Inſerate
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176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Ver
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Saaſtrerrtes Anterhallungsstatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Nach neueren Meldungen wird der Kaiſer im Laufe
dieſes Jahres nicht mehr nach Korfu reiſen.
Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg trifft heute
morgen zu zweitägigem Beſuch beim Kaiſer in
Hom=
burg ein und wird im königlichen Schloß Wohnung
nehmen.
Geſtern wurde in Metz der 60. Deutſche
Katho=
likentag eröffnet.
Nach einer Mitteilung der Nordd. Allg. Ztg. iſt die
Ein=
ladung der Vereinigten Staaten zur Beteiligung
an der Weltausſtellung in San Franzisko
deutſcherſeits abgelehnt worden.
Kaiſer Franz Joſef feiert heute ſeinen 83.
Ge=
burtstag.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
18. Auguſt 1813: Napoleons Hauptquartier in Görlitz, von
wo aus er am 19. Auguſt in Böhmen eindringt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Rückblick und Ausblick auf die
Außenpolitik Oeſterreichs.
— Die in den letzten Monaten nach außen hin zum
Teil recht unklare Balkanpolitik des Wiener Auswärtigen
Amtes iſt in der letzten Zeit Gegenſtand lebhafter
Erörte=
rungen geweſen. Nunmehr bringt aber ein ſehr
bemer=
kenswerter Artikel der Freitagsnummer der zu hohen
Stellen gute Beziehungen unterhaltenden Oeſterreichiſchen
Rundſchau recht intereſſante Aufklärungen über die
Stel=
lungnahme der Donaumonarchie, ſowie einen auf Grund
erſter Informationen baſierten Ausblick über die von
Oeſterreich einzuſchlagenden Wege.
In erſter Linie geht der Artikel darauf aus, Bulgarien
vor einer intimen Freundſchaft mit Rußland zu warnen.
Danew ſei ein nur zu willfähriges Werkzeug der
Pe=
tersburger Machthaber geweſen, er ſah im entſcheidenden
Augenblicke wie gebannt nach Petersburg und dieſe
Hyp=
noſe ſei ihm und Bulgarien zum Verhängnis geworden.
Danew habe in nahezu unbegreiflicher Verblendung alle
öſterreichiſchen Vermittelungsvorſchläge zurückgewieſen
und ſich den rumäniſchen Anſprüchen gegenüber ſo lange
ablehnend verhalten, bis endlich Rumänien die
diplo=
matiſche Aktion durch eine militäriſche erſetzte. Die im
weiteren Verlaufe ſeitens Rumäniens gezeigte Mäßigung,
die zum Teil auf die freundſchaftlichen Ratſchläge
Oeſter=
reichs zurückzuführen war, wurde in Bukareſt anfänglich
als ein Fehler angeſehen, und die Unzufriedenheit mit der
Politik des Zuwartens habe ſich in Kundgebungen gegen
Oeſterreich=Ungarn Luft gemacht. Ebenſo habe ſich Graf
Berchtold für eine dauernde rumäniſch=bulgariſche
Ver=
ſtändigung eingeſetzt, und er verfolge dieſes Ziel noch
heute mit größerer Ausſicht, als vor wenigen Wochen,
wo Danew am Ruder war und das bulgariſche
Staats=
ſchiff nach dem Kommando Petersburgs ſteuerte.
Ruß=
land dagegen ſuchte eine Annäherung zwiſchen Bulgarien
und Rumänien zu verhindern, und man ſollte ſich in Sofia
nicht verhehlen, daß die Ratſchläge Saſonows Bulgarien
ins Verderben geſtürzt hätten. Rußland habe überall
dem Vormarſch der bulgariſchen Armee ein Veto
entgegen=
geſetzt und den faſt ſicheren Sieg in eine tragiſche
Nieder=
lage umgewandelt. Bulgarien werde bei einer Politik
auf weitere Sicht Rußland niemals an ſeiner Seite
fin=
den, während der Dreibund mit ungleich größerer
Objek=
tivität den weiteren Zukunftsplänen Bulgariens
gegen=
über ſtehe.
Gleichwohl ſei trotz aller Schwierigkeiten ein beſſeres
Verhältnis zwiſchen Wien und Petersburg notwendig,
da ſich in der Ferne das Wetterleuchten eines Gegenſatzes
zwiſchen Rußland und Deutſchland ankündige. Der
ruſ=
ſiſche Imperialismus dränge Rußland mehr und mehr
auf den Weg einer expanſiven Politik gegen Armenien.
Deutſchland aber habe ſchon einmal zu verſtehen gegeben,
daß es in der (Aufrollung der kleinaſiatiſchen Fragen
kei=
nen Spaß kenne. Hier würden früher oder ſpäter die
Ge=
genſätze aufeinanderprallen, und Deutſchland wie
Ruß=
land könnte dann die Vermittelung einer dritten, nicht
intereſſierten Macht, nur willkommen ſein. Angeſichts
des vordringenden Panſlawismus ſei ein gutes
Verhält=
nis zwiſchen Rumänien und der Donaumonarchie
not=
wendig, und Oeſterreich müſſe auf der Hut ſein, da man
von Rußland aus verſuche, es in Bukareſt aus dem
Sat=
tel zu heben; im Hinblick hierauf müſſe Ungarn ſeine ver=
kehrte Rumänenpolitik ändern. Ebenſo ſei der Platz
Griechenlands keineswegs im Gefolge Serbiens und
Ruß=
lands, ſondern weit eher an der Seite des Dreibundes.
In Athen müſſe man einſehen, daß Griechenland ſich nicht
zum Schrittmacher des Panſlawismus am Balkan machen
könne, ohne ſeine eigenen Intereſſen ernſtlich zu
gefähr=
den. Dann wäre es auch der Donaumonarchie möglich,
jene Annäherung an Griechenland zu vollziehen, die in
Berlin gern geſehen würde.
Der von dem bekannten Politiker Freiherrn von
Chlumecky gezeichnete Artikel kommt zu dem Schluſſe, daß
der große, Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn bedrohende
Feind, der Panſlawismus ſei, und dieſe Erkenntnis dürfe
in Wien und Berlin inſolange nicht außer acht gelaſſen
werden, als das größere Serbien dem Allſlawentum als
Sturmbock dient.
Regierung und
Fahrkarten=
ſteuer.
* Man ſchreibt den Berl. N. Nachrichten: In der
Auslaſſung einer Korreſpondenz zu den Wünſchen des
Hanſabundes über die Aufhebung oder Reform der
Fahr=
kartenſteuer werden Anſchauungen der „Regierung” zur
Frage der Fahrkartenſteuer wiedergegeben, die irreführend
ſind, weil ſie nicht erkennen laſſen, ob dabei die
Reichs=
regierung oder die preußiſche Regierung gemeint iſt. Das
Intereſſe dieſer beiden Inſtanzen an der Fahrkartenſteuer
in ihrer gegenwärtigen Form iſt aber durchaus nicht die
gleiche. Es iſt zutreffend, daß die Abſicht, dem
Reichs=
tag einen Geſetzentwurf zur Abänderung
der Fahrkartenſteuer vorzulegen, die während
der letzten Seſſion vor den Neuwahlen allerdings beſtand,
aufgegeben iſt. Die Vorlage war aber keineswegs
als eine Maßnahme der Reichsfinanzverwaltung gedacht,
da dieſe ein eigenes Intereſſe an der Reform der Steuer
nicht hat. Die Abänderung ſollte vielmehr nur aus
eiſen=
bahntechniſchen Rückſichten, d. h. zur Steigerung der
Einnahmen aus dem Perſonenverkehr
durch anderweitige Verteilung der
ſteuer=
lichen Belaſtung der Fahrkarten
durchge=
führt werden. Bei der Finanzreform des Jahres 1909
ſcheiterte bekanntlich die Aufhebung der Fahrkartenſteuer
daran, daß für den Ausfall der Einnahmen ein
entſpre=
chender Erſatz nicht gefunden wurde.
Gegenwärtig iſt die Fahrkartenſteuer mit ihrem
Er=
trage für das Reich unentbehrlich, und eine
Abän=
derung kann nur aus eiſenbahntechniſchen Rückſichten in
Frage kommen. Die preußiſche Eiſenbahnverwaltung ſteht
auf dem Standpunkt, daß durch die ſtarke Belaſtung der
oberen Klaſſen mit der Steuer eine Abwanderung in die
unteren Klaſſen eingetreten iſt, die erhebliche Ausfälle in
den Einnahmen aus dem Perſonenverkehr zur Folge hat.
Dieſer Ausfall könnte nur dadurch beſeitigt werden, —
daß — unter Freilaſſung der vierten Wagenklaſſe, wie
bis=
her — eine Entlaſtung der erſten Wagenklaſſe und eine
entſprechende ſtärkere Belaſtung der zweiten und dritten
Klaſſe durchgeführt wird. Nur hierdurch wäre das Ziel
zu erreichen, das die preußiſche Eiſenbahnverwaltung mit
einer Aenderung der Steuer erſtrebt. Eine ſolche
Rege=
lung, bei der die dritte Klaſſe zugunſten der erſten ſtärker
belaſtet wird, hat aber im Reichstag keine Ausſicht auf
Annahme. Eine etwaige Initiative des Reichstags zur
Reſorm der Steuer würde zweifellos Tendenzen
verfol=
gen, denen die preußiſche Eiſenbahnverwaltung niemals
zuſtimmen könnte. Aus dieſem Widerſtreit der Intereſſen
erklärt es ſich, daß weder eine Aufhebung noch eine
Aen=
derung der Fahrkartenſteuer in abſehbarer Zeit in Frage
kommen wird.
Die Adrianopeler Frage.
* Eine neue türkiſche Note in der
Adria=
nopelfrage wird dem Berliner Lokal=Anzeiger aus
Petersburg ſignaliſiert: Die Botſchafter
Deutſch=
lands, Oeſterreichs, Frankreichs und der Türkei, und die
Geſandten Rumäniens und Serbiens hatten, ſo heißt es,
mit Saſonow längere Unterredungen. Der lebhafte
Meinungsaustauſch unter den Diplomaten wurde durch
die Zirkularnote der Türkei hervorgerufen, die in Form
eines Anhanges an die alte Antwort den Mächten
über=
geben wurde. Obgleich der Inhalt noch geheim gehalten
wird, verlautet aus gut informierter Quelle, die
Peters=
burger diplomatiſchen Kreiſe ſtänden ſtark unter dem
Ein=
druck der Erklärung der Türkei, nicht nur Adrianopel
behalten zu wollen, ſondern auch ernſte Gegenmaßregeln
zu ergreifen, ffalls Bulgarien nicht die Greueltaten auf
dem eroberten ehemaligen türkiſchen Gebiet einſtelle.
Ob=
gleich die Türkei prinzipiell mit der in der Antwort des
Großweſirs an die Mächte erwähnten Grenzlinie
einver=
ſtanden ſei, ſo behalte ſie ſich doch vor, eventuell das
Gebiet jenſeits der Maritza zu beſetzen,
um Bulgarien zu zwingen, direkte Verhandlungen mit der
Türkei zu führen. Durch dieſe ſoll der Beſchluß der
Lon=
doner Konferenz hinfällig gemacht werden, was den
end=
gültigen Verluſt Adrianopels für die Bulgaren bedeuten
würde. Man meſſe in Petersburg dieſer Erklärung um
ſo größere Bedeutung bei, als ſie gerade in dem
Augen=
blick geſchehe, wo Bulgarien ſeine Demobiliſierung im
Vertrauen auf einen Druck der Großmächte zugunſten der
Einhaltung des Londoner Vertrages beendete. Dieſer
neue Schritt der Türkei kompliziert die Lage
recht bedeutend und ſtellt die Großmächte vor eine äußerſt
ſchwierige diplomatiſche Aufgabe.
In einer Meldung aus Konſtantinopel heißt es: In
Adrianopel und Kirk=Kiliſſe herrſcht
fieber=
hafte Tätigkeit. Die dortigen Poſitionen werden
durch täglich neu eintreffende Truppenteile erheblich
ver=
ſtärkt. Beſonders in Kirk=Kiliſſe wird Tag und Nacht an
den Befeſtigungen gearbeitet. Es herrſcht hier aber
be=
züglich einer Verſtändigung mit Bulgarien eher
Optimis=
mus, denn in türkiſchen Kreiſen, die mit der Stimmung
in Bulgarien vertraut ſein müſſen, wird erklärt,
Bulga=
rien werde es weniger ſchwer fallen, den Verluſt von
Adrianopel als den von Kirk=Kiliſſe zu verſchmerzen.
Deutſches Reich.
Keine Korfureiſe des Kaiſers. Die
Voſſiſche Zeitung meldet: Gegenüber einer Meldung,
der Kaiſer würde in der erſten Woche des September in
Korfu eintreffen, und dort vom König Konſtantin
emp=
fangen werden, wird der Voſſiſchen Zeitung von
zuſtändi=
ger Stelle mitgeteilt, daß der Kaiſer in dieſem Jahre
nicht nach Korfu reiſen werde. In der erſten
September=
woche nimmt der Kaiſer an den großen Manövern in
Poſen teil. — Die Deutſche Tageszeitung nimmt von
die=
ſer Meldung Notiz und ſchreibt, die Reiſe hänge davon ab,
ob die Choleragefahr im Südoſten behoben werde. Nach
Erkundungen des Berliner Korreſpondenten der
Köl=
niſchen Zeitung iſt die Meldung von der Korfu=Reiſe des
Kaiſers unzutreffend. Im Laufe dieſes Jahres werde
der Kaiſer nicht mehr nach Korfu reiſen.
— Weitgehende Berückſichtigung des
Handwerks für Heereslieferungen.
Ange=
ſichts der drohenden Arbeitsloſigkeit wird nicht der
Ar=
beiterſtand allein, ſondern in noch viel tiefer gehenden
Wirkungen gerade der kleine und mittlere Handwerker=
und Gewerbeſtand betroffen. Da den zu erwartenden
ſchweren Schädigungen ſehr wohl begegnet werden kann,
wenn bei Vergebung von Leiſtungen und Lieferungen, die
durch die Heeresverſtärkung veranlaßt ſind, das Handwerk
in größerem Umfange als bisher von den vergebenden
Behörden berückſichtigt wird, wollen ſich der
Verwal=
tungsrat der Hauptſtelle für Verdingungsweſen und die
Geſchäftsſtelle des Deutſchen Handwerks= und
Gewerbe=
kammertages für eine angemeſſene Berückſichtigung des
ge=
ſamten deutſchen Handwerks einſetzen. Letztere hat bereits
ein Geſuch an das Kriegsminiſterium gerichtet, in dem
ge=
beten wird, auch den Handwerkern Gelegenheit zu geben,
ſich an den Neubauten zu beteiligen, ſowie bei der
Ver=
gebung neuer Bekleidungs= und Ausrüſtungsgegenſtände
in genügendem Umfange die Handwerksvereinigungen zu
berückſichtigen. Wie man hört, wird die Heeresverwaltung
dieſen Wünſchen in möglichſt weitgehender Weiſe
nach=
kommen und, ſoweit es irgendwie angängig iſt, das
Handwerk in größerem Umſange als bisher bei der
Ver=
gebung ſolcher Lieferungen hinzuziehen.
— Die ſächſiſchen Sozialdemokraten
gegen die Reichstagsfraktion. Die ſächſiſchen
Sozialdemokraten ſind mit der Haltung der
Reichstags=
fraktion gegenüber den Deckungsvorlagen wenig
einver=
ſtanden. Bekanntlich haben die Dresdener Genoſſen ihrem
Zorn ſchon vor einigen Tagen Luft gemacht. Die
Leip=
ziger Sozialdemokraten haben jetzt mit allen gegen ſechs
Stimmen folgende Entſchließung angenommen: „Die
Verſammlung billigt aus programmatiſchen Gründen
die Abſtimmung der Reichstagsfraktion für die
Steuer=
vorlagen, die zur Deckung der Militärvorlagen dienen,
nicht; ſie erwartet daher vom Parteitag eine dem
Partei=
programm entſprechende klare und entſchiedene Anweiſung
für die Stellung der Reichstagsfraktion bei künftigen
Steuervorlagen.” Auch in Zwickau hat man der Fraktion
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1915.
Nummer 192.
die Meinung geſagt, doch machten ſich auch gegenteilige
Anſichten geltend.
Ausland.
Frankreich.
Die Verlegung der Regierung
Ma=
rokkos. Wie der Korreſpondent des Matin aus
Tan=
ger berichtet, hat der Beſchluß der Kommiſſion der
aus=
wärtigen Angelegenheiten, durch welchen die vom
Gene=
ral Liautey geforderten Kredite für die Verlegung der
Regierung Marokkos von Fez nach Rabat abgelehnt
wor=
den ſind, in den franzöſiſchen Kreiſen Marokkos großes
Erſtaunen hervorgerufen. Jedermann in Marokko iſt
überzeugt, die Deputiertenkammer werde dieſen übereilig
gefaßten Beſchluß der Kommiſſion nicht billigen, ſondern
die Verlegung der Regierung nach Rabat beſchließen.
Der vom General Liautey hauptſächlich geltend gemachte
Grund ſind die Schwierigkeiten der Verbindungen nach
dem Innern Marokkos und die Gefahr, daß Fez im Falle
eines Aufſtandes von der Verbindung mit der Küſte
ab=
geſchnitten werden könnte.
England.
Schluß des Parlaments. Das Parlament
wurde, wie ſchon gemeldet, am Freitag mit einer
Thron=
rede geſchloſſen, in der es heißt:
Der kürzlich erfolgte Beſuch des Präſidenten der
franzöſiſchen Republik in meiner Hauptſtadt war eine
Qutelle großer Befriedigung für mich, und die
Sympathie=
kundgebungen, zu denen ſie Anlaß gaben, liefern eine neue
Gewähr für die Fortdauer herzlicher Freundſchaft, welche
die beiden Länder verbindet. Die von dem Präſidenten
der argentiniſchen Republik zu uns geſandte
Sondermiſ=
ſion, welche den Dank der argentiniſchen Regierung und
des Volkes für das warme Intereſſe überbringen ſollte,
das mein ſeliger Vater bei der Erinnerung an die erſte
Jahrhundertfeier der Republik äußerte, kann nur die
guten Beziehungen fördern, die glücklicherweiſe ſchon ſo
lange beſtehen. Die Konferenz der Delegierten der
Bal=
kanſtaaten begann ihre Sitzungen im Frühjahr und
wurde ſich über die Bedingungen des Friedensvertrages
einig. Ich bedaure es ſehr, daß die Feindſeligkeiten
zwiſchen den verſchiedenen Nationalitäten einen neuen
Kriegszuſtand ſchufen, der von vielen bedauernswerten
Zwiſchenfällen begleitet war. EEs iſt befriedigend, daß
die Konferenz der Kriegführenden in Bukareſt zu einer
Beendigung der Feindſeligkeiten führte, die hoffentlich
eine dauernde ſein wird. Es gereicht mir zur großen
Genugtuung, daß die Großmächte fortgeſetzt miteinander
in Fühlung blieben und daß meine Regierung alles getan
hat, um den Austauſch der Anſchauungen und die
Ge=
meinſamkeit des Vorgehens durch die Botſchafter in
Lon=
don zu erleichtern. Der König wirft dann einen Rückblick
auf die Geſetzgebung in der vergangenen Sitzungsperiode
und verwies auf die Sudananleihe, die durch die
kaiſer=
liche Schatzkammer garantiert wird. Er hoffe, daß die
Anleihe nicht nur zu dem Gedeihen jener Gebiete
bei=
ſtrage, ſondern auch eine zunehmende Verſorgung für die
britiſche Baumwollinduſtrie mit Rohmaterial bewirken
werde.
Spanien.
Rekruten für die afrikaniſchen
Trup=
pen. Am 25. Auguſt wird in Madrid die Entſcheidung
über eine ſeltſame Ausſchreibung fallen, über deren
Einzel=
heiten die Gaceta einige intereſſante Angaben macht. Es
handelt ſich um eine Lieferung für die Regierung, aber
nicht etwa um eine Lieferung von Waren, Gegenſtänden
oder Arbeiten, ſondern um nichts weniger als um eine
Lieferung von — Menſchen. Es handelt ſich um die
Her=
beiſchaffung von Freiwilligen, die als Rekruten in die
afrikaniſchen Truppenteile Spaniens eintreten ſollen. Der
„Unternehmer” muß ſich der Regierung verpflichten, ihr
im Laufe von zwei Jahren 40000 Rekruten zu verſchaffen,
und zwar alle halbe Jahre je 10000 Mann. Dafür bezieht
der Unternehmer von der Regierung für jeden Anwärter
auf militäriſche Ehre in Afrika 300 Peſetas. Für den
Transport der Rekruten hat der Unternehmer eine Kaution
von 40000 Peſetas zu hinterlegen; und für jeden an der
vorgeſchriebenen halbjährlichen Zahl von 10000 Leuten
feh=
lenden Kopf werden ihm 50 Francs von der Summe
ab=
gezogen, die er für die herbeigeſchafften Freiwilligen
er=
hält. Da die Beſtimmungen über die Aufnahme in dieſes
afrikaniſche Korps nichts darüber enthalten, daß Angehörige
anderer Nationalitäten ausgeſchloſſen ſein ſollen, ſcheint
hier eine Art ſpaniſcher Fremdenlegion im Werden, und
wenn die modernen Geſetze in den Kulturſtaaten Europas
das nicht verhinderten, würde man es vermutlich bald
erleben, wie in prunkvolle Uniformen gehüllte ſpaniſche
Werber mit Trommel und Trompete durchs Land zögen,
um moderne Landsknechte anzuwerben. Da bei der
allge=
meinen Dienſtpflicht in Spanien die jungen Spanier im
eigenen Heere dienen, wird die Zahl derer, die nach
Ab=
leiſtung ihrer Dienſtzeit freiwillig in Afrika eine neue
Soldatenzeit durchmachen wollen, im eigenen Lande
an=
ſcheinend nicht groß genug ſein, um die Reihen der
Kolo=
nialtruppen voll auszufüllen.
Amerika.
Die Vereinigten Staaten und Mexiko.
Im Senat gab es erneut eine lebhafte Debatte wegen
Mexikos, als der Senator Penroſe den Antrag einbrachte,
daß Wilſon ſich über die Anweſenheit von William
Cha=
les äußern ſolle, der angeblich ſein perſönlicher Vertreter
iſt. Außerdem wurden mehrere Anträge ähnlicher Art
eingebracht, in denen die Haltung des Präſidenten
ange=
griffen wurde; ihre Beratung wurde verſchoben. — Im
Repräſentantenhauſe brachte Tower den Antrag ein, daß
in Mexiko die Vereinigten Staaten gemeinſam mit
Bra=
ſilien vermitteln ſollten.
China.
Ausgabe einer neuen Anleihe. Dovos, der
Vertreter der belgiſchen Eiſenbahngeſellſchaft in China,
unterzeichnete mit dem Verkehrsminiſter einen Vertrag
zur Ausgabe einer 5prozentigen Anleihe von 10
Millio=
nen Pfund Sterling. Die Bedingungen des Vertrages
gleichen denen wie beim Kontrakt der Haitſchou=
Lan=
tſchou=Bahn. Die beabſichtigte Bahnlinie wird mit der
Kalaubahn bei Tatung zuſammenſtoßen und dann nach
Kweihuotſchang abzweigen. Der Abſchluß des Vertrages
wurde durch das Kabinett gebilligt.
Japaniſche Unterſtützung der
Revolu=
tionäre? In Peking nimmt die Ueberzeugung zu, daß
die Japaner den Aufrührern beigeſtanden haben und noch
beiſtehen, indem ſie dieſe mit Geld und Waffen
unter=
ſtützen. Man hat die Empfindung, daß die japaniſche
Regierung, wenn ſie gewollt hätte, es verhindern konnte,
daß japaniſche Untertanen ſich in Chinas Angelegenheiten
miſchten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. Auguſt.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Major a. D.
v. Plönnies, den Forſtmeiſter Heyer von
Jugen=
heim a. d. B., den Geheimerat Miniſterialrat a. D
Schäffer, den Kreisſchulinſpektor Profeſſor Kiſſinger,
2. Vorſitzender der Ortsgruppe Darmſtadt des
Jung=
deutſchlandbundes, und den Profeſſor Kleukens; zum
Vortrag den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Röm=
held, den Ordenskanzler Oberſt z. D. Frhrn. Röder
v. Diersburg.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben nachſtehenden Wachtmeiſtern im
Großh. Gendarmeriekorps die Erlaubnis erteilt, die ihnen
von Sr. Maj. dem Kaiſer anläßlich der diesjährigen
Truppenſchau bei Mainz verliehenen Allgemeinen
Ehren=
zeichen in Silber anzulegen, und zwar: den
Wacht=
meiſtern Schmitt, Dietz, Beinhoff und Buhr,
ferner nachſtehenden Perſonen, und zwar: dem
Hof=
kellermeiſter Auguſt Heilmann des Kreuzes des
Allge=
meinen Ehrenzeichens, dem Kammerdiener Ludwig
Lang der Roten Adlerorden=Medaille, dem Hoflakai
Karl Hupe und dem Hauswärter Heinrich Nocher der
Kronenorden=Medaille.
* Erledigte Stellen. Die mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Deckenbach, Kreis Alsfeld. Mit der
Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden. — Die mit einem
evangeliſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu
Hartershauſen, Kreis Lauterbach, mit der
Orga=
niſten= und Lektordienſt verbunden iſt. Dem Herrn
Grafen von Schlitz genannt von Görtz ſteht das
Präſen=
tationsrecht zu. —
Die mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Heidelbach, Kreis Alsfeld. Mit der Stelle iſt
Organiſten= und Lektordienſt verbunden.
g. Kriegsgericht. Der Dragoner Hugo Baumann.
aus Berlin vom Garde=Dragoner=Regiment Nr. 23
er=
hielt vom 13. bis 15. Juli Urlaub nach Koblenz. Dieſen
Urlaub benutzte er, um mit ſeiner Braut eine vergnügte
Rheinreiſe zu unternehmen. Als ſein Urlaub zu Ende
ging, telegraphierte er von Frankfurt aus an das
Regi=
ment und bat um Verlängerung des Urlaubs mit der
fal=
ſchen Begründung, er wolle ſich in Frankfurt nach einer
Stellung umſehen. Die Spritztour ſetzte er dann fort,
bis ſich das Pärchen in Ems wegen Geldmangels trennte.
Hier logierte er ſich in einem Hotel ein und gab an, ſein
Vater werde die entſtehende Rechnung bezahlen, er habe
einen Urlaubspaß und ſein Portemonnaie verloren. Die
gleiche Auskunft erteilte er einem Gendarmen, der ihn
nach dem Urlaubspaß fragte. Der Gendarm befahl ihm.
das Haus nicht zu verlaſſen, da aber die Antwort vom
Regiment zu lange ausblieb ließ er ihn laufen. Der
Vater des Baumann hatte aber unterdes die Feſtnahme
ſeines Sohnes veranlaßt. Baumann hatte ſich am
Sams=
tag wegen Urlaubsüberſchreitung, vorſchriftswidriger und
falſcher dienſtlicher Meldung, Erſuchens um Nachurlaub
mit Angabe eines falſchen Grundes und Belügen eines
Vorgeſetzten, nämlich des Gendarmeriewachtmeiſters, vor
dem Kriegsgericht zu verantworten. Das Gericht
ver=
urteilte den Angeklagten, der heine gute dienſtliche
Füh=
rung aufzuweiſen hat, zu zwei Monaten
Gefäng=
nis abzüglich 14 Tage der Unterſuchungshaft. Der
An=
geklagte iſt als Dreijährig=Freiwilliger eingetreten und
hätte jetzt nach dem Manöver ſeine Dienſtzeit beendet.
* Abgabe der Steuererklärungen. Unſere Leſer machen
wir auf die im Amtsverkündigungsblatt Nr. 90 vom
5. I. M. erfolgte Bekanntmachung der Großh.
Finanzämter über die Abgabe der Steuer= für das Jahr 1914 aufmerkſam. Da die=
Staats= und Gemeindeſteuergeſetze bekanntlich auch
Ver=
fehlungen, die in der Nichtabgabe der vorgeſchriebenen
Er=
klärungen liegen, unter harte Strafe ſtellen, empfiehlt es
ſich für jedermann, ſeine Verhältniſſe daraufhin zu
prü=
en, ob die Einreichung einer neuen Erklärung notwendig
wird und dieſe gegebenenfalls bis zum 1. Oktober I. J.
an das Finanzamt einzuſenden. Nach dem Reichsgeſetz
vom 3. Juli l. J. über den Wehrbeitrag ziehen im
laufen=
den Jahre ſtattfindende Berichtigungen früherer unrichtiger
Einkommens= und Vermögenserklärungen oder
Nach=
holungen ſeither unterlaſſener Steuererklärungen keine
Strafen oder Nachzahlungen von Staats= und
Gemeinde=
ſteuern für frühere Jahre nach ſich. Es bietet ſich
hier=
durch für alle diejenigen, welche ſeither eine Richtigſtellung
ihrer Beſteuerung aus dem Grunde vermieden haben, weil
ihnen die Nachzahlung für frühere Jahre in Ausſicht ſtand,
die in abſehbarer Zeit wohl nicht wiederkehrende
Gelegen=
heit, eine Ordnung ihrer ſteuerlichen Verhältniſſe
vorzu=
nehmen, ohne einer Nachzahlung für frühere Jahre
aus=
geſetzt zu ſein.
* Der Heilſtättenverein für das Großherzogtum
Heſſen erhielt für ſeine Lupus= und Licht=Heilſtätte in
Gießen in dieſen Tagen von einem anonym gebliebenen
Mainzer Wohltäter eine Spende von 1000 Mk. und
kürzlich wurde ihm ſeitens eines Arheilger Ehepaares
ein Legat von 50 Mk. zugewendet. Der Verein hat
ſich durch den Bau der Lupusheilſtätte eine erhebliche
Schuldenlaſt aufgebürdet und wird durch ſolche edle
Spenden in die Lage verſetzt, den ärmſten unter den
armen Kranken, den unbemittelten Lupuskranken, im
weiteſten Maße Pflege und Heilung zu bringen. Möge
daher das Beiſpiel der menſchenfreundlichen Spender
Nachfolger finden; auch die kleinſte Gabe iſt
will=
kommen.
g. Ins Manvöer. Heute rücken die beiden
Artil=
lerie=Regimenter ins Manöver, die Infan= folgt am 20. Auguſt und die Kavallerie ver
läßt Darmſtadt am 28. und 29. Auguſt, auch die hieſige
Fliegerſtation wird mit mehreren Fliegern an dem
Herbſtmanöver der 25. Diviſion bei Gelnhauſen
teil=
nehmen.
Zu dem Selbſtmord eines hieſigen Kaufmanns
werden wir erſucht, mitzuteilen, daß die Tat nicht etwa in
geſchäftlichen Schwierigkeiten ꝛc., ſondern in eignen, rein
perſönlichen Verhältniſſen des Verſtorbenen zu ſuchen iſt.
Der Betreffende litt ſeit längerer Zeit an einer ſchweren
Nervenüberteizung, die ihrer ganzen Art nach auf eine
be=
ginnende ſchwere Gemütserkrankung hinwies. Sie allein
iſt die Urſache der bedauernswerten Tat.
* Bilder vom Tage. In der Bilderauslage unſerer
Expedition (Rheinſtr. 23) ſind neu ausgeſtellt: Prinzeſſin
Auguſta Viktoria von Hohenzollern, die Braut des
Ex=
königs Manuel — Kaiſertage in Roſtock und Lübeck —
Proteſtverſammlung in Adrianopel — Neue Flugverſuche
Blériots in Buc — Die Bootskataſtrophe in Swinemünde
Neue Herbſtmoden — Tagesereigniſſe uſw.
Die Befreiungshalle in
Kelheim.
Von Hans Pförtner=München.
Kelheim und die Befreiungshalle ſind in den nächſten
Tagen das Ziel vieler Tauſende. Für den 25. Auguſt hat
Prinz=Regent Ludwig den Kaiſer und die deutſchen
Bun=
desfürſten zu einer Nationalfeier geladen.
Die Mahnung des königlichen Erbauers der
Befrei=
ungshalle: „Möchten die Teutſchen nie vergeſſen, was den
Befreiungskampf nothwendig machte und wodurch ſie
ge=
ſiegt” welche in mächtigen Buchſtaben dem
Moſaikfuß=
boden der Befreiungshalle eingeſchrieben iſt, erhält
ge=
rade in dieſem Jahre wieder eine beſonders ernſte
Be=
deutung.
Welch eine weite Kluft noch gähnt zwiſchen der
poli=
tiſchen Stimmung und der politiſchen Tat, dafür iſt auch
dieſer ragende Tempel ein lebendiges Zeugnis. Am 19.
Oktober 1863, dem fünfzigſten Jahrestage der Schlacht bei
Leipzig, wurde die Befreiungshalle feierlich eröffnet, aber
bereits drei Jahre ſpäter kehrte der Deutſche die Waffe
gegen den Deutſchen. Solches Erinnern iſt nützlich und
gibt der Feſtſtimmung einen ernſten, mahnenden
Unter=
ton, der noch fortklingt, wenn der Feſtjubel längſt wieder
verrauſcht iſt.
In dieſem Jahre erſt, in dem der deutſche Kaiſer mit
ſämtlichen deutſchen Fürſten zum erſtenmal dies National=
Denkmal betritt, erhält es ſeine Weihe, und für immer.
Auch National=Denkmäler haben ihre Schickſale. Schon
im Jahre 1836 reifte in König Ludwig I. der Plan zur
Errichtung dieſer monumentalen Schöpfung. Der König,
als Sohn des Rheinbundfürſten Max Joſeph, erkannte von
Jugend an in Frankreich den Feind Deutſchlands. Mit
blutendem Herzen und zähneknirſchend konnte er es nur
mit anſehen, daß Bayern ſeine Erhebung zum Königreich
und ſeine ſtarke Gebietserweiterung aus den Händen des
Kaiſers der Franzoſen entgegennehmen mußte.
Es gab ernſte Zerwürfniſſe zwiſchen Vater und Sohn.
Der gleiche Gegenſtand weckte bei dem einen Gefühle der
Dankbarkeit, bei dem anderen ſolche des Haſſes. König
Max erinnerte ſich gern an die Zeit, in der er als junger
Oberſt des Regiments „d’Alſace” in Straßburg frohe
Tage verlebte. Sein Sohn dachte an dieſen ſeinen
Ge=
burtsort nur mit Schmerz, daß er noch immer in den
Hän=
den der Franzoſen ſei. Auch ſeinen Namen liebte er nicht,
trug er ihn doch nicht in Erinnerung an die großen
Ahn=
herren ſeines Hauſes, ſondern als Patenkind eines
franzö=
ſiſchen Königs, Ludwigs XVI. Als die Verbündeten in
Paris einzogen, wandte ſich Kronprinz Ludwig mit einem
flehentlichen, eindringlichen Schreiben an den Kaiſer von
Oeſterreich, doch unter allen Umſtänden Elaß=Lothringen
wieder dem Feinde abzunehmen. Sein Wunſch ging nicht
in Erfüllung. Er ſetzte es aber durch, daß in München
zwei Straßen nach franzöſiſchen Niederlagen benannt
wurden: die Barerſtraße und die Briennerſtraße, ſo ſehr
auch der franzöſiſche Geſandte ſein Erſtaunen und
Befrem=
den äußerte. Er empfand jede Abhängigkeit von Frankreich
als eine Schmach und konnte ſich nicht genug tun in dem
Beſtreben, den deutſchen Namen von dieſem Makel zu
rei=
nigen und für alle Zukunft der Wiederkehr ähnlicher
Ver=
hältniſſe vorzubeugen.
Aus dieſer Stimmung wurde der Gedanke der
Be=
freiungshalle geboren. Er war bei ſeinem Entſtehen noch
mehr der Ausdruck der nationalen Sehnſucht, als der
eines erreichten Zieles.
Nach der feierlichen Eröffnung der Walhalla im Jahre
842 legte der König den Grundſtein. Die Pläne hatte
Gärtner entworfen. Ausgeführt wurde das Werk jedoch
von Klenze, und zwar unter bedeutenden Veränderungen
des urſprünglichen Planes. Der Bau iſt, ſeiner Idee
ent=
ſprechend, von mächtiger, trotziger Gedrungenheit, er
ent=
behrt aber auch nicht einer edlen romantiſchen Anmut und
Feinheit. Die Wahl des Platzes iſt ſchlechthin genial zu
nennen. Die waldige Höhe, zu deren Füßen die Donau
autlos ihre Bahn zieht, die alte Nibelungenſtraße hinab,
liegt ſo abſeits, wie es ſich für ein Heiligtum geziemt, und
zugleich ſo weithin ſichtbar, wie es der Idee eines
Natio=
nal=Denkmals entſpricht. Der Blick von der
Befreiungs=
halle ſchweift toeithin über Strom und Land. Unendlich
weit und hoch erſcheint der Himmel von der Terraſſe aus.
Kein Laut ſtört die feierliche Stille, die Vögel allein
flie=
gen hin und wieder, ziehen weite Bögen um das
Heilig=
tum und laſſen ſich zwitſchernd auf den hohen
Strebe=
pfeilern nieder.
Im Jahre 1847 ſtarb Gärtner. Leo von Klenze trat
an ſeine Stelle. Durch die Abdankung des Königs im
Jahre darauf erlitt der Bau eine längere Unterbrechung.
Lange ſtanden Mauern und Pfeiler verödet. Im Jahre
1863 fand dann der Bau ſeine Vollendung.
Der Außenbau erhebt ſich auf Zyklopenmauern und
iſt von 18 Strebepfeilern und Kandelabern umgeben. Die
Strebepfeiler tragen Genien, welche die deutſchen Stämme
ſymboliſieren, die den Befreiungskampf geführt haben.
Im Innern, das vor allem durch die Höhe und Weite
ſei=
ner Kuppel imponiert, ſtehen in einem großen Kreiſe 34
Viktorien aus weißem Marmor. Die Siegesgöttinnen
reichen ſich gegenſeitig eine Hand, während ſie die andere
auf Schilde ſtützen, welche aus eroberten feindlichen
Kano=
nen gegoſſen ſind und die Namen der deutſchen Siege über
die Franzoſen tragen. Von dem Geſimsbande leuchten
die Namen der Feldherren und der eroberten Feſtungen.
Das Material, aus dem die Rotunde ausgeführt iſt,
iſt Ziegelſtein, mit Zement verkleidet. Die dekorativen
Teile, Pfeiler, Geſimſe uſw., beſtehen aus Kelheimer
Kalk=
ſtein.
Die Stadt Kelheim liegt an dem Einfluſſe der
Alt=
mühl in die Donau. Da auch der Ludwigs=Donau=Main=
Kanal dort mündet, ſchien der Stadt eine große
verkehrs=
politiſche Entwickelung beſtimmt. Das Aufkommen der
Eiſenbahnen hat den Kanal jedoch bedeutungslos
ge=
macht. Dem Gedanken des Königs, den oberdeutſchen
Hauptſtrom mit dem mitteldeutſchen Waſſernetze des
Rheins zu verbinden, lag der gleiche nationale
Einig=
keitsgedanke auf wirtſchaftlicher Baſis zugrunde, der ihn
zur Schöpfung der Befreiungshalle begeiſterte.
Nummer 192.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
Seite 3.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 16. Auguſt.
Butter, ½ kg . . 1,40 M.
in Partien ½ kg 1,20 M.
Eier, Stück
—10 Pf.
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stuck 4—10 Pf
Kartoffeln, Ztr. 2,80-3,50 M.
Kumpf (10 Liter) . 50 Pf.
½ kg . . . . . 3 Pf.
Obſt u. dergl.:
Eierſchwämme½kg 15-18 Pf.
Aprikoſen, ½ kg 70—80 Pf.
Pfirſiche, ½ kg 70—80 Pf.
Reineklauden, ½ kg 25 Pf.
Aepfel, ½ kg . 10—25 Pf
Zwetſchen,
kg 28—30 Pf.
Zitronen, Stück . 6—8 Pf
Birnen, ½ kg . 15—30 Pf.
Apfelſinen, Stück 9—10 Pf.
Himbeeren, Schoppen 30 Pf.
Brombeeren,
12—15 Pf.
Preiſelbeeren, ½ kg 26
kg 6—7 Pf
Falläpfel,
Mirabellen, ½ kg 30-35 Pf.
Trauben, ½ kg 45—55 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück . 3—6 Pf
Endivien, Stück 5—10 Pf
Bohnen, ½ kg 8—20 P
Radieschen, Bündel 2 Pf.
Rettiche, Stück . 3—6 Pf.
Meerrettich, Stück . 30 P
Roterüben, Bündel 5—10 Pf.
Zwiebeln, ½ kg. 6—7 Pf.
30 Pf.
Tomaten, ½ kg
Spinat, ½ kg . 18—20 Pf.
Weißkraut, Stück 10—30 Pf.
Rotkraut, Stück 20—50 Pf.
Blumenkohl, Stück 10—60 Pf.
Wirſing, Stück . 3—10 Pf.
Rhabarber, ½ kg 10—12 Pf.
Römiſch=Kohl, Bdl. 2 Pf.
Kohlrabi, Stück . 3—5 Pf.
Gelberüben, ½ kg 5—10 Pf.
Bdl. 3—6 Pf.
Gurken, Stück . 5—30 Pf.
Einleggurken, Stück 2—3 Pf.
100 Stück 1,20-2,50 M.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg 0,90—1,00 M.
Enten, Stück 3,50—4,50 M
Hahnen, Stück 1,00—2,50 M.
Hühner, Stück 2,50—3,00 M.
Tauben, Stück 60—70 Pf.
Lapins, Stück . . . 1 M.
Fiſche:
90 Pf.
Hecht, ½ kg .
Aal, ½ kg 1,10—1,20 M.
Karpfen, ½ kg 70—80 Pf
Andere Rheinfiſche,
kg . . . . 35—40 Pf.
Rotzungen, ½ kg . 60
50 Pf.
Schollen, ½ kg
Kabeljau, ½ kg 22—25 Pf.
Schellfiſche, ½ kg 30—35 Pf.
Bratſchellf., „ kg 18-20 Pf.
In den Fleiſchſtänden
Rindfleiſch, ½ kg . 70 Pf
Hackfleiſch, ½ kg . 76 Pf
56 Pf
Rindsfett, ½ kg
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 96 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
1,06 M.
½ kg . .
Schwartemagen u. Fleiſch=
92 Pf.
wurſt, ½ kg
Leber= und Blutwurſt,
80 Pf.
½ kg ..
Mainz, 16. Aug. Die Schlußfeier der
Kunſt=
gewerbeſchule fand im Beiſein des Miniſterialrats
Hölzinger als Vertreter des Miniſteriums des Innern,
ſowie von Vertretern der Stadt Mainz, der Volksbank
und des Ortsgewerbevereins Mainz ſtatt. Direktor Prof.
Kübel erinnerte in ſeiner Begrüßungsanſprache daran, daß
jetzt 30 Jahre ſeit Begründung der Schule verfloſſen ſeien
und daß dieſelbe ſich dank der allſeitigen Unterſtützung in
dieſer Zeit zu ihrer jetzigen Blüte allmählich entwickelt
habe. Der Vorſitzende des Aufſichtsrats, Baurat v.
Boeh=
mer, gedachte in anerkennenden Worten der Verdienſte des
bisherigen Vorſitzenden, Dr. Deninger, der 13 Jahre lang
den Vorſitz im Aufſichtsrat geführt hat. Er teilte ferner
mit, daß es durch die Unterſtützung des Miniſteriums, und
insbeſondere durch die Bewilligung von Mitteln durch die
Stadtverordneten von Mainz gelungen ſei, neue geeignete
Räume im ehemaligen Juſtizpalaſt zu erhalten, die zu
Be=
ginn des Winterhalbjahres in Benutzung genommen
wer=
den ſollen und ſprach ſowohl der Regierung wie der Stadt
im Namen des Schulaufſichtsrates herzlichen Dank aus.
Hierauf erfolgte die Verteilung der verſchiedenen
Schüler=
preiſe. Der Schüler Schemenauer aus Weiſenau erhielt
aus der Jubiläumsſtiftung der Mainzer Volksbank einen
Preis von 250 Mark. Eine größere Anzahl weiterer
Schü=
ler und Schülerinnen wurde ebenfalls mit Preiſen
be=
dacht. Zum Schluß der Feier fand eine Beſichtigung der
ausgeſtellten Schülerarbeiten ſtatt.
Worms, 16. Aug. Die Fürſtin Erbach=
Schön=
berg, die Prinzeſſin Stolberg=Wernigerode
und die Prinzeſſin von Battenberg weilten geſtern
nachmittag zu einem Beſuche in Worms. Sie ſtiegen im
„Alten Kaiſer” ab, wo ſie den Kaffee einnahmen, und
be=
ſichtigten danach die Sehenswürdigkeiten von Worms.
Hier vergeht jetzt kein Tag, an dem nicht ein oder
gar zwei Fahrräder auf offener Straße
geſtoh=
len werden. Den Fahrradmardern bietet ſich hier
an=
ſcheinend ein günſtiges Feld zur Ausführung ihres
un=
lauteren Gewerbes. So wurden geſtern wiederum zwei
Räder geſtohlen. Trotzdem die Polizei auf die Radmarder
ein wachſames Auge hat, iſt es ihr doch noch nicht
gelun=
gen, die Diebe zu erwiſchen. Allem Anſchein nach
ver=
kaufen dieſe die geſtohlenen Räder in den Nachbarſtädten,
nachdem ſie vorher alle Erkennungszeichen abgenommen
haben. Oftmals geben ſie den Rädern einen anderen
An=
ſtrich, ſetzen eine andere Lenkſtange ein, um ſo die Räder,
ohne Verdacht zu erregen, an den Mann zu bringen.
— Bingen, 16. Aug. Zum Evangeliſchen
Bun=
desfeſt in Bingen erfahren wir noch, daß am
Mon=
tag, den 25. d. M., auch eine Feſtfahrt nach St. Goar
mit dem Salondampfer „Ernſt Ludwig” der Köln=
Düſſel=
dorfer Dampfſchiffahrts=Geſellſchaft geplant iſt. Die
Ab=
fahrt erfolgt nach dem Feſteſſen nachmittags 3 Uhr. In
Caub wird Aufenthalt genommen zu einer Huldigung am
Blücher=Denkmal. Pfarrer Kopfermann in Caub, in
weiteren Kreiſen bekannt als Mann der Inneren Miſſion
und eifriger Mitarbeiter der „Dorfkirche” wird dabei eine
Anſprache halten, die ebenſo wie die Vorträge in der
Volksverſammlung des Sonntags den deutſch=nationalen
Charakter der Bundesbeſtrebungen bekunden wird. Die
Rückkunft in Bingen erfolgt abends halb 9 Uhr.
Anmeld=
ungen zur Feſtfahrt wie zum Feſteſſen müſſen bis zum
20. Aug. beim Wohnungsausſchuß, z. H. des Herrn Aug.
Stock, Bingen, Badergaſſe 12, eingereicht ſein.
) Friedberg, 15. Aug. Eine Abteilung 18er Pioniere
iſt aus Mainz eingetroffen, um den alten Waſſerbehälter
am Haingraben zu ſprengen. Dem hieſigen
Bau=
unternehmer war es nicht möglich, der Betonmaſſe
beizukommen.
Friedberg, 16. Aug. Am 12. d. M. wurde von der
Gendarmerie Heldenbergen in Ilbenſtadt ein junger
Mann verhaftet, deſſen Ausſehen auf den Mörder
des Förſters Romanus, den Zigeuner Ebender, paßte. Er
war aber nicht der Geſuchte. Trotzdem hatte die
Gen=
darmerie einen guten Fang gemacht. Der Verhaftete iſt
der am 11. Dezember 1888 in Hähnlein geborene
Sche=
renſchleiſer Julius Hermann Jochem. Er wird vom
Unterſuchungsrichter in Schweinfurt (Bayern) wegen
Mordverſuchs ſteckbrieflich verfolgt. Jochem wurde
geſtern, ſtark gefeſſelt, nach Schweinfurt transportiert. Er
hatte aus Eiferſucht einen anderen jungen Mann zu
er=
ſchießen verſucht.
F. C. Birſtein, 15. Aug. Die Jahresverſammlung
des „Landesvereins Kurheſſen” des
Allge=
meinen Deutſchen Jagdſchutzvereins tagte
heute in Birſtein im Vogelsberg in dem reich mit
Jagdtrophäen ſinnig dekorierten Saale des Hotel „Zum
Erbprinz. 63 Rehgehörne, teilweiſe ſtarke, feſſelten vor
allem den Blick des Nimrodes, die in letzter Zeit in den
Fürſtlich Iſenburgſchen Waldungen von dem Fürſt zu
Iſenburg, dem Forſtmeiſter Schuſter und dem Leutnant
v. Eichhof von den 24er Dragonern in
Darm=
ſtadt zur Strecke gebracht wurden. Fürſt Franz
Joſeph zu Iſenburg leitete die aus allen Teilen des
Verbandsgebiets zahlreich beſuchte Verſammlung und
erſtattete den Jahresbericht. Aus der „Fürſt Hermann
zu Hohenlohe=Langenburg=Stiftung” wurde der Witwe
des von Wilderern erſchoſſenen ForſtaufſehersHermann
in Gaſſen bei Bieber im Kreiſe Gelnhauſen, jetzt in
Frankfurt a. M. wohnhaft, eine Unterſtützung von
100 Mk. gewährt, der Witwe des von dem Zigeuner
Ebender erſchoſſenen Königlichen Förſters Romanus in
Nieſia, Kreis Fulda, eine ſolche in Höhe von 500 Mk.
aus Mitteln des Haupt= und des Landesvereins. Den
Klagen des Deutſchen Wild= und Geflügelhändler=
Ver=
bandes über die Härten der preußiſchen Jagdordnung
gab die Verſammlung nach einem Referat des
Kammer=
direktors Bräuning=Birſtein inſofern Gehör, als ſie dieſe
zum Teil anerkennt. Nachdem die Rechtsanwälte Dr.
Stahl=Kaſſel und Dr. Koch=Marburg a. L. als
Bericht=
erſtatter in Rechtsfragen für die Vereinszeitſchrift
be=
ſtimmt, der ſtellvertretende Vorſitzende Oberſt a. D.
Rothenbücher=Kaſſel wiedergewählt, die Forſtmeiſter
Martin=Waldau bei Kaſſel und Fenner=Wolfgang bei
Hanau a. M. zur Hauptverſammlung des Allgemeinen
Deutſchen Jagdſchutzvereins, die 1914 in Breslau
ſtattfindet, delegiert und als Tagungsort des
Landes=
vereins im Jahre 1914 Marburg a. L. gewählt, ſchloß
der Fürſt die Verſammlung.
Heſſiſcher Forſtverein.
F.C. Birſtein, 15. Aug. Die 32.
Jahresver=
ſammlung des Heſſiſchen Forſtvereins fand heute
unter zahlreicher Beteiligung aus ganz Kurheſſen, dem
Großherzogtum Heſſen und Naſſau im Saale des Hotels
„Zum Erbprinz” in Birſtein, unter dem Vorſitz von
Forſt=
meiſter Martin=Waldau bei Kaſſel ſtatt. Nach dem
Jahresbericht, den der Vorſitzende erſtattete, gehören dem
Verein 172 Mitglieder an. Der von Rechnungsrat Gruhm=
Kaſſel gegebene Kaſſenbericht zeigt in Einnahme 1491,82
Mark, denen 1129,97 Mark Ausgaben gegenüberſtehen.
Geheimer Forſtrat Reiß=Offenbach a. M. ließ ſich
ſo=
dann über „Allgemeines über die Waldungen der
Fürſt=
lich Iſenburgſchen Oberförſterei Birſtein” aus und hob
beſonders hervor, daß ſich der Buchenbeſtand in genann=
ten Waldungen ſtändig vergrößert und verbeſſert hat,
wäh=
rend die Eiche an Bedeutung zurückgehe und nur in
tie=
feren Lagen beſſere Qualitäten biete. Aus den
Wirt=
ſchaftsergebniſſen geht hervor, daß jährlich ca. 16 245,17
Feſtmeter genutzt werden und ein Bruttoertrag von 62,70
Mark pro Hektar zu verzeichnen iſt. Das Thema „Welche
Erfahrungen ſind in neuerer Zeit im Vereinsgebiet mit
der Erziehung und Behandlung der Eſche gemacht
wor=
den” behandelte Oberförſter Balthaſar=Hilders. Er
brach für dieſe Baumart eine Lanze. Man müſſe ihr mehr
Beachtung ſchenken, da das Holz derſelben mehr und
mehr zur Verarbeitung für Schiffe, vor allem aber auch
für Autos uſw. verlangt werde und ſeither faſt
aus=
ſchließlich aus Amerika und Japan bezogen wurde. Von
dieſer Holzart ſeien, während ſonſt im Regierungsbezirk
Kaſſel Mangel an derſelben vorhanden, in den Waldungen
von Hilders, Tann und Gersfeld 1000 Feſtmeter im letzten
Jahre genutzt worden. Der Preis für Eſchenholz ſei
der=
elbe wie für Buche Klaſſe I. Oberforſtmeiſter
Dankel=
mann=Wiesbaden erwähnt in der Diskuſſion, daß im
Re=
gierungsbezirk Wiesbaden leider nur ein ſehr geringer
Eſchenbeſtand zu verzeichnen ſei, doch werde man dieſem
Baume, der beſonders widerſtandsfähig gegen Sturm uſw.
ſei, künftig im Naſſauer Lande mehr Aufmerkſamkeit
widmen
Eine längere Debatte knüpfte ſich an die von einigen
Seiten gegebene Anregung, man möge mit Rückſicht auf
die neuerdings eingeführten offiziellen Beſprechungen der
ſtaatlichen Forſtbeamten den Heſſiſchen
Forſtver=
ein auflöſen. Forſtmeiſter Emmelhainz wandte
ſich zu Beginn derſelben mit ſcharfen Worten gegen dieſe
Zumutung. Der Heſſiſche Forſtverein habe eine hiſtoriſche
ruhmreiche Vergangenheit. Der Verein, der ſeine Gründung
der Vereinigung mehrerer Forſtmänner, namentlich der
Forſtmeiſter Gunkel und Weber beide zu Kaſſel, und des
Oberförſters Schemper=Todenhauſen, die im Frühjahr
1868 in Hersfeld zuſammentraten und die Errichtung
be=
ſchloſſen, verdanke, gehöre ſeit ſeinem Beſtehen der
Forſt=
geſchichte Deutſchlands an. Bedeutende Forſtmänner
ge=
hörten dem Verein, der ſeine erſte Verſammlung 1868 in
Fulda abhalten konnte, an, ſo u. a. als Ehrenmitglieder:
Guſtav Heyer, Oberforſtmeiſter Dankelmann=Neuſtadt-
Eberswalde, Geheimer Oberforſtrat Grebe=Eiſenach. Ein
Antrag, das Thema, infolgedeſſen bereits zwei Mitglieder
aus dem Verein ausgeſchieden, bis zum Jahre 1915
zurück=
zuſtellen, fand Annahme. Als Ort der nächſtjährigen
Ver=
ſammlung wählte man Fulda, wo vor allem das Thema
„Das Verjüngungsverfahren nach Profeſſor Wagner”
be=
handelt werden ſoll. Ein gemeinſames Eſſen im
Schloß=
hotel folgte.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke,
inſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Ermähnung geſchieht, behätt üc) die Redaktion ihr Urteil vor.
— Herr Konzertſänger und Geſangslehrer Franz
Müller von hier ſang kürzlich im „Gürzenich” zu Köln
unter Leitung von Herrn Generalmuſikdirektor Fritz
Stein=
bach den „Evangeliſten” mit viel Erfolg, und wurde ihm
von Herrn Generalmuſikdirektor Steinbach nachfolgendes
Urteil ausgeſtellt: Köln, 14. Juli 1913. Herr
Konzert=
ſänger Franz Müller hat geſtern in einer Volksaufführung
der Matthäuspaſſion im „Gürzenich” den „Evangeliſten”
zu meiner vollen Zufriedenheit geſungen. Muſikaliſch
abſolut ſicher, geſtaltete er die Partie ſehr intereſſant.
Jedenfalls gehört er zu den beſten Vertretern des „
Evan=
geliſten”.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 16. Aug. Von dem Umfang
der Arbeitsloſigkeit in der
Reichshaupt=
ſtadt gibt ein Zahlenmaterial, das die Voſſiſche Zeitung
heute aufmacht, ein deutliches Bild. Man ſieht daraus,
daß ſchon jetzt, in den Sommermonaten, die
Arbeitsloſig=
keit einen verhältnismäßig hohen Grad erreicht hat, ſo
daß man mit Sorge dem Winter entgegenſehen muß. Die
Berliner Gewerkſchaften unterſtützen heute 24000
arbeits=
loſe Mitglieder. Die Zahl der Arbeitsloſen, die nicht
or=
ganiſiert ſind, iſt zweifellos nicht geringer. Danach ſind
in Berlin rund 50000 Arbeiter ohne Beſchäftigung. Die
Stadt Berlin ſorgt heute für über 35000
Almoſenempfän=
ger, 13000 Pflegekinder, täglich 4—5000 Obdachloſe. Dazu
kommen noch zahlreiche andere Obdachloſe, für die der
Aſylverein und Herbergen ſorgen. Die Zahl der
Almoſen=
empfänger und Obdachloſen in den Vororten hat in der
letzten Zeit auch zugenommen und ſoll jetzt ſchon
an=
nähernd 30000 betragen. — Der Betrug auf der
Dresdner Bank, bei dem es ſich um 30900 Mark han=
Feuilleton.
(5) Das Ende der Hutnadel. Wie lange und heiß iſt
um die Hutnadel geſtritten worden! Polizeiverbote
muß=
ten gegen die gefährlichen Spitzen erlaſſen werden, die
nicht nur in den Händen wutſchnaubender Frauen ab und
zu, ſondern auch in ihrer drohenden Stellung am Hut eine
gefährliche Waffe bildeten. Auch die Damen ſelbſt
klag=
ten darüber, daß ſie ſich mit dieſen langen Dingern die
ſchönſten Kopfzierden zerſtörten. Das ſoll nun alles ein
Ende haben. Von England aus wird das Ende der
Hutnadel proklamiert. An ihre Stelle tritt ein ebenſo
harmloſer wie anmutiger Gegenſtand: das Kinnband, das
den Hut nicht minder feſthält, aber in weniger
provozie=
render Weiſe. Es iſt begreiflich, daß die neue Mode
der Hutbänder gerade in England die begeiſtertſten
Anhänger findet, denn hier hat man auch ſchon früher,
be=
ſonders zur Zeit jener Moden, die nach der bekannten
Zeichnerin Kate Greenway ihren Namen hatten, das
Kinn=
band aus dem Reich der Kinderwelt in das Koſtüm der
Großen emporgehoben. Nunmehr, da die großen
Schu=
ten, die Hauben und Hüte aus Großmutters Truhe
wie=
der modern werden, tritt auch anſtelle der kalten ſpitzen
Hutnadeln das liebliche breite Band mit der koketten
Schleife in ſeine Rechte. Eine Fülle eleganter und
kleid=
ſamer Formen bietet ſich der Modedame dar. Die
Samt=
bänder ſind in Schwarz, oder auch in ſtarken Farben, wie
Purpur und Hellblau, gehalten; ſie werden mit dem einen
Ende an den Hut angenäht und dann vermittels eines
Knopfes und einer kleinen elaſtiſchen Schleife an dem
an=
deren Ende des Hutes befeſtigt. Am beſten eignen ſich
für das Kinnband Hüte mit weichem Kopf und breitem
Tüllrand, wie ſie jetzt ſo modern ſind, der Matroſenhut mit
Samtknopf und ſchwarzen Tüllrüſchen, der rote Samthut,
mit farbigem Bande garniert. Daneben tauchen bereits
Formen auf, die, wie in der Blütezeit der Incroyables
die Mitte halten zwiſchen einer Babymütze und einem
Lampenſchirm, und bald werden wir wohl im
Zuſammen=
hang mit dem Kinnband die Fülle jener grotesken und
originellen Formen begrüßen dürfen, die der Befeſtigung
ſelbſt durch die größte und ſpitzeſte Hutnadel widerſtreben.
C.K. Antilopen als Verbreiter der Schlafkrankheit.
Die Forderung zweier bekannter engliſcher
Schlafkrank=
heitsforſcher, die Antilopen als gefährliche Träger von
Krankheitskeimen auszurotten, erregt in den Kreiſen der
Naturforſcher und Tierfreunde großes Aufſehen und
for=
dert zu lebhaften Diskuſſionen heraus. Inwieweit dieſe
rigoroſe Anſchauung nach den Ergebniſſen der neueſten
Unterſuchungen über die furchtbare Krankheit
gerechtfer=
tigt iſt, zeigt ein Aufſatz von Dr. F. Moewes in der
Um=
ſchau, der die Forſchungen der beiden engliſchen Gelehrten
Warrington Yorke und Sir David Bruce wiedergibt. Die
Schlafkrankheit, die bis zum Jahre 1908 in Nyaſſaland
und im größten Teil von Rhodeſien unbekannt war, trat
ſeit 1909 in heftiger Weiſe auf, wobei ihre Verbreitung
ein Rätſel blieb, denn die Tſetſefliege, die in anderen
Teilen des tropiſchen Afrika die Krankheit überträgt, gab
es in dieſen Gebieten nicht. Es wurde nun feſtgeſtellt,
daß der Paraſit, der die Krankheit in Nyaſſaland und
Rhodeſien überträgt, von dem bisher bekannten
Krank=
heitsträger abweicht; er erhielt daher den Namen
Try-
panosoma rhodiense. Als Ueberträgerin der Krankheit
wurde eine andere Tſetſefliegenart, Glossina morsitans,
feſtgeſtellt, und da der Paraſit noch irgend einen anderen
Wirt als den Menſchen haben mußte, wurden zahlreiche
Arten der afrikaniſchen Tierwelt unterſucht, im ganzen
700 Tiere. Es ergab ſich, daß eine beträchtliche Menge
von Antilopen mit Trypanoſomen infiziert war, und ſo
ſcheint es ſicher, daß die Antilopen die Wirte jener
Para=
ſiten ſind, die im Menſchen und in den Haustieren die
tödliche Krankheit hervorrufen. Als gefährlich erwieſen
ſich beſonders Waſſerbock, Hartebeeſt, Riedbock und Ducker.
Da die Tſetſefliege nur durch Wegräumung des Buſches
ausgerottet werden kann und dies nur in der Nähe der
Dörfer, aber nicht auf größeren Landſtrecken durchführbar
iſt, ſo bleibt der einzige Weg zur Bekämpfung der
Krank=
heit nach Anſicht der engliſchen Gelehrten die Entfernung
des Hochwildes, beſonders der Antilopen. „Es iſt
ſelbſt=
verſtändlich,” ſagt Sir David Bruce, der Leiter der
Schlafkrankheitskommiſſion der Royal Society, „daß es
jenen wilden Tieren nicht geſtattet ſein ſollte, im Tſetſe=
Gebiet zu leben, wo ſie eine ſtete Gefahr für die Einwoh=
ner und für die Haustiere darſtellen; ebenſo vernünftig
wäre es, tolle Hunde in den engliſchen Städten und
Dör=
fern herumlaufen zu laſſen und durch Geſetze zu ſchützen.”
Von ſeiten der Zoologen und Tierfreunde iſt aber ein
heftiger Widerſtand erhoben worden, und jedenfalls
wer=
den die Forſchungen über die Krankheit und die Rolle,
die die Antilopen ſpielen, noch fortgeſetzt werden müſſen,
bevor die einheimiſche Tierwelt Afrikas eine nicht wieder
gutzumachende Schädigung erfährt.
— „Polizeiſtunde” in Neu=York. Wilde Szenen voll
Geſchrei und Gewalttat ſpielten ſich in den letzten Nächten
um 1 Uhr früh in einigen der eleganteſten Reſtaurants
von Neu=York ab: die Hüter des Geſetzes kämpften mit
allen Mitteln um die Einhaltung der Polizeiſtunde. Es
herrſcht ein gewiſſer Zwieſpalt der Meinungen über die
Handhabung dieſer ſo wichtigen Inſtitution. Die Inhaber
der großen Hotels und Reſtaurants behaupten, daß ſie
auch nach der offiziellen Schließung noch Speiſen
verab=
reichen dürften, ſo lange die Bars offen wären. Die
Po=
lizei aber iſt anderer Anſicht und hat einigen
Reſtaura=
teuren, die ihr Gebot übertraten, gezeigt, daß ſie nicht mit
ſich ſpaßen läßt. In den eleganten Salons des
Broad=
way entfaltete ſich jenes blendende üppige Leben, wie es
im Lande des Dollars und beſonders in Neu=York nachts
ſeinen Höhepunkt erreicht. Elegante Herren und Damen
ſaßen beim Souper, als mit dem Schlage der erſten
Mor=
genſtunde Poliziſten die Räume betraten und die
An=
weſenden zum Verlaſſen des Lokals aufforderten. Als die
in ihrem Vergnügen Geſtörten ſich weigerten, griffen
kräf=
tige Poliziſtenarme nach ihnen; Herren im Frack und
Damen in koſtbarſter Geſellſchaftstoilette wurden nicht nur
aus den Türen herausgedrängt, ſondern beſonders
Wider=
ſpenſtige hoben die Männer der heiligen Hermandad auf
die Schultern und trugen die Strampelnden und
Kreiſchen=
den hinaus. Einige der Herrſchaften wurden über das
Parkett weggeſchleift und vor der Tür unſanft
niederge=
ſetzt. In dem Gewühl der heftigen Kampfſzenen wurden
Juwelen und Geldbörſen verloren; die Salons glichen
Bouillonkellern nach einer Rauferei; die Tiſche, mit
köſt=
lichen Delikateſſen beladen, waren umgeſtürzt und teures
Porzellan=Service in tauſend Stücke zerſchmettert. Ein
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
Nummer 192.
delt, iſt jetzt aufgeklärt. Die Täter ſind der Kaufmann
Wreſchner, der Kaſſenbote Thiel von der Dresdner Bank
und ein Bote der Firma Orenſtein u. Koppel; die erſten
beiden verabredeten den Betrug, der Letztgenannte hob das
Geld ab. Alle drei ſind verhaftet. Die Polizei hatte durch
eine Meldung Kenntnis davon erhalten, daß einem jungen
Manne von ſeinem Freund, einem gewiſſen Wreſchner,
dem Sohne des Inhabers eines Spezialgeſchäftes für
Kon=
torbedarfsartikel und Druckſachen, das Angebot gemacht
worden war, einen Gang zu einer Bank für ihn zu
machen, für den er ein paar hundert Mark erhalten ſolle.
Der junge Mann lehnte das Angebot ab, erzählte aber
da=
von einem deitten Freund, und dieſer berichtete die Sache
der Polizei, die den Wreſchner feſtnahm und ihm den
Be=
trug auf den Kopf zuſagte. Wreſchner geſtand ſofort alles
ein und gab auch die Namen ſeiner Kumpane an. Mit
Thiel, der ebenſo wie er, tief in Schulden ſteckte, hatte er
den Plan verabredet. Er ſelbſt ſtellte das Formular in
der väterlichen Druckerei her, die auch für die Dresdner
Bank öfters arbeitete und Thiel drückte in einem
geeig=
neten Augenblick den notwendigen Stempel auf die
Rech=
nung. Der dritte Helfershelfer iſt der Kaſſenbote
Hart=
lepp. 24000 Mark deponierte Wreſchner bei einer Bank
in der Königſtraße; ſie werden ohne Schwierigkeiten
be=
ſchlagnahmt werden, da der Schlüſſel zu dem Safe bei
Wreſchner vorgefunden wurde.
Bad Homburg. 15. Aug. Das Kaiſerpaar ſowie
Prinz Oskar begaben ſich heute nachmittag kurz nach 5 Uhr
nach dem etwa 15 Minuten vom königlichen Schloß
ent=
fernten gothiſchen Hauſe, in deſſen Nähe ſeit einigen
Tagen unter Leitung des bekannten Talgrabforſchers
Thomas=Frankfurt a. M. umfangreiche
Ausgrab=
ungen betrieben werden da man ſchon ſeit längerer
Zeit dort das Vorhandenſein von Hünengräbern
vermutet. Die tagelangen Ausgrabungen waren von
Er=
folg gekrönt und man ſtieß heute auf die erſten
Hünen=
gräber, ſowie auch andere ſehr intereſſante Funde,
Bronze=
nadeln und Armbänder. Der Kaiſer, der ſich für alle
Altertumsforſchungen lebhaft intereſſiert, benutzte den
Nachmittag, um die Stätte zu beſichtigen. Baurat
Thomas hielt dem Kaiſer einen längeren Vortrag über
die Art und Lage der Gräber, ſowie über die bereits
ge=
machten Funde. Das Kaiſerpaar unternahm ſpäter bei
herrlichem Wetter eine Fahrt durch den Taunus und
kehrte dann wieder nach dem Schloß zurück.
Nürnberg, 16. Aug. Das Ludwig=II.=Denkmal
wird, wie ſchon kurz mitgeteilt, am 24. ds. Mts., am
Vortage des Ludwigstages im Stadtparke enthüllt.
Prinz Rupprecht wird der Feier anwohnen. Das neue
Denkmal wird das größte werden, das Ludwig II.
errich=
tet iſt. Die Bronzefigur des Königs in der Ordenstracht
der Hubertusritter, in der Chr Lenzſchen Erzgießerei
hergeſtellt, iſt 4 Meter hoch und erhebt ſich auf einem
eben=
ſo hohen Sockel, an den ſich eine reichgegliederte, im
Grundriß nach beiden Seiten vorwärts geſchwungene
Architekturanlage aus fränkiſchem Muſchelkalk in einer
Geſamtbreite von über 13 Metern anſchließt. Das
Denk=
mal bis zum Scheitel der Figur erreicht eine Geſamthöhe
von über 8 Metern. Der Schöpfer des Denkmals iſt
Pro=
feſſor Max Heilmaier, der an der K. Kunſtgewerbeſchule
hier wirkt.
Bremen, 15. Aug. Heute abend eröffnete das neue
Bremer Schauſpielhaus am Oſtertor unter
Di=
rektor Wiegand und Dr. Ed. Jehon zum erſten Male ſeine
Pforten. Den Architekten Abbehuſen und Blendermann
iſt mit dem Monumentalbau eine anſehnliche Leiſtung
ge=
lungen. Der Zuſchauerraum mit ſeiner unendlichen
Licht=
menge und ſeiner vornehmen Behaglichkeit und ebenſo
auch der mächtige Bühnencaum wirkten impoſant.
Ge=
ſpielt wurde Oskar Wilde’s Geſellſchaftsdrama „Eine
Frau ohne Bedeutung” vor einem größtenteils geladenen
Publikum, unter dem ſich viele Direktoren auswärtiger
Bühnen befanden.
Bremen, 15. Aug. Die ſieben Mitglieder der
Beſatzung des deutſchen Lloyddampfers „Großer
Kurfürſt” welche mit dem Unſall in Dyrdal in
Ver=
bindung gebracht wurden, und bis zur Klarſtellung des
Vorfalles in Bergen zurückbehalten worden waren, ſind
heute freigelaſſen worden, da eine Schuld an dem
Unglücksfall ihnen nicht erwieſen werden konnte. Sie
werden ſchnellſtens nach der Heimat befördert.
Kiel, 16. Aug. Als heute morgen ein Schutzmann
in einem Straßenbahnwagen 4 verdächtige Perſonen
ver=
haften wollte wurde er von ihnen mit Revolverſchüſſen
niedergeſtreckt, ein zweiter Schutzmann wurde
ver=
letzt. Während drei der Verbrecher entkamen, konnte ein
vierter, der ebenfalls verletzt wurde, verhaftet werden.
Swinemünde, 16. Aug. Heute morgen wurde die
Leiche des bei dem Segelbootunglück am 7. Auguſt
er=
ertrunkenen Kaufmanns Goldemann ſen. aus Berlin
ans Land getrieben. Im Hafenbauhof wurde die Leiche
Rattenkönig von Klagen, angeſtrengt von den auf ſo
un=
ſanfte Weiſe Entfernten und von den ſchwer geſchädigten
Wirten, wird den Schlußeffekt dieſer turbulenten Szenen
bilden.
sh. Wozu Automobillampen gut ſind. An einem der
letzten ſchönen Sommerabende fuhr auf einer ſchleſiſchen
Chauſſee ein biederes Bäuerlein dahin, fröhlich im Gemüt,
denn hinten im Wagen befand ſich eine billig erhandelte
Ladung von Ferkeln, die der glückliche Beſitzer zu fetten
Borſtentieren heranzuzüchten gedachte. Aber die böſen
Automobiliſten! Plötzlich ratterte hinter dem Fuhrwerk
ein Kraftwagen daher, und ehe der Bauer noch ausweichen
konnte, hatte der leichte Wagen einen Stoß erhalten, ſo
daß er in Trümmer ging. Bauer und Ferkel waren Lei
dem Zuſammenſtoß ohne Schaden weggekommen, und
letztere freuten ſich der gewonnenen Freiheit im nahen
Straßengraben. Der Automobilbeſitzer war aber nicht
ſo gefühllos, an der Unglücksſtätte ſofort vorüberzuraſen,
Das Jammern des Bauern nach ſeinen Ferkeln rührte ihn,
und ſo kam es denn auf der Landſtraße zu einer
gro=
tesken Szene. Das Automobil wurde vor= und rückwärts
bewegt und ſuchte mit ſeinen beiden Scheinwerfern ſo
lange das „Schlachtfeld” ab, bis die kleinen Schweine wie.
der ſämtlich eingefangen waren. Die Jagd dauerte bei
der Behendigkeit der Tiere natürlich eine ganze Weile.
Dann wurde der Wagen des Bauern wieder notdürftig
zuſammengeflickt und fort ging es, der nahen Heimat zu.
* Der galante Bürgermeiſter. Ein nettes oder
we=
nigſtens nett erfundenes Geſchichtchen weiß La Vie
Pari=
ſienne aus Italien zu erzählen: Königin Helena kam
jüngſt in ein kleines Städtchen in der Nähe von Florenz
zur Einweihung eines jener unvermeidlichen Victor=
Ema=
nuel=Denkmäler, die in keiner italieniſchen Stadt fehlen
dürfen. Nach den Feſtreden wurde der Königin ein Glas
Ehrenſekt gereicht. Ihre Majeſtät ſtieß mit dem
Bürger=
meiſter an und trank den Sekt. Bei dieſer Gelegenheit
fiel, von den Anweſenden unbemerkt, ein Tropfen auf
ihr Kleid. Sie öffnete ihr Täſchchen, um das Taſchentuch
herauszunehmen; aber der biedere Herr Bürgermeiſter
meinte mit einer treuherzigen Geſte: Aber bitte, Majeſtät
das iſt nicht nötig; es iſt ſchon bezahlt.
des jüngeren Fräuleins Holletz aus Neuſtettin geborgen.
Vermißt wird noch die Leiche des Goldarbeiters Poree
aus Spandau.
Bromberg, 16. Aug. Der Reichstagsabgeordnete für
den Wahlkreis Kolmar-Czarnikau-Filehne, Gutsbeſitzer
Ritter, ſtürzte unmittelbar vor dem Bromberger
Bahn=
hof infolge vorzeitigen Oeffnens der Wagentür aus dem
noch in voller Fahrt befindlichen Zug und wurde ſchwer
verletzt.
Paris, 16. Aug. Geſtern abend wurde in dem
Ver=
gnügungsetabliſſement Magie City ein
Löwenbän=
diger von einem Löwen angefalllen.
Vergeb=
lich verſuchte der Bändiger, das Tier zu beruhigen.
Die=
ſes ſtürzte ſich auf den Bändiger und riß ihm die Wange
auf. Ein Kollege des Bändigers feuerte auf das Tier
einen Revolverſchuß ab, worauf ſich dieſes in eine Ecke
zurückzog. Der Zuſtand des verletzten Löwenbändigers
iſt bebenklich.
Paris, 16. Aug. Auf dem Pariſer Nordbahnhof
wur=
den drei internationale Taſchendiebe
ver=
haftet, der 31 Jahre alte Deutſche Julian Borden, der
ebenſo alte Belgier Lavarde und der 27 Jahre alte
Eng=
länder Frederik Rables.
Kopenhagen, 15. Aug. Der Bericht über das
Er=
gebnis der von dem Chef der Staatspolizei auf Anordnung
des Juſtizminiſteriums vorgenommenen Unterſuchung
über die Urſachen des Eiſenbahnunglücks
bei Bramminge, bei dem ſechzehn Perſonen das
Le=
ben einbüßten, iſt heute vom däniſchen Miniſterium
ver=
öffentlicht worden. In dem Bericht heißt es: Es muß als
feſtgeſtellt angeſehen werden, daß der verunglückte
Expreß=
zug mit einer Geſchwindigkeit gefahren iſt, die
größer war, als ſie ſelbſt bei Verſpätungen erlaubt iſt.
Ferner iſt feſtgeſtellt, daß das Bahngleis an der
Unglücks=
ſtätte eine Unregelmäßigkeit aufwies, die teils in einer
Verbiegung der Schienen infolge der großen Wärme
be=
ſtand, teils darin, daß an dem Unglückstage
Ausbeſſe=
rungsarbeiten am Gleiſe vorgenommen wurden und zu
dieſem Zwecke die Ausfüllung zwiſchen den Schwellen
teil=
weiſe entfernt war. Dieſe Unregelmäßigkeit des Gleiſes,
die ſich am Anfang einer Kurve befand, war vielleicht
nicht größer, als ſie oft an Bahngleiſen zu finden iſt. Sie
wurde aber verhängnisvoll infolge der unerlaubten
Schnelligkeit des Zuges. Die ungeſchickte
Zuſam=
menſetzung des Zuges hat ferner dazu beigetragen,
den Umfang der Kataſtrophe zu vergrößern. In der Mitte
des Zuges befanden ſich nämlich zwei ſehr alte und leichte
Wagen, die 1864 und 1865 gebaut waren, ſowie ein alter
Durchgangswagen. Dieſe drei Wagen ſind bei dem
Un=
glück von den darauffolgenden neuen Wagen
zuſammen=
gedrückt worden. Der Bericht wird, ſobald ein Gutachten
eines ſachverſtändigen Beamten vom Verkehrsminiſterium
eingeholt iſt, den Gerichtsbehörden des Amtsbezirks Ribe,
in dem ſich die Unglücksſtätte befindet, zwecks Einleitung
eines gerichtlichen Verfahrens gegen die Schuldigen
über=
wieſen werden.
Kriſtiania, 15. Aug. Die Polizei benachrichtigte
ſämtliche Kinematographen=Beſitzer und Filmverkäufer
der Stadt, daß ſie vorausſichtlich die Vorführung
des Films „Atlantic”, der die Filmdramatiſierung
des gleichnamigen Romans von Gerhardt
Haupt=
mann darſtellt, verbieten werde. Die endgültige
Ent=
ſcheidung könne die Polizei allerdings erſt dann treffen,
wenn ſie den Film geſehen habe. Sie glaube jedoch, daß
der Film ſich nicht zur Vorführung eignen werde, weil
wohlbekannte tragiſche Epiſoden des Inhalts zur
Volks=
beluſtigung dienten.
London, 16. Aug. Im Grand=Hotel des Badeortes
Ilandudno an der Nordküſte von Wales wurde ein
küh=
ner Juwelendiebſtahl verübt, bei dem Diamanten
im Werte von 200000 Mark erbeutet wurden. Der
Lon=
doner Juwelier Wartski unterhielt dort einen
Verkaufs=
ſtand. Als ſeine Verkäuferin geſtern früh auf dem Wege
zum Hotel die Taſche mit den Juwelen abholte und ſie
auf den Verkaufskiſch geſtellt hatte, wurde ſie von einem
Fremden in ein Geſpräch gezogen, während ein anderer
Fremder die Taſche vertauſchte. Die Verwechſelung wurde
erſt entdeckt, als die beiden Diebe mit der Beute
entkom=
men waren.
Luftfahrt.
Marine=Flugzeuge.
* Der Bau der vom Reichsmarineamt in Ausſicht
ge=
nommenen Waſſerflugzeug=Stationen macht
rüſtige Fortſchritte, ſo daß am 1. Januar nächſten Jahres
die Stationen in Wilhelmshaven, Warnemünde, Kiel,
Putzig und Helgoland fertig eingerichtet ſind. Namentlich
auf Helgoland wird eifrig gearbeitet. Die Schuppen, die
zur Aufnahme der Maſchinen dienen, ſind im Rohbau
fertig. Auch die anderen Gebäude, die die Reparatur=
Werkſtätten, Unterkunftsräume uſw. enthalten, gehen der
Vollendung entgegen. Schwieriger iſt jedoch die Frage,
wo das Reichsmarineamt die notwendigen Maſchinen
her=
nehmen wird, wenn es nicht ſeine bisher an die
Waſſer=
flugzeuge geſtellten Anforderungen erheblich zurückſchraubt.
Zurzeit verfügt die Marine=Flugſtation über zwei alte
Albatros= und einen Union=Doppeldecker. Die anderen
Apparate, auch die Curtiß=Doppeldecker, von denen man
alles erhoffte, haben verſagt und ſind bei den Flügen
zer=
trümmert worden. Man hat jedoch aus den bisherigen
Verſuchen die Erfahrung gewonnen, daß auf der See die
ſogenannten „Rieſenflugzeuge” die 20 und mehr Meter
Breite beſitzen, für den praktiſchen Dienſt durchaus
unge=
eignet ſind. Die zahlloſen Böen, die auf See häufiger
noch und ſtärker auftreten, als auf dem Lande, haben
der=
artige Maſchinen ſo oft zum Kentern gebracht, daß man
ſchließlich kleine, ſchmale Ein= und Doppeldecker verwandte,
mit denen beſſere Reſultate erzielt worden ſind. Die deutſche
Flugzeug=Induſtrie beſchäftigt ſich gegenwärtig, obwohl
das Reichsmarineamt Maſchinen ſehr nötig braucht mit
dem Bau der Seeflugzeuge faſt noch gar nicht. Der Grund
für die Zurückhaltung der Fabrikanten iſt darin zu ſuchen,
daß von der Behörde noch immer kombinierte Maſchinen
gefordert werden, die außer der Schwimmausrüſtung auch
ein Rädergeſtell beſitzen, ſo daß ſie von Land und Waſſer
aufzuſteigen vermögen. Die geeignete Verbindung der
beiden Konſtruktionen, die übrigens nur in Deutſchland
verlangt wird, während das Ausland beide Typen ſcharf
trennt. bereitet techniſch ſo große Schwierigkeiten, daß wir
nach faſt zwei Jahre langen Verſuchen bisher noch kein
Waſſerflugzeug beſitzen, das allen Anforderungen genügt.
* Frankfurt a. M., 16. Aug. Das
Militärluft=
ſchiff „Z. 1‟ ſtieg geſtern abend zu einer längeren Fahrt
auf, welche nach Mainz, Koblenz, Bonn und Düſſeldorf
führte. Der Rückweg ging über Siegburg, wobei der
Rhein überſchritten und die Fahrt bis Zweibrücken
aus=
gedehnt wurde. Heute mittag um 12½ Uhr war das
Luft=
ſchiff wieder im Frankfurter Hafen.
H. B. Köln, 16. Aug. Aus dem Ergebnis der
Köl=
ner National=Flugſpende, durch die 101000
Mark aufgebracht wurden, hat die Stadt Köln 5
Alba=
tros=Flugzeuge geſchenkt, die laut kaiſerlicher
Verordnung die Bezeichnung „Köln” für die militäriſche
Fliegerſtation in Köln erhielten. Nachdem laut Kölniſchen
Zeitungen der Kölner Fliegerſtation jene 5 Flugzeuge
überwieſen wurden, haben bereits Flugverſuche
ſtattge=
funden, die ſehr befriedigten.
Heute mittag ſtürzte auf dem Gelände der Kölner
Fliegerſtation eine Rumplertaube ab wobei der
Apparat ſchwer beſchädigt und beide Inſaſſen unter ſich
begrub, die aber glücklicherweiſe nur leicht verletzt wurden.
Der Unfall erfolgte durch einen Motordefett.
* Leipzig, 15. Aug. Heute abend ſtürzten auf
dem Lindenthaler Flugplatz der Flieger Römpler und
ſein Begleiter, Diplom=Ingenieur Rütgers aus
Aachen, infolge einer heftigen Bö mit dem Flugzeug aus
10 Meter Höhe herab. Die Maſchine ging in Trümmer.
Römpler erlitt Hautabſchürfungen und Verſtauchungen,
Rütgers wurde getötet. Rütgers war in
automobi=
liſtiſchen Kreiſen eine ſehr bekannte Perſönlichkeit. Schon
im Jahre 1898 wendete er ſich dem Automobilismus zu
und machte zunächſt auf Dreirädern große Reiſen. Im
Jahre 1908 erhielt er bei der Prinz=Heinrich=Fahrt einen
Preis. Im Jahre 1911 ſchnitt er bei der öſterreichiſchen
Alpenfahrt ſehr gut ab.
Die Beendigung des Werſtarbeiterſtreiks.
* Bremen, 15. Aug. Dem Erſuchen der
Werft=
arbeiter=Organiſationen, bei der
Wiederein=
ſtellung der Arbeiter die Arbeitsnachweiſe
auszu=
ſchalten und die Arbeiterſchaft geſchloſſen zur Arbeit
zu=
rückkehren zu laſſen, entſprachen die Werftleitungen nicht,
Daraufhin forderten die Organiſationeleitungen die
Ar=
beiter auf, die Arbeitsnachweiſe zu benutzen. Die
Mel=
dungen der Arbeiter hierbei haben bereits begonnen.
* Hamburg, 15. Aug. Die
Wiederauf=
nahme der Arbeit ſeitens der Werftarbeiter
voll=
zieht ſich langſam aber ruhig durch den Arbeitsnachweis.
Die vollſtändige Wiederaufnahme der Betriebe dürfte
nicht vor Mitte nächſter Woche erfolgen.
* Hamburg, 16. Aug. Die norddeutſche Gruppe
des Geſamtverbandes deutſcher
Metall=
induſtrieller, Abteilung Seeſchiffswerften, faßte
fol=
genden Beſchluß: Seit Mittwoch den 13. Auguſt, ſind die
Arbeitsnachweiſe an den Werftorten wieder geöffnet.
Seitdem zeigte ſich, daß in einzelnen Werftorten die
Ar=
beiterſchaft teils gar nicht, teils nur in einzelnen
Gewer=
ken zur Arbeit zurückkehrte. Infolgedeſſen ſehen ſich die
Arbeitgeber gezwungen, am Mittwoch, den 20. Auguſt, die
Arbeitsnachweiſe wieder zu ſchließen, wenn am
Mon=
tag und Dienstag, den 18. bezw. 19. Auguſt, nicht in allen
Werftorten ſich die Arbeiter ſämtlicher Gewerke den
An=
forderungen der Arbeitsnachweiſe entſprechend zur
Wie=
deraufnahme der Arbeit melden.
Die Nichtbeteiligung Deutſchlands an der
Weltausſtellung in San Franzisko.
* Berlin 16. Aug. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Die Einladung der
Vereinig=
tten Staaten von Amerika zur Beteeiligung an
der Weltausſtellung in San Franzisko
iſt deutſcherſeits nunmehr abgelehnt worden, nachdem
die von der Reichsverwaltung veranſtaltete Umfrage
er=
geben hat, daß die deutſche Induſtrie und die ſonſtigen
deutſchen wirtſchaftlichen Kreiſe mit überwältigender
Mehrheit von der Beſchickung des Unternehmens ſich
keinen Nutzen verſprechen. Bei den guten politiſchen,
wirtſchaftlichen und kulturellen Beziehungen, die zwiſchen
Deutſchland und den Vereinigten Staaten beſtehen, und
deren Pflege und weitere Ausgeſtaltung das Deutſche
Reich ſich weiter angelegen ſein laſſen wird, hat die
kal=
ſerliche Regierung, welche die Möglichkeit einer deutſchen
Beteiligung eingehend geprüft hat, ihre Entſchließung
nicht leichten Herzens gefaßt. Sie hätte gern geſehen,
wenn ſie, wie ſeinerzeit bei den Ausſtellungen in Chikago
und St. Louis, der amerikaniſchen Regierung und dem
amerikaniſchen Volke durch die Annahme der Einladung
einen neuen Beweis ſeiner Sympathie und Freundſchaft
hätte geben können. Auf der anderen Seite mußte ſie
mit der Abneigung der deutſchen Wirtſchaftskreiſe, die
auch auf eine in Deutſchland herrſchende
Ausſtellungs=
müdigkeit zurückzuführen iſt, als Tatſache rechnen, und
konnte ſich mit ihr um ſo weniger in Widerſpruch ſetzen,
als eine deutſche Beteiligung, die der Bedeutung der
deut=
ſchen Induſtrie und des deu’ſchen Wirtſchaftslebens nicht
entſpräche, dem Anſehen des Reiches ſchädlich wäre und
ſomit den deutſchen Intereſſen zuwiderlaufen würde. Da
die Ausſtellung in San Franzisko vielfach mit der
Eröff=
nung des Panamakanals in Zuſammenhang gebracht
wird, ſo ſei noch darauf hingewieſen, daß
Deutſch=
lands Stellung zu dieſem
welthiſtori=
ſchen Ereignis durch die Entſcheidung in
der Ausſtellungsfrage nicht berührt wird.
Die feierliche Einweihung des neuen, die Völker
verbin=
denden Verkehrsweges, wird vorausſichtlich Gelegenheit
geben, das Intereſſe Deutſchlands an dieſer gewaltigen
Errungenſchaft, welche die Welt der Tatkraft der
Vereinig=
ten Staaten zu verdanken haben wird, in würdiger=Weiſe
zu bekunden.
Olympiſche Wettkämpfe.
St. Darmſtadt, 18. Auguſt.
Der Darmſtädter Sportklub 1905 veranſtaltete geſtern
auf ſeinem Sportplatz am alten Schießhaus ſeine 4.
natio=
nalen olympiſchen Wettkämpfe, zu denen die Nennungen
äußerſt zahlreich eingegangen waren. Die
Teilnehmer=
liſte führte 127 Namen auf, darunter Sportler aus
Frank=
furt, Mannheim, Frankenthal, Mainz, Worms,
Ludwigs=
hafen, Biſchofsheim uſw. Das Wetter war äußerſt
gün=
ſtig. Fehlte auch die Sonne, ſo blieb es doch trocken und
die herbſtliche Kühle wurde von den ausübenden
Sports=
leuten ſicher ſehr angenehm empfunden. Daß auch der
Beſuch während des ganzen Tages erfreulich gut war,
darf als erneuter Beweis dafür gelten, daß das Intereſſe
und die Freude am SSport in immer weitere Kreiſe der
Bevölkerung dringt, die dadurch ja für eine nationale
Notwendigkeit gewonnen wird deren Berechtigung
anzu=
erkennen ſich heute kaum noch jemand entziehen kann.
Die „körperliche Ertüchtigung” der Jugend iſt in unſerer
Zeit zur lauten und dringenden Forderung geworden, die
mit einem leicht geprägten Schlagwort nichts mehr
ge=
mein hat. Immer mehr werden daher auch Schüler= und
Jugendabteilungen zu öffentlichen friedlichen Wetlkämpfen
um die Palme körperlicher Leiſtungsfähigkeit
herange=
zogen und zugelaſſen. Ebenſo iſt es mit dem Militär.
Die ſportliche Betätigung der Soldaten iſt eine Forderung
der Zeit geworden, deren Erfüllung wohl dauernd dem
Dienſt eingeordnet bleiben wird. Beide Gruppen, Jugend
und Militär, fanden auch geſtern reichlich Gelegenheit zur
Betätigung, und ihr ſportlich gutes Abſchneiden zeigte,
Nummer 192.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
Seite 5.
daß die ſportliche Ausbildung zielbewußt und mit
Sach=
kenntnis betrieben wird. Den Vereinen, die ſich der
koſt=
ſpieligen und mühevollen Aufgabe unterziehen, Wettſpiele
größeren Umfanges zu arrangieren, darf man Anerkennung
und Dank zollen. — Die geſtrigen Wettſpiele hatten im
einzelnen folgende Reſultate:
1. 15 Km.=Stafettengehen, 3 Mann à 5000
Meter (Wanderpreis des Darmſtädter Sportklubs 1905)
Verteidiger: D. Sp.=Kl. 1905. Erſter: Turnſportverein
Frankfurt a. M., zweiter: Sportklub „Hellas”=
Friedrichs=
dorf,
2. 50 Meter=Laufen für Schüler. Es
ſtar=
ten 21 Teilnehmer. Erſter: Meyer (Sportverein
Höchſt), 6¾ Sek., zweiter: Menzel (Fußball= und Lawn=
Tennisklub Worms) 6½ Sek., dritter: Lachmann (
Olym=
pia=Darmſtadt), 6½ Sek.
3. 600 Meter=Stafettenlaufen für
Mi=
litär. 6 Mann à 100 Meter. Erſte: Leibkompagnie
des Inf.=Leibgarde=Regiments 115, Zeit 1,21 Min.,
zwei=
te: Leib=Dragoner=Regiment 24, Zeit 1,22½ Min., dritte:
Garde=Dragoner=Regiment 23, Zeit 1,23 Min.
4. 1000 Meter=Laufen für Junioren
(Deutſche Höchſtleiſtung 2 Min. 32 Sek. Minkler=Berlin).
Erſter: Leyh=Frankf. Fußballverein, Zeit: 3.6½
Min., zweiter: Salomon=Mainz, dritter: Münk=Frankfur
ter Fußballverein, vierter: Roth=Fußballverein
Franken=
thal.
5. Diskuswerfen (Deutſche Höchſtleiſtung 42,17
Meter, Buchgeiſter=Charlottenburg). Erſter: Jütte=
Fußballklub Olympia Darmſtadt, 36,5 Meter, zweiter:
Jo=
ſef Otto=Athletenverein Darmſtadt, dritter: Hch.
Acker=
mann, D. Sp.=Kl. 1905.
6. 100 Meter=Laufen für Junioren:
Es=
ſtarten etwa 25 Teilnehmer. Erſter: Burtſchell=
Olympia Darmſtadt, zweiter: Kraus II.=Frankfurter
Fuß=
ballverein, dritter: Rußmann=Turnſportverein Frankfurt.
7. 800 Meter=Laufen (Deutſche Höchſtleiſtung
1 Min. 54 Sek.: Braun=München). Erſter: Larſen=
Verein für Raſenſpiele, Mannheim, 2,22½, zweiter:
Sa=
lomon=Main, 2,24.
8. 3000 Meter=Vorgabe=Stafettenlaufen.
Erſter:: B.=Mannſchaft des Turnſportvereins
Frank=
furt, 9,25, zweiter: D. Sportklub 1905, 9,35, dritter: Verein
ffür Raſenſpiele, Mannheim, 9,40.
9 100 Meter=Laufen (Deutſche Höchſtleiſtung:
10,5 Sek. R. Rau=Charlottenburg). Erſter: Burtſchell=
Olympia Darmſtadt, 11½ Sek., zweiter Legner=
Frank=
furter Fußballverein, 12 Sek., dritter: Reis=
Turnſport=
verein Frankfurt, 12½ Sek.
10. Kugelſtoßen, 7¼ Kg. (Deutſche Höchſtleiſtung:
13,32 Meter: Halt=München). Erſter: Joſ. Otto=
Ath=
letenverein Darmſtadt, 12.65 Meter, zweiter: Jütte:
Olympia Darmſtadt, 11,22 Meter, dritter: Mulch: D. Sp.=
Kl. 1905, 10,03 Meter.
1. 1500 Meter=Laufen (Deutſche Höchſtleiſtung:
4 Min. 5 Sek.: Sigl=Berlin). Erſter: Väckh=Verein für
Raſenſport, Mannheim, 4,50½, zweiter: H. Schröck=
Olym=
pia Darmſtadt, 4,51, dritter: Larſen=Mannheim, 5,02½.
2. Stabhochſprung (Deutſche Höchſtleiſtung:
3,79 Meter: Paſemann=Berlin). Erſter: Burkert=
Frankfurt, 3,05 Meter, zweiter: Hermany=Turngemeinde
Darmſtadt 2,90 Meter, dritter: Herſcher, D. Sp.=Kl. 1905,
2,55 Meter.
13. 400 Meter=Stafettenlauf für
Schü=
ler, 4 Mann à 100 Meter. Erſter: Frankfurter
Fußball=
verein. zweiter: Fußball= und Lawn=Tennisklub Worms.
dritter: Fußbalklub Olympia=Darmſtadt.
14. 5000 Meter=Vorgabe=Laufen. Erſter:
Gg. Merkel=D. Sp.=Kl. 1905, 18,25½ Min., zweiter:
Spranger=Olympia Darmſtadt, 18,33½ Min., dritter:
Spengler=Frankfurt, 19,46 Min.
15. Speerwerfen (Deutſche Höchſtleiſtung: 57,15
Meter: Mandel=Berlin). Erſter: Fiſcher=Worms, 41,35
Meter, zweiter: Doyen, Frankfurt, 39,29 Meter, dritter:
Göbel, D. Sp.=Kl. 1905, 36,80 Meter.
16. 400 Meter=Laufen für Junioren.
Erſter: Neumüller=Frankfurt, 61 Sek., zweiter:
Kraus II.=Frankfurt, 63 Sek., dritter: Dr. Clement=
Olym=
pia Darmſtadt, 65½ Sek.
17. 400 Stafetten=Laufen, 4 Mann à 100
Meter. (Wanderpreis des Herrn Baron von Oetinger.)
Verteidiger: Turnſportverein Frankfurt. Erſter: A.=
Mann=
ſchaft des Frankfurter Fußballvereins, 49½ Sek., zweiter:
Turnverein Frankfurt 1880, 49½ Sek., dritter: Verein für
Raſenſpiele, Mannheim, 50 Sek.
18. Dreikampf, 100 Meter=Laufen. Dreiſprung,
Schleuderballwerfen. Erſter: Müller=Frankfurt (10
Punkte), zweiter: Reis=Frankfurt (10 Punkte), dritter:
Angſtmann=Frankfurt (6 Punkte)
Die Wettſpiele waren gegen 7 Uhr beendet. Unfälle
ereigneten ſich nicht. Alsbald nach Schluß der Spiele fand
Preisverteilung, abends im Fürſtenſaal eine kleine Feier
mit Tanz ſtatt.
Rennen in Frankfurt.
Auguſtmeeting des Frankfurter Rennklubs.
Sch. Frankfurt, 17. Aug.
Niederrad liegt in der Sportsgeographie im Auguſt
unmittelbar als „letzte Station” vor dem Oostale.
Ehe die großen Ereigniſſe in Baden=Baden anheben,
finden ſich die Stätte noch einmal zu minder großen
Ereigniſſen in Frankfurt zuſammen. Denn auf der
Niederräder Bahn winken doch recht anſehnliche Preiſe,
und es lohnt ſich ſchon, den Weg nach Baden zu
unter=
brechen, um en passant die 25000 Mark, die am Montag
beim Alexanderrennen winken, oder die zwei mit je
10000 Mark dotierten Rennen des Sonntags
mitzu=
nehmen. Deshalb war auch diesmal wieder die
zwei=
tätige Sommerkampagne des Frankfurter Rennklubs
der Qualität nach gut beſchickt. Und waren die Felder
bei den einzelnen Rennen auch nicht ſehr ſtark, ſo
ent=
ſchädigte dafür die Qualität der Tiere. Im Mittelpunkt
des Sonntags ſtand das Landgrafen=Rennen, eine
klaſſiſche Zweijährigenprüfung mit einem Staatspreis
von 10000 Mark, den ſich der in dieſem Jahr vom Glück
ſo begünſtigte Oppenheimſche Stall mit Miß Hief holen
konnte. Die zweite mit der gleichen Summe dotierte
Konkurrenz um den Preis am Main wurde nach hartem
Kampf gegen Weinberg’s Donnafelice eine Beute von
Balduin’s Papyrus. Elf Teilnehmer brachte das
Roſen=
berg=Jagdrennen am Start zuſammen und hob ſich ſo
glänzend von der Stärke der anderen Felder ab. Da
allerdings geſtern den Herrenreitern in Magdeburg der
Kronprinzenpreis winkte, mußte man mit dem
jüngſten Erſatz vorlieb nehmen.
Nur Leutnant
Zeltmann und Herr Purgold waren der Niederräder
Bahn treu geblieben. Die ſtark favoriſierte Lady Jinn
mit Herrn Purgold ſtürzte gleich beim erſten Hindernis
und Ibykus, der von Leutnant Zeltmann vorzüglich
geritten wurde, konnte hier als Sieger durchs Ziel gehen.
Madame Foutri, die braune Stute des Darmſtädter
Dragoners Leutnant v. Moßner trennte ſich bei dieſem
Rennen ebenfalls von ihrem Reiter. Auch noch zwei
andere Stürze ſah dieſe Konkurrenz. Das
Eröffnungs=
rennen um den Graditzer Geſtütspreis von 7000 Mk
brachte nur ein Terzett auf die Beine. Hier konnte der
Schleuderhammer Mephiſto, da er unglücklich vom Start
abkam, auf die kurzen 1200 Meter überhaupt nicht
mit=
ſprechen. Der Ritt war ein Kampf zwiſchen den
Weinberg’ſchen Farben und Lindenſtadt’s Noteleß,
der von Bürns ſcharf angefaßt und nach Hauſe
geführt wurde. Der Preis von der Saalburg brachte
in einem Quintett endlich nach langen Wochen wieder
dem Königlichen Geſtüt Graditz einen Erfolg. Mazellan
kam gegen den ſtark gewetteten Oppenheimſchen Hengſt
Rien ne va plus als Erſter durch die Gerade. Den
zweiten Platz hatte der Niederräder Emperador beſetzt.
Der Totaliſator quittierte auf dieſe Ueberraſchung mit
56 für Siegmund und 26 und 20 für die beiden Plätze.
In geſellſchaftlicher Beziehung bot der Sonntag wieder
das übliche vornehme Bild. Der Beſuch war
aus=
gezeichnet. Nur die bunten Uniformen der Offiziere
fehlten, da die Manöver bereits begonnen haben.
Die Ergebniſſe der Rennen ſind im Einzelnen: Preis
von Wolfsgarten. 7000 Mk. 1200 Meter. 1.
Linden=
ſtaedt’s Noteleß (Burns), 2. Weinberg’s Melba (Bullock),
3. Oppenheim’s Mephiſto (Archibald). 22:10. ¾ L.,
2 Längen.
Preis von der Saalburg. 6000 Mk. 1400 Meter.
1. Geſt. Graditz’s Magellan (Bullock), 2. Weinberg’s
Emperados (Laue), 3. Oppenheim’s Rien ne va plus
(Archibald). Ferner: Planet, Sternum. 56: 10; 26, 20: 10.
2½ L., ¾ Längen.
Roſenberg=Jagdrennen. 5000 Mk. 4000 Meter.
1. Riege’s Ibycus (Lt. Zeltmann), 2. Lt. Prieger’s
Creper II (Beſ.), 3. Frh. Geyr v. Schweppenburg’s Indette II
(Frh. v. Bormet). Ferner: Fantaſio, Coral Wave, Copley,
Roſa Camina, Soupeur, Gay Paris, Madame Foutſi,
Lady Jim. 78: 10; 23, 24, 22: 10. 2. L., ½ L., 3 Längen.
Landgrafen=Rennen. 10000 Mk.
1200 Meter.
1. Oppenheim’s Miſchief (Archibald), 2. Graditz’s
Wald=
teufel (Bullock), 3. Weinberg’s Orclio (Lane). Ferner:
C. Moll. 29:10; 12, 12: 10. 2 L., 4 Längen.
Verkaufs=Handicaps. 5000 Mk. 1400 Meter. 1. Adolf’s
Iriſh Angel I (Archibald), 2. Waugh’s Hongri
(Scheffer), 3. Rittm. v. Poſus Antimone. Ferner:
Königs=
leutnant, Jrawadi. 29: 10; 16, 17: 10. 1 L. 2 Längen.
Hohenzollern=Jagdrennen. 6500 Mark. 4000 Meter.
1. Hagemann’s Abſage (Lt. Knel), 2. Pringsheim’s
Zobten (Lt. Freyer), 3. Bläswitz’s Ritterſchlag (Lt. Graf
Schweinitz). Ferner: Marder, Sageſſe, Elly, Hilde. 28: 10;
13, 18, 14: 10. 1 L., 3 Längen.
Preis vom Main. 10000 Mk. 2000 Meter. 1.
Bal=
duin’s Papyrus (Davies), 2. Weinberg’s Donnafelice
(Butlock), 3. Bleichröder’s Bajazzo.
Ferner: Vorſpiel
27: 10; 13, 12: 10. Kopf, ½ Länge.
6ojähriges Zubelfeſt des Geſangvereins
„Teutonige-
g. Der Geſangverein „Teutonia‟=Darmſtadt beging
am Samstag und Sonntag in feierlicher Weiſe das Feſt
ſeines 60jährigen Beſtehens, aus welchem
An=
laß den Feſtteilnehmern eine rückſchauende
Zuſammen=
ſtellung der Geſchicke des Vereins in den vergangenen 60
Jahren überreicht wurde. Aus dieſer intereſſanten
Ver=
eins=Chronik geht hervor, daß der Verein am 7. Auguſt
1853 unter dem Namen „Melodria” gegründet wurde.
Von den damaligen Gründern konnte niemand mehr den
Jubeltag des 60jährigen Beſtehens erleben. Im Jahre
1864 wurde der Vereinsname in „Teutonia”
umgeän=
dert. Der Bericht gedenkt ferner der Dirigenten und der
Vorſitzenden, die im Laufe der 60 Jahre die Geſchicke des
Vereins leiteten. Der Verein beteiligte ſich erſtmals im
Jahre 1909 in Gräfenhauſen an den in Mode
gekomme=
nen Geſangs=Wettſtreiten und errang hier den 7. Preis
in der dritten Klaſſe, ſodann 1911 in König i. O. den 3.
Preis und 2. Ehrenpreis in der 1. Stadtklaſſe, 1912 in
Nieder=Roden in der zweiten A=Klaſſe den 1. Preis und
am zweiten Pfingſtfeiertag 1913 in Weiterſtadt in der
erſten Stadtklaſſe den 1. Preis und Ehrenpreis.
Die Jubelfeier des Vereins wurde am Samstag
abend durch einen ſtimmungsvoll verlaufenen
Kom=
mers im Vereinslokal „Reichskrone” eingeleitet. Die
Feier am Sonntag begann am Vormittag mit einer
im großen Saale des Städtiſchen Saalbaues. Der vom
Orcheſter vorgetragene Chor der Prieſter und die
Sa=
reſtro=Arie aus der „Zauberflöte” leiteten den Akt
ſtim=
mungsvoll ein. Es folgte ein vom feſtgebenden Verein
dargebrachter Chor mit Orcheſterbegleitung, der ſo recht
von der Leiſtungsfähigkeit des Vereins und dem
uner=
müdlichen Wirken ſeines talentvollen Dirigenten, Herrn
Hermann Becker, Zeugnis ablegte. Frl. Stumpf
ſprach ſodann einen treffenden Prolog, in dem die
Tätig=
keit des Vereins in den 60 Jahren gebührend gefeiert
wurde. Der Vorſitzende, Herr Lorenz Schwarz,
be=
grüßte hierauf mit warmen Worten die erſchienenen
Gäſte und Delegierten, insbeſondere den Vertreter der
Großh. Regierung, Herrn Regierungsrat Dr. Michel,
den Vertreter der Stadtverwaltung, Herrn Baurat
Jäger, und den Vertreter des Maintal=Sängerbundes,
Herrn Stübler=Offenbach, und erteilte ſodann Herrn
Profeſſor Kiſſinger das Wort zur Feſtrede. Dieſer
führte etwa aus:
Noch in friſcher Erinnerung iſt die Feier des 50
jähri=
gen Beſtehens. Welche Fülle von Arbeit iſt in dieſen 60
Jahren geleiſtet worden! Daß der Verein auf dem rechten
Wege war und richtig geleitet wurde, beweiſen die
Er=
folge, die er errungen hat. Dankbar gedenken auch alle
der Arbeit des Vereins, denen durch die Freude des
Ge=
ſanges ſchöne und genußreiche Stunden geboten wurden.
Stolz kann der Verein darauf ſein, daß er ſtets mit den
Brudervereinen gute Beziehungen pflegte und ſich in den
Dienſt der Mitbürger ſtellte. Großes hat der Verein
ge=
leiſtet in der Pflege des Volksliedes, aber auch des
Kunſt=
geſanges. Gerade jetzt, wo ſich die leichtfertigen Lieder
aus dem Tingeltangel ins Volk einſchleichen und das gute
alte Volkslied zu verdrängen ſuchen, tut eine Pflege des
Volksliedes doppelt not. Der Feſtredner ließ ſeine Rede
in ein dreifaches Hoch auf das deutſche Lied ausklingen.
Der Vorſitzende dankte dem Redner und teilte mit,
daß der frühere langjährige Vorſitzende, Herr Hübner,
zum Ehrenmitglied ernannt worden ſei; er überreichte
ihm ein entſprechendes Diplom. Ferner erhielten Diplome
für langjährige treue Mitgliedſchaft die Mitglieder:
Günther, Grimm, Fuhrer. Belzner, Wolf,
Steitz, Kratſch, Englert, Gniß, Schudt,
Ar=
heilger, Reinheimer und Klein.
Gratulationen und Feſtgaben.
Das Komitee der Frauen und Jungfrauen übergab
dem Verein einen prächtigen Notenſchrank, ſowie eine
Fahnenſchleife nebſt Schärpe und der Vorſitzende dem
Dirigenten, Herrn Hermann Becker in Würdigung
ſeiner Verdienſte eine wertvolle Uhr und eine beſondere
Anerkennung.
Herr Regierungsrat Dr. Michel brachte die
herz=
lichſten Glückwünſche der Großh. Regierung dar. Der
Verein habe ſich zwei Menſchenalter hindurch der Pflege
des Volksliedes und Kunſtgeſanges gewidmet und damit
ein großes Verdienſt erworben, da er eine der wichtigſten
Kulturaufgaben mit hat löſen helfen. Geſang erhebt den
Menſchen, verinnerlicht, veredelt ihn und ſtellt ihn auf eine
höhere Stufe des Daſeins. Dies müſſe um ſo mehr
an=
erkannt werden in unſerem Zeitalter, wo das Streben
nach äußeren Gütern, nach Macht und Reichtum alle
Ideale mehr und mehr in den Hintergrund zu drängen
drohen. Die Großh. Regierung habe das Wirken der
Männergeſangvereine ſtets mit Freude verfolgt und ſo
hat auch jetzt Sr. Königl. Hoheit der Großherzog dem
Ver=
ein ſeine Gunſt und ſein Wohlwollen bewieſen, indem er
ihm eine Fahnenſchleife verlieh. — Der Vorſitzende dankte
für die Ehrung und brachte ein dreifaches Hoch auf den
Großherzog aus, worauf die Verſammlung ſtehend die
Fürſtenhymne ſang.
Baurat Jäger überbrachte die Glückwünſche der
Stadtverwaltung, Herr Stüber=Offenbach des
Main=
tal=Sängerbundes, der ein dreifaches Hoch auf den Verein
ausbrachte und Stadtverordneter Schupp dankte dem
Verein für die Genüſſe, die er in den verfloſſenen 60
Jahren ſo vielen bereitet.
Es ließen dann überreichen der Darmſtädter Männer=
Geſangverein einen Fahnennagel, das Männerquartett
„Loreley” einen Pokal und ebenfalls der Geſangverein
„Melomanen”. Ferner waren eine Reihe von
Telegram=
men und Glückwunſchſchreiben eingelaufen, die vom
Vor=
ſitzenden zur Verleſung gebracht wurden. Vom Vorſtand
wurde dann noch der Tätigkeit des Vorſitzenden gedacht,
indem ihm eine wertvolle Uhr überreicht wurde.
Der Chor mit Orcheſter „Weihe des Geſanges” von
W. A. Mozart und ein Konzertſtück beſchloſſen den Feſtakt
in würdiger Weiſe.
Am Nachmittag kamen dann die Brudervereine, der
„Teutonia” und dieſe ſelbſt zu Gehör und abwechſelnd mit
Muſikvorträgen der Kapelle des Artillerie=Regts. Nr. 61
bot ſich den zahlreichen Gäſten ein ſehr genußreiches
Pro=
gramm. Im Gartenſaale lockten während der
Nachmit=
tagsdarbietungen luſtige Weiſen die Tanzluſtigen und am
Abend vereinigte ein Feſtball im großen Saale
noch=
mals die Feſtteilnehmer.
Katholikentag.
* Metz 17. Aug. Prachtvolles Wetter hatte
Tau=
ſende und Abertauſende aus der näheren und weiteren
Umgebung hierhergeführt zur Generalverſammlung der
Katholiken Deutſchlands. Eingeleitet wurde der Feſtakt
durch Glockengeläute von ſämtlichen Kirchen der Stadt
am geſtrigen Samstag Abend. Um 11 Uhr begann die
erſte geſchloſſene Verſammlung, in welcher das Präſidium
der Tagung gebildet wurde. Es wurden einſtimmig
ge=
wählt: Als 1. Vorſitzender Fürſt Aloys Löwenſtein=
Kleinheubach, als 1. Vizepräſident
Landtagsabgeord=
neter Hön=Klein=Bittersdorf, als 2. Vizepräſident
Rechts=
anwalt Dr. Trunk=Karlsruhe, 1. Schriftführer
Landtags=
abgeordnter Heß=Aarweiler, 2. Schriftführer Rechtsanwalt
Dr. Bruning=Trier, 3. Schriſtführer Frhr. v. Schorlemer=
Grundhof=Echternach (Luxemburg), 4. Schriftführer
Sekre=
tär Weidtmann=Straßburg. Sodann wurden gewählt die
Vorſitzenden der vier Ausſchüſſe und zwar als erſter bezw.
zweiter Vorſitzender im erſten Ausſchuß;
Amtsgerichts=
direktor Giesler=Mannheim und Staatsanwalt Zremer=
Metz, im zweiten Ausſchuß Generaldirektor Piper=
Mün=
chen=Gladbach und Hausgeiſtlicher Tilly=Metz, im dritten
Ausſchuß Prälat Dr. Wertmann=Freiburg und
Domkapi=
tular Ermann=Metz, im vierten Ausſchuß Landgerichtsrat
Mark=Düſſeldorf und Amtsrat Dr. Cunny=Metz. Auf
Vorſchlag des Präſidenten wurden Huldigungstelegramme
an den Papſt und den Kaiſer geſandt.
Ueber den Verlauf der Verſammlung iſt im einzelnen
zu berichten: Am Tiſche des Präſidiums hatten neben dem
Lokalkomitee der Tagung Biſchof Benzler=Metz, Biſchof
Fritzen=Straßburg und Biſchof Koppes=Luxempurg die
bei ihrem Eintritt in den dicht gefüllten Saal mit
Hände=
klatſchen begrüßt wurden, Platz genommen. Der
Vor=
ſitzende des Lokalkomitees, Profeſſor Dr. Kinzinger,
er=
öffnete die Verſammlung mit dem katholiſchen Gruße
Ge=
lobt ſei Jeſus Chriſtus!‟ Die diesjährige Verſammlung
ſtehe unter dem Zeichen der Konſtantiniſchen Jubelfeier,
einer Feier, die nach Jahrhunderte langen Arbeiten und
blutigen Opfern endlich für die Kirche die Freiheit und
den herrlichſten Erfolg und Sieg bedeutete. Wie damals
die Chriſten, ſo ſtänden wir auch heute vor ſchweren
Auf=
gaben, denn unſer harrt ein Kampf mit dem modernen
Heidentum, das vielleicht eine größere Gefahr in ſich berge
als jenes alte Heidentum, da die Feinde vielfach unter
falſcher Flagge ſegeln. Redner hieß alsdann die
Erſchie=
nenen herzlich willkommen und ſprach die Hoffnung aus,
daß dieſe erſte Generalverſammlung auf lothringiſchem
Boden auch einen guten Reſonanzboden finden werde.
Fürſt von Löwenſtein betonte in ſeiner Rede
unter anderem, daß es nötig geweſen ſei,
Parallelverhand=
lungen in franzöſiſcher Sprache abzuhalten, um den
Be=
wohnern der Gegend, die die deutſche Sprache nicht
völ=
lig beherrſchten, entgegenzukommen. Im übrigen ſei die
Tagung eine Generalverſammlung der Katholiken
Deutſch=
lands und zu Deutſchland gehörten auch die Bewohner
dieſer Provinz, die treu zu ihrem deutſchen Vaterlande
hielten. — Inzwiſchen hatten ſich von auswärts hunderte
von Vereinen und Abordnungen eingefunden, um, mit
ihren Fahnen und Muſik an der Spitze, ſich zu einem
Ar=
beiterfeſtzuge zu bilden, der von 2 Uhr an von der
Eſpla=
nade aus durch mehrere reich geſchmückte Straßen ſeinen
Weg nahm, in denen dicht gedrängt die Zuſchauer Kopf
an Kopf ſtanden, vorbei an den Moſelanlagen, wo ein
Ehrenzelt für die Biſchöfe, die höhere Geiſtlichkeit und
hervorragende Teilnehmer an der Verſamlung hergerichtet
war. Der Vorbeimarſch dauerte faſt drei Stunden und
es nahmen etwa 30000 Arbeiter teil, geordnet nach
Ge=
ſellen=, Arbeiter=, Knappen=, Volks= und ſonſtigen
Ver=
einen. Vor dem Biſchofszelt neigten ſich die Fahnen zur
Huldigung und lebhafte Hochrufe erklangen jedesmal beim
Vorbeimarſch eines neuen Vereins. Nach dem
Vorbei=
marſche verteilte ſich der Zug in die einzelnen
Stadt=
bezirke, wo insgeſamt in 14 Lokalen Feſtverſammlungen
für die Arbeiter ſtattfanden, elf in deutſcher und drei in
franzöſiſcher Sprache, in denen die Redner meiſt
Anſpra=
chen hielten über die katholiſche Arbeiterbewegung. In
der Feſthalle übernahm Graf Droſte zu Viſcherina, der
Vorſitzende des Zentralkomitees, den Vorſitz. Biſchof
Benzler, der inzwiſchen erſchienen war wurde lebhaft
be=
grüßt und richtete eine kurze Anſprache an die Zuhörer,
denen er zum Schluß ſeinen biſchöflichen Segen erteilte.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
Nummer 192.
Die Lage auf dem Balkan.
Die Rückkehr der bulgariſchen Truppen.
* Sofia, 15. Aug. (Agence Bulgare.) Der Ein=
Zzug der Truppen in Sofia hat ſtattgefunden. Die
einziehenden Truppen ſetzten ſich aus der Sofioter
Di=
viſion und Abteilungen aus mehreren anderen
Garni=
ſonen zuſammen. Die Straßen ſind feſtlich geſchmückt und
von einer gewaltigen Menſchenmenge belebt. An der
Spitze des Zuges ritt der König in Felduniform mit
einem Laubkranz auf der Stirn, zur Seite ſein
General=
adjutant und der Kriegsminiſter. Von Zeit zu Zeit ſtimmten
die Truppen Kriegslieder an, die von der Menge
aufge=
nommen wurden. Nach dem Vorbeimarſch der Truppen
wurde in der Kathedrale anläßlich des Jahrestages der
Thronbeſteigung des Königs ein feierliches Tedeum
zele=
briert, dem die Königliche Familie, die Miniſter und die
ſtädtiſchen Honoratioren und ein überaus zahlreiches
Publikum beiwohnten. Die auf dem Platze vor der
Kathedrale angeſammelte Menſchenmenge bereitet dem
König, den Prinzen und dem Gehilfen des Generaliſſimus,
General Dimitriew, herzliche Kundgebungen.
Der Empfang des Königs Konſtantin in Athen.
* Athen, 15. Aug. Der König hat telegraphiert,
daß er Montag abend nach Athen zurückkehren
werde. Die Regierung hat das Empfangspragramm
zu=
ſammengeſtellt. Der König wird von Saloniki um 4 Uhr
im Phaleron ankommen, wo der Miniſterrat und die
an=
deren Würdenträger den Herrſcher erwarten werden. Der
König begibt ſich ſodann mit dem Generalſtab zur
Kathe=
drale, um einem Tedeum beizuwohnen. Auf dem Wege,
den der König und der Generalſtab paſſieren, werden die
griechiſchen Trophäen aufgeſtellt ſein. Die
Vorberei=
tungen für den Empfang des Königs ſind ſehr lebhaft im
Gange. Zahlreiche Fremde ſtrömen ſchon jetzt nach Athen.
Die Demobiliſierung wird nach der Rückkehr des Königs
und Venizelos’ verfügt werden.
Ein neuer Krieg?
* Wien 15. Aug. Die Albaniſche Korreſpondenz
meldet aus Skutari: Die Häupter der Stämme Hoti,
Grude, Klementi, Kaſtrati und Schkreli begaben ſich in
corpore zu dem engliſchen Admiral Burney und gaben
fol=
gende Erklärung ab: Die Stämme der
Maliſ=
ſoren erkennen die von der Botſchafterkonferenz
feſtge=
ſetzte Grenze nicht an. Sollten die Großmächte den in
dem Proteſtmemorandum niedergelegten Beſchwerden der
Albaneſen gegen die Grenzfeſtſetzung kein Gehör
ſchenken, ſo ſei ein Krieg zwiſchen den Maliſſoren
und Montenegro unausbleiblich. Wenn auf das
Memorandum bis zum 20. Auguſt keine zuſtimmende
Ant=
wort erfolgt, würden die Maliſſoren gegen Tuzi
marſchie=
ren. Gleichzeitige Erklärungen wurden dem
öſterreichiſch=
ungariſchen und dem italieniſchen Konſul abgegeben. Der
engliſche Admical und die Konſuln erklärten, die
Er=
klärungen ihren Regierungen weiterzugeben.
Die Kriegsverluſte.
* Der augenblicklich in Mazedonien weilende
Korre=
ſpondent des Corriere della Sera, der ſämtliche
Haupt=
punkte der Balkanſchlachtfelder beſucht hat, veranſtaltet in
einem längeren Bericht eine Schätzung der Verluſte der
Balkanſtaaten. Er ſchätzt die Opfer an Menſchen und Geld
im erſten Feldzuge folgendermaßen: Bulgarien:
350000 Mann mobiliſiert, 80000 Tote, 1200 Millionen
Mark Koſten. Serbien: 250000 Mann mobiliſiert,
30000 Tote, 620 Millionen Mark Koſten.
Griechen=
land: 150000 Mann mobiliſiert, 10000 Tote, 280
Mil=
lionen Mark Koſten. Montenegro: 30000 Mann
mobiliſiert, 8000 Tote, 16 Millionen Mark Koſten.
Tür=
kei: 450000 Mann mobiliſiert, 100000 Tote, 1600
Mil=
lionen Mark Koſten.
Für den zweiten Feldzug ſind nach derſelben
Quelle die Ziffern ſchätzungsweiſe folgende:
Bulga=
rien: 60 000 Tote, 720 Millionen Mk. Koſten. Serbien:
40000 Tote, 400 Millionen Mark Koſten.
Griechen=
land: 30000 Tote, 500 Millionen Mark Koſten.
Wenn man hierzu die Ermordeten, die Opfer der
Cho=
lera und anderer Epidemien hinzunehme, ſo dürften die
Menſchenverluſte mindeſtens 400000 (!!) betragen,
während die finanziellen Koſten insgeſamt auf
5 200000000 Mark zu ſchätzen ſeien.
Letzte Nachrichten.
* Belgrad, 16. Aug. Der König empfing heute
vormittag den griechiſchen Miniſterpräſidenten
Veni=
zelos in Audienz. Sodann gab Paſitſch den heute
mor=
gen aus Bukareſt angelangten Friedensdelegierten ein
Frühſtück im Grandhotel. Heute abend findet ein
Gala=
diner im königlichen Konak ſtatt.
* Konſtantinopel, 18. Aug. Die
türkiſch=
griechiſchen Verhandlungen in Athen für
Wiederaufnahme der diplomatiſchen
Be=
ziehungen ſtoßen auf Schwierigkeiten, wofür ſeitens
der Pforte die Haltung des Miniſters des Aeußern,
Koromilas verantwortlich gemacht wird. Auf der Pforte
wird gehofft, daß die Rückkehr Venizelos eine Beſſerung
herbeiführe. Das ruſſiſche Linienſchiff „Roſtißlaw” und
der Kreuzer „Kagul”, die hier als Stationäre dienten, ſind
geſtern abend nach Sebaſtobol abgegangen. Der
ita=
lieniſche Stationär, Kreuzer Ammiraglia di Saint Bon”,
deſſen Auslaufen nach dem Schwarzen Meer zu
Manöver=
zwecken in Rußland gewiſſes Aufſehen hervorgerufen hat,
kehrt heute nach dem Bosporus zurück.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Homburg v. d. H., 17. Aug. Der Kaiſer hörte
geſtern den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen
Amts Geſandten v. Treutler. Heute vormittag nahm
das Kaiſerpaar am Gottesdienſt in der Erlöſerkirche teil.
Zur Frühſtückstafel waren Herzog Alexander von
Olden=
burg, Prinz Albert von Schleswig=Holſtein und Pfarrer
Holzhauſen geladen.
* Homburg v. d. H., 17. Aug. Der öſterreichiſch=
unga=
riſche Botſchafter v. Szögyeni=Marich mit den
Herren der Botſchaft iſt heute abend hier eingetroffen und
hat in Ritters Parkhotel Wohnung genommen.
* Hohe Mark, 17. Aug. Prinz Heinrich der
Niederlande folgte heute einer Einladung des
Großherzogs von Heſſen zur Mittagstafel.
* Baden= Baden, 16. Aug. Die Eröffnung der
Merkurbergbahn fand heute mittag unter
Betei=
ligung zahlreicher Vertreter von ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Behörden und in Gegenwart einer großen Anzahl
Ehren=
gäſte, unter ihnen viele Vertreter der in= und
ausländi=
ſchen Preſſe, ſtatt. Die Anlagekoſten der Bahn auf dem
Merkur (700 Meter) beliefen ſich einſchließlich der
erfor=
derlichen Koſten des neuen Reſtaurationsgebäudes auf
rund eine Million Mark. Im Namen der
Großherzog=
lichen Regierung ſprach Geheimrat Wiener der Badener
Stadtverwaltung den Dank und die Anerkennung der
Re=
gierung aus.
* Diedenhofen, 16. Aug. Heute fand die
Hundert=
jahrfeier des Beſtehens des Huſaren=
Regi=
ments Nr. 13, König Humbert von Italien (1.
Kur=
heſſiſches), ſtatt, zu der ſich eine große Anzahl ehemaliger
Angehöriger des Regiments eingefunden hatten.
Vormit=
tags fand auf dem neuen Marktplatz Parade vor dem
kommandierenden General des 16. Armeekorps, Exzellenz
v. Mudra, ſtatt. Der König von Italien hatte ſich
von dem Botſchafter in Berlin, Bollatti, und dem Grafen
Calderani aus Rom vertreten laſſen.
* Witten (Ruhr), 16. Aug. Heute mittaa um 1 Uhr
wurde auf der Zeche Hamburg auf der ſiebenten
Sohle durch Zubruchgehen der Strecke vier Bergleute
ab=
geſchnitten. Die Rettungsarbeiten wurden ſofort
aufgenommen. Es gelang, mit den Abgeſchloſſenen, die
unverletzt ſcheinen, eine Verſtändigung herzuſtellen.
Leipzig, 16. Aug. Nach einer aus Bozen
eingetrof=
fenen Meldung iſt der Sohn der hier wohnenden Frau
Rechtsanwalt Müller, der zurzeit in München ſtudierende
22jährige Eberhard Müller, zuſammen mit Dr. Lützens
aus Freiburg i. Br. und der Mediziner R. Heine von dem
Grasleitengrad abgeſtürzt. Müller und Lützens ſind
tot, das Schickſal Heines iſt unbekannt.
* Fürſtenberg, 16. Aug. Der Großherzog von
Mecklenburg=Strelitz empfing heute mittag die
Vertreter der in der Reichsverſicherungsanſtalt
Angeſtellten: Geheimrat Dr. Beckmann, Regierungsrat Dr.
Franz, ſowie die Vertreter der Stadt und des
Sanato=
riums Schloß Fürſtenberg: Hofrat Frick, Geheimrat Prof.
Dr. Pannwitz, Marineoberſtabsarzt Dr. Siebert zum
Vor=
trag über die Maßnahmen eines vorbeugenden
Heilver=
fahrens welche zum Ausbau des früheren
Großherzog=
lichen Schloſſes Fürſtenberg geführt haben. Das Schloß
iſt bereits mit 90 erholungsbedürftigen Neuverſicherten
des Mittelſtandes belegt. Der Großherzog zeigte für die
Wohlfahrtsſchöpfung das lebhafteſte Intereſſe und ſtellte
für Oktober ſeinen Beſuch im Sonatorium in Ausſicht.
* Liegnitz, 17. Aug. Auf dem Schlachtfelde an der
Katzbach fand die Jahrhundertfeier der ſchleſiſchen
Jugend ſtatt, an welcher über 10000 jugendliche und
etwa 1000 Führer teilnahmen. Prinz Oskar von
Preußen wies auf die Bedeutung der Feier hin und
brachte das Kaiſerhoch aus. Regierungspräſident Frhr.
v. Scherr=Thoß erwiderte mit einem Hoch auf den
Prinzen. Der Prinz ſchritt die Reihe ſämtlicher Vereine
ab und nahm den Vorbeimarſch ab. Die für nachmittag
vorgeſehenen Volks= und Jugendſpiele fielen wegen
un=
unterbrochen ſtrömenden Regens aus.
* Vionville, 16. Aug. Zum Gedächtnis der
Gefallenen des Infanterie=Regiments
Nr. 79 (Voigts=Rhetz) iſt auf Anregung von Veteranen
des Regimentes und unter tätiger Förderung eines
Aus=
ſchuſſes ein Denkmal nahe an der Grenze entſtanden
und heute mittag feierlich eingeweiht worden, das
aus einem einfachen Granitblock von 4 Meter Höhe, einem
Findling des Herrn Stübe, aus dem Brockengebirge
be=
ſteht. Zu der Feier hatten ſich neben einem zahlreichen
Publikum Vertreter der Militär= und Zivilbehörden
ein=
gefunden, ferner waren die Offiziere der Metzer Garniſon
ſehr zahlreich erſchienen und auch Abordnungen der
ein=
zelnen Regimenter der Metzer Garniſon waren entſandt
worden. Von den Kriegsteilnehmern des Regiments
hat=
ten ſich 185 angemeldet und waren auch ziemlich
voll=
zählig anweſend. Außerdem wohnten der Feier eine
De=
putation von Offizieren und Mannſchaften, ſowie
Ab=
ordnungen der Vereine ehemaliger Angehöriger des
Re=
giments in Hannover, Hildesheim, Hameln, Peine,
Braunſchweig, Goslar und Aachen, Kriegervereine von
Metz und Umgebung bei. Die Feuerwehr von Vionville
vervollſtändigte das Bild. An Stelle des durch
Krank=
heit verhinderten Generals der Infanterie à la suite des
Regiments von Voigts hielt General=Leutnant v.
Uech=
tritz=Steinkirch eine Anſprache. Darauf fiel die
Hülle vom Denkmal. Das Kaiſerhoch brachte General
von Oven=Metz aus. Darauf wurde das Denkmah
kirch=
lich geweiht. Der jetzige Kommandeur des 79. Regiments.
Oberſt v. Rösler, übergab das Denkmal fodann dem
Schutze der Landesverwaltung. Kreisdirektor v. Löper
dankte in warmen Worten. Es folgte die Niederlegung
zahlreicher Kränze.
* Bad Iſchl. 17. Aug. Der Miniſter des Aeußern,
Graf Berchtold, iſt heute morgen in Begleitung des
Kabinettchefs, Legationsrates Grafen Boyos, hier
ein=
getroffen und am Vormittag vom Kaiſer in Audienz
empfangen worden. Der Miniſter erſtattete dem Kaiſer
über die laufenden Angelegenheiten Bericht. (Die über
den Zweck der Jſchler=Reiſe des Grafen Berchtold in
eini=
gen Wiener Blättern verbreiteten Gerüchte entbehren jeder
Begründung.) Berchtold ſtattete nach der Audienz dem
Oberhofmeiſter, ſowie dem Flügeladjutanten des Kaiſers
Beſuche ab. Nachmittags nahm Berchtold als Gaſt des
Kaiſers am Familiendiner in der Kaiſervilla teil.
* Zürich, 18. Aug. Bei prächtigem Sommerwetter
fand geſtern die Beerdigung Bebels ſtatt, Vereine
mit über 200 Fahnen folgten dem Zuge, im ganzen
9—10000 Perſonen. Am Grabe ſprachen u. a. die
Reichs=
tagsabgeordneten Molkenbuhr, Fiſcher, Legien,
Grün=
wald, ferner Klara Zetkin, Viktor Adler für Oeſterreich=
Ungarn, Thomas=Frankreich, Kair Hardie=England uſw.
Nach der Leichenfeier fand eine Trauerverſammlung ſtatt.
* Madrid, 16. Aug. Miniſterpräſident Graf
Roma=
nones hatte heute eine lange Audienz beim König.
Ge=
neral Marina, der neue Generalreſident von Marokko
reiſt morgen ab, um ſich in Santander beim König zu
ver=
abſchieden und ſich ſofort nach Tetuan zu begeben.
* London, 16. Aug. Meldungen aus Winnipeg über
die Gewitter im Weſten Kanadas ſtellen im Gegenſatz
zu den Gerüchten über große Schäden feſt, daß, obwohl
die Ernte in zahlreichen Diſtrikten niedergeſchlagen
wor=
den ſei, dieſe ſich doch in einem ſolchen Zuſtande
befun=
den habe, daß aus dem Gewitterregen Nutzen gezogen
worden ſei.
* New=York. 16. Aug. Nach einem Telegramm aus
Mexiko=City bringen faſt alle Zeitungen heftige
An=
griffe auf Dr. William Bayard Hale, der kein Hehl
dar=
aus macht, daß er ſich zu dem Zwecke dort aufhalte, den
Präſidenten Wilſon über den Stand der Dinge in Mexiko
zu informieren. Hale hat eine Anzahl von anonymen
Warnungen erhalten, daß er in Gefahr ſei, feſtgenommen
oder ausgewieſen zu werden. Er glaubt, daß dieſer
Feld=
zug gegen ihn von den Vereinigten Staaten aus geleitet
werde.
* Griesheim, 17. Aug. Bei der geſtrigen
Ge=
meinderatswahl wurden ſämtliche von der
ſozial=
demokratiſchen Partei aufgeſtellten Kandidaten mit
be=
deutender Majorität gewählt. Es erhielten von dieſen:
Jakob Schecker II., Vegetabilienhändler, 655, Heinrich
Schecker V, Schreiner, 603, Phlipp Kellr VI, Land
wirt, 636, Wilhelm Müller VI., Maurer, 571, Konrak
Funk VI., Landwirt, 651, Philipp Höhl XX., Former, 556
und Georg Schüler IV., Maurer, 613 Stimmen. Di=
Wahlbeteiligung war ſehr ſtark.
Köln, 17. Aug. Die Acta Apoſtolicge Sedis
ver=
öffentlichten den Glückwunſchbrief des Papſtes
vom 5. Juni an den deutſchen Kaiſer, in dem der
Papſt, der Köln. Volksztg. zufolge ſeine heißen Wünſche
für langes Leben, Ruhm und Erfolg des deutſchen
Herr=
ſchers ausſpricht. Der Papſt bittet Gott, den Begründer
aller Macht und Souveränität, dem Kaiſer Geſundheit,
Glück, Frieden und Wachstum ſeines großen Reiches zu
verleihen, das ihm für ſo viele Wohltaten Erkenntlichkeit
ſchulde. Er fügt hinzu, es gereiche ihm zur beſonderen
Freude, bei dieſer Gelegenheit dem Kaiſer ſeinen
beſon=
deren Dank auszudrücken, weil dem Kaiſer das
Glück ſeiner katholiſchen Untertanen, deren
Treue ihm wohlbekannt ſei, ſoſehram Herzen liege.
Paris, 16. Aug. Das Automobil des
Kauf=
manns Daudé aus Mende, in dem er ſich mit ſeiner Frau
und der Familie ſeines Schwiegerſohnes befand, ſtürzte
auf der Fahrt zu den Flugvorführungen auf dem
Aero=
drom von Marvejols an einer ſcharfen Straßenbiegung
um. Nur die Enkelin Daudés blieb unverletzt. Die
üb=
rigen fünf Perſonen erlitten ſchwere Verletzungen. Daudé
drang die Steuerung in die Bruſt. Er liegt im Sterben.
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(
S
5
Früsiel
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute nacht entſchlief ſanft nach langem
Leiden im 71. Lebensjahre mein lieber Gatte,
unſer Vater, Schwiegervater und Großvater
Herr
Philiop Böcher
Hofbuchbinder.
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1913.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Böcher.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Aug.,
nachmittags 5 Uhr, von der Friedhofskapelle
(17341
aus, ſtatt.
Kriegerverein
Darmſtadt.
(17342
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds
Herrn Philipp Böcher
Hofbuchbinder
findet Dienstag, den 19. Auguſt, nachmittags
5 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.
Um zahlreiche Beteiligung erſucht
Der Vorſtand.
Nummer 192.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
Seite 7.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Nachricht, daß mein guter Mann,
unſer lieber Vater, Großvater, Schwiegervater,
Schwager und Onkel
(17340
Herr Wilhelm Gründler
Schreinermeister
nach kurzem Leiden im 70. Lebensjahre ſanft
entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Elisabethe Gründler, geb. Delp.
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1913.
(Mühlſtraße 62.)
Die Beerdigung findet Dienstag, 19. Auguſt
nachmittags 2½ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Tageskalender.
Gedächtnisfeier der Vereinigten Kriegervereine
um 8 Uhr auf den Friedhöfen.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute entſchlief ſanft nach ſchwerem
Lei=
den unſere liebe Schweſter, Tante und Couſine
Fräulein
Sophie Steinheimer
im 68. Lebensjahre.
Darmſtadt, 15. Auguſt 1913.
(*5921
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Montag, den
18. Auguſt, nachmittags 3 Uhr, vom
Por=
tale des Friedhofes aus, ſtatt.
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht „Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt‟
Wander=Ausſtellung „Das Kind”
Alexander=
ſtraße 20 (geöffnet von 2—9 Uhr).
Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne.
Telephonruf Nr. 1707.
Dankſagung.
Für die uns bei dem Hinſcheiden unſerer lieben,
unvergeßlichen Tochter und Schweſter (17320
Gretel
erwieſene herzliche Teilnahme ſagen wir
tiefge=
fühlten Dank.
Darmſtadt, 16. Auguſt 1913.
Alwin Gresser und Familie.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 19. Auguſt.
Dünger=Verſteigerung um 8 Uhr in der
Ar=
tillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 61).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für des Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Kurſe vom 16. Auguſt 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Sſ.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,20
74,4
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,
3½ do. Conſols . . . 84,2.
74,40
do.
do.
97,70
4 Bad. Staatsanleihe.
90,80
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,70
82,75
3½
do.
3
74,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,20
3 do. do. (unk. 1918) 96,50
13½
do.
82,90
72,30
do.
3 Sächſiſche Rente.
75,50
4 Württemberg unk. 1921 97,50
3½
do. v. 1875 94,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 96,50
1¼ Griechen v. 1887 . 56,00
4 Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 86,60
4 do. Goldrente . . . 91,60
do. einheitl. Rente 81,70
3 Portug. unif. Serie I. 61,00
3 do. unif. Ser. III 64,60
3
do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 99,80
do.
v. 1890 . . 94,10
4 do.
v. 1905 . . 88,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,10
4 do. v. 1902 . . . . 90,00
4½ do. v. 1905 . . . . 99,60
3½ Schweden . . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895
80,50
4 Türk. Admin. v. 1903 78,00
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar, Goldrente . . . 86,30
4 do. Staatsrente. . . 82.20
In Proz.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 98,00
82,60
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,60
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,70
4½
90,90
do.
4½ Japaner . . . . . . . 91,50
5 Innere Mexikaner. . . 80,60
3
50,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 74,25
5 Gold=Mexikaner . . .
-
3 Buenos Aires Provinz 65,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten,
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 138,90
7 Nordd. Lloyd . . . . . 117,00
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 126,50
Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 113,30
6 Baltimore und Ohio . 99,00
6 Schantungbahn . . . . 122,60
8 Luxemb. Prince Henri
Oeſt. Südbahn (Lomb.) 27½
6 Pennſylvania R. R.
Induſtrie=
Leh
Aktien.
Div.
4 Brauerei Werger
60.00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
.544,00
Fabrik . .
4 Chem. Fabrik Gries=
. . .235,00
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 610,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 335,50
10 Cement Heidelberg . . 144,50
30 Chem. Werke Albert 441,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 316,75
5 Lahmener. . . . . . .
Letzte
Mee.
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 150,20
12 Siemens & Halske 214,75
5 Bergmann Electr. . . 126,00
10Deutſch. Ueberſee Electr. 163,50
69,50
0 Gummi Peter . .
0 Kunſtſeide Frankfurt
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 401,50
9 Maſchinenf. Babenia 145,00
0 Wittener Stahlröhren 129,80
9 Steana Romana Petr. 157,7
15 Zellſtoff Waldbof . . 220,00
12,83 Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 204,90
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 70,00
0 Südd. Immobilien . 50,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede .
166,80
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 216,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 143½
10 Gelſenkirchener . . . . 181½
9 Harpener . . . . . . . 187,00
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 252,60
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 76,50
6 Laurahütte . . . . . . 163,75
10 Kaliwerke Aſchersleben
13
Weſteregeln 186,25
7½ South Weſt Africa 112,60
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 88,80
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 72,60
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,70
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,70
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 96,30
73,60
do.
In Pro,
(20.
2¾/1 Oeſt. Säbb. (Lomb.) 52,60
74,30
3 Raab=Oedenburg .
4 Kronprinz Rudolfbahn 87,30
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 85,10
4½ Moskau=Kaſan . .
84,70
4
do.
4 Wladichawchas .. 86,40
4 Rjäſan Koslow . . . . 85,00
3 Portugieſ. Eſenb. .. 74,00
4½
do.
68,00
2¼/10 Livorneſer . .
3 Salonique=Monaſtir . 62,50
79,50
4 Baadadbahn . . . .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 92,00
Miſſouri=Paciſte. . .
4 Northern=Pacifie . . . 95,40
4 Southern=Pacifie . . . 91,30
5 St. Louis und San
Franeisco. . . . .
-
* Tehuanteper . . .. . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich .
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 143,20
9½ Berlin. Handelsgef. .158,25
Darmſtädter Bank . 114,30
61.
12½ Deutſche Bank . . . 243,50
6 Deutſche Vereinsbank 115,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 111,70
10 Diskonto=Kommandit 182,50
8½ Dresdener Bank 147,50
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,00
6½ Mitteld. Kreditbank 113,40
7 Nationalb. für Deutſchl. 114,25
Pfälziſche Bank. . . . 122,90
133,00
6,95 Reichsbank . . .
Rhein. Kreditbank. . .127,20
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 107,00
7½ Wiener Bankverein . 131,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 54 60
Zt.
InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
85,20
S. 19. . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
bo.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
31
84,40
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,80
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 96,80
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,40
S. 3—5 . . . . . . . . 84,20
S. 9—11
84,30
, „„
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
34
do.
84,40
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) 94,60
3½ do. (unk. 1914) . . 83,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,60
3½
84,80
do.
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . .
94,60
3½ do.
86,
4 Frankfurt. . . . . . . 96,2
3½
96,00
do.
4 Gießen . . . . . . . . 93,40
85,50
31
do.
4 Heidelberg . . . . . . 93,70
84,00
do.
3½
4 Karlsruhe . . . . . . 95,00
31
do,
4 Magdeburg. . . . . .
-
3½
do.
-
Mainz . . . . . . . .
3½
do.
85,00
Mannheim . . . . . . 94,00
3½
89,00
do.
München . . . . . . . 94,80
3½ Nauheim . . . . .
4 Nürnberg. . . . . . . 93,20
3½
do.
4 Offenhach.
--
It.
InProz.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . —
3u
do.
Worms. . . . . . . . 94,00
3½
85,50
do.
4 Liſſaboner v. 1886 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 135,10
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Js. 100 73,30
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 181,00
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 —
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . .
Braunſchweiger Tlr. 20 193,00
Freiburger . . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs.45
do. . . . . Fs.10 38,00
fl. 7 34,80
Meininger . . .
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,00
do. v. 1858fl. 100 502,00
Ungar. Staats . . fl. 100 385,00
Venediger . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 159,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 26,38
20 Franks=Stücke . . . . 16, 19
Amerikaniſche Noten. . : 4,19½
Engliſche Noten . . . . . 20,40
Franzöſiſche Noten. . . . 81,05
Holländiſche Noten. . . . 168,55
Italieniſche Noten . . . . 78,85
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,65
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto.
Reichähank=Lomhard gaf. 70
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
Nummer 192.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 deutſche Schäferhunde. 1 Foxterrier (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(17327
Aufnahme der Viehbeſtände in Ausführung
des Reichsviehſeuchengeſetzes.
Die Liſte der hieſigen Beſitzer von Rindvieh, die nach den
Be=
ſtimmungen des Ausführungsgeſetzes zum Reichsviehſeuchengeſetz
und des Geſetzes über die Entſchädigung für an Maul= und
Klauen=
ſeuche gefallenes Rindvieh beitragspflichtig ſind, liegt vom 13. bis
einſchließlich 20 ds. Mts. im Stadthaus, Zimmer Nr. 56, offen.
Einwendungen ſind ebendaſelbſt während der Offenlage vorzubringen.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
(17002mso
Knaben=Arbeits=Anſtalt.
Die Feier des Ludwigsfeſtes findet Montag, den 25. Auguſt
d. Js., nachmittags 3 Uhr ſtatt.
Die Eltern und Lehrer der Kinder, welche die Anſtalt beſuchen,
ſowie alle Freunde der Anſtalt werden hierzu freundlichſt eingeladen.
Zur Unterhaltung der Teilnehmer wird, wie in früheren Jahren,
eine Verloſung ſtattfinden, wobei jedes Los einen Blumenſtock
gewinnt.
Loſe zu 20 Pfg. ſind von jetzt ab bis zum 23. d. Mts. im
Stadthaus, Zimmer Nr. 39, am Feſttage aber nur in der Anſtalt zu
erhalten.
Für diejenigen Teilnehmer, die den Spielen der Knaben
un=
geſtört zuſehen wollen, ſind beſondere Sitzplätze (Gebühr 10 Pfg.)
eingerichtet.
Getränke, Kuchen und andere Speiſen ſind wie in den
Vor=
jahren erhältlich
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
(17307os
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des
Waſſer=
rohrnetzes in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 18. zu Dienstag, den
19. ds. Mts. werden geſpült:
die Spülbezirke I und II.
In dieſe Bezirke fallen alle Straßenzüge ſüdlich der
Bismarck=
ſtraße, weſtlich vom Paradeplatz, nördlich des Teiles der Rheinſtraße
zwiſchen Ernſt=Ludwigs=Platz und Wilhelminenſtraße, weſtlich des
Teiles der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Rheinſtraße und
Heinrichs=
ſtraße, weſtlich vom Wilhelminenplatz, nördlich des Teiles der Heinrichs
ſtraße von der Wilhelminenſtraße bis zur Heidelberger=Straße, öſtlich
des Teiles der Heidelberger=Straße, zwiſchen Heinrichsſtraße und
Eſchollbrücker=Straße, nördlich der Eſchollbrücker=Straße, zwiſchen
Heidel=
berger=Straße und Stadtallee, nördlich der Stadtallee von der
Eſcholl=
brücker=Straße bis zur Main=Neckar=Bahn und öſtlich der Main=Neckar=
Bahn zwiſchen Stadt=Allee und Bismarckſtraße.
Von den dieſe Spülbezirke umgrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Bismarckſtraße, die oben angegebenen Teilſtrecken
der Wilhelminenſtraße und der Heinrichsſtraße und die Nordſeite der
Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigsplatz und Wilhelminenſtraße.
Ferner wird noch mitgeſpült die Frankfurter=Straße, zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 20. zu Donnerstag,
den 21. ds. Mts. werden geſpült:
die Spülbezirke III und IV.
In den Spülbezirk III fallen ſämtliche Straßenzüge nördlich
der Bismarckſtraße und weſtlich der Frankfurter=Straße, ſowie die
Straßenzüge nördlich der Holzhofallee und weſtlich der Main=Neckar=
Bahn.
Von den dieſen Bezirk umſchließenden Straßen werden
mitge=
ſpült die Frankfurter=Straße von der Kahlertſtraße aus in der Richtung
nach Arheilgen und die Holzhofallee.
In den Spülbezirk IV fallen die Straßenzüge öſtlich des Teiles
der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Heinrichs= und Rheinſtraße, ſüdlich
des Teiles der Rheinſtraße, zwiſchen Wilhelminenſtraße und Ernſt=
Ludwigs=Platz, ſüdweſtlich vom Ernſt=Ludwigs=Platz und Marktplatz,
ſüdweſtlich und weſtlich der Kirchſtraße, weſtlich des Teiles der
Karlsſtraße, zwiſchen Kirchſtraße und Heinrichsſtraße und nördlich des
Teiles der Heinrichsſtraße, zwiſchen Karls= und Wilhelminenſtraße.
Von den dieſen Spülbezirk eingrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Kirchſtraße, die oben angegebenen Strecken der
Karls= und Heinrichsſtraße, ſowie die Südweſtſeite des Ernſt=Ludwigs=
und des Marktplatzes und die Oſtſeite des Wilhelminenplatzes, ferner
wird mit dieſem Bezirk geſpült die Kapellſtraße.
3. In der Nacht von Samstag, den 23. zu Sonntag, den
24. ds. Mts. werden geſpült:
die Spülbezirke VI und VII.
Dieſe Bezirke liegen einmal zwiſchen Dieburger= bezw.
Alexander=
ſtraße und Heinrichsſtraße und erſtrecken ſich ferner vom Parade=,
Ernſt=Ludwigs= und Marktplatz, ſowie der Kirch= und Karlsſtraße bis
zum Woog und der Odenwaldbahn; ausgeſchloſſen iſt die
Mathilden=
höhe, ſowie die Alexander= und Dieburger=Straße ſelbſt.
Darmſtadt, den 13. Auguſt 1913.
(17158so
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
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Trainkompagnien an der Eſchollbrückerſtraße ſüdweſtlich der Main=
Neckarbahn ſollen in einem Loſe öffentlich vergeben werden. Die
Zeichnungen und Bedingungen liegen im Geſchäftszimmer des
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baubüros an der Eſchollbrückerſtraße während der Dienſtſtunden,
vormittags von 9—12 und nachmittags von 3—6 Uhr, offen aus.
Daſelbſt können die Verdingungsunterlagen zum Preiſe von 0,75 Mk.
gegen poſt= und beſtellgeldfreie Einſendung des Betrages bezogen
werden. Das ausgefüllte Angebot nebſt den vorgeſchriebenen Proben
ſind verſiegelt, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bis
Donners=
tag, den 21. Auguſt 1913, 10 Uhr vormittags, an genanntes
Geſchäftszimmer poſt= und beſtellgeldfrei einzuſenden, zu welchem
Zeitpunkt die Eröffnung erfolgt.
(17306
Die Zuſchlagsfriſt beträgt 3 Wochen.
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Heft 2 Jahrgang 1912
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Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.—
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Darmſtadt, 16. Auguſt 1913.
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Am Mittwoch, den 20. Auguſt
ds. Js., 11 Uhr vormittags,
wird auf dem Hofe der
Artillerie=
kaſerne, Heidelberger Straße in
Darmſtadt, die Matratzenſtreu von
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kauft.
(17204so
Darmſtadt, 15. Auguſt 1913.
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Nummer 192.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
Seite 9.
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23
Hartkopf ging hinaus. Sie ſtand wieder und lauſchte
mit geſpanntem Ausdruck und fliegenden Pulſen.
Hart=
kopf ſprach leiſe, ſie verſtand ihn nicht. Aber Eberhardt
von Drewensberg rief laut und heftig: Sie muß mir doch
glauben, wenn ich es ihr auf mein Ehrenwort verſichere!
Hartkopf fiel ihm ins Wort. Er ſchien begütigend
auf ihn einzureden, doch wieder mit vorſichtig gedämpfter
Stimme — gleich darauf ſchnappte die Korridortür ins
Schloß, Drewensberg war gegangen.
Hartkopf kehrte ins Zimmer zurück. Anita hatte ſich
in einen Seſſel fallen laſſen. Sie zupfte nervös an ihrem
Taſchentuch und wagte nicht, den alten Freund anzuſehen.
Er ſchritt ſeiner Gewohnheit gemäß im Zimmer auf
und ab, ſchob im Vorbeigehen hier einen
Nippesgegen=
ſtand, dort eine Decke oder einen Stuhl zurecht, blieb von
Zeit zu Zeit am Bücherregal ſtehen und ſchien die Titel
der Werke auf den Rückſeiten der Bände zu ſtudieren.
Beide ſprachen kein Wort, bis Heini ſeinen Lockenkopf
vor=
ſichtig zur Tür hereinſteckte und bettelte: „Mutti, Du
kommſt ja gar nicht, mich holen! . . . Wo iſt denn Onkel
Eberhardtchen?
Da richtete ſich Anita haſtig auf und ſtreckte ihm die
Arme entgegen: Komm her, Liebling, auf Muttis Schoß!
Er kletterte hurtig auf ihre Knie und wollte ſie mit
Fragen beſtürmen, aber ſie zog ſeinen Kopf an ihre Bruſt
und ſchloß ſeinen Mund mit einem Kuß. Still, Heini!
Nachher erzähle ich Dir das ſchöne Märchen vom
geſtiefel=
ten Kater.
Hartkopf blieb vor den Beiden ſtehen und ſah kummer=
voll auf Anita herab. Wiſſen Sie, was Eberhardt von
Drewensberg wollte, Anita?
Ich will es nicht wiſſen — es geht mich nichts an!
Es geht Sie ſehr viel an, und Sie müſſen es wiſſen!
Vermitteln wollte er zwiſchen Ihnen und ſeinem Vater.
Da lachte ſie ſchneidend auf. Zu weſſen Gunſten
denn? Entweder hat ſein Vater dieſe Vermittelung
be=
ſtellt oder er weiß nichts davon, und dann wird er ſie ſo
wenig annehmen wie ich. Daß Sie, der Sie doch ſonſt
ein Peſſimiſt ſind, das glauben können!
Ich bin eben nicht blind vor Zorn, Erbitterung und
Haß — oder vielleicht Furcht!
Furcht? Sie warf den Kopf verächtlich in den Nacken.
Etwa vor Eberhardt von Drewensberg?
Ja, ſagte er, ſie ſcharf anſehend, das muß ich jetzt
manchmal glauben. — Und nun hören Sie, Anita: Wenn
Sie fortfahren, durch dieſe ſchroff ablehnende Weiſe jede
Einigung mit der Familie Drewensberg unmöglich zu
machen, ſo könnte ich, als Heinis Vormund, in die für uns
alle ſehr fatale Lage verſetzt werden, mich in Widerſpruch
mit Ihnen zu befinden und gegen Ihren Willen nach
eigenem Gewiſſen zu handeln, wie es mir meines
Mün=
dels Wohl notwendig macht.
Hartkopf, das ſagen Sie mir?
Ja, das ſage ich Ihnen, damit Sie gewarnt ſind.
So iſt alſo die ganze Welt gegen mich verſchworen?
Am allermeiſten Sie ſelber gegen Ihr eigenes
Wohl=
ergehen! Sie ſagen: Ich kann nicht anders! und
ver=
langen, daß das reſpektiert wird, und ſo werden Sie es
auch reſpektieren müſſen, wenn ich als Heinis Vormund
ein gleiches: Ich kann nicht anders! dem entgegenzuhalten
gezwungen ſein ſollte. Einſtweilen hoffe ich noch, Sie
nehmen Vernunft an.
Anita ſtrich ſich mit zitternden Händen das Haar
aus der Stirn. Ich ſehe einſtweilen nur, daß ſich auch
mein beſter, mein einziger Freund noch gegen mich wenden
will — darüber hinaus kann ich nicht denken.
Gegen Sie wenden? Nein, für Sie, nur gegen Ihren
Willen! Manchem Menſchen muß man ſein Glück
auf=
zwingen.
Heini hatte ſchon mehrmals verſucht, das Geſpräch
der Erwachſenen zu unterbrechen, jetzt gelang es ihm
end=
lich. Er ſtreichelte der Mutter Geſicht und ſagte: Mutti,
Du ſollſt doch nicht immer Onkel Eberhardtchen fortſchicken!
Er ſoll doch Heini neue Attalariſten bringen.
Schäme Dich, Heini! Ich muß ja Deinen Onkel
fort=
ſchicken, damit Du ihn nicht immer anbettelſt.
Aber, Mutti, zwei von den Attalariſten haben doch
keinen Kopf mehr. Die Grenadiere haben ihn abgeſchießt.
Und nun muß ich doch neue Attalariſten haben und eine
Faule=Greten=Kanone, ſagt Tante Gittachen, und Onkel
Eberhardtchen wird ſie mir ſchenken — ganz gewiß!
Und wenn Dir nun die Mutter ſagt, ſie wünſcht nicht,
daß Du von dem Onkel Eberhardt ſprichſt — wirſt Du
dann endlich folgen?
Aber, Mutti, mit Väterchen Harto und Tante Gitta
darf ich doch von ihm ſprechen, ja?
Anita ſtöhnte auf. Dieſer Drewensberg ſpukt wie ein
unſeliger Geiſt in meiner Umgebung umher. Wohin ich
blicke, tritt er mir entgegen. Nicht einmal mehr meines
Mannes Bild kann ich anſehen, ohne daß mir ſeines
Bru=
ders Augen daraus entgegenblicken.
Warum kämpfen Sie da noch ſo verzweifelt an gegen
etwas, was doch ſtärker iſt als Sie? fragte Hartkopf.
Stärker als ich? Das wollen wir erſt ſehen, Harto!
Anita vermied es ſelbſt Hartkopf gegenüber, auf das
Thema zurück zu kommen. Sie hatte ihr Tagewerk in
vollem Umfange wieder aufgenommen. Ihrem Weſen
merkte man nicht an, daß die Sorgen noch ſchwerer auf
Nummer 192.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
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ihr laſteten als vorher; nur die durchſichtige Bläſſe ihres
Geſichts und ein bitterer Zug um die Lippen zeugten von
inneren Kämpfen und ſchlafloſen Nächten.
Und zu den alten Sorgen traten noch neue. Die
Som=
merferien hatten begonnen, und die meiſten ihrer
Schü=
lerinnen beurlaubten ſich auf unbeſtimmte Zeit. Natürlich
bezahlten ſie den Ausfall nicht. Anitas Hoffnung, durch
Brigittes Empfehlung neue Schülerinnen zu erhalten,
er=
wies ſich als trügeriſch. Fräulein von Steltz erklärte
ein=
fach, jetzt, im heißen Sommer, ſei für Anita eine
Ruhe=
pauſe ſo dringend notwendig, daß ſie es ſich zur Sünde
anrechnen würde, zu ihrer Einkerkerung im Zimmer
bei=
zutragen. Sie ſolle ſchleunigſt verreiſen, ans Meer oder
ins Gebirge, das ſei einfach Pflicht der Selbſterhaltung
für eine Frau in anſtrengendem Berufe; eine preiswerte
Penſion würde ſie ihr nachweiſen können. Nach den Ferien
würde ſie dann mit neuer Luſt und Kraft an ihre Arbeit
gehen.
Aber Brigitte und Hartkopf verſuchten vergebens, ſie
zu einer Erholungsreiſe zu bewegen. Anita tat, was ſie
für richtig hielt; ſie annoncierte ſich in einer Zeitung als
Muſiklehrerin. Da ſie fürchtete, eine Nennung ihres
Namens könnte der Familie Drewensberg eine Handhabe
gegen ſie geben, erbat ſie Anmeldungen unter einer
Chiffre.
Die Anonymität veranlaßte einige Lebemänner, ein
pikantes Abenteuer hinter der Annonce zu wittern, und
ſie meldeten ſich als Schüler an. Der eine, ein
lebens=
luſtiger junger Mann in guten Verhältniſſen, Student der
Medizin, der nur des Abends von acht Uhr an frei war,
der andere ein Mann in beſten Jahren, wohl konſerviert,
aus vornehmer Familie, unabhängig und in glänzender
Lebensſtellung.
Anita zerriß die Briefe empört in kleine Fetzen,
Tränen der Scham in den Augen. Es blieben nur noch
zwei Anerbietungen von Schülern, ein junger Beamter
wollte ſich in der Muſik vervollſtändigen, und eine
Kon=
toriſtin wünſchte jeden Sonntag zwei Stunden
Unter=
richt, da ſie in der Woche nicht Zeit habe. Der erſtere
ſchied von vornherein aus, da Anita, durch die Offerten
der Lebemänner erſchreckt, nur noch Damen unterrichten
wollte, die andere war wenig verlockend. Das junge
Mädchen ſchrieb, ſie könnte nur eine Mark fünfzig für zwei
Stunden zahlen; aber Anita würde trotz des geringen
Honorars dem jungen Mädchen gern Stunden erteilt
haben, wenn es nicht am Sonntag geſchehen ſollte. Den
hatte ſie ein für allemal ausſchließlich für Heini reſerviert.
Ein Tag in der Woche mußte dem Kinde gehören, das war
ſie ihm und ſich ſelber ſchuldig.
So annoncierte ſie noch einmal unter anderer Chiffre
und betonte, daß ſie nur weibliche Schüler aufnehme. Der
Erfolg war nicht viel größer als das erſtemal. Die Zeit
war zu ungünſtig gewählt. Alle Welt war ja auf Reiſen,
und wer ſich daheim befand, hatte nicht Luſt, in der
Hunds=
tagsglut zu ſtudieren. Sie erhielt zwei Schülerinnen, die
je zwei Stunden in der Woche beanſpruchten. Die eine
bezahlte das geforderte Honorar, die andere drückte es
herunter.
Anita war ganz mutlos, und zum erſtenmal ſtieg, wie
ein Geſpenſt, ernſthaft die Furcht in ihr auf, daß ſie
ein=
mal für längere Zeit krank und erwerbsunfähig werden
oder nicht genug Stundenſchülerinnen bekommen könnte,
um ihre Lebensführung auf dem Niveau zu halten, das
Heinis dereinſtiger Stand als Offizier und Majoratserbe
auf der Drewensburg erforderte. Was dann?
Ihre Gefundheit war immer gut geweſen. Sie hatte
ſich ſtark und mutig gefühlt und gemeint, ſie könne gac
nicht krank werden, weil ſie es nicht dürfe. Und wenn ſie
früher Hartkopfs oder Brigittes Drängen, ſich nicht
über=
mäßig anzuſtrengen, mit der Begründung zurückwies, ſie
müſſe allen Verdienſt mitnehmen, damit ſie in der Zeit
etwaiger Krankheit und Arbeitsunfähigkeit nicht Not zu
leiden brauchte, hatte ſie dabei doch nie eine wirkliche
Be=
unruhigung empfunden. Sie würde ja doch nicht krank
werden.
Jetzt aber fühlte ſie ſich oft recht elend und mutlos.
Ihre Elaſtizität ſchien mehr und mehr zu ſchwinden, und
manchmal, wenn ſie ſich des Abends körperlich und ſeeliſch
zermürbt zu Bett legte, packte ſie die Angſt, ob ſie am
Morgen imſtande ſein würde, zur Arbeit aufzuſtehen.
Die Sorge um den Broterwerb verfolgte ſie
unab=
läſſig, trieb ſie ruhelos umher, wurde zur fixen Idee bei
ihr. Heini durfte nichts abgehen, aber ihre eigenen
Be=
dürfniſſe ſchränkte ſie auf das Allernotwendigſte ein, und
ſie würde ſich an manchen Tagen das Mittageſſen verſagt
haben, wenn Hartkopf nicht gerade jetzt gebeten hätte, bei
ihr ſpeiſen zu dürfen. Das Küchenperſonal in ſeinem
Reſtaurant habe gewechſelt und der neue Koch verſtünde
ſein Metier ſchlecht, das Eſſen ſei miſerabel, während die
Mutter Müllern gut koche. Und lächelnd fügte er hinzu,
er könne aber leider nicht mehr Penſion zahlen wie im
Reſtaurant.
Die Mutter Müllern war einverſtanden, Heini
ent=
zückt von der Ausſicht, daß Väterchen Harto bei ihnen eſſen
würde. Was konnte da Anita degegen einwenden? So
erſchien an jedem Mittag ein kräftiges Mahl auf dem Tiſch,
und Anita war oft erſtaunt, wie die Mutter Müllern mit
dem ihr zur Verfügung ſtehenden Wirtſchaftsgelde ſo viel
Opulenz bewerkſtelligen konnte. Aber die meinte: Sie
glauben nicht, wie ſo ein Zuſchuß von einer Mark täglich
wirtſchaften hilft, und ſie lachte über ihr ganzes behäbiges
Geſicht dabei.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 192.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
Seite 11.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Die Lawn=Tennis=Meiſterſchaften von Deutſchland
wurden bei dem Internationalen Lawn=Tennis=Turnier
in Hamburg trotz regneriſchen Wetters weiter gefördert.
Im Herren=Einzelſpiel um die Meiſterſchaft von
Deutſch=
land ſchlug in der erſten Runde H. Schomburgk mit 6:2,
6:4 leicht P. Soſſida, in der zweiten Runde Kinzl mit
6:4, 6:1 Krutiſch, Dr. Haſelden 611, 610, Jeß, Köpcke 6.2,
7:5 Samſon. Im Damen=Einzelſpiel um die
Meiſter=
ſchaft von Deutſchland ſchlug in der 2. Runde Frl. Rieck
mit 6.2, 6.2 Frl Meinhold, Frl. Köring mit 6:4, 644 Frl.
Fick, Frl. Pfeiffer mit 611, 3:6, 6.2 Frau Müller, Frl.
Wegener mit 611, 622 Frl. Eichenberg. In der 3. Runde
fertigte Frau Bruckmeyer mit 6:0, 5:7. 6:4 Frl. Goßler ab,
Frl. Peterſen mit 3:6, 6:4, 60 Frl. Herquiſt und Frl.
Herta mit 7.5, 6:4 Frl. Kleinſchmidt.
Landwirtſchaftliches.
— Berlin, 16. Aug. Wöchentlicher
Saaten=
ſtandsbericht der Preisberichtsſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats. Durch das
in der Berichtswoche herrſchende kühle und feuchte Wetter
wurde die Getreideernte im ganzen Reich ſtark behindert.
Dabei waren die Niederſchläge ſehr ungleichmäßig
ver=
teilt, und da, wo ſie für die Futter= und Hackfruchternte
hätten von Nutzen ſein können, wurde ihre Wirkung durch
den Umſtand beeinträchtigt, daß die Temperaturen
erheb=
lich unter ihren normalen Werten lagen. Namentlich die
Nächte waren recht kühl, ſo daß die Hackfrüchte trotz des
Regens keine entſprechenden Fortſchritte im Wachstum
machen konnten. Aus dem gleichen Grunde verzögert ſich
die Reife der Halmfrüchte. Es bezieht ſich dies in der
Hauptſache auf Winter= und Sommerweizen, ſowie auf
Hafer, von welchen Getreidearten noch größere Flächen
der Aberntung harren. Die Gerſte war zwar meiſt
ge=
mäht, aber noch nicht überall geborgen, und auch von dem
Roggen ſind hier und da noch Reſte im Felde, deren
Be=
ſchaffenheit durch den andauernden Regen zu leiden droht.
Die Druſchergebniſſe des Roggens entſprechen vielfach nicht
den Erwartungen. Während auf beſſeren Böden, ſofern
die Junifröſte nicht geſchadet haben, befriedigende
Erträg=
niſſe erzielt wurden, ſollen die Ergebniſſe auf den
leichte=
ren Bodenarten häufig ſehr zu wünſchen übrig laſſen. Mit
dem Ertrage der Gerſte iſt man im allgemeinen zufrieden;
ſie zeigt meiſt ein gut ausgebildetes Korn, doch hat ihre
Farbe vielfach durch Regen gelitten. Den Futterpflanzen
kam die Feuchtigkeit noch zuſtatten, ausgenommen in den
bis vor kurzem unter Trockenheit leidenden Gebieten
Mit=
teldeutſchlands, wo der zweite Schnitt ſtellenweiſe
voll=
ſtändig ausfällt. Für das Einbringen des gut
gewach=
ſenen und in vielen Gegenden bereits geſchnittenen
Grum=
mets iſt jetzt trockenes Wetter erwünſcht. Die Kartoffeln
leiden vielfach unter Krankheiten, auch macht ſich bei den
frühen Sorten Fäulnis bemerkbar. Die Zuckerrüben
zei=
gen üppiges Blattwerk und haben jetzt wohl genügend
Feuchtigkeit erhalten, um ſich bei Wärme und Sonnenſchein
günſtig weiter entwickeln zu können.
Handel und Verkehr.
— Patentanmeldungen. (Mitgeteilt von
Dipl.=Ing. Klemens Herszberg u. Co., Patent= und
In=
genieur=Bureau Darmſtadt, Rheinſtraße 19. 50 d. R. 36 146.
Vorrichtung zum Sichten von Feingut. Bertha Roth. geb.
Gebhart, Eberſtadt bei Darmſtadt, 16. 8. 12. —
Patent=
erteilung. 81e. 263 644. Saugluftförderanlage für
Schüttgut, insbeſondere heiße Aſche, Schlacke und
der=
gleichen. Dipl.=Ing. Fritz Hartmann=Darmſtadt,
Guten=
bergſtraße 37. 24. 2. 12. H. 56 966.
H. Frankfurt a. M., 16. Aug. (
Börſenwochen=
bericht.) Die erſte Wochenhälfte entſprach nicht den
Verſuchen der Spekulation, eine ausgiebige Hauſſe
herbei=
zuführen; es machte ſich vielmehr eine ſchwächere Haltung
bemerkbar. Und zwar iſt es der knappere Geldbeſtand,
der in den letzten Tagen neuerdings eine Verſchärfung
erfahren hat und infolgedeſſen der einſetzenden
Geſchäfts=
belebung einen großen Dämpfer aufſetzte. Der
Privatdis=
kont ſtieg auf 5¼ Prozent, und es hat allen Anſchein, daß
der Satz vorerſt nicht herabgeht. Zunächſt iſt zu
berück=
ſichtigen der Kapitalbedarf der Landwirtſchaft, der nach
den bisherigen Erfahrungen nach der Ernte am erſten
auf=
tritt und der aus dem Bedürfnis unſerer Landwirte, ihre
Erträgniſſe recht raſch und gewinnbringend zu verwerten,
entſpringt. Jahr für Jahr tritt die Landwirtſchaft im
Herbſt mit hohen Anforderungen an den Geldmarkt. Dies
macht ſich jetzt bei der guten Ernte bemerklich. Dazu
kommt, daß die Goldzufuhr aus Südafrika trotz der
opti=
miſtiſchen Meldungen über den Minenarbeiterſtreik in den
beiden letzten Monaten nachgelaſſen hat, was bei der
Geld=
knappheit vorausſichtlich auch nicht ohne Nachwirkungen
bleiben wird. Endlich iſt mit Sicherheit anzunehmen, daß
jetzt, wo die politiſche Lage am Balkan ihrer Klärung
nähergekommen iſt, die Balkanſtaaten nicht allzu lange
warten werden, um mit hohen Anforderungen an den
internationalen Geldmarkt heranzutreten.
Zeitungsmeld=
ungen ſprachen bereits von Kapitalbedürfniſſen für
Ser=
bien und Bulgarien je in Höhe von etwa 600 Millionen
und Griechenland ſogar von 700 Millionen Francs. Das
wird auch für Deutſchland, obwohl es ſich ſeit der letzten
Kriſe ſchon erheblich gegen die Schwankungen am
inter=
nationalen Geldmarkt gefeſtigt hat, ſeinen Einfluß nicht
verfehlen. Von nicht zu unterſchätzender Bedeutung für
die Lage des Geldmarktes iſt jedoch die Getreideernte,
deren außerordentlich günſtiger Ausfall ſpäterhin vielleicht
zu einer Erleichterung des Geldmarktes nicht unerheblich
beitragen dürfte. Zweifellos iſt ein Sinken der Preiſe
für vegetabiliſtiſche Nahrungsmittel auf dem Weltmarkte
zu erwarten. Dadurch erhöht ſich die Kaufkraft der untern
Schichten ganz bedeutend und es wird eine nicht
unbe=
trächtliche Menge Geldes frei. Davon zieht aber den
Nutzen nicht nur die gewerbliche Konjunktur im
allge=
meinen, ſondern auch im beſonderen die Lage des
Geld=
marktes. Außer den gewaltigen Anſprüchen der
Balkan=
ſtaaten dürfte auch auf ſeiten der Induſtrie wieder ein
größerer Kapitalbedarf bemerkbar werden. Schon jetzt hat
die gewerbliche Unternehmungsluſt eine merkliche
Beleb=
ung erfahren. Erfreuliche Berichte kommen von der Neu=
Yorker Börſe, wo die verſchiedenen Eiſenbahnwerte,
Uni=
ted Steels=Aktien und beſonders Kupfer Shares ganz
bedeutende Steigerungen erzielten und damit auch in
Deutſchland, das noch ziemlich engagiert iſt, ebenfalls
Nutzen gebracht haben. Die Hauptſache dabei bleibt jedoch,
daß auch der Gewinn rechtzeitig realiſiert wird, denn
Amerika iſt ein Land der Ueberraſchungen und ein raſcher
Tendenzumſchwung an der Tagesordnung, obgleich
dies=
mal die Feſtigkeit ſtabiler zu ſein ſcheint.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, haben
deutſche Renten wieder unter ſtärkeren Abgaben zu leiden
gehabt, anſcheinend auf das teure Geld; doch ſchließen die
4prozentigen Gattungen ziemlich zu den Preiſen der
Vor=
woche. Da auch in den nächſten Tagen verſchiedene
vier=
prozentige Städte=Anleihen, unter anderem der Stadt
Mülhauſen, zum Subſkriptionskurs von etwa 93,40 Proz.
in Darmſtadt bei dem Bankhaus Hermann Wertheim
auf=
gelegt werden, ſo dürften vielleicht Tauſchoperationen
ebenfalls bei den Verkäufen mitgewirkt haben.
Von den ausländiſchen Staatsfonds konnten die
rumäniſchen, bulgariſchen, türkiſchen, ſowie Chineſen
pro=
fitieren; ebenſo ſind mexikaniſche Gattungen auf die
beſ=
ſere Geſtaltung der diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen
Mexiko und den Vereinigten Staaten anſehnlich erholt.
Serben waren kaum verändert und 1902er Ruſſen eher
ſchwächer. Am Markt für Transportwerte bekundeten
beſonders Südbahn=Aktien und Südbahn=Prioritäten
recht gute Haltung, Raab=Oedenburger konnten bis 61,60
avancieren; hingegen wurden Hamburger Paketfahrt und
Norddeutſcher Lloyd ziemlich lebhaft, aber niedriger
ge=
handelt, doch zeigte ſich zeitweiſe wieder größeres
Inter=
eſſe. Schantungbahn gaben mehrere Prozente nach auf
Befürchtungen, daß jetzt, nach Fertigſtellung der Tientſin-
Pukower Bahn, eine teilweiſe Verkehrsentziehung
erfol=
gen dürfte. Bankaktien lagen ſtiller und zum Teil etwas
ſchwächer, nur Darmſtädter, ſowie Reichsbank im Kurs
befeſtigt.
Das Montangebiet war verhältnismäßig am
lebhaf=
teſten und anfangs der Woche kräftig zur Steigerung
dis=
poniert. Dann erfolgte ſtärkere Abſchwächung auf Reali=
ſationen der Spekulation und unbefriedigende Berichte
vom Arbeitsmarkte. Die Mitteilungen in der letzten
Zechenbeſitzerverſammlung des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Kohlenſyndikats und die niedrigen Ausweisziffern des
Stahlwerksverbandes im Monat Juli, in denen ſich die
Konjunktur=Abſchwächung deutlich widerſpiegelt, wirkten
verſtimmend. Während die meiſten Bergwerksaktien mehr
oder minder nachgaben, haben Friedrichshütte auf die
höhere Dividende weſentlich im Kurs gewonnen.
Der knappere Geldſtand hat auch auf dem
Kaſſaindu=
ſtriegebiete ſeinen Einfluß ausgeübt und einiges Material
zum Verkauf gebracht. Relativ feſt waren die Chemiſchen
Werte und von dieſen hauptſächlich Höchſter Farbwerke.
Einzelne Maſchinenaktien, und vorwiegend der
Auto=
mobilbranche, haben Kursverluſte erlitten auf verſchiedene
unkontrollierbare Gerüchte von Arbeiterentlaſſungen;
an=
dererſeits hört man von einer anhaltend außerordentlichen
Beſchäftigung. Da ein großer Teil der Werke in
Erwart=
ung des ſtarken Geſchäftszuwachſes ſeine Fabriken
ent=
ſprechend vergrößerte, ſo iſt ihm durch den Balkankrieg und
den anormalen Geldſtand eine große Enttäuſchung bereitet
worden. Die allenthalben hervortretende wirtſchaftliche
Anſpannung hat die Kaufluſt jedenfalls ſehr beeinträchtigt,
was in erſter Linie Luxusartikel, zu denen Automobile
zum Teil zu rechnen ſind, zu ſpüren haben. Unſere letzthin
gebrachte Notiz, daß die Benz=Gasmotorenfabrik eine
Dividende von 12 Prozent, gegen 10 Prozent, verteilen
wird, findet jetzt offizielle Beſtätigung. Zugleich
beab=
ſichtigt die Geſellſchaft, ihr Aktienkapital um 6 Millionen
Mark auf 22 Millionen Mark zu erhöhen und erwähnt
ferner, daß der Auftragsbeſtand ein zufriedenſtellender ſei.
Elektrizitätsaktien waren zeitweiſe belebter, aber
ſchließ=
lich faſt durchweg niedriger. Akkumulatoren ſchließen 356,
nachdem ſie ſchon den Kurs von 351,25 erreicht hatten.
Neuerdings verlautet, daß das Unternehmen andauernd
normal und gut beſchäftigt ſei; doch iſt darauf
hinzuwei=
ſen, daß das Aktienkapital im vorigen Jahre gerade mit
Rückſicht auf die hohe Dividende um die Hälfte verdoppelt
worden iſt. Dieſe Verdoppelung wird ſich naturgemäß
in der Dividendenbemeſſung bemerkbar machen, obgleich
das Erträgnis des Unternehmens kein geringeres als das
vorjährige ſein dürfte. Die Freitagsbörſe zeigte eine
reſervierte Haltung, da von Wien, wo heute Feiertag, keine
Kurſe eintrafen, und London ſchwächer war. Später
konnte wieder eine Erholung Platz greifen, doch blieb das
Geſchäft geringfügig. Schiffahrtsaktien beſſer, darunter
beſonders Hamburger Paketfahrt, bevorzugt auf die
Nach=
richt, daß in der Pool=Angelegenheit dieſe Geſellſchaft
ihre Forderungen erfüllt bekommen hätte. Benz=Aktien
ſchwankend, 223½ nach 221½.
Ferner ſchließen: 4proz. Reichs von 1913 98.60 G.,
4proz. Reichs (unkündbar bis 1918) 97.70 B., 3½proz.
Reichs 84.35, 3proz. Reichs 74.20, 4proz. Heſſen von 1899
96.45, 4proz. Heſſen von 1906 96.50 B., 4proz. Heſſen von
1908/09 96.45, 4proz. Heſſen (unkündbar bis 1921) 98.20,
3½proz. Heſſen 83.05, 3proz. Heſſen 72.60, 4proz.
Darm=
ſtädter 94.60 G., 3½proz. Darmſtädter 86.30 G., 4proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 23—26) 97.20 G., 4proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 27) 97.40 G., 3½proz. Heſſ. Land.=
Hyp.=Pfdbr. (S. 3—5) 84.20 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (S. 9—11) 84.30 G., 4proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr.
(S. 13—14) 97.20, 4proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 15—16)
97.40 G., 3½proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 1—3) 84.40 G.,
3½proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 4) 84.30 G., 4proz. Naſſ.
Landesbank=Pfdbr. 99, 3½proz. Naſſ. Landesbank=Pfdbr.
91.50, 3proz. Naſſ. Landesbank=Pfdbr. 88 G., Genua=Loſe
206.50, Meininger 34.80, Türkiſche 157.80, Ungariſche 382,
Venediger 63.50, Raab=Grazer Anrechtsſcheine 39.25,
Gothaer Prämie II 114.50, Donau=Regulierung 148 B.,
4proz. Bagdad=Türken 79.30, 4proz. konvert. Türken von
1905/11 74.90, 4½proz. Serben 87, Darmſtädter Bank
114.30, Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft 125.50 G.,
South=Weſtafrika 113.50 G., Otavi=Anteile 109.25, Otavi=
Genußſcheine 83.50, Kaliwerk Werſteregeln 186.75,
Alu=
minium 265, Süddeutſche Immobilien=Geſellſchaft Mainz
50 G., Adlerwerke Kleyer 402, Deutſche Gold= und Silber=
Scheideanſtalt 612¾, Chemiſche Mühlheim a. M. 62, Lack=
und Farbenfabriken Schramm (Offenbach a. M.) 272 G.,
Rütgers=Werke 190½, Akkumulatoren 356, Allgemeine
Elektrizitäts=Geſellſchaft 241½, Brown=Boveri 149.80,
Lederwerke vormals Spicharz (Offenbach a. M.) 82.50,
Ludwigsh. Walzmühle 166, Benz=Motoren 223½,
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. Auguſt 1913.
Nummer 192.
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