Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geſtern fand in Gegenwart des Kaiſers und der meiſten
Bundesfürſten die Erinnerungsfeier in
Kel=
heim ſtatt. Der Prinz=Regent von Bayern und der=
Kaiſer hielten Anſprachen.
Der Kaiſer iſt geſtern von Kelheim nach Poſen
ab=
gereiſt, wo er heute früh eintrifft.
Die Kaiſerin iſt geſtern nachmittag von Homburg in
Poſen eingetroffen.
Die Hauptverſammlung des Reichsdeutſchen
Mit=
telſtandsverbandes nahm eine Reſolution
an, in der die Bundesregierungen und der Reichstag
erſucht werden, durch ein beſonderes Geſetz für den
Schutz der Arbeitswilligen zu ſorgen und
dem Mißbrauch der Koalitionsfreiheit
entgegenzutreten.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
26. Auguſt 1813: Schlacht an der Katzbach. Sieg der
Ver=
bündeten (Preußen und Ruſſen) unter Blücher über die
Franzoſen unter Maedonald. Vernichtung des Korps
Macdonald: 140 000 Kombattanten, 34 000 Mann
Ge=
ſamtverluſt. Erbeutet wurden 105 franzöſiſche
Ge=
ſchütze. Großer Erfolg des ſchleſiſchen Heeres: Blücher
als Befreier Schleſiens.
Gefecht bei Gadebuſch. Heldentod Theodor Körners.
Napoleon trifft in Dresden ein.
26./27. Auguſt 1813: Schlacht bei Dresden. Sieg
Napo=
leons über Schwarzenberg.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Ballin und die Weltausſtellung
in San Franzisko.
Aus Berlin wird uns geſchrieben: Herrn
Ballins Plan, eine Privatausſtellung deutſcher
In=
duſtrien in San Franzisko ins Leben zu rufen, wird in
der deutſchen Preſſe nicht mit übertriebener Begeiſterung
aufgenommen. Das iſt der beſte Beweis dafür daß
tat=
ſächlich eine große Ausſtellungsmüdigkeit in weiten
Krei=
ſen beſteht, und daß die deutſche Reichsregierung mit der
Ablehnung der amerikaniſchen Einladung zweiſellos das
Richtige getroffen hat. An ſich wäre natürlich nichts gegen
eine private Ausſtellung der am amerikaniſchen
Ex=
vort beſonders intereſſierten Induſtrien einzuwenden,
ſſofern was man ja bei einer Perſönlichkeit von der=
Energie Ballins vorausſetzen kann, eine würdige
Ver=
tretung wenigſtens dieſer Induſtriezweige auf der
Pa=
nama=Ausſtellung geſichert iſt. Daß unſere
Leichtindu=
ſtrie, die für eine derartige Ausſtellung in erſter Linie
in Betracht kommt, dazu durchaus imſtande iſt, erſcheint
ſicher; beſonders die deutſche Konfektion, die ſeit Jahren
einen wirkungsvollen Kampf gegen die Pariſer
Vorherr=
ſchaft führt. und noch mehr das deutſche
Kunſtge=
werbe, das auf der letzten Pariſer Ausſtellung ſo
glän=
zend abgeſchnitten hat, würde auch in San Franzisko
zweifellos große Erfolge erringen. Andererſeits läßt
ſich jedoch der Eindruck nicht unterdrücken, daß Herr
Bal=
lin die Ausſichten der Ausſtellung in San Franzisko und
den vom Panamakanal zu erwartenden wirtſchaftlichen
Umſchwung reichlich optimiſtiſch beurteilt und Dinge
be=
reits in Rechnung ſtellt, die zunächſt noch Zukunſtsmuſik
ſſind, ſo erfreulich ja andererſeits zweifellos der
Wage=
mut dieſes erfolgreichen Leiters unſerer größten Reederei
iſt, der ſchon ſo oft einen großen Scharfblick für
wirt=
ſchaftliche Entwicklungsmöglichkeiten bekundet hat. Wenn
man aber die Ausſichten einer Ausſtellung in Tan
Fran=
zisko und weiterhin die Ausſichten des Panamakanals
richtig beurteilen will, darf man zunächſt an der
unbe=
ſtrittenen Tatſache nicht vorübergehen, daß ganz
Ame=
rika, und zwar ſowohl Nord= wie Südamerika, nach ihrer
wirtſchaftlichen Entwicklung und nach ihrer
geographi=
ſchen Geſtaltung ſich nicht nach Weſten, ſondern nach Oſten
hin ſich öffnet. Der geſamte Weſten des amerikaniſchen
Kontinents von Alaska bis nach Patagonien hat nur
ſehr wenig gute Häfen und ſo gut wie gar kein
Hinter=
land, da die Hauptmaſſe des Kontinents durch die bis
nahe an die Küſte herantretenden Kordilleren von der
Weſtüſte abgeſchnitten iſt. Sowohl in Nord= wie in
Südamerika lieat der Schwerpunkt der wirtſchaftlichen
und politiſchen Entwicklung daher durchaus auf der
Oſt=
ſeite. Wenn man aber den ſich ebenfalls nach dem
pazifi=
ſchen Ozean hin öffnenden Oſten von Aſien in Betracht
ziehen will, ſo darf man dabei nicht vergeſſen daß er von
der Weſtküſte von Amerika durch den rieſigen Stillen
Ozean getrennt iſt, deſſen Durchquerung 10 bis 14 Tage
beanſprucht
Außerdem wird man auch billig bezweifeln müſſen,
ob San Franzisko für ſeine nähere Umgebung — ſofern
man bei dieſen Entfernungen von einer „näheren
Um=
gebung” ſprechen kann — die von Herrn Ballin erwartete
Anziehungekraft ausüben wird Iſt doch San Franzisko
von den ihm immer noch am nächſten gelegenen Oſtſtaaten
der Union, von woher die Ausſtellung wohl die meiſten
Beſucher erwarten darf, nur durch eine mehrtägige Eiſen=
bahnfahrt zu erreichen. Dasſelbe Moment wird aber
auch, wie Dr. Streſemann in einem Artikel „Sächſiſche
Induſtrie” ausführt, abſchreckend für Süd= und
Mittel=
amerika wirken; denn der außerordentliche
Verkehrsum=
ſchwung, den man von der Eröffnung des Panamakanals
erwarten kann, beſteht zunächſt noch nicht, und
gegen=
wärtig iſt San Franzisko von dieſen Ländern aus nur
durch eine 10= bis 14tägige Fahrt zu erreichen.
Abge=
ſehen von einzelnen wenigen Ausnahmen wird San
Franzisko alſo im weſentlichen auf den verhältnismäßig
wenig entwickelten Weſten Amerikas angewieſen ſein,
deſſen Entwicklungsmöglichkeiten ſehr verſchieden
be=
urteilt werden. Was aber für Süd= und Mittelamerika
gilt, gilt natürlich in noch erhöhtem Maße für Oſtaſien.
Schließlich ſollte man noch nicht vergeſſen, daß
Ausſtel=
lungsmüdigkeit nicht nur bei den Ausſtellern, ſondern
auch bei Beſuchern beſteht, und daß doch immerhin ein
Entſchluß dazu gehört, für den Beſuch einer
Weltaus=
ſtellung eine Reiſe zu opfern, die für die Hin= und
Rück=
fahrt drei bis vier Wochen erfordert.
Aber mögen auch die Hoffnungen Herrn Ballins
übertrieben ſein, ſo wird man doch eine wohlausgewählte
Eliteausſtellung, auf der Deutſchlands Kunſt und
Kunſt=
gewerbe im Verein mit den ſonſt am amerikaniſchen
Ex=
port beſonders intereſſierten Induſtrien glänzend
ver=
treten ſind, als ſehr wünſchenswert bezeichnen müſſen, um
ſo mehr als auch in England, nachdem Deutſchlands
Entſchluß, ſich auf der Panama=Ausſtellung nicht zu
be=
teiligen, bekannt geworden iſt. Stimmen ſich erheben, die
nicht nur einer privaten Beteiligung der engliſchen
Indu=
ſtrie das Wort reden, ſondern ſogar fordern, daß
Eng=
land ſeine Ablehnung zurückziehe.
Eine „Alleinſtehenden‟-Steuer
in Lübeck.
* Eine Kommiſſion der Lübecker Bürgerſchaft zur
Be=
gutachtung der Senatsvorlage über den Erlaß eines
neuen Einkommenſteuergeſetzes hat der
Bür=
gerſchaft einen ganz neuen Beſteuerungsmodus zur
An=
nahme empfohlen. Ausgehend von der Tatſache, daß in
Reuß ä. L. eine Junggeſellenſteuer eingeführt
worden iſt, hat ſich die Kommiſſion eingehend mit dieſer
Steuer befaßt, hielt es aber in ihrem Endurteil nicht für
gerechtfertigt, beſtimmte Kategorien von Alleinſtehenden,
z. B. die heiratsfähigen ledigen Männer, herauszugreifen.
Sie war der Anſicht, daß, wenn die Alleinſtehenden ſtärker
belaſtet werden ſollen, dieſe ſtärkere Belaſtung alle zu
treffen habe. Denn der alleinſtehende Steuerpflichtige
ſei als ſolcher leiſtungsfähiger als der Ernährer einer
Fa=
milie, möge er männlichen oder weiblichen Geſchlechts,
möge er jung oder alt, ledig oder verwitwet oder
ge=
ſchieden ſein. Die ſtärkere Belaſtung der unverheirateten
Männer über 30 Jahre, alſo die
Junggeſellen=
ſteuer, hält die Kommiſſion ſteuerpolitiſch nicht für
ge=
rechtfertigt. Denn die Steuer ſoll niemand „ſtrafen”.
Niemand ſoll alſo mehr zahlen, weil er nicht verheiratet
iſt, obwohl er verheiratet ſein könnte, ſondern weil er
als Alleinſtehender ein größeres freies
Einkom=
men habe. Auch das verwaiſte wohlhabende Kind könne
ſehr wohl mit einer höheren Steuer belegt werden. Eine
Ausnahme ſei ſelbſtverſtändlich zu machen: wer
Fa=
milienangehörige zu ernähren geſetzlich verpflichtet ſei,
ſolle keinen Zuſchlag zur Einkommenſteuer bezahlen. Aus
dieſen Gründen ſchlägt die Kommiſſion einſtimmig vor,
im neuen Einkommenſteuergeſetz folgende Beſtimmungen
aufzunehmen:
Ledige Steuerpflichtige, die keine
Familienangehöri=
gen ernähren, haben bei einem Einkommen von 2100 bis
10000 Mark einen Zuſchlag von 10 Prozent und bei
höherem Einkommen einen ſolchen von 20 Prozent zu
zahlen. Verwitwete Steuerpflichtige die keine
Familien=
angehörigen ernähren, haben bei einem Einkommen von
über 10 000 Mark einen Zuſchlag von 10 Prozent zu
zahlen.
Die Kommiſſion hat geglaubt, zwiſchen den ledigen
und den verwitweten Steuerpflichtigen doch eine gewiſſe
Unterſcheidung vornehmen zu ſollen. Ein
Steuerpflich=
tiger, der ſeinen Ehegatten durch den Tod verloren habe,
müſſe ohne Frage mehr zu ſeinem Lebensunterhalt
auf=
wenden als einer, der nie verheiratet war. Die ſtärkere
Beſteuerung der Steuerpflichtigen, deren Ehe durch den
Tod gelöſt ſei, werde wohl beſonders hart empfunden
werden. Die Kommiſſion glaubt aber, dieſe Bedenken für
die verwitweten Steuerpflichtigen außer acht laſſen zu
können, die mehr als 10000 Mark Einkommen haben. Es
wurde auch erwogen, ob die Einführung dieſes Zuſchlages
die Zuwanderung nach und die Abwanderung von Lübeck
ungünſtig beeinfluſſen könnte. Die Kommiſſion glaubte
einſtimmig, es ſei feſt zu erwarten, daß der Gedanke
der ſtärkeren Belaſtung der
Alleinſtehen=
den ſtändig mehr Anklang gewinnen, binnen
nicht allzu langer Zeit auch in anderen Bundesſtaaten
Geſetzeskraft erlangen und dann die Steuerflucht ſehr er=
ſchweren werde. Lübeck habe jetzt Gelegenheit, im
ge=
rechteren Ausbau ſeiner Einkommenſteuer mit gutem
Bei=
ſpiel voranzugehen und einer guten Idee zum Siege zu
verhelfen.
Die Politik Frankreichs in des
Balkankriſis.
* Bei einem Feſtmahl in Lons=les=Saunier hielt der
franzöſiſche Miniſter des Aeußern,
Pichon, eine Rede, in der er ausführte:
Alle Umſtände laſſen darauf ſchließen, daß wir am
Ende der Krifis ſtehen die mehrmals die Gefahr
eines Krieges zwiſchen den Großmächten geſchaffen, und
in deren Verlauf Frankreich nicht aufgehört hat, im
Intereſſe des Friedens zu arbeiten. Die Kriſis war
ſchwer, nicht nur für die Kriegführenden, ſondern auch für
die Nationen, die in der beſtändigen Befürchtung, in die
kriegeriſchen Abenteuer hineingezogen zu werden, durch
die ungewiſſe Lage ſich in ihrem Gedeihen beeinträchtigt
ſahen. Heute wird es allgemein als Notweadigkeit
emp=
funden, in einem geſicherten Frieden und in dem
Gleich=
gewicht der Kräfte das Vertrauen und die Sicherheit
wie=
der zu gewinnen. Kein Land kann dabei mehr intereſſtert
ſein, als Frankreich. Niemand nimmt größere Laſten auf
ſich, als Frankreich, um vor Ueberraſchungen geſchützt zu
ſein und ſeiner Stellung in dem Rate Europas Achtung
zu verſchaffen.
Frankreich erfüllte ſeine Rolle in dieſer Kriſis, indem
es bei ſeinem vorgefaßten Entſchluſſe beharrte, ſeinen
Freundſchaften und ſeinem Bündnis treu zu bleiben und
in Uebereinſtimmung mit der von Europa vereinbarten
Aktion. Dieſe Arbeit iſt zweifellos von unvollkommenen
Löſungen ausgegangen, die aber doch genügend, glückliche
ſind, da ſie zur Wiederherſtellung des Friedens führten
und weder einen übermäßigen Vorteil für den einen Teil,
noch eine Verwaltung, noch eine Vernichtung des anderen
Teils darſtellen. Pichon führte weiter aus, daß die
Orientfrage ſich abſpielte, ohne einen Konflikt zwiſchen
den Großmächten zu erzeugen. Das ruſſiſche
Bünd=
mis diente ſtets der friedlichen Regelung der
Schwierig=
keiten, die aus dem Problem erwuchſen, das zuweilen
wie eine Bedrohung des europäiſchen Friedens erſchien,
Das Bündnis mit Rußland habe durch ſeine
Geſchmeidig=
keit und durch ſeine Art, wie es ſich zu den
Notwendig=
keiten der allgemeinen Politik ſtelle und ihnen anpaſſe,
gezeigt, wie wertvoll es für Frankreich und für alle
Völ=
ſker ſei, die aufrichtig die Gefahren eines Krieges
vermei=
den wollten. Ebenſo iſt es, erklärte Pichon weiter, mit
unſerer herzlichen Freundſchaft mit Eng.. Nicht einen Tag waren wir in Unſtimmigkeit mit
der britiſchen Reglerung. Ob es nun in Paris war oder
auf den Konferenzen in London, unſere Aktion war
un=
veränderlich mit derjenigen Englands verbunden.
Un=
ſere Anſchauungen begegneten ſich regelmäßig, um auf das
gleiche Ziel hinzuwirken. Dieſe Vereinigung und dieſe
Entente von Paris, Petersburg und
Lon=
don, unabhängig von den Anſtrengungen aller anderen
Mächte, mit denen wir ſtets Gegenſätzlichkeiten zu
ver=
meiden ſuchten, dienten in großem Maße dazu, der Welt.
die unſchätzbare Wohltat des Friedens zu garantieren.
Das Bündnis, das ſeit mehr als zwanzig Jahren
be=
ſteht und die enge Freundſchaft, die bald ein Jahrzehnt
erreicht hat, haben, indem ſie ſich entwickelten und
feſtig=
ten, durch die verſchiedenſten Schickſalswendungen
hin=
durch alle Dienſte geleiſtet, die man von ihnen erwarten
kann, und Ergebniſſe gehabt, die wohl rechtfertigen, daß
man davon mit Genugtuung, Zuverſicht und Stolz
Kennt=
nis nimmt und dafür der Republik, der Demokratie, dem
arbeitſamen, treuen, unabhängigen, friedlichen und
wür=
digen Frankreich die Ehre gibt.
Deutſches Reich.
— Die Reichseinnahmen im Juli. Der
vierte Monat des laufenden Rechnungsjahres hat für die
Reichsfinanzen ein beſſeres Ergebnis gebracht, als die
erſten drei Monate. In der Hauptſache iſt dieſe
Wen=
dung zum Beſſeren darauf zurückzuführen, daß ſeit
län=
gerer Zeit wieder die Zölle eine Einnahme gehabt haben,
die als gut bezeichnet werden kann. Es kamen nämlich im
Juli d. J. aus den Zöllen 78893 988 Millionen Mark ein,
das ſind über 20 Millionen Mark mehr als im Juli 1912.
(Dadurch iſt die bisherige Geſamteinnahme aus den Zöllen
auf 230,79 Millionen Mark geſtiegen, ſie ſteht damit aber
immer noch um faſt 10 Millionen Mark hinter der des
worigen Etatsjahres zurück, in dem Ende Juli aus den
Zöllen bereits eine Einnahme von 240 Millionen Mark
erzielt war. Immerhin iſt im Vergleich zum
Etats=
anſchlag der jetzige Stand der Zolleinnahmen nicht mehr
ſo ſchlecht wie in den vorhergehenden Monaten, wenn auch
noch immer ein rechneriſches Minus von faſt 10 Millionen
Mark gegenüber dem Viermonatsanteil am Etatsanſatz
vorhanden iſt. Auch von den übrigen Einnahmequellen
haben mehrere nicht den Stand erreicht, den ſie im
vori=
gen Jahre Ende Juli gehabt haben. Es iſt hierbei aber
zu berückſichtigen, daß bei mehreren von ihnen im
Etats=
anſchlag ſchon auf Mindereinnahmen gerechnet worden iſt.
Die Zuwachsſteuer, die als Reichseinnahme allmählich
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1
ganz fortfällt, hat bisher 5,95 Millionen Mark, d. h. 0,95
Millionen Mark mehr, als der Etat als Geſamteinnahme
vorſieht, eingebracht. Aus der Erbſchaftsſteuer kamen bis
Ende Juli d. J. 14,05 gegen 13,59 Millionen Mark im
Vorjahre ein.
— Ein Reichsgericht für
Wahlprüfun=
gen? Beim Wiederzuſammentritt des Reichstags wird
ſich die verſtärkte Geſchäftsordnungskommiſſion im
Zu=
ſammenhang mit dem Antrag Baſſermann, die
Wahlprü=
fungen einer richterlichen Inſtanz zu übertragen, alſo mit
einem Vorſchlag auf Errichtung eines Reichsgerichts für
Wahlprüfungen zu befaſſen haben. Der Vorſchlag geht,
wie die Tägliche Rundſchau erfährt, dahin, dieſes Gericht
mit 5 Mitgliedern aus den Reihen der Reichsgerichts= und
Oberverwaltungsgerichtsräte und einem rechtskundigen
Mitgliede des Reichstages zu beſetzen. Erhebungen und
Vernehmungen über Unregelmäßigkeiten ſollen
beſonde=
ren Ermittlungsrichtern übertragen werden.
Das Verfahren vor dem Gericht iſt folgendermaßen
gedacht: Nach Beſchaffung des Tatſachenmaterials wird
Termin zur Hauptverhandlung angeſetzt und die Beweis
aufnahme durchgeführt. Auf die Hauptverhandlung des
Reichstagsgerichts ſollen die Beſtimmungen über die
Oeffentlichkeit des Strafverfahrens Anwendung finden.
Die Hauptverhandlung hat am Sitze desjenigen
Land=
gerichts ſtattzufinden, in deſſen Bezirk der den
Wahlpro=
teſt betreffende Wahlkreis liegt. Das Reichstagsgericht
teilt ſeine mit Gründen verſehene Entſcheidung unter
Feſt=
ſtellung des Ergebniſſes der Beweisaufnahme dem
Reichs=
tag innerhalb dreier Tage mit. In Fällen, in denen der
dringende, durch Tatſachen hinreichend geſtützte Verdacht
beſteht, daß ein Mandat durch unlautere Mittel und
gröb=
liche Verletzung der geltenden Beſtimmungen erobert
worden iſt, ſoll dem Reichstagsgericht das Recht zuſtehen
durch einen Beſchluß die Ausübung des Mandats
vor=
läufig zu unterſagen. Die richterlichen Mitglieder dieſes
Gerichtshofes ſollen möglichſt ſtändig dort tätig ſein,
da=
mit nach und nach eine gleichmäßige Praxis in die
Ent=
ſcheidungen über Wahlproteſte eingeführt wird, die für
die Wählerſchaft als Richtſchnur dienen kann.
Wenn dieſe oder ähnliche Vorſchläge ſich verwirklichen
ſollten, wäre das mit Freude zu begrüßen. Das jetzige
Verfahren iſt unhaltbar.
— Ein nationalliberales Organ für
die Reichshauptſtadt, „Deutſcher Kurier”, wird
vom 1. September d. J. ab in Berlin erſcheinen. Das
Blatt ſoll, ſo heißt es in der Ankündigung, „das einzige
nationalliberale Blatt der Reichshauptſtadt” und für den
Mittelſtand in Stadt und Land berechnet ſein. Auffallend
iſt und nicht gerade angenehm berührt es, daß dieſe
An=
kündigung des Blattes mit einer Polemik gegen die
Na=
tionalzeitung beginnt. An der Aktiengeſellſchaft, ſo heißt
es weiter in der Ankündigung, ſind etwa 400 Perſonen
finanziell beteiligt, die ſich aus faſt allen Teilen des
Deut=
ſchen Reiches und aus den verſchiedenſten Berufen
darunter auch zahlreiche nationalliberale Parlamentarier
— rekrutieren. Dadurch ſei die Unſinnigkeit des
ausge=
ſtreuten Gerüchts, als ob der „Deutſche Kurier” ein Organ
des Deutſchen Bauernbundes ſei, am einfachſten und
ein=
wandfreieſten dargetan. Daß das Blatt im übrigen den
Beſtrebungen des Deutſchen Bauernbundes ſympathiſch
gegenüberſtehe, ſei um ſo ſelbſtverſtändlicher, als er —
ent=
gegen den Tendenzen des Bundes der Landwirte — auf
der mittleren Linie einen Ausgleich zwiſchen den
Inter=
eſſen der Landwirtſchaft und der Induſtrie erſtrebe und
eine geſunde mittelſtändiſche Politik verfolge.
— Reichstagserſatzwahlen. Im 1.
ham=
burgiſchen Reichstagswahlkreis, der durch den Tod Bebels
erledigt iſt, werden die vereinigten Liberalen (Freiſinnige
Volkspartei) den Rechtsanwalt Dr. Peterſen, Mitglied der
Bürgerſchaft, als Kandidaten aufſtellen. Auch die
Na=
tionalliberalen werden ſich an dieſer Erſatzwahl mit einer
Kandidatur beteiligen, für die Dr. Burchard, Sohn des
verſtorbenen Hamburger Bürgermeiſters, in Ausſicht
ge=
nommen iſt. — Die Reichstagserſatzwahl in Dresden=
Neuſtadt, die durch den Tod des ſozialdemokratiſchen Ab=
geordneten Kaden notwendig geworden iſt, iſt auf den
10. Oktober amtlich feſtgeſetzt worden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Parlamente. Aus parlamentariſchen
Krei=
ſen verlautet, daß die arbeitsfähigen Landtage bis
Mitte September ſämtlich einberufen werden ſollen. Sie
ſollen bis Mitte Oktober die vorliegenden Fragen
erledi=
gen und dann in die Ferien gehen. Die Einberufung des
Reichsrates iſt jedoch ſicheren Erkundigungen zufolge erſt
für die zweite Hälfte des Oktober in Ausſicht genommen.
Böhmens Finanznot. Die öſterreichiſche
Re=
gierung hat Böhmen, deſſen Geldnot ſich auch unter der
Regierung der Regierungskommiſſion bisher noch nicht
hat beheben laſſen, einen zinsfreien Vorſchuß von 1 200000
Kronen gewährt. Der zinſenfreie Vorſchuß muß jedoch
bis zu einem beſtimmten Termin zurückbezahlt ſein.
Frankreich.
Frankreich und der Vatikan. Mehrere
Kor=
reſpondenten franzöſiſcher Blätter hatten berichtet, daß
ge=
legentlich der Feier im Vatikan zu Ehren des heiligen
Ludwig von Frankreich eine Ausſöhnung zwiſchen der
Republik und dem Vatikan erfolgen würde. Dieſe
Mel=
dung wird offiziell dahin richtig geſtellt, daß die
fran=
zöſiſchen Diplomaten die Einladung des Vatikans
ablehn=
ten mit der Begründung, daß ſie dienſtlich abgehalten
ſeien.
Spanien.
Die Beilegung des
Textilarbeiteraus=
ſtandes. Der angekündigte Regierungserlaß zwecks
Beilegung des Textilarbeiterausſtandes in Barcelona iſt
erſchienen. Er ſetzt eine Maximalarbeitszeit von ſechzig
Wochenſtunden feſt und bedroht Zuwiderhandlungen der
Unternehmer mit hohen Geldſtrafen zugunſten der
Ar=
beiter und der Invalidenkaſſe. Die Mitteilung des
Er=
laſſes wurde bei der Verſammlung der Ausſtändigen
ruhig aufgenommen, ſie wollen jedoch im Streik verharren,
bis der neunſtündige Arbeitstag erzwungen iſt.
Rußland.
Franzöſiſche Anerkennung der
ruſſi=
ſchen Armee. Nach Beendigung der großen Manöver
fand am Sonntag im Kaiſerzelt bei Kraßnoje Sſelo ein
Frühſtück ſtatt, an dem die franzöſiſche Militärabordnung
unter General Joffre teilnahm. Abends gab Joffre ein
Abſchiedsdiner. In Beantwortung des Trinkſpruchs, den
der Kriegsminiſter auf die franzöſiſche Armee und
Frank=
reich ausbrachte, betonte Joffre, daß der franzöſiſchen
Militärabordnung, indem ihr alle Pforten geöffnet,
die Möglichkeit gegeben war, mit berechtigtem Stolze
feſtzuſtellen, welch große Arbeit die ruſſiſche Armee
ge=
leiſtet habe. Auf dieſe Weiſe ſei auch der Beweis für die
Solidität der Unterſtützung erbracht, die Frankreich in
der ruſſiſchen Armee finden würde. Das Geſehene, von
dem die Abordnung hoch befriedigt ſei, verdiene
Nach=
ahmung. Joffre hob die hohe Entwickelung jeder
ein=
zelnen Waffengattung hervor und erklärte, die Abordnung
kehre mit der unerſchütterlichen Ueberzeugung von dem
hohen Werte der ruſſiſchen Armee und ihrer Befehlshaber
nach Frankreich zurück.
Amerika.
Die Währungsvorlage in den
Ver=
einigten Staaten. Der Ausſchuß der
Landeskon=
ferenz der amerikaniſchen Bankiers hat einen Bericht
er=
ſtattet und erklärt darin, die Währungsvorlage ſei zwar
in einigen Punkten ausgezeichnet, aber ſie könne durch ein
Amendement verbeſſert werden. Anſtatt der geplanten
12 Reſervebanken befürwortete der Ausſchuß eine
ein=
zige, erklärte aber, auf keinen Fall dürften mehr als fünf
geſchaffen werden. Der Ausſchuß gab den Reſolutionen
Forgans aus Chicago keine Folge, da es unklug wäre,
mit der neuen Regierung in Konflikt zu kommen.
Mexiko und die Vereinigten Staaten.
In den letzten Tagen iſt ein ſtarker Umſchwung in der
mexikaniſchen Politik offenbar. Er kommt zum Ausdruck
in der energiſchen Sprache der Blättermeldungen, daß
man in Waſhington am Ende der Geduld iſt und Huerta
48 Stunden Zeit gegeben hat, die Pläne Wilſons
auszu=
führen. Die veränderte Haltung iſt darin begründet, daß
Huerta nahe vor dem Bankrott ſteht. Die unbezahlten
Soldaten ſind unzufrieden und laufen davon. Die
er=
wartete Hilfe der Regierungen von England, Frankreich
und Japan iſt ausgeblieben. Der Berliner Vertreter des
Sun will von hohen Beamten wiſſen, Deutſchland werde
ſtarke Vorſtellungen erheben, wenn die Vergehen gegen
das Eigentum und Leben von Deutſchen nicht aufhörten.
Einer Reutermeldung zufolge hätten unter anderen Na= England, Frankreich und Japan ihren Einfluß bei
General Huerta geltend gemacht, um die Bemühungen der
Vereinigten Staaten um eine friedliche Beilegung der
Revolution zu unterſtützen. Man nimmt an, daß dieſe
Vorſtellungen von Regierungen, die General Huerta
an=
erkannt und deren Banken Anleihen für die gegenwärtige
Regierung emittiert haben, binnen kurzem eine
endgül=
tige Aenderung herbeiführen werden.
* Zum Krupp=Prozeß teilt die Tägl.
Rund=
ſchau mit: Der Hauptzeuge im Krupp=Prozeß,
Maxi=
milian Brandt, iſt ſchwer erkrankt. Brandt, der ſchon ſeit
Jahren nervenleidend iſt, iſt unter dem Eindruck der
Unterſuchungshaft und den Aufregungen des
Prozeſſes=
ſeeliſch vollſtändig zuſammengebrochen, ſo daß er auſ
ärztliche Anordnung ein Sanatorium aufſuchen muß, um
dort ſeine ſchwer angegriffene Geſundheit
wiederherzu=
ſtellen. Brandt hat von der Firma Krupp einen längeren
Urlaub erhalten, der erſt nach Beendigung des Moabiter
Prozeſſes zu Ende gehen wird. Die Vorunterſuchung
gegen Brandt iſt ſchon ſeit längerer Zeit abgeſchloſſen.
Von dem Verhandlungstermin dürfte aber vorerſt keine
Rede ſein, da Brandts gegenwärtiger Geſundheitszuſtand
jede Verhandlungsfähigkeit ausſchließt. Ob auch gegen
Direktoren der Firma Krupp Anklage erhoben werden
wird, ſteht noch dahin. Von ſehr unterrichteter Seite
wird uns verſichert, daß das bisherige Material als nicht
genügend zur Erhebung einer Anklage angeſehen wird=
Krupps früherer Berliner Vertreter, v. Metzen, hält ſich
noch immer in Italien auf und dürfte auch zum
Mod=
biter Nachſpiel des Krupp=Prozeſſes nicht erſcheinen.
iſt jetzt zweifelsfrei feſtgeſtellt, daß er der Lieferantder
„Kornwalzer” an den Abg. Liebknecht iſt. Die Moabite
Verhandlung wird jedenfalls reicher an intereſſanten
Er=
gebniſſen ſein, wie der Prozeß gegen die Zeugoffiziere,
u. a. auch deswegen, weil ſie die Frage klären dürfte, wer
hinter den Denunziationen v. Metzens geſteckt hat.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Auguſt.
* Vom Hofe. Am Samstag trafen Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin um 11 Uhr 15 Min.
vor=
mittags hier im Reſidenzſchloß ein und empfingen
daſelbſt den Miniſterialrat Dr. Kratz. Um 6 Uhr 22 Min.
nachmittags reiſte die Prinzeſſin Luiſe von
Battenberg von Jagdſchloß Wolfsgarten nach Schloß=
Schönberg. Um 6 Uhr 30 Min. nachmittags traf die
Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen mit
den Prinzen Richard und Chriſtof zum Beſuch in
Jagd=
ſchloß Wolfsgarten ein. Am Sonntag beſuchten die=
Großherzoglichen Herrſchaften mit den zu=
Beſuch anweſenden Herrſchaften und Gefolge um 12
Uhr=
mittags den Gottesdienſt in der Bonifaciuskapelle, den
Pfarrer Palmer von Offenbach abhielt. Nachmittags
reiſte Prinzeſſin Friedrich Karl mit den beiden
Prinzen=Söhnen wieder von Wolfsgarten ab.
Abends=
um 10 Uhr 40 Min. begaben ſich Seine Königl. Hoheit
der Großherzog mit Gefolge im Auto nach
Frank=
furt, von wo aus um 12 Uhr 21 Min. die Reiſe nach
Kelheim zur Teilnahme an der Feier bei der
Be=
freiungshalle daſelbſt angetreten wurde. (Darmſt. Ztg.)
1813.
Jubiläumsnotizen von Willi Dünwald.
(Nachdruck verboten.)
Dresden, Katzbach, Kulm:
Die böhmiſche Armee: Schlacht bei Dresden 26./27. Auguſt.
Die ſchleſiſche Armee: Schlacht an der Katzbach
26. Auguſt. — Die böhmiſche Armee: Schlacht bei Kulm
30. Auguſt.
Von Preußen und Ruſſen waren Korps Wittgenſtein
und Kleiſt, Garden und Reſerven unter dem Großfürſten
Conſtantin befohlen, ſich der in Böhmen angeſammelten
öſterreichiſchen Streitmacht zuzugeſellen. Hinter der Eger
zwiſchen Budin und Maſchau trafen ſich 127500
Oeſter=
reicher, 82000 Ruſſen und 45000 Preußen. Dieſe 255000
Mann der Hauptarmee, auch die böhmiſche genannt, kamen
unter den Befehl des Fürſten Schwarzenbera zu ſtehen,
der ein prächtiger Menſch, doch ein mittelmäßiger Feldherr
war. Weil aber ein beſſerer nicht vorhanden, fügten ſich
die Verbündeten der Forderung Oeſterreichs, als oberſten
Armeeleiter einen öſterreichiſchen Feldmarſchall zu ſehen,
herzlich gerne.
Fürſt Schwarzenberg hatte es nicht leicht, drei
Mon=
archen und ihren Generalen alles recht zu machen. Aber
er hielt ſtand, konnte ſtandhalten, weil er ein Menſch der
Koalition war, wie der Zar von ihm ſagte. Doch ihm
fehlte, was hier notwendig: ein genialer Sinn mit
der Macht, andere unter ſich zu zwingen, und darum hatte
der Kriegsrat ſoviel Sinne wie Köpfe. Der am 17. Auguſt
in Melnik bewies es. Anſichten gegen Anſichten ſtanden
ſich gegenüber, und zwar die merkwürdigſten und durch
nichts gerechtfertigten über Napoleons Lage, Abſichten
und Entſchlüſſe. Man mutmaßte den frommen Wunſch
in ſich hinein, mit Napoleon nicht ernſtlich
zuſammenzu=
ſtoßen, ſondern ihn über Elbe, Saale und Rhein
zurück=
manövrieren zu können. Und ſomit ſtimmten alle
Schwar=
zenberg bei, die Armee auf Leipzig zu in Bewegung zu
ſetzen, obgleich nichts zur Annahme berechtigte, daß
Na=
poleon Dresden und das rechte Elbufer kampflos
aufge=
geben habe
Drei Tage lang ſchob man ſich dieſem freundlichen
Plan zufolge vor, als ein Stallicht aufzugehen begann,
daß bei Leipzig kein Feind zu treffen ſei. Ueberdies fing
man eine Depeſche auf, nach deren Inhalt Napoleon ſich
in Schleſien befinde und nur ein vereinzeltes gegneriſches
Korps in Dresden ſtehe. Alſo ward beſchloſſen, die drei
linken Kolonnen der Armee abbiegen zu laſſen, um
Dres=
den ſo im Vorbeigehen zu nehmen. 80000 von
müh=
ſeligen Wegen ermüdete Mann ſtanden am 25. Auguſt vor
den Toren Dresdens aber vor einer ganz anderen
Si=
tuation als gedacht. Weder der Zar noch Schwarzenberg
hatten vor ſolcher feindlichen Stärke und Stadtbefeſtigung
den Mut zum Angriff. Erſt ſollten mehr Truppen
heran=
gezogen werden. Morgen, morgen, nur nicht heute. Man
wartete und ließ ſich einen eventuellen Sieg entgehen;
denn des Tages war Napoleon von Dresden abweſend
Der war ſeit zehn Tagen in Bautzen, wo er die
kom=
menden Dinge ſich abſpielen glaubte. Auf die Nachricht
hin, 40000 Ruſſen würden Schleſien auf Böhmen zu
ver=
laſſen, bildete er aus den Korps Ney, Macdonald,
Lau=
riſton Marmont und Sebaſtiani die Boberarmee, welche
Ueberraſchungen vorzubeugen und ſämtliche Straßen nach
Böhmen zu ſperren hatte. Der Alarm war nur zum Teil
richtig; in Wirklichkeit hatte es ſich um jene 125000
Preu=
ßen und Ruſſen gehandelt, die ſich mit Oeſterreich
ver=
einigten. Napoleon rechnete richtig, daß Schwarzenberg
keine Offenſive auf das rechte Elbufer beabſichtige, und
gedachte ſich daher vorerſt Blücher zu entledigen, der am
nächſten war und bereits mit der Boberarmee Reibungen
gehabt hatte. Blücher aber nahm zur größten
Enttäu=
ſchung Napoleons den bereits hingeſtellten Kampf
nicht=
an. Zugleich aber traf die Nachricht von der Annäherung
des Feindes an Dresden ein. Alſo ſollte eine entſcheidende
Schlacht anderswo geſchlagen werden. Nicht nach
Dres=
den dem Feind vor die Stirn, ſondern über Königſtein und
Pirna in des Feindes Flanke und Rücken entſchloß ſich
Napoleon die Hauptkräfte zu dirigieren. Ehe aber dieſe
genial angelegte Bewegung in Kampfſtellung gebracht
war, kam aus Dresden ein Notſchrei nach ihm.
Zwar hatte Schwarzenberg die Kriegsratsdebatten am
25. abends ruhig und ſtillſchweigend mit dem Zarenwort:
Keinen Angriff! ſchließen laſſen und dennoch für den 26.,
wenn auch keinen Angriffsbefehl, ſo doch eine Dispoſition
gegeben, die vom ganzen Heere ſo verſtanden wurde, wie
ſie verſtanden ſein wollte. Früh morgens um 5 Uhr ging
Kleiſt mit fünf Bataillonen gegen den vor Alt=Dresden
gelegenen Kgl. Großen Garten vor; rechts von ihnen, der
Elbe zu. traten Wittgenſteins Ruſſen in Bewegung, und
als linker Flügel verſuchten die Oeſterreicher ein
Vordrin=
gen. Es war ſo wenig Glück in dieſer Bewegung, daß
man am Mittag an vollſtändigen Rückzug dachte, weil, das
ſah man ein, man nicht mehr gegen eine geringe Beſatzung,
ſondern gegen eine ſtärker und ſtärker werdende Macht
und gegen Napoleon ſelbſt, deſſen Einzug hörbar bejauchzt
wurde, im Kampfe ſtand. Doch weil es dem preußiſchen
König als Schmach erſchien, mit 200000 Mann allein
ſchon vor dem Namen Napoleon zu weichen, ging Schwar
zenberg mit innerlichem, verſchwiegenem Einverſtändnis
hin und führte die Schlacht weiter. Wittgenſtein drang
im Laufe des Nachmittags in die erſten Gehöfte der
Vor=
ſtadt vor; Kleiſt nahm den Großen Garten, und auch die
Oeſterreicher kamen bis dicht an die Befeſtigung der
Vor=
ſtädte. Darüber war es 5 Uhr geworden.
Und immer mehr Zuwachs hatten die Verteidiger im
Stadtinnern erhalten. Und nun, gegen 5 Uhr, kam die
Garde an. Seit drei Tagen ohne Raſt und Verpflegung,
ſo kam ſie an. Aber kaum, daß ihr Kaiſer ſie begrüßt, ſind
ſie hieb= und ausfalluſtig. In dichten Kolonnen brechen
an die 70000 Franzoſen aus den Toren Dresdens und
werfen ſich wie Wilde auf die Belagerer ſie zurücktreibend
aus den vorgerückten, im Tageskampf hart erkämpften
Stellungen.
Statt ſich anſtändig aus der Affäre zu ziehen. ließ man
es auf einen zweiten Schlachttag ankommen. Nun ſtand
man ſich auf offenem Felde gegenüber. Und wieder rech
nete Napoleon recht. Er gedachte einen Anſchlag auf des
Feindes beide Flügel zu tun, wollte ihm die Abzugsſtraßen
über Freiberg und Pirna verſtellen und ihn auf die
ſcheußlichen Gebirgswege über Dippoldiswalde und
Altenberg hetzen. Alſo ließ er ſeinen rechten Flügel unter
Murat über die Freiberger Straße weit ausholen, um
den linken Flügel des Feindes zu umgehen; gleiches ſollte
auf der anderen Seite Mortier dem rechten Flügel
zu=
fügen. Kurz nach Mittag hatte Murat ſeinen Schachzug
mit kataſtrophaler Wirkung getan: 9000 Mann ergaben
ſich: Mortier gelang die Ausführung nicht. Wehe aber,
wenn Vandamme, der erwartet wurde, eingetroffen wäre.
Wie er aufgehalten wurde, wird im dritten und letzten
Abſatze dieſes Artikels zu ſagen ſein.
Dieſer Vandamme bewegte ſich auf der Pirnaer
Straße, die mit der von Murat beſetzten Freiberger
Straße=
als Abzugsſtraßen gedacht waren. Es blieben denn für
die Flucht nur enge Gebirgspäſſe nach Böhmen hinein,
in denen ſich verſpätet ankommende öſterreichiſche
Pro=
viantkolonnen wegverſperrend bewegten und 120000
Flüchtlinge ſehr ins Gedränge brachten. Die Generale
Nummer 199
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Seite 3.
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Mittwoch, den 27. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen entgegennehmen.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
Heinrich Ludwig Nikolaus an der Gemeindeſchule zu
Hauſen, im Kreiſe Gießen, auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom
1. November 1913 an und ihm von Sr. Königl. Hoheit
dem Großherzog das Ritterkreuz 2. Klaſſe des
Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Ernannt wurde der Gefangenaufſeher an der
Zellenſtrafanſtalt Butzbach Auguſt Gottſchalk zum
Oberaufſeher am Landeszuchthaus Marienſchloß mit
Wirkung vom 1. September 1913.
* Ordensverleihung. Se. K. und K. Majeſtät
Kaiſer Franz Joſef I. von Oeſterreich haben dem
Ober=
ſtabsarzt des Königlich Preußiſchen 2. Weſtfäliſchen
Huſaren=Regiments Nr. 11 Beck (aus Darmſtadt) das
Offizierskreuz des Franz=Joſefs=Ordens verliehen.
O Stadtverordneten=Verſammlung. Nachtrag zur
Tagesordnung für die Sitzung am 28. Auguſt:
17. Winterfahrplan der Darmſtädter
Dampfſtraßen=
bahnen.
* Von der Techniſchen Hochſchule. Für den in
Aus=
ſicht genommenen neuen Lehrſtuhl für
Luftſchiff=
fahrt an der hieſigen Hochſchule hat Herr Profeſſor
Eberhardt von Döberitz einen Ruf erhalten.
** Generalmajor z. D. von Herget . In Bonn ſtarb
im Alter von 82 Jahren Generalmajor z. D. Friedrich
Karl von Herget. Er war in Lauterbach in Heſſen
ge=
boren, trat mit 18 Jahren als Avantageur in das
heſ=
ſiſche Feldartillerie=Regiment Nr. 25 ein und nahm noch
in demſelben Jahre (1849) an dem badiſchen Feldzug teil,
in dem er ſich ſo auszeichnete, daß er ſofort zum Leutnant
befördert wurde. 1860 wurde ihm vom Großherzog der
erbliche Adel verliehen. Als Batteriechef nahm er an dem
Kriege von 1866 und als Abteilungskommandeur an dem
franzöſiſchen Kriege teil, aus dem er mit dem Eiſernen
Kreuz 1. Klaſſe zurückkehrte. Von 1879 bis 1886 war er
Kommandeur des Feldartillerie=Regiments Nr. (
in
Weſel und von 1886 bis 1888 Kommandeur der 4.
Feld=
artillerie=Brigade in Magdeburg. Seitdem lebte er im
Ruheſtand in Bonn, wo er ſich eifrig dem
Kriegervereins=
weſen und vielen nationalen Beſtrebungen widmete.
Ludwigstag. In althergebrachter Weiſe wurde
geſtern der Namenstag des Großherzogs, der
Ludwigs=
tag, allenthalben im Großherzogtum gefeiert. Die
Schu=
len des ganzen Heſſenlandes waren geſchloſſen und
viel=
fach fanden beſondere Feſtfeiern ſtatt. Die öffentlichen,
ſtaatlichen und ſtädtiſchen Gebäude trugen Flaggenſchmuck.
Ein beſonderer Feſttag iſt der Ludwigstag ſeit jeher für
die Knabenarbeitsanſtalt in der Stiftſtraße
ge=
weſen. Ein Tag, an dem jegliche Arbeit ruht und nur
gefeiert wird. 258 Kinder, die ihre Freiſtunden hier in
nutzbringender Weiſe bei ſtärkender Gartenarbeit oder
allerlei Handfertigkeiten verbringen, nahmen an dem
Lud=
wigsfeſt teil, und die Schar der Beſucher, beſonders der
Beſucherinnen, zählte nach Tauſenden. Wie immer,
fan=
den die Loſe zur Verloſung von Blumentöpfen, die die
Schüler im Laufe des Jahres gezogen haben, reißend
Abſatz, und in allen Straßen ſah man in den
Nachmittags=
ſtunden die glücklichen Gewinner ihre blühenden und
duf=
tenden Gewinne heimtragen. Das Feſt wurde durch
ge=
meinſame Liedergeſänge der Schüler, unter Leitung der
Lehrer Wick und Braun, eingeleitet. Dann hielt der
Leiter der Knabenarbeitsanſtalt, Herr Voltz, eine von
patriotiſchem Geiſte erfüllte Anſprache an die Jungen.
die in ein Hoch auf den Landesherrn ausklang. Darauf
erhielten die 20 beſten und fleißigſten Beſucher der Anſtalt
Prämien. Nach weiteren Liedervorträgen wurden die
Knaben zunächſt mit Kaffee und der obligaten Brezel
und ſpäter mit Wurſt, Weck und Limonade bewirtet. Zur
Unterhaltung dienten allerlei Spiele und harmloſe
Wett=
bewerbe, wie Stangenklettern. Sacklaufen, Eierlaufen,
Ballwerfen, Ringwerfen, Topfſchlagen uſw. Den Siegern
winkten hier kleine Barpreiſe. So vergingen die
Stun=
den des ſchönen Sommernachmittags gleich ſchnell für die
Feſtteilnehmer wie für die Beſucher, unter denen auch
zahlreiche Stadtverordnete ſich bekanden.
* Jahrhundertfeier in Darmſtadt. Ueberall in
deut=
ſchen Landen begeht man in dieſem Jahre Feſtlichkeiten
zur Erinnerung an die große Zeit vor hundert Jahren,
die Befreiung unſeres deutſchen Vaterlandes von dem
drückenden Joche der Fremdherrſchaft. Wie vor einiger
Zeit bereits bekanntgegeben, iſt auch in unſerer Stadt die
Abhaltung einer entſprechenden Feier vorgeſehen. Die
Stadtverwaltung hat ſich zu dieſem Zweck mit einer Reihe
hieſiger Vereine uſw. in Verbindung geſetzt. Aus dem
Ergebnis der vorläufigen Verhandlungen ſei hier
mitge=
teilt, daß für die Veranſtaltungen die Zeit um den Tag
der Schlacht bei Leipzig, und zwar der 17., 18. und 19.
Oktober, in Ausſicht genommen iſt. Die Feier ſelbſt iſt
vorläufig in folgender Weiſe gedacht: Freitag, den 17.
Oktober, abends im Kaiſerſaal: Vorfeier mit Vortrag des
Herrn Profeſſor Dr. Baur über „Die Schlacht bei
Leip=
zig” und Darbietungen der Geſangsabteilung des
Mili=
täranwärter=Vereins; ferner Scheinwerferbeleuchtung
vom Turme des Ausſtellungsgebäudes auf der
Ma=
thildenhöhe und Freudenfeier auf dem Bismarckturm.
Samstag, den 18. Oktober, abends in der Turnhalle am
Woogsplatz: Hauptfeier mit muſikaliſchen Darbietungen,
Geſangsvorträgen des Lehrerſängerchors, lebenden
Bil=
dern aus der Zeit vor hundert Jahren uſw. Sonntag,
den 19. Oktober, nachmittags: Zug der Darmſtädter
Tur=
nerſchaft, der vereinigten Kriegervereine uſw. nach dem
Bismarckturm auf dem Dommerberg. Daſelbſt
Kund=
gebung mit Anſprache des Herrn Profeſſors Kiſſinger.
Weitere Mitteilungen werden wir demnächſt folgen
laſſen.
* Heſſiſches Beamtenkartell. Man teilt uns mit: Am
Samstag nachmittag fand im „Kaiſerſaal” hier unter der
Leitung des Vorſitzenden des Verbandes mittlerer
Finanz=
beamten eine Verſammlung der Vorſtände der zu einem
Kartell zuſammengeſchloſſenen Städtebeamten in dem
Großherzogtum Heſſen ſtatt, um Beſchluß darüber zu faſſen,
ob die Beamtenſchaft als ſolche geſchloſſen zu den
bevor=
ſtehenden Wahlen zu der
Stadtverordneten=
verſammlung in Darmſtadt Stellung zu nehmen
habe und wenn ja, welche Maßnahmen hierzu eingeleitet
werden ſollen. Die Verhandlungen ergaben volle
Ein=
mütigkeit darüber, daß das Beamtenkartell, das über mehr
als ein Fünftel aller Wahlſtimmen verfügt, an den
Stadt=
verordnetenwahlen ſich zu beteiligen habe. Von der
Ab=
haltung öffentlicher Verſammlungen, wie auch von der
Aufſtellung eines eigenen Wahlzettels glaubte man
zu=
nächſt abſehen zu ſollen und hielt dieſen Schritt nur dann
für notwendig, wenn auf andere Weiſe die Erfüllung
be=
rechtigter Wünſche der Beamtenſchaft nicht zu erreichen
ſein werde. Es wurden vier Kandidaten nominiert, die
nach ihrer ganzen Vergangenheit Gewähr dafür bieten,
nicht lediglich Beamtenvertreter zu ſein, ſondern die auch
volles Verſtändnis für die allgemeinen und wirtſchaftlichen
Verhältniſſe des Handels= und Gewerbeſtandes, ſowohl als
auch der Arbeiterſchaft beſitzen und das Wohl der Stadt
in jeder Hinſicht fördern werden. Zunächſt ſoll mit dem
Ausſchuß der vereinigten Bezirksvereine in
Verhandlun=
gen eingetreten werden, daß die Beamtenwünſche bei dem
von dieſem aufzuſtellenden Wahlzettel Berückſichtigung
finden. Je nach dem Ergebnis der Verhandlungen der
politiſchen Parteien mit dem Ausſchuß der vereinigten
Bezirksvereine ſollen die Kartellkandidaten auch den
bür=
gerlichen politiſchen Parteien präſentiert werden. Um die
Annahme der Kandidaten durch die politiſchen Parteien
und die politiſch neutralen Bezirksvereine, die aber
den=
noch darauf ſehen, daß die einzelnen Parteien, dem
bis=
herigen Beſitzſtand entſprechend, bei der Auswahl der
Kandidaten berückſichtigt werden, zu erleichtern, iſt bei der
Normierung der Kartellkandidaten darauf Rückſicht
genom=
men worden, daß ſie nach ihren politiſchen Anſchquungen
nicht nur einer Partei zuzuzählen ſind.
* Ein Obſervatorium auf dem Paulusplatz. Am
Samstag abend wurden auf dem Platz der Pauluskirche
Beobachtungen des Jupiters mittels Fernrohrs
ange=
ſtellt, woran ſich Schulen und auch anderes Publikum
be=
teiligten. Ein hieſiger Profeſſor der Mathematik hat das
improviſierte Obſervatorium geleitet.
* Mode=Salon A. Reith=Reinicke, Darmſtadt,
Ernſt=Ludwigſtraße 24. Herr Architekt Margold von
der Künſtlerkolonie erſucht uns, mitzuteilen, daß er
nicht der künſtleriſche Mitarbeiter des Geſchäftes iſt, das
Geſchäft wurde nur nach ſeinen Entwürfen und Angaben
eingerichtet.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Zu dem
14. Vorbereitungskurſus für die theoretiſche
Meiſter=
prüfung im Handwerk in der Zeit vom 3. September
bis 11. Oktober 1913 werden weitere Anmeldungen
noch bei der Handwerkskammer zu Darmſtadt bis
ſpäteſtens 30. Auguſt entgegen genommen.
* Vogelsberger Höhenklub. Nach längerer Pauſe
führte der hieſige Zweigverein ſeine Auguſtwanderung in
den Taunus aus, die von ſchönſtem Wetter begünſtigt war
und infolgedeſſen eine Beteiligung von über 150 Perſonen
aufweiſen konnte. Die Bahn brachte die Teilnehmer nach
Cronberg und von hier ging es nun über Fuchstanz
hinauf zum Großen Feldberg, wo an dem
Brunhildis=
felſen reichlich Raſt gehalten wurde. Von hier führte der
Weg abwärts über Sandplacken zur Hohe Mark, die den
wackeren Wandersleuten eine kurze Raſt brachte, um ſich
für den nicht allzu weiten Weg nach dem Endziel
Ober=
urſel zu ſtärken. Pünktlich erfolgte der Einmarſch in
Oberurſel, wo des „Bären” gaſtliche Hallen die V. H. K.=
Schar aufnahm. Bei Geſang und Vorträgen vergingen
die Stunden nur allzu raſch, bis die Bahn die
Teil=
nehmer ihren heimatlichen Penaten wieder zuführte.
* Odenwaldklub. Der für den 30. und 31. Auguſt
vorgeſehene 1½=Tagesausflug mußte wegen der in
der Gegend von Meiſenheim ſtattfindenden Manöver
um acht Tage verſchoben werden und findet am 6. und
7. September ſtatt. Teilnehmerkarten von Mittwoch ab
bei Herrn Rob. Bergmann.
§ Die Feuerwehr — Mädchen für alles. In
der Mauerſtraße war ein zwei Jahre altes Kind in
einem unbewachten Augenblick in den offen ſtehenden
Abort geraten und hatte die Türe hinter ſich
zuge=
ſchlagen. Das Kind konnte die Türe von innen nicht
öffnen, auch konnte das Schloß ohne größeren Schaden
von außen nicht geöffnet werden. Die Eltern ließen die
Feuerwehrwache rufen, welche dann das Kind
mittelſt Leiter durch das Abortfenſter geholt hat.
Krämpfe. Ein Inſaſſe der Provinzial=
Siechen=
anſtalt bei Eberſtadt wurde in der Kirchſtraße von
Krämpfen befallen. Er mußte durch die Rettungswache
dem Städtiſchen Krankenhaus zugeführt werden.
§ Einbruch. In der Nacht von Sonntag auf
Montag kurz nach 1 Uhr ſind drei unbekannte Männer
mittelſt Nachſchlüſſel in ein Haus in der Seekatzſtraße
eingedrungen, die es anſcheinend auf einen Diebſtahl
abgeſehen hatten. Die Hausbewohner bemerkten die
Eindringlinge und machten Licht, worauf die Einbrecher,
ohne etwas ausgeführt zu haben, ſich entfernten.
§ Feſtgenommen. Ein 26 Jahre alter
Gelegen=
heitsarbeiter von hier iſt wegen Fahrraddiebſtahls
feſt=
genommen worden.
* Eberſtadt, 25. Aug. Am Samstag fand hier unter
großer und ſehr lebhafter Beteiligung die
Gemeinde=
ratswahl ſtatt. Die Kandidaten der vereinigten
bürgerlichen Parteien, und zwar Dr. med. Th.
Aſcher, Landwirt Georg Kölſch I., Kaufmann Jakob
Dächert II., Weißbindermeiſter Georg Geißler,
Maurer=
parlier Wilhelm Werner, wurden glatt gewählt. Die
ſozialdemokratiſchen Zettel unterlagen vollſtändig, was im
Intereſſe unſerer aufblühenden Gemeinde um ſo mehr zu
begrüßen iſt, da es ſich diesmal um die Mehrheit im
Ge=
meinderat handelte und dieſe nun der bürgerlichen Seite
erhalten bleibt.
k. Roßdorf, 25. Aug. Das 10jährige
Stiftungs=
feſt der Freiwilligen Sanitätskolonne, vom
herrlichſten Wetter begünſtigt, nahm einen ſchönen
Ver=
lauf. Nachdem die Verwundeten in die Bahn verladen
waren, begaben ſich die Mitglieder ins Gaſthaus zur
Sonne. Hier hielt Herr Schloſſermeiſter Hrch. Ewald II.
eine kurze Anſprache und erteilte dem Kolonnen=Arzt Herrn
Dr. Baumann das Wort. Dieſer gedachte des
Stif=
tungstages vor 10 Jahren und der Hilfeleiſtung der
Ko=
lonne in der Kranken= und Verwundetenpflege. Er wies
hin auf die Kämpfe von 1864, 1866 und 1870/71, und daß
wir Deutſchen, von drei ſtarken Völkern umgeben, ſtets
bereit ſein müſſen, unſere Freiheit mit dem Schwerte in
der Hand zu verteidigen, und daß hierzu jeder Deutſche,
ohne Unterſchied der Partei, ſein Beſtes hergeben müſſe.
Hierzu brauchen wir die ſtarke Armee, denn nur die erhält
uns den Frieden. Sollte es jedoch einmal dazu kommen,
unſere Freiheit mit dem Schwerte in der Hand zu
ver=
teidigen, ſo wäre die Freiwillige Sanitätskolonne allezeit
bereit, die Verwundeten= und Krankenpflege zu
überneh=
men. Hierauf ſprach Herr Oberleutnant Olberg
anec=
kennende Worte über die Kolonne. Er bemerkte, daß die
Kolonne ein Kind der Hauptkolonne ſei, und wie eine
Mutter über ihr Kind wache, ſo wache die Hauptkolonne
über dies Kind, das heute ſeine Konfirmationsfeier habe
und jetzt ſelbſtändig daſtehe, aber von der Mutter immer,
noch treulich bewacht werde.
Nieder=Modau, 25. Aug. In dem
Konkursver=
fahren über das Vermögen des Spar= und
Kredit=
vereins, e. G. m. u. H. zu Nieder=Modau, iſt Termin
zur Prüfung der nachträglich angemeldeten
Konkursforde=
rungen auf Dienstag, den 9. Sept. d. J., vormittags um
11¼ Uhr anberaumt worden.
— Erzhauſen, 25. Aug. Bei der hieſigen
Ge=
meinderatswahl wurden die Herren Valentin Pohl
mit 161, Adam Deußer mit 152 und Heinrich Becker mit
hatten den Kopf verloren, mißachteten die Befehle des
Oberbefehlshabers und machten die Verwirrung und
Hoffnungsloſigkeit noch größer. Die Stimmung der
Sol=
daten läßt ſich ausdenken.
Umjauchzt ritt Napoleon, aanz durchnäßt, die
Hut=
krempe vom Regen herabgedrückt, als Sieger in Dresden
ein. 13000 Gefangene, meiſt Oeſterreicher, wurden hinter
ihm geführt.
Tags zuvor hatte Blücher mit ſeiner ſchleſiſchen Armee.
gebildet zu zwei Dritteln aus Ruſſen und zu einem Drittel
aus Preußen, den weltberühmten Sieg an der Katzbach
erzwungen. und hatte zugleich den an ihm zweifelnden
preußiſchen und ruſſiſchen Generalen, und deren waren
nicht wenige, ordentlich übers Maul gefahren. Denn man
erachtete ihn bis dahin für eine große Aufgabe zu alt,
zu ungebildet und zu laſterhaft. Er ſei, ſagte man, nur
einſeitig kavalleriſtiſch gebildet, und die militäriſch=
theo=
retiſche Bildung gehe ihm ab. So ſeine Kollegen. Die
Soldaten aber ſchworen auf ihn, kannten ihn als tapferen
Degen und unentwegten Preußenmann, wußten, daß
Marſchall Vorwärts ein unerſchrockener, ſcharfblickender
und geiſtesgegenwärtiger Kriegsmann war, der an
Preu=
ßens Zukunft glaubte, alles Franzöſiſche haßte und
Na=
poleon verachtete. Und das preußiſche Volk traute auf
den greiſen Huſarengeneral, der 1806 eine ſcharfe und
kühne Klinge geführt hatte. Und der herrlichſte Mann
jener Zeit. Scharnhorſt, ſchrieb 1808 an den von ihm
Ver=
ehrten: „Sie ſind unſer Führer und Held, und müßten
Sie auf einer Sänfte uns vor= und nachgetragen werden,
nur mit Ihnen iſt Entſchloſſenheit und Glück.”
Vierzehn Tage nun war die ſchleſiſche Armee bei Tag
und Nacht in ewigem Hin= und Hermarſch, gemäß der
er=
teilten Inſtruktion, ſich auf keine Händel einzulaſſen. Die
kreuz und die quer war man auf aufgeweichten Wegen
zwiſchen dem Bober und der Katzbach gegangen und hatte
ſich immer vor der Boberarmee zurückgezogen. Das Heer
ſchien in die Brüche zu gehen unter der Ungunſt des
Wet=
ters, fortgeſetzter Mühſal und nie erfüllter Erwartung
Die Truppen murrten, und die Korpsführer Yorck und
Langeron wurden Blücher aus Mißgunſt derart aufſäſſig,
daß er ſie ſchroff in ihre Schranken zurückweiſen mußte.
Doch die defenſive Kriegsführung war ihnen recht. In ihr
aber ſah Blücher des Uebels Urſache und ließ ſich darum
nicht dreinreden von ihnen und auch nicht von Gneiſenau,
dem theoretiſchen Beirat, ſondern beſchloß, entgegen der
Inſtruktion. angreifend zu werden.
Demzufolge ließ er ſeine Armee wieder vorgehen.
überſchritt das ihm erlaubte Manövriergebiet und traf
ſich mit der ſehr überraſchten Boberarmee, als ſie, die
Katz=
bach überſchreitend, auf Jauer unterwegs war, ſich aber in
der Erfüllung ihrer Aufgabe: Napoleons Bewegung gegen
die Elbe und Böhmen zu decken, etwas verſpätet hatte
und noch bei Liegnitz und Goldberg ſtand. Blücher, über
Jauer kommend, gedachte die feindliche Lage zu
durch=
brechen. der Liegnitzer Gruppe beſonders zuſetzen zu laſſen
und die Goldberger Gruppe zu hindern, helfend
einzu=
greifen. Der Vorteil einer erhöhten Stellung, die vom
Feinde mit Geſchütz auf aufgeweichten Wegen erklommen
werden mußte, war bei den Verbündeten. Dem rechten
Armeeflügel, bei Eichholtz ſtehend. Ruſſen unter General
Sacken, befahl Blücher das Feſthalten des Gegners bei
Liegnitz; Preußen unter Yorck, zwiſchen Brechelshof und
Bellwitzhof in Stellung, ſollten im Zentrum vorgehen,
die Ruſſen unter Langeron als linker Flügel rechts und
links von der wütenden Neiße bis zur Katzbach vordringen
und dieſe überſchreiten. Auf dieſe Bewegung hin trat die
Uebermacht der Franzoſen in forſche Offenſive und drängte
die Vortruppen der Preußen und Ruſſen auf das Plateau
rechts der Neiße zurück. Hier ließ Blücher nun Yorck und
Sacken Poſition nehmen, immer einen Teil des Feindes
herankommen und ihn dann ins Neißetal zurück= und
hinabwerfen. In dem Hundewetter ſich nicht lange mit
Schießen abzugeben, ſondern mit dem Kolben
dreinzu=
fahren, war Blüchers Anſprache an die Soldaten. Um 3
Uhr nachmittags begann Yorks linker Flügel das Spiel
mit Bajonett und Kolben, woraufhin ſich bald ein Berg
feindlicher Leichen auftürmte. Ein ſchneidiges Vorgehen
der ruſſiſchen und preußiſchen Kavallerie entſchied die
Kriſis der Schlacht, als ein verunglückter Reiterangriff
die Kampflinie Yorks wanken machte. Vergeblich mühten
ſich neue franzöſiſche Diviſionen, auf der Höhe Fuß zu
faſſen; immer wieder wurden ſie zu Tal geſtürzt,
hinab=
in die wütende Neiße. Dem rechten franzöſiſchen Flügel
hatte nichts geſchehen können, Lauriston und Gérads
ſo=
gar anfangs über Langeron Erfolg gehabt; aber auf
dem linken Flügel hatten ſich gegenüber York und
Sacken die Diviſionen nicht behaupten können; was
ver=
loren ging, waren in der Hauptſache Geſchütze und
Train=
fahrzeuge.
Erſt vollſtändigen Sieg vermochte eine gutbetriebene
Verfolgung zu geben; aber daran war desſelben Tags
nicht mehr zu denken. Wo man ſtand, legte man ſich hin
und ſchlief; auf durchnäßtem Boden und nur das
wolken=
behangene Himmelszelt über ſich. Manch einer von Yorks
wackeren Landwehrleuten, der ohne Mantel auf ſeiner
leinenen Hoſe im Moraſt lag und ausgehungerten Leibes
Schlaf ſuchte, überſtand die Nacht nicht. Vom nächſten
Tage ab betrieb man die Verfolgung, ſo daß am 1.
Sep=
tember ganz Schleſien vom Feinde befreit war. Was
man gewonnen, war viel, was man verloren, 22000
Mann! Dem ruſſiſchen General Sacken zu Ehren, der
nächſt der Katzbach mit den Seinen mannesmörderiſch
hieb und focht, ward die Schlacht von Blücher benannt.
Die Boberarmee hatte 30000 Mann verloren und war
im Innerſten erſchüttert. Und erſchüttert war auch der
Führer der Armee, Marſchall Macdonald, und das
Ver=
trauen der Mannſchaft zu ihm. Im Kreiſe ſeiner
Gene=
rale klagte er ſich freimütig an: „Die Armee hat redlich
ihre Pflicht getan, nur einer trägt die Schuld an der
ver=
lorenen Schlacht, und dieſer eine Schuldige bin ich. Der
Fehler, den ich begangen habe, war ein ſchwerer, er wird
nur überboten durch die Schwere des Unglücks, welches
er herbeiführte, und die Vorwürfe, die ich mir mache.”
So Macdonald, von dem Napoleon einſt ſagte: „Er iſt
gut, er iſt tapfer, aber er hat kein Glück.”
In denſelben Tagen kam Vandamme um ſeinen
Mar=
ſchallſtab, den er ſich eben verdienen ſollte. Noch vor der
Schlacht bei Dresden ſchickte Napoleon an ihn den Befehl,
am 26. die Elbe zu überſchreiten, ſich der Hochfläche von
Pirna zu bemächtigen und dann bei Hellendorf und
Berg=
gießhübel Stellung zu nehmen, um dem bei Dresden
ge=
ſchlagenen Feind den Rückzug nach Böhmen
abzuſchnei=
den und „die Degen der Ueberwundenen zu ſammeln”
„Niemals wird er eine ſchönere Gelegenheit haben, ſich
den Marſchallſtab zu verdienen.‟ Es ſollte daneben
ge=
raten.
Während ſich vor Dresden die Kriegsvölker um Sieg
mühten, war Herzog Eugen von Württemberg, dem
ruſ=
iſche Infanterie als Rückendeckung der Hauptarmee und
Sicherung der böhmiſchen Rückzugsſtraße Pirna=Teplitz
übertragen war, dem bei Königſtein elbüberſchreitenden
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Nummer 199.
142 Stimmen gewählt. Die beiden erſteren waren von
der bürgerlichen, der letztere von der ſozialdemokratiſchen
Partei aufgeſtellt.
r. Heubach, 24. Aug. In programmäßiger Weiſe
ver=
lief die Einweihung der „
Erbgroßherzogs=
hütte” der Ortsgruppe Heubach des Odenwaldklubs. Die
Mitglieder der Ortsgruppe hatten ſich um ½4 Uhr an der
Hütre verſammelt, während inzwiſchen der Vorſitzende
den beauftragten Delegierten des Zentralausſchuſſes,
Herrn Apotheker Scriba=Reinheim, an der Bahn
ab=
holte. Ein kräftiges „Friſch auf!” erſchallte dem lieben
Gaſte bei ſeiner Ankunft entgegen. Der Vorſitzende ergrifg
hierauf das Wort zu einer herzlichen
Begrüßungs=
anſprache und gab ſeiner Freude darüber Ausdruck, daß
es der Ortsgruppe gelungen, aus kleinen Anfängen
ihr erſtes Werk erſtehen zu ſehen. Auf einer prächtigen
Anhöhe erbaut, biete die Schutzhütte dem Auge einen
ge=
waltigen Rundblick. In nächſter Nähe erhebt ſich
maje=
ſtätiſch der Baſaltkegel der Veſte Otzberg, die an eine
graue Vorzeit erinnert. Im Tale ſieht man das
ſchnau=
bende Dampfroß. Gegen Weſten hat man einen Fernblick
nach dem ſagenumwobenen Bingen am Rhein. Das auf
den hohen Tauſpaten ausgebrachte „Friſch auf!” fand
be=
geiſterten Widerhall. Herr Apotheker Scriba überbrachte
nun die Glückwünſche des Zentralausſchuſſes. Dieſe
neu=
erbaute Schutzhütte ſei ein ſchönes Werk der noch in
Kin=
derſchuhen ſtehenden Ortsgruppe Heubach, und ein
be=
redtes Zeichen, daß ſie die Beſtrebungen des
Odenwald=
klubs zu fördern und würdigen weiß. Noch vor
unge=
fähr dreißig Jahren habe der Wanderer draußen nur
durch Suchen und Fragen ſich orientieren können, heute
ſei es durch die Wegmarkierungen des Odenwaldklubs
ſehr einfach. Sein kräftiges „Friſch auf!” galt dem
wei=
teren Blühen und Gedeihen der Ortsgruppe Heubach.
Hierauf wurde der feierliche Akt der Taufe vollzogen und
das Schild mit dem Namen „Erbgroßherzogshütte”
be=
feſtigt. „Nun laßt uns fröhlich wandern, mit Luſt durch
Wald und Feld!” war ſetzt die Parole. In
dreiviertel=
ſtündigem Marſche ging es durch jungen Buchen= und
Eichenwald nach dem Felſenkeller des Herrn Siefert.
Hier=
wurde ein Telegramm mit folgendem Wortlaut an den
hohen Taufpaten, den Erbgroßherzog, abgeſchickt: „Sr.
Kgl. Hoheit dem Erbgroßherzog Georg. Wolfsgarten. Die
Ortsgruppe Heubach des Odenwaldklubs bringt dem
ho=
hen Paten der ſoeben eingeweihten „
Erbgroßherzogs=
hütte” ein dreifaches „Friſch auf!‟ Die Ortsgruppe
Heu=
bach. Der Vorſitzende: Guyot.”
Hierauf ging folgende
Antwort ein: „Herrn Guyot, Vorſitzender der
Orts=
gruppe Heubach. „Se. Kal.„Hoheit der Erbgroßherzog
dankt ſehr für freundliche Depeſche und waren ſichtlich
er=
freut darüber. J. A.: Freiherr v. Riedeſel.” Urgemütlich
und kreuzfidel blieb man bis in die dämmernde
Abend=
ſtunde bei einem guten Glas Gerſtenſaft beiſammen.
S. Goddelau (Philippshoſpital), 25. Aug. Geſtern
abend um ½8 Uhr landete die Luftſchifferin Frl.
Kät=
chen Paulus mit ihrem Ballon auf den Wieſen
zwiſchen dem Hoſpitale und Crumſtadt. Sie war
nachmit=
tags 6 Uhr in Kreuznach mit zwei dortigen Herren
auf=
geſtiegen und hatte eine Höhe von nahezu 1000 Metern
er=
reicht. Die Landung ging glatt von ſtatten, nachdem das
Wärterperſonal der Anſtalt und Crumſtädter Einwohner
hilfreichen Beiſtand geleiſtet hatten. Die leere Hülle wurde
durch einen Fuhrmann zur Bahn gebracht und ſofort
zurückgeſchickt.
WLampertheim, 25. Aug. Geſtern wurde in Mainz
die Leiche des Hjährigen Fabrikarbeiters Wilhelm
Müller von hier geländet. Müller hatte ſich vor
etwa acht Tagen, anſcheinend wegen Zwiſtigkeiten in der
Familie, von hier entfernt mit dem Bemerken, er wolle ſich
ertränken. Seine Identität wurde durch eine Lohndüte
feſtgeſtellt. Er hinterläßt eine Witwe und 9 Kinder.
sd. Biblis, 25. Aug. Geſtern morgen entſtand in der
Hofreite des Valentin Hertling I., Maurermeiſter, Feuer,
das ein Gebäude, mit Stroh und einer Menge Holz
ge=
füllt, vollſtändig vernichtete. Es iſt nur dem
tatkräftigen Eingreifen der hieſigen Feuerwehr und der
Nachbarſchaft zu verdanken, daß das Feuer nicht auch noch
auf das Wohnhaus überging. Die Urſache der Entſtehung
iſt die, daß der 6jährige Junge des Hertling ſich ein Feuer
im Hof angezündet hatte und hierzu noch Holz aus der
Scheuer holen wollte, wobei er jedenfalls Funken
hinein=
geſchleppt hat.
Mainz, 25. Aug. Ein Knecht von Kaſtel geriet geſtern
mittag auf der Erbenheimer Straße mit drei von
Erben=
heim kommenden Radfahrern in Streit, wobei
einer der Radfahrer drei Revolverſchüſſe auf den
Knecht abgab. Ein Schuß traf ihn in der Nähe der
lin=
ken Schläfe. Der Getroffene blieb bewußtlos auf der
Straße liegen und wurde erſt nach längerer Zeit von
Vorübergehenden gefunden, zunächſt zu einem Kaſteler
Arzt und dann in das Rochushoſpital verbracht.
Lebens=
gefahr beſteht für den Verletzten nicht. Nach dem Täter
wird gefahndet. — In verfloſſener Nacht, zwiſchen3 und
4 Uhr kam es in einem Kaſteler Tanzlokal zwiſchen
den Gäſten, unter denen ſich eine Anzahl Mainzer
befan=
den, zu wüſten Ausſchreitungen, bei denen mit
Stühlen geſchlagen, mit Gläſern geworfen und mit
Revol=
vern geſchoſſen wurde. Die einſchreitende
Schutzmann=
ſchaft wurde ſelbſt angegriffen, mußte von ihrer Waffe
Gebrauch machen und Verſtärkungen heranziehen. Die
Hauptbeteiligten bei dieſen Ausſchreitungen wurden in
Haft genommen. — Der Kampf in der
Beleucht=
ungsinduſtrie ſcheint nach kurzer Ausſperrung ſein
Ende nehmen zu wollen. In einer am Samstag
nachmittag zwiſchen den Fabrikanten und dem engeren
Ausſchuß ſtattgehabten Beſprechung einigte man ſich
da=
hin, daß die Arbeitgeber den Arbeitern die geforderten
zwei Pfennig pro Stunde mehr zahlen. Die Verkürzung
der wöchentlichen Arbeitszeit um je eine Stunde in jedem
der drei folgenden Jahre, alſo von 57 auf 54 Stunden,
wurde abgelehnt und nur eine Kürzung von 57 auf 56
Arbeitsſtunden pro Woche zugeſtanden. Wenn die
Ver=
ſammlung der Arbeiter, die heute vormittag bezw. mittag
ſtattfindet, dieſen Vorſchlägen zuſtimmt, dann dürfte die
Arbeit morgen Dienstag früh wieder aufgenommen
werden.
Guntersblum, 24. Aug. Seine eigene Tochter mit
Revolverſchüſſen ſchwer verletzt hat heute
nachmittag der 47jährige Landwirt Karl Georg
Oswald. Zwiſchen 2 und 3 Uhr nachmittags ſchoß
Oswald durch den Türrahmen der Wohnſtube und
ver=
letzte die in dem Zimmer anweſende 22jährige,
unver=
heiratete Tochter Babette durch mehrere Schüſſe ſchwer.
Die Kugeln waren ihr in den Unterleib gedrungen und
ihr Zuſtand iſt derart bedenklich, daß ſie ſofort mit einem
Automobil nach Worms ins ſtädtiſche Krankenhaus
ge=
bracht werden mußte. Ob der Vater mit Vorbedacht die
Tat ausgeübt hat oder ob dies nur ein unglücklicher
Zu=
fall war, wie Oswald behauptete, muß erſt noch die
Unterſuchung ergeben. Oswald behauptet, daß er mit
keinem Revolver, ſondern nur mit einem Flobert
ge=
ſchoſſen, und zwar nicht abſichtlich, ſondern das Flobert
ſei gegen ſeinen Willen losgegangen. Oswald ſtammt aus
Gimbsheim, wohnt aber ſchon ſeit langer Zeit in unſerer
Gemeinde.
Siefersheim, 25. Aug. Einen zweifachen
Selbſt=
mordverſuch unternahm hier eine in den 70er Jahren
ſtehende Frau aus Lebensüberdruß. Die Frau ſchnitt ſich
zuerſt die Pulsader der linken Hand durch und ſtürzte ſich
dann noch aus dem Fenſter in den Hof. Ein gerade
vor=
überkommender Arzt leiſtete der lebensgefährlich Verletzten
die erſte raſche Hilfe.
Bingen, 25. Aug. Hier trat nach zweijähriger Pauſe
der Heſſiſche Lehrer=Turnverein zu ſeiner
Hauptverſammlung wieder zuſammen. Die Tagung wurde
am Freitag mit einem Kommers eingeleitet. Die
Erſchie=
nenen wurden vom Reallehrer Gerhard=Bingen begrüßt.
Schulrat Schmuck=Darmſtadt ſprach über die Ziele des
Vereins, die häufig verkannt würden. Regierungsrat
Bohn=Bingen brachte ein Hoch auf den Lehrer=
Turnver=
ein aus. Er führte u. a. aus, daß die Regierung das
Wirken des Vereins wohl zu ſchätzen wiſſe und ihm alle
nur mögliche Unterſtützung gewähre. Der übrige Teil des
Abends wurde mit geſanglichen Darbietungen des Binger
Männergeſangvereins, ſowie durch Solo= und
Duett=
geſänge, durch muſikaliſche Darbietungen des
Inſtrumen=
tal=Quartetts des Vereins in Groß=Gerau und mit
turne=
riſchen Vorführungen am Reck und Barren, ausgeführt
vom Turnverein Bingen, ausgefüllt. Am Samstag
vor=
mittag kam die turneriſche Arbeit zu ihrem Rechte. Reigen
der Mädchenſchulen von Bingen und der näheren und
wei=
teren Umgebung, Freiübungen und Vorführungen an
Ge=
räten, ausgeführt von den Knabenſchulen, wechſelten mit
den Vorführungen der Lehrervereine und des
Landesver=
bandes ab. Nach einem gemeinſchaftlichen Mittageſſen, an
dem auch der Leiter der Schulkommiſſion, Geheimerat
Süffert=Darmſtadt, teilnahm, wurden die
durch=
geturnten Uebungen beſprochen. Aus dem vom Schulrat
Schmuck=Darmſtadt erſtatteten Rechenſchaftsbericht
war zu entnehmen, daß der Verband zurzeit 176 Mitglie=
Vandamme begegnet. Erſt nachdem der Herzog einige
Male das Hauptquartier alarmiert hatte, ward ihm
Ver=
ſtärkung geſandt; zu ſpät, um Pirna noch ſichern zu
können. Glücklicherweiſe überſchätzte Vandamme den vor
ſich habenden Feind; und weil auch der Elbübergang viel
Zeit verlangte, ward er nicht alsbald Herr der Straße.
Der Herzog verteidigte die wichtige Poſition tapfer,
ob=
gleich nur ſchwache Verſtärkung kam und dieſe nur ſchwach
eingriff; denn zur ſelben Stunde war Dresden verloren
gegangen und Wirrwarr in den Köpfen der Generale.
Am 29. kam es bei Prieſten zum Gefecht, zu einem
der heftigſten der Kriegsgeſchichte; einige Male entriſſen
die Ruſſen Vandamme den brennenden Ort; 15000 Mann,
bis zu ſeiner Verwundung vom General Oſtermann, dann
vom Herzog geführt, taten beinahe mehr als
Menſchen=
mögliches: 6000 Mann wurden hingemäht.
Zurückgedrängt bis Kulm, ging am anderen Tage
das Spiel von neuem an. Mit großer Energie trat
Van=
damme vor, traf aber einen bis auf 50000 Mann
verſtärk=
ten Feind, was nur durch Napoleons ſchwache
Verfolg=
ung nach dem Dresdener Siege möglich werden konnte.
Vandamme hoffte: wie befohlen, mußten Mortier und St.
Lyr mit ihren Korps ihm folgen. Statt deſſen kam, von
heldiſchem Entſchluß gedrängt, und überflüſſigerweiſe von
den Monarchen gerufen, Kleiſt mit ſeinem Korps nach
dreizehnſtündigem Marſch über Fürſtenwalde=Nollendor
ſchlachtentſcheidend ihm in den Rücken. Vandamme wußte,
woran er war. Er zeigte ſich als der eiſerne Mann, als
den er ſich in jenem Tagesbefehl in Bremen charakteriſiert
hatte. Im Innern hoffnungslos, gab er, ſcheinbar kühl,
kaltblütige Befehle, dem hinten Anfallenden das Geſicht zu
zeigen und mit dem Degen in der Fauſt den Preußen
Rückzug abzuzwingen. Zwar gelang, das Kleiſtſche
Korps zu durchbrechen und zu verſprengen, wobei ein
ſchleſiſches Infanterie=Regiment in Wirrwarr gebracht
und ſeinem Oberſt, Prinz Chriſtian von Anhalt, der
Hel=
dentod zugefügt wurde . . . allein, das alles war nur ein
Gelingen zum endgültigen Mißlingen. Schon um zwei
Uhr war das Korps Vandamme mit Ehren
untergegan=
gen; der Held Vandamme hatte ſeinen Degen an ruſſiſche
Jäger abgeben müſſen und wurde als Gefangener an
Sibiriens Grenze gebracht.
Und ſo hatte ſich für die Verbündeten der mit
Un=
glück und Niederlage angefangene Herbſtfeldzug in
weni=
gen Tagen zu Glück und Segen gewandt. Anſtelle des
Kleinmuts waren wieder Vertrauen und Hoffnung
ge=
treten.
Feuilleton.
CK. Der Roman einer altgriechiſchen Kinderbüſte.
Eine Parallele zu dem tief beklagenswerten Diebſtahl der
unvergeßlichen Mona Liſa Leonardos bildete das
geheim=
nisvolle Verſchwinden einer koſtbaren antiken
Kinder=
büſte aus dem National=Muſeum von Athen, das vor 15
Jahren die ganze Kunſtwelt in Aufregung verſetzte, und
die glückliche Wiederauffindung dieſes
unſchätz=
baren Kunſtwerkes, die vor kurzem gelungen iſt, läßt
wie=
der einige Hoffnung ſchöpfen, daß auch das unvergleichliche
Meiſterwerk des großen Renaiſſance=Künſtlers noch einmal
unverſehrt an ſeinen alten Platz zurückkehren könnte. In
dem tiefen Loch eines Kellers zu Baltimore entdeckten
Polizeibeamte eine antike Marmorbüſte, das wundervoll
realiſtiſche, in den ſtrengen Linien der griechiſchen
Früh=
kunſt gehaltene Bildnis eines Kindes, von dem die
Ge=
ehrten annehmen, daß es ums Jahr 1000 v. Chr.
entſtan=
den iſt. Als dies einzigartige Werk, das einen beſonderen
Stolz des an Schönheiten ſo reichen Athener
Natio=
nal=Muſeums darſtellte, plötzlich verſchwunden war,
bemächtigte ſich eine Aufregung der Gemüter, wie ſie
ähn=
lich nur der Diebſtahl der Mona Liſa aus dem Louvre
hervorgerufen. Keine Spur von dem Werk konnte durch
lange Jahre gefunden werden. Zahlreiche griechiſche
Ge=
heimpoliziſten und Detektivs durchſuchten die ganze Welt
nach dieſer Antike; die Vertreter der griechiſchen
Diplo=
matie in den verſchiedenſten Erdteilen wurden bemüht
und traten mit der Polizei der betreffenden Länder in
Verbindung, um Nachforſchungen zu veranlaſſen. Die
Neu=York Times, die den Roman dieſer altgriechiſchen
Plaſtik und ihre endliche WieRrauffindung erzählen,
ſchrei=
ben das Hauptverdienſt einem jungen Griechen, James
Nemphor aus Baltimore, zu, der bei ſeinem Onkel Charles
die Büſte entdeckt hatte und nun aus Vaterlandsliebe oder
aus Rache — man iſt ſich über die Motive nicht ganz klar —
den unrechtmäßigen Beſitzer des Werkes zu überreden
ver=
ſuchte, es nach Griechenland zurückzuſenden. Der Onkel
weigerte ſich; er erklärte, die Büſte wäre ihm vor Jahren
von einem ihm unbekannten Manne in den Laden gebracht
worden, der darauf Geld borgen wollte und ſie ihm dann
als Pfand zurückließ; ſie gehöre ihm nun, und er denke
nicht daran, ſie fortzugeben. Als die Drohungen des
Nef=
fen nichts fruchteten, wandte er ſich an die griechiſche Ge=
der zählt, und zwar entfallen auf Oberheſſen 64,
Starken=
burg 79 und Rheinheſſen 33 Mitglieder. Die an der Zahl
ſtärkſten Vereine ſind Groß=Gerau mit 60 und Grünberg
mit 46 Mitgliedern. Im letzten Jahre ſtellten ſich die
Aus=
gaben auf 200 Mark und die Einnahmen auf 418 Mark
Nach den Beratungen wurde ein Rundgang durch die
Stadt unternommen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Aug. Der heutige
Sonntag rief mit ſeinem wirklichen Sommerwetter ein
örmliche Völkerwanderung in das Freie hervor. An der
Lieblingspunkten der Umgebung herrſchte ein Andrang
wie er ſeit vielen Wochen nicht geſehen wurde. Ein kurze=
Gewitter nach Mitternacht kühlte die Luft etwas ab.
Zwiſchen Paulsdorf und Mahlsdorf ſtieß geſtern ein
großer Dürkopp=Wagen mit einem Opel=Wagen
zuſammen wobei der letztere demoliert wurde. Vo
den vier Inſaſſen der Automobile, die herausgeſchleuder
wurden, ſind zwei Damen ſchwer verletzt. Zwei
Herre=
kamen mit leichten Wunden davon. — Heute abend ereig
nete ſich an der Ecke des Senefelder Platzes und der Schön
hauſer Allee ein ſchwerer
Straßenbahnzuſam=
menſtoß, bei dem beide Wagen ſtark beſchädigt und vie
Perſonen verletzt wurden. — Als die vermeintlicher
Bankräuber, die vor einigen Tagen in einem Ko
penhagener Bankgeſchäft den verwegenen Ueber
fall verübten, wurden laut Voſſiſcher Zeitung vorgeſterr
drei junge Berliner Herren verhaftet, die ſich auf eine
Reiſe durch Dänemark befanden. Es ſoll ſich um den Bank
buchhalter Engler und die Kaufleute Fritz Kleine un
Grunewald handeln. — In ſpäter Nachtſtunde am
Sams=
tag überfiel in der Chauſſeeſtraße der 42jährige Arbei
ter Sander ſeine von ihm getrennt lebende Frau und ver
letzte ſie mit einem Hammer und einem Meſſer ſo
ſchwe=
daß ſie in faſt hoffnungsloſem Zuſtande in das Auguſta
Hoſpital eingeliefert werden mußte. Sander war geiſtes
krank und bereits in Dalldorf interniert geweſen. Wie di
Voſſiſche Zeitung aus Potsdam meldet, ſoll Sande
dort in ſpäter Stunde ergriffen worden ſein.
Homburg, 25. Aug. Das Kaiſerpaar wohnt
geſtern vormittag dem Gottesdienſt in der Erlöſerkirch
bei. Zur Frühſtückstafel waren geladen: Regierungspräſ
dent Dr. v. Meiſter, Landrat Dr. Ritter v. Marx, Ober
bürgermeiſter Lübke, Königl. Forſtmeiſter v. Löwenſtert
Pfarrer Füllkrug. Kurz nach 3 Uhr traf auch Prinzeſſi
Friedrich Karl von Heſſen im Schloß ein und unternahr
ſpäter mit dem Kaiſer einen Automobilausflug dur
das Weiltal, während die Kaiſerin eine
Ausfahrt=
den Taunus machte. An der Abendtafel nahm ebenfal
Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen teil. Der Kaiſe
iſt ſpät abends von Homburg nach Kelheim abgereiſt:Di
Ankunft erfolgte dort 11 Uhr 50 Minuten. Die Kaiſeri
reiſte nach Poſen ab. Das Gefolge des Kaiſers für=Kel
heim beſteht aus dem Hofmarſchall Grafen von Platef
Hallermund, Generaladjutant Generaloberſt von Pleſſe
den Flügeladjutanten Oberſtleutnant von Mutiusu
Major von Caprivi, dem ſtellvertretenden Leibarzt Stab
arzt Dr. Wezel, dem Chef des Zivilkabinetts Wirkl.G
Rat von Valentini, dem Chef des Militärkabinetts
Gen=
raladjutant General der Infanterie Frhrn. von Lyncke
dem Vertreter des Auswärtigen Amtes Wirkl. Geh.=Re
Geſandter von Treutler. Im Gefolge des Kaiſerpaar
während der Manöverfeſtlichkeiten in Poſen und Bresl
befindet ſich auch der ruſſiſche Generalmajor v. Tatitſche
Stuttgart. 25. Aua. Die Kunſtgewerbehandlung
hann Rominger, G. m. b. H., hat am Samstag= de
Konkurs angemeldet. Das vor etwa 60 Jahren gegrü
dete Geſchäft wurde vor einigen Jahren in eine Geſel
ſchaft mit beſchränkter Haftung umgewandelt. Es dür
eine Schuldenlaſt von etwa einer Millio
Mark vorhanden ſein. Man ſchätzt, daß die Gläubig
mit 10 Prozent abgefunden werden.
Düſſeldorf, 24. Aug. Seit geſtern iſt der Subdireſt
der Düſſeldorfer Filiale des A. Schaaffhauſenſchen Ban
vereins Coeg flüchtig. In einem an die Bank gerie
teten Brief gibt er große Unterſchlagungen zu. Dierber
untreute Summe beläuft ſich nach der Voſſiſchen Zeitun
auf über 200 000 Mark.
Köln, 25. Aug. Zu den Meldungen über Unter
ſchlagungen des Prokuriſten Steeg der Düſſeldorfe
Filiale des A. Schaaffhauſenſchen Bankvereins,
bemer=
die Direktion der Bank: Während Steeg auf Urlaub wa
wurde feſtgeſtellt, daß er, um Börſenverluſte zu decke
ſandtſchaft die nun die Angelegenheit in ihre Hände nahn
Ein griechiſcher Diplomat kam nach Baltimore und bega
ſich, von Poliziſten begleitet, in das Konfektionsgeſchäf
des alten Nemphos, der erklärte, die Büſte ſei in Amerike
aber mehr könne er nicht ſagen. Er wurde nun von
D=
tektivs ſcharf beobachtet, ſchließlich einem Kreuzverhö
unterworfen und geſtand endlich, daß das Kunſtwerk i
ſeinem Keller vergraben ſei. So wurde das Werk, da
herrliche Bildnis eines kleinen Mädchens aus pariſchen
Marmor, der Oeffentlichkeit wiedergewonnen, nachdem e
mehr als ein Jahrzehnt in der guten Stube eines
Ba=
timorer Kleiderhändlers ein wenig beachtetes Daſein
g=
führt hatte. Der gute Nemphos und ſeine Familie hatte
keine Ahnung, was für ein unſchätzbares Werk ſie da b
ſaßen; ſie erzählen voll Stolz, es ſei ein Porträt des
ve=
ſtorbenen Königs Georg aus ſeiner Kindheit, und glaul
ten ſelbſt daran. Der griechiſche Diplomat Dr. Alexand=
Vouros dem die Wiederentdeckung gelungen, telegraphier
voller Freude in die Heimat, daß das geſtohlene
Bildwe=
bald wieder zu den Zierden des National=Muſeums g
hören ſolle.
* Die Koſten des Panamakanals. Ein vor kurzem ve
öffentlichter Bericht der amerikaniſchen Regierung ſtel
feſt, daß die für die Erbauung des Panamakanals gemac
ten Aufwendungen am 30. Juni dieſes Jahres die
Sumn=
von 1200000000 Mark bereits überſchritten, und daß d.
Geſamtkoſten 1½ Milliarden Mark
wahrſchei=
lich erreichen dürften. Es iſt intereſſant, mit dieſem Enderge
nis die Koſtenanſchläge zu vergleichen, die vorher gemac
worden ſind. Als die Vereinigten Staaten das rieſi=
Unternehmen zu vollenden ſich entſchloſſen, im Jahre 190
berechnete ein Ausſchuß von Sachverſtändigen und
J=
genieuren die ungefähren Koſten auf 600 Millionen Ma
5 Jahre ſpäter ſetzte eine neue Kommiſſion dieſe Sumr
herunter und bezifferte die Geſamtkoſten mit 550 Milli
nen Mark. Im Jahre 1908, als die amerikaniſchen J
genieure nach 4jähriger Arbeit bereits einen genauer
Ueberblick gewinnen konnten, ſtellte eine neue Kommiſſit
die Summe auf 660 Millionen feſt. Der niedrigſte A
ſchlag wird alſo nach der Vollendung umfaſt eine Mi
liarde überſchritten ſein. Die Bilanz vom 3
Juni gibt auch bereits wichtige Mitteilungen über die Ve
teilung der Koſten. Danach haben die eigentlichen Kana
arbeiten bisher 750 Millionen Mark verſchlungen. T
Sanierung des Panamagebietes, die außerordentlic
Nummer 199.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Anguſt 1913.
Seite 5.
welche er durch die bei verſchiedenen Banken eingegangenen
Spekulationen erlitten hat, ſeit Juli Unterſchlagungen
von Wertpapieren und betrügeriſche Manipulationen
vor=
genommen hat. Wir ſind hierdurch um 239000 Mark
ge=
ſchädigt. Steeg iſt flüchtig. Auf ſeine Ergreifung ſetzen
wir eine Belohnung von 3000 Mark aus.
Die Erinnerungsfeier in
Kelheim.
* Kelheim 25. Aug. Von heute früh ab ſtrömt
die Volksmenge von allen Seiten nach Kelheim. Alle
Bahnhöfe, durch die die Sonderzüge des Kaiſers und des
Prinz=Regenten fahren, ſind mit Fahnen und Girlanden
ausgeſchmückt. Durch die Straßen ziehen die Maſſen zum
Michaelsberge, der die Befreiungshalle trägt. Profeſſor
v. Seidl hat ſie diskret ausgeſchmückt. Um das obere
Geſims zieht ſich eine ſchwere, mit einem goldenen Bande
durchwundene Tannengirlande, der mittlere Gurt iſt mit
ſchlichten Tannenkränzen geſchmückt. Die Architektur iſt
nirgends beeinträchtigt und kräftig hervorgehoben.
Um 11.35 Uhr vormittags traf der Sonderzug
mit dem Prinz=Regenten Ludwia und dem
Prinzen Rupprecht, ſowie mit den übrigen Prinzen
des Königlichen Hauſes, begleitet von vier
Generaladju=
tanten, hier ein. Zum Empfang waren anweſend
ſämt=
liche bayeriſchen Staatsminiſter und die oberſten Hof=
und Oberhofchargen. Nach der Begrüßung ſchritt der
Prinz=Regent, der bayeriſche Generalsuniform mit dem
Marſchallſtab trug und das Band des Hubertusordens
an=
gelegt hatte, die Front der Ehrenkompagnie des 10.
In=
fanterie=Regiments Prinz Ludwig ab und begab ſich
ſo=
dann wieder zum Empfangszelt zurück, um dort die
An=
kunft der Bundesfürſten und der Bürgermeiſter
der Freien und Hanſeſtädte abzuwarten, die in drei
Son=
derzügen eintrafen. Mit dem letzten Zuge kamen unter
anderen der König von Sachſen der Königvon
Württemberg, ſowie die Großherzöge von
Baden und Heſſen an. Die fürſtlichen Gäſte
be=
gaben ſich nach der Begrüßung durch den Regenten und
die bayeriſchen Prinzen nach dem Abſchreiten der
Ehren=
kompagnie mit den Prinzen in die Banketthalle.
Der Sonderzug des Kaiſers lief um 11 Uhr 50
Minuten ein. Mit dem Prinz=Regenten empfingen den
Kaiſer: Der preußiſche Geſchäftsträger Prinz zu Sayn=
Wittgenſtein und die Herren der preußiſchen Geſandtſchaft,
Oberſtkämmerer Freiherr v. Labsberg,
Oberſtzeremonien=
meiſter Graf von Moys, die bayeriſchen Staatsminiſter
mit dem Miniſterpräſidenten Hertling an der Spitze,
der Chef des Zivilkabinetts Staatsrat von Dandl. ferner
die Generale und Flügeladjutanten, der
Regierungsprä=
ſident von Niederbayern, Freiherr von Andrian. Der
Kaiſer trug die Uniform des erſten Garderegiments mit
dem Bande des Schwarzen Adlerordens. Die Begrüßung
des Kaiſers durch den Prinz=Regenten war äußerſt
herz=
lich, ſie begrüßten ſich durch wiederholten Händedruck.
Nach kurzer Vorſtellung und Begrüßung der gegenſeitigen
Gefolge ſchritten der Kaiſer und der Regent die Front
der Ehrenkompagnie des 10. Infanterie=Regiments ab.
Hierauf heſtiegen der Regent und der Kaiſer,
ſo=
wie die übrigen Fürſtlichkeiten die Automobile und
fuh=
ren unter den ſtürmiſchen Hochrufen der Menge zum
Marktplatz von Kelheim.
Am Stadttor wurden ſie von Fanfarenklängen
be=
grüßt und trafen um 12 Uhr am Marktplatze ein. Hier,
wo der reiche Schmuck des Städtchens, ragende Pylonen
und Flaggenmaſte mit Laubgewinde, ſeinen Mittelpunkt
hatte, ſtanden die Gemeindebehörden und
Ehrenjung=
frauen in der hiſtoriſchen Tracht von 1813, ſowie feſtlich
gekleidete Knaben und Mädchen. Der Bürgermeiſter
Unterker trat vor die Fürſtlichkeiten und überbrachte
den Willkommengruß der Stadt Kelheim. Seine
Be=
grüßungsanſprache ſchloß mit einem Hoch auf den Kaiſer
und den Prinz=Regenten. In das Hoch des
Bürger=
meiſters ſtimmten die vielen Tauſende begeiſtert ein.
Der Kaiſer winkte den Bürgermeiſter heran, reichte
ihm wiederholt freundlich die Hand und ſprach ihm ſeine
Freude über den herzlichen Empfang und die freundliche
Begrüßung aus. Sodann traten zwei junge Damen in
der hiſtoriſchen Tracht von 1813 heran und überreichten
Blumenſträuße, die mit herzlichem Dank vom Kaiſer und
Prinz=Regenten angenommen wurden. Hierauf wurde
die Fahrt nach dem Hügel, auf welchem die
Be=
ffreiungshalle ſteht, unter dem toſenden Jubel der Menge
fortgeſetzt. Der Kaiſer und der Prinz=Regent trafen bald
nach 12 Uhr vor der Banketthalle ein, lebhaft begrüßt von
der Menge, in der vielfach ländliche Trachten bemerkbar
waren. Die Ehrenkompagnie des 6. Infanterie=Regi=
Opfer erforderte, aber nun aus dem von den ſchlimmſten
Seuchen durchwüteten Lande einen geſunden
Aufenthalts=
rt gemacht hat, erforderte einen Aufwand von 60
Millio=
en Mark und die Anlegung der Eiſenbahn hat weitere
0 Millionen Mark erfordert. Die Ingenieure konnten bei
hren Anſchlägen auch nicht mit dem unerwarteien
Empor=
chnellen der Löhne rechnen. Dieſe ſind ſo bedeutend
ge=
tiegen, daß die Mechaniker, die die Baggermaſchinen
be=
ienen, und die urſprünglich mit 500 Mark den Monat
ngagiert wurden, jetzt 840 Mark pro Monat erhalten. Die
Ingenieure, die als Maximum ein Gehalt von 1200 Mark
nonatlich erreichen ſollten, erhalten 2000 Mark.
Außer=
dem haben die Veränderungen, die die zunächſt zur
Aus=
führung beſtimmten Pläne erfuhren, ſehr bedeutende
Mehr=
oſten verurſacht. So bedingte z. B. die Verbreiterung
des Kanals beim Culebra=Durchſtich von 200 auf 300 Fuß
ein Anwachſen der Koſten um 40 Millionen Mark.
T.W. Die Sommerblumenausſtellung in Gent. Die
„Floralies” ſind eine der Hauptſehenswürdigkeiten auf der
Benter Weltausſtellung, ſicher vor allem die, an der ſich
das Herz der Beſucher am meiſten erfreut. Jetzt nun iſt
durch das Herrſcherpaar eine Art Sonderſchau derſelben
eröffnet worden, die „Floralies d’été” die in dem großen
Pavillon für Feſte und Gartenkultur ihren Platz gefunden
hat. Wie ſchon der Name ſagt, ſind es hauptſächlich
Som=
merblumen, und zwar die, welche Gent vor allem
hervor=
bringt, die da zur Anſicht kommen: Begonien, Dahlien
uſw. In leuchtenden Maſſen ſind die prächtigſten und
ſeltenſten dieſer Blüten in der rieſigen Halle gruppiert, ein
ganz wunderbarer Anblick. In der Mitte des immenſen
Vergnügungsſchiffes befindet ſich ein großes Waſſerbecken
und darauf ſchwimmen Waſſerroſen in allen Arten und
Farben, ein wahrer „Mummelſee” Sehr intereſſant iſt
auch der „Alpengarten” der eine vollendete Sammlung
exotiſcher Blumen enthält, ſowie ein rieſiges Spalier, an
dem ſich alle Arten von Kletterpflanzen hinaufranken, die
ſchon allein eine reizende Blumenausſtellung bilden. Und
dieſes entzückende Bild wird noch durch 8000 Vaſen in
llen Formen vervollſtändigt, die überall aufgeſtellt ſind,
zwiſchen den Hecken, den Beeten uſw., und abgeſchnittene
Blumen in einer Fülle und Schönheit enthalten, wie man
ſie auf einer Stelle zuſammen wohl kaum je zu ſehen
be=
ommen hat. Leider wird, wie alle Blumenausſtellungen,
auch dieſe natürlich nur eine kurze Freude ſein und
be=
reits binnen kurzem wieder ihre Pforten ſchließen.
ments Kaiſer Wilhelm, König von Preußen, erwies die
Ehrenbezeugungen. Fahnenabordnungen und
Deputatio=
nen bayeriſcher Truppenteile waren aufgeſtellt. Der Hügel
mit ſeinem mächtigen Bauwerk der Befreiungshalle bot
bei dem hellen Sonnenſchein einen weiten freundlichen
Ausblick über die Berglandſchaft und die Windungen des
Donau= und Altmühltales. In dem reich mit
Gobelins=
uund Girlanden geſchmückten Vorraum der Banketthalle
begrüßten den Kaiſer und Regenten die verſammelten
Bundesfürſten und die Bürgermeiſter der Freien Städte.
Dann ordnete ſich der feierliche Zug der Fürſtlichkeiten
zur Befreiungshalle unter dem Vorantritt von
Jünglingen und Mädchen in der Tracht von 1813 durch
ein Spalier von Veteranen=, Krieger=, Wehr=,
Flotten=
vereinen und Jung=Deutſchland=Gruppen.
Der Prinz=Regent hieß in ſeiner R ede zunächſt
den Kaiſer, die Bundesfürſten des Reichs und die
präſi=
dierenden Bürgermeiſter der Freien und Hanſeſtädte
freu=
dig willkommen und dankte für ihr Erſcheinen. Sodann
gedachte er Königs Ludwig I. als des Erbauers der
Be=
reiungshalle und ſagte: Deutſchlands Uneinigkeit und
Zerriſſenheit als Urſache ſeines tiefen Falles, der
Deut=
chen Vereinigung und feſtes
Zuſammen=
halten als Vorausſetzung ihrer Wiedererhebung, als
unerläßliche Bedingung für das Blühen und Gedeihen des
großen deutſchen Vaterlandes, das iſt es, was die heutige
Feier uns vor Augen führen ſoll. In den Zeiten tiefer
Erniedrigung Deutſchlands war es ein Sproß aus dem
Kreiſe der Rheinbundfürſten, der bayeriſche Kronprinz
Ludwig, der das heilige Feuer des Deutſchtums in
begei=
ſterten Herzen pflegte und aus ſeinem Zorn und ſeiner
Trauer um Deutſchlands Fall, aus ſeinen Hoffnungen auf
eine beſſere nationale Zukunft kein Hehl machte. Bekannt
ſind ſeine Worte, die im Jahre 1805 die Begehung einer
Siegesfeier am Hofe der Kaiſerin Joſephine in
Straß=
burg ihm inmitten franzöſiſcher Umgebung entlockte: „Das
ſollte mir die teuerſte Siegesfeier ſein, wenn dieſe Stadt,
in welcher ich geboren bin, wieder eine deutſche Stadt ſein
wird.” Von einem Aufenthalt in dem von den Franzoſen
beſetzten Berlin im Jahre 1807 ſtammen ſeine Verſe: „Auf
ihr Teutſchen! Auf und ſprengt die Ketten, die ein Korſe
euch hat angelegt!‟ Ebendort, im gleichen Jahre, hat
Kronprinz Ludwig die erſten Schritte getan zu einem
Ehrentempel deutſcher Größe, den er dann ſpäter in der
Walhalla bei Regensburg errichtete und der nach ſeiner
Anſicht vor allem zur Erſtarkung deutſchen Sinnes
beitra=
gen ſollte. Es konnte nicht fehlen, daß derartige Worte
und Geſinnungen dem damaligen Zwingheren
Deutſch=
lands zu Ohren kamen und von dieſem mit
Feindſelig=
keit vergolten wurden, einer Feindſeligkeit, die ſich bis zu.
der Drohung verſtieg: „Wer hindert mich, dieſen Prinzen
erſchießen zu laſſen?‟ Die Sinnesrichtung des
Wittels=
bacher Thronerben war — ſo ſehr er zeitlebens der
Form=
ſchönheit des griechiſchen und römiſchen Altertums zugetan
war — vor allem begründet in echter Liebe zum deutſchen
Volkstum, in Begeiſterung für die Glanzzeiten der
deut=
ſchen Geſchichte und in der Freude an dem reichen Schatze
deutſchen Gemütes, deutſcher Kunſt und Kultur. Voll
Empfänglichkeit und Bewunderung für die zeitgenöſſiſchen
deutſchen Dichterheroen, einen Schiller und Goethe, teilte
er doch nicht die weltbürgerliche Richtung ihrer
Literatur=
periode; er berührte ſich vielmehr gerade in ſeiner
Beton=
ung des Deutſchtums innerlich vielfach mit jener jüngeren
Strömung, die eben damals ein tieferes Verſtändnis für
geſchichtliches Werden und Wachſen, die Wiederbelebung
religiöſen Sinnes und eine höhere Anſchauung von den
Pflichten gegen das Vaterland anbahnte. Aus ähnlichen
geiſtigen Quellen ſchöpfte auch der nationale Aufſchwung,
der unter dem härteſten Druck der Fremdherrſchaft im
Norden Deutſchlands, in Preußen, einſetzte. Hervorragende
Männer, aus verſchiedenen deutſchen Ländern ſtammend,
ausgezeichnet durch ſeltene Geiſtes= und Willensſtärke,
ar=
beiteten zuſammen an dem Wiederaufbau Preußens und
ſeiner Wehrkraft; alle Volkskräfte wurden zu dieſer
Auf=
gabe aufgeboten
Der Prinz=Regent gedachte ſodann der Entwickelung
Deutſchlands bis zum Wiener Kongreß und führte weiter
aus: Eine politiſche Einigung ſtand noch in weitem Felde;
mehrfache Anläufe blieben erfolglos. Die Meinungen über
das „wie,” gingen noch zu unverſöhnlich auseinander. Es
war noch ein ſchmerzlicher Bruderkampf notwendig, um
zunächſt die Frage der Vorherrſchaft in Deutſchland
zwi=
ſchen Oeſterreich und Preußen auszutragen, und erſt ein
neuer Angriff des weſtlichen Nachbarn und die unter der
unvergleichlichen Führung König Wilhelms I. und ſeiner
Paladine erfochtenen glorreichen Siege der vereinigten
deutſchen Waffen führten zum Abſchluß der Verträge,
durch die aus Nord und Süd das neue Deutſche Reich,
das neue deutſche Kaiſertum entſtand. Da
er=
wies ſich der nationale Gedanke, zu deſſen Weckung und
Erſtarkung König Ludwig I. ſo viel beigetragen hatte, als
eine Macht, die auch die letzten Hinderniſſe überwinden
half. Die großen nationalen Aufgaben, vor allem nach
außen, aber auch im Innern, wurden dem Ganzen
über=
tragen, zugleich wurde jedoch bei dem Aufbau der
Ver=
faſſung die Bedeutung der Einzelſtaaten und die
Erhal=
ung ihres Wirkungskreiſes mit weiſem Bedacht
berück=
ſichtigt.
Für Bayern war es der Enkel Ludwigs I., der
hoch=
geſinnte König Ludwig II., der den Anſchluß an den
neuen Bund vollzog. Der Stifter dieſer Halle ſelbſt war
nur kurze Friſt vorher in hohen Jahren zu ſeinen Vätern
heimgegangen. Er ſollte das Erſtehen des neuen deutſchen
Kaiſertums nicht mehr erleben, nicht mehr ſeinen Wunſch
erfüllt ſehen, daß Straßburg wieder eine deutſche Stadt
wurde.
Groß und mächtig ſteht das Deutſche Reich im Rate
der Völker da, ſtets erprobt als ein Faktor der Mäßigung
und des Friedens, ſtets aber auch bereit, für die Ehre und
Intereſſen des Deutſchtums einzutreten, wo immer ſie
be=
droht würden. Das Gefühl der Zuſammengehörigkeit
aller Teile des Reichs in Freud und Leid iſt immer mehr
erſtarkt, und wer gleichwohl im Auslande je mit der
Un=
einigkeit, der Eiferſucht der Reichsglieder rechnen würde,
wie dies wohl früher geſchehen, würde dieſe Rechnung
grauſam enttäuſcht ſehen. So möchte es denn. manchem
ſcheinen, daß der Mahnſpruch König Ludwigs in dieſer
Halle für das heutige Geſchlecht nicht mehr die gleiche
ernſte Bedeutung hätte, wie ehedem. Allein im Leben der
Völker kann und darf es für eine Nation, die ſich
behaup=
ten will, kein Ausraſten auf errungenen Erfolgen geben.
Hier trifft noch mehr wie für den einzelnen das Wort des
Dichters zu: „Nur der verdient ſich Freiheit, wie das
Leben, / Der täglich ſie erobern muß.” In immer erneuten
Anſtrengungen gilt es für Deutſchland, ſich gewappnet zu
halten gegen alle Gefahren, die ſeinen Beſtand bedrohen
können, die Kräfte zu ſtählen für alle Aufgaben, die die
Entwickelung der Zeiten uns ſtellt. Erſt die letzten
Mo=
nate haben wieder erwieſen, daß das deutſche Volk in
ſeiner Geſamtheit auch vor großen Ofern nicht zurück=
ſcheut, wenn die Weltlage es erheiſcht. Hohe Pflicht und
Notwendigkeit iſt es aber auch heute, vor allem darüber
zu wachen, daß Keime der Zwietracht und Verdroſſenheit
nicht überwuchern, daß unter dem Hader der
Klaſſengegen=
ſätze, unter der Ueberſpannung der Intereſſenkämpfe das
Einigende, die Freude am Ganzen, nicht leide.
Ein=
mütiges Arbeiten in dieſem Sinne, Einſetzen des
beſten Könnens für das Blühen und Gedeihen der engeren
und weiteren Heimat, feſtes Zuſammenſtehen zu Kaiſer
und Reich, das ſei das Gelöbnis dieſer feierlichen Stunde.
Mit dieſem Gelöbnis iſt es zugleich ein Bekennen zu den
Gedanken und Mahnungen dieſer Halle und ihres
Stif=
ters, wenn wir uns nun vereinigen zu dem freudigen
Rufe: „Unſer großes deutſches Vaterland, das Deutſche
Reich, es lebe hoch! hoch! und abermals hoch!
Als der Zug der Fürſten unter dem Vorantritt von
Edelknaben ſich nach der Banketthalle in Bewegung ſetzte,
ertönte vom Sängerbund, von den Militärkapellen
ſe=
kundiert, die „Wacht am Rhein” wobei alle mitſangen. In
der Banketthalle lag das hiſtoriſche Fremdenbuch der
Be=
freiungshalle aus, in das ſich die Bundesfürſten
ein=
trugen. Um (½2 Uhr fand Hoftafel ſtatt. Die Halle war
mit koſtbaren Gobelins geſchmückt und berühmte
Auf=
ſätze des bayeriſchen Kronſchatzes zierten die Tafel. Die
Jahreszahlen 1813 und 1913 leuchteten von den Wänden.
An der Haupttafel ſaß der Prinz=Regent links neben dem
Kaiſer. Rechts ſaßen der König von Sachſen, der
Groß=
herzog von Baden, Großherzog von Mecklenburg=
Schwerin. Herzog von Sachſen=Altenburg, Herzog von
Anhalt. Sachſen=Meiningen, der Fürſt von Reuß und der
Reichskanzler. Links vom Kaiſer ſaßen der König von
Württemberg, der Großherzog von Heſſen, Herzog von
Sachſen=Koburg=Gotha, Herzog=Regent von Braunſchweig,
Bürgermeiſter Schröder, Fürſt von Schaumburg=Lippe,
und Statthalter von Elſaß=Lothringen. Im Verlaufe des
Males brachte der Prinz=Regent folgenden Trinkſpruch
aus:
Unter dem Eindruck einer ernſten Gedächtnisſtunde
haben wir die Befreiungshalle verlaſſen, umgeben von
einer freudig gehobenen, vaterländiſch bewegten Menge.
Wie am Tage der Grundſteinlegung und zwanzig Jahre
päter, am Tage der Einweihung, tapfere Mitſtreiter der
Befreiungskämpfe, ſo haben heute ſtattliche Reihen der
Helden, die die blutigen Werdetage des neuen Deutſchen
Reiches miterlebt und miterkämpft haben, einen
Ehren=
platz auf dieſem Hügel eingenommen. Was ſich um ſie
geſchart hat, war ein Bild aus allen Lebenskreiſen des
deutſchen Volkes. Es waren Vertreter all der Stände,
die in Fleiß und Bürgerſinn für das kulturelle und
wirt=
ſchaftliche Blühen Deutſchlands wirken. Mit dem reifen
Alter haben ſich die Knaben und Jünglinge vereint, aus
deren abgehärteter Jugend die Wehrkraft des Deutſchen
Reiches erblüht. Daß ſich ſolch freudige Anteilnahme
wei=
ter Volkskreiſe an dieſer Feier bekundet hat, erfüllt mich
mit aufrichtiger Genugtuung.
Die deutſchen Bundesfürſten ſind mit allem, was die
mit ihnen durch geheiligte Ueberlieferungen verbundenen
Stämme und Völker bewegt, auf das innigſte verkettet.
Sie reichen gerne und mit Freuden dem wackeren deutſchen
Manne die Hand, der mit ihnen ſich zum Schutze der
hei=
ligen Güter unſeres Volkes, der von Gott geſetzten
Auto=
rität und der Liebe zum Vaterland zuſammenſchließt.
Mit dem erhabenen Oberhaupte des Reiches, Seiner
Maje=
ſtät dem deutſchen Kaiſer an der Spitze, haben die hohen
Bundesfürſten, vereint mit den präſidierenden Herren
Bürgermeiſtern der Freien und Hanſeſtädte, meiner
Ein=
ladung Folge leiſtend, ſich zu dieſer vaterländiſchen
Ge=
dächtnisfeier eingefunden. Sie legen durch ihre
Anweſen=
heit, für die ich nochmals meinen tiefgefühlten Dank
aus=
ſpreche, Zeugnis ab von dem Gefühl ſtarker
Zuſammen=
gehörigkeit, das ſie unter ſich und mit dem Deutſchen
Reiche verbindet, mit dem Reich, deſſen Ehre ihre Ehre,
deſſen Wohlfahrt ihre Sorge, deſſen Aufſchwung und
An=
ſehen unter den Völkern das Ziel ihres vereinten und
treuen Strebens iſt. Wie ſie mit dem Deutſchen Volk
ge=
meinſam das Gedächtnis einer großen Vergangenheit
feiern, ſo tragen ſie mit ihm in Treuen die Sorgen der
Gegenwart und teilen mit ihm die Zuverſicht auf eine
glückliche und geſegnete Zukunft unſeres geliebten deutſchen
Vaterlandes
Den deutſchen Bundesfürſten und den Senaten der
Freien und Hanſeſtädte, den Trägern alter und heiliger
Rechte, den Bürgen einer ſtarken und ſtetigen Entwickelung
deutſcher Größe und Wohlfahrt gilt mein Segenswunſch
in dem Rufe: Seine Majeſtät Kaiſer Wilhelm, die hohen
Bundesfürſten, die präſidierenden Herren Bürgermeiſter
der Freien und Hanſeſtädte leben hoch, hoch, hoch!
Die Muſik ſpielte „Deutſchland, Deutſchland über
alles” — Unmittelbar nach dem Toaſte des Prinz=
Regen=
ten hielt der Kaiſer folgende Rede:
Euerer Königlichen Hoheit bitte Ich im Namen der
deutſchen Bundesfürſten und präſidierenden Bürgermeiſter
den wärmſten Dank darbringen zu dürfen für die
weihe=
volle Stunde, die wir ſoeben in der hehren, von Euerer
Königlichen Hoheit unvergeßlichen Herrn Großvater
ge=
tifteten Gedächtnishalle miteinander durchlebt haben. Es
war, als rauſchte der eherne Flügelſchlag deutſcher
Ge=
ſchichte über uns, als Euere Königliche Hoheit inmitten
dieſer feierlichen Stätte das Bild jener gewaltigen Zeiten
vor unſer Auge ſtellten, deren unvergänglicher Ruhm
deutſche Herzen ſtets aufs neue ergreifen wird.
Wo könnten wir das Weſen und die fortwirkende
Be=
deutung der Befreiungskriege tiefer erfaſſen, als hier, wo
der deutſcheſten Fürſten Einer in Erz und Marmor das
Gedächtnis der Heldentaten unſerer Väter aufgerichtet hat,
das Gedächtnis zugleich einer eigenen glühenden
Vater=
landsliebe!
Euere Königliche Hoheit haben in ergreifenden
Wor=
ten betont, worin der Sinn der Erinnerungsfeiern liegt,
die überall, wo Deutſche wohnen, in dieſem Jahre
be=
gangen werden. Dem lebenden Geſchlechte ſollen ſie die
Lehren einprägen, die im Laufe unſerer Geſchichte mit ſo
viel koſtbarem Blute erkauft worden ſind, daß unſere
Stärke auf unſerer Eintracht und Einigkeit beruht, daß es
für unſer Volk kein Nachlaſſen geben darf, wenn es ſeinen
hohen Platz behaupten will. Die begeiſterte Teilnahme
aller Kreiſe unſeres Volkes an den Feiern dieſes Jahres,
die ſich auch heute wieder ſo kraftvoll und warmherzig
hier an der Donau bekundet, legt Zeugnis davon ab, wie
tiefe Wurzeln das vaterländiſche Empfinden geſchlagen
hat, wie innig ſich das deutſche Volk mit ſeinen Fürſten
verbunden fühlt. Euere Königliche Hoheit haben durch die
Anregung der Zuſammenkunft der deutſchen Bundesfürſten
und der Vertreter der Freien und Hanſeſtädte in der
Be=
freiungshalle die heutige Feier zu einem erhebenden Feſte
ganz Deutſchlands geſtaltet, ſo wie es dem Sinne deſſen
entſpricht, der dies Denkmal dem deutſchen Volke, dem
Bayernlande und dem Hauſe Wittelsbach zum Ruhme
er=
baut hat. Mit herzlicher Dankbarkeit für Euere
König=
liche Hoheit werden wir alle dieſes erhebenden Tages
ge=
denken. Wir bitten zu Gott, Er möge Euerer Königlichen
Hoheit noch viele ſegensreiche Tage ſchenken zum Wohle
Bayerns und des deutſchen Vaterlandes. Dieſem Gedan=
Sette 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Nummer 199.
ken bitte Ich Ausdruck zu geben in dem Rufe: Ludwig,
das erlauchte Haus Wittelsbach und das ſchöne
Bayern=
land hoch, hoch, hoch
Die Muſik ſtellte das 11. Infanterie=Regiment. Der
Sängerbund trug mehrere patriotiſche Lieder vor. Nach
dem Mahle hielten der Kaiſer und der Prinz=Regent
Cercle ab. Vor der Tafel empfing der Kaiſer Frau
Krauſſ=Osborne und zog ſie in ein längeres Geſpräch.
* Kelheim, 25. Aug. Um 4 Uhr nachmittags fuhren
der Kaiſer und der Prinz=Regent zum
Bahn=
hof. In den kaiſerlichen Sonderzug war inzwiſchen der
Hofwagen des Prinz=Regenten eingefügt worden. Kaiſer
und Prinz=Regent verließen Kelheim um 4 Uhr
nach=
mittags. Die Ankunft des Kaiſers in Poſen erfolgt
morgen früh 7 Uhr 15 Minuten.
Kaiſertage in Poſen.
* Poſen, 25. Aug. Aus Anlaß des
Kaiſerbe=
ſuches prangt die Stadt in einem reichen Feſtſchmuck.
Den Weg vom Bahnhof zum Schloſſe umſäumen mächtige
weiße Pylonen, die auf ihrer Vorderſeite ſchwarze Adler
auf mattem Goldgrunde zeigen und oben
Blumenarrange=
ments tragen. An der Bukerſtraße erhebt ſich eine
impo=
ſante Ehrenpforte. Die Häuſerfronten ſind mit
Tannen=
grün, Fahnendraperien und Emblemen geſchmückt und
geben im Verein mit den durch Girlanden verbundenen
weißen Maſten und den im Winde flatternden Fahnen ein
farbenprächtiges Bild, das durch die Einheitlichkeit in der
Ausſchmückung beſonders wirkungsvoll iſt. Das renovierte
alte Rathaus mit ſeiner vornehmen Goldmalerei ſchließt
das ganze Feſtgepränge harmoniſch ab. Ein gewaltiger
Menſchenſtrom ergießt ſich in die Stadt. In den Straßen
drängt ſich eine erwartungsfreudige Menge. Die deutſchen
Zeitungen bringen Feſtausgaben.
* Poſen, 25. Aug. Die Kaiſerin traf, von
Homburg kommend, im Sonderzug um 4 Uhr hier ein.
Zum Empfange beim neuen kaiſerlichen Pavillon hatten
ſich eingefunden die bereits hier eingetroffenen Prinzen
und Prinzeſſinnen des Königlichen Hauſes. Prinz Auauſt
Wilhelm, Prinz Oskar, Prinz Joachim, der zum Dienſt
bei der Kaiſerin kommandierte Graf Hutten=
Czapsky, Zeremonienmeiſter v. Hardt, der
komman=
dierende General des 5. Armeekorps, General der
Infan=
terie v. Strantz, der Kommandeur der Feſtung Poſen,
General v. Boch, und der Oberpräſident v.
Schwartz=
kopf. Die Kaiſerin fuhr in einem à la Daumont
gefah=
renen Wagen nach dem Reſidenzſchloß, überall lebhaft
be=
grüßt von einem vieltauſendköpfigen Publikum. Die
Kaiſerin nahm im Schloß Wohnung.
Die
Ehrenkom=
pagnie ſtellte das 7. Grenadier=Regiment.
Luftfahrt.
* Danzig, 25. Aug. Der franzöſiſche Flieger
Le=
tort, der am Samstag nachmittag von Berlin
abge=
flogen war, wurde um 7¼ Uhr abends bei Putzig
ge=
ſichtet und landete um 7½ Uhr auf dem großen
Exerzier=
platze bei Danzig.
* Deauville, 25. Aug. Der Flieger Boſano
machte heute früh gelegentlich des Wettbewerbes mit
ſeinem Waſſerflugzeug einen Probeflug. Dabei ſtürzte
der Flieger ins Waſſer. Er wurde ziemlich
ſchwer verletzt.
* London, 25. Aug. Der Flieger Hawker iſt
heute früh um 5 Uhr 30 Minuten in Southampton
zum Rundflug der Waſſerflugzeuge um Großbritannien
aufgeſtiegen und um 8 Uhr 10 Minuten in Ramsgate
angekommen.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 25. Auguſt. Auftrieb durch Händler 123 Stück,
durch die Bezugsvereinigung 74 Stück. Preiſe für 50
Kilo=
gramm Schlachtgewicht: erſte Qualität ausgeſuchte Ware
83 Mk., zweite Qualität 82 Mk., dritte Qualität 81 Mk.
Marktverlauf rege; Ueberſtand.
— Frankfurt a. M., 25. Aug.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1398 Rinder,
darunter 514 Ochſen, 90 Bullen, 794 Kühe und Färſen;
330 Kälber, 133 Schafe, 2441 Schweine. Preiſe für 50
Kilo=
gramm Lebendgewicht: Ochſen, vollfleiſchige,
ausge=
mäſtete höchſten Schlachtgewichts im Alter von 4 bis 7
Jahren 52—57 Mark (Schlachtgewicht 95—98 Mk.); junge
fleiſchige, nicht ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete 47
bis 51 Mark (85—93 Mk.); mäßig genährte junge, gut
ge=
nährte ältere 43—45 Mark (79—83 Mk.). Bullen:
voll=
fleiſchige, ausgewachſene höchſten Schlachtwertes 50—52
Mark (83—86 Mk.); vollfleiſchige jüngere 46—48 Mark
(80—83 Mk.). Färſen und Kühe: vollfleiſchige,
aus=
gemäſtete Färſen höchſten Schlachtwertes 49—51 Mark
(88—91 Mk.); vollfleiſchige, ausgemäſtete Kühe höchſten
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 48—51 Mark (89—91 Mk.);
wenig gut entwickelte Färſen 42—47 Mark (81—90 Mk.):
ältere, ausgemäſtete Kühe und wenig gut entwickelte
jün=
gere Kühe 41—46 Mark (76—86 Mk.); mäßig genährte
Kühe und Färſen 33—40 Mark (66—80 Mk.); gering
ge=
nährte Kühe und Färſen 26—30 Mark (59—67 Mk.).
Käl=
ber: mittlere Maſt= und beſte Saugkälber 62—67 Mark
(105—114 Mk.), geringere Maſt= und gute Saugkälber
56—60 Mark (95—102 Mk.). Schafe: Maſtlämmer und
Maſthammel 47 Mark (98 Mk.). Sch veine: vollfleiſchige
von 80—100 Kilogramm Lebendgewicht 63—65 Mark (80
bis 82 Mk.), vollfleiſchige unter 80 Kilogramm
Lebendge=
wicht 62—64 Mark (79—81 Mk.), vollfleiſchige von 100 bis
120 Kilogramm Lebendgewicht 62—65 Mark (80—82 Mk.)
vollfleiſchige von 120—150 Kilogramm Lebendgewicht 61
bis 65 Mark (80—82 Mk.). — Marktverlauf: Rinder
lang=
ſam, Schweine gedrückt, bei beiden Ueberſtand; Kälber
gedrückt, Schafe ruhig, beiderſeits geräumt.
Literariſches.
Im Verlag der Hofbuchdruckerei Eiſenach erſchien
ſoeben, noch recht zur Reiſezeit, Kahles
Höhen=
ſchichtenkarte vom Speſſart 1:100000, in
Um=
ſchlag, Preis der Karte 1 Mark, zu haben in allen
Buch=
handlungen. Die Karte reicht im Norden bis
Fram=
mersbach, im Oſten bis Birkenfeld, im Süden bis
Amor=
bach und im Weſten bis Aſchaffenburg. Alle Freunde des
Speſſarts und die zahlreichen Beſucher dieſes
Waldge=
birges werden an dieſer neuen eigenartigen Karte ihre
Freude haben.
— Das deutſche Heer nach der
Neuord=
nung von 1913. Von Oberſtleutnant W. von Bremen.
Mit 44 Abbildungen und einem farbigen Umſchlagbild.
Unter dem Titel: Das deutſche Heer nach der
Neuord=
nung von 1913 erſchien ſoeben in der bekannten uind
po=
miläree Sn a Relhagen und Klaſings
büchern eine kleine Schrift die der bekannte
Militärſchrift=
ſteller Oberſtleutnant von Bremen dem deutſchen Heere
widmet. Das kleine, überaus reich illuſtrierte Werk
ſchil=
dert in warmherziger Darſtellung das deutſche Heer in
ſeiner neuen, verſtärkten Form unter Berückſichtigung
aller neugeſchaffenen Verbände und wird daher gerade
jetzt dem größten Intereſſe begegnen. Es koſtet, wie alle
Bändchen dieſer Sammlung, nur 60 Pfg.
Die Lage auf dem Balkan.
* Belgrad, 25. Aug. Der geſtrige Einzug der
Truppen in die feſtlich geſchmückte Stadt vollzog ſich
unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung. Namens
der Stadtbehörden wurde dem Kronprinzen ein
Ehren=
ſäbel überreicht. Der König verlieh ihm die goldene
Tapferkeitsmedaille. Im Stadtpark fand ſpäter im
Bei=
ſein des Königs, der Miniſter und des diplomatiſchen
Korps die Enthüllung des Karageorg=Denkmals ſtatt. Die
Bevölkerung bereitete dem Kronprinzen und dem
Gene=
raliſſimus Putnik begeiſterte Kundgebungen.
* Konſtantinopel, 25. Aug. Die Gerüchte,
wo=
nach der bulgariſche Unterhändler
Natſche=
witſch von Sofia, Weiſung erhalten habe, mit der=
Pforte direkt zu unterhandeln, werden bulgariſcherſeits
als verfrüht bezeichnet. Es beſtehe jedoch auf beiden
Seiten der Wunſch, zu einer Löſung aller ſchwebenden
Fragen zu gelangen, und es ſei begründete Hoffnung
vor=
handen, daß dies gelinge. Der frühere Sekretär der
bul=
gariſchen Vertretung in Konſtantinopel Dobreff iſt in
Konſtantinopel eingetroffen, um Natſchewitſch bei den
Verhandlungen zu unterſtützen.
Letzte Nachrichten.
— Berlin, 25. Aug. Bei dem geſtrigen nächtlichen
Ge=
witter ſchlug der Blitz in die Mühle des
Bäcker=
meiſters Wendt in Schmerzke. Die Mühle wurde mit
ihren Getreidevorräten völlig eingeäſchert. In Britz
brannte infolge Blitzſchlags das Stallgebäude des
Gaſtwirts Gruhn ab. — Während des Gewitters in der
zweiten Nachmittagsſtunde ſchlug der Blitz mehrere Male
im Zentrum Berlins ein, ohne zu zünden.
* Potsdam, 25. Aug. Der geſtern abend in Potsdam
verhaftete Sandner der ſeine Frau in der
Chauſſee=
ſtraße durch Beilhiebe lebensgefährlich verletzte, hat ſich
in ſeiner Zelle im Polizeigefängnis erhängt.
HB. Frankfurt a. M., 25. Aug. In der letzten Nacht
wurde Ecke Brauhausgaſſe=Allerheiligengaſſe ein
Schutz=
mann von einer großen Rotte junger Burſchen, die er
zur Ruhe mahnte, ſo beläſtigt, daß er vom Säbel
Ge=
brauch machen mußte. Die Menge folgte dem Schutzmann
zum Revier in der Battonſtraße, wo ſie ſich endlich
zer=
ſtreute
— Ravensburg, 25. Aug. Der württembergiſche
Me=
diziner Egon Landwehr ſtürzte am Brandnergletſcher
ab und war ſofort tot.
* Baden=Oos, 25. Aug. In einer heute nachmittag
hier abgehaltenen, ſehr ſtark beſuchten
Vertrauens=
männer=Verſammlung der
Zentrumspar=
tei des 8. badiſchen Reichstagswahlkreiſes wurde der
Fabrikant Neuhaus. Mitglied der Zweiten Badiſchen
Kammer, einſtimmig als Kandidat aufgeſtellt für den
ver=
ſtorbenen bisherigen Abgeordneten Prälaten Dr. Lender.
HB. Bielefeld, 25. Aug. Ein tragiſcher
Vor=
ffall ereignete ſich hier in der letzten Nacht. Die zwanzig
Jahre alte Tochter des Dekorateurs Buſch hatte in
Ab=
weſenheit ihrer Eltern Selbſtmord verübt, indem
ſie ſich mit Leuchtgas vergiftete. Bei der Rückkehr der
El=
tern öffneten dieſe infolge des Gasgeruchs die Fenſter und
trugen das Mädchen auf den Flur, wo der Vater eine
Gasflamme anzündete. Nun ereignete ſich eine
furcht=
bare Exploſion. Die Decke ſtürzte ein, das Dach
wurde in einer Länge von acht Metern aufgeriſſen und
die Fenſter etwa zwanzig Meter weit in die Straße
ge=
ſſchleudert. Die Fenſter der umliegenden Häuſer wurden
zum größten Teil zertrümmert. Die Frau des
Dekora=
teurs wurde durch Brandwunden lebensgefährlich
ver=
létzt, und Buſch ſelbſt hat Verletzungen davongetragen.
Magdeburg, 25. Aug. Ein gefährlicher D=
Zug=
dieb iſt in der Perſon des Handlungsgehilfen Lüppelt
aus Berlin verhaftet worden. Er pflegte eine
Bahnſteia=
karte zu löſen, ſtieg in einfahrende Züge und ſtahl
Ge=
päckſtücke.
— Breslau, 25. Aug. Die Textilwarenfabrik von
Diering in Oberlangenbielan iſt niedergebrannt.
— Poſen, 25. Aug. In der Nähe des Bahnhofs Petzen=
Nitſche ſtürzte ein als Reſerviſt eingezogener
Kauf=
mann aus Liegnitz aus dem Zuge. Er wurde von
einem aus der entgegengeſetzten Richtung kommenden
Zuge erfaßt und zermalmt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
De Sztagnwse de
Möbel=Fabrik
De
Gg. Ehrhardt & Sohzne
Oakstake
Darmſtast
ewerben ach cucc Me eckmasagen shonen
Formen, dte Sure 2e, Makerak, und der deb
mer mue und—e wede ge
beken, die Nandige Qusstellung von
Nuskerwoh-
nungen Jelobergskr. 56 zu bsichtigen und
koslen-
lose Dudndung de. neuen Alumcke
Innaume zu veangen. (15944a
Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns: Der jüngſt in London
abge=
haltene XVII. Internationale Mediziniſche Kongreß, die
berufene Vertretung der zeitgenöſſiſchen ärztlichen
Wiſſen=
ſchaft, war mit einer Fachausſtellung verbunden; bei
der Preisverteilung erhielt als einziges von allen
aus=
geſtellten Nährpräparaten das bekannte
Körperkräf=
tigungs= und Nervennährmittel Sanatogen den
Grand Prix, die höchſte überhaupt mögliche
Aus=
zeichnung.
Familiennachrichten.
Ihre Vermählung
beehren sich anzuzeigen
Otto Semper
Großherzogl. Hess. Hofopernsänger,
Joe Johannssen-Semper.
*6643)
Statt Karten!
Die glückliche Geburt eines
gesunden Töchterchens
zeigen hocherfreut an
Dr. Degen u. Frau Gustel,
geb. Henkel.
17770)
Todes=Anzeige.
Freunden und Verwandten die traurige
Nachricht, daß meine liebe Frau, unſere gute
Mutter
(*6655
Maria Schäfer, geb. Huther
am Sonntag, den 24. Auguſt d. J.,
nachmit=
tags ½5 Uhr, nach langem, ſchwerem Leiden
ſanft verſchieden iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Aug. Schäfer u. Kinder.
Darmſtadt, den 24. Auguſt 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 27. Aug.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Hoher Druck iſt von Weſten her vorgedrungen und
bedeckt faſt ganz Weſt= und Mitteleuropa, während über
Nordoſtrußland ebenfalls ein ſtarkes Hoch und über
Is=
land eine ſtarke Depreſſion liegt. Die Temperaturen liegen
in Deutſchland faſt überall ſehr hoch; Niederſchläge fielen
verbreitet als Gewitterregen. Wir werden unter
Hoch=
druckseinfluß bleiben und mit Fortdauer der guten
Wit=
terung rechnen können
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 26. Auguſt:
Meiſt heiter und trocken, warm, ſtellenweiſe Gewitter
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller,
Bilder vom Tage (Auslage Expedition Rheinſtr. 23)a
Oeſterreichiſche Artillerie im Hochgebirge — Einzug der
Friedensdelegierten der Verbündeten in Belgrad
Deutſche und franzöſiſche Soldaten auf dem Hoheneck in
den Vogeſen — Zur Heimkehr der Grönland=Expedition
des Kapitäns Koch=Moden — Tagesereigniſſe.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 27. Auguſt.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr n
der „Ludwigshalle‟
Grummetgras=Verſteigerung um 8½. Uhr
von der früher Kausſchen Wieſe und den ſtädtiſchen
Wie=
ſen öſtlich des Friedhofs (Zuſammenkunft an der
Kreu=
zung von Atzwinkel und Böllenfalltorweg).
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 24).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für des Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte warden nicht
zurückgelanzt
Nummer 199.
Nochmals grosser
265
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Abschiag
per Pfund
1.10, 1.15, 1.20,
1.25, 1.30, 1.35,
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Jedes Pfund mit 4 prozent.
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wöchentlich 2 Sendungen
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10
Stück
10
₰ Stücke
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zirka 4½ Pfund
2
72₰
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grossen Kölner
Brot-
fabrik den
Alleinver-
kauf übernommen.
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der billige Preis.
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Landbrot
zirka 5 Pfund 60 ₰
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Weintrauben
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Feinste, grosse
Jamaika-
Bananen
per Pfa. 40 Pfg.
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Telephonische Bestellungen
werden sofort besorgt.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Seite 7.
asensten
Heute Dienstag
Mittwoch u.
Donnerstag
Waschstoff-Reste n-
B’wollmousseline, Zephirs, Leinen, Frotté etc.
und Abschnitte
eheri billi.
Serie V
Serie IV
Serie II Serie III
Serie I
Serie VI
Serie VII
jeder Rest
jeder Rest jeder Rest jeder Rest
jeder Rest jeder Rest jeder Rest
25 ₰
50 ₰ 75 ₰ 95 ₰ 1.15 1.45 1.75
Serie I
jeder Rest
95 ₰
Serie II
jeder Rest
1.50
Serie III
jeder Rest
1.95
Serie IV
jeder Rest
2.25
Serie V
jeder Rest
2.75
Ausstellung in den ersten
Schaukasten
der Marktpassage.
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Markt 2
Gebr. Rochschlid
Markt 2
GeWfedern
Gadeene
Beltbaccher
Jedeeleinen
Belbzeuige
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Sie Ihre hübſchen Füßchen mit
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geputzt ſind. So halten es alle
an=
deren und —
man siehts ibnen an.
Sie können Pilo in ſchwarz, braun,
gelb und weiß baben.
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Bringe dem geehrten Publikum zur gefl. Kenntnis, daß ich noch
Anmeldungen für die im Hotel „Prinz Carl’ ſtattfindenden Herbſt=
und Winterkurſe von 11—5 Uhr in meiner Wohnung,
Kranichſteiner=
ſtraße 44, parterre, entgegennehme.
(16037a
Johanna Georg, geb. Merz
Frühere Großherzogliche Hof=Solo=Tänzerin.)
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Nummer 199.
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der schlechtes Wetter verträgt, etwas
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Nummer 199.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Seite 9.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Nummer 199,
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Nur ächt in schwarz-weiss-roten Hülsen mit Namen
Dr. W. Schmid.
Kongreſſe und Verbandstage.
Die Tagung des Evangeliſchen Bundes.
(Heſſiſchen Hauptvereins.)
Bingen, 25. Aug. Der Heſſ. Hauptverein des Evgl.
Bundes trat geſtern hier zu ſeiner 26. Jahrestagung
zuſammen, die aus allen Teilen des Großherzogtums,
be=
ſonders aber aus Bingen und Umgebung, ſtark beſucht
war. — Eingeleitet wurde die Tagung, der heuer, im
Jubiläumsjahre der Befreiungskriege, eine beſondere ſtarke
nationale Note aufgedrückt war, am Sonntag früh durch
Feſtgottesdienſt in der Evangeliſchen Kirche Bingens und
zahlreicher Nachbargemeinden. Beſonders ſtattlichen
Be=
ſuch wies natürlich der Feſtgottesdienſt in
Bin=
gen auf, wo Stadtpfarrer Vogel=Darmſtadt die
Predigt übernommen hatte. Bis auf das allerletzte
Plätz=
chen war das herrlich geſchmückte Gotteshaus von einer
andächtigen Menge beſetzt. Um halb 12 Uhr fand in dem
oberen Saale des „Engliſchen Hofes” eine Sitzung der
Vorſtände des Heſſiſchen Hauptvereins und des Binger
Zweigvereins ſowie des Hauptausſchuſſes ſtatt, in der
interne Angelegenheiten beſprochen wurden. Ganz
ge=
waltig war nachmittags der Zuſtrom zur
Evangeli=
ſchen Volksverſammlung in der Feſthalle. Im
großen und kleinen Saale, auf den Emporen, und ſelbſt
auf den Gängen draußen ſaß man in drangvoller Enge;
es war die ſtärkſte Beſetzung, die die Feſthalle bisher
auf=
wies. Mit kernigen Worten hieß Herr Pfarrer
Rein=
hardt=Bingen die Gäſte willkommen. Herr Pfarrer
D. Waitz=Darmſtadt überbrachte Grüße des Präſidiums
des Evangeliſchen Bundes und begrüßte insbeſondere auch
als Ehrengäſte die Herren Oberkonſiſtorialpräſident
D. Nebel=Darmſtadt, Regierungsrat Bohn=Bingen
als Vertreter des hieſigen Kreisamtes, Dekanats=Lizentiat
Jacob=Mainz, Beigeordneten Fiſcher als Vertreter
der Stadt Bingen, den hieſigen Kirchenvorſtand den
Feſt=
ausſchuß, der alles aufs beſte vorbereitet habe, ſowie
chließlich nochmals alle evangeliſchen Glaubensgenoſſen
die zum Feſte herbeigeeilt waren. Im Anſchluß hieran
ging Herr D. Waitz, wie dies auch Herr Pfarrer Reinhardt
getan hatte, mit kurzen packenden Worten auf die
Geſcheh=
niſſe der letzten 100 Jahre deutſcher Geſchichte ein, wobei
insbeſondere lehrreiche Vergleiche zwiſchen den politiſchen
und religiöſen Ereigniſſen gezogen wurden.
Mit beſonderer Aufmerkſamkeit folgte man einer Rede
des Herrn Präſidenten D. Nebel=Darmſtadt.
der die Notwendigkeit des friedlichen Miteinanderlebens
der verſchiedenen Konfeſſionen betonte, dabei aber doch
den ausgeſprochen evangeliſchen Standpunkt eindringlich
wahrte. „Der Evangel. Bund will nicht die konfeſſionellen
Gegenſätze verſchärfen. Wäre der Angriff gegenüber
unſeren katholiſchen Mitchriſten für den Evangeliſchen
Bund Selbſtzweck, dann würden die deutſchen Konfeſſionen
das Tuch zwiſchen ſich und dem Evangeliſchen Bund
zer=
ſchneiden.” Aber der Bund ſei entſtanden aus dem
Be=
dürfnis nach Abwehr gegenüber einer ſchärferen Betonung
des katholiſchen Standpunktes im deutſchen Lande nach
dem Concilium Vaticanum und gegenüber den Angriffen
auf die Lutherbegeiſterung des evangeliſchen Volkes im
Jahre 1883. Bei dem ſeitdem unveränderten Standpunkt
der katholiſchen Kirche habe der Evangeliſche Bund auch
heute noch ſeine Exiſtenzberechtigung, ja er ſei „geradezu
ein unentbehrlicher Faktor in unſerem Volksleben
gewor=
den. Der Evangeliſche Bund wird auch geleitet von der
Sorge um die Einheit des deutſchen Volkes. Wir wiſſen
es, daß unſere katholiſchen Mitbürger, wenn es ſich um
Deutſchlands Ehre und Größe handelt, gerade ſo
empfin=
den, wie wir; aber wir möchten doch verhüten, daß die
Gegenſätze mehr und mehr auch einen politiſchen Charakter
bekommen. Deshalb lehnen die Konſiſtorien und der
Evangeliſche Bund die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes ab,
von den Ueberzeugung durchdrungen, daß die völlige
Wie=
derzulaſſung dieſes Ordens den Frieden unter den
Kon=
feſſionen aufs äußerſte gefährden würde. Wir glauben
ferner, daß der katholiſchen Kirche zur Erreichung ihrer
religiöſen Ziele auch ſonſt ausreichend Kräfte zur
Ver=
fügung ſtehen.” Ganz beſonders begrüßte es der
Präſi=
dent, daß der Evangeliſche Bund die Fürſorge für die
Jugend zum Gegenſtand ſeiner diesjährigen Tagung
machte. — Die Rede fand langanhaltenden lebhaften
Beifall.
Weiter hielten dann Begrüßungsanſprachen Herr
Re=
gierungsrat Bohn, der die Tagungsteilnehmer im Namen
des verhinderten Herrn Kreisrat Dr. Steeg willkommen
hieß, ſowie Herr Beigeordneter Fiſcher der in
Ver=
tretung des ebenfalls behinderten Herrn Bürgermeiſters
Dr. Neff namens der Stadt ſprach. Eine gehaltvolle
An=
ſprache hielt auch Dekanats=Lizentiat Jacob=Mainz
der in feſſelnder Weiſe Goethes Geiſt zitierte und die
Be=
ziehungen des Dichterfürſten zum Luthertum unterſuchte.
Im Anſchluß hieran ſchlug Herr Pfarrer Berg=Mainz=
Mombach die Abſendung eines Huldigungstelegramms
an den Großherzog vor, was freudige Zuſtimmung fand.
Dann folgten zwei große Reden, und zwar trat zunächſt
Herr Pfarrer Marx=Darmſtadt an das Rednerpult,
um über „Luthergeiſt in den
Befreiungskrie=
gen” zu ſprechen. Die Ausführungen wurden mit
lebhaf=
tem Beifall aufgenommen, ebenſo die Rede des Herrn Pfr.
Becker=Neunkirchen (Saar) über „Luthergeiſt
imneuen Deutſchen Reich.”
Muſikaliſche Vorträge, gemeinſame Lieder, ſehr nette
Darbietungen der vereinigten Kirchengeſangvereine von
Bingen, Bingerbrück und Frei=Weinheim unter Leitung des
Herrn Muſiklehrer Förſter folgten in bunter Reihe und
ließen die Stunden ſchnell vergehen. Inzwiſchen war auch
ſchon ein Antwort=Telegramm vom
Großher=
zog eingelaufen, worin der Großherzog für das erneute
Treugelöbnis ſeinen herzlichen Dank ausſprach. In ein
im Anſchluß hieran auf das Heſſenland und den
Landes=
fürſten ausgebrachtes Hoch ſtimmten die Anweſenden
freu=
dig ein. — Und dann gab es noch ein kurzes markiges
Schlußwort des Herrn Rektor Profeſſor Wenzel=Bingen.
Und wenn wir, ſo führte er u. a. aus, nun nach unſerer
feſtlichen Tagung heimkehren in unſeren Wirkungskreis,
dann wollen wir von hier mitnehmen die Mahnung und
das Gelöbnis, nicht müde zu werden in den Arbeit, den
koſtbarſten Beſitz aus unſerer Väter Tage treu zu
bewah=
ren; in dieſem Sinne aber auch tätig zu ſein unter unſerer
Jugend, damit der Geiſt innerer Freiheit wie ein
leuchten=
der Stern ſtrahle auch über der Zukunft unſeres großen
deutſchen Vaterlandes. (Lebhafter Beifall.)
Mit gemeinſamem Geſange ging die glänzend
ver=
laufene Verſammlung gegen halb 7 Uhr zu Ende. Abends
gegen 8 Uhr folgte unter Leitung des Herrn Pfr. Germer=
Bingen ein geſelliges Beiſammenſein im Bahnhofsſaale,
das ebenfalls gut beſucht war.
3. Reichsdeutſcher Mittelſtandstag.
— Leipzig, 24. Aug. Die Verhandlungen des
3. Reichsdeutſchen Mittelſtandstages, zu
dem eine große Zahl von Delegierten mittelſtändiſcher
Organiſationen, ſowie von Vertretern ſtaatlicher und
ſtädtiſcher Behörden erſchienen ſind, wurden geſtern durch
eine Sonderverſammlung der Detailliſten
und der übrigen Petroleumintereſſenten eingeleitet, um
zu dem geplanten Reichs=Petroleummonopol
Stellung zu nehmen. In der Verſammlung waren u. a.
vertreten: der Verband der Rabattſparvereine
Deutſch=
lands, der Verband kaufmänniſcher Genoſſenſchaften und
die Zentralvereinigung für Handel und Gewerbe. Das
Reichsſchatzamt war vertreten durch Geheimen
Regierungs=
rat Käſtner. Der Vorſitzende, Bürgermeiſter Dr. Eberle=
Noſſen, eröffnete die Sitzung. Geheimerat Käſtner
über=
brachte die Wünſche des Staatsſekretärs des
Reichsſchatz=
amtes für eine erfolgreiche Tagung. Der Staatsſekretär
habe mit Freude geſehen, wie rührig der
Detailliſten=
ſtand ſich in der Frage des Petroleummonopols gezeigt
habe. Der Geſetzentwurf bezwecke, die deutſchen
Detail=
liſten vor den Gefahren, die ein ausländiſcher Truſt in
ich berge, zu bewahren. Er werde nicht verfehlen, dem
Staatsſekretär von dem Ausfall der Beratungen Bericht
zu erſtatten. Hierauf nahm Bürgermeiſter Dr. Eberle
das Wort zu ſeinem Bericht über den jetzigen Stand der
Petroleumfrage. Der Redner legte folgende
Reſolu=
tion vor: „Die in der Detailliſtenverſammlung des
3. Reichsdeutſchen Mittelſtandstages erſchienenen
zahlrei=
chen Vertreter von Detailliſtenverbänden und Vereinen
genehmigen die bisher vom Reichsdeutſchen
Mittelſtands=
verband und dem Komitee der Detailliſtenverbände
ge=
flogenen Verhandlungen im Intereſſe der Detailliſten
und erteilen den Vertretern der führenden Verbände
Voll=
macht zur weiteren Vertretung der Detailliſtenintereſſen;
ſie ermächtigen auch die führenden Verbände, Vertreter
der unabhängigen Petroleumintereſſenten hinzuzuziehen.”
Nach einer kurzen Debatte wurde die Reſolution
ein=
ſtimmig angenommen.
Nachmittags begann die Geſamtausſchußſitzung und
die ordentliche Hauptverſammlung des
Reichs=
deutſchen Mittelſtandsverbandes. Der Vorſitzende,
Bür=
germeiſter Eberle=Noſſen, eröffnete ſie mit der Mitteilung,
daß in der geſchloſſenen Hauptvorſtandsſitzung ein Beſchluß
gefaßt worden ſei, wonach die einzelnen angeſchloſſenen
Verbände keine eigenen Kandidaten zu den Reichstags=
und Landtagswahlen aufſtellen dürfen. Widrigenfalls
ollen die betreffenden Verbände aus dem Verbande
aus=
geſchloſſen werden. Der Vorſitzende hieß dann die
Er=
ſchienenen willkommen, darunter als Vertreter des
Reichs=
ſchatzamts Geheimen Regierungsrat Käſtner=Berlin. Er
ging ſodann auf das Geſetz über das
Petroleum=
monopol ein. Die Verſammlung billigte hierauf die
von der Detailliſten=Verſammlung angenommene
Reſolu=
tion über das Petroleummonopol.
Hierauf begründete der Vorſitzende, Bürgermeiſter
Eberle, folgende Reſolution: „Da trotz der
wieder=
holten ernſten Vorſtellungen des Reichsdeutſchen
Mittel=
ſtandstages und anderer bedeutſamer Vertretungen die
zuſtändigen Stellen keine geſetzgeberiſchen Maßnahmen
zum beſſeren Schutz der gewerblichen Betriebe gegen
Streikterrorismus und Boykott ergriffen
haben, richtet der 3. Reichsdeutſche Mittelſtandstag
noch=
mals das dringende Erſuchen an die deutſchen
Bundes=
regierungen und den deutſchen Reichstag, baldigſt durch
ein beſonderes Geſetz für einen wirkſameren Schutz
der Arbeitswilligen zu ſorgen und dem Miß=
brauch der Koalitionsfreiheit entgegenzutreten. Der
Reichsdeutſche Mittelſtandstag bedauert, daß die
Mehr=
heit der Reichstagsabgeordneten bei der Beratung der
An=
gelegenheit auf die tatſächlichen Verhältniſſe und
Bedürf=
niſſe des Gewerbes ſo wenig Rückſicht genommen hat, und
ſchließt ſich im übrigen den Vorſchlägen des 15. Deutſchen
Handwerks= und Gewerbekammertages in Halle an.”
Der Reſolution wurde ohne Debatte zugeſtimmt
ebenſo der folgenden Entſchließung: Der 3.
Reichs=
deutſche Mittelſtandstag ſieht in der Abwehr des in
Deutſchland vordringenden engliſch=amerikaniſchen
Tabak=
ruſts eine wichtige Aufgabe deutſcher Wirtſchaftspolitit
und vor allem deutſcher Mittelſtandspolitik.
Sodann begründete Bäckermeiſter Schönemann=
Dresden folgende Entſchließung: „Der 3.
Reichs=
deutſche Mittelſtandstag in Leipzig geht in der Frage
„Schutz von Handwerksbetrieben gegen Anſprüche der
Nachbarn wegen Beläſtigung durch Geräuſche” mit dem
Deutſchen Handwerks= und Gewerbekammertag in Halle
Hand in Hand und gibt dazu folgende Erklärung ab:
Die verſchiedenen Prozeſſe, die in jüngſter Zeit unter
Auslegung der Geräuſchparagraphen eine
tiefgehende Beunruhigung des Gewerbeſtandes
herbeige=
führt haben, veranlaſſen den 3. Reichsdeutſchen
Mittel=
ſtandstag zu Leipzig zu dem dringenden Erſuchen an die
geſetzgebenden Stellen, Maßnahmen in Erwägung zu
ziehen, um Handwerks= und Gewerbebetriebe gegen
un=
gerechtfertigte Anſprüche der Grundſtücksnachbarn zu
ſchützen. Insbeſondere legt er dagegen Verwahrung ein,
daß die geringen und nur kurze Zeit anhaltenden
Ge=
räuſche, die die Tätigkeit einer Knetmaſchine in
Bäckerei=
betrieben hervorruft, als unzuläſſig bezeichnet werden und
daß den Betrieben eine ſolche Maſchine von den
Gerich=
ten verboten wird.”
Die Entſchließung wurde angenommen. Nach
Be=
ſprechung von Organiſationsfragen, wobei die Fortſetzung
der Begründung von Landesausſchüſſen beſchloſſen wurde
berichtete der Geſchäftsführer des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Tiſchler=Innungsverbandes, Kükelhaus=Eſſen an
der Ruhr, über die Notwendigkeit einheitlicher
Kalkulationsgrundlagen. Er betonte in ſeinen
Ausführungen, daß die Feſtſetzung eines angemeſſenen
Preiſes nur auf Grund genauer Kalkulationen erreicht
werden könne. — Weiter referierte der Schriftführer des
Deutſchen Müllerbundes, Th. Fritſch=Leipzig, über den
Exiſtenzkampf des Müllergewerbes.
Der Vorſitzende für das Handwerk im
Landesaus=
ſchuß Rheinland und Weſtfalen, Kükelhaus=Eſſen, ſprach
über: „Wirtſchaftliche Gemeinſchaftsarbeit
von gewerblichem Mittelſtand, Induſtrie und
Landwirt=
chaft” — Vom Standpunkt der Induſtrie aus
behan=
delte dasſelbe Thema der Geſchäftsführer des
Zentralver=
bandes Deutſcher Induſtrieller, Regierungsrat Dr.
Schweighoffer=Berlin. Er betonte, daß Induſtrie und
Handwerk im Boden der beſtehenden Geſellſchaftsordnung
und der vorhandenen Staatsform wurzeln, und daß für
beide der grimmigſte Feind dort zu ſuchen ſei, wo der
Umſturz der heutigen Verhältniſſe erſtrebt wird. Es ſei
ein eigenartiger Zuſtand, daß bei uns wohl der religiöſe
und politiſche Friede durch Geſetze geſchützt ſind, nicht
aber der wirtſchaftliche Friede. Keiner neide den
Lohn=
arbeitern die Sicherſtellung gegen Krankheit, Unfall und
Invalidität. Aber die Laſten, die dadurch dem
Unter=
nehmer auferlegt werden, ſind manchmal unerſchwinglich.
In dem Verlangen einer weiſen Beſchränkung der
ſozia=
len Geſetzgebung ſeien Induſtrie und gewerblicher
Mittel=
ſtand völlig eins. Und das gleiche Intereſſe führe ſie auch
zuſammen in dem Kampf um das letzte große Ziel, um
die Erhaltung der heutigen Geſellſchafts= und
Wirtſchafts=
ordnung. Wenn von ſeiten der Sozialdemokratie und
ihrer Freunde immer wieder verſucht werde, die
wirt=
ſchaftlichen Grundlagen zu erſchüttern und hierdurch die
geſunde Weiterentwickelung unſerer nationalen Wirtſchaft
zu hindern, dann dürfte es an der Zeit ſein, daß ſich das
ſelbſtändige Unternehmertum im gewerblichen
Mittel=
ſtande, in der Landwirtſchaft und in der Induſtrie auf
Grund ihrer Lebens= und Wohlfahrtsintereſſen
zuſammen=
ſchließt und für die Wahrung dieſer Intereſſen eine
ge=
meinſame Kampfesfront bildet. — Als Vertreter der
Landwirtſchaft führte Reichstagsabgeordneter am
Win=
kel=Logau ebenfalls aus, daß auf vielen Gebieten die
Intereſſen der drei großen Berufsſtände gemeinſame ſeien,
Er iſt ferner der Ueberzeugung, daß alle ſoziale
Geſetz=
gebung uns nicht zum ſozialen Frieden führen wird, wenn
es uns nicht gelingt, die Zahl der ſelbſtändigen
Unter=
nehmer zu mehren und zu fördern.
Die Verſammlung nahm dann eine Reihe von
Refe=
raten entgegen. Bürgermeiſter Eberle=Noſſen behandelte
das Thema „Der angemeſſene Preis” und ferner den
heimlichen Warenhandel der Beamten. Zu letzterem
Vor=
trag wurde eine Reſolution angenommen, welche den
Warenhandel der Beamten verwirft, weil er dem Intereſſe
des Kaufmannsſtandes, dem Intereſſe des Staates und
dem Intereſſe der Beamten widerſpreche.
Juſtizrat
Dr. Baumert=Spandau, der Direktor des
Zentralverban=
des der Haus= und Grundbeſitzervereine Deutſchlands,
empfahl die Gründung von Pfandbriefinſtituten zur
Er=
haltung eines ſelbſtändigen Mittelſtandes. Damit fordere
der Hausbeſitzerſtand nur etwas, was der ländliche
Grundbeſitz ſchon ſeit mehr als einem Jahrhundert in den
Landſchaften beſitze.
Die Ausführungen der Redner, ſowie die
Reſolu=
tion wurden ohne Debatte gebilligt. Der Vorſitzende
ſchloß darauf die Tagung mit Dankesworten an die
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20. September d. Js. in Gernsheim ſtattfindenden landwirtſchaftlichen
Bezirksausſtel=
lung mit Tierſchau, veranſtaltet vom Landwirtſchaftskammerausſchuß für die Provinz
Starkenburg, eine Verloſung von Zuchtvieh und land= und hauswirtſchaftlichen
Gegen=
ſtänden zu verbinden.
Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
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ſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 5000 Loſe zu 1 Mk.
das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 600
— nach Abzug des
Reichs=
ſtempels — des Bruttoerlöſes aus dem Verkauf der Loſe zum Ankauf von
Gewinn=
gegenſtänden zu verwenden ſind. Der Vertrieb der Loſe in den Provinzen
Starken=
hurg und Rheinheſſen iſt geſtattet.
(17751
Bekanntmachung,
betreffend die Abgabe von topographiſchen Karten des Großherzogtums Heſſen.
Die nachſtehend verzeichneten topographiſchen Karten von Heſſen können zu
den gewöhnlichen, im Verzeichnis in Klammern geſetzten Preiſen von Jedermann durch den
Buchhandel oder direkt durch die Buchhandlung des Großherzoglichen
Staats=
perlags zu Darmſtadt, Rheinſtraße Nr. 15, bezogen werden. Die Lieferung der
Karten durch die genannte amtliche Stelle erfolgt in der Regel nur gegen Barzahlung
oder Poſtnachnahme unter Aufrechnung der Verpackungs= und Portokoſten.
Zum Dienſtgebrauche oder für ſonſtige, unten näher bezeichnete gemeinnützige
Zwecke können dieſe Karten jedoch nur durch Vermittlung des Großh. Kataſteramts
zu Darmſtadt zu den im Verzeichnis angegebenen ermäßigten Preiſen bezogen werden.
Die Abgabe ſolcher Karten darf nur zum eigenen Gebrauche der Bezugsberechtigten
erfolgen. Hinterziehungen dieſer Vorſchrift ſind ſtrafbar.
Der Bezug der Karten zu den ermäßigten Preiſen iſt zuläſſig für:
1. alle im aktiven Dienſte ſtehenden Offiziere und die Offiziere des
Beurlaubten=
ſtandes zum Dienſtgebrauche ſowohl, wie zum perſönlichen Gebrauche;
und Ziolbehörden, Beamte jedoch nur durch
Ver=
mitlung ihrer Behörden:
3. alle öffentliche Lehranſtalten zum Gebrauche der Lehrer und Schüler, für die
übrigen Schulen jedoch nur durch Vermittlung der betreffenden Bürgermeiſterei,
des Kreisſchulinſpektors oder des Kreisamtes;
4. Vereine, die dem Sport, vaterländiſchen Zwecken, der Wiſſenſchaft oder der
Volksbildung dienen, Jugend= und Wandervereine und dergleichen für den
vereinsmäßigen Gebrauch der Mitglieder.
Preis=Verzeichnis der Karten.
a) Höhenſchichtenkarte 1:25000. Lithographie, Gelände in braunen
Schicht=
linien, Gewäſſer blau und alle übrigen topographiſchen Einzelheiten im
Schwarzdruck. Ermäßigter Preis pro Blatt Mk. 1.00 (gewöhnlicher Preis
Mk. 2.00).
b) Heſſiſche Generalſtabskarte 1:50000. Gelände in Bergſtrichen.
Litho=
graphiſcher Schwarzdruck. Ermäßigter Preis pro Blatt Mk. 0.75 (
gewöhn=
licher Preis Mk. 1.50).
c) Dieſelbe 1:50000 mit rot gedruckten Flur= und Gemarkungsgrenzen.
Ermäßigter Preis pro Blatt Mk. 0.75 (gewöhnlicher Preis Mk. 2.10).
ch Kreisenkfernungskarte 1150 000, Für jeden Kreis des Landes durch
Ueberdruck aus der unter bgenannten Karte zu einem Blatt zuſammengeſetzt.
Die Entfernungen der Straßen in Rotdruck, dieſenigen der Eiſenbahnen in
Schwarzdruck. Ermäßigter Preis pro Blatt Mk. 1.25 (gewöhnlicher Preis
Mk. 2.75).
e) Einzelne Exemplare der Ueberſicht der Blatteinteilung und dieſer
Bekannt=
machung, ſowie vorgedruckte Beſtellarten können durch das Großherzogliche
Kataſteramt unentgeltlich bezogen werden.
Darmſtadt, den 21. Auguſt 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(17750
J. V.: von Werner.
Antiche Rachrichten des Großſ. Poliekante Darmnadt,
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunder In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Foxterier. Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(17755
Bekanntmachung.
Die Bruſtſeuche in der Pferdeſtallung des Hauſes
Eſcholl=
brücker Straße Nr. 10 iſt erloſchen.
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1913.
(17362
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
3
Serſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, 27. Auguſt 1913, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigsalle‟,
Ober=
gaſſe, zwangsweiſe gegen Barzahlung:
3) beſtimmt: Eine große Partie in= und ausländiſcher
Liköre, deutſche und franzöſiſche Kognaks, Rhein= und
Moſelweine, Bordeaux= u. Südweine (Portw., Madeira,
Malaga, Marfala, Sherry), Medizinal=Ungarweine,
alkoholfreie Getränke, diverſe Spirituoſen, als:
Stein=
häger, Kirſch= und Zwetſchenwaſſer, Arak, Rum, Punſch
uſw., ferner eine große Partie Schokolade und Tee,
loſe und verpackt, ca. ein Pfund Vanille in Stangen
u. a. m.
b) vorausſichtlich: 21 Bände Meyers Lexikon, ſowie
ver=
ſchiedene Hausmobilien:
(17775
Kapp,
Großh. Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
Der Mnlaf un
iſt aufgenommen worden.
Roggen und Hafen=
(IV,17745
Proviantamt Darmſtadt.
Unser Architekturbureau
nebst Privatwohnung
befindet sich von heute ab
(17747
Mal 67/
elafneggt
Kartstrasse 60, I. St., Tel. 210.
Eduard Harres, Julius Harres,
Architekten.
zee
Steinkohlen=Bezügsgefenſchaft „Bertet
Diejenigen Mitglieder, die mit den verfallenen Raten
— einſchl. Auguſt — noch im Rückſtande ſind, werden um
baldgefl. Bezahlung erſucht, andernfalls Mahnung
er=
folgen wird. Ebenſo ſollten etwa noch nicht erfolgte
Be=
ſtellungen der Kohlen u. Briketts für kommenden Herbſt
u. Winter in aller Kürze geſchehen, da ſonſt auf pünktliche
(17785if
Lieferung nicht gerechnet werden kann.
Darmſtadt, 25. Auguſt 1913. Der Vorſtand.
Volkert’s Anstands- und Tanzlehr-Institut
Elisabethenstr. 17, I., Ecke Wilhelminenstrasse.
Liste zum Einzeichnen für die Winterkurse liegt jederzeit offen
Sämtliche maßgebenden Neuerscheinungen, auf dem
Gebiete des gesellschaftlichen Tanzes sind in unseren Lehrplan
(16532a
aufgenommen.
H. Volkert und Tochter.
— Privat-Unterricht jederzeit.
Vor-steep, One-steep,
Unterricht in modernen Tänzen.
Ragtime. Pariser und Berliner Tango.
Kärlöopſern.
Kaiſerkrone, per Ztr. 3.25 Mark.
Zwickauer, 25 Pfund 1 Mark.
Aepfel u. Zwetſchen ſehr billig.
Hofmann, Karlſtraße 26. (*6618
Offeriere alle
Bitte aufmerken! Futter und
Hilfsmittel. Wilh. Göbel,
Pan=
kratiusſtr. 48, Tierklinik. (*6613im
Abonnenten
auf alle Zeitſchriften werden
angenommen.
(*6658
Frei ins Haus.
Pünktliche Lieferung.
. Beutke, Rheinstr. 2.
Die Ausführung der Erd=,
Maurer=, Steinhauer= uſw.
Arbeiten zur Erbauung einer
Bahnſteigunterführung auf
Bahn=
hof Mannheim=Waldhof ſoll im
ganzen vergeben werden.
Bedingungen und Zeichnungen
können im Bureau des
unterzeich=
neten Betriebsamts (Zimmer Nr. 7)
eingeſehen werden.
Angebotsformulare werdengegen
poſt= und beſtellgeldfreie
Einſen=
dung von 80 Pfg. (nicht in Brief=
(IV,17744
marken) abgegeben.
Angebote ſind bis zum
Eröff=
nungstermin, Donnerstag, den
11. September ds. Js., vormittags
11 Uhr, poſtfrei, verſchloſſen und mit
entſprechender Aufſchrift verſehen,
einzuſenden. Es werden nur ſolche
Unternehmer berückſichtigt, welche
Mitglied einer
Berufsgenoſſen=
ſchaft ſind.
Zuſchlagsfriſt 3 Wochen.
Worms, den 22. Auguſt 1913.
Großh. Heſſ.
Eiſenbahnbetriebs=
amt 2.
Bekanntmachung.
Freitag, 5. September 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby dahier zugeſchriebenen
Lie=
genſchaften:
Flur Nr. qm
XIX 265 2199 Acker oberſte
Golläcker,
XIX 316 2634 Ackeram
Pfung=
ſtädter Weg,
LXVII 18 962 Wieſe, die
Ru=
dolfswieſe,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße Nr. 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung wird auch dann erfolgen,
falls kein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 15. Auguſt 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI,17773
Bekanntmachung.
Dienstag, 23. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Jakob Gebhardt
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr.
qm
II 1220 118 Hofreite Neue
Freneſtr. 3,
II 1229 37=Grabgarten
da=
ſelbſt,
35 Grasgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K66/12
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfoigen, wenn das einge
legte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, 6. Auguſt 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V.16675
225
Frabkartolein.
25 Pfd. 1 Mk.,
Kaiſerkrone Zent. 3,50 Mk.
(17050a
empfiehlt
un
Ed. Türtmann
Grafenſtraße 19. Tel. 1425.
Die Arbeiten zur Erbauung
einer Wegüberführuns in
km 28, 678 der Strecke Mainz=
Frankfurt (Main) und zur
Her=
ſtellung der Wegeanlagen
da=
ſelbſt ſollen öfſentlich vergeben
werden.
Die Verdingungsunterlagen
kön=
nen auf Zimmer 8 des
Betriebs=
amtes eingeſehen und, ſoweit der
Vorrat reicht, gegen porto= und
beſtellgeldfreie Einſendung von
M. 1,60 in bar bezogen werden.
Zeichnungen liegen daſelbſt zur
Einſicht offen. Die Eröffnung der
geſchloſſen, gebührenfrei mit der
Aufſchrift: Angebot zur Erbauung
einer Wegüberführung inkm 28,678
der Strecke Mainz=Frankfurt
(Main)” verſehenen und an das
Eiſenbahnbetriebsamt Mainz
einzuſendendenAngeboterfolgt am
11. September 1913,
vormit=
tags 10 Uhr, in Gegenwart
er=
ſchienener Bewerber. Später
ein=
gehende Angebote werden nicht
berückſichtigt. Zuſchlagsfriſt drei
Wochen.
(IV,1725
Mainz, den 21. Auguſt 1913.
Großherzogliches Betriebsamt.
Zuverk. Gr. Markiſe m. Stangen,
Sofa, Gasherd, ½ Geige,
Salon=
ſchrank Hügelſtr. 69, III. (*6657
Weg. Umzug bill. abzug.:
Bronze=Lüſter mit Hängegaslicht,
zwei 6=Ampere Bogenlampen,
(17741
großes Firmenſchild
Arnold-Rode, Ernſt=Ludwigſtr. 18.
Faſt neuer Kinderwagen für 12 Mk.
(*658s
66 und verſch. andere
Mäekundl Schreibmaſchin.
ſehr bill. abzugeben. Fr. Rühl,
Kranichſteinerſtr. 591/10. (17676a
An unſer Handelsregiſter, Abtei=
J lung B, wurde heute unter
Nr. 99 die Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung unter der
Firma:
Deutſche Sommer=
Flug=
zeugwerke, Geſellſchaft mit
beſchränkter Haftung, und
mit dem Sitz in Darmſtadt,
eingetragen.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt die Herſtellung und der
Ver=
trieb von Flugzeugen, die
Betei=
ligung an allen mit dem
Flug=
weſen in Verbindung ſtehenden
Unternehmungen und
Veranſtal=
tungen, ſowie allgemein der
Be=
trieb aller direkt oder indirekt
da=
mit zuſammenhängenden
Handels=
geſchäfte:
Das Stammkapital beträgt:
100 000 Mark.
Geſchäftsführer ſind:
Robert Sommer, Architekt
in Bensheim,
Karl Müller Diplom=
In=
genieur in Auerbach a. B.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
14. Auguſt 1913 feſtgeſtellt.
Die Geſellſchaft wird durch zwei
Geſchäftsführer vertreten, die jeder
für ſich zur Vertretung der
Ge=
ſellſchaft befugt ſind.
Von den Geſellſchaftern bringen
in die Geſellſchaft ein:,
1. Robert Sommer, Architekt in
Bensheim a. B., ſämtliche von ihm
geſchaffenen Konſtruktionen von
Flugmaſchinen und Flugzeugteilen,
die darauf bezüglichen Zeichnungen
und insbeſondere alle ſeine Rechte
über die Benützung und
Aus=
führung ſeiner Konſtruktionen, die
Werkzeuge und
Werkzeugmaſchi=
nen, die er bei ſeinen auf das
Flugweſen gerichteten Verſuchen
benutzt hat, ferner ſeine
vorhande=
nen Materialien, wofür ihm auf
ſeine Stammeinlage 49500 Mk.
angerechnet werden.
2. Karl Müller, Diplom=
In=
genieur in Auerbach a. B., die
ihm gehörigen Flugzeuge und
Flugzeugteile, wofür ihm auf ſeine
Stammeinlage 25000 Mk. ange=
(17740
rechnet werden.
Oeffentliche Bekanntmachungen
der Geſelſchaft erfolgen im
Deut=
ſchen Reichsanzeiger.
Darmſtadt, 22. Auguſt 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
(mf
Santäterat
17732
oi
BrHablelt
hat ſeine ärztliche Tätigkeit
wieder aufgenommen.
Von der Reise
zurück!
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Dentist (B17640
Hoffmannstraße 23.
Von der Reise zurück
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Dr. Hollaender.
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Dentist (B17737
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ſchränke, Diplomaten=Schreibtiſch,
Bücherſchrank, Diwans,
Spiegel=
ſchrank (zweitür.), Sofa, Vertikos,
Waſchkommode, Flurgarderoben,
Küchenſchrank, vollſt. neue
Küchen=
einrichtung, Seſſel,
Damenſchreib=
tiſche, Konſolſchränkchen, Tiſchealler
Art, Stühle, Spiegel, Bilder, große
Vogelhecke, Gasherd, vollſt. Betten,
einz. Betteile u. vieles Ungenannte
billig abzugeben bei Jul. Lich,
Alexanderſtraße 3.
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(Meſing)
mirgn
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(S.
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ab=
zugeben.
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Schöne Ladeneinrichtung paſſ.
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Riegerplatz 8, part. (*6607
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Geſchäft dieſer Art am Platze.
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Polſtermöbeln
gewiſſenhaft und reell in
eigener Werkſtätte.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Nummer 199,
A
GBAEEMSIR-ZEGHEBHEINSIR-
(- 35 Mk. 2.)
Ab Dlenstag
den 26. Auguſt
Mur -Tage
Die große
Senlarion
Unſer neues
Rieſen=Programm
Der
RogMmfo
Verrentte.
Großes Kriminal= und
Detektiv=Drama
in 3 Akten.
Unter den größten Koſten
haben wir dieſen Film für
Darmſtadt verpflichtet u.
ſomit dem größten Teile
des hieſigen Publikums
Rechnung getragen. Dieſer
Film, ein Meiſterwerk
mo=
dern. Lichtſpielkunſt, führt
uns in die Strafkolonie
nach Neu=Caledonien, dem
Sammelpunkte der größten
Verbrecher, die hier unter
den härteſten Bedingungen
ihre Strafe abbüßen. Der
Held unſres Dramas kehrt
nach 10jähr. Strafarbeit in
die Heimat. Doch auch hier
hat ſich alles gegen ihn
verſchworen. Ein neues
Verbrechen, an welchem er
ſchuldlos, wird auf ihn
ab=
gewälzt und nun beginnt
eine neue Jagd nach dem
unglücklichen Menſchen.
Die größten Detektivs
wer=
den auf ſeine Spur geſetzt
u. nun entſpinnt ſich eine
aufregende Verfolgung zu
Waſſer und Land.
Wir wollen das Ende
un=
ſeres Dramas nicht
ver=
raten, doch iſt es das Beſte,
was in dieſer Art geboten
werden kann.
Die Senſationder
Gegen=
wart.
Das Tagesgeſpräch
Darmſtadts.
Ein Hilferuf.
Tiefergreifendes Drama.
Der Lebensretter.
Reizend geſpielte Komödie.
Der große
Einlage=Schlager:
Der Roman
eines armen
Mädchens.
Großes modern.
Sitten=
drama in 3 Akten.
Auch heute geben wir dieſes
Drama, ein Meiſterwerk
deutſcher Lichtſpielkunſt,
unſerem Publikum als eine
hervorragende Einlage.
Glänzende Spielweiſe, fein
durchdachte Inſzenierung,
zeichnen dieſes Drama aus.
Schon der Titel läßt uns
auf etwas ganz Beſonderes
gefaßt ſein u. bereitet auch
dieſer Film nicht die
üb=
lichen Enttäuſchungen.
Srannend. Sensationell. Spannend.
Weitere Humoresken,
Naturaufnahmen u.
Dra-
men vervollständ. dieses
Riesen-Programm.
Ab heute findet täglich
bei uns
Künstier-
Konzert
ſtatt. (*6617
Darmstadt (*6646
Rheinstr. 2
Rheinstr. 2
Von Dienstag bis Freitag
Riesenprogramm
Grossmutters Lampe
Sehr spannende Episode aus
dem österreich.-italienischen
Kriege. — 3 Akte.
G
Die Auswahlsendung
Komödie. — Alles lacht.
Iron
Die Mennende Mühle
Sehr ergreifendes Drama.
Humoristisch.
Lachen.
Lachen.
Als besondere Einlage:
Die schwarze
Maske
Ein Sensationsdrama
in 3 Akten.
Spannend. Spannend.
Dieses Programm bringt noch
diverse Einlagen.
Aenderungen vorbehalten.
I. Platz 65 Pfg., II. Platz 35 Pfg.,
III. Platz 19 Pfg.
Gut ventilierter Aufenthalt.
Inhaber: Georg Brand.
696
Residenz
Man
6.
Mhedter
am weissen Turm.
Ab heute
Vollständig neues
Programm!
Unter anderem:
Spionage-Roman in
3 Akten (Cines).
Anklänge an den Fall Redl.
Einlage:
W T
der Zukdntr
Drama in 2 Akten
von Leon Gaumont.
Täglich Konzert
Salon-Damen-Orchester „Seewaldée
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fohlen: Wöchentlich 1mal. Waſchen
des Haares mit Zucker’s kom
biniertem Kräuter-Shampoon
(Pak. 20 ₰), daneben möglichſt täg
liches kräftiges Einreiben des
Haar=
bodens mit Zucker’s Original=
Kräuter-Haarwasser (Fl. 1.25
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4 nach Mainz 1255 Uhr (4. Klaſſe —70 Pfg.); zur Teilnahme
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M
M
Nadrennbann
2
am Sonntag, den 31. August 1913,
M
nachmittags 3 Uhr:
A
M 4 Dauer-Rennen
hinter grossen Schrittmachermotoren.
M0
Motorrennen — Clubrennen — Wander-
20
preisfahren — Tandemrennen.
A
Rennen hinter Tandemführung.
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Vorverkauf und Eintrittspreise siehe
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haben freien Zutritt gegen Vorzeigung der Mitglieds=
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Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.
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Diner von ½12 bis 2 Uhr
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Ochsenfleisch, garniert
Kalbsrücken, Salat u. Kompotte
Dessert
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Souper
von 6 bis 10 Uhr
Mk. 1.20
Russische Eier
Spezial-Postplatte
Obst oder Käse
Menu 1.20 (im Abon. 1.10):
Suppe, 2 Gänge nach Wahl
und Dessert.
Menu 80 ₰ (i. Abon. 70 ₰):
Suppe, 1 Gang nach Wahl
und Dessert.
Beichhaltige Abendkarte
Spezialplatten, sofort fertig z. Servieren, 60 Pf. bis 1 M.
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jeder Coupon 88 Pfg.
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Nummer 199.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Seite 13.
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Ei=
ſen=Mangan=Kochſalzquelle) hat
mir bei einem alten
g
Frademleiden
u. chron. Blaſenkatarrh ſehr
wert=
volle Dienſte geleiſtet, die Schmerzen
und Schärfen völlig genommen und
eine wunderbare Kräftigung der
leidenden Teile bewirkt. Ich hätte
einen ſolchen Erfolg nie für möglich
gehalten, habe mich nie ſo wohl und
geſund gefühlt, wie jetzt nach der Kur
mit Ihrer Wunderquelle. Dieſelbe
wirkt vor allem glänzend auf die
Tätigkeit der Nieren, reinigt das
Blut und die Säfte. Seit ich Ihren
Markſprudel trinke, bin ich auch
völ=
lig von meinen
Menſtruations=
beſchwerden, die mich jahrelang in
ſchrecklichſter Weiſe quälten, befreit.
Fr. R. L. 'Aerztl. empf. Fl. 65 u. 95 Pf.
in der Engros=Niederlage Friedr.
Schaefer u. in der Hofdrogerie Chr.
Schwinn, Rheinſtr. 8. (IV,11266,92
Wie wir vergeben unſern
Schuldigern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
30
Er ſah, wie ihre Finger zitterten, während ſie ihm
einige Stellen in den Noten zeigte und erklärte, wie ſie
ſie geſpielt zu haben wünſchte, und er ſchob ihre Erregung
auf das Lampenfieber.
Iſt es nicht vielleicht doch etwas gewagt, gnädige
Frau, dieſe Lieder zu nehmen?
Ich weiß — ich weiß — ſie paſſen nicht in die heitere
Sommerſtimmung, aber ſie liegen mir! Es klang faſt
trotzig. Er meinte, die Künſtlerinnen=Eitelkeit
herauszu=
hören, und beeilte ſich zu begütigen:
Ich
Das wollte ich nicht ſagen, gnädige Frau
meinte nur, wir hätten ſie vorher wenigſtens einmal
durchüben ſollen.
Ach nein — nein, wehrte ſie ab, es wird ſchon gehen.
— Es muß gehen! — Ich bin ziemlich ſicher, wenn Sie
nur die Freundlichkeit haben wollen, ſich meinem Tempo
anzupaſſen.
Er holte ihr ein Glas Sekt. Sie nahm es dankend
und trank es in einem Zuge aus. Und während vorn
auf dem Podium ein berühmter Violinvirtuoſe ſeine
bra=
vouröſen Stücke ſpielte und eine Hofſchauſpielerin heitere
eetente e ete eneren
mal haſtig ihre Lieder durch.
Dann trat ſie hinaus, vollkommen gefaßt. Das war
bei ihr immer ſo. Im entſcheidenden Augenblick gewann
ſie ihre Ruhe und die Herrſchaft über ſich zurück.
Langſam ſchritt ſie zum Flügel. Die Silberſtickerei
ihres Gewandes, ſo diskret ſie war, gleißte und ſchillerte
märchenhaft auf dem ſchwarzen Grunde. Den Hut hatte
ſie abgelegt. Ihr ſchönes kaſtanienbraunes Haar bauſchte
ſich mit ſeinen reichen natürlichen Wellen diademartig über
ihrer Stirn. Ihr beinahe ſteinern unbewegliches Geſicht
und die ſchönen Arme, deren Rundung ſich unter dem
duftigen Kleiderſtoff deutlich abzeichnete, waren wie aus
Marmor gemeißelt. Um den Nacken ſchlang ſich die
ein=
fache Schnur mittweißer Perlen mit der Kapſel, in der
ihres Mannes Bild eingelaſſen war. Sie hätte nur ſtill
da oben zu ſtehen brauchen und wäre der Bewunderung
des ganzen Saales gewiß geweſen.
Ein raſcher Blick aus ihren dunklen Augen glitt über
die erſten Sitzreihen im Zuſchauerraum. Eberhardt von
Drewensberg befand ſich nicht mehr dort, aber da ſaß
Bri=
gitte von Steltz und nickte ermunternd zu ihr hinauf, und
die Baroneſſe Zeſina flüſterte ihrem Vetter, dem General,
eine Bemerkung zu, die ſich wohl auf Anita beziehen
mußte, denn ſie blickten darauf à tempo nach ihr hin.
Der General ſalutierte lächelnd und die Baroneſſe winkte
emphatiſch mit dem Fächer,
En Anies Grſch nite ſin Mien. De Beulck.
tung begann ganz pianiſſimo, langſam zu einem
Cres=
cendo anſchwellend und darauf wieder ins Pianiſſimo
zurückfallend. Dann ſetzte ſie, die Fülle und Kraft ihrer
Stimme mühſam bändigend, mit einem dunklen, weichen
Ton ein:
„Es bellen die Hunde, es raſſeln die Ketten,
Es ſchlafen die Menſchen in ihren Betten,
Träumen ſich manches, was ſie nicht haben,
Tun ſich im guten und argen erlaben —
Und morgen früh — iſt alles zerfloſſen!“
Ergreifende, berückende Töne, vom Grunde der Seele
heraufdringend. Man war gar nicht dazu gekommen, ſich
zu wundern, daß an Stelle eines beſcheidenen Volkslieds
dieſes Schubertlied erklang, die herrliche Stimme hatte
alle Anweſenden ſofort in ihren Bann gezogen.
„Je nun — ſie haben ihr Teil genoſſen,
Und hoffen, was ſie noch übrig ließen,
Doch wieder zu finden auf ihren Kiſſen.”
Wieder eine Pauſe im Geſang. Die Muſik ſpielte allein
weiter. Anita blickte in Augen hinab, die verzückt,
hin=
geriſſen, begeiſtert zu ihr aufſahen. Andere waren
ge=
ſenkt, aber die Ergriffenheit ſprach aus den Mienen ihrer
Beſitzer. Da war kein teilnahmsloſes, kaltes, kritiſches
Ge=
ſicht, ihre Seele hatte bereits den Konnex mit den Seelen
ihrer Zuhörer gefunden. Das riß ſie ſelber zur
Begeiſte=
rung hin. Jetzt ſang ſie nicht mehr als die Drewensberg,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Auguſt 1913.
Nummer 199.
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die es ihrem Namen ſchuldig war, Gutes zu leiſten —
allein ihrer hohen, herrlichen Kunſt zuliebe ſtand ſie da.
Ihr zu Ehren mußte ſie ihr Beſtes bieten.
„Bellt mich nur fort, ihr wachen Hunde,
Laßt mich nicht ruh’n in der Schlummerſtunde.”
Es klang wie ein Ruf der Verzweiflung, der manchem
Zuhörer einen Schauer durch die Glieder rieſeln ließ.
„Ich bin zu Ende mit allen Träumen,
Was will ich unter den Schläfern ſäumen.”
Die Wiederholung erſtarb in einem Hauch. Und unten
fuhr Baroneſſe Zeſina mit dem Taſchentuch über die Augen
und erklärte ihrem Vetter: Ich bin nicht für die
Rühr=
ſeligkeit, aber ich könnte heulen wie ein Schloßhund.
Eine ganze Weile verging, ehe eine Hand wagte, durch
Beifallsklatſchen die weihevolle Stimmung zu ſtören, als
dann aber endlich die Hausfrau das Zeichen zum Applaus
gab, da brach er mit elementarer Gewalt hervor. Anita
mußte ſich wieder und wieder verneigen. Sie tat es ganz
mechaniſch. Ihr Geſicht, das während des Geſanges ſo
beſeelt geweſen war, erſchien wieder ſtarr. Nur in ihrem
Auge war Leben, ein flackernder, ſuchender Blick. Jetzt,
da ſie ſelber nicht mehr unter dem Banne ihres Liedes
ſtand, hatten ſofort wieder die alten Aengſte Beſitz von ihr
ergriffen. War Eberhardt von Drewensberg da unten im
Saal? Fieberiſch forſchend glitt ihr Blick die Reihen der
Zuhörer entlang, und da — endlich hatte ſie ihn entdeckt.
Er ſaß ganz allein abſeits in einer Fenſterniſche in ſich
zu=
ſammengeſunken in einem Seſſel. Der Arm ſtützte ſich auf
das Fenſterbrett, das Geſicht war von der Hand beſchattet.
Er applaudierte nicht. Flüchtig irrte ihr Blick über ihn
hin, keine Miene verriet, daß ſie ihn geſehen hatte.
Und mit derſelben ſtarren äußeren Ruhe trat ſie
wie=
der zum Flügel und ſang:
„Was vermeid’ ich denn die Wege, wo die andern
Wanderer geh’n?
Suche mir verſteckte Stege durch verſchneite Felſenhöhn?
Habe ja doch nichts begangen, daß ich Menſchen ſollte
ſcheu’n?
Welch ein törichtes Verlangen treibt mich in die
Wüſtenei’n?
Weiſer ſtehen auf den Wegen, weiſen auf die Städte zu,
Und ich wandere ſonder Maßen, ohne Ruh’ und ſuche
Ruh.
Einen Weiſer ſeh’ ich ſtehen, unverrückt vor meinem Blick,
Eine Straße muß ich gehen, die noch keiner ging zurück. . .
Man applaudierte wieder ſpontan. Der Prinz ſtand.
auf, trat ans Podium und reichte ihr mit ritterlicher
Hul=
digung einen herrlichen Roſenſtrauß. Sie dankte, ſich
ver=
neigend. Jetzt lächelte ſie aber als ſie den Strauß in
Empfang nahm, glitt ihr Blick blitzſchnell zu Eberhardt
von Drewensberg hinüber. Er hatte ſich aus ſeiner
ver=
ſunkenen Stellung aufgerichtet und ſah ſtarr zu ihr
hin=
über. Sein Geſicht war blaß und hatte einen müden Zug.
Wunderbar, gnädige Frau, ſagte der Prinz, Sie
haben uns alle vollkommen bezaubert. Ich verſtehe nicht,
wie ſo viel Kunſt und Schönheit bisher ſo in der
Ver=
borgenheit blühen konnten, daß wir auch nicht einmal eine
Ahnung von ihrer Exiſtenz hatten. — Sie ſind eine
Schwä=
gerin des Herrn Eberhardt von Drewensberg, wie er mir
ſagte. Ich ſchätze ihn als Menſchen wie als Gelehrten
hoch und freue mich, eine ſo nahe Verwandte von ihm
kennen zu lernen. Aber — warum ſingen Sie uns lauter
ſo ſchwermütige Lieder? Das überlaſſen Sie doch uns
Alten. Sie ſind noch ſo jung, und das Leben liegt noch
wie ein Roſengarten vor Ihnen. Wenn es Ihnen möglich
iſt, erfreuen Sie uns noch mit einem heiteren Geſang.
Eberhardt von Drewensberg war aufgeſtanden,
lang=
ſam ſchritt er an den Sitzreihen entlang. Wollte er den
Saal verlaſſen? — Auch ſeine Bewegungen waren müde,
in ſeinem Antlitz ſtand, mit ſcharfem Griffel eingegraben,
ein Ausdruck ſchweren Seelenleidens.
Und es wallte heiß in ihr empor war’s Zorn,
war’s Teilnahme oder gar Mitleid? Sie gab ſich keine
Rechenſchaft darüber. Sie fühlte nur, daß er nicht gehen
durfte mit dieſem tiefunglücklichen Geſicht, daß ſie ihn
hal=
ten wollte um jeden Preis.
Er hat ſich vor dem Prinzen zu dir bekannt, erklang es
in ihrem Innern. Sie atmete tief auf. Raſch ſchlug ſie die
Blätter des Notenheftes um und wählte auf des Prinzen
Wunſch ein heiteres Lied: Goethes „Raſtloſe Liebe‟
und erſchrak dann vor ihrer Wahl, als ihr beim Singen
erſt wieder der Text dieſes Jubelgeſanges der Liebe zum
Bewußtſein kam:
„Dem Schnee, dem Regen,
Dem Wind entgegen,
Im Dampf der Klüfte,
Durch Nebeldüfte,
Immerzu! Immerzu!
Ohne Raſt und Ruh’!
Lieber durch Leiden
Möcht’ ich mich ſchlagen,
Als ſo viel Freuden
Des Lebens ertragen.
Alle das Neigen
Von Herzen zu Herzen,
Ach wie ſo eigen
Schaffet das Schmerzen!
Wie ſoll ich fliehen?
Wälderwärts ziehen.
Alles, alles vergebens!
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh!!
Liebe biſt du!“
Hinreißend, jubelnd, voll Feuer und Leidenſchaft
hatte ſie es geſungen, ihr Geſicht, ihre ganze Geſtalt
be=
ſeelt von dem Liede. War das dieſelbe Frau, die vorher
mit ſo ergreifend echtem Schmerz die Lieder der Trauer
zum Ausdruck gebracht, und dann wieder mit ſo ſtarrer
Miene da oben geſtanden hatte, als ob ihr Inneres tot
und die ganze Welt ihr gleichgültig ſei?
Bravo — bravo! erſcholl es aus dem Saale. Man
jubelte ihr zu. Ein wahrer Begeiſterungstaumel hatte
das vornehme Auditorium gefaßt, das doch wahrlich
ge=
wöhnt war, hohe Anſprüche an ſeine Sangeskünſtler zu
ſtellen. Sie iſt unvergleichlich! — Göttlich! — Ein
Phä=
nonen! — Ein Stern allererſter Ordnung! Man blickte
ſie mit feuchten Augen an und debattierte durcheinander.
(Fortſetzung folgt.)
Jeder Eug ein
Saen
Zen
5
u
12
Se
S
2
EieAkE!
mik seidlenen Samet
Wappenbilder-Heilagen.
I,15308
fen und mit 34,70 Meter als Dritter im Diskuswerfen
plazieren. Burtſchel, dem die tiefe Raſenbahn nicht
zu=
ſagte, konnte ſich im 100=Meter=Seniorlaufen mit 11,4 Sek.
als Zweiter und im 50=Meter=Lauf mit 6,4 Sekunden als
Dritter plazieren, obwohl er jedesmal einen halben Meter
zurückgeſtellt war.
sr. Leichtathletik. Wettmarſch Wiesbaden-
Homburg. Der Bäder=Wettmarſch, den der Deutſche
Athletic=Bund am Sonntag auf der etwa 55 Kilometer
langen Strecke von Wiesbaden über Höchſt und Soſſenheim
nach Bad Homburg veranſtaltete, ging bei heißem Wetter
vor ſich und wurde von dem Berliner R. Heiduck in
4 Std. 52 Min. 8 Sek. überlegen gewonnen. Dem
Star=
ter ſtellten ſich 22 Läufer, von denen 13 das Ziel in der
Maximalzeit erreichten. Der ſüddeutſche Läufer Galm
übernahm bald nach dem Start die Führung, die er aber
nur bis Höchſt erfolgreich verteidigte, wo er einem Angriff
von Heiduck erlag. Der Berliner vergrößerte ſeinen
Vor=
ſprung ſtändig und paſſierte mit etwa 9 Minuten
Vor=
ſprung vor Galm=Offenbach als Sieger das Ziel. Dritter
wurde Greber=Höchſt vor Göhringer=Hamburg und Kohl=
Wiesbaden.
Die leichtathletiſchen Wſetztkämpfe die
der Verein für Bewegungsſpiele am Sonntag
veranſtal=
tete wurden bei dem ſchönen Wetter von etwa 3000
Per=
ſonen beſucht. Das Ereignis des Tages war der Sieg
des B.=F.=C. Preußen im 3000 Meter=
Stafet=
tenlaufen, die mit 8 Min. 3 Sek. einen neuen
Re=
kord aufſtellte. Zweiter wurde der Berliner Sport=Klub
450 Meter zurück vor dem Sportklub Marathon=Leipzig
Die 4 mal 100 Meter=Stafette gewann der Berliner
Sport=
klub in 44 Sek. vor dem Leipziger Ballſpielklub und dem
Verein für Bewegungsſpiele=Leipzig und ebenfalls auch
die Olympiſche Stafette in 3 Min. 44¾/10 Sek. vor dem
Ver=
ein für Bewegungsſpiele=Leipzig und dem Sportklub
Ar=
minia=Leipzig. Der Olympiakämpfer Saariſto (Berliner
Sportklub), ſiegte im Speerwerfen und im
Stabhoch=
ſprung. Der mitteldeutſche Meiſter Förſter=Magdeburg
belegte den erſten Platz im Hochſpeung mit 1,75 Meter=
Im 100 Meter=Laufen unterlag der mitteldeutſche Meiſter
Trinkler gegen den Berliner Skowronek in 11 Sek., im
7500 Meter=Laufen ſiegte der Berliner Vietz in 24 Min.
53 Sek. vor dem Leipziger Wagner und Lüdicke=Mittweida
Im 400 Meter=Laufen ſiegte der Berliner Reuther vor
dem Leipziger Huth in 51,7 Sek. Stüwer=Chemnitz ſchlug
im 1500 Meter=Laufen in 4 Min. 30 Sek. den Leipziger
Ludwig und den Berliner Olaff.
* Lawn=Tennis=Turnier zu Bad Nauheim. Die
Er=
gebniſſe des Sonntag abend zu Ende gegangenen
Nau=
heimer Lawn=Tennßs=Tfurniers ſind: Herren=Einzel für
Offiziere der heſſiſchen Diviſion: 1. Lt. Daub (118. Inf.=
Regt.), 2. Oblt. v. Ilſemann (115. Inf.=Regt.); Heeren=
Einzel o. V.: Ernſt gegen Logie 577, 1:6, 8:6, 611, 4:3
(wegen Dunkelheit abgebrochen und dann durch Los
ent=
ſchieden); Damen=Einzel o. V.: Frl. Bamberger gegen
Frl. J. Weihermann 8:6, 4:6, 6:4, 3. Miß Hoddes und.
Frau Lent; Gemiſchtes Doppel o. V.: 1. Frl.
Bam=
berger=Logie, 2. Frl. Salin=Ernſt o. Sp., 3. Frl. B.
Hermans=Hertz und Frl. Bergmann=Albrecht; Herren=
Einzel m. V., Klaſſe A.: 1. Paul, 2. Hertz, 3. Karl Kreuzer
und Albrecht, Klaſſe B: 1. Goldſell, 2. v. Münſtermann,
3. v. Lewinski und Stahl; Herren=Doppel m. V.: 1.
Grüder-Lindpaintner 2. v. Lewinski-Daub,
3. Krengel-Kloos und Schreiber-Hertz: Gemiſchtes
Doppel m. V.: 1. Frl. A. Hermans-Schreiber,
2. Frl. Hoddes-Hugeſſen; Herren=Einzel m. V. für
Se=
nioren: 1. v. Lewinski, 2. Tietze.
— Großes Rad= und Motorrennen. Am Sonntag,
den 31. Auguſt cr., nachmittags 3 Uhr, wird die
Start=
glocke auf der hieſigen Radrennbahn des
Velo=
ßiped=Klubs zum letztenmal in dieſem Jahre
er=
tönen, denn es iſt das letzte Rad= und Motorrennen,
welches der genannte Klub in dieſer Saiſon veranſtaltet.
Um dem hieſigen Sportpublikum zum Toresſchluß
be=
ſonders intereſſante Rennen zu bieten, hat der Veloziped=
Klub erhebliche Anſtrengungen gemacht, Fahrer von Ruf
nach Darmſtadt zu verpflichten. In erſter Linie ſei der
bekannte Meiſterfahrer Gruber=Straßburg genannt,
der ſchon oft Proben ſeiner hohen Leiſtungsfähigkeit
ge=
geben hat, indem er ſich wiederholt den beſten
Dauer=
fahrern gewachſen zeigte. Ein hervorragender Fahrer
iſt ferner in dem Meiſterfahrer Weiß gewonnen
wor=
den, der über hohes Können und gutes
Schrittmacher=
material verfügt. Auch der junge Meiſterfahrer
Fröh=
lich wird ein gewichtiges Wort bei den Konkurrenzen
mitſprechen. Das Gros der ſüddeutſchen Flieger, an
deren Spitze der Weltmeiſter Rode, unſer Lokalmatador,
und Meiſterfahrer von Südweſtdeutſchland Damus,
ſowie Möſer=Frankfurt a. M. und andere, wird ſich
erbitterte Kämpfe um die ausgeſetzten Preiſe liefern.
Eine beſondere Attraktion gewährt am Sonntag die
Ver=
loſung eines Fahrrades, Marke „Viktoria”, zu welcher
Loſe à 20 Pfg. bei den durch Plakate kenntlichen Stellen
erhältlich ſind. Das zur Ausloſung gelangende Rad iſt
im Schaufenſter der Firma Benz u. Co., Grafenſtraße,
ausgeſtellt.
Rütt Sieger im Großen Preis von
Kopenhagen. Der Große Preis von Kopenhagen
wurde am Sonntag mit den Zwiſchenläufen und den
Endläufen beendet. Rütt ſiegte im erſten Zwiſchenlauf
por den Berlinern Wegener und Finn. Ellegaard im
zweiten knapp gegen den Holländer Schilling und Nielſen.
und der Franzoſe Perchicot im dritten Zwiſchenlauf
gegen ſeinen Landsmann Pouchois und den Berliner
Peter. Die Entſcheidung, die in drei Läufen beſtritten
wurde, brachte Rütt durch zwei Siege und einen zweiten
Platz im Geſamtklaſſement einen ſchönen Erfolg. Im
erſten Lauf unterlag Rütt mit halber Länge gegen
Per=
chicot, Dritter wurde Ellegaard; im zweiten Lauf ſiegte
der Rheinländer mit halber Länge gegen Ellegaard und
Perchicot, und im dritten mit Handbreite gegen
Perchi=
cot und Ellegaard. Im Vorgabefahren feierte der alte
Weltmeiſter Ellegaard dann einen ſchönen Erfolg, da er
als Sieger vor Perchicot (10 Meter) und Finn (60 Meter)
einkam. Im Tandemhandikap gelang es den Malleuten
nicht, die beträchtlichen Vorgaben völlig aufzuholen.
Jenſen=Hanſen (160 Meter) ſiegten ſicher vor den
Mal=
leuten Ellegaard=Perchicot und Rütt=Peter.
sr Todesſturz Leim Belgiſchen Automobil=Grand=
Prix. Der Große Preis des Königlichen Automobilklubs
von Belgien, der auf einem 22,200 Kilometer langen
Rundwege bei Spa am Sonntag ſeinen Anfang nahm,
wurde leider durch einen ſchweren Unglücksfall
geſtört. In der ſechſten Runde kollidierte der in der Klaſſe
der Rennwagen geſtartete und von Baron de Weelmont
geſteuerte Sava=Wagen mit dem Sprinquell=Wagen
Klink=
hammers Beide Wagen wurden total
zertrüm=
mert. Während Weelmont ſofort getötet wurde und ſein
Mechaniker ſehr ſchwere Verletzungen erlitt, kamen
Klinkhammer und ſein Begleiter wunderbarerweiſe ohne
ernſteren Schaden davon.
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lock), 3. Catena (Slade). Tot. 23:10. Pl. 13, 12:10. Unpl.:
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Mark, Diſtanz 6000 Meter: 1. Monſ. Descazeaug' Onvide
(Lt. Graf Holck), 2. Gay Paris (Lt. Freyer), 3. Vingt
Hanaps (Comte de Villeneuve). Tot. 44:10. Pl. 24, 54:10.
Unpl.: Halcyon Days, Coram populo, Kingsway.
Ueber=
legen 4 Lg.-Weile.
* Fußballſport. Fußballklub Olympia 1898.
Bei den in Heidelberg am Sonntag abgehaltenen
natio=
nalen leichtathletiſchen Wettkämpfen
konn=
ten die Mitglieder des Fußballklubs Olympia wiederum
vorzüglich abſchneiden. Trotz der ſehr ſtarken Konkurrenz
konnte ſich F. Jütte mit 11,41 Meter als Erſter im
Kugel=
ſtoßen, mit 49,80 Meter als Zweiter im Schleuderballwer=
dief
Wie Seilebe Ich mein Lesen!
Das größte Vergnügen — die höchſte Luſt am Leben — die
gewaltigſten Erfolge hat nur derjenige, der es verſteht, ſich
über=
all im günſtigſten Licht zu zeigen, ſich überall geltend zu machen.
Was gut ausſieht, gefällt. Die Welt hängt nicht am Sein, ihr
imponiert der Schein. Darum gilt das Wort: „Wert haben
und ihn zu zeigen verſtehen, heißt doppelten Wert haben.”
Daher kommt es, daß wirklich feine Manieren und eine gute
moderne Lebensart den Wert eines Menſchen ſo rapid heben.
Je höher man ſteigt oder emporkommen will, deſto höhere
Anſprüche werden geſtellt. Damen und Herren, die heute
em=
porſteigen wollen, müſſen von der Umgebung vorteilhaft
ab=
ſtechen und ihr vorbildlich ſein, ſie müſſen verſtehen, ſich
gel=
tend zu machen. Vor kurzem ſagte ein Gelehrter: Alles hat
heutzutage ſeinen Gipfel erreicht, aber die Sucht und das
Be=
ſtreben, ſich geltend zu machen, den höchſten. Und darum
ge=
nügt es heute nicht mehr, wenn man ein taktvoller, beſcheidener
Menſch iſt und gut gekleidet geht. Man muß ſich die gute
moderne Lebensart, imponierende Umgangsformen und
welt=
männiſche Lebensklugheit aneignen. Dann braucht man nicht
mehr auszurufen: „Was habe ich von meinem Leben ?
Um
unſer Unternehmen noch mehr bekanntzumachen, haben wir
ein neues Reklamebuch drucken laſſen unter dem Titel: Der
große Wert guter moderner Umgangsformen und
weltmän=
niſchen Auftretens (für Damen und Herren) und wollen weitere
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