Kbonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Das Kaiſerpaar beſuchte am Samstag die
Jahr=
hundertausſtellung in Breslau und nahm darauf die
Huldigung der ſchleſiſchen Jugend entgegen. Abends
fand Tafel für die Provinz ſtatt, worauf die Abreiſe
nach Potsdam erfolgte.
Beim Rennen um den großen Preis von
Baden in Iffezheim (80000 Mark) ſiegte der
Hengſt „Mosci Koiaze” des Fürſten Lubomirski.
Der Prinz von Wales iſt als Gaſt des Kaiſers
am Samstag in Berlin eingetroffen und zunächſt in
der engliſchen Botſchaft abgeſtiegen.
Die bulgariſche Regierung wird ohne
Inan=
ſpruchnahme der Vermittelung einer dritten Macht
die Verhandlungen mit der Pforte in
den nächſten Tagen aufnehmen. Die bulgariſchen
Be=
vollmächtigten werden alsbald nach Konſtantinopel
ab=
reiſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Der Friedensgedanke.
— Im Haag iſt in dieſen Tagen unter großen
Feier=
lichkeiten der Friedenspalaſt eingeweiht worden. Königin
Wilhelmine wohnte dem Feſtakte bei und auch nicht
weni=
ger als 42 Staaten hatten offizielle Vertreter entſandt.
Es liegt darin ja eine gewiſſe Anerkennung für die
Be=
mühungen, dem Unheil des Krieges ein Ende zu machen
und an die Stelle des Appells an die Waffen, das
Schieds=
gericht zu ſetzen. Wie weit wir aber noch von der
Errei=
chung dieſes Zieles entfernt ſind, haben erſt wieder die
Balkanwirren mit ihren großen blutigen Ereigniſſen zur
Genüge bewieſen. Das kriegeriſche Gefühl ſteckt nun
ein=
mal in den Menſchen drin, und darum iſt auch die
Aus=
ſicht auf die Zeit eines ewigen Friedens eine recht geringe,
wenn überhaupt dieſer Idealzuſtand jemals erreicht
wer=
den kann.
Andererſeits läßt ſich nicht in Abrede ſtellen, daß
klei=
nere Zwiſchenfälle auf ſchiedsgerichtlichem Wege beigelegt
werden können, und zu dieſem Aushilfsmittel hat man
auch ſchon vor Jahrzehnten gegriffen, als die heutige
Friedensbewegung noch nicht einmal in den Kinderſchuhen
ſteckte. Da ſei beiſpielsweiſe nur daran erinnert, daß der
Streitfall zwiſchen Spanien und Deutſchland wegen der
Karolinen=Inſeln dadurch geſchlichtet wurde, daß der
Papſt als Schiedsrichter angerufen wurde. Ein derartiger
Alusweg iſt von Fall zu Fall noch immer möglich, ohne
daß es unbedingt notwendig wäre, ein ſtändiges
Schieds=
gericht zu ſchaffen. Allerdings hat ein ſolches inſofern ſein
Gutes, als hervorragende Fachmänner in ihm tätig ſein
können und die Objektivität des Schiedsſpruches dadurch
geſicherter erſcheint. Wenn jetzt der unermüdlich für den
Frieden eintretende amerikaniſche Milliardär Carnegie
für den ſtändigen Schiedsgerichtshof im Haag einen
herr=
lichen Palaſt geſtiftet hat, der jetzt ſeiner Beſtimmung
übergeben worden iſt, ſo hat er das in der Genugtuung
darüber getan, daß der Schiedsgerichtsgedanke auch bei
den verſchiedenen Regierungen wenigſtens inſoweit Boden
gefaßt hat, als die Mächte der Bewegung ſympathiſch
gegenüberſtehen und ſich geneigt zeigen, auch praktiſche
An=
wendung zu machen, wenn das ſich mit ihren Intereſſen
vereinbaren läßt.
Den Ausdruck der Freude Carnegies bildete auch
ſeine Rede, die er am zweiten Tage der
Enthüllungsfeſt=
lichkeiten gehalten hat. Obwohl es ſich darum handelte,
den Friedensfreund Cremer, deſſen Büſte enthüllt wurde,
zu feiern, hat es ſich der amerikaniſche Milliardär
ange=
legen ſein laſſen im höheren Maße, nachdem er der
An=
regung des Zaren hinſichtlich des erſten
Friedenskongreſ=
ſes kurz gedacht hatte, die Friedenstätigkeit des deutſchen
Kaiſers zu feiern, deſſen Hände während einer 25jährigen
Regierungszeit „rein von Menſchenblut” geblieben ſeien.
Wir können uns dieſer Anerkennung freuen, wie es auch
bekannt iſt, daß der Kaiſer mit dem Gedanken Carnegies
durchaus ſympathiſiert und dieſen ſeltenen Mann
unge=
mein hochſchätzt. Wenn auch Wilhelm II. allgemein als
Hort des Friedens anerkannt wird, ſo wiſſen wir doch
auch, daß er in keinem Moment zögern würde, das
Schwert zu ziehen, ſobald die Würde des Deutſchen
Reiches verletzt ſein ſollte. So wird es auch in den
an=
deren Großſtaaten gehalten und darum wird auch der
Friedensgedanke, ſo anerkennenswert die Idee iſt, ſich in
abſehbarer Zeit ſchwerlich durchzuſetzen vermögen.
Der zukünftige Fürſt
von Albanien.
K. Was erwarten und fordern die ſelbſtändig
gewor=
denen Albanier von ihrem künftigen Fürſten? Der
Juſtizminiſter und der Miniſter des
Aeu=
ßern des neugeſchaffenen albaniſchen Staates
weilen zurzeit in Vallombroſa in Toskana und ſind das
Opfer wißbegieriger italieniſcher Journaliſten, die
Nähe=
res über den künftigen Fürſten Albaniens erfahren
wol=
len. Eine Zeit lang trotzten ſie dem Anſturm, dann aber
gaben ſie ſchließlich nach und ſprachen davon, was
Al=
banien wünſcht und braucht.
„Die Perſon des Fürſten”, ſo erklärten die Miniſter,
die unbewußt eine Art albaniſchen Fürſtenſpiegels
auf=
ſtellten, „iſt uns vollkommen gleichgültig; was uns
inter=
eſſiert, ſind ſeine Eigenſchaften. Er muß intelligent ſein,
um dem Lande eine Organiſation zu geben, er muß aktiv
und pflichttreu genug ſein, um ſich ganz der Entwickelung
Albaniens zu widmen. Er muß gute Beziehungen mit
den wichtigſten Höfen Europas beſitzen. Und er muß
ver=
mögend genug ſein, um nicht allzu ſehr auf das zu
rech=
nen, was wir ihm gewähren können. Er ſoll ein
tapfe=
rer Soldat ſein, jedoch ohne Eroberungsgelüſte: er wird
im eigenen Lande genug Gelegenheit finden, kriegeriſche
Tugenden zu betätigen. Und er muß ſeine Perſon
edel=
mütig der Nation opfern. Dann mag er ruhig die Sprache
ſprechen, die er will, denn die unſere bietet ihm einſtweilen
wenig Waffen und wenig Worte zum Regieren. Was die
Religion anbetrifft, ſo wäre es für ihn und für uns
beſ=
ſer, wenn er keiner beſonderen anhinge; wir hätten dann
weniger von ſeinem und er weniger von unſerem
Fana=
tismus zu fürchten. Aber wir geben zu, daß dieſe
Be=
dingung ſchwer zu erfüllen iſt. Denn ein Prinz ohne
Re=
lligion wäre vielleicht ein Gegner der Kirche, und das
wünſcht Albanien auch nicht. Auch mit einem liberalen
Proteſtanten wären wir nötigenfalls zufrieden. Wir
wer=
den von unſerem Fürſten nicht verlangen, daß er unſere
Sitten annimmt; wir verlangen von ihm nur, daß er ſich
anpaßt und nicht verſucht, uns ſeine Sitten aufzuzwingen.
Sie wiſſen, die Albanier ſind eines der älteſten Völker
Europas und wahren eiferſüchtig ihre Tradition. Wehe
dem, der ſie anzutaſten wagen würde. Ueber das
Hof=
zeremoniell iſt noch nichts beſchloſſen, aber wir wünſchen,
daß es einſach ſei und wenig Koſten mit ſich bringe.
Seine Reſidenz würde der Fürſt nicht in Valona nehmen,
das, an der Küſte liegend, zu leicht zugänglich iſt, der Fürſt
von Albanien muß im Herzen des Landes wohnen, in
Tirang oder in Elbaſſan, und ſeine Burg ſoll wie ein
Adlerneſt zwiſchen den Hängen der Berge liegen. Mehr
wollen wir nicht ſagen, nur noch das eine: Welchen
Fürſten Europa uns auch ſenden wird, wir Albanier
werden ihn freudig und dankbar empfangen.
Als die Miniſter aber dann nach den Kandidaten
ge=
fragt wurden, wußten ſie nicht mehr, als in den
Zeitun=
gen ſteht: „Wir haben bisher an offiziellen Nachrichten
nur Dementis erhalten. Wiſſen Sie vielleicht einen
ernſt=
haften Kandidaten? Wenn Sie einen kennen, meine
Herren, dann denken Sie bitte an uns . . ."
Türkiſch=bulgariſche
Verhand=
lungen in Sicht.
* Der Köln. Ztg. wird aus Berlin gemeldet: Eine
langſam fortſchreitende Beſſerung des Verhältniſſes
zwi=
ſchen Bulgarien und der Pforte ſcheint ſich
wieder bemerkbar zu machen. Auf beiden Seiten zeigt
man ein gewiſſes Entgegenkommen für die
Vorberei=
tung von Verhandlungen. Allerdings ſollen ſich
dieſe zunächſt nicht auf den Kernpunkt der Grenzfrage
(Adrianopel bulgariſch oder türkiſch?) beziehen, ſondern
auf die Abſteckung einer vorläufigen Grenzlinie,
deren Innehalten weitere militäriſche Zwiſchenfälle
aus=
ſchließen ſoll. Dabei iſt für die Türkei wichtig, daß ihr
die Beherrſchung der Eiſenbahnlinie Konſtantinopel=
Adrianopel auch an den Stellen nicht entzogen wird, wo
die Bahn jenſeits des Maritzaſluſſes läuft. Dieſer Punkt
ſcheint neuerdings weniger Schwierigkeiten zu bereiten
als bisher.
Was die Frage des Beſitzes von Adrianopel ſelbſt
angeht, ſo wird Bulgarien in den darüber zu führenden
Verhandlungen wohl möglichſt lange die Deckung durch
die Beſtimmungen des Londoner Friedensvertrages und
demgemäß eine Anlehnung an die Großmächte feſthalten
wollen. Es mögen auch Rückſichten der inneren Politik
der bulgariſchen Regierung rätlich erſcheinen laſſen, für
das Ergebnis der Verhandlungen über Adrianopel,
na=
mentlich im Falle eines Verzichtes auf die Stadt, einen
Rückhalt an der Zuſtimmung der Großmächte zu haben.
Dementſprechend ſcheint man es in Sofia vorzuziehen,
daß wenigſtens die Einleitung der ſpäter unmittelbar zu
führenden Verhandlungen über Adrianopel nicht ohne
Mit=
wirkung anderer Mächte herbeigeführt werde.
Nach einer Depeſche des Spezialkorreſpondenten des
Matin aus Sofia glaubt man in gewiſſen diplomatiſchen
Kreiſen, die Pforte wäre geneigt, Bulgarien
ge=
gen Ueberlaſſung von Adrianopel eine
Grenze zu bewilligen, die bei Kap Paxi oder Agrymia
öſtlich von Enos beginnen und im weſentlichen dem Laufe
der Maritza bis nördlich von Adrianopel führen würde.
Die Grenze würde ſich dann über Havſa nach dem
Vor=
gebirge, Sires Burun, nördlich von Media, ziehen. Kirk=
Kiliſſe würde den Bulgaren bleiben, die Türken würden
ſich verpflichten, die Feſtungswerke von Adrianopel zu
ſchleifen und keine Garniſon in der Stadt zu halten. Es
ſcheint ſich bei dieſer Nachricht um einen bulgariſchen
Verſuchsballon zu handeln.
Leutſches Reich.
— Jeſuitengeſſetz und Bundesrat. Der
vom Reichskag angenommene Antrag auf Aufhebung des
Jeſuitengeſetzes wird im Herbſt im Bundesrat zur
Bera=
tung gelangen. Auf Annahme des Antrages dürfte nicht
zu rechnen ſein, da Sachſen und Württemberg, die
nord=
deutſchen und mitteldeutſchen Staaten ſchon jetzt dagegen
ſind und Preußen ſich ihnen anſchließen dürfte. Die
Ent=
ſcheidung für Preußen wird erſt Anfang Oktober im
Staatsminiſterium fallen. Es ſind zwar Verſuche gemacht
worden, die preußiſche Regierung wenigſtens für eine
Milderung des Jeſuitengeſetzes umzuſtimmen, weil
tat=
ſächlich der gegenwärtige Zuſtand reformbedürftig ſei, da
er Mißverſtändniſſe und verſchiedenartige Behandlung
der Jeſuiten in den einzelnen Bundesſtaaten begünſtigt.
Inwieweit dieſe Verſuche Erfolg haben werden, kann erſt
die Zeit lehren.
— Der „Block der Rechten” und die
Alt=
nationalliberalen. Vor kurzem regte das
Partei=
organ der Konſervativen, die Konſervative Korreſpondenz,
an, einen „Block der Rechten” zu gründen, der ſich
zu=
ſammenſetzen ſollte aus den Konſervativen, der
freikonſer=
vativen Reichspartei, den Antiſemiten, dem Bunde der
Landwirte und den „Rechtsnationalliberalen” Wie weit
der Gedanke bei den Freikonſervativen, den Antiſemiten
und den Landbündlern Gegenliebe gefunden hat, iſt
bis=
her nicht bekannt geworden. Die Altnationalliberale
Reichskorreſpondenz ſchreibt nun in einer Erwiderung
auf einen Angriff in den Berliner Neueſten Nachrichten:
Nicht der Rechten nationalliberale Wählermaſſen
zu=
zuführen, ſondern den .. Abfall wertooller und
unent=
behrlicher Parteikreiſe nach Rechts hin zu hindern, war
unſerer Arbeit Ziel . . . Wir dienen der nationalliberalen
Partei weiter in der Gewißheit, daß ihr Beſtand und die
Erhaltung ihrer in langer, ehrenvoller Geſchichte
bewähr=
ten nationalen und liberalen Grundſätze gerade in den
heutigen ſchwierigen Zeiten Vorausſetzung und Gewähr
einer gedeihlichen Entwickelung unſeres Vaterlandes iſt.”
— „Deutſchland als Uebungsfeld
fran=
zöſiſcher Flieger.‟ Ein unter dieſer Marke
ver=
öffentlichter Warnruf hat die ganze Preſſe mobil gemacht.
Auch die Kölniſche Zeitung veröffentlicht eine ihr „von
ſehr beachtenswerter Seite” zugehende Zuſchrift, in der
darauf aufmerkſam gemacht wird, daß das Ueberfliegen
Deutſchlands durch franzöſiſche Bewerber um den
Pom=
merypokal eine ernſte Gefahr bedeute, da der große
Ge=
danke der Anlage nichts geringeres bezwecke, als die
fran=
zöſiſchen Flieger auf ein im Ernſtfalle mutmaßliches Feld
ihrer Tätigkeit einzufliegen. Der Verfaſſer des Artikels
erklärt, nicht zu behaupten, daß die Bewerber um den
Pommerypokal bewußt Erkundungen betreiben, unbewußt
aber zum mindeſten ſei jeder Flug eines franzöſiſchen
Fliegers über deutſches Gebiet ein Spionageflug. Das
ſei die Gefahr des Pommeryausſchreibens, daß es unter
dem Deckmantel des Sportes eine größere Anzahl guter
Flieger über die Rheinlinie ſchicke.
— Breslau Reſidenz eines preußiſchen
Prinzen. Wie die B. Z. meldet, hätte der Kaiſer im
Geſpräch mit einem hochgeſtellten ſchleſiſchen Militär eine
Wendung gebraucht, aus der man ſchließen kann, daß
Breslau in Kürze die Reſidenz eines preußiſchen Prinzen
werden wird. Damit würde ein Wunſch der Stadt
Bres=
lau erfüllt, die ſeit den Tagen, als der ſpätere Kaiſer
Friedrich das Grenadier=Regiment Nr. 11 als Komman=
deur führte, keinen preußiſchen Prinzen mehr ſtändig
be=
herbergte.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der deutſche Nationalverband erklärte
in ſeiner Vollverſammlung, an der Gemeinbürgſchaft aller
Deutſchen in Oeſterreich, insbeſondere in der böhmiſchen
Frage, unverbrüchlich feſtzuhalten. Der Verband
ver=
langt, daß die Regierung eine für die deutſchen
Forderun=
gen entſprechende Ordnung der Verhältniſſe Böhmens
ſſich mit aller Entſchiedenheit einſetze, wobei die Deutſchen
allerdings die Perſönlichkeit des gegenwärtigen
Statt=
halters geradezu als ein Hindernis in der unparteiiſchen
Führung der Geſchäfte anſehen. Der Nationalverband
er=
klärt, zur Durchſetzung der Forderungen der Deutſchen in
Böhmen die Gemeinbürgſchaft bis zu den äußerſten
Fol=
gerungen bewahren zu wollen.
Frankreich und Italien.
Der Pariſer Korreſpondent des Corriere della Sera
hatte eine Unterredung mit dem Miniſterpräſidenten
Barthou, in der dieſer ſagte: Als wir das
franzöſiſch=
italieniſche Komitee bildeten, dachten wir daran, den
Mißverſtändniſſen zwiſchen den beiden Nationen ein Ende
zu machen und herzlichere Beziehungen anzuknüpfen.
Es ſind Verleumdungen, Poincaré als Feind Italiens
hinzuſtellen. Poincaré bewundert vielmehr und liebt
Italien. Uebrigens, ſo groß ſeine Autorität auch iſt und
ſo wertvoll ſeine Ratſchläge ſind, er iſt es doch nicht, der
die Politik Frankreichs leitet. Pichon und ich, wir Beide
haben alle Verantwortung. Unſere Politik iſt nicht
aggreſſiv und nicht kriegeriſch. Das angenommene
Mili=
tärgeſetz iſt keine Provokation und keine Drohung.
Ita=
lien hat am wenigſten Grund, ſich darüber aufzuregen.
Wir ſind Freunde und wollen es bleiben. Ich weiß, daß
eine Frage der Inſeln des Aegäiſchen Meeres beſteht,
aber Frankreich tut nichts weiter, als daß es ſich an die
Vorausſetzungen des Lauſanner Friedensvertrages hält.
Sir Edward Grey hat der Meinung Europas Ausdruck
verliehen, als er ſagte, daß der Beſitz einer dieſer Inſeln
in den Händen einer Großmacht Schwierigkeiten
hervor=
rufen könnte. Dieſer Meinung iſt auch auf der Londoner
Konferenz zugeſtimmt worden. Italien hält ein Pfand
der Türkei gegenüber in Händen, aber es iſt verpflichtet,
ſobald die Bedingungen des Friedensvertrages erfüllt
ſind, dieſes Pfand in die Hände Europas zu legen, das
dann entſcheiden wird. Wir zweifeln nicht an dem guten
Willen und an der Loyalität Italiens, und ich bin
über=
zeugt, daß Europa zum Beſten und zum Wohle Italiens
entſcheiden wird. Italien und Frankreich gehören
ver=
ſchiedenen Ländergruppen an, aber die Allianzen, welche
beide mit anderen Nationen verbinden, ſollten Frankreich
und Italien nicht trennen. Zwiſchen Italien und
Frank=
reich beſtehe überhaupt keine Frage, welche die beiden
Nationen trennen könnte.
Holland.
Das neue Kabinett iſt wie folgt gebildet:
Inneres und Vorſitz: Cort van der Linden; Aeußeres:
Loudon; Finanzen: Bertling: Juſtiz: Ort; Marine:
Rambonnet; Krieg: Bosboom; Landwirtſchaft und
Han=
del: Treub; Oeffentliche Arbeiten: Lely; Kolonien: Pleyte.
Amerika.
Der Wahlkampf in Braſilien. Es findet
gegenwärtig in Braſilien ein Wahlkampf zwiſchen den
bei=
den größten Parteien des Landes ſtatt, die beſtrebt ſind,
ihre Kandidaten für die Präſidentſchaft und andere
Aem=
ter durchzubringen. Von einer beſonderen Erregung im
Laufe dieſes Kampfes kann jedoch nicht geſprochen
wer=
den. Bisher ſtehen die politiſchen Parteien durchaus noch
auf der Baſis der Verfaſſung. Wenn auch einzelne
Mon=
archiſten vorhanden ſind, ſo kann doch nicht von einer
eigentlichen monarchiſtiſchen Partei die Rede ſein.
Südafrika.
Ein Vertrauensvotum für Botha. Die
Demonſtration in Ruſtenburg endete mit einem ſehr
gro=
ßen Erfolg für Botha: das Vertrauensvotum ergab 1500
Stimmen für ihn, gegen 750 für Hertzog. Botha wurde
darauf von ſeinen Anhängern auf den Schultern durch den
Ort getragen; ſeine Popularität erſcheint vollſtändig
ge=
ſichert. Eine Verſammlung von Anhängern Hertzogs
nahm aber trotzdem einen Beſchluß an, der Bothas
Rück=
tritt als Bedingung für die Verſöhnung und das
Wieder=
erſtarken der Nationalpartei bezeichnet.
*
E
* Paris, 29. Aug. Den bereits gemeldeten
Spio=
nagefall im 11. Artillerie=Regiment von Verſailles,
der in militäriſchen Kreiſen und darüber hinaus
unge=
heures Aufſehen erregt, bezeichnen die Abendblätter als
übertrieben dargeſtellt. Es handle ſich zwar um einen
Verrat militäriſcher Geheimniſſe, der namentlich das
Ge=
ſchützmodell Nr. 75, eine ſelbſttätige Entladevorrichtung
und eine Viſiervorrichtung betrifft, doch ſollen dieſe
Ge=
ſchützteile fremden Mächten ſchon längſt bekannt ſein.
Der Verhaftete hatte bei ſeinem erſten Verhör zugegeben,
mit einem öſterreichiſchen Offizier a. D. in einem
regel=
rechten Briefwechſel geſtanden zu haben; weitere
Einzel=
heiten hat er, dem Vernehmen nach, bis jetzt noch nicht
eingeſtanden. Offiziere und Mannſchaften haben ſtrengen
Befehl erhalten, jede Aeußeruna in dieſer Angelegenheit
zu verweigern, ſo daß es unmöglich iſt, auch nur die
ge=
ringſte Auskunft zu erhalten. Nichtsdeſtoweniger
ſchwir=
ren in Verſailles, das ganz unter dem Eindruck dieſes
Er=
eigniſſes ſteht, die unglaublichſten Gerüchte umher. Der
Verhaftete wird heute abend einem neuen Verhör
unter=
worfen werden.
* Petersburg, 29. Aug. Der Kaiſer hat aus
Anlaß der Einweihung des Friedenspalaſtes
an die Königin der Niederlande folgendes
Tele=
gramm gerichtet: „Ich bitte Eure Majeſtät, aus Anlaß
der feierlichen Einweihung des Friedenspalaſtes meine
herzlichſten Glückwünſche entgegenzunehmen. Ich hege
den aufrichtigen Wunſch, daß dieſes Gebäude, das
be=
ſtimmt iſt, den Gedanken des internationalen
Schiedsge=
richts zu verſinnbildlichen, zu dem Werke des Friedens
beitragen möge, das mir jederzeit am Herzen gelegen hat,
und daß es ein neues Band zwiſchen den Nationen
bil=
den möge, um die Meinungsverſchiedenheiten, die ſie
tren=
nen, zum Ausgleich zu bringen.”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. September.
* Vom Hofe. Prinz und Prinzeſſin Andreas
von Griechenland nebſt drei Prinzeſſinnen=Töchter
ſind Freitag nachmittag 3,45 Uhr zum Beſuch in
Jagdſchloß Wolfsgarten eingetroffen. — Se. Königl.
Hoheit der Großherzog begaben ſich Samstag früh
5 Uhr in den Kranichſteiner Park auf Jagd. (Darmſt. Ztg.)
Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Generalarzt
Dr. v. Kühlewein, die Leutnants Frhrn. Röder v.
Diers=
burg und Ernſt Heinrich Prinz zu Stolberg=Roßla, beide
im Garde=Dragoner=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23,
den Pfarrer Sattler von Hering, den Kreisaſſiſtenzarzt
Dr. Beſt von Schotten, den Geheimen Baurat Profeſſor
Wickop, Rektor der Techniſchen Hochſchule; zum Vortrag
den Finanzminiſter Braun, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben nachſtehenden Oberwachtmeiſtern
im Großh. Gendarmeriekorps die Erlaubnis erteilt, die
ihnen von Sr. Maj. dem König von Württemberg
ver=
liehene Verdienſtmedaille des Königlich Württembergiſchen
Friedrichs=Ordens anzulegen, und zwar den
Oberwacht=
meiſtern Fitting, Weckmann und Lehrhard,
ferner dem Polizeidiener Georg Ludwig Hein III. zu
Roßdorf das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
Für langjährige treue Dienſte” am Bande des
Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Zur 100. Wiederkehr des Geburtstages der
Groß=
herzogin Mathilde von Heſſen und bei Rhein ſchreibt man
uns: Im Schaufenſter der Kunſthandlung Heinrich Lautz
(Ecke Rhein= und Grafenſtraße) iſt das lebensgroße
Bruſt=
bild der Großherzogin Mathilde und gleichzeitig das
gleichgroße Bild der Großherzogin Alice von Heſſen
aus=
geſtellt. Beide Gemälde ſind von Herrn Rechnungsrat
Jungmann in wahrhaft künſtleriſcher Weiſe
ausge=
führt; nicht allein die ſprechende Aehnlichkeit beider
Fürſtinnen, ſondern auch die Ausführung der Toiletten,
des Schmucks, insbeſondere aber der Spitzen, ſind
bewun=
dernswert. Wer beide Fürſtinnen gekannt hat, wird beim
Betrachten der Bilder voll und ganz in dieſe
wohlver=
diente Anerkennung einſtimmen. Auf beide Gemälde kann
man den Ausſpruch anwenden: „Was ein Künſtler mit
Liebe ſchafft, findet den Weg zu den Herzen der Menſchen
und behält ewigen Wert!
Am Grabmal der Großherzogin Mathilde wurden
am Samstag in der St. Ludwigskirche drei Kränze
nieder=
gelegt. Das Grabmal iſt außerdem mit einer Girlande
geſchmückt. — In der Kapelle der Barmherzigen
Schweſtern — Nieder=Ramſtädterſtraße 30 — fand aus
dem Anlaß ein feierliches Requiem ſtatt.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 21 enthält:
1. Verordnung, die Enteignung von Gelände aus An
laß der Erbauung einer zweiten Schiffahrtsſchleuſe be
Koſtheim betreffend. 2. Bekanntmachung, Anſchlußgleis
der A.=G. Hüttenwerk Eiſengießerei und Maſchinen
fabrik Michelſtadt betreffend. 3. Bekanntmachung, An
ſchlußgleis des Valentin Hofmann I. zu Mainz=Koſtheim
betreffend. 4. Bekanntmachung, die Befugniſſe des
Steueramts Bensheim betreffend. 5. Bekanntmachung,
betreffend Aenderung der Bekanntmachung, den
Ver=
trieb der heſſiſchen Stempelmarken betreffend, von
18. November 1901.
g Ferienſtrafkammer. Am 18. Februar beläſtigten
drei vom Konfirmandenunterricht in dem Gemeindehauſt
in der Kahlertſtraße kommende Konfirmanden ein zwölſ
jähriges Mädchen ohne alle Veranlaſſung, wobei es hin
und hergezerrt wurde und dabei mit dem Kopf gegen
einen in der Kahlertſtraße befindlichen Brieſkaſten ge
ſtoßen wurde. Das Kind trug eine ſtark blutende Wund
an der Stirn davon und eine leichte Gehirnerſchütterung
Als Täter wurde von dem Mädchen der 14jährige Hein
rich M. bezeichnet. Auf Grund dieſer Angabe und de
Zeugenausſagen verurteilte das Schöffengericht den An
geklagten zu 50 Mark Geldſtrafe ev. 10 Tagen
Gefängnis. In der Berufungsverhandlung vor de
Ferienſtrafkammer am Samstag ſtellte es ſich heraus, daf
das hoffnungsvolle Bürſchchen verſucht hatte, die Zeuge
zu beeinfluſſen, zu ſeinen Gunſten auszuſagen. Nach ein
gehender Beweisaufnahme zog der Vater die ausſichtsloſ=
Beruſung zurück. — Der Standesbeamte Peter Keck I
von Zellhauſen hatte am 22. April 1912 eine Eheſchließun
vollzogen, ohne die ſchriftliche Einwilligung der Eltern
der minderjährigen Braut zu haben. Er erklärt dies mi
einem Verſehen und gibt an, daß die Eltern die mündlich
Einwilligung wiederholt zu erkennen gegeben haben. Di
Verhandlung wurde zur weiteren Beweiserhebung ver
tagt. — Der 33jährige Kaufmann Georg Philipp Hein
rich Schmahl in Offenbach hat im Februar in Bieber
Mühlheim und Offenbach verſchiedene Geſchäftsleute ur
Beträge bis zu 12 Mark dadurch geſchädigt, daß er vor
ſpiegelte, er ſei Schäftefabrikant und habe ſein Porte
monnaie verloren, vergeſſen oder dergleichen. Er gil
an, er ſei ſehr in Not geweſen, habe trotz aller Be
mühungen keine Stellung bekommen und habe in all
Fällen die Abſicht gehabt, das Geld zurück zu erſtatter
Ein Teil der Geſchädigten iſt von dritter Seite inzwiſche
befriedigt worden und hat die Strafanträge zurückgezogen
Schmahl, der unter dem Einfluß des Alkohols auf
Weg des Verbrechens geführt wurde, iſt vielfach vorl
ſtraft, zuletzt mit 3 Jahren 5 Monaten Gefängnis. D
Gericht erkannte wegen Betruges in fortgeſetzter B
gangenſchaft auf 4 Monate Gefängnis. — Der 4
ährige Dienſtknecht Chriſtian Schütt von Hohenſta
bei Wimpfen wurde wegen Verbrechens nach § 176,3 de
Strafgeſetzbuches zu 8 Monaten Gefängnis,
al=
züglich 1 Monat der Unterſuchungshaft, verurteilt.
* Spielplan des Großh. Hoftheaters. Sonntag, de=
7. September: 1. Abonnements=Vorſtellung. C 1. Ne
einſtudiert und neu inſzeniert: „Tannhäuſer‟. Gewöh
liche Preiſe. Anfang 6½ Uhr. — Dienstag, den 9. S
tember: 2. Abonnements=Vorſtellung. A 1. „Cavalleri
Ruſticana”. Hierauf: „Der Bajazzo‟ Gewöhnlich
Preiſe. Anfang 7½ Uhr. — Mittwoch, den 10. Septen
ber: 3. Abonnements=Vorſtellung. B 1. Neu einſtudier
Goethes Fauſt=Tragödie. Erſter Abend —
Donnersta=
den 11. September: 4. Abonnements=Vorſtellung. C
Neu einſtudiert: Goethes Fauſt=Tragödie. Zweiter Aben
Freitag, den 12. September: 5. Abonnements=Vor
ſtellung. D 1. „Die ſchöne Helena”. Kleine Preiſe.
A=
ang 7½ Uhr.
Für den Fauſt=Zyklus (10., 11., 16. und 19. Septen
ber) wird neben dem laufenden Abonnement ein Extre
Abonnement zu nachſtehenden Preiſen eröffnet: Sperrſi=
10,80 Mark, Parterre 8 Mark, Proſzeniumsloge 16,8
Mark, Mittelloge 16,80 Mark, Balkonloge 14,80 Mar
1. Rang 12,80 Mark, 2. Rang 6,80 Mark. 1. Galer
4,60 Mark, 2. Galerie 2,60 Mark. Für dieſes Extra=Abon
nement wird eine Vorverkaufsgebühr nicht erhoben. D
Kartenverkauf für die Extra=Abonnenten findet an d
Tageskaſſe des Hoftheaters am Samstag, den 6. Se.
Die
wiedererſtandene Hafenſtadt
Roms — ein zweites Pompeji.
** Oſtia, die älteſte Kolonie Roms und ſeine
Hafen=
ſtadt, die in der Kaiſerzeit ein ſo wichtiger Mittelpunkt
des Handels war, lag ſeit dem Ausgang des Altertums,
dem 5. und 6. chriſtlichen Jahrhundert, verödet und wurde
von den Romfahrern wenig beachtet. Erſt in neueſter Zeit
iſt darin eine Wandlung eingetreten: das alte Oſtia
er=
ſteht wieder neu, nachdem es ſo lange unter den dünnen
Schuttſchichten vergraben gelegen, und eine ganze antike
Stadt, ans Licht gerettet durch die jüngſten in großem
Stil betriebenen Ausgrabungen, breitet ſich aus. In der
Internationalen Monatsſchrift für Wiſſenſchaft, Kunſt und
Technik gibt der ausgezeichnete Kenner des alten Rom,
Prof. Chr. Hülſen, einen Ueberblick über die heute
bereits ſichtbaren Reſte der Stadt und erörtert die
außer=
ordentliche Bedeutung, die die Wiedererſtehung Oſtias für
die Kenntnis der alten Kultur und Kunſt beſitzt.
Die neueſten Ausgrabungen, die ſeit 1908
unter der Leitung von Prof. Dante Vaglieri in
impoſan=
tem Maßſtabe ausgeführt wurden, haben ſo bedeutende
Reſultate gezeitigt, daß man jetzt die Geſamtheit der etwa
40—50 Hektar bedeckenden und ca. 50000 Einwohnern
Raum bietenden antiken Stadt überſchauen kann. Betritt
man Oſtia durch das Stadttor, ſchreitet an der
Stadt=
mauer hin, an dem „Kutſchenplatz” und der gewaltigen
Statue der Siegesſäule vorbei die Hauptſtraße entlang,
ſo erheben ſich bald die erſt vor kurzem ausgegrabenen
neuen Thermen mit ihren großartigen
Badeeinrich=
tungen und prächtigen Dekorationen. Die ſtattlichen
Wohnhäuſer auf der Straße an der Oſtſeite der Thermen,
der Via dei Vigili, werden erſt ausgegraben, aber man
erkennt bereits den charakteriſtiſchen Typus des
Groß=
ſtadtbaues mit ſeinen vielen Stockwerken und zahl=
reichen voneinander unabhängigen Eingängen und
Trep=
pen, der ſich von dem altitalieniſchen aus Pompeji
bekann=
ten Atrienhauſe ſo deutlich unterſcheidet. Unter dieſer
Straße, die früheſtens am Ende des erſten chriſtlichen
Jahr=
hunderts angelegt iſt, hat man Reſte einer älteren
Bau=
ſchicht gefunden, in der ein prächtiger Moſaikfußboden
zu=
tage trat. Um ein rechteckiges, mit vier Delphinen
ge=
ſchickt ausgefülltes Mittelfeld gruppieren ſich in dieſem
Moſaik acht quadratiſche Felder, von denen vier
ſym=
boliſche Darſtellungen der Windgötter und vier ſolche von
jenen römiſchen Provinzen enthalten, die zu Oſtia lebhafte
Handelsbeziehungen unterhielten und die Hauptſtadt mit
Korn und anderen Nahrungsmitteln verſorgten. Ganz
nahe nördlich von den Thermen liegt die bereits durch
frühere Ausgrabungen berührte, aber erſt jetzt ganz
frei=
gelegte Kaſerne der Feuerwehr, ein Rechteck von
zirka 45:60 Meter, mit feſtungsartig geſchloſſenem
Erd=
geſchoß, deſſen Wände nur von ſchmalen
ſchießſchartenähn=
lichen Fenſtern durchbrochen werden. Vor dem Portal
ſtanden zwei kleine Häuschen, nach der Dekoration mit
Trinkgefäßen zu ſchließen Marketenderbuden. Der
ſtatt=
liche Säulenhof iſt an drei Seiten von Wachtlokalen,
Ma=
gazinen und dergleichen umgeben; an der vierten befindet
ſich eine große, ſchön geſchmückte Kapelle für den Kaiſerkult.
Unter den ſonſtigen Räumen fällt eine luxuriös und
geräumig ausgeſtattete Latrinenanlage auf, in
welcher ſonderbarerweiſe eine kleine Kapelle der Fortuna
mit einem Marmoraltar eingebaut iſt. Sie war laut der
Unterſchriſt von einem Unteroffizier des Feuerwehrkorps
geſtiſtet und beſtätigt das Wort des Kirchenvaters Clemens
von Alexandrien, der die Heiden verhöhnt, weil ſie der
Glücksgöttin ſogar auf dem Abtritt Altäre errichteten.
Nicht weit von dem ſchon früher erforſchten Theater iſt ein
intereſſantes chriſtliches Denkmal ans Licht getreten, ein
kleiner Bau mit mehreren Apſiden, wahrſcheinlich ein zum
Andenken an mehrere Märtyrer errichtetes Oratorium.
Bei Freilegung des Platzes hinter dem Bühnengebäude
vurden wichtige Moſaiken und Inſchriften gefunden, die
über die große Ausdehnung des von Oſtia aus betriebenen
Handels orientieren. Außerdem wurden große
wohlerhal=
tene Speicher und Magazine freigelegt, ſo neben eine
Bäckerei ein Magazinraum mit 35 kugelförmigen Ton
gefäßen, in denen Mehl verwahrt wurde. Die Häuſer, di
man in der Umgegend dieſer großen Speicher ausgrul
haben Läden im Erdgeſchoß, ſind teilweiſe bis zum
zwei=
ten Stockwerk erhalten und laſſen darauf ſchließen,
da=
noch ein drittes, vielleicht ſogar noch mehrere Stockwerl
vorhanden waren.
Die großartigſte aller Ruinen von Oſtia, die Cella de
großen Tempels, die jahrhundertelang als einzig=
Bau über die Schutthalde hervorragte, iſt nunmehr nähe
durchforſcht worden. Der prächtige Ziegelbau iſt im An
fang des zweiten chriſtlichen Jahrhunderts errichte
worden und war wohl, wie man einer Ehreninſchrift en
nehmen kann, der Roma und dem Auguſtus geweih
Die lange umſtrittene Stätte des Forums iſt nun
eber=
falls durch einen vor kurzem gemachten Fund ſicher geſtell
Man fand in unmittelbarer Nähe des großen Tempels ein
Marmorbaſis mit Inſchrift, die bewies, daß hier da=
Forum liegt, das in der nächſten Ausgrabungskampagn
ans Licht gehoben werden ſoll. — Ein zwettes Pom
peji vor den Toren Roms — ſo darf man das wieder
erſtandene Oſtia nennen, das ſeine einzigartige Bedeutun
gerade als Ergänzung der in Pompeji gewonnenen Eir
drücke beſitzt. Während die Reſte des zur Zeit der Republ
entſtandenen Oſtia nicht ſehr bedeutend ſind und auch di
älteſte Anlage nicht über das Jahr 300 v. Chr. hinaus
zugehen ſcheint, zeigt die obere Gebäudeſchicht, das Oſti
der Kaiſerzeit, eine Stadtanlage, die zum großen Teil
u=
die Wende des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. entſtande
iſt, alſo gerade da beginnt, wo Pompeji aufhört. Nebe
das mehr idylliſche Bild der campaniſchen Villenſtadt tri
hier der impoſante Eindruck einer römiſchen Han
delsſtadt, die mit ihren vielſtöckigen Häuſern un
ihren Bauten für Hafen= und Handelszwecke ein reiche
bisher unbekanntes Material zum Studium der römiſche
Bautechnik und der Wanddekorationen der Kaiferzeit dar
bietzt.
tember, nachmittag von 3½ bis 5 Uhr, ſowie an den
darauf folgenden Tagen vormittags zu den üblichen
Kaſſe=
ſtunden bis einſchließlich Dienstag, den 9. September,
ſtatt. Der Verkauf für die einzelnen Vorſtellungen im
Fauſt=Zyklus findet von Mittwoch, den 10. September, ab
zu gewöhnlichen Preiſen (Sperrſitz 4,20 Mark,
Parterre 2,90 Mark uſw.) ſtatt.
— Sedanfeier. Die Vereinigten
Krieger=
ereine Darmſtadts in Verbindung mit der
Turn=
gemeinde Darmſtadt begehen die Allgemeine
Sedanfeier wie in früheren Jahren am Dienstag,
den 2. September, abends 8 Uhr, in der Turnhalle
am Woogsplatz. Da der Zutritt ohne Karten nicht
geſtattet iſt, werden die Mitglieder darauf aufmerkſam
gemacht, daß noch Karten am Schalter der Turnhalle
ausgegeben werden.
* Der Zweigverein des Evangeliſchen Bundes
wird am Abend des Reformationsfeſtes, am Sonntag,
den 2. November, in der Turnhalle am Woogsplatz wie
alljährlich ſeine Lutherfeier begehen, die diesmal, dem
Jubiläumsjahr entſprechend, in beſonderer Weiſe
deutſch=
nationalen Charakter tragen ſoll. Vorgeſehen ſind in
der Hauptſache eine kurze Anſprache und die Aufführung
eines Feſtſpiels.
* Der Kirchengeſangverein der Johannesgemeinde
LLeitung: Hofmuſiker Adam) beginnt am Dienstag,
den 2. September, abends, im Gemeindehauſe in der
Kahlertſtraße mit ſeinen Proben für die Winterſaiſon,
zunächſt für die Feier am 19. Oktober.
Es wäre
erwünſcht, wenn gleich im Anfange neue ſtimmbegabte
Mitglieder ſich anmelden und die Schar der altbewährten
rgänzen würden.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Von der Jahrhundertfeier in Kelheim
Zur Einweihung des Haager Friedenspalaſtes — Die
Rückkehr der bulgariſchen Armee nach Sofia — Feierlicher
Einzug des Königs von Griechenland in Athen.
Konzerte. Konzertgarten Hugenſchütz”
Felſenkeller. Dienstag, den 2. Sept., abends 8 Uhr,
indet anläßlich des Sedantages großes Feſtkonzert
unter Leitung des Obermuſikmeiſters Herrn M. Weber
ſtatt. Für den dritten Teil des Programms iſt eine
atriotiſche Abteilung vorgeſehen; auch wird der übrige
Leil des Programms noch vieles Intereſſante enthalten.
Hkademiſche Volksunterrichtskurſe.
In dem Ferienvortragsabend der Akademiſchen
Volksunterrichtskurſe Darmſtadt am Freitag, behandelte
Herr cand. Neuſſel das intereſſante Thema: Die
drahtloſe Telegraphie. Der Vortragende verſuchte den
etwas ſchwierigen Stoff für die zahlreich erſchienenen
Zu=
hörer leichtfaßlich zu behandeln, indem er keine
phyſika=
iſchen Kenntniſſe vorausſetzte, ſondern die grundlegenden
Erſcheinungen der Wellen, der Reſonanz und des
Ab=
ſtimmens zweier miteinander telegraphierenden
Statio=
nen an Hand einfacher Beiſpiele aus dem täglichen Leben
erläuterte. Auf dieſe Weiſe gelang es ihm, Verſtändnis
für die Grundlagen zu wecken, und konnte er die Zuhörer
unbedenklich in die verſchiedenen Anwendungen der
draht=
loſen Telegraphie einführen. Während der Vortragende
ſchon einleitend die kurze aber raſche Entwicklungsgeſchichte
der drahtloſen Telegraphie ſkizziert und die Tätigkeit der
Pioniere auf dieſem Gebiet „Hertz, Righi, Marconi,
Brahly, Slaby, Braun uſw. gewürdigt hatte, konnte man
aus den zahlreichen Anwendungen entnehmen, welche Rolle
die drahtloſe Telegraphie jetzt, keine zwanzig Jahre nach
ihrem erſten Erſcheinen, im Verkehrsleben ſpielt. Zwar
gebührt Marconi das Verdienſt, als erſter über größere
Entfernungen drahtlos telegraphiert zu haben; aber es
edurfte der Erfindungen von Slaby und Braun, zweier
deutſcher Forſcher, um den gleichzeitigen Verkehr vieler
Stationen untereinander zu ermöglichen, ohne daß ſie ſich
gegenſeitig ſtören. Weitere Fortſchritte führten dann zur
gerichteten Telegraphie, die der Schiffahrt durch den „
Tele=
funkenkompaß” die Orientierung auf dem Meere zu jeder
Zeit geſtattet, zur Einrichtung der Zeitſignale, wodurch die
Uhrmacher jeden Tag die Normalzeit mitgeteilt bekommen
können, ferner des Wetterdienſtes und der
Fiſchereimel=
dungen die für die Fiſchereiflotte von großer Bedeutung
ind, Neuerdings iſt auch die drahtloſe Telephonie auf
700 Kilometer gelungen, trotzdem hierbei ſehr große
Ströme durch die kleinen Schwingungen einer
Telephon=
nembran beeinflußt werden müſſen. Noch ſind verſchiedene
Frobleme ungelöſt, insbeſondere fehlt den Schiffen noch
eine Anrufvorrichtung mit Klingel oder ähnliches, denn
die Funkentelegraphiſten auf dem Meer müſſen
fortwäh=
end den Telephonhörer am Ohr haben, um antworten zu
önnen, wenn ihr Schiff angerufen wird Einige
Er=
erimente trugen, wohl grade weil ſie mit den
ein=
achſten Mitteln ausgeführt wurden, ſehr zum Verſtändnis
es Vorgetragenen bei. Mittels einer Sendeſtation nach
Marconi und einer Empfangsſtation mit Fritter konnten
drahtlos Zeichen übermittelt werden; ſehr inſtruktiv waren
die einfachen Pendelverſuche, die zeigten wie zwei
Statio=
nen, die aufeinander abgeſtimmt ſind, miteinander
ver=
kehren ohne andere Stationen zu beeinfluſſen. Der
Vor=
tragende erntete reichen Beifall der zahlreich erſchienenen
Zuhörer von denen viele noch nach Schluß des Vortrags
Gelegenheit nahmen, durch Fragen ſich zu informieren.
Der nächſte dieſer Ferienvorträge, die viel Anklang
finden, findet am 12. September ſtatt. Er wird die
Be=
wohner der Erde zum Gegenſtand haben, ihre Einteilung
nach Raſſen, die Verwandtſchaft der Völker untereinander,
unter beſonderer Berückſichtigung der indogermaniſchen,
unſerer eigenen Raſſe. Der Ort des Vortrags wird noch
bekannt gegeben, da die Leitung der Akademiſchen
Volks=
unterrichtskurſe ſich einen größeren Saal ſichern will.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 30. Auguſt.
Butter, ½ kg 1,30—1,40 M. in Part. ½ kg 1,20-1,25 M.
7—
Eier, Stück
P
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22
Handkäſe, Stück . 4—10 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,75-3,00 M.
Kumpf (10 Liter) 40—50 Pf.
½ kg . . . . 3—4 Pf.
Obſt u. dergl.:
Eierſchwämme ½kg 35-40 Pf.
Pfirſiche, ½ kg 50—75 Pf.
Reineklauden, ½ kg 20 Pf.
Aepfel, ½ kg . 12—15 Pf.
Falläpfel, ½ kg 5—6 Pf.
Zitronen, Stück . 7—8 Pf.
Zwetſchen, ½ kg 12—14 Pf.
Apfelſinen, Stück 8—10 Pf.
Mirabellen, ½ kg 30-35 Pf.
Trauben, ½ kg 25—30 Pf.
Birnen, ½ kg . 10—20 Pf.
Brombeer., Schopp. 14-15 Pf
Preiſelbeeren, ½ kg 28 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück . 5—6 Pf.
Endivien, Stück 5—10 P=
Ff.,
Bohnen, ½ kg 12—20 Pf.
Radieschen, Bündel 2—3 Pf.
. 3—6
Rettiche, Stück
Meerrettich, Stück 30 Pf.
Roterüben, ½ kg 5—10 Pf.
Zwiebeln, ½ kg. 6—7 P
15 Pf.
Tomaten, ½ kg
Spinat, ½ kg 18—20 Pf.
Weißkraut, Stück 8—18 Pf.
Rotkraut, Stück 10—50 Pf.
Blumenkohl, Stück 10—30 Pf.
Wirſing, Stück . 5—10 Pf.
Rhabarber, ½ kg 10—12 Pf. Römiſch=Kohl, Bündel 2 Pf.
Kohlrabi, Stück . 3—5 Pf
Helberüben, ½ kg 5—10 Pf.
Bdl. 3—6 Pf
Gurken, Stück . 4—20 Pf.
Einleggurken, Stück 2—3 Pf.
100 Stück 1,00-2,50 M.
Saubohnen, ½ kg 20-25 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg 1,00—1,20 M.
Enten, Stück 3,50—4,50 M.
Hahnen, Stück 1,00—2,50 M.
Hühner, Stück 2,50—3,50 M.
Tauben, Stück 60—70 Pf.
Lapins, Stück . . . 1 M.
Fiſche:
90 Pf.
Hecht, ½ kg .
Aal, ½ kg 1,00—1,10 M.
Karpfen, ½ kg 60—80 Pf.
Andere Rheinfiſche,
35—40 Pf.
kg. .
Rotzungen, ½ kg 50—60 Pf.
50 Pf.
Schollen, ½ kg
Kabeljau, ½ kg 21—22 Pf.
Schellfiſche, ½ kg . 30 Pf.
Bratſchellfiſche, ½ kg 19 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg 70 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 76 P
56 Pf
Rindsfett, ½ kg
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 96 Pf.
Heſalzenes und Koteletts,
.1,06 M.
kg . .
Schwartemagen u. Fleiſch=
92 Pf.
wurſt, ½ kg
Leber= und Blutwurſt
. . 80 Pf.
kg .
Klein=Auheim, 30. Aug. Die Manöverbrücke
zwiſchen Klein=Auheim und Groß=Auheim, wo das
Ha=
nauer Eiſenbahn=Regiment ſeine Uebungen abhält, wird
bis zum Montag fertiggeſtellt. Sie ſoll Anfang nächſter
Woche durch einen Militärbelaſtungszug befahren werden.
Bis zum 16. September muß die Brücke wieder beſeitigt
und das Baumaterial in der Halle ſein.
Mainz, 30. Aug. Hier wurde eine Ortsgruppe
des Schutzverbandes gegen die
Fremden=
legion gebildet, der ſofort eine größere Anzahl Herren
beitrat. — In Mombacher Bürgerkreiſen zirkuliert
gegenwärtig eine mit vielen Unterſchriften verſehene
Pe=
tition die an die Eiſenbahndirektion Mainz gerichtet
iſt und den Wunſch ausſpricht, daß die von der
Bahnbe=
hörde in Ausſicht genommene neue
Eiſenbahn=
ſtation Mainz=Nord auf dem Bahndamm der
Wiesbadener Strecke bald in Angriff genommen werde,
damit den Bewohnern des ſtark bevölkerten Stadtteiles
Mombach bei einer Fahrt nach Wiesbaden oder dem
Rheingau der Umweg über Mainz erſpart werde
Oppenheim, 30. Aug. Ein aus dem Ruhrgebiet
ſtam=
mender Schütze legte auf eine Kette Hühner an und
be=
merkte dabei wohl nicht die in der Schußlinie am Kleeheu
arbeitende Dienſtmagd des Landwirts Fr. Baum von
hier. Der Schuß traf das Mädchen direkt in
das Geſicht und die Bruſt. Der Schreck des Schützen
und der übrigen Jagdgäſte war um ſo größer, als das
Mädchen mit einem lauten Schmerzensſchrei wie leblos
zu Boden ſtürzte. Sein Zuſtand iſt nicht unbedenklich.
die eingedrungenn Schrotkörner konnten noch nicht
ent=
fernt werden.
Gau=Odernheim, 30. Aug. Ein größerer Brand
brach in der Hofreite des Landwirts Ad. Becker aus und
legte das Wohnhaus mit Nebengebäuden, ſowie das
Wohnhaus des nebenan wohnenden Maurers Heckmann
in Aſche. Das angrenzende Haus des Phil. Mühl wurde
durch das Feuer und Waſſer ſehr ſtark beſchädigt.
Friedberg, 30. Aug. Der Geometer 1. Klaſſe Planz
von Friedberg weigerte ſich fortgeſetzt, ſeine Pflicht als
Mitglied der Pflichtfeuerwehr zu erfüllen und blieb den
Uebungen fern. In einem Schreiben an das
Feuerwehr=
kommando bezeichnete er ſeine Hinzuziehung zu den
Uebungen als Ungerechtigkeit und fuhr dann wörtlich
fort: „Ich betone noch, daß ich nicht der Feuerwehrpflicht
nachkomme, da ich unter den gegenwärtigen Umſtänden
eine Herabſetzung meines Standes erblicken
muß in meiner Heranziehung zur Pflichtfeuerwehr.” Auf
Anzeige des Kommandos hat das hieſige Schöffengericht
den Herrn jetzt für jede verſäumte Uebung zu 2 Mark
Geldſtrafe und den Koſten verurteilt.
Vom Manöver.
*) In dem Manövergelände am Südabhang des
Vogelsberges bis zum Kinzigtal iſt es jetzt lebendig
ge=
worden. Die meiſten Truppenteile ſind in den Tagen
von Dienstag bis Freitag in ihren erſten Quartieren
an=
gekommen, wo ſie zum Teil auf eine Woche
Standquar=
tiere bezogen haben. Die Regimenter der 21. Diviſion
haben zum größten Teil im Kreiſe Büdingen bis nach
Büdesheim und Ilbenſtadt im Kreiſe Friedberg Quartiere
bezogen. Die 81er liegen in der Nähe von Stockheim-
Bönſtadt, die 80er in Büdesheim, die 27er Artillerie in
Heldenbergen-Windecken. Die Truppen der 25. Diviſion
liegen um den Diſtelraſen, der Höhenzug, welcher den
Vogelsberg mit der Rhön verbindet, die 115er um Elm,
die 116er in Rückers, Flieden, Wallroth; die 168er trafen
geſtern auf 10 Tage in Schlüchtern ein. Etwas weiter
ſüd=
lich in der Gegend von Wächtersbach hat die 50.
Infan=
terie=Brigade (117er und 118er) ihr mehrtägiges
Quar=
tier bezogen. Das Feldartillerie=Regiment Nr. 61 (
Darm=
ſtadt=Babenhauſen) hielt heute ſein Scharfſchießen in dem
Gelände ſüdlich der heſſiſchen Orte Radmühl,
Freien=
ſteinau, Fleſchenbach, Holzmühl in der Nähe von
Ulm=
bach ab. Die Batterien waren in der Nähe von Ulmbach
aufgefahren und feuerten in ſüdlicher Richtung gegem
Marienborn, die Ziele waren am Schmadelsberg und
Hohenſtein aufgeſtellt. Zwei in der Schußrichtung liegende
Sehöfte mußten geräumt werden, das ganze Gelände war
von 8 bis 1 Uhr abgeſperrt. Das Gelände zwiſchen
Fleſchenbach und Ulmbach bildete eine Hochebene, die ſchon
wiederholt in früheren Jahren zu Manöver und
Schieß=
übungen benutzt wurde. Hier werden ſich auch Ende
näch=
ſter Woche und Anfang der folgenden Woche die
Brigade=
manöver der beiden heſſiſchen Brigaden abſpielen, und die
Truppen werden bis in den ſüdlichen Kreis Lauterbach
in Bermutshain, Crainfeld, Freienſteinau, Grebenhain,
Nieder=Moos, Salz, Reichlos und Gunzenau Quartiere
beziehen. In Grebenhain iſt denn auch ſchon ein
Pro=
viantamt und eine Feldbäckerei im Entſtehen begriffen.
In den Nächten vom 9. bis 11. September ſtehen Biwaks
für ſämtliche Fußtruppen bevor. Die heſſiſchen Dragoner
haben ihren Marſch ins Manövergelände angetreten. Die
21. Diviſion manöveriert während ihrer Brigade= und
Diviſionsübungen hauptſächlich zwiſchen Gelnhauſen,
Bü=
dingen, Ortenberg, Stockheim bis gegen die
Mainweſer=
bahn, alſo in der ſüdöſtlichen Wetterau und am
Südweſt=
abhang des Vogelsberges. Der Stab der 21. Diviſion
kommt nach Büdesheim zu liegen, der Regimentsſtab der
ter und der 6er Ulanen nach Aſſenheim. Der Schluß der
Manöver erfolgt dieſes Jahr früher als ſonſt, nämlich am
17. September.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt. 30. Aug. Den Beſuchern
nordiſcher Großſtädte fällt als deren beſondere
Eigentüm=
lichkeit wohl zuerſt die Frau auf dem Kutſchbock.
auf. In Deutſchland war ſeine Beſteigung, wenigſtens
von Berufs wegen, bisher den Männern vorbehalten.
Jetzt aber iſt es einer energiſchen Berlinerin gelungen, in
dieſes männliche Vorrecht eine Breſche zu legen. Die
Ber=
liner „Droſchker” haben eine Kollegin erhalten. Sie führt;
den Taxameter Nr. 775. Die „Droſchkerin” trägt die übliche
Uniform der Berliner Droſchkenführer: den langen, blauen
Rock und den blendenden Lackzylinder, unter dem aber
eine Fülle blonden Haares hervorquillt. Das Recht, den
Wagen zu führen, iſt ihr vom Polizeipräſidium unter
Be=
rückſichtigung ganz beſonderer Umſtände verliehen worden.
Sie iſt die Witwe eines Droſchkenbeſitzers nach dem Tode
ihres Mannes verblieb ihr als einziges Erbſtück zur
Er=
nährung ihrer Familie der Wagen und das Pferd. Man
hat ihr darum, nachdem ſie durch eine Prüfung die nötigen
Garantien der Betriebsſicherheit gegeben hatte, den
Wei=
terbetrieb des Fuhrwerks geſtattet. Damit ſoll aber
keineswegs der Präzedenzfall für einen „neuen Frauen=
Mathilde, Großherzogin von Heſſen
und bei Rhein.
Als Nachtrag zu dem Aufſatze über die verewigte
Broßherzogin Mathilde möchte ich noch einige Beweiſe
er Liebe, Verehrung und Trauer mitteilen, die bei deren
bleben alle Schichten der Bevölkerung erfüllten. Dieſe
Beweiſe ſind ſo rührend, daß ſie verdienen, bei der
gegen=
värtig wachgerufenen Erinnerung an dieſelbe nochmals
rwähnt zu werden.
Nachdem der Tod der geliebten Landesfürſtin bekannt
jegeben war, wurden in allen Kirchen und Synagogen
ſes Landes Trauergottesdienſte abgehalten und in der
Stunde von 11 bis 12 Uhr vormittags ein
vierwöchent=
iches Trauergeläute angeordnet. Hierüber ſchreibt die
darmſtädter Zeitung: Roßdorf. Angeſichts der
größ=
en Teilnahme, die bis in die unterſten Volksklaſſen
ſtatt=
indet, und des überall gefühlten Schmerzes über den
Verluſt Ihrer Königl. Hoheit der Großherzogin von
deſſen, die eine Landesmutter in des Wortes edelſter
Be=
eutung war, haben die hieſigen Ortsbürger das
vorge=
chriebene Trauergeläute abwechſelnd übernommen. Aus
er Herrſchaft Itter (dieſelbe fiel nach 1866 an
Freußen). Die ganze Bevölkerung ſieht in dem
Trauer=
eläute ein Ehrengeläute. Konnten wir unſerer theueren
3roßherzogin, die mit ihrem edlen Herzen ſo viel Gutes
ethan, nicht zur Ruheſtätte folgen, ſo wollen wir als
inen äußeren Beweis, wie wir ſie ſchätzen, hochachten
nd ihren frühen Tod betrauern, das Trauergeläute in
llen Gemeinden ſelbſt verrichten und nicht in Accord
eben. Aus dem Mümlingthale. Jedermann
vill durch die Betheilung an dem Trauergeläute die
un=
ergeßliche Landesfürſtin ehren, alle Stände haben ſich
aran betheiligt. Die Gemeinden wollen das
Trauer=
eläute nicht als befohlenes Werk, ſondern als ein
Liebes=
derk ſelbſt verrichten.
Ein ſolches Liebeswerk wurde ſogar in Verſen
be=
ſungen.
Die Glocken zu Beienheim (bei Friedberg).
Es kam die holde Frühlingszeit
Gegangen,
Und alle Herzen wurden weit
Und ſangen —
Da iſt wie lichtes Morgenroth
Die hohe Fürſtin in den Tod
Gegangen.
Im Heßenland die Glocken all'
Nun klagen,
Und weithin wird ihr Trauerſchall
Getragen;
Das klingt ſo trüb an jedes Herz
Und kündet laut den tiefen Schmerz
Des Landes.
In Beienheim der Glockenklang
So linde.
Der tönt wie Oſtermorgenſang
Im Winde;
In Beienheim der Kaspar Jung
Der ſetzt die Glocken dort in Schwung
Zur Stunde.
Die Andern ſtellten Alle ihr
Gebote,
Er ſprach: ich läut’ aus Liebe für
die Todte.
Sie hat den Armen wohlgethan,
Dkrum will um Lieb’ ein armer Mann
Ihr läuten.
Der Kaspar Jung, das iſt der Mund,
Der Armen
Die geben laut den Dank „Ihr” kund
Den warmen.
So kamen aus allen Teilen des Landes Kundgebungen
des tiefſten Schmerzes und der tiefſten Trauer, Nachrufe
in Poeſie (24 teils tiefergreifende Gedichte) und Proſa;
alle Zeugnis gebend von der aufrichtigen Liebe und
Ver=
ehrung, welche ſich Großherzogin Mathilde bei ihrem
W. J.
Volke zu gewinnen verſtanden hatte.
Feuilleton.
— Verpuffte Millionen. Es ſind damit nicht die im
Lotterie= und Glücksſpiel jeglicher Art alljährlich
umge=
ſetzten gemeint, auch nicht die Millionen, die durch
ver=
fehlte Gründungen und Spekulationen rings auf dem
Erdenrund in Mark=, Franken=, Pfund= oder
Dollarwäh=
rung „verpufft” werden ſondern die Millionen, die
all=
jährlich im Tabak angelegt und — „verpufft” werden.
Und das iſt auch eine recht hübſche Anzahl, und es gibt
ein recht lehrreiches Kapitel für die Freunde und Gegner
des Rauchens ab, was darüber unter obiger Ueberſchrift
Karl Figdor im Heft 1 des ſoeben beginnenden 30.
Jahr=
gangs der Zeitſchrit „Arena” (Stuttgart, Deutſche
Ver=
lags=Anſtalt) mitteilt. Obwohl es über die
Weltproduk=
tion des Tabaks eine ſichere Statiſtik wohl kaum gibt, ſo
dürfte ſie doch eine Milliarde Kilogcamm ſicher überſteigen,
aber nur ein Viertel davon tritt in den internationalen.
Handelsverkehr. Die ganze Anbaufläche beträgt mehr als
eine Million Hektar. In der Tabakproduktion ſowohl wie
im Wert dieſer Erzeugung ſteht Deutſchland an neunter
Stelle, doch ſtehen den etwa 30000 Tonnen deutſchee
Tabakproduktion im Inland rund 100000 Tonnen
gegen=
über, die in Deutſchland verbraucht werden; erreichte doch
im Jahr 1910 der Verbrauch von fabrikationsreifem
Roh=
tabak faſt 960000 Doppelzentner, ein Zeichen dafür, welch.
gewaltige Dimenſionen in den letzten Jahrzehnten der)
beruf” in der Reichshauptſtadt gegeben ſein. — In der
jüngſten Sitzung der Samariterkolonne in Oberſchöneweide
wurde über die Diphtherie= und Scharlachepidemie, die
dort ſeit Wochen herrſcht, debattiert. Dabei wurde
be=
tont, daß die Gefahr einer Uebertragung der
Krankheit durch die Frühſtücksbeutel
keines=
wegs von der Hand zu weiſen ſei. Oft liegen die
Früh=
ſtücksbeutel während des ganzen Tages in den Woh
nungen, ehe ſie vom Bäcker abgeholt oder am nächſten.
Morgen umgetauſcht werden. Sie kommen dann mit den
anderen Beuteln in Berührung und gehen häufig am
näch=
ſten Tag zu einer anderen Familie. Es wurde in der
Verſammlung nun anempfohlen, wenigſtens während der
Zeit der Epidemie Papiertüten zu benutzen, die nach dem
Gebrauch gleich vernichtet werden.
Wiesbaden, 30. Aug. Die 35 Jahre alte Frau des
Gärtners Emmermann ſtürzte, als ſie in den Gemüſekellec
gehen wollte, die Kellertreppe hinunter. Sie ſiel dabei in
ein großes Gartenmeſſer das ſie in der Hand hielt,
und durchſchnitt ſich die Kehle und die
Halsſchlag=
ader, ſo daß ſie bald darauf ſtarb.
Mannheim, 30. Aug. Zu den alarmierenden
Nachrich=
ten über umfangreiche Unterſchlagungen bei der
Firma Benz & Cie, ſtellt die Verwaltung feſt, daß von
Unterbeamten der Firma allerdings verſucht wurde,
Alt=
materialien dem betreffenden Käufer ohne Berechnung in
die Hände zu ſpielen. Durch die vorhandenen
Kontroll=
einrichtungen kam man dieſen Manipulationen jedoch auf
die Spur, ſo daß die Firma ſich volle Deckung verſchaffen
konnte und ſomit vor Schaden bewahrt bleibt. Von
Schiebungen mit Automobilen kann dagegen gar keine
Rede ſein. Es muß ſich hier um ein böswillig erfundenes
Gerücht handeln.
Straßburg i. Elſ., 29. Aug. Bei einem Brande auf
dem Güterbahnhof Straßburg=Neudor
brannte das Mehl= und Getreidelager der Kunſtmühle
Becker=Ganzau binnen kaum einer Stunde nieder. Der
Straßburger Poſt zufolge ſollen 30000 Sack Mehl
ver=
brannt ſein. Der mit mehreren Automobilſpritzen
arbei=
tenden Feuerwehr gelang es, den Brand auf das
Mehl=
lager zu beſchränken, ſo daß die umliegenden Gebäude
außer Gefahr ſind.
Mülhauſen i. Elſ., 29. Aug. In der heutigen
Ferien=
ſtrafkammer kamen die anläßlich des Streiks am
Nordbahnhof Mitte Juni vorgekommenen
Aus=
ſchreitungen zur Aburteilung. Es wurden verurteilt:
René Harter, Schloſſer von hier, wegen verbotenen
Waf=
fentragens zu 5 Mark Geldſtrafe eventuell 1 Tag Haft,
Heinrich Werner, Erdarbeiter von hier, wegen Unfug zu
20 Mark Geldſtrafe eventuell 4 Tagen Haft, Guſtav Kapel,
Schreiner von hier, wegen Beleidigung zu 40 Mark
Geld=
ſtrafe eventuell 8 Tagen Gefängnis, Alois Hägel,
Erd=
arbeiter von hier, wegen Aufruhrs zu neun Monaten
Ge=
fängnis, Joſeph Lehmann, Tagner, wegen
Landfrie=
densbruches zu fünf Monaten Gefängnis.
Metz, 30. Aug. Ein Vorfall, der ſich am letzten
Sonntag in dem franzöſiſchen Grenzſtädtchen
Battilly, jenſeits von Marie aux Chenes, abgeſpielt
hat, wird, wie die Metzer Zeitung berichtet, erſt jetzt
be=
kannt. Am Sonntag nachmittag fuhr ein junger
altdeut=
ſcher Kaufmann namens Caſſelmann mit einigen Freunden
nach Battilly, wo eine patriotiſche Gedenkfeier ſtattfand
und viel Zivil= und Militärpublikum zuſammengekommen
war. Als ſich die deutſche Geſellſchaft zur Heimfahrt in
den Warteſaal des Bahnhofes begab, wurde Caſſelmann
von mehreren Franzoſen gröblich beſchimpft. Wiederholt
wurde in nicht mißzuverſtehender Weiſe ſogar vor ihm
ausgeſpuckt. Zwei Gendarmen ſperrten ihn trotz
Pro=
teſtes in einen Warteſagl. Caſſelmann hat in der Menge
Leute aus Metz erkannt, die ſeinerzeit dem Lorrain=
Spor=
tive Club angehörten, Auch ſeine Freunde wurden von
der Menge beſchimpfk. Caſſelmann hat gegen Unbekannt
Strafantrag geſtellt.
Bochum, 30. Aug. Der Sektionsleiter des
ſozial=
demokratiſchen
Transportarbeiterverban=
des der frühere Fenſterputzer Sekretär Pechker, iſt mit
dem Ueberſchuß des ſozialdemokratiſchen Turnfeſtes, das
vor einigen Tagen ſtattgefunden hat, geflüchtet. Die
unterſchlagene Summe beträgt mehrere 1000 Mark.
Frankfurt a. O., 30. Aug. Bei dem Pfarrdorf
Loſ=
ſow wurde im Brieskower See die Leiche eines
etwa 40jährigen Mannes gefunden, deſſen Kleider mit
Eiſenbahnſchlacken beſchwert waren. Der Kopf des
Man=
nes wies mehrere Verletzungen auf, die von wuchtigen
Schlägen herzurühren ſcheinen und zeigt eine Schußwunde
an der rechten Schläfe. Nach den bisherigen
Ermittelun=
gen war der Tote Sekretär eines öſterreichiſch=ungariſchen
Generalkonſulats in Amerika namens Alexander Grau=
Randmeier. Der Wohnort iſt auf der Viſitenkarte nicht
angegeben. Der Tote hatte eine Quittung vom
Paſſagier=
dampfer „Kaiſer Wilhelm der Große” vom 8. Auguſt 1913
bei ſich. Die Annahme, daß es ſich um einen Raubmord
handelt, wird beſonders dadurch verſtärkt, daß ein
Wald=
wärter vor etwa acht Tagen in der Nähe von Loſſow einen
ledernen Geldbeutel fand mit ausländiſchen Geldſtücken im
Werte von etwa 130 Mark. Neben dem Geldbeutel lagen
mehrere zerriſſene Papierſtücke, aus denen ſich ergab, daß
es ein Paß war. Die bisherigen Nachforſchungen haben
u. a. ergeben, daß an einem der letzten Tage drei
verdäch=
tige Männer mit einem Koffer in der Nähe des Sees
ge=
ſehen worden ſein ſollen.
Dresden, 30. Aug. In einem Hauſe des vornehmſten
Viertels von Dresden hat ſich in der vergangenen Nacht
ein Liebesdrama abgeſpielt. Ein Droſchkenkutſcher
wurde telephoniſch nach einem Hauſe in der Müller=
Berſet=
ſtraße gerufen. Er wartete dort bis ½12 Uhr. Als er
einen Schuß hörte, holte er Leute herbei. Man drang in
das Haus ein und fand im Hausflur den Prokuriſten einer
hieſigen Großfirma mit einer Schußwunde vor. In der
Wohnung des Prokuriſten fand man ein 19jähriges
Mäd=
chen, eine aus Prag ſtammende Friſeuſe, mit tiefen
Schnitt=
wunden an beiden Handgelenken bewußtlos vor. Die
polizeilichen Erhebungen ergaben, daß das Mädchen gegen
8 Uhr in die Wohnung des Prokuriſten gekommen war,
wo es zwiſchen beiden zu einer erregten
Auseinander=
ſetzung kam. Das Mädchen feuerte auf den Prokuriſten
einen Schuß ab und brachte ſich dann ſelbſt die
Schnitt=
wunden bei. Beide ſind ſchwer verletzt.
Ratibor, 30. Aug. Beim Niederlegen einer
Scheune in Pawlau wurden durch einen herabſtürzengen
Balken ein ſechzehnjähriger Gärtnersſohn getötet und
ein fünfzehnjähriger Handlanger ſchwer und ein Polier
leicht verletzt.
Lüttich, 30. Aug. Bei einem Gewitter während der
Manöver bei Lüttich wurden geſtern nachmittag ein
Leut=
nant und ein Soldat vom Blitz getroffen. Der
Leutnant erlitt eine ſchwere Kopfverletzung und iſt
ge=
lähmt. Ein Ulan, deſſen Pferd durch den Donner erſchreckt
davon jagte, wurde zur Erde geſchleudert, brach ein Bein
und erlitt zahlreiche Quetſchungen. Mehrere Soldaten,
die ermattet zurückgeblieben waren, wurden ohnmächtig.
Kopenhagen, 29. Aug. Unter dem Verdachte, an dem
Bankraube am 18. Auguſt in der Vorortfiliale einer
hieſi=
gen Bank beteiligt zu ſein, iſt der Deutſche Arbeiter
Gütting verhaftet worden. Es wurden 3600
Kronen bei ihm vorgefunden, über die er nähere Angaben
verweigert.
Helſingfors, 29. Aug. Die Unterſuchung hat ergeben,
daß die Unterſchlagungen bei der Filiale der
All=
gemeinen Elektrizitätsgeſellſchaft 660000
Mark betragen.
Saida, 30. Aug. Es iſt Tatſache, daß der Bürgermeiſter=
Legionär Trömel vor zirka zwei Wochen endgültig aus
dem Dienſt der Fremdenlegion entlaſſen worden iſt
Die Behörden, insbeſondere die Militärbehörden, haben
die Freilaſſung Trömels totgeſchwiegen, um jedes
Auf=
ehen zu vermeiden.
Das Kaiſerpaar in Breslau.
* Breslau, 29. Aug. Heute abend 7 Uhr fand in
den Feſträumen des Zwingers Paradetafel bei dem
Kaiſerpaare ſtatt. Zur Tafel führte der König von
Sachſen die Kaiſerin, der Kaiſer die Kronprinzeſſin, der
Kronprinz die Prinzeſſin Auguſt Wilhelm, der Kronprinz
von Sachſen die Herzogin Ernſt Günther, Prinz Eitel=
Friedrich die Erbprinzeſſin von Sachſen=Meiningen. Die
genannten Fürſtlichkeiten nahmen an der Hauptſeite der
großen Tafel Platz. Zur Linken der Kaiſerin ſaß der
König von Sachſen, zur Rechten des Kaiſers die
Kron=
prinzeſſin. Weiter ſchloſſen ſich an nach rechts: Prinz
Auguſt Wilhelm, Prinz Friedrich Chriſtian von Sachſen
und die Herzogin von Ratibor, Prinz Joachim, die
Palaſt=
dame Gräfin v. Pückler, Herzog Ernſt Günther, der
Erb=
prinz von Sachſen=Meiningen, der Reichskanzler v.
Beth=
mann Hollweg, Fürſt zu Fürſtenberg, der Herzog von
Trachenberg, General der Infanterie v. Woyrſch u. a.;
nach links: der Fürſt zu Solms=Baruth, Prinz Oskar,
Prinz Friedrich Wilhelm, die Palaſtdame Gräfin zu
Eulen=
burg, Prinz Moritz zu Schaumburg=Lippe, Prinz
Woll=
rath zu Schaumburg=Lippe, Oberſtkämmerer Fürſt zu
Solms=Baruth und der italieniſche Generalleutnant
Pol=
lio. Dem Kaiſerpaar gegenüber ſaß der kommandierende
General v. Prittwitz, rechts von ihm zunächſt
Generalfeld=
marſchall Graf v. Häſeler, General der Infanterie v. Moltke,
Kriegsminiſter v. Falkenhayn, links zunächſt
Generalfeld=
marſchall Freiherr v. d. Goltz und General der Infanterie
Frhr. v. Lyncker.
Die Rede des Kaiſers bei der Paradetafel
lautete: „An dem heutigen Tage bringe ich mein Wohl auf
das ſechſte Armeekorps aus, um ihm meine Zufriedenheit
mit der heutigen Parade kund zu tun. Es iſt ein
beweg=
licher Augenblick, gerade 100 Jahre nach der großen Zeit,
die hier ihren Urſprung nahm, und an der eine Reihe der
Regimenter, die heute vorbeidefilieren, ruhmreichen Anteil
genommen haben. Beweglich auch von dem Standpunkte
aus, daß zwei Regimenter hier vorbeikamen, die die Ehre
haben, die Chiffre meines hochſeligen Herrn Vaters zu
tragen; das eine, das er ſelbſt kommandiert hat und an
das ihn von ſeiner Dienſtzeit liebe Erinnerungen feſſelten;
das andere, das ſich unter ſeinen Augen vor dem Feinde
ausgezeichnet hat und in deſſen Uniform das deutſche Volk
den Kronprinzen Friedrich Wilhelm ſo oft zu ſehen ge=
wohnt war. Ich erwarte und hoffe, daß das ſechſte Korps
den glorreichen Traditionen, die es in Krieg und Frieden
ſtets bewahrt hat, auch fernerhin treu bleiben wird. Das
ſechſte Korps hurra! hurra! hurra!“
Um halb 10 Uhr begann vor dem Königsſchloſſe der
große Zapfenſtreich auf dem Paradeplatze unter
der Leitung des erſten Armee=Muſikinſpizienten Profeſſors
Grawert. An dem Zapfenſtreiche beteiligten ſich ſämtliche
Muſikleute und Trompeterkorps. Beim Herannahen des
Zuges erſchienen das Kaiſerpaar, die Prinzen und die
Prinzeſſinnen, ſowie die übrigen Fürſtlichkeiten auf der
Schloßrampe. Nachdem der Zug abmarſchiert war,
durch=
brach das Publikum die Abſperrung, drang bis zu der
Schloßrampe vor und brachte dem Kaiſerpaar immer
er=
neute Huldigungen dar.
Der Beſuch der Jahrhundertausſtellung.
* Breslau, 30. Aug. Um 10 Uhr 20 Minuten
traf das Kaiſerpaar von der Volksmenge jubelnd
begrüßt, am Hauptportale der Ausſtellung ein.
Hier hatten ſich eingefunden der Kronprinz, die Prinzen
Eitel Friedrich, Auguſt Wilhelm mit Gemahlin. Oskar
Joachim, ſowie die Damen und Herren des Gefolges,
fer=
ner das Herzogspaar von Ratibor, Fürſt zu Fürſtenberg,
der Reichskanzler, Fürſt zu Solms=Baruth, General von
Heeringen, Oberpräſident Dr. v. Günther,
Regierungs=
präſident Freiherr v. Tſchammer und Quaritz, der
ruſ=
ſiſche General Tatiſchew der bayeriſche General
Wennin=
ger, Kriegsminiſter v Falkenhayn u. a. Zu beiden Seis
ten des Hauptportals hatten Ehrenjungfrauen Aufſtel
lung genommen. Die Majeſtäten wurden begrüßt vom
Oberbürgermeiſter Matting, Bürgermeiſter Dr. Trentin,
Stadtrat Dr. Friedel, Stadtverordnetenvorſteher Geh,
Juſtizrat Dr. Freund, ſtellvertretender
Stadtverordneten=
vorſteher Dr. Peuker, ſowie den Vorſitzenden
des Ehrenausſchuſſes der Ausſtellung D. Viktor
Herzog zu Ratibor.
Das Kaiſerpaar begab
ſich.
nachdem ſie die Anweſenden auf das
huldvollſte begrüßt hatten, ſofort in die hiſtoriſche
Aus=
ſtellung. Die Führung übernahmen Profeſſoren Maßner
und Seeger. Das Kaiſerpaar beſichtigte die Ausſtel
lung ſehr eingehend und mit größtem Intereſſe.
Glasſchränke mit den Handſchriften waren geöffnet. Im
Raume der Blücher=Denkwürdigkeiten erwarteten das
Kaiſerpaar Graf Strachwitz und Gemahlin. In der
öſter=
reichiſchen Abteilung waren zur Begrüßung anweſend der
öſterreichiſche Konſul Freiherr Pitner, Oberingenieur Dr
John, der Direktor des öſterreichiſchen Heeresmuſeums in
Wien, Militär=Oberintendant Fazekan, Kunſtmaler Hol
litzer=Wien, in der ruſſiſchen Abteilung Generalmajor vor
Strubow der Leiter des vom Kaiſer von Rußland mit
der Einrichtung der ruſſiſchen Abteilung beauftragten
Sonderausſchuſſes, der ruſſiſche Konſul Baron Schilling
und Ingenieur Kaſin; im Salon des Fürſten Wrede
Fürſt Philipp von Wrede auf Schloß Ellingen.
Beſon=
ders lange verweilten die Majeſtäten im Raum 2,
preu=
ßiſche Konigsfamilie, im Raum der Familien Blücher
Yorck (wo Graf Yorck anweſend war), ferner im Raum11
preußiſches Heerweſen, und in der öſterreichiſchen Aus
ſtellung, wo der Kaiſer mit dem Feldmarſchalleutnan
Schleyer und anderen öſterreichiſchen Herren ſich lange un
terhielt. In der ruſſiſchen Abteilung begrüßte der Kaiſ
die ruſſiſchen Herren ſehr freundlich.
* Breslau, 30. Aug. Die Kaiſerin beſichtig
die hiſtoriſche Ausſtellung bis zu dem Raume der Stal
Breslau, fuhr dann im offenen Wagen durch die Geländ
der hiſtoriſchen und neuzeitlichen Gärten, die Ausſtellun
für Friedhofskunſt, die Kolonialausſtellung und durch der
Roſen= und Dahliengarten und beſichtigte den japaniſche
Garten vom Wagen aus. Am Weinhaus Rheingold we
ein Stand errichtet, in welchem die Baroneſſe Tſchirſchk
Reichell und die Gräfin Eulenberg=Schlanz Taſſen verkauf
ten, welche den Originalen aus dem Jahre 1813 nachge
bildet waren. Der Erlös kommt dem Auguſte Viktori
Krankenhaus in Berlin zur Ausbildung von Kriegskran
kenpflegerinnen zugute. Die Kaiſerin machte ein größer
Beſtellung. — Der Kronprinz, die Prinzen Oskar un
Joachim ſtatteten der Ausſtellung des Künſtlerbund
Schleſien einen kurzen Beſuch ab, Prinz Eitel Friedrich
beſichtigte von der Pergola aus das Gelände. Um 11½
Uhr verließen der Kronprinz und die übrigen Prinze
kurz vor 12 Uhr die Kaiſerin das Gelände. Der Kaiſe:
machte nach der Beſichtigung der hiſtoriſchen Ausſtellun
einen kurzen Gang nach der Terraſſe des
Hauptreſtau=
rants und durch einen Teil der Pergola bis zum Wein
haus Rheingold, wo die Automobile warteten, und fuh
um 12,40 Uhr nach dem Palaisplatze; kurz darauf fuhren
der Reichskanzler und der Herzog von Ratibor ab.
Huldigungsfeier der ſchleſiſchen Jugend.
* Breslau, 30. Aug. Der Kaiſer traf um 1 Uh
im Automobil von der Jahrhundert=Ausſtellung auf den
Palaisplatze zur Huldigungsfeier der ſchleſi
ſchen Jugend hier ein. In einem offenen Viere
hatten ſich gegen 24000 Mitglieder der Jugendvereinie
ungen der Stadt Breslau und der Regierungsbezirk
Breslau, Oppeln und Liegnitz aufgeſtellt: Jungdeutſch
land=Gruppen, Pfadfinder und andere
Jugendvereinig=
ungen, auch ſolche beider Konfeſſionen. In der Mitte ſtan
deutſche Tabakhandel angenommen hat. Ein paar weitere
Zahlen illuſtrieren ebenfalls ganz anſchaulich die bei uns
im lieben Vaterland jährlich in die Luft geblaſenen
Mil=
lionen: das Tabakgewerbe umfaßte 1911 an die 24000
Gewerbetreibende mit 25745 Geſchäftsniederlaſſungen.
15000 Betriebe davon befaßten ſich ausſchließlich mit der
Fabrikation von zuſchlagpflichtigen, alſo nicht der
Ziga=
rettenſteuer unterworfenen Tabaken. In den etwa 1500
eigentlichen mittleren und großen Betrieben der
Tabaks=
branche ſind annähernd 150000 Perſonen beſchäftigt. In
jenen 15000 früher erwähnten Betrieben werden jährlich
an Rohtabak eine Million Doppelzentner im ungefähren
Wert von 120 Millionen Mark verarbeitet. Hierzu treten
nun aber noch Steuern von etwa 130 Millionen Mark,
Löhne von über 80 Millionen, Aufwendungen für Speſen
und Reklame, ſo daß man der Rohtabakverarbeitung in
der Hand des Fabrikanten zum mindeſten einen
Selbſt=
koſtenaufwand von 400 bis 500 Millionen Mark wird
zu=
ſchreiben dürfen. Im Kleinverkauf dürfte ſich ſo der Wert
der Produktion der Tabakinduſtrie im Reich auf annähernd
800 Millionen Mark ſtellen. Das ganze hier nur kurz
er=
wähnte ſtatiſtiſche Material zeigt klar genug die überaus
wichtige Rolle, die der Tabak heute im Wirtſchaftsleben
des ganzen Staates ſpielt.
CK. Franzöſiſche Schatzſucher. An den Küſten
Frank=
reichs ſind die Schatzſucher, die dem Meere vor langem
verſchlungene Koſtbarkeiten wieder entreißen wollen, in
dieſem Sommer eifrig an der Arbeit, und zwar ſind es
beſonders zwei Unternehmungen, die Aufſehen erregen.
In der Bai von Gatremare bei Gouberville an der
Ka=
nalküſte hatte ein gewiſſer Leſénéchal vor drei Jahren
zwei Silberbarren mit ſpaniſcher Bezeichnung und dem
Datum 1692 gefunden. Er ging der Geſchichte dieſes
wertvollen Silberfundes nach und ſtellte feſt, daß eine
ſpaniſche Gallione vor mehr als 200 Jahren hier
unter=
gegangen ſei und einen großen Schatz von Gold= und
Silberbarren mit in die Tiefe gezogen habe. Nachdem
Leſénéchal vom Marineminiſter die Erlaubnis zur
Nach=
forſchung erhalten hatte, hat er nunmehr mit allen
wiſſen=
ſchaftlichen Mitteln und einem großen Apparat die Suche
aufgenommen. Der andere Schatz des Meeres, der die
Gemüter viel beſchäftigt, liegt bei der Ile de Ré und hat
eine romantiſche Vorgeſchichte. Er beſteht in einem
gewal=
tigen Kaſten, der mit Gold und Diamanten von höchſtem
Werte gefüllt iſt. Man ſchätzt den Inhalt dieſes Kaſtens
auf mehrere hundert Millionen Francs. Der glückliche
Beſitzer dieſer Reichtümer war einſtmals der Graf de St.
Paul, ein Abenteurer aus der Vendée, der während der
Revolution nach Amerika geflüchtet war und im Jahre
1820 mit dieſen Schätzen auf dem Dreimaſter „Jeune
Henri” aus der Verbannung zurückkehrte. Das Schiff
war untergegangen, und zwar an der Ile d’Oléron, wo
Fiſcher bereits mehrere Kiſten mit Gold und Juwelen
ge=
funden haben. Der große Kaſten aber war verloren und
wurde vergeſſen, bis 1898 eine Dame aus dem Geſchlecht
des Grafen nach dem Schatz zu ſuchen begann.
Lang=
wierige Taucherarbeiter ergaben, daß der Schatz nicht mehr
an Ort und Stelle lag, doch will man jetzt Anhaltspunkte
dafür gefunden haben, daß er nach der Ile de Ré
getrie=
ben worden iſt. Die Jagd danach iſt nun in dieſem
Som=
mer von Mlle. de St. Paul mit einer Schar von Tauchern
aufgenommen worden.
* Neue griechiſche Marken. Griechenland iſt mit einer
Serie von Kriegserinnerungsmarken in zwei verſchiedenen
Zeichnungen herausgekommen. Die eine Zeichnung ſtellt
einen fliegenden Adler dar, der in Schnabel und Klaue
eine ſich windende Schlange hält, die andere zeigt das be
rühmte leuchtende Kreuz, das Labarum, das einſt Kon
ſtantin dem Großen am Tage ſeines Sieges über Maxer
tius erſchien und ihm fortan als Feldzeichen mit der In
ſchrift J. H. S. V. (in dieſem Zeichen wirſt du ſiegen) ge
führt wurde. Die Neuheiten finden im Schaubeck=Nor
mal=Album, Verlag C. F. Lücke in Leipzig, Aufnahm=
* Meneliks diplomatiſche Löwen. Ein ägyptiſche=
Blatt erzählt eine intereſſante Anekdote von Menelik, di
ür den Beherrſcher Aethiopiens zumindeſt charakteriſtiſe
iſt. Menelik hielt ſich, als er noch auf dem Gipfel ſeine
Macht ſtand, zu ſeinem Zeitvertreib mehrere Löwen, die i
voller Freiheit in dem kaiſerlichen Palaſte luſtwandelte
und ſich an ihnen mißliebigen Perſonen nur vergriffer
wenn ihnen dies ein Wink ihres Herrn befahl. Eine
Tages fragte ein Beſucher, wie es komme, daß die Beſtie
die Beſucher des Negus ſo fein zu unterſcheiden wüßten
Das macht ihre Witterung,” antwortete der Kaiſer; „dieſ
Tiere unterſcheiden durch den Geruch einen Geſandte
von einem bevollmächtigten Miniſter. Sie wiſſen, da
ſie mir keinen Verdruß mit den fremden Mächten verur
ſachen dürfen. Es ſind diplomatiſche Löwen.” Der Be
ſucher erwiderte: „Wenn ſie ſich aber trotzdem auf eine
Abgeſandten Frankreichs, Englands oder Deutſchland
ſtürzen?‟ Der Nachkomme der Königin von Saba an
wortete lächelnd: „Einmal haben ſie vor meinen Auge
einen italieniſchen Konſul zerriſſen. Später erfuhr ie
daß er noch nicht ſeine Beglaubigungspapiere erhalte
hatte. Etwas an ihm war alſo nicht in Ordnung, es wa
nicht die Schuld des Löwen. . .
den die Mädchen Breslaus. Die Gruppen wurden von
Lehrern und Offizieren geführt und hatten ihre Fahnen
mit. Der Kaiſer fuhr im Automobil langſam die
Fron=
ten ab und begab ſich auf die ſonnenbeſchienene
Schloß=
rampe, auf die die Kaiſerin und die Erbprinzeſſin von
Meiningen heraustraten. Außer den Damen und Herren
des Gefolges waren anweſend: General der Infanterie
Freiherr von Seckendorff, Generalfeldmarſchall Freiherr
von der Goltz, General der Kavallerie von Biſſing,
Kriegs=
miniſter von Falkenhayn. Oberpräſident von Günther,
um=
geben von den Präſidenten der Regierungsbezirke, trat
hervor und hielt die bereits gemeldete Anſprache. Das
Kaiſerhoch wurde von der begeiſterten Jugend
aufgenom=
men. Alles ſang „Heil Dir, im Siegerkranz!” Es folgte
ein Vorbeimarſch, zu dem zwei Militärkapellen
abwech=
ſelnd ſpielten. Der Vorbeimarſch dauerte bei flottem Tempo
und ſtrammem Schritt über ¾ Stunde. Der Kaiſer und
die Kaiſerin grüßten andauernd freundlichſt. Zuletzt
mar=
ſchierten die Breslauer Mädchen vorüber. Das
Kaiſer=
paar war überaus erfreut über die Huldigung der Jugend
die in einem ſolchen Umfange wohl noch nicht ſtattgefun
den hat. Um 2 Uhr begab ſich der Kaiſer zum
komman=
dierenden General auf das Generalkommando, wo er
frühſtückte.
* Breslau, 30. Aug. Bei der Huldigung der
ſchleſiſchen Jugend auf dem Palaisplatze hielt
Oberpräſident Dr. von Günther folgende Anſprache:
Eure Kaiſerliche und Königliche Majeſtät bitten über
20000 junge Schleſier, ihre jugendfriſch blühende
Huldig=
ung darbringen zu dürfen. Sie ſtehen vor Eurer Majeſtät,
Jubel auf den Lippen, Begeiſterung in den Augen, die
Herzen von Dank erfüllt. Von Dank für das allergnädigſte
Intereſſe an der Jugendpflege, von Dank, heißeſtem Dank
für die beſondere Gnade, die gerade ihnen durch die
Ueberweiſung des Silberberges und des doppelten
Ge=
ſchenkes für deſſen Errichtung zuteil geworden iſt, von
Dank namentlich für dieſe Stunde, in der ſie Eurer
Maje=
ſtät ihre ſtolze Freude über die allerhöchſte Auszeichnung
von Angeſicht zu Angeſicht bezeugen können. Der Drang
jugendlicher Sehnſucht läßt ſie kaum erwarten, daß ihnen
vergönnt wird, das was ſie gelernt haben und ſo eifrig
üben, für Eure Majeſtät zum Dienſte des Vaterlandes in
ernſte Arbeit umzuſetzen und ſich damit des geliebten
Silberberges würdig zu erweiſen. Ihr jungen Schleſier
aber vergeßt nie dieſen weihevollen Tag und bleibt immer
deſſen eingedenk, was Euch heute alles beſeelt! Zur
Kräf=
tigung ſolchen Gelübdes fordere ich Euch auf, mit mir und
allen hier Verſammelten Eure jubelnde Begeiſterung
er=
ſchallen zu laſſen in dem Rufe: Seine Majeſtät, unſer
allergnädigſter Kaiſer und König hurra, hurra, hurra!
Die Einweihung des
Völkerſchlacht=
denkmals.
* Dresden, 30. Aug. Der Sächſiſche Landesdienſt
meldet: Zu der am 18. Oktober ſtattfindenden von dem
deutſchen Patriotenbund veranſtalteten feierlichen
Ein=
weihung des Völkerſchlachtdenkmals bei
Leipzia hat der König von Sachſen Einladungen an
den deutſchen Kaiſer und ſämtliche Bundesfürſten und
Freien Städte, ſowie an den Kaiſer von Oeſterreich, den
Kaiſer von Rußland und den König von Schweden
ge=
langen laſſen, die ſämtlich in zuſagendem Sinne
geant=
wortet haben. Der deutſche Kaiſer, die deutſchen
Bun=
desfürſten und die Vertreter der Freien Städte haben ihr
perſönliches Erſcheinen mit der einzigen Ausnahme des
Herzogs von Sachſen=Meiningen, der ſich infolge ſeines
hohen Alters durch den Erbprinzen vertreten läßt,
zuge=
ſagt, während der Kaiſer von Oeſterreich durch den
Erz=
herzog=Thronfolger Franz Ferdinand, der Kaiſer von
Rußland durch den Großfürſten Kyrill und der König von
Schweden ſich durch ein Mitglied des Königlichen
Hauſes vertreten laſſen werden. Zu dieſer Feier
werden auch Abordnungen des deutſchen Heeres und der
öſterreichiſchen, ruſſiſchen und ſchwediſchen Armee
er=
ſcheinen. Weitere Einladungen ſind in Ausſicht
genom=
men an den Reichskanzler, den Bundesrat, den deutſchen
Reichstag und beide Kammern des ſächſiſchen Landtaas.
1er!
Die Spionage=Anare in Verſailles.
* Metz, 30. Aug. Der richtige Name des unter dem
Verdacht der Spionage und des Verrates verhafteten
Ar=
tilleriewachtmeiſters iſt Guieu. Der Artilleriſt, welcher
die Flucht ergriffen hat, heißt Moulot. Nach der heutigen
Unterſuchung ſteht es keineswegs feſt, daß Guieu und
Moulot im Einverſtändnis miteinander gehandelt haben
und daß die Freundin Moulots, die verſchwundene Marie,
an dem angeblichen Verrat teilgenommen hat. Guieu hat
mit einem in Oeſterreich wohnenden Herrn, der ein
ehe=
maliger Reſerveoffizier ſein ſoll, einen Briefwechſel zur
Uebung in der deutſchen Sprache unterhalten. Die
an=
geblich von Gnieu verratenen Geheimniſſe ſind im Handel
befindliche wiſſenſchaftliche Inſtrumente. Man gewinnt
den Eindruck, daß Guieu nicht ſo ſchuldig zu ſein ſcheint,
wie man es im erſten Augenblick dargeſtellt hat. Moulot,
der vor einiger Zeit eine Erbſchaft von 25000 Francs
ge=
macht hat, ſcheint deſertiert zu ſein, um ſein Geld mit
leicht=
ſinnigen Frauenzimmern durchzubringen.
Luftfahrt.
Rund um Berlin.
* Berlin, 30. Aug. Der Flugwettbewerb rund um
Berlin hat heute bei ſchönſtem Wetter ſeinen Anfang
ge=
iommen. Sieger des heutigen erſten Tages iſt
Baier=
lein in einer Stunde 35 Sekunden Flugzeit.
H.B. Berlin 30. Aug. Die Heeresverwaltung hat
kürzlich einer bekannten Flugzeug=Fabrik eine größere
Beſtellung auf Flugzeuge gemacht. Wie das
Depeſchenbureau Herold von wohlunterrichteter Seite
er=
ährt, ſollen in den nächſten Monaten weitere größere
Be=
tellungen auch bei anderen leiſtungsfähigen Fabriken
er=
folgen
* Berlin, 30. Aug. Nach einer Mitteilung aus
Paris beabſichtigen Manuel Heleu und Francois
de Marmier, mit einem Flugzeuge Modell Nieuport
in der Zeit vom 30. Auguſt bis 15. September über
Herbes=
hal nach Deutſchland zu fliegen.
* Mainburg, 30. Aug. Geſtern abend ſtiegen
zwei Militärflieger, die von der Fliegerſtation
in Schleißheim hier angekommen waren, zur Rückkehr auf.
In geringer Höhe ſetzte der Motor aus, ſo daß ſich der
Apparat beim Wiederlanden überſchlug und in
Brand geriet. Die beiden Flieger wurden nur
gering=
fügig verletzt. Das Flugzeug iſt ſchwer beſchädigt.
* Petersburg, 31. Aug. Der Leiter der
Flug=
ſchule, Leutnant Jatzuk, hat heute früh 4 Uhr einen Flug
nach Moskau angetreten.
Rad= und Motor=Rennen in Darmſtadt.
St. Der Veloziped=Klub Darmſtadt ver
anſtaltete geſtern auf der Rennbahn an der
Heidelber=
ger Straße ſeine letzten diesjährigen Rad= und
Motorrennen, die einen ebenſo erfreulichen wie
ſportlich intereſſanten Abſchluß der Rennſaiſon in
Darm=
ſtadt bildeten. Erfreulich auch in materieller Hinſicht, und
das iſt dem rührigen und zielbewußt vorwärts
ſtreben=
dem Vorſtand des V.=K. D. wohl zu gönnen, dem an dem
durch die Ungunſt des Wetters bedingten Fiasko der
letz=
ten Rennen ſicher keine Schuld beizumeſſen iſt. Denn es
muß rückhaltlos anerkannt werden, daß ſowohl die
Arrangements der Rennen des V.=K. D. muſtergültig
ſind wie es ihm auch gelungen iſt, einen ſportlich
leiſt=
ungsfähigen jungen Nachwuchs dem Radſport in allen
ſeinen Zweigen heranzuziehen und unſtreitig auch den
Radſport in Darmſtadt „geſellſchaftlich zu heben‟
Da=
mit wird aber am beſten dem Niedergang des Intereſſes
an einem Sport entgegengearbeitet, der wie kaum ein
anderer in ſo verhältnismäßig kurzer Zeit ſeiner
Exi=
ſtenz populär geworden iſt. — Die Rennbahn war geſtern
trotz des Vormittags wenig günſtigen Wetters erfreulich
zahlreich beſucht. Der Nachmittag brachte dann durchaus
angenehmes Wetter, ſo daß die Rennen ohne Störung
zu Ende gefahren werden konnten und Fahrer, Verein
und Publikum durchaus auf ihre Rechnung kamen. Von
beſonderem ſportlichem Intereſſe war das
Zuſammen=
treffen des heimiſchen Amateurmatadors Damus mit
dem Weltmeiſter Rode und dem Frankfurter Möſer
Wenn es dem zukunftsreichen Darmſtädter auch noch nicht
gelang, gegen dieſe tüchtigen Fahrer aufzukommen, ſo
erwies er doch wiederum eine zweifellos gute Form, die
ihn weit über den Durchſchnitt emporhebt. Die Rennen
hinter Motorſchrittmachern büßten durch das völlige
Ver=
ſagen von L. Fröhlich= Würzburg und ſeines
Schritt=
machers ihr Sportintereſſe ziemlich ein. Die beiden
übri=
gen Konkurrenten, Weiß=Frankfurt und Gruber=
Straßburg, waren zwei ziemlich gleichwerte Gegner, ſo
daß hier nur maſchinelle oder ſonſtige Zufälligkeiten Sieg
und Niederlage entſcheiden konnten. Die Rennen, die
ohne nennenswerten Unfall — ein Sturz Weiß’ ſah ſehr
gefährlich aus, blieb aber ohne Folgen — verliefen,
zei=
tigten im einzelnen folgende Reſultate:
1. Begrüßungspreis. Dauerfahren mit
Motor=
ſchrittmacher für Berufsfahrer. 5 Kilometer. 3 Preiſe.
Erſter: Jean Weiß=Frankfurt, 5 Min. 17 Sek.;
Zwei=
ter: Michael Gruber=Straßburg ¾ Runde, Dritter: Ludw.
Fröhlich=Würzburg 2 Rd. zurück.
2. Klubfahren. 2 Kilometer. 3 Preiſe. (Nur
für Mitglieder des V.=K. D., die noch keinen Bahnpreis
errungen haben.) Erſter: H. Benz, 3 Min., 14 Sek.;
Zweiter: R. Köhler; Dritter: H. Göttmann.
3. Wanderpreisfahren um den Ehrenpreis
Sr. Königl. Hoheit Weiland Prinz Wilhelm von Heſſen.
Der Preis muß zweimal hintereinander oder dreimal im
ganzen gewonnen werden, ehe er in den Beſitz des
Sie=
gers übergeht, dem 2. und 3. Ehrenpreiſe i. W. von 25
und 15 Mark. 2 Vorläufe à 1000 Meter — 2 Runden. Die
3 erſten der Vorläufe beſtreiten den Endlauf. Im
End=
lauf ſtarten: Rode=Mainz, Sehring=Langen, Möſer=
Frank=
furt, Damus=Darmſtadt, Sommer=Frankfurt, Lüderitz=
Mannheim. Erſter: Chr. Rode Mainz, 3 Min.
43 Sek.; Zweiter Damus=Darmſtadt; Dritter: Möſer=
Frankfurt.
4. 10 Kilometer=Sportplatzpreis.
Dauer=
fahren mit Motorſchrittmacher für Berufsfahrer. 10
Kilo=
meter. 3 Barpreiſe 300, 150, 100 Mark. Erſter: Mich.
Gruber=Straßburg, 11 Min., 9 Sek.; Zweiter: Ludw.
Fröhlich=Würzburg, mehrere Runden zurück; Dritter:
Weiß=Frankfurt (geſtürzt).
5. Gau=Verbands=Vorgabe=
Motor=
rennen. (Letzter Lauf der am 20. Juli begonnenen
Rennen.) 10 Kilometer — 20 Runden. 3 Ehrenpreiſe im
Werte von 40. 30 und 20 Mark. Punktewertung
bisheri=
ger Stand: Michel 2 Punkte, Schaub 5 Punkte,
Weyh=
knecht 5 Punkte, Aſiani 8 Punkte. Es ſtarteten die drei
Erſtgenannten. Erſter: Michel=Frankfurt, 10 Min.
7 Sek.; Zweiter: Weyhknecht=Frankfurt; Dritter: Schaub=
Darmſtadt
Mehrſitzer=Malfahren. 3000 Meter
3 Ehrenpreiſe. Erſte: Rode Dreſcher 4 Min. 31
Sekunden; Zweite: Damus=Walkenhorſt; Dritte:
Lüderitz=Sehring.
7. Großer Preis von Darmſtadt. 2 mal
15 Kilometer. Dauerfahren mit Motorſchrittmacher für
Berufsfahrer. 3 Barvreiſe 700, 500. 300 Mark. In
bei=
den Läufen Erſter: Weiß=Frankfurt, 15 Min. 15 Sek.;
Zweiter: Gruber, 1½ Runden zurück; Dritter: Fröhlich,
viele Runden zurück.
8. Rennen mit Tandemführung. 20
Kilo=
meter — 40 Runden. 3 Ehrenpreiſe im Werte von 50
35, 25 Mark. Erſter: K. Möſer=Frankfurt. 29 Min.
50 Sek.; Zweiter: Lüderitz=Mannheim, 1 Runde zurück;
Dritter: A. Montini, 4 Runden zurück.
Sport, Spiel und Turnen.
Der Große Preis von Baden.
* Rennplatz Iffezheim, 30. Aug. Im heutigen
Großen Preis von Baden (Goldpokal des Großherzogs
von Baden und 80000 Mark) ſiegte der Zuchthengſt Mosci
Kiaze des Fürſten Lubomirski, die Franzoſen Baldaquin
und Martial, ſowie der Graditzer Cyklon machten totes
Rennen für den zweiten Platz.
Die übrigen Reſultate waren: Chamant=
Ren=
nen. 13000 Mark. 1000 Meter. 1. Frhrn. v. Oppenheims
Miſchief (Archibald), 2. Geſtüt Graditz! Graphit (F
(Bullock), 3. Geſtüt Weils Bracing Air (Schläfke).
Fer=
ner: Ladybird. Sehr ſicher Hals, 1¼ L., 1 L. 22:10; 12,
12110. Kurverwaltungs=Preis. 13500 Mark.
1800 Meter. 1. R. A. Waughs Blumenſegen (Slade),
2. W. Lindenſtädts Hebron (Burns), 3. C. Fröhlichs
Lock=
ruf (Sumter). Ferner: Pirol, Sunſtar. Leicht ½ L.,
1½ L., ¾ L. Pirol Vierter. 47110; 22, 20.10.
Großer Preis von Baden. Goldpokal und
80000 Mark. 2400 Meter. 1. Fürſt Lubomirskis Mosci
Kſiaze (Gulyas), 2. Geſtüt Graditz’ Cyklon (F. Bullock)
G. Lepetits Martial III (G. Stern) und L. Olry=
Roede=
rers Baldaquin (M. Barat) (totes Rennen für zweiten
Platz), 5. A. Pellerins Crébécut (O'Neill), 6. Paulſens
Cambronne (Sumter), 7. J. Sterns Le Grais (Garner).
Vor Beginn der Rennen war ein wolkenbruchartiger
Regen niedergegangen. In dem dadurch tief gewordenen
Geläuf führte Mosci Kſiaze in ſehr langſamer Pace vor
Cambronne und Cyklon. Mosci Kſiaze blieb durchweg an
der Spitze, zog im Einlauf vom Felde fort und ſiegte
überlegen mit 1½ L. gegen Cyklon, Martial III und
Baldaquin, die zugleich das Ziel paſſierten. Crébécut
wurde 1½ L. zurück Fünfter. Die Zeit betrug 2 Minu=
ten 55 Sekunden. 58:10: 16 (Mosci Kſiaze), 9 (Cyklon),
8 (Martial III), 8 (Baldaquin) :10.
Oppenheim=Memorial. 13500 Mark. 1200
Meter. 1. A. und C. von Weinbergs Melba (Archibald),
2. Geſtüt Graditz” Waldteufel (F. Bullock). Ueberlegen
4 L. 21110. Preis von Mariahalden. 14000 Mark.
1600 Meter. 1. C. Carrols Melody (O'Neill), 2. L. Olry=
Roederers Holy Hill (Barat), 3. C. Carrolls Manzanita
(Garner). Ferner: Grand d’Eſpanage II, der Vierter
wurde, Arauco. Sicher ¾ L., 1 L., 2 L. 23:10; 14, 14:10.
Fremersberg=Hürden=Handikap. 7500 Mark.
3200 Meter. 1. W. Dodels Kentucky (Printen), 2. L. Olry=
Roederers Beriot (Barat), 3. E. Fiſchofs Pané (Powers).
Ferner: Ekwanok, Caſablanca IV, Bretelle, Buoy and
Gull, Boiling Hot, Livadia. Leicht 1½ L., ¾ L., 2 L.
Caſablanca IV Vierter. 28:10; 14, 31, 15.10.
G.A. Turner=Ballſpiele. Am Sonntag, den 31. ds.
Mts., fanden auf dem Exerzierplatz in Darmſtadt die
Ent=
ſcheidungsſpiele um die Meiſterſchaft des Main=
Rhein=
gaues der Deutſchen Turnerſchaft im Fauſt= und
Tambu=
rinball ſtatt. Im Fauſtball kam die Meiſterſchaft in Klaſſe
A und B und im Tamburinball in einer Klaſſe zum
Aus=
trag. Die Beteiligung war recht gut, denn trotzdem am
17. Auguſt in Walldorf und Sprendlingen bereits
Vor=
kämpfe ſtattfanden, mußte am Sonntag noch eine ganze
Anzahl Vorſpiele erledigt werden. In Klaſſe A errang
die Turngemeinde Beſſungen ohne Niederlage
die 1. Meiſterſchaft, und die Turngeſellſchaft Walldorf mit
1 Niederlage den 2. Platz. In Klaſſe B blieb der
Turn=
verein Walldof mit 1 Niederlage erſter und die
Turngemeinde Nieder=Roden mit 2 Niederlagen zweiter
Sieger. Im Tamburinball konnte der Turnverein
Pfungſtadt die erſte Stelle einnehmen.
* Lawntennis. Türnier zu Bad Homburg
Die wichtigſten Reſultate vom Samstag ſind: Im
Her=
ren=Einzelſpiel ohne Vorgabe um den Homburger
Pokal ſiegte in der Schlußrunde Froitzheim gegen
Lindpaintner 611, 6:2 zurückgezogen. Im Herren=Einzel
ohne Vorgabe um die Meiſterſchaft von Homburg kam
Oskar Kreuzer gegen Albrecht mit 6:2, 4:6, 6:4, 611 in die
Schlußrunde. Im Herren=Einzel mit Vorgabe kam in die
Schlußrunde Hertz gegen Dintelmann 6:3, 6:4, Deſſart
ge=
gen v. Oſtermann 6:3, 6:4, im Damen=Einzel mit
Vor=
gabe kam in die Schlußrunde Frl. T. Weihermann gegen
Frl. J. Weihermann 4:6, 6:5, 6:2, im Herren=Doppel mit
Vorgabe v. Biſſing=Groos gegen v. Spiegel=Scholz 6:2,
6.0. Im Damen=Doppel mit Vorgabe ging das Paär
Frl. Wisboom=Frau Robinſon gegen Frl. Salin=Frl.
Flinſch mit 6:3, 614 aus der Schlußrunde als Sieger
hervor.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
In der letzten Stadtverordnetenſitzung kam es wegen
der Errichtung einer Wagenhalle in der Luiſenſtraße zu
lebhafter Debatte. Der Herr Oberbürgermeiſter gab
da=
bei der Anſicht Ausdruck, der Verkehr in Darmſtadt ſei
nicht derart geräuſchvoll, daß man vor Geräuſch nicht
ſchlafen könne. Es ſoll hier nicht beſtritten werden, daß
es hier genug Straßen gibt, die vom Geräuſch verſchont
ſind, daß die Anwohner ruhig ſchlafen können. Es mag
dies auch von der Straße, in welcher unſer Herr
Ober=
bürgermeiſter wohnt, der Fall ſein. Wenn ſich jedoch der
Herr Oberbürgermeiſter einmal der Mühe unterziehen
wollte, morgens früh, kurz nach 5 Uhr das Leben und
Treiben beſonders in der oberen Rheinſtraße, beobachten
zu wollen, würde er ſeine Anſicht ändern und zugeben, daß
die Bewohner berechtigten Grund zur Beſchwerde haben.
Wenn da, beſonders an Markttagen, die ruß= und
dampf=
ſchnaubende Lokomotive der Straßenbahn mit ca. 8—9
An=
hängewagen die Rheinſtraße heraufkeucht, ſo iſt es mit
dem Schlaf der Anwohner vorbei. Am ſchlimmſten geht
es bei dem Ausladen der Marktwaren zu. Die mit dem
Verbringen dieſer Waren nach dem Markt betrauten Leute
überbieten ſich geradezu im Schreien, ſo daß ſogar ſchon
öfters die Polizei einſchreiten mußte. Ein Schlafen iſt
dann vollſtändig ausgeſchloſſen. Selbſt das ſo ſchön und
harmoniſch klingende Signal der Glocke mit welcher der
Lokomotivführer beim Umſetzen der Maſchine die
gedämpf=
ten Tones geführte Unterhaltung der Griesheimer
Markt=
frauen zu übertönen verſucht, kann den geſtörten Schlaf
nicht mehr herbeiführen. Vielleicht gibt es auch ſogar
Leute, die die Bewohner der Rhein= und anſtoßenden
Straßen darum beneiden, daß dieſe öfters zu einer Zeit,
zu der die Bewohner anderer Straßen noch 2—3 Stunden
ungeſtört ſchlafen können, durch klingende Militärmuſik
aufgeweckt werden. Wenn nun die bis jetzt genügend
unter allem möglichen Geräuſch leidenden Bewohner der
Rhein= und Luiſenſtraße gegen jede weitere Einrichtung,
die dieſes Geräuſch noch vermehrt, Front machen, ſo iſt
ihnen das nicht zu verdenken. Die Halle am
Böllenfall=
tor kann genügend erweitert werden, ſo daß man den
Wünſchen der obengenannten Bürger Rechnung tragen
kann. Auch herrſcht an der Ecke der Rhein= und
Luiſen=
ſtraße durch die dort ſtändig verkehrenden Autodroſchken
und die vor dem Hotel zur Traube ankommenden Autos
und Droſchken, ſelbſt ſpät abends, ein fo lebhafter
Ver=
kehr daß bei dem Befahren der Luiſenſtraße mit der
elektriſchen Bahn ſicherlich einmal ein Zuſammenſtoß
er=
folgen würde. Die Warnung des Herrn Stadtverordneten
Dr. Noellner unter Hinweis auf die enge Einfahrt iſt voll
und ganz berechtigt, auch würde die Kurve zur Einfahrt
jedenfalls ſo ſcharf werden, daß das ſo liebliche Pfeifen
der Räder unvermeidlich ſein wird.
X.
Vermiſchtes.
Reichsverſicherungsordnung. Der
Kreisverein Darmſtadt im Verband Deutſcher
Handlungs=
gehilfen zu Leipzig ſchreibt uns betr.
Reichsver=
ſicherungsordnung über wichtige Aenderungen
für kaufmänniſche Prinzipale und
Ange=
ſtellte wie folgt: Mit Beginn des nächſten Jahres
tre=
ten die Vorſchriften der Reichsverſicherungsordnung über
die Krankenverſicherung in Kraft. Es werden damit
außerordentlich wichtige Aenderungen
eingeführt, die von den Kaufleuten und ihren
Angeſtell=
ten genau beachtet werden müſſen. U. a. ſind ab 1.
Ja=
nuar 1914 alle Handlungslehrlinge ohne jede
Ausnahme
krankenverſicherungspflichtig.
Es iſt alſo ganz gleichgültig, ob die Lehrlinge von ihrem
Prinzipal irgendeine Vergütung erhalten oder nicht.
Ferner iſt zu beachten, daß die
Verſicherungs=
grenze von 2000 Mark auf 2500 Mark hinaufgeſetzt
worden iſt, ſo daß weite Kreiſe von Angeſtellten, die
bis=
her verſicherungsfrei waren, verſicherungspflichtig werden.
Sodann muß beachtet werden, daß die freiwillige Fort=
ſetzung der Mitgliedſchaft bei Orts=, Betriebs= und
Innungskrankenkaſſen nur noch zuläſſig iſt bis zu einem
Geſamteinkommen von 4000 Mark. Wer alſo durch
jahre=
lange Beitragszahlung Rechte auf Krankenhilfe und
Sterbegeld in einer Zwangskrankenkaſſe erlangt hat,
ver=
liert ſein Anrecht, wenn ſein geſamtes jährliches
Ein=
kommen 4000 Mark überſteigt; er iſt ſomit in
vorge=
rückten Jahren, ſobald er ein auskömmliches Gehalt
er=
reicht hat, unverſichert. Einſichtige Prinzipale werden
daher von vornherein ihre Lehrlinge und Angeſtellten
einer kaufmänniſchen Erſatzkrankenkaſſe zuführen, in der
die Rechte der Verſicherten nach jeder Richtung gewahrt
bleiben und mit der Dauer der Mitgliedſchaft wachſen.
Außerdem ſind die Beiträge bei den kaufmänniſchen
Krankenkaſſen durchweg niedriger als bei den
Zwangs=
kaſſen, die Leiſtungen dagegen höher. Als bedeutendſte
und größte kaufmanniſche Erſatzkrankenkaſſe iſt die des
Verbandes Deutſcher Handlungsgehilfen zu Leipzig
anzu=
ſehen. Dieſe Kaſſe, welche neuerdings auch eine
Fa=
milien=Krankenkaſſe gegen nur 3 Mark
Mo=
natsbeitrag einführt, zählt über 50000 Mitglieder und
nimmt verſicherungspflichtige Lehrlinge und Angeſtellte
ohne ärztliche Unterſuchung auf. Der
Ver=
band Deutſcher Handlungsgehilfen zu Leipzig,
Harkort=
ſtraße 3, iſt gern bereit, genaue Aufklärung über die
vor=
erwähnten neuen Beſtimmungen der
Reichsverſicherungs=
ordnung zu geben, und zwar völlig koſtenfrei an
ſelbſtän=
dige Kaufleute wie auch Angeſtellte ohne Rückſicht auf
etwaige Verbandsmitgliedſchaft. Ebenſo ſind die in allen
Städten Deutſchlands vorhandenen Geſchäftsſtellen und
Kreisvereine des über 100000 Mitglieder zählenden
Leip=
ziger Verbandes angewieſen, an alle Anfragenden
koſten=
os Auskünfte zu erteilen. — Die Zahlſtelle Darmſtadt bei
Herrn Karl Grünpeter, Schützenſtraße 5, gibt
Aufnahme=
vapiere ab.
Literariſches.
Jahrbuch der Bilder= und
Kunſt=
blätterpreiſe. Der dritte Band dieſes Jahrbuches
iſt im Verlage von Franz Malota in Wien IV Wiedener
Hauptſtraße 22, erſchienen (Preis 20 Mk.). Dieſes
Ver=
zeichnis der wichtigſten Verſteigerungsergebniſſe des
deutſchen Kunſtmarktes, herausgegeben von Erich
Menn=
bier, enthält kurze Beſchreibung und Preiſe von Tauſenden
von Bildwerken des deutſchen Kunſtmarktes und gibt ſomit
ein intereſſantes Bild von der materiellen Einſchätzung der
Künſtler und des Kunſtmarktes im allgemeinen. Das iſt
auch für Laien intereſſant.
Landesverband der heſſiſchen
Unter=
beamten.
nn. In der „Ludwigshalle” fand geſtern nachmittag
de diesjährige Landesverſammlung des Verbandes
der heſſiſchen Unterbeamten ſtatt, die aus allen
Teilen des Heſſenlandes zahlreich beſucht war. Den
Vor=
ſitz führte Kollege Veith=Darmſtadt, der die ſtattliche
Verſammlung in herzlichen Worten begrüßte. Die
Land=
tagsabgeordneten Dr. Oſann und Geheimerat Dr. Münch
hatten ſich entſchuldigen laſſen. Auch der Ehrenpräſident
Häußer=Darmſtadt begrüßte die zahlreichen
Verbandsdele=
gierten. In zündenden Worten forderte er den
Zuſam=
menſchluß aller Kollegen in Heſſen, um die ſoziale und
finanzielle Beſſerſtellung der Unterbeamten zu erreichen.
Der von dem Vorſitzenden erſtattete Verbands=
Geſchäfts=
bericht für 1912/13 ergibt einen Mitgliederſtand von 430.
Zu Ehren der verſtorbenen 13 Kollegen erhob ſich die
Ver=
ſammlung von den Sitzen. Der von Kollege Göbel=
Darmſtadt erſtattete Kaſſenbericht für das Rechnungsjahr
1912 ergab 165,65 Mark in Einnahme und 145,48 Mark
in Ausgabe. Der Kaſſenbeſtand beträgt 85 Mark. Nach
dem Bericht des Kontrolleurs Schäfer=Mainz ſind
Bücher und Kaſſe in Ordnung und wurde dem Rechner
mit Dankesworten Entlaſtung erteilt. Ein Antrag des
Verbandsvorſtandes auf Beitritt zum Deutſchen
Reichs=
verband der Unterbeamten in Berlin wurde genehmigt
und der Jahresbeitrag auf 12 Pfg. pro Kopf und Mitglied
feſtgeſetzt.
Eine eingehende Debatte veranlaßte ein Antrag des
Verbandes an die Großh. Regierung auf Einſichtnahme
in die Perſonalakten. Aus der Mitte der Verſammlung
wurden zahlreiche Klagen laut über rigoroſe Behandlung
der Unterbeamten durch Vorgeſetzte und ungerechter
Ein=
tragungen in die Perſonalakten. Damit werde den
Be=
amten ihre ganze Exiſtenz zerſtört. Weder die Kammer
noch die Regierung billige dieſes Verfahren einzelner
Vor=
geſetzten. Gefordert wurde ferner die gänzliche
Beſeitig=
ung der Perſonalakten der Beamten und Streichung der
Diſziplinarſtrafen nach 10jähriger Dauer. Die Verfolgung
dieſer Angelegenheit wurde dem Verbandsvorſtand
über=
tragen.
Kollege Schmitt=Darmſtadt referierte über den
Stand der Beſoldungsordnung und konſtatiert, daß dieſe
noch auf demſelben Stand ſteht, wie im vorigen Jahre.
Veith=Darmſtadt fordert die Einteilung der in Heſſen
vorhandenen 1745 Unterbeamten nicht in 17 (wie die
Re=
gierungsvorlage) ſondern in 3 Hauptklaſſen mit
Anfangs=
gehalten in Klaſſe I: 1750—2000 Mk., Klaſſe II: 2000 bis
2250 Mk. und Klaſſe III: 2250—2500 Mk. Damit werde
man allen Wünſchen Rechnung tragen. Der Hauptpunkt
betreffe die Beſchaffung der Mittel, die durch Erſparniſſe
im Staatshaushalt, durch Beſeitigung der
Vertretungs=
koſten und Aufhebung der Unterſchriftsgebühren u. a. zu
erreichen ſeien. — Landtagsabgeordneter Henrich,
leb=
haft begrüßt, verbreitet ſich eingehend über die neue
Be=
ſoldungsvorlage. Mit dem Gefühl der Beſchämung müſſe
er konſtatieren, daß nach dem Widerſtand der Gegner auch
die zweite Regierungsvorlage vorausſichtlich den Weg der
erſten wandere. Die Hauptſtreitpunkte ſeien das
Wohn=
ungsgeld und die Penſionsfrage. Die preußiſche
Beſold=
ungsfrage ſei für Heſſen nicht maßgebend und finanziell
nicht durchführbar. Sicher ſei, daß Preußen ſeine hohen
Beamten ſehr gut, ſeine Unterbeamten miſerabel bezahle.
Die Gehaltsverhältniſſe der heſſiſchen Beamten ſind
inner=
halb der einzelnen Beamtengruppen nach den finanziellen
Leiſtungen des Landes, ſo daß man ſie als anſtändig und
als menſchlich bezeichnen kann, zu regeln. Ebenſo ſei ein
gleiches Recht für alle Beamten und die Beſeitigung der
ſogen. Geheim= oder Perſonalakten zu fordern. Dem
Red=
ner wurde lebhafter Beifall zuteil.
Als Ort der nächſten Verbandstagung wurde
Darm=
ſtadt beſtimmt und die Delegiertenverſammlung um
½5 Uhr geſchloſſen.
Vom Balkan.
* Saloniki, 29. Aug. Die griechiſchen
Be=
hörden haben Doiran geräumt und die Stadt der
ſerbiſchen Zivil= und Militärverwaltung übergeben. Die
ſerbiſchen Behörden geſtatteten die Auswanderung auf
griechiſches Gebiet nur während 15 Tagen und bewilligten,
daß die über Doiran führende Straße noch den im
Stru=
mitzagebiet befindlichen Truppen zum Rückzuge und zur
Verpflegung zur Verfügung ſtehe.
* Bukareſt, 29. Aug. König Carol hat in
Cim=
micea die letzten aus Bulgarien kommenden Trupe
pen und die Choleralazarette beſichtigt und iſt darauf
nach Sinaia zurückgekehrt. Die letzten rumäniſchen
Trup=
pen haben geſtern die Grenze paſſiert. Die Dislokation
der Truppen wird gemäß den zwiſchen dem Generalſtab
und dem Sanitätsdienſt der Armee vereinbarten
Beſtim=
mungen durchgeführt.
Amtliche Berichte beweiſen, daß die Cholergepidemie
im Abnehmen begriffen iſt. Von ihrem Auftreten am 26.
Juli bis zum 28. Auguſt zählte man 636 Erkrankte, von
— Die rumäniſche Armee hat
denen 275 geſtorben ſind.
während des Krieges bis einſchließlich 24. Auguſt ſechs
Offiziere und 1149 Mann durch den Tod verloren.
* Belgrad, 29. Aug. Direktor Miller von der
Orientbahn=Geſellſchaft iſt hier eingetroffen,
um Verhandlungen mit der Regierung einzuleiten zwecks
Uebernahme des Bahnbetriebes von der Grenze
Altſer=
biens bis Gewgeli durch die Geſellſchaft.
* Belgrad, 30. Aug. Wie verlautet, wird das
Kabinett Paſitſch noch bis zum Zuſammentritt
der Skupſchtina am Ruder verbleiben, dann wird eine
Re=
konſtruktion erfolgen. Paſitſch geht anfangs nächſter
Woche zur Kur nach Marienbad.
Die ſerbiſch=montenegriniſche
Grenz=
frage iſt zur vollen Zufriedenheit Montenegros geregelt.
Das Protokoll wird heute unterzeichnet werden.
* Sofia 31. Aug. Die Regierung hat beſchloſſen,
in direkte Verhandlungen mit der Türkei
einzutreten. Die Delegierten werden unverzüglich ernannt.
Der Kriegsminiſter hat angeordnet, daß alle in Bulgarien
befindlichen ſerbiſchen Kriegsgefangenen in
Sofia zuſammengezogen werden. Sie werden demnächſt
nach Zaribrod befördert und dort den ſerbiſchen Behörden
übergeben. Dieſe werden ihrerſeits die in Serbien
befind=
lichen bulgariſchen Kriegsgefangenen ausliefern.
* Athen, 30. Aug. Während des
Miniſter=
rates teilte Koromilas mit, daß Bulgarien unter
Vermittelung Rußlands die griechiſche Regierung
ge=
beten habe, die Beſetzung von Dedeagatſch zu
verlängern, bis Bulgarien Truppen und Behörden
ſenden könne. Koromilas fügte hinzu, daß auch die Mächte
Griechenland gebeten haben, die Beſetzung zu verlängern.
Der Miniſterrat beſchloß, die Bitte zu erfüllen. — Der
Miniſter des Aeußern Panas, der den ausſcheidenden
Ko=
romilas erſetzt, leiſtet morgen den Eid. Man glaubt, daß
Koromilas Griechenlands Geſandter in Berlin wird.
Die Beſprechungen zwiſchen Griechenland und
der Türkei, die auf einen endgültigen Friedensſchluß
abzielen, werden beſchleunigt. Das Einvernehmen
zwi=
ſchen beiden Staaten erſcheint ſicher. Der Vertrag wird in
einigen Tagen durch den neuen Miniſter des Aeußern
un=
terzeichnet.
Die Pforte hat den griechiſchen Schiffen die
Durch=
fahrt durch die Meerengen unter der Bedingung
ge=
tattet, daß ſie vorher die Flagge einziehen. Die
griechi=
ſchen Reeder betrachten dieſe Bedingung als nach dem
iegreichen Krieg demütigend und werden heute
zuſam=
mentreten, um einen endgültigen Entſchluß zu faſſen.
Die griechiſche Handelsflotte wird um zehn große
Damp=
fer vergrößert werden, die bereits bei engliſchen Werften
beſtellt ſind.
* Athen, 31. Aug. Der internationalen
Kom=
miſſion zur Unterſuchung der
Balkan=
greuel, die ſich gegenwärtig in Saloniki aufhält, wurde
erklärt, daß ſie das Mitglied Maljukow deſſen
Parteilich=
keit für die Bulgaren zu offenſichtlich ſei, durch eine
an=
dere Perſönlichkeit erſetzen möge. Die Kommiſſion erklärte
ſich jedoch ſolidariſch. Infolgedeſſen wird die Aufgabe
der Kommiſſion als geſcheitert angeſehen.
Darmſtadt, 1. September.
* Darmſtädter Künſtler auswärts. Bei einem
Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für die
bau=
lichen Anlagen des Mittelpunktes von Rüſtringen bei
Wilhelmshaven wurde auch ein Entwurf der Firma
Lübbers & Dieter in Wilhelmshaven preisgekrönt.
Herr Dieter iſt ein geborener Darmſtädter und
hat ſeine architektoniſche Ausbildung an der hieſigen
Hochſchule genoſſen.
g. Das Männerquartett Loreley beging am Sonntag
nachmittag in den Räumen des „Mathildenhöhſaales”
ſein erſtes Stiftungsfeſt, verbunden mit
Ban=
nerweihe. Zu dem Feſt waren die Mitglieder mit
ihren Angehörigen, ſowie die Mitglieder der befreundeten
Brudervereine ſehr zahlreich erſchienen, ſo daß der große
Saal dicht beſetzt war. Die Jubelfeſtouvertüre von Heßler
und der Begrüßungschor „Das iſt der Tag des Herrn”
von Kreutzer leiteten das Feſt ein, worauf der erſte
Vor=
ſitzende des Vereins, Herr M. Schäfer, die Feſtrede
hielt: Er wies auf das erfreuliche Wachſen des Vereins
im erſten Jahre ſeines Beſtehens hin, auf die Erfolge bei
den Geſangswettſtreiten in Bechtheim und Groß=
Zim=
mern und hob beſonders die Verdienſte des Dirigenten,
Herrn Hofmuſikers R. Handke, hervor. Die
Feſtjung=
frauen übergaben hierauf nach einem von Fräulein
Schä=
fer gut geſprochenen Prolog die neue Fahne an den
Verein. Der Vorſitzende händigte dem Spender der
Fahne, Herrn Hans Hugenſchütz, ein Diplom über
die Ernennung zum Ehrenmitgliede aus. Die Damen
des Vereins übergaben als Ehrengeſchenk einen prächtigen
Schrank. Fahnenſchleifen ließen überreichen die
Geſang=
vereine „Olympia‟ Geſangverein „Loreley”=Frankfurt=
Bockenheim und der Klub „Athenia‟. Es folgten
Dar=
bietungen des Orcheſters und der folgenden Vereine:
Ge=
ſangverein Teutonia, Männergeſangverein Bierſtadt bei
Wiesbaden, Geſangverein Frohſinn, Geſangverein
Lieder=
kranz, Erbach i. Od., Geſangverein Olympia,
Geſangver=
ein Loreley, Bockenheim, Orthſches Männerquartett,
Ge=
angverein Konkordia, Roßdorf, Geſangverein
Freund=
ſchaft. Abends fand ein Feſtball ſtatt. Für
Beluſtig=
ungen aller Art, auch für die Jugend, war Sorge
ge=
tragen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 30. Aug. Die „Norddeutſche Allgemeine
Zeitung” widmet dem bayeriſchen Miniſterpräſidenten
Freiherrn von Hertling, der morgen ſein
ſieb=
zigſtes Lebensjahr vollendet, einen Artikel, in welchem
ie ſchreibt: Als Politiker wie als Staatsmann vertrat
Hertling ſtets und überall eine nationale Geſinnung mit
Würde und Nachdruck. Als bayeriſcher
Miniſterpräſi=
dent ließ er ſich die ſorgfältige und vertrauensvolle
Pflege der bundesfreundlichen Beziehungen im Reiche
beſonders angelegen ſein. Der glänzende Anteil, den
Bayern an den Jahrhundertfeiern nahm, legte noch
jüngſt hierfür beredtes Zeugnis ab. Mit dem Wunſche,
daß Hertling als Vertrauensmann und erſter Mitarbeiter
des Prinzregenten noch lange Jahre fruchtbaren Schaffens
beſchieden ſein mögen, ſchließen wir uns den
Glück=
wünſchen, die den verehrten Staatsmann in das achte
Jahrzehnt geleiten, an.
Berlin, 31. Aug. Das Kaiſerpaar iſt heute
morgen 7 Uhr 25 Min. auf dem Bahnhofe Friedrichſtraße
eingetroffen. Zum Empfange war Kammerherr v.
Winter=
feld erſchienen. Die Majeſtäten begaben ſich nach dem
königlichen Schloſſe.
Rathenow, 31. Aug. Das Herzogspaar von
Cumberland und die Prinzeſſin Olga trafen hier
um 1 Uhr 20 Min., im Automobil von Stendal
kom=
mend, ein. Prinz Ernſt Auguſt war im Automobil
einen Eltern und ſeiner Schweſter bis Stendal
entgegen=
gefahren, wo die hohen Herrſchaften im Sonderzug um
11.55 Uhr eingetroffen waren. Nach Beſichtigung der
Villa fand Familientafel ſtatt. Um 3.22 Uhr erfolgte
die Weiterfahrt über Stendal nach Schwerin. Morgen
früh fahren die hohen Herrſchaften nach Kopenhagen
weiter.
Mannheim, 30. Aug. Heute nachmittag fand die
feierliche Betriebseröffnung der elektriſchen
Rhein=Haardt=Bahn Mannheim=Lugwigshafen=
Bad Dürkheim unter Teilnahme einer großen Anzahl
geladener Gäſte, darunter Vertreter der Behörden, von
Handel und Induſtrie uſw. ſtatt. In Bad Dürkheim
angelangt, ſchloß ſich an die Feier ein Feſteſſen.
Landshut, 1. Sept. Bei der
Reichstagserſatz=
wahl wurden bis geſtern abend 11 Uhr abgegeben für
Frhr. von Arctin (Ztr.) 9992 Stimmen, für Eiſens
berger (Lib. u. Bbd.) 4784 Stimmen, für Raith (Soz)
1595 Stimmen. Die Wahl Arctins ſcheint geſichert, da
nur noch 8 Bezirke fehlen.
* Zobten, 31. Aug. In der Stadt Zobten wurde heute
in Gegenwart des Kronprinzen das Denkmal
des betenden Lützowers enthüllt. Der Feier ging ein
Gottesdienſt in der Kirche in Rogau voraus, in der die
Lützower Freiſchar vor hundert Jahren für den Kampf
gegen Napoleon geweiht wurde. Zu dieſer Feier fanden
ſich Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen aus Comenz,
der Oberpräſident von Schleſien, Dr. von Günther, ſowie
hohe Offiziere ein.
Hamburg, 31. Aug. Geſtern nacht wurde bei
einer in der Großen Johannisſtraße befindlichen
Juwe=
lierfirma ein Einbruch in der gleichen Weiſe
aus=
geführt, wie vor kurzem bei einer Juwelierfirma am
Jungfernſtieg. Die Diebe bohrten in dem im erſten
Stock befindlichen Schneidergeſchäft ein Loch in den
Fußboden und ließen ſich dann mittels Strickleiter in
den Juwelierladen herunter. Hie erbeuteten ſie Juwelen
im Werte von 30000 Mark.
* Bremen, 30. Aug. Die hieſigen Holzarbeiter
beſchloſſen heute nachmittag mit überwiegender Mehrheit
den Streik fortzuſetzen. Mit der Wiedereröffnung
der Arbeitsnachweiſe der Werften iſt daher noch nicht
zu rechnen.
Teplitz, 31. Aug. Erzherzog Karl Franz Joſef iſt in
Begleitung des Statthalters Fürſten Thun und der
deut=
ſchen Offiziere von Kulm geſtern hier eingetroffen.
An=
geſichts der heutigen feierlichen Gedenkſteinlegung
zur Erinnerung an die
Monarchenzuſammen=
kunft vom 30. Auguſt 1813 fand geſtern abend im
Stadt=
theater eine Feſtvorſtellung von „Wallenſteins Lager” ſtatt.
Nach der Vorſtellung gab der Stadtrat im Kaiſerpark ein
Bankett. Erzherzog Karl Franz Joſef brachte den erſten
Trinkſpruch aus. Der Erzherzog ſchloß ſeine Rede mit
einem Hoch auf den deutſchen Kaiſer und Kaiſer Franz
Joſef, in das die Anweſenden begeiſtert einſtimmten. Den
nächſten Trinkſpruch brachte der Vertreter des deutſchen
Kaiſers, Generaloberſt v. Keſſel aus und ſchloß mit den
Worten: „Der tapferen öſterreichiſchen Armee und ihrem
ritterlichen Offizierkorps binge ich mein Hurra, hurra,
hurra!‟ Der Kommandeur des 9. Korps, General von
Hortſein, erklärte namens des Kriegsminiſters, es
gereiche ihm zur beſonderen Genugtuung, Vertreter der
deutſchen Armee begrüßen zu können. Die Geſinnung der
Kameradſchaft, welche alle Herzen erfülle, verdolmetſche er
namens der öſterreichiſchen Armee und bringe, indem er
die Kameraden der verbündeten deutſchen Armee innigſt
begrüße, ein dreimaliges Hurra auf die deutſche Armee
aus.
* Auſſig, 30. Aug. Zu Ehren der vor hundert
Jah=
ren in der Schlacht bei Kulm gefallenen öſterreichiſchen
Soldaten wurde an dem Nordoſtende des Dorfes
Kulm ein Gedenkſtein enthüllt. Als Vertreter des
Kaiſers von Oeſterreich war Erzherzog Karl Franz
Jo=
ſef, als Vertreter des deutſchen Kaiſers Generaloberſt
v. Keſſel erſchienen, ferner Nachkommen der dort
gefalle=
nen deutſchen und öſterreichiſchen Offiziere, ſowie
Depu=
tationen der Regimenter, die bei Kulm mitgekämpft
hat=
ten, Offiziere und Mannſchaftsdeputation des Grenadier=
Regiments Graf Kleiſt von Nollendorff wohnten der
Feier bei. Erzherzog Karl Franz Joſef legte einen
Kranz am Colloredo=Mannsfelddenkmal in Arbesau und
einen Kranz am Denkmal der preußiſchen Gefallenen
nie=
der. Bei der Rückfahrt durch Kulm defilierten die
aus=
gerückten Truppen vor dem Erzherzog.
Toulon, 31. Aug. Als der Panzerkreuzer „Erneſt
Renan” in See gehen wollte, wurde im Augenblick
ein Leck in dem Schiffskörper entdeckt. Der Kreuzer
wird ins Dock gebracht.
London, 30. Aug. Auf der Inſel Haulbowline,
gegenüber Queenstown, wütet ein großer Brand
und droht ungeheuren Schaden anzurichten, da große
Mengen Kohlen und Heizöl in der Nachbarſchaft lagern.
Mehrere hundert Mann der Heimatflotte ſind zur
Hilfe=
eiſtung abgegangen.
London, 30. Aug. Dank dem tatkräftigen
Ein=
greifen der Marinemannſchaften gelang es, des Feuers
auf der Inſel Haulbowline Herr zu werden.
Athen, 1. Sept. Der König und die Königin
von Griechenland ſind nach Deutſchland abgereiſt.
Athen, 31. Aug. Der bisherige Miniſter des
Aeußern Koromilas unterbreitete geſtern abend dem
Miniſterrate ſeine endgültige Demiſſion. Venizelos
ſprach Koromilas ſeinen innigſten Dank für die großen
Verdienſte aus, die er in ſchwierigen Zeitläuften ſeinem
Lande erwieſen habe. Der neue Miniſter des Aeußern
Panas leiſtete heute den Eid.
Neu=York, 30. Aug. Zu der Blätternachricht, daß
bei dem aus dem Brieskowerſee bei Frankfurt a. d. Oder
geborgenen anſcheinend Ermordeten Ausweispapiere des
öſterreichiſch=ungariſchen Generalkonſulats=Sekretärs
Grau=Wandmeyer=Neu=York gefunden worden ſeien,
meldet die Aſſociated Preß, daß ſich der betreffende
Sekretär zur Zeit in Neu=York befindet.
HB. Bürſtadt i. Ried. 30. Aug. Die von hier
ent=
führte Elly Strauß aus Nied a. M. wurde in
Luxemburg feſtgehalten. Der Frankfurter
Ge=
neralanzeiger erfährt zu der Entführungsgeſchichte noch.
daß das Mädchen, als es in der Richtung nach Frankfurt
wegfuhr, in Biblis in den Zug nach Mannheim umſtieg.
In Bürſtadt kam dann der Entführer nach Vereinbarung
zu ihr. In Luxemburg verließ er dann ſein Opfer, das
ſich dann aus Not der Polizei ſtellte. Von dem Entführer,
der bekanntlich hier verheiratet iſt, hat man noch keine
Spur.
— Berlin, 30. Aug. Der Bundesrat wird nach
Beendigung der Sommerpauſe eine Verordnung zur
Regelung der Herſtellung von Zigarren in
der Hausarbeit erlaſſen. Die Verordnung wird
vorausſichtlich alle die Beſtimmungen vorſchreiben, die
in dem nicht zur Verabſchiedung gelangten Entwurf vom
Jahre 1907 enthalten waren und nicht inzwiſchen durch
das Heimarbeitsgeſetz allgemein eingeführt ſind. Die
Be=
ſchäftigung von Kindern und jungen Leuten wird
zweifellos eine Einſchränkung erfahren. Nach dem
Ent=
wurf vom Jahre 1907 ſollten Kinder, und zwar nur
eigene, erſt nach vollendetem 12. Lebensjahr beſchäftigt
werden dürfen. Für die Zeit zwiſchen dem 15. und 16.
Lebensjahre iſt eine 12ſtündige Arbeitszeit mit einer
zweiſtündigen Mittagspauſe als höchſte Grenze
vorge=
ſehen. Zweifellos wird die Verordnung auch eine
Be=
ſtimmung enthalten, nach der die Beſchäftigung von
Hausgewerbetreibenden, die mit einer abſchreckenden
Krankheit behaftet ſind, verboten iſt.
— Köln, 30. Aug. Die Köln. Ztg. meldet aus Groß=
Königsdorf: Ein Automobil, das auf einer Probefahrt
von Aachen kam, ſtieß in Groß=Königsdorf gegen 3 Uhr
nachmittags gegen eine Pferdekarre, verlor die Richtung
und fuhr in ein Haus, deſſen Vorderwand
ein=
ſtürzte. Das Automobil drang in die Räume. Die
drei Inſaſſen des Automobils wurden ſchwer verletzt und
das Automobil zertrümmert.
— Senftenberg, 30. Aug. Heute nachmittag 5 Uhr
ereignete ſich auf der Strecke Calau-Lübbenau vor dem
Sedlitzer Bahnübergang bei Reppiſt ein
Eiſenbahn=
unglück. Auf einen Güterzug, der auf der Strecke
halten mußte, fuhr ein anderer Güterzug auf, der aus
derſelben Richtung kam und wegen des ſtarken Gefälles
nicht mehr zum Halten gebracht werden konnte. Etwa
25 Wagen wurden zertrümmert, übereinander
ge=
türmt und die Böſchung hinuntergeſchleudert. Der
Materialſchaden iſt ſehr beträchtlich. Menſchenleben ſind
nicht zu beklagen.
Kopenhagen, 30. Aug. Der geſtern verhaftete
deutſche Arbeiter Gütting hat während des heutigen
Verhörs geſtanden, daß er zuſammen mit einem
Dänen am 18. Auguſt den Bankraub begangen hat.
— Nowotſcherkask, 30. Aug. In der Nähe der
Koſakenniederlaſſung Bogajewkai überfiel geſtern abend
eine Räuberbande einen Don=Dampfer, löſchte
die Lichter und ſchüchterte die Paſſagiere und
Mann=
ſchaften durch Schüſſe ein. Dann raubten die
Ver=
brecher 78000 Rubel, wobei der Gehilfe des Kapitäns
verwundet wurde. Sie entflohen mit ihrer Beute in
einem Boot, in das ſie vorher den Kapitän geworfen hatten.
Koſaken verfolgen die Räuber.
Brieiſtalten.
W. D. Anfrage: Iſt das Mauſchelſpiel ohne
Aßzwang in Heſſen verboten? Antwort: Verboten
ſind Glücksſpiele. Ob ein ſolches vorliegt, muß von Fall
zu Fall entſchieden werden. Kommt es beim Spiel
vor=
wiegend auf die Geſchicklichkeit und das gute Gedächtnis
des Spielers an, ſo handelt es ſich um ein
Geſchicklich=
keitsſpiel. Gibt dagegen im weſentlichen der Zufall den
Ausſchlag, ſo handelt es ſich um ein Glücksſpiel. Ob nun
ein ſolches Glücksſpiel verboten iſt, bemißt ſich nach der
Höhe der Einſätze. Glücksſpiele mit nur geringem
Ein=
ſatz werden nicht als verboten behandelt werden. Da
Spiele mit gleichem Namen oft unter den verſchiedenſten
Regeln geſpielt werden, ſo iſt für den Begriff des
ver=
botenen Spieles nicht ſchon der Name beſtimmend,
ſondern das Vorhandenſein der vorſtehend bezeichneten
Umſtände.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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in allen durch Plakate kenntlich gemachten
Verkaufs=
ſtellen, ſowie bei der Lotteriebank G. m. b. H. Eiſenach
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Bekanntlich läßt in der beißen Sommerzeit der Appetit nach.
Um ſo angenehmer und erfriſchender iſt dann ein aus
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gekochter Obſtſlammeri,
willkommen jedermann zum Mittag. Die
Zuberei=
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Nachruf.
Am Freitag abend verschied nach kurzem Krankenlager unser
hoch-
verehrter Chef
Verl Vennich Ctrauss!
Wir Arbeiter sowie Arbeiterinnen verlieren in demselben einen Chef,
welcher uns durch seinen unermüdlichen Fleiss, seinen männlichen
Charakter, seine rastlose Energie und sein uns immer wohlwollendes
Entgegenkommen ein stets leuchtendes Vorbild gewesen war.
Sein werden wir immer in Ehren gedenken.
Die Arbeiter und Arbeiterinnen
der Firma Wolf Strauss.
Darmstadt, den 30. August 1913.
(*7222
Nachruf.
Gestern abend verschied
uner-
wartet nach kurzem Krankenlager
unser verehrter Chef
(18113
Inn0h
Horr Helhrich Strausp.
Mit seinem unermüdlichen Fleiss,
seiner rastlosen Energie, seinem
weiten kaufm. Blick, galt er uns
stets als leuchtendes Vorbild. Wir
werden ihm ein ehrendes Andenken
bewahren.
Die Beamton der Firma
WOLF STRAUSS.
Darmstadt, den 30. August 1913.
Dür die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben, unvergeßlichen
Schweſter und Tante
E
Wrau Susanne Mhor
geb. Henning
(18139
ſagen herzlichen Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 1. September 1913.
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
Bilder vom Tage (Auslage in unſerer Expedition
(Rheinſtraße 23): Von der Jahrhundertfeier in Kelheim
— Zur Einweihung des Haager Friedenspalaſtes
Die Rückkehr der bulgariſchen Armee nach Sofia
Feierlicher Einzug des Königs von Griechenland in
Athen.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 2. September.
Meßplätze=Verſteigeruna um 9½ Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Amerika” von Neu=York kommend,
meldet drahtlos, am 29. Aug. 10 Uhr morgens in
Cher=
bourg und 3 Uhr nachm. in Southampton zu ſein.
„Armenia” von Neu=York kommend, 28. Aug. 8 Uhr
30 Min. abends Dover paſſiert. — Südamerika,
Weſt=
küſte Amerikas: „Dortmund” 27. Aug. 7 Uhr abends in
Roſario. „König Friedrich Auguſt” 28. Aug. 10 Uhr
morgens von Buenos Aires, heimkehrend. „König
Wilhelm II.” nach dem La Plata, 28. Aug. 1 Uhr nachm.
von Boulogne. „Pontos” 28. Aug. nachm. von Buenos
Aires nach Bahia Blanca. — Verſchiedene Fahrten:
„Ekbatana”, von Perſien kommend, 28. Aug. 8 Uhr
30 Min. morgens in Antwerpen. Vergnügungsdampfer
Meteor”, neunte Nordlandfahrt, 28. Aug. 7 Uhr 30 Min.
morgens in Bergen.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 21. Aug. nachm. in Rotterdam
einge=
troffen. „Nieuw Amſterdam” 26. Aug. vorm. von Neu=
York abgegangen. „Noordam” 25 Aug. vorm. in Neu=
York eingetroffen. „Ryndam” 24. Aug. 2 Uhr 15 Min.
nachm. Scilly paſſiert. „Potsdam” 19. Aug. vorm. von!
Neu=York abgegangen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
während der Krankheit und bei der Beerdigung
meines lieben Gatten, unſeres herzensguten Vaters,
Schwiegerſohnes, Bruders, Onkels und Schwagers
Herrn Karl Klenk
Schreinermeister
ſowie für die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrers
Widmann, für die ſo zahlreichen Blumenſpenden,
ſagen wir herzlichen Dank.
(18135
Darmſtadt, Sensfelderhof, den 30. Auguſt 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben,
unvergeß=
lichen Sohnes
(*7175
Heinrich Reichard
ſagen wir hiermit Allen, der Firma Gebr. Roeder,
den Bürobeamten derſelben, der Firma A. und J.
Monnard und deſſen Perſonal, der
Kriegerkamerad=
ſchaft „Germania”, der Prinzengarde, ſeinen
Freun=
den und Bekannten für die zahlreichen
Blumen=
ſpenden, ſowie insbeſondere Herrn Pfarrer Marx
für die troſtreichen Worte am Grabe unſeren
innigſten, aufrichtigen Dank.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Familie W. Reichard.
Darmſtadt, den 30. Auguſt 1913.
Vokaniſcher Garten, Erbacherſtaße dl. Gcöſnet
täglich von 6½ Uhr morgens bis 7½ Uhr abends mit
Ausnahme des Sonntags.
Druic und Verlag. z. . Piliſiſe Zoſtucdmncket
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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ſeither betriebenes Gewerbe niedergelegt haben oder es vor Ende
März 1914 niederlegen oder an einen anderen abzutreten oder ſonſtige
Veränderungen im Gewerbebetrieb vorzunehmen beabſichtigen,
wer=
den hiermit aufgefordert, dies alsbald auf dem Stadthaus, Zimmer
Nr. 6, anzuzeigen, damit bei der bevorſtehenden Steuerveranlagung
(18125a
darauf Rückſicht genommen werden kann.
Darmſtadt, den 1. September 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
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InProz.
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Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,00
74,25
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,60
3½ do. Conſols . . . 83,75
74,20
do.
do.
*4 Bad. Staatsanleihe . . 97,70
91,00
do.
3,
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,70
3½
do.
82,75
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,60
4 Heſſ. Staatsanleihe .
98,10
4 do. do. (unk. 1918) 97,10
do.
82,60
3½
do.
72,10
3 Sächſiſche Rente.
75,40
4 Württemberg unk. 1921 97,40
3½
do. v. 1875 93,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 97,00
1¾ Griechen v. 1887
57,20
Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 85,90
4 do. Goldrente . . . 90,80
do. einheitl. Rente 81,70
3 Portug. unif. Serie I 61,00
do. unif. Ser. III 64,75
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 99,00
do.
v. 1890 . . 93,40
do.
v. 1905 . . 88,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,70
do. v. 1902 . . . . 90,20
4½ dv. v. 1905 . . . . 99,80
3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Abmin. v. 1903 79,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 88,00
4 Ungar. Goldrente . . . 85,40
4 do. Staatsrente. . . 82,00
Zf.
InVrot.
5 Argentinter . . . . . . 98,00
do.
82,00
4½ Chile Gold=Anleiße . 92,50
5 Chineſ. Staatsanleihe. 97,80
4½
do.
91,30
4½ Japaner . . . . . . . 91,20
5 Innere Mexikaner . . . 79,30
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 75,50
5 Gold=Merikaner . . .
3 Buenos Aires Provinz 65,70
Aktien inländiſ her
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 140,50
7 Nordd. Jloyd . . . . . 118,20
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 127,50
Aktien ausländiſcher
Transvortanſtalten.
5 Anatol Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 403 .
6 Baltimore und Ohio . 100½
6 Schantungbahn . . . . 124,60
8 Luremb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 28,00
6 Pennſylvania R. R. .
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Hibid.
4 Brauerei Werger 60,00
28 Bad. Anilin= u. Sodz=
Fabrik . . .
. . . 545,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.238,00
30 Farbwerke Höhſt . . 616,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . .
10 Cement Heidelberg . . 145,50
30 Chem. Werke Albert 443,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . .300,00
5 Lahmeyer. . . . . . . .
In Proz.
Letzte
Tivid
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12 Siemenz & Halske 215,80
5 Beramann Eleetr. . . 128,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 166,20
0 Gummi Peter . . . . 70,00
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0 Kunſtfeide Frankfurt
30 Adler=Fahrradwerke
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9 Maſchinenf. Badenia 145,00
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9 Steana Romana Petr. 160,75
15 Zellſtoff Waldbof . . 219,75
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häuſel. . . . .
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 70,00
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11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 146,80
10 Gelſenkirchener . . . . 184,50
9 Harpener . . . . . . . 190,50
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 259,20
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 75,50
6 Laurahütte
. . . . . 168,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 143,00
13
Weſteregeln 185,00
7½ South Weſt Africa 114½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 96,90
4 Eliſabethbahn, freie . . 89,00
Franz=Joſefs=Bahn . .
71,50
3 Prag=Duxer . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,90
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,90
do.
78,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 96,80
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72,60
In Proz,
Bf.
2¾ Oeſt. Sübb. (Lomb.) 53,00
3 Raab=Oedenburg
75,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 83,80
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4½ Moskau=Kaſan . . . 93,60
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do.
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4 Rjäſan Koslow . . . . 85,00
3 Portugieſ. Giſenb. .. 73,00
84,00
do.
27
2½ Livorneſer .
69,00
3 Salonique=Monaſtir . 62,30
4 Baadadbahn . .
79,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 92,20
4 Miſſouri=Paciſie. . . . 90,00
4 Northern=Paciſte . . . 94,10
4 Southern=Paciſie . . . 91,00
5 St. Louts und Gan
Francisce. . . . . —
-
E Tehnantepee . . .. . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Kürich .
7½ Vergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 144,30
91! Berlin. Handelsgef.
6½½ Darmſtädter Bank . 114,20
12½ Deutſche Bank
247,00
6 Deutſche Vereinsbank 116,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . .
111,50
10 Diskonto=Kommandit 184,50
8½ Dresdener Bank 1492/
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,00
6½ Mitteld. Kreditbank 113,80
7 Nationalb. für Deutſchl. 114,70
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . . 134,00
7 Rhein. Kreditbank. . .127,00
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 106,50
7½ Wiener Bankverein . 130,90
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94,50
In Proz.
24.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
85,00
S. 19. . . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
3½
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
3½
84,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
96,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . .
96,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
E. 3—5 . . . . . . . . 84,00
S. 9—11 . . . . . . . 84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
34
84,00
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 94,30
3½ do. (unk. 1914) . . 83,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,60
3½
do.
85,00
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . .
94,50
3½
do.
86,90
96,40
Frankfurt. . . . . . .
do.
3½
95,70
4 Gießen . . . . . .. .
3½
86,00
do.
4 Heidelberg .. ....
93,30
3½
do.
4 Karlsruhe . . . . . . 95,00
3½
do.
85,20
4 Magdeburg. . . . . .
3½
.
4 Mainz . . . . . . .. —
3½
.
4 Mannheim . . . . . . 94,00
31
89,00
do.
München . . . . . . . 97,60
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 96,00
3½
83,90
4 Offenkch. . . . . . . —
Zf.
—
3½ Offenbach . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . .
3½
do.
4 Worms. . . . . . . . 94,0
85,5
3½
do.
4 Liſſaboner v. 1886 . —
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 182,0
3½ Cöln=Mindner 100 135,4
3 Holl. Komm. . fl. 100 113,8
3 Madrider Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,3
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 181,0
3 Oldenburger . . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 —
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 194,5
Freiburger . . . . Fs.15 127,0
Mailänder . . . . Js.45
bo. . . . . Fs.10 37,5
Meininger . . . . fl. 7 33,0
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,0
v. 1858fl. 100 502,0
do.
Ungar. Staats . . fl. 100 382,0
Venediger . . . . Fs. 30 60,5
Türkiſche . . . . Fs. 400 165,8
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Engl. Sovereigns . . . . 20,3
20 Franks=Stücke . . . . 16,1
Amerikaniſche Noten . . . 4,1
Engliſche Noten . . . . . 20,4
Franzöſiſche Noten. . . . 80,8
Holländiſche Noten. . . . 168,4
Italieniſche Noten . . . . 79,6
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,5
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,8
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Bekanntmachung
über die Abgabe der Steuererklärungen für das Steuerjahr 1914 betr.
A. Staatsſteuer=Veranlagung.
Nach Art. 20 des Einkommenſteuergeſetzes vom 12. Auguſt
1899 hat jeder Steuerpflichtige, der ein ſteuerbares Jahreseinkommen
von 2600 Mk. oder mehr beſitzt, über den Jahresbetrag ſeines
Ein=
kommens und der etwa zum Abzug geeigneten Laſten eine ſchrift
liche Erklärung abzugeben.
Von der Abgabe dieſer Einkommensſteuererklärung iſt nach
Art. 21 des genannten Geſetzes, inſofern nicht im einzelnen Fall
be=
ſondere Aufforderung des Vorſitzenden der Veranlagungskommiſſion
ergeht, derjenige Steuerpflichtige befreit, welcher im unmittelbar
vor=
ausgegangenen Steuerjahr bereits zur Einkommenſteuer I. Abteilung
(Einkommen von 2600 Mark und mehr) veranlagt war, auch
in=
zwiſchen ſeinen Wohnſitz nicht gewechſelt und keine
Einkommens=
verbeſſerung erfahren hat, die ſeine Verſetzung in eine höhere Klaſſe
bedingt.
Nach Art. 2 Abſ. 3, Art. 15 und 21 Abſ. 1 des
Einkommen=
ſteuergeſetzes ſind die Vorſtände der nach Art. 2 der
Einkommen=
ſteuer unterworfenen Geſellſchaften uſw. verpflichtet, über deren
Ein=
kommen alljährlich vollſtändigen Aufſchluß zu erteilen.
Diejenigen Steuerpflichtigen, welche Einkommen aus Aktien pp.
der untenſtehenden, mit einem Teil ihres Einkommens ſchon für ſich
der Einkommenſteuer in Heſſen unterliegenden=Geſellſchaften beziehen,
Verzeichnis
der in Heſſen mit einem Teil ihrer Ueberſchüſſe zur Einkommenſteuer
und mit einem Teil ihres Anlage= und Betriebskapitals zur
Gewerb=
ſteuer veranlagten Geſellſchaften pp.
Name der Geſellſchaft pp.
dürfen die Einkommensbezüge aus dieſen Aktien pp. nicht mit dem
vollen Betrag, mit dem ſie als Einkommen unter I Ord.=Nr. 9 der
Steuererklärung aufzuführen ſind, ſondern nur mit den nach den
unten verzeichneten Prozeütſätzen zu berechnenden Beträgen unter II
Ord.=Nr. 1 der Erklärung in Abzug bringen.
Nach Art. 19 des Vermögensſteuergeſetzes vom 12. Auguſt
1899 hat jeder von der Kommiſſion für die Einkommenſteuer erſter
Abteilung zu veranlagende, ein jährliches Einkommen von 2600 Mk.
und mehr beſitzende Betriebsunternehmer (Perſonen, die Land= und
Forſtwirtſchaft oder ein Gewerbe betreiben), der zum erſtenmale mit
Anlage= und Betriebskapital zur Vermögensſteuer veranlagt wird,
eine ſchriftliche Erklärung über das im land= und forſtwirtſchaftlichen
oder gewerblichen Unternehmen verwendete Anlage= und
Betriebs=
kapital und die es belaſtenden Schulden abzugeben.
Weiter iſt nach Art. 25 desſelben Geſetzes jeder, deſſen ſonſtiges
Vermögen (Kapitalvermögen uſw.) nach Abzug der darauf
laſtenden Schulden einen Wert von 3000 Mk. und mehr hat, be
ſeiner erſtmaligen Veranlagung zur Vermögensſteuer zur Abgabe
einer ſchriftlichen Erklärung über dieſes Vermögen verpflichtet.
B. Gemeindeſteuer=Veranlagung.
Nach Art. 15 des Gemeindeumlagengeſetzes vom 8. Juli 1911
ſind diejenigen Perſonen, deren Anlage= und Betriebskapital
mindeſtens 3000 Mk. beträgt, verpflichtet, bei ihrer erſtmaligen
Ver=
anlagung zur Gemeindegewerbſteuer eine Erklärung über das Anlage=
und Betriebskapital abzugeben.
Ferner hat zufolge Art. 44 jeder Pflichtige, deſſen
Kapital=
vermögen mindeſtens 3000 Mk. beträgt, bei ſeiner erſtmaligen
Veranlagung zur Gemeindekapitalſteuer eine Erklärung über ſein
Kapitalvermögen einzureichen.
Diejenigen Steuerpflichtigen, welche Aktien oder Geſchäftsanteile
jeder Art der untenſtehenden, mit einem Teil ihres Anlage= und
Be=
triebskapitals in heſſiſchen Gemeinden zur Gewerbſteuer veranlagten
Geſellſchaften ꝛc, beſitzen, dürfen dieſe Aktien oder Geſchäftsanteile
nicht mit dem vollen Betrag, mit dem ſie als Vermögen unter
Ziffer 4 der Angaben über das Kapitalvermögen aufzuführen ſind,
ſondern nur mit den nach den unten angegebenen Prozentſätzen zu
berechnenden Beträgen wieder in Abzug bringen.
In denjenigen Fällen, in denen bereits nach den für die
Staatsſteuer geltenden Grundſätzen die Pflicht zur Abgabe einer
Er=
klärung über das Anlage= und Betriebskapital oder über das
Kapital=
vermögen beſteht, iſt eine beſondere Erklärung für die Veranlagung
desſelben Vermögens zu den Gemeindeumlagen nicht mehr abzugeben.
Soweit Einkommen zu den Gemeindeumlagen, nicht aber
gleichzeitig zur Staatsſteuer heranzuziehen iſt, gelten die Vorſchriften
für die Abgabe von Erklärungen zur Staasſteuer ſinngemäß für
Er=
klärungen über nur gemeindeſteuerpflichtiges Einkommen.
C. Gemeinſame Vorſchriften.
Die nach Vorſtehendem erforderlichen Staats= oder
Gemeinde=
ſteuererklärungen ſind abzugeben:
1. für Minderjährige, Abweſende, ſowie für Perſonen, die aus
anderen Gründen unter Vormundſchaft oder Pflegſchaft geſtellt
ſind, von deren geſetzlichen Vertretern;
2. für juriſtiſche Perſonen (Gemeinden, Körperſchaften, Stiftungen,
Anſtalten), ferner für Geſellſchaften, Genoſſenſchaften und ſonſtige
juriſtiſche Perſonen, Gantmaſſen, Erbmaſſen, ſoweit eine
Steuer=
pflicht hier überhaupt in Betracht kommt, von den geſetzlichen
oder beſtellten Vorſtänden oder Verwaltern;
3. in allen anderen Fällen von dem Steuerpflichtigen ſelbſt und
zwar hinſichtlich des geſamten eigenen wie des Einkommens
und Vermögens ſeiner nicht ſelbſtändig beſteuerten Angehörigen,
ſoweit ſie nach Art. 5 des Einkommenſteuergeſetzes, Art. 10 des
Vermögensſteuergeſetzes und Art. 46 des
Gemeindeumlagen=
geſetzes bei der Beſteuerung mit ihm als eine Perſon
an=
zuſehen ſind.
Zu dieſen Erklärungen ſind die von Großh. Miniſterium der
Finanzen feſtgeſetzten und von den Bürgermeiſtereien zu beziehenden
Formulare zu verwenden; ſie ſind je nach der Wahl des Verpflichteten
offen oder verſchloſſen ſpäteſtens bis zum 30. September ds. Js.,
unmittelbar bei dem Finanzamt oder bei der — zur Weitergabe an
das Finanzamt verpflichteten — Bürgermeiſterei abzuliefern, ohne daß
der Pflichtige deshalb eine beſondere Aufforderung abzuwarten hätte.
Die Einſendung der Erklärungen durch die Poſt iſt zuläſſig,
geſchieht aber auf Gefahr des Abſenders und deshalb zweckmäßig
mittels Einſchreibebriefs.
Unter Bezugnahme auf die obigen Mitteilungen fordern
wir die zur Abgabe von Steuererklärungen Verpflichteten
hier=
mit auf, ihre Erklärungen bei Meidung der geſetzlichen
Nach=
teile und der verwirkten Strafen (Hinterziehungsſtrafen in Höhe
des 4—20fachen Betrags der hinterzogenen Steuer,
Ordnungs=
ſtrafen bis zu 100 Mk.) bis zu dem angegebenen Zeitpunkt an
die Bürgermeiſtereien oder unmittelbar an uns gelangen zu laſſen.
Den Steuerpflichtigen, die nicht zur Abgabe von
Steuer=
erklärungen verpflichtet ſind, bleibt die Abgabe freiwilliger
Steuer=
erklärungenzunbenommen.
Schließlich machen wir auf die durch § 68 des
Reichs=
geſetzes vom 3. Juli ds. Js. über einen einmaligen
außer=
ordentlichen Wehrbeitrag auch für Landesſteuern gewährte
Nachſicht aufmerkſam. Danach bleiben diejenigen
Steuer=
pflichtigen, die in der Zeit zwiſchen dem 26. Juli ds. Js. und
der demnächſtigen Veranlagung zum Wehrbeitrag bei der
Ver=
anlagung zu einer direkten Staats= oder Gemeindeſteuer
Ver=
mögen oder Einkommen anmelden, das bisher der Staats= oder
der Gemeindebeſteuerung entzogen war, von der nach den
heſſiſchen Steuergeſetzen an ſich verwirkten Strafe und
Ver=
pflichtung zur Nachzahlung für frühere Steuerjahre frei. Die
jetzt bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Veranlagung zum
Wehr=
beitrag abgeſchloſſen ſein wird, ſtattfindenden Berichtigungen
früherer unrichtiger Einkommens= oder Vermögensanzeigen oder
Nachholungen unterlaſſener Steuererklärungen ziehen daher keine
Strafe und keine Steuernachzahlungen für frühere
Jahre nach ſich.
Die Großh. Finanzämter ſind im übrigen bereit, über etwaige
Zweifel an den bekannten Amtstagen Auskunft zu erteilen.
Bekanntgegeben, den 4. Auguſt 1913.
(16527a
Die Vorſitzenden der Verenlagungskommiſſionen für die Finanzämter=
Darmſtadt I
Darmſtadt II
Langen
Gtroh.
von Diemar.
Dörr.
niederlaſſung Mainz
Rheiniſche Portland=Zementwerke, Köln
Allgemeine Elſäſſiſche Bankgeſellſchaft in Straßburg
Bank für Handel und Induſtrie in Darmſtadt
Binding’ſche Brauereigeſellſchaft in Frankfurt a. M.
Bioſonwerk Benshetm G. m. b. H. in Frankf. a. M.
Bonner Bergwerks= und Hüttenverein Zementfabrik
in Oberkaſſel bei Bonn .
Brauerei Stern A.=G. in Frankfurt=Oberrad . . .
Buderus’ſche Eiſenwerke in Wetzlar
Chemiſche Fabrik Griesheim Elektron A.=G. zu
Frankfurt a. M. .
Chemiſche Werke vorm. H. u. E. Albert A.=G. zu
Mainz=Kaſtel
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft für den Nieder=u.
Mittel=
rhein zu Düſſeldorf
Deutſche Vereisbank zu Frankfurt a. M. . . . .
Diskontogeſellſchaft zu Berlin .
Duckerhoff und Söhne G. m. b. H.
Portlandzement=
werke in Mainz=Kaſtel .
Filter= und brautechniſche Maſchinenfabrik vorm.
L. A. Enzinger, Worms . .
Frankfurter Lokalbahn=A.=G. zu Frankfurt a. M.
Frankfurter Vorort=Terraingeſellſchaft A.=G.
Harloff, Adolf, G. m. b. H. Kaſſel, Kohlenhandlung
und Spedition in Guſtavsburg .
Harpener Bergbauaktiengeſellſchaft in Guſtavsburg
Heddernheimer Kupferwerke u. Süddeutſche
Kabel=
werke, A.=G. in Guſtavsburg
,„
Hefftſche Kunſtmühle A.=G. in Mannheim
Hofbierbrauerei Schöfferhof und Frankfurter
Bürger=
brauerei . .
Hofbrauhaus Hanau vorm. G. Ph. Nicolay A.=G.
zu Hanau
,,
Kempffſche Brauerei A.=G., Frankfurt a. M.
Landgräfl. Heſſ. konzeſſionierte Landesbank, A.=G.
zu Homburg v. d. H. . .
Mainzer Aktienbrauerei
Mannheim=Bremer Petroleum=Aktien=Geſellſchaft zu
Mannheim
Maſchinenfabrik Augsburg=Nürnberg A.=G., Werk
Guſtavsburg
,
Mitteldeutſche Kreditbank
Nackenheimer Metallkapſel= und
Kellereimaſchinen=
fabrik A.=G.
Neptun, Waſſerleitungsſchäden= und Unfallverſicher.=
Geſellſchaft, A.=G., Frankfurt a. M.
Niederländiſche Dampfſchiff=Reederei Rotterdam . .
Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G. . . . .
Oelfabrik Groß=Gerau=Bremen A=G.
Olex, Petroleum=Geſellſchaft m. b. H., Berlin . . .
Pfälziſche Bank, Ludwigshafen .
Portland=Zementwerke Heidelberg und Mannheim,
A.=G. zu Weiſenau .
Preußiſch. Rheiniſche Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft zu
Köln
Providentia, Frankfurter Verſicherungsgeſellſchaft .
Rheiniſche Petroleum=Aktiengeſellſchaft, Köln, Zweig=
Rheiniſche Schuckertgeſellſchaft für elektr. Induſtrie,
A.=G., Mannheim
,
Rhein= und Seeſchiffahrtsgeſellſchaft zu Köln . . .
Röderbergbrauerei A.=G., Frankfurt a. M. . . .
Saarbachs News Exchange
, , . „ „
Schaffſtädt, H., G. m. b. H., Gießen
Scheidhauer und Gießing zu Duisburg=Wanheimerort
Schramm’ſche Lack= und Farbenfabriken, vormals
Chriſtoph Schramm, A.=G., zu Offenbach .
Julius Sichel & Comp., Kommanditgeſellſchaft auf
Aktien .
Stadermann, Friedrich, G. m. b. H., Offenbach a. M.
Stahl & Nölke, A.=G. für Zündwarenfabrikation in
Koſtheim
Stellawerk, A.=G., vorm. Wiliſch & Co., Homberg a. Rh.
Strauß, David, jr., G. m. b. H., Zigarrenfabrik zu
Klein=Steinheim
,,
Süddeutſche Diskontogeſellſchaft, A.=G. . . . . .
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft
Süddeutſche Immobiliengeſellſchaft zu Mainz . .
Tietz, Leonhard, A.=G., in Köln
,
Verein chemiſcher Fabriken zu Mannheim
Verein für chemiſche Induſtrie zu Mainz-Mombach
Vereinigte Kunſtſeidefabriken, A.=G., in Kelſterbach
Vereinigte Malzfabriken, G. m. b. H., Worms
Vereinigte Spediteure und Schiffer,
Rheinſchiffahrts=
geſellſchaft m. b. H., Mannheim
,„
Vereinigte Strohſtoffabriken in Dresden .
Vereinigte Ultramarinfabriken, A.=G., vorm. Leverkus,
Zeltner und Konſ., in Köln
Zimmer, Georg, Karl, Chemiſche Fabriken, G. m. b. H.,
Kaſtel- Amöneburg .
, ,
Zuckerfabrik Frankenthal . . . . . . . . . . .
3,6
1,3
10,43
92,04
3,73
21,95
4,4
75,0
2,4
8,53
96
24,97
3,83
5,08
27,8
15,15
6,86
14,15
3,83
12,85
23,18
17,4
62,66
88,0
27,7
96,16
27,7
55,0
0,2
0,5
99,0
3,06
39,7
4,3
61,4
2,4
13,8
64,5
13,42
3,5
3,8
32,4
17,6
8,7
4,3
17,1
19,5
18,9
10,4
58,5
100
29,8
96,1
-
55,0
3,08
2,3
20,9
0,2
79,19
1,8
5,4
44,49
9,03
4,8
40,68
16,4
56,11
74,0
0,9
14,5
21,0
8,
16,3
25,0
43,4
53,4
9,44
48,4
9,4
33,9
8,78 5,4
50,0
17,22
8,4
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Dachshund. 1 deutſcher
Schäferhund, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(18115
Impftermin.
Dienstag, den 2. kommenden Monats, ſowie an den
folgen=
den Dienstagen, nachmittags 4 Uhr beginnend, finden in dem
Mädchenſchulhauſe, Beſſungerſtraße 67, öffentliche und
unentgelt=
iche Impf= u. Nachſchautermine für die Kinder des Beſſunger
Stadtbezirks ſtatt.
Impfflichtig ſind alle im vorigen Jahr geborenen, ſowie die
us früheren Jahrgängen mit der Impfung im Rückſtande
ver=
liebenen Kinder.
Ich mache noch beſonders darauf aufmerkſam, daß aus einem
hauſe, in dem anſteckende Krankheiten, wie Scharlach, Maſern,
Rphtherie, Krupp, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen
oder die natürlichen Pocken herrſchen, die Impflinge zum allgemeinen
ermin nicht gebracht werden dürfen, und daß die Kinder zum
Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit reinen Kleidern
gebracht werden müſſen.
Darmſtadt, den 28. Auguſt 1913.
M
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
(18042soo
Abhanden gekammene Sparkaſſenbücher.
Die vermißten Einlagenbücher
Nr. 138465, lautend auf den Namen Hüther, Georg
„ 206 219,
Huſek, Dora
er ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt werden nach deren Satzung § 20
r kraftlos erklärt, wenn ſie nicht innerhalb drei Monaten bei
ieſer Kaſſe vorgezeigt werden.
Darmſtadt, den 22. Juli 1913.
(15940a
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Netz, Direktor.
Verdingung.
Die Anfertigung, Anlieferung und Aufſtellung der
Eiſenkon=
truktion für die Straßenüberführung von 37,50 m Stützweite in
m 63,713 der Strecke Frankfurt a. M. —Niederlahnſtein ſoll
ver=
eben werden. Die Lieferung einſchließlich Anfertigung der
Werk=
eichnungen und Berechnungen umfaßt rd. 120 Tonnen
Flußeiſen=
onſtruktion und rd. 1,20 Tonnen Flußſtahlguß für die Lager. Die
Verdingungsunterlagen und die Ueberſichtszeichnung liegen in unſerem
Verwaltungsgebäude, Rhabanusſtraße Nr. 1, Zimmer 99a, zur
Ein=
ſichtnahme aus und können gegen gebührenfreie Einſendung von
0 Pfg. für die Bedingungen und 1 M. für die Zeichnungen in bar
nicht in Briefmarken — von unſerem Zentralbureau, ſo lange der
Vorrat reicht, bezogen werden.
(IV,18104,73
Die Angebote ſind verſiegelt und mit der Aufſchrift: „Angebot
auf die Eiſenkonſtruktion für das Bauwerk Nr. 5 der neuen
Verbin=
dungsbahn Rüdesheim-Sarmsheim” verſehen, poſt= und
beſtellgeld=
frei bis zum Eröffnungstage, Freitag, den 19. September 1913,
ormittags 11½ Uhr, an uns einzuſenden.
Die Eröffnung der Angebote findet auf Zimmer 72 unſeres
verwaltungsgebäudes ſtatt.
Mainz, den 29. Auguſt 1913.
Königl. Preuß. und Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion.
Hessische
Handelslehranstalt
Fernspr. 923 Darmstadt Rheinstr. 6, II.
Schulmässiger Klassenunterricht in allen Handelsfächern.
Das Wintersemester beginnt Dienstag, 7. Oktober
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Diplomhandelslehrer
(18066a
Wilh. Siedersleben
gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.
Sprechstunden Montag bis Freitag 12—1 und 3—5 Uhr.
Vergebung von Erdarbeiten.
Das Abheben von etwa 500 cbm
Boden am Dornheimer Weg mit
Abfuhr nach der
Wixhäuſerhaus=
ſchneiſe ſoll verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Zimmer Nr. 4,
zur Einſicht offen. Auch werden dort
die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 5. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(18128oi
Darmſtadt, 30. Auguſt 1913.
Tiefbauamt.
I. V.: Heuſel.
End des
Vüsf
44
Dünger=Verkauf.
Mittwoch, 3. September 1913,
vormittags 95 Uhr,
wird auf dem Hofe der
Train=
kaſerne in der Eſchollbrückerſtraße
Nr. 24 die Matratzenſtreu der
1. Kompagnie meiſtbietend
ver=
ſteigert.
(18090
Train=Bataillon Nr. 18.
1
bei Darmſtadt
ſtehendes, uns gehöriges
Men
Mane
welch. wir zurücknehmen
muß=
ten, ſoll anderweitig verkauft
werden. Auf Wunſch bequemſte
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Zeil 102.
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Eliſabethenſtr. 46.
Die Fortbildungsſchule für die uns der Polksſchule entlaſſene
männliche Jugend, hier Beginn des Unterrichts für die
kauf=
männiſchen Klaſſen.
Für die kaufmänniſchen Klaſſen (Kaufleute und Schreiber)
der obligatoriſchen Fortbildungsſchule beginnt der Unterricht in dieſem
Jahre Montag, den 8. September, nachmittags 2 Uhr.
Der Unterricht findet ſtatt an zwei Nachmittagen der Woche
von 1½—4½ Uhr und dauert vom 8. September 1913 bis 19. März
1914, mit Unterbrechung vom 1. bis 19. Oktober (Herbſtferien) und
vom 12. Dezember bis 4. Januar (Weihnachtsferien). Die am
fran=
zöſiſchen Unterricht teilnehmenden Schüler haben an drei Nachmittagen
Schule. Es iſt wünſchenswert, daß die Schüler, die den franzöſiſchen
Unterricht beſuchen wollen, ſich hierfür ſchon am 8. September anmelden.
Der Unterricht iſt für alle Schüler unentgeltlich.
Die Fortbildungsſchulpflichtigen aus den Jahrgängen 1911
und 1912, die im vorigen Winter die kaufmänniſchen Klaſſen in
dem Schulhauſe am Ballonplatz (Lehrer Simon und Eß) beſucht
haben, haben ſich Montag, den 8. September, 2 Uhr nachmittags,
in der Turnhalle der Ballonſchule einzufinden.
Zur gleichen Zeit haben ſich daſelbſt alle diejenigen zu ſtellen,
die Oſtern 1913 aus den Stadtknabenſchulen I und II, aus der
Bezirksſchule in der Lagerhausſtraße und aus den
Kuabenmittel=
ſchuleu I und II entlaſſen worden ſind und ſich dem
kaufmänni=
ſchen oder Schreiberberuf gewidmet haben, ebenſo die von
aus=
wärts zugezogenen ſchulpflichtigen Lehrlinge dieſer
Berufs=
gruppen.
Die im Bezirk der ehemaligen Gemeinde Beſſungen
woh=
nenden Kaufmanns= und Schreiberlehrlinge aus den Jahrgängen
1911, 1912 und 1913 können auf Wunſch ebenfalls dieſen Klaſſen,
deren Unterricht im Schulhaus am Ballonplatz ſtattfindet, zugeteilt
werden, wenn ſie ſich Montag, den 8. September um 2 Uhr daſelbſt
einfinden.
Vom Beſuche der obligatoriſchen Fortbildungsſchule befreit
ſind die Schüler der kaufmänniſchen Schule (Schulſtraße) und
die=
jenigen jungen Leute, die anderen genügenden Schulunterricht
ge=
nießen. Ferner ſiud befreit die ehemaligen Schüler höherer
Lehr=
anſtalten, die ein Jahr lang die Obertertia beſucht und in den
weſentlichen Lehrfächern das Klaſſenziel erreicht haben.
Geſuche um gänzliche oder teilweiſe Befreiung vom Beſuche
der Fortbildungsſchule ſind bei Meidung der Nichtberückſichtigung
alsbald ſchriftlich an Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion
Darm=
ſtadt (Neckarſtraße 3) zu richten. Die Geſuche müſſen von den
Schülern ſelbſt verfaßt, geſchrieben und unterſchrieben ſein und
An=
gaben enthalten über Alter, Heimatort, Name und Geſchäft der
Eltern, ſeitherigen Schulbeſuch und dermaligen Arbeitsherrn des
Schülers. In den Eingaben ſind die Gründe anzuführen, aus
wel=
chen Befreiung erbeten wird; außerdem ſind Art, ſowie wöchentliche
Stundenzahl etwaigen anderen Unterrichts und die dieſen Unterricht
erteilenden Lehrer zu bezeichnen.
Für die übrigen Berufsgruppen beginnt der Unterricht Montag,
den 20. Oktober. Beſondere Bekanntmachung hierüber erfolgt
an=
fangs Oktober.
Darmſtadt, den 29. Auguſt 1913.
(18095oms
Der Vorſitzende des Schulvorſtandes:
Dr. Gläſſing.
Darmstädter Sprach- u. Handelsschule
Leiter: Emil Held und Hieron. Schneider.
Am 7. Oktober beginnen neue:
Jahres-Kurse Halbjahres-Kurse kürzere Kurse
in allen kaufmännischen Fächern, Stenographie
und Maschinenschreiben, sow. fremden Sprachen.
Für Fortbildungsschüler: Beginn neuer
Kurse am 1. September. — Befreiung vom
obligatorischen Unterricht.
Anmeldungen erbitten wir baldigst.
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Jg. Fr. ſ. vm. 2—3 Std. Laufdienſt.
Zu erfr. Darmſtr. 39, II., links. (*7025so
Tücht. Waſchfrauſ. Kundſch., beſte
Empf. Fr. Presch, Soderſtr. 7. (*1165g
Empf. mich im Waſchen u. Putz,
Frau Engelhard, Langgaſſe 29, Htb.
Nur durch Poſtkarte beſt. (*7166
Junge, ſaubere, gutempfohlene
Frau nimmt nochWaſchen u. Putzen
an Pallaswieſenſtr. 23. (*7177
Tüchtige Mädchen ſuch. Stellen.
Frau Susanna Röse, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Kiesſtr. 35, I. (*7188
Stell ſuch.: Köchin, Stütze, Jungfer
beſſ. Hausmädch., Kinderfrl., mehr-
Alleinmädch. ſof. u. 1. Okt., alle m. g.
Zeugn. Johannette Weißmantel,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Karl=
ſtraße 30. Teleph. 1909. (*7216
Junge ſaubere Frau ſucht
Lauf=
ſtelle. Zu erfragen
Roßdörfer=
ſtraße 28, II. Stock, rechts. (*7206
Männlich
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ſich weiter auszubilden, bei
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ſcheidenen Anſprüchen. Gefl. Off. u.
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Als er am Nachmittag wiederkam, hörte er von der
Mutter Müllern zu ſeinem Befremden, Anita ſei
ausge=
gangen. Heini hing ſich ſofort an ihn.
Väterchen Harto, warum hat Mutti wieder ſo
ge=
weint? — Sie hat mich ſo gedrückt, daß es ganz weh tat,
Väterchen. Und Mutti hat geſagt, ſie will auch ganz gewiß
nicht wieder von Heini fortgehen, und nun iſt ſie doch ſchon
wieder gegangen.
Sie kommt ſicher bald wieder, Heini, und inzwiſchen
bleibe ich bei dir.
Es dauerte jedoch lange, ehe ſie kam, aber ſie ſchien
zuverſichtlicher als am Morgen und eine leiſe Röte der
Erregung lag auf ihrem blaſſen, müden Geſicht.
Ich fand in der Zeitung eine Muſiklehrerinnenſtelle
an einem großen Pädagogium ausgeſchrieben, da habe ich
mich zu einer Prüfung perſönlich vorgeſtellt und die Stelle
auch ſofort erhalten, erzählte ſie ohne jede Einleitung, als
ob ſie von etwas Selbſtverſtändlichem, längſt Beſchloſſenem
ſpräche. So werde ich doch endlich auf eigenen Füßen
ſtehen können.
Sol ſagte Harto in ſeiner bedächtigen Art, ohne ein
Erſtaunen zu verraten, welches Pädagogium iſt das?
Eie kemn es nich, Hend . . Es befündet ſch mcht
in Berlin. — Nur der Direktor weilt in Geſchäften
augen=
blicklich hier. Es liegt ſogar ziemlich weit entfernt. Ich
ſage aber nicht eher ſeinen Namen, als bis ich auf dem
Bahnhof bin, um abzufahren. Ich will fortan allein nach
meinem eigenen Ermeſſen handeln.
Das iſt Ihr gutes Recht! Alt genug ſind Sie dazu,
und ſobald der alte Hartkopf weiß, daß er überflüſſig iſt,
geht er ganz von ſelber.
So iſt das nicht gemeint, Harto! . . . Sie wiſſen doch,
daß ich gezwungen bin, von hier fortzugehen, aus dem
Bannkreis der Familie Drewensberg, daß ich zeigen
muß, ich vermag aus eigener Kraft für mich und mein
Kind zu ſorgen.
Ich weiß es zwar nicht, ſehe es auch nicht ein, halte
es im Gegenteil für die größte Unklugheit, die Sie begehen
können, — aber, wie geſagt, Sie ſind alt genug, um nach
eigener Faſſon ſelig zu werden.
Ja, Harto, und ich kann mich darin nicht beirren
laſſen. Seien ſie mir nicht böſe . . Sie haben mir ſehr
wehe getan, aber ich weiß, es geſchah aus Liebe.
Danke ſehr! ſagte Hartkopf mit iconiſch verzogenen
Lippen. Im übrigen aber: Der Mohr hat ſeine
Schuldig=
keit getan .
Väterchen . . .
Er machte eine energiſch abwehrende Bewegung mit
der Hand und begann ſeiner Gewohnheit nach langſam
im Zimmer auf und ab zu wandern. Eine Weile war es
ſtill zwiſchen ihnen, bis plötzlich Heini ſeinen Krauskopf
zur Tür hereinſteckte und wichtig fragte: Mutti, wann
kommt Tante Gittachen heut?
Die kommt heute gar nicht, Liebling.
Och, warum denn nicht? Sie hat doch verſprochen, mir
Knallbonbons von der Frau Gräfin mitzubringen.
Sie kann nicht kommen, mein Kind, ſie iſt verreiſt.
Och, Mutti, alle ſind immer verreiſt. Kommt ſie denn
morgen?
Ich weiß es nicht.
Aber du mußt es doch wiſſen! Sie hätte die doch die
Knallbonbons mitgeben können.
Das hat ſie wohl nur vergeſſen.
Aber ſie ſoll doch lieber ſelber kommen, Mutti.
Es koſtete Mühe, den kleinen Mann von ſeinene
Thema abzubringen, und als er endlich wieder in ſeinem
Spielzimmer verſchwunden war, ſagte Anita zu Hartkopf:
Da ſehen Sie doch, Vater Hartkopf, daß ich fortgehen muß
von hier.
Er blieb vor ihr ſtehen und maß ſie mit einem
durch=
dringenden Blick. Sie lügen nicht, Anita, — o nein! —
nicht einmal einem kleinen Kinde.
Sie fuhr ſichtlich zuſammen. Ich befinde mich in einer
Zwangslage, Harto. Es iſt zu Heinis Beſtem.
Das ſagt jeder, der zu einem Betrug ſeine Zuflucht
nimmt. Wie denn aber, Anita, wenn das Kind nicht
ein=
ſehen ſollte daß es zu ſeinem Beſten iſt, und Sie eines
Tages zur Verantwortung zieht dafür, daß Sie es belogen
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O nein! Wir haben Ihnen gegenüber um Ihrer ſelbſt
willen gehandelt, Sie tun es nicht für das Kind, ſondern
nur aus Eigenliebe.
Harto! ſtieß ſie mit fliegendem Atem hervor, ſehen
Sie denn das nicht ein, daß es kein ſichereres Mittel gäbe,
des Kindes Ausſichten für immer zu zerſtören, als wenn
ich mich ſeinem Großvater entgegen auf die Seite der
Par=
tei Eberhardts ſtellen wolkte?
Ich ſehe nur ein, daß Ihr gekränkter Stolz Sie blind
und taub macht gegen das, was Ihnen und dem Kinde
not tut. Sie ſind noch nicht reif, ſich ſelber zu beſiegen.
Und ich ſehe, daß wir uns nicht mehr verſtehen und
auch mein letzter Freund ſich gegen mich kehrt, klagte ſie.
Er zuckte die Schultern und ſchwieg. Daß er ſich
ver=
ſtohlen an den Augen wiſchte, ſah ſie nicht.
Ihre Hoffnung auf eine kurze Ruhefriſt bis zur
Aus=
einanderſetzung mit ihrem Schwiegervater erfüllte ſich.
Zwei Tage vergingen äußerlich ereignislos für Anita.
Hartkopf kam und ging wie gewöhnlich, aber die alte
Herzlichkeit zwiſchen ihnen war geſtört. Anita konnte ſich
des leiſen Mißtrauens, das Hartkopf nach wie vor mit den
Drewensbergs in Verbindung ſtände, nicht erwehren, und
er war bemüht, das ſie ſchmerzlich berührende Thema zu
meiden. So verkehrten ſie immer unter innerem
Vorbe=
halt miteinander und litten beide darunter.
Brigitte hatte, von Hartkopf dazu veranlaßt, gar nicht
erſt verſucht, Anita zu ſprechen. Das dankte ihm Anita
von Herzen. Des Morgens fragte ſie ſich voll Bangen:
Wird heute der Schlag auf mich herniederſauſen, Und
des Abends ging ſie mit Grauen vor dem kommenden
Tage zur Ruhe. Am dritten Tage endlich geſchah das
Ge=
fürchtete: ein Brief vom alten Baron traf ein, diesmal
von ihm ſelber geſchrieben. Der erſte Brief von ſeiner
Hand, bisher hatte er nur durch ſeinen Rechtsanwalt mit
ihr in Verbindung geſtanden.
Sie zitterte vom Kopf bis zu den Füßen, als ſie den
Brief in Händen hielt. Alles Blut drang ihr zum
Her=
zen. Sie wog ihn in den Fingern, als ob ſie dadurch
ſeinen Inhalt feſtſtellen könnte, lief zur Tür und ſchob
den Riegel vor, und nun erſt riß ſie mit fliegenden
Hän=
den den Umſchlag auf. Anfangs tanzten ihr die
Buch=
ſtaben vor den Augen durcheinander. Sie mußte zwei=,
dreimal leſen, bis ſie den Inhalt erfaßt hatte.
Der Brief war erſichtlich in der höchſten Aufregung
geſchrieben, unmittelbar, nachdem der Baron die Abreiſe
ſeines Sohnes erfahren hatte. Erſt von Bord des
Schif=
fes aus, als es unmöglich war, ihn zurückzurufen, hatte
Eberhardt den Brief geſandt, und nun war der Vater
außer ſich.
Das haben Sie uns alten Eltern angetan, Madame,
ſchrieb er. Sie haben uns unſere beiden Söhne geraubt
und ins Verderben geſtürzt. Der eine iſt geſtorben,
nach=
dem Sie ihn aus ſeiner glänzenden Karriere geriſſen und
in ein Leben voll Entbehrungen gedrängt hatten, mit
dem zweiten gedenken Sie Ihr Spiel ſchlauer zu treiben.
Meinen Sie, ich durchſchaue nicht die Komödie, die man
mir jetzt vorzuſpielen ſich bemüht? Man hofft, daß ich
mürbe werde, wenn man mich kinderlos macht — und
man treibt die Unverſchämtheit ſo weit, mir noch zu
drohen, daß ich mich ja nicht unterſtehen ſolle, der
Ur=
heberin alles Leidens für mich und meine Familie ein
Härchen zu krümmen. Nun, vorläufig bin ich noch de
Alte. An das Bemühen, Sie rein zu waſchen, verſchweni
ich nicht einen Gedanken, aber meine Geduld iſt jetzt
e=
ſchöpft. Ich werde ſofort den Rechtsweg beſchreiten, de
eine ſo unwürdige Mutter von der Erziehung ihre
Sohnes ausſchließt. Sie werden ihn binnen kurzem
au=
zuliefern haben, und ich rate Ihnen, erſt keine Schrit
zu unternehmen, um ſich dem Geſetzesſpruche zu en
ziehen. Es kommt auf das Haupt Ihres Sohnes wen
Sie mich zum Aeußerſten treiben.
Es überkam ſie eine Lähmung wie ein Starrkramp
Sie wollte ſchreien und konnte es nicht, nach einem
Ha=
faſſen und vermochte nicht, die Arme zu rühren. Es wurl
ſchwarz vor ihren Augen; in ihrem Kopfe war ein
Stei=
der ſie niederzwang. Sie ſchlug zu Boden, das Tiſchche
neben ſich mitreißend, daß ſchmetternd eine Vaſe zerbrac
Man klopfte und rief an der Tür, ſie hörte es nich
man riß und polterte, ſie rührte ſich nicht. Der
Rieg=
gab endlich nach, die Tür flog auf, und Hartkopf und Mu
ter Müllern ſtürzten herein.
Da lag ſie wie tot. Blut rieſelte von ihrer Stir
herab über das graugelbe, leichenhafte Geſicht. Ih.
Hand hatte ſich feſt um das zuſammengeknitterte Schre
ben gekrampft.
Die Beiden richteten ſie auf, die Müllern mit Jan
mern und Tränen, Hartkopf mit feſt zuſammengepreßte
Lippen und unbeweglichem Geſicht, nur im Auge fliegen!
Angſt. Es dauerte lange, ehe wieder Leben in die ſtar=
Geſtalt kam.
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Billigkeit mit Leuchtkraft und Haltbarkeit vereint.
Nur ächs in schwarz-weiss-roten Hülsen mit Namen
Dr. W. Schmia.
Sport, Spiel und Turnen.
* Waſſerturnen. Für die Geſundheit und
Leiſtungs=
fähigkeit iſt ein kräftiges Herz und die
Ausdehnungsfähig=
keit der Lungen die erſte Vorausſetzung. Dieſe beiden
Faktoren zu erlangen, iſt der Hauptzweck unſerer
Leibes=
übungen. Als eine der geeignetſten Leibesübungen
hier=
für erſcheint jedoch das Waſſerturnen denn neben
der Kräftigung des Körpers bietet das Schwimmen
vor=
zügliche Haltungsübungen, und es kommen bei ihm alle
Muskeln in ſeltener Mannigfaltigkeit und Abwechſelung
in Tätigkeit. Auch gibt es kaum Uebungen, bei denen man
den Mut ſchöner bilden kann, als bei den Waſſerſprüngen.
Der 2. Jugendtag der Ortsgruppe Darmſtadt des
Jung=
deutſchland=Bundes gab am verfloſſenen Sonntag der
Darmſtädter Bevölkerung Gelegenheit, einige Uebungen
aus dem Gebiete des Waſſerturnens kennen zu lernen.
e Schwimmabteilung der Darmſtädter
Turngemeinde beabſichtigt aber in der ſtädtiſchen
Schwimmhalle am 5. Oktober I. Js. ein Schwimmfeſt
zu veranſtalten, bei welchem alle Uebungsarten des
Waſſerturnens gezeigt werden ſollen. Außerdem werden
Wettkämpfe im Stafettenſchwimmen, Streckenſchwimmen,
Hindernisſchwimmen, Teller= und Streckentauchen und im
Waſſerſpringen zum Austrag kommen. Dieſe Wettkämpfe
ſind offen für die hieſigen Schwimmvereine und Schulen,
owie für die Schwimmabteilungen der Darmſtädter
Frankfurter, Wiesbadener und Mainzer Turnerſchaft. Die
Sieger werden mit beſonders kunſtvoll ausgeführten
Ehrenurkunden und Eichenlaubkränzen mit Schleife
aus=
gezeichnet. Die Einladungen nebſt Bekanntgabe der
Wettübungen und Sprünge werden alsbald ergehen. Das
Feſt verſpricht ſomit ſehr intereſſant zu werden, und den
Waſſerturnern der Turngemeinde werden in den
leiſtungs=
fähigen hieſigen Vereinen und den Schwimmabteilungen
der auswärtigen Turnerſchaften, unter denen ſich infolge
des beim Kunſtturnen erworbenen Mutes, wie ſich in der
Turngemeinde ſchon gezeigt hat, ganz vorzügliche
Waſſer=
ſpringer entpuppen, ſcharfe Gegner erwachſen.
* Lawn=Tennis. Turnier zu Bad Homburg.
Die wichtigſten Reſultate vom Freitag ſind: Im Herren=
Einzel ohne Vorgabe um den Homburger Pokal kam in
die Schlußrunde Froitzheim gegen O. Kreuzer 6:2, 6:2,
7.5, Lindpaintner gegen von Biſſing 715, 715, 6:4. Im
berren=Einzel ohne Vorgabe um die Meiſterſchaft von
omburg kam in die vierte Runde Albrecht gegen
Poin=
ilit 6:2, 6:2, Lindpaintner gegen Behrend 622, 611,
Froitzheim gegen E. Schadow 611, 622. Im
Damen=
einzel ohne Vorgabe kam in die Schlußrunde Frl. Salin
jegen Frl. Weihermann 6:2, 6:3, Frl. Bamberger gegen
Frl. B. Hermans 622, 610, im Herren=Doppel um den
Stewart=Pokal Froitzheim=O. Kreuzer gegen Poineilit=
Broß 6:2. 6:3, 8:6, von Biſſing=Lindpaintner gegen K.
kreuzer=Albrecht 611, 622. Im Damen= und Herren=Doppel
hne Vorgabe kam in die vierte Runde O. Kreuzer=Frl.
Salin gegen G. Schadow=Frl. Wisboom 6:2, 6:2. Miß
Bardner=K. Kreuzer gegen Frl. A. Hermans=K. Schreiber
3, 622. Im Herren=Einzel mit Vorgabe kam in die
orſchlußrunde Dintelmann (15.4) gegen Albrecht (—30)
5, 6:4, 7.5, im Damen=Einzel mit Vorgabe in die vierte
unde Frl. Herzfeld (15.3) gegen Frau Specht (15.1) 622,
10, Frl. Schäfer (*/) gegen Frl. Bacher (— 153) 64, 64,
rl. Bamberger (—30.3) gegen Frl. Eberſtadt (15) 6:4,
:6, 6:3, im Damen=Doppel mit Vorgabe in die
Schlußrunde Frl. Wisboom=Frau Robinſon (*) gegen
Miß Aſpinall=Miß Munro (— 15.3) 622, 6:0.
Handel und Verkehr.
* Patente uſw. (Mitgeteilt von Dipl.=Ing.
klemens Herszberg u. Co., Patent= und Ingenieur=
Bureau, Darmſtadt, Rheinſtraße 19). Pat ent=
An=
neldungen: 12d. A 23 584. Oelreiniger mit
Glas=
örpern als Filtermaterial. Guſtav Adolph=Mainz,
Kaiſer=Friedrichſtraße 5. 27. 2. 13. 60. J. 15046.
Vor=
ichtung zur zwangläufigen Führung der
Schwung=
örper bei entrifugal=Reglern. Wilhelm Jahns=
Iffenbach am Main, Kaſernenſtraße 1. 20. 9. 12.
5d. H. 56 628. Mit der Strömung treibender,
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eweglicher Torpedo Martin Hoffmann=Mainz,
Schiller=
traße 48. 19. 1. 12. 65 d. H. 58 798. Selbſtbeweglicher Torpevo;
uſammen zur Anmeldung. H. 56 628. Martin
Hoff=
nann=Mainz, Schillerſtraße 48. 28. 2. 12. — Patent=
Erteilungen. 57a. 263813. Feuerſchutzvorrichtung
ür Kinematographen, bei der das Reißen des Bildbandes
der das Sinken der Drehgeſchwindigkeit unter ein
be=
timmtes Maß das Ausſchalten des Austriebsmotors und
as Einſchalten der Saalbeleuchtung zur Folge hat.
Jugo Voß=Bingen a. Rh., Nahe=Kai 4. 18. 7. 12. V.
0972. 80 a. 263837. Abſchneidevorrichtung für
Braun=
ohlen= und Ziegelpreſſen mit von dem vorbewegten
Strange geſteuertem Antriebe für den Abſchneiderahmen.
vermann Knocke=Wölfersheim, Oberheſſen. 7. 4. 11. K.
7567. — Gebrauchsmuſter=Erteilungen. 4a.
63947. Dochthalter für Sturmlaternen. H. Voos und
J. Böhm, Unterflockenbach i. Odenw. 10. 7. 13. V. 11 461.
d. 564 231. Einrichtung für Wörterbücher mit durch
wiſchenlagen hergeſtellter alphabetiſcher Einteilung und
nit über den Buchkörper hinausragenden, an den
Zwiſchenlagen befindlichen Zungen. Emil Anton Stock=
Offenbach a. M., Louiſenſtraße 32. 2. 1. 13. St. 17197.
13 b. 564 420. Automatiſcher Speiſewaſſerregler
Rhei=
niſche Maſchinen= und Apparatebau=Anſtalt Peter Dinckels
und Sohn G. m. b H., Mainz. 3. 7. 13. R. 36 419. 21 f.
564 197. Drahtſeilführungsbügel für
Straßenüberſpunn=
ungen für elektriſche Beleuchtung. Hugo Maehler und
Wilhelm Kaege=Nieder=Ingelheim. 28. 7. 13. M. 47304.
25b. 564 374. Weidengeflecht. G Löffler und Co.=
Offen=
bach a. M. 25. 7. 13. L. 32476. 30 d. 563 882. Leibbinde.
Emma Lang, geb Gündner=Darmſtadt, Roßdörferſtr. 11.
26 7. 13. L. 32 470. 33 d. 563 624. Reiſekiſte mit
Küchen=
einrichtung. Gheorghe Ripiana=Darmſtadt,
Schloßgarten=
ſtraße 11. 3. 7. 13. R. 36 410. 44b. 564347. Behälter
für Zigaretten und dergleichen mit Streichholzbehälter.
Fritz Sohrmann=Grünberg, Heſſen. 11. 7. 13. S. 30 869.
45f. 564 144. Vorrichtung zur Beſprengung von Beeten,
Raſenflächen und dergleichen. Ludwig Weicker=Darmſtadt,
Nieder=Ramſtädterſtraße 82. 3. 8. 12. W. 37523. 63 b.
563 752. Milchverkaufswagen. O. Helms=Mainz,
Neutor=
ſtraße 10. 25. 7. 12. H. 56880. 63e. 563 683.
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mantel mit aufgelegten Seilkränzen für Fahrräder,
Kraft=
fahrzeuge oder dergleichen. Carl Stein=Roßdorf bei
Darmſtadt. 1. 3. 13. St. 17472. 71c. 563 691. Putz=
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13. S. 30671. 85g. 564 364. Um= und abſtellbares
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Heil III. und Chriſtian Milch=Eberſtadt bei Darmſtadt.
21. 7. 13. H. 61 990.
Schiffsliſte für billige Briefe nach
den Vereinigten Staaten von Amerika
(10 Pfg, für je 20 Gramm). Die Portoermäßigung
er=
ſtreckt ſich nur auf Briefe, nicht auch auf Poſtkarten,
Druck=
ſachen uſw., und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten
Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten
Amerikas, z. B. Kanada. „Amerika” ab Hamburg am 4. Sept.;
„König Albert” ab Bremen am 5. September; „Kaiſer=
Wilhelm II.”ab Bremen am 9. September; „Imperator”
ab Hamburg am 10. September; „Kronprinz Wilhelm”
ab Bremen am 16. September; „Kaiſerin Auguſte
Vik=
toria” ab Hamburg am 18. September; George
Waſhing=
ton” ab Bremen am 20. September; „Kronprinzeſſin
Ce=
cilie” ab Bremen am 23. September; „Victoria Luiſe‟
ab Hamburg am 25. September; Prinz Friedrich
Wil=
helm” ab Bremen am 27. September; „Kaiſer Wilhelm
der Große” ab Bremen am 30. September; „Imperator”
ab Hamburg am 1. Oktober. (Poſtſchluß nach Ankunft
der Frühzüge.) Alle dieſe Schiffe, außer „König Albert
und „Victoria Luiſe” ſind Schnelldampfer oder ſolche
die für eine beſtimmte Zeit vor dem Abgange die ſchnellſte
Beförderungsgelegenheit bieten. Es empfiehlt ſich, die
Briefe mit eincm Leitvermerk, wie „direkter Weg” oder
„über Bremen oder Hamburg” zu verſehen.
—
Eine neue Dampferlinie des
Nord=
deutſchen Lloyd. Der Norddeutſche Lloyd
unter=
hält zurzeit folgende Dampferlinien nach den Vereinigten
Staaten von Amerika: 1. eine Schnelldampferlinie von
Bremen nach Neu=York, 2. eine Poſtdampſerlinie von
Bremen nach Neu=York. 3. eine Linie von Genua nach
Neu=York, 4. eine Linie von Bremen nach Balltimore,
5. eine Linie von Bremen nach Philladelphia, 6. eine Linie
von Bremen nach Galveſton. Von Mitte September d. J.
ab wird der Norddeutſche Lloyd eine weitere Linie
von Bremen nach Boſton und Neu=Orleans
einrichten, welche dreiwöchentlich mit den Dampfern
„Köln”, „Frankfurt” und „Hannover” betrieben werden
und ſowohl dem Paſſagier= als auch dem Frachtverkehr
dienen ſoll. Als erſter Dampfer wird am 17. September
der Dampfer „Köln” von Bremen expediert werden.
Landwirtſchaftliches.
* Berlin, 30. Aug. (Wöchentlicher
Saaten=
ſtandbericht der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats.) Nach einer
vierzehntägigen Regenperiode ſetzte am Freitag voriger
Woche in ganz Deutſchland ſchönes Wetter ein, das aber
zunächſt nicht überall von Dauer war. In den öſtlichen
Provinzen, namentlich an der Weichſel, ſtellte ſich nach
zwei ſchönen Tagen wieder Regen ein, ſo daß die kaum
aufgenommenen Erntearbeiten neuerdings unterbrochen
werden mußten. Allmählich hörten aber auch in dieſen
Gebieten die Niederſchläge auf, und am Dienstag regnete
es nur noch in Oberſchleſien bis Breslau hin. Seither
herrſcht überall ſchönes ſonniges Wetter, das den
Fort=
gang der Ernte begünſtigt. Es iſt in den letzten Tagen
in vielen Gegenden noch Roggen eingefahren worden
ebenſo Gerſte, die jetzt wohl zum größten Teile unter Dach
ſein dürfte. Weizen und Hafer ſtanden vielfach noch am
Halme, namentlich von letzterem war noch viel zu mähen,
zumal ſeine Reife ſich durch die langandauernde Näſſe ſehe
verzögert hat. Da außerdem das Lagern der Frucht die
Erntearbeiten ſchwierig geſtaltet, ſo wird ſich die
Räum=
ung der Felder ſelbſt bei anhaltend günſtiger Witterung
in vielen Gegenden wohl noch 8 bis 10 Tage hinziehen.
Der größte Teil des in der letzten Woche geborgenen
Ge=
treides zeigt die Spuren der langen Regenperiode und iſt
ſtark mit Auswuchs behaftet. Die Futterpflanzen haben
ſich allgemein ſehr günſtig entwickelt, auch der friſch
ge=
ſäte Klee ſteht gut. Die Grummeternte iſt überall im
Gange und liefert einen reichhaltigen Ertrag von guter
Beſchaffenheit. Für die Rüben war das warme und
ſon=
nige Wetter ſehr vorteilhaft; ſie haben im Wurzelgewicht
zugenommen und ſich auch im Zuckergehalt gebeſſert. Ueber
die Kartoffeln wird berichtet, daß ſie ſchon viel unter Näſſe
gelitten haben, von Krankheiten befallen ſind und
viel=
fach zu früh abſterben. Immerhin hat ſich auch bei dieſer
Frucht der Witterungsumſchwung als günſtig erwieſen.
Literariſches.
Blättert man die ſoeben erſchienene Auguſt=
Aus=
gabe von Buttericks Moden=Revue durch, ſo iſt
man entzückt darüber, welche hervorragende
Zuſammen=
ſtellung dieſe Nummer erfahren hat. Beſonders
hervor=
heben möchten wir einige Schöpfungen des Modekünſtlers
Ernſt Deutſch, mit einem dazu gehörigen Artikel über
Sommer=Moden von der bekannten Modenſcheiftſtellerin
Margarete von Suttner. Eine Tafel Hutmoden zeigt uns
die kommenden Modelle, die recht kühn und ſchick ausſehen.
Der Hauptteil bringt uns eine Modeſchau in zahlreichen
und ſtilvollen Abbildungen über Sommer= und
Spätſom=
mertoiletten. Jede Aufmachung und Stilart vom
Einfäch=
ſten bis zum Eleganteſten iſt hier in reicher Auswahl
ver=
treten. Der Unterhaltungsteil biet für Groß und Klein
kurzweilige Zerſtreuung.
Das Handbuch des Deutſchen Touring=
Club e. V., Sitz München, ſtellt ſich in dieſem Jahre in
grauem, ſchmuckem Leinengewand ein. Auch ſein Inhalt
iſt einer durchgreifenden Aenderung unterzogen worden
und zeigt die Entwickelung und die Fortſchritte des Klubs.
Ein eigener Abſchnitt iſt dem Verſicherungsweſen
gewid=
met, dem der Klub durch ein eigenes Verſicherungsbureau
Rechnung trägt; ſeine ſämtlichen Mitglieder ſind gegen
Unfall und Haftpflicht verſichert. Zu günſtigen
Bedingun=
gen werden Verträge angeboten für Autoverſicherungen;
auch die Zwangsverſicherung iſt berückſichtigt. So wird
das Handbuch ein willkommenes und zuverläſſiges
Nach=
ſchlagewerk jedem ſein, der Sport treibt oder ſich darüber
informieren will.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift überntmmt die Rebaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 d
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
1. Die Heag hat in Nr. 158 dieſes Blattes und in der
Stadtverordnetenverſammlung durch den Bürgermeiſter
ihre Abſicht erklären laſſen, die Herſtellung der elektriſchen
Linie nach Eberſtadt beſchleunigen zu laſſen. Seitdem
ſind viele Wochen vergangen, aber an der Strecke
Renn=
bahn-Ludwigshöhe rührt ſich immer noch keine Hand. Die
Arbeiten von Eberſtadt bis zur Ludwigshöhe ſind ſchon
ſehr weit gediehen, und an ihnen wird es nicht hängen,
wenn die Strecke bis zum 15. Oktober d. J. nicht befahren
werden kann. Dasſelbe gilt von der Strecke
Landskron=
ſtraße-Rennbahn, wenn dort auch mit einer auffallenden
Gemächlichkeit gearbeitet wird, und das erſt ſeit wenigen
Tagen. — Wie es ſcheint, kann die Heag ſich nicht mit der
Poſtverwaltung wegen der Telegraphenleitung einigen.
Seit bald dreiviertel Jahr dauert dort das nun zwiſchen
dieſen Behörden. Dem Vernehmen nach ſoll auch die
Forſt=
verwaltung bei dieſem Streit beteiligt ſein. Die Dauer
dieſer fruchtloſen Verhandlungen berechtigt zu dem Schluß,
daß von der Heag nicht mit der nötigen Energie
vorge=
gangen und daß von den anderen Behörden dem
öffent=
lichen Intereſſe nicht genügend Rechnung getragen wird.
Unter dieſen Umſtänden und weil alle Hoffnung auf eine
höhere Stelle, die zur endlichen Fertigſtellung der auf allen
Seiten als dringend notwendig erkannten elektriſchen Linie
im Intereſſe der Bevölkerung eingreifen könnte, vergeblich
iſt ſtehen die Ausſichten ſehr ſchlecht und man wird ſich
auf ein weiteres monatelanges Fahren der geradezu
un=
glaublichen Dampfſtraßenbahn gefaßt machen müſſen. Die
Aufſichtsbehörde ſei aber hiermit zum ſo und ſo vielten
Male auf die in dieſer Bahn beſtehenden Gefahren, z. B.
für die Augen und für die Sicherheit überhaupt durch
un=
genügende Maſchinen, hingewieſen. Es iſt durchaus nicht
ausgeſchloſſen, daß ſie vorkommendenfalls einmal
verant=
wortlich gemacht wird.
2. Die Heag ſteht jetzt vor der Aufgabe, auf der Strecke
Landskronſtraße-Eberſtadt Halteſtellen anzulegen, die den
Bedürfniſſen genügen. Die jetzigen tun das nicht. An der
Estelle Ludwigshöhe wohnt kein Menſch. Am „
Waldfrie=
den” ſind zwei Häuſer, Die Hauptverkehrsſtraße des
Vil=
lenviertels iſt die Schirmſchneiſenſtraße, die neuerdings
als ſolche beſonders hergeſtellt iſt. Dort iſt das Zentrum
des Villenviertels und der geeignetſte Ort für die
Halte=
ſtelle. Die jetzige ſogenannte „Halteſtelle Schirmſchneiſe‟
liegt zu weit ſüdlich und ſo, daß ungefähr alle Fahrgäſte
ganz überflüſſig weit dahin haben. Die Züge müſſen
hal=
ten an der Kreuzung Heidelberger Landſtraße=
Schirm=
ſchneiſe, und zwar die nach Norden fahrenden ſüdlich der
Schirmſchneiſe, die nach Süden fahrenden nördlich davon.
Die jetzigen Halteſtellen ſind abſolut ungenügend und
hät=
ten bei einiger Ueberlegung längſt geändert oder ergänzt
werden müſſen
— In der letzten Stadtverordnetenverſammlung hat
der Herr Oberbürgermeiſter u. a. geſagt, daß die
Stadtver=
wvaltung den Verkehr geſchaffen habe, um aus der ruhigen
Stadt eine verkehrsreiche zu machen. Jedesmal, wenn
irgend etwas beantragt werde, was Unbequemlichkeiten
bringe würden die Bezirksvereine mobil gemacht. Er
beſtreite, daß der Verkehr in Darmſtadt derart geräuſchvoll
ſei, daß man nicht mehr ſchlafen könne. Es ſei notwendig
die Intereſſen Privater hinter denen der Allgemeinheit
zu=
rückzuſtellen. Dem Herrn Oberbürgermeiſter ſei hierauf
folgendes erwidert: Kein vernünftiger Bürger wird gegen
jegliche geſunde Verkehrsentwickelung der Stadt
Ein=
wendungen erheben. Die Frage, ob immer in der richtigen
Weiſe vorgegangen wird, iſt jedoch eine andere. Derartige
die Ruhe bis nach Mitternacht ſtörende Anlagen — wie
Wagenhallen und Werkſtätten — gehören eben nicht in
Wohnviertel, ſondern in das Induſtriegebiet. Daß die
Bezirksvereine gegen derartige Projekte, die ganze
Stadt=
teile ſchädigen, weil ſie eben nicht dorthin gehören,
vor=
gehen, iſt ihr gutes Recht und wird durch die
Stadtver=
waltung ſelbſt veranlaßt. Andernfalls die Bezirksvereine,
deren Wirken volle Anerkennung findet, ihre
Exiſtenzbe=
cechtigung verlören. Wir müſſen die Möglichkeit, ein
Ur=
teil hier abgeben zu können, insbeſondere denjenigen
Be=
wohnern der Stadt zuſprechen, die dieſe Ruheſtörungen
Jahr ein Jahr aus am eigenen Leibe verſpüren. Wir
möch=
ten empfehlen, bei den Umwohnern dieſer Betriebe der
Heag, insbeſondere einmal bei den Bewohnern der
Kirch=
ſtraße, Erkundigungen einzuziehen. Daß die Intereſſen
Privater dem allgemeinen Intereſſe gegenüber zurückſtehen
müſſen, halten wir für ſelbſtverſtändlich. Es gibt aber
wie überall, auch hier eine Grenze. Wenn dieſe
überſchrit=
ten wird, dann hat umgekehrt die Allgemeinheit die
Verpflichtung, die betreffenden Privaten ſchadlos
zu halten. Dies zu vermeiden, iſt lediglich Sache der
Stadtverwaltung, was ſie durch Errichtung derartiger
An=
lagen in dem von ihr ſelbſt geſchaffenen Induſtriegebiet
Mehrere Beteiligte.
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