Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoneen=Expeditonen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Stadtverordneten=Verſammlung
ge=
nehmigte, daß der ſtädtiſche 2uſchuß zum
Hoftheater von jährlich 20 000 Mark in einen
dauernden Zuſchuß umgewandelt werde.
Der Kaiſer ſprach in einem Erlaß an den
Oberprä=
ſidenten der Provinz Poſen ſeinen Dank für den
herz=
lichen Empfang in der Reſidenzſtadt Poſen und die
vielen Beweiſe treuer Ergebenheit aus.
Das Kaiſerpaar iſt geſtern von Poſen in
Bres=
lau eingetroffen.
Der deutſche Kreuzer „Emden” wurde auf dem Jangtſe
von chineſiſchen Rebellen beſchoſſen und
brachte den Angriff mit 26 Schüſſen zum Schweigen.
In Anweſenheit der Königin Wilhelmine, des
Stifters Carnegie und des diplomatiſchen Korps
wurde geſtern im Haag der neue
Friedens=
palaſt eingeweiht.
der Kaiſer und die Kaiſerin von Rußland
ſind an Bord der Jacht „Standart” am Mittwoch in
Jalta eingetroffen und haben ſich nach Livadia
be=
geben.
Präſident Wilſon verlas im Kongreß eine
Spe=
zialbotſchaft betreffs Mexikos, in der geſagt wird,
allen Amerikanern müſſe nahegelegt werden, Mexiko
ſofort zu verlaſſen.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
9/30. Auguſt 1813: Schlacht bei Kulm (Böhmen). Die
Ruſſen beſiegen die Franzoſen durch glückliches
Ein=
greifen des Korps Kleiſt. 140 000 Kombattanten, 30 000
Mann Geſamtverluſt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Deutſchland, Frankreich und
England.
— In aller Stille ſcheint in den letzten Monaten eine
ktion vor ſich gegangen zu ſein, die von großer
inter=
ationaler Bedeutung ſein würde. Es handelt ſich um
chts geringeres, als um eine Erledigung ſeit langen
ahren ſchwebender Differenzen über die
klein=
ſiatiſchen Bahnfragen, bei denen es ſich
ſo=
ohl um politiſche wie wirtſchaftliche Intereſſen handelt.
rei Staaten ſind es, deren Angehörige ſſich bemühten, in
leinaſſien wirtſchaftliche Vorteile für die betreffende
racht herauszuſchlagen, Deutſchland,
Frank=
ich und England. Seit Jahren geht bekanntlich
r Streit um die Bagdadbahn, reſpektive deren
Verlän=
rung, und es hat dabei an lebhaften
Auseinander=
zungen nicht gefehlt. Alles deutet darauf hin, daß der
eient in den nächſten Jahrzehnten in der Weltpolitik
eiter eine wichtige Rolle ſpielen wird, und daß mit den
zt erfolgten Aenderungen auf dem Balkan die
Orient=
ige noch lange nicht gelöſt iſt, ſondern daß noch weitere
genſchwere Ereigniſſe im dunklen Schoße der Zukunſſt
lummern So wird eines Tages auch das ägyptiſche
oblem ſeine Löſung finden müſſen, wie auch die
klein=
atiſche Frage bereits in den letzten Monaten mehr und
hr allmählich in den Vordergrund gerückt iſt.
Nun kommt, wie ſchon mittgeteilt, von der Seine eine
inde, die eine Verſtändigung über die Streitfragen zu
lden weiß und damit die Ausſicht eröffnet, daß eine
ibfläche beſeitigt wird, die doch internationale
Ver=
ckelungen eines Tages hätte mit ſich bringen können.
e der der franzöſiſchen Regierung naheſtehende Temps
melden weiß, habe ſich die in franzöſiſchen Händen
be=
dliche Ottomaniſche Bank bereit erklärt, ihre ſämtliche
gdadbahntitel der Deutſchen Bank zu verkaufen, ſo daß
t einem franzöſiſchen Einfluß auf die Leitung und
Ver=
ltung der Bagdadbahnlinie nicht mehr die Rede ſein
rde. Dagegen ſoll die Deutſche Bank als Gegenleiſtung
bereit erklärt haben, zugunſten der franzöſiſchen Fie
izgruppe, die den Bau kleinerer Bahnen am Schwar=
Meer und Syrien plant, auf die den Deutſchen für
ſe Bahnen verliehenen älteren Konzeſſionen zu verzich=
Man wolle Deutſchland hinſichtlich der Bagdadbahn
le Aktionsfreiheit gewähren und die Regierungen der
ple=Entente ſeien damit vollſtändig einverſtanden.
5 weiteren bemerkt das genannte Blatt, Rußland habe
te Stellung zur Bagdadbahnfrage bereits durch den
tsdamer Vertrag geregelt und England ſtehe vor der
terſchrift eines Abkommens, durch das es auf die Strecke
bis Bagdad verzichtet. Somit würde Deutſchland auf
ſei=
ner Strecke volle Freiheit, ohne fremde Kontrolle,
erhal=
ten, während wiederum Frankreich in den erwähnten
Gegenden der deutſchen Konkurrenz entledigt ſei. Mit
einer derartigen Regelung der Dinge würde man ſich
durchaus abfinden können, hier ſtände Leiſtung gegen
Gegenleiſtung und für uns iſt die volle Freiheit über die
Vagdadbahn zweifellos wichtiger, als der Bau kleinerer
Bahnen an der Küſte des Schwarzen Meeres und in
Sy=
vien. Ein derartiges Abkommen würde einen erheblichen
Konfliktsſtoff aus der Welt ſchaffen, und es wäre im
Intereſſe der Erhaltung des Friedens im vollſten Maße
zu begrüßen.
2
Der Kölniſchen Zeitung wird zu den Ausführungen
des Temps aus Berlin telegraphiert: Auf Grund eines
Artikels des Temps iſt die Welt mit Pariſer Meldungen
über eine deutſch=franzöſiſche Verſtändigung
in aſſiatiſchen Eiſenbahnfragen überraſcht
worden. Die Richtigkeit dieſer Meldungen unterliegt ſehr
ſtarken Einſchränkungen. Die deutſche und die franzöſiſche
Regierung haben über die vom Temps berührten
kleinaſiatiſchen und ſyriſchen Eiſſenbahnfragen keine
Verhandlungen gepflogen, auch nicht in Geſtalt
ver=
traulicher Vorbeſprechungen. Der Temps ſcheint
ſeiner=
ſſeits auch nur Verhandlungen zwiſchen deutſchen und
ffranzöſiſchen Banken im Auge zu haben, aber auch hier iſt
es fraglich, ob man ſchon von Verhandlungen ſprechen
darf. Was tatſächlich erfolgt iſt, war nichts als ein
Ge=
dankenaustauſſch zwiſchen Vertretern der deutſchen
und der franzöſiſchen Finanzgruppe, die in der
aſia=
tiſchen Türkei Rechte und Intereſſen beſitzen. Dieſer
Ge=
dankenaustauſch war privat und unverbindlich. Einige
Punkte mögen zur Feſthaltung des Inhalts der
Beſpre=
chungen ſchriftlich zuſammengefaßt worden ſein, aber nur
in unverbindlicher Form, ſo daß noch keiner von beiden
Teilen neue Rechte erworben und beſtehende aufgegeben
hat. Es wäre bedauerlich, wenn auf Grund des Temps=
Artikels der falſche Eindruck hervorgerufen werden ſollte,
daß Deutſchland mit Frankreich Verhandlungen über
tür=
kiſche Intereſſen geführt hätte.
Von anderer Seite wird gemeldet, daß tatſächlich die
Direltoren der Deutſchen Bank, v. (Gwinner und Dr.
Helſfe=
rich, ſeit einiger Zeſit in Paris weilen. Herr v. Gwinner
wird allerdings in den nächſten Tagen bereits nach Berlin
zurückkehren, doch wird ſich Dr. Helfferich noch längere
Zeit in Paris aufhalten, um weitere Verhandlungen mit
den beteiligten Finanzgruppen zu führen. Im übrigen
wird in Paris der Gedanke einer Verſtändigung in der
Bagdadbahnfrage ſehr ſympathiſch aufgenommen. Er
findet in den Pariſer Blättern eine vorwiegend günſtige
Aufnahme.
Arbeitsloſigkeit und
Arbeits=
nachweis.
* Das Geſpenſt der Arbeitsloſigkeit erhebt
drohender denn ſeit langer Zeit ſein Haupt, und mit
Bangigkeit ſehen Sozialpolitiker,
Kommunalverwaltun=
gen und mitfühlende Menſchen den Wintermonaten
ent=
gegen.
Im neuen Heſt des Reichsarbeitsblattes zeigen die
Mitteilungen über die Arbeitsloſigkeit im Monat
Juli, in welchem Maße das Uebel anwächſt. Es haben
in dieſem Monat 45 Fachverbände mit faſt 2 Millionen
Mitgliedern Nachweiſungen eingereicht: von dieſen
wur=
den nicht weniger als 49 685 als arbeitslos am Orte und
5901 als arbeitslos auf der Reiſe angemeldet. Hiernach
waren im Juli 2,9 Prozent gegen 2,7 Prozent im Juni
beſchäftigungslos — das Vorſchreiten des Jahres bringt
alſo bereits gleichzeitig ein Anwachſen der
Arbeitsloſig=
keit —; viel bezeichnender aber noch iſt. daß im Vorjahre
für den Juli nur eine Arbeitsloſenzahl von 1,8 Prozent
zu verzeichnen war. Hier ergibt ſich alſo eine ſehr
be=
deutende Zunahme der Arbeitsloſigkeit gegenüber
dem=
ſelben Monat im vorigen Jahre. Noch bemerkenswerter
werden dieſe Zahlen wenn man erfährt, daß im Juli
1912 nur 12 Verbände mit rund 160000 Mitalliedern. im
Juli 1913 dagegen 18 Verbände mit rund 475000
Mit=
gliedern eine Arbeitsloſenzahl von über 3 Prozent
ge=
habt haben.
In einem ſpäteren Abſchnitt der Unterſuchung iſt die
Arbeitsloſigkeit nach den verſchiedenen Landesteilen
ge=
ordnet. Es ergibt ſich da, daß insbeſondere die
Gebiets=
teile Berlin und Brandenburg mit 48 Prozent und ſdas
rechtsrheiniſche Bayern den Durchſchnittsſatz der
Arbeits=
loſigkeit überſchreiten. Am geringſten war die
Arbeits=
loſigkeit in Württemberg, Baden. Hohenzollern, Elſaß=
Lothringen und der bayeriſchen Pfalz.
In derſelben Nummer des Reichs=Arbeitsblattes
be=
findet ſich eine Zuſammenſtellung über die Vermittlungs=
tätigkeit der Arbeitsnachweiſe im Juli 1913. Es
iſt Mlar: je mehr Arbeitsloſigkeit um ſo mehr Arbeit für
dieſe Nachweiſe! Soweit ſich bisher Vergleiche anſtellen
laſſen, zeigt denn auch das Geſamtergebnis gegen den
gleichen Monat des Vorjahres eine erhebliche Zunahme
der Arbeitsgeſuche, nämlich um rund 14000, während
eine Abnahme der offenen Stellen um nicht weniger als
59 000 und eine Abnahme der beſetzten Stellen um volle
47000 konſtatiert wird. Hinter dieſen nackten Zahlen
ver=
birgt ſich eine Unſumme von getäuſchten Holfnungen und
wachſender Verſchlechterung der Lebenslage.
Die dem Baugewerbe verwandten Gewerbe ſind
natürlich von der ſchlechten Marktlage ſtark in
Mitleiden=
ſchaft gezogen. Wenig ausſichtsreich iſt auch die
Be=
ſchäftigung im Ziegeleigewerbe. In der
Bekleidungs=
induſtrie klagt man beſonders über ſchlechten
Geſchäfts=
gang bei den Herren= und Damenſchneidern und in der
Wäſchekonfektion; ferner leidet das Nahrungs= und
Ge=
nuſmittelgewerbe unter einem ſtarken Druck.
Eine Hoffnung auf Beſſenung iſt zurzeit leider nicht
gegeben, hin Gegenteil, die Wintermonate bringen
ſtets eine Zunahme der Arbeitsloſigkeit, und dies wird
in ſdieſem Jahre ſich beſonders geltend machen —
ange=
ſichts der albermaligen Zunahme der Fleiſchteuerwig eine
traurige Ausſicht für Tauſende von deutſchen Familien.
Die Vereinigten Staaten
und Mexiko.
* Präſident Wilſon verlas am Mittwolh im
Kon=
greß die Spezialbotſſchaft, in der er betonte,
Amerika wünſche Mexiko gegenüber im Geiſte
auf=
richtigſter, uneigennützigſter Freundſchaft und im eigenſten
Intereſſe Mexikos zu handeln. Die betrübenden Zuſtände
in Mexiko berührten Amerika nahe. Es werde Mexiko.
noch beweiſen, daß es ihm zu dienen wiſſe, ohne zuerſt
an ſich zu denken. Die geſamte Welt, heißt es weiter in
der Botſchaft, wünſcht Mexikos Frieden und Fortſchritt.
Angeſichts des Panamakanals birgt die Zukunft viel für
Mexiko. Mexiko kann die beſten Gaben aber nur genießen,
wenn es ſie ehrenvoll genießt. Die Entwickelung
Mexi=
kos iſt nur dauernd geſund, falls ſie ein Produkt der
ech=
ten Freiheit einer gerechten und geſetzmäßigen Regierung
iſt. Wir warteten Monate vergebens auf die
Beſſerung der Zuſtände. Es war unſere Pflicht,
unſere guten Dienſte anzubieten.
Wilſon beſprach ſodann die Entſendung und die
In=
ſtruktionen Linds und fuhr fort: Wir bieten unſere
Dienſte nicht nur aus Freundſchaft an, ſſondern weil die
Weltmächte erwarten, daß wir als nächſter Freund
han=
deln. Die gegenwärtigen Zuſtände ſind
un=
vereinbar mit der Erfüllung der internationalen
Ver=
pflichtungen Mexikos, der ziviliſierten Entwickelung
Mexi=
kos, und der Erhaltung dier wirtſchaftlichen und
politi=
ſchen Zuſtände in Zentralamerika. Amerika ſehe keine
Berechtigung für eine Abweiſung ſeiner angebotenen
Dienſte und Freundſchaft. Alles, was Amerika inzwiſchen
tue, müſſe in Geduld und in ruhiger und uneigennütziger
Ueberlegung wurzeln. Ungeduld auf ſeiten Amerikas ſei
unangebracht. Es müſſe eine weitere günſtige Gelegenheit
abwarten, um ſeine Dienſte zu erneuern. Allen
Ame=
rikanern müſſe nahegelegt werden, Mexiko
ſo=
fort zu verlaſſen; ihnen müſſe dabei geholfen
werden. Jegliche Waffenausfuhr nach Mexiko müſſe
auf=
hören. Es freue ihn, erklären zu können, daß mehrere
Großmächte Amerika moraliſch unterſtützt
hätten. Wilſon teilte gleichzeitig die abweiſende
Ant=
wortnote Huertas und ſein Verlangen mit, daß Amerika
den mexikaniſſchen Botſchafter in Waſhington wie auch
ſeine eigene Regierung anerkenne.
Der mexikaniſche Miniſter Gamboa
er=
klärt in ſeiner an Lind gerichteten Note, der von den
Vereinigten Staaten geforderte Waffenſtillſtand mit den
Rebellen würde teilweiſe einem Waffenſtillſtand mit
Ban=
diten gleichkommen. Gamboas Note, in der Lind „Miſter
Confidential=Agent” angeredet wird, iſt in gereiztem Tone
gehalten und führt weiter aus: Nur aus aufrichtiger
Ach=
tung ffür das amerikaniſche Volk und ſeine Regierung
willige ſeine Regierung ein, die Vorſchläge zu erwägen
und zu beantworten, andernfalls hätte ſie dieſelben wegen
ihres demütigenden ungewöhnlichen Charakters ſofort
abgewieſen.
Präſident Wilſon forderte alle Amerikaner
auf, Mexiko ſofort zuverlaſſen. Die Botſchaft
hat die Konſuln angewieſen, allen Zivil= und
Militär=
beamten zu notifizieren, daß ſie für jegliche Unbill, die
Amerikanern oder deren Eigentum zugefügt wird,
ver=
antwortlich gemacht würden.
Seite 2.
armſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Auguſt 1913
Nummer 202.
Deutſches Reich
— Ueber den Wehrbeitrag der
Bun=
desfürſten wird Berliner Blättern von unterrichteter
Stelle geſchrieben: Die Aufſtellung von
Vermögensver=
zeichniſſen für den kommenden Wehrbeitrag iſt von den
bundesfürſtlichen Vermögensverwaltungen ſchon ſeit
eini=
ger Zeit in Angriff genommen. Da die Bundesfürſten
bisher weder Reichs= noch Staatsſteuern bezahlt haben,
ſo fehlt eine geeignete Unterlage für die Beurteilung des
wehrſteuerpflichtigen Vermögens und es verurſacht den
verantwortlichen Leitern der fürſtlichen Vermögen große
Mühe, die Ziffern einwandfrei feſtzuſtellen. In den
Ausführungserläſſen des Bundesrats wird ſich die
Be=
ſtimmung finden, daß zur Entgegennahme der
Wehrbei=
träge der Bundesfürſten die oberſten Finanzbehörden der
Bundesſtaaten zuſtändig ſind. Dieſen ſſind die
Ver=
mögensbekenntniſſe einzureichen. Nachdem aber die
Bei=
träge freiwilliger Natur ſind, ſo können für die Fürſten
die geſetzlichen Ueberprüfungsmittel nicht in Anwendung
kommen und wird eine Kontrolle nur dann ſtattfinden,
wenn ſie ausdrücklich verlangt wird. Für die Feſtſtellung
des kaiſerlichen Privatvermögens iſt das königliche
Haus=
miniſterium zuſtändig. Uebrigens dürften die
Bundes=
fürſten von dem Recht, den Wehrbeitrag in drei jährlichen
Teilzahlungen abzuſtatten, keinen Gebrauch machen,
ſon=
dern ihren geſamten Beitrag im Frühjahr 1914 bezahlen.
— Ein Gutachten des Deutſchen
Ju=
riſtentages über ein Reichstagsgericht. Wie
man der Deutſchen Parlaments=Korreſpondenz von
juri=
ſtiſcher Seite ſchreibt, hat ſich auch bereits der Deutſche
Juriſtentag mit der Schaffung eines Gerichtshofes für
Wahlprüſungen beſchäftigt. Auf die Frage, ob es ſich
empffiehlt, die Prüfung der Wahlen für geſetzgebende
Kör=
perſchaften als eine richterliche Tätigkeit anzuerkennen
und deshalb der Rechtſprechung eines unabhängigen
Wahlprüfungs=Gerichtshofes zu unterſtellen, hat der
be=
kannte Dr. Jellinek ein Gutachten erſtattet. Nach ſeiner
Anſicht ſprechen folgende gewichtige Gründe für die
Aus=
ſcheidung der Prüfung beſtrittener Wahlen aus der
Sphäre parlamentariſcher Rechtſprechung und Zuweiſung
derſelben an einen Wahlgerichtshof:
1. In einer ſehr großen Anzahl von Fällen wird die
Wahl von Mitgliedern einer unterlegenen Partei
be=
ſtritten werden. Dadurch ſpitzt ſich die Entſcheidung über
den Streit zu einer Parteifrage zu. Politiſche
Geſichts=
punkte werden die Rechtsfrage verdunkeln, die Mehrheit
ſoll möglicherweiſe gegen ihr eigenes Intereſſe
entſchei=
den, ſie ſoll Richter in eigener Sache ſein. 2. Parlamente
pflegen ohne Begründung zu entſcheiden, das richterliche
Urteil aber erhält erſt durch die Motive ſeinen Wert. Der
Richter muß ſein Urteil juriſtiſch begründen. Das
juriſti=
ſche Gewiſſen iſt aber eng, während das Parteigewiſſen
weit iſt. 3. Die moraliſche Verantwortlichkeit eines
Par=
lämentsmitgliedes iſt viel geringer als die des Richters.
4. Aus den Vorentſcheidungen des Gerichtes bildet ſich
eine ſtändige Praxis, von der ohne zwingenden Grund
nicht abgegangen wird” die consuetudko des Parlaments
hat hingegen eine verhältnismäßig geringe Bedeutung.
5. Ein ungerechtes Urteil des Parlaments bedeutet eine
tiefgehende Schädigung der parlamentariſchen Einrich
tungen überhaupt. Daher haben alle, welche das Anſehen
der Volksvertretung unverſehrt erhalten wollen, ein
Intereſſe daran, daß ſie von allen Geſchäften entlaſtet
wird die ſie ihrer Natur nach nicht immer in
angemeſſe=
ner Weiſe erledigen kann. Bietet auch ein
Wahlprüſungs=
gerichtshof ſo wenig als irgend ein anderes Gericht einc
unbedingte Gewähr gerechter Entſcheidung, ſo iſt ſelbſt
ein ungerechtes Urteil desſelben nicht von den
ſchwer=
wiegenden Folgen für die öffentliche Moral begleitet, wie
eine offenbar rechtswidrige Entſcheidung der
Volksver=
tretung.
-
Die bisherigen
Reichstagserſatz=
wahlen. Das Mandat des verſtorbenen Führers der
Sozialdemokratie, Auguſt Bebel, war bereits das 25.,
wel=
ches ſſeit den vorigjährigen allgemeinen Reichstagswahlen
zur Erledigung kam. Von den zur Erledigung gelangten
25 Mandaten befanden ſich 8 im Beſitze des Zentrums,
6 im Beſitze der Deutſchkonſervativen, 2 im Beſitze der
Reichspartei, 2 in Händen der Fortſchrittlichen
Volkspar=
tei, 3 in Händen der Sozialdemokratie und je 1 im
Be=
ſitze der Wirtſchaftlichen Vereinigung, des Bayeriſchen
Bauernbundes, der Elſäſſer und Polen. Die
national=
liberale Partei iſt von den größeren Parteien die einzige,
welche bisher noch keinen Sitz zu verteidigen hatte. In
20 Wahlkreiſen haben die Erſatzwahlen ſchon ſtattgefun
den, während in 5 das Mandat noch nicht wieder beſetzt
iſt. Bei den 20 Erſtatzwahlen zum Reichstag verlor die
Rechte nicht weniger als 4 Mandate, und zwar die
Kon=
ſervativen 2, die Reichspartei 1 und die Wirtſchaftliche
Vereinigung 1. In den Gewinn teilten ſich die drei
Par=
teien der Linken. Die Fortſchrittliche Volkspartei hat
zwei Gewinne zu buchen, die Nationalliberalen und die
Sozialdemokratie je einen. Von den fünf zurzeit noch
er=
lledigten Mandaten beſaßen bisher die Sozialdemokraten
zwei (Dresden=Neuſtadt und Hamburg 1), das Zentrum
drei, nämlich Landshut, Neumarkt und Raſtatt=Baden.
— Deutſchlands Beteiligung an der
Weltausſtellung San Franzisko 1915. Man
ſchreibt uns: Der Vorſtand des Bundes der Induſtriellen
hat beſchloſſen, über die Beteiligung der deutſchen In
duſtrie an der 1915 in San Franzisko geplanten
Welt=
ausſtellung auf der Generalverſammlung des Bundes der
Induſtriellen am 10. und 11. September in Leipzig eine
nochmalige Ausſprache der beteiligten Induſtriezweige
herbeizuführen. In der deutſchen Induſtrie, die
keines=
wegs in allen ihren Geſchäftszweigen von vörnherein
der geplanten Ausſtellung ablehnend gegenüberſteht, iſt
man vielfach dadurch überraſcht worden, daß kürzlich die
Reichsregierung gegenüber der offiziellen Einladung der
Vereinigten Staaten eine Beteiligung an der
Weltaus=
ſtellung von San Franzisko gerade jetzt ablehnte.
Aller=
dings hatte ſich bei einer von der Reichsregierung am
2. Juni veranſtalteten Beſprechung die überwiegende
Mehrheit der erſchienenen Vertreter der Induſtrie zunächſt
ablehnend zu der Ausſtellung verhalten. Aber es war
dabei wohl allſeitig erwartet worden, daß eine endgültige
Entſcheidung der Reichsregierung erſt nach erneuter
per=
ſönlicher Fühlungnahme mit den maßgebenden
Induſtrie=
kreiſen erfolgen würde, und daß ferner abzuwarten ſei
wie ſich der neue Zolltarif der Vereinigten Staaten und
damit die künftigen deutſch=amerikaniſtchen
Handelsbe=
ziehungen geſtalten. Die Entſcheidung über das neue
ame=
rikaniſche Zolltarifgeſetz iſt auch jetzt noch nicht gefallen.
SSchon im Hinblick auf die noch zu erwartenden
Tarif=
entſcheidungen hätte die Reichsregierung unter weiterer
Fühlungnahme mit induſtriellen Kreiſen ihre
Entſchei=
dung ſehr wohl bis in die letzten Monate dieſes Jahres
ſich vorbehalten können.
— Sonntagswahlen für den
Reichs=
tag. Die nächſte Reichstagserſatzwahl, die
einundzwan=
zigſte, findet am 31. Auguſt ſtatt, und zwar in Landshut
in Niederbayern, einem Kreiſe, der ſſeit 1871 im Beſitze
des Zentrums iſt. Das Intereſſanteſte an dieſer
bayeri=
ſſchen Nachwahl iſt, daß ſie ſich an einem Sonntag
voll=
zieht. Das war bisher nicht üblich. Nur einmal, in den
neunziger Jahren, kam ein ähnlicher Fall vor. Damals
wurde auch eine Nachwahl in Elſaß=Lothringen auf den
Sonntag anberaumt, allerdings ohne daß die
Wahlbetei=
ligung erheblich ſtärker war als ſonſt. Die Landshuter
Wahl wird nun den Beweis liefern können, ob die
Freunde der Sonntagswahl recht haben, ob der
Sonn=
tagstermin wirklich den Wahleifer hebt und die
Wahlbe=
teiligung erhöht.
Zum Wierftarbeiterſtreik. Die
Holzar=
beiter in Bremen beſchloſſen, bei ihrer Weigerung, den
Arbeitsnachweis zu benutzen, zu beharren. Infolgedeſſen
bleiben die Arbeitsnachweiſe der norddeutſchen Gruppe
der deutſchen Seeſchiffwerften geſchloſſen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die deutſch=böhmmiſche Abordnung
er=
ſchien beim Miniſterpräſidenten Grafen Stürgkh, um ihm
die Wünſche und Beſchwerden von Deutſchböhmen, wie
ſie in den bekannten Komotauer Beſchlüſſen ffeſtgelegt
wurden, vorzutragen. Der Miniſterpräſident verſuchte
die Erſchienenen zu beſchwichtigen, verteidigte
insbeſon=
dere den Statthalter Fürſten Thun und erklärte, daß an
eine Oktroyierung der Wahlreform nicht gedacht werde
Er verſprach, daß die Verwaltungskommiſſion völlig
un=
parteilich ſei. Die Beſprechung dauerte vier Stunden,
Die Erklärungen des Miniſterpräſidenten vermochten
nicht, die Bedenken gegen ſeine Verwaltung zu
beſei=
tigen. Die Deutſchböhmen werden über die Verſamm
lung des Nationalverbandes bberichten und nach den Be
ſchlüſſen des Verbandes ihre Haltung gegenüber der
Re=
gierung einrichten.
Frankreich.
Einneues Spionagegeſetz wird dem Palll
ment in den nächſten Tagen vorgelegt werden.
England.
Der Ausſtand der Elektrizitätsarbe
ter in den ſtaatlichen Werken dehnt ſich auck
auf andere Arbeiterkategorien aus. Die Arbeitenan
den Regierungsbauten ſind eingeſtellt. Die öffentlichen
Springbrunnen auf dem Trafalgar Square, am Viktorig
denkmal vor dem Buckinghampalaſt in London, liegen
trocken. Die Streikenden ſtellten vor den ſtaatlichen
Ar=
beiterbörſen Streikpoſten auf, ſo daß die Arbeitgeber
wenig Ausſicht haben, Erſatzperſonal zu erhalten.In
Dublin hat ein Teil der Straßenbahner die Arbe
niedergelegt. Die Angeſtellten ließen die Wagen auf der
Straße ſtehen, was zu großen Verkehrsſtörungen führte,
Ching.
Die rückſtändige Entſchädigungsſchuld
aus dem Boxeraufſtand iſt nunmehr getilgt
wor=
den. Im vergangenen Monat hat die chineſiſche
Regie=
rung alle Rückſtände der Entſchädigungsſchuld aus den
Jahren 1911 und 1912 durch eine Zahlung ausgeglichen,
nachdem Ende vorigen Jahres auf die rückſtändige Rate
von 1911 eine Zahlung geleiſtet war. Deutſchland hatte
im vergangenen Jahre eine Amortiſationsrate von
Millionen Mark und für Zinſen 5,4 Milllionen Markiz
exhalten. Die Geſamtſumme der China im Vertrage von
JJahre 1901 auferlegten Entſchädigung beläuft ſöch au
1351 Millionen Mark. Davon entfallen auf Deutſchlan
275 Millionen, mit deren Amortiſation ſeit dem 1.a
nuar 1903 begonnen iſt.
Nanking nicht eingenommen. Die Me
dung von der Einnahme Nankings iſt durch einen Ei
bericht des Generals Changſchun veranlaßt worden.
Stadt befindet ſich jedoch noch in den Händen der Re
bellen, die alle Angriffe zurückſchlugen und die kleine
Abteilungen in die Stadt eingedrungener Regierung
truppen vertrieben. Changſchun erwartet baldigſted
Uebergabe der Stadt infolge Proviantmangels und be
deutender Verſtärkung der Regierungstruppen.
*
*
* Demonſtrationen polniſchen Geſindelé
Das Berliner Tageblatt meldet aus Poſen, 27. Aug.: Zu
Szenen, die ſo ernſten Charakter annahmen, daß die
Po=
lizei einſchreiten mußte, kam es heute abend vor dem
Por=
tal des Hotels Baſar, als ſich die dort wohnenden Mit=
Goethes Geburtstagsfeier 1813.
** Goethe hat ſeinen Geburtstag vor 100 Jahren
mit dem Herzog Karl Auguſt zuſammen in Ilmenan
verlebt. Intereſſante Einzelheiten über den Verlauf dieſes
Tages, deſſen Erinnerung nun bald wieder vor uns
herauf=
ſteigt, teilt Freiherr von Egloffſtein in der Fortſetzung
ſeiner großen Arbeit über Karl Auguſt während des
Krie=
ges von 1813 mit, die er im neueſten Heft der Deutſchen
Rundſchau veröffentlicht. Karl Auguſt hatte ebenſo wie
Goethe im Juni und Juli das Bad Teplitz aufgeſucht,
um ſich hier von den großen Sorgen und Aufregungen der
letzten Monate zu erholen. Der maleriſch gelegene
böh=
miſche Badeort, den er einmal „meinen alten getreuen
Helfer” nennt und den er alljährlich beſuchte, tat ſeine
Schuldigkeit. „Von unſerm theuren Herzog,” ſchreibt
Goethe am 24. Juli an die Gräfin O'Donell, „werden ſie
unmittelbar gehört haben. Das Bad tut ſeine alte gute
Wirkung und der Umgang mit ſo viel Perſonen, die er
liebt und ſchätzt, macht ihn froh, und ſo iſt zu hoffen, daß
die Cur gut anſchlagen werde.” Aber auch Goethe
ge=
wann durch die Heilquellen alte Kraft und Lebensfreude
wieder, „Goethe iſt ganz wie neugebohren,” meint der
Herzog in einem aus Teplitz an Voigt am 13. Juli
gerich=
teten Brief. Der weimariſche Staatsmann Wolfskeel, der
ihn ſpäter in Dresden wiederſah, fand den Dichter
auf=
fallend friſch. Goethe wohnte in der Elbeſtadt der Feier
dés Napoleonstages bei, der ſtatt am 15. Auguſt ſchon am
10. mit außerordentlichem Gepränge, mit Feuerwerk und
Illumination begangen wurde. „Seit vorgeſtern,” ſo
be=
richtet Wolfskeel am 12. Auguſt ſeinem Fürſten, „iſt Hr.
Geh. Rath v. Göthe hier. Er lebt blos in den
Kunſt=
ſchätzen dieſer ſo reich damit verſehenen Stadt. Daß er
an Peucers Arm am 10ten Abends — bei der Beleuchtung
der Stadt zur Vor Feier des Napoleonstages —
ſtunden=
lang der wogenden Menge in den Straßen folgte und
Tags darauf den Frauenthurm 230 Stufen hoch beſtieg,
um die Sonne untergehen zu ſehen, ſind Beweiſe glücklich
völlendeter Cur.”
Dieſer Bericht, den der Herzog bereits in Ilmenau
er=
hielt, wohin er ſich zur Nachkur begeben hatte, mag ihn
auf den Gedanken gebracht haben, den alten inzwiſchen
nach Weimar zurückgekehrten Freund zu ſich einzuladen.
„Döbereiner” — der bekannte Jenenſer Chemiker — ſchreibt
er an Voigt — „macht ſehr ſchöne Verſuche auf dem
Eiſen=
hammer. Sagen Sie Göthen, daß ihn dieſe Verſuche ſehr
intereſſiren würden, er ſolle her kommen.‟ Der Dichter
mochte ſich zunächſt des ſchlechten Wetters wegen zu dem
Ausfluge nicht entſchließen, aber zwei Tage vor ſeinem
Geburtstage machte er ſich doch auf den Weg, wie aus
einem Brief Karl Auguſts an Voigt hervorgeht, in dem
es heißt: „Geſtern Abend iſt Goethe ganz unverhofft
an=
gekommen und heute iſt er mit mir vier Stunden lang
geritten.‟ Das war jedenfalls für den 64jährigen Dichter,
der nicht ſo, wie ſein fürſtlicher Herr gewohnt war, ein gut
Teil des Tages auf dem Pferde zu verbringen, eine recht
tüchtige Leiſtung. Seiner Freude über den unverhofften
lieben Beſuch gab der Herzog durch eine ſinnige
Geburts=
tagsfeier Ausdruck, mit der er den Gaſt am 28. Auguſt
überraſchte. „Morgen,” vertraute er Voigt an, „wollen
wir ſeinen Geburtstag durch allerhand Gereimtheiten
be=
gehen.‟ Die liebenswürdig heitere Huldigung hat Goethe
in einem Brief an ſeine Frau Chriſtiane geſchildert: „Ich
wachte zeitig auf, ohne mich des Tags zu erinnern. Ein
Kranz mit Glück auf! von Bergrat Voigt den mir
Diene=
mann ans Bette brachte erinnerte mich erſt. Ich war noch
nicht angezogen, als ich Durchl. den Herzog, den Prinzen
und Gefolge herankommen ſah, und eilte auf die Straße
entgegen. Da gab es freundliche Begrüßungen, und kaum
waren ſie auf meinem Zimmer, als drei kleine Mädchen
mit Sträußen und Goldpapierbogen auf Tellern
herein=
traten.‟ Dann werden Gedichte überreicht, auch eins von
Sereniſſimo; danach bringen drei hübſche Mädchen Kränze,
„und als die letzte mir den Kranz aufſetzte, küßte ich ſie
gar behaglich und holte es bei den anderen nach. Bald
hierauf kamen die Mütter und Großmütter mit den Enkeln
und kleinſten Kindern und brachten eine bekränzte
Kar=
toffeltorte. Welche, ſo heiß ſie war, dem Prinzen
Bern=
hard vortrefflich ſchmeckte. Und ſo war unerwartet ein
ſehr artiges, mannigfaltiges, wohlgemeintes, ja rührendes
Feſt entſtanden, wo ich im Sürtout und ohne Halsbinde
figurierte” Fröhlich und harmoniſch verlief die Feier
und ſchloß mit einer Nachtmuſik, die Goethe vom
Stadt=
rate dargebracht wurde. Am folgenden Abend fand noch
ein zweiter Ball auf dem Felſenkeller ſtatt, „wo ich Euch,”
ſchreibt der Dichter ſeiner Gattin, „auch wohl hätte mögen
herumſpringen ſehen” Goethe blieb dann noch eine Woche
in Ilmenau, „denn in dieſer Ruhe und Abgeſchiedenheit
gelingt mir gewiß manche Arbeit”.
Ein Beſuch bei Caruſo.
C2 Einen großen Teil der ſtolzen Summen, die Caruſo
alljährlich durch ſeine Stimme verdient, legt der Sänger
im Ankauf von Landvillen und Gütern an
In Toskana beſitzt er bereits eine ganze Reihe von ſchönen
und ſtattlichen Liegenſchaften, hier ſammelt er in
ſommer=
licher Ruhe neue Kraft zu ſeiner Winterarbeit, beſchäftigt
ſich mit dem Ausbau ſeiner Landhäuſer, läßt renovieren,
vervollkommnet die Inneneinrichtung und führt das ruhige
Leben eines gemächlich auf dem Lande verweilenden
Grandſeigneurs. Ein Mitarbeiter der Tribuna, ein
Duz=
freund Caruſos, hat den Sänger dieſer Tage in einer
jener prächtigen neuerworbenen Landvillen beſucht: in=
Belosguardo bei Signa, oberhalb Laſtra. Es iſt ein
fürſtliches Beſitztum, prachtvolle Alleen 100 Jahre alter=
Bäume führen durch den Park, mächtige Terraſſenbauten
und Baluſtraden durchbrechen das Grün der Anlagen,
faſt=
jeder Schritt bringt neue Ueberraſchungen, Springbrunnen
kleine Teiche und Statuen. In der Nähe der Villa, die
eigentlich ein Schloß iſt, liegen auch die Arbeitsräume, ir
denen die Ernte der umliegenden Pachtgüter verarbeitetwird:
dieſe Werkſtätten werden demnächſt mit dem Herrenhaus
verbunden und zwar durch einen prachtvollen großen
Säu=
lengang, deſſen Entwurf Caruſo emſig beſchäftigt, denr
nach der Vollendung ſoll hier eine Reihe von Kunſtwerken
Aufſtellung finden. Aber ſelbſt in dieſes
Sommeridyl=
tönt das Echo geſchäftlicher Fragen, jeden Morgen bring
der Briefträger einen leider nur allzu ſtattlichen Sack vor
Poſtſachen und ſeufzend, ſeine Berühmtheit verwünſchend
macht ſich dann Caruſo an die Arbeit, dieſen täglichen Ein
lauf, der einem großen Geſchäftsunternehmen Ehre machen
könnte, durchzuſehen. Die geſchäftlichen Briefe, die An
fragen und Verhandlungen ſind das Wenigſte, da=
Schlimmſte ſind die unzähligen Bettelbriefe, die Tag un
Tag auf den berühmten Tenor einſtürmen. Es iſt faſt, alt
gäbe es kaum noch Erfinder oder Bedürftige, die ſich nich
an Caruſo wendeten, dazu kommen die Vereine und Feſt
komitees, die alle möglichen Wünſche vortragen und ſchließ
lich auch die Heiratsangebote, die wenigſtens für Humo
ſorgen. „Das iſt noch garnichts,” erzählte Caruſo lachen!
ſeinem Gaſte, der eines Morgens kopfſchüttelnd der
Haufen eingelaufener Briefſachen betrachtete, „Du müßte
erſt alle die Erpreſſer= und Drohbriefe leſen, die,auf mic
Nummer 202.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Auguſt 1913.
Seite 3.
glieder des polniſchen Hochadels zur Feſttafel ins Schloß
begaben. Es rottete ſich eine Menge nationaliſtiſcher
Polen zuſammen, die gegen die vorfahrenden Wagen und
Automobile eine bedrohliche Haltung einnahmen. Die
deutſche Gräfin Zieten auf Smolic, die im Hotel Baſar
ibgeſtiegen war, wurde, da man ſie für eine Dame der
volniſchen Ariſtokratie hielt, mit einer Blechbüchſe
ge=
vorfen, die mit Waſſer gefüllt war. Aehnliches
wieder=
ſolte ſich bei der Abfahrt des polniſchen Grafen
Miel=
ynski, der, als er in ſeiner Hofuniform das Hotel
ver=
ieß, mit lauten polniſchen Schimpfworten empfangen
vurde. Der Polizei gelang es, nur in einem Falle eine
Siſtierung vorzunehmen. Das Schutzmannsaufgebot
nußte im Laufe des Abends noch verſtärkt werden. Die
Polen hielten aber trotzdem die Trottoirs der
umliegen=
ſen Straßen beſetzt.
* Wilhelmshaven, 26. Aug. Der neue
Marine=
ttaché bei der deutſchen Botſchaft in Rom,
Korvetten=
apitän Freiherr v. Senarclens=Grancy iſt in
holland geboren und erſt 33 Jahre alt. Er trat mit 16
jahren als Kadett in die deutſche Marine ein. Vom
Herbſt 1906 bis zum Frühjahr 1909 verſah er den Dienſt
ls perſönlicher Adjutant des Staatsſekretärs v. Tirpitz.
m Anſchluß hieran erhielt er das Kommando des
Schul=
hiffes „Grille” und wurde dann als erſter Offizier an
zord des kleinen Kreuzers „Stettin” kommandiert.
* Haag, 27. Aug. Anläßlich der Einweihung
es Friedenspalaſtes verlieh die Königin
arnegie das Großkreuz des Ordens Oranien=
Naſ=
u. Carnegie iſt hier eingetroffen. Der Kaiſer von
ußland verlieh anläßlich der Einweihung des
Frie=
enspalaſtes dem Miniſter des Aeußern das Großkreuz
es Weißen Adlerordens, dem Generalſekretär des
ſchiedsgerichtshofes, Baron Michiels van der Duynen.
as Großkreuz des Stanislausordens, dem erſten
Sekre=
ir des Schiedsgerichtshofes Jonkheer Roßl das Kreuz
er Großoffiziere des Stanislausordens.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. Auguſt.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
erzog den Oberrechnungsprobator Karl Daub zu
armſtadt zum Oberrechnungsreviſor bei der zweiten
bteilung der Juſtifikatur der Oberrechnungskammer mit
tirkung vom 1. September 1913.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
ilhelm Würz aus Eichelsdorf, Kreis Schotten, die
ledigte Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Eſchenrod,
demſelben Kreiſe.
* Die ſchriftliche Staatsprüfung für den höheren
nanzdienſt findet am 5. November 1913 und an
n folgenden Tagen von vormittags 9 Uhr an in einem
ch näher zu bezeichnenden Prüfungszimmer ſtatt.
eſuche um Zulaſſung zu dieſer Prüfung ſind unter
rwendung eines Eingabeſtempels von 1,50 Mk. bei
roßh. Prüfungskommiſſion für den höheren
Finanz=
nſt zu Darmſtadt bis zum 20. Oktober d. Js.
einzu=
chen.
D Provinzial=Ausſchuß. Die Tagesordnung
r Sitzung des Provinzial=Ausſchuſſes der Provinz
arkenburg am Samstag, den 6. September, vormittags
Uhr, lautet: 1. Geſuch der Eva Marie Hörr, geb
ößer, von Darmſtadt um Erteilung eines
Wanderge=
rbeſcheins für 1913. 2. Geſuch des Karl Rothermel in
rmſtadt um Erlaubnis zum Kleinhandel mit
Brannt=
in und Spiritus im Hauſe Schloßgaſſe 5. 3. Klage des
tsarmenverbandes Darmſtadt gegen den
Ortsarmen=
band Arheilgen wegen Erſatzes von
Krankenhaus=
egekoſten für das Kind Waldemar Gellrich aus
Darm=
dt. 4. Klage des Mühlenbeſitzers Louis Bopp zu
ichelsheim i. W. gegen die Provinz Oberheſſen wegen
tſchädigung. 5. Enteignung von Gelände in der
Ge=
rkung Birklar zur Herſtellung einer elektriſchen
Fern=
ung des Ueberlandwerkes Wölfersheim zwiſchen den
meinden Bettenhauſen und Lich.
In der letzten Sitzung wurde u. a. auch über das
nzeſſionsgeſuch für eine Bar in der
Friedrichsſtraße verhandelt. In dem Bericht
dar=
über war angegeben, daß die Wirtſchaftsdeputation der
Stadtverordneten=Verſammlung die Bedürfnisfrage
be=
jaht habe. Wie uns jetzt mitgeteilt wird, iſt dies nicht
der Fall. Die Deputation hat die Bedürfnisfrage ebenſo
wie der Gaſtwirteverein und das Polizeiamt verneint.
* Zum Rücktritt des Provinzialdirektors Geheimerat
Dr. Vreidert. Die Darmſt. Ztg. ſchreibt: Mehrfach iſt
in Zeitungsmeldungen der Rücktritt des
Provinzialdicek=
tors Geheimerat Dr. Breidert in Mainz mit der
Stel=
lungnahme der Regierung zu dem Projekte eines
Waſſer=
kraftwerkes bei Gernsheim in Verbindung gebracht
wor=
den. Wie uns von zuſtändiger Seite mitgeteilt wird,
ent=
behrt dieſe Annahme jeder tatſächlichen Grundlage.
Ge=
heimerat Dr. Breidert, der im 45. Dienſtjahre ſteht, hat
ſchon im vergangenen Winter dem Miniſter des Innern
den Wunſch ausgeſprochen, aus dem aktiven Dienſt
aus=
zuſcheiden. Als Zeitpunkt des Ausſcheidens wurde der
1. Oktober d. J. im Einverſtändnis mit Herrn Geheimerat
Dr. Breidert beſtimmt, zu einer Zeit, zu der die
Regie=
rung mit dem vorerwähnten Projekt überhaupt noch nicht
befaßt war.
Zur Berufung des Herrn Dr. Freſenius inaſh
Windhuk. Zu unſerer geſtrigen Notiz über die Berufung
des Herrn Direktor Dr. Freſenius hier in den
Kolo=
nialdienſt erfahren wir noch, daß Herr Dr. Freſenius
ſich bereits ſeit mehreren Wochen bei dem
Reichs=
kolonialamt informatoriſch beſchäfſtigt. Das
Inſtitut, deſſen Leitung Herrn Dr. Freſenius übertragen
werden ſoll, iſt die kürzlich von der
Reichskolonialver=
waltung ins Leben gerufene
Landwirtſchafts=
bank für Südweſtafrika, deren Aufgabe darin
be=
ſteht, ländliche Siedelungen in der Kolonie mit
Amorti=
ſationskredit zu verſehen. Herr Dr. Freſenius, ein Sohn
des verſtorbenen heſſiſchen Oberamtsrichters Freſenius,
beſtand die zweite juriſtiſche Staatsprüfung im Frühjahr
1900 und wurde zunächſt bei der Staatsanwaltſchaft als
Gerichtsaſſeſſor verwendet. Bei Gründung der Heſſiſchen
Landes=Hypothekenbank zu Beginn des Jahres 1903
wurde er als juriſtiſcher Direktor (nicht zweiter Direktor,
als welcher er in unſerer geſtrigen Notiz
irrtümlicher=
weiſe bezeichnet worden war) in den Vorſtand dieſer
Bank berufen, die ſich inzwiſchen in den zehn Jahren
ihres Beſtehens unter ſeiner Mitleitung außerordentlich
raſch und kräſtig entwickelt hat. Aus Anlaß des
letzt=
jährigen Geburtstages des Großherzogs wurde ihm das
Ritterkreuz erſter Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen verliehen. Herrn Direktor Dr.
Fre=
ſenius geht der Ruf eines überaus tüchtigen und
befähig=
ten Fachmannes voraus, von dem erwartet werden darf,
daß er die ehrenvolle, aber auch ſchwere Aufgabe, die
ihm übertragen iſt, zum Nutzen und Gedeihen der Kolonie
reſtlos löſen wird.
* Vom Großh. Hoftheater. Das Repertoire
der erſten Spielwoche weiſt folgende Vorſtellungen auf:
Am Sonntag, den 7. September, wird die Spielzeit
mit „Tannhäuſer” als Abonnementsvorſtellung für
die Serie C eröffnet. In dieſer Oper treten als
neu=
engagierte Mitglieder zum erſten Male vor das
Publi=
kum die Damen Callwey (Venus), Beling=Schäfer (Hirt),
ſowie die Herren Perkins (Reimar) und Moll (Heinrich).
Die übrige Beſetzung, mit Frl. Geyersbach als Eliſabeth,
Herrn Stephani als Landgrafen, Becker als
Tann=
häuſer, Semper als Wolfram, Globerger als Walter,
chützendorf als Biterolf, iſt die vom Vorjahr
be=
kannte. Am Dienstag gelangt „Cavalleria rusticana‟
Dirigent Richard Lert, und „Bajazzo” Dirigent Willem
de Haan, zur Aufführung. Von Neubeſetzungen dieſer
Werke, die Regiſſeur Nowack ſzeniſch leitet, ſeien
er=
wähnt: Frau Callwey, die erſtmalig die Santuzza
ſingt, und Frl. Liſchke als Mutter Lucia. In Bajazzo
ſingt Herr Bertram zum erſten Male den „Tonio”.
Die Vorſtellung fällt auf das Dienstag=Abonnement
(A 1). Für Mittwoch und Donnerstag iſt der erſte
Teil des „Fauſt” zur Aufführung angeſetzt. Kurt
Weſter=
mann ſpielt erſtmalig den „Mephiſto” Bruno Harprecht
den „Theaterdirektor”, Heinrich Hacker den „Dichter”,
Armin Waſſermann die luſtige Perſon, Hertha Alſen
(Raphael), Eliſabeth Horn (Gabriel), Sofie. Doſtal
(Michael), Paul Eisner die Hexe, Kurt Ehrle den
Valentin. Die Titelrolle ſpielt Hans Baumeiſter, der
als Spielleiter tätig iſt. Für Freitag iſt eine Repriſe
von Offenbachs burlesker Operette „Die ſchöne Helena”
in Ausſicht genommen.
g. Ins Manöver. Am 6. September, morgens,
be=
geben ſich von unſerer Fliegerſtation 6 Apparate
auf die Reiſe ins Manövergelände nach Oberheſſen.
Da=
von ſind drei Euler= und drei Aviatik=Flugapparate. Die
Flieger werden den Manövern des 18. Armeekorps
zuge=
teilt und wahrſcheinlich bis zum 17. September an den
Manövern teilnehmen. Dem hieſigen Fliegerkorps folgen
mehrere Automobilzüge, darunter ein Perſonenomnibus,
ein Werkſtattwagen und zwei Laſtautomobile.
Das Neur Gymnaſium ſoll nach einem
neuer=
dings wieder kurſierenden Gerücht aufgehoben werden.
Wie wir zuverläſſigſt erfahren, entſpricht dieſes Gerücht
nicht den Tatſachen. Man denkt um ſo weniger an eine
Aufhebung dieſer Anſtalt, als ſich die Frequenz
neuer=
dings wieder erfreulich zu heben beginnt
F. Für die Jubiläumsfeiern dieſes Jahres hat,
gerade noch zur rechten Zeit, Profeſſor Arnold
Mendels=
ſohn 4 Chöre a capella komponiert und in Leuckarts
Verlag in Leipzig erſcheinen laſſen, die unſere gemiſchten
Chöre ſich hoffentlich nicht entgehen laſſen werden. Die
für Feſtgottesdienſte komponierte Motette (Lobet den
Herrn, daß das Volk wieder frei ward uſw., nach
Worten des Deboraliedes) iſt einfach und groß gedacht;
Modulation und Chromatik, ſowie die Figuration im
Mittelſatz bilden für leiſtungsfähige Chöre keine zu
großen Schwierigkeiten. Das 125 Takte umfaſſende
Tonwerk wird von prachtvoller Wirkung ſein. — Für
weltliche Feiern am 18. und 19. Oktober ſind die „Drei
patriotiſchen Lieder” mit Texten von E. M. Arndt
be=
ſtimmt, Nr. 1: Der Fahnenſchwur (Hebt das Herz! Hebt
die Hand!), Nr. 2: Die Leipziger Schlacht (Wo kommſt
du her in dem roten Kleid?), Nr. 3: Der Freudenklang
(Durch Deutſchland flog ein heller Klang). Es iſt
er=
freulich, wie hier ein Meiſter unſerer Tage der
vater=
ländiſchen Begeiſterung der großen Zeit vor hundert
Jahren den ihr gebührenden und aus ihr heraus
em=
pfundenen muſikaliſchen Klang gegeben hat. Dieſe
Lieder werden daher bei Volksfeiern, Familienabenden
und Feſten höherer Lehranſtalten in dieſem Jahre
über=
aus am Platze ſein, aber auch weiterhin gern geſungen
und gehört werden. Das dramatiſch bewegteſte iſt das
Lied von der Leipziger Schlacht, das zu dem Schönſten
gehört, was A. Mendelsſohn geſchaffen hat. Die Preiſe
ſind: Die Motette, Partitur und Stimme (je 20 Pfg.)
2 Mk.; die Lieder: Nr. 1 (je 15 Pfg.) 1,20 Mk.; Nr. 2
(je 20 Pfg.) 1,80 Mk.; Nr. 3 (je 15 Pfg.) 1,20 Mk.
— Der Obſt= und Gartenbauverband für den Kreis
Darmſtadt veranſtaltete am Mittwoch im Kaiſerſaale
einen Obſt= und Gemüſeverwertungskurſus
bei ungewöhnlich zahlreicher Beteiligung. Nach
Be=
grüßung der Damen durch den erſten Vorſitzenden, Herrn
Regierungsrat v. Werner, ſprach Kreisobſtbautechniker
Dorſch zunächſt über den Nährwert des Obſtes und der
Gemüſe und die hohe volkswirtſchaftliche Bedeutung der
Obſt= und Gemüſeverwertung und zeigte alsdann unter
Benutzung der Weckſchen Friſchhaltungsgeräte die
ein=
fachſte und ſicherſte Konſervierung der
Nahrungsmittel=
wobei Frau Dorſch ihn im Steriliſieren des Obſtes und
der Gemüſe unterſtützte. Die Weckſchen
Friſchhaltungs=
geräte und Gläſer bewieſen auch hier wieder ihre
altbe=
währte Vorzüglichkeit, und beſonders die beiden
Weck=
ſchen Saftgewinnungsapparate (Fruchtſaftſeiher)
erreg=
ten das größte Intereſſe. Zum Schluß entſpann ſich noch
eine lebhafte Diskuſſion. Man gewann hierbei den
Ein=
druck, als ob eine größere Anzahl der Damen ſich beteiligt
hätte, um Sicherheit in ihrer ſeither geübten
Obſtverwer=
tung zu gewinnen, wodurch der Kurſus ſchon
frucht=
bringend wirkt. Frau Dorſch ging mit einer
Aus=
ſtellung in ihrem Haushalt hergeſtellter Konſerven und
Säfte an die Hand, und die Firma C. J. Wenz brachte
eine ſchöne Kollektion Weckſcher Friſchhaltungsgeräte.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Auf die freundliche
Einladung des Mitgliedes „Kaiſerbierverlag” (Inhaber:
L. Volz und K. Repp) fand am Mittwoch nachmittag die
Beſichtigung der Mainzer Aktien=
Bier=
brauerei ſtatt. Ungefähr 120 Herren brachte der Zug
12 Uhr 55 Min. nach Mainz. Unter ſachkundiger Führung
und Erklärung der Gebäude und Sehenswürdigkeiten
wurde zuerſt ein Gang durch Neu=Mainz unternommen,
dergehen, wenn ich in Amerika bin.” „Nun, die
be=
mte Geſchichte mit dem Affen genügt ja,” meinte der
ſt, worauf Caruſo lächelte und den Kopf ſchüttelte.
ein, ich will nicht ungerecht ſein, die Geſchichte war für
h ein Glücksfall. Als ich nach der Affäre zum erſten
l wieder vor dem Neu=Yorker Publikum ſang, währte
Beifall eine Viertelſtunde: und ich machte mir das
ſo=
zunutze, um mir die Gage erhöhen zu laſſen. Vor der
engeſchichte bekam ich 7000 Lire für den Abend, heute
500. Und weißt Du, was ich jährlich durch die
Gram=
honplatten verdiene?” „60000 Lire ſchätze ich.” „Die
hl haſt Du geraten, 60000, aber — monatlich.” Und
der Gaſt ungläubig den Kopf ſchüttelte, holte Caruſo
* Mappe mit Abrechnungen und bewies mit Zahlen,
er nicht übertrieben hatte.
Feuilleton.
P. Münchner Künſtlertheater. Es zeigen ſich nun die
gen davon,daß man Offenbach insKünſtlertheater ein=
Reicht man der leichtfertigen Muſe nur den kleinen
ger, ſo nimmt ſie die ganze Hand. Die Schöpfer dieſes
en deutſchen „Reformtheaters” haben es ſich wohl kaum
tmen laſſen, daß ſchon nach fünf Jahren eine
Operetten=
ne daraus werden würde. Wenn man wenigſtens die
ormtendenzen, die dem Künſtlertheater allein ſeine
einsberechtigung gaben, auf dieſes entartete Genre
an=
iden wollte und Neues, Beſſeres brächte. Aber auch
in ſtellt man unſerer Zeit das Zeugnis der Sterilität
Muß man wirklich auf die alten Meiſter der
Gat=
zurückgreifen, um beſtehen zu können? In den näch=
Tagen ſteht die fünfzigſte Aufführung von Sullivans
ikado” bevor und am 26. gab es die Erſtaufführung
r Operette, deren Muſik „aus den Werken J.
Offen=
s zuſammengeſtellt” iſt. Das dürftige Opus hat alſo
t weniger als vier Väter: Ofſenbach, den „
Zuſammen=
er” Leopold Schmidt und zwei Dichter: Karl Ettlinger
Erich Motz. Komik in die Sache brachte eigentlich
der Autorenproteſt, der am Tage vor der Aufführung
ffentlicht wurde. Darin war von „künſtleriſcher
Ver=
vortung” die Rede. Wenn man den jämmerlichen
mit ſolchen Erklärungen vergleicht, ſo muß man ſich
idern. Wer ſo große Worte in den Mund nehmen
dürfte ein ſolches Machwerk überhaupt nicht in die
t ſetzen. Es iſt wahrhaftig herzlich gleichgültig, ob die
ie da etwas ſtreicht oder hinzufügt. „Getretner Quark
breit, nicht ſtark” ſagt ſchon Goethe. Im Szeniſchen
Koſtümlichen behauptet aber das Künſtlertheater
ter noch ſeinen alten Ruhm. Auch dieſe „Heimkehr des
Odyſſeus” iſt wieder ein Schmaus fürs Auge. Den
Haupt=
erfolg hatte wieder Pallenberg mit ſeinem „
Odyſ=
ſeus‟ Die hanswurſtartige Komik dieſes Darſtellers, der
ſein Publikum nicht gerade hoch einſchätzt, und ſich immer
wieder ſelbſt kopiert, geht einem nachgerade auf die
Ner=
ven. Das Künſtlertheater ſoll den drohenden Verluſt
Pal=
lenbergs nicht zu ſehr beklagen. Die echten Freunde des
Künſtlertheaters ſehen darin kein Unglück.
* Die künftige „Reſidenz” des Exkönigs Mannel. Der
Exkönig Manuel von Portugal hat einen feſten Wohnſitz
in England erworben, der gegenwärtig inſtand geſetzt
wird, um ihn und ſeine Gemahlin Auguſte Viktoria, die
Tochter des Fürſten von Hohenzollern, aufzunehmen. Die
künftige Reſidenz des portugieſiſchen Königspaares iſt ein
Landſitz in Twickenham bei London und heißt „
Sulwel=
leark Houſe‟. Twickenham iſt ein maleriſch gelegenes
Städtchen an der Themſe, gegenüber von Richmond. König
Manuel II. iſt nicht der erſte aus ſeinem Lande
vertrie=
bene Fürſt, der hier eine Zuflucht ſucht. In Twickenham
lebten der Graf von Paris, König Manuels Großvater,
und deſſen Onkel, der Herzog von Aumale, viele Jahre
lang, bis ihnen 1871 die dritte Republik die Rückkehr nach
Frankreich geſtattete. In Twickenham iſt König Manuels
Mutter, die Königin=Witwe Amalie, 1865 zur Welt
ge=
kommen. „Sulwelleark Houſe” iſt ein ſtattliches, von einem
großen Garten umgebenes Gebäude. Es ſtammt aus der
Zeit des Königs Jakob II. von England und enthält außer
ſechs Wohn= und zwanzig Schlafzimmern nicht weniger
als vier Badeſtuben.
* Der Klettermarder. Berliner Blätter melden: Der
Schöneberger Kriminalpolizei iſt es am Dienstag
gelun=
gen, eine neue Diebesſpezialität feſtzuſtellen
deren zum Glück wenig zahlreiche Vertreter bei ihrer
Ar=
beit ſtets Hals und Bein aufs Spiel ſetzen. Seit einigen
Monaten wurden fortgeſetzt in den vornehmen
Wohnvier=
teln in Schöneberg, Wilmersdorf, Charlottenburg und
an=
deren weſtlichen Vororten in den Wohnungen des erſten
und zweiten Stockwerkes hochherrſchaftlicher Häuſer
nächt=
liche Diebſtähle ausgeführt, bei denen die
Beſtohle=
nen wertvolle Schmuckgegenſtände, wohlgefüllte Börſen,
Uhren uſw., einbüßten. Die Kriminalpolizei ſtellte feſt,
daß in faſt allen dieſen Fällen die Türen der Räume ſtets
von innen verſchloſſen geweſen und die Schlöſſer
unver=
ſehrt waren. Den ſchlafenden Beſitzern waren in einzelnen
Fällen Brieftaſchen und Börſen unter dem Kopfkiſſen
ent=
wendet worden. Derartige Einbrüche mehrten ſich in den
letzten Wochen in ſo unheimlicher Weiſe, daß die
Schöne=
berger Kriminalpolizei während der Nachtzeit
ununter=
brochen einen ausgedehnten Patrouillendienſt ausübte.
Schließlich entdeckte man, daß in den Sandſteinquadern
eines Hauſes, in den Fugen, an einigen Stellen der
abge=
lagerte Straßenſtaub weggewiſcht war. Man forſchte nun
weiter und konnte zuletzt an der ſonſt glatten
Haus=
ront den Weg feſtſtellen, den der Einbrecher von der
Straße aus bis in den zweiten Stock geklettert war.
Es konnte ſich nur um einen katzenartig=geſchmeidigen
Menſchen handeln, der ohne alle Hilfsmittel die Hauswand
emporzuklimmen und ſpäter mit ſeiner Beute den Boden
auf demſelben Wege zu erreichen vermochte. Der Dieb
ſuchte ſich meiſt ſolche Häuſer aus, deren Fenſter zur
Nacht=
zeit offen ſtanden, ſo daß er ohne Mühe in die Zimmer
eindringen, dort ſeine „Arbeit” vollenden und ungeſehen
wieder entweichen konnte. Bei einer nächtlichen Streife
gelang es nun, den unheimlichen Kletterkünſtler auf friſcher
Tat zu erwiſchen und dingfeſt zu machen. Gleichzeitig
wurde auch ſein „Gehilfe” der Schmiere ſtand, und bald
darauf der Hehler, bei dem er die außerordentlich
wert=
vollen Beuteſtücke „verſchärfte” feſtgenommen. Das
menſch=
liche „Eichhörnchen” entpuppte ſich als ein ſchmächtiger, 20
Jahre alter entſprungener Fürſorgezögling.
R. Ein ſalomoniſches Urteil. In einer Schule unſerer
Stadt waren vor einigen Jahren zwei Brüder, die
Zwil=
linge waren. Sie ſahen ſich ſo täuſchend ähnlich, daß nur
die Eltern imſtande waren, ſie voneinander zu
unterſchei=
den. Der Lehrer der Klaſſe geriet bei dieſer Aehnlichkeit,
zu der auch gleiche Befähigung und gleicher Charakter ſich
geſellte, gar oft in Verlegenheit. So geſchah es, daß der
Direktor der Schule aufgeregt in die Klaſſe kam und rief:
„Gläſer heraus!‟ Der Klaſſenlehrer fragte: „Welcher, ich
habe deren zwei!‟ Die Knaben erſchienen vor der Front
und der Direktor blickte ſie erſtaunt an und bemerkte: „Das
ſind ja zwei und einer ſieht dem anderen ähnlich.” Dann
ſagte er: „Der Schuldiener hat gemeldet, daß ein Gläſer
im Hofe auf einem Schlauch, den er zum Spritzen des
Hofes gebrauchte, herumgetanzt und ihn zertreten habe.
„Wer von Euch zweien hat es getan?” Keine Antwort.
Alles Bitten und Drohen konnte den Sünder nicht zum
Geſtändnis bringen. Der Direktor ſchaute ratlos den
Leh=
rer an und fragte: „Was iſt in dieſem Falle zu tun?
Jener ſagte: „Hauen Sie alle beide durch, ſo haben Sie
gewiß den Richtigen.” — „Ja, da ſtrafe ich ja auch den
Unſchuldigen mit.” — „Das tut in dieſem Falle nichts;
laſſen wir ſie ungeſtraft laufen, ſo lachen ſie uns heimlich
aus und vollführen auf unſere Koſten noch mehr ſolcher
Streiche.” Alſo geſchah es, daß jeder von Beiden einige
Streiche erhielt, aber keiner geſtand. Sie waren einig.
Uebrigens ſind beide tüchtige Menſchen geworden.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Auguſt 1913.
Nummer 202.
an der Chriſtuskirche vorbei bis zur Ludwigsbrücke. Ein
Blick auf den im herrlichſten Sommerſonnenglanz
glitzern=
den deutſchen Rhein und ſeine umliegenden Höhen bildete
gewiſſermaßen den Abſchluß dieſes modernen Mainz, an
den ſich nun noch ein Gang durch Alt=Mainz mit ſeinen
alten Gaſſen und eng gebauten Häuſern anſchloß. Manch
Intereſſantes wurde erklärt und beſichtigt und erſt um halb
4 Uhr fand man ſich in der Brauerei ein. Herr Direktor
Dr. Jung begrüßte hier die Teilnehmer aufs herzlichſte
und in zwei Gruppen wurde nun dieſes ſehenswerte Werk
betrachtet. Dank ſei den liebenswürdigen Führern, den
Herren Direktor Dr. Jung und Dr. Rükan, ausgeſprochen
für die lehrreichen Vorführungen und Erklärungen des
ganzen Betriebes. Es würde zu weit führen, an dieſer
Stelle das alles zu beſprechen, was dem Auge und Sinn
gezeigt wurde. Die geſamte Brauhausanlage umfaßt
zur=
zeit etwa 3,13 Hektar. Das Terrain ſelbſt iſt zum Teil
dreifach unterkellert. Das Malz ſtellt die Brauerei ſelbſt
her und bezieht für dieſen Zweck etwa 850 Waggon Gerſte
Das jährlich erzeugte Malz beträgt etwa 130000 Zentner.
Das Sudhaus iſt für eine tägliche Produktion von 1300
Hektoliter Bier eingerichtet. Der Gärkeller iſt die größte
in ſich geſchlöſſene Gärkellerei von ganz Deutſchland. In
mächtigen Bottichen und Tanks gärt hier das Bier.
Mäch=
tige Kälteerzeugemaſchinen Lindeſchen Syſtems führen
Eiserſatz (auf 7—8 Grad unter Null reduziertes
Salz=
waſſer) durch ein Röhrennetz von 43 Kilometer Länge durch
die Kelleranlagen zur Erzeugung der verſchiedenen
Tem=
peraturen. Tiefer wurde geſtiegen, ſo daß es faſt
unheim=
lich wurde und wohl mancher den Wintermantel
herbei=
ſehnte. Die Eisfabrikation liefert täglich etwa 800
Zent=
ner Blockeis. Das Waſſer für den ganzen Betrieb (zirka
24000 Hektoliter pro Tag) liefert eine Brunnenanlage mit
einer Tiefe von 120 Meter. Eine ganz beſondere
Wür=
digung verdient die Flaſchenkellerei mit einer
Tagesleiſt=
ung von 100000 Flaſchen (500 Hektoliter Bier). Sie iſt
muſtergültig mit den modernſten Hilfsmaſchinen und
hygieniſch eingerichtet. Ein Gang durch die
Maſchinen=
häuſer, Ställe (etwa 100 Pferde) und die verſchiedenſten
Betriebe beſchloß dieſe intereſſante Führung. Noch zu
erwähnen ſei, daß die Brauerei etwa 300000 Hektoliter
Bier jährlich produziert und in Darmſtadt unter dem
Namen „Kaiſerbier” bekannt ſein dürfte. An die
Beſich=
tigung ſchloß ſich dann noch eine Stoffprobe in dem ſchönen
Garten=Reſtaurant des Mainzer „Radkeller” am Käſtrich
an. Einige neue Mitglieder, die ſich anmeldeten, dürften
der Ausflugskommiſſion gewiſſermaßen bezeugen können,
daß der Ausflug wieder einmal gelungen war.
* Männerquartett „Loreley‟ Die Vorbereitungen
zum 1. Stiftungsfeſt, verbunden mit Bannerweihe,
am Sonntag, den 31. Auguſt, haben nun endgültig ihren
Abſchluß gefunden. Es beteiligen ſich an dem Feſt ca.
15 Vereine von hier und auswärts. Das Programm.
das mit 20 Nummern ausgeſtattet iſt, verſpricht allen
Teilnehmern einen vergnügten Nachmittag, zumal in
dem=
ſelben Kunſt= ſowie Volkschöre jeglicher Art enthalten
ſind. Da auch für Volksbeluſtigungen aller Art beſtens
geſorgt iſt ſteht den Beſuchern ein genußreicher Tag in
Ausſicht. Die Fahne, die ein Stück heimiſcher Kunſt iſt,
wurde in der Kunſt= und Fahnenſtickerei H. Bringer
hier angefertigt und iſt zurzeit im Schaufenſter der Firma
Sieberling auf dem Marktplatz ausgeſtellt.
* Vorſicht beim Abſchluß von Automaten=
Lieſerungs=
verträgen. Gleichwie in dem kürzlich vor der
Kob=
lenzer Strafkammer zur Verhandlung gekommenen
großen Betrugsprozeß gegen die Inhaber und eine große
Zahl von Reiſenden mehrerer Automaten=
Ver=
triebsfirmen in Fürth in Bayern hatte auch ein
Reiſender der Berliner Neuheiten=Vertriebsgeſellſchaft
„Germania” ſich kürzlich vor dem Schöffengericht
Al=
zey wegen Betrugs zu verantworten. Es muß daher vor
dem Geſchäftsbetrieb derartiger Reiſender dringend
ge=
warnt werden. Sie pflegen durchgängig kleinere und
kleinſte Geſchäftsleute aufzuſuchen, die nicht imſtande ſind,
den Inhalt der mit ihnen abgeſchloſſenen Verträge zu
überſehen und die deshalb Verpflichtungen auf ſich
neh=
men, die ihre finanzielle Leiſtungsfähigkeit weit
über=
ſteigen. Da die Abſatzmöglichkeit für die ihnen
aufge=
drängten Waren meiſt eine recht beſchränkte iſt; ſo beſteht
in der Regel kaum Ausſicht, die ungeheuren Maſſen von
Waren los zu werden, welche ſie infolge des Vertrags
beziehen müſſen.
* Kinotheater. Im I. Darmſtädter Kino,
Grafenſtraße, gelangt auf wenige Tage ein
hochintereſſan=
tes, ſpannendes Programm zur Vorführung. Der große
Detektiv=Dreiakter „Verfehmt” bietet ſelbſt dem
verwöhn=
teſten Auge eine Fülle ſpannendſter Momente, die ſelten
ſchöner und packender auf einem Film zu ſehen waren. Das
Spiel hervorragender Kinokünſtler iſt ſo naturgetreu und
der Aufbau des ganzen Dramas ſo ungekünſtelt, daß man
den Vorgang förmlich miterlebt. In gleicher
Vortrefflich=
keit gliedern ſich die anderen Programmnummern an.
K Roßdorf, 28. Aug. Bei der
Gemeinderats=
wahl ſiegte die Bürgerpartei mit großer
Stimmenmehr=
heit. Es wurden gewählt: Landwirt Friedrich Löffler
mit 335 Stimmen, Zimmermeiſter Heinrich Roos 181,
Landwirt Georg Schmunk V. 171, Landwirt Peter
Ludwig Haas 153, Landwirt Georg Wilhelm
Nickolay II. 152, Gärtner Heinrich Seibert 138.
Die ſozialdemokratiſche Partei hatte 6 Kandidaten
auf=
geſtellt.
— Pfungſtadt, 28. Aug. Ein junger aus Gimbsheim
ſtammender Schloſſergeſelle hat im Hauſe eines hieſigen
Landwirts, wo er im Auftrage ſeines Meiſters arbeitete
einen Hundertmarkſchein aus der Kommode
ent=
wendet. Den größten Teil des geſtohlenen Geldes hatte
er, als er verhaftet wurde, bereits bei der Kirchweihe
in ſeinem Heimatsorte ausgegeben. — Um den
Obſt=
dieben das Handwerk zu legen, wurde das
Feldſchutz=
perſonal zu verſchärfter Aufſicht verpflichtet. Trotz dieſer
Maßnahme mehren ſich die Diebſtähle in einem Maße, daß
die Stadtverwaltung ſich genötigt ſah, einen Teil des
Obſtes vorzeitig zu verſteigern.
Hähnlein, 28. Aug. Wie mitgeteilt wird, ſoll auch
diesmal das Jahresfeſt des Rettungshauſes
„Hähnlein” um die gewohnte Zeit abgehalten werden,
und zwar iſt dafür Sonntag, der 7. September, vorgeſehen.
Da mit dieſer Feier zugleich das Dekanatsfeſt für
die Innere Miſſion verbunden werden ſoll, iſt eine
zahlreiche Beteiligung von auswärts zu erhoffen, und es
wird deshalb dieſem Hinweis die Bitte hinzugefügt,
inner=
halb des Dekanats den genannten Sonntagnachmittag von
anderen kirchlichen Veranſtaltungen freizuhalten. An den
Feſtgottesdienſt in der Kirche um 2½ Uhr, bei dem
Pfarrer Memmert Vereinsgeiſtlicher für die Innere
Miſſion, die Predigt übernommen hat, ſchließt ſich wie
ge=
wöhnlich im Anſtaltsgebäude eine Bewictung mit Kaffee
an. Später folgen noch eine Anſprache und Spiele der
Kinder. Auch werden die Feſtgenoſſen zugleich
Gelegen=
heit haben, die neu hergerichtete Kirche mit ihren alten
Malereien zu beſichtigen.
— Auerbach, 28. Aug. Etwas Neues wird nächſten
Sonntag wiederum auf dem Auerbacher Schloß
geboten: Das erſte Bergſträßer Volksfeſt wird
gleichſam als Vorfeier des Sedantages — in großem
Rahmen daſelbſt gefeiert. Gar mancherlei Kurzweil iſt
geplant: Volksbeluſtigungen aller Art, Jugendſpiele,
Maſ=
ſenaufführungen, Blumen= und Kinderpolonäſe,
Fahnen=
reigen, von 32 jungen Damen aufgeführt, Lampiontänze
dann abends Rieſen=Pracht=Feuerwerk, dem der Gedanke
zugrunde liegt, daß das Schloß in Flammen aufgeht und
der Brand alsbald gelöſcht wird, wobei zuletzt das ganze
Schloß magiſch beleuchtet wird. Alles das wird den
Be=
ſuchern vorgeführt. Natürlich wird auch von nachmittags
bis — zum anderen Tage Gelegenheit geboten, tüchtig zu
tanzen. Außerdem wird ein Doppel=Konzert den Genuß
erhöhen.
Offenbach, 28. Aug. Der Vorarbeiter Adolf Faßler,
der bei einer hieſigen Lederwarenfabrik beſchäftigt war
und zuletzt Arndtſtraße 25 wohnte, hat ſeine Firma nach
und nach um 3000 Mark geſchädigt, die er durch falſche
Buchungen und durch das unrechtmäßige Einkaſſieren
von Geldbeträgen an ſich zu bringen wußte. Als dann
ſeine Manipulationen vor einigen Wochen herauskamen,
ging er flüchtig, er konnte jedoch auf Grund des gegen ihn
erlaſſenen Haſtbefehls in Hamburg feſtgenommen
werden. — Die in der Stadt umlaufenden Gerüchte über
neue Unregelmäßigkeiten und Unterſchlagungen in
ſtädtiſchen Aemtern und Betrieben, ſowie bei
der Ortskrankenkaſſe, wobei es ſich um ungeheuerliche
Be=
träge handeln ſoll, ſtützen ſich auf keinerlei Tatſachen und
ſind, wie amtlich feſtgeſtellt wurde, völlig frei erfunden.
Die Mainfiſcherei im Stadtbezirk wurde dem
Höchſt=
bietenden Chriſtian Gries für 311 Mark jährlich übergeben;
der Schätzungsbetrag mit 392 Mark iſt nicht erreicht
worden.
Dudenhofen, 28. Aug. Der 70jährige Landwirt
Jo=
hann Kemmerer ſtürzte beim Heuabladen ſo
unglück=
lich vom Wagen, daß er bewußtlos liegen blieb. Auf
dem Transport nach ſeiner Wohnung verſtarb er.
Seckmauern, 28. Aug. Ein ſchwerer
Arbeits=
unfall traf in Offenbach den 25jährigen Maurer
Voll=
mar Wollſtätter von hier. Der mit Verputzen der
Fugen beſchäftigte junge Mann ſtürzte von dem Gerüſt
aus einer Höhe von 7 Metern, als er von dem Gerüſt aus
auf eine etwa, 1.20 Meter höher befindliche Fenſterbank
ſteigen wollte. Dabei brach das Gerüſtbrett und
Woll=
ſtätter ſtürzte herab Der Verunglückte erlitt einen Bruch
des rechten Schlüſſelbeins und außerdem erhebliche
Ver=
letzungen am Kopfe, deſſen Schädeldecke völlig bloßgelegt
wurde.
Aus dem Odenwald, 28. Aug. Das kleinſte Dorf
in weiten Landen iſt unſtreitig Dürr=Ellenbach,
denn bei der letzten Volkszählung wurden dort nurvier
Perſonen gezählt, und dennoch gilt es amtlich als
ſelbſtändiges Dorf. Es liegt 40 Minuten von Aſchbach
oben ganz verſteckt in dem Gebirge an dem markierten
Touriſtenweg Waldmichelbach-Beerfelden. Der
Bürger=
meiſter von Aſchbach übt die bürgermeiſteramtlichen
Ge=
ſchäfte aus, während der dort wohnende Förſter amtliches
Ortsoberhaupt iſt; denn Dürr=Ellenbach führt ſeine eigene
Rechnung, daher der Umſtand, daß der Förſter täglich die
amtlichen Blätter — Darmſt. Ztg. und Kreisblatt —
zu=
geſtellt bekommt, was beſonders im Winter für die
Wald=
michelbacher Poſtboten keine leichte Arbeit iſt, wenn oft
Wochen lang das dortige Gebirge meterhoch mit Schnee
bedeckt iſt. Der Ort hatte noch 1844 eine eigene Schule mit
elf Kindern. In jener Zeit aber verkauften die dort woh
nenden 6 Landwirte ihre ganzen Anweſen an die Grafen
zu Erbach, welche ſämtliche Gebäulichkeiten, bis auf eine,
die jetzt der Förſter bewohnt, abriſſen und das ganze
Ge=
lände mit Wald bepflanzten. Die früheren Beſitzer
wan=
derten damals mit ihren Familien nach Amerika aus.
Noch heute werden alljährlich in der Kirche zu
Waldmichel=
bach mehrere Meſſen gefeiert, welche von Dürr=
Ellen=
bachern geſtiftet wurden.
Bürſtadt, 28. Aug. Mit großer Freude wird die
Nach=
richt begrüßt, daß unſere Poſtagentur vom 1. Oktober ab
in ein Poſtamt umgewandelt wird. Da hier
der Geldverkehr in letzter Zeit ſtark zugenommen hat. hat
die Oberpoſtdirektion in Darmſtadt beſchloſſen, die
Poſt=
agentur aufzuheben und ein Poſtamt einzurichten.
Mainz. 28. Aug. In begreiflicher Aufregung befindet
ſich ein hieſiger Rechtsanwalt, der ſeine diesjährigen
Som=
merferien mit ſeiner Familie in Darmſtadt zugebracht
hatte und am vorgeſtrigen Tage ſeine geſamten
Reiſe=
utenſilien einem Mietauto zum Transport von
Darm=
ſtadt nach Mainz anvertraut hatte. Die Familie iſt längſt
hier eingetroffen, während von dem Auto heute, nach zwei
Tagen, noch nichts zu ſehen iſt. Die Nachforſchungen nach
dem Auto blieben bis jetzt erfolglos.
Finthen, 28. Aug. Im Frühjahr v J. wurde auf der
Staatsſtraße Finthen-Nieder=Ingelheim der
Automobil=
verkehr in verbrecheriſcher Weiſe dadurch gefährdet, daß
man nachts ein Waſſerleitungsrohr quer
über die Fahrbahn gelegt hatte. Trotzdem die
Staatsanwaltſchaft für die Ermittelung des Täters 300
Mark Belohnung ausgeſetzt hat, ſind die Nachforſchungen
bis jetzt erfolglos geweſen. Nun iſt die Gendarmerie
Ingelheim in den letzten Tagen auf eine Spur
auf=
merkſam gemacht worden, die in einem Nachbarort die
Verbrecher ſucht. Ein junger Mann Deutſcher, ſoll
ge=
legentlich einer Reiſe ins Ausland hinter dem Biertiſch
mit der Tat renommiert haben. Zur Zeugenvernehmung
wird zunächſt die Vermittelung der franzöſiſchen
Regie=
rung auf diplomatiſchem Wege nachgeſucht werden.
Worms, 28. Aug. Prinz Ludwig von
Batten=
berg ſtattete geſtern abend halb 6 Uhr dem Dom einen
Beſuch ab.
Dalsheim, 28. Aug. Ein ſchwerer
Unglücks=
fall ereignete ſich hier beim Ausfahren der
Dreſch=
maſchine aus dem Gebiete des Landwirts Johann
Mül=
ler. Das Pferd des Landwirts Johann Scherner ſtürzte
und brachte auch Scherner zu Fall. Die Vorderräder der
Lokomobile gingen dem Unglücklichen über beide Beine,
die gebrochen ſind. Schwerverletzt kam er ins
Kranken=
haus.
Alzey. 28. Aug. Eine Waſſerkalamität herrſcht
in der Stadt; das Waſſerwerk kann die nötige
Waſſer=
menge nicht liefern. Deshalb ſah ſich die Bürgermeiſterei
ve
anlaßt, die Bevölkerung zur Einſchränkung des
Waſſerverbrauchs aufzufordern. Da der Waſſerverbrauch
aber trotzdem in den letzten Tagen ſtark zugenommen hat,
mußte die zeitweilige Sperrung der Leitung erfolgen.
Wöllſtein, 28. Aug. Auf raffinierte Weiſe
be=
ſchwindelt worden ſind die Angehörigen eines
hie=
ſigen Landwirts durch ihren bisherigen Knecht. Dieſer
kündigte und begab ſich zu einem Bekannten ſeines Herrn
mit einem von ihm ſelbſt geſchriebenen Brief, den er im
Sinne, als wenn er von ſeinem ſeitherigen Dienſtherrn
ſtamme, geſchrieben hatte und der die Bitte enthielt, dem
Ueberbringer 100 Mark zu übergeben, die ihm zu einem
Pferdeankauf noch fehlten. Dem Knecht wurden die 100
Mark auch anſtandslos übergeben. Erſt ſpäter, als der
Knecht ſchon lange mit dem Gelde auf und davon war.
ſtellte ſich der Schwindel heraus. Von dem Flüchtigen
fehlt bis jetzt noch jede Spur.
Grolsheim, 28. Aug. In einer hieſigen Bauernſcheune
vergnügten ſich mehrere Schuljungen damit, ſich mit den
Füßen in die Haken einer ſogenannten Fruchtrolle zu
ſtellen und ſich dann ſelbſt mit dem Seile, wie dies mit
den Fruchtgarben geſchieht, in die Höhe zu ziehen.
Da=
bei paſſierte einem Knaben das Mißgeſchick, daß er mit
dem Fuße aus dem Haken rutſchte. Derſcharfe
Ha=
ken drang ihm in die Wade ein, und nun hinc
der kleine Burſche ſchwebend mit dem Kopfe nach unten
über der Tenne. Auf das fürchterliche Geſchrei des „
Ge=
hängten” eilten ſofort Leute herbei, die den Kleinen zum
Glück raſch aus ſeiner gefährlichen Lage befreien konnten,
ehe ſchlimmeres paſſierte.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Aug. Der
Land=
hausbau des Kronprinzen hat, wie berichtet,
jetzt begonnen und zwar iſt man mit dem Ausſchachten der
Baugrube auf dem nach dem Jungfernſee bei Potsdam
zu belegenen Bauplatz beſchäftigt. Das Landhaus, eine
große viereckige Gebäudegruppe mit fünf Höfen, wird nach
der Seeſeite durch große Teraſſenanlagen abgeſchloſſen.
Als Bauzeit ſind zwei Jahre vorgeſehen. Im Septembeo
wird mit der Fundamentierung angefangen, gleichzeilig
wird auch mit dem Bau des Landungsſteges begonten,
der 52 Meter lang wird und weit in die Havel hineinrägt,
Das Landhaus wird in einem Abſtand von 180 Meteln
vom Uferrande errichtet. — Eine eigenartige Ents
deckung wurde auf dem Kaſernenhof des Füſilier=Ba= des Alexander=Regiments, Alexanderſtraße
Nr. 56, gemacht. Geſtern nachmittag fuhr ein
ſchwer beladener Kohlenwagen über den Hof, als plötzlich
das Gefährt gerade in der Mitte des Hofes mit der
Hinter=
achſe bis zur halben Radhöhe in den Erdboden einſank.
Der Wagen wurde raſch gehoben; als man dann die „
Un=
fallſtelle” näher unterſuchte, entdeckte man unter der
durch=
gebrochenen Erdfläche einen ausgemauerten Brunnen von
acht Metern Tiefe, der nur mit einer 40 Zentimeter dicken
Steinſchicht zugemauert war. Das Vorhandenſein des=
Brunnens wird von der „Morgenpoſt” darauf
zurückge=
führt, daß auf dem Gelände des heutigen Kaſernenhofes
vor hundert Jahren ein der Georgenkirchengemeinde
ge=
höriger Friedhof angelegt war, in deſſen Mitte ſich den
Brunnen befand. — Die Buchhalterin Gertrude
Lands=
hut iſt geſtern von dem Hedwig=Krankenhaus in die
Iſo=
lierbaracken des Virchow=Krankenhauſes übergeführt
wor=
den, nachdem feſtgeſtellt wurde daß ſie an echten
ſchwar=
zen Pocken eckrankt ſei. Der Zuſtand der Kranken i
zurzeit nicht lebensgefährlich. Ueber die Art, wie ſie ſic
die Anſteckung geholt hat, konnte bisher nichts ermittel
werden. Der Verlauf der Krankheit iſt vorläufig durch
aus günſtig. Für das Publikum liegt kein Grund zur Be
unruhigung vor. Im Hedwig=Krankenhaus hatte di
Feſtſtellung des Pockenverdachtes zur Folge, daß geſtern
die übliche Beſuchsſtunde ausfiel. Vor dem Krankenhau
waren Schutzmannspoſten aufgeſtellt, die den nach Hunder
ten zählenden Beſuchern den Eintritt verwehrten. Späte
erfolgte die Mitteilung durch Zettelanſchlag, daß die Be
ſuchsſtunde auf Freitag verlegt ſei.
Wiesbaden, 28. Aug. Der am 22. d. M. verſtorben=
70 Jahre alte Rentner E. Grebert, der früher Hotelic
in Langenſchwalbach geweſen iſt, vermachte ſeiner Vate
ſtadt Langenſchwalbach ſein faſt eine Million betragende
Vermögen zu wohltätigen Zwecken. In dem Teſt
ment das Grebert hinterließ, wird beſtimmt, daß au
einer zu gründenden Grebert=Stiftung 500000 Mark zu
Herſtellung eines Geneſungsheimes für bedürftige
Frau=
verwendet werden ſollen. Ferner ſollen 100000 Mk.f
eine Kleinkinderſchule, 50000 Mk. für ein Heim alter Leu
und weitere 50000 Mk. für die Errichtung eines der Sta
Langenſchwalbach noch fehlenden Volksbades Verwendur
finden. Der Verſtorbene hat weiter der katholiſchen G
meinde in Langenſchwalbach 25000 Mk. und dem Kurve
ein den gleichen Betrag vermacht.
München, 28. Aug. Achtzehn Perſonen erkrankten i
folge Genuſſes roher Milch an Typhus.
Stuttgart, 28. Aug. Geſtern abend gegen 6 Uhr wur
die von ihrem Manne getrennt lebende 33 Jahre g
Frau Schweizer von ihrem Manne auf der Stra
erſtochen. Sie war ſofort tot. Der Mörder flüchte
konnte aber noch heute nacht gegen 12 Uhr von einerd
zahlreichen Polizeipatrouillen auf der Straße verhaf
werden.
Karlsruhe, 28. Aug. Zwiſchen Sinsheim und Iffe
heim verunglückte ein mit zwei Damen und zwei Herr
beſetztes Mietauto. Sie wurden ſämtlich in ein
Graben geſchleudert. Ein Herr Huber aus
Berl=
wurde lebensgefährlich verletzt.
Hannover, 28. Aug. Ein ſchweres Automob
unglück ereignete ſich geſtern auf der Landſtraße zu
ſchen Kirchrode und Bemerrode. Das Automobil
Gewerkſchaft Friedrichshöhe, in dem ſich außer dem
Cha=
feur der Direktor Ermeſch befand, fuhr infolge zu glatt
Weges auf die Seite in loſen Sand. Dabei brached
Hinterrad und der Wagen überſchlug ſich. Der Chauffe
kam unter den Wagen zu liegen und erlitt ſchwere inn
Verletzungen. Er ſtarb nach wenigen Minuten. Dr.(
meſch wurde aus dem Wagen geſchleudert; er trug ei
ſchwere Kopfverletzung davon.
Hildesheim, 28. Aug. Geſtern abend zerſtörte
Großfeuer eines der älteſten Fachwerkgebäude,
aus dem 17. Jahrhundert ſtammende. 20 Meter hohe L.
wiskſche Haus am Marktplatz. Mehrere Feuerwehrle
erlitten bei den Löſcharbeiten Verletzungen.
Halle a. d. S., 28. Aug. Weil der Schulrektor
Städtchens Löbejün die Beteiligung von Ki
dern an dem Gewerkſchaftsfeſt am letzten Sot
tag verboten und am Montag Kinder gezüchtigt hatte,
mit ihren Eltern gefeiert, zog eine vielhundertköpf
Menge vor das Schulhaus, drang in das Zimmer
Rektors und bedrohte dieſen. (!) Polizei mußte ſich
Mittel legen.
Lemberg, 27. Aug. Zu dem Zugüberfall auf der Li
Lemberg-Stanislau werden noch folgende Einzelher
bekannt: Der Heizer des Schnellzuges ſteckte nach den 1
ten Unterſuchungen mit den Banditen unter einer De
Er iſt verhaftet worden. Wie ſich ergab, war er es,
bei dem Geräuſch der Maſchine auch die menſchlichen St
men hörte, die den Zug zum Halten aufforderten,
dem Bemerken: Wie fahrt ihr denn, ihr habt ja ein K
überfahren. Als der Führer und der Heizer darauf
nachſahen, wurden ſie von den Banditen mit den Rer
vern geſtellt. Die Banditen hatten es auf den Poſtwa
abgeſehen, der eine halbe Million Kronen
hielt. Sie umringten den Wagen und riefen den P
beamten zu: Oeffnen Sie, ſonſt ſprengen wir Sie in
Luft! Die Beamten verbarrikadierten aber die Tür 1
Nummer 202.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Anguſt 1913.
Seite 5.
ließen ſich hiervon auch nicht durch das ſich nun
ent=
wickelnde Gewehrfeuer der Banditen beirren. Einer der
Poſtbeamten rief in dieſem Augenblick: Da kommt die
Gendarmerie! Unter den aus dem Schlafe geweckten
Paſſa=
gieren erſchienen auch einige mitreiſende Offiziere und
zwei Gendarmen, die ihre Schußwaffen auf die
Banditen richteten. Die Banditen glaubten es mit
einer größeren Menge von Gendarmen zu tun zu haben
und flüchteten. Allgemein wird hier die mutige Haltung
der Poſtbeamten gelobt und man ſpricht von einer
beſon=
deren Belohnung der Beamten.
St. Moritz, 27. Aug. Die vom Mailänder
Kunſt=
händler Grubici veranſtaltete Auktion von Werken
Segantinis in St. Moritz erzielte für das Gemälde
„Die Morgenſtunden” 12000 Mark. Für das Bild „Die
beiden Mütter” wurden 160000 Mark verlangt, doch fand
das Werk wegen des hohen Preiſes keinen Käufer. Das
Komitee für das Segantini=Muſeum in St. Moritz
er=
warb die beiden Skizzen des Meiſters „Die Schafſchur im
Engadin” (1600 Mark), „Die Sonntagstoilette des
Kin=
des” (1800 Mark) und die Zeichnung „Der Recke” (1600
Mark). Außerdem wurden noch die Studie „Die
Toten=
mnaske‟ (1600 Mark) und die Skizze „Der Alte am Herd”
1600 Mark) verkauft. Die Verſteigerung war gut beſucht,
doch waren die meiſten Teilnehmer nicht Käufer, ſondern
Neugierige.
Brüſſel, 27. Aug. Dr. Imhoffen=Berlin und
Ingenieur Schedemann=Hamburg leiteten bei dem
hieſigen Gericht ein Verfahren ein, um auf das Erbteil
der Prinzeſſin Luiſe von Belgien, auf den
Nachlaß des Königs Leopold von Belgien, Beſchlag legen
zu laſſen. Der Termin für die Verhandlung iſt auf den
6. Oktober angeſetzt.
London, 28. Aug. Der deutſche Dampfer „
Ecba=
ana” ſtieß geſtern früh eine Meile nördlich von
Stal=
lingborough bei Grimsby mit dem ſchwediſchen Dampfer
„Ferro” zuſammen. Der Ecbatana” ſetzte ſeine Fahrt
nach Antwerpen fort; der „Ferro”, der dem Sinken nahe
war, iſt auf den Strand gezogen worden.
London, 28. Aug. Wie Daily Mail zu melden weiß,
ſcheint ſich das Geheimnis des auf dem Wege von London
nach Paris verſchwundenen
Perlenhalsban=
des zu lichten. Die Polizei erhielt eine Nachricht, daß
ſich das Perlenhalsband angeblich in Berlin befindet. In
den letzten Tagen entwickelten die mit der Unterſuchung
der Angelegenheit betrauten Beamten eine fieberhafte
Tätigkeit, und zwar deshalb, weil bekannt geworden war,
daß von Berlin aus der Verſicherungs=Geſellſchaft
ange=
boten worden ſei, ihr das Halsband gegen eine hohe
Summe zurück zu erſtatten. Zwei Agenten der Lloyd=
Verſicherung ſind deshalb nach Berlin abgereiſt, um mit
den betreffenden Leuten in Verhandlungen zu treten.
Zu=
erſt maß man der Nachricht keinen Glauben bei. Es ſcheint
ſich jetzt aber ergeben zu haben, daß die Sache auf
Wahr=
heit beruht.
London, 28. Aug. Die Wahlweiber haben in
Finch=
ey eine Brandſtiftung begangen, durch die drei
ſenſchenleben in ſchwere Gefahr gerieten. Im
oberſten Stock des betreffenden Gebäudes ſchlief der
Haus=
erwalter mit Weib und Kind. Sonſt war das Gebäude
leer. Nachts wurde der Hausverwalter durch die
elek=
triſche Glocke geweckt. Er ging zur Haustür, ſah jedoch
niemand. Als er die Treppe wieder hinaufſtieg, nahm
er einen Brandgeruch wahr und fand, daß im Erdgeſchoß
an fünf Stellen Feuer angelegt war. Papiere, die ſich
als Suffragetten=Agitationsſchriften darſtellten, lagen
aufenweiſe am Boden. Der Feuerwehr gelang es
ſchließ=
ich, das Feuer zu löſchen.
tadtverordnetenverſammlung.
11. Sitzung.
St. Darmſtadt, 28. Auguſt.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitz=
ung um ¾4 Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Der Bürgerverein Beſſungen hat für den
ihm bewilligten Beitrag zu ſeinem 50jährigen
Stiftungs=
feſte gedankt.
Von der Rechnung der hauswirtſchaftlichen
Fortbildungsſchule für 1912 nimmt man
Kenntnis.
Der Bund Deutſcher Bodenreformer lädt
zu ſeiner vom 27.—29. September d. J. in Straßburg
tattfindenden Hauptverſammlung ein.
Die Vereinigten Kriegervereine
Darm=
ſtadts laden zu der am 2. September d. J. in der
Turn=
halle ſtattfindenden „Allgemeinen Sedanfeier” ein.
Beig. Jäger macht Mitteilung von baulichen
Ver=
änderungen im Hauptſteuergebäude.
Gegen die „Heag” und anderes.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing gibt Kenntnis von
Eingaben des Vorſtandes der Vereinigten Bezirksvereine
und von Anwohnern der Luiſenſtraße, in denen gegen die
baulichen Vergrößerungen der Wagenhallen am
Böllen=
falltor und gegen die Errichtung einer Wagenhalle auf dem
Gelände des alten Elektrizitätswerks Einſpruch
er=
ſoben wird. Redner teilt hierzu mit, daß die geplanten
Vergrößerungen einzig=in der Verbindung der beiden
Hallen durch ein Dächelchen beſtehen. Es erhalten dadurch
2 Wagen Unterkunft. Die Verhältniſſe in der Luiſenſtraße
wverde der Oberbürgermeiſter ſelbſt genaueſten? prüfen
und die Angelegenheit der zuſtändigen Aufſichtsbehörde,
dem heſſiſchen Staat, unterbreiten. Eine geräuſchvolle
Reparaturwerkſtatt ſei natürlich nicht beabſichtigt. Eine
Wagenhalle im Zentrum der Stadt ſei aber
inbedingt notwendig. Es kommen in einigen
Wochen 25 neue Wagen, deren jeder 25000 Mark koſtet.
Dieſe Wagen können natürlich nicht im Freien ſtehen
blei=
den. Die Eingaben gehen meiſtens von unrichtigen
Vor=
usſetzungen aus. Selbſtredend ſollen auch in den
Vor=
rten Wagenhallen errichtet werden.
Stadtv. Möſer: Die Eingabe aus der Luiſenſtraße
ſt in erſter Linie auf Herrn Reuter, Hotel „Zur Traube‟
urückzuführen, der mit Recht aus dem unvermeidlichen
Beräuſch eine Störung ſeines Hotelbetriebes befürchtet.
Stadtv. Saeng: Wenn der Herr Oberbürgermeiſter
zu=
agt, die Verhältniſſe vorerſt genaueſtens zu prüfen, kann
nan wohl damit einverſtanden ſein. Die Klagen der
Ein=
elnen ſind berechtigt, denn erhöhte Geräuſche entſtehen
icher. — Stadtv. Henrich ſpricht ſich ebenfalls gegen
ine Erweiterung der Wagenhalle am Böllenfalltor aus.
Stadtv. Dr. Noellner ſpricht ſich ſehr energiſch gegen
ie Wagenhalle in der Luiſenſtraße aus, der er die
Ge=
tehmigung zu verſagen beantragt.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing: Es muß doch
ier einmal offen ausgeſprochen werden, daß wir den
Verkehr in Darmſtadt geſchaffen haben, um aus der ruhigen
Stadt eine verkehrsreiche zu machen. Jedesmal aber,
wenn irgend etwas beantragt wird, was
Unbequemlich=
keiten bringt, werden die Bezicksvereine mobil gemacht.
Das kann ſo nicht weiter gehen. Die berechtigten Wünſche
des Herrn Reuter müſſen natürlich berückſichtigt werden,
aber es geht zu weit, wenn man behauptet, man könne
vor Geräuſch nicht mehr ſchlafen. Ich beſtrekte, daß der
Verkehr in Darmſtadt derart geräuſchvoll iſt. In anderen
Städten iſt das bedeutend ſchlimmer.
Stadtv. Dr. Noellner warnt nochmals vor der
Er=
richtung einer Wagenhalle in der Luiſenſtraße, auch weil
die Einfahrt viel zu eng ſein würde. — Es beteiligen ſich
an der Debatte noch die Stadtvv. Markwort, K. Lautz
und Aßmuth.
Beig. Ekert weiſt darauf hin, daß die Pläne zur
Einfahrt und Wagenhalle uſw. ſchon im Oktober
vorigen Jahres offengelegen haben. Damals iſt
keinerlei Einſpruch erhoben worden. Heute iſt man mit
Recht überraſcht, daß eine ſo ſcharfe Agitation gegen die
Wagenhalle einſetzt. Eine Vergrößerung der Wagenhalle
am Böllenfalltor iſt von der Heag nicht beabſichtigt.—
Der Vorſitzende ſtellt nochmals feſt, daß die Einwände
genaueſtens geprüft werden. Es iſt aber notwendig, die
Intereſſen Privater hinter denen der Allgemeinheit
zurück=
zuſtellen.
Stadtv. Saeng übt bei dieſer Gelegenheit ſcharfe
Kritik an dem Bilderſchmuck im Bahnhof und
rügt, daß die Skizzen nicht, wie vorher zugeſagt, dem
Verkehrsausſchuß vorgelegt wurden. — Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing tritt dem entgegen. Er habe einen ſehr
guten Eindruck von den Bildern erhalten und ſie auch von
Künſtlern loben hören. Uebrigens werden in den
Farb=
tönen uſw noch Korrekturen von dem Schöpfer des Bildes
vorgenommen werden. Allerdings iſt der Geſchmack
ver=
ſchieden und die Kritik ſoll man nicht beſchränken. —
Stadtv. Stemmer hat hingegen von Künſtlern recht
wenig Schmeichelhaftes gehört. Er iſt überzeugt, daß Herr
Kempin Schöneres hätte ſchaffen können. Ein Fehler war
es, das große Mittelbild durch die Säule zu teilen. So
wie es iſt, kann das Bild nur abſchreckend wirken.
Stadtv. Dr. Noellner meint, der Odenwald und der
Stadtplan hätten viel überſichtlicher geſtaltet werden
kön=
nen. Er habe ſich über das Bild gefreut, weil es die zwei
häßlichen Wahrzeichen in Darmſtadt, den
Hochzeits=
turm und die Ludwigsſäule, nicht zeigt. (Das iſt
natürlich ironiſch gemeint. D. Ref.) Dafür hat der
Künſt=
ler aber mit Recht betont, daß Darmſtadt am Waſſer liegt.
Der große Woog ſei recht ſchön grün herausgehoben.
(Heiterkeit.)
Stadtv. Aßmuth beingt die Angelegenheit der
Ent=
laſſung eines Arbeiters der „Heag” zur Sprache. — Stadtv.
Gretzſchel verweiſt dazu auf einen von ihm mit dem
Vorredner ausgearbeiteten Bericht über die
Anſtellungs=
verhältniſſe der Arbeiter und Beamten der „Heag” und
bittet, die Angelegenheit, die zu endloſen Debatten führen
werde, zunächſt im ſozialpolitiſchen Ausſchuß zur
Erörte=
rung zu bringen. — Stadtv Saeng ſtimmt dem zu.
Nach weiterer Ausſprache wird die Angelegenheit verlaſſen
und in die Tagesordnung eingetreten.
Baudispensgeſuche.
Für eine Wohnhausgruppe an der Roßdörſer Straße
wird um Befreiung von Beſtimmungen in den Artikeln 69
und 70 der Ausführungsverordnungen zur Allgemeinen
Bauordnung nachgeſucht. Es handelt ſich um eine
ab=
weichende Ausführung der Brandmauer, ſowie um die
Durchbrechung der Brandmauer zwiſchen beiden Häuſern
durch eine Tür. Der Hochbauausſchuß hat die Annahme
befürwortet.
Für den Umbau des Hauſes Wilhelminenſtraße 14
wird um Befreiung von Beſtimmungen in Artikel 45 der
Allgemeinen Bauordnung, ſowie in den §§ 68 und 70 der
Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung
nachgeſucht. Das Portal an der Hauptfaſſade ſoll etwas
vor die Bau= und Straßenflucht gerückt, ſowie eine
Brand=
mauer in abweichender Form ausgeführt werden. Der
Hochbauausſchuß befürwortet das Geſuch.
Für eine auf dem Anweſen Luiſenſtraße 12 zu
errich=
tende Unterſtandshalle für Reſervewagen der
Straßen=
bahn wird um Befreiung von Artikel 50a der Allgemeinen
Bauordnung und von den §§ 68 und 70 der
Ausführungs=
verordnung hierzu nachgeſucht. Es handelt ſich um die
abweichende Ausführung von Brandmauern. Der
Hoch=
bauausſchuß befürwortet das Geſuch. Die Verſammlung
ſtimmt zu, jedoch unter dem ausdrücklichen
Vor=
behalt, daß damit keinerlei Zuſtimmung zu dem
Hallen=
bau an ſich erfolgt iſt.
Für ein Gebäude an der Ecke des Stirnwegs und der
neuen Bahnhofſtraße wird um Befreiung von § 69 der
Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung
nachgeſucht. Es handelt ſich um die Durchbrechung einer
Brandmauer durch eine Tür. Der Hochbauausſchuß hat das
Geſuch befürwortet.
Zum Zweck der Erbauung von Gebäuden für die neue
Trainkaſerne an der Eſchollbrücker Straße wird um
Be=
freiung von den Beſtimmungen des § 5 des Orts=
Bau=
ſtatuts nachgeſucht. Die Gebäude kommen außerhalb des
genehmigten Bebauungsplanes zu ſtehen; es iſt daher für
ihre Errichtung beſondere Genehmiaung erforderlich. Der
Hochbauausſchuß befürwortet das Geſuch,
Für drei Bauvorhaben im Roquetteweg wird um
Be=
freiung von Beſtimmungen des Statuts für das
Herdweg=
viertel nachgeſucht. Es handelt ſich um die Zulaſſung
ge=
ringerer Abſtände von der Nachbargrenze. Der
Hochbau=
ausſchuß befürwortet das Geſuch.
Sämtlichen Ausſchußanträgen wird zugeſtimmt.
Referenten die Stadtvv. Werner, Widmann,
Wag=
ner, Markwort, Lindt, Beig. Jäger.
Querprofil für die Frankfurter Straße.
Für die Frankfurter Straße vom Rhöneing bis zur
Gemarkungsgrenze iſt mit der fortſchreitenden Bebauung
die Feſtſetzung eines neuen Querprofils erforderlich. Die
Tiefbaudeputation hat den Anträgen des
Oberbürger=
meiſters in dieſer Beziehung zugeſtimmt. Nach dem
Re=
ferat des Beia. Jäger ſtimmt auch die Verſammlung
unter Vorbehalt zu. An der Dehatte hierüber, die in der
allgemeinen Unruhe am Preſſetiſch unverſtändlich bleibt,
und die ſich mit dem Bahnbau Offenbach-Darmſtadt
be=
faßt, deſſen Berückſichtigung eine Verſchmälerung der
Stra=
ßen ausſchließt, beteiligen ſich die Stadtvv. K. Lautz,
Kahn, Dr. Noellner, Beig. Ekert. Stadtv. Schupp.
Bebauung ſtädtiſchen Geländes in der
Lichtenbergſtraße.
Die Städtiſche Sparkaſſe hat ſeinerzeit in
der Lichtenbergſtraße Baugelände übernehmen müſſen,
deſſen beſſere Verwertung jetzt durch eine Bebauung mit
zwei Vierzimmerhäuſern erreicht werden ſoll.
Hochbau= und Finanzausſchuß befürworten den
dahin=
gehenden Antrag des Oberbürgermeiſters. Nach dem Be=
richt des Stadtv. Dr. Oſann wird dem Antrag
zuge=
ſtimmt.
Aenderung des Bebauungsplanes.
Zur Ermöglichung der Bebauung des Baublocks 13
in der Gartenſtadt am Hohlen Weg iſt eine
Bereinig=
ung des Blocks erforderlich, bei der eine Aenderung der
Fluchtlinie und der Verkauf ſtädtiſchen Weggeländes in
Frage kommt. Der Hochbauausſchuß befürwortet die
An=
träge des Oberbürgermeiſters in dieſer Hinſicht. Die
Ver=
ſammlung ſtimmt zu. Referent: Stadtv. Möſer.
Einfriedigung des Turnhallengrundſtücks
an der Soderſtraße.
Die Stadt hat ſich ſeinerzeit gelegentlich eines
Ge=
ländeaustauſches verpflichtet, einen Teil der Koſten der
Neueinfriedigung des Turnhallengrundſtücks an der
So=
derſtraße zu tragen. Zu dieſem Zweck wurden durch
Be=
chluß der Stadtverordnetenverſammlung 4660 Mk. Kredit
bewilligt. Nach der Ausführung ergab ſich die
Unzu=
länglichkeit des ſeinerzeit bewilligten Kredits. Der
Hoch=
bau= und Finanzausſchuß befürworten die Genehmigung
der erforderlichen Kreditnachforderung von 1870 Mark
28 Pfg. Nach dem Referat des Stadtv. Markwort
wird zugeſtimmt. — Bei der
Verbreiterung der Pankratiusſtraße
iſt die Zurückverſetzung einer Haus=Einfriedigung in der
genannten Straße auf ſtädtiſche Koſten erforderlich.
Hoch=
bau= und Finanzausſchuß befürworten die Bewilligung
des für dieſen Zweck erforderlichen Kredits von 170 Mark.
Die Verſammlung ſtimmt zu. Referent: Stadtv.
Mark=
wort.
Kanalbau.
Bis zur Fertigſtellung verſchiedener Neubauten
der Militärverwaltung (Lazarett pp.) muß die
Entwäſſerung dieſer Bauten durch die Erbauung eines
neuen Kanals in der Mittelſchneiſe vom Beſſunger bis
zum Dornheimer Weg geregelt ſein. Tiefbaudeputation
und Finanzausſchuß befürworten den entſprechenden
An=
trag des Oberbürgermeiſters. Nach dem Bericht des
Stadtv. Dr. Noellner ſtimmt die Verſammlung zu.
Im Gaswerk
iſt die Herſtellung eines überdachten Raumes zur
Unter=
bringung von Hand= und Werkzeugwagen erforderlich.
Gaswerksdeputation und Finanzausſchuß befürworten die
Bewilligung des erforderlichen Kredits, der nach dem
Be=
richt des Stadtv. Markwort mit zirka 1450 Mark
be=
willigt wird.
Abgelehnter Zuſchuß.
Der Reichsausſchuß für Olympiſche
Spiele iſt an die Stadt mit dem Erſuchen
herangetre=
ten, ihm einen Jahresbeitrag zu bewilligen. Der
Finanz=
ausſchuß kam in Uebereinſtimmung mit dem
Oberbürger=
meiſter zu dem Beſchluß, das Geſuch abzulehnen. Die
Verſammlung nimmt den gleichen Standpunkt ein und
lehnt das Geſuch nach dem Referat des Stadtv.
Hen=
rich ab.
Die Gehaltsverhältniſſe der
Haus=
haltungslehrerinnen
an der hauswirtſchaftlichen Fortbildungsſchule bedürfen
einer Regelung. Die Haushaltungslehrerinnen ſollen,
nach dem Antrag des Oberbürgermeiſters in
Ueberein=
timmung mit dem Vorſtand der hauswirtſchaftlichen
Fort=
bildungsſchule, mit den Handarbeitslehrerinnen im
Ge=
halt gleichgeſtellt werden. Der Finanzausſchuß
befür=
wvortet dieſe Regelung und zugleich die Bewilligung des
für 1913 erforderlichen Kredits von 630 Mark. Die
Ver=
ammlung ſtimmt zu. Referent: Stadtv. Dr.
Noellner.
Die freireligiöſe Gemeinde
hat um Erhöhung des ihr zu den Koſten des
freireli=
giöſen Unterrichts an den hieſigen ſtädtiſchen Schulen
ver=
willigten ſtädtiſchen Beitrages nachgeſucht. Sie
begründet dieſes Geſuch mit der ſtändig wachſenden Zahl
der den Unterricht beſuchenden Kinder und dem hierdurch
eingetretenen Steigen der Koſten des Unterrichts. Der
Finanzausſchuß befürwortet in Uebereinſtimmung mit
dem Oberbürgermeiſter die Erhöhung des Zuſchuſſes von
250 auf 500 Mark vom Rechnungsjahre 1914 ab. Die
Er=
höhung wird nach dem Bericht des Stadtv. Dr.
Noell=
ner genehmigt.
Für die Wärterinnen der „ſtillen Orte‟.
Mit Rückſicht auf die eingetretene Erhöhung der Löhne
der ſtädtiſchen Arbeiter und Arbeiterinnen ſollen auch die
in den ſtädtiſchen Bedürfnisanſtalten tätigen
Wärterinnen eine Aufbeſſerung erhalten.
Tiefbau=
deputation und Finanzausſchuß befürworten die
entſpre=
chenden Anträge des Oberbürgermeiſters und die
Be=
willigung des für das Jahr 1913 erforderlichen Kredits
von 400 Mark.
Der Oberbürgermeiſter hat zugleich die
Schließ=
ung der Anſtalt am Hauptbahnhof beantragt,
die kaum beſucht wird und beträchtliche Koſten verurſacht.
Die Tiefbaudeputation hat ſich mit dieſem Antrag
einver=
ſtanden erklärt. Nach dem Referat des Stadtv. Aßmuth
koſtet jeder Benutzer dieſer Anſtalt der Stadt 30 Pfg. Die
Anträge werden angenommen.
Rechnungsabſchlüſſe.
Die Ueberſichten über die Rechnungsergebniſſe der
Realgymnaſialkaſſe und der beiden
Oberreal=
ſchulen für das Jahr 1912 liegen vor. Der
Finanzaus=
ſchuß fand dagegen nichts zu erinnern. Das
Realgym=
naſium ſchließt ab in Einnahme und Ausgabe mit
276 626,38 Mark; der ſtädtiſche Zuſchuß beträgt 80 510,85
Mark. Die Ludwigs=Oberrealſchule
verzeich=
net eine Geſamtſumme von 143 439,72 Mark; der ſtädtiſche
Zuſchuß beträgt 5155420 Mark. Bei der Liebigs=
Oberrealſchule beträgt die Geſamtſumme 127 224,84
Mark, der ſtädtiſche Zuſchuß 47135,39 Mark.
Der Zuſchuß zum Hoftheater.
Stadtv. Aßmuth berichtet: Die Stadtverordneten=
Verſammlung hatte ſeinerzeit dem Großherzoglichen
Hof=
theater einen Zuſchuß von 20000 Mark zu den
Betriebskoſten auf unbeſtimmte Zeit bewilligt. Aus dieſem
Zuſchuß werden den Mitgliedern der Hofmuſik
Dienſt=
alterszulagen bewilligt, die jedoch bis jetzt nicht
penſions=
fähig waren, weil der Zuſchuß auf unbeſtimmte Zeit, alſo
kündbar, bewilligt war. Die Leitung des
Großherzog=
lichen Hoftheaters hat nun an die Stadt im Intereſſe der
Mitglieder der Hofmuſik den Wunſch gerichtet, das
der=
eitige unbeſtimmte Verhältnis in einen dauernden
Zu=
ſtand zu verwandeln, damit den Hofreuſikern die
Dienſt=
alterszulagen bei der Penſionierung angerechnet werden
können. Da dieſe Verbeſſerung einem wiederholt
ausge=
ſprochenen Wunſch der Mitglieder der Hofmuſik entſpricht,
hat ſich der Finanzausſchuß mit der feſten Bewilligung
des ſtädtiſchen Zuſchuſſes einverſtanden erklärt.
Stadtv. Dr Oſann freut ſich, daß der Stadtv.
Aßmuth den Antrag des Finanzausſchuſſes vertritt,
ob=
wohl das Organ der Sozialdemokraten Sturm dagegen
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Auguſt 1913.
Nummer 202.
käuf. Es handelt ſch her kebiglich darum, den
propſo=
riſchen Zuſchuß zu einem dauernden zu machen. Das iſt im
Intereſſe der geringen Gehaltsverhältniſſe der Hofmuſiker
und des Chors dringend zu wünſchen. Es mag bei der
Gelegenheit zur Sprache gebracht werden, daß die
Hof=
theaterleitung den Chormitgliedern, die noch nicht 14
Jahre dem Verband angehören, von der Zulage, die der
Landtag bewilligt hat, nichts zukommen ließ. Das ſei
rigoros und habe böſes Blut gemacht. Anerkannt müſſe
unbedingt werden, daß die künſtleriſchen Leiſtungen des
Hoftheaters durchaus gehoben wurden unter der neuen
Leitung, und namentlich auch die Ausdehnung der
Volks=
uſw.=Vorſtellungen. Leider geht aber mit der
künſtleri=
ſchen Hebung des Inſtituts nicht Hand in Hand die ſoziale
Fürſorge für die Angeſtellten. Man ſollte doch dahin
ſtre=
ben, daß auch in dieſer Beziehung das Hoftheater eine
Muſteranſtalt wird. Dazu ſolle die Stadt auch beitragen.
Der Antrag iſt alſo zu befürworten. (Bravo!) — Stadtv.
Schupp tritt ebenfalls ſehr warm für den Antrag ein,
um ſo mehr, als unſere Hofmuſiker durchweg Künſtler
ſind. Er bittet, auf dem Beſchluß zu beharren, daß der
Zuſchuß vorzugsweiſe zur Aufbeſſerung der Hofmuſiker
beſtimmt wird.
Stadtv. Dr. Nodnagel möchte ſeine Genugtuung
und Freude darüber ausſprechen, daß in der vorliegenden
Angelegenheit ein ſo erfreulicher Umſchwung eingetreten
iſt. Noch vor 6 Jahren habe man hier einen ähnlichen
Antrag abgelehnt. Die Stadt Darmſtadt habe ein ſehr
er=
hebliches Intereſſe an dem Theater, und es iſt durchaus
am Platze, dazu beizutragen, daß die Angeſtellten uſw.
beſſer geſtellt werden. — Stadtv. Saeng ſtimmt dem
Lobe des Inſtituts durchaus bei, doch iſt er der Meinung,
daß man den Zuſchuß nicht bedingungslos bewilligen
ſoll, ſondern daß man ſich das Recht ſichert, auch einmal
hineinzuſprechen, namentlich in ſozialer Hinſicht.
Stadtv. Dr. Noellner meint, mit dem Zuſchuß von
20.000 Mark tue die Stadt ausreichend ihre Pflicht und
man ſolle von Weiterem vorerſt abſehen. Zu verlangen
ſei aber, daß über die Verwendung des Zuſchuſſes hin
und wieder Bericht erſtattet werde. — Stadtv.
Stem=
mer befürwortet ebenfalls ſehr warm den Antrag des
Ausſchuſſes und teilt noch mit, daß noch nie ſo viel Karten
won auswärts beſtellt wurden, wie in der letzten
Sai=
ſon. — Nach weiterer Debatte der Stadtvv. Aßmuth,
und Henrich ergreift der Vorſitzende, Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing, nochmals das Wort, um die gegen ihn
gerichteten Angriffe des hieſigen ſozialdemokratiſchen
Blattes zurückzuweiſen.
Dann erfolgt Abſtimmung. Der Antrag des
Ausſchuſſes wirdeinſtimmig angenommen.
Der Winterfahrplan
der Darmſtädter Dampfſtraßenbahn, deſſen Entwurf
vor=
liegt und der vom Verkehrsausſchuß zur Genehmigung
empfohlen wird, wird nach dem Bericht des Stadtv.
Saeng genehmigt. — Stadtv. Dr.=Ing. Heyd äußert
einige Wünſche bezüglich der Linienführung.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
Das Kaiſerpaar in Breslau.
* Breslau, 27. Aug. Zum Empfang des
Kaiſer=
paares und der fürſtlichen Gäſte iſt Breslau prächtig
ge=
ſchmückt. Die öffentlichen und faſt ausnahmslos alle
Privatgebäude zeigen Fahnen= und Girlandenſchmuck und
die Schaufenſter ſchöne Dekorationen. Die Ausſchmückung
des Einzugsweges iſt in lichten Farben gehalten und nach
dem Plane des Stadtbaurats Berg, des Erbauers der
Jahrhunderthalle, einheitlich durchgeführt. Sie iſt in drei
Abteilungen gedacht: Eiſenbahn, Provinz und Stadt. Vom
Kaiſerportal am Hauptbahnhof führt ein breiter, mit
Wappen und Emblemen verzierter, girlandengeſchmückter
offener Säulengang, der von Palmenarrangements und
lebenden dunkelroten Blumen gekrönt wird, bis zur
Gar=
tenſtraße. Dieſe iſt in kurzen Abſtänden mit
Laubgewin=
den überſpannt, von denen ein breites goldgefranztes
Flaggentuch in den ſchleſiſchen Farben gelb=weiß
herab=
hängt. Von der Kreuzung der Garten= und der neuen
Schweidnitzer Straße an beginnt die Dekoration der Stadt.
Aus hohen Sockeln mit Laubunterbau ragende
Flaggen=
maſten, von denen mächtige Flaggen in den Breslauer
Farben weiß=rot herabwallen, umſäumen die Straße
und führen bis zum Kaiſer Wilhelm=Denkmal, wo
die Begrüßung des Kaiſerpaares durch die
Stadt=
vertreter erfolgte. Hier iſt der Höhepunkt des
Feſtſchmuckes. Nach Norden und Süden begrenzen
Triumphbogen den Platz, deren maſſige Pfeiler
in grün=weiß das Eiſerne Kreuz mit der
Jahres=
zahl 1813 tragen. Sie ſind durch Laubgewinde verbunden,
von denen ein mächtiges Banner herabhängt, das von der
Kaiſerkrone überragt wird und auf einem Purpurgrund
ein goldenes „W. II.” zeigt. Nach Weſten geſtalten große
Pylonen den Platz zu einem Viereck, während an der Oſt
ſeite die Tribüne für die ſtädtiſchen Behörden errichtet iſt,
hinter der das Standbild Kaiſer Wilhelms des Großen
den Hintergrund bildet. Von hier bezeichnen Maſten mit
den Flaggen in deutſchen und preußiſchen Farben die
wei=
tere Feſtſtraße bis zum Palaisplatz, deſſen Eingang eine
neue Ehrenpforte die Ausſchmückung abſchließt.
Der Einzug des Kaiſervaares in Breßlau.
* Breslau 28. Aug. Um 12.30 Uhr traf der
Sonderzug mit den fürſtlichen Herrſchaften.
Gäſten, Gefolgen und dem Reichskanzler ein. Zum
Empfang auf dem Bahnhof waren anweſend
Oberpräſi=
dent von Günther und Polizeipräſident von Oppen.
Zu=
nächſt entſtiegen dem Zuge das Kronprinzenpaar, welches
die zum Empfange erſchienenen Herrſchaften auf das
freundlichſte begrüßte, ſowie die übrigen Prinzen. — Der
Reichskanzler nahm an einem Frühſtück bei dem
Kardinal Fürſtbiſchof Dr. v. Kopp teil. das dieſer zu
Ehren des bei ihm wohnenden Prinzen Rupprecht von
Bayern gab.
Das Kaiſerpaar traf um 3 Uhr 45 Minuten
mittelſt Sonderzuges ein. Hier fand ein großer
militä=
riſcher Empfang ſtatt. Dann hielt das Kaiſerpaar ſeinen
Einzua in die Stadt, der Kaiſer und die Prinzen zu
Pferde, die Kaiſerin, die Kronprinzeſſin und Prinzeſſin
Auguſt Wilhelm im offenen Wagen. Das Kaiſerpaar
wurde überall von einem vieltauſendköpfigen Publikum
mit lebhaften Hochrufen begrüßt.
Bei dem Einzug des Kaiſerpaares in die Stadt
wurde es beim Kaiſer Wilhelm=Denkmal an der
Schweid=
nitzſtraße durch die ſtädtiſchen Behörden begrüßt. Die
Vertreter der Stadt hatten mit ihren Damen auf der
Tribüne Platz genommen, wo Magiſtratspagen mit
ſpa=
niſchem Hut und Mantel Wache hielten. Vor der Tribüne
hatte eine Gruppe von Ehrenjungfrauen in weißen
Klei=
dern mit rotweißroten Schleifen Platz genommen. Die
Fenſter und Dächer der umliegenden Häuſer waren von
einer dichten Menſchenmenge beſetzt. Die gewaltige
Menſſchenmenge drohte das Spalier zu durchbrechen. Als
der Wagen der Kaiſerin, der hinter dem Kaiſer und den
Prinzen fuhr, anhielt, begrüßte der Oberbürgermeiſter
das Kaiſerpaar mit folgender Rede:
„Unſere alte Stadt ſtrahlt im Glanze ſtolzer
Erinnerungen. Sie hat mit ganz
außergewöhn=
lichen Opfern eine Ausſtellung veranſtaltet, die in
einem ihrer weſentlichſten Teile ausſchließlich dieſen
Er=
innerungen gewidmet iſt. Wir haben die feſte Zuverſicht,
daß — wie im Jahre 1813, ſo auch jetzt — wiederum von
Breslau aus lebendige Ströme der Vaterlandsliebe und=
Königstreue ſich in das Land ergießen werden durch die
Ergreifung und Erfüllung der nunmehr über drei
Mil=
lionen zählenden Beſucher unſerer Ausſtellung,
insbeſon=
dere auch der vielen jugendlichen Herzen, welche erhoben
werden durch die ihnen geoffenbarte Erkenntnis deſſen,
was eine echte, tiefe Vaterlandsliebe vermag und was ſie
ihrem König ſchuldig iſt. Dieſer Erkenntnis aber tritt an
die Seite der Einblick in das Leben und Empfinden des
Königshauſes, das ſein eigenes Schickſal vollſtändig und
untrennbar mit der Sache des Vaterlandes verband und
ſich ihr hingab mit Herz und Hand, mit Gut und Blut bis
herab zu dem damals kaum 17 jährigen Königsſohn, unter
deſſen Standbild wir heute ſtehen. Und wie ſchon in
ſei=
ner früheſten Jugend, ſo hat er, der ſpätere große Kaiſer,
getreu dem Vorbilde ſeiner Königlichen Eltern,
vornehm=
lich ſeiner unvergeßlichen Mutter, bis in ſein
gottbegna=
detes hohes Alter hinein, ſein Leben, all’ ſein Fühlen und
Denken, ohne jede Rückſicht auf ſich ſelbſt, dem Volke
ge=
weiht, das ihm dafür in rührender Liebe ergeben war.
Dieſes Verhältnis gegenſeitigen Vertrauens zwiſchen
König und Volk und des Sichzuſammengebens zu einem
Treuebunde von unzerreißbarer Feſtigkeit und heiliger
Weihe erſt macht das deutſche Volk unüberwindbar.
Redner gedachte ſodann des Regierungsjubiläums
des Kaiſers und der Stärkung unſerer Wehrmacht und
dankte für die Unterſtützung und Förderung, die der
Kaiſer der Jahrhundertausſtellung zuteil werden ließ und
fuhr fort: „Mit der Bürgerſchaft ſchaut aber auch die
Ju=
gend unſerer Stadt und der Provinz dem Beſuche Euerer
Majeſtäten in jubelnder Erwartung entgegen. Die ihnen
gnädigſt erteilte Erlaubnis, Eueren Majeſtäten ihre
per=
ſönliche Huldigung darbringen zu dürfen, wird ihnen
Stunden unvergeßlichen Hochgefühles bereiten. In unſerer
Jugend liegt die Zukunft des deutſchen Volkes und wir
erfüllen unſere Pflicht gegen das Vaterland, ſelbſt wenn
wir ihm auch unſer Leben opfern, ſchlecht, ſofern wir
unſere Jugend vernachläſſigen. In ihr vor allem ſollen
die heiligen Gluten der Vaterlandsliebe und Königstreue
glühen, die wir angefacht haben. Auch das Jugendheim,
deſſen Neubau die ſtädtiſchen Körperſchaften zur
Erinner=
ung an das Regierungsjubiläum Euerer Majeſtät
beſchloſ=
ſen haben, wird dieſer Aufgabe dienen. Erſt wenn wir
ſie erfüllt haben, dann haben wir unſere Schuldigkeit
ge=
tan. So knüpfen wir an unſer eigenes Treugelübde für
Euere Majeſtät das Verſprechen, unſere Jugend allezeit
zu führen auf dem Wege der Gottesfurcht, der Königstreue
und der Vaterlandsliebe. Wir aber bitten den
Allmächti=
gen, daß er Euere Majeſtät erhalte in rüſtiger Kraft zu
weiteren mächtigen Schutze deutſcher Arbeit und deutſcher
Art und in gnädiger Geſinnung für unſere Stadt und
unſere Provinz bis in ein hohes Alter hinein. An der
Seite Euerer Majeſtät aber ſegne er Ihre Majeſtät die
Kaiſerin, unſere inniggeliebte Landesmutter, den
Mittel=
punkt des Familienglückes Euerer Majeſtät und des
gan=
zen Kaiſerlichen und Königlichen Hauſes, ſowie alle
Zweige unſeres teuren Königshauſes mit allen ihren
An=
gehörigen unter Einſchluß auch der jungen Ehe, die erſt
vor wenigen Monaten in ſo glückverheißender Weiſe
ge=
ſchloſſen wurde.
Der Kaiſer reichte dem Redner hierauf die Hand und
erwiderte mit einer kurzen Rede. Er dankte im Namen
der Kaiſerin und im eigenen Namen für die ſoeben
ge=
hörten Worte des Oberbürgermeiſters und den Empfang,
den die Stadt bereitet habe. Er bitte den Herrn
Ober=
bürgermeiſter, ſeinen warmherzigen, aufrichtigen Dank
der Bürgerſchaft der Stadt zu überbringen. Er ſei
er=
freut, gerade in dieſem Jahre nach Breslau kommen zu
können, der Stadt, die einen ganz beſonderen Anteil an
den Erinnerungen an die Zeit vor hundert Jahren habe.
Es freue ihn auch perſönlich, da es Breslau vorbehalten
war. in die Herzen des Königs und der Königin, die
un=
ter dem Druck der Zeit ſchwer leiden mußten, einen
Sonnenſtrahl hineinzubringen. Dieſer Sonnenſtrahl habe
ein Feuer entfacht, das durch das ganze Land gegatigen
ſei, die Erhebung von der Freimdherrſchaft. Er hoffe
auch in Zukunft unter dem Schutze eines mächtigen Heeres.
dem Haupterfordernis, um den Frieden dauernd aufrecht
zu erhalten, die Stadt an dem Segen friedlicher Arbeit
teilnehmen laſſen zu können.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
g. Darmſtadt. 28. Aug. Heute abend flogen
Unteroffizier Steindorf mit Leutnant Eichhorn.
Gefreiter Gorlt mit Leutnant Müller, Leutnant von
Oſteroht und Unteroffizier Stephan. Sämtliche
Flieger machten bei dem herrlichen, ruhigen Wetter
Ueberlandflüge nach der Bergſtraße.
Un=
teroffizier Steindorf und Gefreiter Gorllt machten
am Abend beim Rückfluge nach der Station
Schleifen=
flüge über der Stadt.
)
* München, 28. Aug. Das Flugzeug des
in Schleisheim ſtationierten Militärfliegers Leutnant
Finker geriet in einer Höhe von 1500 Meter in Brand.
Der Flieger landete in einem tollkühnen
Gleit=
flug bei Mariabrunn in der Nähe von Freiſing und
konnte gerade noch im letzten Augenblick von ſeiner
Ma=
ſchine abſpringen. Er blieb unverletzt. Der
Appa=
rat iſt verbrannt.
* London, 27. Aug. Der Flieger Hawker hat
heute morgen um 6 Uhr 40 Min. bei ſchönem Wetter den
Rundflug von Oban (Schottland) aus wieder
aufgenom=
men. Er ging in Larne (Irland) nieder und ergänzte
ſeinen Benzinvorrat. Bei Portraine, nördlich von
Dub=
lin, brach ein Flügel des Hydrogeroplans.
Küſten=
wächter brachten das Flugzeug an Land. Es iſt noch
un=
bekannt, ob Hawker den Flug wird fortſetzen können.
Der Flieger Hawker ſtürzte bei dem gemeldeten
Unfälle mit ſeinem Fluggaſte aus einer Höhe von etwa
100 Fuß bei der Stadt Skerries in der Nähe von Dublin
in die Tiefe und verletzte ſich am Kopf und den Armen.
* London, 27. Aug. Flieger Hawker iſt
un=
verletzt und mit einem Automobil in Dublin
ange=
kommen: Sein Fluggaſt iſt am Kopf und am Arm
ver=
wundet worden.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 27. Auguſt. Auftrieb durch Händler 147 Schweine,
Schweine.
durch die Bezugsvereinigung —
Preiſe:
1. Qual., ausgeſuchte Ware (Schlachtgewicht 50 Kily=
gramm) 83 Mk., 2. Qual. 82 Mk., 3. Qual. 81 Mk.
Markt=
verlauf: Mäßig; Ueberſtand. — Schweinmarkt am 28.
Au=
guſt. Auftrieb durch Händler 101 Schweine, durch die
Be=
zugsvereinigung — Schweine. Preiſe: 1. Qual.,
ausge=
ſuchte Ware (Schlachtgewicht 50 Kilogramm) 83 Mk., 2.
Qual. 82 Mk., 3. Qual. 81 Mk. Marktverlauf: Flau:
Ueberſtand. — Kälbermarkt am 28. Auguſt. Auftrieb durch
Händler 157 Kälber; 2 Ziegen. Preiſe je nach Qualität
(Lebendgewicht 50 Kilogramm) 59—65 Mk. Marktverlauf:
Flau; Ueberſtand.
— Frankfurt a. M., 28. Aug.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: Rinder 114
darunter 25 Ochſſen, 1 Bulle, 88 Färfen und Kühe,
702 Kälber, 143 Schafe, 1520 Schweine. Marktverlauf
Kälber gedrückt, Schafe lebhaft, geräumt. Schweine
gedrückt, Ueberſtand. Kälber: 1. Feinſte Maſt= (Vollm.=
Maſt) und beſte Saugkälber, Lebendgewicht 68—70
Schlachtgewicht 113—117, 2, mittlere Maſt= und gute
Saugkälber. Lebendgewicht 62—70, Schlachtgewicht 105 bis
112, 3. geringere Saugkälber, Lebendgewicht 56—60
Schlachtgewicht 95—102. Schafe: 1. Maſtlämmer und
jüngere Maſthammel, Lebendgewicht 45—46,
Schlachtge=
wicht 94—96, 2. ältere Maſthammel und gut genährte
Schafe, Lebendgewichk, 38—42, Schlachtgewicht 90—9
Schweine: 1. Fettſchweine über 3 Zentner.
Lebend=
gewicht 61—64, Schlachtgewicht 80—82, 2. vollfleiſchige
Schweine über 2½ Ztr., Lebendgewicht 62—64,
Schlaht=
gewicht 79—81, 3. vollſleiſchige Schweine über 2hr
Lebendgewicht 62—65. Schlachtgewicht 80—82, 4.
Voll=
fleiſchige Schweine bis zu 2 Ztr., Lebendgewicht 62—65,
Schlachtgewicht 79—81.
Vermiſchtes.
— Brückenau, 25. Aug. Das herrliche
Sommer=
wetter der letzten Tage hat noch viele Fremde gebracht, ſo
daß der Kurbetrieb in dem Schwefel= und Stahlbad
Siebener Sprudel noch äußerſt lebhaft iſt. — Aus Anlaß
des Namensfeſtes des Prinz=Regenten konzertierte heute
nachmittag in den Anlagen des genannten Bades die
Stadtkapelle.
Literariſches.
Durch Albanien und Montenegro von
Hugo Grothe. (Martin Mörikes Verlag in München
broſch. 4.50 Mark.) Zeitgemäße Betrachtungen zur Völker
kunde, Politik und Wirtſchaftswelt der weſtlichen Balkan
halbinſel liegen in dieſem mit 71 photographiſchen Origi
nalaufnahmen, 2 Skizzen und 2 Karten illuſtriertem Werk
aus dem tiefe Sachkenntnis ſpricht, vor uns. Albanier
wird noch geraume Zeit im Vordergrunde des Intereſſe
ſtehen; darum darf es begrüßt werden, daß ein ſo aus
gezeichneter Kenner der Balkanſtaaten und des Orient
wie Hugo Grothe ein ſo feſſelndes und
anſchaulichege=
ſchriebenes Bild der landſchaftlichen und politiſchen Ver
hältniſſe bietet.
— Einen vollkommenen Ueberblick über die
Herbſ=
mode findet man in reichhaltigſter Weiſe in dem ſoebe
ſerſchienenen Heft der Wiener Mode. Beſonders ai
ßiehend und intereſſant iſt eine Doppelgruppe von g
ſchmackvollen Herbſtkoſtümen aus Taft mit Lochſtickere
eine aparte Neuheit, die ſich einer großen Beliebtheite
freuen wird. Ferner bringt das Blatt eine Auswa
ſchöner, moderner Handarbeiten für Schlaf= und Wohr
zimmer, die jetzt, wo man vom Lände zurück iſt und dara
denken muß, für die Wintertage die Wohnung gemütli
auszuſtatten, ſehr gelegen kommen.
Die Einweihung des Friedenspalaſtes
im Haag.
* Haag, 28. Aug. Prachtvoll dekoriert, reich
ſchmückt, zum Gedächtnis der hundertjährigen ne
tionalen Unabhängigkeit, bietet die Stadt
ein=
heiteren. feſtlichen Anblick. Schon lange vor Ankunft ſi
die Straßen dicht beſetzt, durch die die Königin,d
Königin=Mutter und der Prinzgemahlu
2¼ Uhr ihren Einzug hielten. Nachdem ſich die König
Andrew Carnegie und deſſen Gemahlin hatte
vo=
ſtellen laſſen, betrat ſie den großen Saal des Palaſtes, m
400 Gäſte verſammelt waren, ferner die Miniſter und E
ſandten und die 40 Mitglieder des international
Schiedsgerichts, darunter Martitz für das Deutſe
Reich. — Der Miniſter des Innern, van Carne=
Vorſitzender der Friedenskonferenz, ſprach ſodann ſei
Freude darüber aus, daß des fünften Friedenskongreſſ
ein eigenes Heim wartet und das Schiedsgericht ei
dauernde Einrichtung werde. Weiter gedachte er d
hochherzigen Stifters, der 1¼ Million Dollars für e
würdiges Haus dieſes Inſtituts, gegeben und richtet
dann an Carnegie in engliſcher Sprache einige Wor
um dem Dank Ausdruck zu geben. Nach einer eingehend=
Beſiſchtigung des Baues übergalb der Vorfitzende T
Verwaltungsrates der Carnegie=Stiftung, van Carne
an den Verwaltungsrat den Schlüſſel zum Palaſt, der v.
Deutſchland für dieſen Zweck geſtiftet wurde. Dieſer (
dachte beſonders der Regierung, die die Ausführung d
Baues ſo erleichtert habe, und ſtattete ebenfalls ide=
Stifter Carnegie in engliſcher Sprache den Dank ab.
Vom Balkan.
Die Adrianopel=Frage.
* Nach der Deutſchen Tageszeitung meldet die Wier=
Allgemeine Zeitung aus Petersburg: Die panſlan
ſtiſche Preſſe verſucht, die Aufmerkſamkeit von den
ruſſiſ=
franzöſiſchen Differenzen dahin abzulenken, daß ſie
Nachricht verbreitet, daß die ruſſiſche Regierung durch
Stellungnahme Deutſchlands in der Adrianope
Frage verſtimmt ſei. Dieſe Behauptung entſpricht ni
den tatſächlichen Verhältniſſen. Daß die Mächte in 1
Adrianopeler Frage ſich nicht ſo ſehr ins Zeug legen,n
Bulgarien erwartet hat, kommt daher, daß die ſämtlich
Kabinette Europas, das Petersburger eingeſchloſſen,
ihrem Eifer für die Balkanſtaaten infolge der Haltung
Balkanſtaaten ſelbſt weſentlich nachlaſſen.
Insbeſond=
der Zar iſt perſönlich außerordentlich verletzt geweſ
durch die Art, wie ſich die Balkanſtaaten in den letzt
Monaten verhalten haben. Wenn irgend einer, ſo ſei
der Zar, der neuen Abenteuern auf dem Balkan abhold
Er ſelbſt hat entſchieden den Wunſch ausgedrückt, daß
ſich in keinerlei neue Verwickelungen auf dem Balkan
laſſen wolle.
Die Demobiliſierung.
* Athen 27. Aug. Die Demobiliſieru
hat heute begonnen und wird binnen Monatsfriſt been
ſein.
* Belgrad, 27. Aug. Das Hauptquarti
wurde am Samstag aufgelöſt und die Reſerviſten u
Mannſchaften des erſten und zweiten Aufgebots entl
Nummer 202.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Anguſt 1913.
Seite 7.
fen. Die Demobiliſierung wird in zehn Tagen
beendet ſein. Nach der definitiven Feſtſetzung der
ſerbiſch=
montenegriniſchen Grenzlinie wird ein Erlaß des Königs
über die Annexion der eroberten Gebiete veröffentlicht
werden.
Die Forderungen der Türkei.
HB. Konſtantinopel, 28. Aug. Da die
bul=
gariſchen Delegierten nachträglich ihre
For=
derungen erhöht haben, hat die Pforte endgültig
er=
klärt, daß Adrianopel, Kirk=Kiliſſe und der Lauf der
Ma=
ritza als das Mindeſtmaß ihrer Anſprüche zu gelten hätte.
Nach dieſer Erklärung wurden die Verhandlungen
abgebrochen. In diplomatiſchen Kreiſen verlautet,
daß ein Schritt der öſterreichiſch=ungariſchen und der
ruſ=
ſiſchen Regierung in Sofia bevorſtehe, der das bulgariſche
Kabinett veranlaſſen ſoll, ſich zu einer verſöhnlicheren
Haltung zu bequemen.
12455
Beſchießung eines deutſchen Kreuzers
durch chineſiſche Rebellen.
* Peking, 27. Aug. Der deutſche Kreuzer „
Em=
den” iſt heute früh auf dem Jamgtſe von den Forts der
Aufſtändiſchen beſchoſſen worden. Der
Kreu=
zer hat die Schüſſe erwidert, bis die Forts das Feuer
einſtellten, und dann ſeine Reiſe ſtromauf fortgeſetzt.
* Schanghai, 27. Aug. Zu der Beſchießung
des Kreuzers Emden” durch Aufſtändiſche wird noch
ge=
meldet: Der Kreuzer befand ſich auf der Fahrt nach
Wuhu, als er vom Pillaroſtfort mit Artillerie und von
Mortonpoint mit Gewehrfeuer beſchoſſen wurde. Die
„Emden” machte ſich gefechtbereit und brachte das
Fort mit 26 Schüſſen zum Schweigen.
Dar=
auf ſetzte der Kreuzer ſeine Fahrt nach Wuhu fort.
HB. Berlin, 28. Aug. An amtlicher Stelle iſt
man, wie das Dep.=Bur. Herold erfährt, nicht geneigt,
der Beſchießung der „Emden” beſondere
Bedeu=
tung beizulegen. Im auswärtigen Amt vertritt man den
Standpunkt, daß es ſich erübrigt, ſich mit der
Angelegen=
heit noch weiter zu befaſſen, zumal ſich der Emden”
ſo=
fort an Ort und Stelle Genugtuung verſchafft hat.
Zu=
dem handelt es ſich um Rebellen, die ja an und für ſich
ſſchon durch die offizielle chineſiſche Regierung mit Feuer
und Schwert bekämpft werden. Die Großmächte ſind mit
Deutſchland darin einig, die offizielle Pekinger Regieruna
moraliſch ſo weit wie möglich zu unterſtützen und ihr
keine Schwierigkeiten zu bereiten. Zu der gleichen
An=
gelegenheit wird dem Dep.=Bur. Herold vom
Reichs=
marineamt mitgeteilt, daß das Feuergefecht der „Emden”
nur von ganz kurzer Dauer geweſen ſein kann, da das
Kriegsſchiff wahrſcheinlich mit einer oder gar mit beiden
Breitſeiten geſchoſſen hat, und das Schiff über
Schnell=
feuergeſchütze von 10,5 Zentimeter verfügt. Auch in
Ma=
rinekreiſen mißt man dem Vorfall nur geringe Bedeutung
bei. Was die in der Preſſe aufgeworfene Frage anlangt,
in welcher Weiſe die Marineverwaltung für die
Siche=
rung des Kriegsſchiffes zu ſorgen gedenke, ſo wird darauf
hingewieſen, daß es ſich um einen Zuſammenſtoß mit
un=
diſziplinierten Rebellen handelt, von denen keine Gefahr
droht. Ueberdies muß der vor einigen Tagen von
Tſing=
tau nach Nanking abgegangene große Kreuzer „
Scharn=
horſt” mit dem Geſchwaderchef an Bord jetzt in den
dor=
tigen Gewäſſern eingetroffen ſein.
Die Unruhen in Ehina.
* Nanking. 28. Aug. Geſtern abend fand eine
allgemeine Beſchießung ſtatt. Die
Regie=
rungstruppen griffen drei Tore an und wurden
zu=
rückgeſchlagen, aber die Verteidigung war infolge der
de=
moraliſierenden Wirkung des Feuers weniger energiſch
als vorher. Die Regierungstruppen haben neue Geſchütze
herbeigeſchafft und haben, abgeſehen von den Batterien
in Punkau und anderer ſchwerer Geſchütze, auf dem
Tigerberg weitere Batterien auf den drei Seiten des
Ber=
ges aufgeſtellt. Das Feuer wurde die ganze Nacht
hin=
durch fortgeſetzt und viele Geſchoſſe erplodierten in dem
dicht bevölkerten Teile der Stadt. Truppenabteilungen
Fengkuotſchengs ſetzten oberhalb Nankings über
den Jangtſe, ſchloſſen die Stadt im Weſten ein und
ſchnit=
ten ihr ſo die Lebensmittelzufuhr ab, die bisher nicht
unterbrochen geweſen war.
* Schanghai 28. Aug. Nach einer Meldung aus
Tſchingtu vom 20. Auguſt breitet die Rebellion
ſich aus. Man nimmt an, daß die Urſache weſentlich in
der Unpopularität des Gouverneurs liegt. Die Truppen
von Lungtſchang rebellierten, töteten ihren Gouverneur
und gingen zu den Aufſtändiſchen über. In Hſiangtſcheng
ergriffen die Tibetaner die Offenſive und die
Feindſelig=
keiten wurden wieder allgemein an der Grenze eröffnet.
Die Vereinigten Staaten und Mexiko.
* (Waſhington, 28. Aug. Bryan wies geſtern
abend die amerikaniſche Botſchaft und die amerikaniſchen
Konſuln telegraphiſch an, den aus Mexiko
abreiſen=
den Amerikanern jegliche Unterſtützung zu
ge=
währen und den Bedürftigen das Reiſegeld zu geben. Die
Konſuln ſollen auch gelegentlich den Fremden beiſtehen.
Bryan erhielt von Lind eine Depeſche, daß
Gambog=
eine neue Depeſche an ihn richtete.
* Neu=York, 28. Aug. Einem Telegramm aus
Mexiko zufolge beobachtet die mexikaniſche
Re=
zierung Stillſchweigen betreffs der von Wilſon an
den amerikaniſchen Kongreß gerichteten Botſchaft.
Der mexikaniſche Miniſter Gamboa unterbreitete dem
ſtändigen Ausſchuß des mexikaniſchen Kongreſſes aille
Einzelheiten des Streitfalles ohne Kommentar. Der
Aus=
chuß nahm das Communiqué ebenfalls ohne
Kommentar=
in. In der zweiten Note beſteht Wilſon nur
zinſichtlich der Forderung, daß Huerta aus dem
Wahl=
ampfe ausgeſchaltet werde, auf eine ſofortige
Beantwor=
ung. Wilſon ſagt, er würde, wenn Mexiko ſogleich
ſei=
ten Vorſchlägen entſprechend handelte, den
amerikani=
chen Bankiers die Zuſicherung geben, daß die Regierung
der Vereinigten Staaten eine ſofortige Anleihe Mexikos
begünſtigen würde, die genügte, die zeitweiligen
Be=
dürfniſſe der gegenwärtigen Verwaltung zu befriedigen.
Gamboa antwortete, daß keine noch ſo große Anleihe
die=
jenigen, die damit betraut würden, die Würde der Nation
zu wahren, zur Preisgabe dieſer Würde beſtimmen könne.
Der Forderung des Rücktritts Huertas könne unmöglich
entſprochen werden, denn Mexiko gäbe damit nicht nur
ſeine Souveränität auf, ſondern kompromittiere ſich auch
in Zukunſt, indem die zukünftigen Präſidentenwahlen dem
Veto des Präſidenten der Vereinigten Staaten ausgeſetzt
wären.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Baden=Baden, 28. Aug. Der ſeit einer Reihe von
Jahren hier im Ruheſtand lebende Wirkl. Geh. Rat
Frei=
herr von Richthofen iſt geſtern im 70. Lebensjahre
geſtorben. von Richthofen machte als Offizier die
Feld=
züge von 1864, 1866, 1870/71 mit und trat ſpäter in tür
kiſche Dienſte, wo er mit der Würde eines Kaiſerlich
Otto=
maniſchen Bala ausgezeichnet wurde. Der Verſtorbene
war Ritter des Eiſernen Kreuzes erſter Klaſſe und
In=
haber vieler hoher türkiſcher Orden.
* Pirmaſens, 28. Aug. Der Schuhgroſſiſt Guſtav
Baer, deſſen Bruder Friedrich Baer vor einigen Tagen
unter Hinterlaſſung größerer Schulden flüchtig
ge=
gangen iſt, wurde heute wegen betrügeriſchen Bankerotts
verhaftet. Da den Paſſiven in Höhe von 150000 Mark
keine nennenswerten Aktiven gegenüberſtehen, iſt von der
Eröffnung des Konkursverfahrens abgeſehen worden.
* Säckingen, 28. Aug. In Bergalingen brannten
heute nacht zwei Anweſen nieder. Bei den
Löſch=
arbeiten wurde einer der Beſitzer, namens Konrad
Kam=
merer, lebensgefährlich verletzt. Seit Jahresfriſt hat es
in dem genannten Ort 13 mal gebrannt, ohne daß man
die Entſtehungsurſache mit Sicherheit hat feſtſtellen
kön=
nen. Auch in Hottingen und in Indlekofen fielen heute
nacht die Anweſen zweier Landwirte den Flammen zum
Opfer.
* Leipzig, 28. Aug. Das Reichsgericht
ver=
warf die Reviſion des 51jährigen Tiſchlers Georg
Graf, den das Schwurgericht von Konſtanz am 11. Juli
1913 wegen Mordes zum Tode verurteilt hatte. Graf hatte
am 8. März in Radolfszell die Joſephine Wörner aus
Eiferſucht ermordet.
* Innsbruck, 28. Aug. Der 25 Jahre alte Student
der Philologie Gerhard aus Frankenhauſen iſt bei
einer Tour auf die Dreiſchuſterſpitze in den Sextener
Dolo=
miten tödlich verunglückt. Er wurde ſterbend nach
Sexten gebracht. — Die Nachforſchungen nach dem auf
dem Monte Chriſtallo verunglückten Wiener Bankiersſohn
Markus beſtätigen, daß der Vermißte auf dem Monte
Chriſtallo unter eine Schneelawine geriet. An den
Berg=
ungsarbeiten beteiligen ſich neben mehreren
Führerexpe=
ditionen Militärabteilungen aus Cortina und
Schluder=
bach
* London, 28. Aug. Die Morning Poſt erfährt, daß
Privatdepeſchen aus Mexiko die Reutermeldung von der
Ermordung des Engländers Laughton und
des Deutſchen von Thaden beſtätigen. Beide hatten
bedeutende Ingenieurarbeiten unter ſich und zwar etwa
100 Meilen von der pazifiſchen Küſte bei Manzanilo.
— Berlin, 28. Aug. Hundert Berliner
Schul=
kinder, die vom Kronprinzen nach Langfuhr
ein=
geladen worden ſind, reiſen morgen von Berlin ab.
Aus=
gewählt ſind ſolche Schüler, die während der großen
Fe=
rien nicht in die Sommerfriſche konnten.
H. B. Berlin, 28. Aug. In der Nähe der Station
Dahmsdorf-Müncheberg in der Mark hat ſich heute früh
auf dem Eiſenbahngleis ein ſchweres Unglück
zuge=
tragen. Die Witwe des Bäckermeiſters Glaſer aus
Müncheberg befand ſich mit ihrem von einem Pferd
ge=
zogenen Bäckerwagen auf dem Wege nach Schlagentin zu
den dortigen Kiesgruben. Beim Paſſieren des
Eiſenbahn=
gleiſes, etwa 2 Kilometer von der Station Dahmsdorf-
Müncheberg entfernt, wurde das Fuhrwerk vom
Schnellzuge Königsberg-Berlin erfaßt und vollſtändig
zertrümmert. Die Frau war bis zur Unkenntlichkeit
ver=
ſtümmelt, dem Pferde der Hals abgefahren. Die Frau
hatte die Schranke, die ſchon geſchloſſen war, eigenmächtig
geöffnet, um noch vor dem Herannahen des Schnellzuges
die Gleiſe zu paſſieren. Da die Unglücksſtelle in einer
Kurve liegt, konnte weder die Frau den Zug, noch der
Loko=
motivführer das Gefährt auf den Schienen ſehen.
— Dresden, 28. Aug. Ein Herr, welcher
Majors=
uniform trug, erhob auf Grund der amtlichen
Beſcheinig=
ung, daß ſeine Mutter noch lebe, die entſprechende
Offi=
zierspenſion. Anſcheinend wurde dieſe Penſion 27
Jahre hindurch in Höhe von etwa 93000 Mark
erhoben, obgleich die Mutter ſchon längſt tot
war. Die Angelegenheit wurde jetzt dadurch entdeckt,
daß die Penſion nicht mehr erhoben wurde. Bei den
an=
geſtellten Ermittelungen ſtellte ſich heraus, daß der Major
ebenfalls verſtorben iſt.
— Helſinafors, 28. Aug. In der hieſigen Filiale der
Deutſchen Allgemeinen Elektrizitätsgeſellſchaft wurden
Unterſchlagungen in Höhe von mehr als 200000
Mark feſtgeſtellt. Der Kaſſierer und Verwalter Tegner
wurde verhaftet.
Brand auf dem „Imperator”
* Neu=York, 28. Aug. Im hinteren Proviantraum
des Dampfers „Imperator” der Hamburg=Amerika=
Linie in Hoboken brach vergangene Nacht Feuer aus.
Der zweite Offizier und ein Matroſe ſind erſtickt. Die
Höhe des Schadens ſteht noch nicht ſeſt. Die Leiche des
Offiziers iſt geborgen.
— Neu=York, 28. Aug. Heute morgen kurz nach 5 Uhr
brach ein Brand auf dem Dampfer „Imperator” aus.
Unter den noch an Bord befindlichen 2000 Einwanderern
entſtand eine Panik, aber es wurden alle gerettet. Zwei
Mitglieder der Mannſchaft, darunter der zweite Offizier
Gobrecht, ſind tot, ein Mann wird vermißt. Der
Ma=
terialſchaden iſt noch unbekannt, er ſcheint aber ziemlich
ſtark zu ſein, da die Proviantabteilung, in der der Brand
ausbrach, unter Waſſer geſetzt werden mußte.
H. B. Neu=York, 28. Aug. Der Dampfer „
Im=
perator” der Hamburg=Amerika=Linie geriet in Hoboken
in Brand der zweite Offizier und ein Matroſe fanden
den Tod. Mehrere Zwiſchendeckspaſſagiere werden
ver=
mißt. Das Feuer brach im Gepäckraum aus und
ver=
breitete ſich auf die Kohlenbunker und die zweite Kajütte.
Näheres fehlt noch.
H. B. Berlin, 28. Aug. Zum Brande auf dem
Hapag=Dampfer „Imperator” meldet eine
wei=
tere Depeſche, daß das Feuer gelöſcht wurde. Auf
An=
frage wird von der Direktion der Hapag mitgeteilt, daß
das Feuer auf dem Dampfer „Imperator” in dem hinteren
Proviantraum zum Ausbruch kam. Ueber den Umfang
des Schadens iſt der Direktion bisher nichts bekannt,
eben=
ſo wenig darüber, daß ein Offizier und ein Matroſe
ver=
brannt ſein ſollen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
CiGARETE
(mit zeidensn. Sammel. Wansnhlidsrn
Reine weiße Haut. Dr. Kuhns
JugenD. Edelweiß=Creme, 2.50, 1.50 u.
=Seife 1.00, 0.60. Franz Kuhn, Kronen=Parf.,
Nürnberg. Hier: F. B. Grodhaus, Seifenf.
a. weiß. Turm, ſowie in Apoth., Drog. u. Parfüm. (V,7922
4
Bitte recht ſchnell — ich nuß zur Bahn!
geben Sie mir doch ſechs Schachteln Fays ächte
Sodener Mineral=Paſtillen. Aber bitte, keine Nach=
4ahmung. Denn ich lege beſonderen Wert auf Paſtillen,
die aus den Gemeinde=Heilquellen ſtammen, die zu
Kurzwecken gebraucht werden. Fays Sodener gehören
4zu meiner wichtigſten Ausrüſtung, da man im jähen
Witterungswechſel nach durchnäſſendem Regen, bei
Zug=
wind, immer ernſte Erkältungen zu gewärtigen hat und
Awell Fays ächte Sodener da als Vorbeugung und Hilfe
gleich ideal ſind. Beſondere Kennzeichen: Der Name
„Fay” u. weißer Kontrollſtreifen mit amtlicher
Beſcheini=
gung des Bürgermeiſter=Amtes Bad Soden a. T. (I, 16678
(S
Trauer-Kleider Trauer-Lostüme
¾/5
(*23
Trauer-Blousen, Irauer-Röcke
Trauer-Mäntel. Trauer-Stoffe
fg.
In reicher Ausmahl!
Hnderungen sofort!
Gebr. Böslein.
W.
Ludwigsplatz.
4464a
Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns: Wie an den verſchiedenen
An=
ſchlagſäulen und aus den ſonſtigen Ankündigungen
er=
ſichtlich, findet vom 23. Auguſt bis 7. September d. Js.
eine Gas=Ausſtellung, oder beſſer ausgedrückt,
eine Ausſtellung ſämtlicher für Gasheizung und
Gas=
feuerung zur Anwendung kommender Apparate und
Gegenſtände in größerem Stil in Frankfurt a. M
ſtatt. — Nicht mit Unrecht hat der Ehrenvorſitzende, der
Oberbürgermeiſter der Stadt Frankfurt a. M., Herr
Voigt betont, daß dieſe Ausſtellung an Reichhaltigkeit,
Eigenartigkeit und Umfang alle bisher dageweſenen
Ausſtellungen dieſer Art ganz gewaltig übertreffe. Es
ſind z. B. auf der Ausſtellung die größten und
ton=
angebendſten Firmen Deutſchlands in der Kochherd=
und Gasapparaten=Branche vertreten. Von der
ein=
heimiſchen Induſtrie fällt ganz beſonders die jedenfalls
von der voriges Jahr im Saalbau hier ſtattgehabten
Gasausſtellung wohl Vielen noch bekannte Firma
Darm=
ſtädter Herdfabrik und Emaillierwerk G. m. b. H.,
Land=
wehrſtraße 63, auf.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Auguſt 1913.
Nummer 202.
Todes=Anzeige.
Am 26. d. M. verſchied nach langem
Lei=
den unſere liebe Nichte, Tante, Großtante
(17959
Couſine und Schwägerin
Fräulein Sophie Walther
aus Nieder=Ingelheim.
Für die Hinterbliebenen:
Julie Walther, geb. Baur, in Darmſtadt,
Jula Hartmann, geb. Walther, in
Offen=
bach a. M.,
Julius Walther, Finanzrat in Heppenheim.
Die Beerdigung findet am Freitag, 29. Aug.,
nachm. ½5 Uhr, in Nieder=Ingelheim ſtatt.
Dankſagung.
Für die überaus herzliche Teilnahme bei dem
Hinſcheiden meiner lieben Frau, unſerer guten
(*6969
Mutter
Marie Schäfer, geb. Huther
ſagen wir Allen, für die ſo zahlreichen
Blumen=
ſpenden, ſowie allen Denen, die ihr durch ihr
Ge=
leit zur Ruheſtätte die letzte Ehre erwieſen haben,
auf dieſem Wege unſeren beſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Aug. Schäfer u. Kinder.
Nach langem, ſchwerem Leiden
entſchlief unſer guter Vater,
Schwie=
gervater, Großvater, Bruder,
Schwa=
ger und Onkel
Herr Jsaak Wolff
im Alter von 77 Jahren.
Griesheim, den 28. Aug. 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Freitag, den 29. Aug.,
(17956
mittags 12 Uhr, ſtatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Der hohe Druck hat ſich ſehr verflacht und bedeckt
noch Deutſchland, Nord= und Oſtſee. Die isländiſche
Depreſſion hat ſich verſtärkt und iſt oſtwärts vorgerückt.
Wir werden morgen noch unter Hochdruckeinfluß bleiben
und noch meiſt heiteres und trockenes Wetter erwarten
können.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 29. Auguſt:
Noch meiſt heiter und trocken, warm.
Tageskalender.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. —
Bür=
gerkeller um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Expedition Rheinſtr.23):
Oeſterreichiſche Artillerie im Hochgebirge — Einzug der
Friedensdelegierten der Verbündeten in Belgrad
Deutſche und franzöſiſche Soldaten auf dem Hoheneckin
den Vogeſen — Zur Heimkehr der Grönland=Expeditihn
des Kapitäns Koch=Moden — Tagesereigniſſe.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Wegzug von Familie, habe z. Zt.
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75,50
4 Württemberg unk. 1921 97,46
3½
do. v. 1875 93,50
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 97,00
1¾ Griechen v. 1887
57,20
4 Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 85,70
do. Goldrente . . . 91,25
4
4 do. einheitl. Rente . 81,70
3 Portug. unif. Serie I 61,10
do. unif. Ser. III
3 do. Spezial . . . . —
5 Rumänier v. 1903 . . 99,10
4 do. v. 1890 . . 93,60
do.
v. 1905 . . 88,20
4
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,50
do. v. 1902 . . . . 90,10
do. v. 1905 . . . . 99,80
3½ Schweden . . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Admin. v. 1903 79,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 88,00
4 Ungar. Goldrente . . . 85,80
4 do. Staatsrente. . . 81,90
Zſ.
InProz=
5 Argentinier . . . . .
do.
½ Chile Gold=Anleiße . 92,30
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,80
½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 91,25
5 Innere Mexikaner. . . 78,50
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 75,00
5 Gold=Mexikaner . . .
3 Buenos Aires Provinz 65,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 139,80
7 Nordd. Lloyd . . . . . 117,50
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 127,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 115,60
6 Baltimore und Ohio . 99,75
6 Schantungbahn . . . . 123,75
8 Luxemb. Prince Heuri 167,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 27½
6 Pennſylvania R. R. .
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
Brauerei Werger
60,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
. . . 543,60
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 236,90
30 Farbwerke Höchſt . . 614,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . .
10 Cement Heidelberg . . 145,00
30 Chem. Werke Albert 443,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 304,80
5 Lahmeyer. . . . . . .
InProz.
Letzte
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 150,00
2 Siemens & Halske 215,30
5 Bergmann Electr. . . 124,00
10Deutſch. Ueberſee Electr. 166,20
0 Gummi Peter . . . . 69,70
0 Kunſtſeide Frankfurt
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 402,50
9 Maſchinenf. Badenia 145,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 160,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 219,00
12,83 Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 203,00
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 70,00
0 Südd. Immobilien 48,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 169,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 220,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 147,90
10 Gelſenkirchener . . . .1851
9 Harpener . . . . . . . 190,00
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 259,25
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 75,50
6 Laurahütte . . . . . . 166,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 141,50
Weſteregeln 185,70
13
7½ South Weſt Africx 112,10
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,50
4½ Nordd. Bloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . .
-
4 Franz=Joſefs=Bahn .
71,30
3 Prag=Durer . . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,70
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,00
do.
77,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 96,50
PR
Bf.
In Proz,
2¾/10 Oeſt. Sübb. (Lomb.) 52,70
3 Raab=Oedenburg
74,50
4 Kronprinz Rudolfbahn 83,90
4 Ruſſ. Südweſt. . . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 93,40
84,30
do.
4 Wladichawchas . . . . 86,00
4 Rjäſan Koslow . . . . 85,00
3 Portugieſ. Eſenb. .. 73,00
4½
84,00
do.
¾/1 Livorneſer
. . 69,20
3 Salonique=Monaſtir . 62,2
4 Baadadbahn .
79,10
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 92,20
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 90,00
4 Northern=Paciſie . . . 94,40
4 Southern=Paciſie . . . 91,00
5 St. Louis und San
Francisce. . . . .
-
5 Tehnantepee . . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich
7½ Vergiſch=Märkiſche
Bahn .
. . . . 144,10
9½ Berlin. Handelsgef. .158,00
6½ Darmſtädter Bank . 114,10
12½ Deutſche Bank . . . 245,80
Deutſche Vereinsbank 115,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 111,50
10 Diskonto=Kommandit 183,50
8½ Dresdener Bank . . 147,90
10 Frankf. Hypoth.=B. 205,80
8½ Mittelb. Kreditbank 113,70
7 Nationalb. für Deutſchl. 114,50
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . . 133,50
7 Rhein. Kreditbank. . .127,00
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 106,50
7½ Wiener Bankverein . 130,90
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94,50
In Proz.
Zf.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. . . . . . . 85,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
31
84,00
do.
4 Heff. Land.=Hyp.=Bank 97,20
3½
84,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,60
S. 12, 13, 16 . .
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 96,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
S. 3—5 . . . . . . . . 84,00
S. 9—11 . . . . . . . 84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
3½
84,00
do.
4 Rhein. Hydothek.=Bank
(unk. 1917) . . 94,30
3½ bo. (unk. 1914)
83,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,60
3½
85,00
do.
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . . . . 94,60
3½
do.
. „
96,25
Frankfurt. . . . . . .
3½
do.
95,75
,
4 Gießen . . . . . . . .
3½
do.
86,00
4
Heidelberg . . . . . . 93,70
3½)
do.
Karlsruhe . . . . . . 95,00
3½
do.
85,20
1 Magdeburg. . .. . . .
31
do.
4 Mainz . . . . . . .. 94,00
31
do.
85,50
4 Mannheim . . . . . . 94,00
3½
do.
89,00
4 München . . . . . . . 98,00
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 96,00
½
do.
84,00
4 Offenbach. .
In Pro
Zf.
-
3½ Offenbach . .
-
4 Wiesbaden . . . . .
3½
do.
4 Worms. . . . . . . . 94,0
85,50
3½
do.
4 Liſſaboner v. 4886 . 74,5
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 182,0
3½ Cöln=Mindner , 100 135,4
-
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 —
4 Meininger Pr.=Pfand=
135,3
briefe . . . . .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 181,0
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 —
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 194,
Freiburger . . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs.45
do.
. . . . Fs.10 38,0
Meininger . . . . . ſl. 7 34,8
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,C
do. v. 1858fl. 100 502,0
Ungar. Staats . . fl. 100 382,0
Venediger . . . . Fs. 30 70,C
Türkiſche . . . . Js. 400 165,2
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,e
20 Franks=Stücke . . . . 16,1
Amerikaniſche Noten . . . 4,
Engliſche Noten . . . . . 20,
Franzöſiſche Noten. . . . 80
Holländiſche Noten. . . . 169,:
79,
Italieniſche N oten . . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,:
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,7
10
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 33f. 271
Nummer 202.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Auguſt 1913.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Volizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Dachshund. 1 Dobermann
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt. (17952
A=
Grummeigrad=Sergergerung.
Mittwoch, 3. September I. J., morgens 10 Uhr,
wird bei dem Pflanzgarten im Forſt Eichen das Grummetgras
von den Domanialwieſen verſteigert. Steigliebhaber wollen die
Kreszenz vorher einſehen.
(17940
Meſſeler Forſthaus, 27. Auguſt 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Meſſel.
Schlag.
54
Bleinkoylen=Bezugsgeſeuſchalt „Fritot
Diejenigen Mitglieder, die mit den verfallenen Raten
einſchl. Auguſt — noch im Rückſtande ſind, werden um
baldgefl. Bezahlung erſucht, andernfalls Mahnung
er=
folgen wird. Ebenſo ſollten etwa noch nicht erfolgte
Be=
ſtellungen der Kohlen u. Briketts für kommenden Herbſt
u. Winter in aller Kürze geſchehen, da ſonſt auf pünktliche
Lieferung nicht gerechnet werden kann.
(17785if
Darmſtadt, 25. Auguſt 1913. Der Vorſtand.
Gebrauchte Stiefel
Teghart- und kehf-
Milch
Täglich frisch zubereitet
und stets trinkfertig,
vor-
züglich bewährt u.
ärzt-
lich empfohlen.
Ferner täglich vorrätig:
Dickmilch
in Krügen u. Schalen
Saurer Rahm
Süsser Rahm
Schlag-Rahm
Vollmilch
Buttermilch
Hochfeinster
Speise-Quark
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Enten .
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Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium, die Großh.
Liebigs=und die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchule, die Vorſchule der
Großh. Gymnaſien, die
Vik=
toriaſchule und das
Lehrerinnen=
ſeminar, die Eleonoren= und
Frauenſchule, ſowie die
Mittel=
ſchulen für das III.
Kalender=
vierteljahr 1913 iſt — bei
Mei=
dung des Beitreibungsverfahrens
bis Ende lfd. Mts. an den
Verktagen, vormittags von 8 bis
12
2½ Uhr, hierher zu entrichten=
Darmſtadt, 4. Auguſt 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (16661a
Bauarbeiten.
Die bei Errichtung eines
Eintritt=
gebäudes im Stadtkrankenhaus
vorkommenden Zimmer=,
Dach=
decker= und Spenglerarbeiten
ſollen vergeben werden. (17972fs
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. 30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Montag, den
8. September 1913, vormittags
10 Uhr, einzureichen.
Darmſtadt, den 29. Auguſt 1913.
Stadtbauamt.
I. V.: Hoffmann.
Bekanntmachung.
Freitag, 5. September 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby dahier zugeſchriebenen
Lie=
genſchaften:
Flur Nr. qm
XIX 265 2199 Acker, oberſte
Golläcker,
XIX 316 2634 Ackeram
Pfung=
ſtädter Weg,
LXVII 18 962 Wieſe, die
Ru=
dolfswieſe,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße Nr. 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung wird auch dann erfolgen,
falls kein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 15. Auguſt 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI.17773
un
2
USnwar
Dackerer
u. Konditorei-Artikel
als: Puddingformen,
Spring-
formen, Auflaufformen,
Königs-
kuchenformen,
Rehrückenfor-
men, Kranzformen,
Pfitzauf-
formen Vanillebrotformen,
Pilzformen, Eisformen, Friture-
Körbe, Kakesausstecher,
ver-
stellbare Tortenringe, Dressier-
Säcke und -Tüllen,
Passier-
maschinen, Waffeleisen,
Kon-
fektspritzen Kuchenbleche
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Agenturen oder auch die Schnittmuſter=
Abteilung von Bukterick’s Moden=Revue,
Berlin W8, Leipziger Straße 102.
Die Modedame.
Das Amt einer großen Modedame iſt nicht immer leicht und nicht immer
dankbar zu bekleiden, denn der Anzug, den ſie trägt, fordert die Kritik in die
Schranken, und nicht immer werden die Arteile in diskreter Weiſe gefällt
im Gegenteil. Selbſt Frauen, die den Anſpruch erheben, zu den
wohl=
erzogenen, zu den gebildeten gerechnet zu werden, laſſen ſich oft hinreißen,
beim Anblick neuer, ihnen gänzlich ungewohnter Moden, laut Kritik zu üben,
zu verſpotken, was ihnen nur deshalb ungeheuerlich ſcheint, weil ſie ſich vor
Linien und Farbenzuſammenſtellungen ſehen, die für ihr Auge gänzlich ungewohnt
ſind und für ihr Dortemonnaie unerſchwinglich, die ſie aber, unter gleichen
Verhältniſſenlebend wieihre Mitſchweſtern —wahrſcheinlich ſelbertragenwürden.
Es iſt geradezu beluſtigend, ſich daran zu erinnern, welchen Sturm der
Entrüſtung der enge Nock entfeſſelte, als er Mode wurde — man konnte
ſich des Spottes gar nicht genug tun! Heute nach zwei Jahren hat man ſich
ganz gemächlich und ganz gut an ihn gewöhnt, nachdem man zuerſt „Charakter
beweiſen” wollte, laut
pro=
klamierte, der „
Humpel=
rock” ſei ſchauderhaft, einer
„Dame” unwürdig und
über=
dies höchſt unkleidſam,
nach=
dem man ſich eine ganze
Weile lang entſtellt hatte,
indem man fortfuhr zu tragen,
was man für mehr „lady-
B
like” hielt — nämlich den
Faltenrock. (Als ob ein paar
Falken in einem Nock
ge=
nügen könnten, mir zu zeigen,
wo ich eine „lady” zu finden
habe! . . .)
Und als der enge Rock
das Vorurteil beſiegt hatte,
als man ſich auch dort mit
ſeiner Enge eng befreundet
hatte, wo man es beſſer nicht
getan hätte — da begann
ganz dieſelbe Tragikomödie
der gegenteiligen
gegen=
wärtigen Mode gegenüber;
man fand, daß die Falten auf
dem Nocke nichts weniger
als das erhoffte Ideal ſeien,
auch ſie bargen nicht das
ge=
wünſchte Maß von Nobleſſe
in ſich, und vor allem: dieſe
Falten „machen dick”.
Freilich, ein Nock oder ein
Jackenſchoß, der rings um
die Taille eingekräuſelt oder
gar in Falten gelegt iſt,
ver=
größert den Körperumfang,
daran muß man ſich nun mal
gewöhnen, und je ſchneller
man ſich in das
Anvermeid=
liche fügt, um ſo beſſer. Das
Anvermeidliche? — Ja,
ſo=
fern man die Mode nicht als
„quantité négligeable”
be=
trachket, denn die Modedame
hat den drapierten Nock, hier
und da ſogar recht reich
drapiert, anerkannt, ſie trägt
ihn nachmittags, abends und
ſogarvormittags zumwollenen
Trotteurkleide. Die
panier=
artigen Naffungen, der Nock,
deſſen Bahnen ſich vorn
kreuzen und in tiefe Falten
eingelegt ſind, Nöcke, die
61711
hinten eine Art langen
Capuchon bilden (der überdies
mit einer Quaſte beſchwert
wird!). Röcke, die aus drei übereinder fallenden Pliſſees beſtehen, ſolche, die
kleine Tüllüberwürfe haben, rings um den unkeren Nand mit Delzſtreifen
beſetzt, ſo daß dieſe kleinen Aeberwürfe keck abſtechen, und zahlloſe andere
Varianten des garnierten Nockes — ſie ſind nicht länger eine gewagte
Apartheit, ein Monopol der großen Modedame, nein, jede Frau, die ſich
elegant und modern kleidet, kleiden kann, trägt ſie.
Denn über dieſen einen Dunkt werden ſich die Frauen mit der Zeit klar
werden müſſen, ſo unliebſam dieſe Entdeckung auch ſein mag — es wird von
Jahr zu Jahr ſchwerer, die Mode, das was man wirklich unter Mode verſteht,
zu befolgen; ſtändig mehren ſich die Pflichten der großen Modedamen, ſtändig
wird es ſchwerer, ihnen gerecht zu werden, und zwar nicht nur deshalb, weil
mit der Güte und Kompliziertheit der Ausführung der einzelnen Gegenſtände
die Dreiſe ſteigen, ſondern auch deshalb, weil dieſe komplizierten, koſtbaren
Dinge an die Trägerin ſelber erhöhte Anforderungen ſtellen. Es gibt heute
4
zahlreiche Moden, die ſich von vornherein für die Allgemeinheit verbieten
nicht nur wegen des Koſtenpunktes, ſondern wegen der Anforderungen, die
½
3½ Eſie in äſthetiſcher Beziehung an die Frauen ſtellen.
M. v. Suttner.
4 Serb
4 Türk
4 Türk.
4 Ungal=
Beſchreibung zu unſeren Abbildungen.
Nr. 61711. Eine jede Frau braucht ein Morgenkleid. Viele glauben nun, ein
ſolches nach jedem Muſter herſtellen zu können; dies iſt jedoch ein Irrtum, denn wenn
man ein Morgenkleid nach einem kleidſamen Deſſin und aus einem hübſchen Material
— das durchaus nicht zu teuer zu ſein braucht — anfertigt, kann man ein ſolches auch
des Nachmittags, ſelbſt wenn Beſucher vorſprechen ſollten, anbehalten. Man wird ſich
alsdann ebenſogut angezogen wiſſen wie in einem Nachmitkagskleid. So ein ſchönes
und zugleich praktiſches Kleidungsſtück kann man ſich nach Muſter Nr. 61711 ſelbſt
an=
fertigen. Dieſes Kleid hat gehobene Taillenlinie, Aermel, die in tiefe Armlöcher
ein=
geſetzt ſind, und Bretellen, die man evenkuell auch weglaſſen kann. Der Rock iſt rund
geſchnitten und hat Sonnenpliſſee, jedoch iſt in demſelben durchaus nicht zuviel Weite
enthalten, und die Falten beeinträchtigen auf keinen Fall die ſchlanke Form. Nr. 61711
kann auch mit kleiner Schleppe ausgeführt werden. Betreffs des zu verwendenden
Materials erübrigt es ſich, etwas Daſſendes anzugeben, da es ſo viele hierfür geeignete
Stoffe gibt und jede Dame ihren eigenen Geſchmack auch in dieſer Richtung zur Geltung
bringen kann. Material für den
Morgenrock mit Bretellen bei
einer Oberweite von 91 cm: Von
80 cm breitem Stoff 6,75 m.
Von 70 cm breitem Stoff für den
Gürkel 60 cm. Von Band für
die Schleifen 1,80 m. Von
Ein=
ſatz 4,35 m. Schnitt erhältlich
in 7 Größen.
Nr. 61899. Die mit
neben=
ſtehender Nummer verſehene
drapierte Bluſe zeichnet ſich
durch Schick und vornehme
Ein=
fachheit aus. Nr. 61899 hat
die modernen langen Schulkern,
und die an dieſe angeſetzken
Aermel ſind lang oder halblang
vorgeſehen. Die Bluſe iſt auf
feſter Futterkaille gearbeitet und
ſchließt je nach Belieben mit einem
Stehkragen oder kleinem
Aus=
ſchnitt ab. Die Drapierung an
der linken Seite iſt ſehr
wirkungs=
voll. Ein Frackanſatz iſt für
eventuellen Bedarf vorgeſehen.
Material bei einer Oberweike von
91 cm für die Bluſe mit kurzen
Aermeln: Von 100 cm breitem
Stoff 1,40 m. Schnikt erhältlich
in 7 Größen.
Nr. 61900 iſt ein hübſcher
drapierter Nock, der aus jedem
weicheren Material hergeſtellt
werden kann. Der dreiteilige
Rock wird mit Vorder= oder
Rückenſchluß verſehen. Zu beiden
Seiten des Vorderpaneels ſind
Drapierungen angebracht und das
Rückkeil iſt in Falten gelegt.
Nr. 61900 hat gehobene oder
reguläre Taillenlinie. Die
An=
fertigung iſt nicht ſchwierig. Man
kann dieſes hübſche Kleidungs=
ſtück als ſeparaten Nock oder in
ie ee
Zuſammenſtellung mit einer
ge=
eigneten Bluſe als ganzes Kleid
92
Z
kragen. Makerialbei einer Taillen=
fi
weite von 61 cm: Von 100 cm
. .
breitem Stoff 3,45 m. Schnitt
erhältlich in 8 Größen.
Nr. 62100. Eine beſonders
&
kleidſame Hemdbluſe, die ſich
für praktiſche Zwecke ſehr gut
eignet, iſt unter Nr. 62100 illu=
62333
ſtriert. Alle neuen Details ſind bei
61899/61900
dieſer Bluſe vertreten. Die
Aus=
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kleidſam und für warme Tage
empfehlenswert. Es iſt auch ein Stehkragen für eventuellen Bedarf vorgeſehen. Ferner
ſind auch zweierlei Aermel vorhanden. Man kann faſt jedes beliebige Material
ver=
wenden. Makerial bei einer Oberweite von 91 cm für die Bluſe mit kurzen Aermeln:
Von 80 cm breitem Stoff 1,95 m. Von 70 cm breitem, abſtechendem Stoff für den
Amlegekragen, die abſtehenden Manſchetten und den Gürtel 65 cm. Schnitt erhältlich
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Nr. 62333. Ein reizendes Kleid für junge Mädchen wird uns unter Nr. 62333
vor Augen geführt. Dieſes kann aus Voile, Baumwollkrepp uſw. hergeſtellt werden.
Es ſind zweierlei Arten Aermel vorgeſehen, die, lang oder halblang ausgeführt, in
tiefe Armlöcher geſetzt werden. Der runde Halsausſchnitt wirkt bei dieſer Bluſe wohl
beſonders hübſch, es iſt aber auch ein Stehkragen vorgeſehen für Damen, die einen
ſolchen vorziehen. Die Brekellen können je nach Belieben angewendet oder weggelaſſen
werden. Durch die kleinen Fältchen im Vorder= und Rückteil der Bluſe wird eine ſehr
ſchöne Wirkung erzielt. Der angefügte zwei= oder dreiteilige Rock hat ſeitlich und
hinten bis zu den Hüften gehende Fältchen. Makerial für ein ſiebzehnjähriges Mädchen
für das Kleid mit Bretellen und dreiteiligem Nock: Von 79 cm breitem Stoff 5,25 m.
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Schweſter, von denen ich die Leute reden hörte, fuhr ſie
in fliegender Haſt fort, jetzt verſtehe ich . . . verſtehe ich, —
und der Vetter, der Brigittes Stunden bezahlt hat, das
waren wohl Sie, Eberhardt von Drewensberg? — Von
Eurem Almoſen habe ich bereits gelebt! — Eine
Ko=
mödie habt Ihr mir ſyſtematiſch vorgeſpielt ſeit Monaten
in mein Haus habt Ihr Euch unter falſchem Namen
gedrängt, als Spione mich umgeben, mein Vertrauen
Euch erſchlichen! — Und nun, da Ihr ſeht, daß mein
Leben wirklich nichts zu verbergen hat — nun wollt Ihr
mir gnädig den Eintritt in Eure Familie geſtatten
Ihr könnt mich nicht loswerden, darum haltet Ihr es für
klüger, Euch zu mir zu bekennen. Aber Ihr habt mich
vorher unſchädlich gemacht, mich gedemütigt, nach allen
Seiten umſtrickt. — Jetzt habt Ihr mich ja in Eurer
Ge=
walt, meint Ihr — ernähren habt Ihr mich auch bereits
müſſen — da darf ich nicht mehr muckſen und muß Euch
noch dankbar die Hände küſſen, wenn Ihr mir nur
groß=
mütig geſtattet, Euren Namen weiter zu tragen!
Um Gottes willen, Anita! Er hatte ihren Arm
ge=
faßt und ſchüttelte ihn. Komm doch zu Dir!
Sie wich vor ihm zurück und lehnte ſich ſchwer atmend
an die Wand. Ihre Finger rangen ſich ineinander, ihr
Blick flackerte in irrer Angſt.
Anita, Du töteſt mich! Muß ich Dir denn noch ſagen,
daß ich Dich liebe über alles in der Welt und nie von
Dir laſſen werde?!
Ihr Mund verzog ſich unſäglich bitter. In ihre
Augen ſchoſſen Tränen.
So, Eberhardt von Drewensberg, Sie lieben mich?
Und darum haben Sie meinen Stolz tödlich verletzt,
in=
dem Sie mich zwangen, ohne mein Wiſſen Almoſen an=
zunehmen? Es war mir Ehrenſache, mein Kind durch
eigene Kraft zu ernähren, Sie aber haben Ihren Spott
damit getrieben. Dadurch haben Sie mich am ſchwerſten
getroffen, und das wird uns für immer ſcheiden. Ich
werde nicht mehr wagen, eine neue Stundenſchülerin
an=
zunehmen, weil ich nicht weiß, ob die Familie
Drewens=
berg ſie mir nicht aus Barmherzigkeit ſendet, um mich vor
dem Verhungern zu ſchützen. Ich werde an meinen
heu=
tigen Erfolg nur mit Beſchämung zurückdenken können,
denn die Familie Drewensberg hat ihn mir mit ihren
Konnexionen verſchafft.
Er verſuchte noch einmal, ſie zu unterbrechen, aber
ſie ſprach unaufhaltſam weiter mit gequältem Ton: Ich
weiß nicht mehr, was mein Verdienſt und was der
Fa=
milie Drewensberg zuzuſchreiben iſt. Alles Zutrauen zur
eigenen Kraft habt Ihr mir geraubt. Ich werde
gezwun=
gen ſein, mein Heim aufzugeben und nach einem Ort zu
ziehen, wo mich niemand kennt, damit ich wieder lerne, an
mich zu glauben — und damit ich nicht mehr zu fürchten
brauche, einem verkappten Drewensberg ſelbſt im eigenen
Hauſe zu begegnen. Ihr habt mich viel ärmer gemacht,
als ich war, und Ihr wollt mir ſagen, Ihr liebt mich?
Er ſtand vor ihr totenblaß mit geſenktem Kopf, die
Zähne feſt übereinander gepreßt, ſcharfe Linien um Mund
und Stirn, müde Reſignation in der Haltung. Als ſie
ſchwieg, hob er langſam die Augen und ſah ſie an mit
glanzloſem Blick, unter dem es ſie eiskalt überrieſelte.
Ich habe das Beſte gewollt und es iſt zum
Schlim=
men ausgeſchlagen, ſagte er mit einer Ruhe, die etwas
Unheimliches hatte. Ich ſchwöre Ihnen jetzt, Anita, daß
ich mich von heute ab jeder Einmiſchung in Ihre
Ange=
legenheiten enthalten werde, daß ich morgen ins Ausland
reiſe und Sie mich nie mehr ſehen, nichts von mir per=
Anita, Sie ſind ſo erregt, daß Sie nicht klar zu denken
vermögen. Hat der vorurteilsvolle Eigenſinn eines alten
Mannes das Recht, der Jugend, den eigenen Kindern den
Weg zum Glück zu verlegen? Und ſoll die Jugend ſich
ihr Glück zerſtören laſſen, weil die Vaterautorität ihre
Macht mißbraucht? — Meine Mutter ſehnt ſich nach ihrem
ſüßen Enkelkinde . . . die ganze Familie Drewensberg
ſteht ſeit dem heutigen Abend auf unſerer Seite, und Sie
wollen daran verzweifeln, daß wir auch ſchließlich des
Vaters Widerſtand brechen, ihn dahin bekehren werden
Sie mit Freuden als ſein Kind aufzunehmen?
Sie hörte den letzten Satz nicht; ihre Gedanken kreiſten
um das eine Wort: Die ganze Familie Drewensberg=
Seit dem heutigen Abend? Sie ſtieß es mit entſetztem
Ton hervor.
Er lächelte ſiegesfroh, er hoffte ihr eine große,
freu=
dige Ueberraſchung zu bereiten:
Ja, Anita, ſelbſt die etwas ſchwierige Tante Zeſina
haben Sie im Sturm erobert.
Die Baroneſſe Zeſina von Kirchborn?
Zeſina von Drewensberg. Kirchborn heißt das Stift.
Ah! Und der General — Ihr Onkel Friedrich
Wil=
helm von Drewensberg! Wie Schuppen fiel es ihr von
den Augen. Jetzt wußte ſie, warum ihr die Beiden
be=
kannt vorgekommen waren. Sie hatte früher ihre Bilder
im Familienalbum ihres Mannes geſehen, das ſeit ſeinem
Tode verſchloſſen in ſeinem Schreibtiſch ruhte,
Wie wir vergeben unſern
Schuldigern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
33
[ ← ][ ][ → ]
Seite 15.
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Du lügſt ja — Du liebſt den andern! — Hatte der
ge=
malte Mund es geſagt oder eine Stimme im eigenen
Innern? Und unter der Wucht dieſer Erkenntnis brach
ſie zuſammen. Sie lag auf dem Boden und ihr in Scham
und Verzweiflung erglühtes Geſicht barg ſie im Teppich.
Was nützte es, daß ſie ſelber nicht darum gewußt
hatte? Die Tatſache war doch da, ließ ſich nicht leugnen
und beſchönigen: ſie hatte ihrem Manne die Treue
ge=
brochen von dem Augenblick an, da ſie zum erſtenmal
er=
ſchrocken war über die Aehnlichkeit Eberhardts mit feinem
Bruder. Darum hatte ſie ſich vor ihm gefürchtet, ihn
ge=
haßt, darum hatte ſie ſich inſtinktiv gegen ihn und ſein
Eindringen in ihr Leben gewehrt, ihn beleidigt und
ge=
kränkt, damit er ſie laſſen ſollte. Sich ſelber hatte ſie in
ihm verabſcheut, und vor ſich ſelber hatte ſie ſich retten
wollen, indem ſie ihm verbot, ſich ihr zu nahen. Eine
ehr= und pflichtvergeſſene Mutter war ſie: Als
Wider=
ſacher ihres Sohnes, bereit, ihm ſein Recht zu ſtehlen, war
Eberhardt von Drewensberg das erſte Mal bei ihr
er=
ſchienen, und ſie hatte ihm ſchon damals ihre Seele
ver=
kauft.
Dort auf jenem Stuhl hatte er geſeſſen mit dem
grau=
ſamen Zug im Geſicht und war nicht davor zurückgeſchreckt,
ihrer Frauenehre den größten Schimpf anzutun.
Und
ſie — und ſie? Anſtatt ihn dafür lebenslänglich zu haſſen,
liebte ſie ihn und rieb ſich auf ihn Sehnſucht nach ihm.
Heinz, Heinz! ſchluchzte ſie, warum muß er Dir ſo
gleichen?! . . . O, Heinz, Du biſt es, den ich in ihm liebe!
Aber das Bild hatte noch immer den ſpöttiſch=
zorni=
gen Ausdruck, und ihre Augen irrten nur ſcheu zu ihm
empor.
Konnte nicht doch alles eine Komödie ſein? Stellte
Eberhardt von Drewensberg ihr am Ende doch nur eine
Falle? Ihr Inneres ſchmerzte, als ob es zerreißen ſollte.
Hatte ſie ihm vielleicht unbewußt ihr Intereſſe verraten?
Ahnte er bereits, daß ſie ihn liebte, als es ihr noch ſelber
ein Geheimnis war? Oder hatte er aus ihrer ſchroff al
lehnenden Haltung die wahren Motivi dafür erraten un
ſeinen Vorteil wahrgenommen, um ſie in ſeine Gewalt z
bekommen? — Er liebte ſie? — Er wollte ſie zu ſeine
Frau machen? — Haha! — Konnte ſie nachher für di
Rechte ihres Sohnes gegen den eigenen Gatten auftreten
War Eberhardt von Drewensberg falſch, trotz des Sten
pels der Ehrenhaftigkeit auf ſeiner Stirn?
Aber da ſchrie ihr Herz nein und tauſendmal nei
Er hatte ſie bei ſeinem erſten Beſuche gekränkt und es bitt
ſchwer bereut. Er hatte mit ſich und ſeiner Liebe gekämp
wie ſie und ſich ihrer Macht beugen müſſen, wie ſie
mußte. Aber er als Mann zog andere
Konſequgenz=
daraus. Er wollte nicht verzichten, er wollte glücklich ſei
Und in ſeinem ſtürmiſchen Drange, ſein Recht zu wahre
achtete er es gering, daß der Familienzwiſt dadurcheir
Ungemeſſene wuchs und wahrſcheinlich unheilbar gemac
wurde. War zu hoffen, daß der Vater je vergeſſen könn
was ihm durch das ehemalige Fräulein Schmidt zugefü
worden war? Und konnten teſtamentariſche Beſtimmu
gen nicht umgeſtoßen, Majorate nicht annulliert, Maj
ratserben nicht als unwürdig von der Nachfolge aust
ſchloſſen werden? Durfte ſie von jetzt an noch auf A
erkennung ihres Sohnes hoffen? Hatte das Geſchle
Drewensberg nicht einflußreiche Verbindungen genug k
in die höchſten Kreiſe, um Unterſtützung zu finden, we
es ſeine Familienbeſtimmung abändern wollte? Und w
nützte es, ob auch die ganze Familie Drewensberg, n
Eberhardt geſagt hatte, ſeit dem heutigen Abend auf ih
Seite ſtand, wenn der Senior, der ehemalige Kamm
herr und Flügeladjutant, der jetzige Freund eines hol
Herrn, auf ſeinem ſtarren Sinn beharrte?
Anita ſchluchzte laut auf. Nun iſt alle Hoffnung
einen Ausgleich mit Deinem Großvater dahin, mein arn
Kind, und Deine Mutter iſt mitſchuldig daran.
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Nummer 202.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Auguſt 1913.
Seite 15.
Sport, Spiel und Turnen.
* Großes Rad= und Motorrennen in Darmſtadt. Man
ſchreibt uns: Die am Sonntag, den 31. Auguſt a. c., auf
der hieſigen Radrennbahn vom Veloziped=Klub Darmſtadt
angeſetzten Rad= und Motorrennen geben den
Radfahrer=
kreiſen Darmſtadts Veranlaſſung, die Siegeschancen der
gemeldeten Fahrer zu erörtern. Zwar iſt es
außerordent=
lich ſchwierig, bei der großen Anzahl tüchtiger Fahrer,
die gemeldet haben, die Sieger im voraus zu tippen,
in=
deſſen neigen ſich eingeweihte Kreiſe zu der Anſicht, daß
die Endkämpfe in der Hauptſache zwiſchen Rode=Mainz,
Damus=Darmſtadt, Sehring=Langen, Moeſer und
Som=
mer=Frankfurt und eventl. Lüderitz=Mannheim liegen
dürften, womit ohne weiteres geſagt iſt, daß dieſe Kämpfe
ſcharfe werden. Ein beſonders wertvoller Preis winkt
dem Sieger des Wanderpreisfahrens in Geſtalt des von
Weiland Prinz Wilhelm von Heſſen ſeinerzeit geſtifteten
prächtigen Pokals, der zweimal hintereinander oder
drei=
mal im ganzen gewonnen werden muß, ehe er in den
end=
gültigen Beſitz des Siegers übergeht. Zu den
Dauer=
rennen mit Motorſchrittmachern treffen ſich in vier
Läu=
fen zu 5, 10 und zweimal 15 Kilometern die Meiſterfahrer
Gruber=Straßburg, Weiß=Frankfurt und Fröhlich=
Würz=
burg. Hier dürfte vorausſichtlich Gruber ſeinen Gegnern
überlegen ſein, wenngleich nicht zu verkennen iſt, daß die
beiden anderen Fahrer nach ihren bisherigen Leiſtungen
ebenfalls als ausſichtsreiche Kandidaten für den Sieg in
Betracht gezogen werden können. Beſonders Weiß, der
Sieger des Großen Preiſes von Darmſtadt 1911, der
ſchön unſeren beſten Dauerfahrern gegenüberſtand, dürfte
für den erſten Platz die gleichen Ausſichten haben, wie
Guber. Das Motorfahren über 10 Kilometer ſcheint
eine Beute von Michel=Frankfurt a. M. zu werden, der
nicht nur eine ſehr ſchnell laufende Maſchine, ſondern auch
eine genaue Kenntnis der hieſigen Bahn beſitzt, zwei
Fak=
tören, die bei einem Motorfahren erheblich ins Gewicht
fallen. Jedenfalls ſteht dem hieſigen Sportpublikum am
Sonntag eine genußreiche Veranſtaltung bevor, die, zumal
es die letzte diesjährige iſt, ihre Zugkraft nicht verfehlen
wird. Das zur Verloſung gelangende erſtklaſſige
Fahr=
rad, Marke „Viktoria” iſt im Schaufenſter der Firma
Benz u. Co. ausgeſtellt.
sr. Radrennen. Der letzte Tag des viertägigen
Kopenhagener Radrenn=Meetings brachte dem
deut=
ſchen Meiſter Rütt wiederum einen ſchönen Sieg. Der
Rheinländer, dem allerdings ſein Sieg durch einen
Rei=
fendefekt Ellegaards erleichtert wurde, ſchlug im Endlauf
des Hauptfahrens den Berliner Finn und den Franzoſen
Perchicot ſicher. Im Kleinen Hauptfahren für die
Unter=
egenen im großen Rennen ſiegte der Franzoſe Pouchois
über den Berliner Wegener und den Holländer Schilling.
Im Vorgabefahren gelang es den Malleuten nicht, ihre
estes
Hundwasset
Weik
Vorgaben völlig aufzuholen. Poulſen (70 Meter) gewann
vor Müller (70 Meter) und dem vom Mal geſtarteten
Elle=
gaard.
Hourlier gewinnt den Großen Preis
von Deutſchland. Einen ſchönen Erfolg hatte die
Berlin=Treptower Bahn am Dienstag mit ihrem erſten
diesjährigen Abendrennen zu verzeichnen, denn mehr als
4000 Zuſchauer hatten ſich eingefunden, um dem
ausge=
zeichnet beſetzten Großen Preis von Deutſchland für
Flie=
ger beizuwohnen. Das Rennen hielt auch, was es
ver=
ſprach, und wurde in allen Läufen außerordentlich ſcharf
beſtritten. Den erſten Lauf gewann Lorenz ſicher vor
Otto Meyer und Arend, der nie aus der letzten Poſition
herauskam. Im zweiten Lauf für Ausländer ſiegte
er=
wartungsgemäß Hourlier vor dem Italiener
Gar=
dellin und dem Franzoſen Friol. Im Hoffnungslauf,
der die Geſchlagenen der beiden Vorläufe vereinte
ent=
riß Arend dem Italiener Gardellin in der erſten Runde
die Spitze und hielt dieſe dann ſicher bis zum Bande. Otto
Meyer und Friol endeten abgeſchlagen. Im Endlauf
ſicherte ſich Hourlier ſofort mit ſchnellem Antritt die
Spitze vor Lorenz, Gardellin und Arend. Gardellins und
Arends Verſuche, die Spitze zu erobern, ſcheiterten an der
Schnelligkeit des Rennens, und auch Lorenz gelang es
bei einem Verſuche in den letzten 100 Metern nicht, mehr
als bis an das Vorderrad von Hourlier aufzulaufen.
Gor=
dellin und Arend richteten ſich bereits in der letzten Kurve
auf. Im Rennen für Klaſſe A ſiegte Stabe vor Bader,
Schwab und Kudela.
* Lawn=Tennis. Turnier zu Bad Homburg.
Die wichtigſten Reſultate vom Mittwoch ſind: Im Herren=
Einzel um den Homburger Pokal ſiegte in der dritten
Runde Groos gegen Poincilit 6:4, 622, „Wolfgang” gegen
Schadow 775, 4:6, 6:4, Lindpaintner gegen Albrecht 6:2,
62, in der vierten Runde Oskar Kreuzer gegen Brodsky
5:1, 63. Im Herren=Einzel ohne Vorgabe um die
Mei=
terſchaft kamen in die dritte Runde Oskar Kreuzer gegen
von Biſſing 611, Poincilit gegen Schreiber 622, 6:3,
Albrecht gegen Schadow 611, 63, Behrend gegen Wetzlar
6:3, 622. Im Damen=Einzel ohne Vorgabe kamen in die
vierte Runde Frl. Salin gegen Frl. A. Hermans 611, 6:1,
Frl. B. Hermans gegen Frl. Eberſtadt 6:3, 8:6. Im
Her=
ren=Doppel um den Stewart=Pokal kamen in die zweite
Runde P. Krengel=Magnus gegen von Manger=Mercy
6:2, 6:2, von Spiegel=Scholz gegen L. Grüder=Morbotter
775, 4:6, 7.5. Im Damen= und Herren=Doppel ohne
Vor=
gabe kamen in die dritte Runde Frl. Bergmann=von
Biſ=
ſing gegen Frl. Flinſch=Magnus 611, 611. Im Herren=
Einzel mit Vorgabe kamen in die dritte Runde
Dintel=
männ (15.4) gegen Mac Clur (15) 3:6, 611, 622, Groos
15,3) gegen Brodsky 611, 610, von Lewinski (15.2)
gegen Schadow 6:2, 633, im Damen=Einzel mit Vorgabe
kamen in die vierte Runde Frl. B. Hermanns (½) gegen
Frl. Giulini (15.4) 6:4, 6:2. Im Herren=Doppel mit
Vor=
gabe kamen in die dritte Runde G. Krengel=von
Le=
winski (15.3) gegen Eggers=Mac Clur (15.3) 6:4, 2:6, 9:7,
G. und H. Schadow (½) gegen Blank=Player o. Sp. Im
Damen=Doppel mit Vorgabe kamen in die dritte Runde
Frl. Wisboom=Fr. Robinſon (*) gegen Miß Irewen=
Mrs. K. Albert (30) 6:5, 610, im Damen= und Herren=
Doppel mit Vorgabe in die dritte Runde Dilthey=Miß
Hooker (30) gegen Bigge=Frl. Elteſter v. Sp., v. Biſſing=
Frl. Bergmann (—40) gegen Knox=Miß Mac Quade
(15.5) o. Sp., E. Schadow=Frl. Weihermann gegen
Hu=
geſſon=Frl. Hoddes (15.3) 2:6, 611, 633, im Junioren=
Einzel mit Vorgabe in die Schlußrunde von Maltzahn (*)
gegen Oſſan (15.6) 622, 633.
Luftfahrt.
Rund um Berlin.
sr. Zu dem Wettflug „Rund um Berlin”
der am Samstag, den 30., und Sonntag, den 31. Auguſt,
unter dem Protektorate des Prinzen Heinrich von
Preu=
zen abgehalten wird, erfolgt bereits am Freitag von 3
Uhr nachmittags ab die Abnahme der Flugzeuge. Wie
ſchon berichtet, waren von den 30 Anmeldungen zu dem
Fluge 27 anerkannt worden. Es dürften jedoch noch
meh=
rere Bewerber ausſcheiden. So iſt die Teilnahme von
Hirth fraglich, deſſen für den Flug beſtimmter Eindecker
kürzlich verbrannte. Colombo hat gleichfalls ſeinen
Appa=
rat durch Havarie eingebüßt und er konnte ebenſo wenig
wie Mohns den vorgeſchriebenen Stundenflug nicht mehr
rechtzeitig abſolvieren. Immerhin bleibt die Beteiligung,
auch für den Fall, daß noch weitere Flieger dem Start
fernbleiben, eine glänzende. Der Ablauf erfolgt an
bei=
den Tagen in Johannisthal. Am erſten Tage umfliegen
die Bewerber Berlin einmal, am zweiten Tage zweimal
auf dem Wege Flugplatz Johannisthal, Klarahöhe bei
Lindenberg, Flugfeld Schulzendorf, Kaſerne zwiſchen
Bornſtedt und Eiche, Luftſchiffhafen Potsdam und
Flug=
platz Johannisthal. Auf jeder Runde muß je eine
Wende=
marke bei Klarahöhe, auf dem Flugfeld Schulzendorf, bei
der Kaſerne zwiſchen Bornſtedt und Eiche und bei dem
Luftſchiffhafen Potsdam außen umflogen werden. Die
Wendemarke bleibt in der Flugrichtung links liegen. Die
Flieger ſollen ſich diesmal beim Paſſieren der
Wende=
marken durch das Abfeuern von Leuchtkugeln beſtimmter
Farben kenntlich machen. Die Starterlaubnis wird an
beiden Tagen von 3 Uhr 30 Minuten nachmittags ab
ge=
geben, und zwar in der Reihenfolge der Meldungen. Am
zweiten Tage muß zwiſchen der erſten und der zweiten
Runde auf dem Flugplatz Johannisthal eine
Zwiſchen=
landung von mindeſtens 15 Minuten Dauer ausgeführt
werden. Die Ankommenden werden nur bis 8 Uhr abends
uf dem Flugplatz gezeitet. Später ankommende werden
als früheſtens um 5 Uhr eingetroffen regiſtriert. Die für
Samstag vorgeſchriebene Runde muß ſpäteſtens Sonntag
früh 10 Uhr, die für den Sonntag vorgeſchriebenen zwei
Runden ſpäteſtens bis Montag, den 1. September,
vor=
mittags 10 Uhr, beendet ſein.
An Preiſen ſtehen 100000 Mark zur
Verfülg=
ung. Für Frühpreiſe ſind 2500 Mark, für
Schnelligkeits=
preiſe 46000 Märk, für Zuverläſſigkeitspreiſe 49000 Mark
und für Erkennungspreiſe 1500 Mark ausgeſetzt. Zu den
Zuverläſſigkeitspreiſen werden außerdem etwa erſparte
Preiſe und zurückbehaltene Nenngelder hinzugeſchlagen.
Im Vorjahre gewann den Flug Rund um Berlin
Leut=
nant Krüger auf Harlan=Eindecker mit einer Geſamtzeit
von 3 Stunden 45 Minuten 15 Sekunden, zweiter wurde
Baierlein auf Ago=Doppeldecker mit 3:53:20, dritter
Refe=
rendar Caſpar (Rumpler=Taube) mit 6110111, vierter H.
Hirth (Rumpler=Eindecker) mit 13:20:39, fünfter Faller
(Aviatik=Doppeldecker) mit 16:41:25. Die einzelnen
Run=
den betragen zirka 100 Kilometer, ſo daß im ganzen zirka
300 Kilometer zu abſolvieren ſind. Die Veranſtaltung
wird gemeinſam vom Kaiſerlichen Automobil=Klub,
Ber=
liner Verein für Luftſchiffahrt und Kaiſerlichen Aero=
Klub=
unter Mitwirkung des Vereins Deutſcher
Motorfahrzeug=
induſtrieller durchgeführt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Das auf dem Querbahnſteig des Hauptbahnhofs
neu angebrachte Darmſtädter Stadtbild, der
Stadtplan und die Odenwaldkarte ſind, was
die Ausführung im einzelnen betrifft, als recht gelungen
zu bezeichnen, wenn auch hinſichtlich des Stadtbildes das
als völlig zutreffend erachtet werden muß, was darüber
n dem Artikel „Künſtleriſcher Schmuck im Bahnhof” in
Nr. 197 dieſes Blattes vom 23. Auguſt d. J. geſagt iſt.
Bemerkt ſei hier aber, daß auf der Odenwaldkarte
die neue Bahn Höchſt-Aſchaffenburg nicht eingezeichnet
iſt, während auf dem Stadtplan die
Dampfſtraßen=
bahnlinien fehlen, ebenſo die elektriſche Bahnſtrecke in der
Eliſabethenſtraße zwiſchen Saalbau= und Neckarſtraße; im
weiteren fehlt die Bezeichnung bei einer Anzahl
öffent=
licher Gebäude, z. B. Techniſche Hochſchule,
Hallenſchwimm=
bad, Hochzeitsturm, Ausſtellungshaus, Stadthaus u. a. m.
Ob es ferner geraten ſchien, bei dem Stadtplan die
Richt=
ung nach Süden und nicht, wie ſonſt allgemein üblich, die
nach Norden obenhin zu verlegen, iſt doch recht
zweifel=
haft, ſelbſt wenn man, was für dieſe Anordnung
jeden=
falls maßgebend war, die Lage des Hauptbahnhofs und
den Standpunkt des Beſchauers des Plans in Betracht
zieht.
Literariſches.
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Man begreife das
un=
gemein Bedeutſame der merk=
.
würdigen Wirkungsweiſe des
Odols. Während andere Mund=
3Z=
(25.
und Zahnpflegemittel, ſoweit ſie für
M
die tägliche Zahnpflege überhaupt in Betracht kommen,
lediglich während der wenigen Sekunden des
Mund=
keinigens ihre Wirkung ausüben, wirkt das Odol noch
ſtundenlang, nachdem man ſich die Zähne geputzt hat,
nach. Durch dieſe ganz eigenartige Dauerwirkung des
Odols werden die zahnzerſtörenden Gärungs= und
Fäulnisprozeſſe im Munde ſtundenlang gehemmt bezw.
unterdrückt.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Auguſt 1913.
Nummer 202.
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