Darmstädter Tagblatt 1913


02. September 1913

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176. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Bei der Reichstagserſatzwahl in Landshut wurde
Freiherr v. Aretin (Zentr.) gewählt.
Die Liberté meldet den bevorſtehenden Rücktritt Del=
eaſſes
von ſeinem Botſchafterpoſten in Petersburg.
Nach einer anderen Meldung wird Delcaſſe auf ſeinen
Poſten zurückkehren.
Der Imperator hat am Samstag früh fahrplan=
mäßig
Neu=York verlaſſen.
In Teplitz wurde geſtern der zur Erinnerung an die
Monarchenbegegnung nach der Schlacht bei Kulm er=
richtete
Denkſtein enthüllt.
In Antwerpen wurde geſtern der vierte inter=
nationale
Kongreß für öffentliche Hy=
giene
eröffnet.
Die Gerüchte von einer Kabinettskriſis in Ser=
bien
werden als unbegründet bezeichnet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

fs
Sedan.

** Der Tag, welcher nach dem großen Siege der
deutſchen Truppen über die Franzoſen die Kapitulation
der in der Maas=Feſtung eingeſchloſſenen Armee und die
Gefangennahme Napoleons III. brachte, iſt der einzige
Nationalfeiertag, der heute noch, wo ſchon 43 Jahre über
jene Ereigniſſe hinweggerauſcht ſind, in der Erinnerung
an den Krieg 1870/71 in weiteren Kreiſen begangen wird.
Noch iſt ja das Gedächtnis an die gewaltige Zeit zu le=
bendig
und zu friſch, als daß es verblaſſen könnte, noch
weilen Tauſende der Helden, die ihr Leben einſetzten, um
welſchen Uebermut zu ſtrafen, unter uns, und es wäre un=
dankbar
, ſchon jetzt den Tag, welcher zwar nicht den
Krieg entſchied, aber doch zu einem bedeutſamen Markſtein
in der Weltgeſchichte wurde und durch ſeinen Erfolg die
Siegeszuverſicht des deutſchen Heeres ſtärkte, zu vergeſſen.
Das darf nicht ſein, und wenn es im Laufe des Krieges
auch größere Schlachten gegeben hat, wo die Franzoſen
erheblichere Verluſte erlitten und auf deutſcher Seite der
Gewinn bedeutender war der moraliſche Erfolg, die
Wirkung, die der Tag von Sedan ausübte, wird von kei=
nem
anderen Tage übertroffen. Daß dieſer im Mittel=
punkte
der Erinnerung an die große Zeit ſteht, iſt des=
halb
ganz gerechtfertigt, und man kann es nur gutheißen,
wenn in den weiteſten Kreiſen unſeres Volkes dieſes Ta=
ges
gedacht, wenn an ihm beſonders die Schuljugend mit
ſeiner Bedeutung, wie überhaupt mit dem, was unſere
Väter vor vier Jahrzehnten an Tapferkeit, was das ganze
Volk an Aufopferung geleiſtet, vertraut gemacht wird. In
den jungen Herzen die Vaterlandsliebe zu entfachen, den
Opfermut zu wecken, dazu iſt nichts geeigneter als die Er=
innerung
an Sedan.
Auch in dieſem Jubiläumsjahre der Befreiung Deutſch=
lands
vom Joche der Korſen ſoll der Sedantag nicht ver=
geſſen
werden, ja, in dieſem Jahre erſt recht nicht. Denn
der 2. September 1870 brachte eigentlich erſt die volle Er=
füllung
deſſen, was die Urväter errangen, die ſich wohl
die Freiheit erkämpften, aber nicht die Einigkeit. Wohl
wurde vor hundert Jahren die Macht des Korſen gebro=
chen
, aber deſſen Saat wurde erſt zerſtört und hoffentlich
für alle Zeit vernichtet am Tage von Sedan. Ein Napo=
leon
auf dem Throne Frankreichs hätte Europa ſicherlich
nicht vier Jahrzehnte des Friedens gegönnt, er würde aus
Uebermut, Ruhmſucht oder aus anderen Gründen Deutſch=
land
ſchon längſt wieder den Fehdehandſchuh hingeworfen
und die Friedensgera, unter der ſich die europäiſchen
Staaten wirtſchaftlich und kulturell ſo gewaltig zu ent=
wickeln
vermochten, unterbrochen haben. Deshalb hat der
Sedantag auch einen weſentlichen Anteil daran, daß der
Friede ſolange erhalten blieb und vorausſichtlich auch noch
weiter gewahrt bleiben wird. Nie kann und darf das
deutſche Volk vergeſſen, was ihm dieſer Tag bedeutet und
was es ihm zu verdanken hat.

Der wirtſchaftspolitiſche
Dreibund.

* Nach Anſicht des Hanſa=Bundes, die er durch
eine Mitteilung an die Preſſe kundgibt, bedeutet der er=
folgte
Zuſammenſchluß des Bundes der
Landwirte mit dem Zentralverband deut=

ſcher Induſtrieller und dem ſogenannten Reichs=
deutſchen
Mittelſtandsverband, wie man ihn
auch von der neuen Entente auslegen und beſchönigen
möge, den klaren Uebergang des Zentralverbandes in
das Lager des Bundes der Landwirte.
An der Hand eines geſchichtlichen Rückblickes kommt
der Hanſa=Bund zu dem Schluß, daß ein zwingender oder
nur einigermaßen verſtändlicher Grund für einen ſolchen
Schritt des Zentralverbandes nicht vorhanden ſei. Für
die derzeitigen Schutzzollwünſche der Induſtrie, denen der
Hanſa=Bund niemals entgegengetreten ſei, ſei im Reichs=
tage
auch bei ſeiner heutigen Zuſammenſetzung eine feſte
Mehrheit vorhanden. Auch unſere heutige Zollpolitik ſei
nicht bedroht, es ſei denn vom Bunde der Landwirte,
der den lückenloſen Zolltarif verlange, gegen den ſich der
Zentralverband früher ausgeſprochen habe. Poſitive Vor=
ſchläge
zur Vermeidung und eventuellen Beſtrafung der
Streikerzeſſe ſeien gerade vom Hanſa=Bund auf Grund
der Beratungen ſeines Induſtrierates in praktiſch durch=
führbarer
Weiſe gemacht worden. Der Kampf gegen die
Beſtrebungen der Sozialdemokratie werde geführt werden
müſſen, aber mit anderen Mitteln als mit denen, welche
der ſelbſt den Terror und Boykott betreibende Bund der
Landwirte in Vereitſchaft habe. Die grundlegenden
Ziele aber, zu deren Erreichung der Hanſa=Bund ge=
gründet
worden, insbeſondere die Erringung einer völlig
paritätiſchen Stellung von Gewerbe, Handel und Indu=
ſtrie
gebe der Zentralverband deutſcher Induſtrieller, er
möge dies wollen oder nicht, tatſächlich auf, wenn er ſich
mit den geſchworenen Verteidigern der Vorrechte des
Gloßgrundbeſitzes verbände. Die Leitſätze für die Ar=
beit
des neuen Kartells zeigten kein klares Bild. Und
wie die Organiſation in den einzelnen Kartellen funktio=
nieren
ſolle wie es möglich ſein werde, einen echten
Bündler mit einem Induſtriellen und mit einem Ange=
hörigen
des Handwerks zu dauernder Arbeitsgemeinſchaft
zu vereinigen, bleibe vorerſt noch ein Geheimnis. Aus
den Kräfteverhältniſſen zwiſchen den drei Mitgliedern
der Entente dürfe vor allem ſich ergeben, daß der Zentral=
verband
zu einem vom Bunde der Landwirte abhängigen
Gebilde werde. Die neue Arbeitsgemeinſchaft werde vor
allem einen ſtarken Gegendruck auslöſen, ſie diene nur zu
weiterer Verſchärfung der Gegenſätze.
Zu der Frage dieſes Zuſammenſchluſſes bringen die
den Mitgliedern des Zentralverbandes Deutſcher Indu=
ſtrieller
im niederrheiniſch=weſtfäliſchen Induſtriegebiet
naheſtehenden Weſtfäliſchen Politiſchen Nachrichten, die
Korreſpondenz der nationalliberalen Partei in Weſtfalen,
eine Reihe intereſſanter Ausführungen.
Zunächſt wird die Frage: Was war denn geſchehen?
dahin beantwortet: Die Sache war die: die drei größten
wirtſchaftlichen Verbände, der Zentralverband Deutſcher
Induſtrieller, der Reichsdeutſche Mittelſtandsverband und
der Bund der Landwirte (einſchließlich des Verbandes
chriſtlicher Bauernvereine), ſind übereingekommen, die=
jenigen
Punkte ihrer wirtſchaftlichen Programme, die allen
drei Verbänden ſeit jeher gemeinſam ſind, zwecks nach=
drücklicher
Förderung Hand in Hand zu vertreten. Im
übrigen bleibt jedem einzelnen der Verbände ſeine
Unabhängigkeit und Selbſtändigkeit unbe=
nommen
. Dann werden die in Leipzig auf der reichs=
deutſchen
Mittelſtandstagung aufgeſtellten Leitſätze aufge=
führt
, die mit aller wünſchenswerten Deutlichkeit die
Grundlagen kennzeichneten, auf denen die gemeinſame
Arbeit ſich aufbauen ſoll und die vom allgemeinen Stand=
punkt
aus auch einwandfrei ſind. Zu der Kundgebung
des Bundes der Induſtriellen gegen dieſen Dreiverband
heißt es: Die Zuſchrift zeigt überraſchend, wie vorein=
genommen
die Leipziger Vorgänge beurteilt wurden.
Kurzweg anzunehmen, daß darin nichts anderes zu er=
blicken
ſei als eine ganz einſeitige parteipolitiſche Identi=
fizierung
und Verſchmelzung der drei Verbände geht doch
wirklich nicht an. Das bleibt auch ganz unverſtändlich für
jeden der die Leipziger Verhandlungen verfolgt hat. Wir
ſind überzeugt, daß keiner der drei Verbände ſich
ſelbſt damit irgendwie politiſch aufgeben will
oder auch nur einer dem anderen in die beſonderen In=
tereſſen
, die jedem einzelnen verbleiben, hineinzureden ſich
bemühen wird. Was da geplant und gewollt wird, iſt
lediglich ein einheitliches Zuſammenwirken in ſolchen
Fragen unter deren unvollkommener Löſung Handwerk
und Mittelſtand, Induſtrie und Landwirtſchaft bisher
gleichermaßen zu leiden hatten. Die geplante Gemein=
ſchaftsarbeit
um deswillen zu verwerfen, weil zu ihr nicht
auch andere Organiſationen der einzelnen Stände hinzu=
gezogen
ſind, muß ebenfalls eigentümlich anmuten, ſchon
darum, weil doch nicht das geringſte im Wege ſteht, daß
zandere Organiſationen jene gemeinſchaftlichen Kiele
ebenfalls zu den ihrigen machen. Irgendwie muß doch
auch mit ſolch praktiſcher Gemeinſchaftsarbeit einmal der
Anfang gemacht werden. Hätten die drei in Frage kom=
menden
Verbände warten wollen, bis alle Vertretungen
der drei berufenen Stände unter einen Hut gebracht
waren, ſo würden die Kreiſe, denen es darauf ankommt.
daß endlich poſitive Arbeit geleiſtet wird, hierauf wohl
lange haben warten können. Das Beiſpiel der politiſchen
Arbeit wirkt hier ja abſchreckend genug, gerade was die
Punkte angeht, auf die ſich die Gemeinſchaftsarbeit er=
ſtrecken
ſoll. Weit über das Ziel hinausgehend erſcheinen
uns auch die Gedankengänge, die man im Hinblick auf
die kommenden Handelsverträge im Jahre 1917 kon=
ſtruiert
. Nicht mit einem Wort war in Leipzig davon die
Rede, daß von dem bisherigen Wege des gemäßia=
ten
Schutzzolles abgewichen werden ſoll. Hierfür
dürfte der Zentralverband deutſcher Induſtrieller denn
doch wohl nicht zu haben ſein,

Ganz im Gegenſatz zur Nationalliberalen Korreſpon=
denz
ſchreibt die Altnationalliberale Reichskorreſpondenz
zu dieſem wirtſchaftlichen Dreibund:
Gegen dieſe Leitſätze iſt vom nationallibera=
len
Parteiſtandpunkt aus nichts einzuwen=
den
. Sie entſprechen vielmehr durchaus dem Programm
und dem Wirken der nationalliberalen Partei. Dem Zu=
ſammengehen
von Induſtrie, Landwirtſchaft und gewerb=
lichem
Mittelſtand und dem notwendigen Ausgleich ihrer
oſt voneinander abweichenden Einzelintereſſen iſt die poli=
tiſche
nationalliberale Arbeit, mehr denn die einer an=
deren
Partei, immer gewidmet geweſen. Wir haben kei=
nen
Anlaß, daran zu zweifeln, daß dieſe Auffaſſung von
der Bedeutung unſeres Arbeitgeberſtandes und von der
Notwendigkeit der Wahrung ſeiner Autorität auch heute
noch von der geſamten nationalliberalen Partei geteilt
wird.
Auch der geſchäftsführende Vorſtand des Bundes
der Feſtbeſoldeten beſchäftigte ſich, wie uns ge=
ſchrieben
wird, in ſeiner letzten Sitzung mit dem kürzlich
erfolgten Zuſammenſchluß der drei Verbände. Einmütig
war man der Anſicht, daß die Koalition dieſer ſoziglrück=
ſchrittlichen
Wirtſchaftsverbände geeignet ſei, die ſchon an
und für ſich vorhandenen Gegenſätze zwiſchen Produzen=
ten
und Konſumenten bezw. Arbeitgebern und Arbeit=
nehmern
noch weiter zu verſchärfen. Das wirtſchaftspoli=
tiſche
Programm des Bundes der Feſtbeſoldeten lege die=
ſem
die Pflicht auf, den rückſchrittlichen Beſtrebungen der
drei Verbände durch eine umfaſſende Aufklärungsarbeit
entgegen zu treten. Die Ortsgruppen und Landesver=
bände
des Bundes der Feſtbeſoldeten ſollen daher aufge=
fordert
werden, durch öffentliche Kundgebungen auf die
Gefahren aufmerkſam zu machen, die durch das Bündnis
in ſozialer und wirtſchaftlicher Hinſicht hervorgerufen wer=
den
. Auch in Berlin iſt eine große öffentliche Verſamm=
lung
geplant.

Maurer und Richter.

* Ein Leipziger Blatt, die Neueſten Nachrichten, hat
vor einiger Zeit ausgerechnet, wie ſich die Koſten der= Aus=
bildung
eines Maurers vom Eintritt in die Lehre bis zur
vollen Ausbildung zu den gleichen Ausgaben eines ſächſi=
ſchen
Richters verhalten, und ebenſo, wie ſich die Einnah=
men
des Maurers, verglichen mit denen des Richters, bis
zu ſeiner Anſtellung im durchſchnittlich fünfunddreißigſten
Jahre ſtellen. Der Artikel ließ bei beiden den häuslichen
Unterhalt außer Betracht, ſetzte die Koſten der Ausbildung=
des
Maurers mit Null an, da auch der Lehrling ſchon ver=
diene
, und berechnete ſeinen Verdienſt bis zum 35. Lebens=
jahre
auf 26115 Mark. Er berechnete andererſeits die
Koſten der Ausbildung des Richters auf 17900 Mark,
ſeine Einnahme auf 18300 Mark und folgerte hieraus,
daß der Richter erſt bei ſeinem 35. Lebensjahre die Koſten
ſeiner Ausbildung verdient, das Geſamteinkommen des
Maurers aber erſt nach dem 45. Lebensjahre eingeholt
habe. Dieſe merkwürdige Gegenüberſtellung ſcheint, wenn
man die Faktoren auf beiden Seiten rein mechaniſch be=
wertet
, unwiderleglich zu ſein. Der Landgerichtspräſident
de Niem in Limburg, der die Berechnung der Leip=
ziger
Neueſten Nachrichten ſoeben in der Deutſchen Ju=
riſtenzeitung
unterſucht, kommt ſogar zu Ergebniſſen, bei
denen ſich der Maurer in noch größerem Vorteil dem
Richter gegenüber befindet. Der Verfaſſer hält es zunächſt
nicht für richtig, den häuslichen Unterhalt außer acht zu
laſſen und dadurch gleichzuſetzen. Auch findet er, daß
der Unterhalt des Studenten und des Referendars mit
1800 Mark jährlich viel zu niedrig bemeſſen ſei. Ferner
berückſichtigt Landgerichtspräſident de Niem die Auſwen=
dung
für Bücher und Zeitſchriften. Andererſeits freilich
läßt ſich nach ſeiner Meinung auch gegen den Verdienſt des
Maurers manches einwenden, und es laſſen ſich die ein=
zelnen
Anſätze bemängeln, die wohl nicht überall erreicht,
mitunter freilich auch überſchritten werden mögen, und bei
denen Ausfälle durch Krankheit, Ausſetzen der Arbeit im
Winter und andere Zufälligkeiten nicht berückſichtigt ſind,
was wohl durch Ueberſtunden, denen freilich eine geſtei=
gerte
Arbeitsleiſtung gegenüberſteht, und höheren Akkord=
lohn
nicht wettgemacht wird. Immerhin aber, meint Herr
de Niem, wird man dem Aufſatz unter allen Umſtänden
in dem Ergebnis beipflichten müſſen, daß, rein peku=
niär
betrachtet, der Maurer ungleich günſtiger da=
ſteht
als der Richter, und daß für Deutſchland außer
Sachſen, insbeſondere für Preußen, das Verhältnis für
den Richter noch ungünſtiger iſt. Daran iſt nicht zu deu=
teln
, daß der Maurer bereits im 14., jedenfalls im 15.
oder 16. Lebensjahre zu verdienen anfängt, nach drei
Jahren, alſo mit 17 bis 19 Jahren, einen vollen Arbeits=
lohn
erhält und für ſeine weitere Ausbildung nichts mehr

[ ][  ][ ]

aufzuwenden hat, während der Richter vor ſeinem 30.
Lebensjahre überhaupt nichts verdient, wohl aber in
dieſer ganzen Zeit recht große Koſten aufwenden muß.
Nun könnte man ſogar noch weiter gehen und von
einer Ungleichheit zuungunſten des Richters namentlich in
Krankheitsfällen ſprechen. Beim Maurer freier Arzt, freie
Apotheke, Zahlung eines Teiles des Lohnes und unter
Umſtänden freier Aufenthalt in einer Heilanſtalt und freie
Badereiſe; beim Richter nur erhöhte Ausgaben und min=
deſtens
die Verzögerung gründlicher Heilung, ferner die
Hinausſchiebung der Erwerbsmöglichkeit, wenn die Krank=
heit
in die Zeit vor dem Aſſeſſorexamen fällt.
Sehr richtig betont aber der Verfaſſer demgegenüber,
daß die rein finanzielle Betrachtung den Gegenſatz nicht
erſchöpfe, daß die ideale Seite als die wichtigere
hinzugenommen werden müſſe. Man könnte ebenſogut
alle handwerklichen, mit verhältnismäßig geringen Koſten
verknüpften Berufsvorbildungen mit allen ſogenannten
höheren Berufen vergleichen und käme jedesmal zu dem=
ſelben
beſtehenden Mißverhältnis zwiſchen dem ſchnellen
und ausreichenden Erwerb auf der einen, ſpäterem und
ungenügendem Erwerb auf der anderen Seite. Die Güter
des Lebens laſſen ſich nicht in Geld und Geldeswert allein
ausdrücken. Es kann ja nichts ſchaden, daß dem Maurer
einmal wieder vorgerechnet wird, um wieviel er es beſſer,
rein pekuniär betrachtet, habe als der Richter; aber mit
demſelben Maßſtabe können beide nicht gemeſſen werden.

Deutſches Reich.

Die Arbeit des Bundesrats. Die erſte
ordentliche Tagung des Bundesrats nach den
Ferien wird wahrſcheinlich für Donnerstag, den 2. Ok=
tober
, anberaumt werden. Vorher aber dürfte eine außer=
ordentliche
Sitzung des Bundesrats ſtattfinden, um die
Ausführungsbeſtimmungen zum Stempelſteuergeſetz, die
ſchon am 1. Oktober dieſes Jahres in Kraft treten ſollen,
zu genehmigen. Der zuſtändige Ausſchuß des Bundes=
rats
wird mit der Beratung dieſer Beſtimmungen am 9.
oder 10. September beginnen, ſo daß am 15. etwa der
Bundesrat ſie verabſchieden kann. Die Ausführungsbe=
ſtimmungen
füllen einen ziemlich dicken Folioband und
ihre Durcharbeitung wird mit Rückſicht auf die Fülle recht=
licher
Fragen, die dabei zu beobachten und zu entſcheiden
ſind, viel Mühe verurſachen. Sobald der Bundesrat die
Ausführungsbeſtimmungen genehmigt hat, gehen ſie ſofort
den Bundesregierungen und durch dieſe den zuſtändigen
Behörden zu, damit deren Mitglieder ſich mit den neuen
Vorſchriften vertraut machen können.
Bei der Reichstagserſatzwahl in
Landshut wurde der Zentrumskandidat Freiherr von
Aretin im erſten Wahlgang gewählt. Er erhielt 10544,
der Kandidat des Bauernbundes 4920 und der Sozial=
demokrat
1666 Stimmen. Das Zentrum hat einige tau=
ſend
Stimmen an den Bauernbund verloren.
Die deutſch=franzöſiſchen Bagdad=
bahn
=Verhandlungen. Zu den Verhandlungen
über die Bagdadbahn teilt die Voſſiſche Zeitung mit: Die
ſchwebenden deutſch=franzöſiſchen Bagdadbahn= Verhand=
lungen
ſind auf deutſche Initiative zurückzuführen. We=
gen
gewiſſer finanztechniſcher Unbequemlichkeiten regte an=
läßlich
der balkaniſchen Finanzkonferenz in Paris Direk=
tor
Dr. Helfferich von der Deutſchen Bank einen unver=
bindlichen
Meinungaustauſch an. Die Ottomanbank
zeigte ſich dazu geneigt, und es kam zu Vorverhandlungen
der beiden Inſtitute, die ſchon vor einigen Wochen vor=
läufig
abgeſchloſſen worden ſind. Von deutſcher Seite
war man beſtrebt, die 30 v. H. Kapitalsbeteiligung der
Franzoſen gegen anderweitige Zugeſtändniſſe auszutau=

ſchen, um die alleinige Finanzkontrolle der deutſchen
Strecke in die Hand zu bekommen. Die deutſche Regierung
wurde offiziell mit der Angelegenheit nicht befaßt; doch iſt
die Deutſche Bank inoffiziell ſtändig mit dem Auswärtigen
Amt in Fühlung geblieben. Sie hat ſich auch das Einver=
ſtändnis
der maßgebenden türkiſchen Stellen für die von
ihr angeſtrebte Löſung geſichert. Die Meldung eines Ber=
liner
Blattes, daß die Direktoren der Deutſchen Bank, von
Gwinner und Dr. Helfferich, wegen dieſer Verhandlungen
gegenwärtig in Paris weilen, trifft nicht zu. Beide fuhren
vorige Woche zu einer Aufſichtsratsſitzung der Orientbank
nach Zürich. Von dort wird ſich Dr. Helfferich nach dem
Engadin begeben, wo er ſeinen mehrwöchigen Urlaub zu
verbringen gedenkt. Herr v. Gwinner befindet ſich in
Frankfurt a. M.
Ein Geſetz zur Bekämpfung der
Schundliteratur wird bekanntlich im Reichsjuſtiz=
amt
vorbereitet. Es ſind im Buchhandel Befürchtungen
laut geworden, daß ein ſolches Geſetz für den reellen Buch=
handel
Schwierigkeiten bereiten könnte, wenn ſeine Gren=
zen
nicht eng gezogen würden. Wie wir hören, ſind
dieſe Befürchtungen unbegründet. Der reelle Buchhandel
wird nicht geſchädigt, das Geſetz will die Schundliteratur
und die Anpreiſung und Ausſtellung ihrer Erzeugniſſe be=
kämpfen
und wird der polizeilichen Willkür, wie vielfach
angenommen wird, keine neuen Machtmittel in die Hand
geben, um wirkliche Kunſt und gute Literatur zu ſchädigen.
An der Unterdrückung der Schundliteratur hat aber auch
der reelle Buchhandel ein Intereſſe.
Die bevorſtehenden Perſonalverän=
derungen
im Heere. Im Militär=Kabinett wird
mit Hochdruck gearbeitet, um die preußiſchen und württem=
vergiſchen
Perſonalveränderungen vorzubereiten, die durch
die Offiziersſtellenvermehrung der Wehrvorlage bedingt
ſind. Ueberſtunden und Nachtſchichten ſind in dem Hinter=
und Vorderhauſe des alten fiskaliſchen Gebäudes in der=
Behrenſtraße 66 zu Berlin ſeit Wochen die Regel. Die
Sonderausgabe des Militär=Wochenblattes, die am Mitt=
woch
, den 10. September, am letzten Kaiſermanövertage,
die Einzelheiten der Veränderungen und Verſetzungen
bringen ſoll, koſtet 1,20 Mark und dürfte ein regelrechtes
Buch werden. Noch niemals hat es im deutſchen Heere
ähnlich umfangreiche Perſonalveränderungen gegeben. Es
wird dadurch für den Monat Oktober dieſes Jahres das
Erſcheinen einer neuen Rangliſte (des aktiven Dienſtſtan=
des
) nötig, die, wie immer, von der Geheimen Kriegs=
kanzlei
redigiert und bei Ernſt Siegfried Mittler u. Sohn
erſcheinen wird. Die Herbſt=Perſonal=Veränderungen für
das ſächſiſche Heer ſind bereits unter dem 14. d. M. vom
König vollzogen worden; die für das bayeriſche Heer, die
gleichfalls umfangreich ausfallen werden, ſind für Mitte
September zu erwarten.
Zuſammenſchluß von unteren Zivil=
beamten
der Reichsheeresverwaltungen.
Man ſchreibt uns: Am 15. und 16. Auguſt ds. Js. tagten
im Offiz.=Saal des Löwenbräukellers zu München zum
Zwecke der Gründung eines Reichsverbandes eine Anzahl
von Delegierten aus den Königreichen Preußen, Bayern,
Sachſen und Württemberg, welche nach zweitägigen Be=
ratungen
die aufgeſtellten Satzungen gegenſeitig anerkann=
ten
und damit den beabſichtigten Zuſammenſchluß bewirk=
ten
. Der Verband führt den Namen: Verband der un=
teren
Zivilbeamten der Reichsheeresverwaltungen und der
Marine‟ Hat ſeinen Sitz in München und be=
zweckt
unter Ausſchluß politiſcher und religiöſer Beſtre=
bungen
die Vertretung und Förderung der Standesinter=
eſſen
, die Pflege der Wohlfahrt von Hinterbliebenen ſei=
ner
Mitglieder, die Pflege der Kameradſchaft und Wach=
erhaltung
der patriotiſchen Geſinnung ſeiner Standesge=

noſſen. Der Verband zählte am Gründungstage 750 Mit=
glieder
, die ſich aus den bereits ſeit einigen Jahren in
den einzelnen Bundesſtaaten gegründeten Vereinen dieſer
Kategorien zuſammenſetzen. An die einzelnen Landes=
fürſten
wurden Huldigungstelegramme abgeſandt, welche
alsbald dankend erwidert wurden.

Ausland.

Frankreich.
Delcaſſés Rücktritt. Die Liberté meldet, der
Botſchafter Delcaſſé, der gegenwärtig auf Urlaub in
Frankreich weilt, verlaſſe ſeinen Poſten in Petersburg im
Oktober und kehre nur noch zur Ueberreichung ſeines Ab=
berufungsſchreibens
zurück. Aus Bukareſt wird gemeldet
dort verlaute, daß der franzöſiſche Geſandte Blondel, der
dort ſeit ſechs Jahren tätig iſt, an Stelle von Delcaſſé als
Botſchafter nach Petersburg berufen werden ſoll. Der
Pariſer Korreſpondent der Neuen Freien Preſſe meldet,
Delcaſſé befinde ſich in Petersburg nicht wohl und werde
auf ſeinem jetzigen Urlaub in Frankreich ſeinen Rücktritt
aus der Diplomatie vorbereiten. Delcaſſé ſei in Peters=
burg
auf denſelben Widerſtand geſtoßen, wie ſein Vor=
gänger
Louis. Dieſer Widerſtand verkörpere ſich haupt=
ſächlich
in der Perſon Iswolskis. Der Gaulois führt aus
Die Aufgaben Delcaſſés waren klar vorgezeichnet. Er
ollte herzlichere Beziehungen zwiſchen Rußland und
Frankreich herſtellen und die Regelung der Orientfrage
herbeiführen. Delcaſſé glaubt, daß dieſes Programm
vollſtändig erfüllt ſei. Der Friede im Orient ſei geſchloſ=
ſen
und die ruſſiſch=franzöſiſche Freundſchaft ſei herzlichen
und feſter als jemals. General Joffre habe ſich mit ſei=
nen
Offizieren während des letzten Aufenthaltes in Ruß=
land
von den guten Fortſchritten überzeugen können
welche die ruſſiſche Armee in den letzten Jahren gemacht
habe. Die ruſſiſche Mobilmachung ſei nun ſo vorbereitet
daß ſie in derſelben Zeit erfolgen könne wie die fran
zöſiſche.
Serbien.
Keine Kabinettskriſe. Von amtlicher Seite
wird gemeldet: Die Gerüchte von einer Kabinettskriſe ſind
unbegründet. Miniſterpräſident Paſitſch erhielt einen Ur
laub von zwei Monaten, welchen erfteils in Marienbad
teils in einem anderen Bade zubringt. Die Geſchäfte
des Miniſteriums des Aeußern wird während ſeiner Ab
weſenheit der bisherige Geſandte in Sofia, Spalajkowitſch
leiten. Der König reiſte nach dem Bade Ribarska Banje
ab.
Amerika.
Die Vereinigten Staaten und Mexike
Ehe Bryan Waſhington verließ, um im Staate Neu
Hamſhire Vorträge zu halten, erhielt er ein beruhigende
Telegramm Linds, der wahrſcheinlich für einige Zeitit
Veracruz bleiben und ſich bereit halten wird, nach Mexik
zurückzukehren. Auf Grund der Warnung Wilſons ver
laſſen viele Amerikaner Mexiko. Hunderte von Flüchtlin
gen kommen aus dem Innern des Landes, zahlreiche Fa=
milien
ſenden ihre Familie nach Veräcruz, damit ſie jeder
Augenblick zur Abreiſe bereit ſind: Die Lage in Torreot
oll verzweifelt ſein. Dr. Ryan, Mitglied der amerikani
chen Botſchaft, befindet ſich im Automobil auf dem Weg=
dorthin
. Er will verſuchen, die Abreiſe von 300 Amer
kanern ſicherzuſtellen.
*
* Das Ende der Trömel=Affäre. Aus Said
wird der B. Z. mitgeteilt, daß der Bürgermeiſter=Legie
när Tunke, früher Trömel, vor etwa zwei Wochen end
gültig aus dem Dienſt bei der Fremdenlegion entlaſſe
worden und wieder ſein freier Herr iſt. Er kann ſeine

Himmelserſcheinungen
im September.

A. K. Mit dem Uebertritt in das Kalenderzeichen der
Wage am 23. September, um 5 Uhr nachmittags, über=
ſchreitet
die Sonne den Aequator von Norden nach
Süden. Ihre Deklination die am 1. September,
mittags 12 Uhr, noch 8 47' 26.2 betrug, wird zu die=
ſem
Zeitpunkte gleich 0 und geht am 30. September auf
20 39 7.9 herab. Am 23. September ſind auf der
ganzen Erde Tag und Nacht gleich lang, während
vorher noch die Tageslänge die Nachtlänge übertrifft und
nachher die Nachtlänge größer wird als die Tageslänge:
die Tag= und Nachtgleiche leitet auf der Nordhalbkugel
den Herbſt ein. Aus der Deklination der Sonne ergibt
ſich dann ihre Mittagshöhe, nämlich für den Parallel
von 54 (Norddeutſchland) 44' 47 am 1. und 33 21' am
30. September, für den Parallel von 51 (Mitteldeutſchland)
470 47 am 1. und 36' 21' am 30. September und für den
Parallel von 48' (Süddeutſchland und Oeſterreich, etwa die
Breite von Wien) 50 47 am 1. und 39' 21' am 30. Sep=
tember
. Aus der Verkleinerung der Tagbogen der
Sonne folgt wieder die Abnahme der Tageslänge,
dieſe vermindert ſich nämlich im nördlichen und mittleren
Gebiet von 13½ auf 11¾ Stunden und im ſüdlichen Ge=
biet
, etwa ebenſo in der Schweiz, von 13¾ auf 11¼ Stun=
den
. Die geſamte Tageshelligkeit erfährt durch die Däm=
merungen
im Norden noch eine Verlängerung von je ½
Stunden am Morgen und Abend und im Süden eine ſolche
von je 4 Stunden.
Der Mond wechſelt im September ſeine Phaſen
olgendermaßen: Erſtes Viertel am 7., um 2 Uhr 6 Min.
nachmittags, Vollmond am 15., um 1 Uhr 46 Min. nach=
mittags
Letztes Viertel am 23., um 1 Uhr 30 Min. nach=
mittags
, und Neumond am 30., um 5 Uhr 57 Min. vor=
mittags
. In Erdnähe ſtand der Mond am 1. Sep=
tember
um 8 Uhr 1 Min. vormittags bei einem Abſtande
von 56.0 Erdhalbmeſſern, in Erdferne ſteht er am 15.,
um 1 Uhr 3 Min, nachmittags, bei einem Abſtande von
63.7 Erdhalbmeſſern und abermals in Erdnähe am 29.,
um 7 Uhr 2 Min. nachmittags, bei einer Entfernung von
56.0 Erdradien à 6378 Kilometer. Bedeckungen
hellerer Sterne durch den Mond ereignen ſich folgende
Zeiten) für Berlin berechnet: am 15. September wird
Phi des Waſſermannes (Größe 4.4) bedeckt, Eintritt um

2 Uhr 21.4 Min., Austritt um 3 Uhr 6.4 Min. vormittags:
am 21. September werden kurz nacheinander drei Sterne
bedeckt, nämlich erſtens 17 des Stier (Größe 4.0), Ein=
tritt
1 Uhr 10.4 Min., Austritt 2 Uhr 23.0 Min. vor=
mittags
, zweitens 19 des Stier (Größe 4.4), Eintritt
2 Uhr 4.6 Min., Austritt 2 Uhr 31.6 Min. vormittags,
drittens 20 des Stier (Größe 3.9), Eintritt 1 Uhr 55.4
Min., Austritt 3 Uhr 7.4 Min. vormittags.
Eine in Europa unſichtbare totale Mond=
finſternis
findet am 15. September ſtatt. Sie beginnt
um 11 Uhr 53 Min. vormittags und endigt um 3 Uhr 44
Min, nachmittags. Ihre Größe iſt 1.4. Sichtbar iſt die
Finſternis in Nord= und Zentralamerika, im Großen
Ozean. in Auſtralien, Aſien, ausgenommen Kleinaſien,
und im Indiſchen Ozean.
Eine ebenfalls in Europa unſichtbare par=
tielle
Sonnenfinſternis fällt auf den 30. Septem=
ber
. Sie beginnt um 3 Uhr 56 Min. vormittags und
endigt um 7 Uhr 35 Min. vormittags. Ihre Größe iſt 0.8.
Sichtbar iſt die Finſternis in Südoſtafrika, auf Madagas=
kar
, im ſüdlichen Indiſchen Ozean und in der Antarktis.
Die ſieben großen Planeten können im Sep=
tember
ſämtlich beobachtet werden, von den vier hellſten
beherrſchen Jupiter den ſüdweſtlichen Abendhimmel,
Venus. Mars und Saturn den öſtlichen Morgenhimmel.
Merkur, der am 16., um 4 Uhr nachmittags, in ſeine
obere Konjunktion gelangt, iſt in den erſten Tagen des
Monats für kurze Zeit am Morgenhimmel zu beobachten.
Er entfernt ſich von der Erde, und zwar von 1.17 Ein=
heiten
oder Erdbahnhalbmeſſer à 149.48 Millionen Kilo=
meter
am 1. bis auf 1.39 Einheiten am 30. September:
dabei nimmt ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 5."7 bis auf
4.8 ab. Am 3. September um 1 Uhr nachmittags, hat
Merkur Konjunktion mit dem Fixſtern 1. Größe Regulus
im Löwen an dem er im Abſtande von 1 9' nördlich
vorbeizieht; an den frühen Morgen des 3. und 4. Septem=
ber
kann man daher den Planeten ſchon, reſp. noch etwa
zwei Vollmondbreiten weit vom Regulus erblicken, doch
muß man ſich dazu eines Opernglaſes bedienen.
Venus ſtrahlt als Morgenſtern während der erſten Mo=
natshälfte
im Bilde des Krebſes während der übrigen
Zeit im Bilde des Löwen 2½ Stunden lang am öſtlichen
Himmel an Glanz alle anderen Sterne weit übertreffend.
Sie entfernt ſich gleichfalls von der Erde, nämlich von 1.15
bis auf 1.34 Einheiten; ihr Scheibendurchmeſſer verkleinert
ſich dabei von 14.6 bis auf 12.6. Am 25. September,
um 12 Uhr mittags, kommt Venus in oniunktion- mit Re=

gulus, neben dem am Monatsanfange ſchon der Merku=
geſtanden
hat. Venus paſſiert den Fixſtern aber vie
näher, nur 17 nördlich, daher bemerkt man ſie ſchon an
Morgen vorher und auch noch am Morgen des 26. ſehr
nahe (*4 Vollmondbreite) bei jenem, beide ein herrliches
Doppelgeſtirn bildend. Am 27. September, um 10 Uhr
abends, hat Venus Konjunktion mit dem Monde, deſſer
abnehmende Sichel man am Morgen desſelben Tage=
noch
nordweſtlich (rechts oben), am Morgen des 28. abe
ſchon öſtlich (links unten) von der Venus erblickt.
Mars erhebt ſich immer früher, zuerſt gegen 11 Uhr zu
letzt ſchon gegen 10 Uhr abends über den oſtnordöſtlichen
Horizont und wandert um Monatsmitte aus dem Bild
des Stiers in das der Zwillinge‟. Sein Erdabſtanl
verringert ſich weiter von 1.30 bis auf 1.12 Einheiten
dabei wächſt ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 7¾2 bis au
8¼4 und mit dieſem auch der rote Glanz des Planeten=
der
anfang Januar 1914 zum nächſten Male in Oppoſttior
und Erdnähe gelangt. Am 23. September, um 9 Uh=
abends
, hat der Mond mit Mars Konjunktion, nach Auf
gang der Geſtirne ſieht man das Letzte Viertel nördlich
(links oben) von dem Planeten.
Jupiter wird in
Bilde des Schützen im Anfange des Monats wiede
rückläufig, geht zuerſt etwa um Mitternacht, zuletzt ball
nach 10 Uhr im Südweſten unter. Er beſchreibt, bei eine
Deklination von
230 25' einen ſehr niedrigen Boger
über dem Horizont: im Meridian erhebt er ſich im nörd
lichen Deutſchland kaum 11 im ſüdlichen Deutſchland
kaum 17 Jupiter entfernt ſich von der Erde, oder rich
tiger ausgedrückt, die Erde entfernt ſich vom Jupiten
denn ſie läuft 11.8mal ſchneller als jener, und zwar be=
trägt
der Abſtand beider zuerſt 4.60. zuletzt 5.03 Einheiten
Der ſcheinbare Durchmeſſer des Planeten verkleinert ſie
dadurch von 43¾4 bis auf 39¾.7. Am 9. September, ur
10 Uhr vormittags, hat der Mond mit Jupiter Konjunk
tion, der Mond bleibt dabei ſüdlich von dem Planeten.
Saturn geht im Bilde des Stiers anfänglich geger
11 Uhr, am Monatsſchluſſe ſchon gegen 9 Uhr abends ir
Oſtnordoſten auf. Er bildet um die Mitte des Monat:
mit Mars und Pollux (Zwillinge) etwa eine gerad
Linie. Dem Saturn nähert ſich die Erde von 9.15 bie
auf 8.67 Einheiten, was eine Vergrößerung des Scheiben
durchmeſſers Saturns von 178 bis auf 18.8 zur Folg
hat. Die Ringellipſe mißt Mitie September in der gro
ßen Achſe 43¾4, in der kleinen Achſe 19.4; die letzte über
trifft alſo bereits den ſcheinbaren Durchmeſſer der Sc
turnkugel, denn das Ringſyſtem=hat jetzt nahezu ſeine. vo

[ ][  ][ ]

Namen Trömel wieder annehmen. Augenblicklich hält er
ſich in Oran auf, und zwar bei der Madame de France‟,
keiner Geſellſchaft, die etwa mit der Inſtitution des Roten
Kreuzes bei uns zu vergleichen iſt. Dieſe Wohltätigkeits=
anſtalt
gewährt insbeſondere erholungsbedürftigen Sol=
daten
unentgeltliche Erholung in geſunden Gegenden, wie
zum Beiſpiel in dem herrlich am Meer gelegenen Oran.
Man hat Trömel geſtattet, von dieſer Einrichtung einige
Wochen Gebrauch zu machen, da ja immerhin während
ſeiner Dienſtzeit eine Verſchlimmerung ſeiner nervöſen
Leiden eingetreten iſt. Die Behörden, insbeſondere die
Militärbehörden, haben die Freilaſſung Trömels totge=
ſchwiegen
, um jedes Aufſehen zu vermeiden. So iſt es er=
reicht
worden, daß Trömel bei ſeiner vor etwa 14 Tagen
erfolgten Abreiſe von Saida von keiner Seite zum Gegen=
ſtand
irgendwelchen Aufſehens oder irgendwelcher Be=
läſtigung
gemacht worden iſt. Insbeſondere die Journa=
liſten
ließen ihn in Ruhe. Trömel wird ſich einſtweilen in
Frankreich aufhalten. Seine Familie läßt er nachkommen.
Seine guten Vermögensverhältniſſe geſtatten ihm, keinen
Beruf ergreifen zu müſſen. Und das iſt gut für ihn, der
krank iſt und krank bleiben wird Hiermit hat eine der
merkwürdigſten Geſchichten aus der Fremdenlegion ihren
Abſchluß gefunden. Zu irgendwelchen politiſchen Mei=
nungsverſchiedenheiten
hat ſie keinen Anlaß gegeben. Die
franzöſiſche Regierung hat ſich einwandfrei benommen, ja
ſogar ſehr zuvorkommend, daß ſie einen Mann frei ließ,
der bei einer weniger hervorragenden Stellung vielleicht
Soldat hätte bleiben müſſen. Hoffentlich ſind die Akten
über den Herrn Trömel nun endgültig geſchloſſen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 2. September.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Friedrich Karl
von Heſſen iſt mit den Prinzen Richard und
Chriſtoph am Samstag abend 6,45 Uhr zum Beſuch
in Jagdſchloß Wolfsgarten eingetroffen und Sonntag
abend 6,30 Uhr wieder abgereiſt. (Darmſt. Ztg.)
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Miniſterialrat im Finanz=
miniſterium
und Vorſitzenden deſſen Abteilung für
Forſt= und Kameralverwaltung Geheimerat Wilhelm
Wilbrand zu ſeinem fünfzigjährigen Dienſtjubiläum
am 1. September d. Js. die Krone zum Komturkreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen, ferner dem Bureauvorſteher der Rechtsanwälte
Geheimen Juſtizrats Dr. Gutfleiſch, Arnold und Engiſch
in Gießen Wilhelm Eidmann daſelbſt aus Anlaß
ſeines 40jährigen Dienſtjubiläums das Silberne Kreuz
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen und
dem Hofkammerrat Friedrich Engel das Dienſtehren=
zeichen
für 25 Hofdienſtjahre in Gold.
* Schulperſonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer
Wilhelm Keller zu Utphe, Kreis Gießen, eine Lehrer=
ſtelle
an der Gemeindeſchule zu Lollar, in demſelben
Kreiſe; dem Schulamtsaſpiranten Adam Fuhry aus
Worms=Hochheim und der Schulamtsaſpirantin Marie
Michell aus Groß=Zimmern eine Lehrer=bezw. Lehrerin=
telle
an der katholiſchen Schule zu Bingen. In den
Ruheſtand verſetzt wurden die Lehrerin an der Eleonoren=
ſchule
zu Worms Lina Thomae und der Lehrer an
er Gemeindeſchule zu Eberſtadt, Kreis Darmſtadt, Georg
Simon, beide auf ihr Nachſuchen, unter Anerkennung
hrer langjährigen treuen Dienſte, vom 1. September 1913
in, letzterer bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit.
* Von der Landeshypothekenbank. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem ſtellvertretenden
Vorſitzenden des Aufſichtsrates der Landeshypotheken=
bank
Geheimen Regierungsrat Karl Planz den
Tharakter als Geheimer Oberfinanzrat erteilt.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Steueramtskontrolleur Johann Peter
Köhler zu Friedberg zum Hauptſteueramtsaſſiſtenten
bei dem Hauptſteueramt Mainz und den Hauptſteuer=
amtsaſſiſtenten
Georg Jett zu Mainz zum Steueramts=
kontrolleur
bei dem Steueramt Friedberg, beide vom
. Oktober d. Js. an.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lade=
neiſter
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Ludwig Sturm zu Worms.
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 20,
enthält: 1. Ueberſicht über die für das Rechnungsjahr
913 zur Erhebung genehmigten Umlagen der Gemeinde
Buchſchlag. 2. Ueberſicht der von Großh. Miniſterium
des Innern für das Kalender= bezw. Rechnungsjahr 1913
zur Erhebung genehmiaten Umlagen zur Beſtreitung der
Bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinden des
Kreiſes Heppenheim. 3. Ordensverleihungen. 4. Ver=
eihung
der Staatsmedaille für Ausſtellungen. 5. Er=

mächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder
Orden. 6. Namensveränderung. 7. Dienſtnachrichten.
8. Dienſtenthebungen. 9. Dienſtentlaſſungen. 10. Ruhe=
ſtandsverſetzungen
.
* Staatsminiſter Dr. von Ewald iſt aus dem
Urlaub zurückgekehrt und hat die Dienſtgeſchäfte wieder
übernommen.
* Berufung. Der bei der Buchhaltung der Großh.
Miniſterien des Innern und der Juſtiz beſchäftigte Fi=
nanzaſpirant
Auguſt Roth aus Kaichen iſt von dem
Fürſten Franz Joſeph zu Iſenburg= Bir=
ſtein
zum Kaſſen= und Rechnungs=Kontrollbeamten be=
rufen
worden. Er erhielt den Titel eines Fürſtlichen
Kammerſekretärs. Die Berufung iſt für ihn um ſo erfreu=
licher
und ehrenvoller, als mehr denn 100 Bewerber aus
Preußen, Baden und Heſſen in Frage kamen.
Vom Großy. Hoftheater. Die Hoftheater=
eitung
plant für die abonnementsfreien Montage die
Einführung literariſcher Abende, deren Pro=
gramm
ſo ausgeſtaltet werden ſoll, daß im Laufe eines
Abends ein überſichtliches Bild über das Schaffen jenes
Meiſters gegeben werden ſoll, in deſſen Zeichen der ver=
anſtaltete
Abend ſteht. Vorläufig ſtehen zehn Abende
in Ausſicht, an denen klaſſiſche und moderne Meiſter
der Dicht= und Tonkunſt zu Worte kommen ſollen. Das
Programm dürfte Geſangsdarbietungen, Rezitationen
und die Aufführung einaktiger Werke umfaſſen. Auf
die zehn Abende ſoll ein Extra=Abonnement aufgelegt
werden, deſſen Bedingungen in der nächſten Zeit be=
kannt
gegehen werden ſollen.
* Darmſtädter Künſtler auswärts. Heinrich Hacker
hat auf dem Kurtheater in Kreuznach ein altes Schauſpiel
von Dumas, Kean, einſt die Paraderolle aller gaſtieren=
den
Größen, zu neuem Leben erweckt. Dumas gibt in
mehreren Epiſoden aus dem Leben des engliſchen Schau=
ſpielers
Kean ein Charakterbild ſeines Helden, der ſich vom
Seiltänzer zum gefeiertſten Tragöden Englands aufge=
ſchwungen
. Hacker hat das Stück neu eingerichtet und die
Titelrolle ſelbſt dargeſtellt. Der Erfolg war groß. Den
Kreuznacher Blättern entnehmen wir darüber: Auch in
unſerer Zeit können Geſtalten und Szenen von grandioſer
Emphaſe, wie ſie ſich in Dumas’ Werk finden, ihre Wirkung
nicht verfehlen. Für die großzügig geſchaffene des Kean
iſt unſer Gaſt, Hoſſchauſpieler Hacker aus Darmſtadt, ge=
eignet
wie ſelten einer. Er ſtellte uns einen Kean von
imponierender Größe und Wucht auf die Bühne. ( Oeffent=
licher
Anzeiger.) Unſer Gaſt, Herr Hofſchauſpieler
Hacker, hat die hohen Erwartungen nicht getäuſcht. Sein
Auftreten war von Anfang an feſſelnd. Die Charakteriſtik
ſeiner Rolle, Mut und Entſchloſſenheit, Sicherheit und Um=
ſicht
, gelang ihm ausgezeichnet und ſicherte ihm für die
ganze Aufführung eine geſpannte Aufmerkſamkeit. Mehr=
mals
gab ſich lebhafter Beifall bei offener Szene kund.
Auch heute noch geht ein
(Kreuznacher Zeitung.)
Kean=Abend nahe und Herr Hacker, der bei ſeinem
vorzüglichen Exterieur jeder Zoll ein Kean gelten konnte,
zog das Intereſſe des Publikums bald von der Oberfläche
nach innen, behandelte den Dialog an der Hand der elegan=
ten
und flüſſigen Diktion von Dumas meiſterhaft es
war keine Alltagskunſt, ſondern eine ganz exzellente Leiſt=
ung
, der man einen rauſchenden Beifall nicht ſchuldig
blieb. (General=Anzeiger.)
* Hohes Alter. Am 3. September tritt der frühere
Pedell am alten Gymnaſium, Herr Philipp Roß=
mann
hier, in das 95. Lebensjahr. Wer Gelegenheit
hat, mit dem liebenswürdigen Manne zu verkehren, iſt
verwundert über die ſelten geiſtige Friſche, die er ſich bis
heute bewahrt hat. Er nimmt noch regen Anteil an den
Tagesereigniſſen und lieſt, ohne Augengläſer, die Zeitun=
gen
. Wenn man bedenkt, daß Herr R. drei Feldzüge mit=
gemacht
hat, in einem derſelben ſchwer verwundet wurde,
und lange Jahre Pedell war, ſo muß man ſtaunen über
die Raſtloſigkeit, die er noch beſitzt. Die liebevolle Pflege
ſeitens der hochbetagten Gattin wird wohl ſein Teil dazu
beitragen.
* Werkmeiſter=Bezirksverein Darmſtadt. Zu Ehren
ſeines Mitgliedes, des Werkmeiſters A. Konrad in
Roßdorf, der in dieſen Tagen ſein 25jähriges
Dienſtjubiläum bei der Firma Odenwälder Hart=
ſtein
=Induſtrie, A.=G Roßdorf, feiern konnte, veranſtaltete
der Werkmeiſter=Bezirksverein Darmſtadt am Sonntag
einen Familien=Ausflug nach Roßdorf, wel=
chem
ſich eine würdige Feier im Reſtaurant Zur Sonne‟
anſchloß. Eine ſtattliche Anzahl von Mitgliedern und Gön=
nern
des Vereins war erſchienen. Nach Ueberreichung
des Ehrendiploms durch den erſten Vorſitzenden, Herrn
Herber geſtaltete ſich das Feſt in einer recht animier=
ten
Weiſe. Hübſche Geſangsvorträge wechſelten mit treff=
lichen
Darbietungen eines Mandolinenklubs, welcher ſich
aus Angehörigen des Jubilars zuſammenſetzte. Der Ge=

angverein Sängerluſt=Roßdorf trug in liebenswürdiger
Weiſe zur Verſchönerung der Feier bei. Dazu huldigte
jung und alt manch luſtigem Tänzchen. Gar zu ſchnell
waren die ſo einmütig verlebten Stunden verfloſſen.
*) Das goldene Jubelfeſt der Ludwig= und Alice=
Stiftung wird am 16. und 17. September in Darm=
ſtadt
begangen. Der Darmſtädter Lehrerſängerchor wird
bei der Feier mitwirken. Am Dienstag abend geht eine
Vorfeier im Kaiſerſaal voraus. Mittwoch früh 8 Uhr
tagt der Verwaltungsausſchuß im Städtiſchen Saalbau,
die Hauptverſammlung im Gartenſaal des Saalbaues
beginnt um 10 Uhr und um 12 Uhr iſt der eigentliche
Feſtakt im großen Saal des Saalbaues. Nach dem
Feſteſſen findet noch eine Gedächtnisfeier auf dem
Friedhof an den Gräbern der Gründer und verſtorbenen
Leiter der Stiftung ſtatt. Die Vertreter der ſtädtiſchen
und ſtaatlichen Behörden und der Vereine haben ſich zu
der Feier angemeldet
Der Gartenbauverein bringt zur Eröffnung
ſeiner nun regelmäßig wiederkehrenden Monatsver=
ſammlungen
am nächſten Donnerstag einen recht zeit=
gemäßen
Lichtbildervortrag des Herrn Garten=
architekten
Gerlach über unſere Stauden im Garten.
Jeder Gartenliebhaber weiß, in welcher Fülle ſich die
winterharten Blütenſtauden in den letzten Jahren mit
Recht den wohlverdienten Platz zum Schmucke unſerer
Anlagen und Gärten erobert haben und wird es mit
Freuden begrüßen, alte Lieblinge und Neuzüchtungen
der letzten Jahre als Muſterpflanzungen im Bilde vor=
geführt
zu ſehen. Da ſich außerdem noch die Groß=
gärtnerei
Henkel in anerkennenswerter Weiſe bereit er=
klärt
hat, eine reichhaltige Ausſtellung in geſchnittenen
Blütenſtauden zu veranſtalten, ſo dürfte jedenfalls die
Veranſtaltung einen ſtarken Anziehungspunkt abgeben.
Näherer Zeitangaben finden ſich im Anzeigenteil.
* Die Gründung eines Heſſiſchen Schneider= Verban=
des
beſchloſſen die heſſiſchen Schneider=Vereine und
=Innungen. Als Vorſitzender wurde Herr Simenſen=
Darmſtadt gewählt.
* Verloſung. Das am Sonntag auf der Radrenn=
bahn
zur Verloſung gekommene Viktoriarad wurde von
Herrn Wilhelm Faulſtich, hier, Karlſtraße 21, gewon=
nen
, und zwar auf die Nummer 566. Das Glückslos war
von der Lieferantin des Rades, der Firma Benz u. Co.,
bezogen.
Ludwigshöhe. Wie bereits angekündigt, veranſtal=
tet
Herr Reſtaurateur Willy Wenz anläßlich des Sedan=
tages
heute, Dienstag, den 2. September, nachmittags
¼4 Uhr, ein großes Kinderfeſt unter fachmänni=
ſcher
Leitung. Wie im Anzeigenteil erſichtlich, ſind für
die Kleinen viele Ueberraſchungen vorgeſehen. Das zur
Verfügung ſtehende Pony wird den Kleinen beſondere
Freude machen. Der muſikaliſche Teil liegt in den Händen
des Herrn Obermuſikmeiſters M. Weber
* Zum Raubmord im Eiſenbahnzug. Die Staatsan=
waltſchaft
hat ein neues Ausſchreiben erlaſſen, in
welchem der vermutliche Täter wie folgt geſchildert iſt:
Junger Mann im Alter von 20 bis 25 Jahren, 1,52 bis
1,65 Meter groß, von mittelſtarker Statur, im Verhalten
zum Alter ſchon etwas geſetzt. Geſicht ſchmal und etwas
länglich mit ein wenig hervortretenden Backenknochen wie
bei einem nicht. gut genährten Menſchen; ſonſt ohne beſon=
dere
Merkmale (Narben); Geſichtsfarbe graublaß, nicht
ſonnengebräunt oder von der Luft angegriffen wie die
eines Außenarbeiters: Augenbrauen nicht aus der Ge=
ſichtsfarbe
hervortretend, Kopfhaar mittelblond, nicht ſehr
reichlich (dicht); auf der linken Seite unordentlich geſchei=
telt
; rechts fällt eine glatträndig geſchnittene Strähne von
ſelbſt in die Stirn; Bartwuchs iſt der eines jungen, noch
nicht regelmäßig raſierten Mannes. Das Schnurrbärtchen
iſt blond, tritt nicht aus der Geſichtsfarbe hervor; es han=
delt
ſich dabei mehr um den Anſlug eines Schnurrbartes.
Die Augen ſind graublau, unſtet; die Hände von blaſſer
Farbe, nicht verarbeitet, die Finger kurz und dick, die
Nägel nicht gepflegt. Kleidung: Dunkler Sackanzua
(etwa dunkel=graublau), wohl billiger Konfektionsanzug.
der die Form ſchon etwas verloren hat; weiße, ſchmutzige
Wäſche, wie Hemdenbruſt, Kragen. Manſchetten: Deckel=
ſtrohhut
mit ſchwarzem Band. Der Gang iſt läſſig und
ſchlapp. Es wurde beobachtet, daß der Verdächtige des
Oefteren vielleicht gewohnheitsmäßig den Daumen
der rechten Hand in die Ecke der äußeren Rocktaſche ſteckt,
derart, daß die übrigen vier Finger außen am Rocke
liegen.
§ Polizeibericht. Ein bei einer hieſigen Firma be=
dienſteter
Fuhrmann iſt Sonntag abend auf der Strecke
Egelsbach-Darmſtadt anſcheinend von ſeinem eigenen
Fuhrwerk überfahren worden. Zwei Arbeiter von hier,
welche ihn auffanden, brachten den Verletzten nach dem
7. Polizeirevier; von hier wurde er mittels Kranken=
automobils
in das Städtiſche Krankenhaus übergeführt, wo

Oeffnung. Am 22. September, um 5 Uhr nachmittags,
kommt der Mond mit Saturn in Konjunktion, nach Auf=
gang
ſieht man den Mond, der den Planeten nördlich paſ=
iert
hat, ſchon etwas nach Oſten zu weitergeſchritten.
Uranus bewegt ſich rückläufig im Steinbock und kul=
miniert
, ungefähr 1¾ Stunden ſpäter als Jupiter, in recht
tiefer Stellung zuerſt um 9¾, zuletzt um 7¾ Uhr abends
Sein Erdabſtand wächſt von 18.99 bis auf 19.37 Ein=
heiten
, ſein Scheibendurchmeſſer zeigt nur den Winkelwert
ſon 43. Genaue Oerter des Urans ſind: am 1. Rektaſzen=
ion
20h 27m 135 und Deklination 19 48' 48 am 30.
Rektaſzenſion 20h 24m 41s und Deklination 190 567
58. Neptun ſteht in den Zwillingen ſüdöſtlich
von Pollux am Morgenhimmel, am Monatsanfang noch
nahe nordweſtlich von Venus, die am 30. Auguſt etwa
½ Vollmondbreite ſüdlich an ihm vorbeigezogen iſt. Die
Entfernung Neptuns von der Erde nimmt von 30.74 bis
ruf 30.32 Einheiten ab; ſein Scheibendurchmeſſer hat nur
den kleinen Wert von 2.5, und der Planet erſcheint als
Sternchen 8. Größe, kann daher nie mit bloßem Auge ge=
ehen
werden.
Am Fixſternhimmel wird die Leuchtkraft der
Geſtirne abends in der Zeit vom 9. bis zum 22. September
durch das Mondlicht abgeſchwächt. Betrachten wir gegen
10 Uhr das Firmament, ſo ſehen wir es durch die Milch=
ſtraße
, die ſich vom Nordoſthorizont über den Zenit zum
Südweſthorizont wölbt, in zwei gleiche Hälften geteilt.
Im Nordoſten funkelt neben der Milchſtraße Capella im
Fuhrmann höher in der Milchſtraße ſelbſt das W der
Caſſiopeja beim Zenit Deneb im Schwan darunter nach
Weſten Wega in der Leier und nach Südſüdweſten Atair
im Adler‟ Tief im Weſtnordweſten ſtrahlt Arctur im
Bootes, während ſich im Nordnordweſten der Große
Bär ausbreitet. Am oſtnordöſtlichen Horizont taucht
Aldebaran im Stier auf, dem im Oſten ſchon der Wid=
der
vorangegangen iſt. Tief unten im Südſüdoſten ge=
wahrt
man den Stern Fomalhaut mit den anderen Ge=
ſtirnen
des ſüdlichen Fiſches das ſchöne Wort Fo=
malhaut
iſt entſtellt aus Fom el-hhüt, Maul des
Fiſches, womit die alten Araber den Stern bezeichneten.

Feuilleton.

Ein neues Zwergvolk auf Neu=Guinea. Die im
Auftrage der Britiſchen Ornithologiſchen Geſellſchaft zur
Erforſchung der Tierwelt von Neu=Guinea ausgeſandte
Expedition veröffentlicht jetzt einen zuſammenfaſſenden
vorläufigen Bericht über die Ergebniſſe der dreijährigen
Arbeit. Beſondere Aufmerkſamkeit beanſprucht dabei die
Entdeckung eines bisher unbekannten Zwerg=
volkes
im Inneren Neu=Guineas. Nach mehrmaligen
vergeblichen Verſuchen gelang es den Expeditionsteilneh=
mern
ſchließlich, die ſchwierigen Berge zu bezwingen, die
das Vordringen in das Innere der Inſel ſo ſchwer machen.
Während die Expedition in ihrem Vormarſche dem Laufe
des Kaparea folgte, ſtieß man auf zwei Eingeborene von
auffällig geringer Körpergröße. Es gelang, die beiden zu
fangen, und da man ſie ſehr ſorgfältig behandelte, ge=
wann
man ihr Vertrauen. Mit Hilfe der beiden Feſtge=
haltenen
trat man in Verkehr mit deren Stammesgenoſſen
und konnte auf dieſe Weiſe wertvolle Beobachtungen über
dieſes noch unerforſchte Zwergvolk machen. Es ſind die
Tapiros, ein Negritovolk, das es bisher verſtanden hatte,
der Aufmerkſamkeit aller früheren europäiſchen Expeditio=
nen
zu entgehen. Der Stamm, mit dem die Forſcher in
Berührung traten, zählte gegen 60 Männer, deren Durch=
ſchnittsgröße
man durch Meſſungen feſtzuſtellen vermochte.
Dieſe Negritos von Neu=Guinea ſind 1,41½ Meter groß,
übertreffen alſo kaum die Negritos von Kongo. Die Be=
mühungen
der Reiſenden, die Frauen und Kinder, die ſich
in das Innere des Urwaldes geflüchtet hatten, zu Geſicht
zu bekommen, blieben reſultatlos. Die Tapiros leben in
Höhengegenden, 600800 Meter über dem Meeresſpiegel,
ſie ſind in ihren Körperformen wohl gebaut, kräftig und
muskulös, ihre Hautfarbe läßt ſich mit einem dunklen
Schokoladenbraun vergleichen, in den Haaren fallen röt=
liche
Reflexe auf. Faſt alle erwachſenen Männer weiſen
einen ziemlich ſtarken Bartwuchs auf; die Greiſe färben
ihren Bart brennend rot. Gewänder ſind unbekannt, den
Lendenſchurz erſetzt ein länglicher Kürbis, der an einem

um die Hüften geſchlungenen Bande getragen wird. Da=
gegen
ſchmücken ſich die Tapiros mit Armbändern und
Halsbändern, die aus Kernfrüchten, Knochenteilen und
Tierzähnen gefertigt ſind. Daß im Inneren Neu=Guineas
Zwergvölker leben, hatten bereits frühere flüchtige Be=
obachtungen
erwieſen; jetzt iſt es zum erſtenmal gelungen,
genauere Angaben über die Eigentümlichkeiten dieſer ſelt=
ſamen
Raſſe zu ſammeln.
Die engliſche Liga für den guten Ton. Den Eng=
ländern
, denen beſonders die Romanen ſo gerne vorhal=
ten
, daß ſie auf ihren Reiſen den guten Ton durch reſpekt=
loſen
Hochmut zu erſetzen lieben, iſt nun im eigenen Lande
ein Prophet der Höflichkeit erſtanden, ein ſonderbaren
Schwärmer, der ſich das Ziel geſetzt hat, durch das Bei=
ſpiel
und die Tat ſeine Landsleute wieder zum guten Ton
zu bekehren. Der wunderliche Reformator, mit dem ſich
die engliſchen Blätter eingehend beſchäftigen, führt den
ſtattlichen Namen Raymond Arthur Price Pierpoint, und
als ein Mann, der ſeine Zeit verſteht, hat er bereits eine
ganze Anzahl von Anhängern um ſich geſchart, die bereit
ſind, im Dienſte des hohen Ideals auch dem Fluche der
Lächerlichkeit mannhaft zu trotzen. Der Mitarbeiter eines
Londoner Blattes, der dieſen britiſchen Vorkämpfer der
Höflichkeit beſuchte, wurde von Herrn Pierpoint mit einer
geradezu großartigen Verbeugung begrüßt. Wir haben
unſer Ideal und unſere Würde verloren, erklärte der
Reformator, wir vollbringen nichts mehr mit Anmut
und Grazie. Wir verehren nicht mehr das Große wir
haben keinen Reſpekt vor den Toten und keine Ehrungen
für die Lebenden. Wir ſind auf dem Wege zu einem neuen
Zeitalter der Barbarei. Durch haſtige und nervöſe Be=
wegungen
beläſtigen und erregen wir unſere Mitmenſchen.
Und, ich muß es ausſprechen, die Schmach der Mitſchuld
an dieſen Zuſtänden trifft in nicht geringem Maße Herrn
Bernard Shaw und ſeine Schule, denn die verhöhnen
und verſpotten alle Ideale. Der einzige Weg zur Beſſe=
rung
beſteht darin, unſerem Leben mehr Harmonie zu
ſchenken, unſere Nerven zu beruhigen und die Maſſe auf
dieſe Bahn zu lenken. Wie wollen Herr Pierpoint und
ſeine Mitkämpfer dieſes ſchöne Ziel erreichen? Er hat be=,

[ ][  ][ ]

ein Bruch des rechten Ellenbogens feſtgeſtellt wurde.
In einer Wirtſchaft der Altſtadt wurde geſtern früh gegen
4 Uhr einem Hausburſchen von dem Wirt nach voraus=
gegangenem
Wortwechſel eine blutende Kopfwunde bei
gebracht.
g. Der Erpreſſer, der am 22. Auguſt auf dem hieſigen
Bahnhofe verhaftet wurde, weil er an eine Heppenheimer
Dame Erpreſſungsbriefe gerichtet hatte, hat jetzt im Un=
terſuchungsgefängnis
angegeben, daß er der Sohn des
Sanitätsrats Schneider in Krefeld ſei. Die Komplizen
des Verbrechers ſind bisher noch nicht ermittelt worden;
ſie ſind jedenfalls durch eine vorzeitig in die Preſſe ge=
langte
Nachricht gewarnt worden und konnten ſich noch
rechtzeitig aus dem Staube machen.
* Bubenſtreich oder Racheakt. Auf dem neuen Tor
eines Hauſes der Tannenſtraße ſind 4 ſchwere ſchöne
Blumenkübel aufgeſtellt, die das Auge eines jeden
Paſſanten erfreuten. In der letzten Nacht zwiſchen 2 und
8 Uhr nun hat ein roher Burſche einen der Kaſten nebſt
Füllung mit Gewalt von dem Bandeiſen gelöſt und in
den Hof geworfen. Im letzten Sommer wurden
einem Bewohner in derſelben Straße ſämtliche Blumen=
kaſten
auf dieſelbe gemeine Weiſe heruntergeholt. Es
wäre ſehr zu wünſchen, daß die Polizei im Intereſſe der
Hausbeſitzer und des ſchönen Straßenbildes, wie es der
Verſchönerungsverein anſtrebt, ſolche rohe Geſellen mit
einer gehörigen Strafe heranziehen würde.
* Kinotheater. Von Dienstag, den 2. September, ab
kommt im 1. Darmſtädter Kino, Grafenſtraße 12,
ein Programm zur Vorführung, wie es ſelten ſchöner hier
geſehen wurde. Das moderne Sittendrama Verlorenes
Spiel zeigt in dramatiſcher Weiſe, wie ein Lebe=
mann
, den Halt verlierend, von Stufe zu Stufe ſinkt. Die
Humoreske Leo als Reporter iſt ein neuer Schlager der
Komik. Eine gleiche Perle des Humors ſtellt der Film
Cineſino macht den Hühnern Konkurrenz dar. Als Ein=
lage
erſcheint der Dreiakter Weiße Lilien, ein großes
Senſationsdrama. Weitere Humoresken und Dramen ver=
vollſtändigen
den faſt dreiſtündigen Spielplan. Reſi=
denztheater
am Weißen Turm. Wir machen an dieſer
Stelle nochmals auf die Schülervorſtellungen ab
10 Uhr vormittags aufmerkſam. Zur Vorführung gelangt
in
der große vaterländiſche Kunſtfilm Theodor Körner
drei Akten. Diverſe Einlagen vervollſtändigen das Schü=
lerprogramm
. (Siehe Anzeige.) Ab 1 Uhr nachmittags
finden dann die Vorſtellungen für Erwachſene ſtatt, und
zwar ſteht im Mittelpunkt dieſes umfangreichen Pro=
gramms
der große Dreiakter (Detektivroman) Der Mann
mit den drei Fingern. An Dramen nennen wir den Zwei=
akter
Hochzeitsfackel und Die Geſchichte einer Mumie‟
Auguſtin als Straßenhändler Lea im Bureau, Die
neuen Stiefel beſtreiten den humoriſtiſchen Teil.
F.C. Pfungſtadt, 31. Aug. Der 17jährige Realſchüler
Blum trug einen geladenen Revolver in der Rock=
taſche
. Plötzlich entlud ſich die wahrſcheinlich nicht ge=
ſicherte
Waffe. Das Geſchoß verletzte den jungen Mann
ſehr ſchwer am Arm und Kniegelenk.
-h- Auerbach, 1. Sept. Das geſtrige Burgfeſt auf
dem Auerbacher Schloß hatte ſich eines zahlreichen
Beſuches von hier und der Umgegend zu erfreuen. Leider
ſiſt aber am Abend bei dem Feuerwerk, das überaus
fgroßartig und weithin in der Ebene ſichtbar war, eine
Anzahl junger Leute die bei dem Abbrennen
mitwirkten, ſehr zu Schaden gekommen. Verſchie=
dene
Feuerwerkskörper ſollen rückwärts ſich entladen ha=
ben
, wobei die mit denſelben Beſchäftigten im Geſicht und
an den Händen verletzt wurden und ärztliche Hilfe in An=
ſpruch
nehmen mußten. Die anweſende Sanitätsmann=
ſchaft
leiſtete den Verletzten die erſte Hilfe.
Groß=Gerau, 1. Sept. In den Kopf geſchoſſen
hat ſich mit einem Teſching der 13 Jahre alte Sohn einer
hieſigen kinderreichen Familie. Derſelbe war wegen eines
kleinen Vergehens in der Schule beſtraft worden und
kehrte am Mittwoch nach Beendigung des Schulunterrichts
nicht nach Hauſe zurück. Nach langem vergeblichen Suchen
fand man ihn endlich am Donnerstag mit einer
Schußwunde im Kopf in einem Maisacker
vor. Der herbeigerufene Arzt, Herr Sanitätsrat Dr.
Schad, ordnete ſofortige Krankenhauspflege an.
Rüſſelsheim, 1. Sept. Ein Taglöhner von hier hatte
ſſich am Samstag in einem Geſchäfte zwei Anzüge
zum Anprobieren geben laſſen. In einem zwei=
ten
Geſchäft probierte er das gleiche Manöver mit dem=
ſelben
Erfolge. Die vier Anzüge ſetzte er dann ſofort in
Mainz und Frankfurt in bare Münze um. Die Polizei
faßte ihn jedoch am Bahnhofe ab. Die vier Anzüge, die
ſer zu einem Spottgeld verſchleudert hatte, konnten als=
bald
wieder eingezogen werden.
(*) Dieburg, 31. Aug. Die 2. allgemeine Kanin=
chen
=Ausſtellung, die geſtern und heute in der
ſtädtiſchen Feſthalle ſtattfand, erfreute ſich einer ſtarken Be=

ſchickung aus weiten Teilen Deutſchlands, beſonders aus
dem Heſſenlande. Von allen Raſſen dieſer Lieblinge der
Kleintierzüchter waren vorzügliche Exemplare vertreten,
von ſchweren belgiſchen Rieſen und buntſcheckigen deut=
ſchen
Rieſenſchecken bis zum zierlichen Hermelin und flinken
Silberkaninchen.
Offenbach, 31. Aug. Ein blutiges Eiferſuchts=
drama
hat ſich vergangene Nacht gegen 3 Uhr in der
Mittelſeeſtraße abgeſpielt. Paſſanten fanden mitten auf
der Straße in ihrem Blute liegend, die von ihrem Mann
getrennt lebende Frau Beck aus der Haſenbachſtraße und
veranlaßten ihre Verbringung ins Krankenhaus. Soweit
die Unterſuchung bis jetzt ergeben hat, kommt der Gele=
genheitsarbeiter
Jakob Stegmann, der ſchon längere
Zeit mit der Beck ein Liebesverhältnis unterhielt, als =
ter
in Betracht. Stegmann, deſſen man noch nicht habhaft
werden konnte wurde ſchon lange von Eiferſucht auf einen
Nebenbuhler geplagt; heute nacht ſoll er nach einer Szene
blindlings auf ſeine Geliebte eingeſtochen haben. Dieſe
iſt durch Meſſerſtiche in den Rücken und den rechten Arm
ſo ſchwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen ge=
zweiſelt
wird.
R. Heubach, 31. Aug. Ein ſeltſames Jubiläum feierte
geſtern der auch in weiten Kreiſen durch ſein humanes
Weſen bekannte Mühlenbauer und Dreſchmaſchinenbeſitzer
Georg Bundſchuh V., hier. Es war ihm vergönnt
einen 50. Geburtstag, die ſilberne Hochzeit und außerdem
die Hundertjahrfeier der Gründung ſeines Mühlenbau=
geſchäftes
gemeinſam feiern zu können. Der Männer=
geſangverein
brachte ſeinem langjährigen und eifrigen
Mitgliede eine Ovation dar. Um 9 Uhr bewegte ſich ein
Lampionzug zur Wohnung des Jubilars. Nach dem
Abſingen eines Liedes hielt der Präſident des Vereins
eine markante Anſprache. Hierauf ſprach der Schwieger=
ſohn
des Gefeierten, Herr Georg Bundſchuh VI., Dank für
die dargebrachte Ovation aus. Es folgte noch ein Ge=
ſangsvortrag
; der Jubilar ſprach ebenfalls ſeinen Dank
in kurzen Worten für die Ehrungen aus und lud zu einem
Glaſe Bier in die Krone ein.
Biblis, 1. Sept. Der 48 Jahre alte verheiratete Ar=
beiter
Joh. Kiſſel von hier war in der Drahtinduſtrie
Waldhof mit dem Einſtecken eines Drahtes beſchäftigt, als
ſich plötzlich die Rolle in Bewegung ſetzte und den un=
glücklichen
Mann etwa achtmal herumriß. Schrecklich zu=
gerichtet
kam er in faſt hoffnungsloſem Zuſtande
ins Allgemeine Krankenhaus.
Mainz, 1. Sept. In dem Strandbad an der ſtrom=
abwärts
gelegenen Spitze der Rettbergsau herrſcht ſeit
einiger Zeit ein ſehr lebhaftes Badeleben. So war das
Bad geſtern mittag, trotz des ungünſtigen Wetters von
Hunderten Perſonen beiderlei Geſchlechts beſucht. Die den
Verkehr von Schierſtein aus vermittelnden Motorboote
hatten vollauf zu tun, um dem großen Andrang gerecht zu
werden. Auf der Auſpitze befinden ſich Zelte zum An=
und Auskleiden, und eine Wirtſchaft für die Durſtigen, die
mit dem Rheinwaſſer nicht zufrieden ſind iſt auch ſchon
vorhanden. Leider ertrank geſtern nachmittag ein 17 jähri=
ger
junger Mann, Julius Schwenker aus Wiesbaden.
An dem Ertrunkenen, der nur wenige Minuten unter Waſ=
ſer
war, wurden ſofort Wiederbelebungsverſuche angeſtellt,
an denen ſich ſpäter noch ein Schierſteiner Arzt beteiligte,
aber leider ohne Erfolg.
Bodenheim, 1. Sept. In heißer Bohnenbrühe
zu Tode verbrüht hat ſich das dreijährige Mädchen
der Familie Becker. Es ſpielte bei Nachbarsleuten und
kam hier einem Keſſel mit ſiedend heißer Bohnenbrühe
zu nahe, ſtürzte hinein und zog ſich ſchreckliche Brandwun=
den
zu. Trotzdem das Kind ſofort nach Mainz ins Rochus=
hoſpital
kam, ſtarb es an den Folgen der Wunden.
Worms, 1. Sept. Der ſtädtiſche Schulvorſtand be=
ſchloß
mit Wirkung vom 1. Oktober dieſes Jahres in der
Pflichtfortbildungsſchule den Turnunter=
richt
obligatoriſch einzuführen. Vorläufig
ſoll dafür eine Stunde pro Woche in Ausſicht genommen
werden. Zur Erteilung des Turnunterrichts iſt ein ge=
prüſter
Turnlehrer, der Lehrer Roth in Groß=Gerau
ſeither 1. Vorſitzender des mittelrheiniſchen Turngaues
Main=Rhein berufen worden. Das Deutſche Feſt
wurde am Samstag abend durch einen Kommers in
der Feſthalle eröffnet, zu dem ſich die Bürgerſchaft äußerſt
zahlreich eingefunden hatte Die Feſtrede hielt Herr Ebel.
Der geſtrige Hauptfeſttag brachte einen Feſtzug, an
dem zahlreiche Vereine teilnahmen. Am Morgen waren
turneriſche Wettkämpfe bei denen erſte Sieger
wurden: Daum (Turngemeinde Worms) und Arnheiter
(Turngemeinde Worms=Neuhauſen). Der Stafettenlauf
um den Nibelungenſchild ſah wiederum den Fußball= und
Lawn=Tennis=Klub als Sieger. Er hat den Schild zum zwei=
ten
Mal in ſeinen Beſitz gebracht. Gelingt es ihm zum
dritten Mal, geht er in ſeinen endgültigen Beſitz über.
Der Beſuch des Feſtes war ſehr gut, das Wetter hielt
durchweg ſtand. Heute findet der Haupttag ſtatt, der am

Abend ein glänzendes Feuerwerk bringen wird. Die
Haſſia=Vereine begehen ihre Sedanfeier durch die alljähr=
liche
Kundgebung an den Gräbern der 1870/71 Gefallenen
auf dem alten Friedhof nebſt anſchließendem Kommers in
dem Feſthaus am Montag abend.
Bingen, 1. Sept. Einer Anregung des Parteivor=
ſtandes
der Nationalliberalen Partei i
der Rheinprovinz folgend, kamen am Samstag, den 30
Auguſt, die Vertreter verſchiedener landſchaftlicher Ver
bände der Nationalliberalen Partei in Bingen zuſammen
um die Veranſtaltung einer gemeinſamen nationallibe
ralen Feier an dem Tage der hundertjährigen Wiederkeh=
der
Völkerſchlacht bei Leipzig zu beſprechen. Vertreter
waren außer der Rheinprovinz die Organiſationen Frei
Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler Großherzogtun
Baden, Bayeriſche Pfalz, Naſſau und die Reichstagswahl=
kreiſe
Frankfurt=Stadt, Frankfurt=Land und Höchſt
Uſingen. Als Feſtort iſt das. landſchaftlich ſchön gelegen
und von allen Beteiligten leicht zu erreichende Binge
auserſehen, das in der neuerbauten Feſthalle überdies di
geeigneten Räumlichkeiten für eine derartige Feier zu
Verfügung hat. Dem eigentlichen Feſtakt am Sonntag
den 19. Oktober, deſſen Mittelpunkt die von Muſik= und
Geſangsvorträgen eingerahmte Feſtrede bildet, geht an
Samstag, den 18. Oktober, ein Kommers voraus, in deſſen
Verlauf die Vertreter der genannten veranſtaltenden Ver
bände zu Worte kommen werden. Ihrem nationale=
Charakter entſprechend werden die Veranſtaltungen, übe
die feſte Beſchlüſſe in einer Mitte September ſtattfindende
Sitzung gefaßt werden, öffentlich ſein.
* Bad Nauheim, 1. Sept. Der im Balkankriege viel=
genannte
ruſſiſche Geſandte am ſerbiſchen Hofe, Exzellenz
v. Hartwig, iſt mit Familie in Bad Nauheim an
Samstag eingetroffen.
Homberg a. d. Ohm, 1. Sept. Heute abend kurz nac
11 Uhr brach in der Neuſtadt in dem Gehöft des Hein
Sartorius Feuer aus Da die Scheunen zurzei
gefüllt ſind, fand das Feuer reiche Nahrung. Lichterlo
brannten Stallungen und Scheuer, ſo daß das Viehrm
knapper Not noch gerettet werden konnte. Das Invente
wurde ein Raub der Flammen. Auch das Nachbarhau
des Schreinermeiſters Hemmel wurde von den Flamme
ergriffen, konnte aber vor völliger Vernichtung gerett
werden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 31. Aug. Die Stadt
hauptkaſſe von Berlin hatte bei ihrem Abſchluß al
1. April d. J., wie ſich jetzt ergeben hat, einen Ueber
ſchuß von 12½ Millionen Mark. Bei dem A
ſchluß am 1. April 1909 ergab ſich ein Ueberſchuß von
Millionen Mark und beim Abſchluß von 1910 ein ſolche
von 4,6 Millionen Mk. Schneller, als man es erwarte
konnte, iſt es der Schöneberger Kriminalpol
zei gelungen, den Hypothekenſchwindel, über de
berichtet wurde, aufzuklären und die Verhaftung des U=
hebers
, des Vermittlers S. aus der Hewaldſtraße
Schöneberg, zu veranlaſſen. S. ſollte für einen Hau
beſitzer in Wilmersdorf 100000 Mark als Hypothek au
zwei Häuſer beſorgen. Er ließ ſich auf ſeinen Nam
zwei Hypothekenbriefe über je 50000 Mark ausſtellen un
fuhr damit nach Hamburg, um von einem dortigen Gel
geber das Geld abzuheben. In Hamburg bekam S. de
kleineren Teil der Summe in barem Gelde, den größere
Teil in Wertpapieren, die nicht ſofort verſilbert werd
konnten. Um aber auch hierfür möglichſt ſofort bares Ge=
in
die Hände zu bekommen, hatte S. ſich von Hamburgau
mit einem Geldmann in Schandau telegraphiſch in Ve
bindung geſetzt und von dieſem die Antwort erhalten,
möge ſelbſt nach Schandau kommen. Mit Unterſtützur
des Hamburger Geldgebers gelang es der Schöneberg
Kriminalpolizei nun, dieſe Spur zu verfolgen. Dan
veranlaßte die Schöneberger Kriminalpolizei die zuſtä
dige Staatsanwaltſchaft, die Verhaftung des S. zu e
wirken. Auf telegraphiſches Erſuchen wurde der Hyp
thekenvermittler S. von der Schandauer Polizei feſtg
nommen und vorläufig in Haft behalten. Die Wertpapie
und ein großer Teil des in Hamburg erhaltenen Ba
geldes konnte dem Verhafteten abgenommen werden.
Ein bei einem Gaſtwirt Dobeck in der Andreasſtraße au
geſtellter Kellner Otto Schulz erſuchte dieſeni
Auftrag des Gaſtwirtsgehilfenverbandes, organiſierte Ke
ner einzuſtellen, zum mindeſten aber den Tarifvertragd
Gaſtwirtsgehilfenverbandes durchzuführen. Dobeck lehn
beides ab, worauf Schulz ſeine Stellung aufgab. Eini
Tage ſpäter erſchien Schulz wieder bei Dobeck, ließ ſi
ein Glas Bier geben und hatte nun die Frechheit, ge
druckte Zettel an die Gäſte zu verteilen, auf dene
ſie erſucht wurden, die Gaſtwirtſchaft nicht mehr zu L
ſuchen, da der Gaſtwirt weder organiſierte Kellner eng
giere, noch den Tarifvertrag des Gaſtwirtsgehilfenverba=
des
anerkennen wolle. Beim Hinauswurf aus dem Lol
warf Schulz noch eine Anzahl Zettel auf einige Tiſe
und heftete außerdem zwei Zettel am Eingang zum Lok
an. Auf einen Strafantrag Dobecks erhielt Schulz vo
Schöffengericht Berlin wegen Hausfrieden
bruchs, Verletzung des Preßgeſetzes und groben Unfug
einen Monat Gefängnis und 20 Mk. Geldſtrafe. In k
Berufungsinſtanz wurde der Angeklagte wegen des gr
ben Unfugs freigeſprochen, dagegen wegen Hausfrieden=
bruch
und Verletzung des Preßgeſetzes zu einem Mon=
Gefängnis verurteilt. In der Begründung führte d
Vorſitzende, Landgerichtsdirektor Lieber, aus, daß d=
Arbeitern zweifellos die Ausübung des Koalitionsrecht
zuſtehe, daß aber die Taten des Angeklagten hart an E
preſſung grenzen und jedenfalls einen ſehr ſchweren Hau
friedensbruch darſtellen. Angeſichts der Klagen über de
Terrorismus gewiſſer Arbeiterkreiſe habe das Gericht d
Pflicht, die Strafe ſcharf zu bemeſſen, und deshalb
trotz der bisherigen Unbeſcholtenheit des Angeklagten d
vom erſten Richter erkannte Strafe angemeſſen.
Frankfurt a. M., 31. Aug. Der in der Glauburgſtra
wohnhafte 40 Jahre alte Maurer Max Schremmelg
riet geſtern abend, nachdem er mit ſeiner Ehefrau na
Hauſe gekommen war, in einen Streit, in deſſen Verla
er auf ſeine Frau einſchlug. Nachbarn holten die P
lizei herbei, welche bei ihrer Ankunft feſtſtellte, daß, d
Frau der Schädel eingeſchlagen war. Die Frau hat
einen Schädelbruch erlitten, der tödlich war. Das P
blikum wollte den Mann, als er verhaftet wurde, lynche
ſo daß die Polizei ihn mit der Waffe in der Hand ſchütze
mußte. Als in vergangener Nacht die Familie des
Griesheim in der Karlſtraße wohnhaften Rektors Kre
nach Hauſe kam, lag die Geſellſchafterin gefe
ſelt und geknebelt in dem Wohnzimmer. Sie w.
bewußtlos. Der Schreibtiſch des Rektors war durchwüh=
Ein Hundertmarkſchein, ſowie verſchiedene Gold= ur
Silberſachen im Werte von 300 Mark fehlen, während d
Wertpapiere noch alle vorhanden ſind. Die Geſellſchaft
rin hat angegeben, daß der Ueberfall und der Einbru
von zwei Männern ausgeführt worden iſt, von denen ſ
einer auf ſie ſtürzte, bevor ſie einen Laut von ſich gebe
konnte,

freits ein wirkſames Mittel gefunden. Er und ſeine Kampf=
genoſſen
bleiben vor allen Denkmälern und Statuen gro=
ßer
Männer entblößten Hauptes ſtehen und verbeugen ſich.
Wenn dies wahrhaft höfliche Gebahren genügend Neugie=
rige
angelockt hat, und man darf es Herrn Pierpoint glau=
ben
, in der Großſtadt geſchieht das ſehr ſchnell, dann
wenden ſich dieſe Bekenner der Höflichkeit zum Volke, wer=
den
zu Predigern, und klären die Maſſe über den ethiſchen
und nebenbei auch hygieniſchen Wert der Höflichkeit mit
angemeſſenen Worten höflich auf ..
** Der indiskrete Scheinwerfer. Die Not der Neu=
Yorker Polizei mit den neuen Damenmoden nimmt kein
Ende. Die Schutzleute waren bereits angewieſen, die
Durchſichtigkeit der modernen Straßengewänder nicht aus
dem Auge zu verlieren, was ſie auch nicht taten; gar zu
unbeſorgte Damen wurden höflich aufgefordert, die unbe=
kümmerte
Schauſtellung ihrer Körperlinien auf ihr Heim
zu beſchränken oder zum mindeſten nur im Schatten zu
gehen, um die Indiskretionen zu vermeiden, die bei einer
derartigen Tracht das helle Sonnenlicht gar zu gern be=
geht
. Die ganz modernen Neu=Yorkerinnen hatten ſich
ſchließlich mit dieſer polizeilichen Modekontrolle abgefun=
den
und gingen vorwiegend abends aus. Alles ſchien in
ſchöner Ordnung. Doch nun bereitet ein findiger Ge=
ſchäftsmann
der geſtrengen Polizeiverwaltung neue Sor=
gen
. Dieſer Mann, Inhaber eines Automobillaternen=
geſchäftes
, läßt am Abend am Broadway als ſachgemäße
Reklame für ſeine Waren große Scheinwerfer ſpielen. Das
ergänzt zwar die Straßenbeleuchtung, aber leider entlocken
dieſe Scheinwerfer den modern gekleideten Damen über=
raſchend
ausführliche Schattenriſſe, kurz, ſie ſind noch in=
diskreter
als die F=Strahlen. Die Polizei, ſo berichten
Neu=Yorker Blätter, ließ den Kaufmann kommen und er=
ſuchte
ihn, wegen dieſer gefährlichen Begleiterſcheinung
ſeine Reklameſcheinwerfer zu beſeitigen. Aber der Ge=
ſchäftsmann
proteſtiert mit Recht, er zahlt eine hohe Platz=
miete
, kann auf ſeine Reklame nicht verzichten und erklärt,

die Durchſichtigkeit der Frauenmode ſei nicht ſeine Schuld.
Nun iſt ein heftiger Meinungsſtreit über das Problem
entſtanden, und alle Möglichkeiten werden erörtert, nur
nicht die Möglichkeit einer diskreteren Damenkleidung
* Die gefährliche Wärmflaſche. Frau Virginia Van=
derbilt
, die ehemalige Gattin von Vanderbilt jun. in Neu=
York, hatte in ihrem Karlsbader Hotel ein nicht ungefähr=
liches
Erlebnis. Da es nachts ſehr kühl war, erwärmte
ſie ihr Bett mit einem elektriſchen Bettwärmer den ſie mit
der elektriſchen Leitung des Hotels verband. Der Strom
beträgt jedoch dort 220 Volt, da zwei Drahtſeilbahnen
mit der Elektrizität verſorgt werden. Kurz bevor Frau
Vanderbilt einſchlief, entzündete ſich das Bett.
Als ſie laut um Hilfe rief, eilte die Dienerſchaft herbei,
welche die Gefahr beſeitigte
* Der Einbruch in die Redaktion. Recht humorvol
berichtet das Höchſter Kreisblatt über einen Einbruch in
ſein Redaktionsbureau: Einen Einbruch verübte und er=
lebte
heute nacht ein Strolch, welcher unſerem Redaktions=
bureau
einen diskreten Beſuch machte in der trügeriſchen
Hoffnung, hier etwas Kleingeld zu finden. Der Mann,
der nicht zu wiſſen ſcheint, daß zur gegenwärtigen Zeit der
ſauren Gurke bei uns die Verhältniſſe für ein derartiges
Unternehmen noch ungünſtiger liegen als ſonſt im Laufe
des Jahres, hat ſich vergebens bemüht. Er bohrte zunächſt
den verſchloſſenen Schiebkaſten eines Schreibtiſches an
ſprengte dann das Schloß auf und ſah ſich getäuſcht.
Denn außer einigen Briefſchaften und dem Etui mit den
Redaktionszigarren fand er nichts darin. Letztere ließ er
unverſucht, und er tat gut daran. Den gleichen Mißerfolg
hatte er an einem zweiten Schrank, den er mit dem
Stemmeiſen öffnete: auch hier nichts als alte Bücher
ſtumpfe Scheren und dergleichen. Nett war es von dem
Herrn Stromer, daß er der Verſtimmung über den Miß=
erfolg
ſeiner nächtlichen Tätigkeit nicht in uns ſonſt ſchä=
digender
oder in jener verletzenden Weiſe Ausdruck gab,
die ſonſt zu den unſchönſten Berufseigenheiten der Herren
Einbrecher gehört. Wir rechnen ihm dies hoch an, und
halten mit unſerer Anerkennung hierfür nicht zurück.

[ ][  ][ ]

Wiesbaden, 1. Sept. Einen traurigen Abſchluß hatte
eine Trauung, die vor dem hieſigen Standesamt ſtattfin=
den
ſollte Die 24 Jahre alte Näherin Anna Straub er=
litt
während der Trauung einen Herzſchlag
und ſtarb kurz darauf.
München, 1. Sept. Der ſeit dem 27. Juli vermißte
Sohn des Konſuls Ehrlich aus Breslau, der Student
Hans Ehrlich, iſt jetzt als Leiche aufgefunden wor=
den
. Von verſchiedenen Blättern wird übereinſtimmend
aus Garmiſch=Partenkirchen gemeldet, daß die Auffind=
ung
geſtern am Fuße der Alpenſpitze durch Zufall be=
wirkt
wurde. Der Tote war nur noch an der Kleidung
zu identifizieren. Die Leiche war ſchon ſtark verweſt.
Heilbronn, 1. Sept. Stadtpfleger Burger iſt ſeit
Samstag mit unbekanntem Aufenthalt abweſend. Ge=
neralbevollmächtigter
Dr. Wachert hat heute den Konkurs
über das Burgerſche Vermögen eingeleitet und feſtgeſtellt,
daß über 200000 Mark ungedeckte Verbindlichkeiten vor=
handen
ſind, ferner, daß die Privatvermögensverwaltun=
gen
, die Burger hatte, ſämtlich angegriffen wurden.
Langenſelbold, 1. Sept. Zur Erinnerung an die Er=
hebung
Deutſchlands im Jahre 1813 fand hier geſtern
eine große Feier mit Feſtgottesdienſt, Feſtzug
und Volksfeſt ſtatt. Im Feſtzug waren Lützower
Reiter und eine Anzahl prächtiger Feſtwagen vertreten.
Auf dem Feſtplatz hielt der hieſige Bürgermeiſter Dr.
Fritſch eine Anſprache, in der er das deutſche Vaterland
feierte. Heute findet die Feier mit einer Veranſtaltung
für die Schuljugend ihren Abſchluß.
Lübben, 1. Sept. Beim Verſuch zur Ueberholung
überfuhr geſtern gegen 7 Uhr abends ein Automobil
das vor ihm fahrende. Beim Anprall wurde es vollſtän=
dig
zertrümmert. Von den Inſaſſen blieb eine Dame
auf der Stelle tot, ein Herr wurde ſchwer verletzt.
Dublin, 31. Aug. Zu Zuſammenſtößen kam es
geſtern abend zwiſchen der Polizei und den Strei=
kenden
. Als die Polizeibeamten gegen die Ausſtän=
digen
vorgingen, wurden ſie mit einem Hagel von Steinen
und Flaſchen überſchüttet. 200 Ziviliſten und 30 Polizei=
beamte
ſind verletzt worden, ein Beamter tödlich. Er
tarb bald nach ſeiner Einlieferung ins Hoſpital.
London, 1. Sept. Aus Killarney in Irland wird ge=
meldet
, daß das Schloß des Earls von Kenmare= Killar=
ney
durch Feuersbrunſt zerſtört wurde. Bedeu=
tende
Kunſtſchätze ſind durch das Feuer vernichtet worden.
Der Schaden wird auf mehrere Millionen Mark geſchätzt.
London, 1. Sept. Vor einiger Zeit wurde dem eng=
liſchen
Miniſterium eine Petition überreicht, um die Be=
gnadigung
der Frau Pankhurſt zu erlangen. Dieſe
Petition war von dem Biſchof von Lincoln und anderen
bekannten Perſönlichkeiten unterzeichnet. Der Miniſter
des Innern, Mac Kenna, antwortete geſtern auf dieſe Pe=
tition
, daß, wenn der Geſundheitszuſtand der Frau Pank=
hurſt
ſich verſchlechtert habe, dies nur auf ihre Weigerung
zurückzuführen ſei, Nahrung zu ſich zu nehmen. Sie ſei
zu 3 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und
habe davon erſt 19 Tage (!) verbüßt. Er könne Frau
Pankhurſt nur zur Begnadigung vorſchlagen, wenn dieſe
Garantien dafür gebe, keine geſetzwidrigen Handlungen
mehr zu begehen.
Livadia, 31. Aug. Auf der kaiſerlichen Jacht fand
heute anläßlich der Hundertjahrfeier des Sie=
ges
von Kulm ein Gottesdienſt ſtatt. Später war
Tafel, an der die Offiziere derjenigen Regimenter teil=
nahmen
, welche die Schlacht von Kulm mitgemacht haben.
Nowotſcherkaßk, 31. Aug. Die vier Räuber, die
an dem Raube des Don=Dampfers teilgenommen,
ſind Georgier. 20000 Rubel hatten ſie noch bei ſich. Der
Gehilfe des Kapitäns iſt ſeinen Wunden erlegen
Neu=York, 1. Sept. Der Imperator hat am
Samstag früh fahrplanmäßig Neu=York verlaſſen. Die
Neu=Yorker Preſſe iſt voller Anerkennung für dieſe außer=
ordentliche
Leiſtung. So ſchreibt der Neu=York Herald
in einem Leitartikel, daß die Konſtruktion des Schiffes
ihre Probe glänzend beſtanden und alles geleiſtet habe,
was man hätte erwarten können. Die Schotten hätten ſich
zugleich als feuer= und waſſerdicht erwieſen, ſo daß das
Feuer auf ſeinen Herd beſchränkt geblieben ſei. Dies be=
weiſe
, daß das Schiff den Hafen ſicher erreicht hätte, auch
wenn das Feuer auf hoher See ausgebrochen wäre. Die
prompte und fahrplanmäßige Abfahrt des Schiffes be=
zeichnet
das Blatt als den beſten Beweis für die Fähig=
keit
, ſolchen Unfall glücklich zu überſtehen.
Panama, 1. Sept. Die letzte Barriere des Pa=
namakanals
an dem pazifiſchen Ende iſt geſtern ge=
ſprengt
worden. Am Dienstag beginnt man damit,
ie letzte Barriere am atlantiſchen Ende des Kanals zu
zerſtören.

Von den Breslauer Kaiſertagen.

* Bei der Tafel für die Provinz Schleſien
hielt der Kaiſer folgende Anſprache: Noch ganz
unter dem Eindruck der feſtlichen Tage ſtehend, die ich bei
Ihnen verleben durfte, begrüße ich Sie, zugleich im Namen
Ihrer Majeſtät der Kaiſerin und Königin, hier aufs
wärmſte. Die patriotiſche Begeiſterung, die uns in ſo
freundlicher Weiſe allenthalben entgegengetreren iſt, hat
unſerem Herzen wohlgetan, und ich bitte Sie, unſeren in=
nigſten
Dank für dieſe Bekundung ſchleſiſcher Treue ſelbſt
entgegenzunehmen und zugleich der Dolmetſch unſerer Ge=
fühle
für die hier nicht anweſenden Schleſier zu ſein. In
der reichgegliederten Kette von ernſten und frohen vater=
ländiſchen
Gedenkfeiern, die Gottes Güte uns in dieſem
Jahre geſchenkt hat, bilden die ſchleſiſchen Veranſtaltungen
gewiſſermaßen das Schlußſtück, das Kleinod. Die reichen
Schätze der Erinnerung an die ruhm= und opferreiche Zeit=
der
Erhebung des Preußenvolkes, die ich in der hieſigen
Jahrhundert=Ausſtellung heute bewundern konnte, reden
eine gewaltige Sprache und laſſen die Vergangenheit mit
ihren einzig in der Geſchichte daſtehenden Zeugniſſen von
unerſchütterlichem Mut und Gottvertrauen, von unwider=
ſtehlicher
Volkskraft, Vaterlandsliebe und Opferwilligkeit
wieder lebendig vor unſer geiſtiges Auge treten. Wer
gedächte dabei nicht mit beſonderem Stolz und Dank der
Ereigniſſe auf ſchleſiſchem Boden und aller der Helden des
Schwertes, der Feder und der Leier, die an dem glücklichen
Ausgang der ſchweren Heimſuchung unſeres Volkes einen
ſo weſentlichen Anteil haben. Hier in Breslau war es,
wo der tiefgebeugte König den Entſchluß zur Befreiung
des Vaterlandes von den ſchwer auf ihm laſtenden Feſ=
ſeln
des Bedrückers faßte und ſein Volk zum heiligen
Kriege aufrief. Hier ſtellten ſich die erſten Freiwilligen,
freudig bereit, Gut und Blut für Ehre und Freiheit des
Vaterlandes einzuſetzen. Auf Schleſiens Gefilden wur=
den
im Kampfe wider den Eroberer die erſten Großtaten
von dem Volk in Waffen verrichtet. Erſt vor wenigen
Tagen konnten wir die hundertjährige Erinnerung der
Ruhmestaten an der Katzbach und der Neiße begehen, wo
die ſchleſiſche Landwehr mit Bajonett und Kolben den
Feind und die Ungunſt der Witterung bezwang und die
Kraft ihres Wahlſpruches: Mit Gott für König und
Vaterland! betätigte. Daß Treue und Mannesmut un=
erer
Vorfahren auch heute noch im ſchleſiſchen Volke eine
feſte Stätte haben, das habe ich in dieſen Tagen wieder
erkennen können aus den freudig bewegten Mienen der
alten Veteranen, die in ihren Kriegervereinen von nah
und fern zur Parade vor ihrem oberſten Kriegsherrn her=
beigeeilt
waren aus der vortrefflichen Haltung der Regi=
menter
meines ſchleſiſchen Korps und aus der Begeiſterung
der ſchleſiſchen Jugend, deren Aufſtellung und Vorbei=
marſch
heute mein landesväterliches Herz mit beſonderem
Stolz und Freude erfüllt haben. Solange ſolche Geſinn=
ung
bei alt und jung gehegt und gepflegt wird, brauchen
wir uns den Blick in die Zukunft nicht trüben zu laſſen.
Ich trinke auf das fernere Wohl und Gedeihen meiner
treuen Provinz und ihrer Bewohner. Die Provinz Schle=
ſien
hurra, hurra, hurra!

Eine Huldigungsfahrt der Hamburger
Jugend nach Friedrichsruh.

* Hamburg, 31. Aug. Der hamburgiſche Landes=
verband
für Jugendpflege veranſtaltete heute nachmittag
eine Huldigungsfahrt nach Friedrichsruh,
an der ſich über 500 Mitglieder der Hamburger Jugend=
vereine
und mehrere Tauſend erwachſene Perſonen betei=
ligten
. Nachdem Generalfeldmarſchall Frhr. von der Goltz
und der Vorſitzende des Landesverbandes, Oberſt Grünig,
Lorbeerkränze am Sarkophag Bismarcks niedergelegt
hatten, zogen die Teilnehmer zur Bismarckſäule auf dem
Hamberge. Oberſt Grünig hielt die Feſtrede und Gene=
ralfeldmarſchall
von der Goltz folgende An=
ſprache
:
Wir ſind hier an geweihter Stätte vereint, um das
Andenken großer Tage zu feiern, da das deutſche Volk vor
hundert Jahren die Feſſeln einer fremden Gewaltherr=
ſchaft
zerbrach und Deutſchlands heiligen Boden von
feindlichen Kriegsſcharen ſäuberte. Wir begehen dieſe
Feier in der Nähe der Stätte, da der treue Eckard des
deutſchen Volkes als erſter Berater ſeines erhabenen Kai=
ſers
uns das Deutſche Reich geſchaffen hat. Es iſt. als
eien die Geiſter aus jener großen Zeit hier gegenwärtig,
um zu prüfen, ob das heranwachſende Geſchlecht ihrer

würdig ſei, ſtark und tüchtig genug, zu bewahren, was ſie
ehedem errangen. Sie haben uns Deutſchland frei, groß
und einig hinterlaſſen, gefürchtet in Waffen und geachtet
im Rate der Völker. Das ſind die Güter, die zu ſchützen
die heutige Jugend berufen iſt. Wir Alten freuen uns,
daß es ſo weit gekommen iſt und gönnen es euch von Her=
zen
. Aber ihr, ihr Jungen von heute, ſollt deſſen auch ein=
gedenk
ſein und nie vergeſſen, daß ihr mit dem guten Ernſt
Pflichten auf euch nehmt. Das deutſche Volk ſteht in har=
tem
Wettbewerb mit vielen anderen tüchtigen Nationen,
die ihre Kräfte ſtählen, und wenn ihr nicht tüchtig ſeid,
wenn ihr nicht dermaleinſt ein jeder an der Stelle, die das
Geſchick ihm zugewieſen hat, ſeinen Mann ſteht, ſo wird
unſer geliebtes Vaterland ſeinen Platz nicht behaupten
und unſer herrliches Reich von ſeiner Höhe herabſinken.
Strebt alſo den Vätern nach. Ihr ſeid es imſtande! Nicht
eder kann die Höhen des Lebens erreichen, aber unſere
großen Männer haben alle klein angefangen: Bismarck,
Moltke, Roon! Jeder kann im kleinen Kreiſe es ihnen
nachtun, in Treue zu Kaiſer, Reich und Vaterland, in ge=
wiſſenhafter
Arbeit an ſich ſelbſt, die uns an Körper und
Geiſt tüchtig machen ſoll für den Kampf des Lebens im
Frieden und im Kriege.
Der Feldmarſchall ſchloß mit einem Hoch auf den
Kaiſer. Nach der Anſprache zogen die Mitglieder der
Jugendvereine vor dem Generalfeldmarſchall vorbei. Am
Abend fand eine zwangloſe Vereinigung ſtatt, in der Ge=
neralfeldmarſchall
Frhr. von der Goltz über Zweck und
Ziele des Bundes ſprach.

Luftfahrt.

Rund um Berlin,
Der zweite Flugtag am Sonntag war vom Wetter
überaus begünſtigt und der Beſuch infolgedeſſen in Jo=
hannisthal
ſtärker als am Tage zuvor. Von den 22 noch
im Wettbewerb befindlichen Fliegern ſtarteten 21, und von
dieſen wiederum beendeten 19 die erſte Runde glatt. Nur
Krieger mußte eine Zwiſchenlandung machen, konnte aber
den Flug fortſetzen. Der Start iſt wohl das beſte ge=
weſen
, was bisher auf dieſem Gebiete geleiſtet worden
iſt, denn innerhalb 14 Minuten waren bereits 13 Flug=
zeuge
auf der Strecke, die ſich zum Teil in ſehr hübſchen
Rennkämpfen zuſammenſchoben. Es beendeten dieſe
Runde V. Stoeffler in 1.02:23, Krieger in 1.30:20 mit
Zwiſchenlandung, E. Stoeffler in 1:03:03, Vollmöller in
1114:06, Kießling in 1:09100, Schüler in 1110:20, Thelen
in 1:01:35, Friedrich in 1113:34, Janiſch in 55:24, Reichelt
in 1113:42, Ingold in 59.23, Linnekogel in 58117, Weyl
n 1:20117, Stiploſchek in 56:06, Lange in 1107:30, Stief=
vater
in 1:06:36, Baierlein in 5305 und machte damit die
ſchnellſte Runde Fiedler in 1:03:48, Beck in 1:07148. Böhm
landete bei Telkow infolge Motordefektes und d’Ballod
iſt in Karlshorſt niedergegangen und nachher wieder
zurückgeflogen. Von dieſen ſtarteten die erſten in kurzer
Reihenfolge, ſo daß 4 Uhr 57 Minuten bereits 5 Flieger
auf der zweiten Runde begriffen waren. Bis um ½7 Uhr
waren bereits 11 Flieger von der zweiten Runde am Ziel,
und zwar in der kürzeſten Zeit Ingold in 55 Minuten
56 Sekunden, Baierlein in 56114, Linnekogel in 5713
außerdem V. Stoeffler in 1104:22. Thelen in 1101:32,
Kießling in 1:09:51, Schüler in 1109:22, Friedrich in
1112:00, Reichelt in 1112:58 und Janiſch, der in Neuendorf
eine Zwiſchenlandung hatte vornehmen müſſen, in 1:46:01.
Die kürzeſte Zeit inkl. der 15 Minuten langen Zwangs=
pauſe
für die Zwiſchenlandung hat bisher Baierlein mit
3106:54 aufzuweiſen, dem von den bisher Gelandeten
Linnekogel mit 3119.28 am nächſten ſteht. Von den am
Sonntag geſtarteten 20 Fliegern beendeten 17 die zwei
Runden.
Die inoffiziellen Zeiten für ſämtliche drei Run=
den
, nach denen Baierlein der Sieg zufällt, ſind fol=
gende
: Baierlein 3101:54, Stiploſchek 3114:32, Linnekogel
3119:28, Thelen 3:30:20. Beck 3145:36, Langer 3:401
Schüler 3:47:57, Friedrich 4:05:35, E. Stoeffler 4:08;22,
Reichelt 4:55.35.
* Frankfurt a. M., 1. Sept. Das Luftſchiff
Viktoria Luiſe das zurzeit in Baden=Baden weilt,
wird am 6. September nach Frankfurt a. M. zurückkehren.
Das Luftſchiff Hanſa wird am 2. September eine Herbſt=
paradefahrt
über dem Tempelhofer Felde unternehmen.
Am 21. September ſoll die geplante Landungsfahrt nach
Kopenhagen ausgeführt werden.
* Hambura, 1. Sept. Das Marineluftſchiff
L. 1 iſt zur Teilnahme an den Flottenmanövern heute
morgen 9 Uhr nach Helgoland abgefahren.

Kunſtſchule Adolf Beyer.

In ſeinem Atelier in der Saalbauſtraße hat Pro=
eſſor
Adolf Beyer eine Ausſtellung von Schüler=
arbeiten
arrangiert, die in mehr als einer Hinſicht von
künſtleriſchem und allgemeinem Intereſſe iſt. Es ſind nur
Bilder aus neuerer Zeit ausgeſtellt und ſolche aus ver=
ſchiedenen
zeitlich aber eng aneinander gereihten Entwick=
lungsſtadien
der Schüler, ſo daß deutlich das Fort=
ſchreiten
des Könnens, hin und wieder auch das Anfangs=
tadium
vom Eintritt in die Schule an deutlich beobachtet
wverden kann. Da offenbart ſich dann in faſt überraſchen=
der
Weiſe ein Ernſt im künſtleriſchen Schaffen, ein energie=
volles
Streben, das ein beſonderes Licht auf den Geiſt der
Kunſtſchule Adolf Beyers wirft. Es ſind da keine Bild=
chen
wie ſie ſonſt oſt in Malſchulen oder Auch= Mal=
ſchulen
entſtehen, Bildchen der Kunſtbefliſſenen, die meiſt
Geſchenkzwecken dienen und in den überwiegenden Fällen
das Sprichwort illuſtrieren, nach dem Geben ſeliger
denn Nehmen iſt. Die hier ausgeſtellten Blätter, durch=
weg
vor der Natur erſtanden, haben nichts mit ſolchen
Dilettanten=Bildern gemein, ſind ohne Ausnahme Erzeug=
niſſe
ernſten Wollens und faſt alle auch guten Könnens.
Für die Beſucher der Anſtalt allerdings inſofern ein Nach=
teil
, daß ſie nicht nur dem etwas zu ſagen wiſſen, der den
Ernſt künſtleriſcher Arbeit verſteht und ſchätzt, der keine
Oberflächlichkeit ſondern Tiefe ſucht und im Bilde den
ſieht und zu verſtehen ſucht, der es ſchuf. Dem aber ſagen
dieſe Schülerarbeiten vielen merkt man ja keinen
Schüler an, und wir ſind ja leider bald daran gewohnt,
vtel Unfertigem in großen Kunſtausſtellungen zu begegnen
ſehr viel, und ſie führen zu Rückſchlüſſen, die für die
Schule ſelbſt durchaus ſchmeichelhaft ausfallen. Dabei
cheint Profeſſor Beyer keineswegs einem beſtimmten
Syſtem zu huldigen, er beſchäftigt ſich vielmehr augen=
ſcheinlich
mit den einzelnen Schülern individuell. Davon
zeugt die Verſchiedenartigkeit des Arbeitsgebietes und
hrer Erzeugniſſe im einzelnen. Auch darin nimmt die
Schule wohl einen beſonderen Rang ein. Grund=
orinzip
ſcheint einzig zu ſein die Erkenntnis, daß zu
edem Kunſtſchaffen unbedingt neben einer gewiſſen hand=

werksmäßigen Fertigkeit, die im zeichneriſchen Können
gipfelt, unbedingt Kenntnis der Natur gehört, die der
Schüler am beſten und ſicherſten im fachgemäßen Figuren=
zeichnen
nach dem Modell erwirbt. So ausgerüſtet kann
verſönliche Begabung, kann auch Farbenempfinden zur Ent=
wickelung
und Reife gelangen. Daß die Schüler im Kön=
nen
ſehr ſchnell vorankommen, wie viele Bilder es be=
weiſen
, läßt darauf ſchließen, daß der Lehrer mit jedem
Einzelnen dauernd ſich beſchäftigt. Unter den Schülern
des letzten Schuljahres ſind über die Hälfte auswärtige,
darunter viele von ſehr weit her. Ein Beweis dafür, daß
Ruhm und Ruf der Schule weit gedrungen.
Unter den ausgeſtellten Blättern zahlreiche Stu=
dienköpfe
, Akte. Landſchafts= und Porträtſtudien, Stilleben,
Gemälde in Oel, Paſtell ꝛc. fallen die von Albert
Fickert=Arheilgen beſonders auf. Aus der großen
Anzahl der Blätter Fickerts ſpricht koloſſaler Fleiß und
ernſtes Streben und ſie laſſen überzeugende Schlüſſe auf
eine ſehr erfreuliche Veranlagung zu, die ſicher unter ziel=
bewußter
Führung der Reife entgegen geht. Kein Feſt=
klammern
an einen beſonderen Zweig der Malerei, kein
Spezialiſieren, ſondern ein Verſuchen auf allen Gebieten.
ſiehe.
Das Farbengeben noch gärend, ſuchend
den Negerkopf aber erfreulich, hübſch, und tem=
peramentvoll
. Daneben Landſchaftsſtudien von ganz
vorzüglicher Zeichnung und Paſtellen, in denen das
Zeichnenkönnen ſich mit dem friſchen Kolorit zu erfreulichen
Reſultaten eint. Seinesgleichen ſindet die talentvolle
Schülerin in Claire Bautze=Frankfurt. Auch die Erzeug=
niſſe
dieſer Schülerin laſſen den Schluß auf weit den Durch=
chnitt
überragende Begabung zu. Dieſe Studienköpfe
ſind außerordentlich kräftig gezeichnet, man ſehe beſon=
ders
die Bleiſtiftzeichnungen darunter, und im einzelnen
zeigt ſich eine Farbenbeherrſchung, die nur ernſtes Natur=
tudium
verleiht. Hiervon ſprechen namentlich die zahl=
reichen
Aktſtudien, unter denen ganz vorzügliche Leiſt=
ungen
zutage treten. Auch in Farbenſtudien hat die
Kunſtnovize ſich verſucht mit ebenfalls erfreulichem Erfolg.
Die ſehr intereſſanten, durchaus modern empfundenen
Stilleben in ihrem lebhaft friſchen, dabei doch ſtimmungs=
vollen
Kolorit, ſind Wierke, die ſich auch an anderer Stelle

ſehen laſſen könnten. Als Ganzes betrachtet zeigt ihre
Kollektion Charakter und Energie Reſultate gleich ehrend
für die Schülerin, wie für die Schule. Daß auch ein
Talent, wie das des Zeichenlehrers P. Frey=Groß=
Umſtadt, hier Entwickelung zur Reife ſuchen und finden
konnte, iſt ein Beweis für das Eingangs geſagte: Dieſe
drei Aquarell=Stilleben reden eine eigene Sprache. Deut=
lich
und ſcharf betonend, wie wohl der Lehrer zum Schüler
ſprechen muß, um verſtanden zu werden. und zu über=
zeugen
, aber dabei doch den Unterton feinkünſtleriſchen
Empfindens zeigend, wie er im Geſamtkolorit ſich aus=
prägt
. Die Formen ſind erkannt und werden beherrſcht
gleichwie die Farben, die den Formen ſich zu einen haben.
Dann dürfte allerdings ein kleiner Abſatz zu machen
ſein. Aber auch hier noch ſehr erfreuliche, vielverſprechende
Leiſtungen, Früchte ernſten Strebens und Fleißes. Von
Irma Völkel=Darmſtadt iſt eine Anzahl ſehr leb=
hafter
Paſtellköpfe, kräftig und friſch im Kolorit, ſicher in
der Zeichnung, und einige ganz vorzügliche Bleiſtiftköpfe
von breiter, maleriſcher Wirkung ausgeſtellt. Von Luiſe
Schnell=Frankfurt eine Kollektion Paſtellbilder aus
Tunis, deren zartes Kolorit die von flimmernden Perlen=
tönen
erfüllte heiße Sonnenlandſchaft gut charakteriſiert
und die von ſcharfer Natur und Farbenbeobachtung zeu=
gen
, beſonders intereſſant in den reflektierenden Schatten=
tönen
. Von Lotte Block=Darmſtadt, Luiſe Clauß=
Darmſtadt. Emmi Diehm=Lauterbach i. O. und
Marie Schulz=Darmſtadt eine ganze Anzahl gut ge=
zeichneter
, ſicher geſehener Studienköpfe in Kohle und Blei=
ſtiftzeichnung
, die durchweg gute Talente verraten.
Mit Alexander Poſch=Darmſtadt, von dem an
dieſer Stelle ſchon mehrfach die Rede war, darf die Reihe
der Ausſteller geſchloſſen werden. Von ihm ſind eine
Reihe ungemein flotter, ſicher aufgefaßter und treffendges
ſehener Studien und Skizzen ausgeſtellt, die ein erfreu=
liches
Fortſchreiten ſeines Könnens verraten und Beweis
dafür ſind, daß die an das Talent des jungen Künſtlers
geknüpften Hoffnungen nicht getäuſcht haben. In einzel=
nen
Partien ſind dieſe Skizzen durchaus reif,
M. St.

[ ][  ][ ]

Der Raubmord bei Frankfurt a. O.,

dem angeblich der Sekretär des öſterreichiſch=ungariſchen
Generalkonſulats, Alexander Grau=Wandmeyer aus Ame=
rika
, zum Opfer gefallen iſt, beſchäftigt jetzt auch die Ber=
liner
Kriminalpolizei. Die vor einigen Tagen
im Walde in der Nähe des Brieskower Sees aufgefun=
denen
Papierſchnitzel, die anſcheinend von einem in kleine
Stücke zerriſſenen Reiſepaß herrühren, wurden kürzlich
an die Berliner Kriminalpolizei geſandt, wo ſie, da man
von dem Verbrechen, mit dem ſie in Zuſammenhang
ſtehen, bisher nichts kannte, als mutmaßlich geſtohlene
Ausweispapiere an die entſprechende Dienſtſtelle geleitet
wurden. Jetzt iſt der Kriminalkommiſſar Metelmann mit
den Nachforſchungen in der Angelegenheit beauftragt und
zu der ſtattfindenden Obduktion der Leiche nach Frankfurt
gefahren. Inzwiſchen ſind auf dem Polizeipräſidium die
Papierſchnitzel mühſam wieder zuſammengeſetzt worden
ſoweit das möglich war. Es hat ſich beſtätigt, daß ſie
einen vom öſterreichiſch=ungariſchen Konſu=
lat
in einem Staate der Vereinigten Staaten von Ame=
rika
ausgeſtellten Reiſepaß darſtellen. Ueber Namens=
bezeichnungen
oder Photographie konnte jedoch keinerlei
Anhalt gewonnen werden, da ein großer Teil der Papier=
ſchnitzel
fehlt.
* Berlin, 1. Sept. Der Leichenfund im
Brieskower See hat jetzt eine teilweiſe Aufklär=
ung
gefunden. Es iſt ermittelt, daß es ſich um den 33
Jahre alten ungariſchen Staatsangehörigen Wladimir
Geczersky aus Kutaszkivinz in Galizien han=
delt
. Dieſer hatte, wie angenommen wird, von dem Kon=
ſulatsſekretär
die bei der Leiche aufgefundene Viſiten=
karte
als Empfehlung erhalten. Da ſich der Tote noch
am 18. Auguſt auf See befand, kann er früheſtens vor
acht Tagen in Berlin eingetroffen ſein. Aller Wahr=
ſcheinlichkeit
nach hat er in Berlin die Bekannt=
ſchaft
der Männer gemacht, die ihn verſchleppt und be=
raubt
haben. Unter den zerriſſenen Papieren ſind auch
Teile einer Photographie gefunden worden, die, ſoweit ſich
aus der Zuſammenſtellung feſtſtellen ließ, eine Aufnahme
mehrerer Perſonen därſtellt, die ſich auf die Reeling eines
Dampfers lehnen. Nach dem Inhalt zweier an Bord des
Schiffes nach Neu=York aufgegebenen drahtloſen Tele=
gramme
wird geforſcht. Quittungen über dieſe Tele=
gramme
wurden bei den Papieren aufgefunden.

Landwirtſchaftliches.

* Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
markt
am 1. September. Auftrieb durch Händler 104 Stück,
durch die Bezugsvereinigung 66 Stück. Preiſe für 50 Kilo=
gramm
Schlachtgewicht: erſte Qualität ausgeſuchte Ware
83 Mk., zweite Qualität 82 Mk., dritte Qualität 81 Mk.
Marktverlauf: flau; Ueberſtand.
Frankfurt a. M., 1. Sept. Schlachtvieh=
markt
. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1306 Rinder,
darunter 509 Ochſen, 56 Bullen, 741 Färſen und Kühe,
ferner 266 Kälber, 136 Schafe, 2160 Schweine. Preiſe
für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark:
Ochſen: vollfleiſchige, ausgemäſtete höchſten Schlacht=
wertes
im Alter von 4 bis 7 Jahren 5258 (95100)
junge. fleiſchige, nicht ausgemäſtete und ältere, ausge=
mäſtete
4851 (8793), mäßig genährte junge, gut ge=
nährte
ältere 4448 (8085): Bullen: vollfleiſchige.
ausgewachſene, höchſten Schlachtwertes 4951 (8185),
vollfleiſchige, jüngere 4648 (8083); Färſen und
Kühe: vollfleiſchige, ausgemäſtete Färſen höchſten
Schlachtwertes 4952 (8893), vollfleiſchige, ausgemäſtete
Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 4851
(8991), wenig gut entwickelte Färſen 4348 (8592),
ältere, ausgemäſtete Kühe und wenig gut entwickelte jün=
gere
Kühe 4147 (7687), mäßig genährte Kühe und
Färſen 3440 (6880), gering genährte Kühe und Fär=
ſen
2731 (6170); Kälber: mittlere Maſt= und beſte
Saugkälber 6067 (102108), geringere Maſt= und gute
Saugkälber 5458 (9298); Schafe: Maſtlämmer und
Maſthammel 47 (98): Schweine: vollfleiſchige
von 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 6365
(8283), vollfleiſchige unter 160 Pfund Lebendgewicht
6365 (8183), vollfleiſchige von 200 bis 240 Pfund
Lebendgewicht 6365 (8183), vollfleiſchige von 240 bis
300 Pfund Lebendgewicht 6365 (8183). Marktver=
lauf
: Rinder rege, Ueberſtand: Schweine mäßig rege,
Ueberſtand; Kälber gedrückt, ausverkauft; Schafe ruhig,
ausverkauft.

Vermiſchtes.

Für die Gasausſtellung Frankfurt
a. M. iſt folgendes Programm feſtgeſetzt: Dienstag, den
2. September, vormittags 11 Uhr und nachmittags 4 Uhr:
Frau Joſepha Wirth, Zentralwerkſtatt Deſſau: Gaskoch=
lehrvortrag
. Abends 8 Uhr: Oberingenieur E. Alberts
von der Fa. Ehrich & Graetz, Berlin: Das hängende Gas=
glühlicht
, ſeine wirtſchaftlichen und praktiſchen Vorteile.
Mittwoch, den 3. Sept., vormittags 11 Uhr und nachmit=
tags
4 Uhr: Frau Joſepha Wirt, Zentralwerkſtatt Deſſau:
Gaskochlehrvortrag. Abends 8 Uhr: Direktor Ehrensber=
ger
von der Fa. Juncker & Ruh=Karlsruhe: Konſtruktion
und Behandlung von Gaskochern. Donnerstag, 4. und
Freitag, 5. September, vormittags 11 Uhr, Frl. Schmidt,
Juncker & Ruh=Karlsruhe: Gaskochlehrvortrag; nachmit=
tags
4 Uhr, Fräulein Schmidt: Die Verwendung des
Gaſes in Küche und Haushalt. Abends 8 Uhr, wie am
3. September. Samstag, den 6. und Sonntag, den 7. Sep=
tember
, vormittags 11 Uhr: Fräulein E. Wolff, Eſch &
Co.=Frankfurt a. M.: Gaskochlehrvortrag. Nachmittags
4 Uhr: Fräulein E. Wolff: Ueber Braten, Backen und
Kochen mit Gas auf Senking=Gasapparaten Abends
8 Uhr: Fräulein E. Wolff: Ueber Braten, Backen und
Kochen mit Gas auf Senking=Gasapparaten. Alle Koch=
vorträge
ſind mit Schaukochen und Verteilung von Koſt=
proben
verbunden.

Vom Balkan.

Bulgarien und die Türkei.
* Berlin, 31. Aug. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Die abge=
laufene
Woche hat ein weiteres Nachlaſſen der
Spannung zwiſchen Bulgarien und der Türkei
gebracht. Allem Anſcheine nach iſt man in Sofia dem Ver=
ſuch
einer Ausſprache mit der Pforte über die neuen
Grenzverhältniſſe und ihre Sicherung nicht durchaus abge=
neigt
. Zur Erleichterung der Lage hat der Umſtand bei=
getragen
, daß in Thrazien kein Anlaß zu neuen Zwiſchen=
fällen
geboten worden iſt. So hat ſich eine Möglichkeit
dafür ergeben, daß Bulgarien und die Pforte in beſſere=
Fühlung kommen.
* Paris, 1. Sept. Nach einer Meldung des Matin
aus Konſtantinopel iſt die Türkei entſchloſſen, bei

den bevorſtehenden Verhandlungen mit Bulgarien
nur auf folgender Grundlage zu verhandeln: 1. Hinfällig=
eit
des Londoner Vertrages und 2. Annahme der türki=
ſchen
Note vom 20. Juli in ihren allgemeinen Grundlinien.
Die Unterſuchung über die Kriegsgreuel.
* Saloniki, 31. Aug. In einem Leitartikel erklärt
die Liberté, daß Griechenland ſich niemals der Einſetzung
einer internationalen Unterſuchungskom=
miſſion
über die während des Krieges verübten
Greueltaten widerſetzt habe. Eine ſolche Kommiſſion
hätte aber ſofort ans Werk gehen müſſen, da jetzt die mei=
ſten
Spuren der Grauſamkeiten bereits verwiſcht ſeien.
Immerhin könnte eine ſolche Kommiſſion noch in begrenz=
tem
Rahmen wertvolle Arbeit liefern. Die griechiſche Re=
gierung
würde ſie unterſtützen, wenn die Mitglieder die
Gewähr vollkommener Unparteilichkeit
böten. Der jetzt eingetroffenen Unterſuchungskommiſſion
gehöre aber der Leiter der Rjetſch, Miljukow an, der in der
ruſſiſchen Preſſe und in der Duma ſtets für Großbulgarien
eingetreten ſei; ferner Brailsford, der in einer von ihm
verfaßten Arbeit ſelbſt die ausſchweifendſten Anſprüche
Bulgariens unterſtützt habe. Dieſe Perſönlichkeiten wür=
den
gegen Griechenland und Serbien ein Vorurteil haben,
und die griechiſche Regierung würde daher, ebenſo wenig
wie die ſerbiſche, dieſe Kommiſſion unterſtützen.
Die Grenzen Albaniens.
* Rom, 1. Sept. Nach dem Meſſagero tritt die
internationale Kommiſſion zur Feſtlegung der Südgrenze
Albaniens heute in Brindiſi zuſammen und reiſt nach Cap
Stylos und Angyrokaſtro weiter. Italien wird in der
Kommiſſion durch den Generalkonſul erſter Klaſſe Leone
vertreten ſein, der als ehemaliger langjähriger Konſul in
Skutari die Verhältniſſe Albaniens genau kennt.

Die Unruhen in China.

* London. 1. Sept. Das Reuterſche Bureau er=
fährt
aus Nanking vom 31. Auguſt, daß die Bela=
gerung
bei unveränderter Lage ſich hinziehe. General
Tſchanghſun iſt bemüht. die Stadt durch eine Leiter=
erſteigung
zu erobern. Die Verteidiger, von dieſer Abſicht
unterrichtet, vereitelten den Sturm bisher, indem ſie die
Stürmenden mit Handgranaten bewarfen. In der Stadt
herrſchen elende Zuſtände: Plünderung und Raub nehmen
überhand. Die Geſchoſſe der Belagerer beſchädigen das
Privateigentum ſchwer. Die Mehrzahl der Verteidiger
ſollen der Sache müde und zur Uebergabe bereit ſein, aber
die aus den beſten Truppen beſtehende 8. Diviſion ver=
teidigte
ſich hartnäckig. Die Kaufmannſchaft zahlte 70000
Dollar an den Rebellenführer Hoſaming; um ihn zur
Uebergabe zu veranlaſſen, wurden ihm weitere 30000
Dollar verſprochen, aber Hoſaming ſteckte das Geld ein.
ohne das Verſprechen zu erfüllen. Die Munition ſoll
bereits knapp ſein.
* London, 1. Sept. Daily Telegraph meldet aus
Schanghai vom 30. Auguſt: Am Donnerstag begann
der Kampf bei Nantſchang, am Freitag räumten die
Rebellen beim Erſcheinen von Kriegsſchiffen Wuhu ohne
Kampf. 1500 Mann der Südtruppen ſollen ſich dem Ge=
neral
Li ergeben haben. Die britiſchen Flußdampfer ſind
amtlich angewieſen worden, keine Rebellenführer an Bord
zu nehmen.
* Petersburg. 1. Sept. Nanking wurde ein=
genommen
. Die Aufſtändiſchen haben die Stadt durch
das Südtor verlaſſen.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 1. Sept. Der Vorwärts veröffentlichte am
29. Auguſt eine Zuſchrift aus Braunſchweig, anſcheinend
aus welfiſcher Quelle, die auf Grund guter Beziehungen
wiſſen wollte, daß die Frage der Thronfolge in
Braunſchweig kurz vor der Trauung des Prinzen
zwiſchen dem Herzog von Cumberland und Kaiſer Wil=
helm
zur Verhandlung kam, um den Herzog zueinem
öffentlichen Verzicht auf Hannover zu ver=
anlaſſen
. Als Gegenleiſtung ſeien dem Herzog ange=
boten
worden der Generalrang und die Uniform der
Gardeküraſſiere. Der Herzog habe das Angebot abgelehnt
und habe im Sinne gehabt, nach Gmunden zurückzureiſen.
Es ſei aber ſchließlich nur darum nicht zum Krach gekom=
men
, weil die Kaiſerin vermittelte; doch ſei die Spannung
noch nicht gehoben. Die Norddeutſche Allgem. Zeitung
ſtellt demgegenüber feſt, daß kein Wort daran
wahr iſt.
* Berlin, 1. Sept. Nach nunmehr aus Helſing=
fors
eingetroffenen Nachrichten iſt die Defraudation
bei der dortigen Elektriska Aktisbelaget A. E. G. in der
Weiſe ausgeübt worden, daß die Kaſſiererin unberechtig=
ter
Weiſe Beträge an den Inhaber einer dortigen Firma,
der früher in der Elektriska tätig war, abführte. Der in
Frage kommende Betrag von etwa 480000 Mark iſt durch
die Beſchlagnahme reſp. Pfändung der Aktiven der an
der Defraudation beteiligten Firma und durch das Ein=
treten
der Familie des ſchuldigen Beamten ſchon jetzt
zum erheblichſten Teil gedeckt. Für den Reſt würden
eventuell Rückſtellungen der Helſingforſer Geſellſchaft
herangezogen. Die A. E. G. ſelbſt wird durch den Vor=
fall
von keinem Verluſt betroffen.
* München, 1. Sept. Die Bayeriſche Staatszeitung
ſchreibt: Der Prinz=Regent ließ dem Miniſterpräſi=
denten
Freiherrn v. Hertling durch ſeinen General=
adjutanten
von Könitz am Samstag ſeine allerhöchſten
Glückwünſche ausſprechen und eine künſtleriſch ausgeführte
Vaſe überreichen, die auf der Vorderſeite die in Farben
ausgeführte Darſtellung der Befreiungshalle bei Kelheim
mit der ſie umgebenden Landſchaft trägt. Die Vaſe ſtellt
nach der Intention des allerhöchſten Gebers die Erinner=
ung
an die wohlgelungene patriotiſche Gedenkfeier dar,
die am 25. Auguſt in Anweſenheit des Kaiſers von den
Bundesfürſten begangen wurde. Die Rückſeite trägt die
Inſchrift: Zum 70. Geburtsfeſte, gewidmet von Ludwig,
Prinz=Regent. Der Reichskanzler hat aus Schloß
Hohenfinow nachſtehendes Glückwunſchtelegramm an Frei=
herrn
v. Hertling gerichtet: Euer Exzellenz bitte ich zu
Ihrem heutigen 70. Geburtstage meine aufrichtigſten und
zugleich namens der Reichsregierung und der preußiſchen
Staatsregierung dargebrachten Glückwünſche für Ihr fer=
neres
Wohlergehen entgegenzunehmen. Mögen Euere
Exzellenz noch viele Jahre erfolgreichen Wirkens zum
Wohle Bayerns und des deutſchen Vaterlandes beſchieden
ſein. Euer Exzellenz aufrichtig ergebener von Bethmann
Hollweg.
* Landshut, 1. Sept. (Vorläufiges amtliches Wahl=
ergebnis
.) Bei der geſtrigen Reichstagserſatzwahl
im Wahlkreiſe Niederbayern haben von 22771 Wahlbe=
rechtigten
16637 aültige Stimmen abgegeben. Davon er=

hielten Gutsbeſitzer Freiherr v. Aretin=Haideburg (Zentr.)
10 162, Bürgermeiſter Eiſenberger=Ruhpolding ( Bauern=
bund
) 4920, der Gauleiter des Holzarbeiterverbandes
Raith=München (Soz.) 1541 Stimmen. Zerſplittert ſind
14 Stimmen. Freiherr v. Aretin iſt gewählt.
* Helgoland, 1. Sept. Die Manöverflotte iſt
heute morgen um 7½ Uhr in See gegangen. Das Wetter
iſt warm, die See ruhig.
* Innsbruck, 1. Sept. Eine aus ſieben Perſonen be=
ſtehende
Innsbrucker Geſellſchaft unternahm geſtern
von Innsbruck aus eine Kahnfahrt auf dem Inn gegen
Kufſtein. Um 4 Uhr nachmittags fuhr das Boot in der
Nähe von Kirchbichl an einen Pfeiler und kippte um. Vier
Perſonen konnten ſich durch Schwimmen retten, drei Per=
ſonen
, der Lithograph Epſtude aus Berlin, der Gewerbe=
ſchüler
Paul von Altenhaus und die Braut eines Mit=
fahrenden
, Fräulein Marie Brenner ertranken.
* Teplitz, 1. Sept. Der von der Stadt zur Erinnes
rung an die Zuſammenkunft der drei verbün= Monarchen nach der Schlacht bei Kulm er=
richtete
Gedenkſtein wurde in Anweſenheit des Erz=
herzogs
Karl Franz Joſef, welcher den Kaiſer=
vertrat
, des Generaloberſten von Keſſel, preußiſchen
Offiziersdeputationen und anderer Gäſte enthüllt. Nach
einem Feldgottesdienſt am Fuße des Schloßberges hielt
Bürgermeiſter Huſſak am Gedenkſtein die Feſtrede. Der
Erzherzog dankte in kurzer Anſprache und beſichtigte nach
dem Vorbeimarſch die Veteranenvereine und mit anderen
Feſtgäſten die hiſtoriſche Ausſtellung Teplitz vor 10
Jahren im ſtädtiſchen Muſeum. Nachmittags fand ein
hiſtoriſcher Feſtzug ſtatt, welcher den Einzug der verbün=
deten
Monarchen mit Teilen der ſiegreichen Truppen in
Teplitz darſtellte. Die Bevölkerung nahm an dem Feſten
lebhaſten Anteil.
Paris, 1. Sept. Delcaſſé wird am 25. oder 28,
Oktober nach Petersburg zurückkehren um ſeineGes
ſchäfte wieder aufzunehmen.
* Dublin, 1. Sept. Als die Lärmſzenen ſich
geſtern erneuerten, gebrauchte die Polizei wiederholt
den Knüppel; eine Anzahl Perſonen wurde verletzt. So=
dann
begann der Pöbel, in der Vorſtadt Inchicone die
Straßenbahnen anzugreifen, ſo daß Militär zur Unter=
ſtützung
der Polizei herbeigeruſen werden mußte.
* Berlin, 31. Aug. Der Prinz von Wales hat
von heute nachmittag 5 Uhr ab im Königlichen Schloß
Wohnung genommen. Er wurde vom Gebäude der Groß=
britanniſchen
Botſchaft mit einer Königlichen Equipage
abgeholt. In ſeiner Begleitung befinden ſich Major Wil=
liam
G. G. Cadogan und Profeſſor Friedler. Der Prinz
nahm den Tee bei der Kaiſerin. Zur heutigen Frühſtücks=
tafel
waren Staatsſekretär v. Jagow geladen, der Prinz
von Wales mit ſeinen Herren und der großbritanniſche
Botſchafter Sir Edward Goſchen mit Herren der Botſchaft
Heute abend beſuchten der Kaiſer und der Prinz von
Wales die Vorſtellung im Königlichen Opernhauſe. Der
Kaiſer nahm mit ſeinem Gaſt in der großen Seitenloge
Platz. Gegeben wurde Arda unter muſikaliſcher Leitung
des Generalmuſikdirektors Blech.
HB Frankfurt a. M., 1. Sept. Am Nidda=Ufer wür=
den
geſtern abend Kleider, Papiere und eine ſilberne
Taſchenuhr aufgefunden. die dem 22jährigen Schuh=
macher
Guſtav Goſſe aus Pahrenz gehörten. Der junge
Mann hat aus Furcht vor ſeinem Militärdienſt den Tod
in der Nidda geſucht. Die Leiche iſt noch nicht geländet
Karlsruhe, 1. Sept. Auf dem Iffezheimer Renn=
platz
wurde ein Kaufmann verhaftet, der der Firma=
Michels in Köln 10000 Mark unterſchlagen hatte.
Lichterfelde bei Eberswalde, 1. Sept. Der 19jährig
Beſitzersſohn Mabel unterhielt mit einem 19jährigen
Mädchen ein Liebesverhältnis. Da auf Veranlaſſung
ſeiner Eltern das Mädchen das Verhältnis löſen wollte
ſchoß Mabel drei Schüſſe auf das Mädchel
ab, das hoffnungslos in die elterliche Wohnung
gebracht wurde. Der Täter iſt geflüchtet; man nimm
an, daß er Selbſtmord begangen hat.
Domodoſſola, 1. Sept. In einer Schlucht des Hoch=
gebirges
auf ſchweizeriſchem Boden wurden die Leicher
weier Alpenjäger aufgefunden, denen die Köpfe
fehlen ſollen.
Lyon, 1. Sept. Auf dem Rennplatz in Craponaſe=
ſtürzte
die Tribüne des Sattelplatzes ein und be=
grub
hunderte von Zuſchauern unter ſich. Es entſtand
eine Panik. Getötet wurde niemand; 12 Perſonen=
wurden
ſchwer, gegen 20 leichter verletzt.
Aix=les=Bains, 1. Sept. Im Hotel de l'Europe
wurden einer Amerikanerin Schmuckſachen im Wer
von 125000 Mark geſtohlen. Ein der Tat ver
dächtiger Italiener iſt flüchtig.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Wir bleiben im Bereiche der an der Südſeite des
flachen Tiefdruckgebietes wehenden Weſtwinde und haben=
daher
ver änderliches Wetter zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 2. Sept.,
Wolkig, zeitweiſe Regenſchauer, warm, weſtliche Winde,
(Schluß des redaktionellen Teils.)

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Aus dem Geſchäftsleben.

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ürfte weiten Kreiſen Intereſſe bieten. Matador=
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onderem
Verfahren hergeſtellt und ſind, da ſie ſelbſt bei
inſachgemäßer Behandlung und Wäſche weder einlaufen
ioch filzen, die beſten Schweißwollen für Strümpfe und
Socken. Perſonen mit empfindlichen Füßen und ſolche,
die an Fußſchweiß leiden, finden daher in Matador=
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tern
=Wollen werden in 4 Qualitäten angefertigt: Fein
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aualitäten
) und ſind in den meiſten Wollwarengeſchäften
u haben. Wo nicht erhältlich, gibt die Sternwoll=
pinnerei
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Familiennachrichten.

Nachruf.
Infolge eines Herzſchlages verlor ich am
Samstag nach kurz vorhergegangenem Krank=
ſein
meine Angeſtellte
(18194
Fräulein Anna Schreiner
welche ſeit 13 Jahren in unermüdlichem Fleiße
und unwandelbarer Treue meinem Hauſe
diente. Meine Familie und ich werden der=
ſelben
ein dauerndes Gedenken bewahren.
Carl Arnheiter und Familie.
Darmſtadt, den 1. September 1913.

Todes=Anzeige.
Heute morgen verſchied unerwartet unſer
(*7327
liebes Mitglied
Herr- Jakob Hock.
Wir betrauern in dem Dahingeſchiedenen
einen lieben Freund und Kollegen.
Möge ihm die Erde leicht ſein!
Verein ansässiger Kellner
Darmstadt.
Darmſtadt, den 1. September 1913.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, 3. Sept.,
nachmittags ½4 Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus, ſtatt.

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute nachmittag 5 Uhr verſchied nach
langem, ſchwerem Leiden unſere liebe, gute
und unvergeßliche Mutter, Großmutter, Schwie=
germutter
und Tante
(18196
Frau
Marie Schorn, geb. Kurz
Witwe des verstorbenen Stationsverwalters
Ph. Schorn
im 80. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Schorn,
Wilhelm Schorn,
Eliſabeth Schorn.
Darmſtadt, den 31. Auguſt 1913.
Schwanenſtraße 70.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Sept.,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des Fried=

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer guten, unvergeßlichen
Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Tante
N
Frau Philippine Becker Wwe.
geb. Damm
ſagen wir Allen unſeren aufrichtigſten Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 1. September 1913,
(18195

Todes=Anzeige.
Allen Kollegen und Bekannten teile ich mit,
daß heute nacht der
(*7264
Kellner Jakob Hock
ſanft verſchieden iſt.
Rudolf Eckert.
Darmſtadt, den 1. September 1913.
M

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Hinſcheiden meines lieben Mannes, unſeres
Vaters, Schwiegervaters und Großvaters
Johannes Poth
Rentner
ſagt innigen Dank
(18141
im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Marie Poth Witwe
geb. Hartmann.
Darmſtadt, den 1. September 1913.

Tageskalender.

Sedanfeier der Vereinigten Kriegervereine und
Turngemeinde Darmſtadt um 8 Uhr in der Turnhalle
am Woogsplatz.
Vortrag von Militärſchriftſteller Müller um 8½ Uhr
im Reſtaurant Zum Kaplan (Kapellplatz).
Wiederbeginn der Proben des Kirchengeſang=
vereins
der Johannesgemeinde um 8¼ Uhr im Ge=
meindehaus
.
Kinderfeſt um 3½ Uhr auf der Ludwigshöhe.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Bürgerkeller um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage in unſerer Expedition
(Rheinſtraße 23): Von der Jahrhundertfeier in Kelheim
Zur Einweihung des Haager Friedenspalaſtes
Die Rückkehr der bulgariſchen Armee nach Sofia
Feierlicher Einzug des Königs von Griechenland in
Athen.

Verſteigerungskalender.

Mittwoch, 3. September.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Train=
kaſerne
(Eſchollbrückerſtraße).
Grummetgras=Verſteigerung um 10 Uhr bei
Pflanzgarten im Forſt Eichen der Oberförſterei Meſſel.

Druk und Verlage z. 6. Filiſche Soſtuchornckerk.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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[ ][  ][ ]

§ 101.

Diensſtag, 2. Sehtember.

1915.

Bekanntmachung.

Der Oberbürgermeiſter zu Darmſtadt hat auf Grund des Artikels 11 der all=
26. Juli 1884.
gemeinen Bauordnung und der Artikel 1 und 2 des Geſetzes vom
30. Sept. 1899,
die Enteignung von Grundeigentum betreffend, bei Großh. Kreisamt Antrag auf Ein=
leitung
des Enteignungsverfahrens bezüglich des nachbezeichneten, in der Gemarkung
Darmſtadt gelegenen Grundſtücks geſtellt, welches zur Anlage einer neuen Linie der
Straßenbahn teilweiſe benötigt wird:

15
26
Kulturart
(45
865
65
und
Nr.
Flur
Eigentümer
Wohnort
(5 5
(5,
E
Gewann
15
am am.
III 1417¾/10 Grasgarten (Vor=Simon Bodenheimer II. Darmſtadt 264 8
garten)
und Ehefrau, geb. Bo=
denheimer

Dies wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht mit dem Anfügen, daß der Antrag
nebſt Plänen vom 9. September bis einſchließlich 23. September d. Js. auf
dem Geſchäftszimmer des Herrn Oberbürgermeiſters zu Darmſtadt während der
üblichen Dienſtſtunden zu jedermanns Einſicht offenliegen wird.
Zur Verhandlung über den Plan und die zu leiſtende Entſchädigung, ſowie zur
Entgegennahme etwaiger Einwendungen und Anträge wird Tagfahrt vor der Lokal=
kommiſſion
anberaumt auf
Donnerstag, den 9. Oktober d. Js., nachmittags 3½ Uhr,
im Sitzungsſaal des Kreisausſchuſſes, Darmſtadt, Neckarſtraße 3.
Die Eigentümer, Pächter, Mieter und ſonſtige an den abzutretendem Grund=
ſtücke
perſönlich Berechtigten, ſowie alle übrigen bei der Enteignung Beteiligten wer=
den
aufgefordert:
1. Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausſchluſſes und Annahme
der Einwilligung in die beanſpruchte Abtretung oder Beſchränkung,
2. Erklärung auf die angebotene Entſchädigungsſumme bei Meidung der Unter=
ſtellung
der Annahme des Angebots,
3. Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausſchluſſes mit
ſolchen,

Aufrechterhalung beſtehender Laſten (ürt. 10 des Geſ) bei
Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
5. Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die
benachbarten Grundſtücke oder im öffentlichen Intereſſe zur Sicherung gegen
Gefahren und Nachteile notwendig ſind oder notwendig werden bei Meidung
des Ausſchluſſes mit ſolchen,
6. etwaige noch unbekannte Anſprüche und Rechte an das zu enteignende
Grundſtück bei Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen.
in dem oben erwähnten Termin mündlich vorzubringen. Wer am perſönlichen
Erſcheinen verhindert iſt, hat ſich zur Vermeidung der vorgenannten Rechts=
nachteile
durch einen mit ortsgerichtlich beglaubigter, ſchriftlicher Vollmacht
verfehenen Bevollmächtigten vertreten zu laſſen.
Zugleich werden die Eigentümer auf folgende Beſtimmungen der Art. 27 u. 9
des Enteignungsgeſetzes beſonders verwieſen:
1. Artikel 27. Wenn dritte Verſonen als dinglich Berechtigte oder wegen ſonſtiger
Rechtsverhältniſſe bei der Enteignung beteiligt ſind, ſo muß ſie der Eigentimer
ſofort nach Zuſtellung der Bekanntmachung der unterzeichneten Behörde bezeichnen,
welche ſie ſodann unter Androhung des geeigneten Rechtsnachteils zu der Tag=
fahrt
vorzuladen hat.
Unterläßt der Eigentümer dieſe Bezeichnung, ſo bleibt er für dieſe An=
ſprüche
verantwortlich.
2. Artikel 9: Der Eigentümer des abzutretenden Grundſtücks muß von Zuſtellung
der Bekanntmachung an zu neuen Anlagen oder zu einer von der bisherigen,
beziehungsweiſe der gewöhnlichen abweichenden Art der Bewirtſchaftung die
Genehmigung der Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt einholen, widrigenfallst
dafür eine Entſchädigung demnächſt nur inſoweit verlangt werden kann, als
durch die Veränderung auch für den öffentlichen Zweck, für welchen die Enteignung
geſchieht, der Wert des Geländes erhöht worden iſt.
Räumt der Eigentümer von dem obigen Zeitpunkt an einem anderen
ein dingliches Recht an dem zu enteignenden Grundſtück oder ein perſönliches
Recht auf deſſen Benutzung ohne Genehmigung der Großh. Bürgermeiſterei
Darmſtadt ein, ſo ſteht jenem anderen an die letztere ein Anſpruch auf eine
beſondere Entſchädigung nicht zu.
Die Unternehmerin wird zu dem Termin unter dem Rechtsnachteile geladen,
daß im Falle ihres Ausbleibens Verzichtleiſtung auf Fortſetzung des Enteignungs=
verfahrens
unterſtellt und ſie mit den bis dahin entſtandenen Koſten belaſtet wer=
den
wird.
Darmſtadt, den 30. Auguſt 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
(18147

en des Grofh. Polizelants Darnſadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher. 1 deutſcher Schäferhund,
1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
10 Uhr, ſtatt.
(18146
Stadtverordneten=Wahl.
Gemäß Artikel 48 der Städte=Ordnung gebe ich hiermit bekannt,
daß mit Zuſtimmung der Stadtverordneten=Verſammlung als Wahl=
ag
der 19. November feſtgeſetzt worden iſt.
Darmſtadt, den 29. Auguſt 1913.
(18178
Der Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing.
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und Nachſchautermine finden, ſolange
Bedürfnis, jeden Mittwoch, nachmittags von 5 bis 6 Uhr, im
Schulhaus in der Rundeturmſtraße, für im Vorjahr geborene,
owie für ältere mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen Kin=
der
ſtatt.
(14133a
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. W.. Jaeger.
Zichtigſtellung.
Die in Nr. 204 des Darmſtädter Tagblatt veröffentlichte
Bekanntmachung
ber die Abgabe der Steuererklärungen für das Steuerjahr 1914 betr.
rhält hinſichtlich des Abſatzes B Gemeindeſteuer=Veranlagung‟
olgende Aenderung:
B. Gemeindeſteuer=Veranlagung.
Nach Art. 15 des Gemeindeumlagengeſetzes vom 8. Juli 1911
ind diejenigen Perſonen, deren Anlage= und Betriebskapital
nindeſtens 3000 Mk. beträgt, verpflichtet, bei ihrer erſtmaligen Ver=
ilagung
zur Gemeindegewerbſteuer eine Erklärung über das Anlage=
ind
Betriebskapital abzugeben.
Ferner hat zufolge Art. 44 ieder Pflichtige, deſſen Kapital=
vermögen
mindeſtens 3000 Mk. beträgt, bei ſeiner erſtmaligen
Veranlagung zur Gemeindekapitalſteuer eine Erklärung über ſein
Kapitalvermögen einzureichen. Hat ſich das Kapitalvermögen gegen
zen bereits zur Steuer veranlagten Betrag um mehr als 3000
Mark erhöht, ſo iſt von dem Pflichtigen eine neue Erklärung
iber ſein Kapitalvermögen abzugeben.
Diejenigen Steuerpflichtigen, welche Aktien oder Geſchäftsanteile
eder Art der untenſtehenden, mit einem Teil ihres Anlage= und Be=
riebskapitals
in heſſiſchen Gemeinden zur Gewerbſteuer veranlagten
beſellſchaften ꝛc. beſitzen, dürfen dieſe Aktien oder Geſchäftsanteile
richt mit dem vollen Betrag, mit dem ſie als Vermögen unter
Zifer 4 der Angaben über das Kapitalvermögen aufzuführen ſind,
ondern nur mit den nach den unten angegebenen Prozentſätzen zu
gerechnenden Beträgen wieder in Abzug bringen.
In denjenigen Fällen, in denen bereits nach den für die
Staatsſteuer geltenden Grundſätzen die Pflicht zur Abgabe einer Er=
lärung
über das Anlage= und Betriebskapital oder über das Kapital=
vermögen
beſteht, iſt eine beſondere Erklärung für die Veranlagung
iesſelben Vermögens zu den Gemeindeumlagen nicht mehr abzugeben.
Soweit Einkommen zu den Gemeindeumlagen, nicht aber
lleichzeitig zur Staatsſteuer heranzuziehen iſt, gelten die Vorſchriften
ür die Abgabe von Erklärungen zur Staatsſteuer ſinngemäß für Er=
lärungen
über nur gemeindeſteuerpflichtiges Einkommen.
p
30
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 3. September 1913, vorm. 11 Uhr
verden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration zur
Roſenhöhe‟) verſchiedene Möbel, als:
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Nähmaſchinen, 1 Eisſchrank, 1 Hacklotz, 55 Bände verſch.
Werke, 1 Friſeurtoilette, Wagen und 1 Landauer
urch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(18180
Berbert, Gerichtsvollzieher.
lle Korbreparat., ſowied. Flecht.
gute Schneidernähmgſchine iſt
A v. Stühl. a. beſt. Mat, b. billigſter 1 billig zu verk. bei
(*7279
Ausf. Gg. Treusch, Eckhardtſtr. 33. (18122g Hochmann, Kl. Ochſengaſſe 16.

Vergebung von Erdarbetten.
Das Abheben von etwa 500 chm
Boden am Dornheimer Weg mit
Abfuhr nach der Wixhäuſerhaus=
ſchneiſe
ſoll verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Be=
dingungen
liegen bei dem unter=
zeichneten
Amte, Zimmer Nr. 4,
zur Einſicht offen. Auch werden dort
die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 5. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
reichen
.
(18128oi
Darmſtadt, 30. Auguſt 1913.
Tiefbauamt.
I. V.: Heuſel.
Grummetgras=
Verſteigerung.
Die am 26. und 27. ds. Mts.
ſtattgehabte Verſteigerung des
Grummetgraſes von den verſchie=
denen
ſtädtiſchen Wieſen iſt ge=
nehmigt
. Die Mähſcheine ſind bei
der Stadtkaſſe erhältlich und müſſen
bis zum 10. September I. Js.
abgeholt ſein.
(18043si
Darmſtadt, 28. Auguſt 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.

Bekanntmachung.

Freitag, 5. September 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby dahier zugeſchriebenen Lie=
genſchaften
:
Flur Nr. qm
XIX 265 2199 Acker, oberſte
Golläcker,
XIX 316 2634 Ackeram Pfung=
ſtädter
Weg,
LXVII 18 962 Wieſe, die Ru=
dolfswieſe
,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
Nr. 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteige=
rung
wird auch dann erfolgen,
falls kein der Schätzung entſprechen=
des
Gebot eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 15. Auguſt 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI.17773
42.
Müſſtr
Filtrier, Kaffeeſäcke, Filtrier=
ſtoffe
, auswechſelbare Kaffee=
ſackringe
, Küchenſiebe mit her=
ausnehmbaren
Gewebeböden
empfiehlt in groß. Auswahl (*7294
Ernst Crämer, Ludwigſtr. 7.
Ein ſolch gutes Mittel gegen
Wunden
wie Saluderma habe ich noch
nie kennen gelernt. Mein Arm war
ſtark vereitert. Nur zweimalige An=
be
be=
wendung
von Saluderma‟
ſeitigte ſofort die Entzündung und
Eiterung. Helene Stöhr. Doſe
50 Pf. u. 1 M. Bei F. Schaefer, Lud=
wigspl
. 7, Chr. Schwinn, Rheinſtr. 8,
Georg Liebig Nachf., Hofliefe=
ranten
, A. Logel, Eliſabethenſtr. u.
Gg. F. Frank, Parfüm. (II, 11923,27

Bekanntmachung.

Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hierdurch zur öffentlichen
Kenntnis gebracht:
Ueber den Nachlaß des am
1. Auguſt 1913 verſtorbenen, zu=
letzt
in Darmſtadt wohnhaft ge=
weſenen
Kaufmanns Karl Guſtab
Hermann Heinrich Diehm, wird
heute, am 30. Auguſt 1913, vor=
mittags
8½ Uhr, das Konkursver=
fahren
eröffnet, da der Nachlaß=
pfleger
Johann Ludwig Stein in
Darmſtadt die Eröffnung bean=
tragt
hat und der Nachlaß über=
ſchuldet
iſt.
Der Rechtsanwalt Dr. Geßner in
Darmſtadt wird zum Konkursver=
walter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
17. September 1913 bei dem
Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des er=
nannten
oder die Wahl eines ande=
ren
Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigeraus=
ſchuſſes
und eintretenden Falls
über die in § 132 der Konkurs=
ordnung
bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemel=
deten
Forderungen auf (18152
Samstag, 27. September 1913,
vormittags 10 Uhr.
vor dem unterzeichneten Gerichte,
neues Gerichtsgebäude am Mathil=
denplatz
, Erdgeſchoß, Zimmer
Nr. 104, Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird aufgege=
ben
, nichts an den Gemeinſchuld=
ner
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte Befriedig=
ung
in Anſpruch nehmen, dem Kon=
kursverwalter
bis zum 12. Sep=
tember
1913 Anzeige zu machen.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
teilung
A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 25. Auguſt 1913.
Hinſichtlich der Firmen;
1. Mathilde Klein, Darm=
ſtadt
.
Geſchäft und Firma iſt
auf Heinrich Müller III.
Witwe, Luiſe, geb. Rahn,
in Bensheim, übergegangen.
2. Jakob Scheid, Darmſtadt.
Eugen Trunz, Kaufmann
in Darmſtadt, iſt zum Pro=
kuriſten
beſtellt.
(18151
Am 26. Auguſt 1913.
Gelöſcht die Firma:
Adalbert Wiegand, Darm=
ſtadt
.
Am 27. Auguſt 1913.
Gelöſcht die Firma:
Johann Michel, Darmſtadt.
Darmſtadt, 28. Auguſt 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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41. Rate des Abonnementsgeldes für die Spielzeit 1913/14 findet:
Mittwoch den 3. bis Freitag, den 5. September,
nachmittags von 3 bis 5 Uhr,
ſtatt. Einlöſungsſtelle: Tageskaſſe im Veſtibüle des Hoftheaters.
18181
Darmſtadt, den 1. September 1913.
Großherzogliche Hoftheater=Hauptkaſſe.
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Monats=Verſammlung
Donnerstag, den 4. September, abends 8 Uhr,
im Fürſtenſaal (Grafenſtraße).
Tages=Ordnung:
1. Geſchäftliche Mitteilungen.
2. Lichtbilder=Vortrag des Herrn Gartenarchitekten Gerlach
(18144
über: Unſere Stauden im Garten
Der Vorstand.
un
Ludwigsnone.
Heute Dienstag, den 2. September, nachmittags ½4 Uhr:
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Leitung: Herr Obermuſikmeiſter M. Weber.
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Kapaun, Salat, Kompotte
Dessert
Pilsner Bier.

Souper von 6 bis 10 Uhr
Mk. 1.20
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Menu 1.20 (im Abon. 1. 10):
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Suppe, 1 Gang nach Wahl
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Ab Dienstag, 2. Sept.
unser neues einzig
dastehendes
Schlager-Programm.
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Die grosse densation:
Verlorenes Spiel
ein modernes Sitten-
drama
in 2 Akten.
Motto:
Ich habe ein gewagtes
Spiel gespielt.
Heute treten wir mit
diesem glänzenden Drama
vor unser Publikum.
Graf von Neuland hat
sich im Spiel völlig
ruiniert. Er wird von
seinen Gläubigern schwer
bedrängt und beschließ
zu heiraten. Seine Wahl
fällt auf die vermeintlich
reiche Witwe von Urmec.
Wie ein Habicht um-
kreist
der Lebemann sein
Opfer und gelingt es
ihm auch, sich mit der
Witwe zu verloben.
Da bricht eine neue
Katastrophe über ihn.
Er muss erfahren, dass
seine Braut nichts hat
und das ganze Vermögen
deren Tochter gehört,
die ebenfalls verlobt ist.
Was nun alles folgt,
sind die ergreifendsten
Szenen. Dieses Drama
zeichnet sich durch her-
vorragende
klare Bilder
aus.
Eine Sensation der
Gegenwart.
Leo als Reporter
Wer würde auch LE0
nicht kennen. Ein neuer
Schlager der Komik.
Qualen der
Oomieche
Ungewisstien
ein äusserst spannendes
Drama aus dem Leben
eines Bankiers.
Cinesino macht den
Hühnern Konkurren
eine Perle des Humors
Auf vielseitigen Wunsch:
Weisse Lillen
grosses Sensationsdrama
in 3 Akten.
Mit dieser Einlage kom-
men
wir dem Wunsche
eines Teiles von unserem
Publikum nach. Schon
der Wunsch vieler, dieses
Drama zu sehen, macht
jed.weiteren Kommentar
überflüssig
Weitere Einlagen von
Humoresken, Dramen etc.
vervollständigen den
Pracht-Spielplan.
In den nächsten Tagen
kommt bei uns der
grosse Detektivschlager
Das Geheimnis von
Chateau Richmond
zur Vorführung.
7252)

Darmstädter Benrervereil.
Vorträge von Prof, D. Dr. Weinel
von der Univerſität zu Jena
über:
C6
Gottesglauben u. moderne Weltanſchauung
am 4., 5., 6., I1., 12. und 13. September, jedesmal von 4¼ bis

6 Uhr, im Hörſaal 330 der Großh. Techniſchen Hochſchule.
Nichtmitglieder erhalten Teilnehmerkarten zu 5 M. für ſämt=
liche
Vorträge und zu 1 M. für Einzelvorträge am Verkehrsbureau
oder durch den Vorſitzenden des Lehrervereins, Lehrer Gerbig,
Nieder=Ramſtädterſtraße 45.
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Der Vorstand.

Achtung.

Sedanabend 8½ Uhr ſpricht,
fängohniftatt
10
hn
onn
her: Milltatbohliesteiler Malen
über die Freiheitshelden von 1913 Balkan=
Wirren und Fremdenlegion
im Reſtaurant Zum Kaplan, Kapellplatz.
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Eintritt frei!

Darmstadt (*7311
Rheinstr. 2
Rheinstr. 2
Inhaber: Georg Brand.

Von Dienstag bis Freitag
RHESEN-PROGRAMM?
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dunkelsten Ecke von Paris.
Spannend von Szene zur Szene.

Adolar hat schon
wieder einmal Pech
Komödie. Alles lacht!

Briefe einesLebens
Drama aus seinem eig. Leben.

Grosser Wildwest-Schlager:
Der Postraub
Drama. Spannend!

Spannend! Spannend!
Die eiserne Hand
Der grosse Detektiv-Schlager!
Spannend! Spannend!
Das Programm enthält noch
3 ganz hervorrag. Einlagen.
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5

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Wie wir vergeben unſern
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36
(Nachdruck verboten.)
Als Anita die Augen aufſchlug, gab Hartkopf der
Müllern einen Wink, zu verſchwinden. Er ſaß allein
neben ihr und hielt ihre Hand, während das Bewußtſein
illmählich bei ihr zurückkehrte. Als ſie ihn erkannte,
ammerte ſie laut auf und verſuchte jäh, ſich emporzu=
richten
. Wo iſt Heini, Hartkopf? Wo iſt das Kind?
Er ſpielt in ſeinem Stübchen mit ſeinen Attalariſten
Anita. Laſſen Sie ihn, er könnte erſchrecken, wenn er
eine Mutti ſo ſieht.
Sie ſank zurück auf ihr Lager und faßte nach ihrem
chmerzenden Kopf. Ein Tuch war um ihre Stirn ge=
chlungen
.
Sie ſind ein bißchen ohnmächtig geweſen und haben
ich beim Fallen eine kleine Schramme zugezogen. Sehen
Sie, ſolche Geſchichten machen Sie!
O, Harto wenn Sie wüßten .
Ich weiß. Ich habe Ihnen den Brief da aus der
Hand genommen und geleſen, aber haben Sie etwas
inderes erwartet?
Das habe ich doch nicht erwartet, daß der Baron
zleich zum Aeußerſten ſchreiten würde. Alles habe ich
Eberhardt von Drewensberg zu danken damit beweiſt
r ſeine Sympathie für mich!

Hartkopf ſchwieg.
haben es vor allen Dingen ſich
elb=
Eb=
ahe

ung
Eigenſinn, Ihrer ſchroff ablehnenden
konte ei
nicht
von Drewensberg gegenüber aber
übers Herz bringen, ihr jetzt ein hartes Wort zu geben.
Kennen Sie das Geſetzbuch, Harto? Kann es ſo
ungerecht abgefaßt ſein, daß es einem hartherzigen alten
Manne Mittel und Wege gibt, einer Mutter ihr Kind
zu ſtehlen? Muß der Baron nicht den Beweis der Wahr=
heit
für ſeine Behauptung der Unwürdigkeit ſeiner
Schwiegertochter antreten? Und das kann er nicht, Harto
das kann er doch nicht! Was habe ich denn getan, was
mich unwürdig macht?
Er kann es nicht und er wird es nicht ſoweit kommen
laſſen! Seine ganze Familie würde jetzt gegen ihn auf=
treten
und ihn Lügen ſtrafen. Der alte Baron iſt auch
viel zu ſtölz, um vor der Oeffentlichkeit einzugeſtehen,
ſeine beiden Söhne hätten ſich an eine Unwürdige ver=
loren
. Alſo geben Sie ſich keinen ſchlimmen Befürchtun=
gen
hin, Anita. Der Brief iſt in der erſten Hitze des
Aergers geſchrieben, ein Schreckſchuß, um Sie einzu=
ſchüchtern
, allerdings werden Ihnen ſchwere Aergerniſſe
daraus erwachſen.
O, Hartkopf, die will ich tragen! Alles will ich tra=
gen
um mein Mutterrecht zu ſchützen. Ehe ich mich von
Heini trenne eher ſterben wir beide, Hartkopf das
ſchwöre . . .
Um Gottes willen, halten Sie ein, reden Sie nicht
ſo frevelhaft und ſeien Sie nicht ungerecht, Anita. Sie

ſind außer ſich, daß man Ihnen Ihr Kind rauben will
und wehren ſich mit allen Waffen dagegen tut der alte
Baron etwas anderes? Müſſen Sie ihm nicht dasſelbe
Recht zuerkennen?
Ja aber er ſucht ſich zu ſchützen, indem er einen
Unſchuldigen aufopfert. Das iſt unnobel.
Und der, den Sie demſelben Zweck aufopfern = iſt
er nicht gerade ſo ſchuldlos wie Sie?
Nein, Harto, im Gegenteil, er iſt die Veranlaſſung,
daß es ſoweit gekommen iſt. Sie ſind grauſam, Harto,
und ungerecht! Man hat mich mit Füßen getreten, und
ich habe mich nicht gewehrt. Ich teue es auch heute noch
nicht für mich. Ich kämpfe lediglich für mein Kind. Der
alte Baron aber möchte, daß ich ihm für den Tritt noch
den Fuß küſſe. Nie, Harto, nie! Laſſen Sie mich auf=
ſtehen
, ich will ihm ſchreiben, ſofort! Er ſoll endlich ein=
mal
ſehen, wie es einem Wurm zumute iſt, den er bis
zum Aeußerſten gepeinigt hat.
Sie wollte ſich erheben, aber Hartkopf drückte ſie ener=
giſch
nieder. Das werden Sie nicht un, ſagte er mit
großer Entſchiedenheit. Sie werden erſt eine Nacht über
ihrem Zorn vergehen laſſen. Der Uebereilung Tochter
iſt die Reue.
Ich werde morgen nicht anders denken wie heute,
aber ich werde warten, denn ich bin matt zum Sterben=
Es war gegen Abend. Anita fühlte ſich wohler;
zwar mußte ſie ihrer großen Schwäche wegen noch liegen,
aber der peinigende Kopfſchmerz hatte nachgelaſſen. Hart=
kopf
hatte gegen ihren Willen den Arzt geholt, der ihr

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unbedingte Ruhe verordnete. Es könne durchaus keine
Rede davon ſein, daß ſie in den nächſten Wochen den
Muſikunterricht fortſetze oder überhaupt Muſik treibe. Ihre
Nerven ſeien total überreizt. Am beſten wäre es, ſie ginge
aufs Land, nicht ins Gebirge und nicht an die See, einfach
aufs Land, in eine waldige Gegend, wo ſie ſtill für ſich
leben und ſich gründlich langweilen könnte.
Sie hatte dazu gelächelt und verſprochen, den Unter=
richt
für die nächſte Zeit aufzugeben. Auf den Vorſchlag,
eine Erholungsreiſe anzutreten, antwortete ſie Harto erſt,
nachdem der Arzt gegangen war.
Daran iſt natürlich nicht zu denken. Das Aufgeben
der Stunden läßt ſich allenfalls bewerkſtelligen. Ich habe
augenblicklich ja ohnehin faſt keine Schüler mehr, und in
ſechs Wochen trete ich meine Stellung an. Ich werde
einſtweilen deſto fleißiger wieder Photographien und
Poſtkarten malen.
Das wäre allerdings genau das, was der Arzt für
Sie wünſcht, ſagte Hartkopf ärgerlich. Es iſt eine Torheit
von Ihnen, nicht aufs Land gehen zu wollen, wo Sie ſo=
viel
billiger leben als hier aber des Menſchen Wille
iſt ſein Himmelreich.
15. Kapitel.
Anita lag auf dem Divan. Zu müde, um zu denken,
aber innerlich zu erregt, um zu ſchlafen, beobachtete ſie
mechaniſch, wie der rötliche Sonnenſtrahl durch einen
Spalt der geſchloſſenen Jalouſie quer über das Bild ihres
Mannes fiel, langſam zurückwich von der Bruſt herauf
über den Mund mit dem flotten Bärtchen, über die ſchöne
gerade Naſe, die Augen mit dem ſieghaft lachenden Blick,
die weiße heitere Stirn, das prachtvolle weichgelockte
Haar. Dann lag alles im Schatten, nur eine Ecke des
goldenen Rahmens leuchtete noch grell in der beginnenden
Dämmerung.
Won der Straße herauf drangen ungewiß allerhand

Geräuſche durch das halbgeöffnete Fenſter: das Rollen
der Elektriſchen in einer Nebenſtraße, das Schreien und
Lachen der Kinder drüben in den Anlagen, ein Händler
rief vor Feierabend noch raſch und unermüdlich in mono=
tonem
Tonfall ſeine Waren aus, und dann und wann
klapperten Pferdehufe über den Aſphalt. Dieſe gedämpf=
ten
, gleichgültigen Geräuſche hatten etwas Beruhigendes,
Einſchläferndes. Anita verſank in einen Zuſtand halb
Träumens, halb Wachens, in dem ſie ſich losgelöſt fühlte
von allem Erdenjammer.
Sie kam erſt wieder zum Bewußtſein ihren Um=
gebung
, als draußen die Korridorglocke gezogen wurde.
Mehr verwundert als erſchrocken lauſchte Anita. Kam
Harto noch einmal, um nach ihr zu ſehen? Aber es war
eine Frauenſtimme, die mit der Mutter Müllern verhan=
delte
nur ein kurzes Hin und her.
Die gnädige Frau iſt nicht zu ſprechen!
Sie müſſen mich ſchon einlaſſen, Frau Müller. Frau
von Drewensberg erwartet mich. Und da tat ſich auch
bereits die Tür auf, und herein trat Brigitte.
Anita richtete ſich haſtig auf, Abwehr in jeder Miene.
Doch Brigitte ſtand ſchon vor ihrem Lager und ſagte
äußerlich beherrſcht, aber mit einer vor innerer Erregung
zitternden Stimme:
Ich weiß, Anita, daß Sie mein Eindringen für taktlos
halten und mich hinausweiſen möchten. Es würde Ihnen
aber nichts nützen, ich werde trotzdem bleiben, denn ich
glaube ein Recht darauf zu haben. Ich komme als Ihre
getreue Freundin, weil ich Sie lieb habe und es mich in
der Seele ſchmerzt, Sie ſo leiden zu ſehen. Ihr abwei=
ſendes
Geſicht ſchreckt mich nicht, Anita! Bitte, legen Sie
ſich ſtill hin, ich ſetze mich hier an Ihre Seite und ſage
Ihnen, was ich auf dem Herzen habe. Sie können mir
nicht verzeihen, daß ich Sie mit einem falſchen Namen
getäuſcht haber. .

Ich kann es nicht faſſen, nicht verſtehen, wie man im
ſtande iſt, ſo abſichtlich und konſequent einen Betrug durch=
zuführen
.
Meine liebe Anita, nachdem ich mir das ſo vie
Schwerere abgerungen hatte, der Frau, die mir mein
Lebensglück raubte, die Freundeshand zu reichen, wau
das andere nur eine Bagatelle.
Ich weiß, Sie haben durch eine Frau ſchwer gelitter
und ſich doch bezwungen, ihr zu verzeihen, Das bewun
dere ich an Ihnen aber was geht das unſere Ange=
legenheit
an?
Recht viel! Denn dieſe Frau heißt Anita vor=
Drewensberg.
Ein dumpfer Ton des Entſetzens drang aus Anitas
Munde. Sie ſchnellte empor und ſtarrte kreidebleich di
Freundin an. Ihr Atem ſtockte. Sie hatte immer ein
eigene Scheu empfunden, an jene Frau zu denken, ſich da=
vor
gefürchtet, ihren Namen zu hören, das aber der Eifer=
ſucht
auf Brigittes Freundſchaft zugeſchrieben; jetzt wußte
ſie, daß es das inſtinktive Grauen vor einer nieder
ſchmetternden Gewißheit geweſen war.
Hal Ihr Mann Ihnen nie von ſeiner Kouſine ge=
ſprochen
? Sollte er mich denn ſo ganz und gar vergeſſer
gehabt haben?
Von Maria von Drewensberg hat er mir oſt erzählt
Brigitte von Steltz=Drewensberg habe ich nicht gekannt
Es koſtete Anita die größte Mühe, die wenigen Worte
hervorzubringen. Die Kehle war ihr wie zugeſchnürt und
ihr Herz ſchlug bang und ſchwer.
Ich heiße Brigitte Maria. Brigitte iſt mein Rufname
aber ich habe ihn als Kind nicht leiden mögen und mich
ſelber Maria genannt. Das hat die Familie aufgenom=
men
,, bei ihr heiße ich bis auf den heutigen Tag Mgria.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

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2
Mundwasser
der Meiſ

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Man begreife das un=
gemein
Bedeutſame der merk=
(*2
würdigen Wirkungsweiſe des

Odols. Während andere Mund=
*
und Zahnpflegemittel, ſoweit ſie für
die tägliche Zahnpflege überhaupt in Betracht kommen,
lediglich während der wenigen Sekunden des Mund=
reinigens
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ſtundenlang, nachdem man ſich die Zähne geputzt hat,
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, Droſſelbart, Jubilans. Kampf, Kopf-Tot. Rennen.
Sommer=Handikap; 10000 Mark, Diſtanz 2000 Meter:
1. Herrn Trauns Rothaut (Raſtenberger), 2. Mac Intyre
(W. Bullock), 3. Nabob (Davies). Tot. 53110. Pl. 20, 15,
14:10. Unpl.: Stradella, Seapiece, Cabanas, Miesmuſchel,
Lody Collie. Kampf, Hals-Kopf. Langenhorner Han=
dikap
; 5000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Graf Seydlitz=
Sandreczkis Sybille (Lane), 2. Monolog (Davies), 3.
Black Swan (Torke). Tot. 47110. Pl. 17, 22, 22110. Un=
plaziert
: Parvati, Candahar, Chutbeh, Madege Whin=
ſtone
, Iriſh Angel, Wunderhold, Golden Oriole, Iſa, Er=
finderin
, Laripette, Solitär. Ueberlegen, 31 Lg.
Grunewald. Pirat=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz
1600 Meter: 1. Herrn Buggenhagens Simſon (Slade), 2.
Luntrus (H. Teichmann), 3. Third Ace (Plüſchke). Tot.
19:10. Drei liefen. Ueberlegen, 3¾/ Lg.
Ghibelline=
Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn O.
Kampfhenkels Alteſſe II (Plüſchke), 2. Tanagra (Taral),
3. Harmonia (Shaw). Tot. 146:10. Pl. 32, 36, 16:10. Un=
plaziert
: Genua (4), Sternthaler, Pfeil, Blumenmädchen,
Eigenlob, Cervus, Gülnare, Vera, Lachtaube, Saturn II,
Grachus, Scylla. Kampf, Kopf-Hals4 Lg. Oder=
Hürden=Rennen; 4200 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn
Sopps Methuſalem (Fritſche), 2. Bora (Prater), 3. Laune,
(Hoffmann). Tot. 181110. Pl. 54, 122, 20110. Unpl.: Seil=
fahrt
(4), Harriet, Paducah, Louvre, Maximilia, Domeline,
Wanderluſt, Seekind, Ortilo, Pro Patria, Filmzauber.
Kampf, Hals-½1½ Lg. Baſedow=Rennen; 8500 Mk.,
Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn C. v. Lang=Puchhofs Men=
ton
(Cleminſon), 2. Panna (Slade), 3. Einwandfrei
(Liſter). Tot. 91:10. Pl. 29, 26, 16110. Unpl.: Hasdrubal
(4), Freimut, Vinzi, Auli, Oberſtwachtmeiſter, Optimus,
V.
underlampe, Varus. Ueberlegen, ¾ Lg.-Hals4 Lg.
Le Juſticier=Handikap; 7200 Mark, Diſtanz 2200 Meter:
1. Frhrn. v. Reiſchachs Octopus (Schläfke), 2. Dürkheim
(W. Plüſchke), 3. Eau de Cologne (Weatherdon). Tot.
50:10. Pl. 18. 23. 18:10. Unpl. : Carino, Bode, Induſtrie,
Nuſcha, Rex II. Hock, Hubertus (4). Kampf, Kopf-Hals
bis ½ Lg. Ottoland=Jagdrennen; 10000 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Herrn Welps Was ihr wollt (E. Franke)
2. Courier (Kühl), 3. Reform (Lufta). Tot. 171:10, Pl.
52, 20, 56:10. Unpl.: Polia (4), Samara, Brabant, Veſta=
lin
, Extra, Ovation, Sühne. Gegenwehr, ¾1¾4 Lg.
Preis von Criewen; 10000 Mark, Diſtanz 1600 Meter:
1. Leutn. Stahlknechts Donners Bruder (Rice), 2. Vilja
(Plüſchke), 3. Querulo (Weishaupt). Tot. 154:10. Pl.
59, 58, 64:10. Unpl.: Auvergnat (4), Ops, Pakt, Maruſchka,
Trumpf , Lyſander, Marzipan, Labrador, Julius Cäſar,
Mandeville, Vogelfrei, Skipio, Afrikanus. Kampf. ½½
Länge.
sr. Radrennen. Die Treptower Radrenn=
bahn
veranſtaltete am Sonntag ein Dauerrennen nach
amerikaniſcher Art, das über zweimal eine halbe Stunde
führte und in dem eine aus zwei Fahrern beſtehende
Mannſchaft hinter einer Führungsmaſchine ſich beliebig
ablöſen konnte. Der beſte Mann im Felde war der Bel=
gier
Leviennois, der mit Jenske als Partner die beiden
Läufe gewann. Er legte im erſten Lauf 34 Kilometer und
im zweiten 34,680 Kilometer zurück. Schulze-Schrinner
blieben 440 bezw. 280 Meter zurück. Das Programm
wurde durch ein Motorradrennen vervollſtändigt, deſſen
beide über 10 Kilometer führenden Läufe von Lieſe in
7 Minuten 10,4 Sekunden bezw. 6:51,3 jedesmal vor Wi=
werall
gewonnen wurden.
Die Radweltmeiſterſchaften. Rütts Sie=
gen
im Großen Preis von Paris, Großen Preis von

Berlin und Großen Preis von Kopenhagen folgt nun ſein
Triumph in der Kurzen Weltmeiſterſchaft. Die Lange
Weltmeiſterſchaft über 100 Kilometer fiel durch den Sieg
Guignards an Frankreich, doch ſchien ſich auch hier lange
Zeit das Zünglein der Wage zugunſten Deutſchlands zu
neigen, denn der Berliner Saldow führte nach einem ab=
wechſelungsreichen
Rennen bis kurz vor Schluß, und nur
ein dreimaliger Schrittmacherwechſel konnte ihn erſt nieder=
ringen
, ſo daß er völlig entmutigt aufgab. Reſultate:
Erſter Zwiſchenlauf: 1. Rütt, 2. Friol 1 Lg., 3. Stabe 2 Lg.
zurück. Rütt gewinnt von der Spitze. Zweiter Zwi=
ſchenlauf
: 1. Ellegaard, 2. Hourlier, Handbreite, 3. Schür=
mann
½ Lg. zurück. Dritter Zwiſchenlauf: 1. Perchicot,
2. O. Meyer, aufgerichtet, 3. Poulain, aufgerichtet.
Endlauf: 1. Rütt, 2. Ellegaard ½ Lg., 3. Perchicot,
Handbreite zurück. Der erſte Start wird nach 400 Meter
infolge Reifenſchadens von Ellegaard abgebrochen. Beim
zweiten Start nimmt Ellegaard in langſamem Tempo die
Führung vor Rütt. In der vorletzten Kurve ſtößt Elle=
gaard
mit Rütt am Hinterrade von der Kurve herab und
beginnt den Endſpurt. In der Zielgeraden greift der
Deutſche Ellegaard an und paſſiert ihn kurz vor dem Band.
100 Kilometer=Meiſterſchaft: 1. Guig=
nard
1Stunde 16 Minuten 26. Sekunden; 2. Miquel
1 Stunde 17 Min. 6,4 Sek.; 3. Scheuermann 1118:47; 4.
Thomas 12 Runden zurück. van Neck in der 48. Runde,
Walthour in der 54. Runde, Linart in der 111. Runde und
Saldow kurz vor Schluß aufgegeben. Die Fahrer bekom=
men
in der Reihenfolge Linart, Guignard, Saldow, Wal=
thour
, Miquel, Thomas, Scheuermann, van Neck Anſchluß
an ihre Motoren. van Neck erleidet in der 48. Runde
Reifenſchaden. In der 27. Runde überrundet Linart, an
der Spitze liegend, den Franzoſen Guignard, in der 30.
Runde wechſelt Saldow den Motor, da ſich die Schutzrolle
gelöſt hatte. Hierdurch kommt Walthour auf den zweiten
Platz hinter Linart vor Saldow. In der 54. Runde er=
leidet
Walthour Motorſchaden und gibt auf. In der 60.
Runde wird Miquel überrundet. Scheuermann wechſelt
jetzt den Motor und büßt dadurch an Terrain ein. In der
78. Runde geht Saldow an Linart vorbei an die Spitze.
Miquel, Scheuermann, Guignard und Thomas folgen als
nächſte. Der Berliner hat kurz vor Schluß dann Motor=
ſchaden
, muß wechſeln, verliert den erſten Platz an Guig=
nard
, ſchließlich auch noch den zweiten an Miquel und
gibt auf. Inländer=Preis: 1. Rütt, 2. O. Meyer, 3. Lo=
renz
, 4. Wegener. Ausländer=Preis: 1. Poullain,
2. Polledri, 3. Perchicott, 4. Moretti. Tandem= Ren=
nen
: 1. Rütt=Meyer, 2. Lorenz=Wegener, 3. Kudela=Schaub.
Bei der Amateurrundfahrt um Berlin, die
geſtern zum 14. Male wiederholt wurde, ging als Sieger
hervor der Amateur T. Kohl=Berlin (7 Stunden 52 Minu=
ten
0,4 Sekunden) und der Berufsfahrer J. Roſellen aus
Köln (7 Stunden 42 Minuten 59 Sekunden).
* Lawn=Tennis. Turnier zu Bad Homburg.
Die vom Prinzen Albert von Schleswig=Holſtein vorge=
nommene
Preisverteilung ergab: Herren=Einzel
um den Homburger Pokal: 1. Froitzheim, 2. Lind=
paintner
, 3. O. Kreuzer und von Biſſing; Herren=Einzel
um die Meiſterſchaft von Homburg: 1. O. Kreuzer,
2. Froitzheim, 3. Laindpaintner und Albrecht; Damen=
Einzel: 1. Frl. Bamberger, 2. Frl. Salin, 3. Frl. B.
Hermans und Frl. J. Weihermann; Herren=Doppel um
den Stewart=Pokal: 1. Froitzheim=O. Kreuzer,
2. von Biſſing=Lindpaintner; Gemiſchtes Doppel: Preiſe
geteilt: Frl. Salin=O. Kreuzer und Frl. Bergmann=von
Biſſing; Herren=Einzel mit Vorgabe: 1. Hertz, 2. Deſſart,
3. Dintelmann und von Oſtermann; Damen=Einzel mit
Vorgabe: 1. Miß Gardner, 2. Frl. Th. Weihermann,
3. Frl. J. Weihermann und Frl. Herzfeld; Herren=Doppel
mit Vorgabe: Preiſe geteilt: Groos=von Biſſing und G.
und H. Schadow: Damen=Doppel mit Vorgabe: 1. Frl.
Wisboom=Frau Robinſon, 2. Frl. Salin=Frl. Flinſch; Ge=
miſchtes
Doppel mit Vorgabe: 1. Frl. A. Hermans= Schrei=
ber
, 2. Frl. Bergmann=von Biſſing; Junioren=Einzel:
1. Deſſart, 2. von Maltzahn.
* Darmſtädter Sportklub 1905. Das in Heidelberg
gegen den dortigen F.=K. Viktoria ausgetragene Privat=
wettſpiel
endigte zugunſten der 1. Elf Sportklubs mit 53
Toren. Die 2. Elf, durch das Fehlen des Torwächters
und rechten Verteidigers geſchwächt, verlor mit 611 Toren
gegen F.=K. Neu=Iſenburg. Das Spiel der 3. Elf gegen
F.=K. Langen wurde beim Stand 211 Toren wegen an=
haltenden
Regens abgebrochen.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Der erſte Teil des von Kranichſtein nach der Diana=
burg
führenden Herrenwegs bis zur Feldſchneiſe,
einer der ſchönſten Waldwege, iſt jetzt für das Publikum
geſperrt. Warum? Wenn nicht dringende Gründe
vorliegen, ſollte man unſerem wälderliebenden Publikum
den ſchönen Weg doch wieder freigeben. U. A. w. g.

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