Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſungerſtraße 47
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
zu. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Imperator” mit dem Kaiſer an Bord paſſierte
Dienstag nachmittag 4 Uhr die Inſel Helgoland.
ſteuerte nordweſtwärts weiter und kehrte um 9 Uhr
abends zur Rückfahrt um. Am Mittwoch früh verließ
der Kaiſer in Kurhaven den Imperator” wieder
und trat nachmittags die Nordlandreiſe an.
In Würzburg ſtürzte der Flieger Lendner
mit ſeinem Zweidecker ab. Er und ſein Paſſagier ſind
tot.
Bei einem Automobilunglück auf der Hamburger
Chauſſee bei Döberitz wurden der Chauffeur und ein
Kind getötet.
Das italieniſche Königspaar iſt geſtern
vor=
mittag auf der „Trinacria” von Stockholm in
Swine=
münde eingetroffen und mittags mit dem Hofzug
weiter gefahren.
Der König von Serbien erließ eine
Kriegs=
proklamation an das Volk der Serben.
Eine eigenartige Naturerſcheinung, die als
eine von Sturm und Steinhagel begleitete Feuer:
hoſe bezeichnet wird, hat in der Umgebung von
Va=
lencia großes Unheil angerichtet.
Die ruſſiſche Duma wurde bis zum 23. Oktober
vertagt.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
40. Juli 1813: Frankreich ſchließt mit Dänemark ein
Bünd=
nis (Kopenhagen).
Handwerkerfragen.
*⁎* Die neulich im Reichsamt des Innern
ſtattgehab=
ten Beſprechungen über die Ausgeſtaltung der
Handwer=
kervorſchriften in der Gewerbeordnung haben wohl zu
einer Verſtändigung über eine Reihe von Punkten geführt,
aber über manche anderen Punkte konnte eine völlige
Einigung noch nicht erzielt werden. Das gilt insbeſondere
von den ſehr wichtigen Fragen der Abgrenzung zwiſchen
Fabrik und Handwerk, ſowie über die Abänderung des
1§ 100g der Gewerbeordnung wegen des Rechtes der
Zwangsinnungen, ihren Mitgliedern Mindeſtpreiſe
vor=
zuſchreiben.
Bekanntlich ſind die Verhandlungen wegen einer
Ab=
grenzung von Fabrik und Handwerk ſchon ſeit Jahren
im Gange. Die Aufgabe, eine klare begriffliche
Beſtim=
mung für die Unterſcheidung beider Betriebe
herbeizu=
führen, hat ſich als ſehr ſchwierig erwieſen. Man hatte ſich
erſt die Löſung auf reichsgeſetzlicher Grundlage gedacht,
aber einzelne Handwerkskreiſe verſprachen ſich hiervon
keine Vorteile, ſie ſtehen vielmehr auf dem Standpunkt,
daß auf dem Wege der Verſtändigung zwiſchen Handwerk
und Induſtrie die ſtrittigen Fragen viel eher erledigt
wer=
den könnten. Jedoch herrſchte ſchon auf der im vorigen
Jahre im Reichsamt des Innern abgehaltenen Konferenz
Uebereinſtimmung darüber, daß die Schaffung einer
ein=
heitlichen Inſtanz zur Entſcheidung der Frage der
Ab=
grenzung wünſchenswert ſei. Der Umfang eines
Betrie=
bes gibt für die Entſcheidung noch keinen Maßſtab,
da=
gegen muß die Erwägung ausſchlaggebend ſein, daß beim
Handwerk Intelligenz und mechaniſche Arbeit
zuſammen=
wirken, während ſie bei der Fabrikation getrennt ſind.
Auch eine Maſchine in der Werkſtätte eines Handwerkers
iſt noch kein Zeichen des fabrikmäßigen Betriebes, ſie
er=
ſetzt nur eine der zur Herſtellung des Produkts
erforder=
lichen Hantierungen, verlangt aber außerdem eine
ſach=
kundige, erlernte Behandlung. So einfach iſt alſo die
Aufgabe jener Inſtanz nicht, ſie erfordert eine ſtreng
in=
dividuelle Entſcheidung.
Auch die Frage der Abänderung des § 100g der
Ge=
werbeordnung ſteht ſchon lange zur Erörterung. Er
be=
ſtimmt, daß die Innung ihre Mitglieder in der Feſtſetzung
der Preiſe oder in der Annahme von Kunden nicht
be=
ſchränken darf, und daß entgegenſtehende Beſchlüſſe
un=
gültig ſein ſollen. Für die Aufhebung dieſes Paragraphen
iſt im Reichstage wohl eine Mehrheit vorhanden, aber
die Regierung trägt noch Bedenken, da bei der Feſtſtellung
von Mindeſtpreiſen auch die Konſumenten kommen und
verlangen könnten, daß auch auf ſie Rückſicht genommen
werde. Ebenſo würden, wenn für die Meiſter
Mindeſt=
löhne beſtimmt werden, dann auch die Geſellen dieſelbe
Forderung erheben. Es iſt alſo ſehr ſchwer, in dieſer
Frage die Intereſſen der Allgemeinheit mit denjenigen
der Handwerker in Einklang zu bringen. Weitere
Ver=
handlungen werden deshalb noch folgen, in denen auch die
übrigen ſtrittigen Punkte der Entſcheidung
entgegenzu=
führen ſind.
Eine drahtloſe
Verbindung unſerer Kolonien
mit dem Mutterlande
iſt, wie die Tägl. Rundſchau ſchreibt, in kurzer Zeit zu
erwarten. Die Telefunken=Geſellſchaft hat nach
Verein=
barung mit der Reichskolonialverwaltung eine
Expedi=
tion nach Togo geſandt, die ſich jetzt ſchon im Innern
der Kolonie befindet und Verſuche anſtellt, ſich mit der
Station Nauen auf drahtloſem Wege zu verſtändigen.
Die Verſuche dürfen als gelungen bezeichnet
wer=
den, da es geglückt iſt, längere Mitteilungen der
Expedi=
tion in Nauen aufzunehmen. Die Verſuche, auch
draht=
loſe Mitteilungen nach Togo zu übermitteln, werden noch
fortgeſetzt. Es ſind auch Verſuche im Gange, eine
draht=
loſe Verſtändigung zwiſchen Togo, Deutſch=
Süd=
weſtafrika und Kamerun herzuſtellen.
Die zu Anfang dieſes Jahres unternommenen
Ver=
ſuche, eine drahtloſe Verbindung von Nauen nach
Sayville (Inſel Long Island, Vereinigte Staaten) zu
erreichen, ſind vorerſt abgebrochen worden, da man jetzt
ausſchließlich beſtrebt iſt, die drahtloſe Verbindung mit
den deutſchen Kolonien durchzuführen. Jene ebenfalls
ſehr erfolgreichen Verſuche ſollen wieder aufgenommen
werden, wenn die drahtloſe Verſtändigung mit unſeren
wichtigſten Kolonien zum Abſchluß gebracht iſt.
Gleichfalls zur Herſtellung einer drahtloſen
telegra=
phiſchen Verbindung mit Samoa hat die Deutſche
Tele=
ſunken=Geſellſchaft in Tafaigata unweit der ſamoaniſchen
Hauptſtadt Apia ein etwa 30 Hektar großes Grundſtück
erworben. Mit der Errichtung der Station, die eine
Reichweite von über 3000 Kilometern erhalten wird, ſoll
unverzüglich begonnen werden. Gleichzeitig werden in
Rabaul, der Hauptſtadt von Deutſch=Neuguinea,
und auf der deutſchen Marſchallinſel Nauru Stationen
errichtet, die zur Ueberbrückung der gleichen Entfernungen
geeignet ſind. Alle drei Stationen werden untereinander
in Verbindung treten können und durch Vermittlung
der Karolineninſel Jap, die bereits ſeit 1909
eine drahtloſe Verbindung mit dem phosphatreichen
An=
gaur unterhält, an das Kabel der Deutſch=Niederländiſchen
Telegraphengeſellſchaft angeſchloſſen werden. Mit
Voll=
endung der Stationen wird eine vom engliſchen
Kabel=
monopol unabhängige telegraphiſche Verbindung der
deut=
ſchen Beſitzungen in der Südſee mit dem Mutterlande
her=
geſtellt ſein.
Zur Lage em Balkan.
Man ſchreibt uns: Das bisherige Ausbleiben
einer rumäniſch=bulgariſchen
Verſtändi=
gung wird in diplomatiſchen Kreiſen auf den Umſtand
zurückgeführt, daß ſich Bulgarien während der letzten Tage
von den Vorgängen auf dem Kriegsſchauplatz eine
ent=
ſcheidende Wendung verſprach. Eine ſolche iſt jedoch bis
zur Stunde nicht eingetreten. Zwar ſind die Bulgaren
gegen die Serben im Vorteil, vor den Griechen aber
muß=
ten ſie ſich einſtweilen zurückziehen. Für Bulgarien iſt
daher die Lage ſo geblieben, daß ſie weder ſtrategiſch noch
diplomatiſch den Erfolg bedeutet, auf den Bulgarien
ge=
rechnet hatte. Ob ſich hieraus für die Erzielung einer
ru=
mäniſch=bulgariſchen Verſtändigung praktiſche Folgen
er=
geben werden, bleibt abzuwarten.
Außer Rumänien kommt als etwaiger Gegner
Bul=
gariens die Türkei in Betracht. Sie hat halbamtlich
zu erkennen gegeben, daß ſie den ausſichtsloſen Verſuch
einer Wiedereroberung Adrianopels nicht machen will,
und demgemäß ihren Berliner Botſchafter, der
anders=
lautende Aeußerungen getan, zurückgepfiffen. Es iſt
in=
deſſen von der Türkei nicht beſtritten worden, daß ſie
wegen der Räumung der Küſte des Marmarameeres an
Bulgarien eine Forderung richtete. Dieſe Forderung hat
freilich die Form eines Ultimatums nicht gehabt, da weder
für ihre Erfüllung eine Friſt geſetzt, noch beſtimmte
Fol=
gen für den Fall der Nichterfüllung angekündigt wurden.
Trotzdem behält jener diplomatiſche Schritt der Pforte
ſeine Bedeutung, auch wenn es dahingeſtellt bleiben muß,
ob mit ihm Anſprüche betreffs der
Kriegskoſtenentſchädi=
gung verbunden worden ſind. Da es ferner eine Tatſache
iſt, daß zwiſchen der Türkei und Rumänien Beſprechungen
ſtattgefunden haben, liegt eine rumäniſch=türkiſche
Koope=
ration kaum außer dem Bereich der Möglichkeit.
In der Beſprechung der rumäniſchen Mobiliſierung
weiſt der bulgariſche Mir auf das Argument von der Er=
haltung des Gleichgewichts auf dem Balkan
zurück. Die Balkanſtaaten könnten nicht eine vom
euro=
päiſchen Gleichgewicht unabhängige Stellung haben.
Bulgarien wollte nie ſtärker ſein als Serbien und
Griechenland zuſammen. Die Geſchichte Mazedoniens ſei
noch ſo jung, daß niemand berechtigt ſei, die bulgariſche
Nation anzuklagen, weil ſie nicht auf Gebiete verzichte,
deren Bevölkerung ſo eng mit Bulgariens Vergangenheit
und deſſen Kämpfen um die nationale Wiedergeburt
ver=
knüpft ſei. Selbſt wenn nach dem Kriege das ſiegreiche
Bulgarien ſtärker ſein ſollte als Griechenland und
Ser=
bien, ſo werde Rumänien doch immer die
vorherr=
ſchende Stellung haben. — Das Berliner Tageblatt
meldet aus Bukareſt: Die Nachrichten über noch
ſchwe=
bende rumäniſch=bulgariſche
Verhandlun=
gen, die im Volke ſtarke Mißſtimmung hervorgerufen
hatten, wurden offiziell dementiert. Die Preſſe aller
Par=
teien iſt darüber einig, daß Rumänien einen Ausgleich
mit Bulgarien erſt nach dem Einmarſch in Sofia
ab=
ſchließen würde.
Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Paris: Laut
dem Temps fand die von Frankreich angeregte
Nicht=
intervention der Großmächte im
Balkan=
kriege im Berliner Auswärtigen Amt freundliche
Auf=
nahme, jedoch ſtimmt Deutſchland der Auffaſſung
Oeſter=
reichs zu, daß eine offizielle Verkündigung der
Nichtinter=
vention unvorteilhaft ſei. Graf Berchtold erklärte dem
Wiener franzöſiſchen Botſchafter, daß die Balkanſtaaten
durch eine ſolche Verkündigung meinen könnten, Europa
wolle ſich um die Löſung der Balkanwirren überhaupt
nicht kümmern. Außerdem könnten die Beſchlüſſe der
Londoner Botſchafterkonferenz in Gefahr geraten. Man
hat in Paris den Eindruck, daß Oeſterreich im
Einver=
ſtändnis mit Deutſchland und Italien ſeine
Aktionsfrei=
heit wahren will.
Deutſches Reich.
— Die Abkürzung der Wartezeit in der
Angeſtelltenverſicherung. Berliner Blätter
ſchreiben: Nach dem Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte
kann die Reichsverſicherungsanſtalt in den erſten drei
Jahren nach dem Inkrafttreten des Geſetzes, alſo in den
Jahren 1913—1915, auch einzelnen Angeſtellten nach
vor=
hergehender ärztlicher Unterſuchung geſtatten, die
Warte=
zeit zum Bezug der Leiſtungen des Geſetzes durch
Einzah=
lung der entſprechenden Prämienreſerve abzukürzen. Die
Grundſätze für die Berechnung der Prämienreſerve
be=
ſtimmt der Bundesrat. Die Wartezeit dauert beim
Ruhe=
geld für männliche Verſicherte 120 Beitragsmonate, für
weibliche Verſicherte 60 Beitragsmonate, bei den
Hinterblie=
benenrenten 120 Beitragsmonate. Der Bundesrat hat vor
dem Inkrafttreten des Geſetzes die Grundſätze für die
Be=
rechnung der Prämienreſerve aufgeſtellt und beſtimmt, daß
die Abkürzung der Wartezeit nur für volle Jahre und
höchſtens für diejenige Gehaltsklaſſe beanſprucht werden
kann, welcher der Antragſteller zur Zeit des Eintritts in
die Verſicherung angehört. Für die Berechnung der
Prä=
mienreſerve iſt das Alter des Verſicherten maßgebend, das
er an demjenigen Geburtstage vollendet, welcher dem
Zeitpunkt des Beginns der Verſicherung folgt. Von
die=
ſer Möglichkeit, die Wartezeit abzukürzen, ſcheint nun von
den Verſicherten in ziemlich ausgedehntem Maße
Ge=
brauch gemacht zu werden. Denn bis zum 1. Juli d. J.,
alſo innerhalb der erſten ſechs Monate ſeit dem
Inkraft=
treten des Verſicherungsgeſetzes, ſind bereits mehr als
300000 Mark als Prämienreſerve von der
Reichsverſiche=
rungsanſtalt eingenommen.
— Zur Erneuerung des deutſch=
ruſſi=
ſchen Handelsvertrages. Nach den
Erörterun=
gen, die jetzt in den ruſſiſchen Kreiſen von Handel und
In=
duſtrie und in der Preſſe über die Erneuerung des
Han=
delsvertrages mit Deutſchland gepflogen werden, muß
da=
mit gerechnet werden, daß ſich der Hauptkampf bei den
Handelsvertragsverhandlungen um eine Herabſetzung der
deutſchen Getreidezölle drehen wird. Im vergangenen
Jahre wurden in der Duma die ſchwerſten Angriffe
ge=
gen den deutſch=ruſſiſchen Handelsvertrag gerichtet, der
den vollkommenen Ruin der ruſſiſchen Landwirtſchaft
be=
deuten ſoll. Die in Ausſicht genommene Einführung
ruſ=
ſiſcher Getreidezölle iſt auch nur als die erſte Vorbereitung
für die kommenden Handelsvertragsverhandlungen
anzu=
ſehen, wenn man ſie in Rußland auch als eine
Abwehr=
maßregel gegen das deutſche Syſtem der Einfuhrſcheine
bezeichnet, das die Ausfuhr von deutſchem Roggen und
Mehl nach Rußland ermöglicht. Vergleicht man aber die
Zahlen der Einfuhr und Ausfuhr von Getreide von und
nach Rußland im letzten Jahr, ſo ergibt ſich folgendes
Bild: Deutſchland iſt der erſte und wichtigſte Abnehmer
der ruſſiſchen Landwirtſchaft, die Hälfte der ruſſiſchen
Ge=
ſamtausfuhr an Gerſte geht nach Deutſchland, ein Viertel
der Roggenausfuhr, 90 v. H. der ausgeführten Kleie, 66
v. H. des Kartoffelexportes und 95 v. H. der Ausfuhr an
Futterrüben. Man kann alſo mit gutem Gewiſſen
be=
haupten, die ruſſiſche Landwirtſchaft iſt in einem ſolchen
Maße auf den deutſchen Markt angewieſen, daß ein
Zoll=
krieg zwiſchen beiden Ländern eine ſchwere Kriſe über ſie
heraufbeſchwören müßte. Man ſollte auch in Rußland
nicht überſehen, daß die deutſche Weizeneinfuhr aus
Ka=
nada in drei Jahren von nichts auf 2,7 Millionen
Doppel=
zentner angewachſen iſt, und daß dieſe Einfuhr ſich auch
weiterhin noch von Jahr zu Jahr ſteigern wird.
Deutſch=
land iſt alſo zur Deckung ſeines Bedarf an Brotfrucht und
Futtermittel keineswegs auf den öſtlichen Nachbar
ange=
wieſen.
Zur Stichwahl in Zauch=Belzig. Die
Freiſinnige Zeitung gibt folgende Stichwahlparole der
Parteileitung der Fortſchrittlichen Volkspartei für die am
11. Juli in Zauch=Belzig zwiſchen dem Sozialdemokraten
Ewald und dem Reichsparteiler v. Oertzen ſtattfindende
Stichwahl bekannt:
Im Reichstagswahlkreiſe Zauch=Belzig=Luckenwalde
haben am kommenden Freitag die Wähler in der
Stich=
wahl darüber zu entſcheiden, ob der künftige Vertreter des
Wahlkreiſes der Rechten oder der Linken des Reichstages
angehören ſoll. Bei den allgemeinen Wahlen im vorigen
Jahre galt die Stichwahlparole: „Keine Stimme einem
Kandidaten der Rechtsparteien!” Seit dem vorigen Jahre
iſt keine ins Gewicht fallende Aenderung der
Parteiarup=
pierung eingetreten. Eine weitere Stärkung der Linken iſt
dringend geboten, insbeſondere im Hinblick auf die
kom=
menden Kämpfe auf wirtſchaftlichem Gebiet. Im
Einver=
ſtändnis mit den führenden Vertrauensmännern des
Wahlkreiſes empfehlen wir daher den Anhängern der
Fortſchrittlichen Volkspartei, bei der Stichwahl am
Frei=
tag dem freikonſervativen Kandidaten der Rechtsparteien
und des Bundes der Landwirte jegliche Unterſtützung zu
verſagen.
Falls dieſe Stichwahlparole von den Wählern befolgt
wird, iſt es den fortſchrittlichen Wählern zu verdanken,
wenn der 111. Sozialdemokrat in den Reichstag kommt.
Die chriſtlichen Gewerkſchaften. Im
chriſtlichen Gewerkſchaftskongreß zu Aachen warf der als
Gaſt erſchienene Abgeordnete Giesberts einen Rückblick
auf die unruhigen Zeiten der beiden letzten Jahre. Jetzt
müſſe an der Gewinnung weiterer Mitglieder und an der
Erweckung initiativen Geiſtes gearbeitet werden. Man
verlaſſe ſich in der Bergarbeiterſchaft zu viel auf die
Staatshilfe. Die Mitglieder müßten ſich immer auf ihre
eigene Kraft beſinnen. Ueber die am Vormittag
gehalte=
nen Vorträge entſpann ſich eine lebhafte Erörterung. Ihr
Ergebnis war eine Vertrauenskundgebung für die
Ge=
werkvereinsleitung, die einſtimmig angenommen wurde.
Darin wird der Hauptleitung des Gewerkvereins der
be=
ſondere Dank für die weitſichtige und kraftvolle Leitung
und Verwaltung ausgeſprochen, insbeſondere aber dafür,
daß ſie in dem Streik im Frühjahr 1912 gegenüber der
die Arbeiter ſchädigenden Taktik des
Bergarbeiterdreibun=
des die gewerkſchaftlichen Grundſätze mit aller
Entſchieden=
heit vertreten habe.
Die Umtriebe der Welfenpartei. Der
Vorſitzende der Welfenpartei, Freiherr v. Scheele, hat eine
Reſolution an alle Reichstagsabgeordnete verſandt, welche
von der Welfen=Landesverſammlung angenommen
wor=
den iſt. Sie enthält maßloſe Forderungen, denn die
Wel=
fenpartei verlangt danach die Wiederherſtellung des
Kö=
nigreichs Hannover. Sie will in keinem Falle die
han=
noverſche Frage aufgeben, weil ſie ſonſt ſich ſelbſt
auf=
geben würde. Die Nationalliberale Korreſpondenz
ent=
rüſtet ſich über dieſe Reſolution und wirft den Welfen
Maßloſigkeit und Dreiſtigkeit vor, die alles bisher
Dage=
weſene in den Schatten ſtelle. Beſonders ſtark ſei es,
wenn die Welfen behaupteten, daß die preußiſche
Regie=
rung bemüht ſei, einen Keil zwiſchen Fürſt und Volk zu
treiben. Der größte Fehler iſt wohl der, daß man dieſe
Phantaſtereien der Welfen allzu ernſt nimmt.
Ausland.
Frankreich.
Annahme des Militärgeſetzes. Die
Kam=
mer hat nacheinander Artikel 2 und 3 des Militärgeſetzes,
betreffend die Effektivſtärke, Artikel 4, betreffend die
Aus=
hebung, und Artikel 5 angenommen, der die Dienſtpflicht
in der Linie, Reſerve= und Territorialarmee auf
zuſam=
men 28 Jahre feſtſetzt.
Die Ausgaben für Marokko. Der
Budget=
ausſchuß der Kammer iſt von dem Beſchluß, die
diesjäh=
rigen Ausgaben für Marokko in das Budget des Jahres
1913 einzuſtellen, abgekommen, weil die Prüfung der
Re=
gierungsvorſchläge ergeben hat, daß gewiſſe Poſten nicht
genügend gerechtfertigt erſcheinen und vom
Generalreſi=
denten Liautey nähere Auskünfte verlangt werden müſſen.
Fezbleibt die Hauptſtadt Marokkos. In
der Kommiſſion für auswärtige Angelegenheiten wurde
beſchloſſen, die Stadt Fez als Hauptſtadt Marokkos
bei=
zubehalten. Der Beſchluß erfolgte, obgleich Miniſter
Pichon auf Grund der Berichte des Generals Liautey
her=
vorhob, daß Rabat vom Geſichtspunkte des Verkehrs, der
Sicherheit und der Geſundheit ſich weit mehr zur
Haupt=
ſtadt eigne.
England.
Im Unterhauſe erklärte der erſte Lord der
Ad=
miralität, Churchill, in Erwiderung auf mehrere Anfragen
über die Nachrichten, die das öſterreichiſche
Marinepro=
gramm betreffen, er wiederhole, daß er noch nicht in der
Lage ſei, eine beſtimmte Erklärung abzugeben. Er teilte
mit, daß die Forderungen über die Marineneubauten am
17. Juli eingebracht würden. Der Unioniſt Faber fragte
an, ob Churchill erklären könne, daß er am 17. Juli etwas
über die öſterreichiſchen Schlachtſchiffe wiſſen werde.
Chur=
chill erwiderte, daß alle dieſe Dinge ſorgfältig durch die
Admiralität geprüft würden, er könne aber nicht ſagen,
wann er eine endgültige Erklärung abgeben könnte.
Ko=
lonialminiſter Harcourt verlas mehrere Fragen und
beant=
wortete die Telegramme des Generalgouverneurs
Glad=
ſtone, in denen mitgeteilt werde, daß im Randgebiete die
Arbeit allgemein wieder aufgenommen ſei und daß
meh=
rere Werke wieder eröffnet ſeien. In Johannesburg
hät=
ten die Truppen nur dann geſchoſſen, wenn die Unordnung
zu ernſt geweſen ſei. Es ſei Grund zu der Annahme
vor=
handen, daß dem Schießen der Unruheſtifter ſelbſt mehrere
Todesfälle zuzuſchreiben ſeien. Das Unterhaus hat weiter
das Geſetz, betreffend die Trennung der Kirche vom Staat
in Wales, in dritter Leſung angenommen. Die Annahme
erfolgte damit zum zweiten Male. Das Oberhaus wird
die Bill zweifellos von neuem ablehnen.
Die Lage in Perſien. Sir Edward Grey gab
auf eine Anfrage des liberalen Abgeordneten Morrel zu,
daß jüngſt ernſthafte Unruhen in Nordperſien
ſtattgeſun=
den hätten. Er könne aber Rußland keine Vorſtellungen
machen, da es kürzlich 900 Soldaten zurückgezogen hätte,
ſo daß jetzt nur noch 16600 ruſſiſche Soldaten in
Nord=
perſien ſeien. Der Regent von Perſien ſcheine mit dem
Ergebnis ſeiner Unterredungen mit den Miniſtern in
Lon=
don und Petersburg zufrieden und wolle bald nach
Perſien zurückkehren. Die große perſiſche Anleihe mache gute
Fortſchritte.
Rußland.
Der Reichsrat hat nach einer Rede des
Miniſter=
präſidenten einſtimmig die von der Reichsduma
ausge=
arbeitete und angenommene Gefetzesvorlage, betreffend
den Ankauf der Moskau=Kiew=Boroneſch=Bahn, abgelehnt.
Bulgarien.
50 Millionen für Heereserforderniſſe.
In der Sobranje verlas Miniſterpräſident Danew eine
königliche Botſchaft, durch die die Sobranje zur
Abſtim=
mung über das Budget des zweiten Halbjahres 1913
ein=
berufen wird. Der Sobranje wird ein Geſetzentwurf
un=
terbreitet werden, in dem für die Heereserforderniſſe ein
Kredit von 50 Millionen verlangt wird.
China.
Der Mongoleivertrag Chinas mit Rußt
land iſt angenommen. Die chineſiſche Kammer hat
den Vertrag mit Rußland über die Mongolei in geheimer
Sitzung genehmigt. Der Miniſterpräſident erklärte, daß
der chineſiſchen Republik kein anderer Ausweg übrig
bleibe, da ſonſt ein Krieg mit der durch Rußland
unter=
ſtützten Mongolei unvermeidlich wäre und das Reich auch
außerdem die innere Mongolei verlieren könne,
* Haag, 8. Juli. Auf der Internationalen
Opiumkonferenz wurde das Schlußprotokoll
ange=
nommen. In dem Schlußprotokoll heißt es: Wenn am
31. Dezember noch nicht alle Mächte der Konvention vom
23. Januar 1912 beigetreten ſind, wird die niederländiſche
Regierung diejenigen Mächte, welche die Konvention
unterzeichneten, einladen, Delegierte zu ernennen, um die
Möglichkeit zu erwägen, die Konvention in Kraft treten
zu laſſen. Der franzöſiſche Geſandte teilte mit,
Indochina=
beabſichtige, die Beſchlüſſe der Konvention anzuwenden,
ſobald hinſichtlich des Schmuggels eine beſſere Lage
ge=
ſchaffen ſei. Der amerikaniſche Delegierte erklärte, die
Re=
gierung Guatemalas ſei bereit, die Konvention zu ratift
zieren.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. Juli.=
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin begaben ſich am Dienstag vormittag 8½ Uhr
mit Gefolge im Auto nach Gießen und beſuchten
daſelbſt die mediziniſche Frauen=Klinik und die Kinder=
Klinik; hierauf erfolgte die Weiterfahrt nach Lich.
Nach=
mittags 5½ Uhr erfolgte die Rückkehr nach Jagdſchloß
Wolfsgarten. (Darmſt. Ztg.)
* Verſetzung in den Ruheſtand. Se. Königl.=
Hoheit der Großherzog haben den
Miniſterial=
regiſtrator beim Miniſterium des Innern Rechnungsrat
Wilhelm Kinkel zu Darmſtadt auf ſein Nachſuchen,
unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte,
bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit mit Wirkung
vom 15. Juli 1913 in den Ruheſtand verſetzt und ihm
die Krone zum Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
nn. Strafkammer II. (Sitzung vom 9. Juli.)
Ange=
klagt waren der Händler Heinrich Kell er, geboren am
18. September 1872, vorbeſtraft, der Taglöhner Franz
Fauſt, geboren am 10. Juni 1885, vorbeſtraft, und der
Hausburſche Johannes Fauſt, geboren am 11. Mai 1896,
vorbeſtraft, ſämtlich von Offenbach a. M. Die Angeklagten
ſind beſchuldigt, vom 25. bis 30. Mai 1913 fortgeſetzt
Dieb=
ſtähle von Emaillewaren bei dem Kaufmann Walter
Benecke. Emaillewaren=Engrosgeſchäft zu Offenbach,
ausgeführt und die geſtohlenen Stücke dem Hausburſchen
Johannes Fauſt zur Weiterveräußerung übergebenzu
haben. Die Angeklagten waren im allgemeinen geſtändig
und gaben die Warendiebſtähle zu. Der wegen Hehlerei
angeklagte Hausburſche Fauſt konnte jedoch nachweiſen,
daß er nicht gewußt hatte, daß die von ihm veräußerten
Waren Diebesgut waren. Der Staatsanwalt beantragte
gegen den Händler Heinrich Keller wegen Diebſtahls neun
Monate Gefängnis und gegen den Taglöhner Franz Fauſt
ſechs Monate Gefängnis und Tragung der Gerichtskoſten.
Der Gerichtshof erkannte demgemäß. Der wegen Hehlerei
mitangeklagte Hausburſche Johannes Fauſt wurde
man=
gels Beweiſes freigeſprochen.
* Volksſchullehrer und Feuerwehrdienſt. Die Heſſiſche
Beamtenzeitung ſchreibt: Die heſſiſchen Volksſchullehrer
können nach einer neueren Verfügung der oberſten
Schul=
behörde zu Dienſtleiſtungen bei der Feuerwehr
herange=
zogen werden. Die Kreisſchulkommiſſion zu
Oppen=
heim hatte in einer zwiſchen dem dortigen
Feuer=
wehrkommando und der Lehrerſchaft ausgetragenen Streit
entſchieden, daß die Lehrer als durch „öffentliche
Berufs=
pflicht” verhindert, von den Uebungen der
Pflichtfeuer=
wehr zu entbinden ſeien. Daran war die Bemerkung
ge=
knüpft, daß ſich die oberſte Schulbehörde wohl auf
den=
ſelben Standpunkt, wie die ihr unterſtellte
Kreisſchulkom=
miſſion ſtellen werde. Dieſe Annahme hat ſich indes nicht
Aus der eiſernen Zeit:
Bilder vom Prager Kongreß.
C2) Es war wohl der ſeltſamſte Kongreß, der jemals
ſtattgefunden hat, dieſer Kongreß von Prag, der in der
erſten Hälfte des Juli vor 100 Jahren zu tagen begann.
Niemand, der um dieſe Zeit nach der vieltürmigen
Haupt=
ſtadt Böhmens kam, wäre gewahr geworden, daß hier
noch einmal, wenn auch freilich mit unzulänglichen
Mit=
teln, das ungeheure Werk des Friedens verſucht würde,
der nach einem Menſchenalter voll Krieg der Welt die
Ruhe wiedergeben ſollte. Die Verhandlungen wollten
und wollten nicht in Gang kommen. Am 5. Juli ſollten
ſie beginnen. Aber erſt am 12 Juli langten
Metter=
nich und Humboldt an, der öſterreichiſche und der
preußiſche Bevollmächtigte; der ruſſiſche Abgeſandte
An=
ſtett war ſchon früher gekommen. Aber noch war kein
Franzoſe da, denn Narbonne, der bereits in Prag weilte,
hatte keinen offiziellen Auftrag. Erſt am 19. Juli
er=
nannte Napoleon die Bevollmächtigten,
Coulain=
court und Narbonne, und erſt am 29. Juli traf der
Herzog ein und entfaltete nun jenes ganze Gepränge, wie
es einem Bevollmächtigten Napoleons und
Großwürden=
träger des Kaiſerreichs zukommen mochte. Bis dahin
war alles ſtill, merkwürdig ſtill. Die Verhandlungen
wur=
den ganz im geheimen geführt. Man ſah nur hie und da
Humboldts und Anſtetts einfache Wagen durch die Stadt
rollen, ſo ruhig, als ob es ſchlechterdings für Diplomaten
gar nichts zu tun gäbe; dieſe Mietskutſchen hatten nichts
Auffallendes, und Humboldt war erſt am Ende des
Mo=
nats ſo weit, daß er ſeinem Bedienten eine Livree
an=
ſchaffte. Bis dahin hatte er einen Lohnbedienten
angenom=
men und hoffte, mit dieſem ſehr zu imponieren. Aber als
er in Begleitung des neuen Mannes in der Stadt
herum=
gefahren war, wurde er dann, wie er ſelbſt in einem Briefe
an ſeine Frau erzählt, gefragt, warum er denn keinen
Be=
dienten habe. „Und es findet ſich, daß der Lohnbediente
Bürger von Prag iſt, als ſolcher es unanſtändig findet,
hinten aufzuſtehen, und daher alle meine Viſiten in
kur=
zem Trab nebenher zurückgelegt hat!“
Humboldt wohnte im Palais des Fürſten
Windiſch=
grätz und hatte zwei Schildwachen vorm Hauſe. Die
meiſten ariſtokratiſchen Häuſer aber waren verlaſſen, und
das geſellſchaftliche Leben konzentrierte ſich faſt nur in dem
Salon der jungen ſchönen Fürſtin Eſterhazy, die von Wien
nach Prag gekommen war, um die Honneurs des
Kon=
greſſes zu machen. Sonſt trafen ſich die Geſandten nur
noch beim Fürſten Metternich, mit dem Humboldt in ein
intimes Verhältnis trat. „Ich bin auf ſeine Bitten noch
geſtern um 10 Uhr abends zu ihm gegangen,” erzählt
Hum=
boldt ſeiner Frau, „und er ſcheint das ſofort einführen zu
wollen, da er mich heute wieder gebeten hat, und wir ſind
bis 1 Uhr, er, Gentz und ich, ſpazieren gegangen. Wir
ha=
ben immer über dieſe wichtigſten Dinge geſprochen, und du
würdeſt das Geſpräch merkwürdig genug gefunden haben.
Wenn man aber auch mit Metternich nicht immer einerlei
Meinung iſt, ſo hört er immer, geht immer ein und iſt nie
unbillig.‟ — Seltſam war ſo der äußere Rahmen dieſes
Kongreſſes, ohne offizielle Zuſammenkünfte, ohne lange
Debatten; aber noch ſeltſamer war ſein ganzes Weſen und
ſein Verlauf. Es war zwiſchen Metternich, Humboldt und
lnſtett abgemacht, daß alle Verhandlungen mit Napoleon
lediglich ſchriftlich und durch die Vermittlung Oeſterreichs
geführt werden ſollten. An dieſer Formalität, die
Met=
ernich mit einer größeren Beſchleunigung der Geſchäfte
motivierte, mußte ſich das Friedenswerk zerſchlagen. Jede
perſönliche Beeinfluſſung war ausgeſchloſſen; alles vollzog
ſich in der Form eines Notenwechſels, durch „unnützes
Ge=
ſchreibe” wie Humboldt ſagt. Napoleon, entrüſtet über
„Oeſterreichs Perfidie” die er unter allen Umſtänden
be=
ſtrafen wollte, zornig über die Wahl des ruſſiſchen
Bevoll=
mächtigten der als geborener Elſäſſer und Untertan
Frankreichs in den Augen des Kaiſers ein Ueberläufer
war, erſchwerte in trotzigem Unmut zunächſt die
Verhand=
lungen, indem er ſeinen Abgeſandten erſt verſpätet ſchickte.
Aber als man ſchließlich in Beſprechungen eintrat, zeigte
der feſte und entſchiedene Ton Humboldts, daß man mit
einem Frieden gar nicht mehr rechnete. Dennoch war der
Beitritt Oeſterreichs zum preußiſch=ruſſiſchen Bündnis bis
zum letzten Moment nicht völlig ſicher. „Wenn man
Met=
ternich reden hört, ſo iſt an nichts anderes, als an den
Krieg zu denken” ſchreibt der preußiſche Staatsmann am=
25. Juli, „mir iſt die Sache für Oeſterreich aber doch noch
nicht ganz entſchieden.” Immer raſcher und dramatiſchen
drängt dann alles dem Höhepunkte zu, denn am 10. Auguf
läuft der Waffenſtillſtand ab: „Wenn ich das ſtille und
äußerlich bedeutungsloſe Leben bedenke, mit dem wir
un=
ſer Zuſammenſein begannen, ſo kann ich manchmal nich
von dem Staunen zurückkommen, daß wir uns jetzt müſſen
in den kritiſchſten Moment Europas verwickelt ſinden, ir
dem jede Stunde jetzt die größſten Ereigniſſe herbeiführer
kann. Bis zum 10. muß das Dringendſte und Höchſte ent
ſchieden ſein. Nie hat eine kürzere oder gleich kurze Zei
ſo großen Ereigniſſen die Beſtimmung gegeben.”
Und im letzten Moment, am 6. Auguſt, verſucht Napo
leon, von Rußland und Preußen zurückgeſtoßen, noch ein
mal mit Metternich anzuknüpfen. Noch einmal mach
Oeſterreich beſtimmte Vorſchläge, die der in Dresden wei
lende Napoleon bis zur Mitternachtsſtunde des 10. Auguf
beantworten müßte. Lange, bange Stunden der
Erwar=
tung an dieſem ſchickſalsreichen 10. Auguſt! Um 12 Uh
nachts iſt noch keine franzöſiſche Antwort da; mit der
letzten Glockenſchlage erklären Humboldt und Anſtett, ihr
Vollmacht ſei nun erloſchen. Der Kongreß iſt beende
ohne recht eigentlich angefangen zu haben. Eine Stund
ſpäter, um 1 Uhr nachts, geht Humboldt von Metternie
fort, mit der feſten Zuſicherung, daß Oeſterreich ſich auf all=
Fälle den Verbündeten anſchließe. Und nun kann er di
Feuerzeichen aufflammen laſſen, die dem Hauptquartie
die Kunde vom Abbruch der Verhandlungen übermittelr
Ein neuer Akt des weltgeſchichtlichen Dramas bricht m
dieſem Signal an: der ungeheure Entſcheidungskampf ur
die Freiheit ganz Europas beginnt, und zum erſten Mal
ſteht dem Weltbedrücker nun jener große europäiſche Bun
in Waffen gegenüber, an deſſen Gründung die Staatsmär
ter ſeit 18 Jahren vergeblich gearbeitet hatten. Die vie
alten Großmächte, dazu Schweden und die wieder befre
ten Staaten der iberiſchen Halbinſel hat Napoleon
nu=
gegen ſich.
beſtätigt. Das Kommando der Oppenheimer Feuerwehr
erhob gegen die Entſcheidung der Kreisſchulkommiſſion
Einſpruch beim Miniſterium des Innern, Abteilung für
Schulangelegenheiten. Dieſes hat nunmehr verfügt, daß
die Lehrer von Oppenheim zu Feuerwehrübungen
heran=
gezogen werden können. Gleichzeitig hob das
Miniſte=
rium eine Verfügung der Kreisſchulkommiſſion zu
Hep=
penheim vom Jahre 1896 auf, der zufolge die dortigen
Reallehrer vom Feuerwehrdienſte befreit waren. Damit
hat die neueſte miniſterielle Verfügung generelle
Bedeut=
ung für alle heſſiſchen Lehrer und Reallehrer erlangt.
Im übrigen weiſt der neueſte Erlaß der Schulbehörde
die Feuerwehrkommandos und andere hierbei in Betracht
kommende Stellen an, andere Beamtenkategorien ebenſo
wie die Lehrer hinſichtlich der Verpflichtung zum
Feuer=
löſchdienſte zu behandeln.
C. Primiz. Heute feiert Herr Adolf Frenay,
Sohn des verſtorbenen Darmſtädter Stadtbaurats, in
der Kirche des Ordens der ewigen Anbetung in Mainz
ſeine Primiz.
* Der Maintal=Sängerbund feierte, wie man uns
verſpätet ſchreibt, vom 5. bis 7. Juli ſein 19. Maintal=
Sängerfeſt in dem herrlich gelegenen Klingenberg a. M.,
verbunden mit dem 50jährigen Jubiläum des dortigen
Vereins. Von den dem Bund angehörenden Darmſtädter
Vereinen beteiligten ſich die Geſangvereine „Liederzweig‟”
„Liederkranz”, „Teutonia” und „Harmonie‟ Der
Emp=
fang, der den herbeigeeilten Sangesbrüdern in dem
freund=
lichen, großartig geſchmückten Mainſtädtchen von deſſen
Bewohnern zuteil wurde, war der denkbar herzlichſte, die
Aufnahme eine familiäre, der Ton der gemütlichſte, wie
man es von Klingenberg nicht anders gewohnt iſt. Der
Geſangverein „Liederzweig” beteiligte ſich am Kommers
mit zwei Volksliedern: „O. wie herbe iſt das Scheiden”
und „'s Herz” von Silcher, die unter Kammermuſiker
Brückmanns Direktion mit Gefühl und Eſprit zum
Vor=
trag kamen und ungeheuren Beifall auslöſten. Ebenſo
unter Brückmanns Leitung kamen am Sonntag, von den
Geſangvereinen „Liederkranz” und „Liederzweig”
gemein=
ſam geſungen, zum Vortrag: „Wie’s daheim war”
Ab=
ſchied” und „Sonntag iſt’s, welche drei Lieder gleichfalls
ſehr großen, nicht endenwollenden Beifall ernteten. Auch
die übrigen Vereine gaben ihr Beſtes. Großartig
impo=
nierend, ſowohl in ſeiner Geſamtwirkung, wie in ſeinen
einzelnen Nüancen, kamen die Maſſenchöre der einzelnen
Vereinigungen, ſowie des Geſamtbundes zum Vortrag.
Aus den Verhandlungen des Maintal=Sängerbundes
intereſſiert uns Darmſtädter insbeſondere, daß das nächſte.
1915 ſtattfindende Bundesfeſt, den Darmſtädter Vereinen
üübertragen wurde. Eine definitive Zuſage wurde jedoch
davon abhängig gemacht, ob Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Orangeriegarten dazu zur Verfügung ſtellt, da
zurzeit ein geeigneterer Feſtplatz in Darmſtadt wohl nicht
kanzutreffen ſein dürfte. Auf ein von den Darmſtädter
Vereinen an Se. Königl. Hoheit nach Jagdſchloß
Wolfs=
garten gerichtetes Ergebenheitstelegramm lief folgende
Antwort ein: „Sehr erfreut über Ihr erneutes Treu
gelöbnis, ſpreche ich dem „Liederzweig”, „Liederkranz”
und der „Teutonia” meinen beſten Dank aus. Ernſt
Lud=
wig.‟ Das 19. Maintal=Sängerfeſt wird allen
Teilneh=
mern noch recht lange in angenehmer Erinnerung bleiben.
* Der Darmſtädter Hausbeſitzer=Verein
über=
reichte vor einigen Tagen ſeinem Begründer und
lang=
jährigen verdienſtvollen Geſchäftsführer, Herrn Rentner
Friedr. Mahr, welcher am 1. Juli von ſeinem Amt
zurücktrat, ein in Kunſtdruck hergeſtelltes Diplom. Der
Vorſtand ernannte ihn zum Ehrenmitglied des Vereins
und beſchloß einſtimmig, Herrn Friedr. Mahr zu allen
Vorſtandsverſammlungen einzuladen.
* Für Hausbeſitzer. Der Darmſtädter
Hausbeſitzer=
verein teilt uns mit, daß eine auswärtige Firma, die ſich
auch mit Mietausfallverſicherung befaßt, auch
hier verſucht, Aufträge zu bekommen. Der Verein empfiehlt,
den Hausbeſitzern, vor Abſchluß irgendwelcher Verträge
bei ihm Auskunft einzuholen.
* Der Geſangverein „Frohſinn” veranſtaltet am
Sonntag einen Familienſpaziergang. (Siehe Anzeige.)
* Vögelsberger Höhenklub. Wieder lädt der
hieſige Zweigverein zu einer Wanderung ein, die diesmal
an die Bergſtraße führt. Von Heppenheim geht es auf
ſchönen Waldwegen hinauf zur Juhöhe und von dort
durch den mit Naturſchönheiten reich geſegneten
Heppen=
heimer Stadtwald unter kundiger Führung nach Ober=
Hambach und weiter nach Zell und dem Endziel
Bens=
heim zu. Eine Teilnahme an dieſer Wanderung dürfte
ſich um ſo mehr empfehlen, als nur ſchöne ausgeſuchte
Waldwege mit zeitweiſe wechſelnden Fernblicken nach der
Rheinebene ꝛc. benutzt werden.
X Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Juni
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 135
Ochſen, 1 Bulle, 243 Kühe, 11 Jungrinder, 953 Kälber,
2487 Schweine, 74 Schafe, 7 Ziegen und 10 Pferde. —
Beanſtandet wurden: 92 Ochſen, 1 Bulle, 162 Kühe,
5 Jungrinder, 20 Kälber, 560 Schweine, 4 Schafe, 1 Ziege
und 3 Pferde. — Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch
von: 1 Ochſen, 12¾ Kühen, 2¾ Kälbern, 16¾ Schweinen
und 1 Ziege. — Bedingt tauglich war das Fleiſch von:
Ochſen, ¼ Kühen, ¾ Kälbern und 2¾ Schweinen. —
Untauglich waren: 2 Kühe, 1 Kalb, 1600 Organe,
177 kg Fett und 170 kg Fleiſch von 848 Tieren. — Auf
Trichinen wurden unterſucht: 2487 im Schlachthaus
geſchlachtete Schweine, ſowie 2745 kg für hieſige Metzger
eingeführtes friſches Fleiſch von 123 Schweinen. — Der
Nachunterſuchung wurden unterzogen: 489 Sendungen
eingeführtes Fleiſch, enthaltend: 10606 kg Rindfleiſch,
3319 kg Schweinefleiſch, 78 kg Kalbfleiſch, 832 kg
Ham=
melfleiſch und 55 kg Ziegenfleiſch.
* Die Zeit der Reife unſerer Beerenfrüchte iſt da.
Ob=
ſchon nun alle unſere Beerenfrüchte derartig ſaftreich ſind,
daß ſie ein Gefühl des Durſtes nicht aufkommen laſſen,
gibt es doch viele, namentlich Kinder, die es nicht
unter=
laſſen können, nach dem Genuſſe friſchen Obſtes ſogleich
Waſſer zu trinken. Solches Beginnen kann aber nicht
nur die ſchwerſten Magen= und Darmerkrankungen,
ſon=
dern ſogar plötzlichen Tod herbeiführen. Ja der Tod
er=
folgte des öfteren ſchon bei jugendlichen Perſonen, die
auf reichlichen Genuß, beſonders von Stachelbeeren,
ſo=
gleich reichlichen Genuß von Waſſer folgen ließen.
Kin=
der ſind daher in erſter Linie zu warnen, daß ſie unter
keinen Umſtänden ſofort nach dem Genuß von
Beeren=
obſt Waſſer zu ſich nehmen. Zu warnen ſind die Kinder
auch ganz beſonders vor dem Genuß unreifen Obſtes,
denn ſo wertvoll reifes Obſt, ſo ſchädlich iſt unreifes für
den menſchlichen Organismus, und gar manche ſchwere
Erkrankung des Verdauungsapparates eines Kindes iſt
nur allein zurückzuführen auf den Genuß unreifen Obſtes.
* Städtiſcher Saalbau. Im heutigen 6.
Donners=
tagskonzert der Kapelle des Leibgarderegiments unter
Leitung des Herrn H. Hauske gelangt auf Wunſch
E. Griegs I. Peer Gynt=Suite zur Aufführung.
Bei der außerordentlichen Beliebtheit, der ſich gerade die
Griegſche Muſik bei uns erfreut, wird ſich ein reges
Intereſſe für die Veranſtaltung bemerkbar machen.
Außerdem haben Platz auf der Vortragsordnung
ge=
funden: R. Strauß: Roſenkavalier, Walzer; R. Waaner:
Ouvertüre zu „Tannhäuſer”; L. van Beethoven: Andante
cantabile a. d. 5. Symphonie. (Siehe auch die
bezüg=
liche Anzeige.)
Die Errichtung einer Submiſſionsſtelle bei der
Handwerkskammer zu Darmſtadt.
— Die Handwerkskammer zu Darmſtadt hat in ihrer
Plenarſitzung vom 23. Juni 1913 die Errichtung
einer Submiſſionsſtelle beſchloſſen. In
Hand=
werkerkreiſen dürfte es bekannt ſein, daß die
Handwerkskam=
mer es ſeit Jahren ſchon als eine ihrer wichtigſten Aufgaben
betrachtet, ſich auf dem Gebiete des Submiſſionsweſens
zu betätigen, und daß in dieſer Hinſicht in den
verſchie=
denſten Handwerkszweigen auch Erfolge erzielt wurden.
Die nachhaltige Beſſerung in der Vergebungsweiſe der
ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden, die wir in Heſſen
ver=
zeichnen können, iſt wohl zum großen Teil auf dieſe
Tätig=
keit zurückzuführen; trotzdem verſtummen nicht die
Kla=
gen über Nichtberückſichtigung von Angeboten auf
Aus=
ſchreiben, nicht nur der lokalen, ſondern auch der
Reichs=
behörden. Insbeſondere gehen die Klagen dahin, daß
die Lieferungen immer noch mitunter den
Wenigſtfordern=
den übertragen werden und hierdurch Angebote den
Zu=
ſchlag erhalten, die ſich noch unter dem Selbſtkoſtenpreis
be=
wegen. Der Deutſche Handwerks= und
Gewerbekammer=
tag, der ſeit Jahren ſchon mühevolle Arbeit auf dieſem
Gebiete geleiſtet hat, trat daher am 2. und 3. April d. J.
zu einer außerordentlichen Tagung zuſammen, deren
ein=
ziger Punkt der Tagesordnung eine Stellungnahme zu
dieſer Frage bildete. In dieſer Verſammlung, bei der
die Vertreter der größten Bundesſtaaten, eine große Zahl
von Reichstagsabgeordneten der bürgerlichen Parteien,
ſowie faſt ſämtliche deutſche Handwerks= und
Gewerbe=
kammern vertreten waren, wurde einſtimmig die
Erricht=
ung einer Hauptſtelle für das Verdingungsweſen
be=
ſchloſſen. Die Aufgaben dieſer Zentralſtelle mögen aus
dem nachſtehenden, im Wortlaut wiedergegebenen
Be=
ſchluß dieſer außerordentlichen Tagung entnommen
werden:
I. Der Deutſche Handwerks= und Gewerbekammertag
beſchließt, in Gemeinſchaft mit den beteiligten
wirtſchaft=
ichen Verbänden, die hierzu bereit ſind, eine
Haupt=
ſtelle für das Verdingungsweſen zu
errich=
ten. Ihre Aufgaben ſollen hauptſächlich ſein:
1. Die Vertretung und Verbreitung einheitlicher und
geſunder Grundſätze auf dem Gebiete des
Verding=
ungsweſens,
2. die Beratung und Unterſtützung der einzelnen
Kam=
mern und ihrer Verdingungsämter, ſowie der
aus=
ſchreibenden Stellen,
3. die Anregung zur Bildung von Lieferungsverbänden
und Submiſſionsgemeinſchaften des Handwerks für.
größere Bezirke.
II. Der Deutſche Handwerks= und
Gewerbekammer=
tag richtet an den Bundesrat und Reichstag die Bitte,
zur Durchführung dieſer Aufgaben einen jährlich
ausrei=
chenden Beitrag zu gewähren.
Ein für den Handwerkerſtand erſprießliches Wirken
dieſer Zentrale kann jedoch nur zuſtande kommen, wenn
ieſe Beſtrebungen energiſche Unterſtützung ſeitens der
einzelnen Handwerkskammern finden, was durch
Bild=
ung von Submiſſionsſtellen bei jeder
Kam=
mer zu erreichen iſt. Andererſeits können aber auch die
einzelnen Submiſſionsſtellen die Zentrale nicht entbehren,
da ja dort Material und Erfahrungen aus dem ganzen
Reiche geſammelt werden und dieſe Zentrale in der
Hauptſache in beratender Weiſe den einzelnen Stellen
bei=
ſtehen ſoll.
Aus dieſen Erwägungen heraus hat der Vorſtand
der Handwerkskammer die Errichtung einer ſolchen Stelle
beantragt, dem die Plenarverſammlung zugeſtimmt hat.
Die Tätigkeit der Stelle wird in einer demnächſt
ſtattfin=
denden Vorſtandsſitzung genauer feſtgelegt. Haben ſich
ſämtliche deutſche Handwerks= und Gewerbekammern erſt
einmal zu gleichem Vorgehen entſchloſſen, und ſtehen
ver=
möge dieſer Organiſation die verſchiedenen Aemter unterſich
und mit der Zentrale in ſteter Verbindung, dann wird es
auch gelingen, die immer noch vorhandenen Schäden auf
dem Gebiete des Submiſſionsweſens nach und nach zu
beſeitigen und dieſe die vitalſten Intereſſen des
Hand=
werks berührende Frage in zufriedenſtellender Weiſe zu
regeln.
Roßdorf, 8. Juli. Wie hier der deutſche
Männer=
geſang gepflegt und gefördert wird, zeigte ſich gelegentlich
des Sommerfeſtes des hieſigen Geſangvereins „
Kon=
kordia” Waren ſchon die Leiſtungen des feſtgebenden
Vereins in Gemeinſchaft des Männerquartetts „Loreley”=
Darmſtadt großartig, ſo wurden dieſelben faſt noch
über=
troffen von den beiden hieſigen Brudervereinen „
Sänger=
luſt” und „Liederkranz” welche u. a. ihre diesjährigen,
mit erſten Preiſen gekrönte Wettſtreitchöre zum Vortrag
brachten. Für alle Anweſenden war es ein Hochgenuß,
das bewies der wohlverdiente allgemeine Beifall. Dieſer
Tag wird deshalb jedem Teilnehmer in angenehmer
Er=
innerung bleiben und dem Geſangverein „Konkordia” zur
Ehre gereichen.
ck. Weiterſtadt, 9. Juli. Der hieſige
Eiſenbah=
nerverein hielt anläßlich des Regierungsjubiläums
S. M. des Kaiſers Wilhelm II. ein Waldfeſt ab, zu
dem er die hieſigen nationalen Vereine eingeladen hatte,
und die ſich auch vollzählig an der Feier beteiligten.
Nach=
mittags 3 Uhr wurden die Vereine mit Muſik unter
Vor=
antritt der mit Fähnchen geſchmückten Jugend aus ihren
Vereinslokalen abgeholt. Der hübſche Zug bewegte ſich
nach dem Feſtplatz am Klein=Gerauer Wald. Dort
be=
grüßte der Vorſitzende des Vereins, Herr
Bahnhofsvor=
ſteher Spengler, die Erſchienenen und hielt eine
ker=
nige, von nationalem Sinn getragene Anſprache, die in
einem Hoch auf den Kaiſer gipfelte. Nun begann ein
fröh=
liches Leben und Treiben. Die drei bürgerlichen
Geſang=
vereine erfreuten die Anweſenden durch ihre neueſten
Chöre, die großen Beifall fanden. Für Spiele für die
Jugend hatte der rührige Vorſtand weitgehendſt geſorgt.
Lehrer Schenck dankte im Namen aller geladenen
Ver=
eine in treffenden Worten für die Einladung. Abends
fand im Gaſthaus zur ſchönen Ausſicht Ball ſtatt, der ſich
großen Zuſpruchs von Jung und Alt erfreute. Küche und
Keller des Ausſicht=Wirts leiſteten Vorzügliches. Jeder
ſchied mit dem Gedanken, einen herrlich=ſchönen Tag
ver=
lebt zu haben, und der Eiſenbahnerverein darf ſtolz darauf
ſein, ein ſo ſchönes nationales Feſt arrangiert zu haben.
Offenbach, 9. Juli. Seit Montag wird ein älterer
Privatmann von hier vermißt. Er entfernte ſich
am Montag nachmittag aus ſeiner Wohnung, um einen
kurzen Geſchäftsgang zu machen, kehrte von dieſem aber
Me
Xl. Internationale Kunſtausſtellung
im Kgl. Glaspalaſt zu München.
Drei und einhalb Tauſend Nummern zählt der
Kata=
log. Der ganze linke Flügel mit 37 Sälen enthält die
deutſche Kunſt, der rechte Flügel mit 49 Räumen ſtand dem
Ausland zur Verfügung. Im Veſtibül befinden ſich
Bild=
hauer=Werke aller Nationen. Die Anordnung und
Reihen=
folge der einzelnen Länder iſt nicht ohne politiſchen
Ein=
ſchlag. Zuerſt kommen die Dreibundſtaaten Oeſterreich
und Italien. Frankreich nimmt wieder den
Repräſenta=
tionsſaal ein, wodurch dem Feind Courtoiſie erwieſen iſt.
England fehlt, trotz freundlicher Aufforderung, die
Aus=
ſtellung zu beſchicken.
Die Bedeutung der heurigen Internationalen beſteht
nicht in überragenden Einzelwerken — es gibt keinen
Clou — ſondern in der vortrefflichen Ueberſicht über das,
was in den verſchiedenen Kulturländern angeſtrebt und
gekonnt wird.
Frankreich, auf das ſich ſonſt die Blicke zuerſt
richte=
ten, enttäuſcht. Es ſind zwar einige erleſene Delikateſſen
ſeinſter Art vorhanden, wie Rodins Büſten von Mahler,
Falquiére und Mirbeau, eine Viſion „De profundis”,
ein Frauenkopf, und die über alles geniale „Hand”, in
der eine ganze Welt von Ausdrucksfähigkeit verborgen iſt,
aber ſonſt ſieht man ſich vergebens nach Werken um, in
de=
nen der Genius der Raſſe in ähnlich ſtarker Weiſe ſich
äußert. Höchſtens nach Forain iſt voll jenes echten
esprit gaulois, den wir in erſter Linie bei den Franzoſen
ſuchen. Seine beiden Oelbilder „Unterbrochene Audienz”
und „Die Gartenlaube” atmen etwas vom Geiſte
Dau=
miers. Nur hat Forain Nerven ſtatt Muskeln, wie jener.
Die Radierungen des gleichen Künſtlers wollen weniger
beſagen. Was ſonſt noch zu ſehen iſt — die drei Claude
Monet nicht ausgenommen —, ungefähr ſo ſagen es
unſere Künſtler auch, nur mit ein bißchen anderen Worten.
Viel intereſſanter und ergiebiger iſt die Ausſtellung
des ruſſiſchen Verbündeten. Hat man bei den
Fran=
zoſen den Eindruck rapid verblühender, geſchminkter
Reize, ſo tritt die ruſſiſche Malerei hervor, wie der Elch
aus dem Walde. Stark, groß, fremdartig. Zwar fehlt es,
was ausdrücklich konſtatiert ſei, noch völlig an maleriſchen
Offenbarungen, die der ruſſiſchen Literatur, einem
Doſto=
jewskij, Tolſtoi gleichwertig ſind. Aber in den
unartiku=
lierten Lauten, in denen dieſe Alexei Kokel
Gor=
uſchkin=Sorokopudow uſw. ſprechen, kündet eine
ſtarke Seele an und eine Urkraft des Schauens und
Geſtal=
tens, wie wir ſie bei anderen Nationen vergebens ſuchen.
Ganz anders, wenn auch durch Stoffgebiet, Format
und Farbigkeit mit dem Ruſſen verwandt, wirkt die
heu=
tige Kunſt Spaniens. Man denkt dabei nicht an den
Urwald, ſondern an einen ausgeglühten Krater, unter
dem es doch noch fortglimmt und kniſtert von ſchwüler
Sinnlichkeit und Fanatismus.
Die Ausſtellung der Schweizer laboriert wieder
daran, daß wir lauter al kreseo=Malerei vor uns ſehen,
die ins Prokuſtesbett der Tafelmalerei gezwängt iſt. Es
iſt ungefähr ſo als ob in einem geſchloſſenen Raum von
allen Seiten Trompetenfanfaren auf uns losdröhnen.
Ta=
felmalerei iſt aber Kammermuſik.
Bei Italien iſt eine eigentümliche Vorliebe für
Schneelandſchaften bemerkenswert. Doch ſind wir dankbar
für Segantinis „Pferde an der Quelle‟
Ganz enttäuſcht hat Norwegen. Dieſe Malerei iſt
ein ſehr bezeichnendes Pendant zu den politiſchen
Stüm=
pereien in dieſem zurzeit von Phraſeuren und Theoretikern
mißhandelten Lande.
Auch Dänemark entſpricht nicht der Vorſtellung, die
man ſich von der Heimat Niels Lyhnes macht. Belgien,
Holland, Ungarn, ſelbſt Schweden und Rumänien
ſpre=
chen ein Kunſtvolapük, das überall verſtändlich iſt. Wie
die Hotels in allen Ländern heute ſich ziemlich gleich ſind,
ſo könnten dieſe Werke überall entſtanden ſein.
Ohne auch nur den Verſuch machen zu wollen, auf die
Kunſt Deutſchlands im einzelnen einzugehen, freut
man ſich doch im ganzen daran, wenn man ſie mit der
der übrigen Länder vergleicht. Welche Fülle der
Indivi=
dualitäten gegenüber der Uniformität der anderen, die
Oeſterreicher nicht ausgenommen — trotz des pikanten
Klimt=Kabinetts! Wie viel Problematik, intereſſante
Eigenart! Es iſt wahr, was Goethe ſagte, in Deutſchland
werden alle Gedanken der Welt aufgenommen, verarbeitet
und umgeſchmolzen — auch die maleriſchen möchte man
P.
hinzufügen.
Feuilleton.
* Sommerliche Hitze in Sicht. Ein Wetterprophet, der
trotz aller ſchlimmen Erfahrungen ſich vom Prophezeien
nicht abſchrecken läßt, ſchreibt: Nachdem die Witterung
bei=
nahe drei Wochen lang ununterbrochen regneriſch, kühl und
unfreundlich geweſen iſt, ſcheint ſich nunmehr endlich eine
Wendung zum Beſſeren vorzubereiten. Das
außerordent=
lich ausgedehnte, wenn auch in letzter Zeit nur noch
mäßig tiefe Depreſſionsgebiet, das faſt den ganzen Erdteil
beherrſcht hat und Anlaß zu der ungünſtigen Witterung
gab, beginnt ſich nunmehr auszufüllen und dürfte
all=
mählich oſtwärts abziehen. Hinter ihm rückt vom
Atlanti=
ſchen Ozean, in Bewegung geſetzt durch ein neues, ſüdlich
von Island erſchienenes Minimum, hoher Luftdruck gegen
den Kontinent vor, unter deſſen Einfluß nach und nach
Aufheiterung eintreten dürfte. Ein zweites Hochgebiet,
das ſich über Lappland befindet iſt bereits jetzt durch einen
Rücken hohen Luftdrucks mit dem atlantiſchen Maximum
verbunden, und ſobald der Kern des letzteren auf das
Feſtland gelangt, werden Trübung und Regenfälle,
Weſt=
oſtwärts fortſchreitend, ein Ende nehmen. Augenblicklich
iſt zwar unter dem Einfluß der weſtlichen Luftſtrömung
das Wetter namentlich in Weſtdeutſchland noch ſehr kühl;
unter der Einwirkung der Sonnenſtrahlung dürfte aber
hier nunmehr die Wiedererwärmung einſetzen und ſich
in=
nerhalb zwei bis drei Tagen bis nach Oſtdeutſchland
ver=
breiten. Wenn, was etwa bis zum Ende der Woche zu
erwarten iſt, die Winde überall öſtliche bis ſüdliche
Rich=
tung angenommen haben werden, ſo kann auch mit einer
ſtärkeren Erhitzung gerechnet werden, und der
Hochſom=
mer, der ſich bisher noch wenig freundlich gezeigt hat, wird
dann wohl zu ſeinem Rechte kommen.
* Amtlicher Schutz eines ausſterbenden Tieres. Ein
ausſterbendes Tier findet jetzt den Schutz des preußiſchen
Miniſters für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten
Frei=
herrn von Schorlemer. Es iſt dies der Baummarder. In
vielen Gegenden iſt er infolge von ſcharfen
Nachſtellun=
gen ſchon zur Seltenheit geworden. Das Tier ſoll vor der
völligen Ausrottung geſchützt werden. Die Kgl.
Regie=
rungen ſind ermächtigt worden, den Forſtbeamten das
nicht mehr zurück. Da er ſich für ein längeres Fernbleiben
von Haus in Kleidung uſw. gar nicht eingerichtet hatte,
ſo iſt anzunehmen, daß dem alten Mann etwas zugeſtoßen
iſt. Möglich iſt auch, daß er, da er ſeit Jahren
gehirn=
leidend war und an apathiſchen Zuſtänden litt, ſich in
einer Art Dämmerungszuſtand entfernt hat. Alle
Nach=
forſchungen der Familie bei Verwandten und Bekannten
waren bis jetzt erfolglos.
Lichtenberg, 9. Juli. Heute mittag gegen 12 Uhr wurde
uns ein ſeltener Beſuch zuteil. Ein Zeppelinſchiff
überflog unſeren Kurort ſo tief, daß die begeiſterten
Ein=
wohner und Kurgäſte ſich durch Winken mit den
Paſſagie=
ren des Schiffes verſtändigen konnten.
W Lampertheim, 8. Juli. Der Sandhofener Wald
war geſtern vormittag der Schauplatz einer
Liebes=
tragödie. Der 18 Jahre alte Fabrikarbeiter Johann
Bauer aus Lampertheim gab auf ſeine Geliebte, die erſt
16 Jahre alte Marie Müller aus Sandhofen, einen
Revol=
verſchuß ab und richtete dann die Waffe gegen ſich. Die
Verletzungen des Mädchens ſind nicht lebensgefährlicher
Natur; der Zuſtand des jungen Mannes iſt bedenklich.
Beide wurden in das Sandhofener Krankenhaus gebracht.
Das Paar hatte beſchloſſen, aus dem Leben zu ſcheiden,
weil die Eltern das Verhältnis nicht billigten.
Worms, 9. Juli. Der ſeit einiger Zeit vorbereitete
Zuſammenſchluß der Frauenvereine des
Kreiſes Worms zu einem Kreisverband iſt in der
vorgeſtrigen Sitzung zuſtande gekommen. Sämtliche
Vor=
ſitzenden der Einzelvereine bilden den Vorſtand. Der
Kreisverband ſchließt ſich dem Alice=Frauen=Verein an,
unbeſchadet der Zugehörigkeit der einzelnen Vereine zu
anderen, insbeſondere kirchlichen Verbänden. Der
an=
weſende Vertreter der katholiſchen Frauenvereine erklärte
den Anſchluß, ſowie ſeinen Eintritt in den Vorſtand unter
dem Vorbehalt der Zuſtimmung ſeiner vorgeſetzten
Behörde.
Gießen, 9. Juli. Unter dem Vorſitz des
General=
ſtaatsanwalts Geheimerat Dr. Preetorius tagte im
Re=
gierungsgebäude zu Gießen der Schutzverein für
entlaſſene Gefangene, zu der Mitglieder aus dem
ganzen Großherzogtum erſchienen waren. Auch das
Groß=
herzogliche Miniſterium, die Provinzialdirektion, die
Lan=
desuniverſität (Rektor Prof Dr. Eck), das Oberkonſiſtorium
(Prälat D. Dr. Flöring), Bürgermeiſter Mueller=
Darm=
ſtadt, außerdem zahlreiche Inſtizbeamte, Geiſtliche und
andere Mitglieder aus allen Provinzen waren anweſend.
In ſeiner Begrüßungsanſprache gibt der Vorſitzende aus
der ſehr intereſſanten Statiſtik über die Behandlung der
194 Pfleglinge des Jahres 1912 und deren Reſultat eine
Reihe von Mitteilungen. Danach waren 100 Pfleglinge
aus Starkenburg, 20 aus Oberheſſen und 69 aus
Rhein=
heſſen. 123 waren evangeliſch, 70 katholiſch und 1 jüdiſch.
Für Unterſtützungen wurden in 1912 8232 Mark
ausge=
geben, davon 4915 für Starkenburg, 1522 Mark für
Ober=
heſſen und 2596 Mark für Rheinheſſen. Aus der
Führ=
ungsſtatiſtik geht hervor, daß von 278 im Jahre 1909
auf=
genommenen Pfleglingen ſich 81,2 Prozent gut geführt
haben. Von 204 Pfleglingen des Jahres 1910 haben ſich
77 Prozent gut geführt, und von 219 aus 1911 ſogar 85,5
Prozent, ein erfreuliches Ergebnis. Weiter macht der
Vorſitzende die ſehr erfreuliche Mitteilung, daß in dem
neuen Strafgeſetz eine Beſtimmung eingefügt ſei, nach
welcher ein Gefangener nach ſeiner Haftentlaſſung der
Schutzhaftpflicht unterſtellt werden könne, damit falle dem
Verein eine ſehr wichtige und ehrende Aufgabe zu, obwohl
er eigentlich eine private Wohltätigkeitsanſtalt ſei. Ebenſo
ehrend ſei es für den Verein, daß Herr Geheimerat Dr.
Preetorius zum Vorſitzenden der Deutſchen
Schutzver=
einigung gewählt worden ſei.
Gießen, 9. Juli. Das vom Heilſtättenverein für
Heſ=
ſen im Klinikerviertel unſerer Univerſitätsſtadt errichtete
Lupusheim, das vor mehreren Wochen ſeiner
Beſtim=
mung übergeben wurde, iſt bereits mit 40 Heilung
Suchen=
den belegt; faſt ebenſo viele Patienten mußten
Raum=
mangels wegen zurückgewieſen werden. Man plant
be=
reits eine Vergrößerung der Anſtalt.
Friedberg, 9. Juli. Mit der Unterſtützung des
Kreis=
amts und der Stadtverwaltung errichtete der
Bezirksver=
ein Friedberg des deutſchen Vereins gegen den Mißbrauch
geiſtiger Getränke in Friedberg eine
Auskunfts=
ſtelle für Alkoholkranke. Solche
Beratungs=
ſtellen für Trunkſüchtige oder Angehörige von Trinkern
ſind jetzt an faſt 200 Orten in Deutſchland errichtet. In
Heſſen befinden ſie ſich in Darmſtadt, Mainz, Gießen und
Offenbach. Es iſt beabſichtigt dieſe Auskunftsſtellen
all=
mählich in allen Kreisſtädten einzurichten, ähnlich der
Tu=
berkuloſe=Fürſorgeſtellen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. Juli. Die Morgenblätter
melden: Ein Automobil einer Vergaſer=Geſellſchaft
hatte geſtern nachmittag eine Probefahrt auf der Ham=
dienen, die Bevölkerung zu beruhigen und glaubt, die
Akten über den beklagenswerten Vorfall ſchließen zu
können.
Breslau, 9. Juli. Hier wurde heute morgen der 34 Händler Geppert hingerichtet, der wegen
Gattenmordes am 7. März zum Tode verurteilt worden
war.
Mailand, 8. Juli. Furchtbare Gewitter haben
im oberitalieniſchen Seengebiet ungeheueren Schaden
an=
gerichtet. Bei Vareſe, Erba und Bergamo fiel der Hagel
25 Zentimeter hoch. Die Temperatur iſt unter 10 Grad
geſunken.
Paris, 8. Juli. Dem hieſigen Neu=York Herald wird
aus Santi Quaranta in Epirus gemeldet, daß die durch
den tragiſchen Tod ihrer Kinder ſo ſchwer heimgeſuchte
Tänzerin Jſadora Duncan in Santi Quaranta
ſich niedergelaſſen habe, daſelbſt einer Anzahl Bauern,
deren Anweſen während des letzten Krieges zerſtört
wor=
den ſind, eine Zufluchtsſtätte und für deren Kinder eine
Schuleerrichtet habe, in der eine griechiſche Lehrerin
Unterricht erteile.
Brüſſel, 8. Juli. Prinzeſſin Luiſe von Belgien
wird in Brüſſel erwartet, um mit ihrer Schweſter die
end=
gültige Erbſchaftsaufteilung vorzunehmen. Eine ganze
Anzahl Koffer und andere Gepäckſtücke war ihr
voraus=
geſandt worden und lagerte auf dem Nordbahnhof in
Brüſſel. Ein Brüſſeler Hotelier, der von der Prinzeſſin
19000 Francs zu bekommen hat, hat ſämtliche Gepäckſtücke
und Koffer mit Beſchlag belegen laſſen.
Madrid, 9. Juli. Eine eigenartige
Natul=
erſcheinung hat hier großes Unheil angerichtet. Eine
Feuerhoſe von etwa hundert Meter Höhe wurde
ge=
ſtern nachmittag 4 Uhr in der Umgebung von Valeneia
bemerkt. Alles, was in den Bereich der Feuerhoſe kam,
wurde niedergebrannt. Die Naturerſcheinung verſchwand
etwa 200 Meter vor dem Dorfe Alcecer, nachdem ſie dier
Flammen nach allen Richtungen verteilt hatte. Es
blieb=
ein ſtarker Pulvergeruch übrig. Die Bewohner der Dörfer
eilten in die Kirchen, da ſie an ein Strafaericht des
Him=
mels glaubten. Zugleich wütete ein heftiger Sturm über
den Dörfern Benavites und Cuartil. Dieſer Sturm war
von einem Steinhagel begleitet. Es fielen Steine bis zu
einem Kilogramm Gewicht. An verſchiedenen Stellen
lagen die Steine 15 Zentimeter hoch.
Avila, 8. Juli. In dem Dorfe Flores de Avila ſind
ſechs Einwohner, die Fleiſch vonräudigen
Scha=
fen gegeſſen hatten, geſtorben; 18 liegen im
Todes=
kampfe, viele ſind ſchwer erkrankt. Das Fleiſch iſt mit
Ermächtigung der Städtiſchen Veterinärbehörden verkauft
worden. Gegen die ſchuldigen Behörden iſt ein
gericht=
liches Verfahren eingeleitet worden.
Petersburg, 8. Juli. In der Nähe von Saratow iſt
ein Güterzug entgleiſt. Elf Wagen wurden
zer=
trümmert; drei Mann vom Zugperſonal wurden getötet
und ſieben verwundet.
Die Kaiſerfahrt des „Imperator”.
* Norddeich, 8. Juli. (Funkſpruch von Bord des
„Imperator”.) Die Mittagstafel wurde im Ritz=Carlton=
Reſtaurant an kleinen Tiſchen abgehalten. Am
Haupttiſch=
ſaß der Kaiſer, zwiſchen dem Generaldirektor Ballin
und Staatsſekretär Krätke; rechts Miniſter Dr. Delbrück
und Bürgermeiſter Schröder links. Bei herrlichem Wetter.
und glänzender Fahrt wurde Helgoland um 4 Uhr
50 Minuten paſſiert. Die Batterie ſalutierte. Der Kaiſer
verweilte den ganzen Nachmittag auf dem
Promenaden=
deck und beſuchte um 6 Uhr die Bäder, wo ſich im
gro=
ßen Schwimmbaſſin gerade eine größere Anzahl
jünge=
rer und älterer Herren des Gefolges tummelte. Um 7 Uhr
30 Minuten war Abendtafel im Reſtaurant. Am
Haupt=
tiſch ſaßen zur Rechten des Kaiſers Max Schinckel,
Admi=
ral von Fiſchel, Graf Hülſen=Häſeler, links Admiral vor=
Holtzendorff, Staatsſekretär Zorn von Bulach und
Ober=
jägermeiſter Freiherr von Heintze. Nach der Tafel wur
den im Hauptſaale ſehr gelungene kinematographiſch
Aufnahmen von Szenen an Bord des „Imperators” vor
geführt. Der Kaiſer verlieh ſeine Photographie mi
Unterſchrift im Rahmen den Mitgliedern des
Aufſichts=
rates der Hamburg=Amerika=Linie Max Schinckel, Ma=
Warburg und Freiherrn von Ohlendorff, den Roter
Adlerorden dritter Klaſſe mit Schleife dem Direkto=
Holtzendorff und den Kronenorden zweiter Klaſſe der
Aufſichtsratsmitglied Freiherrn von Schröder.
* Kuxhaven, 8. Juli. (Durch Funkſpruch vor=
„Imperator”.) Der „Imperator” ſteuerte geſtern vo=
Helgoland ab und wendete dann mit Nordweſtkurs ur
9 Uhr abends zur Rückfahrt um. Heute morgen nach der
Frühſtück verließ der Kaiſer mit ſeinem Gefolge de
Imperator” und kehrte an Bord der „Cobra” zu de=
„Hohenzollern” zurück. Der neu ernannte Kriegsminiſte
von Falkenhayn traf zur Meldung ein. Der Kaiſe
tritt nach ſeiner Einſchiffung auf der Kaiſerlichen Jach
von Brunsbüttel ab die Nordlandreiſe an.
burger Chauſſee bei Döberitz unternommen. Das
Auto=
mobil, an deſſen Steuer der 25jährige Chauffeur Kamaike
ſaß, befand ſich bereits auf dem Rückwege, als ihm bei
dem Dorfe Dallgow ein mit Kartoffeln beladenes
Fahr=
zeug entgegenkam, von dem mehrere Kinder abſprangen,
um an dem Kraftwagen vorbei auf die andere
Straßen=
ſeite zu rennen. Der Chauffeur verſuchte den Kleinen
auszuweichen und riß ſeinen Wagen zur Seite. Das
Automobil fuhr mit voller Wucht gegen einen
Chauſſeebaum und wurde faſt vollſtändig
zer=
trümmert. Kamaike und ſein Begleiter, ein
Werk=
meiſter derſelben Geſellſchaft, wurden in hohem Bogen
von ihren Sitzen auf die Straße geſchleudert und blieben
beſinnungslos liegen. Eines der Kinder, die 5jährige
Tochter des Arbeiters Ratalke, geriet unter den Wagen
und wurde überfahren. Ein ſofort herbeigerufener Arzt
konnte bei dem Chauffeur und der verunglückten Kleinen
nur noch den Tod feſtſtellen. Der Werkmeiſter, der ſich
innere Verletzungen zugezogen hat, wurde nach Berlin
übergeführt. — Ein folgenſchwerer
Unglücks=
fall hat ſich auf der Teupitzer Chauſſee zugetragen.
Zwiſchen dem Etabliſſement „Kleine Mühle” und dem
Bahnhof Teupitz verkehrt ſeit mehreren Wochen ein
Auto=
mobilomnibus. Als der Kraftwagen Montag in der
Rich=
tung nach Teupitz fuhr verſagte plötzlich die Steuerung.
Der Chauffeur verlor infolgedeſſen die Gewalt über das
Gefährt, das ſeitwärts den Chauſſeegraben hinunter in
das angrenzende Fließ raſte. Im Waſſer kippte das
Auto=
mobil dann ſeitlich um. Der Inſaſſen bemächtigte ſich
eine Panik. Mehrere von ihnen erlitten durch
umherflie=
gende Glasſplitter blutende Verletzungen im Geſicht und
einer der Fahrgäſte trug einen Nervenchok davon. Erſt
nach mehrſtündiger angeſtrengter Arbeit konnte der
Auto=
omnibus aus dem Waſſer herausgeſchafft werden. Eine
Unterſuchung des Steuers ergab, daß den Führer keine
Schuld an dem Unfall trifft. — Am 10. Juli wird die
Entſcheidung fallen in jenem langwierigen Prozeſſe,
der zwiſchen Auguſt Thyſſen jun. und ſeinem Vater
ſchwebt. Bekanntlich befindet ſich Thyſſen jun. in
Kon=
kurs und ſchuldet ſeinen Gläubigern einen Betrag von elf
Millionen Mark. Der alte Thyſſen hatte ſich bereit
er=
klärt, die Schuldenlaſt ſeines Sohnes zu tilgen, falls dieſer
endgültig auf ſein dereinſtiges Erbe Verzicht leiſte. Er
ſollte dann eine lebenslängliche Rente von 120000 Mark
jährlich erhalten. Thyſſen jun, verſtand ſich aus
begreif=
lichen Gründen nicht dazu, ſein Erbteil, das nach geringſter
Schätzung etwa 75 Millionen betragen muß, für elf
Mil=
lionen hinzugeben. Er richtete vielmehr an ſeinen Vater
den Gegenvorſchlag, daß Thyſſen ſen, die in Betracht
kom=
mende Summe von 11 Millionen vom Erbteil abziehen
möge. Dieſes Angebot wurde abgelehnt. Der
bevor=
ſtehende Prozeß ſoll nun in dem Familienſtreit die
endgül=
tige Löſung bringen.
Mannheim, 8. Juli. Wie die Neue Badiſche
Landes=
zeitung meldet, wurden geſtern mittag in der Chemiſchen
Fabrik von Böhringer und Söhne in Waldhof durch
Ausfließen von Säure aus einem zerſprungenen
Keſſel die verheirateten Arbeiter Georg Froſchauer aus
Viernheim und Nikolaus Müller aus Biblis ſo ſchwer
verletzt, daß ſie nach ihrer Einbringung ins Krankenhaus
verſtarben. Ein dritter Arbeiter, Abraham Schuhmacher,
aus Sandhofen, iſt weniger ſchwer verletzt und dürfte mit
dem Leben davonkommen.
Mülhauſen i. E., 8. Juli. 10 Uhr 45 Min. abends.
Die Haltung der Streikenden iſt vollſtändig
ruhig und es iſt zu keinerlei Ausſchreitungen
gekom=
men, ſo daß die Truppen um halb 11 Uhr den Befehl zum
Abrücken erhielten. — Der zweite der bei den
Ausſchreit=
ungen des geſtrigen Tages ſchwer Verlatzten, der
Zim=
merer Gutknecht aus Dornach, iſt heute abend im Spital
ſeinen Verletzungen erlegen.
Bremen, 8. Juli. Angeſichts der verſchiedenen
Zei=
tungsmeldungen über die Mordtat des
Oberleh=
rers Schmidt in der Marienſchule
veröffent=
licht die hieſige Polizeidirektion folgende Mitteilung: Der
Täter Oberlehrer Schmidt iſt zweifellos geiſteskrank.
Er befindet ſich in Ellen in ſicherem Gewahrſam. Die von
ihm gekauften Waffen mit der geſamten Munition und
das bei ihm vorgefundene Geld ſind ihm abgenommen.
Eine Mittäterſchaft anderer Perſonen an der Bluttat iſt
völlig ausgeſchloſſen. Der Polizeidirektion war nicht
be=
kannt, daß Schmidt ſich vorher mit Waffen und Munition
verſehen hatte. Schmidt war bis zu dem Attentat der
Polizeidirektion völlig fremd. Bei der Anzeige eines
Waffenhändlers, daß im März dieſes Jahres ein
redu=
ziert ausſehender Mann bei ihm eine Browningpiſtole
mit Munition gekauft habe, iſt Schmidt nicht als der
Käu=
fer bezeichnet worden, auch war die angegebene
Perſonen=
beſchreibung des Käufers derart ungenau, daß die
Nach=
forſchungen der Kriminalpolizei ausſichtslos verlaufen
ſind und verlaufen mußten. Die Verkäuferin des
Waffen=
händlers hat ſich nicht erboten, mit Hilfe eines Beamten
den Käufer ausfindig zu machen. Die Polizeidirektion
gibt ſich der Hoffnung hin, daß dieſe Mitteilungen dazu
Die Reiſe des italieniſchen Königspaares
* Swinemünde, 9. Juli. Die italieniſch=
Königsjacht „Trinacria” lief heute vormitte
9½ Uhr unter dem Salut der Strandbatterie im Swin
münder Hafen ein. Der König ſtand auf der Kommand
brücke, und auch die Königin war anweſend. Um 10 U.
machte die königliche Jacht am Kaiſer=Bollwerk feſt.
Da=
auf begaben ſich der italieniſche Botſchafter ſowie der it
lieniſche Marine= und Militärattaché an Bord. Ihn
ſolgten die Swinemünder Militär= und ſtädtiſchen B
hörden, ferner der italieniſche Konſul. Mittags erfolg
der Vorbeimarſch der Ehrenkompagnie des hieſigen
Fü=
lierbataillons unter Vorantritt der Stettiner Regiment
muſik. Die Abfahrt der italieniſchen Majeſtäten
folgte um 1.50 Uhr mittels Hofzuges.
Luftfahrt.
Die Delagſchiffe.
* Frankfurt a. M., 9. Juli. Das augenblickl
in Potsdam ſtationierte Zeppelin=Luftſchiff Viktori
Luiſe” wird am 15. Juli bei günſtiger Witterung ne
Hamburg fahren, während die „Hanſa” am gleich
Tage von Hamburg nach Potsdam fährt, alſo den ume
ehrten Weg macht. Die beiden Luftſchiffe bleiben zunäc
an den neuen Orten und unternehmen bis zum Ende d
Monats nur tägliche Spazierfahrten. Vorausſichtl
1. Auguſt fährt, immer günſtige Witterung vorausgeſe
die Viktoria Luiſe” von Hamburg nach
Frankfr=
a. M. An demſelben Tage fährt die „Hanſa” von Po
dam nach Hamburg zurück. Die „Sachſen” bleibt vorle
fig in Leipzig und unternimmt täglich ausgedehnte P
ſagierfahrten von etwa 150 Kilometer Länge, die jen=
Wind= und Wetterlage entweder die Elbe entlang 1
nach Dresden oder über die herrlichen Gegenden von 3
Fangen und die Erlegung des Baummarders in den
Staatsforſten ihres Bezirks für eine beſtimmte Zeitdauer
zu unterſagen, inſoweit nach ihrem pflichtgemäßen
Er=
meſſen zurVermeidung eines völligenAusſterbens
desBaum=
marders eine zeitweiſe Schonung notwendig iſt und
ſon=
ſtige weſentliche Bedenken nicht entgegenſtehen. Für die
vorübergehende Schonung des Baummarders kommen in
erſter Linie größere Waldgebiete in Frage, wo die
Inter=
eſſen der niederen Jagd von geringerer Bedeutung ſind.
Der Baummarder macht ſich übrigens u. a. durch die
Vertil=
gung des Eichhörnchens nützlich. Um den Schutz
wirk=
ſamer zu machen, ſollen auch die übrigen großen
Wald=
beſitzer und Jagdinhaber für die zeitweiſe Schonung des
Baummarders intereſſiert werden. Ueberall ſoll das
Nö=
tige auch in den Privat= Kommunal= uſw. Forſten, wo
ein Schutz des Baummarders vor ſeiner völligen
Vernich=
tung angezeigt erſcheint, veranlaßt werden.
* St. Bureaukratius. Die Köln. Ztg. ſchreibt: Ich
ſchrieb aus dem Ausland an das Einwohneramt einer
deutſchen Großſtadt eine Poſtkarte mit Rückantwort. Darin
bat ich um Angabe der Adreſſe eines Herrn — heißen wir
ihn Paul Niemann. Mit mäßiger Eile kam die Antwort:
„P. P. Die erbetene Auskunft kann nur nach vorheriger
Einſendung von 60 Pfennigen erteilt werden. Briefmarken
werden nicht in Zahlung genommen. Das
Einwohner=
amt . . . ." Ich rechnete nach: 20 Pfennig für die Karte
mit Rückantwort, 60 Pfennig für die Auskunft, 20 Pfennig
für die Poſtanweiſungsgebühr ergibt eine runde Mark
für die Angabe einer Straße und Hausnummer, die mit
demſelben Arbeitsaufwand auf der Antwortkarte hätte
angegeben werden können. Nein, der Amtsſchimmel war
mir doch zu teuer. Natürlich fluchte ich auf ihn und gab
die Karte meinem Freund, damit er mich im Fluchen
unterſtütze. Aber der fing auf einmal unmäßig zu lachen
an und zeigte auf einen winzigen amtlichen Vermerk in der
linken Ecke der Karte: „Betrifft: Paul Niemann, hier,
Bahnhofſtraße 98 III.”
* Nützt alles nichts. In einem kleinen italieniſchen
Dorfe erwartete mich eine deutſche Poſtanweiſung. Ich
ſah das frohe rote Viereck hinterm Schalter liegen, nannte
meinen Namen und bat ums Geld. Aber der Beamte ſagte,
das ginge nicht. Aha, dachte ich, die Legitimation. Ich
kramte unter meinen Papieren und zeigte ihm meinen
Mi=
litärſchein. Das nütze alles nichts ſagte der Beamte,
weil —. Aber hinter dem perché blieb er ſtecken und
ſetzte eine eiſige Amtsmiene auf. Aha, dachte ich, den
deutſchen Militärſchein kann er nicht leſen. Darauf
ſchleppte ich den Gaſtwirt herbei, und der beſchwor auch
mit einem ungeheuren Wortſchwall, daß ich der und der
ſei. Aber der Beamte lächelte wieder und ſagte nichts
weiter als: das nütze alles nichts. Ich rannte in den
Gaſthof und brachte weitere Legitimationen, einen
Zivil=
paß die beglaubigte Abſchrift eines Heimatſcheins, und
ſchließlich ſogar die Zuſchrift einer italieniſchen Behörde.
Dieſe mußte er doch leſen können. Er las ſie auch und
ſagte freundlich lächelnd, es täte ihm leid, aber das nütze
alles nichts. Natürlich war ich wütend und ſchimpfte,
ſo gut es der beſchränkte Wortvorrat im fremdſprachlichen
Schimpfen erlaubte. Aber lächelnd machte der Beamte den
Schalter zu. Am nächſten Morgen kam ich wieder. Flugs
flog der Schalter zu. Am Nachmittag desgleichen. Am
dritten Morgen aber kam ich in Begleitung des
Bürger=
meiſters angerückt. Auf eine Kataſtrophe der
italieni=
ſchen Poſt machte ich mich gefaßt. Aber hinter dem offenen
Schalter wartete der Beamte ſchon mit einer Handvoll
kleiner Lireſcheine, zählte ſie mir auf und ſagte mit dem
liebenswürdigſten Lächeln: „Wiſſen Sie, geſtern und
vor=
geſtern war zu wenig Geld da . .
* Ein ganz Schlauer. Der kleine Gaſton (in der
Schule): „Bitte, Herr Lehrer, kann man gerechterweiſe
auch für was beſtraft werden, was man nicht gemacht hat?”
„Aber nein, mein Junge, gewiß nicht.” Gaſton: „Dann
möchte ich melden, daß ich meine Rechenaufgaben nicht
ge=
macht habe.”
dolſtadt, Gera oder Altenburg und zurück nach Leipzig
führen.
Ein neues Luftſchiff.
* Das neue halbſtarre Luftſchiff V. 1"
ſtieg Dienstag, wie ſchon gemeldet, von der Düſſeldorfer
Luftſchiffhalle gegen 5 Uhr früh zu einer erſten
Werkſtätten=
fahrt auf. An Bord befanden ſich neun Perſonen.
Füh=
rer war Oberingenieur Simon. Vier Monteure waren
an Bord. In der Kabine nahmen der erſte Konſtrukteur
dieſes halbſtarren Luftſchiffes, Diplomingenieur Veeh,
und Direktor Albert Herkenrath an der Fahrt teil. Das
Schiff führte Betriebsſtoff für 10 Stunden und 700
Kilo=
gramm Ballaſt mit ſich. Die erſte Fahrt dauerte etwa
eine halbe Stunde. Das Schiff bewährte ſich
außer=
ordentlich, namentlich war ſeine Steuerfähigkeit
hervor=
ragend. Als Vertreter des Kriegsminiſteriums waren
Oberleutnant von der Haegen und Fahrtingenieur Elias
vom Kölner Luftſchiffer=Bataillon anweſend. Da der
erſte Aufſtieg gerade am 75. Geburtstag des Grafen
Zep=
pelin ſtattfand, ſandten die Fahrtteilnehmer dieſem ein
Telegramm über den Verlauf der Fahrt. Das neue
Luft=
ſchiff erinnert in ſeiner äußeren Form an die
Zeppelin=
luftſchiffe. Der 80 m lange Ballonkörper hat 8000 Kubikmeter
Inhalt. Die metalliſierte Ballonhülle entſpricht den
An=
forderungen des Militärs und hat mehrere Reißleinen,
durch die der Ballon augenblicklich entleert und
nieder=
gelegt werden kann. Die Ballonhülle verſteift ſich mit dem
Kiel, der aus Mannesmannröhren beſteht. Die beiden
Hauptpropeller haben eine Länge von 4,5 Metern und
werden durch zwei vierzylindriſche Daimlermotoren von
130 Pferdeſtärken getrieben. Außer dem Führerſtand
ent=
hält der gangartige Kiel zwei Maſchinenräume und eine
geräumige Kabine.
Todesſtürze.
* Würzburg, 8. Juli. Heute abend ſtieg am
Schluſſe des Volksfeſtes der Flieger Lendner aus
Würz=
burg mit einem Franzoſen auf einem Zweidecker auf und
flog nach dem ſogenannten Kugelfang=Exerzierplatz. Dort
überſchlug ſich das Flugzeug und ſtürzte auf den Boden.
Beide Inſaſſen wurden noch lebend hervorgezogen,
ſtar=
ben aber auf dem Transport nach dem Krankenhauſe.
* Würzburg, 9. Juli. Der geſtern abend mit dem
Flieger Lendner aufgeſtiegene franzöſiſche Flieger iſt
der bekannte Pilot Albert Senard, der Sohn eines
Weinhändlers aus Bordeaux.
* Schwerin, 8. Juli. Die Meldung über den
geſt=
rigen Unfall des Leutnants Adami auf dem
Flugplatz Görries bei Schwerin wird auf Grund des
amt=
lichen Berichtes des dortigen Kommandoführers
folgen=
dermaßen richtig geſtellt: Leutnant Adami flog am 7. Juli,
abends gegen 8 Uhr, zum erſten Male allein. Nachdem er
eine Runde geflogen war, ſchritt er zur Landung, änderte
aber kurz vor der Berührung mit dem Boden ſeine
Ab=
ſicht und flog weiter. Von Augenzeugen wurde
feſtge=
ſtellt, daß er hierbei die Maſchine überſteuerte und
infolge=
deſſen aus der horizontalen Lage brachte. Das dadurch
bedingte langſame und ſchlechte Fliegen der Maſchine
be=
einträchtigte ſeine ſeitliche Steuerfähigkeit, ſo daß die
end=
gültige Landung in einem Kornfelde ſtatt auf dem Platze
erfolgte. Hierbei fiel Leutnant Adami aus der Maſchine
und zog ſich einige Quetſchungen äußerer Art zu. Die
Knochen und inneren Organe ſind abſolut intakt. Eine
Be=
ſichtigung der beſchädigten Maſchine ergab eine
ordnungs=
mäßige Beſchaffenheit aller Teile, beſonders der
Steuer=
organe.
Berlin-Paris.
* Berlin, 9. Juli. Der franzöſiſche Flieger
Aude=
mars iſt heute morgen 4 Uhr in Johannisthal auf
ſei=
nem Morane=Eindecker zum Fluge nach Paris
aufge=
ſtiegen.
* Bielefeld, 9. Juli. Der franzöſiſche Flieger
Audemars wurde um ½8 Uhr hier geſichtet. Er hat
alſo die 340 Kilometer lange Strecke in 3½ Stunden
zurückgelegt. Audemars will in Wanne eine
Zwiſchen=
landung machen und dann direkt nach Paris fliegen, wo
er vor 9 Uhr abends eintreffen will.
* Gütersloh, 9. Juli. Als der heute morgen in
Berlin aufgeſtiegene Flieger Audemars hier eine
Notlandung vornehmen wollte, zerbrach der
Propeller, ſo daß er den Flug aufgeben
mußte. Er beabſichtigt, nach Berlin zu fahren und in
den nächſten Tagen nochmals zu ſtarten.
* Berlin, 9. Juli. Das Marineluftſchiff
„L. 1‟ trat von Johannisthal aus geſtern abend nach 10
Uhr eine Nachtfahrt an, die bis heute früh 7 Uhr dauern
ſoll.
— Krefeld, 9. Juli. Auf dem Fluaplatz Egelsberg
ſtürzte der Flieger Arns mit ſeinem Eindecker ab. Er
wurde ſchwer, jedoch nicht lebensgefährlich, verletzt. Der
Apparat wurde zertrümmert.
— Bukareſt 9. Juli. Bei Kalafat überſchlug
ſich ein Aeroplan mit dem Kapitän Fotescu und einem
Inſaſſen in 20 Meter Höhe. Das Flugzeug fing Feuer.
Fotescu erlitt Brandwunden, der Paſſagier blieb unverletzt.
Das franzöſiſche Militärgeſetz.
* Paris, 9. Juli. Die Heereskommiſſion
der Kammer ſprach ſich mit allen gegen eine Stimme
gegen die Einſtellung von Rekruten mit 20
Jahren aus. Das beratende Komitee will die
Ein=
reihung von Zwanzigjährigen der ſtrengen Auswahl von
mediziniſcher Seite übertragen, da eine ſolche durch
Muſte=
rungskommiſſionen nicht genügend gewährleiſtet ſei in
Anbetracht der ſchweren Kaſernierungs= und
Verpfleg=
ungsbedingungen. Das Komitee lenkte ferner die
Auf=
merkſamkeit auf die Gefahren, die durch das
Zuſammen=
leben von zwei Altersklaſſen der jungen Soldaten in den
Kaſernen beſtänden. Mehrere Kommiſſare waren
dar=
über erſtaunt, daß dieſes vom 8. Juli datierte Dokument
völlig der Anſicht der Oberinſpektion für das militäriſche
Sanitätsweſen widerſpräche. Jaurés erhob lebhaften
Widerſpruch und erklärte, er würde die Abſchaffung des
Artikels 29 des Heeresgeſetzentwurfes, der ſich auf die
Wie=
dereinführung der dreijährigen Dienſtzeit bezöge,
ver=
langen. Joſeph Reinach zog ſein mit Montebello
zuſam=
men eingebrachtes Amendement zurück, welches darauf
hinzielte, die überſchüſſige Anzahl der Rekruten, welche
der Anzahl der Eingereihten aus der Jahresklaſſe der
Zwanzigjährigen widerſpräche, vom Militärdienſte zu
be=
freien. Die Kommiſſion ſprach ſich darauf, wie bereits
gemeldet, mit allen gegen eine Stimme gegen die
Ein=
ſtellung von Zwanzigjährigen aus.
* Paris, 9. Juli. Der Kriegsminiſter teilte
heute nachmittag im Heeresausſchuß die
Ent=
ſcheidung der Kommiſſion für das Militär=
Geſundheits=
weſen über die Einſtellung von Zwanzigjährigen mit. An
der Spitze des Rates ſteht Dr. Roux vom Paſteurinſtitut.
Es gehören ihr außer Militärärzten und Inſpektoren auch
Zivilärzte, namentlich der Vorſitzende der Pariſer
medizi=
niſchen Fakultät, an. Die Meinung der Kommiſſion iſt
der Einſtellung von Zwanzigjährigen durchaus ungünſtig.
Sie ſtellt den Grundſatz auf, junge Leute dürften nur mit
20 Jahren eingeſtellt werden, wenn ſie ſich freiwillig
meldeten und wenn es ihre Geſundheit geſtatte,
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 9. Juli.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Schweinemarkt. Auftrieb:
1571 Stück. Marktverlauf: Ziemlich rege; bleibt geringer
Ueberſtand. Preiſe: Lebendgewicht 57,50—60 Mark,
Schlachtgewicht 75—77 Mark.
Der neue Balkankrieg.
Eine Proklamation des Königs von Serbien.
* Belgrad, 9. Juli. Die geſtern abend
veröffent=
lichte von dem König und dem Miniſterium
unterzeichnete Proklamation hat folgenden
Wortlaut: Meine teuren Serben! Es iſt das eingetreten,
was ich niemals erwartet habe: Die Bulgaren, unſere
Brü=
der, durch Blutsverwandtſchaft und Religion, und unſere
(Verbündeten, haben in unmenſchlicher Weiſe unſere
Ver=
wundeten maſſakriert und haben mit Schwerthieben den
Vertrag durchgehauen und die Freundſchaft und die
Brü=
derlichkeit zerſtört. Schon ſeit acht Tagen kämpft man bei
Ovtſche=Polje in Mazedonien an der alten Grenze
un=
ſeres Vaterlandes in blutigen Schlachten, und man
ver=
ſgießt Bruderblut. Die Herzen unſerer Helden krampfen
ſich zuſammen und die vor Adrianopel gefallenen Serben
zittern in den Gräbern. Die Bulgaren vergaßen die
brü=
derliche ſerbiſche Hilfe; ſie haben das vergoſſene Blut
ver=
geſſen und die Helden, die auf den Schlachtfeldern
Thra=
ziens gefallen ſind. Sie gaben der ſlawiſchen, wie der
ganzen ziviliſierten Welt ein verachtenswertes Beiſpiel der
Undankbarkeit und Habſucht. Die unbrüderliche
Hand=
llungsweiſe der Bulgaren berührte mich ſchmerzlich und
verwundete meine aufrichtigen ſlawiſchen Gefühle tief.
Die Verantwortung für die Sünden gegen den
Slawis=
mus und die Menſchlichkeit fallen auf denjenigen zurück,
der ſie begangen hat. Warum das alles? Weil er die
Streitigkeiten wegen der Teilung nicht in brüderlicher
Weiſe auf friedlichem Wege löſen, ſondern uns unſere
Eroberungen, die der Beſitz und die Wiege unſerer
Vor=
väter waren, das Land der Nemanitſch, das Ihr mit
Eurem Blute getränkt, befreit und für Serbien wieder
erobert habt, entreißen will. Die Gräber der toten
Hel=
den des glorreichen Krieges ruſen Euch zu, beſchwören
Euch, ſie zu rächen! Verteidigen wir uns und unſeren
heldenhaften griechiſchen Verbündeten in dieſer Gefahr!
Die mutigen und edlen montenegriniſchen Falken
kämp=
fen an unſerer Seite, um die ſerbiſchen Lande zu
vertei=
digen. Die Lebensintereſſen des Vaterlandes haben mich,
wenn auch ſchweren Herzens, gezwungen. mich an die
hel=
denhafe Armee zu wenden, damit ſie ſich mit ihrer
Ent=
ſagung und Heroismus der glorreichen Helden der Siege
bei Kumanowo, Prilep, Monaſtir und Adrianopel würdig
erweiſe. Gott ſchütze meine teuren Soldaten in dieſem
traurigen Kriege.! — Der Erlaß der Kriegsproklamation
rief bei der Bevölkerung lebhafte Befriedigung hervor,
weil er trotz der beklagenswerten Veranlaſſung, die
uner=
rägliche Ungewißheit beendet und die Lage, wenn auch in
ernſter Richtung, geklärt hat.
Die Kämpfe zwiſchen Serben und Bulgaren.
* Sofia 9. Juli. Ueber die militäriſchen
Overa=
tionen ſagt das Blatt Mir, nach dem bisherigen Gange
ſei zu erwarten, daß der Krieg länger dauern
werde, als man anfangs geglaubt habe. Entſcheidende
Erfolge ſeien erſt nach einigen Tagen zu erwarten. Bis
dahin möge ſich die Oeffentlichkeit gedulden und auf die
ſiegreichen bulgariſchen Waffen vertrauen. Im Intereſſe
der Geheimhaltung der Operationen, dürften bis zu einem
endgültigen Triumph der bulgariſchen Waffen keine
Ein=
zelheiten darüber veröffentlicht werden. Völliges
Schwei=
gen ſei heute notwendig.
* Belgrad, 8. Juli. Iſtip wurde von
ſerbi=
ſchen Truppen erobert. Die bulgariſchen Truppen
zie=
hen ſich in eiligſter Flucht unter Zurücklaſſung von
Kriegsmaterial über Radovice gegen Precevo zurück.
— Belarad 9. Juli. Nach einer Meldung
ver=
trieben die Serben die 20000 Mann ſtarken Bulgaren
wieder aus Knjazevac. Die auf den Schlachtfeldern
unbeſtattet gebliebenen Toten verpeſten in manchen
Ge=
genden kilometerweit die Luft. Beim Eintritt wärmeren
Wetters dürfte eine Epidmie eintreten.
— Belgrad 8. Juli. Da die Bulgaren auf
ihrem Rückzug oder ihrer Flucht ihre Verwundeten
den Serben überlaſſen, ſo haben dieſe bis jetzt ſchon
18000 bulgariſche Verwundete in Händen, eine bisher
noch in keinem modernen Kriege erreichte Zahl. Das
bul=
gariſche Oberkommando wies die Aufforderung des
ſer=
biſchen, die Verwundeten zu übernehmen, zurück. Die
bulgariſchen Verwundeten haben auch die Cholera nach
Belgrad gebracht.
IIB Wien, 9. Juli. Der Korreſpondent der
Reichs=
poſt meldet aus Sofia, daß die ſerbiſche Armee auf
dem Vormarſch über Uesküb nach Kotſchana
vordringe. Unter ungeheuer blutigen Kämpfen
wurde der Vormarſch vereitelt. Die ſerbiſche Armee iſt
im Nordweſten und Norden eingeſchloſſen. Die
bul=
gariſche Armee dringt vorwärts, trotzdem das
Hoch=
gebirge des Grenzgebietes aroße Schwierigkeiten bot. Die
Serben haben angeſichts des bulgariſchen Vormarſches
die Eiſenbahn bis Pirot zerſtört. Die Verbindung mit
Ranga iſt unterbrochen. Die Eiſenbahnbrücken ſind
ge=
ſprengt worden. General Radko Dimitriew erklärte,
innerhalb 24 Stunden iſt die Entſcheidung gefallen. Die
Kriegslage an der Bregalnitza hat ihren Höhepunkt
er=
reicht. Dort iſt das Ende des großen Kampfes in kurzer
Zeit zu erwarten. Große bulgariſche Banden ſind unter
Führung des bekannten Bandenführers Sandanski bei
Uesküb aufgetaucht.
Die Kämpfe zwiſchen Griechen und Bulgaren.
HB Wien, 9. Juli. Wie die Militäriſche Rundſchau
meldet, ſoll ſich die Situation der Bulgaren auf
dem Hauptkriegsſchauplatz gegenüber der griechiſchen
Armee erheblich verſchlechtert haben. Die
bulgari=
ſchen Truppen ſollen ſich in der Hauptfront und im Süden
im Rückzuge befinden. Der bulgariſchen Armeetruppe
des Generalleutnants Iwanow ſoll die Verlegung des
Rückzuges und die Gefangennahme drohen.
HB Rom. 9. Juli. Wie aus Doiran depeſchiert
wird. ſind 32 bulgariſche Kanonen in die Hände
der Griechen gefallen. Die numeriſche Ueberlegenheit
der griechiſchen Armee iſt beträchtlich, während die
Bul=
garen kaum 50000 Mann ſtark ſind. Da man in Kawalla
bulgariſche Maſſakers gegen die griechiſche
Be=
völkerung befürchtet, ging Hrthin die griechiſche Flotte
ab. Die griechiſche Geſandtſchaft veröffentlicht gräßliche
Einzelheiten über bulgariſche Greuel gegen verwundete
Griechen. Nicht minder furchtbare Dinge veröffentlichen
aber die italieniſchen Blätter, namentlich das Giornale
d’Italia über große Scheußlichkeiten durch Bulgaren.
Ein rumäniſch=bulgariſches Abkommen?
HB Straßburg i. E., 9 Juli. Ueber ein
an=
geblich rumäniſch=bulgariſches
Geheimab=
kommen will die Straßburger Poſt aus gut
unter=
richteter Quelle erfahren haben: Vor kurzem überraſchte
alle Welt das plötzliche Nachgeben Rumäniens gegenüber
Bulgarien. Es begnügte ſich, nachdem es vorher eine
ganz bedeutende Grenzregulierung gefordert hatte, auf
einmal mit der einzigen Stadt Siliſtria, und ſeine
Be=
ziehungen zu Bulgarien blieben trotzalledem gut. Des
Rätſels Löſung iſt die, daß neben dem amtlichen
Abkom=
men von Petersburg ein Geheimabkommen
ge=
ſchloſſen worden iſt, deſſen Einzelheiten von den
beider=
ſeitigen Staatsmännern feſtgeſetzt und in Bukareſt. wo
Dr. Danew ſich einen Tag aufhielt, endgültig unterzeichnet
wurde. Nach dieſem Geheimabkommen tritt Bulgarien
an Rumänien das gewünſchte Gebiet ab gegen die
Ver=
pflichtung, daß ihm Rumänien mit einem Hilfskorps von
500000 Mann in dem damals ſchon von Bulgarien
vor=
ausgeſehenen Kriege gegen die beiden bisherigen
Verbün=
deten zur Seite ſteht. Dadurch erklärt es ſich, daß
Bul=
garien durch die rumäniſche Mobilmachung keineswegs
beunruhigt wird, ſondern ſeine Unternehmungen in
Maze=
donien weiter verfolgt. Nur ſo iſt die Zurückhaltung
Rußlands, das von dieſem unter ſeinen Augen
abge=
ſchloſſenen Abkommen ebenfalls Kenntnis hat, zu verſtehen.
Schon die nächſten Tage werden den Beweis von der
Richtigkeit dieſer Behauptung erbringen. (?)
Die Haltung der Türkei.
HB Konſtantinopel, 9. Juli. Im geſtrigen
Miniſterrat hat man ſich entſchloſſen, der bulgariſchen
Regierung den Wunſch zum Ausdruck zu bringen, das
tür=
kiſche Gebiet vollſtändig von den bulgariſchen Truppen zu
äumen, doch will man der bulgariſchen Regierung keine
beſtimmte Friſt hierfür ſtellen. Unter dieſen Umſtänden iſt
alſo eine ſofortige Aktion der Türkei gegen
Bul=
garien nicht zu erwarten. Es iſt vielmehr
anzu=
nehmen, daß die Pforte die Ankunft des bulgariſchen
Mi=
niſters Natſchewitſch in Konſtantinopel abwarten will, um
die Unterhandlungen mit Bulaarien zu beginnen.
Letzte Nachrichten.
* Wien. 9. Juli. Die Neue Freie Preſſe erfährt
von beſonderer Seite: Die bulgariſche Regierung
richtete durch ihre Vertreter eine Zirkularnote an
die Mächte, in der ſie ſich gegen den Vorwurf verwahrt,
ſie habe den Ausbruch des Krieges verſchuldet. Die
Ver=
antwortung treffe Serbien und Griechenland. Gleichzeitig
erklärt ſich Bulgarien bereit, auf Grund des Vertrages
über die friedliche Löſung der Konflikte zu verhandeln.
Die Unruhen in Südafrika.
* Ueber den Streik im ſüdafrikaniſchen
Goldrevier ſchreibt das Bureau Reuter in London
unter dem 7. d. M.: Obgleich die Friedensbedingungen
am Samstag ſpät zwiſchen der Regieruna, den Vertretern
der Grubeninduſtrie und den Arbeiterführern aufgeſtellt
worden waren, iſt die Hauptbedingung, daß die
Ausſtän=
digen in ihre Wohnungen gehen und alle Ausſchreitungen
aufhören ſollen, ſchwer durchzuführen. Die Führer haben
in den Leuten einen Geiſt der Anarchie geweckt,
den ſie jetzt kaum imſtande ſein werden, zu überwachen.
Vor allem werden von den Streikenden die
Friedensbe=
dingungen nicht für ſo günſtia angeſehen, daß ſie
irgend=
welche Begeiſterung erregen könnten. Dann hält ein
an=
derer Teil die Bedingungen für vollſtändig unzureichend.
und ſchließlich ſind einem großen Teil der Arbeiter die
Einzelheiten überhaupt nicht bekannt, ſo daß ſie ſie von
vornherein für unkünſtig anſehen. Den Arbeiterführern
liegt die ſchwere Arbeit ob, die beiden letzten Klaſſen zu
überzeugen, daß die Vertragsbedingungen die beſten ſind,
die unter den obwaltenden Umſtänden zu erzielen waren,
und daß eine Fortſetzung des Streiks den Intereſſen der
Arbeiter entgegenſtehen würde. Wie die Dinge ſtehen,
zeigt folgender Zwiſchenfall: Eine große Abteilung der
ausſtändigen Arbeiter verſammelte ſich vor dem Carlton=
Hotel, in deſſen Räumen die endgültigen Verhandlungen
zwiſchen den verſchiedenen Parteien vor ſich aingen. Sowie
das Schriftſtück unterzeichnet war. verkündeten die
Arbei=
terführer vom Balkon, daß der Streik zu Ende ſei, und
er=
ſuchten die Leute, in ihre Wohnungen zurückzukehren. Die
Worte ihrer Führer wurden von den Arbeitern mit
ge=
miſchten Gefühlen aufgenommen. Rufe, wie: „Was über
die Schießerei?” „Was über unſere Toten?” und „Ihr
ſeid beſtochen!!” wurden laut, in die ſich auch vereinzelte
Hochrufe miſchten. Allmählich gelang es jedoch Tom
Matthews, der wohl einer der einflußreichſten der
Ar=
beiterführer iſt, die Leute zu beruhigen, als ſich plötzlich
ein aufregender Zwiſchenfall ereignete, den
alle Hoffnungen auf einen friedlichen Verlauf zu
vernich=
ten drohte. Aus einer der Nebenſtraßen tauchte plötzlich
eine kleine Abteilung Poliziſten auf, die ſofort
Auf=
ſtellung nahm und ihre Gewehre auf die Menge
richtete. Die paar Leute auf dem Balkon des Hotels
ſahen, zu Tode erſchrocken, die Anſtalten der Polizei, und
voller Anaſt riefen ſie dem Polizeioffizier zu. keinen
Be=
fehl zum Schießen zu geben. Die Poliziſten blieben jedoch
mit angelegten Gewehren ſtehen. Und jetzt ſah auch die
Menſchenmenge, was ſie bedrohte. Entrüſtungsrufe
er=
tönten aus den Reihen der Arbeiter, und die Führer
hat=
ten Mühe, die Leute von unüberleaten Schritten
zurück=
zuhalten. Die Menge, die ſchließlich Verrat witterte,
be=
gann ſich zu zerſtreuen. Durch den Lärm angezogen,
tra=
ten General Botha, General Smuts und Oberkommiſſar
Truter auf dem Balkon. Der letztere überſah ſofort die
Lage und gab einem Offizier Anweiſungen, die dieſer den
Poliziſten überbrachte. Bald darauf zog dann auch die
Polizei ab. Obgleich ein weiteres Blutbad verhindert
war, gelang es den Arbeiterführern nur ſchwer. die Menge
wieder zuſammenzubringen. Nach einer ſpäteren
Mel=
dung ſollen die Friedensbedingungen auf dem ganzen
Reef angenommen ſein. Die Bedingungen ſind
fol=
gende: „Der Streik iſt ſofort beendiat, die Streikenden
kehren in ihre Häuſer zurück, weitere Ausſchreitungen
un=
terbleiben, und Eigentum darf nicht mehr zerſtört werden.
Die New=Kleinfontein=Arbeiter werden wieder eingeſtellt,
die Regierung gibt den Arbeitswilligen angemeſſene
Ent=
ſchädigung. und die Arbeitswilligen ſelbſt ſollen in keiner
Weiſe beläſtigt werden. Die Ausſtändigen auf anderen
Gruben ſollen zur Arbeit zurückkehren und ſollen, je
nach=
dem die Arbeiten in den Gruben wieder aufgenommen
werden, wieder eingeſtellt werden. Die Streikenden ſollen
in keiner Weiſe benachteiligt werden. Den Arbeiterführern
ſteht es frei, der Regierung weitere Beſchwerden der Leute
vorzulegen, die dann Unterſuchungen anſtellen wird.”
Die Zahl der Toten und Verwundeten
während der Kämpfe am Freitag und Samstag wird auf
110 angegeben. Unter den Toten befindet ſich auch ein
Deutſcher mit Namen G. Budricks, ein Angeſtellter der
Hamburger Firma Otto Peyke u. Sohn. Am Sonntag
fanden in Pretoria zwei Arbeiterverſammlungen ſtatt. Die
eine war von der Föderation der Trade Unions und die
andere von den Pretoria=Eiſenbahnern veranſtaltet. Der
erſten wohnten rund 1200 Mann bei, und einſtimmig
wurde eine Entſchließung angenommen, die die
Abberu=
fung Lord Gladſtones infolge ſeiner Stellungnahme dem
Streik gegenüber verlangte. Die Eiſenbahner beſprachen
verſchiedene Beſchwerden, die der Regierung vorgelegt
werden ſollen.
* Johannesburg, 8. Juli. Im Reefgebiet
iſt alles ruhig; abgeſehen von Schwierigkeiten mit den
Eingeborenen, welche bald beſeitigt ſein werden, iſt auch
die Stadt ruhig. Banken, Bureaus und Geſchäftshäuſer
ſind geöffnet. Zwei Zeitungen erſchienen wieder.
* Johannesburg, 8. Juli. Alle Eingeborenen
ſind nunmehr zur Arbeit zurückgekehrt. Alles iſt
bis jetzt auf die Albumine ruhig.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 9. Juli. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung ſchreibt: Im Anſchluß an einen Artikel eines
angeſe=
henen rheiniſchen Blattes werden in der Preſſe daraus,
daß die Verwaltungskoſten der
Reichsver=
ſicherung etwa zwei Millionen Mark jährlich betragen,
ungünſtige Schlüſſe auf die finanzielle
Entwicke=
lung des Inſtituts gezogen. Dieſe Schlußfolgerungen ſind
völlig unzutreffend. Zunächſt iſt die
Reichsverſicherungs=
anſtalt nicht mehr im Ausbau begriffen, ſondern umfaßt
bereits die Geſamtheit der Verſicherten; am 1. Januar 1913
mußten alſo bereits ſämtliche für den vollen Dienſtbetrieb
erforderlichen Einrichtungen getroffen ſein. Ferner iſt zu
beachten, daß die Einnahmen der Reichsverſicherungsanſtalt
gegenwärtig jährlich 150 Millionen Mark betragen.
Da=
nach machen die Verwaltungskoſten nur etwa 1½ Prozent
gegenüber den 7 bis 8 Prozent bei der privaten
Lebens=
verſicherung und Invalidenverſicherung aus. Sie ſind alſo
außerordentlich niedrig und werden auch ſpäter, wie mit
Sicherheit angenommen werden darf, den in der
Begrün=
dung zu dem Geſetzentwurf in Ausſicht genommenen
Be=
trag von 2 Prozent nicht weſentlich überſteigen.
* Freiburg i. Br., 9. Juli. An der hieſigen
Univer=
ſität hat ſich geſtern abend anläßlich der Feier des 75.
Geburtstages des Grafen Zeppelin eine Vereinigung
ge=
bildet zwecks Gründung eines Nationalen
Studen=
tiſchen Luftflottenvereins, der unter der
Stu=
dentenſchaft für das Verſtändnis der Notwendigkeit einer
ſtarken deutſchen Luftflotte wirken und über die kulturelle
Bedeutung der Luftfahrt aufklären ſoll.
* Landau (Pfalz), 9. Juli. Die geſtern früh auf einem
Bahngleiſe aufgefundene Leiche wurde als die der 16
Jahre alten Anna Breitſch aus Arzheim erkannt. Die
Selbſtmörderin hatte ein Liebesverhältnis mit einem
15½ Jahre alten Burſchen (!), das deſſen Eltern nicht
dul=
deten. Sie ſchrieb an ihn einen Abſchiedsbrief und
ver=
übte nachher die Tat.
* Leipzig, 9. Juli. Der Vorſitzende des Arbeitgeber=
Verbandes für das deutſche Baugewerbe, Baurat Otto
Enke iſt heute geſtorben.
* Brunsbüttel, 9. Juli. Der Kaiſer trat an Bord
der „Hohenzollern” heute nachmittag um 2,35 Uhr mit den
Begleitſchiffen „Kolberg” und „Sleipner” die
Nord=
landreiſe an.
* Bad Salzbrunn, 9. Juli. Nach hier eingegangenen
Meldungen wird der Kaiſer vom 8. bis 10. September
in Bad Salzbrunn im Grand=Hotel Wohnung nehmen.
* Haag, 9. Juli. Wie das „Niederländiſche
Korre=
ſpordenzbureau” erfährt, iſt die Lieferung der
Ge=
ſchütze für die neuen Forts von Vliſſingen, Kikduin uſw.
an die Firma Krupp in Eſſen vergeben worden.
HB. Kaſſel, 9. Juli. Heute vormittag gegen 11 Uhr
kannte ein Motorwagen der Großen Kaſſeler
Straßenbahn, deſſen Bremſe angeblich verſagte,
die ſtark abſchüſſige Bahnhofſtraße herunter, kam an der
Kurve Ecke der Wörthſtraße aus den Schienen und fuhr
mit voller Wucht gegen das Eckhaus. Der Wagen wurde
ſtark beſchädigt. Fünf Perſonen wurden erheblich verletzt.
Der Wagenführer und eine ältere Dame wurden mit
Kopfverletzungen und Rippenbrüchen ins Krankenhaus
gebracht.
HB. Köln, 9. Juli. In der Fabrik feuer= und
ſäure=
feſter Produkte von Lemmerz & Co. brach heute mittag=
Großfeuer aus. Die Feuerwehr iſt angeſtrengt tätig,
um des Feuers Herr zu werden. Einige benachbarte
Ge=
bäude ſind gefährdet.
— Bregenz, 9. Juli. Infolge ſtarker
Wolken=
brüche rieſiger Regengüſſe und Hagelſchläge iſt der
Bodenſee heute um neun Zentimeter
geſtie=
gen. Die Stadtkanäle ſind verſtopft, die tiefer liegenden
überſchwemmt. Das Wetter iſt troſtlos.
— Capri, 9. Juli. Infolge Reißens der Drahtſeile
ſtürzte ein vollbeſetzter Wagen der
Drahtſeil=
bahn in die Tiefe. Zwei Perſonen wurden getötet,
zwei ſchwer, acht leichter verletzt.
Briefkaſten.
G. W. Die nächſte Schloßbeleuchtung iſt am 4. Auguſt.
Bioſon für blutarme Frauen und Mädchen!
Meine Frau trinkt Bioſon zur Stärkung bei Blutarmut
u. deren Begleiterſcheinungen u. hat damit die günſtigſten
Erfolge erzielt. Sie wurde kräftiger, Bluterneuerung machte
ſich durch beſſeres Ausſehen bemerkbar u. das
Allgemein=
befinden erfuhr eine weſentliche Beſſerung. Joſ. Liedtke,
Sindlingen, Kreis Höchſt a. M., Bahnſtr 37. Unterſchrift
beglaub.: 10. März 1913, Bürgermeiſteramt. Bioſon großes
Paket (ca. ½ kg) 3 Mk., in Apoth., Drog.
(III,14991
Herz und Lunge funktionierten tadellos!
Den 1. Preis für beſte körperliche Verfaſſung beim
inter=
nationalen Armee=Gepäckmarſch in Plauen erhielt, nach
ärztlicher Unterſuchung aller Teilnehmer, der Füſilier
Franke, 104. Inf.=Regt. Zu ſeiner Stärkung hatte er
unterwegs die echten Kola=Paſtillen „Dallkolat” zu ſich
genommen. 1 Schachtel Dallkolat Mk. 1.— in Apotheken
und Drogenhandlungen. Jedenfalls in der Adler=
Apo=
theke, Beſſunger und Engel=Apotheke. Ferner Hof=
Dro=
gerie, Central=, Bavaria=, Hubertus, Germania=Drogerie,
Medizinal=Drogerie zum roten Kreuz, desgleichen Georg
Liebig & Co. Nachf. und Carl Watzinger.
(I,14986
Unter der blühenden Linde
läuft man nicht weniger als im Dezemberſturm Gefahr,
ſich zu erkälten, und man merkt erſt an plötzlich
auf=
tretender Heiſerkeit, an ſtarkem Huſtenreiz, beginnender
Verſchleimung ꝛc., wie gefährlich auch ein
Sommer=
bend werden kann. Hat man dann Fays ächte
Sodener Mineral=Paſtillen zur Hand, dann iſt die
Ge=
fahr nicht groß, denn Fays Sodener laſſen ſolche
Ver=
ſtimmungen nicht hochkommen. Eben darum aber
ſollte man immer Fays ächte Sodener zur Hand haben.
Die Schachtel koſtet nur 85 Pfg. Beſonderes
Kenn=
zeichen: Amtliche Beſcheinigung des Bürgermeiſteramtes
Bad Soden a. T. auf weißem Kontrollſtreifen. (I,14987
Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns: Unter dem Namen „Tawäri”
iſt hier am Platze ein neues Unternehmen gegründet
worden. Dieſe Firma erwarb für die Provinz
Starken=
burg das alleinige Ausführungsrecht eines, durch
deut=
ſches Reichspatent geſchützten Mittels, mit welchem es
möglich iſt, alle Arten Zimmerdecken ob weiß oder
ge=
malt, alle vorkommenden Tapeten, ob in Papier, Stoff
oder Seide, ſowie Gobelins, Gemälde und Dekorationen,
ohne Ausräumen der Zimmer, ohne Staubentwicklung
und ohne Betriebsſtörung, auf neu zu reinigen. Das
neue Verfahren iſt in vielen größeren Städten
Deutſch=
lands bereits beſtens eingeführt. Von Frankfurt z. B.
liegen aus erſten Herrſchaftshäuſern, ſowie beſtbekannten
Hotels, Kaffees und Reſtaurants, vorzügliche Zeugniſſe
über die einwandfreie, überraſchende Wirkung dieſes
Mittels vor. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
Wetter.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
10. Juli: Wechſelnd bewölkt, leichte Regenfälle, kühl.
Familiennachrichten.
Hiermit die traurige Mitteilung, daß es
Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen
lieben, unvergeßlichen Mann, unſeren treube=
(15030
ſorgten Vater
Karl Heinbüchner
ganz plötzlich und unerwartet in ein beſſeres
Jenſeits abzurufen.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernde Gattin:
Marg. Heinbüchner, geb. Balles,
und Kinder,
Familie Balles,
Familie Heinbüchner,
Familie Luttermann.
Darmſtadt, Groß=Zimmern, 8. Juli 1913.
Die Beerdigung findet am Freitag,
nachmit=
tags 5 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.
Karh. Manner=Verein Darmſtadt.
Todes=
Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer treues, allbeliebtes Mitglied (B15013
Herrn
Karl Heinbüchner
plötzlich infolge eines Schlaganfalles aus dieſem
Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Juli,
nachmittags 5 Uhr, vom Darmſtädter Friedhof
aus, ſtatt.
Wir bitten unſere Mitglieder um recht
zahl=
reiche Beteiligung.
Der Vorstand.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
mit die traurige Nachricht, daß geſtern morgen
um 6 Uhr meine liebe Gattin, unſere Mutter,
Großmutter, Schweſter, Schwiegermutter,
Schwägerin und Tante
(15037
Frau Terese Schuchmann
geb. Riedlinger
nach langem, ſchwerem Leiden ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
Ludwig Schuchmann,
Kinder u. Enkel.
Darmſtadt, den 9. Juli 1913.
Die Beerdigung findet am Freitag,
nachmit=
tags 4 Uhr, von der Leichenhalle des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 11. Juli:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 12. Juli:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
9 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions
geſellſchaft.
Samstag, den 12. Juli:
Vorabend 7 Uhr 35 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min
Nachmittags 5 Uhr Sabbatausgang 9 Uhr 30 Min,
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 13. Juli, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
Tageskalender.
Monatsverſammlung des Vereins der
Hunde=
freunde um 9 Uhr im „Perkeo”
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage: Expedition,
Rhein=
ſtraße 23): Der Kaiſer in Hagenbecks Tierpark zu
Stel=
lingen, Brindejonc in Kopenhagen, die
Reichstags=
ſitzung vom 30. Juni, in der die Wehrvorlagen
ange=
nommen wurden.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 11. Juli.
Hofreite=Verſteigerung des Ludwig Finger
(Rhönring 1) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr, Ernſt=
Ludwigſtraße 1.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für des Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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10
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8
100 Pf. 125 Pf. 160 Pf. 195 Pf.
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3½ Deutſche Reichsanl. . 84,30
74,00
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4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,60
3½ do. Conſols . . . 84,60
74,00
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,80
90,90
do.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,20
82,90
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,20
4 do. do. (unk. 1918) 97,30
3½
83,20
do.
do.
72,50
3 Sächſiſche Rente.
75,60
4 Württemberg unk. 1921 98,30
do. v. 1900 94,10
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 94,00
1½ Griechen v. 1887
4 Italiener Rente . . 100,00
4½ Oeſterr. Silberrente 84,00
4 dv. Goldrente . . . 87,10
4 do. einheitl. Rente 81,20
3 Portug, unif. Serie I 62,30
3 do. unif. Ser. III 64,75
3 do. Spezial . . . . 9,55
5 Rumänier v. 1903 . . 97,50
4 do. v. 1890 . . 92,50
4 do. v. 1905 . . 85,80
4 Ruſſen v. 1880 . . . .
4 do. v. 1902 . .
88,50
4½ do. v. 1905 .
99,40
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 75,20
4 Türk. Admin. v. 1903 80,25
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 82,30
4 do. Staatsrente. . . 81,10
InProt.
Zf.
5 Argentinier .
. 99,00
4
81,40
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 88,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 97,30
4½
do.
89,70
4½ Japaner . . . . . . . 89,70
5 Innere Mexikaner..
76,00
do=
4 Gold=Merikanerv. 1904 73,00
5 Gold=Mexikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 64,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 133½
7 Nordd. Lloyd . . . . . 115,90
6½ Südd. Eiſenb.=Zef. . 123,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 110,80
6 Baltimore und Ohio . 92,25
6 Schantungbahn . . . . 117,20
8 Luremb. Prince Henri 150,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 25,00
6 Pennſylvania R. R. . 110,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 61,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
.. 536,00
Fabrik
14 Chem. Fabrik
Griez=
heim .
.229,00
30 Farbwerke Höhſt . . 590, 10
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 327,00
10 Cement Heidelberg . . 137,00
30 Chem. Werke Albert 420,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 299,00
5 Lahmeyer. . . . . . . 122,00
In Proz.
2io5
8 Schuchert, Nürnberg 140,50
12 Siemens & Halske 206,75
5 Bergmann Electr. . . 120,50
10Deutſch. Ueberſee Electr. 158,10
0 Gummi Peter . . . . 59,75
0 Kunſtſeide Frankfurt 59,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 406,75
9 Maſchinenf. Badenix 135,50
0 Wittener Stahlröhren 119,00
9 Steana Romana Petr. 144,30
15 Zellſtoff Waldhof . . 218,00
12,83 Bad. Zucker=Wag=
„ 203,00
häuſel.
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 71,00
0 Südd. Immobilien . 50,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 159,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 212,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 140,10
10 Gelſenkirchener . . . . 172,60
9 Harpener .
. 181,50
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 243,25
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
69,90
6 Laurahütte
. 158,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
13
Weſteregeln 175,57
7½ South Weſt Afriea
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½) Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . .
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . . . . 70,70
5 Oeſterr. Staatsbahn . 101,50
4 Oeſterr. Staatsbahn . 86,30
73,20
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 95,90
4
do.
Sehen
2¾, Oeſt. Sübb. (Lomb.) 50,40
73,90
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 83,80
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 84,30
4½ Moskau=Kaſan . . . 92,70
4
84,30
do.
4 Wladichawchas .. . . 84,40
4 Rjäſan Koslow. .
70,00
3 Portugieſ. Eifenb. .
bo.
4½
. 66,90
24) Livorneſer .
3 Saloniaue=Monaſtie . 60,40
78,50
4 Baadadbahn . . . .
4½ Anatoliſche Eiſenb. 91,90
4 Miſſouri=Paciſic. . ..
4 Northern=Paciſic . . . 93,50
4 Southern=Paciſie . . . 88,50
5 St. Louis und San
Franeißes. . . . .
5 Tehuantepee . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Kürich . . 186,50
7½ Vergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 140,60
9½ Berlin. Handelsgef. .154,00
6½ Darmſtädter Bank . 112,50
12½) Deutſche Bank . . . 236,75
6 Deutſche Vereinsbank . 114,90
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,25
10 Diskonto=Kommandit 176,80
8½ Dresdener Bank 142,60
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,00
611 Mitteld. Kreditbank 113,10
7 Nationalb. für Deutſchl. 112,50
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . . 131,25
7 Rhein. Kreditbank. . .127,25
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 108,00
7½ Wiener Bankverein . 128,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . (5,40
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Zf.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
85,50
S. 19. .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
94,00
S.52 .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
84,70
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,80
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
96,80
18—23. .
„ „ „
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
84,70
S. 1 u. 2, 6—8 .
S. 3—5 .
84,50
84,60
S. 9—11
95,50
4 Meininger Hyp.=Ba
31
84,40
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 94,80
3½ do. (unk. 1914) . . 83,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,80
3½
84,90
do.
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . .
3½ do.
86,20
. 96,00
4 Frankfurt. .
96,70
3½ do.
94,00
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84,50
3½ do.
94,50
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84,00
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3½
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84,50
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84,80
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.82,75
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135,10
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Augsburger. . . . . fl. 7 35,00
Braunſchweiger Tlr. 20 192,80
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Freiburger .
Fs.45
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F8.10
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.ſt. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864fl. 100 556,00
do. v. 1858fl. 100 494,00
Ungar. Staats . . fl. 100 380,00
Venediger . . . . Fs. 30 63,00
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Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs=
(14797a
platz bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 5. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Cruppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 8. bis 12. Juli 1913.
Die
Dauer der
Truppenteil
Abſperrung Abſperrung Bemerkungen
Tag
Datum
erſtreckt ſich
von bis
uberdas
80 V. 40 N.
8. Juli ! Dienstag
ganze
10. Juli DonnerstagFeldartillerie 80V. 10 N.
Abſperr=
8eV. 10 N.
12. Juli 1 Samstag
Gelände
Bekanntmachung.
Am 7., 8., 10. und 11. Juli 1913 von 7 Uhr vormittags bis zum Einbruch der
Dunkelheit wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des XVIII.
Armee=
korps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schubrichung von Steinbigel, 1. Im nördich Meſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishege einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 25. Juni 1913.
(13973a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Diejenigen nicht bezw. nicht mehr militärdienſtpflichtigen Perſonen, die bereit
ſind, im Falle der Mobilmachung als Kraftwagenführer (Perſonen= und
Laſt=
kraftwagen) ſowie als Kraftradfahrer in das Her einzutreten oder ein
diesbezüg=
liches Vertragsverhältnis mit der Militär=Verwaltung einzugehen, werden hierdurch
aufgefordert, ſich alsbald und ſpäteſtens bis zum 18. d. Mts. in Darmſtadt bei
den Polizei=Revier=Vorſtänden, in den Landgemeinden des Kreiſes bei den Großh.
Bürgermeiſtereien, zu melden.
Es kommen nur ſolche Leute in Betracht, die im Beſitze eines Führerſcheines ſind.
Darmſtadt, den 5. Juli 1915.
(14988msi
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 2 Pinſcher. 1 Foxterrier
Gugelaufen Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
aus=
gelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
10 Uhr, ſtatt.
(15007
Einladung
zur
Wahl der Kirchengemeindevertretung der ev. Martinsgemeinde.
Die geſetzliche Ergänzungswahl der
Kirchengemeinde=
vertretung wird hierdurch auf
Freitag, den 18. Juli, abends von 6 bis 9 Uhr,
im Martinsſtift (Müllerſtraße) anberaumt.
Stimmberechtigt ſind die konfirmierten ſelbſtändigen Männer
der Gemeinde, welche das 25. Lebensjahr zurückgelegt haben und
vom Stimmrecht nicht ausgeſchloſſen ſind
Wählbar ſind ſtimmberechtigte Männer von bewährtem
kirch=
lichen Sinn und ehrbarem Lebenswandel, weiche das 30. Lebensjahr
überſchritten haben (§§ 13 und 18 der Kirchenverſeſtung).
Die Namen derjenigen ſeitherigen Mitglieder der
Gemeinde=
pertretung, welche ausſcheiden, aber wieder gewählt werden können,
ſowie derſenigen Mitglieder, die in der Gemeindevertretung verbleiben
und daher nicht wählbar ſind, werden an der Tür des
Martins=
ſtiftes angeſchlagen.
Es ſind auf einem Stimmzettel insgeſamt 46 Gemeindevertreter
zu wählen, und zwar:
1. auf 10 Jahre .
. 35
2., auf. 5 Jahre :
zuſammen: 46
von welchen 12 zugleich zur Geſamtgemeindevertretung zu
wählen ſind.
Darmſtadt, den 10. Juli 1913.
(14996
Der Kirchenvorſtand der evangel. Martinsgemeinde.
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— dem Krankenkassenverband angehören.
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Hiermit geſtatte ich mir die ergebenſte Anzeige, daß ich unterm
Heutigen in Darmſtadt, Mathildenplatz 8, eine
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32
XVII.
Auf Margenthin gab es einen „kritiſchen Tag erſter
Ordnung”.
Schon morgens um acht Uhr — als die alten
Herr=
ſchaften gerade in der gedeckten Glasveranda beim
Früh=
ſtück ſaßen — ließ ſich der Oberinſpektor Gantz melden.
Das war ein kleiner, korpulenter, ewig unraſierter Herr
mit wehmütigem Geſicht und ganz gefährlichen
Säbel=
beinen. „Romanbeine!” nannte ſie der Baron immer und
war ſelig, wenn man ihn um die Begründung dieſes
ſelt=
ſamen Ausdrucks bat.
Na — die ergibt ſich doch von ſelbſt! ſchmunzelte er
dann. Zuerſt ſieht es ſo aus, als ob ſie ſich nie im Leben
kriegen; aber ſchließlich kommen ſie nach langer Trennung
dann doch zuſammen!
Herr Gantz alſo machte ſeine Verbeugung, ſah
melan=
choliſch auf den gedeckten Frühſtückstiſch und entſchuldigte
ſich bei der „gnädigen Frau Baronin” tauſendmal wegen
ſeiner „frühen Störung”.
Alſo, nu laſſen Sie man die Fiſematenten, oller
Freund, fuhr ſein Herr dazwiſchen, und erzählen Sie, was
für Kummer Ihnen auf der Seele ſitzt!
Nämlich, Herr Baron, wir ſind doch jetzt in den
letz=
ten Septembertagen, und es wird Zeit, daß wir mit der
Ausſaat beginnen.
Der alte Oſtheeren pfiff durch die Zähne und legte die
Zeitung beiſeite.
Stimmt, da müſſen wir mal die einzelnen Schläge
ab=
reiten und die übliche Aufſtellung machen, wieviel Saat
auf jeden kommt.
ee ee
legzen die Bartſioſhpeln und ſchilte durch das
Veranda=
fenſter einen zweifelnden Blick zum Himmel. Ihm war
etwas flau zumute, denn er hatte ſich die Beſcherung
drau=
ßen ſchon angeſehen.
Schön, ich komme mit raus! entſchied der Baron,
ſchickte den Diener Franz nach dem Stall hinüber, damit
ſofort der „Selim” geſattelt werde, und verabſchiedete ſich
von ſeiner Gattin galant durch einen Handkuß.
Und eine Viertelſtunde ſpäter ſtolperten die Gäule
vorſichtig über den Sturzacker.
Um ſofort eine Zuſammenſtellung der erforderlichen
Ausſaatmengen an Ort und Stelle zu machen, hatte ſich
der Margenthiner Gutsherr einen Notizblock
mitgenom=
men. Aber er ließ ihn in der Taſche ſtecken. Und je weiter
der Vormittag ſchritt, deſto mehr verdunkelte ſich ſein
Geſicht, bis er ſchließlich mitten auf einer Brache den
„Selim” anhielt und mit der flachen Hand auf den
Schen=
kel ſchlug.
Alſo da fahr doch gleich das Donnerwetter dazwiſchen!
Jetzt ſitzen wir drin in der Tinte! Bei ſolcher Wirtſchaft
kann einem wahrhaftig der ganze Appetit vergehen!
Herr Gantz machte ein Geſicht, als ſeien ihm ſämtliche
Felle weggeſchwommen.
Tja, Herr Baron, was iſt da zu wollen? Garnichts!
Die anderen Beſitzer, die aus ihren Sandklitſchen mit Ach
und Krach Lupinen und Seradella rausholen, hängen ſich
vor Neid bald auf und machen großes Geſchrei, daß es für
Margenthin mit ſeinem fetten Boden ein Kinderſpiel
wäre, zwanzig= bis fünfundzwanzigfaches Korn zu ernten.
Sollten mal nur ein Jahr lang mit unſerem öligen
Lehm hier zu tun haben, die Herrchens, dann würde es
ihnen wohl übel aufſtoßen, wie wenig wir hier zu
be=
neiden ſind. Bei trockenem Wetter iſt es knorrehart wie
Aſphalt, und wenns mal ſo ne halbe Woche n büſchen
vom Himmel nieſelt, haben wir gleich Schacktarp, daß
einem angſt und bange werden kann!
Schacktarp — der Schrecken oſtpreußiſcher Regentage,
wo der Boden eine einzige klebrig=zähe Maſſe iſt, durch die
kein Pflug kommt und in der man unweigerlich die Stiefel
ſtecken läßt!
Und jetzt war ſeit reichlich zwei Wochen Schacktarp!
Vom Gutshof aus konnte man das nicht ſehen, aber wenn
man hier draußen ſo mitten in der glitſchigen Schlacke
hielt — zum Aufhängen! Braunſchwarz lag das regloſe
Land, ſoweit in der Runde der Blick reichte. Ueber den
Torfbrüchen brauten ſtickige Dünſte wie Nebelmaſſen. Von
Baum und Strauch längs der kleinen Waſſerläufe endlos
einförmiger Tropfenfall. Hinten, nach dem Walde
hin=
über, die Kreischauſſee einſam und verlaſſen; denn kein
Gaul hätte in dieſem unergründlichen Modder einen
Wa=
gen auch nur zwanzig Schritt vorwärts gebracht. Der
Himmel wie dichtgraue Schleier, darunter niedriger
hän=
gende Wolkenfetzen, die ein aufkommender Flachlandwind
ruckweiſe vor ſich her ſtieß. Als einzige hellere
Farben=
flecke ſtanden vier gelbe Säulen in dieſer troſtloſen
Ein=
ſamkeit nur die Weizen= und Roggenſchober; gleich einem
ſpielenden Wieſel ſchoß der Wind um ſie herum.
Der alte Oſtheeren ſchlug den Kragen ſeines
Flauſch=
rockes auf, den er über dem Reitjackett trug, und brannte
ſich eine Zigarre an. Die eklige Feuchte kroch ihm in die
Knochen.
Lasciate ogni spernnza, voi ch’entrate! . . . finſten
zog er die Unterlippe zwiſchen die Zähne.
Langſam gingen die Pferde weiter.
Alſo was nun, Gantz? An eine Ausſaat iſt unter
dieſen Verhältniſſen doch nicht zu denken!
Ganz unmöglich, Herr Baron; ſelbſt wenn wir vier
Pferde vor jeden Pflug ſpannen!
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Zu erfragen in der Expedition,
Aber man könnt’s vielleicht mit der Egge verſuchen,
was meinen Sie?
Verſuchen, gewiß. Aber ich garantiere, entweder faßt
ſie gar nicht oder ſie reißt uns fauſtgroße Klumpen aus
dem Boden, der nachher, wenn ſie trocknen, ausſieht, als
ob er mit Steinen überſät iſt.
Und außerdem, Herr Baron, könnten Sie auf je
fünf=
hundert Morgen einen Gaul rechnen, der dabei zum
Dei=
wel geht!
Alſo wacten?!
Wird nichts anderes übrig bleiben!
Der Baron griff nach vorn und brachte das
Gebiß=
geſtänge in Ordnung, weil ſich der Trenſenring mal
wie=
der aufgebogen hatte. Es ging ſchwer mit den dicken
wild=
ledernen Handſchuhen.
Natürlich! ſagte er dabei verärgert. Und wir ſitzen
und freuen uns unſeres Lebens und tun, als ob wir
von niſcht wiſſen. Und ſchließlich kommt’s ſo weit, daß
wir bis zum erſten Schnee nicht mal die Halmſpitzen der
Winterung über den Boden bekommen!
Ich wollt’ wahrhaftig, mein Junge heiratete bald und
übernähm‟ Margenthin, damit ich mich nicht länger mit
dem Kram rumzuärgern brauchte!
Das Geſicht des Oberinſpektors wurde noch um einige
Grade wehmütiger.
Dieſe fortwährenden lächerlichen Uebertreibungen, die
ihn nun ſchon an die zwölf Jahre boſten! Als ob er an
dem dammlichen Schacktarp Schuld hätte!!
Der Herr Baron verzeihen, aber ſo ſchlimm wird’s
wohl nicht werden. Nämlich wir haben in ſpätſtens einer
Woche Witterungsumſchlag — ſeit geſtern abend ſpür’ ich
ſchon wieder mein verdattertes Reißen im Genick!
Das Gantzſche Genickreißen der untrüglichſte
Wet=
terprophet für die geſamte Umgegend auf zehn Meilen in
der Runde!
Der alte Herr aber trautesſich noch gar nicht, an
ſo=
viel Glück zu glauben.
Machen Sie mir nicht den Mund wäſſrig, Gantz!
Nachher, wenn’s nicht eintrifft, iſt die Enttäuſchung um
ſo größer!
Bekümmert über ſolche Bosheit, ſchüttelte der
Admini=
ſtrator den grauen Kopf.
Es ſtimmt ſchon, was ich ſag’, Herr Baron. Kein
Aug’ hab’ ich die Nacht zugetan. Morgens bin ich endlich
ein bißchen eingeſchlafen; aber da hab’ ich geträumt, daß
mir einer immer mit ner Dampfwalz’ den Schädel plättet
— das kam von dem verdammten Zwicken und dem Druck
im Hinterkopf . . . Und jetzt fängt’s ſchon wieder an!
Damit gabs keinen Zweifel mehr. In dem Geſicht des
Margenthiner Gutsherrn ging die Sonne auf.
I der Donner — alſo wirklich? Alle Symptome
vor=
handen? Na, das iſt doch endlich mal wieder eine freudige
Nachricht!!
Herr Baron!!
Aber ſelbſt dieſer ſchmerzliche Proteſt verdarb dem
alten Grandſeigneur nicht ſeine famoſe Stimmung.
Keine Kinkerlitzchen machen, oller Freund, und nicht
beleidigt tun! Sie wiſſen ja ganz genau, wie’s gemeint
iſt! Man muß die Feſte feiern, wie ſie fallen =
Alſo ſeien Sie friedlich und rauchen Sie auf den
Fort=
beſtand Ihres verrutſchten Podagras hier eine vernünftige
Zigarre!
Und wenn der Herr Oberinſpektor Gantz ſich auf
ſeinen Charakter auch n beträchtlichen Batzen einbildete
einer echten Importe konnte ſein Herz nicht widerſtehen.
Damit bekam man ihn jedesmal kirre. Sobald das braune
Lederetui auftauchte, war er geliefert! .
Ich will vor dem Eſſen noch auf einen Sprung nach
Erlengrund mit heranreiten und dem Forſtmeiſter guten
Tag ſagen; er iſt vorgeſtern aus Berlin zurückgekommen.
— Alſo Sie wiſſen jetzt, wie Sie die Zwiſchenzeit bis zum
trockenen Wetter für Leute und Geſpanne möglichſt
nutz=
bringend anwenden?
Ich denk', Herr Baron, wenn wir die Sommergerſte
bis auf den letzten Halm ausdreſchen und danach mit dem
Düngerfahren für die kleineren Schläge anfangen, wird’s
ſich ſo hinläppern. Dabei ſchlucken die Scharwerker und
Koſſäten wenigſtens nicht umſonſt den ſündhaft teuren
Tagelohn!
Na ſchön. Gantz; iſt mir recht. Alſo — Gott helf!
Gott helf, Herr Baron!
Damit hatte man das Vaterland mal wieder gerettet
und befriedigt ritt jeder ſeines Weges.
(Fortſetzung folgt.)
Mokdam=Flammeri,
gekocht mit Milch
gebe man ſtatt Creme oder Eierſchnee
zu geſchmorten Kirſchen, die jetzt wohl auf keinem Tiſch
ſehlen. Dieſes Gericht iſt ſehr beliebt und billig, da
Kirſchen nicht teuer und Mondamin ſehr ausgiebig iſt.
Leſen Sie die Rezepte auf den Mondamin=Paketen à60, 30 u. 15₰.
VI, 14995
Sport, Spiel und Turnen.
* Olympiſche Wettkämpfe des Fußballklubs „Olympia
1898‟ Gleichzeitig mit ſeiner rapiden Ausbreitung
wäh=
rend der letzten Jahre im allgemeinen hat der Sport auch
bei Militär und Marine Eingang gefunden. An dem
be=
kannten Stafettenlauf Potsdam-Berlin beteiligen ſich
ſchon ſeit Jahren zahlreiche Militärmannſchaften, deren
Erfolge hinter denen der Sportvereine gar nicht zu ſehr
zurückſtehen. Auch die jetzt allerorten von Sportvereinen
veranſtalteten Militärwettkämpfe erfreuen ſich ſtets
wachſenden Intereſſes. Der Fußballklub „Olympia” hat
nun in dem Programm ſeiner am Sonntag, den 13. Juli,
ſtattfindenden olympiſchen Wettkämpfe ebenfalls für
Mili=
tär eine 600 Meter=Stafette (6 Mann à 100 Meter) und
Tauziehen ausgeſchrieben. Ganz beſonders intereſſant
dürfte der Ausgang der Stafette werden, da hier die
ſieg=
reiche Mannſchaft der Leibkompagnie unſeres Leibgarde=
Regiments Nr. 115 und die ihr am Sonntag in Frankfurt
unterlegene Mannſchaft des Fußartillerie=Regiments Nr. 3
(Mainz) antreten. Auch die übrigen Wettbewerbe haben
zahlreiche Meldungen erhalten und läßt ſomit das
bis=
herige Ergebnis der Vorarbeiten ein gutes Gelingen des
Feſtes erhoffen.
sr. Pferderennen. Harzburg, 8. Juli. Preis von
Schlewecke; 2800 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn W.
Blatts La Tour (Hammer), 2. Aſſalaide (Theilen), 3.
Lohengrin II (Th. Baſtian). Tot. 46:10, Pl. 20, 17110.
Unpl.: Väterchen (4), Lina. Leicht, 2½—3 Lg. — Preis
vom Zauberberg; 2500 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Lt.
Martins Heidrun (Beſ.), 2. Oberbayer (Lt. Freiherr von
Berchem), 3. Jeſſonda (Herr Purgold). Tot. 21:10. Drei
liefen. Gegenwehr, ½ Lg.-Hals. — Preis vom Brocken;
3000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn H. E. Kappels
Kavalier (Weishaupt), 2. Hydra (Theilen), 3. Seetang
(Adolvh). Tot. 16110, Pl. 12, 15110. Unpl.: Erle (4).
Ueberlegen, 3 Lg.-Kopf. — Damen=Preis; Ehrenpreis
und 3200 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Lt. Martins
Haſchiſch (Beſ.), 2. Flint (Lt. von Wangenheim), 3.
Col=
clough II (Lt. Freiherr von Berchem). Tot. 37110, Pl.
15, 17110. Unpl.: Raſper. Ueberlegen, 5—1 Lg. —
Burg=
berg=Jagdrennen; 2600 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Lt.
Graf Groebens Country Couſin (Lt. v. Raven), 2.
Aſte=
roid (Rittm. Keyſer), 3. Halley (Lt. Erbprinz zu
Bent=
heim). Tot. 41110, Pl. 18, 19110. Unpl.: Radegäſt (4),
Bonnecoſte, Bereſina (ſtehen gebl.). Kampf, ½ Lg. bis
Hals. — Verloſungs=Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Lt. Wittmacks Rodoſto (Th. Baſtian), 2. Dora
(Burghart), 3. Flower ſeller (Kuttke). Tot. 37110, Pl. 15,
13:10. Unpl.: Roſenberg. Scharfer Kampf, ½—2 Lg. —
Abſchieds=Rennen; 2500 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Hrn
Beyer und Schmeißers Coup dOeil (Barleben), 2.
Non=
ſens (Theilen), 3. Junggeſelle (Weishaupt). Tot. 29110,
Pl. 15, 13, 17110. Unpl.: Eager Girl, Grey Tail, Cuſtozza,
Ranulphus, Qui Vive, Anthemis. Sicher, 1 Lg.-Kopf.
* Automobilſport. Die Wagenfahrt durch
Süddeutſchland des Allgemeinen Deutſchen
Auto=
mobilklubs, die vom 17. bis 19. Juli ſtattfindet, in
Mein=
ingen beginnt und in München endet, erhielt bei dem
Nennungsſchluß 67 Meldungen. Folgende Marken ſind
vertreten: 6 Neckarſulm, 3 Brennabor, 6 Phänomobil,
6 Hanſa, 3 Apollo, 3 Sperber, 3 Wanderer, 3 M. A. T.,
2. N. S. U.=Mobile, 2 Bergmann=Metallurgique, 4 Horch
2 Raw, 2 Premier, 2 Protos, 2 Preſto, 2 Deſſauer,
2 Hupmobile, 1 Dürkopp, 1 Opel, 1 Dixi, 1 Berliét,
1 F. N., 1 Torpedo, 1 Darracg, 1 Windhoff, 1
Gag=
genau und 1 Loreley.
sr. Radrennen. Die Fernfahrt Rund um
Frankreich ſah beim Start zur ſechſten Etappe, von
La Rochelle nach Bayonne, noch 61 Fahrer, die das
Ren=
nen getrennt, Einzel= und Gruppenfahrer für ſich,
auf=
nahmen. Auf halbem Wege gelang es Engel, dem Felde
davonzulaufen, doch holte die folgende Gruppe unter der
Führung von Faber, Petit Breton und Buyſſe, den
Aus=
reißer wieder ein. Die ziemlich ſtarke Spitzengruppe
ver=
kleinerte ſich bis zum Ziele nur unerheblich, ſo daß, wie
bei allen vorhergehenden Etappen, das Rennen im Spurt
entſchieden wurde. Der Belgier Marcell Buyſſe gewann
vor Chriſtophe, Engel, Petit Breton und Defraye nach 12
Stunden 55 Minuten für die 379 Kilometer lange Strecke.
Defraye ſteht noch immer im Geſamtklaſſement mit 74
Stunden 52 Minuten 5 Sekunden an der Spitze. Von den
Einzelfahrern langte der Belgier Vanderberghe nach
nur 12 Stunden 40 Minuten 48 Sekunden als Sieger vor
Everaets und Bertarelli am Ziele an.
sr. Lawn=Tennis. Bei dem Internationalen
Lawn=Tennis=Turnier zu Bonn wurde die
Damen=Meiſterſchaft von Bonn von der Weltmeiſterin
Fräulein Rieck=Hamburg gewonnen. Der Belgier Dr.
Behrens=Antwerpen ſiegte in der Herren=Meiſterſchaft und
beide zuſammen triumphierten im gemiſchten Doppelſpiel.
Literariſches.
— Paul Günther: Der tägliche Kuß. Neue
Sportnovellen. Verlag von B. Eliſcher Nachfolger,
Leip=
zig. 3 Mk., gebd. 4 Mk. Es iſt nicht nur ein
unterhalten=
des, nicht nur ein durch intime „Kennerſchaft” lehrreiches
und beſonders für den Fachmann feſſelndes, es iſt auch ein
literariſch gutes Buch, das der geſchätzte und bereits durch
einen früheren Novellenband beſtens eingeführte
Sport=
redakteur der B. Z. am Mittag der Oeffentlichkeit ſchenkt.
Der Autor zwingt uns dauernd in ſeinen Bann. Freilich,
doppelt viel wird das ungemein reizvoll ausgeſtattete
Buch den Leſern ſagen, denen die echte Liebe für den edlen
Wettſtreit auf dem grünen Raſen im Herzen lebt!
— René Schickele: Schreie auf dem
Bou=
levard. 304 Seiten. Mit farbigem Titelblatt von G.
v. Finetti. Broſchiert 3 Mk., gebd. 4.50 Mk. Aus dem
Inhalt: Arme öffnen ſich — Hochzeitsglocken — Der
Zy=
linder über der Menge — Ein Mann ſpricht zum Volk —
Theater — Ein Mord — Streik. Hier hat ein Dichter in
luſtigen und ſicheren Farben das ſchönſte Pariſer
Bilder=
buch gemalt. Dieſes Buch, angefüllt mit Anekdoten und
ſpannenden Ereigniſſen, lieſt ſich wie ein erlebter Roman.
Es iſt zugleich ein Dokument dafür, wie ſich die junge
Generation Elſaß und Lothringens unter Wahrung ihrer
landſchaftlich und hiſtoriſch gewordenen Eigenart
rück=
haltlos zum Deutſchtum bekennt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Mit Recht wendet ſich der Detailliſtenverein von
Zeit zu Zeit an die Bewohner hieſiger Stadt mit der
ein=
dringlichen Bitte, am Platze zu kaufen. Was in der
Be=
gründung hierzu zugunſten der einheimiſchen Kaufleute
geſagt wird, gilt in gleichem Maße auch für die
Handwerker, ſeitdem auswärtige Handwerker den
einheimiſchen Gewerbetreibenden empfindliche
Konkur=
renz machen. Wie ein Hilferuf nahm ſich
kürz=
lich die Anzeige einer hieſigen Bierbrauerei aus, in
der darauf hingewieſen war, daß ſie die letzte
Klein=
bierbrauerei in der Stadt ſei und daß die Güte ihres
andwerksmäßigen Erzeugniſſes von den beſten
auswärtigen Bieren nicht übertroffen werde. Wer die
Entwicklung des Braugewerbes, beſonders in den letzten
Jahren, aufmerkſam verfolgt hat, wird in der Tat
zuge=
ſtehen müſſen, daß die Kleinbrauer ebenſo wie die
Klein=
handwerker bald ganz verſchwunden ſein werden, wenn
ſie nicht die nötige Unterſtützung durch die einheimiſche
Bevölkerung finden. Einen tüchtigen Mittelſtand zu
er=
halten und zu fördern, ſollte ſich deshalb jedermann
an=
gelegen ſein laſſen. Praktiſche Mittelſtandspolitik treibt,
wer dem Mittelſtand lohnende Arbeit, nicht wer ihm
billige Ratſchläge gibt.
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13. Juli 1913
nachmittags 2 Uhr
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III. nationale olvmpische Wettkämpfe
unter dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit Grossherzog Ernst Ludwig
Lauf-,Sprung-u. Wurf-Konkurrenz,, Schüler- u. Militär-Wettkämpfe
Eintrittspreise: Tribüne 1.50 Mk., 1. Platz 80 Pfg., 2. Platz 60 Pfg. — Vorverkauf im Verkehrsbureau: Tribüne
1.20 Mk., 1. Platz 60 Pfg., 2. Platz 40 Pfg. — Schüler und Militär-30 Pfg.
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LoHoHeHeHohohehehchehen
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OLoHoHoHCHCHOHUHOLHohele
Städtischer Saalbau.
Heute Donnerstag, 10. Juli 1913, abends 8 Uhr
6. Donnerstags-Konzert
der vollständigen Kapelle des Leibgarde-Regiments
unter Leitung des Obermusikmeisters H. Hauske.
Aus der Vortragsordnung: Erkel: Ouverture zu-Hunyady
Laszloc. F. Mendelssohn: Fragmente aus=Ein Sommernachtstraum e.
B. Strauss: Walzer aus =Der Rosenkavaliers. L. v. Beethoven: „
An-
dante cantabiles a. d. 5. Symphonie. E. Grieg: Erste Suite aus
der Musik zu Peer Gynte. B. Wagner: Ouverture zu -
Tann-
häuseré. u. a. m.
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Studierende und Militär 35 Pfg. Dutzendkarten 5 Mk.
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(7461so
Die Jungfraubahn.
Wer noch vor einem Jahrzehnt an der Ausführung
dieſes tollkühn und unmöglich ſcheinenden Unternehmens
zweifelte, der ſieht es heute, nachdem das Jungfraujoch,
unmittelbar am Fuß der letzten Felspyramide der
Jung=
frau, auf dreitauſendvierhundertſiebenundfünfzig Meter
über dem Meere erreicht iſt, ſeiner Vollendung
entgegen=
gehen. Die Züge verkehren dort oben, über den Wolken,
die einſamen Ewigſchneefelder und ungeheuren Gletſcher
tief unter ſich, mit derſelben Pünktlichkeit, Ruhe und
an=
ſcheinenden Leichtigkeit, wie irgendeine Straßenbahn in
den Städten der Ebenen. Doch welchen Mut, welche
Ueberwindung von Gefahren, welche Sorgfalt und Arbeit
hat es gekoſtet, die Schienenſtränge durch die höchſten
Bergrieſen des Berner Oberlandes zu führen! Mit dem
Bau dieſer großartigen Gebirgsbahn wurde 1897
begon=
nen, und ſchon acht Jahre ſpäter, 1905, war ſie bis zur
Station Eismeer auf dreitauſendeinhunderteinundſechzig
Meter Höhe fertiggeſtellt. Getrieben durch elektriſche
Kraft, die tief unten in den Waſſerwerken von
Lauter=
brunnen und Burglauenen erzeugt wird, ſchieben die
Lokomotiven die bequemen Wagen auf Schienen mit
*) Aus dem neuen Lieferungswerk „Die Wunder
der Welt” Hervorragende Naturſchöpfungen und
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Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Zahnſtangen auſwärts. Die erſten anderihalb Kilometer
liegen unter freiem Himmel, die herrlichen Täler von
Lauterbrunnen und Grindelwald wahre Schmuckkäſtchen
der Alpenwelt, zu beiden Seiten in der Tiefe; nach
Durch=
fahren eines glänzend erleuchteten, ſiebenundachtzig Meter
langen Tunnels tritt der Zug wieder zutage, und ſeinen
Paſſagieren bieten ſich nun in anſcheinend greifbarer
Nähe die Gletſchermaſſen und firnbedeckten Felsmaſſive
des berühmten Dreigeſtirns des Berner Oberlandes:
Jungfrau, Mönch und Eiger, dar. Station Eigergletſcher
iſt erreicht, und von hier entrollt ſich am häufigſten das
großartige Bild von Eislawinen, die ſich namentlich vom
Gießengletſcher der Jungfrau loslöſen, um wie aus
Tauſenden Eisſtücken beſtehende trockene Sturzbäche
don=
nernd in den tiefen, gähnenden, finſteren
Trümmleten=
ſchlund zu poltern. Sie und der tiefe Schneefall im
Win=
ter, die rieſigen Gletſcherflächen, die furchtbaren
Föhn=
ſtürme und die große Tiefe des Trümmletenſchlundes
machten die Eiſenbahn vom Eigergletſcher in gerader
Linie auf das Jungfraujoch zu führen, wie jede
ober=
irdiſche Verkehrslinie unmöglich. So mußte denn die
Bahn in großem Bogen durch die Felsmaſſive von Eiger
und Mönch unterirdiſch angelegt werden. Zweihundert
Meter oberhalb der Station Eigergletſcher beginnt der
große Bahntunnel, der ſiebeneinhalb Kilometer lang durch
die Felſen führt, ehe er die Station Jungfraujoch auf
dreieinhalbtauſend Meter Höhe erreicht. Nach etwas
mehr als zwei Kilometern Tunnelfahrt gelangt der Zug
in eine große, aus dem harten, marmorartigen
Hoch=
gebirgskalk geſprengte Halle, und in dieſer liegt die
Sta=
tion Eigerwand. Sie iſt die erſte der unterirdiſchen
Fel=
ſenſtationen, wie ſie in ſolcher Art nirgends anders als
bei der Jungfraubahn angetroffen werden. Die Decken
dieſer Hochalpenkatakomben werden von ſtehen gelaſſe=
nen Felsſählen von drei bis fſinf Meiern Dice getragen,
und zwiſchen ihnen hindurchſchreitend gelangt man zu
großen Durchſchlägen durch die Eigerwand, die einen
wunderbaren Ausblick über einen großen Teil der
nörd=
lichen Schweiz geſtatten.
Einen Kilometer weiter aufwärts liegt eine zweite
unterirdiſche Halteſtelle, Station Eismeer genannt, auf
dreitauſendeinhundereinundſechzig Meter Höhe, deren
Felſenfenſter ſich auf die ungeheuren, vielfach geſpaltenen,
übereinandergelagerten oder überhängenden
Gletſcher=
maſſen an der Südſeite des Eiger öffnen. Dieſe
groß=
artige Eiswelt wird von einem Kranz
himmelſtürmen=
der Rieſen umſchloſſen, Wetterhörner, Schreckhörner,
Strahlegg= und Fieſcherhörner, endlich das Mönchjoch
rechts von der Station.
Von der Station Eismeer führt die Bahn
unterhalb=
es Mönchgipfels weiter und erreicht zwiſchen dem
neun=
ten und zehnten Bahnkilometer die Station
Jungfrau=
joch. Sie gewährt den unmittelbaren Ausblick auf die
wunderbaren Hochalpen in noch viel großartigerem
Maß=
ſtab, und kaum irgendwo auf dem Erdball dürften ſich dem
Beſchauer Bilder von ſolcher Majeſtät von ſo bequemem
Standpunkt aus offenbaren. Iſt doch hier,
dreitauſend=
vierhundertſiebenundfünfzig Meter über dem Meere, nicht
nur ein Hotel eingerichtet worden, die Station beſitzt auch
ein Poſtamt, das höchſtgelegene der Erde.
Von beſonderer Schönheit iſt hier der Blick auf den
größten Gletſcher Europas, den Aletſchgletſcher, der ſich
fünfundzwanzig Kilometer lang gegen das Rhonetal
er=
ſtreckt und die Eismaſſen dreier mächtiger Firnſtröme
um=
faßt. Gegen Südweſten zu aber baut ſich, anſcheinend
auf Steinwurfsweite, der höchſte Gipfel der Jungfrau
ſelbſt auf.
Saiamander
die populärste Marke der Welt
Extreme Modeformen sind nicht jedermanns
Ge-
schmack, weshalb wir neben diesen auch andere
Formen führen, sodaß für jeden Geschmack
gesorgt ist.
(13407a
Allein-
Darmstadt
Verkeaur Paul Mathäs, unewiesteasete.
Das Herz Dleibt gesung,
wenn Sie statt Bohnenkaffee Quieta-Kaſfee-Ersätz
ver-
wenden. Sein Wohlgeschmack befriedigt äuch den
Fein-
schmecker, er ist koffeinfrei, schadet deshalb nicht den
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im täglichen Gebrauch. Pfund-Paket 70 Pfg. in
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schwache Nerven werden stark, der Appetit wird
gesteigert durch kurzen Gebrauch von Quieta-Malz.
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