Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoneen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das wichtigſte vom Tage.
In Gießen fand am Samstag die Gründung eines
Heſſiſchen Landesvereins für
Krebs=
forſchung ſtatt.
Bei der Reichstagserſatzwahl in Weilheim
wurde Emminger (Zentr.) gewählt.
In der braunſchweigiſchen Frage hat der
Bundesrat bisher neues weder beſchloſſen, noch
erörtert.
Die Hauptverſammlung des Reichsverbandes der
deutſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaften in Wiesbaden beſchloß, den Sitz des
Ver=
bandes von Darmſtadt nach Berlin zu
ver=
legen.
In München wurde am Samstag die erſte
Auto=
mobilausſtellung eröffnet, die bis zum 27. Juli
dauert.
Die franzöſiſche Kammer nahm einen
Zuſatz=
artikel an, wonach die Jahrgänge 1911, 1912 und
1913 nur zwei Jahre dienen.
Die franzöſiſche Kammer nahm in ihrer
Nacht=
ſitzung zum Sonntag das geſamte
Militärge=
ſetz mit 358 gegen 204 Stimmen an.
Die Budgetkommiſſion der franzöſiſchen
Kammer beſchloß die Einführung einer
Jung=
geſellenſteuer.
Das norwegiſche Storthing hat den Antrag
auf Abſchaffung des Ordensweſens
ab=
gelehnt.
Blättermeldungen zufolge ſind die Türken vor
Adria=
nopel angekommen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Die bisherigen 21
Reichstags=
erſatzwahlen.
* Obwohl die allgemeinen Neuwahlen zum
Reichs=
tag noch nicht 1½ Jahr hinter uns liegen, ſind doch
be=
reits 21 Reichstagserſatzwahlen erforderlich
geworden, und zwar 12 durch den Tod des
Mandats=
inhabers, 4 infolge Ungültigkeitserklärung der Wahl und
5 durch Mandatsniederlegung.
Zur Erledigung kamen zunächſt ſechs
konſer=
pative Mandate. In Oſt= und Weſtſternberg wurde
für den verſtorbenen Abg. v. Kaphengſt=Kohlow
Ritter=
gutsbeſitzer Bohtz (konſ.), in Greifenberg=Kammin für
den verſtorbenen Abg, v. Normann Rittergutsbeſitzer
v. Flimming (konſ.) in Stolp=Lauenburg für den
ver=
ſtorbenen Abgeordneten Will der konſervative
Ritter=
autsbeſitzer von Boehn und in Hagenow=Grevesmühlen
an Stelle des Abgeordneten Pauli, deſſen Mandat für
un=
gültig erklärt worden war, Oberlehrer Sivkovich (Fortſchr.
Volkspt.) gewählt. In Ragnit=Pillkallen hat eine
Erſatz=
wahl für den verſtorbenen Grafen von Kanitz noch nicht
ſtattgefunden, dagegen iſt in Salzwedel=Gardelegen das
Mandat des Herrn von Kröcher den Konſervativen dieſer
Tage vom nationalliberalen Hoſpitanten Dr. Böhme
(Bauernbund) abgenommen worden.
Von den Mandaten des Zentrums kamen
eben=
falls ſchon 6 zur Erledigung. In Münſter=Koesfeld ſwurde
an Stelle des bayeriſchen Miniſterpräſdenten Freiherrn
v. Hertling Geh. Medizinalrat Dr. Gerlach (Zentr.) in
Siegkreis=Waldbröl für den auf das Mandat
verzichten=
den Abg. Dr Becker Juſtizrat Trimborn (Zentr.), in
Saarburg=Saarlouis für den Abg. Roeren, der ſein
Man=
dat niederlegte, Amtsrichter Werr (Zentr.) und in
Bam=
zerg für den verſtorbenen Abg. Dr Schädler
Dompredi=
zer Leicht (Zentr.) gewählt. In Weilheim, bisher durch
den verſtorbenen Frhrn. v Thünefeld vertreten wurde
Umtsrichter Emminger gewählt. In Landshut, bisher
zurch Frhrn. v. Malſen vertreten, ſteht die Erſatzwahl
roch aus.
Die Reichspartei hatte zwei Mandate zu
ver=
eidigen. In Schwetz wurde der Abg. v. Halen, welcher
ein Mandat infolge drohender Ungültigkeitserklärung
riedergelegt hatte wiedergewählt. In Jüterbog=
Lucken=
palde iſt der freikonſervative Vertreter v. Oertzen, deſſen
Nandat für ungültig erklärt worden war dem
ſozial=
emokratiſchen Kandidaten in der Stichwahl unterlegen.
Die Wirtſchaftliche Vereinigung verlor das
Nandat für Waldeck=Pyrmont, Vertreter Abg. Vietmeyer,
n die Fortſchrittliche Volkspartei, für die D. Naumann
indidierte. — Die Elſaß=Lothringiſche,
Zen=
rumspartei behauptete das Mandat für
Schlett=
adt. An Stelle des verſtorbenen Aba. Dr. Will wurde
hefredakteur Dr. Haegy gewählt. — Der Bayeriſche
auernbund hatte infolge des Todes des Abg.
Bach=
eier das Mandat für Pfarrkirchen zu verteidigen.
Ge=
ählt wurde Oekonom Bauer (Baher. Bauernb.) — Von
en Mandaten der Fortſchrittlichen
Volkspar=
zi waren zwei erledigt. In Berlin 1 wurde der Abg.
r. Kaempf. der das Mandat niedergelegt hatte.
wieder=
wählt. In Varel=Jever wurde für den verſtorbenen
bg. Traeger der Abg. Dr. Wiemer gewählt. — Von den
0 (jetzt 111) ſozialdemokratiſchen
Manda=
n kamen nur zwei zur Erledigung. In Reuß ä. L.
urde für den verſtorbenen Abg. Förſter der
Sozialdemo=
at Cohen gewählt. In Dresden=Neuſtadt iſt das durch
den Tod des Abg. Kaden erledigte Mandat noch nicht
wieder beſetzt.
Von den zur Erledigung gekommenen 21 Mandaten
entfallen danach auf die Rechte 16, auf die Linke nur 5
Mandate. Die Erſatzwahlen ergaben bekanntlich eine
wei=
tere Verſchiebung nach links. Von den bisherigen
Abge=
ordneten wurden in den Erſatzwahlen nur zwei
wieder=
gewählt: Dr. Kaempf und v. Halem. Von früheren
Ab=
geordneten kehrten in der Erſatzwahl drei wieder zurück:
Dr. Wiemer, D. Naumann (Ppt.) und Trimborn (Zentr.).
Die franzöſiſche Heeresſtärke
Gal 1. Oktober.
* Den Nachrichten des Deutſchen Wehrvereins
ent=
nehmen wir: Durch die Erledigung unſerer
Heeresvor=
lage wird vom 1. Oktober ds. Js. ab unſer ſtehendes Heer
auf den Geſamtſtand von rund 745000 Mann gebracht
werden. Es iſt bereits durch den Wehrverein darauf
hin=
gewieſen worden, daß Frankreich durch die Annahme
der dreijährigen Dienſtzeit von gleichem Zeitpunkt ab uns
umrund 100000 Manninderaktiven
Heeres=
ſtärke überlegen ſein wird. Im Anhang zu
Ar=
tikel 1 des neuen Geſetzes, ſo wie es zurzeit dem
franzö=
ſiſchen Parlament vorliegt, und in Beilage 12 des
franzö=
ſiſchen Kommiſſionsberichtes ſind die Zahlen angegeben,
aus denen man erſehen kann, wie ſtark am 1. Oktober bei
Wiedereinführung der dreijährigen Dienſtzeit die
fran=
zöſiſche Armee in der aktiven Heeresſtärke ſein wird.
Es werden vorhanden ſein:
. . 712000 Mann,
zum Dienſt mit der Waffe . .
Mannſchaften vom Hilfsdienſt . . . . . 54000
bei den höheren Stäben und Schulen
an Unteroffizieren . . . . . . . . . . . 4000
30 000
. , . „
an Offizieren . . . . . .
bei den Fremden=Regimentern,
abzüg=
lich der in Tonkin ſtehenden 3
Batail=
lone. ...... .. . . . . .. . .
10000
Araber= und Berbertruppen,
einſchließ=
lich Dienſtgrade
. 50000
insgeſamt: 860 000 Mann.
Nach Mitteilungen eines bekannten und über die
Verhältniſſe in Frankreich außerordentlich gut
unterrich=
teten hohen Offiziers iſt mit Sicherheit damit zu rechnen,
daß dazu noch mehrere tauſend Offiziere und
Unteroffi=
ziere kommen werden, entſprechend dem höheren
Mann=
ſchaftsbeſtande; dieſe ſollen durch ein beſonderes Geſetz
bewilligt werden, das nach Erledigung des jetzt
vorlie=
genden Entwurfes in Ausſicht genommen iſt.
Bemerkt ſei noch, daß in obigen Summen alle
beſon=
deren Formationen für Marokko nicht mitgerechnet ſind.
Daß wir ab 1. Oktober mit einer Stärke von 860000
Mann Friedensſtand bei den Franzoſen zu rechnen haben,
ergibt auch ein Bericht der „Jahrbücher für die deutſche
Armee und Marine”, die in ihrer Juli=Nummer zu dem
Ergebnis kommen, daß mindeſtens ein Friedensſtand von
860 000 Mann ab 1. Oktober in Frankreich tatſächlich
vor=
handen ſein wird.
Aus dieſer Tatſache dürfte ſich die unbedingte Pflicht
für die verantwortlichen Stellen in Deutſchland ergeben,
rechtzeitig entſprechend militäriſche Vorkehrungen zu
treffen.
Deutſches Reich.
Reichstagserſatzwahl. Bei der
Reichs=
tagserſatzwahl in Oberbayern 6 (Weilheim) wurde
Amts=
richter Emminger (Zentr.) gewählt. Nach dem bisher
vor=
liegenden Ergebnis der Stimmenzählung erhielt
Emmin=
ger 11394 (1912: 14852), der Bauernbündler Eiſenberger
5081 (1609), der Sozialdemokrat Staimer 3376 (3794) und
der Liberale Dr. Müller 2482 (3121) Stimmen. Es ſtehen
noch die Reſultate von vier Gemeinden aus, die aber an
der Wahl Emmingers nichts mehr ändern. Wie aus den
Ziffern zu erſehen iſt, hat das Zentrum über 3000
Stim=
men eingebüßt.
— Die Ausführungsbeſtimmungen zum
Wehrbeitrag werden die erſte größere Arbeit des
Bundesrats nach ſeinem Wiederzuſammentritt bilden. Die
ſehr umfangreichen Beſtimmungen werden jetzt im
Reichs=
ſchatzamt ausgearbeitet. In Vorbereitung ſind ferner die
Ausführungsbeſtimmungen über die neuen
Stempel=
geſetze. Dagegen wird mit den Ausführungsbeſtimmungen
zum Beſitzſteuergeſetz (Vermögenszuwachsſteuer) noch
ge=
raume Zeit gewartet werden, da dieſes Geſetz erſt in drei
Jahren in Kraft tritt. Die Ausführungsbeſtimmungen
des Geſetzes über die Stärkung des Gold= und Silber=
ſchatzes für den Kriegsfall ſind ſchon erſchienen und
dürf=
ten in den nächſten Tagen amtlich veröffentlicht werden.
Da im erſten Jahre mit bedeutenderen Eingängen aus dem
einmaligen Wehrbeitrag nicht zu rechnen iſt, ſteht für den
Winter und Frühjahr 1914 die Ausgabe kurzfriſtiger
Schatz=
anweiſungen bevor. Die Regierung hat in Vorausſicht
die=
ſer Notwendigkeit den Schatzanweiſungskredit auf 600
Millionen erhöhen laſſen. Die einfließenden Gelder
wer=
den die Militärverwaltung in den Stand ſetzen, die
Be=
feſtigungsarbeiten an der Oſtfront ohne Zeitverluſt
vor=
zunehmen.
— Die braunſchweigiſche Frage. Die
Kölniſche Zeitung meldet aus Berlin zu der Nachricht der
Donau=Zeitung, wonach neue Verhandlungen mit dem
Prinzen Ernſt Auguſt von Cumberland über ſeine
end=
gültige Verzichtleiſtung auf Hannover eingeleitet ſeien:
Eine Klärung wird dann erſt erfolgen, wenn der
Bundes=
rat wieder zuſammentritt und zu dem neuen Antrage in
der braunſchweigiſchen Frage Stellung genommen hat.
Vor ſeinem Ferienantritt hat der Bundesrat in dieſer
Frage etwas neues weder beſchloſſen noch erörtert.
— Großſchiffahrtsſtraßen. Der Sitzung des
Vereins für deutſche Binnenſchiffahrt in Meiningen
wohn=
ten der Herzog von Koburg=Gotha, Prinz Ernſt von
Mei=
ningen und zahlreiche Vertreter von Behörden bei. Der
Prinz=Regent von Bayern ſprach in einem Schreiben ſein
Bedauern aus, nicht erſcheinen zu können.
Landgerichts=
rat Tourneau ſprach über den Main=Werra=Kanal. Er
hofft, daß der Rhein=Weſer=Kanal ſpäter bis zur Weichſer
durchgeführt werde. Der Main=Weſer=Kanal ſei ein
wich=
tiges Stück der geplanten Großſchiffahrtsſtraße, welche
München und Augsburg mit der Nordſee verbinden ſolle.
Ihre wirtſchaftliche Bedeutung ſei groß und für den
Kriegsfall von unberechenbarem Wert. Auf Veranlaſſung
des Prinz=Regenten von Bayern habe ſich der Verein für
Schiffbarmachung der Werra mit demſbayeriſchen Kanal=
Verein und dem Zentralverein für Binnenſchiffahrt
zu=
ſammengeſchloſſen, um dieſe Großſchiffahrtsſtraße bis zu
ihrer Ausführung zu verfolgen.
— Das Kriegsminiſterium und die
Oef=
fentlichkeit im Falle Krupp. Die Nachricht, die
gerichtliche Verhandlung gegen das in die ſogenannte
Krupp=Angelegenheit verwickelte Perſonal der
Heeresver=
waltung ſolle auf ausdrücklichen Wunſch des
Kriegsmini=
ſteriums unter ſtrengſtem Ausſchluß der Oeffentlichkeit
ſtattfinden, trifft, wie vom preußiſchen Kriegsminiſterium
mitgeteilt wird, nicht zu. Die Entſcheidung über den
Aus=
ſchluß der Oeffentlichkeit liegt vielmehr ausſchließlich iv
dem freien Ermeſſen des erkennenden Gerichts; ebenſo
wie dies bei den bürgerlichen Gerichten der Fall iſt. Ein
Schweigebefehl iſt an die militäriſchen Zeugen nicht
er=
gangen.
— Austritt aus der
ſozialdemokrati=
ſchen Partei. Der Prediger der freireligiöſen
Ge=
meinde in Mannheim, Dr. Max Maurenbrecher, der
mancherlei politiſche Wandlungen durchgemacht hat, hat
dem Vorſtand des dortigen Sozialdemokratiſchen Vereins
ſeinen Austritt aus der ſozialdemokratiſchen Partei
er=
klärt. Dieſer Schritt wird begründet mit der Stellung
Maurenbrechers zu den militäriſchen und den
außerpoli=
tiſchen Fragen, die ſeit Jahren ſchon nicht mehr mit
der=
jenigen der ſozialdemokratiſchen Partei übereinſtimme, iſt
aber wohl geſchehen, um ſeinem Ausſchluß durch die
Par=
tei zuvorzukommen. Die bürgerlichen Parteien haben
keinerlei Veranlaſſung, ſich dieſes wandlungsfähigen
Ex=
genoſſen nun mit beſonderer Wärme anzunehmen.
Ausland.
Frankreich.
Die Beratung der Militärvorlage. In
der Deputiertenkammer brachte Augagneur folgenden
An=
trag ein: Wenn die Umſtände es erlauben, ſo ſollen der
Kriegs= und der Marineminiſter ermächtigt ſein, diejenige
Jahresklaſſe, welche das zweite Dienſtjahr beendet hat,
vom Dienſte zu befreien. Augagneur erklärte, es ſei eine
ſchöne Vollmacht, die Soldaten in die Heimat entlaſſen zu
können, falls die Lage ſich gebeſſert habe.
Miniſterpräſi=
dent Barthou erwiderte: Die Antwort der Regierung auf
das Amendement ſei, daß es das Geſetz annulliere, die
Feſtſetzung der Effektivſtärke des Heeres unmöglich mache
und durch eine Interpellation den dreijährigen Dienſt
jedes Jahr in Frage ſtellen könne. Bei der darauf
folgen=
den Abſtimmung wurde das Amendement mit 331 gegen
227 Stimmen abgelehnt. Hierauf wurde mit 321 gegen
240 Stimmen der Artikel 19, der, von Jaurés bekämpft,
der Regierung die Möglichkeit gibt, die Jahresklaſſe, die
vom Dienſte befreit werden könnte, durch ein Dekret
zu=
rückzubehalten, angenommen. Comuzet legte hierauf ein
Amendement vor, welches innerhalb dreier Jahre fünf
Monat Urlaub, außer an Sonntagen und an den Feſten,
vorſieht und feſtſetzt, daß gleichzeitig die beurlaubten
Mannſchaften 10 Prozent des geſetzlichen Kaders nicht
überſchreiten dürfen. Paté erklärte als Berichterſtatter,
es ſei unmöglich, über vier Monate hinauszugehen, ohne
die Effektivbeſtände zu gefährden. Das Amendement
wurde von Barthou bekämpft, der die Vertrauensfrage
ſtellte. Das Amendement wurde ſodann mit 300 gegen 261
Stimmen abgelehnt.
Ueber die Militärvorlage ſchreibt der Senator
und ehemalige Miniſterpräſident Clémenceau in
ſei=
nem Blatte L’homme Libre: Das Dreijahrgeſetz wird
knapp vor den Ferien an den Senat gelangen, wo es
zweifellos in wenigen Tagen durchgedrückt werden wird.
Denn jeder, der eine gründliche Erörterung verlange,
würde, nachdem die Kammer eine koſtbare Zeit vergeudet
hat, ſich den Vorwurf der Obſtruktion zuziehen, ſelbſt
wenn er nur eine Prüfung der geſundheitlichen
Bedingun=
gen für die Einſtellung der Zwanzigjährigen fordern
würde.
Einführung der Junggeſellenſteuer.
Die Budgetkommiſſion der Kammer hat beſchloſſen, einen
Steuerzuſchlag von 20 Prozent einzuführen, der von
Junggeſellen, die über 30 Jahre alt ſind, erhoben
wer=
den ſoll.
Spanien.
Aus Spaniſch=Marokko. Der
Miniſterpräſi=
dent begab ſich nach San Sebaſtian, wo er mit dem König
über die marokkaniſche Frage eine Beſprechung haben
wird. Er wird dem König vorſchlagen, die gefährlichen
Operationen in Marokko einzuſtellen. Man ſolle lieber
verſuchen, eine Beſetzung des Landes auf friedliche Weiſe
herbeizuführen. Nach den der Regierung zugekommenen
Nachrichten beginnt Raiſuli von neuem ſeine Umtriebe
gegen Spanien. Er befinde ſich gegenwärtig in Zinat,
von wo aus er kürzlich an die Aufſtändiſchen bedeutende
Mengen von Lebensmitteln und Munition geſandt habe.
Es ſcheine, daß er ſich an die Spitze einer zahlreichen
Harka ſtellen wolle.
Norwegen.
Die Abſchaffung des Ordensweſens
ab=
gelehnt. Das Storthing verhandelte über einen
An=
trag auf Abſchaffung des Ordensweſens. 75 Abgeordnete
ſtimmten für den Antrag und 47 dagegen. Da der
An=
trag eine Verfaſſungsänderung enthält und deshalb für
die Annahme eine Zweidrittel=Majorität erforderlich iſt,
war der Antrag abgelehnt.
Vereinigte Staaten.
Die Beratung des Tarifs. Das
Finanz=
komitee unterbreitet dem Senat einen Bericht, aus
wel=
chem hervorgeht, daß das Komitee die Zollſätze
durch=
ſchnittlich um 27,64 Prozent gegenüber dem jetzigen
Tarif=
geſetz und um 4,22 Prozent gegenüber der Underwoodbill
herabſetzte und Einfuhrwaren im Werte von 147
Millio=
nen Dollar gegenüber 103 Millionen der Underwoodbill
frei machte. Im Bericht wird ausgeführt, die kluge
An=
wendung der vorgeſchlagenen Beſtimmung, die dem
Prä=
ſidenten geſtattet, Zuſchlagszölle zu erheben, dürfte ein
gerechtes Abkommen mit jenen Ländern ermöglichen,
welche Amerika jetzt unterſchiedlich behandelten. Aus der
Beſteuerung des Baumwollterminhandels wird eine
Jahreseinnahme von ſieben Millionen Dollars erwartet.
Der Bericht ſſchätzt den jährlichen Baumwoll=Börſenhandel
auf 130 Millionen Ballen.
* Petersburg, 18. Juli. Geſtern morgen traf die
Kaiſerjacht „Standard” auf der Reede von Reval
ein, von wo ſie mit dem Kaiſſer an Bord in die
finni=
ſchen Schären abging. Der Kaiſer und die kaiſerliche
Fa=
milie wohnten den Marinemanövern und den
Schieß=
übungen bei; nach deren Beendigung kehrte die
Kaiſer=
jacht „Standard” mit den Majeſtäten und den kaiſerlichen
Kindern nach der Reede zurück, wo ſie morgens eintraf.
* Neu=York, 19. Juli. Die Kondukteure und das
übrige Zugverſonal der öſtlichen Eiſenbahnen
haben den Eiſenbahngeſellſchaften mitgeteilt, daß ein
Streik abſolut ſicher wäre, falls die Geſellſchaften
dar=
auf beſtänden, daß über ihre Beſchwerden zu gleicher Zeit
mit den Forderungen der Arbeiter ſchiedsgerichtlich
ent=
ſchieden werden würde.
* Pretoria, 19. Juli. Es beſteht alle Ausſicht, daß
eine der Forderungen der Eiſenbahner erfüllt
wird. Die übrigen Forderungen, vor allem die der
Berg=
leute, zu erfüllen, wird als unmöglich bezeichnet. Die
Forderungen ſollen einer gemeinſamen Kommiſſion
unter=
breitet werden. Sollten die Eiſenbahner und die
Berg=
leute dieſes Verfahren verwerfen und eine ſofortige
Er=
füllung ihrer Wünſche verlangen, ſo ſteht ein
General=
ſtreik in unmittelbarer Nähe. Die Lage wird daher als
ſehr ernſt angeſehen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 21. Juli.
* Juſtizperſonalien. Durch Entſchließung Großh.
Miniſteriums der Juſtiz wurden die Referendare Dr.
Ludwig Berliner aus Worms, Karl Dingeldey
aus Darmſtadt, Dr. Siegfried Drucker aus Mainz,
Dr. Guſtav Fehrer aus Darmſtadt, Otto Hellwig
aus Gießen, Auguſt Niebergall aus Udenheim,
Guſtav Reis aus Darmſtadt, Dr. Rudolf Ruth aus
Büdingen und Friedrich Scholl aus Mainz zu
Gerichts=
aſſeſſoren ernannt.
* Genehmigte Verloſung. Das Komitee für
den Obſt= und Kartoffelmarkt Darmſtadt
beabſichtigt, mit dem vom 19. bis 21. Oktober lfd. Js. zu
Darmſtadt ſtattfindenden Obſt= und Kartoffelmarkte eine
Verloſung von Obſt, Obſtwein, Gemüſen,
Konſerven uſw. zu verbinden. Das Großh.
Mi=
niſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis
zur Veranſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung
erteilt, daß bis zu 7000 Loſe, zu 0,30 Mk. das Stück,
aus=
gegeben werden dürfen und mindeſtens 60 Prozent des
Bruttoerlöſes aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankauf
von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind. Zugleich
wurde der Vertrieb der Loſe in den Kreiſen Darmſtadt,
Dieburg und Groß=Gerau geſtattet.
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 12,
enthält: 1. Ueberſicht über die für 1913 zur Erhebung
genehmigten Umlagen der Stadt Worms. 2. Ueberſicht
über die in den Gemeinden des Kreiſes Oppenheim zu
erhebenden Gemeindeſteuern für das Rechnungsjahr
1913. 3. Ueberſicht über die in der Stadt Mainz zu
erhebenden Gemeindeſteuern für das Rechnungsjahr
1913. 4. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen
fremder Orden. 5. Dienſtnachrichten.
g. Ferienſtrafkammer. Wegen Verbrechens nach
§ 173 des Strafgeſetzbuches wurde von der
Ferienſtraf=
kammer der 35jährige Dienſtknecht Wilhelm Schwinn
von Nieder=Kainsbach, der auf das gröblichſte ſeine
Stel=
lung als Stiefvater mißbrauchte, zu zwei Jahren
Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluſt verurteilt; ein
Monat der Unterſuchungshaft wird ihm angerechnet. Die
18jährige Pflegetochter erhielt zwei Wochen Gefängnis. —
Der bisher unbeſtrafte 49jährige Kutſcher Fr. M. von hier
hatte ſich unter der Anklage der Urkundenvernichtung zu
verantworten. Er war ſeinem Hausherrn bei ſeinem
Auszug 25 Mk. ſchuldig geblieben; beide kamen überein,
daß M. dafür einen Schuldſchein gebe, durch den feſtgelegt
wurde, daß die Summe im Falle der Nichtzahlung vom
Lohne gepfändet werden ſollte. M. bezahlte 3 Mark ab,
ließ aber dann nichts mehr von ſich hören. Der Gläubiger
gab nun den Schuldſchein an die Firma, die ihn wiederum
an den M. zur Regelung übergab. Als nun der Gläubiger
immer noch nicht zu ſeinem Gelde kam, wandte er ſich
abermals an die Firma und nun erklärte M., er habe den
Schein zerriſſen. Er war ſich der Tragweite ſeiner
Hand=
lung nicht recht bewußt, weshalb er auch zu der
Ver=
handlung trotz rechtzeitiger Ladung nicht erſchien, ſondern
erſt geholt werden mußte. Er holte unterdes den Schein,
den er nicht vernichtet hatte, wieder heraus, weshalb er
nur wegen Unterdrückung einer Urkunde einen Tag
Gefängnis erhielt. — Der 37jährige vielfach
vorbe=
ſtrafte Taglöhner Johannes Roßnagel von Weiler
wurde vom Schöffengericht zu drei Monaten Gefängnis
und ſieben Wochen Haft und Ueberweiſung verurteilt,
weil er in Wimpfen ſeiner Verhaftung, die wegen Bettelns
erfolgten ſollte, gewaltſam Widerſtand entgegenſetzte und
wie raſend um ſich ſchlug. Er konnte nur mit Mühe und
Not vom Gendarmeriewachtmeiſter und dem Ortspoliziſten
transportiert werden. Er legte gegen das Urteil
Be=
rufung ein, die jedoch als unbegründet verworfen
wurde.
* Hauptverſammlung der Gemeindebeamten und
Bedienſteten des Großherzogtums Heſſen. Auf die
am Sonntag, den 27. Juli, vormittags 11 Uhr zu
Gonſenheim bei Mainz ſtattfindende
Hauptverſamm=
lung ſei hiermit hingewieſen. Die zur Beſprechung
ge=
langenden Verhandlungspunkte ſind intereſſant und die
Wahrung der Standesintereſſen der heſſiſchen
Gemeinde=
beamten und =bedienſteten von ſolch wichtiger und
ein=
ſchneidender Bedeutung, daß kein Mitglied des großen
Ver=
bandes fehlen ſollte, zumal Gonſenheim von Mainzaus durch
drei Zugverbindungen außerordentlich leicht zu erreichen
iſt. Die Ortsgruppe Gonſenheim hat auch die
Gemeinde=
verwaltung zu den Beſprechungen eingeladen, um in dieſe
Klarheit über die Ziele und Beſtrebungen des Verbandes
zu bringen. Nach Schluß der Tagung findet ein
gemein=
ſchaftliches einfaches Mittageſſen ſtatt.
* Koſchat=Quintett. Infolge der vielen
Auf=
forderungen hat ſich das Koſchat=Quintett wieder
entſchloſſen, eine Konzertreiſe zu unternehmen. Sonntag,
den 27. Juli, 8 Uhr abends, wird das beliebte
Kunſt=
enſemble im Städtiſchen Saalbau konzertieren,
und den Freunden alpiner Weiſen Gelegenheit geben,
die ſchönen Koſchat=Lieder vom Original=Koſchat=Quintett
zu hören.
* Beſchädigung von Gartenanlagen. Das Großh.
Polizeiamt macht in einer Bekanntmachung vom 17. Juli
darauf aufmerkſam daß ſich in letzter Zeit vielfach
Villen= und Gartenbeſitzer darüber beſchwert haben, daß
von Kindern wie von Erwachſenen im Vorbeigehen aus
ihren Gartenanlagen Blumen entwendet und
oft ganze Roſenſtöcke umgeknickt worden
ſeien. Dieſe Unſitte kann nicht ſcharf genug verurteilt
werden, weil ſie ein ſchlechtes Licht auf die hieſige
Be=
völkerung wirft, und weil ſie die Garten= und
Villen=
beſitzer zum Wegzug von Darmſtadt verleiten kann.
Wir können uns dem öffentlichen Erſuchen des Großh.
Polizeiamts nur anſchließen, das darauf hinausgeht,
daß jeder aus der Bevölkerung für ſeinen Teil
er=
zieheriſch auf Kinder und Erwachſene einwirken möge,
daß ſolche Schädigungeu des Anſehens der Stadt und
ihrer Einwohner künftig nicht mehr vorkommen.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Von der diesjährigen Nordlandreiſe des
deutſchen Kaiſers; Vom 12. Deutſchen Turnfeſt in Leipzig:
die Aufſtellung von 17000 Turnern zu den Freiübungen;
Zur Niederlage der Bulgaren im neuen Balkankriege;
Von den Serben eroberte bulgariſche Geſchütze in Belgrad;
Kolonialtruppen bei der großen Pariſer Parade.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 19. Juli.
Butter, ½ kg . . 1,40 M
i. Part., ½ kg 1,30 M.
7—9 P
Eier, Stück
Schmierkäſe, ½ Lit. 18-20 Pf
Handkäſe, Stück . 4—10 Pf
Kartoffeln, Zentner 3,25 M
Kumpf (10 Liter) 55-60 Pf
4 Pf
½ kg.
Obſt u. dergl.:
Eierſchwämme, ½ kg 20 Pf.
Aprikoſen, ½ kg . 70 Pf.
70 Pf.
Pfirſiche, ½ kg
Pflaumen, ½ kg . 25 Pf.
Reineklauden, ½ kg 50 Pf.
Aepfel, ½ kg 25—30 Pf.
Zwetſchen, ½ kg 30—40 Pf.
8 Pf.
Zitronen, Stück
Heidelbeer., Schopp. 16-18 Pf
Apfelſinen, Stück 9—10 Pf
Kirſchen, ½ kg 35—40 Pf.
Birnen, ½ kg 30—40 Pf
Stachelbeeren, Schopp. 15 Pf.
Johannesbeeren, ½kg30 Pf
Wald=Erdbeeren,
Schoppen . . 45—50 Pf
Himbeeren, ½ kg 45—50 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück
6 P
Kohlrabi, Stück
Erbſen, ½ kg. 15—18 P
Radieschen, Bündel 2—3 Pf
Rettiche, Stück . 5—10 Pf
Meerrettich, Stück . 30 Pf
Roterüben, Bündel 5—6 P
Zwiebeln, ½ kg 8—10 Pf
Tomaten, ½ kg 20—25 P
Spinat, ½ kg . 20—25 P
Weißkraut, Stück 30—40 Pf.
Rotkraut, Stück . 35 Pf.
Blumenkohl, Stück 10—50 Pf.
Wirſing, Stück . 5—15 Pf.
Zuckererbſen, ½ kg 28 Pf.
Saubohnen, ½ kg 20—25 Pf.
Gelberüben, Bündel 4 Pf.
Rhabarber, ½ kg. 15 Pf.
Gurken, Stück . 15—30 Pf.
Einleggurken, Stück 3—6 Pf.
Römiſch=Kohl, Bündel 2 Pf.
Bohnen, ½ kg 16—18 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg 1,10—1,20 M.
Enten, Stück 3,50—4,00 M.
Hahnen und Hühner,
Stück
3,00—3,50 M.
Tauben, Stück 60—70 Pf.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . . . 90 Pf.
Aal, ½ kg 1,10—1,20 M.
Karpfen, ½ kg 70—80 Pf.
Andere Rheinfiſche,
½ kg . . . . 35—40 Pf.
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf.
50 Pf.
Schollen, ½ kg
25 Pf.
Kabeljau, ½ kg
Schellfiſche, ½ kg . 30 Pf.
Bratſchellfiſche, ½kg 20.25 Pf.
Barben, ½ kg . 60—70 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
76 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.,
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 84 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
. 96 Pf.
kg
Schwartemagen u.
Fleiſch=
wurſt, ½ kg . . 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
.. . 70 Pf.
½ kg.
Das Menetekel der Mode.
** In einem Aufſatze der Times nimmt eine
eng=
liſche Modekennerin das Wort zu einer beweglichen
Klage über die Entwickelung der Frauenkleidung während
der letzten Jahre und läßt ihre Betrachtungen, die „die
Orgie der Entkleidungswut” in einer höchſt
ſachlichen und darum umſo wirkſameren Darſtellung
ſchil=
dern, in ein warnendes Menetekel ausklingen. Nach ihren
Angaben iſt die Gegenwart eher „eine Pertode der
Ent=
kleidung als der Kleidung. Es iſt keine Uebertreibung
wenn man ſagt, daß wir mitten in einer Revolution der
Frauenkleidung ſtehen, wie ſie ſich nicht ereignet hat, ſeit
jene große Revolution den Anſtoß gab zu den
Modeaus=
ſchweifungen der Directoire= und Empirezeit. Noch vor
fünf Jahren trugen die Frauen Röcke und Taillen, die ſie
bedeckten, Strümpfe, dicht genug, um nicht die Farbe ihrer
Haut zu zeigen, und Korſetts, ſowie Unterröcke, die
ge=
nügten, um die Einzelheiten der Figur zu verbergen. Die
Weſpentaille war verſchwunden und weder am Rock, noch
an den Schultern gab es beſondere Auswüchſe.
Man hoffte, daß nun eine Rückkehr zur Natur und zum
guten Geſchmack erfolgen werde. Die großen Pariſer
Schneider entwarfen ihre Koſtüme nur noch für „die Linie‟
womit ſie eine Figur von jugendlicher Schlankheit
bezeich=
neten. Aber das Menſchenweſen liebt nun einmal den
Wechſel; die ſchmale Schönheitslinie iſt ſchnell
überſchrit=
ten, und bald fanden die Herren und Damen, die in Paris
die Mode machen, daß die Natur, zu der ſie zurückgekehrt
waren, nicht natürlich genug war; man glaubte, daß man
noch mehr Kleidungsſtücke entbehren könne und den
Glie=
dern eine größere Freiheit geben müſſe. So kam man zu
der Erfindung der Korſetts ohne Fiſchbeinſtäbe, die
an=
geblich die Figur nicht verändern, ſondern ihr nur einen
Halt verleihen; die Franzöſinnen, die es mit der Mode
ſehr ernſt nehmen, mußten nun wohl oder übel ſchlank wer=
den, es nicht nur ſcheinen; ſie widmeten ſich eifrig
körper=
lichen Uebungen und bald war das Wunder da, daß ſie
ſchlank und knabenhaft in ihrer Figur erſchienen. Das
war vor zwei oder drei Jahren erreicht, und ſeitdem iſt die
Taille, in dem Sinne, in dem man es bisher verſtand,
verſchwunden. Ein Schrei nach neuen Moden erhob ſich,
und in dieſem Jahre hat der Schrei Erhörung gefunden.
Was jetzt auch dem oberflächlichen Beobachter auffällt iſt
die Tatſache, daß die Frauen faſt nichts unter ihren
Toi=
letten tragen, ſogar bei Tage. Unterröcke ſind ſchon ſeit
einiger Zeit aufgegeben und wurden durch
Trikotbein=
kleider erſetzt oder — überhaupt nicht erſetzt. Die Strümpfe
ſind von ſo dünner und durchſichtiger Seide, daß man den
ganzen Fuß darunter ſieht, und der immer niedriger
wer=
dende Niederſchuh verhüllt auch von dieſer Hülle nicht viel.
Soviel von der Fußbekleidung. Darüber wird ein
dünnes Futteral von halbdurchſichtigem Stoff getragen,
das beim Promenadenkoſtüm und bei der Abendtoilette
gleich kurz iſt und Schlitze oder Raffungen derart aufweiſt,
daß das Bein beinahe bis zum Knie entblößt wird und
jede Bewegung der Glieder, ja ſogar der Muskeln, ſich
offen=
bart. Als die Verfaſſerin dieſes im Frühjahr in einem
vor=
nehmen franzöſiſchen Modeſalon war, konnte ſie einen
Unter=
ſchied zwiſchen dem Nachmittagskoſtüm und der großen
Geſellſchaftstoilette nicht entdecken. Früher waren die
Extravaganzen wenigſtens dem Feſtſaal vorbehalten; heute
zeigt ſie die Dame auch auf der Straße. Man erzählt ſich
in Paris eine Geſchichte von einer Engländerin, der eine
Toilette mit folgender Empfehlung angeprieſen wurde:
„Madame wird mit dieſer Robe ſehr zufrieden ſein, denn
wenn ſie ein roſa Unterkleid anzieht, wird Madame
aus=
ſehen — complétement nue.” Wahrlich, es herrſcht eine
Orgie des Entkleidens in unſerer Mode, und kein Zeichen
iſt da, daß es anders wird‟ Die Verfaſſerin will
darin ein ſchlimmes Zeichen für unſere Kultur ſehen, und
ſo malt ſie ihr Menetekel in feurigen Buchſtaben an die
Wand.
Eine Fahrt durch das verwüſtete
Mazedonien.
— Die kriegführenden Balkanſtaaten überbieten ſich
gegenſeitig in telegraphiſchen Meldungen, in denen ſie
einander der furchtbarſten Greueltaten bezichtigen. Wie
parteiiſch dieſe Nachrichten auch zugeſpitzt ſein mögen,
un=
zweifelhaft an ihnen iſt leider die Tatſache, daß das
un=
glückliche, ſeit Jahrzehnten von Mord, Gewalttaten und
Bandenkriegen ſo ſchwer heimgeſuchte mazedoniſche
Land=
in den letzten Tagen der Schauplatz grauenvoller
Aus=
ſchreitungen des Völkerrechts geweſen iſt. R. Larco, der
auf den Kriegsſchauplatz entſandte Korreſpondent des
Corriere della Sera, hat jetzt eine Fahrt durch das
ver=
wüſtete Mazedonien unternommen, iſt von Saloniki über
Doiran bis nach Strumnitza, dem heutigen griechiſchen
Hauptquartier, geeilt: und überall auf dem Wege
empfin=
gen ihn die furchtbaren Spuren von Gewalttätigkeiten,
von Feuer, Tod und Vernichtung. Das beginnt ſchon kurz
nach Saloniki; und je weiter man in das ſchwer
heim=
geſuchte Land vordringt, umſo entſetzlicher wird die
Sprache der Tatſachen. Die meiſten Häuſer ſind zerſtört,
vo nicht die Geſchütze ihr Vernichtungswerk vollendeten,
walteten die Flammen, und nur die rauchgeſchwärzten
Ueberreſte von Mauern erzählen noch davon, daß hier einſt
die Heimſtätten friedlicher Menſchen waren. Selbſt die
wenigen nicht zerſtörten Häuſer tragen die Spuren von
der Vernichtungsarbeit der Flammen. Weite Riſſe gähnen
in den Mauern, überall fehlen die Türen, die Fenſter ſind
verkohlt oder zerſchlagen, und jedes einzelne Haus gewährt
einen unheimlichen, abſchreckenden Eindruck mit ſeinen
leeren, ſchwarzen Oeffnungen. Hin und wieder ſieht man
dann auf Straßen und Feldern Frauen, Kinder und
Bauern, die umher irren und die Stätte ſuchen, die einſt
ihr Heim war. Der Anblick dieſer Leute iſt erſchütterndg
Die heſſiſchen Sparkaſſen.
C. Aus den in den Mitteilungen der Gr. Zentralſtelle für die
Landesſtatiſtik veröffentlichten Geſchäftsergebniſſen
der dem Sparkaſſenverband
angeſchloſſe=
nen Sparkaſſen geht hervor, daß die
Darm=
ſtädter Anſtalt hinſichtlich der Zahl der
Sparkaſſen=
bücher mit 47613 an der Spitze ſteht. Den Gegenſatz
bil=
det Eſchollbrücken mit nur 315. Ueber 15000 Einleger
haben Gießen, Mainz=Stadt und=Land, Offenbach und
Worms. Den höchſten Betrag der Einlagen
weiſt dagegen Mainz=Stadt mit 43 804 625 Mark auf,
worauf Darmſtadt mit 38007068 Mark folgt. Auch hat
Mainz den größten Reſervefonds (4548504 Mark).
Reſerven zwiſchen 1 und 4 Millionen haben ferner Bingen,
Darmſtadt, Groß=Gerau Mainz=Land Offenbach und
Worms Der Prozentſatz der in Inhaberpapieren
einge=
legten Gelder ſchwankt zwiſchen 1,3 in Vilbel und 36,5 in
Höchſt (Darmſtadt: 9,1) während die Prozentſätze der
in Hypotheken angelegten Gelder ſich zwiſchen 26 in
Oppen=
heim und 90,2 in Darmſtadt bewegen. Ein beträchtlicher
Teil der Gelder iſt außerdem bei Gemeinden und ſonſtigen
Kommunalverbänden angelegt. Am wenigſten iſt das in
Darmſtadt und Mainz der Fall, wo dieſe Prozentſätze nur
0,3 und 0,4 betragen. An der Spitze ſteht in dieſer
Hin=
ſicht Seligenſtadt mit 36,8 Prozent, dem Erbach mit 32,9
Prozent folgt.
b. Goddelau, 19. Juli. Nachdem geſtern morgen auf
dem hieſigen Bahnhofe ein Rangierer zwiſchen die
Puffer geraten war und erhebliche
Quetſchun=
gen erlitten hatte, ereignete ſich gegen Abend ſchon wieder
ein Unglück, indem zwei Güterzüge mit ſolcher
Hef=
tigkeit aufeinanderſtießen daß verſchiedene
Gü=
terwagen ineinander= und der Packwagen des einen Zuges
auf den Maſchinentender geſchoben wurden.
Lokomotiv=
führer und Heizer und der im Packwagen befindliche
Zug=
ſchaffner waren rechtzeitig abgeſprungen, ſo daß ſie mit
verhältnismäßig geringen Verletzungen davonkamen;
je=
doch ſoll der Materialſchaden ziemlich
beträcht=
lich ſein.
Rüſſelsheim, 19. Juli. Auf der Heimkehr vom
Kriegerfeſt überfielen mehrere Flörsheimer Burſchen
junge Rüſſelsheimer Arbeiter. Einem von dieſen wurde
der Schädel eingeſchlagen, ſo daß der junge Mann
im Mainzer Krankenhauſe ſtarb. Die Burſchen, die die
Tat aus Eiferſucht begingen, wurden verhaftet.
* Offenbach, 19. Juli. Der 21 Jahre alte Bohrer
Wilhelm Wagner und die 18 Jahre alte Näherin Eva
Nortin ſtürzten ſich heute morgen gegen 6 Uhr in
den Main weil die Eltern das Liebesverhältnis der
Beiden nicht dulden wollten. Ihre Leichen wurden im
Laufe des Vormittags geländet.
g. Kirch=Brombach, 19. Juli. Der Landwirt Jakob
Mohr III. hat heute ſeinem Leben durch Erhängen
ein Ende gemacht.
Erbach, 18. Juli. In der geſtrigen
Generalverſamm=
lung des „Odenwälder Reitervereins” wurden
alle Einzelheiten für das diesjährige Rennen genau
feſt=
geſetzt, ſo namentlich die einzelnen Läufe der verſchiedenen
Rennen beſtimmt. Zum Trabreiten ſind 22 und zum
Galoppreiten 12 Pferde gemeldet, während für den Lauf
ehemaliger Militärpferde 3 Nennungen vorliegen. Im
ganzen werden über 30 Pferde am Rennen teilnehmen.
Mainz, 19. Juli. Schon vor längerer Zeit haben die
Ladeninhaber von 15 Branchen ſich und ihrem Perſonal
die Wohltat erwieſen, ihre Geſchäfte um 8 Uhrabends
zuſchließen. Da dieſe Neuerung in keiner Weiſe
ſchä=
digend auf die Einnahmen gewirkt hat, ſo ſind dieſem
Beiſpiele abermals 15 verſchiedene Geſchäftszweige, die
Achtuhr=Ladenſchluß einführen wollen,
ge=
folgt. Die Angelegenheit wird demnächſt die
Stadtver=
ordneten beſchäftigen.
Oppenheim, 19. Juli Die Peronoſpora, die ſtark
auftritt, macht unſeren Winzern eine Unmenge Arbeit. Die
Weinberge ſind teilweiſe jetzt ſchon zum fünften und
ſechſten Male geſpritzt worden. Die Nachfrage nach
1912er ſetzt eben wieder ſtärker ein. In den letzten
Tagen wurden hier 32 Halbſtück 1912er, das Stück zu 800
bis 1000 Mack verkauft.
Nierſtein, 19. Juli. Schon wieder einmal hat ein
fremder Schwindler eine ganze Anzahl hieſiger
Einwohner empfindlich hereingelegt. Diesmal war es
aber kein „Photograph” ſondern ein „Uhrmacher”
Der Gauner ſprach in vielen Familien nach
reparaturbe=
dürftigen Uhren vor und erhielt ſolche auch vielfach mit,
trotzdem am hieſigen Platze zwei tüchtige Uhrmacher ſind.
Als die Uhren nach Wochen nicht kamen, wandten ſich die
Leute an die Polizei. Dieſe hat jetzt feſtgeſtellt, daß die
ganze Uhrmacherei nichts weiter als ein plumper
Schwindel war. Keine der oft recht wertvollen Uhren
iſt wieder zurückgekommen.
Eich, 19. Juli. Der vor einiger Zeit im Anweſen des
Ph. Schloſſer entſtandene Brand ſoll durch
Brand=
ſtiftung verurſacht worden ſein. Die
Staats=
anwaltſchaft nahm Zeugenvernehmung vor.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 19. Juli. Mit den Arbeiten
zum Neubau des Miniſteriums für
Land=
wirtſchaft Domänen und Forſten iſt in
die=
ſen Tagen, wie ſchon kurz gemeldet, in der Königgrätzer
Straße begonnen worden. Die Geſamtkoſten ſind auf drei
Millionen Mark veranſchlagt. — Zu dem geſtrigen
Ueberfall auf einen Schutzmann am Königlichen
Schloß wird mitgeteilt, daß der verhaftete Landwirt
Michaelis heute vormittag wegen ſchwerer
Körperverletz=
ung dem Unterſuchungsrichter vorgeführt worden iſt. M.
wurde zunnächſt auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſucht, weil
man annahm, daß er geiſteskrank ſei, und weil er ſelbſt
behauptete, er leide an Wahnvorſtellungen und glaube
ſich verfolgt; deshalbe habe er auch, um ſich vor ſeinen
Feinden zu ſchützen, im Königlichen Schloß Schutz ſuchen
wollen. Die ärztliche Unterſuchung hat aber ergeben, daß
Michaelis nicht geiſteskrank iſt. — Höhlenbewohner in
Weißenſee. Auf einem unbebauten Gelände an der
Fal=
kenberger Straße auf Weißenſeer Gebiet haben Mitglieder
des „Fußballklubs 1900" eine intereſſante
Entdeck=
ing gemacht. Hinter einem alten Zaun, der jetzt
ab=
geriſſen worden iſt, ſtießen ſie auf eine höhlenartige
Ver=
tiefung, die mehrere Meter weit in das Erdreich führt.
Etwa zwei Meter unter der Oberfläche befindet ſich ein
Raum, der mit allem Komfort verſehen iſt und zweifellos
als Wohnung für lichtſcheues Geſindel dient. Sogar
Möbelſtücke fehlten nicht in dem Höhlenbau. Eigenartig
iſt der Umſtand, daß die Höhle mit Flieſen ausgelegt iſt.
Auch der Eingang zum unterirdiſchen Wohnraum hat
lieſenbelag. Ueber der Höhle iſt eine Klappe angebracht,
durch die den Höhlenbewohnern von oben friſche Luft
zu=
geführt wird. Man ſuchte durch Bewachung des Terrains
den Bewohnern der unterirdiſchen Behauſung auf die
Spur zu kommen, doch vergeblich. Wahrſcheinlich haben
ſie Verdacht geſchöpft und ziehen es nun vor, der Höhle
fernzubleiben.
Potsdam, 19. Juli. In der hieſigen
Garniſon=
kirche fand heute vormittag, wie alljährlich am
Sterbe=
tage der Königin Luiſe, die Trauung der
Luiſen=
räute ſtatt. Sechs Bräute und zwei Silberbrautpaare
wurden eingeſegnet. Jedes Brautpaar erhielt aus einer
Stiftung 450 Mark. Die Luiſenbräute werden aus der
Klaſſe der dienenden Stände gewählt.
Wetzlar, 19. Juli. Zwiſchen den Orten Niederbiel
ind Leun hat ſich geſtern abend ein
Automobilun=
glück ereignet. Das Automobil, das in ſchneller Fahrt
eine Kurve nehmen wollte, ſchlug um und alle drei
In=
ſaſſen wurden herausgeſchleudert. Der Geſchäftsreiſende
Richard Schmidt aus Eſchersheim bei Frankfurt a. M.
der ſchwere Verletzungen am Kopf und an der Bruſt
er=
litten hatte, war ſofort tot. Der Chauffeur erlitt leichte
Verletzungen; der dritte Mitfahrer blieb unverletzt.
Heidelberg, 19. Juli. Prinz Rangſit von
Siam, der im Frühjahr unſere Stadt nach
neunjähri=
gem Aufenthalt verlaſſen hat und nach dem Bangkoker
Königshof zurückgekehrt iſt, wird ſich in nächſter Zeit mit
einer jungen Dame aus Heidelberg, Fräulein Eliſabeth
Scharnberger, vermählen. Die Dame reiſt heute mit
ihrer Mutter und Schweſter nach Siam. Der
Herzens=
roman des Prinzen war in Heidelberg ſeit längerer Zeit
offenes Geheimnis. Eine Schweſter der künftigen
ſiame=
ſiſchen Prinzeſſin iſt mit einem franzöſiſchen
Fliegeroffi=
zier in Algier verheiratet.
Karlsruhe, 19. Juli. Der Stadtrat beantragt beim
Bürgerausſchuß, auf dem Feſtplatz eine
Ausſtellungs=
halle im Höchſtbetrage von 680000 Mark zu
errich=
ten. An Stelle des geplanten Neubaues für einen
Kon=
zertſaal nebſt Theater ſoll lediglich ein ſolcher für einen
Konzertſaal erſtellt und dieſer ſo eingerichtet werden, daß
er zeitweiſe, insbeſondere während der Ferien des
Hof=
theaters, auch zu Theateraufführungen benutzt werden
kann.
München, 19. Juli. Im Schnellzuge wurde auf der
teiſe von hier nach Luzern einem Fabrikanten aus
Balti=
nore ein Brief mit 1000 Pfund Sterling geſtohlen.
Leipzig, 19. Juli. Das Schöffengericht
ver=
urteilte einen der Hauptſchuldigen der ausländiſchen
Studenten, die in einem Kabarett die anweſenden
Deutſchen beſchimpft hatten, zu drei Monaten und einer
Woche Gefängnis.
Pillau, 19. Juli. Heute vormittag fand die
Ein=
weihung des vom Kaiſer der Stadt geſchenkten
Denkmals des Großen Kurfürſten ſtatt. In
Vertretung des Kaiſers erſchien der kommandierende
Ge=
neral von Kluck ferner waren anweſend der
Regierungs=
präſident Dr. Graf von Keyſerlingk, der
Feſtungskom=
nandant von Pillau, Oberſtleutnant von Raumer, der
Eiſenbahnpräſident Krüger, Landrat Peterſen,
Fregat=
tenkapitän Rößler, Kommandant des kleinen Kreuzers
„Stuttgart”, mit dem geſamten Offizierkorps der „
Stutt=
gart” das Offizierkorps des hier garniſonierenden
In=
fanterie= und des Artillerie=Regiments, ſowie die Spitzen
der ſtädtiſchen Behörden. General von Kluck übergab das
Denkmal, das die naturgetreue Abbildung des in der
Siegesallee in Berlin aufgeſtellten Denkmals iſt, im
Na=
men des Kaiſers in die Obhut und den Schutz der Stadt,
wobei er ein Hoch auf den Kaiſer ausbrachte, in das die
Feſtteilnehmer begeiſtert einſtimmten. Bürgermeiſter
daberland übernahm mit Dankesworten das Denkmal und
gelobte, daß die Stadt das Standbild ſtets in Ehren
hal=
ten und mit Treue hüten werde. Der Bürgermeiſter
ſandte im Namen der Bürgerſchaft von Pillau ein
Dank=
telegramm an den Kaiſer.
Aurich, 19. Juli. Nach zweitägiger Sitzung wurde
geſtern und heute vor der hieſigen Strafkammer über die
anläßlich der Maifeier in Wilhelmshaven
vor=
gekommenen Ausſchreitungen verhandelt. Vier
An=
geklagte hatten ſich wegen Aufruhrs zu verantworten. Die
Verteidigung der Angeklagten hatte Rechtsanwalt Heine=
Berlin. Es waren 50 Zeugen geladen. Der
Staatsan=
walt beharrte auf der Anklage wegen Aufruhr. Das
Ge=
richt hielt einen Aufruhr nicht für erwieſen und verurteilte
vegen Teilnahme an einem Auflauf den Nieter
Krüß=
mann zu zwei Monaten, den Arbeiter Paſchik zu drei
Wochen Gefängnis und den Schmied Kleine zu 30 Mark
Geldſtrafe. Der Maurer Waſſer wurde freigeſprochen.
Wilhelmshaven, 18. Juli. Nach einer ergreifenden
Trauerfeier, der zahlreiche Offiziere und Mannſchaften der
Marine beiwohnten, wurden von den 16 aus dem Wrack
des Torpedoboots „§ 178” geborgenen Leichen 12
in einem gemeinſamen Grabe auf dem Marinefriedhof
be=
erdigt. Vier Särge wurden zur Beiſetzung in der
Hei=
mat nach dem Bahnhof geleitet. Tauſende von Menſchen
umſtanden die Straßen, durch welche der Zug ging.
Neuſtrelitz, 18. Juli. Der Prinz von Wales
traf heute nachmittag gegen 5¾ Uhr im Automobil hier
ein. Er wurde vor dem Schloß von dem Großherzog und
dem Erbgroßherzog begrüßt.
Salzburg, 18. Juli. Beim Leichenbegängnis des
Generals Frhrn. v. Werſebe ſcheute ein den Trauerzug
eröffnendes Pferd mit einem eiſernen Ritter und ſtürmte
gegen die Trauergäſte, worunter ſich das Herzogspaar
von Cumberland und die Großherzogin von Mecklenburg
befanden. Des Publikums bemächtigte ſich eine Panik.
Nachdem das Pferd eingefangen worden war, wurde die
Trauerfeier ohne Zwiſchenfall fortgeſetzt.
Haag, 19. Juli. Die Einweihung des
Frie=
denspalaſtes wird am 28. Auguſt hier ſtattfinden.
Alle europäiſchen Regierungen werden dazu Vertreter
ent=
ſenden.
Nancy, 19. Juli. Ueber die Verhandlungen gegen
den Studenten Collot vor dem
Zuchtpolizei=
gericht werden noch folgende Einzelheiten bekannt, aus
denen hervorgeht, daß der nunmehr Verurteilte tatſächlich
Hader und Streit geſucht hat. Zur Verhandlung waren
auch Zeugen von jenſeits der Grenze, ſowie ein deutſcher
Polizeioffizier erſchienen. Der Student Collot, 25 Jahre
alt, gab in der Verhandlung zu, daß er mit den
Kaffee=
hausgäſten Streit geſucht und ſie „Pruſſiens” genannt
habe. Desgleichen bekannte er, den Kaufmann Conrad
aus Hayingen niedergeſtoßen und ihm dadurch einige
eichte Verletzungen zugefügt zu haben. Collot gibt auch
zu, ſelbſt weidlich durchgeprügelt worden zu ſein: Sein
Verteidiger, Pierre Weiß, bemühte ſich, die ganze
Ange=
legenheit als einen einfachen Kaffeehausſtreit
darzuſtel=
len. Der Gerichtshof war jedoch nicht dieſer Anſicht und
verurteilte Collot zu vierzehn Tagen Gefängnis, 15 Francs
Geldſtrafe und zur Zahlung von 300 Francs
Schaden=
erſatz an den Verletzten. Nach Verkündung des Urteils
ſtießen die auf der Straße befindlichen Freunde Collots
gegen die erſchienenen Lothringer Schmährufe aus.
Marſeille, 19. Juli. Der Hafenarbeiter Mounier
er=
ſchoß den Werkführer Brugnier, weil dieſer ihn entlaſſen
und ſich geweigert hatte, in dem Zeugnis zu erwähnen,
daß Mounier 33 Jahre auf den Docks beſchäftigt geweſen
ſei. Während man den Mörder nach dem
Polizeikommiſ=
ſariat abführte, eilte der Sohn Brugniers herbei und
brachte Mounier mit einer Eiſenſtange eine
lebensge=
fährliche Verletzung am Kopfe bei.
Luftfahrt.
Die Dauerfahrt des „L. Z. 20‟.
* München, 18. Juli. Wie aus Augsburg
ge=
meldet wird, erſchien heute nachmittag gegen 3¼ Uhr zur
allgemeinen Ueberraſchung ein Zeppelinluftſchiff
über der Stadt, das mit ziemlich heftigem Winde zu
kämpfen hatte. Es manövrierte einige Zeit über der
Stadt und nahm dann den Kurs nach dem Lager Lechfeld.
Es handelte ſich um das Luftſchiff „L. 3. 20” das heute
vormittag in Frankfurt a. M. zu einer Dauerfahrt
aufge=
ſtiegen war. Die Funkerabteilung des hieſigen
ſie irren über die Felder und völlig ratlos beginnen ſie
ſchließlich mechaniſch irgend etwas zu tun, mähen Gras
für Haustiere, die nicht mehr da ſind, oder ſie ſtehen vor
leer gebrannten Häuſern und ſchweigen.” Sein Weg führt
Larco dann über das verlaſſene Schlachtfeld von Kilkitſch:
eine einzige weite Stätte des Grauens. Noch ſieht man
zwiſchen Feldern und Wieſen die ſchwarzen Streifen
auf=
geworfener Erdhügel: die Schützengräben und
Verſchanz=
ungen. Im weiten Umkreiſe iſt die Erde zerfetzt und von
Granäten aufgeriſſen, die Geſchoſſe haben Hügel getürmt
und Gruben gegraben, wie erloſchene Krater anzuſchauen.
Und über all dem ein wirres, buntes Chaos von
unzähli=
gen Gegenſtänden, ein wahrer Baſar des Todes. Was
Menſchen tragen oder gebrauchen, alles, alles findet man
hier, Papierfetzen und Notizbücher, Hemden,
Kleidungs=
ſtücke, Uniformabzeichen, Säckel, Flaſchen, Töpfe, Kiſſen
und Tücher, ja ſogar Spielkarten. Und zwiſchen all dem
liegt noch der Same, der dieſe troſtloſe Ernte reifen ließ,
Geſchoſſe und Geſchoßſplitter.
Die Richtung des Rückzuges, der Weg zur Flucht hebt
ſich deutlich ab: er iſt von Schuhwerk beſät, von Stiefeln
und Strümpfen, die die Flüchtenden abſtreiften und liegen
ließen. Aber das Bild der Verwüſtung endet nicht mit
dem Schlachtfelde, es ſetzt ſich fort nach allen Seiten.
Stundenlang kann man der Rückzugslinie folgen: und
überall ſtößt man auf menſchenleere, niedergebrannte
Dör=
fer ſelbſt Felder und Bäume wurden den Flammen
aus=
geliefert. Und das ſetzt ſich fort, Meile um Meile,
Land=
ſchaft um Landſchaft, bis hinauf gegen Strumitza. Hier,
in dem weißen Städtchen mit den roten Dächern, ſuchen
die Flüchtenden Aſyl, Frauen, Kinder und Greiſe mit
kleinen Handkarren oder Eſeln und man ſcheut ſich,
dieſen jetzt heimatlos und beſitzlos gewordenen Menſchen
ins Auge zu ſchauen, denn auf allen Mienen liegt der
gleiche Ausdruck, dumpfer, troſtloſer Verzweiflung, von
der der Fremde weiß, er kann ſie nicht lindern.
Feuilleton.
* Drahtloſe Telegraphie im Florentiner Dom. Unter
der Kuppel von Santa Maria del Fiore erſchallen
tags=
über die feierlichen Geſänge von Chorknaben, die Gebete
er Prieſter und Gläubigen ſteigen zu ihr empor; des
Nachts aber, wenn ſie verſtummt ſind, geht hier
Welt=
licheres vor: da treffen unter Brunneleſchis gewaltigen
Wölbungen Nachrichten ein aus Rom, aus Centocelle, aus
Toltano, Meldungen vom Eiffelturm zu Paris und ſogar
aus Tripolis. Mit anderen Worten, in der heiligſten
Kirche von Florenz iſt die drahtloſe Telegraphie
eingezogen. Marconi ſelbſt hat vor einiger Zeit dem
be=
kannten Leiter des Obſervatoriums von Florenz, Pater
Alfani, empfohlen, den Verſuch zu machen, ob man nicht
eine Station für drahtloſe Telegraphie in einer
Kirchen=
kuppel einrichten könne, und der Pater hat dazu die der
Santa Maria del Fiore gewählt. Eine Antenne wurde
ſoch oben befeſtigt, von der drei Drähte ausgehen; an
einem Pfeile laufen ſie bis auf vier Meter über dem Boden
herab; einer der Drähte läuft weiter und verbindet die
Antenne mit den Empfangsapparaten. Die ganze
Ein=
richtung liegt innerhalb der Kirche, ſo daß alſo Santa
Maria del Fiore eine regelrechte radiotelegraphiſche
Station beherbergt. Kaum war ſie eingerichtet, als ſic
chon die atmoſphäriſchen Wellen eines ſehr weit
entfern=
ten Sturmes verzeichnete. Kurze Zeit darauf — es war
zur Nachtzeit — liefen die erſten Radiotelegramme vom
Eiffelturm in Santa Maria de Fiore ein.
* Der echte und der falſche Chartreuſe. Die Mönche des
Kloſters La Grande Chartreuſe in der Chartreuſe
fabrizierten bis vor Jahren dort in ihrem alten Kloſter
ihren bekannten Liqueur. Als man in Frankreich Staat
und Kirche trennte, wurden auch die geiſtlichen Schnaps=
fabrikanten ausgewieſen, die ſich nach Spanien
zurück=
ogen. Die Regierung aber ſah in der verlaſſenen
Schnapsfabrik eine gute Kapitalanlage und verpachtete ſie
zu hohem Preis an einen Unternehmer, der nun in großen
Mengen den Schnaps der Mönche herſtellte. Die Mönche
aber verſuchten von Spanien aus alles um dieſe
Fabri=
kation zu verbieten, weil es ſich nicht um den echten
Schnaps nach ihrem jahrhundertealten Rezept handele, ſo
daß eine Täuſchung des Pubikums vorläge. Vor dem
Bundesgericht in Genf fand nun die letzte
Gerichtsverhand=
lung der ausgewieſenen Mönche von La Grand
Char=
treuſe gegen den franzöſiſchen Staat ſtatt, in der der
franzöſiſche Staat verurteilt wurde, erſtens den Mönchen
74000 Francs Schadenerſatz zu zahlen und
zwei=
tens, alle in Frankreich befindlichen Utenſilien zur
Her=
ſtellung des falſchen Chartreuſe” zu vernichten. Auch
der noch lagernde falſche Liqueur ſoll vernichtet werden.
* Das verſchluckte Beweisſtück. Eine aufregende
Szene ereignete ſich bei dem Landgericht in Schwerin
i. M. Dort wurde, nach der B. Z., vom
Unterſuchungs=
richter einem wegen Verleitung zum Meineid Angeklagten
ein Schriftſtück vorgelegt, das ihn ſchwer belaſtete. Gleich
darauf wurde der Unterſuchungsrichter abgerufen. Kaum
hatte er das Zimmer verlaſſen, als der Angeklagte das
Schriftſtück ergriff, in den Mund ſteckte und
hinunterzu=
würgen begann. In dieſem Augenblick kehrte der Richter
zurück. Er holte ſofort vier Gerichtsdiener herbei, die den
Angeklagten daran zu hindern ſuchten, das Papier zu
ver=
ſchlucken. Ein ſchnell hinzugezogener Zahnarzt entfernte
mit einer Zange den Ballen, der ſich ſchon im blutenden
Schlunde feſtgeſetzt hatte. Obwohl das Schriftſtück von
Blut durchtränkt war, konnte es wieder leſerlich gemacht
werden. Der Richter ließ nun das Schreiben
photo=
graphieren und auf Pappe kleben.
Telegraphenbataillons ſtand ſchon ſeit vormittags 11 Uhr
mit dem Luftſchiff in ſtändiger Verbindung.
Das Luftſchiff wollte auch nach München kommen, machte
jedoch ſpäter durch Funkſpruch die Mitteilung, daß es
München nicht berühren könne. Es iſt nicht bekannt,
wo=
hin die Weiterfahrt gehen wird.
* Memmingen, 18. Juli. Das Luftſchiff
„L. Z. 20” überflog um 6 Uhr abends die Stadt und
ſchlug die Richtung nach Friedrichshafen ein.
* Stuttgart, 19. Juli. Das Luftſchiff
„L. Z. 20” paſſierte um ½1 Uhr die Stadt in nördlicher
Richtung.
* Frankfurt a. M., 19. Juli. Das Luftſchiff
„L. Z. 20” iſt von ſeiner Dauerfahrt zurückgekehrt
und heute früh gegen ½5 Uhr glatt gelandet.
* Frankfurt 19. Juli. Das neueſte
Mili=
tärluftſchiff „L Z 20‟, das Freitag vormittag 9 Uhr
von hier aus eine Dauerreiſe angetreten hatte iſt heute
früh 4½ Uhr, nach nahezu zwanzigſtündiger
Fahrt im Frankfurter Lufthafen wieder eingelaufen.
Nach den Berichten des Führers, Direktor Dürr, war
die Fahrt eine der ſchwierigſten, die je mit einem
„Z.=Schiff ausgeführt worden iſt. Stundenlang wurde das
Fahrzeug von ſtrömendem Regen gepeitſcht,
dazu geſellte ſich über dem Bodenſee ein Gegenwind, der
20 Sekundenmeter erreichte und das Schiff über eine
Stunde am Fleck ſeſthielt. Bei der Landung in
Frank=
furt war das Schiff ſo vom Regen beſchwert, daß zu ſeiner
Entlaſtung alles entbehrliche über Bord geworfen werden
mußte, um einem unſanften Aufprall auf den Boden
vor=
zubeugen. Die Reiſe ging zunächſt in öſtlicher Richtung
über Würzburg und Ansbach nach Augsburg. Dann
nahm das Schiff ſüdlichen Kurs zum Bodenſee, der in
den erſten Abendſtunden erreicht wurde. Ueber dem
Waſſer wurde eine Höhenfahrt unternommen, die bis zu
1800 Meter emporführte. Um 8½ Uhr abends hatte das
Fahrzeug Friedrichshafen erreicht und kam nun in ſchwere
Wetter. Die ganze Nacht hindurch ſtrömte der Regen
nieder, dazu geſellte ſich, wie erwähnt, ein ſcharfer
Gegen=
wind. Vom Bodenſee nahm das Schiff nördlichen Kurs
und kam gegen 1 Uhr nachts nach Stuttgart. Bei Eintritt
der Morgendämmerung ſchwebte „L Z. 20” über
Frank=
furt. Um 4½ Uhr früh erfolgte hier die Landung. Die
militäriſche Abnahmekommiſſion machte die Fahrt mit.
Die endgültige Uebernahme durch die Militärbehörde
er=
folgt erſt am kommenden Dienstag nach Ueberführung des
Schiffs nach Baden=Oos. Der Kommandant des „ Z20‟
wird Hauptmann Lange.
Sporf, Spiel und Turnen.
-g. Rad= und Motor=Rennen zu Darmſtadt. Die
Rennen, die geſtern nachmittag vom Veloziped=
Klub Darmſtadt auf der Radrennbahn an der
Heidel=
bergerſtraße veranſtaltet wurden, hatten unter der
Un=
gunſt der Witterung ſehr zu leiden. Der einige Zeit vor
Beginn der Rennen einſetzende Regen hatte viele vom
Beſuche der Rennen abgehalten. Trotzdem war der
Be=
ſuch ein annehmbarer zu nennen. Die einzelnen Rennen
wurden wiederholt durch Regen unterbrochen und der
Regen veranlaßte dann auch, daß die Veranſtaltung um
½8 Uhr wegen naſſer Bahnen abgebrochen werden
mußte. Es kamen nicht zum Austrag der dritte Lauf des
Gauverband=Motor=Rennens, das Wanderpreisfahren, zu
dem 20 Nennungen erfolgt waren, und das Mehrſitzer=
Malfahren. Am ſpannendſten war der Kampf um die
Meiſterſchaft von Südweſtdeutſchland, in dem der Mainzer
Rode guter Sieger wurde. Der Darmſtädter Damus
pla=
zierte ſich erſt an vierter Stelle. Auch einige Stürze waren
zu verzeichnen: durch den erſten Sturz, bei dem Rode
und Maier=Laubach ſtürzten, ſchied Rode aus der
Be=
werberliſte um die Meiſterſchaft von Süddeutſchland
über 1 Kilometer. Beide Fahrer hatten nur
unbedeu=
tende Verletzungen. Die Kämpfe um die Meiſterſchaft
von Süddeutſchland beſtritten 14 Fahrer. Durch einen
Sturz in der 31. Runde verringerte ſich das Feld auf 8,
und die letzten 10 Runden beſtritten 7 Fahrer. Auch bei
dieſem Maſſenſturz gab es glücklicherweiſe nur verbogene
Räder und Hautabſchürfungen. Ein Fahrer hatte eine
leichte Gehirnerſchütterung erlitten. — Die einzelnen
Reſultate ſind wie folgt:
Erſtfahren (1000 Meter). 1. Vorlauf: 1. Fiſcher=
Darmſtadt 2 Min. 1 Sek., 2. Wedel=Frankfurt. — 2.
Vor=
lauf: 1. Schmitt=Darmſtadt 2 Min. 11 Sek., 2. Leiber=
Frankfurt. — 3. Vorlauf: 1. Götz=Frankfurt 2 Min. 6 Sek.,
2. Schäfer=Darmſtadt. — Endlauf: 1. Fiſcher 1 Min.
55 Sek., 2. Götz, 3. Schäfer.
Meiſterſchaft von Südweſtdeutſchland
über 1 Kilometer. 1. Vorlauf: 1. Rode=Mainz 2 Min.
18 Sek., 2. Sommer=Frankfurt. — 2. Vorlauf: 1. Damus=
Darmſtadt 1 Min. 46 Sek., 2. Sehring=Darmſtadt.
3. Vorlauf: 1. Maier=Laubach 1 Min. 42 Sek., 2. Möſer=
Frankfurt. — 4. Vorlauf: 1. Götz=Frankfurt 1 Min. 51
Sekunden, 2. Lüderitz=Mannheim. — 1. Zwiſchenlauf:
1. Sommer 1 Min. 43 Sek., 2. Möſer. — 2. Zwiſchenlauf:
1. Damus 1 Min. 54 Sek., 2. Sehring. — Endlauf:
1. Damus 1 Min. 44 Sek., 2. Sehring, 3. Möſer.
Gauverbands=Motor=Rennen (20
Kilo=
meter, 2 Läufe à 5 Kilometer, Endlauf 10 Kilometer,
Punktwertung). 1. Lauf: 1. Michel=Frankfurt 5 Min.
34 Sek., 2. Schaub=Darmſtadt, 3. Weyhknecht=Frankfurt.
2. Lauf: 1. Michel 5 Min. 42 Sek., 2. Weyhknecht, 3. Schaub.
Meiſterſchaft von Südweſtdeutſchland
(dem Sieger Ehrenpreis des Oberbürgermeiſters von
Darmſtadt und Titel „Meiſterfahrer von
Südweſtdeutſch=
land” Ferner ein Führungspreis, 25 Kilometer) 1. Rode
in 42 Min. 49 Sek., 2. Sommer, 3. Möſer. Den
Führ=
ungspreis erhielt Möſer.
Zuverläſſigkeitsfahrt des Allg. Deutſchen Automobilklubs.
* Salzburg, 19. Juli. Auf der
Zuverläſſig=
keitsfahrt des Allgemeinen Deutſchen
Automobilklubs trafen geſtern abend von
Regens=
burg 40 Teilnehmer der Fahrt ein, die heute früh die
Fahrt über Zell am See und Kufſtein nach München
fortſetzen werden. Abends fand im Hotel Mirabelle
ein Feſtbankett ſtatt, dem die Vertreter der Salzburgiſchen
Behörden beiwohnten.
Eiſenbahner=Verſammlung.
-g. Der Verband Deutſcher Eiſenbahn=
Handwerker und=Arbeiter hatte für Samstag
abend nach dem „Rummelbräu” eine allgemeine
Eiſenbahnerverſammlung einberufen, die gut
beſucht war. Der Vorſitzende der Ortsgruppe Darmſtadt,
Kollege Herwig, eröffnete die Verſammlung und
be=
grüßte die Erſchienenen, insbeſondere Herrn Profeſſor
Urſtadt=Gießen. Die Tagesordnung beſtand aus drei
Punkten: Das neue Stückzeitverfahren, die allgemeinen
wirtſchaftlichen Verhältniſſe, Diskuſſion. Der Vorſitzende
wies einleitend auf die Einführung des neuen
Stückzeit=
verfahrens hin, das mancherlei Unzuträglichkeiten mit
ſich brachte. Die fortwährend erneuten Vorſtellungen
ver=
anlaßten den Kriegsminiſter, den Direktionen
mitzu=
teilen, daß Handwerker und Arbeiter vom 18.
Lebens=
jahr auf das 25. Lebensjahr um ſieben Jahre
vorge=
ſtaffelt werden können. Auf eine Rundfrage wurde
feſt=
geſtellt, daß 15 Direktionen davon Gebrauch gemacht
ha=
ben, 5 noch nicht. Auf die Eingabe des Arbeiter=
Aus=
ſchuſſes bei der Direktion Mainz wurde die Antwort
er=
teilt, daß dies bereits eingeführt ſei. Es hätte aber
nur ein ganz geringer Prozentſatz davon Vorteil, der
größte Teil ſei davon nicht berückſichtigt. Es wurde der
Einwand gemacht, daß man ſchlechte Handwerker, oder
ſolche, die noch nicht vollſtändig eingearbeitet ſeien, doch
nicht vorſtaffeln könne. Es käme bei dieſem Syſtem
wie=
der das Günſtlingsſyſtem in Schwung.
Es ergriff ſodann Koll. Rühl=Fulda das Wort zu
dieſem Thema. Er überbrachte zunächſt die Grüße des
Brudervereins Fulda. Anzuerkennen ſei zweifellos, daß
das neue Stückzeitſyſtem eine Verbeſſerung gegen das alte
Syſtem darſtelle, wenigſtens ſei dies in Fulda der Fall.
Er wundere ſich, daß die Vorſtaffelung, die vom Miniſter
vorgeſchrieben wurde, im Direktionsbezirk Mainz noch nicht
eingeführt ſei. Es ſei unbedingt zu fordern, daß dieſe
Vorſtaffelung reſtlos und ohne Unterſchied eingeführt
werde. Gerade in den jüngeren Jahren ſei es nötig, daß
der Arbeiter für ſich und ſeine Familie einen
auskömm=
lichen Lohn habe. Der Lohn müſſe nicht nur für das Leben
reichen, ſondern auch für das Gemüt müſſe der Arbeiter
etwas übrig haben. Befriedigen könne das
Stückzeitver=
fahren, das noch immer ein Akkordſyſtem ſei, durchaus
nicht. Anzuſtreben ſei das reine Lohnſyſtem. Die
Werk=
meiſter, die jetzt mit ſchriftlichen Arbeiten geradezu
über=
laſtet ſeien, könnten beim reinen Lohnſyſtem das
Per=
ſonal viel beſſer beaufſichtigen. Es wären dadurch nicht
nur Beamte zu erſparen, ſondern es würde wohl auch
mehr Arbeit geliefert werden, oder zum mindeſten
eben=
ſoviel. Wenn die Direktion Mainz die Staffelung
ab=
lehne mit dem Einwande, ſie könne ſchlechte Arbeiter nicht
vorſtaffeln, ſo ſei das unverſtändlich. Durch die ſtrengen
Annahmebedingungen ſei doch vollſtändig ausgeſchloſſen,
daß ſchlechte Arbeiter und Handwerker überhaupt
ange=
nommen würden. Konſtatiert müſſe werden, daß die Löhne
geſtiegen ſeien, aber nicht in dem Maße, wie die
Lebens=
mittel= und Wohnungspreiſe geſtiegen ſind. Mit einem
Appell zur Organiſation ſchloß Redner ſeine Ausführungen.
(Bravo!)
Der Vorſitzende dankte dem Redner für ſeine
Aus=
führungen und erteilte ſodann dem Kollegen Heinrich=
Mainz das Wort, der zu der allgemeinen wirtſchaftlichen
Lage ſprach. Bei einigen Kategorien ſeien zweifellos
durchgreifende Lohnerhöhungen eingetreten, aber bei den
Oberbau= und Betriebsarbeitern, der am ſchlechteſten
da=
ſtehenden Kategorie, ſei noch alles im Argen, die Löhne
ſeien hier noch völlig unzureichend. Redner legt dann
in längeren Ausführungen dar, daß anſcheinend ein
Zu=
ſammenarbeiten des Verbandes mit der Direktion, wie
es in den letzten zwei Jahren in gewiſſem Maße
erfreu=
licherweiſe war, unter der neuen Direktion nicht mehr
ſtattfinden ſolle. Die im Oktober vorigen Jahres
zuge=
ſtandenen 10 Pfennig Lohnerhöhung ſeien durchaus kein
Ausgleich für die geſtiegenen Wohnungs= und
Nahrungs=
mittelpreiſe. Das Leben ſei in Darmſtadt und Mainz
zum großen Teil viel teurer als in Frankfurt und
Ber=
lin. Wenn man ſich bei Bemeſſung der Löhne nach den
ortsüblichen Tagelöhnen richte, ſo müſſe man auch die
neueſten Tagelöhne zugrunde legen. Am ſchlechteſten
ſtehen noch immer die Wagenputzer da, wo noch die Löhne
beſtehen, die vor 6 bis 8 Jahren gezahlt wurden.
Wäh=
rend bei den Oberbauarbeitern immerhin der Lohn ſich um
50 Pfennig erhöhte, erhöhte er ſich bei den Wagenputzern
nur um 20 Pfennig. Die Abzüge für elektriſche Kraft für
die Vakuumeinrichtungen ſeien nicht gerecht, da dieſe
Ein=
richtung nicht den Arbeitern von Vorteil ſei, ſondern nur
in hygieniſcher Beziehung, indem die Wagen gründlicher
gereinigt werden. Zu wünſchen laſſen auch die
Verhält=
niſſe der Güterbodenarbeiter, wo man noch mit
Zehn=
tauſendſtel Tagewerken rechnet. Bei dem Akkordſyſtem
der Güterbodenarbeiter ſei der Günſtlingswirtſchaft Tür
und Tor geöffnet. Zu bedauern ſei ferner, daß den
Ma=
ſchinenputzern nicht, wie in anderen Direktionen,
Funktions=
zulagen gewährt werden. — Zu beſeitigen ſei die
Be=
ſtimmung, daß die Arbeiter, die zu den Arbeiterausſchüſſen
gewählt werden, 30 Jahre alt ſein müſſen. Als zweite
Inſtanz müßte noch bei der Direktion ein Bezirksausſchuß
gebildet werden, eventuell noch ein Verwaltungsausſchuß,
um die Intereſſen der Arbeiter vollſtändig wahren zu
können. Die Organiſation müſſe ein Angeſtelltenrecht
erſtreben, durch das den Eiſenbahnern ein Anrecht auf
Lohn, auf Urlaub, auf unkündbare Anſtellung, auf
Ruhe=
gehalt auch bei Kündigung uſw. ſichergeſtellt wird. (
Bei=
fall.)
In der Diskuſſion ſprach zunächſt Kollege
Hart=
mann, der bemängelte, daß die Interpellation in der
Heſſiſchen Kammer über die Lohnfragen für erledigt
er=
klärt wurde. Die Staffelung komme in Darmſtadt
höch=
ſtens einem Zehntel zugute. — Koll. Löffler ſprach
über die Arbeiterausſchüſſe, deren Wert nicht überſchätzt,
aber auch nicht unterſchätzt werden dürfe. Zum Segen
für die Allgemeinheit ſei den Eiſenbahnhandwerkern und
=arbeitern das Streikrecht nicht gegeben. Als
Entſchädig=
ung dafür ſeien die Arbeiterausſchüſſe eingeſetzt worden.
Wenn ſie bisher noch lange nicht alle Wünſche erfüllten,
ſo müſſe unermüdlich nach deren Ausarbeitung geſtrebt
werden. — Landtagsabgeordneter Urſtadt=Gießen
betonte, daß er viel Wert darauf legte, zu kommen, da
er annahm, er könnte in dieſer Verſammlung viel hören
und kennen lernen. Die Eiſenbahner ſeien für unſer
Heſſenland von ganz ungeheurer Bedeutung. Leider ſei
der Einfluß Heſſens dieſer Bedeutung nicht entſprechend.
Redner ſei für eine Reviſion des
Gemeinſchaftsvertra=
ges, beſonders dahin, daß Heſſen mehr Einfluß auf die
Verwaltung gewinnt, damit von hier aus auch etwas
mehr für die Arbeiter getan werden könnte, als es bisher
der Fall iſt. Es freue ihn, daß von den Rednern nicht
nur das Materielle, ſondern auch das Ideelle betont
wurde. Er ſtimme dem Verlangen nach einem
Staats=
arbeiterrecht bei. (Lebhafter Beifall.) — Koll. Heinrich=
Mainz ſpricht ſich noch für eine Höherſtellung des
Grund=
lohnes aus.
Es wurde hierauf folgende
Reſolution
einſtimmig angenommen:
Die heute abend in der Brauerei Rummelbräu
ver=
ſammelten ca. 500 Mann Eiſenbahnhandwerker und
Ar=
beiter bitten hohe Direktion, doch endlich eine
durchgrei=
fende Lohnerhöhung für die Betriebs= und
Oberbau=
arbeiter eintreten zu laſſen, denn die fortgeſetzte anhaltende
Teuerung iſt durch die im letzten Oktober gewährte
Lohn=
erhöhung von 10 Pfg. nicht im entfernteſten gelindert
worden für die obengenannten Kategorien. Außerdem
bitten die Handwerker und Arbeiter der Hauptwerkſtätten
um Höherſtaffelung der Grundlöhne um 2 Pfg. per
Stunde, damit ſie einigermaßen anderen Bezirken
pro=
zentual gleichgeſtellt werden, ſowie um allgemeine
Durch=
führung der 7jährigen Lohnſtäffelung, wie ſie in anderen
Direktionen bereits vorhanden, damit jeder
Werkſtätten=
arbeiter mit 38 Jahren ſeinen Höchſtlohn erreicht.
Kollege Löffler geht ſodann noch auf die
Lohn=
verhältniſſe, insbeſondere auf das Stückzeitverfahren, ein.
Eine Gleichſtellung der Darmſtädter Eiſenbahner mit den
Frankfurter ſei anzuſtreben. — Es ſprachen noch die
Kol=
legen Müller und Dettler, worauf der Referent
Rühl noch einmal das Wort zu einem Schlußwort
er=
griff, in dem er die Eiſenbahner eindringlich ermahnte,
ſich nicht nur gewerkſchaftlich, ſondern auch politiſch zu
betätigen. Er wolle und könne aber die ganz links
ſtehende politiſche Richtung nicht empfehlen. Die
Eiſen=
bahnergewerkſchaft ſelbſt habe unbedingt politiſche
Neu=
tralität zu beobachten. Redner ging ſodann noch auf
ſämt=
liche in der Diskuſſion geſtreiften Punkte ein und forderte
die Anerkennung der Organiſation.
Gegen ½11 Uhr wurde die Verſammlung geſchloſſen,
Der Turner Heimkehr.
g. Der feſtliche Empfang der vom Deutſchen
Turnfeſt in Leipzig zurückkehrenden Mitglieder der
Darm=
ſtädter Turnerſchaft geſtaltete ſich zu einem
wah=
ren Triumphzuge für unſere wackeren Turner, die
ehren=
voll Darmſtadts und Heſſens Farben in Leipzig vertreten
haben. Eine große Menſchenmenge hielt die Straßen
nach dem Bahnhof und den Bahnhofsplatz beſetzt. Vor
dem Bahnhof hatten Abordnungen der verſchiedenen
Tuen=
vereine mit ihren Fahnen, ſowie eine Geſangsabteilung
und die Muſikkapelle Aufſtellung genommen. Mit einem
kräftigen vielſtimmigen „Gut Heil” wurden die
Heimkeh=
renden bei ihrem Austritt aus dem Bahnhof begrüßt.
Als=
bald erklang dann aus Turnerlehlen der Turnergruß „Gott
grüße Dich” Hierauf nahm der Vorſitzende der
Darm=
ſtädter Turnerſchaft, Herr Profeſſor Finger,
Veran=
laſſung, die Feſtturner mit einer kurzen Anſprache
will=
kommen zu heißen. Er wies auf die Hundertjahrfeier dee
Erſtarkung des Volkes hin, auf die unermüdliche Arbeit
des Turnvaters Jahn und auf die kraftvolle
Veranſtal=
tung der deutſchen Turnerſchaft in Leipzig, bei der wohl
alle das alte Gelöbnis erneuert haben weiter zu arbeiten
in dem Geiſte Jahns. Er ſchloß ſeine Anſprache mit einem
dreifachen „Gut Heil‟ Nun ging es in impoſantem Zuge
unter Vorantritt der Muſikkapelle durch die Allee,
Rhein=
ſtraße, Wilhelminen=, Eliſabethen=, Schul=, Kirch= und
Pädagogſtraße zur Turnhalle am Woogsplatz. Hier
ent=
wickelte ſich alsbald ein echtes Bild turneriſchen Lebens.
Zunächſt wurden Erlebniſſe ausgetauſcht, dann ſorgten
Vorträge und turneriſche Aufführungen für angenehme
Unterhaltung.
Erdbeben in Süddeutſchland.
— Jugenheim Erdbebenwarte, 20. Juli, 2 Uhr
nachmittags. Ein heftiges Nahebeben wurde heute
nachmittag von den Apparaten der Station aufgezeichnet.
Es begann 1 Uhr 6 Minuten 48 Sekunden, erreichte ein
Maximum etwa 1 Uhr 7 Minuten 20 Sekunden und
en=
digte, allmählich abklingend, gegen 1 Uhr 17 Minuten.
Das Beben wurde hier in Jugenheim, wie vermutlich an
vielen anderen Orten, makroſeismiſch ſtark gefühlt. Es
waren mehrere ſchaukelnde, beängſtigende Bewegungen, je
nach dem Standpunkte der Beobachter verſchieden ſtark.
* Frankfurt a. M., 20. Juli. Kurz nach 1 Uhr
wurde hier ein leichter Erdſtoß verſpürt.
* Karlsruhe, 20. Juli. Heute mittag 1 Uhr
7 Minuten wurde hier ein mehrere Sekunden dauernder
ſtarker Erdſtoß verſpürt, der aber nach bis jetzt
vor=
liegenden Meldungen keinen Schaden angerichtet hat,
Gleichlautende Meldungen liegen u. a. vor aus Freiburg
und Neuſtadt im Schwarzwald.
* Straßburg, 20. Juli. Heute nachmittag 1 Uhr
10 Minuten wurde ein kurzer, aber heftiger
Erdſtoß verſpürt. Die Uhren blieben ſtehen und die
Bilder an den Wänden bewegten ſich. An einigen
Stel=
len ſtürzten die Leute auf die Straße.
* Straßburg, 20. Juli. Das heutige Erde
beben wurde von den Inſtrumenten der kaiſerlichen
Hauptſtation für Erdbebenforſchung in Straßburg
aufge=
zeichnet. Es begann um 1 Uhr 7 Minuten 5 Sekunden;
15 bis 20 Sekunden ſpäter ſetzte die Hauptbewegung ein
und nach fünf Minuten erreichte die Regiſtrierung der
Inſtrumente ihr Ende. Die empfindlicheren Apparate
wurden durch die Stöße demontiert. Der Bebenherd
be=
findet ſich von Straßburg ziemlich genau achtzig
Kilo=
meter entfernt.
* Straßburg, 20. Juli. Die kaiſerliche
Haupt=
ſtation für Erdbebenforſchung bittet um möglichſt
zahlreiche Mitteilungen über die Beobachtung des Bebens,
* Stuttgart, 20. Juli. Bei leicht bewölktem,
auf=
heiterndem Himmel, mäßig warmer Temperatur und faſt
völliger Windſtille wurde heute mittag um 1 Uhr 7
Minu=
ten in faſt ganz Württemberg ein kurzer, aber
hef=
tiger Erdſtoß verſpürt. In Stuttgart ſtürzten die
Leute aus den Häuſern. Die Telephon= und
Telegraphen=
drähte ſchwankten heftig. Von einigen Gebäuden
wur=
den Schornſteine heruntergeworfen. Im
königlichen Hoftheater traten die ſelbſttätigen Feuermelder
in Funktion und verurſachten einen blinden Alarm. Der
Erdbebenherd ſcheint wiederum in der
Schwä=
biſchen Alb geweſen zu ſein. Es wurde deshalb
auch in den Orten der Alb beſonders ſtark empfunden, ſo
in Sigmaringen, Ebingen, Balingen, Hechingen und
Tü=
bingen. Der Erdſtoß wurde ferner wahrgenommen im
ganzen Remstal, im Neckartal von Rottweil bis
Heil=
bronn, in Göppingen, Ludwigsburg, Freudenſtadt und in
Pforzheim. Dort, wie auch auf den weiteren Plätzen
wurde der Erdſtoß nur in den Häuſern wahrgenommen,
während die Spaziergänger nichts verſpürten.
Aus Darmſtadt wird uns über das Erdbeben
ge=
meldet:
Sch. Ein Erdſtoß von ungefähr drei bis vier
Sekunden Dauer erſchüttertete 1,07 Uhr mittags die
Häuſer. Die Richtung des Stoßes verlief ſcheinbar von
Oſten nach Nordweſten. Berichterſtatter wohnt in der
dritten Etage und lag auf der Chaiſelongue, als plötzlich
ein ſtarkes Schwanken, eigentlich Schaukeln, ſich bemerkbar
machte; im ſelben Augenblick wurde er von der
Chaiſe=
longue geſchleudert. Im Nebenzimmer ſprang die Türe
auf, Gegenſtände an der Wand ſchaukelten, der Ofen in
der Küche hat nach Ausſage ſeiner Frau ſtark geſchwankt;
ebenſo vernahm man ein ſtarkes Kniſtern, Hausbewohner
in der Nachbarſchaft waren der Meinung, der Stoß ſei
ſtärker als jener im November 1911 geweſen.
C. Der geſtrige Erdſtoß wurde beſonders im
nörd=
lichen Stadtteil wahrgenommen, doch war auch
die Erſchütterung in einem hohen Hauſe der
Schießhaus=
ſſtraße ziemlich ſtark, wo das Beben etwa 10 Sekunden
dauerte. Es war genau 1 Uhr 7 Minuten nachmittags.
Andere Mitteilungen über das Erdbeben ſtimmen mit
dieſes überein. Es hat indeſſen den Anſchein, als ob es
in unſerer Stadt nicht ſo allgemein geſpürt worden iſt,
wie das Erdbeben im November 1911.
Gründung eines heſſiſchen
Landesverbandes zur Erforſchung und
Bekämpfung der Krebskrankheit.
(*) Gießen, 19. Juli. In der Aula der
Landes=
univerſität tagte heute eine Verſammlung, die von
Re=
gierungsbeamten, Profeſſoren und Aerzten aus allen
Tei=
len Heſſens ſtark beſucht war. Die Verſammlung war vom
Großh. Miniſterium des Innern, Abteilung für öffentliche
Geſundheitspflege, einberufen und hatte den Zweck, einen
Landesausſchuß zur Erforſchung und
Be=
kämpfung der Krebskrankheit im
Großher=
zogtum Heſſen zu gründen. Geheimerat Beſt=
Darmſtadt leitete die Verſammlung. Er begrüßte den
Ver=
treter der Regierung, Exzellenz Finanzminiſter Braun
Provinzialdirektor Geh. Regierungsrat Fey=Darmſtadt.
den Vertreter der Landesverſicherungsanſtalt, Geh.
Regie=
rungsrat Dr. Dietz=Darmſtadt, die Kreisärzte, die
Vertre=
ter der Aerztevereine u. a. Es gelte ein Werk zu ſchaffen,
das der Wiſſenſchaft und der Kunſt der Aerzte dienen, aber
auch den unglücklichen Menſchen, die vom Krebs befallen
ſind, zum Heile gereichen ſoll. Der deutſche Verein zur
Erforſchung und Bekämpfung der Krebskrankheit wurde
1900 gegründet, er hat Urſachen, Weſen, Verbreitung und
die Behandlungsweiſe des Krebſes erforſcht. Tatſache iſt,
daß die Krankheit in allen Kulturſtaaten ſehr verheerend
wirkt. 1907 ſind im Deutſchen Reich 45 750 krebskranke
Perſonen geſtorben, es iſt dies nicht die Hälfte der
Todes=
fälle, die an Lungentuberkuloſe ſtarben, aber während die
Tuberkuloſe im Abſteigen begriffen iſt, nimmt der Krebs
zu. Daher iſt es eine dringende Notwendigkeit, die
Krebs=
krankheit energiſch zu bekämpfen. Als erfolgreich hat ſich
die Strahlenbehandlung erwieſen, hierher gehören
Rönt=
genſtrahlen, Radium und Thorium. Die Bevölkerung muß
mehr aufgeklärt werden, die Aerzte müſſen die
Krebskran=
ken rechtzeitig der geeigneten Behandlung zuführen.
Auf=
klärung durch die Preſſe, Verteilung von Merkblättern iſt
erforderlich. Eine weitere Aufgabe iſt die Fortbildung
der Aerzte, Krankenpflegeperſonal, Hebammen uſw. müſſen
aufgeklärt werden. Zur Behandlung mit Radium ſind
große Summen erforderlich. Der Verein ſoll nun alle
zu=
ſammenſchließen zum Kampf gegen die Krebskrankheit und
Mittel zur Beſchaffung von Radium
auf=
bringen.
Profeſſor Dr. Opitz von der Frauenklinik hielt
hier=
auf einen Vortrag über „Die Strahlenbehandlung
bös=
artiger Geſchwülſte, insbeſondere mit Radium und Meſo=
Thorium”. Nach der Statiſtik von 1888 kamen auf 10000
Todesfälle 3,7 Krebsfälle bei Männern, 4,45 bei Frauen,
1897 5,29 bezw. 6,5, ja die Zahlen ſtiegen auf 6,8 bezw.
7,97. Der Krebs erfordert im Lebensalter von 40—60
Jahren die meiſten Opfer. Zu den ſeitherigen
Behand=
lungen mit Arznei und durch Operation iſt jetzt noch die
Strahlenbehandlung gekommen. Durch Operation kann
etwa ein Drittel dauernd geheilt werden, den übrigen
zwei Dritteln ſoll aber auch geholfen werden. Die
ſtrah=
lenden Metalle Radium und Thorium ſcheinen berufen,
Heilung zu beingen. Aber zur Radiumbehandlung
gehört Geld, koſtet doch ein Gramm 850000 Mark,
wäh=
rend ein Gramm Gold nur 6 Mark koſtet. Da zur
Behand=
lung mindeſtens eine Menge von 150—200 Milligramm
erforderlich iſt, ſo erfordert dies eine Geldſumme von
160000 Mark. Der Wohltätigkeitsſinn in Heſſen wird
nicht zurückbleiben, zumal ſchon andere deutſche Staaten
vorangegangen ſind.
Geheimrat Beſt=Darmſtadt verlieſt die Satzungen des
zu gründenden Vereins, welche einſtimmig genehmigt
wur=
den. Der Verein erhält ſeinen Sitz in der
Univerſitäts=
ſtadt Gießen, er wird bezeichnet als „Heſſiſcher
Landesverein für Krebsforſchung‟ Der
Jahresbeitrag beträgt 5 Mark. In den
Landesaus=
ſchuß wurden 19 Herren gewählt: Die Profeſſoren der
mediziniſchen Fakultät Gießen: Boſtröm, Poppert, Voit,
Neumann, Opitz und Olt, Geheimrat Obermedizinalrat
Dr. Hauſer=Darmſtadt, Geh. Medizinalrat Dr Reiſinger=
Mainz, Profeſſor Dr. Heidenhain=Worms, Medizinalrat
Dr. Fiſcher=Darmſtadt, Direktor Dr. Rebentiſch=Offenbach,
Sanitätsrat Dr. Habicht=Darmſtadt. Sanitätsrat Dr.
Vogel=Laubach, Sanitätsrat Dr. Pullmann=Offenbach;
Geheimrat. Dr. Dietz=Darmſtadt, Oberbürgermeiſter
Dr. Köhler=Worms, Provinzialdirektor Fey=Darmſtadt,
Provinzialdirektor Dr. Uſinger=Gießen, und Geh.
Kom=
merzienrat Dr. L. Merck=Darmſtadt. Der Landesausſchuß
wählte aus ſeiner Mitte den Vorſtand: 1. Vorſitzender
Profeſſor Dr. Opitz=Gießen, Stellvertreter Geh.
Regie=
rungsrat Dr. Dietz=Darmſtadt, Schriftführer Dr.
Reben=
tiſch=Offenbach, Schatzmeiſter Geh. Kommerzienrat L.
Merck=Darmſtadt.
Die Annahme der franzöſiſchen
Militärvorlage.
* Paris, 19. Juli. Die Kammer beriet heute den
Artikel 37 der letzten Militärvorlage. Die neue
Fafſung der Kommiſſion ſieht hauptſächlich vor, daß das
sorliegende Geſetz auf die Einberufenen der
Jahresklaſ=
zen 1910, 1911 und 1912 keine Anwendung finden ſolle,
und daß auf ihr Verlangen auch diejenigen des Jahres
1912, die ſeit dem 1. Januar 1913 ſich freiwillig geſtellt
haben, bezüglich der Entlaſſung gleich behandelt werden
sllen, wie die Angehörigen ihrer Jahresklaſſe. Sie
ver=
neren alsdann die Prämien und den höheren Sold.
Jaurés erklärte, die Beſtimmungen, durch die die
Jah=
resklaſſen 1910, 1911 und 1912 unter das Geſetz von 1905
geſtellt werden ſollten, ſtünden im Widerſpruch mit den
Erklärungen der Regierung, die die Notwendigkeit der
dreijährigen Dienſtzeit und die Zurückbehaltung der zu
entlaſſenden Klaſſe unter den Fahnen betont habe. Die
Regierung habe gewaltige Anſtrengungen gemacht, um
lediglich einfach bei der Vertagung des Geſetzes bis 1915
anzulangen. Das ſei Myſtifitation. André Lefevre
verlangte Ablehnung des Artikels 37 in der jetzigen
Faſ=
ſung und ſchlug vor, daß dieſe drei Jahresklaſſen unter
das Geſetz der drei Jahre geſtellt werden ſollen mit der
Ermächtigung für den Miniſter, ſie am Schluß ihres
zweiten Dienſtjahres in den Beurlaubtenſtand zu
entlaſ=
ſen. Lefevre erklärte es für unzuläſſig, daß die
Jahres=
klaſſen 1910, 1911 und 1912 ſo angeſehen würden, als
hät=
ten ſie mit dem Staat einen Vertrag abgeſchloſſen, nur
zwei Jahre zu dienen, denn ſie ſtänden noch unter der
Herrſchaft des Geſetzes von 1905. Lefevre ſetzte weiter
auseinander, daß ſein proviſoriſcher Vorſchlag den Zweck
habe, das Land über die Schwierigkeiten des Jahres 1916
hinwegzubringen, die man für jene Zeit vorausſehe und
die ſchlimmer ſein würden, als die in dieſem Jahre. Das
Geſetz würde normaler Weiſe im Oktober 1916 wirkſam
werden.
Der Regierungskommiſſar General Legrand
er=
klärte in Erwiderung auf den Einwurf Lefevres, die
Er=
fahrung in Deutſchland beweiſe, daß es möglich ſei, 40 bis
45 Prozent des Kontingents der Zwanzigjährigen
einzu=
ſtellen. Wenn es zufällig ein Manko geben ſollte, ſo müßte
man nur die Schaffung einiger Neuformationen
verlan=
gen. General Legrand ſchloß, es wäre übertrieben, die
ganze Jahresklaſſe zurückzubehalten, weil ſich an der
er=
forderlichen Anzahl ein ſehr kleins Manko ergebe. Es
würde dies mit dem Reſultat, zu dem man gekommen ſei,
nicht in Einklang zu bringen ſein. Das mögliche Manko
werde übrigens wahrſcheinlich durch freiwillige
Kapitu=
lanten gedeckt. Der Artikel 37 wurde ſodann durch
Hand=
aufheben angenommen. Die neue Faſſung des Artikels
37, der urſprünglich rückwirkende Kraft des Geſetzes in ſich
ſchloß, ergab ſich für die Kommiſſion als Folge des
Be=
ſchluſſes der Kammer, wonach die Zwanzigjährigen in
die Jahresklaſſe 1913 eingeſtellt werden ſollen. Die
Kam=
mer nahm dann einen bereits von der Regierung und
der Kommiſſion angenommenen Zuſatzantrag an, der den
jungen Leuten des Jahres 1913, die ſich bei der
Einberu=
fung dieſes Jahrgangs nicht ſtellten, einen
Geſtellungs=
aufſchub gewährt, falls ſie ſich zurzeit im Ausland
aufhal=
ten. Ferner wurde ein Zuſatzantrag angenommen, der
beſtimmt, daß die Regierung ſpäteſtens ſechs Monate nach
der Bekanntmachung des Geſetzes eine Vorlage
einbrin=
gen wird, welche die Rekrutierung der Eingeborenen in
Algerien, den Kolonien und den Protektoraten regelt.
Zum Schluß der bis ¾12 Uhr nachts dauernden
Sitzung wurde das Dreijahrgeſetz in ſeiner
Geſamtheit mit 358 gegen 204 Stimmen
an=
genommen.
Die Sitzung hatte einen ziemlich bewegten
Ver=
lauf genommen, insbeſondere als Caillaux im
Na=
men der Radikalen eine längere Erklärung abgab, in
wel=
cher er die im Laufe der Debatte gegen das
Dreijahr=
geſetz vorgebrachten Kritiken wiederholte. Er bezeichnete
dasſelbe als ein Stegreifgeſetz, das voll Unklarheiten und
Widerſprüchen und ein Werk der rückſchriftlichen Parteien
ſei. Herr Barthou habe ſich über die Stimmen der
260 Republikaner hinweggeſetzt. In heftiger Weiſe
ta=
delte Caillaux auch die Finanzpolitik des
Miniſte=
rums. Miniſterpräſident Barthou entgegnete in ſcharfem
Tone und ſagte u. a., Caillaux habe aus einer Frage der
nationalen Verteidigung eine politiſche Frage gemacht.
Die Regierung habe bei der Erörterung des
Dreijahrge=
ſetzes in der Kammer keine Parteien und Gruppen,
ſon=
dern nur Franzoſen vor ſich ſehen wollen. Delaport
verlas im Namen der geeinigten Sozialiſten eine
Erklä=
rung, welche einen heftigen Proteſt gegen das
Dreijahr=
geſetz und gegen die Politik die Präſidenten
Poincaré bildete.
* Paris, 20. Juli. Die Minderheit von 204
Deputierten, die gegen das Dreijahrgeſetz ſtimmten,
um=
faßt 86 Sozialiſtiſch=Radikale, 19 Linksradikale, 3
Mitglie=
der der Demokratiſchen Linken, 69 Geeinigte Sozialiſten,
26 Unabhängige Sozialiſten und einen Wilden. — Die
ge=
mnäßigt republikaniſchen, die konſervativen und
nationali=
ſtiſchen ſowie auch einige radikale Blätter äußern ihre
Befriedigung über die Annahme des
Dreijahrge=
ſetzes in lebhaften Worten und drücken gleichzeitig die
Ueberzeugung aus, daß die Kammer durch ihr Votum der
Mehrheit des Volkes entſprochen habe. Mehrfach wird
anerkannt, daß die Annahme des Geſetzes zum großen
Teil ein Verdienſt des Miniſterpräſidenten Barthou ſei,
welcher durch ſein unermüdliches und geſchicktes
Eingrei=
fen zahlreiche Schwierigkeiten und Fallſtricke beſeitigt
habe, mit welchen die Sozialiſten und Radikalen das
Ge=
ſetz bedroht hatten. Das Blatt der radikalen Partei, „Le
Radical” ſchreibt: Wir werden dieſes Geſetz reſpektieren,
ſolange es Geſetz iſt. Ueber dieſem Eintagsgeſetz ſteht
der ſiegreiche Wille des Landes. Wir haben zu großes
Vertrauen zu dem verſtändigen Sinn des Volkes, als daß
unſere augenblickliche Reſignation einer endgültigen
Ab=
dankung gleichen könnte. Das republikaniſche Volk wird
bald das Wort haben. Wir fürchten ſeinen Wahrſpruch
nicht.
Der neue Balkankrieg.
Zur Lage.
* Berlin, 20. Juli. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: In der
letz=
ten Woche iſt es auf dem Balkan zu größeren Kämpfen
zwiſchen den Bulgaren und ihren früheren Verbündeten
nicht mehr gekommen. Auch der Vormarſch
Rumä=
niens hatte bisher keine Gefechte zur Folge. Mit
nach=
ahmenswerter Mäßigung ſteckte die rumäniſche Regierung
ſich das Ziel ihrer Politik und unterrichtete durch eine
ſchriftliche Mitteilung die Mächte, daß ſie ſich mit der Linie
Turtukai-Baltſchik unter Ausgeſtaltung zu einer
ſtrate=
giſch brauchbaren Grenze begnüge. Auch zu der
türki=
ſchen Regierung möchte man das Vertrauen haben,
ſie werde ſich auch fernerhin durch die mehr ſcheinbare als
wirkliche Gunſt der Umſtände und durch das Drängen der
öffentlichen Meinung nicht zu verhängnisvollen Schritten
fortreißen laſſen, ſondern getreu an dem bisherigen
Standpunkt feſthalten, daß die endgültige Beſtimmung
der Grenze des osmaniſchen Reiches gegen ſeine Feinde
des letzten Feldzuges Sache der Großmächte iſt. In
Uesküb hatten die Miniſterpräſidenten Griechenlands und
Serbiens eine Beſprechung, in der für die gemeinſame
Richtung der Politik ihrer Länder gegenüber Bulgarien
eine Einigung feſtgeſtellt wurde. In Sofia dürfte das
neue Miniſterium Radoslawow=Ghenadiew durch die
ſo=
fortige Entſendung des früheren Miniſterpräſidenten
Ge=
ſchow zu Unterhandlungen nach Bukareſt einen nützlichen
Schritt getan haben. Es ſcheint ein Vorzeichen zu
diplo=
matiſchem Einlenken zu ſein. Jedenfalls kommt
Bulga=
rien damit dem Wunſch Rumäniens, Griechenlands und
Serbiens nach Eröffnung unmittelbar ſelbſtändiger Ver=
handlungen zwiſchen den Balkanſtaaten über die
Frie=
denspräliminarien entgegen. Die Haltung deer
Groß=
mächte blieb weiterhin die gleiche, in der Vermeidung von
Sonderunternehmungen und in der Bewahrung der
Einig=
keit, deren Wert Sir Edward Grey im Unterhauſe wie
namens des europäiſchen Gewiſſens eindringlich
ausge=
ſprochen hat.
Die Friedensvermittlungen.
* Bukareſt, 18. Juli. Dem Univerſul zufolge
rich=
tete die Königin Eleonore an die Königin
Eli=
ſabeth ein Telegramm, in welchem ſie um ihre
Inter=
vention für den Frieden bittet. Die Königin von
Rumänien antwortete mit der Verſicherung, daß die
ru=
mäniſchen Truppen bisher mit der größten Schonung für
die bulgariſche Bevölkerung vorgegangen ſeien, was auch
weiter der Fall ſein werde.
* Konſtantinopel, 19. Juli. Der ruſſiſche
Bot=
ſchafter und der franzöſiſche Geſchäftsträger beſuchten
geſtern vormittag den Großweſir. Der engliſche
Geſchäfts=
träger beſuchte vorgeſtern den Großweſir. Es verlautet, daß
die Vertreter der Tripel=Entente der Pforte rieten, den
Friedensvertrag einzuhalten. Es heißt, daß
Ruß=
land ſehr ernſte Vorſtellungen machte. Auf der Pforte
wurde geſtern verſichert, die Türken befänden ſich an der
Linie Midia-Enos. Eine endgültige Entſcheidung über
ein weiteres Vorgehen wird heute oder morgen gefaßt.
* Athen, 19. Juli. Im Miniſterrat hat der
Mi=
niſterpräſident Venizelos Bericht erſtattet über ſeine
Zuſammenkunft mit dem ſerbiſchen
Mi=
niſterpräſidenten Paſitſch. Wie verlautet,
wer=
den Griechenland und Serbien in Erwiderung auf den
Schritt Rußlands ihre Dankbarkeit für die ruſſiſche
Intervention ausdrücken und Rußland mitteilen, daß
ſo=
wohl Serbien wie Griechenland bereit ſeien, zum
Frie=
densabſchluß mit Bulgarien direkt in Vorverhandlungen
einzutreten, und daß ſie ſich vorbehalten, Bulgarien ihre
Bedingungen mitzuteilen. Sie werden auch in der
Ant=
wort erklären, daß die Verantwortung für den Krieg
Bul=
garien zufalle. Venizelos ſprach über den glänzenden
Zu=
ſtand des griechiſchen Heeres, deſſen Begeiſterung und
Moral unbeſchreiblich ſei.
IIB. Athen, 19. Juli. Miniſterpräſident
Veni=
zelos berief für geſtern vormittag 10 Uhr im
Kriegs=
miniſterium einen Miniſterrat zuſammen, der eine Stunde
dauerte. Der Miniſterpräſident gab den Miniſtern ſeine
Unterredung mit Paſitſch, ſowie ſeine Entſchlüſſe
bekannt. Es wird beſtätigt, daß Griechenland und
Ser=
bien für die ruſſiſchen Vermittelungsbemühungen dem
Zaren ihre Dankbarkeit ausſprechen und ſich bereit
erklä=
ren werden, direkt mit Bulgarien zu verhandeln, wenn
dieſes hierzu den Wunſch ausſpricht. In ihrer Antwort
werden die Verbündeten Bulgarien allein für den Krieg
verantwortlich machen. Venizelos ſprach während der
Sitzung auch über ſeine Eindrücke von der militäriſchen
Situation und über die vorzügliche Moral in der
griechi=
ſchen Armee.
Der Vormarſch der Türken.
* Rom 19. Juli. Die Tribuna ſchreibt: Die
Inter=
nationale Kommiſſion zur Feſtſetzung der
türkiſch=
bulgariſchen Grenze wird in der nächſten Woche
in Konſtantinopel zuſammentreten und ihre Arbeiten
ſo=
fort beginnen. Alle Mächte haben ſchon ihre Vertreter
ernannt. Der italieniſche Vertreter, Oberſt Capu, reiſt
heute oder morgen ab Dieſe Tatſache dürfte für die
Tür=
kei nicht ohne Bedeutung ſein. Die Linie Enos-Midia iſt
durch die Londoner Konferenz feſtgeſetzt worden, und die
Mächte können nicht zugeben, daß ihr Protokoll verletzt
wird. Alle Mächte ſind ſich infolgedeſſen darüber einig,
daß man von der Türkei jedenfalls Achtung vor der ihr
durch ihre Vermittelung auferlegten Grenze verlangen
müſſe. Wenn die Türkei das nicht begreifen wolle und
ihre Truppen auf Adrianopel marſchieren ließe,
ſo würde eine direkte Kollektiv=Intervention
beſchloſſen werden, auch um ein geſondertes Vorgehen
Rußlands zu vermeiden.
* Konſtantinopel, 19. Juli. Bei der
Wider=
beſetzung von Rodoſto durch die Türken
ver=
ſuchten eine Anzahl in Rodoſto verbliebener bulgariſcher
Gendarmen, zuſammen mit Komitatſchis und armeniſchen
Freiſchärlern Widerſtand zu leiſten und beſchoſſen die
lan=
denden Türken, von denen 13 verwundet wurden. Von
den bulgariſchen und armeniſchen Verteidigern Rodoſtos
ſind etwa 25 bei dem Kampfe getötet worden. Da
wäh=
rend der bulgariſchen Okkupation Rodoſtos die
mohamme=
daniſche Bevölkerung zahlreichen Bedrückungen und
Will=
kürakten ausgeſetzt geweſen war, ſo hatte ſich bei den
Mo=
hammedanern ſtarke Erbitterung gegen die dortigen
Chriſten angeſammelt. Infolgedeſſen iſt es in dem
Augenblick des Herrſchaftswechſels zu einigen
Aus=
ſchreitungen rein perſönlicher Rache gekommen, bei
denen einige Armenier und Griechen in Rodoſto und
Um=
gegend getötet oder verwundet worden ſind. Der neue
Wali hat ſofort unter Entfaltung eines größeren
Aufge=
bots von Gendarmerie für die Wiederherſtellung und
Auf=
rechterhaltung der Ordnung geſorgt, ſo daß Befürchtungen
für die allgemeine Sicherheit der Chriſten nicht beſtehen.
* Konſtantinopel, 19. Juli, 11,45 Uhr nachts.
Die türkiſche Kavallerie iſt vor Adrianopel
angekommen.
HB. Paris, 19. Juli. In hieſigen politiſchen
Krei=
ſen geht die allgemeine Anſicht dahin, daß der
Vor=
marſch auf Adrianopel ein nutzloſes Ziel bleiben
müſſe, doch glaubt man, daß ein gewaltſamer Druck auf
die Pforte nicht möglich ſein wird. Die Drohung mit
der Abſperrung der Geldzufuhr würde eine ebenſo gute
Wirkung haben.
* Sofia, 20. Juli. Zwei Diviſionen türkiſcher
Kavallerie und eine Diviſion türkiſcher Infanterie ſind
in Lüle=Burgas angekommen. General Velcheff,
Kommandant der bulgariſchen Streitkräfte in Adrianopel,
rüſtet ſich zur Verteidigung Adrianopels.
Der Vormarſch der Rumänen.
* Bukareſt, 18. Juli. Das Antworttelegramm des
Königs Carol an den König Ferdinand ging heute früh
um 8 Uhr von Corobia nach Sofia ab. Der König kehrt
heute abend nach der Hauptſtadt zurück. Das rumäniſche
Volk hält daran feſt, daß einer der Zwecke des
Einrückens in Bulgarien der Abſchluß
eines Waffenſtillſtandes iſt. So lange
dieſer nicht eingetreten iſt, könne von
einer Einſtellung des Vormarſches nicht
die Rede ſein. Dabei ſei es ohne weſentliche Bedeutung,
wer dem Abſchluß eines Waffenſtillſtandes weſentliche
Hinderniſſe bereite. Auf den Urheber müſſe nach
An=
ſicht hieſiger maßgebender Kreiſe ein Druck ausgeübt
wer=
den, damit er dem allgemeinen Friedensbedürfnis
nach=
gibt. An der gemeldeten ſtrategiſchen Linie ergibt ſich aus
militäriſchen Rückſichten ein vorübergehendes Halt.
Minerva gibt folgende Schilderung des
Donau=
überganges der Truppen unter der Führung des
Prinzen Ferdinand: Eine Abordnung der Gemeinde
Rakova bat den Prinzen, den Uebergang nicht bei Nacht
auszuführen mit Rückſicht auf die Angſt der Frauen und
Kinder. Der Prinz verſicherte, die rumäniſchen Truppen
kämen nicht nach Bulgarien, um der Bevölkerung Uebles
anzutun. Der Uebergang erfolgte um 3 Uhr früh. Der
Prinz ging gleichfalls auf das bulgariſche Ufer.
* Wien. 18. Juli. Die Militäriſche Rundſchau
mel=
det, daß bereits die geſamte Hauptmacht der
ru=
mäniſchen Armee, vier Armeekorps und größere
Ka=
valleriekorps, ſich auf bulgariſchem Gebiete
be=
finden.
* Berlin, 19. Juli. Die bulgariſche
Ge=
ſandſchaft erhielt von ihrer Regierung folgende
Meld=
ung aus Sofia: Die rumäniſchen Truppen haben
drei Brücken bei der Eiſenbahnlinie in der Nähe von
Plewna zerſtört. Es ſind Gerüchte im Umlauf, daß die
große Brücke über den Fluß Vid und die Brücke bei dem
Dorfe Kraſpa (Plewna) zerſtört worden iſt. Die
Rumä=
nen requirieren von der bulgariſchen Bevölkerung
Nahr=
ungsmittel und Fourage, ohne zu zahlen und ohne
Quittung zu geben.
Griechiſche Meldungen.
HB. Saloniki, 19. Juli. Den letzten Nachrichten
von der Front zufolge haben die Bulgaren aus
Furcht, abgeſchniten zu werden, auch die wichtige
Poſi=
tion am Kresna=Defilée geräumt und ſind gegen die alte
bulgariſche Grenze zurückgewichen. Ein Teil der 8.
grie=
chiſchen Diviſion rückt von der Lagos=Bucht her gegen
Tanthi vor, wo die Bulgaren ſchon große Verwüſtungen
angerichtet haben. Gefangene Bulgaren erklären, daß die
Diſziplin unter den Truppen viel zu wünſchen übrig laſſe.
Auch die Demoraliſierung greife immer weiter um ſich.
Dieſe Tatſache wird auch von nichtmilitäriſcher Seite
be=
ſtätigt.
Proteſt gegen die bulgariſchen Greuel.
* Berlin, 19. Juli. Dem Berliner Magiſtrat
iſt aus Athen folgendes Telegramm zugegangen: Wegen
der unerhörten Grauſamkeiten und der unſäglichen
Frevel=
taten der bulgariſchen Armee in Mazedonien und
Thra=
zien, die durch amtliche Berichte Seiner Majeſtät des
Königs der Hellenen feſtgeſtellt ſind, hat die Bevölkerung
von Athen ſoeben eine Verſammlung abgehalten, an der
ſich die ganze Stadt beteiligte, um energiſch bei allen
Völ=
kern der ziviliſierten Welt Einſpruch zu erheben. Prieſter
ſind gefoltert, vornehme Bürger, Greiſe, Frauen und
Kin=
der ſind niedergemacht, junge Mädchen vergewaltigt und
verſtümmelt, Kirchen entweiht, Städte und Dörfer
ver=
brannt und das Glück vieler iſt zerſtört worden, in einem
Wort: Die ganze Bevölkerung Mazedoniens und
Thra=
ziens, ohne Unterſchied der Nationalität und Religion.
hat Verfolgungen erlitten, ſo wie ſie die Geſchichte bis
zum heutigen Tage noch niemals aufgezeichnet hat. Die
Behörde der helleniſchen Hauptſtadt hat Vollmacht, ſich
durch unſere Vermittelung an die Bürger der deutſchen
Hauptſtadt im Namen der Solidarität, die alle
ziviliſier=
ten Völker der Welt brüderlich eint, zu wenden. Sie bittet
die Bevölkerung Berlins, an dem Schmerze über die
un=
menſchlichen Ausſchreitungen teilzunehmen, deren
Duld=
ung den allgemeinen Unwillen hervorgerufen hat, und
zu proteſtieren, damit dieſen Greueln, die eine Schande für
die Menſchheit bilden, ein Ziel geſetzt wird. Merkuris,
Bürgermeiſter von Athen. Solon, Präſident des Rats.
Letzte Nachrichten.
* Bukarrſt, 20. Juli. „L’Indépendanc Roumain”
erfährt, daß Rumänien, Serbien und
Griechen=
land über die Grundlagen der Friedensbedingungen
ſich geeinigt haben und eine Konferenz aller
Krieg=
führenden einberufen werden ſolle, Als Konferenzort
ſchlagen Serbien und Griechenland Sinaia vor.
* Konſtantinopel, 19. Juli. Wie das Wiener
Korr.=Bureau verſichert, hatte die in den letzten Tagen
unternommene Demarche der Mächte der Triple=
Entente beim Großweſir wegen des Vormarſches
der türkiſchen Truppen nicht den Charakter einer
Intervention.
Bombenattentate in Liſſaben.
Liſſabon, 20. Juli. Aus Beſorgnis, daß
ungewöhnliche Ereigniſſe eintreten, wurden während der
Nacht Truppen bereitgehalten. Mehrere
be=
waffnete Perſonen wurden verhaftet. Auch einige Schüſſe
fielen, durch die mehrere Perſonen verwundet wurden.
* Liſſabon, 20. Juli. Die Polizei war ſeit mehreren
Tagen unterrichtet, daß für eine der nächſten Nächte ein
Angriff mit Bomben auf verſchiedene Punkte
Liſſabons vorbereitet wurde. Heute morgen begannen
verdächtige Automobile herumzufahren, die die Polizei
an=
halten ließ. Gleichzeitig erſchienen kleine Gruppen
ver=
dächtiger Perſonen in der Umgebung einiger Kaſernen.
Als ein Automobil in der Straße Sanvicente von der
Bürgergarde angehalten wurde, wurde aus einer in der
Nähe ſtehenden Gruppe eine Bombe geworfen, wodurch
ein Bürgergardiſt getötet wurde. Die Inſaſſen des
Auto=
mobils wurden verhaftet.
* Liſſabon, 20. Juli. Ein Ziviliſt, der
Matroſen=
uniform übergezogen hatte, war mit einer Bombe in die
Marinekaſerne eingedrungen. Als eine Gruppe Verdächtiger,
die von derPolizei verfolgt wurde, vor der Kaſerne des 2. Inf.=
Regiments vorüberkam und die dort aufgeſtellten Poſten
zu den Waffen rief, ſchoß ein Manifeſtant auf
den Poſten, der ſchwer verletzt wurde, auch vor der
Kaſerne des erſten Infanterie=Regiments und der
Pioniere wurden Gruppen Verdächtiger verhaftet.
Bei Tagesanbruch nahm die Stadt ihr gewohntes
Ausſehen an. Im Innern der feſtgehaltenen
Auto=
mobile wurden Körbe mit Bomben gefunden.
Die Polizei konnte, da ſie rechtzeitig benachrichtigt
wurde, den Verſuch der Unruheſtifter vollſtändig zum
Scheitern bringen. Die öffentlichen Gebäude wurden
von Truppen und Ziviliſten, die verſchiedenen Gruppen
der nationalen Verteidigung angehörten, bewacht. Außer
einem Polizeibeamten, der durch die Bombe getötet
wurde, wurde ein zweiter ſchwer verletzt.
Die Unruhen in China.
* London 19. Juli. Die Times meldet aus
Peking vom 18. ds. Mts.: Nach zuverläſſigen Berichten
aus dem Süden erwartet man, daß die Provinzen
Kwangtung, Fukien, Tſchekiang, Anhui, Szetſchuan und
Hunan ſich der revolutionären Bewegung
an=
ſchließen werden. Ein Erfolg gegen die
nocdchineſi=
ſchen Truppen würde ſicher auch andere Provinzen
fort=
reißen. Der weſentliche Faktor der Lage iſt daher die
Haltung der Truppen Lijuanhengs in Wutſchang in der
Provinz Hupeh und der Truppen Schangtſchuns in
Jent=
ſchufu im Süden von Schangtung. Jnanſchikai hat 20000
nordchineſiſche Truppen in Kiangſi und Wutſchang und
ihre Aufſtellung in der Nähe des Jangtſe dürfte die
ſüd=
chineſiſchen Truppen in Schranken halten, aber falls die
Bewegung im Süden allgemein wird, iſt eine Revolte der
ſüdchineſiſchen Truppen zu erwarten. Die Regierung
findet eine Verſtärkung ihrer Armee im Jangtſetal
ſchwie=
zu entblößen.
gig, ohne ihre Poſitionen in der Mong
* Hongkong, 19. Juli. (Reuter.) Wie die
chine=
ſiſche Preſſe meldet, hat der Generalgouverneur von
Kanton geſtern abend eine Proklamation
erlaſ=
ſen, in der er erklärt, der Provinzialrat habe ihn zum
Generalgouverneur und zum Oberbefehlshaber der
Trup=
pen ernannt, die gegen Juanſchikai von ihm geführt
wer=
den, da deſſen Handlungsweiſe die Republik ins
Verder=
ben bringe. Die Proklamation ſagt den Schutz des
Eigen=
tums in der Provinz zu und ſpricht die Trennung Kantons
von der Regierung aus. Der Geſchäftsverkehr in
Kan=
ton ſtockt völlig.
Peking, 19. Juli. Der Korreſpondent des
Reuterſchen Bureaus hatte mit mehreren hohen
chineſiſchen Beamten Unterredungen. Dabei
er=
klärten die Beamten, die neuen Forderungen
Rußlands betr. die Mongolei hätten Beſtürzung
hervorgerufen, denn die chineſiſche Regierung habe ſtets
die Abſicht gehabt, den Vertrag zu unterzeichnen
und=
dieſe Abſicht in Petersburg am 6. Juli mitgeteilt. Die
Verzögerung ſei nur auf den Widerſpruch der Senatoren
gegen die Unterzeichnung des Vertrages zurückzuführen.
Die hohen Beamten wieſen darauf hin, daß die fremden
Geſandtſchaften faſt einſtimmig ernſtlich hofften, daß
Rußland einer baldigen Beilegung des Streites
zu=
ſtimmen würde, was China wünſche, beſonders mit
Rückſicht auf die Lage der inneren Mongolei, wo das
Leben der Fremden und friedlicher Chineſen und Mongolen
in beſtändiger Gefahr ſei.
Darmſtadt, 21. Juli.
* Prozeß Adam und Genoſſen. Der in dem
Nie=
der=Modauer Prozeß zu 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus
verurteilte frühere Bankier Jſaak wurde durch
Ver=
fügung des Oberlandesgerichts gegen eine Kaution von
30000 Mark aus der Haft entlaſſen. Ein Jahr gilt
als verbüßt. Jſaak ſowohl wie die gleichfalls verurteilten
Angeklagten Beck und Kommerzienrat Ihrig haben gegen
das Urteil der Strafkammer Reviſion beim Reichsgericht
eingelegt. Adam hat krankheitshalber in dem ſtädtiſchen
Krankenhaus Aufnahme gefunden. Auch der
Staatsan=
walt hat gegen das Urteil gegen Beck, Jſaak und Ihrig
Reviſion eingelegt.
— Zirkus Corty=Althoff auf dem Meßplatz, am
Hallenſchwimmbad. Heute abend präzis 8¼ Uhr findet
die prunkvolle und glänzende
Eröffnungsvorſtel=
lung ſtatt. Alle Künſtler, alle Völkerraſſen, alle
verfüg=
baren Tiere werden an dieſem Aend vor dem Publikum
erſcheinen und zeigen, was es auf dem geharkten Sande
der Zirkusmanege Neues gibt. Eine Maſſe von
Darbie=
tungen, in allem eine Vollkommenheit, und doch nicht
er=
müdend wirkende Sehenswürdigkeiten, wie ſolche nur ein
großer und gediegener Zirkus im Rahmen wie Zirkus
Corty=Althoff bieten kann. Es iſt dies keinesweas ein
Unternehmen, das ſich nur durch Reklame groß machen
vill. Ein Gang durch die weiten Stallungen, die über
hundert Pferde, Elefanten, Dromedare, Lamas, Hirſche,
kurz Tiere aus allen Zonen enthalten, dürfte jeden von der
Größe und dem Umfang dieſes Unternehmens überzeugen.
Dabei iſt Zirkus Corty=Althoff keineswegs in das Gebiet
der Menagerien hineingeraten, er iſt das geblieben, was
er ſchon ſeit einem Menſchenalter iſt: ein erſtklaſſiger
Zir=
kus, mit rein eircenſiſchen Leiſtungen und rein
künſtleri=
ſchen Programmen. Natürlich hat er ſich in ſeiner
ge=
ſamten Einrichtung und Organiſation der Neuzeit
ange=
paßt und bringt ſeine überaus reichhaltigen Vorſtellungen
in einem Rieſenbau mit äußerſt bequemer und moderner
Einrichtung, die das ſonſt bei vorübergehend errichteten
Zirkuſſen vorherrſchende Primitive und Mangelhafte
ver=
miſſen läßt. Der alleinige Billettvorverkauf (nur für
Abendvorſtellungen) befindet ſich im Zigarrengeſchäft
Hugo de Waal, Rheinſtraße 14, Telephon 656.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* Berlin, 19. Juli. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung teilt mit: Die Betriebseinnahmen der
preußiſch=heſſiſchen Staatseiſenbahnen
betrugen im Juni 1913 gegen den Juni des Vorjahres
im Perſonenverkehr eine Million Mark gleich 1,59
Pro=
zent, im Güterverkehr 5,9 Millionen Mark gleich 4,78
Pro=
zent mehr, insgeſamt einſchließlich der Mindereinnahme
der ſonſtigen Quellen 5,9 Millionen gleich 2,98 Prozent
mehr. Die Zahl der Sonn= und Feſttage war in beiden
Jahren gleich, jedoch fiel im Vorjahr der mancherorts
ge=
feierte Fronleichnamstag in den Juni, 1913 dagegen in
den Mai.
* München 19. Juli. Zu der Meldung eines Berliner
Blattes, nach welcher im Herbſt die bayeriſche
Kö=
nigsfrage wieder aufgerollt werden ſoll, iſt die
Baye=
riſche Staatszeitung, da dieſe Nachricht auch zu
Erörter=
ungen in der bayeriſchen Preſſe Anlaß gibt, zu der
Er=
klärung ermächtigt, daß bei den maßgebenden Stellen
keinerlei Verhandlungen über die
Wiederauf=
nahme der Frage ſchweben.
* Karlsruhe, 19. Juli. Das Generalkommando des
14. Armeekorps teilt bezüglich der in letzter Zeit vielfach
entſtellten Zeitungsnachrichten über die Entwendung
von Geſchützteilen beim Feldartillerie=
Regiment Nr. 76 in Freiburg i. Breisgau folgendes
mit: Vor einigen Wochen wurde beim Feldartillerie=
Regiment Nr. 76 in Freiburg nachts in einen
Geſchütz=
ſchuppen eingebrochen, wobei einige Geſchützteile älterer
Art entwendet wurden. Dieſe Teile können als bekannt
und ohne beſondere Bedeutung für die Spionage
ange=
nommen werden. Die Täter ſind ermittelt und verhaftet.
Einer von ihnen hat in den Jahren 1904 bis 1906 ſeine
Dienſtzeit bei dem Regiment Nr. 76 abgeleiſtet und war
daher mit den örtlichen Verhältniſſen vertraut.
* Dresden, 19. Juli. Ein Berliner Blatt brachte
die auch in ſächſiſche Blätter übergegangene Mitteilung,
daß in einer kürzlich abgehaltenen Konferenz der
deutſchen Regierungen mit dem
Staatsbahn=
beſitz von den ſächſiſchen Vertretern über die Umgehung
Sachſens durch die preußiſche Staatsbahn im
Perſonen= und Güterverkehr Klage geführt worden ſei.
die Haltung Preußens werde in Dresden als wenig
bundesfreundlich empfunden. Wie der „Sächſiſche
Landesdienſt” von zuſtändiger Stelle erfährt, iſt dieſe
Mitteilung unrichtig. In jener Konferenz iſt
über Fahrplanfragen, die Sachſens Intereſſen
be=
rühren, überhaupt nicht verhandelt worden, wohl aber
über Verbeſſerungen der Güterverkehrsleitung. Die
Ver=
treter der ſächſiſchen Regierung nahmen hierbei den
Standpunkt ein, daß ſich die vor mehreren Jahren
ver=
einbarte Leitung des deutſchen Güterverkehrs allgemein
bewährt habe. Nach dieſen Vereinbarungen ſind zwar
teilweiſe ſächſiſche Strecken, die die kürzeſten
Verbind=
ungen bieten und auch ihrerſeits durchaus leiſtungsfähig
ſind, an der Beförderung nicht beteiligt. Die ſächſiſchen
Regierungsvertreter erkannten jedoch an, daß in dieſem
Umwegsbefahren ein unangemeſſener Wettbewerb der
preußiſchen Staatsbahnen gegen die ſächſiſchen nicht
ge=
funden werden könne, da hierbei die unter der deutſchen
Staatsbahnverwaltung im gegenſeitigen Intereſſe
feſt=
geſetzten Grenzen eingehalten werden.
* Stettin, 19. Juli. Der Streik der hieſigen
Werftarbeiter wird am Montag vormittag 9 Uhr
beginnen. Am Freitag abend fanden
Vertrauensmänner=
verſammlungen ſtatt, in denen über die bisherigen
Ver=
handlungen mit den Vertretern der Arbeitgeber Bericht
erſtattet und mitgeteilt wurde, daß die Verhandlungen
einen unbefriedigenden Verlauf genommen haben. Es
wurde einſtimmig beſchloſſen, den auf heute nachmittag
einberufenen Werftarbeiterverſammlungen zu empfehlen,
am Montag morgen die Arbeit niederzulegen. Dieſer
Empfehlung folgten die Verſammlungen mit
überwie=
gender Majorität. Von den freien Gewerkſchaften
ſtimm=
ten für den Streik 5701, dagegen 1018, von den Hirſch=
Duncker’ſchen Organiſationen 1012 dafür und 84 gegen
den Streik.
Peſt, 19. Juli. Szekely Udvarhely im Komitate
Udvarhely iſt neuerlich ein Wolkenbruch
niederge=
gangen, der großen Schaden anrichtete. Mehrere Häuſer
wurden fortgeſchwemmt. In dem Orte Loevete ſind bei
einem Erdrutſch zahlreiche Häuſer eingeſtürzt.
Menſchen=
opfer ſind keine zu heklagen.
* Rom, 19. Juli. General Briccola telegraphiert
aus Benghaſi: Die Diviſion Salſa hat geſtern einen
glänzenden Sieg über die Streitkräfte der Rebellen
davongetragen, die bei Tobruk ſtehen. Im geſchloſſenen
Angriff warf die Diviſion Salſa den Feind zurück und
bemächtigte ſich des Lagers von Maarda. Eine Kanone,
ein Maſchinengewehr, ſowie eine große Anzahl Waffen,
Munition und Lebensmittel fielen in ihre Hände. Die
Italiener hatten 30 Verwundete, die Verluſte des
Fein=
des, der 2000 Mann ſtark war, ſind bedeutend. Er zog ſich
gegen Weſten und Südweſten zurück ungefähr 6 Kilometer
verfolgt von der Diviſion Salſa.
Baleſtrand, 20. Juli. Der Kaiſer
unternahm=
heute vormittag während der Regenpauſe einen
Spazier=
gang und nahm ſpäter die Vorträge des Chefs des
Militärkabinetts und des Vertreters des Auswärtigen
Amtes, Geſandten von Treutler, entgegen. Nachmittags
arbeitete der Kaiſer allein und hörte gegen abend
kriegs=
geſchichtlichen Vortrag. Das Wetter iſt regneriſch.
* Seattle, 19. Juli. Eine Volksmenge marſchierte
unter Anführung von Matroſen, Marineſoldaten und
Unteroffizieren der hier liegenden pazifiſchen
Reſerve=
flotte unter Hohnrufen auf die rote Flagge durch die
Straßen und zerſtörte im Induſtriebezirk die
Ver=
ſammlungsgebäude der ſozialiſtiſchen Organiſationen=
Infolge Verwechslung wurde das Verſammlungslokal
der Heilsarmee demoliert. Die Menge iſt offenbar
durch die Rede des Marineſekretärs gegen die Leute, die
an die rote Fahne glauben, angefeuert worden. Urſache
der heutigen Ruheſtörung iſt ein Angriff auf drei
Soldaten, die am Donnerstag nach einer Verſammlung
der Arbeiter erfolgte. Infolge der Ausſchreitungen
über=
nahm der Bürgermeiſter das Kommando über die
Polizei. Er hat die Wirtſchaften ſchließen laſſen und
Verſammlungen auf den Straßen unterſagt.
Vorüber=
gehend iſt das Erſcheinen der Zeitung Times verboten
worden.
* Paris, 20. Juli. Die Kammer nahm weiter ein
Amendement an, wodurch verheiratete Soldaten von der
Perſonalſteuer befreit werden, wenn dieſe weniger
be=
trägt als 10 Francs. Ein von dem Sozialiſten Rouanet
beantragte Amendement, durch welches den wegen
Kund=
gebungen gegen die Wiederherſtellung der dreijährigen
Dienſtzeit verurteilten Militärperſonen Amneſtie gewährt
wird, wurde mit 405 gegen 137 Stimmen abgelehnt. Im
Verlaufe der Sitzung kam es wiederholt zu
Zwiſchen=
fällen. Der Republikaner Iheveny ohrfeigte hierbei den
Sozialiſten Bracke.
* Paris, 20. Juli. In St. Dénis bei Paris
ent=
gleiſten geſtern zwei Trambahnwagen an einer
Kreuzungsſtelle. 24 Reiſende erlitten erhebliche
Ver=
letzungen. Die Unterſuchung ergab, daß der Unfall durch
einen Anſchlag verurſacht worden war. In die
Schienen der Kreuzungsſtelle war ein großes Holzſtück
eingekeilt worden.
Chatham, 19. Juli. In der Nacht auf Samstag
iſt an Bord des Linienſchiffes „Exmouth” infolge
Kurzſchluſſes Feuer ausgebrochen, das erheblichen
Schaden anrichtete. Das Schiff, das auf der Höhe von
Nore lag, iſt zur Ausbeſſerung des Schadens nach
Cha=
tham zurückgekehrt.
* Moskau, 20. Juli. Der Gerichtshof ordnete
an, die erſten drei Bände der Werke Leo Tolſtois,
Verlag Gorbunow, in denen ſeine Ueberſetzung der vier
Evangelien und die daran geknüpften Erörterungen
ab=
gedruckt ſind, zu vernichten.
* Ottawa, 19. Juli. Eine Militärkommiſſion der Re= hat bei einer Unterſuchung der Zuſtände im
Arſenal von Quebeck 12 Millionen
Gewehr=
patronen wegen fehlerhafter Konſtruktion für
un=
brauchbar erklärt. Auch wurden andere
Fabrikations=
mängel aufgedeckt.
Bekanntlich läßt in der beißen Sommerzeit der Appetit nach.
Um ſo angenehmer und erfriſchender iſt dann ein aus
friſchen Früchten und
Mondahrir
gekochter Obſtſlammeri,
villkommen jedermann zum Mittag. Die
Zuberei=
tung iſt ſehr einfach: Friſches Obſt wird mit Zucker
ge=
ſchmort u. durchgeſiebt. Dieſen Saft kocht man mit kalt angerührtem
Mondamin und genügend Waſſer 3 Minuten gut auf u. läßt ihn
erkalten. Auf dieſe Weiſe erlangt jede Hausfrau ſchnell erfriſchende
Sommerſpeiſen. Das Rezept dazu iſt mit 23 weiteren Rezepten
für Sommerſpeiſen im B=Büchlein zu finden gratis und franko
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Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, ihre E. M. E. M., A. H. A. H., I. A. I. A.
u. C. C. C. C. von dem am 17. Juli erfolgten
plötzlichen Ableben ihres lb. A. H. (15716
Hermann Lindenborn
Apothekenbeſitzer in Groß=Umſtadt
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
„ARMINLAC
Pharm. naturw. Verbdg. i. A. C. V.
J. A.: Maurer X.
Darmſtadt, den 18. Juli 1913.
Todes=Anzeige.
Es war Gottes Wille, meinen
innigſt=
geliebten Mann
(B15730
Carl Ritzert
nach langem Leiden im Alter von 38 Jahren
in die ewige Heimat abzurufen.
In tiefer Trauer:
Frau Elise Ritzert,
geb. Treiss.
Darmſtadt, den 19. Juli 1913.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Die Beerdigung findet Montag, den 21. Juli,
nachmittags 3½ Uhr, von der Leichenhalle des
Beſſunger Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe inniger Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer
(15719
teueren Entſchlafenen
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren tiefgefühlten
Dank. Insbeſondere danken wir für die
liebe=
volle Pflege und Teilnahme im Eliſabethenſtift,
dem Herrn Pfarrer Veller für die troſtreiche
Trauer=
rede, ſowie für die vielen Kranzſpenden und die
zahlreiche Beteiligung am Begräbniſſe.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Schnellbacher, Lehrer i. P.
Darmſtadt, Mörfelden, Wattenſcheid,
den 18. Juli 1913.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres innigſtgeliebten
Vaters, Schwiegervaters, Bruders, Schwagers
und Onkels
(15705
Herrn Josef Herrmann
Kanzleisekretär
ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank.
Die trauernd Hinterbliebenen:
J. d. N.: Fr. Herrmann.
Darmſtadt, den 19. Juli 1913.
Dankſagung.
Für die beim Hinſcheiden meiner lieben Frau,
unſerer treubeſorgten Mutter, Schwiegermutter
und Großmutter bewiefene Teilnahme ſprechen
wir unſeren herzlichſten Dank aus.
(15706
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Christof Lorenz,
Lokomotivführer i. P.
Darmſtadt, den 19. Juli 1913.
Dankſagung.
Für alle Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem herben Verluſt, der uns betroffen, ſagen
wir unſeren
(15721
herzlichſten Dank!
Familie Heinrich Schütz.
Darmſtadt, 18. Juli 1913.
Tageskalender.
Generalverſammlung des Kranken= und
Sterbe=
kaſſen=Vereins „Eintracht” um 8½ Uhr Waldſtraße 23.
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht „Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt”
Eröffnungsvorſtellung im Zirkus Corty=Althoff
um 8¼ Uhr am Hallenſchwimmbad.
Wander=Ausſtellung „Das Kind”,
Alexander=
ſtraße 20 (geöffnet von 2—9 Uhr).
Bilder vom Tage (Auslage in unſerer Expedition,
Rheinſtraße Nr. 23): Von der diesjährigen
Nordland=
reiſe des deutſchen Kaiſers: Vom 12. Deutſchen
Turn=
feſt in Leipzig: die Aufſtellung von 17000 Turnern zu
den Freiübungen; Zur Niederlage der Bulgaren im
neuen Balkankrieg; Von den Serben eroberte bulgariſche
Geſchütze in Belgrad; Kolonialtruppen bei der großen
Pariſer Parade.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 22. Juli.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der
Train=
kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle,
Louiſen=
ſtraße 20. Die Leſehalle iſt geöffnet an
Wochen=
tagen von 10—2 und von 6—9 Uhr, Sonntags von
11—1 und von 6—9 Uhr. Bücherausgabe findet
ſtatt an jedem Wochentage von ½11 bis ½1 Uhr und
abends von 6 bis 9½ Uhr.
Beſichtigung des Großh.
Reſidenzſchlof=
ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: J. V.: Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam
Sleiſchmann, ſämtlich in Darmſtadt. — Für den
redaktio=
nellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion
des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforder=
ungen ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht
be=
rückſichttgt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zu=
rückgeſandt.
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Was Circus Corty=Althoff
in ſeiner Reklame verſpricht,
das hält er auch!
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befördert werden.
Die vornehmſte Eireus=Schanſtellung der Jetztzeit
verbunden mit großem erotiſchen Tierpark.
Der richrige, große und weitbekannte
Cireus Corty Althoff „der Grot
nicht zu verwechſeln mit den verſchiedenen kleinen Unternehmen, die nur „Circus Althoff” firmieren.
beſtdreſſierte edle
Raſſepferde
darunter engliſche Vollblüter,
ſchwere Dänen und Belgier,
ſchot=
tiſche Zwergpferdchen, edle Araber,
Lippizianer, ruſſiſche, ſibiriſche und
ungariſche Steppenpferde, nord=
und ſüdamerikaniſche Muſtangs
uſw., Pferde aus namhaften
deut=
ſchen Geſtüten, 9 indiſche
Ele=
fanten, ferner Dromedare,
Kängu=
ruhs, Lamas, Zebras, Hirſche,
Maultiere, Hunde aller Raſſen
ſowie viele exotiſche Tiere.
heute
8
Uhr
abends
19
Ferlonen
nur erſtklaſſige Kräfte
ſind für den Circus tätig, darunter
verwegene engliſche und deutſche
Reiter und Reiterinnen auf
un=
geſattelten Pferden, urkomiſche
Clowns und dumme Auguſte,
italieniſche Akrobaten, orientaliſche
Gaukler, mexikaniſche Equilibriſten,
Dreſſeure von Pferden und
an=
deren Tieren, ſpaniſche
Schul=
reiterinnen, tollkühne Luftkünſtler,
geſchickte Jongleure,
Leiterakro=
baten Muſikal=Clowns uſw.
Für hier völlig neues, aus 26 Nummern 26 beſtehendes Rieſenprogramm.
In jeder
wozu 6
erforderlich
Vorſtellung Doppel=Programm für ein Entree und in einer Vorſtellung ſonſt 2 Gireusmanegen ſind!!!
Ueberall
Ueberall
ausverkauft: — Das diesjährige Doppel=Jubiläumsprogramm ausverkauft:
erzielt allerorts toſenden Beifall von unzähligen Beſuchern!
Gegenwärtig in Metz wurden allabendlich
wegen Maſſenandrang des Publikums alle Zugänge
zum Cireus polizeilich geſperrt!
Neue Maſſen=, Schul= und Freiheits=Dreſſuren von Frau und Herrn Direktor Althoff!
Das pt. Publikum wird höfl. darauf aufmerkſam gemacht, daß beſonders in dieſer Jubiläums=Saiſon ganz Hervorragendes
geboten wird. Dreſſuren, wie ſie bisher weder hier noch anderwärts von einem Circus gezeigt worden ſind.
Interefſante Dreſiurproben wochentags
vormittags von 11 bis ½1 Uhr.
Er=
wachſene 20 Pfg., Kinder 10 Pfg. Eintritt.
Preiſe der Plätzer
(einſchließlich ſtädtiſcher Kartenſteuer)
Loge (num.) 3.30 M., Sperrſitz (num.)
2.20 M., 1. Platz 1.65 M., 2. Platz 1.10 M.,
Galerie 55 Pfg.
Militär Wochentags abends: 1. Platz
1.10 M., 2. Platz 70 Pfg., Galerie 35 Pfg.
Kinder unter 12 Jahren und Militär
nachmittags halbe Preiſe.
Montag, den 21. Zukt, abds. 8½ Uhr=
Gala=Eröffnungs=Vorſtellung
Folgende Tage, je abends 8¼ Uhr:
Gr. Brillante Vorſtellungen.
Mittwoch, den 23., Samstag, den 26. u.
Sonntag, den 27. Juli, je
4 Uhr 6 8¼ Uhr
nachmittags abends
Vorſtellungen
Nachmittags halbe Preiſe für Militär
und Kinder unter 12 Jahren.
Marſtall= und Tierparkbeſichtigungen
täglich vormittags 11 bis 11 Uhr.
Er=
wachſene 20 Pfg., Kinder 10 Pfg. Eintritt.
Billet=Vorverkauf:
(nur für Abend=Vorſtellungen) in dem
Zigarrengeſchäft von
H. de Waal, Rheinſtraße 14,
Telephon 656.
Die Circuskaſſe iſt geöffnet vorm. 10—1
Uhr, nachm. ab 5 Uhr, bei 2
Vorſtellun=
gen vorm. v. 10—1 Uhr u. nachm. ab 3 Uhr.
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Bekanntmachung.
In letzter Zeit ſind mehrfach Beſchwerden von Garten= und
Villenbeſitzern bei uns eingelaufen, daß von Kindern und ſelbſt von
Erwachſenen im Vorbeigehen Roſen und andere Blumen aus ihren
Gartenanlagen entwendet und ſtellenweiſe ganze Roſenſtöcke
umge=
knickt worden ſeien.
Dieſe Unſitte kann nicht ſcharf genug verurteilt werden, da ſie
ein ſchlechtes Licht auf die Bevölkerung Darmſtadts wirft und weil
ſie den Garten= und Häuſerbeſitzern den Aufenthalt in Darmſtadt
verleiden kann, abgeſehen von dem Schaden, der durch den Unfug
angerichtet wird.
Wir richten daher an die Bevölkerung Darmſtads das dringende
Erſuchen, daß jeder für ſeinen Teil erzieheriſch auf Kinder und
Er=
wachſene in dieſer Richtung einwirke, damit dem Unfug geſteuert und
die Stadt vor Schaden bewahrt wird.
Die Polizei=Organe ſind mit ſtrenger Ueberwachung und un=
(15711
nachſichtiger Veranzeigung beauftragt.
Darmſtadt, den 17. Juli 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
I. V: Stumpf.
Bekanntmachung.
Betreffend: Wochenmarkt.
Der Wochenmarkt iſt auf den alten Schlachthofplatz
ausge=
dehnt worden.
Die Anfahrt der Marktfuhrwerke zum Schiller= und alten
Schlachthofplatz hat von der Alexanderſtraße und dem Schloßgraben
her zu geſchehen.
(15689so
Darmſtadt, den 18. Juli 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
V.: Stumpf.
Bekanntmachung.
Nach Beendigung der baulichen Unterhaltungsarbeiten iſt das
ſtädtiſche Leihamt von Montag, den 21. Juli lfd. Js.,
vormit=
tags von 8 Uhr an, für das Publikum wieder geöffnet.
Darmſtadt, den 17. Juli 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
(15627so
I. V. Schmitt.
kann unmittelbar von der Wieſe ange=
Heu neuer Ernte fahren werden. Es muß jedoch
volkom=
men trocken und nicht ſchwitzend beim Amt ankommen.
INV. 1573388)
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Dienstag, den 22. ds. Mts.,
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ungeeignetes ſechsjähriges Pferd
öffentlich meiſtbietend gegen
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zahlung verſteigert.
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werden gut und billig
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P. Friese,
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Pankratiusſtr. 69
uterh. err. inz,Hose, Krag. Nr. 18,
Manschett., für ſtarke Fig. zu verk.
Näh. in der Expedition. (*3537eid
In dem Konkursverfahren
über den Nachlaß des verſtorbenen
Dr. Wilh. Bieſer,
Oberſtabs=
veterinär zu Darmſtadt beträgt
bei der bevorſtehenden
Schlußver=
teilung die vorhandene Maſſe
Mk. 1055.08, während die zu
be=
rückſichtigenden nicht
bevorrech=
tigten Forderungen Mk. 1812.12
(15718‟
betragen.
Darmſtadt, 18. Juli 1913.
Der Konkursverwalter:
Karl Dechert.
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69
Mittwoch, den 25. Juli 1913
zur Zeichnung aufliegende
7/0 Warttembergische Stauisamelle
(unkündbar bis 1. Juli 1935)
zu den Originalbedingungen von unseren Mitgliedern bis Dienstag, den
22. Juli 1913, abends 6 Uhr, provisionsfrei entgegen.
(15551fo
Darmstädter Volksbank
eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.
4/ Württembergische
Staatsschuldverschreibungen
Unkündbar bis 1935.
252EcEesasséecesssssegessssesaessssgagessssessessssesee
32526
Am 23. Juli d. J. fndet die Subskription statt auf
Rominal Mk. 13.000.000.- obiger Schuldverschreibungen
eingeteilt in Stücke zu 5000, 2000, 1000, 500 und 200 Mark mit Zinsen
ab 1. Juli zu
96/40% für diejenigen Stücke, die unter Sperrung bis 15. Januar 1914
in das Staatsschuldbuch einzutragen sind, und zu
96,60% für alle übrigen Stücke.
(IV,15484,131
Wir sind offizielle Zeichnungsstellen.
Die näheren Bedingungen stehen bei uns zur Verfügung.
Darmstadt, den 17. Juli 1913.
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Moderne Stoffe und ihre Verwerkung.
Seit geraumer Zeit ſchon wendet ſich das Intereſſe der großen Schneider
faſt ausſchließlich den weichen, ſchwer fallenden Stoffen zu, und dabei bleibt
es vorläuſig, kaum daß ſich in der kommenden Saiſon etwas ändern wird.
Nur einen Stoff gibt es, der ſie ein wenig von ihrer Liebhaberei abweichen
macht, und das iſt Taft.
Während man bei uns Taft nur ſehr wenig ſieht, begegnet man in
Daris den Taftkleidern doch ziemlich häufig, und zwar ſind es vor allem
die ſchwarzen und marineblauen, ſo ungemein leicht zu tragenden
Taft=
kleidchen, die Abwechſlung bringen vom ewigen Einerlei
der weich fließenden, atlasartigen Stoffe. Es wird zu dieſen
Kleidern nur Taft in doppelter Breitenlage und nur in jener
ganz weichen Qualität, „taffetas mousseline” benannt,
ver=
arbeitet. Eines der größken Dariſer Häuſer brachte in dieſew
Sommer mehrere Modelle aus ſchottiſch kariertem Taft heraus,
der Nock, geſchmückt mit
jener ſo ſchwer zu
tragen=
den, ſo ſchwer zu
arran=
gierenden „ceinture
baja-
dére‟, die man auf ſo
vielen Modebildern
ab=
gebildet ſieht, aus
ein=
farbiger Charmeuſe, der
auch den Taillenaufputz
übernahm, nebſt einem
Krägelchen aus alt
ein=
gefärbter Batiſtſtickerei.
Es wäre gänzlich
glatt verarbeitet werden, „weil er ſteil Rock iſt drei= oder vierteilig. Material für
Amſtand hindert nicht, ihn in ganz der lich in 6 Größen.
gleichen Weiſe zu verarbeiten, ſo zum
Beiſpiel ein reizendes Kleid, über deſſen
vorn drapierten Rock eine Taille fällt,
an die ſich im erhöhten Taillenſchluß ein
langer Schoß anſchließt — hinken etwa
bis zur Kniekehle reichend, vorn bedeutend
kürzer — der
glocken=
förmig geſchnitten iſt oder
gar in Falten eingelegt.
Vorn öffnet ſich dieſe Art
von „Jackentaille” über
einen weißen
Batiſtein=
ſatz, an den ſich ein
Am=
legekragen und Nevers,
ebenfalls aus Batiſt,
an=
ſchließen. Es iſt das
eines der hübſcheſten
Modelle, die in dieſem
Frühjahr aus ſchwarzem,
marineblauem,
tiefdunkel=
braunem (téte de négre)
oder einem köſtlich
braun=
lila (violine) Taft her=
61177
auskamen.
Und noch ein Stoff, der auf einen gar alten
Stamm=
baum zurückſieht, wird in Daris ſehr viel mehr getragen
neben dem Weſteneinſatz, rote Bänder ſchließen am Handgelenk, quer über
einen Doppelvolant laufend, die Aermel ab, ein rotes Schleifchen ſteckt anſtatt
einer Broſche am Halsausſchnitt. Das Tragen einer roten Jacke zum Rock
aus Depitakaroſtoff ſinde ich eine Extravaganz, die mich nur dann, wenn
ein Anzug von allerluxuriöſeſter Qualität iſt, nicht als abſcheulich auffallend,
ſagen wir lieber unfein, bedünkt.
M. v. Suttner.
Beſchreibung zu unſeren Abbildungen.
Nr. 61177. Wenn man Bedarf für ein duftiges Sommerkleid hat, ſo empfiehlt
es ſich, ein ſolches nach Muſter Nr. 61177 anzufertigen. Die Bluſe dieſes ſchicken Kleides hat
lange Schultern, lange oder halblange Aermel und ſchließt mit einem
Stehkragen oder flachem Kragen ab. Ferner hat die Bluſe linksſeitigen
Vorderſchluß. Auch ein Futtermuſter iſt für eventuellen Bedarf
vor=
geſehen. Der mit der Bluſe zuſammengefügte Rock hat gehobene
Taillenlinie und iſt an der Oberkante etwas angekrauſt. Eine hübſche
Ausführung wäre z. B., wenn man einen flachen Stickereikragen
an=
bringt und die beiden ſpitz zulaufenden Teile an Bluſe und Rock mit
einer kleinen Stickerei ausſchmückt. M igl bei einer Oberweite von
91 cm für das Kleid mit
kurzen Aermeln: Von 81 cm
breitem glatten Stoff 4,00 m.
Schnitt erhältlich in ſieben
Größen=
Nr. 61222. Ein hübſches
Kleid mit einer Ruſſenbluſe,
das ſich ſpeziell dazu eignet,
aus leichten Sommerſtoffen
hergeſtellt zu werden, iſt
unter Nr. 61222 abgebildet.
Dieſes Kleid hat einen
Steh=
kragen oder einen flachen
61422
Kragen und die modernen
verfehlt, zu meinen, Taft könne nur ganz langen Schultern, an die die langen Aermel
angefügt ſind. Der an die Bluſe angefügte
iſt‟. Dieſer moderne Taft iſt nicht ſteif, das Kleid mit dreiteiligem Nock und
Schoß=
wenn er auch etwas weniger weich im anſatz für ein ſiebzehnjähriges Mädchen: Von
Fall iſt als Charmeuſe. Aber dieſer 100 cm breitem Stoff 4,10 m. Schnitt erhält=
als bei uns, und zwar von ſehr eleganten Frauen, von
großen Modedamen, das iſt das Depitakaro. Bei uns ſieht
man es ja eigentlich nur zu Strapazierkleidern einfachſter Art
verarbeitet, und man denkt gar nicht an die Möglichkeit, es
zu Kleidern von großer Koketterie der Allüren verwenden zu
können. Auch dieſer Stoff wird, wenn wir vom ſtrengen
Tailleurkleide abſehen, bearbeitet wie jeder weich fallende
Seidenſtoff, d. h. alſo, der Nock wird drapiert, die Jacke
erhält Glockenſchöße oder in Falten gelegte Schöße, die Taillen
ſind leger und graziös fallende Bluſen mit weſtengleichen
Einſätzen aus weißem oder gelblichem Batiſt oder Tüll,
ein=
gerahmt von dem faſt unvermeidlichen Volant. Das
Depita=
karo wird blau, ſchwarz und braunweiß verarbeitet und ſehr
gern mit ein wenig ceriſerot zuſammengeſtellt; d.h. ein roter
Bandgürtel ſchließt den Rock ab, ein roter Vorſtoß die Taille
61222
Nr. 61422. In Anbetracht der
Sommer=
ferien wird jede kluge Mutter die kleineren
Kinder mit einem Spielanzug ausſtatten. Wenn
nan Drillich, Kattun oder Leinen verwendet,
werden die Koſten nur gering ſein, und ſo ein
kleiner Anzug wird ſo manche Wäſche
über=
dauern. Ein jedes Kind wird froh ſein, aus
ſeinem ſogenannken „guten
Anzug” in den Spielanzug
ſchlüpfen zu dürfen, der ihm
Bewegungsfreiheit geſtattet,
und in dem er nach
Herzens=
luſt herumtummeln kann.
Auch eignet ſich ein ſolches
Kleidungsſtück
außerordent=
lich für den Strand.
Nr. 61 422 hat die moderner
langen Schultern und lange
oder halblange Aermel. Oben
am Halſe iſt die Bluſe
ein=
fach mit einem Band
ein=
gefaßt oder mit einem
Kragen, laut Abbildung,
ver=
ſehen. Der Anzug hat
links=
ſeitigen Vorderſchluß. Hinten
werden die Höschen durch
C) einige Knöpfe mit dem Ober=
61655 u. 61666
teil verbunden. Nr. 61422
kann man in einigen Skunden
herſtellen. Material für den Spielanzug ohne Aermel für ein
vier=
jähriges Kind: Von 81 cm breitem Stoff 1,60 m. Schnitt erhältlich
in 6 Größen — von 1 bis 6 Jahren.
Nr. 61655. Eine reizende Hemdbluſe mit Weſtenkeil und
flachem Amlegekragen finden wir unter Nr. 61655 abgebildet. Sie
ſtellt einen ſtreng modernen Schnitt dar. Der Weſtenkeil wird ſeparat
gearbeitet und nach dem Fertizſtellen mit dem Vorderteil verbunden,
es iſt alſo auch die Möglichkeit geboten, nach dem Schnitt nur eine
ganz einfache Hemdbluſe herzuſtellen. Es wird entweder ein flacher
Amlegekragen oder ein Stehkragen angebracht. Die Aermel kann
man lang oder halblang ausführen. Material bei einer Oberweite
von 91 cm für die Bluſe mit langen Aermeln und Weſte: Von
88 cm breitem Stoff 2,10 m. Schnitt erhältlich in 8 Größen.
Nr. 61666. Ein ſehr kleidſamer Rock mit Vorderſchluß iſt unter
Nr. 61666 illuſtriert. Derſelbe iſt vierteilig, hat gehobene Taillenlinie
und an der linken Seite des Rückteils zwei Falten. Man kann das
Vorderteil auch ohne den ſpitz zulaufenden Teil arbeiten, wenn man
dieſen nicht wünſcht. Material bei einer Taillenweite von 61 cm:
Von 100 cm breitem Stoff 2,65 m. Schnitt erhältlich in 8 Größen.
Nachdruck auch mit Quellenangabe verboten.
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Ich liebe Dich!
Roman von Guido Kreutzer.
Copyright by Carl Duncker, Berlin W. 35.
(Nachdruck verboten.)
Der Baron Oſtheeren aber ſchüttelte mit leiſem
Lä=
heln den Kopf.
Irgendwie werden wir Ihre verlorene Balanze ſchon
viederfinden, Herr Forſtmeiſter. Vorher aber helfen Sie
neiner Begriffsſtutzigkeit mal auf die Veine: — welches
verden eigentlich die unmittelbaren Folgen dieſes
nächt=
ichen Renkontres ſein?
Der andere ſchob brüsk die breiten Schultern hoch.
Seine Stirn umdüſterte ſich wieder.
Schema F, lieber Freund; wie ſtets in ſolchen Fällen.
das Gericht erhebt gegen mich Anklage weil ich einen
Menſchen erſchoſſen habe. Und falls die Königliche
Regie=
ung nicht in der Ueberzeugung daß ich meine Befugniſſe
eineswegs überſchritten habe den berühmten
Kompetenz=
onflikt geltend macht, werden Piontek, deſſen Aburteilung
in ſich ja ein beſonderes Verfahren bildet, und Sie als
zeugen geladen. Dann wird Termin angeſetzt; die
Ver=
andlung folgt, in der ich natürlich bedingungslos
freige=
prochen werde — Waffengebrauch nach der Inſtruktion
um Geſetz vom ſiebzehnten April
Achtzehnhundertſieben=
nddreißig, Faſſung vom vierzehnten Inli
Siebenund=
eunzig.
Als Abſchluß eine Belobigung des
Oberlandforſt=
leiſters mit eigenhändiger gnädiger Nandnotiz Seiner
xzellenz des Herrn Miniſters!
Und nach dieſer Freiſprechung,
.. . . reiche ich ein Geſuch um Uebernahme in den
ierwaltungsdienſt ein! ergänzte der Alte hart.
Günter von Oſtheeren ſtarcte ihn betroffen an.
Aber weshalb denn? Sie werden doch vollkommen
habilitiert und noch dazu ansgezeichnet, wie Sie eben
rgen! Das verſtete ich nicht, Herr Forſeiſer!
Der nachte eine derächliche Beſbeung.
Drei Jahre hab ich mit dem Menſchen
zuſammengear=
beitet, ſagte er leiſe; durch ſeine Worte klang es wie
Schmerz. Drei Jahre, Baron; Tag um Tag; alles hat er
gewußt, was im Walde vorging; wie einen meiner
altge=
dienten Beamten hab ich ihn gehalten. Und dann
wild=
diebt er hinter meinem Rücken — und ſchießt auf mich!
§ . ſchießt auf mich!
Die Zügel, die ſeine Fauſt hielt, zitterten; und tief in
den Augen gloſte ein düſteres Feuer.
Wenn ich mir in den drei Jahren die Liebe und das
Vertrauen meiner Leute ſo wenig gewinnen konnte, daß
etwas — etwas derartiges überhaupt möglich iſt . . . . . .
dann mag ich auch nicht mehr im Walde bleiben! Von der
Pflicht allein leben, wo die rechte Freudigkeit zum Teufel
gegangen iſt, das iſt eine bittere Sache und füllt ſo wenig
ein Leben aus! Mir aber, Herr, mir ſteht der Ekel bis zum
Halſe!!
Sein Blick verlor ſich.
Da hat man nun dreißig Jahre gearbeitet und geſorgt,
iſt in Ehren alt und grau geworden, hat mühſelig Stein
um Stein zu ſeinem Lebensgebäude zuſammengeſchleppt —
und jetzt kommt das Schickſal ſchon zum zweiten Mal und
wirft es mir zuſammen wie ein Kartenhaus!
Vor ihnen reckte ſich der Hochwald wie eine drohende
Mauer gegen den aufhellenden Horizont. Ein Eichhörnchen
huſchté dicht vor dem Wagen über den Weg, glitt, leiſe
pfei=
fend, en einem glatten Buchenſtanun hinauf.
Und während der alte Herr die ſcheu gewordenen
Gäule kurz nahm, ſagte er zwiſchen den Zähnen: —
Es gibt ja ſo manches im Leben, worum es lohnt, mal
den Kopf zwiſchen die Hände zu nehmen und ernſthaft
nachzudenken. Das beſte und höchſte aber iſt die Treue;
ohne die bleibt alles übrige ein verdammt bärbeißiger
Spaß!
Dann zuckte er abſchließend die Schultern und richtete
I= auf. Die Samme nr wirter .
Aun abe geung don dieſen Selbſigerede 35 werd
Ihnen ſagen — ſobald das amtliche Verfahren wegen der
Geſchichte heut nacht zum Abſchluß gelangt iſt, ſetz ich mich
auf die Bahn und ſuch meinen Gönner, den
Oberlandforſt=
meiſter, auf. Vor drei Jahren hat man mir ſchon mal
meine Ernennung zum Forſtrat und Uebernahme ins
Mi=
niſterium angeboten. Damals wollt ich nix von wiſſen s
dachte doch, ohne mich könnt Wild und Wald nicht
exiſtie=
ren — na, ’s wird wohl auch ſo funktionieren!
Jetzt aber laß ich mich noch nachträglich befördern; iſt
alles zu erreichen; bis ich mal zum alten Eiſen gehöre, wird
in preußiſchen Staatsforſten noch ſo manche Klafter
ge=
ſetzt werden! Und die hochmögenden Berliner Herren
wer=
den für mich dort ſchon ganz reichliche Verwendung finden;
’s ſoll Leute geben, die weniger Herz für die grüne Farbe
haben, als icht
Der junge Offizier hatte den Sprecher unverwandt
be=
obachtet. Ihm ſchien, als klinge in dieſen kurz
hingewor=
fenen Worten ein falſcher Ton mit.
Ich fürchte, Herr Forſtmeiſter, das Umgewöhnen wird
noch ſchwere Kämpfe koſten. Ein großer Jäger vor dem
Herrn, wie Sie — ein Weidmann, der mit Leib und Seele
die Birſchbüchſe führt . . . . und dann Tag für Tag an
den Schreibtiſch gefeſſelt ſein: .
Ja . die Jagd! ſagte Elias Krottenheim verſonnen.
Wie horchend neigte er den Kopf einen Moment zur Seite.
Damit haben Sie natürlich recht, Baron. Ich werde mir
auch ſchon ein bißchen Anteil ſichern. Das ganze Jahr
über will ich fleißig Akten wälzen und mir meinetwegen
die Finger wund ſchreiben — aber zum Herbſt müſſen ſie
mich auf ein paar Wochen ’rauslaſſen aus dem
ſiebenteili=
gen Häuſermonſtrum am Leipziger Platz in Berlin.
In der Zeit nämlich krieg ich regelmäßig ſo’nen
ge=
linden Fieberarfall und verſchmier die wichtigſten
Akten=
dogen. Alſo da Ein ich für all den Krempal ein
nbrauch=
t Alerſe
Eine äußerst aparte
Wohnungs=Einrichtung
bestehend aus Schlafzimmer in mahagoni poliert, mit 160 cm breitem
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Dan de biſche göhen und der Beſ auf die
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ter ſpringt, gehör ich mit meinem Drilling ins Revier!
Das iſt doch auch die geſegnete Zeit, wo der Keiler geſtellt,
der Fuchs mit der Haſenquäke gereizt, der Dachs gegraben
und der Marder eingekreiſt wird!
Alſo ich denke, wenn ich dem Herrn
Oberlandforſt=
meiſter das in wohlgeſetztem Redeſchwung klar mache,
wird er ein Herz in der Bruſt haben und mich den Herbſt
über immer auf Bereiſungen ſchicken.
Und für die Zeit, wo ich weg bin, kann die Giſa bei
meiner Schweſter wohnen, damit ſie ſich in der großen
Wohnung ſo allein nicht grault und vernünftig
unterge=
bracht iſt.
Ueberflüſſig, Herr Forſtmeiſter! ſagte da der junge
Offizier mit all ſeiner pomadigen Ruhe. Ich garantiere,
Sie ſind Schwiegervater — längſt bevor die kniffliche Frage
der Bereifung zum erſten Male an Sie herantritt.
Der alte Herr hatte eine unruhige Bewegung
ge=
macht. Es war, wie ein letztes hoffnungsloſes
Aufbegeh=
ren. Dann ſaß er ganz ſtill und bekam vergrübelte
Augen.
Hab ich mir ja denken können, Baron, ſagte er
end=
lich, daß Sie auf dieſe Weiſe die Balanze
wiederher=
ſtellen würden, von der ich vorhin ſprach. Iſt ſchließlich
auch das Nächſtliegende; und ich hab wohl kein Recht mehr,
Ihnen die Giſa abzuſchlagen.
Was anderes iſts ja, wie ich mich mit mir ſelbſt
aus=
einanderſetz’ . . . . Sie wiſſen, weswegen Sie damals in
Berlin vergeblich zu mir kamen! Aber das kann Ihnen
ja verdammt gleichgültig ſein — wo Sie mich alten
Krau=
ter jetzt doch in den Sand geſetzt haben.
Da berichtete Günter von Oſtheeren von dem Brief,
den er vierundzwanzig Stunden vorher aus Berlin
bekom=
nen hatte; mit kurzen Worten, denn es widerſtrebte ihm,
n Dinge zu rühren, die dem Alten neben ihm fremd
aren und ewig fremd bleiben würden.
Elias Krottenheim aber hörte aufmerkſam zu. Und
ider Jüngere ſchwieg, flog ein Leuchten über ſein Ge=
ſch uie ent uns ein bichin ſein dom ate wer 65
beſtimmt das erſte ſeit langen trüben Wochen.
Nicht mehr viel Worte machen, Günter Oſtheeren,
ſonſt werden wir ſentimental. Jetzt aber drück ich Ihnen
nochmal die Hand . . . ſo! . . . und nicht nur in
Dankbar=
keit und Achtung, ſondern in herzlicher Liebe! Wenn Sie
ſo weitermachen, werden Sie ein Menſch, wie Ihr Vater
. .. und erreichen damit das koſtbarſte, was es für Sie
geben kann!
Sie haben auf der ganzen Linie geſiegt — die Giſa
wird wieder Glanz in die müdgewordenen Augen
bekom=
men — und ich brauch als alter Kerl vor meiner toten
Frau nun doch nicht die Augen niederzuſchlagen!!
Jetzt aber wollen wir mal ſehen, ob die Ronnsdorffer
Gäule einen Begriff davon haben, wen ſie eigentlich nach
Erlengrund bringen!
Eine Viertelſtunde ſpäter aber ſtanden ſich in dem
Wohnzimmer der Oberförſterei ſchweratmend zwei
Men=
ſchen gegenüber; ſtarrten ſich in die blaſſen Geſichter;
ver=
fingen ſich mit den Blicken ineinander, als hätten Jahre ſie
getrennt.
Giſela Krottenheim lehnte am Türpfoſten — die Hände
gegen die ſtürmende Bruſt gepreßt — in den Augen ein
glückſeliges Aufleuchten.
Papa iſt oben in meinem Zimmer er hat mir
alles erzählt von heut’ nacht . . . wieviel Du für ihn
ge=
tan haſt . . . und Ihr hättet Euch ausgeſprochen . . . und
wir beide — Du und ich . .. der Atem flog; es war ein
hilfloſes Stammeln.
Der Baron von Oſtheeren neigte den Kopf.
Ja, Giſa — Du und ich . .. heut und in alle Ewigkeit!
Sie ſchloß die Augen; eine ſüße taumelſelige
Mattig=
keit überfiel ſie; der dumpfe Druck, der all die letzten
Wochen auf ihrer Bruſt gelaſtet, löſte ſich; ein Zittern
durchlief den Körper — tiefes, befreiendes Aufatmen.
Wenn Du wüßteſt, wie furchtbar das geweſen iſt die
ganze Zeit, Günter! . . Iinmer hab ich zu Dir gewollt
und hurfe des niat eiſentenige Siahntet
ſir Tas und die endloſen Racht, in denen man grubclt
und denkt und hofft und in die Kiſſen beißt, um nur ganz.
ſtill zu ſein . .
Da zog er ſie an ſich und beugte ſich tief zu ihr hinunter,
Jetzt aber haben wir uns doch gefunden und gehören
zu einander — im Guten und im Böſen . .. im Glück und
im Unglück.
Er küßte ſie. Unter ſeinen Lippen zuckte ſie zuſammen
wie unter einem Schlage. Eng neſtelte ſie ſich an ihn unde
warf den Kopf zurück. Eine raſende Lohe ſchlug ihm aus
ihren Augen entgegen.
Sag, daß Du mich liebſt, Günter! ſtammelte ſie in
verzehrender Leidenſchaft. Liebſt Du mich . . . liebſt Du
mich? . . . wirſt Du nie bereuen, daß Du mit mir einen
Weg gehen willſt?
Vor dieſem dunkel flackernden Blick brach ſeine Ruhe
zuſammen. Seine Lippen ſuchten ihr Geſicht, das Haar,
die Hände.
Du . . . raunte er zwiſchen atemloſen Küſſen .
ich will zu jeder Stunde den Tag ſegnen, der uns beide
zuſammengeführt hat! . . . Du ſollſt mir ja die heilige
Drei=
einigkeit der Ehe ſein — Weib, Kameradin und Geliebte!
... Du biſt mir Glaube . . . und Zukunft . . , und
Ver=
heißung! . . . Mehr gibt es ja nicht, als Dich zu beſitzen!!
Und flutende Sonnenſtröme im Zimmer und rings
das tiefe, klingende Schweigen des Herbſtmorgens, das
wuchs und wuchs und zu jauchzenden Akkorden anſchwoll,
die ihnen in den Ohren brauſten; im Gehirn hämmerten;
durch die Nerven zitterten.
Sie lag willenlos an ſeiner Bruſt; ſie trank lechzend
das wilde Geflüſter ſeiner Liebe.
Jetzt ſterben! ... dachte ſie in dumpfer Betäubung .
So mitten aus dem Vollen herausgeriſſen werden —
ver=
ſinken in dieſem Rauſch erfüllter Sehnſucht! . . . Wer weiß,
ob ſolche Stunde je einmal wiederkehrte! : .
End e=
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wird jede rofe, spröde u. aufgesprungene Haut weiß und
sammetweich d. Gebrauch d. allein echten Lilionmilch-
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Kongreſſe und Verbandstage.
29. Deutſcher Landwirtſchaftlicher
Genoſſenſchaftstag.
— Wiesbaden, 18. Juli. Zu Beginn der
heu=
gen Sitzung des 29. Deutſchen Landwirtſchaftlichen
Ge=
oſſenſchaftstages wurde zunächſt beſchloſſen, die
Be=
ichnung „Generalanwalt” in Zukunft durch den
Aus=
uck „Anwalt” zu erſetzen. — Der Vorſitzende,
Landes=
onomierat Johannſſen=Hannover, gab darauf die geſtern
n Ausſchuß vorgenommenen Wahlen bekannt. Zum
ſten Vorſitzenden wurde gewählt Johannſſen=
Han=
over, zum erſten Stellvertreter Landrat v.
Brockhau=
en=Stettin, zum zweiten ſtellvertretenden Vorſitzenden
utsbeſitzer Landtagsabgeordneter Freiherr v.
Freyberg=
etzendorf, als Mitglieder des Ausſchuſſes Geheimrat
Ha=
enſtein=Bonn und Landesökonomierat Rabe=Hannover;
im Anwalt wurde gewählt der bisherige Generalſekretär
ennes=Darmſtadt.
Hierauf referierte Direktor Fiſcher=München über
as Thema: „Einheitliches Bilanzſchema für ländliche
reditgenoſſenſchaften und Zentralkaſſen‟. Der Redner
npfahl folgende Leitſätze: „Die Bilanzen der
länd=
chen Kreditgenoſſenſchaften und ihrer Zentralkaſſen
ge=
ügen den durch das Genoſſenſchaftsgeſetz und das
Han=
elsgeſetzbuch gegebenen Vorſchriften. Innerhalb der
ein=
elnen Verbände des Reichsverbandes ſind ſeit langem
inheitliche Bilanzſchemata eingeführt. Um jedoch den
eſtrebungen auf weitergehende Spezialiſierung der
Bi=
anzen im Intereſſe der Beurteilung der Liquidität der
kreditinſtitute Rechnung zu tragen, wird der
General=
nwalt erſucht, das Nötige zu veranlaſſen, damit für die
dreditgenoſſenſchaften und Zentralkaſſen einheitliche
zilanzſchemata ausgearbeitet werden, welche den neueren
lnforderungen entſprechen und zugleich eine eingehendere
Finanzſtatiſtik ermöglichen.” — Dieſe Leitſätze wurden
ein=
immig angenommen.
Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf die
Frage: „Welche Lehren haben die Genoſſenſchaften
us der Geldkriſe der letzten Jahre zu ziehen?”
Re=
erent über dieſes Thema war Verbandsdirektor
Land=
at z. D. v. Brockhauſen=Stettin. Er legte eine Reihe von
eitſätzen vor, in denen folgende Forderungen
auf=
eſtellt werden: Bezüglich der Spar= und Darlehenskaſſen:
dieſe ſollen ausſchließlich ihr überflüſſiges Geld bei der
Verbandskaſſe anlegen und nur bei derſelben Bank
Kre=
it nehmen, ferner im weſentlichen einen ähnlichen
Kre=
lit geben, wie ſie ihn ſelbſt in Kontokorrentguthaben,
De=
doſiten= und Spargeldern nehmen, und ſollen dieſe
Gel=
der nicht in Hypotheken feſt anlegen. Des weiteren wird
n den Leitſätzen gefordert, daß die Spar= und
Darlehens=
aſſen ſich auf ihre eigenen Bezirke beſchränken und nicht
rus allen Bezirken Gelder annehmen in einem ſolchen
Imfang und zu einem ſolchen Zinsfuß, daß ihnen die
An=
age der Gelder in ihrem eigenen Bezirk und bei der
Ver=
zandskaſſe mit einem angemeſſenen Nutzen unmöglich
vird; außerdem ſollen die Spar= und Darlehenskaſſen
jenügend Liquidität erhalten, indem ſie zur Deckung ihrer
äglich fälligen Verbindlichkeiten ein angemeſſenes, täglich
bhebbares Guthaben bei der Verbandskaſſe haben. Für
ie Verbandskaſſen wird verlangt, daß ſie den
angeſchloſ=
enen Spar= und Darlehenskaſſen einen Zinsfuß
ge=
oähren, der dieſen die Möglichkeit gibt, die
überſchüſſi=
gen Gelder dort anzulegen, ferner, daß ſie zur Deckung
er auf tägliche Kündigung angenommenen
Krankengel=
er ausreichende Beſtände in Bankguthaben, Wechſeln und
ombardfähigen Wertpapieren beſitzen und mit den
Revi=
ionsverbänden in enger Fühlung ſtehen. Bezüglich der
Reviſionsverbände fordern die Leitſätze, daß durch
Inſtruk=
ionskurſe uſw. die Organe der Genoſſenſchaften auf die
durchführung der zur Sicherung notwendigen
Maßnah=
nen hinweiſen, daß die Abſtellung von Mißſtänden in
den einzelnen Genoſſenſchaften mit Energie betrieben und
jegebenenfalls Ausſchluß der einzelnen Genoſſenſchaften
lus dem Verbande veranlaßt werde. Der Referent gab
ann einen Ueberblick über die letzten Geldkriſen. Nach
iner kurzen Diskuſſion wurden die Leitſätze
ange=
iommen.
An letzter Stelle ſprach Generalſekretär
Gennes=
darmſtadt über: „Urſachen genoſſenſchaftlicher
Mißerfolge‟ Der Referent erblickt die Urſachen der
Mißerfolge einzelner Genoſſenſchaften zunächſt einmal in
dem Verſagen der Verwaltungsorgane, in einer zu
gro=
zen Vertrauensſeligkeit der Aufſichtsratsmitglieder, in der
undurchführbaren und ausſichtsloſen Sanierung
notleiden=
der Genoſſenſchaften, in der Feſtlegung von Geldern in
unſicheren induſtriellen Werten und in der allzu großen
Vorſicht bei der Feſtſtellung von Fehlern. Aus dieſen
und ähnlichen Gründen ſind im verfloſſenen Jahre
ſchmerzliche Verluſte eingetreten, und es wird ſich
empfeh=
len, von den Fehlern zu lernen. Ein Hauptgrund für
Mißerfolge iſt auch der, daß die Genoſſenſchaften die alten
genoſſenſchaftlichen Grundſätze verlaſſen haben und vor
allem den Grundſatz, daß die Genoſſenſchaften lediglich
in ihren Bezirken arbeiten ſollen. Wir wollen unſere
Mißerfolge nicht verdecken, ſondern ſie in der
Oeffentlich=
eit beſprechen. Wenn man von dem Großherzogtum
Heſſen abſieht, muß man feſtſtellen, daß unſere ländlichen
Kreditgenoſſenſchaften in allen Bezirken nicht
rückwärts=
gehen, ſondern nach jeder Richtung hin
vorwärts=
ſchreiten. Der Niederbruch der Kaſſe von Nieder=Modau
iſt in erſter Linie darauf zurückzuführen, daß ſie ihr
Tätig=
keitsfeld über ihren Bezirk hinaus ausgedehnt hat. Es
iſt eine Unterbilanz von 1,6 Millionen vorhanden
ge=
weſen. Da dieſe Summe aus der Haftpflicht der
Mit=
glieder nicht aufgebracht werden kann, werden die
Gläu=
biger mit einem Ausfall von 50 Prozent rechnen müſſen.
Die Arbeit der Kaſſe erſtreckte ſich über die ganze Provinz
Starkenburg; wenn jemand in Heſſen kein Geld
bekom=
men konnte, ging er nach Nieder=Modau, da bekam er es
ſicher. Auch die Buchführung war mangelhaft,
Bilan=
zen wurden nicht gezogen und ſchließlich kam es zu den
Fälſchungen, die ihrem Urheber mehrjährige
Zucht=
hausſtrafe eintrugen. Hätte die Kaſſe ihre Geſchäfte auf
den Bezirk Nieder=Modau beſchränkt, dann wäre ein
ſol=
ches Ergebnis ausgeblieben. Wir müſſen daher ſorgen,
daß die genoſſenſchaftliche Entwickelung in geſunden
Bahnen bleibt. Die Kreditgewährung von ſeiten der
Vorſtandsmitglieder muß ſorgfältig geprüft werden. Alles
in allem reſumiert der Redner dahin, daß die
genoſſen=
ſchaftliche Entwickelung ſich auf geſunden Bahnen
be=
wege.
Die Tagesordnung war damit erſchöpft und die
Ver=
ſammlung wurde vom Vorſitzenden mit Dankesworten an
die Mitglieder geſchloſſen.
Sport, Spiel und Turnen.
— Keglerfeſt in Frankfurt. Von den zirka 63
Verbän=
den des Deutſchen Keglerbundes haben eine
große Anzahl ihr Erſcheinen zu dem Feſte zugeſagt und
ſo wird ſich auf dem Feſthallengelände ein Leben und
Treiben entwickeln, welches lebhaft an das Turn= und
Schützenfeſt in ſeinen Darbietungen erinnert. In den
nächſten Tagen werden die künſtleriſch ausgeführten
Pla=
kate überall zu ſehen ſein. Die Bannerweihe der
Kegler=Vereinigung, verbunden mit großem Ehren=,
Mei=
ſterſchafts= und Geldpreiskegeln in den Tagen vom 9. bis
13. Auguſt d. J. wird ſich etwa wie folgt geſtalten:
Sams=
tag, den 9. Auguſt: Empfang der auswärtigen Gäſte an
den Bahnhöfen. Abends Feſtkommers in der Bayeriſchen
Bierhalle auf dem Feſtplatz. Sonntag: Vormittags
Bannerwagenzug durch die Stadt nach dem Feſtplatz,
an=
ſchließend Bannerweihe durch den Bundesvorſitzenden,
Herrn O. Thomas, hierauf Beginn des Preiskegelns.
Nachmittags Feſteſſen. Montag, Dienstag, Mittwoch iſt
Preiskegeln auf allen Bahnen. Mittwoch iſt
Schluß=
kommers und Siegerverkündigung.
sr. Das Kriegsminiſterium und die Olympiſchen Spiele
in Berlin. Im Anſchluß an den jüngſt veröffentlichten
Erlaß des Kaiſers über die Teilnahme von Militär an
der ſechſten Olympiade ſollen, wie verlautet, im Herbſt
in jedem Armeekorpsmoderne Fünfkämpfe
für Offiziere zum Austrage gelangen. Die Beſten
aus dieſen Wettkämpfen ſollen dann im nächſten Jahre
nach Berlin zur Militär=Turnanſtalt
komman=
diert werden. — Der moderne Fünfkampf wurde zum
erſten Male bei den vorjährigen Olympiſchen Spielen in
Stockholm ausgeführt. Die Konkurrenz umfaßte folgende
Sportzweige: 1. Duellſchießen auf 25 Meter (20 Schüſſe
in vier Serien von je fünf Schüſſen; zwei Probeſchüſſe.
Ziele: volle Mannſcheibe, in Zonen geteilt, 1,70 Meter
hoch; Schießzeit: drei Minuten, 10 Sekunden zwiſchen
jedem Schuß. Waffe: Beliebiger Revolver oder Piſtole
mit offenem Viſier und Korn). 2. Schwimmen, 300 Meter.
3. Degenfechten. 4. Einzelreiten auf einer im Terrain
markierten Bahn von höchſtens 5000 Meter. 5.
Querfeld=
einlaufen, zirka 4000 Meter. Dieſe Konkurrenz mit dem
Wanderpreiſe des Barons de Coubertin, des Wieder=
erweckers der Olympiſchen Spiele, wurde von dem
Schwe=
den G. M. Lilliehöök vor ſeinen beiden Landsleuten K. G.
Asbrink und G. P. F. de Laval gewonnen. Deutſchland
ſpielte damals leider keine Rolle. Nicht zu verwechſeln
mit dem modernen Fünfkampf iſt die ausſchließlich zu
Pferde ausgetragene „Military=Konkurrenz”
sr. Pferdeſport. Die Eclipſe=Stakes eines
der drei 200000 Mark=Rennen Englands, kam am
Frei=
tag in Sandown Park zur Entſcheidung. Bei der
Ueber=
legenheit des als heißer Favorit ſtartenden Tracery
be=
warben ſich nur ſieben Pferde um den reichen Preis. Mr.
Belmonts Tracery ſtartete als heißer Favorit und
ge=
wann auch überlegen mit drei Längen gegen Quantock,
während eine Länge zurück Bachelors Wedding als
Drit=
ter folgte. Wetten 211.
sr. Um den Davis=Cup. Die Kämpfe um die
be=
rühmte Lawn=Tennis=Trophäe bei denen
Deutſchland in der Zwiſchenrunde gegen Amerika
aus=
ſchied, ſind jetzt bis zur Schlußrunde zwiſchen
Kanada und Amerika gediehen. Der Sieger aus
dieſer Begegnung ſpielt dann die Herausforderungsrunde
gegen den Verteidiger des Davis=Pokals England. In
London ſiegte am Freitag in dem erſten der vier Herren=
Einzelſpiele der Amerikaner Williams gegen Schwengers=
Kanada 644 622 614 und Me. Loughlin=Powell 10:8
611 64.
Der Säugling und die Hitze.
* Mit dem Wiederbeginn der Hitze ſtellen ſich
alljähr=
lich die gefährlichen Brechdurchfälle bei Kindern im 1.
Lebensjahr ein, und es iſt für jede Mutter außerordentlich
wichtig zu wiſſen wie dem vorgebeugt werden kann. In
allen Orten mit Beratungsſtellen der Gr.
Zen=
trale für Mutter= und Säuglingsfürſorge
iſt es den Müttern natürlich ſehr erleichtert, ihre Kinder
davor zu bewahren, denn die ärztlichen Leiter der
Mutter=
beratungsſtellen geben ihnen eingehenden Rat und laſſen
durch ſorgfältiges Wiegen feſtſtellen, ob die Kinder bei der
von ihnen angegebenen Ernährungsweiſe auch richtig
ge=
deihen. Nur müſſen die Mütter nicht verſäumen,
recht=
zeitig und ſo oft es der Arzt fordert, zu kommen. Die
Aerzte weiſen vor allem immer wieder darauf hin, daß
durch das Stillen am beſten den Brechdurchfällen
vorge=
beugt werden kann, denn die geſtillten Kinder bekommen
ihre Nahrung vollkommen keimfrei, während jede
unnatür=
liche Nahrung durch die Hitze leicht verdorben wird. Das
Abſtillen oder Entwöhnen des Säuglings darf beſonders
während der heißen Zeit nur auf Anordnung des Arztes
unternommen werden. Verordnet der Arzt Tiermilch, ſo
iſt dieſe in heißen Tagen mit ganz beſonderer Sorgfalt zu
behandeln. Sie wird, ſobald ſie im Hauſe iſt, abgekocht
und nach dem Kochen ſofort in kaltem Waſſer oder mit
Eis abgekühlt. Die Flaſchen und Sauger reinigt man
mit beſonderer Sorgfalt, denn jeder kleine Milchreſt, der
dem Auge nicht ſichtbar zurückgeblieben iſt, kann eine
ſchwere Ernährungsſtörung des Kindes hervorrufen. Das
Bettchen des Kindes ſoll während der Hitze an einem
küh=
len, luftigen Ort ſtehen, die Fenſterläden und Vorhänge
dürfen nur abends, während der Nacht und beſonders in
den kühlen Morgenſtunden geöffnet ſein. Zu warmes
Einpacken kann bei ſehr großer Hitze gefährliche
Erkrank=
ungen hervorrufen; ebenſo ſchädlich ſind Federbetten. Am
beſten deckt man das nur mit Hemd, Jäckchen und leichten
Windeln, ohne Wickelband, bekleidete Kind nur mit einer
dünnen Molton= oder Wolldecke zu. Tagsüber kann man
auch dieſe noch wegnehmen und den Säugling möglichſt
unbekleidet ſtrampeln laſſen, doch hüte man ihn dann vor
Zugluft. Wo es viele Fliegen und Mücken gibt, bedecke
man das Bettchen beſonders im Freien mit einer ganz
dünnen Gaze. Mehrmaliges tägliches Aufwaſchen des
Fußbodens kühlt die Zimmerluft ab auch ſoll man die
Kinder öfters während des Tages mit lauwarmem Waſſer
abwaſchen. Der Kinderwagen ſollte nicht mit Wachstuch
ausgeſchlagen ſein, nur mit leichtem, waſchbarem Stoff,
denn Wachstuch und Leder halten die Hitze im engen
Wa=
genraum zuſammen und verhindern dadurch die
Hautaus=
dünſtung. Das Wagendach muß ganz zurückgeſchlagen ſein,
aber das Köpfchen vor den Sonnenſtrahlen geſchützt
wer=
den. Wo keine Beratungsſtelle eingerichtet iſt, darf die
Mutter jetzt nicht verſäumen, bei der leiſeſten Veränderung
im Befinden ihres Kindes gleich den Arzt zu fragen, denn
in ſehr vielen Fällen iſt nur bei rechtzeitiger Behandlung
Heilung möglich; verſucht die Mutter erſt alle erdenklichen
Hausmittelchen, iſt es oft ſchon zu ſpät und der Liebling
nicht mehr zu retten. Bei vorſichtiger, reinlicher Pflege
brauchen wir auch die Hitzſchläge nicht zu fürchten, denen
im Jahre 1911 ſo viele Kinder zum Opfer fielen.
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295.− 480.−
herabgesetzter Preis 149.− 198.− 342.−
Galerien
Läufer
Mossul-Kendje Beloudjistan
Grösse 110/220 115/260
85.
108.−
früherer Preis
herabgesetzter Preis 63.− 76.−
Kassak
Grösse 100/270 115/250 130/250 135/305
früherer Preis
125.− 135.− 195.− 230. Preis 85.− 90.− 145.− 154.−
Talisch — Schiras — Beschir
Grösse 105/260 80/300 100/325 90/320
früherer Preis
115.− 140.− 160.− 158.−
herabgesetzter Preis 75.− 105.-− 114.— 117.-
Kleine persische Ware.
Vorlagen. — Verbindungsstücke. — Kleinere Zimmerteppiche.
Hamedan-Anatol
Grösse 56/112 28/100 75/145
früherer Preis 27.− 30.− 34.−
herabges. Preis 19.50 21.− 23.75
Kendje- Bergamo
Gröse 80120 90/190 215/175 105/200
früh. Preis 35.— 45.− 65.—
93.—
herabg. Pr. 25.50 32.− 49.− 76.−
Karabagh, Mossul, Shirwan, Afghan
Grösse 85/130 95/105 95/135 95/120
früh. Preis 39.— 56.− 60.− 68.−
herabg. Pr. 27.50 39.50 44.50 49.50
Kassak — Serabent — Belondjistan
Grösse 90/150 105/125 110/210 130/200
92.—
fr. Preis 42.— 50.−
115.—
herabg. Pr. 29.− 35.− 70.− 84.−
Jamouth-Bochara
feinste persische Knüpfarbeit glanzreiche Qualitäten
Grösse 115/165 110/145 130/160
me
früherer Preis
herabgesetzter Preis 84.−
Mnche e
149.− 155.−
Kabistan Beschir
denkbar feinste persische Knüpfarbeit, hervorragend
schöne Exemplare.
Grösse 120/190 140/200. 120/205
14. 145. 15. Preis
herabgesetzter Preis 106.− 112.− 130.−
Seiden Gebet-Teppiche
für Dekorationen und Tischüberwurf
Grösse 120/180 125 125/180 130/185 155/225
rund
früher. Preis 185.− 225.−
0.− 275.− 400.−
herabges. Preis 75.− 185.− 196.− 218.− 275.−
Echte Kelims
für Dekorationen und Divandecken
Grösse 140/290 145/460 155/340 140/380
früherer Preis 64.— 85.− 98.− 126.−
herabges. Preis 50.− 63.− 70.− 97.−
Echte Kelim-Tischdecken
früherer Preis 35.— 45.− 49.−
herabgeset. Preis 25.50 31.− 34.−
Foyer. Kelims
früherer Preis 83.—
herabgesetzter Preis 54.−
Sinneh-Tischdecken
früherer Preis 78.— 114.—
herabgesetzter Preis 54.− 85.−
früherer Preis
As für Bekorationen herabgesetzter Preis 13.25 herabgesetzter Preis
5streifig 150/300
früherer Preis
Echt orientalische, japanische und chinesische Stickereien
darunter antike seltene Exemplare.
6streifig 165/385
34
27.−
Kissenplatten und kleinere Deckchen
früherer Preis 4.50 7.50 9.50
herabgesetzter Preis 3.25 4.50 7.50
Grössere Tischdecken
38.−
früherer Preis 32.—
herabgesetzter Preis 24.75 28.− Türkische Seilenbrohat Slickereien
Kleinere Decken, Läufer, Kissenplatten etc.
früherer Preis 6.75 7.25 9.— 11.50
herabgesetzter Preis 3.75 4.50 6.− 7.50
Grössere Tischdecken früh. Preis 28.— 49.50
herabgesetzter Preis 21.− 36.75 Türkisehe Seldlengase-Sückereien
Kleinere Decken Grosse Decken
früherer Preis 39.—
früherer Preis 1250
herabges. Preis 7.50 herabges. Preis 24.−
früherer Preis 18.75 21.— 43.—
Läufer herabges. Preis 12.75 15.− 22.50 Cüimesische Sellenleinenstickereien
Grössere Decken
früherer Preis 6.75 9.— 14.—
herabgesetzter Preis 4.50 6.− 9.− Indische Druckdecken
früherer Preis 1.75 3.— 4.— 6.50
herabgesetzter Preis 1.45 2.50 3.25 4.95 eüberer Prit. 1570
Samarrand.
herabgesetzter Preis 12.75
Deckchen
Grosse Malatia- früherer Preis 39.— 75.−
herabges. Preis 28.− 55.−
Decken Chinesische Seidenstickereien
feinste kunstvollste Handarbeit
Kleinere Deckchen
7.50
6.75 5.50
früherer Preis
. 2.25 3.— 4.50
herabgesetzter Preis Moenentreten
1250 18.—
früherer Preis
9.− 13.50 18.—
herabgesetzter Preis
Eisdeckchen
. per Stück 55
früherer Preis
herabgesetzter Preis . . . per Stück 30 ₰ A5 ₰ Seidene Kopf- und Schulter-Chales
mit feinster seiden Handstickerei
22.50 30.− 52. Preis
. 15.− 21.− 30.−
herabgesetzter Preis
24.−
früherer Preis
15.-
9.− 12.-
Kimonos herabgesetzster Preis
Japanische Korbchen, Bambus-Rohrgeflecht 2.25
6.50
3.−
1950
4.50 9.−
für interessenten und Lieblaber bieie leh mit angeseigtem Varkauf eine seiten günstige Gelegenhel. — Bel sofortiger Kase-Zallung gewähre auch
auf die angezeigten Preise den üblichen Skonto von drei Prozent.
In meinem Ausstellungs-Erker Elisabethen- Ecke Zimmerstrasse, findet sich eine kleine Auslese der oben bezeichneten echt orientalischen und per-
*4523d
sischen Erzeugnisse, mit deutlich lesbaren Preisen verséhen, vereinigt.