag, den 11. Sept. 1913.
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Fauſt.
Tragödie von Goethe.
Muſik von Eduard Laſſen.
Zweiter Abend.
Der Tragödie erſter Teil
(II. Abteilung) in 3 Akten.
Spielleiter: Hans Baumeiſter.
Muſikaliſcher Leiter: Erich Kleiber=
Perſonen:
Fauſt
Hs. Baumeiſter
Mephiſtopheles . Kt. Weſtermann
Margarete, ein
Bürgermädchen. Käthe Meißner
Valentin. ihr
Bru=
der, Soldat
Kurt Ehrle
Frau Marthe, ihre
Minna Müller=
Nachbarin. .
Rudolph
Lieschen, ein and.
Bürgermädchen. Käthe Gothe
Ein Bürger . . Frz. Herrmann
Böſer Geiſt . . Herta Alſen
Erſte
Frieda Herbach
Zweite
Hexe . Käthe Müller
Claire Senten
Dritte
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
Ma=
ſchineriedirektor. E. Schwerdtfeger.
Nach dem 2. Akte findet eine Pauſe
von 20 Minuten ſtatt.
Preiſe der Plätze (Gew.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.90 ℳ, 6.—8.
Reihe 2.35 ℳ Proſzeniumsloge
6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Bal=
konloge 5.20 ℳ, I. Rang 4.70 ℳ
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.70
7. u. 8. Reihe 2.15 ℳ, I. Galerie
1.35 ℳ, II. Galerie 75 ₰.
Ende 10½ 1
Anfang 7½ U.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6½ U. an
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Freitag, 12. Sept. 5. Ab.=Vſt.
D 1. „Die ſchöne Helena.”
Kleine Preiſe. Anfang 7½ Uhr
Samstag, 13. Sept. Keine
Vor=
ſtellung.
Sonntag, 14. Sept. 6. Ab.=Vſt
D 2. „Lohengrin.” Gewöhnl
Preiſe. Anfang 6½ Uhr.
Montag, 15. Sept. Keine
Vor=
ſtellung.
Dienstag, 16. Sept. 7. Ab.=Vſt
A 2. Neu einſtudiert: Goethe‟
Fauſt=Tragödie. 3. Abend
Der Tragödie zweiter Teil, erſte
Abteilung. Gewöhnl. Preiſe. An
7½ Uhr.
fang 7
Aus dem Spielplan.
Vſt
Mittwoch, 17. Sept. 8. Ab.=Y
B 2. Feſtvorſtellung zur
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Geburtsfeſtes Ihrer Kgl
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Wie wir vergeben unſern
Scnuläligern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
44
Sie war früher alle paar Tage nach der Drewensburg
hinübergefahren. Das hatte ſeit der Begegnung im Walde
argehört. Er muß doch nicht denken, daß er uns mit
ſeinem Dickkopf imponiert, meinte ſie deſpektierlich.
Was mit der Drewensburg geſchäftlich zu erledigen
war machte ſie ſchriftlich ab, und auch das geſchah in
kurzer, knapper Art. Sie ſei nicht wohl, ſchrieb ſie, und
brauche vorderhand erſt einmal etwas Ruhe. Die alten
Dienſtboten verſtanden ſie und unterſtützten ſie bereitwillig
auf ihre Art, indem ſie die Botenfrau von der
Drewens=
burg von jetzt ab ganz kurz abfertigten, Heini ſtets
fern=
zuhalten wußten, wenn ſie da war, und die inneren
Ver=
hältniſſe des Lindenhauſes ſorgſam aus ihren Geſprächen
verbannten. So drang aus dem Leben ſeiner Bewohner
keine Nachricht nach der Drewensburg hinüber — ſie war
boykottiert.
Zeſina rieb ſich ſchadenfroh die Hände. Ich weiß ja,
wie ſie beide, die Großmutter ganz offen, der Alte
wider=
willig und heimlich, aber deſto begieriger gelauſcht haben
auf Nachrichten vom Enkelkinde und unſerem Leben im
Lindenhauſe . . . jetzt mögen ſie zappeln.
Sie ſchrieb auch wegen Hartkopfs nur wenige Zeilen.
Er habe die Abſicht, zu gehen; bei dem ſchlimmen
Ge=
ſundheitszuſtande ihrer Nichte Anita hielt ſie es aber für
bedenklich, ihren alten Freund und Beſchützer ihr jetzt zu
rauben. — Ihr Vetter möge nach ſeinem Gutdünken dar=
rehe e re enter ee
Herrn recht ſehr bitte, würde er ſeiner Pflegetochter
zu=
liebe wohl das Opfer bringen, auf der ungaſtlichen Scholle
der Drewensburg weiter auszuharren.
Und ſie hatte die Genugtuung, daß derſelbe Bote einen
direkten Brief an Hartkopf zurückbrachte, der wieder, wie
damals die Einladung, in verbindlichen Worten, ja direkt
liebenswürdig abgefaßt war. Der Baron bat ihn, zu
blei=
ben, er wünſche durchaus, daß der Vormund ſeines Enkels
in deſſen Nähe ſei. Er habe ſchon ſeit längerer Zeit einen
Bibliothekar und Archivverwalter anſtellen wollen, und
er würde ſich freuen, wenn Herr Hartkopf dieſen Poſten
antreten würde. Wohnen könnte er im Lindenhaus.
Aha! ſagte Zeſina mit Genugtuung, ſehr ſchlau! Da
hätte man ja dann wieder die gewünſchte Verbindung mit
dem Lindenhaus — aber alles indirekt, hinten herum
das gibt’s nicht! Farbe bekennen, liebwerter Vetter.
Und ſie ſchrieb zurück: Hartkopf würde bleiben, aber
ſie hätte ihn ſchon vorher für den Fall, daß der Vetter
ſein Verweilen wünſche, als Sekretär engagiert, und er
würde ihn ihr hoffentlich nicht „ausmieten” wollen.
Anita erfuhr nur gerade die nächſten Umſtände, und
daß Harto bleiben würde.
Es ſcheint, daß Sie nicht ſehr beglückt davon ſind,
meinte Harto vorwurfsvoll, aber mit verſtecktem Lächeln.
Oh, Harto, Sie wiſſen recht gut, daß die Trennung
von Ihnen mir ſehr — ſehr ſchwer geworden wäre. Aber
ich fürchte . . .
Du fürchteſt natürlich mal wieder etwas, Kind, ſchnitt
ihr Zeſina das Wort ab. Wenn du dir nur das
abge=
wöhnen könnteſt, das Fürchten iſt keine Eigenſchaft, die
eine Drewensberg ſich zur Zierde anrechnet,
I. ahiler,
Der Herbſt zog ſacht heran. An den Georginen im
Garten hingen Marienfäden und von den Sommerlinden
ſanken die erſten gelben Blätter auf den Raſen.
Anfang September war Anitas Geburtstag. Sie
hatte Hartkopf auf ſein Wort verpflichtet, ihn niemand,
ſelbſt Heini nicht, zu verraten. Sie wollte ihn ganz ſtill
und ungeſtört verbringen, denn er war einer von den
Tagen,, die die ſchmerzlichſten Erinnerungen an die Zeit
ihres kurzen Glückes für ſie bargen.
Harto drückte ihr am Morgen ſtumm die Hand, ſie
aber ſchlang ihre Arme um ſeinen Nacken und weinte ſich
ſatt an ſeiner treuen Bruſt.
Heini kam und brachte ihr ahnungslos einen Strauß
ſelbſtgepflückter Feldblumen, wie ſo oft. Er liebte es ſehr,
ſchöne Blümchen zu kleinen Sträußchen
zuſammenzu=
binden und ſeine Lieben damit zu beſchenken, und er war
einigermaßen verwundert, daß die Mutter ihn gerade
heute ſo beſonders ſtürmiſch dafür küßte.
Er konnte nicht ſchnell genug von ihr loskommen.
Ich muß gleich wieder fort, Mutti, Ottokar hat ſich wieder
losgeriſſen und aus dem Futterkaſten genaſcht. Das
Bieſt!
Aber Heini, ſolch ein Ausdruck!
Der Stallauguſt ſagt’s doch auch, Mutti, und der
Franz ſagt, er iſt ein nichtswürdiges Karnickel! Und fort
war er, und die Miß rannte verzweifelt hinter ihm drein.
Wenn er nur würde ſein nicks ſo awfully wild,
Maſter Heini! klagte ſie. He is such a darling.
Anita ging in den Park, hinterlaſſend daß man mit
dem Eſſen nicht auf ſie warten möchte. Langſam ſchritt
ſie die einſamen Wege entlang. Es war ſchon kühl in den
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
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Nächten; an den Gräſern hingen ſchwer die Tautropfen,
und ein leichter weißlicher Nebel ſchwebte über den
Raſen=
flächen, auf denen blaſſe Herbſtzeitloſen blühten. Ein
ſcharfer Wind hatte in den letzten Tagen geweht und alles,
was an den Bäumen im Abſterben begriffen war,
herab=
gefegt. Die feuchten Stämme der Buchen glänzten ſchwarz,
wie poliert, und der grüne Moosbelag an ihnen erſchien
wie Patina auf dem dunklen Grunde. Eine herrlich
ge=
wachſene Birke an dem kleinen Teich, auf dem die letzten
weißen Lotosblumen in ihrer Märchenſchönheit
ſchwam=
men, hatte bereits ihr volles Herbſtkleid angelegt. Wie
mit Goldſtücken überſchüttet ſtand ſie in ihrem zartgelben
Blätterſchmuck, die Zweige geſenkt, als ob der Segen
iſſchwer auf ihr laſte.
Herbſt iſt’s! dachte Anita — Herbſt draußen und in
mir. Wie werde ich den Winter ertragen, wenn ich alle
meine Angſt und Sehnſucht in die Wände des Hauſes
bannen ſoll?
An ihrem letzten Geburtstag war ſie auch bereits
allein geweſen, aber da blieb ihr noch der Troſt, ſich am
Grabe ihres Mannes ausweinen zu dürfen. Und daheim
hatte ſie ſich dann, Heini auf dem Schoß, mit Harto in
Er=
innerungen eingeſponnen. Da hatte noch das ſtolze, ſelige
Bewußtſein des ausſchließlichen Beſitzes ihres Kindesl
ſie aufrecht erhalten und ihr Kraft zum Weiterleben
gege=
ben. Was gehörte ihr heute noch? Vom äußere Leben
des Kindes beanſpruchte die Familie ihren Teil, und ſelbſt
ſein Inneres teilte ſie jetzt nicht nur mit Harto, ſondern
auch mit der Tante Zeſina, Ottokar, der Miß, dem alten
Franz, der Mine Köhler und ihrem Mann, ja ſelbſt mit
dem Stallburſchen und den Hühnern im Garten. — Das
Grab ihres Gatten aber war fern in der großen Stadt.
Fremde Hände mußten es heute ſchmücken, die Mutter
Müllern würde es in ihrem Auftrag bekränzen, vielleicht
weinte ſie auch eine Träne der Erinnerung, denn ſie hatte
Auf ihrem Schreibtiſch ſtand ein Karton, der mit der
Poſt gekommen war; er trug den Stempel „Berlin” und
als Abſender die Firma einer bekannten Großgärtnerei=
Erſtaunt betrachtete Anita das Paketchen — ſollte doch
jemand um ihren Geburtstag wiſſen? — Brigitte
viel=
leicht? —— Nein, das war ausgeſchloſſen. Der Tag war
beſtimmt niemand von ihren Berliner Freunden bekannt
Mit einigem Mißtrauen öffnete ſie den Karton. Er
enthielt ein einziges, aber erleſen ſchönes Exemplar einen
prachtvollen Orchideenart mit zartgefärbten, wunderbau
geformten Blüten. Eine Geſchäftskarte der Firma lag
da=
bei mit dem Vermerk: „In Erledigung eines vom
Aus=
lande erhaltenen Auftrages” — ſonſt keine Zeile. Ein
zitternder Schreck durchzuckte Anita. Nun wußte ſie,
von=
wem die Blüte kam. Außer Harto war Eberhardt der
einzige, der ihren Geburtstag wiſſen konnte, denn ihr
Mann hatte in den Ring ſein und ſeiner Frau
Geburts=
datum neben dem Tage ihrer Verlobung eingravieren
laſſen. Und „er” trug den Ring ſicher noch, er hatte ja
geſchworen, ſich nie von ihm zu trennen.
Sie atmete tief auf mit einem Gefühl der Befreiung.
Mit ſcheuen Fingern nahm ſie die Blütenriſpe. Sie war
ſo friſch wie ſoeben vom Stock geſchnitten, ein ſüßer Duft
ſtrömte ihr entgegen. Graziös wie kleine zierliche Vögel
ſaßen die einzelnen Blüten am Stengel, aus ihren Kelchen
ſchienen Märchenaugen ſie zu grüßen. Und ihr Herz floß
über in einem inbrünſtigen Gefühl des Glücks, der
Dank=
barkeit und Seligkeit. Eine Ruhe überkam ſie, unter
deren Wohltat ſie erſchauerte. Sie gab ſich keine
Rechen=
ſchaft über ihre Empfindungen, ſie hütete ſich, mit einem
Gedanken daran zu rühren. Aber ſie fühlte ſich den Reſt
des Tages, als ob ſie Flügel hätte — ſo leicht und froh,
wie ſie ſeit dem Tode ihres Mannes niemals geweſen war=
(Fortſetzung folgt.)
den jungen „Herrn Leutnant” ſehr lieb gehabt. Sie aber,
deren Pflicht und deren Glück es geweſen wäre, heute an
dem teuren Hügel zu knien, weilte in der kalten Fremde.
Noch nie hatte ſie ſo deutlich wie an dieſem Tage
emp=
funden, daß das Lindenhaus ihr noch immer nicht zur
Heimat geworden war und es auch unter den herrſchenden
Verhältniſſen niemals werden würde. Sie kam ſich vor
wie ein Vogel, deſſen eigenes Neſt man grauſam zerſtört
hat, und der ſich nun krank, lebensunluſtig, ſtumpf in
einem anderen Neſt durchfüttern laſſen muß, ſelbſt auf die
Gefahr hin, den rechtmäßigen Beſitzer des Platzes zu
ver=
drängen.
Sie ſetzte ſich auf eine Bank tief im Gebüſch und ſtarrte
mutlos vor ſich hin. Jetzt beſaß ſie nicht einmal mehr die
Kraft des Wunſches, die Feſſeln abzuſtreifen, die ſie ſich
hatte anlegen laſſen. — Stundenlang blieb ſie im Park.
Als ſie endlich zurückkehrte, hatte man nicht allein das
zweite Frühſtück, ſondern ſogar ſchon das Mittageſſen ohne
ſie eingenommen, und Heini kam ihr weinend
entgegen=
geſtürzt und umſchlang ſie feſt mit ſeinen Aermchen.
Wo biſt Du denn. Mutti? — Mir iſt doch ſo bange
ge=
weſen! Und Miß Elſie und ich haben Dich geſucht,
immer=
zu . . . Du mußt doch Heini nicht immer ſo allein laſſen.
Das war ihr herrlichſtes Geburtstagsgeſchenk, daß
ſie erkannte, wie ſie ihrem Kinde tcotz alledem doch nötig
war. Er hing wie eine Klette an ihr, und ſie nahm ihn
auf den Arm, den ſchweren Jungen, und ging mit ihm in
ihr Zimmer und zu ſeines Vaters Bild.
Denkſt Du noch an Deinen lieben Papa, Heini?
Ja, Mutti — und an Onkel Eberhardtchen auch!
Der arme Papa iſt tot, aber Onkel Eberhardtchen wollte
doch kommen, Mutti . . . Wo bleibt er denn ſo lange?
Kannſt Du ihm nicht ſchreiben, daß er kommen ſoll?
Da ſchluchzte Anita laut auf und preßte ihr Geſicht
an die Bruſt des Kindes.
Nummer 213.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. September 1913.
Seite 15.
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Hautcreneen ee 8
Kongreſſe und Verbandstage.
B. P. K. Zu ihrer 14. Tagung trat in der Zeit vom
bis 11. September in der altehrwürdigen Stadt
Nürn=
erg die Allgemeine evangeliſch=
luthe=
iſche Konferenz zuſammen, die ſich die Aufgabe
ellt, die Lutheraner der ganzen Welt, ſoweit ſie auf dem
oden des evangeliſch=lutheriſchen Bekenntniſſes ſtehen, zu
nigen in Bekenntnistreue und in Bekenntnisfreudigkeit.
m Nachmittag des 8. September fand eine geſchloſſene
itzung des engeren Ausſchuſſes und der Vorſtandſchaft
rtt. Am Abend vereinigte ſich aus nah und fern in den
räumigen Sälen des evangeliſchen Vereinshauſes eine
veraus große Zahl treuer Lutheraner zu dem
Begrüß=
ngsabend. Stadtpfarrer Engelhardt=
Nürn=
rg eröffnete namens des Ortsausſchuſſes den
Begrüß=
igsabend mit einem herzlichen Willkommengruß.
Frei=
err v. Pechmann=München ſprach alsbald über
Mehr Laiendienſt, in der Kirche” und führte aus: Wir
aien müſſen uns mitverantwortlich wiſſen und fühlen für
nſere Kirche; nicht Unordnung ſoll herrſchen, ſondern
ge=
eiligte Ordnung. Die Sache der Kirche unſere eigenſte
erzensſache. Wie wir von jedem echten Bürger den „
Bür=
rſinn” verlangen, ſo verlangen wir von jedem echten
aienchriſten lebendigen „Kirchenſinn”. Die Kirche
be=
arf ſolcher Laienmithilfe. Unermeßlich groß ſind ihre
ufgaben. Die Summe der wirkſamen Laienkräfte nach
ahl und Leiſtung müſſen auf den höchſten Stand
ge=
racht werden. Die verfügbaren Kräfte müſſen ſo
ver=
ilt und verwendet werden, daß jeder in dem Höchſtmaß
iner Leiſtung zur Geltung kommt. Dabei gilt es aber,
inlichſt abzumindern das, was man wohl den
Reibungs=
oeffizienten nennt. In der Gegenwart ſind zwei
Irr=
imer beſonders verhängnisvoll. Der eine Irrtum iſt
r, als ob Gott tot ſei, der andere zielt darauf hin, aus
r Kirche einen Sprechſaal ſubjektiver Meinungen zu
achen. Wir Laien müſſen inſonderheit dafür mitſorgen,
aß aus dem Chriſtentum nichts anderes gemacht wird,
as es ſtets geweſen iſt und bleiben ſoll, diejenige
Reli=
on, welche ſteht und fällt mit der gläubigen Aufnahme
r frohen Botſchaft unſeres Heiles in Chriſto.
Da es für den Begrüßungsabend nicht möglich war,
le angemeldeten Redner zu Worte kommen zu laſſen,
beſchränkte man ſich für dieſen Abend auf die
Begrüß=
ngen des Biſchofs D. Dr. v. Scheele aus Visby,
wel=
fer für Schweden ſprach, Konſiſtorialrates
Wilige=
ode=Dorpat für Rußland und Profeſſors
Vau=
er aus Paris für die kleine evangeliſch=lutheriſche Kirche
Frankreich. Das Schlußwort ſprach Geheimrat
Pro=
ſſor D. Ihmels aus Leipzig, der Vorſitzende der
Kon=
renz.
Die gewaltigen Glocken des Nürnberger Domes von
zt. Lorenz luden in der Frühe des 9. September eine noch
rößere Teilnehmerzahl in das prächtige Gotteshaus. Im
ſittelpunkt des liturgiſch ausgeſtalteten Gottesdienſtes
and die glaubenstiefe und bekenntnisfreudige Feſtpredigt
es Profeſſors D. Althaus=Leipzig über Joh. 7,
7—39. Der Feſtprediger gab als Loſung aus: „O du
vangeliſch=lutheriſches Chriſtenvolk, ſuche ſtets die
Lebens=
elle, denn aus ihr fließt die Fülle des Heils und des
gens, aus ihr ſtrömt die Kraft zu allem evangeliſchen
ugen und Wirken.” Kaum war der Feſtgottesdienſt zu
Ende, als der prächtige Rathausſaal der Sammelpunkt
einer ungezählten Schar von Feſtteilnehmern wurde und
der Schauplatz einer von einmütiger Begeiſterung
Zeug=
nis ablegenden Bekenntnisverſammlung. Geheimrat
Ihmels=Leipzig eröffnete die Verſammlung, indem
er hinwies auf den Ernſt der Zeit, in welche dieſe
Tag=
ung fällt, und der Hoffnung Ausdruck gab, daß dieſer
Ernſt auch über allen Verſammlungen ſchweben möge.
Nach einem vom Redner geſprochenen Gebet wurde an
Prinz=Regent Ludwig ein Huldigungstelegramm
abge=
ſandt. Es erfolgte hierauf die Begrüßung durch Se. Exz.
Präſident des prot. Oberkonſiſtoriums D. v. Bezzel=
München namens des Kirchenregimentes, Rechtsrat Dr.
Berghofer Nürnberg namens der Stadt, Geh.
Hof=
rat Profeſſor D. Caſpari=Erlangen namens der
theo=
logiſchen Fakultät in Erlangen. Hierauf erſtattete Geh.
Hofrat v. Zahn=Erlangen ſein zugeſagtes Referat:
„Warum müſſen wir am Bekenntnis
feſt=
halten?” nachdem der Vorſitzende zuvor noch den
Her=
ren innigſt gedankt hatte, welche die Allg. ev.=luther.
Kon=
ferenz ſo warm begrüßt haben, und die Grüße und
Wünſche auswärtiger Kirchenregierungen unter
gleich=
zeitiger Dankeserſtattung bekannt gegeben hatte.
— Köln, 9. Sept. Der 9. Internationale
Altkatholiken=Kongreß wurde heute abend
durch einen Begrüßungsakt in der Leſegeſellſchaft offiziell
eröffnet. Der Vorſitzende des Ehrenausſchuſſes, Pfarrer
Bommer=Köln, begrüßte die Kongreßteilnehmer in
herz=
lichen Worten und gab ſeiner beſonderen Freude darüber
Ausdruck, daß nahezu alle altkatholiſchen Biſchöfe und
viele Glaubensgenoſſen aus allen Ländern, ſowie
zahl=
reiche Gäſte aus den befreundeten Kirchen zur Teilnahme
an den Beratungen erſchienen ſeien. Aus mehreren
Reden erklang die Freude darüber, daß Köln zur
Kon=
greßtagung erwählt worden ſei und daß man ſich auch
von der diesjährigen Tagung eine Förderung der
alt=
katholiſchen Sache verſpreche. Der Vorſitzende des
Orts=
komitees, Pfarrer Bommer, verwies noch darauf, daß der
heutige Kongreß von ganz beſonderer Bedeutung ſei für
den Ausbau einer großen, weltumfaſſenden katholiſchen
Kirche. Weiter ſolle der altkatholiſchen Kirche die Welt
geöffnet werden, wobei nicht vergeſſen werden dürfe
daß dies mit großen Schwierigkeiten und Bedenken
ver=
knüpft ſei.
Handel und Verkehr.
H Frankfurt a. M., 9. Sept. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Der Wochenmarkt blieb wieder ſehr ruhia, doch
iſt Landweizen und Landroggen trotz beſſerer Nachfrage
einzelner Mühlen nicht höher gegen die Vorwoche, da
reichliches Angebot beſtand. Ausländiſcher Weizen in
effektiver Ware reger gefragt, ſpeziell für kleberreiche
ruſſi=
ſche Sorten. Hafer, Mais und Gerſte wenig verändert.
Die Forderungen für Mehl ſind vom Mühlenring wieder
um 25 Pfg erhöht. In Roggenmehl herrſchte ſtärkere
Kon=
ſſumfrage.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt ruhig.
An der Berliner Produktenbörſe war die
Ten=
denz nicht einheitlich. Weizen lag ſchwächer auf die
billi=
gen Auslandsofferten aus zweiter Hand und auf das
wechſelnde Inlandsangebot auf Abladung. Roggen hielt
ſich feſt, da die Mühlen gute Ware ſchlank aufnehmen und
die Verpflichtungen für September noch nicht erledigt ſind,
ferner die ruſſiſchen Offerten nicht ermäßigt wurden.
Ha=
fer war bei wechſelnden, aber ſtärkeren Zufuhren billiger
erhältlich. Nach den letzten Kabelmeldungen von den
amerikaniſchen Getreidemärkten (Neu=York
und Chikago) waren Weizen und Mais ſchließlich
be=
feſtigt auf den hauſſelautenden Bericht des Statiſtikers
Snow, die ungünſtigeren Berichte über den Stand der
Ernte in Miſſouri und die Tätigkeit der Baiſſiers. Die
ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von
44,89 Mill. Buſh. auf 45,32 Mill. Buſh. und die
Mais=
vorräte von 2,61 Mill. Buſh auf 3,21 Mill. Buſh. geſtiegen.
hingegen in Kanada die Weizenvorräte in dieſer Woche
eine Abnahme von 2,64 Mill. Buſh. auf 2,52 Mill. Buſh.
aufweiſen.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen: hieſiger und Wetterauer 20—20,25,
norddeut=
ſcher 20—20,25, kurheſſiſcher 20—20,25, ruſſiſcher 23—24,50,
Kanſas 23—23,25, rumäniſcher 22,75—23,75, Laplata 22,75
bis 23,25, Manitoba 22,75—23,25, Redwinter 22,75—23,25,
Walla=Walla 22,75—23,25; Roggen: hieſiger 16,65 bis
16,75, bayriſcher 16.70—16,75, ruſſiſcher 17,50—18,
rumäni=
ſcher 17,50—18: Gerſte: Pfälzer 16,50—17,25, hieſige
und Wetterauer 16.25—16,75, fränkiſche 17,25—17,50,
un=
gariſche 23—24,50, Riedgerſte 17—17,50: Hafer: hieſiger
16,50—17, bayeriſcher 16,50—17,25, ruſſiſcher 18,50—19,75,
amerikaniſcher 17,50—18, rumäniſcher 18,50—19,50; Mais:
mixed 14,75—15, ruſſiſcher 14,75—15,25, Donaumais 14,85
bis 14,95, rumäniſcher 14.75—15. Laplata 14,75—14,85,
weißer Mais 14,75—15; Weizenſchalen 9—9,25,
Weizen=
kleie 9,50—9.75, Roggenkleie 10—10,50, Futtermehl 12—14,
Biertreber (getrocknet) 12,50—13, Futtergerſte 14—14,25;
Weizenmehl: hieſiges (Baſis ab Mannheim) Nr. 0
31—31,25, feinere Marken 31,25—31,50, Nr. 1 29,50—29,75,
feinere Marken 30—30,25, Nr. 2 28,50—29 feinere Marken
29,25—29,50, Nr. 3 26,50—26,75, feinere Marken 27—27,25,
Nr. 4 22.50—22,75, feinere Marken 23—23,25;
Roggen=
mehl: hieſiges, Nr. 0 25,50—26, Nr. 1 23,50—24, Nr. 2
21,75—22,25.
S. Aus Bremen wird uns geſchrieben: In hieſigen
Handelskreiſen beobachtet man das unfreundliche
Verhält=
nis, das ſich neuerdings zwiſchen den größten
deut=
ſchen Reedereien in Hamburg und Bremen
herausgebildet hat, mit unverhohlenem Mißbehagen. Der
Bremer Handel würde es ungern ſehen, wenn der
Nord=
deutſche Lloyd die ſchon ſeit Monaten vorbereitete Linie
nach Boſton und Neu=Orleans, von der man ſich eine
wün=
ſchenswerte Erweiterung des hieſigen Geſchäfts verſpricht,
lediglich auf die Hamburger Angriffe hin fallen ließe. Dies
um ſo mehr, als die neue Linie auf die dringenden
Wünſche der Bremer hin, und keineswegs in der Abſicht,
andere Reedereien zu verſtimmen, eingerichtet wurde. Der
Hamburger Proteſt käme umſo überraſchender, als man
dort die Einrichtung der neuen Boſtoner Expeditionen der
Holland-Amerika=Linie keineswegs als Eingriff in alte
Rechte anſah. In Bremen hat man jetzt das Gefühl, als
ob man in Hambueg darauf ausgehe, jede Erweiterung des
Bremer Schiffahrtverkehrs, und nicht allein im Atlantiſchen
Ozean, als unerlaubte Konkurrenz anzuſehen. Der
kauf=
männiſche Sinn der Bremenſer hat hierfür kein
Verſtänd=
nis. Um ſo weniger, als die Hamburg-Amerika=Linie ganz
offen gegen das oſtaſiatiſche Geſchäft des Norddeutſchen
Lloyd vorgegangen ſei. Denn das Angebot an die
Reichs=
regierung zur Uebernahme des oſtaſiatiſchen
Paſſagier=
dienſtes ohne Subvention könnte keine andere Tendenz
ver=
folgen, als die Erneuerung der Poſtdampferverträge
zwi=
ſchen dem Lloyd und dem Reich, mit der ſich der Reichstag
im Wiinter zu beſchäftigen haben wird, zu erſchweren.
Die ſchwebenden Streitfragen ſind nach hieſiger Auffaſſung
bei einigem guten Willen leicht aus der Welt zu ſchaffen.
Aber der gute Wille ſcheint nicht auf beiden Seiten gleich
lebendig zu ſein, ſehr zu Schaden des
Wirtſchafts=
ganzen. Denn, ſo hört man mit Recht immer wieder
verſichern, iſt es nicht ein Unheil für das ganze deutſche
Wirtſchaftsleben, wenn die zwei größten Schiffsreedereien
beide an der Spitze der internationalen Bewegung
mar=
ſchierend, beide vortrefflich organiſiert und beide durch
gleich ausgezeichnete Männer geleitet, beide proſperierend
und, ohne einander zu ſchaden, weiteren Aufſchwungs
fähig — ſich auf einen zweckloſen Kampf um die Hegemoniei
einlaſſen?
S
Be
Mer
Man verſuche:
Dr. Oetker’s Gewürz=Kuchen.
das echte Dr. Oetker’s Backpulber iſt 100millionenfach bewährt, und
Dr. Oetker’s Rezepte
ſind in der eigenen Verſuchsküche der Fabrik ſorgfältig ausprobiert. Daher
die ſtändig wachſende Vorliebe der Hausfrauen für Dr. Oetker’s Fabrikate!
Zutaten: 250 g Butter, 375g (*
Pfd.) Zucker, 6 Eier,
das Weiße zu Schnee geſchlagen, 500 g Weizenmehl, 1 Päckchen
von Dr. Oetker’s „Backin”, 1 Teelöffel voll Zimt, 1
Meſſer=
ſpitze voll gemahlene Nelken, 50 g Sukkade, 125 g Korinthen,
3 Eßlöffel voll (50 g) Kakao, ½ bis ¼ Liter Milch.
Zubereitung: Die Butter rühre ſchaumig, gib Zucker,
Eigelb, Milch, Mehl, dieſes mit dem „Backin” gemiſcht, hinzu
und zuletzt den Kakao, die Korinthen, Sukkade, Zimt, Nelken
und den Eierſchnee. Fülle die Maſſe in die gefettete Form
und backe den Kuchen in rund 1½ Stunden.
(II,11387
Anmerkung: Man gibt zu dem Teig ſoviel Milch, daß er dick vom
Löffel fließt.
(I,18834)
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waren die Drüſen im Januar wieder
ſtark angeſchwollen. Auf ärztl.
Rat trank ich Altbuchhorster
Mark-Sprudel Starkquelle
(Jod=Eiſen=Mangan=
Kochſalz=
quelle). Der Erfolg war
über=
raſchend. Schon nach 6 Fl. waren
die Drüſen zu meiner größten
Freude völlig zurückgegangen. Ich
werde den Markſprudel immer
trinken er ſchmeckt prachtvoll, wirkt
appetitanregend,
verdauungför=
dernd und blutverbeſſernd und
be=
kommt mir viel beſſer als Lebertran,
den ich früher trank. H. G.‟ Aerztl
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