Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage; ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Auf die Ermittelung des Mörders des
Kauf=
manns Brechner aus Darmſtadt iſt eine
Beloh=
nung von insgeſamt 2000 Mark ausgeſetzt.
Der Provinzialdirektor der Provinz Rheinheſſen,
Geheim=
rat Dr. Breidert, tritt vom 1. Oktober ab in den
Ruheſtand. Zu ſeinem Nachfolger wurde der
Mini=
ſterialrat Geheimrat Wilhelm Beſt ernannt.
Prinz Heinrich von Preußen iſt am Samstag
in London eingetroffen und hat ſich an Bord der
kaiſerlichen Jacht „Meteor” begeben, die in Cowes
zur Regatta eingetroffen iſt.
*
Bei einem Automobilunfall auf der Jungbuſch=
Neckar=Brücke in Mannheim kamen von den 4
In=
ſaſſen 2 ums Leben.
Gegen die Wahl des Sozialdemokraten Ewald im
Wahl=
kreiſe Zauch=Belzig iſt Proteſt eingelegt worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Die ſozialdemokratiſche
Gewerkſchaftsleitung und der
Werftarbeiterſtreik.
C Man ſchreibt uns: Das Organ der
ſozialdemo=
kratiſchen Gewerkſchaftsleitung beſchäftigt ſich in ſeiner
neueſten Ausgabe mit der Werftarbeiterbewegung. Gleich
den Hauptvorſtänden der Verbände der Metall=, Holz=,
Fabrikarbeiter, der Kupferſchmiede, Schiffszimmerer,
Ma=
ſchiniſten und Heizer, ſowie der Maler nimmt das
gewerk=
ſchaftliche Zentralorgan gegen den Werftarbeiterſtreik
Stellung, indem es ausführt:
Leider haben die Arbeiter zum Teil nicht die Mittel
der friedlichen Verſtändigung erſchöpft, ſondern ſie ſind,
beſonders in Hamburg, ausſtändig geworden, ohne ken
Beginn der von ihren eigenen Organiſationen den
Unter=
nehmern angebotenen Verhandlungen abzuwarten und
natürlich dann auch ohne die Genehmigung der Vorſtände
zum Streik zu haben. Zur Entſchuldigung dieſer
wil=
den Arbeitseinſtellung wird angeführt, daß
die Unternehmer provozierende Maßnahmen ergriffen
(Polizei herangezogen uſw.) hatten und ferner
Vertrauens=
leute der Arbeiter entließen. Daß ſolche Maßnahmen
die Erbitterung der Arbeiter ungemein ſteigern mußten,
iſt gewiß erklärlich; aber die Arbeiter dürfen ſich dadurch
doch nicht dazu treiben laſſen, ihre eigenen
Or=
ganiſationsſatzungen zu ignorieren, die
Maßnahmen ihrer Vertrauensmänner
und Organiſationskeiter zu
durchkreu=
zen, die Verhandlungs= und
Vertrags=
würde ihrer Organiſation aufs Spiel zu
ſetzen, und ſchließlich durften ſie auch nicht außer acht
laſſen, daß die Provokationen der Unternehmer in dieſer
Situation doch nur den Zweck verfolgen konnten, die
Po=
ſition der Provokateure durch unüberlegte Handlungen der
Arbeiter zu ſtärken.”
Was hier über die „Provokationen” der Unternehmer
und die ihnen unterſtellten Abſichten geſagt wird, kann auf
ſich beruhen bleiben; die Hauptſache iſt, daß das Organ
der ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaftsleitung den
Werft=
arbeiterſtreik gemäß den Tatſachen als eine „wilde
Ar=
beitseinſtellung” beurteilt und verwirft. Das
gewerkſchaft=
liche Zentralorgan gibt infolgedeſſen die bekannte
Erklä=
rung der Hauptvorſtände jener oben genannten
Gewerk=
ſchaften vorbehaltlos wieder. Von dieſem Standpunkte
führt keine Brücke zu dem des Vorwärts, der die
Metall=
arbeiter für das Ausharren in dem vertragsbrecheriſchen
Kampfe dadurch gewinnen möchte, daß er ihnen folgendes
vorredet:
„Es wird ſich bei dem außerordentlichen
Verbands=
tage kaum darum handeln können, zu unterſuchen, wer in
dem Streit um die Frage der Diſziplin recht oder unrecht
hat. .. Die nächſte Aufgabe muß ſein, dem
Unternehmer=
tum gegenüber, das durch ſeine Maßregelungen und die
Einſtellung von Streikbrechern vor Ausbruch des
eigent=
lichen Kampfes die ungeſtüme Arbeitsniederlegung
provo=
ſierte, eine geſchloſſene Kampfesfront
herzu=
ſtellen!1
Dieſe Auffaſſung des ſozialdemokratiſchen
Zentral=
organs iſt angeſichts der im Werftarbeiterſtreik
obwalten=
den Verhältniſſe ſchlechthin ſyndikaliſtiſch und anarchiſtiſch.
Um ſie richtig zu würdigen, braucht man nur die obige
Auslaſſung des Organs der Gewerkſchaftsleitung zu leſen.
Zur Lage auf dem Balkan
ſchreibt die Nordd. Allg. Ztg.: Wenn auch nicht alle
Un=
gewißheit über die Entwickelung der Balkandinge
ge=
ſchwunden iſt, ſo beſteht doch kein weſentliches Hindernis
mehr dagegen, daß noch im Laufe der Woche
die Friedensverhandlungen in Bukareſt
beginnen können. Ob vorher erſt in Niſch
militär=
politiſche Beſprechungen über den Eintritt der Waffenruhe
abgehalten werden, erſcheint noch zweifelhaft. Inzwiſchen
hat, trotz allſeitiger Abmachungen, die Türkei ihre
Truppen über die bereits abgenommene Vertragsgrenze
hinausrücken und Adrianopel, ſowie Muſtapha
Paſcha beſetzen laſſen. Die Stellung der Mächte
zu dieſem Vorgehen wurde in der Londoner
Botſchafter=Verſammlung erörtert. Es herrſcht
Einmütig=
keit darüber, daß die Mächte die neueſten
Beſitzverände=
rungen in Thrazien nicht anerkennen. Auch wenn Europa
nicht ſofort Gewalt gegen Gewalt ſetzt, wird die Pforte
im Widerſpruch zu allen Großmächten die von ihren
Truppen gehaltenen Stellungen dauernd nicht behaupten
können. Ein weiteres Eindringen in die benachbarten,
von Verteidigern zurzeit entblößten bulgariſchen Gebiete
würde die Ausſichten der Türkei für die Erfüllung des
Wunſches nach günſtiger Abgrenzung in Europa nicht
ver=
beſſern, ſondern Schwierigkeiten nach ſich ziehen, die
da=
rum nicht weniger groß ſind, weil ſie nicht ſogleich in
vol=
lem Umfang hervortreten. Ohne in Verwickelungen
un=
tereinander zu geraten, werden die Mächte neue
Hin=
derniſſe, die ſich einem haltbaren Friedensſchluß auf dem
Balkan entgegenſtellen, gemeinſam zu beſeitigen wiſſen.
Unter den Verbündeten iſt ein
Einverneh=
men zuſtandegekommen über die Reiſen der
Miniſter=
präſidenten nach Bukareſt, um auf der dortigen
Vereini=
gung Bulgarien den Vorſchlag zu machen, in Niſch eine
Konferenz über den Waffenſtillſtand
ab=
zuhalten zu der gleichen Zeit, wo in Bukareſt über
die Friedenspräliminarien beraten werde. Die
Delegierten ſind bereits nach Bukareſt abgereiſt. Uebrigens
wird beabſichtigt, daß im Falle des Zuſammentretens
der doppelten Konferenz diejenige in Niſch erſt nach der
Benachrichtigung der Konferenz in Bukareſt über den
Waffenſtillſtand entſcheiden dürfte. Wie gemeldet,
ver=
langt die bulgariſche Regierung infolge der Weigerung
der Verbündeten einen Waffenſtillſtand zuzugeſtehen, eine
Friſt von drei Tagen. Man glaubt, daß die
Verbündeten dieſen Vorſchlag ablehnen werden. Man
glaubt, daß ſich die Bukareſter Verhandlungen, trotz der
übertriebenen Bedingungen der Exverbündeten, ziemlich
ſchnell abwickeln werden. Wie Politika meldet, wird
Serbien nach der Verſicherung maßgebender Kreiſe
bei den Friedensverhandlungen folgende
Forderun=
gen ſtellen: Ueberlaſſung aller von der ſerbiſchen
Ar=
mee zum zweiten Male eroberten Gebiete, Regulierung
der alten ſerbiſch=bulgariſchen Grenze, da dieſe
wieder=
holt zu Zwiſtigkeiten Anlaß gab und die Zahlung einer
Kriegsentſchädigung.
Die Berliner Morgenpoſt meldet aus Paris: Laut
Temps hat ſich der Zar bei der Peterhof=Konferenz mit
dem Miniſterpräſidenten Kokowzow und dem Miniſter
des Aeußern Saſonow über die türkiſche Aktion
ſehr ungehalten gezeigt und in dieſem ſpeziellen Falle die
Leitung der ruſſiſchen auswärtigen Politik perſönlich
übernommen. Nach einer anderen Blättermeldung iſt der
Beſchluß Rußlands, die Türkei zur Reſpektierung des
Londoner Vertrages zu zwingen, unwiderruflich. Die
ruſſiſche Regierung habe beſchloſſen, der
Botſchafterkonfe=
renz vorzuſchlagen, Rußland zum Mandatar Europas
ge=
genüber der Türkei zu ernennen, falls keine europäiſche
Macht ſich einem gemeinſchaftlichen Vorgehen anſchließen
ſollte.
Die Zwangsverwaltung
für Böhmen.
* Die Wiener Zeitung veröffentlicht ein
kaiſer=
liches Handſchreiben an den Miniſterpräſidenten
Grafen Stürgkh, worin der Kaiſer in
landes=
väterlicher Fürſorge für das Königreich Böhmen,
deſſen autonome Verwaltung nunmehr zum völligen
Stillſtand gekommen iſt, kraft ſeiner Regentenpflicht
An=
ordnungen getroffen hat, welche die Fortführung dieſer
Verwaltung in die Hand von Perſönlichkeiten ſeiner
Wahl legen und die Erſchließung einzelner, zur Deckung
des dringendſten Bedarfs beſtimmter Einnahmequellen er=
möglichen ſollen. Es iſt der Wunſch des Kaiſers, daß an
die Stelle der durch den Ernſt des Augenblicks notwendig
gewordenen Einrichtungen baldigſt eine neuerliche
gedeih=
liche Wirkſamkeit der verfaſſungsmäßigen Organe der
Landesautonomie treten könnte, wofür die natürliche
Vör=
ausſetzung ein vertrauensvolles Zuſammenwirken der
beiden das Land bewohnenden Volksſtämme bilde. Der
Kaiſer billigt daher die Abſicht der Regierung, in
Fort=
ſetzung ihrer pflichtgemäßen Bemühungen die
Sicher=
ſtellung ſolcher Grundlagen anzubahnen. Das Amtsblatt
veröffentlicht weiter ein kaiſerliches Patent, durch das die
Auflöſung des böhmiſchen Landtages
ver=
fügt und die Regierung damit betraut wird, im
geeigne=
ten Zeitpunkt Neuwahlen vorzunehmen. Ein weiteres
kai=
ſerliches Patent ſetzt einen aus Beamten beſtehenden
Landesverwaltungsausſchuß ein, zu deſſen
Präſidenten das bisherige Mitglied des böhmiſchen
Lan=
desausſchuſſes und Vizepräſident des Reichsgerichts, Graf
Schönborn, ernannt wird. In demſelben Patent wird
die Erhöhung gewiſſer Landesſteuerzuſchläge und die
Ein=
führung einer Bierauflage als Hilfsmittel für die
Fort=
führung des Landeshaushalts verfügt.
In einem Communiqué des Amtsblattes werden die
Verhältniſſe geſchildert, durch welche die
Re=
gierung zu den erwähnten proviſoriſchen Maßnahmen
genötigt wird, und betont, daß mehr denn je für die
Regierung und für die Parteien des Landes ein gerechter
nationaler Ausgleich der Leitſtern und das Ziel des
Han=
delns ſein müſſe. Auf dieſes Ziel weiſe mit feierlichen
Worten das kaiſerliche Handſchreiben hin, das ein neues
koſtbares Unterpfand dafür bilde, daß die Bemühungen
für den nationalen Frieden in Böhmen mit dem größten
Nachdruck aufgenommen werden.
Bekanntlich hat die Obſtruktion der
Deut=
ſchen im böhmiſchen Landtag, die als letztes
Mittel gegen die tſchechiſche
Gewaltherr=
ſchaft den Deutſchen in Böhmen zu nationaler
Gleich=
berechtigung in den gemiſchtſprachigen Bezirken und zur
Selbſtbeſtimmung im reindeutſchen Sprachgebiet verhelfen
ſollte, die ganze Selbſtverwaltung des Kronlandes
Böhmen lahmgelegt, die Ausſchreibung und Erhebung
der Landesumlagen verhindert und die Hilfsquellen des
Landes auf die ſtaatlichen Zuſchüſſe beſchränkt. Mehrere
Jahre hindurch hat der Landesausſchuß gegen den Willen
der deutſchen Beiſitzer, die einfach überſtimmt wurden, und
eigentlich verfaſſungswidrig durch Anleihen die Mittel
be=
ſchafft, die zur notdürftigſten Aufrechterhaltung der
Lan=
deswirtſchaft erforderlich waren. So ſah man nun für
Anfang Auguſt den Augenblick kommen, wo die
böh=
miſchen Landeskaſſen völlig leer ſein würden, und der
Zeitpunkt rückte unaufhaltſam näher, wo die
Landesver=
waltung würde Bankrott erklären müſſen. Dies hatte
not=
wendig die Auflöſung des Landesausſchuſſes zur Folge.
Da dann aber ein Vakuum eintreten würde, das in der
Verfaſſung nicht vorgeſehen iſt, mußte die Regierung aus
eigenem für die Verwaltung des Kronlandes ſorgen, und
das konnte nur durch die Einſetzung einer königlichen
Ver=
waltungskommiſſion mit beſonderen
Verordnungsbefug=
niſſen auch im Steuerweſen ſein.
Viele Politiker glauben, daß die Einſetzung dieſer
Kommiſſion der Zeitpunkt wäre, um dem
Nationalitäten=
hader im Verordnungsweſen ein Ende zu bereiten. Denn
die Hoffnung, daß auf dem Wege gütlicher Verhandlungen
der nationale Ausgleich in Böhmen zuſtande kommen
könnte, iſt ſelbſt bei eingefleiſchten Peſſimiſten völlig
ge=
ſchwunden. Die Notwendigkeit aber, in dem reichſten
Kronlande der Monarchie endlich Ordnung zu ſchaffen,
rechtfertigt dieſen außergewöhnlichen Schritt.
Deutſches Reich.
— Die Regelung des Luftverkehrs. Im
Auswärtigen Amt in Berlin fand zwiſchen Staatsſekretär
v. Jagow und Botſchafter Cambon ein Notenaustauſch
über die Regelung des Luftverkehrs zwiſchen Deutſchland
und Frankreich ſtatt.
— Wahleinſpruch im
Reichstagswahl=
kreiſe Zauch=Belzig=Jüterbog. Die Poſt
teilt mit: „Gegen die Wahl des Sozialdemokraten Ewald
im Kreiſe Jüterbog=Zauch=Belzig iſt von Bürgern der
Stadt Beelitz Proteſt erhoben worden. Der Einſpruch
richtet ſich in erſter Linie gegen die Wahlberechtigung der
dortigen Heilſtättenpatienten. Dieſe wird beſtritten, weil
die Heilſtättenpatienten polizeilich gar nicht gemeldet und
lediglich Logiergäſten eines Hotels gleichgeachtet zu
wer=
den pflegen, ſo daß die Vorausſetzungen für die
Begrün=
dung eines Wohnſitzes, wie ſolcher auf Grund des Wahl=
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Juli 1913.
Nummer
geſetzes für die Ausübung der Wahl an dem betreffenden
Orte gefordert werde, nicht gegeben geweſen wären. Durch
die Aufnahme jener Patienten in die Wahlliſten und die
ihnen dadurch verliehene Wahlberechtigung ſei für dieſe
Wähler, ſo wird in dem Einſpruch ausgeführt, ein
Dop=
pelwahlrecht geſchaffen worden. Der Einſpruch wendet
ſich ferner dagegen, daß bei der Kürze der Zeit nicht habe
nachgeprüft werden können, ob die in die Liſte
aufzuneh=
menden Heilſtättenpatienten die perſönliche
Wahlqualifi=
kation beſaßen. Der Einſpruch glaubt eine erhebliche
Ver=
ſchiebung des Wahlreſultats motivieren zu können, das
zuungunſten des Herrn v. Oertzen auch deshalb ausgefallen
ſei, weil zwiſchen der Bekanntmachung des Ergebniſſes der
Hauptwahl und dem Termin der engeren Wahl nur ein
Zwiſchenraum von drei Tagen gelegen habe, ſo daß auf
Urlaub befindliche Beamte uſw. nicht mehr in der Lage
geweſen wären, ihr Wahlrecht am Stichwahltage
auszu=
üben. Schließlich wird in dem Einſpruch noch darauf
hin=
gewieſen, daß, obwohl die Stichwahl ſich nur auf die
beiden Kandidaten v. Oertzen und Ewald zu beſchränken
hatte, eine Reihe von Stimmen auch noch für den
Kan=
didaten der Fortſchrittlichen Volkspartei abgegeben
wor=
den ſeien. Auch dadurch ſei das Wahlergebnis zugunſten
der Sozialdemokratie beeinflußt worden.”
Der letzte Einwand iſt unverſtändlich, da die
Stim=
men, die bei einer Stichwahl auf einen dritten Namen
abgegeben werden, geſetzlich einfach ungültig ſind.
— Kriegsminiſterium und Krupp=
Pro=
zeß. Neuerlich iſt die Behauptung aufgeſtellt worden, daß
die Anklageakten in der Kruppſache einen Vermerk des
preußiſchen Kriegsminiſteriums enthalten, der wünſcht,
daß im Intereſſe der Landesverteidigung während der
Dauer der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgeſchloſſen
bleiben ſoll. Demgegenüber wird an zuſtändiger Stelle
erklärt, daß ſich in den Akten eine derartige Bemerkung
nicht vorfindet. Das Kriegsminiſterium weiſt es
nach=
drücklichſt zurück, den Verſuch unternommen zu haben, das
Kriegsgericht, dem nach dem Geſetze allein die
Entſchei=
dung über den Ausſchluß der Oeffentlichkeit zuſteht, in
irgendeiner Weiſe zu beeinfluſſen. Vielmehr wird
ver=
ſichert, daß die Kriegsverwaltung kein Intereſſe daran
habe, daß die Verhandlung geheim durchgeführt wird
Allein das Kriegsgericht wird nach ſeinem eigenen
Er=
meſſen zu entſcheiden haben, ob beſtimmte Punkte des
An=
klagematerials im Intereſſe der Landesverteidigung unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit verhandelt werden ſollen.
Der Antrag auf Aufhebung des
Jeſuitengeſetzes den der Reichstag im Frühjahr
dieſes Jahres angenommen hat, liegt, wie mitgeteilt wird
den zuſtändigen Ausſchüſſen des Bundesrats zur
Be=
ſchlußfaſſung vor. Der Bundesrat wird noch in dieſem
Jahre zu dem neuerlichen Aufhebungsantrage Stellung
nehmen. Wie verlautet, wird die bayeriſche Regierung
ihren Antrag auf Aufhebung des Jeſuitengeſetzes im
Bundesrat wiederholen.
Ausland.
Frankreich.
Die Erledigung des Budgets für 1913
dürfte eine neue Verzögerung erfahren, da der
Finanz=
ausſchuß des Senats mehrere von der Kammer
angenom=
mene Anträge abgelehnt hat, ſo insbeſondere den
Zuſatz=
antrag Malwy, wonach vom 1. Januar 1915 ab die
Per=
ſonal= und die Tür= und Fenſterſteuer durch eine geſtaffelte
Einkommenſteuer erſetzt werden. Ferner den Zuſatzantrag
Bréton, wonach das Budget von 1913 im weſentlichen auch
für das Jahr 1914 in Anwendung gebracht werden ſoll.
Der Generalberichterſtatter Aimond ſtellte feſt, daß das
Budget für 1913 einen Fehlbetrag von 222 Millionen und
das für 1914 einen Fehlbetrag von 650 Millionen
auf=
weiſen werde. Die erneute Erörterung des Budgets wird
im Plenum des Senats ſtattfinden.
Der Beſuch des Königs von Spanien. In
politiſchen Kreiſen mißt man dem Beſuche des Königs Al=
fons beim Präſidenten Poincaré, obwohl bisher ſtets
deſſen privater Charakter beſonders betont worden war,
größere politiſche Bedeutung bei. Man erwartet ein
ge=
ſchloſſenes franzöſiſch=ſpaniſches Zuſammengehen gegen
die aufſtändiſchen Riffgebiete. Ferner glaubt man, daß
bei der Unterredung Poincarés mit dem Monarchen auch
das Bahnprojekt Tanger-Fez beſprochen worden iſt. Nach
einer Klauſel des deutſch=franzöſiſchen Marokkovertrages
vom November 1911 kann Frankreich erſt dann an neue
Bahnbauten herantreten, wenn die internationale Linie
von Tanger nach Fez, deren Bau Frankreich und Spanien
gemeinſam zufällt, geſichert und in Angriff genommen iſt
Infolge des langſamen Arbeitens der ſpaniſchen
Inge=
nieure und Behörden iſt aber bisher der erſte Spatenſtich
noch immer verſchoben worden. Präſident Poincaré wird
König Alfons auf die Schäden einer derartigen
Verſchlep=
pung aufmerkſam gemacht haben. Man erwartet daher
eine ſchnelle Förderung des Bahnbaues, wodurch
Frank=
reich in die Lage geſetzt wird, neue Bahnbauten im
Schaujagebiet in Angriff zu nehmen.
Spanien.
Ein ſpaniſch=franzöſiſches Vorgehen
in Marokko? Ueber die Notwendigkeit eines
franzö=
ſiſchen Vorgehens in Marokko läßt ſich der Temps aus
Madrid melden: Der Kammerpräſident Villanueva, der
jetzt aus Marokko zurückgekehrt iſt, wo er die Zone von
Melilla bis Ceuta, ſowie bis Tetuan und Larraſch bereiſte,
hatte eine lange Unterredung mit dem
Miniſterpräſi=
denten und dem Kriegsminiſter, denen er ſeine Eindrücke
aus der genannten Zone im Hinblick auf die ſpaniſche
Ak=
tion mitteilte. Ueber dieſe Unterredung wird zwar
rigo=
roſes Stillſchweigen bewahrt, doch glauben die Zeitungen
zu wiſſen, daß Villanueva die Meinung ausdrückte,
Spa=
nien müſſe ſich unverzüglich mit Frankreich verſtändigen,
im dem Vorgehen und dem Treiben der aufrühreriſchen
Stämme ein Ziel zu ſetzen, die, von den ſpaniſchen
Trup=
pen verfolgt, ſich einfach ſtets in die franzöſiſche Zone
flüchten, um bald darauf wieder die ſpaniſchen Truppen
von neuem anzugreifen. Man dürfe kein Mittel
vernach=
läſſigen, um ſich ohne Zeitverluſt mit Frankreich darüber
ins Einvernehmen zu ſetzen.
Norwegen.
Die Stimmung gegen Deutſchland.
Gegen=
über der unfreundlichen Kritik einzelner norwegiſcher
Blätter über den Beſuch der deutſchen Flotte in den
nor=
diſchen Gewäſſern berichtet ein Telegramm des Blattes
Aftenpoſten aus Bergen, daß die Stimmung der
Bevöl=
kerung gegenüber den deutſchen Seeleuten überall die
herz=
lichſte iſt. Als Beweis dafür führt das Blatt an, daß der
Kommunalvorſitzende in Loen das deutſche Konſulat
auf=
forderte, ein deutſches Kriegsſchiff nach Loen zu ſchicken,
das des herzlichſten Empfanges ſicher ſein werde. — König
Haakon reiſt am Dienstag morgen nach dem Sognefjord,
um dort mit Kaiſer Wilhelm zuſammenzutreffen. In
ſeiner Begleitung werden ſich der Miniſter des
Auswär=
tigen befinden, ſowie der deutſche Geſandte Graf
Obern=
dorff mit Gemahlin und Legationsſekretär Prinz Viktor
zu Wied.
Vereinigte Staaten.
Der Vertrag mit Nicaragua. Wie
bekannt=
gegeben wird, werden an dem vorgeſchlagenen Vertrag
mit Nicaragua Aenderungen vorgenommen werden, ſo daß
es dieſem Staate erlaubt wird, ſich jeder Union
anzu=
ſchließen, die von den mittelamerikaniſchen Staaten
ge=
gründet werden ſollte. Das Fehlen einer ſolchen
Beſtim=
mung ſoll nämlich bei den anderen mittelamerikaniſchen
Regierungen, von denen eine ſolche Union ſeit langem
ge=
wünſcht wird, Argwohn erregt haben. Es wird erklärt,
daß die tatſächlich beſtehende Schutzherrſchaft Amerikas
über Nicaragua von dieſem Lande und nicht von den
Ver=
einigten Staaten angeregt wurde.
Die Vereinigten Staaten und die Lage
in Mexiko. Der amerikaniſche Botſchafter in Mexiko
Wilſon unterbreitete dem Präſidenten Wilſon einen
Be=
richt, in dem er der Regierung empfiehlt, entweder
un=
verzüglich die Regierung Huertas anzuerkennen oder zu
intervenieren. Der Botſchafter iſt der Meinung, daß
Huerta ſchließlich die Oberhand behalte. Er erklärt, daß
die ſogenannten Aufſtändiſchen in Wirklichkeit Banditen
ſeien, die lediglich von dem Wunſche getrieben würden,
Beute zu machen. Wilſon entwirft ein trübes Bild von
der finanziellen Lage des Landes, indem er hauptſächlich
auf die ſchweren Verluſte der Ausländer hinweiſt. Er
ſchätzt die Verluſte, die allein die Franzoſen in den
letz=
ten Monaten erlitten haben, auf 250 Millionen Dollar.
Amtliche Kreiſe weiſen darauf hin, daß der Botſchafter
ein Republikaner ſei und daß ſeine Anſichten nicht die
Stellungnahme der Regierung kennzeichneten. Präſident
Wilſon erhielt auch einen Bericht von zwei ihm perſönlich
befreundeten unabhängigen Agenten des
Staatsdeparte=
ments. Man glaubt, daß ihr Bericht in vielen Einzelheiten
von dem des Botſchafters abweicht.
Südafrika.
Androhung eines Generalſtreiks. Die
Arbeiterverbände haben entſchieden, daß die in der
Ant=
wort auf die Forderungen der Arbeiter gemachten
Ange=
bote ungenügend ſeien. Sie erklären, daß, wenn die
Forderungen nicht erfüllt würden, ein Generalſtreik in
Südafrika erklärt werden würde.
* Berlin, 28. Juli. Am 25. Juli abends ſind
gleich=
zeitig mit einer von der Prinzeſſin Reuß
zuſammengeſtell=
ten Expedition für bulgariſche Verwundete
und Kranke, zu der u. a. als Chefarzt der ſchon in der
erſten Phaſe des Balkankrieges in Sofia tätig geweſene
Dr. Kohl=Berlin gehört, ein Bakteriologe, Profeſſor Dr.
von Drigalski=Halle, zwei Schweſtern und ein
Kranken=
pfleger auf Veranlaſſung des deutſchen Roten Kreuzes
nach Belgrad abgereiſt. Ein weiterer Bakteriologe. Dr.
Meier vom Inſtitut für Infektionskrankheiten in Berlin,
folgt ihnen heute ebenfalls auf Veranlaſſung des deutſchen
Roten Kreuzes, aber auf Koſten der ſerbiſchen Regierung,
nach. Am gleichen Tage reiſen nach Sofia vier Aerzte,
Stabsarzt Dr. Eckert vom Kaiſerin=Auguſta=Regiment in
Berlin, Dr. Roſenthal vom Städtiſchen Krankenhauſe
Friedrichshain, Dr. Heſſe vom Städtiſchen Krankenhauſe
Moabit und Dr. Woerner vom Städtiſchen Krankenhauſe
Frankfurt a. M., die auf Anforderung der
bulgari=
ſchen Regierung und auf deren Rechnung vom deutſchen
Roten Kreuz dorthin entſandt worden ſind.
* Die Leipziger Gaſtwirte und das
Ber=
liner Tageblatt. Zu dem mehrfach erwähnten
Ar=
tikel des Berliner Tageblattes „Das Feſt der 100000” hat
jetzt die Leipziger Gaſtwirte=Innung folgenden Beſchluß
gefaßt: „Die Mitglieder der Gaſtwirte=Innung Leipzig
er=
blicken in dem Artikel des Berliner Tageblattes,
über=
ſchrieben „Das Feſt der 100000” nicht nur eine
Beleidi=
gung aller an dem Feſt Beteiligtgeweſenen, ſondern auch
eine Verächtlichmachung der Stadt und der geſamten
Leip=
ziger Bürgerſchaft. Sie erachten es deshalb für ihre
Pflicht, das Berliner Tageblatt in Zukunft in ihren
Lo=
kalen nicht mehr auszulegen.”
* Die Ausländer in den Vereinigten
Staaten. Der amtliche Bericht über die letzte
Volks=
zählung in den Vereinigten Staaten gewährt einen
inter=
eſſanten Ueberblick über die Zahl der nach Amerika
aus=
gewanderten bezw. in Amerika lebenden Europäer.
Wäh=
rend im Jahre 1880 die Zahl der Ausländer 7 Millionen
noch nicht erreichte, beläuft ſich jetzt die Ziffer auf über
13 Millionen. Die Zahl der Deutſchen ſteht noch immen
an der Spitze, ſie umfaßt insgeſamt 17 Prozent der
aus=
ländiſchen Bevölkerung, aber gegen vergangene Zeiten iſt
ſie ſehr ſtark zurückgegangen, denn 1880 ſtellten die in
Ame=
rika lebenden Deutſchen noch 29 Prozent aller Ausländen
der Union dar. An zweiter Stelle ſtehen heute die Ruſſen
mit 13 Proz., gefolgt von den Oeſterreichern und Ungarn
und den Iren, auf die je 12 Proz. entfallen (noch 1880
er=
reichte der Prozentſatz der Iren 28 Prozent). Die
Ita=
liener umfaſſen in dem gegenwärtigen Fremdenkontingent
Amerikas 11 Prozent, die Skandinavier 10 und die
Eng=
länder nur 9. Die Zahl der Franzoſen iſt ganz minimal.
In 13 Staaten der Union, darunter Neu=York, ſind die
Hälfte der Einwohner ausländiſchen Urſprungs, in
wei=
teren 16 Staaten ſchwankt der Anteil der Fremden an der
Einwohnerzahl zwiſchen einem Viertel und der Hälfte
der Geſamtbevölkerung.
über beobachtet. Sie zehren dabei in unverantwortlicher
Weiſe von dem im Laufe der Jahrhunderte
angeſammel=
ten Kapital von Ritterlichkeit und Schutz des
Schwäche=
ren und ſetzen es unbedenklich aufs Spiel. Sie vergeſſen,
daß ſie durch die Form ihres Streitens einen urzeitlichen
Kampf der Geſchlechter entfeſſeln, der einer
Rebarbari=
ſierung gleicht, bei der die Frau notwendig den Kürzeren
ziehen muß.
Heißt es ſchon vom Mann, daß die Politik den
Cha=
rakter verdirbt, ſo iſt ſicher anzunehmen, daß ſie den der
Frau gewiß nicht verbeſſert. Es iſt mehrfach behauptet
worden, die deutſche Frau ſei des politiſchen Fanatismus
nicht in gleichem Maße wie ihre engliſche oder ruſſiſche
Schweſter fähig. Das iſt richtig. Gerät ſie jedoch in
er=
regten Zeiten in den Dunſtkreis der politiſchen
Verſamm=
lungen, ſo wird auch ſie eine andere. Vor nunmehr genau
hundert Jahren wurde eine Frau geboren, die man als
eine deutſche Vorläuferin der engliſchen Anarchetten und
ruſſiſchen Revolutionärinnen anſprechen kann.
Am 18. September 1848 wurden in Frankfurt a. M.
der General von Auerswald und der Fürſt Lichnowsky
von einem fanatiſierten Pöbelhaufen auf beſtialiſche
Weiſe ermordet. Wie ein Würgengel ſchritt den Mördern
eine Frau voran und beging Scheußlichkeiten, die man
unfaßlich finden würde, wenn man nicht zur Annahme
eines politiſchen Wahnſinns ſeine Zuflucht nehmen könnte.
Das frühere Leben von Henriette Zobel war
makellos. Sie war im Jahre 1813 als die Tochter eines
Bäckermeiſters zu Oberrad geboren und hatte eine
ſorg=
fältige Erziehung erhalten. Ihr Charakter war ſanft,
ihre Aufführung tadellos, niemand bemerkte an ihr eine
Neigung zum Jähzorn. Sie war äußerſt fleißig und bei
der Arbeit ſtets heiter. Die Tiere liebte ſie, daß ſie keines
leiden ſehen konnte. Sie war ſehr muſikaliſch und
muſi=
zierte abends mit ihrem Gatten. Dieſer war
Noten=
lithograph und fand im politiſch erregten Jahre 1848
keine Beſchäftigung. Beide gingen in die Paulskirche und
die Frau gewann Geſchmack an der Politik. Ein
unge=
rechter Prozeß, in welchem ſie ſehr ſchikanös behandelt
wurde, drohte ſie um den letzten Reſt ihres ſauer
Erwor=
benen zu bringen. Gierig lauſchte ſie den Rednern der
4
Eine deutſche „Suffragette-.
Henriette Zobel.
Von Hans Pförtner=München.
Die Heldentaten der engliſchen Suffragetten bilden
eine ſtändige Rubrik in unſeren Tageszeitungen. In den
Kommentaren, die bei uns an dieſe Ausſchreitungen
ge=
knüpft werden, iſt immer ein Unterton von nationaler
Befriedigung zu vernehmen, wie ſachlich und loyal im
Gegenſatz zu den engliſchen Wahlrechtlerinnen die
deut=
ſchen Frauen den Kampf um die Erweiterung ihrer Rechte
führen.
Die Vorgänge in England wecken bei uns weniger
ein politiſches, als ein pſychologiſches Intereſſe. Wenn
man bedenkt, wie hart und zäh der Mann um jeden
Fuß=
breit politiſcher Rechte kämpfen mußte und noch muß, wie
oft er gezwungen iſt, zu reſignieren und ſeine Waffen an
die nachfolgende Generation weiterzugeben, ſo erſcheint
das Vorgehen der engliſchen Suffragetten als ein aller
Vernunft hohnſprechender hyſteriſcher Eigenſinn mit einem
widerlichen Beigeſchmack von Reklame und Sport. Das
Gefährliche und Halsbrecheriſche erhöht bekanntlich die
An=
ziehungskraft eines Sports.
Der kindliche Glaube an die alles beſchwörende
Zau=
berformel „Frauenſtimmrecht” hätte etwas Rührendes,
nähme er nicht die Formel eines politiſchen Wahnſinns an.
Angeſichts ſo mancher Unbegreiflichkeiten im Weſen
der nun ſchon oft beſchriebenen Suffragetten”, oder, wie
man ſie jetzt nennt, „Anarchetten” bleibt in der Tat nichts
anderes übrig, als an einen politiſchen Wahnſinn zu
glau=
ben, wie die Wiſſenſchaft einen religiöſen Wahnſinn ſchon
lange feſtgeſtellt hat. Vom politiſch Wahnſinnigen
unter=
ſcheidet ſich der politiſche Märtyrer durch die Einſicht in
den Wert und die Bedeutung der Sache, für die er leidet
und ſtirbt, und durch die Notwendigkeit ſeines Opfers.
Man hat bei den engliſchen Suffragetten noch dazu das
unangenehme Gefühl, daß ſie ſich in unfärer Weiſe hinter
die Rückſicht verſchanzen, die der Mann der Frau gegen=
Linken und ſog das Gift des Haſſes ein gegen die
Vor=
nehmen und Beſitzenden, die nach ihrer Meinung an allem
Unrecht die Schuld trugen.
Am 16. September ſchon hatten infolge der
Geneh=
migung des Waffenſtillſtandes von Malmö durch die
Na=
tionalverſammlung Tumulte in Frankfurt begonnen, die
ſich gegen die rechte Seite jener Verſammlung richteten.
Am Sonntag, 17. September, fand eine große
Volksver=
ſammlung auf der Pfingſtweide ſtatt, durch welche die
Gemüter derart erhitzt wurden, daß noch in der Nacht
öſterreichiſche und preußiſche Truppen herangezogen
wer=
den mußten. Am 18. September beſetzten dieſe die
Um=
gegend der Paulskirche. Als ein Mann aus dem Volke
durch einen Bajonettſtich verwundet wurde, brach die Wut
des Volkes los, man errichtete Barrikaden und der
Stra=
ßenkampf begann.
Der Fürſt Lichnowsky, der glänzende Redner der
Rechten, der wie Coriolan aus ſeiner Verachtung des
Pöbels nie ein Hehl machte, wurde ſchon am Vormittag
beim Verlaſſen der Paulskirche mit Ziſchen empfangen,
ſo daß er eine Droſchke nehmen mußte, um ſich dieſer
feindlichen Demonſtration zu entziehen. Trotzdem beging
er die Unvorſichtigkeit, zuſammen mit dem General von
Auerswald nachmittags einen Spazierritt zu machen.
Dieſe Unbekümmertheit wirkte wie eine
Herausforder=
ung. Ein bewaffneter Haufen zwang die beiden zur
Flucht. Nun begann eine aufregende Menſchenjagd, die
damit endete, daß ſowohl Auerswald wie Lichnowsky
auf beſtialiſche Weiſe hingemordet wurden. Vom Tode
Auerswalds ſagt Heinrich Laube: „Er wurde wie ein
wildes Tier erſchlagen. Der ſterbende Leib rollte in den
trockenen Graben hinab. Ein durch Politik
entmenſch=
tes Weib, welches man Schriftſtellerin nennt, hat mit dem
Regenſchirm nach ihm gehauen, die verwilderten Männer
angefeuert zum Totſchlage.” Aber Laube kannte nur
einen Teil der Wahrheit. C. Reinhold Köſtlin, Profeſſor
der Rechte in Tübingen, hat die Gerichtsakten über dieſen
Fall ſpäter der Oeffentlichkeit übergeben, woraus die
Rolle, die Henriette Zobel bei dieſem politiſchen Mord
ſpielte, erſt erſichtlich wurde. Die gerichtliche
Unterſuch=
ing ſtellte feſt, daß ſie es war, die den bewaffneten Haus
Nummer 175
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Inli 1913.
Seite 3.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. Juli.
* Perſonalwechſel in der Verwaltung. Wie die
„Darmſt. Ztg.” bekannt gibt, hat S. K. H. der Großherzog
den Provinzialdirektor der Provinz Rheinheſſen und
Kreisrat des Kreiſes Mainz, Geheimerat Dr. Breidert,
auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner
langjähri=
gen mit Treue, Eifer und Auszeichnung geleiſteten Dienſte
mit Wirkung vom 1. Oktober 1913 an in den Ruheſtand
verſetzt und ihm die Krone zum Komturkreuz erſter Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
An Dr. Breiderts Stelle hat S. K. H. der Großherzog den
Geheimerat Wilhelm Beſt, Miniſterialrat im
Mini=
ſterium des Innern und Vorſitzenden der Abteilung für
öffentliche Geſundheitspflege, zum Provinzialdirektor von
Rheinheſſen und Kreisrat des Kreiſes Mainz ernannt.
Das Referat des Geheimerats Beſt übernimmt der
Mini=
ſterialrat im Miniſterium des Innern Hölzinger, der
zugleich zum Vorſitzenden der Abteilung für öffentliche
Geſundheitspflege ernannt wurde. An ſeine Stelle tritt
der Kreisrat des Kreiſes Friedberg Schliephake als
Miniſterialrat und als Vorſitzender der
Miniſterialahtei=
lung für Landwirtſchaft, Handel und Gewerbe.
Der in den Ruheſtand tretende Provinzialdirektor der
Provinz Rheinheſfen Dr. Breidert iſt am 14. Sept.
1845 in Darmſtadt geboren. Nach Beendigung der juriſti=
Iſchen Fakultätsprüfung 1865 und der Staatsprüfung 1868
wurde er 1869 der Großh. Geſandtſchaft in Berlin
atta=
chiert, bei der er am 20. April 1872 als Legationsſekretär
Langeſtellt wurde. Am 21. März 1874 kam er als
Kreis=
aſſeſſor nach Darmſtadt und am 22. Auguſt desſelben
Jah=
res in gleicher Eigenſchaft nach Mainz. Am 1. Juli 1881
wurde er zum Miniſterialſekretär beim Staatsminiſterium
ernannt, wo er am 19. Februar 1896 den Charakter als
„Legationsrat” erhielt. Am 10. Oktober 1888 erfolgte ſeine
Ernennung zum Kreisrat in Worms. Von dort aus
wurde er am 1. Auguſt 1898 als Miniſterialrat ins
Mini=
ſterium des Innern berufen, am 16. Juli 1902 wurde er
zum Provinzialdirektor der Provinz Oberheſſen und am
28. Februar 1910 zum Provinzialdirektor der Provinz
Rheinheſſen ernannt. Am 2. März desſelben Jahres
wurde er durch Entſchließung S. K. H. des Großherzogs
mit der Verſehung der Stelle eines landesherrlichen
Territorialkommiſſärs bei der Feſtung Mainz beauftragt.
Der neuernannte Provinzialdirektor der Provinz
Rheinheſſen, Geheimerat Wilhelm Beſt, iſt am 24. Mai
1859 zu Darmſtadt geboren, evangeliſch, und mit einer
Tochter des verſtorbenen Leibarztes Geheimrats Dr.
Eigenbrodt vermählt. Er beſtand die juriſtiſche
Fakul=
tätsprüfung im Frühjahr 1881, die Staatsprüfung 1884,
wurde darauf zum Regierungsaſſeſſor und am 7.
Septem=
ber 1888 zum Miniſterialſekretär bei dem damaligen
Mi=
niſterium des Innern und der Juſtiz ernannt. Am 28
September 1895 erhielt er den Charakter als
Regierungs=
rat und wurde am 14. September 1896 als
Kreisamt=
mann bei dem Kreisamt Darmſtadt beſtellt. Am 23. Juli
1898 wurde er zum Rat bei der Provinzialdirektion
Star=
kenburg und am 23. September 1899 zum vortragenden
Rat im Miniſterium des Innern, Abteilung für
Schul=
angelegenheiten, mit dem Amtstitel Oberregierungsrat
ernannt. Seine Ernennung zum Miniſterialrat in dieſem
Miniſterium erfolgte am 24. September 1902. Der
Cha=
rakter als Geheimerat wurde ihm am 25. November 1908
erteilt. Am 26. März 1912 übernahm er den Vorſitz der
Abteilung für öffentliche Geſundheitspflege des Miniſte
riums des Innern. Zu dem Geſchäftsbereich des
Geheime=
rats Beſt gehörten insbeſondere auch die
Gemeindever=
waltungsangelegenheiten.
Miniſterialrat Hölzinger iſt am 3. September
1864 in Bensheim geboren. Nach beſtandenem
juriſti=
ſchen Fakultätsexamen (1886) und Staatsexamen (1889)
war er zunächſt bei den Kreisämtern Bensheim,
Heppen=
heim, Offenbach und Erbach tätig, bis er am 16. Oktober
1893 zum Kreisamtmann in Offenbach ernannt wurde.
Am 18. April 1900 übernahm er die ſtändige Stelle eines
Hilfsarbeiters im Miniſterium des Innern mit dem
Cha=
rakter als Regierungsrat. Am 16. Oktober 1902 wurde
ſer vortragender Rat bei der Abteilung für
Landwirt=
ſchaft, Handel und Gewerbe mit dem Amtstitel Ober=
regierungsrat, bis er am 16. Oktober 1906 zum Kreisrat
in Alsfeld ernannt wurde. Am 1. März 1910 wurde
Höl=
zinger zum Miniſterialrat im Miniſterium des Innern
und Vorſitzenden deſſen Abteilung für Landwirtſchaft
Handel und Gewerbe ernannt. Er iſt mit Anna Müller
der Tochter des Oberſtleutnants i. P. Müller in
Darm=
ſtadt, verheiratet.
Der neuernannte Miniſterialrat Carl
Schliep=
hake iſt am 23. Juli 1863 zu Schotten geboren, evange
liſch, und mit der Tochter des verſtorbenen
Medizinal=
rats Dr. Alfons Tenner in Darmſtadt vermählt. Nach
beſtandenem juriſtiſchen Fakultätsexamen (1886) und
Staatsexamen (1890) zum Regierungsaſſeſſor ernannt,
wurde er zunächſt bei der Bürgermeiſterei Gießen, der
Invaliden= und Altersverſicherungsanſtalt in Darmſtadt
den Kreisämtern Gießen, Erbach und Büdingen und
darauf bei dem Sekretariat des Großh. Miniſteriums
des Innern beſchäftigt. Am 29. März 1893 wurde er
zum Miniſterialſekretär in dem genannten Miniſterium
und am 1. Oktober 1894 zum Kreisamtmann beim
Kreis=
amt Friedberg ernannt. Am 3. November 1898 wurde
er auf ſeinen Antrag aus dem Staatsdienſt entlaſſen, um
die Stelle eines Beigeordneten der Haupt= und
Reſidenz=
ſtadt Darmſtadt zu übernehmen, die er bis zu ſeinem
Wiedereintritt in den Staatsdienſt (1. Oktober 1901)
be=
kleidete. An dieſem Tage wurde er zum Kreisrat des
Kreiſes Erbach ernannt und am 1. März 1910 in gleicher
Dienſteigenſchaft nach Friedberg verſetzt.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden der Lehrer
an der Gemeindeſchule zu Frieſenheim, Kreis
Oppen=
heim, Johannes Mader auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom
1. September 1913 an bis zur Wiederherſtellung ſeiner
Geſundheit; der Bahnwärter in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahngemeinſchaft Michael Bierbaum in Lorſch
vom 1. September d. J. an; der Fahrkartendrucker Franz
Hettergott zu Mainz und der Bahnwärter Chriſtian
Kaiſer zu Arheilgen, ebenfalls in der Heſſiſch=
Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft, vom 1. Oktober
d. Js. an.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Lehrer Johannes Mader zu
Frieſen=
heim, Kreis Oppenheim, anläßlich ſeiner Verſetzung in
den Ruheſtand das Silberne Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen mit der Krone.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zur
Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starken=
burg am Samstag, den 2. Auguſt, vormittags 9½ Uhr,
lautet: 1. Geſuch des Heinrich Walter aus Offenbach
um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft.
2. Klage des Ortsarmenverbands Darmſtadt gegen die
vereinigte Ortskrankenkaſſe daſelbſt wegen Erſatz
auf=
gewendeter Krankenhauspflegekoſten für Roſa Bender
aus Roth. 3. Geſuch des Friedrich Kühnbaum zu
Mör=
felden um Erlaubnis zum Betriebe einer
Schankwirt=
ſchaft im Hauſe Weſtendſtraße 47. 4. Beſchwerde des
evangeliſchen Kirchenvorſtandes Groß=Steinheim gegen
den Beſchluß des Gemeinderats von Groß=Steinheim
vom 23. Mai 1911. — Nichtöffentliche Sitzung. Geſuch
des Wilhelm Wohlfahrt zu Offenbach um Geſtattung
der Wiederaufnahme des Gewerbebeiriebs als
Rechts=
konſulent.
* Nationalſpende zugunſten der evangeliſchen
Miſſionen in den deutſchen Kolonien. Nach den von
der Bank für Handel und Induſtrie in Darmſtadt
mit=
geteilten Aufſtellungen ſind bei ihr an Geldſpenden für
die Nationalſpende zum Kaiſerjubiläum zugunſten der
evängeliſchen Miſſionen in den deutſchen Kolonien und
Schutzgebieten im ganzen 64832,46 Mk.
einge=
gangen. Durch Zuwachs von Kontokorrentzinſen hat
ſich die Geſamteinnahme auf 64 890,88 Mk. erhöht. Nach
Abzug der Koſten für Druckſachen, Porto uſw. in Höhe
von 106,93 Mk. iſt ein Reinertrag von 64 784,95 Mk.
verblieben, der an die Hauptſammelſtelle des
Zentral=
komitees, das Bankhaus Delbrück, Schickler & Cie. in
Berlin, abgeführt worden iſt.
* Konzert des Kotſchat=Quintetts. Am Sonntag abend
fand bei ſchönem Sommerwetter im Garten des
Städti=
ſchen Saalbaues ein Konzert des „Koſchat=Quintetts”
ſtatt, das gut, wenn auch bei weitem nicht ſo zahlreich
eſucht war wie in früheren Jahren. Wenn keine anderen
Gründe für den Rückgang des Konzertbeſuchs vorliegen,
ſo war dies wohl darin begründet, daß der berühmte
Komponiſt und Dichter ſelbſt dem Quintett nicht mehr
an=
gehört, obwohl er in dem Programm noch als Mitglied
aufgeführt wird. Das Quintett ſang nur Koſchatſche=
Lieder im Kärntner Volkston, Quartette und Quintette,
deren gemüt= und humorvolle Eigenart Ohr und Herz der
aufmerkſam lauſchenden Zuhörer gefangen nahm, ſo daß
ſie den wackeren Sängern begeiſterten Beifall ſpendeten,
die zu dem programmgemäß vorgetragenen elf Liedern
noch ſechs bis ſieben weitere als Zugaben ſangen.
* Kriegerverein Darmſtadt. Das letzte
Ver=
eins=Uebungsſchießen für das Schießjahr 913
fand am Sonntag nachmittag auf Stand 6 der
Militär=
ſchießſtände ſtatt. Dasſelbe nahm pünktlich um ½3 Uhr
ſeinen Anfang unter reger Beteiligung von ſeiten der
Kameraden. Geſchoſſen wurde ſtehend aufgelegt auf
12er Ringſcheibe aus 150 m Entfernung, wobei die
Reſultate recht gute waren. Eine Ehrenſcheibe wurde
herausgeſchoſſen und erhielt dieſelbe Kamerad Georg
Bender. Das Schießen war gegen 6 Uhr beendet.
Am 17. Auguſt findet vorausſichtlich das letzte Schießen
für dieſes Schießjahr ſtatt, und zwar in Geſtalt
eines Preisſchießens. Die Preisverteilung erfolgt am
18. Auguſt bei ber Gravelottefeier. Näheres wird noch
bekannt gegeben.
§ Unfall. Am Sonntag vormittag gegen 7 Uhr
ſtieß ein 23 Jahre alter Hausburſche, der mit einem
Fahrrad die Heinrichſtraße entlang fuhr, an der Kreuzung
der Heinrich= und Karlſtraße mit einem Wagen
der elektriſchen Straßenbahn zuſammen.
Der Hausburſche kam hierbei zu Fall und zog ſich am
linken Auge eine ſtarke Verletzung zu. Nach Anlegung
eines Notverbandes durch einen Arzt wurde er dem
Städtiſchen Krankenhaus zur weiteren Behandlung
über=
wieſen.
* Grober Unfug. In der Lagerhausſtraße wurde
in einer der letzten Nächte ein Kugelbäumchen
mit Mutwillen herausgeriſſen.
§ Streit. Am Sonntag abend gegen 11 Uhr fand
auf dem Ludwigsplatz zwiſchen Ziviliſten und einem
Sergeanten des Dragoner=Regiments Nr. 23 eine
Schlägerei ſtatt, wobei der Sergeant einem Taglöhner
mit dem Säbel auf den Arm ſchlug.
* Konzerte. Konzertgarten Hugenſchütz?
Felſenkeller. Eine recht intereſſante und dabei
volkstümliche Vortragsfolge iſt für das heutige
Dienstags=
konzert aufgeſtellt, welches das Muſikkorps des
Leib=
garde=Infanterie=Regiments unter Leitung des Herrn
Hauske gibt. Hervorgehoben ſeien beſonders die ſelten
gehörte Ouvertüre im national=ungariſchen Charakter
„Hunyady=Laszlo” von Franz Erkel, ein Stück von
hin=
reißendem Feuer, Motive aus „Tannhäuſer” von Richard
Wagner, eine neue originelle Serenade „Die Bettlerin”
von Becker uſw. (Siehe auch Anzeige.) — Schützenhof.
Heute Dienstag, den 29. Juli, abends 8 Uhr, konzertiert
wiederum die Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Korps
Nr. 61 unter Leitung des Obermuſikmeiſters Herrn
Weber. Wie aus dem Inſerat erſichtlich, iſt das
Pro=
gramm ſehr reichhaltig und enthält in der Hauptſache nur
gern gehörte Stücke aus älteren und modernen Opern
und Operetten. — Chauſſeehaus=Konzerte. Heute
Dienstag abend nehmen wieder die beliebten
Garten=
konzerte ihren Anfang, die durch das ungünſtige Wetter
eine Unterbrechung erfahren hatten. Ausgeführt wird
das heutige Konzert von einer gewählten Abteilung der
Kapelle des Train=Bataillons Nr. 18 und wird das
Programm wie immer reichhaltig und unterhaltend ſein.
Bei gutem Wetter finden die Konzerte jetzt wieder
regel=
mäßig Dienstag und Freitag abends ſtatt.
-h- Zwingenberg, 28. Juli. Unſer althiſtoriſches
Städt=
chen iſt in dieſem Jahre von ſo viel Kurgäſten beſucht,
wie noch in keinem der letzten zwei Jahrzehnte.
-h- Auerbach, 28. Juli. Die verſtorbenen Eheleute
Pfarrer Leydhecker haben dem Verſchönerungs=
und Kurverein 500 Mark und dem Turnverein
300 Mark teſtamentariſch vermacht. Auch der
fen herbeirief und herbeiwinkte und ihm das Verſteck der
flüchtigen Reiter zeigte. Sie hetzte auf zur gewaltſamen
Feſtnahme der Verfolgten und zur Tötung Auerswalds.
Als ſie Schüſſe hörte, brach ſie in Jubelgeſchrei aus. Dem
Sterbenden warf ſie noch einen Stein auf den Kopf. Bei
der Ermordung Lichnowskys konnte ihr nur nachgewieſen
werden, daß ſie den Fürſten wiederholt mit dem Schirm
ſin den Rücken geſtoßen und zu ſeiner Ermordung
auf=
gehetzt habe. Obwohl als mildernder Umſtand in
Be=
tracht gezogen wurde, daß ſie durch ihre Notlage und einen
ſchikanöſen Prozeß in berechtigter Erregung ſich befunden
habe, wurde ſie doch zu ſechzehnjähriger Zuchthausſtrafe
verurteilt, und zwar wegen der „auffallenden Heftigkeit”
und der „Beharrlichkeit” ihres verbrecheriſchen Tuns,
wegen ihrer „empörenden Grauſamkeit” und der „ganz
zweckloſen Mißhandlung ihres Opfers‟. Eine Zeugin
hatte bekundet: „Ich ſah, wie ein Frauenzimmer, welches
einen gewirkten, mit Blumen verſehenen Schal und einen
Strohhut trug, ihren Regenſchirm mit beiden Händen
ge=
faßt hatte und denſelben wiederholt auf Auerswalds
ſchon blutenden Kopf ſchlug. Nach dem erſten Schuſſe
er=
griff ſie unter dem wiederholten Ruf: „Schießt ihn tot.
den Hund, er muß ſterben!” einen ſchweren Stein und
warf damit auf den Kopf des ſchon tödlich
Verwunde=
ten.‟ Die Scheußlichkeit war um ſo größer, als
Auers=
wald, wie auch von ſeinen politiſchen Gegnern anerkannt
wurde, ein äußerſt wohlwollender, ſanfter Mann war.
Vergebens bat der Mißhandelte um Schonung, er
er=
wähnte, daß er fünf unmündige Kinder habe, denen erſt
vor kurzem die Mutter weggeſtorben ſei, und fragte, ob
denn unter ſeinen Peinigern kein Familienvater ſei, deſſen
Kinder ſich freuten, wenn ſie den Vater wiederſähen.
Ein Geſtändnis legte die Angeklagte nicht ab. Sie
beharrte bei einem Syſtem „kalten, zuwartenden,
lauern=
den Ableugnens” Reue über ihre Tat hat ſie nie
empfun=
den, die Scheußlichkeit ihrer Handlungsweiſe iſt ihr nie
zum Bewußtſein gekommen. Henriette Zobel war eine
liebenswürdige Frau. Sobald jedoch politiſche Dinge ſie
berührten, reagierte ſie ihrem ſonſtigen Weſen völlig
widerſprechend und unerwartet; ſie hörte dann gleichſam
auf, nicht nur Weib. ſondern auch Menſch zu ſein.
Trotz der größten Verſchiedenheit der Menſchen und
Zeiten finden ſich einige Züge im Bilde dieſer Frau, die
auch zu den Komponenten einer heutigen „Anarchette‟
gehören.
Daß der politiſche Wahnſinn jenſeits des Kanals nicht
ſchon auch blutige Opfer gefordert hat, iſt mehr ein
glück=
ächer Zufall, als ein weſensbeſtimmender Unterſchied.
Henriette Zobel iſt jedenfalls ein Beiſpiel, daß ein
Lropfen dieſes Giftes auch im deutſchen Blute gärt. Es
kommt vielleicht nur auf die Anſteckung an.
Feuilleton.
* Die neu aufgefundenen Kunſtſchätze in Halberſtadt.
Aus Halberſtadt wird der Tägl. Rundſchau berichtet: In
einem ſtaubigen Winkel der Martinikirche, einer der
älte=
ſten und intereſſanteſten Kirchen Halberſtadts — ſie iſt
etwa 1000 Jahre alt — fand man unter mancherlei
wert=
loſem Gerümpel eine Reihe von Bildern Holz
figuren und anderen kirchlichen
Gegenſtän=
den, die ſich als äußerſt intereſſant und wertvoll
heraus=
ſtellten. Teile von Baluſtraden zeigen, daß die
Gegen=
ſtände größtenteils aus der proteſtantiſchen Zeit, und zwar
etwa aus dem Jahre 1650 (kurz nach dem Dreißigjährigen
Kriege) ſtammen. Die Zeit konnte aus der Bemalung
feſtgeſtellt werden. Die Martinikirche iſt eine der erſten
Kirchen Deutſchlands, in der nach Luthers
Vor=
bild und nach der lutheriſchen Lehre gepredigt wurde. Die
reich ornamentierten und geſchmackvoll ausgeführten
Bil=
der, Kruzifixe und Epitaphe, von denen eines mit dem
Johanneswort: „Alſo hat Gott die Welt geliebet” im
Textlaut von Luthers Bibelüberſetzung überſchrieben iſt,
widerſprechen der Art, wie die katholiſche Kirche ihre
Got=
teshäuſer zierte. Unter den aufgefundenen Schätzen
fin=
den ſich auch Gegenſtände aus der vorlutheriſchen Zeit, ſo
vor allem ein lebensgroßes Kruzifix aus Holz, deſſen
rohe Ausarbeitung den Naturalismus zeigt, der im 15.
Jahrhundert für den Kirchenſchmuck angewendet wurde.
Sachverſtändige nehmen an, daß die Gegenſtände von
Bilderſtürmern von ihren Plätzen fortgenommen und in
dem Winkel verſteckt worden ſind, in dem ſie jetzt
aufge=
funden wurden. Außerdem entdeckte man zwei kleine
Grabmale mit lateiniſchen Inſchriften, deren eine von
Henricus Auffgang erzählt, einem Halberſtädter Senator,
der 1611 geboren iſt. Die andere Grabſchrift gilt Herrn
Henricus Holtzhauſen, „einem Mann von alter Tugend
und Treu”, der Oberbürgermeiſter von Halberſtadt war
Sämtliche Gegenſtände wurden vorläufia im
Architektur=
muſeum in Halberſtadt untergebracht. Was mit ihnen
weiter geſchehen wird, iſt noch nicht beſtimmt worden.
* Ein eleganter Kuhſtall. Wie aus Broadſtairs in
England mitgeteilt wird, iſt dort ein eigenartiges
Ge=
bäude errichtet worden, das dem Ausſehen nach ein
Mau=
ſoleum ſein könnte; in Wahrheit dient dieſes prächtige
Bauwerk ſechs Milchkühen zur „Wohnung”. Mit den
Kühen, die ſich getroſt rühmen dürfen, die ſauberſten
Milchlieferantinnen Albions zu ſein, hat es eine beſondere
Bewandtnis. Vor etwa 15 Jahren gründete ein reicher
Mann des Orts ein nach ihm benanntes Geneſungsheim
für Kinder. Die für die kleinen Pfleglinge erforderliche
Milch wurde anfangs von einer nahen Farm bezogen;
dann ſorgten eigene Kühe für den nötigen Vorrat, doch
hatten dieſe einen Stall, wie ihn andere Kühe auch haben.
Nun iſt die Verwaltung des Jarrow=Home zu der
Ueber=
zeugung gelangt, daß unter den in gewöhnlichen
Kuhſtäl=
len herrſchenden Zuſtänden, und wenn dieſe Ställe noch
ſo ſorgfältig in Ordnung gehalten werden, unmöglich ganz
einwandfreie Milch zu erhalten iſt. Und da zweifelhaft
ſaubere Milch den Keim zu allen möglichen Krankheiten
auf die Kinder übertragen kann, iſt für die „Jarrow=
Kühe” eine Behauſung erbaut worden, die man in
Broad=
ſtairs die Kuh=Kathedrale getauft hat. In dem großen,
pittoresk wirkenden Gebäude befinden ſich drei geräumige
Abteilungen, die Schlaf= Speiſe= und „Arbeits”=Säle der
vierbeinigen Bewohnerinnen vorſtellen. Jeder Raum
blinkt vor Sauberkeit, und die Kühe ſelbſt, die jeden
Mor=
gen und Abend gewaſchen und geſtriegelt werden, ſehen
ſo appetitlich aus, daß man ihre Milch ohne Unbehagen
genießen kann. Ein Mann in blütenwäißer Aermelſchürze
melkt die Tiere, die jetzt während der warmen Jahreszeit
ihre „Mußeſtunden” auf einem grasbewachſenen Platze
zubringen, der zu dem palaſtartigen Kuhſtall gehört.
— Riskante Liebhabereien. Vor kurzem wurde vor
dem Londoner Polizeigericht ein ſehr bekannter Bankier
aus der City zu einer Geldſtrafe von 400 Mark verurteilt,
weil er zweimal einem Schutzmann auf die Stiefel geſpuckt
hatte. Der Bankier entrichtete ſeine Strafe ſofort ohne
Widerſpruch und erklärte dabei dem Richter, daß dieſes
Vergehen, um deſſentwillen er nun verurteilt worden ſei,
eine Liebhaberei bei ihm ſei, die er zwar nicht verteidigen
könne, aber die ſtärker ſei als er. Es ginge nun einmal
nicht anders; hin und wieder überkomme es ihm,
beſon=
ders wenn er nervös und angeſtrengt iſt. Die Amtswürde,
mit der ein Schutzmann bisweilen ſtolz auf der Straße
ſteht, überwältige ihn; und zufrieden fühle er ſich dann
immer erſt, wenn er dem würdevollen Manne einmal auf
die Stiefel geſpuckt habe. Das erinnert an einen
ver=
wandten Fall, der die Londoner ſchon oft amüſiert hat.
Der Held iſt, wie eine engliſche Wochenſchrift berichtet, ein
ſehr bekannter und beliebter Londoner Komiker. Der
Künſtler iſt ſehr nervös, und nach anſtrengenden Proben
überkommt ihm dann das unwiderſtehliche Verlangen,
irgendeinem Menſchen eine Ohrfeige zu geben. Dann
fährt er Droſchke, und am Schluſſe der Fahrt erhält der
Roſſelenker plötzlich unvermutet ſeine Ohrfeige. Zwar
entſchuldigt ſich dann der Komiker ſofort, erklärt die Sache
und entſchädigt den Betroffenen auch regelmäßig mit
einem Goldſtück. Aber riskant bleibt dieſe merkwürdige
Liebhaberei doch, denn auch Opfer könnten plötzlich von
ihr befallen werden.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Juli 1913.
Nummer 175.
Kirchengeſangverein und die Kleinkinderſchule erhielten
Zuwendungen von ganz anſehnlichen Beträgen.
-h- Von der Bergſtraße, 28. Juli. Die Ernte hat
mit dem Eintritt des beſſeren Wetters allgemein begonnen.
Das Korn liefert einen ganz befriedigen den
Er=
trag. — Das Schweinefleiſch iſt wieder aufgeſchlagen und
koſtet das Pfund wieder, wie früher, 96 Pfennig.
Raunheim, 28. Juli. Der 40jährige Werkmeiſter
Leo=
pold Kneipp aus Haßloch war von einem hieſigen Wirt,
der ihn bei ſeiner Frau erwiſchte, am 1. Mai mit einer
Axt niedergeſchlagen worden, ſo daß er mit ſchweren
Verletzungen ins Krankenhaus gebracht wurde. Auf
ſein Drängen wurde er am 3. Juli jedoch entlaſſen. Am
17. Juli ſuchte er wieder das Spital auf, da ſein Zuſtand
ſich inzwiſchen verſchlimmert hatte. In der Nacht auf
Samstag iſt er infolge der Verletzungen
ge=
ſtorben. Er hinterläßt eine Witwe und vier kleine
Kinder.
Kelſterbach, 27. Juli. In der Nacht wurde in einem
hieſigen Uhrengeſchäft eingebrochen und Uhren
und Goldwaren für über 500 Mark
geſtoh=
len. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden.
Rüſſelsheim, 28. Juli. Dem weitverbreiteten Gerücht,
daß das Groß=Gerauer Kreisamt nach
hier verlegt würde iſt jetzt Geheimerat Dr. Wallau
mit der Erklärung entgegengetreten, daß an eine
Verlegung des Amts aus Groß=Gerau nicht zu
den=
ken ſei. Auch das Verſicherungsamt und die
Verwal=
tungsſtelle der Ortskrankenkaſſe für den Kreis Groß=
Gerau=
erhalten ihren Sitz in der Kreisſtadt.
Groß=Steinheim, 28. Juli. Hier fand am vergangenen
Samstag die Wahl eines Beigeordneten ſtatt.
Von 592 Wählern machten 571 von ihrem Wahlrecht
Ge=
brauch. Herr Stadtrat Jean Anton Buſch erhielt 349
Stimmen, während es Herr Adolf Fay auf 221 Stimmen
brachte. Herr Buſch wurde ſonach mit der reſpektablen
Mehrheit von 128 Stimmen zum Beigeordneten unſerer
Stadt gewählt.
r. Heubach, 28. Juli. Der Nachſtwächter, Makler und
Weißbindermeiſter Georg Wolf VII. hier und deſſen
Ehefrau Babette geborene Körner feierten im engen
Fa=
milienkreiſe das Feſt der ſilbernen Hochzeit, wobei dem
Ehepaare zahlreiche Ehrungen zuteil wurden. — Die
hie=
ſige Ortsgruppe des Odenwaldklubs ließ
dieſer Tage an dem Wege zur Bahn, auf einer Anhöhe
gegenüber der Station Wiebelsbach nach Heubach, eine
Schutzhütte für die Paſſanten erbauen.
Fer=
ner iſt beabſichtigt, auch einige Tafeln zur beſſeren
Orien=
tierung am Bahnhof Wiebelsbach=Heubach errichten zu
laſ=
ſen. Zufolge Beſchluſſes der Ortsgruppe ſoll die Hütte
den Namen „Ernſt Ludwighütte” erhalten und am 17.
Auguſt ds. Js. eingeweiht werden.
Groß=Bieberau, 28. Juli. Gegen den
lang=
jährigen Direktor der Spar= und
Darlehns=
kaſſe e. G. m. u. H. hier wurden im Dezember letzten
Jahres in gehäſſiger Weiſe verſchiedene anonyme und
gemeine Anzeigen beider Großh.
Staatsanwalt=
ſchaft erhoben. Nach eingehender Unterſuchung wurde
am 21. d. Mts. von Großh. Staatsanwaltſchaft= das
Verfahren gegen denſelben eingeſtellt.
Worms, 28. Juli. Am 26. d. M., nachmittags zwiſchen
3 und 4 Uhr, iſt der 9 Jahre alte Georg Wilh. Hörr,
Sohn des Fabrikarbeiters Peter Hörr hier, beim Spielen
in der Nähe der Landungsbrücke der Köln=Düſſeldorfer
Schiffahrtsgeſellſchaft in den Rhein gefallen und
ertrunken. Die Leiche konnte bis jetzt nicht geländet
werden. — Beim Spielen im Winterhafen ſtürzte am
Samstag abend kurz nach 7 Uhr ein 13jähriger
Schü=
ler namens Koch in das hochſtehende Waſſer und ging
trotz ſeiner Anſtrengungen ſofort unter. Auf ſeine
Hilferufe und die Schreie ſeiner Kameraden eilte der
Bootsdiener des hieſigen Rudervereins, Jakob
Deichel=
mann, in einem Kahn herbei und zog den Jungen unter
großen Anſtrengungen aus dem Waſſer. Die ſofort
ange=
ſtellten Wiederbelebungsverſuche waren von
Erfolg.
Worms, 28. Juli. Die Vertrauensleute der
Vereinigung rübenbauender Landwirte
für Heſſen und die Pfalz hielten hier eine gut
beſuchte Beſprechung ab. Nachdem nunmehr die
nö=
tige Rübenanbaufläche von den Mitgliedern gezeichnet und
die Lieferungsverträge für die Dauer von 10 Jahren
ab=
geſchloſſen ſind, iſt die Errichtung der genoſſenſchaftlichen
Zuckerfabrik „Rheingau” ſichergeſtellt. Wünſchenswert
wäre noch im Geſamtintereſſe eine größere Unterſtützung
des Unternehmungs durch die Landwirte der Wormſer
Umgebung. Mit dem Bau der Fabrik wird vorausſichtlich
noch in dieſem Jahre begonnen werden. Als Grundpreis
iſt jetzt 1,10 Mark für den Zentner feſtgeſetzt.
Dienheim, 28. Juli. Das Opfer eines
Unglücks=
falls iſt eine hieſige Frau geworden. Die Frau kam
beim Tragen eines noch brennenden
Petroleum=
kochers in ihrer Wohnung zu Fall. Das ſich auf den
Boden ergießende Petroleum fing Feuer, das im
Augen=
blick auch die Kleider der Frau in Brand
ſetzte, die ſo ſturke Brandwunden erlitt, daß ihre
Ueber=
führung in das Rochusſpital nach Mainz erfolgen mußte,
woſelbſt ſie am Samstag ihren Verletzungen
er=
legen iſt.
Gaulsheim, 28. Juli. Durch ein Glasdach aus
einer Höhe von 6 Metern auf den Boden geſtürzt iſt
in dem hieſigen Kyaniſierwerk der Gebr. Himmelsbach ein
Spenglermeiſter aus Büdesheim. Der Verunglückte
führte dort Spenglerarbeiten aus. Er erlitt, beſonders am
Kopfe, ſo ſchwere Verletzungen, daß er in das
Rochushoſpital zu Bingen übergeführt werden mußte.
(*) Aksfeld, 28. Juli. Der Deutſch=Amerikaner
Ernſt Koch=Neu=York hat der Bürgermeiſterei 21000 Mk.
überreicht als eine Armenſtiftung. Außer
den Unterſtützungen, die daraus alljährlich an die Armen
verteilt werden, erhält der Volkskindergarten jedes Jahr
100 Mk.
(*) Schotten, 27. Juli. Der Flottenverein im
Großherzogtum Heſſen hält ſeine diesjährige
Hauptverſammlung am 24. Auguſt in unſerer
Kreisſtadt ab. Nach den Verhandlungen findet am
Altenburgskopf Volks= und Jugendfeſt, verbunden
mit Jugendſpielen und Militärkonzert, ſtatt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 27. Juli. Die
Eröff=
nung der Untergrundbahn bis zu der Station
Nordring wurde heute für die Bevölkerung jener
Gegend zu einem Volksfeſt verwertet. — Der A u
f=
ſchwung der Kinematographentheater iſt
noch nicht abgeſchloſſen. Sobald die Saiſon beginnt,
ſol=
len in Groß=Berlin rund 30 neue Kinos eröffnet werden.
Andere ſchon beſtehende werden jetzt umgebaut und
ver=
größert. — Unweit des Eierhäuschens fuhr geſtern
nach=
mittag auf der Oberſpree der Dampfer „Hildegard” an
dem einem Kaufmann gehörenden Motorboot vorbei,
als den Dampfer zu gleicher Zeit der Dampfer „Wotan”
der Reederei Nobiling überholen wollte. Das
Mo=
torboot, in dem ſich mehrere Perſonen befanden, wurde
infolge des übermäßig ſchnellen Fahrens des „Wotan”
gegen die „Hildegard” geſchleudert, ſo daß mehrere
Plan=
ken barſten. Die Dampfer ſtoppten ſofort ab, wobei die
„Hildegard” auf Grund geriet. Die Inſaſſen konnten
ge=
rettet werden. — Auch der Wannſee war geſtern der
Schauplatz zweier Schiffsunfälle, die ſich beide in
den ſpäten Nachmittagsſtunden ereigneten. Der eine
Un=
fall wurde durch unvorſchriftsmäßige Beleuchtung
herbei=
geführt. — Als heute nachmittag ein Zug mit ruſſiſchen
Auswanderern die Station Savignyplatz paſſierte, ſprang
ein Mann aus ihm, kam zu Fall und ſtürzte die Böſchung
hinunter. Es iſt feſtgeſtellt, daß er als blinder
Paſ=
ſagier die Fahrt von Rußland nach Berlin
gemacht hat. Er gibt an, aus einem ruſſiſchen Artillerie=
Regiment deſertiert zu ſein. — In einer Gaſtwirtſchaft im
Norden Berlins vergiftete ſich geſtern Nacht eine
Frau Agnes Haaſe und ihre 15jährige Tochter. Frau
Haaſe hatte zuvor einen Streit mit ihrem Ehemann
ge=
habt, der ihr leichten Lebenswandel vorgeworfen hatte.
Beide wurden in hoffnungsloſem Zuſtande ins
Kranken=
haus gebracht. Der Mann konnte nur mit Mühe davon
abgehalten werden, gleichfalls Selbſtmord zu begehen. Die
Familie hat fünf Kinder.
(*) Frankfurt, 27. Juli. Die
Jahrhundert=
feier der 81er fand geſtern ihren voll befriedigenden
Abſchluß. Um 10 Uhr vormittags ſammelten ſich
allmäh=
lich etwa 5000 ehemalige Regimentsangehörige auf dem
Kaſernenhofe in der Gutleutſtraße. Hier hatten die zwölf
Kompagnien abteilungsweiſe die Tiſche gedeckt, denn die
einzelnen Kompagnien gaben ihren alten Kameraden ein
ſoldatiſches Mittageſſen, das auf fahrbaren Feldküchen
bereitet wurde. Um 11 Uhr begann die Regimentsmuſik
zu konzertieren, und bald danach wurde die wohl
mun=
dende Soldatenkoſt verzehrt, dazu floß das von den
Brauereien geſtiftete Freibier in Strömen. Ueberall
herrſchte beim Geſang von Soldatenliedern fröhliche
Stimmung; die Offiziere trafen ein und ſuchten ihre
ehe=
maligen Leute auf, es gab manch fröhliches Wiederſehen.
Laute Hurrarufe verkündigten, daß auch der Inhaber des
Regiments, Prinz Friedrich Karl, der Korpskommandeur
und der Oberſt eintrafen, die dann von Kompagnie zu
Kompagnie gingen. Um 3 Uhr begann der Kaſernenhof
ſich zu leeren; die ehemaligen 81er rüſteten ſich zur
Ab=
reiſe. Von 3 Uhr ab waren die Eiſenbahnzüge beſonders
nach Friedberg-Gießen-Kaſſel und Hanau-Fulda—
Bebra überfüllt. Auch’zwei Sonderzüge gingen kurz nach
5 Uhr nach beiden Richtungen ab. Die freiwillige
Samm=
lung für das Regiment, die während des Feſtes durch
Frauen und Jungfrauen erfolgte, ſoll mehrere Tauſend
Mark ergeben haben. Die ehemaligen 81er werden noch
lange mit Befriedigung an das ſchöne Jubelfeſt ihres
Regiments zurückdenken.
Frankfurt, 28. Juli. Dem Giftmiſcher Hopf war
mitgeteilt worden, daß ſich in der Aſche der Leiche ſeiner
Mutter Arſenik befunden habe. Hopf erklärte, das ſei
kein Wunder; er habe das Arſenik den Aſchereſten
zuge=
miſcht, damit ſie ſich länger halten. Nun wurde in dem
Krematorium von Offenbach ein Hund verbrannt, deſſen
Aſche Arſenik beigefügt wurde. Der Gerichtschemiker Dr.
Popp wird dieſe Aſche unterſuchen, ob ſie dieſelben
Merk=
male enthält wie die der Mutter Hopfs.
Mannheim, 28. Juli. Ein ſchweres
Automo=
bilunglück, dem zwei Menſchenleben zum Opfer
ge=
fallen ſind, hat ſich in der vergangenen Nacht kurz nach
1 Uhr auf der Jungbuſch=Neckarbrücke ereignet. Eine
Kraftdroſchke, die von dem Chauffeur Nörr geſteuert
wurde, fuhr mit ſolcher Wucht gegen einen Leitungsmaſt
der elektriſchen Straßenbahn, daß das Fahrzeug
vollſtän=
dig zertrümmert wurde. Von den vier Inſaſſen erlitten
zwei ſo erhebliche Verletzungen, daß ſie dieſen auf dem
Wege zum Krankenhauſe beziehungsweiſe kurz nach der
Einlieferung in dasſelbe erlegen ſind. Die
Verſtor=
benen ſind der 1886 in Waldlaubersheim geborene ledige
Schloſſer Baſtian Klare und der 1887 zu Kaſſel geborene
Schloſſer Heinrich Fineß. Der Chauffeur, den die Schuld
an dem Unglück, das den Abſchluß eines feuchtfröhlichen
Beiſammenſeins bilden ſollte, treffen ſoll, iſt in
Unter=
ſuchungshaft genommen worden.
Stuttgart, 28. Juli. Geſtern abend brach in einem
Heumagazin des erſt vor einigen Jahren neu
erbau=
ten Proviantamtes, jedenfalls durch Selbſtentzündung des
naß eingebrachten Futters, Feuer aus. Trotz der
ge=
waltigen Anſtrengungen der Feuerwehr ſind Tauſende
von Zentnern Heu und Stroh verbrannt. Jedoch gelang
es, die bedrohten Nachbargebäude, das Mehlmagazin
und die Bäckerei ſamt dem Verwaltungsgebäude, zu
ret=
ten. Mehrere Feuerwehrleute wurden von der Hitze und
dem Rauch ohnmächtig.
Waldſee, 28. Juli. Auf der Straße zwiſchen
Ravens=
burg und Waldſee fand geſtern ein Radfahrer
nach=
mittags zwiſchen 12 und 1 Uhr ein umgeſtürztes
Auto das quer über der Straße lag. Der
Schmied=
meiſter Paul Mayer von Aulendorf lag tot daneben, der
Beſitzer und Lenker des Autos, ein Sohn des
Fahnen=
fabrikanten Frick von Aulendorf, lag ſchwer verwundet
und bewußtlos am Straßenrand. Offenbar hat das Auto
eine Kurve zu kurz genommen und iſt dabei umgeſtürzt.
München, 27. Juli. Heute mittag 1 Uhr iſt auf einem
Waldwege zwiſchen Feldafing und Tutzing ein Mann
der anſcheinend den beſſeren Kreiſen angehörte,
erſchoſ=
ſen und ausgeraubt worden. Von dem Täter hat
man bis jetzt noch keine Spur.
Leipzig, 27. Juli. Ein Nachſpiel zum
dies=
jährigen Kaiſerpreis=Wettſingen
beſchäf=
tigte die hieſige Ferienſtrafkammer, vor der ſich der
be=
kannte Komponiſt und Muſikkritiker Königl. Muſikdirektor
Guſtav Wohlgemuth unter der Anklage des
Ver=
gehens gegen das Geſetz betreffend den Urheberſchutz, zu
verantworten hatte. Als Preischor für den
Sängerwett=
ſtreit war, wie noch erinnerlich, ein Gedicht des
Schwei=
zers Adolf Frey „1813” beſtimmt worden, in der
Kompo=
ſition von Hegar. Der Chor war wie üblich als
Manu=
ſkript gedruckt und wurde nur an die Vereine abgegeben,
die ſich an dem Sängerwettſtreit beteiligen wollten. Durch
Vermittelung eines ihm bekannten Chorleiters wußte ſich
Wohlgemut in den Beſitz der Partitur zu ſetzen, die er
in 300 Exemplaren vervielfältigen ließ. Der Chor ward
dann an die Mitglieder des von Wohlgemuth geleiteten
Leipziger Männerchors verteilt und von dieſem eingeübt;
er gelangte auch nach dem Kaiſerpreis=Wettſingen zur
öffentlichen Aufführung, und zwar in einem Konzert,
deſ=
ſen Reinertrag zugunſten des Völkerſchlachtdenkmals
be=
ſtimmt war. In dieſem Vorgehen erblickte die
Muſika=
lienhandlung Bote & Bock in Berlin, der das
alleinige Verlagsrecht des Chors übertragen war, eeine
ſtrafrechtliche Handlung und ſtrengte die Klage an. Der
Angeklagte erklärte ſich in der Verhandlung für
nichtſchul=
dig. Er habe ſich das Werk in durchaus einwandsfreier
Weiſe zu Studienzwecken beſchafft, außerdem habe er ſich
dazu für berechtigt gehalten, da er als Leiter einer
Sän=
gerzeitung ein Intereſſe als Kritiker daran habe den Chor
kennen zu lernen. Die Vervielfältigung der Partitur in
300 Exemplaren gab Wohlgemuth zu, behauptet aber, er
habe die Abſicht gehabt, nach Freigabe des Werkes dieſe
Stimmen zu vernichten und dafür ſolche aus dem Verlag
von Bote & Bock zu kaufen. Der Gerichtshof ſtellte ſich
jedoch auf den Standpunkt, daß das Vorgehen
Wohlge=
muths ſtrafprozeſſual nicht zu billigen ſei und verurteilte
ihn zu einer Geldſtrafe von 150 Mark.
Herne (Weſtfalen), 28. Juli. Bei einem
Schau=
ſchwimmen waren mehrere große Kähne mit
Bret=
tern belegt, auf denen die Menge dicht gedrängt ſtand.
Plötzlich knickte ein Brett in einem Schiffe und durch eine
etwa 50 Quadratmeter große Senkung ſtürzten etwa
100 Perſonen in den Kahnraum. Eine Reihe von,
Per=
ſonen wurde ſchwer verletzt, ein Dutzend andere leicht.
Rieſa, 28. Juli. Auf dem hieſigen Bahnhofe wurde ein
Mann, der mit 12 Mädchen angekommen war, unter dem
Verdacht des Mädchenhandels verhaftet.
Es ſoll angeblich ein Muſikdirektor aus Berlin ſein. Eines
der Mädchen erſtattete bei einem Bahnbeamten Anzeige,
Die Mädchen ſtammen aus verſchiedenen Gegenden
Sachſens.
Leipzig, 28. Juli. An dem geſtrigen Feſtzuge des
18. Deutſchen Reichsfeuerwehrtages
nah=
men gegen 20000 Feuerwehrleute teil. Als Vertreter des
Königs nahm Prinz Johann Georg den Zug vom Balkon
des Schloſſes ab. Auch ausländiſche Feuerwehren,
dar=
unter die aus Oeſterreich=Ungarn, Rußland, Dänemark,
Italien, Schweden, England und der Schweiz waren
ver=
treten.
Bern, 28. Juli. Am, Tor Salieres ſind drei
Franzo=
ſen, wahrſcheinlich Studenten aus Paris, über eine 1000
Meter hohe Felswand tödlich abgeſtürzt. Die
ſchreck=
lich verſtümmelten Leichen ſind geborgen. — Am Großen
Mythen iſt der Schreiner Otto Egli aus Zürich tödlich
abgeſtürzt. — Am Siebenkreuzberg in Appenzeller Bergen
ereignete ſich ein tödlich verlaufener Abſturz.
Paris, 28. Juli. Bei Melun in der Nähe des Waldes
von Fontaineblau ſtießen geſtern an einer
Straßenkreuz=
ung die Automobile des Pariſer Wechſelmaklers
Brauert und des Theaterdirektors Monteharmont
zuſam=
men. Die Gattin des letzteren und die Schauſpielerin
Fräulein Dubory wurden getötet; vier Jaſenſſen ſind
ſchwer verletzt worden.
Brüſſel. 27. Juli. In der Provinz Lüttich gingen
heute ſchwere Gewitter nieder, die großen Schaden
an der Ernte angerichtet haben.
Brüſſel, 27. Juli. Es wurden ſechs Schwindler
verhaftet, die falſche Obligationen großer Pariſer
Geſellſchaften angefertigt hatten. Dieſe Obligationen
wurden an der Brüſſeler Börſe zum Preiſe von je 800
Francs untergebracht. Die Fälſcher ſollen einen Gewinn
von 1 282000 Francs gehabt haben.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
* Darmſtadt, 28. Juli. Der Leiter der Goedecker=
Fliegerſchule Mainz, Herr Schröder, hat heute vor
einer Militärkommiſſion die Feldpilotenprüfung
auf Goedecker=Taube abgelegt. Es wurde Herrn
Schrö=
der aufgegeben, einen Erkundungsflug nach Mannheim
und Worms auszuführen. Herr Schröder ſtieg um
5.10 Uhr in Darmſtadt mit Herrn Meiß als Begleiter auf,
flog nach Mannheim und landete 7.13 Uhr in Worms.
Um 7.55 Uhr ſtieg er wieder auf und landete 8.18 Uhr in
Darmſtadt.
* Frankfurt a. M. 28. Juli. Das Luftſchiff
„Sachſen” wird bei günſtiger Witterung am 1. Auguſt
ſeine Fernfahrt von Leipzig nach Hamburg
unter=
nehmen. An demſelben Tage wird das Luftſchiff „Hanſa”
von Hamburg nach Leipzig fliegen. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” das zurzeit wieder in Frankfurt ſtationiert
iſt, unternimmt bei günſtiger Witterung täglich
Paſſagier=
fahrten.
* Paris, 28. Juli. Der Flieger Chambenois
ſtürzte bei einem Schaufliegen in Auterive, De=
Haute=Garonne, mit einem Waſſerflugzeuge ab und war
ſofort tot.
Sporf, Spiel und Turnen.
sr. Schwerer Unglücksfall auf der Radrennbahn in
Eſſen. Bei den Radrennen in Eſſen ereignete ſich am
Sonntag bei dem 10 Kilometer=Rennen hinter Motoren
ein ſchwerer Unglücksfall. Nachdem die Fahrer
etwa ſechs Minuten gefahren hatten, verlor der
Schritt=
macher Drugemöller, der den Fahrer Köſterherm
führte, die Herrſchaft über ſeinen Motor und
fuhr von der Bahn herunter in eine Gruppe
zu=
ſchauender Rennfahrer hinein. Hierbei
wurde der Rennfahrer W. Stefan von der Maſchine
er=
faßt und in hohem Bogen durch die Luft
ge=
ſchleudert. Er erlitt einen Bruch des rechten Armes
und ſchwere innere Verletzungen, die ſeine Ueberführung
ins Krankenhaus nötig machten. Es iſt wenig Hoffnung
vorhanden, daß er mit dem Leben davon kommt. — Das
Match zwiſchen Ryſer und Ebert gewann Ryſer, der in
dem 25 Kilometer=Rennen alle Bahnrekorde verbeſſerte
und in 19 Minuten 43,2 Sekunden als Sieger das Ziel
paſſierte.
Landwirtſchaftliches.
Darmſtadt, 28. Juli. Schweinemarkt.
Auſtrieb durch Händler: 85 Schweine, durch die
Bezugs=
vereinigung: 67 Schweine. Preiſe für 50 Kg.
Schlachtge=
wicht: 1. Qualität, ausgeſuchte Ware, 84 Mark, 2.
Quali=
tät 83 Mark, 3. Qualität 82 Mark. Marktverlauf ruhig,
Ueberſtand.
Frankfurt a. M., 28. Juli.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Ochſen: a) vollfleiſchige,
ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes im Alter von 4 bis
7 Jahren, Lebendgewicht per Zentner 50—55 M.,
Schlacht=
gewicht per Zentner 91—95 M., b) junge, fleiſchige, nicht
ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete, Lebendgew. 47—50
Mark, Schlachtgew. 85—91 M., e) mäßig genährte junge.
gute genährte ältere, Lebendgew 40—43 M., Schlachtgew.
74—79 M. Bullen: a) vollfleiſchige, ausgewachſene
höchſten Schlachtwertes, Lebendgew. 51—54 M.,
Schlacht=
gewicht 85—90 M., b) vollfleiſchige, junge. Lebendgew.
46—49 M., Schlachtgew. 80—84 M. — Färſen und
Kühe: a) vollfleiſchige, ausgemäſtete Färſen höchſten
Schlachtwertes, Lebendgew. 49—52 M., Schlachtgew. 88—93
Mark, b) vollfleiſchige, ausgemäſtete Kühe höchſten
Schlacht=
wertes bis zu 7 Jahren, Lebendgew. 47—50 M.,
Schlacht=
gewicht 87—89 M., e) 1. wenig gut entwickelte Färſen,
Lebendgew. 40—44 M., Schlachtgew. 77—85 M., 2. ältere,
ausgemäſtete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere
Kühe. Lebendgew. 42—46 M., Schlachtgew. 78—86 M.,
d) mäßig genährte Kühe und Färſen, Lebendgew. 32—37
Mark. Schlachtgew. 64—74 M., e) gering genährte Kühe
und Färſen, Ledengew. 27—31 M., Schlachtgew. 61—73 M.
Gering genährttes Jungvieh (Freſſer):
a) mittlere Maſt= und beſte Saugkälber, Lebendgew. 61
bis 65 M., Schlachtgew. 103—110 M. b) geringere Maſt=
und aute Saugkälber, Lebendgew. 56—60 M., Schlachtgew.
Nummer 175.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Juli 1913.
Seite 3
95—102 M. Weidemaſtſchafe: Maſtlämmer und
Maſthammel, Lebendgew. 44, Schlachtgew. 98 M.
Schweine: a) vollfleiſchige Schweine von 80 bis 100
Kilogramm (160 bis 200 Pfund), Lebengew 63—66 M.,
Schlachtgew. 81—83 M., b) vollfleiſchige Schweine unter
80 Kilogramm (160 Pfund), Lebendgew. 63—65 M.
Schlachtgew. 80—82 M., e) vollfleiſchige von 100 bis 120
Kilogramm (200 bis 240 Pfund), Lebendgew. 63—66 M.,
Schlachtgew. 81—83 M., d) vollfleiſchige von 120 bis 150
Kilogramm (240 bis 300 Pfund), Lebendgew. 63—66 M.,
Schlachtgew 81—83 M. Auftrieb: Rinder 1257 Stück,
dar=
unter 519 Ochſen, 70 Bullen, 668 Färſen und Kühe, 296
Kälber, 190 Schafe, 2329 Schweine. Marktverlauf: Rinder
und Schweine: Gedrückt, Ueberſtand; Kälber, lebhaft,
Schafe ruhig. Ausverkauft.
Der Raubmord im
Eiſen=
bahnzuge.
2000 Mark Belehnung.
-g. Darmſtadt, 28. Juli. Auf die Ermittelung des
Raubmörders, der den Kaufmann Brechner ermordete und
beraubte, ſetzte ſowohl die Staatsanwaltſchaft als auch
die Eiſenbahnbehörde je 1000 Mark Belohnung aus. Die
Belohnung erhalten diejenigen, die durch ihre Angaben
auf die Spur des Verbrechers führen, oder an deſſen
Er=
mittelung ſonſtwie beteiligt ſind.
Bis Redaktionsſchluß hatte die Staatsanwaltſchaft
noch keinerlei Nachricht, die zur Ermittelung des
Raubmörders führen könnte. In der Stadt waren
wäh=
rend des geſtrigen Tages die alarmierendſten Gerüchte im
Umlauf, die allerdings durch die große Aufregung über
die entſetzliche Mordtat erklärlich ſind. Aber es ſei an
dieſer Stelle an alle das Erſuchen gerichtet, das
Weiter=
geben von unkontrollierbaren und ohne weiteres haltloſen
Gerüchten zu vermeiden, da durch ein ſolches Verhalten die
Gemüter nur unnötig aufgeregt werden, die Sachlage
wo=
möglich verwirrt und den beteiligten Behörden nur
unnütze Arbeit bereitet wird, wodurch unter Umſtänden
wichtigere Hinweiſe vernachläſſigt werden können.
Die Annahme, daß die Räuber, die am Samstag in
der Anilin= und Sodafabrik in Ludwigshafen 1800 Mark
erbeuteten, mit dieſer Mordtat in Verbindung gebracht
werden könnten, iſt in keiner Weiſe gerechtfertigt. Obgleich
zunächſt die Annahme auch von Dr. Popp verworfen
wurde, daß der Mörder den Brechner im Abteil erſchoſſen
und beraubt und alsdann zur Erſchwerung der
Entdeck=
ung in das Kloſett geſchleift hat, weiſt man jetzt dieſe
An=
nahme nicht ohne weiteres von der Hand. Schwer
er=
klärlich iſt ja zweifellos der Umſtand daß der
Schuß=
kanal von oben nach unten geht. Dies ſpricht dafür, daß
vielleicht der Täter den Schuß über die etwa mannshohe
Trennungswand auf den im anderen Abteil ſitzenden
Brechner abgab. Nach deſſen Beraubung könnte er dann die
Leiche beſeitigt haben, was aber bei dem großen
Körper=
gewicht des Ermordeten nicht allzu viel Wahrſcheinlichkeit
hat. Auch hätte man dann einige, wenn auch noch ſo
winzige Blutſpritzerchen im Abteil finden müſſen, was
nicht der Fall iſt. Der etwas rätſelhafte Schußverlauf
könnte aber in der Weiſe erklärt werden, daß Brechner
von dem Mörder erſt von hinten etwas hergeriſſen wurde
und im Fallen den Schuß aus nächſter Nähe erhielt.
Jedenfalls läßt die Mordtat noch die verſchiedenartigſten
Deutungen zu.
Die Beerdigung des bedauernswerten Opfers
der Bluttat findet heute vormittag in aller Stille ſtatt.
Militäriſches.
* Ein neuer Truppenübungsplatz mit dem
bisher größten Areal von 10000 Hektar ſoll im Oſten
des Reichs beſchafft werden, da das 1., 2. und 17.
Armeekorps noch über keinen Truppenübungsplatz
ver=
fügen. Es würde dies der bei weitem umfangreichſte
Uebungsplatz innerhalb des Deutſchen Reiches ſein, da die
Plätze im Durchſchnitt nur 4—5000 Hektar umfaſſen. Eine
Ausnahme bildet nur der dem 3. bayeriſchen Korps
zuge=
teilte Uebungsplatz Grafenwöhr, Bezirk Ingolſtadt der
eine Fläche von etwa 9000 Hektar umfaßt. Die Größe des
neuzuſchaffenden Truppenübungsplatzes ergibt ſich aus der
Notwendigkeit, künftig auch Diviſionen auf dem Gelände
üben zu laſſen, das im übrigen Unterkünfte für zwei
In=
fanterie=Brigaden und eine Kavallerie= oder Artillerie=
Brigade aufweiſen muß. Die Notwendigkeit, derartigen
großen Truppenmaſſen auf den Uebungsplätzen Gelegenheit
zur Betätigung zu geben, bringt die Notwendigkeit mit
ſich, auch die übrigen Truppenübungsplätze nach
Möglich=
keit zu erweitern bezw. bei Ankauf von geeignetem Gelände
auf eine derartige Ausdehnung Rückſicht zu nehmen. Im
Weſten haben das 16. und 21. Armeekorps noch keine
eige=
nen Truppenübungsplätze, doch iſt zu erwarten, daß für
eins der beiden Korps in nicht ferner Zeit ein Platz
ange=
kauft wird, zu welchem Zweck jetzt bereits Schritte
einge=
leitet ſind. Für das 14. und 18. Korps ſind bezw. werden
bekanntlich die Truppenübungsplätze Heuberg und Orb
eingerichtet, deren Erwerb in eine frühere Zeit fällt, da ſie
nur etwa 4000 bezw. 4800 Hektar groß ſind.
Blitzſchläge.
* Weißenſee i. Thür., 28. Juli. In Schilfa ſchlug
der Blitz geſtern während eines Gewitters in eine
Ar=
beitergruppe. Zwei polniſche Arbeiter wurden
getötet und die Frau eines der Getöteten vollſtändig
gelähmt.
* Eſchweiler 28. Juli. Geſtern nachmittag ſchlug
der Blitz in eine Gruppe der
Mädchenkongre=
gation aus Langerwehe, welche ſich auf einem Ausflug
ich der Schevenhütte befand. Sämtliche Mädchen
wur=
den betäubt. Fünf erlitten Brandwunden und wurden
chwer, zwei wurden leicht verletzt.
* Innsbruck, 28. Juli. Während eines plötzlich
aufgezogenen Gewitters erſchlug geſtern der Blitz im
Karwendelgebirge den 25 Jahre alten aus Dresden
ſtam=
menden Lithographen Georg Weller, der in Innsbruck
in Stellung war. Mehrere andere Touriſten wurden zu
Boden geworfen, erlitten aber nur leichte Verletzungen.
Das Eiſenbahnunglück bei Bramminge.
* Kopenhagen, 28. Juli. Von den bei dem
Eiſenbahnunglück bei Bramminge verletzten
Perſonen liegen im St. Joſefs=Hoſpital in Esbjerg u. a.
Frau Kohl=Berlin, der beide Beine gebrochen ſind. Frau
Krauſe=Berlin hat leichte Verletzungen erlitten Ihr
Be=
finden iſt gut; ihr Sohn. Arno Krauſe hat eine ſchwere
Kopfwunde und Hautabſchürfungen davongetragen. Im
Städtiſchen Krankenhauſe zu Esbjerg liegen u. a. Frau
Wellner=Dresden, die einen Bruch des rechten Schenkels
erlitten hat. Vorläufig iſt noch keine Amputation
vorge=
nommen worden. Ihr Befinden iſt den Umſtänden
ent=
ſprechend gut. Frau Borre=Düſſeldorf hat beide Beine
gebrochen und zwar offener Bruch; vorläufig iſt keine
Am=
putation vorgenommen worden. Die übrigen Verletzten
ſind Dänen und Engländer. Alle Leichen, im ganzen
15, ſind jetzt rekognoſziert. Die bis jetzt
Unbe=
kannte, eine etwa 40jährige Frau, iſt nun als die
Frau Frieda Ertheiler=Nürnberg rekognoſziert worden
und ein etwa 6jähriger Knabe als ihr Sohn Rolf.
H.B Kopenhagen, 28. Juli. Zu dem furchtbaren
Eiſenbahnunglück werden noch folgende
Einzelhei=
ten gemeldet: Das Unglück paſſierte kurz nach 4 Uhr
nach=
mittags an der Sneume=Brücke, einen Kilometer weſtlich
von Bramminge. Erſt nach ¾ Stunden kam ein Hilfszug
an. Ebenſo fehlte es zunächſt an Aerzten. Schließlich
waren etwa 30 Aerzte an der Unglücksſtelle anweſend. Die
Lokomotive hatte ſich tief in die Erde
einge=
graben. Ein Durchgangswagen, ſowie drei ältere
Per=
ſonenwagen waren vollſtändig zertrümmert. Die
Rettungs=
arbeiten waren außerordentlich ſchwierig. Die
Verun=
glückten mußten mit Sägen und Beilen aus den
Trüm=
mern befreit werden. Der Eiſenbahnminiſter und der
Miniſter des Innern waren bald an der Unglücksſtelle
an=
weſend.
Der neue Balkankrieg.
* Athen, 28. Juli. Der König hat den
bulgari=
ſchen Vorſchlag, betreffend einen dreitätigen
Waffen=
ſtillſtand, aus ſtrategiſchen Gründen abgelehnt.
* Athen, 28. Juli. Wie aus Dedeagatſch gemeldet
wird, ſteckten die Bulgaren bei ihrer Flucht
Muni=
tions= und Lebensmitteldepots und die Ottomanbank in
Brand, führten 240 Notablen mit ſich fort und machten 6
Bulgaren nieder. Wie Admiral Kundouriotis aus Makri
telegraphiert, iſt ſeit der Anweſenheit des griechiſchen
Geſchwaders bei Dedeagatſch die Ordnung in Thrazien
wiederhergeſtellt.
* Athen, 28. Juli. In den Kämpfen bei
Simetli, die mit einer vollſtändigen
Nieder=
lage der Bulgaren endeten, hielten dieſe eine ſteile
Anhöhe beſetzt, die 1260 Meter über dem Meeresſpiegel
liegt. Die Stellung war durch eine Reihe ſtarker
Ar=
tillerieverſchanzungen befeſtigt. Die Griechen mußten bei
ſtrömendem Regen und Nebel die ſchwierigen
Kresna=
päſſe, die ſich über 20 Kilometer erſtreckten, überwinden.
Die Bulgaren hatten alle Brücken zerſtört, aber die
Genietruppen ſtellten die Verbindungen wieder her. Die
Bulgaren beſchoſſen die Päſſe lebhaft und machten ſo den
Vormarſch für die griechiſche Artillerie ſchwierig, deshalb
rückten die Griechen während der Nacht vor. Geſtern
wurden die Bulgaren auf der ganzen Front von ihren
vorgeſchobenen Stellungen auf die Hauptſtellungen
zurück=
geworfen. Die Griechen gingen, nachdem ſie den Ausgang
der Päſſe erreicht hatten, zum Sturmangriff vor. Nach
einem heftigen Kampfe wurden die Bulgaren vollſtändig
zerſprengt.
* Belgrad, 28. Juli. (Preſſebureau.) Bei
Tages=
anbruch griffen die Bulgaren die ſerbiſchen
Stellungen bei Tzrvenigrad in der Nähe von
Egri=Palanka an, dort, wo früher die ſerbiſch=türkiſche
und die bulgariſche Grenze zuſammenſtießen. Der
An=
griff wurde ſofort energiſch zurückgewieſen. Die ſerbiſchen
Truppen verblieben in ihren Stellungen. Nachdem der
Feind vertrieben worden war, wurde ein anderer
ähn=
licher Angriff der Bulgaren bei Vlaſſina ebenfalls
zurück=
geſchlagen. An allen übrigen Punkten herrſcht Ruhe.
Letzte Nachrichten.
* Bukareſt, 28. Juli. Aus Kreiſen bulgariſcher
Delegierter wird die Auffaſſung verbreitet, Bulgarien
ſei entſchloſſen, alles für einefmöglichſt raſche
Beendig=
ung der Beratungen in Bukareſt zu tun, deren
Er=
gebnis nach bulgariſcher Anſicht der Genehmigung
Euro=
pas bedarf, um rechtskräftig zu werden.
* Belgrad, 28. Juli. Venizelos mußte infolge
einer Hochwaſſerſtörung die Reiſe über Belgrad
aufgeben. Er iſt über Semenaria dann zu Schiff über
Turn=Severin abgereiſt.
Die Unruhen in China.
* London, 27. Juli. Die Forts von Hukau
an der Mündung des Hoangtſe, auf die die
Opera=
tionen der Rebellen von Kiangſi gerichtet waren, ſind
von den Regierungstruppen eingenommen worden.
Die=
ſer Erfolg iſt durch den Eingriff der Flotte erreicht
wor=
den und brach der Bewegung in Kiangſi das Rückgrat
und wird die Truppen und die Kanonenboote für die
Offenſive weiter unterhalb des Fluſſes und für einen
An=
griff auf die Nachhut der Nankinger Armee frei machen.
* Nanking, 27. Juli. Bei Beginn der Erhebung
drangen die Südchineſen mit Geſchützen auf der
Bahn=
linien Tientſin=Pukau vor, in der ſicheren Erwartung,
daß der General Tſchanghſun ſich ihnen anſchließen
oder doch wenigſtens neutral bleiben werde. Sein
un=
erwarteter Widerſtand brachte ihren Vormarſch
vollſtän=
dig zum Stehen und ſie hatten keine Wahl, als über den
Hwei zurückzukehren. Es fehlt ihnen an Proviant und
ſie werden an der Brücke die Regierungstruppen
be=
drohen, die durch die Provinz Anoi vorrücken. Man
er=
wartet, daß ſie ſich wieder auf Nanking zurückziehen
werden.
* Hongkong, 27. Juli. Nach Meldungen aus
Kanton wird dort die baldige Ankunft mehrerer
japaniſcher Dampfer mit Waffen und Munition
für die Revolutionäre erwartet. Ein verläßlicher Bericht
meldet, daß etwa 50 Japaner in die Kanton=Truppen
eingetreten ſind.
Vermiſchtes.
— Der Deutſchen Geſellſchaft für
Kauf=
manns=Erholungsheime iſt in der letzten Zeit
wieder eine größere Anzahl von Stiftungen zugegangen,
u. a. von: Deutſche Dampfſchiffahrts=Geſellſchaft „Hanſa”,
Bremen, 5000 Mark, Hildesheimer Bank 5000 Mark. Me=
chaniſche Weberei Zittau 5000 Mark. Niederlauſitzer
Koh=
lenwerk Akt.=Geſ., Berlin, 5000 Mark, William Stärker,
Chemnitz, 5000 Mark, Vereinigte Glanzſtoff=Fabrik,
Elber=
feld, 5000 Mark. Die Geſellſchaft bedarf aber noch weiterer
bedeutender Beträge zur Errichtung der ferner geplanten
Heime, da die bisher in Betrieb genommenen 4 Heime,
trotzdem ſie insgeſamt 450 Gaſtbetten enthalten, den
An=
ſturm der in dieſem Jahre Aufnahmewünſchenden nicht
an=
nähernd bewältigen konnten. Das Bedürfnis nach den
von der Geſellſchaft geſchaffenen Einrichtungen iſt, wie die
Nachfragen aufs neue beſtätigen, ganz gewaltig.
— Albumaus der großen Zeit 1813 bis
1815 in Wort und Bild. Verlag von Gebrüder
Stollwerck, A.=G., Köln=Berlin. Preis vornehm
gebun=
den 50 Pfg. Die bekannte Kölner Schokoladenfirma, die
in jedem Jahre ein neues Sammelalbum für ihre
allge=
mein beliebten Sammelbilder herausgibt, hat das
dies=
jährige 14. Album der großen Zeit 1813—1815 gewidmet.
Die Entwürfe zu den 144 Bildern, eingeteilt in 24
Grup=
pen zu je 6 Bildern, ſämtlich von dem bekannten
Schlach=
tenmaler Profeſſor Knötel gemalt, vergegenwärtigen dem
Beſchauer in lebendiger Friſche die wichtigſten
Begeben=
heiten jener glorreichen Zeit und zeigen ihm in
künſtleri=
ſcher Vollendung die berühmten Männer der
Befreiungs=
kriege und ihre Taten. Die zu den Bildern gehörigen
Texte ſind ebenſo unterhaltend wie belehrend. Das
Album bildet ein kleines Geſchichtswerk von dauerndem
Werte und iſt zum Preiſe von 50 Pfg. durch alle
einſchlä=
gigen Geſchäfte, welche die bekannten Stollwerck=
Fabri=
kate führen, zu beziehen.
Literariſches.
— Vivat academia! Von H.
Beutten=
müller. Preis 2.50 M. Verlag Berlin=Wien, Berlin
SW. 48, Wilhelmſtr. 98. Dieſe Anthologie, die in 64
ern=
ſten und heiteren, überwiegend in Proſa gehaltenen
Bei=
trägen jede Phaſe ſtudentiſchen Lebens vom „Mulus”
bis zum „alten Herrn” wiedergibt, iſt ſo recht ein Buch
für den deutſchen Studenten. Wohl das Beſte, was die
bedeutendſten modernen, deutſchen Schriftſteller und
Dich=
ter (wir nennen nur die Namen: Bloem, Buſſe, Grabein,
Herzog, Ettlinger, Ewers Heyſe, Presber, Stilgebauer,
Trojan uſw.) über das Studentenleben geſchrieben und
geſungen haben, iſt in dem ſtattlichen Bändchen
ver=
einigt.
Woldemar von Uxkull: Das
Kriegs=
gericht. „Volksbücher” der Deutſchen Dichter=
Gedächt=
nis=Stiftung, Heft 35. Mit einer Einleitung von M. R.
von Stern und Bildern von Ludwig Berwald. 44
Sei=
ten. Preis geh. 25 Pfg., geb. 60 Pfg. Das „Kriegsgericht”
iſt das Meiſterwerk unter Uxkulls „Kaukaſiſchen Novellen”
es wirkt wie eine erſchütternde, meiſterhaft aufgebaute
Tragödie, ſo daß ſchon nach wenigen Seiten die
Span=
nung des Leſers aufs äußerſte ſteigt. Das neueſte
Volks=
buch der Deutſchen Dichter=Gedächtnis=Stiftung dürfte die
Aufmerkſamkeit weiter Kreiſe auf den Verfaſſer lenken.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* Gießen, 28. Juli. Dr. A. Skalweit von der
Berliner Univerſität hat einen Ruf auf die hieſige
Pro=
feſſur für Staatswiſſenſchaften erhalten und angenommen.
Dr. Skalweit iſt der Nachfolger des unlängſt verſtorbenen
Profeſſors Biermer.
* Nieder=Lahnſtein 28. Juli. In dem Konkurs
der Bergbau=A.=G. Friedrichsſegen hat heute
vormittag auf dem hieſigen Amtsgericht die erſte
Gläu=
bigerverſammlung ſtattgefunden. Der Konkursverwalter
bezeichnete als Urſache des Konkurſes die zu teure
Grün=
dung von Friedrichsſegen, die um eine Million zu hoch
geweſen ſei, ferner, daß bei dem Erwerbe der Grube
Berlau Schulden gemacht worden ſeien, daß nicht
ge=
nügend Barmittel vorhanden waren, und daß der Betrieb
in Friedrichsſegen gänzlich verſagt habe. Die Schulden
mit Hypotheken betragen 1300682 Mark. Was bei der
Verſteigerung von Friedrichsſegen herauskomme, könne
jetzt noch nicht geſagt werden. Einige
Eigentümerhypothe=
ken würden auf dem Prozeßwege angefochten werden
müſſen. Die Gläubigerverſammlung beſtätigte den
Kon=
kursverwalter Juſtizrat Dr. Dahlem=Ober=Lahnſtein in
ſeinem Amte, erhöhte die Zahl der Mitglieder des
Gläu=
bigerausſchuſſes und beſchloß, den Betrieb der Grube
Ber=
lau fortzuſetzen.
* Heidelberg, 28. Juli. Der bisherige erſte
Bürger=
meiſter der Stadt Profeſſor Dr. Walz, wurde heute mit
85 Stimmen auf weitere 9 Jahre wiedergewählt.
* Heidelberg, 28. Juli. Der bisherige langjährige
Bankvorſtand bei der hieſigen Sparkaſſe für
Landgemein=
den, Link, wurde wegen Unregelmäßigkeiten im Amte
zur Anzeige gebracht. Die Unterſchlagungen
bezw. Urkundenfälſchungen ſind von dem 60jährigen
Beamten ſchon ſeit Jahren verübt worden.
* Stuttgart, 28. Juli. Bei dem Brande des
Königlichen Proviantamtes ſind 8000 Zentner
Heu verbrannt. Das große Magazingebäude iſt bis
auf die Mauern vernichtet worden. Ein zweites Magazin
mit 8—10000 Zentnern Heu und Stroh konnte mit großer
Mühe gerettet werden. Das Feuer wurde im Laufe der
Nacht gelöſcht. Sechs Feuerwehrleute erlitten leichte
Ver=
letzungen, zwei davon mußten in das Krankenhaus
ge=
bracht werden.
* Baleſtrand, 28. Juli. Der Kaiſer hielt geſtern
vormittag an Bord der „Hohenzollern” Gottesdienſt
ab. Am Nachmittag wurde ein längerer Spaziergang
an Land unternommen. Mehrere norwegiſche
Kriegs=
ſchiffe ſind hier angekommen und im Eſefjord vor Anker
gegangen. Heute vormittag begab ſich der Kaiſer an
Bord des Torpedobootes Sleipner” nach Vangenaes,
woſelbſt bei der Frithjofſtatue eine Urkunde
nie=
dergelegt werden und eine Probe der Einweihungsfeier
ſtattfinden ſoll. Das Wetter iſt ſeit heute morgen kühl
und regneriſch. An Bord iſt alles wohl.
* Madrid, 28. Juli. Die Blätter verzeichnen das
Ge=
rücht, in Liſſabon hätte in der= Nacht vom Samstag
zum Sonntag eine Militärrevolte ſtattgefunden.
Die Kämpfe hätten den ganzen Sonntag über angedauert.
* Waſhington, 28. Juli. Da die Sicherheit der
amerikaniſchen Untertanen in Mexiko
be=
droht iſt, erhob die amerikaniſche Regierung bei der
mexi=
kaniſchen energiſche Vorſtellungen.
* Johannesburg, 27. Juli. In einer neuen Sitzung
des Gewerkſchaftsverbandes heute abend wurde
beſchloſſen, der Regierung von neuem die
Forderun=
gen en bloc zu überreichen. Die Regierung trifft
Vor=
bereitungen für alle Fälle.
H. B. Hanau, 28. Juli. In dem benachbarten Klein=
Auheim brach geſtern nachmittag in einem Stall=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Juli 1913.
Nummer 175.
gebände des Landwiris Kimmerer Feuer aus, das
auch auf das Wohnhaus übergriff und dieſes ſowie zwei
weitere angrenzende Wohnhäuſer mit den dazu gehörigen
Nebengebäuden einäſcherte. Die Entſtehungsurſache iſt
noch nicht bekannt.
H.B. Kaſſel, 28. Juli. Im hieſigen
Polizeige=
fängnis zertrümmerte in der vergangenen Nacht ein
Geiſteskranker, der aus einem Sanatorium in der
Nähe Kaſſels entflohen und in Polizeigewahrſam
unter=
gebracht war, die ganze Zelleneinrichtung. Als ein
Poli=
zeibeamter die Zelle betrat, ſtürzte ſich der Geiſteskranke
mit einer Eiſenſtange, die er aus der Bettſtelle geriſſen
hatte, auf den Beamten und verſetzte ihm mehrere
wuch=
tige Schläge über den Kopf. Der Beamte iſt
lebensgefähr=
lich verletzt. Inzwiſchen iſt es anderen herbeigeeilten
Be=
amten gelungen, den Tobſüchtigen nach heftigem Kampfe
zu überwältigen.
— Dresden, 28. Juli. Beim Einkauf von Zigarren
zahlte ein Herr mit einem Kupon der Dresdener
Stadt=
anleihe, der, wie ſich herausſtellte, geſtohlen war. Es
gelang, den Unbekanten zu verhaften, der nach einem
län=
geren. Verhör zugab, der ehemalige Forſtbeamte von
Ra=
gowski=Poſen zu ſein. Wie ſich herausſtellte, erbeutete er
durch einen Einbruchsdiebſtahl in der Umgebung von
Dresden Wertpapiere über 20000 Mark. Auch in Berlin,
Leipzig, Halle, Hamburg und Breslau unternahm der
Verhaftete Diebesfahrten.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im ſüdöſtlichen Teile des Hochdruckgebietes hatten
wir geſtern bei ſchwacher Luftbewegung warmes, meiſt
heiteres und bis auf Gewitter, die ſtellenweiſe auftraten,
trockenes Wetter. Ueber der Oſtſee hat ſich ein
Tief=
druckausläufer ausgebreitet; doch werden wir morgen
wohl noch unter Hochdruckeinfluß bleiben und meiſt
trockenes, warmes Wetter zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 29. Juli:
Wolkig, noch meiſt trocken, warm.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
mik seidenen Sammk.
appenbilder-Heilagen
I,15308
Unter der blühenden Linde
Hläuft man nicht weniger als im Dezemberſturm Gefahr,
ſich zu erkälten, und man merkt erſt an plötzlich
auf=
tretender Heiſerkeit, an ſtarkem Huſtenreiz, beginnender
Verſchleimung ꝛc., wie gefährlich auch ein
Sommer=
abend werden kann. Hat man dann Fays ächte
Sodener Mineral=Paſtillen zur Hand, dann iſt die
Ge=
fahr nicht groß, denn Fays Sodener laſſen ſolche
Ver=
zſtimmungen nicht hochkommen. Eben darum aber
ſollte man immer Fays ächte Sodener zur Hand haben.
Die Schachtel koſtet nur 85 Pfg. Beſonderes
Kenn=
zeichen: Amtliche Beſcheinigung des Bürgermeiſteramtes
Bad Soden a. T. auf weißem Kontrollſtreifen. (I,14987
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Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, ihre E. M. E. M., A. H. A. H., S. A.
S. A. und C. C. C. C. von dem am 27. Juli
erfolgten plötzlichen Ableben ihres lb. A. H.
Otto Seibert
Apotheker
geziemend in Kenntnis zu ſetzen. (16158
Darmſtadt, den 29. Juli 1913.
&
„Arminia‟
Pharm. naturw. Verbdg. i. A. C. V.
J. A.:
Maurer XX
Dankſagung.
Für das liebevolle Gedenken unſerer
teuren Entſchlafenen und für die uns in
ſo reichem Maße bewieſene herzliche
Teilnahme an dem unerſetzlichen Verluſte
ſagen wir innigen Dank. Insbeſondere
danken wir dem Herrn Pfarrer Rückert
für die troſtreichen Worte, den
Freun=
dinnen u. Konfirmandinnen, den
Schüle=
rinnen der Aliceſchule, ſowie meinem
geſamten Perſonal.
Darmſtadt, den 28. Juli 1913.
Namens der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Hering.
B 16121)
ür die vielen Blumenſpenden und
N Beweiſe aufrichtiger Teilnahme andem
Verluſte unſerer unerſetzlichen Mutter
ſagen wir Allen unſeren tiefgefühlteſten
Dank, beſonders den Barmherzigen
Schweſtern für die aufopfernde Pflege
und dem hochwürdigen Herrn Kaplan
Quinckert für die troſtvollen Worte.
Darmſtadt, den 28. Juli 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Georg Frühwein, Zugführer,
und Kinder.
16115)
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: J. V.: Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam
Ileiſchmann, ſämtlich in Darmſtadt. — Für den
redaktio=
nellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion
des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforder=
ungen ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht
be=
rückſichttgt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zu=
rückgeſandt.
Sühe Ager=
Trauben. . . . Pfund
2
Kartoffeln
„Kaiſerkronen” . . . 10 Pfund
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Heue Vollheringe
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Nummer 175.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Inli 1913.
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Volkstümliches Milifär-Konzert
der Kapelle des Leibgarde-Regiments
unter Leitung des Obermusikmeisters H. Hauske.
Aus der Vortragsordnung: Ouvertüre zu „Hunydy
Laszlo” von Erkel. Motive aus „Tannhäuser” von
Wagner. „Die Bettlerin‟ Serenade von Becker.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Jnn 1913,
Nummer 175.
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Die Anstanusdamog
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Ein Liebesdrama in 3 Akten.
Nichts haben wir gescheut,
um unserem geschätzten
Publikum auch in diesem
Programm wieder eine
erst-
klassige Einlage zu zeigen.
Ein Drama von
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der Wirkung, reich an
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menten seelischer Kämpfe.
Meisterhaft haben es die
Mitwirkenden verstanden,
ihre ganze Kunst zur
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Er ſtand vor ihr, blaß bis in die Lippen. Man ſah,
jedes ihrer Worte traf ihn, aber er ſenkte nicht den Blick
vor ihren flammenden Augen. Und jetzt unterbrach er
ſie mit beſchwörender Stimme.
Gnädige Frau, ich habe Sie ſchwer beleidigt und ich
darf nicht erwarten, daß Sie das ſo raſch vergeſſen können.
Nie! rief ſie dazwiſchen.
Auch nicht, wenn ich Ihnen noch einmal vor dem
Bilde des Mannes, den wir beide von Herzen geliebt
haben, ſchwöre, daß ich es aus tiefſter Seele bedauere und
wünſche, das harte Wort zurücknehmen zu können, Ich
habe Ihnen damals ſofort ehrlich eingeſtanden, daß ich
ſelber nicht an dieſe dunkle Vergangenheit glaubte.
Tauſendmal ſchlimmer für Sie! — Dann war die
ſchwere Ehrenkränkung einer Frau alſo nur ein —
Ge=
ſchäftstrick von Ihnen.
Um Gotteswillen, gnädige Frau . . .! Aber ich darf
Ihnen das nicht übelnehmen — was wiſſen Sie von mir
und meinen Gedanken! — Zwiſchen unſerer erſten
Unter=
redung und heute liegen acht lange Tage — bitter ſchwere
Tage für mich voll innerer und äußerer Kämpfe, Wäre
ich leichtfertig und gewiſſenlos, würde ich entweder gar
nicht oder eher wiedergekommen ſein. — Können Sie ſich
nicht denken, daß mich nun, nach reiflicher Ueberlegung
nur der zwingendſte Grund veranlaſſen konnte, noch
ein=
mal der Abneigung, ja vielleicht dem Haß zu trotzen, und
mich noch mehr in Ihren Augen zu erniedrigen?
O ja, ich kenne ihn ſogar, dieſen zwingenden Grund:
Sie ſuchen mein Kind für ſich zu gewinnen.
Sie haben recht! Es iſt mein Herzenswunſch, daß
Heini mich lieben lernt und ſich zu mir bekennt.
Sie taumelte förmlich zurück. Und das ſagen Sie
mir ſo — ſo gerade heraus? — Und mich, mich meinen
Sie ſo ohne weiteres abtun — einfach zum Totſein
ver=
bannen zu können . . .?
Gnädige Frau
Doch ſie ließ ihn nicht zu Worte kommen. Aber Sie
irren, Herr von Drewensberg! In meiner
Vergangen=
heit gibt es nichts, das Ihnen ein Recht gäbe, mich zu
verleugnen. — Ich kann meinen Kopf gerade ſo hoch
er=
hoben tragen wie ein Drewensberg . .. vielleicht habe ich
ſogar noch ein größeres Recht dazu als Sie. Denn Sie
ſind hübſch im Schutze Ihres Hauſes, unbehelligt Ihren
ebenen Weg gegangen, ich aber habe mir den meinen über
Dornen und Steine bahnen müſſen. Doch ich ſehe, ich muß
jetzt ſprechen! Sie ſollen ſich nicht länger hinter der
Aus=
rede verſchanzen dürfen, daß Ihnen ein einziger Punkt
in meinem Leben dunkel geblieben iſt. Ich werde Ihnen
meine Lebensgeſchichte erzählen, genau ſo, wie ſie geweſen
iſt, ſo daß ich jedes Wort auf meinen Eid nehmen könnte.
Und ſie begann auch ſogleich und ſprach unaufhaltſam,
als ob ſie nicht raſch genug damit zu Ende kommen könnte.
Sie ſah ihn nicht an dabei, nur wenn er eine haſtige, aber
erregte Bewegung machte, warf ſie einen raſchen Blick zu
ihm hin, fuhr aber fort, ohne ihn zu Worte kommen zu
laſſen.
Sie entſtammte gut bürgerlichen Vechältniſſen. Ihre
Mutter war die Tochter einer alten Offiziersfamilie
ge=
weſen, eine feine, ſtille Frau, ihr Vater Oberlehrer und
ein äußerſt gelehrter, kluger und genialer Mann, aber
unruhig, herriſch, voll Tatendrang und bodenloſem
Ehr=
geiz, alſo zu allem anderen eher geeignet, als zum
Schul=
pedanten. Bei der kraſſen Verſchiedenheit der beiden
Gat=
ten konnte die Ehe nicht glücklich ſein. Die Frau litt ein
Martyrium unter dem Deſpotismus des Gatten, und ihr
einziges Kind ſtand zwiſchen den Eltern und wußte nicht,
ob es ſich zu Vater oder Mutter halten ſollte. So lernte
Anita früh Seelenqualen kennen, aber nicht nur das, auch
die kraſſe Not trat im Vaterhauſe an ſie heran.
Den Oberlehrer trieb ſein Temperament zu ewigen
Reibereien mit den Vorgeſetzten, die endlich damit endeten,
daß man ihm den Abſchied gab. Er, als Sanguiniker,
ging leichten Herzens, in der Gewißheit, daß er ſich als
Schriftſteller ein viel behaglicheres und auskömmlicheres
Brot würde ſchaffen können. Aber er irrte ſich ſchwer.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Juli 1913.
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Er ſchrieb zu ſcharf aggreſſiv und ritt viel zu ſehr ſein
Steckenpferd, die Notwendigkeit der Einführung einer
ra=
dikalen Schulreform, als daß die Zeitungen dauernd
Ver=
wendung für ſeine Arbeiten gehabt hätten. Da mußten
Frau und Kind eintreten, um mit feinen Handarbeiten
motdürftig das tägliche Brot zu erwerben. Das wurde
Anita, die des Vaters lebhaftes Temperament beſaß, oft
ſauer, die Mutter ertrug ihr Joch als unvermeidlich mit
der Geduld einer Heiligen. Aber ſie ſiechte langſam hin
dabei. Als ihre Tochter eben konfirmiert war, ſtarb ſie,
ohne krank geweſen zu ſein. Sie verlöſchte wie eine
Lampe, der das Oel fehlt.
Nun galt es für Anita einen Lebensberuf zu wählen.
Und ſie wollte Lehrerin werden, nicht aus eigenem
An=
trieb, aber ſie hatte vom Vater eine ſorgfältige
wiſſen=
ſchaftliche Ausbildung genoſſen und würde mit Leichtigkeit
ihr Examen ablegen können. Der Vater jedoch widerſetzte
ſſich dem Plan. Damit Du Dir in kurzer Zeit die Flügel
verſtauchſt, wie ich, ſagte er. Der Zwang, die Pedanterie,
das untertänige Bücklinge machen, iſt nicht für unſere
Na=
ituren. Werde Schauſpielerin. Du biſt ſchön und
haſt=
entſchieden Talent. — Das iſt ein Beruf, der Dich auf
die Sonnenhöhe des Lebens führt.
Er wollte ſicher das Beſte ſeiner Tochter, aber es war
ſein eigener Ehrgeiz, der ihn gerade dieſen Beruf für ſie
wählen ließ. Sein ſanguiniſches Temperament ſpiegelte
ihm natürlich ſofort eine glänzende Zukunft für ſie vor.
Anita in ihrer blendenden Schönheit würde natürlich raſch
berühmt werden, zu hohen Ehren und vor allen Dingen
zu Protektion gelangen, und dieſe benützen, ihrem Vater
zur Verwirklichung ſeiner Ideen und Pläne zu verhelfen.
Ihm ſchwebte vor, eine Reformſchule nach ſeinem Syſtem
izu gründen. Und dazu brauchte er einflußreiche Förderer
und Geldgeber.
Und Dr. Schmidt erfaßte den Plan wie alles Neue
mit Feuereifer und vermochte zu ſeiner Förderung ſogar
ſelber Opfer zu bringen, indem er zur Beſchaffung der
Studiengelder den Zwang und die Unterordnung eines
ſubalternen, ſchablonenmäßigen Dienſtes als Rendant
eines Gutes auf ſich nahm.
Nun, welches junge, unerfahrene, temperamentvolle
Mädchen läßt ſich lange bitten, den ſo verlockend
erſchei=
nenden Schauſpielerinnenberuf zu ergreifen! — So kam
Anita auf eine Theaterſchule und ſtudierte mit Eifer und
unermüdlichem Fleiß ihr Fach. Was dabei zu erlernen
war, lernte ſie. Das aber, was ihr hauptſächlich fehlte
der angeborene Beruf für die Kunſt, das konnte ihr kein
Studium vermitteln. Die Tatſache beſtand, daß das ſchöne
und kluge Mädchen kein Talent für die Schauſpielerei
be=
ſaß.
Sie empfand den Mangel damals natürlich noch nicht,
und der Anſtaltsdirektor brachte in ihr aus
Geſchäftsklug=
heit auch nicht zum Bewußtſein. Aber es war da in der
Abteilung für Opern ein alter Lehrer, ehemaliger
Opern=
ſänger, Hartkopf mit Namen, der ſagte ihr ehrlich: Ihnen
fehlt das große Talent, der göttliche Funke, und keine noch
ſo ſieghafte Schönheit und ſo bedeutende Fertigkeit im
Rollenſprechen kann das je erſetzen. Ergreifen Sie
bei=
zeiten einen anderen Beruf. Ihre Stimme iſt gut, warum
bilden Sie ſich nicht zur Konzertſängerin aus?
Anita war bei ihm in Penſion und hatte ſich ſeiner
Frau in deren letzter ſchwerer Krankheit liebevoll
ange=
nommen. Da meinte er ihr nicht beſſer danken zu
kön=
nen, als indem er ſie vor ſchlimmen Enttäuſchungen zu
bewahren ſuchte.
Aber wenn auch Anita willens geweſen wäre, ihm
zu glauben, ihr Vater widerſetzte ſich energiſch. Der
Be=
ruf einer Konzertſängerin erſchien ihm nicht verlockend
und die Ausbildung dauerte ihm zu lange. Er ſah die
Tochter ja bereits auf der Staffel zu Ruhm und Ehren
und hielt es ſchlechtweg für eine Ranküne ihrer Neider,
daß ſie nach Abſolvierung der Studien nicht ſofort eine,
wenn auch zunächſt untergeordnete Stellung an einem
erſten großen Theater erhielt.
Hartkopf hatte ihr ein Engagement an einer kleinen
Vorſtadtbühne verſchafft, weil ſie dort eher dazu käme,
wirklich Rollen zu ſpielen. Was nützt es Ihnen, als
Sta=
tiſtin Verwendung zu finden? ſagte er. Bei Ihnen kommt
es vor allen Dingen darauf an, Routine zu gewinnen.
Mit Routine wird mancher Mangel an Talent zugedeckt.
Außerdem iſt der Direktor der Bühne mein Freund,
und Sie ſind bei ihm in guten Händen.
So ſpielte Anita vor einfachen Leuten ihr Penſum
herunter, ohne Begeiſterung und innere Freudigkeit. Ihr
Ehrgeiz fand ſich nicht befriedigt; ſie fühlte bald genug
ſelber, daß ihr der Schauſpielerinnenberuf nicht zuſagte.
Aber ſie befand ſich wirklich in guten Händen, unter
ſiche=
rem Schutz, was bei ihrer großen Jugend und
Weltun=
erfahrenheit ein Segen für ſie war.
Im Sommer ging die Bühne, der ſie angehörte, auf
Gaſtſpiel nach einem Badeort in einem Herzogtum, und
da war es auch, wo ſie den Erbprinzen Auguſt kennen
lernte — jener hohe Herr, Herr von Drewensberg, der
eine ſo große Rolle in meinem Leben geſpielt hat.
Eberhardt, der mit geſenktem Kopf ihrer Erzählung
gelauſcht hatte, richtete ſich haſtig auf, er ſchien etwas
ſa=
gen zu wollen, aber da ſie unbeirrt fortfuhr, ließ er ſich
wieder in ſeine alte Stellung zurückſinken, nur ſeine
Augen hinaen jetzt feſt an ihrem Geſicht.
(Fortſetzung folgt.)
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
30 87.
Dienstng, 29. Zut.
1915.
Bekanntmachung.
Wir bringen zur Kenntnis der Beteiligten, daß Heu neuer Ernte unmittelbar
von der Wieſe bei Großh. Proviantamt Darmſtadt angefahren werden kann. Es
muß jedoch vollkommen trocken und nicht ſchwitzend beim Amt ankommen.
Darmſtadt, den 22. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien der Landgemeinden
des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, die Beteiligten auf vorſtehende Bekanntmachung noch
beſonders hinzuweiſen.
(15900dsi
Darmſtadt, den 22. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Am 28., 29. und 31. Juli 1913, von 7 Uhr vormittags bis zum Einbruch der
Dunkelheit wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des XVIII.
Armee=
korps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
. Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
im Oſten.
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 25. Juni 1913.
(13973a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs
platz bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
(14797a
Darmſtadt, den 5. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Z. V. Dr. Reinhart.
Inſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Aebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 28. bis 31. Juli 1912.
Die
Dauer der
Datum
Truppenteil Abſperrung Abſperrung Bemerkungen
Tag
erſtreckt ſich
von bis
Ueber das
28. Juli Montag
80 V.
80 V.
ganze
29. Juli Dienstag
Feldartillerie 8o V.
Abſperr=
30. Juli Mittwoch
3=B. 2 N. Gelände
31. Juli 1 Donnerstag
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und Nachſchautermine finden, ſolange
Be=
dürfnis, jeden Mittwoch, nachmittags von 5—6 Uhr, im
Schul=
haus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr geborene, ſowie für
ältere mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen Kinder ſtatt.
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
(14133a
Der Oberbürgermeiſter
I. V.: Jaeger.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 30. Juli 1913, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration „zur
Roſenhöhe‟)
verſch. Möbel, als Kleiderſchränke, Vertikos, Trumeauſpiegel,
1 Kommode, Sofas Tiſche, Spiegel, Bilder, 1 Schreibtiſch,
1 Küchenſchrank, 1 Pkanino, 1 Jalouſieſchrank, 1 Rollbüro,
1 Kartotheke, ferner Halbleinen u. Segeltuch u. 1 Landauer
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(16145
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher 1
in Darmſtadt, Georgenſtraße 11, I.
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 30. Juli 1913, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich in der „Ludwigshalle‟ (Obergaſſe) öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
einen großen Kaſtenwagen, 2 große ſchwere Rollen, zwei
gepolſterte große Lehnſeſſel, 50 Meter Bettdamaſt, einen
Schreibtiſch, einen Glasaufſatz, ſowie Hausmobilien durch
alle Rubriken.
Darmſtadt, den 28. Juli 1913.
(16153
Beyer,
Stellv. des Gerichtsvollziehers Kapp zu Darmſtadt.
Underwood-Maschinen-Schreib-Büro
Vervielfältigungs-Anstalt
Zirkular-Druckerei — Schreib-Büro
Ernst-Ludwigstr. 9. Tel. 648. 14132a
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Blumenthalſtr. 41 (Spezial=Geſchäft für Ungeziefer=Vernichtung).
Telephon 1859, Ia Anerkennungen von Behörden pp. Poſtkarte
genügt.
(16142a
Erdarbeiten.
Die Ausſchachtung und Abfuhr
von etwa 8500 cbm Erdmaſſen
zur Verbreiterung der Heidelberger
Straße, ſüdlich der
Landskron=
ſtraße, ſoll verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Zimmer Nr. 4,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen. Auch werden dort
die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, den 1. Auguſt I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(16077oi
Darmſtadt, 25. Juli 1913.
Tiefbauamt.
Keller.
Das Güter=
Abfertigungsge=
bände mit den anſtoßenden
Güterſchuppen auf dem
ehema=
ligen Gelände des Main=Neckar=
Bahnhofs in Darmſtadt ſoll auf
Abbruch verkauft werden. Ange
botsunterlagen können gegenporto=
und beſtellgeldfreie Einſendung von
50 Pfg, ſoweit der Vorrat reicht,
von hier bezogen werden. (IVI3125 72
Oeffnungstermin der Angebote
Samstag, den 16. Auguſt 1913,
vormittags 10 Uhr,
im Bureau der Bauabteilung
früheres Main=Reckar=
Bahnge=
bäude, nordöſtlicher Flügeh.
Großh. Heſſ. Eiſenbahn=
Bau=
abteilung Darmſtadt.
Stener=Erhebung.
Das erſte Ziel der
Gemeinde=
ſteuern für 1913 kann bis
ein=
ſchließlich 1. Auguſt ds. Js. ohne
Pfandkoſten hierher bezahlt wer=
(16137a
den.
Darmſtadt, 28. Juli 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Darll-
Glühstoffeisen, Plätt-, Stahl-,
Kohlen-
u. Spiritus-Bügeleisen, Amerikaner u.
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und Aermelbügelbretter, Spirituskocher,
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auf nom. Mk. 4000000 5%ige zu pari ab 1. Oktober 1923
rückzahlbare Anleihe der
Main-Kraftwerke, Aktiengesellschaft in Höchst u. Main
eingeteilt in:
800 Stück Lit. A von je Nom. Mark 2000 Nr. 1— 800
2000
„ B „ „ „ „ 1000 „ 801—2800
800
500 „ 2801—3600
C„„ , „
auf den Namen lautende Teil-Schuldverschreibungen.
Auslosung und Kündigung vor 1923 ausgeschlossen.
Auf Grund des von der Zulassungsstelle an der Börse zu Frankfurt a. M. genehmigten, in
der Frankfurter Zeitung vom 27. ds. Mts. veröffentlichten und an den Kassen der Zeichenstellen
erhättlichen Prospektes sind
nom. Mk. 4000000 5%ige zu pari ab 1. Oktober 1923 rückzahlbare Anleihe
der Mainkraftwerke, Aktiengesellschaft in Höchst a. Main
zum Handel und zur Notiz an der Frankfurter Börse zugelassen worden.
Diese Obligationen liégen
bis zum 1. August 1913
zur öffentlichen Zeichnung auf. Anmeldungen werden u. a.
in Darmstadt bei der Bank für Handel und Industrie
und ihrer Depositenkasse
zu nachfolgenden Bedingungen entgegengenommen:
1. Der Zeichnungspreis beträgt 99.50% zuzüglich 5% Stückzinsen vom 1. April 1913 bis zum
Abnahmetage. Den Stempel der Zuteilungsschlussnote trägt der Zeichner zur Hälfte.
2. Bei der Zeichnung ist auf Verlangen der Zeichenstellen eine Kaution von 5% des
gezeich-
neten Betrages in bar oder in solchen Effekten zu hinterlegen, welche von der
beireffen-
den Stelle als zulässig erachtct werden.
3. Die Zuteilung, welche sobald als möglich durch schriftliche Benachrichtigung der Zeichner
erfolgt, unterliegt dem freien Ermessen jeder Zeichenstelle. Früherer Schluss der
Sub-
skription bleibt vorbehalten.
4. Die Abnahme der zugeteilten Stücke hat am 11. August 1913 bei derjenigen Stelle zu
geschehen, bei welcher die Anmeldung erfolgt ist.
Frankfurt a. M., im Juli 1913.
(16127
Filiale der Bank für Handel und Industrie. Dresdner Bank in Frankfurt a. M.
Joh. Goll & Söhne.
Grunelius & Co.
(16112imd
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G. Best, Lud wigshöhstr. 60, I. (16008a
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Juli 1913.
Nummer 175.
Letzte Tage
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag .
Die,Grösse meines Lagers erfordert, dass in
jeder Saison eine möglichst vollständige Räumung erzielt wird.
Damit nun ein rascher Absatz der noch vorrätigen Sommerwaren erreicht
wird, sind die Preise in diesen Artikeln ganz bedeutend reduziert
und bieten somit ganz unverkennbare Vorteile.
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1.25
„ II
2.00
„ III
„
IV
3.00
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Serie I . jetzt M. 6.95
„ II
„ 2.25
„ III.
„ „ 3.50
„ IV
„ 5.00
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Serien eingeteilte
Herren-,
Jünglings-
u. Knaben-Anzüge
Räba
mm
Besonders vorteilhaft
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Sweater-Anzüge
in verschiedenen Farben
Auf alle nicht in
Serien eingeteilte
Wasch-Blusen,
An-
züge u. Kleidchen
Sport-Anzüge
Lüster-Saccos
Bozener Mäntel I Tennis-Hosen
Loden-Capes
Paletots, Uister
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Der gesamte Vorrat
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Stunden vormittags zum Aus=
fahren eines Kindes geſucht.
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(*4172 die Expedition ds. Bl (*4183id Ein Mädchen od. Frau z. Aus=
hilfe ſofort geſucht, ein Mädchen
in u. außer d. Hauſe Karlſtr. 115,1bei hohem Lohn geſucht. (*4209
Neckarſtraße 20, part. mädchen m. g. Zeugn. JohannetteFrau wird ſofort geſucht Nieder=
(*4202 Beſſeres 13jähriges MädchenEuche perfekte u. bürgerl. Köchin.,
ſucht nachmittags Ausfahren eines Haus=, Alleinmädch., die kochen
könn., in gute Privathäuſ., Kinder=
mädch. n. auswärts, Mädch., d. koch.
könn., in Geſchäftshäuſer f. hier u.
auswärts, Zimmer= u. Küchenmäd=
chen für Hotels.
(*4252
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dienſt oder leichte Hausarbeit. Off.eine feinbürg. Köchin geſ. Alt. od.
eine Wwe., w. a. Hausarb. übern.
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Bewerber werd. gebeten, ſchriftliche
Off. unter C 28 an die Expedition
(*15765ii eines feinen Zigarrengeſchäftes
wird geſchäftsgewande
Persönlichkeit gesucht.
Sehr paſſend als Nebenbeſchäf=
tigung für jüngeres Ehepaar.
Kaution, welche ſichergeſtellt wird,
erforderlich. Gefl. Off. unt. D. 55
(*4105sid
an die Exped. tägl. z. verdienen. Proſp.
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tüchtigen Fachmann
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diskret behandelt werden, erbitten
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. Juli 1913.
Nummer 175.
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Dr. W. Schmid.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Pferdeſport. Dolomit geſchlagen. Die
Sen=
ſation der Sonntagsrennen in Hoppegarten bildete
die Niederlage von Freiherrn S. A. v. Oppenheims
Dolo=
mit im Fürſt zu Hohenlohe=Oehringen=Rennen. Der Sieg
des vom Orchidee ins Rennen begleiteten Vierjährigen
über ſeine beiden einzigen Gegner Quirl und Nikias galt
ſozuſagen als tote Gewißheit, wie auch aus der
Eventual=
quote von 11:10 hervorgeht. Um ſo größer war die
Ueber=
raſchung über das Verſagen des Favoriten. Die Reſultate
waren: Beberbeck=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1200
Meter: 1. Hrn. v. Weinbergs Orelio, 2. Germaniſt, 3.
Ter=
minus Tot. 128:10. Pathos=Rennen; 3800 Mark. Diſtanz
1800 Meter: 1. Hrn. G v. Lippas Rohrſperling, 2.
Ka=
kadu I, 3. Flitter. — Tot. 48110. Sierstorpff=Memorial;
16000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Frhrn. S. A. von
Oppenheims Ariel, 2. Noteleß, 3. Winni. Tot 24110.
Sommer=Handikap; 45000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1.
Hrn. L. Korns Wad, 2. Erfinderin, 3. Doktor. Tot.
105:10. Fürſt zu Hohenlohe=Oehringen=Rennen;
Ehren=
preis und 20000 Mark Diſtanz 2400 Meter: 1. Hrn.
Kutt=
kes Quirl, 2. — Dolomit, 2. —— Nikias Tot. 76110. Spree=
Rennen; 3800 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Geſtüt
Myd=
linghovens Scylla, 2. Palaſtdame, 3 — Fria. Tot. 251:10.
Harzburg=Handikap; 6200 Mark, Diſtanz 2200 Meter: 1.
Hrn. R. Haniels Alvarez, 2. Mansfeld, 3. Octophus. Tot.
24110.
sr. Rennen zu Neuß. Neußer Hürden=Handikap;
10000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Hrn. W.
Linden=
ſtaedts Reichsritter, 2. Florika, 3. Arthus. Tot. 66:10.
sr. Rennen zu Maiſons Lafitte. Prix
d'Quilly; 5000 Francs, Diſtanz 1900 Meter: 1. Monſ.
A. Fould’s Houli, 2. Pirpiriol, 3. Martial III. Tot. 40:10.
Prix Maintenon; 5000 Francs, Diſtanz 800 Meter: 1.
Monſ. J. Prat’s Monetrie, 2. Junta, 3. Charmozine. Tot.
42:10. Prix Eugenne Adam; 80000 Francs, Diſtanz 2000
Meter: 1. Monſ. H. B. Duryea’s Blarney, 2. Baldaquin,
3. Jſard II. Tot. 43:10. Omnium de Deux Ans; 50000
Francs, Diſtanz 11000 Meter: 1. Monſ. Edm. Blac’s
Mouſſe de Mer, 2. Le Corſaire, 3. Cange. Tot. 35.10.
Prix Champaubert; 6000 Francs, Diſtanz 2000 Meter: 1.
Monſ. A. Krafft’s La Mi Careme, 2. Souk, 3. Fauche le
Vent. Tot. 171:10.
sr Der Kaiſer=Preis. Die mit 46000 Kronen
ausgeſtattete Hauptkonkurrenz der Rennen zu
Kotting=
brunn endete mit dem Siege von Szepitö (Painter).
Hengſt des Baron G. Springer gewann überlegen mit
3 Längen gegen Poker, dreiviertel Längen zurückbeſetzten
Vivid (Janek) und Waterloo (Trigg) im toten Rennen
den dritten Platz. Tot 55110.
sr. Reit= und Fahrturnier in
Heiligen=
damm. Das zweitägige Turnier des Mecklenburgiſchen
Sport=Verein auf der Doberaner Rennbahn nahm am
Samſtag bei herrlichem Sommerwetter ſeinen Anfang.
Die Kronprinzeſſin war ſchon vormittags mit ihrem
älteſten Sohne auf der Jacht „Iduna” von Rönne auf
Bornholm in Heiligendamm eingetroffen und wurde vom
Großherzog und der Großherzogin von Mecklenburg=
Schwerin an der Landungsbrücke empfangen. Nachmittags
wohnten das Großherzogspaar und die Kronprinzeſſin,
ferner die Herzogin Antoinette, Prinz und Prinzeſſin
Reuß dem Turnier bei. Auch ſonſt zeigte die Rennbahn
einen ausgezeichneten Beſuch. Die Hauptnummer des
erſten Tages bildete die Erſte Mecklenburgiſche
Dauerfahrt über 40 Kilometer, an der 10 Geſpanne
teilnahmen. Der Großherzog von Mecklenburg=
Schwerin fuhr ſeinen vierrädrigen und mit zwei
ungariſchen Schimmel=Juckern beſpannten Dogcart ſelbſt
und gewann auch. Den zweiten Preis erhielt eine Dame,
Frau Wladimir Schmitz=Haſenwinkel, den dritten Freiherr
von der Borch=Friedeburg. Sämtliche Teilnehmer legten
die zum Teil recht ſchwierige Strecke in der
vorgeſchriebe=
nen Minimalzeit von 2 Stunden 40 Minnten zurück. Das
Weitſpringen gewann Oberlt. v. Katzler auf Moltke mit
einem Sprung von 6 Metern. Im Damenreiten erwies
ſich die bekannte Sportlady Frau von Krieger auf Major
von Kriegers Roy wieder als die Beſte. In der
Eig=
nungsprüfung für Mehrſpänner feierte Graf Alvensleben=
Neugattersleben mit ſeinem Rotſchimmelgeſpann einen
überlegenen Erfolg über Major Freiherr von Stumms
Hackney’s=Geſpann. Den Inländer=Preis (Eignungs=
Prüfung für Reitpferde) gewann Oberlt. v. Wedel auf
Fino und die Eignungsprüfung für Einſpänner Dr. C. M.
Hübner=Charlottenburg. — Der zweite Tag des Turniers
übertraf ſeinen Vorgänger noch in geſellſchaftlicher
Be=
ziehung. Nachdem vorher ſchon Herzogin Antoinette,
Prinzeſſin Reuß, Prinz Reuß XXXVIII. und Prinz
Reuß XXXXII. eingetroffen war, fuhr um ½4 Uhr der
Großherzog von Mecklenburg=Schwerin in
Dragoneruniform mit ſeinem Schimmel=Fünferzug vor.
Ihm zur Seite ſaß der König von Dänemark in
Marineuniform, der vormittags mit ſeiner Luſtjacht
„Danebrog” auf der Reede von Heiligendamm angelegt
hatte. Im Fonds des Wagens hatten die deutſche
Kron=
prinzeſſin, die Königin und der Kronprinz
von Dänemark und die Großherzogin von
Mecklenburg=Schwerin Platz genommen. Der
ſportliche Teil brachte dem Grafen Alvensleben=
Neu=
gattersleben einen Doppelerfolg. Er ſiegte in der
Eig=
nungs=Prüfung für Mehrſpänner mit ſeinem ſchon am
Vortage erfolgreich geweſenen Schimmelgeſpann über das
amerikaniſche Vierergeſpann der Frau Wladimier Schmitz=
Haſenwinkel und in der Eignungsprüfung für
Zwei=
ſpänner ebenfalls mit ſeinem Schimmelgeſpann. Den
Großherzogin Anaſtaſia=Preis in der Dreſſur=Prüfung
brachte Lt. v. Lekow auf Fidibus an ſich. Im
Gehorſams=
ſpringen konnte Herr C. A. R. Olſon mit ſeinem
bekann=
ten Turnierpferd Heidarabad nur den dritten Platz hinter
dem Sieger Lt. Hederich auf Ilka und Rittmeiſter von
Günther auf Harald beſetzen. Das große Doberaner
Jagdſpringen um den Großherzogs=Preis gewann dann
Rittmeiſter v. Günther auf ſeinem Irländer Cark Petrel
gegen Freiherrn v Buddenbrock=Pläswitz auf Grane.
* Radſport. Miquel gewinnt „Die Hundert”
in Treptow. Herrliches Sommerwetter begünſtigte die
Rennen im Sportpark Treptow und da auch die Beſetzung
des klaſſiſchen Dauerrennens „Die Hundert” mit
Stell=
brink, Janke, Miquel und Demke ſchöne Kämpfe verſprach,
war der Beſuch wieder recht gut. Malfahren: 1. Hoffmann,
2 Großmann ¼ Länge, 3. Häusler 1 Länge, 4. Theis.
Die „Hundert” 1. Lauf, 25 Kilometer: 1. Miquel
21:22:8, 2. Demke 200 Meter, 3. Janke 2050 Meter, 4.
Stell=
brink 5390 Meter zurück. 2. Lauf, 75 Kilometer: 1.
Mi=
quel 1.09:344, 2. Janke 3760 Meter 3. Stellbrink 14970
Meter, 4. Demke 16730 Meter zurück. Klaſſement: 1.
Mi=
quel 16 Punkte, 2. Janke 11 Punkte, 3. Stellbrink 7
Punkte, 4. Demke 6 Punkte. Prämienfahren: 1.
Groß=
mann, 2. Finn ½ Lg., 3 Kops 1 Lg. zurück.
Gießen. 27. Juli. In Gießen gelangte auf der
Radrennbahn am Hardt „Das goldene Rad von Gießen”,
ein Rennen für Dauerfahrer hinter Schrittmachermotoren,
zum Austrag. Auch die Fliegerrennen für Berufsfahrer
hatten eine gute Beſetzung. Die beiden Darmſtädter
Simmermacher und Brückmann konnten gute
Er=
folge erringen. Der erſt 18jährige Simmermacher ſchlug
im Punktfahren ſeinen Landsmann Brückmann und den
Berliner Fahrer Gottesleben leicht.
Eröffnungs=
fahren: 1. Techmer=Berlin, 2. Gottesleben=Berlin,
3. Brückmann=Darmſtadt. Preis der Hardt (
Dauer=
rennen mit Schrittmachern): 1. Schulze=Berlin. 2.
Przy=
rembel=Berlin, 3. Schrinner=Leipzig. Malfahren:
1. Techmer, 2. Gottesleben, 3. Simmermacher.
Handi=
cap: 1. Techmer, 2. Gottesleben, 3. Simmermacher. Das
goldene Rad (50 Kilomtr.): 1. Przyrembel, 2. Schulze,
3. Schrinner. Hauptfahren: 1. Techmer, 2.
Simmer=
macher, 3. Brückmann. Punktfahren: 1.
Simmer=
macher. 2. Brückner, 3. Gottesleben. Gleibergpreis
(20 Kilomtr.): 1. Schulze. 2. Przyrembel. 3. Schrinner.
sr. Ein neuer Weltrekord im
Stunden=
fahren ohne Schrittmacher. Auf der
Zehlen=
dorfer Radrennbahn wurde am Samstag abend von
dem bekannten Berliner Straßenrennfahrer Richard
Weiſe ein neuer Stundenweltrekord ohne Schrittmacher
aufgeſtellt. Es gelang Weiſe der ſich ſchon ſeit einigen
Wochen auf der für dieſe Zwecke beſonders geeigneten
Zehlendorfer Rennbahn für ſeine Aufgabe auf das
ſorg=
fältigſte eintrainiert hatte, den von dem Schweizer Egg
auf der Pariſer Buffalobahn aufgeſtellten Weltrekord von
42,122 Kilometer um zirka 200 Meter auf 42306 Kilometer
zu verbeſſern. — Das Stundenfahren ohne Schrittmacher
iſt eine der ſchwierigſten Aufgaben des Radrennſports und
um dieſen Weltrekord haben ſich von jeher die berühmteſten
Tempofahrer aller Länder beworben Dec bekannte
Fran=
zoſe Petit Breton, der mehrfache Sieger der Rundfahrt
durch Frankreich, ſtellte als drittletzter am 24. Auguſt
1905 mit 41,000 Kilometer einen Weltrekord auf. Dieſer
Rekord wurde dann von Marcell Berthet am 20. Juni
1907 in Paris auf 41 720 Kilometer geſchraubt und erſt am
22. Auguſt 1912 verbeſſerte ihn der Schweizer Egg nach
vielen erfolgloſen Verſuchen auf 42122 Kilometer
eben=
falls wieder auf der Pariſer Buffalobahn. Jetzt folgt rach
einem weiteren Jahre der Berliner Weiſe als neuer
Welt=
rekordinhaber.
sr. Radrennen zu Straßburg i. E. Der
Lokalmatador Böſchling bewies aufs Neue ſeine
jetzige glänzende Form, denn er vermochte alle
Dauer=
rennen leicht vor dem für ſeinen Bruder Arthur ſtartenden
Leon Vanderſtuyft zu gewinnen. Der dritte Teilnehmer,
der Franzoſe Parent, konnte infolge von Motordefekten
nicht gefährlich werden. 5 Kilometer: 1. Böſchlin, 4 Min.
42 Sek., 2 L. Vanderſtuyft 250 Meter zurück, 3. Parent 600
Meter zurück. 10 Kilometer:: 1, Böſchlin 8151, 2. Leon
Vanderſtuyft 300 Meter zurück, 3. Parent, wegen Defekte
aufgegeben. 25 Kilometer: 1. Böſchlin 21:33, 2.
Vander=
ſtuyft 1800 Meter zurück, 3. Parent wegen Motordefekt
auf=
gegeben.
sr. Der Berliner Saldow Sieger in
Brüſſel. Bei den Radrennen in Brüſſel hatte
Sal=
dow große Erfolge zu verzeichnen, da er zwei Läufe des
100 Kilometer=Rennens gewann und im dritten Lauf nur
infolge eines durch Raddefekts hervorgerufenen Verluſtes
von zwei Runden auf den 2. Platz hinter Linart endete.
Im Geſamtklaſſement ſiegte Saldow mit 99100 Kilometer
vor Linart und Vanderſtuyft.
sr. Bei den Radrennen in Scheveningen
hatte der Holländer Dickentman einen ſchönen
Erfolg zu verzeichnen, da er alle drei Läufe überlegen
ge=
wann. Dickentman ſiegte über 20 Kilometer in 18:54, van
Gent 350 Meter, Carmen 400 Meter zurück. Ueber 25
Kilometer gewann der Holländer in 23:49, Carmen 1400
Meter, van Gent 2600 Meter zurück und über 30 Kilometer
in 28:49, van Gent 670 Meter und Carmen 3000 Meter
zurück.
sr. Der Belgier Thys Sieger in der
Rund=
fahrt durch Frankreich. Die letzte Etappe der
vier=
wöchentlichen Rundfahrt durch Frankreich führte bei
Regenwetter über 340 Kilometer von Dünkirchen nach
Paris. Es ſtarteten nur 25 Fahrer für die Schlußetappe,
die bis Boulogne zuſammen blieben. Dann wurde das
Feld allmählich geſprengt und bei Poiſſy (26 Kilometer
vor dem Ziel), waren nur noch 6 Konkurrenten an der
Spitze. Von dieſen konnte ſich der Belgier Buyſſe
frei=
machen und in 12 Stunden 1 Min. 37 Sek. gewinnen.
Zweiter wurde der Franzoſe Engel nach 12:02:54, Dritter
Faber, Vierter Garrigou, Fünfter Thys, Sechſter
Van=
daelen, Siebenter Lambot, Achter Chriſtophe. Im
Ge=
ſamtklaſſement trug der Belgier Thys mit 197 Stunden
54 Min, den Sieg davon. Zweiter wurde Garrigou, 198
Stunden 2 Min. 37 Sek., Dritter Buyſſe 201:24:55
Vier=
ter Lambot 202:06:45. Fünfter Faber 204:20104, Sechſter
Spieſſens, Siebenter Chriſtophe.
sr. Lawn=Tennis=Sport. Das Offizier=Lawn=
Tennis=Turnier um den Kaiſer=Preis
wurde in Homburg v. d. Höhe beendet. In der
Schlußrunde ſtanden ſich Lt. Daub vom Inf.=Regt. 118 und
Lt. Leſſer vom Inf.=Regt. 49 gegenüber. Lt. Daub ſchlug
ſeinen Gegner mit 6:2, 6:2, 644 ziemlich überlegen.
sr. Davis=Cup. Die Schlußrunde um den Davis=
Cup zwiſchen England als Verteidiger des Pokals und
Amerika als Sieger des diesjährigen Turniers wurde am
Samstag in Wimbledon bei ſchönem Wetter
fort=
geſetzt. Nachdem tags zuvor die beiden Einzelſpiele
nach aufregendem Kampf je einen Sieg von Amerika und
England ergeben hatten. — Parke=England ſchlug Mac
Loughlin 8:10, 715, 6:4, 1:6, 715, Williams=Amerika ſchlug
Diton 8:6, 3:6, 6:2. 1:6, 7:5, — ſtanden ſich nunmehr die
Amerikaner Mae Loughlin-Hacket und die Engländer
Ropper Barret-Dixon im Herrendoppelſpiel gegenüber.
Die Engländer gewannen den erſten Satz 7:5, unterlagen
aber im zweiten glatt 611. Trotzdem konnten die
Eng=
länder nochmals auf einen Sieg hoffen, da ihre Landsleute
ganz den dritten Satz 6:2 für ſich entſchieden. Aber die
Amerikaner zeigten ſich ausdauernder, gewannen den
näch=
ſten Satz 7:5 und den Schlußſatz 614 und ſomit das ganze
Match. Da nunmehr Amerika zwei und England einen
Punkt hat, fällt die Entſcheidung in den beiden noch
aus=
ſtehenden Spielen ſpäter.
— Olympiſcher Sport. Die Meiſterſchaften des
Frank=
furter Verbandes für Turnſport, die am Sonntag unter
großer Beteiligung ausgetragen wurden, brachten den
Mitgliedern des F.=C. Olympia wiederum gute
Er=
folge. Joſef Schröck verteidigte ſeine beiden
Meiſter=
ſchaften mit Erfolg. Er gewann den 800 Meter= und den
1500 Meter=Lauf. Im letzteren wurde H. Schröck 21 Meter
zurück, zweiter Sieger. Die Ueberraſchung des Tages
brachte Sütte im Kugelſtoßen, der die 7½ Kilogramm
ſchwere Kugel 12,53 Meter weit warf. Der beſte Wurf
auf dem Leipziger Turnfeſt war 11,98 Meter.
Darmſtädter Sportklub 1905. Am
Sonntag konnte die Leichtathletiſche Abteilung des
Darmſtädter Sportklubs 1905 bei den
Bezirksmeiſter=
ſchaften in Offenbach abermals erfolgreich ſein. Herr
Geora Merkel gewann mit einem Vorſprung von zirka
150 Metern den 7500=Meter=Lauf und wird ſo zum
zwei=
tenmal Bezirksmeiſter in dieſer Uebung. Am kommenden
Sonntag begibt ſich Herr Georg Merkel auf die
ſüddeut=
ſchen Meiſterſchaften nach Ludwigshafen wo er mit beſten
Langſtreckenläufern Süddeutſchlands zuſammentrifft. Im
Vorjahre konnte Merkel im 7500=Meter=Lauf den zweiten
Platz hinter dem Altmeiſter Stoiber=Nürnberg belegen.
Dem ſportliebenden Publikum Darmſtadts iſt am
17. Auguſt bei den Vierten nationalen
olympi=
ſchen Spielen des Darmſtädter Sportklubs
1905 Gelegenheit geboten, Herrn Georg Merkel einmal
eine längere Strecke, 5000 Meter, laufen zu ſehen. Auch
die übrigen Uebungen verſprechen, eine gute Beſetzung zu
erfahren, ſo daß die Vorbedingungen zu einer ſportlich
hochſtehenden Veranſtaltung gegeben ſind.
sr. Das Internationale Schwimmfeſt in Hamburg,
das der Kreis II des Deutſchen Schwimm=Verbandes am
Sonntag, veranſtaltete, ging unter ſtarker Anteilnahme
des Publikums bei ſchönſtem Sommerwetter vor ſich.
Von den auswärtigen Gäſten vermochte ſich nur die
Ant=
werpener Zwenvereeniging auszuzeichnen, die das
Waſſer=
ballſpiel überlegen mit 510 gegen Hannover 92—Delphin
gewann. Im 500 Meter=Schwimmen um die
Meiſter=
ſchaft von Hamburg konnte Schiele=Magdeburg in
8 Min. 59 Sek. einen neuen leichten Erfolg erringen und
die Spring=Meiſterſchaft von Hamburg holte ſich Zürner
(Stern=Hamburg). Im übrigen waren die Hauptreſultate:
Hauptſchwimmen, 500 Meter: 1. F. Reslaure=Leipzig,
7144. — Afrika=Pokal=Stafette 3 mal 100 Meter: 1. Stern=
Hamburg 4:37. — Senior=Seiteſchwimmen, 100 Meter:
1. Seeſtädt=Hamburg 1118. — Hauptſpringen: 1. Müller=
Bremen. — Seniorſtafette, 4 mal 50 Meter: 1. Hellas=
Magdeburg 209. — Senior=Rückenſchwimmen, 100 Meter:
1. Kellner (Spandau 04) 1:23. — Seniorſchwimmen, 300
Meter: 1. W. Gieſecke=Magdeburg 4:25. —
Vereinsmehr=
kampf: 1. Bremer Schwimm=Klub. — Städtewettkampf,
Lagenſtafette 4 mal 100 Meter: 1. Hamburg 5 Min. 41
Sekunden.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Unfange der Einſender verantwortlich.)
— In letzter Zeit fahren die Autos durch die Stadt
mit einer Geſchwindigkeit, welche die polizeilichen
Vor=
ſchriften weit überſchreiten. Ganz beſonders hat darunter
die Frankfurter Straße zu leiden, in der faſt alle Autos
mit einer Geſchwindigkeit von ca. 30 Kilometer fahren.
ſo daß die Staubplage kaum auszuhalten iſt, ganz
abge=
ſehen von der Gefahr, überfahren zu werden. Weshalb
verſieht man dieſe ſtark verkehrsreiche Straße nicht mit
Kleinpflaſter, welches ſich doch ganz vorzüglich bewährt
hat? Ich hoffe, daß es nur dieſes Hinweiſes bedarf, um
die polizeilichen Vorſchriften ſtrenger durchzuführen und
die Straße in einen würdigen, dem ſtarken Verkehr
ent=
ſprechenden Zuſtand zu verſetzen.
Ein Bewohner der Frankfurter Straße.
Zan enmacken
von Früchten für den Winter verwende man ſtets
Gebrauchsanweiſung ſteht auf jedem Päckchen.
Außerdem ſind Dr. Oetker’s vollſtändige
Re=
zepte zum Einmachen von Früchten,
Frucht=
ſäften, Gelees in den Geſchäften umſonſt zu
haben. Wenn vergriffen, ſchreibe man eine
Poſtkarte an (II,16116
Dr. A. Oetker
Dr. Oetker's „Einmache-Hülfe
Nährmittelfabrik
1. Päckchen 10 Pfg., 3 Stück 25 Pfg. Dies iſt das einfachſte, billigſte und trotzdem
ausgezeichnete Verfahren.
Bielefeld.