Darmstädter Tagblatt 1913


11. Juli 1913

[  ][ ]

Inſerate
Abonnemenkspreis
176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
wärts nehmen die Poſtämter u. die Ageu=
verbunden
mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Die Großherzogin von Heſſen traf geſtern zum
Beſuche des Prinzenpaares Heinrich in Kiel ein.
Die Hohenzollern ging am Mittwoch nachmittag
durch die Nordſee nach Bergen, wo ihre Ankunft bei
guter Fahrt am Donnerstag gegen Abend erfolgen
ſollte.
Der Reichstagsabgeordnete Domkapitular Kohl (Ztr.)
iſt, 62 Jahre alt, geſtorben.
Der Urheber des Attentats auf den König von Spanien,
Sanchez Allegro wurde zum Tode ver=
urteilt
.
Die Agence Havas meldet aus St. Petersburg: Bul=
garien
erklärte, es überlaſſe, um weiteres Blut=
vergießen
zu vermeiden, Rußland völlig, die Ein=
ſtellung
der Feindſeligkeiten herbeizu=
führen
.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Von Oeſterreich=Ungarns
Wehrmacht.

DW Die vollkommene Umwälzung der poli=
tiſchen
Verhältniſſe auf dem Balkan und
die äußerſt ungewiſſe politiſche Geſamtlage Europas
nachen es zur Pflicht, die militäriſche Schlagkraft un=
eres
Nachbarn und Verbündeten, Oeſterreich=Ungarns,
richt aus dem Auge zu laſſen. Daher iſt es zu begrüßen,
in der Juli=Nummer der Wehr ein Aufſatz aus der
Feder eines öſterreichiſchen Offiziers erſcheinen wird, der
ich über die Heeresſtärkung des Donaukaiſerſtaates äußert.
Wir geben nachſtehend bereits die wichtigſten Stellen
dieſes Aufſatzes wieder. Das Rekrutenkontingent wird
ich im Laufe der nächſten Jahre wie folgt ſtellen:

Jahr Gemeinſame Wehrmacht Landwehr Summe
Deſterreich Ungarn Oeſterreich Ungarn
78003 57997 20 715 17500 174215
1912
88327 65 673 22316 21500 197816
1913
23717
508217
1914
91482 68018 25018 25000 209518
1915
210510
26019
1916
1917)
. 26696 . . . . 211496
bis
1918)

Hierzu kommen noch die von Bosnien und der Herze=
owina
für die gemeinſame Wehrmacht und von Tirol
ind Vorarlberg für die öſterreichiſche Landwehr zu ſtel=
enden
Rekruten, dann die Erſatzreſerven des gemein=
amen
Heeres und der beiden Landwehren.
Die Dienſtpflicht dauert im allgemeinen 2 Jahre
ektiv und 10 Jahre Reſerve. Bei den berittenen Truppen
und einigen Truppenteilen der Fußtruppen beträgt die
Dienſtpflicht 3 Jahre, die Dienſtpflicht in der Reſerve
Jahre.
Nach gänzlicher Durchführung des neuen Heeres=
eſetzes
beträgt die Zahl der Rekruten rund 220000 Mann.
Sergleicht man nun die Friedensſtärke, die
Oeſterreich=Ungarn in Zukunft beſitzt,
64000 Mann, mit der zukünftigen des Deutſchen
Keiches von rund 820000 Mann, ſo zeigt ſich, daß jene
aſt um die Hälfte kleiner iſt. Der öſterreichiſche Offizier
ährt dann fort:
Entſprechend der Bevölkerungszahl der Monarchie
ind der gleichen Ausnützung der Volkskraft wie in
Deutſchland, müßte die Armee eine Friedensſtärke von
00000 Mann haben. Dies bedingt aber ein Rekruten=
ontingent
von 280000 Mann. Es müßte alſo eine neuer=
iche
Erhöhung desſelben um 60000 Mann erfolgen.
Hierzu iſt zu bemerken, daß nach den neueſten Be=
ichten
aus Oeſterreich in kurzem eine neue Heeres=
vorlage
zu erwarten iſt, durch die die Wehrmacht der
Donaumonarchie um weitere 50000 Mann verſtärkt wer=
en
ſoll (jährlich 15000 Rekruten für das gemeinſame
deer, 5000 Mann für die öſterreichiſche und 5000 Mann
ür die ungariſche Landwehr), ſo daß alſo vorausſichtlich
Oeſterreich=Ungarn in abſehbarer Zeit
uf ein ſtehendes Heer von rund 514000
Mann kommen und damit eine Stärke erreicht, die
denigſtens der Bevölkerungsziffer einigermaßen ent=
pricht
und ſo auch für uns das Bündnis mit Oeſterreich=
Inzarn wertvoller und nützlicher geſtalten würde.

Die Lage am Balkan.

O Vom Kriegsſchauplatze ſind geſtern Mel=
dungen
eingelaufen, die für die Bulgaren un=
günſtig
genug lauten; denn die Griechen ſollen Ser=
res
, die Serben Iſtip genommen haben, und die Heere
der beiden Gegner Bulgariens ſollen bereits in Fühlung
miteinander ſtehen. Unmittelbar beſtätigt ſind freilich
dieſe Meldungen zur Stunde noch nicht; mittelbar aber
ſpricht für ihre Richtigleit der Umſtand, daß die amt=
liche
bulgariſche Kriegsberichterſtattung vollſtändig ver=
ſtummt
iſt. Hieraus dürften für die militäriſche Lage
Bulgariens ungünſtige Schlüſſe abgeleitet werden. Es
kommt hinzu, daß das halbamtliche bulgariſche Re=
gierungsorgan
, der Mir, nunmehr mit einer längeren
Dauer des Krieges rechnet und zu geduldigem Abwarten
mahnt. Neben der Schweigſamkeit der offiziellen Kriegs=
berichterſtattung
Bulgariens deutet auch dieſe Tonart
mindeſtens auf ein Nachlaſſen des urſprünglichen Sieges=
bewußtſeins
der Bulgaren hin.
Da alſo die in Sofia erwarteten entſcheidenden Er=
folge
ausgeblieben ſind, iſt es doppelt auffällig, daß Bul=
garien
ſich immer noch nicht mit Rumänien verſtän=
digt
hat. Die Nachricht von einem bereits abgeſchloſſenen
bulgariſch=rumäniſchen Geheimabkom=
men
iſt natürlich eine ſenſationelle Falſchmeldung
und wird auch in diplomatiſchen Kreiſen ausdrücklich als
ſolche bezeichnet. Die Mobilmachung Rumäniens, die
Haltung der rumäniſchen Preſſe, die Verhandlungen zwi=
ſchen
Bukareſt und Sofia würden ſchlechthin unverſtänd=
lich
ſein, wenn beide Staaten insgeheim miteinander einig
wären. Auch die Tatſache, daß wegen der Erfolgloſigkeit
der direkten Verhandlungen zwiſchen Bukareſt und Sofia
nur durch öſterreichiſche Vermittlung verhandelt wird, be=
weiſt
ſehr deutlich, daß die beiderſeitigen Beziehungen
ſich bis aufs äußerſte zugeſpitzt haben. Anzeichen eines
Umſchwunges in der bulgariſchen Haltung, der eine Ver=
ſtändigung
mit Rumänien in Ausſicht ſtellen könnte, ſind
in diplomatiſchen Kreiſen auch heute nicht wahrgenom=
men
worden. Ob die Lage auf dem Kriegsſchauplatz die=
ſen
überaus wünſchenswerten Umſchwung herbeiführen
wird, bleibt abzuwarten.
Die Meldungen über ruſſiſche Mobiliſierungen
entbehren zwar noch der Beglaubigung, doch muß damit
gerechnet werden, daß Rußland, wenn Rumänien tief in
den neuen Balkankrieg eingreift, militäriſche Maßregeln
zu demonſtrativen Zwecken an der rumäniſchen Grenze
vornimmt. Schon mit Rückſicht auf die Möglichkeit einer
ſolchen Haltung Rußlands, das einerſeits Rumänien zur
Mobilmachung ermuntert hat, andererſeits ſein ſlawiſches
Herz wieder entdecken wird, falls die bulgariſchen Brüder
zu arg bedrängt werden, iſt von Frankreich eine Nicht=
interventions
=Erklärung der Mächte förm=
lich
nicht angeregt worden. Eine ſolche für alle Umſtände
abzugeben, iſt Oeſterreich=Ungarn aus begreif=
lichen
Gründen nach wie vor nicht in der Lage, und es
findet hierbei auch jetzt die Zuſtimmung ſeiner Bundes=
genoſſen
.
Der Petersburger Korreſpondent des Figaro will von
berufener Seite erfahren haben, König Ferdinand
habe durch den bulgariſchen Geſandten mitgeteilt, daß er
den für den Kampf an der ſerbiſchen Grenze verantwort=
lichen
General Sawow abgeſetzt und den formellen Be=
ſchluß
gefaßt habe, den brudermörderiſchen Krieg mit
Griechenland und Serbien nicht anzunehmen, weshalb er
auch ſeinen Armeen den Befehl erteilt habe, ſich auf der
ganzen Linie zurückzuziehen. Die ruſſiſche Diplo=
matie
habe infolgedeſſen ſofort eine energiſche Aktion
in Bukareſt, Athen und Belgrad unternommen,
um einen neuen Balkanbund mit Einſchluß Rumäniens
herzuſtellen. Rußland wirke auf Bulgarien ein, damit
dieſes alle von Rumänien verlangten Gebietskonzeſſionen
gewähre und den Serben und Griechen in Mazedonien
eine gemeinſame Grenze bewillige.
Hiernach ſcheint Bulgarien kriegsmüde zu
ſein.

Deutſches Reich.

Wählerliſten und Nachwahlen. Die
Wahlprüfungskommiſſion des Reichstages hat ſich bei der
Prüfung der Wahl des Abgeordneten v. Halem auch mit
der Frage beſchäftigt, ob bei einer Nachwahl, wenn für
ſie die für die Hauptwahl aufgeſtellten Liſten benutzt
werden, die in die Wählerliſten eingetragenen Perſonen
auch dann wahlberechtigt ſind, wenn ſie inzwiſchen ihren

Wohnſitz verlegt haben. Der Reichstag hat dieſe Frage
früher verſchieden beantwortet, und die Regierung ſteht
auf dem Standpunkt, daß ſie zu verneinen ſei, weil man
zwar Haupt= und Stichwahl als einen einzigen Wahlgang
auffaſſen könne, nicht aber die binnen Jahresfriſt ſtatt=
findenden
Erſatzwahlen, die nach dem Wortlaut des Ge=
ſetzes
und ihrer tatſächlichen Bedeutung Neuwahlen ſeien.
Die Kommiſſion des Reichstages hat indeſſen mit 12 gegen
2 Stimmen beſchloſſen, daß die in die Wählerliſten einge=
tragenen
Wähler bei einer Nachwahl zur Ausübung des
Wahlrechts auch dann berechtigt ſind, wenn ſie inzwiſchen
ihren Wohnſitz verlegt haben.
Die Bagdadbahnverhandlungen neh=
men
nach einer Meldung aus London einen befriedigen=
den
Verlauf. Die Beteiligung Deutſchlands an der Ti=
gris
=Schiffahrt in irgendeiner Form ſoll ſicher zu er=
warten
ſein. Laut Pall Mall Gazette iſt Lord Kitchener
nach Paris gekommen, um offiziell wegen Abſchaffung der
Kapitulationen in Aegypten zu verhandeln. England
ſcheint als Kompenſation ſeine Vorrechte in Marokko
aufgeben zu wollen, die es mit Deutſchland dort genießt.
Frankreich wünſcht, daß England als Vermittler auch
Deutſchland zur Aufgabe gewiſſer Vorrechte in Marokko
beſtimmt.
Der Entwurf über die Haftpflicht
der Eiſenbahnen iſt nach langwierigen Vorver=
handlungen
mit den Regierungsſtellen und den Vertre=
tern
des Verbandes deutſcher Lohnfuhrunternehmer und
des Vereins deutſcher Straßenbahn= und Kleinbahnver=
waltungen
endgültig abgeſchloſſen worden; er wird als
eine der erſten Vorlagen den Bundesrat im Herbſt be=
ſchäftigen
und im Winter dem Reichstage vorgelegt wer=
den
. Der Entwurf regelt die Haftpflicht von Perſonen=
und Sachſchäden.=Gemäß den Anträgen der Inter=
eſſenten
iſt in dem Entwurf unterſchieden zwiſchen
Bahnen mit eigenem Bahnkörper und Bahnen in Stra=
ßen
ohne beſonderen Bahnkörper. Für erſtere gelten im
allgemeinen die Beſtimmungen des Reichshaftpflichtge=
ſetzes
unter Berückſichtigung der beſonderen Verhältniſſe,
während für die Sträßenbahnen die Haftpflichtbeſtimmun=
gen
dem Automobilhaftpflichtgeſetz nachgebildet ſind. Für
die Straßenbahnen empfahl es ſich, die ziemlich ſchweren
Beſtimmungen des Reichshaftpflichtgeſetzes zu mildern,
da dieſe Bahnen eigentlich noch ſchlechter geſtellt ſind als
Automobile, die Zuſammenſtößen viel eher wie eine
Schienenbahn ausweichen können.
Zur Konkurrenzklauſel. Der Konkur=
renzklauſelgeſetz
=Entwurf iſt, wie gemeldet, bis zum
Herbſt vertagt worden. Der Bund der Induſtriellen hat
in einer erneuten Eingabe das Reichsjuſtizamt gebeten,
die Kompromißvorſchläge der Kommiſſion unbedingt ab=
zulehnen
und über die bisherigen Zugeſtändniſſe nicht
hinauszugehen.
Der Reichstagsabgeokdnete Kohl
(Zentr.), der den Wahlkreis Oberpfalz 3, Neumarkt, ver=
tritt
, iſt nach längerem Leiden in Eichſtätt geſtorben.
Ueber die Weiterführung des land=
wirtſchaftlichen
Unterrichts im Heere
haben ſowohl der Kriegsminiſter wie der Miniſter für
Landwirtſchaft kürzlich Verfügungen erlaſſen, in denen im
Gegenſatz zu Meldungen peſſimiſtiſcher Art betont wird,
daß die bisherigen Erfahrungen keineswegs die Annahme
rechtfertigen, daß die verſuchsweiſe eingeführten Unter=
richtskurſe
aufgegeben werden ſollten. Andererſeits
konnte auch noch nicht zu einem abſchließenden Urteil
darüber gelangt werden, ob die Einrichtung als eine
dauernde und obligatoriſche eingeführt werden ſoll. Der
landwirtſchaftliche Unterricht hat ſich nach den vorliegen=
den
Berichten inſofern günſtig entwickelt, als in den Gar=
niſonen
jetzt überall ein Zuſammengehen aller beteiligten
Faktoren zu erkennen iſt und auch auf eine planmäßige
Leitung des Unterrichts hingewirkt wird. Die Erfolge
ſind beſonders dort hervorgetreten, wo ſich die Landwirt=
ſchaftskammern
und Militärbehörden über die Erteilung
des Unterrichts eingehend verſtändigt haben. Feſtſtellun=
gen
darüber, ob der landwirtſchaftliche Unterricht auf die
Abwanderung vom Lande in günſtiger Weiſe eingewirkt
hat, ſind in poſitiver Form noch nicht vorhanden, da hier=
für
eine ſtatiſtiſche Ueberſicht notwendig iſt, die ſich auf
eine größere Zahl von Jahren erſtrecken muß.
Welfiſche Umtriebe. Der Vertrauensmann
des Herzogs von Cumberland, Freiherr von Schele= Sche=
lenburg
, hat, wie gemeldet, den Beſchluß der Verdener
welfiſchen Landesverſammlung an alle Reichstagsabge=
ordneten
geſandt. Erſchien der Nationallib. Korreſp. eine
Thronbeſteigung des Prinzen Ernſt Auguſt in Braun=
ſchweig
, die ja die Welfen nur verhindern wollen, als

[ ][  ][ ]

undenkbar, bis ein vollgültiger ſtaatsrechtlicher Verzicht
des Hauſes Cumberland auf Hannover vorliegt, ſo
ſchreibt jetzt auch die Kreuzztg.: Wir halten es für ganz
ausgeſchloſſen, daß der Bundesrat ſeine Zuſtimmung zur
Thronbeſteigung des Prinzen Ernſt Auguſt in dem Her=
zogtum
Braunſchweig gibt, ſolange das hannoverſche
Welfentum eine derartige, den inneren Frieden des Deut=
ſchen
Reiches gefährdende Agitation treiben darf. Sehr
richtig bemerkt der Dresdener Anzeiger: Die zuſtändige
Behörde für die Welfen iſt fortan nötigenfalls der Staats=
anwalt
, wenn ſie ihre Umtriebe fortſetzen.
Von den Arbeiterorganiſationen.
Nicht bloß der ſozialdemokratiſche Bergarbeiterverband
(von Anfang an Alter Verband genannt) hat in den
letzten Jahren abgenommen, ſondern auch die Mitglieder=
zahl
des Gewerkvereins chriſtlicher Bergarbeiter iſt ſeit
1911 bis 1912 von 84321 auf 77967 geſunken. Als Ur=
ſache
gibt der Bericht den verlorenen Streik im Ruhrge=
biet
an, der demnach ſowohl die ſtreikende wie die ar=
beitswillige
Organiſation ſchwer geſchädigt hat, und die
Vorgänge im Saarrevier bei den letzten Reichstagswah=
len
. Auf der Generalverſammlung des chriſtlichen Ge=
werkvereins
in Aachen hat man aber mit Recht auch die
geſpannten Beziehungen zwiſchen den verſchiedenen Or=
ganiſationen
als Grund des Rückſchritts genannt und
natürlich alle Schuld den anderen beigemeſſen. Es iſt in
der Tat ein Kampf aller Organiſationen gegen alle.
Freie und Chriſtliche haſſen ſich tödlich, Hirſch=
Dunckerſche und Polen ſtehen wieder den Chriſtlichen
feindlich gegenüber, aber ebenſo dem Alten Verbande!
Die Gewerkſchaftspreſſe der Bergarbeiter iſt mit An=
griffen
auf die anderen Organiſationen angefüllt, und ſo
zerfleiſcht man ſich gegenſeitig.
Feuerbeſtattung in Bayern. Das Oberſte
Landesgericht in München hat im Gegenſatz zu den bei=
den
Vorinſtanzen entſchieden, daß die oberpolizeilichen
Vorſchriften des Miniſteriums des Innern über die Lei=
chenverbrennung
rechtsgültig ſeien. Damit haben die Geg=
ner
der Feuerbeſtattung einen Erfolg davongetragen,
denn jene Vorſchriften laſſen die Feuerbeſtattung nur
unter allerlei Einſchränkungen zu.

Ausland.
Italien.

Die italiiſtiſchen Finanzen. In dem
Rechnungsjahr vom 1. Juli 1912 bis 30. Juni 1913 er=
reichten
die Staatseinnahmen aus den Stempel= und
Verbrauchsſteuern, den Staatsmonopolen, den direkten
Steuern, ſowie der Poſt=, Telegraphen= und Telephon=
verwaltung
2 193 451000 Lire und überſchritten damit den
Voranſchlag um 98 251000 Lire. Unter Berückſichtigung
der Mehrausgaben der Eiſenbahnverwaltung infolge der
Kohlenteuerung uſw. verbleibt noch ein Ueberſchuß von
98 Millionen Lire, der folgendermaßen verwandt wird:
4 Millionen auf Forſtverwaltung, 7 Millionen für den
Bau von Gebäuden für die Zentralverwaltungen in Rom,
42 Millionen für die Expedition nach Tripolis und der
Cyrenaika, 45 Millionen für Schiffsbauten. Bemerkens=
wert
iſt, daß bis zum 30. Juni die Koſten der libyſchen
Expeditionen mit 218 212000 Lire abſchließen. Im ab=
gelaufenen
Rechnungsjahr 1912/1913 wurden für Schiffs=
bauten
145 Millionen ausgeworfen, d. h. 50 Millionen
mehr, als die bisher höchſte Summe für das Jahr 1911/12
betrug. Eine Summe von nicht weniger als 145 Millionen
wird auch im Rechnungsjahre 1913/14 für Schiffsbauten
zur Verfügung ſtehen.

Frankreich.

Die Einſtellung der Zwanzigjährigen.
Der radikale Deputierte, der ehemalige Miniſter Puech,
kündigt an, daß er den von ihm eingebrachten Zuſatzan=
trag
auf Einſtellung der Zwanzigjährigen trotz des geſtri=
gen
Beſchluſſes des Heeresausſchuſſes aufrecht erhalten
und wahrſcheinlich in der Kammer begründen werde.
Er erklärte einem Berichterſtatter, daß ſein Zu=

ſatzantrag unter den Deputierten zahlreiche Anhänger
finden werde. Der Beſchluß des Heeresausſchuſſes habe
zwar auf die Kammer zweifellos großen Eindruck ge=
macht
, aber da die Regierung kaum die Vertrauensfrage
ſtellen werde, halte er ſeinen Antrag durchaus nicht für
ausſichtslos.

England.

Die engliſchen Seemanöver. Am 8. d. M.
haben die größten Seemanöver einer Kriegsflotte vor
Englands Küſte begonnen. Wie ſchon gemeldet, nehmen
an den Manövern der engliſchen Flotte in dieſem Jahre
23 Admirale und 346 Kriegsſchiffe teil. Intereſſant iſt,
daß man das Kommando der britiſchen (blauen) Flotte
einem der erſten Strategen Englands, Admiral Sir Cha=
laghan
, übergab, während die feindliche (rote) Flotte
von Vizeadmiral Sir Jellicoe befehligt wird. Auch bei
den diesjährigen Manövern wird geprüft werden, ob die
engliſche Flotte imſtande iſt, einen drohenden Einfall er=
folgreich
abzuweiſen und eine Beſetzung des Landes zu
verbüten. Die engliſchen Blätter heben hervor, daß die=
ſes
Problem von äußerſter Wichtigkeit iſt in Anbetracht
der Schwäche der engliſchen Territorialarmee. Wenn Sir
Jellicoé Erfolg hat, könnte die Regierung ſich darauf be=
rufen
, als einen Beweis für ihre Behauptung, daß die
Flotte einen genügenden Schutz für die Sicherheit Eng=
lands
darſtelle und daß die von den Unioniſten geforderte
Armeereform und Einführung der allgemeinen Wehr=
pflicht
nicht notwendig ſei. Schon in einem früheren
Jahre war dieſe Aufgabe geſtellt. Der Feind war da=
mals
Sir Chalaghan, während die Briten von dem Prin=
zen
Ludwig von Battenberg befehligt wurden. Dem an=
greifenden
Chalaghan gelang es damals, an der Küſte
von Yorkſhire einige Truppenbataillone zu landen. Als
eine beſondere Neueinrichtung bei den diesjährigen Ma=
növern
iſt zu erwähnen, daß auch zum erſten Male ein
ſchwimmender Aeroplanſchuppen auf dem Meere erſcheinen
wird, der drei Hydroplanen Platz bietet. Die Verwen=
dung
von Flugzeugen für die Manöver iſt im größten
Umfang gedacht.
Homerule im Oberhauſe. Lord Lans=
downe
kündigte an, daß er am 12. Juli bei der zweiten
Leſung der Homerulebill den Antrag ſtellen werde, daß
das Oberhaus ablehnen möge, mit der Erörterung der
Bill fortzufahren, bis die Wählerſchaft Gelegenheit gehabt
hätte, ihr Urteil über ſie abzugeben.

Spanien.

Aus Spaniſch=Marokko. Der Miniſterpräſi=
dent
Graf Romanones beſtätigte, daß Raiſuli beanſprucht
habe, von Deutſchland den dritten Grad des Schutzes für
marokkaniſche Eingeborene in Geſtalt des Senſalmocholats
zu erhalten. Es handle ſich keineswegs um eine unbe=
deutende
Angelegenheit, noch laſſe Spanien den Gegen=
ſtand
außer acht. Solange Raiſuli ſeine mit Spanien noch
auszugleichende Rechnung nicht abgeſchloſſen habe, könne
er keinerlei Vorzugsſtellung genießen und es fänden hier=
über
mit Deutſchland Verhandlungen ſtatt.
* Paris, 10. Juli. Zu der Angelegenheit eines
Fremdenlegionärs Hans Müller, der nach
Angaben deutſcher Blätter durch einen Willkürakt des vor=
geſetzten
Offiziers kürzlich erſchoſſen worden ſein ſoll,
bringt der Matin eine offenbar auf Mitteilung des fran=
zöſiſchen
Kriegsminiſteriums beruhende Darſtellung, wo=
nach
ein am 22. Juli 1890 in Zürich geborener Hans Mül=
ler
am 12. September 1910 vom Kriegsgericht in Udſchda
wegen Deſertion vor dem Feinde und Verleitung mehrerer
Kameraden zur Deſertion auf Grund der Artikel 238 und
241 des Militärſtrafgeſetzbuches zum Tode verurteilt wor=
den
ſei. Dieſer Hans Müller ſei auch innerhalb der vor=
ſchriftsmäßigen
vier Tage nach der Urteilsfällung er=
ſchoſſen
worden. Von einer Begnadigung durch den
Präſidenten der Republik könne ſchon deshalb keine Rede
geweſen ſein, weil im Krieg und im Falle einer Fahnen=
flucht
vor dem Feinde die Entſcheidung des Kriegsgerichts
unverzüglich vollſtreckbar ſei. Die Liberté verlangt, die
franzöſiſche Regierung ſolle jene deutſchen Blätter, welche
Säe

trotz des Dementis des franzöſiſchen Kriegsminiſteriums
ihre Erzählungen von der Hinrichtung des Fremden=
legionärs
Hans Müller aufrecht erhalten, ſtrafrechtlich ver=
folgen
oder wenigſtens verbieten.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 10. Juli.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die Groß=
herzogin
empfingen am Mittwoch vormittag 10½ Uhr
im Jagdſchloß Wolfsgarten den Geheimerat Beſt. Abends
8 Uhr 10 Min. begaben ſich Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin mit dem Erbgroßherzog und dem
Prinzen Ludwig mit Gefolge zum Beſuch des
Prinzen und der Prinzeſſin Heinrich von Preußen nach
Kiel. (Darmſt. Ztg.)
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Martin Eiſenhauer aus Brensbach, Kreis Dieburg,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Langſtadt,
in demſelben Kreiſe; dem Schulamtsaſpiranten Heinrich
Oßwald aus Lich, Kreis Gießen, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Bad Nauheim, Kreis Friedberg.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg und dem Herrn Fürſten
und Grafen zu Erbach=Schönberg auf die erledigte erſtel
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Rimhorn,
Kreis Erbach, präſentierte Schulamtsaſpirant Friedrich
Krayer aus Aspisheim, Kreis Bingen, für dieſe Stelle
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Regierungsbaumeiſter Wilhelm Sieben=
zu
Saarbrücken zum Vorſtand eines Eiſenbahnbetriebe
amtes in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
mit Wirkung vom 1. Juli d. J. an.
* Militärdienſtnachricht. Henke, Oberleutnan=
im
Füſ.=Regt. von Gersdorff (Kurheſſiſches) Nr. 180,
unter Beförderung zum überzähligen Hauptmann in
das Inf.=Leibregt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117
verſetzt.
* Vom heſſiſchen Staatsſchuldbuch. In den Monaten
April/Juni 1913 ſind, lt. Darmſt. Ztg., im heſſiſchen
Staatsſchuldbuch weitere 1544600 Mark eingetragen wor=
den
. Für den 1. Juli 1913 ſtellt ſich danach die geſamg
Buchſchuld auf 88 302300 M. Beteiligt ſind hieran: Pri=
wate
mit 25975 200 M., Handelsfirmen mit 1 729000M.
Geſellſchaften und rechtsfähige Vermögensmaſſen mit
43 540500 M., nichtrechtsfähige Vermögensmaſſen mie
17057600 M. Nähere Auskunft über das Staatsſchuld=
buch
und ſeine Vorteile bietet das amtliche Merkblatt=für
das Großh. Heſſiſche Staatsſchuldbuch, das unentgeltlich
bei allen ſtaatlichen Behörden, ſowie bei den Bürger
meiſtereien und den Poſtämtern im Großherzogtum erho=
ben
werden kann. Der Erwerb einer Buchforderung
(geringſter Nennbetrag 100 M., bei den älteren Anleihen
200 M.) iſt ſehr einfach. Die anzulegende Geldſumme wir=
mit
entſprechendem Antrag bei einer der Großh. Lokal=
kaſſen
abgeliefert oder am Poſtſchalter auf das Poſtſcheck=
konto
der Großh. Hauptſtaatskaſſe (Nr. 17 Frankfurt a. M.. Im letztgenannten Falle empfiehlt es ſich,der
zugehörigen Antrag (Formular am Poſtſchalter!) unmit=
telbar
an das Großh. Staatsſchuldbuchbureau in Darm
ſtadt einzuſenden. Es genügt jedoch auch ein kurzer Ver=
merk
über die Beſtimmung des Geldes auf der Zahlkarte
Alles weitere beſorgt dann das genannte Bureau. Für
das Schuldbuch beſtimmtes Geld wird ferner auch von
der Landeshypothekenbank in Darmſtadt, von den ſeichs=
bankanſtalten
und Privatbankiers entgegengenmen.
Ebenſo vermitteln dieſe Stellen wie die Großh. Käſſer=
auch
den Schuldbucheintrag gegen Einlieferung von An
leihe=Stücken. Die Zinſen werden an den eingetragene=
Empfangsberechtigten 14 Tage vor der Fälligkeit nae
Wunſch des Gläubigers bezahlt: 1. in bar bei der Großl
Staatsſchuldenkaſſe in Darmſtadt, bei den übrigen Groß=
Kaſſen und bei der Reichsbank, 2. durch die Poſt entwede
durch unmittelbare Zuſendung an den Empfänger ode
durch Einzahlung auf ſein Poſtſcheckkonto, 3. durch Uebe=
weiſung
auf Girokonto des Empfängers bei der Reich=
bank
.
nn. Strafkammer I. In der geſtrigen Strafkammen
ſitzung wurden die Berufungsſachen gegen Emma Köt=
ting
von Darmſtadt wegen Diebſtahls und Mori=
Speyer von König wegen Beleidigung vor Eintri=
in
die Verhandlung zurückgenommen. Ein weiterer Fa=
betraf
den Arbeiter Philipp Eiſinger aus Mair=
wegen
Urkundenfälſchung. Dieſer hatte im Mai d. J.e
einen Franz Joſeph Horn hier ein Zahlungserſuchen m=
der
Unterſchrift des Thomas Eiſinger gerichtet und lie
ſich durch Vorzeigung einer Quittung den Betrag von 3,
Mark aushändigen. Nach Bekanntwerden der Tat e
griff er die Flucht und unterſchlug noch einen Betrag ve=

Ueber die Lyrik.
(Skizze.)

Es iſt nun einmal ſo: Wenn manche Leute nur das
Wort Dichten oder Gedicht hören, ſo wenden
ſie ſich meiſt mit überlegenem Lächeln ab. Iſt es eine
Ballade nun ja, da geht es noch; in ihr iſt wenigſtens
nicht nur Gefühl, in ihr iſt wenigſtens ein bißchen
Handlung, in ihr iſt wenigſtens ein bißchen Leben.
Aber für das rein lyriſche Gedicht hat man gar
wenig übrig. Man prägt kernige Worte dafür, wie Blöd=
ſinn
Gefühlsduſelei. Und damit iſt die Lyrik ab=
getan
.
Gewöhnlich kennen ja dieſe Menſchen den Begriff
Lyrik nur oberflächlich, und nach der Art der meiſten
Durchſchnittsmenſchen ſind ſie in ihren Aeußerungen oft
nur ſehr gelehrige Schüler ihrer Mitmenſchen. So ver=
urteilen
ſie ohne jede Ueberlegung das lyriſche Gedicht
und damit auch den Dichter, ohne von ihrem eigenen Ver=
ſtand
Gebrauch zu machen, wie einem Vorreiter folgend.
Andere wieder ſehen nur das Aeußere des
lyriſchen (ich meine ſelbſtverſtändlich guten lyriſchen)
Gedichtes, wie ſie ja auch ihr Leben auf Aeußerlichkeiten
aufbauen und danach einrichten. Es iſt daher ihrem
ganzen Selbſt zuwider, in dem lyriſchen Gedicht etwas
mehr als die gereimte Schilderung irgend eines Natur=
bildes
zu ſehen. Auch dieſe Menſchen verkennen das
Gedicht (und damit die Lyrik), können darum auch den
Dichter nicht verſtehen, der ſich in ſeinen Gedichten ſelbſt
der Welt gibt; und wenn ſie ihn nicht verſpotten, ſo wen=
den
ſie ſich doch mitleidig ab.
Sind aber nun dieſe Anſichten des Alltagsmenſchen
und des Aeußerlichkeitsmenſchen (wenn ich ſie ſo nennen
darf), ſind nun dieſe Anſichten über die Lyrik die rech=
ten
? Beſteht das lyriſche Gedicht wirklich nur aus ge=
reimten
und rhythmiſch zuſammengeſetzten Verszeilen?
Iſt es nur die Schilderung eines Naturbildes? Und
will uns der lyriſche Dichter wirklich nicht mehr geben?
Oder kann er es nicht?

Wenn er es nicht kann oder könnte, dann kann er auch
keinen Anſpruch darauf machen, mehr zu ſein wie ein
gewöhnlicher Sterblicher. Wenn er uns nur das zu bieten
vermöchte, was dieſe kurzſichtigen Menſchen erkennen,
dann wäre er wohl alles, nur nicht lyriſcher
Dichter.
Doch der wahre Lyriker kann uns immer mehr geben;
Gott ſei Dank!
Das ſieht jedoch nur der, der in das Weſen des
lyriſchen Gedichtes eindringt, ſich hineinverſenkt in die
unendliche Tiefe des Liedes und ſo das Gedicht nach ſei=
nem
wahren, echten Wert betrachtet.
Aber um das lyriſche Gedicht ſo auffaſſen zu können,
muß man vor allem Gefühl beſitzen, Gefühl für alles
Schöne, Erhabene, Edle Gefühl für die Natur. Nur
ein Menſch, der ſelber empfindet, wenn ein Lüftelein vor
Tag erwachet und auf ſeinen Schwingen ein Vöglein her=
anträgt
; nur ein Menſch, der ſelber im Herzen ein wild
Feuer trägt, und eine tiefe Sehnſucht, kann den lyriſchen
Dichter verſtehen, kann begreifen, mit welch himmelan=
ſtrebender
Begeiſterung manches lyriſche Gedicht ge=
ſchrieben
iſt.
Doch darf bei allem Gefühl, das uns der Dichter ſo
offenbart, der geſunde Menſchenverſtand nicht fehlen. Nur
Gefühlsmenſch ſein, heißt: Nicht in dieſer Welt leben.
Die Literaturgeſchichte bietet Beiſpiele genug, wie ſolche
Schwärmer ſtets unglücklich geendet ſind nach einem Leben,
das ſich traumhaft in einer fremden Welt der Ideen be=
wegte
; meiſt wurden ſie von ihren Mitmenſchen nicht ver=
ſtanden
; und Gram und Erbitterung raubten ihnen ſchließ=
lich
allen Lebensmut, die erſte Grundbedingung einer
geſichertensund geordneten Exiſtenz.
Und wie entſteht nun ein lyriſches Gedicht?
Es entſteht aus dem Herzen heraus und in der gebie=
tenden
Stunde. Es entſteht, wenn der Dichter durch die
Natur geht und in ihr aufgeht. Es entſteht, wenn der
Dichter Stimmung hat und die Welt ſtets blicket, wie ſie
iſt. Dann hämmert’s in ſeinen Adern, und dann glüht es
und pocht’s in ſeiner Bruſt. In ihm gehen und ſtürmen
Gedanken über Gedanken. Neue treten auf, vermiſchen
ſich mit den andern, oder verſchwinden wieder und machen

wieder andern Platz. Allmählich nur konzentrieren
ſich, nehmen beſtimmte Formen an, und einer tritt leu
tend vor die andern. Er wird Träger des Gefühls, un
ſo iſt der Grundſtein des lyriſchen Gedichtes gelegt. U
den Hauptgedanken ordnen ſich mühelos die Nebengeda=
ken
; das Ganze wird in Reime gekleidet, und das Gedi=
iſt
fertig . .
Und für wen iſt ein ſolch Gedicht beſtimmt? Etr=
für
den Einzelnen? Nein! Für uns alle! Nichtf
kranke Männer und hyſteriſche Frauen, wie ſiche
moderner Schriftſteller ausdrückt. Gewiß, er hat inſofe
Recht, als man mehr und mehr für alles etwas übrigh
nur nicht für die Lyrik. Und ohne Zweifel ſind
Menſchen grundverſchieden. Nicht jeder iſt empfängl
für die wunderbaren Feinheiten des lyriſchen Gedicht
Aber daß gerade kranke Männer und hyſteriſche Frau
bei ihren anormalen Zuſtand die Tiefen der Lyrikalle
faſſen ſollen, iſt geradezu lächerlich.
Die Dichter ſind doch im allgemeinen echte, wal=
Menſchen, und es iſt ihnen um ihre Sache ernſt, und
glauben daran.
Sollten nun ihre Werke darum von keinem vernünf=
Denkenden verſtanden werden?
Bei allem Eigenartigen und unter Umſtänden Ueb
natürlichen baut ſich ja auch das lyriſche Gedicht wie jei
andere im Kerne auf nach Regeln, die unbeſtritten ſi
Dies ſind Rhythmus, Symmetrie und Affinität; dieſell
Geſetze, die der größten Kunſt, der Natur, das Gepri
geben. Aber der Dichter darf nicht nur dieſe Geſetze
füllen, wie ſie vor ihm ſchon hundert andere erfüllt hab
Von ihm wird verlangt, daß er uns ſtets etwas Neu
etwas Anderes wie das, was da iſt, gibt von ihm r
langen wir, daß er urſprünglich, originell iſt.
Nur der originelle Dichter iſt der wahre,
betungswürdige Dichter; nicht der einfach talentierte,
nur Begabung beſitzt, dem aber das Talent nicht a
geboren wurde, nicht der Verſedrechſler.
Wenn man ſich über deſſen Lyrik luſtig macht,
Gott! Wer will es einem verübeln? Weiß doch ein ſole
Dichter nicht, wozu überhaupt ein Volk ſeine Dichter
Hch. F1
hat.

[ ][  ][ ]

97,50 Mark ſeinem Dienſtherrn. Der Angeklagte, der heute
ſeine Taten zugibt, erhält wegen ſchwerer Urkundenfälſch=
ung
mit Betrug 4 Wochen Gefängnis. Unter Anrechnung
der Unterſuchungshaft wird die Strafe als verbüßt er=
achtet
.
Weiter wurde verhandelt gegen den Steinhauermeiſter
Wilhelm Konrad, geboren am 6. November 1871 zu
Erbach i. Od., der im Herbſt 1911 auf dem Friedhof zu
Erbach durch verſchiedene Handlungen Aergernis erregt
haben ſoll. Bei der Verhandlung war die Oeffentlichkeit
ausgeſchloſſen. Das Urteil gegen denſelben lautete auf
4 Monate Gefängnis und Tragung der Gerichtskoſten.
nn. Kriegsgericht der 25. Diviſion. Der Sanitäts=
unteroffizier
Linck und der Unteroffizier Schrey vom
Feldartillerie=Regiment Nr. 84 hatten ſich heute wegen
Soldatenmißhandlung zu verantworten. Der Unteroffi=
zier
Schrey des zurzeit auf dem Truppenübungsplatz
kantonierten Feldartillerie=Regiments Nr. 84 hatte an
einem Samstag eine kräftige Bierreiſe durch die Kan=
tinen
des Truppenlagers unternommen und beſuchte auch
ein Tanzlokal, in dem ſich zirka 200 Mann der verſchie=
denen
Truppenteile der auf dem Uebungsplatz liegen=
den
Truppen am Tanz vergnügten. Sie trieben dort mit
den Mannſchaften verſchiedenen Unfug, und der Wirt er=
ſuchte
ſie, das Tanzlokal zu verlaſſen. Dem dieſen Auf=
trag
ausrichtenden Gefreiten M. vom 87. Infanterie= Re=
giment
ſchlug der hierüber erboſte Sanitätsunteroffizier
Lincke einen Bierkrug auf den Kopf, ſo daß der Gefreite
eine ſchwere Schädelverletzung davontrug. Nur ſeinem
harten Schädel iſt es zu verdanken, daß er heute noch
lebt. Der Wirt ſetzte hierauf die beiden Krakehler an die
Luft. Heute entſchuldigen ſie ihre Tat mit Trunkenheit.
Der Sanitätsunteroffizier Lincke erhielt 4 Wochen und
der Unteroffizier Schrey 2 Wochen Mittelarreſt.
Der Musketier Milch von der 7. Kompagnie des In=
fanterie
=Regiments Nr. 117 ſtand wegen Urlaubsüber=
ſchreitung
, Urkundenfälſchung und Betrugs vor den Ge=
richtsſchranken
. Er war im Juni längere Zeit beurlaubt,
machte ſich aber einer Urlaubsüberſchreitung ſchuldig, wo=
durch
ſein Urlaubspaß für Erlangung einer Eiſenbahn=
rückfahrkarte
ungültig wurde. Er fälſchte das Datum
und erhielt auf Grund dieſer Fälſchung eine Militärfahr=
karte
. Zu ſeiner Entſchuldigung gibt er heute an, daß er
glaubte, Urlaub bis zum 16. Juni zu haben, weil dieſer
Termin im Urlaubsbuch eingetragen war. Dazer im
Herbſt kapitulieren wollte, ſo habe er nur das Datum ge=
ändert
, um rechtzeitig bei ſeinem Truppenteil einzu=
treffen
. Der Anklagevertreter ſtellt feſt, daß außer Urkun=
denfälſchung
auch unerlaubte Entfernung vorliege, und
beantragt 3 Monate Gefängnis. Das Kriegsgericht
ſchenkt den Angaben des Musketiers M. wegen des beſſe=
ren
Fortkommens zum Truppenteil Glauben und verur=
teilt
ihn wegen Urlaubsüberſchreitung zu 12 Tagen Mittel=
arreſt
.
Der fortgeſetzten Kontrollentziehung hat ſich der Re=
ſerviſt
L. Czieſow aus Mainz ſchuldig gemacht, wo=
für
er ſchon mehrfach Strafen erhalten hat. Heute wird
er zu 2 Monaten Gefängnis, abzüglich 1 Woche Unter=
ſuchungshaft
, verurteilt.
Im Herbſt vorigen Jahres war der F. Nerge in
die 2. Kompagnie des Infanterie=Regiments Nr. 168 als
Erſatzrekrut eingeſtellt worden. Der Dienſt gefiel ihm
aber nicht und er ließ ſich heimlich ſeine Zivilkleider kom=
men
und verließ ſeinen Truppenteil, ſeine Uniform in
einer Ziegelei zurücklaſſend. Er reiſte dann unter falſchem
Namen, bis bei einem Diebſtahl, deſſen er fälſchlich
beſchuldigt wurde, die ganze Sache ans Licht kam. Bei
der heutigen Verhandlung erklärte er ſehr naiv, er habe
wieder kommen wollen‟. Er war bereits ſeit 3 Monaten
deſertiert. Wegen Fahnenflucht, Preisgabe von Dienſt=
ausrüſtungsgegenſtänden
und falſcher Namensführung
wird der Angeklagte heute zu 7 Monaten 1 Tag Gefängnis
und 2 Wochen Haft verurteilt und auf Verſetzung in die
zweite Klaſſe des Soldatenſtandes erkannt.
* Von der Techniſchen Hochſchule. Die von der
Abteilung für Elektrotechnik für das Studienjahr 1912/13
geſtellte Preisaufgabe iſt von den Studierenden Walter
Buckſath aus Alzen Kurt Riemenſchneider aus
Burg bei Magdeburg und Eduard Welter aus Stol=
berg
(gemeinſchaftliche Bearbeitung) mit Erfolg bear=
beitet
worden. Herrn Buckſath wurde der ausgeſetzte
Preis von 100 Mk., den Herren Riemenſchneider und
Welter wurden Preiſe von je 50 Mk. zuerkannt.

* Konzert. Man ſchreibt uns: Hugenſchütz’ Fel=
ſenkeller
. Heute Freitag enthält das Programm, wel=
ches
durch die Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61
unter Herrn Obermuſikmeiſter Webers Leitung zur Aus=
führung
gelangt, eine Abteilung Jag. Offenbachſcher
Werke. Zum Schluſſe gelangt ein neues Potpourri, wel=
ches
Herrn Hans Tod gewidmet und Ein Abend bei Hans
Tod betitelt iſt, zur Aufführung. Auch iſt der übrige
Teil des Programms dem Geſchmacke des Publikums an=
gepaßt
. (Siehe Anzeige.)

Der Ausſchuß der vereinigten Bezirks=
vereine

hielt am Mittwoch abend im Hotel Prinz Karl unter
dem Vorſitz des Herrn Sanitätsrats Dr. Kolb eine Sitz=
ung
ab, die außerordentlich gut beſucht war. Die Tages=
ordnung
bot überaus reiche Anregungen zur Diskuſ=
ſion
. Als erſter Punkt wurde über das Aufnahmegeſuch
des neugegründeten Bezirksvereins Nord=Oſt
verhandelt. Dieſe Angelegenheit, die ſchon einige Zeit
zur Behandlung ſteht, wurde in der vorletzten Sitzung
einem Unterausſchuß zur Bearbeitung überwieſen. Trotz
größter Mühe war es dieſem Unterausſchuſſe nicht mög=
lich
, eine Wiedervereinigung dieſer beiden Vereine zu er=
zielen
. Es entſpann ſich hierüber eine ausgiebige
Debatte. Trotzdem wurde kein endgültiger Ab=
ſchluß
erreicht, da dieſe Frage doch viel zu
wichtig iſt, darüber abzuſtimmen, ohne daß die
einzelnen Ausſchußmitglieder mit ihren Vereinsvor=
ſtänden
verhandelt hätten. Es wurden verſchiedene An=
träge
hierzu geſtellt, u. a. auch auf Vertagung der Ab=
ſtimmung
. Von einem Herrn des Martinsviertels wurde
vorgeſchlagen, die Vertagung anzunehmen, damit auch
der Martinsviertel=Verein eventuell in der Lage ſei, einen
Beſchluß in ausgleichendem Sinne faſſen zu können, natür=
lich
unter der Vorausſetzung, daß auch der neugegründete
Verein Nord=Oſt bereit ſei, für eine Wiedervereinigung
mitzuarbeiten. Der Antrag um Vertagung war um ſo
begründeter, als in dieſer Angelegenheit durchaus kein
übereilender Schritt getan werden darf, um nicht öfters
vor der Tatſache zu ſtehen, daß ſich aus irgendeinem
Grunde Mitglieder eines beſtehenden Bezirksvereins ab=
trennen
und in dem Bezirk des beſtehenden Bezirksver=
eins
einfach einen neuen gründen und alsdann verlan=
gen
, Delegierte zu dem Ausſchuß der vereinigten Bezirks=
vereine
zu ſenden. Auf der anderen Seite wurde wieder=
holt
zum Ausdruck gebracht, daß man die Freiheit, einen
Bezirksverein zu gründen, nicht einſchränken ſolle. An der
Debatte beteiligten ſich außer dem Herrn Vorſitzenden die
Herren Ehrhardt, Saeng, Gg. Kugel, Link, Sames,
Bornemann, Finger, Hedwig, Dr. Oſann, Kern, Bormet,
Hammann, Koch, Schmidt, Aßmuth. worauf der Antrag zur
Zurückſtellung faſt einſtimmig angenommen wurde.
Weiter wurde Punkt 3 der Tagesordnung bis auf wei=
teres
zurückgeſtellt.
Der gemeinſame Antrag des Martins= und Johannes=
viertel
=Vereins um Fortſetzung der elektriſchen
Bahn nach dem Riegerplatz brachte in der Art
eine gewiſſe Erregung in die Verſammlung, daß man
nun abermals, wie vor drei Jahren, vor den Stadtver=
ordnetenwahlen
ſtehe, wo der Herr Oberbürgermeiſter
für die alsbaldige Durchführung der Linie nach dem
Martinsviertel durch die Hochſchulſtraße, als auch bis
zum Riegerplatz entſprechende Verſprechungen machte, die
bis heute noch nicht zur Verwirklichung gekommen ſind.
Es wurden ſcharfe Worte gegen die Bürgermeiſterei hör=
bar
. Auch wurde von einigen Rednern die Art und
Weiſe, wie der Herr Oberbürgermeiſter die Frage der
elektriſchen Bahn in der Stadtverordnetenverſammlung
behandelte, gerügt. Ein Stadtverordneter erſucht, daß
der Ausſchuß dieſe Frage ganz energiſch behandeln möge.
Es wurde einſtimmig beſchloſſen, den Herrn Oberbür=
germeiſter
zu erſuchen, in der nächſten Verſammlung die=
ſen
Antrag zur Abſtimmung zu bringen, als auch die
hierzu beantragten Erweiterungen der Herren Stadtver=
ordneten
Aßmuth und Juſtizrat Dr. Oſann zwecks Durch=
führung
der Bahnlinie durch die Hochſchulſtraße und
ſchnellſte Eletrifizierung der Linie in der Frankfurter
Straße durch den Vorſitzenden formuliert werden und
dem Herrn Oberbürgermeiſter zwecks Aeußerung in der
Stadtveorrdnetenverſammlung zugehen ſollen.
Herr Rechnungsrat Götz referierte ſodann noch über
die im November d. J. erforderlich werdenden Stadtver=
ordneten
=Neuwahlen. Er hob hier die allgemeinen Ge=
ſichtspunkte
hervor, unter welchen die Wahlen im Inter=
eſſe
der Stadt zu geſchehen haben. Wegen der vorgerück=
ten
Zeit mußte ſich der Redner in ſeinen Ausführungen
ſehr beſchränken, doch fanden dieſe den allgemeinen Bei=
fall
der Anweſenden.
* Eberſtadt, 10. Juli. Man ſchreibt uns: Der von
der hieſigen Freiwilligen Sanitätskolonne
vom Roten Kreuz veranſtaltete Wohltätigkeits=
abend
nahm einen glänzenden Verlauf. Der geräumige
Saal und die Galerien des Schwanen waren bis auf den
letzten Platz gefüllt. Die Feſtrede hatte Herr Hauptmann
à la suite Lotheißen=Darmſtadt übernommen, und
hieß derſelbe die erſchienenen Gäſte im Namen der Frei=
willigen
Sanitätskolonne Eberſtadt herzlich willkommen.
Das Streichorcheſter Verein Zitherkranz hatte den muſi=
kaliſchen
Teil des Abends übernommen. Hierbei ſeien er=
wähnt
die Konzertſtücke des Zitherorcheſters, welche in
ſchöner und klangvoller Weiſe zu Gehör gebracht wurden
und lebhaften Applaus ernteten. Mit ſtürmiſchem Beifall

aufgenommen wurde das Violin=Solo des Violin= Virtuo=
ſen
Herrn Horan jun. nebſt Klavierbegleitung des Herrn
Pfeiffer. Der Geſangverein Frohſinn mit ſeiner ſtatt=
lichen
Sängerſchar ſang einige Lieder vortrefflich, die
ebenfalls großen Beifall fanden. Einen Glanzpunkt des
Abends bildeten die Lebenden Bilder mit Prolog. Es
wurden hier Bilder aus dem täglichen Leben wie auch ſol=
che
vom Felde der Schlacht vor Augen geführt. Die Spre=
cher
des Prologs, Herr Oehlenſchläger (als Krieg) und
Fräulein Gantenberg (als Rotes Kreuz) gaben den Le=
benden
Bildern durch gute Ausſprache und Betonung das
richtige Verſtändnis. Einen weiteren hervorragenden
Punkt des Programms bildete die Reckriege der
Turngeſellſchaft. Der humoriſtiſche Teil des Abends be=
ſtand
in einem Terzett und Duett, vorgetragen von Mit=
gliedern
der Kolonne. Nach Beendigung des reichhaltigen
Programms fand Tanz ſtatt.
Offenbach, 10. Juli. Eine Gasexploſion ereig=
nete
ſich geſtern abend gegen 8 Uhr in der Mittelſchule
in der Wilhelmſtraße, die zurzeit einer Renovierung unter=
zogen
wird. Als der 19jährige Spengler Schröder die
Gasleitungen abſuchte explodierte das ausſtrömende Gas.
Schröder trug erhebliche Brandwunden im Geſicht und
an den Armen davon; der Lehrling erlitt leichte Ver=
letzungen
.
Langen, 10. Juli. Die Schützen= Geſell=
ſchaft
Langen begeht am 20. Juli bis 3. Auguſt
die Feier ihres fünfzigjährigen Beſtehens.
Am 20. Juli beginnt das Jubiläumsſchießen, welches
zweifellos eine ungewöhnlich große Anziehungskraft in
Schützenkreiſen ausüben dürfte, indem das ehrenvolle
Geſchenk des Großherzogs von Heſſen und des Prinzen
Heinrich von Preußen den Schützen auf der Meiſter=
ſcheibe
winkt. Auf der Jubiläumsſcheibe wird der Ehren=
preis
der Stadt Langen zum Ausſchießen gelangen.
Auch die Bürgerſchaft Langen hat es ſich nicht nehmen
laſſen, die Schützen=Geſellſchaft Langen in hohem Maße
mit Geld= und Ehren=Geſchenken zu bedenken, um den
die Feier beſuchenden Schützen eine Freude zu bereiten
und dieſelben nicht leer ausgehen zu laſſen. Der
zweite Teil beſteht in einer volkstümlichen Feier, deren
Glanzpunkt der Feſtzug mit Gartenfeſt in der Anthes=
ſchen
Liegenſchaft wird. Der erſte Schießtag iſt
Sonntag, den 20. Juli, Schluß des Schießens Sonntag,
den 3. Auguſt, mittags 1 Uhr. Preisverteilung abends
6 Uhr in der Anthesſchen Liegenſchaft.
L. König, 9. Juli. Nach einer geſtern erfolgten orts=
üblichen
Bekanntmachung findet die Gemeinderats=
ergänzungswahl
für König am 23. September d. J.
ſtatt. Zu wählen ſind dabei 3 Kandidaten. Die beiden
Kurkapellen Rapp und Lehr konzertieren von jetzt
bis September jede Woche mehreremal abwechſelnd in
den Kurgärten des Fafnirbrunnens und der Guſtav= Ma=
rienquelle
.
Biblis, 9. Juli. Unter dem Einfluß des naßkal=
ten
und regneriſchen Wetters leiden die Land=
wirte
zurzeit ungeheuer. Kein Tag vergeht ohne den
überflüſſigen Regen, der die Heuernte ſehr beeinträchtigt
und hemmt, ſo daß das Heu nicht unter Dach geſchafft
werden kann. Die Fruchtfelder durch die häufigen Re=
gengüſſe
zur Erde gedrückt, ſehen einer ſehr langſamen
Reife entgegen, und in den übrigen Anpflanzungen iſt kein
Wachstum zu konſtatieren. Einen beträchtlichen Rückgang
zeigen die Gurkenfelder: während im vorigen Jahr um
dieſe Zeit bereits Ankäufe gemacht werden konnten, ſo
denkt man heuer noch nicht an Gurken. Wenn das Wetter
nicht bald andere Temperaturen annimmt, ſo kann man
ſich allenthalben auf einen großen Ausfall gefaßt machen.
Mainz. 10. Juli. Der verheiratete hieſige Eichmeiſten
Wilhelm , ein geborener Alzeyer, hatte am
3. Juli. wie dies ſchon öfters geſchah, in Alzey Waren
abzuliefern. fuhr mit dem letzten Zuge von Alzey
hierher zurück und kam zu Hauſe nicht an. Es war jede
Spur von ihm verſchwunden. Geſtern vormittag wurde
ſeine Leiche im Rhein bei Budenheim gelän=
det
. Da E. in ſehr geordneten Verhältniſſen lebt und
keinerlei Grund zu einem Selbſtmord vorlag, wird ver=
mutet
, daß er durch einen unglücklichen Zufall in den
Rhein geriet. Während der Schützenfeſtzua am
vergangenen Sonntag vor dem Schirmherrn des Feſtes,
dem Großherzog, vorüberzog, meinte der Großherzog, auf
die Gruppe der Germanen deutend, die mit Büffelhörnern
und Bärenfellen, einige aber auch mit den modernſten
Augengläſern bewaffnet waren: Wahrlich, dieſe alten
Germanen ſind weit vorgeſchritten! Geſtern wurde
auf dem Schützenfeſtplatz ein Schuljunge an=
gehalten
, weil er ein Etui mit einer Taſchenuhr und Kette
bei ſich führte Der Junge konnte aber nachweiſen, daß
er die Uhr mit Kette von einer auswärtigen Schützenge=
ſellſchaft
als Geſchenk erhalten hatte, weil er den Führer
für ſie gemacht hatte. In der Uhr befand ſich eine Wid=
mung
von der Schützengeſellſchaft.
Worms, 10. Juli. Ein alter Wormſer in
Amerika, der am 11. November 1836 in Worms=Hoch=

Feuilleton.

(2) Des Kaiſers Nordlandfahrtgeſellſchaft Seine
Schilderungen von den Nordlandfahrten des Kaiſers die
er nach Briefen und Tagebuchblättern von Teilnehmern
erzählt, ſetzt in den Grenzboten der Herausgeber George
Cleinow fort und berichtet von einer eigenartigen luſtigen
Geſellſchaft, die die Reiſebegleiter des Kaiſers unter ſei=
nem
Vorſitz gegründet haben. Das Bild von dem harm=
los
fröhlichen Leben und Treiben an Bord der, Hohen=
zollern
das dadurch enthüllt wird dürfte gerade jetzt,
wo Kaiſer Wilhelm ſich zu ſeiner 25. Nordlands=
fahrt
rüſtet, beſonderes Intereſſe finden. Es war im
Jahre 1891, als der Kaiſer auf ſeiner Nordlandreiſe aus=
glitt
und eine Zerrung der Kniekapſelbänder ſich zuzog,
ſodaß er zum Liegen verurteilt war und keine Partien an
Land unternehmen konnte. Um das Schmerzenslager des
damals erſt 32jährigen Monarchen bildete ſich ein fröh=
licher
Kreis, der dem Herrſcher nach Kräften die Zeit zu
vertreiben ſuchte. Abends ſind Zauber= und Theater=
Vorſtellungen erzählt der ſpätere Staatsſekretär Kider=
len
in einem Brief vom 28. Juli 1891. Ich bin bereits
in zwei Stücken aufgetreten, im Geſpenſt um Mitter=
nacht
als Kellner Kaleb und in Othellos Erfolg als
Fräulein Eulalia Weizenkorn!!! In einem improviſierten
Tingeltangel habe ich mit G . . die ſiameſiſchen
Zwillinge gemacht; zuſammengewachſen waren wir mit
einer großen Zervelatwurſt. G . war der um ein
Jahr ältere Zwillingsbruder!!! So wied allerlei Unſinn
gemacht; die Tage würden ſonſt zu lang.
Damals wurde auch die Nordlandfahrtgeſellſchaft
gegründet, deren luſtige Statuten Cleinow mitteilt.
Der erſte Paragraph gibt eine Definition der fröhlichen
Tafelrunde: Die Nordlandfahrtgeſellſchaft iſt eine Abend=
geſellſchaft
, die ſich für gewöhnlich bis zur Mitternachts=

ſonne ausdehnt. Sie beſteht aus allen denjenigen ſo
fährt der zweite Paragraph fort, welche ſich an der Auf=
ſuchung
der Mitternachtsſonne beteiligt haben oder hierzu
noch berufen werden. Der dritte Paragraph bemerkt:
Die Geſellſchaft lebt teils von Erinnerungen teils von
Konſerven und im § 4 wird des näheren beſtimmt, daß
für die Friſche der Konſerven der Nordlandfahrtgeſell=
ſchaft
Freiherr von Lyncker, für diejenigen der Erinnerun=
gen
der berühmte Reiſende Dr. Güßfeldt verantwortlich
iſt. An der Spitze dieſes Vereins ſteht Kaiſer Wilhelm als
der Allerdurchlauchtigſte Fahrtenmeiſter die übrigen
Mitglieder werden in Oberfahrtgeſellen und Vize= Ober=
fahrtgeſellen
eingeteilt. Die wichtigſten Paragraphen des
Geſellſchaftsſtatuts führen dann alles Nähere folgender=
maßen
aus: Der berühmte Beſteiger Güßfeldt beſteigt an
den Verſammlungsabenden (aber nicht vor 11 Uhr) das
Katheder, um Erinnerungen zum beſten zu geben, deren
Länge und Breite vorher durch den Navigationsoffiziec
der Geſellſchaft Kapitän von Senden zu beſtimmen iſt.
Für die bildliche Feſtlegung ſteht der Geſellſchaft die
ewährte Rieſenkraft des Schnellmalers, Momentphoto=
und Reichsgrafen Em. zur Verfügung. Letzterem iſt hier=
bei
jeder irgend mögliche Vorſchub zu leiſten, mamentlich
ihm nichts Strauchelbares in den Weg zu legen. § 16
beſtimmt: Die rühmlichſt bekannte Kalauer Firma Hülſen,
Keſſel, Kiderlen und Kompanie iſt dafür verantwortlich,
daß die verbrauchten Witze monatlich durch neue erſetzt
werden. § 17. Der augenblicklich zum allgemeinen
Leidweſen ſich in Partibus aufhaltende Geiſterſeher,
Schlangenbändiger und Hexenmeiſter Georg von Hülſen
hat auf Befehl des Meiſters dieſer Geſellſchaft jeden
Fahrtgeſellen, welcher die vorſtehenden Statuten im allge=
meinen
oder gar im beſonderen mißbilligt, verſchwinden
zu laſſen. § 18. Wer ſich ſonſt der Geſellſchaft abhold zeigt,
namentlich wer durch hartnäckiges Schweigen die Abſicht
zu erkennen gibt, ſein Licht unter den Scheffel zu ſtellen,

den ſoll eine exemplariſche, durch Meiſterſpruch aus den §§
13, 14 und 17 zu kombinierende Strafe treffen. § 19. Wenn
ein der gerechten Strafe verfallener Fahrtgeſelle durch
hartnäckiges Trinken verſucht, ſich in den Zuſtand des ſo=
genannten
Milderungsgrundes zu verſetzen, ſo ſoll dies
eine Verſchärfung der Strafe nach ſich ziehen.
Doch gibt es neben den Strafen auch leichte
Rangerhöhungen und ſonſtige flüchtige Auszeichnungen
die ſich in der Beförderungsliſte ſpiegeln. Darinnen
werden ernannt: Die Oberfahrtgeſellen: Graf Walderſee,
zum Punſchwart; von Hahnke zum Oberſchlürfer und
Oberkapellmeiſter in =dur; Graf Görtz, Proteus, Sach=
verſtändiger
in Unfallangelegenheiten und Sangesbruder;
Graf Wedel, Sachverſtändiger in Efi=Piquet= und ſonſti=
gen
Angelegenheiten; Graf Eulenburg, Feſtbarde und Po=
larſkalde
; Dr. Leuthold, Eiseulap 1. Klaſſe; De. Güßfeldt,
Sachverſtändiger in Berg= und Talangelegenheiten. von
Hülſen wird zum Seeſchlangenbändiger, Eispoeten und
Nordſtern erſter Größe ernannt, von Kiderlen zum Luſt=
barden
. Schriftwart und Wiegenfeſtlotſen von Bülow
zum Doktor der Seekrankheit und Dünungsmeiſter der
Maler Salzmann zum Eisonkel und Sachverſtändigen in
Eſſig und Oel Und ſo geht es mit gutem Humor fort
in den Beförderungen und den Paragraphen der Nordland=
fahrtgeſellſchaft
.
* Das Ei eines Rieſenſtraußes. Eine wertvolle Be=
reicherung
hat, nach den Münchner N. Nachr., die Zoolo=
giſche
Staatsſammlung in München erfahren. Der Kauf=
mann
M. Mezger in Fort Dauphin, Madagaskar, ein ge=
borener
Bayer, hat der Sammlung das Ei eines ausge=
ſtorbenen
Rieſenſtraußes aus Madagaskar (Aepyornis)
geſchenkt. Während man Bruchſtücke der Schale auf dieſer
Inſel häufig findet, gehören ganze Eier zu den Selten=
heiten
, deren Beſitzes ſich nur wenige Muſeen erfreuen
können. Um die Mitte des verfloſſenen Jahrhunderts
amen die erſten Stücke nach Europa und erregten durch

[ ][  ][ ]

heim geborene Matthias Holl, iſt dort in ſeiner zweiten
Heimat St. Paul geſtorben. Im Jahre 1855 ging er
nach Amerika, wo er ſich bald in St. Paul niederließ und
uls einer der älteſten Anſiedler erſt in ſchwere Indianer=
kämpfe
verwickelt wurde. Er machte den Bürgerkrieg als
Oberleutnant mit, vermählte ſich 1867 mit Henriette Betz
und begründete ein großes Kolonialwarengeſchäft. Er
war der beſte Freund Hills des führenden Finanzmannes
des Nordweſtens Amerikas und ein angeſehener Mann,
der feſt an ſeinem Deutſchtum hing. Verwandte von
Matthias Holl leben noch in Hochheim.
(*) Gießen, 9. Juli. In die Klinik wurde ein
junger Mann aus Dauernheim gebracht, der an einem
Maſt der elektriſchen Ueberlandleitung emporkletterte
und den Draht anfaßte. Er erlitt einen ſchweren
elektriſchen Schlag, fiel herunter und brach ein Bein.
Zum Glück war es nicht die Starkſtromleitung, ſonſt
wäre der Betreffende auf der Stelle tot geweſen.
Gießen, 10. Juli. Wegen des Verbrechens des wiſ=
ſentlich
falſchen Eides wurde, dem G. Anz. zu=
folge
, der 24 Jahre alte Apothekergehilfe H. in Haft ge=
nommen
. Trotz des eindringlichen Verwarnens vor einem
falſchen Eid ſeitens des Richters, der ihn als Zeuge ver=
nahm
, und deſſen wiederholten Hinweiſes, daß auf Mein=
eid
Zuchthausſtrafe ruhe, hat H., um einen ihm befreunde=
ten
Menſchen, gegen den ein Verfahren wegen Hochſtapelei
anhängig iſt, und der ins Ausland entflohen iſt, vor der
Verhaftung zu ſchützen, beſchworen, er wiſſe nicht, wo die=
ſer
ſich aufhalte und kenne deſſen Adreſſe nicht. Die über
H. verhängte Briefſperre erbrachte aber den klaren Beweis,
daß die beiden Freunde Briefe miteinander gewechſelt ha=
ben
und H. einen Meineid geſchworen hat. Das Verbre=
chen
des H. iſt aber nutzlos begangen, denn auch deſſen
Freund wurde inzwiſchen durch die beſchlagnahmten Briefe
ermittelt und feſtgenommen.
Vilbel, 9. Juli. Das Rödelheimer Kohlenſäure=
werk
Wahle I. ſchloß mit dem Beſitzer des hieſigen Spru=
dels
einen Vertrag über die weitere Verwertung der dem
Sprudel entquellenden Kohlenſäure ab. Es wird die
Erbauung einer größeren Verflüſſigungsanlage
für die Kohlenſäure geplant; außerdem ſoll ein Gleisan=
ſchluß
nach dem Staatsbahnhof gebaut werden.
Lauterbach, 10. Juli. Die Heidelbeerernte
hat in dieſer Woche ihren Anfang genommen. Obſchon
die Sträucher im Frühjahr eine reichliche Blüte entfalte=
ten
, ſo iſt doch die Ernte gegen das Vorjahr ſehr zurück=
geblieben
. Die kalten Nachtfröſte im Mai haben den Blü=
iten
ſehr geſchadet und an ungeſchützten Stellen ſind die
Beeren ganz ausgeblieben. Die feuchte Witterung war
taber wieder ſehr förderlich, da ſich die Beeren dadurch recht
kräftig entwickeln konnten. Der fehlende Sonnenſchein in
den letzten Wochen hat jedoch der Frucht einen herben Ge=
iſchmack
verliehen, ſo daß mit Zucker reichlich nachgeholfen
werden muß, um einen guten Heidelbeerwein, den faſt
jeder Bewohner der hieſigen Gegend im Keller haben
muß, zu gewinnen. Der Preis für den Schoppen beträgt
vorläufig noch 10 Pfg., doch wird er vorausſichtlich in die
Höhe gehen, ſobald die Händler mit dem Verſand be=
ginnen
,

Krebsforſchung.

* Zur Erforſchung und Bekämpfung
der Krebskrankheit iſt ein deutſches Zentral=
komitee
zuſammengetreten. In den einzelnen Bundes=
ſtaaten
ſollen Landesausſchüſſe gegründet werden,
die ſich mit der Bildung von Orts= und Bezirksgruppen
und der Veranſtaltung von Fortbildungsvorträgen für
Aerzte, der Belehrung der Hebammen und des Kranken=
pflegeperſonals
über das Vorkommen der Krebskrankheit
befaſſen ſollen. Es wird ihre Aufgabe ſein, durch Ver=
teilung
von Aufklärungsſchriften und Merkblättern die
Frühdiagnoſe derartiger Erkrankungen zu fördern und
durch öffentliche Belehrung dazu beizutragen, daß die
Krebskrankheit frühzeitig erkannt wird, damit die Kran=
ken
ſchon im Beginne ihres Leidens der geeigneten Be=
handlung
, die um ſo eher Erfolg hat, je früher ſie einge=
leitet
wird, zugeführt werden. Die ſeitherige Behandlung
hat faſt ausſchließlich darin beſtanden, daß die krankhaften
Veränderungen durch einen operativen Eingriff beſeitigt
werden. In den letzten Jahren hat die Strahlenbeband=
lung
bösartiger Geſchwülſte durch Röntgenſtrahlen, durch
Anwendung des Radiums und Thoriums bemerkenswerte
Erfolge ſelbſt in Fällen gehabt, in denen bereits die Mög=
lichkeit
einer Operation ausgeſchloſſen war. Die Beſchaf=
fung
der beiden zuletzt genannten Mittel iſt aber mit
Koſten verbunden, die aus öffentlichen Fonds mit Rück=
ſicht
auf den ſehr hohen Preis und die noch nicht abge=
ſchloſſenen
Unterſuchungen und Beobachtungen nicht auf=
gebracht
werden können. Es iſt deshalb auch Aufgabe des
Landesausſchuſſes, dafür tätig zu ſein, daß für die Er=
forſchung
und Bekämpfung der Krebskrankheit von öffent=
lichen
Körperſchaften, Vereinen und Privaten Geldmittel
zur Verfügung geſtellt werden.
Das Großherzogtum Heſſen darf in dieſem Kampf
gegen eine ſo mörderiſche Krankheit nicht zurückbleiben.

Die Miniſterialabteilung für öffentliche Geſundheitspflege
und die mediziniſche Fakultät der Landes=Univerſität
lädt zu einer am 19. d. M. in der Aula der Landes=
Univerſität zu Gießen, vormittags um 11 Uhr,
ſtattfindenden Verſammlung ein, in der 1. der ord
Profeſſor an der Landesuniverſität und Direktor der Uni=
verſitäts
=Frauenklinik in Gießen, Herr Dr. Opitz, einen
Vortrag Ueber die Strahlenbehandlung
bösartiger Geſchwülſte, insbeſondere mit
Radium und Meſothorium halten wird, 2. der
Zweck und die Ziele der zu gründenden Organiſation dar=
gelegt
werden und 3. die Gründung des Landes=
ausſchuſſes
zur Erforſchung und Bekämpfung der
Krebskrankheit ſtattfinden ſoll.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 9. Juli. Trotz der wenig
günſtigen Witterung war der Reiſeverkehr bei den
Ferienſonderzügen nach dem Ausweis des Fahr=
lartenverkaufs
in dieſem Sommer, entgegen der anfäng=
lichen
Annahme, größer als im vergangenen Jahre. So
ſind am Anhalter Bahnhof zu den Zügen nach München,
Stuttgart uſw. 7394 Fahrkarten für insgeſamt 263 542
Mark gekauft worden. Es gingen in dieſem Monat bis=
her
vom Anhalter Bahnhof zwölf Sonderzüge ab, davon
ſieben nach München, die mit je 550 Perſonen aus=
verkauft
waren, ebenſo wie die beiden Sonderzüge, die
am 15. d. M. nach München abgehen werden. Der Fahr=
kartenverkauf
für die Ferienzüge begann in dieſem Jahre
bereits am 1. Juni, alſo früher als im vorigen Jahre;
es wurden drei Züge mehr als im vergangenen Sommer
für den Sonderzugverkehr eingeſtellt. Am Potsdamer
Bahnhof, wo die Züge nach Baſel, Frankfurt a. M. und
dem Harz abgehen, wurden zu den Sonderzügen insge=
ſamt
4969 Fahrkarten für 136000 Mark gelöſt. Vom
Stettiner Bahnhof gingen am 3., 7. und 8. d. M. 14 Züge
nach Stettin, den Oſtſeebädern, ſowie den mecklenburgi=
ſchen
Bädern. Es wurden an dieſem Bahnhof im gan=
zen
6620 Fahrkarten für etwa 125000 Mark verkauft. Vier
Fünftel der Züge, die mit durchſchnittlich 450 Perſonen
fuhren, waren ausverkauft. Zur Entlaſtung des Stetti=
ner
Bahnhofs waren dieſes Mal in Charlottenburg elf
Sonderzüge gegenüber vier im Vorjahre nach den
mecklenburgiſchen und Oſtſeebädern eingelegt. Sie gin=
gen
vom Charlottenburger Bahnhof am 4., 5. und 6. d. M.
nach Kolberg, Warnemünde, Putbus uſw. ab; insgeſamt
wurden für dieſe Züge 5200 Fahrkarten ausgegeben.
Auf dem Jakobi=Friedhof am Rollkrug iſt ein dreiſter
Diebſtahl ausgeführt worden. Die Witwe Hedwig E.
hatte das Grab ihres Mannes aufgeſucht, um es mit fri=
ſchen
Blumen zu ſchmücken. Da ſie befürchtete, während
ihrer Abweſenheit könnten Einbrecher in die Wohnung
eindringen, nahm ſie alles bares Geld, was ſie beſaß, im
ganzen ſiebzig Mark, ſowie ihre Wertſachen für etwa 200
Mark in einer Handtaſche mit auf den Friedhof. Trotz
dieſer Vorſichtsmaßnahme ſollte ſie aber doch um ihre
Wertſachen kommen. Sie legte die Taſche auf einer Bank
am Grabe des Mannes nieder. Als ſie einen Augenblick
am Hügel beſchäftigt war, ſchlich ſich eine fremde Perſon
hinzu und raubte die Taſche. Als Urheberin des dreiſten
Diebſtahls wird eine andere Beſucherin des Friedhofes
vermutet. Heute morgen wurde im Hofe der Straf=
anſtalt
Plötzenſee der Bautechniker Stahl hingerich=
tet
. Die Reviſion Stahls war vom Reichsgericht abge=
lehnt
worden. Er hatte im März 1912 in Schmargen=
dorf
ſeine Geliebte, die 24jährige Wirtſchafterin Marga=
rethe
Roſenburg, erſchoſſen.
Frankfurt, 10. Juli. Die Eröffnung des
Bahnhofs Süd (Sachſenhauſen), der u. a. Vertreter
der ſtädtiſchen Behörden und der Handelskammer bei=
wohnten
, aina um 12 Uhr mittags vor ſich. Eiſenbahn=
direktionspräſident
Reuleaur begrüßte die Gäſte namens
der Eiſenbahnverwaltung. Dann wurde die Anlage nach
ihrer architektoniſchen und techniſchen Seite kurz erklärt.
Nach einer Beſichtigung des Bahnhofs brachte ein kleiner
Extrazug die Teilnehmer zum Oſtbahnhof und wieder
zurück. In dem Warteſaal vereinte man ſich ſchließlich zu
ſeinem Frühſtück.
Frankfurt, 10. Juli. In der vergangenen Nacht
ſtürzte der ledige 36 Jahre alte Agent Konrady
aus dem dritten Stockwerk ſeiner Wohnung auf den zemen=
tierten
Hof herab. Als Hausbewohner ihn auffanden,
gab er zwar noch ſchwache Lebenszeichen von ſich, ſtarb
jedoch bald darauf infolge eines Schädelbruches, den er
bei dem Sturze davongetragen hatte. Da ſonſt kein
Grund zu der Tat vorzuliegen ſcheint, nimmt man an,
daß er aus Unvorſichtigkeit aus dem Fenſter geſtürzt iſt.
Pforzheim, 10. Juli. Geſtern nacht 10 Uhr entſtand
hier auf dem neuen Güterbahnhof Großfeuer. Die
neue Lagerhalle des Güterbeförderers Guſtav Rock brannte
vollſtändig ab. Der Schaden beträgt 801000000 Mark.
Die Halle war 25 Meter lang; darin befanden ſich große
Mengen Wein, Erdöl, Spiritus, Benzin, Fett, Oel, Holz=
wolle
und Möbel für vier Wohnungseinrichtungen.

Rheinbiſchofsheim, 10. Juli. Die Sprache plötz=
lich
verloren hat das 11jährige Söhnchen des hieſigen
Polizeidieners Ruſſie. Kurz bevor der Knabe ſich ins
Bett legen wollte ging er noch hinaus in den Hof. Kaum
hatte er dieſen betreten, als eine große Ratte ihm direkt
auf den Kopf ſprang und in den Hof lief. Vor Schrecken
hat nun, der W. Ztg. zufolge, der Knabe die Sprache ver=
loren
.
Köln, 10. Juli. Unweit des Ortes Godorf bei Köln
fuhr das Automobil einer Familie aus Ronsdorf mit
voller Wucht gegen einen Baum und wurde vollſtändig
zertrümmert. Die Frau des Beſitzers des Autos und
ſeine Tochter wurden tödlich verletzt. Auch der
Beſitzer und der Chauffeur erlitten erhebliche Ver=
letzungen
.
Iſerlohn, 10. Juli. Beim Spielen mit einer=
Schießwaffe erſchoß der 14jährige Sohn des Wirtes=
Erdmann ſeinen 2 Jahre jüngeren Bruder. Ein ähn=
liches
Unglück ereignete ſich in Buchholz bei Schwerte a.
d. Ruhr. Dort ſpielte das 5jährige Söhnchen des Wirtes=
Hunker mit der Büchſe ſeines Vaters, als ſich dieſelhe
plötzlich entlud.
Leipzig, 10. Juli. In der Zeit von heute bis Sams=
tag
dieſer Woche iſt zu erwarten, daß der millionſte
Beſucher die Ausſtellungsportale paſſieren
wird. Die Ausſtellungsleitung hat beſchloſſen, dieſen Be=
ſucher
durch Stiftung einer goldenen Taſchenuhr
beſonders zu ehren. Da nun vier Eingänge zur Ausſtel=
lung
beſtehen, ſo iſt mit Beſtimmtheit nicht feſtzuſtellen,
welcher Beſucher nun in der Tat der Glückliche iſt. Esiſt
daher mit behördlicher Genehmigung beſchloſſen worden,
den Prämienempfänger durch das Los zu beſtimmen. A
dem Tage, an dem die erſte Million voll werden wird
hält jeder Beſucher, der eine Einlaßkarte löſt, einen beſon
deren Schein, auf dem zweimal ein und dieſelbe Zahl
gedruckt iſt. Die eine Hälfte der Karte wird vom Kontrol=
leur
abgetrennt und in eine Blechbüchſe geworſen, die an=
dere
Hälfte bekommt der Karteninhaber. Am Abend die=
ſes
Tages wird dann der Inhalt der vier Blechbüchſen in
einem Behälter vereinigt. Nach gehöriger Miſchung wird
ein Mitglied des Direktoriums eine Nummer aus dieſen
Behälter ziehen. Der Inhaber des entſprechenden Num=
merſcheines
wird die koſtbare Prämie erhalten.
Zürich, 10. Juli. In Wittenbach im Kanton St
Gallen wurde ein deutſcher Soldat von einen
Polizeiwachtmeiſter verhaftet unter dem Verdacht, einen
Einbruch in das Stationsgebäude verübt zu haben. Als
der Soldat entfliehen wollte, hielt ihn der Polizeiwach=
meiſter
feſt. Der Soldat zog ſein Seitengewehr und ver
ſetzte dem Wachtmeiſter einen Hieb ins Geſicht. Dieſer
gab dann einen Revolverſchuß ab, der den Soldaten
in die Bruſt traf und ſofort tötete. Der Tote iſt der
Württemberger Karl Merz und gehörte zum Grenadier=
Regiment Nr. 119 in Stuttgart, von wo er ſeit einiger=
Zeit deſertiert war. Er trieb ſich ſeitdem in der Nordoſt=
ſchweiz
umher. Die Verletzung des Wachtmeiſters iſt=
ſchwer
.
Paris, 9. Juli. In der verganenen Nacht wurde auf=
dem
Gleiſe der Landbahn in der Nähe des Champ de
Mare=Bahnhofes der furchtbar verſtümmelte Leich=
nam
eines elegant gekleideten jungen Mannes gefunden.
In ſeinen Kleidern wurde eine Hamburger Bahnſteigkarte,
mehrere Adreſſen in deutſcher und engliſcher Sprache, un=
ter
ihnen die des franzöſiſchen Kriegsminiſteriums, ſowie
ein ſilbernes Reiſebeſteck aufgefunden. Die Identität des
Toten konnte bisher nicht feſtgeſtellt werden.
Paris, 10. Juli. In Feſaignes bei Chaumontwur=
den
bei einer Wildſchweinjagd zwei Landwirke durch
einen unglücklichen Zufall von mehreren einer anderen
Jagdgeſellſchaft angehörigen Jägern erſchoſſen, die
bisher nicht ermittelt werden konnten.
Madrid, 9. Juli. Es beſtätigt ſich, daß Sanche=
Alegre zum Tode verurteilt worden iſt. De=
Urteilsſpruch ging dahin, daß das Attentat vorher be=
ſchloſſen
und hinterliſtig ausgeführt worden ſei. Sanche=
ſei
zwar Epileptiker, war aber im Augenblick des Atten=
tates
im Beſitz ſeiner Geiſteskräfte. Es wird verſichert=
daß
Sanchez die Nichtigkeitsbeſchwerde einlegt.
Petersburg, 10. Juli. Vor dem Bezirksgerich
wird ſich ein intereſſanter Kriminalprozeß abſpie
len. Die zwei Schweſtern Böhme, die vor Jahren au=
Weimar hierher übergeſiedelt waren, waren durch Verle=
genheit
gezwungen, zwei Reliquien, eine Locke und ei=
Aquarell Goethes, für eine unbedeutende Summe be=
einem
Bekannten zu verſetzen. Als ſie ihr Eigentum aus
löſen wollten, erklärte der Betreffende, die Sachen recht
mäßig erworben zu haben. Die Geſchwiſter haben ein
Zivilklage in Höhe von 20000 Mark angeſtrengt.

Handelskammer Darmſtadt.

Sitzung vom 7. Juli.
Der Voranſchlag der Handelskamme
für das Rechnungsjahr 1913 in Höhe vo
32 547,70 Mark wurde ſeitens des Großh. Miniſterium
des Innern genehmigt. Da 3000 Mk. durch Staatszuſchu=
gedeckt
ſind, ſind von den beitragspflichtigen Firmen di
Bezirks 29 547,70 Mk. zu erheben.
Die am Handel mit Auſtral=Aſien beteili=
ten
Firmen des Handelskammerbezirks waren von d
Anweſenheit des Handelsſachverſtändigen bei dem Kaiſer
Generalkonſulat in Sydney am Samstag, den 24. Me=
unterrichtet
worden. Sechs Firmen des Handelskamme
bezirks nahmen an dieſer Beſprechung teil. Ebenſo h
durch Vermittelung der Handelskammer eine Anzahl d
am Handel mit Indien intereſſierten Firmen des Bezir=
der
am Freitag, den 23. Mai d. J., in Frankfurt a. 9
ſtattgehabten Beſprechung mit dem Handelsſachverſtänd
gen bei dem Kaiſerl. Generalkonſulat in Kulkutta be=
gewohnt
.
Die Handelskammer hatte im September vorigen un
im Februar dieſes Jahres Eingaben an die zuſtändi=
Stelle gerichtet, welche ſich gegen die Zulaſſung de
ſtändigen Veredelungsverkehrs mit b
drucktem und unbedrucktem ausländiſche
Papier zur Herſtellung von Tüten ausg
ſprochen haben. Anfang Juni iſt mitgeteilt worden, de
die Firma, welche dieſen Veredelungsverkehr beantra
hat, auf die Bewilligung desſelben verzichtet hat.
Der Ausſchuß des Deutſchen Handelstages hat
mit der Frage zu beſchäftigen, ob auch fernerhin dasi
folge eines Beſchluſſes des Bundesrates vom 27. Ne
1896 zugelaſſene Aufſuchen von Beſtellunge
auf Erzeugniſſe der Leinen= und Wäſch=
fabrikation
lediglich auf Grund einer Legitimation=
karte
erlaubt ſein ſoll. Die Vollverſammlung gelangte
der Anſicht, es hätten ſich die Verhältniſſe ſeit Erlaß d
angeführten Beſchluſſes des Bundesrates weſentlich (
ändert, weshalb der Ausſchuß des Deutſchen Handelstag
an zuſtändiger Stelle befürworten möchte, das Aufſuch
von Beſtellungen auf Erzeugniſſe der Leinen= und Wäſd

ihre gewaltige Größe Erſtaunen: Ein Aepyornisei iſt
etwa 7mal ſo groß wie ein Straußenei, etwa 180mal ſo
groß wie ein Hühnerei und etwa 20000mal ſo groß wie
ein Ei des Goldhähnchens, des kleinſten unſerer Sing=
vögel
. Wann die Rieſenvögel nach den Skeletten hat
man eine ganze Anzahl von Arten feſtgeſtellt ausge=
ſtorben
ſind, läßt ſich nicht mit Sicherheit ſagen: Mitte
des 17. Jahrhunderts ſpricht ein Statthalter auf Mada=
gaskar
von den großen Straußen als von lebenden Tieren
und Mitte des vorigen Jahrhunderts noch erzählten die
Eingeborenen, daß die Vögel, die die großen Eier legten,
noch lebend vorkämen. Wenn auch das letzte vielleicht
nicht den Tatſachen entſpricht, ſo iſt doch ſicher, daß die
rieſigen, bis 5 Meter hohen Tiere erſt in neuerer Zeit
ausgeſtorben ſind. Vielleicht haben ſie oder ihre großen
Eier die Veranlaſſung zu den orientaliſchen Märchen von
dem gewaltigen Vogel Rok gegeben. Das Münchner Ei
hat einen Kubikinhalt von faſt 7 Litern (6900 Kubikzenti=
meter
).
* Die Kaiſerin und die Gummibälle. Aus Homburg
vor der Höhe wird geſchrieben: Als die Kaiſerin mittags
vom Kaiſer=Wilhelms=Bad nach dem Schloß zurückfuhr,
ließ ſie von einem Spielwarengeſchäft halten und machte
dort Einkäufe, vermutlich für ihre Enkel, die demnächſt
hier eintreffen ſollen. Inzwiſchen verſammelten ſich zahl=
reiche
Kurgäſte und Einwohner, darunter viele Kinder,
um den Wagen. Als die hohe Frau die Kinder gewahrte,
ließ ſie ſich von dem Beſitzer des Geſchäfts einige Gummi=
bälle
geben und verteilte ſie. Weil ſich aber immer mehr
Kinderhände bittend entgegenſtreckten, ſorderte ſie den gan=
zen
Vorrat, der zur Hand war und beglückte damit die
hocherfreuten Kleinen.
* Ein Vogelidyll. An der Reparaturwerkſtätte der
Eiſenbahnſtation Aſchaffenburg war ein Güterwagen län=
gere
Zeit ſtehen geblieben. Ein Rotkeblchenvaar hatte an

einem Puffer ſein Neſt gebaut und brütete. Als nun der
Wagen weggeſchoben werden mußte, nahm ein Arbeiter
das Neſt und ſetzte es an die Puffer des anderen, nun
zur Reparatur herbeigefahrenen Güterwagens. Nach ganz
kurzer Zeit kehrten die Rotkehlchen zurück und brüteten
weiter. Als man das Neſt an eine andere Stelle dieſes
Wagens tat, blieben die Vögel aus, dagegen kehrten ſie
ſofort zurück, nachdem das Neſt wieder an die Puffer ge=
ſetzt
wurde. Seit jener Zeit iſt nun ſchon der ſechſte =
terwagen
herangeſchoben worden, und das Vogelpaar hat
ſich merkwürdigerweiſe an den ſtändigen Umzug ſo ge=
wöhnt
, daß das brütende Weibchen, wenn das Neſt von
dem Arbeiter an die Puffer eines anderen, an die gleiche
Stelle gefahrenen Wagens getan wird, im Neſte ſitzen
bleibt.
* Die Rache. Der Schauplatz iſt ein kleines Poſtamt.
Am Schalter kauft ein Herr eine Zehnpfennig=Marke. Der
Aſſiſtent reicht ihm die Marke ünd fragt freundlich: Viel=
leicht
ein Poſtanweiſungsformular gefällig? Nein,
danke. Oder einige Poſtkarten? Es ſind heute neue ein=
getroffen
. Nein, heute nicht. Aber ein Kartenbrief?
Nein, ich danke. Wollen Sie vielleicht ein Poſtſcheck=
konto
eröffnen? Oder ein Poſtfach gefällig? Nein, durch=
aus
nicht. Und der Käufer entfernt ſich eilig. Der Poſt=
direktor
, der unbemerkt die kleine Szene mit anſah, nähert
ſich ſehr empört: Wer war dieſer Herr, und wie kommen Sie
dazu, ihn ſo zu beläſtigen? Aber der Aſſiſtent lächelt nur
zufrieden: Oh, es iſt mein Friſeur erklärt er, und im=
mer
, wenn ich mich raſieren laſſe, beſteht er darauf, mir
eine Geſichtsmaſſage, Haarſchneiden, Shampoonieren und
diverſe Haarwaſſer dringend anzuempfehlen, obgleich ich
nichts von alledem wünſche. Da wollte ich doch einmal im
Leben den Spieß umkehren und ſehen, wie ihm das gefal=
len
würde. .

[ ][  ][ ]

fabrikation ſei künftighin nur noch auf Grund der Löſung
von Wandergewerbeſcheinen zu erlauben.
Die Handelskammer zu Dresden hat ſich in einer
längeren Zuſchrift an den Deutſchen Handelstag mit dem
Verfahren vor dem Amtsgericht, Gewerbe=
gericht
und Kaufmannsgericht beſchäftigt und
iſt hierbei unter voller Anerkennung des gedeihlichen Wir=
kens
dieſer Gerichte zu einer Anzahl von Verbeſſerungs=
vorſchlägen
gelangt. Die Handelskammer konnte ſich nur
den Vorſchlägen anſchließen, welche ſich darauf beziehen,
es möchte künftighin auch gegen die Urteile der Gewerbe=
und Kaufmannsgerichte bei Streitgegenſtänden von ge=
eingerem
Werte ein Rechtsmittel zuläſſig ſein, und es
möchten außerdem wegen des Ausſchluſſes der Rechtsan=
välte
von den Verhandlungen vor dieſen Gerichten auch
die Gewerkſchafts= und Verbandsſekretäre von der Prozeß=
vertretung
daſelbſt ausgeſchloſſen werden.
Die diesbezüglichen Vorſtellungen der Kammer bei
der Oberpoſtdirektion Darmſtadt haben dahin geführt, daß
eine Beſchleunigung in der Beförderung der
Briefſendungen von Darmſtadt nach Kai=
erslautern
in der Art bewerkſtelligt worden iſt, daß
Briefſendungen, die beim Poſtamt I bis um 12.20 Uhr
rachmittags zum Abgang des um 1.07 Uhr nachmittags in
der Richtung nach Heidelberg verkehrenden Perſonenzugs
Nr. 930 aufgeliefert werden, in Kaiſerslautern ſchon um
5.50 Uhr nachmittags, ſtatt wie früher um 8.50 Uhr nach=
mittags
, eintreffen.
An der Sitzung des Bezirkseiſenbahn=
cates
in Frankfurt a. M. am 20. Mai d. J. hat in
Vertretung der Handelskammer Herr Kommerzienrat
Jacobi teilgenommen.
Die in der Vollverſammlung feſtgeſtellten Wünſche
ür den kommenden Winterfahrplan werden
der Eiſenbahndirektion Mainz zur Verwirklichung unter=
preitet
.
Vorſtellungen bei der Eiſenbahndirektion Mainz
haben dahin geführt, daß die Güterabfertigung Darmſtadt
ingewieſen worden iſt, bei frankierten Gütern
den Frachtſatz in das Duplikat einzutragen
Die Eintragung des Frachtſatzes allgemein, auch bei
Ueberweiſungsfrachten, müſſen wegen der damit verbun=
denen
Mehrarbeit, welche naturgemäß auch eine Ver=
zögerung
bei der Abfertigung an der Vorprüfungsſtelle
zedingen würde, abgelehnt werden. Ausnahmen hiervon
könnten nur auf Antrag einzelner Verſender zugelaſſen
verden.
An der Einweihung der Kaufmanns=Er
olungsheime in Wiesbaden und Salz=
hauſen
hat als Vertreter der Handelskammer Herr
Sugen Trier teilgenommen.

Gerichtszeitung.

* Frankfurt a. M., 9. Juli. Heute fand hier vor
der Strafkammer der Prozeß gegen den 20jährigen
Handlungsgehilfen Karl Theodor Markel ſtatt, der an=
geklagt
war, zwei jugendliche Handlungsgehilfeng der
Fremdenlegion zugeführt und in zehn Fällen ver=
ucht
zu haben, Deutſche gegen eine Vermittelungsgebühr
von je 200 Mark der Fremdenlegion zuzuführen. Es waren
19 Zeugen geladen. Markel war ſelbſt nach Unterſchlag=
ung
eines Geldbetrages ſeines Vaters nach Frankreich
geflüchtet und in die Fremdenlegion eingetreten. Er
vurde aber ſpäter wieder entlaſſen, weil er bei ſeinem
Eintritt in die Fremdenlegion noch nicht 18 Jahre alt ge=
veſen
war. Er kehrte im September 1912 nach Frankfurt
urück, wohnte zuerſt bei ſeinem Vater, wurde dann aus
dem elterlichen Hauſe wegen ſeines liederlichen Lebens=
vandels
verwieſen, nahm eine Stelle an, die er bald wegen
Interſchlagung verlor, und begann hierauf ſeine Tätigkeit
ür die Fremdenlegion. Aus den Ausſagen geht hervor,
daß Markel Beziehungen mit den Werbebureaus in Nancy
und Toul hatte, wenn er auch nicht direkt angeſtellt war.
Der Staatsanwalt beantragte fünf Jahre, das Gericht
rkannte wegen verſuchten Vergehens gegen § 141, der
die Anwerbung von Deutſchen zum Militärdienſte einer
ruswärtigen Macht und die Zuführung zu Werbern, aber
ruch den Verſuch unter Strafe ſtellt, zu zweieinhalb
Jahren Gefängnis. In der Begründung heißt es:
Die Hauptverhandlung ergab, daß der Angeklagte zwei
Zeugen tatſächlich den Bureaux de requirement der fran=
öſiſchen
Armee in Nancy und Toul zugeführt hat. Dieſe
Zureaus ſind als Werber der franzöſiſchen Fremdenlegion
m Sinne des § 141 anzuſehen. Der Angeklagte hat auch
n verſchiedenen anderen Fällen verſucht, junge Leute der
Fremdenlegion zuzuführen. Er hat ihnen die Verhältniſſe
n der Legion möglichſt glänzend dargeſtellt oder ihnen
ine Stelle in Paris verſprochen, nur zu dem Zweck, um
ie über die Grenze zu bekommen. Seine Handlungen ſind
iber die Vorbereitung der Zuführung weſentlich hinaus=
gegangen
. Daß er ſelbſt als Werber auftrat, iſt nicht be=
vieſen
, da nicht dargetan iſt, daß er in irgend einem An=
tellungsverhältnis
zu der franzöſiſchen Republik ſtand. Er

mag es getan haben in Hoffnung auf Geld oder aus
Abenteurerluſt. Bei der Strafausmeſſung mußte man
berückſichtigen, daß der Angeklagte ſchon ſelbſt Fremden=
legionär
war und das Leben daſelbſt kannte.

* London, 8. Juli. Der Millionenprozeß,
den die Brüder und Schweſtern des verſtorbenen Sir John
Murray Scott des Begründers der berühmten Wal=
lace
=Sammlung in London, gegen die Gültigkeitserklär=
ung
des Teſtamentes ihres Bruders anſtrengten, kam nach
achttägiger Verhandlung zum Abſchluß. Bekanntlich hin=
terließ
Sir John Scott ſeiner Freundin, der Lady Sack=
ville
, außer einem Vermächtnis von drei Millionen Mark
Kunſtſchätze im Werte von ſieben Millionen Mark, wäh=
rend
der Reſt des Vermögens an die Verwandten fiel.
Die Familie des Verſtorbenen behauptete nun, daß Lady
Sackville in geſetzwidriger Weiſe ihren perſönlichen Ein=
fluß
ausübte, als Sir John Scott ſein Teſtament verfaßte.
Eine ganze Anzahl von Rechtsanwälten war von beiden
Seiten verpflichtet, und die Londoner Geſellſchaft hatte für
den Prozeß, der reich an intereſſanten Vorfällen war, von
Anbeginn an das größte Intereſſe gezeigt, und der Schluß=
tag
der Verhandlungen wies einen überfüllten Zuſchauer=
raum
auf, in dem die Damenwelt überwog. Nach den
Schlußworten der einzelnen Anwälte faßte Sir Samuel
Evans, der Richter, den ganzen Prozeß für die Geſchwo=
renen
noch einmal zuſammen. Dieſer Prozeß, ſo ſagte er,
ſei äußerſt wichtig, nicht allein wegen der Höhe der
Summe, um die es ſich handele, ſondern wegen der Be=
ſchuldigungen
, die erhoben worden ſeien. Von vornherein
habe Sir John Scott verhindern wollen, daß ſeine Kunſt=
ſchätze
verkauft würden, denn in einem ſeiner Briefe an
Lady Sackville ſagte er, er freue ſich, jemanden gefunden
zu haben, dem er alle dieſe ſchönen Dinge hinterlaſſen
könne. Erwieſen ſei, daß Sir John Scott bei Abfaſſung
des Teſtaments und der fünf Zuſätze im Vollbeſitze ſeiner
Geiſteskräfte geweſen ſei. Es käme nicht oft vor, daß in
England ein Teſtament wegen Betrugs angefochten werde,
und nach ſeiner Anſicht könne keine Geſchworenenbank zu
dem Schluß kommen, daß durch einen Betrug der Lady
Sackville dieſes Teſtament zuſtande gekommen ſei. Er
halte es für ſeine Pflicht, dies den Geſchworenen zu ſagen.
Dies ſei jedoch nur ſeine perſönliche Anſchauung, und die
Geſchworenen brauchten ſich nicht darum zu kümmern. Die
Geſchworenen zogen ſich dann zur Beratung zurück und
verkündeten nach 12 Minuten, daß das Teſtament und die
Nachträge rechtmäßig verfaßt wurden, und daß weder
Lord noch Lady Sackville irgend einen rechtswidrigen Ein=
fluß
oder einen Betrug ausübten. Die Koſten des Teſta=
mentsvollſtreckers
werden aus der Hinterlaſſenſchaft gedeckt,
während die Familienangehörigen des Verſtorbenen die
Koſten für Lord und Lady Sackville mit zu zahlen haben.
Die Preſſe billigt den Wahrſpruch.

Ueber 3 Millionen Jubiläumsſpende für
die evangeliſchen Miſſionen.

Die evangeliſche Sammlung der Natio=
nalſpende
für die Miſſionen hat am 1. d. M.
ihren Abſchluß erreicht und, ſoweit bisher bekannt es
laufen noch täglich Beiträge ein , das erfreuliche Er=
gebnis
von 3207513 Mark gebracht. Am Tage des
Regierungsjubiläums wurden dem Kaiſer von evangeli=
ſcher
Seite 2503 486 Mark übergeben; es ſind bis jetzt alſo
nachträglich noch 704027 Mark eingekommen.
Das Ergebnis der evangeliſchen Sammlung ſetzt ſich
bis jetzt aus folgenden Beiträgen aus den einzel=
nen
Bundesſtaaten und preußiſchen Provinzen zu=
ſammen
:

Mk.
3257
Anhalt .
102 613
Baden .
Bayern und Rhein=
98000
pfalz.
38987
Braunſchweig
41113
Bremen
Elſaß=Lothringen . 31014
107 77
Hamburg .
61 659
Heſſen
15 925
Lippe
333.
Stadt Lübeck
Mecklbg.=Schwerin 40113
=Strelitz . 10 685
5777
Oldenburg
2179
Fürſtent. Lübeck
Birkenfeld 1678
34 466
Stadt Berlin
Brandenburg . . 122172
171703
Hannover
15697.
Heſſen=Naſſau
133 140
Pommern.

Mk.
43946
Poſen . .
36 576
Oſtpreußen .
64 100
Weſtpreußen .
Rheinprovinz
145 737
Provinz Sachſen . 358 453
257323
Schleſien
Schlesw.=Holſtein 91446
206 294
Weſtfalen .
Königr. Sachſen . 367 525
8789
Schaumb.=Lippe
15006
Reuß ä. L.
12.N8
j. L.
Sachſ.=Altenburg 15478
Sachſ.=Kob.=Gotha 11772
Sachſ.=Meiningen 11989
Sachſ.=Weim.=Eiſenach 37249
Schwarzb.=Rudolſtadt 4 109
=Sondershauſ. 12 135
Waldeck=Pyrmont 3449
Württemberg . 240000
Ausland . . . 14419

Außerdem ſind 37663 Mark eingelaufen. Für die
chriſtlichen Miſſionen insgeſamt ſind 4507513 Mark ein=
gegangen
.

Der evangeliſche Ausſchuß des Zentralkomitees hat in
ſeiner letzten Sitzung beſchloſſen, allen Gebern und
Sammlern, vor allem den muſtergültig organiſierten Lan=
des
= und Provinzialkomitees ſeinen herzlichen Dank aus=
zuſprechen
und außerdem noch einen öffentlichen Dank
an die deutſche Preſſe für ihre wertvolle und wirkſame
Förderung des deutſchen Miſſionsgedankens zum Aus=
druck
zu bringen. Ein Verteilungsplan wird dem Kaiſer
eingereicht werden, der über die Verwendung der Sum=
men
endgültig entſcheidet.
Der Arbeitsausſchuß der Nationalſpende hat ſich als
Komitee konſtituiert, welchem es obliegt, eine Organiſa=
tion
zu ſchaffen, die dauernd die Teilnahme für die deutſch=
evangeliſchen
Miſſionen in unſerem Volke wecken und da=
mit
die ideale Seite der Aufgaben der Nationalſpende
fortſetzen ſoll.

Luftfahrt.

Unſere Militärluftkreuzer.
* Frankfurt a. M., 10. Juli. Das Militär=
luftſchiff
Z. 3 iſt geſtern nachmittag um 5 Uhr von
Metz hier eingetroffen. Die Führung hatte Hauptmann
von Müller.
* Baden=Oos, 10. Juli. Das Militärluft=
ſchiff
Z. 2 iſt, von Köln kommend, geſtern abend hier
gegen ¾9 Uhr glatt gelandet und in der Halle geborgen
worden.
H.B. Dresden, 10. Juli. Auf dem hieſigen Exer=
zierplatz
landeten heute vormittag die Flieger=
Offiziere Leutnant Freiherr von Thüna, Oberleutnant
Steffen und Leutnant von Buttlar, die um 6 Uhr mor=
gens
vom Flugplatz Döberitz mit den von der National=
Flugſpende geſtifteten Flugzeugen Blaſewitz, Oberlauſitz
und Erzgebirge abgeflogen waren. Als Vierter folgte der
Fliegeroffizier Hauptmann Oertzen mit dem Flugzeug
Dresden II, der von Döberitz um 8.30 Uhr vormittags ab=
geflogen
war.

Sporf, Spiel und Turnen.

* Kegelſport. In den Tagen vom 9. bis 13. Auguſt
findet auf dem herrlich gelegenen Ausſtellungs= und Feſt=
hallengelände
in Frankfurt das Feſt der Bannerweihe
der Keglervereinigung für Süd= und
Mitteldeutſchland ſtatt, verbunden mit großem
Ehren=Meiſterſchafts= und Geldpreis=Kegeln. Ein
reichhaltiges Programm iſt für die Feſttage aufgeſtellt. Es
ſtehen eine reiche Anzahl Ehrenpreiſe zur Verfügung und
außerdem gelangt ein namhafter Betrag an Geldpreiſen
zur Verteilung. Die einzelnen Ausſchüſſe ſind eifrig ſchon
ſeit Wochen an der Arbeit, und den Vorbereitungen nach
zu urteilen, dürfte ein kegelſportliches Feſt erſten Ranges
zu erwarten ſein. Der für den Feſtſonntag geplante
Bannerwagenzug, der das Bundesbanner mitführt, und
in dem verſchiedene Gruppenwagen ſein werden, wird ſich
vorausſichtlich in Sachſenhauſen aufſtellen, über die Ober=
mainbrücke
und dann den Weg des Schützenfeſtzuges ge=
hen
. Ein großer Vergnügungspark, der Tanzpodium,
Karuſſells. Schießbuden uſw. umfaßt, wird ebenfalls er=
richtet
werden. Das ausführliche Feſtprogramm wird in
den nächſten Tagen veröffentlicht.

Landwirtſchaftliches.

Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
markt
am 9. Juli. Auftrieb durch Händler 165 Schweine.
Preiſe bei einem Schlachtgewicht von 50 Kg. 1. Qualität,
ausgeſuchte Ware 78 Mk., 2. Qualität 77 Mk., 3. Qualität
7576 Mk. Marktverlauf: rege, Ueberſtand. Schweine=
markt
am 10. Juli. Auftrieb durch Händler 135 Schweine.
Preiſe bei einem Schlachtgewicht von 50 Kg. 1. Qualität,
ausgeſuchte Ware 78=Mk., 2. Qualität 77 Mk., 3. Qualität
7576 Mk. Marktveklauf: mäßig. Ueberſtand. Kälber=
markt
am 10. Juli. Auftrieb durch Händler 111 Kälber.
Preis bei einem Lebendgewicht von 50 Kg. je nach Quali=
tät
5265 Mk. Marktverlauf: rege.
Frankfurt a. M., 10. Juli. Schlachtvieh=
markt
. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 117 Rinder,
darunter 31 Ochſen, 2 Bullen, 84 Färſen und Kühe, 577
Kälber, 152 Schafe und 1570 Schweine. Preiſe für
1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark:
feinſte Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 6468
(107113); mittlere Maſt= und gute Saugkälber 5862
(98105); geringere Saugkälber 5357 (9097); Maſt=
lämmer
und jüngere Maſthämmel 4546 (9496); ältere
Maſthämmel und gut genährte Schafe 3739 (8892);
Fettſchweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 58½60 (7678);
vollfleiſchige Schweine über 2½ Ztr. Lebendgewicht
58½60 (7477); vollfleiſchige Schweine über 2 Ztr.
Lebendgewicht 5860 (7678); vollfleiſchige Schweine
bis zu 2 Ztr Lebendgewicht 57½60 (7577). Markt=
verlauf
: Kälber und Schafe ruhig; Schweine feſt. Alles
verkauft.

Das Kind.

Janderausſtellung der Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglingsfürſorge.
Der Behandlung, Pflege und Ernährung des Kindes
n den erſten Tagen und Wochen desSäuglingsalters iſt eine
iberaus inſtruktive und ſorgfältig zuſammengeſtellte Aus=
tellung
gewidmet, die die Großh. Zentrale für
Nutter= und Säuglingsfürſorge in Heſſen
ns Leben gerufen und die als Wanderausſtel=
ung
von Darmſtadt aus ihren Weg durch möglichſt
diele Städte und Orte des Heſſenlandes nehmen ſoll,
den Gedanken der ſorgfältigſten Säuglingsfürſorge zur
virkſamen Bekämpfung der Sterblichkeit der Kinder im
jarteſten Alter immer weiter die Wege zu bahnen. Die
Ausſtellung Das Kind wird heute eröffnet. Wir hatten,
dank dem liebenswürdigen Entgegenkommen der Zentrale,
ichon geſtern Gelegenheit, unter ſachkundiger Führung der
Schweſter Frl. Schubert und des Herrn Dr. Möller,
die Ausſtellung zu beſichtigen und dürfen nach dem erſten
Eindruck konſtatieren, daß die Zentrale mit dieſer Wander=
usſtellung
Das Kind der langen Kette ihrer ſchönen
Erfolge ſicher ein neues bedeutſames Glied hinzufügt.
Da die Ausſtellung von vornherein als Wanderaus=
tellung
gedacht war, iſt der größte Wert darauf gelegt,
saß ſie leicht zu verpacken und zu transportieren iſt und
n bezug auf Raum= reſp. Lokalforderungen möglichſt
reringe Anforderungen ſtellt. Es ſind zur Verpackung
reſondere, ſehr praktiſche Transportkiſten angefertigt wor=
en
, die mit den zu verpackenden Gegenſtänden gleich=
gutende
Nummern tragen, ſo daß ſehr leicht die ganze
lusſtellung an einem Tage von einem Ort zum anderen
jebracht und fertig aufgeſtellt werden kann. Ihr größter
Vorzug iſt, daß alles, was gezeigt und empfohlen iſt, in

der Praxis erprobt wurde und nicht auf bloßen
Theorien beruht, und daß bei vielen dieſer Gegenſtände,
die die junge Mutter braucht, wenn ſie einem neuen
Menſchenkinde das Leben ſchenkt, gezeigt wird, wie ſie
durch Selbſtanfertigung leicht und vor allem billig her=
geſtellt
werden können. Es handelt ſich alſo hier was
beſonders zu bemerken wohl berechtigt iſt , nicht um eine
Ausſtellung für reiche Leute, ſondern in erſter Linie für
ſolche, die weniger mit Glücksgütern geſegnet ſind, und=
das
iſt ja, trotz des zunehmenden Wohlſtandes wohl
immer noch die größere Hälfte des Volkes. So zeigt die
Ausſtellung, daß ſich die junge Mutter auch mit wenigem
Geld eine hygieniſch einwandfreie, geſunde Wochenſtube
herrichten kann. Von der Säuglingswäſche werden ſogar
Muſterſchnitte verabfolgt, die die Selbſtherſtellung er
eichtern. Führungen die von Zeit zu Zeit ſtatt=
finden
, werden dazu beitragen, von der Zweckmäßigkeit
der ausgeſtellten Gegenſtände zu überzeugen und vor
allem von der Notwendigkeit der Hygiene in der Wochen=
und Kinderſtube. Beiſpiele und Gegenbeiſpiele, letztere
ohne geſuchte Uebertreibung, aus der Praxis geſammelt
verden dieſe Ueberzeugung und das Verſtändnis feſtigen
helfen. An dieſen Gegenbeiſpielen wird dem Beſucher
erſt klar, wie furchtbar heute noch geſündigt wird in der
Kinderſtube, und zwar meiſt in gutem Glauben, denn
ſchließlich meinen’s ja doch alle Mütter gut mit ihren Kin
ern. Aerzte und Schweſtern der Zentrale werden bei
dieſen Führungen Vorträge halten und Erläuterungen
geben, Anfragen beantworten und Auskünfte erteilen, ſo
daß die Organe der Zentrale in immer engere Fühlung
mit der Mutter kommen und bleiben. Zu den Wander
kurſen deren bisher 22 mit über 1500 Hörerinnen ab=
ehalten
wurden, wird die Ausſtellung alſo eine wertvolle
Ergänzung bilden.
Die Ausſtellung Das Kind zerfällt gewiſſermaßen
in zwei Abieilungen, eine theoretiſche und eine praktiſche

Zahlreiche Tafeln und graphiſche Darſtellungen ent=
worfen
von Regierungsrat Knöpfel beſchäftigen ſich
in populär=wiſſenſchaftlicher Weiſe mit den Problemen des
Geburtenrückganges und der Säuglingsſterblichkeit, die in
gewiſſem Sinne in organiſchem Zuſammenhange mitein=
ander
ſtehen, inſofern, als ſcheinbar mit dem Ge=
burtenrückgange
die Verminderung der Säuglingsſterb=
lichkeit
zuſammengeht. In Wirklichkeit hat das natürlich
ganz andere, auf wirtſchaftlichem Gebiet liegende Gründe.
Immerhin iſt die Tatſache aber intereſſant, wenn auch er=
freulich
nur inſoweit, als ſie beweiſt, daß die gegen
früher wenigen Kinder mit größerer Sorgfalt und
Fürſorge behandelt werden, als es früher bei den vielen
Kindern in einer Familie der Fall war. Theoretiſch könnte
man daraus den an ſich ja ebenfalls erfreulichen Schluß
ziehen, daß unſere Generation ein= ſowohl geſundheitlich
wie erzieheriſch beſſeres Menſchenmaterial hervorbringt.
Da ſind Tafeln mit einer Gegenüberſtellung der Ge=
burten
Deutſchlands und Frankreichs. Sie zeigen, daß wir
1840 noch prozentual niedriger, 1844 gleich mit Frankreich
varen, und von da ab Frankreich bedeutend überflügelt
haben, daß wir aber jetzt in gleichem Maße den Geburten=
rückgang
zu verzeichnen haben, den Frankreich ſeit einem
halben Jahrhundert hat. Eine ganz gleiche Erſcheinung
wie dieſe Tafel zeigt eine andere, die die gleichen Ver=
hältniſſe
der Provinzen Starkenburg und Oberheſſen dar=
ſtellt
. Natürlich hat die Erſcheinung hier ganz andere
Urſachen, die im weſentlichen in der Abwanderung be=
gründet
ſind, die in Oberheſſen ungleich ſtärker iſt als in
Starkenburg. Bemerkenswert iſt, daß auch in dem frucht=
barſten
Alter der Frau, alſo in den erſten Jahren der Ehe,
die Geburten ſtark abnehmen (was im übrigen in allen
Lebensaltern gleich zu konſtatieren iſt); ein Beweis dafür,
daß auch die kinderloſen Ehen zunehmen. Aus den Dar=
ſtellungen
über den Zuſammenbang zwiſchen Geburten=
rückgang
und Säuglingsſterblichkeit iſt d.e für uns Heſſen

[ ][  ][ ]

Der neue Balkankrieg.
Eine montenegriniſche Erklärung.

* Cetinje, 9. Juli. Aus amtlicher montenegrini=
ſcher
Quelle verlautet: Der Miniſter des Aeußern
beantwortete die Note, in der der bulgariſche Ge=
ſandte
im Auftrage ſeines Monarchen die Abreiſe aus
Cetinje notifizierte, mit folgender Note vom 8. d. M.
die an den mit dem Schutze der bulgariſchen Intereſſen
bbetrauten ruſſiſchen Geſchäftsträger gerichtet iſt:
Mit dem in London unterzeichneten Friedens=
vertrage
zwiſchen den vier verbündeten Balkanſtaaten
und der Türkei trat letztere an Bulgarien, Griechenland,
Montenegro und Serbien und ſomit an die Verbündeten,
ſämtliche weſtlich der Linie Midia-Enos gelegenen Ge=
biete
der europäiſchen Türkei ab. Alle dieſe Gebiete wur=
den
erworben dank der übermenſchlichen Anſtrengung der
Verbündeten und ſollten unter ihnen in einer der Billig=
keit
entſprechenden Weiſe und im Verhältnis zu den
Opfern, die jeder von ihnen gebracht hatte, aufgeteilt wer=
den
. Die bulgariſche Regierung dachte jedoch
anders. Nach der Unterzeichnung des Londoner Friedens
erhob ſie immerneue Anſprüche, die ſich auf einen
vor dem Beginn des Krieges der Verbündeten mit der
Türkei mit der ſerbiſchen Regierung abgeſchloſſenen ge=
heimen
Vertrag ſtützten. Da dieſer Vertrag der
montenegriniſchen Regierung von ihren ſerbiſchen und bul=
gariſchen
Verbündeten niemals zur Kenntnis gebracht
worden war, ſah die Regierung des Königs von Mon=
tenegro
ihn für nichtig an, inſoweit er Beſtimmungen
über die Verteilung des Kondominiums der Verbündeten
enthielt und ſchickte auf die Nachricht, daß die bulgariſche
Regierung Truppen konzentriere, um bei den Verbündeten
den Vertrag mit Gewalt durchzuſetzen, eine Armee an den
Wardar=Fluß, um ihre Intereſſen zu wahren und ihre
Verpflichtungen gegenüber den ſerbiſchen und griechiſchen
Verbündeten zu erfüllen. Indem Bulgarien auf ſeinen
rechtswidrigen Forderungen beſteht und einen Schieds=
ſpruch
des Kaiſers von Rußland vereitelt, griff es zu Mit=
teln
der Gewalt, um mehr zu erlangen, als ihm in dem
Londoner Vertrag zugeſprochen worden war, und am
17./30. Jnni um 3 Uhr früh wurden unvermutet ſeine
Verbündeten auf der Wardar=Linie und der ſüdmazedo=
niſchen
Linie in der Abſicht angegriffen, ſie durch eine
Ueberrumpelung der Frucht ihrer ungeheueren Opfer zu
berauben. Bulgarien führt den Krieg fort ohne
ihn erklärt zu haben. Konſequenterweiſe erteilte die bul=
gariſche
Regierung ihrem Vertreter in Montenegro den
Auftrag, Cetinje zu verlaſſen, was dieſer auch einige
Stunden darauf, ebenſo wie das Perſonal der Geſandt=
ſchaft
, tat, ohne es zu wagen, ſeine Abreiſe zu begründen,
die in weiterer Folge entweder den Abbruch der diplo=
matiſchen
Beziehungen oder eine bloße Unterbrechung
würden bedeuten können. Unter dieſen Umſtänden iſt die
montenegriniſche Regierung der Anſicht, daß die Miſſion
des Vertreters des Königs von Bulgarien bei dem König
von Montenegro beendet iſt und daß die diplomati=
ſchen
Beziehungen zwiſchen Bulgarien und Mon=
tenegro
ſeit geſtern zu beſtehen aufgehört haben.
Bulgariſche Kriegsmeldungen.
* Sofia, 9. Juli. Die bulgariſchen Trup=
pen
erzielten heute auf der ganzen Kampflinie bedeu=
tende
Erfolge. Sämtliche Angriffe der ſerbiſchen
Truppen auf der Front Sultantepe=Pataritza wurden
unter enormen Verluſten für die Serben zurückgeſchlagen.
Die Bulgaren machten einen Gegenangriff und ſchlugen
die Serben in die Flucht. Die bulgariſchen Truppen ver=
folgen
den Feind, der ſich gegen Egri=Palanka zurück=
zieht
. Ein erbitterter Kampf iſt bei Kotſchana im Gange.
Auch hier wurden die Serben mit beträchtlichen Verluſten
zurückgeſchlagen, worauf die ſiebente bulgariſche Diviſion
die Offenſive ergriff. Die Angriffe des linken griechi=
ſchen
Flügels nördlich von Doiran wurden ebenfalls mit
großen Verluſten zurückgeſchlagen. Im Oſten am rechten
Strumaufer operieren die griechiſchen Truppen ſchwach.
* Berlin, 10. Juli. Im Auſtrage des Miniſte=
riums
des Aeußern verbreitet die ſerbiſche Geſandtſchaft
folgende Richtigſtellung: Allen von bulgariſcher Seite
verbreiteten Nachrichten, daß bei den letzten Kämpfen die
Serben die Angreifer waren, iſt entgegenzuhalten: Aus
bulgariſchen Operationsbefehlen, Dienſtbefehlen, Zeugen=
ausſagen
und Tagebüchern gefangener bulgariſcher Offi=
ziere
geht hervor, daß die bulgariſche Armee in Stärke
von etwa 150000 Mann und etwa 200 Geſchützen einen
Ueberfall auf die ſerbiſchen Stellungen in Mazedonien
unternahm, was auch daraus hervorgeht, daß die ſerbi=
ſchen
Vorpoſten überrumpelt wurden und die Bulgaren
im erſten Anlauf bis zu den ſerbiſchen Hauptpoſitionen
gelangten. Zum Beweiſe befinden ſich in ſerbiſchen Hän=
den
amtliche ſchriftliche bulgariſche Operationsbefehle, die
veröffentlicht werden. Ferner ſteht feſt, daß die Bulaaren
in keinem einzelnen Falle den Befehl gaben, die Feind=
ſeligkeiten
einzuſtellen, oder daß ſie ſich aus eigener Ini=
tiative
zurückgezogen hätten. Auch die Behauptung, daß
die Serben in das Gebiet der alten bulgariſchen Grenzen
eindrangen, entſpricht nicht den Tatſachen. Das Umge=

kehrte iſt vielmehr der Fall, wie die bulgariſchen Angriffe
bei Zaitſchar, Kadi Bogaz, St. Nicolas, Kujazevatz,
Pirot und Vlaſſina beweiſen. Daß die bulgari=
ſcherſeits
gemeldeten Kämpfe bei Veles, Kumanowo,
St. Nicolas oder Kliſſeli nicht ſtattgefunden haben
können, geht ſchon daraus hervor, daß die ſerbiſchen
Truppen die Bulgaren auf der ganzen Linie der Bregal=
nitza
(Kriwolak, Iſtip, Kotſchana, dem Oſſegowo=Gebirge
und Egri Palanka) zurückgedrängt haben und die Angriffe
an der alten ſerbiſchen Südgrenze bei Vlaſſina (zwiſchen
Wranja und Pirot) abgewieſen ſind. Ein Blick auf die
Karte zeigt dies genügend.
Serbiſche Kriegsmeldungen.
* Belgrad, 10. Juli. Das Preſſebureau meldet:
Alle Angriffe der Bulgaren auf die ſerbiſch=
bulgariſche
Grenze zwiſchen Zajetzar und Pirot ſind voll=
ſtändig
abgeſchlagen worden. Die Einnahme von
Knjazevac durch die Bulgaren war möglich, weil in
der Stadt nur wenig Soldaten waren; als aber die Ver=
ſtärkungen
ankamen, wurden die Bulgaren vollſtändig
zurückgeſchlagen. Es befindet ſich jetzt kein bulgariſcher
Soldat mehr auf ſerbiſchem Boden.
* Belgrad 10. Juli. 1 Uhr früh. Die Ser=
ben
haben nach kurzem Kampfe Radowiſchta, die Grie=
chen
Petritſch und Strumitza erobert. Die Bulgaren
flohen panikartig in der Richtung auf Planina und
Plaskowitz. Geſtern abend ſind die in Knjazevac einge=
drungenen
Bulgaren, amtlichen Meldungen zufolge, voll=
kommen
aufgerieben worden. Bei Wlaſina wurde
eine bulgariſche Eskadron gefangen und eine bulgariſche
Maſchinengewehrabteilung erbeutet. Die Bulgaren unter
General Kovatſchew ſind im Rückzuge begriffen, teils in
der Richtung auf Dubnitza, teils in der Richtung auf
Petſchewo.
* Belgrad, 10. Juli. Geſtern nachmittag hat die
ſerbiſche Kavallerie bei der Verfolgung der bul=
gariſchen
Armee, die ſie völlig auseinandergeſprengt
hat, Radowitſchabeſetzt. Der Feind hat ſich, ohne
den geringſten Widerſtand entgegenzuſetzen, zurückgezogen.
Die Bulgaren haben bei ihrem fluchtartigen Rückzuge
nicht die Zeit gehabt, die gefallenen bulgariſchen Offi=
ziere
und Soldaten zu beerdigen.
Griechiſche Kriegsmeldungen.
* Athen, 9. Juli. Der Kriegsminiſter gibt
folgende Nachrichten bekannt: Erſtens: Die griechi=
ſchen
Truppen haben geſtern die Päſſe des Belaſitza=
Gebirges (Bereſch=Bagh) lebhaft angegriffen. Die Bul=
garen
, nachdem ſie vielleicht von den Truppen bei Iſtip
Verſtärkungen erhalten hatten, leiſteten lebhaften Wider=
ſtand
, wurden jedoch Schritt für Schritt zurückge=
drängt
. Sie hatten bereits einzelne Päſſe genommen,
als der Einbruch der Nacht den Kampf unterbrach. Große
Trainkolonnen der Bulgaren von Militär begleitet, ſah=
man
das Strumitza=Tal hinab gegen Petritſch marſchieren.
Dies ſcheint die erſte Staffel des Rückzuges zu ſein, den
die Bulgaren vor einigen Tagen begonnen haben. Zwei=
tens
: Unſere Truppen verfolgen den Feind, der ſeinen
Rückzug nach Petritſch durch die Enge des Strumitza=
Tales bewerkſtelligt. Infanterie=Abteilungen und eine
unſerer Diviſionen haben die vom Feinde mit Artillerie
beſetzten Hügel heftig angegriffen, Gefangene gemacht,
fünf Kanonen und ein Maſchinengewehr erobert. Drit=
tens
: Griechiſche Truppen, die von Doiran auf Strumitza
vorrücken, nähern ſich den Schanzgräben des Feindes bis
auf 200 Meter. Ein heftiger Angriff bei Tagesanbruch
zwang die Feinde, ihre Stellung unter großen Verluſten
zu räumen. Eine raſtloſe Verfolgung brachte ſie zur Auf=
löſung
, ſo daß ſie in haltloſer Flucht Gewehre, Munition
und Ausrüſtungsſtücke fortwarfen. Die griechiſchen Trup=
pen
ſetzten ihren Vormarſch fort und erreichten Coſturino
ſüdlich von Strumitza, eine ſtarke hochgelegene Stellung
von größter ſtrategiſcher Wichtigkeit.
* Athen. 10. Juli. Die Griechen haben Ka=
valla
und das ganze Strumitzatal beſetzt.
Die Haltung Rumäniens.
* London, 10. Juli. Reuter erfährt aus gut un=
terrichteten
rumäniſchen Quellen, daß die Mobilmach=
ung
Rumäniens noch in dieſer Woche durchgeführt
ſein wird. Rumänien nimmt gegenüber keiner der krieg=
führenden
Parteien eine feindliche Haltung ein; es will
aber keine Veränderung des Gleichgewichts auf
den Balkanhalbinſeln zulaſſen, welche ihm ſelbſt ſchaden
könnte. Wenn Serbien ernſtlich bedroht ſein ſollte, werde
Rumänien gezwungen ſein, ſeine Truppen nach Bulgarien
zu ſchicken; wenn dagegen Bulgarien bedroht ſein ſollte,
werde Rumänien ſeinen Einfluß zugunſten Bulgariens
ausüben. Außerdem will es ſich eine ſtrategiſch vorteil=
hafte
Grenze ſichern zur Verteidigung ſeines Gebietes,
und um eine Revanchepolitik Bulgariens, falls etwa Ru=
mänien
gezwungen wäre, gegen Bulgarien vorzugehen,
unmöglich oder recht ſchwierig zu machen. Daher iſt es
wahrſcheinlich, daß die rumäniſchen Truppen bulgariſches
Gebiet bis zu der Linie Turtukai (Turtarkan) an der

Donau bis Baltſchik am Schwarzen Meer beſetzen wer=
den
und daß der Reſt der Streitkräfte zur Durchführung der=
rumäniſchen
Politik, die Gefährdung des Gleichgewichts der
Kräfte auf der Balkanhalbinſel durch eine Intervention
zwiſchen den Kriegführenden zu verhindern, verwandt
wird.
Bulgarien gibt nach.
* Paris, 10. Juli. Die Agence Havas meldet aus
Petersburg: Bulgarien erklärte, um weiteres
Blutvergießen zu vermeiden, überlaſſe es völlig
Rußland, die Einſtellung der Feindſelig=
keiten
herbeizuführen.
IB Wien, 10. Juli. Von hervorragender diploma=
tiſcher
Seite wird der Neuen Freien Preſſe gemeldet:
Bulgarien hat in Erkenntnis ſeiner ſchwierigen
politiſchen und militäriſchen Lage bei den
Großmächten das Erſuchen geſtellt, ſie möchten bei
Serbien und Griechenland Schritte einleiten, um zu er=
fahren
, unter welchen Bedingungen dieſe bereit wären,
über den Abſchluß eines Waffenſtillſtandes zu unterhan=
deln
. Die franzöſiſche Regierung, die im Einverſtändnis
mit ihrem Alliierten handelt, hat die Initiative ergriffen,
um der bulgariſchen Regierung den Rat zu erteilen. Man
wird ſich nun mit der ſerbiſchen und griechiſchen Re=
gierung
in Verbindung ſetzen, um dieſe zur Annahme des
Waffenſtillſtandes zu bewegen, und man hat die Hoff=
tung
, die Zuſtimmung dieſer beiden Staaten um ſo leich=
ter
zu erhalten, als ſie ſich nach vollkommen objektiven
Berichten gegenwärtig in viel günſtigeren Poſitionen be=
finden
ſollen, als zu Beginn des Krieges. Nur dürften
e ihre Forderungen nicht zu hoch ſpannen. da Bulgarien
den Krieg auf Tod und Leben lieber fortſetzt, ehe es ſich
unmögliche Bedingungen auferlegen läßt. Gleichzein
wird man darüber verhandeln, unter welchen Bedinau=
gen
die vier Balkanſtaaten jetzt die Petersburger Kon=
ferenz
beſchicken werden. Es iſt aber nicht ausgeſchloſſen,
daß angeſichts der vollkommen veränderten Lage ein
Schiedsgericht ganz Europas in Kraft tritt und die Kon=
ferenz
über die Aufteilung Mazedoniens an einem an=
deren
Orte als in Petersburg ſtattfindet.

Wetternachrichten.

* München, 9. Juli. In den bayeriſchen Bergen
iſt ein großer Wetterſturz eingetreten. Auf den
Höhen von 1000 Metern liegt Neuſchnee. Es herrſcht eine
ungewöhnliche Kälte. Durch den Schneedruck ſind die
Wälder geſchädigt.
München, 10. Juli. Seit dem 24. Juni regnet=
s
in Bayern ununterbrochen. Die Flüſſe ſind an=
geſchwollen
und die Ufer überſchwemmt. Im bayeriſchen
Oberland gießt es in Strömen.
* Genf 9. Juli. Aus der Zentral= und Oſtſchweiz
aufen Nachrichten über Unwetter ein. Verſchiedene=
Alpenſtationen melden Schneefälle bis in 1500 Meter=
Höhe, ſowie bedeutenden Temperaturfall.
* Mailand 10. Juli. In Italien wütet ſeit
24 Stunden ein furchtbarer Sturm. Die Um=
gebung
von Berame hat durch Hagelſchlag ſchweren Scha=
en
gelitten. Der Schaden wird auf über eine Million=
Lire geſchätzt. Aehnliche Nachrichten kommen auch aus
Toscana. In der Umgebung von Verona ſtürzte infolge
des Sturmes ein Haus ein, wobei vier Perſonen verſchüt=
tet
wurden. Es gelang, die Verſchütteten zwar zu ret=
ten
, doch war eine Perſon bereits tot, die drei anderen
ſchwer verletzt.

Vermiſchtes.

Freunde geſunden Humors werden ſchon oft anden=
gemütvollen
, ſinnigen Gedichten des Darmſtädter
Dialektdichters Karl Schaffnitt ihre helle
Freude gehabt haben. Sie wird es gewiß intereſſieren
daß das vor kurzem erſchienene erſte Heft der im Auftrag
der Hiſtoriſchen Kommiſſion für das Großherzogtum Heſ=
ſen
herausgegebenen Heſſiſchen Biographien einen Lebens
abriß Schaffnits bringt.
* Was koſtet die Fleiſchportion für de
Soldaten? Für ſämtliche Garniſonen wird halb=
jährlich
, je nach den örtlichen Koſten, das tägliche Ba
köſtiaungsgeld für den Soldaten feſtgeſetzt; damit müſſe
die Truppenteile dann wirtſchaften. In dem neueſte
Armee=Verordnungsblatt finden wir wieder dieſe Liſt
Am billigſten iſt danach die tägliche Fleiſchportion m=
20,5 Pfg. (die geſamte Beköſtigung mit 37 Pfg.)
Rieſenburg in Weſtpreußen zu beſchaffen, und es ſchein=
daß
die dortigen Küraſſiere dabei ſehr gut gedeihen
Am meiſten 29,8 Pfg. koſtet das Fleiſch in de=
lothringiſchen
Garniſonen Diedenhofen und Ober
gentringen, wie ja überhaupt im Reichslande die preußiſch
Armee von den Lieferanten hochgenommen zu werde
pflegt. Nahezu ebenſo teuer iſt aber auch Hanau, do
ſcheint es ſich da um eine vorübergehende Teuerung
handeln, und daher ſind die Preiſe auch nur für d
Zeit bis zum 30. September feſtgeſetzt. Dann folge

beſonders bedeutſame Tatſache zu erſehen, daß trotz der
Geburten minderheit gegenüber Bayern die Säug=
lingsſterblichkeit
geringer iſt wie dort. Das iſt
ein offenſichtlicher Erfolg unſerer aus=
gedehnten
Säuglingsfürſorge. Dieſer
Erfolg macht ſich beſonders bemerkbar in einer Darſtellung
der Sterblichkeit in den einzelnen Kreiſen. Waren früher
bis 1910 die Kreiſe Offenbach, Mainz und das
Ried durch ganz beſondere Sterblichkeit ausgezeichnet, ſo
iſt das jetzt weſentlich anders beſſer geworden. Andere
Tafeln orientieren über die Säuglingsſterblichkeit in den
verſchiedenen Lebensaltern und Jahresabſchnitten; ſie be=
weiſen
, daß die Sterblichkeit im erſten Vierteljahre und in
den Sommermonaten Juli-September weitaus am
größten iſt, und hier wieder beſonders groß in der Stadt
(47 Prozent, gegen 36 Prozent auf dem Lande).
Umfangreicher, noch inſtruktiver und für die große
Mehrzahl der Beſucher auch wohl intereſſanter, iſt die
zweite Abteilung der Ausſtellung, die ſich ausſchließlich
mit der praktiſchen Darſtellung des Guten und
Schlechten, des Hygieniſchen und Unhygieniſchen befaßt.
Dieſe Abteilung ſpricht für ſich ſelbſt eine klare und ein=
dringliche
Sprache. Alle Erfahrungen weiſen immer wie=
der
darauf hin, daß die natürliche Ernährung des Säug=
lings
durch die Mutter die beſte Gewähr für ſein Gedeihen
bietet. Auch hier wieder ſind Tabellen zum Beweiſe her=
angezogen
, und ſie zeigen auch, daß die ſtillenden Mütter
am meiſten gegen den Bruſtkrebs geſchützt ſind. Die Ge=
wichtsverhältniſſe
von natürlich und künſtlich ernährten
Kindern reden eine deutliche Sprache. Empfehlenswerte
Schriften dienen dem Selbſtſtudium und der Belehrung.
Auch hier iſt die Auswahl ſtets nach praktiſcher Erprobung
getroffen. Ein Album, enthaltend künſtleriſche Darſtel=
lungen
der Mutter Maria als ſtillende Mutter, bietet ein
ebenſo vornehmes wie überzeugendes Anſchauungsmate=

rial. Dann die Beiſpiele und Gegenbeiſpiele. Da ſind
Glaskäſten mit Sammlungen der aus dem Gebrauch ent=
nommenen
Saugflaſchen, Lutſchern, Semmeldietzeln und
allen möglichen anderen Dingen, die unbedingt aus der
Kinderſtube verſchwinden müſſen. Daneben wird gleich=
zeitig
der hygieniſch einwandfreie Erſatz gezeigt, und es
iſt von Intereſſe, zu konſtatieren, daß die geſundheitlich
einwandfreien Dinge in den überwiegend meiſten Fällen
billiger und im Gebrauch praktiſcher und wirkſamer ſind,
als das geſundheitgefährdende Zeug. An weiteren Beiſpielen
und Apparaten wird die Zubereitung der Säuglingsmilch,
Reinigung uſw. der Flaſchen, einfache Vorrichtungen, die
Milch warm oder kühl zu halten, dargeſtellt. Bei all
dieſen Dingen iſt praktiſch gezeigt, wie leicht man ſich der=
artige
Apparate ſelbſt ohne Koſten mit geringer Mühe
herſtellen kann. In einer ganzen Reihe von Glaskäſten
liegen die gefunden und zweckmäßigen Kleidungsſtücke
für Säuglinge, und wieder iſt am Gegenbeiſpiel gezeigt,
was dabei vermieden werden muß. Vor allem dem
Gummi= und Wachstuch in der Säuglingskleidung und im
Säuglingslager wird der Krieg erklärt, denn dieſes Zeug
ſperrt die ſo notwendige Luft ab und hindert die Aus=
dünſtung
. Weitere Käſten enthalten eine Zuſammenſtel=
lung
der ſchädlichen und gefährlichen Spielzeuge: Klap=
pern
, Raſſeln uſw. Manche Mutter wird ſich beim Anblick
dieſer Abſchreckungsbeiſpiele erſt ihrer Sünden bewußt
werden. Auch hierzu wird der hygieniſch einwandfreie
Erſatz gezeigt, der im weſentlichen in ſolchen Spielſachen
gefunden wird, die ausgekocht alſo desinfiziert wer=
den
können, wie ungefärbte Gummifiguren, Zelluloid=
gegenſtände
, waſchbare Bilderbücher und dergleichen mehr.
Der Spielzeugfrage iſt übrigens erhöhte Bedeutung zu=
gemeſſen
. Auch für erwachſene Kinder, inſonderheit für
Mädchen, ſind muſterhafte Spielzeuge ausgeſtellt, die ſchon
im Kindesalter beim Puppenſpiel den kleinen Puppen=

müttern unbewußt nahelegen, wie ſie ihre Kinder b
handeln ſollen, wie die Bettchen und Wägelchen beſchaff
ſein ſollen und wie nicht. Und es iſt auch gezeigt, we
man den Kindern nicht zum Spiel mit Puppen geb
ſoll, alſo alles nicht, was auch aus der wirklichen Kinde
ſtube verbannt iſt.
Weiter ſind ausgeſtellt muſterhafte Säuglingswäſck
beſtände, wie ſie von der Zentrale allerdings nur in Au=
nahmefällen
an Bedürftige abgegeben werden. Danne
ſogen. Wanderſack der alles enthält, was bei der 6
burt und in den erſten Tagen für Mutter und Kind
Wüſche, Stechbecken, Schüſſeln und ſonſtigen Gegenſtänd
notwendig iſt. Dieſe Wanderſäcke werden den Hebamm=
da
leihweiſe zur Verfügung geſtellt, wo es an den nötig=
Vorbereitungen zum Empfange des neuen Erdenbürge
aus irgend einem Grunde fehlt. Daneben ſtehen vorbi=
liche
Bettkörbe und Bettchen, wie ſie im Eleonorenhein
in Gebrauch ſind.
Beſonders inſtruktiv und wirkſam durch das abſchr
kende Beiſpiel iſt die Gegenüberſtellung eines Kinde
zimmers wie es ſein ſoll und wie es nicht ſein ſ.
Da iſt ein freundlich helles Zimmerchen abgeteilt 1
allen notwendigen einfachen, aber zweckmäßigen und hya
niſchen Utenſilien der Wochen= reſp. Kinderſtube, peinl
ſauber und freundlich, und daneben ein irgendwo aus
Altſtadt zuſammengetragenes Auch=Kinderzimmer dir
aus der Praxis entnommen. Das ſpricht Bände, und
iſt intereſſant, wie der Ausſtellung ungewollt ein Bewe
wie er überzeugender kaum gedacht werden kann, in d
Fliegen erſteht. Sämtliche in den zwei Sälen v
handenen Stubenfliegen geben ſich hier in dieſem Kind
zimmer ein Rendezvous!
Die Ausſtellung, deren Beſuch unentgeltlich ſein
befindet ſich in den Räumen der Landwirtſchaftlich
M. 8t
Winterſchule, Alexanderſtraße 20.

[ ][  ][ ]

St. Avold und Metz mit immer noch über 29 Pfg. für
die Portion. In der Billigkeit aber geben nächſt Rieſen=
burg
ein leuchtendes Beiſpiel Lübeck, Bielefeld und
Goldap, die mit 21,6 und 21,7 und 21,9 Pfg. täglich die
Fleiſchnahrung des Soldaten beſtreiten.
Wenig philoſophiſche Schriftſteller haben mit ihren
Werken einen ſolchen Erfolg gehabt, wie Ludwig Büch=
ner
, der durch ſein bekanntes Buch: Kraft und Stoff, das
für viele Jahrzehnte allen materialiſtiſch geſinnten Gebil=
deten
und Halbgebildeten als Evangelium galt, mit einem
Schlage zum weltberühmten Manne wurde. Seiner Welt=
anſchauung
und ſeinen Gedankengängen widmet der be=
kannte
Gießener Philoſoph Hermann Siebeck in dem kürz=
lich
erſchienenen 1. Hefte der im Auftrag der Hiſtoriſchen
Kommiſſion für das Großherzogtum Heſſen herausgege=
benen
Heſſiſchen Biogtraphien (Darmſtadt, Großherzogl.
Staatsverlag) eine eingehende Würdigung und Kritik, die
es verdient, auch von weiteren Kreiſen beachtet zu werden.

Literariſches.

* Neue Reiſebücher. Von den im Verlage
von Albert Goldſchmidt, Berlin W. 35, erſcheinenden
Griebens Reiſeführern liegen weiter vor: Band
120: Die Fränkiſche Schweiz, 2., neu bearbeitete
Auflage. (1 Mk.) Als guter Führer zu Ausflügen oder
zu längerem Aufenthalt als Sommerfriſche erſcheint das
vorliegende Bändchen gerade zur rechten Zeit. Es gibt
alle wünſchenswerten Aufſchlüſſe über Unterkunfts= und
Verkehrsverhältniſſe und enthält alles, was dem Beſucher
der Landſchaft zu wiſſen notwendig iſt. Auch dieſer Grie=
den
kann jedem, der die Fränkiſche Schweiz kennen ler=
ten
will, als zuverläſſiger Führer empfohlen werden.
Band 62: Nürnbexg und Umgebung 15. Auf=
age
. Mit 2 Karten und Grundriſſen. (0,60 Mk.) Das
Büchlein führt den Untertitel Praktiſcher Reiſeführer
mit vollem Recht, denn alle Angaben, die der Reiſende
bei ſeinem Aufenthalt in der Stadt gebrauchen kann, ſind
in knapper, aber umfaſſender Darſtellung und in zweck=
entſprechender
Anordnung vorhanden, die reichen Kunſt=
ſchätze
des uralten Kulturzentrums ſind in intereſſanten
Ausführungen beſprochen. Daß Text wie Kartenbeilagen
den neueſten Stand der Dinge berückſichtigen, iſt beſon=
ders
hervorzuheben. Band 71: Bad Kiſſingen
und Umgebung 16. Auflage, mit 2 Karten. (1 Mk.)
Schon die ſchnell hintereinander folgenden Auflagen
geben Zeugnis von der Beliebtheit des Führers. In der
Tat gehört dieſer Grieben=Band zu den beſten. In ſach=
licher
, gedrängter, überſichtlicher Weiſe gibt er Aufſchluß
ber alles, was für den Kurgaſt ſowohl wie für den Tou=
riſten
irgendwie wiſſenswert iſt. Die neue Auflage iſt
von dem früheren Badedirektor Deichmann gänzlich um=
gearbeitet
worden.
Gartenbuch für Anfänger. Unterwei=
ſung
im Anlegen, Bepflanzen und Pflegen des Hausgar=
tens
, im Obſtbau, Gemüſebau und in der Blumenzucht.
Von Johannes Böttner, Königl. Oekonomierat,
Chefredakteur des praktiſchen Ratgebers im Obſt= und
Gartenbau. 10. Auflage (64. bis 80. Tauſend). Mit. 627
Abbildungen im Text, Frankfurt a. d. Oder, Verlagkvon
Trowitzſch u. Sohn. In Leinen gebunden 6 M. Mit dem
einziehenden Frühling erſcheint Johannes Böttners ein=
zigartiges
Gartenbuch in neuer Ausgabe und will wie=
derum
allen Gartenfreunden ein Führer und Berater in
allen gärtneriſchen Fragen ſein. Wer Böttners Garten=
buch
einmal geleſen hat, zieht es immer wieder zu Rate
und findet mit dem Erfolge neue Luſt und Liebe zur
Sache. Er wird das Buch immer weiter empfehlen und
damit der ſchönen, Körper und Geiſt erfriſchenden Beſchäf=
tigung
im Garten neue Freunde gewinnen, zum Segen
des deutſchen Gartenbaues.
Schranka Buch berühmter Hunde. In
Zexikonform bearbeitet. Preis 1,20 Mk. Verlag von Hans
Lüſtenöder, Frankfurt a. M., Bauſtraße 10. Mit Bienen=
kleiß
ſind hier zahlloſe Hiſtörchen und Anekdoten von be=
eühmten
Hunden aus Sage und Geſchichte geboten. Vom
alten Cerberus, der die Polizei in der griechiſchen Hölle
ausübte, bis zu den modernſten Polizeihunden, finden
vir hier alle Hunde vereint, die ſich in Gutem oder Böſem
einen Namen gemacht haben. Es iſt ein amüſantes Buch,
n dem man gerne lieſt und blättert.
Zur Anfertigung von Papierblumen
zibt ein ſoeben in 2. Auflage im Verlag von Otto Maier
n Ravensburg erſcheinendes prächtiges Büchlein eine vor=
reffliche
Anleitung; es führt den Titel Papierblumen.
Dünſtliche Blumen. Eine Anleitung zu deren Herſtellung.
Mit zahlreichen erklärenden Abbildungen und mit
Schnittmuſtern. Herausgegeben von M. Leonhardt. Preis
,80 Mark. (Verlag von Otto Maier in Ravensburg.)
Das Büchlein zeignet ſich beſonders durch praktiſche Ge=
prauchsfähigkeit
aus.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Juli. Die Hohenzollern hatte
eine ſehr ruhige Ueberfahrt. Die Temperatur iſt winter=
ich
. General v Freytag hält heute vormittag ſeinen er=
ten
Vortrag. An Bord iſt alles wohl.
* Berlin, 10. Juli. Das Militärwochenblatt meldet:
Seneralmajor v. Oheimb Remonteinſpekteur, iſt zu
den Offizieren von der Armee verſetzt; Oberſtleutnant
Saack, Vorſitzender der 1. Remontierungskommiſſion,
ſt zum Remonteinſpekteur ernannt worden. Oberſt von
Zlaſenapp, Militär=Veterinärinſpekteur, iſt mit der
Führung der 21. Kavallerie=Brigade beauftragt worden;
zu ſeinem Nachfolger iſt Oberſtleutnant von Kleiſt,
Vorſitzender der 5. Montierungskommiſſion, ernannt wor=
den
. Dem Generalmajor z. D. Werckmeiſter zuletzt
Kommandeur der vierten Infanterie=Brigade, iſt der
Tharakter als Generalleutnant verliehen.
* Kiel, 10. Juli. Heute vormittag kollidierte
die amerikaniſche Luſtjacht Caſſandca mit dem Kreuzer
Stettin‟. Die Caſſandra erlitt Schäden am Vorder=
geſchirr
, der Kreuzer wurde an der Backbordſeite beſchä=
digt
. Beide Schiffe ſind zur Reparatur hier eingetroffen.
Perſonen wurden nicht verletzt.
* Breslau, 10. Juli. Heute vormittag wurde im
Beiſein des Geheimen Oberregierungsrates Bochniſch für
den Reichskanzler, des Staatsſekretärs des Innern, des
Miniſterialdirektors Schröder und des Geheimen Regie=
eungsrates
Oldenburg vom Landwirtſchaftsminiſterium
der 2. Deutſche Gartentag eröffnet. Als Ta=
rungsort
wurde für 1914 Altona, für 1915 Nürnberg feſt=
geſetzt
.
* Innsbruck, 10. Juli. Zwei Leipziger Tou=
riſten
Hecht und Müller unternahmen vorgeſtern
einen Ausflug auf die Wiener=Neuſtädter Hütte, um von
dort den Gipfel der Zugſpitze zu beſteigen. Sie trafen
edoch auf der Hütte nicht ein. Als man in der letzten
Lah Hälſerſie hörtg aina ſedet ine Rettr-gäernsdition

ab; bis heute iſt alles Suchen aber vergeblich geweſen.
Da ſtarke Schneefälle eingetreten ſind, befürchtet man, daß
ein Unglück geſchehen iſt.
* Landeck, 10. Juli. Bei Sprengarbeiten am neuen
Tunnel der Arlbergbahn wurden beim Sprengen durch her=
abſtürzende
Steinmaſſen drei Arbeiter verſchüttet.
Zwei ſind tot, der dritte iſt ſchwer verletzt.
* Paris, 10. Juli. In der Kammer warf bei der
Beratung des Artikels 6 der Militärvorlage, der
ſich mit der Frage des Einſtellungsalters befaßt, Jaurés
der Regierung heftig vor, die Prüfung dieſer Hauptfrage
der Aushebung zu ſpät vorgenommen zu haben. Er
ſagte daß die Zuſammenhangloſigkeit der Regierung an=
geſichts
des Seelenzuſtandes der jungen Mannſchaften der
Jahresklaſſe 1910 tragiſch ſei, denn dieſen leuchtete ſeit
acht Tagen der Hoffnungsſchimmer des Freiwerdens.
Jaurés klagte die Regierung an, daß ſie die Kammer vor
die Alternative ſtelle: die ſchönſten Hoffnungen zu enttäu=
ſchen
oder die Krankheits= oder Sterblichkeitsziffer der
jungen Soldaten zu erhöhen.
* London, 10. Juli. Die Times meldet aus Peking
vom 9. ds.: Rußland hat eine Brigade von Eiſenbahn=
ſchutztruppen
mit drei Batterien Artillerie 20 Meilen von
Zizikar konzentriert. Zweck dieſer Aktion iſt, die Entfern=
ung
des chineſiſchen Militärgouverneurs durchzuſetzen,
deſſen völkerrechtswidrige Behandlung ruſſiſcher Unter=
tanen
Anlaß zu diplomatiſchen Vorſtellungen gegeben hat.
* Neu=York, 10. Juli. Die Vertreter des geſam=
ten
Zugperſonals aller öſtlichen Eiſenbahnen und
die Direktoren dieſer Eiſenbahngeſellſchaften haben am
Montag eine Zuſammenkunft mit dem Präſidenten Wil=
ſon
um die ausgedehnte Verbeſſerung der Eiſenbahn=
ſtatuten
zu beſchleunigen. Seitens der Angeſtellten wer=
den
ſechs Schiedsrichter anſtatt drei für die Vereinigten
Staaten verlangt. Dadurch hofft man die große Gefahr
eines Streiks zu vermeiden.

H. B. St. Gallen, 10. Juli. Es iſt feſtgeſtellt worden,
daß der geſtern bei St. Gallen erſchoſſene deutſche
Deſerteur mit dem Soldaten Karl Merz aus Stutt=
gart
identiſch iſt, der bei der 8. Kompagnie des Grena=
dier
=Regiments Nr. 119 geſtanden hatte und bereits als
Deſerteur ausgeſchrieben war. Er war 21 Jahre alt und
ſtammte aus Ebingen. Der von ihm überfallene Gen=
darmeriewachtmeiſter
liegt ſchwer verletzt danieder.
Paris, 10. Juli. Bei einer kinematographi=
ſchen
Aufnahme erlitt die Sängerin Miſtinguette
ſchwere Verletzungen am Kopf, da der Hammer,
mit dem der Totſchlag markiert werden ſollte, nicht ge=
nügend
umwickelt war.

Briefkaſten.

X. B. Der Vermieter hat die Wohnung in vertrags=
mäßigem
Zuſtande zu erhalten. Hieraus ergibt ſich das
Recht des Mieters auf Beſeitigung aller Beläſtigungen
in den Räumen. Zu den Beläſtigungen zählt die Unge=
ziefer
=, Mäuſe= und Rattenplage. Iſt deren Beſeitigung
nicht möglich, ſo iſt der Mieter, vorausgeſetzt, daß es ſich
um eine erhebliche Beläſtigung handelt, zur ſofortigen Kün=
digung
des Mietvertrages berechtigt.
S. Der Verein hat das Lokal gemietet, er beſtimmt
darüber, wen er zulaſſen will. Dem Wirt ſteht eine Ein=
rede
nicht zu; ſie würde eine Beeinträchtigung des Be=
nutzungsrechtes
des Mieters darſtellen. Der betr. Herr
macht ſich nicht ſtrafbar, wenn er der Einladung des Ver=
eins
Folge leiſtet.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

liz Rshengunst!!

mit seidenen Sanimel=
wappenbilder

1 1956
Reine weiße Haut. Dr. Kuhns
JugenV. Edelweiß=Crème, 2.50, 1.50 u.
=Seife 1.00, 0.60. Franz Kuhn, Kronen=Parf.,
5
Nürnberg. Hier: F. B. Grodhaus, Seifenf.
a. weiß. Turm, ſowie in Apoth., Drog. u. Parfüm. (V,7922

Motorwagen-Fahrräder.
Man verlange
Hed Preisliste.
Vertreter: Haas & Bernhard, Rheinstr.

iteſſer, Pickel, Puſteln, auch brauue Haut, kurz,
Hautunreinigkeiten jeder Art werden am leich=
teſten
und ſicherſten dadurch beſeitigt, daß man durch
längeren täglichen Gebrauch von Zucker’s Patent=
Medizinalſeife nach Vorſchrift eine leichte, völlig
unmerkliche Abſchälung einer feinen Oberhautſchicht her=
beiführt
, wodurch die verſtopften und im ſpäteren
Stadium vereiterten Porenöffnungen der Haut wieder
geöffnet und zur Abheilung gebracht, Verfärbungen der
Haut, auch Sommerſproſſen uſw., aber ohne weiteres
mit abgelöſt werden und verſchwinden. Dieſes Ver=
fahren
iſt eventuell nach einiger Zeit zu wiederholen,
wenn der Erfolg einer einmaligen längeren Anwendung
noch nicht dauernd ſein ſollte. Bei empfindlicher Haut
empfiehlt ſich daneben der regelmäßige Gebrauch der
bekannten Zuckooh=Creme. Beide Präparate ſind wohl
ſo ziemlich das Beſte, was die Wiſſenſchaft im Kampfe
erger Hautunreinheiten kermt.

254é
EiE
Hergestein unter Aufsichf eines
Aatuwenden.
stangegeälten Ghemter
besonders del
9 S
W( Aaaraus Fal.
de
wickung wigenschaff!.
Prleigechers (e.
Ueberall erhältlich
begründer.
S

Familiennachrichten.

Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Mitteilung, daß geſtern
meine liebe Gattin, unſere treubeſorgte Mutter
und unſere gute Schweſter und Tante
Frau Mandalene Rau
geb. König
nach ſchwerem Leiden ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der tranernden Hinterbliebenen:
Joh. Rau.
Darmſtadt, den 10. Juli 1913.
Die Beerdigung findet am Samstag, nachmit=
tags
2½ Uhr, vom Portale des Friedhofes
aus, ſtatt.
(15090

Todes=Anzeige.
Geſtern nachmittag 5 Uhr verſchied nach
langem Leiden unſere liebe, unvergeßliche Mutter
Margarethe Beverle
geb. Buschbaum.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Emilie Beyerle.
Darmſtadt (Hochſtraße 27), Berlin,
Amerika, den 10. Juli 1913.
Die Beerdigung findet am Samstag, nachmit=
tags
3½ Uhr, von der Friedhofskapelle aus,
ſtatt.
(15072

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem mich ſo ſchwer betroffenen Verluſt meiner
lieben Gattin
(15095
Karoline Weis
geb. Metzger
ſage allen Verwandten, Freunden und Bekannten
meinen tiefgefühlteſten Dank. Insbeſondere danke
ich noch Herrn Pfarrer Beringer für die ſo troſt=
reichen
Worte und dem Weichenſteller=, Bahn= und
Hilfsbahnwärter=Verein für die ſchönen Blumen=
ſpenden
.
Gotthold Weis, Weichenſteller i. P.
Darmſtadt, den 10. Juli 1913.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Zwiſchen ſchwach ausgeprägten Hochdruckgebieten
über Südweſt= und Nordoſteuropa erſtreckt ſich eine
Tiefdruckfurche vom Nordmeer bis Weſtrußland. In
ihr bewegen ſich Zyklonen in ſüdöſtlicher Richtung. Bei
neiſt weſtlichen Winden herrſcht bei uns trübes, kühles,
regneriſches Wetter. Wir haben auch morgen auf der
Südſeite der Tiefdruckfurche mit trübem, regneriſchem
Wetter zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 11. Juli:
Meiſt trüb, Regenfälle, kühl, weſtliche Winde.

Tageskalender.

Ergänzungswahl für die Gemeindevertreiung der
evang. Johannesgemeinde von 57 Uhr im Gemeinde=
haus
.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. Bür=
gerkeller
um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage: Expedition, Rhein=
ſtraße
23): Der Kaiſer in Hagenbecks Tierpark zu Stel=
lingen
, Brindejone in Kopenhagen, die Reichstags=
ſitzung
vom 30. Juni, in der die Wehrvorlagen ange=
nommen
wurden.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Feriseizung unseres Inventur-Ausverkaufs

in

Damen-Konfektion.

Batistblusen . . 95, 1.50, 2.50, 3.25
Batistkleider . . . 4.50, 14.50, 19.50
Leinen-Kostüme . . . 6.50, 9.50, 12.50

Garnierte Kleider . . 9.75, 19.50, 25.
Jacken-Kostüme . . 9.50, 12.50, 15.50
Seiden- und Voileblusen 4.50, 6.50, 7.50

Morgenröcke . . .
3.75, 6.75 usw.
Matinée
. . 2.90, 3.90 usw.
Unterröcke
95 , 1.25, 1.75 usw.

Ein großer Posten
garnierter Hüte mit eleg. Garnituren . .
6.50, 3.50, 1.50.

(1508d

Ecke Elisabethen- u.
Garr Scherkan Ced wilhelminenstrasse.

Nicht der billige Preis alleie
veranlasst die Wiederverkäufer u. Konsumenten,
ihren Bedarf in Eier und Butter in dem
verneihete Hengrnreſalte
zu decken, sondern auch die fach-
männische
und kulante Bedienung mit nur
bester und frischester Ware. (15091
G

Umſtändehalber gutgehend., älteres
Obſt=, Gemüſe= und
Eiergeſchäft (*2885
ſofort zu verkaufen. Tüchtige Leute
finden gute Exiſtenz. Miete 700 M.,
bei täglicher Durchſchnitts= Ein=
nahme
von zirka 70 Mk. Ernſte
Reflektanten erfahr. Näheres durch
B. Baer, Landwehrſtr. 18, Tel. 1145.
per Rolle v. 25 Pf.
Capezieren, an, wird gut aus=
geführt
. Off. A 18 Exped. (*2888fs

8 Zaimmer wennung
mit Bad, elektr. Licht und Stallung
für 1 Pferd per 1. Auguſt geſucht
in guter Lage der Stadt, Südvier=
tel
bevorzugt. Gefl. Angebote unt.
8 18 an die Expedition des Blattes
erbeten.
(13610t
Inunmittelbar. Nähe d. Inf.=Kaſ.
Hobl. Zimer
(für Auguſt) geſucht. Offerten
mit näheren Angaben unt. A. 12
an die Expedition ds. Bl. (15063
Reſſeres Fräulein ſucht per 1. Auguſt
gut möbl. Zimmer. Off. u.
A 19 a. d. Expedition. (*2887

Pr. bolire
ist bis Mitte August
verreist. (IV15o777b

für Ausſtelungs=
Ein Erker awecke zu ver=
mieten
Dieburgerſtr. 18. (14745t

Annastrasse 44
elegante 6 Zimmerwohnung, event.
auch mehr Zimmer, z. 1. Oit. d. Z.
Näh. daſelbſt 1. St.
(5020df
1 Zim
5
Mollerstrasse 9
1. Stock eine 5 Zimmer=Wohnung,
Fremdenzimmer, Mädchenkammer,
Gas u. Veranda, nebſt Zubeh. per
ſofort zu vermieten.
(13990t
Elisabethenstr. 72, III.
ſchöne 5 Zimmerwohnung mit
kompl. Bad u. allem Zubehör
per 1. Okt. zu vermieten.
Näheres Eliſabethenſtr. 68,
(14490t
Kontor.
(4100
5 Zimmerwohnung per 1. Okt.
Einzuſ. zwiſch. 10. u. 12 Uhr. (11522f

Matislidenstr. 1, 2. Stock,
Frdl. ger.5 Z.=W.m. gr. Fremdenz.
u. 2 Kam. in der Manſ., Bad. mit
Einr. u. Küchenbalk. per 1. Okt.
NäheresHeinrich Funk, Grafen=
ſtraße
23½, Tel. 446. (14168t

Gerbinnsſtr. 43 ſchöne 5 Zim=
merwohnung
per 1. Okt. (14426t
Heinrichſtraße 97 ſchöne Fünf=
Zimmerwohnung.
(15078oide

Le

Martinſtr. 1 1½, 3. St., gr. neu=
herg
. 4 Zim.=W. m. geſchl. Veranda,
gr. Vorpl., Badez. u. all. Zub. z.
1 Oktober. Näh. daſ. (*2562idf
Schöne 4 Zimmerwohnung mit
Zubehör zum 1. Oktober zu ver=
mieten
. Zu erfragen Heidelberger=
ſtraße
98, I.
(15010a

e eeee
große 3 Zim.=Wohn. per ſofort,
Preis 410 Mk. jährlich. Näheres
Riedlingerſtr. 21, part. (14814t
Liebfrauenſtraße 100, 3. Stock,
ſchöne 3 evtl. 4 Zim.=Wohn mit all.
Zub. per 1. Okt. zu verm. Näh.
Wendelſtadtſtr. 33, part. (14880t
Klappacherſtr. 76
Eine Drei=Zimmer=Wohnung zu
vermieten.
(B14775of
Hügelſtr. 19, 1. St, 3 Zimmer,
Keller und Bodenkammer per
1. Oktober zu verm. (14979omf
Wienersſtr 68, 3 Zimmerwohn.
ſof. od. ſp. Näh. Wienersſtr. 52. (*2850
Waldſtr. 16 eine kl. 3 Zimmer=
wohnung
ſof. zu verm. (*2852fso
Grafenſtraße 16, Seitenbau,
3 Zimmerwohnung.
(*2838

Gr. 2 Zimmerwohn. in der Alt=
ſtadt
. Näh. Kahlertſtr. 1. (14213oidf

Eliſabethenſtr. 45 2 Zimmer u.
Zubehör. Näheres part. (14813if
an ruh. Leute
iZwel 2 Z.-W. zu vermieten.
Fuhrmannſtraße 1.
(*2752dfs

One Zimmer

In beſter Verkehrslage
gleich nahe dem Stadtinnern wie
dem neuen Bahnhof, iſt Bis=
marckſtraße
51, 2. St., größere
Wohnung, modern neu hergerichtet,
mit Veranda, Gas u. elektr. Licht=
anlage
u. Vorgarten zu vermieten.
Näheres daſelbſt unten. (15029a

Heinheimerſtraße 8, eine kleine
Wohnung zu vermieten. (15003t

Schulſtr. 1, Hinterbau
3 ſchöne helle Räume, für Bureau
und Lager geeignet, ſofort zu vm.
Näheres im Laden lks. (14308a

6

M
Laden garren=, Kurzwaren= od.
Papierwaren=Geſchäft geeignet zu
vermieten. Soderſtr. 4. (*2779dis

In günſt. Lagev. Dieburg einen
Laben Mit einet
billigſt zu vermieten. Zu erfrag.
bei Conrad Himenz, Dieburg,
Altſtadt Nr. 5.
(*2871sid

Scieuer!
Im nordöſtlichen Stadtviertel
eine geräumige Scheuer zu verm.
Offert. unt. W 47 Exp. (14915mf

Friedrichſtraße 22, pt., 2 fein
möbl. Wohn= u. Schlafz. per ſofort
ev. 15. Juli zu vermieten. (13502t
Viktoriaplatz 9 möbl. Zimmer=
zu
vermieten.
(13803t
Ludwigsplatz 8, Vordhs., III.,
frdl. möbl. Z. a. ſol. Herrn. (14863a
Saalbauſtraße 38, 2. St., eleg=
möbl
. Wohn= u. Schlafzimmer zu=
verm
. Teleph. vorhanden. (15018a
Eliſabethenſtr. 29, Hths., 2 St.
links. möbl. Zimmer. (*2818dfs

Pension Weidig W
Gut möbl. Zimmer m. Penſion=
für
ſofort oder ſpäter zu ver=
mieten
.
(B10671i
12 gut möbl. Zimmer mit
Penſion ſofort zu verm. Moſer=
ſtraße
5, Weidig. (B14098omf
Luiſenſtr. 6, 2. St., hübſch möbl.
Zimmer per ſofort. (14789oms
Alexanderſtr. 5, II., I., möbl
Zim. m. Kaffee 16 Mk. (*2812fs
Waldſtraße 16 gut möbliert
Wohn= u. Schlafzim., ſow. einz
Zimmer ſofort zu verm. (*2851fso
Wenckſtr. 5, I., möbl. Zimmer,
ſepar., ſof. zu verm. (*2845fs
zaKarlſtr. 28½, III.,ſchöne Schlaſt.
p. W. nur 3 M. m. Kaffee. (*2855
Roßdörferſtr. 65, II., ſchön.nei
möbl. Zim. zu verm., ruhiges Haus
geſunde Lage.
(*2859f
o. Herrn iſt ſchöne
Mädchen Zimmer als
Schlafſtelle ſof. abzug. Woche 2 M
Arheilgerſtraße 37. Stb., II. (*287
Möbl. Zim. zu ſed. Pr. zu vemn
Wohnungsnachw. Rückertstr. 8. (*28
Luiſenſtr. 34, I., 2eleg. Zim., köm
g. als Wohn= u. Schlafz. abg. w., ſep.
Gemütliches Heim!
findet ält. Herr od. Dame, event
dauernd Schlosgartenstr. 9. (14862

Kurſe vom 10. Juli 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,50
74,10
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,60
3½ do. Conſols . .. 84,20
73,90
do.
3 do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,80
90,60
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,20
83,00
do.
3½
74,00
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 98,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,20
4 do. do. (unk. 1918) 96,60
do.
83,00
3½
do.
72,30
75,50
3 Sächſiſche Rente
4 Württemberg unk. 1921 98,30
do. v. 1900 94,10
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . 53,10
4 Italiener Rente . . 100,00
4½ Oeſterr. Silberrente 84,00
4 do. Goldrente . . . 87,30
4 do. einheitl. Rente . 81,00
3 Portug. unif. Serie I 62,30
3 do. unif. Ser. III 65,00
3 do. Spezial . . . . 9,85
5 Rumänier v. 1903 . . 97,40
4 do. v. 1890 .
4 do. v. 1905 . . 85,80
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 86,40
88,20
4 do. v. 1902 . .
99,50
4½ do. v. 1905 . .
3½ Schweden ..
4 Serbier amort. v. 1895 75,30
4 Türk. Admin. v. 1903 78,20
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 82,40
4 do. Staatsrente. . . 81,10

InProz=
1 Zf.
5 Argentinier
98,30
4
da.
4½ Chile Gold=Anleiße . 88,25
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,60
4½
89,70
do.
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 76,00
3
bo.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 73,00
5 Gold=Merikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 64,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 133,60
7 Nordd. Bloyd . . . . . 115,301
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 123,50
Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 69½
Einz. Mk. 408 . .
6 Baltimore und Ohio . 92,25
6 Schantungbahn . . . . 117,25
8 Luxemb. Prince Henri 150,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 25,25
6 Pennſylvania R. R. . 110,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 61,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
. . 537,75
14 Ehem. Fabrik Gries=
heim
.
.229,50
30 Farbwerke Höchſt . . 592,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 327,00
10 Cement Heidelbera . . 137,75
30 Chem. Werke Albert 426,00
14 Hofzperkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 296,30
5 Lahmeher. . . . . . . 5

Zubrer=
Sehte
Dioid
8 Schuchert, Nürnberg 141,10
12 Siemens & Halske 207,00
5 Veramann Eletr. . . 120,80
10Deutſch.Ueberſe Eletr. 158,60
0 Gummi Peter . . . . 59,80
0 Kunſtſeide Frankfurt 59,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 406,00
9 Maſchinenf. Badenia 135,50
0 Wittener Stahlröhren 125,00
9 Steana Romana Petr. 142,75
15 Zellſtoff Waldbof . . 218,00
12,83 Bab. Zucker=Wag=
. 204,50
häufel. .
0 Neue Boden=A. A.=Geſ. 71,00
0 Südb. Immobilien . 50,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 159,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. .
.211,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 140,50
10 Gelſenkirchener . . . . 172,80
. . . 182,00
9 Harpener .
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 242,10
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
69,90
Caro. ..
6 Laurahütte . . . . . . 158,25
10 KaliwerkeAſchersleben
Weſteregeln 176,00
13
7½ South Weſt Afrieg
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nardb. Bloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 87,60
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . . . . 70,70
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,60
4 Oeſterr. Staatsbahn .
73.10
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 95,50
do,

Seher
Bf.
2 Oeſt. Südb. (Lomb.) 50,30
3 Raab=Oedenburg
73,90
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 84,30
4½ Moskau=Kaſan . . .
84,30
do.
4 Wladichawchas .. .. 84,30
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eſenb. . 70,00
do.
24 Lworneſer . . . . . 66,80
3 Salonique=Monaſtir . 60,40
4 Baadadbahn . .
78,70
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 91,90
4 Miſſouri=Paeiſie. . .
4 Northern=Paciſic ..
93,40
4 Southern=Paciſie .
88,50
5 St. Louis und San
. Franeises. . ..
F Tehnanteper . . . . ..
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 187,00
7½ Bergiſch=Märiſche
Bahn.
. . . . 140,60
9½ Berlin. Handelsgef. .154,00
6½ Darmſtädter Bank . 112,80
12½, Deutſche Bank . . .237,40
6 Deutſche Vereinsbank . 114,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,25
10 Diskonto=Kommandit 177,00
8½ Dresdener Bank . . 143,30
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,00
61) Mitteld. Kreditbank 113,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 112,70
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . . 131,75
7 Rhein. Kreditbank. . 12725
§ A. Schaaffhaufen.
Bankverein . . . . 108,00
7½ Wiener Bankverein . 128,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. ..5 ℳℳ . . 35,40

InProz.
Kteken
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. . . . . . . 85,40
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.52.
94,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank :. 95,00
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
3½
84,70
bo.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
96,80
S. 14, 15, 17, 24/26
1823. . . . . . . . . 96,80
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 .
84,70
S. 35 .
84,50
84,60
S. 911 ..
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
84,40
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917). . 94,80
3½ do. (unk. 1914) . . 83,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,80
3½
84.90
do.
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
.
3½
do.
86,20
96,75
4 Frankfurt.
96,70
3½ do.
94,00
4 Gießen .
84,50
3½ do.
94,50
4 Heidelberg
3½
84,00
do.
4 Karlsruhe
3½
do.

Magdeburg.
do.
4 Mainz .
84,50
dv.
95,50
4 Mannheim.
84,80
do.
4 München .
3½ Nauheim
. 82,75
4 Nürnberg.
96,50
do.
4 Offenbach.

(.
Inbe
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden ..
3½ do.
86,(
14 Worms.
940
5½, bo.
85,
4 Liſſaboner v. 1886 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 176,
3½ Cöln=Mindner, 100 133.
3 Holl. Komm. . fl. 100 107,
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfand=
135,
briefe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,
. 125,
3 Olbenburger::
2½ Raab=Grazer ſl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . ſl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 191,
7s.15
Freiburger .
Fs.45
Mailänder .
.Fs. 10 34,
da.
.. fl. 7 34,
Meininger .
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,
do. v. 1858fl. 100 495,
Ungar. Staats . . fl. 100 380,
Venediger . . . . Fs. 30 64,
Türkiſche . . . . Fs.400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20 Franks=Stücke . . . . 16,
Amerikaniſche Noten. .
Engliſche Noten . . . . . 20,
Franzöſiſche Noten. . . . 50,
Holländiſche Noten. . . . 168,
78,
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,
Ruſſiſche Noten . .
Schweizer Noten . . . . . 50,

Reichsbank=Diskonto. . .
Reichsbank=Lombard 3sf. 7%.

[ ][  ][ ]

Veriselzung unseres Inventur-Ausverkaufs!
Außerordentlich vorteilhafte Strümpfe für die Reise:
Damen-Strümpfe, schwarz und farbig, ohne Naht . . 45, 50, 60, 70, 80 Pfg. bis 1.50

Damen-Strümpfe, schwarz und farbig, Flor .
Damen-Strümpfe, Seidenflor, in allen Farben .
Damen-Strümpfe, reine Seide, in allen modernen Farben
Kinder-Söckchen mit Wollrand, schwarz und farbig .
Kinder-Strümpfe, fein gewebt, in schwarz und farbig

65, 90 Pfg., 1., 1.10, 2.10
. 1.25, 1.35, 1.40, 1.50, 2.50
2.25, 2.50 usw.
. : 50, 55, 60, 70 Pf. usw.
. 65, 70, 75, 80 Pf. usw.

Herren-Socken
schwarz und farbig,
ohne Naht
60, 70, 75, 85 , 1.50
in Flor
859, 1.-, 1.10, 1.40, 1.50

Besondere
Gelegenheit:

1 r osten Korsetts 1.50, 2.25, 4.25

Ecke Elisabethen- u.
Carr Sckernain Ceos wihelmienstrasse.

Weiblich

Enpfehle mich im Weiſtſticken
Frau Hake, Forstmeisterstr. 2, III. (*2817df

Schulentlaſſenes Mädchen ſucht
Stellung vor= und nachmittags=
Inſelſtr. 19, Hth., I., r. (*2808df

Alleinſtehende, ältere Frau ſucht
Stelle zur Führung des Haushaltes.
Off. u. A 5 a. d. Exp. (*2841fs

Frau ſ. Waſchen in beſ. Häuſern
Lagerhausſtraße 32, II. (*3833

15jähr. Kindergärtnerin, ev,
ſucht Stellg. zu 1 Kinde geg. gering.
Gehalt. da Hand infolge Operation
noch Schonung bedarf. Näheres
(*2854
Rückertſtraße 13.

25 Jahre, im Haush. firm, Kranken=
und Säuglingspflege erfahren,
ſucht Vertrauensſtelle per ſofort
hier oder in Frankfurt. Beſte
Zeugniſſe und Referenzen. Gefl.
Angebote mit Angabe des Gehalts
a. Fr. Generalmajor Bickel, Darm=
ſtadt
, im Geißenſee, erbeten. (15053

Reinliche Frau ſucht Laufdienſt.
Marktſtraße 1. 2. Stock. (*2356

Alleinmädch. ſ. z. 15. Jult Stellg.
Karolina Beck, gewerbsmäßige Stell n-
vermittlerin
, Eliſabethenſtr. 22, II. (*

Jg. Frau ſ. Laufdienſt v. 15. Juli
an morg. 23 Std. Klappacher=
ſtraße
76, Frau Krämer. (*2902
Männltel
Architekt
4 jähr. Praxis auf erſtem Büro,
Hochſchule, ſ. per 1. Aug. o. 1. Sept.
Stell. a. Darmſtädter Büro. Geh.
200 M Zeugn. u. Skizz. a. Wunſch.
Gefl. Off. u. W 64 Exped.(*270mdk

Vertrauensſtellung
ſucht als Buchhalter, Kaſſierer od.
als Stütze des Chefs ein älterer,
verheirateter, erfahrener, bilanz=
ſicherer
, zuverläſſiger Kaufmann,
tüchtige Arbeitskraft früher im
Bankfach, jetzt in der Induſtrie.
Eintritt per 1. Oktober od. früher.
Gefl. Angebote erbeten unter
1244 an Haaſenſtein & Vogler,
A.=G., Darmſtadt. (IV, 15076,131

Saub. kräftiger Burſche ſucht
Stellung als Hausburſche od. dergl.
Inſelſtr. 19, Hth., I., r. (*2806df

Weiblichn
Angehende
Verkäuferin
von hieſigem Damen=Konfektions=
Geſchäft geſucht. Of. mit Angabe
der Tätigkeit u. Gehaltsanſprüche
ſind unter W 67 an die Exp. d.
Bl. zu richten.
(14965a

Für Ladengeſchäft
Fräulein
jüngeres
mit ſchöner Handſchrift geſucht.
Näheres Expedition.
(*2863

event. Anfängerin, zum ſofortigen
Eintritt geſucht. Oferten unter
A 15 an die Expedition. (*2872

Ein Laufmädchen
od. eine Lauffrau ragsüb. geſucht
B15079) Heidelbergerſtr. 61, I.

(
Putzarbeiterinnen
per 15. Auguſt geſucht (15074
Carl Schürmann & Co.
Einlegerin
geſucht. Hofdruckerei Hohmann. (15050

Zwer Näberinen
für leichte Nähmaſchinen=Arb.
zum ſofortigen Eintrittgeſucht
*2873fs) Heß, Luiſenſtr. 6.

Auf i4 Tage wird ein junges
Mädchen zu einem Kinde geſucht.
Näh. Hochſtr. 26, I.
(*2848

Aelteres, unabhäng. Mädch. od.
Frau in mutterl. Haush. ſof. geſ.
28771s) Luiſenſtraße 34, III

Reinliche Fran oder Mädchen
vormittags 1 Stunde geſucht
Karlſtraße 117, 2. Stock.
(*2863

Für das Stüb.
Grafenſtr. 9, wird zum ſofortigen
Eintritt eine tüchtige Waſchfrau
oder Mädchen geſucht. (15075df

Köchinnen, Haus= u. Alinmädch.
in Privat= u. Geſchäftsh., Zimmer=,
Haus= und Serviermädchen für
Hotels u. Kurhäuſer, Küchenmädch.,
Stütze in Bäckerei geſucht für ſo=
fort
u. ſpäter.
(*2891
Frau Minna Dingeldein
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Eliſabethenſtr. 5, Tel. 331.

Hausmädch., w. ſervieren u. nähen
kann, i. g. Stellg geſ Karolina Beck,
gewerbsmäßige Stellenvermitt=
lerin
, Eliſabethenſtr. 22, II. (*2894

Tüchtiges, braves,
unabhängiges Mädchen
von morgens ½9 Uhr bis nach
dem Spülen p. ſofort geſucht.
Vorzuſtellen vormittags v. 10 bis
12 Uhr Roßdörferſtr. 11, I. (150881s

Schulmädchen
oder Junge
für leichte ſtundenweiſe Garten=
arbeit
geſucht
(15070
Mühlſtr. 50, part.

Zuverldss. Mann

für einige Stunden Freitag abends
zum Austragen von Zeitſchriften
geſucht. H. L. Schlapp, Hofbuch=
handlung
, Schulſtraße 5. (15051

Jung, gewandter, ſtadtund.
Fahrburſche als Milchfahrer geſ.
Dampfmolkerei Heinr. Wolf,
Darmſtadt, Woogsplatz 3. (14843a

Junger ſleihiger Arbeiter ver
ſofort geſucht. A. Castritäus,
Mühlſtraße 20.
(*2860fs

Klavierspieler
u. Violinspieler
oder Flötenſpieler für Samstags
und Sonntags geſucht. (*2881
Drei Haſen, Heinheimerſtr. 42.

Ce SIIMME SEINEF HERRN
Spezialgeschäft
in echt. Grammophonen
(Gramola) und Platten
K. Jäger, Darmstadt
Georgenstr. 11. Tel. 2579.

Heirat!
Akademiſch gebild. Herr mit groß.
Vermög. u. hoh. Einkomm., 25 J.,
vornehm. Charakt., Chriſt, Sports=
freund
, muſikaliſch, wünſcht zwecks
ſpäterer Heirat gebild. junge Dame
von großer Schönheit, wahrer
Herzensbildung und tadelloſem
Rufe, kennen zu lernen. Ausführ=
liche
Offerten, möglichſt mit Bild,
unter Amor‟ A 22 an die Ex=
pedition
. Strengſte Diskr. (*2900fs

Meten

aller Beruſe
Offene Stellen enthält ſtets
die Zeitung: Deutſche Vakanzen=
Poſt, Eßlingen 143.
(I,1627

Aushilfswächter
geſucht
(*2879fs
Wach= und Schließgeſellſchaft.

Fahrbursche
ſucht Karl Bender, Mineralwaſſer=
handlung
, Eliſabethenſtr. 35. (*2889

Landwirtstöchter
23 J., ev. (Waiſe), 9000 Mk. bar,
23 J., ev.,
15000 Mk. bar,
24 J., kath.,
20000 Mk. bar,
32 J., ev,
18000 Mk. bar,
36 J., ev.,
. 25000 Mk. bar,
42 J., kath.,
16000 Mk. bar
u. dergl. mehr w. Heirat d. (I,15058
Frau Louise Edelmann
Frankft. a. M., Niddastr. 60, I., a. Hptbhf.

Gebildeie ſunge Dame ſucht für
Mitte Juli Reiſegefährtin nach
kleinem Gebirgsort in Tirol, vor=
zügl
. Luftkurort, ſehr billiger Pen=
ſionspreis
. Offerten unter A 17
an die Erp. ds. Bl. erbet. (*2876

Günſtige Gelegenheit
ſich ſelbſtändig zu machen
bietet ſich Herren, die über ein Betriebskapital von Mk. 1500. ver=
fügen
, durch Uebernahme eines konkurrenzloſen Unternehmens
kaufmänniſche Kenntniſſe nicht erforderlich. Vorausſichtlicher Jahres=
verdienſt
ca. 10 000 Mk. Keine Lizenzſache. Zu ſprechen Freitag
abend 68, Samstag 81 Darmstadt, Hotel Köhler. (15045

eten eihe n ete en e ene ertet e net hte
Gelegenheit zur Selbständigmachung
suchen, finden durch
Uebernahme der General-Vertretung
für festbegrenzte Bezirke eines konkurrenzlosen Spezialartikels
(Holzbearbeitungsbranche) einer erstklassigen Werkzeugfabrik
vornehme und sichere Existenz.
Gefl. Angebote mit genauer Darlegung der Verhältnisse unter
(15064
Chiffre A 13 an die Exnedition d. Bl. erbeten.

Sehr guterh. Zadelur., den, ſaſt
neu, weg. Fortzug bill. zu verk. Eliſa=
bethenſtr
. 25½, 2. Tr., rechts. (*2867fs

Ieooomk.
II. Mypothek
geſucht auf prima Geſchäftshaus.
Offerten nur von Selbſtgeber erb.
unter A 16 an die Exped. (*2875

gibt auf prima Geſchäfts=
Wer haus in allererſter Lage
der Stadt 40000 Mk. an zweite
Stelle? Gefl. Off. v. Selbſtgeb. erb.
unt. W38 an die Exp. (*2639mfo

Suche a. fein. Obj. 15 500 Mk.
zur 1. Hypoth. od. 7000 Mk.
zur 2. Hypoth. von Selbſtdarl.
Schriftl. Offert. an C.Weldert,
Bensheim a. d. B. (IV 15002,75

Gunge Frau ſucht 100 Mk. zu
leihen geg. pünktl. Rückzahlung.
Off. unt. A 11 an die Exp. (*2857

10000 Mk., a.prima
Objekt zum 1. Okt. v. Selbſtg. geſ.
Off. unt. A. 8 an die Exp. (*2847fs

1. Hpp.,

400 Mark Darlehen
Sicherheit 2 ſolvente Bürgen
oder 3 Monatsakzepte. Offerten an
König in Arheilgen.
(*2862fs

Heidelbergerſtraße
zunächſt der Artilleriekaſerne,
Herſceſchmn
22 Zim. enthaltend, br. Korridore,
zur Errichtung eines Familien=
Penſionates geeignet, auf längere
Zeit zu vermieten od. zu verkaufen.
Alles nähere in der Exped. (B14817

Bauplatz m. Bauplan
für ein eingebautes Einfamilien=
haus
, enthaltend Keller, Küche,
Speiſekammer 7 Zimmer, Kam=
mern
, Bodenräume Verandas und
ca. 120 am Garten, Platz und Haus
zuſammen zum Preiſe von ea.
22000 Mk. zu verkaufen. (B13025
Der Bauplatz iſt im ſüdlichen
Stadtteil in nächſter Nähe des
Waldes und der elektriſchen Bahn.
Näheres durch Grchitekt Gg. Kugel
Wittmannſtraße 4.

Bauplatz
für Haus zum Alleinbewohnen
in der Herderſtraße mit Entwurf
für Haus mit 7 Zimmern, Küche
u. Nebenräumen iſt billig abzug.
Auch wird das Haus ſchlüſſelfertig
erſtellt. Näheres durch Architekt
Bg. Kugel, Wittmannſtraße 4.
(B15087
Telephon 763.

Durch meinen einfachen
Betrieb mit wenig Perſonal,
Erſparniſſe hoher Ladenmiete
und Bareinkäufen erſtklaſſ.
Fabrikate, fallen große Un=
koſten
zu Gunſten meiner
werten Kundſchaft weg.

Ver proßtlder

ſeit

und ſpart.

Durch den Maſſenverkauf
meiner gut eingeführten
Spezialmarke kann ich ſelbſt
im Billigſten beſondere Vor=
keile
bieten und ſind die be=
liebteſten
Preislagen:

Kräftige Sandalen von 23/47
billigſt. Kinderſchuhe von
Mk. 1.25 an, Pantofeln
mit Lederſohlen und Fleck
95 Pfg., Arbeiterſtiefel,
Qualitätsware Jagd=
ſtiefel
Touriſtenſtiefel,
Doppelſohle, geſchloſſ. Laſche
Mk. 10.50. (2397

Mainzer
Schuhhaus
4 Schillerplatz 4.

Einezwetreib. wit s Päſſen u.eine
dreireih. Wiener Ziohharmonka mit
12Bäſſen, eingelegt mit Perlmutter,
beide noch neu mit Stahlſtimmen,
ſw. eine Laute u. Gitarre preisw. z. verk.
Ecke Lindenhofſtr. u. Hinkelg. p. (*28s

Kleidermachkurse.
Junge Mädchen und Frauen
können unt. Aufſicht einer Schnei=
derin
ihre Garderobe ſelbſt zu=
ſchneiden
und anfertigen lernen.
Mäßiger Preis. Ganze und halbe
Tage. Schnittmuſterverkauf.
15052) Gutenbergſtr. 2, 3. St.

1. Darmstädter
Lehrbügelkursus.
An dem jetzt beginnenden Kurſus
können noch einige Damen teil=
nehmen
. Luiſenſtr. 6, 2. St. (*2901

50 Hehat

zu billigsten Preisen ein bedeutendes Haus der
Branche. Spezialität: Brautausstattungen von
6001500 Mark. Anfragen unter A 21 an
die Expedition dieses Blattes.
15004

[ ][  ][ ]

Union-Theater
Telephon 173
Rheinstraße 6
Heute letzter Tag
Das Blumenmädchen von Toneso
herrliche landschaftliche Naturaufnahme
Der Mann mit den drei Frauen
Komödie in 3 Akten, gespielt von Moritz Prince
Der Mainzer Schützenfestzug
vom 6. Juli ds. Js.
(15048
Ab Morgen

Großes Seemannsdrama.

Mille meine
Schaufenster
zu beachten.

Telephon 60.

am weissen Turm.

Heute letzter Tag
Das Recht
auf’s Dasein.
Kriminalroman in 3 Akten.

Morgen:
Nordischer Kunstfilm
Die Stimme des
Gewissens
mit (15082

Waldemar Psylander
in der Hauptrolle.

Es kommen grosse Posten Schuhwaren mit bis zur Hälfte ermässigten Preisen in bekannten
guten Qualitäten und nur reiner Lederausführung zum Verkauf:
(15084
Damen- echt Boxcalf- u. Chevreaux-Stiefel, schwarz u. braun, jetzt 4.50
Chevreaux-Schnürstiefel

jetzt 4.95
Chevreaux-Schnürstiefel, Derby-Lackkappe .
jetzt 5.50
weisse Glacélederstiefel
. . . jetzt 3.00
echt Chevreaux-Schnürstiefel, schwarz und braun . jetzt 5.50
Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit
jetzt 7.50
Boxcalf-Schnürstiefel, mit u. ohne Lackkappen, Rahmenarbeit . jetzt 8.50

Herren-Schnürstiefel mit Wichsbesatz
jetzt 5.50
Chevreaux-Schnürstiefel, Lackkappe, breite Form . jetzt 6.50
echt Chevreaux-Schnürstiefel, elegante Form .
jetzt 6.50

Box- und Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit jetzt 7.50
braun Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit, breite Form jetzt 8.50
Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit, breite Form . jetzt 9.50
Boxcalf-Schnürstiefel, Rahmenarbeit, breite Form . . jetzt 10.50

Halbschuhe in verschiedenen Ausführungen
. jetzt 3., 4.95 und 5.50
Pantoffeln, Mädchen- und Kinder-Artikel zu ausnahmsweise billigen Preisen.

Telephon 1445. Inh.: Hans Tod. Telephon 1445.
Jeden Dienstag u. Freitag Grosse Militür-Konzerte.
Freitag, den 11. Juli, abends 8 Uhr:

Grosses Militär-Konzert

der vollzähligen Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Reg. Nr. 61.
Leitung: Herr Obermusikmeister M. WEBER.
Im Programm: Wenn ich König wäre‟. Geschichten aus dem!
(*2884
Wiener Wald‟, LArlesiennet.
Im zweiten Teil: Jacaues Offenbach:
Orpheus in der Unterwelt‟ Hoffmann’s Erzählungen‟, Gross-
herzogin
von Gerolstein‟ Pariser Leben‟.
Zum Schlusse: Ein Abend bei Hans Tod‟, Potpourri.
Eintritt mit Programm 15 Pfg.

Heute Freitag, den 11. Juli 1913:
Volkstag.

Auf allen Plätzen

Letzter Tag der beiden Schlager
F u. Sie‟
3
Wanda Treumann Viggo Larsen
(*2864
und
2
2UM
5
lympia-Theater

Rheinstr.

Darmstadt

Rheinstr. 2.

SOrisgennerbverein Harmstadt.
Gemeinſamer Beſuch
der internat. Baufach=Ausſtellung in Leipzig
am 27., 28. und 29. Juli.
Anmeldungen nimmt Malermeiſter Georg Kraus, Luiſen=
lſtraße
40 (Telephon 1972), entgegen. Den Intereſſenten wird nähere
Auskunft erteilt. Mitglieder anderer Gewerbevereine können ſich an=
(14906mf
ſchließen.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.

Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.
(B11302
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.

aräinen und Sährtenrſtrchte
G aller Art wird zum. Bügein an=
gen
. Schützenſtr. 6, 2. St. (*2683ms

Erklarung. Kanal- und Klosettanlagen
Ich erkläre hiermit, daß ich
die gegen Fräulein Heleneſowie Reparaturen und Reinigungen werden fach=
Krasny ausgeſprochene Be=
leidigung
als unwahr und un= gemäß ſauber ausgeführt. Voranſchläge koſtenlos.

begründet zurücknehme. (*2861
Darmſtadt, 9. Juli 1913.
Anna Lücker.

Georg Kaiser,
Rheinstrasse 5 (235a)

geprüfter

Installateurmeister
Telephon 1067.

[ ][  ][ ]

im Saison-Ausverkauf gute Ware billig
Wir machen auf unsere Vorräte in
Pobeline- und Loden-Konfektion
Kostüme, Kostümröcke, Mäntel und Kragen
aufmerksam, die zur Zeit in unseren Schaufenstern zu enorm billigen Preisen neu ausgelegt sind.

Popeline in unserer Qualitätsware ist ein vorzügliches Gewebe, praktisch und dauerhaft.
Loden bekannt gut im Tragen und strapazierfähig.
(15066

Der Rest an Bulgaren-Kragen und
feinen Tüll- u. Spitzen-Jabots durchweg
zur Hälfte des Preises.

Gobr!Fosieh!

Gr. Hess. Hoflieferanten
Ludwigsplatz.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Spitzhund 2 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (15056

Darmſtädter Herbſtmeſſe 1913.

Für die vom 21. bis 30. September 1913 dauernde Herbſt=
meſſe
und die am 21., 29 und 28. September ds. Js. ſtattfindende
Beſſunger Kirch= und Nachkirchweihe werden auf Grund eines
neuen Belegungsplans die folgenden Plätze auf dem Wege des
ſchriftlichen Angebots vergeben.
a. Herbſtmeſſe:
1. für ein Dampfkaruſſell bis 18 m Durchmeſſer,
2. für ein Karuſſell oder eine Schaukel (ohne Dampfbetrieb)
bis 15 m Dürchmeſſr.
3. für ein Karuſſell (ohne Dampfbetrieb) bis 12m Durchmeſſer,
4. für ein Hippodrom oder großes Schaugeſchäft bis 22 m
Durchmeſſer
5. für ein großes Schaugeſchäft bis 22 m Front und 10 m
Tiefe (einſchl. Stützen),
6. für mehrere Schaubuden in verſchiedenen Größen,
7. für mehrere Schießbnden und
8. für eine Photographiebude.
b. Beſſunger Kirch= und Nachkirchweihe.
1. ein Platz von 11 m Durchmeſſer für Kaguſſell oder Schaukel
ohne Dampfbetrieb
2. ein Schau= oder Schießbudenplatz bis 8 m Front und
6 m Tiefe.
Die Bedingungen mit Angebotsſchein und Plan ſind gegen
Einſendung von 50 Pfg. von dem Unterzeichneten zu bezihen. Sie
liegen nebſt dem Plan auch bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter ( Rat=
haus
am Marktplatz) zur Einſicht offen.
Allen Angeboten ſind genaue Angaben über die Größe und
die einzelnen Abmeſſungen der Geſchäfte beizufügen. Angebote auf
Schaubudenplätze miſſen außerdem eingehende Angaben über die
Art des Unternehmens enthalten.
Angebote ſind, unter Verwendung der vorgeſchriebenen An=
gebotsſcheine
und mit der Aufſchrift Angebot auf Meßplätzet ver=
ſehen
, bis ſpäteſtens
Donnerstag, den 24. Juli
bei dem Unterzeichneten einzureichen.
Die ſämtlichen übrigen Plätze werden öffentlich verſteigert
und zwar:
1. mehrere Plätze für große Zuckerbuden mit 8, 9 und 10 m
Front und 2½ m Tiefe,
2. ein oder zwei Plätze für Waffelbuden von 8 m Front und
2½3½ m Tiefe,
3. die ſämtlichen Plätze für Verkaufsbuden und
4. die Plätze für Geſchirr, Glas und Porzellan.
Bemerkt wird, daß die am Hallenſchwimmbad gelegenen, bis=
her
aus freier Hand abgegebenen Plätze von 3: 2,20 m und 2: 2,20 m
bei der Verſteigerung zum Ausgebot gelangen.
Die Verſteigerung findet ſtatt am Dienstag, den 2. Sep=
tember
, vormittags 9½ Uhr, im oberen Lokale der Turngemeinde
am Woogsplatz.
(14588a
Der Meßplau und die Verſteigerungsbedingungen liegen
bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 28. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.

Obſtbaumzählung in 1913.

Nach Beſchluß des Bundesrats ſoll im laufenden Jahre eine
allgemeine Zählung der Obſtbäume ſtattfinden. Die Beſitzer von
Obſtbäumen in Hausgärten oder auf ſonſtigem Grundbeſitz werden
daher hiermit aufgefordert, den Beſtand ihrer Obſtbäume, unter
Trennung nach Obſtſorten, nach tragfähigen und noch nicht
tragfähigen Bäumen alsbald genau feſtzuſtellen. Mit der Auf=
nahme
dieſer Feſtſtellungen iſt das ſtädtiſche Feldſchutzperſonal be=
auſtragt
, welchem ſeitens der Beſitzer die diesbezüglichen erforderlichen
Angaben zu machen ſind, auch jede weitere gewünſchte Auskunft zu
erteilen iſt.
Darmſtadt, den 5. Juli 1913.
(14976ms
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.

Oktroi für Wein.

Der in der Stadt=Gemarkung hergeſtellte Wein und Obſtwein
(auch Johannisbeer= und Stachelbeerwein) unterliegt der Oktroi=
abgabe
.
Wer Wein oder Obſtwein herſtellt, hat dies vor Beginn der
Kelterung der Oktroiverwaltung ſchriftlich oder mündlich anzuzeigen!
unter gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen die Kelterung begonnen
und beendet werden ſoll. Ueber die Anzeige wird eine Beſcheinigung
erteilt, die im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit der Aufſicht
beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem
zu jeder Zeit bereitwilligſt zu geſtatten iſt, die Menge des bereiteten
Moſtes, ſowohl im Kelterhaus, als im Keller feſtzuſtellen. Vor dieſer
Feſtſtellung darf von dem gewonnenen Moſt nichts verbraucht oder
entfernt werden.
Nach beendeter Kelterung wird der Oktroi von dem hergeſtellten
Moſt nach den Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben. Hier=
bei
werden von der durch die Aufnahme ermittelten Geſamtmenge
5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind
die Weingroßhändler, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom

30. Novenber 190, betreſend den Oktroiariſ, vorgeſchene Srleichte
rung für den Weinhandel zugeſtanden iſt. Sie haben nach Anleitung
der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter zu führen, in das dis
Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft einzuſchreiben
iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen eigenhändig unter=
ſchriebenen
Auszug aus dieſem Regiſter der Verwaltung zuzuſtellen.
Er dient als Grundlage für die Berechnung und Erhebung des
Oktrois.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben vor=
geſchriebenen
Kelterregiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden
entweder nach § 15 des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als
Hinterziehung beſtraft oder, falls der Betrag des hinterzogenen
Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit Ordnungsſtrafen von
2 Mark bis 30 Mark geahndet.
(13745a
Darmſtadt, den 21. Juni 1913.
1
Der Oberbürgermeiſter

J. V.: Jgeger.

ich ach der Satzung der Darmſtädter Volksbank=Stiftung ſollen
deren jährliche Erträgniſſe dazu verwendet werden, befühigten
12 ſelbſtändigen Darmſtädter Bauhandwerkern ein Reifeſtipendium
oder eine Beihilfe zur Teilnahme an einem Meiſterkurſus oder
eine Beihilfe zur Beſchickung einer gewerblichen Ausſtellung
zu gewähren. Ein Teilbetrag iſt bereits auf unſer erſtes Aus=
ſchreiben
vom 9. Juni ds. Js. vergeben worden, ein Reſt ſteht dem
Kuratorium zur weiteren Verwendung noch zur Verfügung.
Bewerbungen um eine Beihilfe zur Teilnahme an einem
Meiſterkurſus oder zur Beſchickung einer gewerblichen Aus=
ſtellung
werden beſonders berückſichtigt. Die Geſuche ſind an den
Vorſtand unſerer Genoſſenſchaft zu richten und ſpäteſtens bis zum
25. Juli einzureichen.
(15073
Darmſtadt, den 9. Juli 1913.
Darmstädter Volksbank
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht.

Torſ=Verſteigerung.

Montag, 14. Juli 1913, vormittags 10 Uhr
anfangend, werden auf hieſigem Rathauſe
ca. 450000 Stück Torf
an den Meiſtbietenden verſteigert.
(15057fs
Pfungſtadt, den 9. Juli 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
J. V.: Nungeſſer.

Bllanz fur 1912
der Gemeinnützigen Gartenſtadt=Genoſſenſchaft m. b. H.
zu Darmſtadt.

Eitene
Paſſiva


Daſitn
Grundeigentum
26815-
Spareinlagen .
Häuſer . 97844.44 6
Reſerveſonds .
Abſchrei=
635174
97251/78l Anleihen
592.66
bung
10800-
1 620701
65/74)l Reſtkaufſchilling
Sparkaſſeguthaben
Rückſtänd. Forderungen 19217o
Inventar . 8.45
Abſchreibung 6.45
Kaſſebeſtand
2000
Verluſt . . . .
Summe (1003207af
Summe (1605207a

Zahl der Mitglieder am 31. Dezember 1911 . . . .
. . 102
Ausgeſchieden am 31. Dezember 1911 infolge
Kündigung 4
Tod
Wegzugs 4
Bleiben 85
Zugang im Jahre 1912 . . .
Beſtand am 31. Dezember 1912
Die Haftſumme betrug am Schluſſe des Geſchäftsjahres . 29 400
und hat ſich gegen das Vorjahr vermindert um:
2 100
Das Geſchäftsguthaben betrug am Schluſſe des Geſchäfts=
. . 26815
jahres
und hat ſich gegen das Vorjahr vermehrt um
490 6
Die Richtigkeit vorſtehender Bilanz beſcheinigt
Darmſtadt, 27. Juni 1913
(15093
Der Aufſichtsrat:
Der Vorſtand:
Gretzſchel.
Hüthwohl Thoß Herbert.

2
1am
Faruld Heisozer
Bewachungs-Abonnements
mit Einbruchsdiebstahl-Versicherung u. Kontrolle am Tage
Darmstädter Wach- u. Schliessgeselischaft
(13605fs
Elisabethenstr. 31, Tel. 461.

Bekanntmachung.

Freitag, den 1. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreinermeiſter Wil=
helm
Hermann Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 1405 888 Hofreite Wendel=
ſtadtſtraße
13,
III 1406 150 Grasgarten ( Vor=
garten
) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K1913
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 10. Juli 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,15080

Bekanntmachung.

Freitag, den 1. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Hauptmann a. D.
Eduard Zernin Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 625 602 Hofreite Neckar=
ſtraße
Nr. 9,
IV 626 557 Grasgarten mit
Gartenhaus
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K24/13
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das einge=
legte
Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 9. Juli 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,15104

En unſer Handels=Regiſter, Ab=
Iteilung B, wurde heute einge=
tragen
hinſichtlich der Firma:
Karidi Copany, Vertriebs=
Geſellſchaft mit beſchränk=
ter
Haftung, Darmſtadt.
Durch Beſchluß der Geſellſchafter
vom 5. Juli 1913 ſind die Be=
ſtimmungen
über die Firma und
den Gegenſtand des Unterneh=
mens
geändert.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt: Die Fabrikation und der Ver=
trieb
von geſetzlich geſchützten Neu=
heiten
und ſonſtigen Artikeln, ins=
beſondere
auf dem Gebiet der
Genuß= und Nahrungsmittel=
Induſtrien unter der Bezeichnung
Johnsburg.
Die Firma iſt geändert in:
Johnsburg, Vertriebs=
Geſellſchaft mit beſchränk=
ter
Haftung.
(15055
Darmſtadt, 7. Juli 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Ein unſer Handels=Regſter, Ab=
a
teilung 2, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 30. Juni 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Ernſt Pallmann Nachf.,
Darmſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Reiner & Chriſtmann.
Am 2. Juli 1913.
Neu eingetragen die Firma:
Wilhelm Bücking, Darm=
ſtadt
.
Inhaber: Wilhelm Bücking,
Kaufmann in Darmſtadt.
Am 3. Juli 1913.
Neu eingetragen die Firma:
Emik Kleinen, Darmſtadt.
Inhaber, Emil Kleinen, Kauf=
mann
in Darmſtadt.
Gelöſcht die Firma:
Wilhelm Friedrich Paſche,
(15054
Darmſtadt,
Darmſtadt, 9. Juli 1913.
Großb. Amtsgericht Darmſtadt I.

Schöne Salongarnitur, kuvfer=
gepreßt
. Plüſch, mit 4 Seſſeln,
wie neu, unt. d. Hälfte d. reellen
Preiſes Karlſtr. 115, I. r. (*2903.

[ ][  ][ ]

Sllabess!

(14766a

Feinſte
holl. Süßrahm=
Tafel=Butter
loſe ausgewogen
ſowie in ½ Pfund=Paketen
pro Pfund nur Mk. 1.30
Allerfeinſte
Adler-Marke
das Beſte was es gibt
pro 1 Pfund . Mk. 1.45
Friſche bayeriſche

10 Stück 63 und 68 Pfg.
Friſche große Sied=Eier
10 Stück 7 3 Pfg.
große
Land-Eier
(beſte Sied=Eier)
10 Stück7 8 Pfg.
(15092
empfiehlt
Darmstädter

Math. Rosenstock
Ludwigstrasse 18, Karlsstrasse 102,
Kaupstrasse 42, Landwehrstrasse 13,
Telephon 490 u. 602.
Driginal Dresdner
Götterspeise
Herrl. Nachtiſch a 35, 3 Pak. 1 Mk.
(II,15065
Jos. Basenach.
mpfehle mich im Wieſern von
Grabdenkmälern
aller Arten. Billige Preiſe, reelle
(709a
Bedienung
Peter Karn,
Friedhof=Allee. Telephon 1396
Wohnung: Friedrichſtraße 11
Guterhalt. Herde 1,15X0,75m
1,00X0,62m 0,85X0,55m zu ver=
kaufen
. M. Reinheimer, Ofen=
(*2865fs
ſetzer, Kiesſtraße 31.
Schlüchtgenugel.
Verkauf nur Freitags, Karl=
ſtraße
22 (Hof.) Empfehle für
heute in ſehr reicher Auswahl u.
pr. Qualität: Diesj. Odenwälder
Gänſe, feinſt gemäſtet. Diesjähr.
Enten, gemäſtet, das Beſte was
geboten wird, junge Hahnen von
1 Mk.2 Mk. Truthahnen bis
10 Pfd. ſchwer, 80 Pfg. pro Pfd.
1912er Brathahnen u. Brathühn.,
ſehr zart, billigſt. Suppen= und
Frikaſſeehühner, von 1,50 Mk. an.
Junge Tauben von 50 Pfennig an
Alles friſch geſchlachtet u. ſauber
gerupft. Italieniſches Zuchtgeflüg.,
über 100 St. zur Auswahl, billigſt.
Schröder.
(*2896

Riesengross
und von keiner Seite zu übertreffen sind die
Vorteile 1
die wir Ihnen in unserem diesjährigen

bieten. Wir können hier nur einige Beispiele anführen.
Inanan!

1 Posten
Lackk., Lederfutter, Press-
falte
, alle Grössen .

Auffallend billig!
m. schw. Dam.-Halbschuhe

Auffallend billig!
1 Posten
mod. schwrz. Dam.-Schnür-

M.

mit u. ohne Lack-
Stiefel kappe, Gr. 38 bis 41

Auffallend billig!
1 Posten
mod. braune Dam.-Knopf- u.

Serie I
halbschuhe 6. 9o, II. 6 M.

Auffallend billig!
schwrz. u. braun. Damenstiefel
mit und ohne Lackkappen II.

1 Posten mod.

Hunderte Einzelne Paare
Die nicht mehr in allen
Grössen vorrätigen Herren- u. Damenstiefel, Halbschuhe usw.
in schwarz u. braun, darunter hochfeine Sachen aus 1. Fabriken Deutschlands
zu und unter Selbstkostenpreis.

Ein

Auffallend billig!

Post. Herren-Werktagstiefel
Wichsleder, guter Boden
Serie I 5.75
. Serie II

Auffallend billig!
1 Posten
moderne Herrenstiefel
Chevreau, Lackkappen,
amerik. Fasson, Gr. 40-

Auffallend billig!
Ein
avorzi
Posten Herrenstiefel Rindt
moderne Fasson .

Auffallend billig!

Ein
p vorzügl.
50
Posten Herrenstielut chepr.
u. Rindbox, mit u. ohne Lack-
kapp
., sonst Preis bis 12 I.

Sandalen
Turnschuhe
riesig billig!

Achtung, nicht übersehen!
Ein Posten
vorzüglich. BoI-Kinderstiefel
Grösse 27/30 4.25 Grösse 31/35 4.75

Ein Posten
Segeltuchsandalen
Gr. 23/26 C.95
27/30 . 1.10
31/35 . 1.25

Nur ein kleiner Teil ist in unseren Schaufenstern ausgestellt.
Daher geil. Besichtigung in unserem Laden erwünscht.

parterre u. erster Stock.
(15043

Cllabess!

(14768a

Sung!
Morgen auf dem Marktplatz
ſowie Mathildenplatz 10
billiges Schweinefleiſch
und Wurſtwaren
Fleiſchw. u. Schwartem. 80 Pf.
Leber= u. Blutwurſt . 70 Pf.
ausgel. Schmalz .
80 Pf.
la Wurſtfett
60 Pf.
Schweinemetzgerei (*2895
A. L. Dieter.
Friſche Odenwälder
Landbaner
per Pfund 1.25 Mark
empfiehlt
M. Greib, Schulstr. 9
Telephon 735. (*2886

Ein bewähtes Mitet zut
natürlichen Mäſtung und
Fütterung aller Tiere. Das=
ſelbe
befördert und kräftigt
die Verdauung und den
Knochenbau. Die Tiere er=
halten
nach deſſen Gebrauch
ein marktfähiges, wohlge=
nährtes
Ausſehen und eine
in die Augen fallende Ueppig=
keit
; in Paketen à 35 nd
50 Pfennig.
Gebrüder Vierheller
Darmstadt
Schustergasse 14, Telephon 299,
tür. Kleiderſchr. gr. Spiegei,
Fahrrad f. 15 Mk. Alexander=
ſtraße
17½, Hths. 3. Stock. (*2883
ſfeg. Platzm. bill. z. verk.:1 Ablauf=
Wbrett, kl. Kaffeebr., Lampe, Kom=
modeaufſ
. u. Bild. Soderstr. 1 6, II.I(*
Jagdhund
5 Mon. alt, gute Abſtamm., bill. zu
verk. Wienersſtr. 69, part. (*2880fs
5 junge deutſche Schäferhunde
(Eltern la Stammb.) zu verk.
*2836fod) Georg Repp, Arheilgen.
½ Monat alt,
Dobermünner, edler Abſtamm,
kurzes lackſchwarzes Haar ohne
Unterw. mit dkl. roſtbr. Abzeichen,
fein kupiert, billig. (*2839fsm
Joh. Walther, Gardiſtenſtr. 15.
deutſche Dogge, geſtr. u. männl,
1 mächt. Tier, 1¾ J., weg. Platzm. zu
verkaufen. Intereſſ. erh. näh. Ausk.
unter A 2 an die Exp. (15047

Günſtige Gelegenheit!
Piano
Mk. 295.
Heinrich Arnold
Großherzoglich Heſſ. Hoflieferant,
Darmſtadt (14678a
Mühlſtr. 1, direkt neb. dem Militär=
lazaret
.

1ſchmiedeeiſ. Kronleuchter
f. Petrol., d. ſich leicht f. Elektr. um=
änd
. I., z. verk. Desgl. 1 gr. Wand f.
Bett. m. Brandmlr. Mathildenstr. 33.
Anzusehen v. 911 u. v. 24 Uhr. (*2874fs
Kopfläuse
verſchwinden unfehlbar durch
(50 Pf.) Nissin‟ (50 Pf.).
Zu haben bei Ch. Schwinn, Hofdrog.,
Carl Steinhäuser, Drog (13011a

Wer dort? (14722a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.

Suppenwurze
Gesucht

unübertroffen
in Flaschen à 0,40, 0.75, 1,40 und
4.20, sowie nachgefüllt und in Korb-
flaschen
pro kg 3,20 in allen einschl.
Geschäften zu haben.
(12350a

ein Pfandſchein auf Fahrrad.
Off. unt. A 9 an die Exp. (*2849
Hohlenbadeofen und Wanne zu
kaufen geſucht. Preisoff. unt.
A 6 an die Exp. ds. Bl. (*2846fs

Fernsprecher 819.

ebrauchter Atlas (Dierke)
Vertreter: Otto Caspary für höhere Lehranſtalten zu
Darmstadt. Arheilgerstr. 10.kaufen geſucht. Näheres Heinrich=
(*2898fs
ſtraße 113, I.
Erkerſcheibe
ca. 2,26X1,73
3 Schankaſten
2X1 Meter
Ster 33 warchzeichen
gr. Firmenſchild
zu kaufen geſucht
Ludwigsplatz 1, part.

Patente

Patent- und ingenieur-Büro (14359a
Rheinstr. 19, I. Darmstadt Telefon 1695.

Bhlabese!

(14769a

[ ][  ][ ]

Salson-
Ausverkauf
Grosse Posten
Knaben-Hosen
weit unter Preis.
Dankin-Hosch
mit Leib, Grösse 16 (für das Alter
von 37 Jahren) durchweg Stück
Menoh Hosch
mit Leib, blau
Grösse 16 (für das Alter von 37
. durchweg Stück
Jahren) .
Chevnot-Hosen
Grösse 16, mit Leib, mit und ohne
Pump (für das Alter von 37 Jahren)
. durchweg Stück
,
Hanchester-Hosen
Grösse 16, mit Leib und Pump
(für das Alter von 37 Jahren)
. . . . . . . . durchweg Stück
Daki Hosch
Grösse 712
durchweg
(für das Alter v. 814 Jahren) Stück
de
Kollisennu
2 Markt 2.
(15068

Original-
Reg
Apparate
Regind
Glaser

genau wie Rexgläser
nur bedeutend billiger.
Garantie für jedes Stück.

Mater-Glaser
passen in jeden Apparat.
Ei
Einmach-
Gläser
zum Zubinden
von 5 Pfennig an.
Schman

G. m. b. H. (14928a

Winige Oelgemälde, ungerahmt,
äußerſt preiswert zu verkaufen.
2766df) Heidelbergerſtr. 3, part.

Seit Jahren war ich müde u. matt,
hatte häufig wahnſinnige Kopf=
chmerzen
u. jede Luſt zum Arbeiten
und zum Leben verloren. Der
Arzt ſagte, es ſei ein veraltetes
Heren
de Blasenleiden.
daneben Darmträgheit infolge
ſitzender Lebensweiſe. Auf ärztl.
Rat trank ich Altbuchhorster
Mark-Sprudel Starkquelle
(Jod=Eiſen=Mangan= Kochſalz=
quelle
). Schon nach einigen Flaſchen
fühlte ich mich als ganz anderer
Menſch. Die Urinabſonderung
wurde lebhaft und ſchmerzlos und
blieb es ſeitdem. Ich trinke den
Markſprudel jetzt täglich, habe mich
nie ſo wohl und geſund gefühlt
wie heute. H. B. Aerztl. warm
empf. Fl. 65 u. 95 Pf. in der Engros=
Niederlage Friedr. Schaefer und
in der Hofdrogerie Chr. Schwinn,
(IV, 10978,26
Rheinſtraße 8.

(IV,7301,37)

Billige Sommer-Schuhwaren

Damen
Schläppchen von 30 Pf. an
Straminschuhe mit Fleck
von 1 Mk. an
Zeugzugschuhe mit Fleck
* 1.25 Mk.

Herren
Schläppchen von 40 Pf. an
Straminschuhe mit Fleck
1.30 Mk.
Lederpantoffel 2.25 Mk.

Sandalen, Touristenstiefel, Segeltuchschuhe

Halbschuhe von 5 Mk. an
Kinderstiefel
von Mk. 1.50 an

Chevreaux- u. Boxstiefel
von 5 Mk. an
Turnschuhe, Reiseschuhe

Schnürriemen, Knotenhalter, Erdal, Nigrin
sowie alle übrigen Schuhwaren empfiehlt bei Bedarf billigst=
Markt 6 G. Keilmann Markt 6
Schwarz-weisse Rabattmarken. (13848a

Eusspoden-Lacke
als: Hartöl-, Copal-, Spiritus- u. Bernstein-Fußbodenlacke
in feurigen Farbtönen, hart und rasch mit schönem
Glanz trocknend, in der Preislage von Mk. 1.20, 1.30, 1.50
und 1.80. Ferner:
Spezial-Gartenmöbel-Lacke
in weiss, grün, gelb, rot etc., hochglänzend, dauer-
haft
und rasch trocknend, empfehlen (9754a
Gebruder vierheiler
Darmstadt, Schustergasse 14, Telephon 200.

Man trinke jetzt nur noch
Vilbeler Mineralwasser vom
ilbel
Hassia-Brunnen Spraden
Allein-Vertrieb Jacob Weber
11 Neue Niederstrasse 11. Neleph. 837.
Bitte Firma genau zu beachten. (B13329

Gescharts-Eitplehlung.
Hiermit geſtatte ich mir die ergebenſte Anzeige, daß ich unterm
Heutigen in Darmſtadt, Mathildenplatz 8, eine
Kaſiermeſſerhohlſchleiferei
mit elektr. Betrieb eröffnet habe. Durch langjährige Tätigkeit in der
Branche im In= und Auslande bin ich in der Lage, allen Anfor=
derungen
zu entſprechen, und empfehle mich bei Bedarf, tadelloſe
Arbeit und prompte Bedienung zuſichernd.
Hochachtungsvoll
M. Bernhardt.
*2764df)

6
Das bsſte für die Augen!
Beſtes Stärkungs= und Erfriſchungsmittel für ſchwache,
entzündete Augen und Glieder iſt das ſeit bald 100 Jahren welt=
sa
von Joh. Chr.
berühmte, ärzt=
lich
empfohlene Kölnische Wasser Fochtenberger
in Heilbronn. Lieferant fürſtl. Häuſer; Ehrendiplom. Feinſtes
Aroma, billigſtes Parfüm. In Fl. à 45, 65 und 1.10.
Alleinverkauff. Darmſtadt: G. Hauptmann, Rheinſtr.

Speisezimmer
hell eichen, tadellos erh., umzugs=
halber
ſpottbillig zu verkaufen.
Näh. in der Exp. (*2341omf

illig zu verkaufen: Kleiderſchr.,
Vertiko, Kommode, Diwan,
Sofatiſch, Rauchtiſch, Polſterſeſſel,
Bilder, Kinderſtühlchen.
*2604if)
Karlſtraße 38, I.

far teite Spoktwagen u.
Neine 2ſitz. Schulbank zu verk.
*2807df) Näh. Inſelſtr. 19, Hth., I. r.

aſt neues Flobertgewehr (6mm),
gez. Lauf, für 15 Mk. zu verk.
Rich. Schwab, Friseur, Riedeselstr. (*2804df

Spottb. z. verk.: 1 pol. vollſt. Bett,
Chaiſel., Diw. (neu), 2ſaub. Bett.
f. Dienſtb., 3 Tepp., dar. echt. Perſ., u. V.
*2754dfs) Alte Schwanenſtr. 12.

Ich liebe Dich!
Roman von Guido Kreutzer.
Copyright by Carl Duncker, Berlin W. 35.
(Nachdruck verboten.)
33

Obwohl der Baron ſich nur eine Viertelſtunde in der
Oberförſterei aufgehalten hatte, mußte er den Selim
ſchließlich doch den ganzen Rückweg ſcharfen Trab gehen
laſſen, um rechtzeitig zum Eſſen zurück zu ſein. Und als
er auf dem Hof vom Gaul geſtiegen war und ſich in be=
ſchleunigtem
Tempo nach dem Herrenhaus hinüber begab,
um noch ſchnell die langen Juchtenledernen und den
Flauſchrock abzuziehen da bimmelte es richtig ſchon
Mittag!
Bei Tiſch fand er Veranlaſſung, ſich ausgiebig zu
wundern . .. ſeine Frau machte ein ſo merkwürdiges Ge=
ſicht
! Zuerſt war’s ihm eigentlich gar nicht ſonderlich auf=
gefallen
, denn er hatte von Erlengrund aus mit eigenen
Gedanken zu tun; ſchließlich aber wurde er dann doch auf=
meckſam
. Da paßte er ganz genau auf . . . von Zeit zu
Zeit glitt ein Zucken um ihren Mund. Und ſo oft er dieſes
Zucken ablauerte, hätte ihm vor Neugier gleich der Wuchs
vergehen können.
Ganz gewiß ſtimmte da irgend was nicht! Aber war
es denn möglich zu fragen, wo andauernd das Stuben=
mädel
im Zimmer und am Büffet herumhantierte?!

Man war denn auch glücklich ſchon beim Nachtiſch, als
die Marjell ſich endlich verzog, um den Kaffee zu brühen,
der im Margenthiner Herrenhauſe immer ſofort nach dem
Eſſen genommen wurde.
Da ſchob der Baron energiſch den Kompottteller bei=
ſeite
und faltete die Serviette zuſammen. Hauptſache, daß
das Geſpräch erſt mal in Schwung kam. Dann konnte man
nachher ſchon irgendwie unauffällig überlenken und die
myſteriöſen Heimlichkeiten herausholen!
Weißt Du, Tina, der Elias iſt manchmal tatſächlich
ein total verſchrobener Zeitgenoſſe. Wenn er ſo ſeinen
Koller kriegt, iſt mit ihm nicht zu ſprechen!
Die Baronin hatte raſch den Kopf gehoben. Ihr
Gatte erzählte weiter.
Eben, wie ich vom Felde komme, reit’ ich nach Erlen=
grund
mit heran, um mich zu erkundigen, wie ihm ſeine
Berliner Exkurſion bekommen iſt was bei dem troſt=
loſen
Schacktarp doch zweifelsohne ſehr nett von mir war!
Und anſtatt, daß er ſich über dieſen Beſuch freut, zieht er
n Flunſch wie drei Tage Regenwetter, knorzt im Zimmer
herum und ſieht mich nur von Zeit zu Zeit ſchief von der
Seite an.
Ich bitt’ dich, iſt das ine Art?! Natürlich hab’ ich ihm
gehörig die Leviten verleſen und ihm geſagt, ſolchen ver=
blüffenden
Gent hätt’ ich überhaupt noch nicht kennen ge=
lernt
! Da wurd’ er denn wieder einigermaßen normal und

entſchuldigte ſeine elende Stimmung damit, daß er ſeit
einiger Zeit Wilddiebe im Revier habe, die ihm die jungen
Kitze wegſchießen, und nicht zu faſſen ſind, trotzdem ſieben
Beamte Tag und Nacht draußen liegen.
Schön; mag ſein; und daß einem ſo was auf die Ner=
ven
fällt, glaub’ ich unbeſehen. Aber deshalb kann n
Menſch doch trotzdem manierlich ſein . . . Jedenfalls hab'
ich mir auf dem Rückweg überlegt, daß es für die Giſa
manchmal wohlſein wird, wenn der olle Elias
ſeine mieſepeie kiegt; und daß ich darum die
paar Monate Amüſemenk in Berlin wahrhaftig zu gön=
nen
ſind.
Giſela hat ihren Berliner Aufenthalt ſchon wieder
abgebrochen und iſt mit ihrem Vater nach Erlengrund zu=
rückgekommen
.
Der Margenthiner Gutsherr ſtarrte ſeine Frau ver=
lüfft
an.
Zurückgekommen, wo ſie kaum ein paar Wochen foct
war? Tina, ich glaub’ Du ſiehſt Geſpenſter am heller=
lichten
Tage!
Die widerſpruchsvolle Bewegung ihrer Züge vers=
ſtärkte
ſich.
Doch nicht, mein Lieber! Denn ſie war vorhin eine
Stunde bei mir. Ich wollte ſie zum Eſſen dabehalten,
aber ſie lehnte ab. Zu Tiſch müſſe ſie unbedingt zurück
ſein. Nur unter dieſer Bedingung habe ihr Vater ſie fort=
gelaſſen
.

[ ][  ][ ]

Soeder
Saison-Ausverkauf

Einige Schlager:
Mastbox-Damen-Schnür-Stiefel,
moderne Form, amerikan. Absatz
jetzt 6.50

Chevreaux- und Boxcalf-Damen-
Schnür-Stiefel, mod. Form, früher
bis 16.50
. . jetzt 9.50

Knaben-Boxcalf-Haken-Stiefel
Nr. 2732, Marke Glückauf, nur 6.50
Ca. 300 Paar Kinderstiefel, früh.
bis 4.50
. jetzt 1.50

Der grosse Erfolg
der beendeten ersten Woche unseres
Saison-Ausverkaufs zeigt, wie sehr
unsere Veranstaltung gewürdigt und
anerkannt wird. Das Renommee unse-
rer
Firma bürgt allzeit dafür, dass wir
unseren Kunden nur erstklassige, solide
und fehlerfreie Waren anbieten. Sie
finden in allen Abteilungen die Mög-
lichkeit
, enorm billige Schuhwaren zu
erwerben.
Preisreduktionen bis 70%.
Beachten Sie unsere Seitenfenster.

Einige Schlager:
Großer Posten Mastbox-Herren-
Haken- und Schnallen-Stiefel
jetzt nur 7.50
(Imitiert Chevreaux-Herr.- Haken-
stiefel
, mit und ohne Lackk., mod.
Formen . . .
. jetzt nur 7.50
Boxcalf- und Chevreaux-Herren-
Hakenstiefel
.. . jetzt nur 9.50
Knab.-Wichsleder- u. Chevreaux-
Hakenstiefel, früher Mk. 8.50,
Nr. 3639
,
. . . . jetzt 6.50

Schuhhaus
Horkereraht
Drlearich Soeder
Ludwigstrasse 12.
(15069


M
(
mit Brut, vernichtet radikal
Patentamtlich
A Rademachers Goldgeist.
geschütgt
Nr. 75198, Geruch- u. farblos. Reinigt
die Kopfhaut v. Schuppen, befördert d.
Hasrwuchs. verhut. Zusng v. Parasit.
Wichtig f. Schulkinder. Taus. v. An-
erkennungen
. Fl. à M 1. u. 0.50 in
iden Drogerien und Apotheken.
Zu haben: Emil Ehrecke, Pankra-
tiusstr
. 41; Paul C. Finke, Ballon-
platz
5, Gg. Hübner, Karlstr. 56, Anton
Logel, Centr.-Drog.; Heinr. Schaub,
Karlstr. 20; Ch. Schwinn, Rhein-
strasse
8; Gebr. Vierheller, Ad. Zach-
mann
, Bleichstrasse 46. (I,7939

Wanderer-Fahrrad
wie neu, ſehr billig
(9414a
Grafenſtraße 26.
zum Waſchen und
Wäsche Bügeln wird an=
genommen
.
(*1963mdf
Zu erfragen in der Expedition.
ehrock=, Frack=, Smoking= An=
züge
, Zylinder zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10999a
Wer will
ſeine alt. Kleider, Schuhe, Wäſche
uſw. vergold., der verk. an (*2750df
M. Schpaier, Schloßgaſſe 10.
Poſtkarte genügt.

Erfindungen
werden zu kaufen gesucht. Ang.
(auch Ideen) an Firma Adolf
Seng, Cassel 45/7. (II,15059
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art, Ge-
schäftspap
. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. 7915a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled.

Damen-und Kinderkleider
werden angefertigt
(14460a
Pankratiusſtr. 8, 1. St.
Ieh kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets kon=
kurrenzl
. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 33.
Telephon 2097.
(15031a

Zume Hochste
Preiſe für getragene Kleider, Schuhe,
Wäſche uſw. Poſtkarte genügt.
A. Hochmann,
*2576imf) Kl. Ochſengaſſe 16.
Altes Gold
Brillanten, Platin, Silber, ſowie
Pfandscheine
auf obige Gegenſtände kauft zum
höchſten Wert
(14347a
Kurtz, Juwelenhandlung,
Pädagogſtr. 2. Telephon 1202.
tebr. Tüll- od. Forz.-Oion zu kaufen
geſ. Off. u. W 42 Exp. (*2667m

Merkwürdig! Na und ſag’ mal . .. hat ſie Dir denn
nicht mitgeteilt, weshalb ſie gegen das urſprüngliche Pro=
gramm
nicht länger bei ihrer Tante geblieben iſt? Da
muß doch irgend eine ganz beſondere Veranlaſſung vorge=
legen
haben!
Die Baronin umging eine Antwort. Statt deſſen warf
ſie ihm hinüber:
Sie iſt übrigens verſchiedentlich mit Günter zuſam=
mengetroffen
.
Er wurde lebhaft.
Schau mal an! Alſo das intereſſierr Mecz. B.s hat
ſie denn von ihm erzählt?
Er will ſich verloben!!
Die gerade angebrannte Zigarre des alten Grandſeig=
neurs
fiel mitten in die volle Kompottſchüſſel. Aber das
war ihm im Augenblick ſehr egal.
Er wurde grünlich=blaß.
Bitte, Tina . . . was will er ſich?!
Verloben! wiederholte ſeine Gattin reſerviert. Denn
es war doch offenbar ein feierlicher Moment; alſo mußte
man ſeine Haltung danach einrichten.
Auf dieſes Erfordernis allerdings ſchien der Haus=
herr
kein beſonderes Gewicht zu legen. Er ſah im Gegen=
teil
reichlich verſtört aus.
Und das erſte, was ihm einfiel, war die jammervolle
Erkenntnis:
Jetzt muß er ſchon wieder nach Afrika!!
Die alte Dame lehnte ſich mit großer Würde in ihren
Stuhl zurück.
Vielleicht orientierſt Du Dich erſt mal darüber, wer
denn überhaupt ſeine Auserkorene iſt!

üer erſchiteie beſſungtis den oft er unſſe
ſchon vorher Beſcheid.
Sicher doch wieder ſo ine Jungfer mit kompliziertem
Innenleben und der äſthetiſchen Gehirnverrenkung
Was kann ſolch' armer Menſch ſchließlich für ſeinen aus=
gefallenen
Geſchmack!
Dann mit trüber Vorahnung:
Nu ſag’ mir man ſchon den Namen von unſerer pro=
jektierten
Schwiegertochter!
Giſela Krottenheim.
Im Moment ſtand er auf den Füßen.
Die Giſa . .. nu brat mir einer in Storch! Soln Sa=
tanskerl
! Kaum kommt das Dingelchen nach Berlin
ſchwap, langt ſie ſich der Bengel!
Strahlend kam er um den Tiſch herum. Und ehe ſich
die Baronin verſah, hatte ſie einen begeiſterten Kuß weg.
Mitten auf den Mund!
So, Tina; als Belohnung dafür, daß Du ſolchen ver=
nünftigen
Jungen großgezogen haſt!!
Dieſe Formloſigkeit überſtieg denn doch alle Grenzen!
Lieber Adolf . . . es klang im höchſten Grade indig=
niert
. . . Du ſollteſt endlich daran gehen, Deine derben
Verkehrsformen einer ernſthaften Reviſion zu unterziehen.
Was das nun wieder für eine Art iſt, mich hier ſo ohne
weiteres vorzukriegen! Wie oft habe ich ſchon darauf hin=
gewieſen
eine Frau iſt keine Ware, ſondern . . .
. . ein tiefer angelegtes Weſen mit feineren Inſtink=
ten
als wir indolenten Männer. Und ſie will immer wie=
der
von neuem erobert werden. Meine Liebkoſungen aber
ſind niemals Eroberungen, ſondern ſtets brutale Raub=
überfälle
!! . . Der Baron beſaß ein verblüffendes Ge=
dächtnis
. . . Alſo wir wollen an dem heutigen bedeu=,

tungsvollen Tage einen Kompromiß ſchließen. Paragraph=
eins
: ſobald Du erſt Großmutter biſt, bekenne ich mich
endgültig zu Deiner Auffaſſung. Und dann ſollſt Du Dein
blaues Wunder erleben, wie ich erobern kann! Angſt und
bange vor Seligkeit ſoll Dir dabei werden!!
Ob Du wohl jemals ernſthaft bleiben kannſt, Adolf?!
tadelte ſie mit zurückkehrendem Lächeln.
Er ſteckte die Hände in die Jackentaſchen und wollte
gerade an ſeinen Platz zurückkehren, als er plötzlich wieder
ſtehen blieb.
Da fällt mir ein Du ſagteſt vorhin, der Günter=
wollte
ſich verloben! Weshalb hat er’s denn noch nicht=
getan
? Gerade jetzt, wo der alte Krottenheim in Berlinge=
weſen
iſt, war doch eigentlich die beſte Gelegenheit dazul
Das leiſe Lächeln in ihrem Geſicht erloſch.
Eine Ausſprache hat auch ſtattgefunden; aber der
Forſtmeiſter verſagte vorläufig ſeine Zuſtimmung.
Elias?? wiederholte der Margenthiner Gutsherr mit
großen Augen. In ſeine Stimme war plötzlich ein grol=
lender
Unterton gekommen.
Alſo ich muß jetzt dringend bitten, Tina, geh’ nicht ſe
haushälteriſch um mit Deinen Wiſſenſchaften, ſondern
erzähl’ mir, was Du weißt! Das ſcheint doch eine ganz
verbohrte Geſchichte zu ſein!
Ich kenne die Einzelheiten ja auch nicht, Adolf. Nur
ſoviel hab’ ich aus der Giſa herausbekommen, daß bei der
Ablehnung des Forſtmeiſters Günters Perſon an ſich gal
keine Rolle ſpielt, ſondern es handelt ſich dabei um irgenk
eine Familiengeſchichte . .. die beiden Kinder wiſſen aud
davon . . . eine Verpflichtung, glaube ich, die erſt erfüll
werden muß.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Handel und Verkehr.

D Poſtſcheckverkehr. Im Reichspoſtgebiet iſt
die Zahl der Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende
Juni 1913 auf 80 969 geſtiegen. (Zugang im Monat Juni
740.) Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden im Juni gebucht
1413 Millionen Mark Gutſchriften und 1417 Millionen
Mark Laſtſchriften. Das Geſamtguthaben der Konto=
inhaber
betrug im Juni durchſchnittlich 176,9 Millionen
Mark. Im Verkehr der Reichspoſtſcheckämter mit dem
Poſtſparkaſſenamt in Wien, der Poſtſparkaſſe in Peſt, der
luxemburgiſchen und der belgiſchen Poſtverwaltung, ſowie
den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus wurden 7,7 Millionen
Mark umgeſetzt, und zwar auf 3160 Uebertragungen in der
Richtung nach und auf 14660 Uebertragungen in der Rich=
tung
aus dem Auslande.
D Mit Gültigkeit vom 1. Juli 1913 iſt ein A us=
nahmetarif
23 für friſches Obſt, und zwar für
Aepfel, Birnen, Pflaumen, Zwetſchen, Kirſchen und Bee=
ren
neu eingeführt worden, der gegenüber den jetzt an=
zuwendenden
Sätzen der Allgemeinen Wagenladungsklaſſe
für Wagenladungen von mindeſtens 5 und 10 Tonnen auf
Entfernungen über 30 Kilometer weſentliche Ermäßigun=
gen
bringt. Er gilt mit wenigen Ausnahmen zwi=
ſchen
allen Stationen der Preußiſch=Heſſiſchen Staatseiſen=
bahnen
, Kronberger Eiſenbahn, Farge-Vegeſacker Eiſen=
bahn
, Kerkerbachbahn, Kreis Oldenburger Eiſenbahn,
Militär=Eiſenbahn und Oldenburgiſchen Staatseiſen=
bahnen
. Seine Gültigkeitsdauer erſtreckt ſich zunächſt auf
Widerruf ſpäteſtens bis 30. Juni 1916. Welche Anwend=
unsbedingungen
im einzelnen gelten, ergibt der Tarif.
Auch die Güterabfertigungen geben hierüber Auskunft.

Landwirtſchaftliches.

Landwirtſchaftliche Genoſſenſchafts=
bewegung
im Monat Mai 1913.
D. L. G. K. Nach Veröffentlichungen im Deutſchen
Reichsanzeiger ſind im Monat Mai 1913 184 Genoſſen=
ſchaften
neu gegründet worden, worunter ſich 147 land=
wirtſchaftliche
Genoſſenſchaften befinden. Die Neugründ=
ungen
verteilen ſich auf 55 Kredit= 19 Bezugs= und Ab=
ſatz
=, 6 Konſum= 14 Molkerei= bezw. Milchverwertungs=
und 90 ſonſtige Genoſſenſchaften. Es änderten die Haft=
pflicht
2 Spar= und Darlehnskaſſen, ſowie 2 Molkerei=
genoſſenſchaften
von u. H in b. H.; umgewandelt wurde
eine Spar= und Darlehnskaſſe mit u. H. in eine An= und
Verkaufsgenoſſenſchaft mit u. H., ferner eine Geflügel=
zuchtgenoſſenſchaft
mit b. H. in eine Bezugs= und Abſatz=
genoſſenſchaft
mit b. H. Im Vergleich zum entſpre=
chenden
Zeitabſchnitt des Vorjahres zeigt die landwirt=
ſchaflliche
Genoſſenſchaftsbewegung im Monat Mai 1913
einen weiteren Zugang. Es wurden neu errichtet 147
gegen 130 , aufgelöſt 18 gegen 22 ſo daß eine Zu=
nahme
von 129 gegen 108 Genoſſenſchaften ver=
bleibt
. Neu gegründet wurden 48 Spar= und Darlehns=
kaſſen
, 19 Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften, 10 Mol=
kereigenoſſenſchaften
, 4 Milchverwertungsgenoſſenſchaften
und 66 ſonſtige Genoſſenſchaften. Bei dieſen Neugründ=
ungen
iſt die beſchränkte Haftpflicht bei 4 Spar= und Dar=
lehnskaſſen
, 19 Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften, 6 Mol=
kereigenoſſenſchaften
und 56 ſonſtigen Genoſſenſchaften
Ge u
B

vertreien, während die übrigen die unbdeſchränte Haſt=
pflicht
bezw. eine ſonſtige Genoſſenſchaft die unbeſchränkte
Nachſchußpflicht gewählt haben. Die ſonſtigen Genoſſen=
ſchaften
ſind: 30 Elektrizitäts=, 8 Viehweide, 6 Pferde=
zucht
= 3 Dampfdreſch=, 2 Waſſerleitungs=, 2 Geflügelzucht=
und Eierverkaufs= 2 Maſchinen=, 2 Lagerhaus=, 3 Rind=
viehzuchtgenoſſenſchaften
, 1 Fiſcherei=Ein= und Verkaufs=,
1 Mühlen=, 1 Weinbau=, 1 Viehverwertungs=, 1 Spargel=
und Maiblumenbau=, 1 Kartoffeltrocknungs=, 1 Zichorien=
darre
= und 1 Feldbahngenoſſenſchaft. In Liquidation
ſind getreten: 6 Spar= und Darlehnskaſſen, 2 Bezugs= und
Abſatzgenoſſenſchaften, 4 Molkereigenoſſenſchaften und 6
ſonſtige Genoſſenſchaften. Nach den Aufzeichnungen des
Reichsverbandes der deutſchen landwirtſchaftlichen Ge=
noſſenſchaften
beſtehen hiernach im Deutſchen Reiche bei
einer Vermehrung von 129 landwirtſchaftlichen Genoſſen=
ſchaften
im Monat Mai am 1. Juni 1913: 99 Zentral=
genoſſenſchaften
, 17214 Spar= und Darlehnskaſſen, 2520
Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften, 3331 Molkerei=
genoſſenſchaften
, 189 Milchverwertungsgenoſſenſchaften
und 3839 ſonſtige Genoſſenſchaften, zuſammen 27192
landwirtſchaftliche, dem Genoſſenſchaftsgeſetz unterſtellte
Genoſſenſchaften.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des=
Preßgeſetzes in vollem umfange der Einſender verantwortlich.)

Das Verkehrshäuschen auf dem Ernſt=Ludwigs=
Platz hat einen ſogen. Warteraum für diejenigen, welche
bei ſchlechtem Weter Schutz ſuchen und um von hier aus
den Wagen zu erwarten, welcher ſie ihrem Ziele zuführen
ſoll. Eine gewiß große Annehmlichkeit für Damen und
ältere Perſonen, welche auch jahrelang von dieſer Ein=
richtung
dankend Gebrauch machen konnten. Gerade das
Fenſter, durch welches man die ankommenden Wagen be=
obachten
konnte, hat man aber nun vernagelt. Der Stadt=
plan
, auf einem Brette befeſtigt, nimmt nun die Stelle
des Fenſters ein. Dadurch iſt die Abſicht, ſich über die
ankommenden Wagen orientieren zu können, vereitelt und
der Zweck des Warteraumes illuſoriſch geworden. Wenn
der Warteraum ſeinen Zweck erfüllen ſoll, dann entferne
man die Stadtorientierungstafel wieder, bringe ſie an
anderer Stelle an und laſſe jedem Gelegenheit, ſeinen
Wagen von ſchützendem Raume aus erwarten zu können.
Eine ältere Dame.
Auf das Eingeſandt in Nr. 154 dieſer Zeitung läßt
die Heag in Nr. 158 verlauten, ſie habe tatſächlich die
Abſicht, die elektriſche Bahn nach Eberſtadt zu beſchleuni=
gen
und laſſe alle erforderlichen Arbeiten mit größter
Dringlichkeit durchführen. Es ſoll anerkannt werden, daß
die Bahnverwaltung ſich endlich mal zur Sache äußert und
den bisherigen Standpunkt verläßt, alle berechtigten Kla=
gen
und Wünſche mit ſouveränem Stillſchweigen und
gänzlicher Nichtbeachtung zu behandeln. Gleichzeitig aber
ſei der Wunſch ausgeſprochen, die Abſicht der Beſchleuni=
gung
auch in die Tat umzuſetzen. Denn einſtweilen iſt
von einer eiligen Ausführung noch nicht das allergeringſte
zu bemerken und die Ausſichten für die Zukunft erſcheinen
nicht ſehr günſtig, wenn man hört, daß ſeit einem hal=
ben
Jahre Verhandlungen über die Verlegung der
Telegraphenleitung ſchweben und das Ergebnis immer
noch ausſteht! Wer hat Schuld daran, die Poſt oder die

Heagf und drei Ronate ſolldie Verkegung der par
Kilometer Telegraphenleitung dauern??

In dieſen Tagen macht jeder, der an unſeren Gär=
en
und Feldern dahinwandert, die Wahrnehmung, daß
wir an einer wirklichen Spatzenplage leiden. Man ſieht
die Vertreter dieſer diebiſchen Geſellen in dichten Schwär=
men
wieder und wieder den Erbſenbeeten, den Hafer=
und Gerſtenäckern u. dgl. zufliegen, und beim Herantre=
ten
wird man ſofort gewahr, welch’ enormen Schaden die
ungebetenen Gäſte anrichten. So ſetzen ſie eben jetzt der
heranreifenden Gerſte eines Ackers er liegt den an der
Nieder=Ramſtädterſtraße neu erbauten drei Villen gegen=
über
ſo unbarmherzig zu, daß es kaum dazu kommen
dürfte, ſo viel Körner einzuernten, als man ausgeſtreut.
Wie anderwärts, ſollte man ſich hier doch auch dazu ent=
ſchließen
, durch geeignete Maßnahmen dem Ueberhand=
nehmen
dieſer unſere Gärten und Felder ausplündernden
Strauchdiebe vorzubeugen.

Gewinnanszug
der
3. Prenßiſch-Süddeutſchen
(229. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
1. Klaſſe 1. Ziehungstag 9. Juli 1913

Auf jede geuogene Ananer ſind zwet gleich bobe Gewime
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.

(Ohne Gewähr A. St=u. f. 80)
(Rachömnck verbolen)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk. 97243
2 Gewinne zu 10000 Mk. 89738
2 Gewinne zu 3000 Mk. 95748
2 Gewinne zu 1000 Mk. 82195
6 Gewinne zu 400 Mk. 88284 157108 170409
14 Gewinne zu 300 Mk. 14021 18697 46368 111719
119139 182840 185469
34 Gewinne zu 200 Mk. 14514 43136 48105 52168
52646 65828 75888 103177 111105 145536 155293
156451 159073 161851 167387 194734 195584
76 Gewinne zu 100 Mk. 20657 21287 22115 23791.
25314 29497 46828 50768 59542 77097 82523 89454
92700 95720 108363 109543 118115 120454 122642.
125853 127711 131371 133924 138074 146795 150167
152683 152757 155905 156957 159767 165480 173918
182999 187970 199602 211489 211682
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
60 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 500 Mk. 15890
4 Gewinne zu 400 Mk. 45937 153779
14 Gewinne zu 300 Mk. 9284 22047 50861 61736
75373 172595 197832
24 Gewinne zu 200 Mk. 4043 17014 30647 65248
105038 124928 139163 141497 189412 204960 206487
211670
78 Gewinne zu 100 Mk. 1819 6093 8466 9718
29406 39039 39470 44619 52195 58337 61235 63416
75150 78571 79724 82352 99261 103617 108919
127350 143356 144385 144857 145485 151557 152106
154392 155564 162268 165527 168294 170223 173733
183172 190291 196636 204458 205396 207449

Far Regen- und Sarm!
Gummi-Mäntel
ein- und zweireihig . . . Mk. 30. 12. 97. ZUbis 12
Derby-Mäntel
imprägniert, hochgeschl., Mk. 45. 30. 32. 200bis 20.
Bozener Mäntel
mitwasserd. Schulter-Einl., Mk. 38. 35. 28. 290 bis 18
Oel-Mäntel
50
für Kutscher, Landwirte und Fuhrleute . . . . . . Mk. 18 und 10
Gummi-Capes
. Mk. 20.- 1250 250
für Radfahrer .
Loden-Capes feder-
leicht
, mit bester Impräg., Mk. 20. 22. 10. 12. bis 6.
Oel-Jacken
ein- und zweireihige Fassons
. Mt. 6 0.7
Im Saison-Ausverkauf auf Loden- u. Gummimäntel 15% Rabatt.
Kunden erhalten Reklame-Marken!

IInsb 1o0e Larmslaut
1
1 2
5 Schillerplatz 5
15083
Erstklassiges Spezialgeschäft für Herren- und Knaben-Bekleidung.

[ ][  ]

C

Der Verkauf dauert nur kurze Zeit.

Herren-
Moderne Boxleder-Schnürstiefel . . 6.25
Boxleder-Zug- und Schnallenstiefel . 6.90
Kalbleder-Zug- und Schnürschuhe . 6.00
Kalbleder-Knopf- und Zugstiefel . . 7.00
Rosschevreau-Schnürstiefel Lackkappen . 6.75
Braune Chevreau-Schnürstiefel . . 7.50
Hellbraune Halbschuhe 4046 . . 5.50
Wixleder-Zug- und Schnürstiefel . . 5.25
Wixleder-Zug- und Schnürschuhe . . 4.00
Segeltuch-Schnürschuhe 4046 . . 2.50
Leder-Hausschuhe 4046 . . . . 2.50
Stoff-Hausschuhe 40 46.
1.25
Wixleder-Knaben-Schnürstiefel 3639 4.25
Braune=Knaben-Sandalen 3639 . 3.50

Damen-
Elegante Schnürstiefel mit Lackkappen . 4.90
Echt Chevreau-Schnürstiefel 3639 4.75
teilsGoodyear-Weltg
Chevreau-Knopfstiefel 36/39 fr. 10., jetzt 6.50
Moderne Boxleder-Schnürstiefel . . 6.50
Braune Chevreau-Schnürstiefelmit Lackk. 7.25
Rosscherreau-Schnürstiefel verby, Lackkapp. 6.75
Moderne Halbschuhe mit Lackkappen . . 5.50
Braune Ziegenl.-Knopf- u. Schnürstiefel 4.50
Moderne weisse Leinen-Pumps jetzt 4.25
Braune Sandalen 3640 . . jetzt 3.50
Segeltuch-Schnürschuhe 3642
1.75
Leder-Hausschuhe 3642 . . jetzt 1.85
Lasting-Morgenschuhe ...
1.30
Stoff-Hausschuhe .
jetzt 0.85

Kinder-
Schwarze Leder-Schnürstiefel 1719
Schwarze Leder-Schnürstiefel 1722
Braune Leder-Schnürstiefel 1722 .
Braune Knopfschuhe 2729
Braune Schnürschuhe 2730
Braune Sandalen 2229 .
Braune Sandalen 3035
Braune Schnürstiefel 2730
Braune Schnürstiefel 3135 .
Braune Knopfstiefel 2730
Boxleder-Schnürstiefel 2730
Wixleder-Schnürstiefel 3135 .
Segeltuch-Schnürschnhe 2730
Segeltuch-Schnürschuhe 2226 .

1.75
1.85
2.40
2.60
2.20
2.45
4.00
4.50
3.90
3.80
3.75
1.25
1.00

Mod. Damen-Knopfschuhe

in schwarz
und braun

Moderne
weisse

Leinen-Damen-Halbschuhe 4.25

Ferner grössere Posten zurückgesetzte
Damen-Tennisschuhe in verschiedenen Farben, früherer Preis bis Mk. 6.50 . .
jetzt Mk. 2.75
Damen-Lack-Schnürschuhe, elegante Form, teils L. XV.-Absätze, früherer Preis bis Mk. 12.50 . . . . . . . jetzt Mk. 6.
Herren-Lack-Schnürschuhe, grösstenteils schlanke Form, früherer Preis bis Mk. 12.
. jetzt Mk. 5.
Herren-Lack- und Kalbleder-Zugstiefel, erstkl. Fabrikate, vorherrschend kleine Nummern, früh. bis Mk. 20., jetzt Mk. 7.-
Damen-Kalbleder- und Kid-Zug- und Knopfstiefel, früherer Preis bis Mk. 14.
. jetzt Mk. 6.
Damen- braune und schwarze Schnür- u. Spangenschuhe, gute Qualitäten, früher bis Mk. 9.50 . jetzt Mk. 4.-
Hochelegante farbige Herren- und Damen-Knopfstiefel, teils zur Hälfte des bisherigen Preises.
Kinder-Schnür-, Knopf-, Ohren- und Spangenschuhe, sowie viele Einzelpaare
weit unter Preis?

Keine Auswahlsendungen!

Verkauf gegen bar!

Spier
IWaronhaus A.

Doh

1 Louisenplatz 1

Telephon 2545
(15081)

1 Louisenplatz 1.

Far de Reisezei
empfehlen wir unsere feuer- und diebessichere
Stahlkammer

zur Verwahrung von Wertgegenständen, sowie unsere
vermietbaren Schrankfächer (Safes).
Kreditbriefe auf alle grösseren Plätze.
Ausländische Geldsorten. (14822if

insbank

Rheinstrasse 24.

Ecke Saalbaustrasse.

Würo m. Schreibmaſch. (Ideal),
faſt neu, bilig zu verkaufen
*2853fso) Rheinſtraße 3, 2. St.

Woog, am 10. Juli 1913.
Waſſerhöhe am Pegel 3,89 m.
Luftwärme 132 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 170 C.
Woog=Polizei=Wache.

1Tonriſtenanzug
Zu verk.: mit Rad. (*28401s
Soderſtraße 73, part.

Motorrad
(Wanderer)
faſt neu, preiswert abzugeben.
Näh. Schulſtr. 6, 1. Stock. (*2870fsi

ie er ienhen
Arienbad
Landgraf Philippanlage 62
Telephon 835
Halteſtelle: Ecke Neckar= und Eliſa=
bethenſtraße

empfiehlt
alle Heilbäder
Spez.: Elektr. Lichtbäder,
Kohlenſäurebäder (Patent Keller)
Vibrations= u. Handmaſſage
Wannenbäder I. u. II. Klaſſe.
A. Anger.
12391a)

roßes Delgemilde mit Gold=
Grahmen für Mk. 40. abzu=
geben
. Heidelbergerſtr. 3, pt. (*2765df

zu haben bei P. Ripper, Postharten-
(*2858fs
zentrale, Rheinſtr. 4
7.

Verkaufe gut erhaltene
Rüchenernrichtung
preiswert Ohlyſtr. 40, II. (B15060

Prima Süssrahmbutter
ausgewogen per Pfund Mk. 1.30
Feinste oberhess. Süssrahmbutter
(15071
Marke Vogelsberg‟
aus paſteuriſiertem Rahm hergeſtellt, in ½ Pfundſtücken
per Pfund Mk. 1.40
Allerfeinſte Tafelbutter
aus den Molkereien Groß=Umſtadt und Fulda
Stets friſchen
Süssen und sauren Rahm
Friſche Eier, 10 Stück von 63 Pfg.
Heinrich Grimm, Hoflieferant.

illige Möbel zu verkaufen:
2 Chaiſelong., Diwan u. Vertio
*2830ds) Kaſinoſtraße 21, 1. St.

Dr. Fr. v. Holtzen=
Zu verk.: vorff. Rechtslerikon,
geb., 4 Bände. Anzuſehen nachm.
Waldſtr. 15, 2. St.
*2631)

eine noch gut erhaltene Waſ=
Emaſchine und zwei Waſ=
fäſſer
billig abzugeben (*2642r
Grüner Wen 9.
5 große gußzeiſerne Tgrſäult
1 Badeeinrichtung, 1 Tiſch
verk. Eliſabethenſtr. 49. (1286