Inſerafe
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176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenkuren und
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u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geheimer Juſtizrat Profeſſor v. Bar in Göttingen,
Mit=
glied des internationalen Schiedsgerichtshofs im Haag.
iſt im 78. Lebensjahre geſtorben.
Die Friedenskonferenz im Haag hat drei
Re=
ſolutionen zugunſten der Abrüſtung angenommen.
Der franzöſiſche Staatsmann Emile Ollivier, der im
Jahre 1870 Miniſterpräſident war, iſt im 89.
Lebens=
jahre geſtorben.
Der Schnellzug Rom=Neapel entgleiſte bei
Neapel. Drei Perſonen wurden getötet, neun
verletzt.
Der ſpaniſche Pavillon auf der
Weltausſtel=
lung zu Gent wurde durch Feuer zerſtört.
In einem Waſſerleitungsſchacht in Neu=York
brach Feuer aus. In dem Schacht ſind 65 Mann
ein=
geſchloſſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Kein dritter Balkankrieg!
*⁎* Der bulgariſch=türkiſche Konflikt hatte die
Be=
fürchtung wachgerufen, daß es noch zu einem dritten
Bal=
kankriege kommen könnte, in welchem auf der einen Seite
die Türkei und auf der anderen Seite Bulgarien mit
die=
ſer oder jener Macht, die ſich für dieſes einſetze, ſtehen
würde. Jene Befürchtung ſcheint ſich aber nicht erfüllen
zu ſollen, denn neuerdings deuten alle Anzeichen darauf
hin, daß es zu einer allgemeinen Verſtändigung kommt,
daß dem Friedensvertrage von Bukareſt auch die Einigung
mit der Türkei folgt.
Dieſer vorausſichtlich nahe bevorſtehende friedliche
Ausgleich iſt zwei Tatſachen zu verdanken: zunächſt fühlt
ſich Bulgarien zu ſchwach, um mit einiger Ausſicht auf
Erfolg es mit der Türkei aufnehmen und dieſe in ihre
Schranken zurückweiſen zu können, und zweitens hat keine
fremde Macht rechte Luſt, anders als mit guten
Rat=
ſchlägen, Warnungen und Mahnungen in den Konflikt
ein=
zugreifen. Damit iſt natürlich nicht geſagt, daß die Türkei
nun ihre Aktion nach Gutdünken ausdehnen und
Bul=
garien eventuell indeſſen altem Beſitzſtande bedrohen könnte.
Soweit würde es Europa, dem ja Bulgarien ſeine
ſtaat=
liche Exiſtenz verdankt, nicht kommen laſſen. Das dürften
auch die ehemaligen Verbündeten Bulgariens mit Rückſicht
auf ihre eigene Sicherheit, auf ihr Streben, die Macht der
Türkei in Europa zu unterdrücken, nicht dulden. Alſo es
gibt eine Grenze, bei deren Ueberſchreiten den Türken ein
Halt! zugerufen werden würde und müßte, und deſſen
ſcheint man ſich auch in Konſtantinopel bewußt geworden
zu ſein. Man will zwar Adrianopel nicht wieder
heraus=
geben, aber den Vormarſch weſtlich der Maritza gedenken
die Türken nicht fortzuſetzen, falls ihnen der Beſitz
Adria=
nopels nicht ſtreitig gemacht wird. Und das geſchieht
eigentlich im Ernſte von keiner Seite mehr! Bulgarien
liegt zwar den Mächten noch ſtändig in den Ohren, damit
die Türkei ſich an die Abmachungen der Londoner
Kon=
ferenz halte und in die Grenze Midia-Enos
zurückver=
wieſen werde, aber es fehlt den Mächten jedes wirkſame
Mittel, um ohne Anwendung von Gewalt die Türkei zur
Raiſon zu bringen, und Gewalt möchte man, wie geſagt,
Adrianopels wegen nicht gebrauchen.
Trotz aller noch fortdauernden Proteſte hat ſich
Bul=
garien offenbar ſchon mit dem Verluſte Adrianopels und
deſſen Rückfall an die Türkei abgefunden. Der Verzicht
mag ihm angeſichts der um den Beſitz der Feſtung
gebrach=
ten ungeheuren Opfer ſchwer genug fallen, aber es muß
notgedrungen auch noch in dieſen ſauren Apfel beißen,
nachdem es ſchon zu ſo viel Entſagung verurteilt war.
Teilnahme findet es hinſichtlich der Wiederaufgabe
Adria=
nopels kaum, vielmehr überwiegt in Europa eine dem
Mit=
gefühl mit der ihr Schickſal würdig tragenden Türkei
ent=
ſprungenen Stimmung einer gewiſſen Genugtuung
dar=
über, daß die Türken jene Stadt, welche ſie mit größter
Bra=
vour und Ausdauer verteidigten, zurückerhalten. Freilich
darf man ſich nicht verhehlen, daß Adrianopel in dieſem
Falle ſtets ein Gegenſtand des Kampfes bleiben wird.
ſelbſt wenn Bulgarien ſich jetzt mit dem Verluſte zufrieden
gibt. Vorläufig aber erwartet man zuverſichtlich eine
baldige Löſung der Adrianopel= und aller übrigen noch
ſchwebenden Balkanfragen.
Die Beteiligung Deutſchlands
an der Weltausſtellung in
San Franzisko.
* Das Berliner Tageblatt meldet aus Hamburg:
Generaldirektor Ballin von der Hamburg=Amerika=
(Linie beabſichtige, wie ſchon mitgeteilt, die Beſchickung der
Weltausſtellung in San Franzisko durch die deutſche
In=
duſtrie zu organiſieren, nachdem die Regierung eine
offi=
zielle Beteiligung abgelehnt hat. Ueber die Angelegenheit
teilte Direktor Huldermann dem genannten Blatte mit: Es
intereſſiert ſich eine ganze Reihe von Induſtriezweigen an
einer Beſchickung der Ausſtellung durch Deutſchland.
Ver=
ſchiedene Intereſſenten und Körperſchaften ſind ſchon an
uns herangetreten. Man wird verſuchen, mit dieſen
ge=
meinſam eine Vorbereitungskommiſſion zu bilden, und
wird dann feſtzuſtellen haben, wieweit die deutſche
In=
duſtrie zur Beſchickung der Ausſtellung bereit iſt.
Nament=
lich in ſüddeutſchen Induſtriekreiſen zeigt ſich ein
erheb=
liches Intereſſe, insbeſondere bei dem Kunſtgewerbe, bei
der Textilinduſtrie und bei der chemiſchen Induſtrie,
ſo=
wie bei der Spielwareninduſtrie. Auch Hamburger
Han=
delskreiſe ſind für die Beſchickung der Ausſtellung durch
Deutſchland. Von einer ſehr bekannten und angeſehenen
Perſönlichkeit der Hamburger Kaufmannſchaft iſt uns die
Beteiligung ſchon zugeſagt worden, auch hat dieſe
Per=
ſönlichkeit einen hohen Betrag zur Deckung der Koſten zur
Verfügung geſtellt. Wenn der Gedanke planmäßig
propa=
giert wird, dann iſt ſicher auf einen Erfolg zu rechnen.
Man darf den Blick nicht nur auf die Vereinigten Staaten
richten, insbeſondere wird auch der ſüdamerikaniſche
Weſten dafür in Frage kommen. — Von der Hamburger
Preſſe nimmt der Korreſpondent zu der Frage Stellung.
Er bezeichnet die Beteiligung der deutſchen Induſtrie
als=
notwendig und ſagt: Hätte die Regierung begonnen mit
der Erklärung, daß die Nichtbeteiligung ſehr zu bedauern
ſein würde, ſo wäre gewiß eine Liſte von Teilnehmern
zu=
ſammengekommen, die zur Uebernahme der amtlichen
Re=
präſentation gereicht hätte. Jetzt ſtehen wir vor dem
be=
dauerlichen Ergebnis einer ſtarken, kleinlich anmutenden
Zurückhaltung, die ſich früher oder ſpäter rächen wird,
wenn nicht die Induſtrie auch ohne die amtliche Führung
doch noch für ein impoſantes Auftreten in San Franzisko
ſorgt. Bleiben dort die Engländer infolge der amtlichen
Zurückhaltung fort, ſo wird der deutſche Erfolg
ſelbſtver=
ſtändlich ſein; kommen aber die Engländer, ſo müſſen die
Deutſchen erſt recht auf dem Platze erſcheinen.
Deutſches Reich.
Bundesrat und Ausbau des
Haus=
arbeitsgeſetzes. Eine der erſten Aufgaben, der ſich
der Bundesrat nach ſeinem Zuſammentritt unterziehen
dürfte, betrifft die Regelung der Fachausſchüſſe für
Haus=
arbeit gemäß § 18 des Hausarbeitsgeſetzes. Gleichzeitig
dürfte er in Beratungen über weitere Beſtimmungen
über die Errichtung und die Zuſammenſetzung der
Fach=
ausſchüſſe, ſowie über das Verfahren eintreten, zu
wel=
chem Zweck ein diesbezüglicher Entwurf bereits
ausge=
arbeitet iſt. Die Bundesregierungen, in deren Gebiet die
Fächausſchüſſe zu errichten ſind, haben entſprechende
An=
träge geſtellt, und beſonders in Preußen wird mit der
Errichtung ſolcher Ausſchüſſe in einer verhältnismäßig
großen Zahl gerechnet. Die Erhebungen, für welche
Zweige und für welche Orte für die Induſtrie
Fachaus=
ſchüſſe zu bilden ſind, haben bereits ſtattgefunden, und
ebenſo liegen entſprechende Anträge des Gewerkvereins
der Heimarbeiterinnen Deutſchlands beim Bundesrat vor,
der dieſen bereits Antwort erteilt hat, daß die Einrichtung
einer beträchtlichen Zahl ſolcher Ausſchüſſe in Ausſicht
ge=
nommen iſt. Die Vorſchläge des Gewerkvereins beziehen
ſich auf ſolche Orte, die als Zentralpunkte für die
weib=
lichen Heimarbeiter in den einzelnen Gewerbezweigen in
erſter Linie anzuſehen ſind.
— Die Betriebseinnahmen der
Preu=
ßiſch=Heſſiſchen Staatseiſenbahnen
betru=
gen im Juli 1913 gegen den gleichen Monat des
Vor=
jahres im Perſonenverkehr 3,6 Millionen gleich 4,85 v. H.,
im Güterverkehr 7,5 Millionen gleich 6,74 v. H. mehr,
ins=
geſamt unter Berückſichtigung der Mehreinnahme aus
ſon=
ſtigen Quellen 11,7 Millionen gleich 5,44 v. H. mehr. Die
Zahl der Sonn= und Werktage war in beiden Jahren
gleich.
Gouverneur Seitz trat eine dreiwöchige
Reiſe von Windhuk nach dem Süden des Schutzgebietes
an. Er nahm an der Einweihung des Johanniter=
Kran=
kenhauſes in Keetmanshoop teil. Gouverneur Seitz wird
dann nach Lüderitzbucht weiterreiſen, wo Beſprechungen
mit den Diamantenintereſſenten ſtattfinden. Die Rückreiſe
ſoll im Automobil über Gibeon ſtattfinden. Unterwegs
werden verſchiedene Farmen beſichtigt werden.
— Der Fall Krupp und der
ſozialdemo=
kratiſche Parteibericht. In dem Bericht der
ſozialdemokratiſchen Reichstagsfraktion an den Jenger
Parteitag wird die Antwort, die der Kriegsminiſter dem
Abg. Liebknecht für ſeine, natürlich entſprechend
heraus=
geſtrichenen Enthüllungen gegeben hat, in folgender Weiſe
charakteriſiert: „Den Fall Krupp glaubte er damit abtun
zu können, daß er die Schuld auf einen „unteren
Beam=
ten” der Firma abzuſchieben verſuchte, der „einige
Feld=
webel” des Zeug= und Feuerwerksperſonals zu
Mitteilun=
gen verleitet habe, die „gegen ihre Dienſtpflicht” waren.”
Der Verfaſſer dieſes Berichtes hat das Malheur gehabt,
ihn vor dem Krupp=Prozeß geſchrieben zu haben, denn
ſonſt hätte er erfahren müſſen, daß der Prozeß und das
Urteil durchgehends dieſe Mitteilungen des
Kriegs=
miniſters anerkannt haben. Nur einige an ſich zweifellos
ſehr bedauerliche Verſtöße einiger Feldwebel des Zeug=
und Feuerwerksperſonals ſind beſtraft worden, die
gegen=
über einem unteren Beamten der Firma Krupp nicht die
nötige Verſchwiegenheit beobachtet haben.
Schutz gegen die wirtſchaftlichen
Folgen von Streiks. Man ſchreibt uns: Dem
Deutſchen Induſtrieſchutzverband, Sitz Dresden, haben
ſich neuerdings außer einer Reihe von Einzelfirmen der
Bezirksverband Schleſien des Verbandes Deutſcher
Stein=
bruch= und Steinmetzgeſchäfte und die Korbmacherinnung
zu Mühlberg angeſchloſſen. Die Mitgliederzahl des
Deut=
ſchen Induſtrieſchutzverbandes, der — ohne zu
Ausſper=
rungen zu verpflichten — Verluſte aus Streiks und
Aus=
ſperrungen nach feſten Grundſätzen entſchädigt und ſeinen
Mitgliedern mit Rat und Unterſtützung bei jeder
Arbei=
terbewegung zur Seite tritt, iſt ſeit Jahresbeginn um
rund 500 auf 4350 Firmen aller Branchen mit 316000
Ar=
beitern angewachſen.
— Keine preußiſche Wahlreform. In der
Preſſe iſt wiederholt die Frage aufgeworfen worden, ob
die preußiſche Regierung in der nächſten Landtagsſeſſion
einen neuen Wahlrechtsentwurf vorlegen werde. Wie eine
Korreſpondenz aus gut unterrichteter Quelle hört, wird
dies nicht der, Fall ſein. Die Regierung hat neue
Vor=
arbeiten für einen Wahlrechtsentwurf nicht in Angriff
ge=
nommen. Wenn auch neues Material für dieſe Materie
geſammelt worden iſt und weiter geſammelt werden wird,
ſo wird die neue Wahlſtatiſtik nicht für eine kommende
Wahlreform Verwendung finden können. Bisher hat die
Regierung keine Hoffnung gehegt, daß eine ihren
Wün=
ſchen entſprechende Wahlrechtsvorlage im alten Landtage
zuſtande kommen würde, nachdem ſie 1910 geſcheitert war.
Es wird von Verhandlungen mit den großen Parteien
des Landtages im nächſten Winter abhängen, ob vielleicht
in einem Jahre der Verſuch einer Reform des Wahlrechts
wiederholt werden kann.
Zuſammenſchluß der Staatsbeamten
in Bayern? Der bayeriſche Verkehrsbeamtenverein
hat an ſämtliche bayeriſche Organiſationen des unteren,
mittleren und höheren Perſonals die Einladung ergehen
laſſen, ſich zu einer Vereinigung der bayeriſchen
Beamten=
verbände zuſammenzuſchließen. Es wird dazu ausgeführt:
Die Gehaltsordnung leide an verſchiedenen Mängeln,
durch die nicht etwa nur eine einzelne Gehaltsklaſſe oder
eine Gruppe von Beamten, ſondern die Geſamtheit der
Beamtenſchaft benachteiligt iſt. Solange die bayeriſchen
Beamten den geſetzgebenden Faktoren hunderterlei
Pro=
gramme vorlegen, habe kein Berufsverein für ſich die
Er=
füllung ſeiner Wünſche zu erwarten. Für die bayeriſche
Beamtenſchaft beſtehe daher die dringende Notwendigkeit,
Umſchau zu halten, welche Mängel des
Beſoldungs=
ſyſtems von allgemeiner Bedeutung ſeien, und ſich zu
ge=
meinſamem Handeln zu entſchließen. Als gemeinſam zu
behandelnde Programmpunkte ſind zunächſt aufgeführt:
1. die Begrenzung der Vordienſtzeit, 2. die Forderung
eines vorteilhafteren Verlaufes der Bewegungslinie des
anſteigenden Gehaltes, 3. die Gewährung eines
Woh=
nungsgeldzuſchuſſes, 4. die Gewährung von
Familienzu=
lagen, 5. die Gewährung von Beförderungszulagen, 6. die
Einführung der engliſchen Arbeitszeit in den ſtaatlichen
Bureaus.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Augnſt 1913.
Nummer 196.
Ausland.
Frankreich.
Der Tunnelbau unter dem Kanal. Das
Echo de Paris will erfahren haben, daß die Stimmung
für den Bau eines Unterſeetunnels zwiſchen England und
Frankreich ſich in jüngſter Zeit in England verbeſſert habe,
daß die Ausführung dieſes Planes innerhalb der nächſten
fünf Jahre als geſichert gelten könne. Der Tunnel, ſo
meint das Echo de Paris, würde die engliſche Flotte von
der Aufgabe entlaſten, die Seeverſorgung Englands mit
Lebensmitteln zu beſchützen. Die engliſche Flotte könne
alsdann jede Invaſion oder die Annektion Belgiens oder
Hollands durch eine andere Macht verhindern.
England.
Unfreiwilliger Verzicht auf den
Berg=
arbeiterſtreik. Nach einer Londoner Meldung muß
der Streik der Bergarbeiter in Northumberland, der Ende
dieſer Woche beſchloſſen werden ſollte, aus Mangel an
Geld unterbleiben. Die Gewerkſchaftsleitung des
Berg=
arbeiterverbandes gibt bekannt, daß die Kaſſen der
Or=
ganiſation nicht nur leer ſind, ſondern daß man ſich
ge=
nötigt geſehen habe, bei einer Bank einen Vorſchuß von
200000 Mark aufzunehmen. Sollte die Abſtimmung der
Arbeiter für die Niederlegung der Arbeit ſein, ſo ſei die
Gewerkſchaftsleitung außerſtande, Streikunterſtützung zu
zahlen.
Spanien,
Die Unruhen in Spaniſch=Marokko.
Der Madrider Imparcial erfährt aus Ceuta, daß eine
Bri=
gade das Gebiet der Benickſala vollſtändig ſäuberte. Der
Feind verteidigte ſich erbittert, er ſcheint jedoch ſehr
er=
ſchöpft zu ſein. — Nach einer anderen Meldung aus Ceutal
zog ſich der aus dem Gebiet der Benickſala vertriebene
Feind auf Ceuta zurück und verſuchte die Gleiſe der
klei=
nen für Hafenarbeiten beſtimmten Bahn zu zerſtören,
wurde jedoch zurückgetrieben. Aus Tetuan wird amtlich
beſtätigt, daß die militäriſche Aktion der Spanier auf dem
Gebiet der Aifa ſtattgefunden habe, und daß die
Einge=
borenen gezüchtigt ſeien. Beteiligt waren eine Brigade
und fünf kleine Abteilungen, die das Gebiet ſäuberten, in
welchem der Feind ſeit längerer Zeit ſich geſammelt hatte.
Der Kampf war ſehr heiß und dauerte von 4 Uhr morgens
bis 7 Uhr 30 Minuten abends. Die Spanier hatten 11
Tote und 30 Verwundete.
Kußland.
Maßnahmen zur Beſchleunigung der
Mobilmachung. Wie der Matin mitteilt, wird die
ruſſiſche Armeeleitung eine Anzahl Maßregeln zur
Be=
ſchleunigung der Mobilmachung ergreifen. Dieſe
Be=
chlüſſe ſtehen im Zuſammenhang mit der Anweſenheit der
franzöſiſchen Militärmiſſion in Petersburg, an deren
Spitze General Joffre, der künftige Generaliſſimus der
franzöſiſchen Armee, ſteht. Die ruſſiſche Armee wird
in=
folge dieſer Maßregeln, die ſich hauptſächlich auf den Bau
ſtrategiſcher Eiſenbahnen beziehen, faſt ebenſo ſchnell mobil
gemacht werden, wie die franzöſiſche Armee. Der Zar
hat dem General Joffre den Alexanderorden mit
Brillan=
ten, dem General d’Amade den Weißen Adlerorden mit
Brillanten verliehen.
Vereinigte Stadten.
Die Währungsreform. Der Bundesſenator
Owen, der Vorſitzende des Nationalkomitees für das.
Bankweſen, opponiert plötzlich gegen die Vorlage, betr.
die Währungsreform, beſonders wendet er ſich gegen die
Beſtimmung, nach der die Nationalbanken Mitglieder der
vorgeſehenen Diſtrikts=Reſervebanken werden müſſen.
Owens Haltung wird in Bankkreiſen lebhaft beſprochen,
zumal er einer der Urheber der Währungsreformvorlage
iſt. Man hält die umfaſſende Währungsreform in der
gegenwärtigen Kongreßſeſſion für unwahrſcheinlich,
da=
gegen eine Vertagung des Kongreſſes am 1. Oktober für
möglich.
* Der Friedenskongreß im Haag hat drei
Reſolutionen über die Abrüſtung angenommen. Der
Frie=
denskongreß fordert, daß die Frage der
Rüſtungsbeſchrän=
kung auf die Tagesordnung der dritten Friedenskonferenz
geſetzt und zuvor durch nationale Kommiſſionen ſtudiert
werden ſolle. Der Friedenskongreß proteſtiert gegen den
unheilvollen Einfluß der an der Waffeninduſtrie
Inter=
eſſierten und empfiehlt die Prüfung eines Planes eines
allgemeinen Vertrages über eine allmähliche Abrüſtung
durch die Friedensgeſellſchaften und das internationale
Bureau in Bern, damit der nächſte Kongreß in Kenntnis
der Sachlage ſich damit befaſſen könne.
* Emile Ollivier †. In Saint=Gervais in
Sa=
voyen iſt im Alter von 88 Jahren Emile Ollivier, der im
Jahre 1870 Miniſterpräſident war, geſtorben. Emile
Olli=
vier wurde am 2. Juli 1825 zu Marſeille geboren. Er
widmete ſich dem Studium der Rechte und wurde 1847
Advokat in Paris. Nach der Februarrevolution ſchickte
ihn 1848 die republikaniſche Regierung als
Generalkom=
miſſar nach Marſeille und ernannte ihn gleichzeitig zum
Präfekten der Stadt. Aber ſchon im Januar 1849 kehrte
er zu ſeinem Beruf zurück. 1857 wählte ihn ein Pariſer
Bezirk in den geſetzgebenden Körper, wo er der aus fünf
Mitgliedern beſtehenden Oppoſition angehörte. 1865
er=
nannte ihn der Vizekönig von Aegypten zu ſeinem
juriſti=
ſchen Beirat und Kommiſſar, infolgedeſſen er die
Advo=
katur niederlegte. Nach dem Rücktritt des ſogenannten
in=
terimiſtiſchen Miniſteriums Forcade de la Roquette wurde
Ollivier am 27. Dezember 1869 mit der Bildung eines
homogenen Kabinetts beauftragt, das die Majorität des
geſetzgebenden Körpers vertreten ſollte. Dieſes
Miniſte=
rium kam am 2. Januar 1870 definitiv zuſtande. Ollivier
übernahm darin die Juſtiz und den Kultus und das
Prä=
ſidium. Unter Ollivier erging die Kriegserklärung an
Preußen. In der Sitzung des 9. Auguſt 1870 mußte
Olli=
vier mit ſeinen Kollegen vor einem Mißtrauensvotum der
Kammer zurücktreten. Er begab ſich nach Italien, kam
aber 1872 wieder nach Frankreich zurück. Seit 1870 war
Ollivier Mitglied der franzöſiſchen Akademie und widmete
ſich wiſſenſchaftlichen Arbeiten. Er war in erſter Ehe mit
einer Tochter von Franz Liſzt verheiratet, die aber ſchon
im Jahre 1862 ſtarb.
Stadt und Land.
Darmſtadt. 22. Auguſt.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Oberbriefträger Wilhelm
Volk in Karlsruhe die Erlaubnis zur Annahme und
zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer
König von Preußen, verliehenen Allgemeinen
Ehren=
zeichens (in Silber) erteilt.
* Forſtperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Forſtwart der Kommunalforſtwartei
Babenhauſen=Weſt (Oberförſterei Babenhauſen) Valentin
Fendt zu Babenhauſen und dem Forſtwart der
Kommunalforſtwartei Ruppertenrod (Oberförſterei Nieder=
Ohmen) Heinrich Kratz XXII. zu Ruppertenrod den
Charakter als „Förſter” erteilt.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Rudolf Meyer
zu Lützel=Wiebelsbach, Kreis Erbach, eine Lehrerſtelle an
der Muſterſchule zu Friedberg.
-g. Ferienſtrafkammer. Der 43jährige Taglöhner E. W.
von hier, der ſchon mehrfach vorbeſtraft iſt, hatte ſich geſtern
vor der Ferienſtrafkammer wegen Beamtenbeleidigung zu
verantworten. Unter dem Einfluſſe des Alkohols ſtehend,
hatte er am 27. Mai in einer Schöffengerichtsverhandlung
gegen ihn über einen als Zeugen auftretenden
Polizei=
beamten die Aeußerung getan, der Zeuge habe ja ſchon
einen Schoppen Bier von ihm im Leib In der
Verhand=
lung nimmt er die in jenem Zuruf enthaltene beleidigende
Behauptung zurück und bedauert ſie. Das Gericht erkannte
auf eine Woche Gefängnis, und da die Beleidi=
gung öffentlich erfolgte, erkannte es dem Beleidigten die
Publikationsbefugnis zu. — Nach der unter Ausſchluß der
Oeffentlichkeit abgehaltenen Verhandlung gegen den 22 Schuhmacher Peter Steingötter in
Wix=
hauſen erkannte das Gericht wegen des Verbrechens nach
§ 176,3 des Strafgeſetzbuches in drei Fällen auf eine
Ge=
fängnisſtrafe von zwei Jahren abzüglich 1 Monat
der Unterſuchungshaft. — Wegen des gleichen Verbrechens
wurde der 58jährige, in Gießen gebürtige Kaufmann
Leon=
hard Löber von Offenbach zu 1 Jahr Gefängnis
abzüglich 1 Monat der Unterſuchungshaft verurteilt.
Das Kriegerdenkmal vor dem Landesmuſeum hat
aus Anlaß der Gravelottegedenkfeier der Kriegervereine
durch unſere Stadtgärtnerei einen ebenſo ſinnigen wie
künſt=
leriſch ſchönen Blumen= und Pflanzenſchmuck erhalten. An
den vier Ecken ſtehen Kugellorbeerbäume, deren Kübel
ebenſo wie der ganze Denkmalfuß mit üppig blühenden
niederen Blumen in architektoniſcher Anordnung
verklei=
det ſind. Jeder Beſchauer wird zugeben müſſen,
daß=
durch dieſen geſchmackvollen Blumenſchmuck die
Bildwikk=
ung des Denkmals außerordentlich gehoben wird.
Könnte=
man ſich nicht entſchließen, dieſen Schmuck, der gleichzeitig
einen hübſchen Erſatz für die frühere Schutzkette bildet, zu
einem dauernden zu machen, vielleicht mit kleinen
Aenderungen, ſo etwa der Weglaſſung der höheren
Blü=
ten unter den Kugelbäumchen? Manchen Krieger,
Vetera=
nen oder Aeſthetiker würde das vielleicht wieder
aus=
ſöhnen mit der Tatſache, daß man das Denkmal „in die=
Ecke” geſtellt hat.
* Zum Raubmord im Eiſenbahnzuge. Die
Offen=
bacher Kriminalpolizei war auf einen Menſchen
aufmerk=
ſam gemacht worden, der ſich in der Wirtſchaft „
Blau=
burg” herumtrieb. Kommiſſar Helwig, der ſich daraufhin
zur Wirtſchaft begab, mußte den Verdächtigen unter de
Bettmatratze herausziehen, unter der er ſich beim
Kom=
men der Polizei verborgen hatte. Bei ſeiner Verhaftung
ergab ſich, daß der Verdächtige der 1886 in Dieburg
borene Karl Kunkel iſt, der bereits vor etwa zwei
Jahren einmal eine waghalſige Flucht aus einem Fenſter
ng=
des zweiten Stockwerks im dortigen Amtsgerichtsgefär
nis machte. Kunkel, ein früherer Zwangszögling und
ſchon mehrmals vorbeſtraft, hat ſich in letzter Zeit in der=
Umgegend arbeitslos herumgetrieben. Dieſer Umſtan
ſowie ſeine große Aehnlichkeit mit dem beſchriebenen
mutmaßlichen Mörder des Darmſtädte
Holzhändlers Brechner der im Eiſenbahnzuge
nieder=
geſchoſſen und beraubt wurde, brachten Kunkel in den
Ver=
dacht, mit dem geſuchten Mörder identiſch zu ſein.
Er=
wurde daher ſofort verhaftet und nach Frankfurt
über=
geführt. Dort wurde er mit der Frau des Pfandleihers Au
broſius konfrontiert, die in ihm den unbekannten Mann
wieder zu erkennen glaubte, der ihr die Uhr des
ermör=
deten Brechner zum Verſetzen gebracht habe. Die
Frau=
ſtützt ihr Wiedererkennen beſonders auch auf den von dem
Angeklagten geſprochenen Dialekt. Gleichzeitig wurden
von Gerichtschemiker Dr. Popp Fingerabdrücke gemach
und mit den im Eiſenbahnabteil hinterlaſſenen Abdrücken
des vermutlichen Täters verglichen. Das Ergebnis dieſer
Unterſuchung war jedoch eine Verſchiedenheit der beiden
Fingerabdrücke. Immerhin blieb Kunkel als des
Mor=
des dringend verdächtig in Haft, da er einesteils keinen
Ausweis über ſeinen Aufenthalt zur Zeit des Mordes
erbringen konnte, anderſeits verſchiedene Umſtände den
Verdacht der Täterſchaft beſtärkten und auch die im
Eiſen=
bahnabteil gewonnenen Fingerabdrücke nicht unbedingt
die des Mörders ſein müſſen, ſondern nur vermutlich von
dieſem herſtammen.
** Schlägerei. In der Dienstagsnummer brachten
wir eine Notiz, die, wie uns Herr Maſch.=Techniker=
Storck ſchreibt, nicht den Tatſachen entfpricht. Auf
Grund des § 11 des Preßgeſetzes werden wir um
folgende Berichtigung erſucht: „Nicht aus Eiferſucht
und auch nicht nach vorausgegangenem
Wort=
wechſel habe ich auf den Taglöhner geſchoſſen. Ich war
auf dem Heimweg begriffen und wurde von dem Witt
Math. Bauer, deſſen Sohn Martin und dem Taglöhner=
Groß, die mit Gummiſchläuchen ꝛc. bewaffnet waren,
von der Kranichſteinerſtraße Nr. 8 bis zum
Speſſartring verfolgt. Da eine andere Abwehr
infolge der Uebermacht nicht möglich war, machte ich,
nachdem ich die Angreifer vorher mehrmals
ge=
warnt hatte, von meiner Schußwaffe Gebrauch. Alles
weitere wird durch die gerichtliche Verhandlung feſt=
In Genua und Neapel.
Von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verboten.)
a
„Morgen früh in Genua!” — Da regen ſich
geſchäftig viele Hände in den Kabinen, um Koffer und
Kiſten zu packen, denn eine ganze Anzahl der deutſchen
Fahrgäſte verläßt das Schiff. Bereits um die ſechſte
Mor=
genſtunde ließ der Trompeter ſeinen Frühſtücksruf
erſchal=
len, nachdem ſchon früher das Rumoren begonnen, das
uns mit eindringlicher Lebhaftigkeit und unermüdlicher
Ausdauer die Ankunft in Genua verkündet. Die „
Lebe=
wohls” und „Auf Wiederſehen” wechſelten harmoniſch ab
zwiſchen Kaffee und Tee, zwiſchen warmen und kalten
Zugaben, zwiſchen Gebäck und Früchten, manche Hände
ſchloſſen ſich feſt zuſammen, manche Freundſchaft war über
die Schiffswände hinaus geknüpft worden. Auch uns, die
wir noch länger das ſchwimmende Heim bewohnen
woll=
ten, hielt es nicht mehr im Speiſeſaal: hinaus und hinauf
— da lag Genua, la superba, im hellen
Morgenſchim=
mer vor uns. Stolz und ſchönheitsfreudig breitete es ſich
weithin aus, an Hügeln und Bergen hinaufgehend, den
ſchmückenden Namen der „glänzenden” Stadt wahrlich
ver=
dienend!
Zwiſchen wundervollen Palmen, die nicht das müde
und verſtaubte Ausſehen jener Algiers zeigten, blickte das
marmorne Standbild Chriſtoph Kolumbus” des großen
Genueſen, auf das buntbewegte Hafengetriebe herab, au
Hunderte und Aberhunderte von Schiffen, deren größte
ſelbſt, wie unſer „Goeben” und der gleichfalls die Bremer
Lloydflaggen zeigende, am Tage zuvor aus Neu=York
an=
gekommene „Barbaroſſa” ein ungefüger Seerieſe von
11000 Tonnen, direkt an den Molen liegen können.
„Navigare necesse est” Genua zeigt uns auf das
deut=
lichſte, wie wichtig und . . . . einträglich die Befolgung
dieſes Wortes iſt, denn von allen italieniſchen Städten
weiſt dieſe die bedeutſamſten und vorteilhafteſten
Verände=
rung auf, uns das friſche, vorwärtsſtrebende Italien
zei=
gend, das aus ſchaffender Gegenwart auch an die für
kom=
mende Generationen ſorgende Zukunft denkt.
Die Vergangenheit kommt darüber nicht zu kurz! Treu
werden die Erinnerungen an die meerbeherrſchenden
Zei=
ten der machtgebietenden Republik gehütet; Erinnerungen,
die uns kraftvoll in zahlreichen Paläſten entgegentreten, in
Kirchen und Kunſtwerken, in Straßen und Plätzen. Das
bildet den beſonderen Reiz Genuas, daß wir das Alte und
Neue in enger Gliederung zuſammen finden, und daß uns
beides viel und merkbares zu ſagen hat. Derartige Gegen=
ſätze wirken für jeden, der die Sprache der Steine wie
Bilder verſteht, und über dem Geweſenen nicht das Heute
vergißt, immer von neuem anregend; ſie verkörpern uns
Menſchen und beleben Ereigniſſe, die uns in ihrer richtigen
Umgebung erſt recht verſtändlich werden. Wenn wir im
Palazzo Roſſo den Spuren Rubens und van Dycks, die
hier als hochwillkommene Gäſte geweilt, gefolgt, wenn wir
uns im Palazzo Bianco von den Erinnerungen eines
Chriſtoph Kolumbus und von dem tatenfrohen Sein und
prunkenden Schein der ehemaligen fürſtlichen Bewohner
umwehen ließen, ſo tauchen wir eben ſo gern in die
be=
nachbarten, ganz ſchmalen, dämmerigen Gaſſen des
Hafen=
quartiers, in denen ſich dichtbepackte Wäſcheleinen von
Haus zu Haus ziehen und ſich das ganze Leben auf der
Straße abſpielt, ein und laſſen uns eine Stunde ſpäter von
der idylliſchen Schönheit Nervis oder Peglis in ſüße
Träumereien wiegen.
Ja, hier an dieſen lachenden, wogenbenetzten
Riviera=
geſtaden hätte man gern länger geweilt, aber dem
moder=
nen Seefahrer ſchlägt die Uhr mit beſtimmteſter
Pünktlich=
keit: am nächſten Tage um die Mittagsſtunde raſſelten die
Anker des „Goeben” in die Höhe und löſten ſich die
gewal=
tigen, um kurze Eiſenpflöcke gewundenen Taue. Hinaus
ging’s abermals, Neapel zu, das nach 24 Stunden erreicht
ward. Und hier hieß es auch für uns Lebewohl ſagen dem
ſchönen Schiff, das uns über zwei Wochen beherbergt,
ſeinem braven Führer und verſchiedenen Paſſagieren, deren
Reiſeziel ein noch recht fernes war.
Neapel! Wiederum, wie ſchon zweimal zuvor, war
der erſte Eindruck ein ernüchternder und verſtimmender,
und auch meiner lieben Gefährtin merkte ich die ſtille
Ent=
täuſchung an. Zu geſchäftig umkleidet ja die Phantaſie
im voraus mit allem Herrlichen die Königin des ſüdlichen
Italiens. Aber als wir bald nach der wirrenden Ankunft
und rumpelnden Wagenfahrt vor dem Balkon unſerer
vor=
trefflichen deutſchen Penſion Müller am Quai Partenope
ſtanden, als das blaue Meer faſt bis zu unſeren Füßen
rauſchte, als ſich uns gegenüber Capris gezacktes
Fels=
gebild aus den Wellen abhob, als uns von rechts die
herr=
lichen Palmen und blütenüberſchatteten Oleandergebüſche
der Villa Nazionale grüßen und von links über das graue,
erinnerungsvolle Kaſtell dell’ Ovo der Veſuv herüberblickte,
als uns Muſik und Lachen und Scherzen umtönte, ja, da
verſtanden wir gleich das ſchmeichelnd=preiſende Lied:
„O mio bella Napoli‟.
„Sie reiſen im Auguſt nach Neapel?” — faſt
mitleidi=
gen Tones war dieſe Frage wiederholt an uns in der
Hei=
mat gerichtet worden. Und jedesmal erklang mir dann in
den Ohren der Ausruf Profeſſor Dr. Dohrns, des hervor=
ragendſten Begründers und Leiters des hieſigen
Aaug=
riums, den ich vor einem Jahrzehnt vernommen: „O über
die deutſchen Phantaſten! Was wollen Sie denn hier im
April? Kommen Sie im Hochſommer, da lernen Sie Land
und Leute richtig kennen!“ — Damals erklang oft ſeitens
unſerer literariſchen Sippe, die ſich an der gleichen
gaſt=
lichen Stätte zuſammengefunden, der Ruf: „Frau Müller,
ein Glas Grog, aber recht kräftig!” und hüllte man ſich
in Plaids und Mäntel ein; nun, all’ das iſt jetzt nicht nötig!
Wohlig erfreut man ſich der Wärme, die nur in den
Mit=
tagsſtunden drückend iſt, gern; o wie gern verzichtet man
auf die ſchwabbelnden und krabbelnden Fremdenſcharen;
das Italieniſche iſt nicht vom Engliſchen verdrängt, wohin
mnan die Schritte wendet, trifft man die freundlichſte
Auf=
nahme an, es iſt ja „saison morte!
Aber die Natur, die unermüdlich tätige und willig
ſpendende, ſie kennt keine „tote Zeit” Sie zeigt ſich uns
jetzt hier in ihrem üppigſten Schaffensdrang: unter den
Palmen der Oleander rotes Leuchten in quellender Fülle,
an den Feigenbäumen die reifenden Früchte, aus ſattem,
grünem Blätterdach Orangen und Birnen goldig
hervor=
leuchtend, an den Weinſtöcken die ſchweren Trauben, mit
Lorbeer, Myrthe vereint, und Blumen über Blumen,
O mio bella Napoli!
Auch heute wird noch, wie während Goethes
Anweſen=
heit, hier jeden Tag das „große Feſt des Genuſſes” gefeiert.
Und freudig nehmen wir daran teil! „Da fließt dir das
Leben ſo wonnig ein!” — Neapel ſelbſt mit ſeinem
Muſeum und ſeinem Volksleben, der Sonne flammendes
Vergehen vom Poſilippo aus, Capri und die blaue Grotte,
Pompeji Sorrent, Amalfi . . . . wer es kennt, weiß,
wie=
viel Köſtliches und Wunderbares dieſe Namen in ſich
ſchließen, und den übrigen kann man ja doch nicht all’ das
Große und Herrliche mit Worten ſchildern, dieſe Kunſt iſt
der Sprache nicht gegeben!
„O bitte, lege die Feder fort, komm’ doch hinaus!”
Und ich folge der holden Mahnerin und trete auf den
Bal=
kon unſeres Zimmers. Der Vollmond am ſternfunkelnden
Himmel. Die mit leiſem Geplätſcher an das Ufer
ſchla=
genden Wellen ſind wie von flimmerndem Silber
durch=
flochten, und lange ſilberne Streifen ziehen ſich in der
Ferne hin, als ob ſie uns in gleißendem Widerſchein von
einer verſunkenen Stadt kündeten. Das Geräuſch des Tags
iſt verſtummt, die Nacht ſpricht ihre feierliche Sprache. Die
linde Luft iſt von weichem Duft erfüllt, und die Wogen
raunen und rauſchen. O bella Napoli, wie werden wir
ſehnend deiner gedenken, wenn uns des nordiſchen Winters
rauhe Stürme umbrauſen, O mio bella Napolr.
Nummer 196.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Anguſt 1913.
Seite 3.
geſtellt werden. Nach meiner gerichtlichen Vernehmung
wurde ich ſofort auf freien Fuß geſetzt.
* Konzerte. Hugenſchütz’ Felſenkeller. Die
Konzerte finden bei günſtiger Witterung jeden Freitag
ſtatt. Auf das heutige große patriotiſche Militär=
Kon=
zert der Kapelle des Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24
unter Herrn Obermuſikmeiſter Rühlemann ſei beſonders
hingewieſen. (S. Anz.)
Vereinigte Bezirks=Vereine.
* Der Ausſchuß der vereinigten
Bezirks=
vereine hielt im Hotel Prinz Karl eine Sitzung ab, zu
der ſämtliche Vorſtandsmitglieder der einzelnen
Bezirks=
vereine und einige Stadtverordnete eingeladen waren.
Infolge der überaus wichtigen Tagesordnung war die
Sitzung ſehr gut beſucht, denn es handelte ſich u. a. über
die eventuelle Abſtimmung, der Aufnahme des von dem
Martinsviertelverein abgezweigten,
neuge=
gründeten Nord=Oſt=Vereins. Hierzu wurden
ver=
ſchiedene Anträge, teils auf ſofortige Abſtimmung, über
die Aufnahme, teils über die abermalige Vertagung
ein=
gebracht. Die Anträge auf Vertagung begründeten ſich
darauf, daß ſatzungsgemäß es überhaupt unmöglich iſt,
einem weiteren Bezirksverein Vertretung, Stimme ꝛc. im
Ausſchuß zu geben. Ueber die ſatzungsgemäße Zulaſſung
entſpann ſich eine überaus lebhafte Debatte, in der die
verſchiedenartigſten Meinungen hervortraten. Die
bis=
herigen Verhandlungen wurden ſehr erſchwert, da bis
jetzt ſachliche Gründe zur Abtrennung des Nord=
Oſt=
viertelvereins vom alten Martinsviertelverein noch nicht
vorgebracht wurden, ſondern die Trennung nur aus
per=
ſönlichen und politiſchen Motiven verurſacht
wurde. Der Vertagungsantrag bis nach den
Stadtver=
ordnetenwahlen ſollte ermöglichen, daß die Satzungen des
Ausſchuſſes bis dahin geändert, reſp. ergänzt werden
könnten, um dem neuen Bezirksverein die Aufnahme in
den Ausſchuß zu ermöglichen. Auch ſollte der
Nordoſt=
verein mit den übrigen Bezirksvereinen bis dahin
mit=
arbeiten, ſelbſt wenn er auch vorerſt kein Stimmrecht im
Ausſchuß hat. Der Antrag auf Vertagung bis nach
den Stadtverordnetenwahlen, um bis dahin die Satzungen
des Ausſchuſſes wie vorerwähnt zu ändern, in denen auch
eine genaue Begrenzung der einzelnen Vereine feſtgelegt
werden ſoll, wurde mit 9 gegen 4 Stimmen
angenom=
men. Durch Annahme dieſes Antrages erledigten ſich
alle andern Anträge, da vorher einſtimmig beſchloſſen
wurde, dieſen Antrag vor Eintritt in die allgemeine
De=
batte zur Abſtimmung zu bringen. Von ſeiten eines Herrn
wurde nach Bekanntgabe des Reſultats Proteſt gegen die
Abſtimmung erhoben, mit dem gleichzeitigen Antrage
feſtzuſtellen, wieviel anweſende Perſonen ſich dem Proteſt
anſchließen. Die Auszählung ergab, daß ſich 18 von allen
Anweſenden (42) dem Proteſt anſchloſſen.
Eine ſehr anregende Ausſprache ergab ſich bei der
Beſprechung über den weiteren Ausbau der
elek=
triſchen Straßenbahn nach dem
Martins=
viertel, reſp. dem Riegerplatz. Zu den in der
vor=
letzten Verſammlung erhobenen Proteſten gegen die
Bür=
gersteiſterei und die Direktion der Heag, wegen
allzulang=
amen und unpraktiſchen Arbeitens, wurde vom
Vorſitzen=
den mitgeteilt, daß nach Rückſprache mit verſchiedenen
maßgebenden Stellen, es die Bürgermeiſterei bis jetzt noch
nie habe fehlen laſſen, den Wünſchen des Publikums den
erforderlichen Nachdruck zu geben. Es wäre alſo
abzu=
warten, in wiefern die Direktion der Heag ihren
gegebe=
nen Verſprechungen in dieſer Hinſicht nachkommt. Sehr
gerügt wurde, daß der Führung der Linie durch die
Hoch=
ſchulſtraße der kleine Senat der techniſchen Hochſchule
reſp. die Fachkommiſſion der Durchführung nichts
ent=
gegenzuſetzen haben während der große Senat
gegen die Durchführung ſei. Der Kampf müßte alſo
mehr gegen die Hochſchule als gegen die Bürgermeiſterei
geführt werden Bei dieſer Gelegenheit kam auch die
Er=
weiterung der Pankratiusſtraße zur Sprache, da dieſe
Ar=
beiten den Anſchein erwecken als wenn von ſeiten der
Bürgermeiſterei angeſtrebt wäre, die Fertigſtellung der
Er=
weiterung der Pankratiusſtraße abſichtlich in die Länge zu
ziehen. Durch Informationen verſchiedener Herren an
maßgebender Stelle konnte feſtgeſtellt werden, daß dies
nicht zutreffend iſt vielmehr, daß die Bürgermeiſterei alles
getan hat, zur ſchnellſten Erledigung und Fertigſtellung
der Erweiterungsarbeiten, ja es iſt anzunehmen, daß dieſe
zum größten Teil bis zum 1. Oktober d. J. vollendet ſind.
Viel Intereſſantes ergab ſich bei der Beſprechung,
reſp. bei der eingebrachten Beſchwerde gegen die weiteren
Vergrößerungen der Wagenhalle am Böllenfalltor, und
deren Ausbau zu einer Reparaturwerkſtätte. Es beſtünde
nämlich von ſeiten der Direktion der Heag die Abſicht,
daß die am Böllenfalltor beſtehende Wagenhalle
bedeu=
tend vergrößert und zu einer Reparaturwerkſtätte ausge=
baut werden folle. Die Verſammlung hielt es für viel
richtiger, daß an den Endſtationen der einzelnen
Bahn=
linien entſprechende Wagenhallen jerrichtet werden, um
nicht jeden Morgen und jeden Abend das geſamte=
Wagen=
material, eventuell auch wie dies früher ſchon projektiert
war, die Lokomotiven, wenn auch ohne Dampf, durch die
geſamte Stadt nach der Wagenhalle am Böllenfalltor zu
fahren. Vielmehr wäre es angebracht, daß am Bahnhof
oder im Mittelpunkt der Stadt ein Standplatz für 2—3
Wagen errichtet würde, in dem Reſervewagen, die im
Not=
falle ſofort zu haben ſind, untergebracht werden. Gegen
die Errichtung einer Wagenhalle im Elektrizitätswerk in
der Luiſenſtraße wurde auch aus der Verſammlung
heraus ganz entſchieden Proteſt erhoben, indem es in
keiner Weiſe angängig iſt, mitten in der Stadt in beſter
Wohn= und Geſchäfslage eine derartige Wagenhalle vor
der ganz bald ein umfangreicher Rangierbahnhof entſtehen
würde, anzulegen. Es wurde deshalb beſchloſſen, der
Heaa mitzuteilen, daß es der einſtimmige Beſchluß und
omit des größten Teils der Bürgerſchaft iſt, daß die
Er=
weiterung der Wagenhalle am Böllenfalltor und die
Er=
richtung der Wagenhalle mit Rangierbahnhof in der
Luiſenſtraße nicht ſtattfinden ſoll, vielmehr ſollten
Wagen=
hallen am neuen Bahnhof und den Endſtationen errichtet
werden.
Sodann wurden noch die im November ſtattfindenden
Stadtverordnetenwahlen beſprochen, wozu ein
Unterausſchuß beſtimmt werden ſoll, der die
Vor=
arbeiten hierzu erledigt, und zwar ſoll in dieſen
Unter=
ausſchuß von jedem beſtehenden Bezicksverein ein
Vor=
ſtandsmitglied entſendet werden.
Gernsheim, 21. Aug. Der Obſt= und
Garten=
bauverein zu Gernsheim, ſowie die zur
Förde=
rung der Pferde= und Viehzucht daſelbſt beſtehenden
Ver=
eine beabſichtigen, gelegentlich der am 20. September d. J.
in Gernsheim ſtattfindenden landwirtſchaftlichen
Bezirks=
ausſtellung mit Tierſchau, veranſtaltet vom
Landwirt=
ſchaftskammerausſchuß für die Provinz Starkenburg, eine
Verloſung von Zuchtvieh, ſowie land= und
hauswirtſchaftlichen Gegenſtänden zu
ver=
binden. Das Großh. Miniſterium des Innern hat die
nach=
geſuchte Erlaubnis zur Veranſtaltung dieſer Verloſung
erteilt. Zugleich wurde der Vertrieb der Loſe in den
Provinzen Starkenburg und Rheinheſſen
ge=
ſtattet.
S. Zwingenberg, 18. Aug. Man ſchreibt uns: Der
Fürſtlich Lippeſche Kammerſänger Herr Heinrich
Spemann hat in uneigennützigſter und
liebens=
würdigſter Weiſe, vielſeitigen Wünſchen entſprechend,
zugeſagt, zum Beſten des Verkehrs= und
Ver=
chönerungsvereins Zwingenberg nächſten
Sonn=
tag, den 24. Auguſt, im großen Saale des Hotels zum
Löwen in Zwingenberg ein Konzert zu geben. Herr
Spemann wird vier Schubertſche Lieder (Erlkönig, Ihr Bild,
Ständchen, Wirtshaus), das Liebeslied aus der Walküre,
die Gralserzählung aus Lohengrin, und das Gebet
aus Rienzi ſingen. Fräulein Eswein, eine
hervor=
ragende Konzertſängerin aus Heidelberg, wird mehrere
Lieder von Beethoven, Brahms und Wolf ſingen,
während Herr Konzertſänger Kögele aus Karlsruhe
ſeine Spielmannslieder mit der Gitarre begleiten wird.
Frau Cora Schulz aus Alsbach hat die
Klavier=
begleitung in liebenswürdigſter Weiſe übernommen.
(*) Offenbach, 20. Aug. Der Vogelſchutzverein
im Großherzogtum Heſſen hielt heute bei
ſtar=
ker Beteiligung ſeine Hauptverſammlung im Hotel „Kaiſer
Friedrich” ab. Herr Geheimerat Wilbrand=Darmſtadt
eröffnete die Verſammlung und Herr Muntermann
begrüßte die Gäſte namens des Vereins der Vogelfreunde
in Offenbach. Herr Oberförſter Nicolaus=Romrod
erſtattete als Schriftführer den Jahresbericht. Die Zahl
der Mitglieder beträgt 1348, 1209 ſind Einzelmitglieder,
ferner gehören zum Verein 9 Behörden, 41 Gemeinden
und 46 Ortsvereine. Der Jahresbericht gibt ein Bild
ge=
deihlicher Entwickelung; viel praktiſche Arbeit wurde
ge=
leiſtet. Der Zuſammenſchluß zu Ortsvereinen wird
emp=
fohlen. Vorträge ſollen gehalten und Kurſe veranſtaltet
werden. Die Erfahrungen des Freiherrn von Berlepſch
werden in Heſſen mehr und mehr verwirklicht. An dem
5. Vogelſchutzkurſus in Darmſtadt beteiligten ſich 20
Her=
ren, darunter auch der ſächſiſche Oberförſter Wolf;
ins=
geſamt haben 92 Herren an Kurſen teilgenommen. Von
der Eiſenbahndirektion Mainz war Herr Regierungsrat
Dr. Schneider erſchienen. Zum neuen Kurſus ſind ſchon
mehrere Herren gemeldet. Der Schriftführer hebt
beſon=
ders die Tätigkeit des Oberheſſiſchen Obſtbauvereins
her=
vor der den Vogelſchutz als einen wichtigen Beſtandteil
des Obſtbaues fördere. Auch im Weinbaugebiet ſollte der
Vogelſchutz mehr gefördert werden. Die Stadt Darmſtadt
hat zum Vogelſchutz einen großen Betrag zur Verfügung
geſtellt. Die Zahl der Inſektenfreſſer, beſonders auch der
Schwalben, beginnt infolge beſſerer Niſtgelegenheit ſich zu
mehren. Eine hohe Katzenſteuer ſei berechtigt. Die Amſel
darf nicht überhand nehmen; ſie tötet junge Vögel. Unter
den Raubvögeln müßten Eulen, Schreiadler, Buſſard,
fer=
ner die Droſſeln geſchont werden. Die Schonzeit der
Wachtel muß verlängert werden. Herr Pfarrer Vogt=
Niedernhauſen wünſcht baldige Regelung der Katzenfrage,
tritt aber aus idealen Gründen für die Amſel ein. Herr
Oekonomierat Spieß=Friedberg teilt mit, daß die
land=
wirtſchaftliche Anſtalt in Friedberg ein Schutzgehölz habe.
und daß auch die Stadt Friedberg ſchon muſtergültig
ge=
wirkt habe. Herr Prof. Dr. Frenzel=Darmſtadt zollt
den Lehrern als Pioniere des Vogelſchutzes Dank. Der
Voranſchlag für 1913/14 wurde in Einnahme und
Aus=
gabe mit 2689,60 Mark genehmigt. Anſtelle des bisherigen
Schriftführers, Herrn Oberförſters Nicolaus, wurde Herr
Forſtmeiſter Dr. Urſtadt=Darmſtadt als Schriftführer
gewählt. Herr Nicolaus, der nach Romrod verſetzt iſt,
wird in den Vorſtand gewählt. Als Ort der
Hauptver=
ſammlung 1914 wird Oppenheim beſtimmt; die
Verſamm=
lung wird im Auguſt abgehalten. Herr Forſtrat
Kull=
mann berichtet über den deutſchen Vogelſchutztag in
Ham=
burg. Die Tagung ſtellte folgende Forderungen auf:
1. Baldige reichsgeſetzliche Regelung der Katzenfrage; 2.
die Stadtverwaltungen ſollen gewonnen werden; 3.
Be=
lehrung der Kinder im Vogelſchutz; 4. die Jäger ſollten
mit dem Waffenpaß ein Vogelſchutzbüchlein erhalten. Die
Verſammlung ſtimmt zu. Der Verein Neu=Iſenburg will
ein Merkblatt herausgeben; es zeigt zwei Futterhäuschen.
Herr Prof. Dr. Frenzel empfiehlt die Tierſchutzzeitung
und das Organ des Odenwaldklubs „Unter der
Dorf=
linde” Als Ort des nächſten deutſchen Vogelſchutztages
ſteht Darmſtadt in Ausſicht. Herr Pfarrer
Klein=
ſchmidt hielt einen Vortrag über „Seltene und
wert=
volle Arten im Beſtande der heſſiſchen Vogelwelt und ihr
Schutz” Zum Schluß wurden die Vogelſchutzmaßnahmen
im Stadtpark beſichtigt.
Offenbach, 21. Aug. Obligatoriſche
Müll=
abfuhr will man hier ſchon ſeit langer Zeit einführen.
Das Tiefbauamt, das mit der Ausarbeitung der
erfor=
derlichen Unterlagen beauftragt war, hat ſeine Erhebungen
abgeſchloſſen und in einer umfangreichen Vorlage
Vor=
ſchläge über die Durchführung der beabſichtigten
Maß=
nahme gemacht. Der Bauausſchuß hat ſich in ſeiner letzten
Sitzung mit dieſer Frage beſchäftigt und die Einſetzung
einer beſonderen Kommiſſion empfohlen. — Die heſſiſche
Regierung hat ſich bereit erklärt, der Ablöſung des
Brückengeldes auf der Grundlage der Uebernahme
der heſſiſchen Hälfte der Brückenbaukoſten nach dem im
heſſiſchen Wegbaugeſetz getroffenen Verteilungsmaßſtab
zu=
zuſtimmen. (Drei Achtel der Staat, je ein Viertel
Pro=
vinz und Kreis, ein Achtel die Stadt.) Kreis= und
Pro=
vinzialtag haben dieſem Vorſchlag bereits zugeſtimmt.
Die Unterhaltungskoſten einſchließlich der Beleuchtung
be=
tragen im Jahresdurchſchnitt 1800 Mark. Die
Schwierig=
keiten liegen nur auf preußiſcher Seite, doch hofft man
auch hier, zu einem günſtigen Reſultat zu kommen. —
Die von der Stadt geforderte Einſetzung einer
paritäti=
ſchen Preisfeſtſetzungs=Kommiſſion für
Schweinefleiſch und Wurſtwaren ſoll nach den
neuen Vorſchlägen der Schweinemetzger=Innung nur aus
Stadtverordneten und Innungsmitgliedern beſtehen. Als
unter Vertragsſtrafe geſtellte Nichteinhaltung des
Ver=
trags ſoll auch gelten, wenn ein Verkauf von Fleiſch= und
Wurſtwaren zu niedrigeren Preiſen erfolgt, als die
Kom=
miſſion feſtgeſetzt hat. Die Stadtverordnetenmehrheit ſteht
auf dem Standpunkte, daß der Vertrag nur die höchſten
Preiſe feſtſetzen ſoll.
Hauſen, 21. Aug. Geſtern nachmittag brach in der
mit Frucht gefüllten Scheune des Landwirtes Nikolaus
Keller Feuer aus, das ſich bei den leicht brennbaren
Materialien ſehr ſchnell ausbreitete und auch auf die
be=
nachbarte Scheune des Landwirtes Jakob Groh
über=
griff. Beide Scheunen, Lehmfachwerkbauten, brannten
vollſtändig nieder. Das der Scheune des Landwirtes
Keller benachbarte Haus der Marie Pappert wurde durch
die Flammen und die Löſcharbeiten ſtark beſchädigt. Für
die verheerende Wut des Feuers ſpricht die Tatſache, daß
die alte Scheune des Landwirtes Keller innerhalb zehn
Minuten vollſtändig niedergebrannt war. Unter der
Scheune lagen noch 50 Zentner Kohlen, die Keller erſt
am 19. Auguſt bezogen hatte. Dieſe brannten noch um
10 Uhr abends. Bis gegen 12 Uhr nachts hatten die
Wehren zu tun, ehe ſie des Feuers Herr geworden waren.
Lorſch, 21. Aug. Nachts gegen 12 Uhr wurde ein
Dragoner, Bſirſche eines Wachtmeiſters vor dem
Hauſe ſeines Quartiers von einem Jagdhund
überfallen und ſchwer verwundet. Der Hund hat
dem Soldaten die Oberlippe abgebiſſen und noch andere
erhebliche Verletzungen beigebracht. Heute früh wurde
der Bedauernswerte in ſeine Garniſon nach Karlsruhe
übergeführt.
Feuilleton.
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vgl. Nr. 172 dieſes
Blattes vom 25. Juli.) Aehnlich wie im
vorausgegange=
nen Juni war der Temperaturgang des diesjährigen Juli
durch das Auftreten zweier warmer und ebenſo viel
füh=
ler Perioden gekennzeichnet, von denen aber letztere
der=
art überwogen, daß das Temperaturmittel abnorm
nied=
rig wurde. So war beiſpielsweiſe in Darmſtadt der
Be=
richtsmonat der kühlſte Juli in den letzten 52 Jahren und
blieb mit 14,5 Grad Celſius um 3,7 Grad hinter dem
Durchſchnitt zurück. Die Urſache des abnormen
Wärme=
mangels iſt darin zu ſuchen, daß an einer Reihe von
Tagen ein barometriſches Hoch über Weſteuropa lag, dem
ein Tief über Rußland gegenüberſtand, woraus ſich kühle
regenbringende Weſt= und Nordweſtwinde ergaben. Das
höchſte Temperaturmittel weiſt wieder Mainz mit 16,4
Grad Celſius auf, dann Worms mit 16,0 Grad, Offenbach
mit 15,6 Grad und Darmſtadt mit 15,4 Grad folgen.
Be=
merkenswert ſind die verhältnismäßig hohen Mittel von
Bad Nauheim und Gießen, die nur um ein bis zwei
Zehntel Grad hinter Darmſtadt zurückblieben.
Neun=
kirchen mit 12,4 Grad Mittelwärme war der kälteſte Ort,
während den tiefſten Monatsſtand Lauterbach mit 3,8
auf=
weiſt, im Gegenſatz zu Mainz, wo das Thermometer nicht
unter 8,8 Grad ſank (Darmſtadt 7,2). Die Höchſtſtände
fallen mit 27,6 Grad nach Darmſtadt und Mainz, wogegen
in Schotten 24,8 Grad nicht überſtiegen wurden. Letztere
Station weiſt demnach keinen einzigen Sommertag auf
gegenüber 6 in Worms (Darmſtadt 4). Die
Bewölkungs=
ziffer war allenthalben ſehr hoch; den höchſten Prozentſatz
meldet Gießen mit 81, den niedrigſten Mainz mit 64
Darmſtadt 70). Die Niederſchlagsſummen überſteigen
an den meiſten Stationen das zehnjährige Mittel von
901—1910 beträchtlich. Eine Ausnahme bildet Offenbach,
wo nur 41,4 Millimeter gemeſſen wurden, gegenüber 136,3
auf dem Felsberg. Auch in Darmſtadt, wo 65,4 Millimeter
kielen, blieb die Summe nicht unerheblich hinter dem fünf=
zigjährigen Mittel zurück. Hagel melden nur 12
Sta=
tionen und nur an einem Tage. Auch die Gewitterzahl
war im ganzen unbedeutend die Gegenſätze bilden Schlitz
und die Tromm mit je 7 und Mainz und Herchenhain mit
je 1. Die Waſſerſtände der größeren Flüſſe wichen vom
langjährigen Mittel nur unbedeutend ab.
* Starkſtromleitungen und Vogelſchutz. In der letzten
Zeit ſind wiederholt Artikel durch die Preſſe gegangen,
welche auf die Tötung von Vögeln durch die
Starkſtrom=
leitungen der Ueberlandzentralen hinwieſen. Daß ſolche
Tötungen vorkommen, iſt unbeſtreitbar, obwohl ihre Zahl
ſtark übertrieben wird. Die Elektrizitätsgeſellſchaften haben
nun neuerdings ihr beſonderes Augenmerk auf die Urſachen
jener Tötungen gerichtet und dabei feſtgeſtellt, daß
die=
ſelben faſt ausſchließlich an den Leitungsmaſten ſelbſt
ſtatt=
finden. Die Vögel ſetzen ſich nämlich auf die Stützarme
der Iſolatoren und picken dann an den Leitungen herum.
Auf dieſe Weiſe findet ein Stromdurchgang von der
Leit=
ung durch den Vogel nach der Stütze und von dort zur
Erde ſtatt, vorausgeſetzt, daß der Leitungsmaſt ein ſogen.
geerdeter iſt. Andererſeits werden auch Vögel dadurch
getötet, daß ſie beim Auffliegen von einer ſolchen Stütze
mit den ausgebreiteten Flügeln zwei der Leitungsdrähte
leitend verbinden. Dieſe Beobachtungen haben dazu
ge=
führt, daß neuerdings die Starkſtromleitungen unter
be=
onderer Rückſicht auf die Vogelwelt ausgeführt werden.
Die Iſolatorſtützen werden ſchräg geſtellt, ſo daß ſie den
Vögeln keine Gelegenheit zum Sitzen bieten, oder auch die
Iſolatoren werden ſo hoch angeordnet, daß es den Vögeln
unmöglich iſt, von der Stütze aus an den Draht, der um
den Kopf des Iſolators gewunden iſt, heranzureichen. Die
Leitungen ſelbſt werden in ihrer gegenſeitigen Anordnung
und Entfernung zueinander ſo aufgehängt, daß eine
Be=
rührung der Vögel auch bei ganz ausgeſpannten Flügeln
unmöglich wird. Die neuen herauskommenden Vorſchriften
des Verbandes Deutſcher Elektrotechniker werden genaue
Ausführungsbeſtimmungen für die Starkſtromleitungen
mit Rückſicht auf den Vogelſchutz enthalten. Der mehrfach
geäußerte Vorwurf, daß durch die Starkſtromleitunge der
Ueberlandzentralen allmählich eine Verringerung der
Vogelzahl eintreten würde, wird daher durch die
neuer=
dings getroffenen Vorſichtsmaßregeln entkräftet. Sämtliche
neuen Leitungen werden bereits nach den neuen
Grund=
ſätzen gebaut, alte werden mit der Zeit danach umgeändert
werden. Es hat hier, wie in ſo vielen anderen Fällen, erſt
der Erfahrung bedurft, um das Richtige zu finden.
** Mozarts Handbibliothek. Der Profeſſor am Genfer
Konſervatorium H. Kling veröffentlicht in der Tribune de
Genève intereſſante Einzelheiten über die Bücher, die
Mozart während ſeiner Reiſen gewöhnlich mit ſich führte.
Die wichtigſten ſind folgende: eine lateiniſche Bibel in
einer Kölner Ausgabe von 1679, Mendelsſohns berühmten
Dialog „Phädon” „Die Erziehung der Vernunft” von
Ebert, die deutſche Geſchichte des Leipziger Hiſtorikers
Maskow, zwei Bände über das Leben Joſefs II., vier
Bände der Werke Friedrichs des Großen, vier Bände der
in Hamburg erſcheinenden „Kinderbibliothek”, fünf Bände
mit Werken des Ovid, Wielands „Oberon” und
verſchie=
dene Bände aus den Werken Moliéres, Metaſtaſios,
Ewald von Kleiſts und Geßners. Der ſchweizeriſche
Idyl=
lendichter ſtand zu der Familie Mozarts, mit der er
wäh=
rend einer Durchreiſe durch Zürich bekannt geworden war,
in herzlichen Beziehungen und machte dem Reiſenden ein
Geſchenk mit einer Ausgabe ſeiner Werke, indem er die
olgende Widmunug hineinſchrieb: „Empfangt, teure
Freunde, dies Geſchenk mit derſelben Freundſchaft, mit der
ich es Euch darbiete. Möge es würdig ſein, mein
An=
denken immer unter Euch lebendig zu erhalten. Genießt,
ehrenwerte Eltern, noch lange ſchönſte Früchte der
Erzieh=
ung in dem Glück Eurer Kinder; mögen ſie ſo glücklich ſein,
wie ihr Verdienſt groß iſt. Seit ihrer zarteſten Kindheit
ſind ſie die Ehre der Nation und die Bewunderung der
Welt. Glückliche Eltern! Glückliche Kinder! Vergeßt
nie=
mals den Freund, deſſen Achtung wie ſeine Liebe für Euch
alle immer ſo lebendig ſein werden, wie ſie es heute ſind.
Zürich, den 3. Oktober 1766. Salomon Geßner.” Außer
den angeführten Werken hatte Mozart in ſeiner
Reiſe=
bibliothek noch verſchiedene Muſikalmanache, Bände Ges
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Auguſt 1913.
Nummer 196.
Mainz, 21. Aug. Die 12. Kompagnie des Infanterie=
Regimnents Nr. 117 von hier wird nach dem
Manöver=
ſchluß nach Friedberg in Oberheſſen verlegt, wo das
in=
folge der Heeresvermehrung neu zu bildende 3. Bataillon
des Infanterie=Regiments Nr. 168 errichtet wird. Die
3 übrigen Kompagnien des neuen Bataillons werden durch
die Infanterie=Regimenter Nr. 115, 116 und 118 geſtellt.
Die von jedem der 4 genannten Regimenter abgegebene
Kompagnie wird durch Stamm=Mannſchaften der
Regi=
menter und durch erhöhte Rekruteneinſtellung erſetzt. Mit
dem 1. Oktober d. J. wird auch die für das Infanterie=
Regiment Nr. 117 beſtimmte Maſchinengewehr=Abteilung
neu errichtet. Die Geſchütze ſind bereits in den neu
er=
bauten Hallen eingetroffen, während die Pferde Ende
September hier eintreffen. Mannſchaftsräume für die
neue Truppe werden im Kaſernenhofe erbaut.
Worms, 21. Aug. Schon wieder ein
Fahrrad=
diebſtahl wurde geſtern hier ausgeführt, außerdem
wurden verſchiedene Schmuckgegenſtände im Werte von
30 Mark geſtohlen. — Um die genoſſenſchaftliche
Zuckerfabrik „Rheingau” hat ſich zwiſchen einer
größeren Anzahl Orte ein heißer Wettbewerb
ent=
ſponnen. Neben dem urſprünglich in Ausſicht
genom=
menen Rhein=Dürkheim bemühen ſich noch Gimbsheim,
Eich, Pfeddersheim und Roxheim um die Zuckerfabrik.
Zurzeit wird in Erwägung gezogen, die geplante
Zucker=
fabrik in Rorheim oder Eich zu errichten. Letztere
Ge=
meinde iſt bereit, den Erbauern ſehr weit
entgegenzukom=
men. Im Laufe des Monats findet in Worms eine
Vor=
ſtandsſitzung der Vereinigung rübenbauender Landwirte
ſtatt, die ſich mit dieſer und einer Reihe weiterer Fragen
befaſſen wird.
Oſthofen, 21. Aug. Geſtern vormittag ſprang aus
dem Güterzuge auf der Strecke zwiſchen Mettenheim
und Oſthofen aus einem mit zwei Zugochſen beladenen
geſchloſſenen Güterwagen der eine Ochs heraus. Er
hatte ſich bei dem Sturze das eine Horn abgebrochen.
Sonſt hat er ſich keine Verletzungen zugezogen. Das
Zug=
perſonal bemerkte den Flüchtling ſofort; er wurde
einge=
fangen und auf dem nächſten Bahnwärterhaus abgeliefert.
Während der Fahrt hatte er den Hebel an der Türe
zurück=
geſchoben und ſo die Türe geöffnet.
— Bingen, 21. Aug. Die evangeliſche Gemeinde der
Stadt Bingen, in der der Heſſiſche Hauptverein
des Evangeliſchen Bundes am 24. und 25. Auguſt
zum erſtenmal ſeine Jahresverſammlung hält,
iſt kirchliches Neuland. Es ſind am 1. Oktober d. Js.
gerade 70 Jahre verfloſſen, ſeitdem ſie in einem Betſaal
ihren erſten Gottesdienſt hielt und in der Perſon des
Pfarrers J. Paul ihren erſten Seelſorger empfing; bis
dahin waren die wenigen Evangeliſchen der Stadt nach
dem zwei Stunden entfernten Genſingen eingepfarrt
und wenn ſie auch den Gottesdienſt in dem
näher=
gelegenen preußiſchen Orte Münſter beſuchen konnten, ſo
war doch der Verkehr mit dem zuſtändigen Pfarramte
außerordentlich erſchwert, was ſich namentlich beim
Religions= und Konfirmandenunterricht der Kinder
be=
ſonders mißlich geltend machte. 17 Jahre lang mußte
ſich die Gemeinde mit dem ihr von der Stadt zur
Ver=
fügung geſtellten Betſaal behelfen, bis es ihr mit Hilfe
des Guſtav=Adolf=Vereins im Jahre 1860 gelang, in den
Beſitz eines eigenen Gotteshauſes zu kommen. Seitdem
hat ſich das Gemeindeleben in erfreulicher Weiſe
auf=
wärts entwickelt. Die Seelenzahl, die bei der Gründung
300 und bei Einweihung der Kirche 460 betrug, iſt
mittlerweile mit Einſchluß der Evangeliſchen in den
ein=
gepfarrten Orten Büdesheim, Dietersheim,
Dromers=
heim, Gaulsheim, Kempten, Ockenheim und Sponsheim
auf 2733 gewachſen; das ehedem gleichfalls eingepfarrte
Gau=Algesheim iſt neuerdings ſelbſtändige Filialgemeinde
mit eigenem Gottesdienſt geworden; zwei Pfarrer wirken
in der Gemeinde, von denen der eine auch noch den
Religionsunterricht an den höheren Schulen erteilt.
Schon ſeit längeren Jahren beſteht ein Zweigverein des
Evangeliſchen Bundes, der ſich jetzt feſtlich rüſtet, die
hoffentlich recht zahlreichen Gäſte und Bundesmitglieder
aus allen Gauen des Heſſenlandes und der
angrenzen=
den preußiſchen Bezirke würdig zu empfangen.
Gießen, 21. Aug. Bei der am Dienstag veranſtalteten
Ziehung der Gießener Geldlotterie zum Beſten
des Flugfeſtes in Gießen fiel der 1. Hauptgewinn im
Be=
trage von 10000 M. auf Nr. 2835, der 2. Hauptgewinn
(3000 M.) auf Nr. 5988, der 3. mit 1000 M. auf Nr. 20 013,
2 Gewinne von 400 M. auf Nr. 21502 und 21849, 2
Ge=
winne von je 200 M. auf Nr. 5222 und 26 192, 5 Gewinne
von je 100 M. auf Nr. 1557, 15 732, 20 290, 35364, 43 688.
(Ohne Gewähr!)
Gießen, 21. Aug. Eine erfolgreiche Verhaftung
nahmen am Mittwoch der Gendarmeriewachtmeiſter
Scharmann und der Schutzmann Klös in Gießen vor. Seit
einiger Zeit wurden in mehreren Orten des Kreiſes
Gie=
ßen Einbruchsdiebſtähle verübt, ohne daß es ge=
lang, den Dieben auf die Spur zu kommen. Am Samstag
wurde abermals ein Einbruch im Gießener
Braunſtein=
bergwerk verübt. Der Einbruch gelangte zur Kenntnis
der Gendarmerie, die ſofort erkannte, daß nur ortskundige
Perſonen in Betracht kommen könnten. Die nach dieſer
Richtung hin vorgenommenen Ermittelungen beſtätigten
den Verdacht ſehr bald; es wurde feſtgeſtellt, daß ſich ein
Verdächtiger mit einem Arbeitsſcheuen in der Umgegend
umhertrieb. Nach Verſtändigung der Kriminalabteilung
des Polizeiamts Gießen wurden am 20. früh die
mut=
maßlichen Diebe in ihren Wohnungen überraſcht und dort
eine Durchſuchung vorgenommen. Dieſe förderte Sachen,
die von den Diebſtählen im Bergwerk, aus Saaſen,
Bel=
tershain. Ruppertenrod, Reiskirchen und Leihgeſtern
her=
rührten, zum Vorſchein. Die Diebe wurden verhaftet und
geſtanden nach anfänglichem Leugnen, die Diebſtähle
aus=
geführt zu haben. Sie wurden in das Provinzial=
Arreſt=
haus eingeliefert.
Tätigkeitsbericht des Heſſiſchen Volksſchriften=
Vereins für das Jahr 1912/13.
* Dem ſoeben erſchienenen Bericht entnehmen wir
fol=
gendes: Das wichtigſte Mittel unſerer Arbeit waren auch
im letzten Winter die Bücherausſtellungen. Die
urſprünglich aus über 1200 Büchern beſtehende Auswahl
wurde in drei Abteilungen eingeteilt. Die Teilung wurde
in der Weiſe vorgenommen, daß die verſchiedenen
Samm=
lungen (Deutſche Jugendbücherei, Bunte Bücher, Bunte
Jugendbücher, die Mainzer Volks= und Jugendbücher,
Velhagen und Klaſings Volksbücher, die
Aufwärts=
bücherei, die Volksbücher der Deutſchen Dichter=
Gedächt=
nis=Stiftung, Der Schatzgräber, Als Deutſchland erwachte,
Reclams Univerſalbibliothek, Heſſes Volksbücher,
Ham=
burgiſche Hausbibliothek, Nach Feierabend, die
verſchiede=
nen Bilderbücher u. a.) auf die drei Kollektionen verteilt
wurden. Die aus zahlreichen Verlagen vorhandenen
Einzelexemplare wurden wechſelweiſe in den einzelnen
Abteilungen untergebracht. Der Beſuch der von dem erſten
Schriftführer, dem Herrn Lehrer Haſſinger in Darmſtadt
(früher Alzey), gehaltenen Vorträge iſt im allgemeinen
als befriedigend zu bezeichnen, war ſogar an zahlreichen
Orten außerordentlich gut. Den von anderen
Körper=
ſchaften ſchon gemachten Verſuch des Austauſches von
Schundliteratur gegen gute Bücher wagten wir auch
ein=
mal, und zwar gelegentlich der Ausſtellung in Alzey. Die
bei dieſer Gelegenheit eingetauſchten Schundhefte erreichten
eine erſchreckend große Zahl. Unter den von Kindern und
jungen Leuten eingetauſchten Heften ſind viele der
ſchlimm=
ſten Sorte, die an den verſchiedenen beſonders
aufregen=
den Stellen von den jugendlichen Leſern mit Bleiſtift
unterſtrichen ſind. Eine ſehr erwünſchte und notwendige
Förderung iſt auch die Gewinnung neuer Mitglieder. Durch
den in über 12000 Exemplaren verbreiteten Aufruf hatten
wir den doch gewiß ſehr geringen Zuwachs von 27 neuen
Mitgliedern zu verzeichnen. Dagegen ſind durch rein
per=
ſönliche Werbetätigkeit einzelner Herren weit über 100
Mitglieder gewonnen worden. Beſonders erfreulich iſt,
daß die Großherzogliche Regierung uns unterſtützte und
daß im Laufe des Jahres nahezu alle heſſiſchen
Kreisaus=
ſchüſſe unſerem Verein beigetreten ſind. Zum erſtenmal
überwieſen wir im letzten Winter einer Anzahl von
Biblio=
theken Büchergaben im Werte von etwa 300 Mark. Es
waren dies zunächſt die achtzehn heſſiſchen
Kreiswander=
bibliotheken, dann noch die Büchereien in Lonsheim,
Wörrſtadt, Rimbach, Wald=Michelbach, Fränkiſch=
Crum=
bach, Wembach=Hahn, Weinolsheim, Bermersheim,
Lang=
göns, Rodheim v. d. Höhe, Groß=Karben, Trais=Horloff,
Birkenau und die Seminarbibliothek zu Alzey. Zur Ver
teilung gelangten Erwin Gros: „Schwelendes Feuer”
Heinrich Naumann: „Mit Pflug und Feder” und „Wer
Wind ſät, wird Sturm ernten” ſowie eine Anzahl der
uns von der Witwe des verſtorbenen Darmſtädter
Dich=
ters Gottfried Schwab gütigſt zur Verfügung geſtellten
Werke ihres Mannes („Wolkenſchatten und Höhenglanz
und „Tiſiphone‟). Frau Emma Schwab, die mit der
Herausgabe von warmempfundenen Märchen („Im
Mär=
chenſchloß”) der Dichterbahn ihres hochgeſchätzten Gatten
folgt, hat uns ferner eine große Anzahl von
Künſtler=
karten mit Liedern ihres Mannes (darunter das bekannte
„Michel horch, der Seewind pfeift”) geſchenkt, wofür wir
auch hier unſeren beſten Dank ausſprechen. Auch einer
ganzen Reihe von Verlegern iſt dankend zu gedenken, die
uns Freiexemplare der in ihrem Verlag erſchienenen
Schrif=
ten zu Ausſtellungszwecken überließen oder ſie ſehr billig
berechneten. Es ſind vor allem zu nennen: Scholz,
War=
neck, Hillger, Rauhes Haus, Wartburg=Buchhandlung,
Schlößmann, Keutel, Land=Buchhandlung, Janſſen,
Re=
clam, Teubner, Voigtländer u. a. In den Vorſtand trat
im Laufe des Jahres der Großherzogliche
Kreisſchul=
inſpektor Herr Profeſſor Kiſſinger in Darmſtadt ein.
Anſtelle der bisher betriebenen Gemeindekolportage, die
ſich namentlich wirtſchaftlich nicht bewährte, ſoll in Zu=
kunft die Verſendung von Bücherliſten treten. Der Frage
der Bücher=Automaten wandten wir unſere volle
Auf=
merkſamkeit zu. Wir planen, ſolche an verkehrsreichen
Plätzen aufzuſtellen. Ferner iſt geplant, in den
Ober=
klaſſen der Schulen belehrende Unterredungen über den
Schmutz und Schund in der Literatur und Kunſt,
verbun=
den mit Darbietungen guter Bücher und Bilder, durch den
erſten Schriftführer zu veranſtalten. Zunächſt wird in
Darmſtadt der Verſuch gemacht werden. Da der erſte
Schriftführer ſchon ſeit einer Reihe von Jahren in
Ver=
bindung mit Herrn Pfarrer Meiſinger in Fränkiſch=
Crum=
bach Bilder=Ausſtellungen des Karlsruher Künſtlerbundes
veranſtaltete und dieſe überall großen Anklang fanden, ſo
wurden ſie nach voraufgegangenen Verhandlungen zunächſt
übernommen. Die Erfolge waren in manchen Orten
ge=
radezu glänzend.
von Cramer herausgegebeneſ Muſikmagazins und Bücher
in franzöſiſcher, italieniſcher und engliſcher Sprache, aus
denen man ſchließen kann, daß der Meiſter dieſe Sprachen
gut beherrſchte. Was ſeine eigentliche Muſikbibliothek
an=
betrifft, ſo war ſie nicht ſehr bedeutend, ſondern umfaßte
nur Abſchriften von Werken Bachs, Joſepz und Michael
Haydns, Glucks und einiger Komponiſten zweiten Ranges.
Partituren ſeiner eigenen Werke hatte er nicht bei ſich; der
ſorgloſe Meiſter beſaß überhaupt nur ſelten einmal eine
Partitur eines ſeiner Werke, denn die Herausgabe und die
Vervielfältigung muſikaliſcher Kompoſitionen lag damals
in Deutſchland noch ebenſo im argen wie die
urheberrecht=
lichen Anſprüche, die auch nur im beſcheidenſten Maße zu
erfüllen von der Gnade der Theaterdirektoren abhing.
C. K. Die Zeitung der Zukunft. (Eine Zukunftsphantaſie.)
In der Generalverſammlung des Britiſchen Inſtitutes für
Journalismus in York, hielt der Präſident des Inſtitutes,
der angeſehene Chefredakteur des Daily Chronicle Robert
Donald, eine intereſſante Rede, in der er aufgrund der
letzten Entwickelungen und Umwälzungen auf dem Gebiet
des europäiſchen Zeitungsweſens ein Abbild von der
Zei=
tung der Zukunft entwarf. Mit der wachſenden
Groß=
organiſation des modernen Zeitungsweſens, mit der
Zu=
nahme des Leſerkreiſes und mit der Entwickelung der
Technik würden, ſo führte der britiſche Fachmann aus, die
nächſten Jahrzehnte weitgehende Umformungen in dem
Zeitungsweſen mit ſich bringen. „Die künftigen Methoden
der Zeitungsherſtellung und Zeitungsverteilung werden
noch ſchneller ſein wie heute und noch weitere Gebiete
be=
wältigen. Luftſchiffe und Flugmaſchinen werden in den
Dienſt der Zeitungsbeförderung treten, elektriſche Züge
und Automobildienſte in die Nachbarſtädte werden die
Schnelligkeit der Austragung unerſtützen. In den
Groß=
ſtädten werden die Zeitungen durch pneumatiſchen Druck,
alſo ſozuſagen durch Rohrpoſt, an die Leſer verteilt
wer=
den; die Morgen= und Abendblätter werden ihren
Charak=
ter verlieren und durch ſtündliche Ausgaben Ergänzung
finden. Im inneren Nachrichtendienſt des Zeitungsbetriebs
wird das drahtloſe Telephon die erſte Stelle beanſpruchen;
jeder Jonrnaliſt und Revorter wird ſtets einen kleinen
drahtloſen Telephonapparat mit ſich führen und jederzeit
mit ſeinem Blatte in Verbindung treten können. Die
auf=
genommenen Meldungen werden dem Redakteur nicht
mehr handſchriftlich oder ſtenographiſch, ſondern gleich in
Spaltenbreite des Blattes gedruckt vor die Augen kommen.
In den Reſtaurants, öffentlichen Lokalen und
Vergnüg=
ungsſtätten werden durch Grammophon und
Kinemato=
graph ſtündlich die neueſten Nachrichten dem Publikum
mitgeteilt werden; ja, wer weiß, ob das Publikum nicht
mit der Zeit dazu neigen wird, ſogar die Mühe des Leſens
von ſich abzuwälzen, und wie heute Gas= und
Waſſerleit=
ungen in die Zimmer und Bureauräume führen, werden
dann vielleicht Nachrichtenleitungen in die Häuſer gelegt
werden. Dann wird der ehemalige Zeitungsleſer daheim
dem ſtetigen Zuſtrom neuer Meldungen lauſchen können
oder gemächlich von Zeit zu Zeit den unabläſſig aus dem
Apparat gedruckt hervorſickernden Nachrichtenſtrom
über=
fliegen.”
— Das älteſte Papier in Deutſchland. Aus der Oaſe
Turfan, der die deutſchen Sammlungen ſchon ſo manchen
wertvollen Schatz einer alten Kultur verdanken, iſt uns
durch eine Handſchrift aus dem Jahre 399 n. Chr. das
älteſte Papier geſchenkt worden, das gegenwärtig in
Deutſchland vorhanden iſt. In der Zeitſchrift für
Bücher=
freunde macht Dr. Bogeng auf dieſes merkwürdige
Doku=
ment aufmerkſam, das ein treffliches Zeugnis für die
Halt=
barkeit von Papier darbietet. Die im Königl.
Material=
prüfungsamt durch Profeſſor Herzberg vorgenommene
Unterſuchung ergab, daß die meiſten bei dieſem Papier
verwendeten Faſern dem Chinagras entſtammen; doch
ſind auch Faſern des Papiermaulbeerbaums nachweisbar.
Zum Schreibſtoff iſt es in ziemlich umſtändlicher Weiſe
hergerichtet worden: durch Ueberſtreichen mit einem
durch=
ſichtigen Klebeſtoff, durch Beſtreuen mit Weizenmehl, durch
Preſſung. Neben günſtigen Verhältniſſen der
Aufbewah=
rung bedurfte es eines ſchon ſehr hoch entwickelten
Papier=
herſtellungsverfahrens, um dieſes Papier noch nach 1500
Jahren in ſo gutem Zuſtande zu bewahren, während man
das Lebensalter unſerer beſten Papiere auf höchſtens 1000
Jahre einſchätzt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 20. Aug. Graf Auguſt
zu Eulenburg, der ſeit 1890 des Kaiſers Oberhof=
und Hausmarſchall und ſeit 1907 auch mit der Verwaltung
des Miniſteriums des königlichen Hauſes beauftragt iſt,
wird, wie man weiß, zum Herbſt von ſeiner Stellung an
der Spitze der kaiſerlichen Hofhaltung zurücktreten. Er
hat ſich hierzu ſeines hohen Alters wegen entſchloſſen,
denn am 22. Oktober wird er ſeinen 75. Geburtstag feiern
können. Zu ſeinem Nachfolger iſt der bisherige
Ober=
ſtallmeiſter Freiherr Hugo von Reiſchach beſtimmt.
— Dieſer Tage iſt im Neuen Garten am Jungfernſee zu
Potsdam mit den Ausgrabungsarbeiten für das neue
Kronprinzenſchloß nach den Plänen des Profeſſors
Schultze=Naumburg begonnen worden. Die Fertigſtellung
mit den Inneneinrichtungen wird, wie die Bauwelt
er=
fährt, mindeſtens zwei Jahre in Anſpruch nehmen. Zur
Heranſchaffung der Baumaterialien ſind Feldbahnen
zwi=
ſchen der Bauſtelle und der Landungsbrücke am
Jungfern=
ſee einerſeits, ſowie der Albrechtſtraße andererſeits
vor=
geſehen. Gegenwärtig werden Bauſchuppen uſw.
er=
richtet. — Zu Ehren der Deutſch=Böhmen, die, 400
an der Zahl, geſtern in Berlin eintrafen, fand geſtern in
der Neuen Philharmonie ein Feſtabend ſtatt. Er war
veranſtaltet von ſeiten des Vereins der Deutſch=Böhmen
und einer Reihe das Deutſchtum betonender Vereine, zu
denen unter anderem die Ortsgruppe Berlin des
Alldeut=
ſchen Verbandes und der Deutſchnationale
Handlungs=
gehilfenverband gehörten. — Ueber 23000 Mark
unter=
chlagen hat der Kälberverkäufer Paul Schulze, der
ſeit zwei Jahren in einem Viehkommiſſionsgeſchäft
be=
ſchäftigt iſt und auf dem Schlachthof tätig war. Er iſt
geſtern verhaftet worden.
Hohenlimburg, 20. Aug. Geſtern abend rotteten ſich
hunderte von ausſtändigen Arbeitern der
Ver=
einigten Walz= und Röhrenwerke in den Straßen
zuſam=
men und verfolgten die Arbeitswilligen bis auf ihre
Ar=
beitsſtätten. Es kam verſchiedentlich zu Tätlichkeiten
Die Ausſtändigen bombardierten mit Steinen das
Fabrik=
gebäude und die Geſchäftsräume, wobei ſämtliche
Fenſter=
ſcheiben zertkümmert wurden. Auch heute abend
veran=
ſtalteten die Streikenden nach Einbruch der Dunkelheit
johlend und ſchreiend Exzeſſe. 20 Poliziſten von
aus=
wärts ſind zur Aufrechterhaltung der Ordnung nach hier
beordert worden.
Gelſenkirchen, 21. Aug. Während des Spazierganges
der Gefangenen auf dem Hof des Gefäng=,
niſſ es überfielen 30 Sträflinge den Aufſeher und
verſuchten ihm die Waffe zu entreißen. Der Aufſeher
wehrte ſich und verletzte einen der Gefangenen ſchwer durch
einen Kolbenſchlag. Ein Bewohner des Nachbachauſes,
der die Revolte vom Fenſter aus beobachtete, beugte ſich
in der Erregung zu weit hinaus, ſtürzte ab und trug
lebensgefährliche Verletzungen davon.
Hamburg, 21. Ang. Geſtern nacht drangen Diebe
durch ein in die Decke gebohrtes Loch in das Geſchäft der
Hofjuweliere Knapp und Schleſinger am Jungfernſteg und
ſtahlen für 50000 Mark Schmuckſachen.
Danzig, 21. Aug. Laut der Voſſiſchen Zeitung iſt
geſtern abend in Schellmühl die Dachpappen= und
Teerfabrik von Baſcher und Hoffmann und die
Eiſen=
gießerei Vulkan eingeäſchert worden. Während des
Brandes erfolgten mehrere Exploſionen. Der Kronpxinz
und ſein Adjutant weilten längere Zeit auf der
Brand=
ſtätte.
Guben. 21. Aug. Daß der Mordanſchlag auf den
Rechtsanwalt Mehl mit Ueberlegung ausgeführt wurde,
geht daraus hervor, daß man bei der Unterſuchung der
Leiche des Täters auch noch einen Dolch fand.
Putbus (Inſel Rügen), 21. Aug. Am Donnerstag
wird ein neues Naturtheater großen Stils in
Binz auf Rügen eröffnet, und zwar mit Alfred Halms
„Heiligenwald‟. Das Theater liegt in einer tiefen, von
prächtigem Baumbeſtande umgebenen Schlucht und iſt nach
Anſicht von Fachleuten eines der ſchönſten Naturtheater
überhaupt. Es faßt Sitzplätze für 1000 Perſonen. Die
Leitung wurde Direktor Adalbert Steffter vom Hanauer
Stadttheater auf mehrere Jahre übertragen.
Wien, 20. Aug. Wie das Extrablatt meldet, wurde
von einem Hamburger Ingenieur und deſſen Frau, ſowie
von einem Dr. Walter Imhofer aus Berlin bei der
Staatsanwaltſchaft in Wiener=Neuſtadt gegen die
Prin=
zeſſin Luiſe von Belgien und Geza v.
Mat=
tachitſch Strafanzeige erſtattet, in der die
Ver=
haftung der Prinzeſſin und Mattachitſchs, die ſich
gegen=
wärtig in Baden bei Wien aufhalten, verlangt wird. Die
Anzeiger behaupten, durch die Prinzeſſin und Mattachitſch
insgeſamt um mehr als fünf Millionen geſchädigt worden
zu ſein. Dr. Imhofer erklärt, durch die Prinzeſſin um ſein
ganzes Vermögen gekommen zu ſein. Durch die
Vorzeigung eines Briefes des Deutſchen Kaiſers an die
Prinzeſſin, durch den Hinweis auf angebliche
Bezieh=
ungen der Prinzeſſin mit dem deutſchen Kaiſerhofe, durch
die Zeſſion von Apanagen, die, wie ſich ſpäter herausſtellte,
bereits längſt verpfändet waren und ähnliche Mittel habe
man ihn zu bedeutenden Darlehen bewogen. Imhofer
er=
klärt, er hätte ſchon längſt Strafanzeige erſtattet, wenn
nicht Mattachitſch ihm für dieſen Fall gedroht häte, ihn,
die Prinzeſſin und ſich ſelbſt zu erſchießen. Dr. Imhofer
ſtellt das Begehren. Prinzeſſin Luiſe von Belgien und Geza
Mattachitſch gerichtlich zu verfolgen und angeſichts der
Fluchtgefahr und der Gefahr einer Wiederholung der
Be=
trugsakte zu verhaften. Die zweite Strafanzeige, die von
dem Hamburger Ingenieurehepaar erſtattet wurde, befaßt
ſich zunächſt mit dem Ankauf einer Villa in Aachen durch
die Prinzeſſin um 1 Million Mark, die ſpäteſtens mit dem
Ableben König Leopolds bezahlt werden ſollte. Zur
Sicherung des Kaufvertrages trat die Käuferin alle ihre
Rechte aus den Apanageverträgen ab. Die Prinzeſſin
er=
hielt ferner ein Darlehen von 150000 Mark nur durch die
Behauptung, daß mit dieſem Betrage alle Pariſer
Ver=
bindlichkeiten der Prinzeſſin gedeckt werden könnten. Ferner
dadurch, daß die Prinzeſſin ihr Ehrenwort gab, daß die
Apanagen verpfändbar ſeien, hätte ſich der Ingenieur und
Nummer 196.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Auguſt 1913.
Seite 5.
ſeine Frau zu dem Abſchluß des Geſchäftes bewegen
kaſſen. In der Folge ſtellte ſich heraus, daß alle Angaben
unrichtig ſeien und daß die Prinzeſſin bereits mehrere
Millionen Mark Schulden habe. Die Prinzeſſin hatte
fer=
ner Wechſel auf mehrere hunderttauſend Mark lautend
er=
halten, die ſie entgegen ihrer Verpflichtung, ſie nicht
weiterzugeben, in Berlin habe plazieren laſſen. Es
wer=
den dann noch mehrere Fälle angeführt, durch die ſich der
Ingenieur und ſeine Frau um ſehr hohe Beträge
ge=
ſchädigt erachten.
Wien, 21. Aug. In der geſtrigen Sitzung des
Ge=
meinderats des Kurbades Baden bei Wien wurde
ein Antrag auf Errichtung eines Spiel=
Ka=
ſinos mit 21 gegen 13 Stimmen angenommen.
Innsbruck, 21. Aug. Der deutſche Kronprinz
iſt zu mehrwöchigem Aufenthalt im Bregenzer Walde
an=
gemeldet und wird dort in den nächſten Tagen erwartet.
Auch die Kronprinzeſſin und die Söhne werden einige
Zeit dort zubringen.
Paris, 21. Aug. Die Frau des perſiſchen Millionärs
Mirza Hadi die ihrem in Paris wohnenden Gatten
eine Briefmarkenſammlung im Werte von
600 000 Francs entwendet hat, iſt von Berlin nach
Paris zurückgekehrt und hat ſich hier freiwillig bei der
Po=
lizei gemeldet. Sie erklärte, den Diebſtahl nur begangen
zu haben, um ihren Kindern zu helfen, für deren
Unter=
haltung Mirza Hadi nur kärglich ſorge. Frau Mirza
Hadi, welche übrigens behauptet, von ihrem Manne nicht
geſchieden zu ſein, hat der Polizei die entwendete
Brief=
markenſammlung zugeſtellt.
Neu=York, 20. Aug. In einem
Waſſerleitungs=
ſchacht entſtand auf bis jetzt noch nicht feſtgeſtellte Art
Feuer. Der Schauplatz der Kataſtrophe iſt ein Stollen
der neuen Catshill=Waſſerleitung im Stadtteil Bronx.
Von 150 dort beſchäftigten Arbeitern wurde die Mehrzahl
gerettet; von ihnen ſind allerdings mehrere verletzt. Für
die Rettung der noch unter Tag befindlichen 65 Mann
jedoch gibt der Chef der Feuerwehr nur ganz geringe
Hoffnung. Die Rettungsmannſchaften verſuchen, jetzt
durch den dicken Qualm vorzudringen. Das Feuer wütet
40 Fuß tief unter Tage.
Neu=York, 21. Aug. Das Neu=York gegenüberliegende
Jerſey City wurde geſtern von einem großen
Scha=
denfeuer heimgeſucht. Der Brand dehnte ſich über
eine ganze Reihe von Geſchäftshäuſern aus. Die
Geſchäfts=
räume von ſechs großen Firmen wurden eingeäſchert. In
der Nachbarſchaft der Fabrikgebäude befanden ſich viele
Wohnhäuſer, deren Bewohner panikartig auf die Straße
ſtürzten. Eine Anzahl Feuerwehrleute wurde bei den
Löſcharbeiten durch Rauch und Hitze ohnmächtig und
mußte weggetragen werden.
Katholikentag.
* Metz, 21. Aug. In der geſtern abend in der
Feſt=
halle abgehaltenen dritten Generalverſammlung in
fran=
zöſiſcher Sprache referierte Chefredakteur Teitgen=
Rennes über die Preſſe, und der belgiſche Abgeordnete
Advokat Brifaut=Brüſſel über „Laicismus und
Neutrali=
tät” Fürſt zu Löwenſtein drückte ſeine Befriedigung über
den großen Erfolg des Kongreſſes ſeitens der franzöſiſch
ſprechenden Lothringer aus. Kurz nach 10 Uhr begann
die vierte öffentliche Verſammlung, die Schlußſitzung des
Metzer Katholikentages, die vom Abg. Hoen mit der
Ver=
leſung einiger Telegramme eröffnet wurde. Kardinal=
Fürſtbiſchof Dr. Kopp dankte für das geſtrige
Begrü=
ßungstelegramm an die Teilnehmer der Biſchofskonferenz
in Fulda und ſpendete ſeinen Segen. Ferner dankte der
neue Abt der Benediktiner v. Stotzinger für das
Glück=
wünſchtelegramm. Dann ſprach Benefiziat Gerſten
berger=Würzburg über „Der Katholik und die Preſſe‟.
Er ſtellte die Forderung auf, daß in jede katholiſche
Fa=
milie eine katholiſche Zeitung gehöre, denn die Preſſe
be=
ſtimmte das geſamte geiſtige Maſſenleben der Völker. Den
letzten Vortrag hielt Dominikanerpater Bonaventura=
Berlin über die „Entchriſtlichung des öffentlichen Lebens”
Dann folgte die Schlußanſprache des Präſidenten, Fürſten
zu Löwenſtein.
Die letzte, fünfte, geſchloſſene Verſammlung
befaßte ſich mit den noch unerledigten Ausſchußanträgen,
betreffend den katholiſchen Frauenbund, die
Militärfür=
ſorge (Jugendpflege), Obdachloſen= und Wandererfürſorge,
Vincenz=Vereine, ferner die Anträge, betreffend das
Un=
terrichtsweſen, Fortbildungsſchulen (obligatoriſcher
Reli=
gionsunterricht), Errichtung von gehobenen Volksſchulen,
Albertus Magnus=Vereine, Borromäus=Vereine, Deutſche
Beſellſchaft für chriſtliche Kunſt, ſowie mit einer
Reſolu=
tion bezüglich der Kinematographentheater als modernes
Volksbildungs= und Unterhaltungsmittel, die die
Aus=
wüchſe bekämpfen will. Damit waren alle
Ausſchußan=
träge erledigt.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 20. Auguſt. Auftrieb durch Händler 112 Schweine.
Schlachtgewicht 50 Kg. Preiſe, 1. Qualität, ausgeſuchte
Ware, 84 M.. 2. Qualität 83 M., 3. Qualität 82 M.
Markt=
verlauf: mäßia. Ueberſtand.
Schweinemarkt am 21.
Auguſt. Auftrieb durch Händler 132 Schweine.
Schlacht=
gewicht 50 Kg. Preiſe. 1. Qualität, ausgeſuchte Ware,
84 M., 2. Qualität 83 M. 3. Qualität 82 M.
Marktver=
lauf: rege, Ueberſtand. — Kälbermarkt am 21. Auguſt.
Auf=
trieb durch Händler 149 Kälber. Lebendgewicht 50 Kg.
Preiſe 57—58 M., je nach Qualität. Marktverlauf: rege.
— Frankfurt a. M., 21. Aug.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 103 Rinder
darunter 19 Ochſen, 1 Bulle, 83 Färſen und Kühe, ferner
696 Kälber. 80 Schafe und 1580 Schweine. Preiſe für
1 Ztr. Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark:
Käl=
ber: feinſte Maſt (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber
3—70
(113—117), mittlere Maſt= und aute Saugkälber
63—6
(103—114), geringere Saugkäläber 58—62 (98 bis=
105); Schafe: Maſtlämmer und jüngere Maſthammel
46—47 (96—98), ältere Maſthammel und gut genährte
Schafe 39 (62); Schweine: Fettſchweine über 3 Ztr.
Lebendgewicht 62—65½ (80—83), vollfleiſchige Schweine
über 2½ Ztr. Lebendgewicht 62—65 (80—83), vollfleiſchige
Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 63—65 (80—83),
voll=
fleiſchige Schweine, bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 63—65
(80—82). Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig,
ausverkauft; Schweine gedrückt, Ueberſtand.
Eiſenbahnunglück in Stalien.
* Rom 21. Aug. Der Schnellzug Rom=Neapel
entgleiſte bei Neapel. Zwei Perſonen wurden getötet,
zehn verletzt.
* Neapel, 21. Aug. Zu dem Eiſenbahnunfall von
geſtern nach Mitternacht wird noch gemeldet, daß die
Loko=
motive, der Poſtgepäckwagen umgeworfen und der
erſte Perſonenwagen zertrümmert worden ſei. Zwei
Eiſenbahnbeamte und ein Reiſender
wur=
den gétötet, neun Perſonen verletzt. Es befinden ſich
keine Ausländer darunter.
* Neapel, 21. Aug. Der bei dem
Eiſenbahn=
unglück getötete Reiſende iſt als der ſeit mehreren
Jahren in Neapel wohnende 33jährige Karl Renſch
er=
kannt worden.
Brand auf der Genter Weltausſtellung.
* Gent, 20. Aug. Der ſpaniſche Pavillon
der Weltausſtellung wurde heute durch einen
Brand vollſtändig zerſtört. Der Brand dauerte zwanzig
Minuten. Der abgebrannte ſpaniſche Pavillon enthielt
Edelſteine, Weine, optiſche Apparate, Töpferwaren uſw.
Infolge der Hitze ſprangen die Fenſterſcheiben des
Pavil=
lons der Stadt Gent. Die Urſache des Brandes iſt nicht
bekannt. Es iſt nur Sachſchaden angerichtet worden.
Die Lage auf dem Balkan.
Die neuen Gebiete Griechenlands.
* Athen, 20. Aug. Heute mittag fand ein
Mini=
ſterrat ſtatt, in dem Miniſterpräſident Venizelos
Einzel=
heiten über die Verhandlungen in Bukareſt mitteilte und
die freundſchaftliche Geſinnung Serbiens und Rumäniens
hervorhob. Der Miniſterrat erörterte die Frage der
Be=
ſtimmung der Grenzen, ſowie die Lage und
Unter=
bringung der zahlreichen griechiſchen und muſelmaniſchen
Flüchtlinge, die in Maſſen die an Bulgarien
abgetrete=
nen Länder verlaſſen. Was die an Bulgarien
abgetrete=
nen Gebiete Thraziens betreffe, ſo würden die griechiſchen
Truppen ſie unverzüglich räumen, aber es ſei gewiß, daß
die Bulgaren nicht imſtande ſein würden, zu rechter Zeit
Truppen und Beamte dorthin zu ſchicken. Es wurde
des=
halb beſchloſſen, die Beſetzung der ſüdlichen Gebiete noch
einige Tage beſtehen zu laſſen.
Die Haltung der Türkei.
* Petersburg, 20. Aug. Die Petersburger
Tele=
graphenagentur erfährt aus Konſtantinopel: Der
Großweſir hat den ruſſiſchen Botſchafter beſucht und
er=
klärt, die Gerüchte über eine Abſicht der Türkei,
Dedea=
gatſch zu beſetzen und über die Grenzen Bulgariens zu
rücken, ſeien ganz unbegründet. Nur aus ſtrategiſchen
Gründen und weil man die Abſichten der Bulgaren nicht
genau kannte, hätten die Türken die Maritza
über=
chritten. Der Großweſir werde noch heute an den
türkiſchen Oberbefehlshaber die kategoriſche Weiſung
ſen=
den, die Truppen zurückzuziehen.
Die Greueltaten im Balkankriege.
* Paris, 20. Aug. Auf Initiative der
Car=
negie=Friedens=Stiftung hat ſich eine
inter=
nationale Kommiſſion gebildet, um unparteiiſch
und unabhängig von jeder politiſchen
Voreingenommen=
heit Unterſuchungen anzuſtellen über die Maſſakres auf
der Balkanhalbinſel und die wirtſchaftlichen Folgen des
Krieges. Die Kommiſſion wird heute nach den
Balkan=
ländern abreiſen.
* Paris, 21. Aug. Der bulgariſche Miniſter des
Aeußern, Genadiew, proteſtiert in einem an den
fran=
zöſiſchen Deputierten Berry gerichteten Brief gegen die
Beſchuldigung, daß die bulgariſche Armee im Verlaufe
des letzten Krieges Greueltaten verübt habe. „Ich
habe mich,” ſchreibt Genadiew, „an die Regierungen der
Großmächte gewandt, um eine internationale
Unterſuchung über die Greueltaten zu verlangen. Ich
habe die begründete Ueberzeugung, daß dieſe Unterſuchung
die bulgariſche Armee rehabilitieren und den Nachweis
der Bösgläubigkeit unſerer Verleumder erbringen und
die wahren Schuldigen finden wird.
* London, 21. Aug. Der Sonderberichterſtatter
des Daily Telegraph in Konſtantinopel meldet ſeinem
Blatte, er erhielt die Abſchrift eines Berichtes, den der
mit der Unterſuchung der bulgariſchen
Greuel=
taten in Adrianovel und Thrazien betraute
Bevollmächtigte der ruſſiſchen Regierung dieſer
über=
mittelte. Die drei Spalten umfaſſende Abſchrift gibt viele
Einzelheiten des ruſſiſchen Berichts nicht wieder, da, wie
der Berichterſtatter des Daily Telegraph ſagt, dieſe zu
furchtbar ſind, um veröffentlicht werden zu können.
* London, 21. Aug. Die Mitglieder der
Abord=
nung aus Adrianopel wurden heute nachmittag im
dem Auswärtigen Amte von einem Unterſtaatsſekretär
empfangen.
Literariſches.
* Neu erſchienene Broſchüren. „Die
heu=
tige Einmachkunſt der Hausfrau” Mit Bereitung von
Salaten und Kompotts. Ein Hilfsbuch für den
ſpar=
ſamen Haushalt. Ueber 150 gute Rezepte und
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einſchließ=
lich des Umſchlagbildes). Nr. 86. Thüringen. Von
Geh. Hofrat Aug. Trinius. Mit 34 Abbildungen und
einer Ueberſichtskarte, darunter 4 Bilder in farbiger
Wiedergabe. Nr. 89. Die Moſel. Von Geh. Hofrat
Aug. Trinius. Mit 33 Abbildungen, darunter 7 in
far=
biger Wiedergabe (einſchließlich des Umſchlagbildes).
Nr. 91. Der Harz. Von Guſtav Uhl. Mit 33
Abbil=
dungen, darunter 7 in farbiger Wiedergabe einſchließlich
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Rieſengebirge. Von Walther Dreßler, Mit 29 Ab=
bildungen, einem farbigen Umſchlagbilde und mit einer
Ueberſichtskarte.
Militärdienſtnachrichten.
Graf zu Solms=Sonnenwalde, Lt. im Leib=
Garde=Huſ.=Regt., vom 1. Oktober 1913 ab auf ein Jahr
zur Dienſtleiſtung beim Großh. Art.=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25 kommandiert. Haniel, Oblt.
im 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr 61, in dem
Kom=
mando bei der Geſandtſchaft in Santiago bis zum 31.
De=
zember 1913 belaſſen. v. Schaumberg, Lt. im 4. Lothr.
Inf.=Regt. Nr. 136, kommandiert zur Dienſtleiſtung beim
Großh. Art.=Korps 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25,
in das 1. Kurheſſ. Feldart.=Regt. Nr. 11 verſetzt.
Schae=
fer, Oblt. im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.)
Nr. 118, in dem Kommando zur Dienſtleiſtung bei der
Gewehrfabrik in Spandau vom 1. Oktober 113 ab auf
un=
beſtimmte Zeit belaſſen. Krahmer=Möllenbera,
Hauptm. und Zweiter Offiz. beim Großh. Heſſ. Train=Dep.
des 18. Armeekorps zum Vorſteher des Train=Dep. des
16. Armeekorps ernannt. Schwantes, Oblt. im
Schles=
wig=Holſt. Inf.=Regt. Nr. 163, kommandiert zur
Dienſt=
leiſtung beim Train=Dep. des 9. Armeekorps, zur
Dienſt=
leiſtung als Zweiter Offiz. des Großh. Heſſ. Train=Dep.
des 18. Armeekorps kommandiert. Zu Oblts, befördert
die Lts.: Fendel im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, Reith und Hoffmann im 5. Großh=
Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168. Frhr. v. Rotenhan im Garde=
Drag.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23. Zu Lts. mit Patent
vom 19 Auguſt 1911 befördert die Fähnriche: Peters,
v. der Wenſe im Füſ.=Regt. Generalfeldmarſchall Prinz
Albrecht von Preußen (Hannov.) Nr. 73, Peters unter
Verſetzung in das Inf.=Regt. Graf Boſe (1. Thür.) Nr. 31,
v. der Wenſe unter Verſetzung in das Leib=Garde=Inf.=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115; Runge im Danziger
Inf.=Regt. Nr. 128, unter Verſetzung in das 5. Großh.
Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168; Brodrück im Leib=Garde=
Inf.=Reat. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115; Flotho im Inf.=
Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116:
Zwenger, Freytag im Inf.=Leib=Regt.
Großherzo=
gin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, beide unter Verſetzung in
das Inf.=Regt. Landgraf Friedrich I. von Heſſen=Kaſſel
(1. Kurheſſ.) Nr. 81; Keller, Hoßfeld, Eckmann,
Vogt. Schmitt im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, Keller unter Verſetzung in das 4. Magdeb.
Inf.=Regt. Nr. 67, Eckmann unter Verſetzung in das 5.
Lothr. Inf.=Regt. Nr. 144, Vogt unter Verſetzung in das
8. Bad. Inf.=Regt. Nr. 169, Schmitt unter Verſetzung in
das 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168; Holſt im 5.
Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168; Châlons im Leib=
Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24; Haneſſe, v.
Ilſe=
mann im Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=
Regiment Nr. 25. Holtz. Fähnrich im Leib=Garde=Inf.=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, zum Lt. befördert.
Berendes, Unteroffiz. im 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt.
Nr. 168, zum Fähnrich befördert. Richter, Unterarzt
beim Inf.=Leib=Regt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.)
Nr. 117, zum Aſſiſtenzarzt befördert.
Im Beurlaubtenſtande: Befördert zu Oblts, die Lts.
der Reſ.: Petry des Leib=Garde=Inf. Regts. (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115 (Halle a. S.), Kuch des Leib=Garde=Inf.=
Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115 (I Eſſen), Dau des
Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 25
(III Altona), Mittermaier des Inf.=Regts. Prinz
Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118 (Stockach), Harth des
Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 25
(Frankfurt a. M.), der Lt. der Landw.=Inf. 1. Aufgebots
Seigel (Erbach). Zu Lts. der Reſ. befördert: der
Vize=
feldwebel Kurtz (III Berlin) des Leib=Garde=Inf.=Regts.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, der Vizewachtmeiſter Henkel
(Mainz) des Großh. Heſſ. Train=Bats. Nr. 18.
Unter=
arzt der Reſ. Dr. Schlippe (I Darmſtadt) zum
Aſſiſtenz=
arzt befördert. Abſchiedsbewilligungen: Jacobi, Oblt.
der Reſ. des Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168 (Halle
an der Saale); Fülberth, Oblt. der Reſ. des 2. Großh.
Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 61 (Düſſeldorf) mit der
Erlaub=
nis zum Tragen der Landw.=Art.=Uniform; Gutmann
(Gießen), Größer (Mainz). Oblts, der Landw.=Inf.
2. Aufgebots, beiden mit der Erlaubnis zum Tragen der
Landw.=A.=Uniform; Branſcheid, Lt. der Reſ. des
Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117
(Mainz); Wagner (Rob.), Lt. der Reſ. des Inf.=Regts.
Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118 (Mainz); Krug
v. Nidda, Lt. der Landw.=Inf. 2. Aufgebots (
Frank=
furt a. M.); Schiffmacher, Lt. des Landw.=Trains
2. Aufgebots (Mainz).
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 21. Aug. Heute morgen wurde die
Poſt=
ſchaffnerwitwe Seiler mit ihren beiden Kindern in ihrer
Wohnung, Forſter Straße, bewußtlos
aufgefun=
den. Die Wohnung war mit Gas gefüllt. Der
zwei=
jährige Sohn iſt tot, Frau Seiler und ihre achtjährige
Tochter ſind ſchwer vergiftet, daß wenig Hoffnung
be=
ſteht, ſie am Leben zu erhalten. Der Beweggrund zur
Tat iſt Lebensüberdruß infolge ſchwerer wirtſchaftlicher
Bedrängnis.
* Fulda, 21. Aug. Die Biſchofskonferenz iſt
heute nachmittag mit einer Andacht geſchloſſen
wor=
den
* Minden, 21. Aug. Heute nacht iſt der
Lokomotiv=
ſchuppen der Mindener Kreisbahn
niederge=
brannt. Sieben Lokomotiven wurden ſo ſchwer
beſchä=
digt, daß ſie betriebsunfähig geworden ſind. Eine Anzahl
Züge iſt ausgefallen.
* Göttingen, 21. Aug. Geheimer Juſtizrat Profeſſor
von Bar, Mitglied des internationalen
Schiedsgerichts=
hofes im Haag, iſt auf einer Reiſe nach Oxford im 78.
Lebensjahre geſtorben.
* Brüſſel, 21. Aug. (Kammer.) Auf eine Anfrage,
ob die Nachricht des Daily Telegraph über die Entdeckung
des Goldvorkommens in der Kongokolonie
zutreffe, erwiderte der Kolonialminiſter, die Regierung
könne die Nachricht nicht beſtätigen; ſie erſcheine ihr
ziem=
lich befremdlich.
* Pola, 21. Aug. Bei Schießverſuchen trat bei
einem 30,5 Zentimeter=Geſchütz eine ſchwere
Bodenſtück=
havarie auf. Hierdurch wurden drei Vormeiſter getötet,
der Vizeadmiral Graf Lanjus, der Präſident des
marine=
techniſchen Komitees, wurde an beiden Beinen ſchwer
ver=
letzt. Ferner wurden drei Vormeiſter, ſowie zwei
Zivil=
arbeiter ſchwer, während mehrere, unter ihnen ein
Inge=
nieur, leicht verletzt wurden.
* Baku, 21. Aug. 1598 Arbeiter in 20 Naphthafabriken
haben die Arbeit wieder aufgenommen.
Neuer=
dings ſtreiken 314 Arbeiter.
* Urga, 21. Aug. Der Hutuchtu hat die Vereinigung
der Süd= und Nordmongolei verfügt und
be=
fahl. Leben und Eigentum der friedlichen Chineſen zu
ſchützen. Der Verkehr zwiſchen Urgan und Kalgan ſoll
wieder hergeſtellt werden und die freundſchaftlichen
Be=
ziehungen wieder aufgenommen werden. Den Kaufleuten
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Auguſt 1913.
Nummer 196.
ſoll zur Sicherung der Karawanen militäriſches Geleite
gegeben werden.
— Fürſtenwalde, 21. Aug. In der Nähe des Ortes
Senftenberg überhörte der Rentner Genge am
Eiſen=
bahnübergange das Glockenſignal des herannahenden
Zuges. Die Lokomotive warf das Automobil um.
Frau Genge und ihre Schwägerin wurden ſchwer, Genge
leichter verletzt.
— Innsbruck, 21. Aug. Der Konditor Geiger aus
Rohrſchach iſt beim Suchen von Edelweiß vom Kannisle=
Der
Bank=
berg abgeſtürzt. Er war ſofort tot.
beamte Honig aus München wurde beim Beſteigen
der Königsſpitze ſo erſchöpft, daß er bewußtlos
auf=
gefunden wurde. Er liegt ſchwer krank im Krankenhaus.
Baden bei Wien, 21. Aug. Auf der Reichsſtraße
bei Guntramsberg ſtießen die Automobile des
Regierungsrates Böninger aus Charlottenburg und des
Architekten Goldſchläger aus Wien zuſammen. Letzterer
wurde ſchwer verletzt, Böninger und die Chauffeure
leichter.
H. B. Paris, 21. Aug. Wie erſt jetzt bekannt wird, hat
ſich in Breſt ein ziemlich bedenklicher Vorfall ereignet
der leicht zu einer Kataſtrophe hätte führen können. Als
das Panzerſchiff „Charlemagne” in Breſt nach
einer Reparatur auf der Reede übte, neigte ſich das Schiff
plötzlich in einem Winkel von 20 Grad; nach kurzer Zeit
neigte es ſich noch weiter bis zu 35 Grad, ſo daß alle nicht
befeſtigten Gegenſtände auf die eine Seite fielen. Man
fürchtete, daß das Schiff kentern würde. Es richtete ſich
aber ſchließlich wieder auf. Man ſtellte feſt, daß ſpätere
Umbauten das metazentriſche Gleichgewicht des Schiffes
verändert hatten. Auch bei dem Schweſterſchiff „Gaulois”
wurde derſelbe Konſtruktionsfehler feſtgeſtellt. Beide
Schiffe müſſen einem erneuten Umbau unterzogen werden.
Paris, 21. Aug. Der franzöſiſche Flieger Revillard
kollidierte geſtern, als er mit einem Motorrad
nach Reims fuhr, bei Betheny mit einem Radfahrer,
dem der Bruſtkaſten eingedrückt wurde und der nach
weni=
gen Minuten ſtarb. Der Zuſtand Revillards, der von
Betheny aus einen Ueberlandflug ausführen wollte und
der bei dem Unfall einen Schädelbruch erlitt, iſt
hoff=
nungslos.
— Bukareſt, 21. Aug. In der Nähe von Sinaja
ſuch=
ten Banditen das Automobil des Königs
anzuhalten. Der Chauffeur erkannte die Gefahr und er
durchfuhr im ſchnellſten Tempo die Bande. Der
Stein=
hagel, der dem Auto gelten ſollte, erreichte es nicht.
Frecher Raubüberfall.
HB. Hamburg, 21. Aug. Ein dreiſter
Kaſſen=
raub nach dem Vorbild der Pariſer Autobanditen iſt
heute vormittag kurz vor 10 Uhr in der Gemeinde=
Spar=
kaſſe von Wilhelmsburg auf der hamburgiſchen Elbinſel
verübt worden. Kurz vor 10 Uhr fuhr dort ein
Ham=
burger Auto der Hedag=Geſellſchaft vor. Ihm entſtiegen
zwei Männer, die von hinten herum in das Kaſſenlokal
gingen. Sie traten ſchnurſtracks an die Barriere, zogen
Revolver und forderten den Kaſſierer auf, die Kaſſe
auszuliefern. Zwei mit dem Kaſſierer im ſelben Raume
weilende junge Leute ſprangen vor Angſt durch das
Fen=
ſter und liefen davon. Der Kaſſierer weigerte ſich, die
Kaſſe auszuliefern. Daraufſtreckte ihn der eine Räuber
durch einen Schuß in den Kopf nieder. Die
beiden Räuber plünderten dann die Kaſſe und
verſchwan=
den mit ihrem Raube im Auto. Bis jetzt hat man noch
keine Spur von ihnen.
Die Räuber erbeuteten aus der Tageskaſſe 210 Mark.
Der Verſuch, auch den Treſor zu öffnen, mißlang. In
einem der Räuber glaubt man einen vor Jahresfriſt hier
beſchäftigt geweſenen Kellner wieder erkannt zu haben.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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nungen Felobergstr. 36 zu beächigen und
kosen-
fos Zusinsung 3 mue &uicke
JanmaumerMangen. (5944a. 4
m Sommer geborene Kinder machen den Müttern
oft Sorge, da die Kuhmilch ſich unter Einwirkung
der Hitze leicht verändert und dann Anlaß zu
Ver=
dauungsſtörungen gibt. Man verſäume deshalb nicht,
der Kuhmilch „Kufeke” zuzuſetzen, denn die leichte
Verdaulichkeit dieſer bewährten Kindernahrung und ihre
verbeſſernde Einwirkung auf die Gerinnung der Milch
verhindern die Darmgärungen und verhüten dadurch
das Auftreten von Magen= und Darmkrankheiten.
Trauer-Kleider, frauerLostümg
Trauer-Blousen Trauer-Röcke
Trauer-Mäntel, Trauer-Stoffe
In reicher Ausmahl!
Hnderungen, sofort!
Bebr. Häslein.
. Ludwigsplatz.
L
(ec
90
4464a
2
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Mannes,
unſeres Vaters und Großvaters
(17584
Herrn Wilhelm Gründler
Schreinermeister
insbeſondere Herrn Pfarrer Kleberger für die
troſtreichen Worte am Grabe, der Stammtiſch=
Geſellſchaft der Reſtauration H. Jährling, der
ſtädtiſchen Feuerwache, ſowie allen Denjenigen,
welche mir mit Rat und Tat beiſtanden, ſpreche
ich hiermit auf dieſem Wege meinen herzlichſten
Dank aus.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Frau E. Gründler, geb. Delp.
Darmſtadt, den 20. Auguſt 1913.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 22. Auguſt:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Samstag, den 23. Auguſt:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
8 Uhr 20 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 23. Auguſt:
Vorabend 6 Uhr 55 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 8 Uhr 20 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 24. Auguſt, anz=
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Einem Hochdruckgebiet über Frankreich lagert tiefer
Druck über Rußland und der Oſtſee gegenüber. Die
Tem=
peraturen ſind ſeit geſtern etwas geſunken; Niederſchläge
fielen in Deutſchland in geringer Menge. Von Island
her dringt eine ſtarke Depreſſion vor, die uns morgen
be=
einfluſſen dürfte.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 22. Auguſtt
Meiſt trüb und wolkig, Regenfälle, weſtliche Winde.
Tageskalender.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Bürgerkeller um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße Nr. 23)a
Prinzeſſin Auguſta Viktoria von Hohenzollern, die
Braut des Exkönigs Manuel — Kaiſertage in Roſtock
und Lübeck — Proteſtverſammlung in Adrianopel —
Neue Flugverſuche Blériots in Buc — Die
Bootskata=
ſtrophe in Swinemünde — Neue Herbſtmoden —
Tages=
ereigniſſe uſw.
Verſteigerungskalender,
Samstag, 23. Auguſt.
Dünger=Verſteigerungen: um 9 Uhr in der
Dragoner=Kaſerne (Regt. Nr. 24), — um 9½ Uhr in der
Dragoner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis
Frei=
tag von 9—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr,
Samstag von 9—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereig
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Auskand: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für des Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Kurſe vom 21. Auguſt 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
37.
Staatsvapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,50
3½ Deutſche Reichsanl. . 83,90
73,90
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4 Preuß. Schatzanweifg. 98,60
3½ do. Conſols . . . 83,90
74,20
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe .
91,00
3½
do.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,70
82,60
do.
3½
73,60
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,20
4 do. do. (unk. 1918) 96,20
82,70
do.
3½
72,25.
do.
3
75,50
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberg unk. 1921 97,50
do. v. 1875 94,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
56,60
1¾ Griechen v. 1887
Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 85,90
do. Goldrente . . . 91,40
do. einheitl. Rente . 81,70
3 Portug, unif. Serie I 61,50
3 dv. unif. Ser. III 64,55
3 do. Spezial . . . . 9,90
5 Rumänier v. 1903 .
v. 1890 . . 94,10
4 do.
do.
v. 1905 . .
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,30
4 do. v. 1902 . . . . 90,20
do. v. 1905 . . . . 99,70
85,80
½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 77,00
Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 86,00
4 do. Staatsrente. . . 82,20
InProt.
Bſ.
5 Argentinier . . . . . . 98,00
82,60
do.
4½ Chile Gold=Anleiße . 91,50
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,40
4½
91,00
do.
4½ Japaner . . . . . . . 91,40
5 Innere Mexikaner. . . 80,90
50,00
do.
4 Gold=Merikanerv. 1904 74,25
5 Gold=Mexikaner . . . . 95,00
3 Buenos Aires Provinz 65,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 138,75
7 Nordd. Lloyd . . . . . 116,75
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 127,50
Aktien ausländiſcher
Transvortanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 113,50
6 Baltimore und Ohio . 99½
6 Schantungbahn . . . . 122,75
8 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 27½
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Divid.
Brauerei Werger . . 60,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 543,25
4 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . .235,80
30 Farbwerke Höchſt . . 614,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 335,00
10 Cement Heidelberg . . 143,00
30 Chem. Werke Albert 444,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . .309,00
5 Lahmener. . . . . .
Inbrot=
Letzte
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 150,25
12 Siemens E Halske 213,00
5 Beramann Electr. . . 125,00
10Deutſch. Ueberſee Electr. 164,00
0 Gummi Peter . . . . 69,70
0 Kunſtſeide Frankfurt —
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 397,90
9 Maſchinenf. Badenia 145,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 159,50
15 Zellſtoff Waldbof . . 217,60
12,83 Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 201,50
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 70,00
0 Südd. Immobilien 50,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumeß=Friede . . . . 166,75
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 219,30
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 143,60
10 Gelſenkirchener . . . . 1827
9 Harpener . . . . .
186½
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 255,80
3 Oberſchl. Eiſen=Inb.=
Caro. . . . . . . . 76,50
6 Laurahütte . . . . . . 165,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 140,00
13
Weſteregeln 186,25
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . —
4 Franz=Joſefs=Bahn . . —
3 Prag=Durer . . . . . . 71,00
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,70
Oeſterr. Staatsbahn
75,60
do.
5. Oeſterr. Südb. (Lomb.) 96,60
do.
In Prot,
B
2¾/ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,70
74,10
3 Raab=Oedenburg .
4 Kronprinz Rudolfbahn 87,90
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 84,60
4½ Moskau=Kaſan . . . 93,40
do.
4 Wlabichawchas .. . . 86,00
4 Rjäſan Koslow . . . . 85,00
3 Portugieſ. Eiſenb. .. 73,00
83,00
do.
2¾/10 Livorneſer .
.. 68,50
3 Salonique=Monaſtie . 62,50
4 Baadadbahn . . . . .. 79,10
4½ Anatoliſche Eiſens. . 92,00
4 Miſſouri=Paciſic. . . .
95,30
4 Northern=Paciſie . . .
4 Southern=Pacifie . . . 91,30
5 St. Louis und San
Franeisco. . . . . —
5 Tehnantepec . . .. .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zütrich .
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . .
.. . 142,50
9½ Berlin. Handelsgef.
6½ Darmſtädter Bank 114,20
12½ Deutſche Bank . . . 244,90
6 Deutſche Vereinsbank . 115,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 111,50
10 Diskonto=Kommandit 182,10
8½ Dresdener Bank . . 148,20
) Frankf. Hypoth.=B. 205,50
70
Mitteld. Kreditbank 113,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 113,80
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . . 133,00
7 Rhein. Kreditbank. . .127,00
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 108,10
7½ Wiener Bankverein . 131,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94,50
In Proz.
Bf.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
85,20
S. 19. . . . ..
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
P
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
3½
do.
4 Heff. Land.=Hyp.=Bank 97,20
3½
84,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,60
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 96,60
½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
S. 3—5 . . . . . . . . 84,00
84,10
S. 9—11 . . . . . .
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
31
84,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . 94,60
3½ do. (unk. 1914) .
83,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,60
3½
85,00
do.
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . .
do.
3½
86,00
4 Frankfurt. . . . . . . 96,40
3½
do.
95,90
4 Gießen . . . . . . .
31
86,00
do.
,
4 Heidelberg . . . . . .
93,70
31
do.
4 Karlsruhe . . . . . . 95,00
31
do.
4 Magdeburg. . . . . . —
31.
do.
4 Mainz . . . . . . . 94,00
3½
85,50
do.
4 Mannheim . . . . . . 94,00
31
89,00
do.
4 München . . . . . . . 98,00
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 98,00
83,70
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94,50
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3f.
3½ Offenbach . . . . . . 84,00
Wiesbaden . . . . . . 95,50
3½
do.
94,00
4
Worms. . . .
85,50
do.
31
4 Liſſaboner v. 1886 . 74,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 183,80
3½ Cöln=Mindner 100 135,20
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 —
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 181,00
3 Oldenburger . . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 110,30
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
fl. 7 32,50
Augsburger. . . . .
Braunſchweiger Tlr. 20 195,00
Freiburger . . . . Fs.15 120,00
Mailänder . . . . Js.45 —
. . . . . Fs.10
Meininger . . . . . fl. 7 34,80
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,00
do. v. 1858fl. 100 502,00
Ungar. Staats . . fl.100 382,00
Venediger . . . . Fs. 30 64,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 159,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,38
20 Franks=Stücke . . . . 16,18
Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,42
Franzöſiſche Noten. . . . 80,95
Holländiſche Noten. . . . 168,35
Italieniſche Noten . . . . 79,30
Oeſterr.=Ungariſch=Noten 84,50
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zisf. 7%
Nummer 196.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Auguſt 1913.
Seite 7.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 3 Dobermänner. 1 ſchottiſcher
Schäfer=
hund, 1 Spitzhund, 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können von
den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
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Darmſtadt, 19. Auguſt 1913.
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Darmſtadt, 28. Juli 1913.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Auguſt 1913.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Auguſt 1913.
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Wie wir vergeben unſern
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Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
27
Anita erſchrak. Ging das etwa auf ſie? Wußte man
ſo genau über ihre Vergangenheit Beſcheid in dieſem
Kreiſe? Sie blickte verſtohlen um ſich her und ſah auf
allen Geſichtern verſtecktes Lächeln. Das trieb ihr das
Blut ins Geſicht. Nur Baroneſſe Zeſina hatte ihren
Gleich=
mut behalten: Werden wollten, warf ſie hin. Ja, das
war ihre Dummheit! Wenn ſie ſich mit dem „ſcheinen
wollen” begnügt hätten. . . . Das iſt mit der nötigen
Pro=
tektion leicht errungen, liebwerter Vetter.
Aber die Protektion für Unfähigkeit liegt auch nicht
zum Aufheben auf der Straße, ſehr liebe Baſe.
Doch, für den, der ſie zu ſinden weiß! Es gehört
nichts weiter dazu, als ein bißchen weites Gewiſſen, ein
bißchen Mangel an Selbſtachtung, und wenn man ein
weibliches Weſen iſt, noch ein bißchen Schönheit und
mög=
lichſt viel Liebenswürdigkeit. Pah! Der Erfolg iſt
käuf=
lich für den, der es verſteht=und mag! Es mag aber nicht
jeder!
Wolfgang von Steltz ſtand wie auf Kohlen und warf
dem Onkel General wie der Tante Stiftsdame ärgerliche
Blicke zu, ohne imſtande zu ſein, das raſche, ſchlagfertige
Hin und Her ihres Geſprächs zu unterbrechen. Anita
bonte nich woiſen, des de ecden id iet nit Menten
häkeln mußten, ſo würde ſie das Geſpräch auf ſich
be=
ziehen, und er ſah den Ausdruck der Verlegenheit und
Qual in Anitas Augen und wie ſie ſich mühte, harmlos
auszuſehen. Da konnte er nicht länger an ſich halten.
Wenn es Ihnen recht iſt, gnädige Frau, promenieren
wir ſo lange im Garten, bis meine verehrten Angehörigen
ihr Kolloquium über dies intereſſante Thema beendigt
haben.
Um Gottes willen, Herr von Steltz! flüſterte Anita.
Sie erwartete eine ſcharfe Zurechtweiſung des Neffen vom
General oder der Tante, aber die Baroneſſe lachte und
rief: Wenn Frau von Drewensberg mit der Familie
Steltz und Anhang Freundſchaft ſchließen will, muß ſie
uns beide alte Narren, wie wir da ſind, mit in Kauf
neh=
men, das iſt nun mal nicht anders.
Ich proteſtiere auf das entſchiedenſte! rief der
Gene=
ral. Frau von Drewensberg hat an einem Narren
reich=
lich genug. Ich erhebe keinen Anſpruch auf den
Ehren=
namen. Im übrigen, gnädige Frau, nehmen Sie nichts
perſönlich. Das ſind ſo kleine unſchuldige
Aufklärungs=
geplänkel zwiſchen meiner Baſe und mir, ohne die uns der
rechte Appetit zum Eſſen fehlt.
Ich wüßte auch nicht, wie ich zu der Ehre käme, ein
umſtrittener Gegenſtand zwiſchen den Herrſchaften zu
ſein, ſagte Anita äußerlich ruhig, aber mit Augen, in
denen Tränen flimmerten, und zu Brigitte fuhr ſie fort:
Ich ſehe ſoeben Baronin Schölterlin mit ihrer Toch=
ter da drüben an der Fontäne und möchte ſie gern
be=
grüßen. Wollen Sie mich gütigſt einige Zeit entſchuldigen.
Wolfgang bot lebhaft ſeine Begleitung an. Aber da
war auch ſchon wieder die Baroneſſe Zeſina dazwiſchen.
Du wirſt geſtatten, mein Lieber, daß ich mich der Frau
von Drewensberg anſchließe. Und da ſtand ſie auch ſchon
an Anitas Seite, ehe er noch ein Wort entgegnen konnte.
Anita war in tiefſter Seele erſchrocken. Gerade dieſer
Baroneſſe mit ihrer ſcharfen Zunge hatte ſie entgehen
wol=
len, nun mußte ſie ſie und ihre heimlichen Nadelſtiche noch
weiter ertragen. Sie war nicht imſtande, ihre
Mißſtim=
mung ganz zu verbergen, und ihr Dank für die
liebens=
würdige Begleitung klang froſtig. Die Baroneſſe ließ ſich
dadurch nicht anfechten. Ein verſtecktes Lächeln war auf
ihrem Geſicht, während die kleine dicke Perſon an Anitas
Seite das Teehäuschen verließ, und plötzlich ſchob ſie ihren
Arm unten den Anitas, ſie mußte ſich förmlich hochrecken
dabei, und ſagte:
Sie ſind eine aufrechte Natur! Man lieſt Ihre Seele
aus Ihrem Geſicht heraus. Ich ſehe zum Beiſpiel ganz
genau, daß Sie die Zeſina Kirchborn gräßlich finden und
ſie zum Kuckuck wünſchen; doch das ſchadet nichts! Ich
liebe ſolche Menſchen wie Sie, iemperamentvoll,
großher=
zig, tapfer. Sie geben mir Veranlaſſung, mich über mich
ſelber recht kräftig zu ärgern. Und das iſt noch der
ein=
zige Lebenszweck, den ich habe.
Gnädigſte Baroneſe .
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Auguſt 1913.
Nummer 196.
Nun ja! Halten Sie es etwa für eine ideale
Lebens=
aufgabe, ſich von der Familie durchfüttern zu laſſen?
Anita wußte nicht, was ſie aus dieſer ſeltſamen
Per=
ſon machen, was ſie auf dieſe vertraulichen Enthüllungen
erwidern ſollte. Mühſam ſuchte ſie ein paar höfliche
Re=
densarten zuſammen. Da fiel ihr die Baroneſſe ſchroff ins
Wort:
Ach, reden Sie doch nicht ſolch banales Zeug. Das
ſteht Ihnen ja gar nicht. Dazu ſind Sie von Grund auf
viel zu ehrlich! Sehen Sie, es hat mich gefreut, daß Sie
ſich ſo ohne Zögern und ohne alle Mätzchen zur ehemaligen
Schauſpielerin bekannten.
Ja, Baroneſſe, warum ſollte ich das nicht? Ich
ge=
höre zu den Leuten, die den Beruf einer Schauſpielerin
für genau ſo ehrenwert halten wie irgend einen anderen,
falls er in der richtigen Art aufgefaßt und ausgeübt wird.
Das iſt der Fall mit jedem anſtändigen Beruf. Wenn
Sie ehedem eine anſtändige Nähmamſell geweſen wären
und der Drewensberg hätte Sie geheiratet, welcher Grund
läge für ſeine Frau vor, das zu verſchweigen?
Für mich keiner. Die Familie Drewensberg aber
würde wahrſcheinlich anders denken.
Sehen Sie — da liegt’s! — Sie könnte anders
den=
ken, und eine weniger ehrliche Natur als Sie würde dann
lieber ihre Vergangenheit verſchweigen. Gegen
Wind=
mühlenflügel zu kämpfen iſt immer töricht, und man ſpart
ſich eine Menge Verdruß, wenn man ſich den Anſchein gibt,
mit der Herde mitzulaufen, zumal wenn man aus
derſel=
ben Krippe mit ihr freſſen muß. Bitte, faſſen Sie das nicht
wieder perſönlich auf — es geht lediglich auf mich. Aber
was ich ſagen wollte: die Drewensbergs ſcheinen demnach
noch ein ſehr rückſtändiges Geſchlecht . .. habe das
eigent=
lich nicht gedacht!
Wollte die Baroneſſe ſie aushorchen? Anita war nicht
willens, einer fremden Perſon über ihre
Familienverhält=
niſſe Auskunft zu geben. Und merkwürdig, in dieſem
Augenblick empfand ſie zum erſtenmal eine
Zuſammenge=
hörigkeitsgefühl mit der Familie ihres Mannes, und daß
eine Beſchämung der Drewensbergs ſie ſelber peinlich
be=
rühren würde.
Der Baron von Drewensberg iſt ein ſehr
konſervati=
wer alter Herr von eiſernem Charakter. Man kann nicht
erwarten, daß er ſich raſch und leicht dem Zuge der
moder=
nen Zeit anſchließt.
Es klang ablehnend, aber die Baroneſſe ließ ſich nicht
ſo leicht abſchütteln.
Gut — die alten Herrſchaften. Aber ſoviel ich weiß,
exiſtiert da noch ein Sohn . . . heißt er nicht Eberhardt?
Ich habe wiſſenſchaftliche Werke von ihm geleſen — er
iſt Fachgelehrter, alſo gewiſſermaßen doch auch aus der
adligen Art geſchlagen. Der müßte zum mindeſten
Ver=
ſtändnis für den Zug der modernen Zeit haben . .. Iſt
Ihnen nicht wohl, Frau von Drewensberg, unterbrach ſie
ſich, Sie ſind ja plötzlich ſo bleich geworden?
O nein — ich habe nur etwas Kopfweh und finde es
erſchreckend heiß hier unter den Bäumen. Wir entfernen
uns auch, wie ich glaube, immer mehr von der Terraſſe.
In der Tat hatte die Baroneſſe einen Weg
eingeſchla=
gen, der tiefer in den Park hineinführte und ganz einſam
lag. Die Gäſte der Gräfin hielten ſich alle möglichſt im
Schatten des Hauſes und in den Lauben der Niſchen in
nächſter Nähe des Feſtplatzes, oder ſie ſtrömten dem
Tee=
zelt zu, wo die Verloſung ſtattfand und am Abend getanzt
werden ſollte.
Vielleicht kehren wir lieber um, ſuchte Anita
abzulen=
ken, aber dieſe Baroneſſe Zeſina war nun einmal nicht,
los=
zuwerden.
Wenn Sie Kopfweh haben, wird Ihnen die Ruhe hier
gerade wohltun, von dem Trubel werden wir nachher noch
reichlich genug haben. Dann kam ſie, wieder auf ihr altes
Thema: Was für ein Menſch iſt Ihr Schwager? Da ich
ihn als Gelehrten ſchätze, intereſſiert er mich auch als
Menſch.
Ich kenne ihn zu wenig, um über ihn urteilen zu
können, wich Anita aus.
Das heißt mit anderen Worten, Sie wollen nichts von
ihm wiſſen.
In Anita kochte der Aerger empor. Was maßte dieſe
Baroneſſe ſich an! Und wie inquiſitoriſch ſie ſie bei ihren
Fragen anſah! Kühl ablehnend ſagte daher Anita:
Geſtatten Sie mir die Frage, gnädiges Fräulein,
ha=
ben ſie ein ſpezielles Intereſſe an der Familie
Drewens=
verg?
Da lachte Zeſina hell auf: Sagen Sie doch gerade
heraus, Sie finden meine Fragen unverſchämt. — Ich bin
nämlich von Natur ſchauderhaft neugierig und habe in der
Gotteswelt nichts weiter zu tun als herumzuklatſchen.
Ge=
nügt Ihnen dieſe Erklärung?
Nein, Baroneſſe, ſo ſehen Sie nicht aus. Anita blickte
ihr offen in das häßliche, aber eigen charaktervolle Geſicht,
aus dem die grauen Augen klar und ſcharf=kritiſch blickten,
und ſie ſchüttelte noch einmal den Kopf.
Nein, mit Nichtigkeiten geben Sie ſich nicht ab! Wenn
Sie nach jemand fragen, müſſen Sie Intereſſe an ihm
ha=
ben — wenn es auch nicht immer ein wohlwollendes ſein
mag.
Die Baroneſſe lachte wieder. Na, alſo, dann
inter=
eſſiere ich mich wahrſcheinlich für Sie, und ich kann Ihnen
ſogar ſagen, daß es diesmal zufällig gerade in
wohltuen=
der Art geſchieht, Sie kleine törichte Frau! — Jetzt aber
ſehe ich den Hofmarſchall von Knittritz da wie ein Froſch
im Salat am Goldfiſchteich herumſtelzen. — Ich muß ihn
fragen, ob er ſich wieder das Podagra bei den
Limonaden=
ſitzungen des Kammerherrn von Berger geholt hat. Gehen
Sie nur immer geradeaus, Sie gelangen hier auf einem
kleinen Umwege auch nach der Terraſſe,
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Auguſt 1913.
Seite 11
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Lawn=Tennis. Die Lawn=Tennis=
Meiſterſchaften von Deutſchland ſind jetzt in
Hamburg endgültig zum Abſchluß gebracht worden. Das
Herreneinzelſpiel um die Meiſterſchaft von Deutſchland
endete überraſchenderweiſe mit einem Sieg des Leipzigers
H. Schomburg. Dieſem gelang es zunächſt, Darnoc — in
der dritten Runde 9—7, 6—1 zu ſchlagen. Dann traf er
auf Kinzl, auf deſſen Sieg man allgemein rechnete. Aber
auch dieſen ſtarken Gegner konnte Schomburg 6—1, 6—
ſchlagen. In der Schlußrunde trat dann H. O. Behrens=
Antwerpen nicht gegen Schomburg an, der in der
Heraus=
forderungs=Runde gegen den Verteidiger des Titels O. von
Müller zu ſpielen hatte. Auch hier bewährte ſich
Schom=
burg’s fabelhafte Sicherheit von Neuem und er vermochte
den Sieg mit 6—2, 6—4, 7—5 an ſich zu reißen. Die
Damen=Meiſterſchaft von Deutſchland gewann Frl.
Köring=Dresden mit 6—4, 6—4 gegen Frau von Sattger.
Die Meiſterſchaft im Gemiſchten Doppelſpiel wurde von Frl.
Köring mit Schomburg als Partner leicht gegen Frau von
Sattger-Darnoc — gewonnen. Nachzutragen iſt noch
der Sieg von v. Weſſely gegen Kinzl in der Meiſterſchaft
von Hamburg. v. Weſſely ſiegte 6—1, 4—1 zurückgezogen
ganzüberlegen gegen ſeinen weit unter Form ſpielenden
Landsmann.
Luftfahrt.
sr. Gothaer Aeroplan=Turnier. Die
Er=
gebniſſe des Gothaer Aeroplan=Turniers, bei dem der
Photographie=Wettbewerb entſchieden wurde, liegen jetzt
vor, nachdem die photographiſchen Aufnahmen entwickelt
und gewertet worden ſind. Den erſten Preis von 2500
Mark gewann Beck (Kondor=Eindecker), der zweite Preis
von 1500 Mark fiel an Stoeffler (Albatros=Doppeldecker),
der dritte von 1000 Mark an Ingold (Aviatik=Doppeldecker).
Für die beſten Aufnahmen erhielten Hauptmann Kuckein
und Leutnant Hoppert Ehrenpreiſe.
Vermiſchtes.
* Ueber die Paradiesvögel berichtet der berühmte
engliſche Zoologe und Entdecker des Okapi, Sir Harry
H. Johnſton, in den eben erſchienenen Lieferungen 27—31
des unſeren Leſern ſchon mehrfach empfohlenen
natur=
wiſſenſchaftlichen Prachtwerks „Die Wunder der
Natur” (Deutſches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin
W 57. Preis des Heftes 60 Pfg.) an Hand zahlreicher
Photographien und Farbentafeln. Jetzt, da die Mode die
Hüte unſerer Damen mit „Paradiesreihern” — leider!
ſchmückt, dürfte es vielleicht von beſonderem Intereſſe ſein,
über dieſe wunderbaren „Göttervögel” wie die
malai=
iſchen Händler ſie nennen, etwas Näheres zu erfahren.
Sie ſind in Europa ſeit dem 16. Jahrhundert ſchon
be=
kannt. Da bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts jedoch
ſtets nur verſtümmelte, fußloſe Bälge zu uns kamen,
bil=
deten ſich ſonderbare Legenden um dieſe Vögel. Sie
ſoll=
ten ihre Heimat im Aether haben, nur während flüchtiger
Augenblicke der Ruhe pflegen und ſich dabei mit den
lan=
gen, fadenförmigen Schwanzfedern an Zweigen und Aeſten
aufhängen. Das Weibchen ſollte die Eier in eine
Ver=
tiefung auf dem Rücken des Männchens niederlegen und
ſie in dieſem ſeltſamen, fliegenden Neſte ausbrüten. So
nannte denn auch Linné eine Paradiesvogelart die „
fuß=
loſe‟ Die Paradiesvögel, die in der Größe zwiſchen
Droſſeln und Krähen ſchwanken, haben ausgeſprochen
rabenartigen Charakter und ſind andererſeits mit den
ſo=
genannten Laubenvögeln verwandt, gleich denen manche
Paradiesvogelart „Spielneſter” und „Lauben” baut. Sie
werden teils mit Leimruten, teils in Schlingen gefangen
ſeltener geſchoſſen, dann gewöhnlich mit beſonderen
Pfei=
len, deren „Spitze” eine knopfartige Anſchwellung trägt
oder ein ſtumpfer Dreizack iſt. Die ſchimmernde Pracht
eines fliegenden Paradiesvogels iſt mit Worten nicht zu
ſchildern, ſie erinnert den Europäer, der zum erſten Male
einen fliegenden Paradiesvogel ſieht — zumeiſt ſind
frei=
lich nur die Männchen ſo farbenſchön — an etwas
Ueber=
irdiſches; man vergißt, nach ihm zu ſchießen. LLeider ſtehen
die ſchönen Vögel, dank der Modelaune, auf dem
Aus=
ſterbeetat. Aus Kaiſer=Wilhelmsland (Deutſch=Neuquinea)
allein wurden im Jahre 1910 Paradiesvogelbälge im
Werte von 152000 Mark ausgeführt. — In den gleichen
Lieferungen plaudert u. a. ferner Bölſche über das
Cha=
mäleon Prof. Dr. A. Marcuſe über atmoſphäriſche Luft
und Dämmerungserſcheinungen, Prof. Dr. E. Fraas über
den Pleſioſaurus, den alten Meerdrachen, Hesdörffer über
japaniſche Zwergbäume, Bürgel über den Zuſammenhang
von Sonnenflecken und Sturmkataſtrophen, ſowie andere
irdiſche Erſcheinungen uſf. Alle dieſe Aufſätze ſind aufs
wundervollſte illuſtriert.
* Das Gift der Giftſchlangen wirkt, wie
wir
im Buch für Alle leſen, bei dem erſten Biß, den
eine Giftſchlange nach längerer Ruhe austeilt, heftiger als
bei den ſpäteren Biſſen, denn nach und nach wird der
Vor=
rat an Gift erſchöpft. Der Amerikaner Burnett ließ acht
Mäuſe von einer großen Klapperſchlange beißen: die erſte
ſtarb ſofort, die zweite nach fünf, die dritte nach zehn
Mi=
nuten, die vierte nach einer, die fünfte nach zwölf
Stun=
den, die ſechſte war einige Tage krank, die ſiebente nur
wenig und die achte überhaupt nicht. Seit alten Zeiten
hat man gewiſſen Tieren eine Unempfänglichkeit gegen
Schlangengift beigelegt, ſo dem Ichneumon, dem Schwein
und dem Igel. Es iſt aber ſicher, daß hier Irrtümer
vor=
liegen; die betreffenden Tiere werden
höchſtwahrſchein=
lich, vertraut mit der Kampfesweiſe ihres Gegners, dieſen
geſchickt ſo zu faſſen wiſſen, daß er gar nicht zum Beißen
kommt, und es mag auch ſpeziell beim Igel und beim
Schwein mancher Biß gar nicht bis zum Blute
durch=
dringen, ſondern durch die Stacheln und die dicke Schwarte
abgefangen werden. Vom Igel ſteht es feſt, daß er, wenn
es der Schlange gelang, ihn doch zu beißen, dem Einfluſſe
des Giftes unterliegt, und nicht viel anders wird es mit
den übrigen für giftfeſt gehaltenen Tieren ſein. Eine
an=
dere, oft aufgeworfene Frage iſt es, ob die Giftſchlangen,
wenn ſie ſich untereinander beißen, an dem Biß zugrunde
gehen. Türk tat eine ſehr giftige ägyptiſche Schlange
(Echis varia) mit einer Klapperſchlange und einer
Sand=
viper in einen Käfig. Die erſtere tötete die beiden
letzte=
ren ſofort durch ihren Biß. Zu ganz anderen Reſultaten
kam Guyon, der die umfaſſendſten Unterſuchungen über
den Gegenſtand angeſtellt zu haben ſcheint: er infizierte
eine Lanzenſchlange mit dem Gift von acht anderen, ohne
eine Wirkung zu erzielen; er ließ Sandvipern,
Dreieck=
köpfe und verſchiedene Puffottern ſich untereinander
beißen, gleichfalls mit negativem Erfolge.
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des Balkankrieges 1912—13. Mit vielen
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(A. Hartlebens Verlag in Wien und Leipzig.) Bisher
ausgegeben 15 Hefte. Die Illuſtrierte Geſchichte des
Bal=
kankrieges 1912—13 ſchildert in größter Ausführlichkeit und
hiſtoriſcher Treue das furchtbare blutige Würgen auf dem
Balkan ſelbſt, bringt aber auch unter Zugrundelegung
authentiſchen Materials ein feſſelndes Bild der
unheil=
vollen politiſchen Kriſe, die aus dem Balkankriege
ent=
ſtanden iſt und unter deren Folgen die Völker Europas
ſo ſchwer gelitten hatten. Hier iſt ein großangelegtes
Zeitbild, das geſchichtliche Wahrheit und feſſelnde,
plaſti=
ſche Darſtellung glücklich miteinander verbindet. Das
reiche Kartenmaterial und die künſtleriſchen Illuſtrationen
gereichen dem ausgezeichneten Werke noch zur beſonderen
Zierde.
„Durchs Lippiſche Land.” Bilder aus
Ge=
genwart und Vergangenheit von Paul Lindenberg.
Mit 136 Abbildungen. Detmold, Verlag der Meyerſchen
Hofbuchdruckerei 1913. (Elegant broſchiert 3 Mark,
ele=
gant gebunden 4 Mark.) Der bekannte Schriftſteller, der
uns in ſeinen Reiſewerken bisher ſo häufia in die Fremde
geführt, hat diesmal deutſche Pfade eingeſchlagen, die ihn
kreuz und quer das Lippiſche Land kennen lernen ließen,
und wie wir aus dem vorliegenden Werke erſehen,
ver=
lohnt ſich dieſe Bekanntſchaft in jeder Beziehung. Das
über 400 Seiten ſtarke und reich illuſtrierte Werk iſt
glän=
zend ausgeſtattet; es wird auch über die Reiſezeit hinaus
ſtets ſeine verdiente Geltung behalten und ſehr vielen auch
in literariſcher Hinſicht Freude und Genuß bereiten.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Augnſt 1913.”
Nummer 196.
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Wienerſtraße 70, Manſarde. (*6290
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Schießhausſtr. 60, Manſarde. (*6281
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tagsüber ſofort geſucht.
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Erſte Unfall=Haftpflicht=Verſich.=
Geſ. ſucht für ihr Haupt=Inkaſſo
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bringt zirka 500 Mk. ein. (*6261df
Off. unt. K 37 an die Exped.
Uberbeamter füreigahlatien u. Arduisttion
zur Unterstützung
des geschäftsführenden Generalagenten
von einer die Lebens=, Unfall= und Haftpflicht=Verſicherung
be=
treibenden erſten Verſichernngs=Geſellſchaft geſucht. Herren, die ſich
über erfolgreiche Tätigkeit im Fache ausweiſen können, bietet ſich
hier die Gelegenheit zur Erlangung einer mit großer Selbſtändigkeit
ausgeſtatteten, dabei außerordentlich einträglichen und nicht die
Möglichkeit zu Delkredere=Verluſten in ſich ſchließenden Stellung.
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Abſchluß=Proviſionen und Gratifikation.
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wollen ihre Meldungen unter O. T. 1925 an Invalidendank,
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über vorſtehenden Betrag in bar verfügen, wollen ſchriftl. Bew. mit
kurz. Ang. d. Verhältn. einſ.
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Jäger
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und mit Gewehren umzugehen verſteht
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Barmittel erforderlich. Gefl. Angebote mit Altersangabe
und Darlegung der bisherigen Tätigkeit unter K. B.9369
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umſonſt. Poetters & Schäfer.
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