Abonnementspreis
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176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage; ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die „Hohenzollern” mit dem Kaiſer an Bord iſt
am Samstag früh in Balholm eingetroffen.
Bei der Reichstagsſtichwahl in Zauch=
Bel=
zig wurde Ewald (Soz.) gegen den bisherigen
Ver=
treter v. Oertzen (Reichspt.) gewählt.
Am Samstag begann in Leipzig das 12. deutſche
Durnfeſſ.
Durch eine Keſſelexploſion in Chatenay
wur=
den ſieben Arbeiter getötet.
Auch der König von Montenegro erließ eine
Proklamation an das Volk, in der der Krieg gegen
Bulgarien gerechtfertigt wird.
*
Der rumäniſche Kriegsminiſter meldet, daß die
Ru=
mänen am Freitag Siliſtrig eingenommen
haben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die Sündenböcke.
*⁎* Das Fiasko Bulgariens erregt natürlich
in der politiſchen Welt großes Aufſehen, und daß die
Stimmung im Reiche des Königs Ferdinand ſelbſt eine
ſehr gedrückte iſt, braucht nicht beſonders betont zu
wer=
den. An großen Worten hatte man es wahrlich nicht fehlen
laſſen, man tat, als könnte man ganz Europa ungeſtraft
in die Schranken fordern, aber allzu früh verſagte die
Kraft, und nun mußte klein beigegeben werden.
Allent=
halben hört man ſagen, daß dieſe Demütigung Bulgarien
ganz heilſam ſei, da es zu übermütig geworden ſei und
ohne dieſe heilſame Lehre eine ſtete Gefahr für die Ruhe
im Südoſten Europas geweſen wäre.
Wie bei jeder Kataſtrophe, ſo ſucht man auch für den
bulgariſchen Zuſammenbruch nach den Schuldigen, die man
im Generaliſſimus Sawow und in dem
Miniſterpräſi=
denten Danew gefunden zu haben glaubt.
Erſtgenann=
ter ſtand während des letzten Krieges mit der Türkei dem
König Ferdinand als Gehilfen zur Seite. Er war im
Jahre 1885 Befehlshaber des linken Flügels der
bulgari=
ſchen Armee bei Sliwnitza, bekleidete zweimal den Poſten
als Kriegsminiſter und machte ſich um die Ausrüſtung
und Organiſation des Heeres ſehr verdient. Sawow
zeichnete ſich bisher durch Kaltblütigkeit und Kühnheit in
der Offenſive aus, er war ein unerbittlicher Gegner der
aus Rußland zurückberufenen, an dem Anſchlage gegen
den Fürſten Alexander beteiligt geweſenen Offiziere. Vor
einigen Jahren hieß es einmal, daß er der damals im
Offizierkorps herrſchenden Unzufriedenheit nicht fernſtehe.
Daß Sawow jetzt, wie man es anſcheinend in bulgariſchen
Regierungskreiſen hinſtellen will, auf eigene Fauſt die
Offenſive gegen die bisherigen Verbündeten ergriffen
haben ſoll, ſogar ohne die Zuſtimmung des oberſten
Kriegsherrn, iſt kaum denkbar, insbeſondere, nachdem
feſt=
geſtellt worden iſt, daß es ſich um einen wohlvorbereiteten
Plan handelte, der nicht einer Augenblicksregung
ent=
ſprungen ſein kann. Welches Maß von Schuld dem
Mi=
niſterpräſidenten Danew zuzuſchreiben iſt, läßt ſich aus
der Ferne ſchwer beurteilen. Man darf nicht vergeſſen,
daß Dr. Danew, welcher bei den Verhandlungen im
Tür=
kenkriege eine große Rolle ſpielte, erſt ſeit ein paar Wochen
an der Spitze der Regierung ſteht und daß ſchon vorher
der Konflikt Bulgariens mit den Verbündeten in Ausſicht
genommen war. Danew trat ja in die Breſche, weil ſein
Vorgänger Geſchow, der den Balkanbund mitbegründet
hatte, nicht zu deſſen Sprengung ſeinen Namen hergeben
wollte. Aber dieſe Sprengung war ſchon beſchloſſen.
Es iſt gar nicht unmöglich, daß dieſe beiden Männer
geopfert werden, nachdem das Spiel als verloren gelten
kann. Durch den nun vollzogenen Einmarſch rumäniſcher
Truppen in Bulgarien iſt deſſen Lage geradezu hilflos
geworden und es muß nun ſein Schickſal Europa
anver=
trauen, deſſen Gunſt es vor fünfunddreißig Jahren ſeine
ſtaatliche Selbſtändigkeit verdankte. Welche Rückwirkung
dieſer Zuſammenbruch auf die Stellung des Königs Fer=
kanntlich ſchon Zeiten, wo die Verſtimmung gegen
Fer=
dinand’I. weite Kreiſe ergriffen hatte und man um ſeine
Zukunft ernſtlich beſorgt war. Die Erregung war
nament=
lich vor ſechs Jahren ſehr geſtiegen, ſie hatte auch im
Offi=
zierkorps Platz gegriffen. Man erinnert ſich wohl noch der
heftigen Demonſtrationen gegen den König, in deſſen
Bei=
ſein am Tage der Eröffnung der letzten großen Sobranje
im Juni 1911; ſie legten auch Zeugnis davon ab, daß der
König im Lande Gegner hatte. Vielleicht macht er jetzt
die alte Erfahrung, daß man in Zeiten des Glücks Freunde
ohne Zahl haben kann, daß aber Freunde in der Not
hundert auf ein Lot gehen.
Schon allein im Intereſſe der Menſchlichkeit möchten
wir wünſchen, daß das Blutvergießen ein Ende fände
und eine Verſtändigung am Balkan erzielt würde.
Bul=
garien und ſeine Gegner ſollten ſich entgegenkommen, um
Frieden zu ſchließen und ſich dann den kulturellen ſowie
wirtſchaftlichen Aufgaben widmen, an denen in dieſen
Staaten ſicherlich kein Mangel iſt.
Der deutſche Gedanke
in der Welt.
* In einer kürzlich erſchienenen Schrift des Kieler
Pro=
feſſors Bernhard Harms, des Begründers des Inſtituts
für Weltwirtſchaft und Seeverkehr, über Kaiſer
Wil=
helm III, und die Triebkräfte des neudeutſchen Sozial=
und Wirtſchaftslebens ſagt der weltgereiſte Verfaſſer über
den deutſchen Gedanken in der Welt folgendes:
Wir haben angefangen, uns darauf zu beſinnen, daß
wir als größter Beſtandteil der germaniſchen Raſſe in
der Welt eine deutſche Kulturmiſſion zu erfüllen haben.
Das größere Deutſchland ſteht vor unſerem Auge. Nicht
im Sinne eines übel anmutenden Chauvinismus, ſondern
in dem Begriff, daß wir in der Pflege deutſcher Art und
deutſchen Weſens, deutſcher Sprache und deutſchen
Selbſt=
bewußtſeins an den Grenzen des engeren Vaterlandes
nicht halt machen. Wo immer auf dieſer Erde der
Deut=
ſche ſich findet, da ſoll das Gefühl der Gemeinſamkeit einer
Völkerfamilie über ihn kommen, ſoll das Bewußtſein
in ihm wach gehalten werden, daß es keine Nation
gibt, die der Menſchheit größere Kulturgüter
ge=
geben hat, als die deutſche, und daß es eben deshalb
ſitt=
liche Pflicht für ihn iſt, ſich und ſeinen Kindern das
Zu=
ſammengehörigkeitsgefühl mit der deutſchen
Kultur zu erhalten. Nur wenn wir dies erreichen, wird
das Deutſchtum allerorten als gewaltiger Einſatz auf die
künftige Entwicklung der Welt ſeinen Einfluß üben und
ſo dem deutſchen Volke jene Stellung ſichern, auf die es
kraft innerer Lebensbedingung angewieſen iſt. Das und
nichts anderes iſt gemeint, wenn an uns die Aufforderung
ergeht, Pfleger zu ſein des deutſchen Gedankens in der
Welt. Ein Ideal, das groß genug iſt, um vielen
Genera=
tionen den Schwung des Geiſtes und der Seele zu ſichern.
Millerand und die dreijährige
Dienſtzeit.
* Der frühere franzöſiſche Kriegsminiſter und noch
frühere Sozialdemokrat Millerand hielt vor dem
republikaniſch=ſozialiſtiſchen
Wahlaus=
ſchuß des 14. Bezirks, den er in der Kammer vertritt,
eine Rede, in der er ſeine Stellungnahme zugunſten des
Dreijahr=Geſetzes rechtfertigte und insbeſondere den
Vor=
wurf zurückwies, daß dieſes Geſetz ein Werk der Reaktion
ſei. Iſt es denn ein rückſchrittliches Werk, ſagte er,
wel=
ches unſere Freunde jenſeits des Aermelkanals vollbracht
haben, als ſie angeſichts der Rüſtungen Deutſchlands zur
See ihre Seemacht vermehrten und Dreadnoughts den
Dreadnoughts entgegenſtellten? Sie haben deshalb die
Möglichkeit der allgemeinen Wehrpflicht ins Auge gefaßt
in einem Lande, das einem ſolchen Gedanken ſehr
wi=
derſprach. Man hat geſagt, daß das Geſetz das Werk einer
Partei ſei, als ob eine Frage des Patriotismus das Werk
einer Partei ſein könnte. Millerand bekämpfte ſodann
eingehend die von den Gegnern des Dreijahr=Geſetzes
vor=
gebrachten Gründe und ſagte u. a.: Man hat von der
Notwendigkeit geſprochen, die Deckungstruppen zu
vermeh=
ren; das wäre wahrlich zu einfach. Man würde die
Truppen im Innern des Landes zugrunde richten und es
unmöglich machen, ſie auszubilden. Ja, die
Deckungs=
truppen würden dem Angriff des erſten Tages widerſtehen,
aber vergeſſen wir nicht, daß hinter den deutſchen
Dek=
kungstruppen andere Armeekorps ſtehen, denen die
fran=
zöſiſchen Deckungstruppen keinen Widerſtand leiſten
könn=
ten. Man hat geſagt, daß die Befeſtigungen des
Nord=
oſtens vermehrt werden müßten. Gewiß, aber es iſt ein
furchtbarer Irrtum, wenn man glauben würde, daß die
Frage der nationalen Sicherheit durch Verteidigungswerke
gelöſt werden könnte. Das jüngſte Beiſpiel des
Balkan=
krieges zeigt, daß das Manövrieren den Sieg
herbei=
führt, und daß das Manövrieren ſich nur im offenen
Felde vollziehen kann. Gewiß, der dreijährige Dienſt
bringt ſehr ernſte wirtſchaftliche und ſoziale
Unzuträglich=
keiten mit ſich und verlangt von dem Lande ein ſehr
ſchweres Opfer. Erinnern wir uns aber an die Geſchichte.
Man hat der Republikaniſchen Partei ihre Haltung
zwi=
ſchen 1867 und 1870 vorgeworfen. Man kann ſich einmal
irren. Ein Volk hat aber nicht das Recht, ſich zweimal
zu irren. Der dreijährige Dienſt wird nicht mit
Begei=
ſterung bewilligt werden, ſondern mit dem kalten und
entſchloſſenen Willen, uns vor dem Unglück zu ſchützen,
das uns ſchon einmal widerfahren iſt.
Man ſagt, und ich glaube es aufrichtig, daß
Deutſch=
land nicht den Krieg will. Gewiß und leider. Es
braucht keinen militäriſchen Ruhm mehr zu ſuchen, aber es
kann im Krieg ein wirtſchaftliches Unternehmen ſuchen,
und es wird verſucht ſein, dasſelbe auszuführen an dem
Tage, wo es ſehen wird, daß es durch den Wettbewerb,
dem es überall begegnet, in einen offenkundigen Zuſtand
der Inferiorität gelangen wird, und ſobald Deutſchland
dieſe Inferiorität feſtſtellen würde, hat es Mühe, der
Ver=
ſuchung zu widerſtehen. Da der Krieg jenſeits der
Voge=
ſen eine wirtſchaftliche Frage iſt, ſo würde man ihn nur
mit aller Ausſicht auf Erfolg unternehmen können. Wenn
wir demnach unſere Sicherheit und unſere Würde ſchützen
wollen, dann müſſen wir die notwendigen Opfer bringen,
ſo hart ſie auch ſcheinen.
Deutſches Reich.
* Die Reichstagsſtichwahl in Zauch=
Belzig. Was man nicht für möglich gehalten hatte, iſt
geſchehen. In einem Wahlkreiſe, in dem bei der erſten
Wahl den 13700 ſozialdemokratiſchen Stimmen 19100
Stimmen der bürgerlichen Parteien gegenüberſtanden,
wurde in der Stichwahl der ſozialdemokratiſche Kandidat
gewählt. Es erhielten v. Oertzen (Reichspt.) rund 16300
und Ewald (Soz.) 17200 Stimmen. Bei der Erſatzwahl
am 2. Juli d. J. entfielen auf Ewald (Soz.) 13778, von
Oertzen (Reichsp.) 11115, Hormann (Fortſchrittl.
Volksp.) 7987, und Erzberger (Zentr.). 84 Stimmen.
Der ſozialdemokratiſche Kandidat iſt alſo mit Hilfe
der fortſchrittlichen Wähler gewählt worden. Zu ihrer
Rechtfertigung muß indeſſen feſtgeſtellt werden, daß der
größere Teil von ihnen, entgegen der Parteiparole, den
bürgerlichen Kandidaten unterſtützt hat, der rund 5200
Stimmen mehr erhalten hat, während der Zuwachs des
ſozialdemokratiſchen Kandidaten 3400 beträgt. Immerhin
iſt die Wahl ein Beweis, daß ein großer Teil der
fort=
ſchrittlichen Wähler mehr mit den Sozialdemokraten, als
mit den rechtsſtehenden bürgerlichen Parteien
ſympathi=
ſiert. Aus eigener Kraft würden die Sozialdemokraten
auch nicht 111, ſondern nur etwa 50 Mandate im
Reichs=
tag erlangt haben. Durch die Niederlage der
Konſer=
vativen in Salzwedel=Gardelegen und Zauch=Belzig iſt
die Mehrheit der Linken, die bisher nur 1 oder 2 Stimmen
betrug, um 2 Stimmen geſtiegen. Ein geſchloſſenes
Zu=
ſammengehen dieſer Mehrheit hat eigentlich nie oder nur
in ganz ſeltenen Fällen ſtattgefunden, ſie hatte nur den
Erfolg, daß die frühere Mehrheit der Konſervativen und
des Zentrums, die den Bülowſchen Block geſprengt und
den Rücktritt des Fürſten Bülow herbeigeführt hatte,
aus=
geſchaltet worden iſt.
— Der Entwurf eines Reichsgeſetzes über
den Verkehr mit Waffen iſt fertiggeſtellt und den
Bundesregierungen mitgeteilt worden. Er entſpricht
wiederholt im Reichstage geäußerten Wünſchen und ſieht
neben den die Zulaſſung und die Aufſicht über den
Waf=
fenhandel regelnden Beſtimmungen, insbeſondere die
Ein=
führung eines Waffenerwerbsſcheines für Käufer von
Waffen, vor.
— Das Fiasko der bisherigen
Streik=
methode. Unter dieſer Ueberſchrift ſchreibt man der
Köln. Ztg.:
Der Mißerfolg der großen gewerkſchaftlichen Kämpfe
in den letzten Monaten in der deutſchen Induſtrie hat in
den Kreiſen der Arbeiterſchaft viel böſes Blut erregt.
Sowohl in Rheinland=Weſtfalen als auch in Oberſchleſien
ſind alle Streiks durch das Zuſammenhalten der
Arbeit=
geberorganiſationen für die Arbeiter ergebnislos
verlau=
fen. Erinnert ſei an den Mendener den Krefelder Streik,
den Binnenſchiffahrtsſtreik, die Kämpfe im Holz= und
Malergewerbe. Der Streik in Krefeld hatte 17 Wochen
gedauert, er wurde mit einer Erbitterung geführt, die ſeit
Jahren nicht vorgekommen iſt, alle Mittel wurden ſeitens
der Arbeiter angewandt, zu Straßenkämpfen war es ſogar
gekommen. Eine Million Lohnverluſte wurde dahin
ge=
geben und Entbehrungen auferlegt, da die Streikkaſſen
ſchließlich verſagten. Der Grund war angeblich
Lohn=
tarifdifferenz, in Wirklichkeit wollte der ſozialdemokratiſche
Textilarbeiterverband ſeine Vormachtſtellung ausdehnen.
Hätte es ſich nur um Lohnfragen gehandelt, ſo hätte
viel=
leicht die Arbeitgeberſchaft nachgegeben, da es ſich um eine
Machtfrage handelte, mußte der Widerſtand gebrochen
werden, wollte man ſich nicht endgültig dem
ſozialdemo=
kratiſchen Zepter beugen. So führten die Fabrikherren
den Kampf durch, obwohl ihre Verluſte ſehr groß waren
und ſie ihren Lieferungsverträgen nicht nachkommen
konn=
ten. Für die Arbeiter wurde daraus ein zweites
Krim=
mitſchau. Der Erfolg der Fabrikherren iſt ihrer ſtraffen
Organiſation zu danken, eine Organiſation, die angeſichts
der Kampfſtellung der Gewerkſchaften immer mehr
ausge=
baut werden ſoll. Die Arbeiter und die
ſozialdemokra=
tiſchen Gewerkſchaften haben eingeſehen, daß dieſe Art
des Kampfes nicht fortgeführt werden kann. Allerdings
haben die Gewerkſchaften dieſe Erkenntnis erſt
angenom=
men, als in den Kreiſen der Arbeiter ihnen lebhafte
Kla=
gen und Vorwürfe entgegentraten. Die Arbeiter haben
eingeſehen, daß die Kämpfe auch nach Bewilligung von
Lohnforderungen fortgeſetzt wurden, weil die
Arbeiter=
organiſationen auch ihre politiſche Ueberlegenheit
aner=
kannt wiſſen wollten. Die Streikorganiſationen ſollen jetzt
reformiert werden, die Stellung der Streikführer ſoll neu
geregelt werden. Der Terrorismus der Streikführer hat
viele Arbeiter der Sozialdemokratie abgewandt, und der
unzulängliche Arbeitswilligenſchutz hat die Arbeiter, die
keine politiſchen neben den wirtſchaftlichen Kämpfen
wün=
ſchen, veranlaßt, neue Vereine zu gründen, die nur
Lohn=
differenzen ſchlichten und die Freiheit von Arbeitswilligen
ſchützen wollen. Wenn nicht alles trügt, ſtehen wir am
Scheideweg in der Streikbewegung. Der Mißerfolg der
letzten ſcharfen Kämpfe hat den Arbeitern die Augen
ge=
öffnet. Sie haben erfahren daß eine ſtarke Organiſation
der Arbeitgeber beſteht, die ſtarke Hilfsmittel beſitzt, die
gewillt iſt, berechtigte Lohnwünſche möglichſt zu erfüllen,
die aber politiſche Machtfragen auch mit allen
Gegenmit=
teln zu bekämpfen weiß.
— Die neuerworbenen Teile von
Ka=
merun, die Frankreich an Deutſchland abgetreten hat,
ſind jetzt vollſtändig von Deutſchland übernommen
wor=
den. Die einzelnen Gebietsteile ſind bekanntlich
teil=
weiſe an vier verſchiedenen Terminen in deutſchen Beſitz
übergegangen, zwei Drittel des neuen Gebietes gingen
be=
reits am 1. Oktober 1912 in deutſchen Beſitz über, andere
Teile am 1. Februar und am 1. April ds. Js., der letzte
Reſt zwiſchen dem öſtlichen Logone und dem Qua und
der Diſtrikt Bajanga kürzlich im Juni. Auch Frankreich
hat die letzten zwei Drittel bisher deutſchen Gebietes
zwi=
ſchen Logone und Simnia erſt im Juni übernommen. Der
Gebietsaustauſch iſt ſomit vollſtändig beendet. Mit
Aus=
nahme der Gebiete, die erſt kürzlich übernommen ſind, iſt
in allen Gebieten eine proviſoriſche Verwaltung
einge=
richtet worden, auch hat die Verlegung von Kompagnien
der Schutztruppe in die neuen Gebiete bereits
ſtattgefun=
den. Es handelt ſich zunächſt nur um eine ſchwache
Be=
ſatzung in den Grenzdiſtrikten nahe den alten Gebieten,
da zunächſt die neuen Gebiete erſt erforſcht werden ſollen.
Im ganzen werden ſich bis jetzt 500 Polizeiſoldaten und
100 Mann weißes Perſonal (Schutztruppe und
Zivilper=
ſonal) in den neuerworbenen Gebieten befinden. Im
all=
gemeinen iſt bisher die Beſetzung ohne Schwierigkeiten
er=
folgt, doch muß bei der weiteren Inangriffnahme der
Pa=
zifierung mit Schwierigkeiten gerechnet werden, da in
ein=
zelnen Gebietsteilen die Eingeborenen verhetzt zu ſein
ſchei=
nen, teilweiſe auch Weiße nur ſelten geſehen haben, da
Frankreich nur eine nominelle Beſitzergreifung
durchge=
führt hatte.
Ausland.
Schweiz.
Die Ausländer und die Militärpflicht=
Erſatzſteuer. In ſchweizeriſchen Blättern, neuerdings
auch in der Neuen Züricher Zeitung, wird im Anſchluß an
die Annahme der deutſchen Wehrvorlage unter Hinweis
auf die dort enthaltenen Beſtimmungen über die
Heran=
ziehung von gewerbetreibenden Ausländern zur
Wehr=
abgabe die Frage erörtert, ob es ſich für die Schweiz nicht
empfehlen würde, die in der Schweiz wohnenden
Auslän=
der zur Entrichtung der Militärpflicht=Erſatzſteuer
heran=
zuziehen. In dem genannten Züricher Blatt wird dabei
bemerkt, daß durch dieſe Maßnahme viele Ausländer
ver=
anlaßt würden, die ſchweizeriſche Staatsangehörigkeit zu
erwerben. Von Maßnahmen oder Vorſchlägen der
Be=
hörden, die denſelben Zweck verfolgen, iſt bisher nichts
bekannt geworden.
Der Kampf gegen die Teuerung. Im
Hin=
blick auf die bevorſtehende Erneuerung der
Handelsver=
träge haben der Verband ſchweizeriſcher Konſumvereine,
der ſchweizeriſche Gewerkſchaftsbund und der Schweizer
Arbeiterbund ſich zu einem Initiativkomitee
zuſammenge=
ſchloſſen, das die Bildung einer ſchweizeriſchen Liga zur
Verbilligung der Lebenshaltung anſtrebt. Die neue Liga
ſoll ſich nicht nur gegen die Lebensmittelzölle wenden,
ſon=
dern gegen alle Zölle, die die Lebenshaltung verteuern
und den Import erſchweren. Es handelt ſich um die
Schaffung einer dauernden Vereinigung.
Frankreich.
Die Kammer gegen die Antimilitariſten.
Die Kammer ſetzte die Beratung der Interpellation über
die Zwiſchenfälle in den Kaſernen fort und hörte den
Juſtizminiſter, der die Berechtigung zu Hausſuchungen bei
Syndikaliſten und die Notwendigkeit, den Syndikalismus
zu unterdrücken, auseinanderſetzte. Der Miniſterpräſident
Barthou erklärte, die Tagesordnung des Sozialiſten
Bre=
ton zurückweiſen zu müſſen, indem er das Verhalten der
Antimilitariſten tadelte und die dringliche Notwendigkeit
betonte, die Diſziplin in der Armee aufrecht zu erhalten,
aber unter Beobachtung der geſetzlichen Garantien und
Formen. Miniſterpräſident Barthou ſtellte die
Vertrauens=
frage. Nachdem die Dringlichkeit der Tagesordnung
Bre=
ton abgelehnt worden war, wurde eine Tagesordnung
Noel, in welcher das Vorgehen der Regierung gebilligt
wird und ihr das Vertrauen ausgeſprochen wurde, in
ein=
zelnen Abſchnitten angenommen. Der letzte Abſchnitt, der
die ganze Strenge des Geſetzes gegen den Antimilitariſten
fordert, wurde faſt einſtimmig durch Handaufheben
ange=
nommen, ebenſo die ganze Tagesordnung. Hierauf
be=
ſchloß die Kammer auf Anſuchen des Miniſterpräſidenten,
in der nächſten Woche alle Sitzungen der Beratung der
Militärvorlage zu widmen.
Die Einſtellung der Zwanzigjährigen.
Es heißt, die Regierung werde, falls die Kammer
ent=
gegen dem vom Heeresausſchuſſe gefaßten Beſchluſſe, ſich
für die Einſtellung der Zwanzigjährigen ausſprechen ſollte,
eine ſehr ſtrenge Auswahl bei der Rekrutierung verlangen.
Die beſte Löſung werde die Regierung in einer möglichſt
großen Zahl von Freiwilligen zwiſchen 18 und 20 Jahren,
ſowie von Kapitulanten erblicken, da man alsdann die
Jahresklaſſe von 1910 nicht zurückbehalten müßte.
Amerika.
Kämpfe auf den Philippinen. Der
Klein=
rieg zwiſchen den amerikaniſchen Truppen und den
Ein=
geborenen auf den Philippinen wird gegenwärtig mit
großer Erbitterung geführt. Auf der Inſel Jolo
ver=
ſchanzten ſich 2000 Moros auf dem großen Krater des
er=
loſchenen Vulkans Bagſak. 700 Mann amerikaniſche
regu=
läre Truppen griffen ſie an und ſuchten ſie auseinander=
zutreiben. Es entſpann ſich ein erbittertes Gefecht, da die
Moros mit modernen Waffen ausgerüſtet waren und ſich
vorzüglich in dem Krater verſchanzt hatten. Nach
hart=
näckigem Ringen gelang es den Amerikanern, die
Auf=
ſtändiſchen aus ihren Poſitionen zu vertreiben. Die
Ameri=
kaner hatten dreißig Tote und zahlreiche Verwundete,
während die Verluſte der Eingeborenen beträchtlich ſind.
* Stuttgart, 12. Juli. Unter der Ueberſcheift
„Rathaus und Preſſe” ſchreibt das Neue Tagblatt:
Aus dem Rathaus ſind üble Vorkommniſſe zu berichten.
Wer die geſtrigen Verhandlungen mit ihrem zum Teil
perſönlich kleinlichen Streit mitgemacht hat, der ſieht nicht
ein, weshalb die Vertreter der Bürgerſchaft gerade geſtern
beſonderen Anlaß gehabt hätten, eine unerhörte
Belei=
digung der Stuttgarter Preſſe wie ſie ſich
Rechtsrat Dr. Albert leiſtete, mit Heiterkeit
aufzuneh=
men. Es handelte ſich um die Frage der Feſtlichkeiten auf
dem Rathaus und ſpeziell um das Feſtmahl aus Anlaß
von Graf Zeppelins Geburtstag. Bei dieſer Feierlichkeit,
die im Feſtſaal der Stadt abgehalten wurde, bei der der
Oberbürgermeiſter im Namen der Bürgerſchaft dem
Gra=
fen Zeppelin die Glückwünſche ausſprach, und bei der Graf
Zeppelin ſeinen Dank an die Stadt Stuttgart zum
Aus=
druck brachte, hatte man es für unnötig gefunden, die
Preſſe zu beteiligen, obwohl die Bürgerſchaft ein nicht
un=
erhebliches Intereſſe daran hatte, auch etwas über dieſe
Vorgänge zu erfahren. Die Nichteinladung der Preſſe.
hatte man damit begründet, daß man außer den
Mitglie=
dern der bürgerlichen Kollegien mit ihren Frauen
über=
haupt niemand eingeladen habe, da man nicht gewußt,
wo man enden ſolle. Dieſe merkwürdige Auffaſſung über
die Stellung der Preſſe krönte geſtern Dr. Albert mit der
Bemerkung: Es iſt nicht einzuſehen, warum die Preſſe
nicht über ein Feſt berichten ſoll, bei dem ſie
nicht=
mitgegeſſen hat. Man kann ja dem Herrn ſeine
Auffaſſung, als ob bei einer derartigen Feſtlichkeit das
Eſſen die Hauptſache ſei, ruhig ſelbſt überlaſſen. Aber in
der Bemerkung liegt eine derartig beleidigende
Miß=
achtung der Preſſe daß wir nicht umhin können, ſie mit
aller Entſchiedenheit zurückzuweiſen. Sie wird auch die
Kreiſe der Berufsorganiſationen des weiteren zu
beſchäf=
tigen haben. Dabei iſt bemerkenswert, daß der
Oberbürger=
meiſter dieſe Entgleiſung des jungen ſtädtiſchen Beamten
keineswegs rügte und damit kundgab, welch hohe
Mei=
nung auf dem Stuttgarter Rathaus von der Preſſe die
man bei anderen Anläſſen wohl zu benützen weiß,
vor=
handen iſt. Die Beleidigung der Preſſe durch Dr. Albert
erwiderten die Berichterſtatter mit dem Verlaſſen
der Journaliſtentribüne. Denn man kann den
Vertretern der öffentlichen Blätter nicht zumuten, bei der
wahrhaftig gerade auf dem Rathaus nicht immer leichten
Ausübung ihres Berufes Beleidigungen über ſich ergehen
zu laſſen, gegen die ſie ſich ſelbſt nicht wehren können und
gegen die ſie zu ſchützen von den dazu Berufenen ſich
nie=
mand veranlaßt fühlt. Man darf erwarten, daß für die
Beleidigung in ausreichender Form Genugtuung
ge=
geben wird.
Auch die anderen Stuttgarter Blätter ſprechen die
Er=
wartung aus, daß der Oberbürgermeiſter Beleidigungen
auf dem Rathaus ſelbſtverſtändlich nicht durchgehen laſſen
werde.
* Mülhauſen (Elſaß), 11. Juli. Die heute
vor=
mittag zur Beilegung des Streiks im
Nordbahn=
hof vom Bürgermeiſter im Beiſein des Polizeipräſidenten
und von Abgeordneten, ferner von Vertretern des
Bau=
arbeiterverbandes, ſowie der Unternehmer und eines
Ver=
treters der Firma Berger=Berlin abgehaltenen
Einig=
ingsverhandlungen ſind auf morgen vertagt
wor=
den, da die Verhandelnden ſich zuvor bei ihren
maßgeben=
den Inſtanzen endgültige Vollmachten einholen müſſen.
Die Firma Berger hat, wie man hört, bereits
nennens=
verte Zugeſtändniſſe gemacht, die jedoch dem
Bauarbei=
terverband gemäß der von ihm geſtellten Forderungen noch
nicht genügen.
* Warſchau 12. Juli. Aus Lodz wird gemeldet:
Das Zentralkomitee der Sozialiſten für das Königreich
Polen und Litauen fordert in Flugſchriften zum
Gene=
ralſtreik auf. Bisher ſtreiken 65000 Arbeiter in ca.
200 Fabriken. Alle großen Fabriken ſind geſchloſſen. Die
Lodzer Fabrikanten ſind mit ihren Familien ins Ausland
gefahren. Verkehrsbeamte der Straßenbahn und die=
Gasanzünder fordern Lohnzulage. Verhandlungen
zwi=
ſchen Induſtriellen und Arbeitern ſind bisher erfolglos
geweſen.
Reiſeandenken.
Von Franz Wichmann.
(Nachdruck verboten.)
B. „Wenn einer eine Reiſe tut, dann kann er was
er=
zählen” ſagte man früher. Heute lautet die allgemeine
Anſicht — dann muß er auch was mitbringen” —
irgend=
welche Reiſeandenken nämlich. Dabei ſind zweierlei Arten
zu unterſcheiden: ſolche, die man für ſich ſelber mitnimmt,
und ſolche, die man den anderen heimbringt. Für die
erſteren gilt der bekannte Spruch von Lenau, denn ſie
ſol=
len ja das bewirken, was der Dichter poeſievoll in den
Verſen ausdrückt:
„Du warſt mir ein gar trauter, lieber
Geſelle; komm, du ſchöner Tag,
Zieh noch einmal an mir voruber,
Daß ich mich deiner freuen mag!”
Keines Menſchen Gedächtnis iſt ja ſo vollkommen, daß
er ſich eine einmal geſehene Gegend, Stadt oder was es
ſonſt ſein mag, noch nach Jahren in allen Einzelheiten
genau vorſtellen kann. Aber ſich neu in die vergangenen
Stunden wiederhineinzuleben, wäre ihm Genuß, und wer
ſich ein Reiſeandenken zu ſolch idealem Zwecke wünſcht, der
greift am beſten zum Bilde, zur Photographie oder zur
Anſichtskarte. Unter den Photographien verdient wieder
die ſelbſt aufgenommene den Vorzug, da man das Objekt
nach eigenem Gefallen wählt und ſo ſeine Freude daran
gleichſam mit in das Bild hineinträgt. Für den jedoch,
dem das Selbſtphotographieren zu mühſam iſt und der ſich
nicht mit einem Apparate belaſten mag, bildet die
heut=
zutage vielfach künſtleriſch vollendete Anſichtskarte einen
trefflichen Erſatz. Gewöhnlich freilich ſchickt man die
An=
ſichtskarte einem andern, der höchſtens an dem Inhalt
Intereſſe hat (vorausgeſetzt, daß ein ſolcher vorhanden,
denn meiſtens beſteht er ja nur aus einem nichtsſagenden
Gruße oder gar einem abgeſchriebenen Verſe), das Bild
dagegen, mit dem ihn ſelbſt keine Erinnerung verknüpft,
nur einmal flüchtig betrachtet und vielleicht nie mehr
an=
ſieht. Für den indeſſen, der ſo klug iſt, ſich ſelbſt von den
durchreiſten Gegenden die ſchönſten Anſichtskarten mit
heimzunehmen und ſie ſpäter zu einem Album des
Selbſt=
geſchauten zu vereinigen, bildet das gelegentliche
Wieder=
betrachten ſolcher Andenken eine Quelle reinſter Freuden.
Wie wir bei jeder Reiſe eine Fülle neuer Eindrücke
in unſerem Geiſte ſammeln, ſo ſollte auch das, was wir an
materiellen Andenken mitnehmen= immer darauf berechnet
ſein, Beiträge zu einer Sammlüng irgend welcher Art zu
bilden. Die von der Andenken=Induſtrie gewöhnlich
ge=
botenen Gegenſtände haben in dieſem Sinne herzlich wenig
Wert, zumal ſie oft ganz anderswo hergeſtellt ſind, als in
der durchreiſten Gegend. Die Trinkbecher, Briefbeſchwerer,
Sparbüchſen und was dergleichen Dinge ſind, unterſcheiden
ſich meiſtens nur dadurch, daß die einen dieſes, die andern
jenes kitſchige Bild irgend eines berühmten
Ausſichts=
punktes, eines Gebäudes, Platzes uſw. tragen, welches
jeder, der dort war, in ſeiner Erinnerung beſſer bewahrt.
Auch ſoll man nicht derartig Sklave der Mode ſein, daß
man glaubt, von einer Orientreiſe unbedingt einen Teppich
mitbringen zu müſſen, den man daheim grade ſo gut
kaufen könnte. Ja vielleicht ſogar echter, denn mit den
orientaliſchen Teppichen geht es wie mit den Brüſſeler
Spitzen, die aus Sachſen ſtammen, oder dem franzöſiſchen
Rotwein, deſſen Trauben im Schwarzwald oder
baye=
riſchen Wald gewachſen ſind und vielleicht grade in der
Heimat des naiven Käufers auch ihre eigene Heimat haben.
Wenn man demgemäß auch berechtigt iſt, allen jenen
auf die Kaufluſt der Fremden berechneten Artikeln ein
voll=
gerüttelt Maß von Mißtrauen entgegenzubringen, ſo gibt
es doch anderes genug, was ſich zur Aufnahme in eine
Sammlung von Reiſeandenken eignet, zumal wenn man
ſein Augenmerk auf ethnographiſch intereſſante
Gegen=
ſtände richtet. Da iſt zunächſt das lohnende Gebiet der
leider immer mehr verſchwindenden Volkstrachten, auf
dem, von vollſtändigen Gewändern ganz abgeſehen, ſich noch
mancher ſchöne Einzelbeſtandteil der Vergeſſenheit und
dem Untergange entreißen und oft zu billigem Preiſe
er=
werben läßt. Ferner tragen Stickereien, Spitzen,
Schnitz=
arbeiten, ältere Möbelſtücke, Uhren, die man aus den
durch=
reiſten Ländern mitbringt, faſt immer den Stempel einer
ganz beſtimmten Heimatkunſt und bilden dadurch wirklich
wertvolle Reiſeandenken. Aber auch der beſcheidenſte
Touriſt, der kein Geld für irgend welche Ankäufe aufwen=
den will, kann ſich charakteriſtiſche Reiſeerinnerungen
ſam=
meln, wenn er ſich an die Natur der durchwanderten
Land=
ſchaft hält, die ihm koſtenlos eigenartige Pflanzen, ſeltene
Schmetterlinge und Käfer oder ſchöne Mineralien liefert.
Das wachſende Intereſſe für Heimatkunde hat
neuer=
dings, beſonders im Süden und Weſten Deutſchlands, in
anerkennenswerter Weiſe dazu geführt, auch die von der
Fremdeninduſtrie zum Verkauf geſtellten Reiſeandenken
in künſtleriſchem Sinne zu reformieren und ihnen einen
bodenſtändigen Charakter zu verleihen. Rühmlich voran
gehen in dieſer Beziehung Oberbayern, Tirol und das
Elſaß. In Straßburg hat die alemanniſche Heimatkunſt
ein eigenes Kaufhaus für ihre Erzeugniſſe gefunden, die
jede Schablonenarbeit ausſchließen, und ebenſo haben
neuerdings die Handels= und Gewerbekammern von
Inns=
bruck und Bozen ein permanentes Preisausſchreiben für
Modelle von Fremdenartikeln veranſtaltet. Es handelt
ſich hier ausſchließlich um Gegenſtände kunſtgewerblichen
Charakters, die in Form und Ausſtattung Beziehung zu
Land und Leuten von Tirol haben, und in ähnlicher Weiſe
hat man auch in München in den letzten Jahren den Kampf
gegen jene an Originalität wie Qualität gleich armen
Muſter von Geſchmackloſigkeit aufgenommen, die als
Reiſeandenken in jedem Schaufenſter ſich aufdrängen.
Leider iſt der Erfolg ſolch verdienſtvoller Beſtrebungen bis
jetzt noch ein recht geringer, denn das große Publikum
wird ſich erſt allmählich daran gewöhnen, ſelbſt mit
kri=
tiſchen Augen das Wertvolle vom Wertloſen zu ſcheiden.
Einſtweilen ſteht es noch ſo im Banne der Tradition, daß
ſehr häufig künſtleriſch entworfene Luxus= und
Gebrauchs=
gegenſtände, die den unverkennbaren Stempel echter
Heimatkunſt tragen, zugunſten ſchablonenhaften, aber
durch die Gewohnheit beliebt gewordenen Schundes
zurückgewieſen werden.
Nun aber zu den Andenken, die anderen von der Reiſe
mitzubringen allmählich Sitte oder Unſitte geworden iſt.
Die Frage, um was von beiden es ſich handelt, möge hier
unerörtert bleiben, ſoviel aber ſteht jedenfalls feſt, daß
entſprechend dem Hange der Jetztzeit zum Luxus auch
hierin, wie bei den Weihnachtsgeſchenken, bereits eine
große Uebertreibung Platz gegriffen hat. Seine Familie,
insbeſondere die Kinder bei der Rückkehr nach längerer
Stadt und Land.
Darmſtadt, 14. Juli.
nn. Provinzialausſchuß der Provinz Starkenburg.
Laut Beſchluß des Gemeinderats in Bieber ſollte im Mai
1912 die Eröffnung der Bergſtraße ſtattfinden. Der für
Abtretung des Straßengeländes feſtgeſetzte Betrag von
2,10 Mark pro Quadratmeter war dem Joh. Reitz von
Bieber zu niedrig, er war jedoch nachher mit dieſem Preis
und einer Entſchädigung von 80 Mark für die
Neuein=
friedigung des in die Baufluchtlinie fallenden Geländes
einverſtanden. Später widerrief er ſeine Zuſage und
er=
höhte ſeine Forderung auf 4 Mark pro Quadratmeter.
Nach dem Augenſcheinstermin erhöhte Reitz auf
Veran=
laſſung ſeines Vertreters, Juſtizrat Hallwachs, nochmals
ſeine Forderung auf 10 Mark. Die Lokalkommiſſion hält
den Entſchädigungsſatz von 2,60 Mark und 28 Mark für
zu fällende Obſtbaume als ausreichend bezahlt. Für die
Verlegung ſeiner Einfahrt werden ihm noch weitere 40
Mark vergütet. Der Provinzialausſchuß beſchließt, einen
Augenſcheinstermin auf Dienstag, den 22. Juli 1913, unter
Zuziehung des Vorſitzenden der Lokalkommiſſion und des
Kreisſtraßenmeiſters Göbel=Offenbach a. M.
anzuberau=
men. — Die Witwe des verſtorbenen Kirchendieners Karl
Moritz Keller zu Offenbach a. M. klagt gegen die
Für=
ſorgekaſſe der Unterbeamten auf Gewährung des
geſetz=
lichen Witwengeldes. Die Fürſorgekaſſe hat die
Bewillig=
ung mit der Motivierung abgelehnt, weil der Tod des
Keller durch eigenes Verſchulden und nicht durch Krankheit
wder Dienſtbeſchädigung erfolgt ſei. Für die
Fürſorge=
kaſſe ſeien für die Gewährung von Witwengehalt nur
Zwei Gründe maßgebend: 1. Zurücklegung einer 10
jähri=
igen Karenzzeit zwiſchen Dienſtzeit und Tod, und 2.
urſäch=
licher Zuſammenhang zwiſchen Dienſtausübung und Tod,
inſoweit der Tod vor der 10jährigen, ruhegehaltsfähigen
Dienſtzeit erfolgt. Der Provinzialausſchuß beſchließt,
über die ſtrittigen Punkte Beweis zu erheben. — Die
Bür=
egermeiſterwahl zu Jügesheim wurde
wieder=
holt angefochten und aufgehoben. Ein neuer Wahltermin
fand am 9. Dezember 1912 ſtatt, bei der Valentin Winter
imit 223 Stimmen gegen Adam Bruder mit 220 Stimmen
gewählt wurde. Auch gegen dieſe Wahl wurde wegen
(Wahlbeeinfluſſung reklamiert. Nach eingehenden
Erheb=
ungen konnte Wahlbeeinfluſſung nicht feſtgeſtellt werden.
Die Stimmendifferenzen wurden vom Kreisausſchuß nicht
kin Betracht gezogen. Die Berufung gegen die Wahl
wurde vor Beginn der Verhandlung zurückgenommen.
nn. Strafkammer I. (Sitzung vom 12. Juli.)
Ange=
klagt war der Küfer und Landwirt Karl Eck III. von
Fiſchweiher bei Heppenheim, geboren am 11. April 1862,
wegen falſcher Anſchuldigung. (Vergehen gegen § 164 des
Strafgeſetzbuches.) Der Wirt Siegfried und der Angeklagte
iſind wegen einer Zeugenaffäre nicht die beſten Freunde,
trotzdem ſie Nachbarn ſind und ſich täglich begrüßen. Der
(Wirt Siegfried hatte im Herbſt 1912 Aepfel an der
Staatsſtraße geſteigert und hielt Wache bei denſelben
ſwegen Stehlens. In der Nacht vom 29. auf 30. Auguſt
jmorgens zwiſchen 4 und 5 Uhr, will er den Angeklagten
lgeſehen haben, wie er an einem Apfelbaum die Aepfel
ſſchüttelte und in ſeine Schürze legte. Siegfried erſtattete
ſſofort Anzeige und es fand auch eine Hausſuchung bei
idem Angeklagten ſtatt, die aber negativen Erfolg hatte.
Trotzdem wurde der Angeklagte nach eingehender
Beweis=
terhebung vom Forſt= und Feldgericht wegen Feldfrevel in
reine Geldſtrafe von 20 Mark verurteilt. Aus Zorn über
ddie Hausſuchung und wegen der Strafe fuhr der Ange=
(klagte nach Darmſtadt und erhob bei der
Staatsanwalt=
ſchaft Anklage gegen den Wirt Siegfried wegen falſcher
Anſchuldigung. Das Gericht drehte jedoch den Spieß um,
und heute ſteht der Angeklagte Eck wegen des gleichen
De=
liktes vor den Gerichtsſchranken. Nach eingehender
Zeugenvernehmung hält Staatsanwalt Dr. Bernhardts
die Anklage wegen falſcher Anſchuldigung gegen den
An=
geklagten aufrecht und ſtellt die Beſtrafung desſelben nach
§ 164 des Strafgeſetzbuches unter Verurteilung in die
Koſten des Verfahrens in das Ermeſſen des Gerichtshofs.
Nach längerer Beratung beſchließt das Gericht: Die
Sache wird behufs weiterer Beweiserhebung ausgeſetzt
und Termin auf den 26. Auguſt 1913 anberaumt. — Die
wegen Körperverletzung eingelegte Berufung des Auguſt
Gottſchalk von Darmſtadt wird verworfen. — Weiter
wurde verhandelt gegen die Dienſtmagd Margareta
Werner aus Seckmauern, geboren am 16. Okober 1887,
und den Taglöhner Phil. Jockel von Spachbrücken,
ge=
boren am 13. April 1884, wegen fortgeſetzter
Miets=
ſchwindeleien und Urkundenfälſchung. Die Angeklagten
trieben gemeinſam den Dienſtbotenvermietungsſchwindel
in großem Maßſtab, ſo daß ſie längere Zeit gemeinſam als
Mann und Frau davon leben konnten. Der Angeklagte
ſpielte den Stellenvermittler, während ſie das Mädchen
für alles war. Eine Reihe von Mietgeldſchädigungen
konnte ihnen heute nachgewieſen werden. Der
Staats=
anwalt beantragte gegen die bereits vorbeſtraften
Ange=
klagten wegen ihres dreiſten und raffinierten Auftretens
4 Jahre Zuchthaus. Der Gerichtshof verurteilte die
Werner in eine Geſamtſtrafe von 3 Jahren Gefängnis,
den Taglöhner Philipp Jöckel wegen Betrugs zu 2 Jahren
Gefängnis und Tragung der Gerichtskoſten.
Landwirtſchaftskammer für das Großherzogtum
Heſſen. Unter dem Vorſitz des Herrn Oekonomierats
Wal=
ter=Lengfeld fand eine Sitzung des Vorſtandes der
Land=
wirtſchaftskammer ſtatt, in welcher eine größere Anzahl
interner Verwaltungsfragen Erledigung fand. Unter
an=
derem wurde beſchloſſen, bei dem Generalkommando dahin
Antrag zu ſtellen, daß mit Rückſicht auf die
Erntearbei=
ten und insbeſondere auf die äußerſt dringlichen Arbeiten
der Schädlingsbekämpfung im Weinbau in Rheinheſſen
von Einberufung von Landwehrleuten zur Uebung im
Auguſt nach Möglichkeit Abſtand genommen wird. Der
Einrichtung einer Beratungsſtelle für elektriſche Anlagen
in landwirtſchaftlichen Betrieben wurde im Prinzip
zu=
geſtimmt. Bei Großh. Miniſterium des Innern ſoll
be=
antragt werden, daß die durch Geſetz vom 17. Juli 1912
eingeführte Beſteuerung der ausländiſchen Wanderarbeiter
durch eine Geſetzesänderung beſeitigt wird da die in
Be=
tracht kommende Abgabe in den meiſten Fällen von dem
Arbeitgeber getragen werden muß. Ueber den
Gemüſe=
bau in Heſſen ſoll eine Denkſchrift ausgearbeitet werden
und dieſe demnächſt als Druckarbeit der
Landwirtſchafts=
kammer erſcheinen. Der Beſchickung der Ausſtellung der
Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft in 1914 in
Hanno=
ver mit Pferden, Rindvieh, Schweinen und Ziegen wird
im Prinzip zugeſtimmt. Wegen der Frage der
Großobſt=
märkte ſteht der Vorſtand der Landwirtſchaftskammer auf
dem Standpunkt, daß dieſe Angelegenheit im Intereſſe
der Obſtproduzenten nur erfolgreich geregelt werden kann
durch entſprechende Zentraliſation der Obſtgroßmärkte.
Beim Großh. Miniſterium ſollen dahingehende Schritte
unternommen werden und ſollen als Großobſtmärkte
vorläufig in Ausſicht genommen werden in Starkenburg:
Zwingenberg und Nauheim bei Groß=Gerau, evtl. ein Ort
im Odenwald; Oberheſſen: Gießen, Alsfeld. Büdingen;
Rheinheſſen: Worms, Ingelheim. Der Herſtellung einer
allgemeinen Zeitſchrift für Obſt= Wein= und Gartenbau
und Abgabe derſelben an die Obſt= und
Gartenbauver=
eine des Landes ſteht der Vorſtand ſympathiſch gegenüber
und ſoll mit den intereſſierten Kreiſen in weitere
Verhand=
lung getreten werden.
D Zur 7. Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung am Donnerstag, den 17. Juli, nachmittags 3½ Uhr,
iſt folgende Tages ordnung feſtgeſetzt: 1.
Mitteilun=
gen. 2. Geſuch um Geſtattung einer Ausnahme von der
Beſtimmung in § 5 des Ortsbau=Statuts für ein
Grund=
ſtück an der Frankfurter Straße. 3. Geſuch um Erlaubnis
zur Anbringung eines Oberlichtfenſters in der Hofreite
Waldſtraße 4 nach der benachbarten ſtädtiſchen Hofreite
hin. 4. Aenderung des Nachtrags zum Ortsbau=Statut
für die Goetheſtraße. 5. Durchführung der Neuen
Irene=
ſtraße zwiſchen Arheilger Straße und Schuknechtſtraße.
6. Ausbildung der Hauptzufuhrſtraße nach dem neuen
Südbahnhof. 7. Fußſteigherſtellung auf der Oſtſeite der
Riedlingerſtraße zwiſchen Soder= und Lindenhofſtraße.
8. Verſetzung der Einfriedigung pp. der Rennbahn an
der Heidelberger Straße. 9. Bauliche Veränderungen im
Treppenhaus des Stadthauſes. 10. Bauliche
Herſtellun=
gen in der Krankenhaushofreite Wieſenſtraße 2. 11.
Be=
ſchaffung von Straßenbaumaterialien. 12. Aufſtellung
von Straßen=Ventilbrunnen. 13. Krediterweiterung für
Waldwegbauarbeiten. 14. Herſtellung und Vermietung
von Räumen im neuen ſtädtiſchen Lagerhaus. 15.
Ge=
bührentarif für die Benutzung des ſtädtiſchen
Lagerhau=
ſes. 16. Feſtſetzung der Gebühren für die Miterhebung der
evangeliſchen und katholiſchen Kirchenſteuern durch die
Stadtkaſſe. 17. Gründung einer Schülerbücherei für die
Liebigs=Oberrealſchule. 18. Schaffung einer
Erholungs=
ſtätte für die Schweſternſchaft des Krankenhauſes. 19. Die
Schließung der Gemeindekrankenverſicherung.
— Zur Gemeindeſteuer=Erhöhung. In einem
hieſigen Blatte befand ſich ein „Eingeſandt” zur
Ge=
meindeſteuer=Erhöhung. Hierzu wird uns geſchrieben:
Die ſtädtiſche Verwaltung verfügt über ein
Steuer=
bureau, das als Hilfsſtelle der ſtaatlichen
Steuerveran=
lagungsbehörde bei Veranlagung der
Einkommenſteuer=
pflichtigen dient; das aber auch in der Lage und ſehr
gerne hereit iſt, Auskünfte allgemeiner Art über
ſteuer=
liche Fragen auf Grund des Gemeinde=Umlagen=Geſetzes
zu erteilen. Dieſe Tätigkeit ſchließt ſelbſtverſtändlich die
Beantwortung aller ſolcher Fragen aus, die ſich auf die
Feſtſtellung der Steuerkapitalien und ſomit auf die
Höhe der Veranlagung der einzelnen Pflichtigen
er=
ſtrecken. Für die Behandlung aller dieſer Fälle kommt
lediglich die Tätigkeit der Veranlagungsbehörde (des
Großh. Finanzamts) in Frage. Es iſt ein Irrtum des
Einſenders, anzunehmen, daß für 1913 von der
Stadt=
verwaltung eine Steuererhöhung beſchloſſen und daß
ſpeziell die Grundſteuer erhöht worden ſei; ebenſo falſch
iſt die Annahme, daß das neue Gemeindeſteuergeſetz von
dem Oberbürgermeiſter eingebracht und von der
Stadt=
verordneten=Verſammlung beſchloſſen worden ſei. Das
ſeit 1. April I. Js. in Kraft befindliche Gemeinde=
Um=
lagen=Geſetz iſt von der Großh. Regierung eingebracht
und von den beiden Ständekammern für das ganze
Großherzogtum beſchloſſen worden. Die Gemeinden
haben einfach nach den Beſtimmungen dieſes Geſetzes
ſich zu richten. Es iſt deshalb eine weitere Unrichtigkeit
des Eingeſandts und ein durchaus ungerechtfertigter
Vorwurf, der dahin geht, „der Haushaltungsplan hätte
ſorgfältiger aufgeſtellt werden müſſen‟. Der
Haus=
haltungsplan für 1913 iſt — deſſen darf der Herr
Ein=
ſender verſichert ſein — in der vorſichtigſten Weiſe unter
Beobachtung der weiſeſten Sparſamkeit aufgeſtellt und
von der Stadtverordneten=Verſammlung in Anerkennung
deſſen einſtimmig genehmigt worden. Der Hinweis des
Herrn Einſenders auf die Verhältniſſe der
Grund=
erwerbskaſſe beweiſt, daß er hierüber keine Klarheit
beſitzt. Auf die weiteren wohlgemeinten Ratſchläge des
Herrn Einſenders näher einzugehen, erübrigt ſich, da ſich
die Stadtverwaltung und Stadtvertretung jederzeit
genau darüber klar waren, inwieweit die
Leiſtungs=
fähigkeit der Einwohnerſchaft in ſteuerlicher Hinſicht
beanſprucht werden darf.
* Vom Großh. Hoftheater. Die erſte
Vor=
ſtellung der neuen Spielzeit „Tannhäuſer und
der Sängerkrieg auf Wartburg” iſt für den 7.
Sep=
tember angeſetzt. Dirigent Kapellmeiſter Ottenheimer,
Regie Nowack. Als Venus, wird die neuengagierte
hoch=
dramatiſche Sängerin Franziska Callwey zum erſten
Male auftreten. Den Hirten ſingt erſtmalig die neue
Opernſoubrette Margareta Beling=Schäfer. Robert
Perkins ſingt zum erſten Male den Reimar. Auch die
vier Pagen ſindedurchweg neu beſetzt. Die übrige
Be=
ſetzung mit Fräul. Geyersbach und den Herren Stephani,
Becker, Semper, Globerger, Schützendorf iſt vom Vorjahre
bekannt. Die Eröffnungsvorſtellung iſt neu inſzeniert
und erhielt einen neuen dekorativen Rahmen. Auch die
Eröffnungsvorſtellung im Schauſpiel „Fauſt” unter
ſzeniſcher Leitung von Hans Baumeiſter iſt neu
ein=
gerichtet. Von erwähnenswerten Neubeſetzungen ſei vor
allem erwähnt, daß Kurt Weſtermann den Mephiſto,
Alice Hacker das Gretchen, Kurt Ehrle den Valentin,
Emil Jannings den Theaterdirektor im Vorſpiel und
den Herrn, Armin Waſſermann die Luſtige Perſon zum
erſten Male ſpielen.
W. Beerdigung. Unter zahlreicher Beteiligung
Leid=
tragender, voran die Fahnen des Katholiſchen Geſellen=,
ſowie Arbeiter= und Männervereins, wurde am Freitag
Abweſenheit durch eine Kleinigkeit zu erfreuen, iſt ja
be=
greiflich und ſchön, den Brauch aber auch auf
ferner=
ſtehende Verwandte, auf alle möglichen Freunde und
Be=
kannte, ſowie auf die Dienſtboten auszudehnen, iſt eine
Angewohnheit, deren Entſtehung nur auf das Bedürfnis
zu protzen, zurückgeführt werden kann. Was wir vorher
ſchon ſpeziell von der Anſichtskarte ſagten, wird hier für
die Allgemeinheit anwendbar, nämlich, daß der, welcher
nicht an einer Reiſe mitbeteiligt war, auch gar kein
Inter=
eſſe für die Andenken eines andern an dieſelbe haben
kann. Was ihn intereſſiert, iſt lediglich der Wert des
Ge=
ſchenkes, das ihm aber ebenſogut zum Geburtstag, zu
Weihnachten oder bei jeder beliebigen anderen Gelegenheit
gemacht werden könnte. Und ſo teilt denn das dem
Fernerſtehenden mitgebrachte Reiſeandenken ſehr häufig
das Schickſal ſo vieler anderer Geſchenke, nämlich daß es
enttäuſcht, unbefriedigt läßt, ſchon vorhanden oder ſonſt
nicht zu brauchen iſt, mit anderen Worten, daß es nicht
nur den Geber, ſondern auch den Nehmer quält.
Hält man es wirklich für nötig, Leuten, deren ſtille
Wünſche man nicht kennt, etwas mitzubringen, ſo dürfte
es das Beſte ſein, ſich vor Antritt der Reiſe offen oder
unter der Hand zu erkundigen, was ſie gebrauchen könnten.
Bezüglich der Dienſtboten ſollte man ſich das ein für alle
mal zur Regel machen, denn denen liegt ſicher nichts an den
Erinnerungen, die ſich für uns an einem unterwegs
ge=
kauften Gegenſtand knüpfen, ſondern nur an ſeinem
prak=
tiſchen Werte. Wie lächerlich die ganze Sache iſt, beweiſt
wohl am beſten die Tatſache, daß manche kluge Hausfrau
ihre Reiſeandenken für die Dienerſchaft ſchon vor der Reiſe
in den heimiſchen Geſchäften beſſer und billiger einkauft
und ſie erſt nach der Rückkehr verteilt. Genau genommen
handelt es ſich alſo nur um ein Trinkgeld, welches man
dafür, daß man eine Reiſe unternimmt, dem Perſonal
geben zu müſſen glaubt, und das Reiſeandenken iſt hier
nur noch ein leerer Name. Wo es mehr als ein ſolcher
ſein, alſo dem Empfänger durch ſeine Eigenart Freude
imachen ſoll, da iſt vor allem deſſen individueller Geſchmack
in Erwägung zu ziehen, dann aber, mehr als der
Geld=
wert auch die Originalität des Gegenſtandes, der
anders=
wo vielleicht nicht zu bekommen wäre und dadurch auch für
den Beſchenkten den Charakter eines Reiſeandenkens
gewinnt.
Feuilleton.
AK. Jupiter und Mond. Währerd der Nacht vom 16.
zum 17. Juli wird ſich der faſt vollesNond dem Planeten
Jupiter nähern und mit dieſem eine ſchöne Konſtellation
bilden. Die größte Annäherung, die aber nicht unter 4¾
Bogengrade herabgeht, findet am 17. Juli, um 4 Uhr
vor=
mittags ſtatt, zu welcher Zeit die Sonne ſchon aufgegangen
iſt. Während der vorangegangenen Nachtdunkelheit weilt
der Mond zwar noch ein wenig weſtlich, doch ſchon ziemlich
nahe bei Jupiter, den er ſüdlich paſſiert. Beide Körper
haben eine ſtark ſüdliche Deklination, der Mond ſogar faſt
28%, ſie ſtehen daher ſehr tief am ſüdlichen Himmel.
C.K. Griechiſche Kriegswut. Intereſſante
Beobach=
tungen über den glühenden Kampfeseifer, den die
grie=
chiſchen Soldaten gegen die Bulgaren in den letzten
Kämp=
fen an den Tag legten, teilt ein Korreſpondent des Daily
Telegraph aus Saloniki mit: „Offiziere, die von dem
Fanatismus der griechiſchen Soldaten in der letzten, drei
Tage währenden Schlacht berichten, ſchildern das, was
hier geleiſtet wurde, als faſt unglaublich. Die Männer
waren bis zum Wahnſinn aufgeſtachelt, durch den Anblick
der bulgariſchen Scheußlichkeiten, die ihnen in jedem Dorf,
durch das ſie kamen, gräßlich entgegenſtarrten. Der einzige
Gedanke, der ſie alle, Offiziere wie Gemeine, beherrſchte
war der, die Reihen des Feindes mit dem Bajonett zu
durchbrechen. Dieſe Grauſamkeiten, die ſie geſehen haben,
ſind der einzige Geſprächsgegenſtand unter ihnen, und
wenn ſie mir davon erzählen, ſo reden ſie ſich in eine ſo
wilde Wut hinein, daß ſie übermenſchliſche Kräfte zu
emp=
fangen ſcheinen. Die Bulgaren aber hatten nach allem,
was ich gehört habe, durchaus nicht mehr den
Gefechts=
wert, den ſie im Krieg gegen die Türken bewieſen hatten.
Sie fliehen wie die Schafe vor den drohenden Bajonetten
und der heißen Kriegswut der griechiſchen Angriffe. Ihre
Artillerie iſt durch die griechiſchen Kanonen völlig in den
Schatten geſtellt. Indem ſie die Scheußlichkeiten begingen,
haben die Bulgaren bereits ihre eigene ſchmachvolle
Niederlage beſiegelt; denn keine Truppen in der Welt
könnten dem fanatiſchen Ingrimm ſtandhalten, der die
griechiſchen Soldaten beſeelt, wenn ſie einen Bulgaren mit
der Waffe in der Hand ſehen. Es bedarf ihrer ganzen
Selbſtbeherrſchung, um ſich inſoweit zu zügeln, ihre
Ge=
fangenen nicht zu mißhandeln, aber zu ihrer Ehre muß es
geſagt werden, daß ſie ſich darin zu beherrſchen wiſſen.”
ml. Die Blondinen werden unmodern. Wenn man
den ſachkundigen Mitteilungen der tonangebenden Pariſer
Damenfriſeure glauben darf, iſt in allerjüngſter Zeit das
blonde Haar auf dem Ausſterbeetat geſetzt worden. Es
kann in der Tat keinem Zweifel mehr unterliegen, daß der
blindwütige Eifer der Modeſchönen, ſich im Schmucke
goldblonden Haars zu zeigen, nachgelaſſen hat, und daß
das ſchwarze Haar, das in letzter Zeit verpönt geweſen,
mehr und mehr wieder zu Ehren kommt. Man ſieht
in=
folgedeſſen auch in den Theatern, auf den Rennplätzen
und an anderen Orten, wo ſich die Schiedsrichterinnen
der Mode zuſammenfinden, nur vereinzelt noch die bisher
obligaten blonden Köpfe, und den Friſeuren, die
kummer=
voll auf die zu Ladenhütern gewordenen blonden Locken
blicken, bleibt nur der Troſt, daß die Herrſchaft der Brü=
netten, die die launiſche Mode heute dekretiert, nicht von
langer Dauer ſein dürfte. Es wäre auch wirklich aufrichtig
ſchade, wenn die Blondinen von der Bildfläche
verſchwin=
den würden, und eine Pariſer Zeitung bricht mit Recht für
ie vom Boykott bedrohten blonden Haare eine Lanze,
wobei ſie auf das hübſche Wort hinweiſt, das Aurélien
Scholl vor langen Jahren prägte. Gott hat den Männern
des grämlichen nordiſchen Klimas die Blondinen beſchert,
um ſie für die Abweſenheit der Sonne zu entſchädigen!“
Doch die „Geſchmäcker der Püblikümer” wechſeln
bekannt=
lich unglaublich raſch, und da es eine hiſtoriſche Binſers
wahrheit iſt, daß die Blondine von jeher mehr
Männer=
herzeg „geknickt” hat als die Brünette, ſo dürfte das
Blond-
haar in nicht allzu langer Zeit wieder das Haar der Mode
werden. Und alle die dunklen Brünetten werden dann
über Nacht wieder zu „Blondinen” ſich wandeln, — bis die
launiſche Dame Mode von neuem das Blondhaar verpönt.
Man wechſelt heute eben das Haar wie die Kleidung.
* Durch einen Hoſenknopf rekognoſziert. Vor
mehre=
ren Wochen entleibte ſich in einem Hotel in Gotha ein am
Tage vorher von auswärts zugereiſter Fremder, der ſich
als Privatier Cernoff aus Berlin ausgab. Bevor er
dort eintraf, war ſchon auf denſelben Namen bei der
Stadtkaſſe ein Betrag von 168 Mark zur Einäſcherung
einer Leiche eingegangen; am Nachmittag vor ſeinem
Tode ſuchte der Fremde ein Beerdigungsgeſchäft auf, kaufte
dort, angeblich für einen verſtorbenen Angehörigen, einen
ſchönen Sarg und traf auch alle weiteren Anordnungen
für deſſen Beſtattung. Am folgenden Morgen fand man
ihn erſchoſſen in ſeinem Bette auf. Irgendwelche
Anhalts=
punkte dafür, ob der Tote wirklich Cernoff hieß, wurden
nicht bei der Leiche gefunden, es waren vielmehr alle
Zeichen, die auf ſeine Perſönlichkeit Bezug hatten,
ver=
nichtet; ſo waren aus der geſamten Wäſche die Namen
geſchnitten, ſogar vom Anzug waren die Knöpfe getrennt
und beiſeite geſchafft. Seine geſamte mitgeführte Habe
war ſchriftlich einem Angeſtellten des Hotels vermacht;
bei der Leiche fand man noch 250 Mark und eine
wert=
volle goldene Uhr. Auf von der Kriminalpolizei
einge=
zogene Erkundigungen erfuhr man, daß ein Privatier
Cernoff in Berlin unbekannt war. Die Polizei
photo=
graphierte ſchließlich den Toten und gab ſeine Leiche zur
Feuerbeſtattung frei. Schließlich fand man noch an der
Hoſe einen einzigen Knopf, welcher den Namen einer
Firma in Barmen trug. Man ſandte den Knopf und
eine Photographie des Toten dorthin, und es gelang
durch die Firma feſtzuſtellen, daß es ſich um den Juſtizrat
Adolf Ziehe aus Düſſeldorf handelte.
* O dieſe Fremdwörter. „Denken Sie ſich, Reſi, mein
Mann hat heute die Prokura bekommen!“ — „Schrecklich,
über den gnädigen Herrn kommt doch auch alles!“
nachmitag der Lackierer bei den Zentral=WVerſähten
Karl Heinbüchner zu Grabe geleitet. Der
Verſtor=
bene ging Dienstag abend nach Beendigung der Arbeit
in gewohnter Weiſe nach Hauſe und beſchäftigte ſich noch
im Hofe ſeiner Behauſung. Plötzlich ſtürzte er, vom
Schlage getroffen, leblos zuſammen und verſchied nach
wenigen Minuten in den Armen ſeiner Frau. Der kaum
32jährige hinterläßt Frau und zwei unmündige Kinder.
Die katholiſchen Vereine, ſowie Volksverein verlieren in
dem Dahingeſchiedenen einen eifrigen Förderer ihrer
Sache, wie denn auch Herr Pfarrer Fink von St.
Eliſa=
beth ſeiner am offenen Grabe ehrend gedachte. Auch
namens der Vorgeſetzten und Mitarbeiter wurde der
Ver=
ſtorbene durch Kranzniederlegung geehrt.
* Ausſtellung japaniſcher Zwergbäumchen. Man
ſchreibt uns: Eine Anzahl Zwergbäumchen, die aus Japan
importiert wurden, ſind in der Hofblumenhandlung
Hein=
rich Henkel u. Co. zurzeit ausgeſtellt. Es iſt das ein
Pflan=
zenſchmuck von außergewöhnlicher Eigenart und ganz
be=
ſonderer Wirkſamkeit durch die gigantiſche Form der
Bäumchen. Dieſe eignen ſich für Wintergärten,
Treib=
häuſer und im Sommer für Gartenanlagen, auf Stellagen
als Schauobjekte aufgeſtellt. Die knorrige und riſſige
Be=
rindung der kleinen Miniaturbäumchen läßt oft mit Recht
auf ein beträchtliches Alter der einzelnen Bäumchen
ſchließen. Und tatſächlich ſind viele unter ihnen, die auf
eine ehrwürdige Vergangenheit von über hundert Jahren
zurückblicken können. In ihrer Heimat werden die
Zwergbäumchen als ein Familienheiligtum betrachtet, die
von Generationen zu Generationen forterben und
Jahr=
hunderte lang, jedes nach ſeiner Art, gezogen werden.
* Bilder vom Tage. In der Bilderauslage unſerer
Expedition (Rheinſtraße 23) ſind ab heute neu ausgeſtellt:
Henley=Ruder=Regatta in England eine
Volksverſamm=
lung in Rumänien; Monarchenzuſammenkunft in Kiel;
Porträt vom Tage (die Veränderungen im
Kriegsmini=
ſterium).
§ Unfall. Am Freitag nachmittag iſt ein
Fuhr=
mann beim Einfahren in eine Hofreite in der
Kirch=
ſtraße infolge Anſtoßens der Wagendeichſel vom Wagen
geſtürzt. Derſelbe verletzte ſich hierbei am Fuße und
mußte durch die Sanitätswache in das Städtiſche
Krankenhaus verbracht werden.
§ Zuſammenſtoß. An der Kreuzung Rhein= und
Neckarſtraße iſt am Freitag vormittag gegen 11 Uhr ein
Automobil mit einem Motorradfahrer
zuſammen=
geſtoßen. Das Motorrad wurde hierbei beſchädigt.
Feſtgenommen. Ein 29 Jahre alter früherer
Förſter aus Schwelm in Weſtfalen wurde geſtern
wegen Betrug hier feſtgenommen. Der Mann ſprach
hier bei verſchiedenen Herrſchaften vor und bat um
einen Vorſchuß, da ihm ſeine Barſchaft in Mannheim
abhanden gekommen ſei. Erſatz erfolge am nächſten
Tage durch ſeine Dienſtherrſchaft. Der Feſtgenommene,
welcher die Förſteruniform noch trägt, iſt ſchon über
ein Jahr außer Stellung und friſtet ſeinen Unterhalt
durch derartige Betrügereien.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 12. Juli.
Butter, 11 kg . . 1,40 M. Weißkraut, Stück 30 Pf. i. Part., ½ kg 1,30 M. Rotkraut, Stück . 35 Pf.
Eier, Stück
7—9 Pf.1 Blumenkohl, Stück 20—60 Pf.
Schmierkäſe,
Lit. 20=Pf. Wirſing, Stück . 5—20 Pf.
Handkäſe, Stück 4—10 Pf. Römiſch=Kohl, Bündel 2 Pf
Kartoffeln, alte, Ztr. 4 M. Kohlrabi, Stück . 5—6 Pf.
neue, „ 5 M.Gurken, Stück 10—30 Pf.
Kumpf (10 Liter) 50-79 Pf. Einleggurken, Stück 6 Pf.
Gelberüben, Bündel 4 Pf.
Obſt u. dergl.:
Zuckererbſen, ½ kg 25-28 Pf.
Türk. Kirſchen, ½ kg 40-45 Pf. Eierſchwämme, ½kg 18-20 Pf.
Zwetſchen, ½ kg 40—45 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Königspflaumen, ½kg60 Pf.
1 M.
Kirſchen, ½ kg 35—40 Pf. Gänſe, ½ kg
Sauerkirſchen, ½kg 40-45 Pf. Enten, Stück 3,50—4,50 M.
Zitronen, Stück 7—8 Pf. Hahnen und Hühner,
1,50—2,50 M.
60 Pf. Stück
Aprikoſen, ½ kg
Apfelſinen, Stück 10—12. Pf. 4 Tauben, =Stück 60—70 Pf.
76 Pf.
Pfirſiche, ½ kg
Fiſche:
Ananaserdbeeren,
.90 Pf.
Hecht, ½ kg
½ kg
70 Pf. Aal, ½ kg
1—1,20 M.
Wald=Erdbeeren,
Karpfen, ½ kg 80—90 Pf.
Schoppen . . 40—45 Pf. Andere Rheinfiſche,
Himbeeren, ½ kg 45—50 Pf.
kg . . . . 35—40 Pf
Johannisbeeren,
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf.
½ kg
20—25 Pf.4 Schollen, ½ kg
60 Pf.
Stachelbeeren, ½kg 18-20Pf. Kabeljau, ½ kg 22—25 Pf.
Heidelbeer., Schopp. 16-18 Pf. Schellfiſche, ½ kg 22
5 Pf.
Reineklauden, ½ kg 50 Pf. kleine, ½ kg 18—20 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.: In den Fleiſchſtänden:
Kopfſalat, Stück . 3—6 Pf. Rindfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
76 Pf.
Bohnen, ½ kg 25—30 Pf. Hackfleiſch, ½ kg
. 56 Pf.
Erbſen, ½ kg
18 Pf. Rindsfett,
Saubohnen, ½ kg 25 Pf. Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Radieschen, Bündel 3 Pf. Schweinefleiſch, ½ kg 84 Pf.
—8 Pf. Geſalzenes und Koteletts,
Rettiche, Stück
96 Pf.
Meerrettich, Stück 30 Pf.! ½ kg . .
Roterüben, ½ kg 6 Pf. Schwartemagen u. Fleiſch=
8 Pf. wurſt, ½ kg 80 Pf.
Zwiebeln, ½ kg
Tomaten, ½ kg 20—25 Pf. Leber= und Blutwurſt,
½ kg . . . . . 70 Pf.
Spinat, ½ kg . 25 Pf.1
* Weiterſtadt, 12. Juli. Herr Bahnwärter Wenz
und ſeine Ehefrau Margarethe Chriſtine, geb. Petri,
feiern am 15. Juli das Feſt ihrer Silbernen Hochzeit.
* Nauheim, Kr. Groß=Gerau, 12. Juli. Die
Vorbe=
reitungen zum 29. Gauturnfeſt des Main=
Rod=
gaues und 25jährigen Vereins= und
Präſidentenjubi=
läums des Turnvereins, das am kommenden
Sams=
tag, Sonntag und Montag gefeiert wird, haben nunmehr
ihr Ende erreicht. Die einzelnen Ausſchüſſe waren
be=
müht, alles ſo vorzubereiten, um den Gönnern des
Ver=
eins herrliche und genußreiche Stunden in den Mauern
Nauheims zu bereiten. Schon Samstag abend beginnen
die turneriſchen Vorführungen, die Sonntags und
Mon=
tags fortgeſetzt werden. Bereitwilligſt hat die Königl.
Preuß. und Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion einen
Sonder=
zug zur Verfügung geſtellt, der 11,05 Uhr in Darmſtadt
abgeht und abends 8,25 Uhr wieder zurückfährt.
W. Biebesheim, 12. Juli. Die Paſſagiere des geſtern
mittag um 3 Uhr von Mannheim nach Mainz, Wiesbaden
und Frankfurt abgefahrenen Eilzuges 199 entgingen einer
großen Gefahr. Kurz vor Gernsheim brach an einem
in der Mitte des Zuges laufenden Perſonenwagen ein
Achſendrehgeſtell. Das herunterhängende Geſtell
zog bei der Durchfahrt durch Gernsheim eine Furche in
den Bahnſteig und warf eine Menge Steine in die Luft
wodurch auch ein Eiſenbahnbeamter verletzt wurde. Durch
ſofortige Verſtändigung konnte der Zug noch vor
Biebes=
heim aufgehalten und der defekte Wagen dann hier
aus=
geſtellt werden. Bei der Weiterfahrt wäre eine
Entglei=
ſung des Zuges unausbleiblich geweſen.
W. Lampertheim, 12. Juli. In der nächſten Zeit hat
hier außer der regelmäßigen Ergänzungswahl des
Ge=
meinderats auch Bürgermeiſter= und
Bei=
geordnetenwahl ſtattzufinden. Auf Antrag des
Vorſitzenden beſchloß der Gemeinderat, die Wahlen in der
Reihenfolge Bürgermeiſter=, Beigeordneten= und
Ge=
meinderatswahl abzuhalten. Dieſer Beſchluß bedarf noch
der Genehmigung des Kreisamtes. Zu Beginn der
geſtri=
gen Sitzung wurde von dem Gemeinderat Würtenberger
der Antrag auf Anſtellung eines Berufsbürgermeiſters
(Juriſten) geſtellt, welcher Antrag jedoch für die nächſte
Sitzung zurückgeſtellt wurde.
W. Lampertheim, 12. Juli. Am Donnerstag
nach=
mittag wurde der Bahnpoſtwagen des Zuges D 6,
der von Frankfurt bis Baſel verkehrt, in Lampertheim
wegen Heißlaufens defekt. Die ganze Poſt für die
Schweiz, Italien und Süd=Amerika wurde teils von dem
Bahnpoſtbeamten in Perſonenabteilen weiter
transpor=
tiert und mußte auch teils in Lampertheim zurückbleiben,
um dort des Nachts umgearbeitet zu werden.
Mainz, 11. Juli. Intereſſante Uebungen mit
Militärbrieftauben der Feſtung Mainz werden
gegenwärtig durch Mannſchaften aus ſämtlichen
Regimen=
tern der Kavalleriediviſion des 18. Armeekorps am
hieſi=
gen Platze abgehalten. Zu der Uebung ſind aus jedem
Kavallerieregiment drei Mann und ein Unteroffizier
heran=
gezogen. Die Leitung der Uebung obliegt einem
Ka=
vallerieoffizier. Tagtäglich reiten die Mannſchaften mit
den in Körben untergebrachten Militärbrieftauben von
hier weg, um die Tiere von auswärts auffliegen zu laſſen.
Jeder Taube wird eine militäriſche Meldung mitgegeben,
die für das Gouvernement’beſtimmt iſt. — Der heutige
außerordentliche Kreistag des Kreiſes Mainz beſchloß
mit 11 gegen 6 Stimmen auf Antrag des Kreisausſchuſſes
eine Orts= und Landkrankenkaſſe für den
Stadt= und den Landkreis Mainz zu errichten. Die
All=
gemeine Ortskrankenkaſſe Weiſenau bleibt beſtehen.
* Mainz. 12. Juli. (Weinkoſt probe auf dem
27. Deutſchen Weinbaukongreß.) Wie uns der
Ausſchuß zur Vorbereitung der Koſtprobe von heſſiſchen
Weinen für den im September ſtattfindenden Deutſchen
Weinbaukongreß mitteilt, ſind die Anmeldungen von
aus=
zuſtellenden Proben ſo zahlreich eingegangen, daß nunmehr
alsbald die Anmeldungsliſte geſchloſſen werden muß. Es
ſind nicht nur zahlreiche 1911er Weine guter und beſter
Lagen dem Ausſchuſſe angeboten, ſondern auch zahlreiche
Proben von 1912er Weinen. Auch Perlen aus früheren
Jahrgängen fehlen nicht. Es iſt hiernach zu erwarten,
daß die Weinkoſtprobe einen Glanzpunkt in den
Veranſtal=
tungen des Weinbaukongreſſes bilden wird.
Intereſſen=
ten, welche noch Weine anzumelden wünſchen, müſſen dies
ſpäteſtens bis zum 20. Juli tun.
Wörrſtadt, 12. Juli. In der Sitzung des
Kreis=
ausſchuſſes am Freitag in Oppenheim wurde dec
Einſpruch gegen die Bürgermeiſterwahl
ver=
handelt. Im April d. Js. wurde bekanntlich der
bishe=
rige Beigeordnete Ph. Krämer mit Stimmenmehrheit zum
Bürgermeiſter gewählt. Der Einſpruch der unterlegenen
Partei wurde nun vom Kreisausſchuß als formell
unzu=
läſſig verworfen.
Wöllſtein, 12. Juli. Ein ſchwerer
Unglücks=
fall ereignete ſich in der Dampfziegelei von Junge. Der
17 Jahre alte Sohn der Familie May kam der Maſchine
zu nahe und wurde von zwei Kammrädern gefaßt, die
ihm den Arm vollſtändig zerquetſchten und vom Körper
abtrennten. Der Verunglückte wurde nach dem
Kreiskran=
kenhaus Alzey gebracht.
(*) Friedberg, 11. Juli. Die Arbeiten zur
Ein=
richtung der Kaſernenräume für das Ende
September zu errichtende Bataillon wurden heute
ver=
geben und ſollen ſchon nächſte Woche begonnen werden.
Das Helmoltſche Anweſen wird einſtweilen als Kaſerne
benutzt. Wie verlautet, ſoll ſchon nächſtes Jahr der
Er=
richtung eines Neubaues näher getreten werden. In der
Helmoltſchen Hofreite werden drei Kompagnien
unterge=
bracht, während die vierte Kompagnie in das alte
Bahn=
hofsgebäude zu liegen kommt. Der Exerzierplatz kommt
weſtlich der Stadt zu liegen, und zwar in der Gemarkung
von Ockſtadt.
* Bad Nauheim, 11. Juli. Der frühere
Reichs=
kommiſſar Dr. Karl Peters iſt zu längerem Kurgebrauch
in Bad Nauheimseingetroffen.
(*) Herbſtein, 10. Juli. Der ſeit Jahren zwiſchen der
politiſchen Gemeinde und der evangeliſchen
Kirchengemeinde beſtehende Streit iſt jetzt
end=
gültig von der oberſten Gerichtsbehörde in Darmſtadt
zu=
gunſten der evangeliſchen Kirchengemeinde entſchieden
worden, nachdem ſchon vorher der Kreisausſchuß
Lauter=
bach und der Provinzialausſchuß Gießen das gleiche
Ur=
teil gefällt hatten. Von jeher befand ſich nämlich im
Ge=
meindevoranſchlag Herbſtein ein Poſten von 1500 Mark,
der für die Bedürfniſſe der katholiſchen Kirche
ausgege=
ben wurde. In früherer Zeit war die ehemals fuldiſche
Enklave Herbſtein faſt rein katholiſch. Durch den ſtärkeren
Verlehr, den beſonders auch die Vogelsberger Bahn
brachte, iſt hier jetzt eine ſtärkere evangeliſche Gemeinde
entſtanden, und dieſe hat vor vier Jahren gegen obigen
Ausgabepoſten Berufung eingelegt. Die Evangeliſchen
und Iſraeliten brauchen alſo künftig nicht mehr zu den
Koſten der katholiſchen Kirche beizutragen.
(*) Aus Oberheſſen, 10. Juli. Obſtausſichten.
Eine überaus reiche Zwetſchenernte ſteht in
dieſem Herbſt zu erwarten. Die Bäume hängen zum
Bre=
chen voll, die Aeſte biegen ſich ſchon jetzt herunter und
müſſen aufgebunden werden. Es wird alſo im Herbſt
nicht an dem ſo beliebten Zwetſchenhonig oder
Pflaumen=
mus fehlen. Bei der wichtigſten Obſtſorte dagegen, den
Aepfeln, iſt der Behang ein ſehr geringer, ſo daß die
Apfelernte 1913 eine der geringſten der letzten zehn Jahre
ſein wird. Merkwürdig iſt es, daß gerade die frühen
Sorten, obwohl zu ihrer Blütezeit Fröſte herrſchten, noch
einigermaßen tragen, während die ſpätblühenden
ſehr=
wenig oder nichts haben. Im Kreiſe Gießen, deſſen
Kreis=
ſtraßenpflanzungen ja berühmt ſind, gibt es an den
Stra=
ßen kaum mehr Aepfel, als voriges Jahr allein zum
Obſt=
markt im Kreisamtskeller aufgeſtapelt waren. Rieſige
Mengen konnten 1912 an den Bäumen meiſtbietend
ver=
kauft werden. Der Ertrag der Birnbäume iſt ebenfalls
unter mittel. Die ziemlich unentbehrlichen Aepfel
dürf=
ten alſo im kommenden Herbſt teuer werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 12. Juli. Die Hinzuziehung
Ludwig Hoffmanns zum Neubau des
Ber=
liner Opernhauſes kann nachgerade als geſichert
gelten. Es wird zwar noch immer zwiſchen dem
Miniſte=
rium der öffentlichen Arbeiten und dem Berliner
Stadt=
baurat verhandelt. Aber über die Grundfragen der
bau=
lichen Ausgeſtaltung iſt, wie es heißt, bereits eine
Ueber=
einſtimmung feſtgeſtellt worden. Wenn noch weiter
ver=
handelt wird, ſo gilt das mehr der Frage, wie die Kom=
petenzen Hoffmanns im weiteren Fortgange zu regeln
ſind, wie ein ſtädtiſches Amt ſich damit wird vereinigen
laſſen. Auch hier ſcheint der Abſchluß unmittelbar
bevor=
zuſtehen. — Ein Goldſchmied F. hatte ſein
Geſchäfts=
haus in der Frankfurter Straße zu Berlin goldgelk
anſtreichen laſſen, um dadurch das Publikum darauf
aufmerkſam zu machen, daß er mit Goldwaren handle.
Auf Beſchwerden aus dem Publikum erging an ihn eine
polizeiliche Verfügung des Inhalts den Anſtrich binnen
drei Wochen zu beſeitigen und dem Hauſe einen anderen zu
geben, da durch das goldgelbe Haus die Gegend
ver=
unſtaltet werde. Nach fruchtloſer Beſchwerde beſchritt der
Goldſchmied den Weg der Klage im
Verwaltungsſtreit=
verfahren. Nachdem ſich die Mitglieder des
Oberver=
waltungsgerichts das Haus angeſehen hatten, wurde die
polizeiliche Verfügung aufgehoben und u. a. ausgeführt,
nach dem Allgemeinen Landrecht könne die Polizeibehörde
einſchreiten, wenn das Ortsbild gröblich verunſtaltet
werde. Ein ſolcher Zuſtand ſei aber durch den goldgelben
Anſtrich nicht geſchaffen. Grundſätzlich ſei es nicht
aus=
geſchloſſen, daß die Polizeibehörde gegen grellfarbige
An=
ſtriche vorgehe; im vorliegenden Falle erſcheine aber das
polizeiliche Einſchreiten nicht gerechtfertigt. — Heute nacht
ſchoß die Wirtſchafterin Wendel auf ihren früheren
Dienſtherrn, den Regierungsrat Einecker, mehrere
Re=
volverſchüſſe ab, ohne ihn zu treffen. Dann tötete ſie ſich
ſelbſt durch einen Schuß inden Kopf.
Frankfurt, 12. Juli. Der Magiſtrat hat der
Stadt=
verordnetenverſammlung eine Vorlage unterbreitet, die
für Errichtung von Bezirks=Krankenhäuſern, Ausbau der
beſtehenden Krankenhäuſer und Univerſitätsbauten eine
Summe von 4,5 Millionen Mark verlangt.
Frankfurt, 12. Juli. Der Frankf. Generalanzeiger
meldet: Die Aſchenreſte der Mutter des Fechters und
Drogiſten Karl Hopf kamen bekanntlich nach der
Aus=
grabung der Urne auf dem Hauptfriedhof in das
Labo=
ratorium des Gerichtschemikers Dr. Popp, wo die
Kno=
chen auf Arſengehalt von Dr. Popp und ſeinem Aſſiſtenten
Dr. Sieber unterſucht wurden. Es handelt ſich wohl um
den erſten Fall der Unterſuchung auf Giftgehalt von
Men=
ſchenreſten, die das Produkt einer Leichenverbrennung in
einem Krematorium darſtellen. Die in dem Laboratorium
zur Anwendung gelangte Methode zur Feſtſtellung des
Vorhandenſeins von Giftſtoffen wurde nach dem
Ver=
fahren der Profeſſoren May und Hurt=in München
aus=
geführt. Dieſe im Staatslaboratorium in München
täti=
gen Herren kamen auf Grund einer ähnlichen
Giftmord=
affäre wie die Hopfſche auf den Gedanken, einmal näher
zu prüfen, ob die Möglichkeit beſtehe, in Aſchenreſten noch
Gift nachzuweiſen und ſie probierten die intereſſante Sache
in der Weiſe aus, daß ſie Tiere mit Gift töteten, die
Ka=
daver verbrannten und die Aſche mit einem komplizierten
Verfahren unterſuchten. Das Reſultat ihrer Forſchungen
war, daß ſich in den von Pulver vollſtändig befreiten
Röhrenknochen Arſen nachweiſen ließ. Auch bei
Tieren, die mit Strychnin vergiftet waren, hatte man
Er=
folge zu verzeichnen. Die in der Aſche der Mutter Hopfs
befindlichen Knochen wurden nach jenem Verfahren
be=
handelt. Man entfernte erſt alle Pulver= und Staubteile
und löſte ſie dann in einem konzentrierten Säuregemiſch,
um dann mit Hilfe des Reduktionsverfahrens die
endgül=
tigen Feſtſtellungen zu treffen. Die Unterſuchung der
Aſche von Hopfs Mutter iſt heute abgeſchloſſen. Sie
er=
gab, daß in den Knochen Arſenik enthalten
war. Danach iſt alſo höchſt wahrſcheinlich, daß Hopf
Muttermörder iſt.
Wiesbaden, 11. Juli. Die Stadtverordneten beſchloſſen
heute in geheimer Sitzung den Ankauf des ehemalig
naſſauiſchen, jetzt Großherzoglich luxemburgiſchen
Jagd=
ſchloſſes Platte bei Wiesbaden, nebſt 50 Morgen
dazu gehörigem Wald. Der Kaufpreis beträgt 400000
Mark. Das genannte Schloß ſoll als Sommerfriſche oder
Jagdſchloß vermietet werden. Der Reſt des Waldes, etwa
2000 Morgen, iſt von einer Münchener Papierfabrik
ge=
kauft worden, die den Wald abholzen läßt.
Fi. Wiesbaden, 11. Juli. In der
Stadtverord=
neten=Verſammlung teilte bezüglich der
Be=
mühungen um eine Garniſonvermehrung insbeſondere die
Verhandlungen zwiſchen dem Magiſtrat und dem
Kriegs=
miniſterium zwecks Errichtung eines
Reichs=
luftſchiffhafens in Wiesbaden der
Ober=
bürgermeiſter mit, daß ſich die über ein Jahr gepflogenen
Verhandlungen zerſchlagen hätten, wahrſcheinlch aus
dem Grunde, weil Darmſtadt den erforderlichen
Grund und Boden billiger wie Wiesbaden zur Verfügung
ſtellen kann und in Darmſtadt die erforderlichen
Kaſerne=
ments innerhalb der Gemarkungen errichtet werden
können, was in Wiesbaden nicht der Fall wäre.
Kaſſel, 11. Juli. Auf dem hieſigen Hauptbahnhof, wo
gegenwärtig Erweiterungsbauten ausgeführt werden,
fuhr heute nachmittag auf dem Rangierbahnhof
ein fahrbarer Kran verſehentlich gegen eine neue
Sand=
ſteinmauer. Mehrere der großen Quadern ſtürzten herab,
wobei ein Monteur getroffen und lebensgefährlich verletzt
wurde. Bald darauf wurde beim Umlegen von Weichen
ein 20jähriger Rottenarbeiter von einem Waggon
über=
fahren und auf der Stelle getötet.
Diez a. d. Lahn, 12. Juli. Ein auf einer Probefahrt
befindliches Automobil der Adlerwerke Frankfurt ſtieß
ge=
ſtern abend bei Oberbreſchen gegen einen Baumſtamm,
überſchlug ſich und ſtürzte über die Böſchung in einen
Bach. Einer der Inſaſſen war ſofort tot, der andere
konnte ſich durch rechtzeitiges Abſpringen retten.
München, 11. Juli. Das Landgericht München I
er=
klärte heute die Ehe des 82jährigen Herzogs Ludwig
in Bayern mit der um 40 Jahre jüngeren
Frei=
frau von Bartolf, einer Münchener Bürgerstochter,
die, als ſie der Herzog im Jahre 1892 heiratete, dem
Ballett der Münchener Hofoper angehörte, durch
Ver=
ſchulden der Ehefrau für geſchieden. Beide Parteien
er=
klärten, auf das Rechtsmittel der Reviſion verzichten zu
wollen. Die Gründe der Eheſcheidung ergeben ſich aus
einem vom Landgericht zwei Tage vorher erlaſſenen
Feſt=
ſtellungsurteil, dem zufolge Frau von Bartolf ſich des
Ehebruchs ſchuldig gemacht und bekannt hat. Weniger
glücklich dürfte der Prozeß um den Namen ausfallen,
Frau v. Bartolf trägt nicht des Herzogs Namen, und
Ehe=
bruch zieht nicht den Verluſt des Adels nach ſich.
Konſtanz, 11. Juli. In der heutigen
Schwurge=
richtsſitzung wurde der 51 Jahre alte verheiratete
Schreiner Johann Georg Graf von Ober=Stotzingen im
Oberamt Ulm, zuletzt wohnhaft in Radolfszell, wegen
mit Ueberlegung ausgeführten Mordes, zum Tode
ver=
urteilt. Graf hatte am 28. Mai die in Radolfszell
wohnhaft geweſene, von ihrem Manne getrennt lebende
49 Jahre alte Joſefine Wörner, mit der er ein
Liebes=
verhältnis unterhielt, mit einem griffeſten Meſſer fünf
Stiche verſetzt, ſo daß ſie den erlittenen Verletzungen
als=
bald erlag.
Köln, 12. Juli. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Barmen: Unter der Selbſtbezichtigung, große
Ver=
untreuungen verübt zu haben, ſtellte ſich geſtern
nachmittag ein Wechſelſtubenvorſteher des Bankhauſes von
der Heydt=Kerſten und Söhne der Staatsanwaltſchaft. Die
veruntreute Summe ſoll etwa 300000 Mark betragen und
ſcheint mehrere Jahre zurückzuliegen.
Hamm (Weſtfalen), 12. Juli. Als der Kammerherr
von Twickel in Ermelinghof mit ſeinem Förſter
geſtern abend auf dem Anſtand war, entlud ſich plötzlich
ſein Gewehr. Das Geſchoß ging ihm mitten durchs
Herz.
Eiſenach, 12. Juli. In Widdershauſen an der
Werra ſind geſtern acht Bauerngehöfte
nieder=
gebrannt. Große Erntevorräte wurden ein Raub der
Flammen und viel Vieh iſt umgekommen. Der entſtandene
Schaden beträgt etwa 80000 Mark und iſt nur teilweiſe
durch Verſicherung gedeckt. Es wird Brandſtiftung
ver=
mutet.
Hamburg, 12. Juli. Amtlich. Am Freitag abend um
10 Uhr 30 Minuten iſt auf dem Hauptbahnhof beim
Vor=
ziehen von leeren Wagen, welche für Turner die nach
Leipzig reiſen wollten, beſtimmt waren, der Lehrer
Mein=
ecke infolge vorzeitigen Aufſpringens überfahren und
ſchwer verletzt worden. Der Bahnhofsarzt konnte nur den
inzwiſchen eingetretenen Tod feſtſtellen.
Roſtock, 12. Juli. Der Täter des
Revolver=
attentats auf den Rechtsanwalt Tobias, Ingenieur
Fritzer, ſprach, wie feſtgeſtellt iſt, am 8. Juli auf der
Poli=
zeihauptwache vor und erſuchte, man möge ihn in
Schutz=
haft nehmen. Er fürchte ſonſt im Falle des ungünſtigen
Ausganges ſeines Prozeſſes die Herrſchaft über ſich zu
verlieren und den gegneriſchen Rechtsanwalt zu erſchießen
Die Polizei nahm den Mann nicht ernſt und ließ ihn
llaufen.
Poſen, 12. Juli. Als der bei einem Tiſchler in Brieſen
(Weſtpreußen) beſchäftigte Lehrling Pawlikowski in der
vergangenen Nacht heimkehrte, gab er blindlings auf die
den Schlafraum mit ihm teilenden anderen Lehrlinge
mehrere Revolverſchüſſe ab und verletzte 3
lebens=
gefährlich. Pawlikowski, welcher verhaftet wurde, iſt
wahrſcheinlich das Opfer von Schundromanen geworden.
Paris, 12. Juli. In einer Ziegelfabrik in
Chatenay=
ſur=Seine bei Paris wurden heute morgen durch eine
Keſſelexploſion ſieben Arbeiter getötet und ſechs
ſchwer verwundet. Infolge der Exploſion ſtürzte eine
Mauer ein; man befürchtet, daß unter den Trümmern
der=
ſelben noch weitere Opfer liegen.
London, 11. Juli. Im Unterhauſe rief während
der Beratung der Pluralwahlrechtsvorlage ein Mann von
der öffentlichen Galerie: Gerechtigkeit für die Frauen!
Dann gab er anſcheinend mit einer Kinderpiſtole
einen Schuß ab. Zu gleicher Zeit warf ein anderer
Mann ein Bündel Flugſchriften über das
Frauenſtimm=
recht in den Sitzungsſaal. Ein Schaden wurde nicht
verurſacht. Die beiden Leute wurden ſofort von der
Galerie entfernt.
Keres, 12. Juli. Geſtern fand in einer Fabrik, die
Feuerwerkskörper herſtellt, eine Exploſion ſtatt. Die
Frau des Fabrikanten und ihr vier Monate altes Kind
wurden getötet. Zwei Kinder des Fabrikanten, er
ſelbſt und ein Arbeiter wurden ſehr ſchwer verbrannt. Die
Fabrik iſt zerſtört; die anſtoßenden Häuſer brennen.
Die Regierung und die
Deckungs=
vorlagen.
* Berlin, 12. Juli. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Die Preſſe hat die Erörterungüber
die Deckungsvorlagen noch nicht abgeſchloſſen.
Die Schleſiſche Volkszeitung machte in einer Polemik mit
der Deutſchen Tageszeitung die Mitteilung, daß die
maß=
gebendſten Stellen der Regierung in den
Vorbeſprechungen keinerlei Zweifel darüber ließen, daß
ſie eine reine Erbſchaftsſteuer von einer beliebigen
Mehr=
heit, in der auch die Sozialdemokraten hätten ſein können
angenommen haben würden, wenn keine andere
Verſtän=
digung erzielt worden wäre. Daran knüpft die
Kreuzzeit=
ung folgenden Kommentar: „Wenn die Angaben zutreffend
ſind wie man angeſichts der Quelle doch wohl annehmen
muß, ſo ſind die Ausſtellungen, die wir bisher bereits an
der ſchwächlichen Haltung der Regierung machen mußten,
nicht mehr ſcharf genug, um das ganze Maß ihrer
Nach=
giebigkeit zu kennzeichnen. Sie ſah danach trotz der Rede
des Reichskanzlers von vornherein von jedem Kampf für
ihre Vorlage ab und war bereit, die Sozialdemokratie zu
dem ausſchlaggebenden Faktor der ganzen
Geſetzgebungs=
werke zu machen.‟ Es iſt, wenn man die tatſächliche
Ent=
wickelung der Deckungsfrage im Auge behält, nicht leicht,
den Gedankengang der Kreuzzeitung zu verſtehen. Wenn
die Regierung die im Jahre 1909 von ihr vertretene reine
Erbſchaftsſteuer nicht einbrachte, obwohl ſie ſich
da=
durch manche Schwierigkeiten im Bundesrat erſpart hätte,
ſo war dafür der Wunſch mitbeſtimmend, den Parteien der
Rechten die Mitarbeit an der Deckung zu ermöglichen und
eine Entwickelung zu verhindern, bei welcher die
Sozial=
demokratie für die Deckungsgeſetze eine ausſchlaggebende
Rolle hätte ſpielen können. Dieſer Wunſch iſt erfüllt. Der
größere Teil der Rechten betrat die Brücke welche die
Re=
gierung bot. Daß es gelang, die Erledigung der
Dea=
ungsgeſetze durch eine bürgerliche Mehrheit zu erreichen
iſt der Regierung, die den Weg gezeigt hat, und den
Kom=
promißparteien, die ihn betraten, zu danken. Wenn die
Regierung dem Verlangen der Rechten, jeder reinen
Erb=
ſchaftsſteuer von vornherein ein „Unannehmbar”
entgegen=
zuſetzen, und im Falle ihrer Annahme das Scheitern des
ganzen Werkes in Ausſicht zu ſtellen, nicht nachgab, ſo wird
mand logiſcher Weiſe darin einen Beweis der Schwäche
nicht erblicken können. Die Frage, ob die vom Reichstag
beſchloſſene Erbanfallſteuer vom Bundesrat anzunehmen
oder abzulehnen geweſen wäre, würde erſt akut geworden
ſein, wenn der andere Teil der rechten Parteien der
Hal=
tung der Konfervativen gefolgt und ein Kompromiß auf
der Grundlage der Regierungsvorlage nicht zuſtande
ge=
kommen wäre. Da eine ſolche Entwickelung dank der
Ein=
ſicht der bürgerlichen Parteien und den Bemühungen der
Regierung vermieden wurde, ſcheinen uns die Vorwürfe
der Kreuzzeitung unangebracht zu ſein.
Die Nordlandreiſe des Kaiſers.
* Bergen, 11. Juli. Der Kaiſer unternahm
heute vormittag einen Spaziergang an Land, verweilte
dann auf dem Begleitſchiff „Kolberg” und folgte zur
Frühſtückstafel einer Einladung des Konſuls Mohr. Der
Poſtkurier vom Mittwoch traf heute vormittag 11 Uhr hier
ein. Das Wetter iſt aufklärend und wärmer. An Bord
iſt alles wohl.
* Bergen, 12. Juli. Die „Hohenzollern” mit
dem Kaiſer an Bord iſt heute morgen 6 Uhr in See
gegangen und gegen 12 Uhr in Balholm eingetroffen.
* Baleſtrand, 12. Juli. Die „Hohenzollern”
verließ Bergen um 6 Uhr früh mit dem Kurs nach
Norden. Am Eingang des Sognefjords ging der Kaiſer
nebſt Gefolge auf den „Sleipner” über und fuhr nach
Balholm, wo die vom Grafen Görtz geſchaffene Bele=
Statue aufgeſtellt wurde. Am Nachmittag wurde nach
Vangsnäs gefahren und die Arbeiten zur Aufſtellung
des Frithjof=Denkmals beſichtigt. Die Abendtafel fand
auf der „Wittelsbach” ſtatt. Abends um 9 Uhr traf die
„Hohenzollern” vor Balholm ein.
* Balholm, 13. Juli. Der Kaiſer beabſichtigt,
Balholm wegen der Aufſtellung der Statue des
Kön gs Bele und um Vangsnäs wegen der Arbeiten
für das Frithjof=Denkmal einen kurzen Beſuch
abzu=
ſtatten, dann aber nach Molde weiterzufahren. Das
ſeit vier Wochen unverändert ſchöne Wetter in Balholm
war jedoch die Urſache, hier zu bleiben. An beiden
Stellen waren die Arbeiten an den Statuen zu
aller=
höchſter Zufriedenheit ausgefallen. Wenn das gute
Wetter anhält, iſt ein Aufenthalt hier auf Wochen
an=
zunehmen. An Bord iſt alles wohl.
Kll. Deutſches Turnfeſt.
— Leipzig, 11. Juli. Unter dem Vorſitze ſeines
langjährigen greiſen Präſidenten, des 87jährigen Geh.
Sanitätsrats Dr. Ferdinand Goetz (Lindenau=Leipzig)
trat heute nachmittag im Feſtſaal des „Hotel Rom” der
Ausſchuß der Deutſchen Turnerſchaft zu
einer Hauptverſammlung zuſammen, mit welcher die
offi=
ziellen Veranſtaltungen des 12. Deutſchen
Turn=
feſtes ihren Anfang nahmen. — An der Verſammlung
nahmen Vertreter der Deutſchen Turnerſchaft aus allen
Teilen des Reiches teil. — Aus dem vom Vorſitzenden
er=
ſtatteten Geſchäftsbericht geht u. a. hervor, daß
die Zahl der Ehrenurkunden bereits die Höhe von 1000
erreicht hat. — Der vom Polizeirat Atzrott (Steglitz)
er=
ſtattete Kaſſenbericht beſagt, daß das Vermögen der Goetz=
Stiftung 112 464 Mark, jenes der Turnerſchaft 190712 Mk.
und das der Jahn=Stiftung 10082 Mark beträgt. — Nach
der von Stadtſchulrat Rühl (Stettin) gegebenen Statiſtik
der Mitgliederzahl beläuft ſich dieſe einſchließlich der
Frauen und Kinder auf 1310000, darunter 937000
männ=
liche; die Zahl der aktiven Turner beträgt über 500600:
im Alter von 14 bis 17 Jahren ſtehen 193 000. — Der Etat
für das kommende Jahr bilanziert mit 37100 Mark. Aus
dem Goetz=Stipendium wurden an 44 Vereine insgeſamt
12900 M. Unterſtützungen bewilligt. — Hierauf berichtete
Stadtſchulrat Rühl (Stettin) über das Verhältnis
zum Jungdeutſchlandbund, über deſſen
Vor=
gehen vielfach Mißſtimmung entſtanden ſei. Von dem
Bund wurden Anforderungen geſtellt, die zu dieſem
Glau=
ben führen konnten. Am meiſten verſchuldete das nicht
die Zentralleitung, ſondern die Ortsgruppen und Bezirke.
Der Bund will ein gewiſſes Uebergewicht nach der
mili=
täriſchen Seite hin pflegen, und daraus iſt ein Gegenſatz
über die Auffaſſung vom Turnen zwiſchen den Turnern
und dem Bunde entſtanden. Das gegenwärtige Verhältnis
läßt ſich auf die Dauer nicht halten. Im Dezember wurde
beſchloſſen, eine gemeinſame Konferenz abzuhalten, welche
die beiderſeitigen Grenzen abſtecken ſoll. Profeſſor Berger
(Maadeburg) betonte, daß es allerdings beſſer wäre, wenn
der Jungdeutſchlandbund nicht da wäre. Nachdem er nun
aber einmal da ſei, müſſe man verſuchen, ſich mit ihm
aus=
einanderzuſetzen. Es wurde dann beſchloſſen, zunächſt
ein=
nal die Reſultate der erwähnten gemeinſamen Konferenz
abzuwarten. — Als Ort der nächſten Tagung des
Aus=
ſchuſſes der Deutſchen Turnerſchaft wurde Bremen
ge=
wählt.
Am heutigen Mittag um 12 Uhr öffneten ſich auch die
Pforten der Deutſchen Turn=Ausſtellung, die mit
dem 12. Deutſchen Turnfeſt verbunden iſt und einen
Ueber=
blick über die Entwicklung des deutſchen Turnens in den
etzten 50 Jahren bietet. Neben einer geſchichtlichen Gruppe,
in der vor allem Jahn=Schriften. Werke über Jahn und
ſonſtige Turner=Biograhien recht bemerkenswert ſind
wer=
den auch Anlage und Einrichtung von Turnhallen,
Turn=
plätzen und Bädern vorgeführt; ebenſo ſind die
winter=
lichen Leibesübungen und das Jugendwandern in
über=
ſichtlicher Weiſe dargeſtellt. Weitere Gruppen
veranſchau=
lichen die Hygiene des Turnens, den Turnhallenbau, die
Anlage und den Schmuck von Turnplätzen und ſehr
zweck=
mäßig Turn= und Spielgeräte; auch das Schwimmen,
Rudern und Fechten kommt zu ſeinem Recht. Neben den
Leipziger und auswärtigen Turnvereinen haben ſich auch
mehrere Verlagsbuchhandlungen, Fabrikanten von
Inſtru=
menten und Apparaten, ſowie Erbauer von Turnhallen
und Turnplätzen an der Ausſtellung beteiligt. Sonder=
Ausſtellungen des Akademiſchen Turnerbundes, der
Tur=
ierſchaft zu Frankfurt a. M., des Hamburger Turnvereins
von 1816 und des Leipziger Allgemeinen Turnvereins
tre=
ten zu der Turn=Ausſtellung hinzu, die nicht nur der
Be=
ehrung dient, ſondern auch den praktiſchen Bedürfniſſen
er Turner gerecht wird.
Mit Spannung ſieht man dem morgigen Feſtſamstag
entgegen, an welchem nahezu 100000 Turner aus allen
Weltteilen in Leipzig eintreffen werden. — Das
Bundes=
banner überbringt die Turnerſchaft von Frankfurt a. M.,
vo vor fünf Jahren das 11 Deutſche Turnfeſt abgehalten
wurde. — Um 6 Uhr abends findet dann die feierliche
Er=
öffnung des Deutſchen Turnfeſtes vor der Muſikhalle des
llgemeinen Turnplatzes ſtatt. — Sehr intereſſant iſt eine
Aufſtellung des Feſtausſchuſſes über die zum Deutſchen
urnfeſt kommenden Turnvereine des
Auslan=
des. Dieſelben haben ihren Sitz in der Schweiz,
Nor=
wegen. Oeſterreich=Ungarn, Frankreich, Belgien, den
Nie=
erlanden, Dänemark, Nordamerika, Schweden, Italien.
In England umfaßt der Nationale Turnverband 30 große
Turnanſtalten mit 300 Sektionen; in Portugal ſind an
allen Staatsſchulen Turnanſtalten; in Spanien beſtehen
einige deutſche Turnvereine; in Rußland außer einigen
ruſſiſchen meiſt deutſche Vereine. Außerdem beſtehen
deut=
che Turnvereine in Rumänien, der Türkei, Braſilien, La
Plata, Argentinien. Mexiko, Caracas, Paläſtina, China,
lfrika und Auſtralien.
* Leipzig, 12. Juli. Das XII. Deutſche
Turnfeſt nahm heute morgen ſeinen Anfang. Ueber
1 Sonderzüge trafen ein. Bereits um 5 Uhr morgens
brachten die erſten Züge Tauſende von Turnern nach
der Stadt. Die Turner wurden am Bahnhof von den
Mitgliedern des Ausſchuſſes empfangen und mit einer
kurzen Anſprache begrüßt. Darauf begaben ſich die
Turnvereine unter Vorantritt von Muſikkapellen nach
der Stadt, welche feſtlich geſchmückt iſt.
* Leipzig, 13. Juli. Zum 12. Deutſchen
Turn=
feſt ſind Turner und Gäſte aus allen Teilen des Reiches
ind aus dem Ausland eingetroffen. Um 8 Uhr fanden
in der Thomaskirche, der reformierten und der
katholiſchen Kirche Feſtgottesdienſte ſtatt. Um 11½
Uhr ſetzten ſich die Feſtzüge in Bewegung. Voran
ie Herolde und die Turnvereine des Auslandes.
Ins=
geſamt waren in beiden Feſtzügen in welchen ſich auch
die beiden Vorſitzenden der Deutſchen Turnerſchaft, Geh.
Sanitätsrat Götz und Prof. Rühl=Stettin befanden,
etwa 9000 Turnvereine mit 70000 Turnern vertreten.
Die Züge marſchierten durch die Stadt nach dem Markplatze,
wo ſie ſich am alten Rathauſe zunächſt vereiniaten, bis zur
Mitte des Marktes, dort wurden ſie von dem Rat der Stadt
Leipzig begrüßt. Auf dem Balkon des Rathauſes
nahmen auch der Herzog Karl Eduard von Koburg=
Gotha Platz. Nach der Begrüßung wurde der Marſch
nach dem Feſtplatz fortgeſetzt, wo die Züge nach drei Uhr
ankamen. Auf dem Hauptbahnhof war um 2 Uhr 50 Min.
König Friedrich Auguſt eingetroffen und begab ſich
ſofort nach dem Feſtplatze.
* Die große Turnſchau nahm am Samstag abend
mit den Eröffnungskommerſen ihren Anfang. Dieſe
fan=
den für die einzelnen Kreiſe getrennt in den größten
Sälen Leipzigs ſtatt. Die Kommerſe wurden durch
Be=
grüßungsanſprachen und ganz vorzügliche Darbietungen
der beſten Turner=Geſangvereine Leipzigs ausgefüllt.
Sonntag früh 6 Uhr begann der volkstümliche
Sechs=
kampf. Dieſer fand bei herrlichſtem Wetter ſtatt. Aus
dieſem Wettkampf ging von den Darmſtädter
Tur=
nern Karl Schubkegel, Turngemeinde Darmſtadt,
mit 82½ Punkten als Sieger hervor. Um 11 Uhr fand
der Anmarſch zu den zwei Feſtzügen ſtatt. Dieſe
Feſt=
züge begegneten ſich auf dem Marktplatz und kamen um
4 Uhr auf dem Feſtplatz an. Die Darmſtädter
Tur=
nerſchaft war mit nahezu 100 Turnern im Feſtzug
ver=
treten. Nach Ankunſt der Feſtzüge auf dem Feſtplatz
wurde zu den allgemeinen Freiübungen angetreten. Dieſe,
von vielen Tauſenden Turnern exakt ausgeführt, machten
auf die rieſige Zuſchauermenge einen impoſanten
Ein=
druck. Heute, Montag, früh 6 Uhr, beginnen) die 12
Kämpfe für unſere Turnkreis, und werden vorausſichtlich
unſere Darmſtädter Turner auch hier mit Erfolg beſtehen.
Am Dienstag findet Ringen und am Mittwoch
Schwim=
men ſtatt. Auch bei dieſen Wettkämpfen iſt die
Darm=
ſtädter Turnerſchaft vertreten.
Luftfahrt.
Kieler Flugwoche.
* Die Kieler Flugwoche nahm bei ſchönem
Wetter und ſtarker Anteilnahme des Publikums ihren
An=
fang. Es wurde recht fleißig um Höhenwettbewerb und
Dauerflug=Wettbewerb geflogen. In den Höhenflügen
zeichneten ſich Caſpar (Gotha=Taube) mit 3100 Meter und
Sedlmayr (Wright.) mit 2700 Meter aus. Im
Dauer=
flugwettbewerb erzielte Stiploſchek mit 4 Std. 28 Min.
die beſte Zeit. Auch Friedrich (Etrich=Taube) und
Schü=
ler (Argo=Doppeldecker) zeigten mit je 4 Std. 10 Min.
Flugzeit recht achtbare Leiſtungen. Zu bedauern iſt nur,
daß zwei der ausſichtsreichſten Bewerber, die beiden
Alba=
tros=Flieger Hirth und Thelen in letzter Stunde ihre
Mel=
dungen zurückgezogen haben, wodurch das Meeting
we=
ſentlich an Intereſſe einbüßte.
* Kiel 11. Juli. Der zweite Tag der Kielss
Flugwoche brachte ebenfalls bei prächtigem Wetter
zahlreiche bemerkenswerte Höhen= und Dauerflüge. Ltn.
Canter ſtieg mit der Prinzeſſin Heinrich als Fluggaſt
zu einem Fluge von 20 Minuten auf. Roth und
Sedl=
mayr waren genötigt, außerhalb des Flugplatzes
nie=
derzugehen. Die Apparate waren etwas beſchädigt, die
Flieger blieben unverletzt.
* Mainz„ 2. Juli. Heute früh um 4 Uhr 51 Min.
ſtieg der Goedecker=Flieger Burggraf mit einem
Paſ=
ſagier zu einem Fluge nach Freiburg i. B. auf. Die Fahrt
ging in durchſchnittlicher Höhe von 1600 Metern über
Mannheim, Speyer und Karlsruhe nach Straßburg, wo
um 7,55 Uhr eine Landung vorgenommen wurde. Der
Weiterflug erfolgt bei günſtigem Wetter.
* Frankfurt a. M., 12. Juli. Das
Militär=
luftſchiff „Z. 3” iſt heute früh halb 6 Uhr zu einer
Fahrt nach Metz aufgeſtiegen. Die Führung hat
Haupt=
mann v. Müller.
* Metz, 12. Juli. Das Luftſchiff „Z. 3” wurde
gegen halb 11 Uhr über der Stadt geſichtet und landete um
11 Uhr 15 Min. glatt.
* Johannisthal, 12. Juli. Um 4 Uhr 10
Minu=
ten ſtartete der Flieger Audemars zum Fluge nach
Paris. Er will in Wanne eine Zwiſchenlandung
vor=
nehmen.
* Hannover, 12. Juli. Der franzöſiſche Flieger
Audemars iſt um 6.45 Uhr auf der Vahrenwalder
Heide glatt gelandet. Nach Einnahme von Benzin und
Oel beabſichtigt er, nach Paris weiterzufliegen.
* Hannover 12. Juli. Audemars iſt um
8 Uhr 5 Minuten früh weitergeflogen.
* Bielefeld, 12. Juli. Der Flieger Audemars
nahm in der Galgenheide bei Brackwede eine
Not=
landung vor.
* Bielefeld, 12. Juli. Der Flieger Audemars
iſt um 9 Uhr 40 Min. in ſüdlicher Richtung wieder
auf=
geſtiegen. Auf dem Fluge von Hannover hierher mußte
er infolge des ſtarken Nebels nach dem Kompaß fliegen.
* Wanne, 12. Juli. Der Flieger Audemars
landete um 11 Uhr 30 Min. vormittags auf dem hieſigen
Flugplatze, um ſeine Benzin= und Oelvorräte zu ergänzen.
* Wanne, 12. Juli. Audemars flog um 2 Uhr
nach Paris weiter.
Flugplatz Johannisthal, 13. Juli. Der
Flieger Letort, der um 5 Uhr 10 früh (4 Uhr 10
franzö=
ſiſche Zeit) in Paris aufgeſtiegen war, iſt um 1.10 Uhr
ohne Zwiſchenlandlung in Johannisthal gelandet. Er
log von Paris bis Hannover dauernd im Nebel, wobei
er bis 50 Meter herunterging, dann ſetzte er den Flug
in einer Höhe von etwa 3000 Metern fort.
* Bern, 13. Juli. Der Schweizer Flieger Bider
ſtieg heute morgen 4 Uhr 8 Minuten zum Flug über
die Berner Alpen nach Mailand auf. Um
6.07 Uhr paſſierte er das Jungfraujoch in einer Höhe
von 3470 Meter, um 6.20 Uhr das Eggishorn, um
6.40 Uhr landete er, von der Volksmenge begeiſtert
be=
grüßt, in Domodoſſola. Nach Einnahme von
Ben=
zin ſetzte er den Flug fort. um dem Bürgermeiſter
Mai=
lands ein Schreiben der Stadt Bern zu überbringen.
Sporf, Spiel und Turnen.
* Rad= und Motorrennen. Der Veloziped=Klub
Darmſtadt hält ſein drittes Rad= und Motorrennen
auf der hieſigen Rennbahn an der Heidelberger Straße am
kommenden Sonntag, den 20. Juli, halb 4 Uhr
nachmit=
tags, ab. Das Programm ſieht vor: die Meiſterſchaft von
Südweſtdeutſchland über 1 Kilometer, dieſelbe
Meiſter=
ſchaft über 25 Kilometer, offen den Herrenfahrern des D.
R.=B. aus den Gauen 5, 7, 9 und 9a; außerdem ein
Mehr=
ſitzer=Malfahren, ſowie ein Wanderpreisfahren, ein Gau=
Verbands=Vorgabe=Motorrennen, Erſtfahren uſw. Das
Programm iſt äußerſt reichhaltig zuſammengeſtellt und
dürfte ſeine Anziehungskraft nicht verfehlen. Auf die
Be=
ſetzung kommen wir noch zurück, da täglich, beſonders für
die Meiſterſchaften, Meldungen noch einlaufen.
Nationale olympiſche Spiele
in Darmſtadt.
St. Vom herrlichſten Wetter waren die vom
Fußball=
klub „Olympia‟=Darmſtadt am Sonntag veranſtalteten
dritten nationalen olympiſchen Spiele begünſtigt. Eine
zahlreiche Zuſchauermenge wohnte ſowohl den ſchon
Vor=
mittags ſtattfindenden Vorkämpfen und
Ausſcheidungs=
ſpielen, als beſonders den Entſcheidungen am Nachmittag
bei. Es darf das als Beweis angeſehen werden einerſeits,
daß das Intereſſe der Bevölkerung auch Darmſtadts an
dem Raſenſport in jeglicher Geſtalt bedeutend gewachſen
und andererſeits, daß der Fußballklub „Olympia” ſich
be=
ſonderer Beliebtheit ſowohl hier wie auswärts zu
er=
freuen hat. Denn von auswärts waren zahlreiche
Nenn=
ungen eingegangen, auch von den beſtbekannten deutſchen
Kampfmannſchaften. Die Spielleiter der „Olympia”
haben ihre Mannſchaften in vorzüglicher Diſziplin und
die Wettſpiele ſind ſtets aufs beſte organiſiert und werden
mit Sachkenntnis und Ruhe durchgeführt, ſo daß die
Zu=
ſchauer ſtets den beſten Eindruck von den friedlichen
Wett=
kämpfen gewinnen. Die ſportlichen Reſultate der geſtrigen
nationalen Olympiade waren gut, zum Teil vorzüglich,
beſonders auf dem Gebiet des Laufſports. Erfreulich war
die Teilnahme des Militärs an den Wettſpielen und
die Tatſache, daß die Militärmannſchaften ſportlich gut
abſchnitten, beweiſt, daß die Pflege von Sport und Spiel
im Heere immer mehr an Ausdehnung gewinnt. Die
Sie=
ger errangen Preiſe von durchweg erheblichem Werte.
Nachſtehend die Reſultate: 1. 100=Meter=Laufen
für Schüler unter 18 Jahren: 1. Michel, Wiesbaden
12 Sek.; 2. Heun, Bensheim; 3. Scriba, Olympia
Darm=
ſtadt. 2. 100=Meter=Juniorlaufen: 1. Heeſch, Duisburg,
12 Sek.; 2. Burtſchell, Olympia Darmſtadt; 3. Harry,
Duisburg. 3. 100=Meter=Seniorlaufen: 1. Bader,
Frank=
furt. 11.1 Sek.; 2. Heeſch, Duisburg; 3. Heßler, Frankfurt.
4. 400=Meter=Laufen: 1. Schröter, Pirmaſens, 55 Sek.;
2. Harry. Duisburg; 3. Roleff, Frankfurt. 5. 1000=Meter=
Juniorlaufen: 1. Väth. Mannheim, 2 Min. 49 Sek.;
2. Wolf. Frankfurt; 3. Roth. Frankenthal. 6. 800=Meter=
Laufen: 1. Traber Duisburg, 2 Min. 4 Sek.; 2. Joſ.
Schröck, Olympia Darmſtadt. 7. 1500=Meter=Laufen:
1. Väth. Mannheim, 4 Min. 36 Sek.; 2. Wolf. Frankfurt.
8. 3000=Meter=Laufen: 1. Gg. Merkel. Darmſtädter
Sportklub 1905. 9 Min. 56 Sek.: 2. Spenaler, Frankfurt;
3. Stiebing, Frankfurt. 9. 400=Meter=Stafettenlaufen um
den Wanderpreis des F. C. Olympia: 1.
Turnſport=
verein Frankfurt, A=Mannſchaft, 46 Sek.; 2. S. C.
Preußen. Duisburg: 3. Turnſportverein Frankfurt,
B=Mannſchaft. 10. 600=Meter=Stafettenlaufen für
Mili=
tärmannſchaften: 1. Fußartillerie=Regiment
Nr. 3, Mainz; 2. Leibkompagnie des Leibgarde=
Regiments Nr. 115. Darmſtadt. 11. 1500=Meter=
Sta=
fettenlauf (Olympiſche Stafette) um den Wanderpreis des
Herrn Generalmajors Freiherrn von Heyl: 1.
Sport=
klub Preußen, Duisburg. 3 Min. 42 Sek.; 2.
Fuß=
ballklub Pirmaſens; 3. F. C. Olympia Darmſtadt.
12. 3000=Meter=Stafettenlaufen um den Wanderpreis Sr,
Kgl. Hoh. des Großherzogs Ernſt Ludwig von Heſſen und
bei Rhein: 1. Fußballklub Olympia
Darm=
ſtadt, 8. Min. 49 Sek.; 2. Sportklub Germania,
Mör=
felden; 3. Turnſportverein Frankfurt. 13. Speerwerfen
(ſchwediſcher Stil): 1. Junium. Ludwigshafen,
46,24 Meter: 2. Trautmann. Mannheim, 44,64 Meter;
3. Figge, Frankfurt. 39,64 Meter. 14. Diskuswerfen:
1. Trautmann, Mannheim, 36.56 Meter; 2.
Acker=
mann, Sportklub Darmſtadt 1905, 33,32 Meter; 3. Jütte,
Olympia Darmſtadt, 31,80 Meter. 15. Kugelſtoßen:
1. Jütte. Olympia Darmſtadt, 11,07 Meter; 2.
Traut=
mann, Mannheim, 11,05 Meter; 3. Junium.
Ludwigs=
hafen. 10,79 Meter. 16. Hochſprung: 1. Mühl, Frankfurt.
1.73 Meter; 2. Becker, Kaſtell. 1,70 Meter; 3. Friſchkorn,
Wiesbaden, 1,65 Meter. 17. Stabhochſprung: 1.
Friſch=
korn. Wiesbaden. 3.20 Meter; 2. Oberndörfer, Frankfurt,
3,15 Meter; 3.. Reinheimer, Biſchofsheim, 3,10 Meter
18. Dreikampf (100=Meter=Laufen, Hochſprung,
Schleuder=
ballwerfen): 1. Trautmann, Mannheim, 9 Punkte;
2. Reis, Frankfurt, 8 Punkte; 3. Mühl. Frankfurt,
7 Punkte. 19. Tauziehen für Militärmannſchaften:
Sie=
ger: Fußartillerie=Regiment Nr. 3, 5. Batt., Mainz.
20. 500=Meter=Stafettenlaufen für Schüler der höheren
Schulen Darmſtadts: 1. Realgymnaſium; 2. Liebigs=
Oberrealſchule.
Die Lage am Balkan.
Eine Proklamation des Königs Nikolaus.
* Cetinje, 11. Juli. Amtlich. Der König hat
an das Volk eine Proklamation gerichtet, in der
er erklärt: Bulgarien habe ſich kurzerhand der
gemein=
ſamen Erwerbungen des Balkanbundes bemächtigt und
ſich auf Serbien und Griechenland geſtürzt, ohne ſich um
den angebotenen väterlichen Schiedsſpruch des
Zarbefrei=
ers zu kümmern. Man müſſe Bulgarien Achtung vor dem
gemeinſamen Intereſſe und der ſlawiſchen Solidarität
beibringen. Der König bedauert die Notwendigkeit der
Bruderkämpfe bei denen Montenegro ſeine Verbündeten
gegen Bulgarien unterſtützen müſſe. Er ſpricht die
Hoff=
mung aus, daß aus dem gegenſeitig vergoſſenen Blute die
Balkangemeinſchaft wieder neu erſtehen möge und fordert
das montenegriniſche Volk auf, ſtets ſeine Pflicht
gegen=
über dem Vaterlande ſowie der ſerbiſchen Idee zu
er=
füllen.
Die Friedensvermittelungen.
* London 11. Juli. Schatzkanzler Lloyd
Ge=
orge hielt auf dem Lordmayorbankett im Manſionhouſe
eine Rede, in der er, auf den Balkankrieg eingehend, u. a.
ſagte, das Konzert der Mächte habe zuvor
Ver=
wickelungen vermieden und er ſehe keinen Grund weshalb
es jetzt nicht erfolgreich ſein ſollte, falls die Mächte
zu=
ſammenhalten und durch gemeinſchaftliches Vorgehen und
Zuſammenarbeiten die Schwierigkeiten aus dem Wege
räumen könnten. Lloyd George fuhr fort: Solange als
die Balkanſtaaten nichts tun, um die
Entſcheidun=
gen, über welche ſich die Großmächte bereits geeinigt
haben, wie z. B. den Status Albaniens umzuſtoßen,
hof=
fen wir, daß keine Großmacht es für nötig finden wird,
einen Schritt zu tun, aus dem Schwierigkeiten unter den
Großmächten ſelbſt entſtehen könnten. Ich muß ſagen,
wir hoffen, daß die Mächte, die um die Erhaltung des
Friedens beſorgt ſind, ſich darum bemühen werden, den
Schauplatz des Krieges einzuſchränken, und daß ſie imſtande
ſein werden, einen dauernden Ausgleich unter jenen
un=
glücklichen Staaten herbeizuführen.
* London 11. Juli. Reuter erfährt: Bulgarien
teilte vor zwei Tagen Rußland mit daß es zu einer
Einigung mit Griechenland und Serbien bereit ſei,
und daß es Rußland auffordere, dieſe Aufgabe zu
über=
nehmen. Rußland willigte ein, unter gewiſſen
Bedin=
gungen die guten Dienſte zu leiſten. Nachdem Rußland
ſich mit Sofia verſtändigt hatte, trat es mit Belgrad
und Griechenland in Fühlung und forderte Ser=
bien und Griechenland auf, die Feindſeligkeiten
einzuſtel=
len, um mit Rußlands Hilfe ein Uebereinkommen zu
er=
zielen. Die Nachricht, daß Bulgarien Rumänien keinen
Widerſtand entgegenſetzt, macht guten Eindruck.
* Cetinje, 11. Juli. Der Vertreter Rußlands
un=
ternahm bei der Regierung Schritte behufs
Einſtel=
lun g der Feindſeligkeiten gegen
Bulga=
rien und zwecks Feſtſtellung der Bedingungen für einen
ſofortigen Frieden. Der Miniſter des Aeußern antwortete,
er werde eine endgültige Antwort geben, ſobald er ſich mit
den Regierungen Serbiens und Griechenlands ins
Einver=
nehmen geſetzt habe.
* Belgrad, 11. Juli. (Wiener Korr.=Bureau.)
Der Miniſterpräſident Paſitſch nahm die von dem
ruſ=
ſiſchen Geſandten übermittelten Vorſchläge
Ruß=
lands wegen der Herbeiführung des Friedens
zur Kenntnis und erklärte, er werde ſich mit dem
Armee=
kommando und den Verbündeten in Verbindung ſetzen.
* Athen, 12. Juli. Die Agence d’Athènes meldet:
Auf den von Rußland mit Unterſtützung Frankreichs und
Englands in Athen und Belgrad unternommenen Schritt
zur Einſtellung der Feindſeligkeiten antwortete die
grie=
chiſche Regierung: Der Friede werde auf dem
Schlachtfelde geſchloſſen werden.
Der Vormarſch Rumäniens.
* Bukareſt, 12. Juli. Die halbamtliche Politica
ſchreibt: Heute beginnt die rumäniſche Aktion mit
zwei Zielen: 1. Rumänien will eine ſtrategiſche Grenze
haben, wie ſie gegen Nachbarn, wie Bulgarien, eine
ge=
bieteriſche Notwendigkeit iſt. 2. Rumänien verlangt, daß
der defilnitive Balkanzuſtand nicht ohne Rumänien
feſt=
gelegt wird. — Es handelt ſich hier nicht um eine Politik
zur Vernichtung Bulgariens, ſondern um die Aufſtellung
des Gleichgewichts, das Rumänien und Europa die
Aus=
ſicht auf dauernd ruhige Zuſtände gibt.
* Bukareſt, 12. Juli. Der heutige
Vor=
marſch der rumäniſchen Armee ging glatt vor
ſich. Die Rumänen machten bisher 500 Gefangene. Das
Oberkommando veröffentlicht heute ein Reglement für
Kriegskorreſpondenten, welche an den Operationen der
rumäniſchen Armee teilnehmen wollen.
* Bukareſt 12. Juli. Der Einmarſch der
rumäniſchen Armee vollzieht ſich ohne Widerſtand
von ſeiten der bulgariſchen Truppen. Die Grenzlinie, wo
der Einmarſch eingeſtellt werden wird, iſt unbeſtimmt.
Wenn auch die rumäniſche Regierung in vollem Einklang
mit dem König bezüglich der zu erreichenden Ziele
durch=
aus in den Grenzen einer maßvollen klugen Politik
blei=
ben wird, ſo wünſcht ſie doch, daß die Ziele baldigſt
ge=
ſichert werden.
* Bukareſt, 12. Juli. Der Kriegsminiſter
mel=
dete dem König aus Siliſtria telegraphiſch: Die
Be=
ſetzung der Stadt erfolgte geſtern um 11 Uhr
vor=
mittags.
Griechiſche Meldungen.
* Athen 12. Juli. Admiral Konduriotis
telegra=
phierte, daß, als die Bulgaren aus Kawalla
ab=
zogen ſie den Metropoliten und 30 griechiſche Notable
mitgenommen hätten deren Schickſal unbekannt ſei.
Eine Erkundungsabteilung hat geſtern Serres beſetzt,
wo der Kriegszuſtand verkündet und eine Bürgerwehr zur
Aufrechterhaltung der Ordnung gebildet worden iſt.
Sol=
daten und Bürgerwehr durchſtreifen die Umgegend, um die
Landbewohner gegen die Komitatſchis zu ſchützen. Da die
Bulgaren die Stadt in paniſcher Flucht verlaſſen haben,
ſind viel Munition und Lebensmittel zurückgeblieben. 70
griechiſche Notabele ſind dadurch befreit worden und dem
Tode entgangen. Weitere 200 Notabele waren bereits in
grauſamer Weiſe niedergemacht worden.
Serbiſche Meldungen.
* Belgrad 12. Juli. Das ſerbiſche Preſſebureau
meldet: Während des geſtrigen Tages wurden die
Bul=
garen auf der ganzen Front von Zajetzar, an der
ſer=
biſch=bulgariſchen Grenze, bis Radowiſchte in
Mazedo=
nien verfolgt. Bei Kotſchana wurden ſchwache
bul=
gariſche Angriffe zurückgewieſen. Bei Tzer wurde eine
bulgariſche Abteilung aufgerieben und auf der Flucht bis
Tzavero Aſelo ſcharf verfolgt. Bei Tirantza erbeuteten
die Serben 14 Militärbäckereien mit 150 Tonnen Mehl
und 5 Tonnen Reis. Die ſerbiſche Kavallerie verfolgt
den Feind in der Richtung auf Pleſchego alles zum
Rück=
zug zwingend. Bei Egri Balanka unternahmen die
Bul=
garen ſchwache Angriffsverſuche, die aber mit großen
Ver=
luſten zurückgeſchlagen wurden. Gegenüber den
energi=
ſchen Vorſtößen der ſerbiſchen Kavallerie waren die
Bul=
garen außerſtande einen Stützpunkt zu finden und ließen
ihre Toten und Verwundeten zurück. Die ſerbiſche und
griechiſche Armee ſind auf der Linie Radowiſchte=Strumitza
miteinander in Fühlung getreten. Das hatte zur Folge,
daß Mazedonien von regulären feindlichen Truppen
ge=
räumt iſt. Die auf dem Rückzug befindlichen Bulgaren
verloren den Zuſammenhang miteinander, ihre
Verpro=
viatierung geſtaltet ſich von Tag zu Tag ſchwieriger.
Danews Rechtfertigung.
* Sofia, 12. Juli. In der Sobranje erklärte
Miniſterpräſident Dr. Danew:
„Das gegenwärtige Kabinett iſt ſtets ein Anhänger
des Friedens geweſen. Die Regierung nahm den
Schiedsſpruch des ruſſiſchen Kaiſers an, ſtellte dem
ruſſi=
ſchen Geſandten ein Memorandum zu und erklärte, daß ſie
an der Konferenz der Balkanſtaaten in Petersburg
teil=
nehmen wolle. Wenn das Kabinett den Krieg gewollt
hätte, ſo wäre es ein Leichtes geweſen, ihn diplomatiſch
in die Wege zu leiten, indem man als Vorwand die
Wei=
gerung Serbiens gebrauchte, den durch den Vertrag
vor=
geſehenen Schiedsſpruch anzunehmen. Die Regierung hätte
ihn, ſo dem Gebrauch entſprechend, erklären können und
dabei das Recht auf ihrer Seite gehabt. Sie tat es nicht,
weil ſie nicht die Abſicht hatte, einen Krieg hervorzurufen.
Indeſſen traten Zwiſchenfälle ein, die ſich zu blutigen und
großen Konflikten auswuchſen. Die Frage, wer ſie
her=
vorrief, wird in jedem einzelnen Falle geprüft werden.
Die Zerſtreuung unſerer Truppen auf der ganzen
Grenz=
linie von der Donau bis zum Aegäiſchen Meere, die
An=
weſenheit unſerer Garniſon in Saloniki und ihre
Nicht=
beteiligung an den Kämpfen der anderen bulgariſchen
Armeen, von denen überdies eine Anzahl Soldaten durch
eine Erdbebenkataſtrophe und Landarbeiten fern von der
Grenze zurückbehalten worden ſind, ſind Tatſachen, die
deutlich zeigen, daß von einem vorbedachten Angriff
unſererſeits nicht die Rede ſein kann. Die Regierung war
der Meinung, daß es ſich um Grenzzwiſchenfälle
handele, die man dem Zufall zuzuſchreiben ſich bemühte,
um ſie nicht zu einem Kriege anwachſen zu laſſen. Auch
nach dieſen Ereigniſſen gab es ſtrenge Befehle in dieſem
Sinne. Man teilte dieſe Entſchließung auch Belgrad
und Athen mit und wandte ſich in derſelben Abſicht an
Rußland. Unglücklicherweiſe waren alle Anſtrengun=
gen, die Konflikte anzuhalten, erfolglos. Trotzdem ließ
das Kabinett nicht nach, nach einem Mittel zu ſuchen, um
dem Blutvergießen ein Ende zu machen und machte ſich
kurz entſchloſſen den guten Willen Rußlands zunutze, das
in dem Wunſche, dem Kriege vorzubeugen, ſtets bereit iſt,
die Rolle eines Vermittlers zu übernehmen.
Vorgeſtern gab ich den Befehl, die
Operatio=
nen in Alt=Serbien einzuſtellen, die durch
den Einbruch ſerbiſcher Abteilungen in bulgariſches
Ge=
biet hervorgerufen worden waren. Wir befahlen unſeren
Truppen an dieſer Front, ſich auf die alte Grenze
zurück=
zuziehen. Die mazedoniſchen Truppen erhielten den
Be=
fehl, in der Defenſive zu bleiben. Auf dieſe
Weiſe nahmen wir im Intereſſe des Friedens nicht allein
die Vermittelung Rußlands an, ſondern ſetzten auch den
blutigen Konflikten ein Ende, ſoweit dies von uns
ab=
hängt. Wenn man uns bei dieſer Sachlage den Krieg
er=
klärt, ſo iſt dies vollkommen ungerechtfertigt.
Unſere Beziehungen zu Rumänien waren
die ganze Zeit über freundſchaftlichſter Art. Während des
Befreiungskrieges gegen die Türkei blieb Rumänien
neu=
tral, verlangte aber für die Folgezeit eine Berichtigung
ſeiner Grenze in der Dobrudſcha und Anerkennung
ge=
wiſſer Privilegien für das rumäniſche Element in
Maze=
donien. In dem gegenſeitigen Wunſche, ihre Freundſchaft
auch künftig zu bewahren, griffen beide Regierungen auf
die Mediation der Großmächte zurück, deren Ergebnis
das Petersburger Protokoll war, das ſich auf die
Einver=
leibung Mazedoniens in Bulgarien gründet.
Serbien=
ſchuf, indem es die Ausführung des Bündnisvertrages
ver=
weigerte, Komplikationen, die gegen unſeren Willen die
gegenwärtigen Konflikte hervorriefen. Wenn alſo
Bul=
garien gezwungen iſt, ſeine Eroberungen, die der
Anlaß=
waren zu der Entſcheidung der Petersburger Konferenz
und namentlich für die den Rumänen in Mazedonien zu
gewährenden Privilegien, zu verteidigen ſo kann
die bulgariſche Regierung darin keinen neuen
Umſtand=
erkennen, der einen Einbruch rumäniſcher Truppen in
Bul=
garien rechtfertigen könnte. Sie betrachtet daher, indem
ſie an die bisher zwiſchen den beiden Ländern beſtehenden
Beziehungen denkt, die rumäniſchen Maßnahmen für
un=
gerechtfertigt und glaubt, daß Rumänien, welche
Erwäg=
ungen auch dieſe Maßnahmen diktierten, in ſeinen
Ent=
ſchlüſſen nicht bis zum Aeußerſten hätte gehen dürfen.
Wir=
lehnen alle Verantwortung ab und erſcheinen unter dieſem
Geſichtspunkte, der zugleich auch der Geſichtspunkt der
be=
ſtehenden Ordnung und Gerechtigkeit iſt, vor dem
Ge=
richtshofe des Gewiſſens Europas, in der Hoffnung, daß
unſer Recht überall anerkannt wird und wir ſind
ent=
ſchloſſen, in dieſer Stellung bis an das Ende zu
ver=
harren.”
Die Haltung der Türkei
*Konſtantinopel 12. Juli. Das Blatt Taſwiri
Efkia erfährt, daß die Pforte noch nicht entſchieden hat,
ob ſie neutral bleiben werde. Der endgültige Be= dürfte morgen gefaßt werden. Bulgarien bot
zwar einige Vorteile an, jedoch wurden die von dem
bul=
gariſchen Unterhändler Natſchowitſch bis geſtern abend
gemachten Vorſchläge als unzureichend angeſehen. Die
Hoffnung auf Annahme derſelben durch die Türkei iſt
aber=
noch nicht geſchwunden. Die thraziſche Frage bildet die
Grundlage der Verhandlungen. Die Unterhandlungen mit=
Griechenland dauerten fort. Es ſei jedoch
unwahrſchein=
lich, daß ſie ein poſitives Ergebnis zeitigten, weil
Grie=
chenland ohne Opfer ſeinerſeits den Beiſtand der
Türkei=
verlange
* Konſtantinopel, 12. Juli. Der ſerbiſche
Ge=
ſandte Pawlowitſch tauſchte heute nachmittag mit
dem Großweſir die Ratifikationen über den
Präliminarfrieden von London aus. Die
türki=
ſche Armee wird unverzüglich den Vormarſch beginnen und
die Linie Media-Enos beſetzen. Der Miniſter des
In=
nern forderte alle Beamten auf, ſich auf ihre Poſten zu
begeben.
Schwere Anklagen gegen die Bulgaren.
* Athen, 12. Juli. Der Kommandant der 7. Diviſion
meldet aus dem Generalquartier, daß Serres mit
Aus=
nahme des muſelmaniſchen Stadtviertels,
gänzlich=
eingeäſchert worden iſt. Der jüdiſche Baſar iſt
voll=
ſtändig verbrannt. Zahlreiche Frauen und Kinder ſind
ermordet oder in den Häuſern verbrannt aufgefunden
worden. In der Stadt herrſcht Mangel am notwendigſten
Brot. Die dringendſten Maßnahmen für die
obdach=
loſen 20000 Einwohner ſind getroffen worden.
Ein ausführliches Communiqué des
Kriegsminiſte=
riums berichtet Einzelheiten über die
ſchreck=
lichen Verbrechen, die die bulgariſchen Truppen auf
der Flucht vor der griechiſchen Armee begingen. Prieſter,
Greiſe, Frauen und Kinder wurden zu Tode gemartert.
Nach den letzten Niederlagen zogen ſich die Bulgaren
ſengend, brennend und raubend zurück und verſchonten
ſelbſt keine Kirche. Die von den bulgariſchen Offizieren
und Soldaten geraubten Wertſtücke konnten bisher nicht
feſtgeſtellt werden. In Strumitza wurden 16
Moham=
medaner ermördet; als die Griechen dort eintrafen, retteten
ſie den Reſt der Einwohner.
* Uesküb 12. Juli. Das ſerbiſche Preßbureau
meldet vom 11. Juli eine Reihe Einzelheiten über die von
den Bulgaren bei dem Einfall in Knjazewatſch
ver=
übten Grauſamkeiten. An der ganzen
Einfalls=
linie wurden die Dörfer in Brand geſteckt. Knjazewatſch
ſelbſt wurde geplündert und zum Teil eingeäſchert.
Bei=
der Verteidigung der Stadt wurden die verwundeten
Sol=
daten maſſakriert. Bei Watarnitza fand man vor einer=
Hütte ſieben durch Bajonettſtiche grauſam
verſtüm=
melte Leichen von Greiſen; ſie wurden von den ſer= Behörden photographiert. Eine bulgariſche
Ab=
teilung von 15000 Mann erſten Aufgebotes hatte die
Auf=
gabe, durch Verübung von Grauſamkeiten eine Panik
hervorzurufen, um den bulgariſchen Einfall auf anderen
Punkten der ſerbiſchen Grenze zu erleichtern.
Letzte Nachrichten.
* Sofia, 12. Juli. Die Agence Bulgare meldet:
General Waſow iſt zum Kriegsminiſter
er=
nannt worden. — Um jeden Konflikt zu vermeiden, wies
die Regierung die bulgariſchen Militärpoſten an der
ru=
mäniſchen Grenze an, ſich zurückzuziehen. Die
Zivilbeamten wurden beauftragt, auf ihren Poſten zu
ver=
bleiben, um auf die Bevölkerung beruhigend zu wirken.
Die Führer der Oppoſitionspartei verlangen die Abhaltung
einer geheimen Sitzung der Skupſchtina, um ſich über die
Lage zu informieren. Der Miniſterpräſident lehnte dieſes
ab und erklärte, er habe ſeinen öffentlich abgegebenen
Er=
klärungen nichts hinzuzufügen.
* Sofia, 12. Juli. Agence Havas. Aus
glaubwür=
diger Quelle verlautet, daß die Kriegführenden
Ruß=
land alle nötigen Vollmachten erteilt haben, um
einen Modus für die Einſtellung der Feindſeligkeiten zu
inden,
* Belgrad, 12. Juli. Nach einer Meldung des
Wiener Korr.=Bureaus aus Uesküb befindet ſich die
ſer=
biſche Armee auf dem Vormarſch. Es verlautet,
daß Bulgarien direkten Verhandlungen mit Serbien und
Griechenland zuſtimmte.
* Wien, 12. Juli. Die Politiſche Korreſpondenz
meldet aus Konſtantinopel: Die bulgariſchen
Trup=
ſpen vor Tſchataldſcha verlaſſen ihre Stellungen
unter Zerſtörung der Schienenwege.
* Athen, 13. Juli. Der König hat an den Miniſter
des Aeußern folgendes Telegramm gerichtet: Der Stab
der ſechſten Diviſion berichtet, daß bulgariſche
Sol=
daten auf Befehl eines Hauptmanns auf dem
Schul=
hofe in Demirhiſſar den Metropoliten zwei
Geiſtliche und mehr als 100 Notable zuſammenſchleppten
und ſie dann umbrachten. Der Kommandeur der
Diviſion befahl, die Leichen wieder auszugraben. Auf
dieſe Weiſe iſt das Verbrechen beſtätigt worden. Zur
ſelben Zeit ſchändeten bulgariſche Soldaten junge
Mäd=
chen, eine, die Widerſtand leiſtete, wurde in Stücke
ge=
hauen. Proteſtieren Sie in meinem Namen
bei den Vertretern der ziviliſierten
Mächte gegen dieſe Ungeheuer in
Menſchen=
geſtalt. Proteſtieren Sie auch bei der ganzen
zivili=
ſierten Welt, und erklären Sie, daß ich mich zu meinem
Bedauern gezwungen ſehe mich zu rächen um
Schrecken einzuflößen und um dieſe Ungeheuer zur
Ver=
nunft zu bringen, lgvor ſie weitere derartige Verbrechen
begehen. Die Bulgaren verüben alle Greueltaten
ver=
gangener barbariſcher Zeiten, und beweiſen, daß ſie nicht
das Recht haben, ſich zu den ziviliſierten Völkern zu
zählen. Konſtantin. — Die Depeſche des Königs erregte
in Athen Zorn und tiefe Entrüſtung gegen die Bulgaren.
Miniſterpräſident Venizelos begibt ſich heute abend auf
den Kriegsſchauplatz, um mit dem König die Lage zu
be=
ſprechen.
* Athen, 13. Juli. Nachdem die von der
griechi=
ſchen Regierung angeordnete Blockade über den
inzwi=
ſchen von griechiſchen Truppen beſetzten Hafen von
Ka=
walla aufgehoben iſt, erſtreckt ſich die Blockade jetzt noch
von Enos bis zur Mündung des Neſtos, vom
24. Grad 50 Minuten bis 26. Grad 5 Minuten öſtlicher
Länge von Greenwich auf 5 Meilen ſeeeinwärts..
* Saloniki, 13. Juli. Die Blockade der
Küſte bis Kavalla iſt aufgehoben worden. Handelsſchiffe
müſſen auf Thaſos einen Lotſen an Bord nehmen, der ſie
in den Hafen von Kavalla führt.
* Konſtantinopel, 13. Juli. Die bulgariſchen
Metropoliten von Monaſtir und Ochrida, ſowie der
Vikar von Prilep ſind hierher gekommen, um ſich bei der
Pforte über die Miſſetaten der Serben gegen die
Bulgaren zu beklagen. Sie wurden von der Polizei zur
Polizeidirektion gebracht.
* Konſtantinopel, 13. Juli. (Amtlich.) Die
tür=
kiſche Armee begann in der vergangenen Nacht den
Vormarſch.
* Sewaſtopol, 13. Juli. Der bulgariſche
Kreuzer „Nadjesda” und die ſechs bulgariſchen
Torpedoboote ſind geſtern hier eingetroffen.
* Wien, 13. Juli. Die Neue Freie Preſſe erhält
von beſonderer Seite aus Sofia die telegraphiſche
Mit=
teilung, daß alle Gerüchte über Unruhen,
Zuſam=
menſtöße und Attentate in Sofia unrichtig
ſind. Die Stadt iſt ruhig.
* Wien, 13. Juli. Das Wiener Korr.=Bureau meldet
aus Konſtantinopel: Von unterrichteter türkiſcher
Stelle wird erklärt, daß die Verhandlungen mit dem
bul=
gariſchen Unterhändler Natſchewitſch offiziell
abge=
brochen wurden und daß Natſchewitſch unverzüglich
abreiſen wird. Die Pforte ſchickte an den Generaliſſimus
Izzet Paſcha ein Telegramm des Inhalts, eine Jrade
ſanktioniere den Beſchluß des Miniſterrats, der den
Gene=
raliſſimus ermächtigt, alle nötigen Maßregeln zu ergreifen,
um das der Türkei gehörige Gebiet zu beſetzen.
* Berlin, 13. Juli. Die Nordd Allg. Ztg.
ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Auch die abgelaufene
Woche war auf dam Balkan durch Kämpfe ausgefüllt,
die noch jetzt nicht zum Stillſtand gekommen ſind. Ohne
in ein vielleicht voreiliges Urteil über eine völlige
Nie=
derlage Bulgariens einſtimmen zu wollen, kann der
un=
parteiiſche Beobachter nicht überſehen, daß bisher das
Glück den bulgariſchen Waffen ferngeblieben iſt, während
die Griechen und Serben auf ihre abermals abgelegten
Beweiſe militäriſcher Tüchtigkeit mit Stolz hinweiſen
dür=
fen. Der baldige Abſchluß des kriegeriſchen
Zwiſchen=
ſpiels liegt wohl im Intereſſe aller Balkanſtaaten; auch
müſſen ſie alle das Bedürfnis haben, über die
Abgren=
zung der zu verteilenden Gebiete zu einer endgültigen
Einigung zu gelangen, wodurch neuen Feindſeligkeiten
in Zukunft möglichſt vorgebeugt wird. — Bei der
Beſtim=
mung der veränderten Grenzen auf dem Balkan will auch
Rumänien im Intereſſe der Herſtellung des
Gleichge=
wichts mitſprechen. Dies bedeutet der Einmarſch des
rumäniſchen Heeres in Bulgarien. Das Vorgehen
Rumä=
niens hält ſich bisher innerhalb des den Großmächten wie
den Balkanſtaaten vorher bekannt gewordenen Rahmens.
Handel und Verkehr.
D Schiffsliſte für billige Briefe nach
den Vereinigten Staaten von Amerika
(10 Pfg. für je 20 Gramm). Die Portoermäßigung erſtreckt
ſich nur auf Briefe, nicht auch auf Poſtkarten,
Druck=
ſachen uſw., und gilt nur für Briefe nach den Vereinig
ten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen
Gebie=
ten Amerikas, z. B. Kanada. „Kronprinz Wilhelm” ab
Bremen 15. Juli, „Kaiſerin Auguſte Viktoria” ab
Ham=
burg 17. Juli, „Berlin”, ab Bremen 19. Juli, „
Kronprin=
zeſſin Cecilie”, ab Bremen 22. Juli, George Waſhington”
ab Bremen 26. Juli, „Kaiſer Wilhelm der Große” ab
Bremen 29. Juli, „Imperator” ab Hamburg 30. Juli,
„Main”, ab Bremen 2. Auguſt, „Friedrich der Große”, ab
Bremen 5. Auguſt, „Amerika” ab Hamburg 7. Auguſt,
„Kaiſer Wilhelm II.” ab Bremen 12. Auguſt, „Kaiſerin
Auguſte Viktoria” ab Hamburg 16. Auguſt. Poſtſchluß
nach Ankunft der Frühzüge. Alle dieſe Schiffe, außer
„Main”, ſind Schnelldampfer oder ſolche, die für eine
be=
ſtimmte Zeit vor dem Abgange die ſchnellſte
Beförder=
ungsgelegenheit bieten. Es empfiehlt ſich, die Briefe mit
einem Leitvermerke, wie „direkter Weg” oder „über
Bre=
men oder Hamburg” zu verſehen.
Vermiſchtes.
* Ueber die Verleihung der Wohltaten
des Potsdamſchen Großen Militär=
Wai=
ſenhauſes ſind künftig die nachſtehenden Beſtimmungen
maßgebend: Die Stiftung gewährt bedürftigen ehelichen
Kindern verſtorbener Soldaten vom Feldwebel abwärts:
A. Pflegegeld von jährlich 90 Mk., für Vollwaiſen
von 108 Mk.; B. Aufnahme in die Erziehungsanſtalten:
Potsdam (evangeliſche Knaben im Alter von 8— 12
Jahren), Pretzſch (evangeliſche Mädchen im Alter von
6—12 Jahren und evangeliſche Knaben im Alter von 6
bis 7 Jahren). Haus Nazareth zu Höxter (katholiſchen
Knaben und Mädchen). — A. 1. Pflegegeld dürfen
nur ſolche Kinder erhalten, deren Vater im preußiſchen
Heere zur Zeit der Geburt des Kindes aktiv diente oder
während des Militärdienſtes oder an den Folgen einer
Kriegsbeſchädigung geſtorben iſt, und die ihrem Alter oder
ihrem Geſundheitszuſtande nach keine Aufnahme in die
Erziehungsanſtalten finden können. 2. Gewährung von
Pflegegeld wird durch Waiſengeld, Waiſenrente,
Erzie=
hungsbeihilfen oder Erziehungsgeld ausgeſchloſſen. Nur
neben dem auf Grund des Reichsgeſetzes vom 13. Juni
1895, betreffend die Fürſorge für die Witwen und Waiſen
der Perſonen des Soldatenſtandes des Reichsheeres und
der Kaiſerlichen Marine vom Feldwebel abwärts, und des
Militärhinterbliebenengeſetzes vom 17. Mai 1907
zuſtändi=
gen Waiſengeldes kann ein Teil des Pflegegeldes bis zur
Erreichung der Beträge von 90 bzw. 108 Mk. bewilligt
werden. 3. Pflegegeld wird von dem Monate ab gezahlt,
in welchem nach Beibringung der nötigen Ausweiſe die
Bewilligung erfolgt, und zwar längſtens bis zum
voll=
endeten 15. Lebensjahre. B. 1. Aufnahme in die
Er=
ziehungsanſtalten wird vorzugsweiſe den unter A. 1
er=
wähnten, außerdem aber auch ſolchen Waiſen bewilligr,
deren Vater einen Feldzug mitgemacht oder nach Erfüllung
der geſetzlichen Dienſtpflicht längere Zeit weiter gedient
hat oder als invalide anerkannt iſt. (Ausnahmsweiſe auch
den Kindern noch lebender ehemaliger Soldaten, welche
dauernd völlig erwerbsunfähig und ohne genügendes
Ein=
kommen ſind) 2. Bedingung der Aufnahme iſt, daß vom
1. des der Aufnahme folgenden Monats ab bis zum
Ab=
laufe des Entlaſſungsmonats an die Haupt=Militär=
Wai=
ſenhauskaſſe abgeführt werden: a) das geſetzliche
Waiſen=
geld bzw. die geſetzliche Waiſenrente aus Reichs= Staats=
Kommunal= uſw. Fonds, oder aus Mitteln jeder unter
öffentlicher Autorität errichteten Verſorgungsanſtalt, b)
das geſetzliche Kriegswaiſengeld, e) die geſetzlichen
Erzie=
hungsbeihilfen, und d) das aus dem Kaiſerlichen
Dispo=
ſitionsfonds bewilligte Erziehungsgeld. Erhalten
Wai=
ſenkinder neben dem Waiſengelde noch eine Unterſtützung,
insbeſondere eine Ausgleichszuwendung, dann darf die
Aufnahme davon abhängig gemacht werden, daß für die
Dauer ihres Aufenthalts in den genannten Anſtalten auch
der Betrag des um die Unterſtützung oder
Ausgleichszu=
wendung erhöhten Waiſengeldes an die bezeichnete Kaſſe
abgeführt wird. 3. Die Aufnahme in die Anſtalten findet
nur vom Beginn des 7. bis zum vollendeten 12.
Lebens=
jahre, und zwar Oſtern und Michaelis ſtatt. — Die
Be=
werbung um die Wohltaten iſt von den
Erziehungsbe=
rechtigten (Mutter, Vormund) nicht an das Waiſenhaus
in Potsdam, ſondern an das Direktorium des
Potsdam=
ſchen Großen Militär=Waiſenhauſes in Berlin W. 66 (
Wil=
helmſtraße 82/85) zu richten. Dem Geſuche ſind
beizu=
fügen: 1. Die Militärzeugniſſe (Militärpaß) des Vaters,
2, die Sterbeurkunde des Vaters und bei Vollwaiſen auch
der Mutter, ſowie die ſtandesamtliche
Geburtsbeſcheini=
gung und der Taufſchein des Kindes, ferner die
gericht=
liche Beſtallung des etwa beſtellten Vormundes, 3. eine
amtliche Beſcheinigung der Bedürftigkeit, 4. ein amtlicher
Ausweis über den Betrag der unter B. 2 erwähnten
Hin=
terbliebenenbezüge oder darüber, daß das Kind weder
An=
ſpruch noch Ausſicht auf deren Gewährung hat, 5. wenn
für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren Pflegegeld
be=
antragt wird, ein obermilitärärztliches Zeugnis, daß ſie
ſich nicht zur Aufnahme in ein Militär=Waiſenhaus eignen.
Literariſches.
— A. Hartlebens Statiſtiſche Tabelle
über alle Staaten der Erde. XXI. Jahrgang 1913.
Ueber=
ſichtliche Zuſammenſtellung von Regierungsform,
Staats=
oberhaupt, Thronfolger, Dynaſtie, Flächeninhalt,
abſolu=
ter und relativer Bevölkerung. Staatsfinanzen (
Einnah=
nen, Ausgaben. Staatsſchuld), Handelsflotte, Handel
(Einfuhr und Ausfuhr), Eiſenbahnen, Telegraphen. Zahl
der Poſtämter, Wert der Landesmünzen in deutſchen
Reichsmark und öſterreichiſchen Kronen, Gewichten.
Län=
gen und Flächenmaßen, Hohlmaßen, Armee, Kriegsflotte,
Landesfarben, Hauptſtadt und wichtigſten Orten mit
Ein=
wohnerzahl nach den neueſten Angaben für jeden
einzel=
nen Staat. Ein großes Tableau (70/100 cm). 50 Pfg.
Mit der größten Reichhaltigkeit und der zuverläſſigen
Korrektheit verbindet „A. Hartlebens Statiſtiſche Tabelle‟
auch eine ungemein praktiſche, überſichtliche Anordnung
des überreichen Inhalts, wodurch das Auffinden jeder
geſuchten Angabe leicht und bequem gemacht wird. A.
Hartlebens Verlag in Wien und Leipzig.
— Geſchichte eines Konſkribierten von
1813. — Waterloo. Von Erckmann=Chatrian.
Ber=
lin, Otto Janke. Preis je 1 M., geb. je 2 M. Jeder
Band iſt in ſich abgeſchloſſen und in der trefflichen
Ueber=
ſetzung von Hermann Treſcher wiedergegeben. Umſchläge
und Einbände mit einem mehrfarbigen Bilde in
Kunſt=
druck. Dieſe Schilderungen als Selbſterlebniſſe gehören
mit zu dem Beſtan, was die Literatur in dieſer Beziehung
aufzuweiſen hat.
— Krankheitsentſtehung und
Krank=
heitsverhütung und geheimnisvolle
Lebensäuße=
rungen des Körpers. IV und 117 S. mit 22 zumeiſt
farbigen Abbildungen. Von Dr. Hans Much;
Würz=
burg. Verlag von Curt Kabitzſch, 1913. Preis 2,50 M.
broſch., 3 M. geb. Dr. Much zeigt uns in ſeinem ſoeben
erſchienenen Buche in klaren, ſchwungvollen Worten, wie
der Menſch ſelbſtherriſch in das Leben der Natur
ein=
greift und die ſchlimmen Anſchläge auf ſeine Geſundheit
zu heilſamen Schutzmaßnahmen umformt, und daß ihm zu
dieſem Ende ſeine geſundheitlichen Feinde ſelbſt die
we=
ſentlichſten Dienſte leiſten müſſen. Dr. Muchs populäre
und anregende Schreibweiſe führt uns ſpielend in das
ticht ganz einfache wiſſenſchaftliche Gebäude der
Immuni=
tätswiſſenſchaft ein, die faſt durchwegs farbigen Bilder
ragen weſentlich zum leichteren Verſtändnis bei.
— Im Verlage von Karl Duncker in Berlin erſchien
ſoeben aus der Feder von Erich Wulffen der Roman:
Frau Juſtitias Walpurgisnacht. Der
Ver=
faſſer will ein Kulturbild aus der Gegenwart zeichnen.
Im engen Rahmen eines Romans zeigt er
ſelbſtverſtänd=
lich nicht die ganze deutſche Juſtiz, ſondern gewiſſermaßen
nur einen beſtimmten Querſchnitt von ihr mit
Einzel=
eiten, die ihm bemerkenswert erſcheinen. Der Autor
wollte alle Kreiſe und Regungen, die im Volksleben um
den Punkt Kriminaljuſtiz zirken, berühren. In dieſer
Darſtellung erhebt ſich der Roman zu rechtshiſtoriſcher
Bedeutung. Nicht jedem Leſer wird es leicht fallen, ſich
der Darſtellung gegenüber die nötige Diſtanz zu wahren.
Erſt eine tiefere Einfühlung wird das Urteil reifen laſſen,
das die ideelle Wahrheit erkennt, die gezeiat werden ſoll.
Ueberſchwemmung in Ungarn.
* Peſt 11. Juli. Die Theiß und deren
Neben=
flüſſe, ſowie die Maros und Szamos richteten durch
Ueberſchwemmung große Verheerungen an. Die
Dämme wurden an vielen Stellen durchbrochen und
zahl=
reiche Ortſchaften zerſtört. Der Eiſenbahnverkehr iſt
ein=
geſtellt worden. In Huſzt ſind vier, im Dorfe Bethlen
drei Perſonen ertrunken. Vieh und Feldfrüchte im Werte
von mehreren Millionen Kronen ſind zugrunde gegangen.
Die größeren Städte, beſonders Maramaros=Sziget und
Szatmar=Nemeti ſind durch das Hochwaſſer bedroht.
Pio=
tiertruppen ſind zu den Rettungsarbeiten ausgerückt.
* Lemberg. 12. Juli. Aus Stanislau wird
gemeldet, daß das Hochwaſſer der Byſtryeza und des
Dnjeſtr die Ortſchaften Halizs, Jezupol, Wolczyniez,
Niz=
niow und andere überſchwemmt habe und überall
Verheerungen anrichtete. Der Verkehr auf den
Land=
ſtraßen iſt geſtört, ſämtliche Feldfrüchte haben ſtark gelitten
und die Heuernte iſt vernichtet. Viele Gemeinden der
Kolo=
meger und Szniatyner Bezirke ſind vom Hochwaſſer arg
betroffen worden. Bei Sambor iſt die Stricz über ihre
Ufer getreten; die Weideplätze ſtehen unter Waſſer. In
Kaluſz zeigt die Siwka Hochwaſſer und überſchwemmte
die Nachbargemeinden Sobolow Moskoweze und
Przy=
lipze. Auch aus anderen Teilen des Landes werden durch
Ueberſchwemmung verurſachte Schäden gemeldet. Der
Regen hält an.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Mainz, 13. Juli. Bei dem heute beendigten
26. Verbandsſchießen für Mittelrhein, Baden und
Pkalz erhielten den Ehrenpreis des Großherzogs von
Heſſen Paul Herbſt=Nürnberg, den des Großherzogs von
Baden Hugo Breder=Eiberfeld, den des Prinzregenten
von Bayern Ambron=Frankfurt a. M., den der Kaiſerin
von Rußland Karl Naſter=Mainz und den der Stadt
Mainz Heinrich Wienenger=Kreiſendorf i. Bayern.
* Straßburg, 12. Juli. Das Schöffengericht
verurteilte den verantwortlichen Redakteur des „Elſäſſer”
den Landtagsabgeordneten Abbé Martz, wegen übler
Nachrede zu 50 Mark Geldſtrafe, Tragung der Koſten und
Publikationsbefugnis des Urteils. Das Blatt hatte dem
Amtsrichter Struck in Weißenburg vorgeworfen, er hätte
während der Landtagswahl unehrliche Hetze getrieben.
Die Klage war ſeinerzeit rechtzeitig erhoben worden,
jedoch mußte wegen der Immunität des Abgeordneten die
Verhandlung bis nach Schluß der Landtagsſeſſion
ver=
ſchoben werden.
* Wilhelmshaven, 12. Juli. Kaitänleutnant Löwe
vom Panzerkreuzer „York” ſtand heute vor dem
Ober=
kriegsgericht unter der Anklage, durch Fahrläſſigkeit den
Zuſammenſtoß mit dem Torpedoboot „§ 178” verſchuldet
zu haben. Er wurde freigeſprochen.
* Wilhelmshaven, 13. Juli. Das Vorderteil des
Wracks des Unterſeeboots „§ 178” wurde heute
morgen eingeſchleppt und mittags ins Dock gebracht. Es
wird angenommen, daß ſich 30 Leichen in dem Wrack
befinden.
* Preußiſch=Holland, 12. Juli. Auf der Strecke
Mal=
deuten-Preußiſch=Holland ſah der Lokomotivführer
eines Güterzuges kurz hinter Maldeuten mehrere große
Steine und ſtarke Eiſenſtücke auf den Schienen
lie=
gen, worauf er den Zug raſch zum Stehen brachte. Bei
dem ſtarken Gefälle jener Stelle wäre ein Perſonenzug,
wenn er auf das Hindernis geſtoßen wäre, ſicherlich
ent=
gleiſt und die Böſchung hinuntergeſtürzt. Ein
Polizei=
hund ſtellte zwei Knaben im Alter von 7 und 9 Jahren
feſt, die zugaben, die Tat begangen zu haben.
* Chatenay=ſur=Seine, 12. Juli. Die bereits
gemel=
dete Keſſelexploſion in der hieſigen Ziegelei war
äußerſt beftig und wurde mehrere Kilometer weit
vernom=
men. Sie zertrümmerte ſämtliche Fenſterſcheiben in der
Nachbarſchaſt und erzeugte einen ſolchen Luftdruck, daß
die Häuſer zitterten. Die ganze linke Seite der Ziegelei
nurde zerſtört: auch der übrige Teil des Hauſes droht
einzuſtürzen. Sieben Arbeiter in einem nahegelegenen
Schlafſaal, der völlig in Trümmer ging, wurden
ge=
tötet. Die Leichen ſind ſchrecklich verſtümmelt. Es
ver=
lautet, daß zehn Verletzte noch in das Hoſpital nach
Pa=
ris gebracht worden ſind; ſie befinden ſich jedoch nicht in
Lebensgefahr.
* Dijon, 13. Juli. Nachts 1 Uhr ſtießen in der
Nähe des Bahnhofs Dijon zwei Züge zuſammen.
Eine Perſon wurde getötet, zwei ſchwer und 27 leicht
verletzt.
* Colchſter, 12. Juli. Der Expreßzug nach London
iſt heute nachmittag auf dem Bahnhofe Colcheſter
ent=
gleiſt. Der Lokomotivführer, der Heizer und der
Zug=
führer wurden getötet; viele Reiſende wurden verletzt.
* London, 13. Juli. Bei dem Eiſenbahnunglück in
Colcheſter, das durch den Zuſammenſtoß eines
Expreßzuges mit einer Lokomotive veranlaßt wurde,
wurden vier Perſonen getötet. Der erſte Wagen des
Zuges wurde völlig zertrümmert, der Speiſewagen ſchwer
beſchädigt. Die Zahl der Verletzten iſt noch unbekannt.
* Peterhof, 12. Juli. Der Kaiſer iſt nach den
Finniſchen Schären abgereiſt.
* Tſchenſtochow, 12. Juli. Heute fand ein Attentat
auf das Leben des Polizeimeiſters von
Tſchen=
ſtochow ſtatt. Die Urheber des Attentats, ſieben politiſche
Verbrecher, die in Unterſuchung waren, und noch andere
Gefangene verſuchten zu fliehen. Es entſpann ſich ein
Kampf mit der Waffe. Ein Gefängniswärter und zwei
Gefangene wurden ſchwer verletzt. Der Anſchlag iſt
miß=
lungen.
San Sebaſtian, 13. Juli. Heute nachmittag
ſtießen zwei dichtbeſetzte Wagen der
Straßen=
bahn die nach Joun zum Rennen fährt, zwiſchen
Henneyc und Joun zuſammen. 10 Perſonen
wurden getötet, 50 verletzt.
Luftfahrt.
* Villacoublay, 13. Juli. Der Flieger
Aude=
mars landete geſtern um 7 Uhr 42 Min. abends auf
dem hieſigen Flugfeld.
HB Frankfurt a. M., 12. Juli. Bei einem Einbruch
in der chemiſchen Fabrik Merz u. Co. in der Eckenheimer
Landſtraße hat eine Einbrecherbande in den Räumen der
Fabrik große Verwüſtungen angerichtet. Was die Diebe
außer Portokaſſen und Briefmarken noch mitgenommen
haben, konnte bei der von ihnen angerichteten Verwüſtung
noch nicht feſtgeſtellt werden.
— Stuttgart, 13. Juli. Der Landesverband
Württemberg des Reichsverbandes der
deutſchen Preſſe legt in einer Erklärung
Ver=
wahrung gegen die ſchwere Beleidigung der Preſſe und
ihrer Angehörigen durch den Rechtsrat Dr. Albert ein
und ſpricht die Erwartung aus, daß Dr. Albert in einer
öffentlichen Sitzung ſie zurücknehme. Oberbürgermeiſter
Lautenſchläger ſoll eine geeignete Korrektur des Verhaltens
von Dr. Albert eintreten laſſen. Mit Bezug auf das an
die Preſſe geſtellte Verlangen, ohne zugezogen zu ſein,
über die Zeppelinfeier zu berichten, wird erklärt, daß die
Preſſe es grundſätzlich ablehnen müſſe, über
Veranſtaltun=
gen zu berichten, zu denen ſie nicht eingeladen ſei.
— Roſtock, 13. Juli. Die Dampff ähre „
Groß=
herzog Friedrich Franz” ſtieß auf der Fahrt von
Gjedſer nach Warnemünde Nachts mit dem Motorboote
„Fortuna” aus Roſtock zuſammen, das ſofort ſank. Der
an Bord befindliche Beſitzer, ſowie ſein Sohn wurden
gerettet, während die unter Deck ſchlafende 17jährige
Toch=
ter ertrank.
Briefkaſten.
L. A. 200. Der Telegraph.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Zu viel Magenſäure iſt gefährlich.
Wie man deren Bildung vorbeugt.
Ein Ueberfluß an Magenſäure iſt deshalb gefährlich,
weil die Säure die zarten Gewebe der Magenwand
an=
greift und entzündet, den Magen in der Ausübung ſeiner
normalen Funktionen ſtört und ſo zum Urheber der meiſten
Magenſtörungen wird. Arzneien ſind da mitunter gar nicht
am Platze, laſſen ſie doch das Grundübel, die Magenſäure,
ganz unbeeinflußt. Viel zweckmäßiger iſt es vielmehr, vor
allem die vorhandene, überſchüſſige Magenſäure zu
neutra=
liſieren, ſie in ihrer Bildung zu hindern; das erreicht man
am beſten mit einem halben Teelöffel voll biſurierter
Magneſia, in etwas warmem oder kaltem Waſſer nach der
Mahlzeit genommen. Biſurierte Magneſia neutraliſiert
nicht nur die Säure, ſondern verhindert auch Gärung und
die Bildung weiterer Säure. Viele Speiſen, die einem
ge=
wöhnlich „nie bekommen” kann man ſich ganz ruhig zu
Gemüte führen, wenn man nur etwas biſurierte Magneſia
gleich darauf nimmt; man beſorge ſie ſich in der Apotheke
oder Drogerie und halte immer etwas im Hauſe. (VI,15305
Einem Teil der Stadtauflage, ſowie der
Poſt=
auflage heutiger Ausgabe unſeres Blattes iſt
ein Proſpekt der Verlagsanſtalt Alexander Koch,
Darmſtadt, beigefügt, betitelt: „Die Darmſtädter
Kunſtzeitſchriften genießen Weltruf”, worauf
hiermit hingewieſen wird.
(15295
Familiennachrichten.
5
e
3
S
Statt Karten!
Die glückliche Geburt eines gesunden
Mädchens
zeigen an
Professor Dr. Theodor List
und Frau Elisabeth, geb. Dern.
Darmstadt, 11. Juli 1913.
(15288
Todes=Anzeige.
Wir zeigen hiermit ſchmerzerfüllt an, daß
am 12. Juli 1913 unſere liebe
(15306
Frau Augast Mainzel Wiene
Prleua, geb. L0eh
nach einem ſchweren Krankenlager durch einen
ſanften Tod von ihren Leiden erlöſt wurde.
Die tieftreuernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 13. Juli 1913.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 15. Juli
1913, vormittags 11½ Uhr, vom Portal des
jüdiſchen Friedhofs in Alsbach a. d. B. aus,
ſtatt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine
liebe Frau, die treuſorgende Mutter meiner
Kinder, unſere herzensgute Tochter,
Schwieger=
tochter und Schwägerin
(15307
Frau Minna Merkel
geb. Otto
heute früh von ihren langen, mit der größten
Geduld ertragenen Leiden zu ſich zu nehmen.
Dies zeigen an mit der Bitte um ſtille
Teilnahme
die trauernden Hinterbliebenen,
in deren Namen:
Heinrich Merkel,
Großh. Aktuariats=Aſſiſtent.
Darmſtadt, den 13. Juli 1913.
(Karlſtraße 103.)
Die Beerdigung findet ſtatt: Dienstag, den
15. Juli, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Darmſtädter Friedhofs aus; die Einſegnung
um 2½ Uhr im Eliſabethenſtift.
Dankſagung.
Für die überaus vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Hinſcheiden meiner lieben
Gattin, unſerer guten Mutter, für die ſo
zahl=
reichen Blumenſpenden, für die troſtreiche
Grab=
rede des Herrn Pfarrer Waitz, für die liebevolle
Pflege der Schweſtern, und die Kranzniederlegungen
ſagen herzlichſten Dank
(15301
Ludwig Schuchmann u. Kinder.
Darmſtadt, den 12. Juli 1913.
Danksagung.
Für die zahlreichen freundlichen Beweiſe der
warmen Teilnahme an dem unerſetzlichen Verluſte,
der uns betroffen, für die wohltuenden Worte
des Herrn Pfarrer Fink, dem Katholiſchen
Männer=Verein, dem Katholiſchen Geſellen=Verein,
ſowie ſeinen werten Mitarbeitern, Kollegen und
Beamten der Eiſenbahnwerkſtätte Amt I. und die
zahlreichen Blumenſpenden ſagen wir Allen unſeren
innigſten Dank.
(15296
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Margarete Heinbüchner, geb. Balles,
und Kinder.
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Stadtgemeinde von 11—3 Uhr, Kiesſtraße 17.
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Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto=Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionelten Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Anverlangte=Manuſkriptewerden nicht
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finden ſich: 1 Spitzhund, 2 Pinſcher. 1 Spitzhund (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
ortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(15262
Schnakenplage.
Seit einigen Tagen legen die Schnaken Eier für eine weitere
Generation in großen Mengen ab. Bei der jetzigen kühlen Witterung,
mit einer durchſchnittlichen Waſſerwärme von 12—16 Grad, wird die
Entwicklung bis zur fertigen Schnake etwa 3 Wochen dauern. Die
jetzt im Waſſer liegende Nachzucht müßte alſo bis ſpäteſtens 18. Juli
vernichtet ſein.
Als Brutſtellen kommen hauptſächlich in Frage:
1. Die durch den hohen Waſſerſtand erzeugten
Druckwaſſer=
ſtellen. Sobald die Larven etwa 5 mm lang ſind, leicht
überbrauſen mit Larviol oder Petroleum. Nach je 14 Tagen
Nachſchau.
2. Alle in Hof und Gärten ſtehenden offenen Regen= und
Gießwaſſerbehälter. Gärtnereien (Treibhäuſer) nicht
ver=
geſſen!! Entweder ſofort entleeren, wenn Brut vorhanden
iſt, oder Ueberdecken mit Oel, das nach 6 Stunden durch
Ueberlauf entfernt wird.
3. Die Jauchegruben und Pfützen um den Düngerhaufen! Die
Jauche wird durch Larviol oder Petroleum nicht verdorben,
und die Kulturen werden abſolut nicht geſchädigt. Die
Oel=
decke ſchwimmt ja immer oben, während die Pumpe die
Flüſſigkeit von unten abzieht. Nachſchau nach je 4 Wochen.
4. Die zurückgebliebenen bei der Wieſenwäſſerung entſtandenen
Pfützen. Leichtes Ueberbrauſen mit Larviol oder Petroleum.
Nachſchau nach je 14 Tagen.
5. Die Gräben und Tümpel welche das Abwaſſer aufnehmen.
Kläranlagen nicht vergeſſen!! Ihnen iſt ganz beſondere
Aufmerkſamkeit zu ſchenken; denn gerade dieſe
Schmutz=
waſſer ſind die allergefährlichſten Brutſtellen. Nachſchau
alle 8 Tage. Vorhandene Brut mit Larviol vernichten.
Wir warnen dringend davor, wegen der bisherigen kühlen
Witterung die Arbeiten etwa einzuſtellen im Glauben, Schnaken
könnten in dieſem Jahr nicht mehr aufkommen. Eier und junge
Larven ſind zur Zeit in Menge im Waſſer.
Es wurde feſtgeſtellt, daß in ſchnakenreichen Orten, wo bisher
nicht gearbeitet wurde, oder wo Brutſtellen überſehen worden ſind,
ſchon ſeit Wochen über empfindliche Beläſtigung durch Schnaken
ge=
klagt wird. Wo es aber gelang, die erſte Brut vor 15. Mai zu
ver=
nichten, und wo die Laichplätze ſtets gewiſſenhaft kontrolliert wurden,
ſind in dieſem Jahr ſelbſt in gefährlichen Gegenden Schnaken bis
jetzt nicht zu verſpüren.
Darmſtadt, den 11. Juli 1913.
(15261
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Stumpf.
Wegen Ausführung baulicher Unterhaltungsarbeiten
im ſtädt. Leihamtsgebände (Kirchſtr. 9) dahier
bleibt dasſelbe vom 14. Juli ab etwa
10 Tage geſchloſſen.
Der Tag der Wiedereröffnung wird ſ. Z. bekannt gegeben werden.
(14227a
Darmſtadt, den 1. Juli 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Schmitt.
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Darmſtadt, 12. Juli 1913.
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* Berlin, 12. Juli. Wöchentlicher
Saaten=
ſtandsbericht der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats. Für Oſtelbien
lauten die Berichte diesmal noch etwas hoffnungsvoller
als in der Vorwoche, während im Weſten, in der Mitte
und im Süden durch die andauernde naſſe und kühle
Wit=
terung die guten Ernteausſichten etwas herabgemindert
ſind. Faſt in ganz Deutſchland herrſchte in der vorigen
Woche veränderliches und regneriſches Wetter, das zwar
in den Gebieten, welche früher durch Trockenheit gelitten
hatten, eine weitere Erfriſchung der Felder hervorgerufen
hat, durch die gleichzeitige Abkühlung, aber auch vielfach
die Entwickelung gehemmt und vor allem durch das
lang=
ſame Reifen eine Verſpätung der Getreideernte um etwa
10 bis 14 Tage bewirkt hat. Nur vereinzelt wird aus
Brandenburg, Pommern und Mecklenburg gemeldet, daß
noch nicht genug Regen gefallen ſei. Wenn auch
ſtellen=
weiſe auf den leichten Böden die Niederſchläge für den
Winterroggen zu ſpät gekommen ſind, ſo hat ſich doch in
der letzten Woche gezeigt, daß der größte Teil des
Winter=
roggens ſeinen Stand etwas gebeſſert hat. Er iſt vielfach
wieder grün geworden und zeigt eine günſtige
Körner=
bildung. Auch der Winterweizen hat weitere Fortſchritte
aufzuweiſen. Bei der Wintergerſte, die ſchon früher einen
befriedigenden Stand hatte, hat der Regen nichts mehr
beſſern können; dieſelbe iſt bereits geſchnitten oder ſteht
unmittelbar vor der Ernte. Auch für die Sommergerſte
hat der Regen günſtig gewirkt. Ueber den Haferſtand
gehen jedoch die Berichte auseinander. Teils wird auch
für ihn eine Beſſerung hervorgehoben, andererſeits aber
auch mitgeteilt, daß der Hafer zu ſehr unter den früheren
Nachtfröſten und der Dürre gelitten habe, ſodaß der Regen
ihm aus ſeiner Krankheit nicht mehr zur Geſundung
ver=
helfen könne. Mehrfach wird eine geringe Strohernte für
Sommerung und Hafer in Ausſcht geſtelt. Sowohl im
Oſten als auch im Weſten und Süden wird vielfach ein
Lagern ſowohl des Winter= wie des Sommergetreides
ge=
meldet. Für die Futterpflanzen hat der Regen zwar die
Ausſichten eines zweiten Schnittes weiter gebeſſert, dafür
aber auch in vielen Bezirken die Bergung des erſten
Schnittes beeinträchtigt. Es wird mehrfach berichtet, daß
ein Viertel des Heues bereits verdorben ſei und daß viele
bäuerliche Beſitzer infolge der Näſſe das Gras noch nicht
hätten mähen können. Was die Hackfrüchte anbetrifft, ſo
hat auch bei ihnen der Regen in den meiſten Gegenden
ſichtbare Fortſchritte gezeitigt; doch gilt dies noch mehr
für die Rüben, als für die Kartoffeln. Bei letzteren wird
vielfach eine bedenkliche Verſchlechterung prophezeit, wenn
nicht bald ein Witterungsumſchlag eintritt. Faſt überall
wird wärmeres und trockenes Wetter heibeigeſehnt.
Sport, Spiel und Turnen.
* Lawn=Tennis. Der deutſche Kronprinz
Sieger im Zoppoter Lawn=Tennis=
Tur=
nier. Das im Rahmen der Zoppoter Sport=Woche
ver=
anſtaltete Lawn=Tennis=Turnier erreichte am Freitag bei
prächtigem Wetter und ſehr ſtarkem Beſuch ſeinen
Ab=
ſchluß. Der deutſche Kronprinz, der ſich ſowohl im
Her=
ren=Doppelſpiel mit Vorgabe wie im gemiſchten
Doppel=
ſpiel mit Vorgabe bis zur Schlußrunde durchgeſpielt
hatte, gewann das Herren=Doppelſpiel mit C. Lange als
Partner 6—3, 3—6, 6—3 gegen Edler v. d. Planitz-
Klei=
nicke und das gemiſchte Doppelſpiel mit Frl. Müller=Bek
als Partnerin 6—3, 7—5 gegen Frau Weichbrodt=
Richard —. Die übrigen Reſultate waren: Herren=
Meiſter=
ſchaft von Oſtdeutſchland im Einzelſpiel um den
Wan=
derpreis des Kaiſers: Hauptmann O. v. Müller 8—6,
6—3, 5—3 zurückgezogen ſchlägt Darnoc. Damen=
Meiſter=
ſchaft von Oſtdeutſchland im Einzelſpiel um den Wander=
breis des Kronprinzen: Frl. Werner=Königsberg ſchlünt
6—2, 6—4 Frl. W. Schulz=Berlin. Herren=Meiſterſchaft
von Danzig im Einzelſpiel: Hauptmann O. v. Müller
ſchlägt 6—1, 7—5, 6—2 C. v. Baumbach. Herren=
Doppel=
ſpiel um die Meiſterſchaft von Zoppot: Hauptmann O.
v. Müller=Darnoc ſchlagen 7—9, 6—2, 6—3, 6—4 Lange=
Kleinicke. Gemiſchtes Doppelſpiel: Frl. D. Schulz=Darnoc—
ſchlagen 4—6, 6—0, 9—7 Frl. Kahlbaum=C. v. Baumbach.
Die Kronprinzeſſin überreichte den Siegern die ſehr
wert=
vollen Preiſe.
Die Zwiſchenrunde um den Davis=Pokal
nahm am Donnerstag in Nottingham (England) zwiſchen
Amerika und Deutſchland die ſich durch ihre Siege in
der Vorrunde über Auſtralien reſp. Frankreich qualifiziert
hatten, mit zwei Einzelſpielen ihren Anfang. Wie
ge=
meldet wird, beſiegte der Amerikaner Williams ziemlich
leicht mit 6—4, 6—2, 4—6, 6—1 den Frankfurter
Kreu=
zer. Einen recht ſpannenden Verlauf nahm das zweite
Spiel zwiſchen Mac Loughlin=Amerika und O.
Froitz=
heim. Der deutſche Meiſter lieferte wider Erwarten in
den erſten Sätzen ein ganz hervorragends Spiel und
ge=
wann dieſe mit 7—5, 6—2. Jetzt machte ſich aber doch
die im Frühjahr erlittene Handverletzung bemerrvat, denn
Froitzheim ließ merklich nach, ſo daß der amerikaniſche
Meiſter die nächſten Sätze mit 6—4, 6—2. 6—2 ziemlich
leicht zu ſeinen Gunſten entſchied. Amerika braucht von
den noch ausſtehenden drei Spielen nur noch eins zu
ge=
winnen, um den endgültigen Sieg in der Zwiſchenrunde
zu erringen.
Wie weiter aus Nottingham gemeldet wird, hat das
Doppelſpiel Rahe=H. Kleinſchroth gegen die Amerikaner
Mac Loughlin=Hackett ebenfalls mit einer
Nieder=
lage Deutſchlands geendet. Trotz größter
An=
ſtrengungen und guten Spieles verloren Rabe=H.
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Ich liebe Dich!
Roman von Guido Kreutzer.
Copyright by Carl Duncker, Berlin W. 35.
(Nachdruck verboten.)
35
Einen Augenblick ſtarrte ſie der Baron verdutzt an.
Dann kam ein erleichtertes Aufatmen.
Na, Gott helf, Mutterchen! Haſt es alſo glücklich
wie=
der ſo lange hin= und hergedreht, bis eine reguläre
Staats=
aktion dabei herauskam!
Damit gab er ihr die alte Sicherheit zurück.
Siehſt Du, Adolf, wie Du ſofort wieder anzüglich
wirſt! Für Dich war es damals alſo wohl keine „
Staats=
aktion”, als Du um meine Hand anhielteſt, wie?
I bewahre, Tina! verwahrte er ſich mit einem liſtigen
Augenzwinkern. Kein Gedanke daran! So’n Kerl wie
ich! Ganz ruhig war ich. Denn ich wußte doch, mit welch
„ hrecklicher Sehnſucht Du gerade auf mich warteteſt!
Auf Dich!! . . . dieſes „Dich” ſprach Bände.
Und als er mit ſeinem widerwärtigen Augenzwinkern
noch immer nicht aufhörte, warf ſie ihm einen
zerſchmet=
ternden Blick zu.
Der Günter ſcheint ganz Dein Sohn zu ſein, lieber
Adolf! Na da kann ich nur ſagen — wenn er etwa auch
Deine erſtaunliche Arroganz geerbt hat, dann iſt das arme
Kind, die Giſa, um ihr Los wirklich nicht zu beneiden!
Er nickte ihr mit ſcheinbarem Ernſt zu.
Prlich erſtanich, weihe eiſtſche
Bernanblunge=
fähigkeit Du Dir bewahrt haſt, Tina — noch vor einer
halben Stunde war Dir die Giſela nicht gut genug als
Schwiegertochter, und jetzt bedauerſt Du ſie gar ſchon,
weil ſie vielleicht das Unglück hat, die Frau Deines Herrn
Sohnes zu werden!
Wenn er aber geglaubt hatte, ſie damit in der
Zwick=
mühle zu haben, ſo war das ein gröblicher Irrtum.
Natürlich bedauere ich ſie! replizierte ſie gereizt. Denn
wenn wir armen Frauen gegen Euch eingebildetes
Manns=
volk nicht energiſch zuſammenhalten, ſind wir doch ſchon
verloren!
Und dieſer Abfertigung folgte ein Griff nach der
Klin=
gelſchnur; denn durch das endloſe Palavern hatte ſie
Kaffeedurſt bekommen.
Abends jedoch machte die Baronin das Eſſen ſehr
kurz ab und breitete ſich dann umſtändlich am
Schreib=
tiſch aus.
Der alte Herr ſah dieſen Vorbereitungen mit großen
Augen zu.
Schließlich wurde er neugierig.
Was haſt Du denn ſo Geheimnisvolles in petto,
Tina? Am Ende willſt Du Deine Eheerlebniſſe in
Me=
moirenform niederlegen?
Dieſe boshafte Stichelei wurde mit kühlem
Achſel=
zucken refüſiert.
Aihts ient ur ſener men Sicher. Fürdront une,
erquickliche Dinge würde ich wohl ſchwerlich auf einen
Leſerkreis rechnen dürfen!
Aber an Günter gedenke ich zu ſchreiben. Ich werde
ihm Giſelas Beſuch mitteilen und erwarte mit aller
Be=
ſtimmtheit, daß wir binnen wenigen Tagen von ſeiner
Seite aus volle Aufklärung über die ganze rätſelhafte
Affäre ſeiner Verlobung erhalten werden.
Er goß ſich mit liebevoller Sorgfalt einen Henneſſy
ein. . . .
Wie heißt es immer in den Heiratsannoncen,
Mutter=
chen? . . . Abſolute Diskretion der intereſſierten
Perſön=
lichkeiten zugeſichert und verlangt! . . . Das Porto für
Deinen Brief wäre zu ſparen. Denn ich wette jeden
Be=
trag, der Günter wird alles andere tun, s eine
General=
beichte abzulegen, ehe er mit dem ganzen Kram nicht
end=
gültig in Ordnung iſt!
Mit mitleidigem Lächeln ſchüttelte ſie den Kopf.
Ich muß bedauern, lieber Adolf, aber ich laſſe mich
auf derartige Vorſchläge nicht mehr ein. Denn bisher haſt
Du noch faſt jede Wette verloren und nachher immer das
merkwürdige unkavaliersmäßige Prinzip verfolgt, niemals
zu bezahlen, ſondern Dich mit einer beunruhigenden
Ge=
wandtheit und einer ganzen Flut Spitzfindigkeiten um
Deine Verpflichtungen herumzudrücken!
Recht haſt Du ſchon, Tina! geſtand er bekümmert. Ich
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„Ich mußzte mich vor 2 Jahren
am Hals wegen einer
rasen
anſchwellung operieren laſſen. Die
Wunde iſt längſt vernarbt, trotzdem
waren die Drüſen im Januar wieder
ſtark angeſchwollen. Auf ärztl.
Rat trank ich Altbuchhorster
Mark-Sprudel Starkquelle
(Jod= Eiſen=Mangan=
Kochſalz=
quelle). Der Erfolg war
über=
raſchend. Schon nach 6 Fl. waren
die Drüſen zu meiner größten
Freude völlig zurückgegangen. Ich
werde den Markſprudel immer
trinken er ſchmeckt prachtvoll, wirkt
appetitanregend,
verdauungför=
dernd und blutverbeſſernd und
be=
kommt mir viel beſſer als Lebertran,
den ich früher trank. H. G.‟ Aerztl.
warm empf. Fl. 65 u. 95 Pf. in der
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(IV,11047,26
(14ndas
6
e
Als er eine Stunde ſpäter den ſchüchternen Verſuch
machte, ihr einen Gutenachtkuß zu applizieren, da er
end=
lich ins Bett kriechen wollte, erfuhr er eine energiſche
Ab=
wehr nebſt unverſtändlichem Gebrumme.
Sie war gerade ſo ſchön im Zuge!
Und ſchon im Halbſchlaf, hörte er drüben vom
Wohn=
zimmer her noch immer die Feder kratzen! . . .
XVIII.
Am nächſten Mittag — gerade als die beiden
Herr=
ſchaften bei Tiſch ſaßen — traf in Margenthin ein
Tele=
gramm ein: —
Komme mit dem Abendzug 9 Uhr 40 Minuten. Bitte
Wagen am Bahnhof. Günter.
Der alte Herr, an den dieſe lakoniſche Mitteilung
ge=
frichtet war, verlas ſie erſt zweimal, ehe er ſie ſchweigend
ſeiner Gattin hinüberreichte.
Sie warf nur einen Blick auf das Papier, um ſofort
tief zu erblaſſen.
Da iſt ein Unglück paſſiert! — ſchrie ſie auf.
Der Baron aber hatte für ſolche „Hyſterie” durchaus
nichts übrig.
Auf welche abſurden Vermutungen Du immer gleich
kommſt, Tina! ſchalt er. Wenn bei euch Frauen nicht alles
pedantiſch genau nach dem Schnürchen geht, dann ſchwört
ihr ſofort darauf, daß die Luft um euch mit allerlei
Kata=
ſſtrophen und Verbrechen geladen iſt. Lächerliche
Unver=
nunft!
Die Baronin langte nach dem Pompadour, um das
Taſchentuch herauszuholen.
Laß doch Deine Troſtgründe, an die Du ſelber nicht
glaubſt! Oder willſt Du mir vielleicht einreden, daß Du
Dir keine Sorgen machſt?! Meinen Brief kann der Junge
unmöglich ſchon erhalten haben; denn er iſt erſt heute
früh mit der erſten Poſt abgegangen. Und wenn man
eine Depeſche ſchickt und ſo Hals über Kopf ſeine Ankunft
meldet, dann iſt immer etwas paſſiert!
Natürlich! . . . hetzte der alte Grandſeigneur mit
är=
gerlichem Lachen . . . Vielleicht hörſt Du gar ſchon den
Totenwurm bohren; oder das Käuzchen ſitzt nachts auf
dem Fenſterbrett vor unſerem Schlafzimmer und ſchreit
ſich die Lunge aus dem Halſe!
Seine Gattin legte die Serviette beiſeite; der
Appe=
tit war ihr plötzlich vergangen.
Ich verſtehe wirklich nicht, Adolf, was Du für ein
Menſch biſt! Jedesmal bei derartigen Anläſſen wartefk
Du mit einem Zynismus auf, der mich immer wieder
von neuem erſchreckt!
Ich habe nun mal für Kirchhofsſtimmungen kein
Verſtändnis, liebe Tina; das mußt Du eben meiner
man=
gelnden Intelligenz zugute halten.
Dann kam ihm der rettende Einfall.
Weißt Du, wie ſich die Geſchichte in Wirklichkeit
ver=
halten wird? . . . . Der Günter hat es erreicht, die
Schwierigkeiten zu beſeitigen, die ihm von Elias
hinge=
packt wurden. Und jetzt hat er ſich „in
Familienangelegen=
heiten” ſofort Urlaub genommen, um hier ſeine Verlobung
zu feiern!
Meinſt Du, Adolf? vor der zaghaft aufkeimenden
Hoffnung war ihre vorherige Empörung wie fortgewiſcht.
Der Baron warf ſich in die Bruſt.
Paß auf, ob ich recht habe. Wollen wir wetten?
Die=
ſes Mal würde ich mich ſogar ehrenwörtlich verpflichten,
im Falle einer Niederlage alles auf Heller und Pfennig zu
bezahlen! Daran kannſt Du ermeſſen, wie ſicher ich
mei=
ner Sache bin.
Wäre ja auch noch ſchöner, wenn er ſo was auf die
lange Bank ſchieben wollte! Ein trauriger Kerl, der ſeine
berzenteſe nich in vomeng brig, ſcheſd ſich die
erſte Gelegenheit dazu bietet!
Der Himmel gebe, daß Du recht behältſt! . die alte
Dame drückte, der Situation angemeſſen, das Taſchentuch
gegen die Augen . . . Sieh mal, Adolf — ich konnte heute
nacht wenig ſchlafen und habe mir da alles nochmals
durch den Kopf gehen laſſen. Ich glaube, ich bin geſtern
wirklich hoffärtig geweſen, und Du haſt es mir mit
vol=
lem Recht verwieſen! Ich habe die Giſa von Herzen
lieb, das darfſt Du nicht bezweifeln; und ſie ſoll in mir
eine zweite Mutter bekommen . .. wenn ſie unſeren
Jun=
gen nur glücklich macht!
Ihre angſtvolle Reue rührte den alten Herrn.
Und er ſie, Mutterchen; ſo was muß immer auf
Ge=
genſeitigkeit beruhen. Man erweiſt ſich ſeine Reverenz
eben umſchichtig, damit keiner vor dem anderen was
vor=
aus hat. Bei uns iſt’s ja auch ſo geweſen!
„Im übrigen ſage ich Dir nochmal — ſei ganz ruhig!
Hei läwet noch! Denn, wenn er tot wäre, hätte er zum
mindeſten nicht mehr telegraphieren können!
Und nun wollen wir uns vorläufig mal mit unſerem
Mittag, als dem Nächſtliegenden, beſchäftigen.
Worauf die Baronin das Taſchentuch wieder im
Pompadour verſtaute und tapfer zulangte. Sie ſchluckte
etwas mühſam, aber ſie verriet keine Schwäche. Ebenſo
ging es ihrem Gatten.
Den Reſt des Tages nahmen ſich die beiden alten
Herrſchaften zuſammen, um möglichſt unbefangen zu
er=
ſcheinen; nur glückte es nicht recht. Man beobachtete ſich
gegenſeitig mit verſtecktem Mißtrauen; und jeder wußte
vom andern, daß ihm die Sorge und Unruhe bis zum
Halſe hinauf ſchlug.
(Fortſetzung folgt.)
Handel und Verkehr.
Poſtſcheckverkehr. Der bargeldloſe
Zahlungs=
ausgleich zwiſchen den Poſtſcheckämtern in Berlin, Breslau,
Cöln, Frankfurt (Main), Hamburg, Hannover,
Karls=
fruhe (Baden) und Leipzig und den Abrechnungsſtellen der
Reichsbank hat ſich auch im 1. Halbjahr 1913 erfreulich
weiterentwickelt. Auf dieſem Wege wurde von den
Poſt=
ſcheckämtern und den übrigen Mitgliedern der
Abrechnungs=
ſtellen über rund 250 000 Schecks mit 2,3 Milliarden Mark
abgerechnet.
— In den nächſten Tagen wird ein vom Reichspoſtamt
nach dem Stande vom 1. Juli herausgegebenes amtliches
Auskunftsbuch für den Poſt= und Telegraphenverkehr mit
den deutſchen Schutzgebieten unter dem Titel „Poſt= und
Telegraphen=Nachrichten für den Verkehr
mit den deutſchen Schutzgebieten” erſcheinen.
Das Buch gibt Aufſchluß über die Tarife und wichtigſten
Verſendungsbeſtimmungen für Poſtſendungen und
Tele=
gramme im Verkehr zwiſchen Deutſchland und ſeinen
Schutzgebieten in beiden Richtungen, ſowie für den
Ver=
kehr innerhalb eines jeden Schutzgebietes; es ſoll allen
dienen, die Beziehungen zu irgendeinem unſerer
Schutz=
gebiete unterhalten oder in den Schutzgebieten wohnen.
Das Buch kann zum Preiſe von 50 Pfg. für das
Exem=
plar durch alle heimiſchen Poſtanſtalten und durch die
Poſtanſtalten in den Schutzgebieten bezogen werden;
Neu=
ausgaben werden nach Bedürfnis erfolgen.
H. Frankfurt a. M., 11. Juli. (
Börſen=
wochenbericht.) In der erſten Wochenhälfte wurden
die Börſen durch ellenlange Schlachtenberichte in
fort=
währenden nervöſen Zuſtand verſetzt, ſo daß ſchließlich
das Geſchäft faſt auf ein Minimum zurückging, da die
Unternehmungsluſt dadurch vollſtändig gehemmt wurde.
Dazu geſellte ſich der weitere Rückgang der Hohenlohe=
Aktien in Berlin auf 147½, ferner der Canada bis 210
und die ſtarke Ermattung der Deutſch=Luxemburger, für
welche ſämtlich Kapitalsbedürfnis geltend gemacht wurde.
Trotzdem kann geſagt werden, daß die Hauſſepoſitionen
ſchwacher Hände in der Hauptſache liquidiert und
um=
fangreiche Baiſſeengagements vorhanden ſein dürften.
Börſentechniſch iſt die Situation geſund, die Engagements
ſind überwiegend in potenten Händen und die
Baiſſe=
poſitionen bilden einen Damm gegen herauskommendes
Material. Am Geldmarkt hat die politiſche Lage
wie=
der eine größere Zurückhaltung bewirkt, doch blieb der
Privatdiskont auf 4¾/ Prozent, alſo um nur ¼ Prozent
erhöht; der Status der Reichsbank iſt eher befriedigend
und der Goldbeſtand neuerdings um 18,55 Millionen
ge=
ſtiegen. Wenn man berückſichtigt, daß die haute finanee
enorme Beträge in einheimiſchen erſtklaſſigen Werten
feſt=
gelegt hat und außerdem darauf angewieſen iſt, die
be=
ſſtehenden induſtriellen Bedürfniſſe vielfach aus eigenen
Mitteln zu beſtreiten, da augenblicklich bei der
Durch=
führung von Kapitalserhöhungen oder Ausgabe von
Obligationen immer erhebliche Beträge in den Händen
der Emittenten zu bleiben pflegen, ſo können friedliche
Zuſtände nicht bald genug erwartet werden, denn
außer=
dem ſind auch die Portefeuilles der Banken vielfach durch
inländiſche und ausländiſche Schatzſcheine belaſtet,
wäh=
rend auf der anderen Seite die ausländiſchen
Gut=
haben fehlen, mit denen in ruhiger Zeit ſtets zu
rech=
nen iſt. Uebrigens zeigen die anderen europäiſchen
Geld=
zentren einſchließlich Neu=York, vielleicht mit alleiniger
Ausnahme von Paris, ein ähnliches Bild. Die
tatſäch=
lich ſchon beſtehende induſtrielle Einſchränkung wird in
ihren Konſequenzen zweifelsohne dabei mithelfen, daß
das Geld zunächſt flüſſiger und im weiteren Verlauf
billi=
ger wird, und die Beendigung der Balkanunruhen, die
ja doch in abſehbarer Zeit erwartet werden kann, wird
auch dazu beitragen, daß wir wieder zu normalen
Ver=
hältniſſen kommen. Die Kapitalsanſprüche der
Erwerbs=
geſellſchaften haben im laufenden Jahre infolge der
gro=
ßen Anſpannung des Eeldmarktes eine bedeutende
Ein=
ſchränkung erfahren. Die Summe der Neugründungen
und Kapitalserhöhungen betrug bei den
Aktiengeſellſchaf=
ten und den Geſellſchaften mit beſchränkter Haftung im
Juni 1913 68,28 Millionen Mark, gegen 119,91 Millionen
Mark im Vormonat und 138,69 Millionen Mark im
Juni 1912.
An der Donnerstagsbörſe kam ein vollſtändiger
Ten=
denzumſchwung zum Beſſeren zur Geltung auf die
Nach=
richt, daß ein Waffenſtillſtand, angeblich durch Bulgarien,
beantragt worden ſei, und damit wäre die
Kampfmüdig=
keit vollſtändig erwieſen. Es bemächtigte ſich der
Speku=
lation ein wahrer Hauſſetaumel, der ganz bedeutende
Kursſteigerungen bewirkte.
Zu den Einzlheiten des Verkehrs während der Woche
übergehend, haben deutſche Renten ſich im ganzen wenig
verändert, aber man bemerkte doch zeitweiſe vereinzelte
Kapitaliſtenkäufe. Von den ausländiſchen Staatsfonds
waren Bulgaren am matteſten, anſcheinend auf die
ge=
machten Mißerfolge; auch ſonſtige Balkanwerte
vorüber=
gehend matter, aber ſchließlich alle wieder erholt,
beſon=
ders Türkiſche Loſe. Oeſtereichiſch=Ungariſche Renten,
Ruſſen und Chineſen lagen feſter; auch Mexikaniſche
be=
hauptet, obgleich über die innerpolitiſche Lage Mexikos
immer noch wenig Erfreuliches vorliegt. Am Markt für
Transportwerte waren Hamburger Paketfahrt und
Nord=
deutſcher Lloyd, für welche ein großes ſpekulatives
In=
tereſſe beſteht, ſchließlich anſehnlich ſteigend; auch
Lom=
barden (Südbahn) kräftig erholt. Die Vertreter der
Süd=
bahn ſind wieder nach Wien zurückgekehrt, nachdem über
die Hauptpunkte, ſoweit ſie von der Geſellſchaft
abhän=
gen, eine vorläufige Verſtändigung erreicht worden iſt.
Die bedeutendſte iſt die Herabſetzung der Obligationen
auf 325 Francs. Die Vertreter der Obligationäre ſind bis
zum äußerſten gegangen, weil die letzteren das
Zuſtande=
kommen eines Arrangements von einer raſchen Einigung
abhängig machen wollen. Bankaktien hatten zu Beginn
ebenfalls unter der allgemeinen Verſtimmung zu leiden,
ſchließen aber wieder anſehnlich höher. Am
Montan=
gebiet entwickelte ſich verhältnismäßig ein recht
lebhaf=
ter Verkehr, der beſonders am Donnerstag ganz erheblich
zunahm, wobei auch hier größere Preiserholungen
er=
folgten. Der Kaſſainduſtriemarkt war zeitweiſe in matter
Haltung bei vielfach nachgebenden Kurſen, aber die
Aus=
ſichten einer baldigen Ruhe auf dem Balkan brachten
wie=
der Käufer, welche ganz bedeutende Order ſandten.
An der Freitagsbörſe brachte die Kriegserklärung
Rumäniens an Bulgarien eine gewiſſe Ernüchterung;
ſpäter aber erfolgte wieder Feſtigkeit, da man doch die
Gewißheit hat, daß Rumänien nur den beanſpruchten
Länderteil okkupiert, was dann ſchließlich als fait
accompli betrachtet werden dürfte. Recht lebhaft war
der Kaſſainduſtriemarkt, denn die Induſtrie wird ja doch
mit dem eintretenden Frieden den meiſten Vorteil in der
Zukunft erzielen können. Kleyer waren 415,80,
Holzver=
holung bis 306,40, Badiſche Anilin bis 542, Höchſter bis
596,75, Deutſche Gold= und Silberſcheide=Anſtalt bis
595,50 (exkl. der abgehenden Dividende) ſteigend. Die
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vorm. Dürr u. Co., bietet ihren Stammaktionären zum
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iſt. In Frankfurt a. M. findet die Zeichnung bei
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Zeit vom 15. bis einſchließlich 31. Juli ſtatt. Der volle
Preis von 112 Prozent iſt mit 6 Prozent Stückzinſen bei
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dient zur Beſeitigung des hohen Bankkredites. Die
Motorenfabrik Oberurſel gibt, wie im
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jahre, 8½ Prozent Dividende, und zwar auf das um
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150 P in Prozenten; ferner ſchließen: 4proz. Reichs von
1913 98,60 B, 4proz. Reichs (unkündbar bis 1918) 97,90 B,
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Geſ. 123,50 G, Südd. Immob.=Geſ. (Mainz) 50,50 B,
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und Farb.=Fabr. (Schramm) Offenbach a. M. 260, Faber
u. Schleicher, A.=G., Offenbach a. M. 127B, Chemiſche
Mühlheim a. M. 61,60, Schantung 118,75, South=Weſt=
Afrika 108,25, Otavi=Anteile 109, Otavi=Genußſcheine
81,25, 4½proz. Ruſſen 99,45, 4proz. 1880er Ruſſen 86,40,
4proz. 1902er Ruſſen 88,20, 3¾proz. Ruſſen 85,25. 3½proz.
Ruſſen 77,30 G, 3proz. Ruſſen 72,75, 4proz. unifiz.
Tür=
ken 81,75, 4proz. Adminiſtr.=Türken 78,20 G, 4proz.
Bag=
dad=Türken 78,70 G, 4proz. konvert. Türken 1905/11 73,50,
5proz. Bulgaren 93,60, 4½proz. Serben 84,50 G, 4proz.
Serben 75,30 G, Griechen von 1890 57,80, Griechen von
1887 53,10, 5proz. Chineſen 97,60, 4½proz. Chineſen 89,80,
5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 91,90, 4½proz. Japaner
89,70, 4proz. Japaner 81,25.
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„Mit mir durch Dresden”. Preis 1 M.
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DIE OFFENTLICHE HEINuNG
UBER DIE
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DuRch DEE IN- UND AUlsLANDlscHE PRESSE:
„Mag es auch schon öfters gesagt sein, so
ist es doch nicht überflüssig, zu wiederholen,
daß die Darmstädter Kunstzeitschriften von
Hofrat Alexander Koch jeden Vergleich mit
deutschen und ausländischen modernen
Kunst-
zeitschriften vorteilhaft bestehen. Das gilt ganz
besonders von der Deutschen Kunst und
Deko-
rations, die bereits im 16. Jahrgang erscheint.
Es ist wichtig, hervorzuheben, daß Koch’s
Zeit-
schriften keiner Clique, keiner Einseitigkeit
dienen. Sie bringen in stets anregendem Wechsel
nie künstlerisch Gleichgültiges, sondern immer das
Interessanteste und nur das Wertvolle aus dem
Schaffensbereich der verschiedenartigsten
leben-
den Künstler. Wer den internationalen Markt der
Kunst-Zeitschriften kennt, wird der =Deutschen
Kunst und Dekoratione ohne Zögern die Stelle
einer vorbildlichen führenden Publikation
ein-
räumen. Das bedeutet gleichzeitig eine
Aus-
zeichnung deutscher Verlagstätigkeit und
deut-
schen Ernstes, auf die wir stolz sein dürfen und
stolz sein sollen.‟ DR. E. W. BREDT
IMSBATRIScHEN FAMILIENBLATT--MÜNCHEN
„. . . Wenn man bedenkt, daß in diesem
langen Zeitraum keine Nummer herausgekommen
ist, die nicht auf diesem oder jenem Gebiet
auf-
klärend und geschmacksbildend an unserem
deutschen Kunstleben mitgearbeitet hat, so wird
man dem Herausgeber, Hofrat Koch, die
aller-
größte Achtung nicht versagen wollen. Diese
Zeitschrift ist keine Geschäftssache, sondern
pro-
duktive Kulturarbeit. Auch die neueste Nummer
ist wiederum im Texzt und in den Bildbeigaben,
die technisch ohne jede Einschränkung
voll-
kommen sind, sehr gediegen und reich.‟
SWöRTTEMBERGER ZEITUNGe-STUTTGART
„Als Hofrat Alexander Koch im Dezember
vorigen Jahres sein Herausgeber- und Verleger-
Jubiläum feierte, da zeigte es sich, wie allgemein
seine kulturfördernde Tätigkeit Anerkennung
gefunden hat. Bildende Künstler und
Schrift-
steller, Fürsten und Mäzene, alles vereinte sich,
um in ein sGoldenes Buche des Verlages in
kleineren Aufsätzen oder in gebundener Form
einige Worte dankbarer Anerkennung
einzu-
zeichnen. Aus dieser allgemeinen Zustimmung
der Besten und hierzu Berufensten seiner Zeit
wird klar, daß die Werke des Verlages nicht
vieler Worte oder Anpreisung bedürfen. Dennoch
muß hervorgehoben werden: Nicht einseitig leitet
Hofrat Koch seine Zeitschriften. Allen Richtungen,
haben sie nur künstlerische Berechtigung, wird
Raum geboten, und an Vielseitigkeit, an Güte
der Illustrationen werden seine Zeitschriften
von keiner anderen übertroffen.‟
DR. ROBERT CORWEGH IM SLEIPZIGER TAGEBLATTe
„. . . Eine Überfülle des Besten der
neu-
zeitlichen künstlerischen Produktion strömt uns
wiederaus demstattlichen,typographisch
meister-
haft aufgemachten Heft entgegen. Von Jahrgang
zu Jahrgang hat sich diese führende
Kunstzeit-
schrift von Hofrat Alexander Koch an der Spitze
aller Kunstrevuen zu behaupten gewußt. Es
bedurfte dazu allerdings großer Anstrengungen
und Opfer; aber sie wurden auch nicht vergeblich
gebracht, tiefer und breiter wurde das Bett des
Kunststromes, der nun reich befruchtend sich
über alle Kulturländer ergießt. Wahrlich, eine
Kunstgeschichte unserer Zeit könnte gar nicht
aus besseren Quellen als diesen Darmstädtern
gespeist werden. . . . Erbauung, Anregung
und Belehrung verschmelzen sich zu
unauf-
dringlicher Werbearbeit für eine große und
fun-
dierende Kunst Deutschlands, die aber auch Raum
läßt für das, was das Ausland in seiner Auslese zu
bieten hat.‟
=BERG.-MARK. ZEITUNGe-ELBERFELD
„. . . Wer mit dem Kunstschaffen der
Gegen-
wartundseinenzureichenden Gründen ausjüngster
Vergangenheit in engerer Fühlung bleiben will,
für den sind die Hefte der =Deutschen Kunst und
Dekoratione der ewige Jungborn, der silberhell
Sprudelnde Quell, aus dem ihm reiche Belehrung
und wertvolle Anregung beständig fließen. . .
ScASSELER ALLGEMEINE ZEITUNGe
„. . . Die =Deutsche Kunst und Dekoratione
ist ein schätzereiches und stets
auskunfts-
bereites Archiv des gesamten deutschen
Kunst-
schaffens. Wer sich über die Bestrebungen der
modernen Kunst, über das vielfältige Leben und
Regen auf den zahlreichen künstlerischen
An-
wendungsgebieten unterrichten will, für den ist
lährlich 12 umfangreiche Heſte mit zirka 1200 meiſt ganzleitigen Abbildungen, darunter vielen
[ ← ][ ][ → ] heute das aufmerksame Lesen und Betrachten
dersDeutschen Kunst und Dekoratione ein
unent-
behrliches Hilfsmittel der künstlerischen
Schu-
lung und Bildung.‟ „GORLITZER NAcHRICHTENe
„Das Oktoberheft dieser glänzend geleiteten
Kunstzeitschrift eröffnet den neuen Jahrgang mit
ganz besonders reichen und feinen Gaben.
Reich-
tum und Qualität des IIlustrations-Materials sind
unübertrefflich. Dasistdasgroße und
bewunderns-
werte Verdienst dieser Zeitschrift, daß sie ihre
Leser in ständigem, engem und lebendigem
Kon-
takt hält mit allem Bedeutenden, was in der
bildenden Kunst oder im Kunstgewerbe zutage
tritt. So ist die =Deutsche Kunst und Dekoratione
eine ganz unentbehrliche Zeitschrift für die
ge-
worden, die an der Entwicklung der Kunst ein
warmes Interesse nehmen.‟ „BONNER ZEITUNGe
„. . . Das erste Heft dieser ausgezeichneten,
reichhaltigen Kunstzeitschrift bedeutet wiederum
für die Verlagsfirma einen vollen Erfolg. Es ist
erstaunlich, welch eine Fülle des Guten ein jedes
Heft der =Deutschen Kunst und Dekorations dem
Leser in Bild und Wort beschert, und es dürfte
wohl nicht zu viel gesagt sein, wenn wir diese
Zeitschrift eine Rekordleistung des deutschen
Buchgewerbes nennen.‟
„DEUTScHE RElcHsPosTe-STUrTGART
„. . . Wir besitzen in der =Deutschen Kunst
und Dekoratione einen idealen Führer durch das
Labyrinth der heutigen Kunstrichtungen, derstreng
kritisch und doch ganz frei von dem
pedan-
tischen Lehrmeisterton anderer Kunstzeitschriften
erkennen lehrt, daß die moderne deutsche Kunst
nicht, wie manche meinen, in einem uferlosen
Chaos von Parteimeinungen untersinkt, sondern
daß sie von einer Reihe starker Talente zur Höhe
eines neuen, großen Stils geführt wird, und wie
dieser Stil, unbeirrt von dem Lärm der
Mit-
läufer, sich immer kräftiger in unserer gesamten
Ausdruckskultur durchzusetzen beginnt. Die
künstlerischen Höchstleistungen finden in dieser
Zeitschrift mustergültige Wiedergabe.‟
„PAPIER- UND ScHREIBWAREN-ZETTUNGé-LEIPzid
„. . . Jeder, der unsere Kunstliteratur
ver-
folgt, kennt die Erzeugnisse der Verlagsanstalt
Alexander Koch, die überall das gleiche
Ent-
zücken hervorgerufen haben. Geleitet von
sicher-
stem Geschmack, ausgestattet mit gediegener
Vornehmheit und der subtilsten Technik der
modernen Buchdruckerei, redaktionell
meister-
haft zusammengestellt, literarisch von den besten
Federn und den tüchtigsten Fachleuten glänzend
bedient, sind die Darmstädter Kunst-Zeitschriften
längst mehr geworden als periodische Referate
über den Kunstzustand der Gegenwart: sie sind
selbst Kunst, Blätter zu künstlerischer Erziehung
und Geschmacksbildung, vor allem aber
unver-
gängliche Dokumente zeitgenössischer
Kunst-
geschichte. Insbesondere sollte die =Deutsche
Kunst und Dekoratione in keinem gebildeten
Hause fehlen.‟ „HEssischE LIBERALE WocHENscHR.‟
„. . . In erster Linie sei hier die =Deutsche
Kunst und Dekoratione genannt, die durch ihre
mustergültigen Reproduktionen, ihre tadellose
typographische Ausstattung und die
ausgezeich-
neten Aufsätze geradezu ein Schulbeispiel dafür
geworden ist, wie bleibende Kulturwerte von
einer geistvoll und großzügig geleiteten
Zeit-
schrift geschaffen werden können.‟
„DIE KUNST UNSERER HEIMATS-GIESSEN
„. . . Die großen und kleinen, die deutlich
sichtbaren und die weniger leicht zu erkennenden
Strömungen, Richtungen und Veränderungen im
Kunstschaffen unserer Zeit bringt die =Deutsche
Kunst und Dekoratione in jedem ihrer mit so viel
kultiviertem Geschmackund erlesenem Geschick
zusammengestellten Hefte zum Ausdruck und wird
so zum Sammelpunkt derfeinsten, eigenartigsten
und wirkungsvollsten künstlerisch schaffenden
Kräfte der Gegenwart.‟ ScASSELER ALLGBM. ZEITUNGe
„Heft nach Heft belegt den ausgezeichneten
Gehalt der Monatschrift „Deutsche Kunst und
Dekoratione . . .
„ST. GALLER TAGBLATTe
„. . . Etwas Besseres als diese Zeitschrift
gibt es auf ihrem Gebiet nicht. Nicht der kleinste
Teil der Wirkung kommt neben der Güte doch
aus der opulenten Menge des in jeder Nummer
Gebotenen. Aus den zahlreichen Abbildungen
strömt ganz von selbst etwas vom
weitumfassen-
den Reichtum deutschen Kunstschaffenshervor.‟
„BASLER NACHRICHTENe
„. . . Die „Deutsche Kunst und Dekoratione
nimmt wegen des modernen Geistes, der sie
beseelt, und wegen der von feinstem Geschmacke
getragenen Ausstattung einen ersten Platz ein.
Stets war es ihr konsequentes Streben, den
Kunst-
freunden ebenso wie den ausübenden Künstlern
ein leitender Freund zu sein.‟
SSchWElZER ILLUSTRIERTE ZEITUNGe
„. . . Wer sich über die enormen Fortschritte
orientieren will, die die moderne Kunst und das
Kunsthandwerk in Deutschland gemacht haben,
der kann kein besseres Mittel finden, als die
nach Inhalt und Ausstattung gleich vorzügliche
Koch’sche Monatsschrift.‟
NABGTPriscHE MAcHRICHTENe-KAIRO
„. . . Diese vorbildliche deutsche
Kunst-
zeitschrift ist frisch und anziehend wie immer.
Sie entzückt nicht nur in Deutschland, sondern
auch im Auslande. Die Ausführung der
IIlustra-
tionen ist eine höchst verdienstvolle Leistung.‟
„AMERICAN ART NEWS&-NEW-VORK
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[ ← ][ ][ → ] DIE EINMUTIGE AMERKENNUNC
DEs WERTES DER
SINNEN-DEKORATIONe
DURch DiE IN- UND AusL.ANDlScHE PRESSE:
„Die führende Bedeutung als
schriftstelle-
rische Sachwalterin der modernen
Innenraum-
kunst hat nach wie vor die Koch’sche Zeitschrift.‟
„DRESDNER JOURNAL-
„. . . Diese unbestritten als führend
aner-
kannte Zeitschrift gibt in jedem ihrer vielseitig
und gediegen ausgestatteten Hefte die besten
Bei-
spiele für künstlerische wie technisch
gehalt-
vollste Qualitätsarbeit.‟ „DEUrscHE TAGESZEITUNGe
„Die elnnen-Dekoratione ist zu einem Archiv
geworden, das für die Nachgeborenen einmal
von hohem Werte werden wird. . . . Die
Bild-
wiedergaben sind schier ohne Ausnahme ganz
musterhaft, die Anordnungen der Abbildungen
und des Textes entschieden die am besten
abgewogene aller Kunstzeitschriften, auch des
Auslandes.‟
„räGLicHE RUNDscHAUZ-BERLIN
„. . . Als besonders wichtig ist
hervorzu-
heben, daß das Gebotene auf absolut
künst-
lerischer Stufe steht und geradezu vorbildlich ist.‟
„BERLINER TAGEBLATTe
„. . . Von Beginn an hat die elnnen-
Deko-
ratione den gesunden Gedanken einer steten
un-
mittelbaren Verbindung mit der Praxis und einer
unmittelbaren Einwirkung auf die Praxis
ge-
pflegt. . . Die wichtigsten Dokumente
sinn-
gemäßer und zweckmäßiger Wohnungskunst. . .
sie darf sich wohl den Ehrentitel eines Mitarbeiters
an der deutschen Geisteskultur beilegen . . ."
„GENERAL-ANZElGERe-FRANKFURT
„. . . Klarer, zielsicherer Wille, feines
künst-
lerisches Empfinden, weitschauendes, die
un-
geheure Stoffülle streng sichtendes Auge,
er-
lesener buchkünstlerischer Geschmack haben
diese allgemein rückhaltslos anerkannte
Zeit-
schrift zu einer Höhe geführt, die
bewunderns-
wert ist. Sie istzu einem Faktor deutschen
Kunst-
lebens geworden, der gehört werden muß.‟
„NEUE VOGTLANDIScHB ZEITUNGe
„Die elnnen-Dekorations wacht mit
Sorgsam-
keit und feinnervigem Sinn auf die
entwicklungs-
fähigen Reiser, die der neugekräftigte Stamm
der Wohnkultur treibt. . . Wirkt für die Freude
am Besitz in Bild und Wort. . . In ihr künden
sich Programm und Wille der neuen Kultur.
Sie zeigt im Bild und begleitet mit dem Wort,
was auf deutschem Boden für den Ausbau des
Hauses an wahrhaftem errungenen Neugut
ge-
schaffen wird.‟ SGENERAL-ANZEIGERS-MANNHEIM
„Diese auf dem Gebiete der Raumkunst
führende Zeitschrift . . die am unmittelbarsten
den lebendigen Pulsschlag des heutigen
Kunst-
willens verrät. Das Abbildungsmaterial ist von
einem selten erreichten Glanz und Reichtum. Die
Texte kurz, richtunggebend, von dem
Lebens-
atem einer vorwärts, in die Höhe und Weite
drängenden Bewegung durchpulst . . . Sie leistet
solid begründete Kulturarbeit in großem Stil.‟
„AUGSBURGER POsTzElrUNG-
„. . . Eine Höhe, die sie zur vornehmsten
Zeitschrift macht, die wir auf diesem Gebiet
besitzen.‟
„KOLNScHE ZEITUNG.
„. . . Es ist nicht leicht für die einzelnen
Kunstzeitschriften, sich auf eine überragende
Höhe zu bringen. . . Die ulnnen-Dekoratione
hat das verstanden und kann auf dem Gebiet
der Raumkunst als die führende Fachzeitschrift
MAACHENER
ANZEIGER-
angesehen werden.‟
„ . . . In allen kultivierten Kreisen ist dieser
verdlenstvollen, in jedem Hefte anregenden
Zeit-
schrift eine immer zunehmende Verbreitung
„CONFECTIONAIR--BERLIN
zu wünschen.‟
„. . . Die herrlichen Abbildungen belehren
underheben den Leser zugleich. Die Darbietungen
der Zeitschrift dienen ihrem hohen Ziele, die
Freude am edlen Kunsthandwerke, die Freude
am wohnlichen Heim bei Schaffenden und
Ge-
nießenden zu heben und zu verbreiten.‟
„DER BAUTECHNIKER--WIEN
„. . . Die vornehmste Sachwalterin der
neu-
zeitlichen Innenraumkunst.‟ „MARZ--MONCHEN
„Wir können nicht umhin, dem um die Hebung
deutscher Wohnungskultur so hochverdienten
Verlag volle Anerkennung auszusprechen und die
Alnnen-Dekoratione den weitesten Kreisen, der
Künstlerwelt insbesondere, auf das wärmste zu
empfehlen. Innenräume aller Art, Landhäuser,
Schnitzereien, Stickereien, Keramiken u. a. m. sind
in Wort und Bild so glücklich veranschaulicht
und so überzeugend, daß man der Zeitschrift von
der ersten bis zur letzten Seite mit gleich
leb-
haftem Interesse folgt. Die Zeitschrift gewinnt
Jährlich 12 ſtarke Heſte mit zirka 700 meiſt ganzleitigen Illuſtrationen und zahlreichen
[ ← ][ ][ → ] enorm durch die glänzende typographische
Aus-
führung . . . Dem Verlag ist kein Opfer zu groß,
der Kultur, der Kunst und dem Kunstgewerbe
zu dienen, vorschauend, ihnen die richtigen Wege
zu zeigen und zu ebnen.‟
SWIENER BAU-INDUSTRIE-ZEITUNGe
„. . . Sie ist allen, deren Sehnsucht ein mit
verfeinertem Geschmack ausgebautes Heim ist,
angelegentlichst zu empfehlen.‟
„BERLINER NEUESTE NACHRICHTENe
„. . . Als erste kommt hierfür die
Darm-
städter ulnnen-Dekoratione in Betracht, die alles
Bedeutende auf dem im Titel angedeuteten Gebiete
durch gediegenen Text und glänzende
IIIu-
strationen zur Anschauung bringt.‟
„DOssELDORFER TAGBLATTe
„. . . Daß diese Kunstzeitschrift schon seit
Jahren auf dem Gebiete der Raumkunst eine
führende Rolle spielt, ist kaum mehr nötig zu
beweisen.‟ „NORDDEUrscHE ALLGEMEINE ZEITUNGe
„. . . Der Bildschmuck des Heftes und das
photographische Material stehen auf einer Höhe,
die wohl leicht nicht mehr überschritten werden
kann.‟
SNORNBERGER ZEITUNGe
„.. . Musterhaft textliche und bildliche
Dar-
stellung. Daß Alexander Koch zum 25jähr.
Ver-
lagsjubiläum auch eine Ehrung vom Prinzregenten
zuteil wurde, verzeichnen wir Bayern mit
„AUGSBURGER POsTzEITUNGe
Genugtuung.‟
„. . . Man kann diese wunderbaren Hefte
nie ohne wahres Erstaunen in die Hand nehmen.
.. Die elnnen-Dekoratione verdient die Werbung
und Fürsprache aller Einsichtigen in allen Kreisen,
denn sie fördert nicht eine fruchtlose Asthetik,
sondern praktisches Wirken.‟
SLEIPZIGER ILLUSTRIERTE ZEITUNGe
„. . . Höchste Achtung und Wertschätzung
und unsere aufrichtigste Empfehlung.‟
PROF. DR. ScHNÜTGEN, SZEITscHRIFT F. CHRlSTL. KUNSTe
„. . . Wir haben zur Zeit kaum etwas
Besseres.‟ DZENTRALBL. F. D. DEUTSCHB BAUGEWERBEe
„. . . Die Hefte der olnnen-Dekoratione
werden von Jahr zu Jahr umfangreicher und
an Ausstattung und Inhalt gediegener. Um den
richtigen Maßstab für den Fortschritt, den die
Zeitschrift gemacht hat, zu gewinnen, braucht
man nur einmal einen der älteren Jahrgänge mit
dem laufenden zu vergleichen. Der Umfang
ist ums dreifache gestiegen. Auch wenn man
die Zeitschrift mit den bekanntesten ähnlichen des
Auslandes vergleicht, erkennt man die
Überlegen-
heit derolnnen-Dekorationé, insofern nämlich, als
sie in künstlerischer Hinsicht mehr Neues,
Eigen-
artiges bringt. Das ist freilich zum großen Teil
in der derzeitigen Überlegenheit des deutschen
Kunstgewerbes über das ausländische begründet,
welche Überlegenheit jedoch wiederum zum
großen Teil ein Verdienst Alexander Kochs, des
Herausgebers der elnnen-Dekorationé, ist. Das
moderne deutsche Kunstgewerbe und die Kochsche
Kunstzeitschrift stehen eben zu einander in einer so
innigen Wechselbeziehung, daß, wenn von
deut-
schem Kunstgewerbe die Rede ist, einem
unwill-
kürlich die Kochsche Zeitschrift vor Augen tritt.”
SRIGAER TAGEBLATT
„.. . Mit seltenem Verständnis hat sie die
stil-
bildenden Künstler herausgefunden, die
schöpfe-
rischen Elemente.‟ SWiENER ALLGEMEINE ZEITUNGe
„. . . Die elnnen-Dekoratione ist heute die
Führerin im gesamten Gebiete der Wohnkultur,
und ihr wird es zu danken sein, wenn die deutsche
Wohnkultur vorbildlich wird, die Welt
be-
herrscht. Die Ausführung der Abbildungen ist das
Beste, was auf diesem Gebiete bisher geleistet
wurde.‟ „RUNDscHAU PÜR TECHMik UND wiRrscHAFT‟
„. . . Die elnnen-Dekoratione hat ihre Stärke
in einem großartigen Bildmaterial, mit dem sie
alle ähnlichen Zeitschriften überbietet. Jede
Nummer bringt wahre Prachtaufnahmen von
Innenräumen.‟
„ScHAUEN UND ScHAFFENe
„. . . Die elnnen-Dekoratione mag in der Tat
als das Beste gelten, was auf diesem Gebiete
besteht.‟
SCAROLUS--ANTWERPEN
„. . . Ein vorzüglicher Wegweiser, . .
un-
entwegt bestrebt, höhere Aufgaben zu verfolgen
und alle seinem Wirkungskreis zugänglichen
Werte zu sichern.‟ „ST. PETERSBURGER ZEITUNGe
„. . . Eine vortrefflich geleitete und in Bezug
auf Ausstattung geradezu mustergültige
Zeit-
schrift.
„NEUE ZÜRICHER ZEITUNGe
„. . . Indispensable aux hommes de métier,
utile et intéressante pour tous, cette revue voit
à juste titre s'accroitre tous les jours sa vogue.‟
„LINDEPENDANCE BELGEé-BRÜSSEI.
„. . . Ein Werk, das eine führende, oder
richtiger gesagt, die führende Stellung auf dem
Gebiet der Wohnungskunst einnimmt.‟
DDER DEUrscHE CORRESPONDENTe-BALTIMORE
„. . . sumptuously illustrated with
photo-
gravures in the highest style of art . . .
„JAPAN DAILV HERALD-
„. . . Mit an der Spitze der Bewegung
mar-
schiert die olnnen-Dekoratione mit ihren
glänzen-
den IIlustrationen, die Kunstwerke an und für
sich sind . . . unerschöpflicher Reichtum von
Anregungen . . . Ihr ist längst neidlos eine
führende Rolle zugestanden . . .
„DEUrscHE ZEITUNGs-PORTO ALEGRE
Sepiaton-Beilagen und Farbdrucken. Preis: Ganzjährlich M. 20.−. (Ausland Portozuſchlag)
[ ← ][ ][ → ] DEE
SStickEREl-ZETUHG
unD SPIIZEH-REVUIEe
IMURTEILE DER IN- UND AUlSLANDiScHEH PRESSE:
„Alexander Koch’s SStickerei-Zeitung und
Spitzen-Revues läßt das verdienstvolle Bestreben,
die Leser mit dem Besten aufdem Gebiete dauernd
auf dem laufenden zu erhalten, erkennen. Es
ist gewissermaßen der Pulsschlag des gesamten
Stickereiwesens hier zu spüren. . . Nicht allein
in den Geschäftskreisen der Branche, sondern
auch jeder kunstliebenden und kunstgewandten
Frau unentbehrlich. Jedes Heft ist ein lebendiger
Quell neuer Anregungen.‟ „LEIPZIGER TAGEBLATTe
„Die „Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revuee
darf mit Recht das Verdienst für sich in Anspruch
nehmen, als einziges Spezialorgan an der Hebung
dieses Gebietes erfolgreich mitgearbeitet, ja die
Wiedereinbürgerung der künstlerischen Frauen-
Handarbeit in Heim und Mode in erster Linie
mit angebahnt zu haben.‟ „DIE ERAUS-BERLIN
„. . . Die bekannte erfolgreiche Vorkämpferin
für die Wiedereinbürgerung künstlerischer
Frauenhandarbeit.‟ „ERANKEURTER NACHRICHTENe
„. . . Prächtige Abbildungen von Arbeiten
bedeutender Künstler und Künstlerinnen,
ge-
diegene, der Form und dem Inhalt nach gleich
hochstehende Textbeiträge bewährter
Schrift-
steller sind die von der „Stickerei-Zeitungs
ge-
brauchten Mittel. . . Die vornehm ausgestattete
Zeitschrift legt weder der Fachmann noch der
Laie, vor allem nicht die kunstliebende und
kunstgewandte Frau aus der Hand, ohne daraus
Genuß und Anregung geschöpft zu haben.‟
SCHEMNITZER TAGEBLATTe
. . . Man kann unseren kunstliebenden
Damen diese einzigartige Revue immer wieder
empfehlen. — Wer mit der wiedererwachenden
reichdekorativen neuzeitlichen Ornamentik
Schritt halten will, wird aus der „Stickerei-
Zeitungs wertvolle Anregung schöpfen können.‟
„HAMBURGiscHER CORRESPONDENTe
„. . . Die prächtigen Abbildungen lassen
erkennen, welch kräftige Saat im Aufblühen
„PRANKISCHER KURIERe
begriffen ist. . ."
„. . . Wir können dieses ausgezeichnete
Spezialorgan unserer kunstliebenden Frauenwelt
immer wieder empfehlen. Der verdienstvolle
Herausgeber, Alexander Koch, erstrebt eine
Neu-
belebung der künstlerischen Frauen-
Hand-
arbeiten. Die =Stickerei-Zeitungs erfüllt eine
Kulturarbeit, und sie wird der deutschen Hausfrau
mehr Nutzen zuführen als manches emanzipierte
Überspringen in Tätigkeiten, die nun einmal nicht
der Frau gehören.‟
FREIBURGER TAGBLATTe
„. . . Wer das Gute und Beste auf diesem
wichtigen Gebiet kennen lernen und ausführen
will, dem sei die =Stickerei-Zeitung und Spitzen-
Revue‟, der alle bedeutenden Künstler und
Künstlerinnen der neuen Richtung als Mitarbeiter
angehören, hier als sicherster Führer empfohlen.‟
ScAsSELER TAGBLATTE
„. . . Überaus sorgfältige Auswahl . . Es
ist sehr verständlich, daß jüngst eine im hohen
Norden wohnende Frau mir schrieb: Die
Darm-
städter =Stickerei-Zeitungs bringt mir Nutzen, als
ob ich einen jahrelangen Handarbeitskursus
durchmache . .
„NORDDEUTScHE ALLGEMEINE ZEITUNGe
„. . . Die vornehme Zeitschrift verdient das
Interesse all der Frauen, die mit Nadel und
Faden zaubern wollen und damit zu erfreuen
verstehen. Sie hat ihre Aufgabe bis jetzt mit
einzigartigem Erfolg gelöst.‟
SMANNHEIMER TAGBLATTe
„. . . Trotz der reizvollen Ausstattung und
dem mustergültigen Druck ein überaus billiger
Preis. Diese Zeitschrift, die sich in gleicher
Weise an Private, wie an Künstler und
Fach-
leute wendet, und die allen etwas bietet . . .
STRASSBURGER POSTe
„. . . Entspricht den höchsten Ansprüchen
an Mannigfaltigkeit, Reichhaltigkeit und
sorg-
same künstlerische Auswahl der Vorbilder.‟
„REICHENBERGER DEUTScHE VOLKSZEITUNGe
„. . . Vorzügliche Abbildungen, . . . die besten
Arbeiten, . . . nutzbringend für eine weitere
künstlerische Entwickelung der Stickerei und
Spitzenkunst.‟
SBROSSELER ZEITUNGe
„. . . Die vornehme, für echt künstlerische
Handarbeit werbende Zeitschrift eignet sich als
ebenso wertvolle wie ansprechende Gabe für
kunstsinnige Frauen und Mädchen.‟
„BERNER TAGBLATTe
„Die =Stickerei-Zeitunge ist mit dem
präch-
tigen, reichen Bildmaterial und den anregenden
Artikeln vielen Frauen und Mädchen höchst
erwünscht.‟
„ST. PETERSBURGER ZEITUNGe
Jährlich 12 Heſte mit über 1000 abgebild. Handarbeiten verſchiedener Techniken. Preis: Vierteljährl. M. 2.50
[ ← ][ ][ → ] ALENANDER KOCH's HANDBUCHER
NEUZEITLICHERWOHNUNGsKUIl TUR
BlSHER ERSCHIENEN: BAND SScHLAFZIMMERL, BAND„HERRENZIMMER:
BAND SSPEISEZIMMERL. — WElTERE BANDE ERSCHEINEN.
EINIGE NEUESTE PRESSE-URTEIIE:
„. . . Der verdienstvolle Herausgeber
ver-
einigt in beiden Bänden eine stattliche Anzahl
von fast durchweg mustergültigen
Zimmerein-
richtungen, die dem wachsenden guten deutschen
Geschmack ein gutes Zeugnis ausstellen. . . .
Eine schier unerschöpfliche Fülle künstlerischer
Anregungen. . . Man wird die erquickliche
Grundstimmung des Ganzen mit lebhafter Freude
begrüßen. Wie alle Kochschen
Veröffentlich-
ungen, darfman dem modernen Kulturmenschen
die beidenneuen Bände eindringlich empfehlen.‟
„DEUrscHE TAGESZEITUNGe-BERLIN
„. . . Eine reiche Folge des Besten, das
unsere Künstler in den letzten zehn Jahren auf
den Markt gebracht haben. Die Dienste des
-Handbuchese werden dreifacher Art sein: die
eines Ratgebers für Private, die eines
An-
regers für Handwerker und Architekten, die
eines Repertoriums, eines Nachschlagebuches
für alle, welche am neuen Kunstgewerbe
historisch oder ästhetisch interessiert sind. . . .
Es ist allgemeines deutsches Formgut, es ist
neuer deutscher Geist in dem glänzendsten
seiner Siege.‟ „NÜNCHENER NEUESTE NAcHRlCHTENe
„. . . Diese Handbücher geben eine Art
Synthese der Bestrebungen zur
Wohnungs-
reform. . . Eine geschmackvolle Vorführung der
Resultate, die als typisch und bleibend bezeichnet
werden können.‟
„BERLINER TAGEBLATIe
„Der Band =Schlafzimmere ist eine Auswahl
des Allerbesten, was in den letzten Jahren
geleistet wurde. Niemand wird das inhaltsreiche
Sammelwerk unbefriedigt und unberaten aus der
Hand legen. Das Buch ist ein erstklassiger
Bei-
trag für die Geschichte unseres kulturellen
Wohnens und ein glänzendes Zeugnis für die
hohe Leistungsfähigkeit aller dafür Tätigen. . ."
„BERGiscH-MARKIScHE ZEITUNGé-ELBERFELD
„. . . Der Band =Schlafzimmers ist ein
aus-
gezeichnetes Nachschlagewerk . . Das Studium
dieser Zimmereinrichtungen führt zur Schulung
des künstlerischen Urteils;seines erzieherischen
Wertes wegen ist dem Buche weiteste
Ver-
breitung, namentlich auch in Nicht-Fachkreisen
zu wünschen. . .‟ „DEUTscHER RElcHsANZElGER-
„. . . Ein solches Sammelwerk gewinnt den
Wert eines leicht übersichtlichen
Kulturdoku-
mentes. Einsolches liegt hier vor in Abbildungen,
die beweisen, daß die Kochsche Anstalt von
keiner der Welt in der Technik der Wiedergabe
übertroffen wird. . . Das prächtige Buch kann
mit Beifall begrüßt und namentlich
Heirats-
lustigen und Eigenheimbegründern warm
emp-
fohlen werden. . .
AGLicHE RURDschAUe
„. . . Man ist erstaunt über die
Mannigfaltig-
keit, die hier erreicht worden ist. . . nur die
künstlerisch bemerkenswerten und anregenden
Gestaltungen wurden vermerkt und damit ein
zuverlässiger Ratgeber geboten.‟
„FRANKFURTER ZEITUNGa
„. . . Wer eine Mustersammlung praktischer
und schöner Herrenzimmermöbel kennen lernen
möchte, der durchblättere Alexander Kochs-
Hand-
buch neuzeitlicher Wohnungskulturs; der Band
Herrenzimmers bringt eine Fülle trefflicher
Einzelstücke und noch mehr mustergültige
Raumorganisationen.‟ S0BER LAND UND MEERe
„. . . Der Band =Herrenzimmers, bildet eine
wesentliche Bereicherung der Fachliteratur.
Schier endlos ist die Reihe der Entwürfe, und
unter den Künstlern findet man die ersten Namen.
Das „Geschmackvollste vom Geschmackvollen‟
ist das Leitmotiv, .. Anschaffung kann warm
emp-
fohlen werden.‟ „STAATSBORGER-ZEITUNGe-BERLIN
„. . . Der Band =Herrenzimmers gibt eine
Auslese des Besten, was Geschmack und
Zweck-
mäßigkeit bisher geschaffen haben. Künstler von
höchstem Ansehen und ausgesprochenem
Kön-
nen wurden berücksichtigt, den verschiedensten
Ansprüchen wurde Rechnung getragen. . . ein
Buch, nicht nur für Fachmänner, sondern —
und das nicht in letzter Linie — auch für den
Laien.‟
SCHEMNITZER TAGEBLATTC
„. . . Der Band „Speisezimmers enthält eine
Sammiung des Allerbesten, was in den letzten
Jahren die bedeutendsten deutschen Künstler
er-
sonnen haben. . . Das Studium des Buches ist
ein vorzügliches Mittel zur Bildung des
Ge-
schmackes. Künstlern und Konsumenten wird
es gleichen Nutzen bringen.‟ „RIGAER TAGEBLATTe
chlafzimmer 308 IIIuſtr., M. 10.—, Bd. Herrenzimmer 261 IIIuſr., H. 10.—, Bd. Speisezimmer 330 IIIustr. M. 12.-
[ ← ][ ][ → ] DlE
SSTickEREl-ZETTUHG
unD SPITZEN-REVUE:
IM URTEILE DER IN- UND AulsLANDIscHEH PRESSE:
„Alexander Koch’s SStickerei-Zeitung und
Spitzen-Revues läßt das verdienstvolle Bestreben,
die Leser mitdem Besten auf dem Gebiete dauernd
auf dem laufenden zu erhalten, erkennen. Es
ist gewissermaßen der Pulsschlag des gesamten
Stickereiwesens hier zu spüren. . . Nicht allein
in den Geschäftskreisen der Branche, sondern
auch jeder kunstliebenden und kunstgewandten
Frau unentbehrlich. Jedes Heft ist ein lebendiger
Ouell neuer Anregungen.‟ „LEIPZIGER TAGEBLATTe
„Die „Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revues
darf mit Recht das Verdienst für sich in Anspruch
nehmen, als einziges Spezialorgan an der Hebung
dieses Gebietes erfolgreich mitgearbeitet, ja die
Wiedereinbürgerung der künstlerischen Frauen-
Handarbeit in Heim und Mode in erster Linie
mit angebahnt zu haben.‟ „DIE ERAUS-BERLIN
„.. . Die bekannte erfolgreiche Vorkämpferin
für die Wiedereinbürgerung künstlerischer
Frauenhandarbeit.‟ SERANKFURTER NACHRICHTENe
„. . . Prächtige Abbildungen von Arbeiten
bedeutender Künstler und Künstlerinnen,
ge-
diegene, der Form und dem Inhalt nach gleich
hochstehende Textbeiträge bewährter
Schrift-
steller sind die von der „Stickerei-Zeitunge
ge-
brauchten Mittel. . . Die vornehm ausgestattete
Zeitschrift legt weder der Fachmann noch der
Laie, vor allem nicht die kunstliebende und
kunstgewandte Frau aus der Hand, ohne daraus
Genuß und Anregung geschöpft zu haben.‟
SCHEMNITZER TAGEBLATTe
„. . . Man kann unseren kunstliebenden
Damen diese einzigartige Revue immer wieder
empfehlen. — Wer mit der wiedererwachenden
reichdekorativen neuzeitlichen Ornamentik
Schritt halten will, wird aus der „Stickerei-
Zeitungs wertvolle Anregung schöpfen können.‟
„HAMBURGIScHER CORRESPONDENTe
„. . . Die prächtigen Abbildungen lassen
erkennen, welch kräftige Saat im Aufblühen
„PRANKIScHER KURIERe
begriffen ist. . .
.. . Wir können dieses ausgezeichnete
Spezialorgan unserer kunstliebenden Frauenwelt
immer wieder empfehlen. Der verdienstvolle
Herausgeber, Alexander Koch, erstrebt eine
Neu-
belebung der künstlerischen Frauen-
Hand-
arbeiten. Die =Stickerei-Zeitungs erfüllt eine
Kulturarbeit, und sie wird der deutschen Hausfrau
mehr Nutzen zuführen als manches emanzipierte
Überspringen in Tätigkeiten, die nun einmal nicht
der Frau gehören.‟
„FREIBURGER TAGBLATTe
„. . . Wer das Gute und Beste auf diesem
wichtigen Gebiet kennen lernen und ausführen
will, dem sei die „Stickerei-Zeitung und Spitzen-
Revue‟, der alle bedeutenden Künstler und
Künstlerinnen der neuen Richtung als Mitarbeiter
angehören, hier als sicherster Führer empfohlen.‟
ScAsSELER TAGBLATTe
„. . . Überaus sorgfältige Auswahl . . Es
ist sehr verständlich, daß jüngst eine im hohen
Norden wohnende Frau mir schrieb: Die
Darm-
städter =Stickerei-Zeitunge bringt mir Nutzen, als
ob ich einen jahrelangen Handarbeitskursus
durchmache .
ONORDDEUrscHE ALLGEMEINE ZEITUNGe
„. . . Die vornehme Zeitschrift verdient das
Interesse all der Frauen, die mit Nadel und
Faden zaubern wollen und damit zu erfreuen
verstehen. Sie hat ihre Aufgabe bis jetzt mit
einzigartigem Erfolg gelöst.‟
SMANNHEIMER TAGBLATTe
„. . . Trotz der reizvollen Ausstattung und
dem mustergültigen Druck ein überaus billiger
Preis. Diese Zeitschrift, die sich in gleicher
Weise an Private, wie an Künstler und
Fach-
leute wendet, und die allen etwas bietet . . .
„STRASSBURGER POSTe
„. . . Entspricht den höchsten Ansprüchen
an Mannigfaltigkeit, Reichhaltigkeit und
sorg-
same künstlerische Auswahl der Vorbilder.‟
„REICHENBERGER DEUrscHE VOLKSZEITUNGe
„. . . Vorzügliche Abbildungen, . . . die besten
Arbeiten, . . . nutzbringend für eine weitere
künstlerische Entwickelung der Stickerei und
Spitzenkunst.‟
SBRÜSSELER ZEITUNGe
„. . . Die vornehme, für echt künstlerische
Handarbeit werbende Zeitschrift eignet sich als
ebenso wertvolle wie ansprechende Gabe für
kunstsinnige Frauen und Mädchen.‟
„BERNER TAGBLATTe
„Die =Stickerei-Zeitungs ist mit dem
präch-
tigen, reichen Bildmaterial und den anregenden
Artikeln vielen Frauen und Mädchen höchst
erwünscht.‟
„ST. PETERSBURGER ZEITUNGe
Jährlich 12 Heſte mit
d. Handarbeiten verſchiedener Techniken, Preis: Vierteljährl. M. 2.50
ALEXANDERKOCH's HANDBUCHER
NEUZEIILICHER WOHlNUHGsKULTUR
BlSHER ERSCHIENEM: BAND SSCHIAEZIMMERL, BAND „HERRENZIMMER:
BADD SSPEISEZIMMERL. — WElTERE BANDE ERSCHEINEN.
EINIGE NEUESTE PRESSE-URTEILE:
„. . . Der verdienstvolle Herausgeber
ver-
einigt in beiden Bänden eine stattliche Anzahl
von fast durchweg mustergültigen
Zimmerein-
richtungen, die dem wachsenden guten deutschen
Geschmack ein gutes Zeugnis ausstellen. . . .
Eine schier unerschöpfliche Fülle künstlerischer
Anregungen. . . Man wird die erquickliche
Grundstimmung des Ganzen mit lebhafter Freude
begrüßen. Wie alle Kochschen
Veröffentlich-
ungen, darfman dem modernen Kulturmenschen
die beidenneuen Bände eindringlich empfehlen.‟
„DEUrscHE TAGESZEITUNGe-BERLIN
„. . . Eine reiche Folge des Besten, das
unsere Künstler in den letzten zehn Jahren auf
den Markt gebracht haben. Die Dienste des
-Handbuchese werden dreifacher Art sein: die
eines Ratgebers für Private, die eines
An-
regers für Handwerker und Architekten, die
eines Repertoriums, eines Nachschlagebuches
für alle, welche am neuen Kunstgewerbe
historisch oder ästhetisch interessiert sind. . . .
Es ist allgemeines deutsches Formgut, es ist
neuer deutscher Geist in dem glänzendsten
seiner Siege.‟ „MÜNcHENER NEUESTE NACHRICHTENa
„. . . Diese Handbücher geben eine Art
Synthese der Bestrebungen zur
Wohnungs-
reform. . . Eine geschmackvolle Vorführung der
Resultate, die als typisch und bleibend bezeichnet
werden können.‟
„BERLINER TAGEBLATTe
„Der Band =Schlafzimmers ist eine Auswahl
des Allerbesten, was in den letzten Jahren
geleistet wurde. Niemand wird das inhaltsreiche
Sammelwerk unbefriedigt und unberaten aus der
Hand legen. Das Buch ist ein erstklassiger
Bei-
trag für die Geschichte unseres kulturellen
Wohnens und ein glänzendes Zeugnis für die
hohe Leistungsfähigkeit aller dafür Tätigen. . ."
„BERGiscH-MARKiScHE ZEITUNG--ELBERFELD
„. . . Der Band =Schlafzimmers ist ein
aus-
gezeichnetes Nachschlagewerk . . Das Studium
dieser Zimmereinrichtungen führt zur Schulung
des künstlerischen Urteils;seines erzieherischen
Wertes wegen ist dem Buche weiteste
Ver-
breitung, namentlich auch in Nicht-Fachkreisen
zu wünschen. . ." „DEUrscHER RElcHsANZElGERe
„. . . Ein solches Sammelwerk gewinnt den
Wert eines leicht übersichtlichen
Kulturdoku-
mentes. Einsolches liegt hier vor in Abbildungen,
die beweisen, daß die Kochsche Anstalt von
keiner der Welt in der Technik der Wiedergabe
übertroffen wird. . . Das prächtige Buch kann
mit Beifall begrüßt und namentlich
Heirats-
lustigen und Eigenheimbegründern warm
emp-
fohlen werden. . ."
„TAGLicHE RURbscHAUe
„. . . Man ist erstaunt über die
Mannigfaltig-
keit, die hier erreicht worden ist. . . nur die
künstlerisch bemerkenswerten und anregenden
Gestaltungen wurden vermerkt und damit ein
zuverlässiger Ratgeber geboten.‟
SFRANKFURTER ZEITUNGe
„. . . Wer eine Mustersammlung praktischer
und schöner Herrenzimmermöbel kennen lernen
möchte, der durchblättere Alexander Kochs=
Hand-
buch neuzeitlicher Wohnungskulturs; der Band
Herrenzimmers bringt eine Fülle trefflicher
Einzelstücke und noch mehr mustergültige
Raumorganisationen.‟ S0BER LAND UND MEERe
„. . . Der Band =Herrenzimmere, bildet eine
wesentliche Bereicherung der Fachliteratur.
Schier endlos ist die Reihe der Entwürfe, und
unter den Künstlern findet man die ersten Namen.
Das „Geschmackvollste vom Geschmackvollen‟
ist das Leitmotiv, .. Anschaffung kann warm
emp-
fohlen werden.‟ „STAATSBÜRGER-ZEITUNGe-BERLIN
„. . . Der Band =Herrenzimmers gibt eine
Auslese des Besten, was Geschmack und
Zweck-
mäßigkeit bisher geschaffen haben. Künstler von
höchstem Ansehen und ausgesprochenem
Kön-
nen wurden berücksichtigt, den verschiedensten
Ansprüchen wurde Rechnung getragen. . . ein
Buch, nicht nur für Fachmänner, sondern —
und das nicht in letzter Linie — auch für den
Laien.‟
SCHEMNITZER TAGEBLATTe
„. . . Der Band =Speisezimmers enthält eine
Sammiung des Allerbesten, was in den letzten
Jahren die bedeutendsten deutschen Künstler
er-
sonnen haben. . . Das Studium des Buches ist
ein vorzügliches Mittel zur Bildung des
Ge-
schmackes. Künstlern und Konsumenten wird
es gleichen Nutzen bringen.‟ „RiGAER TAGEBLATTC
id. Schlafzimmer 308 IIluſtr., H. 10.—, Bd. Herrenzimmer 251 IIIuſtr., M. 10.—, Bd. Speisezimmer 330 IIustr. M. 12.−
[ ← ][ ] NEU-ERSCHEINUNC
DEk IDEAI.-TVpus EINER GARTENWOHNSTADT
SDIE MARGARETHENHOHE BEIESSEME
ERBAUTVON PROFESSOR GEORG METZENDORF
URTEILE DER PRESSE:
„. . . Mit einem ldeal-Typus der
Garten-
wohnstadt macht die von Hofrat Koch
heraus-
gegebene reich illustrierte Monographie „
Marga-
rethenhöhe bei Essen, erbaut von Prof. Georg
Metzendorfe bekannt. Die Erbauung der
Marga-
rethenhöhe bedeutet geradezu ein kulturelles
Ereignis in städtebaulicher, sozialer und
wirt-
schaftlicher Hinsicht. Die für die ethische und
physische Entwickelung breiter Volksschichten
so eminent wichtige Wohnungsfrage erfährt in
der MMargarethenhöhes eine endgültig
erschei-
nende praktische Lösung. Das prächtig
aus-
gestattete Buch darf der besonderen Beachtung
der gesamten Fachwelt, der Behörden, der
Bau-
genossenschaften, des Großunternehmertums,
sowie aller Freunde einergemeinnützigen
Wohn-
ungsfürsorge sicher sein.‟ „KARLSRUHER ZEITURGe
„. . . Das Buch macht in seiner prächtigen
Ausstattung dem Kochschen Verlage alle Ehre
und verdient der besonderen Beachtung der
gesamten Fachwelt empfohlen zu werden . . .
wird sich zunehmender Beliebtheit und
Wer-
tung erfreuen.‟ „WiENER BAUINDUSTRIE-ZEITUNGe
„. . . Die von Prof. Metzendorf erbaute
Gartenstadt hat in dieser sehr schön
ausgestat-
teten Publikation eine umfassende Darstellung
in Wort und Bild gefunden . . zeigt in ganz
außerordentlichem Maße die harmonisierende
Wirkung eines kraftvoll konzentrierten Bau-
und Zweckgedankens und einer einheitlich aus
einer begabten Individualität schaffenden
Künstler-
hand. . . Ergebnis moderner, liebevoll vertiefter
Bauweise. . . ein Bild einer idealen
Garten-
stadt, das nicht genug zur Betrachtung und auch
zur Nachahmung empfohlen werden kann.‟
SMÜNCHENER NEUESTE NACHRICHTENe
„. . . Die zahlreichen Abbildungen bringen
die Schönheit der Kolonie so recht zur Geltung.
Das Werk ist für jeden, der sich für die
moderne Wohnungsfürsorge interessiert, von
großem Wert.‟
„ESSENER VOLKS-ZEITUNGe
„. . . Die prachtvolle Monographie kann
durch die vornehme Ausstattung wie durch den
wertvollen Inhalt auf allgemeines Interesse
rechnen. Die glückliche Vollendung des Planes,
eine neue Stadt für Minderbemittelte zu schaffen,
ist eine Ruhmestat geworden, ein Vorbild,welches
auf Jahrzehnte hinaus wohl nicht mehr
über-
troffen werden wird. In der Wiedergabe der
Bilder, in Druck und Aufmachung ist die
Monographie eine buchtechnische
Muster-
leistung, die einen Ehrenplatz in der
zeitge-
nössischen Literatur behaupten wird.‟
PROF. Dr. VETTERLEIN IM SDARMSTADTER TAGBLATTe
Empfehlenswerte Literatur über Kunst, Kunstgewerbe u. Wohnungskultur:
Deutsche Kunst und Dekoration. IIlustrierte Monatshefte für Die Königlichen Hoftheater in Stuttgart. — Erbaut von
Malerei, Plastit, Architektur und Wohnungstunst, Gärten usn.
Proiessor Mar Litmann. Prachtwerit 30240 cm, mit 100 meist
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Neuestes Heft (außer Abonnement)
, „
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Probe-Quartal (3 reichillustr. Hefte) . . . . . M. 5. Die Praxis der Wohnungs-Reform von Gretzschel und
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Jahresbände in weißem Ganzleinenband . . je M. 30.−
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Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue, Illustrierte Monatshefte
band von 110 Seiten Text und 34 Bildertafeln, grau kart. M. 9.−
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Beutinger, E., Architekt: Arbeitsverträge für das Bau-
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