Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geſtern morgen 4 Uhr 21 Minuten ſtartete in
Johannis=
thal der franzöſiſche Flieger Letort mit der
ruſ=
ſiſchen Fliegerin Galanſchikoff zu einem
Fern=
flug Berlin=Paris.
Die franzöſiſche Kammer bewilligte den Kredit
für die Teilnahme Frankreichs an der Buchgewerbe=
Ausſtellung Leipzig 1914.
Adrianopel und Kirk=Kiliſſe ſind am
Diens=
tag von den Türken unter Enver Bey beſetzt
worden.
Die Türkei betrachtet infolge der durch die Beſetzung
Adrianopels geſchaffenen Lage den Londoner
Präliminarfrieden als nicht beſtehend.
Bei dem Brande einer Fabrik für Arbeiterkleidung
in Binghampton (Staat Neu=York) ſind 50—60
Arbeiterinnen umgekommen, 12 ſind ſchwer
verletzt und mehrere werden vermißt.
Im Staate Miſſouri iſt bei Jefferſon City ein
Ge=
fängnis abgebrannt wobei 35 Sträflinge,
meiſt farbige, ums Leben kamen.
Bei Papudo (Chile) ſcheiterte das franzöſiſche
Schiff „Ville Dijon” mit 22 Mann. Nur
drei Mann wurden gerettet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
Von der Höhe herab.
— Das Schickſal Bulgariens ſcheint nunmehr
beſiegelt zu ſein. Wie mitgeteilt, hat man ſich in Sofia
entſchloſſen, rückhaltlos ſich den rumäniſchen Bedingungen
zu unterwerfen. Danach verbleibt es bei der von
Ru=
mänien geforderten Grenze Turtukai-Dobritſch-
Bal=
tſchik, und die rumäniſchen Truppen halten die okkupierten
Gebiete ſo lange beſetzt, bis der Friedensſchluß erfolgt.
Desgleichen dürfte es auch mit Griechenland und Serbien
zu einer Verſtändigung kommen, nachdem man
bulgari=
ſcherſeits ſich dazu verſtanden hat, Friedensunterhändler
in das ſerbiſche Lager zu ſchicken, und ſo werden denn
vorausſichtlich heute Donnerstag die
Friedensverhandlun=
gen wahrſcheinlich in Sinaia ihren Anfang nehmen.
Viel günſtiges wird für Bulgarien kaum
heraus=
chauen, und das weiß man in Sofia ſehr wohl, weshalb
ruch König Ferdinand perſönlich eingegriffen hat, indem
r ſich an König Carol direkt wandte, ja es heißt ſogar,
aß er auch die Hilfe des deutſchen Kaiſers um
Vermitt=
ung angefleht habe. Jedenfalls iſt die Lage in Sofia
ine vollkommen verzweifelte, und ein offiziöſes
Tele=
ramm gibt ſogar zu, daß man ſich dort auf alle
Even=
ualitäten gefaßt mache. Die Armee ſei dadurch
vollkom=
nen lahmgelegt, daß durch die Zerſtörung der über den
id führenden Eiſenbahnbrücke die einzige Zufahrtslinie
ür die Verpflegung aus dem Norden Bulgariens
unter=
rochen ſei. Welche Stimmung in der
bulgari=
chen Hauptſtadt herrſcht, geht auch aus einer
Mel=
ung der Kölniſchen Zeitung hervor, wonach die
könig=
iche Familie um ihr Leben bangen müſſe. Auf Grund
ufgefangener Briefe ſeien die Sicherheitsmaßnahmen
be=
eutend verſchärft worden, die Zugänge zum Schloß und
u den Regierungsgebäuden würden unter ſtarker
Be=
achung gehalten. Es herrſchten Zuſtände, die von der
tevolution nicht weit entfernt ſeien.
Der Ausgang der jetzigen ſchweren Kriſis würde
da=
on abhängen, wie viel es in letzter Stunde noch
ge=
ngt von den früheren Kriegserfolgen zu retten. Möglich,
aß man einigermaßen glimpflich ſeitens der Verbündeten
rit Bulgarien verfährt, um endlich Ordnung auf dem
halkan zu haben und in der Erwägung, daß ein gar zu
hr niedergedrücktes Bulgarien über kurz oder lang ſich
t einem Rachefeldzug anſchicken würde, da der
Nationali=
itenhaß dann erſt recht und von neuem entbrennen
ürde.
Jedenfalls ſteht Bulgarien augenblicklich vor einer
ntſcheidung, wie es in ſeiner Geſchichte nur wenige
ge=
eben haben dürfte. Unter Ferdinand ſtieg das Land
r Höhe, ein glücklicher Schlag nach dem andern erfolgte,
der „noch keinen ſah ich glücklich enden”. Im Taumel des
lücksrauſches wollte man alles haben und wußte ſich
cht zu mäßigen. Der jähe Abſturz von der Höhe des
lücks trat ein, und heute vermag niemand zu ſagen,
wel=
en Weg die Dinge nehmen werden.
Koſten der Sozialverſicherung.
* In dem Jahresbericht des „Arbeitgeberverbandes
Unterelbe” für 1912, erſtattet vom Geſchäftsführer
Frei=
herrn von Reiswitz, beſinden ſich über die Koſten der
Sozialverſicherung in Deutſchland höchſt
beachtenswerte Mitteilungen.
Neben den unmittelbaren Koſten der deutſchen
Ar=
beiterverſicherung von 1 Milliarde Mark und der neuen
Angeſtelltenverſicherung mit 200 bis 300 Millionen Mark
jährlich, die bis auf 50 Millionen Mark Beiträge des
Reiches zu der Invalidenverſicherung von ſeiten der
Unternehmer und der Arbeiter aufzubringen ſind. werden
ganz gewaltige Summen in anderer Form zum Wohle der
Arbeiterſchaft teils vom Reiche ſelbſt, teils von den
deut=
ſchen Einzelſtaaten und den Gemeinden verwendet. Dieſe
Ausgaben betreffen die Verwaltungskoſten der
verſchiede=
nen Aemter für Arbeiterverſicherungen, Wohlfahrt uſw.,
wozu dann die großen Ausgaben in der Heeres= und
Flot=
tenverwaltung, in der Reichseiſenbahn= und
Poſtverwal=
tung für die von ihnen beſchäftigten Arbeiter kommen.
Dr. Georg Sonnenberg berechnete in ſeiner Schrift
„Deutſchlands ſozialpolitiſche Einrichtungen” die Ausgabe
für ſozialpolitiſche Betätigung im Vereiche der
vorerwähn=
ten Verwaltungen und des Reichsamtes des Innern mit
rund 77 Millionen Mark für das Jahr 1908 gegen 36
Mil=
lionen Mark 1895, und bezifferte die Ausgaben
ſozialpoli=
tiſcher Art auf den Kopf des Arbeiters in der
Heeresver=
waltung mit 74,98 Mark gegen 25,58 Mark 1895, in der
Flottenverwaltung mit 4592 Mark gegen 27,52 Mark. in
der Eiſenbahnverwaltung mit 99,45 Mark gegen 42,71
Mark. Von der preußiſchen Eiſenbahnverwaltung
wur=
den im Jahre 1908 rund 13 Millionen Mark an Beiträgen
zur Arbeiterverſicherung ausgegeben dazu zu den
Ar=
beiter= und Penſionskaſſen über 5 Millionen Mark, für
Arbeiterwohnungen über 18 Millionen Mark
aufgewen=
det. Die ſozialpolitiſchen Leiſtungen allein der
preußi=
ſchen Eiſenbahnverwaltung werden für 1908 mit 20 bis
25 Millionen Mark gegen nur 8 Millionen Mark 1895 zu
ſchätzen ſein. Auf den Kopf des Arbeiters liege eine
Stei=
gerung von 4227 auf 7531 Mark vor. In der
Vergver=
waltung beliefen ſich die ſozialpolitiſchen Ausgaben 1908
auf rund 15 Millionen Mark und auf den Kopf der
Be=
völkerung auf 129,17 Mark gegen 83,90 Mark. 1895. Die
forkdauernden ordentlichen Ausgaben im Bereiche der
ſtaatlichen Bergbetriebe ſtiegen von 1879 bis 1908 um 170
Prozent, die für ſozialpolitiſche Zwecke wohl um genau 300
Prozent, alſo faſt doppelt ſo ſtark. Aehnlich liegen die
Verhältniſſe natürlich in ſtaatlichen Betrieben der anderen
Staaten. In den Gemeinden, beſonders in den Städten.
finden ähnliche Auſwendungen für Arbeiterfürſorge ſtatt
in Geſtalt von Gemeinde=Krankenkaſſen, Anſtalten zur
Be=
kämpfung der Arbeitsloſigkeit, von Arbeitsnachweiſen uſw.
Der Vericht des genannten Arbeitgeberverbandes
Unterelbe knüpft an dieſe Feſtſtellungen nicht von der Hand
zu weiſende Befürchtungen über die Vorbelaſtung der
deutſchen Induſtrie mit ſozialpolitiſchen Ausgaben
gegen=
über der engliſchen. Daß letztere in bezug auf
ſozialpoli=
tiſche Laſten auch nach den neuen Geſetzen viel glnſtiger
geſtellt iſt als die deutſche Induſtrie, iſt ja mehrfach ſchon
nachgewieſen worden, beſonders gegenüber der
Behaup=
tung des Präſidenten des Reichsverſicherungsamtes Dr.
Kaufmann, betreffend die neuen ſozialpolitiſchen
Leiſtun=
gen Englands. Denn dort wird bekanntlich die ganze
Altersverſicherung vom Staat aufgebracht, der einen
Jah=
resaufwand von 190 Millionen Mark dafür vorgeſehen hat.
In Deutſchland ſteigen die ſozialen Laſten der Induſtrie
von Jahr zu Jahr, ſie erhöhen ſich z. B. bei der
Gelſen=
kirchener Vergwerksgeſellſchaft im Jahre 1912 um 8,38
Prozent. Der einſchlägige Abſchnitt des inhaltsreichen
Berichtes des Arbeitgeberverbandes Unterelbe erwähnt
auch die Aeußerung eines Sachverſtändigen auf dem
Ge=
biete des deutſchen Schiffsbaues in den Hamburger
Nach=
richten über die ſchlimmen Folgen der übermäßigen
So=
zialpolitik für unſer Wirtſchaftsleben, worin es heißt:
„Außer den nicht unerheblichen Abaaben für die
ver=
ſchiedenen Verſicherungen, mit denen die Arbeitgeber die
Gewerkſchaftskaſſen der Arbeiter haben füllen helfen. ſind
ihre Werkſtätten verteuert durch den bedeutenden, geſetzlich
geforderten Raum für Waſch=, Kleidungs= und
Aufent=
haltsgelaſſe. Eine ungeheure Schreibarbeit iſt durch die
Anforderungen der Behörden entſtanden. Die Einſtellung,
eines Mannes erfordert 25 bis 30 Eintragungen, die bei
dem häufigen Wechſel der Arbeiter eine große Zahl von
Beamten verlangen. Infolge der gefüllten
Gewerkſchafts=
kaſſen ſind die Arbeiter nur zu gern bereit, den Betrieb
durch Arbeitsniederlegung und beſtändig neu auftretende
Forderungen zu ſtören und verſuchen, durch verkürzte
Arbeitszeit höhere Lohnforderungen verweigerte
Ueber=
ſtunden und Nachtarbeit den Betrieb nach ihren eigenen
Wünſchen einzurichten Der Kapitalmacht der Arbeiter
gegenüber iſt der Arbeitgeber ſelten in der Lage, alle
For=
derungen abzulehnen, und bei den langfriſtigen
Lieferun=
gen großer Schiffe fällen manchmal auf ein Objekt
meh=
rere allgemeine Lohnerhöhungen.”
Der Bericht knüpft hieran folgende Bemerkungen:
„Es iſt eben zu berückſichtigen, daß die Vorbelaſtung der
deutſchen Induſtrie durch ſoziale Abgaben der
verſchieden=
ſten Art gegenüber England von etwa 3 Prozent im Jahre
1901 auf etwa 5 Prozent im Jahre 1912 geſtiegen iſt Für
die deutſchen Schiffswerſten, die international
konkur=
rieren müſſen, eraibt ſich hieraus folgendes: Da beim
internationalen Wettbewerb nur in den ſeltenſten Fällen
mit mehr als 2 bis 3 Prozent Gewinnaufſchlag auf das
Objekt zu rechnen iſt, wird die engliſche Schiffsinduſtrie
einen Gewinn von 3 Prozent erzielen, während der
deut=
ſche Schiffbau bei den gleichen Abſchlußpreiſen ſogar einen
Verluſt am Baupreiſe von etwa 2 Prozent erleidet. Ob=
wohl alſo der deutſche Schiffbau an ſich die gleichen
Wa=
ren zum gleichen Preiſe herzuſtellen imſtande iſt, wie die
auswärtige Konkurrenz, iſt er infolge der erwähnten
Vor=
belaſtung tatſächlich faſt nicht mehr konkurrenzfähig.”
Deutſches Reich.
— Der Geſetzentwurf gegen die
Schund=
literatur. Ueber den kommenden Geſetzentwurf zur
Bekämpfung der Schundliteratur weiß eine Korreſpondenz
zu melden, daß die Bundesregierungen dazu bereits
Stel=
lung genommen hätten, ſo daß einer Einbringung der
Vorlage nun nichts mehr entgegenſtände. Dieſe Nachricht
iſt, wie verſichert wird, unzutreffend. Bisher kann von
einer Verſtändigung über die Vorlage noch gar nicht die
Rede ſein, da noch neue Anträge eingegangen ſind. Es
iſt durchaus unzutreffend, wie behauptet wird, daß die
Vorlage den Begriff der „Schundliteratur” genau
defi=
nieren würde. Eine ſolche Definition im Geſetz
feſtzu=
legen, iſt völlig ausgeſchloſſen, denn es handelt ſich bei
der ganzen geſetzgeberiſchen Maßnahme um Darſtellungen
in Schrift und Bild, die geeignet ſind, das ſittliche Gefühl
zu verletzen. Darüber zu entſcheiden, welche
Darſtellun=
gen unter dieſen Begriff fallen, iſt Sache der zuſtändigen
Gerichte. Im weſentlichen iſt es Zweck der Vorlage,
Maß=
nahmen zu treffen, die eine Ergänzung der §§ 56 und 42a
der Gewerbeordnung herbeiführen. Es ſoll durch
geſetz=
liche Beſtimmungen feſtgelegt werden, daß nicht nur die
Kolportage und der Verkauf der Schundliteratur im
Um=
herziehen ausgeſchloſſen iſt, und daß ſie auf öffentlichen
Plätzen und Straßen nicht feilgeboten werden, worüber
be=
reits die Gewerbeordnung Beſtimmungen enthält,
ſon=
dern es ſoll auch eine Ausſtellung derartiger Erzeugniſſe
in den Schaufenſtern und Läden verboten werden. Die
jetzt geltenden einſchlägigen Beſtimmungen der
Reichsge=
werbeordnung ſchreiben vor, daß in religiöſer oder
ſitt=
licher Beziehung ärgerniserregende Druckſchriften oder
Bildwerke vom Feilbieten und der Kolportage
ausge=
ſchloſſen ſind. Dagegen ſteht dem Verkauf der Erzeugniſſe
der Schundliteratur in Läden und ihrer Ausſtellung in
Schaufenſtern nichts entgegen.
— Die Aenderung des
Militärſtrafgeſetz=
buches. Zu dieſem Gegenſtand gaben wir vor einigen
Tagen Ausführungen der Tägl. Rundſchau wieder, die ſich
zum Teil auf maßgebende Stellen beriefen. Wie jetzt
mit=
geteilt wird, beruhen dieſe Ausführungen auf
Kombina=
tionen und geben in keinem Punkte die Anſichten
maß=
gebender Stellen wieder. Es ſteht zunächſt noch nicht feſt,
wann die Ausſchüſſe des Bundesrats ihre Arbeiten
wie=
der aufnehmen; ebenſowenig laſſe ſich auch nur vermuten,
bis wann der Geſetzentwurf an das Plenum des
Bundes=
rats gelangen kann. Gänzlich ausgeſchloſſen ſei es aber,
daß, wie die Tägl. Rundſchau behauptet, die Vorlage im
Oktober endgültig Geſetz wird. Der Reichstag iſt
bekannt=
lich bis Ende November vertagt, und eine frühere
Ein=
berufung iſt ſchon wegen der baulichen Veränderungen
ganz unmöglich. Es ſei daher unverſtändlich, wie die
Vorlage ſchon im Oktober Geſetz werden ſoll.
— Preußiſche Sonderſteuer auf
Automo=
bile. Wie aus Kreiſen der Automobilinduſtrie mitgeteilt
wird, plant die preußiſche Regierung eine Sonderſteuer
auf Automobile und andere Kraftfahrzeuge. Entſprechende
Vorarbeiten ſind bereits eingeleitet. Nach der Köln. Ztg.
beabſichtigt die preußiſche Regierung die Heranziehung der
Kraftwagenbeſitzer zu den Wegeunterhaltungskoſten. Zu
dieſem Zweck haben der Miniſter des Innern und der
Mi=
niſter der öffentlichen Arbeiten eine Verfügung an die
Oberpräſidenten ſämtlicher Provinzen gerichtet, in der
dieſe zu einem Gutachten und zu Vorſchlägen aufgefordert
werden. Die Oberpräſidenten haben bis zum 19.
Septem=
ber zu berichten.
— Vom Hamburger Werftarbeiterſtreik.
Unter der Ueberſchrift: „Unbotmäßigkeit gegen die
Ver=
bandsleitung” ſchreibt die Chemnitzer Allgemeine Zeitung
zu der alten Streitfrage über die zweifelhaften
Bürg=
ſchaften bei Abſchluß von Verträgen zwiſchen den
Arbeit=
gebern und den Arbeiterorganiſationen im Hinblick auf
den Hamburger Werftarbeiterausſtand:
Die Aufforderung zur Wiederaufnahme der Arbeit
hat bisher nicht den gewünſchten Erfolg gehabt. Die
Un=
votmäßigkeit der Verbandsmitglieder der Leitung
gegen=
über wird niemand überraſchen ſie iſt nur ein neuer
Be=
weis, daß die Leitungen der Arbeitnehmer=Organiſationen
eine Garantie für die im Namen ihrer Mitglieder mit
den Arbeitgebern eingegangenen Verpflichtungen nicht
übernehmen können und daß ſie, wenn ſie es trotzdem tun,
eben mehr verſprechen, als ſie unter Umſtänden zu halten
imſtande ſind. Die Arbeiterorganiſationen werden es
in=
folgedeſſen begreiflich finden müſſen, daß die Arbeitgeber
direkte Verhandlungen mit den Organiſationen minde=
ſtens in allen den Fällen ablehnen, wo die nötigen
Ga=
rantien beiderſeitiger Einhaltung der Verträge fehlen.
Das iſt aber bis auf wenige Ausnahmen durchgehends der
Fall; ja es gibt faſt keine Ausnahme mehr, nachdem auch
die noch am beſten diſziplinierte Buchdruckergehilfen=
Or=
ganiſation wiederholt verſagt hat. . . . Es rächt ſich eben
alle Schuld auf Erden. Eine Partei, die fortgeſetzt gegen
Autorität und pflichtgemäße Unterordnung unter die
ge=
gebenen Inſtanzen wettert, darf ſich nicht wundern, wenn
die Schrankenloſigkeit nicht vor dem Vorſtandstiſch der
Verbandsleitung Halt macht.”
Ausland.
Italien.
Die Schweizergarde. Der Meſſagero meldet:
Bei der Schweizergarde des Vatikans iſt Ruhe
eingetre=
ten. Es iſt unrichtig, daß der Papſt ihre Auflöſung
ver=
fügte, denn es iſt bisher keine endgültige Entſcheidung
ge=
troffen worden. Es iſt unwahr, daß ſich Polizeibeamte in
den Höfen des Vatikans befinden. Die Entwaffnung der
Schweizergarde war eine Vorſichtsmaßregel und
ent=
ſprach ihrem Wunſche, wieder ſatzungsgemäß
Hellebar=
diere zu werden und ſich nicht in Füſiliere umzuwandeln.
Frankreich.
Das Militärgeſetz wurde vom Kriegsminiſter
Etienne im Senat eingebracht. Das von der Kammer
be=
reits angenommene Geſetz wurde an die Budget= und
Heereskommiſſion überwieſen. Wie in parlamentariſchen
Kreiſen verlautet, hat ſich der Finanzausſchuß des
Se=
nats entſchloſſen, die von der Kammer bei der Beratung
des Dreijahrgeſetzes bewilligte Unterſtützung für die „
Fa=
milienernährer” ſtark zu verringern, da dieſe
Unterſtützun=
gen eine jährliche Ausgabe von mindeſtens 100 Millionen
Francs verurſachen würden. Der Gegenentwurf des
radikalen Senators Herriot, der gleich dem von der
Kam=
mer abgelehnten Gegenentwurf Meſſimy die Einführung
eines 30monatigen Militärdienſtes beantragt, wurde
bis=
her von 22 radikalen Senatoren mitunterzeichnet.
England.
Die Schiffahrt auf dem Euphrat und
Ti=
gris, Im Unterhauſe fragte Ronals Hay (Unioniſt), ob
Grey Mitteilungen machen wolle über die Natur der
Zu=
ſicherungen, die er von der deutſchen Regierung über die
Schiffahrt auf dem Euphrat und Tigris erhielt, und ob
er dem Hauſe Gelegenheit geben wolle, die Bedingungen
der beabſichtigten Konvention mit der Türkei zuſammen
mit ähnlichen Abmachungen mit der deutſchen Regierung
zu erörtern, bevor die Konvention wirklich abgeſchloſſen
ſei. Grey antwortete: Ich kann gegenwärtig keine
Er=
klärung bezüglich der Verhandlungen über Gegenſtände
abgeben, die ſich noch im Gange befinden. Wenn die
Ab=
machungen abgeſchloſſen ſein werden, werden ſie dem
Par=
lament vorgelegt werden, aber es würde weder dem
Brauche entſprechen noch tunlich ſein, den Abſchluß von
einer vorherigen Beſprechung im Hauſe abhängig zu
machen.
Das Oberhaus lehnte zum zweitenmal die
Unter=
parlamentsakte über das Geſetz über die Trennung von
Kirche und Staat in Wales mit 248 gegen 48 Stimmen ab.
Norwegen.
Deckung der Koſten für die
Flottenver=
mehrung. Das Storthing hat mit Dreiviertelmehrheit
den Regierungsvorſchlag angenommen, nach dem die vom
vorigen Storthing für die Flottenvermehrung bewilligten
12 Millionen Kronen, entgegen dem erſten Beſchluſſe, durch
eine direkte Steuer, nämlich durch eine geringe Erhöhung
der Steuerſätze für Vermögen über 10000 Kronen,
auf=
gebracht werden ſollen. Dadurch wird eine Anleihe
über=
flüſſig.
* Nochmals die Deutſche Turnerſchaft
und das Berliner Tageblatt. Das Berliner
Tageblatt hat wegen des erwähnten Artikels über das
Deutſche Turnfeſt auch noch an den Ausſchußvorſitzenden
des Turnfeſtes, den Geheimrat Götz, ein
Entſchuldig=
ungsſchreiben gerichtet, in dem es heißt: „Sie
haben vollkommen recht Der Artikel über das Leipziger
Turnfeſt iſt von unſerem dortigen Korreſpondenten,
einem begabten, aber noch jugendlichen Herrn, geſchrieben
worden und leider ohne genügende Prüfung in den Druck
gegangen, da die hierzu verpflichteten Herren durch die
Nachrichten vom Kriegsſchauplatz gerade an dieſem Tage
ſtark belaſtet wurden und dem Korreſpondenten volles
Vertrauen ſchenkten. Erſt als der Artikel im Druck
er=
ſchienen war, erkannte man ſeine Bedenklichkeit, und dann
haben natürlich ſofort die Redaktion und der Verleger des
Berliner Tageblattes dem Leipziger Herrn mit aller
Deutlichkeit ihr Mißfallen über die begangene
Taktloſig=
keit ausgedrückt. Andere, noch weiter gehende
Forde=
rungen konnten nicht gezogen werden, da es doch wohl
etwas zu hart geweſen wäre, wegen einer einzigen
Ent=
gleiſung einem begabten und fleißigen jungen Manne die
Arbeit für das Berliner Tageblatt dauernd zu
unter=
binden. Wir hoffen, daß Sie in dieſer Auffaſſung mit
uns einig ſind, und wir glauben außerdem, daß die Herren
Turner, die ſich jetzt ſo bitteo gekränkt fühlen, zu einer
ruhigeren Anſicht kommen werden. Wir werden den
Sach=
verhalt heute in unſerer Zeitung auch öffentlich klarſtellen
und glauben damit alles getan zu haben, was ſich unter
den Umſtänden tun läßt.”
Von beſonderem Intereſſe iſt, daß auch der
Vor=
ſtand der Fortſchrittlichen Volkspartei in
Leipzig einen ſcharfen Proteſt gegen das Berliner
Tage=
blatt gerichtet hat, in dem es u. a. heißt: „Die unterzeichneten
drei Vorſitzenden des Vereins der Fortſchrittlichen
Volks=
partei für Leipzig und Umgegend ſehen ſich veranlaßt,
gegen den Ton dieſer Berichterſtattung ſchärfſten Proteſt
einzulegen, weil ſie der Ueberzeugung ſind, daß durch die
Art, wie der Berichterſtatter des den Beſtrebungen der
Fortſchrittlichen Volkspartei naheſtehenden Berliner
Tageblattes ſich zu dem Deutſchen Turnfeſt geſtellt hat,
unſerer Partei und der geſamten Sache
des entſchiedenen Liberalismus ſchwere
Schädigung zugefügt worden iſt. Die entſchiedene
Haltung, die gerade der Leipziger Verein der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei in allen politiſchen Fragen ſeit jeher
eingenommen hat, hebt uns über den Verdacht, daß
klein=
liche Rückſichtnahme auf lokalpatriotiſche Stimmungen
dieſes Schreiben diktiert hätte. Rein ſachliche
Erwäg=
ungen veranlaſſen uns zu unſerem Proteſte. Wir erheben
ihn: 1. aus demokratiſchen Gründen, weil wir glauben,
daß es mit den Grundtendenzen Ihres Blattes
unver=
einbar iſt, eine Maſſenveranſtaltung, wie ſie das verfloſſene
Deutſche Turnfeſt darſtellte, in der Weiſe herabzuſetzen;
wie es durch Ihren Berichterſtatter namentlich in dem
Aufſatze „Das Feſt der 100000‟ geſchehen iſt. Wir nehmen
an, daß eine Uebertragung der ſnobiſtiſchen
Beurteilungs=
weiſe Ihres Berichterſtatters auf große
Gewerk=
ſchaftsfeſte und ähnliche Veranſtaltungen deutſcher
Arbeiter ebenſowenig in Ihrem Sinne liegen würde
wie in unſerm. Wir erheben gegen die Darſtellung
Ihres Berichterſtatters weiterhin Proteſt: 2. aus unſerm
deutſchen Gefühl heraus. Wir ſtehen nationalen Feſten
ablehnend gegenüber, die von oben her künſtlich gemacht
werden, aber wir begrüßen es mit Freuden, daß es noch
Veranſtaltungen gibt, auf denen — unter Ausſchaltung
der unſer Volk zerreißenden Klaſſengegenſätze — ſich
Teil=
nehmer aus allen Kreiſen unſeres Volkes einfinden, um
das Gefühl ihrer nationalen Zuſammengehörigkeit zu
ſtärken. Welchen Eindruck das verfloſſene Turnfeſt nach
dieſer Richtung hin auf einen ſchroffen Gegner des
Deutſch=
tums gemacht hat, darüber kann ſie der allgemein bekannt
gewordene Artikel des Sokolobmannes Dr. Heller
unter=
richten. In der nationalen Würdigung des
Turnfeſtes hätte das Berliner Tageblatt hinter den
„Narod Loſty” nicht zurückſtehen ſollen. (!)
Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. Juli.
* Staatsminiſter Dr. von Ewald Exz. iſt in
Urlaub nach Karlsbad abgereiſt.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm
Schneider zu Walldorf, Kreis Groß=Gerau, eine
Lehrerſtelle zu Groß=Karben, Kreis Friedberg.
* Militärdienſtnachrichten. Büsgen, Major
beim Stabe des Inf.=Regts. Freiherr von Sparr
(3. Weſtfäl.) Nr. 16, in das Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh.)
Heſſ.) Nr. 115 als Bats.=Kommandeur verſetzt. Frhr.. Maſſenbach, Rittm. und Flügeladjutant des
Groß=
herzogsvon Heſſen und bei Rhein Königlicher Hoheit, zum
Major, Frhr. Gans Edler Herr zu Putlitz, Oberlt.
im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, zum
überzähligen Hauptmann befördert. Graf v. Wedel, Lt.
a. D., zuletzt im damal. 1. Großh. Heſſ. Drag.=Regt.
(Garde=Drag.=Regt.) Nr. 23, mit Patent vom 3. November
1906 als Lt. der Reſ. des Huſ.=Regts. König Humbert
von Italien (1. Kurheſſ.) Nr. 13 angeſtellt und vom
1. Auguſt 1913 ab auf ein Jahr zur Dienſtleiſtung bei
letztgenanntem Regt. kommandiert. Pieper, Lt. im.
Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, mit
dem 1. Oktober 1913 zum Kadettenhauſe in Bensberg als
Erzieher verſetzt. v. Stülpnagel, Lt. im Leibgarde=
Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, v. Boetticher,
Lt. im Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24,
v. Mücke, Lt. in demſelben Regt., kommandiert als=
Lehrer zur Kav.=Telegraphenſchule, Brunner, Lt. im
Großh. Heſſ. Train=Bat. Nr. 18, zu Oberleutnants,
Graf von Rechteren=Limpurg, Unteroffiz. im
Leih=
garde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, zum Fähnrich
befördert. Damm, Lt. im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, auf ſein Geſuch um
Verah=
ſchiedung zu den Reſ.=Offizieren des genannten
Regts=
übergeführt. Blume, Unterveterinär bei der Militäh=
Veterinärakademie, unter Beförderung zum Veterind
zum 2. Großh. Heſſ. Feld=Art.=Regt. Nr. 61 verſetzt.
-g. Kriegsgericht. Wegen unerlaubter
Ent=
fernuna hatte ſich geſtern der Dienſtknecht Karl
Kel=
ler von Albertsweiler vor dem Kriegsgericht zu
verank=
worten. Er war im Herbſt 1911 nach ſeiner Einberufung
zum Militär zur Dispoſition der Erſatzbehörde entlaſſen
worden, da er noch eine Gefängnisſtrafe von vier
Mong=
en zu verbüßen hatte. Es wurde ihm nun zur Laſt
ge=
legt, daß er ſich in ſeiner letzten Arbeitsſtelle nicht
an=
gemeldet hatte, ſo daß er längere Zeit nicht auffindbar war.
Er wurde in Neuſtadt a. H. am 2. Juli verhaftet. Das
Kriegsgericht verurteilte ihn wegen unerlaubter
Entfer=
nung zu der Mindeſtſtrafe von 43 Tagen
Gefäng=
nis, abzüglich 2 Wochen der Unterſuchungshaft.
— Ausſtellung „Das Kind‟. Die am 13. Juli
eröffnete Wander=Ausſtellung der Großh.
Zentrale für Mutter= und
Säuglingsfür=
ſorge in Heſſen iſt in den erſten 8 Tagen von
mehr als 1000 Perſonen beſucht worden. Der
Beſuch wächſt beſtändig. Am letzten Sonntag
beſich=
tigten mehr als 200 Perſonen die Ausſtellung. Es
fanden zahlreiche Führungen ſtatt.
— Das Bismarck=Nationaldenkmal auf der
Eliſenhöhe. Auf den im Anzeigenteil des heutigen
Blattes befindlichen Aufruf des Ortsausſchuſſes für
Darmſtadt zur Errichtung eines Bismarck=
Nationaldenk=
mals ſei hiermit beſonders hingewieſen.
* Silberhochzeit. Adam Roßmann Diener der
Großh. Landes=Baugewerkſchule und Ehefrau feiern
am Sonntag das Feſt der Silbernen Hochzeit=
Aus der Geſchichte der
Schweizergarde.
** Die Unzufriedenheit der päpſtlichen
Schweizer=
garde und deren nun erfolgte Entwaffnung, die vielleicht
ein erſter Schritt zur Auflöſung dieſer altberühmten Truppe
bedeuten wird, lenkt den Blick wieder auf jenes
eigen=
artige Tor, das auf ſo alte und ehrenvolle Traditionen
zurückblicken kann. Wohl keiner, der Rom beſuchte und
durch die große Bronzetür das Gebiet des Vatikans
be=
trat, wird jenen Kontraſt zwiſchen der modernen Zeit und
den ehrwürdigen Ueberlieferungen der Vergangenheit
ver=
geſſen, der hier jeden Beſucher empfängt. Am Fuße der
Treppe, die zur Bronzepforte emporführt, ſtehen
italie=
niſche Carabinierie; und nur wenige Schritte vor ihnen,
vor der gleichen halbgeöffneten Bronzetür, ſieht man
dann, auf eine lange Hellebarde geſtützt, die bewegungsloſe
Geſtalt des Schweizergardiſten. Gelb, rot und ſchwarz
leuchtet die Tracht dieſer päpſtlichen Gardiſten, und in dem
ſorgſam ſtiliſierten Schnitt der Uniformen klingt noch die
Erinnerung an jene ſtolzen Tage der Renaiſſance nach, in
denen das Korps der Schweizergarde erſtand, um das
Papſttum durch die Jahrhunderte getreulich bis zur
Gegenwart zu begleiten.
Die Chroniken der alten Zeit berichten, daß es ſchon
1448, in den Tagen des Papſtes Nikolaus V ein
Schwei=
zerkorps gab, das in päpſtlichen Dienſten ſtand. Aber die
heutige Schweizergarde wurde als ſtändige Truppe erſt
ſpäter gebilder, in den erſten Jahren des 16. Jahrhunderts,
in den ruhmvollen Tagen Julius II. „Am 9. September
1505,” ſo berichtet uns die Geſchichtsſchreibung, „übergab
Peter von Herſtenſtein, Domher von Zion, von Baſel und
von Konſtanz, dem Rate der Stadt Zürich das Geſuch,
eine Truppe von 2000 Hellebardieren zu bilden, zur
Ver=
teidigung des heiligen Vaters. Dem Verlangen wurde
entſprochen, ein Vertrag zwiſchen Julius und dem Rate
der Stadt Zürich geſchloſſen und eine Truppe von 800
Schweizerkriegern trat den Marſch nach Rom an, geführt
von dem Hauptmann Kaſper von Silimenn aus Luzern.”
Mit der Stadt Luzern ward dann auch 1548 ein neuer
Kapitulationsvertrag geſchloſſen, der 1825 erneuert wurde
und noch heute in Kraft iſt. Nach den Beſtimmungen
die=
ſes Vertrages ſoll die Rekrutierung der Schweizergarde
nach Möglichkeit in der Umgegend von Luzern erfolgen
und ſtets ſoll der Hauptmann, der Oberſt und der
Kom=
mandant der päpſtlichen Schweizergarde ein Bürger aus
dem Kanton Luzern ſein. Als im Jahre 1870 das junge
italieniſche Königtum die Stadt Rom zu ſeiner Hauptſtadt
erkor, wurde die päpſtliche Schweizergarde als Palaſtgarde
des Vatikans anerkannt; auch fürderhin ſollte es ihres
Amtes ſein, die Tore des Vatikans zu bewachen und hinter
ihnen die Gemächer und die Perſon des heiligen Vaters.
Nach dem letzten päpftlichen Erlaſſe, der ſich mit der
Schweizergarde beſchäftigte und 1879 in Wirkung trat, ſoll
das Korps aus 123 Mann beſtehen und nur Schweizer
auf=
nehmen. Die Galauniformen und die Hellebarden, die bei
feſtlichen Gelegenheiten getragen werden, ſoll einſt
Michel=
angelo mit eigener Hand entworfen haben; im
gewöhn=
lichen Wachdienſt freilich iſt die ſchwere Rüſtung längſt
be=
ſeitigt und durch jene kleidſame altertümliche Tracht
er=
ſetzt, die jedem Beſucher Roms auffällt. Nur der Helm
war bis vor wenigen Jahren modern, bis er vor kurzem
wieder durch jenen alten Helm erſetzt wurde, den
Michel=
angelo für ſie entworfen haben ſoll. Freilich, die Tage,
da dieſer Helm und die Hellebarde den Schweizergardiſten
bisweilen in ernſtem Kampfe als Waffe und Wehr
dien=
ten, ſind längſt dahin und die 40 Mark Monatsſold, die
ſie beziehen, ſind nicht mehr der Lohn für kriegeriſche
Taten, ſondern eine Steuer, die der heilige Stuhl
ent=
richtet, um die alten Traditionen des Papſttums und
ſeiner Schweizergarde weiterleben zu laſſen. Zur
Betätigung der kriegeriſchen Tugenden, die das
Luzerner Löwendenkmal verherrlicht, hat die Truppe ja
heuer keine Gelegenheit mehr; der Dienſt des Schweizers
beſchränkt ſich im weſentlichen auf Schildwachſtehen und
Paradieren und im Auskunftgeben an Beſucher des
Vati=
kans. Mit ſolcher Tätigkeit iſt wenig Ruhm zu ernten und
die Scherze über das friedliche Kneipleben der
Schweizer=
garde ſind bei den Römern an der Tagesordnung.
Die Blumenſprache.
C2) In einer Novelle von Roſegger „Der Liebſt iſt
mein Glaube!” nimmt das liebende Mädchen am Abend
us dem Schrank ein weit im Hintergrunde verſtecktes
Büchelchen hervor und blättert darin. „Es war das
Bre=
vier ſo mancher ſchöner Mädchen, der Dolmetſch ſo
mancher Liebesleute, ſo lange ſich dieſelben noch durch die
Blume lieben — es war die „Blumenſprache‟. Ein
Sträußchen mit Kümmelſtengeln und Kleeblättern hat ihr
der Burſch gegeben, und nun ſucht ſie erſt unter Kümmel
nach, wo die Worte ſtehen: „Noch ſoll es niemand wiſſen,
daß ich und Du uns küſſen,” und dann beim Klee, wo es
heißt: „Ich liebe Dich immer, ich liebe Dich heut, und
werde Dich lieben in Ewigkeit.” Da drückt ſie das
Sträuß=
lein beſeligt an das Herz. — Dies anmutige Bildchen aus
dem Bauernleben zeigt, daß die Frauen auch heute die
Blumenſprache noch nicht verlernt haben; beſonders in
ländlichen Kreiſen findet das uralte vielſagende Spiel ſeine
Verehrer, und ſo lange Liebende mit andern Augen als
der gewöhnliche Sterbliche in die Natur blicken und in
den Kindern Florens ein Sinnbild ihrer Geheimniſſe
ſchauen, wird dieſe ſtumme Sprache nicht vergeſſen werden.
Mag man im Blumenkultus der alten Inder und
Chi=
neſen, in den ſchönen Blumenmothen der ariechiſchen
Sagenwelt Vorboten der Blumenſprache erblicken — in
unſere deutſche Welt hat ſie doch erſt ihren Einzug
gehal=
ten, als die Kreuzzüge das Abendland mit dem Orient in
Berührung brachten. Im Mittelalter ſind Blumen
Sym=
bole von Tugenden: die Lilie Sinnbild der Reinheit und
Unſchuld, die Roſe der Liebe und Freude; auch das
Veil=
hen, der Bote des Frühlings tritt als das Zeichen
hoffen=
der Sehnſucht auf. In der Spätzeit der Minneſänger
be=
ginnt man dann den Blumen beſondere Bedeutung
bei=
zulegen und die Blumenſpiele der Provence ſind ein
Aus=
fluß dieſer Blumenzeichenſprache. Die Symbolik knüpft
zunächſt an die Farbe der Blumen an. Das blaue Ver= deutet auf ſinniges Gedenken das braune
Habmichlieb auf beſcheidenes Flehen, der roſenrote
Herzenstroſt auf ſüße Erfüllung, der weiße Schabab auf
kalte Abweiſung. Später künden nur noch die Namen von
dem tiefern Sinn der Blumen: Wegwarte und
Wohl=
gemut, Jelängerjelieber und Maßlieb, Ungnade Leid=
und Reue, Tag und Nacht uſw. So vielſagende
Bezeich=
nungen ſprechen für ſich ſelbſt.
Im Liederbuch der Klara Hätzerlin iſt eine ſolch alte
Blumenſprache aufbewahrt, in der auch ſchon das
Blumenorakel der „Rupfblume” erſcheint. All dieſe=
Blumenmyſtik, die z. B. der große Arzt Paracelſus dahin
ausdeutet, daß jede Blume einem Stern entſpräche und
die Aſtrologie eine Blumenſprache ſei, iſt beeinflußt vom
Orient, von dem geheimnisvollen „Selam” der
Blumen=
botſchaft. Goethe hat dieſe in der Eintönigkeit des
Haremslebens erfundene Art der Liebeskorreſpondenz,
über die zuerſt die Lady Montague in ihren Briefen aus
der Türkei genauere Mitteilungen machte, in den Noten
zum Weſt=öſtlichen Diwan ausführlich geſchildert: „Wenn
ein Liebendes dem Geliebten irgend einen Gegenſtand
zuſendet, ſo muß der Empfangende ſich das Wort
aus=
ſprechen und ſuchen, was ſich darauf reimt ſodann aber
ausſpähen, welcher unter den vielen möglichen Reimen
für den gegenwärtigen Zuſtand paſſen möchte. Daß
hier=
bei eine leidenſchaftliche Divination obwalten müſſe, fällt
ſogleich in die Augen.” Hauptſächlich, wenn auch nicht
ausſchließlich werden Blumen bei dieſen Versſpielen
ver=
wendet, und ſo reimt denn Goethe in dem kleinen Roman,
den er als Beiſpiel anführt: „Amarante Ich ſah und
brannte. Nelken — ſoll ich verwelken. Narziſſen — Du
mußt es wiſſen. Veilchen — wart ein Weilchen.
Maß=
lieben — Schreib nach Belieben. Nachtviolen — Ich laß
es holen. Myrten — Will Dich bewirten. Jasmin
Nimm mich hin.‟ Die Deutungen, die in den ſchriftlich
fixierten und auch wohl heute noch benutzten
Blumen=
ſprachen gegeben werden, ſind ſehr verſchiedenartig. Als
Beiſpiel ſeien angeführt: Tulpe — Liebeserklärung.
Myrte — Liebe. Rote Nelke — glühende Liebe. Gelbe
Roſe — Untreue. Weiße Roſe — Schweigen. Heliotrop
— Liebesrauſch.
* Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis” zu
Darmſtadt. In Verhinderung des erſten Vorſitzenden
eröffnete der zweite Vorſitzende die Verſammlung.
Er begrüßte die Anweſenden, gab die neuen Einläufe
be=
kannt und erteilte hierauf dem erſten Schriftführer, Herrn
Wenz, das Wort zur Verleſung der Niederſchriften. Zur
Tagesordnung übergehend, wurde zunächſt das Ergebnis
der diesjährigen Zucht vorläufig feſtgeſtellt. Von den
an=
weſenden Mitgliedern haben 19 insgeſamt 570 Hühner,
80 Enten, 4 Gänſe und 313 Tauben gezüchtet. Gewiß ein
Zeichen, daß der Verein die „Hebung und Förderung der
Geflügelzucht” ſich zur Hauptaufgabe gemacht hat. Das
Ergebnis konnte nicht endgültig feſtgeſtellt werden, da eine
Anzahl Züchter fehlte. Nach Beſprechung weiterer
Ange=
legenheiten fand eine Verloſung von lebenden
Italienerhähnen und Futterartikeln ſtatt.
* Mandolinenkranz. Man ſchreibt uns: Mit Stolz
kann der Mandolinenkranz Darmſtadt auf ſein
in Arheilgen ſtattgefundenes Sommerfeſt zurückſehen.
Welch großer Fortſchritt der Verein in letzter Zeit
ge=
macht hat, bewieſen die ausgezeichneten Konzertvorträge
des Mandolinen= und Gitarre=Orcheſters unter Leitung
ſeines trefflichen Dirigenten Herrn Rich. Hinz. Sehr
großen Beifall ernteten die Gebr. Franke mit ihrer
Sere=
nade „L’Ultimo=Addio” Solo für Mandoline und Gitarre.
Auch die humoriſtiſchen Vorträge des Herrn K.
Naſſau=
verfehlten ihren Zweck nicht. Den Glanzpunkt des Feſtes
bildete Frl. Lenchen Wagner mit ihren Liedern zur Laute,
welche an dieſem Tage mit gutem Erfolge zum erſten
Male öffentlich zur Laute geſungen hat. Die Lieder zuc
Laute des Herrn R. Hinz waren wieder von Witz und
Humor geſpickt. Leider erwies ſich der Saal für die
Feſt=
lichkeit als zu klein. In Anbetracht deſſen findet am
Sonn=
tag, den 3. Auguſt, im Garten der Reſtauration zum
Herrn=
garten, Ecke Frankfurter= und Kahlertſtraße (Vereins= und
Uebungslokal des Mandolinenkranz), ein Mandolinen=
und Gitarre=Konzert bei freiem Eintritt ſtatt.
Chriſtlicher Verein junger Männer „
Wart=
burg‟. Das 2. diesjährige Gartenfeſt findet
am nächſten Sonntag, den 27. Juli, 8 Uhr, ſtatt. Dieſe
zwangloſen, gemütlichen Familienabende, die ſich ſtets
wachſender Beliebtheit erfreuen, finden bei ungünſtiger
Witterung in den Vereinsräumen, Karlſtraße 21, ſtatt.
Bei gutem Wetter iſt unter anderem bengaliſche
Beleuchtung des Vereinsgartens und ein kleines
Feuerwerk vorgeſehen. Jedermann, insbeſondere
Freunde und Gönner des Vereins, ſind herzlich
will=
kommen.
* Zirkus Corty=Althoff. Der hier zurzeit auf dem
Meßplatz am Hallenſchwimmbad gaſtierende Zirkus
Corty=Althoff hat in jeder Vorſtellung einen ſtarken
Beſuch aufzuweiſen, auch die zweite Vorſtellung war
anſcheinend ausverkauft. Sämtliche Darbietungen fanden
ſtarken Beifall, ſo vor allen Dingen Reſſis 4 muſikaliſche
Wunder=Elefanten und Konſul Patſy, der menſchliche
Schimpanſe. Konſul Patſy benimmt ſich wie ein
wohl=
erzogener Jüngling, ißt, trinkt, entkleidet ſich und zeigt
ſich zum Schluß als Kunſtradfahrer. Auch die
Vor=
führungen des Herrn und der Frau Direktor Althoff
mit ihren dreſſierten Pferden erregen großes Intereſſe.
Heute Donnerstag findet abends 8¼ Uhr große Gala=
Elite=Vorſtellung mit einem hier noch nie
ge=
ſehenen Programm von 26 Nummern ſtatt. Außerdem
ſei noch auf die tägtich vormittags von 10½ bis 12½ Uhr
ſtattfindenden Dreſſurproben hingewieſen, zu
welchen Erwachſene 20 Pfg., Kinder 10 Pfg.
Eintritts=
geld zahlen.
§ 1000 Mark Belohnung. In der Nacht vom
16. auf 27. Juni iſt in München=Gladbach die
Haushälterin Eliſe Marpe, welche in Dienſten des
Kaplans Rondholz ſtand, von einer bisher nicht
er=
nittelten Perſon ermordet worden. Vermißt wird:
Eine kleine goldene Damenuhr ohne Sprungdeckel, die
Uhr trägt im Innern des Rückdeckels die Nummer 105724
und 4402. Auf der Rückſeite befindet ſich ein mit Blumen
verziertes Monogramm mit den Buchſtaben „E. M.”
Derjenige, welcher bis zum 14. Juli 1914 zur
Er=
nittelung des Täters beiträgt, erhält die von der
Kriminalpolizei zu München=Gladbach ausgeſetzte
Be=
ohnung von 1000 Mark. Etwaige Anhaltspunkte
ur Ermitttelung des Täters wollen der Kriminalpolizei
ſier oder in München=Gladbach mitgeteilt werden.
§ Abgefaßter Dieb. Ein wohnungsloſer 16 Jahre
lter Taglöhner aus Roßwein in Sachſen wurde am
Nittwoch vormittag dabei ertappt, als er in einem
Hauſe in der Darmſtraße vor den Vorplatztüren liegende
Brötchen und Geld entwendete.
§ Brand. Am Dienstag abend kurz nach 6 Uhr
brach in der Merckſchen Fabrik in einem
Fabrikationsraum durch Selbſtentzündung Feuer aus.
Der Brand wurde durch die Fabrikfeuerwehr alsbald
gelöſcht und hatte die an die Brandſtelle gerufene
Tagesfeuerwehrwache nicht mehr in Tätigkeit zu treten.
Das fragliche Fabrikgebäude iſt erheblich beſchädigt
worden.
Das Handwerk und die Ausrüſtung für die
neuen Truppenformationen.
Die Heſſiſche Handwerkskammer ſchreibt
uns:
Die Beſtrebungen der Handwerkskammer, die für
Ausrüſtung der neugebildeten
Truppen=
formationen nötigen Lieferungen von Uniformſtücken
und dergleichen nach Möglichkeit den korporierten
Hand=
werkern zuzuführen, ſind nicht ohne Erfolg
ge=
blieben. Schon jetzt liegen Anfragen der
maßgeben=
den Militärbehörden vor zur Benennung ſolcher
Innun=
gen und Vereinigungen, die ſich zur Uebernahme von
Lie=
ferungen bereit erklären und wurden nähere Fragen und
Angebote eingeholt. Die Handwerkskammer zu
Darmſtadt vertritt die Forderungen der in Frage
kom=
menden Handwerkszweige bei den maßgebenden
Militär=
behörden in eneraiſcher Weiſe, weshalb zu erwarten ſteht
daß dieſe Bemühungen auch weiterhin von Erfolg
be=
gleitet ſein werden. Es empfiehlt ſich hierbei, auf den
ſeitens der Heeresverwaltung vertretenen Grundſatz
hin=
zuweiſen, wonach eine Beteiligung des einzelnen kleinen
Handwerkers an den Lieferungen nicht erfolgen kann. Die
Arbeiten können nur an Innungen und
Ver=
einigungen erteilt werden, da der einzelne
Handwer=
ker bei ſeinen beſchränkten Betriebsmitteln für die
um=
fangreichen Beſtellungen des Heeres nicht leiſtungsfähig
genug iſt. Die Organiſationen müſſen ſich
in ihrer Geſamtheit zu pünktlichen
Lie=
ferungen verpflichten, wodurch der
Heeresver=
waltung die Gewähr auf Fertigſtellung der Lieferungen
zum feſtgeſetzten Termine gegeben iſt. Es bedarf wohl
keines beſonderen Hinweiſes daß bei ſolch umfangreichen
Arbeiten den vergebenden Stellen, die dem Reich
gegen=
über die Verantwortung zu tragen haben, volle Garantie
gegeben ſein muß. Hieraus ergibt ſich für das Handwerk
die Notwendigkeit, ſich zuſammenzuſchließen, damit die
wirtſchaftlichen Vorteile, die derartige große Maßnahmen,
wie die diesjährige Heeresvermehrung, erbringen,
mög=
lichſt allen Angehörigen der in Betracht kommenden
Hand=
werkszweige zugute kommen. Das Handwerk in ſeiner
Geſamtheit ſetzt große Hoffnungen auf die bevorſtehenden
Lieferungen und notwendig werdenden Arbeiten und
er=
blickt in deren Zuweiſung einen teilweiſen Erſatz der zur
Heeresvermehrung aufzubringenden Koſten. Die durch
Beſchaffung der Mittel entſtehende Belaſtung wird zu
einem guten Teil auch von dem Handwerkerſtand getragen,
der ſich dieſer Pflicht in Erkenntnis der Notwendigkeit zur
Erhaltung der Schlagfertigkeit unſeres Heeres willig
un=
terzieht. An den maßgebenden Stellen wird es liegen,
dieſe Hoffnungen durch zweckentſprechende Verteiluna der
Lieferungen, wie dies ja auch die verſchiedentlich
bekannt=
gegebenen Grundſätze der Heeresverwaltung beabſichtigen,
zu verwirklichen.
Gernsheim, 22. Juli. Der 8=Uhr=Ladenſchluß
ſoll ſich im Sommer für unſere Stadt nicht bewährt haben.
Die Ladenbeſitzer haben an die zuſtändige Behörde eine
Eingabe gerichtet, für Gernsheim den Ladenſchluß im
Sommer auf 9 Uhr und im Winter auf 8 Uhr abends
feſtzuſetzen. Der Gemeinderat beſchloß, dieſe Eingabe zu
befürworten. — Die Herſtellung des
Stadthau=
ſes und der Oberamtsrichterwohnung wurde vorläufig
zurückgeſtellt und ſollen neue Voranſchläge eingeholt
werden.
Nieder=Modau, 22. Juli. Infolge des
Zuſammen=
bruchs der hieſigen Kaſſe findet nächſtens auf dem
„Hottenbacher Hof” durch das Amtsgericht Reinheim eine
Zwangsverſteigerung großen Stils ſtatt.
Die zu verſteigernden Parzellen, Wald, Aecker, Wieſen,
Grabgärten uſw. werden auf 70000 Mark geſchätzt.
k. Erzhauſen, 23. Juli. Nachſtehender Vorfall zeigt,
daß man nicht genug warnen kann, mit Schußwaffen
vorſichtig umzugehen. Ein junger Mann von hier hatte
einen geladenen Flobert, um Spatzen zu ſchießen. Den
Lauf ſetzte er auf den Fuß; er kam an den Abzieher, die
Waffeginglos und der Schuß ging in den Fuß und
hat dieſen bös zugerichtet. Der junge Mann mußte ſich in
ärztliche Behandlung begeben.
Worms, 22. Juli. Wie im übrigen Deutſchland, ſo iſt
auch in Heſſen die Entwicklung des
Hilfsſchul=
weſens als eine ſtetige zu bezeichnen. Neu
hinzuge=
kommen ſind an Oſtern d J. wieder 3 Klaſſen, ſo daß
nunmehr im ganzen 32 Klaſſen beſtehen, worin 739
ſchwach=
ſinnige Kinder, 411 Knaben und 328 Mädchen, Verſorgung
finden. Was die einzelnen Orte anbelangt, ſo ſind in
Darmſtadt 10 Klaſſen mit 217 Kindern, in Offenbach
9 Klaſſen mit 212 Kindern, in Mainz 7 Klaſſen mit 163
Kindern, in Worms 3 Klaſſen mit 76 Kindern, in Gießen
2 Klaſſen mit 48 Kindern und in Neu=Iſenburg 1 Klaſſe
mit 23 Kindern. Die durchſchnittliche Klaſſenſtärke beträgt
in Darmſtadt 21,7, in Offenbach 23,5, in Mainz 23,3, in
Worms 25,3, in Gießen 24 und in Neu=Iſenburg 23. Der
Konfeſſion nach ſind: evangeliſch 450, katholiſch 272,
an=
derer Konfeſſion 17.
Vilbel, 22. Juli. Die gewerbliche Ausnutzung
der ungeheuren Kohlenſäuremengen, die
bisher ungenutzt dem Vilbeler Sprudel
entquel=
len, iſt nunmehr endgültig geſichert, da das Frankfurter
Kohlenſäurewerk der Geſellſchaft Wahle I. ſich das Recht
der Ausnutzung des Gaſes erwarb. Neuerliche
Unter=
ſuchungen ergaben, daß der Sprudel täglich 766000 Liter
Waſſer liefert, das neben dem Reichtum an Kohlenſäure
bedeutende Mengen von doppeltkohlenſaurem Kalk und
doppeltkohlenſaurem Natron birgt. Das Gewicht der
ge=
waltigen bis jetzt nicht verwertbaren Kohlenſäuremenge
wird auf eine Million Kilogramm jährlich berechnet und
ſteht damit an erſter Stelle aller Quellen Europas. Mit
den Anlagen zur Verflüſſigung der Gaſe ſoll begonnen
werden, ſobald das zum Bau der Anlagen erforderliche
Gelände erworben iſt und die Verhandlungen mit dem
Eiſenbahnfiskus um die Bahnanſchlüſſe geregelt ſind.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 22. Juli. Eine europäiſche
Konzertreiſe der Deutſch=oſtafrikaniſchen
As=
karikapelle wird von einigen Blättern trotz
wieder=
holter Berichtigungen immer wieder angekündigt. Die
Kolonialverwaltung legt demgegenüber erneut auf die
Feſtſtellung Wert, daß ſie im Einvernehmen mit dem
Kom=
mando der Schutztruppe für Deutſch=Oſtafrika die
Geneh=
migung zu einer ſolchen Konzertreiſe bereits Ende vorigen
Jahres verſagt hat. — Die erhöhte Kälte der letzten
Tage wird nach der Voſſiſchen Zeitung dadurch
charak=
teriſiert, daß der letzte Montag mit einer Temperatur von
nur 12,5 Grad Celſius ſo kalt war, wie in der zweiten
Julihälfte kein anderer Tag ſeit 50 Jahren. — Ein
ſchweres Brandunglück hat ſich heute in Lichtenow
(Mark) ereignet. Der 6jährige Sohn der Witwe Schulz
ſpielte in einem Holzſchuppen mit Streichhölzern. Die
Holzvorräte fingen Feuer. Der ganze Schuppen brannte
nieder und das Kind kam in den Flammen um, da Hilfe
zu ſpät eintraf. — Die Kriminalpolizei hat eine vornehme
Spielergeſellſchaft ausgehoben, die bei
verſchloſſe=
nen Türen mit äußerſt hohen Beträgen Glücksſpiele
ver=
anſtaltete. Unter den Spielern befand ſich auch eine
An=
zahl gewerbsmäßiger Spieler. Die Unterſuchung ergab,
daß die Spielkarten gezinkt waren.
Frankfurt, 22. Juli. In dieſen Tagen begeht, wie
ſchon erwähnt, das 1. Kurheſſiſche Infanterie=
Regiment Nr. 81 die Feier ſeines 100jährigen
Be=
ſtehens. Das Feſtprogramm iſt folgendes: Donnerstag,
24. Juli: Von 5 Uhr abends ab Ankunft der Abordnungen
alter 81er; 8 Uhr Beginn der Feſtvorſtellung in der
Feſt=
halle, hierauf Kommers auf den Feſtplätzen, 11 Uhr nachts
großer Zapfenſtreich mit Gebet. Freitag, 25. Juli:
Mor=
gens großes Wecken; Feſtgottesdienſt; Paradeaufſtellung
mnit Vorbeimarſch des Regiments in Zugfront und der
alten Soldaten; Kommers auf dem Feſtplatze; 12 Uhr
mittags Frühſchoppen der Offiziere und der Feſtgäſte,
ſo=
wie der alten Offiziere in den oberen Räumen des
Kaiſer=
ellers: 1 Uhr mittags Speiſung des Regiments und der
alten Angehörigen durch die Stadt in der Feſthalle;
Nach=
mittags Beſichtigungen; 6 Uhr abends Feſteſſen des
Offi=
zierkorps mit den Feſtgäſten und alten Offizieren im
„Frankfurter Hof”; 9 Uhr abends Beginn der
Kompagnie=
feiern in zwölf großen Lokalen der Stadt. Samstag, 26.
Juli: 11 Uhr vormittags Speiſung des Regiments und
Feuilleton.
* Der Mann ohne Hut. Man ſpricht ſo oft von der
diesjährigen, neuen Mode” der Herren, den Hut nicht
iehr auf den Kopf, ſondern in der Hand oder, mit einer
einen Klammer befeſtigr, an der linken Bruſtklappe des
tockes zu tragen. Dieſe an und für ſich recht
bedeutungs=
iſe Sitte, die durchaus nicht ſo allgemein um ſich greift,
ie man nach den Modeplaudereien in einigen Zeitungen
nd in Scherzen der Witzblätter glauben könnte, iſt
durch=
us nicht eine Männerlaune aus dieſem Sommer „unſer’s
lißvergnügens” Schon während der abſonderlich heißen
konate des Jahres 1911 konnte man vielfach Herren mit
itblößtem Kopf in den Straßen ſehen. Und „neu” iſt
ieſe Mode noch viel weniger! Höchſtens der Grund,
rarum man heutzutage den Hut in der Hand trägt, iſt
n anderer als früher. Zurzeit des alten Fritz klemmten
ie Stutzer mit Vorliebe ihr kleines Hütchen, im Sommer
die im Winter, unter den Arm, um die kunſtvoll
getürm=
n Haare nicht in Unordnung zu bringen. Jetzt geht
kan barhäuptig, damit die Luft den meiſt kahl
geſchore=
en Kopf beſſer umſpielen kann — eine ganz geſunde,
em Sportleben entlehnte Angewohnheit. In ſüdlicheren
jegenden, an der Riviera, in Italien und Aegypten, gehen
ie Herren ſchon ſeit langen Jahren an den
Sommer=
denden vielfach ohne Kopfbedeckung aus. Sie tragen
nicht einmal in der Hand, ſondern laſſen ſie daheim.
kan ſieht z. B. ſehr häufig in den belebteſten Straßen
giros Herren im Frack, aber ohne Hut zum Diner gehen.
iemand wundert ſich darüber. Warum auch? Unſere
amen fahren doch abends auch zu Geſellſchaften, ins
heater und zu Konzerten in eleganten Toiletten, tragen
der keine Hüte um ihre Friſuren zu ſchonen. — Ein
zwieriges Problem ſcheint allerdings noch der Löſung zu
irren: das Grüßen der Herren ohne Hut auf der Straße.
s fällt manchem nicht leicht, im Gehen ſich geſchickt zum
ruß zu verneigen. Man ſieht oft recht ungewandte,
ixähnliche Verbeugungen. Hier iſt für den Tanzlehrer
n neues Gebiet zur äſthetiſchen Kultur unſerer
männ=
hen Jugend. Nicht ſelten trifft man Herren, die bei der
egegnung mit einer bekannten Dame lieber ſchnell den
tt für einen Moment wieder aufſetzen, um ihn
grüßend=
altgewohnter Weiſe zu lüften, als daß ſie ſich zu einer
rußart verſtehen, die ihnen noch nicht geläufig und
her unbequem iſt.
C „Ariſtokraten der Diebeszunft‟ Der Diebſtahl
des Perlenhalsbandes für 3 Millionen Francs
der ſich zu einer immer geheimnisvolleren Affäre
entwik=
kelt, lenkt die Aufmerkſamkeit wieder auf jene großen
inter=
nationalen Diebesgeſellſchaften, die, wie bei dieſem Falle
wahrſcheinlich auch, bei den meiſten großen Diebſtählen,
die Hand im Spiele haben. Dieſe Ariſtokraten der
Diebes=
zunft verfügen, wie ein Sachverſtändiger, ein hoher
Be=
amter der Pariſer Polizei, im Gaulois ausführt, über
geradezu erſtaunliche Mittel. Sie alle gehören einer Art
„Freimaurerzunft des Diebſtahls” an, deren Mitglieder ſich
wenig kennen, ſich aber gegenſeitig jede erdenkliche Hilfe
leiſten. Man muß bei ihnen unterſcheiden zwiſchen den
vorbereitenden und den ausführenden Mitgliedern; die
erſteren entwerfen die Pläne, ziehen die nötigen
Erkundig=
ungen ein, ſchaffen Hinderniſſe beiſeite und ebnen vermöge
ihrer hohen Intelligenz und ihrer weiten Beziehungen die
Wege. Der eigentliche Dieb handelt dann nach genauen
Vorſchriften; er iſt nur noch das Werkzeug in der Hand
einer mächtigen Organiſation. In dieſer oberſten Schicht
des Verbrechertums hat man eine gute Witterung für das,
was ſich am beſten zum Stehlen eignet; man geht mit
einer erſtaunlichen Sicherheit und mit der größten
Behut=
ſamkeit vor. Faſt ſcheint es, als ob eine Parole ausge
geben wird, auf welche Gegenſtände man das
Hauptaugen=
merk richten ſoll. Es ſetzen dann direkte
Diebſtahls=
moden ein; ſo ſtiehlt man gegenwärtig mit Vorliebe
Schmuckſachen und beſonders Perlen. Vor einigen
Jah=
ren waren hauptſächlich Kunſtgegenſtände und unter dieſen
wieder in erſter Linie Bronzen gefährdet, die leicht nach
Belgien verkauft werden konnten. Als man den Dieben
durch Verſtändigung mit der belgiſchen Polizei dieſes
Ab=
ſatzgebiet verſperrt hatte, dirigierten ſie die geſtohlenen
Bronzen nach Amerika; doch auch das ging nicht lange.
Daraufhin wurden die Diebſtähle von Urkunden immer
zahlreicher. Man brachte ſie nach England, wo ſie die
Eigentümer durchſchnittlich für einen Preis von 33
Pro=
zent wieder zurückkaufen konnten. Das ſchien ein ganz
korrekter Handel — wenigſtens jenſeits des Kanals. Aber
auch dies Handwerk wurde ſchließlich den Dieben gelegt
Juwelen laſſen ſich leichter unterbringen. Mit welcher
Nonchalance und Unverfrorenheit dieſe Diebe vorgehen,
das bewies vor kurzem die Ausraubung eines prächtigen
Palais in der Avenue Marceau. Die Verbrecher hatten in
Erfahrung gebracht, daß der Eigentümer des Palais, der
Marquis de Paniſſe=Paſſis, verreiſt war und daß das
Haus nur von einem alten Diener bewacht wurde. So
erſchienen ſie denn eines Tages mit einem geräumigen
Möbelwagen und läuteten an der Haustür. Ein Herr im
ſchwarzen Rock und Zylinder zeigte dem öffnenden Diener
die dreifarbige Schärpe und erklärte: „Ich bin
Polizei=
kommiſſar für beſondere Vollſtreckungsurteile. Hier haben
Sie ein Vollſtreckungsurteil, das mir befiehlt, in dieſem
Palais eine Pfändung vorzunehmen.‟ Der
eingeſchüch=
terte Diener ließ den falſchen Beamten und ſeine als
Ar=
beiter gekleideten Komplizen eintreten, und nun erfolgte
„die Pfändung” Alle Gemälde und Silberſachen, alle
Gegenſtände von Wert, wurden „im Namen des Geſetzes”
fortgeſchafft. „Nehmen Sie das noch mit”, ſagte der Chef
der Bande, wenn er etwas ſah, was ihm gefiel. Und auf
die ſchüchternen Proteſte des Dieners hatte er nur die
drohende Antwort: Schweigen Sie, ſonſt verhafte ich
Sie.‟ Der Unglückliche mußte ſich ſchließlich beruhigen
und half noch den Dieben die Sachen aufladen.
* Eine ganze Kirchturmſpitze geſtohlen. Ein wohl
noch nicht dageweſenes Diebſtahlsobjekt haben ſich dieſer
Tage in Königsberg i. Pr., inmitten der Großſtadt, Diebe
ausgeſucht; nämlich die ſtark vergoldete, kupferne
Kirch=
turmſpitze der Sackheimer Kirche, welche zurzeit
ausge=
beſſert und daher mit Gerüſten bis oben herauf umgeben
iſt. So konnten die Täter ſo hoch heraufkommen und
un=
geſtört in der Nacht oben arbeiten. Ein in der Nähe ſich
aufhaltender Wächter hörte von hoch oben ein ſtarkes
Hämmern und bemerkte daß mehrere Männer die in
einem kupfernen, anderthalb Meter langen Schäfchen
be=
ſtehende Wetterfahne mit Hilfe von Beil und Hammer
zerſchlugen und die einzelnen Stücke in Säcke verpackten.
Als der Wächter mit einem Schutzmann ſich den Dieben
näherte, ergriffen dieſe die Flucht, und jetzt bemerkten die
Beamten, daß die ganze Kirchturmſpitze entwendet
wor=
den war. Man hat bisher von den Tätern keine Spur.
* Ein teuerer Schüler. Aus dem Jahresbericht der
Königl. Lateinſchule (Progymnaſium mit 5 Klaſſen)
Blies=
kaſtel in der Pfalz geht hervor, daß die 5. (oberſte) Klaſſe
im verfloſſenen Schuljahr nur einen Schüler hatte. Um
den jungen Menſchen bemühten ſich ein Subrektor als
Ordinarius der Klaſſe, zwei Königl. Studienlehrer, ein
Gymnaſialaſſiſtent und etwa vier Fachlehrer. Außerdem
hatten noch verſchiedene hohe Herren im Laufe des
Jah=
res die „Klaſſe” inſpiziert. Es hätte nun nichts weiter
gefehlt, als daß der junge Mann noch durchgefallen wäre,
aber er hat die Prüfung als beſter ſeiner Klaſſe
beſtan=
den. Ein „teuerer” Schüler war er dem Stagt aber doch.
der alten Angehörigen auf dem Kaſernenhof; von 12 Uhr
mittags ab Frühſtück des Offizierskorps und der alten
Offiziere im Regimentskaſino: 8 Uhr abends
Zuſammen=
kunft der jetzigen und ehemaligen Einjährigen des
Regi=
ments in der Römerhalle.
Frankfurt, 23. Juli. Geſtern nachmittag kurz nach
5 Uhr kamen die Kaiſerin und Prinz Oskar in zwei
Automobilen von Homburg hier an und beſuchten in
Be=
gleitung einer Hofdame und eines Kammerherrn das
Ge=
ſchäft des Hofjuweliers Koch, wo ſie ſich etwa eine Stunde
aufhielten. Hierauf ſtatteten ſie auch dem Jockeiklub einen
dreiviertelſtündigen Beſuch ab. Die Herrſchaften hatten
die Abſicht, noch weitere Geſchäfte aufzuſuchen, ſtanden
aber infolge der vorgerückten Zeit davon ab und fuhren
um 7 Uhr nach Homburg zurück. In den nächſten Tagen
wird die Kaiſerin nochmals hierher kommen, um noch bei
anderen Firmen Einkäufe zu machen.
Frankfurt, 23. Juli. Aus der Maſſe der
Immo=
bilienfirma Wieshader u. Bauer erfolgte geſtern
die Verſteigerung des in der großen Gallusſtraße
gelege=
nen Hotel du Nord. Meiſtbietend war die
Nieder=
ländiſche Lebensverſicherungsgeſellſchaft in Amſterdam mit
528000 Mark, womit nur wenig mehr als die in Händen
dieſer Geſellſchaft befindliche erſte Hypothek von 509000
Mark gerettet wurde, während die zweite Hypothek im
Betrage von 150000 Mark und eine Sicherheitshypothek
von 340000 Mark vollſtändig ausfielen.
Hemsbach, 22. Juli. Geſtern nachmittag wurden die
Einwohner durch Feuerlärm beunruhigt. Im Hauſe
des Adam Brauch, Ecke der Mühlgaſſe, war ein Brand
ausgebrochen, dem die Scheuer zum Opfer fiel. Am
Wohnhaus iſt der Dachſtuhl ſtark beſchädigt. Der Brand
ſoll verurſacht ſein durch das fünfjährige Söhnchen des
Brauch. Der jugendliche Miſſetäter hat nach der Tat dje
Flucht ergriffen und war bis gegen Abend noch nicht aus
dem Wald zurückgekehrt.
Heddesheim, 22. Juli. Ein frecher
Einbruchs=
diebſtahl wurde in der Wohnung des Landwirts Joh.
Heuchel verübt. Der Dieb brach einen Schrank auf
und entwendete ein Paar Sonntagshoſen, ſowie
verſchie=
dene Schmuckſachen. Die geſtohlenen Gegenſtände haben
insgeſamt einen Wert von etwa 50 Mark.
Halle, 2. Juli. Am Rande der Dölauer Heide wurde
letzte Nacht ein Poſten des 36. Infanterie=Regiments
von drei Perſonen, die ihm das Gewehr zu entreißen
ſuchten, niedergeſchlagen. Obwohl ſchwer
ver=
wundet, konnte er das Gewehr feſthalten. Als auf ſeinen
Hilferuf eine Patrouille vom Schießſtand herbeieilte,
ent=
flohen die Angreifer in den Wald; ſie blieben
uner=
kannt. Man glaubt, daß der Ueberfall zu Spionagezwecken
verübt worden iſt.
Paris, 23. Juli. In der ſtaatlichen Pulverfabrik zu
Angouléme wurden durch eine Exploſion von
Schießbaumwolle fünf Arbeiter verwundet,
dar=
unter zwei ſehr ſchwer.
London, 22. Juli. Erſtaunliche Szenen ſpielten
ſich geſtern abend in einem Hotel zu Birmingham ab, wo
die Handelskammer ein Feſteſſen zu Ehren
des Premierminiſters Asquith veranſtaltete. Kaum
hat=
ten die Feſtgäſte ſich zu Tiſch geſetzt, als die großen
Spiegelfenſter des Saales durch einen Steinhagel
zertrümmert wurden, den die Wahlbanditinnen von der
Straße aus eröffnet hatten. Vor dem Hotel hatte ſich eine
ungeheuere Menſchenmenge angeſammelt, die den
lärmen=
den Kundgebungen der Weiber zunächſt beluſtigt zuſah. Als
das Johlen jedoch in ein Steinbombardement ausartete,
wendete ſich die Menge gegen die Weiber und ſuchte ſie zu
verprügeln, während die Polizei, die hier, wie immer,
ver=
ſagte, mit Knüppeln auf die Menſchenmenge einhieb. Als
dann im Speiſeſaale des Hotels die Suppe aufgetragen
werden ſollte, banden plötzlich die bedienenden Kellner, die
mit den Wahlweibern ſympathiſierten, die Schürzen ab=
und weigerten ſich, die Gäſte weiter zu bedienen, es ſei
denn, daß ihnen eine ganz außerordentliche
Lohnaufbeſſe=
rung bewilligt würde. Die Direktion bat telephoniſch um
Hilfe bei anderen Hotels, die dem Wunſche bereitwillig
entſprachen, ſo daß nach längerer Zeit das bewegte
Feſt=
eſſen ſeinen Fortgang nehmen und Miniſter Asquith ſeine
intereſſante Rede über Englands Balkanpolitik halten
konnte.
London, 23. Juli. Auf dem
Truppenübungs=
platz Alderſhot hatten zwei Schwadronen Kavallerie
ihre Pferde an Pfähle gebunden. Plötzlich erfolgte ein
Angriff durch Infanterie. Infolge des Gewehrfeuers
brach eine Panik unter den Pferden aus. Die
Pferde ſchlugen wild mit den Hufen um ſich und verletzten
ſich gegenſeitig. Schließlich ſtürmte die Mehrzahl nach
ver=
ſchiedenen Richtungen auseinander. Vier Kavalleriſten
wurden ſchwer verwundet und 15 Pferde mußten infolge
ſchwerer Verletzungen erſchoſſen werden.
Waſhington, 23. Juli. Das bei Jefferſon=City
ge=
legene Gefängnis Oakley des Staates Miſſouri,
iſt wie aus St. Louis gemeldet wird, vollſtändig
niedergebrannt. 35 Sträflinge, ſämtlich Farbige,
kamen in den Flammen um. Das Feuer brach im
Par=
terre des gänzlich aus Holz erbauten Hauſes aus. Die
Sträflinge waren im zweiten Stockwerke des Gefängniſſes
eingeſperrt geweſen. Da Löſchapparate fehlten, ſo konnte
man nur die verkohlten Leichen bergen.
Parlamentariſches.
* Die Wirtſchaftliche Vereinigung hat
unter dem Vorſitz des bündleriſchen Abgeordneten Korell=
Angenrod getagt. Ueber die Beratung wird folgender
offizieller Bericht ausgegeben: „Die
Wictſchaft=
liche Vereinigung, der 30 Mitglieder der Zweiten
Kam=
mer angehören, hat heute die Berichte von drei
Mitglie=
dern des Finanzausſchuſſes — es ſind dies die
Abgeord=
neten Dr. Weber (Bauernbund), Brauer (Bbd.) und Beſt
(natl.) — über den Stand der Beratungen der
Beſoldungs=
ordnung entgegengenommen und die Haltung dieſer
Aus=
ſchußmitglieder gebilligt. Sie hält einmütig an den
Richt=
linien vom 4. Juni feſt und betont ausdrücklich die
Not=
wendigkeit, die mögliche Vereinfachung der
Staatsver=
waltung zu beſchleunigen. Die Wirtſchaftliche
Vereinig=
ung erſtrebt nach wie vor die Verabſchiedung des
Beſol=
dungsgeſetzes im Sinne der von ihr gefaßten Richtlinien
noch in dieſem Landtag und iſt bereit, der Erledigung jede
Förderung angedeihen zu laſſen.”
Luftfahrt.
Flugzeugmodellausſtellung und Wettbewerbe freifliegender
Flugzeugmodelle, Gleitflugzeugmodelle und Drachen.
* Anläßlich der von dem Verein für Luftfahrt
E. V. Darmſtadt im Oktober geplanten
Flug=
zeugmodellausſtellung wird es den jungen
Konſtrukteuren von Wichtigkeit ſein, einige Winke und
Fingerzeige über die Konſtruktion des Modells zu
er=
halten, die wir einem Artikel der in Frankfurt a. M. er=
ſcheinenden illuſtrierten Zeitſchrift „Flugſport”
ent=
nehmen:
„Das Gleichgewicht (Stabilität) der
Modellmaſchine”.
Es iſt eine feſtſtehende Tatſache, daß in öffentlichen
Modellausſtellungen beim Wettfliegen 90 Prozent der
aus=
geſtellten Apparate nicht fliegen und nur ſehr, ſehr
we=
nige richtig fliegen, d. h. vom Boden aufſteigen, eine
ge=
wiſſe Strecke parallel zum Boden fliegen und in glattem
Gleitflug wieder landen! Von den nichtfliegenden
Mo=
dellen iſt der größte Teil mit dem Kapitalfehler der
Hin=
terlaſtigkeit behaftet, der Reſt aber iſt zu ſchwer. Auf
eben dieſen Fehler verfallen die meiſten Anfänger, denn
es fehlt ihnen zum größten Teile eine tiefere Kenntnis
der Geſetze der Aerodynamik! So nimmt z. B. der
an=
gehende Modellbauer einen Plan nebſt Photographie des
ihm ideal erſcheinenden Flugzeugs; er konſtruiert nun
ſeine Modellmaſchine in den entſprechenden Proportionen
der Größen und bringt natürlich auch die Flügel an
der=
ſelben Stelle unter, ohne jedoch zu bedenken, daß beim
großen Flugzeug das ganze Gewicht vorne liegt und aus
Motor, Führer, Benzinreſervoir uſw. beſteht, während
beim Modell der Gummimotor ſein Gewicht auf die ganze
Länge des Apparates verteilt: „Es entſteht hieraus eine
Verſchiebung des Schwerpunktes die eine vollſtändige
„Längsunſtabilität” bedingt, mit anderen Worten, die
Maſchine iſt total hinterlaſtig und fliegt infolgedeſſen
nicht.”
Bei ſämtlichen exiſtierenden Flugzeugen befindet ſich
der Schwerpunkt etwas vor dem Auftriebsmittelpunkt,
in=
folgedeſſen muß ſich aber auch der Modellbauer folgenden
Grundſatz ſtets vor Augen halten: „Ein auf der
Fin=
gerſpitze balanciertes Flugzeugmodell
muß dann im Gleichgewicht ſein wenn ſich
der „Balancierpunkt” (in dieſem Fall der
Finger) etwas vor dem vorderen Drittel
der Tragdeckentiefe befindet.‟ Ein nach
obigem Grundſatz konſtruiertes Modell muß fliegen,
mehr oder weniger weit, je nach ſeinem Gewicht, aber
fliegen muß es! Früher bauten alle anfangenden
Modell=
konſtrukteure zuerſt leichte Apparate, die vor allem
Flug=
fähigkeit beſaßen und erſt nachdem ſie an denſelben gelernt
hatten, auf welche Art man Flüge reguliert, den
Schwer=
punkt genau beſtimmt, gingen ſie zum Bau von ſchweren,
verbeſſerten Maſchinen über! Dieſe Methode war die
richtige; nachdem aber jetzt in den verſchiedenen
Zeitſchrif=
ten genau beſchrieben wird, wie Modelle zu bauen ſind,
beginnen die meiſten Anfänger gleich mit „
Rennmaſchi=
nen” „Fokkereindecker” mit automatiſch ſtabiliſierenden
Flächen und hochliegendem Schwerpunkt und dergleichen
ſchönen Sachen, ohne dabei zu bedenken, daß ſie ſich durch
den Verſuchsbau einer einzigen kleinen, leichten Maſchine
viele mühevolle Arbeit und vor allem ſehr viel Kleinholz
ſparen würden!
Nun noch einiges über moderne Modellflugzeuge für
fortgeſchrittenere Konſtrukteure: Es gibt zwei Arten
Mo=
delle zu bauen, die erſten nennt man Aeroplanſpielzeuge
die letzteren Flugzeugmodelle, und es wird wohl kaum
ein Zweifel exiſtieren, welche von beiden Arten die
inter=
eſſantere iſt. Die erſte Art ſucht möglichſt große
Entfer=
nungen hinter ſich zu bringen, unter Anwendung von „
Ge=
waltmitteln”, d. h. unter Weglaſſen des Fahrgeſtells,
ſo=
wie anderen ähnlichen entbehrlichen Gegenſtänden und
man bezeichnet dieſelben mit dem treffenden Namen
„flying stich” (fliegender Stock). Die zweite Art, der
Studienapparat, iſt ein ſchwereres Modell, in der Abſicht
konſtruiert, Verbeſſerungen zu verſuchen, deren Anbringung
auch an wirklichen Maſchinen möglich wäre und zu dieſem
Zweck ſind ſolche Modelle wie große Flugzeuge zu
kon=
ſtruieren und iſt hierbei in erſter Linie dem Fahrgeſtell
Rechnung zu tragen, das zweckmäßig durchgebildet ſein
muß. Es iſt ja über Modelle ſchon viel, ſehr viel
ge=
ſchrieben worden und ich möchte hier nur noch einige
Tat=
ſachen hinzufügen, die nicht ohne Intereſſe ſein dürften.
Die beſte, vorteilhafteſte Größe für Modelle mit Gummi=
Motor, die noch immer die betriebsſicherſten und die am
wenigſten koſtſpieligſten ſind, liegt zwiſchen 90 und 100
Zentimeter Spannweite auf dieſelbe Länge! Und waren
es bis jetzt ſolche Modelle, die die weiteſten und ſchönſten
Flüge bei größtmöglich reduzierter Bruchgefahr
ausge=
führt haben. Bei der letzten großen Pariſer Ausſtellung
für Modelle des „Aeroclub de France” war es ein
Mo=
dell mit einfachem Gummi=Motor ohne jede Ueberſetzung
mit 95 Zentimeter Spannweite, das den Sieg über 78
Mo=
delle der verſchiedenſten Komplikationen davontrug, unter
denen ſich auch 3 Preßluftmodelle von reſpektabler Größe
befanden, die in der Ausſtellung „unbeſiegbar”
ausgeſe=
hen hatten.
Die Formel für obige Flüge war:
Zurückgelegte Entfernung des Gewichts der Maſchine
Gewicht des Gummi
Man vermeide Ueberſetzungen, ſtürze ſich nicht in die
Unkoſten eines Preßluftmotors, der ſich beim erſten Sturz
in verbogene Metallſtücke verwandelt, und bleibe beim
di=
rekt auf die Achſe montierten Gummi. Auf dieſe Weiſe
fallen Reparaturen von herausgeſprungenen Zahnrädern
und ähnliche Unannehmlichkeiten weg.
Nun einiges über Flügel: „Die Kipptendenz eines
Modells vergrößert ſich mit der Dicke und Wölbung der
Flügel aus nachſtehendem einfachen Grunde: Der
Druck=
oder Auftriebsmittelpunkt verſchiebt ſich um ſo weniger
leicht, je flacher der Flügel iſt, und in der Tat haben ſich
Modelle mit abſolut flachen Flügeln als ausgezeichnete
Windflieger erwieſen. Dieſe Tragdecks tragen wohl
et=
was weniger als gewölbte, jedoch iſt die Differenz ſo
ge=
ring, daß ſie durch eine kleine Vergrößerung der Flügel
ausgeglichen werden kann. Nicht zu unterſchätzende
Vor=
teile bieten die neuerdings gemachten Verſuche mit „
elaſti=
ſchen Flügeln” die überraſchende Erfolge gezeitigt haben.
Die beiden Längsholme dieſer Tragflächen ſind einander
ſo nahe gerückt, daß zwei Drittel der hinteren Flügeltiefe
elaſtiſch ſind die Längsholme haben 3X4 Millimeter und
ſind aus =Pappelholz, die Querrippen dünn
ge=
ſpaltenes Bambus. Der ziemlich ſtark angeſtellte Flügel
wird von jeder Seite aus nach oben und nach unten durch
je zwei Drähte verſpannt. Beim Beginn des Fluges
ſtellt ſich nun die Tragfläche je nach dem Winddruck
ent=
ſprechend ein und läßt ſeitliche Windſtöße einfach unten
„durchfedern” daß ſich der Hinterrand ziemlich hoch
auf=
biegen kann! Durch dieſe flache elaſtiſche
Flügelkonſtruk=
tion in Verbindung mit leichter V=Stellung kann die
ſeit=
liche Stabilität des Modells als gelöſt gelten und der
geringe Auftriebsverluſt, der dadurch reſultiert, ſpielt
keine Rolle. Pfeilſtellung nach hinten und ähnliche Dinge
können als überflüſſiger Luxus wegfallen. Die Frage,
ob Ententyp oder Penaudſteuer mag der Entſcheidung
des einzelnen überlaſſen bleiben. Die Ententype arbeitet
ſehr vorteilhaft, da das Prinzip der
Neigungswinkel=
differenz angewendet iſt und die Tragflächen in wirbel=
freier Luft arbeiten. Apparate mit hintenliegendem
Hö=
henſteuer und Zugſchrauben fliegen raſcher und landen
glatter!
Die Modelle mit beſtem Nutzeffekt wiegen bei 90 bis
100 Zentimeter Spannweite 150—180 Gramm und haben
Schrauben von 30 Zentimeter Durchmeſſer.
* Aſchaffenburg, 23. Juli. Geſtern landete
hier ein belgiſcher Ballon mit drei Inſaſſen, der
in Brüſſel aufgeſtiegen war. Die Aufzeichnungen und
Photographien wurden beſchlagnahmt und an das
bayeriſche Kriegsminiſterium geſandt, während die
In=
ſaſſen hier unter polizeilicher Begleitung ſtehen. Das
Generalkommando Würzburg wird entſcheiden, ob der
Ballon und ſeine Fahrer anſtandslos die Heimreiſe
an=
treten dürfen.
* Johannisthal, 23. Juli. Der franzöſiſche
Flieger Letort der kürzlich ohne Zwiſchenlandung von
Paris nach Berlin flog, ſtartete heute Morgen 4 Uhr 20
Minuten mit der ruſſiſchen Fliegerin Galanſchikoff zu
einem Fluge nach Paris. Die Flieger beabſichtigten,
in Hannover eine Zwiſchenlandung vorzunehmen und von
dort direkt nach Paris zu fliegen, wo ſie hoffen, abends
anzukommen.
* Hannover, 23. Juli. Der franzöſiſche Flieger
Letort iſt mit der ruſſiſchen Fliegerin Galanſchis
koff auf der Vahrenwalder Heide gelandet. Er
ge=
denkt, nach Einnahme von Benzin und Oel, ſobald das
Wetter ſich aufgeklärt hat, weiter zu fliegen.
— Innsbruck, 23. Juli. Das Luftſchiff „Graß
Zeppelin” welches vorgeſtern unter Führung des
Leutnants Macher mit Profeſſor Wittek und zwei
Fabrikanten hier aufgeſtiegen war, iſt nach Ueberquerung
der geſamten Zentralalpen in Moggio bei Udine auf
ita=
lieniſchem Boden gelandet. Die Ballonfahrer, von
denen ſich Leutnant Macher in Uniform befand, wurden
von den Behörden in Haft genommen und nach
Udine gebracht.
Der Werftarbeiterſtreik.
* Hamburg, 22. Juli. Infolge der beharrlichen
Weigerung der Gewerkſchaftsverbände, den Werfte
arbeiterſtreik anzuerkennen und den Streikende
Unterſtützung zu gewähren, macht ſich unter den
Streiken=
den ein ſtarker Peſſimismus geltend. Faſt alle haben
hofft, daß das Ergebnis der Konferenz am Samstag und
Sonntag die Anerkennung des Streiks ſei
werde. Nun ſehen ſie ſich in ihren Erwartungen bitten
getäuſcht und es unterliegt keinem Zweifel, daßder
Kampf ohne die Unterſtützung der Verbandsleitung keine
großen Ausſichten hat. Bei vielen Streikenden iſt die
un=
fängliche Kampfesfreude in eine große Unluſt
um=
geſchlagen. Unterdeſſen fahren die Arbeitgeber fort,
Ar=
beitswillige anzuwerben. In Hamburg jedoch haben die
Agenten nur wenig Glück und ſie müſſen, um ihre
Auf=
traggeber zufrieden zu ſtellen, ihre Tätigkeit außerhalb
Hamburgs ausüben.
HB. Hamburg, 23. Juli. Die am
Werftarbei=
terſtreik beteiligten Kupferſchmiede haben ſich in
einer ſtürmiſch verlaufenen zweiten Verſammlung
aber=
mals mit der Streiklage beſchäftigt. Von der
Sektions=
leitung der Kupferſchmiede war eine Reſolution vorgelegt
worden, in der den Streikenden empfohlen wurde, die
Arbeit geſchloſſen wieder aufzunehmen,
nachdem ſie das Unſinnige ihrer Handlungsweiſe erkann
hätten. Schon die Verleſung dieſer Reſolution wurde vog
der Verſammlung mit Hohnlachen aufgenommen unds
zur Abſtimmung geſchritten wurde, erhob ſich kein Einzige
dafür. Es wurde vielmehr beſchloſſen, daß die Arbeiten
unter keinen Umſtänden die Arbeit früher aufnehmen
ſollen, als bis die Werftbeſitzer höhere Löhne zugeſichen
hätten.
* Stettin 23. Juli. Geſtern abend haben in einel
Verſammlung etwa 1100 ſtädtiſche Arbeiter den
Be=
richt der Vertrauensmänner über die am Vormittag mit
dem Magiſtrat gepflogenen Verhandlungen entgegenge
nommen. Die Hilfs= und Transportarbeiter erklärten ſich
mit den Hafenarbeitern ſolidariſch. Die
Gewerkſchafts=
beamten wieſen darauf hin, daß zurzeit ein Streikin
Anbetracht der nicht gerade günſtigen Konjunktur nicht
zu empfehlen ſei, wohl aber einige Wochen ſpäter,
wenn das Getreide verladen werde. Die Beamten
el=
mahnten zur Ruhe und Beſonnenheit. Die Verſammlung
nahm eine Reſolution in der Form eines
Tarifentwür=
fes an.
Fabrikbrand in Amerika.
* Binghampton (Neu=York), 22. Juli.n
einer Fabrik für Arbeiterkleidung brach ein
Brand aus, bei welchem vierzig Arbeiterinnen
verbrannten.
* Binghampton, 22. Juli. Der Brand in der
Fabrik für Arbeiterkleidung breitete ſich mit großer
Schnelligkeit aus und rief eine große Panik hervor=
Es befanden ſich 125 Arbeiterinnen in
demGe=
bäude. Das Feuer brach unter der Vordertreppe aus
und in wenigen Sekunden waren das Treppenhaus, die
Korridore und die Arbeitsräume, wo Baumwollſchnitzel
und anderes Zundermaterial angehäuft waren, in
Flam=
men eingehüllt. Das geſamte Innere des Gebäudes glich
einem Flammenmeer. Ein Entkommen über die Treppen
war unmöglich. Die Rettungsleiter der Feuerwehr war
bald gedrängt voll. Zahlreiche Mädchen ſprangen aus
den Fenſtern des vierten Stockwerkes; andere
verbrann=
ten, eingekeilt auf einem Treppenabſatz. Zwölf Mädchen
wurden noch lebend, doch ſchrecklich verbrannt, ins
Hoſpi=
tal gebracht; der Zuſtand zahlreicher Verletzter iſt
hoff=
nungslos. Als das Feuer ausbrach, war die Feuerwehr
anderweitig beſchäftigt. Das Gebäude war in 20
Minu=
ten in einen Schutthaufen verwandelt. Die Flammen
überſchlugen das benachbarte Poſtgebäude und andere
Häuſer.
* Binghampton, 23. Juli. Bei dem Brande
in der Fabrik für Arbeiterkleidung ſind 50—60
Perſo=
nen umgekommen. Zahlreiche
Arbeiterin=
nen werdenvermißt. Zwölf wurden
lebensgefähl=
ich verletzt. Der Brand entſtand angeblich durch eine in
Abfälle geworfene Zigarette.
Vermiſchtes.
V.V Internationale Baufachausſtellung
in Leipzig. Anläßlich der in dieſem Jahre in Leipzig
ſtattfindenden Internationalen Baufachausſtellung hat ſich
der Verkehrsverein in Leipzig bereit erklärt, jederzeit
Wohnungen in Hotels, Penſionen und Bürgerquartieren
nachzuweiſen.
— Hundegeſpanne für
Maſchinenge=
wehre. Die belgiſche Heeresverwaltung hat nach ein=
gehenden Verſuchen, über die der Figaro berichtet, den
Beſchluß gefaßt, fortan Hunde im Heeresdienſt zu
ver=
wenden, und zwar als Zugtiere für die leichten
Maſchinen=
gewehre. Die erſten Verſuche haben in der Prince=
Bau=
doinkaſerne ſtattgefunden und befriedigende Ergebniſſe
gehabt. Der einzige Einwand gegen die Hunde als
Zug=
tiere war allenfalls ihr allzu großer Eifer; mit fröhlichem
Bellen erfüllten ſie ihre Aufgabe. Aber im Laufe der
wei=
teren Uebung gelang es mühelos, die klugen Tiere
abzu=
richten, ihren Feuereifer zu dämpfen und ſie zu
diſzipli=
nieren. Das Ergebnis der Experimente hat die Offiziere
und die Verteter der Militärbehörde vollauf befriedigt,
und wahrſcheinlich wird man bereits bei den kommenden
Herbſtmanövern der belgiſchen Armee Gelegenheit haben
die Leiſtungsfähigkeit der Hundegeſpanne im Gelände zu
erproben.
Literariſches.
— Soeben erſchien der zweite Band des großen
Sam=
melwerkes „Geheime Wiſſenſchaften” enthaltend
„Die theoretiſche Kabbalah”. Aus dem hebräiſch=
aramäi=
ſchen Idiom überſetzt und mit ausführlichen
Erläuterun=
gen verſehen von Dr. Erich Biſchoff, ca. 250 Seiten,
mit Abbildungen. Verlag von Hermann Barsdorf in
Berlin W. 30. (Preis elegant broſchiert 6 M., gebunden
7,50 M.) Inhalt: Vorwort. Einleitung. 1. Abteilung.
Abhandlungen. Die Lehren des Sohar. 2. Abteilung.
Texte. Das Buch Jezirah. Auszüge aus dem Sohar. Aus
der ſpäteren Kabbalah. 3. Abteilung. Erläuterungen.
Schlußwort. Beſonderen Wert für alle, die ſich in dieſes.
für die weitere Allgemeinheit hiermit geradezu erſt
er=
ſchloſſene Wiſſensgebiet vertiefen wollen, werden die
Ueber=
ſetzungen der kabbaliſtiſchen Originale haben, welche, mit
gemeinverſtändlichen Einführungen und ausführlichen
Erläuterungen verſehen, eine vielfach ganz neue Welt des
Denkens und Wollens erſchließen. Die klar geſchriebenen
Einführungen und Ueberſichten befähigen im Verein mit
den eingehenden Erläuterungen einen jeden, aus dieſen
bisher nur ſehr wenigen modernen Menſchen
zugäng=
lichen alten Weisheitsquellen zu ſchöpfen.
Der neue Balkankrieg.
Bulgariens Friedensbedürfnis.
* Sofia, 22. Juli. In der bereits teilweiſe
ge=
meldeten (nicht von dem Miniſterpräſidenten
Rados=
lawow, ſondern vom Miniſter des Auswärtigen
Gena=
diew abgegebenen) Regierungserklärung heißt
es weiter:
Die Miſſion, welche die Regierung übernommen hat
und an deren Durchführung ſie ſofort nach ihrer Bildung
geſchritten iſt, beſtand darin, das Königreich durch einen
ehrenvollen Frieden aus der gegenwärtigen
Kriſe zu befreien. Die Schritte, welche wir bei der
ru=
mäniſchen Regierung zur
Wiederherſtel=
lung freundſchaftlicher Beziehungen zu
Bukareſt unternahmen, bildeten die erſte Bekunduna
unſeres Entſchluſſes, mit den dringlichſten Mitteln auf die
Durchführung unſeres Programms hinzuarbeiten. Die
Antworten, die wir von Rumänien erhielten, überzeugten
uns, daß unſere Initiative bei ihr demſelben Wunſche
be=
gegnete, ſobald als möglich der abnormen Lage zwiſchen
den beiden Völkern, zwiſchen denen nach ihrer
gemein=
ſamen Vergangenheit und ihren gemeinſamen Intereſſen
die größte Harmonie beſtehen ſollte, ein Ende zu
ma=
chen. Wir ſind nach wie vor überzeugt, daß dieſe
natür=
liche Harmonie trotz der letzten Mißverſtändniſſe ihren
Ausdruck in einer feſtbegründeten politiſchen Freundſchaft
finden kann. Um zu dieſem freundſchaftlichen Verhältnis
zu gelangen, brachte Bulgarien alle möglichen Opfer.
Die=
ſer Beweis unſeres guten Willens wurde von der
rumäni=
ſchen Regierung und von den Großmächten gewürdigt und
es iſt unſere Ueberzeugung, daß er ein genügendes
Unter=
pfand unſeres feſten Entſchluſſes ſein wird, mit unſeren
Nachbarn intime und herzliche Beziehungen zu
unterhal=
ben. Ich möchte demgemäß erklären, daß unſer
Ein=
dernehmen mit Rumänien auf gutem
Wege iſt. Die Ergebniſſe ſind nicht vollſtändig,
ver=
prechen jedoch ein Fortſchreiten für nahe Zukunft.
Nachdem die Regierung mit Rumänien
Verhand=
ungen eingeleitet hat, tritt ſie mit Serbien und
Briechenland in Verhandlungen. Auf Einladung
der ruſſiſchen Regierung entſandten wir zwei Delegierte,
velche die Friedensverhandlungen beainnen ſollten. Wir
ntſprachen damit nicht bloß den wohlwollenden
Ratſchlä=
fen Europas, ſondern führten aleichzeitig einen bereits
n der erſten Stunde gefaßten Entſchluß der Regierung
lus. Wir glauben, der Entſchluß entſpricht den Wünſchen
ſer Bulgaren und den höchſten Intereſſen Bulgariens.
Vir können über die bevorſtehenden Verhandlungen
er=
lären: Die Regierung wünſcht feſt und aufrichtia, einen
hrenvollen Frieden abzuſchließen. Wo die
Verhandlungen ſtattfinden, iſt noch nicht feſtgeſtellt. Wir
nd von dem Wunſche des Kabinetts in Bukareſt
ver=
ändigt, durch einen Geſandten an den Verhandlungen
ber den allgemeinen Frieden auf dem Balkan
teilzuneh=
nen, worüber wir unſere vollkommene Befriedigung
usſprechen, da wir Grund haben zu glauben, daß
Ru=
nänien, erfüllt von dem Bewußtſein der Notwendigkeit
ine dauernde Lage auf der Balkanhalbinſel
herzu=
ellen, im Geiſte der Verſöhnung und Unparteilichkeit
vor=
ehen wird.
Während ſich einerſeits Ausſichten für den von
er ganzen Welt ſo heiß erſehnten Frieden
er=
ffnen, muß ich andererſeits bedauernd feſtſtellen, daß die
erben und Griechen ihre Angriffe gegen uns
er=
euern. Dank der Feſtigkeit und unerſchütterlichen
Mo=
al der bulaariſchen Armee, der ich hier die begeiſterte
iebe und Anerkennung unſerer aller ausdrücken will
Lebhafter Beifall), wurden alle Angriffe
zurückge=
chlagen. (!) Ich kann indeſſen nicht umhin, mein
Be=
auern darüber auszudrücken, daß dies neuerliche
Blut=
ergießen ſich gerade in dem Moment ereignete, wo die
Nächte den Kriegführenden nachdrücklichſt empfahlen,
ein=
nder die Hand zu reichen.
Die Beſetzung von Adrianopel durch die Türken.
* Konſtantinopel 22. Juli. (Amtlich.)
drianopel und Kirk=Kiliſſe ſind von den
ürken unter Enver Bey beſetzt. Die
Be=
tzung beider Plätze erfolgte ſehr ſchnell. Die Bulgaren
iſteten ſo gut wie keinen Widerſtand.
— Konſtantinopel, 22. Juli. Nach amtlicher
ekanntmachung zog Enver Bey an der Spitze ſeiner
ruppen heute früh in Adrianopel ein. Die
bul=
rriſche Infanterie leiſtete ſchwachen Widerſtand. Die
ulgaren ſprenaten mehrere Munitionsdepots und
öffent=
che Gebäude Adrianopels in die Luft. Heute abend geht
n Sonderzug mit dem neuen Wali Hadiſch Adil Bey
id ſonſtigen Zivilbeamten, ſowie vielen Poliziſten und
endarmen nach Adrianopel ab. Von dort, wo die
Bahn=
recke nicht mehr gebrauchsfähig iſt, wird die Reiſe im
utomobil fortgeſetzt werden.
* Sofia 23. Juli. (Meldung der Agence Bulgare.)
nter dem Drucke zahlreicher regulärer türkiſcher
Truppen, die am Montag abend vor Adrianopel
erſchienen, hat ſich die kleine bulgariſche Garniſon genötigt
geſehen, ſich widerſtandslos zurückzuziehen. Am
Dienstag früh haben die Türken die Stadt beſetzt und
ſurchtbare Grauſamkeiten begangen. Der Bevölkerung hat
ſich eine Panik bemächtigt. Demſelben Schickſal wie
Adria=
nopel iſt Kirk=Kiliſſe verfallen, deſſen ſchwache
bulga=
riſche Garniſon ſich zurückziehen mußte. Die Einwohner
ſind niedergemetzelt worden.
HB. Konſtantinopel, 23. Juli. Die offizielle
Meldung, die die türkiſche Regierung ihren
Ver=
tretern im Auslande über die Beſetzung von
Adria=
nopel zugehen ließ, hat folgenden Wortlaut: Dank der
außerordentlichen Marſchleiſtung der Kavallerie=Brigade
Ibrahim Bey ſind Adrianopel und Kirk=Kiliſſe
heute beſetzt und dadurch manche Zerſtörung und
Verwüſtung, die man von den Bulgaren befürchtete,
ver=
hindert worden. Die Infanterie=Regimenter, die der
Ka=
vallerie folgten. haben allein in den letzten Tagen 80
Kilo=
meter zurückgelegt. Die bulgariſche Infanterie hat nur
ſchwachen Widerſtand geleiſtet. Türkiſcherſeits ſind keine
Verluſte zu verzeichnen.
Serbiſche Meldungen.
* Belgrad, 23. Juli. Das ſerbiſche Preſſebureau
meldet: Die Serben ſind nach einem erbitterten
Kampfe bei Nikolas gegen die Bulgaren, welche
Knjazewatſch und die Dörfer am Timok geplündert hatten,
ſiegreich in Belogradſeik einer ſerbiſchen Stadt in
Bul=
garien, eingezogen, wo ſie von der Bevölkerung begeiſtert
begrüßt worden ſind. Gleichzeitig ſind die Serben aus
Zaietſchar in die Stadt einszogen. Sie haben 32
Ge=
ſchütze, 17 Munitionswagen, 3000 Gewehre, ein
Maſchinen=
gewehr, ein Feldhoſpital und viele Lebensmittel erbeutet.
Bulgariſche Meldungen.
* Sofia 23. Juli. (Meldung der Agence Bulgare.)
Die Griechen haben die Mädchenſchule in Serres
ein=
geſchloſſen und 93 Bulgaren, unter denen ſich außer
Be=
wohnern der Stadt 10 Soldaten und vier Gendarmen
be=
fanden, getötet. Die Leichen wurden ſämtlich am 11. Juli
von den bulgariſchen Behörden aufgefunden. Die
grie=
chiſche Kavallerie plünderte das bulgariſche Dorf
Harſova im Diſtrikt Kükütſch und machte alle Greiſe,
Frauen und Kinder nieder. Ueber achthundert Familien
aus den Bezirken Keſchan, Malagara und Uſun=Köprü
ſind, vor den Türken fliehend, in Bulgarien angekommen;
andere langen unaufhörlich an. Der Kommandant der
Bulgaren in Küſtendil berichtet, daß die in den Bezirk
Boszilegard eingedrungenen Serben das Dorf Doukat
vollſtändig geplündert und eingeäſchert hätten. In dem
Diſtrikt Malagara hätten die Türken 7 Dörfer zerſtört und
Frauen vergewaltigt. Der bulgariſche Ort Harlagundi
iſt geplündert worden.
Die Friedensverhandlungen.
* Bukareſt, 21. Juli. Die rumäniſche
Re=
gierung hat an den bulgariſchen Miniſter des
Aeußern Genadiew, eine Antwort auf die
bul=
gariſche Note gerichtet. Sie umfaßt vier Punkte.
Der erſte Punkt ſetzt genau die ſtrategiſche Grenze
Tur=
tukai=Dobritſch=Baltſchik feſt. Der zweite Punkt enthält
alle bereits in London beſchloſſenen Bedingungen, um
den Kutzowallachen Sprache und nationalen Unterricht zu
gewährleiſten. Der dritte Punkt erklärt, daß Rumänien
damit einverſtanden wäre, über einen Waffenſtillſtand zu
verhandeln. Der vierte Punkt beſagt, daß die
Friedens=
verhandlungen auf rumäniſchem Gebiet ſtattfinden
müſſen.
* Sofia, 23. Juli. (Meldung der Agence Bulgare.)
In der Antwort auf die Depeſche des
Mini=
ſters Genadiew hat Miniſterpräſident
Majo=
rescu erklärt, er ſei glücklich, den gemeinſamen Wunſch
der beiden Regierungen feſtſtellen zu können, daß der
Friedensſchluß beſchleunigt werde. Infolge
der ausgetauſchten Mitteilungen ſehe Rumäien es als
außer Frage ſtehend an, daß Bulgarien das Kerritorium
Turtukai=Dobritſch=Baltſchik an Rumänien abtritt.
Rumä=
nien ſchlägt ferner einige andere Bedingungen vor, die
Bulgarien annehmen dürfte. Die Regierung Rumäniens
iſt bereit, Vertreter zu den militäriſchen Beſprechungen
zu ernennen, die in einer gemeinſamen, von Bülgarien
und Griechenland zu wählenden Oertlichkeit ſtattfinden
ſollen.
Belgrad, 23. Juli. Die
Präliminarverhand=
lungen werden nicht ſchnell vor ſich gehen, da Bulgarien
anſcheinend nicht ernſtlich an einen Friedensſchluß denkt.
Es hat ſich nach Wien und Rom mit der Bitte um ein
ſelbſtändiges Mazedonien gewandt und will ſo Serbien
und Griechenland um die Früchte beider Kriege bringen.
Die neuen Forderungen der Türkei.
* Konſtantinopel, 23. Juli. Zu der Frage
des neuen Protokolls, über das zwiſchen der Türkei,
Serbien und Griechenland verhandelt wird, wird von
zu=
ſtändiger türkiſcher Seite erklärt: Das Dokument, über
deſſen Benennung noch nicht entſchieden iſt, ſetzt
hauptſäch=
lich die Wiederaufnahme der diplomatiſchen
Beziehungen feſt. Es ſchließt in ſich die
Wieder=
herſtellung des Friedens, ohne andere
Einzel=
heiten zu enthalten, die ſpäter geregelt werden ſollen. Der
Londoner Präliminarfriedensvertrag
wird, ohne daß ſeine Prinzipien aufgegeben werden,
in=
folge der durch die Beſetzung Adrianopels geſchaffenen
Lage und unter den in der letzten türkiſchen Zirkularnote
entwickelten Geſichtspunkten alsnicht beſtehend
an=
geſehen. — Die Unterhandlungen mit dem ſerbiſchen
Delegierten Pawlowitſch ſtehen nahe vor ihrem Abſchluß.
Letzte Nachrichten.
Die Friedensverhandlungen.
* Bukareſt, 23. Juli. Die Depeſche, die
Kö=
nig Ferdinand am 21. Juli an König Carol
richtete, hat felgenden Wortlaut: „Der lebhafte,
tiefge=
fühlte Wunſch, der mich beſeelt, der gegenwärtigen
pein=
lichen Lage endgültig ein Ende zu ſetzen, drängt mich
dazu, mich noch einmal in meinem Namen und im Namen
meiner Reaierung an Eure Majeſtät zu wenden, um Sie
um den Abſchluß des Friedens zu bitten. Indem wir ſo
handeln, haben wir keineswegs die Abſicht, die eventuell
günſtige Aufnahme, die Eure Majeſtät dieſer Bitte
ge=
währen würden, dazu zu benutzen, um den Kriegszuſtand
mit Serbien und Griechenland fortzuſetzen. Meine
Re=
gierung iſt im Gegenteil feſt entſchloſſen. mit dieſen beiden
Ländern raſch Frieden zu ſchließen. Sie hat dies eben
bewieſen durch die Entſendung ihrer beiden Delegierten
nach Niſch, die mit den weitgehendſten diesbezüglichen
Vollmachten verſehen ſind. Sie iſt bereit, wenn Serbien
und Griechenland Eurer Majeſtät mit derſelben
Maß=
nahme erwidern, ſofort die Feindſeligkeiten einzuſtellen
und mit der Demobiliſierung der Armee vorzugehen. Sie
lieferte alle Garantien und iſt noch bereit, alle
Garan=
tien zu liefern, die für die Aufrichtigkeit ihrer Ab=
ſichten und dieſer Erklärung, die ich heute in ihrem
Na=
men abgebe, gefordert werden können. In dieſem Gefühl
bitte ich Eure Majeſtät, ſie ihrerſeits als befriedigend
an=
zuſehen und den Vormarſch der Truppen einzuſtellen.
Ich und meine Regierung werden in dieſem Akte Eurer
Majeſtät eine glückliche Vorbedeutung für eine baldige und
herzliche Wiederaufnahme der Beziehungen zwiſchen
un=
ſeren Völkern erblicken, die durch ſo viele Erinnerungen
und gemeinſame Intereſſen geheiligt ſind, die wir mit
tiefem Bedauern einen Augenblick getrübt geſehen haben.
Ferdinand.
* Bukareſt, 23. Juli. Geſtern nachmittag iſt eine
neue Depeſche König Ferdinands an König
Carol, betreffend den Frieden, eingetroffen, die der
König von Rumänien in beruhigendem Sinne
beant=
wortete.
* Bukareſt, 23. Juli. Im Laufe des geſtrigen
Nachmittags trafen die Antworten Bulaariens und
Ser=
biens auf den letzten rumäniſchen Vorſchlag ein. Beide
Regierungen nehmen den Standpunkt Rumäniens an,
wonach die Verhandlungen auf rumäniſchem
Boden ſtattfinden.
* Wien. 23. Juli. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Sofia: Die bulgariſchen Delegierten in
Niſch verlangen einen zehntägigen Waffenſtillſtand,
ſo=
wie die Feſtſetzung einer neutralen Zone, auf der
teil=
weiſe demobiliſiert werden ſoll. Nach Sinaia werden
Ra=
dew und Finanzminiſter Fontſchew delegiert.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Wien, 23. Juli. Heute vormittag explodierte
in der Wöllersdorfer gerariſchen Munitionsfabrik infolge
Unvorſichtigkeit einer Arbeiterin ein Zünder wodurch
auch die übrigen in demſelben Arbeitsraum befindlichen
Erploſivſtoffe zur Exploſion gebracht wurden. Neunzehn
Arbeiter und Arbeiterinnen wurden verletzt. Einer iſt
geſtorben. Das Gebäude iſt ſchwer beſchädigt. Der
Brand wurde ſofort unterdrückt.
* Wien, 23. Juli. Der Militäriſchen Rundſchau
zu=
folge ſank bei einer Brückenſchlagübung bei Wilhering
in Ober=Oeſterreich ein Motorboot infolge Verſagens
des Motors. Ein Pionier iſt ertrunken.
* Brüſſel, 23. Juli. Heute vormittag wurde durch den
Juſtizminiſter der erſte internationale
Kinder=
ſchutzkongreß auf dem 35 Staaten offiziell
ver=
treten ſind, eröffnet.
* Paris, 23. Juli. Die Kammer nahm die
Bud=
gets des Kolonial=, Ackerbau= und
Handelsminiſte=
riums an.
* Le Hapre, 23. Juli. Präſident Poincaré iſt
heute vormittag hier eingetroffen.
— Aachen, 23. Juli. Bis heute nachmittag war es
noch nicht gelungen, die auf der Zeche „Carolus
Magnus” Verſchütteten zu befreien.
* Geilenkirchen, 23. Juli. Das Grubenunglück auf dem
Schachte „Carolus Magnus” ereignete ſich dadurch, daß
7 oder 8 Ringe des proviſoriſchen
Schacht=
ausbaues ſich loslöſten und durch Geſteinsmaſſen
hinabgedrückt wurden. Die Urſache des Nachgebens der
Ringe iſt bergtechniſch noch nicht einwandfrei feſtgeſtellt
worden. Die Verſchütteten liegen 70 Meter tief und
9 Meter unter den Erdmaſſen. Die Bergungsarbeiten, die
überaus ſchwierig ſind, wurden unverzüglich aufgenommen.
H. B. Thorn. 23. Juli. Das hieſige
Kriegs=
gericht verurteilte nach dreitägiger Verhandlung den
Unteroffizier Emil Tietz vom 21. Infanterie=
Regi=
ment wegen vollendeten und verſuchten Verbrechens gegen
das Reichsgeſetz über den Verrat militäriſcher
Geheim=
niſſe, wegen Fahnenflucht, militäriſchen Diebſtahls,
Be=
truges, Preisgabe von Dienſtgegenſtänden und
vorſcheifts=
widriger Behandlung Untergebener zu 8 Jahren
Zuchthaus 6 Jahren Ehrverluſt, Ausſtoßung aus
dem Heere, Degradation und Verſetzung in die 2. Klaſſe
des Soldatenſtandes.
— Peſt, 23. Juli. Ueber Czakatorn in Ungarn ging.
geſtern ein ſchweres Gewitter nieder. Der Blitz
ſchlug in eine Schar Fußball ſpielender Gymnaſiaſten ein;
einer wurde getötet, die andern durch den Luftdruck
niedergeſchlagen.
— London, 23. Juli. Als das Königspaar geſtern
abend einer Vorſtellung im Covent Garden=Theater
bei=
wohnte, ſtand plötzlich ein Herr im Parkett auf und ging
während der Vorſtellung in die Loge des Königs
den er fixierte. Der Fremde hatte eine großes ſchwarzes
Kreuz auf der Bruſt ſeines Hemdes. Der König
veran=
laßte ihn zum Weitergehen. Er ließ ſich dann auch ohne
Gegenwehr aus dem Theater führen.
— London, 23. Juli. Der Milliardär Carnegie
er=
hielt geſtern ein Paket zugeſchickt, in dem eine hermetiſch
verſchloſſene, melonenförmige Blechbüchſe enthalten war.
Die anſcheinend eine Bombe darſtellende Sendung wurde
dem Polizeiamt zugeſtellt, wo man aus ſicherer
Entfern=
ung auf die Schachtel ſchoß. Da ſie nicht erplodierte,
öff=
nete man die angebliche Bombe. Es ſtellte ſich heraus,
daß die Büchſe mit Limburger Käſe gefüllt war.
Briefkaſten.
* Gütertrennung. Die Auskunft könnte ſich nur auf
einen anderen Fall bezogen haben. § 1432 des
Bürger=
lichen Geſetzbuches beſagt, die Ehegatten können ihre
güter=
rechtlichen Verhältniſſe durch Vertrag (Ehevertrag) regeln,
insbeſondere auch nach der Eingehung der Ehe
den Güterſtand aufheben oder ändern. Artikel 199 des
Einführungsgeſetzes, der hier heranzuziehen iſt, lautet:
Die perſönlichen Rechtsbeziehungen der Ehegatten
zu=
einander beſtimmen ſich auch für die zur Zeit des
In=
krafttretens des B. G. B. beſtehenden Ehen
nach deſſen Vorſchriften, und endlich Artikel 200
Abſ. 2 desſelben Geſetzes beſtimmt, eine nach den
Vor=
ſchriften des B. G. B. zuläſſige Regelung des Güterſtandes
(alſo auch Gütertrennung) kann durch Ehevertrag auch
dann getroffen werden, wenn nach den bisherigen
Ge=
ſetzen ein Ehevertrag unzuläſſig ſein ſollte. — Es iſt alſo
hier keinerlei Einſchränkung getroffen. Im übrigen muß
ein ſolcher Vertrag vor dem Notar oder vor Gericht in
Anweſenheit beider Ehegatten geſchloſſen werden.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Erfolg bringt Vertrauen!
Ich war hochgradig nervös, hatte keinen Schlaf, keinen
Appetit und fühlte mich immer müde u. abgeſpannt. Da
trank ich zur Stärkung eine Zeitlang Bioſon, was bei mir
geradezu Wunder wirkte. Das Allgemeinbefinden beſſerte
ſich raſch, der Appetit hob ſich, ich wurde heiterer und
vertraue nunmehr ganz Ihrem Bioſon. Frau Selma
Kamprad, Chemnitz, Gießerſtr. 4, I. Unterſchrift beglaubigt:
17. 3. 1913. Juſtizrat Limmer, Kgl. Notar. Bioſon, großes
Paket (ca. ½ kg) 3 Mk. in Apotheken, Drogerien. (III,15874
Freudiger kreist das Blut
durch die Adern und ſchöner malt ſich Dir die Welt nach
dem Genuß der echten Kola=Paſtillen „Dallkolat”. Dann
wandre fröhlich Deine Straße, Du biſt gefeit gegen
Ueber=
müdung und Reizbarkeit. Der Frohſinn iſt Dein
Ge=
fährte. 1 Schachtel Dallkolat Mk. 1.— in Apotheken und
Drogenhandlungen. Jedenfalls in der Adler=Apotheke,
Beſſunger und Engel=Apotheke. Ferner Hof=Drogerie
Chr. Schwinn, Central=, Bavaria=, Hubertus=, Germania=
Drogerie, Medizinal=Drogerie zum roten Kreuz, desgl. Gg.
Liebig & Co. Nachf. und Carl Watzinger.
(I,15875
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Hnderungen sofort!
Hehr. Höslein.
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Eine
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Ausstattung
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Schau-
fenstern ausgestellt.
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H. Eck
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29 obere Wilhelminenstrasse.
(1589m
Großh. Landesmuſeum. Geöffnet: Sonn= und
Freitags von 10—1 Uhr, Mittwochs und Sonntags
von 3—5 Uhr, Eintritt frei; Dienstags, Donnerstags
und Samstags von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Beſichtigung des Großh.
Reſidenzſchlof=
ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr.
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die traurig-schmerzliche Mitteilung,
dass unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester, Nichte und Cousine
Eina Herinc
nach kurzer, schwerer, mit Geduld getragener Krankheit im noch nicht
vollen-
deten 15. Lebensjahre heute sanft entschlafen ist.
(B15908
Darmstadt, 22. Juli 1913.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Hering.
Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 25. Juli, nachmittags 3 Uhr, vom Eingang des
Bessunger Friedhofes aus.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Cincinnati”. von Boſton kommend,
21. Juli 6 Uhr 10 Min. morgens von Boulogne. „
Im=
perator” 19. Juli 12 Uhr mittags von Neu=York über
Plymouth und Cherbourg nach Hamburg. „Pallanza”
19. Juli 10 Uhr morgens in Newport News. „
Wille=
had” nach Montreal, 19. Juli nachm. in Quebec.
Wittekind” 18. Juli 7 Uhr abends von Montreal. —
Weſtindien, Mexiko: „Calabria” 18. Juli in Veracruz.
„Cheruskia” 19. Juli in St. Thomas. „Corcovado”
nach Havana und Mexiko, 20. Juli 1 Uhr nachm. von
Santander. „Dania” nach Mexiko, 20. Juli in Havana.
„Frankenwald” von Mexiko und Havana kommend,
20. Juli 9 Uhr abends in Santander. „Weſterwald”
19. Juli von Veracruz. — Oſtaſien: „Birkenfels” 20.
Juli=
von Saigon nach Singapore. „Graecia” 20. Juli 5 Uhr
nachm. von Algier nach Port Said. — Verſchiedene
Fahrten: „Edea‟ 17. Juli in Lome, ausgehend. „Fürſt
Bismarck” fünfte Nordlandfahrt, 20. Juli morgens in
Naes. Vergnügungsdampfer „Meteor” ſechſte
Nord=
landfahrt, 20. Juli 6 Uhr morgens in Bergen. „
Nico=
media” 18. Juli in Basra, ausgehend. „Nordmark”,
von Indien kommend, 19. Juli von Malta nach
Ham=
burg. „Otavi” nach Weſtafrika, 19. Juli 9 Uhr 30 Min, in Vliſſingen. „Victoria Luiſe”, vierte Norde
landfahrt, 20. Juli 3 Uhr nachm. von Magdalenenbay.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Von Nordoſten her ſteigt der Druck und ſchiebt das
geſtern über der Oſtſee lagernde Tief vor ſich her.
Dieſes=
wird wohl weiter ſüdweſtwärts wandern, ſo daß wir
auf ſeiner Rückſeite im Bereich öſtlicher Winde langſame
Beſſerung erwarten dürfen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 24. Juli=
Langſame Abnahme der Niederſchläge, wärmer,
ſüdöſt=
liche Winde.
Tageskalender.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Zirkus Corty Althoff.
Wander=Ausſtellung „Das Kind”,
Alexander=
ſtraße 20 (geöffnet von 2—9 Uhr).
Bilder vom Tage (Auslage in unſerer Expedition,
Rheinſtraße Nr. 23): Von der diesjährigen
Nordland=
reiſe des deutſchen Kaiſers; Vom 12. Deutſchen
Turn=
feſt in Leipzig: die Aufſtellung von 17000 Turnern zu
den Freiübungen; Zur Niederlage der Bulgaren im
neuen Balkankrieg; Von den Serben eroberte bulgariſche
Geſchütze in Belgrad; Kolonialtruppen bei der großen
Pariſer Parade.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 25. Juli.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr
Ernſt=Ludwigſtraße 1.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: J. V.: Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam
Ileiſchmann, ſämtlich in Darmſtadt. — Für den
redaktio=
nellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion
des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforder=
ungen ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht
be=
rückſichttgt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht zu
rückgeſandt.
nach usner Art L
nach Münchner Art
Hell Export 5u5G
feinste Tafelbiere
Kainner2r
i Faschen und Syphons.
3826a
Kurſe vom 23. Juli 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,50
74,10
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,60
84,40
3½ do. Conſols
74,10
do.
3 do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,60
90,80
do.
3½
do.
3.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,50
82,90
do.
3½
73,40
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 98,00
4 Heſſ. Staatsanleihe 98,20
3 do. do. (unk. 1918) 96,40
82,70
do.
3½
do.
72,90
3
4 Sächſiſche Rente.
75,30
4 Württemberg unk. 1921 97,00
do. v. 1900 94,10
31
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 95,00
1¾ Griechen v. 1887
4 Italiener Rente . . 100,00
4½ Oeſterr. Silberrente 84,50
4 do. Goldrente . . . 89,20
4 do. einheitl. Rente 81,30
3 Portug. unif. Serie I 61,60
3 do. unif. Ser. III 65,10
3 do. Spezial . . . . 9,80
5 Rumänier v. 1903 . . 98,80
4 do. v. 1890
4 do. v. 1905 . . 86,20
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,40
89,80
4 do. v. 1902 .
99,30
4½ do. v. 1905 .
85,90
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 77,50
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 83,40
4 do. Staatsrente. . . 81,25
In Prou.
Zf.
. 99,00
5 Argentinier
do.
81,50
4½ Chile Gold=Anleiße . 89,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 97,60
4½
90,30
do.
4½ Japaner . . . . . . . 90,60
5 Innere Mexikaner..
76,30
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 73,50
5 Gold=Merikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 65,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 140,75
7 Nordd. Lloyd . . . . . 118,80
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 127,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 111,25
6 Baltimore und Ohio . 97,80
6 Schantungbahn . . . . 118,10
8 Luxemb. Prince Henri 158,25
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 26,35
6 Pennſylvania R. R. . 112,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
60,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . 542,50
14 Chem. Fabrik Gries=
.230,00
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 557,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 328,00
10 Cement Heidelberg . . 138,60
30 Chem. Werke Albert 442,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 312,40
5 Lahmeyer. .
.122.50
Sen
Letzte
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 148,00
12 Siemens & Halske 217,00
5 Beramann Electr. . . 126,50
10Deutſch. Ueberſee Electr. 163,40
73,00
0 Gummi Peter . . .
0 Kunſtſeide Frankfurt
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 411,00
9 Maſchinenf. Badenia 140,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 153,10
15 Zellſtoff Waldhof . . 219,50
12,83 Bad. Zucker=Wag=
„ 203,00
häuſel.
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 73,30
0 Südd. Immobilien. 48,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friebe . . . . 167,60
14 Bochumer Bergb. u.
.219,20
Gußſt. . .
11 Deutſch=Luxemburg.=
.145,80
Bergb.
.179,50
10 Gelſenkirchener .
.. 187,00
9 Harpener
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 249,50
2 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
. 77,00
6 Laurahütte . . . . . . 163,75
10 Kaliwerke Aſchersleben 145,00
Weſteregeln 186,00
13
7½ South Weſt Africa 112,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,25
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 88,60
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 84,00
3 Prag=Duger . . . . . . 71,25
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,90
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,25
75,50
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 95,50
do.
4
In Prot.
Sf.
2¾/1 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,25
74,60
3 Raab=Oebenburs
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 84,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 92,70
84,50
do.
4 Wladichawchas .. . . 85,50
85,20
4 Rjäſan Koslow.
71,00
3 Portugieſ. Eiſenb.
do.
4½
67,00
2% Livorneſer .
3 Salonique=Monaſtir . 60,50
78,80
4 Baadadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 92,00
4 Miſſouri=Paciſie. .
4 Northern=Paciſie . . . 94,40
4 Southern=Paciſie
. 88,50
5 St. Louts und San
Francisco. . . .
5 Tehnantepee . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 192,50
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 143,70
9½ Berlin. Handelsgef. .158½
6½ Darmſtädter Bank . 113,75
12½ Deutſche Bank . . . 244,25
6 Deutſche Vereinsbank . 114,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,40
10 Diskonto=Kommandit 118,90
8½ Dresdener Bank . . 149,00
10 Frankf. Hyvoth.=B. 205,50
6½ Mitteld. Kreditbank 113,70
7 Nationalb. für Deutſchl. 114,45
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
. 133,20
6,95 Reichsbank
7 Rhein. Kreditbank. . .127,25
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 109,30
7½ Wiener Bankverein . 129,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 94,90
InProz.
Zf.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
85,40
S. 19.
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
96,60
S. 52 .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 25,00
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
3½
84,40
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,80
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 96,80
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
84,40
S. 1 u. 2, 6—8 .
83,90
S. 3—5
S. 9—11
84,30
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
½
84,40
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 94,60
3½ do. (unk. 1914) . . 83,40
4 Südh. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,80
84,80
3½
do.
Städte=
Obligationen.
94,90
4 Darmſtadt .
86,20
3½ do.
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4 Frankfurt.
96,00
3½ do.
94,30
4 Gießen .
85,00
3½ do.
94,20
4 Heidelberg
84,00
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
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3½ do.
94,10
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94,80
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89,00
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94,70
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Nauheim
. 97,00
4 Nürnberg=
83,70
do.
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2m
3½ Offenbach
. 95,80
14 Wiesbaden
86,00
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94,00
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3½ Cöln=Mindner 100 134,20
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfand=
136,50
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4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,60
125,10
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2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7 —
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Freiburger .
75.45
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do. . . . . Fs.10
Meininger . . . . . fl. 7
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,00
do. v. 1858fl. 100 496,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 158,00
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Vanknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,40
20 Franks=Stücke . . . . 16,25
Amerikaniſche Noten . . . 4,18½
Engliſche Noten . . . . . 20,42
Franzöſiſche Noten. . . . 81,00
Holländiſche Noten. . . . 168,60
78,75
Italieniſche Noten.
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,50
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,00
Reichsbank=Diskonto. . . 6%
Reichsbank=Lombard Zsf. 7%
Ausführung von Gasanlagen im Innern der
Gebäude und Grundſtücke.
Die Einrichtung von Gas=Beleuchtungs=, Heiz= und Kraft=
Anlagen im Innern der Gebäude und Grundſtücke, welche an das
Rohrnetz des ſtädtiſchen Gaswerks angeſchloſſen werden ſollen, ſowie
die Vornahme von Erweiterungen, Veränderungen und Reparaturen
darf nur durch ſolche Inſtallateure erfolgen, die vom Herrn
Ober=
bürgermeiſter eine ſchriftliche Erlaubnis hierzu erhalten und ſich
ver=
pflichtet haben, alle dieſe Einrichtungen unter Zugrundelegung und
gewiſſenhafter Beobachtung der hierfür erlaſſenen Beſtimmungen und
Vorſchriften auszuführen.
Dieſe Erlaubnis iſt folgenden Firmen erteilt:
Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
Gebr. Becker Nachf.,
Grafen=
ſtraße 27.
Heinrich Becker, Brandgaſſe 2
Lud. Breitwieſer, Nieder=
Ram=
ſtädterſtr. 54.
Heinr. Brunner, Eliſabethenſtr. 33.
KarlDarmſtädter, Sandbergſtr. 66
W. Eberhardt, Nieder=
Ram=
ſtädterſtr. 11.
Fr. Ewald (Inh. Fr. Wenz)
Soderſtraße 49 und 54.
Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8a
Georg Aug. Fink, Rhönring 53.
Ludwig Fiſcher, Langgaſſe 21.
Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
Franz Geiger, Karlſtraße 36.
Wilh. Gelfius, Fuhrmannſtraße 6.
Jakob Glock, Langegaſſe 9.
Guſtav Göckel, Karlſtr. 12.
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
Philipp Handſchuch,
Schloß=
gartenſtraße 37.
Ludwig Heppenheimer,
Luiſen=
ſtraße 2.
Wilh. Heppenheimer, Kiesſtr. 80.
Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
Balth. Ittmann, Liebfrauenſtr. 89
Hermann Jung, Bleichſtr. 11.
Karl Jung, Kaplaneigaſſe 17.
Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
Karl Kämmerer, Parcusſtraße 10.
Gg. Kaiſer, Rheinſtr. 5.
Rob. Kaiſer, Landgraf Georgſtr. 8.
Georg Keil, Eliſabethenſtr. 36.
Auguſt Keller, Kaupſtr. 45.
Adolf Kling, Grafenſtr. 35.
Ludw. Kling & Co., Rheinſtr. 17.
Klink & Rettberg, Ludwigspl. 8½.
Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.
Phil. Kraus Nachf. (Inh. Adam
Hugo Kötting, Liebfrauenſtr. 75.
Wilh. Krätzinger, Ludwigſtr. 11.
Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
Ludwig Lautenſchläger,
Neckar=
ſtraße 26.
Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
Ludw. Luck, Heidelbergerſtr. 59.
V. Marquardt u. Ph. Wamſer,
Dieburgerſtraße 54.
Phil. Maul, Heidelbergerſtr. 19.
Müller u. Dilling, Kaſinoſtr. 27.
Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117
Aug. Neumeyer Wwe., Große
Ochſengaſſe 22.
Heinr. Ningler, Landwehrſtr. 47
Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
Heinrich Pauli, Orangerie=Allee7.
Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
F. W. Preußner, Bleichſtr. 40.
Karl Rockel Nachf. (Inh. Georg
Momberger), Schützenſtr. 4.
G. W. Roth, Moosbergſtr. 97.
Philipp Roth, Mühlſtr. 17.
J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
Friedr. Schiller, Tannenſtraße 7
Karl Schreiner. Soderſtr. 48.
Franz Schulz, Karlſtr. 104½.
Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36.
Leonh. Sommer, Roßdörferſtr. 3.
Wilh. Stauß, Inſelſtraße 21.
Karl Tänzer, Marktplatz 7.
Michael Vollrath, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 51.
Hch. Waldſchmidt,
Ludwigshöh=
ſtraße 21.
Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
Val. Wedel, Beckerſtraße 7.
Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 39.
Karl Zahrt, Hofſtallſtraße 8.
Bender), Karlſtraße 51.
Darmſtadt, den 21. Juli 1913.
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Herrn Hch. Blößer, Bessungerstr. 47,
Herrn Guido Kneip, Kiesstrasse 34,
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Am 1. April 1915 feiern wir den 100. Geburtstag Bismarcks.
An dieſem Tage wird das deutſche Volk der Verehrung ſeines
National=
helden gemeinſam begeiſterten Ausdruck verleihen und dem Schöpfer
der deutſchen Einheit ein Denkmal weihen.
Männer und Frauen aus allen Gauen unſeres Vaterlandes
haben ſich ohne Rückſicht auf Stand, Beruf, Religion und politiſches
Bekenntnis zur gemeinſamen Arbeit für dieſes vaterländiſche Werk
vereint.
An der Grenze unſeres heſſiſchen Vaterlandes, am Rhein, auf
der Eliſenhöhe bei Vingerbrück, ſoll das Denkmal dem Schöpfer
der deutſchen Einheit errichtet werden.
Allerorten im Reich haben ſich bereits Ortsausſchüſſe für das
Bismarck=Denkmal gebildet oder ſind in der Bildung begriffen, die
dieſen Gedanken zur Verwirklichung bringen wollen.
Auch in Heſſen iſt eine große Zahl angeſehener Männer zu
einem Landesausſchuſſe zuſammengetreten mit dem Zweck der
Samm=
lung von Geldſpenden.
Die Stadt Darmſtadt wird nicht zurückbleiben, wenn es gilt,
den großen deutſchen Mann zu ehren, der ſo wunderbar die Kräfte
ſeines Volkes geſammelt und zum hohen vaterländiſchen Ziele
ge=
führt hat, und den ſie mit Stolz ihren Ehrenbürger nennt.
An alle Mitbürger und Mitbürgerinnen richten wir die
freund=
liche Bitte, das vaterländiſche Werk nach Kräften zu unterſtützen.
Jeder, auch der kleinſte Beitrag iſt willkommen.
Einzeichnungsliſten für Geldbeiträge liegen in den
Geſchäfts=
ſtellen der hieſigen Zeitungen („Darmſtädter Zeitung”, „Darmſtädter
Tagblatt”, „Täglicher Anzeiger” und „Heſſiſche Landeszeitung”), den=
Buchhandlungen A. Bergſtraeßer, Rheinſtr. 6, Müller u. Rühle,
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H. de Waal, Rheinſtr. 14, ſowie im Stadthauſe (Rheinſtr. 16/18) auf=
Der Ortsausſchuß zu Darmſtadt:
Ammann, Chefredakteur. Dr. Becker, Geheimerat. Behre,
Chefredaf=
teur. Dr. Bender, Juſtizrat und Stadtverordneter. Dr. G. Beſt,
Geheimerat. W. Beſt, Geheimerat. Dr. Biermann, Profeſſor
Dr. Bopp, Rechtsanwalt. Dr. Dr. ing. Braun, Finanzminiſter, Exz.
Brink, Bankdirektor. Bruchhäuſer, Miniſterialreviſor. Dr. Buſchmann,
Chefredakteur. Dr. Derſch, Geh. Schulrat. Dr. Dieterich, Direkton
des Großh. Haus= und Staatsarchivs. Dr. Dorfeld, Geh. Schulrat
Dr. Paul Eger, Hoftheater=Intendant. Ekert, Beigeordneten
Dr. von Ewald, Staatsminiſter, Exz. Ewald, Präſident der
Ober=
rechnungskammer. Fey, Provinzialdirektor. Dr. Forbach, Geh.
Schulrat. Frantz, Ortsgerichtsvorſteher. Freihaut, Friedrich,
Ge=
ſchäftsführer. Dr. Freſenius, Direktor der Heſſ.
Landeshypotheken=
bank. Frölich, Kommerzienrat. Gallus, Juſtizrat und Stadtverordneter.
Gennes, Regierungsrat. Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter. Göbel,
Kommerzienrat und Stadtverordneter. Götz, Rechnungsrat. Gretzſchel,
Landeswohnungs=Inſpektor. Grünewald, Juſtizrat. Harres,
Baumeiſter. Dr. Hauſtädt, Landgerichtsrat. Dr. Heidenreich,
Oekonomierat. Henrich, Landtagsabgeordneter und Stadtverordneter.
von Heſſert, Geh. Oberjuſtizrat. Dr. ing. Heyd, Dipl.=Ing. und
Stadtverordneter. Freiherr von Heyl, Generalmajor. Hickler,
Kom=
merzienrat. Hölzinger, Miniſterialrat. Hörle, Amtsgerichtsrat.
von Hombergk zu Vach, Miniſter des Innern, Exz. Hüfner, Werkführer
und Stadtverordneter. Jacobi, Kommerzienrat. Jaeger, Baurat,
Bei=
geordneter. Kalbfuß, Wilhelm, Kaufmann. Kaus, Karl,
Dachdecker=
meiſter. Dr. Keller, Senatspräſident. Kichler,
Hofbuchdruckerei=
beſitzer. Kiſſinger, Profeſſor, Kreisſchulinſpektor. Koch, Alexander,
Hofrat. Koch, Gg., Rentner und Stadtverordneter. Kolb, Geh.
Juſtizrat. Dr. Kolb, Sanitätsrgt und Stadtverordneter. Dr. Kratz,
Miniſterialrat. Krug von Nidda, Wirkl. Geheimerat, Exz. Kullmann
Oberlandesgerichtspräſident. Kullmann, Geh. Forſtrat. Lautz,
Obermeiſter und Stadtverordneter. Dr. Lahr, Geh. Juſtizrat. Lehr
Hrch., Rentner und Stadtverordneter. Lautz, Ludwig, Rentner und
Stadtverordneter. Leyerzapf, Bahnbeamter i. P. u. Stadtverordneter=
Lorbacher, Geheimerat. Dr. Lucius, Profeſſor, Direktor der
Eleonorenſchule. Dr. Mahr, Amtsgerichtsrat. Mangold, Geh.
Schül=
rat. Dr. Merck, Geh. Kommerzienrat, Mitglied der Erſten Kammer.
Dr. Merck, E. A., Medizinalrat. Dr. Merck, Willy, Fabrikant. Meyer,
Direktor der Heſſ. Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft. Milkau,
Oberpoſt=
direktor. Möller, Direktor der Heſſ. Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft,
von Moers, Buchdruckereibeſitzer. Mootz, Generalleutnant z. D., Exz.
Mueller, Bürgermeiſter. Müller, Ortsgerichtsvorſteher. Müller, Mart=,
Schreinermeiſter. Münch, Geh. Schulrat. D. Nebel, Oberkonſiſtorial=
Präſident. Dr. Neidhart, Legationsrat. Neßling, Profeſſor. Nodnagel,
Geh. Oberſchulrat, Stadtverordneter. Dr. Nöllner, Sanitätsrat,
Stadtverordneter. Nohl, Rentner, Stadtverordneter. Noack, Geh.
Regierungsrat. Freiherr von Oetinger, Kammerherr. Freifrau von
Oetinger. Offenberg, Reichsbankdirektor. Dr. Oſann,
Stadtverord=
neter. Dr. Oſtermann von Roth, Direktor. Dr. Otto, Geh. Schulrat.
Pfeil, Wilh., Rentner. Pickert, Seminarlehrer und Stadtverordneter.
von Plüskow, Generalleutnant, Diviſionskommandeur, Exz. Dr.
Pree=
torius, Generalſtaatsanwalt. von Randow, Generalmajor u.
Stadt=
kommandant. Riedeſel Freiherr zu Eiſenbach, Oberſtallmeiſter. Röder,
Kommerzienrat. Römheld, Geheimerat. Sames, Bauunternehmer
und Stadtverordneter. Schäfer, Oberbürgermeiſter a. D. Schäfer,
Architekt und Stadtverordneter. Schenck, Emil, Ingenieur. Scheyrer,
Eiſenbahninſpektor und Leutnant a. D. Schmitt, Beigeordneter.
Schwarz, Gutspächter. Schweisgut, Geh. Schulrat. Schupp,
Rech=
nungsrat und Stadtverordneter. Seibert, Amtsgerichtsrat.
Sonn=
thal, Hofvergolder. Stein, Direktor der Volksbank. Süffert, Geh.
Rat. Theobald, Landgerichtspräſident. Trier, Kommerzienrat.
Frei=
herr von Ungern=Sternberg, Oberhofmarſchall. Dr. Vaubel, Profeſſor
und Stadtverordneter. Wagner, Architekt und Stadtverordneter.
Dr. Waldaeſtel, Chefredakteur. Waldecker, Hauptmann a. D. Dr. Weber,
Miniſterialrat. Weber, Herm., Vorarbeiter. Wickop, Geh. Baurat,
Rektor der Techn. Hochſchule. Wienkoop, Prof., Direktor der
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baugewerkſchule. Wilbrand, Geh. Rat. Wittich, Karl, Kommerzienrat.
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Wie wir vergeben unſern
Schuldigern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
Ich ſehe, Sie haben ſich gründlich informiert, bevor
Sie zu mir kamen.
Ihr Ton ſchnitt ihm in die Seele. Haſtig richtete
er ſich auf: Ich habe Ihnen vorhin rückhaltslos
einge=
ſtanden, daß ich nicht mehr an dieſe dunkle
Vergangen=
heit glaube, — und nun bitte ich Sie, gnädige Frau,
ver=
ſuchen Sie, das Odium der Sache nicht auf die Perſon
zu übertragen, und — verzeihen Sie mir! Er ſagte es
ſchnell und ſtockend, und plötzlich ſtreckte er ihr ſeine Hand
entgegen.
Zwiſchen uns iſt das nicht nötig! Es klang kalt
ab=
weiſend. Außerdem würde ich lügen, wenn ich Sie
glau=
ben machen wollte, ich könnte Ihnen verzeihen. Mein
ganzes Leben lang werde ich den Schimpf nicht
ver=
geſſen.
Er ſank in den Stuhl zurück, und ſie ſtarrte finſter
in die Luft. Eine kurze Zeit war es ſtill zwiſchen ihnen.
Selbſt das nervöſe Spiel ihrer Finger auf der Lehne des
Seſſels war lautlos.
Die Sonne war tiefer herabgeſunken, feuriger flammte
der Himmel. Das Zimmer mit den ernſten Möbeln und
den düſter ſchweigenden Menſchen war wie in Glut
ge=
taucht. Des. Mannes Augen hingen mit finſterem Grübeln
an dem Antlitz der Frau, an der weißen Stirn, die wie
aus Marmor gemeißelt ſchien, und dem üppigen,
gold=
ſchimmernden Haar. Und dabei überfiel ihn plötzlich eine
ſeltſame ſchwüle Angſt. Ihm war es, als ob er ſich mit
Händen und Füßen gegen etwas Schreckliches, jäh auf
ihn Eindringendes wehren müßte, als ob er verſinken
ſollte in eine endloſe Tiefe.
Plötzlich aber ſtand da, vom Rot der untergehenden
Sonne roſig umſtrahlt, eine holdſelige Kindergeſtalt, wie
ein liebliches Engelsbild, und ein helles Stimmchen
fragte harmlos in das dumpfe Schweigen hinein:
Mutti, iſt der böſe Mann ein Onkel?
Es war, als ob ſich ein Bann von den beiden
Men=
ſchen löſte. Eberhard richtete ſich haſtig empor, ſeine
Augen ſtrahlten auf beim Erblicken des Kindes, das wie
ein Bote des Friedens zwiſchen die beiden erregten
Men=
ſchen getreten war.
Der kleine Bube war das Ebenbild des Offiziers auf
dem Bilde, nur die großen, dunklen, tiefen Augen unter
dem braunen Kraushaar erinnerten an die Mutter. Jetzt
waren ſie halb vorwurfsvoll, halb neugierig fragend auf
den fremden „böſen Mann” gerichtet. Erſchrocken beugte
ſich die Mutter zu ihm.
Aber, Heini, Du ſollteſt doch in Deinem Zimmer
bleiben! Geh ſchnell wieder zu Deinem Spielzeug, mein
Liebling, ich komme nun bald zu Dir. Und ſie drängte
ihn faſt haſtig nach der Tür. Geh doch, Heini, ſei artig!
Gnädige Frau, rief Eberhard, Sie verweiſen ja das
Kind mit einer wahren Angſt aus meiner Nähe. Es
ſcheint, daß Sie nicht geſonnen ſind, ihm Sympathien für
die Familie ſeines Vaters einzuflößen.
Sein Vater hatte keine Familie mehr. Das Kind
ſteht allein auf der Welt, wie ich! — Aber, Heini, Du haſt
vergeſſen, den fremden Herrn zu begrüßen. Du willſt
doch nicht unhöflich ſein?
Gehorſam reichte der Kleine Eberhard die Hand.
Guten Tag, Onkel!
Ich bitte um Entſchuldigung! rief ſeine Mutter
be=
treten. Kinder ſind freigebig mit dem Onkeltitel.
Er antwortete nicht. Seine Hand hielt die des
Klei=
nen umſpannt.
Ich bin Dein Onkel, Heini. Hat Dir Papa nie von
Onkel Eberhard erzählt?
Papa iſt tot — ſchon ſo lange!
Nun ſage dem Herrn Adieu, mahnte die Mutter, und
gehe in Dein Zimmer!
Gnädige Frau, glauben Sie es wirklich vor dem
To=
ten verantworten zu können, wenn Sie ſein Kind
ſyſtema=
tiſch ſeiner Familie entfremden? Mein Bruder hat die
Seinen ſehr lieb gehabt und niemals die Hoffnung
aufge=
geben, daß einſtmals ein friedlicher Ausgleich ſtattfinden
würde. Wie aber iſt daran zu denken, wenn Sie das Kind
von vornherein in dem Glauben aufziehen, es habe keine
Familie.
Sie war blaß geworden unter ſeinen Worten. Zum
erſten Male fand ſie keine Antwort auf ſeine Frage, und
zum erſten Male konnte ſie ſeinen Augen nicht ſtandhalten,
die ſie anblickten wie die Augen ihres verſtorbenen
Man=
nes, nur düſterer, durchdringender und hartnäckiger. Es
lag etwas Zwingendes in ſeinen Augen, die man wegen
der dunklen Wimpern und Brauen und der Schatten unter
ihnen für ſchwarz zu halten geneigt war, und die doch
von hellem, klarem Braun waren. Ein Fröſteln rann
ihr über den Rücken, und mit verlegener Ironie ſagte ſie?
Es wird nicht dazu beitragen, dem Kinde die Ange=
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hörigen ſeines Vaters lieb zu machen, wenn es unſere
Auseinanderſetzungen mit anhört.
Ich denke, wir ſind fertig damit, meine Gnädige.
Nein, noch nicht ganz. — Da iſt noch etwas zu
erle=
digen. Ich habe noch die zum Familienſchatz gehörigen
Kleinodien aus meines Mannes Hinterlaſſenſchaft
abzu=
liefern, und ich möchte jetzt gleich dieſe Gegenſtände in
Ihre Hände zurücklegen, um ein für allemal fertig zu ſein
mit dieſen unerquicklichen Dingen.
Sie ſtand auf und entnahm dem Schreibtiſch ein
ver=
ſiegeltes Paketchen. Wünſchen Sie, daß ich ſie Ihnen
vor=
weiſe?
Ich danke wehrte er raſch ab, ich habe gar nicht das
Recht, dieſe Sachen in Empfang zu nehmen. Aber wenn
Sie es wünſchen, werde ich ſie meinem Vater übergeben.
Bitte . . . und hier dieſer Ring gehört noch dazu.
Mein Mann gab ihn mir bei unſerer Verlobung. Sie
verſuchte mit zitternder Hand einen koſtbaren Goldreif mit
einem einzigen herrlichen Brillanten von ihrem Finger
zu ſtreifen. Er will nicht herunter, preßte ſie hervor. Ich
habe ihn noch nicht abgezogen ſeitdem . . . und ich bin
ſtärker geworden.
Laſſen Sie den Ring, wo er iſt, rief er haftig,
beſchwö=
rend. Ich bitte Sie.
Nein — Recht muß Recht bleiben! — Ich habe ihn
ohnehin ſchon zu lange getragen . . . Ihre Stimme brach.
— Hier iſt er. Bitte, überbringen Sie Ihrem Herrn
Va=
ter meinen Dank, daß er ihn mir bis jetzt gelaſſen hat.
Sie ſchob ihn Eberhard auf dem Tiſch zu. Ihr ganzer
Körper zitterte, und die Tränen ſtürzten ihr unaufhaltſam
aus den Augen.
Behalten Sie ihn — bitte, behalten Sie ihn doch nur
. . ſpäter . . . es eilt ja nicht!
Ihre Faſſungsloſigkeit regte ihn derart auf, daß er ſich
vergaß und ſeine Hand beſchwörend Einhalt gebietet auf
die ihre legte — eine kühle, energiſche Hand. Sie ſchrak
zuſammen unter dem Druck der kalten Finger, und haſtig
zog ſie ihre Hand an ſich. Der Ring fiel zur Erde.
Er ſagte nichts, bückte ſich und ſuchte nach ihm. Aber
Heini, der bis jetzt ganz ſtill neben ihnen geſtanden hatte.
war ihm bereits nachgeſprungen.
Hier iſt er? — Da, Onkel, Mutti ſchenkt ihn die!
Stecke ihn an, ſonſt verlierſt du ihn wieder! Und ohne
weiteres ſchob er dem Onkel den Ring auf den kleinen
Finger.
Die junge Frau war totenblaß geworden.
Der Ring war ihr köſtlichſter Schatz, das teuerſte
Ver=
mächtnis des Toten geweſen, und nun hatte ihr eigenes
Kind ſeine Händchen dazu geliehen, ihn ihr zu rauben.
Wie eine ſchwarze, drohende Wolke ſenkte es ſich auf ſie
herab. Vielleicht würde ſie auch noch das letzte, was ſie
auf der Welt beſaß, ihren Heini, verlieren; vielleicht würde
er ſelber einmal zu den Drewensbergs übergehen und die
Mutter, dieſe „Komödiantin mit der dunklen
Vergangen=
heit”, allein zurücklaſſen.
Und als ob das Kind dieſen marternden Argwohn
beſtätigen wollte, ſagte es, an des Onkels Knie gelehnt und
mit ſtrahlenden Augen zu ihm aufſehend: Wenn du ſo
guckſt wie jetzt, Onkel, dann ſiehſt du ganz aus wie mein
Papa.
Eberhard fuhr ſich erſchrocken über die Augen, die ſein
tiefes Mitleid mit der jungen Frau allzu deutlich verraten
hatten.
Mutti, liebe Mutti, warum weinſt du? rief Heini
plötzlich, und da war er auch ſchon bei der Mutter und hatte
ihren Hals mit ſeinen Aermchen umſchlungen.
Es war kein eigentliches Weinen, das ihn an ſeiner
Mutter erſchreckte. Ihr Stolz lehnte ſich dagegen auf, vor
dem fremden, übelwollenden Schwager Tränen zu
vergie=
ßen. Aber ſie konnte es nicht hindern, daß ihr ganzer
Kör=
per in lautloſem Schluchzen erſchüttert wurde.
Ebechard von Drewensberg erhob ſich plötzlich und
trat zu dem Erkerfenſter. Mit dem Rücken gegen das
Zim=
mer ſtand er da und ſtarrte mit feſt zuſammengebiſſenen
Zähnen und gefurchter Stirn in den ſinkenden Abend
hin=
aus.
Heini bat und bittelte wieder und wieder: Mutti,
weine doch nicht, ſei gut, Mutti! Aber erſt, als ſich die
kleinen Augen ſelber mit Tränen füllten, fand die
Mut=
ter die Kraft, ſich zu beherrſchen. Sie erhob ſich haſtig,
Heini bat und bettelte wieder und wieder: Mutti,
Ich bitte um Verzeihung, Herr von Drewensberg!
Er wandte ſich langſam nach ihr um. Ohne ein Wort
zu ſprechen, ſah er ſie an. Es flimmerte eigentümlich in
ſeinen Augen. Sie wurde noch befangener, noch unſicherer
unter ſeinem Blick. Jetzt war ſie ganz Weib, ein zartes,
weiches, anlehnungsbedürftiges Weib, bezaubernd in
ſei=
ner keuſchen Anmut.
Und auf einmal überkam ihn ein wildes,
wahnwitzi=
ges Verlangen, ſeine Arme um ſie zu ſchlingen und ſie
feſt an ſeine Bruſt zu ziehen. Weine nicht mehr, hier
ruhe aus von all dem Jammer und Weh deines jungen
Lebens — du ſollſt mir ein heiliges Vermächtnis meines
heißgeliebten Bruders ſein.
War er denn verrückt geworden? Hatte dieſe
gefähr=
liche Frau ihn auch bereits mit ihrem Zauber umgarnt,
wie einſt den Heinz?
Sie ſah, wie er zauderte, wie ſich ſein Geſicht
ver=
änderte, wie es ſtreng und abweiſend wurde, härter als
in dem Augenblick, da er bei ihr eintrat — und ſie
er=
ſchrak. Ein quälender Argwohn ſtieg in ihr auf.
(Fortſetzung folgt.)
Bekanntmachung.
Wir bringen zur Kenntnis der Beteiligten, daß Heu neuer Ernte unmittelbar
von der Wieſe bei Großh. Proviantamt Darmſtadt angefahren werden kann. Es
muß jedoch vollkommen trocken und nicht ſchwitzend beim Amt ankommen.
Darmſtadt, den 22. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien der Landgemeinden
des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, die Beteiligten auf vorſtehende Bekanntmachung noch
(15900dsi
beſonders hinzuweiſen.
Darmſtadt, den 22. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs=
(14797a
blatz bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis,
Darmſtadt, den 5. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 21. bis 26. Juli 1913.
Die
Dauer der
Tag
Truppenteil Abſperrung 1Abſperrung Bemerkungen
Datum
erſtreckt ſich
von 1 bis
80 V. 10 N.
21. Juli Montag
8oAbbs. 120 Nachts
21. Juli Montag
Nachtſchießen
22. Juli 1 Dienstag
8e V. 10 N. 1 Ueber das
80 Abds. 120 Nachts
22. Juli Dienstag
ganze
Nachtſchießen
Feldartillerie zo V. 10 N. Abſperr=
23. Juli Mittwoch
80V.
10 N. 11 Gelände
24. Juli Donnerstag
80 V.
10 N.
25. Juli Freitag
26. Juli Samstag
80V. 10 N.
Bekanntmachung.
Am 21., 22., 24. und 25. Juli 1913 von 7 Uhr vormittags bis zum Einbruch der
Dunkelheit wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des XVIII.
Armee=
korps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
. Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 25. Juni 1913.
(13973a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
Das Komite für den Obſt= und Kartoffelmarkt Darmſtadt beabſichtigt mit dem
vom 19.—21. Oktober lf. Js. zu Darmſtadt ſtattfindenden Obſt= und Kartoffelmarkte
eine Verloſung von Obſt, Obſtwein, Gemüſen, Konſerven uſw. zu verbinden.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Ver=
anſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 7000 Loſe zu
0,30 Mk. das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60% des
Brutto=
erlöſes aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu
ver=
wenden ſind.
Der Vertrieb der Loſe in den Kreiſen Darmſtadt, Dieburg und Groß=Gerau
iſt geſtattet.
(15889
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum
einjährig=
freiwilligen Militärdienſt im Herbſt 1913.
Die jungen Leute, welche beabſichtigen, ſich der im Herbſt 1913 ſtattfindenden
Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre Geſuche um Zulaſſung
bei Meidung des Ausſchluſſes von dieſer Prüfung
ſpäteſtens bis zum 1. Auguſt 1913
bei der unterzeichneten Kommiſſion einzureichen.
Hinſichtlich der Anbringung der Geſuche wird das Folgende bemerkt:
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum Heſſen ſeinen
dauernden Aufenthaltsort hate
Bei Einſendung durch die Poſt iſt die Sendung an die Kommiſſion,
nicht an den Vorſitzenden zu rich En.
2. Die Zulaſſung zur Prüfung kann in der Regel nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein. Auch
erſcheint es zweckdienlich, wenn ſtets die nähere Adreſſe angegeben wird.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen: 2
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters nach folgendem Muſter:
Erklärung
des geſetzlichen Vertreters zu dem Dienſteintritt als Einjährig=
Freiwilliger.
—geboren am
Ich erteile meinem Sohne (Mündel) Einwilligung zu ſeinem
Dienſteintritt als Einjährig=Freiwilliger und erkläre
gleichzeitig-
a) daß für die Dauerdeseinährigen Dienſes deKoſten des
Unter=
halts mit Einſchluß der Koſten der Ausrüſtung, Beleidung und
Wohnung von dem Bewerber getragen werden ſollen;
b) daß ich mich dem Bewerber gegenüber zur Tragung der Koſten
des Unterhalts mit Einſchluß der Koſten der Ausrüſtung,
Be=
kleidung und Wohnung für die Dauer des einiährigen Dienſtes
verpflichte, und daß, ſoweit die Koſten von der Miltärverwaltung
beſtritten werden, ich mich dieſer gegenüber für die Erſatzpflicht
des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
—19—
den-
Vorſtehende Unterſchriſt de=
und zugleich, daß der Bewerber d—Ausſteller-der obigen
Er=
klärung
nach-
en Vermögensverhältniſſen zur Beſtreitung der
Koſten fähig iſt, wird hiermit obrigkeitlich beſcheinigt.
18.
den-
C. 80
Je nachdem von dem= Bewerber ſelbſt oder ſeinem geſetzlichen Vertreter
die Koſten getragen werden, iſt in der Erklärung Satz a oder b und ſind
dementſprechend in der Beurkung entweder die Worte „der Bewerber” oder
„der Ausſteller der obigen Erklärung” anzuwenden, das Nichtzutreffende
dagegen zu ſtreichen.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches von der Polizei=Obrigkeit oder
der vorgeſetzten Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf.
5. In dem Geſuche iſt ferner anzugeben:
a) Ob, wie oft und wo der ſich Meldende ſich der Prüfung vor einer Prüfungs=
Kommiſſion bereits unterzogen hat, und von denjenigen, welche ſich der
wifſenſchaftlichon Prüſung unterziehen wollen, noch weiter:
b) In welchen zwei fremden Sprachen (wahlweiſe von Franzöſiſch, Engliſch,
Lateiniſch und Griechiſch und an Stelle des Engliſchen Ruſſiſch) die Prüfung
erfolgen ſoll.
6. Wer auf Zulaſſung zur erleichterten Prüfung gemäß § 89, Ziff. 6 a—c der
W.=O. Anſpruch macht, hat, ſtatt der Angabe unter 5h, ſeinem Geſuche ein
Zeugnis einer einſchlägigen Behörde beizufügen, aus dem hervorgeht, daß
eine der Vorausſetzungen des angeführten Paragraphen auf ihn zutreffen.
Die Einſendung von Zeichnungen oder ſonſtiger Arbeiten, mit denen dieſer
Nachweis geführt werden ſoll, an uns iſt zwecklos.
7. Iſt bereits früher ein Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung eingereicht worden,
ſo bleibt dem erneuten Geſuche nur ein Unbeſcholtenheitszeugnis
bei=
zulegen.
8. Es iſt nur zweimalige Teilnahme an der Prüfung geſtattet, eine dritte
Zulaſſung kann ausnahmsweiſe von der Erſatzbehörde 3. Inſtanz genehmigt
werden.
Im weiteren weiſen wir darauf hin daß Geſuche um Zulaſſung zu einer
ſpäteren, als der im Frühjahr des I. Militärpflichtjahres — d. i. des Jahres, in
welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird —ſtattfindenden Prüſung, der Genehmigung
der Erſatzbehörde 3. Inſtanz bedürfen und bei den Erſatz=Kommiſſionen des
Aufenthalts=
orts, nicht bei uns, einzureichen ſind, welche die Geſuche der Erſatzbehörde 3. Inſtanz
vorlegen werden.
* Da die Erledigung derartiger Geſuche eine längere Zeit beanſprucht, ſo empfiehlt
ſich im Intereſſe der Nachſuchenden, mit Einreichung derſelben nicht bis zum äußerſten
Termin zu warten, ſondern dieſelben alsbald anhängig zu machen, andernfalls unter
Umſtänden eine Zulaſſung zur bevorſtehenden Prüfung nicht mehr möglich iſt.
Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden geſtellt werden, gibt die
Prüfungs=Ordnung (Anl. 2 zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901) Aufſchluß.
Bezüglich des Prüfungstermins, ſowie des Lokals, in welchem die Prüfung
ſtattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung, oder es ergeht beſondere Ladung zur Prüfung.
Darmſtadt, den 28. Juni 1913.
Großherzogliche Prüfungskommiſſion für Einjährig=Freiwillige.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund. 1 Spitzhund, 2 Foxterrier (zugelaufen. Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
(15890
Hortſelbſt jeden Werktae vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
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1 weißgeſtreiftes Kleid, 4 weiße Unterröcke, 10 ſeidene
Hemden, 7 ſeidene und weiße Bluſen, 24 Paar ſeidene
Strümpfe, 30 ſeidene und weiße Taſchentücher, 14
Paar Handſchuhe, 3 ſeidene Unterhoſen, 5 Badetücher,
6 weiße Tiſchdecken, 3 weiße Schürzen, 1 Sack mit
Stiefeln, 3 Röcke, 1 Perlenhandtäſchchen, 1 Lederkarton
mit Toilettenartikel, 1 Ledermappe mit Nähzeug,
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Darmſtadt, den 23. Juli 1913.
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(15747ids
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* Fußballſport. Darmſtädter Sportklub
1905 (A=Meiſter). Nachdem am Sonntag die dritten
olympiſchen Wettkämpfe des Fußballklubs „Olympia” in
ſchöner Weiſe verlaufen ſind, rüſtet auch der
Darmſtäd=
ter Sportklub zu ſeinen am 17. Auguſt
ſtattfinden=
den vierten nationalen olympiſchen
Spie=
len. Fleißige Hände arbeiten täglich an der ideal
ge=
legenen Sportplatzanlage hinter dem Alten Schießhaus.
eine Laufbahn zu erſtellen. Faſt jeden Abend ſieht man
die Mitglieder des D. S.=K. eifrig den leichtathletiſchen
Uebungen obliegen und unter der Leitung einiger älterer
Mitglieder werden die Schüler und Junioren zu tüchtigen
Kräften herangezogen, damit auch Sportklub 1905 bei
ſei=
nem eigenen Meeting in großer Zahl vertreten iſt. Es
wäre zu wünſchen, daß ſich die Jugend Darmſtadts
eifri=
ger an der Leichtathletik beteiligen wollte. Es iſt ihnen
im Darmſtädter Sportklub gute Gelegenheit dazu geboten,
zumal die Leitung dieſer Abteilung in bewährten Händen
einiger beſtbekannter Leichtathleten liegt.
* Pferdeſport. Rennen zu Strausberg.
Möllenſee=Rennen; 2000 Mark, Diſtanz 1600 Meter:
1. Herrn A. von Köppens Jasmin, 2. Lin, 3. Villa. Tot.
43:10. — Preis von Heidekrug; Ehrenpreis und 2600 Mk.,
Diſtanz 3600 Meter: 1. Leutn. Prinz zu Bentheims Halley,
2. Flint, 3. Chanoine. Tot. 328:10. — Preis vom
Aus=
ſichtsturm; 2000 Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Herrn L.
Balls Lohengrin (II., 2. Quäkerin, 3. Fedro. Tot. 14:10.
Forſthaus=Jagdrennen; Ehrenpreis und 2000 Mark,
Diſtanz 3800 Meter: 1. Prinz M. zu Schaumburg=Lippes
Raubgeſell, 2. The Sinner, 3. Sea Squaw. Tot. 17110
— Stadtforſt=Jagdrennen; 2400 Mk., Diſtanz 3800 Meter:
1. Hptm. H. Bramſchs Tanzſtunde, 2. Jeſſonda, 3. Lina.
Tot. 20110. — Anfänger=Hürdenrennen; 2000 Mark, Diſt.
2400 Meter: 1. Herrn G. von Lippas Importe, 2. Kaſſala,
3. Fröhliche Zeit. Tot. 290:10.
sr. Graditzer Erfolge in Englandlüe Dder
Dreijährige Zyklon, der bekanntlich in England von(dem
Trainer Day bearbeitet wird, hat dort jetzt ſein piertes
Rennen gewonnen. Der Spearmint=Sohn ſiegte in dem
über 1600 Meter führenden Tower Maiden Three: Old
Plate zu Leiceſter überlegen über ſeine beiden Gegner,
Wie ſchon gemeldet, kommt Zyklon erſt zu den
internatio=
nalen Rennen in Baden=Baden nach Deutſchland, wö er
im Fürſtenberg=Memorial und im Großen Preis von
Baden Engagements beſitzt.
* Offiziers=Lawn=Tennis=Turnier zu Homburg. Am
Dienstag kam im Einzelſpiel ohne Vorgabe um den
Kai=
ſerpreis Lt. v. Wilm gegen Oblt. Rudolph ohne Spiel in
die erſte Runde, in die zweite Runde Oblt. v. Löper gegen
Lt. Lange, den früheren Kaiſerpreisſieger. Im
Einzel=
ſpiel mit Vorgabe ſiegte in der erſten Runde Lt. Weiß
( 30) gegen Oblt. v. Haugk (—15½) 6:4, 614, Lt.
Spiel=
berg (—½) gegen Lt. v. Münſtermann (-%) 6:4, 622.
Ohne Spiel kam Lt. Weiß gegen Lt. Lange in die erſte
Runde.
sr. Die Wagenfahrt des Allgemeinen Deutſchen
Auto=
mobilklubs, die anläßlich der Jubiläumstagung in
Mün=
chen in drei Etappen von Meiningen über Regensburg
und Salzburg nach München durchgeführt wurde, hat ein
recht günſtiges Reſultat ergeben. Von 70 geſtarteten
Fahr=
zeugen konnten 25 vierräderige und zwei dreiräderige
Wa=
gen die ganze Fahrt ohne Strafpunkte abſolvieren und mit
goldenen Plaketten ausgezeichnet werden. Weitere 15
vier=
räderige und drei dreiräderige Wagen erhielten ſilberne
Plaketten; ſechs vierräderige und ein dreiräderiger Wagen
erhielten bronzene Plaketten.
sr. Die Meiſterſchaft von Europa, ein Dauerrennen
über 100 Kilometer, gelangte am Montag abend in
Ant=
werpen anläßlich des dortigen Nationaltages auf dem
Zouremborg=Velodrom zur Entſcheidung. In dem
Ren=
nen waren vier Nationen vertreten, und zwar Deutſchland
durch den Berliner Janke, Frankreich durch
Guig=
nard Belgien durch Linart und Holland durch van
Neck. Das Rennen wurde ohne Zwiſchenfall gefahren
und von dem durchweg führenden Linart in 1 Stunde
12 Minuten 46 Sekunden leicht gewonnen. Der Sieger
verbeſſerte die Bahnrekords von 90 und 100 Kilometer.
Guignard wurde 4450 Meter zurück Zweiter vor Janke,
7350 Meter und van Neck, 16 250 Meter zurück.
Luftfahrt.
sr. Ein Totaliſatorbetrieb bei einem
Flug=
neeting ſoll zum erſten Male bei dem Aeroplanturnier
eingerichtet werden, das in der Zeit vom 16. bis zum 18.
Auguſt gemeinſam vom Luftfahrverein Gotha und dem
Kaiſerlichen Aeroklub in Gotha veranſtaltet wird. Die
Veranſtalter von Flugmeetings, ſpeziell die Flug= und
Sportplatz=Geſellſchaft Berlin=Johannisthal, waren ſchon
ange bemüht, eine Konzeſſion für den Totaliſatorbetrieb
zu erhalten, und die intereſſierten Kreiſe ſehen hierin die
etzte Möglichkeit, das ſchwindende Intereſſe des
Publi=
ums für die Flugveranſtaltungen wieder neu zu beleben.
sr. Einen glänzenden Ueberlandflug
voll=
führten am Dienstag die beiden Offizierspiloten Leutn.
Jolly und Hauptmann Oſius, die auf einer von Lt.
Jolly geſteuerten Rumpler=Taube trotz der außerordentlich
ungünſtigen Witterungsverhältniſſe die 540 Kilometer
lange Strecke Köln-Berlin in nicht ganz vier=
Stunden zurücklegten. Die beiden Flieger waren kurz
vor 5 Uhr morgens in Köln geſtartet und trafen bereits
10 Minuten vor 9 Uhr vormittags in Johannisthal ein=
— 15 Minuten nach 11 Uhr ſtieg Leutn. Jolly mit ſeinem
Paſſagier zur Weiterfahrt nach Königsberg i. Pr. wieder
auf, das ſie in einem glänzenden Fluge, ohne
Zwiſchen=
landung trotz der ungünſtigſten Witterung, um 3 Uhr 300
Minuten erreichten. Die 700 Kilometer lange Strecke
be=
wältigten ſie alſo in 4¼ Stunden und die ganze über 1200
Kilometer lange Strecke in zirka 8 Stunden.
Landwirtſchaftliches.
* Groß=Gerau, 23. Juli. Der Auftrieb am
letzten Ferkelmarkt übertraf ſowohl an Zahl,
als=
auch an Qualität alle Erwartungen. Bei der Prämiierung
konnten nur Ferkel erſter Qualität Berückſichtigung finden
und gelangten 27 Preiſe zur Ausgabe. Zu Anfang des
Marktes ſetzte ein lebhafter Geſchäftsgang ein, der jedoch
am Schluſſe etwas abflaute, ſo daß von den
aufgetrie=
benen 975 Tieren noch ein kleiner Reſtbeſtand verblieb.
Be=
zahlt wurden für Ferkel 14—25 Mark und für Springer
27—34 Mark pro Stück. Der nächſte Ferkelmarkt finder
Montag, den 28. Juli, ſtatt. — Ferner weiſen wir jetztt
ſchon darauf hin, daß am Dienstag, den 19. Auguſt, auf
dem Marktplatze hier eine Kreisziegenſchau,
ver=
bunden mit Prämiierung, ſtattfindet, wozu ein Auftrieb
von mehreren Hundert Ziegen und Böcken der Saanen
Raſſe zu erwarten ſteht und Kaufliebhabern die günſtigſte
Gelegenheit geboten iſt, ihren Bedarf zu decken.
Frankfurt a. M., 23. Juli. Schlacht=. (Amtlicher Bericht.) Schweine: Fettſchweine
über 3 Zentner, Lebendgewicht 63,66, Schlachtgewicht
81,83, vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner 62,64,
80,82, vollfleiſchige Schweine über 2 Zentner 63,66, 81,83
vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Zentnern 63,66, 81,83a
Auftrieb: 1874 Schweine. Marktverlauf: Geſchäft
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