Inſerate
Abonnemenkspreis
176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Ageu=
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Großherzogin von Heſſen traf geſtern zum
Beſuche des Prinzenpaares Heinrich in Kiel ein.
Die „Hohenzollern” ging am Mittwoch nachmittag
durch die Nordſee nach Bergen, wo ihre Ankunft bei
guter Fahrt am Donnerstag gegen Abend erfolgen
ſollte.
Der Reichstagsabgeordnete Domkapitular Kohl (Ztr.)
iſt, 62 Jahre alt, geſtorben.
Der Urheber des Attentats auf den König von Spanien,
Sanchez Allegro wurde zum Tode
ver=
urteilt.
Die Agence Havas meldet aus St. Petersburg:
Bul=
garien erklärte, es überlaſſe, um weiteres
Blut=
vergießen zu vermeiden, Rußland völlig, die
Ein=
ſtellung der Feindſeligkeiten
herbeizu=
führen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Von Oeſterreich=Ungarns
Wehrmacht.
DW Die vollkommene Umwälzung der
poli=
tiſchen Verhältniſſe auf dem Balkan und
die äußerſt ungewiſſe politiſche Geſamtlage Europas
nachen es zur Pflicht, die militäriſche Schlagkraft
un=
eres Nachbarn und Verbündeten, Oeſterreich=Ungarns,
richt aus dem Auge zu laſſen. Daher iſt es zu begrüßen,
aß in der Juli=Nummer der Wehr ein Aufſatz aus der
Feder eines öſterreichiſchen Offiziers erſcheinen wird, der
ich über die Heeresſtärkung des Donaukaiſerſtaates äußert.
Wir geben nachſtehend bereits die wichtigſten Stellen
dieſes Aufſatzes wieder. Das Rekrutenkontingent wird
ich im Laufe der nächſten Jahre wie folgt ſtellen:
Jahr Gemeinſame Wehrmacht Landwehr Summe
Deſterreich Ungarn Oeſterreich Ungarn
78003 57997 20 715 17500 174215
1912
88327 65 673 22316 21500 197816
1913
23717
508217
1914
91482 68018 25018 25000 209518
1915
210510
26019
1916
1917)
. 26696 . . . . 211496
bis
1918)
Hierzu kommen noch die von Bosnien und der
Herze=
owina für die gemeinſame Wehrmacht und von Tirol
ind Vorarlberg für die öſterreichiſche Landwehr zu
ſtel=
enden Rekruten, dann die Erſatzreſerven des
gemein=
amen Heeres und der beiden Landwehren.
Die Dienſtpflicht dauert im allgemeinen 2 Jahre
ektiv und 10 Jahre Reſerve. Bei den berittenen Truppen
und einigen Truppenteilen der Fußtruppen beträgt die
Dienſtpflicht 3 Jahre, die Dienſtpflicht in der Reſerve
Jahre.
Nach gänzlicher Durchführung des neuen
Heeres=
eſetzes beträgt die Zahl der Rekruten rund 220000 Mann.
Sergleicht man nun die Friedensſtärke, die
Oeſterreich=Ungarn in Zukunft beſitzt,
64000 Mann, mit der zukünftigen des Deutſchen
Keiches von rund 820000 Mann, ſo zeigt ſich, daß jene
aſt um die Hälfte kleiner iſt. Der öſterreichiſche Offizier
ährt dann fort:
„Entſprechend der Bevölkerungszahl der Monarchie
ind der gleichen Ausnützung der Volkskraft wie in
Deutſchland, müßte die Armee eine Friedensſtärke von
00000 Mann haben. Dies bedingt aber ein
Rekruten=
ontingent von 280000 Mann. Es müßte alſo eine
neuer=
iche Erhöhung desſelben um 60000 Mann erfolgen.”
Hierzu iſt zu bemerken, daß nach den neueſten
Be=
ichten aus Oeſterreich in kurzem eine neue
Heeres=
vorlage zu erwarten iſt, durch die die Wehrmacht der
Donaumonarchie um weitere 50000 Mann verſtärkt
wer=
en ſoll (jährlich 15000 Rekruten für das gemeinſame
deer, 5000 Mann für die öſterreichiſche und 5000 Mann
ür die ungariſche Landwehr), ſo daß alſo vorausſichtlich
Oeſterreich=Ungarn in abſehbarer Zeit
uf ein ſtehendes Heer von rund 514000
Mann kommen und damit eine Stärke erreicht, die
denigſtens der Bevölkerungsziffer einigermaßen
ent=
pricht und ſo auch für uns das Bündnis mit Oeſterreich=
Inzarn wertvoller und nützlicher geſtalten würde.
Die Lage am Balkan.
O Vom Kriegsſchauplatze ſind geſtern
Mel=
dungen eingelaufen, die für die Bulgaren
un=
günſtig genug lauten; denn die Griechen ſollen
Ser=
res, die Serben Iſtip genommen haben, und die Heere
der beiden Gegner Bulgariens ſollen bereits in Fühlung
miteinander ſtehen. Unmittelbar beſtätigt ſind freilich
dieſe Meldungen zur Stunde noch nicht; mittelbar aber
ſpricht für ihre Richtigleit der Umſtand, daß die
amt=
liche bulgariſche Kriegsberichterſtattung vollſtändig
ver=
ſtummt iſt. Hieraus dürften für die militäriſche Lage
Bulgariens ungünſtige Schlüſſe abgeleitet werden. Es
kommt hinzu, daß das halbamtliche bulgariſche
Re=
gierungsorgan, der Mir, nunmehr mit einer längeren
Dauer des Krieges rechnet und zu geduldigem Abwarten
mahnt. Neben der Schweigſamkeit der offiziellen
Kriegs=
berichterſtattung Bulgariens deutet auch dieſe Tonart
mindeſtens auf ein Nachlaſſen des urſprünglichen
Sieges=
bewußtſeins der Bulgaren hin.
Da alſo die in Sofia erwarteten entſcheidenden
Er=
folge ausgeblieben ſind, iſt es doppelt auffällig, daß
Bul=
garien ſich immer noch nicht mit Rumänien
verſtän=
digt hat. Die Nachricht von einem bereits abgeſchloſſenen
bulgariſch=rumäniſchen
Geheimabkom=
men iſt natürlich eine ſenſationelle Falſchmeldung
und wird auch in diplomatiſchen Kreiſen ausdrücklich als
ſolche bezeichnet. Die Mobilmachung Rumäniens, die
Haltung der rumäniſchen Preſſe, die Verhandlungen
zwi=
ſchen Bukareſt und Sofia würden ſchlechthin
unverſtänd=
lich ſein, wenn beide Staaten insgeheim miteinander einig
wären. Auch die Tatſache, daß wegen der Erfolgloſigkeit
der direkten Verhandlungen zwiſchen Bukareſt und Sofia
nur durch öſterreichiſche Vermittlung verhandelt wird,
be=
weiſt ſehr deutlich, daß die beiderſeitigen Beziehungen
ſich bis aufs äußerſte zugeſpitzt haben. Anzeichen eines
Umſchwunges in der bulgariſchen Haltung, der eine
Ver=
ſtändigung mit Rumänien in Ausſicht ſtellen könnte, ſind
in diplomatiſchen Kreiſen auch heute nicht
wahrgenom=
men worden. Ob die Lage auf dem Kriegsſchauplatz
die=
ſen überaus wünſchenswerten Umſchwung herbeiführen
wird, bleibt abzuwarten.
Die Meldungen über ruſſiſche Mobiliſierungen
entbehren zwar noch der Beglaubigung, doch muß damit
gerechnet werden, daß Rußland, wenn Rumänien tief in
den neuen Balkankrieg eingreift, militäriſche Maßregeln
zu demonſtrativen Zwecken an der rumäniſchen Grenze
vornimmt. Schon mit Rückſicht auf die Möglichkeit einer
ſolchen Haltung Rußlands, das einerſeits Rumänien zur
Mobilmachung ermuntert hat, andererſeits ſein ſlawiſches
Herz wieder entdecken wird, falls die bulgariſchen Brüder
zu arg bedrängt werden, iſt von Frankreich eine
Nicht=
interventions=Erklärung der Mächte
förm=
lich nicht angeregt worden. Eine ſolche für alle Umſtände
abzugeben, iſt Oeſterreich=Ungarn aus
begreif=
lichen Gründen nach wie vor nicht in der Lage, und es
findet hierbei auch jetzt die Zuſtimmung ſeiner
Bundes=
genoſſen.
Der Petersburger Korreſpondent des Figaro will von
berufener Seite erfahren haben, König Ferdinand
habe durch den bulgariſchen Geſandten mitgeteilt, daß er
den für den Kampf an der ſerbiſchen Grenze
verantwort=
lichen General Sawow abgeſetzt und den formellen
Be=
ſchluß gefaßt habe, den brudermörderiſchen Krieg mit
Griechenland und Serbien nicht anzunehmen, weshalb er
auch ſeinen Armeen den Befehl erteilt habe, ſich auf der
ganzen Linie zurückzuziehen. Die ruſſiſche
Diplo=
matie habe infolgedeſſen ſofort eine energiſche Aktion
in Bukareſt, Athen und Belgrad unternommen,
um einen neuen Balkanbund mit Einſchluß Rumäniens
herzuſtellen. Rußland wirke auf Bulgarien ein, damit
dieſes alle von Rumänien verlangten Gebietskonzeſſionen
gewähre und den Serben und Griechen in Mazedonien
eine gemeinſame Grenze bewillige.
Hiernach ſcheint Bulgarien kriegsmüde zu
ſein.
Deutſches Reich.
Wählerliſten und Nachwahlen. Die
Wahlprüfungskommiſſion des Reichstages hat ſich bei der
Prüfung der Wahl des Abgeordneten v. Halem auch mit
der Frage beſchäftigt, ob bei einer Nachwahl, wenn für
ſie die für die Hauptwahl aufgeſtellten Liſten benutzt
werden, die in die Wählerliſten eingetragenen Perſonen
auch dann wahlberechtigt ſind, wenn ſie inzwiſchen ihren
Wohnſitz verlegt haben. Der Reichstag hat dieſe Frage
früher verſchieden beantwortet, und die Regierung ſteht
auf dem Standpunkt, daß ſie zu verneinen ſei, weil man
zwar Haupt= und Stichwahl als einen einzigen Wahlgang
auffaſſen könne, nicht aber die binnen Jahresfriſt
ſtatt=
findenden Erſatzwahlen, die nach dem Wortlaut des
Ge=
ſetzes und ihrer tatſächlichen Bedeutung Neuwahlen ſeien.
Die Kommiſſion des Reichstages hat indeſſen mit 12 gegen
2 Stimmen beſchloſſen, daß die in die Wählerliſten
einge=
tragenen Wähler bei einer Nachwahl zur Ausübung des
Wahlrechts auch dann berechtigt ſind, wenn ſie inzwiſchen
ihren Wohnſitz verlegt haben.
— Die Bagdadbahnverhandlungen
neh=
men nach einer Meldung aus London einen
befriedigen=
den Verlauf. Die Beteiligung Deutſchlands an der
Ti=
gris=Schiffahrt in irgendeiner Form ſoll ſicher zu
er=
warten ſein. Laut Pall Mall Gazette iſt Lord Kitchener
nach Paris gekommen, um offiziell wegen Abſchaffung der
Kapitulationen in Aegypten zu verhandeln. England
ſcheint als Kompenſation ſeine Vorrechte in Marokko
aufgeben zu wollen, die es mit Deutſchland dort genießt.
Frankreich wünſcht, daß England als Vermittler auch
Deutſchland zur Aufgabe gewiſſer Vorrechte in Marokko
beſtimmt.
Der Entwurf über die Haftpflicht
der Eiſenbahnen iſt nach langwierigen
Vorver=
handlungen mit den Regierungsſtellen und den
Vertre=
tern des Verbandes deutſcher Lohnfuhrunternehmer und
des Vereins deutſcher Straßenbahn= und
Kleinbahnver=
waltungen endgültig abgeſchloſſen worden; er wird als
eine der erſten Vorlagen den Bundesrat im Herbſt
be=
ſchäftigen und im Winter dem Reichstage vorgelegt
wer=
den. Der Entwurf regelt die Haftpflicht von Perſonen=
und Sachſchäden.=Gemäß den Anträgen der
Inter=
eſſenten iſt in dem Entwurf unterſchieden zwiſchen
Bahnen mit eigenem Bahnkörper und Bahnen in
Stra=
ßen ohne beſonderen Bahnkörper. Für erſtere gelten im
allgemeinen die Beſtimmungen des
Reichshaftpflichtge=
ſetzes unter Berückſichtigung der beſonderen Verhältniſſe,
während für die Sträßenbahnen die
Haftpflichtbeſtimmun=
gen dem Automobilhaftpflichtgeſetz nachgebildet ſind. Für
die Straßenbahnen empfahl es ſich, die ziemlich ſchweren
Beſtimmungen des Reichshaftpflichtgeſetzes zu mildern,
da dieſe Bahnen eigentlich noch ſchlechter geſtellt ſind als
Automobile, die Zuſammenſtößen viel eher wie eine
Schienenbahn ausweichen können.
— Zur Konkurrenzklauſel. Der
Konkur=
renzklauſelgeſetz=Entwurf iſt, wie gemeldet, bis zum
Herbſt vertagt worden. Der Bund der Induſtriellen hat
in einer erneuten Eingabe das Reichsjuſtizamt gebeten,
die Kompromißvorſchläge der Kommiſſion unbedingt
ab=
zulehnen und über die bisherigen Zugeſtändniſſe nicht
hinauszugehen.
Der Reichstagsabgeokdnete Kohl
(Zentr.), der den Wahlkreis Oberpfalz 3, Neumarkt,
ver=
tritt, iſt nach längerem Leiden in Eichſtätt geſtorben.
Ueber die Weiterführung des
land=
wirtſchaftlichen Unterrichts im Heere
haben ſowohl der Kriegsminiſter wie der Miniſter für
Landwirtſchaft kürzlich Verfügungen erlaſſen, in denen im
Gegenſatz zu Meldungen peſſimiſtiſcher Art betont wird,
daß die bisherigen Erfahrungen keineswegs die Annahme
rechtfertigen, daß die verſuchsweiſe eingeführten
Unter=
richtskurſe aufgegeben werden ſollten. Andererſeits
konnte auch noch nicht zu einem abſchließenden Urteil
darüber gelangt werden, ob die Einrichtung als eine
dauernde und obligatoriſche eingeführt werden ſoll. Der
landwirtſchaftliche Unterricht hat ſich nach den
vorliegen=
den Berichten inſofern günſtig entwickelt, als in den
Gar=
niſonen jetzt überall ein Zuſammengehen aller beteiligten
Faktoren zu erkennen iſt und auch auf eine planmäßige
Leitung des Unterrichts hingewirkt wird. Die Erfolge
ſind beſonders dort hervorgetreten, wo ſich die
Landwirt=
ſchaftskammern und Militärbehörden über die Erteilung
des Unterrichts eingehend verſtändigt haben.
Feſtſtellun=
gen darüber, ob der landwirtſchaftliche Unterricht auf die
Abwanderung vom Lande in günſtiger Weiſe eingewirkt
hat, ſind in poſitiver Form noch nicht vorhanden, da
hier=
für eine ſtatiſtiſche Ueberſicht notwendig iſt, die ſich auf
eine größere Zahl von Jahren erſtrecken muß.
— Welfiſche Umtriebe. Der Vertrauensmann
des Herzogs von Cumberland, Freiherr von Schele=
Sche=
lenburg, hat, wie gemeldet, den Beſchluß der Verdener
welfiſchen Landesverſammlung an alle
Reichstagsabge=
ordneten geſandt. Erſchien der Nationallib. Korreſp. eine
Thronbeſteigung des Prinzen Ernſt Auguſt in
Braun=
ſchweig, die ja die Welfen nur verhindern wollen, als
undenkbar, bis ein vollgültiger ſtaatsrechtlicher Verzicht
des Hauſes Cumberland auf Hannover vorliegt, ſo
ſchreibt jetzt auch die Kreuzztg.: „Wir halten es für ganz
ausgeſchloſſen, daß der Bundesrat ſeine Zuſtimmung zur
Thronbeſteigung des Prinzen Ernſt Auguſt in dem
Her=
zogtum Braunſchweig gibt, ſolange das hannoverſche
Welfentum eine derartige, den inneren Frieden des
Deut=
ſchen Reiches gefährdende Agitation treiben darf.” Sehr
richtig bemerkt der Dresdener Anzeiger: „Die zuſtändige
Behörde für die Welfen iſt fortan nötigenfalls der
Staats=
anwalt, wenn ſie ihre Umtriebe fortſetzen.”
Von den Arbeiterorganiſationen.
Nicht bloß der ſozialdemokratiſche Bergarbeiterverband
(von Anfang an „Alter Verband” genannt) hat in den
letzten Jahren abgenommen, ſondern auch die
Mitglieder=
zahl des „Gewerkvereins chriſtlicher Bergarbeiter” iſt ſeit
1911 bis 1912 von 84321 auf 77967 geſunken. Als
Ur=
ſache gibt der Bericht den verlorenen Streik im
Ruhrge=
biet an, der demnach ſowohl die ſtreikende wie die „
ar=
beitswillige” Organiſation ſchwer geſchädigt hat, und die
Vorgänge im Saarrevier bei den letzten
Reichstagswah=
len. Auf der Generalverſammlung des chriſtlichen
Ge=
werkvereins in Aachen hat man aber mit Recht auch die
geſpannten Beziehungen zwiſchen den verſchiedenen
Or=
ganiſationen als Grund des Rückſchritts genannt und
natürlich alle Schuld den anderen beigemeſſen. Es iſt in
der Tat ein Kampf aller Organiſationen gegen alle.
„Freie” und „Chriſtliche” haſſen ſich tödlich, Hirſch=
Dunckerſche und Polen ſtehen wieder den Chriſtlichen
feindlich gegenüber, aber ebenſo dem Alten Verbande!
Die Gewerkſchaftspreſſe der Bergarbeiter iſt mit
An=
griffen auf die anderen Organiſationen angefüllt, und ſo
zerfleiſcht man ſich gegenſeitig.
Feuerbeſtattung in Bayern. Das Oberſte
Landesgericht in München hat im Gegenſatz zu den
bei=
den Vorinſtanzen entſchieden, daß die oberpolizeilichen
Vorſchriften des Miniſteriums des Innern über die
Lei=
chenverbrennung rechtsgültig ſeien. Damit haben die
Geg=
ner der Feuerbeſtattung einen Erfolg davongetragen,
denn jene Vorſchriften laſſen die Feuerbeſtattung nur
unter allerlei Einſchränkungen zu.
Ausland.
Italien.
Die italiiſtiſchen Finanzen. In dem
Rechnungsjahr vom 1. Juli 1912 bis 30. Juni 1913
er=
reichten die Staatseinnahmen aus den Stempel= und
Verbrauchsſteuern, den Staatsmonopolen, den direkten
Steuern, ſowie der Poſt=, Telegraphen= und
Telephon=
verwaltung 2 193 451000 Lire und überſchritten damit den
Voranſchlag um 98 251000 Lire. Unter Berückſichtigung
der Mehrausgaben der Eiſenbahnverwaltung infolge der
Kohlenteuerung uſw. verbleibt noch ein Ueberſchuß von
98 Millionen Lire, der folgendermaßen verwandt wird:
4 Millionen auf Forſtverwaltung, 7 Millionen für den
Bau von Gebäuden für die Zentralverwaltungen in Rom,
42 Millionen für die Expedition nach Tripolis und der
Cyrenaika, 45 Millionen für Schiffsbauten.
Bemerkens=
wert iſt, daß bis zum 30. Juni die Koſten der libyſchen
Expeditionen mit 218 212000 Lire abſchließen. Im
ab=
gelaufenen Rechnungsjahr 1912/1913 wurden für
Schiffs=
bauten 145 Millionen ausgeworfen, d. h. 50 Millionen
mehr, als die bisher höchſte Summe für das Jahr 1911/12
betrug. Eine Summe von nicht weniger als 145 Millionen
wird auch im Rechnungsjahre 1913/14 für Schiffsbauten
zur Verfügung ſtehen.
Frankreich.
Die Einſtellung der Zwanzigjährigen.
Der radikale Deputierte, der ehemalige Miniſter Puech,
kündigt an, daß er den von ihm eingebrachten
Zuſatzan=
trag auf Einſtellung der Zwanzigjährigen trotz des
geſtri=
gen Beſchluſſes des Heeresausſchuſſes aufrecht erhalten
und wahrſcheinlich in der Kammer begründen werde.
Er erklärte einem Berichterſtatter, daß ſein Zu=
ſatzantrag unter den Deputierten zahlreiche Anhänger
finden werde. Der Beſchluß des Heeresausſchuſſes habe
zwar auf die Kammer zweifellos großen Eindruck
ge=
macht, aber da die Regierung kaum die Vertrauensfrage
ſtellen werde, halte er ſeinen Antrag durchaus nicht für
ausſichtslos.
England.
Die engliſchen Seemanöver. Am 8. d. M.
haben die größten Seemanöver einer Kriegsflotte vor
Englands Küſte begonnen. Wie ſchon gemeldet, nehmen
an den Manövern der engliſchen Flotte in dieſem Jahre
23 Admirale und 346 Kriegsſchiffe teil. Intereſſant iſt,
daß man das Kommando der „britiſchen” (blauen) Flotte
einem der erſten Strategen Englands, Admiral Sir
Cha=
laghan, übergab, während die „feindliche” (rote) Flotte
von Vizeadmiral Sir Jellicoe befehligt wird. Auch bei
den diesjährigen Manövern wird geprüft werden, ob die
engliſche Flotte imſtande iſt, einen drohenden Einfall
er=
folgreich abzuweiſen und eine Beſetzung des Landes zu
verbüten. Die engliſchen Blätter heben hervor, daß
die=
ſes Problem von äußerſter Wichtigkeit iſt in Anbetracht
der Schwäche der engliſchen Territorialarmee. Wenn Sir
Jellicoé Erfolg hat, könnte die Regierung ſich darauf
be=
rufen, als einen Beweis für ihre Behauptung, daß die
Flotte einen genügenden Schutz für die Sicherheit
Eng=
lands darſtelle und daß die von den Unioniſten geforderte
Armeereform und Einführung der allgemeinen
Wehr=
pflicht nicht notwendig ſei. Schon in einem früheren
Jahre war dieſe Aufgabe geſtellt. Der Feind war
da=
mals Sir Chalaghan, während die Briten von dem
Prin=
zen Ludwig von Battenberg befehligt wurden. Dem
an=
greifenden Chalaghan gelang es damals, an der Küſte
von Yorkſhire einige Truppenbataillone zu landen. Als
eine beſondere Neueinrichtung bei den diesjährigen
Ma=
növern iſt zu erwähnen, daß auch zum erſten Male ein
ſchwimmender Aeroplanſchuppen auf dem Meere erſcheinen
wird, der drei Hydroplanen Platz bietet. Die
Verwen=
dung von Flugzeugen für die Manöver iſt im größten
Umfang gedacht.
Homerule im Oberhauſe. Lord
Lans=
downe kündigte an, daß er am 12. Juli bei der zweiten
Leſung der Homerulebill den Antrag ſtellen werde, daß
das Oberhaus ablehnen möge, mit der Erörterung der
Bill fortzufahren, bis die Wählerſchaft Gelegenheit gehabt
hätte, ihr Urteil über ſie abzugeben.
Spanien.
Aus Spaniſch=Marokko. Der
Miniſterpräſi=
dent Graf Romanones beſtätigte, daß Raiſuli beanſprucht
habe, von Deutſchland den dritten Grad des Schutzes für
marokkaniſche Eingeborene in Geſtalt des Senſalmocholats
zu erhalten. Es handle ſich keineswegs um eine
unbe=
deutende Angelegenheit, noch laſſe Spanien den
Gegen=
ſtand außer acht. Solange Raiſuli ſeine mit Spanien noch
auszugleichende Rechnung nicht abgeſchloſſen habe, könne
er keinerlei Vorzugsſtellung genießen und es fänden
hier=
über mit Deutſchland Verhandlungen ſtatt.
* Paris, 10. Juli. Zu der Angelegenheit eines
Fremdenlegionärs Hans Müller, der nach
Angaben deutſcher Blätter durch einen Willkürakt des
vor=
geſetzten Offiziers kürzlich erſchoſſen worden ſein ſoll,
bringt der Matin eine offenbar auf Mitteilung des
fran=
zöſiſchen Kriegsminiſteriums beruhende Darſtellung,
wo=
nach ein am 22. Juli 1890 in Zürich geborener Hans
Mül=
ler am 12. September 1910 vom Kriegsgericht in Udſchda
wegen Deſertion vor dem Feinde und Verleitung mehrerer
Kameraden zur Deſertion auf Grund der Artikel 238 und
241 des Militärſtrafgeſetzbuches zum Tode verurteilt
wor=
den ſei. Dieſer Hans Müller ſei auch innerhalb der
vor=
ſchriftsmäßigen vier Tage nach der Urteilsfällung
er=
ſchoſſen worden. Von einer Begnadigung durch den
Präſidenten der Republik könne ſchon deshalb keine Rede
geweſen ſein, weil im Krieg und im Falle einer
Fahnen=
flucht vor dem Feinde die Entſcheidung des Kriegsgerichts
unverzüglich vollſtreckbar ſei. Die Liberté verlangt, die
franzöſiſche Regierung ſolle jene deutſchen Blätter, welche
Säe
trotz des Dementis des franzöſiſchen Kriegsminiſteriums
ihre Erzählungen von der Hinrichtung des
Fremden=
legionärs Hans Müller aufrecht erhalten, ſtrafrechtlich
ver=
folgen oder wenigſtens verbieten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. Juli.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Mittwoch vormittag 10½ Uhr
im Jagdſchloß Wolfsgarten den Geheimerat Beſt. Abends
8 Uhr 10 Min. begaben ſich Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin mit dem Erbgroßherzog und dem
Prinzen Ludwig mit Gefolge zum Beſuch des
Prinzen und der Prinzeſſin Heinrich von Preußen nach
Kiel. (Darmſt. Ztg.)
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Martin Eiſenhauer aus Brensbach, Kreis Dieburg,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Langſtadt,
in demſelben Kreiſe; dem Schulamtsaſpiranten Heinrich
Oßwald aus Lich, Kreis Gießen, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Bad Nauheim, Kreis Friedberg.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg und dem Herrn Fürſten
und Grafen zu Erbach=Schönberg auf die erledigte erſtel
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Rimhorn,
Kreis Erbach, präſentierte Schulamtsaſpirant Friedrich
Krayer aus Aspisheim, Kreis Bingen, für dieſe Stelle
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Regierungsbaumeiſter Wilhelm
Sieben=
zu Saarbrücken zum Vorſtand eines Eiſenbahnbetriebe
amtes in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
mit Wirkung vom 1. Juli d. J. an.
* Militärdienſtnachricht. Henke,
Oberleutnan=
im Füſ.=Regt. von Gersdorff (Kurheſſiſches) Nr. 180,
unter Beförderung zum überzähligen Hauptmann in
das Inf.=Leibregt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117
verſetzt.
* Vom heſſiſchen Staatsſchuldbuch. In den Monaten
April/Juni 1913 ſind, lt. Darmſt. Ztg., im heſſiſchen
Staatsſchuldbuch weitere 1544600 Mark eingetragen
wor=
den. Für den 1. Juli 1913 ſtellt ſich danach die geſamg
Buchſchuld auf 88 302300 M. Beteiligt ſind hieran:
Pri=
wate mit 25975 200 M., Handelsfirmen mit 1 729000M.
Geſellſchaften und rechtsfähige Vermögensmaſſen mit
43 540500 M., nichtrechtsfähige Vermögensmaſſen mie
17057600 M. Nähere Auskunft über das
Staatsſchuld=
buch und ſeine Vorteile bietet das amtliche Merkblatt=für
das Großh. Heſſiſche Staatsſchuldbuch, das unentgeltlich
bei allen ſtaatlichen Behörden, ſowie bei den Bürger
meiſtereien und den Poſtämtern im Großherzogtum
erho=
ben werden kann. — Der Erwerb einer Buchforderung
(geringſter Nennbetrag 100 M., bei den älteren Anleihen
200 M.) iſt ſehr einfach. Die anzulegende Geldſumme
wir=
mit entſprechendem Antrag bei einer der Großh.
Lokal=
kaſſen abgeliefert oder am Poſtſchalter auf das
Poſtſcheck=
konto der Großh. Hauptſtaatskaſſe (Nr. 17 Frankfurt a. M.. Im letztgenannten Falle empfiehlt es ſich,der
zugehörigen Antrag (Formular am Poſtſchalter!)
unmit=
telbar an das Großh. Staatsſchuldbuchbureau in Darm
ſtadt einzuſenden. Es genügt jedoch auch ein kurzer
Ver=
merk über die Beſtimmung des Geldes auf der Zahlkarte
Alles weitere beſorgt dann das genannte Bureau. —Für
das Schuldbuch beſtimmtes Geld wird ferner auch von
der Landeshypothekenbank in Darmſtadt, von den
ſeichs=
bankanſtalten und Privatbankiers entgegengenmen.
Ebenſo vermitteln dieſe Stellen wie die Großh.
Käſſer=
auch den Schuldbucheintrag gegen Einlieferung von An
leihe=Stücken. Die Zinſen werden an den eingetragene=
Empfangsberechtigten 14 Tage vor der Fälligkeit nae
Wunſch des Gläubigers bezahlt: 1. in bar bei der Großl
Staatsſchuldenkaſſe in Darmſtadt, bei den übrigen Groß=
Kaſſen und bei der Reichsbank, 2. durch die Poſt entwede
durch unmittelbare Zuſendung an den Empfänger ode
durch Einzahlung auf ſein Poſtſcheckkonto, 3. durch
Uebe=
weiſung auf Girokonto des Empfängers bei der
Reich=
bank.
nn. Strafkammer I. In der geſtrigen Strafkammen
ſitzung wurden die Berufungsſachen gegen Emma
Köt=
ting von Darmſtadt wegen Diebſtahls und Mori=
Speyer von König wegen Beleidigung vor
Eintri=
in die Verhandlung zurückgenommen. Ein weiterer
Fa=
betraf den Arbeiter Philipp Eiſinger aus
Mair=
wegen Urkundenfälſchung. Dieſer hatte im Mai d. J.e
einen Franz Joſeph Horn hier ein Zahlungserſuchen
m=
der Unterſchrift des Thomas Eiſinger gerichtet und lie
ſich durch Vorzeigung einer Quittung den Betrag von 3,
Mark aushändigen. Nach Bekanntwerden der Tat e
griff er die Flucht und unterſchlug noch einen Betrag ve=
Ueber die Lyrik.
(Skizze.)
Es iſt nun einmal ſo: Wenn manche Leute nur das
Wort „Dichten” oder „Gedicht” hören, ſo wenden
ſie ſich meiſt mit überlegenem Lächeln ab. Iſt es eine
Ballade — nun ja, da geht es noch; in ihr iſt wenigſtens
nicht nur Gefühl, in ihr iſt wenigſtens ein bißchen
Handlung, in ihr iſt wenigſtens ein bißchen Leben.
Aber für das rein lyriſche Gedicht hat man gar
wenig übrig. Man prägt kernige Worte dafür, wie „
Blöd=
ſinn — Gefühlsduſelei”. Und damit iſt die Lyrik
ab=
getan.
Gewöhnlich kennen ja dieſe Menſchen den Begriff
„Lyrik” nur oberflächlich, und nach der Art der meiſten
Durchſchnittsmenſchen ſind ſie in ihren Aeußerungen oft
nur ſehr gelehrige Schüler ihrer Mitmenſchen. So
ver=
urteilen ſie ohne jede Ueberlegung das lyriſche Gedicht
und damit auch den Dichter, ohne von ihrem eigenen
Ver=
ſtand Gebrauch zu machen, wie einem Vorreiter folgend.
Andere wieder ſehen nur das Aeußere des
lyriſchen (ich meine ſelbſtverſtändlich guten lyriſchen)
Gedichtes, wie ſie ja auch ihr Leben auf Aeußerlichkeiten
aufbauen und danach einrichten. Es iſt daher ihrem
ganzen Selbſt zuwider, in dem lyriſchen Gedicht etwas
mehr als die gereimte Schilderung irgend eines
Natur=
bildes zu ſehen. Auch dieſe Menſchen verkennen das
Gedicht (und damit die Lyrik), können darum auch den
Dichter nicht verſtehen, der ſich in ſeinen Gedichten ſelbſt
der Welt gibt; und wenn ſie ihn nicht verſpotten, ſo
wen=
den ſie ſich doch mitleidig ab.
Sind aber nun dieſe Anſichten des Alltagsmenſchen
und des Aeußerlichkeitsmenſchen (wenn ich ſie ſo nennen
darf), ſind nun dieſe Anſichten über die „Lyrik” die
rech=
ten? Beſteht das lyriſche Gedicht wirklich nur aus
ge=
reimten und rhythmiſch zuſammengeſetzten Verszeilen?
Iſt es nur die Schilderung eines Naturbildes? Und
will uns der lyriſche Dichter wirklich nicht mehr geben?
Oder kann er es nicht?
Wenn er es nicht kann oder könnte, dann kann er auch
keinen Anſpruch darauf machen, mehr zu ſein wie ein
gewöhnlicher Sterblicher. Wenn er uns nur das zu bieten
vermöchte, was dieſe kurzſichtigen Menſchen erkennen,
dann wäre er wohl alles, nur nicht — lyriſcher
Dichter.
Doch der wahre Lyriker kann uns immer mehr geben;
Gott ſei Dank!
Das ſieht jedoch nur der, der in das Weſen des
lyriſchen Gedichtes eindringt, ſich hineinverſenkt in die
unendliche Tiefe des Liedes und ſo das Gedicht nach
ſei=
nem wahren, echten Wert betrachtet.
Aber um das lyriſche Gedicht ſo auffaſſen zu können,
muß man vor allem Gefühl beſitzen, Gefühl für alles
Schöne, Erhabene, Edle — Gefühl für die Natur. Nur
ein Menſch, der ſelber empfindet, wenn ein Lüftelein vor
Tag erwachet und auf ſeinen Schwingen ein Vöglein
her=
anträgt; nur ein Menſch, der ſelber im Herzen ein wild
Feuer trägt, und eine tiefe Sehnſucht, kann den lyriſchen
Dichter verſtehen, kann begreifen, mit welch
himmelan=
ſtrebender Begeiſterung manches lyriſche Gedicht
ge=
ſchrieben iſt.
Doch darf bei allem Gefühl, das uns der Dichter ſo
offenbart, der geſunde Menſchenverſtand nicht fehlen. Nur
Gefühlsmenſch ſein, heißt: „Nicht in dieſer Welt leben”.
Die Literaturgeſchichte bietet Beiſpiele genug, wie ſolche
Schwärmer ſtets unglücklich geendet ſind nach einem Leben,
das ſich traumhaft in einer fremden Welt der Ideen
be=
wegte; meiſt wurden ſie von ihren Mitmenſchen nicht
ver=
ſtanden; und Gram und Erbitterung raubten ihnen
ſchließ=
lich allen Lebensmut, die erſte Grundbedingung einer
geſichertensund geordneten Exiſtenz.
Und wie entſteht nun ein lyriſches Gedicht?
Es entſteht aus dem Herzen heraus und in der
gebie=
tenden Stunde. Es entſteht, wenn der Dichter durch die
Natur geht und in ihr aufgeht. Es entſteht, wenn der
Dichter Stimmung hat und die Welt ſtets blicket, wie ſie
iſt. Dann hämmert’s in ſeinen Adern, und dann glüht es
und pocht’s in ſeiner Bruſt. In ihm gehen und ſtürmen
Gedanken über Gedanken. Neue treten auf, vermiſchen
ſich mit den andern, oder verſchwinden wieder und machen
wieder andern Platz. Allmählich nur konzentrieren
ſich, nehmen beſtimmte Formen an, und einer tritt leu
tend vor die andern. Er wird Träger des Gefühls, un
ſo iſt der Grundſtein des lyriſchen Gedichtes gelegt. U
den Hauptgedanken ordnen ſich mühelos die
Nebengeda=
ken; das Ganze wird in Reime gekleidet, und das
Gedi=
iſt fertig . .
Und für wen iſt ein ſolch Gedicht beſtimmt?
Etr=
für den Einzelnen? Nein! Für uns alle! Nichtf
kranke Männer und hyſteriſche Frauen, wie ſiche
moderner Schriftſteller ausdrückt. Gewiß, er hat inſofe
Recht, als man mehr und mehr für alles etwas übrigh
nur nicht für die Lyrik. — Und ohne Zweifel ſind
Menſchen grundverſchieden. Nicht jeder iſt empfängl
für die wunderbaren Feinheiten des lyriſchen Gedicht
Aber daß gerade kranke Männer und hyſteriſche Frau
bei ihren anormalen Zuſtand die Tiefen der Lyrikalle
faſſen ſollen, iſt geradezu lächerlich.
Die Dichter ſind doch im allgemeinen echte, wal=
Menſchen, und es iſt ihnen um ihre Sache ernſt, und
glauben daran.
Sollten nun ihre Werke darum von keinem vernünf=
Denkenden verſtanden werden?
Bei allem Eigenartigen und unter Umſtänden Ueb
natürlichen baut ſich ja auch das lyriſche Gedicht wie jei
andere im Kerne auf nach Regeln, die unbeſtritten ſi
Dies ſind Rhythmus, Symmetrie und Affinität; dieſell
Geſetze, die der größten Kunſt, der Natur, das Gepri
geben. Aber der Dichter darf nicht nur dieſe Geſetze
füllen, wie ſie vor ihm ſchon hundert andere erfüllt hab
Von ihm wird verlangt, daß er uns ſtets etwas Neu
etwas Anderes wie das, was da iſt, gibt — von ihm r
langen wir, daß er urſprünglich, originell iſt.
Nur der originelle Dichter iſt der wahre,
betungswürdige Dichter; nicht der einfach talentierte,
nur Begabung beſitzt, dem aber das Talent nicht a
geboren wurde, nicht der Verſedrechſler.
Wenn man ſich über deſſen Lyrik luſtig macht,
Gott! Wer will es einem verübeln? Weiß doch ein ſole
Dichter nicht, wozu überhaupt ein Volk ſeine Dichter nö
Hch. F1
hat.
97,50 Mark ſeinem Dienſtherrn. Der Angeklagte, der heute
ſeine Taten zugibt, erhält wegen ſchwerer
Urkundenfälſch=
ung mit Betrug 4 Wochen Gefängnis. Unter Anrechnung
der Unterſuchungshaft wird die Strafe als verbüßt
er=
achtet.
Weiter wurde verhandelt gegen den Steinhauermeiſter
Wilhelm Konrad, geboren am 6. November 1871 zu
Erbach i. Od., der im Herbſt 1911 auf dem Friedhof zu
Erbach durch verſchiedene Handlungen Aergernis erregt
haben ſoll. Bei der Verhandlung war die Oeffentlichkeit
ausgeſchloſſen. Das Urteil gegen denſelben lautete auf
4 Monate Gefängnis und Tragung der Gerichtskoſten.
nn. Kriegsgericht der 25. Diviſion. Der
Sanitäts=
unteroffizier Linck und der Unteroffizier Schrey vom
Feldartillerie=Regiment Nr. 84 hatten ſich heute wegen
Soldatenmißhandlung zu verantworten. Der
Unteroffi=
zier Schrey des zurzeit auf dem Truppenübungsplatz
kantonierten Feldartillerie=Regiments Nr. 84 hatte an
einem Samstag eine kräftige Bierreiſe durch die
Kan=
tinen des Truppenlagers unternommen und beſuchte auch
ein Tanzlokal, in dem ſich zirka 200 Mann der
verſchie=
denen Truppenteile der auf dem Uebungsplatz
liegen=
den Truppen am Tanz vergnügten. Sie trieben dort mit
den Mannſchaften verſchiedenen Unfug, und der Wirt
er=
ſuchte ſie, das Tanzlokal zu verlaſſen. Dem dieſen
Auf=
trag ausrichtenden Gefreiten M. vom 87. Infanterie=
Re=
giment ſchlug der hierüber erboſte Sanitätsunteroffizier
Lincke einen Bierkrug auf den Kopf, ſo daß der Gefreite
eine ſchwere Schädelverletzung davontrug. Nur ſeinem
harten Schädel iſt es zu verdanken, daß er heute noch
lebt. Der Wirt ſetzte hierauf die beiden Krakehler an die
Luft. Heute entſchuldigen ſie ihre Tat mit Trunkenheit.
Der Sanitätsunteroffizier Lincke erhielt 4 Wochen und
der Unteroffizier Schrey 2 Wochen Mittelarreſt.
Der Musketier Milch von der 7. Kompagnie des
In=
fanterie=Regiments Nr. 117 ſtand wegen
Urlaubsüber=
ſchreitung, Urkundenfälſchung und Betrugs vor den
Ge=
richtsſchranken. Er war im Juni längere Zeit beurlaubt,
machte ſich aber einer Urlaubsüberſchreitung ſchuldig,
wo=
durch ſein Urlaubspaß für Erlangung einer
Eiſenbahn=
rückfahrkarte ungültig wurde. Er fälſchte das Datum
und erhielt auf Grund dieſer Fälſchung eine
Militärfahr=
karte. Zu ſeiner Entſchuldigung gibt er heute an, daß er
glaubte, Urlaub bis zum 16. Juni zu haben, weil dieſer
Termin im Urlaubsbuch eingetragen war. Dazer im
Herbſt kapitulieren wollte, ſo habe er nur das Datum
ge=
ändert, um rechtzeitig bei ſeinem Truppenteil
einzu=
treffen. Der Anklagevertreter ſtellt feſt, daß außer
Urkun=
denfälſchung auch unerlaubte Entfernung vorliege, und
beantragt 3 Monate Gefängnis. Das Kriegsgericht
ſchenkt den Angaben des Musketiers M. wegen des
beſſe=
ren Fortkommens zum Truppenteil Glauben und
verur=
teilt ihn wegen Urlaubsüberſchreitung zu 12 Tagen
Mittel=
arreſt.
Der fortgeſetzten Kontrollentziehung hat ſich der
Re=
ſerviſt L. Czieſow aus Mainz ſchuldig gemacht,
wo=
für er ſchon mehrfach Strafen erhalten hat. Heute wird
er zu 2 Monaten Gefängnis, abzüglich 1 Woche
Unter=
ſuchungshaft, verurteilt.
Im Herbſt vorigen Jahres war der F. Nerge in
die 2. Kompagnie des Infanterie=Regiments Nr. 168 als
Erſatzrekrut eingeſtellt worden. Der Dienſt gefiel ihm
aber nicht und er ließ ſich heimlich ſeine Zivilkleider
kom=
men und verließ ſeinen Truppenteil, ſeine Uniform in
einer Ziegelei zurücklaſſend. Er reiſte dann unter falſchem
Namen, bis bei einem Diebſtahl, deſſen er fälſchlich
beſchuldigt wurde, die ganze Sache ans Licht kam. Bei
der heutigen Verhandlung erklärte er ſehr naiv, „er habe
wieder kommen wollen‟. Er war bereits ſeit 3 Monaten
deſertiert. Wegen Fahnenflucht, Preisgabe von
Dienſt=
ausrüſtungsgegenſtänden und falſcher Namensführung
wird der Angeklagte heute zu 7 Monaten 1 Tag Gefängnis
und 2 Wochen Haft verurteilt und auf Verſetzung in die
zweite Klaſſe des Soldatenſtandes erkannt.
* Von der Techniſchen Hochſchule. Die von der
Abteilung für Elektrotechnik für das Studienjahr 1912/13
geſtellte Preisaufgabe iſt von den Studierenden Walter
Buckſath aus Alzen Kurt Riemenſchneider aus
Burg bei Magdeburg und Eduard Welter aus
Stol=
berg (gemeinſchaftliche Bearbeitung) mit Erfolg
bear=
beitet worden. Herrn Buckſath wurde der ausgeſetzte
Preis von 100 Mk., den Herren Riemenſchneider und
Welter wurden Preiſe von je 50 Mk. zuerkannt.
* Konzert. Man ſchreibt uns: Hugenſchütz’
Fel=
ſenkeller. Heute Freitag enthält das Programm,
wel=
ches durch die Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61
unter Herrn Obermuſikmeiſter Webers Leitung zur
Aus=
führung gelangt, eine Abteilung Jag. Offenbachſcher
Werke. Zum Schluſſe gelangt ein neues Potpourri,
wel=
ches Herrn Hans Tod gewidmet und „Ein Abend bei Hans
Tod” betitelt iſt, zur Aufführung. Auch iſt der übrige
Teil des Programms dem Geſchmacke des Publikums
an=
gepaßt. (Siehe Anzeige.)
Der Ausſchuß der vereinigten
Bezirks=
vereine
hielt am Mittwoch abend im Hotel „Prinz Karl” unter
dem Vorſitz des Herrn Sanitätsrats Dr. Kolb eine
Sitz=
ung ab, die außerordentlich gut beſucht war. Die
Tages=
ordnung bot überaus reiche Anregungen zur
Diskuſ=
ſion. Als erſter Punkt wurde über das Aufnahmegeſuch
des neugegründeten Bezirksvereins Nord=Oſt
verhandelt. Dieſe Angelegenheit, die ſchon einige Zeit
zur Behandlung ſteht, wurde in der vorletzten Sitzung
einem Unterausſchuß zur Bearbeitung überwieſen. Trotz
größter Mühe war es dieſem Unterausſchuſſe nicht
mög=
lich, eine Wiedervereinigung dieſer beiden Vereine zu
er=
zielen. Es entſpann ſich hierüber eine ausgiebige
Debatte. Trotzdem wurde kein endgültiger
Ab=
ſchluß erreicht, da dieſe Frage doch viel zu
wichtig iſt, darüber abzuſtimmen, ohne daß die
einzelnen Ausſchußmitglieder mit ihren
Vereinsvor=
ſtänden verhandelt hätten. Es wurden verſchiedene
An=
träge hierzu geſtellt, u. a. auch auf Vertagung der
Ab=
ſtimmung. Von einem Herrn des Martinsviertels wurde
vorgeſchlagen, die Vertagung anzunehmen, damit auch
der Martinsviertel=Verein eventuell in der Lage ſei, einen
Beſchluß in ausgleichendem Sinne faſſen zu können,
natür=
lich unter der Vorausſetzung, daß auch der neugegründete
Verein Nord=Oſt bereit ſei, für eine Wiedervereinigung
mitzuarbeiten. Der Antrag um Vertagung war um ſo
begründeter, als in dieſer Angelegenheit durchaus kein
übereilender Schritt getan werden darf, um nicht öfters
vor der Tatſache zu ſtehen, daß ſich aus irgendeinem
Grunde Mitglieder eines beſtehenden Bezirksvereins
ab=
trennen und in dem Bezirk des beſtehenden
Bezirksver=
eins einfach einen neuen gründen und alsdann
verlan=
gen, Delegierte zu dem Ausſchuß der vereinigten
Bezirks=
vereine zu ſenden. Auf der anderen Seite wurde
wieder=
holt zum Ausdruck gebracht, daß man die Freiheit, einen
Bezirksverein zu gründen, nicht einſchränken ſolle. An der
Debatte beteiligten ſich außer dem Herrn Vorſitzenden die
Herren Ehrhardt, Saeng, Gg. Kugel, Link, Sames,
Bornemann, Finger, Hedwig, Dr. Oſann, Kern, Bormet,
Hammann, Koch, Schmidt, Aßmuth. worauf der Antrag zur
Zurückſtellung faſt einſtimmig angenommen wurde.
Weiter wurde Punkt 3 der Tagesordnung bis auf
wei=
teres zurückgeſtellt.
Der gemeinſame Antrag des Martins= und
Johannes=
viertel=Vereins um Fortſetzung der elektriſchen
Bahn nach dem Riegerplatz brachte in der Art
eine gewiſſe Erregung in die Verſammlung, daß man
nun abermals, wie vor drei Jahren, vor den
Stadtver=
ordnetenwahlen ſtehe, wo der Herr Oberbürgermeiſter
für die alsbaldige Durchführung der Linie nach dem
Martinsviertel durch die Hochſchulſtraße, als auch bis
zum Riegerplatz entſprechende Verſprechungen machte, die
bis heute noch nicht zur Verwirklichung gekommen ſind.
Es wurden ſcharfe Worte gegen die Bürgermeiſterei
hör=
bar. Auch wurde von einigen Rednern die Art und
Weiſe, wie der Herr Oberbürgermeiſter die Frage der
elektriſchen Bahn in der Stadtverordnetenverſammlung
behandelte, gerügt. Ein Stadtverordneter erſucht, daß
der Ausſchuß dieſe Frage ganz energiſch behandeln möge.
Es wurde einſtimmig beſchloſſen, den Herrn
Oberbür=
germeiſter zu erſuchen, in der nächſten Verſammlung
die=
ſen Antrag zur Abſtimmung zu bringen, als auch die
hierzu beantragten Erweiterungen der Herren
Stadtver=
ordneten Aßmuth und Juſtizrat Dr. Oſann zwecks
Durch=
führung der Bahnlinie durch die Hochſchulſtraße und
ſchnellſte Eletrifizierung der Linie in der Frankfurter
Straße durch den Vorſitzenden formuliert werden und
dem Herrn Oberbürgermeiſter zwecks Aeußerung in der
Stadtveorrdnetenverſammlung zugehen ſollen.
Herr Rechnungsrat Götz referierte ſodann noch über
die im November d. J. erforderlich werdenden
Stadtver=
ordneten=Neuwahlen. Er hob hier die allgemeinen
Ge=
ſichtspunkte hervor, unter welchen die Wahlen im
Inter=
eſſe der Stadt zu geſchehen haben. Wegen der
vorgerück=
ten Zeit mußte ſich der Redner in ſeinen Ausführungen
ſehr beſchränken, doch fanden dieſe den allgemeinen
Bei=
fall der Anweſenden.
* Eberſtadt, 10. Juli. Man ſchreibt uns: Der von
der hieſigen Freiwilligen Sanitätskolonne
vom Roten Kreuz veranſtaltete
Wohltätigkeits=
abend nahm einen glänzenden Verlauf. Der geräumige
Saal und die Galerien des „Schwanen” waren bis auf den
letzten Platz gefüllt. Die Feſtrede hatte Herr Hauptmann
à la suite Lotheißen=Darmſtadt übernommen, und
hieß derſelbe die erſchienenen Gäſte im Namen der
Frei=
willigen Sanitätskolonne Eberſtadt herzlich willkommen.
Das Streichorcheſter Verein „Zitherkranz hatte den
muſi=
kaliſchen Teil des Abends übernommen. Hierbei ſeien
er=
wähnt die Konzertſtücke des Zitherorcheſters, welche in
ſchöner und klangvoller Weiſe zu Gehör gebracht wurden
und lebhaften Applaus ernteten. Mit ſtürmiſchem Beifall
aufgenommen wurde das Violin=Solo des Violin=
Virtuo=
ſen Herrn Horan jun. nebſt Klavierbegleitung des Herrn
Pfeiffer. Der Geſangverein „Frohſinn” mit ſeiner
ſtatt=
lichen Sängerſchar ſang einige Lieder vortrefflich, die
ebenfalls großen Beifall fanden. Einen Glanzpunkt des
Abends bildeten die Lebenden Bilder mit Prolog. Es
wurden hier Bilder aus dem täglichen Leben wie auch
ſol=
che vom Felde der Schlacht vor Augen geführt. Die
Spre=
cher des Prologs, Herr Oehlenſchläger (als Krieg) und
Fräulein Gantenberg (als Rotes Kreuz) gaben den
Le=
benden Bildern durch gute Ausſprache und Betonung das
richtige Verſtändnis. Einen weiteren hervorragenden
Punkt des Programms bildete die Reckriege der
Turngeſellſchaft. Der humoriſtiſche Teil des Abends
be=
ſtand in einem Terzett und Duett, vorgetragen von
Mit=
gliedern der Kolonne. Nach Beendigung des reichhaltigen
Programms fand Tanz ſtatt.
Offenbach, 10. Juli. Eine Gasexploſion
ereig=
nete ſich geſtern abend gegen 8 Uhr in der Mittelſchule
in der Wilhelmſtraße, die zurzeit einer Renovierung
unter=
zogen wird. Als der 19jährige Spengler Schröder die
Gasleitungen abſuchte explodierte das ausſtrömende Gas.
Schröder trug erhebliche Brandwunden im Geſicht und
an den Armen davon; der Lehrling erlitt leichte
Ver=
letzungen.
— Langen, 10. Juli. Die „Schützen=
Geſell=
ſchaft” Langen begeht am 20. Juli bis 3. Auguſt
die Feier ihres fünfzigjährigen Beſtehens.
Am 20. Juli beginnt das Jubiläumsſchießen, welches
zweifellos eine ungewöhnlich große Anziehungskraft in
Schützenkreiſen ausüben dürfte, indem das ehrenvolle
Geſchenk des Großherzogs von Heſſen und des Prinzen
Heinrich von Preußen den Schützen auf der
Meiſter=
ſcheibe winkt. Auf der Jubiläumsſcheibe wird der
Ehren=
preis der Stadt Langen zum Ausſchießen gelangen.
Auch die Bürgerſchaft Langen hat es ſich nicht nehmen
laſſen, die Schützen=Geſellſchaft Langen in hohem Maße
mit Geld= und Ehren=Geſchenken zu bedenken, um den
die Feier beſuchenden Schützen eine Freude zu bereiten
und dieſelben nicht leer ausgehen zu laſſen. — Der
zweite Teil beſteht in einer volkstümlichen Feier, deren
Glanzpunkt der Feſtzug mit Gartenfeſt in der
Anthes=
ſchen Liegenſchaft” wird. Der erſte Schießtag iſt
Sonntag, den 20. Juli, Schluß des Schießens Sonntag,
den 3. Auguſt, mittags 1 Uhr. Preisverteilung abends
6 Uhr in der Anthesſchen Liegenſchaft.
L. König, 9. Juli. Nach einer geſtern erfolgten
orts=
üblichen Bekanntmachung findet die
Gemeinderats=
ergänzungswahl für König am 23. September d. J.
ſtatt. Zu wählen ſind dabei 3 Kandidaten. — Die beiden
Kurkapellen Rapp und Lehr konzertieren von jetzt
bis September jede Woche mehreremal abwechſelnd in
den Kurgärten des Fafnirbrunnens und der Guſtav=
Ma=
rienquelle.
Biblis, 9. Juli. Unter dem Einfluß des
naßkal=
ten und regneriſchen Wetters leiden die
Land=
wirte zurzeit ungeheuer. Kein Tag vergeht ohne den
überflüſſigen Regen, der die Heuernte ſehr beeinträchtigt
und hemmt, ſo daß das Heu nicht unter Dach geſchafft
werden kann. Die Fruchtfelder durch die häufigen
Re=
gengüſſe zur Erde gedrückt, ſehen einer ſehr langſamen
Reife entgegen, und in den übrigen Anpflanzungen iſt kein
Wachstum zu konſtatieren. Einen beträchtlichen Rückgang
zeigen die Gurkenfelder: während im vorigen Jahr um
dieſe Zeit bereits Ankäufe gemacht werden konnten, ſo
denkt man heuer noch nicht an Gurken. Wenn das Wetter
nicht bald andere Temperaturen annimmt, ſo kann man
ſich allenthalben auf einen großen Ausfall gefaßt machen.
Mainz. 10. Juli. Der verheiratete hieſige Eichmeiſten
Wilhelm Eß, ein geborener Alzeyer, hatte am
3. Juli. wie dies ſchon öfters geſchah, in Alzey Waren
abzuliefern. Eß fuhr mit dem letzten Zuge von Alzey
hierher zurück und kam zu Hauſe nicht an. Es war jede
Spur von ihm verſchwunden. Geſtern vormittag wurde
ſeine Leiche im Rhein bei Budenheim
gelän=
det. Da E. in ſehr geordneten Verhältniſſen lebt und
keinerlei Grund zu einem Selbſtmord vorlag, wird
ver=
mutet, daß er durch einen unglücklichen Zufall in den
Rhein geriet. — Während der Schützenfeſtzua am
vergangenen Sonntag vor dem Schirmherrn des Feſtes,
dem Großherzog, vorüberzog, meinte der Großherzog, auf
die Gruppe der Germanen deutend, die mit Büffelhörnern
und Bärenfellen, einige aber auch mit den modernſten
Augengläſern bewaffnet waren: „Wahrlich, dieſe alten
Germanen ſind weit vorgeſchritten!” — Geſtern wurde
auf dem Schützenfeſtplatz ein Schuljunge
an=
gehalten, weil er ein Etui mit einer Taſchenuhr und Kette
bei ſich führte Der Junge konnte aber nachweiſen, daß
er die Uhr mit Kette von einer auswärtigen
Schützenge=
ſellſchaft als Geſchenk erhalten hatte, weil er den Führer
für ſie gemacht hatte. In der Uhr befand ſich eine
Wid=
mung von der Schützengeſellſchaft.
Worms, 10. Juli. Ein alter Wormſer in
Amerika, der am 11. November 1836 in Worms=Hoch=
Feuilleton.
(2) Des Kaiſers „Nordlandfahrtgeſellſchaft” Seine
Schilderungen von den Nordlandfahrten des Kaiſers die
er nach Briefen und Tagebuchblättern von Teilnehmern
erzählt, ſetzt in den Grenzboten der Herausgeber George
Cleinow fort und berichtet von einer eigenartigen luſtigen
Geſellſchaft, die die Reiſebegleiter des Kaiſers unter
ſei=
nem Vorſitz gegründet haben. Das Bild von dem
harm=
los fröhlichen Leben und Treiben an Bord der,
Hohen=
zollern” das dadurch enthüllt wird dürfte gerade jetzt,
wo Kaiſer Wilhelm ſich zu ſeiner 25.
Nordlands=
fahrt rüſtet, beſonderes Intereſſe finden. Es war im
Jahre 1891, als der Kaiſer auf ſeiner Nordlandreiſe
aus=
glitt und eine Zerrung der Kniekapſelbänder ſich zuzog,
ſodaß er zum Liegen verurteilt war und keine Partien an
Land unternehmen konnte. Um das Schmerzenslager des
damals erſt 32jährigen Monarchen bildete ſich ein
fröh=
licher Kreis, der dem Herrſcher nach Kräften die Zeit zu
vertreiben ſuchte. „Abends ſind Zauber= und Theater=
Vorſtellungen” erzählt der ſpätere Staatsſekretär
Kider=
len in einem Brief vom 28. Juli 1891. „Ich bin bereits
in zwei Stücken aufgetreten, im „Geſpenſt um
Mitter=
nacht” als Kellner Kaleb und in „Othellos Erfolg” als
Fräulein Eulalia Weizenkorn!!! In einem improviſierten
Tingeltangel habe ich mit G . . die ſiameſiſchen
Zwillinge gemacht; zuſammengewachſen waren wir mit
einer großen Zervelatwurſt. G . war der um ein
Jahr ältere Zwillingsbruder!!! So wied allerlei Unſinn
gemacht; die Tage würden ſonſt zu lang.”
Damals wurde auch die „Nordlandfahrtgeſellſchaft”
gegründet, deren luſtige Statuten Cleinow mitteilt.
Der erſte Paragraph gibt eine Definition der fröhlichen
Tafelrunde: „Die Nordlandfahrtgeſellſchaft iſt eine
Abend=
geſellſchaft, die ſich für gewöhnlich bis zur Mitternachts=
ſonne ausdehnt.” „Sie beſteht aus allen denjenigen” ſo
fährt der zweite Paragraph fort, „welche ſich an der
Auf=
ſuchung der Mitternachtsſonne beteiligt haben oder hierzu
noch berufen werden.‟ Der dritte Paragraph bemerkt:
„Die Geſellſchaft lebt teils von Erinnerungen teils von
Konſerven” und im § 4 wird des näheren beſtimmt, daß
„für die Friſche der Konſerven der
Nordlandfahrtgeſell=
ſchaft Freiherr von Lyncker, für diejenigen der
Erinnerun=
gen der berühmte Reiſende Dr. Güßfeldt verantwortlich”
iſt. An der Spitze dieſes Vereins ſteht Kaiſer Wilhelm als
der „Allerdurchlauchtigſte Fahrtenmeiſter” die übrigen
Mitglieder werden in Oberfahrtgeſellen und Vize=
Ober=
fahrtgeſellen eingeteilt. Die wichtigſten Paragraphen des
Geſellſchaftsſtatuts führen dann alles Nähere
folgender=
maßen aus: „Der berühmte Beſteiger Güßfeldt beſteigt an
den Verſammlungsabenden (aber nicht vor 11 Uhr) das
Katheder, um Erinnerungen zum beſten zu geben, deren
Länge und Breite vorher durch den Navigationsoffiziec
der Geſellſchaft Kapitän von Senden zu beſtimmen iſt.”
— „Für die bildliche Feſtlegung ſteht der Geſellſchaft die
ewährte Rieſenkraft des Schnellmalers, Momentphoto=
und Reichsgrafen Em. zur Verfügung. Letzterem iſt
hier=
bei jeder irgend mögliche Vorſchub zu leiſten, mamentlich
ihm nichts Strauchelbares in den Weg zu legen.” § 16
beſtimmt: „Die rühmlichſt bekannte Kalauer Firma Hülſen,
Keſſel, Kiderlen und Kompanie iſt dafür verantwortlich,
daß die verbrauchten Witze monatlich durch neue erſetzt
werden.” § 17. Der augenblicklich zum allgemeinen
Leidweſen ſich in Partibus aufhaltende Geiſterſeher,
Schlangenbändiger und Hexenmeiſter Georg von Hülſen
hat auf Befehl des Meiſters dieſer Geſellſchaft jeden
Fahrtgeſellen, welcher die vorſtehenden Statuten im
allge=
meinen oder gar im beſonderen mißbilligt, verſchwinden
zu laſſen. § 18. Wer ſich ſonſt der Geſellſchaft abhold zeigt,
namentlich wer durch hartnäckiges Schweigen die Abſicht
zu erkennen gibt, ſein Licht unter den Scheffel zu ſtellen,
den ſoll eine exemplariſche, durch Meiſterſpruch aus den §§
13, 14 und 17 zu kombinierende Strafe treffen. § 19. Wenn
ein der gerechten Strafe verfallener Fahrtgeſelle durch
hartnäckiges Trinken verſucht, ſich in den Zuſtand des
ſo=
genannten Milderungsgrundes zu verſetzen, ſo ſoll dies
eine Verſchärfung der Strafe nach ſich ziehen.
Doch gibt es neben den Strafen auch „leichte
Rangerhöhungen und ſonſtige flüchtige Auszeichnungen”
die ſich in der „Beförderungsliſte” ſpiegeln. Darinnen
werden ernannt: „Die Oberfahrtgeſellen: Graf Walderſee,
zum Punſchwart; von Hahnke zum Oberſchlürfer und
Oberkapellmeiſter in Eß=dur; Graf Görtz, Proteus,
Sach=
verſtändiger in Unfallangelegenheiten und Sangesbruder;
Graf Wedel, Sachverſtändiger in Efi=Piquet= und
ſonſti=
gen Angelegenheiten; Graf Eulenburg, Feſtbarde und
Po=
larſkalde; Dr. Leuthold, Eiseulap 1. Klaſſe; De. Güßfeldt,
Sachverſtändiger in Berg= und Talangelegenheiten.” von
Hülſen wird zum Seeſchlangenbändiger, Eispoeten und
Nordſtern erſter Größe” ernannt, von Kiderlen zum „
Luſt=
barden. Schriftwart und Wiegenfeſtlotſen” von Bülow
zum „Doktor der Seekrankheit und Dünungsmeiſter” der
Maler Salzmann zum „Eisonkel und Sachverſtändigen in
Eſſig und Oel” Und ſo geht es mit gutem Humor fort
in den Beförderungen und den Paragraphen der
Nordland=
fahrtgeſellſchaft.
* Das Ei eines Rieſenſtraußes. Eine wertvolle
Be=
reicherung hat, nach den Münchner N. Nachr., die
Zoolo=
giſche Staatsſammlung in München erfahren. Der
Kauf=
mann M. Mezger in Fort Dauphin, Madagaskar, ein
ge=
borener Bayer, hat der Sammlung das Ei eines
ausge=
ſtorbenen Rieſenſtraußes aus Madagaskar (Aepyornis)
geſchenkt. Während man Bruchſtücke der Schale auf dieſer
Inſel häufig findet, gehören ganze Eier zu den
Selten=
heiten, deren Beſitzes ſich nur wenige Muſeen erfreuen
können. Um die Mitte des verfloſſenen Jahrhunderts
amen die erſten Stücke nach Europa und erregten durch
heim geborene Matthias Holl, iſt dort in ſeiner zweiten
Heimat St. Paul geſtorben. Im Jahre 1855 ging er
nach Amerika, wo er ſich bald in St. Paul niederließ und
uls einer der älteſten Anſiedler erſt in ſchwere
Indianer=
kämpfe verwickelt wurde. Er machte den Bürgerkrieg als
Oberleutnant mit, vermählte ſich 1867 mit Henriette Betz
und begründete ein großes Kolonialwarengeſchäft. Er
war der beſte Freund Hills des führenden Finanzmannes
des Nordweſtens Amerikas und ein angeſehener Mann,
der feſt an ſeinem Deutſchtum hing. Verwandte von
Matthias Holl leben noch in Hochheim.
(*) Gießen, 9. Juli. In die Klinik wurde ein
junger Mann aus Dauernheim gebracht, der an einem
Maſt der elektriſchen Ueberlandleitung emporkletterte
und den Draht anfaßte. Er erlitt einen ſchweren
elektriſchen Schlag, fiel herunter und brach ein Bein.
Zum Glück war es nicht die Starkſtromleitung, ſonſt
wäre der Betreffende auf der Stelle tot geweſen.
Gießen, 10. Juli. Wegen des Verbrechens des
wiſ=
ſentlich falſchen Eides wurde, dem G. Anz.
zu=
folge, der 24 Jahre alte Apothekergehilfe H. in Haft
ge=
nommen. Trotz des eindringlichen Verwarnens vor einem
falſchen Eid ſeitens des Richters, der ihn als Zeuge
ver=
nahm, und deſſen wiederholten Hinweiſes, daß auf
Mein=
eid Zuchthausſtrafe ruhe, hat H., um einen ihm
befreunde=
ten Menſchen, gegen den ein Verfahren wegen Hochſtapelei
anhängig iſt, und der ins Ausland entflohen iſt, vor der
Verhaftung zu ſchützen, beſchworen, er wiſſe nicht, wo
die=
ſer ſich aufhalte und kenne deſſen Adreſſe nicht. Die über
H. verhängte Briefſperre erbrachte aber den klaren Beweis,
daß die beiden Freunde Briefe miteinander gewechſelt
ha=
ben und H. einen Meineid geſchworen hat. Das
Verbre=
chen des H. iſt aber nutzlos begangen, denn auch deſſen
Freund wurde inzwiſchen durch die beſchlagnahmten Briefe
ermittelt und feſtgenommen.
Vilbel, 9. Juli. Das Rödelheimer „
Kohlenſäure=
werk Wahle I.” ſchloß mit dem Beſitzer des hieſigen
Spru=
dels einen Vertrag über die weitere Verwertung der dem
Sprudel entquellenden Kohlenſäure ab. Es wird die
Erbauung einer größeren Verflüſſigungsanlage
für die Kohlenſäure geplant; außerdem ſoll ein
Gleisan=
ſchluß nach dem Staatsbahnhof gebaut werden.
Lauterbach, 10. Juli. Die Heidelbeerernte
hat in dieſer Woche ihren Anfang genommen. Obſchon
die Sträucher im Frühjahr eine reichliche Blüte
entfalte=
ten, ſo iſt doch die Ernte gegen das Vorjahr ſehr
zurück=
geblieben. Die kalten Nachtfröſte im Mai haben den
Blü=
iten ſehr geſchadet und an ungeſchützten Stellen ſind die
Beeren ganz ausgeblieben. Die feuchte Witterung war
taber wieder ſehr förderlich, da ſich die Beeren dadurch recht
kräftig entwickeln konnten. Der fehlende Sonnenſchein in
den letzten Wochen hat jedoch der Frucht einen herben
Ge=
iſchmack verliehen, ſo daß mit Zucker reichlich nachgeholfen
werden muß, um einen guten Heidelbeerwein, den faſt
jeder Bewohner der hieſigen Gegend im Keller haben
muß, zu gewinnen. Der Preis für den Schoppen beträgt
vorläufig noch 10 Pfg., doch wird er vorausſichtlich in die
Höhe gehen, ſobald die Händler mit dem Verſand
be=
ginnen,
Krebsforſchung.
* Zur Erforſchung und Bekämpfung
der Krebskrankheit iſt ein deutſches
Zentral=
komitee zuſammengetreten. In den einzelnen
Bundes=
ſtaaten ſollen Landesausſchüſſe gegründet werden,
die ſich mit der Bildung von Orts= und Bezirksgruppen
und der Veranſtaltung von Fortbildungsvorträgen für
Aerzte, der Belehrung der Hebammen und des
Kranken=
pflegeperſonals über das Vorkommen der Krebskrankheit
befaſſen ſollen. Es wird ihre Aufgabe ſein, durch
Ver=
teilung von Aufklärungsſchriften und Merkblättern die
Frühdiagnoſe derartiger Erkrankungen zu fördern und
durch öffentliche Belehrung dazu beizutragen, daß die
Krebskrankheit frühzeitig erkannt wird, damit die
Kran=
ken ſchon im Beginne ihres Leidens der geeigneten
Be=
handlung, die um ſo eher Erfolg hat, je früher ſie
einge=
leitet wird, zugeführt werden. Die ſeitherige Behandlung
hat faſt ausſchließlich darin beſtanden, daß die krankhaften
Veränderungen durch einen operativen Eingriff beſeitigt
werden. In den letzten Jahren hat die
Strahlenbeband=
lung bösartiger Geſchwülſte durch Röntgenſtrahlen, durch
Anwendung des Radiums und Thoriums bemerkenswerte
Erfolge ſelbſt in Fällen gehabt, in denen bereits die
Mög=
lichkeit einer Operation ausgeſchloſſen war. Die
Beſchaf=
fung der beiden zuletzt genannten Mittel iſt aber mit
Koſten verbunden, die aus öffentlichen Fonds mit
Rück=
ſicht auf den ſehr hohen Preis und die noch nicht
abge=
ſchloſſenen Unterſuchungen und Beobachtungen nicht
auf=
gebracht werden können. Es iſt deshalb auch Aufgabe des
Landesausſchuſſes, dafür tätig zu ſein, daß für die
Er=
forſchung und Bekämpfung der Krebskrankheit von
öffent=
lichen Körperſchaften, Vereinen und Privaten Geldmittel
zur Verfügung geſtellt werden.
Das Großherzogtum Heſſen darf in dieſem Kampf
gegen eine ſo mörderiſche Krankheit nicht zurückbleiben.
Die Miniſterialabteilung für öffentliche Geſundheitspflege
und die mediziniſche Fakultät der Landes=Univerſität
lädt zu einer am 19. d. M. in der Aula der Landes=
Univerſität zu Gießen, vormittags um 11 Uhr,
ſtattfindenden Verſammlung ein, in der 1. der ord
Profeſſor an der Landesuniverſität und Direktor der
Uni=
verſitäts=Frauenklinik in Gießen, Herr Dr. Opitz, einen
Vortrag „Ueber die Strahlenbehandlung
bösartiger Geſchwülſte, insbeſondere mit
Radium und Meſothorium” halten wird, 2. der
Zweck und die Ziele der zu gründenden Organiſation
dar=
gelegt werden und 3. die Gründung des
Landes=
ausſchuſſes zur Erforſchung und Bekämpfung der
Krebskrankheit ſtattfinden ſoll.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. Juli. Trotz der wenig
günſtigen Witterung war der Reiſeverkehr bei den
Ferienſonderzügen nach dem Ausweis des
Fahr=
lartenverkaufs in dieſem Sommer, entgegen der
anfäng=
lichen Annahme, größer als im vergangenen Jahre. So
ſind am Anhalter Bahnhof zu den Zügen nach München,
Stuttgart uſw. 7394 Fahrkarten für insgeſamt 263 542
Mark gekauft worden. Es gingen in dieſem Monat
bis=
her vom Anhalter Bahnhof zwölf Sonderzüge ab, davon
ſieben nach München, die — mit je 550 Perſonen —
aus=
verkauft waren, ebenſo wie die beiden Sonderzüge, die
am 15. d. M. nach München abgehen werden. Der
Fahr=
kartenverkauf für die Ferienzüge begann in dieſem Jahre
bereits am 1. Juni, alſo früher als im vorigen Jahre;
es wurden drei Züge mehr als im vergangenen Sommer
für den Sonderzugverkehr eingeſtellt. Am Potsdamer
Bahnhof, wo die Züge nach Baſel, Frankfurt a. M. und
dem Harz abgehen, wurden zu den Sonderzügen
insge=
ſamt 4969 Fahrkarten für 136000 Mark gelöſt. Vom
Stettiner Bahnhof gingen am 3., 7. und 8. d. M. 14 Züge
nach Stettin, den Oſtſeebädern, ſowie den
mecklenburgi=
ſchen Bädern. Es wurden an dieſem Bahnhof im
gan=
zen 6620 Fahrkarten für etwa 125000 Mark verkauft. Vier
Fünftel der Züge, die mit durchſchnittlich 450 Perſonen
fuhren, waren ausverkauft. Zur Entlaſtung des
Stetti=
ner Bahnhofs waren dieſes Mal in Charlottenburg elf
Sonderzüge — gegenüber vier im Vorjahre — nach den
mecklenburgiſchen und Oſtſeebädern eingelegt. Sie
gin=
gen vom Charlottenburger Bahnhof am 4., 5. und 6. d. M.
nach Kolberg, Warnemünde, Putbus uſw. ab; insgeſamt
wurden für dieſe Züge 5200 Fahrkarten ausgegeben. —
Auf dem Jakobi=Friedhof am Rollkrug iſt ein dreiſter
Diebſtahl ausgeführt worden. Die Witwe Hedwig E.
hatte das Grab ihres Mannes aufgeſucht, um es mit
fri=
ſchen Blumen zu ſchmücken. Da ſie befürchtete, während
ihrer Abweſenheit könnten Einbrecher in die Wohnung
eindringen, nahm ſie alles bares Geld, was ſie beſaß, im
ganzen ſiebzig Mark, ſowie ihre Wertſachen für etwa 200
Mark in einer Handtaſche mit auf den Friedhof. Trotz
dieſer Vorſichtsmaßnahme ſollte ſie aber doch um ihre
Wertſachen kommen. Sie legte die Taſche auf einer Bank
am Grabe des Mannes nieder. Als ſie einen Augenblick
am Hügel beſchäftigt war, ſchlich ſich eine fremde Perſon
hinzu und raubte die Taſche. Als Urheberin des dreiſten
Diebſtahls wird eine andere Beſucherin des Friedhofes
vermutet. — Heute morgen wurde im Hofe der
Straf=
anſtalt Plötzenſee der Bautechniker Stahl
hingerich=
tet. Die Reviſion Stahls war vom Reichsgericht
abge=
lehnt worden. Er hatte im März 1912 in
Schmargen=
dorf ſeine Geliebte, die 24jährige Wirtſchafterin
Marga=
rethe Roſenburg, erſchoſſen.
Frankfurt, 10. Juli. Die Eröffnung des
Bahnhofs Süd (Sachſenhauſen), der u. a. Vertreter
der ſtädtiſchen Behörden und der Handelskammer
bei=
wohnten, aina um 12 Uhr mittags vor ſich.
Eiſenbahn=
direktionspräſident Reuleaur begrüßte die Gäſte namens
der Eiſenbahnverwaltung. Dann wurde die Anlage nach
ihrer architektoniſchen und techniſchen Seite kurz erklärt.
Nach einer Beſichtigung des Bahnhofs brachte ein kleiner
Extrazug die Teilnehmer zum Oſtbahnhof und wieder
zurück. In dem Warteſaal vereinte man ſich ſchließlich zu
ſeinem Frühſtück.
Frankfurt, 10. Juli. In der vergangenen Nacht
ſtürzte der ledige 36 Jahre alte Agent Konrady
aus dem dritten Stockwerk ſeiner Wohnung auf den
zemen=
tierten Hof herab. Als Hausbewohner ihn auffanden,
gab er zwar noch ſchwache Lebenszeichen von ſich, ſtarb
jedoch bald darauf infolge eines Schädelbruches, den er
bei dem Sturze davongetragen hatte. Da ſonſt kein
Grund zu der Tat vorzuliegen ſcheint, nimmt man an,
daß er aus Unvorſichtigkeit aus dem Fenſter geſtürzt iſt.
Pforzheim, 10. Juli. Geſtern nacht 10 Uhr entſtand
hier auf dem neuen Güterbahnhof Großfeuer. Die
neue Lagerhalle des Güterbeförderers Guſtav Rock brannte
vollſtändig ab. Der Schaden beträgt 80—1000000 Mark.
Die Halle war 25 Meter lang; darin befanden ſich große
Mengen Wein, Erdöl, Spiritus, Benzin, Fett, Oel,
Holz=
wolle und Möbel für vier Wohnungseinrichtungen.
Rheinbiſchofsheim, 10. Juli. Die Sprache
plötz=
lich verloren hat das 11jährige Söhnchen des hieſigen
Polizeidieners Ruſſie. Kurz bevor der Knabe ſich ins
Bett legen wollte ging er noch hinaus in den Hof. Kaum
hatte er dieſen betreten, als eine große Ratte ihm direkt
auf den Kopf ſprang und in den Hof lief. Vor Schrecken
hat nun, der W. Ztg. zufolge, der Knabe die Sprache
ver=
loren.
Köln, 10. Juli. Unweit des Ortes Godorf bei Köln
fuhr das Automobil einer Familie aus Ronsdorf mit
voller Wucht gegen einen Baum und wurde vollſtändig
zertrümmert. Die Frau des Beſitzers des Autos und
ſeine Tochter wurden tödlich verletzt. Auch der
Beſitzer und der Chauffeur erlitten erhebliche
Ver=
letzungen.
Iſerlohn, 10. Juli. Beim Spielen mit einer=
Schießwaffe erſchoß der 14jährige Sohn des Wirtes=
Erdmann ſeinen 2 Jahre jüngeren Bruder. Ein
ähn=
liches Unglück ereignete ſich in Buchholz bei Schwerte a.
d. Ruhr. Dort ſpielte das 5jährige Söhnchen des Wirtes=
Hunker mit der Büchſe ſeines Vaters, als ſich dieſelhe
plötzlich entlud.
Leipzig, 10. Juli. In der Zeit von heute bis
Sams=
tag dieſer Woche iſt zu erwarten, daß der millionſte
Beſucher die Ausſtellungsportale paſſieren
wird. Die Ausſtellungsleitung hat beſchloſſen, dieſen
Be=
ſucher durch Stiftung einer goldenen Taſchenuhr
beſonders zu ehren. Da nun vier Eingänge zur
Ausſtel=
lung beſtehen, ſo iſt mit Beſtimmtheit nicht feſtzuſtellen,
welcher Beſucher nun in der Tat der Glückliche iſt. Esiſt
daher mit behördlicher Genehmigung beſchloſſen worden,
den Prämienempfänger durch das Los zu beſtimmen. A
dem Tage, an dem die erſte Million voll werden wird
hält jeder Beſucher, der eine Einlaßkarte löſt, einen beſon
deren Schein, auf dem zweimal ein und dieſelbe Zahl
gedruckt iſt. Die eine Hälfte der Karte wird vom
Kontrol=
leur abgetrennt und in eine Blechbüchſe geworſen, die
an=
dere Hälfte bekommt der Karteninhaber. Am Abend
die=
ſes Tages wird dann der Inhalt der vier Blechbüchſen in
einem Behälter vereinigt. Nach gehöriger Miſchung wird
ein Mitglied des Direktoriums eine Nummer aus dieſen
Behälter ziehen. Der Inhaber des entſprechenden
Num=
merſcheines wird die koſtbare Prämie erhalten.
Zürich, 10. Juli. In Wittenbach im Kanton St
Gallen wurde ein deutſcher Soldat von einen
Polizeiwachtmeiſter verhaftet unter dem Verdacht, einen
Einbruch in das Stationsgebäude verübt zu haben. Als
der Soldat entfliehen wollte, hielt ihn der
Polizeiwach=
meiſter feſt. Der Soldat zog ſein Seitengewehr und ver
ſetzte dem Wachtmeiſter einen Hieb ins Geſicht. Dieſer
gab dann einen Revolverſchuß ab, der den Soldaten
in die Bruſt traf und ſofort tötete. Der Tote iſt der
Württemberger Karl Merz und gehörte zum Grenadier=
Regiment Nr. 119 in Stuttgart, von wo er ſeit einiger=
Zeit deſertiert war. Er trieb ſich ſeitdem in der
Nordoſt=
ſchweiz umher. Die Verletzung des Wachtmeiſters
iſt=
ſchwer.
Paris, 9. Juli. In der verganenen Nacht wurde
auf=
dem Gleiſe der Landbahn in der Nähe des Champ de
Mare=Bahnhofes der furchtbar verſtümmelte
Leich=
nam eines elegant gekleideten jungen Mannes gefunden.
In ſeinen Kleidern wurde eine Hamburger Bahnſteigkarte,
mehrere Adreſſen in deutſcher und engliſcher Sprache,
un=
ter ihnen die des franzöſiſchen Kriegsminiſteriums, ſowie
ein ſilbernes Reiſebeſteck aufgefunden. Die Identität des
Toten konnte bisher nicht feſtgeſtellt werden.
Paris, 10. Juli. In Feſaignes bei
Chaumontwur=
den bei einer Wildſchweinjagd zwei Landwirke durch
einen unglücklichen Zufall von mehreren einer anderen
Jagdgeſellſchaft angehörigen Jägern erſchoſſen, die
bisher nicht ermittelt werden konnten.
Madrid, 9. Juli. Es beſtätigt ſich, daß Sanche=
Alegre zum Tode verurteilt worden iſt. De=
Urteilsſpruch ging dahin, daß das Attentat vorher
be=
ſchloſſen und hinterliſtig ausgeführt worden ſei.
Sanche=
ſei zwar Epileptiker, war aber im Augenblick des
Atten=
tates im Beſitz ſeiner Geiſteskräfte. Es wird
verſichert=
daß Sanchez die Nichtigkeitsbeſchwerde einlegt.
Petersburg, 10. Juli. Vor dem Bezirksgerich
wird ſich ein intereſſanter Kriminalprozeß abſpie
len. Die zwei Schweſtern Böhme, die vor Jahren au=
Weimar hierher übergeſiedelt waren, waren durch
Verle=
genheit gezwungen, zwei Reliquien, eine Locke und ei=
Aquarell Goethes, für eine unbedeutende Summe
be=
einem Bekannten zu verſetzen. Als ſie ihr Eigentum aus
löſen wollten, erklärte der Betreffende, die Sachen recht
mäßig erworben zu haben. Die Geſchwiſter haben ein
Zivilklage in Höhe von 20000 Mark angeſtrengt.
Handelskammer Darmſtadt.
Sitzung vom 7. Juli.
Der Voranſchlag der Handelskamme
für das Rechnungsjahr 1913 in Höhe vo
32 547,70 Mark wurde ſeitens des Großh. Miniſterium
des Innern genehmigt. Da 3000 Mk. durch
Staatszuſchu=
gedeckt ſind, ſind von den beitragspflichtigen Firmen di
Bezirks 29 547,70 Mk. zu erheben.
Die am Handel mit Auſtral=Aſien
beteili=
ten Firmen des Handelskammerbezirks waren von d
Anweſenheit des Handelsſachverſtändigen bei dem Kaiſer
Generalkonſulat in Sydney am Samstag, den 24.
Me=
unterrichtet worden. Sechs Firmen des Handelskamme
bezirks nahmen an dieſer Beſprechung teil. — Ebenſo h
durch Vermittelung der Handelskammer eine Anzahl d
am Handel mit Indien intereſſierten Firmen des
Bezir=
der am Freitag, den 23. Mai d. J., in Frankfurt a. 9
ſtattgehabten Beſprechung mit dem Handelsſachverſtänd
gen bei dem Kaiſerl. Generalkonſulat in Kulkutta
be=
gewohnt.
Die Handelskammer hatte im September vorigen un
im Februar dieſes Jahres Eingaben an die zuſtändi=
Stelle gerichtet, welche ſich gegen die Zulaſſung de
ſtändigen Veredelungsverkehrs mit b
drucktem und unbedrucktem ausländiſche
Papier zur Herſtellung von Tüten ausg
ſprochen haben. Anfang Juni iſt mitgeteilt worden, de
die Firma, welche dieſen Veredelungsverkehr beantra
hat, auf die Bewilligung desſelben verzichtet hat.
Der Ausſchuß des Deutſchen Handelstages hat
mit der Frage zu beſchäftigen, ob auch fernerhin dasi
folge eines Beſchluſſes des Bundesrates vom 27. Ne
1896 zugelaſſene Aufſuchen von Beſtellunge
auf Erzeugniſſe der Leinen= und
Wäſch=
fabrikation lediglich auf Grund einer
Legitimation=
karte erlaubt ſein ſoll. Die Vollverſammlung gelangte
der Anſicht, es hätten ſich die Verhältniſſe ſeit Erlaß d
angeführten Beſchluſſes des Bundesrates weſentlich (
ändert, weshalb der Ausſchuß des Deutſchen Handelstag
an zuſtändiger Stelle befürworten möchte, das Aufſuch
von Beſtellungen auf Erzeugniſſe der Leinen= und Wäſd
ihre gewaltige Größe Erſtaunen: Ein Aepyornisei iſt
etwa 7mal ſo groß wie ein Straußenei, etwa 180mal ſo
groß wie ein Hühnerei und etwa 20000mal ſo groß wie
ein Ei des Goldhähnchens, des kleinſten unſerer
Sing=
vögel. Wann die Rieſenvögel — nach den Skeletten hat
man eine ganze Anzahl von Arten feſtgeſtellt —
ausge=
ſtorben ſind, läßt ſich nicht mit Sicherheit ſagen: Mitte
des 17. Jahrhunderts ſpricht ein Statthalter auf
Mada=
gaskar von den großen Straußen als von lebenden Tieren
und Mitte des vorigen Jahrhunderts noch erzählten die
Eingeborenen, daß die Vögel, die die großen Eier legten,
noch lebend vorkämen. Wenn auch das letzte vielleicht
nicht den Tatſachen entſpricht, ſo iſt doch ſicher, daß die
rieſigen, bis 5 Meter hohen Tiere erſt in neuerer Zeit
ausgeſtorben ſind. Vielleicht haben ſie oder ihre großen
Eier die Veranlaſſung zu den orientaliſchen Märchen von
dem gewaltigen Vogel Rok gegeben. Das Münchner Ei
hat einen Kubikinhalt von faſt 7 Litern (6900
Kubikzenti=
meter).
* Die Kaiſerin und die Gummibälle. Aus Homburg
vor der Höhe wird geſchrieben: Als die Kaiſerin mittags
vom Kaiſer=Wilhelms=Bad nach dem Schloß zurückfuhr,
ließ ſie von einem Spielwarengeſchäft halten und machte
dort Einkäufe, vermutlich für ihre Enkel, die demnächſt
hier eintreffen ſollen. Inzwiſchen verſammelten ſich
zahl=
reiche Kurgäſte und Einwohner, darunter viele Kinder,
um den Wagen. Als die hohe Frau die Kinder gewahrte,
ließ ſie ſich von dem Beſitzer des Geſchäfts einige
Gummi=
bälle geben und verteilte ſie. Weil ſich aber immer mehr
Kinderhände bittend entgegenſtreckten, ſorderte ſie den
gan=
zen Vorrat, der zur Hand war und beglückte damit die
hocherfreuten Kleinen.
* Ein Vogelidyll. An der Reparaturwerkſtätte der
Eiſenbahnſtation Aſchaffenburg war ein Güterwagen
län=
gere Zeit ſtehen geblieben. Ein Rotkeblchenvaar hatte an
einem Puffer ſein Neſt gebaut und brütete. Als nun der
Wagen weggeſchoben werden mußte, nahm ein Arbeiter
das Neſt und ſetzte es an die Puffer des anderen, nun
zur Reparatur herbeigefahrenen Güterwagens. Nach ganz
kurzer Zeit kehrten die Rotkehlchen zurück und brüteten
weiter. Als man das Neſt an eine andere Stelle dieſes
Wagens tat, blieben die Vögel aus, dagegen kehrten ſie
ſofort zurück, nachdem das Neſt wieder an die Puffer
ge=
ſetzt wurde. Seit jener Zeit iſt nun ſchon der ſechſte
Gü=
terwagen herangeſchoben worden, und das Vogelpaar hat
ſich merkwürdigerweiſe an den ſtändigen Umzug ſo
ge=
wöhnt, daß das brütende Weibchen, wenn das Neſt von
dem Arbeiter an die Puffer eines anderen, an die gleiche
Stelle gefahrenen Wagens getan wird, im Neſte ſitzen
bleibt.
* Die Rache. Der Schauplatz iſt ein kleines Poſtamt.
Am Schalter kauft ein Herr eine Zehnpfennig=Marke. Der
Aſſiſtent reicht ihm die Marke ünd fragt freundlich: „
Viel=
leicht ein Poſtanweiſungsformular gefällig?” „Nein,
danke.” „Oder einige Poſtkarten? Es ſind heute neue
ein=
getroffen.” „Nein, heute nicht.” „Aber ein Kartenbrief?”
„Nein, ich danke.” „Wollen Sie vielleicht ein
Poſtſcheck=
konto eröffnen? Oder ein Poſtfach gefällig?” „Nein,
durch=
aus nicht.” Und der Käufer entfernt ſich eilig. Der
Poſt=
direktor, der unbemerkt die kleine Szene mit anſah, nähert
ſich ſehr empört: „Wer war dieſer Herr, und wie kommen Sie
dazu, ihn ſo zu beläſtigen?” Aber der Aſſiſtent lächelt nur
zufrieden: „Oh, es iſt mein Friſeur” erklärt er, „und
im=
mer, wenn ich mich raſieren laſſe, beſteht er darauf, mir
eine Geſichtsmaſſage, Haarſchneiden, Shampoonieren und
diverſe Haarwaſſer dringend anzuempfehlen, obgleich ich
nichts von alledem wünſche. Da wollte ich doch einmal im
Leben den Spieß umkehren und ſehen, wie ihm das
gefal=
len würde. .
fabrikation ſei künftighin nur noch auf Grund der Löſung
von Wandergewerbeſcheinen zu erlauben.
Die Handelskammer zu Dresden hat ſich in einer
längeren Zuſchrift an den Deutſchen Handelstag mit dem
Verfahren vor dem Amtsgericht,
Gewerbe=
gericht und Kaufmannsgericht beſchäftigt und
iſt hierbei unter voller Anerkennung des gedeihlichen
Wir=
kens dieſer Gerichte zu einer Anzahl von
Verbeſſerungs=
vorſchlägen gelangt. Die Handelskammer konnte ſich nur
den Vorſchlägen anſchließen, welche ſich darauf beziehen,
es möchte künftighin auch gegen die Urteile der Gewerbe=
und Kaufmannsgerichte bei Streitgegenſtänden von
ge=
eingerem Werte ein Rechtsmittel zuläſſig ſein, und es
möchten außerdem wegen des Ausſchluſſes der
Rechtsan=
välte von den Verhandlungen vor dieſen Gerichten auch
die Gewerkſchafts= und Verbandsſekretäre von der
Prozeß=
vertretung daſelbſt ausgeſchloſſen werden.
Die diesbezüglichen Vorſtellungen der Kammer bei
der Oberpoſtdirektion Darmſtadt haben dahin geführt, daß
eine Beſchleunigung in der Beförderung der
Briefſendungen von Darmſtadt nach
Kai=
erslautern in der Art bewerkſtelligt worden iſt, daß
Briefſendungen, die beim Poſtamt I bis um 12.20 Uhr
rachmittags zum Abgang des um 1.07 Uhr nachmittags in
der Richtung nach Heidelberg verkehrenden Perſonenzugs
Nr. 930 aufgeliefert werden, in Kaiſerslautern ſchon um
5.50 Uhr nachmittags, ſtatt wie früher um 8.50 Uhr
nach=
mittags, eintreffen.
An der Sitzung des
Bezirkseiſenbahn=
cates in Frankfurt a. M. am 20. Mai d. J. hat in
Vertretung der Handelskammer Herr Kommerzienrat
Jacobi teilgenommen.
Die in der Vollverſammlung feſtgeſtellten Wünſche
ür den kommenden Winterfahrplan werden
der Eiſenbahndirektion Mainz zur Verwirklichung
unter=
preitet.
Vorſtellungen bei der Eiſenbahndirektion Mainz
haben dahin geführt, daß die Güterabfertigung Darmſtadt
ingewieſen worden iſt, bei frankierten Gütern
den Frachtſatz in das Duplikat einzutragen
Die Eintragung des Frachtſatzes allgemein, auch bei
Ueberweiſungsfrachten, müſſen wegen der damit
verbun=
denen Mehrarbeit, welche naturgemäß auch eine
Ver=
zögerung bei der Abfertigung an der Vorprüfungsſtelle
zedingen würde, abgelehnt werden. Ausnahmen hiervon
könnten nur auf Antrag einzelner Verſender zugelaſſen
verden.
An der Einweihung der Kaufmanns=Er
olungsheime in Wiesbaden und
Salz=
hauſen hat als Vertreter der Handelskammer Herr
Sugen Trier teilgenommen.
Gerichtszeitung.
* Frankfurt a. M., 9. Juli. Heute fand hier vor
der Strafkammer der Prozeß gegen den 20jährigen
Handlungsgehilfen Karl Theodor Markel ſtatt, der
an=
geklagt war, zwei jugendliche Handlungsgehilfeng der
Fremdenlegion zugeführt und in zehn Fällen
ver=
ucht zu haben, Deutſche gegen eine Vermittelungsgebühr
von je 200 Mark der Fremdenlegion zuzuführen. Es waren
19 Zeugen geladen. Markel war ſelbſt nach
Unterſchlag=
ung eines Geldbetrages ſeines Vaters nach Frankreich
geflüchtet und in die Fremdenlegion eingetreten. Er
vurde aber ſpäter wieder entlaſſen, weil er bei ſeinem
Eintritt in die Fremdenlegion noch nicht 18 Jahre alt
ge=
veſen war. Er kehrte im September 1912 nach Frankfurt
urück, wohnte zuerſt bei ſeinem Vater, wurde dann aus
dem elterlichen Hauſe wegen ſeines liederlichen
Lebens=
vandels verwieſen, nahm eine Stelle an, die er bald wegen
Interſchlagung verlor, und begann hierauf ſeine Tätigkeit
ür die Fremdenlegion. Aus den Ausſagen geht hervor,
daß Markel Beziehungen mit den Werbebureaus in Nancy
und Toul hatte, wenn er auch nicht direkt angeſtellt war.
Der Staatsanwalt beantragte fünf Jahre, das Gericht
rkannte wegen verſuchten Vergehens gegen § 141, der
die Anwerbung von Deutſchen zum Militärdienſte einer
ruswärtigen Macht und die Zuführung zu Werbern, aber
ruch den Verſuch unter Strafe ſtellt, zu zweieinhalb
Jahren Gefängnis. In der Begründung heißt es:
Die Hauptverhandlung ergab, daß der Angeklagte zwei
Zeugen tatſächlich den Bureaux de requirement der
fran=
öſiſchen Armee in Nancy und Toul zugeführt hat. Dieſe
Zureaus ſind als Werber der franzöſiſchen Fremdenlegion
m Sinne des § 141 anzuſehen. Der Angeklagte hat auch
n verſchiedenen anderen Fällen verſucht, junge Leute der
Fremdenlegion zuzuführen. Er hat ihnen die Verhältniſſe
n der Legion möglichſt glänzend dargeſtellt oder ihnen
ine Stelle in Paris verſprochen, nur zu dem Zweck, um
ie über die Grenze zu bekommen. Seine Handlungen ſind
iber die Vorbereitung der Zuführung weſentlich
hinaus=
gegangen. Daß er ſelbſt als Werber auftrat, iſt nicht
be=
vieſen, da nicht dargetan iſt, daß er in irgend einem
An=
tellungsverhältnis zu der franzöſiſchen Republik ſtand. Er
mag es getan haben in Hoffnung auf Geld oder aus
Abenteurerluſt. Bei der Strafausmeſſung mußte man
berückſichtigen, daß der Angeklagte ſchon ſelbſt
Fremden=
legionär war und das Leben daſelbſt kannte.
* London, 8. Juli. Der Millionenprozeß,
den die Brüder und Schweſtern des verſtorbenen Sir John
Murray Scott des Begründers der berühmten
Wal=
lace=Sammlung in London, gegen die
Gültigkeitserklär=
ung des Teſtamentes ihres Bruders anſtrengten, kam nach
achttägiger Verhandlung zum Abſchluß. Bekanntlich
hin=
terließ Sir John Scott ſeiner Freundin, der Lady
Sack=
ville, außer einem Vermächtnis von drei Millionen Mark
Kunſtſchätze im Werte von ſieben Millionen Mark,
wäh=
rend der Reſt des Vermögens an die Verwandten fiel.
Die Familie des Verſtorbenen behauptete nun, daß Lady
Sackville in geſetzwidriger Weiſe ihren perſönlichen
Ein=
fluß ausübte, als Sir John Scott ſein Teſtament verfaßte.
Eine ganze Anzahl von Rechtsanwälten war von beiden
Seiten verpflichtet, und die Londoner Geſellſchaft hatte für
den Prozeß, der reich an intereſſanten Vorfällen war, von
Anbeginn an das größte Intereſſe gezeigt, und der
Schluß=
tag der Verhandlungen wies einen überfüllten
Zuſchauer=
raum auf, in dem die Damenwelt überwog. Nach den
Schlußworten der einzelnen Anwälte faßte Sir Samuel
Evans, der Richter, den ganzen Prozeß für die
Geſchwo=
renen noch einmal zuſammen. Dieſer Prozeß, ſo ſagte er,
ſei äußerſt wichtig, nicht allein wegen der Höhe der
Summe, um die es ſich handele, ſondern wegen der
Be=
ſchuldigungen, die erhoben worden ſeien. Von vornherein
habe Sir John Scott verhindern wollen, daß ſeine
Kunſt=
ſchätze verkauft würden, denn in einem ſeiner Briefe an
Lady Sackville ſagte er, er freue ſich, jemanden gefunden
zu haben, dem er alle dieſe „ſchönen Dinge” hinterlaſſen
könne. Erwieſen ſei, daß Sir John Scott bei Abfaſſung
des Teſtaments und der fünf Zuſätze im Vollbeſitze ſeiner
Geiſteskräfte geweſen ſei. Es käme nicht oft vor, daß in
England ein Teſtament wegen Betrugs angefochten werde,
und nach ſeiner Anſicht könne keine Geſchworenenbank zu
dem Schluß kommen, daß durch einen Betrug der Lady
Sackville dieſes Teſtament zuſtande gekommen ſei. Er
halte es für ſeine Pflicht, dies den Geſchworenen zu ſagen.
Dies ſei jedoch nur ſeine perſönliche Anſchauung, und die
Geſchworenen brauchten ſich nicht darum zu kümmern. Die
Geſchworenen zogen ſich dann zur Beratung zurück und
verkündeten nach 12 Minuten, daß das Teſtament und die
Nachträge rechtmäßig verfaßt wurden, und daß weder
Lord noch Lady Sackville irgend einen rechtswidrigen
Ein=
fluß oder einen Betrug ausübten. Die Koſten des
Teſta=
mentsvollſtreckers werden aus der Hinterlaſſenſchaft gedeckt,
während die Familienangehörigen des Verſtorbenen die
Koſten für Lord und Lady Sackville mit zu zahlen haben.
Die Preſſe billigt den Wahrſpruch.
Ueber 3 Millionen Jubiläumsſpende für
die evangeliſchen Miſſionen.
Die evangeliſche Sammlung der
Natio=
nalſpende für die Miſſionen hat am 1. d. M.
ihren Abſchluß erreicht und, ſoweit bisher bekannt — es
laufen noch täglich Beiträge ein —, das erfreuliche
Er=
gebnis von 3207513 Mark gebracht. Am Tage des
Regierungsjubiläums wurden dem Kaiſer von
evangeli=
ſcher Seite 2503 486 Mark übergeben; es ſind bis jetzt alſo
nachträglich noch 704027 Mark eingekommen.
Das Ergebnis der evangeliſchen Sammlung ſetzt ſich
bis jetzt aus folgenden Beiträgen aus den
einzel=
nen Bundesſtaaten und preußiſchen Provinzen
zu=
ſammen:
Mk.
3257
Anhalt .
102 613
Baden .
Bayern und Rhein=
98000
pfalz.
38987
Braunſchweig
41113
Bremen
Elſaß=Lothringen . 31014
107 77
Hamburg .
61 659
Heſſen
15 925
Lippe
333.
Stadt Lübeck
Mecklbg.=Schwerin 40113
=Strelitz . 10 685
5777
Oldenburg
2179
Fürſtent. Lübeck
Birkenfeld 1678
34 466
Stadt Berlin
Brandenburg . . 122172
171703
Hannover
15697.
Heſſen=Naſſau
133 140
Pommern.
Mk.
43946
Poſen . .
36 576
Oſtpreußen .
64 100
Weſtpreußen .
Rheinprovinz
145 737
Provinz Sachſen . 358 453
257323
Schleſien
Schlesw.=Holſtein 91446
206 294
Weſtfalen .
Königr. Sachſen . 367 525
8789
Schaumb.=Lippe
15006
Reuß ä. L.
12.N8
j. L.
Sachſ.=Altenburg 15478
Sachſ.=Kob.=Gotha 11772
Sachſ.=Meiningen 11989
Sachſ.=Weim.=Eiſenach 37249
Schwarzb.=Rudolſtadt 4 109
=Sondershauſ. 12 135
Waldeck=Pyrmont 3449
Württemberg . 240000
Ausland . . . 14419
Außerdem ſind 37663 Mark eingelaufen. Für die
chriſtlichen Miſſionen insgeſamt ſind 4507513 Mark
ein=
gegangen.
Der evangeliſche Ausſchuß des Zentralkomitees hat in
ſeiner letzten Sitzung beſchloſſen, allen Gebern und
Sammlern, vor allem den muſtergültig organiſierten
Lan=
des= und Provinzialkomitees ſeinen herzlichen Dank
aus=
zuſprechen und außerdem noch einen öffentlichen Dank
an die deutſche Preſſe für ihre wertvolle und wirkſame
Förderung des deutſchen Miſſionsgedankens zum
Aus=
druck zu bringen. Ein Verteilungsplan wird dem Kaiſer
eingereicht werden, der über die Verwendung der
Sum=
men endgültig entſcheidet.
Der Arbeitsausſchuß der Nationalſpende hat ſich als
Komitee konſtituiert, welchem es obliegt, eine
Organiſa=
tion zu ſchaffen, die dauernd die Teilnahme für die
deutſch=
evangeliſchen Miſſionen in unſerem Volke wecken und
da=
mit die ideale Seite der Aufgaben der Nationalſpende
fortſetzen ſoll.
Luftfahrt.
Unſere Militärluftkreuzer.
* Frankfurt a. M., 10. Juli. Das
Militär=
luftſchiff „Z. 3‟ iſt geſtern nachmittag um 5 Uhr von
Metz hier eingetroffen. Die Führung hatte Hauptmann
von Müller.
* Baden=Oos, 10. Juli. Das
Militärluft=
ſchiff „Z. 2” iſt, von Köln kommend, geſtern abend hier
gegen ¾9 Uhr glatt gelandet und in der Halle geborgen
worden.
H.B. Dresden, 10. Juli. Auf dem hieſigen
Exer=
zierplatz landeten heute vormittag die Flieger=
Offiziere Leutnant Freiherr von Thüna, Oberleutnant
Steffen und Leutnant von Buttlar, die um 6 Uhr
mor=
gens vom Flugplatz Döberitz mit den von der National=
Flugſpende geſtifteten Flugzeugen Blaſewitz, Oberlauſitz
und Erzgebirge abgeflogen waren. Als Vierter folgte der
Fliegeroffizier Hauptmann Oertzen mit dem Flugzeug
Dresden II, der von Döberitz um 8.30 Uhr vormittags
ab=
geflogen war.
Sporf, Spiel und Turnen.
* Kegelſport. In den Tagen vom 9. bis 13. Auguſt
findet auf dem herrlich gelegenen Ausſtellungs= und
Feſt=
hallengelände in Frankfurt das Feſt der Bannerweihe
der Keglervereinigung für Süd= und
Mitteldeutſchland ſtatt, verbunden mit großem
Ehren=Meiſterſchafts= und Geldpreis=Kegeln. Ein
reichhaltiges Programm iſt für die Feſttage aufgeſtellt. Es
ſtehen eine reiche Anzahl Ehrenpreiſe zur Verfügung und
außerdem gelangt ein namhafter Betrag an Geldpreiſen
zur Verteilung. Die einzelnen Ausſchüſſe ſind eifrig ſchon
ſeit Wochen an der Arbeit, und den Vorbereitungen nach
zu urteilen, dürfte ein kegelſportliches Feſt erſten Ranges
zu erwarten ſein. Der für den Feſtſonntag geplante
Bannerwagenzug, der das Bundesbanner mitführt, und
in dem verſchiedene Gruppenwagen ſein werden, wird ſich
vorausſichtlich in Sachſenhauſen aufſtellen, über die
Ober=
mainbrücke und dann den Weg des Schützenfeſtzuges
ge=
hen. Ein großer Vergnügungspark, der Tanzpodium,
Karuſſells. Schießbuden uſw. umfaßt, wird ebenfalls
er=
richtet werden. Das ausführliche Feſtprogramm wird in
den nächſten Tagen veröffentlicht.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 9. Juli. Auftrieb durch Händler 165 Schweine.
Preiſe bei einem Schlachtgewicht von 50 Kg. 1. Qualität,
ausgeſuchte Ware 78 Mk., 2. Qualität 77 Mk., 3. Qualität
75—76 Mk. Marktverlauf: rege, Ueberſtand. —
Schweine=
markt am 10. Juli. Auftrieb durch Händler 135 Schweine.
Preiſe bei einem Schlachtgewicht von 50 Kg. 1. Qualität,
ausgeſuchte Ware 78=Mk., 2. Qualität 77 Mk., 3. Qualität
75—76 Mk. Marktveklauf: mäßig. Ueberſtand. —
Kälber=
markt am 10. Juli. Auftrieb durch Händler 111 Kälber.
Preis bei einem Lebendgewicht von 50 Kg. je nach
Quali=
tät 52—65 Mk. Marktverlauf: rege.
Frankfurt a. M., 10. Juli.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 117 Rinder,
darunter 31 Ochſen, 2 Bullen, 84 Färſen und Kühe, 577
Kälber, 152 Schafe und 1570 Schweine. Preiſe für
1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark:
feinſte Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 64—68
(107—113); mittlere Maſt= und gute Saugkälber 58—62
(98—105); geringere Saugkälber 53—57 (90—97);
Maſt=
lämmer und jüngere Maſthämmel 45—46 (94—96); ältere
Maſthämmel und gut genährte Schafe 37—39 (88—92);
Fettſchweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 58½—60 (76—78);
vollfleiſchige Schweine über 2½ Ztr. Lebendgewicht
58½—60 (74—77); vollfleiſchige Schweine über 2 Ztr.
Lebendgewicht 58—60 (76—78); vollfleiſchige Schweine
bis zu 2 Ztr Lebendgewicht 57½—60 (75—77).
Markt=
verlauf: Kälber und Schafe ruhig; Schweine feſt. Alles
verkauft.
Das Kind.
Janderausſtellung der Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglingsfürſorge.
Der Behandlung, Pflege und Ernährung des Kindes
n den erſten Tagen und Wochen desSäuglingsalters iſt eine
iberaus inſtruktive und ſorgfältig zuſammengeſtellte
Aus=
tellung gewidmet, die die Großh. Zentrale für
Nutter= und Säuglingsfürſorge in Heſſen
ns Leben gerufen und die als
Wanderausſtel=
ung von Darmſtadt aus ihren Weg durch möglichſt
diele Städte und Orte des Heſſenlandes nehmen ſoll,
den Gedanken der ſorgfältigſten Säuglingsfürſorge zur
virkſamen Bekämpfung der Sterblichkeit der Kinder im
jarteſten Alter immer weiter die Wege zu bahnen. Die
Ausſtellung „Das Kind” wird heute eröffnet. Wir hatten,
dank dem liebenswürdigen Entgegenkommen der Zentrale,
ichon geſtern Gelegenheit, unter ſachkundiger Führung der
Schweſter Frl. Schubert und des Herrn Dr. Möller,
die Ausſtellung zu beſichtigen und dürfen nach dem erſten
Eindruck konſtatieren, daß die Zentrale mit dieſer
Wander=
usſtellung „Das Kind” der langen Kette ihrer ſchönen
Erfolge ſicher ein neues bedeutſames Glied hinzufügt.
Da die Ausſtellung von vornherein als
Wanderaus=
tellung gedacht war, iſt der größte Wert darauf gelegt,
saß ſie leicht zu verpacken und zu transportieren iſt und
n bezug auf Raum= reſp. Lokalforderungen möglichſt
reringe Anforderungen ſtellt. Es ſind zur Verpackung
reſondere, ſehr praktiſche Transportkiſten angefertigt
wor=
en, die mit den zu verpackenden Gegenſtänden
gleich=
gutende Nummern tragen, ſo daß ſehr leicht die ganze
lusſtellung an einem Tage von einem Ort zum anderen
jebracht und fertig aufgeſtellt werden kann. Ihr größter
Vorzug iſt, daß alles, was gezeigt und empfohlen iſt, in
der Praxis erprobt wurde und nicht auf bloßen
Theorien beruht, und daß bei vielen dieſer Gegenſtände,
die die junge Mutter braucht, wenn ſie einem neuen
Menſchenkinde das Leben ſchenkt, gezeigt wird, wie ſie
durch Selbſtanfertigung leicht und vor allem billig
her=
geſtellt werden können. Es handelt ſich alſo hier — was
beſonders zu bemerken wohl berechtigt iſt —, nicht um eine
Ausſtellung für reiche Leute, ſondern in erſter Linie für
ſolche, die weniger mit Glücksgütern geſegnet ſind,
und=
das iſt ja, trotz des „zunehmenden Wohlſtandes” wohl
immer noch die größere Hälfte des Volkes. So zeigt die
Ausſtellung, daß ſich die junge Mutter auch mit wenigem
Geld eine hygieniſch einwandfreie, geſunde Wochenſtube
herrichten kann. Von der Säuglingswäſche werden ſogar
Muſterſchnitte verabfolgt, die die Selbſtherſtellung er
eichtern. Führungen die von Zeit zu Zeit
ſtatt=
finden, werden dazu beitragen, von der Zweckmäßigkeit
der ausgeſtellten Gegenſtände zu überzeugen und vor
allem von der Notwendigkeit der Hygiene in der Wochen=
und Kinderſtube. Beiſpiele und Gegenbeiſpiele, letztere
ohne geſuchte Uebertreibung, aus der Praxis geſammelt
verden dieſe Ueberzeugung und das Verſtändnis feſtigen
helfen. An dieſen Gegenbeiſpielen wird dem Beſucher
erſt klar, wie furchtbar heute noch geſündigt wird in der
Kinderſtube, und zwar meiſt in gutem Glauben, denn
ſchließlich meinen’s ja doch alle Mütter gut mit ihren Kin
ern. Aerzte und Schweſtern der Zentrale werden bei
dieſen Führungen Vorträge halten und Erläuterungen
geben, Anfragen beantworten und Auskünfte erteilen, ſo
daß die Organe der Zentrale in immer engere Fühlung
mit der Mutter kommen und bleiben. Zu den Wander
kurſen deren bisher 22 mit über 1500 Hörerinnen
ab=
ehalten wurden, wird die Ausſtellung alſo eine wertvolle
Ergänzung bilden.
Die Ausſtellung „Das Kind” zerfällt gewiſſermaßen
in zwei Abieilungen, eine theoretiſche und eine praktiſche
Zahlreiche Tafeln und graphiſche Darſtellungen —
ent=
worfen von Regierungsrat Knöpfel — beſchäftigen ſich
in populär=wiſſenſchaftlicher Weiſe mit den Problemen des
Geburtenrückganges und der Säuglingsſterblichkeit, die in
gewiſſem Sinne in organiſchem Zuſammenhange
mitein=
ander ſtehen, inſofern, als ſcheinbar mit dem
Ge=
burtenrückgange die Verminderung der
Säuglingsſterb=
lichkeit zuſammengeht. In Wirklichkeit hat das natürlich
ganz andere, auf wirtſchaftlichem Gebiet liegende Gründe.
Immerhin iſt die Tatſache aber intereſſant, wenn auch
er=
freulich nur inſoweit, als ſie beweiſt, daß die — gegen
früher — wenigen Kinder mit größerer Sorgfalt und
Fürſorge behandelt werden, als es früher bei den vielen
Kindern in einer Familie der Fall war. Theoretiſch könnte
man daraus den an ſich ja ebenfalls erfreulichen Schluß
ziehen, daß unſere Generation ein= ſowohl geſundheitlich
wie erzieheriſch beſſeres Menſchenmaterial hervorbringt.
Da ſind Tafeln mit einer Gegenüberſtellung der
Ge=
burten Deutſchlands und Frankreichs. Sie zeigen, daß wir
1840 noch prozentual niedriger, 1844 gleich mit Frankreich
varen, und von da ab Frankreich bedeutend überflügelt
haben, daß wir aber jetzt in gleichem Maße den
Geburten=
rückgang zu verzeichnen haben, den Frankreich ſeit einem
halben Jahrhundert hat. Eine ganz gleiche Erſcheinung
wie dieſe Tafel zeigt eine andere, die die gleichen
Ver=
hältniſſe der Provinzen Starkenburg und Oberheſſen
dar=
ſtellt. Natürlich hat die Erſcheinung hier ganz andere
Urſachen, die im weſentlichen in der Abwanderung
be=
gründet ſind, die in Oberheſſen ungleich ſtärker iſt als in
Starkenburg. Bemerkenswert iſt, daß auch in dem
frucht=
barſten Alter der Frau, alſo in den erſten Jahren der Ehe,
die Geburten ſtark abnehmen (was im übrigen in allen
Lebensaltern gleich zu konſtatieren iſt); ein Beweis dafür,
daß auch die kinderloſen Ehen zunehmen. Aus den
Dar=
ſtellungen über den Zuſammenbang zwiſchen
Geburten=
rückgang und Säuglingsſterblichkeit iſt d.e für uns Heſſen
Der neue Balkankrieg.
Eine montenegriniſche Erklärung.
* Cetinje, 9. Juli. Aus amtlicher
montenegrini=
ſcher Quelle verlautet: Der Miniſter des Aeußern
beantwortete die Note, in der der bulgariſche
Ge=
ſandte im Auftrage ſeines Monarchen die Abreiſe aus
Cetinje notifizierte, mit folgender Note vom 8. d. M.
die an den mit dem Schutze der bulgariſchen Intereſſen
bbetrauten ruſſiſchen Geſchäftsträger gerichtet iſt:
Mit dem in London unterzeichneten
Friedens=
vertrage zwiſchen den vier verbündeten Balkanſtaaten
und der Türkei trat letztere an Bulgarien, Griechenland,
Montenegro und Serbien und ſomit an die Verbündeten,
ſämtliche weſtlich der Linie Midia-Enos gelegenen
Ge=
biete der europäiſchen Türkei ab. Alle dieſe Gebiete
wur=
den erworben dank der übermenſchlichen Anſtrengung der
Verbündeten und ſollten unter ihnen in einer der
Billig=
keit entſprechenden Weiſe und im Verhältnis zu den
Opfern, die jeder von ihnen gebracht hatte, aufgeteilt
wer=
den. Die bulgariſche Regierung dachte jedoch
anders. Nach der Unterzeichnung des Londoner Friedens
erhob ſie immerneue Anſprüche, die ſich auf einen
vor dem Beginn des Krieges der Verbündeten mit der
Türkei mit der ſerbiſchen Regierung abgeſchloſſenen
ge=
heimen Vertrag ſtützten. Da dieſer Vertrag der
montenegriniſchen Regierung von ihren ſerbiſchen und
bul=
gariſchen Verbündeten niemals zur Kenntnis gebracht
worden war, ſah die Regierung des Königs von
Mon=
tenegro ihn für nichtig an, inſoweit er Beſtimmungen
über die Verteilung des Kondominiums der Verbündeten
enthielt und ſchickte auf die Nachricht, daß die bulgariſche
Regierung Truppen konzentriere, um bei den Verbündeten
den Vertrag mit Gewalt durchzuſetzen, eine Armee an den
Wardar=Fluß, um ihre Intereſſen zu wahren und ihre
Verpflichtungen gegenüber den ſerbiſchen und griechiſchen
Verbündeten zu erfüllen. Indem Bulgarien auf ſeinen
rechtswidrigen Forderungen beſteht und einen
Schieds=
ſpruch des Kaiſers von Rußland vereitelt, griff es zu
Mit=
teln der Gewalt, um mehr zu erlangen, als ihm in dem
Londoner Vertrag zugeſprochen worden war, und am
17./30. Jnni um 3 Uhr früh wurden unvermutet ſeine
Verbündeten auf der Wardar=Linie und der
ſüdmazedo=
niſchen Linie in der Abſicht angegriffen, ſie durch eine
Ueberrumpelung der Frucht ihrer ungeheueren Opfer zu
berauben. Bulgarien führt den Krieg fort ohne
ihn erklärt zu haben. Konſequenterweiſe erteilte die
bul=
gariſche Regierung ihrem Vertreter in Montenegro den
Auftrag, Cetinje zu verlaſſen, was dieſer auch einige
Stunden darauf, ebenſo wie das Perſonal der
Geſandt=
ſchaft, tat, ohne es zu wagen, ſeine Abreiſe zu begründen,
die in weiterer Folge entweder den Abbruch der
diplo=
matiſchen Beziehungen oder eine bloße Unterbrechung
würden bedeuten können. Unter dieſen Umſtänden iſt die
montenegriniſche Regierung der Anſicht, daß die Miſſion
des Vertreters des Königs von Bulgarien bei dem König
von Montenegro beendet iſt und daß die
diplomati=
ſchen Beziehungen zwiſchen Bulgarien und
Mon=
tenegro ſeit geſtern zu beſtehen aufgehört haben.
Bulgariſche Kriegsmeldungen.
* Sofia, 9. Juli. Die bulgariſchen
Trup=
pen erzielten heute auf der ganzen Kampflinie
bedeu=
tende Erfolge. Sämtliche Angriffe der ſerbiſchen
Truppen auf der Front Sultantepe=Pataritza wurden
unter enormen Verluſten für die Serben zurückgeſchlagen.
Die Bulgaren machten einen Gegenangriff und ſchlugen
die Serben in die Flucht. Die bulgariſchen Truppen
ver=
folgen den Feind, der ſich gegen Egri=Palanka
zurück=
zieht. Ein erbitterter Kampf iſt bei Kotſchana im Gange.
Auch hier wurden die Serben mit beträchtlichen Verluſten
zurückgeſchlagen, worauf die ſiebente bulgariſche Diviſion
die Offenſive ergriff. Die Angriffe des linken
griechi=
ſchen Flügels nördlich von Doiran wurden ebenfalls mit
großen Verluſten zurückgeſchlagen. Im Oſten am rechten
Strumaufer operieren die griechiſchen Truppen ſchwach.
* Berlin, 10. Juli. Im Auſtrage des
Miniſte=
riums des Aeußern verbreitet die ſerbiſche Geſandtſchaft
folgende Richtigſtellung: Allen von bulgariſcher Seite
verbreiteten Nachrichten, daß bei den letzten Kämpfen die
Serben die Angreifer waren, iſt entgegenzuhalten: Aus
bulgariſchen Operationsbefehlen, Dienſtbefehlen,
Zeugen=
ausſagen und Tagebüchern gefangener bulgariſcher
Offi=
ziere geht hervor, daß die bulgariſche Armee in Stärke
von etwa 150000 Mann und etwa 200 Geſchützen einen
Ueberfall auf die ſerbiſchen Stellungen in Mazedonien
unternahm, was auch daraus hervorgeht, daß die
ſerbi=
ſchen Vorpoſten überrumpelt wurden und die Bulgaren
im erſten Anlauf bis zu den ſerbiſchen Hauptpoſitionen
gelangten. Zum Beweiſe befinden ſich in ſerbiſchen
Hän=
den amtliche ſchriftliche bulgariſche Operationsbefehle, die
veröffentlicht werden. Ferner ſteht feſt, daß die Bulaaren
in keinem einzelnen Falle den Befehl gaben, die
Feind=
ſeligkeiten einzuſtellen, oder daß ſie ſich aus eigener
Ini=
tiative zurückgezogen hätten. Auch die Behauptung, daß
die Serben in das Gebiet der alten bulgariſchen Grenzen
eindrangen, entſpricht nicht den Tatſachen. Das Umge=
kehrte iſt vielmehr der Fall, wie die bulgariſchen Angriffe
bei Zaitſchar, Kadi Bogaz, St. Nicolas, Kujazevatz,
Pirot und Vlaſſina beweiſen. Daß die
bulgari=
ſcherſeits gemeldeten Kämpfe bei Veles, Kumanowo,
St. Nicolas oder Kliſſeli nicht ſtattgefunden haben
können, geht ſchon daraus hervor, daß die ſerbiſchen
Truppen die Bulgaren auf der ganzen Linie der
Bregal=
nitza (Kriwolak, Iſtip, Kotſchana, dem Oſſegowo=Gebirge
und Egri Palanka) zurückgedrängt haben und die Angriffe
an der alten ſerbiſchen Südgrenze bei Vlaſſina (zwiſchen
Wranja und Pirot) abgewieſen ſind. Ein Blick auf die
Karte zeigt dies genügend.
Serbiſche Kriegsmeldungen.
* Belgrad, 10. Juli. Das Preſſebureau meldet:
Alle Angriffe der Bulgaren auf die
ſerbiſch=
bulgariſche Grenze zwiſchen Zajetzar und Pirot ſind
voll=
ſtändig abgeſchlagen worden. Die Einnahme von
Knjazevac durch die Bulgaren war möglich, weil in
der Stadt nur wenig Soldaten waren; als aber die
Ver=
ſtärkungen ankamen, wurden die Bulgaren vollſtändig
zurückgeſchlagen. Es befindet ſich jetzt kein bulgariſcher
Soldat mehr auf ſerbiſchem Boden.
* Belgrad 10. Juli. 1 Uhr früh. Die
Ser=
ben haben nach kurzem Kampfe Radowiſchta, die
Grie=
chen Petritſch und Strumitza erobert. Die Bulgaren
flohen panikartig in der Richtung auf Planina und
Plaskowitz. Geſtern abend ſind die in Knjazevac
einge=
drungenen Bulgaren, amtlichen Meldungen zufolge,
voll=
kommen aufgerieben worden. Bei Wlaſina wurde
eine bulgariſche Eskadron gefangen und eine bulgariſche
Maſchinengewehrabteilung erbeutet. Die Bulgaren unter
General Kovatſchew ſind im Rückzuge begriffen, teils in
der Richtung auf Dubnitza, teils in der Richtung auf
Petſchewo.
* Belgrad, 10. Juli. Geſtern nachmittag hat die
ſerbiſche Kavallerie bei der Verfolgung der
bul=
gariſchen Armee, die ſie völlig auseinandergeſprengt
hat, Radowitſchabeſetzt. Der Feind hat ſich, ohne
den geringſten Widerſtand entgegenzuſetzen, zurückgezogen.
Die Bulgaren haben bei ihrem fluchtartigen Rückzuge
nicht die Zeit gehabt, die gefallenen bulgariſchen
Offi=
ziere und Soldaten zu beerdigen.
Griechiſche Kriegsmeldungen.
* Athen, 9. Juli. Der Kriegsminiſter gibt
folgende Nachrichten bekannt: Erſtens: Die
griechi=
ſchen Truppen haben geſtern die Päſſe des Belaſitza=
Gebirges (Bereſch=Bagh) lebhaft angegriffen. Die
Bul=
garen, nachdem ſie vielleicht von den Truppen bei Iſtip
Verſtärkungen erhalten hatten, leiſteten lebhaften
Wider=
ſtand, wurden jedoch Schritt für Schritt
zurückge=
drängt. Sie hatten bereits einzelne Päſſe genommen,
als der Einbruch der Nacht den Kampf unterbrach. Große
Trainkolonnen der Bulgaren von Militär begleitet,
ſah=
man das Strumitza=Tal hinab gegen Petritſch marſchieren.
Dies ſcheint die erſte Staffel des Rückzuges zu ſein, den
die Bulgaren vor einigen Tagen begonnen haben.
Zwei=
tens: Unſere Truppen verfolgen den Feind, der ſeinen
Rückzug nach Petritſch durch die Enge des Strumitza=
Tales bewerkſtelligt. Infanterie=Abteilungen und eine
unſerer Diviſionen haben die vom Feinde mit Artillerie
beſetzten Hügel heftig angegriffen, Gefangene gemacht,
fünf Kanonen und ein Maſchinengewehr erobert.
Drit=
tens: Griechiſche Truppen, die von Doiran auf Strumitza
vorrücken, nähern ſich den Schanzgräben des Feindes bis
auf 200 Meter. Ein heftiger Angriff bei Tagesanbruch
zwang die Feinde, ihre Stellung unter großen Verluſten
zu räumen. Eine raſtloſe Verfolgung brachte ſie zur
Auf=
löſung, ſo daß ſie in haltloſer Flucht Gewehre, Munition
und Ausrüſtungsſtücke fortwarfen. Die griechiſchen
Trup=
pen ſetzten ihren Vormarſch fort und erreichten Coſturino
ſüdlich von Strumitza, eine ſtarke hochgelegene Stellung
von größter ſtrategiſcher Wichtigkeit.
* Athen. 10. Juli. Die Griechen haben
Ka=
valla und das ganze Strumitzatal beſetzt.
Die Haltung Rumäniens.
* London, 10. Juli. Reuter erfährt aus gut
un=
terrichteten rumäniſchen Quellen, daß die
Mobilmach=
ung Rumäniens noch in dieſer Woche durchgeführt
ſein wird. Rumänien nimmt gegenüber keiner der
krieg=
führenden Parteien eine feindliche Haltung ein; es will
aber keine Veränderung des Gleichgewichts auf
den Balkanhalbinſeln zulaſſen, welche ihm ſelbſt ſchaden
könnte. Wenn Serbien ernſtlich bedroht ſein ſollte, werde
Rumänien gezwungen ſein, ſeine Truppen nach Bulgarien
zu ſchicken; wenn dagegen Bulgarien bedroht ſein ſollte,
werde Rumänien ſeinen Einfluß zugunſten Bulgariens
ausüben. Außerdem will es ſich eine ſtrategiſch
vorteil=
hafte Grenze ſichern zur Verteidigung ſeines Gebietes,
und um eine Revanchepolitik Bulgariens, falls etwa
Ru=
mänien gezwungen wäre, gegen Bulgarien vorzugehen,
unmöglich oder recht ſchwierig zu machen. Daher iſt es
wahrſcheinlich, daß die rumäniſchen Truppen bulgariſches
Gebiet bis zu der Linie Turtukai (Turtarkan) an der
Donau bis Baltſchik am Schwarzen Meer beſetzen
wer=
den und daß der Reſt der Streitkräfte zur Durchführung
der=
rumäniſchen Politik, die Gefährdung des Gleichgewichts der
Kräfte auf der Balkanhalbinſel durch eine Intervention
zwiſchen den Kriegführenden zu verhindern, verwandt
wird.
Bulgarien gibt nach.
* Paris, 10. Juli. Die Agence Havas meldet aus
Petersburg: Bulgarien erklärte, um weiteres
Blutvergießen zu vermeiden, überlaſſe es völlig
Rußland, die Einſtellung der
Feindſelig=
keiten herbeizuführen.
IB Wien, 10. Juli. Von hervorragender
diploma=
tiſcher Seite wird der Neuen Freien Preſſe gemeldet:
Bulgarien hat in Erkenntnis ſeiner ſchwierigen
politiſchen und militäriſchen Lage bei den
Großmächten das Erſuchen geſtellt, ſie möchten bei
Serbien und Griechenland Schritte einleiten, um zu
er=
fahren, unter welchen Bedingungen dieſe bereit wären,
über den Abſchluß eines Waffenſtillſtandes zu
unterhan=
deln. Die franzöſiſche Regierung, die im Einverſtändnis
mit ihrem Alliierten handelt, hat die Initiative ergriffen,
um der bulgariſchen Regierung den Rat zu erteilen. Man
wird ſich nun mit der ſerbiſchen und griechiſchen
Re=
gierung in Verbindung ſetzen, um dieſe zur Annahme des
Waffenſtillſtandes zu bewegen, und man hat die
Hoff=
tung, die Zuſtimmung dieſer beiden Staaten um ſo
leich=
ter zu erhalten, als ſie ſich nach vollkommen objektiven
Berichten gegenwärtig in viel günſtigeren Poſitionen
be=
finden ſollen, als zu Beginn des Krieges. Nur dürften
e ihre Forderungen nicht zu hoch ſpannen. da Bulgarien
den Krieg auf Tod und Leben lieber fortſetzt, ehe es ſich
unmögliche Bedingungen auferlegen läßt. Gleichzein
wird man darüber verhandeln, unter welchen
Bedinau=
gen die vier Balkanſtaaten jetzt die Petersburger
Kon=
ferenz beſchicken werden. Es iſt aber nicht ausgeſchloſſen,
daß angeſichts der vollkommen veränderten Lage ein
Schiedsgericht ganz Europas in Kraft tritt und die
Kon=
ferenz über die Aufteilung Mazedoniens an einem
an=
deren Orte als in Petersburg ſtattfindet.
Wetternachrichten.
* München, 9. Juli. In den bayeriſchen Bergen
iſt ein großer Wetterſturz eingetreten. Auf den
Höhen von 1000 Metern liegt Neuſchnee. Es herrſcht eine
ungewöhnliche Kälte. Durch den Schneedruck ſind die
Wälder geſchädigt.
— München, 10. Juli. Seit dem 24. Juni
regnet=
s in Bayern ununterbrochen. Die Flüſſe ſind
an=
geſchwollen und die Ufer überſchwemmt. Im bayeriſchen
Oberland gießt es in Strömen.
* Genf 9. Juli. Aus der Zentral= und Oſtſchweiz
aufen Nachrichten über Unwetter ein. Verſchiedene=
Alpenſtationen melden Schneefälle bis in 1500 Meter=
Höhe, ſowie bedeutenden Temperaturfall.
* Mailand 10. Juli. In Italien wütet ſeit
24 Stunden ein furchtbarer Sturm. Die
Um=
gebung von Berame hat durch Hagelſchlag ſchweren
Scha=
en gelitten. Der Schaden wird auf über eine Million=
Lire geſchätzt. Aehnliche Nachrichten kommen auch aus
Toscana. In der Umgebung von Verona ſtürzte infolge
des Sturmes ein Haus ein, wobei vier Perſonen
verſchüt=
tet wurden. Es gelang, die Verſchütteten zwar zu
ret=
ten, doch war eine Perſon bereits tot, die drei anderen
ſchwer verletzt.
Vermiſchtes.
— Freunde geſunden Humors werden ſchon oft
anden=
gemütvollen, ſinnigen Gedichten des Darmſtädter
Dialektdichters Karl Schaffnitt ihre helle
Freude gehabt haben. Sie wird es gewiß intereſſieren
daß das vor kurzem erſchienene erſte Heft der im Auftrag
der Hiſtoriſchen Kommiſſion für das Großherzogtum
Heſ=
ſen herausgegebenen Heſſiſchen Biographien einen Lebens
abriß Schaffnits bringt.
* Was koſtet die Fleiſchportion für de
Soldaten? Für ſämtliche Garniſonen wird
halb=
jährlich, je nach den örtlichen Koſten, das tägliche Ba
köſtiaungsgeld für den Soldaten feſtgeſetzt; damit müſſe
die Truppenteile dann wirtſchaften. In dem neueſte
Armee=Verordnungsblatt” finden wir wieder dieſe Liſt
Am billigſten iſt danach die tägliche Fleiſchportion m=
20,5 Pfg. (die geſamte Beköſtigung mit 37 Pfg.)
Rieſenburg in Weſtpreußen zu beſchaffen, und es
ſchein=
daß die dortigen Küraſſiere dabei ſehr gut gedeihen
Am meiſten — 29,8 Pfg. — koſtet das Fleiſch in
de=
lothringiſchen Garniſonen Diedenhofen und Ober
gentringen, wie ja überhaupt im Reichslande die preußiſch
Armee von den Lieferanten „hochgenommen” zu werde
pflegt. Nahezu ebenſo teuer iſt aber auch Hanau, do
ſcheint es ſich da um eine vorübergehende Teuerung
handeln, und daher ſind die Preiſe auch nur für d
Zeit bis zum 30. September feſtgeſetzt. Dann folge
beſonders bedeutſame Tatſache zu erſehen, daß trotz der
Geburten minderheit gegenüber Bayern die
Säug=
lingsſterblichkeit geringer iſt wie dort. Das iſt
ein offenſichtlicher Erfolg unſerer
aus=
gedehnten Säuglingsfürſorge. Dieſer
Erfolg macht ſich beſonders bemerkbar in einer Darſtellung
der Sterblichkeit in den einzelnen Kreiſen. Waren früher
— bis 1910 — die Kreiſe Offenbach, Mainz und das
Ried durch ganz beſondere Sterblichkeit ausgezeichnet, ſo
iſt das jetzt weſentlich anders beſſer geworden. — Andere
Tafeln orientieren über die Säuglingsſterblichkeit in den
verſchiedenen Lebensaltern und Jahresabſchnitten; ſie
be=
weiſen, daß die Sterblichkeit im erſten Vierteljahre und in
den Sommermonaten Juli-September weitaus am
größten iſt, und hier wieder beſonders groß in der Stadt
(47 Prozent, gegen 36 Prozent auf dem Lande).
Umfangreicher, noch inſtruktiver und für die große
Mehrzahl der Beſucher auch wohl intereſſanter, iſt die
zweite Abteilung der Ausſtellung, die ſich ausſchließlich
mit der praktiſchen Darſtellung des Guten und
Schlechten, des Hygieniſchen und Unhygieniſchen befaßt.
Dieſe Abteilung ſpricht für ſich ſelbſt eine klare und
ein=
dringliche Sprache. Alle Erfahrungen weiſen immer
wie=
der darauf hin, daß die natürliche Ernährung des
Säug=
lings durch die Mutter die beſte Gewähr für ſein Gedeihen
bietet. Auch hier wieder ſind Tabellen zum Beweiſe
her=
angezogen, und ſie zeigen auch, daß die ſtillenden Mütter
am meiſten gegen den Bruſtkrebs geſchützt ſind. Die
Ge=
wichtsverhältniſſe von natürlich und künſtlich ernährten
Kindern reden eine deutliche Sprache. Empfehlenswerte
Schriften dienen dem Selbſtſtudium und der Belehrung.
Auch hier iſt die Auswahl ſtets nach praktiſcher Erprobung
getroffen. Ein Album, enthaltend künſtleriſche
Darſtel=
lungen der Mutter Maria als ſtillende Mutter, bietet ein
ebenſo vornehmes wie überzeugendes Anſchauungsmate=
rial. Dann die Beiſpiele und Gegenbeiſpiele. Da ſind
Glaskäſten mit Sammlungen der aus dem Gebrauch
ent=
nommenen Saugflaſchen, Lutſchern, Semmeldietzeln” und
allen möglichen anderen Dingen, die unbedingt aus der
Kinderſtube verſchwinden müſſen. Daneben wird
gleich=
zeitig der hygieniſch einwandfreie Erſatz gezeigt, und es
iſt von Intereſſe, zu konſtatieren, daß die geſundheitlich
einwandfreien Dinge in den überwiegend meiſten Fällen
billiger und im Gebrauch praktiſcher und wirkſamer ſind,
als das geſundheitgefährdende Zeug. An weiteren Beiſpielen
und Apparaten wird die Zubereitung der Säuglingsmilch,
Reinigung uſw. der Flaſchen, einfache Vorrichtungen, die
Milch warm oder kühl zu halten, dargeſtellt. Bei all
dieſen Dingen iſt praktiſch gezeigt, wie leicht man ſich
der=
artige Apparate ſelbſt ohne Koſten mit geringer Mühe
herſtellen kann. In einer ganzen Reihe von Glaskäſten
liegen die gefunden und zweckmäßigen Kleidungsſtücke
für Säuglinge, und wieder iſt am Gegenbeiſpiel gezeigt,
was dabei vermieden werden muß. Vor allem dem
Gummi= und Wachstuch in der Säuglingskleidung und im
Säuglingslager wird der Krieg erklärt, denn dieſes Zeug
ſperrt die ſo notwendige Luft ab und hindert die
Aus=
dünſtung. Weitere Käſten enthalten eine
Zuſammenſtel=
lung der ſchädlichen und gefährlichen Spielzeuge:
Klap=
pern, Raſſeln uſw. Manche Mutter wird ſich beim Anblick
dieſer Abſchreckungsbeiſpiele erſt ihrer Sünden bewußt
werden. Auch hierzu wird der hygieniſch einwandfreie
Erſatz gezeigt, der im weſentlichen in ſolchen Spielſachen
gefunden wird, die ausgekocht alſo desinfiziert
wer=
den können, wie ungefärbte Gummifiguren,
Zelluloid=
gegenſtände, waſchbare Bilderbücher und dergleichen mehr.
Der Spielzeugfrage iſt übrigens erhöhte Bedeutung
zu=
gemeſſen. Auch für erwachſene Kinder, inſonderheit für
Mädchen, ſind muſterhafte Spielzeuge ausgeſtellt, die ſchon
im Kindesalter beim Puppenſpiel den kleinen Puppen=
müttern unbewußt nahelegen, wie ſie ihre „Kinder” b
handeln ſollen, wie die Bettchen und Wägelchen beſchaff
ſein ſollen und wie nicht. Und es iſt auch gezeigt, we
man den Kindern nicht zum Spiel mit Puppen geb
ſoll, alſo alles nicht, was auch aus der wirklichen Kinde
ſtube verbannt iſt.
Weiter ſind ausgeſtellt muſterhafte Säuglingswäſck
beſtände, wie ſie von der Zentrale allerdings nur in
Au=
nahmefällen an Bedürftige abgegeben werden. Danne
ſogen. „Wanderſack” der alles enthält, was bei der 6
burt und in den erſten Tagen für Mutter und Kind
Wüſche, Stechbecken, Schüſſeln und ſonſtigen Gegenſtänd
notwendig iſt. Dieſe Wanderſäcke werden den
Hebamm=
da leihweiſe zur Verfügung geſtellt, wo es an den nötig=
Vorbereitungen zum Empfange des neuen Erdenbürge
aus irgend einem Grunde fehlt. Daneben ſtehen
vorbi=
liche Bettkörbe und Bettchen, wie ſie im „Eleonorenhein
in Gebrauch ſind.
Beſonders inſtruktiv und wirkſam durch das abſchr
kende Beiſpiel iſt die Gegenüberſtellung eines Kinde
zimmers wie es ſein ſoll und wie es nicht ſein ſ.
Da iſt ein freundlich helles Zimmerchen abgeteilt 1
allen notwendigen einfachen, aber zweckmäßigen und hya
niſchen Utenſilien der Wochen= reſp. Kinderſtube, peinl
ſauber und freundlich, und daneben ein irgendwo aus
Altſtadt zuſammengetragenes „Auch=Kinderzimmer” dir
aus der Praxis entnommen. Das ſpricht Bände, und
iſt intereſſant, wie der Ausſtellung ungewollt ein Bewe
wie er überzeugender kaum gedacht werden kann, in d
— Fliegen erſteht. Sämtliche in den zwei Sälen v
handenen Stubenfliegen geben ſich hier in dieſem „Kind
zimmer” ein Rendezvous!
Die Ausſtellung, deren Beſuch unentgeltlich ſein
befindet ſich in den Räumen der Landwirtſchaftlich
M. 8t
Winterſchule, Alexanderſtraße 20.
St. Avold und Metz mit immer noch über 29 Pfg. für
die Portion. In der Billigkeit aber geben nächſt
Rieſen=
burg ein leuchtendes Beiſpiel Lübeck, Bielefeld und
Goldap, die mit 21,6 und 21,7 und 21,9 Pfg. täglich die
Fleiſchnahrung des Soldaten beſtreiten.
— Wenig philoſophiſche Schriftſteller haben mit ihren
Werken einen ſolchen Erfolg gehabt, wie Ludwig
Büch=
ner, der durch ſein bekanntes Buch: Kraft und Stoff, das
für viele Jahrzehnte allen materialiſtiſch geſinnten
Gebil=
deten und Halbgebildeten als Evangelium galt, mit einem
Schlage zum weltberühmten Manne wurde. Seiner
Welt=
anſchauung und ſeinen Gedankengängen widmet der
be=
kannte Gießener Philoſoph Hermann Siebeck in dem
kürz=
lich erſchienenen 1. Hefte der im Auftrag der Hiſtoriſchen
Kommiſſion für das Großherzogtum Heſſen
herausgege=
benen Heſſiſchen Biogtraphien (Darmſtadt, Großherzogl.
Staatsverlag) eine eingehende Würdigung und Kritik, die
es verdient, auch von weiteren Kreiſen beachtet zu werden.
Literariſches.
* Neue Reiſebücher. Von den im Verlage
von Albert Goldſchmidt, Berlin W. 35, erſcheinenden
Griebens Reiſeführern liegen weiter vor: Band
120: „Die Fränkiſche Schweiz”, 2., neu bearbeitete
Auflage. (1 Mk.) Als guter Führer zu Ausflügen oder
zu längerem Aufenthalt als Sommerfriſche erſcheint das
vorliegende Bändchen gerade zur rechten Zeit. Es gibt
alle wünſchenswerten Aufſchlüſſe über Unterkunfts= und
Verkehrsverhältniſſe und enthält alles, was dem Beſucher
der Landſchaft zu wiſſen notwendig iſt. Auch dieſer
Grie=
den kann jedem, der die Fränkiſche Schweiz kennen
ler=
ten will, als zuverläſſiger Führer empfohlen werden.
Band 62: „Nürnbexg und Umgebung” 15.
Auf=
age. Mit 2 Karten und Grundriſſen. (0,60 Mk.) Das
Büchlein führt den Untertitel „Praktiſcher Reiſeführer”
mit vollem Recht, denn alle Angaben, die der Reiſende
bei ſeinem Aufenthalt in der Stadt gebrauchen kann, ſind
in knapper, aber umfaſſender Darſtellung und in
zweck=
entſprechender Anordnung vorhanden, die reichen
Kunſt=
ſchätze des uralten Kulturzentrums ſind in intereſſanten
Ausführungen beſprochen. Daß Text wie Kartenbeilagen
den neueſten Stand der Dinge berückſichtigen, iſt
beſon=
ders hervorzuheben. — Band 71: „Bad Kiſſingen
und Umgebung” 16. Auflage, mit 2 Karten. (1 Mk.)
Schon die ſchnell hintereinander folgenden Auflagen
geben Zeugnis von der Beliebtheit des Führers. In der
Tat gehört dieſer Grieben=Band zu den beſten. In
ſach=
licher, gedrängter, überſichtlicher Weiſe gibt er Aufſchluß
ber alles, was für den Kurgaſt ſowohl wie für den
Tou=
riſten irgendwie wiſſenswert iſt. Die neue Auflage iſt
von dem früheren Badedirektor Deichmann gänzlich
um=
gearbeitet worden.
— Gartenbuch für Anfänger.
Unterwei=
ſung im Anlegen, Bepflanzen und Pflegen des
Hausgar=
tens, im Obſtbau, Gemüſebau und in der Blumenzucht.
Von Johannes Böttner, Königl. Oekonomierat,
Chefredakteur des praktiſchen Ratgebers im Obſt= und
Gartenbau. 10. Auflage (64. bis 80. Tauſend). Mit. 627
Abbildungen im Text, Frankfurt a. d. Oder, Verlagkvon
Trowitzſch u. Sohn. In Leinen gebunden 6 M. Mit dem
einziehenden Frühling erſcheint Johannes Böttners
ein=
zigartiges Gartenbuch in neuer Ausgabe und will
wie=
derum allen Gartenfreunden ein Führer und Berater in
allen gärtneriſchen Fragen ſein. Wer Böttners
Garten=
buch einmal geleſen hat, zieht es immer wieder zu Rate
und findet mit dem Erfolge neue Luſt und Liebe zur
Sache. Er wird das Buch immer weiter empfehlen und
damit der ſchönen, Körper und Geiſt erfriſchenden
Beſchäf=
tigung im Garten neue Freunde gewinnen, zum Segen
des deutſchen Gartenbaues.
— Schranka Buch berühmter Hunde. In
Zexikonform bearbeitet. Preis 1,20 Mk. Verlag von Hans
Lüſtenöder, Frankfurt a. M., Bauſtraße 10. Mit
Bienen=
kleiß ſind hier zahlloſe Hiſtörchen und Anekdoten von
be=
eühmten Hunden aus Sage und Geſchichte geboten. Vom
alten Cerberus, der die Polizei in der griechiſchen Hölle
ausübte, bis zu den modernſten Polizeihunden, finden
vir hier alle Hunde vereint, die ſich in Gutem oder Böſem
einen Namen gemacht haben. Es iſt ein amüſantes Buch,
n dem man gerne lieſt und blättert.
— Zur Anfertigung von Papierblumen
zibt ein ſoeben in 2. Auflage im Verlag von Otto Maier
n Ravensburg erſcheinendes prächtiges Büchlein eine
vor=
reffliche Anleitung; es führt den Titel „Papierblumen.
Dünſtliche Blumen. Eine Anleitung zu deren Herſtellung.”
Mit zahlreichen erklärenden Abbildungen und mit
Schnittmuſtern. Herausgegeben von M. Leonhardt. Preis
,80 Mark. (Verlag von Otto Maier in Ravensburg.)
Das Büchlein zeignet ſich beſonders durch praktiſche
Ge=
prauchsfähigkeit aus.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Juli. Die „Hohenzollern” hatte
eine ſehr ruhige Ueberfahrt. Die Temperatur iſt
winter=
ich. General v Freytag hält heute vormittag ſeinen
er=
ten Vortrag. An Bord iſt alles wohl.
* Berlin, 10. Juli. Das Militärwochenblatt meldet:
Seneralmajor v. Oheimb Remonteinſpekteur, iſt zu
den Offizieren von der Armee verſetzt; Oberſtleutnant
Saack, Vorſitzender der 1. Remontierungskommiſſion,
ſt zum Remonteinſpekteur ernannt worden. Oberſt von
Zlaſenapp, Militär=Veterinärinſpekteur, iſt mit der
Führung der 21. Kavallerie=Brigade beauftragt worden;
zu ſeinem Nachfolger iſt Oberſtleutnant von Kleiſt,
Vorſitzender der 5. Montierungskommiſſion, ernannt
wor=
den. Dem Generalmajor z. D. Werckmeiſter zuletzt
Kommandeur der vierten Infanterie=Brigade, iſt der
Tharakter als Generalleutnant verliehen.
* Kiel, 10. Juli. Heute vormittag kollidierte
die amerikaniſche Luſtjacht Caſſandca” mit dem Kreuzer
„Stettin‟. Die „Caſſandra” erlitt Schäden am
Vorder=
geſchirr, der Kreuzer wurde an der Backbordſeite
beſchä=
digt. Beide Schiffe ſind zur Reparatur hier eingetroffen.
Perſonen wurden nicht verletzt.
* Breslau, 10. Juli. Heute vormittag wurde im
Beiſein des Geheimen Oberregierungsrates Bochniſch für
den Reichskanzler, des Staatsſekretärs des Innern, des
Miniſterialdirektors Schröder und des Geheimen
Regie=
eungsrates Oldenburg vom Landwirtſchaftsminiſterium
der 2. Deutſche Gartentag eröffnet. Als
Ta=
rungsort wurde für 1914 Altona, für 1915 Nürnberg
feſt=
geſetzt.
* Innsbruck, 10. Juli. Zwei Leipziger
Tou=
riſten Hecht und Müller unternahmen vorgeſtern
einen Ausflug auf die Wiener=Neuſtädter Hütte, um von
dort den Gipfel der Zugſpitze zu beſteigen. Sie trafen
edoch auf der Hütte nicht ein. Als man in der letzten
Lah Hälſerſie hörtg aina ſedet ine Rettr-gäernsdition
ab; bis heute iſt alles Suchen aber vergeblich geweſen.
Da ſtarke Schneefälle eingetreten ſind, befürchtet man, daß
ein Unglück geſchehen iſt.
* Landeck, 10. Juli. Bei Sprengarbeiten am neuen
Tunnel der Arlbergbahn wurden beim Sprengen durch
her=
abſtürzende Steinmaſſen drei Arbeiter verſchüttet.
Zwei ſind tot, der dritte iſt ſchwer verletzt.
* Paris, 10. Juli. In der Kammer warf bei der
Beratung des Artikels 6 der Militärvorlage, der
ſich mit der Frage des Einſtellungsalters befaßt, Jaurés
der Regierung heftig vor, die Prüfung dieſer Hauptfrage
der Aushebung zu ſpät vorgenommen zu haben. Er
ſagte daß die Zuſammenhangloſigkeit der Regierung
an=
geſichts des Seelenzuſtandes der jungen Mannſchaften der
Jahresklaſſe 1910 tragiſch ſei, denn dieſen leuchtete ſeit
acht Tagen der Hoffnungsſchimmer des Freiwerdens.
Jaurés klagte die Regierung an, daß ſie die Kammer vor
die Alternative ſtelle: die ſchönſten Hoffnungen zu
enttäu=
ſchen oder die Krankheits= oder Sterblichkeitsziffer der
jungen Soldaten zu erhöhen.
* London, 10. Juli. Die Times meldet aus Peking
vom 9. ds.: Rußland hat eine Brigade von
Eiſenbahn=
ſchutztruppen mit drei Batterien Artillerie 20 Meilen von
Zizikar konzentriert. Zweck dieſer Aktion iſt, die
Entfern=
ung des chineſiſchen Militärgouverneurs durchzuſetzen,
deſſen völkerrechtswidrige Behandlung ruſſiſcher
Unter=
tanen Anlaß zu diplomatiſchen Vorſtellungen gegeben hat.
* Neu=York, 10. Juli. Die Vertreter des
geſam=
ten Zugperſonals aller öſtlichen Eiſenbahnen und
die Direktoren dieſer Eiſenbahngeſellſchaften haben am
Montag eine Zuſammenkunft mit dem Präſidenten
Wil=
ſon um die ausgedehnte Verbeſſerung der
Eiſenbahn=
ſtatuten zu beſchleunigen. Seitens der Angeſtellten
wer=
den ſechs Schiedsrichter anſtatt drei für die Vereinigten
Staaten verlangt. Dadurch hofft man die große Gefahr
eines Streiks zu vermeiden.
H. B. St. Gallen, 10. Juli. Es iſt feſtgeſtellt worden,
daß der geſtern bei St. Gallen erſchoſſene deutſche
Deſerteur mit dem Soldaten Karl Merz aus
Stutt=
gart identiſch iſt, der bei der 8. Kompagnie des
Grena=
dier=Regiments Nr. 119 geſtanden hatte und bereits als
Deſerteur ausgeſchrieben war. Er war 21 Jahre alt und
ſtammte aus Ebingen. Der von ihm überfallene
Gen=
darmeriewachtmeiſter liegt ſchwer verletzt danieder.
— Paris, 10. Juli. Bei einer
kinematographi=
ſchen Aufnahme erlitt die Sängerin Miſtinguette
ſchwere Verletzungen am Kopf, da der Hammer,
mit dem der Totſchlag markiert werden ſollte, nicht
ge=
nügend umwickelt war.
Briefkaſten.
X. B. Der Vermieter hat die Wohnung in
vertrags=
mäßigem Zuſtande zu erhalten. Hieraus ergibt ſich das
Recht des Mieters auf Beſeitigung aller Beläſtigungen
in den Räumen. Zu den Beläſtigungen zählt die
Unge=
ziefer=, Mäuſe= und Rattenplage. Iſt deren Beſeitigung
nicht möglich, ſo iſt der Mieter, vorausgeſetzt, daß es ſich
um eine erhebliche Beläſtigung handelt, zur ſofortigen
Kün=
digung des Mietvertrages berechtigt.
S. Der Verein hat das Lokal gemietet, er beſtimmt
darüber, wen er zulaſſen will. Dem Wirt ſteht eine
Ein=
rede nicht zu; ſie würde eine Beeinträchtigung des
Be=
nutzungsrechtes des Mieters darſtellen. Der betr. Herr
macht ſich nicht ſtrafbar, wenn er der Einladung des
Ver=
eins Folge leiſtet.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
liz Rshengunst!!
mit seidenen
Sanimel=
wappenbilder
1 1956
Reine weiße Haut. Dr. Kuhns
JugenV. Edelweiß=Crème, 2.50, 1.50 u.
=Seife 1.00, 0.60. Franz Kuhn, Kronen=Parf.,
5
Nürnberg. Hier: F. B. Grodhaus, Seifenf.
a. weiß. Turm, ſowie in Apoth., Drog. u. Parfüm. (V,7922
Motorwagen-Fahrräder.
Man verlange
Hed Preisliste.
Vertreter: Haas & Bernhard, Rheinstr.
iteſſer, Pickel, Puſteln, auch brauue Haut, kurz,
Hautunreinigkeiten jeder Art werden am
leich=
teſten und ſicherſten dadurch beſeitigt, daß man durch
längeren täglichen Gebrauch von „Zucker’s Patent=
Medizinalſeife” nach Vorſchrift eine leichte, völlig
unmerkliche Abſchälung einer feinen Oberhautſchicht
her=
beiführt, wodurch die verſtopften und im ſpäteren
Stadium vereiterten Porenöffnungen der Haut wieder
geöffnet und zur Abheilung gebracht, Verfärbungen der
Haut, auch Sommerſproſſen uſw., aber ohne weiteres
mit abgelöſt werden und verſchwinden. Dieſes
Ver=
fahren iſt eventuell nach einiger Zeit zu wiederholen,
wenn der Erfolg einer einmaligen längeren Anwendung
noch nicht dauernd ſein ſollte. Bei empfindlicher Haut
empfiehlt ſich daneben der regelmäßige Gebrauch der
bekannten Zuckooh=Creme. Beide Präparate ſind wohl
ſo ziemlich das Beſte, was die Wiſſenſchaft im Kampfe
erger Hautunreinheiten kermt.
254é
EiE
Hergestein unter Aufsichf eines
Aatuwenden.
stangegeälten Ghemter
besonders del
9 S
W( Aaaraus Fal.
de
wickung wigenschaff!.
Prleigechers (e.
Ueberall erhältlich
begründer.
S
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Mitteilung, daß geſtern
meine liebe Gattin, unſere treubeſorgte Mutter
und unſere gute Schweſter und Tante
Frau Mandalene Rau
geb. König
nach ſchwerem Leiden ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der tranernden Hinterbliebenen:
Joh. Rau.
Darmſtadt, den 10. Juli 1913.
Die Beerdigung findet am Samstag,
nachmit=
tags 2½ Uhr, vom Portale des Friedhofes
aus, ſtatt.
(15090
Todes=Anzeige.
Geſtern nachmittag 5 Uhr verſchied nach
langem Leiden unſere liebe, unvergeßliche Mutter
Margarethe Beverle
geb. Buschbaum.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Emilie Beyerle.
Darmſtadt (Hochſtraße 27), Berlin,
Amerika, den 10. Juli 1913.
Die Beerdigung findet am Samstag,
nachmit=
tags 3½ Uhr, von der Friedhofskapelle aus,
ſtatt.
(15072
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem mich ſo ſchwer betroffenen Verluſt meiner
lieben Gattin
(15095
Karoline Weis
geb. Metzger
ſage allen Verwandten, Freunden und Bekannten
meinen tiefgefühlteſten Dank. Insbeſondere danke
ich noch Herrn Pfarrer Beringer für die ſo
troſt=
reichen Worte und dem Weichenſteller=, Bahn= und
Hilfsbahnwärter=Verein für die ſchönen
Blumen=
ſpenden.
Gotthold Weis, Weichenſteller i. P.
Darmſtadt, den 10. Juli 1913.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Zwiſchen ſchwach ausgeprägten Hochdruckgebieten
über Südweſt= und Nordoſteuropa erſtreckt ſich eine
Tiefdruckfurche vom Nordmeer bis Weſtrußland. In
ihr bewegen ſich Zyklonen in ſüdöſtlicher Richtung. Bei
neiſt weſtlichen Winden herrſcht bei uns trübes, kühles,
regneriſches Wetter. Wir haben auch morgen auf der
Südſeite der Tiefdruckfurche mit trübem, regneriſchem
Wetter zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 11. Juli:
Meiſt trüb, Regenfälle, kühl, weſtliche Winde.
Tageskalender.
Ergänzungswahl für die Gemeindevertreiung der
evang. Johannesgemeinde von 5—7 Uhr im
Gemeinde=
haus.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. —
Bür=
gerkeller um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage: Expedition,
Rhein=
ſtraße 23): Der Kaiſer in Hagenbecks Tierpark zu
Stel=
lingen, Brindejone in Kopenhagen, die
Reichstags=
ſitzung vom 30. Juni, in der die Wehrvorlagen
ange=
nommen wurden.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Feriseizung unseres Inventur-Ausverkaufs
in
Damen-Konfektion.
Batistblusen . . 95₰, 1.50, 2.50, 3.25
Batistkleider . . . 4.50, 14.50, 19.50
Leinen-Kostüme . . . 6.50, 9.50, 12.50
Garnierte Kleider . . 9.75, 19.50, 25.−
Jacken-Kostüme . . 9.50, 12.50, 15.50
Seiden- und Voileblusen 4.50, 6.50, 7.50
Morgenröcke . . .
3.75, 6.75 usw.
Matinée
. . 2.90, 3.90 usw.
Unterröcke
95 ₰, 1.25, 1.75 usw.
Ein großer Posten
garnierter Hüte mit eleg. Garnituren . .
6.50, 3.50, 1.50.
(1508d
Ecke Elisabethen- u.
Garr Scherkan Ced wilhelminenstrasse.
Nicht der billige Preis alleie
veranlasst die Wiederverkäufer u. Konsumenten,
ihren Bedarf in Eier und Butter in dem
verneihete Hengrnreſalte
zu decken, sondern auch die
fach-
männische und kulante Bedienung mit nur
bester und frischester Ware. (15091
G
Umſtändehalber gutgehend., älteres
Obſt=, Gemüſe= und
Eiergeſchäft (*2885
ſofort zu verkaufen. Tüchtige Leute
finden gute Exiſtenz. Miete 700 M.,
bei täglicher Durchſchnitts=
Ein=
nahme von zirka 70 Mk. Ernſte
Reflektanten erfahr. Näheres durch
B. Baer, Landwehrſtr. 18, Tel. 1145.
per Rolle v. 25 Pf.
Capezieren, an, wird gut
aus=
geführt. Off. A 18 Exped. (*2888fs
8 Zaimmer wennung
mit Bad, elektr. Licht und Stallung
für 1 Pferd per 1. Auguſt geſucht
in guter Lage der Stadt,
Südvier=
tel bevorzugt. Gefl. Angebote unt.
8 18 an die Expedition des Blattes
erbeten.
(13610t
Inunmittelbar. Nähe d. Inf.=Kaſ.
Hobl. Zimer
(für Auguſt) geſucht. Offerten
mit näheren Angaben unt. A. 12
an die Expedition ds. Bl. (15063
Reſſeres Fräulein ſucht per 1. Auguſt
gut möbl. Zimmer. Off. u.
A 19 a. d. Expedition. (*2887
Pr. bolire
ist bis Mitte August
verreist. (IV15o777b
für Ausſtelungs=
Ein Erker awecke zu
ver=
mieten Dieburgerſtr. 18. (14745t
Annastrasse 44
elegante 6 Zimmerwohnung, event.
auch mehr Zimmer, z. 1. Oit. d. Z.
Näh. daſelbſt 1. St.
(5020df
1 Zim
5
Mollerstrasse 9
1. Stock eine 5 Zimmer=Wohnung,
Fremdenzimmer, Mädchenkammer,
Gas u. Veranda, nebſt Zubeh. per
ſofort zu vermieten.
(13990t
Elisabethenstr. 72, III.
ſchöne 5 Zimmerwohnung mit
kompl. Bad u. allem Zubehör
per 1. Okt. zu vermieten.
Näheres Eliſabethenſtr. 68,
(14490t
Kontor.
(4100
5 Zimmerwohnung per 1. Okt.
Einzuſ. zwiſch. 10. u. 12 Uhr. (11522f
Matislidenstr. 1, 2. Stock,
Frdl. ger.5 Z.=W.m. gr. Fremdenz.
u. 2 Kam. in der Manſ., Bad. mit
Einr. u. Küchenbalk. per 1. Okt.
NäheresHeinrich Funk,
Grafen=
ſtraße 23½, Tel. 446. (14168t
Gerbinnsſtr. 43 ſchöne 5
Zim=
merwohnung per 1. Okt. (14426t
Heinrichſtraße 97 ſchöne Fünf=
Zimmerwohnung.
(15078oide
Le
Martinſtr. 1 1½, 3. St., gr.
neu=
herg. 4 Zim.=W. m. geſchl. Veranda,
gr. Vorpl., Badez. u. all. Zub. z.
1 Oktober. Näh. daſ. (*2562idf
Schöne 4 Zimmerwohnung mit
Zubehör zum 1. Oktober zu
ver=
mieten. Zu erfragen
Heidelberger=
ſtraße 98, I.
(15010a
e eeee
große 3 Zim.=Wohn. per ſofort,
Preis 410 Mk. jährlich. Näheres
Riedlingerſtr. 21, part. (14814t
Liebfrauenſtraße 100, 3. Stock,
ſchöne 3 evtl. 4 Zim.=Wohn mit all.
Zub. per 1. Okt. zu verm. Näh.
Wendelſtadtſtr. 33, part. (14880t
Klappacherſtr. 76
Eine Drei=Zimmer=Wohnung zu
vermieten.
(B14775of
Hügelſtr. 19, 1. St, 3 Zimmer,
Keller und Bodenkammer per
1. Oktober zu verm. (14979omf
Wienersſtr 68, 3 Zimmerwohn.
ſof. od. ſp. Näh. Wienersſtr. 52. (*2850
Waldſtr. 16 eine kl. 3
Zimmer=
wohnung ſof. zu verm. (*2852fso
Grafenſtraße 16, Seitenbau,
3 Zimmerwohnung.
(*2838
Gr. 2 Zimmerwohn. in der
Alt=
ſtadt. Näh. Kahlertſtr. 1. (14213oidf
Eliſabethenſtr. 45 2 Zimmer u.
Zubehör. Näheres part. (14813if
an ruh. Leute
iZwel 2 Z.-W. zu vermieten.
Fuhrmannſtraße 1.
(*2752dfs
One Zimmer
In beſter Verkehrslage
gleich nahe dem Stadtinnern wie
dem neuen Bahnhof, iſt
Bis=
marckſtraße 51, 2. St., größere
Wohnung, modern neu hergerichtet,
mit Veranda, Gas u. elektr.
Licht=
anlage u. Vorgarten zu vermieten.
Näheres daſelbſt unten. (15029a
Heinheimerſtraße 8, eine kleine
Wohnung zu vermieten. (15003t
Schulſtr. 1, Hinterbau
3 ſchöne helle Räume, für Bureau
und Lager geeignet, ſofort zu vm.
Näheres im Laden lks. (14308a
6
M
Laden garren=, Kurzwaren= od.
Papierwaren=Geſchäft geeignet zu
vermieten. Soderſtr. 4. (*2779dis
In günſt. Lagev. Dieburg einen
Laben Mit einet
billigſt zu vermieten. Zu erfrag.
bei Conrad Himenz, Dieburg,
Altſtadt Nr. 5.
(*2871sid
Scieuer!
Im nordöſtlichen Stadtviertel
eine geräumige Scheuer zu verm.
Offert. unt. W 47 Exp. (14915mf
Friedrichſtraße 22, pt., 2 fein
möbl. Wohn= u. Schlafz. per ſofort
ev. 15. Juli zu vermieten. (13502t
Viktoriaplatz 9 möbl.
Zimmer=
zu vermieten.
(13803t
Ludwigsplatz 8, Vordhs., III.,
frdl. möbl. Z. a. ſol. Herrn. (14863a
Saalbauſtraße 38, 2. St.,
eleg=
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer
zu=
verm. Teleph. vorhanden. (15018a
Eliſabethenſtr. 29, Hths., 2 St.
links. möbl. Zimmer. (*2818dfs
Pension Weidig W
Gut möbl. Zimmer m.
Penſion=
für ſofort oder ſpäter zu
ver=
mieten.
(B10671i
1—2 gut möbl. Zimmer mit
Penſion ſofort zu verm.
Moſer=
ſtraße 5, Weidig. (B14098omf
Luiſenſtr. 6, 2. St., hübſch möbl.
Zimmer per ſofort. (14789oms
Alexanderſtr. 5, II., I., möbl
Zim. m. Kaffee 16 Mk. (*2812fs
Waldſtraße 16 gut möbliert
Wohn= u. Schlafzim., ſow. einz
Zimmer ſofort zu verm. (*2851fso
Wenckſtr. 5, I., möbl. Zimmer,
ſepar., ſof. zu verm. (*2845fs
zaKarlſtr. 28½, III.,ſchöne Schlaſt.
p. W. nur 3 M. m. Kaffee. (*2855
Roßdörferſtr. 65, II., ſchön.nei
möbl. Zim. zu verm., ruhiges Haus
geſunde Lage.
(*2859f
o. Herrn iſt ſchöne
Mädchen Zimmer als
Schlafſtelle ſof. abzug. Woche 2 M
Arheilgerſtraße 37. Stb., II. (*287
Möbl. Zim. zu ſed. Pr. zu vemn
Wohnungsnachw. Rückertstr. 8. (*28
Luiſenſtr. 34, I., 2eleg. Zim., köm
g. als Wohn= u. Schlafz. abg. w., ſep.
Gemütliches Heim!
findet ält. Herr od. Dame, event
dauernd Schlosgartenstr. 9. (14862
Kurſe vom 10. Juli 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,50
74,10
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,60
3½ do. Conſols . .. 84,20
73,90
do.
3 do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,80
90,60
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,20
83,00
do.
3½
74,00
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 98,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,20
4 do. do. (unk. 1918) 96,60
do.
83,00
3½
do.
72,30
75,50
3 Sächſiſche Rente
4 Württemberg unk. 1921 98,30
do. v. 1900 94,10
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . 53,10
4 Italiener Rente . . 100,00
4½ Oeſterr. Silberrente 84,00
4 do. Goldrente . . . 87,30
4 do. einheitl. Rente . 81,00
3 Portug. unif. Serie I 62,30
3 do. unif. Ser. III 65,00
3 do. Spezial . . . . 9,85
5 Rumänier v. 1903 . . 97,40
4 do. v. 1890 .
4 do. v. 1905 . . 85,80
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 86,40
88,20
4 do. v. 1902 . .
99,50
4½ do. v. 1905 . .
3½ Schweden ..
4 Serbier amort. v. 1895 75,30
4 Türk. Admin. v. 1903 78,20
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 82,40
4 do. Staatsrente. . . 81,10
InProz=
1 Zf.
5 Argentinier
„ 98,30
4
da.
4½ Chile Gold=Anleiße . 88,25
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,60
4½
89,70
do.
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 76,00
3
bo.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 73,00
5 Gold=Merikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 64,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 133,60
7 Nordd. Bloyd . . . . . 115,301
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 123,50
Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 69½
Einz. Mk. 408 . .
6 Baltimore und Ohio . 92,25
6 Schantungbahn . . . . 117,25
8 Luxemb. Prince Henri 150,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 25,25
6 Pennſylvania R. R. . 110,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 61,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
. . 537,75
14 Ehem. Fabrik
Gries=
heim .
.229,50
30 Farbwerke Höchſt . . 592,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 327,00
10 Cement Heidelbera . . 137,75
30 Chem. Werke Albert 426,00
14 Hofzperkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 296,30
5 Lahmeher. . . . . . . 5
Zubrer=
Sehte
Dioid
8 Schuchert, Nürnberg 141,10
12 Siemens & Halske 207,00
5 Veramann Eletr. . . 120,80
10Deutſch.Ueberſe Eletr. 158,60
0 Gummi Peter . . . . 59,80
0 Kunſtſeide Frankfurt 59,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 406,00
9 Maſchinenf. Badenia 135,50
0 Wittener Stahlröhren 125,00
9 Steana Romana Petr. 142,75
15 Zellſtoff Waldbof . . 218,00
12,83 Bab. Zucker=Wag=
. 204,50
häufel. .
0 Neue Boden=A. A.=Geſ. 71,00
0 Südb. Immobilien . 50,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 159,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. .
.211,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 140,50
10 Gelſenkirchener . . . . 172,80
. . . 182,00
9 Harpener .
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 242,10
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
69,90
Caro. ..
6 Laurahütte . . . . . . 158,25
10 KaliwerkeAſchersleben
Weſteregeln 176,00
13
7½ South Weſt Afrieg
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nardb. Bloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 87,60
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . . . . 70,70
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,60
4 Oeſterr. Staatsbahn .
73.10
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 95,50
do,
Seher
Bf.
2‟ Oeſt. Südb. (Lomb.) 50,30
3 Raab=Oedenburg
73,90
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 84,30
4½ Moskau=Kaſan . . .
84,30
do.
4 Wladichawchas .. .. 84,30
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eſenb. . 70,00
do.
24 Lworneſer . . . . . 66,80
3 Salonique=Monaſtir . 60,40
4 Baadadbahn . .
78,70
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 91,90
4 Miſſouri=Paeiſie. . .
4 Northern=Paciſic ..
93,40
4 Southern=Paciſie .
88,50
5 St. Louis und San
. Franeises. . ..
F Tehnanteper . . . . ..
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 187,00
7½ Bergiſch=Märiſche
Bahn.
. . . . 140,60
9½ Berlin. Handelsgef. .154,00
6½ Darmſtädter Bank . 112,80
12½, Deutſche Bank . . .237,40
6 Deutſche Vereinsbank . 114,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,25
10 Diskonto=Kommandit 177,00
8½ Dresdener Bank . . 143,30
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,00
61) Mitteld. Kreditbank 113,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 112,70
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . . 131,75
7 Rhein. Kreditbank. . 12725
§ A. Schaaffhaufen.
Bankverein . . . . 108,00
7½ Wiener Bankverein . 128,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. ..5 ℳℳ . . 35,40
InProz.
Kteken
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. . . . . . . 85,40
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.52.
94,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank :. 95,00
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
3½
84,70
bo.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
96,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 96,80
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 .
84,70
S. 3—5 .
84,50
84,60
S. 9—11 ..
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
84,40
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917). . 94,80
3½ do. (unk. 1914) . . 83,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,80
3½
84.90
do.
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
. „
3½
do.
86,20
96,75
4 Frankfurt.
96,70
3½ do.
94,00
4 Gießen .
84,50
3½ do.
94,50
4 Heidelberg
3½
84,00
do.
4 Karlsruhe
3½
do.
Magdeburg.
do.
4 Mainz .
84,50
dv.
95,50
4 Mannheim.
84,80
do.
4 München .
3½ Nauheim
. 82,75
4 Nürnberg.
96,50
do.
4 Offenbach.
(.
Inbe
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden ..
3½ do.
86,(
14 Worms.
940
5½, bo.
85,
4 Liſſaboner v. 1886 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 176,
3½ Cöln=Mindner, 100 133.
3 Holl. Komm. . fl. 100 107,
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfand=
135,
briefe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,
. 125,
3 Olbenburger::
2½ Raab=Grazer ſl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . ſl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 191,
7s.15
Freiburger .
Fs.45
Mailänder .
.Fs. 10 34,
da.
.. fl. 7 34,
Meininger .
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,
do. v. 1858fl. 100 495,
Ungar. Staats . . fl. 100 380,
Venediger . . . . Fs. 30 64,
Türkiſche . . . . Fs.400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20 Franks=Stücke . . . . 16,
Amerikaniſche Noten. .
Engliſche Noten . . . . . 20,
Franzöſiſche Noten. . . . 50,
Holländiſche Noten. . . . 168,
78,
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,
Ruſſiſche Noten . .
Schweizer Noten . . . . . 50,
Reichsbank=Diskonto. . .
Reichsbank=Lombard 3sf. 7%.
Veriselzung unseres Inventur-Ausverkaufs!
Außerordentlich vorteilhafte Strümpfe für die Reise:
Damen-Strümpfe, schwarz und farbig, ohne Naht . . 45, 50, 60, 70, 80 Pfg. bis 1.50
Damen-Strümpfe, schwarz und farbig, Flor .
Damen-Strümpfe, Seidenflor, in allen Farben .
Damen-Strümpfe, reine Seide, in allen modernen Farben
Kinder-Söckchen mit Wollrand, schwarz und farbig .
Kinder-Strümpfe, fein gewebt, in schwarz und farbig
65, 90 Pfg., 1.—, 1.10, 2.10
. 1.25, 1.35, 1.40, 1.50, 2.50
2.25, 2.50 usw.
. : 50, 55, 60, 70 Pf. usw.
. 65, 70, 75, 80 Pf. usw.
Herren-Socken
schwarz und farbig,
ohne Naht
60, 70, 75, 85 ₰, 1.50
in Flor
859, 1.-, 1.10, 1.40, 1.50
Besondere
Gelegenheit:
1 r osten Korsetts 1.50, 2.25, 4.25
Ecke Elisabethen- u.
Carr Sckernain Ceos wihelmienstrasse.
Weiblich
Enpfehle mich im Weiſtſticken
Frau Hake, Forstmeisterstr. 2, III. (*2817df
Schulentlaſſenes Mädchen ſucht
Stellung vor= und nachmittags=
Inſelſtr. 19, Hth., I., r. (*2808df
Alleinſtehende, ältere Frau ſucht
Stelle zur Führung des Haushaltes.
Off. u. A 5 a. d. Exp. (*2841fs
Frau ſ. Waſchen in beſ. Häuſern
Lagerhausſtraße 32, II. (*3833
15jähr. Kindergärtnerin, ev,
ſucht Stellg. zu 1 Kinde geg. gering.
Gehalt. da Hand infolge Operation
noch Schonung bedarf. Näheres
(*2854
Rückertſtraße 13.
25 Jahre, im Haush. firm, Kranken=
und Säuglingspflege erfahren,
ſucht Vertrauensſtelle per ſofort
hier oder in Frankfurt. Beſte
Zeugniſſe und Referenzen. Gefl.
Angebote mit Angabe des Gehalts
a. Fr. Generalmajor Bickel,
Darm=
ſtadt, im Geißenſee, erbeten. (15053
Reinliche Frau ſucht Laufdienſt.
Marktſtraße 1. 2. Stock. (*2356
Alleinmädch. ſ. z. 15. Jult Stellg.
Karolina Beck, gewerbsmäßige Stell
n-
vermittlerin, Eliſabethenſtr. 22, II. (*
Jg. Frau ſ. Laufdienſt v. 15. Juli
an morg. 2—3 Std.
Klappacher=
ſtraße 76, Frau Krämer. (*2902
Männltel
Architekt
4 jähr. Praxis auf erſtem Büro,
Hochſchule, ſ. per 1. Aug. o. 1. Sept.
Stell. a. Darmſtädter Büro. Geh.
200 M Zeugn. u. Skizz. a. Wunſch.
Gefl. Off. u. W 64 Exped.(*270mdk
Vertrauensſtellung
ſucht als Buchhalter, Kaſſierer od.
als Stütze des Chefs ein älterer,
verheirateter, erfahrener,
bilanz=
ſicherer, zuverläſſiger Kaufmann,
tüchtige Arbeitskraft früher im
Bankfach, jetzt in der Induſtrie.
Eintritt per 1. Oktober od. früher.
Gefl. Angebote erbeten unter
1244 an Haaſenſtein & Vogler,
A.=G., Darmſtadt. (IV, 15076,131
Saub. kräftiger Burſche ſucht
Stellung als Hausburſche od. dergl.
Inſelſtr. 19, Hth., I., r. (*2806df
Weiblichn
Angehende
Verkäuferin
von hieſigem Damen=Konfektions=
Geſchäft geſucht. Of. mit Angabe
der Tätigkeit u. Gehaltsanſprüche
ſind unter W 67 an die Exp. d.
Bl. zu richten.
(14965a
Für Ladengeſchäft
Fräulein
jüngeres
mit ſchöner Handſchrift geſucht.
Näheres Expedition.
(*2863
event. Anfängerin, zum ſofortigen
Eintritt geſucht. Oferten unter
A 15 an die Expedition. (*2872
Ein Laufmädchen
od. eine Lauffrau ragsüb. geſucht
B15079) Heidelbergerſtr. 61, I.
(
Putzarbeiterinnen
per 15. Auguſt geſucht (15074
Carl Schürmann & Co.
Einlegerin
geſucht. Hofdruckerei Hohmann. (15050
Zwer Näberinen
für leichte Nähmaſchinen=Arb.
zum ſofortigen Eintrittgeſucht
*2873fs) Heß, Luiſenſtr. 6.
Auf i4 Tage wird ein junges
Mädchen zu einem Kinde geſucht.
Näh. Hochſtr. 26, I.
(*2848
Aelteres, unabhäng. Mädch. od.
Frau in mutterl. Haush. ſof. geſ.
28771s) Luiſenſtraße 34, III
Reinliche Fran oder Mädchen
vormittags 1 Stunde geſucht
Karlſtraße 117, 2. Stock.
(*2863
Für das Stüb.
Grafenſtr. 9, wird zum ſofortigen
Eintritt eine tüchtige Waſchfrau
oder Mädchen geſucht. (15075df
Köchinnen, Haus= u. Alinmädch.
in Privat= u. Geſchäftsh., Zimmer=,
Haus= und Serviermädchen für
Hotels u. Kurhäuſer, Küchenmädch.,
Stütze in Bäckerei geſucht für
ſo=
fort u. ſpäter.
(*2891
Frau Minna Dingeldein
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Eliſabethenſtr. 5, Tel. 331.
Hausmädch., w. ſervieren u. nähen
kann, i. g. Stellg geſ Karolina Beck,
gewerbsmäßige
Stellenvermitt=
lerin, Eliſabethenſtr. 22, II. (*2894
Tüchtiges, braves,
unabhängiges Mädchen
von morgens ½9 Uhr bis nach
dem Spülen p. ſofort geſucht.
Vorzuſtellen vormittags v. 10 bis
12 Uhr Roßdörferſtr. 11, I. (150881s
Schulmädchen
oder Junge
für leichte ſtundenweiſe
Garten=
arbeit geſucht
(15070
Mühlſtr. 50, part.
Zuverldss. Mann
für einige Stunden Freitag abends
zum Austragen von Zeitſchriften
geſucht. H. L. Schlapp,
Hofbuch=
handlung, Schulſtraße 5. (15051
Jung, gewandter, ſtadtund.
Fahrburſche als Milchfahrer geſ.
Dampfmolkerei Heinr. Wolf,
Darmſtadt, Woogsplatz 3. (14843a
Junger ſleihiger Arbeiter ver
ſofort geſucht. A. Castritäus,
Mühlſtraße 20.
(*2860fs
Klavierspieler
u. Violinspieler
oder Flötenſpieler für Samstags
und Sonntags geſucht. (*2881
„Drei Haſen”, Heinheimerſtr. 42.
Ce SIIMME SEINEF HERRN
Spezialgeschäft
in echt. Grammophonen
(Gramola) und Platten
K. Jäger, Darmstadt
Georgenstr. 11. Tel. 2579.
Heirat!
Akademiſch gebild. Herr mit groß.
Vermög. u. hoh. Einkomm., 25 J.,
vornehm. Charakt., Chriſt,
Sports=
freund, muſikaliſch, wünſcht zwecks
ſpäterer Heirat gebild. junge Dame
von großer Schönheit, wahrer
Herzensbildung und tadelloſem
Rufe, kennen zu lernen.
Ausführ=
liche Offerten, möglichſt mit Bild,
unter „Amor‟ A 22 an die
Ex=
pedition. Strengſte Diskr. (*2900fs
Meten
aller Beruſe
Offene Stellen enthält ſtets
die Zeitung: Deutſche Vakanzen=
Poſt, Eßlingen 143.
(I,1627
Aushilfswächter
geſucht
(*2879fs
Wach= und Schließgeſellſchaft.
Fahrbursche
ſucht Karl Bender,
Mineralwaſſer=
handlung, Eliſabethenſtr. 35. (*2889
Landwirtstöchter
23 J., ev. (Waiſe), 9000 Mk. bar,
23 J., ev.,
15000 Mk. bar,
24 J., kath.,
20000 Mk. bar,
32 J., ev,
18000 Mk. bar,
36 J., ev.,
. 25000 Mk. bar,
42 J., kath.,
16000 Mk. bar
u. dergl. mehr w. Heirat d. (I,15058
Frau Louise Edelmann
Frankft. a. M., Niddastr. 60, I., a. Hptbhf.
Gebildeie ſunge Dame ſucht für
Mitte Juli Reiſegefährtin nach
kleinem Gebirgsort in Tirol,
vor=
zügl. Luftkurort, ſehr billiger
Pen=
ſionspreis. Offerten unter A 17
an die Erp. ds. Bl. erbet. (*2876
Günſtige Gelegenheit
ſich ſelbſtändig zu machen
bietet ſich Herren, die über ein Betriebskapital von Mk. 1500.—
ver=
fügen, durch Uebernahme eines konkurrenzloſen Unternehmens
kaufmänniſche Kenntniſſe nicht erforderlich. Vorausſichtlicher
Jahres=
verdienſt ca. 10 000 Mk. Keine Lizenzſache. Zu ſprechen Freitag
abend 6—8, Samstag 8—1 Darmstadt, Hotel Köhler. (15045
eten eihe n ete en e ene ertet e net hte
Gelegenheit zur Selbständigmachung
suchen, finden durch
Uebernahme der General-Vertretung
für festbegrenzte Bezirke eines konkurrenzlosen Spezialartikels
(Holzbearbeitungsbranche) einer erstklassigen Werkzeugfabrik
vornehme und sichere Existenz.
Gefl. Angebote mit genauer Darlegung der Verhältnisse unter
(15064
Chiffre A 13 an die Exnedition d. Bl. erbeten.
Sehr guterh. Zadelur., den, ſaſt
neu, weg. Fortzug bill. zu verk.
Eliſa=
bethenſtr. 25½, 2. Tr., rechts. (*2867fs
Ieooomk.
II. Mypothek
geſucht auf prima Geſchäftshaus.
Offerten nur von Selbſtgeber erb.
unter A 16 an die Exped. (*2875
gibt auf prima Geſchäfts=
Wer haus in allererſter Lage
der Stadt 40000 Mk. an zweite
Stelle? Gefl. Off. v. Selbſtgeb. erb.
unt. W38 an die Exp. (*2639mfo
Suche a. fein. Obj. 15 500 Mk.
zur 1. Hypoth. od. 7000 Mk.
zur 2. Hypoth. von Selbſtdarl.
Schriftl. Offert. an C.Weldert,
Bensheim a. d. B. (IV 15002,75
Gunge Frau ſucht 100 Mk. zu
leihen geg. pünktl. Rückzahlung.
Off. unt. A 11 an die Exp. (*2857
10000 Mk., a.prima
Objekt zum 1. Okt. v. Selbſtg. geſ.
Off. unt. A. 8 an die Exp. (*2847fs
1. Hpp.,
400 Mark Darlehen
Sicherheit 2 ſolvente Bürgen
oder 3 Monatsakzepte. Offerten an
König in Arheilgen.
(*2862fs
Heidelbergerſtraße
zunächſt der Artilleriekaſerne,
Herſceſchmn
22 Zim. enthaltend, br. Korridore,
zur Errichtung eines Familien=
Penſionates geeignet, auf längere
Zeit zu vermieten od. zu verkaufen.
Alles nähere in der Exped. (B14817
Bauplatz m. Bauplan
für ein eingebautes
Einfamilien=
haus, enthaltend Keller, Küche,
Speiſekammer 7 Zimmer,
Kam=
mern, Bodenräume Verandas und
ca. 120 am Garten, Platz und Haus
zuſammen zum Preiſe von ea.
22000 Mk. zu verkaufen. (B13025
Der Bauplatz iſt im ſüdlichen
Stadtteil in nächſter Nähe des
Waldes und der elektriſchen Bahn.
Näheres durch Grchitekt Gg. Kugel
Wittmannſtraße 4.
Bauplatz
für Haus zum Alleinbewohnen
in der Herderſtraße mit Entwurf
für Haus mit 7 Zimmern, Küche
u. Nebenräumen iſt billig abzug.
Auch wird das Haus ſchlüſſelfertig
erſtellt. Näheres durch Architekt
Bg. Kugel, Wittmannſtraße 4.
(B15087
Telephon 763.
Durch meinen einfachen
Betrieb mit wenig Perſonal,
Erſparniſſe hoher Ladenmiete
und Bareinkäufen erſtklaſſ.
Fabrikate, fallen große
Un=
koſten zu Gunſten meiner
werten Kundſchaft weg.
Ver proßtlder
ſeit
und ſpart.
Durch den Maſſenverkauf
meiner gut eingeführten
Spezialmarke kann ich ſelbſt
im Billigſten beſondere
Vor=
keile bieten und ſind die
be=
liebteſten Preislagen:
Kräftige Sandalen von 23/47
billigſt. Kinderſchuhe von
Mk. 1.25 an, Pantofeln
mit Lederſohlen und Fleck
95 Pfg., Arbeiterſtiefel,
Qualitätsware —
Jagd=
ſtiefel — Touriſtenſtiefel,
Doppelſohle, geſchloſſ. Laſche
Mk. 10.50. (2397
Mainzer
Schuhhaus
4 Schillerplatz 4.
Einezwetreib. wit s Päſſen u.eine
dreireih. Wiener Ziohharmonka mit
12Bäſſen, eingelegt mit Perlmutter,
beide noch neu mit Stahlſtimmen,
ſw. eine Laute u. Gitarre preisw. z. verk.
Ecke Lindenhofſtr. u. Hinkelg. p. (*28s
Kleidermachkurse.
Junge Mädchen und Frauen
können unt. Aufſicht einer
Schnei=
derin ihre Garderobe ſelbſt
zu=
ſchneiden und anfertigen lernen.
Mäßiger Preis. Ganze und halbe
Tage. Schnittmuſterverkauf.
15052) Gutenbergſtr. 2, 3. St.
1. Darmstädter
Lehrbügelkursus.
An dem jetzt beginnenden Kurſus
können noch einige Damen
teil=
nehmen. Luiſenſtr. 6, 2. St. (*2901
50 Hehat
zu billigsten Preisen ein bedeutendes Haus der
Branche. Spezialität: Brautausstattungen von
600—1500 Mark. Anfragen unter A 21 an
die Expedition dieses Blattes.
15004
Union-Theater
Telephon 173
Rheinstraße 6
Heute letzter Tag
Das Blumenmädchen von Toneso
herrliche landschaftliche Naturaufnahme
Der Mann mit den drei Frauen
Komödie in 3 Akten, gespielt von Moritz Prince
Der Mainzer Schützenfestzug
vom 6. Juli ds. Js.
(15048
Ab Morgen
Großes Seemannsdrama.
Mille meine
Schaufenster
zu beachten.
Telephon 60.
am weissen Turm.
Heute letzter Tag
Das Recht
auf’s Dasein.
Kriminalroman in 3 Akten.
Morgen:
Nordischer Kunstfilm
Die Stimme des
Gewissens
mit (15082
Waldemar Psylander
in der Hauptrolle.
Es kommen grosse Posten Schuhwaren mit bis zur Hälfte ermässigten Preisen in bekannten
guten Qualitäten und nur reiner Lederausführung zum Verkauf:
(15084
Damen- echt Boxcalf- u. Chevreaux-Stiefel, schwarz u. braun, jetzt 4.50
Chevreaux-Schnürstiefel
„
jetzt 4.95
„ Chevreaux-Schnürstiefel, Derby-Lackkappe .
jetzt 5.50
„ weisse Glacélederstiefel
. . . jetzt 3.00
„ echt Chevreaux-Schnürstiefel, schwarz und braun . jetzt 5.50
„ „ Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit
jetzt 7.50
„ Boxcalf-Schnürstiefel, mit u. ohne Lackkappen, Rahmenarbeit . jetzt 8.50
„
Herren-Schnürstiefel mit Wichsbesatz
jetzt 5.50
Chevreaux-Schnürstiefel, Lackkappe, breite Form . jetzt 6.50
echt Chevreaux-Schnürstiefel, elegante Form .
jetzt 6.50
„ Box- und Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit jetzt 7.50
„ braun Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit, breite Form jetzt 8.50
„ Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit, breite Form . jetzt 9.50
„ Boxcalf-Schnürstiefel, Rahmenarbeit, breite Form . . jetzt 10.50
„
Halbschuhe in verschiedenen Ausführungen
. jetzt 3.—, 4.95 und 5.50
Pantoffeln, Mädchen- und Kinder-Artikel zu ausnahmsweise billigen Preisen.
Telephon 1445. Inh.: Hans Tod. Telephon 1445.
Jeden Dienstag u. Freitag Grosse Militür-Konzerte.
Freitag, den 11. Juli, abends 8 Uhr:
Grosses Militär-Konzert
der vollzähligen Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Reg. Nr. 61.
Leitung: Herr Obermusikmeister M. WEBER.
Im Programm: Wenn ich König wäre‟. „Geschichten aus dem!
(*2884
Wiener Wald‟, „LArlesiennet.
Im zweiten Teil: Jacaues Offenbach:
„Orpheus in der Unterwelt‟ Hoffmann’s Erzählungen‟, „
Gross-
herzogin von Gerolstein‟ „Pariser Leben‟.
Zum Schlusse: „Ein Abend bei Hans Tod‟, Potpourri.
Eintritt mit Programm 15 Pfg.
Heute Freitag, den 11. Juli 1913:
Volkstag.
Auf allen Plätzen
Letzter Tag der beiden Schlager
F u. Sie‟
3
Wanda Treumann — Viggo Larsen
(*2864
und
2
2UM
5
lympia-Theater
Rheinstr.
Darmstadt
Rheinstr. 2.
SOrisgennerbverein Harmstadt.
Gemeinſamer Beſuch
der internat. Baufach=Ausſtellung in Leipzig
am 27., 28. und 29. Juli.
Anmeldungen nimmt Malermeiſter Georg Kraus,
Luiſen=
lſtraße 40 (Telephon 1972), entgegen. Den Intereſſenten wird nähere
Auskunft erteilt. Mitglieder anderer Gewerbevereine können ſich an=
(14906mf
ſchließen.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.—
(B11302
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
aräinen und Sährtenrſtrchte
G aller Art wird zum. Bügein
an=
gen. Schützenſtr. 6, 2. St. (*2683ms
Erklarung. Kanal- und Klosettanlagen
Ich erkläre hiermit, daß ich
die gegen Fräulein Heleneſowie Reparaturen und Reinigungen werden fach=
Krasny ausgeſprochene
Be=
leidigung als unwahr und un= gemäß ſauber ausgeführt. Voranſchläge koſtenlos.
begründet zurücknehme. (*2861
Darmſtadt, 9. Juli 1913.
Anna Lücker.
Georg Kaiser,
Rheinstrasse 5 (235a)
geprüfter
Installateurmeister
Telephon 1067.
im Saison-Ausverkauf gute Ware billig
Wir machen auf unsere Vorräte in
Pobeline- und Loden-Konfektion
Kostüme, Kostümröcke, Mäntel und Kragen
aufmerksam, die zur Zeit in unseren Schaufenstern zu enorm billigen Preisen neu ausgelegt sind.
Popeline in unserer Qualitätsware ist ein vorzügliches Gewebe, praktisch und dauerhaft.
Loden bekannt gut im Tragen und strapazierfähig.
(15066
Der Rest an Bulgaren-Kragen und
feinen Tüll- u. Spitzen-Jabots durchweg
zur Hälfte des Preises.
Gobr!Fosieh!
Gr. Hess. Hoflieferanten
Ludwigsplatz.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Spitzhund 2 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (15056
Darmſtädter Herbſtmeſſe 1913.
Für die vom 21. bis 30. September 1913 dauernde
Herbſt=
meſſe und die am 21., 29 und 28. September ds. Js. ſtattfindende
Beſſunger Kirch= und Nachkirchweihe werden auf Grund eines
neuen Belegungsplans die folgenden Plätze auf dem Wege des
ſchriftlichen Angebots vergeben.
a. Herbſtmeſſe:
1. für ein Dampfkaruſſell bis 18 m Durchmeſſer,
2. für ein Karuſſell oder eine Schaukel (ohne Dampfbetrieb)
bis 15 m Dürchmeſſr.
3. für ein Karuſſell (ohne Dampfbetrieb) bis 12m Durchmeſſer,
4. für ein Hippodrom oder großes Schaugeſchäft bis 22 m
Durchmeſſer
5. für ein großes Schaugeſchäft bis 22 m Front und 10 m
Tiefe (einſchl. Stützen),
6. für mehrere Schaubuden in verſchiedenen Größen,
7. für mehrere Schießbnden und
8. für eine Photographiebude.
b. Beſſunger Kirch= und Nachkirchweihe.
1. ein Platz von 11 m Durchmeſſer für Kaguſſell oder Schaukel
ohne Dampfbetrieb
2. ein Schau= oder Schießbudenplatz bis 8 m Front und
6 m Tiefe.
Die Bedingungen mit Angebotsſchein und Plan ſind gegen
Einſendung von 50 Pfg. von dem Unterzeichneten zu bezihen. Sie
liegen nebſt dem Plan auch bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter (
Rat=
haus am Marktplatz) zur Einſicht offen.
Allen Angeboten ſind genaue Angaben über die Größe und
die einzelnen Abmeſſungen der Geſchäfte beizufügen. Angebote auf
Schaubudenplätze miſſen außerdem eingehende Angaben über die
Art des Unternehmens enthalten.
Angebote ſind, unter Verwendung der vorgeſchriebenen
An=
gebotsſcheine und mit der Aufſchrift „Angebot auf Meßplätzet
ver=
ſehen, bis ſpäteſtens
Donnerstag, den 24. Juli
bei dem Unterzeichneten einzureichen.
Die ſämtlichen übrigen Plätze werden öffentlich verſteigert
und zwar:
1. mehrere Plätze für große Zuckerbuden mit 8, 9 und 10 m
Front und 2½ m Tiefe,
2. ein oder zwei Plätze für Waffelbuden von 8 m Front und
2½—3½ m Tiefe,
3. die ſämtlichen Plätze für Verkaufsbuden und
4. die Plätze für Geſchirr, Glas und Porzellan.
Bemerkt wird, daß die am Hallenſchwimmbad gelegenen,
bis=
her aus freier Hand abgegebenen Plätze von 3: 2,20 m und 2: 2,20 m
bei der Verſteigerung zum Ausgebot gelangen.
Die Verſteigerung findet ſtatt am Dienstag, den 2.
Sep=
tember, vormittags 9½ Uhr, im oberen Lokale der Turngemeinde
am Woogsplatz.
(14588a
Der Meßplau und die Verſteigerungsbedingungen liegen
bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 28. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Obſtbaumzählung in 1913.
Nach Beſchluß des Bundesrats ſoll im laufenden Jahre eine
allgemeine Zählung der Obſtbäume ſtattfinden. Die Beſitzer von
Obſtbäumen in Hausgärten oder auf ſonſtigem Grundbeſitz werden
daher hiermit aufgefordert, den Beſtand ihrer Obſtbäume, unter
Trennung nach „Obſtſorten”, nach „tragfähigen” und „noch nicht
tragfähigen Bäumen” alsbald genau feſtzuſtellen. Mit der
Auf=
nahme dieſer Feſtſtellungen iſt das ſtädtiſche Feldſchutzperſonal
be=
auſtragt, welchem ſeitens der Beſitzer die diesbezüglichen erforderlichen
Angaben zu machen ſind, auch jede weitere gewünſchte Auskunft zu
erteilen iſt.
Darmſtadt, den 5. Juli 1913.
(14976ms
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Oktroi für Wein.
Der in der Stadt=Gemarkung hergeſtellte Wein und Obſtwein
(auch Johannisbeer= und Stachelbeerwein) unterliegt der
Oktroi=
abgabe.
Wer Wein oder Obſtwein herſtellt, hat dies vor Beginn der
Kelterung der Oktroiverwaltung ſchriftlich oder mündlich anzuzeigen!
unter gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen die Kelterung begonnen
und beendet werden ſoll. Ueber die Anzeige wird eine Beſcheinigung
erteilt, die im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit der Aufſicht
beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem
zu jeder Zeit bereitwilligſt zu geſtatten iſt, die Menge des bereiteten
Moſtes, ſowohl im Kelterhaus, als im Keller feſtzuſtellen. Vor dieſer
Feſtſtellung darf von dem gewonnenen Moſt nichts verbraucht oder
entfernt werden.
Nach beendeter Kelterung wird der Oktroi von dem hergeſtellten
Moſt nach den Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben.
Hier=
bei werden von der durch die Aufnahme ermittelten Geſamtmenge
5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind
die Weingroßhändler, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom
30. Novenber 190, betreſend den Oktroiariſ, vorgeſchene Srleichte
rung für den Weinhandel zugeſtanden iſt. Sie haben nach Anleitung
der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter zu führen, in das dis
Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft einzuſchreiben
iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen eigenhändig
unter=
ſchriebenen Auszug aus dieſem Regiſter der Verwaltung zuzuſtellen.
Er dient als Grundlage für die Berechnung und Erhebung des
Oktrois.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben
vor=
geſchriebenen Kelterregiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden
entweder nach § 15 des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als
Hinterziehung beſtraft oder, falls der Betrag des hinterzogenen
Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit Ordnungsſtrafen von
2 Mark bis 30 Mark geahndet.
(13745a
Darmſtadt, den 21. Juni 1913.
1
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jgeger.
ich ach der Satzung der Darmſtädter Volksbank=Stiftung ſollen
deren jährliche Erträgniſſe dazu verwendet werden, befühigten
12 ſelbſtändigen Darmſtädter Bauhandwerkern ein Reifeſtipendium
oder eine Beihilfe zur Teilnahme an einem Meiſterkurſus oder
eine Beihilfe zur Beſchickung einer gewerblichen Ausſtellung
zu gewähren. Ein Teilbetrag iſt bereits auf unſer erſtes
Aus=
ſchreiben vom 9. Juni ds. Js. vergeben worden, ein Reſt ſteht dem
Kuratorium zur weiteren Verwendung noch zur Verfügung.
Bewerbungen um eine Beihilfe zur Teilnahme an einem
Meiſterkurſus oder zur Beſchickung einer gewerblichen
Aus=
ſtellung werden beſonders berückſichtigt. Die Geſuche ſind an den
Vorſtand unſerer Genoſſenſchaft zu richten und ſpäteſtens bis zum
25. Juli einzureichen.
(15073
Darmſtadt, den 9. Juli 1913.
Darmstädter Volksbank
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht.
Torſ=Verſteigerung.
Montag, 14. Juli 1913, vormittags 10 Uhr
anfangend, werden auf hieſigem Rathauſe
ca. 450000 Stück Torf
an den Meiſtbietenden verſteigert.
(15057fs
Pfungſtadt, den 9. Juli 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
J. V.: Nungeſſer.
Bllanz fur 1912
der Gemeinnützigen Gartenſtadt=Genoſſenſchaft m. b. H.
zu Darmſtadt.
Eitene
Paſſiva
ℳ
ℳ
Daſitn
Grundeigentum
26815-
Spareinlagen .
Häuſer . 97844.44 ℳ6
Reſerveſonds .
Abſchrei=
635174
97251/78l Anleihen
592.66
bung
10800-
1 620701—
65/74)l Reſtkaufſchilling
Sparkaſſeguthaben
Rückſtänd. Forderungen 19217o
Inventar . 8.45 ℳ
Abſchreibung 6.45
Kaſſebeſtand
2000
Verluſt . . . .
Summe (1003207af
Summe (1605207a
Zahl der Mitglieder am 31. Dezember 1911 . . . .
. . 102
Ausgeſchieden am 31. Dezember 1911 infolge
Kündigung 4
Tod
Wegzugs 4
Bleiben 85
Zugang im Jahre 1912 . . .
Beſtand am 31. Dezember 1912
Die Haftſumme betrug am Schluſſe des Geſchäftsjahres . 29 400 ℳ
und hat ſich gegen das Vorjahr vermindert um:
2 100 ℳ
Das Geſchäftsguthaben betrug am Schluſſe des Geſchäfts=
. . 26815 ℳ
jahres
und hat ſich gegen das Vorjahr vermehrt um
490 ℳ6
Die Richtigkeit vorſtehender Bilanz beſcheinigt
Darmſtadt, 27. Juni 1913
(15093
Der Aufſichtsrat:
Der Vorſtand:
Gretzſchel.
Hüthwohl Thoß Herbert.
2
1am
Faruld Heisozer
Bewachungs-Abonnements
mit Einbruchsdiebstahl-Versicherung u. Kontrolle am Tage
Darmstädter Wach- u. Schliessgeselischaft
(13605fs
Elisabethenstr. 31, Tel. 461.
Bekanntmachung.
Freitag, den 1. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreinermeiſter
Wil=
helm Hermann Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 1405 888 Hofreite
Wendel=
ſtadtſtraße 13,
III 1406 150 Grasgarten (
Vor=
garten) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K1913
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 10. Juli 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,15080
Bekanntmachung.
Freitag, den 1. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Hauptmann a. D.
Eduard Zernin Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 625 602 Hofreite
Neckar=
ſtraße Nr. 9,
IV 626 557 Grasgarten mit
Gartenhaus
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K24/13
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das
einge=
legte Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 9. Juli 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,15104
En unſer Handels=Regiſter, Ab=
Iteilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Karidi Copany, Vertriebs=
Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung, Darmſtadt.
Durch Beſchluß der Geſellſchafter
vom 5. Juli 1913 ſind die
Be=
ſtimmungen über die Firma und
den Gegenſtand des
Unterneh=
mens geändert.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt: Die Fabrikation und der
Ver=
trieb von geſetzlich geſchützten
Neu=
heiten und ſonſtigen Artikeln,
ins=
beſondere auf dem Gebiet der
Genuß= und Nahrungsmittel=
Induſtrien unter der Bezeichnung
„Johnsburg”.
Die Firma iſt geändert in:
„Johnsburg”, Vertriebs=
Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung.
(15055
Darmſtadt, 7. Juli 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Ein unſer Handels=Regſter,
Ab=
a teilung 2, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 30. Juni 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Ernſt Pallmann Nachf.,
Darmſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Reiner & Chriſtmann.
Am 2. Juli 1913.
Neu eingetragen die Firma:
Wilhelm Bücking,
Darm=
ſtadt.
Inhaber: Wilhelm Bücking,
Kaufmann in Darmſtadt.
Am 3. Juli 1913.
Neu eingetragen die Firma:
Emik Kleinen, Darmſtadt.
Inhaber, Emil Kleinen,
Kauf=
mann in Darmſtadt.
Gelöſcht die Firma:
Wilhelm Friedrich Paſche,
(15054
Darmſtadt,
Darmſtadt, 9. Juli 1913.
Großb. Amtsgericht Darmſtadt I.
Schöne Salongarnitur,
kuvfer=
gepreßt . Plüſch, mit 4 Seſſeln,
wie neu, unt. d. Hälfte d. reellen
Preiſes Karlſtr. 115, I. r. (*2903.
Sllabess!
(14766a
Feinſte
holl. Süßrahm=
Tafel=Butter
loſe ausgewogen
ſowie in ½ Pfund=Paketen
pro Pfund nur Mk. 1.30
Allerfeinſte
„Adler-Marke
das Beſte was es gibt
pro 1 Pfund . Mk. 1.45
Friſche bayeriſche
10 Stück 63 und 68 Pfg.
Friſche große Sied=Eier
10 Stück 7 3 Pfg.
große
Land-Eier
(beſte Sied=Eier)
10 Stück7 8 Pfg.
(15092
empfiehlt
Darmstädter
Math. Rosenstock
Ludwigstrasse 18, Karlsstrasse 102,
Kaupstrasse 42, Landwehrstrasse 13,
Telephon 490 u. 602.
Driginal Dresdner
Götterspeise
Herrl. Nachtiſch a 35, 3 Pak. 1 Mk.
(II,15065
Jos. Basenach.
mpfehle mich im Wieſern von
Grabdenkmälern
aller Arten. Billige Preiſe, reelle
(709a
Bedienung
Peter Karn,
Friedhof=Allee. Telephon 1396
Wohnung: Friedrichſtraße 11
Guterhalt. Herde 1,15X0,75m
1,00X0,62m 0,85X0,55m zu
ver=
kaufen. M. Reinheimer, Ofen=
(*2865fs
ſetzer, Kiesſtraße 31.
Schlüchtgenugel.
Verkauf nur Freitags,
Karl=
ſtraße 22 (Hof.) Empfehle für
heute in ſehr reicher Auswahl u.
pr. Qualität: Diesj. Odenwälder
Gänſe, feinſt gemäſtet. Diesjähr.
Enten, gemäſtet, das Beſte was
geboten wird, junge Hahnen von
1 Mk.—2 Mk. Truthahnen bis
10 Pfd. ſchwer, 80 Pfg. pro Pfd.
1912er Brathahnen u. Brathühn.,
ſehr zart, billigſt. Suppen= und
Frikaſſeehühner, von 1,50 Mk. an.
Junge Tauben von 50 Pfennig an
Alles friſch geſchlachtet u. ſauber
gerupft. Italieniſches Zuchtgeflüg.,
über 100 St. zur Auswahl, billigſt.
Schröder.
(*2896
Riesengross
und von keiner Seite zu übertreffen sind die
Vorteile 1
die wir Ihnen in unserem diesjährigen
bieten. Wir können hier nur einige Beispiele anführen.
Inanan!
1 Posten
Lackk., Lederfutter,
Press-
falte, alle Grössen .
Auffallend billig!
m. schw. Dam.-Halbschuhe
Auffallend billig!
1 Posten
mod. schwrz. Dam.-Schnür-
M.
mit u. ohne Lack-
Stiefel kappe, Gr. 38 bis 41
Auffallend billig!
1 Posten
mod. braune Dam.-Knopf- u.
Serie I
halbschuhe 6. 9o, II. 6 M.
Auffallend billig!
schwrz. u. braun. Damenstiefel
mit und ohne Lackkappen II.
1 Posten mod.
Hunderte Einzelne Paare
Die nicht mehr in allen
Grössen vorrätigen Herren- u. Damenstiefel, Halbschuhe usw.
in schwarz u. braun, darunter hochfeine Sachen aus 1. Fabriken Deutschlands
zu und unter Selbstkostenpreis.
Ein
Auffallend billig!
Post. Herren-Werktagstiefel
Wichsleder, guter Boden
Serie I 5.75
. Serie II
Auffallend billig!
1 Posten
moderne Herrenstiefel
Chevreau, Lackkappen,
amerik. Fasson, Gr. 40-
Auffallend billig!
Ein
avorzi
Posten Herrenstiefel Rindt
moderne Fasson .
Auffallend billig!
Ein
p vorzügl.
50
Posten Herrenstielut chepr.
u. Rindbox, mit u. ohne
Lack-
kapp., sonst Preis bis 12 I.
Sandalen
Turnschuhe
riesig billig!
Achtung, nicht übersehen!
Ein Posten
vorzüglich. BoI-Kinderstiefel
Grösse 27/30 4.25 Grösse 31/35 4.75
Ein Posten
Segeltuchsandalen
Gr. 23/26 C.95
„ 27/30 . 1.10
„ 31/35 . 1.25
Nur ein kleiner Teil ist in unseren Schaufenstern ausgestellt.
Daher geil. Besichtigung in unserem Laden erwünscht.
parterre u. erster Stock.
(15043
Cllabess!
(14768a
Sung!
Morgen auf dem Marktplatz
ſowie Mathildenplatz 10
billiges Schweinefleiſch
und Wurſtwaren
Fleiſchw. u. Schwartem. 80 Pf.
Leber= u. Blutwurſt . 70 Pf.
ausgel. Schmalz .
80 Pf.
la Wurſtfett
60 Pf.
Schweinemetzgerei (*2895
A. L. Dieter.
Friſche Odenwälder
Landbaner
per Pfund 1.25 Mark
empfiehlt
M. Greib, Schulstr. 9
Telephon 735. (*2886
Ein bewähtes Mitet zut
natürlichen Mäſtung und
Fütterung aller Tiere. —
Das=
ſelbe befördert und kräftigt
die Verdauung und den
Knochenbau. Die Tiere
er=
halten nach deſſen Gebrauch
ein marktfähiges,
wohlge=
nährtes Ausſehen und eine
in die Augen fallende
Ueppig=
keit; in Paketen à 35 nd
50 Pfennig.
Gebrüder Vierheller
Darmstadt
Schustergasse 14, Telephon 299,
tür. Kleiderſchr. gr. Spiegei,
Fahrrad f. 15 Mk.
Alexander=
ſtraße 17½, Hths. 3. Stock. (*2883
ſfeg. Platzm. bill. z. verk.:1 Ablauf=
Wbrett, kl. Kaffeebr., Lampe,
Kom=
modeaufſ. u. Bild. Soderstr. 1 6, II.I(*
Jagdhund
5 Mon. alt, gute Abſtamm., bill. zu
verk. Wienersſtr. 69, part. (*2880fs
5 junge deutſche Schäferhunde
(Eltern la Stammb.) zu verk.
*2836fod) Georg Repp, Arheilgen.
½ Monat alt,
Dobermünner, edler Abſtamm,
kurzes lackſchwarzes Haar ohne
Unterw. mit dkl. roſtbr. Abzeichen,
fein kupiert, billig. (*2839fsm
Joh. Walther, Gardiſtenſtr. 15.
deutſche Dogge, geſtr. u. männl,
1 mächt. Tier, 1¾ J., weg. Platzm. zu
verkaufen. Intereſſ. erh. näh. Ausk.
unter A 2 an die Exp. (15047
Günſtige Gelegenheit!
Piano
Mk. 295.
Heinrich Arnold
Großherzoglich Heſſ. Hoflieferant,
Darmſtadt (14678a
Mühlſtr. 1, direkt neb. dem
Militär=
lazaret.
1ſchmiedeeiſ. Kronleuchter
f. Petrol., d. ſich leicht f. Elektr.
um=
änd. I., z. verk. Desgl. 1 gr. Wand f.
Bett. m. Brandmlr. Mathildenstr. 33.
Anzusehen v. 9—11 u. v. 2—4 Uhr. (*2874fs
Kopfläuse
verſchwinden unfehlbar durch
(50 Pf.) „Nissin‟ (50 Pf.).
Zu haben bei Ch. Schwinn, Hofdrog.,
Carl Steinhäuser, Drog (13011a
Wer dort? (14722a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Suppenwurze
Gesucht
unübertroffen
in Flaschen à ℳ0,40, 0.75, 1,40 und
4.20, sowie nachgefüllt und in
Korb-
flaschen pro kg ℳ3,20 in allen einschl.
Geschäften zu haben.
(12350a
ein Pfandſchein auf Fahrrad.
Off. unt. A 9 an die Exp. (*2849
Hohlenbadeofen und Wanne zu
kaufen geſucht. Preisoff. unt.
A 6 an die Exp. ds. Bl. (*2846fs
Fernsprecher 819.
ebrauchter Atlas (Dierke)
Vertreter: Otto Caspary für höhere Lehranſtalten zu
Darmstadt. Arheilgerstr. 10.kaufen geſucht. Näheres Heinrich=
(*2898fs
ſtraße 113, I.
Erkerſcheibe
ca. 2,26X1,73
3 Schankaſten
2X1 Meter
Ster 33 warchzeichen
gr. Firmenſchild
zu kaufen geſucht
Ludwigsplatz 1, part.
Patente
Patent- und ingenieur-Büro (14359a
Rheinstr. 19, I. Darmstadt Telefon 1695.
Bhlabese!
(14769a
[ ← ][ ][ → ] Salson-
Ausverkauf
Grosse Posten
Knaben-Hosen
weit unter Preis.
Dankin-Hosch
mit Leib, Grösse 1—6 (für das Alter
von 3—7 Jahren) durchweg Stück
Menoh Hosch
mit Leib, blau
Grösse 1—6 (für das Alter von 3—7
. „ durchweg Stück
Jahren) .
Chevnot-Hosen
Grösse 1—6, mit Leib, mit und ohne
Pump (für das Alter von 3—7 Jahren)
. durchweg Stück
„ , „
Hanchester-Hosen
Grösse 1—6, mit Leib und Pump
(für das Alter von 3—7 Jahren)
. . . . . . . . durchweg Stück
Daki Hosch
Grösse 7—12
durchweg
(für das Alter v. 8—14 Jahren) Stück
de
Kollisennu
2 Markt 2.
(15068
Original-
Reg
Apparate
Regind
Glaser
genau wie Rexgläser
nur bedeutend billiger.
Garantie für jedes Stück.
Mater-Glaser
passen in jeden Apparat.
Ei
Einmach-
Gläser
zum Zubinden
von 5 Pfennig an.
Schman
G. m. b. H. (14928a
Winige Oelgemälde, ungerahmt,
äußerſt preiswert zu verkaufen.
2766df) Heidelbergerſtr. 3, part.
„Seit Jahren war ich müde u. matt,
hatte häufig wahnſinnige
Kopf=
chmerzen u. jede Luſt zum Arbeiten
und zum Leben verloren. Der
Arzt ſagte, es ſei ein veraltetes
Heren
de Blasenleiden.
daneben Darmträgheit infolge
ſitzender Lebensweiſe. Auf ärztl.
Rat trank ich Altbuchhorster
Mark-Sprudel Starkquelle
(Jod=Eiſen=Mangan=
Kochſalz=
quelle). Schon nach einigen Flaſchen
fühlte ich mich als ganz anderer
Menſch. Die Urinabſonderung
wurde lebhaft und ſchmerzlos und
blieb es ſeitdem. Ich trinke den
Markſprudel jetzt täglich, habe mich
nie ſo wohl und geſund gefühlt
wie heute. H. B.” Aerztl. warm
empf. Fl. 65 u. 95 Pf. in der Engros=
Niederlage Friedr. Schaefer und
in der Hofdrogerie Chr. Schwinn,
(IV, 10978,26
Rheinſtraße 8.
(IV,7301,37)
Billige Sommer-Schuhwaren
Damen
Schläppchen von 30 Pf. an
Straminschuhe mit Fleck
von 1 Mk. an
Zeugzugschuhe mit Fleck
* 1.25 Mk.
Herren
Schläppchen von 40 Pf. an
Straminschuhe mit Fleck
1.30 Mk.
Lederpantoffel 2.25 Mk.
Sandalen, Touristenstiefel, Segeltuchschuhe
Halbschuhe von 5 Mk. an
Kinderstiefel
von Mk. 1.50 an
Chevreaux- u. Boxstiefel
von 5 Mk. an
Turnschuhe, Reiseschuhe
Schnürriemen, Knotenhalter, Erdal, Nigrin
sowie alle übrigen Schuhwaren empfiehlt bei Bedarf billigst=
Markt 6 G. Keilmann Markt 6
Schwarz-weisse Rabattmarken. (13848a
Eusspoden-Lacke
als: Hartöl-, Copal-, Spiritus- u. Bernstein-Fußbodenlacke
in feurigen Farbtönen, hart und rasch mit schönem
Glanz trocknend, in der Preislage von Mk. 1.20, 1.30, 1.50
und 1.80. Ferner:
Spezial-Gartenmöbel-Lacke
in weiss, grün, gelb, rot etc., hochglänzend,
dauer-
haft und rasch trocknend, empfehlen (9754a
Gebruder vierheiler
Darmstadt, Schustergasse 14, Telephon 200.
Man trinke jetzt nur noch
Vilbeler Mineralwasser vom
ilbel
Hassia-Brunnen Spraden
Allein-Vertrieb Jacob Weber
11 Neue Niederstrasse 11. Neleph. 837.
Bitte Firma genau zu beachten. (B13329
Gescharts-Eitplehlung.
Hiermit geſtatte ich mir die ergebenſte Anzeige, daß ich unterm
Heutigen in Darmſtadt, Mathildenplatz 8, eine
Kaſiermeſſerhohlſchleiferei
mit elektr. Betrieb eröffnet habe. Durch langjährige Tätigkeit in der
Branche im In= und Auslande bin ich in der Lage, allen
Anfor=
derungen zu entſprechen, und empfehle mich bei Bedarf, tadelloſe
Arbeit und prompte Bedienung zuſichernd.
Hochachtungsvoll
M. Bernhardt.
*2764df)
6
Das bsſte für die Augen!
Beſtes Stärkungs= und Erfriſchungsmittel für ſchwache,
entzündete Augen und Glieder iſt das ſeit bald 100 Jahren
welt=
sa von Joh. Chr.
berühmte,
ärzt=
lich empfohlene Kölnische Wasser Fochtenberger
in Heilbronn. Lieferant fürſtl. Häuſer; Ehrendiplom. Feinſtes
Aroma, billigſtes Parfüm. In Fl. à 45, 65 ₰ und ℳ 1.10.
Alleinverkauff. Darmſtadt: G. Hauptmann, Rheinſtr.
Speisezimmer
hell eichen, tadellos erh.,
umzugs=
halber ſpottbillig zu verkaufen.
Näh. in der Exp. (*2341omf
illig zu verkaufen: Kleiderſchr.,
Vertiko, Kommode, Diwan,
Sofatiſch, Rauchtiſch, Polſterſeſſel,
Bilder, Kinderſtühlchen.
*2604if)
Karlſtraße 38, I.
far teite Spoktwagen u.
Neine 2ſitz. Schulbank zu verk.
*2807df) Näh. Inſelſtr. 19, Hth., I. r.
aſt neues Flobertgewehr (6mm),
gez. Lauf, für 15 Mk. zu verk.
Rich. Schwab, Friseur, Riedeselstr. (*2804df
Spottb. z. verk.: 1 pol. vollſt. Bett,
Chaiſel., Diw. (neu), 2ſaub. Bett.
f. Dienſtb., 3 Tepp., dar. echt. Perſ., u. V.
*2754dfs) Alte Schwanenſtr. 12.
Ich liebe Dich!
Roman von Guido Kreutzer.
Copyright by Carl Duncker, Berlin W. 35.
(Nachdruck verboten.)
33
Obwohl der Baron ſich nur eine Viertelſtunde in der
Oberförſterei aufgehalten hatte, mußte er den „Selim”
ſchließlich doch den ganzen Rückweg ſcharfen Trab gehen
laſſen, um rechtzeitig zum Eſſen zurück zu ſein. Und als
er auf dem Hof vom Gaul geſtiegen war und ſich in
be=
ſchleunigtem Tempo nach dem Herrenhaus hinüber begab,
um noch ſchnell die langen Juchtenledernen und den
Flauſchrock abzuziehen — da bimmelte es richtig ſchon
Mittag!
Bei Tiſch fand er Veranlaſſung, ſich ausgiebig zu
wundern . .. ſeine Frau machte ein ſo merkwürdiges
Ge=
ſicht! Zuerſt war’s ihm eigentlich gar nicht ſonderlich
auf=
gefallen, denn er hatte von Erlengrund aus mit eigenen
Gedanken zu tun; ſchließlich aber wurde er dann doch
auf=
meckſam. Da paßte er ganz genau auf . . . von Zeit zu
Zeit glitt ein Zucken um ihren Mund. Und ſo oft er dieſes
Zucken ablauerte, hätte ihm vor Neugier gleich der Wuchs
vergehen können.
Ganz gewiß ſtimmte da irgend was nicht! Aber war
es denn möglich zu fragen, wo andauernd das
Stuben=
mädel im Zimmer und am Büffet herumhantierte?!
Man war denn auch glücklich ſchon beim Nachtiſch, als
die Marjell ſich endlich verzog, um den Kaffee zu brühen,
der im Margenthiner Herrenhauſe immer ſofort nach dem
Eſſen genommen wurde.
Da ſchob der Baron energiſch den Kompottteller
bei=
ſeite und faltete die Serviette zuſammen. Hauptſache, daß
das Geſpräch erſt mal in Schwung kam. Dann konnte man
nachher ſchon irgendwie unauffällig überlenken und die
myſteriöſen Heimlichkeiten herausholen!
Weißt Du, Tina, der Elias iſt manchmal tatſächlich
ein total verſchrobener Zeitgenoſſe. Wenn er ſo ſeinen
„Koller” kriegt, iſt mit ihm nicht zu ſprechen!
Die Baronin hatte raſch den Kopf gehoben. Ihr
Gatte erzählte weiter.
Eben, wie ich vom Felde komme, reit’ ich nach
Erlen=
grund mit heran, um mich zu erkundigen, wie ihm ſeine
Berliner Exkurſion bekommen iſt — was bei dem
troſt=
loſen Schacktarp doch zweifelsohne ſehr nett von mir war!
Und anſtatt, daß er ſich über dieſen Beſuch freut, zieht er
n Flunſch wie drei Tage Regenwetter, knorzt im Zimmer
herum und ſieht mich nur von Zeit zu Zeit ſchief von der
Seite an.
Ich bitt’ dich, iſt das ine Art?! Natürlich hab’ ich ihm
gehörig die Leviten verleſen und ihm geſagt, ſolchen
ver=
blüffenden Gent hätt’ ich überhaupt noch nicht kennen
ge=
lernt! Da wurd’ er denn wieder einigermaßen normal und
entſchuldigte ſeine elende Stimmung damit, daß er ſeit
einiger Zeit Wilddiebe im Revier habe, die ihm die jungen
Kitze wegſchießen, und nicht zu faſſen ſind, trotzdem ſieben
Beamte Tag und Nacht draußen liegen.
Schön; mag ſein; und daß einem ſo was auf die
Ner=
ven fällt, glaub’ ich unbeſehen. Aber deshalb kann n
Menſch doch trotzdem manierlich ſein . . . Jedenfalls hab'
ich mir auf dem Rückweg überlegt, daß es für die Giſa
manchmal wohlſein wird, wenn der olle Elias
ſeine mieſepeie kiegt; und daß ich darum die
paar Monate Amüſemenk in Berlin wahrhaftig zu
gön=
nen ſind.
Giſela hat ihren Berliner Aufenthalt ſchon wieder
abgebrochen und iſt mit ihrem Vater nach Erlengrund
zu=
rückgekommen.
Der Margenthiner Gutsherr ſtarrte ſeine Frau
ver=
lüfft an.
Zurückgekommen, wo ſie kaum ein paar Wochen foct
war? Tina, ich glaub’ Du ſiehſt Geſpenſter am
heller=
lichten Tage!
Die widerſpruchsvolle Bewegung ihrer Züge
vers=
ſtärkte ſich.
Doch nicht, mein Lieber! Denn ſie war vorhin eine
Stunde bei mir. Ich wollte ſie zum Eſſen dabehalten,
aber ſie lehnte ab. Zu Tiſch müſſe ſie unbedingt zurück
ſein. Nur unter dieſer Bedingung habe ihr Vater ſie
fort=
gelaſſen.
Soeder
Saison-Ausverkauf
Einige Schlager:
Mastbox-Damen-Schnür-Stiefel,
moderne Form, amerikan. Absatz
jetzt 6.50
Chevreaux- und Boxcalf-Damen-
Schnür-Stiefel, mod. Form, früher
bis 16.50
. . jetzt 9.50
Knaben-Boxcalf-Haken-Stiefel
Nr. 27—32, Marke „Glückauf”, nur 6.50
Ca. 300 Paar Kinderstiefel, früh.
bis 4.50
. jetzt 1.50
Der grosse Erfolg
der beendeten ersten Woche unseres
Saison-Ausverkaufs zeigt, wie sehr
unsere Veranstaltung gewürdigt und
anerkannt wird. Das Renommee
unse-
rer Firma bürgt allzeit dafür, dass wir
unseren Kunden nur erstklassige, solide
und fehlerfreie Waren anbieten. Sie
finden in allen Abteilungen die
Mög-
lichkeit, enorm billige Schuhwaren zu
erwerben.
Preisreduktionen bis 70%.
Beachten Sie unsere Seitenfenster.
Einige Schlager:
Großer Posten Mastbox-Herren-
Haken- und Schnallen-Stiefel
jetzt nur 7.50
(Imitiert Chevreaux-Herr.-
Haken-
stiefel, mit und ohne Lackk., mod.
Formen . . .
. jetzt nur 7.50
Boxcalf- und Chevreaux-Herren-
Hakenstiefel
.. . jetzt nur 9.50
Knab.-Wichsleder- u. Chevreaux-
Hakenstiefel, früher Mk. 8.50,
Nr. 36—39
„ ,
. . . . jetzt 6.50
Schuhhaus
Horkereraht
Drlearich Soeder
Ludwigstrasse 12.
(15069
M
(
mit Brut, vernichtet radikal
Patentamtlich
A Rademachers Goldgeist.
geschütgt
Nr. 75198, Geruch- u. farblos. Reinigt
die Kopfhaut v. Schuppen, befördert d.
Hasrwuchs. verhut. Zusng v. Parasit.
Wichtig f. Schulkinder. Taus. v.
An-
erkennungen. Fl. à M 1.— u. 0.50 in
iden Drogerien und Apotheken.
Zu haben: Emil Ehrecke,
Pankra-
tiusstr. 41; Paul C. Finke,
Ballon-
platz5, Gg. Hübner, Karlstr. 56, Anton
Logel, Centr.-Drog.; Heinr. Schaub,
Karlstr. 20; Ch. Schwinn,
Rhein-
strasse 8; Gebr. Vierheller, Ad.
Zach-
mann, Bleichstrasse 46. (I,7939
Wanderer-Fahrrad
wie neu, ſehr billig
(9414a
Grafenſtraße 26.
zum Waſchen und
Wäsche Bügeln wird
an=
genommen.
(*1963mdf
Zu erfragen in der Expedition.
ehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zylinder zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10999a
Wer will
ſeine alt. Kleider, Schuhe, Wäſche
uſw. vergold., der verk. an (*2750df
M. Schpaier, Schloßgaſſe 10.
Poſtkarte genügt.
Erfindungen
werden zu kaufen gesucht. Ang.
(auch Ideen) an Firma Adolf
Seng, Cassel 45/7. (II,15059
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. 7915a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled.
Damen-und Kinderkleider
werden angefertigt
(14460a
Pankratiusſtr. 8, 1. St.
Ieh kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets
kon=
kurrenzl. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 33.
Telephon 2097.
(15031a
Zume Hochste
Preiſe für getragene Kleider, Schuhe,
Wäſche uſw. Poſtkarte genügt.
A. Hochmann,
*2576imf) Kl. Ochſengaſſe 16.
Altes Gold
Brillanten, Platin, Silber, ſowie
Pfandscheine
auf obige Gegenſtände kauft zum
höchſten Wert
(14347a
Kurtz, Juwelenhandlung,
Pädagogſtr. 2. Telephon 1202.
tebr. Tüll- od. Forz.-Oion zu kaufen
geſ. Off. u. W 42 Exp. (*2667m
Merkwürdig! Na und ſag’ mal . .. hat ſie Dir denn
nicht mitgeteilt, weshalb ſie gegen das urſprüngliche
Pro=
gramm nicht länger bei ihrer Tante geblieben iſt? Da
muß doch irgend eine ganz beſondere Veranlaſſung
vorge=
legen haben!
Die Baronin umging eine Antwort. Statt deſſen warf
ſie ihm hinüber:
Sie iſt übrigens verſchiedentlich mit Günter
zuſam=
mengetroffen.
Er wurde lebhaft.
Schau mal an! Alſo das intereſſierr Mecz. B.s hat
ſie denn von ihm erzählt?
Er will ſich verloben!!
Die gerade angebrannte Zigarre des alten
Grandſeig=
neurs fiel mitten in die volle Kompottſchüſſel. Aber das
war ihm im Augenblick ſehr egal.
Er wurde grünlich=blaß.
Bitte, Tina . . . was will er ſich?!
Verloben! wiederholte ſeine Gattin reſerviert. Denn
es war doch offenbar ein feierlicher Moment; alſo mußte
man ſeine Haltung danach einrichten.
Auf dieſes Erfordernis allerdings ſchien der
Haus=
herr kein beſonderes Gewicht zu legen. Er ſah im
Gegen=
teil reichlich verſtört aus.
Und das erſte, was ihm einfiel, war die jammervolle
Erkenntnis:
Jetzt muß er ſchon wieder nach Afrika!!
Die alte Dame lehnte ſich mit großer Würde in ihren
Stuhl zurück.
Vielleicht orientierſt Du Dich erſt mal darüber, wer
denn überhaupt ſeine Auserkorene iſt!
üer erſchiteie beſſungtis den oft er unſſe
ſchon vorher Beſcheid.
Sicher doch wieder ſo ine Jungfer mit „kompliziertem
Innenleben” und der „äſthetiſchen Gehirnverrenkung”
Was kann ſolch' armer Menſch ſchließlich für ſeinen
aus=
gefallenen Geſchmack!
Dann mit trüber Vorahnung:
Nu ſag’ mir man ſchon den Namen von unſerer
pro=
jektierten Schwiegertochter!
Giſela Krottenheim.
Im Moment ſtand er auf den Füßen.
Die Giſa . .. nu brat mir einer in Storch! Soln
Sa=
tanskerl! Kaum kommt das Dingelchen nach Berlin —
ſchwap, langt ſie ſich der Bengel!
Strahlend kam er um den Tiſch herum. Und ehe ſich
die Baronin verſah, hatte ſie einen begeiſterten Kuß weg.
Mitten auf den Mund!
So, Tina; als Belohnung dafür, daß Du ſolchen
ver=
nünftigen Jungen großgezogen haſt!!
Dieſe Formloſigkeit überſtieg denn doch alle Grenzen!
Lieber Adolf . . . es klang im höchſten Grade
indig=
niert . . . Du ſollteſt endlich daran gehen, Deine derben
Verkehrsformen einer ernſthaften Reviſion zu unterziehen.
Was das nun wieder für eine Art iſt, mich hier ſo ohne
weiteres vorzukriegen! Wie oft habe ich ſchon darauf
hin=
gewieſen — eine Frau iſt keine Ware, ſondern . . .
. . ein tiefer angelegtes Weſen mit feineren
Inſtink=
ten als wir indolenten Männer. Und ſie will immer
wie=
der von neuem erobert werden. Meine Liebkoſungen aber
ſind niemals Eroberungen, ſondern ſtets brutale
Raub=
überfälle!! . . Der Baron beſaß ein verblüffendes
Ge=
dächtnis . . . Alſo wir wollen an dem heutigen bedeu=,
tungsvollen Tage einen Kompromiß ſchließen.
Paragraph=
eins: — ſobald Du erſt Großmutter biſt, bekenne ich mich
endgültig zu Deiner Auffaſſung. Und dann ſollſt Du Dein
blaues Wunder erleben, wie ich erobern kann! Angſt und
bange vor Seligkeit ſoll Dir dabei werden!!
Ob Du wohl jemals ernſthaft bleiben kannſt, Adolf?!
tadelte ſie mit zurückkehrendem Lächeln.
Er ſteckte die Hände in die Jackentaſchen und wollte
gerade an ſeinen Platz zurückkehren, als er plötzlich wieder
ſtehen blieb.
Da fällt mir ein — Du ſagteſt vorhin, der
Günter=
wollte ſich verloben! Weshalb hat er’s denn noch
nicht=
getan? Gerade jetzt, wo der alte Krottenheim in
Berlinge=
weſen iſt, war doch eigentlich die beſte Gelegenheit dazul
Das leiſe Lächeln in ihrem Geſicht erloſch.
Eine Ausſprache hat auch ſtattgefunden; aber der
Forſtmeiſter verſagte vorläufig ſeine Zuſtimmung.
Elias?? wiederholte der Margenthiner Gutsherr mit
großen Augen. In ſeine Stimme war plötzlich ein
grol=
lender Unterton gekommen.
Alſo ich muß jetzt dringend bitten, Tina, geh’ nicht ſe
haushälteriſch um mit Deinen Wiſſenſchaften, ſondern
erzähl’ mir, was Du weißt! Das ſcheint doch eine ganz
verbohrte Geſchichte zu ſein!
Ich kenne die Einzelheiten ja auch nicht, Adolf. Nur
ſoviel hab’ ich aus der Giſa herausbekommen, daß bei der
Ablehnung des Forſtmeiſters Günters Perſon an ſich gal
keine Rolle ſpielt, ſondern es handelt ſich dabei um irgenk
eine Familiengeſchichte . .. die beiden Kinder wiſſen aud
davon . . . eine Verpflichtung, glaube ich, die erſt erfüll
werden muß.
(Fortſetzung folgt.)
Handel und Verkehr.
D Poſtſcheckverkehr. Im Reichspoſtgebiet iſt
die Zahl der Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende
Juni 1913 auf 80 969 geſtiegen. (Zugang im Monat Juni
740.) Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden im Juni gebucht
1413 Millionen Mark Gutſchriften und 1417 Millionen
Mark Laſtſchriften. Das Geſamtguthaben der
Konto=
inhaber betrug im Juni durchſchnittlich 176,9 Millionen
Mark. Im Verkehr der Reichspoſtſcheckämter mit dem
Poſtſparkaſſenamt in Wien, der Poſtſparkaſſe in Peſt, der
luxemburgiſchen und der belgiſchen Poſtverwaltung, ſowie
den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus wurden 7,7 Millionen
Mark umgeſetzt, und zwar auf 3160 Uebertragungen in der
Richtung nach und auf 14660 Uebertragungen in der
Rich=
tung aus dem Auslande.
D Mit Gültigkeit vom 1. Juli 1913 iſt ein A
us=
nahmetarif 23 für friſches Obſt, und zwar für
Aepfel, Birnen, Pflaumen, Zwetſchen, Kirſchen und
Bee=
ren neu eingeführt worden, der gegenüber den jetzt
an=
zuwendenden Sätzen der Allgemeinen Wagenladungsklaſſe
für Wagenladungen von mindeſtens 5 und 10 Tonnen auf
Entfernungen über 30 Kilometer weſentliche
Ermäßigun=
gen bringt. Er gilt — mit wenigen Ausnahmen —
zwi=
ſchen allen Stationen der Preußiſch=Heſſiſchen
Staatseiſen=
bahnen, Kronberger Eiſenbahn, Farge-Vegeſacker
Eiſen=
bahn, Kerkerbachbahn, Kreis Oldenburger Eiſenbahn,
Militär=Eiſenbahn und Oldenburgiſchen
Staatseiſen=
bahnen. Seine Gültigkeitsdauer erſtreckt ſich zunächſt auf
Widerruf ſpäteſtens bis 30. Juni 1916. Welche
Anwend=
unsbedingungen im einzelnen gelten, ergibt der Tarif.
Auch die Güterabfertigungen geben hierüber Auskunft.
Landwirtſchaftliches.
Landwirtſchaftliche
Genoſſenſchafts=
bewegung im Monat Mai 1913.
D. L. G. K. Nach Veröffentlichungen im Deutſchen
Reichsanzeiger ſind im Monat Mai 1913 184
Genoſſen=
ſchaften neu gegründet worden, worunter ſich 147
land=
wirtſchaftliche Genoſſenſchaften befinden. Die
Neugründ=
ungen verteilen ſich auf 55 Kredit= 19 Bezugs= und
Ab=
ſatz=, 6 Konſum= 14 Molkerei= bezw. Milchverwertungs=
und 90 ſonſtige Genoſſenſchaften. Es änderten die
Haft=
pflicht 2 Spar= und Darlehnskaſſen, ſowie 2
Molkerei=
genoſſenſchaften von u. H in b. H.; umgewandelt wurde
eine Spar= und Darlehnskaſſe mit u. H. in eine An= und
Verkaufsgenoſſenſchaft mit u. H., ferner eine
Geflügel=
zuchtgenoſſenſchaft mit b. H. in eine Bezugs= und
Abſatz=
genoſſenſchaft mit b. H. — Im Vergleich zum
entſpre=
chenden Zeitabſchnitt des Vorjahres zeigt die
landwirt=
ſchaflliche Genoſſenſchaftsbewegung im Monat Mai 1913
einen weiteren Zugang. Es wurden neu errichtet 147 —
gegen 130 —, aufgelöſt 18 — gegen 22 — ſo daß eine
Zu=
nahme von 129 — gegen 108 — Genoſſenſchaften
ver=
bleibt. Neu gegründet wurden 48 Spar= und
Darlehns=
kaſſen, 19 Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften, 10
Mol=
kereigenoſſenſchaften, 4 Milchverwertungsgenoſſenſchaften
und 66 ſonſtige Genoſſenſchaften. Bei dieſen
Neugründ=
ungen iſt die beſchränkte Haftpflicht bei 4 Spar= und
Dar=
lehnskaſſen, 19 Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften, 6
Mol=
kereigenoſſenſchaften und 56 ſonſtigen Genoſſenſchaften
Ge u
B
vertreien, während die übrigen die unbdeſchränte
Haſt=
pflicht bezw. eine ſonſtige Genoſſenſchaft die unbeſchränkte
Nachſchußpflicht gewählt haben. Die ſonſtigen
Genoſſen=
ſchaften ſind: 30 Elektrizitäts=, 8 Viehweide, 6
Pferde=
zucht= 3 Dampfdreſch=, 2 Waſſerleitungs=, 2 Geflügelzucht=
und Eierverkaufs= 2 Maſchinen=, 2 Lagerhaus=, 3
Rind=
viehzuchtgenoſſenſchaften, 1 Fiſcherei=Ein= und Verkaufs=,
1 Mühlen=, 1 Weinbau=, 1 Viehverwertungs=, 1 Spargel=
und Maiblumenbau=, 1 Kartoffeltrocknungs=, 1
Zichorien=
darre= und 1 Feldbahngenoſſenſchaft. In Liquidation
ſind getreten: 6 Spar= und Darlehnskaſſen, 2 Bezugs= und
Abſatzgenoſſenſchaften, 4 Molkereigenoſſenſchaften und 6
ſonſtige Genoſſenſchaften. Nach den Aufzeichnungen des
Reichsverbandes der deutſchen landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaften beſtehen hiernach im Deutſchen Reiche bei
einer Vermehrung von 129 landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaften im Monat Mai am 1. Juni 1913: 99
Zentral=
genoſſenſchaften, 17214 Spar= und Darlehnskaſſen, 2520
Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften, 3331
Molkerei=
genoſſenſchaften, 189 Milchverwertungsgenoſſenſchaften
und 3839 ſonſtige Genoſſenſchaften, zuſammen 27192
landwirtſchaftliche, dem Genoſſenſchaftsgeſetz unterſtellte
Genoſſenſchaften.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des=
Preßgeſetzes in vollem umfange der Einſender verantwortlich.)
— Das Verkehrshäuschen auf dem Ernſt=Ludwigs=
Platz hat einen ſogen. Warteraum für diejenigen, welche
bei ſchlechtem Weter Schutz ſuchen und um von hier aus
den Wagen zu erwarten, welcher ſie ihrem Ziele zuführen
ſoll. Eine gewiß große Annehmlichkeit für Damen und
ältere Perſonen, welche auch jahrelang von dieſer
Ein=
richtung dankend Gebrauch machen konnten. Gerade das
Fenſter, durch welches man die ankommenden Wagen
be=
obachten konnte, hat man aber nun vernagelt. Der
Stadt=
plan, auf einem Brette befeſtigt, nimmt nun die Stelle
des Fenſters ein. Dadurch iſt die Abſicht, ſich über die
ankommenden Wagen orientieren zu können, vereitelt und
der Zweck des Warteraumes illuſoriſch geworden. Wenn
der Warteraum ſeinen Zweck erfüllen ſoll, dann entferne
man die Stadtorientierungstafel wieder, bringe ſie an
anderer Stelle an und laſſe jedem Gelegenheit, ſeinen
Wagen von ſchützendem Raume aus erwarten zu können.
Eine ältere Dame.
— Auf das Eingeſandt in Nr. 154 dieſer Zeitung läßt
die Heag in Nr. 158 verlauten, ſie habe tatſächlich die
Abſicht, die elektriſche Bahn nach Eberſtadt zu
beſchleuni=
gen und laſſe alle erforderlichen Arbeiten mit größter
Dringlichkeit durchführen. Es ſoll anerkannt werden, daß
die Bahnverwaltung ſich endlich mal zur Sache äußert und
den bisherigen Standpunkt verläßt, alle berechtigten
Kla=
gen und Wünſche mit ſouveränem Stillſchweigen und
gänzlicher Nichtbeachtung zu behandeln. Gleichzeitig aber
ſei der Wunſch ausgeſprochen, die Abſicht der
Beſchleuni=
gung auch in die Tat umzuſetzen. Denn einſtweilen iſt
von einer eiligen Ausführung noch nicht das allergeringſte
zu bemerken und die Ausſichten für die Zukunft erſcheinen
nicht ſehr günſtig, wenn man hört, daß ſeit einem
hal=
ben Jahre Verhandlungen über die Verlegung der
Telegraphenleitung ſchweben und das Ergebnis immer
noch ausſteht! Wer hat Schuld daran, die Poſt oder die
Heagf und drei Ronate ſolldie Verkegung der par
Kilometer Telegraphenleitung dauern??
— In dieſen Tagen macht jeder, der an unſeren
Gär=
en und Feldern dahinwandert, die Wahrnehmung, daß
wir an einer wirklichen Spatzenplage leiden. Man ſieht
die Vertreter dieſer diebiſchen Geſellen in dichten
Schwär=
men wieder und wieder den Erbſenbeeten, den Hafer=
und Gerſtenäckern u. dgl. zufliegen, und beim
Herantre=
ten wird man ſofort gewahr, welch’ enormen Schaden die
ungebetenen Gäſte anrichten. So ſetzen ſie eben jetzt der
heranreifenden Gerſte eines Ackers — er liegt den an der
Nieder=Ramſtädterſtraße neu erbauten drei Villen
gegen=
über — ſo unbarmherzig zu, daß es kaum dazu kommen
dürfte, ſo viel Körner einzuernten, als man ausgeſtreut.
Wie anderwärts, ſollte man ſich hier doch auch dazu
ent=
ſchließen, durch geeignete Maßnahmen dem
Ueberhand=
nehmen dieſer unſere Gärten und Felder ausplündernden
Strauchdiebe vorzubeugen.
Gewinnanszug
der
3. Prenßiſch-Süddeutſchen
(229. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
1. Klaſſe 1. Ziehungstag 9. Juli 1913
Auf jede geuogene Ananer ſind zwet gleich bobe Gewime
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr A. St=u. f. 80)
(Rachömnck verbolen)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk. 97243
2 Gewinne zu 10000 Mk. 89738
2 Gewinne zu 3000 Mk. 95748
2 Gewinne zu 1000 Mk. 82195
6 Gewinne zu 400 Mk. 88284 157108 170409
14 Gewinne zu 300 Mk. 14021 18697 46368 111719
119139 182840 185469
34 Gewinne zu 200 Mk. 14514 43136 48105 52168
52646 65828 75888 103177 111105 145536 155293
156451 159073 161851 167387 194734 195584
76 Gewinne zu 100 Mk. 20657 21287 22115 23791.
25314 29497 46828 50768 59542 77097 82523 89454
92700 95720 108363 109543 118115 120454 122642.
125853 127711 131371 133924 138074 146795 150167
152683 152757 155905 156957 159767 165480 173918
182999 187970 199602 211489 211682
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
60 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 500 Mk. 15890
4 Gewinne zu 400 Mk. 45937 153779
14 Gewinne zu 300 Mk. 9284 22047 50861 61736
75373 172595 197832
24 Gewinne zu 200 Mk. 4043 17014 30647 65248
105038 124928 139163 141497 189412 204960 206487
211670
78 Gewinne zu 100 Mk. 1819 6093 8466 9718
29406 39039 39470 44619 52195 58337 61235 63416
75150 78571 79724 82352 99261 103617 108919
127350 143356 144385 144857 145485 151557 152106
154392 155564 162268 165527 168294 170223 173733
183172 190291 196636 204458 205396 207449
Far Regen- und Sarm!
Gummi-Mäntel
ein- und zweireihig . . . Mk. 30. 12. 97. ZUbis 12
Derby-Mäntel
imprägniert, hochgeschl., Mk. 45. 30. 32. 200bis 20.
Bozener Mäntel
mitwasserd. Schulter-Einl., Mk. 38.− 35.− 28. 290 bis 18
Oel-Mäntel
50
für Kutscher, Landwirte und Fuhrleute . . . . . . Mk. 18 und 10
Gummi-Capes
. Mk. 20.- 1250 250
für Radfahrer .
Loden-Capes
feder-
leicht, mit bester Impräg., Mk. 20. 22. 10. 12. bis 6.
Oel-Jacken
ein- und zweireihige Fassons
. Mt. 6 0.7
Im Saison-Ausverkauf auf Loden- u. Gummimäntel 15% Rabatt.
Kunden erhalten Reklame-Marken!
IInsb 1o0e Larmslaut
1
1 2
5 Schillerplatz 5
15083
Erstklassiges Spezialgeschäft für Herren- und Knaben-Bekleidung.
C
Der Verkauf dauert nur kurze Zeit.
Herren-
Moderne Boxleder-Schnürstiefel . . 6.25
Boxleder-Zug- und Schnallenstiefel . 6.90
Kalbleder-Zug- und Schnürschuhe . 6.00
Kalbleder-Knopf- und Zugstiefel . . 7.00
Rosschevreau-Schnürstiefel Lackkappen . 6.75
Braune Chevreau-Schnürstiefel . . 7.50
Hellbraune Halbschuhe 40—46 . . 5.50
Wixleder-Zug- und Schnürstiefel . . 5.25
Wixleder-Zug- und Schnürschuhe . . 4.00
Segeltuch-Schnürschuhe 40—46 . . 2.50
Leder-Hausschuhe 40—46 . . . . 2.50
Stoff-Hausschuhe 40— 46.
1.25
Wixleder-Knaben-Schnürstiefel 36—39 4.25
Braune=Knaben-Sandalen 36—39 . 3.50
Damen-
Elegante Schnürstiefel mit Lackkappen . 4.90
Echt Chevreau-Schnürstiefel 36—39 4.75
teilsGoodyear-Weltg
Chevreau-Knopfstiefel 36/39 fr. 10.—, jetzt 6.50
Moderne Boxleder-Schnürstiefel . . 6.50
Braune Chevreau-Schnürstiefelmit Lackk. 7.25
Rosscherreau-Schnürstiefel verby, Lackkapp. 6.75
Moderne Halbschuhe mit Lackkappen . . 5.50
Braune Ziegenl.-Knopf- u. Schnürstiefel 4.50
Moderne weisse Leinen-Pumps jetzt 4.25
Braune Sandalen 36—40 . . jetzt 3.50
Segeltuch-Schnürschuhe 36—42
1.75
Leder-Hausschuhe 36—42 . . jetzt 1.85
Lasting-Morgenschuhe ...
1.30
Stoff-Hausschuhe .
jetzt 0.85
Kinder-
Schwarze Leder-Schnürstiefel 17—19
Schwarze Leder-Schnürstiefel 17—22
Braune Leder-Schnürstiefel 17—22 .
Braune Knopfschuhe 27—29
Braune Schnürschuhe 27—30
Braune Sandalen 22—29 .
Braune Sandalen 30—35
Braune Schnürstiefel 27—30
Braune Schnürstiefel 31—35 .
Braune Knopfstiefel 27—30
Boxleder-Schnürstiefel 27—30
Wixleder-Schnürstiefel 31—35 .
Segeltuch-Schnürschnhe 27—30
Segeltuch-Schnürschuhe 22—26 .
1.75
1.85
2.40
2.60
2.20
2.45
4.00
4.50
3.90
3.80
3.75
1.25
1.00
Mod. Damen-Knopfschuhe
in schwarz
und braun
Moderne
weisse
Leinen-Damen-Halbschuhe 4.25
Ferner grössere Posten zurückgesetzte
Damen-Tennisschuhe in verschiedenen Farben, früherer Preis bis Mk. 6.50 . .
jetzt Mk. 2.75
Damen-Lack-Schnürschuhe, elegante Form, teils L. XV.-Absätze, früherer Preis bis Mk. 12.50 . . . . . . . jetzt Mk. 6.−
Herren-Lack-Schnürschuhe, grösstenteils schlanke Form, früherer Preis bis Mk. 12.—
. jetzt Mk. 5.−
Herren-Lack- und Kalbleder-Zugstiefel, erstkl. Fabrikate, vorherrschend kleine Nummern, früh. bis Mk. 20.—, jetzt Mk. 7.-
Damen-Kalbleder- und Kid-Zug- und Knopfstiefel, früherer Preis bis Mk. 14.—
. jetzt Mk. 6.−
Damen- braune und schwarze Schnür- u. Spangenschuhe, gute Qualitäten, früher bis Mk. 9.50 . jetzt Mk. 4.-
Hochelegante farbige Herren- und Damen-Knopfstiefel, teils zur Hälfte des bisherigen Preises.
Kinder-Schnür-, Knopf-, Ohren- und Spangenschuhe, sowie viele Einzelpaare
weit unter Preis?
Keine Auswahlsendungen!
Verkauf gegen bar!
Spier
IWaronhaus A.
Doh
1 Louisenplatz 1
Telephon 2545
(15081)
1 Louisenplatz 1.
Far de Reisezei
empfehlen wir unsere feuer- und diebessichere
Stahlkammer
zur Verwahrung von Wertgegenständen, sowie unsere
vermietbaren Schrankfächer (Safes).
Kreditbriefe auf alle grösseren Plätze.
Ausländische Geldsorten. (14822if
insbank
Rheinstrasse 24.
Ecke Saalbaustrasse.
Würo m. Schreibmaſch. (Ideal),
faſt neu, bilig zu verkaufen
*2853fso) Rheinſtraße 3, 2. St.
Woog, am 10. Juli 1913.
Waſſerhöhe am Pegel 3,89 m.
Luftwärme 132 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 170 C.
Woog=Polizei=Wache.
— 1Tonriſtenanzug
Zu verk.: mit Rad. (*28401s
Soderſtraße 73, part.
Motorrad
(Wanderer)
faſt neu, preiswert abzugeben.
Näh. Schulſtr. 6, 1. Stock. (*2870fsi
ie er ienhen
Arienbad
Landgraf Philippanlage 62
Telephon 835
Halteſtelle: Ecke Neckar= und
Eliſa=
bethenſtraße
empfiehlt
alle Heilbäder
Spez.: Elektr. Lichtbäder,
Kohlenſäurebäder (Patent Keller)
Vibrations= u. Handmaſſage
Wannenbäder I. u. II. Klaſſe.
A. Anger.
12391a)
roßes Delgemilde mit Gold=
Grahmen für Mk. 40.—
abzu=
geben. Heidelbergerſtr. 3, pt. (*2765df
zu haben bei P. Ripper, Postharten-
(*2858fs
zentrale, Rheinſtr. 4
7.
Verkaufe gut erhaltene
Rüchenernrichtung
preiswert Ohlyſtr. 40, II. (B15060
Prima Süssrahmbutter
ausgewogen per Pfund Mk. 1.30
Feinste oberhess. Süssrahmbutter
(15071
Marke „Vogelsberg‟
aus paſteuriſiertem Rahm hergeſtellt, in ½ Pfundſtücken
per Pfund Mk. 1.40
Allerfeinſte Tafelbutter
aus den Molkereien Groß=Umſtadt und Fulda
Stets friſchen
Süssen und sauren Rahm
Friſche Eier, 10 Stück von 63 Pfg.
Heinrich Grimm, Hoflieferant.
illige Möbel zu verkaufen:
2 Chaiſelong., Diwan u. Vertio
*2830ds) Kaſinoſtraße 21, 1. St.
Dr. Fr. v. Holtzen=
Zu verk.: vorff. Rechtslerikon,
geb., 4 Bände. Anzuſehen nachm.
Waldſtr. 15, 2. St.
*2631)
eine noch gut erhaltene Waſ=
Emaſchine und zwei
Waſ=
fäſſer billig abzugeben (*2642r
Grüner Wen 9.
5 große gußzeiſerne Tgrſäult
1 Badeeinrichtung, 1 Tiſch
verk. Eliſabethenſtr. 49. (1286